Jan Mayen
Jan Mayen ist eine Vulkaninsel mitten im Nordmeer am Rande der Arktis. Dieser nördlichste Vulkan der Erde wirde möglicherweise schon von Wikinmgern gesichtet. Ins Blickfeld der „zivilisierten“ Welt gelangte er allerdings erst viel später - und wandelte sich von der Walfangstation zur Forschungsstation.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Jan Mayen |
| alternative Bezeichnungen | Hudson’s Touches (1607), Isabella (1614), Maurits Eylandt (um 1627), Sir Thomas Smith’s Island (um 1640), Île de Richelieu, Trinity Island (um 1650) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | echte Insel |
| Inselart | ^Vulkaninsel (Hot Spot) |
| Gewässer | Arktischer Ozean (Ishavet / Polhavet) zwischen Grönlandmeer (Grønlandshavet) und Norwegischem Meer (Norskehavet) |
| Inselgruppe | Jan Mayen |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Norwegen (Kongeriket Norge) Provinz: Nordland (Fylke Nordland) |
| Gliederung | 1 stasjon (Station) |
| Status | Inselterritorium (øytterritorium) |
| Koordinaten | 70°59’ N, 8°30’ W |
| Entfernung zur nächsten Insel | 459 km (Grönland) |
| Entfernung zum Festland | 950 km (Nordskott / Norwegen) |
| Fläche | 377 km² / 145,5 mi² |
| geschütztes Gebiet | 377 km² / 145,5 mi² (100 %) |
| maximale Länge | 54,5 km (NO-SW) |
| maximale Breite | 15,7 km (NW-SO) |
| Küstenlänge | 124,1 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Arktischer Ozean) |
| höchste Stelle | 2277 m (Beerenberg) |
| relative Höhe | 2277 m |
| mittlere Höhe | 327 m |
| maximaler Tidenhub | 1,0 bis 1,2 m (Olonkinbyen 1,1 m) |
| Zeitzone | WET (Westeuropeisk tid / Westeuropäische Zeit, UTC+0) |
| Realzeit | UTC minus 32 bis 36 Minuten |
| Einwohnerzahl | 18 (2025) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 0,05 |
| Inselzentrum | Olonkinbyen |
Name
Die Insel Jan Mayen hat keine indigene Bevölkerung und war bis ins 20. Jahrhundert unbewohnt. Ihre Namensgeschichte geht zurück ins frühe 17. Jahrhundert, als europäische Walfänger die Meeresregion durchkämmten. Die erste dokumentierte Sichtung durch einen Europäer erfolgte 1607 durch den Engländer Henry Hudson, der das vulkanische Eiland Hudson’s Touches nannte. Die entscheidende Entdeckung und Namensgebung geschah jedoch 1614 durch den niederländischen Walfangkapitän Jan Jacobszoon May, nach dem die Insel - sinngemäß „Insel des Jan May“ - benannt wurde. In den folgenden Jahrzehnten diente sie niederländischen, englischen und später norwegischen Walfängern als wichtige Basis. Der Vulkan Beerenberg erhielt seinen Namen ebenfalls von niederländischen Walfängern, die dort zahlreiche Eisbären beobachteten - niederländisch für „Bärenberg“.
Vor der Standardisierung gab es noch etliche andere konkurrierende Namen, rivalisierenden Expeditionen verabreicht wurden: Isabella, so genannt von Fopp Gerritsz 1614, Maurits Eylandt nach Moritz von Oranien, Sir Thomas Smith's Island, eine bei Hudson oder anderen Engländern zu findende Bezeichnung, Île de Richelieu nach dem französischen Kardinal und Trinity Island, eine alternative Namensgebung von englischen Walfängern. Diese Bezeichnungen verschwanden jedoch, und Jan Mayen setzte sich durch, endgültig nach der Blütezeit des niederländischen Walfangs ab 1650.

- international: Jan Mayen
- amharisch: ጃን ማየን [Jan Mayen]
- arabisch: جان ماين [Jān Māyin]
- armenisch: Յան Մայեն [Yan Mayen]
- bengalisch: জান মায়েন [Jān Māẏen]
- birmanisch: ဂျန်မေယန် [Jan Me Yan]
- bulgarisch: Ян Майен [Jan Majen]
- chinesisch: 扬马延岛 (簡體) / 揚馬延島 (繁體) [Yángmǎyán dǎo]
- georgisch: იან-მაიენი [Ian-Maieni]
- griechisch: Γιαν Μάγεν [Gian Mágen]
- gudscheratisch: જાન મેયેન [Jān Meyen]
- hebräisch: יאן מאיין [Yan Mayen]
- hindi: जान मायेन [Jān Māyen]
- japanisch: ヤンマイエン島 [Yan Maien-tō]
- kambodschanisch: ហ្សង់ម៉ាយេន [Jan Mayen]
- kanaresisch: ಜಾನ್ ಮೇಯೆನ್ [Jān Mēyen]
- kasachisch: Ян-Майен [Ýan-Maıen]
- koreanisch: 얀마옌 섬 [Yanmayen seom]
- laotisch: ຈານມາຍເນ [Chān Māi Ne]
- makedonisch: Јан Мајен [Jan Majen]
- malayalam: ജാൻ മായെൻ [Jān Māyen]
- maldivisch: ޖާން މޭން [Jaan Meyn]
- marathisch: जान मायेन [Jān Māyen]
- nepalesisch: जान मायेन [Jān Māyen]
- orissisch (Odia): ଜାନ ମାୟେନ [Jāna Māyena]
- pandschabisch (Punjabi, Gurmukhi): ਜਾਨ ਮਾਏਨ [Jān Māen]
- paschtunisch: جان ماین [Jān Māyin]
- persisch: یان ماین [Yān Māyin]
- russisch: Ян-Майен [Jan-Majen]
- serbisch: Јан Мајен [Jan Majen]
- singhalesisch: ජාන් මයෙන් [Jān Mayen]
- tamilisch: ஜான் மேயென் [Jāṉ Mēyeṉ]
- telugu: జాన్ మాయెన్ [Jān Māyen]
- thai: ยานไมเอน [Yan Mai-en]
- tibetisch: ཡན་མ་ཡེན། [Yan Ma Yen]
- ukrainisch: Ян-Маєн [Jan-Majen]
- urdu: جان مائیں [Jān Māʾin]
- weißrussisch: Ян-Маен [Jan-Majen]
Offizieller Name: Jan Mayen
- Bezeichnung der Bewohner: Beboerne på Jan Mayen (Janmayener)
- adjektivisch: janmayensk (janmayenisch)
Kürzel:
- Code: JM / JMY
- Kfz: -
- ISO-Code: NO-JM
Lage
Die Insel Jan Mayen liegt im Nordmeer zwischen Island, Grönland und Svalbard auf durchschnittlich 70°59’ n.B. und 8°30’ w.L.. Sie befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie der äußerste Norden Norwegens mit dem Nordkap, der Süden der Doppelinsel Noavaj Semlja, der Norden Sibiriens mit Volochanka, Tiksi und Nišnejansk, die ostsibirische Wrangelinsel, Barrow im äußersten Norden Alaskas, die zentralen Bereiche der Inseln Victoria und Baffinland sowie der Halbinsel Boothia, Ukkusissat im Westen und Jamesonland im Osten Grönlands.

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 71°10’29“ n.B. (Nordkapp)
- südlichster Punkt: 70°48’31“ n.B. (Sørkapp)
- östlichster Punkt: 9°04’39“ w.L. (Hoybergodden)
- westlichster Punkt: 7°55’47“ w.L. (Austkapp)
Entfernungen:
- Grönland (Scoresbysund) 459 km
- Island (Fontur) 546 km
- Lofoten / Vesterålen (Røst bzw. Moskenes) 873 km
- Viðoy / Färöer (Seyðtorva) 943 km
- Bäreninsel / Svalbard (Kapp Dunér) 949 km
- Nordskott / Norwegen 950 km
- Bodø / Norwegen 968 km
- Spitzbergen / Svalbard (Torellbreen) 955 km
- Shetland (Muckle Flugga) 1167 km
- Oslo /Norwegen 1504 km
Zeitzone
Auf Jan Mayen gilt die Westeuropeisk tid (Westeuropäische Zeit), abgekürzt WET, bzw. Universal Time Coordinated (Koordinierte Weltzeit), eine Stunde hinter der MEZ. Die Realzeit liegt um 32 bis 36 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).
Fläche
Jan Mayen ist 377 km² bzw. 145,5 mi², nach älteren Angaben 373 km² bzw. 144 mi² groß. Neben der Hauptinsel gibt es noch 23 Felseneilande mit weniger als 1 ha Gesamtfläche. Die Insel durchmisst von Nordost nach Südwest zwischen Nordkapp und Sjuskjera 54,5 km, von Nordwest und Südost zwischen Vakta und Søraustkapp 15,7 km. Höchste Erhebung ist der Gipfel des Beerenberg mit 2277 m, die tiefste Punkt liegt auf Meeresniveau bei einem Tidenhub von 1,0 bis 1,2 m, bei Olonkinbyen 1,1 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 327 m. Die Küste Jan Mayens ist insgesamt 124,1 km lang.
Flächenaufteilung 2001:
- Felsen und Grasland 259 km² (68,2 %)
- Gletscher 114 km² (30,0 %)
- Gewässer 6 km² (1,6 %)
- Verbautes Gebiet 1 km² (0,3 %)
Geologie
Geologisch ist Jan Mayen im Nordatlantik nur mit Island vergleichbar und nicht im geringsten mit Grönland, Norwegen oder Spitzbergen. Jan Mayen ist noch deutlich jünger als das erdgeschichtlich noch ziemlich pubertäre Island. Jan Mayen gehört zum System des mittelatlantischen Rückens, liegt aber nicht auf diesem drauf. Die Insel verdankt ihre Existenz einem sogenannten Hot Spot und die längliche Form dem Umstand, dass die tektonische Platte langsam driftet, während der darunter befindliche Hot Spot stationär ist. Der Vulkan Beerenberg ist nach wie vor aktiv, jedoch nicht der am Gipfel gelegene Zentralkrater. Ausbrüche hat es in den letzten Jahrhunderten vor allem an der äußersten Nordspitze gegeben.
Der Beerenberg ist der nördlichste Vulkan der Erde. Er ist ein stark vergletscherter Stratovulkan auf einer tektonischen Bruchzone (Jan-Mayen-Transformstörung), die zwei Abschnitte des mittelatlantischen Rückens miteinander verbindet. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1985. Bis zum Ausbruch 1970 galt der Vulkan als erloschen, jedoch gab es 1732 und 1818 ebenfalls Ausbrüche. Der höchste Punkt des Berges ist 2277 m hoch und trägt den Namen Haakon VII. Die erste bisher bekannte Besteigung des Berges erfolgte im April 1944 durch Per Wexels und Magne Råum. Beide waren Mitglieder der norwegischen meteorologischen Station, die während des Zweiten Weltkrieges auf Jan Mayen eingerichtet war.
