Saint Croix
Saint Croix ist die südlichste und größte der Amerikanischen Jungferninseln und gilt als der östlichste Punkt der USA (Point Udall). Ihre Besonderheiten liegen in der wechselhaften Kolonialgeschichte mit sieben verschiedenen Flaggen, der gut erhaltenen dänischen Architektur in Christiansted und Frederiksted sowie dem einzigartigen Linksverkehr im gesamten US-Territorium.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Saint Croix |
| alternative Bezeichnungen | Ay Ay (taino), Cibuquiera (karibisch), Isla de la Santa Cruz (1493), Saint Cruse (1625), Santa Cruz (spanisch), Sainte-Croix (französisch), Sint-Kruis (niederländisch), Sankt Croix (dänisch), Cruz (lokal) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | echte Insel |
| Inselart | Sedimentinsel |
| Gewässer | Karibisches Meer (Caribbean Sea) |
| Inselgruppe | Jungferninseln (Virgin Islands) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Vereinigte Staaten von Amerika (United States of America) Territorium: Amerikanische Jungferninseln (Virgin Islands of the United States) |
| Gliederung | 9 subdistricts (Subdistrikte) |
| Status | Inselbezirk (island district) |
| Koordinaten | 17°46‘ N, 64°43‘ W |
| Entfernung zur nächsten Insel | 420 m (Green Cay), 2,5 km (Buck Island), 58 km (Saint John) |
| Entfernung zum Festland | 784 km (Cumaná / Venezuela) |
| Fläche | 214,6 km² / 82,86 mi² (mit Nebeninseln 215,5 km² / 83,2 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 160,6 km² / 62,0 mi² (74,8 %) |
| maximale Länge | 36,9 km (W-O) |
| maximale Breite | 10,6 km (N-S) |
| Küstenlänge | 95 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Karibisches Meer) |
| höchste Stelle | 355,1 m (Mount Eagle) |
| relative Höhe | 355,1 km |
| mittlere Höhe | 11 m |
| maximaler Tidenhub | 0,2 bis 0,3 m (Frederiksted 0,22 m) |
| Zeitzone | EST (Eastern Standard Time / Östliche Standardzeit, UTC-4) |
| Realzeit | UTC minus 4 Stunden 17 bis 18 Minuten |
| Einwohnerzahl | 41.004 (2020) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 191,07, bezogen auf das Verwaltungsgebiet 190,27 |
| Inselzentrum | Christiansted |
Name
Saint Croix, gesprochen [ˌseɪntˈkrɔɪ], bedeutet wörtlich „heiliges Kreuz“. Der ursprüngliche Name der Insel stammt jedoch von den indigenen Taino und lautet Ay Ay, was in ihrer Sprache „der Fluss“ oder „das Flussland“ bedeutet. Daneben ist auch die karibische Bezeichnung Cibuquiera überliefert, was in etwa als „das steinige Land“ übersetzt wird. Als Christoph Kolumbus am 14. November 1493 auf seiner zweiten Reise in die Neue Welt die Insel erreichte und vor der heutigen Salt River Bay an der Nordküste ankerte, gab er ihr den spanischen Namen Isla de la Santa Cruz, also „Insel des Heiligen Kreuzes“.
In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Insel mehrfach den Besitzer, und mit jedem Machtwechsel passte sich der Name den jeweiligen Sprachgewohnheiten an. Nach einer Phase spanischer Ansprüche, in der die Insel kaum besiedelt war, kamen niederländische, englische und französische Siedler. Sie nannten die Insel der ursprünglichen Namensgebung entsprechend spanisch Santa Cruz, niederländisch Sint-Kruis und französisch Sainte-Croix. Als Dänemark die Insel 1733 von Frankreich erwarb, behielt man den französischen Namen in leicht dänisierter Form als Sankt Croix bei. Erst mit dem Übergang an die Vereinigten Staaten im Jahr 1917 erhielt die Insel ihre heutige englische Schreibweise Saint Croix.
Die Einwohner der Insel werden als Crucian oder Cruzan bezeichnet, abgeleitet vom ursprünglichen spanischen Namen Santa Cruz. Von daher stammt auch die umgangssprachliche Bezeichnung der Insel, Cruz. Man hört ihn in Sätzen wie „Yoh back in Cruz?“ - „Bist du wieder auf Cruz?“.

- international: Saint Croix
- amharisch: ሴንት ክሮይ [Sent Kroy]
- arabisch: سانت كروا [Sant Krua]
- armenisch: Սենթ Կրուա [Sent Krua]
- bengalisch: সেন্ট ক্রোই [Sent Kroy]
- birmanisch: စိန့်ခရိုင်း [Seint Khraing]
- bulgarisch: Сент Кроа [Sent Kroa]
- chinesisch: 圣克罗伊岛 [Shèngkèluóyī Dǎo]
- dänisch: Sankt Croix
- französisch: Sainte-Croix
- georgisch: სენტ-კრუა [Sent-Krua]
- griechisch: Σαιντ Κρουά [Saint Krouá]
- gudscheratisch: સેન્ટ ક્રોઇ [Sent Kroy]
- hebräisch: סנט קרואה [Sent Karoa]
- hindi: सेंट क्रोइ [Sent Kroy]
- japanisch: セント・クロイ島 [Sento Kuroi-tō]
- kambodschanisch: សាំង ក្រូអា [Sang Kroua]
- kanaresisch: ಸೆಂಟ್ ಕ್ರೋಯ್ [Sent Kroy]
- kasachisch: Сент-Круа [Sent-Krua]
- koreanisch: 세인트크로이섬 [Seinteukeuroiseom]
- laotisch: ເຊນຄຣອຍ [Sen Khroy]
- makedonisch: Сент Кроа [Sent Kroa]
- malayalam: സെന്റ് ക്രോയി [Sent Kroyi]
- maldivisch: ސެންޓް ކްރޯއި [Sent Kroy]
- marathisch: सेंट क्रॉई [Sent Kroy]
- nepalesisch: सेन्ट क्रोइ [Sent Kroy]
- niederländisch: Sint-Kruis
- orissisch: ସେଣ୍ଟ କ୍ରୋଇ [Seṇṭ Kroy]
- pandschabisch: ਸੇਂਟ ਕ੍ਰੋਇ [Sent Kroy]
- paschtunisch: سېنټ کروآ [Sent Krua]
- persisch: سنت کروآ [Sent Krua]
- russisch: Санта-Крус [Santa-Krus]
- serbisch: Сент Крој [Sent Kroj]
- singhalesisch: සෙන්ට් ක්රොයි [Sent Kroy]
- spanisch: Santa Cruz
- tamilisch: செயின்ட் குரோய் [Seyint Kuroy]
- telugu: సెయింట్ క్రోయ్ [Seyint Kroy]
- thai: เซนต์ครอย [Sent Kroy]
- tibetisch: སེནཊ་ཀྲོ་ཡི་ [Sent Kroyi]
- ukrainisch: Санта-Крус [Santa-Krus]
- urdu: سینٹ کروی [Sent Karvi]
- weißrussisch: Сент-Круа [Sent-Krua]
Offizieller Name: Saint Croix
- Bezeichnung der Bewohner: Crucians bzw. Cruzans (Cruzianer)
- adjektivisch: crucian bzw. cruzan (cruzianisch)
Kürzel:
- Code: SC / STC
- Kfz: -
- ISO-Code: VI-SC
Lage
Die Insel Saint Croix liegt im Süden der Jungfernineln auf durchschnittlich 17°46‘ n.B. und 64°43‘ w.L..

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 7°47‘01“ n.B. (North Coast) bzw. 7°47‘25“ n.B. (Buck Island)
- südlichster Punkt: 7°45‘50“ n.B. (Sandy Point)
- östlichster Punkt: 64°33‘53“ w.L. (Point Udall)
- westlichster Punkt: 64°54‘16“ w.L. (Sandy Point)
Entfernungen:
- Green Cay 420 m
- Buck Island 2,5 km
- Saint John 58 km
- Saint Thomas 59 km
- Puerto Rico 90,5 km
- Anguilla 153 km
- Cumaná / Venezuela 784 km
- Florida 1808 km
Zeitzone
Auf Saint Croix gilt die Eastern Standard Time (Östliche Standard-Zeit), abgekürzt EST, 5 Stunden hinter der MEZ UTC-4). Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 17 bis 18 Minuten hinter der Koordinierten Universalzeit (UTC).
Fläche
Saint Croix hat eine Gesamtfläche von 214,6 km² bzw. 82,86 mi², nach alternativen Angaben 214,4 bis 214,7 km², mit Nebeninseln 215,5 km² bzw. 83,2 mi². Die Insel durchmisst von Osten nach Westen 36,9 km, von Norden nach Süden 10,6 km. Die Küste ist 90 bis 95 km lang mit einem maximalen Tidenhub von 0,2 bis 0,3 m, in Frederiksted 0,22 m. Höchster Punkt ist der Mount Eagle mit 355,1 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 11 m.
Geologie
Die Geologie von Saint Croix unterscheidet sich deutlich von derjenigen der nördlich gelegenen Jungferninseln. Während St. Thomas und St. John vor allem aus kristallinen und vulkanischen Gesteinen bestehen, wird Saint Croix überwiegend von sedimentären Gesteinen aufgebaut. Die Insel lässt sich grob in drei Hauptbereiche gliedern: die gebirgigen Höhenzüge im Westen und Osten sowie die zentrale Ebene dazwischen.
Die ältesten und am weitesten verbreiteten Gesteine gehören zur sogenannten Mount-Eagle-Gruppe und stammen aus der Oberkreide. Sie bestehen aus stark gefalteten, tiefmarinen Sedimenten, die vor allem aus vulkanischem Material zusammengesetzt sind. Diese Gesteine wurden vor etwa 80 bis 70 Millionen Jahren in einem Meeresbecken am Fuß eines aktiven Inselbogens abgelagert. Es handelt sich um turbiditische Sandsteine, Mudstones, tuffhaltige Ablagerungen und untergeordnete pelagische Einschaltungen wie Chert. Die Sedimente wurden später tektonisch stark beansprucht, in mehrere Überschiebungsdecken (Nappes) zerlegt und geringgradig regional metamorph überprägt. Die Metamorphose erreichte die Prehnit-Pumpellyit- bis untere Grünschieferfazies und ist an Foliationen, Cleavage und ausgedehnte Quarzadern erkennbar. Die Faltung verlief in mehreren Phasen, wobei die älteren Strukturen nach Süden bis Südwesten vergent sind.
In die kreidezeitlichen Gesteine drangen gegen Ende der Oberkreide oder im frühen Tertiär magmatische Intrusionen ein. Die bekanntesten sind der Fountain Gabbro und der Southgate Diorit sowie zahlreiche kleinere Gänge und Lagergänge. Diese Intrusionen erzeugten kontaktmetamorphe Aureolen, in denen die benachbarten Sedimentgesteine bis zur Pyroxen-Hornfelsfazies umgewandelt wurden. Die Intrusionen sind heute an den leichter verwitterbaren Tälern erkennbar, die sich in ihrem Bereich gebildet haben.
Über den stark deformierten kreidezeitlichen Gesteinen lagern im zentralen Teil der Insel leicht gefaltete, nicht metamorphisierte Sedimentgesteine des Tertiärs. Sie füllen einen Graben, der zwischen den beiden kreidezeitlichen Horsten der Northside Range im Westen und der East End Range im Osten liegt. Die wichtigsten Einheiten sind die Jealousy Formation und der darüberliegende Kingshill Limestone. Diese karbonatreichen Ablagerungen entstanden im Oligozän und Miozän in flacheren Meeresbereichen und umfassen Mergel, Kalksteine und lokal konglomeratische Einschaltungen. Die tertiären Gesteine sind nur schwach verformt und bilden die flache zentrale Ebene, die für die Landwirtschaft und die Besiedlung der Insel besonders geeignet war.
Die heutige Landschaft spiegelt diese geologische Gliederung wider: Die widerstandsfähigeren, metamorph überprägten kreidezeitlichen Gesteine bilden die steileren Hügel und Berge, während die weicheren Intrusivgesteine und die tertiären Karbonate die flacheren Täler und die zentrale Ebene prägen. Quaternäre Ablagerungen, vor allem Alluvium und Strandablagerungen, bedecken lokal die älteren Formationen in den Küstenebenen und Tälern.
Landschaft
Geografisch gehört Saint Croix ursprünglich nicht zu den weiter nördlich gelegenen Jungferninseln, wie sie Christoph Kolumbus 1493 definiert hat. Historisch zählte Saint Croix aber bald dazu. Saint Croix erstreckt sich von Westen nach Osten und ist 45 km lang und 11 km breit. Die höchsten Punkte sind Mount Eagle (334 m) und Blue Mountain (326 m).
Die Landschaft von Saint Croix lässt sich somit in mehrere deutlich erkennbare Räume gliedern: die bewaldeten und stärker reliefierten Höhen des Nordwestens, die nördlichen Hügellandschaften, das zentrale sedimentäre Tiefland, die breite südliche Küstenebene, die trockenen Hügel und Felslandschaften des Ostens sowie die unterschiedlichen Küsten- und Meereslandschaften. Gerade dieser Wechsel zwischen Bergen, Tälern, Ebenen, Trockenlandschaften, Wäldern, Feuchtgebieten, Stränden, Felsküsten und Korallenriffen macht Saint Croix zur landschaftlich vielfältigsten Jungferninsel.
Die heutige Oberflächenform der Insel geht auf eine besondere geologische Entwicklung zurück. Saint Croix bestand ursprünglich aus zwei getrennten Landkörpern. Im Norden lag der Bereich der heutigen Northside Range, im Osten der Bereich der East End Range. Zwischen diesen beiden Gebieten befand sich eine breite Senke beziehungsweise ein Meeres- und Lagunenbereich. Durch Sedimentablagerungen wurde diese Senke allmählich aufgefüllt; später verband die Hebung des Gebietes die beiden ursprünglichen Landkörper miteinander. Die zentralen Landschaften von Saint Croix bestehen deshalb heute aus einem sedimentgefüllten Becken zwischen zwei älteren Gebirgs- und Hügellandschaften.
Die Northside Range nimmt große Teile des Nordwestens und Nordens ein. Hier ist das Relief wesentlich stärker gegliedert als in der Mitte und im Süden der Insel. Hügel, Bergrücken und tief eingeschnittene Täler wechseln einander ab. Besonders im Nordwesten treten steilere Hänge und felsige Landschaften auf. Die Annaly Bay im äußersten Nordwesten wird von der Landschaft des Maroon Ridge und steilen Berghängen umgeben. Dort befindet sich heute mit dem Maroon Sanctuary Territorial Park eines der größten zusammenhängenden naturnahen Waldgebiete von Saint Croix. Die Küste ist in diesem Abschnitt vergleichsweise wild und von felsigen Ufern, steilen Hängen und bewaldeten Höhen geprägt.
Zu den markantesten Erhebungen der Northside Range gehört der Mount Eagle. Sein Gipfel erreicht 332 m und bildet damit den höchsten Punkt der gesamten Insel. Die Höhenzüge des Nordwestens sind durch zahlreiche kleinere Täler und Entwässerungsrinnen gegliedert. Nach Norden fällt das Gelände teilweise relativ steil zum Meer ab. Dadurch besitzt die Nordküste an mehreren Stellen einen deutlich stärker reliefierten Charakter als die südliche Küste.
Zwischen den nördlichen Höhenzügen und den östlichen Bergen liegt das zentrale Tiefland. Es ist wesentlich weniger gebirgig und besteht aus sanft gewellten bis nahezu ebenen Flächen. Diese zentrale Landschaft entstand zu einem großen Teil aus den Sedimenten, die sich in der früheren Meeres- und Lagunensenke ablagerten. Die Kingshill-Formation aus Kalken und Mergeln bildet einen wichtigen geologischen Bestandteil dieser Region. Durch spätere Erosion, Hebung und Ablagerung entstand daraus die heutige zentrale Landschaft.
Die zentrale Ebene war für die historische Nutzung der Insel von großer Bedeutung. Im Unterschied zu den stark zerklüfteten und steilen Inseln Saint Thomas und Saint John besitzt Saint Croix größere zusammenhängende Flächen mit relativ ebenem oder leicht geneigtem Gelände. Deshalb konnte sich hier eine umfangreiche Landwirtschaft entwickeln. Besonders die Zuckerrohrwirtschaft prägte über Jahrhunderte große Teile der Landschaft. Heute wechseln sich landwirtschaftlich genutzte Flächen, Weideland, Buschland, Waldreste und bebaute Bereiche ab.
Nach Süden geht das zentrale Tiefland in eine breite, flach bis sanft gewellte Küstenebene über. Diese südliche Ebene gehört zu den charakteristischsten Landschaftsräumen von Saint Croix. Sie ist wesentlich weniger reliefiert als der Norden und Nordwesten und reicht über weite Strecken bis nahe an die Küste. Die Landschaft wird durch landwirtschaftliche Flächen, trockenere Wald- und Buschgesellschaften, Feuchtgebiete, Lagunen und Küstengewässer gegliedert.
Die südliche Küstenlandschaft besitzt einen insgesamt trockeneren Charakter als die höheren und stärker dem Passat ausgesetzten Gebiete des Nordens. Auf Saint Croix bestehen deutliche Unterschiede zwischen den feuchteren Gebirgslandschaften und den trockeneren Gebieten des Südens und Ostens. Entsprechend verändert sich auch das Erscheinungsbild der Vegetation. Während im Nordwesten geschlossene, üppige Waldlandschaften vorkommen, dominieren in den trockeneren Regionen offene Busch- und Trockenwaldlandschaften. Insgesamt sind etwa 57 Prozent der Insel von Wald bedeckt; ein großer Teil dieser Waldflächen gehört zur subtropischen Trockenwaldzone.
Besonders ausgeprägt ist der Landschaftswechsel im äußersten Osten. Die East End Range bildet dort eine eigenständige Hügel- und Berglandschaft. Das Gelände steigt wieder an und wird zunehmend trockener und felsiger. Im Osten treten deshalb offene, von niedrigen Gehölzen und trockenheitsangepasster Vegetation geprägte Landschaften auf. Die östlichsten Gebiete unterscheiden sich dadurch deutlich von den bewaldeten Bergen des Nordwestens. Offizielle Darstellungen der Amerikanischen Jungferninseln beschreiben den Osten von Saint Croix als trockenere Landschaft mit dorniger Vegetation, trockenen Felsflächen und rötlich gefärbten Klippen.
Der äußerste Osten ist gleichzeitig der landschaftlich am stärksten vom offenen Meer geprägte Teil der Insel. Mit Point Udall befindet sich hier der östlichste Punkt der Vereinigten Staaten. Die Küstenlandschaft besteht aus Felsvorsprüngen, niedrigen Klippen, Buchten und trockenen Hängen. Im Gegensatz zu den geschützten und stärker bewaldeten Bereichen im Westen wirkt die Landschaft hier offener und trockener.
Die Westhälfte von Saint Croix besitzt dagegen die feuchtesten und waldreichsten Landschaften. Besonders der Nordwesten weist subtropische Waldvegetation auf. Die Gebirgshänge des Maroon Ridge und der angrenzenden Gebiete gehören zu den naturnahsten Landschaftsräumen der Insel. Die Kombination aus höheren Niederschlägen, stärkerem Relief und vergleichsweise geringer landwirtschaftlicher Nutzung hat hier großflächigere Waldgebiete erhalten. Die Landschaft reicht von bewaldeten Höhen über steile Täler bis zu felsigen Küstenabschnitten.
Ein charakteristisches Element der Gebirgslandschaften sind die sogenannten guts. Dabei handelt es sich um natürliche Entwässerungsrinnen und kleine Täler, in denen sich nach stärkeren Niederschlägen Wasser sammelt und hangabwärts zur Küste fließt. Da Saint Croix über keine großen dauerhaft wasserführenden Flüsse verfügt, bestimmen solche kleineren Abflussrinnen einen wesentlichen Teil der natürlichen Entwässerung. In den stärker geneigten Gebieten können sie tief eingeschnitten sein und zur Gliederung der Berghänge beitragen.
An der Küste treten mehrere unterschiedliche Landschaftstypen auf. Neben Sandstränden gibt es felsige Küstenabschnitte, Klippen, flache Küstenplattformen, Buchten, Lagunen und Mangrovengebiete. Die relativ schmale Schelfzone fällt rund um die Insel allmählich in größere Meerestiefen ab. Dadurch konnte sich entlang großer Teile der Küste ein Saumriff entwickeln. Die Korallenriffe und die flachen Küstengewässer bilden gemeinsam mit Stränden und Felsufern einen wichtigen Bestandteil der Landschaft von Saint Croix.
Zu den auffälligen Küstenlandschaften gehören die Lagunen und Salzgewässer im Süden und Osten. Küstennahe Feuchtgebiete entstehen dort, wo Niederschlagswasser aus den höher gelegenen Bereichen in flache Becken gelangt oder hinter Strandwällen zurückgehalten wird. Salzseen, Mangroven und andere Feuchtgebiete bilden deshalb Übergangsräume zwischen dem trockenen Inselinneren und dem Meer. Aufgrund der vulkanisch geprägten geologischen Grundlage und des teilweise steilen Reliefs sind größere natürliche Feuchtgebiete auf Saint Croix überwiegend an die flachen Küstenebenen gebunden.
Ein besonders bedeutender Landschaftsraum liegt an der Salt River Bay im Norden. Hier treffen Küstenebenen, bewaldete Höhen, zerklüftete Hänge und Meereslandschaften unmittelbar aufeinander. Das Gebiet gehört zum Salt River Bay National Historical Park and Ecological Preserve. Geologisch finden sich dort Berge, gegliederte Bergrücken, Täler, küstennahe Tiefländer und Felsabbrüche. Die Landschaft ist deshalb sowohl durch ihre natürliche Vielfalt als auch durch ihre archäologischen und historischen Elemente geprägt.
Auch die Umgebung von Christiansted besitzt eine andere Landschaftsstruktur als der gebirgige Nordwesten. Im Umfeld der Stadt und ihres Hafens geht das Gelände in flachere beziehungsweise sanft gewellte Küstenlandschaften über. Küstenlagunen wie die Altona Lagoon bilden zusammen mit angrenzenden Hügeln und Feuchtgebieten einen Übergang zwischen dem bebauten Raum und den naturnäheren Landschaften. Vom Lowry Hill eröffnen sich beispielsweise Ausblicke sowohl auf die Altona Lagoon und den Christiansted Harbor im Norden als auch auf die Great Pond und die Südküste.
Erhebungen
- Mount Eagle 355 m
- Seven Hills 261 m
Flora und Fauna
Saint Croix weist eine vielfältige Flora mit tropischen Trockenwäldern, Mangroven, Kakteen und Palmen auf, wobei insbesondere das geschützte Buck Island Reef National Monument reiche Korallengärten und marine Biodiversität beherbergt. Zur Fauna gehören neben zahlreichen Seevögeln und Meeresschildkröten auch endemische Arten wie die Saint-Croix-Brunnenschlange sowie eingeführte Säugetiere wie Mungos und Ziegen, die die ursprüngliche Inselökologie prägen.
Flora
Die Flora von Saint Croix weist auf engem Raum deutliche Unterschiede auf, die vor allem mit den Niederschlagsverhältnissen, dem Relief, den Böden und der Nähe zum Meer zusammenhängen. Besonders auffällig ist der Gegensatz zwischen dem trockenen Osten und dem wesentlich feuchteren Westen der Insel. Das östliche Ende von Saint Croix besitzt stellenweise einen ausgesprochen trockenen, wüstenähnlichen Charakter. Dort wachsen zahlreiche Kakteen und andere trockenheitsangepasste Pflanzen. Der Westen und insbesondere der Nordwesten sind dagegen wesentlich stärker bewachsen. Dort finden sich üppige subtropische Vegetation, größere Waldflächen und zahlreiche Palmen. Zwischen diesen beiden Extremen liegen verschiedene Übergangszonen mit Trockenwald, Buschland, Grasflächen, Feuchtgebieten und landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Die Unterschiede innerhalb der Insel hängen eng mit dem Niederschlag zusammen. Die höheren Lagen und der Westen erhalten im Allgemeinen mehr Niederschlag als der Osten und Südosten. Die Gebirgszüge im Norden und Nordwesten beeinflussen die Verteilung der Niederschläge zusätzlich. Dadurch konnten sich dort dichtere Wälder entwickeln, während die trockenen Gebiete im Osten durch offene Vegetation und zahlreiche Kakteen geprägt sind. Die Trockenperioden können allerdings die gesamte Insel betreffen. Schwere und länger anhaltende Dürren gehören zu den natürlichen Problemen von Saint Croix. Für die Pflanzenwelt bedeutet dies, dass viele Arten an zeitweise sehr geringe Wasserverfügbarkeit angepasst sind.
Im trockenen Osten finden sich insbesondere verschiedene Kakteenarten. Zu den charakteristischen Pflanzen gehören Säulenkakteen, Opuntien und andere sukkulente Arten. Ein besonders auffälliger Vertreter ist der Melonenkaktus beziehungsweise Turk's-cap cactus (Melocactus intortus), der auf trockenen, felsigen Standorten vorkommt. Ebenfalls typisch sind verschiedene Feigenkakteen (Opuntia spp.) sowie weitere Kakteen und sukkulente Pflanzen. Zwischen den Kakteen wachsen trockenheitsresistente Sträucher, niedrige Bäume und Gräser. Die Vegetation kann dort stellenweise sehr offen sein, sodass nackter Fels und trockene Böden sichtbar bleiben.
Die Trockenwälder von Saint Croix bilden eine wichtige Übergangsform zwischen den ausgesprochen trockenen Landschaften des Ostens und den feuchteren Wäldern des Westens. Sie bestehen aus Bäumen und Sträuchern, die längere Trockenzeiten überstehen können. Viele dieser Pflanzen verlieren während besonders trockener Perioden einen Teil oder ihr gesamtes Laub und treiben nach ausreichenden Niederschlägen wieder aus. Dadurch verändert sich das Erscheinungsbild der Landschaft im Jahresverlauf erheblich. Während feuchter Perioden kann die Vegetation dicht und grün erscheinen; während längerer Trockenzeiten wirkt dieselbe Landschaft deutlich lichter und trockener.
Zu den charakteristischen Bäumen und Sträuchern der trockeneren Bereiche gehören unter anderem der Falsche Pfefferbaum (Schinus terebinthifolia), verschiedene Akazien, Leguminosen und andere trockenheitsverträgliche Gehölze. Eine besondere Bedeutung besitzt der Westindische Mahagoni (Swietenia mahagoni), der auf den Amerikanischen Jungferninseln vorkommt und auch auf Saint Croix gepflanzt wurde. Weitere typische Gehölze sind verschiedene Burseraceae, darunter Vertreter der Gattung Bursera, deren Arten an tropische Trockenwälder angepasst sind.
In den feuchteren Gebieten des westlichen und nordwestlichen Saint Croix ist die Vegetation wesentlich dichter. Dort wachsen subtropische Wälder mit zahlreichen Baum-, Strauch-, Kletter- und Krautarten. Die Wälder besitzen teilweise eine geschlossene Kronenschicht, unter der schattentolerante Pflanzen wachsen. Lianen und epiphytische Pflanzen kommen ebenfalls vor. An feuchten Standorten können Farne, Moose und andere schatten- und feuchtigkeitsliebende Pflanzen besonders zahlreich auftreten.
Der Nordwesten besitzt die bedeutendsten zusammenhängenden naturnahen Waldlandschaften der Insel. Im Bereich des Maroon Sanctuary und der angrenzenden Gebiete haben sich größere Bestände subtropischer Waldvegetation erhalten. Hier ist die Vegetation aufgrund der höheren Niederschläge und des stärker gegliederten Reliefs wesentlich üppiger als im Osten. Große Bäume, Palmen, Kletterpflanzen und eine dichte Untervegetation bestimmen stellenweise das Erscheinungsbild. Die Wälder besitzen gleichzeitig eine hohe Bedeutung als Lebensraum für die Tierwelt der Insel.
Palmen gehören ebenfalls zum charakteristischen Erscheinungsbild von Saint Croix. Je nach Standort kommen unterschiedliche Palmenarten vor. Besonders auffällig sind Kokospalmen (Cocos nucifera), die vor allem an Küsten und in Siedlungsbereichen wachsen. Außerdem kommen verschiedene einheimische oder eingebürgerte Palmenarten vor. In der feuchteren westlichen Inselhälfte können Palmen zusammen mit hohen tropischen Bäumen eine deutlich üppigere Vegetationsstruktur bilden.
Die Küstenvegetation unterscheidet sich wiederum deutlich von der Vegetation des Inselinneren. An Sandstränden wachsen Pflanzen, die hohe Salzkonzentrationen, starke Sonneneinstrahlung, Wind und zeitweise Wassermangel vertragen. Dazu gehören Strandwinden (Ipomoea pes-caprae), Sesuvium-Arten und verschiedene Gräser und Kräuter. Die Pflanzen stabilisieren teilweise den Sand und bilden Übergangszonen zwischen Strand und höher gelegenem Gelände.
An geschützten Küstenabschnitten kommen Mangroven vor. Die Mangrovenvegetation ist an regelmäßig überflutete oder salzhaltige Böden angepasst. Zu den auf Saint Croix vorkommenden Mangroven gehören die Rote Mangrove (Rhizophora mangle), die Schwarze Mangrove (Avicennia germinans), die Weiße Mangrove (Laguncularia racemosa) und die Buttonwood-Mangrove (Conocarpus erectus). Mangroven bilden eine wichtige Übergangszone zwischen Land und Meer und schützen gleichzeitig Küstenbereiche vor Erosion.
Auch die Salz- und Feuchtgebiete von Saint Croix besitzen eine charakteristische Pflanzenwelt. Dort wachsen salztolerante Gräser, Kräuter, Sträucher und Mangroven. In flachen Lagunen und zeitweise überfluteten Bereichen können sich Pflanzengesellschaften entwickeln, die an wechselnde Wasserstände und hohe Salzgehalte angepasst sind. Solche Standorte sind insbesondere im Süden und an geschützten Buchten von Bedeutung.
Eine weitere wichtige Pflanzengruppe bilden die Gräser. Sie bedecken zahlreiche offene Flächen und ehemalige landwirtschaftliche Nutzflächen. Auf Saint Croix entstanden große Graslandschaften teilweise durch die historische Rodung von Wäldern für den Zuckerrohranbau. Nach dem Rückgang der Zuckerwirtschaft wurden viele dieser Flächen als Weideland genutzt oder entwickelten sich zu Busch- und Sekundärvegetation. Dadurch entstand eine Landschaft, in der offene Grasflächen mit Sträuchern, einzelnen Bäumen und Waldresten wechseln.
Die historische Landwirtschaft hat die heutige Flora erheblich beeinflusst. Über Jahrhunderte wurden große Flächen der ursprünglichen Vegetation gerodet, um Zuckerrohr (Saccharum officinarum) anzubauen. Zuckerrohrplantagen prägten insbesondere die zentralen und südlichen Ebenen. Nach dem Niedergang der Plantagenwirtschaft wurden viele Flächen aufgegeben. Auf diesen Arealen entwickelte sich Sekundärvegetation, wobei sich Gräser, Sträucher und schnell wachsende Bäume ausbreiteten. Teile der ursprünglichen Trocken- und Waldvegetation kehrten zurück, während andere Flächen dauerhaft durch Weideland, Siedlungen oder andere Nutzungen verändert blieben.
Neben einheimischen Pflanzen kommen auf Saint Croix zahlreiche eingeführte Arten vor. Einige wurden bewusst als Nutz-, Zier- oder Forstpflanzen eingeführt, andere gelangten unbeabsichtigt auf die Insel. Zu den wirtschaftlich wichtigen eingeführten Pflanzen gehören beispielsweise Mango (Mangifera indica), Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis), Banane (Musa spp.), Papaya (Carica papaya), Kokospalme und verschiedene Zitruspflanzen. Diese Arten gehören heute teilweise zum gewohnten Erscheinungsbild der Kulturlandschaft.
Die Insel besitzt außerdem zahlreiche blühende Pflanzen. In den Gärten, Siedlungen und landwirtschaftlichen Bereichen wachsen tropische Zierpflanzen wie Hibiskus, Bougainvilleen, Plumerien und verschiedene Orchideen. Auch einheimische beziehungsweise auf den Karibischen Inseln verbreitete Pflanzen mit auffälligen Blüten tragen zum tropischen Erscheinungsbild der Insel bei. Die Zusammensetzung der Vegetation unterscheidet sich allerdings stark zwischen gepflegten Gartenanlagen, natürlichen Trockenwäldern, feuchten Wäldern und den trockenen Felslandschaften des Ostens.
Bioluminescenz
Auf St. Croix gibt es zwei biolumineszente Buchten oder Biobuchten. Die bekannteste und am meisten besuchte befindet sich im Salt River Bay National Historical Park and Ecological Preserve. Eine zweite Biobucht befindet sich in der Altona Lagoon. Biobuchten sind äußerst selten, denn in der Karibik gibt es nur sieben ganzjährig bewachsene Lagunen.
Eine Kombination von Faktoren schafft die notwendigen Bedingungen für die Biolumineszenz: Rote Mangrovenbäume umgeben das Wasser (die Organismen werden mit Mangrovenwäldern in Verbindung gebracht, obwohl Mangroven nicht unbedingt mit dieser Spezies in Verbindung gebracht werden). Eine Studie in der Biobucht von Salt River wird seit 2013 von Dozenten und Studenten der University of South Carolina, der University of North Carolina-Wilmington und der University of the Virgin Islands durchgeführt. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Analyse der Qualität und der Nährstoffzusammensetzung des Wassers, die Verbreitung eines Mikroorganismus, des Dinoflagellaten Pyrodinium bahamense, der bei jeder Wasserbewegung leuchtet, und die Häufigkeit von „Zysten“, ruhenden Dinoflagellaten, die im Meeresboden eingebettet sind.
Eine ergänzende Studie wird von der St. Croix Environmental Association in Zusammenarbeit mit der Scripps Institution of Oceanography durchgeführt, die sich auf die Zählung der Photonendichte des Phänomens im Laufe der Zeit und unter verschiedenen Wetterbedingungen und anderen Einflüssen konzentriert. Die Wasserqualität und die taxonomischen Analysen beider Studien werden ausgetauscht und miteinander in Beziehung gesetzt, um eine der bisher gründlichsten Untersuchungen von ganzjährig biolumineszenten Buchten zu erstellen.
Die beiden Biobuchten auf St. Croix weisen sehr unterschiedliche Merkmale auf. Die Bucht in der Altona Lagoon ist groß, aber sehr flach, sodass man die verschiedenen Meereslebewesen sehen kann, die im Wasser schwimmen und es aufwirbeln und zum Leuchten bringen. Die Biobucht in Salt River ist kleiner, aber tiefer als die Altona Lagoon. Aufgrund ihrer Tiefe beherbergt diese Bucht auch eine zweite Form der Biolumineszenz, die Ctenophora oder Kammquallen, die in der Altona-Lagune nicht vorkommen.
Ein dritter biolumineszierender Organismus ist ebenfalls in Salt River zu finden. Eine Art des marinen Odontosyllis-Feuerwurms vollzieht ihr leuchtend grünes Paarungsritual innerhalb von 57 Stunden nach Vollmond. Die Weibchen steigen an die Oberfläche und hinterlassen eine leuchtend grüne Pfütze, durch die die Männchen rennen, um die Eier zu befruchten.
Fauna
Die Säugetierfauna von Saint Croix ist vergleichsweise artenarm. Wie auf vielen karibischen Inseln fehlen große einheimische Landsäugetiere. Zu den wichtigsten wildlebenden Säugetieren gehören Fledermäuse. Sie übernehmen wichtige ökologische Funktionen, darunter die Verbreitung von Samen und die Bestäubung von Pflanzen. Auf Saint Croix kommen mehrere Fledermausarten vor, darunter der Große Antillen-Flughund beziehungsweise Jamaika-Fruchtfledermaus (Artibeus jamaicensis). Weitere Arten nutzen Höhlen, Wälder und andere geschützte Lebensräume. Die Fledermäuse sind besonders in den bewaldeten Gebieten des Westens und Nordwestens von Bedeutung.
Eine besondere Stellung nimmt die Antillen-Manati beziehungsweise Westindische Manati (Trichechus manatus) ein. Manatis können in den geschützten Küstengewässern und Buchten der Amerikanischen Jungferninseln vorkommen. Sie ernähren sich von Wasserpflanzen und Seegras und sind auf flache, geschützte Gewässer angewiesen. Ihr Vorkommen steht in engem Zusammenhang mit den Seegraswiesen und anderen produktiven Küstenlebensräumen.
Die terrestrische Tierwelt wird wesentlich stärker von Reptilien geprägt. Eine der auffälligsten Arten ist die St.-Croix-Eidechse beziehungsweise St.-Croix-Anole (Anolis acutus). Diese auf Saint Croix und einigen benachbarten Inseln vorkommende Anolis-Art nutzt Bäume, Sträucher, Felsen und menschliche Siedlungen. Sie ernährt sich vor allem von Insekten und anderen kleinen Wirbellosen. Wie andere Anolis-Arten ist sie ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette und dient selbst verschiedenen Vögeln und anderen Räubern als Beute.
Zu den charakteristischen Reptilien gehört außerdem der St.-Croix-Renner beziehungsweise Saint Croix racer (Borikenophis sanctaecrucis). Die ungiftige Schlange ist auf Saint Croix heimisch und gehört zu den seltenen einheimischen Landwirbeltieren der Insel. Sie lebt vor allem in trockenen und bewaldeten Lebensräumen und ernährt sich von kleineren Wirbeltieren und anderen Beutetieren. Ihre Verbreitung ist durch die Veränderung geeigneter Lebensräume und durch eingeführte Prädatoren beeinflusst.
Eine weitere auffällige Reptilienart ist die Grüne Leguan (Iguana iguana). Sie wurde auf den Amerikanischen Jungferninseln eingeführt und kommt heute auch auf Saint Croix vor. Grüne Leguane nutzen Bäume, Buschland, Gärten und landwirtschaftliche Flächen. Sie ernähren sich überwiegend pflanzlich und können durch ihre hohe Populationsdichte Auswirkungen auf die Vegetation und landwirtschaftliche Kulturen haben.
Auch Geckos, Anolis und andere kleine Echsen sind weit verbreitet. Sie leben sowohl in natürlichen Lebensräumen als auch in Siedlungsgebieten. Viele dieser Arten ernähren sich von Insekten und anderen Gliederfüßern und sind deshalb besonders in Gärten, an Gebäuden und in trockenen Buschlandschaften häufig zu beobachten.
Die Insel besitzt außerdem mehrere Arten von Meeresschildkröten. Besonders bedeutend sind die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas), die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) und die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea). Die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) nutzt ebenfalls die Gewässer der Region. Meeresschildkröten kommen in unterschiedlichen Lebensphasen in den Gewässern um Saint Croix vor; Strände dienen bestimmten Arten zur Eiablage, während Seegraswiesen und Korallenriffe als Nahrungsgebiete genutzt werden.
Die Grüne Meeresschildkröte ist besonders eng mit den Seegraswiesen verbunden. Erwachsene Tiere ernähren sich überwiegend von Seegräsern und Algen. Die Echte Karettschildkröte nutzt dagegen vor allem Korallenriffe und felsige Küstenbereiche und ernährt sich unter anderem von Schwämmen. Dadurch sind die verschiedenen Schildkrötenarten eng an unterschiedliche marine Ökosysteme gebunden.
Die Vogelwelt gehört zu den artenreichsten Teilen der Landfauna von Saint Croix. Die Insel liegt in einem wichtigen Zug- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Vogelarten. Gleichzeitig besitzt sie eine eigene Gruppe von karibischen Land- und Küstenvögeln. In den Wäldern, Buschlandschaften und landwirtschaftlichen Gebieten leben beispielsweise Tauben, Tyrannen, Kolibris, Zaunkönige, Grasmücken und verschiedene Singvögel.
Ein charakteristischer Vogel der Insel ist der Zenaida-Taube (Zenaida aurita). Sie kommt in unterschiedlichen Lebensräumen vor und ist auch in der Nähe menschlicher Siedlungen häufig. Ebenfalls verbreitet sind verschiedene Tauben- und Turteltaubenarten. Die Felsentaube (Columba livia) wurde durch den Menschen eingeführt und ist vor allem in bebauten Gebieten verbreitet.
Die Wälder des westlichen Saint Croix bieten Lebensraum für zahlreiche kleinere Vogelarten. Dort finden sich unter anderem der Antillen-Baumläufer (Margarops fuscatus), verschiedene Tyrannen und Grasmücken sowie Kolibris. Kolibris besuchen Blüten und übernehmen dabei wichtige Funktionen als Bestäuber. In den trockenen östlichen Landschaften kommen dagegen stärker an Trockenheit angepasste Vogelarten vor.
Zu den auffälligen Greifvögeln gehört der Truthahngeier (Cathartes aura), der über weiten Teilen der Insel zu beobachten ist. Er ernährt sich von Aas und übernimmt damit eine wichtige Funktion bei der Beseitigung toter Tiere. Auch der Fischadler (Pandion haliaetus) kommt in den Küstengebieten vor und nutzt die fischreichen Gewässer zur Nahrungssuche.
