Carriacou

Aus Insularium
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Carriacou ist die größte der Grenadinen zwischen Saint Vincent und Grenada. Die Insel ist bekannt für ihre betont zur Schau getragene kulturelle Eigenständigkeit. Ein bisschen was vom Piratengeist der Karibik hat hier überlebt. Ein herausragendes Beispiel für den eigenwilliigen Charakter der Insulaner ist das Big-Drum-Festival, bei dem Trommelmusik, Gesang und Tänze die afrikanischen Wurzeln der Insel lebendig halten. Zudem werden auf Carriacou hölzerne Segelboote nach jahrhundertealten Techniken gefertigt.

Inselsteckbrief
offizieller Name Carriacou
alternative Bezeichnungen Kayryouacou, Kayryaouacou, Kayrioüacou (kalinago), Cariacou (18. Jahrhundert), Land of Reefs (poetisch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart vulkanische Insel
Gewässer Karibisches Meer (Caribbean Sea / Kyaribiyan Si) und Atlantischer Ozean (Atlantic Ocean / Atlantik Oshin)
Inselgruppe Kleine Antillen (Lesser Antilles / Liza Antil)
politische Zugehörigkeit Staat: Grenada (State of Grenada)
Bezirk: Carriacou (Parish Carriacou)
Gliederung 14 settlements (Siedlungen)
Status Inselgemeinde (parish)
Koordinaten 12°28‘ N, 61°27‘ W
Entfernung zur nächsten Insel 380 m (Petit Cola), 3,4 km (Petit Martinique), 26,1 km (Grenada)
Entfernung zum Festland 192 km (Punta Peñas / Venezuela)
Fläche 32,2 km² / 12,5 mi² (Parish 36,17 km² / 13,97 mi²)
geschütztes Gebiet 2,0 km² / 0,8 mi² (6,2 %)
maximale Länge 12,3 km (NO-SW)
maximale Breite 4,7 km (NW-SO)
Küstenlänge 35 km
tiefste Stelle 0 m (Karibisches Meer bzw. Atlantischer Ozean)
höchste Stelle 291 m (High North)
relative Höhe 291 m
mittlere Höhe 68 m
maximaler Tidenhub 0,5 bis 0,8 m (Hillsborough 0,59 m)
Zeitzone AST (Atlantic Standard Time / Atlantische Standardzeit, UTC-4)
Realzeit UTC minus 4 Stunden 6 Minuten
Einwohnerzahl 4.747 (2022)
Dichte (Einwohner pro km²) 147,42, Parish 131,24
Inselzentrum Hillsborough


Name

Der Name Carriacou Der Name stammt aus der Sprache der Kariben (Kalinago), der ursprünglichen Bewohner der Region. Die historische Schreibweise lautete Kayryouacou mit Varianten wie Kayryaouacou und Kayrioüacou. Die Insel wurde erstmals 1656 vom französischen Missionar Jean-Baptiste du Tertre schriftlich erwähnt. Die weithin akzeptierte Bedeutung der Inselbezeichnung ist „Land der Riffe“ oder „Insel, umgeben von Riffen“. Diese Deutung passt zur Geografie der Insel - Carriacou ist von zahlreichen Korallenriffen umgeben, insbesondere an der windzugewandten Ostküste. Diese Riffe waren für die indigenen Völker sowohl eine natürliche Schutzbarriere als auch ein reiches Reviere für Fischer, machten die Insel aber auch für seefahrende Schiffe gefährlich. Eine alternative Interpretation des guadeloupeanischen Historikers Thierry L’Etang aus dem Jahr 2007, der den Namen als „Insel der Ramier-Tauben“ (eine Art Rotnacken-Taube) deutet, hat sich nicht durchgesetzt. Während der französischen und später britischen Kolonialherrschaft (ab 1763) wurde der Name allmählich zu Carriacou, vereinzelt auch Cariacou, anglisiert. Heute wird die Insel touristisch oft als Land of Reefs, "Land der Korallenriffe", vermarktet.

  • international:  Carriacou
  • amharisch:  ካሪያኩ [Kariyaku]
  • arabisch:  كارياكو [Kāryākū]
  • armenisch:  Կարիակու [Kariaku]
  • bengalisch:  ক্যারিয়াকু [Kyāriyāku]
  • birmanisch:  ကယ်ရီယာကူ [Kyayriyaku]
  • bulgarisch:  Кариаку [Kariaku]
  • chinesisch:  卡里亚库 [Kǎlǐyàkù]
  • georgisch:  კარიაკუ [K’ariak’u] g
  • griechisch:  Καριακού [Kariakoú]
  • gudscheratisch: કેરિયાકુ [Keriyāku]
  • hebräisch:  קריאקו [Kariyaku]
  • hindi:  कैरियाकू [Kairiyākū]
  • japanisch:  カリアクー [Kariakū]
  • kambodschanisch: ការីយ៉ាគូ [Kariyaku]
  • kanaresisch:  ಕ್ಯಾರಿಯಾಕು [Kyāriyāku]
  • kasachisch:  Кариаку [Kariaku]
  • koreanisch:  캐리어쿠 [Kaerieoku]
  • laotisch:  ກາຣີຢາກູ [Kārīyākū]
  • lettisch:  Kariaku
  • litauisch:  Kariaku
  • makedonisch:  Каријаку [Karijaku]
  • malayalam:  കാരിയാകു [Kāriyāku]
  • maldivisch (Dhivehi):  ކެރިއަކު [Keriaku]
  • marathisch:  कॅरियाकू [Kairyākū]
  • nepalesisch:  क्यारियाकु [Kyāriyāku]
  • orissisch:  କ୍ୟାରିଆକୁ [Kyāriāku]
  • pandschabisch: ਕੈਰੀਆਕੂ [Kairīākū]
  • paschtunisch:  کاریاکو [Kāryāko]
  • persisch:  کاریاکو [Kāryāku]
  • russisch:  Карриаку [Karriaku]
  • serbisch:  Каријаку [Karijaku]
  • singhalesisch: කැරියාකු [Kæriyāku]
  • tamil:  காரியாகூ [Kāriyākū]
  • telugu:  క్యారియాకు [Kyāriyāku]
  • thai:  แคริอาคู [Khæriākhu]
  • tibetisch:  ཀ་རི་ཡ་ཀུ་ [Ka ri ya ku]
  • ukrainisch:  Карріаку [Karriaku]
  • urdu:  کیریاکو [Kīriyākū]
  • weißrussisch:  Карыяку [Karyjaku]


Offizieller Name:  Carriacou

  • Bezeichnung der Bewohner:  Carriacouans bzw. Kayaks (Carriacouer)
  • adjektivisch: carriacouan (carriacouisch)


Kürzel:

  • Code:  CR / CRC
  • Kfz:  -
  • ISO-Code:  GD-10 bzw. GD-CR

Lage

Die Insel Carriacou liegt im zentralen Bereich der Grenadinen zwischen Saint Vincent und Grenada im Südosten der Karibik auf durchschnittlich 12°28‘ n.B. und 61°27‘ w.L..


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  12°31‘47“ n.B. (Gun Point)
  • südlichster Punkt: 12°26‘08“ n.B. (West Point) bzw. 12°15‘24“ n.B. (London Bridge Island)
  • östlichster Punkt:  61°25‘12“ w.L. (Point Saint Hilaire) bzw. 61°22‘40“ w.L. (Petit Martinique)
  • westlichster Punkt:  61°29‘58“ w.L. (West Point) bzw. 61°39‘10“ w.L. (Ronde Island Rocks)


Entfernungen:

  • Petit Cola  380 m
  • Mabouya Island  780 m
  • Saline Island  1,3 km
  • Petit Martinique  3,4 km
  • Union Island  6,1 km
  • Grenada  26,1 km
  • Saint Vincent  71,5 km
  • Tobago  156 km
  • Trinidas  181 km
  • Punta Peñas / Venezuela  192 km
  • Barbados  207 km

Zeitzone

Auf Carriacou gilt die Atlantic Standard Time (Atlantische Zeit), abgekürzt AST (AZ), 5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC-4). Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 6 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Das Parish Carriacou hat eine Gesamtfläche von 36,17 km² bzw. 13,97 mi². Davon entfallen 32,2 km² bzw. 12,5 mi² auf die Hauptinsel. Diese ist von Nordosten nach Südwesten 12,3 km lang und bis zu 4,7 km breit mit einer Küstenlänge von 35 km. Der maximale Tidenhub beträgt 0,5 bis 0,8 m, in Hillsborough bei 0,59 m. Höchster Punkt ist der High North mit 291 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 68 m.