114,2 km² der Fläche Jan Mayens, oder ein knappes Drittel, ist vergletschert. Hierbei handelt es sich ausschließlich um die Eiskappe des Beerenbergs, die in 20 einzelne Gletscherströme untergliedert werden kann. Der größte Gletscher ist der Søbreen mit einer Fläche von 15,0 km² und einer Länge von 8,7 km.
Jan Mayen liegt im Mischungsgebiet verschiedener Meeresströmungen. Der Ostgrönland-Strom bringt kaltes Wasser sowie große Eismassen aus dem Nordpolbecken entlang der Ostküste Grönlands nach Süden. Diesem entgegen kommt der Golfstrom mit seinen relativ warmen Wassermassen. Jan Mayen liegt genau in der Mischungszone dieser Wassermassen und der damit verbundenen, jeweiligen Luftmassen, woraus das meist schlechte Wetter resultiert. Die Eismassen, die der Ostgrönlandstrom mit sich bringt, berühren Jan Mayen heutzutage, wenn überhaupt, dann meist nur noch um den März herum.
Landschaft
Die auffällige, in Südwest-Nordost-Richtung gestreckte Löffelform mit einer Länge von fast 55 km hat mit der Geologie zu tun. Besonders markant ist der in der Nordhälfte gelegene, 2277 m hohe Beerenberg mit seiner symmetrischen Vulkanform. Jan Mayen wurde im 17. Jahrhundert entdeckt und ist seit 1930 ein Teil von Norwegen. Noch heute gibt es auf Jan Mayen eine norwegische Station. Es gibt keinerlei touristische Infrastruktur wie Übernachtungsmöglichkeiten oder Transportmöglichkeiten von und nach Jan Mayen, sodass touristische Besuche recht selten und weitgehend auf Expeditionskreuzfahrten und gelegentliche private Yachten beschränkt sind. Die Bedingungen für Landgänge sind wegen des oft rauen Wetters sowie des Mangels an geschützten Buchten schwierig. Andererseits ist Jan Mayen landschaftlich und historisch einzigartig und für abenteuerlustige Freunde der Polargebiete auf jeden Fall sehenswert.
Erhebungen
- Haakon VII Toppen 2277 m (Beerenberg)
- Hakluyttoppen 2203 m (Beerenberg)
- Mercantontoppen 2188 m (Beerenberg)
- Kongshamaren 1676 m (Beerenberg)
- Salsåta 1108 m (Beerenberg)
- Trollstigen 869 m (Beerenberg)
- Rudolftoppen 769 m (Sør-Jan)
Seen
- Sørlaguna 4,75 km²
- Nordlaguna 0,9 km²
Fluss
- Ekerold Aa 4,7 km
Gletscher
- Kronprins Olavs Bre 18,5 km² (85 bis 2277 m)
Flora und Fauna
Die Vegetation besticht vor allem durch Abwesenheit, weite Flächen sind unbewachsen. Dennoch gibt es eine Reihe von Gefäßpflanzenarten wie Steinbrecharten und sogar mehrere Löwenzahnarten, darunter auch endemische (gibt es nur auf Jan Mayen). Beeindruckend sind die vielen Moos- und Flechtenarten, die stellenweise dichte, farbenfrohe Polster bilden.
Die Fauna Jan Mayens besteht vor allem aus einer recht artenarmen, aber individuenreichen Meeresvogelfauna. Vor allem Meeresvögel, die auf steilen Klippen brüten, gibt es hier zahlreich, allen voran der Eissturmvogel, die Dreizehenmöwe sowie die Dickschnabellumme und Krabbentaucher (letztere brüten unter Felsblöcken). Tundravögel wie Schneeammern, Thorshühnchen, Steinwälzer undsoweiter, die sonst in der Arktis häufig sind, gibt es auf Jan Mayen kaum, da es auch keine Tundra- oder Feuchtgebiete gibt. Landsäugetiere gibt es keine, seit der Eisfuchs im 20. Jahrhundert von Trappern ausgerottet wurde, Moschusochsen, Rentiere oder Nagetiere hat es hier nie gegeben. Wirklich reich ist vor allem das Meer um Jan Mayen herum. Hier gibt es verschiedene Wal- und Robbenarten sowie reiche Fischgründe.
Flora
Die Flora von Jan Mayen, der isolierten norwegischen Vulkaninsel im Arktischen Ozean, ist aufgrund des harten arktischen Klimas, des vulkanischen Bodens und der extremen Winde stark eingeschränkt und spärlich. Große Teile der Insel sind kahl und von Lavafeldern, Asche und Gletschern bedeckt, doch in geschützten Lagen und nährstoffangereicherten Bereichen (oft durch Nährstoffeintrag indirekt begünstigt) entwickelt sich eine typische arktische Tundravegetation. Die Pflanzendecke bleibt niedrig und kriechend, dominiert von Moosen, Flechten und Gräsern, die an die kurzen Vegetationsperioden, häufigen Stürme und den nährstoffarmen vulkanischen Untergrund angepasst sind.
Insgesamt umfasst die Flora etwa 75 Arten Gefäßpflanzen (vascular plants), rund 180 Moosarten und 150 bis 180 Flechtenarten, von denen einige endemisch sind. Die Vegetation ist circumpolar verbreitet und zeigt starke Ähnlichkeiten mit der von Grönland, Spitzbergen oder Nordnorwegen, mit wenigen endemischen Formen. Besonders hervorzuheben sind mehrere Mikroarten des Löwenzahns (Taraxacum), wie Taraxacum brachyrhynchum, Taraxacum recedens und Taraxacum torvum, die nur auf Jan Mayen vorkommen. Häufige Gefäßpflanzen sind arktische Gräser, Steinbrecharten (Saxifraga-Arten wie Saxifraga cespitosa oder Saxifraga tenuis), Schachtelhalme, Sauerampfer (z. B. Oxyria digyna) und andere robuste Polarpflanzen wie Cerastium alpinum oder Cochlearia groenlandica.
Moose und Flechten bilden oft dicke, farbenprächtige Teppiche und dominieren die Bodenbedeckung in feuchteren Gebieten. Sie profitieren von der hohen Luftfeuchtigkeit durch Nebel und der moderaten Sommertemperaturen. Die Vegetation ist zonalt verteilt: In tieferen Lagen und an der Küste finden sich dichtere Bestände, während höhere Regionen um den Beerenberg fast vegetationsfrei bleiben. Seit der Einrichtung des Jan Mayen Naturreservats 2010 steht die Flora unter strengem Schutz, und Veränderungen durch den Klimawandel – wie Zunahmen in Häufigkeit und Deckung bestimmter Arten über die letzten Jahrzehnte – werden beobachtet.
Fauna
Die Insel hat keine indigenen Land säugetiere, und die terrestrische Tierwelt ist minimal. Der Großteil der Biodiversität findet sich bei Seevögeln, die in riesigen Kolonien an den steilen Klippen brüten, sowie in der reichen marinen Umgebung, wo der Golfstrom nährstoffreiche Gewässer schafft. Insgesamt brüten etwa 27 Vogelarten regelmäßig auf der Insel, während über 90 Arten beobachtet wurden, und die Gewässer beherbergen diverse marine Säugetiere.
Dominierend sind Seevögel, die Jan Mayen zu einem der wichtigsten Brutgebiete im Nordatlantik machen. Zu den häufigsten gehören der Eissturmvogel (Northern Fulmar, bis zu 160.000 Brutpaare), der Krabbentaucher (Little Auk, 10.000–100.000 Paare), der Dickschnabellum (Thick-billed Guillemot/Brünnich’s Guillemot, bis zu 147.000 Paare), der Schwarzguillemot (Black Guillemot), der Papageitaucher (Atlantic Puffin), Dreizehenmöwen (Kittiwakes), Mantelmöwen (Glaucous Gulls) und Skua-Arten. Diese Vögel nutzen die ungestörten Klippen und profitieren von der planktonreichen See, die durch Auftriebsströme entsteht.
An Land gibt es keine permanenten Säugetiere: Der Polarfuchs (Arctic Fox) war früher der einzige zahlreiche Landbewohner, wurde jedoch durch Jagd im frühen 20. Jahrhundert fast ausgerottet und ist heute extrem selten oder lokal ausgestorben. Eisbären (Polar Bears) sind keine residenten Tiere, sondern seltene Besucher auf Treibeis; aufgrund des Klimawandels und reduzierten Eises werden sie in den letzten Jahren kaum noch gesichtet.
Die Meeresfauna ist vielfältiger: Häufige Robbenarten sind Bartrobbe (Bearded Seal), Ringelrobbe (Ringed Seal), Sattelrobbe (Harp Seal) und Klappmütze (Hooded Seal), die je nach Eisbedingungen in der Nähe brüten oder rasten. In den umliegenden Gewässern werden regelmäßig Wale beobachtet, darunter Zwergwal (Minke Whale), Buckelwal (Humpback Whale) und gelegentlich Blauwal (Blue Whale), die von Krill und Fisch angezogen werden.
Pflanzen-und Tierarten:
Flora
- Moose 176
- Flechten 136
- Gefäßpflanzen 75
- Pilze 66
- Farne 3
Fauna
- Vögel 27
- Säugetiere 5
Naturschutz
Eine Verordnung aus dem Jahr 2010 macht die Insel zu einem Naturschutzgebiet unter norwegischer Gerichtsbarkeit, mit dem Ziel, eine unberührte arktische Insel und das dortige Meeresleben, einschließlich des Meeresbodens, zu erhalten. Anlandungen auf Jan Mayen können per Boot erfolgen. Dies ist jedoch nur an einem kleinen Teil der Insel, der Båtvika (Bootsbucht) genannt wird, erlaubt. Da die Insel von keiner kommerziellen Fluggesellschaft angeflogen wird, kann man die Insel nur mit einem gecharterten Flugzeug erreichen. Die Genehmigung für die Landung eines Charterflugzeugs muss im Voraus eingeholt werden. Die Erlaubnis zum Aufenthalt auf der Insel muss im Voraus eingeholt werden und ist in der Regel auf einige Tage (oder sogar Stunden) begrenzt. Das Aufstellen von Zelten oder das Einrichten von Camps ist verboten. Für den Aufenthalt von Ausländern gibt es eine eigene Regelung.
Klima
Das Klima ist maritim-arktisch (Köppen ET), mit anderen Worten es herrscht meistens ein absolutes Sauwetter. Knackig-kaltes Winterwetter gibt es selten, noch seltener Sonnenschein im Sommer. Nebel, Wind und Sprühregen, der nicht sehr ergiebig ist, einen aber trotzdem schnell völlig nass und kalt macht, sind dafür häufig. Die Ursache hierfür ist das Island-Tief, in dessen Entstehungsgebiet Jan Mayen liegt. Mit der Höhe nimmt der Niederschlag zu und fällt vermehrt als Schnee. Daher befinden sich auf dem Beerenberg über 100 km² Gletscherfläche. Fünf Gletscher reichen hinab bis zum Meer, aufgrund der allgemeinen Klimaerwärmung hat jedoch nur noch der Weyprechtbreen (Gletscher) eine eindrucksvolle Kalbungsfront. Die anderen, weit hinabreichenden Gletscher ziehen sich zurück und verschwinden daher mehr und mehr in ihren eigenen Endmoränen.