Die Küsten und Feuchtgebiete besitzen eine besonders vielfältige Vogelwelt. Reiher, Reiherartige, Watvögel, Möwen, Seeschwalben, Pelikane und andere Wasservögel nutzen Lagunen, Mangroven, Salzflächen und flache Küstengewässer. In den Mangroven können Vögel Nahrung suchen und geschützte Schlaf- und Brutplätze finden. Während der Zugzeiten kommen zusätzliche Arten aus Nordamerika hinzu.
Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) gehört zu den charakteristischen Küstenvögeln der Amerikanischen Jungferninseln. Er jagt Fische in den küstennahen Gewässern und ist häufig an Buchten und geschützten Küstenabschnitten zu beobachten. Auch verschiedene Seeschwalben und Möwen nutzen die Küstengewässer und vorgelagerten Riffe.
Die Meeresfauna ist wesentlich artenreicher als die Landfauna. Rund um Saint Croix befinden sich Korallenriffe, Seegraswiesen, Mangroven und verschiedene flache Küstenlebensräume. Diese bilden zusammen ein komplexes Netzwerk von Lebensräumen für Fische, Weichtiere, Krebstiere, Stachelhäuter und zahlreiche andere Meerestiere.
Die Korallenriffe beherbergen zahlreiche tropische Rifffische. Dazu gehören beispielsweise Papageifische, Doktorfische, Kaiserfische, Riffbarsche, Lippfische, Schnapper und Zackenbarsche. Papageifische sind für die Riffökologie besonders wichtig, weil sie Algen von den Korallenflächen abweiden und bei der Bildung von Korallensand eine Rolle spielen. Zackenbarsche und Schnapper gehören dagegen zu den größeren Räubern der Riffgemeinschaft.
Neben Fischen kommen in den Riffen zahlreiche wirbellose Tiere vor. Dazu gehören Schwämme, Korallen, Seeanemonen, Seeigel, Seesterne, Schnecken, Muscheln, Krabben und Garnelen. Die Riffe von Saint Croix sind deshalb nicht nur landschaftlich bedeutende Unterwasserformationen, sondern auch äußerst produktive Lebensräume.
Eine wichtige Rolle spielen die Seeigel. Der Diademseeigel (Diadema antillarum) ist ein typischer Bewohner karibischer Korallenriffe. Er weidet Algen von den Riffoberflächen ab und trägt dadurch zur Begrenzung des Algenwachstums bei. Der Bestand dieser Art wurde in der Karibik durch eine schwere Krankheit in den 1980er Jahren stark reduziert, wodurch sich die Struktur vieler Riffökosysteme veränderte.
Die Seegraswiesen in den flachen Küstengewässern besitzen ebenfalls eine vielfältige Tierwelt. Dort leben junge Fische, Schnecken, Muscheln, Krebstiere und andere wirbellose Tiere. Seegrasflächen dienen außerdem als wichtige Nahrungsgebiete für Grüne Meeresschildkröten und können als Kinderstube für zahlreiche Fischarten fungieren.
In den Mangroven finden sich besonders viele Jungtiere von Fischen und Krebstieren. Die verzweigten Wurzelsysteme der Mangroven bieten Schutz vor größeren Räubern und schaffen strukturreiche Lebensräume. Gleichzeitig dienen Mangroven als Verbindung zwischen Land- und Meeresökosystemen.
Auch Wale und Delfine können in den Gewässern um Saint Croix auftreten. Die Gewässer der östlichen Karibik werden von verschiedenen Meeressäugern durchquert. Dazu gehören unter anderem Große Tümmler (Tursiops truncatus) sowie verschiedene Walarten. Ihr Auftreten ist jedoch wesentlich stärker von Jahreszeit, Nahrungsangebot und Wanderbewegungen abhängig als das der ortsfesten Küsten- und Riffbewohner.
Die wirbellose Landfauna ist außerordentlich vielfältig. Insekten bilden einen wesentlichen Bestandteil der terrestrischen Ökosysteme. Schmetterlinge, Nachtfalter, Bienen, Wespen, Käfer, Libellen, Heuschrecken, Ameisen und zahlreiche andere Gruppen kommen in den verschiedenen Lebensräumen vor. Besonders in den feuchteren Wäldern des Westens ist die Artenvielfalt der Gliederfüßer höher als in den trockenen Landschaften des Ostens.
Schmetterlinge und andere blütenbesuchende Insekten spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung der Pflanzen. Gleichzeitig bilden Insekten eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel, Echsen und Fledermäuse. In den trockenen Landschaften des Ostens sind zahlreiche Arten an die hohen Temperaturen und die saisonal begrenzte Wasserverfügbarkeit angepasst.
Eine besondere Bedeutung besitzen außerdem Landkrabben. Verschiedene Krabbenarten nutzen die Küstengebiete, Mangroven, Feuchtgebiete und terrestrischen Lebensräume. Sie tragen zur Zersetzung organischen Materials bei und bilden gleichzeitig eine Nahrungsquelle für Vögel und andere Tiere.
Die Fauna von Saint Croix ist allerdings stark durch eingeführte Arten verändert worden. Besonders problematisch sind verwilderte Hauskatzen, Hunde, Ratten und andere eingeschleppte Tiere. Sie können insbesondere für bodenbrütende Vögel, Reptilien und andere kleine einheimische Tiere eine erhebliche Belastung darstellen. Auch eingeführte Schweine, Ziegen und andere Nutztiere haben lokal die Vegetation und damit die Lebensräume der ursprünglichen Tierwelt verändert.
Die Ziegenhaltung hat beispielsweise in trockenen Gebieten zu einer stärkeren Beweidung geführt. Zusammen mit der historischen Rodung und den wiederkehrenden Dürren beeinflusst dies die Entwicklung der Trockenvegetation. Verwilderte Tiere können außerdem junge Bäume und Sträucher fressen und dadurch die natürliche Regeneration von Wäldern behindern.
Naturschutz
Das Buck Island Reef National Monument liegt etwa 2,5 km nordöstlich von Saint Croix und umfasst die Insel Buck Island sowie ausgedehnte Meeresflächen mit Korallenriffen. Das Schutzgebiet hat eine Gesamtfläche von rund 19.015 acres, also etwa 77,0 km². Davon entfallen etwa 176 acres beziehungsweise 0,71 km² auf die eigentliche Insel und rund 18.839 acres beziehungsweise 76,25 km² auf unterseeische Flächen. Das Gebiet wird vom National Park Service verwaltet. Es schützt trockene tropische Wälder, Strände, felsige Küsten, Seegrasflächen und ein ausgedehntes Korallenriffsystem. Besonders geschützt werden unter anderem die Nistplätze von Meeresschildkröten und Seevögeln sowie die Korallenriffe.
Das Christiansted National Historic Site liegt unmittelbar im historischen Zentrum von Christiansted an der Nordküste von Saint Croix. Es ist mit rund 7 acres, also etwa 0,028 km², flächenmäßig sehr klein. Im Mittelpunkt steht nicht der Schutz eines großflächigen natürlichen Ökosystems, sondern die Erhaltung der historischen kolonialen Stadtlandschaft. Zum Schutzgebiet gehören unter anderem Fort Christiansvaern, das ehemalige Zollhaus, das Scale House, das Lagerhaus der Dänisch-Westindisch-Guineischen Kompanie und das Steeple Building. Das Gebiet wird vom National Park Service verwaltet und wurde 1952 als erste Einheit des National Park Service auf den Amerikanischen Jungferninseln eingerichtet.
Das Green Cay National Wildlife Refuge umfasst die gesamte Insel Green Cay vor der Nordostküste von Saint Croix. Die Landfläche beträgt 14 acres beziehungsweise rund 0,057 km². Die Meeresflächen einschließlich der umgebenden Korallenriffe gehören ausdrücklich nicht zum Schutzgebiet des National Wildlife Refuge. Hauptzweck des 1977 eingerichteten Schutzgebietes ist der Schutz der vom Aussterben bedrohten Saint-Croix-Grundechse (Ameiva polops). Green Cay besitzt außerdem Bedeutung als Lebensraum für Vögel und als Beispiel für die trockenen Küstenlebensräume der Insel. Das Gebiet wird vom U.S. Fish and Wildlife Service verwaltet und ist zum Schutz der empfindlichen Tierwelt für die Öffentlichkeit geschlossen.
Das Salt River Bay National Historical Park and Ecological Preserve liegt an der zentralen Nordküste von Saint Croix. Das Schutzgebiet umfasst etwa 989 acres beziehungsweise rund 4,00 km². Es verbindet den Schutz einer außergewöhnlich bedeutenden historischen und archäologischen Landschaft mit dem Schutz natürlicher Ökosysteme. Zum Gebiet gehören Teile der Salt River Bay, Mangrovenwälder, tropische Küstenlandschaften, terrestrische Hochflächen, Korallenriffe und unterseeische Lebensräume. Der National Park Service beschreibt das Gebiet als Ridge-to-Reef-Landschaft, die von den Hochflächen bis zu den Korallenriffen reicht. Das Schutzgebiet wurde 1992 eingerichtet und wird gemeinsam vom National Park Service und dem Territorium der Amerikanischen Jungferninseln verwaltet.
Das Sandy Point National Wildlife Refuge liegt an der Südwestspitze von Saint Croix. Seine Fläche beträgt 383 acres, also rund 1,55 km². Das Schutzgebiet wurde 1984 eingerichtet und später erweitert. Sein wichtigster naturschutzfachlicher Zweck ist der Schutz bedeutender Brutstrände der Lederschildkröte (Dermochelys coriacea). Außerdem schützt es Lebensräume der Echten Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) und der Grünen Meeresschildkröte (Chelonia mydas) sowie weitere Küstenlebensräume. Innerhalb des Gebietes befinden sich außerdem archäologische Fundstellen und Bestände des bedrohten Vahl-Buchsbaums (Buxus vahlii). Das Gebiet wird vom U.S. Fish and Wildlife Service verwaltet.
Point Udall bezeichnet den östlichsten Punkt von Saint Croix und zugleich den östlichsten Punkt des Territoriums der Vereinigten Staaten. Die Landschaft besteht hier aus trockenen, felsigen Küstenhängen, Buschvegetation und einer stark vom offenen Atlantik geprägten Küste. Point Udall ist allerdings nicht mit einem eigenständigen National Wildlife Refuge oder Nationalpark gleichzusetzen. Der Bereich gehört vielmehr zum großräumigen Schutz- und Managementzusammenhang des östlichen Endes von Saint Croix und insbesondere zum St. Croix East End Marine Park. In älteren Übersichten wird East Point beziehungsweise Point Udall als öffentliches beziehungsweise geschütztes Gebiet aufgeführt.
Der St. Croix East End Marine Park ist das bedeutendste territoriale Meeresschutzgebiet von Saint Croix. Es wurde 2003 eingerichtet und ist das erste vom Territorium der Amerikanischen Jungferninseln ausgewiesene und verwaltete Meeresschutzgebiet. Zuständig ist die Division of Coastal Zone Management des Department of Planning and Natural Resources. Das Schutzgebiet umfasst rund 38.301 acres beziehungsweise etwa 155,0 km² und erstreckt sich entlang eines etwa 12 Meilen langen Küstenabschnitts des östlichen Saint Croix. Es reicht von der Küste bis weit in die vorgelagerten Meeresbereiche.
Der East End Marine Park schützt mehrere unterschiedliche marine Ökosysteme. Dazu gehören Korallenriffe, Seegraswiesen, flache Küstengewässer, Lebensräume von Meeresschildkröten und weitere küstennahe Lebensräume. Das Gebiet ist in verschiedene Managementzonen unterteilt. In besonders empfindlichen Bereichen sind Fischerei und andere Formen der Entnahme vollständig untersagt, während in anderen Bereichen bestimmte Freizeitaktivitäten wie Schnorcheln, Tauchen oder eingeschränkte Fischerei erlaubt sind. Dadurch werden unterschiedliche Schutz- und Nutzungsintensitäten miteinander kombiniert.
Eine besondere Bedeutung besitzt der East End Marine Park für die Meeresschildkröten. Vor allem die Küsten von Isaac Bay und Jack Bay weisen wichtige Nistgebiete auf. Das Schutzgebiet verbindet deshalb die Strände mit den angrenzenden flachen Meeresbereichen und den vorgelagerten Korallen- und Seegrasökosystemen. Dadurch werden verschiedene Lebensphasen der Meeresschildkröten innerhalb eines zusammenhängenden Schutzraumes berücksichtigt.
Zu den wichtigsten Schutzobjekten des East End Marine Park gehören außerdem die Korallenriffe. Das Gebiet besitzt unterschiedliche Riffstrukturen, die zahlreichen tropischen Fischarten, Korallen, Schwämmen, Weichtieren und Krebstieren Lebensraum bieten. Seegraswiesen ergänzen diese Lebensräume und dienen unter anderem als Nahrungsgebiete für Meeresschildkröten sowie als Kinderstuben für Jungfische.
Die Verwaltung des East End Marine Park liegt beim Territorium der Amerikanischen Jungferninseln und unterscheidet sich damit von den Bundesgebieten Buck Island Reef National Monument, Christiansted National Historic Site, Green Cay National Wildlife Refuge und Sandy Point National Wildlife Refuge. Salt River Bay nimmt eine Sonderstellung ein, da es gemeinsam vom National Park Service und dem Territorium verwaltet wird.
Schutzgebiete
| Schutzgebiet | Offizielle Fläche | km² | Verwaltung |
| Buck Island Reef National Monument | 19.015 acres | 77,0 km² | National Park Service |
| Christiansted National Historic Site | 7 acres | 0,03 km² | National Park Service |
| Green Cay National Wildlife Refuge | 14 acres | 0,06 km² | U.S. Fish and Wildlife Service |
| Salt River Bay National Historical Park and Ecological Preserve | 989 acres | 4,00 km² | National Park Service + Territorium der Jungferninseln |
| Sandy Point National Wildlife Refuge | 383 acres | 1,55 km² | U.S. Fish and Wildlife Service |
| Point Udall | kein eigenständiges Schutzgebiet | – | Bestandteil des östlichen Schutzgebiets-/Küstenzusammenhangs |
| St. Croix East End Marine Park | 38.301 acres | 155,0 km² | Regierung der Amerikanischen Jungferninseln, DPNR/CZM |
Klima
Das Klima von Saint Croix ist ein ganzjährig warmes tropisch-maritim geprägtes Klima mit deutlich ausgeprägtem Niederschlagsgefälle zwischen dem feuchteren Westen und Nordwesten und dem trockeneren Osten und Südosten. Die Insel liegt in den östlichen Karibik und wird ganzjährig von den Passatwinden beeinflusst. Durch die Meereslage sind die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen relativ gering; wesentlich stärker als zwischen den Jahreszeiten sind häufig die Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Die offiziellen Darstellungen der Amerikanischen Jungferninseln ordnen das Klima als subtropisch ein; auf Meereshöhe liegt die mittlere Jahrestemperatur unter 24 °C.
An der Messstation des Henry E. Rohlsen Airport lag das langjährige Mittel der Temperatur nach der Klimanormalperiode 1991–2020 bei rund 80,7 °F beziehungsweise 27,1 °C. Das langjährige Mittel der Tageshöchsttemperatur beträgt etwa 87,0 °F beziehungsweise 30,6 °C, das Mittel der nächtlichen Tiefsttemperatur etwa 74,5 °F beziehungsweise 23,6 °C. Im Jahr 2025 lagen die entsprechenden Werte bei 81,4 °F beziehungsweise 27,4 °C im Jahresmittel, 87,4 °F beziehungsweise 30,8 °C für die durchschnittlichen Höchsttemperaturen und 75,4 °F beziehungsweise 24,1 °C für die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen.
Die wärmste Jahreszeit fällt in die Monate Sommer und Frühherbst. Besonders im August und September treten die höchsten Temperaturen auf. Die mittleren Tageshöchsttemperaturen liegen dann ungefähr bei 31 bis 32 °C, während die nächtlichen Temperaturen meist bei etwa 24 bis 26 °C liegen. Im Winter sind die Temperaturen nur wenig niedriger. Januar und Februar gehören zu den kühlsten Monaten; dennoch liegen auch dann die durchschnittlichen Tageshöchstwerte deutlich über 25 °C. Die offizielle Klimabeschreibung für die Amerikanischen Jungferninseln nennt für die Jahresmittelwerte allgemein etwa 24,4 bis 27,8 °C und für die kühlsten Monate durchschnittliche Tageshöchstwerte um 27 °C.
Extreme Temperaturen kommen ebenfalls vor. Am Henry E. Rohlsen Airport wurde seit Beginn der dort verwendeten Aufzeichnungen ein Höchstwert von 98 °F beziehungsweise etwa 36,7 °C registriert, der am 1. Oktober 1972 erreicht wurde. Der niedrigste registrierte Wert beträgt 60 °F beziehungsweise etwa 15,6 °C und wurde am 29. März 1977 gemessen. Solche Werte sind jedoch Ausnahmen; das normale Klima wird von wesentlich geringeren Temperaturschwankungen bestimmt.
Die Niederschlagsverteilung ist auf Saint Croix wesentlich ungleichmäßiger als die Temperaturverteilung. Im Inselinneren und insbesondere im Westen und Nordwesten fallen deutlich größere Niederschlagsmengen als im Osten. Eine aktuelle umweltfachliche Darstellung des Virgin Islands Department of Planning and Natural Resources gibt für Saint Croix durchschnittlich ungefähr 42 Zoll beziehungsweise 1.067 mm Niederschlag pro Jahr an. Dabei reichen die Werte von ungefähr 30 Zoll beziehungsweise 760 mm am östlichen Ende bis zu mehr als 50 Zoll beziehungsweise über 1.270 mm in den höheren Lagen des Westens.
Diese Unterschiede sind für das Landschaftsbild der Insel von großer Bedeutung. Der Osten von Saint Croix ist wesentlich trockener und besitzt deshalb Trockenwald, Dornbusch, offene Gras- und Buschlandschaften sowie zahlreiche Kakteen. Der Westen und insbesondere der Nordwesten erhalten mehr Niederschlag und verfügen über dichtere und üppigere Vegetation. Die offiziellen Habitatbeschreibungen der Amerikanischen Jungferninseln nennen für die Inseln insgesamt einen Niederschlagsbereich von etwa 750 mm in küstennahen Gebieten bis zu etwa 1.400 mm in höheren Lagen und betonen ausdrücklich den West-Ost-Gradienten.
Auch innerhalb des Westens gibt es beträchtliche Unterschiede. Die Berge im Nordwesten erreichen Höhen von mehr als 300 m und führen durch die orographische Hebung feuchter Luft zu höheren Niederschlägen. Der Mount Eagle, der höchste Punkt der Insel, liegt in diesem feuchteren Bereich. Die östlichen Gebiete sind dagegen niedriger und trockener. Historische hydrologische Untersuchungen des U.S. Geological Survey gehen sogar von etwa 20 Zoll beziehungsweise 510 mm Jahresniederschlag am östlichen Ende und mehr als 50 Zoll beziehungsweise 1.270 mm im Nordwesten aus.
Die Niederschläge fallen außerdem nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt. Die trockenste Periode liegt im Allgemeinen zwischen Januar und Juni, während die niederschlagsreichste Periode ungefähr von September bis Dezember reicht. Besonders September bis November gehören zu den niederschlagsreichsten Monaten. Etwa die Hälfte des durchschnittlichen Jahresniederschlags kann in den Monaten August bis November fallen.
Februar und März gehören zu den trockensten Monaten. September ist dagegen normalerweise der niederschlagsreichste Monat. Die monatlichen Werte können allerdings von Jahr zu Jahr sehr stark schwanken. Die Messreihen des National Weather Service zeigen beispielsweise für Saint Croix im Januar historische Monatsniederschläge zwischen weniger als 0,5 Zoll und mehr als 7 Zoll. Auch im März wurden in einzelnen Jahren nur wenige Hundertstel Zoll gemessen, während andere Jahre mehrere Zoll Niederschlag brachten. Das zeigt, wie stark einzelne Trocken- und Nassperioden vom langjährigen Mittel abweichen können.
Charakteristisch für Saint Croix sind häufig kurze, teilweise kräftige Regenschauer. Die Niederschläge können örtlich sehr unterschiedlich ausfallen, weil die Topografie den Aufstieg feuchter Luft beeinflusst. Dadurch kann ein Gebiet innerhalb der Insel Niederschlag erhalten, während wenige Kilometer entfernt wesentlich trockenere Bedingungen herrschen. Das Virgin Islands Department of Planning and Natural Resources weist ausdrücklich darauf hin, dass die räumliche Variation der Niederschläge auf Saint Croix beträchtlich ist.
Die Trockenperioden können ungewöhnlich lang werden und stellen ein wesentliches klimatisches Problem der Insel dar. Besonders der Osten ist wegen seiner geringen Niederschlagsmengen stark von Dürre betroffen. Die natürlichen Wasserläufe führen deshalb meist nur zeitweise Wasser. Historische hydrologische Untersuchungen zeigen, dass zahlreiche Bäche insbesondere im Osten und entlang der Nordwestküste während eines großen Teils des Jahres trockenfallen und erst nach stärkeren Regenfällen Wasser führen.
Diese Niederschlagsverhältnisse erklären auch die große Bedeutung der Wasserspeicherung. Die natürlichen Süßwasserressourcen von Saint Croix sind begrenzt. Oberirdische Fließgewässer sind überwiegend klein und zeitweise wasserführend. Grundwasser ist lokal vorhanden, konzentriert sich jedoch auf bestimmte geologische Formationen und reicht nicht als gleichmäßig verfügbare natürliche Wasserquelle für die gesamte Insel aus. Historische Untersuchungen zeigen, dass die Durchlässigkeit der geologischen Schichten stark variiert und ergiebige Grundwasservorkommen nur lokal auftreten.
Die Niederschlagsarmut des Ostens steht somit in unmittelbarem Zusammenhang mit der dortigen Vegetation. Die trockenen Bedingungen begünstigen Kakteen und andere Sukkulenten sowie Trockenwald- und Buschgesellschaften. Im feuchteren Nordwesten können dagegen größere und dichtere Waldgesellschaften bestehen. Das Klima erzeugt damit einen ausgeprägten West-Ost-Gegensatz, der für die Landschaft von Saint Croix charakteristisch ist.
Die Passatwinde sind ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Klimas. Die vorherrschenden Winde kommen überwiegend aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen. Sie sorgen ganzjährig für eine gewisse Durchlüftung und beeinflussen sowohl die Verdunstung als auch die gefühlte Temperatur. An der Küste wirken die Meereswinde zusätzlich ausgleichend auf die Temperaturen. Die offiziellen Umweltberichte beschreiben die Amerikanischen Jungferninseln als von beständigen östlichen Passatwinden und einem maritimen Tropenklima geprägt.
Die Meerestemperaturen sind ebenfalls ganzjährig hoch. Messungen vor Saint Croix zeigen im Jahresverlauf nur eine relativ geringe Schwankung. Im Bereich von Limetree Bay liegen die durchschnittlichen Meerestemperaturen je nach Monat ungefähr im mittleren bis oberen 20-Grad-Bereich. Dadurch bleiben die Küstengewässer ganzjährig tropisch warm.
Eine besondere klimatische Bedeutung besitzt die Hurrikansaison. Sie reicht offiziell von Juni bis November, wobei die stärkste Aktivität typischerweise zwischen August und Oktober liegt. Saint Croix kann von tropischen Stürmen und Hurrikanen direkt betroffen werden. Die tropischen Wirbelstürme können innerhalb kurzer Zeit große Niederschlagsmengen bringen, gleichzeitig aber durch starke Winde, Sturmfluten und hohe Wellen erhebliche Schäden an Vegetation, Küsten und Infrastruktur verursachen. Die Wahrscheinlichkeit für größere Starkregenereignisse ist während der Hurrikansaison deutlich höher.
Das Klima von Saint Croix lässt sich daher als ganzjährig warm, maritim, passatgeprägt und niederschlagsmäßig stark differenziert beschreiben. Eine einheitliche Klimacharakterisierung für die gesamte Insel verdeckt die erheblichen lokalen Unterschiede. Der Westen und Nordwesten sind deutlich feuchter, während der Osten und Südosten wesentlich trockener sind. Hinzu kommen die Unterschiede zwischen Küstenebenen und höheren Lagen.
Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation liegt Saint Croix überwiegend im Bereich des tropischen Savannenklimas beziehungsweise an der Grenze zu tropischen bzw. trocken geprägten Klimatypen. Wegen des starken Niederschlagsgradienten lässt sich jedoch nicht jeder Teil der Insel mit demselben Klimatyp beschreiben. Für eine allgemeine Charakterisierung der Insel ist daher ein tropisch-maritim geprägtes Klima mit ausgeprägter Trockenzeit und einer feuchteren zweiten Jahreshälfte geeigneter als die Zuordnung zu nur einer einzigen Klimakategorie.
Mythologie
Die frühesten spirituellen Vorstellungen stammen von den indigenen Bewohnern. Die Taino verehrten eine Hierarchie von Gottheiten und Geistern. Yocahu galt als Schöpfer und Herr des Cassavas, Atabey als Göttin des Wassers und der Fruchtbarkeit. Zemí oder Cemí waren heilige Kräfte, die in Steinen, Bäumen, Bergen und Wasser wohnten und durch geschnitzte Figuren oder Zeremonien angerufen wurden. Böse Geister hießen Maboya und konnten Krankheiten, Unwetter oder Missernten bringen. Die Seelen der Toten, die Hupia, verließen nachts das Totenreich Coaybay, aßen Guaven und wanderten unter den Lebenden umher; man erkannte sie angeblich daran, dass ihnen der Nabel fehlte. An der Salt River Bay und anderen Orten finden sich Petroglyphen, die mit solchen Vorstellungen in Verbindung gebracht werden und möglicherweise rituelle Stätten markieren. Die späteren Kalinago brachten eigene Vorstellungen mit, darunter den Schöpfer Tamosi und den Kulturheros Amalivaca, der die Welt formte und den Menschen Fertigkeiten lehrte.
Mit der Ankunft versklavter Afrikaner ab dem 17. und 18. Jahrhundert kamen westafrikanische Glaubenssysteme auf die Insel. Daraus entstand der kreolische Volksglaube an Jumbies, Geister oder Seelen Verstorbener, die an Orten des Todes oder in bestimmten Bäumen wie dem Kapok (Silk Cotton Tree) wohnen. Jumbies können freundlich oder bösartig sein und erscheinen in Gestalt von Menschen, Tieren oder Schatten. Geschichten über sie dienen oft der moralischen Erziehung: Kinder sollen gehorsam sein, die Nacht meiden oder sich vor Gier und Leichtsinn hüten. Obeah, eine Mischung aus Heilkunde, Magie und Schutzriten, spielt ebenfalls eine Rolle. Praktizierende, sogenannte Obeahmen, sollen böse Geister vertreiben, Schätze bewachen oder Krankheiten heilen können. Solche Vorstellungen mischten sich mit christlichen Elementen und überdauerten trotz kolonialer Verbote.
Besonders sichtbar lebt die afrikanische Tradition in den Moko Jumbies fort. Diese Stelzentänzer verkörpern Schutzgeister und Ahnen. Der Name verbindet „Moko“, das in zentralafrikanischen Sprachen einen Heiler oder Gott bezeichnet, mit „Jumbie“. Früher dienten sie in spirituellen Zeremonien als Wächter, die mit ihrer Höhe und Spiegeln böse Kräfte abwehrten. Heute treten sie bei Festen wie dem Crucian Christmas Festival auf und verbinden Unterhaltung mit kultureller Erinnerung.
Ein weiterer zentraler Erzählstrang sind die Anansi-Geschichten. Anansi, der Spinnenheld und Trickster aus der westafrikanischen Akan- und Ashanti-Tradition, erscheint in den Jungferninseln als Bro Nansi. In den Erzählungen überlistet er Mächtigere durch List und Gier, lernt aber oft selbst eine Lektion. Eine bekannte Version erklärt, warum die Spinne einen dünnen Bauch und lange Beine hat: Anansi band sich an mehrere Töpfe mit Essen, die gleichzeitig fertig wurden, und wurde von den Seilen in alle Richtungen gezerrt.
Neben diesen älteren Schichten gibt es jüngere lokale Legenden. Manche erzählen von versteckten Schätzen, die von Geistern bewacht werden, von Geisterbäumen oder von Orten, an denen Unglücksfälle zu jumbie-haftenden Plätzen wurden. Historische Ereignisse wie die Emancipation von 1848 und der Fireburn von 1878, angeführt von den „Queens“ Mary, Agnes und Mathilda, sind in die orale Überlieferung eingegangen und werden als Heldengeschichten weitererzählt. Auch spektakuläre moderne Fälle, etwa Cyanid-Vergiftungen in den 1980er Jahren, die mit vorgetäuschten Obeah-Ritualen in Verbindung gebracht wurden, nährten den Glauben an übernatürliche Kräfte.
Geschichte
Die Insel wurde ursprünglich von den Kariben und den Arawak besiedelt. Die Töpferwaren der Igneri weisen auf die Anwesenheit dieses Volkes auf der Insel von der Zeitenwende bis um 700 hin, gefolgt von den Taíno von 700 bis 1425, bevor die Kariben im Jahr 1425 eindrangen. Bis 1590 war die Insel jedoch nicht mehr bewohnt. 1493 landete Koilumbus auf der Insel, aber erst 1625 siedelten sich Europäer hier an. Nach fast zweihundertjähriger dänischer Herrschaft landete Saint Croix schließlich in den kolonialen Fittichen der USA.
Präkolumbische Zeit
st mehrere aufeinanderfolgende Kulturen, die von Südamerika aus die Inseln der Karibik besiedelten. Die ältesten Spuren stammen von archaischen Jäger- und Sammlergruppen, die von den Spaniern später als Ciboney bezeichnet wurden. Diese frühen Bewohner, archäologisch oft der Ortoiroid-Tradition zugeordnet, lebten vor allem von Fischfang, Muschelsammeln und der Jagd auf kleine Tiere. Sie fertigten noch keine Keramik und betrieben keinen systematischen Ackerbau. Ihre Anwesenheit auf den Jungferninseln wird ab etwa 2000 bis 1000 vor Christus angenommen, wobei gesicherte Funde auf Saint Croix eher spärlich sind.
Die erste keramikführende Kultur, die dauerhaft auf der Insel Fuß fasste, waren die Igneri oder Saladoid-Leute. Sie erreichten Saint Croix um die Zeitenwende oder im ersten Jahrhundert nach Christus und stammten aus dem Orinoco-Gebiet im heutigen Venezuela und den Guayanas. Die Igneri brachten Landwirtschaft, Keramikherstellung und den Bau großer Seekanus mit. Sie kultivierten Maniok (Cassava), Mais, Süßkartoffeln und Baumwolle, fischten und jagten. An der Salt River Bay entstand eine bedeutende Siedlung, die über Jahrhunderte bewohnt blieb. Ihre Keramik ist durch weiße Bemalung auf rotem Grund und plastische Verzierungen gekennzeichnet. Die Igneri-Gesellschaft war relativ egalitär und dörflich organisiert.
Ab etwa 600 oder 650 wurden die Igneri allmählich von einer neuen Welle arawaksprachiger Zuwanderer überlagert, den Vorfahren der Taino. Diese Ostionoid- und später Chican-Ostionoid-Kulturen entwickelten komplexere soziale Strukturen. Die Taino auf Saint Croix lebten in Dörfern mit Häuptlingen (Caciques), einer arbeitsteiligen Gesellschaft und einer ausgeprägten Religion. Sie bauten runde oder rechteckige Häuser aus Holz und Palmblatt, betrieben intensiven Ackerbau und handelten über weite Strecken. An der Salt River Bay legten sie den einzigen bekannten zeremoniellen Ballplatz (Batey) der Kleinen Antillen an, der 1923 von dem dänischen Archäologen Gudmund Hatt ausgegraben wurde. Dieser Platz mit steinumfasster Arena diente rituellen Ballspielen und Versammlungen und zeigt enge kulturelle Verbindungen zu Puerto Rico und den Großen Antillen. Die Taino verehrten Zemí-Geister, die in Steinen, Bäumen und Ahnenbildern verkörpert waren, und praktizierten Cohoba-Rituale, bei denen halluzinogene Substanzen eingenommen wurden. Ihre Sprache und Kultur prägten die Insel bis ins 15. Jahrhundert.
Um 1425 oder etwas später übernahmen die Kalinago, von den Europäern Caribs genannt, die Kontrolle über Saint Croix. Sie stammten ebenfalls aus dem nordöstlichen Südamerika und hatten sich nordwärts durch die Kleinen Antillen ausgebreitet. Die Kalinago verdrängten oder unterwarfen die Taino und setzten sich als westlichstes Vorposten ihrer Herrschaft durch. Ihre Gesellschaft war stärker kriegerisch orientiert; Häuptlinge wurden nach Verdiensten in Kampf und Führung gewählt, nicht erblich. Sie bauten schnelle Kanus, unternahmen Raubzüge und nahmen gefangene Frauen als Ehefrauen auf, sodass die Keramik oft weiterhin im tainoischen Stil hergestellt wurde. Die Kalinago nannten die Insel Cibuquiera, „das steinige Land“, während die Taino den Namen Ay Ay, „der Fluss“ oder „das Flussland“, gebraucht hatten.
Als Christoph Kolumbus am 14. November 1493 an der Salt River Bay anlandete, traf er auf eine kalinagoische Siedlung. Eine spanische Landungsgruppe geriet in einen Kampf mit den Bewohnern eines Kanus, dem ersten dokumentierten bewaffneten Zusammenstoß zwischen Europäern und indigenen Völkern der Neuen Welt. Kolumbus nannte den Ort Cabo de las Flechas, Kap der Pfeile. In den folgenden Jahrzehnten führten spanische Sklavenjagden, Krankheiten und Kämpfe zum raschen Rückgang der indigenen Bevölkerung. Bis um 1590 war Saint Croix weitgehend unbewohnt. Die einstigen Dörfer, Ballplätze und heiligen Stätten blieben als archäologische Zeugnisse erhalten und bilden heute den Kern des Salt River Bay National Historical Park.
Entdeckungszeit
Die europäische Entdeckung von Saint Croix fiel in die zweite Reise Christoph Kolumbus’ in die Neue Welt. Am 14. November 1493 erreichte seine Flotte von siebzehn Schiffen die Insel, die von den dort herrschenden Kalinago Cibuquiera, „das steinige Land“, genannt wurde. Die Taino-Übersetzer an Bord bezeichneten den Ankerplatz an der Salt River Bay als Ay Ay, „der Fluss“. Kolumbus gab der Insel den spanischen Namen Santa Cruz, „Heiliges Kreuz“.
Die Flotte ankerte vor dem geschützten Eingang der Bucht. Kolumbus sandte mehr als zwei Dutzend bewaffnete Männer in einem Boot an Land, um die indigene Siedlung am Westufer zu erkunden und frisches Wasser zu suchen. In dem Dorf befreiten die Spanier mehrere tainoische Frauen und Knaben, die von den Kalinago gefangen gehalten worden waren. Auf dem Rückweg zum Flaggschiff stieß das Boot auf ein Kanu mit vier kalinagoischen Männern, zwei Frauen und ein oder zwei tainoischen Sklaven, das um die östliche Landspitze der Bucht gerundet war.
Die Kalinago legten ihre Bögen an, als die Spanier sich näherten. Das Kanu wurde gerammt und gekentert. Es folgte ein kurzer, aber heftiger Kampf. Ein Spanier wurde durch einen Pfeil tödlich verwundet, ein Kalinago getötet und enthauptet. Die Überlebenden wurden gefangen genommen. Kolumbus nannte den Ort des Gefechts später Cabo de las Flechas, „Kap der Pfeile“. Dieser Zusammenstoß gilt als der erste dokumentierte bewaffnete Widerstand indigener Völker gegen europäische Eindringlinge in der Neuen Welt und als der einzige belegte Landgang von Mitgliedern einer Kolumbus-Expedition auf dem heutigen Territorium der Vereinigten Staaten.
Obwohl Spanien die Insel für die Krone beanspruchte, kam es nie zu einer dauerhaften spanischen Siedlung. Saint Croix lag abseits der Hauptrouten und der wirtschaftlich interessanteren Gebiete wie Hispaniola und Puerto Rico. In den folgenden Jahrzehnten unternahmen spanische Abenteurer und Truppen jedoch wiederholt Raubzüge. 1509 oder 1510 verschleppte Diego de Nicuesa rund 140 Kalinago als Sklaven. Die Inselbewohner beteiligten sich am großen Taino-Aufstand auf Puerto Rico 1511. Als Reaktion darauf erließ die spanische Krone 1512 oder 1513 einen Befehl, wonach alle widerständigen „Caribs“ als Feinde zu behandeln und zu vernichten seien. Krankheiten, Sklavenjagden und militärische Aktionen führten zu einem raschen Zusammenbruch der indigenen Bevölkerung.
Bis um 1550 war die organisierte indigene Präsenz weitgehend erloschen. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts, spätestens um 1590, galt die Insel als unbewohnt. Die einstigen Dörfer, darunter die Siedlung an der Salt River Bay, lagen verlassen. Erst im frühen 17. Jahrhundert begannen niederländische, englische und französische Siedler, die nun menschenleere Insel erneut in Besitz zu nehmen.
Europäische Pionierzeit
Nach dem Ende der spanischen Präsenz und der weitgehenden Entvölkerung der Insel im späten 16. Jahrhundert setzte im frühen 17. Jahrhundert die europäische Pionierzeit auf Saint Croix ein. 1625 landeten niederländische und englische Siedler gleichzeitig auf der Insel und errichteten getrennte Niederlassungen. Wenig später stießen französische Flüchtlinge aus Saint Kitts hinzu. Die drei Gruppen lebten zunächst nebeneinander, doch Konflikte waren unvermeidlich. 1645 kam es zu offenen Kämpfen zwischen Engländern und Niederländern. Die Holländer wurden vertrieben und flohen nach St. Eustatius und St. Martin, während die Franzosen sich auf die Seite der Niederländer schlugen und später nach Guadeloupe abzogen. Die Engländer blieben als alleinige europäische Bewohner zurück.
Diese englische Herrschaft währte nur kurz. Im August 1650 entsandte die spanische Verwaltung von Puerto Rico eine starke Flotte mit fünf Schiffen und rund 1200 Mann. Die Spanier überfielen die englische Siedlung, töteten oder vertrieben die Bewohner und beanspruchten die Insel erneut für die Krone. Die spanische Besetzung blieb jedoch ephemer. Noch im selben Jahr organisierte Philippe de Longvilliers de Poincy, der französische Generalgouverneur der Antillen und zugleich Ritter des Malteserordens, eine Gegenaktion. Eine französische Truppe von 166 Mann vertrieb die Spanier. 1651 folgten etwa 300 französische Kolonisten, die eine dauerhafte Siedlung begründeten. De Poincy benannte die Insel Sainte-Croix und integrierte sie in den französischen Herrschaftsbereich.
Von 1651 bis 1665 stand die Insel unter der Verwaltung der Malteserritter, die sie als Vasallen des Königs von Frankreich und im Auftrag des Ordens regierten. De Poincy förderte den Ausbau der Kolonie, ließ Fortifikationen errichten und versuchte, die Landwirtschaft zu entwickeln. Nach seinem Tod 1660 und internen Unruhen übernahm die Französische Westindien-Kompanie 1665 die Kontrolle. Unter dem Gouverneur François Dubois erlebte die Insel einen kurzen wirtschaftlichen Aufschwung. Dubois ließ Wälder roden und mehr als neunzig Plantagen anlegen, auf denen Tabak, Baumwolle, Zuckerrohr und Indigo angebaut wurden. Die Bevölkerung wuchs auf mehrere hundert freie Siedler und eine wachsende Zahl afrikanischer Sklaven.
Trotz dieser Fortschritte blieb die Kolonie fragil. Hohe Sterblichkeit durch Krankheiten, Dürreperioden, schlechte Verwaltung und die isolierte Lage erschwerten die Entwicklung. Als Frankreich im Pfälzischen Erbfolgekrieg (Krieg der Großen Allianz) gegen England und die Niederlande kämpfte, entschied Ludwig XIV. 1695/1696, die schwer zu verteidigende und unrentable Kolonie aufzugeben. Die verbliebenen Siedler und Sklaven wurden nach Saint-Domingue (dem heutigen Haiti) evakuiert. Danach lag Saint Croix weitere 38 Jahre lang weitgehend unbewohnt und verlassen. Erst 1733 erwarb die Dänische Westindien-Guinea-Kompanie die Insel von Frankreich und eröffnete damit die nächste, langanhaltende Kolonialphase.
Dänische Kolonialzeit
1725 ermutigte der Gouverneur von St. Thomas, Frederik Moth, die Direktoren der Dänischen Westindien-Kompanie, den Kauf von Santa Cruz (Saint Croix) zu erwägen. Am 13., nach alternativen Angaben 15. Juni 1733 schlossen Frankreich und Dänemark-Norwegen einen Vertrag, mit dem die dänische Westindien-Kompanie Saint Croix für 750.000 Livres kaufte. Ludwig XV. ratifizierte den Vertrag am 28. Juni und erhielt die Hälfte der Zahlung in französischen Münzen, die andere Hälfte wurde in 18 Monaten ausgezahlt. Am 16. November 1733 wurde Moth zum ersten dänischen Gouverneur von Saint Croix ernannt. Bei der Volkszählung von 1742 wurden 120 Zuckerplantagen, 122 Baumwollplantagen und 1906 Sklaven gezählt, verglichen mit 360 Weißen auf der Insel. Bis 1754 war die Zahl der Sklaven auf 7.566 angewachsen. In diesem Jahr übernahm König Frederick die direkte Kontrolle über Saint Croix von der Gesellschaft.
