Eysturoy

Aus Insularium
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Eysturoy ist die zweitgrößte Insel der Färöer. Das von schroffen Küsten umsäumte, extrem zerfurchte Eiland hat mit dem Slættaratindur den höchsten Gipfel des Archipels. Eysturoy ist über eine Autobrücke mit der färöischen Hauptinsel Streymoy verbunden, die lokal scherzhaft als „einzige Autobrücke über den Atlantik“ bezeichnet wird.

Inselsteckbrief
offizieller Name Eysturoy
alternative Bezeichnungen Østerø, Osterø (dänisch), Österinsel (deutsch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp Brückeninsel (seit 1973)
Inselart vulkanische Insel
Gewässer Nordatlantik (Norðuratlantshav)
Inselgruppe Färöer (Føroyar)
politische Zugehörigkeit Staat: Dänemark (Kongeriget Danmark)
Autonomer Teilstaat: Färöer (Sjálvstýrandi land Føroyar)
Kreis: Eysturoy (Eysturoyar sysla)
Gliederung 9 kommunur (Landgemeinden)
17 bygdir (Ortschaften)
Status Kreis (sýsla)
Koordinaten 62°12’ N, 6°51’ W
Entfernung zur nächsten Insel 150 m (Streymoy)
Entfernung zum Festland 819 km (Holevika / Norwegen)
Fläche 286,33 km² / 110,55 mi²
geschütztes Gebiet 15 km² / 5,8 mi² (5,3 %)
maximale Länge 36,1 km (NNW-SSO)
maximale Breite 13,4 km (ONO-WSW)
Küstenlänge 190,5 km
tiefste Stelle 0 m (Nordatlantik)
höchste Stelle 882 m (Slættaratindur)
relative Höhe 882 m
mittlere Höhe 137 m
maximaler Tidenhub 0,2 bis 1,8 m (Eiði 1,68 m, Gøta 0,54 m)
Zeitzone VET / UTC (Vesteuropæisk Tid / Universal Time Cioordinated / Westeuropäische Zeit)
Realzeit UTC miinus 26 bis 28 Minuten
Einwohnerzahl 12.604 (2025)
Dichte (Einwohner pro km²) 44,02
Inselzentrum Runavik


Name

Eysturoy ist ein typisch färöischer Inselname und bedeutet wörtlich „die östliche Insel“ oder „Ost-Insel“. Er setzt sich aus zwei färöischen Ausdrücken zusammen: eystur „östlich, im Osten“ und oy „Insel“. Das Wort eystur geht auf das altnordische austr zurück, das ebenfalls „Osten“ bedeutet und mit Wörtern wie deutsch Ost, englisch east, dänisch øst oder schwedisch öst verwandt ist. Oy entwickelte sich aus dem altnordischen ey bzw. øy für „Insel“, was in auch in den anderen skandinavischen Sprachen vorkommt (zum Beispiel isländisch ey, norwegisch øy, schwedisch ö).

Die Benennung entstand in der Wikingerzeit (ab etwa dem 9. Jahrhundert), als die ersten nordischen Siedler die Färöer dauerhaft besiedelten. Zu dieser Zeit lag das Zentrum der Besiedlung vor allem auf der Insel Streymoy, insbesondere in der Gegend um den heutigen Hauptort Tórshavn. Die große, direkt östlich angrenzende Insel – getrennt nur durch den schmalen Sundini-Sund – wurde daher ganz einfach und pragmatisch „die Insel im Osten“ genannt: Eysturoy. Diese Art der Namensgebung ist auf den Färöer-Inseln sehr typisch und fast immer rein beschreibend und richtungsbezogen. Vergleichbare Beispiele sind Suðuroy „Süd-Insel“, Norðoyar „Nord-Inseln“, Streymoy „Strom-Insel“ (wegen der starken Gezeitenströmungen), Sandoy „Sand-Insel“ und Vágar „Buchten-Inseln“. Eysturoy ist also eine funktionale geografische Bezeichnung aus der Sicht der frühen Siedler. Im Dänischen wurde der Name früher oft als Østerø oder Osterø wiedergegeben – eine direkte Übersetzung des färöischen Ausdrucks. Die deutsche (allerdings ungebräuchliche) Entsprechung ist Österinsel.

  • international:  Eysturoy
  • amharisch: ኤይስቱሮይ [Eysturoí]
  • arabisch:  إيستوروي [Aystūrūy]
  • armenisch:  Էյստուրոյ [Eysturoy]
  • bengalisch:  এইস্তুরয় [Eysturoy]
  • birmanisch:  အိစ်တူရွိုய் [Eisturoi]
  • bulgarisch:  Ейстурой [Eysturoy]
  • chinesisch:  艾斯图罗伊 [Ài sī tú luó yī]
  • georgisch:  ეისტუროი [Eisturoi]
  • griechisch:  Εϊστουρόι [Eïstouroi]
  • gudscheratisch:  એઇસ્તુ્રોય [Eysturoy]
  • hebräisch:  אייסטורוי [Eysturoy]
  • hindi:  एइस्तुरोय [Eysturoy]
  • japanisch:  エイストゥロイ [Eisutoroi]
  • kambodschanisch:  អេស្តូរ៉យ [Estouroy]
  • kanaresisch:  ಏಯ್ಸ್ತುರೋಯ್ [Eysturoy]
  • kasachisch:  Ейстурой [Eysturoy]
  • koreanisch:  에이스투로이 [Eiseuturoi]
  • laotisch:  ເອສຕູໂຣຍ [Esturoi]
  • makedonisch:  Ејстурој [Ejsturoj]
  • malayalam:  എയ്സ്തുറോയ് [Eysturoy]
  • maldivisch:  އޭސްތުރޮއި [Eysturoi]
  • marathisch:  एइस्तुरोय [Eysturoy]
  • nepalesisch:  एइस्तुरोय [Eysturoy]
  • orissisch:  ଏଇସ୍ତୁରୋୟ [Eysturoy]
  • pandschabisch:  ਏਇਸਤੁਰੋਯ [Eysturoy]
  • paschtunisch:  ایستوروۍ [Aysturoy]
  • persisch:  ایستوروی [Eysturoy]
  • russisch:  Эйстурой [Eysturoy]
  • serbisch:  Ејстурој [Ejsturoj]
  • singhalesisch:  එයිස්තුරොයි [Eyisturoi]
  • tamilisch: எய்ஸ்துரோய் [Eysturoy]
  • telugu:  ఎయిస్తురోయ్ [Eysturoy]
  • thai:  เอย์สตุรอย [E-s-tu-roy]
  • tibetisch:  ཨེ་ཡིས་ཏུ་རོཡ [E-yis-tu-roy]
  • ukrainisch:  Ейстурой [Eysturoy]
  • urdu:  ایستوروئے [Eysturoe]
  • weißrussisch:  Эйстурой [Eysturoy]


Offizieller Name:  Eysturoy

  • Bezeichnung der Bewohner: Eysturoyingar (Eysturoyer)
  • adjektivisch:  eysturoyskur (eysturoyisch)


Kürzel:

Code:  EY / EST

  • Kfz:  -
  • ISO-Code:  FO-EY

Lage

Eysturoy befindet sich im zentralen Bereich der Färöer, unmittelbar nordöstlich von Streymoy, im Nordatlantik auf durchschnittlich 62°12’ n.B. und 6°51’ w.L..


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  62°20‘27“ n.B. (Ambadalur)
  • südlichster Punkt:  62°03’20“ n.B. (Eystnes)
  • östlichster Punkt:  6°35‘18“ w.L. (Lambareyn)
  • westlichster Punkt:  7°06‘58“ w.L. (Eiði)

Entfernungen:

  • Streymoy  150 m
  • Kalsoy  1,7 km
  • Borðoy  2 km
  • Shetland  324 km
  • Orkney  363 km
  • Schottland (Cape Wrath)  395 km
  • Island (Vestrahorn)  437 km
  • Holevika / Norwegen  618 km
  • Dänemark (Agger)  1020 km
  • Grönland  1099 km
  • Svalbard  1818 km

Zeitzone

Auf Eysturoy gilt die Vesteuropæisk Tid bzw. Universal Time Coordinated (Westeuropäische Zeit bzw. Koordinierte Weltzeit), abgekürzt VET bzw. GMT (WEZ), 1 Stunde hinter der MEZ. Von Ende April bis Ende Oktober gilt die um eine Stunde vorgestellte Vesteuropæisk Sommertid bzw. European Summer Time (Westeuropäische Sommerzeit), kurz EST (WESZ). Die Realzeit liegt um 26 bis 28 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Die Insel Eysturoy hat eine Fläche 286,33 km² bzw. 110,55 mi². Sie durchmisst von Nordnordwest nach Südsüdost 36,1 km bei einer maximalen Breite von 13,4 km. Die Küstenblänge beträgt 190,5 km. mit einem Tidenhub von von 0,2 bis 1,8 m, bei Eiði 1,68 m, bei Gøta 0,54 m, bei Strendur 0,26 m. Höchster Gipfel ist der Slættaratíndur mit 882 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 162 m.

Geologie

Eysturoy ist – wie alle Färöer-Inseln – vulkanischen Ursprungs und besteht fast ausschließlich aus basaltischen Gesteinen, die vor etwa 54–58 Millionen Jahren (spätes Paläozän bis frühes Eozän) im Rahmen der Entstehung der North Atlantic Igneous Province entstanden sind. Diese gewaltige vulkanische Provinz bildete sich während der Trennung der eurasischen und nordamerikanischen Platten, als riesige Mengen basaltischer Lava aus langgezogenen Spalten (Fissuren) hervortraten und eine ausgedehnte Lava-Hochebene schufen, von der heute nur noch die höheren Teile über dem Meeresspiegel liegen.

Die Gesteinsschichten auf Eysturoy gehören hauptsächlich zu den drei großen Formationen der Faroe Islands Basalt Group:

  • Die unteren und mittleren Teile der Insel (besonders im Süden und Zentrum) bestehen aus der Malinstindur Formation (mittlere Basaltserie). Diese zeichnet sich durch viele relativ dünne Lavaflüsse aus, die nur wenige und dünne Sedimentzwischenlagen (meist vulkanische Asche und verwittertes Basaltmaterial) aufweisen. Dadurch entstehen eher runde, weniger stark terrassierte Bergformen.
  • Der größte Teil des nördlichen und mittleren Eysturoy wird von der Enni Formation (obere Basaltserie) aufgebaut. Hier wechseln sich dickere Lavaflüsse mit deutlicheren, rötlich-braunen Sedimentlagen (tuffartige Zwischenhorizonte) ab. Das führt zu der charakteristischen treppenartigen (terrassierten) Landschaft mit flachen Basaltplateaus und grasbewachsenen Hängen dazwischen.
  • Die älteste Formation (Beinisvørð Formation, untere Basaltserie) mit ihren sehr dicken, massiven Lavaflüssen und markanten säulenförmigen Abkühlungsstrukturen ist auf Eysturoy nur in geringen Resten oder gar nicht direkt an der Oberfläche vorhanden – sie liegt tiefer und dominiert vor allem auf Suðuroy.

Ein besonderes geologisches Merkmal von Eysturoy ist der große Eysturoy Sill – eine etwa 16 km² große intrusive Basaltplatte (ein so genannter Lagergang), die sich einst als geschmolzene Masse in bereits vorhandene Schichten hineingeschoben hat. Dieser Sill ist deutlich härter als die umgebenden Lavaflüsse und widersteht der Erosion besser. Er prägt markante Landschaftsformen und zeigt oft gut entwickelte Säulenstrukturen (ähnlich wie beim berühmten Giant's Causeway).

Die heutige Landschaft von Eysturoy wurde vor allem während der quartären Eiszeiten stark überformt. Gletscher haben tiefe Täler (Fjorde) und Kare ausgeschürft, die Hänge abgeschliffen und die typischen U-förmigen Täler hinterlassen. Gleichzeitig haben die Gletscher die weicheren mittleren Basaltlagen stärker abgetragen, wodurch die markante schräge Topografie entstand: viele Berge zeigen eine sanfte Neigung nach Südwesten und steile Abbrüche nach Nordosten. Der höchste Berg der Färöer, Slættaratindur (882 m), liegt auf Nord-Eysturoy und trägt oben noch Reste einer fast ebenen, prähistorischen (vor der Vereisung entstandenen) Landschaftsfläche.

Die Küstenlinie ist durch starke Brandung und marine Erosion geprägt. Besonders spektakulär sind die nördlichen Steilküsten bei Eiði mit den berühmten Seestapeln Risin og Kellingin – riesige Basaltsäulen, die durch selektive Erosion von härteren und weicheren Zonen übrig geblieben sind.

Landschaft

Eysturoy, die zweitgrößte Insel der Färöer, beeindruckt durch eine bemerkenswerte Vielfalt an Landschaften, die sowohl raue Natur als auch malerische Dörfer umfassen. Die Insel ist geprägt von steilen Bergen, tiefen Fjorden, sanften Tälern und einer zerklüfteten Küstenlinie. Besonders auffällig ist die zentrale Gebirgskette, die sich über die gesamte Länge der Insel erstreckt und mit Gipfeln wie dem Slættaratindur, dem höchsten Punkt der Färöer, bis zu 882 Meter hoch ist. Diese Berge bestehen aus vulkanischem Gestein und sind häufig von schroffen Felsformationen, steilen Klippen und grasbewachsenen Hängen gekennzeichnet, die im Sommer in ein sattes Grün getaucht sind.

Die Küstenregionen von Eysturoy sind durch zahlreiche Fjorde gegliedert, die tief ins Inselinnere schneiden und von hohen Felswänden flankiert werden. Besonders bekannt sind der Skálafjørður im Osten und der Sundini im Norden, die von kleinen Dörfern und landwirtschaftlich genutzten Flächen gesäumt sind. Diese Fjorde verleihen der Insel nicht nur eine spektakuläre landschaftliche Struktur, sondern prägen auch das Leben der Bewohner, da Fischerei und Schifffahrt traditionell eine zentrale Rolle spielen.

Zwischen den Bergen und Fjorden erstrecken sich grüne Täler, die teils fruchtbar genug sind, um Schafe und andere Nutztiere zu halten. Diese Täler, oft durch kleine Bäche durchzogen, bieten einen sanften Kontrast zu den steilen Gipfeln und Klippen. Die Insel ist zudem reich an Wasserfällen, die von den Bergflanken in die Täler und Fjorde stürzen. Berühmte Wasserfälle wie Fossa oder die kleineren Kaskaden entlang der Wanderwege prägen das Bild der Insel und ziehen Wanderer und Naturfotografen gleichermaßen an.

Die Küste selbst zeigt eine Mischung aus zerklüfteten Felsen, kleinen Buchten und vereinzelten Stränden. Besonders die Nordküste ist bekannt für ihre schroffen Klippen, die steil ins Meer abfallen, während die Süd- und Ostküste eher sanfte Hänge und natürliche Häfen bietet. Diese Vielfalt ermöglicht es, dass die Insel trotz ihrer vergleichsweise kleinen Fläche landschaftlich extrem abwechslungsreich ist.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal von Eysturoy sind die kleinen Dörfer, die harmonisch in die Landschaft eingebettet sind. Häuser mit grasbewachsenen Dächern und traditionelle Bauweisen fügen sich nahtlos in das Grün der Wiesen und Hügel ein, sodass die menschliche Präsenz die Wildheit der Natur kaum stört. Die Kombination aus Bergen, Fjorden, Tälern, Wasserfällen und traditionellen Siedlungen macht Eysturoy zu einer Insel von einzigartiger landschaftlicher Schönheit, die sowohl für Naturliebhaber als auch für Wanderer und Fotografen faszinierend ist.


Erhebungen

  • Slættaratíndur  882 m
  • Gráfalli  856 m
  • Svartbakstindur  801 m
  • Blámansfjall  790 m
  • Múlatindur  786 m
  • Reyðafelstindur  764 m
  • Halgafelstindur 757 m
  • Sandfelli (Oyndarfjørður)  754 m
  • Sandfelli (Gjógv) 752 m
  • Norðanfyri Blámanfjall 751 m
  • Blábjørg  732 m
  • Vaðhorn  727 m
  • Dalkinsfjall  719 m
  • Gomlumannatindur 703 m
  • Hjarðardalstindur 699 m
  • Knúkur (Oyri)  699 m
  • Húsafjall  695 m
  • Heyggjurin Mikli 692 m
  • Skerðingur  687 m
  • Gjógvarafjall  678 m

Flora und Fauna

Die Flora von Eysturoy umfasst typische subarktische Gras- und Heidepflanzen wie Besenginster (Calluna vulgaris), Krähenbeere (Empetrum nigrum), Mattgras (Nardus stricta) und verschiedene Moose sowie Zwergbirke und Weiden in schütteren Beständen, ergänzt durch hochalpine Arten wie Gletscherhahnenfuß (Ranunculus glacialis) in höheren Lagen. Die Fauna ist dominiert von Schafen, Seevögeln wie Basstölpeln und Lummen sowie Robben und vereinzelten Landvögeln, wobei Färöer-spezifische Vogelklippen und Feuchtgebiete, speziell um die Fjorde, ein reiches Vogel- und Insektenleben bieten, ohne nennenswerte Waldtiere aufgrund der baumlosen Landschaft.

Flora

Die Vegetation besteht fast ausschließlich aus niedrigen, windresistenten Pflanzen. Wälder fehlen fast vollständig, abgesehen von kleinen, geschützten Plantagen mit eingeführten Baumarten. Die Landschaft wird von ausgedehnten Grünlandflächen, Mooren, Heidegebieten und alpinen Matten geprägt.

Typische Pflanzen sind Gräser, Moose, Farne und eine Vielzahl von Kräutern und Blütenpflanzen. Weit verbreitet sind Heidekraut, Besenheide, Krähenbeere, Wollgras mit seinen weißen, watteartigen Fruchtständen, Sumpfdotterblume, die im Frühjahr viele Bäche und feuchte Stellen gelb färbt, sowie verschiedene Seggenarten in den Mooren. In den tieferen Lagen wachsen Wiesen mit Butterblumen, Glockenblumen, Mädesüß und verschiedenen Kleearten. Auf den höheren Bergen und in windoffenen Bereichen dominieren arktisch-alpine Arten wie Zwergweiden, Steinbrecharten, Alpen-Glockenblume und verschiedene Polsterpflanzen. Insgesamt wurden auf Eysturoy mehr als 200 Blütenpflanzenarten nachgewiesen, was die Insel zu einer der artenreicheren der Färöer macht.

Fauna

Die Tierwelt auf dem Land ist sehr begrenzt. Die häufigsten Säugetiere sind die eingeführten Arten Braunratte und Hausmaus. Der Feldhase lebt wild in den offenen Landschaften und ist relativ häufig zu sehen. Schafe sind allgegenwärtig und prägen die Vegetation stark durch Beweidung. Versuche, andere Arten wie Kaninchen oder Kröten dauerhaft anzusiedeln, scheiterten meist an der Konkurrenz oder an der Ausrottung durch den Menschen. Amphibien und Reptilien kommen praktisch nicht natürlich vor.

Die Vogelwelt ist das eindrucksvollste Element der Fauna. An den Küsten und Klippen, besonders im Norden bei Eiði, Gjógv und im Ambadalur-Tal, brüten große Kolonien von Seevögeln. Typisch sind Trottellumme, Tordalk, Papageitaucher, Basstölpel, Lummen, Sturmvögel und Möwenarten. In den Tälern und auf den Mooren brüten Wattvögel wie Goldregenpfeifer, Großer Brachvogel, Bekassine, Austernfischer und Großer Raubmöwe. Singvögel wie Star, Zaunkönig und Bergfink sind ebenfalls vertreten. Der Austernfischer gilt als Nationalvogel der Färöer und ist überall häufig.

Im Meer um Eysturoy leben Kegelrobben, verschiedene Delfinarten und regelmäßig auch Orcas. Die Gewässer sind reich an Fischen wie Kabeljau, Schellfisch und Makrele, was wiederum die Seevögel ernährt. Die Kombination aus kargem, aber vielfältigem Landleben und enormer Vogel- und Meeresfauna macht Eysturoy zu einem typischen, aber besonders beeindruckenden Beispiel der subarktischen Inselökologie der Färöer.

Naturschutz

Die Färöer haben insgesamt nur sehr wenige offiziell geschützte Landflächen; der Schwerpunkt des Naturschutzes liegt auf Vogel- und Meeresgebieten sowie auf Important Bird Areas (IBA), die international anerkannt, aber national oft nicht mit strengen Schutzverordnungen versehen sind. Auf Eysturoy gibt es keine großen, flächenmäßig bedeutenden Naturschutzgebiete mit festen Grenzen und umfassendem Verbot von Nutzung, wie man sie aus Mitteleuropa kennt. Stattdessen existieren einige kleinere oder teilgeschützte Bereiche sowie Gebiete von besonderem ökologischem Wert, die entweder lokal geschützt sind oder international als schutzwürdig gelten.

Das Gebiet rund um den See Toftavatn im Süden von Eysturoy gilt als eines der botanisch und ornithologisch wertvollsten Areale der Färöer. Es umfasst ausgedehnte Heideflächen, Moore und Feuchtgebiete mit ungewöhnlich großen zusammenhängenden Heidekrautbeständen (für färöische Verhältnisse). Es ist ein Important Bird Area und wird oft als besonders schutzwürdig betrachtet. Die genaue geschützte Fläche ist jedoch nicht sehr groß und liegt bei etwa 2 bis 4 km² (je nach Definition der Kernzone). Es gibt hier keine strenge Sperrung, aber starke Empfehlungen zum Schutz der Vegetation und Brutvögel.

Das Ambadalur-Tal und umliegende Klippenbereiche (bei Gjógv und Funningur) im Norden zählt zu den wichtigsten Brutgebieten für Seevögel auf Eysturoy. Sie wird als Teil eines größeren Important Bird Area-Komplexes betrachtet, der sich über mehrere Nordküstenabschnitte erstreckt. Der Schutz konzentriert sich vor allem auf die Vogelkolonien (Papageitaucher, Lummen, Tordalke, Sturmvögel). Eine formale Schutzfläche gibt es nicht, aber die Klippen und das Tal sind de facto durch ihre Unzugänglichkeit und lokale Regelungen geschützt. Die relevante Fläche beträgt schätzungsweise 5 bis 10 km² (inklusive Küstenstreifen).

Die berühmten Seestapel Risin og Kellingin und angrenzende Nordküste bei Eiði sind Teil eines sensiblen Küsten- und Vogelschutzgebiets. Auch hier handelt es sich um einen Important Bird Area-Status. Der Schutz gilt vor allem dem Brutvögeln und der Vermeidung von Störungen. Die Fläche ist klein und liegt bei etwa 1 bis 3 km² für den Kernbereich.

Zusätzlich gibt es auf Eysturoy kleinere, lokal geschützte Zonen, etwa um bestimmte Moore, Quellbereiche oder seltene Pflanzenvorkommen, die jedoch meist nur wenige Hektar groß sind und keine offizielle Reservatsbezeichnung tragen. Insgesamt beträgt die Summe aller de facto geschützten oder besonders wertvollen Flächen auf Eysturoy schätzungsweise 10 bis 20 km² (also etwa 3 bis 7 % der Inseloberfläche). Das ist deutlich weniger als auf Inseln wie Nólsoy, Mykines oder Skúvoy, die als Ramsar-Gebiete (internationale Feuchtgebietskonvention) ausgewiesen sind. Eysturoy hat kein Ramsar-Gebiet und auch keinen großen Nationalpark-ähnlichen Schutzstatus.