Geologie

Die Insel entstand als Teil einer Kette submariner Vulkangebirge und gehört zum inneren Bogen des Lesser-Antilles-Vulkanbogens. Ihre geologische Basis besteht zu etwa zwei Dritteln aus tertiären vulkanischen Gesteinen, darunter Vulkanoklastika (wie Tuffe und Agglomerate), Lavaflüsse und Domlaven, die von basaltischer bis andesitischer Zusammensetzung reichen. Diese vulkanischen Formationen bilden die hügelige Topographie der Insel, mit Höhen bis zu 291 Metern am High North Hill und steilen Hängen.

Darüber lagern sich känozoische Kalksteinablagerungen, die Carriacou zur einzigen überwiegend kalksteinreichen Insel im inneren vulkanischen Bogen der Kleinen Antillen machen. Die stratigraphische Abfolge beginnt im späten Oligozän bis frühen Miozän mit vulkanoklastischen Gesteinen und untergeordneten Kalksteinlinsen, gefolgt von der Belmont-Formation (hauptsächlich vulkanisch) und dem Kendace Calcareous Siltstone Member. Darauf folgt die Carriacou-Formation aus dem späten frühen Miozän, eine weit verbreitete Kalksteineinheit mit reichen Foraminiferen-Faunen. Die oberste Schicht bildet die Grand Bay-Formation aus dem frühen mittleren Miozän, die vorwiegend aus feinkörnigen tuffhaltigen marinen Sedimenten und vulkanoklastischen Turbiditen besteht, abgelagert in Wassertiefen von über 150 Metern.

Die Insel entstand im späten Oligozän, versank oder erodierte im Pliozän und war im Pleistozän vollständig submarin, bevor eine regionale Hebung des Meeresbodens sie wieder über den Meeresspiegel hob. Diese Geschichte erklärt die reichen Fossilfunde, darunter Mollusken, Foraminiferen und Echinodermen, die auf tropische marine Umgebungen hinweisen. Die umgebenden Korallenriffe, die der Insel ihren Namen „Land der Riffe“ einbrachten, sind eine jüngere Entwicklung auf diesem vulkanisch-sedimentären Untergrund.

Landschaft

Die 34 km nordöstlich von Grenada liegende Insel ist die größte der Grenadinen Inseln. Die zentrale Bergkette ragt im Norden bis zum 291 m hohen High North Peak auf. Die tief eingeschnittenen Buchten sind von Korallenriffen geschützt und bieten Tauchern ein Paradies. In der Bucht von Hillsborough liegen die kleinen Inseln Mabouya Island, Sandy Island und Jack-A-Dan Island. Im Süden Saline Island, White Island und Mushroom Island. Im Nordosten befinden sich Petit Martinique und Petit Saint Vincent.

Fährt man mit dem Schiff von Grenada nach Carriacou, dann wird die See ziemlich rauh, sobald man den Windschatten von Grenada verläßt. Fast gleichzeitig tauchen halbrechts vor dem Fährschiff die Inseln Caille Island, Isle De Ronde, Kick Em Jenny, Les Tantes und Sister Rocks auf. Von der Fähre aus wird man Les Tantes nicht zu sehen bekommen, sie werden von der Isle De Ronde verdeckt. Caille Island und Isle De Ronde erscheinen wie eine einzige Insel. Im weiteren Verlauf der Fahrt erkennt man im nördlichen, flachen Teil der Isle De Ronde einige Palmen und Hütten, dort wohnen einige Fischersleute. Der 203 m hohe, große, dunkelgraue, runde Vulkanfelsen von Kick Em Jenny, der auch als Diamond Rock bekannt ist, gilt als absolut unzugänglich.

Vor dem Hafen von Hillsborough findet man in der Verlängerung der Inseln Jacadam Reef, Maybouya Reef und Sandy Island Reef und vor der Westspitze den 100 m Steilabbruch „The Sisters“ als Tauchgebiete.


Erhebungen

  • High North  291 m
  • Chapeau Carré  290 m


Inseln

  • Carriacou  32,2 km²
  • Petite Martinique  1,97 km²
  • Large Island  0,6 km²
  • Frigate Island 0,4 km²
  • Saline Island  0,3 km²
  • Mabouya Island 0,1 km²
  • Petite Dominique 0,08 km²
  • White Island 0,06 km²
  • Sandy Island 0,03 km²
  • Rose Rock 0,02 km²
  • Fota 0,01 km²

Flora und Fauna

Die Höhe der Erhebungen reicht nicht aus, um vorbeiziehende Wolken zum Abregnen zu bringen; deshalb existiert auf der Insel kein einziger Fluss und die Insel ist deutlich trockener als Grenada.

Flora

Die Vegetation Carriacous ist typisch für trockene karibische Inseln und umfasst vor allem Dornscrub-Wälder (dry thorn scrub), saisonale immergrüne Wälder und Mangroven. Im High North National Park finden sich die besten erhaltenen trockenen Dornwälder der Region, die in immergrüne Wälder an den tieferen Lagen übergehen. Typische Pflanzen sind Kakteen, Aloe, Akazien und andere dornige Sträucher, die an die geringe Niederschlagsmenge angepasst sind. In feuchteren Bereichen wachsen Palmen, Mahagoni-Bäume, Gommiers, Farne und Orchideen. Mangroven, insbesondere Rote Mangroven, dominieren Küstengebiete wie in Tyrell Bay und bieten Schutz vor Erosion sowie Habitat für zahlreiche Arten.

Marine Flora umfasst ausgedehnte Seegraswiesen (mit der invasiven Halophila stipulacea), Algen und Seegräser, die wichtige Grundlage für die Riffe bilden. Tropische Zierpflanzen wie Bougainvillea, Hibiskus, Flamboyant und Frangipani sind in Gärten und Siedlungen weit verbreitet, ebenso Nutzpflanzen wie Mango-, Kashew- und Zitrusbäume. Die Flora spiegelt die vulkanische und kalksteinreiche Geologie wider und ist durch menschliche Einflüsse wie Landwirtschaft und Tourismus beeinflusst.

Fauna

Die Tierwelt Carriacous ist reich an Reptilien, Vögeln und marinen Arten, während große Säugetiere fehlen. An Land sind Iguanas (Leguane) und kleinere Eidechsen (Geckos und andere Lizards) häufig, ebenso der seltene Nine-banded Armadillo (Tatou) und Opossums (Manicou). Schlangen wie der Baumboa (Tèt-chen) oder der Kribo sind harmlos. Amphibien umfassen Frösche wie den Giant Toad oder Piping Frog. Eingeführte Arten wie der Mongoose und Mona-Monkeys (auf Grenada häufiger) kommen vor.

Vögel sind vielfältig: Kolibris (zum Beispiel Antillean Crested Hummingbird), Bananenquits, Tauben, Falken und Wasservögel wie Reiher und Watvögel. In Mangroven und auf kleinen Inseln nisten zahlreiche Arten, darunter Pelikane und Seabirds.

Die marine Fauna macht Carriacou zum „Land der Riffe“: Korallenriffe beherbergen bunte Fische, Schildkröten (Hawksbill, Loggerhead, Green Turtle), Rochen (einschließlich Spotted Eagle Rays), Haie (z. B. Nurse Sharks oder Grey Reef Sharks), Lobsters, Conchs und Delfine (Spinner, Spotted, Bottlenose). In Seegraswiesen und Mangroven leben Austern, Krabben und Epifauna. Die Riffe sind biologisch hochdivers und werden durch Schutzmaßnahmen erhalten.

Naturschutz

Das prominenteste Schutzgebiet ist das Sandy Island/Oyster Bed Marine Protected Area (SIOBMPA), das 2010 offiziell eingerichtet wurde. Es liegt an der Südwestküste der Insel und umfasst 7,87 km², darunter 290 ha Riffe, 173 ha Seegras und 64 ha Mangroven. Dieses marine Schutzgebiet schützt ausgedehnte Korallenriffe, Mangrovenwälder, Seegraswiesen, kleine Inseln wie Sandy Island und Mabouya Island sowie seltene Austernbänke in den Mangroven von Tyrell Bay. Das SIOBMPA gilt als eines der wichtigsten und biologisch vielfältigsten marinen Ökosysteme Grenadas und dient dem Schutz von Fischbeständen, Schildkröten, Vögeln und anderen Arten. Es fördert nachhaltige Fischerei, Tauchen und Schnorcheln, während schädliche Aktivitäten wie übermäßiges Fischen oder Ankerschäden eingeschränkt werden.