Die Kompanie legte keinen Wert auf die Nationalität der Siedler, daher ließen sich hier spanische Juden, französische Hugenotten und englische Siedler nieder. Die Wirtschaft wurde von der Zuckerproduktion dominiert.
Fast 200 Jahre lang waren St. Croix, St. Thomas und St. John als Dänisch-Westindien bekannt. Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts, „auf dem Höhepunkt der Plantagenwirtschaft, zählte die versklavte Bevölkerung von Saint Croix zwischen 18.000 und 20.000, die weiße Bevölkerung zwischen 1.500 und 2.000“.
Der spätere Gründervater Alexander Hamilton und sein Bruder lebten mit ihrer Mutter Rachel Faucette auf Saint Croix, nachdem sie 1765 auf die Insel zurückgekehrt war. Sie wohnten im oberen Stockwerk eines Hauses in der Company Street 34, während Rachel das untere Stockwerk als Laden für Lebensmittel nutzte. Innerhalb von zwei Jahren verlor Hamilton jedoch seinen Vater, James Hamilton, durch Verlassen und seine Mutter durch den Tod. Offizielle Dokumente von der Insel, ein Testament seines Onkels aus dem Jahr 1768, geben Alexanders Alter mit 13 Jahren an. Bis 1769 waren auch Hamiltons Cousin, seine Tante, sein Onkel und seine Großmutter verstorben. Sein Bruder James machte eine Lehre als Zimmermann, und Alexander Hamilton wurde das Mündel von Thomas Stevens, einem Kaufmann in der King Street. Bald arbeitete Hamilton als Angestellter im Export-Import-Geschäft von Beekman und Cruger an der Kreuzung von King und King's Cross Street. Im Jahr 1772 finanzierten örtliche Geschäftsleute Hamiltons weitere Ausbildung in New York.
Der Sklavenhandel wurde in den dänischen Kolonien 1792 abgeschafft, obwohl das Verbot erst Ende 1802 in Kraft trat. Die bestehenden Sklaven wurden 1848 nach dem Sklavenaufstand auf St. Croix unter der Führung von General „Buddhoe“ Gottlieb befreit.
Die britische Besetzung der dänischen Westindischen Inseln erfolgte Ende März 1801 mit der Ankunft einer britischen Flotte in St. Thomas. Dänemark-Norwegen akzeptierte die Kapitulationsurkunde, und die Briten besetzten die Inseln, ohne dass ein Schuss fiel. Die Besetzung dauerte nur bis April 1802, als Großbritannien die Inseln an Dänemark-Norwegen zurückgab.
Eine zweite britische Invasion der dänisch-westindischen Inseln fand im Dezember 1807 statt, als eine britische Flotte am 22. Dezember St. Thomas und am 25. Dezember Saint Croix einnahm. Dänemark-Norwegen leistete keinen Widerstand und die Invasion verlief erneut unblutig. Diese Besetzung dauerte bis zum 20. November 1815. Beide Invasionen waren auf das Bündnis Dänemarks mit Frankreich während der Napoleonischen Kriege zurückzuführen. Nach dem Friedensschluss mit Frankreich wurden die Inseln an Dänemark zurückgegeben.
Übergangszeit
Mit der Rückgabe der südlichen Jungferninseln an Dänemark 1815 trat Saint Croix in eine lange Übergangsphase ein, die von wirtschaftlichem Niedergang, sozialen Spannungen und dem allmählichen Ende der Sklaverei geprägt war. Die Insel blieb Teil der Dänischen Westindien, doch der Zuckeranbau, einst Grundlage des Wohlstands, geriet unter Druck durch die Konkurrenz europäischer Rübenzuckerproduktion, fallende Preise, Dürren und Hurrikane.
Peter Carl Frederik von Scholten, der von 1827 bis 1848 als Generalgouverneur der Dänischen Westindien amtierte, spielte eine zentrale Rolle in dieser Zeit. Er setzte sich für Reformen zugunsten der versklavten und freien farbigen Bevölkerung ein und versuchte, die harten Bedingungen auf den Plantagen zu mildern. Als 1848 Unruhen unter den Sklaven auf Saint Croix ausbrachen und Tausende in Frederiksted zusammenströmten, ergriff von Scholten die Initiative. Am 3. Juli 1848 verkündete er vom Platz vor dem Fort Frederik aus die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Unfreien in den dänischen Kolonien. Damit kam er einer geplanten stufenweisen Abschaffung der Sklaverei zuvor, die der dänische König erst für 1859 vorgesehen hatte. Von Scholten wurde später in Dänemark für sein eigenmächtiges Handeln kritisiert und seines Amtes enthoben; er starb 1854.
Die formelle Freiheit brachte den ehemaligen Sklaven jedoch kaum wirtschaftliche Besserung. Ein Arbeitsreglement von 1849 band die Plantagenarbeiter an Jahresverträge. Sie durften ihren Arbeitsplatz nur einmal im Jahr, am 1. Oktober, wechseln und erhielten Löhne, die kaum zum Überleben reichten. Die Plantagenbesitzer behielten die Kontrolle über Wohnungen und kleine Grundstücksparzellen. Christiansted blieb in dieser Zeit die administrative und wirtschaftliche Hauptstadt der Insel; 1858 amtierte dort unter anderem Gouverneur Johan Frederik Schlegel.
Die anhaltende Unzufriedenheit entlud sich dreißig Jahre nach der Emancipation im sogenannten Fireburn. Am 1. Oktober 1878, dem jährlichen Wechseltag, versammelten sich Hunderte Arbeiter in Frederiksted. Aus Protest gegen die niedrigen Löhne und die starren Vertragsbedingungen kam es zu Plünderungen und Brandstiftungen. Die Stadt Frederiksted wurde größtenteils zerstört, rund fünfzig Plantagen und Zuckermühlen brannten nieder. Angeführt wurde der Aufstand unter anderem von drei Frauen, die später als die „Queens of the Fireburn“ – Mary Thomas, Agnes Salomon und Mathilda McBean – in die Geschichte eingingen. Dänische Truppen schlugen den Aufstand nieder; Dutzende Arbeiter kamen ums Leben, weitere wurden hingerichtet oder zu langen Haftstrafen verurteilt.
In den folgenden Jahrzehnten verbesserten sich die Bedingungen nur langsam. Die Zuckerwirtschaft stagnierte weiter, die Bevölkerung nahm ab, und die dänische Verwaltung geriet zunehmend unter Druck. Verhandlungen über einen Verkauf der Inseln an die Vereinigten Staaten zogen sich über Jahre hin.
Weltkriegszeit
1916 verkaufte Dänemark die Inseln St. Croix, St. Thomas und St. John an die Vereinigten Staaten. Der Vertrag über die dänischen Westindischen Inseln wurde im Austausch gegen 25 Millionen US-Dollar in Gold formalisiert. In einem nationalen Referendum in Dänemark stimmten 64,2 Prozent der Wähler dem Verkauf zu. Bei einer inoffiziellen Volksabstimmung auf den Inseln selbst sprachen sich 99,83 Prozent für den Übergang an die USA aus. Die formelle Übergabe fand am 31. März 1917 statt; an diesem Tag wurde die dänische Flagge eingeholt und die amerikanische gehisst.
Die Vereinigten Staaten übernahmen die Inseln vor allem aus strategischen Gründen. Der Erste Weltkrieg hatte gerade begonnen, und Washington wollte verhindern, dass Deutschland in der Karibik Fuß fasste und die Sicherung des Panamakanals gefährdete. Die Verwaltung lag zunächst beim US-Navy Department. Die Marineführung führte hygienische Maßnahmen, Moskitobekämpfung und Verbesserungen im Gesundheitswesen ein, was die Sterblichkeit senkte. Gleichzeitig blieb die wirtschaftliche Lage schwierig. Die Zuckerindustrie, bereits seit Jahrzehnten im Niedergang, erholte sich nicht. Viele Crucians wanderten ab, und die Inseln wurden von Präsident Herbert Hoover 1931 als „effective poorhouse“ der Vereinigten Staaten bezeichnet.
Die rechtliche Stellung der Inselbewohner war zunächst unklar. Nach dem Übergabevertrag konnten sie innerhalb eines Jahres die dänische Staatsangehörigkeit behalten; wer dies nicht tat, galt als US-National, jedoch ohne volle Bürgerrechte. Erst am 25. Februar 1927 verlieh der US-Kongress den meisten Einwohnern der Jungferninseln die volle amerikanische Staatsbürgerschaft. Ein weiteres Gesetz von 1932 erweiterte diese Regelung. Damit wurden die Crucians formell US-Bürger, doch die Inseln blieben ein unincorporated territory ohne Stimmrecht im Kongress und ohne Wahl des Präsidenten.
In den 1930er Jahren übernahm das Innenministerium die Verwaltung von der Marine. Unter dem New Deal der Roosevelt-Regierung entstanden Homestead-Programme, die große Plantagenflächen in kleine Bauernstellen aufteilten. Hunderte Crucians erhielten Land zu günstigen Bedingungen und konnten erstmals als unabhängige Farmer arbeiten. Die Zahl der Kleinbetriebe stieg stark an, und die Landwirtschaft erlebte eine vorübergehende Belebung. Gleichzeitig wurden Schulen ausgebaut, das Gesundheitswesen modernisiert und erste soziale Einrichtungen geschaffen.
Während des Zweiten Weltkriegs gewannen die Inseln erneut strategische Bedeutung als Nachschub- und Überwachungsstützpunkt in der Karibik. Die Wirtschaft profitierte von Militärbauten und erhöhter Nachfrage, doch die strukturellen Probleme – Abhängigkeit von Zucker, hohe Arbeitslosigkeit und begrenzte politische Rechte – bestanden fort. Bis 1945 hatte sich Saint Croix von einer dänischen Plantagenkolonie zu einem amerikanischen Territorium gewandelt, dessen Bevölkerung die US-Staatsbürgerschaft besaß, aber weiterhin um wirtschaftliche Selbstbestimmung und politische Gleichberechtigung rang.
Moderne Zeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Saint Croix ein amerikanisches Territorium mit begrenzter Selbstverwaltung. Die Wirtschaft stützte sich weiterhin auf den schrumpfenden Zuckeranbau und einen bescheidenen Tourismus, bis in den 1960er Jahren ein grundlegender Wandel einsetzte. Die Industrialisierung der Insel und die Abkehr von der Agrargesellschaft vollzogen sich in diesem Jahrzehnt. 1966 eröffnete die Hess Oil Virgin Islands Corporation (später Hovensa) an der Südküste eine der damals größten Ölraffinerien der Welt. Mit einer Kapazität von zeitweise über 500.000 Barrel pro Tag wurde sie zum wichtigsten Arbeitgeber und Steuerzahler der Insel. Tausende Arbeitsplätze entstanden, eine neue Mittelschicht wuchs heran, und die Bevölkerungsstruktur veränderte sich durch Zuwanderung aus der Karibik und dem US-Festland. Gleichzeitig entwickelte sich der Tourismus, und historische Stätten wie Christiansted wurden zu Anziehungspunkten.
Dieser Aufschwung erlitt 1972 einen schweren Rückschlag. Beim Fountain-Valley-Massaker erschossen fünf Täter bei einem Raubüberfall auf den Golfclub acht Menschen, darunter Touristen. Die Tat und die anschließende Berichterstattung führten zu einem jahrelangen Einbruch des Tourismus, von dem sich die Insel nur langsam erholte. Dennoch blieb die Raffinerie das wirtschaftliche Rückgrat.
Am 17. und 18. September 1989 traf der Hurrikan Hugo mit der Stärke 4 direkt auf Saint Croix. Anhaltende Winde von rund 140 Meilen pro Stunde und Böen bis über 160 Meilen pro Stunde zerstörten oder beschädigten 85 bis 90 Prozent aller Gebäude. Die Infrastruktur brach zusammen, Plünderungen brachen aus, und die Ordnung konnte erst wiederhergestellt werden, nachdem die US-Armee, das FBI und der US Marshals Service eingesetzt worden waren. Der Wiederaufbau dauerte Jahre und veränderte die Insel nachhaltig.
In den folgenden Jahrzehnten blieb die Raffinerie zentral, doch die Abhängigkeit von einem einzigen Industriezweig erwies sich als riskant. 2012 schloss Hovensa endgültig. Über 2.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze gingen verloren, die Arbeitslosigkeit stieg stark an, und die Steuerbasis der Insel brach ein. Ein Versuch, die Anlage unter dem Namen Limetree Bay 2021 wieder in Betrieb zu nehmen, scheiterte nach wenigen Monaten an Umweltproblemen und wurde erneut eingestellt. Parallel dazu zeichnete sich in der Landwirtschaft ein langsamer Aufschwung ab. Die steigende Nachfrage nach lokalen Erzeugnissen und frischen Produkten führte zu einer Wiederbelebung kleiner Farmen und einer Diversifizierung der Produktion.
Im September 2017 überquerte die schwächere äußere Augenwand des Kategorie-5-Hurrikans Maria Saint Croix. Anhaltende Winde erreichten über 150 Meilen pro Stunde, Böen stiegen an manchen Stellen im Westen der Insel auf bis zu 250 Meilen pro Stunde. Etwa 70 Prozent der Gebäude wurden beschädigt oder zerstört, darunter Schulen und das einzige Krankenhaus der Insel. Die Stromversorgung und die Infrastruktur brachen weitgehend zusammen. Der Wiederaufbau zog sich über Jahre hin und wird bis heute fortgesetzt.
Seit den 2010er Jahren bemüht sich Saint Croix um eine breitere wirtschaftliche Basis. Tourismus, Rumproduktion (Cruzan und Captain Morgan), Landwirtschaft und begrenzte Industrieaktivitäten spielen eine Rolle. Die Insel bleibt ein unincorporated territory der Vereinigten Staaten mit eigener territorialer Regierung, steht aber weiterhin vor den Herausforderungen hoher Lebenshaltungskosten, periodischer Naturkatastrophen und der Suche nach nachhaltigen Einkommensquellen jenseits der ehemaligen Großindustrie.
Verwaltung
Saint Croix ist ein Inseldistrikt der Amerikanischen Jungferninseln.
Herrschaftsgeschichte
- um 700 bis um 1580 Häuptlingstümer der Arawak und Kariben
- um 1580 bis 1625 unbeanspruchtes Territorium (Terra nullius)
- 1625 bis 1631 Kolonie Saint Croix (Saint Cruse) des Königreichs England (Kingdom of England)
- 1631 bis 1645 Königreich England (Kingdom of England) und Republik der Sieben Niederlande (Republiek der Zeven Verenigde Nederlanden)
- 1645 bis August 1650 Republik England (Commonwealth of England)
- August 1650 bis 24. Mai 1651 Königreich Frankreich (Royaume de France)
- 24. Mai 1651 bis 4. Januar 1666 Souveräner Ordensstaat Malta (Ordo Hospitalis Sancti Ioannis Hierosolymitani Rhodi et Melitae)
- 4. Januar 1666 bis Januar 1696, formal bis 13. Juni 1733 Königreich Frankreich (Royaume de France)
- 13. Juni 1733 bzw. 8. Januar 1735 bis 24. August 1754 Kolonie Saint Croix (Santa Cruz) des Königreichs Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 24. August 1754 bis 31. März 1801 Kronkolonie Dänisch-Westindien (Dansk Vestindien) des Königreichs Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 31.März 1801 bis 16. Februar 1802 Vereinigtes Königreich (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
- 16. Februar 1802 bis 25. Dezember 1807 Kronkolonie Dänisch-Westindien (Dansk Vestindien) des Königreichs Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 25. Dezember 1807 bis 20. November 1815 Vereinigtes Königreich (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
- 20. November 1815 bis 31. März 1917 Kronkolonie Dänisch-Westindien (Dansk Vestindien) des Königreichs Dänemark (Kongeriget Danmark)
- seit 31. März 1917 Amerikanische Jungferninseln (Virgin Islands of the United States) als Territorium der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
Legislative und Exekutive
Saint Croix besitzt keine eigenständige Inselregierung. Die Insel ist Teil des Außengebiets United States Virgin Islands (USVI), dessen politische Selbstverwaltung auf der Grundlage des Revised Organic Act of 1954 organisiert ist. Die legislative und exekutive Gewalt für Saint Croix liegt daher beim Territorium der Amerikanischen Jungferninseln. Daneben bestehen die Zuständigkeiten der Bundesregierung der Vereinigten Staaten, insbesondere in Bereichen wie Außenpolitik, Verteidigung, Bundesgerichte und bestimmte Bundesbehörden.
Die Legislative der Amerikanischen Jungferninseln ist die Legislature of the Virgin Islands. Sie ist ein Einkammerparlament mit 15 Senatoren. Die Abgeordneten werden für das gesamte Territorium gewählt; die Sitze verteilen sich auf Wahlgebiete von Saint Croix, Saint Thomas und Saint John sowie einen Senator-at-Large. Die Legislative beschließt die Gesetze und den Haushalt des Territoriums, bestätigt bestimmte Ernennungen und nimmt weitere gesetzgeberische und kontrollierende Aufgaben gegenüber der Exekutive wahr. Die 36. Legislaturperiode ist die seit 2025 amtierende Legislaturperiode.
Saint Croix ist in der Legislative besonders stark vertreten, weil mehrere der 15 Senatoren aus dem Wahlgebiet Saint Croix stammen. Im Jahr 2026 gehören unter anderem Kenneth L. Gittens, Kurt A. Vialet, Novelle E. Francis Jr., Hubert L. Frederick, Marise C. James, Franklin D. Johnson und Clifford A. Joseph zur 36. Legislature und werden von der Legislative als Senatoren für Saint Croix geführt. Der Senat wird derzeit von Milton E. Potter als Senate President geleitet; Kenneth L. Gittens aus Saint Croix ist Senate Vice President und Kurt A. Vialet aus Saint Croix Majority Leader.
Die Legislative arbeitet mit ständigen Ausschüssen, die Gesetzentwürfe vor der Behandlung im Plenum beraten. Zu den Ausschüssen der 36. Legislature gehören unter anderem die Ausschüsse für Haushalt und Finanzen, wirtschaftliche Entwicklung und Landwirtschaft, Gesundheit, Bildung und Arbeitskräfte, Infrastruktur und Katastrophenschutz, Verkehr und Telekommunikation, öffentliche Sicherheit und Justiz sowie Regierungsverwaltung. Die parlamentarische Arbeit betrifft damit unmittelbar auch Angelegenheiten von Saint Croix, beispielsweise Infrastruktur, Wasser- und Energieversorgung, Schulen, Gesundheitswesen, Küstenschutz und wirtschaftliche Entwicklung.
Die Legislative verfügt außerdem über erhebliche Haushaltskompetenzen. Der Haushalt der Regierung der Amerikanischen Jungferninseln wird parlamentarisch beraten und beschlossen. Im September 2026 verabschiedete die 36. Legislature beispielsweise den Haushalt für das Haushaltsjahr 2027. Damit werden auch die finanziellen Mittel für die territorialen Behörden und öffentlichen Einrichtungen auf Saint Croix festgelegt.
Gesetzesbeschlüsse der Legislature werden dem Gouverneur zur weiteren Behandlung übermittelt. Der Gouverneur kann Gesetze unterzeichnen oder sein Veto einlegen. Die Legislative kann ein Veto unter den dafür vorgesehenen Voraussetzungen überstimmen. Ein Beispiel dafür gab es 2025, als die 36. Legislature mehrere Vetos des Gouverneurs mit den erforderlichen Mehrheiten überstimmte.
Die Exekutive wird vom Governor of the United States Virgin Islands geleitet. Im September 2026 ist Albert Bryan Jr. Gouverneur. Er ist seit Januar 2019 im Amt und wurde 2022 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Der Gouverneur ist das Oberhaupt der territorialen Exekutive und leitet die Regierung der Amerikanischen Jungferninseln. Ihm unterstehen die territorialen Ministerien beziehungsweise Departments und zahlreiche Behörden und öffentlichen Einrichtungen.
Zum exekutiven Führungsapparat gehört außerdem der Lieutenant Governor. Im Jahr 2026 ist Tregenza A. Roach Lieutenant Governor. Der Lieutenant Governor übernimmt unter anderem verfassungs- und verwaltungsrechtlich festgelegte Aufgaben und vertritt den Gouverneur, wenn dies vorgesehen ist. Die Regierung arbeitet daneben mit einem Kabinett und den Leitern der einzelnen Departments. Der State of the Territory Address von 2026 führt ausdrücklich den Lieutenant Governor, die Mitglieder des Kabinetts und die Behördenleiter als Bestandteile der territorialen Regierungsstruktur auf.
Für Saint Croix bedeutet diese Struktur, dass es keinen eigenen Bürgermeister und keine eigene Insellegislative mit vergleichbaren Kompetenzen gibt. Christiansted, Frederiksted und die übrigen Gemeinden beziehungsweise Siedlungsbereiche besitzen keine eigenständige kommunale Regierung, die der territorialen Regierung gleichgeordnet wäre. Verwaltungsaufgaben werden vielmehr durch die Regierung der Amerikanischen Jungferninseln und ihre Departments wahrgenommen.
Die territorialen Departments sind auch auf Saint Croix mit Behörden und Einrichtungen vertreten. Besonders wichtig sind unter anderem das Department of Planning and Natural Resources, das Department of Public Works, das Department of Health, das Department of Education, das Department of Finance, das Department of Licensing and Consumer Affairs sowie weitere Fachbehörden. Dadurch werden territoriale Gesetze und Verwaltungsentscheidungen unmittelbar auf Saint Croix umgesetzt.
Eine wichtige Besonderheit besteht darin, dass bestimmte Aufgaben nicht der territorialen Regierung, sondern Bundesbehörden der Vereinigten Staaten unterstehen. Dazu gehören beispielsweise der National Park Service, der U.S. Fish and Wildlife Service und andere Bundesbehörden. Das ist auf Saint Croix unmittelbar sichtbar: Das Buck Island Reef National Monument und die Christiansted National Historic Site werden vom National Park Service verwaltet, während das Green Cay National Wildlife Refuge und das Sandy Point National Wildlife Refuge dem U.S. Fish and Wildlife Service unterstehen.
Die politische Verwaltung von Saint Croix ist daher durch mehrere Ebenen gekennzeichnet. Auf der territorialen Ebene stehen Gouverneur, Lieutenant Governor, Legislature und die territorialen Departments. Auf der Bundesebene bestehen die Zuständigkeiten der Regierung der Vereinigten Staaten und ihrer Behörden. Die Insel selbst verfügt dagegen nicht über eine eigenständige Regierung mit einem eigenen Inselparlament.
Die besondere Stellung der Amerikanischen Jungferninseln innerhalb der Vereinigten Staaten ergibt sich aus ihrem Status als US-Territorium. Die Einwohner sind US-amerikanische Staatsbürger, können jedoch bei der Präsidentschaftswahl nicht an der eigentlichen Wahl im November teilnehmen. Das Territorium entsendet außerdem einen Delegierten in das US-Repräsentantenhaus. Seit 2019 ist dies Stacey Plaskett. Der Delegierte kann im Repräsentantenhaus an Debatten und Ausschussarbeit teilnehmen, besitzt aber kein Stimmrecht im Plenum bei der endgültigen Verabschiedung von Gesetzen.
Für die alltägliche politische und administrative Entwicklung von Saint Croix ist deshalb vor allem die territoriale Regierung in Charlotte Amalie beziehungsweise die territorialen Behörden zuständig. Die Legislature tagt ebenfalls in der Hauptstadt des Territoriums auf Saint Thomas; Sitzungen und bestimmte Veranstaltungen finden zugleich auf Saint Croix statt. Die offizielle Legislative führt beispielsweise das Estate Golden Rock auf Saint Croix als Ort, an dem Sitzungen der Legislature verfolgt werden können.
Die Gesetzgebung betrifft Saint Croix sowohl unmittelbar als auch über territoriumsweit geltende Gesetze. Die 36. Legislature behandelte 2026 beispielsweise Haushaltsgesetze, Gesundheitsfragen, Bildungsmaßnahmen, Infrastruktur, Abfallwirtschaft, Wahlen und öffentliche Einrichtungen. Im August 2026 wurde unter anderem ein Gesetz verabschiedet, das der University of the Virgin Islands 2.917.519 US-Dollar für den allgemeinen Betrieb zuwies.
Inseloberhaupt
Die politische und exekutive Leitung Saint Croix’ liegt daher bei den Institutionen der territorialen Regierung der Amerikanischen Jungferninseln. An der Spitze der Exekutive steht der Gouverneur des gesamten Territoriums. Seit 2026 ist dies Albert Bryan Jr. Gouverneur der Amerikanischen Jungferninseln. Sein Stellvertreter ist Vizegouverneur Tregenza A. Roach.
Gouverneure von Saint Croix
- vor 1645 Brainsby [Großbritannien]
- vor 1645 Capoen [Niederlande]
- 1650 - nach 1650 de Vaugalan
- 1651 - 1665 Philippe de Longvilliers, Chevalier de Poincy
- 1679 - 1694 de La Saulaye
- 1695 - Jan 1696 Joseph d’Honon de Gallifet
Politische Gruppierungen
Auf Saint Croix bestehen politische Gruppierungen vor allem im Rahmen des politischen Systems der Amerikanischen Jungferninseln. Die Insel verfügt über keine eigenständigen Inselparteien mit einer vom übrigen Territorium getrennten politischen Organisation. Die drei von der Wahlbehörde der Amerikanischen Jungferninseln anerkannten politischen Parteien sind die Demokratische Partei der Virgin Islands (Democratic Party of the Virgin Islands), die Republikanische Partei der Virgin Islands (Republican Party of the Virgin Islands) und die Independent Citizens Movement (ICM). Daneben spielt die parteiunabhängige Kandidatur eine bedeutende Rolle. Wahlberechtigte können sich als „No Party“-Wähler registrieren lassen; solche Wähler nehmen grundsätzlich nicht an den Vorwahlen der Parteien teil.
Die Demokratische Partei der Virgin Islands orientiert sich organisatorisch und programmatisch an der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten. Sie ist auf allen drei Hauptinseln politisch vertreten und stellt regelmäßig Kandidaten für die territorialen Wahlen auf. Die Republikanische Partei der Virgin Islands wurde 1948 gegründet und 1952 in das Republican National Committee aufgenommen. Auch sie tritt auf territorialer Ebene sowie bei den Wahlen für das Amt des Delegierten im US-Repräsentantenhaus an.
Die Independent Citizens Movement entstand 1968 und ist eine eigenständige politische Partei der Amerikanischen Jungferninseln. In ihren Statuten nennt sie unter anderem die politische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Bevölkerung, Bildung und Gesundheitsversorgung, Förderung des Wohneigentums und der Wirtschaft, Transparenz und demokratische Selbstverwaltung sowie eine stärkere Selbstversorgung in Landwirtschaft und Industrie als politische Ziele. Die Partei ist organisatorisch für Saint Croix, Saint Thomas und Saint John vorgesehen.
Eine Besonderheit des politischen Systems auf Saint Croix ist die große Zahl parteiloser Kandidaturen. Bei der Wahl zum Senat der Amerikanischen Jungferninseln im District of St. Croix 2024 kandidierten neben demokratischen Bewerbern zahlreiche unabhängige Kandidaten; außerdem trat ein republikanischer Kandidat an. Von den sieben damals gewählten Senatoren des Wahlbezirks waren sechs Kandidaten der Demokratischen Partei und einer parteiunabhängig.
Auch die registrierten Wähler zeigen die Bedeutung der Parteizugehörigkeit und der Parteilosigkeit. Nach der im Januar 2026 veröffentlichten Statistik der Wahlbehörde waren im District of St. Croix 9.519 aktive Wähler bei der Demokratischen Partei, 576 bei der Republikanischen Partei und 394 bei der Independent Citizens Movement registriert. Weitere 3.583 Personen waren als „No Party“ registriert. Insgesamt umfasste die Statistik 14.072 aktive registrierte Wähler auf Saint Croix.
Justizwesen und Kriminalität
Das Justizwesen von Saint Croix ist in das einheitliche Justizsystem der Amerikanischen Jungferninseln eingebunden. Oberstes territoriales Gericht ist der Supreme Court of the Virgin Islands. Darunter steht der Superior Court of the Virgin Islands, der für Saint Croix eine eigene District-Struktur besitzt. Der Superior Court hat seit 1994 die ursprüngliche Zuständigkeit für sämtliche Strafsachen nach dem Recht der Amerikanischen Jungferninseln. Die Strafabteilung des Gerichts führt die Strafakten, bearbeitet Anklageschriften und andere Schriftsätze, erlässt Vorladungen und Haftbefehle und organisiert unter anderem die ersten Gerichtsverhandlungen, Vorverhandlungen, Kautionsverfahren und Rechtsmittel. Das Strafrecht unterscheidet nach dem Virgin Islands Code zwischen Felonies, also schwereren Straftaten, und Misdemeanors, also leichteren Straftaten.
Das zentrale Gerichtsgebäude für Saint Croix befindet sich im R. H. Amphlett Leader Justice Complex in Estate Kingshill. Dort ist der Superior Court des Districts of St. Croix untergebracht. Die Judiciary unterhält auf Saint Croix außerdem eigene Einrichtungen für die Gerichtsverwaltung, den Gerichtsvollzieherdienst sowie die Bewährungs- und Führungsaufsicht. Der Office of the Virgin Islands Marshal ist unter anderem für Aufgaben der Gerichtssicherheit und die Vollstreckung gerichtlicher Anordnungen zuständig. Die territoriale Justiz verfügt darüber hinaus über ein eigenes Office of Probation and Parole, das Bewährung, Haftentlassungsaufsicht und vorläufige Entlassungen überwacht.
Die Strafverfolgung erfolgt auf Saint Croix durch mehrere Behörden. Eine zentrale Rolle hat das Virgin Islands Police Department (VIPD), das für Polizeiarbeit, Ermittlungen und Festnahmen zuständig ist. Innerhalb des VIPD arbeiten unter anderem das Criminal Investigation Bureau und das Special Operations Bureau. Die strafrechtliche Anklagevertretung vor Gericht übernimmt die Criminal Division des Virgin Islands Department of Justice. Nach deren Haushaltsangaben für das Finanzjahr 2026 verfügte die Strafabteilung von Saint Croix Mitte 2025 über sieben Staatsanwälte, fünf weitere Mitarbeiter und einen Opferbetreuer. Zwischen Mai 2024 und Ende April 2025 wurden dort 307 neue Strafsachen eröffnet und 431 Verfahren durch Gerichtsverfahren, Schuldbekenntnisse oder andere Erledigungsformen abgeschlossen. Ende dieses Zeitraums waren 465 Strafverfahren anhängig.
Die Kriminalitätsstruktur weist insbesondere bei schweren Gewalt- und Waffendelikten eine erhebliche Belastung der Strafverfolgungsbehörden auf. In den von der Criminal Division für Mai 2024 bis April 2025 genannten 307 neu eröffneten Strafsachen befanden sich 19 Tötungsdelikte, 108 Fälle häuslicher Gewalt, zehn Sexualstraftaten und 53 Verfahren im Zusammenhang mit illegalen Schusswaffen. Die Zahlen beziehen sich auf die von der Staatsanwaltschaft bearbeiteten Fälle und sind daher nicht mit einer vollständigen polizeilichen Kriminalstatistik gleichzusetzen.
Auch die Tätigkeit der öffentlichen Verteidigung zeigt die Belastung des Strafjustizsystems. Das Office of the Territorial Public Defender wies für den District of St. Croix zum 30. Juni 2025 insgesamt 672 anhängige Verfahren aus. Darunter befanden sich 451 Felony-Verfahren, 132 davon mit Bezug zu Schusswaffen, 15 Mordverfahren, 87 Misdemeanor-Verfahren, neun Jugendverfahren und 106 DUI-Verfahren wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Die Zahlen umfassen ausschließlich die beim öffentlichen Verteidiger anhängigen Mandate und stellen deshalb ebenfalls keine allgemeine Kriminalstatistik der Insel dar.
Schwere Gewaltkriminalität tritt auch in den aktuellen Polizeiberichten hervor. Im August 2026 wurde beispielsweise ein 21-jähriger Mann auf dem Parkplatzbereich des Superior Court in Saint Croix durch mehrere Schüsse tödlich verletzt; das Criminal Investigation Bureau leitete daraufhin ein Mordermittlungsverfahren ein. Im Frühjahr 2026 ermittelte die Polizei außerdem nach einem bewaffneten Raubüberfall in Christiansted, bei dem mehrere Opfer mit Schusswaffen bedroht worden waren. In diesem Fall wurden unter anderem Anklagen wegen Raubes ersten Grades, unerlaubten Führens einer Schusswaffe, Waffenbesitzes im Zusammenhang mit einer Gewalttat und weiterer Gewaltdelikte erhoben.
Neben der Strafverfolgung existieren Verfahren zur Vermeidung einer Gefängnisstrafe bei geeigneten Fällen. Das territoriale Pretrial-Diversion-Programm ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen insbesondere Ersttätern eine alternative Behandlung des Strafverfahrens. Nach erfolgreichem Abschluss kann das Verfahren eingestellt und anschließend eine Löschung beziehungsweise Versiegelung des Strafregistereintrags beantragt werden. Im Finanzjahr 2023 wurden auf Saint Croix 41 solcher Fälle als aktiv ausgewiesen; 29 Verfahren im gesamten Territorium wurden erfolgreich beendet.
Zum Justizsystem gehören außerdem Geschworenengerichte, Jugendverfahren, Verfahren wegen häuslicher Gewalt, Zivil- und Familiengerichte sowie die Bewährungs- und Entlassungsaufsicht. Die Judiciary unterhält auf Saint Croix damit die vollständige lokale Gerichtsstruktur des Territoriums. Strafrechtliche Entscheidungen des Superior Court können beim Supreme Court of the Virgin Islands angefochten werden. Für Strafverfahren gelten der Virgin Islands Code und die Virgin Islands Rules of Criminal Procedure.
Flagge und Wappen
Saint Croix besitzt keine eigene amtliche Flagge und kein eigenes offizielles Wappen mit dem Status eines staatlichen Hoheitszeichens. Als Teil der Amerikanischen Jungferninseln untersteht die Insel den territorialen Hoheitszeichen der United States Virgin Islands. Die Flagge der Amerikanischen Jungferninseln wurde am 17. Mai 1921 erstmals gehisst und geht auf einen Entwurf des damaligen Gouverneurs der Amerikanischen Jungferninseln, Rear Admiral Sumner E. W. Kittelle, zurück. Sie besteht aus einem weißen Feld mit einem gelben Adler in der Mitte. Hinter dem Adler befinden sich zwei senkrechte Flügel beziehungsweise Flächen in Blau und Rot. Der Adler trägt in seinen Fängen jeweils ein Symbol: in der einen Klaue drei Pfeile, in der anderen einen Olivenzweig. Die drei Pfeile stehen für die drei Hauptinseln Saint Croix, Saint Thomas und Saint John; der Olivenzweig symbolisiert Frieden. Die Farben Blau, Weiß und Rot stehen in Verbindung mit den Vereinigten Staaten.
Der Adler auf der Flagge ist dem amerikanischen Wappenmotiv entlehnt. Die Flagge besitzt damit eine ausdrückliche territoriale Bedeutung für die gesamten Amerikanischen Jungferninseln und nicht ausschließlich für Saint Croix. Eine eigene Flagge des District of St. Croix existiert im amtlichen Hoheitszeichen-System der Amerikanischen Jungferninseln nicht.
Auch ein eigenständiges amtliches Wappen von Saint Croix besteht nicht. Für offizielle staatliche Zwecke werden das Siegel und die Hoheitszeichen der Government of the Virgin Islands beziehungsweise der United States Virgin Islands verwendet. Das Große Siegel der Amerikanischen Jungferninseln zeigt unter anderem einen Adler mit den territorialen Symbolen und der Bezeichnung „Government of the Virgin Islands“. Es repräsentiert die territoriale Regierung und ist daher ebenfalls kein ausschließliches Wappen von Saint Croix.
Eine besondere symbolische Bedeutung besitzt auf Saint Croix die Darstellung der Insel selbst auf Karten, in historischen Darstellungen und in lokalen Emblemen. Daneben werden historische Symbole der dänischen Kolonialzeit, insbesondere das dänische Dannebrog und die früheren dänischen Hoheitszeichen, im Zusammenhang mit dem kulturellen und historischen Erbe von Christiansted und Frederiksted verwendet. Diese historischen Darstellungen sind jedoch keine heutigen amtlichen Hoheitszeichen von Saint Croix.
Hauptort
Hauptort von Saint Croix ist Christiansted an der Nordküste der Insel. Die Stadt entstand ab 1734 unter dänischer Herrschaft auf dem Gelände einer älteren französischen Siedlung. Der Standort wurde wegen seines geschützten Naturhafens ausgewählt. Die Dänisch-Westindische und Guinea-Kompanie ließ hier eine neue Stadt anlegen und benannte sie nach König Christian VI. von Dänemark-Norwegen. Christiansted entwickelte sich anschließend zum wichtigsten Handels- und Verwaltungszentrum von Saint Croix.
1754 beziehungsweise 1755 wurde Christiansted zum Sitz der dänischen Krone auf den Amerikanischen Jungferninseln. Nachdem die dänische Krone die Verwaltung von der Dänisch-Westindischen und Guinea-Kompanie übernommen hatte, nahm der königliche Generalgouverneur seinen Sitz in Christiansted. Die Stadt war damit Hauptstadt der dänischen Westindischen Inseln. Das National Park Service nennt Christiansted als Hauptstadt der dänischen Westindischen Inseln von 1754 bis 1871; andere historische Unterlagen datieren die formale Einrichtung als Hauptstadt auf 1755.
1871 wurde der Sitz der Kolonialregierung von Christiansted nach Charlotte Amalie auf Saint Thomas verlegt. Christiansted verlor damit seine Funktion als Hauptstadt der dänischen Westindischen Inseln. Charlotte Amalie blieb anschließend das politische Zentrum des gesamten Inselgebiets.
Für Saint Croix selbst blieb Christiansted das bedeutendste städtische Zentrum. Die Stadt war insbesondere wegen ihres Hafens, des Handels und der Zuckerwirtschaft von zentraler Bedeutung. Zu den Einrichtungen des früheren Verwaltungszentrums gehören unter anderem Fort Christiansvaern, das Zollhaus, das Lagerhaus der Dänisch-Westindischen und Guinea-Kompanie, das Scale House und das frühere Government House. Diese Gebäude bilden heute einen wesentlichen Teil des Christiansted National Historic Site.
Eine zweite wichtige Stadt ist Frederiksted an der Westküste. Die Gründung einer Stadt an diesem Standort wurde 1751 von der Dänisch-Westindischen und Guinea-Kompanie beschlossen; sie wurde nach König Frederik V. benannt. Frederiksted entwickelte sich vor allem zu einem Hafen für den westlichen Teil von Saint Croix. Es war jedoch nicht der Hauptsitz der dänischen Kolonialregierung; diese Funktion hatte Christiansted.
Verwaltungsgliederung
Saint Croix besteht aus neun Subdistrikten (hier mit den Einwohnerzahlen des Jahres 2010):
- Anna‘s Hope Village (4.041)
- Christiansted (2.626)
- East End (2.453)
- Frederiksted (3.091)
- Northcentral (4.977)
- Northwest (4.863)
- Sion Farm (13.003)
- Southcentral (8.049)
- Southwest (7.498)
Verwaltungseinheiten:
9 subdistricts (Subdistrikte)
Bevölkerung
Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 214,6 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1901 18 600 86,67
1911 15 467 72,07
1917 14 901 69,43
1930 11 413 53,18
1940 12 902 60,12
1950 12 103 56,40
1960 14 973 69,77
1970 31 892 148,61
1980 49 013 228,39
1990 50 139 233,63
2000 53 234 248,06
2001 53 500 249,29
2002 53 800 250,69
2003 54 150 252,32
2004 54 500 253,95
2005 54 470 253,81
2006 54 000 251,62
2007 53 000 246,97
2008 52 000 242,31
2009 51 000 237,64
2010 50 601 235,78
2011 50 000 232,98
2912 49 000 228,31
2013 48 000 223,65
2014 47 000 219,01
2015 46 000 214,15
2016 45 000 209,49
2017 44 000 205,03
2018 43 000 200,37
2019 42 000 195,71
2020 41 004 191,07
2021 40 800 190,12
2022 40 600 189,19
2023 40 400 188,26
2024 40 200 187,33
2025 40 000 186,40
Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,431 % pro Jahr.
Volksgruppen
Die größte Bevölkerungsgruppe bilden Menschen afrikanischer beziehungsweise afrokaribischer Herkunft. Ihre Vorfahren stammen zu einem erheblichen Teil von den Afrikanern ab, die während der dänischen Kolonialzeit als versklavte Arbeitskräfte auf die Insel gebracht wurden. Nach der Abschaffung der Sklaverei 1848 blieb die afrokaribische Bevölkerung die prägende Bevölkerungsgruppe von Saint Croix. Ihre kulturellen Traditionen beeinflussen bis heute Sprache, Musik, religiöses Leben, Küche, Feste und gesellschaftliche Strukturen der Insel.
Zu den afrokaribischen Bevölkerungsgruppen gehören sowohl alteingesessene Crucians als auch Menschen, deren Familien aus anderen karibischen Ländern und Inselgebieten eingewandert sind. Der Begriff „Crucian“ bezeichnet dabei die Einwohner beziehungsweise die Bevölkerung von Saint Croix und ist keine ethnische Kategorie im engeren Sinn. Ein großer Teil der Bevölkerung versteht sich zugleich als Crucian und als Angehöriger einer afrokaribischen, hispanischen, europäischen oder gemischten Herkunft.