Klima

Das Wetter auf den Färöern ist maritim, feucht und äußerst wechselhaft (nach der Köppen-Klassifikation Cfc). Es ist stark vom Golfstrom beeinflusst, was ihr ein relativ mildes, aber sehr wechselhaftes Klima beschert. Trotz ihrer nördlichen Lage sind die Winter auf der Insel deutlich milder als auf vergleichbaren Breitengraden in Nordskandinavien oder Kanada. Die Durchschnittstemperaturen im Winter liegen meist zwischen 3 und 6°C, während die Sommer mit 11 bis 14°C vergleichsweise kühl bleiben. Extreme Temperaturen sind auf Eysturoy selten, da das Meer eine ausgleichende Wirkung auf die Lufttemperaturen hat.

Das Klima auf Eysturoy wird als ozeanisch-maritim klassifiziert, geprägt von häufigen Niederschlägen, starkem Wind und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Regen fällt relativ gleichmäßig über das ganze Jahr, wobei die Herbst- und Wintermonate tendenziell etwas feuchter sind. Starkregenereignisse sind keine Seltenheit, und es kommt häufig zu Nebel, besonders in den Tälern und an den Fjorden. Schnee ist möglich, bleibt in den niedrigen Lagen aber oft nur kurz liegen, während die höheren Berggipfel wie der Slættaratindur im Winter regelmäßig mit Schnee bedeckt sind.

Die Insel ist zudem für ihre starken Winde bekannt. Besonders im Herbst und Winter kann der Nordatlantik heftige Stürme bringen, die den Aufstieg auf die Berge erschweren und die Schifffahrt beeinträchtigen. Diese Winde tragen jedoch auch dazu bei, dass sich die Luft regelmäßig erneuert und das Klima frisch bleibt.

Durch die Kombination von Bergen, Fjorden und Tälern entstehen auf Eysturoy zudem zahlreiche Mikroklimata. Während die Küstenregionen etwas milder und windiger sind, sind die Täler windgeschützt und können im Sommer sogar relativ sonnig und warm wirken. Die hohen Berge fangen Wolken ab, sodass es in den Gipfellagen oft nebelig oder regnerisch ist, während weiter unten das Wetter kurzzeitig freundlich sein kann.


Klimadaten für Hellur (11 m, 1961 bis 1990)

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mitteltemperatur (°C) 4,9 4,9 5,3 6,6 8,5 10,7 12,0 12,3 10,8 8,9 6,1 5,3 8,0
Niederschlag (mm) 464 370 351 198 113 117 102 162 276 320 350 366 3200
Niederschlagstage 27 24 26 22 17 17 16 21 21 25 24 25 269

Mythologie

Die Mythen und die Mythologie auf Eysturoy sind tief in der nordischen Tradition verwurzelt und spiegeln die typischen Themen der Färöer wider: Trolle, Riesen, Hexen, Wassergeister, versteckte Völker und die ständige Bedrohung durch übernatürliche Kräfte, die oft mit der rauen Natur und der Isolation der Inseln zusammenhängen. Viele Sagen wurden über Jahrhunderte mündlich überliefert, bevor sie im 19. und 20. Jahrhundert aufgezeichnet wurden. Auf Eysturoy gibt es besonders markante und international bekannte Legenden, die eng mit konkreten Landschaftsmerkmalen verbunden sind.

Die bekannteste Sage der Insel ist die von Risin og Kellingin („Der Riese und die Hexe“). Diese beiden imposanten Seestapel stehen direkt vor der Nordküste bei Eiði. Die Legende erzählt, dass Riesen aus Island die Färöer-Inseln stehlen und nach Island ziehen wollten, weil sie neidisch auf deren Schönheit oder Fruchtbarkeit waren. Ein riesiger Riese und seine Frau, eine mächtige Hexe, kamen nachts übers Meer. Die Hexe kletterte auf den Berg Eiðiskollur und warf ein Seil um den Gipfel, während der Riese im Wasser wartete. Gemeinsam versuchten sie, die Inseln loszureißen und auf den Rücken des Riesen zu ziehen. Doch sie arbeiteten so lange, dass sie das Herannahen der Morgendämmerung nicht bemerkten. Sobald der erste Sonnenstrahl sie traf, erstarrten beide zu Stein. So stehen sie bis heute als 71 m hoher Riese (weiter draußen) und 69 m hohe Hexe (näher am Ufer) im Meer und blicken ewig Richtung Island – ein klassisches Motiv der nordischen Mythologie, bei dem übernatürliche Wesen durch Sonnenlicht versteinern.

Eine weitere bekannte Erzählung auf Eysturoy handelt vom Nykur (oder Nykur von Eiði). Der Nykur ist ein gefährlicher Wassergeist, der die Gestalt eines schönen, glänzenden Pferdes annimmt. Er lockt vor allem Kinder und junge Leute an Gewässer, lässt sie aufsitzen und galoppiert dann mit ihnen ins Meer, um sie zu ertränken. In manchen Versionen der Sage auf Eysturoy überredete der Nykur neugierige Kinder in der Nähe von Eiði oder anderen Orten, auf seinen Rücken zu steigen – wer einmal saß, konnte nicht mehr absteigen, weil die Haut wie Leim klebte. Diese Geschichte gehört zu einer ganzen Familie von Wassergeister-Legenden auf den Färöern und warnt vor der Gefahr von Flüssen, Seen und dem Meer.

In mehreren Dörfern auf Eysturoy gibt es Sagen um Hexen und Zauberer. Besonders bekannt ist die Geschichte der Zauberin von Oyndarfjørður. Sie soll magische Kräfte besessen haben und mit Steinen wie den Rinkusteinar (schaukelnden Steinen) in Verbindung stehen, die sich angeblich durch Zauberei bewegen ließen. Solche Erzählungen mischen oft christliche und vorchristliche Elemente: Hexen oder Zauberer werden entweder als böse dargestellt oder als Personen, die mit übernatürlichen Kräften gegen Naturgewalten oder Feinde halfen.

Auch allgemeine färöische Motive finden sich auf Eysturoy wieder: Geschichten von Huldufólk (den „Verborgenen“ oder elfenähnlichen Wesen), die in Hügeln und Felsen leben und nicht gestört werden dürfen, sowie von Trollen, die in Bergen hausen und nachts Dörfer heimsuchen. In manchen Tälern wird erzählt, dass Trollfamilien in den Bergen lebten und erst durch Gebete oder das Rufen des Namens Christi vertrieben wurden.

Viele dieser Mythen sind eng mit der Landschaft verknüpft: Felsen, Klippen, Täler oder Seen werden als Schauplätze oder sogar als versteinerte Wesen interpretiert. Das gibt der Insel eine starke mythische Aura – fast jeder markante Ort hat eine Geschichte. Gleichzeitig zeigen die Sagen oft christliche Einflüsse, da die Färöer seit dem 11. Jahrhundert christianisiert sind: Das Böse (Trolle, Hexen, Geister) wird häufig durch Glauben, Gebete oder Sonnenlicht besiegt.

Geschichte

Eysturoy wurde im späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert von irischen Mönchen entdeckt und anschließend von Wikingern besiedelt, wobei die Färingersaga den Norweger Grímkell als ersten Siedler um 825 bei Funningur auf der Insel nennt. Im Mittelalter lag die Insel unter norwegischer Herrschaft, bevor sie mit den Färöern 1380 bis 1814 dänisch wurde, geprägt von Fischerei, Schafzucht und Handelsmonopolen bis zur Autonomie 1948.

Zeit der irischen Mönche

Moderne wissenschaftliche Untersuchungen, vor allem Sedimentanalysen aus dem See Eiðisvatn (Eiði auf Eysturoy), haben gezeigt, dass Menschen bereits um das Jahr 500 auf den Färöer-Inseln – und damit auch auf Eysturoy – lebten. In den Seesedimenten finden sich ab diesem Zeitpunkt plötzlich DNA-Spuren von Schafen, chemische Marker von Schafskot sowie Veränderungen in der Vegetation, die auf Beweidung hinweisen. Diese Veränderungen treten abrupt auf und gelten als eindeutiger Beweis für menschliche Anwesenheit – etwa 350 Jahre vor der klassischen Wikingerzeit.

Die wahrscheinlichsten Bewohner dieser frühen Phase waren irische oder schottische Mönche (sogenannte Papar oder anchorites), die als Einsiedler oder kleine Gruppen in entlegene Inseln zogen, um ein asketisches Leben in der Einsamkeit zu führen. Diese Praxis war im frühchristlichen Irland und Schottland weit verbreitet (vergleiche die Suche nach der „Insel der Seligen“ oder „Terra Repromissionis“).

Der irische Gelehrte Dicuil schrieb 825 in seinem Werk „De mensura orbis terrae“, dass irische Eremiten „fast hundert Jahre“ lang in nördlichen Inseln gelebt hätten, bis norwegische Piraten sie vertrieben. Viele Historiker sehen darin einen Hinweis auf die Färöer. Ältere Legenden verbinden die Entdeckung mit St. Brendan dem Navigator, der zwischen 512 und 530 den Atlantik bereiste und dabei angeblich eine paradiesische Insel fand – allerdings bleibt dies spekulativ und ohne direkten Beweis.

Auf Eysturoy selbst gibt es keine direkten archäologischen Funde (zum Beispiel Kreuze, Hütten oder Gräber), die eindeutig diesen Mönchen zuzuordnen sind. Die Belege sind indirekt: vor allem die paläoökologischen Daten aus Eiðisvatn und vergleichbaren Seen auf anderen Inseln. Die Mönche dürften in sehr kleinen Gruppen gelebt haben, Schafe gehalten, etwas Gerste angebaut und sich weitgehend von Fisch und Vögeln ernährt haben. In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts wurden sie durch die ankommenden Wikinger entweder vertrieben oder verließen die Inseln freiwillig.

Wikingerzeit

Die dauerhafte nordische Besiedlung (Landnám) der Färöer begann im späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert. Auf Eysturoy wird traditionell Grímur Kamban als erster namentlich bekannter Siedler genannt. Die Færeyinga saga (eine isländische Saga des 13. Jahrhunderts) berichtet, dass er sich in Funningur (im Norden von Eysturoy) niederließ. Er gilt als einer der allerersten permanenten Siedler und war vermutlich keltisch-nordischer Herkunft (Kamban = keltischer Beiname).

Die Wikinger kamen in mehreren Wellen: Zuerst einzelne Pioniere, dann größere Gruppen, die vor allem aus Norwegen flohen – teils wegen Machtkämpfen, teils wegen der Politik von König Harald Schönhaar (um 872 bis 930). Auf Eysturoy entstanden bald mehrere Höfe und Siedlungen, vor allem in den fruchtbareren Tälern und an geschützten Buchten (zum Beispiel Eiði, Gjógv, Leirvík, Runavík-Gegend). Die Siedler lebten von Schafzucht, Fischerei, Vogeljagd und etwas Getreideanbau.

Die Gesellschaft war heidnisch-nordisch geprägt. Es gab Thing-Versammlungen (lokale Althings), Blutrache, starke Häuptlinge und Verehrung der alten Götter (Thor, Odin, Freyr). Archäologische Funde aus dieser Zeit (9./10. Jahrhundert) zeigen typische nordische Langhäuser, Bootshäuser und Gebrauchsgegenstände. Auf Eysturoy wurden in Gegenden wie Argisbrekka bei Eiði und in Gøta Siedlungsspuren aus der frühen Wikingerzeit freigelegt.

Die Christianisierung der Färöer – und damit auch Eysturoys – erfolgte offiziell um das Jahr 999. Sie war eng mit Sigmundur Brestisson verbunden, einem einflussreichen Mann von Eysturoy (aus dem Geschlecht der Gøtuskeggjar). Sigmundur war zunächst in Norwegen am Hof von König Olaf Tryggvason (Regierungszeit 995 bis 1000) und ließ sich dort taufen.

998/99 kehrte er mit königlichem Auftrag zurück und verkündete auf dem Althing auf Tinganes (Tórshavn), dass die Färöer christianisiert werden sollten und er selbst als alleiniger Häuptling eingesetzt sei. Es kam zu erbittertem Widerstand, vor allem durch den mächtigen heidnischen Häuptling Tróndur í Gøtu (aus Gøta auf Eysturoy). Sigmundur musste schließlich mit Gewalt vorgehen: Er überfiel Tróndur nachts und zwang ihn unter Todesdrohung zur Taufe. Danach nahm das Althing das Christentum an.

Norwegische Herrschaftszeit

Mit der Christianisierung endete die klassische Wikingerzeit auf den Färöern. Die Inseln wurden Teil des norwegischen Reiches (ab etwa 1035 offiziell), und die heidnische Mythologie wich allmählich dem Christentum. Auf Eysturoy entstanden bald die ersten Holzkirchen; archäologische Funde (zum Beispiel kleine Kreuze aus dem 10. Jahrhundert in Toftanes bei Leirvík) zeigen jedoch, dass einzelne Siedler schon vorher christliche Einflüsse hatten – möglicherweise durch Kontakt mit den keltischen Mönchen oder durch norwegische Christen.

Nacyh dem Tod des letzten einflussreichen lokalen Häuptlings Tróndur í Gøtu) galten die Färöer als fester Bestandteil des Königreichs Norwegen. Eysturoy, mit seinen fruchtbaren Tälern und strategisch günstigen Häfen (zum Beispiel in Gøta, Eiði, Leirvík), entwickelte sich zu einem wichtigen Siedlungs- und Handelszentrum innerhalb der Inselgruppe.

In dieser Phase blieb die Verwaltung und das Rechtssystem weitgehend norwegisch geprägt. Das Løgting (das alte Thing der Färöer) behielt eine gewisse Autonomie bei lokalen Angelegenheiten, stand aber unter der Oberhoheit des norwegischen Königs. Die Inseln unterstanden kirchlich dem Erzbistum Nidaros (Trondheim), und Handel sowie Steuern liefen hauptsächlich über Bergen, das als zentraler norwegischer Hafen fungierte. Das Altnordische (später Altfäröisch) blieb die Alltagssprache, und die Gesellschaft war von nordischer Bauern- und Fischerei-Kultur geprägt. Die Färöer galten als norwegische „Skattland“ (Steuerland), ähnlich wie Island oder die Orkney- und Shetland-Inseln.

1380 änderte sich die Situation grundlegend durch die dänisch-norwegische Personalunion. Nach dem Tod des norwegischen Königs Haakon VI. übernahm seine Witwe Margarethe I. (eine dänische Prinzessin) die Regentschaft für den gemeinsamen Sohn Olaf. Damit fielen Norwegen und seine atlantischen Besitzungen – einschließlich der Färöer – unter dänische Führung. Formal blieben die Inseln jedoch weiterhin norwegisches Territorium und wurden als solche betrachtet. Das Recht, die kirchliche Zugehörigkeit und der Handel mit Bergen änderten sich zunächst kaum.

1397 entstand dann die Kalmarer Union (Kalmarunionen), die den entscheidenden Wendepunkt markierte. In der schwedischen Stadt Kalmar wurde Erik von Pommern (Großneffe Margarethes) am 17. Juni 1397 zum gemeinsamen König von Dänemark, Norwegen und Schweden gekrönt. Die Union umfasste damit nicht nur die drei Kernreiche, sondern auch alle norwegischen Nebenländer: Island, Grönland, die Färöer, Orkney und Shetland. Die Färöer – und damit Eysturoy – gehörten nun de facto zum größten zusammenhängenden skandinavischen Reich der Geschichte.

Zeit der Kalmarer Union

Die Kalmarer Union (1397 bis1523) war eine Personalunion unter einem gemeinsamen Monarchen, keine vollständige Verschmelzung der Reiche. Jedes Land behielt formal seine Gesetze, Räte und Institutionen. In der Praxis dominierte jedoch zunehmend Dänemark, da die Könige meist in Kopenhagen residierten und dänische Interessen (vor allem gegenüber der Hanse) Vorrang erhielten. Für die Färöer bedeutete dies eine langsame Verschiebung: Der Handel mit Bergen nahm ab, dänische Beamte und Steuereintreiber gewannen Einfluss, und das Altfäröische wurde allmählich von dänischen Einflüssen überlagert.

Auf Eysturoy selbst änderte sich im Alltag zunächst wenig. Die Bauern und Fischer lebten weiterhin von Schafzucht, Seevogelfang und Fischerei, das Løgting blieb aktiv, und lokale Häuptlinge (oft aus alten Geschlechtern wie den Gøtuskeggjar) behielten Einfluss. Doch die Union führte zu einer stärkeren Zentralisierung und Abhängigkeit von Kopenhagen. Die Inseln verloren allmählich ihren direkten norwegischen Charakter und wurden mehr und mehr als abgelegene dänische Außenposten wahrgenommen.

Frühe Neuzeit

Im 16. und frühen 17. Jahrhundert wandelten sich die Färöer-Inseln, einschließlich Eysturoy, von einem relativ autonomen norwegischen Besitz zu einem fest integrierten Teil des dänischen Reiches, geprägt von religiösen Umwälzungen, wirtschaftlicher Ausbeutung und sozialen Spannungen. Eysturoy, als zweitgrößte und bevölkerungsreichste Insel, war zentral in diesen Entwicklungen involviert, mit Siedlungen wie Gøta, Eiði und Leirvík, die als wirtschaftliche und administrative Knotenpunkte dienten.

Nach dem Zerfall der Kalmarer Union 1523 verblieb Norwegen in einer Personalunion mit Dänemark, und die Färöer fielen endgültig unter dänische Kontrolle, obwohl sie formal norwegisch blieben. Die frühe Neuzeit begann mit der Einführung der Reformation, die die Inseln tiefgreifend veränderte. Um 1538, unter König Christian III. von Dänemark, wurde der Protestantismus per Dekret eingeführt. Der letzte katholische Bischof, Ámundur Ólavsson, wurde vertrieben, und die mächtige katholische Kirche auf den Färöern – mit ihrem Zentrum in Kirkjubøur auf Streymoy, aber auch mit Auswirkungen auf Eysturoy – verlor ihren Einfluss. Auf Eysturoy, wo Dörfer wie Oyndarfjørður und Fuglafjørður enge kirchliche Bindungen hatten, wurden katholische Relikte zerstört oder umgewandelt. Die neuen lutherischen Priester, oft Dänen, predigten in Dänisch, was die sprachliche und kulturelle Distanz zur lokalen Bevölkerung verstärkte. Das Løgting, das alte färöische Parlament, behielt zwar einige Rechte, wurde aber zunehmend von dänischen Amtmännern (Verwaltern) dominiert, die in Tórshavn residierten und von dort aus Eysturoy steuerten.

Wirtschaftlich war die frühe Neuzeit von einem strengen Handelsmonopol geprägt, das bereits 1524 eingeführt wurde und den gesamten Außenhandel der Färöer auf dänische Schiffe und Häfen beschränkte. Für Eysturoy bedeutete das eine Abhängigkeit von Importen wie Getreide, Holz und Eisen, die gegen Schafe, Wolle, Fisch und Tran getauscht wurden. Die Insel, mit ihren fruchtbaren Tälern und guten Fischgründen, produzierte einen Großteil der färöischen Exporte, litt aber unter hohen Preisen und schlechter Qualität der importierten Waren. Schmuggel mit englischen, holländischen oder deutschen Schiffen war häufig, besonders an der zerklüfteten Küste von Eysturoy, wo Buchten wie die bei Gjógv oder Eiði als Verstecke dienten. Die Bevölkerung, hauptsächlich Bauern und Fischer, lebte in einer Subsistenzwirtschaft, die durch Naturkatastrophen wie Stürme, Vulkanausbrüche in Island (die Aschewolken über die Färöer brachten) oder Seuchen verschärft wurde. Im 16. und 17. Jahrhundert gab es mehrere Pestepidemien, die die Inseln dezimierten; auf Eysturoy starben in den 1650er Jahren schätzungsweise ein Drittel der Bewohner.

Gabelzeit

Die Gabelzeit (Gabeltid), von 1655 bis 1709, markiert den Höhepunkt der Ausbeutung und ist als eine der finstersten Perioden in der färöischen Geschichte bekannt. Sie begann, als König Friedrich III. von Dänemark-Norwegen die Färöer als Lehen an seinen Günstling Christoffer von Gabel vergab, um Schulden zu tilgen und die Verwaltung zu entlasten. Gabel, ein deutschstämmiger Hofbeamter, erhielt damit die vollständige Kontrolle über die Inseln, inklusive des Handelsmonopols, Steuern und Gerichtsbarkeit. Nach seinem Tod 1673 ging das Lehen an seinen Sohn Frederik von Gabel über, der bis 1709 regierte. Die Gabels herrschten wie Feudalherren, mit Hauptsitz in Kopenhagen, und setzten harte Verwalter ein, die die Inseln auspressten.

Auf Eysturoy, wo ein Großteil der Bevölkerung lebte, spürten die Menschen die Repression besonders stark. Die Gabels erhöhten Steuern und Abgaben massiv: Jeder Haushalt musste höhere Naturalien (insbesondere Wolle, Butter und Fisch) abliefern, und das Monopol wurde rigoros durchgesetzt, mit überteuerten Preisen für Importe. In Dörfern wie Runavík oder Gøta, die als Handelsplätze dienten, kontrollierten Gabels Agenten jeden Tauschhandel. Schmuggel wurde mit harten Strafen geahndet, einschließlich Konfiszierung von Booten oder Exil. Die Verwalter, oft korrupt, missbrauchten ihre Macht: Es gab Berichte über willkürliche Verhaftungen, Zwangsarbeit und sexuelle Ausbeutung. Die färöische Sprache und Kultur wurden unterdrückt; offizielle Dokumente waren auf Dänisch, und das Løgting verlor an Bedeutung.

Sozial führte die Gabelzeit zu Armut und Aufständen. Die Bevölkerung auf Eysturoy, die von Schafzucht und Fischerei abhängig war, litt unter Hungersnöten, besonders in den 1690er Jahren, als schlechte Ernten und Fischfänge hinzukamen. Legenden und Volkslieder aus dieser Zeit, wie die Kvæði (färöische Balladen), die in Tälern wie dem Ambadalur gesungen wurden, thematisieren die Unterdrückung und den Widerstand. Ein bekannter Fall ist der von Nólsoyar Páll (Poul Nolsøe), obwohl er etwas später lebte; er symbolisiert den Geist des Widerstands gegen das Monopol, das aus der Gabelzeit stammte. Beschwerden an den dänischen Hof häuften sich, darunter Petitionen von Eysturoy-Bewohnern, die Missstände anprangerten.

Dänische Kronherrschaftszeit

1709 endete die Gabelzeit, als König Friedrich IV. nach anhaltenden Protesten das Lehen zurücknahm und die Färöer wieder unter direkte Kronverwaltung stellte. Das Handelsmonopol (dansk handelsmonopol) blieb bis 1856 bestehen. Alle Importe und Exporte durften ausschließlich über dänische Schiffe und dänische Kaufleute (meist aus Kopenhagen oder Bergen) abgewickelt werden. Für Eysturoy bedeutete das eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Isolation. Die Insel produzierte Wolle, Schafsfelle, getrockneten Fisch, Tran und etwas Butter, die fast ausschließlich zu festgelegten, oft ungünstigen Preisen an die Monopolkaufleute abgeliefert werden mussten. Im Gegenzug kamen teure und häufig minderwertige Waren (Getreide, Holz, Eisenwaren, Salz, Tabak, Alkohol) zurück. Schmuggel mit britischen, niederländischen oder deutschen Schiffen blieb verbreitet, besonders an den schwer zugänglichen Küsten von Eysturoy (zum Beispiel bei Gjógv, Eiði oder den nördlichen Buchten), wurde aber hart bestraft.