Im Winter ist Jan Mayen von Pack- und Treibeis umgeben. Der kälteste Monat Februar weist eine Mitteltemperatur von -6°C auf, der mildeste Monat ist der August mit einer Mitteltemperatur von 6°C. Das Jahresmittel der Temperatur liegt bei 0°C. Die beobachteten Temperaturextreme liegen bei -28°C und +16°C. Die Jahressumme des Niederschlags beträgt im vieljährigen Mittel etwa 630 mm. An rund 230 Tagen fällt mehr als 0,1 mm Niederschlag.
Klimadaten für Olonkinbyen / Jan Mayen (23 m, 1961 bis 1990, Extreme seit 1921)
| Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Höchstrekord (°C) | 9,5 | 10,0 | 8,0 | 10,3 | 11,3 | 18,1 | 15,0 | 15,7 | 13,4 | 15,0 | 10,0 | 12,3 | 18,1 |
| Mittelmaximum (°C) | −3,0 | −3,3 | −3,5 | −1,4 | 1,22 | 4,1 | 6,4 | 6,9 | 4,5 | 1,9 | −1,0 | −2,7 | 0,8 |
| Mitteltemperatur (°C) | −5,7 | −6,1 | −6,1 | −3,9 | −0,7 | 2,0 | 4,2 | 4,9 | 2,8 | 0,1 | −3,3 | −5,2 | −1,4 |
| Mittelminimum (°C) | −8,4 | −9,0 | −8,5 | −6,0 | −2,2 | 0,5 | 2,7 | 3,5 | 1,3 | −1,7 | −5,4 | −7,7 | −3,4 |
| Tiefstrekord (°C) | −26,9 | −28,4 | −26,8 | −21,4 | −12,0 | −5,1 | 3,2 | −2,3 | −5,2 | −18,0 | −19,5 | −24,2 | −28,4 |
| Frosttage | 29 | 27 | 30 | 29 | 25 | 23 | 1 | 0 | 9 | 20 | 24 | 28 | 236 |
| Potenzielle Verdunstung (mm) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 50 | 73 | 81 | 59 | 0 | 0 | 0 | 263 |
| Niederschlag (mm) | 56
(2,2) |
53
(2,1) |
55
(2,2) |
40
(1,6) |
40
(1,6) |
37
(1,5) |
47
(1,9) |
61
(2,4) |
82
(3,2) |
82
(3,2) |
65
(2,6) |
65
(2,6) |
683
(27,1) |
| Niederschlagstage (≥ 1 mm) | 12,6 | 11,1 | 12,1 | 9,1 | 7,6 | 7,6 | 9,2 | 11,1 | 13,3 | 14,6 | 12,9 | 13,0 | 134,2 |
| Schneetage | 25 | 22 | 24 | 21 | 15 | 9 | 1 | 1 | 10 | 17 | 22 | 24 | 191 |
| Luftfeuchtigkeit (%) | 83 | 83 | 84 | 83 | 85 | 87 | 89 | 87 | 83 | 83 | 81 | 82 | 84 |
| Sonnenstunden | 0 | 28 | 62 | 120 | 149 | 150 | 124 | 93 | 60 | 31 | 0 | 0 | 817 |
| Windgeschwindigkeit kmh | 37 | 37 | 35 | 33 | 30 | 11 | 11 | 13 | 28 | 31 | 33 | 35 | 27 |
Klimadaten für Olonkinbyen (10 m, 1991 bis 2020, Extreme 1921 bis 2020)
| Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Höchstrekord (°C) | 9.5 | 10,0 | 8,0 | 10.3 | 14.4 | 18.1 | 18,0 | 17,0 | 14.2 | 15,0 | 10,0 | 12.3 | 18.1 |
| Mittelmaximum (°C) | −0.7 | −1.2 | −1.6 | −0.2 | 2.1 | 5.1 | 7.5 | 7.9 | 6,0 | 3,0 | 0.9 | −0.4 | 2.4 |
| Mitteltemperatur (°C) | −2.9 | −3.4 | −3.7 | −2.1 | 0.4 | 3.1 | 5.7 | 6.3 | 4.5 | 1.3 | −1,0 | −2.5 | 0.5 |
| Mittelminimum (°C) | −5.2 | −5.5 | −5.8 | −3.9 | −1,0 | 1.6 | 4.3 | 5.1 | 3.2 | −0.3 | −2.9 | −4.6 | −1.2 |
| Tiefstrekord (°C) | −26.9 | −28.4 | −26.8 | −21.4 | −12,0 | −5.1 | −3.2 | −2.3 | −5.2 | −18,0 | −19.5 | −24.2 | −28.4 |
| Niederschlag (mm) | 61 | 52 | 53 | 39 | 35 | 23 | 36 | 57 | 78 | 72 | 69 | 68 | 643 |
Mythologie
Die Insel wurde erst im frühen 17. Jahrhundert von europäischen Walfängern entdeckt und kartiert, und eine dauerhafte Besiedlung gab es nie – abgesehen von der kleinen rotierenden Stationsbesatzung seit dem 20. Jahrhundert. Spekulationen über frühere Sichtungen durch Wikinger oder irische Mönche (etwa als Teil von „Svalbarð“ in isländischen Sagas) bleiben unbewiesen und werden von Historikern als unwahrscheinlich eingestuft. Eine lose Verbindung zur nordischen Mythologie besteht lediglich in einer isländischen Variante der Sage um den Meeresriesen Ægir und seine Gemahlin Ran, die in goldenen Hallen unter dem Meer auf einer Insel namens Hlésey (oder Lessö) leben sollen. Einige Forscher vermuten, dass dies eine alte Bezeichnung für Jan Mayen sein könnte, doch dies ist spekulativ und nicht etabliert – wahrscheinlicher bezieht es sich auf die dänische Insel Læsø.
Moderne „Mythen“ um Jan Mayen sind eher popkultureller Natur: Im Videospiel „Tomb Raider: Underworld“ (2008) dient die Insel als Schauplatz für eine fiktive Suche nach Thors Hammer Mjölnir und dem Eingang zu Valhalla, wobei Ruinen als Quelle des Valhalla-Mythos dargestellt werden. Diese Darstellung hat die Insel in der Fantasie vieler mit nordischer Götterwelt verknüpft, obwohl sie historisch keine Rolle in der Edda oder den Sagas spielt.
Geschichte
Jan Mayen wurde um 1614 von Henry Hudson und dem niederländischen Kapitän Jan May offiziell entdeckt und nach diesem benannt, der sie für die Walfangindustrie beanspruchte. Im 17. Jahrhundert diente die Insel als Basis für niederländische Walfänger, bevor sie im 20. Jahrhundert von Norwegen als Wetterstation genutzt und 1929/1930 offiziell annektiert wurde.
Entdeckungszeit
Zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert (400 bis 900) befuhren zahlreiche Mönchsgemeinschaften, die ihren Ursprung in Irland (Papar) hatten, in Lederbooten den Nordatlantik, erkundeten weit entfernte Inseln und ließen sich manchmal dort nieder, wo ihre Klostergemeinschaften keinen engen Kontakt zu anderen hatten. Es gibt deutliche Hinweise auf ihre Anwesenheit auf den Färöer-Inseln und Island vor der Ankunft der Wikinger, und mittelalterliche gälische Chroniken wie die berühmte Reise des Heiligen Brendan des Abtes zeugen von dem großen Interesse an Entdeckungen in dieser Zeit. Eine transatlantische Reise in der Neuzeit bewies, dass die frühen Seefahrer in der Lage waren, alle Länder des Nordatlantiks zu erreichen, die noch weiter von Irland entfernt waren als Jan Mayen - und das bei günstigen Winden mit einer Geschwindigkeit, die in etwa der von modernen Yachten entspricht. Obwohl dies durchaus möglich ist, gibt es dennoch keine direkten physischen Spuren von mittelalterlichen Landungen oder Siedlungen auf Jan Mayen.
Das von den Wikingern im frühmittelalterlichen Buch Landnámabók als Svalbarð („kalte Küste“) bezeichnete Land könnte Jan Mayen gewesen sein (anstelle von Spitzbergen, das von den Norwegern in der Neuzeit in Svalbard umbenannt wurde); die in diesem Buch erwähnte Entfernung von Island nach Svalbarð beträgt zwei Segeltage (bei günstigen Winden), was mit der ungefähren Entfernung von 550 km nach Jan Mayen übereinstimmt und nicht mit der Mindestentfernung von 1.550 km nach Spitzbergen. Wie bekannt Jan Mayen zu dieser Zeit in Europa auch gewesen sein mag, so geriet es doch für einige Jahrhunderte in Vergessenheit.
Im 17. Jahrhundert wurden viele Behauptungen über die Wiederentdeckung der Insel aufgestellt, die durch die Rivalität in den arktischen Walfanggebieten beflügelt wurden, und die Insel erhielt viele Namen. Laut Thomas Edge, einem Walfangkapitän aus dem frühen 17. Jahrhundert, der oft ungenaue Angaben machte, entdeckte „William [sic] Hudson“ die Insel 1608 und nannte sie „Hudson's Touches“ (oder „Tutches“). Der bekannte Entdecker Henry Hudson kann jedoch nur auf seiner Reise im Jahr 1607 vorbeigekommen sein (wenn er einen unlogischen Umweg gemacht hat), und er hat die Insel in seinem Tagebuch nicht erwähnt.
Nach William Scoresby (1820:154), der sich auf den Irrglauben bezieht, die Holländer hätten die Insel 1611 entdeckt, entdeckten die Walfänger von Hull die Insel „etwa zur gleichen Zeit“ und nannten sie „Trinity Island“. Muller (1874:190-191) ging davon aus, dass sie 1611 oder 1612 auf Jan Mayen gestoßen waren, was von vielen späteren Autoren wiederholt wurde. Tatsächlich gab es in diesen beiden Jahren keine Walfänger aus Hull, denn die erste Walfangexpedition aus Hull wurde erst 1616 auf die Insel geschickt (siehe unten). Wie bei der früheren Behauptung von Edge gibt es auch für diese angebliche Entdeckung keine kartografischen oder schriftlichen Belege.
Die Entdeckung erfolgte möglicherweise 1607 durch den namensgebenden Holländer Jan Jacobs May van Schellinghout oder 1608 durch Henry Hudson, sicher aber spätestens 1614 durch den Engländer John Clarke. Bald darauf begannen holländische Walfänger, die reichen Walvorkommen auszubeuten und die erlegten Wale in Landstationen auf Jan Mayen zu verarbeiten. Reste derartiger Stationen gibt es heute noch an zwei Stellen auf der Nordseite der Insel, die nach einem Walfangkapitän aus jener Zeit benannt worden ist. Ein Überwinterungsversuch der Walfänger, um die Landstationen zu bewachen sowie um den arktischen Winter zu erkunden, scheiterte tragisch: Keiner der sieben Überwinterer überlebte den Winter 1633/34.