Eine bedeutende Bevölkerungsgruppe bilden Menschen hispanischer Herkunft. Besonders wichtig sind Puerto Ricaner und Dominikaner. Die Verbindungen zu Puerto Rico bestehen aufgrund der geografischen Nähe und historischer Wanderungsbewegungen bereits seit längerer Zeit. Hinzu kam eine starke Zuwanderung aus der Dominikanischen Republik. Nach den Ergebnissen des Census 2020 waren auf Ebene der gesamten Amerikanischen Jungferninseln 16.075 Menschen hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft erfasst. Die größten einzeln ausgewiesenen Gruppen waren Puerto Ricaner mit 7.759 Personen und Dominikaner mit 5.442 Personen. Diese Zahlen beziehen sich auf das gesamte Territorium und nicht ausschließlich auf Saint Croix; der Census stellt jedoch entsprechende Daten auch für die einzelnen Inseln bereit.
Die hispanische Bevölkerung ist nicht als einheitliche ethnische Gruppe zu verstehen. Der Census zählt „Hispanic or Latino“ als Herkunftsangabe unabhängig von der Rassenzugehörigkeit. Hispanische Einwohner von Saint Croix können daher gleichzeitig als schwarz, weiß, gemischt oder einer anderen Gruppe zugehörig erfasst werden. Spanischsprachige Gemeinschaften haben insbesondere in Christiansted, Frederiksted und den dazwischenliegenden Siedlungsgebieten zum kulturellen und sprachlichen Erscheinungsbild der Insel beigetragen.
Eine weitere Gruppe bilden Einwohner europäischer Herkunft. Dazu gehören insbesondere Nachkommen dänischer, britischer, irischer, niederländischer, französischer und anderer europäischer Einwanderer. Die europäische Bevölkerung war während der Kolonialzeit gesellschaftlich und wirtschaftlich besonders in den Plantagenbesitzungen, im Handel, in der Verwaltung und in den Hafenstädten vertreten. Historische europäische Bevölkerungsgruppen vermischten sich im Laufe der Jahrhunderte teilweise mit der afrokaribischen und anderen Bevölkerung. Nach dem Census 2020 wurden auf Ebene der Amerikanischen Jungferninseln 11.584 Menschen als „White alone“ erfasst; einschließlich Personen, die Weiß zusammen mit einer weiteren Rasse angaben, waren es 13.143.
Die irische Bevölkerung besitzt eine besondere historische Bedeutung. Irische Einwanderer und ihre Nachkommen kamen insbesondere während der dänischen Kolonialzeit nach Saint Croix und waren unter anderem im Handel, in der Landwirtschaft und in anderen Wirtschaftsbereichen tätig. Der irische Einfluss ist auch im katholischen und kulturellen Leben der Insel erkennbar. Er stellt jedoch heute keine zahlenmäßig eindeutig abgrenzbare Volksgruppe im statistischen Sinn dar.
Die jüdische Bevölkerung von Saint Croix hat ebenfalls eine lange Geschichte. Bereits während der dänischen Kolonialzeit bestand in Christiansted eine jüdische Gemeinde. Sephardische Juden, deren Familien vielfach über andere karibische Kolonien und aus den Niederlanden stammten, waren am Handel beteiligt. Die jüdische Gemeinschaft blieb zahlenmäßig klein, gehört aber zu den historisch ältesten religiösen Minderheiten der Insel.
Neben den großen afrokaribischen, hispanischen und europäischen Bevölkerungsgruppen leben auf Saint Croix Menschen unterschiedlicher weiterer karibischer Herkunft. Dazu gehören insbesondere Personen beziehungsweise Familien mit Wurzeln auf den übrigen Amerikanischen Jungferninseln, auf den Britischen Jungferninseln, in Haiti, Jamaika, Antigua und Barbuda, Dominica, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Barbados und anderen karibischen Staaten. Die Einwanderung aus den benachbarten Inselstaaten hat zur kulturellen Vielfalt und zur Verbreitung verschiedener karibischer Dialekte und Sprachen beigetragen.
Die Bevölkerung haitianischer Herkunft bildet eine weitere karibische Gemeinschaft. Haitianische Einwanderer kamen insbesondere als Arbeitskräfte und durch spätere Migrationsbewegungen nach Saint Croix. Neben Englisch beziehungsweise dem auf Saint Croix verbreiteten Virgin-Islands-Creole-English werden innerhalb haitianischer Familien auch Haitianisches Kreol und Französisch verwendet. Die haitianische Gemeinschaft ist sowohl religiös als auch kulturell vielfältig.
Auch Menschen aus den Vereinigten Staaten bilden einen wichtigen Bestandteil der Bevölkerung. Aufgrund des politischen Status der Amerikanischen Jungferninseln als US-Territorium bestehen enge Verbindungen zu Puerto Rico und zum US-amerikanischen Festland. Menschen vom amerikanischen Festland ziehen aus beruflichen, familiären oder wirtschaftlichen Gründen nach Saint Croix; gleichzeitig leben zahlreiche auf Saint Croix geborene Menschen zeitweise oder dauerhaft auf dem Festland.
Menschen asiatischer Herkunft bilden eine kleinere Bevölkerungsgruppe. Dazu gehören insbesondere Einwohner indischer, philippinischer, chinesischer und anderer süd- und ostasiatischer Herkunft. Der Census 2020 weist für die gesamten Amerikanischen Jungferninseln neben der großen afroamerikanischen und weißen Bevölkerung auch kleinere asiatische Bevölkerungsgruppen aus. Wegen der geringen absoluten Zahlen werden einzelne nationale Herkunftsgruppen in allgemeinen Darstellungen häufig zusammengefasst.
Eine weitere Kategorie bilden Menschen mit gemischter Herkunft. Aufgrund der jahrhundertelangen Verbindung verschiedener afrikanischer, europäischer, karibischer und später auch hispanischer Bevölkerungsgruppen ist eine multiethnische Abstammung auf Saint Croix weit verbreitet. Im Census 2020 wurden auf Ebene der Amerikanischen Jungferninseln 6.569 Menschen als Angehörige von zwei oder mehr Rassen erfasst. Darüber hinaus wurden 5.478 Personen ausschließlich unter „Some Other Race“ eingeordnet. Diese Kategorien überschneiden sich nicht unmittelbar mit traditionellen ethnischen Bezeichnungen.
Die heutige Bevölkerung von Saint Croix ist damit das Ergebnis mehrerer historischer Migrationsphasen: der ursprünglichen indianischen Besiedlung der Kleinen Antillen, der europäischen Kolonisation, der gewaltsamen Verschleppung afrikanischer Menschen im atlantischen Sklavenhandel, der europäischen Einwanderung während der Plantagenzeit, der Zuwanderung aus anderen karibischen Inseln sowie der modernen Migration aus Puerto Rico, der Dominikanischen Republik, den Vereinigten Staaten und weiteren Ländern.
Die indigenen Bevölkerungen, die Saint Croix vor der europäischen Kolonisation bewohnten, existieren heute nicht mehr als eigenständige, zahlenmäßig größere indigene Volksgruppe auf der Insel. Archäologisch sind insbesondere Taíno- beziehungsweise Arawak-bezogene und andere indigene kulturelle Hinterlassenschaften nachgewiesen. Die indigene Bevölkerung wurde durch Kolonisation, eingeschleppte Krankheiten, Gewalt, Versklavung und andere Folgen der europäischen Eroberung stark dezimiert.
Statistisch ist deshalb zwischen ethnischer beziehungsweise familiärer Herkunft und heutiger Selbstidentifikation zu unterscheiden. Die Volkszählung von 2020 weist für die gesamten Amerikanischen Jungferninseln 87.146 Einwohner aus. 67.769 Personen gaben „Black or African American“ allein oder in Kombination mit einer weiteren Rassenkategorie an; 13.143 gaben „White“ allein oder in Kombination an. Die hispanische oder lateinamerikanische Herkunft wurde unabhängig von der Rassenzugehörigkeit bei 16.075 Personen angegeben. Diese territorialen Zahlen verdeutlichen die Zusammensetzung der Bevölkerung, dürfen aber nicht ohne Weiteres als Zahlen für Saint Croix verwendet werden.
Sprachen
Englisch ist die offizielle Sprache der Amerikanischen Jungferninseln und damit auch die Amtssprache von Saint Croix. Im öffentlichen Leben, in der Verwaltung, im Bildungswesen, im Rechtswesen, in den Medien und im Geschäftsverkehr dominiert Standardenglisch. Auch die Library of Congress führt für die Amerikanischen Jungferninseln Englisch als wichtigste Sprache und nennt daneben insbesondere Spanisch- und Französischkreolisch.
Die Vorherrschaft des Englischen auf Saint Croix entwickelte sich bereits während der dänischen Kolonialzeit. Die dänische Herrschaft begann auf Saint Croix 1733, doch die Bevölkerung der Insel war von Anfang an international zusammengesetzt. Neben Dänen kamen unter anderem englischsprachige Siedler aus anderen karibischen Kolonien, Großbritannien und Irland auf die Insel. Englisch entwickelte sich deshalb schon im 18. Jahrhundert zu einer wichtigen Verkehrssprache. Die Anglisierung nahm im 19. Jahrhundert weiter zu. Nach dem Verkauf der dänischen Westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten und der formellen Übergabe am 31. März 1917 verstärkte sich die Stellung des Englischen nochmals.
Dänisch war während der dänischen Kolonialzeit die Sprache der Verwaltung und der kolonialen Obrigkeit. Es wurde jedoch nie zur alleinigen Alltagssprache der Bevölkerung. Die Zusammensetzung der Bevölkerung und die starke Stellung des Englischen führten dazu, dass Dänisch im täglichen Umgang wesentlich weniger verbreitet war als Englisch. Nach 1917 verlor Dänisch seine Funktion als Verwaltungssprache. Die historische Sprachsituation lässt sich besonders gut an der Zeitung St. Croix Avis nachvollziehen: Sie erschien seit 1844 und veröffentlichte bis 1917 zahlreiche Beiträge in Dänisch und Englisch. Nach dem Übergang an die Vereinigten Staaten verlagerte sich die Zeitung zunehmend auf Englisch.
Das lokale Englisch von Saint Croix wird als Crucian English beziehungsweise Virgin Islands Creole English bezeichnet. Es handelt sich um eine englischbasierte Kreolsprache beziehungsweise ein kreolisches Sprachkontinuum, das sich historisch aus dem Kontakt zwischen englischer Sprache und den Sprachen verschiedener Bevölkerungsgruppen entwickelte. Besonders stark war dabei der Einfluss afrikanischer Sprachen auf die von der versklavten Bevölkerung verwendeten Sprachformen. Im Laufe der Zeit entstand daraus eine eigenständige Sprachvarietät der Amerikanischen Jungferninseln. Auf Saint Croix ist sie unter dem Namen Crucian English bekannt.
Crucian English wird insbesondere in informellen Gesprächen innerhalb der einheimischen Bevölkerung verwendet. Sprecher wechseln häufig zwischen dem lokalen Kreolenglisch und dem Standardenglischen. In formellen Situationen, beispielsweise in Behörden, Schulen, Gerichten und offiziellen Dokumenten, wird dagegen Standardenglisch verwendet. Crucian English ist damit nicht einfach eine fehlerhafte Form des Englischen, sondern eine historisch gewachsene Sprachvarietät mit eigenständigen Ausdrücken, Aussprachemerkmalen und grammatischen Besonderheiten.
Neben dem englischen Sprachraum existiert auf Saint Croix eine bedeutende spanischsprachige Gemeinschaft. Spanisch wird insbesondere von Einwanderern aus Puerto Rico und der Dominikanischen Republik sowie von deren Nachkommen gesprochen. Die geografische Nähe Puerto Ricos und die jahrzehntelangen Wanderungsbewegungen zwischen Puerto Rico und den Amerikanischen Jungferninseln haben zur dauerhaften Verankerung des Spanischen beigetragen. Auch die Einwanderung aus der Dominikanischen Republik hat die Zahl der Spanischsprecher erhöht. Auf Ebene der gesamten Amerikanischen Jungferninseln wurden in den verfügbaren Sprachstatistiken neben Englisch beträchtliche spanischsprachige Bevölkerungsanteile erfasst. Eine territoriale Statistik von 2015 wies 14.366 Personen mit Spanisch oder spanischem Kreol als zu Hause gesprochener Sprache aus.
Spanisch ist damit neben Englisch eine der wichtigsten Sprachen des privaten und gesellschaftlichen Lebens auf Saint Croix. Es wird innerhalb spanischsprachiger Familien, in Geschäften und in sozialen Netzwerken verwendet und ist insbesondere in den Gemeinden mit puerto-ricanischen und dominikanischen Familien präsent. Ein Teil der jüngeren Generation ist zweisprachig und verwendet je nach Situation Englisch oder Spanisch.
Französisch und französischbasierte Kreolsprachen haben ebenfalls eine historische und gegenwärtige Bedeutung. Während der Kolonialzeit kamen französischsprachige Siedler und Händler nach Saint Croix. Später kamen Einwanderer aus anderen karibischen Gebieten hinzu, in denen französischbasierte Kreolsprachen gesprochen werden. Dazu gehören insbesondere Haiti und Saint Lucia. Haitianisches Kreol ist deshalb neben Französisch auf Saint Croix vertreten. Die offiziellen Sprachstatistiken der Amerikanischen Jungferninseln fassen Französisch, Kreolsprachen und Patois teilweise gemeinsam zusammen; für 2015 wurden 8.060 Personen in dieser Kategorie ausgewiesen.
Das historische niederländische Kreol nimmt eine besondere Stellung ein. Niederländisches Kreol, häufig als Virgin Islands Dutch Creole bezeichnet, entwickelte sich während der dänischen Kolonialzeit vor allem auf Saint Thomas und Saint John und wurde auch von Menschen gesprochen, die von diesen Inseln nach Saint Croix kamen. Die Sprache ist heute weitgehend ausgestorben. Ihr Einfluss ist jedoch in der Sprachgeschichte der Amerikanischen Jungferninseln gut dokumentiert. Die Library of Congress besitzt beispielsweise Tonaufnahmen niederländischer Kreolgeschichten von Personen aus den Jungferninseln sowie Aufnahmen, bei denen niederländisches Kreol und englisches Kreol miteinander verbunden werden.
Die historische Bedeutung des niederländischen Kreols zeigt, dass die Sprachgeschichte Saint Croix' nicht einfach eine Entwicklung von Dänisch zu Englisch war. Vielmehr trafen auf der Insel verschiedene europäische, afrikanische und karibische Sprachtraditionen aufeinander. Dänisch war die Sprache der Kolonialverwaltung, Englisch entwickelte sich zur wichtigsten Verkehrssprache, niederländisches Kreol war unter Teilen der Bevölkerung verbreitet, und französische sowie andere karibische Sprachformen kamen durch Migration hinzu.
Auch Irisch und Schottisch beziehungsweise schottisch-gälische Sprachtraditionen sind historisch mit der Bevölkerung von Saint Croix verbunden. Vor allem irische Einwanderer waren während der dänischen Kolonialzeit auf der Insel vertreten. Ihre Alltagssprache wurde jedoch im Laufe der Generationen weitgehend durch Englisch ersetzt. Irisch und Schottisch haben deshalb heute keine vergleichbare Stellung wie Englisch, Spanisch oder die karibischen Kreolsprachen.
Weitere englischbasierte Kreolsprachen gelangen durch die Migration aus der anglophonen Karibik nach Saint Croix. Menschen aus Jamaika, Antigua und Barbuda, Barbados, Saint Kitts und Nevis, Dominica, Grenada, Saint Vincent und den Grenadinen, Trinidad und Tobago und anderen karibischen Gebieten bringen jeweils eigene Sprachvarietäten mit. Diese stehen dem Virgin-Islands-Creole-Englisch teilweise nahe und sind in vielen Fällen für Sprecher anderer englischbasierter Karibikvarietäten gut verständlich.
Arabisch wird innerhalb der arabischstämmigen Bevölkerung verwendet, insbesondere innerhalb der palästinensischen Gemeinschaft. Arabische Familien auf Saint Croix haben eine lange Geschichte im Handel und im Wirtschaftsleben der Insel. Arabisch ist jedoch zahlenmäßig wesentlich weniger verbreitet als Englisch und Spanisch und besitzt keine amtliche Funktion.
Daneben werden auf Saint Croix weitere Sprachen von kleineren Einwanderergemeinschaften gesprochen. Dazu gehören unter anderem Hindi und andere indische Sprachen, Chinesisch, Tagalog beziehungsweise Filipino sowie verschiedene weitere Sprachen aus der Karibik, den Vereinigten Staaten und anderen Weltregionen. Die sprachliche Vielfalt entspricht damit der ethnischen und migrationsgeschichtlichen Zusammensetzung der Insel.
Cruzianisch
Cruzan oder Crucian Creole ist die englischbasierte Kreolsprache, die auf Saint Croix gesprochen wird. Sie gehört zum Virgin Islands Creole und stellt die deutlichste Variante dieser Sprachgruppe dar. Die Bezeichnung leitet sich vom spanischen Namen Santa Cruz ab und wird meist als „Cru-shan“ ausgesprochen. Manche unterscheiden zwischen „Cruzan“ für den Rum und „Crucian“ für die Menschen und ihre Sprache, doch im Alltag werden beide Schreibweisen verwendet.
Die Sprache entstand im 18. und 19. Jahrhundert unter den versklavten Afrikanern auf den dänischen Plantagen. Da die Menschen aus unterschiedlichen westafrikanischen Sprachgebieten stammten und mit den europäischen Besitzern (Dänen, Engländer, Iren, Schotten und Niederländer) kommunizieren mussten, entwickelte sich zunächst ein Pidgin und später ein vollwertiges Kreol. Englisch bildete die Basis des Wortschatzes, doch die Grammatik und viele Ausdrücke tragen deutliche westafrikanische Züge. Zusätzlich flossen Elemente aus dem inzwischen ausgestorbenen niederländischen Kreol Negerhollands ein, das auf St. Thomas und St. John länger überlebt hatte und auch auf Saint Croix Einfluss ausübte. Durch die starke puerto-ricanische Zuwanderung seit dem 20. Jahrhundert kamen spanische Wörter und Code-Switching-Formen hinzu.
Phonologisch unterscheidet sich Crucian deutlich vom Standardenglisch und auch von den Varianten auf St. Thomas und St. John. Typisch sind die Ersetzung von „th“ durch „t“ oder „d“ (ting statt thing, dis statt this), die Nicht-Aussprache des „r“ am Wortende (watah statt water) und die Palatalisierung von „k“ und „g“ vor „a“ (cyar statt car, gyul statt girl). Das „o“ wird oft wie „a“ gesprochen (pat statt pot), und es gibt eine stärkere melodische Intonation als im amerikanischen Englisch. Einige Aussprachen erinnern an irische Einflüsse aus der Kolonialzeit und an andere karibische Kreols, besonders an jene von Belize und Panama, was mit der Auswanderung von Crucians zum Bau des Panamakanals zusammenhängt.
Grammatikalisch folgt Crucian den Mustern vieler atlantischer Kreolsprachen. Das Verb wird nicht konjugiert; Zeit und Aspekt werden durch Partikel ausgedrückt. Doppelte Verneinungen sind üblich und verstärken die Aussage (I doh want none). Die Wortstellung bleibt Subjekt-Verb-Objekt, Fragen werden vor allem durch Intonation markiert. Typische Partikel und Hilfsverben stammen teils aus dem älteren niederländischen Kreol, etwa „ka“ für die Vollendung und „sa“ für die Zukunft.
Der Wortschatz ist überwiegend englisch, enthält aber zahlreiche Eigenheiten. Alltägliche Ausdrücke lauten „Meeno“ für „I don’t know“, „Wha yuh sayin“ für „What’s up“, „Come ya“ für „Come here“, „Cyan“ für „cannot“ und „Safe“ für „all right“. „Cruz“ dient als Spitzname für die Insel selbst. Weitere charakteristische Wörter sind „jumbie“ für Geist, „kallaloo“ für das Gemüsegericht, „pistarckle“ für Aufruhr und „buckra“ für Weiße. Spanische Entlehnungen und puerto-ricanische Wendungen sind besonders unter jüngeren Sprechern und in gemischten Familien häufig.
Im Alltag wird Crucian vor allem informell gesprochen: in der Familie, unter Freunden, auf dem Markt und bei Festen. In formellen Situationen, in der Schule und in den Medien dominiert das Standardenglisch, doch die meisten Crucians beherrschen beide Register und wechseln mühelos dazwischen. Die Sprache gilt manchen Linguisten als gefährdet, weil Medien, Zuwanderung und das Internet standardenglische und andere karibische Einflüsse verstärken. Gleichzeitig bleibt sie ein starkes Identitätsmerkmal. Sprichwörter wie „Who don’t hear does feel“ oder „Every skin teeth ain’ a grin“ vermitteln weiterhin moralische Lehren und kulturelle Werte.
Religion
Das religiöse Leben auf Saint Croix ist überwiegend christlich geprägt und zeichnet sich durch eine große konfessionelle Vielfalt aus. Protestantische Kirchen bilden traditionell den größten Teil der christlichen Religionsgemeinschaften. Die starke Stellung des Protestantismus geht auf die dänische Kolonialzeit zurück, als die lutherische Staatskirche und die niederländisch-reformierte Kirche zu den ersten etablierten Konfessionen der Insel gehörten. Bereits im 18. Jahrhundert kamen weitere protestantische und katholische Gemeinschaften hinzu. Die Vielzahl historischer Kirchen führte dazu, dass Saint Croix auch als „Land of Churches“ bezeichnet wird.
Zu den auf Saint Croix vertretenen protestantischen Konfessionen gehören insbesondere Lutheraner, Anglikaner, Methodisten, Mährische Brüder, Presbyterianer, Pfingstkirchen und Siebenten-Tags-Adventisten. Hinzu kommen Baptisten und verschiedene weitere evangelikale und unabhängige Gemeinden. Die Mährischen Brüder sind bereits seit dem 18. Jahrhundert auf Saint Croix präsent. Ihre Missionen dienten ursprünglich insbesondere der religiösen Betreuung der versklavten afrikanischen Bevölkerung. Zu den historischen mährischen Gemeinden gehören Friedensthal bei Christiansted, Friedensfeld im zentralen Inselgebiet und weitere frühere Missionsstationen.
Die anglikanische Tradition ist ebenfalls seit der Kolonialzeit auf der Insel vertreten. St. John's Anglican Church in Christiansted und St. Paul's Anglican Church in Frederiksted gehören zu den historischen anglikanischen Kirchen. Die anglikanische Gemeinde entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert insbesondere im Umfeld der britisch-karibischen Bevölkerung und der Plantagenwirtschaft. St. Paul's Church in Frederiksted wurde 1812 errichtet und erhielt 1848 ihren markanten Turm.
Die lutherische Tradition besitzt aufgrund der dänischen Herrschaft eine besondere historische Bedeutung. Die heutige Lord God of Sabaoth Lutheran Church in Christiansted geht auf eine frühere niederländisch-reformierte Kirche zurück und gilt als ältestes noch bestehendes Kirchengebäude von Saint Croix. Das heutige Steeple Building in Christiansted wurde ursprünglich als lutherische Kirche errichtet. Auch in Kingshill besteht eine historische lutherische Kirche, die 1912 errichtet wurde.
Die römisch-katholische Kirche bildet die wichtigste nichtprotestantische christliche Tradition auf Saint Croix. Ihre Geschichte reicht ebenfalls bis in die Kolonialzeit zurück. Die katholische Gemeinde wuchs insbesondere mit französischen, irischen, spanischen und später hispanischen Bevölkerungsgruppen. Zu den historischen katholischen Kirchen gehören die St. Patrick's Roman Catholic Church in Frederiksted und St. Ann's Catholic Church im Inselinneren. St. Patrick's wurde 1848 errichtet und steht mit dem Anwachsen der katholischen Bevölkerung in Frederiksted in Zusammenhang. St. Ann's entstand zunächst 1815 als Familienkapelle und wurde später der katholischen Kirche übertragen.
Die heutige katholische Präsenz hängt auch mit der hispanischen Bevölkerung Saint Croix' zusammen. Spanischsprachige Einwohner stammen insbesondere aus Puerto Rico und der Dominikanischen Republik beziehungsweise von deren Nachkommen auf der Insel. Daneben haben katholische Gruppen mit französischem und irischem Hintergrund zur historischen Entwicklung der katholischen Kirche beigetragen. Der irische Einfluss reicht bis in die dänische Kolonialzeit zurück.
Neben den traditionellen protestantischen Kirchen sind auf Saint Croix Pfingstgemeinden und andere evangelikale Gemeinschaften verbreitet. Ebenfalls vertreten sind die Zeugen Jehovas sowie die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Diese Gemeinschaften gehören nicht zu den historischen Hauptkonfessionen der dänischen Kolonialzeit, sind aber Teil der heutigen religiösen Vielfalt der Insel.
Auch kleinere religiöse Gemeinschaften haben auf Saint Croix historische Wurzeln. Eine jüdische Gemeinde bestand bereits im 18. Jahrhundert in Christiansted; historische Quellen belegen eine sephardisch-jüdische Gemeinde in den 1760er Jahren. Heute besteht weiterhin eine jüdische Gemeinde beziehungsweise Synagoge auf der Insel. Damit gehört Saint Croix zu den karibischen Inseln, auf denen sich bereits während der Kolonialzeit neben den christlichen Konfessionen eine organisierte jüdische Religionsgemeinschaft entwickelte.
Der Islam ist ebenfalls auf Saint Croix vertreten. Die muslimische Bevölkerung ist zahlenmäßig klein und steht historisch unter anderem mit der arabisch-palästinensischen Gemeinschaft der Insel in Verbindung. Daneben bestehen weitere muslimische Gruppen. Auch hinduistische Religionsgemeinschaften sind auf Saint Croix vertreten, insbesondere im Zusammenhang mit der indischen Bevölkerung. Diese Religionen bilden zahlenmäßig kleinere Gemeinschaften gegenüber den christlichen Kirchen.
Wie in anderen Teilen der Karibik ist auch Rastafari auf Saint Croix vertreten. Dabei handelt es sich um verschiedene religiöse und kulturelle Strömungen, die sich historisch aus der afrokaribischen Bevölkerung und der panafrikanischen Bewegung entwickelt haben. Rastafari bildet gegenüber den christlichen Kirchen eine kleine religiöse Minderheit.
Die religiöse Landschaft von Saint Croix ist somit historisch stark vom Christentum bestimmt, insbesondere vom Protestantismus in seinen unterschiedlichen konfessionellen Ausprägungen. Lutheraner, Reformierte, Anglikaner, Mährische Brüder, Methodisten, Presbyterianer, Baptisten, Pfingstkirchen und Siebenten-Tags-Adventisten gehören zu den wichtigsten protestantischen Traditionen. Daneben besteht eine bedeutende römisch-katholische Gemeinschaft sowie eine kleinere, aber historisch alte jüdische Gemeinde und kleinere muslimische, hinduistische und rastafarische Gemeinschaften.
Siedlungen
Die Einwohnerzahlen der größten Ortschaften entwickelten sich wie folgt:
| Ortschaft | Status | Z 1980 | Z 1990 | Z 2000 | Z 2010 | Z 2020 |
| Christiansted | Town | 2.914 | 2.555 | 2.637 | 2.433 | 1.770 |
| Frederiksted | Town | 1.046 | 1.064 | 732 | 859 | 528 |
| Frederiksted Southeast | CDP | ... | 3.002 | 3.035 | 2.168 | 1.746 |
| Grove Place | CDP | ... | 2.655 | 2.797 | ... | ... |
Die Siedlungsstruktur von Saint Croix ist historisch eng mit der dänischen Kolonisation, dem Hafenverkehr und der Plantagenwirtschaft verbunden. Anders als auf vielen kleineren Karibikinseln entstand auf Saint Croix neben einzelnen Plantagensiedlungen eine planmäßig angelegte städtische Siedlungsstruktur. Die beiden bedeutendsten historischen Städte sind Christiansted an der Nordküste und Frederiksted im Westen der Insel. Sie waren die wichtigsten Hafen- und Handelsorte und bildeten über lange Zeit die beiden städtischen Zentren von Saint Croix. Auch heute werden Christiansted und Frederiksted vom U.S. Census Bureau als eigenständige „towns“ geführt. Dabei handelt es sich um statistisch und rechtlich abgegrenzte Orte, nicht um selbstverwaltete Städte mit eigenen Bürgermeistern und Gemeinderäten.
Christiansted liegt an der Nordküste am geschützten Hafen von Christiansted. Die heutige Stadt geht auf die dänische Besiedlung von 1734 zurück. Am 1. September 1734 traf eine von Gouverneur Frederik Moth geführte Gruppe von Siedlern aus Saint Thomas am Ort einer älteren französischen Siedlung ein und gründete Christiansted. Die Lage wurde wegen des geschützten, für Handel und Schifffahrt geeigneten Hafens ausgewählt. Der Ort wurde nach König Christian VI. von Dänemark-Norwegen benannt. Die Stadt wurde von Anfang an planmäßig angelegt und entwickelte sich zum wichtigsten Handelsplatz der Insel.
Mit der Übernahme der Verwaltung durch die dänische Krone im Jahr 1754 wurde Christiansted zum Sitz des königlichen Generalgouverneurs und zur Hauptstadt der dänischen Westindischen Inseln. Die Stadt war damit nicht lediglich ein lokaler Hafenort, sondern das politische und wirtschaftliche Zentrum des gesamten dänischen Kolonialgebiets. Der Hafen war insbesondere für den Export von Zucker, Melasse und Rum von Bedeutung. Die Entwicklung Christiansteds war unmittelbar mit der Plantagenwirtschaft und der auf Versklavung beruhenden kolonialen Wirtschaftsordnung verbunden. Über den Hafen wurden außerdem versklavte Menschen gehandelt. Das heutige Christiansted National Historic Site bewahrt einen Teil dieses historischen Zentrums mit Fort Christiansvaern, dem ehemaligen Lagerhaus der Dänisch-Westindischen und Guinea-Kompanie, dem Zollhaus, dem Scale House und dem Steeple Building.
Das historische Zentrum Christiansteds besitzt bis heute einen regelmäßigen städtischen Grundriss. Die Straßen und Grundstücke wurden bereits während der dänischen Kolonialzeit planmäßig festgelegt. Das Ufergebiet mit Hafen, Zollhaus und Lagerhäusern bildete den wirtschaftlichen Mittelpunkt, während sich Wohn- und Geschäftsgebäude in den dahinterliegenden Straßen ausbreiteten. Das Fort Christiansvaern entstand ab 1738 anstelle einer älteren Befestigung und wurde 1749 fertiggestellt. Das Steeple Building wurde im frühen 18. Jahrhundert als lutherische Kirche errichtet und später unter anderem als Krankenhaus, Schule, Gericht, Feuerwehrstation, Rathaus und Verwaltungsgebäude genutzt. Damit konzentrierten sich in Christiansted über Jahrhunderte zahlreiche zentrale Funktionen des öffentlichen Lebens.
Christiansted blieb auch nach der Verlegung des Regierungssitzes nach Charlotte Amalie auf Saint Thomas im Jahr 1871 das wichtigste städtische Zentrum von Saint Croix. Heute ist der historische Kern deutlich kleiner als das gesamte Siedlungsgebiet, das sich um die Stadt herum entwickelt hat. Das Census Bureau unterscheidet deshalb zwischen dem eigentlichen Christiansted Town und den weiter gefassten umliegenden Siedlungs- und Verwaltungsgebieten. Für die Volkszählung von 2020 wurden innerhalb der rechtlich abgegrenzten Town 1.770 Einwohner erfasst; die Landfläche dieser Abgrenzung beträgt rund 1,33 km².
Frederiksted befindet sich an der Westküste von Saint Croix und ist die zweite historische Stadt der Insel. Die Gründung eines neuen Ortes am westlichen Ende von Saint Croix wurde am 19. Oktober 1751 von der Dänisch-Westindischen und Guinea-Kompanie beschlossen. Noch im selben Jahr wurde das Gelände gerodet und vermessen. Die Stadt erhielt ihren Namen nach König Frederik V. von Dänemark. Gleichzeitig wurde mit dem Bau von Fort Frederik begonnen; die Befestigung wurde 1760 fertiggestellt.
Frederiksted wurde nach einem regelmäßigen Raster angelegt. Die ursprüngliche Planung sah rechteckige Häuserblöcke und breite Straßen vor, die parallel und rechtwinklig zum Hafen angeordnet waren. Das Fort und das Zollhaus bildeten wichtige Orientierungspunkte innerhalb des Stadtgrundrisses. Der nördliche Teil des ursprünglich geplanten Stadtgebiets wurde zunächst nicht vollständig bebaut; 1767 wurde die Siedlung nach Süden und Osten erweitert. Der historische Grundriss ist in wesentlichen Teilen bis heute erhalten.
Die Entwicklung Frederiksteds war besonders mit dem westlichen Hafen von Saint Croix verbunden. Während Christiansted das wichtigste Verwaltungs- und Handelszentrum an der Nordküste war, übernahm Frederiksted wesentliche Funktionen für den Schiffsverkehr des westlichen und südwestlichen Teils der Insel. Fort Frederik sicherte den Hafen und wurde später mehrfach für zivile Zwecke genutzt. Im 20. Jahrhundert diente das Gebäude unter anderem als Polizeistation, Gefängnis, Gericht, Feuerwehrstation, öffentliche Bibliothek und Telefonzentrale. Heute gehört Fort Frederik zu den bedeutenden historischen Einrichtungen der Stadt.
Bei der Volkszählung von 2020 hatte Frederiksted innerhalb der Census-Abgrenzung 528 Einwohner. Die abgegrenzte Landfläche beträgt rund 0,44 km²; zusätzlich werden etwa 0,05 km² Wasserfläche erfasst. Auch diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die statistisch definierte Town und nicht auf das gesamte zusammenhängende Siedlungsgebiet rund um Frederiksted.
Außerhalb der beiden historischen Städte ist Saint Croix durch zahlreiche kleinere Siedlungsbereiche geprägt. Zu den wichtigen Siedlungsgebieten gehören unter anderem Anna's Hope Village, Kingshill, Sion Farm, Golden Grove, Sion Farm, La Grande Princesse, Estate Whim, Hannah's Rest, Carlton, Upper Love, Lower Love, La Reine, Hope West, Allandale, Mount Victory, Fountain, Golden Rock, Orange Grove und Williams Delight. Die heutigen statistischen Abgrenzungen überschneiden sich teilweise mit historischen Estates und größeren Wohngebieten. Die Regierung der Amerikanischen Jungferninseln verwendet bei der Beschreibung der Siedlungsstruktur beispielsweise Bereiche wie „Kingshill–Upper Love–Lower Love–La Reine“, „The Whim–Hannah's Rest–Carlton“ und „Hogensberg–Carlton–Williams Delight“.
Kingshill liegt im zentralen Inselgebiet und besitzt eine besondere Bedeutung als Standort verschiedener öffentlicher Einrichtungen. Die Lage im Inselinneren unterscheidet sich dabei deutlich von den beiden historischen Hafenstädten. Anna's Hope Village liegt östlich beziehungsweise südöstlich des zentralen Siedlungsraums von Christiansted und gehört zu den größeren Siedlungsgebieten außerhalb der beiden historischen Städte. Nach den historischen Census-Daten nahm die Bevölkerung des Anna's-Hope-Subdistricts zwischen 1980 und 2010 deutlich zu, während Christiansted und Frederiksted im selben Zeitraum Einwohner verloren.
Verkehr
Auf Saint Croix herrscht Linksverkehr, ein einzigartiges Merkmal im gesamten US-Territorium, das aus der britischen und dänischen Kolonialzeit stammt. Die Insel verfügt über zwei Hauptorte (Christiansted und Frederiksted), einen internationalen Flughafen (Henry E. Rohlsen Airport) sowie ein Straßennetz, das die ländlichen und touristischen Gebiete erschließt.
Straßenverkehr
Auf Saint Croix ist Linksverkehr vorgeschrieben. Linksverkehr. Fahrzeuge werden grundsätzlich auf der linken Seite der Fahrbahn geführt. Damit gehört Saint Croix zu den wenigen Gebieten unter amerikanischer Hoheit, in denen Linksverkehr gilt. Die Regelung blieb nach dem Verkauf der ehemaligen dänischen Westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten im Jahr 1917 erhalten. Sie hat ihren Ursprung in der Verkehrstradition der dänischen Kolonialzeit, obwohl Dänemark selbst später zum Rechtsverkehr wechselte.
Eine Besonderheit besteht darin, dass auf Saint Croix überwiegend Fahrzeuge amerikanischer Bauart mit Linkslenkung verwendet werden. Der Fahrer sitzt daher normalerweise links im Fahrzeug, obwohl das Fahrzeug auf der linken Fahrbahnseite bewegt wird. Für Besucher aus den Vereinigten Staaten entsteht dadurch eine ungewohnte Verkehrssituation. Auch viele der auf der Insel verwendeten Fahrzeuge sind für den amerikanischen Markt bestimmt.
Das Straßennetz verbindet Christiansted und Frederiksted mit den Siedlungen und ländlichen Gebieten des Inselinneren. Die wichtigste Ost-West-Verbindung verläuft quer über die Insel und verbindet die beiden historischen Hafenstädte. Von ihr zweigen Straßen zu den Siedlungsgebieten, ehemaligen Plantagen und Küstenbereichen ab. Zu den wichtigen Verkehrsachsen gehören unter anderem die Centerline Road, die Melvin Evans Highway, die Queen Mary Highway und die Queen Mary Highway/Route 75 im Bereich von Christiansted und dem zentralen Inselgebiet. Das Straßennetz folgt teilweise den historischen Plantagen- und Grundstücksgrenzen.
Die Straßenverhältnisse unterscheiden sich erheblich nach Lage und Funktion. Die Hauptverkehrsstraßen zwischen Christiansted, Frederiksted und den größeren Siedlungsgebieten sind überwiegend befestigt und nehmen den größten Teil des täglichen motorisierten Verkehrs auf. Nebenstraßen in Wohngebieten und ländlichen Bereichen sind teilweise schmal und weisen eine unregelmäßige Linienführung auf. Historische Straßen innerhalb der beiden Stadtzentren sind vielfach wesentlich enger als die später ausgebauten Verbindungsstraßen.
Die Topografie beeinflusst den Straßenbau vor allem im Norden und Westen der Insel. Dort führen Straßen über hügeliges Gelände und teilweise durch enge Täler. Im flacheren zentralen und südlichen Inselgebiet ist das Straßennetz regelmäßiger und großräumiger angelegt. Im äußersten Osten nimmt die Bebauungsdichte ab, während die Straßen durch trockene, teilweise stark zerklüftete Landschaften führen.
Saint Croix besitzt keine Autobahn im europäischen Sinn. Der Verkehr konzentriert sich auf ein Netz aus Hauptstraßen, Nebenstraßen und lokalen Erschließungswegen. Innerhalb der größeren Siedlungsgebiete treten insbesondere zu den morgendlichen und nachmittäglichen Pendlerzeiten Verkehrsbehinderungen auf. Christiansted und sein Umland bilden dabei einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt.
Der öffentliche Straßenverkehr wird vor allem durch Busse und Taxis ergänzt. Die Virgin Islands Public Works Department ist für wesentliche Bereiche der öffentlichen Straßeninfrastruktur zuständig. Das öffentliche Busverkehrssystem wird durch die Virgin Islands Department of Public Works beziehungsweise das Department of Planning and Natural Resources und die zuständigen Verkehrseinrichtungen des Territoriums unterstützt. Auf Saint Croix verkehren Busse insbesondere zwischen Christiansted, Frederiksted und den größeren Siedlungsgebieten.
Eine Besonderheit des öffentlichen Verkehrs sind die sogenannten safari buses. Dabei handelt es sich um offene beziehungsweise teilweise offene Kleinbusse beziehungsweise Lastwagen mit Sitzbänken, die vor allem auf stärker frequentierten Verbindungen eingesetzt werden. Sie ergänzen die regulären öffentlichen Busse und werden sowohl von Einwohnern als auch von Besuchern genutzt.
Taxis spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Anders als in vielen europäischen Städten bestehen keine flächendeckenden Taxistände an nahezu jeder größeren Kreuzung. Taxis konzentrieren sich insbesondere auf Christiansted, Frederiksted, den Flughafen und die Hafenanlagen. Für touristische Ziele und entlegenere Bereiche werden häufig individuelle Fahrten vereinbart.
Der private Pkw besitzt wegen der weitläufigen Siedlungsstruktur eine große Bedeutung. Viele Haushalte sind auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen, da Wohngebiete, Arbeitsplätze, Geschäfte, Schulen und Dienstleistungen über größere Entfernungen verteilt sind. Auch die geringe Bevölkerungsdichte außerhalb der beiden historischen Städte erschwert einen dichten öffentlichen Nahverkehr.
Der Verkehr wird durch die amerikanischen Verkehrszeichen und Verkehrsvorschriften geprägt, wobei die Fahrtrichtung weiterhin links ist. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden in Meilen pro Stunde angegeben und Entfernungen auf Verkehrsschildern in Meilen. Die Straßenverkehrsordnung der Amerikanischen Jungferninseln enthält eigene Bestimmungen, die sich teilweise am amerikanischen Verkehrsrecht orientieren.