Im 18. Jahrhundert lebte die Mehrheit der Bevölkerung auf Eysturoy weiterhin in einer klassischen Subsistenzwirtschaft. Schafzucht und kleinbäuerliche Landwirtschaft dominierten, ergänzt durch Seevogelfang, Strandgutnutzung und Küstenfischerei mit offenen Ruderbooten. Hungersnöte und Naturkatastrophen (Stürme, kalte Winter, schlechte Fänge) waren häufig. Die Bevölkerung blieb gering – um 1800 lebten schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Menschen auf der gesamten Inselgruppe, davon ein guter Teil auf Eysturoy. Die Dörfer wie Fuglafjørður, Leirvík, Runavík, Gøta, Eiði und Gjógv waren klein und weitgehend autark. Das Løgting (das alte färöische Parlament) existierte zwar formal weiter, hatte aber seit 1816 nur noch beratende Funktion und wurde 1816 offiziell aufgelöst; stattdessen wurde ein dänisches Amtsgericht in Tórshavn eingeführt. Die Verwaltung lag in den Händen dänischer Amtmänner und Sysselmänner, die oft wenig Verständnis für die lokale Lebensweise hatten.

1814 markierte der Kieler Frieden einen wichtigen Einschnitt: Nach der Niederlage Dänemarks gegen Napoleon wurde Norwegen an Schweden abgetreten, während die Färöer, Island und Grönland bei Dänemark verblieben. Damit endete der formale norwegische Status endgültig – die Inseln wurden nun eindeutig als dänisches Kronland betrachtet. 1850 wurde die dänische Verfassung von 1849 per königlichem Erlass auf die Färöer ausgedehnt. Die Inseln erhielten zwei Sitze im dänischen Folketing (Abgeordnetenhaus) und einen im Landsting. Für die färöische Bevölkerung bedeutete das erstmals eine minimale politische Repräsentation, allerdings nur auf dänisch und für die meisten Menschen ohne praktische Auswirkungen.

Die eigentliche Umbruchszeit setzte in den 1840er und 1850er Jahren ein und kulminierte 1856 in der Abschaffung des Handelsmonopols – eines der wichtigsten Ereignisse in der neueren färöischen Geschichte. Schon seit den 1830er Jahren hatten Petitionen und Beschwerden aus der Bevölkerung (auch von Eysturoy) zugenommen. Die Monopolpreise waren zu hoch, die Qualität der Waren zu schlecht, und die wirtschaftliche Stagnation wurde immer unerträglicher. Liberale Strömungen in Dänemark (besonders nach der Februarrevolution 1848) und der Druck der freihändlerischen Ideen führten schließlich dazu, dass der dänische Rigsdag 1855/56 das Monopol aufhob. Am 1. Januar 1856 trat die freie Handelsordnung in Kraft.

Auf Eysturoy hatte diese Reform dramatische Folgen. Innerhalb weniger Jahre entstanden erste private Handelsunternehmen, vor allem in den größeren Orten wie Runavík (damals noch ein kleiner Weiler) und Fuglafjørður. Unternehmer wie Niels Ryberg Finsen (Vater des Nobelpreisträgers) oder andere lokale Kaufleute begannen, direkt mit Großbritannien, Norwegen und Dänemark zu handeln. Die Preise für Importwaren sanken, und die Exportmöglichkeiten verbesserten sich. Gleichzeitig begann der Übergang von der reinen Küstenfischerei zur Hochseefischerei: Ab den 1870er Jahren wurden die ersten größeren Segelschiffe (später Dampfschiffe) angeschafft, oft finanziert durch britische Kredite. Auf Eysturoy entwickelten sich besonders Leirvík, Runavík und Fuglafjørður zu frühen Fischereizentren.

Zeit des nationalen Erwachsens

Parallel zur wirtschaftlichen Liberalisierung entstand ein nationales Erwachen. Die neufäröische Bewegung formierte sich. 1888 fand das berühmte Weihnachtstreffen (Jólafundur) in Tórshavn statt, bei dem V. U. Hammershaimb, der Schöpfer der modernen färöischen Schriftsprache, und andere Intellektuelle die nationale Identität betonten. Auf Eysturoy spielten Persönlichkeiten wie der Dichter und Volkserzähler Jákup Dahl (später Pfarrer in Gjógv) oder lokale Sänger und Ketten-Tanz-Traditionsträger eine wichtige Rolle bei der Bewahrung und Wiederbelebung der alten Sprache und Kultur. Die färöische Sprache, die im Alltag immer gesprochen wurde, begann sich gegen das Dänische als Amts- und Schulsprache zu behaupten.

Die Zeit des nationalen Erwachens auf Eysturoy erstreckt sich etwa von den 1880er Jahren bis in die 1930er Jahre und markiert den Übergang von einer isolierten, dänisch dominierten Provinz zu einer selbstbewussten Gemeinschaft mit eigener kultureller und politischer Identität. Diese Phase wurde durch wirtschaftliche Veränderungen, intellektuelle Bewegungen und den wachsenden Stolz auf die färöische Sprache und Traditionen angetrieben. Eysturoy, als bevölkerungsreiche und wirtschaftlich dynamische Insel, spielte eine zentrale Rolle: Ihre Dörfer wie Fuglafjørður, Runavík, Leirvík und Gøta wurden zu Zentren des kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwungs, wo Fischer, Bauern und Intellektuelle die Grundlage für eine nationale Bewegung legten.

Das nationale Erwachen begann bereits in den 1840er Jahren mit ersten intellektuellen Impulsen, verstärkte sich aber nach der Abschaffung des dänischen Handelsmonopols 1856. Die wirtschaftliche Liberalisierung ermöglichte den Aufbau einer eigenen Fischereiflotte und privater Unternehmen. Auf Eysturoy profitierten Orte wie Fuglafjørður und Runavík besonders: Hier entstanden erste Fischfabriken und Handelsgesellschaften, die mit Großbritannien und Norwegen handelten. Die Bevölkerung wuchs – von etwa 5.000 Einwohnern auf den gesamten Färöern um 1800 auf über 15.000 um 1900 –, und Eysturoy beherbergte bald ein Drittel davon. Der Übergang zur Hochseefischerei mit modernen Segelschiffen (später Dampfern) machte die Insel zu einem Knotenpunkt des Exports von Klippfisch und Tran, was Wohlstand brachte, aber auch Risiken: Viele Fischer aus Eysturoy-Dörfern wie Eiði oder Gjógv ertranken in Stürmen, was in Volksliedern und Balladen (Kvæði) verarbeitet wurde.

Kulturell war die neufäröische Bewegung der Motor des Erwachens. V. U. Hammershaimb, ein Linguist aus einer alten färöischen Familie, schuf in den 1840er und 1850er Jahren die moderne färöische Schriftsprache, basierend auf altnordischen Wurzeln. Auf Eysturoy wirkten Persönlichkeiten wie der Dichter und Priester Jákup Dahl (1878 bis 1944), der in Gjógv lebte und die Bibel ins Färöische übersetzte, oder der Volkskundler Símun av Skarði, der in Gøta aufwuchs. Das berühmte Weihnachtstreffen (Jólafundur) am 25. Dezember 1888 in Tórshavn, organisiert von Studenten und Intellektuellen, forderte die Anerkennung der färöischen Sprache in Schule und Kirche. Viele Teilnehmer kamen aus Eysturoy, wo traditionelle Ketten-Tänze und Sagen-Erzählungen (zum Beispiel in den Tälern von Ambadalur) die kulturelle Identität lebendig hielten. 1891 gründete sich der Føroyingafelag (Färöer-Verein), der für Autonomie eintrat; auf Eysturoy entstanden lokale Ableger in Dörfern wie Fuglafjørður.

Politisch wuchs der Druck auf Dänemark. Das Løgting, das 1816 aufgelöst worden war, wurde 1852 als beratendes Gremium wiederhergestellt. Ab 1906 erhielten die Färöer zwei Sitze im dänischen Folketing, und Politiker wie Jóannes Patursson (aus Kirkjubøur, aber mit Verbindungen nach Eysturoy) forderten mehr Selbstbestimmung. Die Gründung der ersten färöischen Parteien – der unionistischen Sambandsflokkurin (Unionisten, für enge Bindung an Dänemark) 1906 und der separatistischen Sjálvstýrisflokkurin (Selbstregierer) 1909 – spiegelte Spaltungen wider, die auch auf Eysturoy sichtbar wurden: In industriell wachsenden Orten wie Runavík tendierten viele zu Unabhängigkeitsideen, während konservative Bauern in Eiði oder Gøta unionistisch blieben.

Weltkriegsära

Die Zwischenkriegszeit (1918 bis 1939) brachte wirtschaftliche Höhen und Tiefen. Der Erste Weltkrieg hatte die Färöer wirtschaftlich gestärkt, da der Fischbedarf in Europa stieg und Schmuggel mit neutralen Schiffen boomte. Auf Eysturoy expandierten Fischereihäfen; Fuglafjørður wurde zu einem der größten Fischverarbeitungszentren. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre traf jedoch hart: Fischpreise fielen, Arbeitslosigkeit stieg, und viele aus Eysturoy wanderten nach Dänemark oder Island aus. Kulturell blühte die Insel auf: Die färöische Sprache wurde 1912 in Schulen zugelassen, und 1939 als Amtssprache anerkannt. Autoren wie William Heinesen (mit Wurzeln auf Streymoy, aber Einfluss auf ganz Färöer) und Dichter aus Eysturoy beschrieben die harte Insellebensweise. Die Gründung der Føroya Læraraskúli (Lehrerausbildungsstätte) 1870 in Tórshavn bildete Lehrer, die auf Eysturoy wirkten und nationale Ideen verbreiteten.

Der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) war ein Wendepunkt und beschleunigte die Autonomiebestrebungen. Am 9. April 1940 besetzte Nazi-Deutschland Dänemark, wodurch die Färöer von der Krone abgeschnitten waren. Bereits am 12. April 1940 landeten britische Truppen in der Operation Valentine friedlich auf Vágar und besetzten die Inseln, um sie vor einer deutschen Invasion zu schützen. Auf Eysturoy, das strategisch günstig lag, stationierten die Briten Truppen in Orten wie Eiði und Leirvík; Flugplätze und Radaranlagen wurden gebaut, darunter am Slættaratindur, dem höchsten Berg der Färöer. Die Besatzung brachte Modernisierung: Straßen, Häfen und Elektrizität wurden ausgebaut – auf Eysturoy entstanden neue Wege zwischen Dörfern wie Gjógv und Funningur. Wirtschaftlich boomte die Fischerei; die Färöer exportierten Fisch an Großbritannien und bauten eine eigene Flotte auf. Die Bevölkerung profitierte von hohen Löhnen für Bauarbeiten, und Eysturoy-Dörfer wie Runavík wuchsen rasch.

Politisch übernahm das Løgting die volle Gesetzgebung, da der Kontakt zu Dänemark abbrach. Der Amtmann Carl Aage Hilbert fungierte als Regierungschef und führte eine Art Selbstregierung ein. Flagge und Hymne wurden offiziell, und die Färöer prägten eigene Banknoten und Briefmarken. Auf Eysturoy organisierten sich Separatisten stark; in Fuglafjørður und Gøta gab es lebhafte Debatten. Der Krieg kostete jedoch Leben: Deutsche U-Boote versenkten färöische Schiffe, und Bombenangriffe trafen Ziele wie den Hafen von Leirvík. Insgesamt starben über 200 Färinger, viele aus Eysturoy-Fischern.

Moderne autonomistische Zeit

Nach dem Krieg (1945) wollte Dänemark die volle Kontrolle zurückerlangen, was zu Konflikten führte. Die Briten zogen ab, und Verhandlungen in Kopenhagen scheiterten zunächst. Am 14. September 1946 fand ein Referendum statt: 48,7 % votierten für Unabhängigkeit, 47,2 % für Verbleib bei Dänemark (bei hoher Beteiligung). Auf Eysturoy, wo Separatismus stark war, stimmten viele für die Unabhängigkeit. Das Løgting erklärte am 18. September 1946 die Unabhängigkeit, doch Dänemark löste es auf und rief Neuwahlen aus. Nach intensiven Verhandlungen einigte man sich 1948 auf das Heimstyre-Gesetz (Heimastýrislógin). Die Färöer erhielten weitgehende Autonomie in inneren Angelegenheiten, mit dem Løgting als Parlament und dem Løgmaður als Regierungschef. Außenpolitik, Verteidigung und Währung blieben bei Dänemark. Für Eysturoy bedeutete das lokale Kontrolle über Fischerei und Infrastruktur; Orte wie Runavík wurden zu administrativen Zentren. Die Autonomie stärkte die nationale Identität und ebnete den Weg für die moderne färöische Gesellschaft, die bis heute auf diesen Errungenschaften aufbaut.

Nach 1948 baute das Løgting die Selbstverwaltung Schritt für Schritt aus. Eysturoy, mit seinem hohen Bevölkerungsanteil und den großen Fischereihäfen, profitierte besonders. In den 1950er und 1960er Jahren erlebte die Insel einen wahren Boom der Hochseefischerei: Runavík, Fuglafjørður und Leirvík wurden zu modernen Fischereizentren mit Fabriken, Werften und großen Trawlern. Die Flotte wuchs explosionsartig; Eysturoy stellte zeitweise fast die Hälfte der gesamten färöischen Fangquote. Gleichzeitig entstanden die ersten größeren Straßenverbindungen wie etwa die Straße über den Eiðisskarð, Elektrizität erreichte alle Dörfer, und die ersten Autos und Telefonleitungen veränderten das Alltagsleben. Die Bevölkerung wuchs stark: Viele Familien zogen aus den abgelegenen Tälern (wie Gjógv oder Funningur) in die wachsenden Hafenorte.

Die 1970er Jahre brachten die ersten großen Krisen. Die „Kabeljaukriege“ mit Großbritannien und Island (1973 bis 1976) führten zu Fangbeschränkungen und Konflikten auf See; viele Eysturoy-Fischer verloren Schiffe oder Quoten. Die Insel erholte sich jedoch schnell durch den Übergang zur industriellen Fischverarbeitung und den Beginn der Lachszucht in den geschützten Fjorden (besonders um Oyndarfjørður und Leirvík). Gleichzeitig entstand eine kleine, aber wachsende Tourismusbranche: Die spektakulären Klippen bei Eiði, die Risin og Kellingin und das Ambadalur-Tal zogen erste Wanderer und Vogelbeobachter an.

Die 1980er und vor allem die 1990er Jahre waren die schwerste Zeit seit der Gabelzeit. Der Kollaps der Kabeljau-Bestände 1989 bis 1992, kombiniert mit einer Bankenkrise (die färöische „Bankenkrise“ 1992 bis 1995), führte zu Massenarbeitslosigkeit (bis zu 25 % auf Eysturoy) und Auswanderung. Viele junge Leute aus Runavík, Gøta oder Fuglafjørður gingen nach Dänemark oder Norwegen. Die Autonomie half jedoch: Das Løgting konnte eigene Fischereiquoten verwalten, Subventionen umlenken und Investitionen in neue Sektoren fördern. Ab Mitte der 1990er Jahre erholte sich die Wirtschaft durch Lachszucht (Eysturoy wurde einer der größten Lachsproduzenten Europas), Offshore-Dienstleistungen und den Aufbau eines eigenen Flugverkehrs (Atlantic Airways mit Basis in Vágar, aber starke Verbindungen nach Eysturoy).

Die 2000er und 2010er Jahre brachten wieder starkes Wachstum. Die Öl- und Gasexploration vor der Küste (Lizenzen auch im Gebiet um Eysturoy) weckte große Hoffnungen, obwohl keine kommerziellen Funde gemacht wurden. Stattdessen boomte der Tourismus: Kreuzfahrtschiffe legten in Runavík an, Wanderwege zu Slættaratindur und den Nordklippen wurden ausgebaut. Kulturell erlebte Eysturoy eine Blüte: Die färöische Sprache und Musik (Bands wie Tyr, Hamradun oder folkloristische Gruppen aus Gøta) wurden international bekannt; Festivals wie das G! Festival in Gøta (gegründet 2002) zogen Tausende Besucher an. Die Autonomie wurde weiter ausgebaut: 2005 erhielten die Färöer das Recht, eigene Handelsabkommen abzuschließen, und Eysturoy profitierte von EU-unabhängigen Fischerei- und Umweltschutzregeln.

Der absolute Höhepunkt der Modernisierung kam genau am Übergang zur Corona-Zeit: Am 19. Dezember 2020 wurde der Eysturoyartunnilin (Eysturoy-Tunnel) eröffnet – ein 11,2 km langer Unterwassertunnel mit einer spektakulären unterirdischen Kreisverkehr-Rotunde. Der Tunnel verbindet Streymoy direkt mit Eysturoy (zwischen Tórshavn und Runavík/Eiði) und verkürzt die Fahrzeit von einer Stunde über die alte Fähr- und Bergroute auf nur 7 bis 10 Minuten. Das Projekt (Kosten zirka 1,4 Mrd. DKK) wurde vollständig von den Färöern finanziert und war das größte Infrastrukturvorhaben der Inselgeschichte. Für Eysturoy bedeutete es eine Revolution: Runavík und Fuglafjørður wurden praktisch zu Vororten von Tórshavn, Pendlerverkehr explodierte, und die abgelegenen Norddörfer (Gjógv, Eiði) wurden deutlich besser erreichbar. Der Tunnel wurde mitten in der Corona-Pandemie fertiggestellt – ein Symbol für den färöischen Willen, auch in Krisenzeiten große Projekte durchzuziehen.

Die Corona-Zeit (2020 bis 2022) traf die Färöer und Eysturoy vergleichsweise mild. Die Inseln führten weltweit eines der umfassendsten Testprogramme durch (fast die gesamte Bevölkerung wurde mehrfach getestet). Die Wirtschaft litt stark unter dem Einbruch des Tourismus (Kreuzfahrtschiffe blieben aus) und temporären Fangbeschränkungen, doch die Lachszucht und der Tunnelbau forderten die Folgen ab. Die Grenzen zu Dänemark waren lange geschlossen, was das nationale Zusammengehörigkeitsgefühl noch stärkte.

Verwaltung

Um 625 siedelten erstmals Menschen, irische Mönche, auf den Inseln. Nach 825 ließen sich Wikinger hier nieder. Um 860 begann die nordische Kolonsierung. In der Folgezeit war die Inselgruppe eine eigenständige Republik, ab 1035 unter norwegischer Oberherrschaft. 1271 kamen sie endg ültig in den Besitz Norwegens. Mit diesem zusammen fielen sie 1380 an Dänemark. 1538 erfolgte die Reformation nach lutherischem Ritus. 1655 bis 1709 waren die Färöer ein Feudalstaat im Besitz der Familie Gabel als Lehensträger im Namen des dänischen Königshauses, das anschließend selbst die Herrschaft übernahm. Ab 1720 wurden die Färöer von Island aus regiert, ab 1776 von Kopenhagen aus. Am 24. Januar 1814 anerkannte der Vertrag von Kiel die Inselgruppe als dänische Besitzung. 1816 wurden die Inseln eine eigenständige Grafschaft (Amt). Von 12. April 1940 bis 16. September 1945 waren die Färöer britisch besetzt. Am 30. März 1948 erhielten die Färöer einen autonomen Status innerhalb des Königreichs Dänemark.


Herrschaftsgeschichte

  • 7. Jahrhundert bis um 860 Terra nullius
  • um 860 bis 1035 Freie Bauerngemeinschaften (Frælsi)
  • 1035 bis 2. August 1380 Tributgebiet Färöer (Skattland Føroyar) des Königreichs Norwegen
  • 2. August 1380 bis 17. Juni 1397 Königreichs Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 17. Juni 1397 bis 6. Juni 1523 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge) als Teil der Kalmarer Union
  • 6. Juni 1523 bis 1655 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 1655 bis 1709 Privates Lehen Färöer (Gabeltiden) im Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 1709 bis 17. Mai 1814 Dänisches Krongut Färöer (Færøerne) im Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 17. Mai 1814 bis 1816 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
  • 1816 bis 12. April 1940 Amt Färöer (Færøernes Amt) im Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
  • 12. April 1940 bis 16. September 1945 Vereinigtes Königreich (United Kongdom of Great Britain and Ireland)
  • 16. September 1945 bis 30. März 1948 Amt Färöer (Færøernes Amt) im Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
  • seit 13. März 1948 Autonomer Staat der Färöer (Føroyar) im Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)

Legislative und Exekutive

Die Legislative auf den Färöern wird durch das Løgting gebildet, das älteste Parlament der Welt, dessen Wurzeln bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen. Das Løgting ist das gesetzgebende Organ und besteht aus 33 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Es erlässt Gesetze, genehmigt den Haushalt und überwacht die Regierung. Abgeordnete aus Eysturoy vertreten die Interessen der Inselbewohner im Løgting, wobei die Wahlkreise nicht immer exakt nach Inseln getrennt sind, sondern teilweise mehrere Dörfer oder Regionen umfassen. So ist gewährleistet, dass auch die spezifischen Anliegen von Eysturoy, wie Infrastruktur, Fischerei, Bildung und lokale Entwicklung, parlamentarisch berücksichtigt werden.

Die Exekutive wird von der Regierung der Färöer, der Landsstýri, gebildet. Sie besteht aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern, die verschiedene Ressorts wie Finanzen, Bildung, Gesundheit oder Fischerei leiten. Die Exekutive ist für die Umsetzung der Gesetze verantwortlich und verwaltet die öffentlichen Angelegenheiten auf der gesamten Inselgruppe, einschließlich Eysturoy. Auf lokaler Ebene kümmern sich Bürgermeister und Gemeinderäte in den verschiedenen Dörfern von Eysturoy um kommunale Aufgaben wie Infrastruktur, Schule, Wasser- und Energieversorgung sowie örtliche Planung. Diese lokalen Exekutivorgane arbeiten eng mit der färöischen Regierung zusammen, um regionale Belange in Einklang mit der nationalen Gesetzgebung zu bringen.

Auf Eysturoy gibt es mehrere Gemeinden, die die Aufgaben übernehmen, die in anderen Ländern oft einer Kreisverwaltung zugeordnet wären. Dazu gehören unter anderem:

  • Runavíkar kommuna (mit Runavík, Fuglafjørður und Leirvík)
  • Eiðis kommuna (Eiði, Gjógv)
  • Funningar kommuna (Funningsfjørður)
  • Skarvanes kommuna / Skáli und Umgebung


Diese Gemeinden sind zuständig für lokale Infrastruktur (Straßen, Brücken, öffentliche Gebäude), Wasserversorgung, Abwasser und Müllentsorgung, Schulen, Kindergärten und lokale Kulturangebote, Genehmigungen für Bauvorhaben sowie lokale Wirtschaftsförderung und Tourismus. Die Gemeinden arbeiten mit der färöischen Landesregierung (Landsstýri) zusammen, die für übergeordnete Aufgaben wie Polizei, Gesundheit, größere Infrastrukturprojekte oder Gesetzgebung zuständig ist.

Inseloberhaupt

Eysturoy hatte nie einen übergeordneten Repräsentanten, auch nicht in der Siedlerzeit. Einzelne lokale Häuptlinge, wie zum Beispiel der legendäre Tróndur í Gøtu, hatten zwar bedeutenden Einfluss, doch die politische Macht wurde über Jahrhunderte hinweg von den norwegischen bzw. dänischen Herrschern ausgeübt.

Das politische Oberhaupt, das auch für Eysturoy zuständig ist, ist somit der Ministerpräsident der Färöer (Løgmaður). Er wird vom färöischen Parlament, dem Løgting, gewählt und führt die Landesregierung (Landsstýri), die für die Ausführung der Gesetze, Verwaltung der öffentlichen Aufgaben und Vertretung der Inseln nach außen verantwortlich ist. Jede Gemeinde hat einen Bürgermeister (bóndi bzw. borgarstjóri) und einen Gemeinderat, die demokratisch gewählt werden.