Walfangzeit
In der ersten Phase des Walfangs waren die Fänge im Allgemeinen gut, einige waren außergewöhnlich. So fing Mathijs Jansz. Hoepstock 1619 in der Hoepstockbukta 44 Wale, aus denen 2.300 Fässer Walöl gewonnen wurden. In der zweiten Phase waren die Fänge wesentlich geringer. Während 1631 eine sehr gute Saison war, wurden im folgenden Jahr aufgrund von Wetter und Eis nur acht Wale gefangen. Im Jahr 1633 gelang es elf Schiffen, nur 47 Wale zu fangen, während 1635 dieselbe Anzahl von Schiffen magere 42 Wale erbeutete. Der Grönlandwal wurde um 1640 lokal bis zur völligen Ausrottung gejagt (etwa 1000 wurden auf der Insel getötet und verarbeitet), woraufhin Jan Mayen aufgegeben wurde und zweieinhalb Jahrhunderte lang unbewohnt blieb.
Ab den 1640er Jahren verlagerten die Walfänger ihre Aktivitäten zunehmend nach Spitzbergen (wo Smeerenburg bis um 1660 bestand) und später auf pelagischen Fang auf offener See, bei dem der Tran erst in der Heimat verarbeitet wurde. Jan Mayen wurde nach dieser Phase für über zwei Jahrhunderte weitgehend verlassen und nur sporadisch besucht, bis im 19. Jahrhundert wissenschaftliche Expeditionen einsetzten.
Kolonisierungszeit
Erst 1882/83 kam es zum nächsten nennenswerten Besuch und zur ersten erfolgreichen Überwinterung, als Österreich im Ersten Internationalen Polarjahr seine Station in der Maria Muschbukta auf der Nordseite der Insel etablierte. Die Station wurde ein Erfolg, und die Überwinterer konnten mit guter Gesundheit und reichhaltigen wissenschaftlichen Ergebnissen die Heimreise antreten. „Nur“ ein Matrose des Transportschiffes starb während der Ankunft an Tuberkulose und wurde vor Ort begraben.
Im frühen 20. Jahrhundert entdeckten norwegische Trapper die reichen Fuchsbestände als lohnenswertes Jagdziel. Die erste Überwinterung fand 1906/07 statt und führte zu einem guten Fuchsfang, endete jedoch in einer Katastrophe, als das Transportschiff auf dem Rückweg bei Island sank, wobei alle bis auf den Maschinisten umkamen. In den folgenden Jahren kam es mehrfach zu weiteren Überwinterungen, die teilweise Rekordfänge einbrachten. Da der Anteil der besonders wertvollen Blaufüchse, einer Eisfuchsvariante mit dunklem Fell auch im Winter, deutlich höher war als sonst wo in der Arktis, haben diese Abenteuer sich zunächst finanziell ausgezahlt. Bald brachen die Bestände jedoch zusammen, heute ist der Eisfuchs auf Jan Mayen leider ausgerottet.
Die Fortschritte auf dem Gebiet der Meteorologie sowie die Notwendigkeit guter Wettervorhersagen machten schließlich eine Wetterstation auf Jan Mayen für Norwegen zur Notwendigkeit. Eine solche wurde 1921 eingerichtet und im Laufe der Jahrzehnte mehrfach verlegt, jedoch bis auf eine kurze Unterbrechung zu Kriegsbeginn bis heute kontinuierlich betrieben. Zunächst auf der Südseite gelegen und mit drei, später vier Leuten betrieben, verrichtete die Station auch Dienste als Radiostation für Fischerei- und Robbenfangschiffe in der Region.
In den 1920er Jahren haben mehrfach norwegische Privatleute Jan Mayen teilweise oder ganz in Besitz genommen, bald darauf auch der Staat durch die Wetterstation. 1930 trat ein Gesetz in Kraft, das Jan Mayen zu einem Teil des Königreiches Norwegen machte. Privatrechtlich setzte sich allerdings ein Norweger durch, der sich die Insel durch mehrfache Aktivitäten vor Ort wie Aufstellen von Okkupationsschildern und Nerven der Angehörigen der Wetterstation sowie in Norwegen durch hartnäckiges Prozessieren gesichert hatte. Später erwarb der norwegische Staat den Grund und Boden käuflich, so dass die gesamte Insel heute nicht nur norwegisches Hoheitsgebiet, sondern auch Staatsbesitz ist. Die Streitigkeiten jener Zeit sowie die Persönlichkeiten, die sich hier engagiert haben, haben schon etwas bizarre Züge.
Die Wetterstation wurde während des Krieges im September 1940 evakuiert, jedoch Anfang 1941 in einiger Entfernung von der Küste wieder eingerichtet, da Wettervorhersagen für beide Kriegsparteien wichtig waren. Auch Deutschland versuchte, Wetterflugzeuge bzw. eine Station zu etablieren, beschränkte sich nach mehreren Fehlschlägen jedoch auf regelmäßige Überflüge mit Wetterbeobachtungsflugzeugen. Unterstützt von Großbritannien, unterhielt Norwegen die Station während der Kriegsjahre im Jøssingdalen (siehe Karte oben) und zum Schutz dieser Station noch eine Garnison. Mehrfach wurde bei Überflügen deutscher Flugzeuge aufeinander geschossen, ohne dass es jedoch zu nennenswertem Schaden oder Verlust an Menschenleben auf einer der Seiten gekommen wäre. Mindestens zwei deutsche Flugzeuge stürzten jedoch auf Jan Mayen durch Navigationsfehler ab. In den späteren Kriegsjahren richtete die US Coastguard in der Nähe der norwegischen Garnison eine Station zur Peilung feindlicher Radiosender ein, „Atlantic City“, die 1946 vereinbarungsgemäß wieder geräumt wurde. In die Gebäude von Atlantic City zog bald darauf die Wetterstation ein, bis 1949 endlich eine brauchbare, neue Station gebaut wurde - die Wohn- und Arbeitsverhältnisse waren bis dahin mehr als desolat geworden. Die neue Station war zweckmäßig und gemütlich, jedoch den Fallwinden des Beerenberg ausgesetzt. Extreme Windverhältnisse führten zu einem tragischen Unfall, als Stationsleiter Aksel Liberg während eines starken Sturms innerhalb des Stationsgeländes vom Wind fortgerissen wurde und rasch erfror, seine Leiche wurde Tage später in einer Entfernung von nur 150 Metern vom Stationshaus gefunden!
Moderne Zeit
In den späten 1950er Jahren gewann die Insel durch den Kalten Krieg an Bedeutung: Ab 1958/1959 begann die NATO-geförderte Errichtung einer LORAN-C-Navigationsstation (Long Range Navigation) in Olonkinbyen, die 1960/1962 in Betrieb ging und der präzisen Positionsbestimmung für Schiffe und Flugzeuge im Nordatlantik diente. Die Siedlung Olonkinbyen entstand dabei als zentrale Basis mit Wohnquartieren, Werkstätten und dem Flugplatz Jan Mayensfield (fertiggestellt 1960). Die Besatzung umfasste zunächst mehr Personal; die meteorologische Station, seit 1921 aktiv, wurde integriert.
Eine Zeit lang bezweifelten Wissenschaftler, dass der Beerenberg-Vulkan aktiv werden würde, aber 1970 brach er unerwartet aus: Die Eruption begann am 18. September 1970 von einer 6 km langen Flankenspalte am Nordosthang und dauerte mehrere Monate (bis ca. Januar 1971 oder länger). Sie war die größte bekannte in der Holozän-Zeit, mit Lavaflüssen, die etwa 3 bis 4 km² neue Landmasse schufen (ca. 0,5 km³ Lava). Asche- und Dampfplumes erreichten Höhen bis 11 km, und die Stationsbesatzung wurde vorübergehend evakuiert. Während der intensiven Phase stieg die Meerestemperatur in Küstennähe lokal stark an – Berichte sprechen von bis zu 13 bis 30°C in unmittelbarer Nähe (durch heiße Lavaeinflüsse), gegenüber normalen Werten knapp über dem Gefrierpunkt. Kleinere Nachfolgeereignisse gab es 1973 (VEI 1) und vor allem 1985 (6.–9. Januar, kurze explosive und effusive Phase mit Lavaflüssen ans Meer).
Nach den Eruptionen blieb die vulkanische Aktivität gering (nur Fumarolen), und der Fokus lag auf dem Stationsbetrieb. Die LORAN-C-Anlage blieb bis 2015/16 aktiv, bevor sie dekommissioniert und abgebaut wurde – GPS machte sie überflüssig. Seit 2010 steht die gesamte Insel als Naturreservat unter strengem Schutz, was Besuche und Aktivitäten stark reguliert.
In den 2000er und 2010er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt auf Klimaforschung und Arktisüberwachung: Neue Instrumente für Seismik, Magnetik und Satellitennavigation (zum Beispiel EGNOS- und Galileo-Referenzstationen) kamen hinzu. Die Besatzung stabilisierte sich bei 15 bis 18 Personen (Streitkräfte und Meteorologisches Institut).
Ab 2025 läuft eine umfangreiche Infrastrukturmodernisierung: Ein neues Hauptgebäude (3.600 m²) mit erweiterten Unterkünften, Krankenstation und resilienteren Systemen soll bis 2027/2028 fertiggestellt werden, um den harten Bedingungen besser zu trotzen. Ende 2025 schlug das Verteidigungsministerium eine Erweiterung der Militärpolizeibefugnisse vor, um die Autorität des Stationskommandanten zu stärken.
Verwaltung
Im Jahr 1614 wurde Jan Mayen offiziell entdeckt. Nach der Errichtung einer Wetterstation erklärte Norwegen 1921 seine Ansprüche auf die Insel. 1926 übernahm das Norwqegische Meteorologische Institut formal die Verwaltung Jan Mayens. Am 8. Mai 1929 wurde das ferne Eiland offiziell eine norwegische Dependenz. Am 27. Februar 1930 erfolgte die formale Annexion durch Norwegen. 1940 wurde das Personal evakuiert. Bis 1945 war hier eine norwegische Exilgemeinschaft ansässig. Von 1943 bis 1945 bestand auf der Insel eine US-Basis.