An Kreuzungen muss deshalb besonders auf die ungewohnte Kombination aus Linksverkehr und amerikanischer Fahrzeugtechnik geachtet werden. Bei Rechtsabbiegemanövern wird die Gegenfahrbahn entsprechend gekreuzt, während Linksabbieger in der Regel die nähere Fahrspur benutzen. Kreisverkehre sind nach den Regeln des Linksverkehrs zu befahren.
Die Straßeninfrastruktur ist außerdem regelmäßig durch tropische Starkregenfälle und Hurrikane belastet. Überschwemmungen, beschädigte Straßenoberflächen, umgestürzte Bäume und andere Sturmschäden können den Verkehr beeinträchtigen. Nach schweren Hurrikanen sind deshalb umfangreiche Reparaturarbeiten an Straßen, Brücken, Entwässerungsanlagen und Verkehrseinrichtungen erforderlich.
Für Radfahrer bestehen im Vergleich zu vielen europäischen Ländern nur begrenzte separate Verkehrsanlagen. Fahrräder werden überwiegend gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr auf den Straßen geführt. Auch Fußwege sind außerhalb der historischen Stadtzentren nicht durchgehend vorhanden. In Christiansted und Frederiksted existieren dagegen Bereiche mit Gehwegen und einem stärker auf Fußgänger ausgerichteten historischen Straßenraum.
Schiffsverkehr
Die Insel besitzt eine lange maritime Tradition, die bereits während der dänischen Kolonialzeit eng mit dem Zuckerhandel verbunden war. Die beiden historischen Hafenstädte Christiansted und Frederiksted entstanden und entwickelten sich wesentlich aufgrund ihrer günstigen Lage an der Küste.
Christiansted besitzt an der Nordküste einen geschützten Naturhafen. Während der dänischen Kolonialzeit war dieser Hafen das wichtigste Handelszentrum von Saint Croix. Zucker, Melasse und Rum wurden über Christiansted ausgeführt, während Lebensmittel, Baumaterialien, Werkzeuge und andere Waren eingeführt wurden. Der Hafen war zugleich mit dem transatlantischen Handel und dem Handel zwischen den karibischen Inseln verbunden. Die Hafenanlagen lagen unmittelbar vor dem historischen Stadtzentrum, wo sich Zollhaus, Lagerhäuser und Handelsgebäude konzentrierten.
Heute befindet sich der wichtigste kommerzielle Hafenbereich von Christiansted westlich des historischen Stadtzentrums in Gallows Bay. Dort liegt der Gallows Bay Marine Terminal beziehungsweise der Hafenbereich von Christiansted. Über diese Anlagen werden insbesondere Container, Stückgut und Versorgungsgüter umgeschlagen. Der Hafen dient damit vor allem der Versorgung der Insel mit importierten Waren. Da Saint Croix einen großen Teil seiner Konsumgüter und Betriebsmittel importiert, besitzt der Seeverkehr für die Versorgung der Bevölkerung eine erhebliche Bedeutung.
Eine besondere Rolle spielt der Containerverkehr. Saint Croix ist über regelmäßige Frachtschiffverbindungen mit Puerto Rico, dem US-amerikanischen Festland und anderen Häfen der Karibik verbunden. Container werden unter anderem für Lebensmittel, Getränke, Baumaterialien, Haushaltswaren, Fahrzeuge und industrielle Güter verwendet. Ein Teil der Waren wird anschließend mit Lastwagen von den Hafenanlagen zu Geschäften, Lagerhäusern und anderen Einrichtungen der Insel transportiert.
Frederiksted besitzt an der Westküste einen weiteren wichtigen Hafen. Der historische Hafen entstand im 18. Jahrhundert und wurde durch Fort Frederik geschützt. Wegen seiner Lage an der Westseite von Saint Croix war Frederiksted besonders für den Schiffsverkehr des westlichen und südwestlichen Inselteils geeignet. Der Hafen war während der dänischen Kolonialzeit ein bedeutender Ausfuhrhafen für Zucker und andere Plantagenprodukte.
Heute ist Frederiksted vor allem für den Kreuzfahrtverkehr von Bedeutung. Kreuzfahrtschiffe können vor der Westküste vor Frederiksted ankern beziehungsweise die dortige Hafeninfrastruktur nutzen. Die Passagiere werden über die Frederiksted Pier beziehungsweise die Kreuzfahrtanlagen an Land gebracht. Die Ankunft großer Kreuzfahrtschiffe ist deshalb für den Tourismus und den örtlichen Handel von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.
Die Frederiksted Pier wurde mehrfach modernisiert und nach schweren Schäden durch Hurrikane wiederhergestellt. Sie dient sowohl der Kreuzfahrt als auch weiteren maritimen Aktivitäten. Die Größe der Kreuzfahrtschiffe und die Wassertiefe bestimmen dabei, welche Schiffe den Hafen unmittelbar anlaufen können. Größere Schiffe können teilweise auf Reede vor Frederiksted liegen, während die Passagiere mit Tenderbooten an Land gebracht werden.
Neben dem kommerziellen Hafenverkehr gibt es auf Saint Croix zahlreiche kleinere Anlegestellen, Marinas und private beziehungsweise touristische Hafenanlagen. Christiansted besitzt mehrere Bereiche für Sportboote, Yachten und kleinere Fahrgastschiffe. In Frederiksted und anderen Küstenabschnitten bestehen ebenfalls Anker- und Liegeplätze für kleinere Schiffe.
Der Fährverkehr ist dagegen wesentlich weniger bedeutend als auf Saint Thomas und Saint John. Saint Croix liegt deutlich weiter von den beiden Inseln entfernt. Regelmäßige schnelle Personenfähren zwischen Saint Croix und Saint Thomas beziehungsweise Saint John bestehen daher nicht in derselben Dichte wie die inneren Fährverbindungen zwischen Saint Thomas und Saint John. Verbindungen zwischen Saint Croix und den anderen Amerikanischen Jungferninseln werden vor allem durch den Luftverkehr ergänzt.
Eine besondere Bedeutung besitzt der Seeverkehr nach Puerto Rico. Puerto Rico ist der wichtigste regionale Verkehrspartner für zahlreiche Warenströme der Amerikanischen Jungferninseln. Die relativ geringe Entfernung ermöglicht regelmäßige Frachtverbindungen. Über Puerto Rico bestehen wiederum Anschlüsse an den amerikanischen Kontinentalmarkt und an internationale Handelsrouten.
Auch kleinere Fahrgast- und Ausflugsschiffe verkehren entlang der Küste. Touristische Anbieter organisieren Schnorchel- und Tauchausflüge, Segeltörns, Charterfahrten und Fahrten zu vorgelagerten Inseln und Riffen. Besonders Buck Island vor der Nordostküste von Saint Croix ist ein wichtiges Ziel für Ausflugsboote. Das Gebiet gehört zum Buck Island Reef National Monument und umfasst neben der Insel selbst große Meeresflächen mit Korallenriffen und Seegraswiesen.
Die Fischerei bildet einen weiteren, wenn auch gegenüber dem historischen Zuckerhandel wesentlich kleineren Bereich des Schiffsverkehrs. Fischerboote laufen von verschiedenen Küstenorten und kleinen Hafenanlagen aus. Gefangen werden unter anderem Rifffische, pelagische Fische, Hummer und andere Meeresorganismen. Die Fischerei wird durch territoriale Vorschriften und Schutzgebiete reguliert.
Sportboote und private Yachten nutzen insbesondere die geschützten Buchten an der Nordküste und im Bereich Christiansted. Saint Croix liegt außerdem an einer wichtigen Route für Segler zwischen Puerto Rico, den Amerikanischen Jungferninseln und den übrigen Kleinen Antillen. Die Marina-Infrastruktur umfasst Liegeplätze, Treibstoffversorgung, Reparaturmöglichkeiten und weitere Dienstleistungen für kleinere Schiffe.
Flugverkehr
Der Inselflughafen Henry E. Rohlsen Airport ist nach dem aus Saint Croix stammenden Tuskegee-Airman Henry E. Rohlsen benannt. Der Flughafen liegt im Südwesten der Insel und ist über das Straßennetz insbesondere mit Christiansted, Frederiksted und den übrigen Siedlungsgebieten verbunden. Die Entfernung zum Zentrum von Christiansted beträgt etwa 10 km. Der Flughafen ist öffentlich zugänglich und verfügt über einen Kontrollturm sowie Einrichtungen für den internationalen Luftverkehr.
Die heutige Start- und Landebahn trägt die Bezeichnung 10/28. Sie ist 10.002 Fuß beziehungsweise rund 3.049 m lang und 150 Fuß beziehungsweise rund 45,7 m breit. Die asphaltierte Bahn wurde auf ihre heutige Länge erweitert; die heutige Terminalanlage und die Verlängerung der Startbahn auf rund 10.004 Fuß wurden 2002 fertiggestellt. Damit besitzt Saint Croix eine für die Karibik relativ große Flughafenanlage, die auch für größere Verkehrsflugzeuge geeignet ist.
Der Flughafen verfügt über Instrumentenanflüge für beide Betriebsrichtungen. Für die Piste 10 stehen unter anderem ILS- und RNAV-Verfahren zur Verfügung, für die Piste 28 ein RNAV-GPS-Anflug. Der Flugbetrieb wird vom Tower des Flughafens kontrolliert; außerhalb der örtlichen Tower-Betriebszeiten übernimmt das San Juan Center die entsprechenden Flugsicherungsaufgaben.
Der Linienflugverkehr verbindet Saint Croix vor allem mit Saint Thomas und San Juan auf Puerto Rico. Die Verbindung nach Saint Thomas ist für den innerterritorialen Personenverkehr besonders wichtig, da Saint Croix räumlich deutlich von Saint Thomas und Saint John getrennt liegt. Für den Weiterflug zu zahlreichen Zielen in den Vereinigten Staaten wird häufig San Juan als Umsteigeflughafen genutzt. Direkte Flüge nach San Juan werden unter anderem von Cape Air und JetBlue angeboten.
Eine weitere wichtige Verbindung besteht nach Miami. American Airlines bedient die Strecke nach Miami nonstop. Daneben bestehen beziehungsweise bestehen saisonal weitere Direktverbindungen auf das amerikanische Festland. Der Flugplan verändert sich dabei nach Jahreszeit; für 2026 sind unter anderem saisonale beziehungsweise wiederkehrende Verbindungen nach Charlotte, Newark, Atlanta und Chicago vorgesehen.
Der regionale Luftverkehr wird auch von kleineren Fluggesellschaften getragen. Cape Air verbindet Saint Croix mit Saint Thomas und San Juan. Daneben bestehen beziehungsweise bestanden Verbindungen mit kleineren Flugzeugen zu weiteren karibischen Zielen. Die Virgin Islands Port Authority führt außerdem Fly the Whale und Seaplane-Angebote als Verbindungen zwischen Saint Croix und Saint Thomas sowie Charter- und Bedarfsverkehre auf.
Neben dem Linienverkehr gibt es am Henry E. Rohlsen Airport Geschäfts-, Privat- und Charterflugverkehr. Ein Fixed-Base Operator, Bohlke International Aviation, bietet Dienstleistungen für die allgemeine Luftfahrt an. Der Flughafen besitzt außerdem Einrichtungen für die Abfertigung internationaler Flüge und einen Feuerwehr- und Rettungsdienst der Kategorie C.
Der Flughafen ist nicht nur für den Tourismus von Bedeutung. Er stellt eine wichtige Verbindung für die Bevölkerung von Saint Croix zu medizinischen Einrichtungen, Behörden, Bildungsstätten und Arbeitsplätzen auf anderen Inseln und in Puerto Rico sowie auf dem amerikanischen Festland dar. Auch zeitkritische Waren und Post werden auf dem Luftweg transportiert. Für schwere Massengüter und einen großen Teil der Versorgungsgüter bleibt dagegen der Seeverkehr wichtiger.
Die Lage des Flughafens im Südwesten von Saint Croix ermöglicht eine relativ großzügige Flughafenanlage. Zwischen dem Flughafengelände und den dichter besiedelten Bereichen der Insel befinden sich überwiegend offene Flächen und landwirtschaftlich beziehungsweise ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Der Flughafen ist dadurch weniger unmittelbar in die historische Bebauung der Insel eingebunden als die Häfen von Christiansted und Frederiksted.
Der Flugbetrieb wird allerdings durch die tropische Lage beeinflusst. Während der Hurrikansaison können tropische Wirbelstürme, starke Niederschläge und heftige Winde zu Verspätungen, Flugausfällen und vorübergehenden Betriebseinschränkungen führen. Nach schweren Hurrikanen können außerdem Schäden an Terminal, technischen Anlagen, Zufahrtswegen und Stromversorgung die Wiederaufnahme des Flugverkehrs erschweren.
| Airlines | Ziele |
| Air Sunshine | Dominica–Douglas–Charles, Nevis, Saint Kitts, Saint Thomas, San Juan |
| American Airlines | Miami, saisonal: Charlotte |
| Cape Air | Saint Thomas, San Juan, Vieques |
| Coastal Air | Dominica-Canefield, Nevis, Sint Eustatius |
| Delta Air Lines | saisonal: Atlanta |
| Seaborne Airlines | Saint Thomas, San Juan |
| Sea Flight Airlines | Saint Thomas |
| Spirit Airlines | Fort Lauderdale |
Henry E. Rohlsen Airport
- Code: STX / TISX
- Lage: 17°42‘16“ N, 64°48‘06“ W
- Seehöhe: 23 m (74 ft)
- Entfernung: 10 km südwestlich von Christiansted
- Inbetriebnahme:
- Betreiber: Virgin Islands Port Authority
- Terminal: 1
- Rollbahn: 1
- Länge der Rollbahn: 3049 m (Asfalt)
- Fluggesellschaften: 8
- Flugzeug-Standplätze: 31
- jährliche Passagierkapazität:
- jährliche Frachtkapazität:
Wirtschaft
Saint Croix war einst ein landwirtschaftliches Kraftzentrum in der Karibik, aber diese Zeit endete mit der raschen Industrialisierung der Wirtschaft der Insel in den 1960er Jahren. Wie viele andere Karibikinseln hat Saint Croix heute den Tourismus als eine seiner Haupteinnahmequellen. Eine Reihe anderer Wirtschaftszweige auf der Insel tragen ebenfalls zur Wirtschaft bei.
Landwirtschaft
Saint Croix ist innerhalb der Amerikanischen Jungferninseln die landwirtschaftlich bedeutendste Insel. Das hängt vor allem mit ihrer vergleichsweise großen Fläche, den ausgedehnten flacheren und welligen Landstrichen und den im Verhältnis zu Saint Thomas und Saint John günstigeren Voraussetzungen für Landwirtschaft zusammen. Die landwirtschaftliche Nutzung ist heute allerdings wesentlich kleinteiliger als während der Plantagenzeit. Nach Angaben des Virgin Islands Department of Agriculture (VIDA) konzentriert sich ein großer Teil der landwirtschaftlichen Betriebe des Territoriums auf Saint Croix. Die Behörde unterhält dort auch ihr eigenes Landwirtschaftsamt in Estate Lower Love bei Kingshill.
Die historische Landwirtschaft von Saint Croix war über mehrere Jahrhunderte von Plantagen geprägt. Nach der europäischen Kolonisierung wurde ein großer Teil der natürlichen Vegetation gerodet und in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Vor allem Zuckerrohr wurde in großem Umfang angebaut. Saint Croix eignete sich aufgrund seines im Vergleich zu den stärker gebirgigen Nachbarinseln relativ offenen Geländes besonders für großflächige Plantagen. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war die Landschaft deshalb von Zuckerrohrfeldern, Plantagenhäusern, Mühlen, Siedlungen und Verkehrswegen geprägt. Nach Angaben des US Forest Service waren bis 1917 schätzungsweise rund 90 Prozent der Insel für Landwirtschaft und Holznutzung gerodet worden.
Zuckerrohr blieb bis weit ins 20. Jahrhundert hinein die wichtigste landwirtschaftliche Kultur. Mit dem Niedergang der Zuckerindustrie verlor der Anbau jedoch seine wirtschaftliche Grundlage. Die Zuckerproduktion wurde auf Saint Croix schließlich eingestellt; das letzte große Zuckerwerk schloss 1964. Danach wurden zahlreiche ehemalige Zuckerrohrflächen als Weideland genutzt oder aufgegeben. Ein Teil dieser Flächen entwickelte sich anschließend wieder zu Buschland und Wald. Der US Forest Service bezeichnet die frühere Plantagenwirtschaft und Zuckerproduktion heute als historische Landnutzungsform; Zuckerproduktion und Subsistenzlandwirtschaft waren bis in die frühen 1950er-Jahre die wichtigsten Nutzungsformen.
An die Stelle der Zuckerrohrwirtschaft trat insbesondere die Viehzucht. Rinderhaltung besitzt auf Saint Croix eine lange Tradition, da die ehemaligen Zuckerrohrflächen teilweise als Weideland genutzt werden konnten. Daneben werden Schafe, Ziegen, Schweine und Geflügel gehalten. Für die Amerikanischen Jungferninseln weist der Landwirtschaftszensus 2018 insgesamt 448 Betriebe mit Weide- beziehungsweise Viehflächen aus. Die Viehbestände umfassten damals 2.664 Rinder und Kälber, 10.482 Schafe und Lämmer, 7.328 Ziegen und Kitze, 3.310 Schweine sowie 20.734 Hühner und weitere Geflügelarten. Ein großer Teil der Viehwirtschaft des Territoriums konzentriert sich auf Saint Croix.
Die Rinderhaltung dient sowohl der Fleischproduktion als auch der Nutzung von Weideflächen. Milchvieh spielt heute eine geringere Rolle als die Rinderhaltung für Fleisch. Das Fleisch lokaler Tiere wird teilweise im Schlachthof des Virgin Islands Department of Agriculture auf Saint Croix verarbeitet. Die Einrichtung Establishment 482 ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums der zentrale Schlachtbetrieb für Tiere aus den Amerikanischen Jungferninseln und soll die Verfügbarkeit lokal erzeugten Fleisches erhöhen.
Die Schaf- und Ziegenhaltung ist ebenfalls Bestandteil der Landwirtschaft. Ziegen können insbesondere auf trockeneren und weniger intensiv bewirtschafteten Flächen gehalten werden. Schweine und Geflügel werden überwiegend in kleineren Betrieben beziehungsweise in gemischten landwirtschaftlichen Betrieben gehalten. Neben kommerziellen Farmen gibt es kleinere Tierhaltungen, die teilweise mit Gartenbau und Selbstversorgung kombiniert werden.
Der Pflanzenbau ist heute wesentlich vielfältiger als die frühere Monokultur des Zuckerrohrs. Angebaut werden verschiedene tropische Früchte, Gemüse, Blattgemüse, Wurzel- und Knollenfrüchte sowie Gewürz- und Kräuterpflanzen. Auf den lokalen Märkten werden unter anderem frische Früchte, Gemüse und weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse angeboten. Das Landwirtschaftsministerium führt ausdrücklich Obst und Gemüse als zentrale Produktgruppen seiner Farmer's Markets an.
Zum Gemüsebau gehören unter anderem Blattgemüse sowie verschiedene Wurzel- und Knollengewächse. Die tropischen Bedingungen ermöglichen außerdem den Anbau von Bananen und Kochbananen, Papayas, Mangos, Guaven und weiteren Früchten. Die tatsächliche Produktion hängt jedoch stark von Niederschlag, Bewässerungsmöglichkeiten, Bodenqualität und Schädlingsdruck ab. Gerade die Wasserverfügbarkeit stellt für die Landwirtschaft eine wesentliche Begrenzung dar. Das Gebiet besitzt keine ganzjährig reichlich verfügbare natürliche Süßwasserquelle, und die landwirtschaftliche Bewässerung ist deshalb auf technische Versorgung, Niederschlagswasser und vorhandene Wasserreserven angewiesen.
Die Landwirtschaft auf Saint Croix ist heute überwiegend kleinbetrieblich. Eine territoriale Entwicklungsanalyse auf Grundlage der Landwirtschaftsdaten zeigte zwischen 2007 und 2018 zwar eine deutliche Zunahme der registrierten Betriebe von 219 auf 565 und der landwirtschaftlich genutzten Fläche von 5.881 auf 9.324 Acres, gleichzeitig sank die durchschnittliche Betriebsgröße von 26,9 auf 16,5 Acres. Das entspricht einer Entwicklung hin zu einer größeren Zahl kleinerer Betriebe.
Neben den kommerziellen Farmen bestehen kleinere Gartenbaubetriebe und Selbstversorgergärten. Das Landwirtschaftsministerium fördert ausdrücklich sowohl professionelle Farmen als auch kleine und beginnende Betriebe sowie Backyard-Farming. Das 2026 ausgeschriebene Micro-Grants-for-Food-Security-Programm sieht beispielsweise Förderungen für Landwirtschaft und Hausgärten, Viehzucht und Imkerei vor. Für Saint Croix waren dabei 24 von insgesamt 44 vorgesehenen Förderplätzen des Territoriums vorgesehen.
Ein weiterer landwirtschaftlicher Zweig ist die Imkerei. Honig und andere Bienenprodukte werden von lokalen Imkern erzeugt und auf Märkten angeboten. Das Landwirtschaftsministerium führt die Imkerei ausdrücklich als eigenen Bereich seiner landwirtschaftlichen Förderprogramme und nimmt sie auch in die Kleinförderprogramme zur Verbesserung der lokalen Lebensmittelproduktion auf.
Für die Landwirtschaft stehen auf Saint Croix auch öffentliche Flächen zur Verfügung. Das Department of Agriculture verwaltet beziehungsweise verpachtet landwirtschaftlich ausgewiesene Grundstücke. Zu den auf Saint Croix genannten Flächen gehören unter anderem Community Garden, Harvland Property, Estate Bethlehem, Estate Plessen, Estate Castle Burke und Estate Lower Love. Ziel des Programms ist die Erhaltung und Bewirtschaftung öffentlicher landwirtschaftlicher Ressourcen und landwirtschaftlich gewidmeter Flächen für eine nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung.
Eine besondere Rolle spielen die Farmer's Markets. Das Department of Agriculture betreibt 2026 drei Farmer's Markets im gesamten Territorium. Auf Saint Croix ist insbesondere der Markt auf dem Agriculture Fairgrounds von Bedeutung, der regelmäßig lokale Erzeugnisse, Fleisch und andere Waren anbietet. Die Märkte schaffen eine direkte Verbindung zwischen Produzenten und Verbrauchern und verkürzen damit die Vermarktungskette.
Die Vermarktung lokaler Produkte ist für die Landwirtschaft von großer Bedeutung, weil Saint Croix einen erheblichen Teil seiner Lebensmittel importieren muss. Historisch wurden Fleisch, Milchprodukte, Getreide, Obst, Gemüse, Fette, Öle und Futtermittel in großen Mengen eingeführt. Die heutige Landwirtschaftspolitik des Territoriums versucht deshalb, die lokale Produktion und Verarbeitung auszubauen und dadurch die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten zu verringern. Das Department of Agriculture bezeichnet die Förderung einer wirtschaftlich tragfähigen Landwirtschaft und die Unterstützung von Landwirten und Verbrauchern ausdrücklich als seine zentrale Aufgabe.
Zu den wichtigsten Problemen der Landwirtschaft gehören die begrenzte Verfügbarkeit von Bewässerungswasser, die hohen Kosten importierter Betriebsmittel und Energie, der Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen und Kapital, begrenzte technische Ausstattung, Vermarktungs- und Transportprobleme sowie die Alterung eines Teils der landwirtschaftlichen Erwerbsbevölkerung. Diese Faktoren wurden in der wirtschaftlichen Entwicklungsplanung der Amerikanischen Jungferninseln ausdrücklich als strukturelle Probleme des Agrarsektors genannt.
Die klimatischen Bedingungen bringen zusätzliche Anforderungen mit sich. Saint Croix besitzt ein tropisches bis subtropisch geprägtes Klima mit einer ausgeprägten trockeneren Jahreszeit. Landwirtschaftliche Betriebe müssen deshalb mit unregelmäßiger Niederschlagsverteilung umgehen. Hinzu kommen tropische Stürme und Hurrikane, die Felder, Tierbestände, Gewächshäuser, Zäune, Bewässerungsanlagen und Gebäude beschädigen können. Besonders für den Gemüsebau und andere Kulturen mit hohem Wasserbedarf ist eine zuverlässige Wasserversorgung entscheidend.
Die Böden der Insel sind unterschiedlich. In den flacheren und weniger stark geneigten Bereichen bestehen günstigere Voraussetzungen für Acker- und Weidewirtschaft, während die trockeneren beziehungsweise stärker geneigten Gebiete teilweise flachgründige und steinige Böden besitzen. Im Bereich des Estate Thomas Experimental Forest werden beispielsweise gut drainierte, kiesige Lehmböden und flachgründige steinige Tonböden beschrieben. Diese Flächen waren früher landwirtschaftlich genutzt; auf den höher gelegenen Bereichen wurde bis 1928 und in den Tälern bis 1953 vor allem Zuckerrohr angebaut.
Forstwirtschaft
oix spielt keine große wirtschaftliche Rolle im Sinne einer kommerziellen Holzproduktion. Die Insel ist zu etwa der Hälfte bewaldet, doch die Wälder dienen vor allem ökologischen, landschaftlichen und kulturellen Zwecken. Historisch wurden große Teile der ursprünglichen Wälder für den Plantagenanbau von Zuckerrohr und für Weidewirtschaft gerodet. Nach dem Rückgang der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert haben sich sekundäre Wälder und Buschland ausgebreitet. Heute dominieren subtropische Trocken- und Feuchtwälder mit einer Mischung aus einheimischen und eingeführten Baumarten. Zu den charakteristischen Arten gehören West Indian Mahogany (Swietenia mahagoni), verschiedene Manjack-Arten, Tan-Tan (Leucaena leucocephala) und weitere tropische Gehölze. Viele Bestände sind relativ jung und kleinwüchsig.
Der größte Teil der Waldflächen befindet sich in Privatbesitz. Die Eigentümer nutzen das Land meist passiv – aus Gründen der Ästhetik, des Privatsphäre-Schutzes oder als familiäres Erbe. Aktive forstwirtschaftliche Nutzung wie Holzeinschlag ist selten und bleibt auf sehr kleine Mengen beschränkt, etwa für lokale Handwerksprodukte oder Holzkohle. Es gibt kein nennenswertes Sägewerksgewerbe.
Die staatliche Forstverwaltung liegt beim Virgin Islands Department of Agriculture und wird durch Programme des US Forest Service unterstützt. Schwerpunkte sind Aufforstung, der Schutz vor Erosion, die Bekämpfung invasiver Arten und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen Hurrikans und Klimawandel. Es werden Baumschulen betrieben, die einheimische und nützliche Arten (einschließlich Obstbäume) heranziehen und an Privateigentümer und Gemeinden verteilen. Projekte wie die Wiederaufforstung im Southgate Coastal Reserve oder städtische Baumpflanzungen in Siedlungsgebieten zielen auf die Wiederherstellung von Lebensräumen und die Verbesserung des Mikroklimas ab.
Fischerei
In der Vergangenheit stand die Fischerei stets im Schatten der Plantagenwirtschaft. Während der Sklaverei und der anschließenden Agrargesellschaft diente sie vor allem der Eigenversorgung und dem lokalen Handel. Mit dem Niedergang der Zuckerindustrie und der Industrialisierung im 20. Jahrhundert veränderte sich die Küstenlandschaft erheblich. Die Trockenlegung und Ausbaggerung von Mangrovenlagunen an der Südküste für die Raffinerie und andere Industriebetriebe zerstörte wichtige Laich- und Aufwuchsgebiete. Zusätzlich führten der Einsatz von Kiemen- und Trammelnetzen in den 1970er und 1980er Jahren sowie Überfischung zu starken Bestandsrückgängen, insbesondere bei Knochenfischen (Bonefish), die einst berühmt waren. Seit den 2000er Jahren haben Verbote bestimmter Netze, Schonzeiten und Mindestgrößen zu einer teilweisen Erholung beigetragen.
Heute gibt es auf Saint Croix rund 150 bis 160 registrierte kommerzielle Fischer. Sie landen jährlich mehrere hunderttausend Pfund Fisch und Meeresfrüchte an, die größtenteils lokal verzehrt werden. Die wichtigsten Arten sind die karibische Languste (Spiny Lobster), die den größten Anteil am Fang ausmacht, gefolgt von Mahi-Mahi (Dolphinfish), Wahoo, verschiedenen Schnappern, Papageienfischen (besonders Stoplight Parrotfish), Conch (Meeresschnecke) und Triggerfischen. Die Fangmethoden sind vielfältig und umfassen Speerfischerei (besonders wichtig), Fallen und Reusen, Handangeln sowie begrenzte Netze. Trawler, Trammelnetze und Ringwaden sind in den Bundesgewässern um St. Croix verboten.
Die kommerzielle Fischerei ist kleinmaßstäblich und oft familiär organisiert. Viele Fischer verkaufen ihren Fang direkt an lokale Märkte, Restaurants oder Privatpersonen. Gallows Bay bei Christiansted gilt als einer der wenigen noch erkennbaren fischereibezogenen Orte. Die Branche steht unter Druck durch steigende Treibstoffkosten, strengere Vorschriften, Konkurrenz durch importierten Fisch und den Verlust von Zugang zu Küstenabschnitten durch Privatisierung und Gentrifizierung.
Die Freizeit- und Sportfischerei hat an Bedeutung gewonnen. Zahlreiche Charterboote bieten Touristen und Einheimischen Hochseeangeln auf Mahi, Wahoo und Thunfisch sowie Flats-Fischen auf Bonefish, Permit, Tarpon und Snook an. Die Knochenfischerei, die in den 1950er Jahren von Persönlichkeiten wie Ted Williams gerühmt wurde, erholt sich langsam. Es gibt Mindestgrößen und Tagesfanglimits, etwa für Dolphinfish und Wahoo. Seit 2025 existiert eine digitale Plattform für Freizeitfischereilizenzen.
Die Verwaltung erfolgt durch die Division of Fish and Wildlife des Virgin Islands Department of Planning and Natural Resources in enger Zusammenarbeit mit dem Caribbean Fishery Management Council und der NOAA. Es gelten getrennte Fishery Management Plans für St. Croix sowie für St. Thomas und St. John. Jährliche Fangquoten (Annual Catch Limits) werden für zahlreiche Arten und Artenkomplexe festgelegt und regelmäßig angepasst. Beispielsweise liegt die Quote für Spiny Lobster in den Bundesgewässern um St. Croix bei über 100.000 Pfund, während für einzelne Riffischarten deutlich niedrigere Grenzen gelten. Schonzeiten, Größenbeschränkungen und Gebietsverbote (unter anderem in bestimmten Lagunen) dienen dem Schutz von Laichansammlungen und bedrohten Beständen.
Bergbau
Die geologische Zusammensetzung der Insel – stark gefaltete kreidezeitliche Sedimentgesteine, tertiäre Kalke und vereinzelte magmatische Intrusionen – enthält keine wirtschaftlich abbauwürdigen Erzlagerstätten. Geochemische Untersuchungen haben zwar Spuren von Gold, Silber und anderen Elementen nachgewiesen, doch nie in abbauwürdigen Konzentrationen.
Die einzige Form des Rohstoffabbaus beschränkt sich auf die Gewinnung von Baumaterialien. Es existieren Steinbrüche und Kiesgruben, in denen Kalkstein, Gestein und Aggregatmaterial für den Straßenbau, Beton und andere Bauzwecke gewonnen werden. Ein bekannter Betrieb ist der St. Croix Quarry bei Estate Montpellier in der Nähe von Frederiksted, der von Vulcan Materials betrieben wird und gebrochenen Stein, Sand und Kies produziert.
Historisch kam es zudem zu Sandabbau an den Stränden, insbesondere am Sandy Point in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren. Diese Aktivitäten führten zu erheblicher Küstenerosion und Umweltschäden und wurden später eingestellt. Heute ist die Entnahme von Sand, Felsen oder Korallen von den Stränden streng verboten und wird mit hohen Strafen geahndet.
Ölwirtschaft
St. Croix war die Heimat von HOVENSA, einer der größten Ölraffinerien der Welt. HOVENSA ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die sich im Besitz der Hess Oil Virgin Islands Corp. (HOVIC), einer Abteilung der US-amerikanischen Hess Corporation, und der Petroleos de Venezuela, SA (PDVSA), der nationalen Ölgesellschaft Venezuelas, befindet und von diesen betrieben wird. Die Gaspreise auf der Insel waren im Vergleich zu den Gaspreisen auf dem US-amerikanischen Festland leicht überdurchschnittlich hoch.
Am 18. Januar 2012 gab das Unternehmen bekannt, dass die HOVENSA-Raffinerie dauerhaft stillgelegt werden würde. Dies hatte erhebliche negative Auswirkungen auf die Wirtschaft von Saint Croix und den gesamten US-Jungferninseln, da die Raffinerie 1.200 Einwohner und 950 Auftragnehmer beschäftigte. Die Raffinerie wurde inzwischen unter neuem Eigentümer wiedereröffnet.
Auf Saint Croix befindet sich auch die Cruzan Rum Distillery, Hersteller von Cruzan Rum, einer Marke von Beam Suntory, Inc. Die Cruzan Rum Distillery wurde 1760 als Estate Diamond gegründet und verwendete viele Jahre lang lokal angebautes Zuckerrohr, um einen einfachen „dunklen“ Rum herzustellen. Heute importiert die Destillerie Zuckerrohrmelasse aus anderen Ländern der Region, vor allem aus der Dominikanischen Republik und Südamerika. In den letzten Jahren hat Cruzan Rum zusammen mit Bacardi aus Puerto Rico und Gosling‘s von den Bermudas zum Wiederaufleben des „Single Barrel“-Super-Premium-Rums beigetragen. Die Qualität und Milde des Cruzan Estate Rums wurde mit mehr als 30 Spirituosenpreisen ausgezeichnet: Cruzan Estate Diamond Rum (fünf Jahre in amerikanischen Eichenfässern gereift) und Cruzan Single Barrel Estate Rum (12 Jahre in amerikanischen Eichenfässern gereift) sind zwei Beispiele.
Diageo hat den Bau einer neuen Destillerie auf einem 26 Hektar großen Industriegelände neben der Hovensa-Raffinerie abgeschlossen. In der neuen Brennerei wird Captain Morgan Rum hergestellt. Der Einstieg von Diageo in die Rumindustrie der U.S. Virgin Islands war umstritten. Die Regierung der US-Jungferninseln, die unter Geldmangel leidet, hat Anleihen im Wert von 250 Millionen Dollar für die Anlage aufgenommen, worüber sich die puertoricanische Regierung bitter beschwert hat.
Handwerk
Zu den überlieferten Handwerken gehören insbesondere Korbflechten, das Herstellen von Koch- und Kohletöpfen aus Metall oder Ton, die Verarbeitung von Holz zu Möbeln, das Flechten und Reparieren von Sitzflächen, Näharbeiten sowie verschiedene Formen der Schmuckherstellung. Auch Gegenstände aus der Kalebasse, auf Saint Croix als „gobi“ bezeichnet, gehören zu den traditionellen Erzeugnissen. Aus den getrockneten Früchten werden Schalen, Gefäße, Gebrauchsgegenstände, Taschen und Musikinstrumente hergestellt. Kokosnüsse und Kalebassen werden außerdem zu Dekorationsgegenständen und Vogelfutterhäuschen verarbeitet. Die St. Croix Landmarks Society nennt daneben Palmblattarbeiten, Muschelarbeiten, Schmuck und Gegenstände aus der für die Virgin Islands charakteristischen Madras-Stofftradition.
Ein Teil des heutigen Kunsthandwerks ist unmittelbar aus der touristischen Wirtschaft hervorgegangen. Dazu gehören handgefertigte Schmuckstücke, Keramik, Textilien, dekorative Arbeiten, Muschel- und Strandmaterialien sowie kleine Holzarbeiten. Auch Figuren und Miniaturen der Moko Jumbies, der Stelzentänzer der Virgin Islands, werden als Souvenirs hergestellt. Auf Märkten und bei Veranstaltungen wie dem Striving Artists Day in Estate Whim verkaufen Künstler, Juweliere und andere Kunsthandwerker ihre Erzeugnisse unmittelbar an Besucher und Einwohner. Die Veranstaltung ist ausdrücklich auf in den Virgin Islands hergestellte und überwiegend handgefertigte Produkte ausgerichtet.
Eine besondere Stellung besitzt die Schmuckherstellung. In den Geschäften von Christiansted und Frederiksted werden lokale Schmuckarbeiten angeboten; dazu gehören auch die für Saint Croix charakteristischen Crucian Hook Bracelets. Daneben entstehen Ohrringe, Anhänger, Ringe und andere Schmuckstücke aus Edelmetallen, Glas, Muscheln und weiteren Materialien. Keramik und Töpferwaren werden sowohl als Gebrauchsgegenstände als auch als dekorative Kunst hergestellt. Lokale Kunsthandwerker arbeiten außerdem mit Holz, Leder, Stoffen, Glas, Naturfasern und wiederverwendeten Materialien. Der Verkauf erfolgt über Galerien, Kunsthandwerksgeschäfte, Märkte, Museums-Shops und direkt in den Werkstätten.
Auch die Verarbeitung von Holz besitzt auf Saint Croix eine längere Tradition. Während der Plantagenzeit wurden zahlreiche Gegenstände des täglichen Lebens aus den auf der Insel vorhandenen Pflanzen hergestellt. Holz diente unter anderem für Gebäude, Werkzeuge, Möbel und Transportmittel. Aus Fasern, Rinden und Pflanzenstängeln wurden Schnüre, Netze, Körbe und andere Gebrauchsgegenstände gefertigt. Diese lokale Nutzung pflanzlicher Rohstoffe war früher wesentlich stärker auf Selbstversorgung ausgerichtet als das heutige Kunsthandwerk.
Industrie
Die moderne Industrie von Saint Croix unterscheidet sich deutlich vom überwiegend kleinteiligen Handwerk. Die Insel besitzt im Verhältnis zur Einwohnerzahl und Fläche eine ungewöhnlich große industrielle Infrastruktur. Ihr industrielles Zentrum liegt vor allem an der Südküste im Bereich von Estate Anguilla, South Shore und dem ehemaligen Raffineriegelände. Hinzu kommen industrielle und gewerbliche Flächen bei Kingshill und Frederiksted, darunter der William D. Roebuck Industrial Park. Dort befinden sich unter anderem staatliche Einrichtungen und Betriebe aus dem technischen, gewerblichen und infrastrukturellen Bereich.
Die bedeutendste industrielle Anlage der jüngeren Geschichte war die Erdölraffinerie auf der Südseite der Insel. Das Werk entstand ursprünglich als Hess Oil Virgin Islands beziehungsweise HOVENSA-Raffinerie und gehörte zeitweise zu den größten Erdölraffinerien der westlichen Hemisphäre. Die Raffinerie verarbeitete importiertes Rohöl und war über die Hafen- und Tanklagerinfrastruktur der Südküste mit dem internationalen Seeverkehr verbunden. Ihre Schließung im Jahr 2012 hatte erhebliche Auswirkungen auf die industrielle und wirtschaftliche Struktur von Saint Croix.
Das frühere Raffineriegelände ist inzwischen Bestandteil eines größeren industriellen Entwicklungsraums. Die Renaissance Industrial Park beziehungsweise die St. Croix Renaissance Group verwaltet einen großen Teil der ehemaligen Industrieflächen. Die US Virgin Islands Economic Development Authority führt die St. Croix Renaissance Group als wirtschaftlich gefördertes Unternehmen und bezeichnet das Gebiet als Eco-Industrial Park.
Die industrielle Bedeutung dieses Gebietes beruht nicht nur auf vorhandenen Grundstücken. Zur Infrastruktur gehören Hafenanlagen, große Lagerflächen, Energie- und Versorgungsanlagen sowie die Nähe zum Henry E. Rohlsen Airport. Die USVIEDA nennt Saint Croix Renaissance Park ausdrücklich als verfügbaren Standort für Schwerindustrie und führt als mögliche beziehungsweise entwickelte Bereiche unter anderem maritime Dienstleistungen, Schiffbau, Reparatur, Wartung, Fertigung und Logistik an.
Neben der Schwerindustrie besteht auf Saint Croix ein Bereich der Leichtindustrie. Die USVIEDA nennt für die Virgin Islands als industrielle Erfahrungen unter anderem Uhrenherstellung, pharmazeutische Produktion, Rumproduktion und Erdölraffination. Für das Gebiet der Virgin Islands insgesamt wird die jährliche Exportleistung der verarbeitenden Industrie mit rund 25 Millionen US-Dollar angegeben.
Eine der wichtigsten industriellen Produktionsbranchen ist die Rumherstellung. Die Destillerie von Cruzan Rum bei Estate Diamond in der Nähe von Frederiksted gehört zu den bekanntesten Produktionsbetrieben der Insel. Dort wird Rum aus Zuckerrohr beziehungsweise Zuckerrohrprodukten hergestellt, destilliert, gelagert und für den Verkauf abgefüllt. Die Rumproduktion besitzt auf Saint Croix eine jahrhundertelange Verbindung zur Zuckerwirtschaft und ist heute sowohl ein industrieller Produktionszweig als auch ein Bestandteil der touristischen Wirtschaft.