Politische Gruppierungen

Auf Eysturoy sind folgende Parteien aktiv:

  • FBF = Framburðsflokkurin (Progressive Party / Fortschrittspartei, liberal, gegründet 1947)
  • FF = Fólkaflokkurin (People’s Party / Volkspartei, konservativ, independistisch, gegründet 1940)
  • FRF = Frælsisfylkingin (Freedom Group / Freiheitsgruppe, independistisch, aktiv um 1994)
  • FSF = Framsóknarflokkurin (Progressive Party / Fortschrittspartei, progressistisch, aktiv um 1988)
  • HFF = Hin Føroyski Flokkurin (Anti Faroe Party / Anti-Färöer-Partei, antiautonomistisch, gegründet 1994)
  • HSF = Hin Stuttligi Flokkurin (The Comical Party / Die komische Partei)
  • JF = Foroya Javnaðarflokkurin (Faroese Social democratic Party / Färingische Sozialdemokratische Partei, sozialdemokratisch, gegründet 1928)
  • KFF = Kristiligi Fólkaflokkurin, Føroya Flamburðs- og Fiskivinnuflokkurin (Christian People’s Party / Christliche  Volkspartei, christlich-ökonomistisch, gegründet 1984)
  • LF = Loysingarflokkurin (Loslösungspartei, autonomistisch, aktiv 1932 bis 1943)
  • MF = Miðflokkurin (Centre Party / Zentrumspartei, christdemokratisch, gegründet 1991)
  • MnF = Miðnámsflokkurin (Students‘ Party / Studentenpartei)
  • RMG = Den røde 1. Maj Gruppe (Group for a red Mayday / Gruppe für einen roten  ersten Mai, radikal marxistisch, gegen die NATO, aktiv um 1980)
  • SF = Sambandsflokkurin (Unionist Party / Unionistische Partei, konservativ, dänentreu, gegründet 1906)
  • SLF = Sosialistiski Loysingarflokkurin (Socialist Solutions Party / Sozialistische Loslösungspartei, sozialistisch, autonomistisch, ativ um 1990)
  • SSF = Sjálvstýrisflokkurin (Homerule Party / Heimherrschaftspartei, sozialliberal, autonomistisch, gegründet 1906)
  • TF = Tjóðveldisflokkurin (Party for the Government of the People / Partei für die Regierung des Volkes, sozialistisch, republikanisch, independistisch, gegründet 1948)
  • VF = Vinnuflokkurin (Economic Party / Wirtschaftspartei, liberal, ativ um 1936)
  • VMF = Vermannafylkingin (Radical Workers‘ Party / Radikale Arbeiterpartei, marxistisch, gegründet 1994)

Justizwesen und Kriminalität

Das Gerichtssystem ist sehr zentralisiert und überschaubar. Auf Eysturoy selbst gibt es kein eigenes Gericht. Alle gerichtlichen Verfahren werden in Tórshavn (auf der Nachbarinsel Streymoy) abgewickelt. Dort befindet sich das Føroya Rættur (Färöisches Gericht), das als einziges erstinstanzliches Gericht für das gesamte Land fungiert. Es bearbeitet sowohl Zivil- als auch Strafsachen. In schwereren Strafsachen (Mord, schwere Gewaltverbrechen, größere Drogenfälle) kann das Gericht mit drei Berufsrichtern besetzt werden, in leichteren Fällen entscheidet meist ein Einzelrichter. Berufungsinstanz ist seit 2019 das Landsret in Kopenhagen (dänisches Oberlandesgericht), allerdings nur in sehr wenigen Fällen (meist Verfassungs- oder Grundrechtsfragen).

Für die tägliche Polizeiarbeit und kleinere Verfahren ist auf Eysturoy die Landsløgregan (nationale Polizei) zuständig. Es gibt Polizeistationen in Runavík (die größte und wichtigste auf der Insel) und in Fuglafjørður. Kleinere Posten oder Dienststellen existieren zeitweise auch in Eiði und Leirvík. Die Polizei ist zahlenmäßig sehr klein (insgesamt ca. 120–130 Beamte für alle Färöer), sodass auf Eysturoy meist nur 8 bis 15 Polizisten im aktiven Dienst stehen – verteilt auf Schichten und mehrere Standorte.

Die Kriminalitätsrate auf den Färöer-Inseln und damit auch auf Eysturoy gehört zu den niedrigsten der Welt. Typische Straftaten sind Verkehrsdelikte (Geschwindigkeitsüberschreitungen, Alkohol am Steuer – besonders seit dem Eysturoyartunnil deutlich häufiger), Kleindiebstähle und Einbrüche (meist in Autos, Bootsschuppen oder unverschlossene Häuser), Häusliche Gewalt und Familienkonflikte (relativ häufig gemeldet, aber meist im niedrigen bis mittleren Schweregrad), Drogenkriminalität (hauptsächlich Cannabis, seltener härtere Drogen; der meiste Handel läuft über den Hafen von Runavík), Vandalismus und Jugendkriminalität (vor allem in den größeren Orten Runavík und Fuglafjørður). Schwere Gewaltverbrechen (Mord, Totschlag, schwere Körperverletzung) sind extrem selten. In den letzten 20 Jahren gab es auf den gesamten Färöer-Inseln nur eine Handvoll Mordfälle, von denen keiner direkt auf Eysturoy stattfand. Sexualdelikte und Raubüberfälle sind ebenfalls sehr selten.

Besonders auffällig ist die hohe Aufklärungsquote bei den wenigen schweren Straftaten – oft über 90 % –, was mit der kleinen, eng vernetzten Gesellschaft zusammenhängt. Fast jeder kennt fast jeden, Gerüchte verbreiten sich extrem schnell und Zeugen sind meist bereit auszusagen. Gleichzeitig führt genau diese Enge manchmal dazu, dass kleinere Delikte (vor allem häusliche Gewalt oder Mobbing) erst sehr spät oder gar nicht angezeigt werden.

Die Strafverfolgung ist vergleichsweise milde. Freiheitsstrafen werden fast ausschließlich bei schweren Gewaltdelikten oder wiederholten schweren Straftaten verhängt. Die meisten Verurteilten erhalten Geldstrafen, gemeinnützige Arbeit oder bedingte Strafen. Das Gefängnis Áarstova in Tórshavn hat nur etwa 20 bis 25 Haftplätze und ist fast immer unterbelegt. Viele Häftlinge aus Eysturoy verbüßen kürzere Strafen in offener Vollzugsform oder mit Fußfessel (elektronische Überwachung).

Seit der Eröffnung des Eysturoyartunnils 2020 hat sich die Verkehrskriminalität (vor allem Alkohol am Steuer und zu schnelles Fahren im Tunnel) deutlich erhöht, was zu mehr temporären Führerscheinentzügen und höheren Geldstrafen geführt hat. Gleichzeitig ist die Mobilität gestiegen, was auch kleinere Diebstähle und Einbrüche in abgelegene Häuser etwas häufiger gemacht hat.

Flagge und Wappen

Wie alle anderen Inseln der Färöer verwendet auch Eysturoy die nationale Flagge und das nationale Wappen der Färöer. Die Flagge der Färöer, auf Färöisch Merkið genannt, besteht aus einem weißen Grund mit einem roten Kreuz, das von einem blauen Saum umgeben ist. Sie folgt dem nordischen Kreuzmuster und wurde 1919 von zwei färöischen Studenten entworfen. Seit dem Zweiten Weltkrieg, als die Briten die Inseln besetzten und die Flagge erstmals offiziell anerkannten, gilt sie als das zentrale nationale Symbol. Auf Eysturoy wird sie an Häusern, Booten, Schulen, Sportplätzen, Gemeindegebäuden und bei allen öffentlichen Anlässen gehisst. Sie steht für die gesamte Inselgruppe und damit auch für die Identität der Menschen auf Eysturoy.

Das offizielle Wappen der Färöer zeigt einen silbernen Widderkopf mit goldenen Hörnern auf blauem Schild. Es wurde 1948 zusammen mit der Heimstyre-Gesetzgebung eingeführt und symbolisiert die jahrhundertealte Bedeutung der Schafzucht. Dieses Wappen erscheint auf Eysturoy auf allen offiziellen Dokumenten, Gemeindeschildern, Polizeifahrzeugen, Briefköpfen und bei staatlichen Einrichtungen.

In der Praxis hat sich auf Eysturoy jedoch ein sehr starkes inoffizielles Wahrzeichen durchgesetzt, das von fast allen Bewohnern als das eigentliche Symbol der Insel wahrgenommen wird: die beiden Seestapel Risin og Kellingin (der Riese und die Hexe) vor der Nordküste bei Eiði. Diese markanten Basaltsäulen tauchen auf lokalen Gemeindeschildern, Tourismusmaterialien, Souvenirs, T-Shirts, Aufklebern und Festdekorationen auf. Viele Einwohner verwenden kleine Flaggen oder Sticker mit diesem Motiv neben oder anstelle der Nationalflagge. Es ist das Bild, das am häufigsten mit Eysturoy in Verbindung gebracht wird.

Einige Gemeinden auf der Insel führen zusätzlich eigene kommunale Wappen. Die Gemeinde Eiði zeigt in ihrem Wappen die Risin og Kellingin zusammen mit dem Meer und dem Berg Eiðiskollur. Die Gemeinde Runavík verwendet ein Wappen mit Anker, Fisch und Wellen, das die Bedeutung des Hafens und der Fischerei betont. Die Gemeinde Fuglafjørður hat ein Wappen mit einem stilisierten Vogel und maritimen Elementen als Anspielung auf den Ortsnamen.

Hauptort

Eysturoy hat keinen einzigen offiziellen „Hauptort“ im Sinne einer Hauptstadt oder eines administrativen Zentrums der gesamten Insel. Stattdessen gibt es mehrere größere und historisch wie wirtschaftlich bedeutende Orte, von denen zwei besonders hervorstechen und oft als die eigentlichen Zentren der Insel gelten: Runavík und Fuglafjørður.

Runavík ist heute der mit Abstand größte und wichtigste Ort auf Eysturoy. Es ist der bevölkerungsreichste Ort der Insel und das klare wirtschaftliche und infrastrukturelle Zentrum. Runavík liegt am Skálafjørður, dem längsten Fjord der Färöer, und hat sich seit den 1960er Jahren zu einem modernen Hafen- und Industrieort entwickelt. Hier befinden sich die größten Fischfabriken, Werften, Handelsunternehmen und Dienstleister der Insel. Der Ort verfügt über Supermärkte, Tankstellen, Banken, eine große Sporthalle (Vioo Arena mit Schwimmbad), Arztpraxen, Apotheke, Grundschule, weiterführende Schule und den wichtigsten Polizeiposten der Insel. Seit der Eröffnung des Eysturoyartunnils im Dezember 2020 ist Runavík nur noch 7–10 Minuten von Tórshavn entfernt, was es praktisch zu einem Vorort der Hauptstadt gemacht hat. Viele Menschen pendeln täglich zwischen Runavík und Tórshavn. Aus all diesen Gründen wird Runavík in der Praxis sehr oft als der „Hauptort“ von Eysturoy bezeichnet.

Fuglafjørður ist der zweitgrößte und historisch bedeutendste Ort der Insel. Er liegt am Nordende des Skálafjørðurs und war lange Zeit das kulturelle und kirchliche Zentrum des Nordens von Eysturoy. Der Ort hat eine sehr alte Tradition, eine schöne alte Holzkirche (Fuglafjarðar kirkja) und gilt als einer der malerischsten Plätze der Insel. Fuglafjørður war früher ein wichtiger Handels- und Fischereihafen und hat bis heute eine starke Fischerei- und Verarbeitungsindustrie. Es gibt hier eine große Schule, Sportanlagen, ein Gemeindehaus und viele kulturelle Veranstaltungen. Viele Einwohner des nördlichen Eysturoy sehen Fuglafjørður immer noch als ihr eigentliches Zentrum an, auch wenn es wirtschaftlich inzwischen von Runavík überholt wurde.

Weitere wichtige Orte sind Eiði (im äußersten Norden, bekannt durch Risin og Kellingin und den höchsten Berg Slættaratindur), Gøta (historisch bedeutend durch die alte Häuptlingsfamilie der Gøtuskeggjar und das G! Festival) sowie Leirvík (mit Hafen und Industrie). Keiner dieser Orte hat jedoch die Größe, Infrastruktur oder Zentralität von Runavík.

Verwaltungsgliederung

Der Kreis Eysturoy besteht seit dem Januar 2005 aus 9 Gemeinden - im Folgenden mit den Daten des Jahres 2007:

Kommune Fläche (km²) Einwohner E/km² Markatal
Runavík 78 3 678 47 150
Fuglafjørður 23 1 584 70 32
Sunda kommuna 158 1 564 10 152
Nes 14 1 238 88 40
Gøtu kommuna 31 1 066 35 69
Sjóvar kommuna 33 1.027 31 70
Leirvík 11 873 79 33
Eiði 37 705 19 49
Funningur 18 75 4 15


           Verwaltungseinheiten:

           9 kommunur (Landgemeinden)

                       17 býir (Ortschaften)

Bevölkerung

Die Einwohnerzahlen der Insel entwickelten sich samt Dichte, bezogen auf die Fläche von 286,33 km², wie folgt:


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1900                 4 000             13,97

           1911                 4 111             14,36

           1945                 6 811             23,79

           1955                 6 954             24,29

           1960                 7 382             25,78

           1970                 8 097             28,37

           1977                 9 008             31,45

           1985                 9 974             34,83

           1987                10 392             36,32

           1989                10 543             36,82

           1990                10 573             36,92

           1995                 9 502             33,18

           1998                 9 844             34,40

           1999                 9 998             34,91

           2000                10 383             36,27

           2001                10 000             34,92

           2002                 9 724             33,96

           2003                10 100             35,28

           2004                10 400             36,33

           2005                10 734             37,49

           2006                10 315             36,03

           2007                10 390             36,30

           2008                 9 973             34,82

           2009                10 052             35,11

           2010                10 053             35,121

           2011                10 100             35,28

           2012                10 200             35,63

           2013                10 400             36,33

           2014                10 600             37,01

           2015                10 785             37,67

           2016                10 900             38,09

           2017                11 150             38,93

           2018                11 400             38,83

           2019                11 600             40,53

           2020                11 784             41,15

           2021                11 900             41,56

           2022                12 100             42,26

           2023                12 300             42,96

           2024                12 500             43,53

           2025                12 604             44,02

Volksgruppen

Die Färinger stellen über 99 % der Bevölkerung der Insel. Sie sind ein nordgermanisches Volk mit starken skandinavischen Wurzeln, dessen Vorfahren hauptsächlich ab dem 9. Jahrhundert aus Norwegen (vor allem Westnorwegen) und in geringerem Maße aus den keltischen Gebieten (Irland, Schottland, Hebriden) auf die Inseln kamen. Die Sprache, die Färöisch (føroyskt mál), ist eine eigenständige nordgermanische Sprache, die sich aus dem Altnordischen entwickelt hat und dem Isländischen am nächsten steht. Die Färinger auf Eysturoy sprechen fast ausnahmslos Färöisch als Muttersprache und verwenden es im Alltag, in der Familie, in den Dörfern und in den meisten öffentlichen Bereichen.

Dänisch ist zwar Amtssprache neben dem Färöischen und wird in Schule, Verwaltung, Medien und bei offiziellen Anlässen viel verwendet, doch die große Mehrheit der Einwohner von Eysturoy identifiziert sich klar als Färinger und nicht als Dänen. Das nationale Bewusstsein ist auf der Insel besonders stark ausgeprägt, was sich auch in der starken Unterstützung separatistischer oder autonomiefreundlicher Parteien zeigt.

Andere Volksgruppen spielen auf Eysturoy nur eine sehr kleine Rolle. So leben etwa einige hundert Dänen auf der Insel, vor allem Lehrer, Ärzte, Polizisten, Ingenieure und Verwaltungsbeamte, die für einige Jahre von Dänemark kommen, sowie dänische Ehepartner von Färingern. Sie bilden keine eigene Gemeinschaft und sind meist gut integriert. Norweger, Schweden und Isländer sind in sehr geringer Zahl vertreten, meist im Rahmen von Arbeit in der Fischerei, im Baugewerbe oder bei Projekten wie dem Eysturoyartunnil.

Seit den 2000er Jahren leben einige Dutzend bis wenige Hundert Menschen aus Polen, Litauen, Rumänien, Lettland und der Ukraine auf Eysturoy. Sie arbeiten überwiegend in der Fischverarbeitung (Fabriken in Runavík und Fuglafjørður), im Baugewerbe und in der Lachszucht. Diese Gruppe ist die größte nicht-färöische Minderheit, bleibt aber zahlenmäßig klein und konzentriert sich auf die größeren Orte. Philippinische, thailändische und vietnamesische Arbeitskräfte sind in der Fischindustrie vertreten, jedoch nur in sehr geringer Zahl (oft unter 100 Personen insgesamt auf der ganzen Insel). Menschen aus anderen Weltregionen (Afrika, Lateinamerika, Naher Osten) sind fast nicht vorhanden.

Insgesamt beträgt der Anteil der nicht-färöischen Bevölkerung auf Eysturoy schätzungsweise 3 bis 6 % (je nach Jahr und Quelle), was deutlich unter dem Durchschnitt vieler europäischer Regionen liegt. Die meisten Zugewanderten bleiben nur einige Jahre, und es gibt kaum dauerhafte Einwanderergemeinschaften oder ethnische Viertel.

Die Gesellschaft auf Eysturoy ist daher kulturell und sprachlich sehr einheitlich. Der Zusammenhalt in den Dörfern ist stark, und die Identität als Färinger steht im Mittelpunkt – oft stärker ausgeprägt als in der Hauptstadtregion um Tórshavn. Das zeigt sich auch in der Pflege von Traditionen (Ketten-Tänze, Kvæði, lokale Feste), in der fast vollständigen Verwendung des Färöischen im Alltag und in der hohen Beteiligung an nationalen und lokalen Veranstaltungen.

Sprachen

Auf Eysturoy wird – wie auf allen Färöer-Inseln – fast ausschließlich Färöisch (føroyskt mál) gesprochen. Es ist die Muttersprache von über 98 % der Bevölkerung und die Alltagssprache in Familie, Freizeit, Dorf, Arbeit und den meisten informellen Situationen. Färöisch ist eine nordgermanische Sprache, die sich direkt aus dem Altnordischen der Wikingerzeit entwickelt hat. Sie steht dem Isländischen am nächsten, unterscheidet sich aber deutlich von Norwegisch, Schwedisch und Dänisch. Die Schriftsprache wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von V. U. Hammershaimb standardisiert und ist seit 1939/48 die offizielle Hauptsprache der Färöer. Auf Eysturoy wird Färöisch konsequent in allen Lebensbereichen verwendet, die nicht direkt staatliche oder internationale Institutionen betreffen.

Dänisch ist die zweite Amtssprache und hat nach wie vor eine sehr starke Stellung. Es wird in folgenden Bereichen fast ausschließlich benutzt: höhere Schulbildung (nach der 9. Klasse), Universität und Fachhochschulen, Behördenkorrespondenz und Gesetzestexte, schriftliche Dokumente der Verwaltung, dänische Medien (DR, TV 2, Zeitungen) sowie Teile des öffentlich-rechtlichen KVF-Fernsehens und Radios. Die meisten Erwachsenen auf Eysturoy sprechen sehr gutes bis fließendes Dänisch, da es ab der Grundschule intensiv unterrichtet wird und viele einige Jahre in Dänemark zur Schule oder Ausbildung gegangen sind. Im Alltag hört man Dänisch jedoch fast nie – außer bei offiziellen Anlässen, in Gesprächen mit Dänen oder wenn jemand bewusst auf Dänisch umschaltet.

Eysturoyarmál, der Dialekt von Eysturoy, gehört zu den sogenannten nördlichen Dialekten (norðuroyggjardialekturin) und unterscheidet sich deutlich vom Dialekt der Hauptstadtregion (Tórshavn und Umgebung) sowie von Suðuroy und Vágar. Typische Merkmale des Eysturoy-Dialekts sind:

  • eine sehr ausgeprägte und oft als „hart“ empfundene Aussprache
  • stärkere Bewahrung alter Laute und Endungen
  • häufiges Weglassen oder sehr schwaches Aussprechen des „ð“ (weiches d)
  • deutlichere Betonung und längere Vokale in manchen Wörtern
  • spezifische Wörter und Ausdrücke, die im Süden oder in Tórshavn weniger gebräuchlich sind


Innerhalb von Eysturoy gibt es wiederum kleinere Unterschiede. Der Dialekt im Norden (Eiði, Gjógv, Funningur, Leirvík) gilt als besonders „rein“ und konservativ. In Runavík und Fuglafjørður ist die Aussprache etwas weicher und durch den stärkeren Kontakt mit Tórshavn und Zuwanderung etwas stärker beeinflusst. Gøta hat einen sehr charakteristischen, lokal stolz gepflegten Dialekt, der oft als besonders „echt nördlich“ wahrgenommen wird. Trotz dieser Unterschiede verstehen sich alle Färinger untereinander problemlos. Die Dialektunterschiede sind deutlich geringer als etwa zwischen nord- und süddeutschen Dialekten oder zwischen verschiedenen norwegischen Dialekten.

Andere Sprachen spielen auf Eysturoy nur eine sehr untergeordnete Rolle. Englisch wird von fast allen jüngeren Menschen und von allen, die im Tourismus, in der Fischindustrie oder im internationalen Handel arbeiten, gut bis sehr gut gesprochen. In den größeren Orten (besonders Runavík) hört man gelegentlich Polnisch, Litauisch oder Rumänisch von Arbeitsmigranten in den Fischfabriken, doch diese Sprachen haben keinerlei Einfluss auf die öffentliche Kommunikation.

Religion

Etwa 80 bis 85 % der Einwohner von Eysturoy gehören der Fólkakirkjan an. Sie ist die offizielle Kirche des Landes, wird vom Staat finanziert und steht unter der Leitung eines Bischofs mit Sitz in Tórshavn. Die Gottesdienste finden fast ausschließlich auf Färöisch statt, und die Kirche spielt eine zentrale Rolle im Alltagsleben, bei Feiertagen, Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Beerdigungen. Auf Eysturoy gibt es in fast jedem größeren Dorf eine eigene Kirche, die regelmäßig besucht wird. Besonders bekannt und beliebt sind die alten Holzkirchen in Fuglafjørður, Gøta, Eiði und Oyndarfjørður, die oft aus dem 19. Jahrhundert stammen und ein wichtiger Teil der lokalen Identität sind.

Die zweite größere christliche Gemeinschaft sind die Brøðrasamkoma (Brüdergemeinde), eine freikirchliche, pietistisch geprägte Bewegung, die auf den Erweckungsbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts beruht. Auf Eysturoy hat die Brøðrasamkoma eine besonders starke Präsenz, vor allem in den nördlichen Dörfern (Eiði, Gjógv, Leirvík, Funningur) und in Gøta. Schätzungsweise 10–15 % der Bevölkerung gehören ihr an oder besuchen regelmäßig ihre Versammlungen. Die Gottesdienste sind lebhafter, mit viel Gesang und persönlicher Frömmigkeit, und die Gemeinden sind sehr eng verbunden. Viele Familien haben Mitglieder sowohl in der Volkskirche als auch in der Brüdergemeinde.

Kleinere christliche Gruppen wie die Siebenten-Tags-Adventisten, Zeugen Jehovas, Pfingstgemeinden oder Baptisten existieren ebenfalls, sind aber zahlenmäßig sehr klein (jeweils wenige Dutzend bis maximal hundert Personen auf der ganzen Insel).