Herrschaftsgeschichte
- 28. Januar 1614 bis um 1650 Republik der Niederlande (Republiek der Zeven Verenigde Nederlanden)
- um 1650 bis 1921 herrenloses Gebiet (terra nullius)
- 1921 bis 8. Mai 1929 Nutzungegebiet des Königreichs Norwegen (Kongeriket Norge)
- 8. Mai 1929 bis 27. Februar 1930 Königreich Norwegen (Kongeriket Norge)
- 27. Februar 1930 bis 31. Dezember 1994 Territorium Svalbard des Königreichs Norwegen (Kongeriket Norge)
- seit 1. Januar 1995 Nordland (Statsforvalteren i Nordland) des Königreichs Norwegen (Kongeriket Norge)
Legislative und Exekutive
Die legislative Gewalt liegt ausschließlich beim norwegischen Parlament, dem Storting in Oslo. Es erlässt alle Gesetze, die auf Jan Mayen Anwendung finden, da die Insel keiner eigenen Kommune oder Region zugeordnet ist und somit direkt dem nationalen Recht untersteht. Norwegisches Recht gilt uneingeschränkt, einschließlich Umwelt-, Straf- und Verwaltungsgesetzen, mit Ausnahmen nur in spezifischen Fällen (zum Beispiel bestimmte Diskriminierungsregelungen). Es gibt keine lokale Legislative, da Jan Mayen keine permanente Bevölkerung oder gewählte Vertretung hat.
Die exekutive Gewalt wird ebenfalls zentral von der norwegischen Regierung ausgeübt. Seit 1995 (zuvor bis 1994 vom Sysselmann von Svalbard) administriert der County Governor (Statsforvalter) der Provinz Nordland die Insel, als nächstgelegene Verwaltungseinheit. Dieser übernimmt Aufsicht, Genehmigungen (zum Beispiel für Besuche) und Naturschutzangelegenheiten. Vor Ort delegiert Norwegen jedoch erhebliche Autorität an den Stationskommandanten in Olonkinbyen (der einzigen Siedlung), der der Norwegian Defence Logistics Organisation untersteht. Der Kommandant übt praktische Exekutivgewalt aus, inklusive Polizeibefugnissen, Sicherheitsmaßnahmen und täglicher Verwaltung der rotierenden Besatzung (15 bis 18 Personen). Ende 2025 schlug das norwegische Verteidigungsministerium eine Erweiterung der Militärpolizeibefugnisse vor, um die Autorität des Kommandanten weiter zu stärken.
Inseloberhauplt
Die Verwaltung Jan Mayens liegt formal in den Händen des Gouverneurs von Svalbard. Praktisch jedoch ist der Leiter der Forschergruppe vor Ort zuständig für die Administration der Insel.
Fører af det Regional Division Nord Norge (Führer der Regionalteils Nordnorwegen, zuständig für Jan Mayen und Svalbard)
- 1920 - 1922 Olaf Devik (1886 - 1987)
- 1922 - 1926 O. Edlund
- 1926 - 1932 Sigurd Evjen
- 1932 - 1946 Peter Thrane
Directør (Direktor des norwegischen Meteorologischen Instituts)
- 1915 - 31 Okt 1955 Theodor Hesselberg (1885 - 1966)
Manager der Wetterstation Jan Mayen
- 1921 - 1922 Hagbard Ekerold (1883 - 1963)
- 1922 - 1923 Fritz Paulsen (1889 - nach 1950)
- 1923 - 1924 Christian Haugan
- 1924 - 1925 Alfred Hoaas
- 1925 - 1926 Hallvard Devold (1898 - 1957)
- 1926 - 1927 Finn Devold (1902 - 1977)
- 1927 - 1928 Fritz Paulsen [2]
- 1928 - 1929 Gennadiy Nikitich Olonkin (1898 - 1960)
- 1929 - 1930 Fritz Cornelius Øien (1899 - 1963)
- 1930 - 1931 Gennadiy Nikitich Olonkin [2]
- 1931 - 1932 Leonhard Nicolaisen
- 1932 - 1933 Johan Breirem
- 1933 - 1934 Gennadiy Nikitich Olonkin [3]
- 1934 - 1935 Leif Brox (1905 - 1968)
- 1935 - 1936 Gennadiy Nikitich Olonkin [4]
- 1936 - 1937 Alv Pedersen
- 1937 Leif Brox [2]
- 1937 - 1938 Egil Lindberg (1906 - 1952)
- 1938 - 1939 Henry George Haug (1907 - nach 1950)
- 1939 - 1940 Anton Bakke
- 1940 - 3 Sep 1940 Fritz Cornelius Øien [2]
Garnisonssjefer (Garnisonsleiter)
- 10 Mar - 18 Mai 1941 Ernst Gustav Adolf Ullring (1894 - 1953)
- 18 Mai 1941 - 1 Jun 1942 Karl Magnar Hjelvik (1909 - 1975)
- 1 Jun 1942 - Mai 1943 Kåre Hjelseth (1918 - 2010)
- Mai 1943 - Mai 1944 Kolbjørn Spilhaug (1898 - nach 1950)
- Mai 1944 - 1946 Arne Gudbrand Haugan (1917 - 1997)
Bestyrer af Jan Mayen (Stationsmanager)
- 1945 - 1946 Henry Johnsen
- 1946 - 1947 Andreas Skaanevik
- 1947 - 1948 Frank Myrvoll
- 1948 - 1949 Nicolay Nicolaysen
- 1949 - 1950 Mikal Bjørklid
- 1950 - 10 Dez 1950 Aksel Liberg (1928 - 1950)
- 12 Dez 1950 - 1951 Oddmund Søreide (* 1919)
- 1951 - 1952 Kai Syversen
- 1952 - 1953 Terje Lillevik
- 1953 - 1954 Finn Jensen
- 1954 - 1955 Harold Nicolaisen
- 1955 - 1957 Sverre Messel
- 1957 - 1958 Petter Verner Furberg (1923 - 1999)
- 1958 - 1959 Erik Herje
Stasjonssjefer af Jan Mayen (Stationsleiter von Jan Mayen)
- 1959 - 1961 Torstein Raaby (1918 - 1964)
- 1961 - 1962 Bjørn Marienborg
- 1962 - 1963 Knut Ristesund
- 1963 - 1964 Bjarne J. Brandal (1927 - 2005)
- 1964 - 1965 William Pettersen
- 1965 - 1967 Frank Hansen
- 1967 - 1968 Otto Vestel (1920 - 1999)
- 1968 - 1969 Kristian Sneltvedt (* 1921)
- 1969 - 1970 Leif Andersen (* 1926)
- 1970 - 1971 Øystein Søvik (* 1926)
- 1971 - 1972 Odd W. Rojahn (1919 - um 2000)
- 1972 - 1973 Arne Plyhn (1912 - 1994)
- 1973 - 1974 Hans Lauritz Naess (1917 - 1991)
- 1974 - 1976 Kaare Fjeld
- 1976 - 1977 Trygve J. Fure (1932 - 2021)
- 1977 Thorvald Johnsen
- 1977 - 1978 F. Thomassen
- 1978 - 1979 Thor K. Henriksen (* 1933)
- 1979 - 1980 Halvor T. Strandrud (* 1930)
- Apr 1980 - Jul? 1981 Roald J. Larssen (* 1924)
- Jul? 1981 - Aug 1982 Helge Ingvar Rud (* 1934)
- Aug 1982 - Jul? 1983 Asbjørn Stein (1929 - 2021)
- Jul? 1983 - Jul? 1984 Øyvind Brandtzaeg (* 1931)
- Jul? 1984 - Jul? 1985 Jomar Barlaup (1928 - 1998)
- Jul? 1985 - Jul? 1986 Ola Juvik (1934 - 2020)
- Jul? 1986 - Jul? 1987 Ståle Harald Botten (* 1948)
- Jul? 1987 - Jul? 1988 Reidar A. Kjelstrup (1931 - 2018)
- Jul? 1988 - Jul? 1989 Andreas Benjaminsen (* 1942)
- Jul? 1989 - Jul? 1990 Boye M. Mikalsen (* 1934)
- Jul? 1990 - Jul? 1991 Jens Ødegaard
- Jul? 1991 - Jul? 1992 Bjørnar Rollstad (1937 - 2000)
- Jul? 1992 - Jul? 1993 Arne Nyland (* 1936)
- Jul? 1993 - Jul? 1994 Per Sønvisen
- Jul? 1994 - Jul? 1995 John Jørgen Renberg
- Jul? - Sep 1995 Arne Nyland [2]
- Sep 1995 - Jul? 1996 Petter Idar Grønnås (* 1939)
- Jul? 1996 - Jul? 1997 Per Hasse Anderssen (* 1948)
- Jul? 1997 - Jul? 1998 Thorbjørn Braset (* 1943)
- Jul? 1998 - Jul? 1999 Morten Andreas Hansen (* 1946)
- Jul? 1999 - Jul? 2000 Ragnar O. Olsen
- Jul? 2000 - 1 Aug 2001 Åge-Leif Godø (* 1952)
- 1 Aug 2001 - 31 Jul 2002 Per Erik Hanevold (* 1957)
- 31 Jul 2002 - 4 Aug 2003 Martin-Helge Simonsen (* 1952)
- 4 Aug 2003 - 31 Jul 2004 John Arvid Volden (* 1956)
- 31 Jul - Aug 2004 Ronald Kjaersund [amtierend]
- Aug 2004 - Mar 2005 Geir Evensen
- Mar - Aug 2005 Ove Naustdal
- Aug 2005 - 8 Apr 2006 Jørn Arild Thorvaldsen (* 1962)
- 8 Apr - 26 Jul 2006 Kurt Spjelkavik (* 1968)
- 26 Jul 2006 - 1 Aug 2007 Per Erik Hanevold [2]
- 1 Aug 2007 - 30 Jul 2008 Åge-Leif Godø [2]
- 30 Jul 2008 - 24 Jul 2009 Kristian Rubach
- 24 Jul 2009 - 30 Jul 2010 Ole Øiseth
- 30 Jul 2010 - 30 Jul 2011 Per Erik Hanevold [3]
- 30 Jul - 2 Aug 2011 Ulf Grøtta [amtuierend] (* 1970)
- 2 Aug 2011 - 24 Mar 2012 Dag Willy Rasmussen (* 1967)
- 24 Mar 2012 - 8 Apr 2013 Thor Paul Gjelseth (* 1957)
- 8 Apr 2013 - 31 Mar 2014 Hallvard Jacobsen
- 31 Mar 2014 - Jan 2015 Roy Inge Nordfonn (* 1969)
- Jan - 24 Mar 2015 Dag Willy Rasmussen [2]
- 24 Mar 2015 - Apr 2016 Wiggo Johansen
- Apr 2016 - 2 Apr 2017 Rune Leirvik (* 1966)
- 2 Apr - Okt 2017 Tore Wensel
- Okt 2017 - Apr 2018 Kristian Weihe
- Apr - Okt 2018 Hans Petter Bjørge
- Okt 2018 - Apr 2019 Geir Ebbe Strøm
- Apr - 30 Sep 2019 John Anders Bestum
- 30 Sep 2019 - Mai 2020 Rune Leirvik [2]
- Mai - Okt 2020 Ole Holøyen
- Okt 2020 - Mai 2021 Odd Inge Haravik /(* 1961)
- Mai - Okt 2021 Svein Idar Johansen
- Okt 2021 - Apr 2022 Inger-Ann Johansen [w]
- Apr - Okt 2022 Kjell Harald Solbakk
- Okt 2022 - Apr 2023 Reidar Flasnes
- Apr - Okt 2023 Sissel Mellgren Mangersnes [w] (* 1967)
Hauptort
Der Hauptort von Jan Mayen ist Olonkinbyen, die einzige Siedlung auf der Insel und Sitz der rotierenden Stationsbesatzung. Olonkinbyen wurde in den späten 1950er Jahren gegründet, im Zusammenhang mit dem Bau einer LORAN-C-Navigationsstation (NATO-Projekt während des Kalten Krieges). Der Bau begann 1959/1961, und die Station wurde 1962 offiziell eröffnet. Sie ist nach dem russisch-norwegischen Polarforscher Gennady Olonkin (1898–1960) benannt, der in den 1920er und 1930er Jahren auf früheren Wetterstationen der Insel tätig war.