Wichtigstes Landschutzgebiet ist der High North National Park mit 1,36 km² hervor, der den nördlichen Teil der Insel einnimmt und den höchsten Punkt Carriacous (High North Peak, 291 Meter) umfasst. Dieser Park schützt trockene Dornwälder, immergrüne Wälder, Mangrovengebiete und seltene Tierarten wie Iguanas und Vögel. Er bietet Wanderwege, historische Ruinen und dient als wichtiger Ort für Bildung und Ökotourismus. Kleinere geschützte Zonen umfassen Mangroven in Petit Carenage und Gebiete um White Island sowie Saline Island, die für ihre Riffe und Vogelpopulationen bedeutsam sind.

Klima

Carriacou weist ein tropisches Savannenklima auf, das nach der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation als Aw (tropisches Savannenklima mit trockener Winterperiode) eingestuft wird. Dieses Klima ist charakterisiert durch ganzjährig hohe Temperaturen, eine ausgeprägte Trocken- und Regenzeit sowie konstante nordöstliche Passatwinde, die für Abkühlung sorgen.

Die Temperaturen sind das ganze Jahr über stabil und warm: Tagsüber liegen die Durchschnittswerte bei 27 bis 30°C, mit Höchstwerten bis 31 bis 32 °C in den wärmsten Monaten (September/Oktober) und nächtlichen Tiefs selten unter 24°C (im kühleren Januar / Februar etwa 22 bis 24°C). Die Wassertemperaturen im Karibischen Meer betragen konstant 27 bis 29°C. Die hohe Luftfeuchtigkeit wird durch die Passatwinde gemildert, was das Klima angenehm macht. Das Jahr gliedert sich in zwei Jahreszeiten:

  • Trockenzeit (Januar bis Mai/Juni): Wenig Niederschlag (oft unter 50 bis 100 mm pro Monat), viel Sonne (bis zu 8 bis 9 Stunden täglich) und niedrigere Feuchtigkeit. Diese Periode ist die beliebteste Reisezeit, kann aber gelegentlich zu Wassermangel führen, da Carriacou eine der trockensten Inseln Grenadas ist.
  • Regenzeit (Juni/Juli bis Dezember): Höhere Niederschlagsmengen mit einem Peak von August bis November (bis zu 200 bis 250 mm pro Monat, November oft der nasseste). Regen fällt meist in kurzen, intensiven Schauern oder Gewittern, gefolgt von sonnigen Phasen. Diese Zeit überschneidet sich mit der Hurrikansaison (Juni–November), wobei Carriacou am südlichen Rand des Hurrikangürtels liegt und selten direkt betroffen ist, aber tropische Stürme möglich sind.


Der jährliche Niederschlag beträgt etwa 1.000 bis 1.500 mm und ist damit deutlich geringer als auf der Hauptinsel Grenada. Diese trockeneren Bedingungen prägen die Vegetation mit Dornwäldern und Kakteen und machen Carriacou anfällig für Dürren. Der Klimawandel verstärkt Risiken wie längere Trockenperioden, intensivere Stürme, steigende Meerestemperaturen und Korallenbleiche.

Die erste Aufzeichnung eines Hurrikans auf der Insel erfolgte am 14. August 1944. Im Jahr 1955 wurde der zweite Stock des großen Hauses von Beausejour durch den Hurrikan Janet weggeweht. Jüngste Wirbelstürme: Hurrikan Ivan am 7. September 2004 und Hurrikan Emily am 13. Juli 2005.

Mythologie

Carriacou, als kleine Insel mit stark afrikanischen Wurzeln durch die Geschichte der Versklavung, bewahrt eine reiche Folklore und mythologische Traditionen, die vor allem aus westafrikanischen Einflüssen stammen und mit europäischen und indigenen Elementen vermischt sind. Spezifische Kalinago-Mythen sind auf Carriacou kaum überliefert, da, ihre Traditionen aber durch die europäische Eroberung und die spätere afrikanische Bevölkerung weitgehend verdrängt wurden. Stattdessen dominieren afro-karibische Erzählungen von Geistern, Schutzwesen und rituellen Praktiken, die das Leben der Ahnen ehren und die Verbindung zu Afrika aufrechterhalten.

Ein zentrales Element der Mythologie und Spiritualität Carriacous ist der Big Drum Dance (auch Nation Dance oder Gwa Tambu genannt), ein uraltes Ritual, das Ahnen verehrt und bei wichtigen Anlässen wie Hochzeiten, Tombstone Feasts (Grabsteinfeiern), Bootsweißen oder zur Abwehr von Unglück durchgeführt wird. Die neun kodifizierten Rhythmen der Boula-Trommeln repräsentieren die neun afrikanischen „Nationen“ (ethnische Gruppen wie Cromanti, Igbo, Kongo oder Manding), die die frühe Bevölkerung der Insel prägten. Die Lieder und Tänze rufen die Ahnen an, erinnern an die Herkunft aus Afrika und beinhalten Motive wie den Mythos der „Flying Africans“ – versklavte Menschen, die spirituell oder magisch nach Afrika zurückfliegen konnten, als Symbol für Flucht, Transzendenz und Widerstand gegen die Sklaverei. Dieser Ritualtanz ist ein lebendiges Erbe, das die Geschichte von Leid und Stärke bewahrt und Carriacou als „Big Drum Nation“ bekannt macht.

In der allgemeinen karibischen Folklore, die auch auf Carriacou wirkt, spielen übernatürliche Wesen eine große Rolle: Jumbies (ruhelose Geister Verstorbener, oft bösartig, die nach unvollendeten Beerdigungsritualen umgehen), Soucouyants (blutsaugende Hexen, die nachts ihre Haut abstreifen und als Feuerball fliegen), La Diablesse (eine schöne Teufelsfrau mit einem Kuhfuß, die Männer in den Abgrund lockt) oder Schutzgeister wie Papa Bois (Wächter der Wälder). Diese Figuren dienen oft als moralische Warnungen und spiegeln Ängste vor dem Übernatürlichen wider. Auf Carriacou verschmelzen sie mit lokalen Tiergeschichten und Aberglauben, etwa um Schlangen oder Ziegen mit magischen Kräften.

Ein weiteres einzigartiges kulturelles Element ist der Shakespeare Mas während des Karnevals, eine performative Tradition, bei der Maskierte in farbenprächtigen Kostümen Verse aus Shakespeares „Julius Caesar“ rezitieren und mit Peitschen „kämpfen“. Obwohl der Text europäisch ist, hat diese Masquerade afro-karibische Wurzeln in afrikanischen Speech-Battles und Stick-Fighting und symbolisiert Widerstand, Stolz und kreolische Synthese aus afrikanischen, französischen und britischen Einflüssen.

Geschichte

Carriacou wurde zuerst von Arawak besiedelt, die später von Kariben verdrängt wurden, bis europäische Kolonisatoren im 17. Jahrhundert eintrafen. Französische Siedler etablierten sich um 1740 als erste Europäer, bevor die Briten 1763 die Kontrolle übernahmen und die Insel bis zur Unabhängigkeit Grenadas 1974 prägten.

Vorkolumbische Zeit

Carriacou wurde relativ spät in der präkolumbischen Karibik besiedelt, ab etwa 400 bis um 1400. Die ersten Siedler gehörten zur Keramikzeit (Ceramic Age) und waren wahrscheinlich mit den Saladoid-Kulturen verbunden, die aus Südamerika (Orinoco-Region) über Trinidad in die südlichen Kleinen Antillen vordrangen. Spätere Phasen zeigen Einflüsse der Troumassoid-Serien, einer Weiterentwicklung lokaler Traditionen. Im Gegensatz zu älteren Modellen, die eine scharfe Trennung zwischen „friedlichen Arawak“ und „kriegerischen Kariben“ (Kalinago) annahmen, deuten Funde darauf hin, dass die Bewohner Carriacous Nachfahren arawakisch sprechender Gruppen waren, mit möglichen späteren Kontakten zu Kalinago aus dem Norden oder Süden.

Die Insel beherbergt über ein Dutzend archäologischer Stätten, hauptsächlich küstennah, darunter die beiden großen Dorfanlagen Grand Bay (an der Südostküste) und Sabazan (in der Nähe). Diese Stätten zeugen von langfristiger Besiedlung mit dichten Middens (Abfallhaufen), Keramik, Werkzeugen und Bestattungen. Radiokarbondatierungen bestätigen eine Kontinuität von ca. 400–1400 n. Chr., wobei Grand Bay und Sabazan zu den reichsten Fundorten gehören. Weitere Stätten wie Black Bay oder kleinere Streufunde ergänzen das Bild einer vergleichsweise dichten Besiedlung für eine kleine Insel (34 km²).