Nicht-christliche Religionen spielen auf Eysturoy praktisch keine Rolle. Muslime, Hindus, Buddhisten oder Angehörige anderer Weltreligionen sind nur in verschwindend geringer Zahl vorhanden – meist handelt es sich um einzelne Zuwanderer oder internationale Ehen. Atheisten und Agnostiker gibt es natürlich auch, aber sie bilden keine organisierte Gruppe und treten im öffentlichen Leben kaum in Erscheinung.

Die Gesellschaft auf Eysturoy ist insgesamt sehr religiös geprägt, auch wenn die regelmäßige Kirchenbesuchshäufigkeit in den letzten Jahrzehnten etwas zurückgegangen ist. Traditionelle Feste wie Ólavsøka (Nationalfeiertag am 28./29. Juli), Weihnachten (Jól) und Ostern sind tief mit kirchlichen Bräuchen verbunden. In vielen Dörfern finden regelmäßig Gemeindefeste, Konzerte in der Kirche und Jugendtreffen statt, die oft religiös oder zumindest kirchlich geprägt sind.

Besonders auffällig ist die enge Verknüpfung von Religion und lokaler Identität. Viele alte Sagen, Lieder und Bräuche haben christliche und vorchristliche Elemente vermischt, und die Kirche war über Jahrhunderte ein zentraler Ort der Gemeinschaftsbildung. Das zeigt sich auch daran, dass fast alle Beerdigungen, Taufen und Trauungen kirchlich stattfinden – selbst bei Menschen, die sonst selten in die Kirche gehen.

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der Ortschaften entwickelten sich - mit den jeweiligen Dezember-Daten - wie folgt:

Siedlung S 1985 S 1995 S 2005 S 2020 S 2020 S 2025
Eiði 573 575 660 628 691 702
Fuglafjørður 1.593 1.419 1.539 1.507 1.575 1.615
Gøtugjógv 59 41 53 39 44 50
Leirvík 789 748 853 896 971 1.048
Ljósá 31 32 35 21 29 30
Norðragøta 458 461 573 629 659 641
Runavík 406 438 474 525 584 575
Saltangará 692 694 825 979 1.033 1.216
Skála 628 548 614 672 746 775
Skálabotnur 78 82 100 106 140 150
Skipanes 75 44 58 60 47 45
Søldarfjørður 328 334 347 322 358 370
Strendur 733 738 820 766 920 1.070
Svináir 17 24 25 35 41 45
Syðrugøta 368 350 406 409 453 509
Toftir 674 698 828 790 864 1.054
Undir Gøtueiði 46 38 37 28 29 30


Eiði liegt ganz im Norden von Eysturoy und ist der nördlichste größere Ort der Insel. Der Ort erstreckt sich um eine weite, offene Bucht herum und bietet einen der spektakulärsten Ausblicke der Färöer: direkt vor der Küste stehen die berühmten Seestapel Risin og Kellingin (der Riese und die Hexe). Eiði ist ein traditionelles Fischerdorf mit einer langen Geschichte, einer schönen alten Holzkirche und einer sehr aktiven Gemeinschaft. Der Ort ist bekannt für seine starke Bewahrung des nördlichen Dialekts, für traditionelles Ringen (Glíma) und für die Nähe zum höchsten Berg der Färöer, Slættaratindur (880 m). Viele Einwohner arbeiten heute in der Fischerei, in der Lachszucht oder pendeln seit dem Eysturoy-Tunnel nach Runavík oder Tórshavn.

Fuglafjørður befindet sich am Kopf des Skálafjørður, dem längsten Fjord der Färöer, und gilt als das historische und kulturelle Zentrum des nördlichen Eysturoy. Der Ort hat eine sehr malerische Lage zwischen Bergen und Fjord, eine große, alte Holzkirche und einen der aktivsten Häfen der Insel. Fuglafjørður war lange Zeit ein wichtiger Fischerei- und Handelsplatz und besitzt bis heute eine der größten Fischverarbeitungsanlagen der Färöer. Der Ort hat eine lebendige Gemeinschaft, eine große Schule und ist bekannt für seine starke Tradition von Ketten-Tänzen und lokalen Festen. Viele Einwohner pendeln inzwischen regelmäßig nach Runavík, doch Fuglafjørður behält seinen eigenen, stolzen Charakter.

Leirvík liegt an der Ostküste von Eysturoy, kurz bevor der Skálafjørður in den offenen Atlantik übergeht. Der Ort war früher ein reines Fischerdorf mit einem kleinen, aber geschützten Hafen. Heute ist Leirvík ein wichtiger Industriestandort mit einer großen Fischfabrik und Werftanlagen. Der Ort hat eine moderne Kirche und eine sehr aktive Sportgemeinschaft (vor allem Fußball und Rudern). Durch den Eysturoy-Tunnel ist Leirvík heute nur wenige Minuten von Runavík entfernt und hat sich zu einem beliebten Wohnort für Familien entwickelt, die in der Fischindustrie oder in Tórshavn arbeiten.

Saltangará ist ein kleinerer, aber sehr wachsender Ort direkt südlich von Leirvík am Ostufer des Skálafjørður. Der Name bedeutet wörtlich „Salzwasserbach“ und bezieht sich auf einen kleinen Bach, der hier ins Meer mündet. Saltangará hat sich in den letzten Jahrzehnten stark ausgeweitet, vor allem durch Neubaugebiete. Viele junge Familien ziehen hierher, weil die Wohnungen günstiger sind als in Runavík und die Fahrzeit durch den Tunnel sehr kurz ist. Der Ort hat eine kleine Schule, einen Kindergarten und einen aktiven Fußballverein (B71 Sandoy hat hier eine Abteilung).

Toftir liegt etwas weiter südlich am selben Ostufer des Skálafjørður und ist vor allem durch den großen Fußballverein B36 Toftir bekannt, der hier sein Trainingsgelände und teilweise auch Spiele austrägt. Der Ort selbst ist relativ klein und besteht aus verstreuten Häusern und Höfen entlang der Küste. Historisch war Toftir ein landwirtschaftlich geprägter Ort, heute leben die meisten Bewohner von Arbeit in Runavík, Fuglafjørður oder Tórshavn. Der Ort hat eine sehr schöne Lage mit Blick über den Fjord und ist bei Wanderern beliebt, die von hier aus in die Berge aufsteigen.

Skála (auch Skáli genannt) liegt fast am südlichsten Punkt des Skálafjørður und ist zusammen mit Saltangará und Toftir Teil der wachsenden „Skálafjarðar-Kette“. Skála ist ein ruhiger Wohnort mit vielen Einfamilienhäusern und Reihenhäusern, die in den letzten 20 Jahren stark zugenommen haben. Der Ort hat eine kleine Kirche, einen Kindergarten und eine Grundschule. Durch den Eysturoy-Tunnel ist Skála inzwischen nur etwa 10 Minuten von Tórshavn entfernt und hat sich zu einem beliebten Pendlerort entwickelt. Viele Einwohner arbeiten in der Hauptstadt oder in den großen Fischfabriken von Runavík.

Verkehr

Eysturoy ist durch die Autobrücke mit Streymoy verbunden und vor allem durch den Eysturoyartunnilin (seit 2020), einen 11 km langen Unterseetunnel mit unterseeischem Kreisel, optimal mit Tórshavn und anderen Inselteilen verknüpft, was Fahrzeiten drastisch verkürzt (zum Beispiel Tórshavn–Runavík: 16 statt 64 Minuten). Buslinien wie die 450 verbinden regelmäßig Tórshavn mit Orten wie Runavík, Strendur und Toftir, während der Nordoyartunnil Leirvík mit Klaksvík auf Borðoy verknüpft und Fähren nur noch marginal für Randgebiete genutzt werden.

Straßenverkehr

Die Brúgvin um Streymin (Streymin-Brücke), die Eysturoy mit Streymoy verbindet, wurde ab 1970 erbaut und am 30. Oktober 1973 offiziell eröffnet. Sie ersetzte eine Fähre und erhielt 1976 durch den Norðskálatunnel ihren vollen interregionalen Charakter.

Bis Ende 2020 blieb das Straßennetz der Insel allerdings auch weiterhin typisch für die Färöer: schmal, kurvig, steil, oft einspurig und stark wetterabhängig. Die meisten Orte im Norden (Eiði, Gjógv, Funningur, Leirvík) waren nur über hohe Bergpässe oder lange Umwege entlang der Küste erreichbar. Der Skálafjørður wurde per Autofähre (meist zwischen Toftir und Strendur) überquert, was bei schlechtem Wetter oder starkem Verkehr oft zu langen Wartezeiten führte.

Seit dem 19. Dezember 2020 hat der Eysturoyartunnilin (Eysturoy-Tunnel) alles verändert. Dieser 11,2 Kilometer lange Unterwassertunnel verbindet Streymoy (Tórshavn) direkt mit Runavík und Eiði. Er ist der längste Unterwassertunnel der Färöer und enthält als weltweit einzigartiges Merkmal einen unterirdischen Kreisverkehr mit drei Ausfahrten (nach Runavík, Skálafjørður und Eiði). Die Fahrzeit von Tórshavn nach Runavík sank von etwa 45 bius 70 Minuten (je nach Wetter und Fähre) auf nur 7 bis 10 Minuten. Nach Eiði, Gjógv oder Leirvík dauert es jetzt meist nur 15 bis 25 Minuten statt früher über eine Stunde.

Der Tunnel ist mautpflichtig (Stand 2026 zirka 75 DKK für Pkw pro Fahrt, günstiger mit Monats- oder Jahreskarte). Trotz der Kosten nutzen ihn täglich mehrere Tausend Fahrzeuge. Pendler aus Runavík, Fuglafjørður, Leirvík, Saltangará, Toftir und Skála fahren nun regelmäßig nach Tórshavn zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Das hat zu einem starken Anstieg des Verkehrs auf der gesamten Ostseite des Skálafjørður geführt.

Die alte Küstenstraße (Rúgvusteinsvegur und Oyggjavegur) entlang des Skálafjørður ist weiterhin wichtig, vor allem für lokale Fahrten zwischen Runavík, Saltangará, Toftir, Skála, Leirvík und Fuglafjørður. Diese Straße ist meist zweispurig, aber kurvig und bei Schnee oder Sturm oft schwierig.

Die nördliche Ringstraße (von Eiði über Gjógv, Funningur nach Leirvík) ist schmaler, einspurig an vielen Stellen und sehr steil. Sie wird vor allem von Einheimischen und Touristen genutzt, die die spektakuläre Landschaft erleben wollen. Im Winter ist sie häufig nur mit Allrad oder Schneeketten befahrbar. Seit dem Tunnel gibt es zusätzlich die neue Zubringerstraße vom Tunnelportal bei Runavík Richtung Eiði (durch den unterirdischen Kreisverkehr), die modern ausgebaut und zweispurig ist.

Der Fuhrpark auf Eysturoy besteht überwiegend aus Geländewagen und SUVs (vor allem Toyota Land Cruiser, Land Rover Defender, Mitsubishi Pajero, Nissan Patrol), da diese Fahrzeuge auf den alten Bergstraßen und bei Schnee am besten zurechtkommen. Seit dem Tunnel sind auch normale Pkw (VW Golf, Toyota Yaris, Skoda Octavia undsoweiter) deutlich häufiger geworden, besonders in den südlichen Orten.

Die Verkehrsprobleme haben sich seit 2020 verändert. Im Tunnel selbst kommt es regelmäßig zu Geschwindigkeitsüberschreitungen und Alkohol am Steuer (die Polizei führt verstärkt Kontrollen durch). In Runavík und Fuglafjørður gibt es morgens und abends Stoßzeiten mit Staus an den Kreisverkehren und beim Ein- und Ausfahren aus dem Tunnel. Auf den alten Bergstraßen (vor allem Eiðisskarð und Oyggjavegur) kommt es im Winter immer wieder zu Sperrungen durch Schnee, Eis oder Steinschlag.

Der öffentliche Nahverkehr ist auf Eysturoy schwach ausgebaut. Es gibt Buslinien (vor allem Strætølan), die Runavík mit Tórshavn, Fuglafjørður, Leirvík und Eiði verbinden, aber die Taktung ist gering (meist 1 bis 2 Fahrten pro Stunde) und die meisten Menschen nutzen das Auto. Seit dem Tunnel fahren einige Busse auch durch den Unterwasserabschnitt.

Schiffsverkahr

Der klassische Fährverkehr, der früher das Leben auf Eysturoy stark bestimmte, existiert heute nur noch in sehr eingeschränktem Umfang. Vor dem Tunnel fuhr die Autofähre Teistin mehrmals täglich zwischen Toftir (Ostufer Skálafjørður) und Strendur (Westufer, Streymoy). Seit Dezember 2020 ist diese Fährverbindung eingestellt. Die Fähre verkehrt heute nur noch gelegentlich bei besonderen Anlässen oder als Reserve.

Der eigentliche Schiffsverkehr auf Eysturoy konzentriert sich jetzt fast vollständig auf gewerblichen und Fischerei-Verkehr. Runavík und Fuglafjørður besitzen die beiden größten und aktivsten Häfen der Insel. Beide dienen als Heimathafen für Trawler, Fabrikschiffe und kleinere Küstenfrachter. In Leirvík liegt eine Werft mit Reparatur- und Neubaukapazität für kleinere bis mittelgroße Schiffe. In Eiði und teilweise in Gjógv gibt es kleine Fischerhäfen für die lokale Küstenfischerei. Der Hafen von Runavík ist zudem ein wichtiger Umschlagplatz für den Export von Fisch und Fischprodukten (vor allem Klippfisch, Filets, Lachs) und für den Import von Treibstoff, Futtermitteln für die Lachszucht und Industriebedarf.

Personenfähren im klassischen Sinne gibt es auf Eysturoy heute nicht mehr. Wer die Insel verlassen will, nimmt fast ausschließlich das Auto durch den Tunnel. Ausnahme sind gelegentliche Ausflugsfahrten (zum Beispiel Walsafaris oder Vogelbeobachtungstouren), die meist von Tórshavn oder Vágar aus starten, sowie kleinere Charterboote für Touristen. Der internationale Schiffsverkehr (Kreuzfahrtschiffe) legt nur sehr selten direkt in Eysturoy an – meistens in Runavík, wenn überhaupt. Die meisten Kreuzfahrten laufen Tórshavn an.

Luftverkehr

Eysturoy besitzt keinen eigenen Flughafen. Der gesamte Flugverkehr der Färöer läuft über den Flughafen Vágar, der auf der Nachbarinsel Vágar liegt – etwa 45–60 Autominuten von Runavík entfernt (durch den Vágar-Tunnel und den Eysturoy-Tunnel). Der Flughafen Vágar wird von Atlantic Airways (die nationale Fluggesellschaft) betrieben. Es gibt regelmäßige Linienverbindungen nach Kopenhagen (CPH), meist mehrmals täglich, Reykjavík (KEF und RKV), Billund (Dänemark) sowie saisonal auch nach Edinburgh, Bergen, Aberdeen und anderen nordischen Zielen.

Für die meisten Einwohner von Eysturoy ist Vágar heute relativ gut erreichbar. Vor allem seit dem Eysturoy-Tunnel dauert die Fahrt von Runavík oder Fuglafjørður zum Flughafen oft nur 50 bis 70 Minuten. Viele Pendler und Geschäftsreisende aus Eysturoy nutzen den Flughafen regelmäßig.

Helikopterverbindungen (die früher sehr wichtig waren) spielen heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Helikopterverkehr wurde 2019 weitgehend eingestellt und durch die Tunnel ersetzt. Es gibt nur noch sehr wenige Sonderflüge (insbesondere Rettungshubschrauber, medizinische Transporte oder Versorgungsflüge zu abgelegenen Inseln).

Wirtschaft

Die Wirtschaft auf Eysturoy orientiert sich an der färöischen Gesamtwirtschaft und basiert vor allem auf Fischerei, Lachszucht sowie Fischverarbeitung, wobei Runavík als kommerzielles Zentrum mit aktivem Hafen (Fischerei, Aquakultur, Versorgung für Offshore-Industrie) und Fuglafjørður als weiterer Fischereihafen dominieren. Ergänzt wird dies durch Schafzucht, begrenzte Landwirtschaft (zum Beispiel Milchviehhöfe wie in Æðuvík), Tourismus und Dienstleistungen in den Ballungsgebieten Runavík–Toftir und Fuglafjørður.

Landwirtschaft

Die Schafzucht ist die mit Abstand wichtigste landwirtschaftliche Tätigkeit. Auf Eysturoy leben schätzungsweise 25.000 bis 30.000 Schafe (Stand Mitte der 2020er Jahre), was etwa ein Drittel bis ein Viertel des gesamten färöischen Schafbestands ausmacht. Die Tiere werden ganzjährig im Freien gehalten („útilega“), ohne Stallhaltung im Winter. Sie grasen auf den ausgedehnten, meist ungedüngten Grünlandflächen, Heiden und Berghängen der Insel. Die typische Rasse ist das Färöische Landschaf – klein, robust, sehr wetterhart und gut an die raue, windige und feuchte Umwelt angepasst.

Die Schafe dienen hauptsächlich der Fleischproduktion. Das Lammfleisch („køt“) ist eines der wichtigsten traditionellen Nahrungsmittel und wird vor allem zu Weihnachten, Ostern und bei Festen in großen Mengen verzehrt. Daneben wird Wolle gewonnen, allerdings in deutlich geringerem Umfang als früher, da die Wollpreise sehr niedrig sind. Viele Bauern halten die Schafe heute mehr aus Tradition und zur Landschaftspflege als aus rein wirtschaftlichen Gründen.

Die Landwirtschaft ist fast überall nebenerwerblich. Nur sehr wenige Vollerwerbslandwirte leben ausschließlich von der Schafhaltung. Die meisten Betriebe werden von Familien nebenberuflich geführt, oft kombiniert mit Arbeit in der Fischerei, im öffentlichen Dienst, im Tunnelbau oder in der Lachszucht. Die durchschnittliche Herdengröße liegt bei 30 bis 150 Tieren pro Hof. Die Flächen sind in der Regel im Gemeinschaftsbesitz („kongsjørð“ oder kommunales Land) oder als Erbpacht vergeben.

Ackerbau und Gemüseanbau spielen nur eine winzige Rolle. Auf Eysturoy gibt es einige wenige kleine Parzellen, auf denen Kartoffeln, Rüben, Kohl, Karotten oder Salat angebaut werden – meist für den Eigenbedarf. Der Boden ist flachgründig, sauer, steinig und nährstoffarm; dazu kommen die extremen Wetterbedingungen (viel Regen, Wind, kurze Vegetationsperiode). Kommerzielle Landwirtschaft im klassischen Sinne ist nicht möglich. Fast alle pflanzlichen Lebensmittel (Getreide, Obst, Gemüse) werden importiert, hauptsächlich aus Dänemark.

Forstwirtschaft

Die Insel ist von Natur aus baumlos – es gibt keine natürlichen Wälder und auch keine nennenswerten Aufforstungsflächen. Das Klima (starker Wind, Salzsprühnebel, viel Niederschlag) und der saure, torfige Boden machen das Wachstum von Bäumen extrem schwierig.

Es gibt jedoch einige kleine, geschützte Baumplantagen und Windschutzstreifen, die seit den 1980er und 1990er Jahren angelegt wurden. In Eiði, Gjógv, Oyndarfjørður, Fuglafjørður und Runavík stehen kleine Anpflanzungen von Sitka-Fichte, Bergkiefer, Lärche und Eberesche. Die größten dieser Anpflanzungen (meist 0,5 bis 3 Hektar) dienen als Windschutz für Höfe, als Erosionsschutz oder als Naherholungsgebiete. Sie werden von der Kommune, dem Staat oder privaten Initiativen gepflegt, haben aber keinerlei wirtschaftliche Bedeutung (kein Einschlag, kein Verkauf von Holz).

Der gesamte Baumbestand auf Eysturoy dürfte nur wenige zehntausend Bäume umfassen – im Vergleich zu einer typischen mitteleuropäischen Kommune verschwindend gering. Holz für Bau- und Brennzwecke wird vollständig importiert.

Fischerei

Die klassische Küstenfischerei mit kleinen offenen Booten („jólabátar“ oder „fyrirbátar“) existiert zwar noch, spielt aber heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Die überwiegende Menge des Fangs kommt aus der modernen Hochseefischerei mit großen Trawlern, Langleinern und Fabrikschiffen. Die wichtigsten Häfen dafür liegen in Runavík, Fuglafjørður und Leirvík. Runavík ist der größte und modernste Fischereihafen der Insel und einer der wichtigsten der gesamten Färöer. Hier liegen die meisten großen Trawler und Fabrikschiffe, und es gibt mehrere große Fischverarbeitungsfabriken, die Filets, Klippfisch, Fischmehl und Fischöl produzieren.

Die wichtigsten kommerziellen Fischarten sind Kabeljau (torskur), Schellfisch (kakali), Seelachs / Köhler (lúða / seiði), Rotbarsch (stórkjaftur), Makrele (makrel), Hering (sild), Blauhai und andere Haie (für Fischmehl und Öl). Dazu kommen seit den 2010er Jahren zunehmend Pelagische Arten wie Makrele und Hering, die saisonal in sehr großen Mengen gefangen werden. Die Lachszucht (in offenen Netzgehegen in den Fjorden, besonders um Oyndarfjørður, Leirvík und Skálafjørður) ist kein klassischer Fischereizweig, sondern Aquakultur, hat sich aber zu einem der wirtschaftlich wichtigsten Sektoren entwickelt und beschäftigt viele Menschen in Runavík, Fuglafjørður und Leirvík.

Die Fischerei wird streng durch Quoten geregelt. Die Färöer haben seit 1994 ein eigenes quotenbasiertes System („Fiskivinnulóg“), das jährlich neu festgelegt wird. Eysturoy stellt dabei einen sehr großen Anteil der nationalen Fangrechte – vor allem bei Grundfisch (Kabeljau, Schellfisch) und bei pelagischen Arten. Die Quoten werden von der nationalen Fischereibehörde (Fiskimálaráðið) verteilt, wobei große Reedereien und lokale Genossenschaften die meisten Rechte halten.

Die Fischverarbeitung ist ein zweiter großer Arbeitgeber. In Runavík und Fuglafjørður stehen mehrere große Fabriken (u. a. Pelagos, Varðin, Havsbrún, Bakkafrost), die täglich Hunderte von Tonnen Fisch verarbeiten. Viele Arbeitskräfte kommen aus Osteuropa (Polen, Litauen, Rumänien, Ukraine), was in den letzten 15 Jahren die Zusammensetzung der Belegschaften deutlich verändert hat.

Die traditionelle Seevogelfischerei (Papageitaucher, Lummen, Tordalke) und der traditionelle Walfang (Grindadráp) haben auf Eysturoy nur noch sehr geringe Bedeutung. Der Grindadráp wird zwar weiterhin praktiziert, findet aber fast ausschließlich auf Streymoy oder Suðuroy statt. Der Seevogelfang ist heute fast nur noch Freizeit- und Traditionssache.

Die Fischerei ist stark wetterabhängig und krisenanfällig. In den frühen 1990er Jahren führte der Zusammenbruch der Kabeljaubestände zu einer schweren Krise. Seitdem hat sich die Flotte modernisiert, die Quoten sind strenger geworden, und die Aquakultur (vor allem Lachs) hat die Abhängigkeit vom wilden Fisch etwas reduziert. Dennoch bleibt die Fischerei der Motor der Wirtschaft – besonders in Runavík, Fuglafjørður und Leirvík.