Frühere meteorologische Stationen existierten seit 1921 an anderen Stellen der Insel (zum Beispiel bei Eggøya oder Atlantic City), doch Olonkinbyen als zentrale, permanente Siedlung mit Wohnquartieren, Infrastruktur und dem heutigen Namen entstand erst mit der militärischen Erweiterung ab Ende der 1950er Jahre. Heute leben dort die 15–18 Personen der norwegischen Streitkräfte und des Meteorologischen Instituts.
Bevölkerung
Es gibt lediglich eine kleine, rotierende Besatzung an der Station Olonkinbyen (betrieben von den norwegischen Streitkräften und dem Meteorologischen Institut), die ganzjährig vor Ort ist. Diese besteht in der Regel aus 15 bis 18 Personen (meist Militär- und Wetterstationspersonal), die für 6 bis 12 Monate abgestellt werden und zweimal jährlich (April und Oktober) ausgetauscht werden. Im Sommer kann die Zahl kurzfristig auf bis zu 35 ansteigen, speziell bei Wartungsarbeiten.
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
vor 1400 0 0,00
1500 20 0,05
1633 7 0,02
1640 10 0,03
1643/1750 0 0,00
1800 10 0,03
1840/82 0 0,00
1882/83 12 0,04
1883/1920 0 0,00
1916 5 0,01
1921 5 0,01
1926 3 0,01
1931 5 0,01
1941 25 0,07
1945 15 0,04
1951 4 0,01
1952 10 0,02
1953 15 0,04
1954 15 0,04
1955 20 0,06
1956 20 0,06
1957 30 0,08
1958 30 0,08
1959 30 0,08
1960 35 0,09
1961 35 0,09
1962 35 0,09
1963 35 0,09
1964 35 0,09
1965 35 0,09
1966 37 0,09
1967 37 0,09
1968 37 0,09
1969 39 0,09
1970 39 0,09
1971 39 0,09
1972 37 0,09
1973 37 0,09
1974 37 0,09
1975 37 0,09
1976 37 0,09
1977 37 0,09
1978 37 0,09
1979 37 0,09
1980 37 0,09
1981 37 0,09
1982 37 0,09
1983 36 0,09
1984 35 0,09
1985 35 0,09
1986 35 0,09
1987 30 0,08
1988 27 0,08
1989 27 0,08
1990 27 0,08
1991 27 0,08
1992 25 0,07
1993 22 0,06
1994 20 0,06
1995 19 0,05
1996 19 0,05
1997 18 0,05
1998 18 0,05
1999 18 0,05
2000 18 0,05
2001 18 0,05
2002 18 0,05
2003 18 0,05
2004 18 0,05
2005 18 0,05
2006 18 0,05
2007 18 0,05
2008 18 0,05
2009 18 0,05
2010 18 0,05
2011 18 0,05
2012 18 0,05
2013 18 0,05
2014 18 0,05
2015 18 0,05
2016 18 0,05
2017 18 0,05
2018 18 0,05
2019 18 0,05
2020 18 0,05
2021 18 0,05
2022 18 0,05
2023 18 0,05
2024 18 0,05
2025 18 0,05
Bevölkerungsverteilung 2001:
- Bevölkerungszahl insgesamt 18
- männlich 14 (77,78 %)
- weiblich 4 (22,22 %)
Die Bevölkerung sank von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 2,568 % pro Jahr. Das Durchschnittsalter lag 2001 bei 35 Jahren. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa 78 Jahren. In Olonkinbyen gab es 2001 insgesamt 16 Häuser, was 1,125 Personen pro Einheit ergibt.
Volksgruppen
Auf Jan Mayen, der isolierten norwegischen Vulkaninsel im Arktischen Ozean, gibt es keine permanente oder indigene Bevölkerung und somit auch keine etablierten Volksgruppen im klassischen Sinne. Die Insel hat keine dauerhaften Einwohner, und die einzige menschliche Präsenz besteht aus einer kleinen, rotierenden Besatzung von 15 bis 18 Personen (Stand Ende 2025), die in der Station Olonkinbyen leben und arbeiten. Diese Personen sind ausschließlich norwegisches Personal der Streitkräfte (meist 14 Personen) und des Meteorologischen Instituts (meist 4 Personen), die für sechs bis zwölf Monate abgestellt werden und regelmäßig ausgetauscht werden.
Sprachen
Die einzige Umgangssprache ist Norwegisch (Bokmål und teilweise Nynorsk), das sowohl intern als auch in allen offiziellen Kommunikationen verwendet wird. Englisch dient gelegentlich als Zweitsprache in technischen, wissenschaftlichen oder internationalen Kontexten, etwa bei Berichten an NATO-Partner oder bei seltenen Besuchen von Forschern. Es existieren keine mehrsprachigen Strukturen, Dialekte oder Minderheitensprachen.
Religion
Zur Religion lassen sich ebenfalls keine spezifischen oder organisierten Praktiken feststellen. Die temporäre Besatzung unterhält keine religiösen Institutionen, Kirchen oder Gemeinschaften. Norwegen ist historisch von der evangelisch-lutherischen Kirche geprägt, und das Personal spiegelt wahrscheinlich die säkulare und religiös gemischte Landschaft des modernen Norwegens wider – mit einem hohen Anteil an nichtreligiösen oder nominell christlichen Personen. Religiöse Aktivitäten beschränken sich, falls überhaupt, auf private Andachten; es gibt keine Kapelle, keinen Seelsorger oder regelmäßige Gottesdienste auf der Insel.
Siedlungen
Einzige Siedlung auf Jan Mayen ist Olonkinbyen. Der Ort liegt an der Ostküste des südlichen Inselteils in der flachen Ebene Trollsletta und wurde nach dem russisch-norwegischen Polarforscher Gennady Olonkin (1898 bis 1960) benannt, der in den 1920er und 1930er Jahren auf früheren Stationen der Insel tätig war. Die Siedlung entstand ab 1961 im Zusammenhang mit dem Bau einer LORAN-C-Navigationsstation (NATO-Projekt) und wurde 1962 offiziell eröffnet. Heute leben in Olonkinbyen 15 bis 18 Personen (Stand Ende 2025), ausschließlich rotierendes Personal: etwa 14 Mitarbeiter der norwegischen Streitkräfte und 4 des Meteorologischen Instituts. Die Besatzung wechselt alle sechs bis zwölf Monate, und die Zahl kann im Sommer kurzfristig auf bis zu 35 ansteigen, speziell bei Wartungsarbeiten.
Die Infrastruktur besteht aus modularen, klimatisierten Containern und Gebäuden, die untereinander verbunden sind und überraschend komfortabel ausgestattet wirken: Wohnquartiere, Büros, Werkstätten, ein Fitnessraum, eine Lounge, eine kleine Bibliothek, ein Museum und Satelliten-Internet. Es gibt keine zivilen Einrichtungen wie Geschäfte oder Schulen – alles dient dem Betrieb der meteorologischen Station, Kommunikationssysteme und militärischer Aufgaben.
Verkehr
Jan Mayen hat keine öffentlichen Verkehrsverbindungen für Zivilisten. Die einzige Anreise erfolgt per Schiff (meist Expeditionskreuzfahrten) oder militärischen bzw. versorgenden Flügen vom norwegischen Festland, wobei Landungen wetterabhängig und streng reguliert sind.
Straßenverkehr
Auf Jan Mayen gibt es 9,7 km asfaltierte Straßen und mehr als 10 km Wege. Die Station verfügt über rund 20 Fahrzeuge. Genutzt werden die Straßen hauptsächlich mit Geländefahrzeugen, Quads oder zu Fuß genutzt. Diese Wege dienen ausschließlich dem internen Transport von Materialien, Ausrüstung und Personal innerhalb des Stationsgeländes – etwa zwischen den Wohnhäusern, dem Hangar, der Wetterstation und dem kleinen Hafenbereich. Fahrzeuge wie Pick-ups oder ATVs werden von der norwegischen Streitkräftelogistik bereitgestellt und sind auf wenige Exemplare beschränkt.
Schiffsverkahr
Der Schiffsverkehr stellt die wichtigste Verbindung Jan Mayens zur Außenwelt dar. Da die Insel keinen Flughafen für zivile Flugzeuge hat (nur eine Militärpiste für kleine Maschinen), erfolgt die Hauptversorgung und der Personalaustausch per Schiff. In der Regel legt zweimal jährlich – meist im Frühjahr (April/Mai) und Herbst (September/Oktober) – ein Versorgungsschiff der norwegischen Streitkräfte oder ein gechartertes Forschungsschiff an, um Lebensmittel, Treibstoff, Baumaterialien und neue Besatzungsmitglieder zu bringen sowie Abfälle und ausgedientes Personal mitzunehmen. Im Sommer können zusätzlich Forschungsschiffe oder gelegentlich Kreuzfahrtschiffe in der Nähe ankern, wobei Passagiere per Zodiac an Land gebracht werden – jedoch nur mit strenger Genehmigung des Sysselmannes auf Svalbard, da die Insel unter Naturschutz steht und der Zugang stark reguliert ist.
Der kleine Ankerplatz bei Olonkinbyen ist nicht als richtiger Hafen ausgebaut; Schiffe müssen oft offshore vor Anker gehen, und die Landung erfolgt wetterabhängig. Aufgrund der häufig rauen See und des arktischen Wetters können Versorgungsfahrten verzögert oder abgesagt werden.
Olonkinbyen
- Lage: 70°59’ N, 8°37’ W
- maximaler Tidenhub: 1,3 m
- Hafenerrichtung: 1921
- Funktionen: Versorgungshafen
- Hafenfläche: ca. 1 ha
- Zahl der Piers: 1
- Kai- und Pierlänge: ca. 50 m
- Anlegestellen: ca. 5
- maximaler Tiefgang: ca. 2,5 m
- Leuchtfeuer: 0
Luftverkehr
Der Flugplatz von Jan Mayen befindet sich nordöstlich von Olonkinbyen, der einzigen verblieben Wohnsiedlung der Insel. Die Landebahn ist 1,5 km (4,921 ft) lang und 30 m breit und verfügt über keine befestigte Piste und keine Infrastruktur. Ungünstige Wetterbedingungen, unter anderem auch durch die Kármánsche Wirbelstraße rund um den in der Nähe liegenden Vulkan Beerenberg, erschweren teilweise den Betrieb des Luftverkehrs.