Zur industriellen beziehungsweise gewerblichen Produktion kommen Maschinenbau, Metallverarbeitung, Schweißarbeiten, Reparaturbetriebe und technische Werkstätten. Besonders im Umfeld der Industrie- und Hafenanlagen werden Metallkonstruktionen, Wartungsarbeiten und Reparaturen für Fahrzeuge, Maschinen und maritime Anlagen durchgeführt. Die vorhandene industrielle Infrastruktur umfasst auch Einrichtungen für Fertigung und Maschinenarbeiten. Bereits frühere Untersuchungen zur industriellen Entwicklung des Renaissance-Gebiets hoben eine Maschinen- und Fertigungswerkstatt sowie die Möglichkeiten für Schiffbau, Schiffsreparatur und Wartung hervor.
Der maritime Industriebereich besitzt aufgrund der Lage Saint Croixs an wichtigen Karibik-Schifffahrtswegen eine besondere Bedeutung. Tiefwasseranlagen an der Südküste ermöglichen die Abfertigung größerer Schiffe und die Versorgung industrieller Betriebe. Neben dem Hafenumschlag bestehen Möglichkeiten für Schiffsreparaturen, technische Dienstleistungen, Marineausrüstung und andere mit der Schifffahrt verbundene Tätigkeiten. Die Regierung der Virgin Islands bezeichnet den industriellen Korridor von Saint Croix inzwischen als möglichen Standort für Logistik, Umschlag, Schiffreparatur, Luftfahrt- und Marinedienstleistungen, Leichtindustrie, Energieprojekte und digitale Infrastruktur.
Eine weitere industrielle Entwicklung betrifft Recycling und Umwelttechnik. Das Unternehmen RePlastic Recycle hat seinen Sitz auf Saint Croix und arbeitet im Bereich Kunststoffrecycling, Wiederverwertung und Umwelttechnik. 2026 wurde für das Unternehmen eine Förderung von 1,5 Millionen US-Dollar für Wachstum in den Bereichen Recycling, Fertigung und Technologiearbeitsplätze bekanntgegeben. Parallel dazu wurde auf Saint Croix eine Annahmestelle für bestimmte Kunststoffarten eingerichtet. Damit entsteht neben den traditionellen Produktionszweigen ein neuer Bereich der Kreislaufwirtschaft.
Auch die Lebensmittelverarbeitung gehört zur kleineren industriellen Produktion. Bäckereien, Fleischverarbeitung, Getränkeerzeugung, Konserven- und Spezialitätenherstellung arbeiten überwiegend in kleinen und mittleren Betrieben. Dazu kommen Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse weiterverarbeiten. Die geringe Größe des lokalen Marktes und die Insellage begrenzen allerdings die Möglichkeiten einer breit gefächerten Massenproduktion. Ein erheblicher Teil der industriell gefertigten Waren des täglichen Bedarfs wird deshalb weiterhin importiert.
Die industrielle Entwicklung von Saint Croix konzentriert sich gegenwärtig besonders auf die Nutzung bereits vorhandener Industrieflächen. 2026 wurden sowohl das Renaissance-Gebiet als auch das ehemalige HOVENSA-Raffineriegelände als mögliche Standorte für neue Industrieinvestitionen, Fertigung und Energieprojekte hervorgehoben. Gleichzeitig wird der Ausbau von Logistik, Hafenwirtschaft und Leichtindustrie verfolgt. Die wirtschaftspolitischen Planungen setzen damit auf eine stärkere Nutzung der vorhandenen industriellen Infrastruktur, nachdem die frühere Dominanz der Erdölraffination weggefallen ist.
Wasserwirtschaft
Die Wasserwirtschaft von Saint Croix wird im Wesentlichen von der Virgin Islands Water and Power Authority (WAPA) getragen. WAPA ist als territoriale Versorgungseinrichtung sowohl für die Trinkwasserproduktion und -verteilung als auch für die Elektrizitätsversorgung zuständig. Die Trinkwasserversorgung der Insel beruht heute vor allem auf der Meerwasserentsalzung. WAPA arbeitet dafür mit der Seven Seas Water Corporation zusammen, die in der Anlage bei Richmond Meerwasser durch Umkehrosmose zu Trinkwasser aufbereitet. Das aufbereitete Wasser wird in Speicheranlagen eingespeist und anschließend über das Leitungsnetz verteilt. Die WAPA beschreibt ihre Trinkwasserversorgung als System mit Meerwasser-Umkehrosmoseanlagen auf Saint Croix und Saint Thomas. Historisch wurden auf Saint Croix zusätzlich Grundwasserbrunnen genutzt; die wichtigsten Grundwasserleiter liegen insbesondere im Bereich des Kingshill-Aquifers. Ältere Untersuchungen weisen mehrere Brunnenfelder im zentralen und westlichen Teil der Insel aus. Die Bedeutung des Grundwassers für die öffentliche Trinkwasserversorgung ist gegenüber der Meerwasserentsalzung jedoch geringer geworden.
Eine weitere wichtige Säule der privaten Wasserversorgung sind Zisternen. Auf Saint Croix besitzen zahlreiche Gebäude Regenwasserspeicher, die vor allem für nichttrinkbare Zwecke genutzt werden können und bei vielen Haushalten eine wichtige Ergänzung der öffentlichen Wasserversorgung darstellen. In Trockenperioden sinken die Vorräte dieser Zisternen, wodurch gleichzeitig die Nachfrage nach Leitungswasser steigt. Dieser Zusammenhang wurde 2026 besonders deutlich: Während einer ausgeprägten Dürre gingen die Zisternenvorräte zurück, während mehr Haushalte auf das öffentliche Leitungsnetz angewiesen waren. Dadurch geriet das bereits stark beanspruchte Verteilungsnetz zusätzlich unter Druck.
Das öffentliche Trinkwassernetz verfügt über größere Speicher- und Pumpanlagen. Für die Versorgung des Westteils ist unter anderem der Speicher in Kingshill von Bedeutung; von dort kann Wasser teilweise im Gefälle weiterverteilt werden. Das Leitungsnetz ist allerdings teilweise alt und weist beträchtliche Sanierungs- und Erneuerungsbedarfe auf. 2026 führte die Kombination aus Trockenheit, hoher Nachfrage und Rohrbrüchen beziehungsweise Leckagen wiederholt zu niedrigem Wasserdruck und zeitweiligen Versorgungsunterbrechungen, besonders im westlichen Teil der Insel und in höher gelegenen Bereichen von Frederiksted. WAPA arbeitet deshalb an umfangreichen Erneuerungen der Wasserinfrastruktur. Für den westlichen Teil von Saint Croix ist ein langfristiges Infrastrukturprogramm vorgesehen, dessen Bauphasen nach der damaligen Planung ab 2029 beginnen und bis 2035 reichen sollen.
Im August 2026 kam es zu einer besonders schwerwiegenden Störung. Ein Zusammenbruch der Abwasser-Druckleitung der LBJ-Pumpstation in Christiansted führte zu einem größeren Austritt von Abwasser in den Küstenbereich. Da sich die Meerwasserentnahme für die Trinkwasserproduktion in diesem Bereich befindet, setzte WAPA die Trinkwasserproduktion vorsorglich aus. Nach Reparatur der Abwasserleitung und entsprechenden Wasseruntersuchungen wurde die Produktion am 30. August wieder aufgenommen. Die Wasserreserven mussten danach schrittweise wieder aufgefüllt werden.
Die Trinkwasserqualität wird regelmäßig untersucht. Im August 2026 war nach Nachweisen von Escherichia coli in Frederiksted eine Abkochverfügung erlassen worden. Nach täglichen Nachuntersuchungen und der Einhaltung der geltenden Anforderungen von EPA und Virgin Islands Department of Planning and Natural Resources wurde diese Verfügung am 23. September 2026 aufgehoben. Seitdem darf das öffentliche Leitungswasser wieder normal zum Trinken, Kochen, zur Eisbereitung, zum Zähneputzen und zum Geschirrspülen verwendet werden.
Energiewirtschaft
Die Energiewirtschaft von Saint Croix wird wie auch die Wasserwirtschaft wesentlich durch WAPA bestimmt. Das Elektrizitätsnetz ist ein eigenständiges Inselnetz und damit nicht mit einem größeren kontinentalen Verbundnetz verbunden. Die Stromerzeugung erfolgt traditionell überwiegend mit thermischen Kraftwerken und importierten Brennstoffen. Ein wichtiges Erzeugungszentrum befindet sich bei Richmond im Bereich von Christiansted. Die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen macht die Stromversorgung empfindlich gegenüber Preisveränderungen und Transportproblemen. WAPA arbeitet deshalb seit mehreren Jahren an einer Erneuerung der teilweise alten Erzeugungsanlagen und des Verteilungsnetzes. Zu den Modernisierungsmaßnahmen gehören neue, effizientere Erzeugungskapazitäten, Batteriespeicher, Netzverstärkungen und widerstandsfähigere Leitungsanlagen.
Gleichzeitig hat die Solarenergie auf Saint Croix erheblich an Bedeutung gewonnen. Ein wesentlicher Ausbau erfolgte mit dem Hogensborg Solar Farm. Die 2025 in Betrieb gegangene Anlage besitzt eine Leistung von 12 MW. Zusammen mit bereits vorhandenen Solaranlagen erhöhte sie die installierte erneuerbare Erzeugungskapazität auf Saint Croix auf rund 26 MW. Damit entsprach die installierte erneuerbare Leistung nach Angaben von WAPA mehr als der Hälfte der typischen Spitzenlast von etwa 45 MW; dies bedeutet allerdings nicht, dass die Insel jederzeit mehr als die Hälfte ihres tatsächlich verbrauchten Stroms aus Solarenergie bezieht.
Zum weiteren Ausbau der Stromversorgung werden Solarstrom und Batteriespeicher miteinander kombiniert. Für Saint Croix sind unter anderem Batteriespeicher und zusätzliche Solarkapazitäten vorgesehen. Im Rahmen der Infrastrukturplanung wurden für die Insel unter anderem 10 MW Solarleistung mit 8 MWh Batteriespeicher bei Petronella sowie 12 MW Solarleistung mit 18,4 MWh Batteriespeicher bei Hogensborg ausgewiesen. Zusätzlich ist Batteriespeicherung im Zusammenhang mit der konventionellen Erzeugung in Richmond vorgesehen. Die Speicher sollen insbesondere dabei helfen, Schwankungen der Solarstromproduktion auszugleichen und das Inselnetz bei Störungen stabiler zu halten.
Abfallwirtschaft
Die Abfallwirtschaft wird von der Virgin Islands Waste Management Authority (VIWMA) organisiert. Auf Saint Croix befindet sich mit der Anguilla Landfill die zentrale Deponie der Insel. Daneben bestehen Sammel- und Entsorgungsstellen beziehungsweise Bin Sites und Convenience Centers. Die VIWMA ist sowohl für die Abfallannahme und Deponieverwaltung als auch für die Organisation der regelmäßigen Hausmüllsammlung zuständig; die Sammlung wird teilweise durch eigene Fahrzeuge und teilweise durch beauftragte private Unternehmen durchgeführt. Für Saint Croix veröffentlichte die Behörde 2026 neue Sammelpläne und Zuständigkeiten für die einzelnen Wohngebiete.
Seit dem 1. Juni 2026 gelten einheitlichere Anforderungen für die Abholung von Haushaltsabfällen. Die VIWMA sammelt seither keinen lose in Fässern bereitgestellten Hausmüll mehr ein. Der Hausmüll muss in verschlossenen Säcken in zugelassenen Abfallbehältern mit einem Fassungsvermögen von höchstens 64 US-Gallonen, also etwa 242 Litern, bereitgestellt werden. Auf Saint Croix können entsprechende Behälter unter anderem über die VIWMA-Niederlassung beziehungsweise das Anguilla-Landfill-System bezogen werden. Für Gebiete ohne reguläre Haus-zu-Haus-Abholung stehen öffentliche Sammelbehälter zur Verfügung.
Neben dem normalen Hausmüll werden auf Saint Croix Sperrmüll, Altmetall, Haushaltsgroßgeräte, Reifen, Grünabfälle und andere besondere Abfallarten getrennt behandelt. Die VIWMA organisiert dafür eigene Sammelaktionen. Für Weißware, Schrott und Sperrmüll wurden 2026 unter anderem die Anguilla Landfill und der Cotton Valley Bin Site als Annahmestellen genannt. Grünabfälle werden auf dem Gelände der Anguilla Landfill in einem eigenen Bereich behandelt.
Die Wiederverwertung befindet sich im Ausbau. Seit April 2026 besteht am Peter’s Rest Convenience Center eine eigene Annahmestelle für bestimmte Kunststoffarten. Dort können saubere Kunststoffe der Kategorien beziehungsweise Recyclingcodes 1, 2 und 5 abgegeben werden. Das Projekt wird von der VIWMA gemeinsam mit RePlastic Recycle betrieben und soll den Anteil der Materialien erhöhen, die nicht auf der Deponie landen.
Die Anguilla Landfill bleibt dennoch der wichtigste Entsorgungsstandort für feste Abfälle von Saint Croix. Der Betrieb ist mit erheblichen technischen und organisatorischen Anforderungen verbunden. 2026 kam es mehrfach zu Betriebsstörungen; im März und erneut im Mai 2026 musste die Deponie wegen eines Feuers zeitweise geschlossen beziehungsweise in ihrer Nutzung eingeschränkt werden. Im August führten starke Regenfälle außerdem zu sehr schlammigen Zufahrtsbedingungen, wodurch der Zugang für schwere Fahrzeuge zeitweise beeinträchtigt wurde. Solche Ereignisse zeigen die unmittelbare Abhängigkeit der Abfallentsorgung von den örtlichen Wetter- und Infrastrukturbedingungen.
Das Abwasser aus dem Bereich Christiansted wird über Pumpstationen und Druckleitungen zur Harold G. Thompson Jr. Wastewater Treatment Plant geleitet. Die Pumpstationen und Abwasserdruckleitungen sind für die Funktionsfähigkeit des Systems von zentraler Bedeutung. Der Ausfall der LBJ-Pumpstation im August 2026 zeigte die Bedeutung dieser Infrastruktur besonders deutlich: Nach dem Bruch der Druckleitung kam es zu einem großen Abwasserüberlauf im Bereich von Downtown Christiansted und LBJ/Condo Row. Nach Abschluss der Reparatur wurde die Pumpstation am 30. August wieder in Betrieb genommen.
Handel
Der Handel auf St. Croix konzentriert sich vor allem auf Christiansted, Frederiksted und die größeren Siedlungs- und Gewerbegebiete im Inselinneren. Christiansted besitzt mit dem historischen Stadtzentrum, dem Boardwalk, den Straßen Company Street, King Street, Queen Street und Strand Street sowie dem Bereich um Gallows Bay das wichtigste innerstädtische Einkaufsgebiet. Frederiksted verfügt über kleinere Geschäfte vor allem entlang Strand Street, King Street, Market Street und rund um den Hafen. Daneben haben sich entlang der Hauptverkehrsstraßen Einkaufszentren, Supermärkte, Baumärkte, Autohändler, Werkstätten und andere Dienstleistungsbetriebe entwickelt. Das heutige Handelsangebot reicht damit von kleinen familiengeführten Geschäften bis zu größeren Supermärkten und Großhandelsbetrieben.
Christiansted ist insbesondere für kleinere Einzelhandelsgeschäfte, Galerien, Juweliergeschäfte, Kunsthandwerksbetriebe und touristisch orientierte Geschäfte bekannt. Entlang des Boardwalk und in den historischen Straßen befinden sich Geschäfte für Kleidung, Schmuck, Kunst, Souvenirs, Bücher, Tauchsport- und Wassersportausrüstung sowie gastronomische Betriebe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf lokal hergestelltem Schmuck. Der sogenannte Crucian Hook Bracelet ist eines der bekanntesten Schmuckstücke der Insel und wird von verschiedenen örtlichen Gold- und Silberschmieden hergestellt. Daneben werden Keramik, Skulpturen, Gemälde, Textilien, Seeglas-Schmuck und andere Kunsthandwerksprodukte verkauft.
Auch Frederiksted besitzt einen kleinteiligen Einzelhandel. In der historischen Innenstadt finden sich Bekleidungs- und Schuhgeschäfte, Souvenirläden, Kunst- und Keramikgeschäfte, Naturkosmetik- und Kräuterläden, Tauchsportgeschäfte sowie Anbieter von Strand- und Freizeitartikeln. Ein aktuelles Verzeichnis nennt unter anderem den Museumsshop des Caribbean Museum Center for the Arts, Violette Boutique, Cane Bay Dive Shop West, Molly's Tropical Boutique, Crucian Clayworks, Yemaya's Wearable Art und weitere kleine Einzelhandelsbetriebe.
Der Handel in Frederiksted ist damit stärker kleinbetrieblich und auf die historische Innenstadt und den Hafenbereich konzentriert. Das örtliche Geschäftsverzeichnis führt neben Einzelhandel auch Restaurants, Bars, Bürobedarf, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen auf. Im Bereich um den Frederiksted Pier befindet sich zudem ein Teil des auf Besucher ausgerichteten Handels.
Eine wichtige Funktion für die Versorgung der Bevölkerung haben die Supermärkte. Zu den größeren Lebensmittelmärkten gehören Plaza Extra East in Peter's Rest, The Market STX, Seaside Market & Deli, Food Town und Cost-U-Less. Das Sortiment umfasst neben Lebensmitteln frisches Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren, Delikatessen und Haushaltswaren. Plaza Extra East führt darüber hinaus beispielsweise Büro- und Schulbedarf, Haushaltsartikel, Spielzeug, bestimmte Elektrogeräte und Kfz-Zubehör.
The Market STX ist ein größerer Lebensmittelmarkt mit einem Sortiment aus Lebensmitteln, Frischwaren, Fleisch, Feinkost und weiteren Waren für die Haushaltsversorgung. Seaside Market & Deli verbindet Lebensmittelhandel mit Bäckerei und Feinkostbereich. Dadurch übernehmen diese Betriebe neben der Versorgung der ansässigen Bevölkerung auch eine Funktion für Hotels, Ferienunterkünfte und gastronomische Betriebe.
Neben den Supermärkten bestehen kleinere Lebensmittelgeschäfte, Minimärkte und spezialisierte Lebensmittelanbieter. Hinzu kommen Bauernmärkte und Farmstände. Auf solchen Märkten werden Obst, Gemüse, Honig, Marmeladen, Gewürze und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse verkauft. Der Saturday Farmers Market auf dem Gelände der Agriculture Fairgrounds wird vom Department of Agriculture der Virgin Islands betrieben. Daneben gibt es beispielsweise den La Reine Farmers' Market und kleinere Märkte im Süden und Osten der Insel.
Der Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen besitzt auch deshalb Bedeutung, weil ein Teil der Lebensmittelversorgung über lokale Produzenten erfolgt, während ein erheblicher Teil der Waren von außerhalb der Insel eingeführt wird. Für eine Inselwirtschaft mit begrenzter eigener Produktion sind Hafenverkehr, Lagerhaltung und die regelmäßige Versorgung der Geschäfte daher von grundlegender Bedeutung. Der Einzelhandel ist entsprechend eng mit dem Seehandel und den regionalen Lieferketten verbunden.
Eine besondere Stellung besitzt der Handel mit Kunsthandwerk. Neben Schmuck werden Korbwaren, Seifen und Körperpflegeprodukte, Keramik, Textilien, Kunstwerke und Produkte aus Muscheln und Seeglas angeboten. Viele dieser Geschäfte sind kleine Familienunternehmen, bei denen die Inhaber oder Kunsthandwerker die angebotenen Produkte selbst herstellen. Besonders in den historischen Zentren von Christiansted und Frederiksted ist diese Verbindung von Einzelhandel, Kunsthandwerk und Tourismus sichtbar.
Zum Handelssektor gehören außerdem Tauchsport- und Wassersportgeschäfte. Sie verkaufen oder vermieten Ausrüstung zum Tauchen, Schnorcheln und für andere Wassersportarten und bieten teilweise auch organisierte Ausfahrten an. Derartige Betriebe befinden sich sowohl in Christiansted als auch in Frederiksted und bedienen Einheimische ebenso wie Besucher.
Der Handel mit alkoholischen Getränken besitzt ebenfalls Bedeutung. Auf St. Croix werden unter anderem der lokal produzierte Cruzan Rum und weitere Spirituosen verkauft. Daneben bestehen Bars, Verkostungsräume und Geschäfte mit regionalen alkoholischen Produkten. Die Spirituosenproduktion selbst ist dabei ein Teil der Inselwirtschaft und nicht ausschließlich dem Einzelhandel zuzurechnen.
Zum gewerblichen Handel kommen Baumärkte, Eisenwarenhandlungen, Autohändler, Kfz-Werkstätten, Bauunternehmen, Elektriker, Installationsbetriebe und andere technische Dienstleister. Diese Betriebe sind über die gesamte Insel verteilt und konzentrieren sich nicht ausschließlich auf die historischen Stadtzentren. Besonders entlang der Hauptverkehrsachsen und in den Gewerbegebieten von Christiansted befinden sich größere Betriebe mit Lager- und Verkaufsflächen.
Finanzwesen
Das Finanzwesen von St. Croix ist Teil des Finanzsystems der United States Virgin Islands. Die Insel gehört zum US-amerikanischen Territorium, verwendet den US-Dollar und verfügt über ein Bankensystem, das sowohl lokal ausgerichtete Institute als auch Banken mit Verbindungen zu Puerto Rico und dem übrigen US-amerikanischen Finanzraum umfasst. Das Finanzwesen wird durch Banken, Kreditinstitute, Hypothekenfinanzierer, Versicherungen, Immobilienfinanzierer und staatliche Finanzstellen getragen.
Eine besondere Stellung besitzt die Bank of St. Croix, die heute als Bank of St. Croix eine Division der United Fidelity Bank ist. Das Institut ist lokal auf St. Croix präsent und unterhält derzeit ein Banking Center in Gallows Bay in Christiansted sowie ein weiteres in Estate Peter's Rest. Die Filiale in Gallows Bay befindet sich in der 5025 Anchor Way, die Filiale in Peter's Rest in Estate Peter's Rest. Neben dem normalen Schaltergeschäft werden unter anderem Walk-up- und Drive-through-Dienstleistungen angeboten.
FirstBank ist ebenfalls auf St. Croix vertreten. Die Bank unterhält eine Filiale in Orange Grove bei Christiansted sowie eine Filiale in Frederiksted an der Strand Street. Zum Angebot gehören klassische Bankdienstleistungen und Einlagen- und Zahlungsverkehr; die Bank verfügt außerdem über Geldautomaten. Die aktuellen Standorte von FirstBank weisen sowohl die Orange-Grove-Filiale als auch die Frederiksted-Filiale aus.
Banco Popular de Puerto Rico, in den Virgin Islands als Banco Popular beziehungsweise Banco Popular Virgin Islands vertreten, gehört ebenfalls zu den bedeutenden Banken auf St. Croix. Die Bank besitzt eine Niederlassung im Bereich Orange Grove in Christiansted und Geldautomaten. Ihre Präsenz steht zugleich für die enge wirtschaftliche Verbindung zwischen den US Virgin Islands und Puerto Rico.
Oriental Bank ist eine weitere Bank mit Präsenz auf St. Croix. Ein Standort befindet sich im Bereich Estate Diamond bei Christiansted. Damit stehen auf der Insel mehrere Banken unterschiedlicher regionaler Herkunft zur Verfügung. Neben Giro- und Sparkonten gehören Zahlungsverkehr, Kreditvergabe, Hypotheken und andere Finanzdienstleistungen zum Bankensektor.
Für den Immobilien- und Bausektor sind die Banken und spezialisierten Hypothekenfinanzierer von besonderer Bedeutung. Auf St. Croix sind neben den Geschäftsbanken verschiedene Mortgage Companies tätig. Bei der Finanzierung von Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien und Bauvorhaben arbeiten Immobilienunternehmen mit Banken und Hypothekenvermittlern zusammen. Zu den auf der Insel beziehungsweise für die Insel tätigen Finanzdienstleistern gehören unter anderem FirstBank, Banco Popular, Bank of St. Croix sowie verschiedene Hypothekenunternehmen.
Die Kreditwirtschaft finanziert darüber hinaus kleinere und mittlere Unternehmen. Die St. Croix Chamber of Commerce nennt Bank of St. Croix, Banco Popular und FirstBank als Banken, die lokale Unternehmen unter anderem im Rahmen von SBA-Programmen unterstützen. Damit spielt das Bankwesen nicht nur für private Haushalte und Immobilienbesitzer, sondern auch für den lokalen Gewerbesektor eine Rolle.
Die staatliche Finanzverwaltung befindet sich ebenfalls auf St. Croix. Das Department of Finance der Government of the Virgin Islands unterhält ein eigenes Büro in Christiansted in Estate Diamond. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Verwaltung und Überwachung der finanziellen Angelegenheiten der Territorialregierung, Einnahmenverwaltung, Zahlungsverkehr und Treasury-Aufgaben. Die Treasury-Abteilung arbeitet unter anderem mit Bankeinzahlungen, Scheckzahlungen, ACH-Zahlungen sowie Kredit- und Debitkartenzahlungen.
Soziales und1 Gesundheit
Das Sozialwesen untersteht dem Virgin Islands Department of Human Services. Es verwaltet Medicaid (Medical Assistance Program), die Lebensmittelhilfe SNAP, Unterstützungsleistungen für Senioren, Menschen mit Behinderungen und Familien sowie Programme zur Zahlung von Strom- und Telefonrechnungen. Für ältere Menschen gibt es spezielle Abteilungen für Senior Citizens Affairs. Zusätzlich existieren gemeinnützige Organisationen, die Pflege zu Hause, Demenzbetreuung und Unterstützung für Obdachlose anbieten. Die Armutsquote auf Saint Croix liegt deutlich über dem US-Durchschnitt, was die Nachfrage nach diesen Leistungen hochhält.
Gesundheitswesen
Das zentrale Krankenhaus der Insel ist das Gov. Juan F. Luis Hospital and Medical Center in der Nähe von Christiansted. Es bietet Akutversorgung, Notfallmedizin, Chirurgie und verschiedene Fachrichtungen. Nach dem Hurrikan Maria 2017 erlitt es schwere Schäden und musste über Jahre hinweg wiederaufgebaut und modernisiert werden. Daneben gibt es mehrere Community-Health-Centers. Das bedeutendste ist Frederiksted Health Care, Inc., ein bundesweit anerkannter Federally Qualified Health Center mit Standorten in Frederiksted, an der Nordküste und in der Inselmitte. Es versorgt rund ein Viertel der Bevölkerung mit Hausarztmedizin, Gynäkologie, Zahnmedizin, psychiatrischer Betreuung und Sozialberatung. Die Leistungen stehen allen offen, unabhängig von der Zahlungsfähigkeit; für Geringverdiener gilt eine gestaffelte Gebührenordnung. Weitere Einrichtungen umfassen die Virgin Islands Healthcare Foundation mit Schwerpunkt auf Dialyse und Primärversorgung sowie die VA-Klinik für Veteranen.
Die Gesundheitsversorgung leidet unter hohen Raten unversicherter oder unterversicherter Patienten, Personalmangel und begrenzten Spezialangeboten. Schwere Fälle müssen oft per Flugzeug oder Boot nach St. Thomas oder auf das US-Festland verlegt werden. Die Finanzierung erfolgt über eine Mischung aus territorialen Mitteln, Medicaid, Medicare, privaten Versicherungen und Bundeszuschüssen. Medicaid in den US-Jungferninseln ist im Vergleich zu den Bundesstaaten gedeckelt und enger gefasst, was zu Unterversorgung und Zahlungsrückständen führt.
Krankheiten
Wie in vielen wohlhabenderen Gesellschaften dominieren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die Todesursachen. Diabetes mellitus ist weit verbreitet und führt häufig zu Komplikationen, insbesondere wenn die Versorgung mit Medikamenten oder die Kühlung von Insulin nach Hurrikans unterbrochen wird. Bluthochdruck, Übergewicht und damit zusammenhängende Stoffwechselstörungen belasten das Gesundheitssystem erheblich.
Unter den übertragbaren Krankheiten spielen durch Stechmücken übertragene Viren eine besondere Rolle. Dengue-Fieber tritt immer wieder in Ausbrüchen auf. In den Jahren 2024 und 2025 wurden auf Saint Croix und den übrigen Jungferninseln Hunderte bestätigter Fälle registriert. Die Übertragung erfolgt vor allem durch die Aedes-aegypti-Mücke, die in stehenden Wasseransammlungen brütet. Symptome reichen von Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen bis hin zu schweren, lebensbedrohlichen Verläufen. Zika und Chikungunya kamen in früheren Jahren vor, sind derzeit jedoch weniger aktiv.
Weitere Infektionsrisiken umfassen Leptospirose, die über mit Tierurin verunreinigtes Wasser oder Schlamm übertragen werden kann, sowie Magen-Darm-Infektionen wie Salmonellose oder Campylobacteriose. Hand-Fuß-Mund-Krankheit tritt vor allem in Kindergärten und Schulen auf. Sexuell übertragbare Infektionen und HIV werden fortlaufend überwacht, die Neuinfektionsraten sind im Vergleich zu früheren Jahren gesunken. Tuberkulose kommt vor, bleibt aber relativ selten.
Umweltbedingte Gesundheitsprobleme haben in den letzten Jahren zugenommen. Die Wasserkrise von 2023/24 mit erhöhten Bleiwerten im Leitungswasser führte zu Blutuntersuchungen, besonders bei Kindern und Schwangeren. Bleibelastung kann Entwicklungsstörungen und andere langfristige Schäden verursachen. Nach Hurrikans wie Hugo und Maria steigen kurzfristig Verletzungen, Verschlechterungen chronischer Erkrankungen und psychische Belastungen an.
Bildung
Der St. Croix School District untersteht dem Virgin Islands Department of Education und betreibt die öffentlichen Schulen der Insel. Dazu gehören mehrere Elementary Schools (Grundschulen) wie Alfredo Andrews, Claude O. Markoe, Eulalie Rivera, Juanita Gardine, Lew Muckle, Pearl B. Larsen und Ricardo Richards. Für die Mittelstufe gibt es Junior High Schools, und die beiden großen High Schools sind die St. Croix Central High School und die St. Croix Educational Complex High School (einschließlich eines beruflichen Zweigs). Die Schülerzahlen liegen insgesamt bei etwa fünftausend im öffentlichen System von St. Croix. Viele Schulen wurden durch Hurrikans beschädigt und werden seitdem modernisiert oder neu gebaut; so ist etwa ein großer Neubau der Central High School im Gange.
Neben den öffentlichen Einrichtungen gibt es eine Reihe von Privat- und Konfessionsschulen. Dazu zählen die Good Hope Country Day School (Pre-K bis 12), die AZ Academy, die Manor School, die St. Croix Montessori und Star Apple Montessori School, die St. Mary’s Catholic School, die Free Will Baptist School, die St. Croix Seventh-day Adventist School sowie weitere kleinere Einrichtungen. Diese Schulen bieten oft kleinere Klassen und besondere pädagogische Konzepte an und werden von Eltern finanziert, die eine Alternative zum öffentlichen System suchen.
Höhere Bildung
Die höhere Bildung auf der Insel ist auf wenige Institutionen beschränkt. Die University of the Virgin Islands (UVI) unterhält ihren St.-Croix-Campus in Kingshill (Golden Grove). Der Campus wurde 1964 gegründet und bietet Bachelor- und Associate-Abschlüsse in Bereichen wie Betriebswirtschaft, Bildungswissenschaften, Informatik, Pflege und Prozess-Technologie an. Es gibt auch Masterprogramme und Kooperationen. Die UVI ist eine historisch afroamerikanische Hochschule und Land-Grant-Institution. Daneben betreibt die Barry University ein Ausbildungsprogramm für Physician Assistants (Arzthelferinnen und -helfer) auf der Insel. Weiterführende oder spezialisierte Studiengänge erfordern in der Regel den Wechsel nach St. Thomas, auf das US-Festland oder nach Puerto Rico.
Bibliotheken und Archive
Die Bibliotheken und Archive auf Saint Croix bilden einen wichtigen Teil der kulturellen und wissenschaftlichen Infrastruktur der Insel. Sie werden hauptsächlich von der Division of Libraries, Archives and Museums (DLAM) des Virgin Islands Department of Planning and Natural Resources verwaltet.
Die zentrale öffentliche Bibliothek ist die Florence Augusta Williams Public Library in Christiansted an der King Street. Sie dient als Hauptbibliothek für St. Croix und beherbergt auch Teile der Territorial Archives. Nach den schweren Schäden durch den Hurrikan Maria 2017 war sie über sechs Jahre geschlossen und wurde 2024 nach umfangreichen Renovierungen wiedereröffnet. Die Bibliothek bietet Bücher, digitale Medien über den Dienst Hoopla, Computerarbeitsplätze, WLAN, Veranstaltungsräume und eine Kinderabteilung. Die historischen Sammlungen und Karibik-Archive sind in der Regel nur nach Vereinbarung zugänglich. Die Öffnungszeiten liegen typischerweise von Dienstag bis Samstag.
Weitere öffentliche Bibliotheksdienste gehören zum Virgin Islands Public Library System, das auch digitale Angebote für die gesamte Bevölkerung bereitstellt. Für sehbehinderte und körperlich eingeschränkte Nutzer gibt es die Regional Library for the Blind and Physically Handicapped.
Die University of the Virgin Islands unterhält auf ihrem Albert-A.-Sheen-Campus in Kingshill eine eigene Hochschulbibliothek. Sie verfügt über umfangreiche Bestände zu karibischer und jungferninsulanischer Geschichte, darunter die Ralph-DeChabert-Sammlung von Dokumenten zu den Virgin Islands und der Karibik. Die UVI-Bibliotheken nehmen an der Digital Library of the Caribbean (dLOC) teil und stellen digitalisierte Materialien online zur Verfügung.
Ein bedeutendes privates Forschungsarchiv befindet sich bei der St. Croix Landmarks Society auf Estate Whim bei Frederiksted. Die Research Library & Archives dort ist vor allem auf Genealogie, Plantagengeschichte und lokale Familienforschung spezialisiert. Sie besitzt Manuskripte, Kirchenbücher, Volkszählungen, Karten, Fotografien und weitere Primärquellen. Der Zugang erfolgt nach Vereinbarung; Nutzer können auch Dienste wie Ancestry.com und FamilySearch nutzen. Viele ältere koloniale Unterlagen aus der dänischen Zeit lagern heute in Dänemark (Rigsarkivet) und in den US National Archives. Lokale Bestände sind daher unvollständig und über mehrere Institutionen verstreut.
Kultur
Die Kultur von Saint Croix ist geprägt von einer afro-karibischen Mehrheit mit starken Einflüssen aus dänischer, französischer, spanischer und niederländischer Kolonialzeit, was sich in Architektur, Festen und Musik widerspiegelt. Die Einwohner, Crucians genannt, pflegen ein lebendiges Kreol-Erbe mit eigener Sprache, traditionellem Tanz wie der Quadrille und einer Küche, die karibische, afrikanische und europäische Elemente vereint.
Museen
Das bedeutendste historische Museumsensemble von Saint Croix befindet sich in Christiansted im Bereich der Christiansted National Historic Site. Die vom National Park Service verwaltete Anlage umfasst sieben Acres am historischen Hafen und bewahrt mehrere Gebäude aus der dänischen Kolonialzeit. Dazu gehören Fort Christiansvaern, das Danish West India and Guinea Company Warehouse, das Steeple Building, das ehemalige dänische Zollhaus und das Scale House. Die Anlage vermittelt die Geschichte Christiansteds und der dänischen Herrschaft über Saint Croix von der Gründung der Stadt bis zum Übergang der Insel an die Vereinigten Staaten im Jahr 1917. Thematisiert werden unter anderem Kolonialverwaltung, Militär, Handel, Sklavenhandel, religiöse Vielfalt, Handwerk und das Alltagsleben.
Das zentrale Gebäude der historischen Anlage ist Fort Christiansvaern. Die Festung wurde ab 1738 errichtet und bis 1749 fertiggestellt. Sie schützte den Hafen von Christiansted, diente der Kontrolle des Handels und der Erhebung von Zöllen und war zugleich militärischer Stützpunkt. Heute sind Teile der Festung museal zugänglich. Besucher können unter anderem den Innenhof, die Räume der Garnison und die ehemaligen Gefängnisbereiche besichtigen. Die Ausstellung und die historischen Räume vermitteln die Funktion der Festung und die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der dänischen Kolonialzeit.
Das Danish West India and Guinea Company Warehouse war im 18. und frühen 19. Jahrhundert ein wichtiges Handels- und Lagergebäude. Es dokumentiert die Rolle Christiansteds als Hafen- und Handelszentrum. Das Steeple Building geht auf die erste lutherische Kirche Christiansteds zurück, die 1753 geweiht wurde. Das Zollhaus und das Scale House dokumentieren dagegen die Organisation des Warenverkehrs und die staatliche Kontrolle des Handels. Zusammen bilden diese Gebäude kein klassisches Einzelmuseum, sondern ein historisches Museumsensemble, in dem die Entwicklung der Stadt und ihrer Bevölkerung anhand der erhaltenen Bauwerke dargestellt wird.
Eine weitere wichtige Einrichtung ist das Apothecary Hall Museum in Christiansted. Es befindet sich in einer restaurierten Apotheke aus dem 19. Jahrhundert. Die Apotheke wurde 1820 von einem dänischen Apotheker eingerichtet und diente unter anderem der Versorgung der Bevölkerung und der Militärgarnison. Erhalten beziehungsweise rekonstruiert sind Apothekerschränke, Gefäße, Behälter für Arzneimittel und historische pharmazeutische Geräte. Die Ausstellung vermittelt damit die Geschichte des Gesundheitswesens und der Pharmazie auf Saint Croix. Darüber hinaus werden dort archäologische und kulturgeschichtliche Objekte gezeigt, darunter Gegenstände aus der Zeit der indigenen Bevölkerung der Insel.
Eine zentrale Einrichtung für die Geschichte der Plantagenwirtschaft ist das Estate Whim Museum im Westen von Saint Croix. Es wird von der St. Croix Landmarks Society betrieben und befindet sich auf einer ehemaligen Zuckerrohrplantage. Das Museum umfasst historische Plantagengebäude, darunter das Great House, Wirtschaftsgebäude und eine Windmühle. Die Anlage vermittelt die Geschichte des Zuckerrohranbaus, der Plantagenwirtschaft und der Arbeitswelt der versklavten Afrikaner, deren Arbeit einen wesentlichen Teil der kolonialen Zuckerwirtschaft von Saint Croix bildete. Der National Park Service bezeichnet Estate Whim als das einzige Zuckerplantagenmuseum der Insel.
Das Estate Whim Museum ist zugleich als sogenanntes Living Museum konzipiert. Neben der historischen Bausubstanz werden traditionelle Handwerkstechniken, kulturelle Veranstaltungen und Vorführungen angeboten. Dazu gehören unter anderem Arbeiten mit Holz und Kalebassen, Korbflechten und Töpfern. Außerdem finden Veranstaltungen mit Crucian-Musik und Tanz statt. Die Einrichtung besitzt eine Forschungsbibliothek und ein Archiv, das historische und genealogische Forschungen ermöglicht.
Für die Kunstgeschichte der Insel ist das Caribbean Museum Center for the Arts in Frederiksted von Bedeutung. Die Einrichtung befindet sich in einem historischen Gebäude im Stadtzentrum von Frederiksted und widmet sich Künstlern aus den Amerikanischen Jungferninseln, Puerto Rico und anderen karibischen Ländern. Neben Dauerausstellungen werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Das Zentrum dient außerdem als Ort für Kunstunterricht, Workshops und kulturelle Veranstaltungen und verbindet damit Museum, Galerie und Kulturzentrum.
Das Museumsgeschehen von Saint Croix beschränkt sich damit nicht auf die Präsentation einzelner historischer Gegenstände. Einen großen Teil der Museumsarbeit bildet die Erhaltung historischer Gebäude und Kulturlandschaften. Besonders die Christiansted National Historic Site und Estate Whim verbinden Architektur, Archäologie, Sozialgeschichte und Wirtschaftsgeschichte. Dadurch wird die Geschichte der Insel anhand der erhaltenen Gebäude, Landschaften, Gegenstände und schriftlichen Quellen dargestellt.
Eine besondere Bedeutung besitzt dabei die Geschichte der Sklaverei. Die Zuckerwirtschaft von Saint Croix beruhte während der dänischen Kolonialzeit in hohem Maße auf der Arbeit versklavter Menschen afrikanischer Herkunft. Die Museen und historischen Anlagen behandeln deshalb nicht nur die Geschichte der europäischen Kolonialherren und Plantagenbesitzer, sondern auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der versklavten Bevölkerung. Die Christiansted National Historic Site nennt ausdrücklich den transatlantischen Sklavenhandel und die unterschiedlichen menschlichen Erfahrungen während der dänischen Herrschaft als Bestandteile ihrer historischen Vermittlungsarbeit.
Auch die Geschichte der indigenen Bevölkerung ist Teil der musealen Darstellung. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung Saint Croix' lange vor der europäischen Kolonisierung. Im Apothecary Hall Museum werden unter anderem archäologische Gegenstände aus dieser frühen Geschichte präsentiert. Damit reicht die zeitliche Perspektive der Museen von der vorkolonialen Besiedlung über die dänische Kolonialzeit und die Plantagenwirtschaft bis zur Geschichte der Amerikanischen Jungferninseln im 20. und 21. Jahrhundert.