Bergbau

Die geologische Struktur der Insel – reine basaltische Lavaflüsse und Tuffschichten aus dem Tertiär – enthält keine abbauwürdigen Erze, Kohle oder andere wertvolle Rohstoffe. Es gibt weder aktive noch historische Bergwerke, Steinbrüche oder Kiesgruben von nennenswerter Größe. Der einzige „Abbau“, der stattfindet, ist der sehr begrenzte Entnahme von Basalt und Schotter für lokale Straßen- und Bauzwecke. Diese Materialien werden meist direkt vor Ort gewonnen und sind wirtschaftlich unbedeutend. Auch eine nennenswerte Prospektion auf Öl oder Gas hat auf Eysturoy selbst nie stattgefunden – die entsprechenden Lizenzen lagen immer in den umliegenden Seegebieten.

Handwerk

Das traditionelle Handwerk ist auf Eysturoy zwar noch lebendig, aber stark zurückgegangen und heute meist nur noch in Nischen oder als Nebenerwerb existent. Bootsbau (træbátagerð) war früher in fast jedem größeren Dorf verbreitet. Heute gibt es nur noch sehr wenige Bootsbauer, vor allem in Eiði, Leirvík und Fuglafjørður. Sie stellen meist kleinere Holzboote für Hobby- und Traditionssport (Ruderregatten) her oder restaurieren alte Boote.

Schmiedekunst und Metallverarbeitung sind fast verschwunden. Früher gab es in jedem größeren Ort einen Schmied; heute existieren nur noch einzelne Schlosser- und Metallbauwerkstätten, die vor allem für Reparaturen und Landmaschinen zuständig sind.

Strick- und Wollhandwerk (sátt og band) wird weiterhin sehr gepflegt, besonders von Frauen in den Dörfern. Es handelt sich aber fast ausschließlich um Heimarbeit, Kunsthandwerk und Verkauf an Touristen oder über lokale Märkte. Die kommerzielle Wollverarbeitung findet in wenigen kleinen Manufakturen statt.

Zimmerei und Tischlerei sind noch relativ stark vertreten, vor allem im Haus- und Innenausbau sowie im Möbelbau. Viele Einfamilienhäuser werden teilweise noch von lokalen Zimmerleuten errichtet oder renoviert. Das klassische Handwerk hat durch Industrialisierung, Importe und den Eysturoy-Tunnel, der den Zugang zu größeren Handwerksbetrieben in Tórshavn erleichtert, deutlich an Bedeutung verloren.

Industrie

Die Industrie auf Eysturoy konzentriert sich fast vollständig auf die fischverarbeitende Industrie und die Aquakultur. Sie ist der mit Abstand wichtigste industrielle Sektor und beschäftigt direkt und indirekt einen großen Teil der arbeitenden Bevölkerung. Die größten Industrieanlagen stehen in:

  • Runavík – mehrere große Fischfabriken (Filetierwerke, Klippfischproduktion, Fischmehl- und Fischölfabriken), Tiefkühlhäuser, Verpackungsanlagen und Logistikbetriebe. Hier arbeiten oft mehrere hundert Menschen gleichzeitig, darunter viele Zuwanderer aus Osteuropa.
  • Fuglafjørður – ebenfalls große Fischverarbeitungsbetriebe und eine der wichtigsten Lachsverarbeitungsanlagen der Färöer.
  • Leirvík – Werft und Reparaturbetrieb für Fischereischiffe sowie kleinere Verarbeitungsanlagen.


Die Lachszucht (Bakkafrost ist hier der größte Akteur) hat sich seit den 2000er Jahren zum zweitwichtigsten Industriezweig entwickelt. Die offenen Netzgehege liegen vor allem in den geschützten Bereichen des Skálafjørður und Oyndarfjørður. Die Produktion von Jungfischen, Futter, Schlachtung und Verpackung schafft viele Arbeitsplätze in Runavík, Fuglafjørður und Leirvík.

Wasserwirtschaft

Die Wasserversorgung auf Eysturoy basiert fast ausschließlich auf oberflächennahen Süßwasserquellen – vor allem kleinen Bächen, Flüssen und mehreren größeren Seen und Stauseen. Typisch für die Färöer gibt es auf der Insel keine nennenswerten Grundwasservorkommen, da das poröse Basaltgestein das Wasser schnell durchlässt.

Die größten und wichtigsten Trinkwasserquellen der Insel sind Toftavatn (südlicher Teil der Insel) – der größte natürliche See Eysturoys und eine der wichtigsten Trinkwasserquellen der gesamten nördlichen Inselhälfte, Eiðisvatn (bei Eiði), ebenfalls ein bedeutender See, der vor allem den Norden versorgt, sowie Skálafjarðarvatn und kleinere Hochlandseen/Tümpel im zentralen Bergland.

Die meisten Orte haben eigene lokale Wasserversorgungssysteme, die von den Kommunen betrieben werden. Runavík, Saltangará, Toftir und Skála beziehen ihr Trinkwasser hauptsächlich aus dem Toftavatn-System (mit moderner Aufbereitungsanlage). Fuglafjørður, Leirvík und der Norden nutzen Eiðisvatn und kleinere Quellfassungen. Eiði und Gjógv haben eigene kleine Quell- und Bachfassungen. Das Wasser ist von Natur aus sehr weich, sauer und enthält wenig Mineralien. Es wird in den meisten größeren Versorgungsanlagen durch Kalkung (pH-Anhebung) und teilweise UV-Desinfektion oder Chlorung behandelt. Die Trinkwasserqualität gilt als sehr hoch und entspricht EU-Standards.

Abwasser wird größtenteils mechanisch und biologisch gereinigt. Größere Kläranlagen stehen in Runavík (moderne biologische Kläranlage mit Stickstoff- und Phosphorentfernung), Fuglafjørður und Leirvík. Kleinere Orte (Eiði, Gjógv, Funningur, Saltangará, Toftir, Skála) haben meist nur mechanische Vorreinigung (Rechen, Sandfang, Absetzbecken) und leiten das gereinigte Abwasser dann direkt ins Meer oder in den Fjord. Seit etwa 2015 wurden mehrere kleinere Kläranlagen nachgerüstet, um die EU-Wasserrahmenrichtlinie besser zu erfüllen. Die Wasserversorgung ist sehr zuverlässig, Engpässe treten fast nie auf – im Gegensatz zu trockeneren Regionen Europas ist Wasser auf den Färöern fast immer reichlich vorhanden.

Energiewirtschaft

Eysturoy ist – wie die gesamten Färöer – zu über 50 % auf erneuerbare Energien umgestiegen (Stand 2025/26), wobei Wasserkraft und Windkraft die Hauptrollen spielen. Die wichtigsten Wasserkraftwerke der Insel sind Botnur (bei Eiði),  eines der größten und ältesten Wasserkraftwerke der Färöer, Skálafjarðarvatn und kleinere Hochlandtalsperren im Zentrum der Insel. Diese Anlagen liefern einen großen Teil der Grundlast für den Norden und Osten der Insel. Die größeren Seen wurden teilweise zu kleinen Speicherseen ausgebaut, um auch in trockeneren Perioden Strom zu erzeugen.

Seit den 2010er Jahren wurden mehrere Windparks errichtet. Der größte und bekannteste ist Neshagi bei Eiði (mehrere Megawatt-Leistung). Weitere kleinere Anlagen stehen bei Fuglafjørður und im Bergland zwischen Runavík und Leirvík. Windenergie deckt inzwischen 30 bis 50 % des Strombedarfs der Insel – je nach Windstärke und Jahreszeit. An sehr windigen Tagen (was häufig vorkommt) produzieren die Windräder teilweise mehr Strom, als lokal verbraucht wird; dann wird überschüssiger Strom ins Netz der Nachbarinseln eingespeist.

Diesel- und Notstromaggregate Trotz des Ausbaus der Erneuerbaren gibt es noch mehrere Dieselkraftwerke (vor allem in Runavík und Fuglafjørður), die als Reserve und für Spitzenlast dienen. Der Anteil fossiler Brennstoffe am Strommix ist seit 2020 deutlich gesunken (von rund 60 % auf unter 40 %).

Der Strom wird vom Unternehmen SEV (elektrisches Versorgungsunternehmen der Färöer) erzeugt, verteilt und verkauft. SEV betreibt ein Inselnetz, das seit 2020/2021 durch Seekabel auch zwischen den Inseln besser verbunden ist. Die Strompreise sind für färöische Verhältnisse moderat, aber deutlich höher als in Skandinavien.

Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft ist auf Eysturoy kommunal organisiert und folgt einem klaren Trenn- und Verwertungssystem. Restmüll wird in allen größeren Orten (Runavík, Fuglafjørður, Leirvík, Eiði usw.) wöchentlich oder vierzehntäglich abgeholt und zum zentralen AbfallverbrennungskraftwerkKeldan in Streymnes (nahe Runavík) gebracht. Dort wird der Müll energetisch verwertet – die entstehende Wärme wird in das Fernwärmenetz von Runavík und Umgebung eingespeist, der erzeugte Strom ins Netz.

Getrennte Sammlung von Papier, Karton, Glas, Metall, Plastik und Bioabfällen ist in den meisten Haushalten und in den Orten Standard. Es gibt Containerinseln und Wertstoffhöfe (vor allem in Runavík, Fuglafjørður und Eiði). Problemabfälle (Batterien, Elektroschrott, Farben, Chemikalien, Medikamente) werden an speziellen Sammelstellen oder bei den Kommunen abgegeben und dann nach Dänemark oder Norwegen exportiert. Baustoffe und Sperrmüll werden größtenteils wiederverwertet oder auf Deponien gebracht (die Deponienkapazitäten sind jedoch begrenzt und werden seit Jahren schrittweise reduziert).

Die Recyclingquote liegt bei etwa 30 bis 40 % (ohne energetische Verwertung), was für eine abgelegene Inselregion relativ hoch ist. Der Rest wird verbrannt – eine Deponierung im großen Stil findet nicht mehr statt.

Die Abfallgebühren sind relativ hoch (300 bis 600 DKK pro Haushalt/Jahr), was die Müllvermeidung und das Trennen fördert. Seit 2020 gibt es verstärkte Bemühungen, Plastikmüll und Verpackungsmüll weiter zu reduzieren, unter anderem durch EU-konforme Vorgaben und lokale Kampagnen.

Handel

Runavík ist das unbestrittene Handelszentrum der Insel. Hier stehen mehrere große Supermärkte, darunter Filialen der beiden landesweiten Ketten Foroya Køst og Búðir (meist als „FK“ oder „Bónus“ bekannt) und Effo. Diese Märkte bieten ein breites Sortiment an Lebensmitteln, Drogerieartikeln, Haushaltswaren, frischem Brot, Obst und Gemüse sowie Tiefkühlprodukten. Daneben gibt es in Runavík kleinere Spezialgeschäfte für Elektrogeräte, Kleidung, Schuhe, Sportartikel und Baumarktbedarf. Viele dieser Läden sind in den letzten Jahren durch den Eysturoy-Tunnel deutlich gewachsen, weil die Erreichbarkeit aus Tórshavn so stark verbessert wurde. Runavík hat außerdem mehrere Tankstellen mit integrierten Shops, Apotheken, Blumenläden und ein paar kleinere Boutiquen.

Fuglafjørður verfügt ebenfalls über einen großen Supermarkt der FK-Kette sowie einige kleinere Läden für Lebensmittel, Tabakwaren, Zeitungen und Alltagsbedarf. Der Ort hat zudem eine Bäckerei, die frisches Brot und Gebäck herstellt, und ein paar Geschäfte für Arbeitskleidung, Angelbedarf und Bootzubehör – typisch für einen traditionellen Fischereihafen. Viele Einwohner aus dem Norden der Insel fahren aber inzwischen regelmäßig nach Runavík oder sogar nach Tórshavn, weil das Angebot dort größer ist.

In den kleineren Orten wie Eiði, Leirvík, Saltangará, Toftir und Skála gibt es meist nur einen oder zwei kleine Dorfläden (oft als „Købmand“ oder „Búð“ bezeichnet). Diese Läden führen Grundnahrungsmittel, Milchprodukte, Brot, Süßigkeiten, Getränke, Zeitungen und einfache Drogerieartikel. Sie dienen vor allem der Nahversorgung und sind für Menschen ohne Auto oder bei schlechtem Wetter wichtig. Viele dieser kleinen Geschäfte haben in den letzten Jahren jedoch mit sinkender Kundschaft zu kämpfen, weil die Menschen durch den Tunnel schneller zu den großen Märkten gelangen.

Spezialgeschäfte für frisches Fleisch, Fisch oder regionale Produkte sind relativ selten. Frischer Fisch wird meist direkt vom Hafen oder von Fischern verkauft, oft informell oder über kleine Verkaufsstände. Lammfleisch aus eigener Schafhaltung gibt es bei vielen Bauern direkt ab Hof, besonders in der Schlachtsaison im Herbst. Es gibt auf Eysturoy keine großen Einkaufszentren oder Shoppingmalls – der größte zusammenhängende Handelsbereich ist die kleine Ladenzeile in Runavík.

Online-Shopping und Lieferdienste haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Viele Einwohner bestellen Kleidung, Elektronik, Möbel und Spezialprodukte bei dänischen oder internationalen Anbietern (zum Beispiel Zalando, Amazon, Matas und Bilka). Pakete kommen meist über den Hafen von Tórshavn und werden dann per Post oder Kurier bis nach Eysturoy gebracht. Seit dem Tunnel ist die Zustellzeit deutlich kürzer geworden.

Der Großhandel und der B2B-Handel konzentrieren sich vor allem auf die Fisch- und Lachsindustrie. Große Unternehmen wie Bakkafrost, Varðin oder Pelagos kaufen Futter, Verpackungsmaterial, Maschinen und Treibstoff in großen Mengen ein – meist direkt aus Dänemark, Norwegen oder Island. Diese Geschäfte laufen fast ausschließlich über Firmenkontakte und nicht über den lokalen Einzelhandel.

Finanzwesen

Die mit Abstand wichtigste und größte Bank auf der Insel ist BankNordik. Sie betreibt in Runavík die größte und modernste Filiale von Eysturoy. Diese Filiale dient als zentraler Anlaufpunkt für fast alle Bankgeschäfte der gesamten Insel. Hier gibt es persönliche Beratung, Schalterdienst, Geldautomaten, Safe-Depot-Fächer und einen relativ großen Kundenbereich. Viele Einwohner aus Fuglafjørður, Leirvík, Eiði, Gjógv und den südlichen Orten fahren regelmäßig nach Runavík, um größere Bankangelegenheiten zu erledigen.

Die zweite relevante Bank ist P/F Bankki Føroya (die ehemalige Føroya Banki), die ebenfalls eine Filiale in Runavík unterhält. Diese Filiale ist deutlich kleiner als die von BankNordik, bietet aber ebenfalls klassische Bankdienstleistungen: Girokonten, Kredite, Sparprodukte, Zahlungsverkehr und Beratung. In den letzten Jahren hat sich die Bank jedoch stärker auf Online- und Telefonbanking konzentriert.

Betri Banki (die dritte große färöische Bank) hat keine eigene Filiale mehr auf Eysturoy. Es gibt nur noch einen Geldautomaten in Runavík und vereinzelt in Fuglafjørður. Die meisten Kunden dieser Bank wickeln ihre Geschäfte heute komplett digital oder über die Zentrale in Tórshavn ab.

In den kleineren Orten (Eiði, Fuglafjørður, Leirvík, Saltangará, Toftir, Skála) gibt es keine vollwertigen Bankfilialen mehr. Dort stehen höchstens einzelne Geldautomaten (meist von BankNordik oder P/F Bankki Føroya) an Supermärkten, Tankstellen oder Postagenturen. Bargeld wird dadurch immer weniger benötigt – die meisten Zahlungen laufen bargeldlos über MobilePay (das auf den Färöern extrem verbreitet ist), Bankkarten, Überweisungen oder Rechnungen.

Das Online- und Mobile-Banking ist auf Eysturoy sehr weit verbreitet. Alle drei großen Banken bieten moderne Apps und Internet-Banking an, die von fast allen Einwohnern genutzt werden – besonders seit dem Eysturoy-Tunnel, der den Zugang zu Tórshavn noch einfacher gemacht hat. Viele jüngere Menschen und Pendler erledigen fast alle Bankgeschäfte komplett digital und besuchen eine Filiale nur noch selten.

Neben den klassischen Banken gibt es auf Eysturoy einige weitere Finanzdienstleister. Die Versicherungsgesellschaften Tryggingarfelagið LÍV und Tryggingarfelagið Lykill haben Vertretungen oder Agenten in Runavík und teilweise in Fuglafjørður. Sie bieten vor allem Hausrat-, Auto-, Lebens- und Bootsversicherungen an. Die staatliche Altersversorgung (Almannaverkið) und private Pensionskassen wie LÍV und Lykill spielen eine große Rolle. Viele Beschäftigte in der Fischerei und Lachszucht haben zusätzliche betriebliche Altersvorsorge. Leasing und Konsumkredite werden fast ausschließlich über die drei großen Banken abgewickelt.

Die Wirtschaft auf Eysturoy ist stark von der Fischerei- und Lachsindustrie abhängig, weshalb viele größere Kredit- und Finanzierungsvolumina direkt mit den großen Unternehmen (Bakkafrost, Varðin, Pelagos undsoweiter) und deren Bankverbindungen zusammenhängen. Private Haushalte nehmen meist nur kleinere Hypotheken (für Eigenheime) und Autokredite auf. Die Immobilienpreise auf Eysturoy sind seit dem Tunnel deutlich gestiegen – besonders in Runavík, Saltangará, Toftir und Skála –, was zu höheren Hypotheken und mehr Bautätigkeit geführt hat.

Die Bargeldversorgung ist solide, aber nicht mehr so dicht wie früher. Größere Bargeldbeträge werden meist in Runavík abgeholt. Geldautomaten gibt es in Runavík (mehrere), Fuglafjørður, Leirvík und Eiði – in den kleinsten Dörfern fehlen sie inzwischen ganz.

Soziales und Gesundheit

Die soziale Absicherung ist sehr weit gespannt. Alle Einwohner sind automatisch in das staatliche Sozialsystem eingebunden. Die wichtigsten Leistungen umfassen Altersrente (ab 67 Jahren, mit Möglichkeit früherer Inanspruchnahme), Invalidenrente bei Erwerbsminderung, Krankengeld (ab dem 6. Tag der Arbeitsunfähigkeit, 100 % des vorherigen Einkommens bis zu einer Obergrenze), Arbeitslosengeld (bei registrierter Arbeitslosigkeit, relativ großzügig bemessen), Kinder- und Familienzuschläge (pro Kind monatlich ein fester Betrag), Elternzeit und Mutterschafts-/Vaterschaftsgeld (sehr lange und gut bezahlte Regelungen) sowie Sozialhilfe (letztes Netz für Bedürftige, relativ niedrige Fallzahlen).

In Runavík befindet sich eine zentrale Sozialberatungsstelle (Almannaverkið), die für die gesamte Insel zuständig ist. Dort werden Anträge bearbeitet, Beratung zu Rente, Behinderung, Pflege und Sozialhilfe angeboten. Kleinere Beratungsstellen oder Sprechstunden finden sich auch in Fuglafjørður und Eiði. Viele Anträge werden inzwischen online über das nationale Portal abgewickelt.

Die Pflege älterer Menschen erfolgt teils zu Hause (häusliche Pflege durch kommunale Dienste), teils in kleineren Pflegeheimen. Die größten Einrichtungen stehen in Runavík (mit Tagespflege und Kurzzeitpflege) und Fuglafjørður. Es gibt außerdem betreutes Wohnen in mehreren Orten. Die Pflege ist sehr gut organisiert, aber wegen des Fachkräftemangels und der Alterung der Bevölkerung unter Druck.

Gesundheitswesen

Die medizinische Versorgung auf Eysturoy ist dezentral organisiert, aber an das zentrale Krankenhaus in Tórshavn angebunden. Größere Gesundheitszentren (Heilsustovnar) stehen in Runavík und Fuglafjørður. Beide haben Allgemeinmediziner, Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Zahnärzte, Hebammen und einen kleinen Labor- und Röntgenbereich. In Runavík gibt es zusätzlich eine kleine Tagesklinik für kleinere Eingriffe. Kleinere Gesundheitsstationen (Heilsuhúsið) existieren in Eiði, Leirvík und teilweise in Gjógv oder Saltangará. Dort arbeiten meist eine oder zwei Krankenschwestern und ein Allgemeinmediziner kommt regelmäßig zur Sprechstunde. Für Fachärzte, größere Operationen, Geburtshilfe, Intensivmedizin und Notfälle müssen die Patienten fast immer nach Tórshavn ins Nationalkrankenhaus (Landssjúkrahúsið). Der Transport erfolgt per Auto (seit dem Tunnel sehr schnell), bei Notfällen per Rettungshubschrauber (Basis in Tórshavn).

Hausärzte (familjelæknar) sind auf Eysturoy relativ gut verteilt. Viele Menschen haben ihren festen Hausarzt in Runavík oder Fuglafjørður. Die Wartezeiten für Routinebesuche sind meist kurz, für Fachärzte und Spezialuntersuchungen (MRT, CT, bestimmte Operationen) kann es jedoch mehrere Wochen oder Monate dauern.

Zahnärzte gibt es in Runavík (mehrere Praxen) und Fuglafjørður. Kinderzahnbehandlung ist kostenlos, für Erwachsene gibt es einen staatlichen Zuschuss, der Rest wird selbst bezahlt. Die Arzneimittelversorgung läuft über Apotheken in Runavík (zwei große Apotheken), Fuglafjørður und eine kleinere in Eiði. Viele Medikamente werden direkt aus Dänemark importiert.

Krankheiten

Die Gesundheitslage auf Eysturoy entspricht weitgehend der der gesamten Färöer: Die Lebenserwartung liegt bei etwa 81 bis 83 Jahren (Männer etwas niedriger, Frauen höher). Die wichtigsten Gesundheitsprobleme sind:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall) – überdurchschnittlich häufig, teilweise durch Ernährung (viel Fleisch, wenig Gemüse), Rauchen und genetische Faktoren
  • Diabetes Typ 2 (stark gestiegen in den letzten 20 Jahren durch Ernährungsumstellung und weniger Bewegung)
  • Krebs (besonders Lungen-, Brust- und Darmkrebs)
  • Chronische Lungenerkrankungen (COPD) durch Rauchen und frühere Arbeitsbedingungen in der Fischverarbeitung
  • Psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen) – relativ hoch, verstärkt durch die Isolation, lange Winter und hohe Arbeitsbelastung in der Fischerei
  • Übergewicht und Adipositas (deutlich gestiegen seit den 1990er Jahren)


Alkohol- und Tabakkonsum sind weiterhin überdurchschnittlich hoch, obwohl beide rückläufig sind. Drogenprobleme (hauptsächlich Cannabis, sehr selten härtere Drogen) treten vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den größeren Orten auf.

Bildung

Die Bildung auf Eysturoy ist – wie auf den gesamten Färöer-Inseln – gut ausgebaut, zweisprachig (Färöisch und Dänisch) und folgt dem skandinavischen Modell mit kostenloser öffentlicher Schulbildung vom Kindergarten bis zur Universität. Die Grundbildung beginnt mit dem Kindergarten (barnaheim) ab etwa 1 bis 2 Jahren. Auf Eysturoy gibt es Kindergärten in fast jedem größeren Ort, besonders viele und größere in Runavík, Fuglafjørður, Eiði, Leirvík und Saltangará. Die Kindergärten sind meist kommunal und legen Wert auf Freispiel, Naturerlebnisse und frühe Zweisprachigkeit.