Die NATO und die norwegischen Streitkräfte begannen 1958 am Rande von Olonkinbyen mit dem Bau eines militärischen Außenpostens und Flugplatzes. Der Flugplatz wurde im August 1960 in Betrieb genommen; das erste Flugzeug landete am 17. September 1960 und war eine Catalina der norwegischen Luftwaffe. Das erste Zivilflugzeug, eine Douglas DC-4 von Braathens S.A.F.E, landete am 29. Oktober 1961.
Der Flugplatz wird von der norwegischen Luftwaffe achtmal jährlich im regulären Turnus mit Maschinen vom Typ Lockheed C-130 zur Versorgung der Wetterstation angeflogen. Für das Betreten der Insel, die nur mit einem Mitflug mit der norwegischen Luftwaffe erreicht werden kann oder von Kreuzfahrern stundenweise angelaufen wird, ist eine Erlaubnis unter Mitnahme von Expeditionsausrüstung, entsprechender Verpflegung und SAR-Bergeversicherung notwendig.
Jan Mayensfield
- norwegischer Name: Jan Mayensfield bzw. Jan Mayen Flyplass
- Code: ZXB / ENJA
- Lage: 70°57’40“ N, 8°34’33“ W
- Seehöhe: 12 m (39 ft)
- Ort: Helenehytta, 12 km nordöstlich von Olonkinybyen
- Inbetriebnahme: 1958
- Betreiber: Norwegische Luftwaffe
- Terminal: 1
- Rollbahn: 1
- Länge der Rollbahn: 1500 m (Erde)
- Fluggesellschaft: 1
- Flugzeug-Standplätze: 1
- jährliche Passagierkapazität: ca. 3000
- jährliche Frachtkapazität: ca. 30 t
Wirtschaft
Die Wirtschaft auf Jan Mayen, der isolierten norwegischen Vulkaninsel im Arktischen Ozean, ist praktisch inexistent und auf ein Minimum beschränkt. Die Insel hat keine permanente Bevölkerung und keine kommerziellen Aktivitäten im klassischen Sinne – es gibt weder Tourismus, Landwirtschaft, Industrie noch nennenswerten Handel. Die einzige exploitable natürliche Ressource ist Kies (Gravel) aus einem kleinen Abbaugebiet bei Trongskaret, der jedoch kaum genutzt wird. Potenzielle Fischbestände in den umliegenden Gewässern und mögliche unterseeische Mineralvorkommen (zum Beispiel entlang des Mittelatlantischen Rückens) bleiben unerschlossen.
Die gesamte wirtschaftliche Aktivität konzentriert sich ausschließlich auf den Betrieb und die Versorgung der Station Olonkinbyen, wo die rotierende Besatzung von 15 bis 18 Personen (Personal der norwegischen Streitkräfte und des Meteorologischen Instituts) lebt und arbeitet. Diese Menschen betreiben meteorologische Messungen, Kommunikations- und Navigationssysteme sowie wissenschaftliche Instrumente – alles finanziert und logistisch unterstützt durch den norwegischen Staat. Versorgung erfolgt per Militärflugzeug oder Schiff, und es entstehen keine lokalen Einnahmen.
Strategisch bedeutsam ist die von Jan Mayen ausgehende exklusive Wirtschaftszone (EEZ) von über 250.000 Quadratkilometern, die Norwegen Fischereirechte und potenzielle Ressourcennutzung sichert, doch diese wird von der Küstenwache überwacht und nicht direkt auf der Insel wirtschaftlich genutzt. Historisch war die Insel im 17. Jahrhundert ein Zentrum des Walfangs, doch diese Ära endete um 1650.
Walfang
Der Walfang begann kurz nach der Entdeckung der Insel 1614 durch den niederländischen Kapitän Jan Jacobszoon May. Ab etwa 1615 etablierten niederländische Walfänger landbasierte Stationen an der Westküste, wo sie Grönlandwale (Bowhead Whales) jagten und Tran aus dem Speck kochten. In der Hochphase (bis um 1638) lebten im Sommer hunderte, zeitweise über 1000 Männer auf der Insel, und jährlich ankerten rund 10 Schiffe. Die Niederländer dominierten, konkurrierten aber mit Engländern, Dänen und Basken. Aufgrund der intensiven Überjagung wurden die lokalen Walbestände – insbesondere Grönlandwale und Belugas – stark dezimiert oder lokal ausgerottet, was den landbasierten Betrieb unrentabel machte. Um 1642 bis 1650 endete der Walfang auf Jan Mayen endgültig; die Stationen wurden aufgegeben, und die Insel blieb für über zwei Jahrhunderte weitgehend verlassen.
Fischerei
Die Fischerei spielt heute eine untergeordnete Rolle. Die umliegenden Gewässer sind fischreich (zum Beispiel Kabeljau, Garnelen), und Jan Mayen sichert Norwegen eine große exklusive Wirtschaftszone (EEZ) von über 250.000 km², die von der Küstenwache überwacht wird. Kommerzielle Fischerei auf der Insel selbst gibt es nicht – die einzige wirtschaftliche Aktivität beschränkt sich auf den Betrieb der Station Olonkinbyen. Gelegentliche Fangaktivitäten umfassen Garnelen (Northern Shrimp, historisch <5 % des norwegischen Gesamtfangs) und explorative Kabeljau-Fischerei: Seit 2018 wurden fischbare Kabeljaukonzentrationen entdeckt, mit Fängen von zirka 1737 Tonnen bis 2021 und Hinweisen auf lokale Laichgebiete. Aufgrund sinkender Fangraten und Vorsorgeprinzipien (føre-var) empfahl das norwegische Havforskningsinstituttet jedoch ein Fangverbot für 2025, mit möglicher Wiederaufnahme von Erkundungsfischen ab 2026. Beifangregulierungen (zum Beispiel bei Grönlandheilbutt) schützen den Bestand zusätzlich.
Wasserwitschaft
Die kleine Station Olonkinbyen mit ihrer rotierenden Besatzung bezieht Trink- und Brauchwasser hauptsächlich durch Versorgungsschiffe oder Militärflüge, die Flaschenwasser, Tanks oder Vorräte anliefern. Ergänzend wird Schmelzwasser aus Schnee oder Gletschern genutzt, das jedoch gefiltert und behandelt werden muss, um Verunreinigungen durch vulkanische Asche oder Salz zu vermeiden. Es gibt keine Entsalzungsanlage oder Regenwasserernte in nennenswertem Umfang, da das raue Klima und die häufige Nebelbildung unzuverlässig sind. Die Versorgung ist wetterabhängig und wird durch die norwegischen Streitkräfte logistisch sichergestellt, mit Fokus auf Sparsamkeit und Recycling von Grauwasser für nicht-trinkbare Zwecke. Die Wasserwirtschaft bleibt somit ein kritischer Faktor der Isolation und wird rein staatlich organisiert, ohne lokale Ressourcennutzung.
Energiewirtschaft
Die Energiewirtschaft auf Jan Mayen basiert ausschließlich auf importierten fossilen Brennstoffen, vor allem Diesel, der die Stromerzeugung durch Generatoren in Olonkinbyen antreibt. Die Insel hat keine Verbindung zum norwegischen Festlandnetz, und die Energieversorgung dient allein dem Betrieb der meteorologischen, militärischen und Kommunikationsinfrastruktur für die Besatzung. Diesel wird per Schiff oder Flugzeug angeliefert, was hohe Kosten und logistische Herausforderungen verursacht. Erneuerbare Energien spielen eine marginale Rolle: Potenzial für Wind- oder Solaranlagen existiert (zum Beispiel durch starke Winde und Polartag), doch aufgrund der extremen Winterbedingungen und fehlender Speicherung bleibt es bei Diesel-Dominanz. Energieeffizienz und smarte Verbrauchssteuerung sind priorisiert, um Verbrauch zu minimieren. Die Energiewirtschaft ist vollständig staatlich finanziert und abhängig von Norwegen, ohne kommerzielle oder lokale Produktion.
Abfallwirtschaft
Die Abfallwirtschaft auf Jan Mayen ist minimalistisch und streng umweltgerecht, da die Insel seit 2010 als Naturreservat geschützt ist und keine Deponien oder Verbrennungsanlagen existieren. Die kleine Besatzung in Olonkinbyen produziert nur geringe Mengen Abfall, der sorgfältig getrennt (in Recycling, Gefahrstoffe und Restmüll) und bei Versorgungsfahrten per Schiff oder Flugzeug abtransportiert wird – alles zurück zum norwegischen Festland zur fachgerechten Entsorgung. Es gibt strenge Vorschriften gegen Verschmutzung, um die pristine arktische Umwelt zu schützen, inklusive Verbot von offener Verbrennung oder Ablagerung. Sondermüll wie Batterien oder Chemikalien wird speziell gehandhabt. Die Abfallwirtschaft folgt norwegischen Umweltstandards und wird durch die Stationsleitung überwacht, mit Fokus auf Reduzierung, Wiederverwendung und Null-Verschmutzung.
Handel und Finanzwesen
Das Handel und Finanzwesen auf Jan Mayen existieren praktisch nicht, da die Insel keine eigene Wirtschaft, Währungsumlauf oder kommerzielle Aktivitäten hat. Es gibt keinen Handel, keine Geschäfte, Banken oder Finanztransaktionen – die gesamte Präsenz beschränkt sich auf den staatlich finanzierten Betrieb der Station Olonkinbyen. Alle Kosten für Personal, Versorgung und Infrastruktur trägt der norwegische Staat (über Streitkräfte und Meteorologisches Institut), ohne lokale Einnahmen. Die große exklusive Wirtschaftszone (EEZ) sichert Norwegen Fischereirechte, doch diese werden nicht vor Ort genutzt oder gehandelt. Finanzwesen reduziert sich auf interne Budgetierung durch Oslo. Jan Mayen bleibt ein rein subventionierter Außenposten ohne monetäre Zirkulation oder Handelsbeziehungen.
Soziales und Gesundheit
Auf Jan Mayen gibt es keine zivilen sozialen Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Familienberatung oder Altenpflege – die Insel dient ausschließlich als militärischer und meteorologischer Außenposten. Das Sozialleben der temporären Besatzung (Personal der norwegischen Streitkräfte und des Meteorologischen Instituts) dreht sich um gemeinsame Aktivitäten in der Station: Es existieren Freizeiträume wie eine Lounge, ein Fitnessraum (Gym), eine kleine Bibliothek und gelegentlich ein Bar-Bereich, wo Filme, Spiele oder Gespräche die Isolation mildern. Satelliten-Internet und Telefonverbindungen ermöglichen Kontakt zur Außenwelt. Gemeinsame Mahlzeiten, Sport und Ausflüge (zum Beispiel Wandern unter Naturschutzregeln) fördern den Zusammenhalt in der kleinen Gruppe. Psychologische Unterstützung erfolgt indirekt durch Vorbereitung und Debriefing in Norwegen; die extreme Isolation erfordert hohe Resilienz. Das Sozialwesen ist vollständig staatlich und militärisch strukturiert, ohne lokale Diversität oder Gemeinschaftsprogramme.