Die Wirtschaft basierte stark auf marinen Ressourcen: Intensiver Fischfang in Korallenriffen, Sammeln von Muscheln (z. B. Queen Conch und Neriten) und Jagd auf Meeresschildkröten. Terrestrische Ressourcen spielten eine untergeordnete Rolle, da große einheimische Landtiere fehlten. Bemerkenswert sind Funde translozierter Tiere aus Südamerika, wie Aguti, Opossum, Pekari und Gürteltier, die als Nahrungsquelle oder Haustiere eingeführt wurden – ein Beleg für weitreichende Kontakte zum Festland. Landwirtschaft umfasste wahrscheinlich Maniok, Mais und andere tropische Pflanzen, ergänzt durch Sammeln.

Carriacou diente als Knotenpunkt in regionalen Netzwerken: Exotische Artefakte wie Jadeit, Keramik-Inhalationsschalen und importierte Materialien weisen auf Handel mit anderen Inseln (z. B. Grenada, St. Vincent) und Südamerika hin. Die Lage in den Grenadinen begünstigte maritime Interaktionen.

Kolonialzeit

Christoph Kolumbus sichtete Grenada 1498, doch Carriacou wurde nicht erwähnt. Die südlichen Kleinen Antillen lagen am Rand des frühen spanischen Kolonialreichs, und es gab keine spanischen Versuche, die Insel zu kolonisieren. Die indigene Bevölkerung der Region litt unter den Kontakten zu den Europäern durch Krankheiten und Raubzüge, doch Carriacou blieb isoliert.

Am 27. September 1650 kaufte Jacques du Parquet Grenada von der Compagnie des Iles de l'Amerique, die aufgelöst wurde, für umgerechnet 1160 £. 1656 besuchte Jean-Baptiste Du Tertre, ein französischer Schildkrötenfischer aus Guadeloupe, als erster Europäer Carriacou. Franzosen waren die ersten Siedler, aber auch Engländer und Schotten ließen sich auf der Insel nieder. Eine der ältesten Siedlungen ist Dumfries an der Südostküste, archäologische Ausgrabungen belegen eine über zweihundertjährige Besiedlung.

Im Jahr 1657 verkaufte Jacques du Parquet Grenada an Jean de Faudoas, Comte de Sérillac, für umgerechnet 1890 Pfund. 1664 kaufte König Ludwig XIV. die unabhängigen Inselbesitzer auf und gründete die Französische Westindien-Kompanie. 1674 wurde die Französische Westindien-Kompanie aufgelöst. Die Eigenherrschaft endete in Grenada, das eine französische Kolonie wurde.

1720 kaperte Bartholomew Roberts ein französisches Schiff in der Nähe von Carriacou, requirierte es und benannte es in Royal Fortune um. Vom Zuckerrohranbau vergangener Jahrhunderte zeugen nur noch die Ruinen einiger Herrenhäuser. Auf den alten Zuckerrohrfeldern werden heute Baumwolle, Erdnüsse und Limonen angebaut, andere Flächen werden als Weideland genutzt.

Im Jahr 1750 wurde die erste Volkszählung auf der Insel durchgeführt. Sie ergab, dass 199 Menschen (92 Weiße, 92 Schwarze und 15 Mischlinge, Menschen afrikanischer Abstammung waren meist versklavt) auf Carriacou lebten.

Carriacou wurde 1762 Teil der französischen Kolonie. Nach der französischen Niederlage im Siebenjährigen Krieg trat es seine Gebiete an Großbritannien ab. Die Insel war von 1763 bis 1779 und von 1783 bis 1974 Teil der britischen Kolonie Grenada. Von 1779 bis 1783 war sie Teil der französischen Kolonie Grenada. Seit 1974 ist die Insel ein abhängiges Gebiet von Grenada.

1763, kurz vor Ende des Siebenjährigen Krieges, wurde Carriacou zusammen mit Grenada von den Franzosen nach ihrer Niederlage im Krieg an die Briten abgetreten. Darüber hinaus hatten die Briten das benachbarte Grenada erobert.

1776 gab es 86 Weiße und 3.153 Negersklaven. Von den 47 Plantagen der damaligen Zeit waren 22 in englischem oder schottischem Besitz, 21 hatten französische Herren und 4 gehörten ehemaligen Sklaven oder Mischlingen. Zu jener Zeit erwirtschafteten die Pflanzer 350.000 kg Baumwolle, 60.475 kg Zucker und 71 Fässer Rum zu 500 Litern, 3.775 kg Indigo, 2.190 kg Kaffee und 500 kg Kakao.

Während der französischen Herrschaft gab es so gut wie keine Verteidigungsstellungen auf der Insel. Nach der Fédon Rebellion auf Grenada wurden 13 Küstenbatterien eingerichtet und es waren über tausend Soldaten auf Carriacou stationiert. Während dieser Zeit wurde selbst auf der kleinen Insel Ronde Island eine Signalstation errichtet und es wurden dort 700 Soldaten untergebracht.

Im Jahr 1791 wurde Gun Point (Rapid Point), das zu den Grenadinen gehörte, zu einem Breitengrad der Insel. The Point gehörte zu St. Vincent und der Rest von Carriacou zu Grenada.

Umbruchszeit

Im 19. Jahrhundert stand Carriacou unter britischer Kolonialherrschaft als Teil der Kolonie Grenada und erlebte tiefgreifende Veränderungen durch die Abschaffung der Sklaverei, wirtschaftliche Umbrüche und kulturelle Entwicklungen. Die Insel, die im 18. Jahrhundert vor allem durch Baumwoll- und Zuckerplantagen geprägt war, die stark von versklavter afrikanischer Arbeit abhängig waren, wandelte sich nach der Emancipation grundlegend.

Die Abschaffung der Sklaverei im Britischen Empire erfolgte 1834 (mit einer Übergangsphase der „Apprenticeship“ bis 1838), was auf Carriacou zu einem Umbruch führte. Viele ehemals versklavte Menschen wandten sich kleinbäuerlicher Landwirtschaft zu, während große Plantagen an Profitabilität verloren. Die Wirtschaft litt unter fallenden Preisen für Exportgüter wie Baumwolle und Zucker, was zu einem Rückgang der Plantagenwirtschaft beitrug. Stattdessen gewannen Limettenanbau und Zitrusprodukte an Bedeutung, die bis ins frühe 20. Jahrhundert kommerziell angebaut wurden, bevor sie unrentabel wurden. Die Insel blieb trocken und wasserarm, was 1891 zur Bohrung von Brunnen führte, um Grundwasser zu erschließen.

Ein markantes Merkmal dieser Zeit war der Aufstieg des Schiffbaus. Schottische Siedler, die sich im 19. Jahrhundert in Windward niedergelassen hatten, brachten traditionelle Bootbautechniken mit, die bis heute überliefert werden und Carriacou zu einem Zentrum für den Bau von Schoner und Fischerbooten machten. Diese Handwerkskunst wurde zu einem wichtigen Wirtschaftszweig und zog Arbeitskräfte aus der Region an.

Im Jahr 1870 leitete Stephen Joseph Perry eine Expedition der britischen Regierung, um eine Sonnenfinsternis auf Carriacou zu beobachten. Um dieselbe Zeit wurde der Pierrot Mas eingeführt, eine Maskentradition mit Rezitationen aus Shakespeares Werken (Vorläufer des späteren Shakespeare Mas). Afro-karibische Traditionen wie der Big Drum Dance blieben stark verwurzelt und zeugten von der afrikanischen Herkunft der Mehrheitsbevölkerung.

Die Bevölkerung lag Anfang des Jahrhunderts bei etwa 3.500 Personen und stieg bis zu einem Peak von rund 7.100, bevor sie durch Auswanderung (vor allem Männer auf der Suche nach Arbeit in Trinidad oder Guyana) wieder abnahm. Ereignisse wie die wissenschaftliche Expedition von Stephen Joseph Perry 1870 zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis unterstrichen die internationale Aufmerksamkeit, die die Insel gelegentlich erhielt.

Weltkriegsära

Nach dem Ersten Weltkrieg litt die Insel unter dem globalen Preisverfall für Agrarprodukte. Der kommerzielle Limettenanbau, der seit dem 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielte, wurde in den 1920er Jahren zunehmend unrentabel, sodass viele Plantagen aufgegeben und die Produktion nach Grenada verlagert wurden. Die Wirtschaft stützte sich nun stärker auf kleinbäuerliche Landwirtschaft, Fischerei und den traditionellen Schiffbau in Windward, wo schottische Techniken weitergegeben wurden und die Insel regionale Bedeutung als Bauort für Schoner und Fischerboote erlangte.