Die Grundschule (fólkaskúli) umfasst 1. bis 9. Klasse und ist auf Eysturoy in mehreren Orten vertreten. Größere Schulen stehen in Runavík (mit über 400 Schülern die größte der Insel), Fuglafjørður, Eiði und Leirvík. Kleinere Schulen gibt es in Gjógv, Funningur, Saltangará, Toftir und Skála. Der Unterricht erfolgt hauptsächlich auf Färöisch, Dänisch wird ab der 3. Klasse intensiv unterrichtet. Englisch kommt ab der 4. oder 5. Klasse hinzu. Die Schulen sind modern ausgestattet, viele haben seit den 2010er Jahren neue Gebäude oder Sanierungen erhalten.

Nach der 9. Klasse folgt die weiterführende Schulbildung. Auf Eysturoy gibt es zwei größere Schulzentren für die Sekundarstufe II. Die Realschule (miðnámsskúli) und das Gymnasium (studentaskúli) in Runavík bieten verschiedene Bildungsgänge an: allgemeinbildendes Gymnasium (studentabróv), kaufmännische Ausbildung, technische Linien und berufsvorbereitende Zweige. Viele Schüler aus dem Norden und Osten der Insel besuchen diese Schule. In Fuglafjørður gibt es ebenfalls eine weiterführende Schule mit Schwerpunkt auf berufliche Ausbildung (Handel, Fischerei, Technik) und allgemeinbildenden Zweigen.

Seit der Errichtungm des Eysturoy-Tunnels pendeln viele Jugendliche aus Eiði, Gjógv, Leirvík oder Fuglafjørður täglich nach Runavík oder sogar nach Tórshavn, wo das größte Gymnasium (Føroya Studentaskúli) und weitere Spezialschulen stehen.

Höhere Bildung

Die höhere Bildung findet auf Eysturoy selbst nur in sehr begrenztem Umfang statt. Es gibt keine eigene Universität oder Hochschule auf der Insel. Die Universität der Färöer (Fróðskaparsetur Føroya) mit allen Fakultäten sitzt ausschließlich in Tórshavn. Viele junge Menschen aus Eysturoy beginnen ihr Studium dort, besonders in den Fächern Pädagogik, Geschichte, Sprachen, Naturwissenschaften oder Sozialwissenschaften. Für technische, medizinische oder wirtschaftliche Studiengänge gehen die meisten nach Dänemark (vor allem Kopenhagen, Aarhus, Aalborg), Norwegen oder Island. Die Färöer-Regierung gewährt großzügige Stipendien und Darlehen, sodass fast alle begabten Schüler ein Hochschulstudium aufnehmen können.

Berufliche höhere Bildung (Fachhochschulniveau) gibt es teilweise vor Ort: In Runavík und Fuglafjørður werden Kurse und Weiterbildungen in Fischerei, Aquakultur, Schifffahrt, Maschinenbau und maritimer Technik angeboten, oft in Kooperation mit dem Fischereischulungszentrum oder privaten Anbietern. Diese praxisnahen Ausbildungen sind besonders bei Jugendlichen aus Fischerfamilien beliebt.

Bibliotheken und Archive

Die größte und modernste Bibliothek der Insel steht in Runavík. Die Bókasavn í Runavík ist öffentlich, hat einen großen Bestand an färöischer und dänischer Literatur, Kinder- und Jugendliteratur, Zeitschriften, DVDs, Hörbüchern und Internetplätzen. Die Bibliothek dient auch als Kulturzentrum mit Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen. In Fuglafjørður gibt es eine weitere gut ausgestattete Gemeindebibliothek mit Schwerpunkt auf lokaler Geschichte und Literatur. Kleinere Zweigstellen oder Leseecken existieren in Eiði, Leirvík und teilweise in Gjógv. Alle Bibliotheken sind mit dem nationalen Bibliothekssystem vernetzt, sodass Bücher aus Tórshavn oder anderen Inseln schnell bestellt werden können.

Auf Eysturoy gibt es kein eigenes Inselarchiv. Die wichtigsten historischen Dokumente, Kirchenbücher, Volkszählungen und Verwaltungsakten werden im Nationalarchiv (Landsarkivið) in Tórshavn aufbewahrt. Lokale Gemeindearchive (in Runavík, Fuglafjørður und Eiði) beschränken sich meist auf die letzten Jahrzehnte: Protokolle der Gemeinderäte, Baugenehmigungen, alte Fotos und kleinere Sammlungen zur Ortsgeschichte. Viele ältere Dokumente und Fotos sind inzwischen digitalisiert und über das nationale Archivportal zugänglich. Private Initiativen, etwa in Gøta oder Eiði, sammeln und bewahren lokale Geschichte in kleinen Museumsräumen oder Ausstellungen.

Kultur

Die Kultur auf Eysturoy ist tief in der färöischen Tradition verwurzelt, geprägt von der Kettentanztradition (faroese chain dance), Balladen (fo. kvæði), Sagas und starkem Volksglauben mit Mythen wie Risin og Kellingin, ergänzt durch Festivals wie das G! Festival in Syðrugøta seit 2002. Kulturelle Highlights umfassen das Museum Blásastova in Gøta (traditionelle Wohnkultur), Kirchen in Orten wie Eiði oder Gjógv sowie moderne Veranstaltungen in Runavík und Fuglafjørður, wo lokale Kunst, Musik und Handwerk gepflegt werden.

Museen

Das bekannteste und meistbesuchte Museum der Insel ist das Guðrun & Óli í Gøtu in Gøta. Es handelt sich um einen historischen Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert, der fast vollständig im Originalzustand erhalten ist. Die Familie Guðrun und Óli hat das Anwesen über Generationen bewohnt und es später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besucher können das alte Wohnhaus mit originalen Möbeln, Küchengeräten, Webstuhl und Schlafstellen besichtigen, dazu Nebengebäude wie Schafstall, Bootsschuppen und Vorratsspeicher. Das Museum zeigt sehr anschaulich das traditionelle Leben eines färöischen Bauern- und Fischerhaushalts vor der Modernisierung. Es wird von der Familie und Freiwilligen betrieben und ist besonders bei Touristen beliebt, die einen Eindruck vom Alltag vor 100 Jahren bekommen wollen.

In Eiði befindet sich das kleine Eiðis Bygdasavn (Ortsmuseum Eiði). Es ist in einem alten Gebäude untergebracht und zeigt vor allem Alltagsgegenstände, Werkzeuge und Fotos aus der Geschichte des Ortes. Ein Schwerpunkt liegt auf der Fischerei, dem traditionellen Bootsbau und der Bedeutung der Seestapel Risin og Kellingin für die lokale Identität. Das Museum ist sehr klein, aber liebevoll gestaltet und wird von Einheimischen betreut. Es ist meist nur im Sommer oder auf Anfrage geöffnet.

In Fuglafjørður gibt es das Fuglafjarðar Bygdasavn, ebenfalls ein kleines Ortsmuseum. Es konzentriert sich auf die Geschichte des Fischereihafens und zeigt alte Fischereigeräte, Netze, Anker, alte Motoren und Fotos von den großen Trawlern früherer Jahrzehnte. Daneben werden Alltagsgegenstände aus der Zeit vor der Industrialisierung ausgestellt. Das Museum liegt zentral im Ort und ist oft mit der örtlichen Bibliothek oder dem Gemeindehaus verbunden.

In Leirvík existiert eine kleine Sammlung im Zusammenhang mit der Werft und der Fischerei, die jedoch eher als Ausstellung denn als eigenständiges Museum geführt wird. Hier werden vor allem alte Schiffsmodelle, Werkzeuge und Fotos gezeigt, die die Bedeutung der Werftindustrie für den Ort illustrieren.

In Runavík selbst gibt es kein klassisches Museum. Dafür finden sich in der Umgebung (besonders in den südlichen Teilen Richtung Toftir und Skála) immer wieder kleinere private oder kommunale Ausstellungen, etwa zu alten Booten, landwirtschaftlichen Geräten oder zur Geschichte des Skálafjørður. Seit dem Bau des Eysturoyartunnils wurden einige dieser kleinen Sammlungen besser ausgeschildert und sind für Touristen leichter zugänglich geworden.

Zusätzlich gibt es auf der Insel immer wieder temporäre oder saisonale Ausstellungen, etwa in Gemeindehäusern, Kirchen oder im Rahmen von Dorffesten. Viele ältere Einwohner besitzen private Sammlungen von alten Fotos, Werkzeugen, Briefmarken oder Kvæði-Handschriften, die gelegentlich öffentlich gezeigt werden.

Architektur

Die Architektur auf Eysturoy ist geprägt von einer sehr langen Kontinuität, die erst in den letzten Jahrzehnten durch moderne Einflüsse stärker aufgebrochen wurde. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein bestimmte der klassische färöische Bauernhof das Bild fast aller Dörfer. Diese traditionellen Häuser bestehen aus einem langen, schmalen Grundriss, dicken Grassodendächern (torftekja), schwarzen Teer- oder Holzschindelwänden und meist einem kleinen Anbau (hjallur) für Trocknen von Fisch und Fleisch. Die ältesten erhaltenen Beispiele stehen vor allem in den nördlichen Dörfern: in Gøta (Guðrun & Óli í Gøtu), Gjógv, Funningur und Eiði. Diese Höfe sind meist in die Landschaft eingebettet, oft mit dem Giebel zum Wind gerichtet, und wirken heute wie lebendige Freilichtmuseen.

Ab den 1920er und 1930er Jahren kamen die ersten Holzhäuser mit Wellblech- oder Schindeldächern auf, später in den 1950er bis 1970er Jahren die typischen bunten Betonhäuser mit Satteldach und kleinen Fenstern. Diese Bauweise dominiert bis heute die meisten Wohngebiete in Runavík, Fuglafjørður, Leirvík, Saltangará, Toftir und Skála. Seit den 1990er Jahren und besonders seit dem Eysturoy-Tunnel (2020) entstehen immer mehr moderne Einfamilienhäuser und Reihenhäuser mit großen Glasflächen, Flachdächern, Holz- oder Putzfassaden und minimalistischer Gestaltung – vor allem in den südlichen Teilen der Insel nahe dem Tunnelportal.

Kirchen bilden einen besonderen Akzent in der Architektur. Fast jedes größere Dorf hat eine eigene Kirche, meist aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Die ältesten und schönsten Beispiele sind die Holzkirchen in Fuglafjørður (klassische weiße Kirche mit rotem Dach), Gøta, Eiði und Oyndarfjørður. Sie sind meist schlicht, aber sehr harmonisch in die Landschaft gesetzt und innen oft mit schönen Schnitzereien oder alten Gemälden ausgestattet. Die neuere Kirche in Runavík (aus den 1990er Jahren) ist moderner, mit Beton und Glas, und zeigt den Übergang zur zeitgenössischen Architektur.

Öffentliche Gebäude sind auf Eysturoy meist funktional gehalten. Die größten und markantesten sind die Schulen und Sporthallen in Runavík (moderne, helle Gebäude mit viel Glas), die Gesundheitszentren und die unterirdische Kreisverkehr-Rotunde im Eysturoy-Tunnel selbst – ein architektonisches Highlight, das international Beachtung fand.

Bildende Kunst

Die bildende Kunst auf Eysturoy ist kleinräumig, aber sehr lebendig und oft eng mit der Landschaft, der Geschichte und der eigenen Identität verbunden. Es gibt keine großen Kunstmuseen oder Galerien auf der Insel; die meisten Künstler arbeiten entweder privat oder stellen in Tórshavn aus. Dennoch haben einige Künstler mit starkem Bezug zu Eysturoy überregionale Bedeutung erlangt.

Besonders bekannt ist Torbjørn Olsen (1911 bis 1974), der lange in Gøta lebte und arbeitete. Seine Landschaftsbilder, oft in Öl oder Aquarell, zeigen die dramatischen Berge, Fjorde und das Meer von Eysturoy in expressiven, fast expressionistischen Farben. Viele seiner Werke hängen heute in Privathäusern auf der Insel oder im Nationalmuseum in Tórshavn.

In den letzten Jahrzehnten sind mehrere jüngere Künstler hervorgetreten, die oft Elemente der färöischen Tradition mit zeitgenössischen Techniken verbinden. Fotografen und Videokünstler dokumentieren die raue Natur, den Alltag in den Dörfern und die Veränderungen durch den Tunnel. Bildhauer und Keramiker arbeiten häufig mit Basalt, Treibholz oder Schafwolle. Malerinnen und Maler greifen oft die Motive von Risin og Kellingin, den Ketten-Tanz oder die alten Höfe auf, aber in abstrakter oder moderner Interpretation

Viele Künstler betreiben kleine Ateliers oder offene Werkstätten, besonders in Gøta, Eiði und Fuglafjørður, und öffnen diese gelegentlich für Besucher. Im Sommer gibt es immer wieder kleine Ausstellungen in Gemeindehäusern, Cafés oder im Rahmen von Dorffesten. Das G! Festival in Gøta integriert regelmäßig bildende Kunst, Street-Art und Installationen in das Programm. Das Kunsthandwerk (vor allem Stricken, Weben, Filzen und Schmuck aus Horn oder Stein) ist ebenfalls stark vertreten und wird oft direkt in den Dörfern verkauft oder in kleinen Läden in Runavík angeboten.

Literatur

Die Grundlage der modernen färöischen Literatur liegt in der mündlichen Überlieferung: den Kvæði (Balladen), Sagen, Legenden und Sprichwörtern, die über Jahrhunderte nur gesungen und erzählt wurden. Auf Eysturoy, besonders in den nördlichen Dörfern Gøta, Eiði, Gjógv und Funningur, waren und sind diese Traditionen besonders lebendig. Viele der längsten und komplexesten Kvæði wurden hier über Generationen bewahrt und bis heute bei Ketten-Tänzen gesungen. Gøta gilt bis in die Gegenwart als eines der letzten Zentren, in denen ältere Menschen noch Hunderte von Strophen auswendig beherrschen.

Der eigentliche Beginn der schriftlichen Literatur auf den Färöern fällt ins 19. Jahrhundert. Einer der wichtigsten frühen Autoren mit starkem Bezug zu Eysturoy war Jákup Nolsøe (1803 bis 1865), der in Gøta geboren wurde und dort lange lebte. Er sammelte Kvæði und Sagen und schrieb selbst Gedichte und Erzählungen. Sein Werk markiert den Übergang von der reinen Mündlichkeit zur Schriftlichkeit.

Im 20. Jahrhundert wurde Eysturoy zu einem der wichtigsten Geburts- und Wirkungsorte der modernen färöischen Literatur. Jákup Dahl (1878 bis 1944), Pfarrer in Gjógv, übersetzte die Bibel ins Färöische und schrieb Gedichte, Erzählungen und Essays. Seine Sprache gilt als besonders rein und nah an der gesprochenen Mundart des Nordens. Er prägte die Entwicklung der färöischen Schriftsprache entscheidend mit.

William Heinesen (1900 bis 1991), einer der bedeutendsten färöischen Autoren überhaupt, hatte enge familiäre und persönliche Verbindungen zu Eysturoy. Obwohl er selbst in Tórshavn lebte, spielen viele seiner Romane und Erzählungen („Det gode håb“, „Moder Syvstjerne“, „De fortabte spillemænd“) Motive und Stimmungen aus der nördlichen Inselwelt – darunter auch Eysturoy. Seine Werke verbinden magischen Realismus mit der harten Realität des Insellebens.

Jørgen-Frantz Jacobsen (1900 bis 1938), der mit seinem Roman „Barbara“ Weltruhm erlangte, hatte ebenfalls Verbindungen zur Insel. Seine Mutter stammte aus Eysturoy, und viele Landschafts- und Stimmungsbilder in seinen Werken spiegeln die dramatische Nordküste wider.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und bis heute stammen einige der wichtigsten Stimmen der färöischen Literatur direkt von Eysturoy:

  • Steinbjørn B. Jacobsen (geboren 1951) aus Gøta – einer der bedeutendsten zeitgenössischen Lyriker und Erzähler. Seine Gedichte und Romane greifen oft die Landschaft, die Isolation und die Veränderungen durch Modernisierung auf.
  • Carl Jóhan Jensen (geboren 1959) aus Fuglafjørður – Lyriker, Essayist und Romancier, der für seine sprachlich dichte und philosophische Prosa bekannt ist.
  • Oddfríður Marni Rasmussen und andere jüngere Autoren aus Runavík und Umgebung schreiben Romane, Kriminalgeschichten und Lyrik, die oft die heutige Realität der Insel (Fischerei, Lachszucht, Tunnel, Auswanderung) thematisieren.


Die Gegenwartsliteratur auf Eysturoy ist vielfältig: es gibt klassische Lyrik, historische Romane, Krimis, Jugendliteratur und experimentelle Texte. Viele Autoren veröffentlichen in den färöischen Verlagen (zum Beispiel Forlagið Sprotin, Bókadeild Føroya Lærarafelags) und nehmen regelmäßig an Lesungen in Runavík, Fuglafjørður oder beim G! Festival teil.

Literarische Veranstaltungen finden vor allem in den Sommermonaten statt: Lesungen in Gemeindehäusern, in der Bibliothek Runavík, im Rahmen von Dorffesten oder bei kulturellen Abenden in Gøta und Eiði. Die Bibliotheken in Runavík und Fuglafjørður sind wichtige Anlaufstellen für Literatur – sie haben große Abteilungen mit färöischer und skandinavischer Literatur und organisieren regelmäßig Autorenlesungen.

Theater

Das klassische Theater auf Eysturoy findet fast ausschließlich in Form von Laienspielen, Schulaufführungen und dörflichen Produktionen statt. Besonders aktiv sind die größeren Orte. In Runavík gibt es seit vielen Jahren eine lose organisierte Theatergruppe (meist unter dem Dach von Kulturvereinen oder der Gemeinde), die ein- bis zweimal im Jahr ein Stück auf die Bühne bringt. Das können Komödien, Weihnachtsstücke, Stücke über lokale Geschichte oder Adaptionen bekannter färöischer Erzählungen sein. Die Aufführungen finden meist in der Sporthalle, im Gemeindehaus oder in der Aula der Schule statt.

In Fuglafjørður und Leirvík gibt es ähnliche kleinere Initiativen, oft verbunden mit den Schulen oder den Jugendvereinen. Besonders bei den Sommerfesten (bygdahátíð) und Weihnachtsfeiern werden kurze Theaterstücke oder Sketchen aufgeführt, in denen oft die ganze Dorfgemeinschaft mitspielt – von Kindern bis zu Rentnern.

Ein besonderer Akzent liegt auf den historischen und volkstümlichen Stücken. Viele Aufführungen greifen Sagen aus der Wikingerzeit, die Geschichte der Gøtuskeggjar (der alten Häuptlingsfamilie aus Gøta) oder Episoden aus der Grindadráp-Tradition auf. In Gøta und Eiði werden solche Stücke manchmal mit traditionellem Gesang und Ketten-Tanz kombiniert, sodass sie fast wie eine moderne Form des Kvæði-Theaters wirken.

Professionelles Theater gibt es auf Eysturoy nicht. Wenn größere Produktionen oder Gastspiele stattfinden (insbesondere vom Nationaltheater in Tórshavn oder von dänischen Gruppen), dann meist in Runavík in der Sporthalle oder im Kulturhaus. Seit dem Eysturoy-Tunnel kommen solche Veranstaltungen etwas häufiger vor, weil die Anreise für Zuschauer aus dem Norden einfacher geworden ist.

Film

Im Bereich Film ist Eysturoy noch stärker unterrepräsentiert. Es gibt kein Kino auf der Insel. Das nächste Kino steht in Tórshavn (Klingr) und wird von vielen Einwohnern regelmäßig besucht – besonders seit dem Tunnel ist ein Kinobesuch kein großes Unterfangen mehr. Viele Familien schauen Filme zu Hause über Streaming (Netflix, Viaplay, Disney+, lokale Plattformen) oder über das Fernsehen von Kringvarp Føroya.

Die Filmproduktion auf Eysturoy ist minimal und meist auf Amateur- und Dokumentarfilme beschränkt. Lokale Filmemacher (oft autodidakt oder Absolventen der Film- und Medienausbildung in Dänemark oder Island) drehen kurze Dokumentationen über das Leben in den Dörfern, die Fischerei und Lachszucht, traditionelle Feste und den Ketten-Tanz sowie die Natur (Risin og Kellingin, Slættaratindur, Ambadalur)

Einige dieser Filme werden auf dem G! Festival gezeigt, bei Dorffesten oder auf der Website von Kringvarp Føroya. Es gibt auch immer wieder kleine Filmprojekte von Schülern in Runavík und Fuglafjørður, die mit Smartphones oder einfachen Kameras Kurzfilme drehen.

Professionelle Kinofilme mit Bezug zu Eysturoy sind sehr selten. Die bekanntesten färöischen Spielfilme (wie „Vetrarmorgun“ oder Dokumentarfilme über das Inselleben) spielen meist auf anderen Inseln oder in Tórshavn. Eysturoy dient höchstens als Kulisse für einzelne Szenen (Nordküste, Fjorde, Tunnel).

Musik und Tanz

Der klassische und bis heute am weitesten verbreitete Tanz ist der Ketten-Tanz (faroyskur dansur oder einfach dansurin). Er wird bei fast jedem größeren Fest, bei Familienfeiern, Hochzeiten, Konfirmationen und vor allem bei den nationalen Feiern (Ólavsøka) getanzt. Die Menschen stehen in einem großen Kreis oder in langen Reihen, halten sich an den Händen und bewegen sich langsam schreitend oder trippelnd vorwärts. Der Tanz selbst ist sehr einfach, aber die dazugehörigen Lieder – die Kvæði – sind komplex und oft stundenlang. Diese epischen Balladen erzählen von der Wikingerzeit, von Sagen, Liebesgeschichten, Heldentaten oder religiösen Themen und werden ausschließlich a cappella gesungen. Auf Eysturoy gelten besonders die nördlichen Dörfer (Eiði, Gjógv, Funningur, Gøta) als Hochburgen des Ketten-Tanzes. In Gøta gibt es bis heute viele ältere Menschen, die Dutzende oder sogar Hunderte Kvæði auswendig kennen und sie bei jedem Anlass singen. Der Tanz wird bewusst ohne Instrumente ausgeführt – allein die menschliche Stimme und der Rhythmus der Schritte tragen ihn.

Neben dem traditionellen Ketten-Tanz gibt es auch den Faroese Ballad Dancing in moderneren Varianten, bei denen manchmal Akkordeon oder Geige hinzukommen, vor allem bei jüngeren Leuten oder auf öffentlichen Veranstaltungen. Die Ruderregatten (kappakapping) sind ebenfalls eng mit Musik und Tanz verbunden: Nach den Rennen wird oft stundenlang getanzt und gesungen.

Im modernen Musikbereich hat Eysturoy in den letzten 20 Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Die Insel gilt als eine der kreativsten Regionen der Färöer in der Pop-, Rock- und Folkmusik. Besonders bekannt wurde das G! Festival in Gøta, das seit 2002 jedes Jahr im Juli stattfindet und inzwischen eines der größten und wichtigsten Musikfestivals der Färöer ist. Es zieht internationale Künstler (vor allem aus Skandinavien, Island und Großbritannien) sowie die besten färöischen Bands an und verwandelt das kleine Dorf Gøta für ein Wochenende in ein großes Open-Air-Gelände mit mehreren Bühnen. Viele Bands aus Eysturoy haben hier ihren Durchbruch gefeiert.