Gesundheitswesen
Das Gesundheitswesen auf Jan Mayen ist minimalistisch und auf Notfallversorgung ausgelegt, da die Insel keine permanente Bevölkerung hat und medizinische Evakuierung der Standard bei schweren Fällen ist. In Olonkinbyen gehört ein ausgebildeter Nurse (Krankenpfleger/in) zur Besatzung, der grundlegende medizinische Versorgung leistet – Erste Hilfe, Routineuntersuchungen und Behandlung leichter Erkrankungen. Es gibt eine kleine Infirmary (Krankenstation) mit Basis-Ausrüstung. Schwere Fälle oder Operationen erfordern Evakuierung per Militärflugzeug (C-130 Hercules) nach Norwegen, was wetterabhängig ist. Stand Ende 2025 umfasst das laufende Modernisierungsprojekt (bis 2027/28) den Bau einer erweiterten Krankenstation im neuen Hauptgebäude (3.600 m²), inklusive besserer Ausrüstung und Räume für Notfälle. Präventivmaßnahmen wie Fitness und psychische Vorbereitung sind priorisiert. Das Gesundheitswesen folgt norwegischen Standards, wird durch die Streitkräfte organisiert und ist vollständig auf die temporäre Besatzung abgestimmt – ein Spiegelbild der extremen Abgeschiedenheit und Abhängigkeit von externer Logistik.
Bildung
Es gibt keine Schulen, Universitäten oder formellen Bildungseinrichtungen – die Insel dient ausschließlich als militärischer und meteorologischer Außenposten mit einer rotierenden Besatzung in Olonkinbyen. Bildung beschränkt sich auf interne Schulungen und Weiterbildungen des Personals (norwegische Streitkräfte und Meteorologisches Institut), speziell in Wetterbeobachtung, Sicherheitsprotokollen oder Arktisüberleben, die vor der Abreise oder vor Ort durchgeführt werden. Es existieren keine Programme für Kinder, Studierende oder lokale Bildung; die kleine Bibliothek in der Station dient eher der Freizeit und informellen Weiterbildung.
Wissenschaft
Wissenschaftliche Arbeit bildet den Kern der Präsenz auf Jan Mayen. Die Station Olonkinbyen beherbergt primär eine der wichtigsten meteorologischen Beobachtungsstellen Norwegens, die kontinuierlich Daten zu Wetter, Klima und Atmosphäre sammelt – entscheidend für Vorhersagen in Nordeuropa und der Arktis. Instrumente wie Radiosonden werden regelmäßig gestartet, und es gibt seismografische (betrieben von der Universität Bergen), magnetometrische (Universität Tromsø) und weitere Messgeräte. Die Insel ist ein Hotspot für Arktisforschung: Geologische Studien zum Vulkan Beerenberg (letzter Ausbruch 1985), Gletscherentwicklung, Vulkanismus und Klimawandel werden durch Expeditionen des Norsk Polarinstitutt, NGU (Norges geologiske undersøkelse) und internationaler Partner durchgeführt. Themen umfassen Eisbedeckung in der letzten Eiszeit, Seevogelmonitoring (zum Beispiel Havhest-Kolonien), marine Ökosysteme und ozeanische Prozesse. Historisch begann die Forschung mit der österreichisch-ungarischen Expedition 1882/83, heute sind Besuche streng reguliert.
Kultur
Das kulturelle Leben dreht sich um das tägliche Zusammenleben in der Station: Gemeinsame Mahlzeiten (zubereitet von Köchen), Freizeit in der Lounge mit Bar, Fitnessraum, Bibliothek und Satelliten-Internet fördern den Zusammenhalt in der kleinen Gruppe. Traditionen umfassen die Feier norwegischer Feiertage (zum Beispiel 17. Mai), gemeinsame Aktivitäten wie Wandern zu alten Hütten (z. B. Puppebu), Filmeabende oder improvisierte Veranstaltungen, um die Isolation und die lange Polarnacht zu bewältigen. Ein markantes Symbol ist der Totempfahl vor Olonkinbyen, der Heimatorte früherer Besatzungsmitglieder zeigt und eine Art kollektives Gedächtnis darstellt.
Die raue Natur – dominiert vom Vulkan Beerenberg – prägt die „Kultur der Resilienz“: Freizeitwandern, Naturbeobachtung und gelegentliche Ausflüge unter strengen Naturschutzregeln (seit 2010 Naturreservat) sind zentrale Elemente. Kulturelle Einflüsse stammen ausschließlich aus Norwegen, mit Fokus auf Teamgeist, Disziplin und Anpassung an die Arktis.
Historische Stationen und Hütten auf der Insel sind Hoyberg, Vera, Olsbu, Puppebu (Hütte), Gamlemetten oder Gamlestasjonen (die alte Wetterstation), Jan Mayen Radio, Helenehytta, Margarethhytta und Ulla (eine Hütte am Fuß des Beerenbergs).
Festkultur
Auf Jan Mayen gelten die üblichen norwegischen Feiertage:
- 1. Januar – Neujahr
- Gründonnerstag – beweglicher Feiertag (vor Ostern)
- Karfreitag – beweglicher Feiertag
- Ostersonntag – beweglicher Feiertag
- Ostermontag – beweglicher Feiertag
- 1. Mai – Tag der Arbeit
- 17. Mai – Norwegischer Nationalfeiertag (Tag der Verfassung)
- Christi Himmelfahrt – beweglicher Feiertag (40 Tage nach Ostern)
- Pfingstsonntag – beweglicher Feiertag
- Pfingstmontag – beweglicher Feiertag
- 25. Dezember – 1. Weihnachtstag
- 26. Dezember – 2. Weihnachtstag
Medien
Jan Mayen Radio war eine norwegische Küstenfunkstelle auf der Insel Jan Mayen. Die erste Funkstelle wurde im Jahre 1921 durch Eldstemetten auf der Ostseite der Insel installiert. Sie bestand aus einer drei Kilowatt Telefunken Antenne. Im September 1940 wurde die Station durch die Besetzung der Norwegischen Streitkräfte zerstört. 1941 wurde wieder eine Station an der Nordlagune auf der Westseite der Insel errichtet. Nach dem Krieg wurde sie auf das Hochplateau über der Nordlagune umgesetzt. Im Jahre 1962 wurde die Funkstation nach Helenesanden drei Kilometer nördlich vom Funknavigationssystem, LORAN-C der Norwegischen Streitkräfte installiert. Im Jahr 1984 wurde die Telegrafieinstallation entfernt und die restliche Station mit der militärischen Anlage zusammengefasst. Im Jahr 1989 wurde am Danielsen Krater ein Ultrakurzwellensender und 1994 ein Mittelwellensender installiert, die von Bodø Radio in Bodø aus gesteuert wird.
Kommunikation
Die Kommunikation mit Jan Mayen erfolgt via Satellitentelefon. Die Telefonvorwahl lautet 0(047)5140. Die Post von und zur Insel braucht mehrere Wochen. Die Postleitzahl lautet 8099.
Sport
In der Station gibt es einen gut ausgestatteten Fitnessraum (Gym) mit Geräten für Krafttraining, Cardio und Gruppentraining, der intensiv genutzt wird, um der langen Polarnacht und dem eingeschränkten Außenbereich entgegenzuwirken. Beliebt sind auch Indoor-Aktivitäten wie Tischtennis, Billard oder improvisierte Spiele in der Lounge. Draußen dominiert das Wandern und Hiking: Das Personal darf die gesamte Insel unter Einhaltung der Naturschutzregeln (seit 2010 Naturreservat) erkunden, mit beliebten Zielen wie alten Trapperhütten (zum Beispiel Puppebu), Lavafeldern oder dem Fuß des Vulkans Beerenberg. Diese Touren – oft mehrtägig mit Übernachtung in Hütten – fördern Ausdauer und Teamgeist. Im Sommer ermöglichen gute Bedingungen längere Exkursionen, während Winteraktivitäten auf Ski oder Schneeschuhwandern beschränkt bleiben. Sport bleibt somit ein wesentlicher Bestandteil des Alltags, um Gesundheit und Moral in der Abgeschiedenheit zu erhalten.
Fremdenverkehr
Auf Jan Mayen gibt es keine Hotels, Restaurants oder öffentlichen Verkehrsverbindungen – Zugang erfolgt ausschließlich per Expeditionsschiff (meist kleine Kreuzfahrtschiffe mit Zodiac-Landungen) und nur mit vorheriger Genehmigung norwegischer Behörden. Jährlich besuchen nur wenige hundert Personen die Insel, hauptsächlich auf Arktis-Routen zwischen Island, Grönland und Svalbard.
Typische Aktivitäten umfassen Landungen in Kvalrossbukta oder an schwarzen Lavastränden, kurze Wanderungen zu vulkanischen Formationen, Besuche der Wetterstation Olonkinbyen (wenn erlaubt) und Beobachtung von Seevögelkolonien. Aufgrund von Bauarbeiten an der Station (2025–2028) sind Landungen zeitweise eingeschränkt oder unmöglich. Unabhängige Reisen sind praktisch ausgeschlossen; der Tourismus bleibt elitär, abenteuerlich und stark wetterabhängig – ein Ort für wenige, die die unberührte Arktis suchen.
Literatur
- wikipedia = https://en.wikipedia.org/wiki/Jan_Mayen
- wikivoyage = https://de.wikivoyage.org/wiki/Jan_Mayen
Reiseberichte
- Tavel Inspired: Jan Mayen, Vulkaninsel im eisigen Norden = https://travelinspired.de/jan-mayen/
- Helmut Hafner: Jan Mayen - Polartaufe = https://www.reiseberichte-und-meer.de/insel-jan-mayen---polartaufe.htm
- Iain Rudkin: A Visit toi the Fascinating Island of Jan Mayen = https://oceanwide-expeditions.com/de/blog/a-visit-to-the-fascinating-island-of-jan-mayen
Videos
- Expedition Spotlight: Exploring Remote Jan Mayen Island | Arctic | Lindblad Expeditions = https://www.youtube.com/watch?v=3KNQXEj_8ao
- Jan Mayen. Einsame Perle im Nordatlantik = https://www.youtube.com/watch?v=B7Ayl040iz4
Atlas
- Jan Mayen, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=10/70.9924/-8.4814
- Svalbard und Jan Mayen, Satellit = https://satellites.pro/Jan_Mayen_map
Reiseangebote
Arctic Desire: Jan Mayen = https://arcticdesire.com/kreuzfahrt/arktis/jan-mayen/
Island, Jan Mayen, Spitzbergen = https://www.travelhx.com/de-de/reisen/island-jan-mayen-spitzbergen-arktische-insel-expedition-kurs-nord/
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