Die St. Croix Landmarks Society besitzt für die Museumsarbeit der Insel eine besondere Bedeutung. Die Organisation widmet sich der Bewahrung und Vermittlung des historischen und kulturellen Erbes von Saint Croix und betreibt beziehungsweise betreute mehrere historische Einrichtungen. Zu ihren Aufgaben gehören neben Museumsarbeit auch Forschung, die Pflege historischer Fotografien und Karten sowie genealogische und historische Quellen.
Architektur
Die Architektur von St. Croix ist wesentlich durch die dänische Kolonialzeit, die Zuckerwirtschaft und die Entwicklung der beiden historischen Hafenstädte Christiansted und Frederiksted geprägt. Hinzu kommen Einflüsse aus verschiedenen europäischen Bautraditionen sowie eine eigenständige karibische Bauweise, die sich insbesondere bei Wohnhäusern, Kirchen, Handelsgebäuden und Plantagenanlagen entwickelte. Die historischen Stadtkerne von Christiansted und Frederiksted gehören zu den wichtigsten erhaltenen Ensembles der Insel. Die dänische Stadtplanung beruhte auf regelmäßigen Grundrissen und vergleichsweise strengen Bauvorschriften; dadurch entstanden zusammenhängende Straßenzüge mit Kaufmannshäusern, Lagerhäusern, öffentlichen Gebäuden und Wohnbauten.
Christiansted wurde ab 1734 als koloniale Handelsstadt angelegt. Das Stadtbild ist bis heute durch zwei- und dreigeschossige Gebäude mit massiven Mauern, Innenhöfen, Arkaden, hölzernen Fensterläden und teilweise überdachten Gehbereichen geprägt. Die zum Hafen führenden Straßen wurden von Kaufmannshäusern und Lagergebäuden gesäumt. Im Erdgeschoss befanden sich häufig Geschäfte, Lager- und Geschäftsräume, während die oberen Stockwerke als Wohnungen oder Büros dienten. Charakteristisch sind auch die Innenhöfe, die über Tore von der Straße aus erreichbar sind. In den Wohnvierteln finden sich daneben kleinere ein- und zweigeschossige Holzhäuser mit Walmdächern und kleinen Höfen.
Das bedeutendste zusammenhängende historische Gebäudeensemble Christiansteds ist die Christiansted National Historic Site des National Park Service. Sie umfasst mehr als sieben Acres und konzentriert sich auf den historischen Hafenbereich. Zu den fünf erhaltenen Hauptbauten gehören Fort Christiansvaern, das Lagerhaus der Danish West India and Guinea Company, das Steeple Building, das Zollhaus und das Scale House. Die Gebäude entstanden zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert und wurden unter anderem aus gelben Ziegeln errichtet, die aus Dänemark als Ballast in den Schiffen nach St. Croix gebracht wurden, sowie aus lokalem Stein und Korallenmaterial.
Fort Christiansvaern wurde zwischen 1738 und 1749 auf den Resten einer älteren französischen Befestigung errichtet. Die annähernd quadratische Anlage besitzt Bastionen, einen Innenhof und auf der Landseite ein Ravelin. Sie diente dem Schutz des Hafens und der Stadt, der Sicherung des Handels sowie als militärischer und administrativer Stützpunkt. Spätere Erweiterungen erfolgten zwischen 1835 und 1841. Das weitgehend erhaltene Mauerwerk gehört zu den bedeutendsten erhaltenen kolonialen Befestigungsanlagen der Karibik.
Das Warehouse der Danish West India and Guinea Company entstand 1749 und diente der Lagerung von Zucker und anderen Handelswaren sowie als Teil des kolonialen Handelskomplexes. Das Steeple Building wurde zwischen 1750 und 1753 als lutherische Kirche errichtet; sein Turm kam 1794 bis 1796 hinzu. Nach der Aufgabe als Kirche wurde das Gebäude unter anderem als Militärbäckerei, Lagerhaus, Hospital und Schule genutzt. Das heutige Erscheinungsbild bewahrt wesentliche klassizistische beziehungsweise nordisch-dänische Gestaltungselemente.
Das heutige Zollhaus geht auf eine ältere Anlage aus dem 18. Jahrhundert zurück; der bestehende Bau wurde 1841 beziehungsweise 1842 fertiggestellt. Das Scale House von 1856 diente der Kontrolle und Verwiegung der ein- und ausgeführten Waren. Zusammen mit dem Fort, dem Lagerhaus und dem Kai bildeten diese Gebäude das architektonische Zentrum des kolonialen Handels- und Verwaltungssystems.
Frederiksted besitzt einen anderen architektonischen Charakter. Die Stadt wurde 1751 gegründet und nach einem großen Brand im Zusammenhang mit dem Arbeitsaufstand von 1878 in erheblichem Umfang wiederaufgebaut. Bei diesem Wiederaufbau setzte sich der damals zeitgenössische viktorianische Baustil durch. Deshalb prägen heute neben älteren dänisch-kolonialen Bauten zahlreiche Gebäude des späten 19. Jahrhunderts das historische Stadtbild. Die erhaltene Struktur des historischen Bezirks wird von einem regelmäßigen Raster aus sieben Straßen in Nord-Süd- und sieben Straßen in Ost-West-Richtung bestimmt.
Charakteristisch für Frederiksted sind insbesondere die sogenannten Gingerbread-Elemente der viktorianischen Architektur. Dazu gehören dekorativ ausgesägte Holzornamente, filigrane Geländer, hölzerne Veranden, aufwendig gestaltete Dachabschlüsse und andere kleinteilige Schmuckformen. Diese Architektur entstand nicht als unveränderte Fortsetzung der dänischen Kolonialarchitektur, sondern als Ergebnis des Wiederaufbaus nach 1878 und der Verbindung viktorianischer Gestaltung mit karibischen Bauformen. Die Verwendung von Holzveranden und offenen, verschatteten Bereichen entsprach zugleich den klimatischen Bedingungen der Insel.
Zu den bedeutenden Bauten Frederiksteds gehört die römisch-katholische St. Patrick's Church, die 1848 errichtet wurde. Der Bau besteht aus lokal gewonnenem behauenem Stein. Die Westfassade verbindet Elemente der Neugotik mit neoklassizistischen Formen: Spitzbogige beziehungsweise lancettartige Öffnungen stehen neben paarweise angeordneten Eingangssäulen. Die Kirche wurde nach ihrer Errichtung erweitert, als die katholische Gemeinde wuchs.
Weitere wichtige historische Bauwerke Frederiksteds sind Fort Frederik, das Zollhaus, ehemalige Handels- und Lagergebäude sowie zahlreiche Wohnhäuser und Geschäftsbauten entlang der historischen Straßen. Der historische Bezirk von Frederiksted wurde 1976 in das National Register of Historic Places aufgenommen. Er umfasst das Gebiet zwischen Fisher Street, dem Friedhof, Fort Frederik und der westlichen Küste. Mehr als ein Jahrhundert später ist der Wiederaufbau nach dem Brand von 1878 noch deutlich am architektonischen Bestand abzulesen.
Neben den beiden Hafenstädten besitzt St. Croix zahlreiche historische Plantagen- und Zuckerwirtschaftsanlagen. Große Herrenhäuser, Zuckerfabriken, Windmühlen, Zisternen, Lagerhäuser, Werkstätten und Wirtschaftsgebäude stehen mit der früheren Zuckerproduktion in Verbindung. Die Architektur dieser Anlagen zeigt die funktionale Trennung zwischen dem Wohnbereich der Plantagenbesitzer, den Produktionsanlagen und den Bereichen, in denen die versklavten Arbeitskräfte lebten und arbeiteten. Besonders gut erhaltene Anlagen werden heute als historische Stätten oder Museen genutzt.
Eine besondere Gruppe bilden die historischen Kirchen. Auf St. Croix entstanden seit dem 18. Jahrhundert lutherische, anglikanische, römisch-katholische, mährische und andere Kirchengebäude. Ihre Architektur verbindet europäische Bautraditionen mit karibischen Materialien und lokalen handwerklichen Techniken. Die Kirchen wurden zu einem wichtigen Bestandteil der Stadtbilder von Christiansted und Frederiksted und dokumentieren zugleich die religiöse und gesellschaftliche Vielfalt der Insel.
Eine völlig andere Form historischer Architektur findet sich im Bereich von Salt River Bay. Dort liegen archäologische Überreste menschlicher Besiedlung aus der Zeit vor der europäischen Kolonisierung sowie Anlagen aus der europäischen Kolonialzeit. Der Salt River Bay National Historical Park and Ecological Preserve schützt ein Gebiet, in dem sich archäologische, historische und natürliche Strukturen unmittelbar überlagern. Zum Bestand gehören prähistorische Siedlungsplätze, der steinerne Zeremonial- und Ballspielplatz der Taíno sowie die Reste kolonialer Anlagen.
Besonders auffällig ist Fort Salé an der westlichen Einfahrt zur Salt River Bay. Die dreieckige Erdfestung wurde 1641 von den Engländern begonnen und 1642 von den Niederländern fertiggestellt. Ihre Erdaufschüttungen und Befestigungswälle sind bis heute im Gelände erkennbar. Damit gehört Fort Salé zu den ältesten erhaltenen europäischen Befestigungsanlagen der Neuen Welt. Die ursprüngliche Angabe einer französischen Befestigung von etwa 1617 ist daher nicht zutreffend.
Archäologisch besonders bedeutend ist der dort entdeckte Taíno-Ballspielplatz beziehungsweise Batey. Er wurde Anfang der 1920er Jahre ausgegraben und besteht aus einem mit Steinen eingefassten Platz. Der National Park Service bezeichnet ihn als den einzigen bekannten zeremoniellen, steinbegrenzten Ballspielplatz in den Kleinen Antillen. Die Anlage steht damit für eine Architekturform, die älter ist als die europäische Kolonisierung der Insel und die religiöse und gesellschaftliche Funktion des Ortes dokumentiert.
Die Columbus-Landing-Stätte bei Salt River besitzt ebenfalls eine besondere historische Bedeutung. Sie gilt als der einzige bestätigte Ort, an dem Mitglieder der zweiten Reise von Christoph Kolumbus 1493 auf dem Gebiet landeten, das heute zu den Vereinigten Staaten gehört. Der Ort ist heute Teil des archäologischen Schutzbereichs und steht nicht für ein erhaltenes Bauwerk, sondern für die Verbindung von archäologischer Landschaft, historischer Überlieferung und erhaltenen Siedlungsresten.
Auch die natürlichen Gegebenheiten sind im architektonischen und historischen Bestand von Salt River sichtbar. Das Schutzgebiet reicht von den Hochflächen über das Einzugsgebiet des Salt River und die Mangroven bis zu Ästuaren, Korallenriffen und dem vorgelagerten Unterwassercanyon. Dadurch unterscheidet sich dieser historische Landschaftsraum deutlich von den dicht bebauten Stadtzentren Christiansteds und Frederiksteds.
An der Salt River Bay befindet sich außerdem eine biolumineszente Lagune beziehungsweise Mangrove Lagoon. Untersuchungen des National Park Service und wissenschaftlicher Partner haben die Organismen und ökologischen Bedingungen untersucht, die für die Biolumineszenz verantwortlich sind. Die biolumineszente Bucht gehört damit ebenfalls zum natürlichen Umfeld der historischen und archäologischen Landschaft von Salt River Bay.
Bildende Kunst
Einen wesentlichen Bestandteil der heutigen Kunstszene bilden Malerei, Zeichnung, Fotografie, Keramik, Skulptur, Druckgrafik, Glasarbeiten, Textilkunst und verschiedene Formen der Mischtechnik. Daneben spielen Kunsthandwerk und die künstlerische Verarbeitung lokaler Materialien eine wichtige Rolle. Die Motive reichen von Landschaften, Meer und tropischer Vegetation über das historische Bauerbe bis zu Alltag, Familiengeschichte, afrokaribischer Identität und der Geschichte der Virgin Islands. Die Kunstszene ist sowohl in Christiansted als auch in Frederiksted vertreten und wird von Galerien, Künstlervereinigungen, Ausstellungen und Kulturinstitutionen getragen.
Eine zentrale Einrichtung ist das Caribbean Museum Center for the Arts (CMCArts) in Frederiksted. Die 1994 gegründete Institution widmet sich der Förderung und Vermittlung karibischer Kunst und Kultur und verbindet Ausstellungen mit Kunstunterricht, Workshops, Bildungsprogrammen und Künstleraufenthalten. Das Programm umfasst unter anderem Malerei, Zeichnung, Skulptur, Keramik, Druckgrafik, Textilkunst und Mischtechniken sowie Fotografie, Film und digitale Medien. Dadurch werden sowohl traditionelle als auch zeitgenössische Formen der bildenden Kunst einbezogen.
Der Sitz des CMCArts befindet sich in der Strand Street in Frederiksted in einem historischen Gebäude aus der dänischen Kolonialzeit. Das Gebäude besitzt mehrere Geschosse und einen Innenhof und verbindet damit die Funktion eines historischen Bauwerks mit der Nutzung als Ausstellungs- und Bildungsstätte. Im CMCArts finden wechselnde Ausstellungen statt; daneben werden Arbeiten von Künstlern aus St. Croix und anderen Teilen der Karibik präsentiert. Die Einrichtung versteht sich ausdrücklich als Ort, an dem die kulturelle Vielfalt der karibischen und karibisch-amerikanischen Bevölkerung durch Kunst dokumentiert und vermittelt wird.
Eine wichtige Rolle spielt die Artist Guild of St. Croix. Die Künstlervereinigung unterstützt die bildenden Künstler der Insel und organisiert Ausstellungen, bei denen unter anderem Malerei, Skulptur, Fotografie und Mixed-Media-Arbeiten gezeigt werden. In ihren Ausstellungen sind sowohl etablierte als auch jüngere Künstler vertreten. Zu den verwendeten Techniken gehören beispielsweise Öl- und Acrylmalerei, Zeichnung und verschiedene Mischtechniken.
Die zeitgenössische Kunst von St. Croix umfasst auch Keramik. Arbeiten aus glasierter Keramik gehören ebenso zum Ausstellungsspektrum wie Skulpturen und andere dreidimensionale Arbeiten. Das CMCArts präsentiert beispielsweise Werke lokaler Künstler, bei denen Keramik mit Motiven und Formen verbunden wird, die auf das karibische Lebensumfeld und die kulturelle Identität der Insel Bezug nehmen. Auch Schmuck, Textilarbeiten und andere kunsthandwerklich geprägte Formen überschneiden sich mit der bildenden Kunst.
In Christiansted und den umliegenden historischen Vierteln befinden sich mehrere Galerien und Verkaufsräume für zeitgenössische Kunst. Zu den dort angebotenen Arbeiten gehören Gemälde, Fotografien, Keramik, Glasarbeiten und Skulpturen. Eine der bekannten Einrichtungen ist Many Hands Gallery, deren Angebot insbesondere Arbeiten lokaler Künstler verschiedener Techniken umfasst. Die Galerien bilden damit zugleich einen wichtigen Absatzweg für die auf St. Croix entstehende Kunst.
Die Landschaft der Insel ist ein wiederkehrendes Motiv der bildenden Kunst. Küsten, Strände, Riffe, Hügel, Plantagenlandschaften und die historischen Stadtbilder von Christiansted und Frederiksted werden in Gemälden und Fotografien dargestellt. Besonders das Zusammenspiel von Meer und Land, die tropische Vegetation und die historischen Gebäude der ehemaligen dänischen Kolonialstädte bieten häufige Motive. Die Landschaftsdarstellung steht dabei neben Porträts, Stillleben, abstrakten Arbeiten und gesellschaftlich orientierter Kunst.
Eine besondere Verbindung zwischen Natur und bildender Kunst besteht im Bereich des Buck Island Reef National Monument. Das Monument umfasst die 176 Acres beziehungsweise rund 71 Hektar große, unbewohnte Insel Buck Island sowie die sie umgebenden Meeres- und Korallenriffbereiche. Der National Park Service schützt dort unter anderem das große Elchhornkorallen-Riffsystem, Strände, Trockenwald und die marine Tierwelt. Die Unterwasserwelt mit Korallen, Meeresschildkröten, Fischen und Seegrasflächen ist zugleich ein bedeutendes Motiv für Fotografie und andere Formen der Naturdarstellung.
Buck Island besitzt darüber hinaus eine kulturgeschichtliche Bedeutung, die über die Naturdarstellung hinausgeht. Archäologische Untersuchungen haben menschliche Aktivitäten auf der Insel und im umliegenden Meer dokumentiert. Der National Park Service untersucht außerdem untergegangene historische Ressourcen, darunter Schiffswracks und andere Hinterlassenschaften des kolonialen Handels und der Geschichte der Versklavung. Damit bildet Buck Island einen Bereich, in dem Natur-, Unterwasser- und Geschichtsforschung unmittelbar miteinander verbunden sind.
Green Cay gehört ebenfalls zu den für die künstlerische Darstellung wichtigen Naturräumen vor St. Croix. Das 14 Acres beziehungsweise rund 5,7 Hektar große Green Cay National Wildlife Refuge umfasst die gesamte Insel Green Cay bis zur Meereshöhe. Das Schutzgebiet wurde 1977 eingerichtet, um insbesondere die vom Aussterben bedrohte St. Croix Ground Lizard, Ameiva polops, zu schützen. Die Insel besitzt außerdem geologische Aufschlüsse aus Lava, Tuffen und Brekzien sowie archäologische Hinweise auf eine frühe menschliche Nutzung.
Die Unterwasserlandschaft rund um Green Cay und das nahe Tamarind Reef spielt ebenfalls eine Rolle für Unterwasserfotografie und die Darstellung der marinen Umwelt. Dabei stehen Korallenriffe, Fische und die Struktur des Meeresbodens im Mittelpunkt. Das Green Cay National Wildlife Refuge selbst ist zum Schutz der gefährdeten Echse für die Öffentlichkeit geschlossen; künstlerische und fotografische Arbeiten über die Insel entstehen daher überwiegend aus zugänglichen Bereichen und aus dem Umfeld des Riffs.
Neben den Naturmotiven besitzt die historische Architektur von St. Croix eine große Bedeutung für die bildende Kunst. Christiansted mit Fort Christiansvaern, den Lagerhäusern, dem Zollhaus, dem Scale House und den historischen Wohn- und Geschäftshäusern sowie Frederiksted mit Fort Frederik und den viktorianischen Bauten bilden wichtige Motive für Malerei, Zeichnung und Fotografie. Die Architektur dokumentiert gleichzeitig die dänische Kolonialgeschichte, die Entwicklung der Zuckerwirtschaft und den Wiederaufbau Frederiksteds nach dem Brand von 1878.
Auch die Geschichte der Plantagenwirtschaft und der Versklavung ist Bestandteil der künstlerischen Auseinandersetzung mit St. Croix. Historische Plantagenhäuser, Zuckerfabriken, Windmühlen und Ruinen werden nicht nur als pittoreske Landschaftselemente dargestellt, sondern dienen als Bezugspunkte für die Erinnerung an die koloniale Gesellschaft, die Arbeit versklavter Menschen und die spätere Entwicklung der cruzianischen Gesellschaft. Institutionen wie das CMCArts verbinden zeitgenössische Kunst ausdrücklich mit der Vermittlung der komplexen Geschichte und der unterschiedlichen kulturellen Traditionen der Karibik.
Literatur
Die Literatur von St. Croix ist Teil der Literatur der U.S. Virgin Islands und des weiteren karibischen Literaturraumes. Zu den behandelten Themen gehören die Geschichte der Insel, das Leben in den Gemeinden, Familie und Migration, die Erfahrung der afrokaribischen Bevölkerung, die Zeit der dänischen Herrschaft, die Sklaverei und ihre Folgen sowie die Entwicklung der Crucianischen Gesellschaft nach der Abschaffung der Sklaverei. Neben englischsprachigen Texten spielen auch karibische Sprachformen und das lokal geprägte Crucian English eine Rolle. Literatur entsteht sowohl in Form von Romanen, Erzählungen und Gedichten als auch in historischen Darstellungen, Memoiren und kulturgeschichtlichen Veröffentlichungen.
Ein bedeutender Schriftsteller und Historiker aus St. Croix war Richard A. Schrader Sr. (1931–2026), Autor, Historiker und Kulturvermittler. Sein Buch St. Croix in Another Time beschäftigt sich mit der Geschichte und dem Alltagsleben der Insel und bewahrt Erinnerungen an Menschen, Orte und gesellschaftliche Verhältnisse. Die University of the Virgin Islands bezeichnete Schrader als eine wichtige Persönlichkeit der Literatur und des kulturellen Erbes der Virgin Islands. Er erhielt 2016 die Ehrendoktorwürde der University of the Virgin Islands.
Eine wichtige Institution für die Literatur ist The Caribbean Writer, die an der University of the Virgin Islands herausgegeben wird. Die literarische Zeitschrift widmet sich der Literatur der Karibik und veröffentlicht Werke von Schriftstellern aus der Region und aus der karibischen Diaspora. 2026 wurde das 40-jährige Bestehen der Zeitschrift begangen. Damit gehört The Caribbean Writer zu den langfristig etablierten literarischen Einrichtungen der Virgin Islands.
Eine besonders wichtige literarische Veranstaltung auf St. Croix ist das Virgin Islands Literary Festival and Book Fair. Das Festival wurde von der University of the Virgin Islands aufgebaut und wird inzwischen in Zusammenarbeit mit The Caribbean Writer und der St. Croix Foundation for Community Development veranstaltet. Das zwölfte Festival fand vom 9. bis 12. April 2026 statt. Auf dem Programm standen Autorenlesungen, wissenschaftliche Vorträge, Podiumsgespräche, Schreibworkshops, Schulbesuche, Buchpräsentationen und Signierstunden. Hinzu kamen kulturelle Veranstaltungen wie das Bush Tea Morning Social sowie eine Filmvorführung.
Das Festival verbindet damit Literatur mit anderen Künsten. Neben Schriftstellern und Literaturwissenschaftlern richtet es sich auch an Leser, Schüler, Lehrer, bildende Künstler, Musiker und Filmschaffende. Eine besondere Veranstaltung ist das Book Bacchanal im Caribbean Museum Center for the Arts in Frederiksted, bei dem Autoren aus ihren Werken lesen. 2026 gehörten außerdem ein Ekphrastic Poetry Competition und ein eigenes Kinderprogramm zum Festival.
Theater
Das Theater auf St. Croix ist überwiegend in der Form von lokalen Bühnenproduktionen, Kulturveranstaltungen, Schulaufführungen und Produktionen von Kulturorganisationen organisiert. Theater steht dabei häufig in Verbindung mit Musik, Tanz und bildender Kunst. Das Caribbean Museum Center for the Arts in Frederiksted bietet neben Ausstellungen auch kulturelle Veranstaltungen und Aufführungen an und bildet damit einen wichtigen Veranstaltungsort für verschiedene Formen darstellender Kunst.
Die Theatertradition der Insel ist außerdem eng mit der Vermittlung der Crucianischen Geschichte und Kultur verbunden. Aufführungen greifen lokale Erzählungen, historische Ereignisse und gesellschaftliche Themen auf. Während der großen kulturellen Veranstaltungen und des Crucian Christmas Festival treten Theater- und Performancegruppen ebenfalls auf. Dabei verbinden sich Schauspiel, Musik, Tanz, Kostüm und öffentliche Prozessionen.
Auch an Schulen und Bildungseinrichtungen besitzt Theater eine Bedeutung. Schüleraufführungen dienen nicht nur der künstlerischen Bildung, sondern auch der Vermittlung von Geschichte, Sprache und lokaler Kultur. Die Verbindung von Literatur und Theater zeigt sich besonders bei Lesungen, dramatisierten Texten und kulturellen Veranstaltungen der University of the Virgin Islands und des Virgin Islands Literary Festival.
Film
Der Filmsektor auf St. Croix verfügt über eine eigene, wenn auch lokale Produktionsszene. Eine wichtige Rolle spielt Cane Bay Films, eine auf St. Croix ansässige Filmproduktionsgesellschaft von Johanna Bermúdez-Ruiz. Das Unternehmen produziert Dokumentarfilme, narrative Filme, Spielfilmprojekte, Streaming- und andere audiovisuelle Inhalte. Zu den genannten Produktionen gehören unter anderem Sugar Pathways, Vieques: An Island Forging Futures, Forgotten in Paradise und Soléne.
Johanna Bermúdez-Ruiz ist auf St. Croix aufgewachsen und arbeitet als Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin. Cane Bay Films verbindet lokale Themen mit Produktionen für ein internationales Publikum. Damit entstehen Filme, die sich sowohl mit St. Croix und den Virgin Islands als auch mit anderen karibischen Inseln beschäftigen.
Ein weiterer Ansatz zum Aufbau einer lokalen Filmwirtschaft ist das Film Industry Workforce Training Program von Cane Bay Films. Das Programm wurde entwickelt, um Bewohner der Virgin Islands für Tätigkeiten in der Filmproduktion auszubilden. Die Ausbildung umfasst unter anderem Kameraarbeit und Cinematography, Grip und Beleuchtung, Produktionsdesign, Kostümdesign, Casting, Maske und Sicherheit am Filmset. Das Programm wurde 2023 erstmals mit umfangreicher Beteiligung internationaler und aus Hollywood stammender Filmschaffender auf St. Croix durchgeführt.
Auch Blue Tarp Productions arbeitet auf St. Croix an der Entwicklung einer lokalen Filmproduktion. Das Unternehmen verwendet einheimische Mitarbeiter vor und hinter der Kamera und produziert unter anderem Kurzfilme. Zu den genannten Projekten gehören Bulletproof Dreams und Fall. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung junger Menschen und auf der Entwicklung einer eigenständigen Filmproduktion der Virgin Islands.
Das Virgin Islands Literary Festival verbindet Literatur ebenfalls mit dem Film. Bei der Ausgabe 2026 gehörte eine Filmvorführung zum Programm. Die Verbindung von Schriftstellern, Filmemachern, Fotografen, bildenden Künstlern und anderen Kulturschaffenden zeigt die zunehmende Überschneidung der einzelnen Kultursparten auf St. Croix.
Filmaufnahmen auf St. Croix greifen häufig die charakteristische Landschaft und das historische Bauerbe der Insel auf. Die historischen Stadtkerne von Christiansted und Frederiksted, die Plantagenanlagen, die Küstenlandschaften und die tropische Vegetation bilden geeignete Schauplätze für Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilmproduktionen. Die filmische Darstellung der Insel steht dabei häufig in Verbindung mit ihrer Geschichte und kulturellen Identität.
Musik und Tanz
Die cruzianische Musik verbindet afrikanische, europäische und andere karibische Traditionen mit Einflüssen aus Puerto Rico, den übrigen Virgin Islands und Nordamerika. Besonders deutlich zeigt sich diese Verbindung in Quelbe, Quadrille, Bamboula, Calypso und Cariso sowie in den modernen karibischen Musikrichtungen Soca, Reggae, Reggaeton, Merengue und Bachata. Musik und Tanz sind nicht auf Bühnen beschränkt, sondern gehören zu Festen, Paraden, religiösen und gesellschaftlichen Veranstaltungen, Familienfeiern, Schulen und öffentlichen Veranstaltungen.
Eine herausragende Stellung besitzt Quelbe, die traditionelle Musik der Virgin Islands. Sie wird auch als Scratch Music oder Fungie bezeichnet und gilt als eigenständige musikalische Tradition der Virgin Islands. Ihre Entstehung ist eng mit dem ländlichen Leben und den Gemeinschaften der Inseln verbunden. Quelbe wurde traditionell mit vergleichsweise einfachen, leicht verfügbaren Instrumenten gespielt und konnte deshalb bei öffentlichen Festen, auf Straßen, bei Tänzen und bei privaten Zusammenkünften aufgeführt werden. Die Musik ist zugleich eng mit dem gesungenen Wort verbunden: Texte behandeln Alltag, lokale Ereignisse, Personen, gesellschaftliche Verhältnisse und humorvolle oder kritische Beobachtungen.
Zum traditionellen Instrumentarium des Quelbe gehören insbesondere das Ukulele-Banjo beziehungsweise ein kurzsaitiges viersaitiges Banjo, eine Conga-Trommel, die mit einem Stock oder Schlägel gespielt wird, die Squash und das Steel. Die Squash ist ein aus einer getrockneten Kalebasse hergestelltes Rhythmusinstrument mit geriffelter Oberfläche, über die mit einem Kamm oder einem mit Draht versehenen Stab gestrichen wird. Das Steel ist ein dreieckiges Metallinstrument, das mit einem Metallstab angeschlagen wird. Je nach Besetzung kommen Gitarre, Bass, Saxophon oder Flöte hinzu. Eine besonders ungewöhnliche historische Bassbegleitung entstand aus einem Stück Auspuffrohr, das als Instrument verwendet wurde.
Die Verbreitung und Bewahrung des Quelbe ist mit mehreren Musikern und Bands verbunden. Eine herausragende Persönlichkeit war Stanley Jacobs, der über Jahrzehnte mit Stanley and the Ten Sleepless Knights auftrat. Jacobs, der in Vieques geboren wurde, wuchs in St. Croix auf und eignete sich wesentliche Kenntnisse über Quelbe und Quadrille von älteren Bewohnern der Insel an. In den späten 1960er Jahren gründete er mit Freunden eine Band; in den 1970er Jahren entstand daraus Stanley and the Ten Sleepless Knights. Die Gruppe wurde zu einem wichtigen Träger der traditionellen Musik und trat auf St. Croix sowie außerhalb der Virgin Islands auf.
Die Ten Sleepless Knights gehören insbesondere deshalb zur Musikgeschichte von St. Croix, weil sie Quelbe nicht lediglich als historische Musikform bewahrten, sondern sie über Jahrzehnte öffentlich aufführten und einem größeren Publikum bekannt machten. Stanley Jacobs erhielt von der University of the Virgin Islands eine Ehrendoktorwürde; die Universität würdigte ihn ausdrücklich für seine Tätigkeit als Musiker, Historiker und Bewahrer der Quelbe-Tradition.
Neben Quelbe gehört Cariso zu den traditionellen musikalischen Ausdrucksformen von St. Croix. Cariso ist eine gesungene Form der mündlichen Überlieferung, bei der Geschichten, Kommentare und gesellschaftliche Beobachtungen in Liedform weitergegeben werden. Die Texte besitzen daher einen besonders wichtigen erzählerischen Charakter. In der heutigen Kulturarbeit wird Cariso gemeinsam mit Quelbe als Bestandteil des traditionellen musikalischen Erbes vermittelt. Die St. Croix Landmarks Society bietet beispielsweise Unterricht und Workshops zu Cariso an.
Calypso steht ebenfalls fest in der Musiklandschaft von St. Croix. Anders als beim stärker auf traditionelle Instrumentierung und lokale Überlieferung ausgerichteten Quelbe ist Calypso Teil eines größeren karibischen Kulturraumes. Charakteristisch sind rhythmisch betonte Lieder mit häufig satirischen, politischen oder gesellschaftlichen Texten. Auf St. Croix besitzt Calypso insbesondere während des Crucian Christmas Festival eine herausragende Bedeutung. Im Rahmen des Festivals wird ein Calypso-Monarch-Wettbewerb veranstaltet, bei dem Sänger mit eigenen Liedern auftreten.
Auch Soca ist heute ein wichtiger Bestandteil der Musikszene. Die Musikrichtung entstand auf Trinidad und Tobago und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten karibischen Tanzmusiken. Auf St. Croix ist sie besonders bei Festivals, Paraden und öffentlichen Tanzveranstaltungen verbreitet. Beim Crucian Christmas Festival findet neben dem Calypso-Monarch-Wettbewerb ein Soca-Monarch-Wettbewerb statt. Dabei werden neue Lieder und Bühnenauftritte miteinander verbunden.
Die moderne Musiklandschaft von St. Croix ist insgesamt wesentlich vielfältiger als die traditionelle Quelbe-Szene. Bei Festivals und öffentlichen Veranstaltungen treten lokale und regionale Bands sowie internationale Künstler auf. Zum musikalischen Spektrum gehören neben Quelbe und Calypso unter anderem Soca, Reggae, Steel-Pan-Musik, Latin Music, Merengue, Bachata und weitere karibische und lateinamerikanische Stilrichtungen. Die unterschiedlichen musikalischen Traditionen spiegeln die ethnische und kulturelle Zusammensetzung der Bevölkerung sowie die engen Beziehungen der Insel zu Puerto Rico, den übrigen Karibikinseln und dem amerikanischen Festland wider.
Ein wichtiger Bestandteil der Instrumentalmusik ist die Steel-Pan-Musik. Steel Pans gehören ursprünglich zur Musiktradition Trinidads und wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts in zahlreichen karibischen Gesellschaften verbreitet. Auf St. Croix werden sie unter anderem bei Festen, Paraden und kulturellen Veranstaltungen eingesetzt. Auch im Bildungsbereich bestehen entsprechende Ensembles. An der University of the Virgin Islands wurde am Albert A. Sheen Campus auf St. Croix neben Concert Band und Jazz Ensemble auch ein Steel-Pan-Ensemble aufgebaut.
Die Musik wird häufig unmittelbar mit Tanz verbunden. Eine der wichtigsten traditionellen Tanzformen ist die Quadrille. Sie wurde in der kolonialen Gesellschaft eingeführt und entwickelte sich auf St. Croix zu einem Bestandteil der lokalen Tanztradition. Die Quadrille wird traditionell von vier Paaren in einer bestimmten Formation getanzt. Ein Caller gibt die Figuren beziehungsweise Bewegungsfolgen vor, während ein Ensemble die Musik spielt. Dadurch ist die Quadrille sowohl Gesellschaftstanz als auch eine Form gemeinschaftlicher kultureller Überlieferung.
Die Herkunft der Quadrille auf St. Croix wird mit europäischen und karibischen Einflüssen verbunden. Die St. Croix Landmarks Society führt ihre Einführung entweder auf französische Inseln oder auf englische und irische Pflanzer und Plantagenverwalter zurück. Im Laufe der Zeit wurde aus dem ursprünglich europäischen Gesellschaftstanz eine lokale Tradition der Virgin Islands. Besonders auf St. Croix wurde die Quadrille über Generationen weitergegeben und mit der einheimischen Musik verbunden.
Ein historischer Ort für die Quadrille ist St. Gerard's Hall in Frederiksted. Dort wurde die Tanztradition über Generationen gepflegt. Auch im Botanischen Garten und bei Veranstaltungen in Frederiksted wurden und werden Quadrille-Tänze durchgeführt. Die Tradition ist damit nicht auf Museen beschränkt, sondern bleibt Teil des öffentlichen Kulturlebens.
Die Erhaltung der Quadrille ist auch Gegenstand gezielter Kulturarbeit. Die St. Croix Landmarks Society bietet mit „Quadrille 101“ Unterricht für Interessierte an. Darüber hinaus hat die Kulturpädagogin Valrica M. Bryson ein Programm zur Wiederbelebung der Quadrille an Schulen aufgebaut. Über mehr als zehn Jahre brachte ihre „Revival of Quadrille“-Initiative Schulen auf St. Croix zusammen, um diese Tanzform zu erlernen und öffentlich aufzuführen.
Eine weitere traditionelle Tanzform ist die Bamboula. Sie steht in engem Zusammenhang mit den afrikanischen Traditionen der Bevölkerung der Virgin Islands. Der Begriff bezeichnet sowohl eine musikalische Tradition als auch einen Tanz. Die Bamboula wurde historisch mit Trommelrhythmen und körperbetonten Bewegungsformen verbunden und entwickelte sich in der Karibik unter den Bedingungen der kolonialen Gesellschaft weiter. Heute wird Bamboula vor allem im Rahmen kultureller Bildungsprogramme und Aufführungen vermittelt. Die St. Croix Landmarks Society bietet hierzu unter dem Titel „Bamboula: More Than a Dance“ eigene Workshops an.
Die afrikanische Komponente der Musik- und Tanzkultur von St. Croix zeigt sich nicht nur in einzelnen Tänzen, sondern auch in Rhythmik, Körperbewegungen, mündlicher Überlieferung und der Verbindung von Musik und Gemeinschaft. Die kulturelle Überlieferung wurde trotz der Bedingungen der Plantagengesellschaft und der Versklavung weitergegeben und entwickelte sich nach der Abschaffung der Sklaverei weiter. Die heutigen traditionellen Formen sind deshalb Ergebnisse mehrerer historischer Entwicklungsstufen und nicht unveränderte Fortsetzungen einzelner afrikanischer oder europäischer Ausgangsformen.
Eine besonders sichtbare Verbindung von Musik, Tanz, Kostüm und öffentlichem Raum findet während des Crucian Christmas Festival statt. Das Festival wurde 1952 in seiner heutigen Form begründet, seine kulturellen Vorläufer reichen jedoch bis ins 19. Jahrhundert zurück. Während der Weihnachtszeit und des Jahreswechsels finden Konzerte, Wettbewerbe, J'ouvert, Kinder- und Erwachsenenparaden sowie weitere Veranstaltungen statt. Musik und Tanz sind dabei zentrale Bestandteile des gesamten Festgeschehens.
Das Festival Village in Frederiksted bildet dabei einen wichtigen Veranstaltungsort. Während des Festivals werden dort abends Konzerte mit lokalen, regionalen und internationalen Musikern veranstaltet. Das Programm umfasst unterschiedliche karibische Musikrichtungen; neben Calypso und Soca gehören auch Reggae, Latin-Musik und Steel-Pan-Musik dazu. Die Veranstaltung verbindet damit traditionelle Musikformen mit der zeitgenössischen karibischen Unterhaltungsmusik.
Besondere Bedeutung besitzt J'ouvert. Die Veranstaltung beginnt in den frühen Morgenstunden und verbindet Musik, Tanz, Kostüme und einen Straßenumzug. Auf St. Croix gehört J'ouvert zum Crucian Christmas Festival und findet traditionell in Frederiksted statt. Calypso- und Soca-Bands begleiten die Teilnehmer, während Tänzer und kostümierte Gruppen durch die Straßen ziehen. Die Veranstaltung bildet damit eine unmittelbare Verbindung zwischen Musik, Tanz und öffentlichem Straßenraum.
Auch die Paraden des Crucian Christmas Festival besitzen eine ausgeprägte musikalische und tänzerische Komponente. Musikgruppen begleiten die Umzüge, während Tanzgruppen, kostümierte Teilnehmer und Moko Jumbies auftreten. Die Erwachsenen- und Kinderparaden gehören zu den Höhepunkten des Festivals. Die Musik wird dabei nicht nur von einer Bühne aus dargeboten, sondern bewegt sich gemeinsam mit den Gruppen durch die Straßen.
Die Moko Jumbies bilden eine besondere Verbindung zwischen Tanz, Akrobatik und Maskerade. Die Tänzer bewegen sich auf Stelzen und treten in auffälligen Kostümen auf. Die Tradition wird auf westafrikanische Ursprünge zurückgeführt und ist heute ein charakteristischer Bestandteil karibischer Festkultur. Auf St. Croix treten Moko Jumbies insbesondere bei Paraden, Jump-Ups und anderen öffentlichen Veranstaltungen auf. Die St. Croix Landmarks Society vermittelt die Tradition auch in pädagogischen Programmen, bei denen Kinder Geschichte und Technik des Stelzentanzes kennenlernen.
Neben dem großen Weihnachtsfestival finden auf St. Croix über das Jahr verteilt weitere Veranstaltungen statt, bei denen Musik und Tanz eine zentrale Funktion besitzen. Dazu gehören die regelmäßig veranstalteten Jump-Ups in Christiansted. Bei diesen Veranstaltungen werden Straßen und Pierbereiche zu Veranstaltungsorten für Musik, Tanz und Gastronomie. Steel-Pan-Musik, karibische Bands und Moko Jumbies gehören zu den typischen Elementen.
Auch das kulturelle Bildungswesen trägt zur Erhaltung der Musik- und Tanztraditionen bei. Die St. Croix Landmarks Society führt Programme durch, in denen Kinder traditionelle Instrumente herstellen und Quelbe, Calypso, Cariso und Quadrille erlernen. Dadurch werden nicht nur fertige Aufführungen präsentiert, sondern Kenntnisse über Instrumentenbau, Musikformen, Tanzschritte und historische Zusammenhänge weitergegeben.
Die University of the Virgin Islands ist ebenfalls an der musikalischen Ausbildung beteiligt. Auf dem Albert A. Sheen Campus auf St. Croix bestehen beziehungsweise bestanden unter anderem Concert Band, Jazz Ensemble und Steel-Pan-Ensemble. Musikunterricht und kulturelle Bildungsprogramme verbinden dadurch europäische beziehungsweise nordamerikanische Konzert- und Ensembletraditionen mit karibischen Musikformen.
Auch die Diaspora der Crucianer trägt zur Verbreitung dieser Musik bei. Musiker und Tanzgruppen aus St. Croix treten außerhalb der Insel auf und bringen Quelbe, Quadrille und andere Virgin-Islands-Traditionen in andere Teile der Karibik und in die Vereinigten Staaten. Stanley Jacobs und die Ten Sleepless Knights sind hierfür ein besonders bekanntes Beispiel. Die Verbindung zwischen der Insel und ihren ausgewanderten beziehungsweise außerhalb lebenden Bewohnern trägt dazu bei, dass traditionelle Musik nicht auf St. Croix selbst beschränkt bleibt.