Kulturell bereicherte sich das Leben: 1922 führte Petite Charles den Jab Jab (Devil) Mas ein, eine farbenprächtige Karnevalstradition mit teuflischen Masken, die den Carnival (Kayak Mas) prägte. Afro-karibische Rituale wie der Big Drum Dance und Maroon-Feste blieben zentral und bewahrten afrikanische Wurzeln.

In den 1930er Jahren verstärkte die Große Depression die wirtschaftliche Not, doch Carriacou blieb von direkten Kämpfen des Zweiten Weltkriegs verschont. Als Teil der britischen Karibik lag es im Bereich der Battle of the Caribbean, wo deutsche U-Boote alliierte Schifffahrt bedrohten, aber keine Angriffe direkt auf die Insel dokumentiert sind. Viele Bewohner migrierten temporär zur Arbeit, etwa nach Trinidad.

Die trockenen Bedingungen hielten an – 1941 wurden nur etwa 4 Zoll Niederschlag pro Monat gemessen –, was Dürren und Wassermangel verschärfte. Der Krieg brachte indirekte Risiken wie Seeminen: Am 6. Juli 1945, kurz nach Kriegsende, explodierte eine treibende Mine am Strand von Windward und forderte Tote unter der Bevölkerung, die sie für Treibgut hielt.

Moderne Zeit

Nach 1945 blieb Carriacou als Teil der britischen Kolonie Grenada zunächst agrarisch und maritim geprägt, mit Fokus auf Schiffbau und Fischerei. Die traditionelle Bootbaukunst in Windward, beeinflusst von schottischen Siedlern, gewann an Bedeutung. Das Telefonsystem wurde 1961 auf Carriacou in Betrieb genommen. Das Bishop's College war die erste weiterführende Schule auf Carriacou; sie wurde 1964 von der anglikanischen Kirche eröffnet. 1965 gründete der Jamaikaner J. Linton Rigg die Carriacou Regatta, die bis heute als ältestes Regatta-Festival der Karibik jährlich im August stattfindet und lokale Holzboote, Rennen, Musik und Feste feiert. In den Jahren 1965 bis 1968 wurde der Flughafen und die Landebahn von Lauriston eröffnet. Am 31. Oktober 1975 wurde die Carriacou Carib Organization (CCO) gegründet.

Am 7. Februar 1974 erlangte Grenada die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich, wodurch Carriacou und Petite Martinique als Dependencies in den neuen Tri-Island-Staat Grenada, Carriacou und Petite Martinique integriert wurden. Die Insel behielt ihre starke kulturelle Identität mit Traditionen wie dem Big Drum Dance, Maroon-Festen und dem Carnival (Kayak Mas). In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Tourismus langsam, ergänzt durch Ökotourismus, Tauchen und die reichen Korallenriffe. Die Wirtschaft blieb jedoch anfällig für Naturkatastrophen.

Am 1. November 1983 landeten zwei Kompanien der 22nd Marine Amphibious Unit im Rahmen der Operation Urgent Fury mit einem Hubschrauber auf Carriacou. Die 19 grenadischen Soldaten, die die Insel verteidigten, ergaben sich kampflos. Dies war die letzte Militäraktion der Kampagne.

Im September 2004 traf Hurricane Ivan, ein Category-3-Sturm (später Category-4/5), die Region schwer. Auf Carriacou zerstörte er zahlreiche Dächer, Schulen und Infrastruktur, entwurzelte Bäume und verursachte Überschwemmungen. Obwohl Grenada mainland stärker betroffen war (39 Tote landesweit, Schäden in Milliardenhöhe), litt Carriacou unter Stromausfällen und Beschädigungen an Häusern und Booten. Der Wiederaufbau dauerte Jahre und stärkte die Resilienz der Gemeinschaft.

Die Corona-Maßnahmenpolitik ab 2020 traf die karibische Region hart, insbesondere durch den Einbruch des Tourismus, von dem Carriacou abhängig ist. Grenada meldete relativ wenige Fälle, doch Lockdowns, Quarantänen und Grenzschließungen führten zu wirtschaftlichen Einbußen, Arbeitslosigkeit und Belastungen für die kleine Bevölkerung.

Das dramatischste Ereignis der jüngeren Geschichte ereignete sich am 1. Juli 2024, als Hurricane Beryl – der früheste Category-5-Sturm im Atlantik – als Category-4-Hurrikan direkt auf Carriacou traf. Mit Böen bis 240 km/h zerstörte er praktisch alle Gebäude, Dächer und Vegetation; die Insel wurde als „flachgelegt“ beschrieben, mit 100 % Betroffenheit der Bevölkerung. Es gab Tote, tausende Obdachlose und massive Schäden an Infrastruktur, Häfen und dem Carriacou Museum. Internationale Hilfe aus der Region und UN-Organisationen floss schnell, und der Wiederaufbau läuft bis heute (Stand Ende 2025), unterstützt durch Gemeinschaft und Tourismus-Rückkehr.

Verwaltung

Carriacou ist ein Außengebiet (dependency) der karibischen Republik Grenada.


Herrschaftsgeschichte

  • um 400 bis 13. Jahrhundert Stammesgemeinschaften der Arawak
  • 13. Jahrhundert bis 2. Juli 1627 Stammesgemeinschaften der Kalinago
  • 2. Juli 1627 bis 20. Juni 1650 Königreich England (Kingdom of England)
  • 20. Juni 1650 bis 15. Februar 1762 Französische Antillen (Antilles françaises) als Kolonie des Königreichs Frankreich (Royaume de France)
  • 15. Februar 1762 bis 6. Juli 1779 Kolonie Südliche Karibische Inseln (Southern Caribbee Islands) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 6. Juli 1779 bis 6. Januar 1784 Französische Antillen (Antilles françaises) als Kolonie des Königreichs Frankreich (Royaume de France)
  • 6. Januar 1784 bis 2. März 1795 Kolonie Südliche Karibische Inseln (Southern Caribbee Islands) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 2. März 1795 bis 10. Juni 1796 Republik Frankreich (République française)
  • 19. Juni 1796 bis 31. Dezember 1800 Kolonie Südliche Karibische Inseln (Southern Caribbee Islands) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 1. Januar 1801 bis 1. April 1833 Kolonie Grenada (Colony of Grenada) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • 1. April 1833 bis 3. Januar 1958 Britische Inseln über dem Winde (British Windward Islands) als Kolonie des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland, ab 27. April 1927 United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 3. Januar 1958 bis 31. Mai 1962 Westindische Föderation (West Indies Federation bzw. Federation of the West Indies) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 31. Mai 1962 bis 27. Februar 1967 Kolonie Grenada (Colony of Grenada) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 3. März 1967 bis 7. Februar 1974 Assoziierter Staat Grenada (Associated State of Grenada) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • seit 7. Februar 1974 Staat Grenada (State of Grenada)

Legislative und Exekutive

Carriacou ist als Dependency des Staates Grenada integraler Bestandteil des zentralisierten Regierungssystems Grenadas, ohne eigene eigenständige legislative oder exekutive Gewalt auf lokaler Ebene. Die Verfassung Grenadas von 1974 sieht zwar ein lokales Regierungsorgan (Local Council) für Carriacou und Petite Martinique vor, das als primäres Organ der lokalen Selbstverwaltung dienen soll, doch dieses wurde trotz entsprechender Gesetze (Carriacou and Petite Martinique County Council Act von 1995) bis heute (Stand Ende 2025) nicht umgesetzt.

Die legislative Gewalt liegt ausschließlich beim nationalen Parlament Grenadas in St. George’s, das bikameral strukturiert ist: Es umfasst das House of Representatives (15 direkt gewählte Abgeordnete) und den Senate (13 ernannte Senatoren). Carriacou und Petite Martinique bilden zusammen einen einzigen Wahlkreis (Constituency), der einen Abgeordneten ins House of Representatives entsendet – derzeit Tevin Andrews (NDC), der zugleich Minister ist. Dieser vertritt die Interessen der Inseln auf nationaler Ebene, kann Gesetzesvorschläge einbringen und an Debatten teilnehmen, hat aber keine lokale legislative Autonomie. Es gibt keine eigene Inselversammlung oder lokales Parlament; alle Gesetze gelten einheitlich für den gesamten Staat Grenada, Carriacou und Petite Martinique.