Zu den bekanntesten Musikern und Bands mit Wurzeln oder starkem Bezug zu Eysturoy gehören:

  • Týr – eine der international erfolgreichsten färöischen Metal-Bands, deren Sänger Heri Joensen aus Eysturoy stammt
  • Hamradun – eine sehr populäre Rock-/Folk-Band mit starken lokalen Texten
  • Byrta, Mózesliðið, Valravn und andere Bands, die traditionelle Elemente mit modernem Sound mischen
  • Eivør Pálsdóttir – die international bekannteste Sängerin der Färöer, die zwar von Suðuroy stammt, aber sehr oft auf Eysturoy auftritt und dort eine große Fangemeinde hat


Neben diesen größeren Namen gibt es eine lebendige Szene mit vielen kleineren Bands, Singer-Songwritern und Chören. In Runavík und Fuglafjørður gibt es regelmäßig Konzerte in kleinen Venues, Pubs oder Gemeindehäusern. Viele junge Musiker spielen in Schulbands oder in Kirchenchören, die auf Eysturoy sehr aktiv sind.

Instrumentalmusik wird traditionell mit Akkordeon (trekkspeil), Geige (fiddle) und Schalmei (dem Langspil ähnliche Instrumente) gespielt. In den letzten Jahren kommen auch Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards hinzu, besonders in der Rock- und Pop-Szene.

Der Tanz ist auch außerhalb des Ketten-Tanzes präsent. In den Pubs und auf Festen wird oft zu moderner Musik getanzt – meist einfache Line-Dances, Paartänze oder freies Tanzen. Besonders bei den Sommerfesten (bygdahátíð) und den Dorffesten in Eiði, Fuglafjørður oder Runavík wird bis spät in die Nacht getanzt.

Kleidung

Die traditionelle Tracht der Färöer, die auf Eysturoy noch zu besonderen Anlässen getragen wird, ist farbenreich, kunstvoll verarbeitet und stark symbolisch. Für Männer besteht sie in der Regel aus einer Weste oder einem Jäckchen, Hemd, langen Hosen, Strümpfen und robusten Schuhen. Besonders auffällig sind die farblich abgestimmten Wollstrümpfe und oft verzierte Mützen, die je nach Region kleine Unterschiede aufweisen. Die Tracht der Frauen ist noch detailreicher: Sie besteht aus einem langärmligen Kleid oder Rock mit Schürze, besticktem Mieder und einem Kopftuch oder einer Haube. Häufig werden Schmuckstücke wie Broschen, Ringe oder Halsketten aus Silber getragen, die sowohl dekorativen als auch symbolischen Charakter haben.

Die farbenfrohe und reich verzierte Tracht dient nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern signalisiert auch soziale Stellung, Herkunft und Anlass. Auf Eysturoy werden die Trachten besonders an Feiertagen, Hochzeiten, nationalen Festen wie dem Ólavsøka oder kirchlichen Anlässen getragen. Auch in einigen Schulen und bei kulturellen Veranstaltungen wird die Tracht bewusst gepflegt, um das kulturelle Erbe zu bewahren und jüngere Generationen mit den Traditionen vertraut zu machen.

Neben der traditionellen Tracht hat sich auf Eysturoy wie auf den anderen Färöer-Inseln auch moderne Kleidung etabliert, die funktional und wetterangepasst ist. Wind- und wasserdichte Jacken, Outdoor-Hosen und robuste Schuhe sind heute Standard, vor allem für das Leben in den windigen Küstendörfern und für Wanderungen in den Bergen. Dennoch bleibt die Wolle als wichtiges Material präsent, nicht nur in Pullovern, Mützen und Handschuhen, sondern auch in modernen Interpretationen traditioneller Muster, die lokal hergestellt und international exportiert werden.

Kulinarik und Gastronomie

Die Inselküche ist einfach, deftig, nährstoffreich und nutzt fast ausschließlich das, was die Natur und das Meer hergeben. Importierte Zutaten spielen erst seit den letzten Jahrzehnten eine größere Rolle. Das wichtigste und am häufigsten gegessene Fleisch ist Lamm (und Schaf). Färöisches Lammfleisch gilt als eines der besten der Welt wegen der reinen Freilandhaltung auf salzhaltigen Wiesen und Heidekräutern. Auf Eysturoy wird es vor allem als gekochtes oder gebratenes Fleisch (sætt køt), als Suppe (kjøtsúpa), als Hackfleischbällchen oder als getrocknetes/geräuchertes Fleisch (skerpikjøt) verzehrt. Skerpikjøt – windgetrocknetes, leicht fermentiertes Schaffleisch – ist die klassische färöische Delikatesse und wird in fast jedem Haushalt im Herbst/Winter in Streifen geschnitten und roh oder leicht angebraten gegessen. Es hat einen sehr intensiven, leicht säuerlichen Geschmack und ist für viele das Symbol der färöischen Esskultur.

Aus dem Meer kommen die wichtigsten Proteinquellen. Frischer Fisch (vor allem Kabeljau, Schellfisch, Seelachs und Rotbarsch) wird gedünstet, gebraten oder in der Pfanne zubereitet. Sehr beliebt sind gekochter Fisch mit Kartoffeln und Butter (turrur fiskur við kartöflum og smør), Fischbällchen (fiskibøllur) und Fischsuppe. Getrockneter Fisch (turrur fiskur) und Klippfisch sind ebenfalls Klassiker, besonders im Winter. Makrele und Hering werden oft eingelegt oder geräuchert. Die Lachszucht hat seit den 2000er Jahren die Küche bereichert: Frischer Lachs (oft roh als Gravlax-ähnliche Zubereitung oder gegrillt) ist heute auf vielen Tischen zu finden und gilt als Premium-Produkt.

Traditionelle Spezialitäten, die auf Eysturoy besonders gepflegt werden, sind:

  • Grindahvalur (Grindwal) und andere Walfleischsorten – obwohl der Grindadráp heute seltener stattfindet und vor allem auf anderen Inseln, wird das Fleisch nach wie vor geteilt und in vielen Haushalten gegessen (meist gekocht oder als Wurst).
  • Seevögel – Papageitaucher (lundur), Lummen und Tordalke werden traditionell im Sommer gefangen und als gekochtes oder geräuchertes Fleisch gegessen. Auf Eysturoy ist diese Tradition besonders in Eiði, Gjógv und Funningur lebendig.
  • Fulmar (stuttstertur) und Sturmtaucher – ebenfalls gejagt und als stark schmeckendes Fleisch zubereitet.
  • Robbenfleisch – in sehr kleinen Mengen, meist von Kegelrobben, die gelegentlich gejagt werden.


Beilagen sind einfach: gekochte Kartoffeln (fast zu jeder Mahlzeit), Rüben, Kohl (selten frisch, meist eingelegt), Gerstenbrei (havreygur) und Schwarzbrot (oft selbst gebacken). Milchprodukte (vor allem Schafsmilchkäse, Skyr-ähnliche Produkte und Butter) sind sehr wichtig. Ein typisches Frühstück besteht aus Brot mit Schaffleisch, Käse oder Fischpastete.

Süßes ist traditionell selten. Beliebt sind einfache Kuchen (køkurs) mit Rhabarber, Äpfeln oder Blaubeeren (wenn vorhanden), sowie der klassische färöische Kransekage zu Festen. Viele Haushalte backen selbst Brot und Kuchen – besonders in den Dörfern.

Die Gastronomie im klassischen Sinne (Restaurants, Cafés) ist auf Eysturoy bis heute sehr begrenzt. Es gibt keine Sterne- oder Fine-Dining-Restaurants. Die wichtigsten Essensmöglichkeiten sind:

  • In Runavík: mehrere einfache Restaurants und Cafés (zum Beispiel am Hafen), die Burger, Pizza, Fischgerichte, Lamm und asiatische Schnellgerichte anbieten. Es gibt auch ein paar Imbisse und einen Pub mit einfachen Speisen.
  • In Fuglafjørður: ein oder zwei Cafés und ein Restaurant mit Fokus auf Fisch und Lamm.
  • In Eiði und Gjógv: kleine Cafés, die vor allem für Touristen Kaffee, Kuchen und einfache warme Gerichte servieren (oft mit Blick auf Risin og Kellingin).
  • Viele Tankstellen-Shops und kleine Läden bieten warme Snacks (Hotdogs, Fischbrötchen, Suppen).


Seit dem Eysturoy-Tunnel kommen mehr Tagesgäste und Touristen, wodurch einige Cafés und Restaurants (vor allem in Runavík und Eiði) deutlich aufgewertet wurden. Es gibt inzwischen vereinzelt ambitioniertere Lokale, die moderne nordische Küche mit lokalen Zutaten anbieten (zum Beispiel Lachs-Tartar, Lamm mit Kräutern, Seevogelgerichte modern interpretiert), aber das ist noch die Ausnahme.

Festkultur

Auf Eysturoy gelten folgende Feiertage:

  • 1. Januar  - Nýggjár (Neujahr)
  • Ende Februar  -  Fastelavn (Fasching)
  • März/April  -  Páske (Ostern)
  • 25. April  - Flaggdagur (Tag der Flagge)
  • 4. Freitag nach Ostern  -  Dyri Byðidagur (Bettag)
  • 6. Donnerstag nach Ostern  -  Kristi Himelfartsdagur (Christi Himmelfahrt)
  • Anfang Juni  -  Pinse (Pfingsten)
  • 4./5. Juni  -  Norñoyarstevna (Nordinselfest) in Klaksvik
  • 18. Juni  -  Skálafjarñarstevna (Skalafjordfest) in Runavik
  • 25./26. Juni -  Jóansøka (Südinselfest) auf Suñuroy
  • 9. Juli  -  Vestanstevna (Westinselfest) in Sandvágur
  • 28./29. Juli  - Olavsøka (Olavsfest mit Parlamentseröffnung) in Tórshavn
  • später August  - Jazz-, Folka- og Blues-Festival in Tórshavn
  • 25./26. Dezember  -  Jól (Weihnachten)

Medien

Die Medienlandschaft auf Eysturoy ist – wie auf den gesamten Färöer-Inseln – klein, aber sehr dicht und stark lokal geprägt. Es gibt keine rein insularen Zeitungen, Radiosender oder Fernsehkanäle, die ausschließlich für Eysturoy produziert werden. Stattdessen dominieren landesweite färöische Medien, die jedoch in den größeren Orten der Insel (Runavík, Fuglafjørður, Eiði, Gøta, Leirvík) besonders intensiv gelesen, gehört und gesehen werden und oft starke regionale Bezüge haben.

Die wichtigsten Zeitungen sind landesweit und erscheinen fast alle in Tórshavn, werden aber auf Eysturoy sehr stark verbreitet:

  • Sosialurin – die größte und auflagenstärkste Tageszeitung der Färöer, sozialdemokratisch orientiert, erscheint montags bis freitags und wird in fast jedem Haushalt auf Eysturoy gelesen.
  • Dimmalætting – die älteste Zeitung (seit 1878), eher liberal-konservativ, ebenfalls fünfmal wöchentlich.
  • Vikublaðið – die einzige kostenlose Wochenzeitung, die am breitesten verteilt wird und besonders in den Dörfern von Eysturoy sehr populär ist.
  • Norðlýsið – eine regionale Wochenzeitung mit starkem Fokus auf den Norden (Norðoyar und Nord-Eysturoy), die in Orten wie Eiði, Gjógv, Funningur und Leirvík eine besonders treue Leserschaft hat.


Zusätzlich gibt es mehrere Online-Newsportale, die auf Eysturoy intensiv genutzt werden: portal.fo, in.fo und local.fo (das einzige englischsprachige Nachrichtenportal der Färöer). Diese Seiten berichten häufig über lokale Ereignisse – Fußballspiele von NSÍ Runavík oder EB/Streymur, Unwetterwarnungen für die Nordküste, Tunnel-Verkehrsdaten oder kulturelle Veranstaltungen wie das G! Festival in Gøta.

Radio wird fast ausschließlich über den öffentlich-rechtlichen Sender Kringvarp Føroya (KVF) gehört, der aus dem Zusammenschluss von Útvarp Føroya (Radio) und Sjónvarp Føroya (Fernsehen) 2005 entstand. KVF sendet rund um die Uhr auf Färöisch, mit Nachrichten, Wetter, Talkshows, Musik und Livereportagen. Besonders beliebt sind die regionalen Berichte, die oft aus Eysturoy kommen – zum Beispiel über Fischereiquoten in Runavík, Wetterbedingungen an der Nordküste oder Veranstaltungen in Fuglafjørður. Viele Haushalte hören KVF als Hintergrundradio den ganzen Tag. Daneben gibt es einige private, kleinere Internetradios und lokale Podcasts, die aber nur eine Nischenrolle spielen.

Fernsehen läuft ebenfalls hauptsächlich über Kringvarp Føroya (KVF). Der Sender produziert tägliche Nachrichten („Dagur og vika“ viermal pro Woche), Kinderprogramme, Dokumentationen, Sportübertragungen (vor allem Fußball) und Talkshows – alles auf Färöisch. Ergänzt wird das Programm durch skandinavische (vor allem dänische und isländische) Sendungen mit Untertiteln. Auf Eysturoy ist KVF besonders wichtig für Live-Übertragungen von Løgting-Sitzungen, Ólavsøka-Feiern oder wichtigen Fußballspielen der lokalen Vereine. Viele Familien schauen die Abendnachrichten gemeinsam. Daneben ist Streaming (Netflix, Viaplay, DR, SVT) und dänisches Fernsehen über Satellit oder Internet weit verbreitet, besonders seit dem schnellen Breitbandausbau nach Eröffnung des Eysturoyartunnils.

Soziale Medien spielen eine enorme Rolle. Facebook ist das mit Abstand wichtigste Medium auf Eysturoy – fast jeder Einwohner ab ca. 13 Jahren ist dort aktiv. Lokale Facebook-Gruppen (für jedes Dorf separat: „Runavík – fuglafjarðar kommuna“, „Eiði og Oyndarfjørður“, „Gøta og Umhvørvið“) sind extrem aktiv und dienen als wichtigste Quelle für lokale Nachrichten, vermisste Gegenstände, Veranstaltungen, Wetterwarnungen, Second-Hand-Anzeigen und Diskussionen über Tunnelverkehr oder Lachsfarmen. Instagram und TikTok gewinnen bei jüngeren Leuten an Bedeutung, vor allem für Fotos von Natur, Fußball und Festivals.

Kommunikation

Eysturoy hat die Telefonvorwahl 00298. Die Postleitzahlen lauten:

Ort / Dorf Postleitzahl
Fuglafjørður FO-530
Eiði FO-470
Gjógv FO-520
Funningsfjørður FO-495
Leirvík FO-530
Norðragøta FO-530
Syðrugøta FO-530
Skáli FO-530
Oyndarfjørður FO-490
Runavík FO-530

Sport

Der mit Abstand populärste und wichtigste Sport ist Fußball. Eysturoy gilt als eine der stärksten Fußballregionen der Färöer. Der bekannteste Verein ist EB/Streymur aus Eiði und Streymnes (der Name steht für Eiðis Bólti und Streymnes Bólti), der in den letzten 20 Jahren zu den erfolgreichsten Teams des Landes zählt. Der Verein gewann mehrfach die Meisterschaft (Vodafonedeildin / Betri deildin), den Pokal (Løgmanssteypið) und spielte sogar in europäischen Wettbewerben (u. a. UEFA Europa League und Conference League-Qualifikation). Besonders erinnerlich ist der 3:0-Sieg gegen Manchester City in der Qualifikation 2009 – eine der größten Sensationen der färöischen Fußballgeschichte.

Ein weiterer starker Verein ist NSÍ Runavík (Noreðuroyar Sportfelag í Runavík), der traditionsreichste und erfolgreichste Klub von Eysturoy. NSÍ gewann mehrfach die Meisterschaft und den Pokal und hat eine der größten und treuesten Fanbasen. In Fuglafjørður spielt ÍF Fuglafjørður, der in den letzten Jahren immer wieder in der höchsten Liga vertreten ist. In Gøta existiert Gøtu Ítróttarfelag (GÍ), ein Traditionsverein, der lange in der ersten Liga spielte und heute meist in der zweiten Liga antritt. Insgesamt gibt es auf Eysturoy über zehn aktive Fußballvereine, die von der ersten bis zur dritten Liga reichen – ein enorm hoher Organisationsgrad für eine so kleine Insel.

Neben dem Fußball ist Ringen (Sumo-ähnliches traditionelles Ringen – Glíma) eine der ältesten Sportarten. Es wird vor allem in den nördlichen Dörfern (Eiði, Gjógv, Funningur) gepflegt und hat eine starke kulturelle Bedeutung. Viele junge Männer nehmen an traditionellen Wettkämpfen teil, die oft mit Festen und Tanz verbunden sind. Auch Ruderregatten (kappakapping) gehören zur traditionellen Sportkultur. Die sechs- oder achtruderigen Holzruderboote (sechs- oder achtmannige „fýramannabátar“ und „seksmannabátar“) treten bei den großen Sommerregatten (Ólavsøka in Tórshavn, aber auch lokale Regatten in Runavík, Fuglafjørður oder Eiði) gegeneinander an. Die Ruderregatten sind eines der wichtigsten Feste der Insel und ziehen Tausende Zuschauer an.

In den letzten 20 Jahren hat sich der Schwimmsport stark entwickelt. Der Eysturoyar Svimjifelag (Eysturoy-Schwimmverein) mit Sitz in Runavík und Fuglafjørður hat mehrere nationale Meister hervorgebracht. Besonders seit dem Bau des Vioo Arena (einer modernen Schwimmhalle) in Runavík 2018 ist das Schwimmen bei Kindern und Jugendlichen sehr populär geworden. Auch Handball hat eine kleine, aber engagierte Szene, vor allem in Runavík und Fuglafjørður.

Der Badminton-Sport ist auf Eysturoy überraschend stark vertreten. Der Verein Badmintonfelagið í Runavík und andere lokale Gruppen haben mehrfach nationale Titel gewonnen. Viele Hallen (zum Beispiel in Runavík, Fuglafjørður und Eiði) werden intensiv genutzt. Volleyball und Basketball sind ebenfalls präsent, haben aber weniger Zuschauer und Tradition als Fußball oder Ringen.

Seit der Eröffnung des Eysturoyartunnilin 2020 hat sich der Laufsport und Wandern/Trekking enorm entwickelt. Der Tunnel machte den Norden der Insel viel besser erreichbar, wodurch der Slættaratindur (880 m, höchster Berg der Färöer) und die spektakulären Wanderwege um Eiði, Gjógv und das Ambadalur-Tal zu beliebten Zielen für Läufer und Wanderer wurden. Es gibt inzwischen mehrere organisierte Laufveranstaltungen, darunter den Eysturoy Half Marathon und verschiedene Trailrunning-Events.

In den Wintermonaten ist Hallenfußball (Futsal) sehr populär, ebenso Fitness- und Kraftsport in den vielen kleinen, aber gut ausgestatteten Fitnessstudios in Runavík, Fuglafjørður, Leirvík und Gøta. Auch E-Sport und Computersport gewinnen bei der jüngeren Generation an Bedeutung, obwohl dieser Bereich noch relativ klein ist.

Persönlichkeiten

Die bedeutendsten mit Eysturoy verbundenen stammenden Persönlichkeiten sind:

  • Tróndur í Gøtu (um 945 bis 1035), Wikinger‑Häuptling und legendärer Führer aus Gøta, bekannt aus der Færeyinga Saga für seinen Widerstand gegen die Einführung des Christentums auf den Färöern
  • Jens Christian Djurhuus (1773 bis 1853), Dichter und erster Autor in färöischer Sprache, zu seinen Balladen gehört unter anderem „Ormurin langi“
  • Fríðrikur Petersen (1853 bis 1917), Theologe und Politiker; Pastor, Mitglied des färöischen Parlaments und Vorsitzender der Union Party
  • Jógvan Poulsen (1854 bis 1941), Lehrer, Schriftsteller und Politiker (Unionspartei), longjähriger Abgeordneter im Løgting und Mitautor pädagogischer Werke
  • Johan Martin Fredrik Poulsen (1890 bis 1980), Lehrer und Politiker (Unionsparte), längstdienender Abgeordneter im Løgting (1920 bis 1970) und mehrfacher Parlamentspräsident
  • Høgni Lisberg (* 1982), Musiker und Sänger‑Songwriter aus Leirvík, bekannt in der färöischen und internationalen Musikszene mit mehreren Solo‑Alben und Festivalauftritten
  • Eivør Pálsdóttir (* 1983), Sängerin und Komponistin aus Syðrugøta (Syðrugøta liegt auf Eysturoy); international gefeierte Musikerin mit vielseitigem Repertoire von Folk bis Art Pop
  • Elinborg Pálsdóttir (* 1996), Sängerin‑Songwriterin aus Syðrugøta; jüngere Schwester von Eivør und aktive Künstlerin in verschiedenen Musikgenres

Fremdenverkehr

Eysturoy, die zweitgrößte Insel der Färöer, gewinnt zunehmend an Bedeutung als Ziel für Natur- und Aktivtourismus. Die Insel zieht insbesondere Besucher an, die die beeindruckende Landschaft mit steilen Bergen, tief eingeschnittenen Fjorden, saftigen Tälern und malerischen Dörfern erleben möchten. Wanderer, Fotografen und Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, da Eysturoy mit Gipfeln wie dem Slættaratindur den höchsten Punkt der Färöer bietet und zahlreiche gut markierte Wanderwege entlang von Fjorden, Wasserfällen und Aussichtspunkten führt. Auch Vogelbeobachter und Sportangler finden hier ideale Bedingungen, da die Insel sowohl an der Küste als auch im Binnenland eine reichhaltige Flora und Fauna bietet.

Die touristische Infrastruktur auf Eysturoy ist zwar kleiner als auf der Hauptinsel Streymoy, doch dennoch gut ausgebaut. In den größeren Dörfern wie Fuglafjørður, Eiði oder Gjógv gibt es eine Auswahl an Hotels, Gästehäusern und kleinen Bed & Breakfast-Unterkünften. Viele dieser Unterkünfte zeichnen sich durch traditionellen färöischen Charme aus, zum Beispiel durch grasbedeckte Dächer und Häuser aus Stein oder Holz, und bieten einen authentischen Einblick in das Inselleben. Darüber hinaus gibt es Ferienwohnungen und kleine Ferienhäuser, die besonders bei Familien und längeren Aufenthalten beliebt sind. Einige Landwirte bieten zudem Agrotourismus an, bei dem Gäste auf Bauernhöfen wohnen und das ländliche Leben sowie die Schafzucht kennenlernen können.

Für Camper stehen auf Eysturoy einige Campingplätze zur Verfügung, die durch ihre Lage inmitten der Natur ein naturnahes Erlebnis ermöglichen. Daneben bieten mehrere Restaurants und Cafés regionale Spezialitäten an, sodass Touristen auch kulinarisch die Insel kennenlernen können. Trotz dieser Angebote bleibt der Fremdenverkehr auf Eysturoy im Vergleich zu anderen europäischen Urlaubszielen noch überschaubar, was die Insel besonders für Besucher attraktiv macht, die Ruhe und Natur abseits großer Touristenmassen suchen.

Ein weiterer Vorteil von Eysturoy ist die gute Verkehrsanbindung innerhalb der Insel und zu den anderen Färöer-Inseln. Moderne Tunnel und Fährverbindungen ermöglichen es, dass Besucher auch abgelegene Fjorde und Dörfer bequem erreichen können. Dies erleichtert nicht nur den Zugang zu Wanderwegen und Aussichtspunkten, sondern macht es auch möglich, Tagesausflüge zu unternehmen, ohne auf den Komfort einer Unterkunft in der Nähe verzichten zu müssen.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Visit Faroe Islands: Eysturoy = https://visitfaroeislands.com/en/see-do/inspiration-guides/popular-guides/regional-guides/eysturoy

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