Kleidung
Die heutige Kleidung auf Saint Croix entspricht im Wesentlichen der westlichen und karibischen Alltagskleidung. Das tropisch-warme Klima begünstigt leichte und luftdurchlässige Kleidung. Im Alltag werden häufig T-Shirts, Hemden, Blusen, leichte Hosen, Shorts, Röcke, Kleider und Sandalen getragen. Wegen der ganzjährig hohen Temperaturen und der starken Sonneneinstrahlung sind leichte Baumwoll- und andere atmungsaktive Stoffe besonders verbreitet. Bei geschäftlichen und offiziellen Anlässen wird dagegen westliche formelle Kleidung getragen.
Eine besondere Bedeutung besitzt die historische Kleidung der dänisch-westindischen Kolonialzeit. Während der dänischen Herrschaft unterschieden sich die Kleidungsformen entsprechend der gesellschaftlichen Stellung. Europäische Beamte, Kaufleute und Plantagenbesitzer orientierten sich an der europäischen Mode ihrer Zeit. Für die große afrokaribische Bevölkerung waren dagegen Kleidung und Stoffe wesentlich stärker von den verfügbaren Materialien, den Arbeitsbedingungen und den karibischen Lebensverhältnissen geprägt.
Auf den Zuckerplantagen spielte zweckmäßige Arbeitskleidung eine große Rolle. Die Arbeit im tropischen Klima und in den Zuckerrohrfeldern erforderte robuste, einfache Kleidung. Die Kleidung versklavter Menschen und später der freien Landarbeiter unterschied sich dabei sowohl von der Kleidung der europäischen Plantagenbesitzer als auch von der repräsentativen Kleidung wohlhabender Kaufleute und Beamter.
Historische Darstellungen aus der dänisch-westindischen Zeit zeigen Frauen häufig in langen Kleidern oder Röcken und Männer in langen Hosen, Hemden, Westen oder Jacken. Kopfbedeckungen waren Bestandteil der damaligen europäischen und karibischen Kleidung. Bei wohlhabenden Bevölkerungsschichten konnten Kleidung und Stoffe den sozialen Status deutlich sichtbar machen.
Die historische Kleidung ist heute vor allem Bestandteil von Kulturveranstaltungen. Eine besondere Rolle spielt das Crucian Christmas Festival, das jedes Jahr über die Weihnachts- und Neujahrszeit in Christiansted und anderen Orten der Insel stattfindet. Bei Paraden, kulturellen Aufführungen und Wettbewerben werden historische und folkloristische Kleidungsformen präsentiert.
Besonders auffällig sind dabei farbenprächtige Kleider, Kopfbedeckungen und Kostüme, die bei den großen Paraden getragen werden. Sie sind nicht als unveränderte historische Alltagskleidung zu verstehen, sondern als moderne Fest- und Repräsentationskleidung, die Elemente der karibischen Geschichte und Kultur aufgreift.
Eine besondere Rolle spielen die traditionellen Kleidungsformen bei den sogenannten Mocko Jumbies. Diese Stelzenläufer treten bei kulturellen Veranstaltungen und Paraden auf und tragen häufig farbenprächtige Kostüme mit auffälligen Kopfbedeckungen. Die Tradition der Mocko Jumbies ist in mehreren karibischen Gesellschaften verbreitet und geht auf westafrikanische kulturelle Traditionen zurück.
Auch bei kulturellen Tanz- und Musikveranstaltungen werden Kleidungsformen verwendet, die als Ausdruck der Crucian-Kultur verstanden werden. Dabei dominieren kräftige Farben, gemusterte Stoffe, Röcke und Kleider sowie dekorative Kopfbedeckungen. Die Kleidung unterstützt die visuelle Wirkung von Tänzen, Musikgruppen und Paraden.
Die Junkanoo- und Karnevalstraditionen der Karibik haben ebenfalls Einfluss auf die Festkleidung. Kostüme werden teilweise speziell für einzelne Gruppen und Veranstaltungen hergestellt und können auf historische Figuren, lokale Themen, Pflanzen, Tiere oder andere Elemente der Inselkultur Bezug nehmen. Diese Kostüme sind Bestandteil des öffentlichen Festlebens und nicht der normalen Alltagskleidung.
Bei offiziellen kulturellen Anlässen werden außerdem Kleidungsstücke verwendet, die die Geschichte der Virgin Islands symbolisieren. Dazu gehören traditionelle karibische Stoffmuster, farbenreiche Kleider und festliche Kleidung. Die Gestaltung ist jedoch nicht einheitlich vorgeschrieben und unterscheidet sich je nach Veranstaltung, Gruppe und Anlass.
Die Kleidung der Bevölkerung spiegelt außerdem die kulturelle Verbindung mit anderen karibischen Inseln wider. Durch die jahrhundertelange Migration zwischen den Inseln gelangten unterschiedliche Kleidungsstile nach Saint Croix. Einflüsse aus Puerto Rico, Haiti, Jamaika, den Kleinen Antillen und anderen Teilen der Karibik sind deshalb ebenso vorhanden wie amerikanische und europäische Modetrends.
Auch die afrokaribische Bevölkerung hat die heutige Kleidungskultur entscheidend geprägt. Dies zeigt sich unter anderem bei Festen, Tanzveranstaltungen und religiösen Zeremonien. Rastafari-Gruppen verwenden teilweise Dreadlocks, Mützen und farblich beziehungsweise symbolisch an die Rastafari-Tradition angelehnte Kleidung. Diese Kleidungsweise ist jedoch die einer bestimmten kulturellen und religiösen Gruppe und keine allgemeine Tracht von Saint Croix.
Kulinarik und Gastronomie
Die Kulinarik von Saint Croix ist durch die karibische Küche, die Geschichte der Insel als Plantagen- und Handelsgebiet sowie durch Einflüsse aus Afrika, Europa und den benachbarten karibischen Inseln geprägt. In der Küche spielen Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel und Fleisch, Reis, Bohnen, Mais, Kochbananen, Süßkartoffeln, Maniok, Yams, Brotfrucht und verschiedene tropische Früchte eine wichtige Rolle. Hinzu kommen Gewürze, Kräuter und scharfe Würzungen, die der Küche der Kleinen Antillen entsprechen. Die Gastronomie reicht von einfachen lokalen Imbissen und Märkten bis zu Restaurants in Christiansted, Frederiksted, den Küstengebieten und den touristischen Anlagen.
Zu den charakteristischen Gerichten der Virgin Islands gehören unter anderem Fisch- und Meeresfrüchtegerichte, Johnnycakes, Fungi, Pasteten und verschiedene Eintöpfe. Johnnycakes sind gebratene beziehungsweise gebackene Teigfladen aus Mais- oder Weizenmehl und gehören zu den verbreiteten Beilagen und Frühstücksspeisen der Region. Fungi wird traditionell aus Maismehl und Okra zubereitet und häufig zusammen mit Fisch oder anderen herzhaften Gerichten serviert. In der Küche von Saint Croix finden sich außerdem Einflüsse der afrokaribischen, puerto-ricanischen und anderer westindischer Küchentraditionen.
Fischerei und Landwirtschaft liefern einen Teil der regionalen Lebensmittel. Auf den Märkten werden lokal erzeugtes Obst und Gemüse, Pflanzen, Säfte und weitere Lebensmittel angeboten. Eine wichtige Einrichtung ist der La Reine Farmers Market im Gebiet von Estate La Reine beziehungsweise Kingshill. Der Markt besteht seit mehr als 60 Jahren und dient als Verkaufsplatz für landwirtschaftliche und fischereiliche Erzeugnisse von Saint Croix. Das Gelände liegt zentral auf der Insel und ist dadurch für Bewohner aus verschiedenen Inselteilen erreichbar. Für die Modernisierung des Marktes beantragte die zuständige Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus 2026 Bundesmittel; dabei wurde seine Bedeutung für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährungssicherheit ausdrücklich hervorgehoben.
Der Bauernmarkt in Kingshill wird außerdem als ganzjähriger Markt mit lokalen Früchten und Gemüse, Pflanzen, regionalen Lebensmitteln und Säften beschrieben. Die offenen Verkaufsstände sind samstags geöffnet; als Öffnungszeit werden 6 bis 12 Uhr genannt, wobei einzelne Händler länger bleiben können. Zu den Angeboten gehört auch ein typisch crucianisches Frühstück.
Eine besondere Bedeutung für die kulinarische und wirtschaftliche Identität von Saint Croix besitzt die Rumherstellung. Die bekannteste Rummarke der Insel ist Cruzan Rum. Die Geschichte der heutigen Destillerie reicht bis zur Gründung von Estate Diamond im Jahr 1760 zurück. Auf dem damaligen Gelände befand sich eine Zuckermühle; daraus entwickelte sich später die Destillerie. Der Name Cruzan bezieht sich auf die Einwohner von Saint Croix, die als Crucians bezeichnet werden. Die Marke Cruzan Rum selbst wurde allerdings erst 1934 verwendet, als erstmals Rum unter dieser Bezeichnung destilliert und abgefüllt wurde.
Die Familie Nelthropp ist eng mit der jüngeren Geschichte der Destillerie verbunden. Cedric „Ceddie“ Nelthropp trat 1950 in das Unternehmen ein und arbeitete mit Zucker und Melasse. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung der kontinuierlichen Destillation in Column Stills. Sein Bruder Donald „Hardy“ Nelthropp übernahm 1982 die Leitung. Seit 2007 steht Gary Nelthropp als Präsident und Master Distiller für die Fortführung dieser Familientradition. Die heutige Unternehmensgeschichte dokumentiert damit eine enge Verbindung zwischen der Destillerie und mehreren Generationen der Familie Nelthropp, allerdings nicht eine ununterbrochene acht Generationen umfassende Leitung seit 1760.
Die historische Rumproduktion erfolgte zunächst mit Pot Stills, also klassischen Brennblasen. In den 1940er Jahren wurde dieses Verfahren bei Cruzan durch kontinuierliche Column Stills ersetzt. Bei der kontinuierlichen Destillation kann der Brennvorgang fortlaufend durchgeführt werden und ermöglicht eine stärker kontrollierte Herstellung eines leichteren und gleichmäßigeren Destillats. Diese technische Umstellung gehört zu den wesentlichen Entwicklungsschritten der heutigen Cruzan-Produktion.
Cruzan stellt verschiedene Rumarten her. Zum Sortiment gehören unter anderem gereifte helle und dunkle Rums, Single Barrel Rum, Hurricane Proof Aged Rum sowie aromatisierte Rums mit Geschmacksrichtungen wie Kokosnuss, Mango, Banane und Vanille. Daneben gibt es höherpreisige beziehungsweise länger gereifte Produkte. Der Cruzan Island Reserve ist eine ausschließlich auf Saint Croix erhältliche Variante, die acht Jahre gereift wird.
Für die Reifung verwendet Cruzan unter anderem ehemalige Bourbonfässer aus amerikanischer Eiche. Der Aged Dark Rum wird nach Angaben des Herstellers zwei bis vier Jahre in ausgebrannten Eichenfässern gereift. Beim Aged Light Rum werden Rums verwendet, die ein bis vier Jahre in ehemaligen Bourbonfässern gereift und anschließend filtriert werden. Der Single Barrel Rum besteht aus einer Mischung unterschiedlich lange gereifter Rums, die anschließend gemeinsam in einem einzelnen Fass weiterreifen.
Die Destillerie befindet sich in Estate Diamond bei Frederiksted und ist selbst Bestandteil des touristischen Angebots. Besucher können das Gelände besichtigen und an Führungen teilnehmen, bei denen die Geschichte und Herstellung des Rums erläutert werden. Das Besucherzentrum wurde modernisiert und verfügt über eine Verkostungsbar. Die Destillerie bietet damit eine Verbindung zwischen industrieller Produktion, lokaler Geschichte und Fremdenverkehr.
Rum wird auch in der Gastronomie von Saint Croix verwendet. Cocktails auf Rum-Basis gehören zum Angebot vieler Bars und Restaurants. Ein charakteristisches Beispiel ist der Cruzan Confusion, der mit verschiedenen Cruzan-Rums und einer hauseigenen Saft- beziehungsweise Punschmischung zubereitet wird. Die konkrete Zusammensetzung unterscheidet sich dabei von Bar zu Bar.
Neben Rum werden auf Saint Croix verschiedene Fruchtgetränke und Säfte angeboten. Verarbeitet werden unter anderem Ananas, Mango, Guave, Papaya und weitere tropische Früchte. Frische Säfte und Fruchtgetränke gehören insbesondere auf Märkten, bei lokalen Verkaufsständen und in der touristischen Gastronomie zum Angebot.
Die Gastronomie konzentriert sich besonders auf Christiansted und Frederiksted sowie auf die touristisch erschlossenen Küstengebiete. In Christiansted gibt es Restaurants und Bars sowohl im historischen Stadtzentrum als auch am Hafen. Frederiksted besitzt ebenfalls Restaurants und Bars rund um das historische Zentrum und die Uferzone. Weitere gastronomische Betriebe verteilen sich entlang der Küstenstraßen, bei Hotels und Ferienanlagen sowie in den ländlicheren Bereichen der Insel.
In den Restaurants werden sowohl traditionelle Gerichte der Virgin Islands als auch internationale Küche angeboten. Neben karibischen Speisen finden sich amerikanische, europäische, italienische, mexikanische und andere internationale Gerichte. Durch die Bevölkerung mit ihren unterschiedlichen karibischen und internationalen Herkunftsgruppen ist die gastronomische Landschaft entsprechend vielfältig.
Die Landwirtschaft Saint Croix liefert allerdings nur einen Teil der auf der Insel konsumierten Lebensmittel. Ein erheblicher Anteil der Nahrungsmittel wird eingeführt. Lokale Märkte und landwirtschaftliche Betriebe besitzen deshalb vor allem für frische Erzeugnisse, bestimmte Spezialitäten und die direkte Verbindung zwischen Produzenten und Verbrauchern Bedeutung. Der La Reine Farmers Market wird von der Regierung ausdrücklich als Einrichtung zur Unterstützung der lokalen Landwirtschaft und Fischerei sowie der Ernährungssicherheit betrachtet.
Festkultur
Auf Saint Croix gelten die Feiertage der Amerikanischen Jungferninseln.
- 1. Januar - New Year's Day (Neujahrstag)
- 6. Januar - Three Kings' Day (Dreikänigstag)
- 21. Januar - Martin Luther King Day (Martin Luther King-Tag)
- 18. Februar - Presidents' Day (Präsidententag, Gedenktag an George Washington und Abraham Lincoln)
- Ende März / Anfang April - Easter (Ostern)
- 31. März - Transfer Day (Umschreibungstag, der Nationalfeiertag des Landes)
- 26. Mai - Memorial Day (Erinnerungstag an die gefallenen Soldaten der USA)
- Ende Mai / Anfang Juni - Whitsuntide (Pfingsten)
- Mitte Juni - Organic Act Day (Tag des 1954 erlassenen Organic Acts)
- 3. Juli - Emancipation Day (Emanzipationstag)
- 4. Juli - Independence Day (Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten von Amerika)
- 28. Juli - Hurricane Supplication Day (Hurricane-Gebetstag)
- 1. Montag im September - Labor Day (Tag der Arbeit)
- 2. Montag im Oktober - Columbus Day (Kolumbustag)
- 17. Oktober - Puerto Rico Friendship Day (Tag der Freundschaft mit Puerto Rico)
- 27. Oktober - Virgin Islands Thanksgiving Day (Erntedankfest der Jungferninseln)
- 1. November - D. Hamilton Jackson Day / Liberty Day (Befreiungstag zur Erinnerung an die ersten freie Pressepublikation 1915)
- 11. November - Veterans' Day (Veteranentag, Gedenktag für alle ehemaligen US-Soldaten)
- 27. November - US Thanksgiving Day (US-Erntedankfest)
- 25. Dezember - Christmas Day (Weihnachtstag)
Das größte Fest der Insel, der sogenannte „Crucian Christmas Carnival“, wird auf St. Croix Ende Dezember und Anfang Januar gefeiert. Ein weiteres wichtiges Fest ist die Landwirtschafts- und Lebensmittelmesse, die Mitte Februar stattfindet.
Mehrmals im Jahr gibt es in Christiansted ein nächtliches Festival namens „Jump-Up“ und in Frederiksted eine monatliche Veranstaltung namens „Sunset Jazz“, bei der einheimische Jazzmusiker am Strand von Frederiksted spielen. Jedes Jahr am Samstag vor Mardi Gras gibt es eine Mardi Croix Parade und eine Hundeparade an der North Shore.
In der ersten Maiwoche findet der St. Croix Half Ironman Triathlon statt, ein Triathlon, der aus 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen besteht. Da die Radstrecke einen extrem steilen Hügel hinaufführt, der als „The Beast“ bekannt ist, wird dieser Triathlon oft als „Beauty and the Beast“ bezeichnet.
Medien
Die wichtigste lokale Nachrichtenquelle ist der St. Croix Source. Das seit 1999 bestehende Nachrichtenmedium berichtet kontinuierlich über Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kriminalität, Umwelt, Bildung, Kultur und Veranstaltungen auf Saint Croix und in den übrigen Amerikanischen Jungferninseln. Es veröffentlicht seine Beiträge heute überwiegend digital und bietet neben geschriebenen Artikeln auch Videos und weitere multimediale Inhalte an. Das Medium bezeichnet sich selbst als unabhängige Nachrichtenorganisation ohne Bezahlschranke.
Eine besondere historische Bedeutung besitzt The St. Croix Avis. Die Zeitung gehört zur ältesten Pressetradition der Amerikanischen Jungferninseln und wird als die am längsten kontinuierlich erscheinende Zeitung in der Geschichte der Virgin Islands bezeichnet. Ihre Geschichte reicht rund 180 Jahre zurück. Die Zeitung ist eng mit der Geschichte der Presse auf Saint Croix verbunden und war über lange Zeit ein wichtiges Forum für politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Nachrichten der Insel.
Die lokale Presse berichtet nicht nur über Ereignisse innerhalb von Christiansted und Frederiksted, sondern über die gesamte Insel. Zu den regelmäßig behandelten Themen gehören die Arbeit der Legislature, Entscheidungen der Regierung, Infrastrukturprojekte, Schulen, Gesundheitsversorgung, Landwirtschaft, Tourismus, Umweltfragen, Kriminalität und die Auswirkungen von Hurrikanen. Gerade bei lokalen Angelegenheiten erfüllen die Medien eine wichtige Informationsfunktion, weil zahlreiche Themen der territorialen Verwaltung unmittelbare Auswirkungen auf das tägliche Leben auf Saint Croix haben.
Eine wichtige Stellung im Rundfunk besitzt WTJX, der öffentlich-rechtlich beziehungsweise öffentlich finanzierte Rundfunk der Virgin Islands. Der Sender gehört zum Virgin Islands Public Broadcasting System und hat Einrichtungen sowohl auf Saint Croix als auch auf Saint Thomas. Die offizielle Regierungsadresse führt WTJX mit einem Standort in Christiansted auf Saint Croix und einem weiteren Standort auf Saint Thomas.
WTJX verbreitet Radio- und Fernsehprogramme und gehört zu den wichtigsten Quellen für Nachrichten, Bildungs- und Kulturprogramme innerhalb der Amerikanischen Jungferninseln. Der Sender übernimmt auch die Verbreitung öffentlicher Informationen. Bei Regierungserklärungen, Unwetterlagen und anderen wichtigen Ereignissen werden beispielsweise Pressekonferenzen und Informationsprogramme über WTJX beziehungsweise über dessen digitale Verbreitungswege zugänglich gemacht. 2026 wurde außerdem die Bedeutung von WTJX für Nachrichten-, Bildungs- und Kulturprogramme sowie für die Bewahrung der Geschichte der Virgin Islands hervorgehoben.
Zum öffentlich zugänglichen Fernsehangebot gehören außerdem die territorialen beziehungsweise staatlichen Informationskanäle. Bei der Übertragung der State of the Territory Address 2026 wurde die Veranstaltung unter anderem über WTJX Channel 12, das Government Access Network Channel 27 und LEGVI Channel 26 verbreitet. Zusätzlich wurden Livestreams über die Internetangebote der Regierung, von WTJX und der Legislature angeboten.
Das Fernsehen auf Saint Croix besteht darüber hinaus aus den üblichen amerikanischen Kabel- und Satellitenangeboten. Die Bevölkerung kann dadurch zahlreiche US-amerikanische Nachrichtensender, Unterhaltungssender, Sportsender und nationale Programme empfangen. Lokale Programme werden durch territoriale Sender und öffentliche Informationskanäle ergänzt.
Der Hörfunk besitzt auf Saint Croix weiterhin eine besondere Bedeutung. Neben WTJX gibt es mehrere kommerzielle Radiostationen mit Musik-, Nachrichten-, Gesprächs- und Unterhaltungsprogrammen. Zu den auf Saint Croix verbreiteten Stationen gehören unter anderem WSKX 90.7 FM, WSTX 970 AM, Caribbean Country 93.5 FM, Isle 95 95.1 FM, Rumba 98.3 FM, Sunny 99.5 FM, The Mongoose 104.9 FM und Da Vybe 107.9 FM. Die Regierung der Amerikanischen Jungferninseln führte diese Sender beispielsweise bei der Verbreitung einer Regierungsinformation im Rundfunk auf.
Das Radioprogramm ist sprachlich überwiegend englisch geprägt. Neben Standardenglisch werden im Alltag auch die lokalen Formen des Virgin Islands beziehungsweise Crucian English verwendet. Wegen der hispanischen Bevölkerung Saint Croix' spielen außerdem spanischsprachige Programme eine Rolle. Rumba 98.3 FM gehört beispielsweise zu den Radiostationen, die ein spanisch geprägtes Angebot bedienen. Die Medienlandschaft spiegelt damit die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Insel wider.
Radio ist insbesondere bei Unwettern und anderen Krisensituationen von Bedeutung. Bei Hurrikanen, starken Regenfällen, Überschwemmungen, Stromausfällen oder anderen Notlagen können Rundfunkstationen aktuelle Warnungen und Verhaltensanweisungen verbreiten. Die Virgin Islands Territorial Emergency Management Agency arbeitet deshalb ebenfalls mit Rundfunkmedien zusammen. 2026 wurde beispielsweise die Radiosendung „Atlantic Hurricane Season Radio Talk“ gemeinsam mit WTJX und VITEMA ausgestrahlt, um während der Hurrikansaison Informationen zur Vorbereitung auf tropische Wirbelstürme zu vermitteln.
Mit der Verbreitung des Internets hat sich die Mediennutzung auf Saint Croix deutlich verändert. Nachrichten werden zunehmend über Webseiten, soziale Netzwerke, Videoplattformen und digitale Newsletter verbreitet. Der St. Croix Source nutzt beispielsweise neben seiner Internetseite auch Videobeiträge und digitale Angebote. Nachrichten und öffentliche Informationen können dadurch unabhängig von gedruckten Zeitungsauflagen unmittelbar verbreitet werden.
Kommunikation
Saint Croix hat die Telefonvorwahl 0(01)340.
Sport
Zu den wichtigsten Sportarten und Freizeitaktivitäten gehören Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Segeln, Kajakfahren, Sportfischen, Surfen und andere Wassersportarten. Daneben werden unter anderem Fußball, Basketball, Baseball, Softball, Leichtathletik, Tennis, Golf, Radfahren und Laufsport betrieben.
Eine besondere Stellung besitzt der Triathlonsport. Der St. Croix Triathlon wurde 1988 erstmals ausgetragen und entwickelte sich zu einem international bekannten Ausdauerwettbewerb. Die erste Veranstaltung wurde als „America's Paradise Triathlon“ beziehungsweise unter dem Beinamen „Beauty and the Beast“ ausgetragen. Bereits beim ersten Rennen nahmen 345 Athleten aus 38 US-Bundesstaaten und acht Ländern teil. Der Name „Beauty and the Beast“ bezog sich auf den Gegensatz zwischen der karibischen Landschaft und dem anspruchsvollen Streckenverlauf mit einem steilen Anstieg auf der Radstrecke.
Die ursprünglichen Distanzen des Wettbewerbs von 1988 und 1989 betrugen 3 km Schwimmen, 95 km Radfahren und 20 km Laufen. Ab 1991 wurde der Wettbewerb zunächst mit 2 km Schwimmen, 55 km Radfahren und 12 km Laufen ausgetragen. Erst später entwickelte sich daraus der Wettkampf über die heute mit der Bezeichnung Half-Ironman beziehungsweise IRONMAN 70.3 verbundene Mitteldistanz von 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen.
Der Wettbewerb führte über verschiedene Teile der Insel. Die Schwimmstrecke begann traditionell im Bereich von Christiansted, während die Radstrecke über die Insel und über den anspruchsvollen Anstieg „The Beast“ führte. Die Laufstrecke verlief ebenfalls im Raum Christiansted und entlang der Küste. Die Radstrecke mit ihrem starken Anstieg machte den Wettbewerb zu einer technisch und körperlich anspruchsvollen Veranstaltung. In der internationalen Triathlonszene wurde der St.-Croix-Wettbewerb deshalb über viele Jahre als „Beauty and the Beast“ bezeichnet.
Der Wettbewerb gehörte zeitweise zu den Qualifikationsrennen für internationale Ironman-Veranstaltungen. In den 1990er-Jahren diente der St. Croix Triathlon als Qualifikationswettbewerb für den Ironman Hawaii; später wurden Qualifikationsplätze für andere Ironman- beziehungsweise IRONMAN-70.3-Veranstaltungen vergeben. In der Mitte der 2000er-Jahre wurde der Wettbewerb unter der Bezeichnung Ironman 70.3 St. Croix geführt.
Der historische Wettbewerb ist damit nicht mit einer seit 1988 unverändert bestehenden Veranstaltung über dieselbe Strecke gleichzusetzen. Der Name, die Organisation, die Distanzen und die Qualifikationsregelungen änderten sich im Laufe der Jahrzehnte. Die Angabe, dass der heutige IRONMAN 70.3 St. Croix seit 1988 jährlich im Mai über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen ausgetragen werde, beschreibt daher die Entwicklung des Wettbewerbs nicht korrekt. Die historische Veranstaltung begann 1988, die Half-Ironman-Distanz wurde erst später eingeführt.
Neben dem Triathlon ist Radfahren auf Saint Croix sowohl als Wettkampf- als auch als Freizeitsport verbreitet. Die Straßen führen durch unterschiedliche Landschaftsräume, von den dichter besiedelten Gebieten um Christiansted und Frederiksted bis zu den ländlichen Bereichen des Inselinneren und der Küsten. Die hügeligen Abschnitte im Norden und Westen bieten dabei anspruchsvollere Strecken als die flacheren Bereiche der Insel.
Der Laufsport wird ebenfalls betrieben. Neben dem Laufen als Bestandteil des Triathlons finden Laufveranstaltungen und lokale Wettbewerbe statt. Das warme Klima und die hügelige Topographie bestimmen die Anforderungen an längere Laufstrecken.
Der Wassersport besitzt wegen der ausgedehnten Küstenlinie eine besonders große Bedeutung. Die geschützten Buchten und Riffe eignen sich zum Schnorcheln und Tauchen. Ein international bekanntes Ziel ist das Buck Island Reef National Monument vor der Nordostküste. Dort befinden sich Korallenriffe, Seegrasflächen und Unterwasserlebensräume, die von Ausflugs- und Tauchbooten aufgesucht werden. Der Bereich wird zugleich durch Naturschutzbestimmungen reguliert.
Segeln und Sportbootfahren werden insbesondere an der Nordküste betrieben. Christiansted besitzt Hafen- und Marinaeinrichtungen, von denen aus Segelboote und Motorboote zu Ausflugsfahrten, Törns und Angelaktivitäten starten. Auch Charterfahrten gehören zum touristischen Wassersportangebot.
Das Sportfischen besitzt ebenfalls eine lange Tradition. In den Gewässern um Saint Croix werden unter anderem verschiedene Rifffische und Hochseefische gefangen. Neben der lokalen Fischerei gibt es einen auf Besucher ausgerichteten Sportfischereisektor mit Charterbooten und entsprechenden Ausrüstungsangeboten.
Golf ist eine weitere etablierte Sportart. Auf Saint Croix befinden sich mehrere Golfanlagen, darunter der 18-Loch-Platz des Buccaneer Golf Course bei Christiansted und der Carambola Golf Club im Norden der Insel. Die Golfplätze liegen in landschaftlich unterschiedlichen Bereichen und werden sowohl von Einwohnern als auch von Besuchern genutzt.
Tennis wird in Vereinen, Hotels und Ferienanlagen gespielt. Auch andere Ballsportarten besitzen auf Saint Croix eine lokale Basis. Basketball und Baseball gehören zu den verbreiteten Mannschaftssportarten der Amerikanischen Jungferninseln. Hinzu kommen Softball, Volleyball und Fußball.
Schul- und Jugendsport bilden einen wichtigen Teil des lokalen Sportlebens. Schulen organisieren Mannschaften und Wettbewerbe in verschiedenen Sportarten. Besonders Basketball, Baseball, Leichtathletik und Fußball gehören zum schulischen und außerschulischen Sportangebot.
Auch Pferdesport besitzt auf Saint Croix Tradition. Reitsport und Pferderennen sind Teil des Sport- und Veranstaltungslebens der Insel. Die Pferderennbahn bei Estate Bethlehem beziehungsweise die dortige Rennsporttradition gehört zu den historischen Sporteinrichtungen von Saint Croix. Pferderennen werden in den Amerikanischen Jungferninseln seit langer Zeit veranstaltet und ziehen auch Besucher aus den benachbarten Inseln an.
Leichtathletik wird ebenfalls betrieben. Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen werden insbesondere im Schul- und Vereinssport ausgeübt. Athleten von Saint Croix nehmen außerdem an Wettbewerben innerhalb der Amerikanischen Jungferninseln sowie an regionalen und internationalen Veranstaltungen teil.
Auf St. Croix gibt es drei ausgezeichnete Golfplätze, die beiden 18-Loch-Plätze von Carambola Resort und Buccaneer Hotel sowie ein 9-Loch-Platz (The Reef). Auf St. Thomas liegt der 18-Loch-Platz Mahogany Run. Tennisfans kommen auf den zahlreichen Tennisplätzen auf St. Croix, St. Thomas und St. John auf ihre Kosten. Außerdem ist Reiten möglich (in Frederiksted und Christiansted auf St. Croix). Rund um die Inseln gibt es ideale Bedingungen zum Sport- und Hochseefischen, die Angelwettbewerbe Bastille Day Kingfish Tournament und Open Atlantic Blue Marlin Tournament locken alljährlich Amateure und Profis aus aller Welt an. Alle Inseln bieten ausgezeichnete Tauch- und Wassersportmöglichkeiten. Parasailing wird auf St. Croix und auf St. Thomas angeboten.
Die University of the Virgin Islands mit ihrem Campus auf Saint Croix bietet ebenfalls sportliche Aktivitäten und Hochschulsport. Der Hochschulsport ist in das Sportwesen der Amerikanischen Jungferninseln eingebunden und ergänzt den Schul- und Vereinssport.
Wassersport
Die Gewässer um St. Croix sind das ganze Jahr über warm, mit Temperaturen zwischen 25 und 30°C, was die Insel zu einem beliebten Ziel für Wassersportarten wie Tauchen, Schnorcheln, Kajakfahren, Paddleboarding, Surfen, Kitesurfen, Parasailing, Jetski, Angeln und Segeln macht. Zwei der beliebtesten Unterwasserplätze der Insel für Taucher sind der Frederiksted Pier und der Steilabfall ins tiefe Wasser am Salt River Bay National Historical Park and Ecological Preserve.
Frederiksted ist bekannt für Rifftauchen und den Zugang zum Wracktauchen. Die Westseite der Insel hat ruhiges Wasser, das Schnorcheln mit Zugang vom Strand aus ermöglicht. Aus demselben Grund ist Paddleboarding in der Nähe von Frederiksted sehr beliebt. Der Pier von Frederiksted zieht Taucher und Schnorchler an, aber auch diejenigen, die einfach von ihm springen. Das flache Wasser und der sandige Boden rund um den Pier sind ideal für Sporttaucher in PADI Discover Scuba Diving-Programmen (auch Resort-Tauchen genannt), für ausgedehnte Landtauchgänge, Nachttauchgänge und für Unterwasserfotografie, vor allem wegen der großen Seepferdchenpopulation.
Einige hundert Meter vor der Nordküste der Insel, von Salt River bis Cane Bay, fällt der Grund plötzlich in einen tiefen Graben ab, wo Korallenriffe, zahlreiche tropische Fische und wandernde Meeresschildkröten beobachtet werden können. Auch Kajakfahren ist in der Gegend um Salt River sehr beliebt.
Persönlichkeiten
Die wichtigsten von der Insel stammenden Persönlichkeiten sind:
- Alexander Hamilton (1755/57 bis 1804), Gründungsvater der USA und erster US-Finanzminister.
- Peter von Scholten (1784 bis 1854), Dänischer Generalgouverneur, der eigenmächtig die Sklavenbefreiung verkündete.
- General Buddhoe (Gottlieb Bordeaux, um 1820 bis nach 1860), Freiheitskämpfer und Anführer des Sklavenaufstands von 1848.
- Hubert Henry Harrison (1883 bis 1927), Schriftsteller, Aktivist und Intellektueller („Stimme von Harlem“).
- David Hamilton Jackson (1884 bis 1946), Bürgerrechtler, Gewerkschafter und Richter.
- Henry E. Rohlsen (1916 bis 1981), Militärpilot (Tuskegee Airman) und Politiker.
- Tim Duncan (* 1976), NBA-Basketballspieler und Hall-of-Famer.
- Raja Bell (* 1976), NBA-Basketballspieler und Defensiv-Spezialist.
- Judi Shekoni (* 1978), Schauspielerin und Model.
- Kenyatta Hill (* 1979), Reggae-Musiker und Frontmann der Band Culture.
- Linval Joseph (* 1988), NFL-American-Football-Spieler (Super-Bowl-Sieger).
- Javon Francis (* 1994), Leichtathlet und olympischer Medaillengewinner.
Fremdenverkehr
Der Tourismus ist sowohl vom Flugverkehr als auch vom Kreuzfahrtverkehr abhängig. Der Henry E. Rohlsen Airport ermöglicht die direkte Anreise aus den Vereinigten Staaten, Puerto Rico und anderen Teilen der Karibik. Frederiksted ist ein wichtiger Kreuzfahrthafen. Für den Aufenthalt auf der Insel spielt deshalb sowohl der länger dauernde Aufenthalt von Flugreisenden als auch der Tagesaufenthalt von Kreuzfahrtgästen eine Rolle. Nach Angaben des US Virgin Islands Department of Tourism verzeichnete Saint Croix im ersten Quartal 2026 insgesamt 23.432 Besucherankünfte; im März 2026 waren es 23.432 Ankünfte, 20 % mehr als im März 2025.
Die Beherbergungsstruktur ist unterschiedlich und reicht von größeren Ferienresorts bis zu kleinen, individuell geführten Hotels und Gästehäusern. In Christiansted befinden sich historische Hotels und kleinere Gasthäuser teilweise innerhalb oder unmittelbar am Rand des historischen Stadtzentrums. Die offizielle Tourismusbehörde beschreibt dort insbesondere kolonial geprägte Inns mit Innenhöfen, historischen Gebäuden und Blick auf den Hafen.
Ein Beispiel für eine Unterkunft im historischen Christiansted ist Company House Hotel St. Croix. Ebenfalls im Stadtbereich liegt King Christian Hotel. Auf Protestant Cay vor Christiansted befindet sich Hotel on the Cay. Diese Unterkünfte unterscheiden sich damit deutlich von den größeren, außerhalb des historischen Stadtkerns gelegenen Ferienanlagen.
Zu den größeren Ferienanlagen gehört The Buccaneer Resort St. Croix, U.S. Virgin Islands östlich von Christiansted. Die Anlage verbindet Hotelunterkunft mit Strandbereichen, Wassersportmöglichkeiten, Tennis und Golf. Die Tourismusbehörde führt das Resort als eine der Strandunterkünfte von Saint Croix.
Weitere Resortunterkünfte befinden sich an verschiedenen Küstenabschnitten. Dazu gehören beispielsweise Tamarind Reef Resort Spa and Marina im Bereich Tamarind Reef, Sugar Beach bei Christiansted und Bungalows On the Bay bei Chenay Bay. Die Unterkünfte verbinden Übernachtungsmöglichkeiten teilweise mit Strandzugang, Schwimmbädern, gastronomischen Einrichtungen, Wassersport und weiteren touristischen Dienstleistungen.
Auch an der Westküste besteht ein umfangreiches Unterkunftsangebot. In Frederiksted befinden sich kleinere Hotels und Strandunterkünfte unmittelbar am Meer beziehungsweise in der Nähe des historischen Ortszentrums. Dazu gehören The Fred im historischen Frederiksted sowie Sand Castle on the Beach und Cottages by the Sea am Küstenabschnitt von Frederiksted.
Neben Hotels und Resorts gibt es zahlreiche Ferienwohnungen, Villen, Apartments und kleinere Ferienhäuser. Diese Form der Unterbringung ist über die gesamte Insel verteilt und findet sich sowohl in Küstennähe als auch im Inselinneren. Die offizielle Unterkunftsdatenbank der US Virgin Islands unterscheidet ausdrücklich zwischen Vacation Rentals, Hotels/Motels, Resorts, Bed-and-Breakfast-Unterkünften und Campingplätzen.
Zu den individuelleren Unterkünften gehören beispielsweise Ferienhäuser und Villen im Gebiet von Cane Bay und an der Westküste. Ein Beispiel ist The Landing Beach Resort at Cane Bay. Auch kleinere Gästehäuser wie Shakur's Guest House ergänzen das Angebot.
Cane Bay ist insbesondere auf Bade-, Tauch- und Wassersporttourismus ausgerichtet. Die Lage an der Nordwestküste ermöglicht den Zugang zu den dortigen Korallenriffen und zum bekannten Unterwasserbereich vor der Küste. Entsprechend haben sich dort neben Hotels auch Ferienwohnungen, Villen und kleinere Ferienanlagen entwickelt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Fremdenverkehrs sind die Strände. Die Tourismusbehörde hebt für Saint Croix mehrere Strände hervor und verbindet den Strandtourismus mit Schnorcheln, Kajakfahren, Tauchen und anderen Aktivitäten im Küstenbereich.
Der Naturtourismus konzentriert sich unter anderem auf das Buck Island Reef National Monument, die Schutzgebiete an der Küste und die Meeresgebiete rund um Saint Croix. Ausflugsboote bringen Besucher zu den Riffen, Stränden und Schnorchelplätzen von Buck Island. Auch Tauchen und Sportfischen gehören zu den wichtigen touristischen Aktivitäten.
Der Kulturtourismus hat seinen Schwerpunkt vor allem in Christiansted und Frederiksted. Christiansted besitzt mit Fort Christiansvaern, dem ehemaligen Zollhaus, dem Scale House, dem Steeple Building und weiteren historischen Gebäuden einen umfangreichen Bestand kolonialzeitlicher Architektur. Das historische Stadtgebiet ist als Christiansted National Historic Site geschützt. Frederiksted besitzt mit Fort Frederik und den historischen Straßen und Gebäuden ebenfalls bedeutende Zeugnisse der dänisch-westindischen Kolonialzeit.
Auch ehemalige Zuckerplantagen sind Bestandteil des touristischen Angebots. Die Ruinen und erhaltenen Gebäude der Plantagenwirtschaft vermitteln die historische Bedeutung des Zuckerrohranbaus für die Entwicklung von Saint Croix. Zu den bekannten historischen Anlagen gehört Estate Whim, das als Museum und historische Plantagenanlage touristisch genutzt wird.
Der Fremdenverkehr ist nicht ausschließlich auf die Hauptorte konzentriert. Unterkünfte befinden sich auch entlang der Nord-, Ost- und Westküste sowie im ländlicheren Inselinneren. Dadurch ist der Tourismus räumlich stärker über Saint Croix verteilt als in den dicht bebauten Bereichen von Christiansted und Frederiksted.
Neben traditionellen Hotels besitzt die Insel ein Angebot an Ferienhäusern und privaten Ferienunterkünften. Diese Unterkünfte ermöglichen längere Aufenthalte und werden besonders in Küstengebieten angeboten. Die offizielle Tourismusdatenbank führt Ferienwohnungen ausdrücklich als eigene Unterkunftskategorie.
Der Tourismus wird durch spezielle Programme der Regierung beziehungsweise des Department of Tourism unterstützt. 2026 wurde erneut die Kampagne „Experience St. Croix: A Vibe Like No Other“ angeboten. Die Aktion verband bei teilnehmenden Hotels eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Nächten mit einem kostenlosen fünften Übernachtungsaufenthalt sowie einem Flugkostenzuschuss unter festgelegten Bedingungen.
Literatur
- wikipedia = https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Saint_Croix
- wikivoyage = https://en.wikivoyage.org/wiki/Saint_Croix
Reiseberichte
- My Travelworld: Reisebericht Saint Croix = https://www.my-travelworld.de/usa/reisebericht-st-croix/
- Spazierfahrt über Saint Croix, US Vergin Islands = https://www.nikkiundmichi.de/st-croix-us-virgin-islands/
Videos
- Saint Croix by drone = https://www.youtube.com/watch?v=EtqwOqqWxcw
- Saint Croix, U.S. Virgin Islands = https://www.youtube.com/watch?v=rStvaO3VBNc
Atlas
- Saint Croix, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=12/17.7232/-64.7720
- Saint Croix Tourism = https://www.stcroixtourism.com/maps.htm
Reiseangebote
Saint Croix - Plan Your Trip = https://www.visitusvi.com/st-croix/
Saint Croix Tourism = https://www.stcroixtourism.com/index.html
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