Die exekutive Gewalt wird zentral vom Premierminister und seinem Kabinett ausgeübt, unterstützt durch das Ministry of Carriacou & Petite Martinique Affairs and Local Government mit Sitz in Beausejour (Carriacou). Dieses Ministerium koordiniert alle staatlichen Aktivitäten auf den Inseln, einschließlich Infrastruktur, Sozialdienste, Katastrophenschutz und lokaler Verwaltung. Der zuständige Minister (aktuell Tevin Andrews) ist Mitglied des nationalen Kabinetts und sorgt für die Umsetzung zentraler Politik vor Ort. Administrative Aufgaben werden durch lokale Büros und Beamte erledigt, doch die Entscheidungsgewalt bleibt beim Premierminister und der Zentralregierung.

Inseloberhaupt

Die Insel wird zentral vom Ministry of Carriacou and Petite Martinique Affairs and Local Government verwaltet, dessen Minister derzeit Hon. Tevin Andrews (NDC) ist. Er ist zugleich der direkt gewählte Parlamentsabgeordnete (Member of Parliament) für den Wahlkreis Carriacou und Petite Martinique und vertritt die Interessen der Inseln im nationalen Parlament in St. George’s.

Politische Gruppierungen

Auf Carriacou gibt es keine eigenen, inselspezifischen Parteien. Politisch ist die Insel vollständig in den Staat Grenada eingebunden, daher sind dort die nationalen Parteien Grenadas aktiv. Die wichtigsten sind:

  • New National Party (NNP): konservativ-liberal; derzeit (seit 2013) die dominierende Regierungspartei Grenadas, auch auf Carriacou stark vertreten
  • National Democratic Congress (NDC): sozialdemokratisch bis mitte-links; wichtigste Oppositionspartei
  • Grenada United Labour Party (GULP): historisch bedeutende Partei; heute nur noch geringe politische Relevanz
  • The Heart Party: kleine, neuere Partei mit begrenztem Einfluss


Unabhängige Kandidaten spielen auf Carriacou und der Schwesterinsel Petite Martinique eine gewisse Rolle, da lokale Anliegen und persönliche Bekanntheit oft wichtiger sind als Parteizugehörigkeit

Justizwesen und Kriminalität

Das Justizwesen auf Carriacou ist vollständig in das nationale System des Staates Grenada integriert und folgt dem Common-Law-Tradition des Eastern Caribbean Supreme Court (ECSC). Es gibt keine eigenständigen Gerichte oder Justizstrukturen auf der Insel; alle Verfahren sind zentral organisiert und unabhängig.

Der ECSC umfasst das High Court (mit residenten Richtern in Grenada) und das itinerante Court of Appeal. Für Carriacou finden Magistrate’s Court-Sitzungen periodisch statt, die früher über der Polizeistation in Hillsborough abgehalten wurden (mit Infrastrukturproblemen). Seit 2023/2024 sind Pläne für einen neuen Halls of Justice in Arbeit, um bessere Bedingungen zu schaffen; nach Hurricane Beryl 2024 waren Sitzungen temporär unterbrochen, wurden aber 2025 wieder aufgenommen. Schwere Fälle gehen ans High Court auf der Hauptinsel Grenada, Berufungen ans ECSC oder letztinstanzlich ans Judicial Committee of the Privy Council (oder potenziell Caribbean Court of Justice). Justices of the Peace unterstützen bei kleineren Angelegenheiten.

Die Polizei wird durch die Royal Grenada Police Force (RGPF) gewährleistet, mit einer eigenen Station in Hillsborough (Carriacou Police Station) und einer weiteren auf Petite Martinique. Diese fallen unter die Northern Division der RGPF und sind für Prävention, Ermittlung und Sicherheit zuständig, inklusive Schutz des Magistrate’s Court.

Carriacou gilt als eine der sichersten und ruhigsten Inseln der Karibik mit einer sehr niedrigen Kriminalitätsrate. Schwere Gewaltverbrechen sind extrem selten; die meisten Delikte sind opportunistische Kleinkriminalität wie Diebstähle unbeaufsichtigter Gegenstände, Einbrüche in Villen oder Autos – oft touristenbezogen. Gewalt gegen Personen (zum Beispiel Raubüberfälle) ist virtually unheard of.

Grenada insgesamt hat eine niedrige Kriminalitätsrate im karibischen Vergleich (Homicide-Rate um 6 bis 11 pro 100.000 Einwohner in den letzten Jahren), und Carriacou liegt deutlich darunter. Die kleine Bevölkerung und die enge Gemeinschaft fördern ein hohes Maß an sozialer Kontrolle. Touristen und Expats berichten einhellig von einem Gefühl hoher Sicherheit, solange grundlegende Vorsichtsmaßnahmen (zum Beispiel Wertsachen sichern, nachts nicht allein in abgelegenen Gebieten unterwegs sein) eingehalten werden.

Flagge und Wappen

Carriacou verfügt als Dependency des Staates Grenada über keine eigene offizielle Flagge oder ein eigenes Wappen. Alle nationalen Symbole sind zentral für den gesamten Tri-Island-Staat Grenada, Carriacou und Petite Martinique gestaltet und integrieren die Schwesterinseln explizit.

Die Nationalflagge Grenadas (adoptiert 1974) repräsentiert auch Carriacou. Die sieben gelben Sterne symbolisieren die sechs Parishes der Hauptinsel Grenada sowie Carriacou und Petite Martinique gemeinsam (oft interpretiert als der zentrale große Stern für die Hauptstadt oder die Einheit, während einige Quellen den zentralen Stern speziell den Schwesterinseln zuordnen). Die Muskatnuss auf der Flagge steht für den Reichtum der Nation, Rot für Mut, Gelb für Weisheit und Grün für Vegetation und Landwirtschaft.

Das Wappen Grenadas (ebenfalls 1974 vom College of Arms genehmigt) enthält Elemente aus allen drei Inseln: Ein Schild mit dem Schiff Santa Maria (Kolumbus), britischen Löwen, Lilien, Muskatnuss und einem Maisstängel. Die Supporter sind ein Gürteltier (Armadillo, typisch für Carriacou) links und die Grenada-Taube rechts. Der Kranz mit Bougainvillea und sieben Rosen symbolisiert die Gemeinschaften, und das Motto lautet: „Ever conscious of God we aspire, build and advance as one people“.

Es existiert eine inoffizielle oder vorgeschlagene Flagge für Carriacou und Petite Martinique (auf Wikimedia Commons dokumentiert), die die nationale Flagge mit lokalen Anpassungen kombiniert, doch sie hat keinen offiziellen Status und wird nicht von der Regierung verwendet. Das Ministry of Carriacou and Petite Martinique Affairs nutzt keine separate Flagge oder ein eigenes Wappen, sondern die nationalen Symbole.

Hauptort

Administratives und wirtschaftliches Zentrum) der Insel ist Hillsborough. Es ist dies die einzige größere Siedlung auf der Insel (ca. 1.000 Einwohner) und dient als Sitz der Verwaltung, Handel, Hafen und Verkehrsknotenpunkt für Carriacou und Petite Martinique. Ein genaues Datum, seit wann Hillsborough offiziell Hauptstadt ist, lässt sich historisch nicht exakt festlegen, da Carriacou keine eigenständige koloniale Verwaltung mit einer formell designierten „Hauptstadt“ hatte. Die Siedlung entwickelte sich jedoch ab dem späten 18. Jahrhundert unter britischer Herrschaft (nach 1763/83) zum zentralen Ort der Insel. Bereits 1796 wurde Hillsborough Bay als wichtiger Hafen erwähnt, wo britische Truppen unter Sir Ralph Abercromby zusammenkamen, um Angriffe auf spanische Besitzungen zu starten – ein Zeichen für seine frühe strategische und administrative Bedeutung.

Vorher, in der vorkolumbischen und frühen kolonialen Zeit (bis Mitte 18. Jahrhundert), gab es keine zentrale „Hauptstadt“. Die indigene Bevölkerung (Kalinago und früher Saladoid/Troumassoid-Kulturen) lebte in verstreuten Dörfern wie Grand Bay oder Sabazan an der Ostküste, ohne eine feste administrative Zentrale. Unter französischer Herrschaft (bis 1763) blieb die Insel dünn besiedelt und ohne bedeutende Siedlung. Erst mit der Etablierung von Plantagen und dem Hafenwachstum unter den Briten wurde Hillsborough zum natürlichen Zentrum.

Verwaltungsgliederung

Carriacou besteht aus 14 Ortschaften.


           Verwaltungseinheiten:

           14 settlements (Siedlungen)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 36,17 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1750                   199                   5,50

           1900                5 000               138,24

           1950                6 000               165,88

           1960                5 000               138,24

           1970                4 750               131,32

           1981                4 671               135,39

           1986                5 315               154,06

           1991                5 726               165,97

           2000                6 063               167,63

           2001                6 081               168,12

           2000                6 100               168,65

           2001                6 100               168,65

           2002                6 070               167,83

           2003                6 050               167,27

           2004                6 020               166,44

           2005                6 000               165,88

           2006                5 981               165,36

           2007                5 950               164,50

           2008                5 900               163,18

           2009                5 820               160,91

           2010                5 740               158,70

           2011                5 661               156,51

           2912                5 600               154,82

           2013                5 500               152,06

           2014                5 400               149,29

           2015                5 300               146,53

           2016                5 200               143,77

           2017                5 100               141,00

           2018                5 000               138,24

           2019                4 920               135,97

           2020                4 850               134,09

           2021                4 800               132,71

           2022                4 747               131,24

           2023                4 700               129,94


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,49 % pro Jahr.

Volksgruppen

ie ursprünglichen Bewohner waren indigene Völker, wie die Kalinago (Kariben), die der Insel ihren Namen gaben – „Kayryouacou“ bedeutet „Land der Riffe“. Vor der europäischen Kolonisierung lebten hier auch Arawak-Gruppen, doch eine kontinuierliche indigene Bevölkerung existiert heute nicht mehr; es gibt lediglich archäologische Spuren.

Ab dem 17. Jahrhundert siedelten sich Europäer an, zunächst Franzosen, später Briten. Plantagen für Zuckerrohr, Baumwolle und Indigo wurden errichtet, was zur Versklavung afrikanischer Menschen führte. Im Jahr 1776 bestand die Bevölkerung größtenteils aus versklavten Afrikanern (über 3.000 Personen) bei nur wenigen weißen Siedlern. Nach der Abschaffung der Sklaverei im 19. Jahrhundert blieben die Nachkommen dieser Afrikaner die dominante Gruppe.

Heute ist die Bevölkerung überwiegend afrikanischer Abstammung (etwa 80 bis 90 %, je nach Quelle). Es gibt eine kleinere Gruppe von Personen gemischter Herkunft (mixed ethnicity, oft afrikanisch-europäisch), die rund 10 bis 15 % ausmacht. Weiße (europäischer Abstammung, hauptsächlich britisch oder französisch) machen nur einen sehr geringen Anteil aus (1 bis 2 %). Spuren südasiatischer (ostindischer) Herkunft sind minimal und eher auf der Hauptinsel Grenada vertreten. Europäische Einflüsse sind jedoch in Ortsnamen, Traditionen wie der Quadrille-Tanz und der Kultur sichtbar, während starke afrikanische Elemente in Musik, Tanz (wie Big Drum Dance) und Festen erhalten geblieben sind.

Zahlreiche Carriacouaner sind seit dem späten 20. Jahrhundert in das Vereinigte Königreich und insbesondere in die Kreisstadt Huddersfield eingewandert. Eine Redewendung besagt, dass man, wenn man in Carriacou lebt, ein Familienmitglied in Huddersfield hat, und wenn man in Huddersfield lebt, kennt man sicher jemanden aus Carriacou. Ein weiterer englischer Ort, an dem sich die Kayaks (Spitzname für Menschen aus Carriacou) versammeln, ist London. Der Rektor von St. Stephens ist der Besucher des Erzbischofs von Canterbury in der Diözese Windward Island. In den Vereinigten Staaten, insbesondere in New York City, lebt eine große Zahl von Carriacouanern. Viele Carriacouaner kehren in den Urlaub oder in den Ruhestand „nach Hause“ zurück. Limetten und Zitrusfrüchte waren im 18. Jahrhundert die wichtigsten Exportgüter.

Sprachen

Die alltägliche Umgangssprache auf Carriacou ist jedoch überwiegend das Grenadian Creole English (auch Grenadian Creole oder einfach Creole genannt), eine englischbasierte Kreolsprache mit Einflüssen aus afrikanischen Sprachen, Französisch und indigenen Elementen. Diese Kreolsprache ist die Muttersprache der meisten Bewohner und wird im täglichen Leben, in der Familie und in informellen Situationen gesprochen. Sie zeichnet sich durch eine eigene Grammatik, Aussprache und Vokabular aus, die sich vom Standardenglisch unterscheidet, und ist eng verwandt mit Kreolvarianten in benachbarten Inseln wie St. Vincent.

Darüber hinaus gibt es auf Carriacou Spuren des Grenadian Creole French (auch Patois oder Patwa genannt), einer französischbasierten Kreolsprache, die auf die französische Kolonialzeit zurückgeht. Diese Variante wird jedoch seltener gesprochen, hauptsächlich von älteren Menschen in ländlichen oder traditionellen Kontexten, und nimmt weiter ab. Sie ist stärker in bestimmten ländlichen Gebieten der Hauptinsel Grenada oder in Petite Martinique vertreten, findet aber auch auf Carriacou in kulturellen Traditionen wie Liedern oder Erzählungen Anwendung.

Religion

Die Religion auf Carriacou ist überwiegend christlich, wie im gesamten Land Grenada, wo das Christentum die dominante Glaubensrichtung ist. Es gibt keine separaten aktuellen Statistiken speziell für Carriacou, aber die Insel teilt die religiöse Landschaft Grenadas, mit einem stärkeren Fokus auf protestantische Denominationen und einer einzigartigen Integration afrikanischer Traditionen.

Die Mehrheit der Bewohner gehört christlichen Kirchen an, darunter römisch-katholische, anglikanische, pfingstlerische (Pentecostal), Siebenten-Tags-Adventisten, methodistische und andere evangelikale Gruppen. Auf Carriacou sind protestantische Strömungen besonders präsent, einschließlich der Anglikanischen Kirche (mit historischen Kirchen wie Christ the King in Hillsborough) und der Siebenten-Tags-Adventisten, die eine aktive Gemeinde unterhalten. Der römische Katholizismus, der landesweit stark ist (aufgrund der französischen Kolonialzeit), spielt ebenfalls eine Rolle, etwa bei Bootstaufe-Zeremonien, wo Priester Boote segnen.

Ein markantes Merkmal der religiösen Praxis auf Carriacou ist der Synkretismus – die Verschmelzung christlicher Elemente mit erhaltenen afrikanischen Traditionen. Der Big Drum Dance (auch Nation Dance genannt) ist ein zentrales Ritual, das bei Hochzeiten, Grabsteinfeiern, Bootseinweihungen oder zur Abwehr von Unglück performed wird. Er dient der Verehrung von Ahnen und repräsentiert neun afrikanische „Nationen“ (wie Ibo, Kromanti, Manding, Temne), die auf die Herkunft der versklavten Vorfahren zurückgehen. Dieser Tanz mit Trommeln, Gesängen und Tänzen wird oft als „ancestral cult“ beschrieben und ist eine lebendige Form afrikanischer spiritueller Retention, die harmonisch mit dem Christentum koexistiert – viele Bewohner sehen darin keinen Widerspruch zu ihrem christlichen Glauben.

Andere Religionen wie Hinduismus, Islam oder Rastafari sind auf Carriacou negligible, da die Insel eine homogene, afrikanisch-kreolische Gesellschaft hat. Die religiöse Praxis prägt das kulturelle Leben stark, etwa bei Festen wie dem Maroon-Festival oder dem traditionellen Carnival mit Shakespeare Mas, und trägt zur starken Gemeinschaftsbindung bei. Insgesamt ist die Gesellschaft auf Carriacou religiös tolerant und von einer tief verwurzelten christlich-afrikanischen Spiritualität geprägt.

Siedlungen

Die größten Siedlungen auf der Insel sind Hillsborough mit 600 Einwohnern, L'Esterre, Argyle, Dumfries, Grand Bay, Meldrum und L'Appelle. Hillsborough ist die einzige Stadt auf Carriacou. Die Hafenbehörde befindet sich in Tyrell Bay, wo auch die Fähre aus Grenada anlegt. In der Tyrell Bay gibt es verschiedene Bars und Restaurants. Hier befinden sich auch die Mangroven, ein geschütztes Gebiet und Austerngebiet, das von Yachten zum Schutz vor Hurrikans genutzt wird.

Hillsborough ist die Hauptstadt und einzige echte Stadt auf der Insel. Sie dient gleichzeitig als administratives, wirtschaftliches und kommerzielles Zentrum nicht nur für Carriacou, sondern auch für die benachbarte Petite Martinique. Mit etwa 1.000 Einwohnern ist Hillsborough eine kleine, aber lebendige Küstenstadt an der Westseite der Insel, direkt an der geschützten Hillsborough Bay gelegen. Sie erstreckt sich entlang der Main Street, wo sich die meisten Geschäfte, Banken, Märkte, Restaurants und Rum-Shops konzentrieren. Hier finden sich auch wichtige Einrichtungen wie das Krankenhaus (Princess Royal Hospital), Schulen, der Busbahnhof und Regierungsgebäude. Der Hafen von Hillsborough ist der wichtigste der Insel: Er dient als Anlegeplatz für Fähren aus Grenada und Petite Martinique, als Zoll- und Einreisehafen sowie als Ankerplatz für Yachten und Fischerboote. In der Nähe liegt der Lauriston Airport, der die Insel mit der Außenwelt verbindet.

Kulturell prägend ist das Carriacou Museum auf der Paterson Street, das in einem historischen Baumwoll-Entkernungsgebäude untergebracht ist und Exponate zur indigenen, afrikanischen und kolonialen Geschichte der Insel zeigt – von Artefakten der Kalinago bis hin zu Relikten aus der Plantagenzeit. Die Stadt ist außerdem Ausgangspunkt für Feste wie das Maroon and String Band Music Festival oder den Carnival.

Hillsborough verkörpert den entspannten, authentischen karibischen Lebensstil Carriacous: Eine Mischung aus freundlicher Gemeinschaft, lokaler Küche mit frischem Fisch und Meeresfrüchten, kleinen Stränden in der Bucht und einem Alltag, der stark vom Meer geprägt ist. Im Juli 2024 wurde die Stadt schwer vom Hurrikan Beryl getroffen, der erhebliche Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und dem Museum verursachte. Bis Ende 2025 läuft der Wiederaufbau intensiv; viele Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungen sind bereits wieder in Betrieb.

Verkehr

Auf Carriacou, einer Insel Grenadas, herrscht Linksverkehr mit einem Netz aus meist engen, kurvigen Straßen, die Schlaglöcher aufweisen können. Der öffentliche Verkehr erfolgt hauptsächlich durch Minibusse, Taxis oder Fähren von Grenada aus.

Straßenverkehr

In Grenada und damit auch auf Carriacou herrscht Linksverkehr, was bedeutet, dass man auf der linken Straßenseite fährt. Die Straßen sind größtenteils asfaltiert, jedoch oft schmal, kurvenreich und hügelig. Außerhalb der Hauptorte wie Hillsborough (der Hauptstadt) oder Tyrell Bay fehlen häufig Gehwege, und die Beschilderung ist minimal – es gibt kaum Straßenschilder oder Hinweise auf Ziele. In Hillsborough kann die Hauptstraße (Main Street) teilweise Einbahnregelungen haben, die für Ortsfremde verwirrend sein können. Viele Straßen sind nicht gut beleuchtet, weshalb nächtliches Fahren riskant ist. Schlaglöcher, unebene Abschnitte und gelegentliche Geschwindigkeitshügel (Speed Bumps) erfordern vorsichtiges Fahren.

Der Verkehr ist insgesamt gering: Es gibt wenig Staus, aber Fahrer fahren oft zügig oder temperamentvoll. Besondere Vorsicht ist geboten vor freilaufenden Tieren wie Ziegen, Schafen, Hühnern, Hunden oder Katzen, die plötzlich die Straße überqueren. Auch Fußgänger laufen häufig direkt auf der Fahrbahn, da Gehwege rar sind. Tempolimits liegen typischerweise bei etwa 30–50 km/h (20–30 mph), sollten aber immer den lokalen Schildern angepasst werden.

Mietwagen sind eine beliebte Option, um die Insel flexibel zu erkunden, da öffentliche Minibusse zwar günstig, aber nicht immer zuverlässig oder häufig fahren. Für ein Auto braucht man neben dem nationalen Führerschein eine lokale Fahrerlaubnis (erhältlich bei der Polizei oder vielen Vermietern). Empfohlen werden Fahrzeuge mit höherer Bodenfreiheit wie Jeeps oder SUVs, da einige Wege abenteuerlich sein können. Pannenhilfe ist begrenzt verfügbar, und es ist ratsam, defensiv zu fahren und nachts möglichst zu vermeiden.

Schiffsverkehr

Der maritime Verkehr umfasst vor allem Passagierfähren, Frachttransporte, Yachten und lokale Boote. Der Verkehr ist insgesamt ruhig und wetterabhängig – bei starkem Seegang oder Hurrikans können Verbindungen ausfallen. Die Hauptverbindungen laufen über Fähren, die zuverlässig, aber auf "Island Time" operieren, also gemächlich und ohne Stgress.

Die wichtigste, seit 1998 bestehende Fährverbindung ist die von Osprey Lines Ltd., die schnelle und komfortable Katamaran-Fähren zwischen St. George's (Grenada), Carriacou (meist Tyrell Bay oder Hillsborough) und Petite Martinique betreibt. Die Fahrt dauert 90 bis 120 Minuten nach Carriacou und ist bei rauem Wetter wellenreich – Seekrankheitstabletten sind empfehlenswert. Aktuelle Fahrpläne (Stand Ende 2025) sehen montags bis freitags Abfahrten um 6:00 Uhr und 17:00 Uhr von Carriacou sowie um 9:00 Uhr und 17:00 Uhr von Grenada vor; samstags oft nur eine Verbindung. Preise liegen bei ca. 80 EC$ (zirka 27 €) one-way für Erwachsene. Tickets können vorab online oder am Hafen gekauft werden.

Zwischen Carriacou und der kleinen Schwesterinsel Petite Martinique (nur per Boot erreichbar) verkehren Osprey-Fähren mehrmals täglich, ergänzt durch lokale Boote wie die MV Charmaine oder Chez Charmagne, besonders ab Windward. Die Überfahrt dauert nur 20–30 Minuten und kostet wenig (20 bis 30 EC$). Diese Verbindungen dienen vor allem Einheimischen für Pendeln, Einkäufe und Fracht.

Neben Passagierfähren gibt es Fracht- und Roll-on/Roll-off-Schiffe für Fahrzeuge und Güter, z.B. Tyrrel Bay Express. Yachthäfen wie Tyrell Bay sind beliebt bei Seglern – Carriacou ist ein Hotspot für Yachties mit Customs-Clearance direkt vor Ort. Traditioneller Bootsbau (zum Beispiel in Windward) prägt die Insel kulturell, und Regatten sind Highlights.

Flugverkehr

Direkt an der Küste im Süd-Osten von der Hauptstadt Hillsborough liegt Lauriston, ein kleiner Ort mit einem Landeplatz für Kleinflugzeuge. Die Fluggesellschaft SVG Air fliegt von hier regelmäßig die Hauptinsel Grenada an und bietet Charter-Flüge auf viele weitere Karibik-Inseln. In Hillsborough und der näheren Umgebung fahren viele Busse und Autos. Die Straßen sind im schlechten Zustand, eng, kurvenreich und zum Teil nicht asphaltiert.

Airline Ziel
SVG Air Grenada


Lauriston Airport bzw. Carriacou Island Airport

  • Code:  CRU / TGPZ
  • Lage:  12°28‘37“ N, 61°28‘20“ W
  • Seehöhe: 2 m (5 ft)
  • Inbetriebnahme: 
  • Betreiber: Grenada Airports Authority
  • Terminal: 1
  • Rollbahn: 1
  • Länge der Rollbahn:  800 m (Asfalt)
  • Fluggesellschaft:  1
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 20
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 

Wirtschaft

Carriacous Wirtschaft ist stark vom Tourismus (insbesondere Tauch- und Yachttourismus) sowie von Fischerei und kleinteiliger Landwirtschaft geprägt. Größere Industriebetriebe fehlen; viele Einwohner sind in Dienstleistungen, Handwerk, Bootsbau und saisonaler Arbeit auf den Nachbarinseln beschäftigt. Auf Carriacou gibt es mehr als 100 Rumläden.

Landwirtschaft

Das trockene Klima der Insel mit ausgedehnten Gras- und Buschlandschaften begünstigt vor allem die Viehzucht, insbesondere Schafe und Ziegen, sowie den Anbau robuster Kulturen wie Mais, Kassava und Süßkartoffeln. Traditionelle Produkte wie Farine aus Kassava werden weiterhin hergestellt und vermarktet. Mais hat eine besondere kulturelle Bedeutung, die jährlich im Carriacou Corn Festival gefeiert wird, das auch die Resilienz der Inselgemeinschaft hervorhebt.

In der Vergangenheit war die Landwirtschaft auf Carriacou von Plantagenwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig, mit Kulturen wie Baumwolle, Zuckerrohr und Limetten, die teilweise exportiert wurden. Heute dominiert die Subsistenz- und Kleinlandwirtschaft, ergänzt durch Geflügelzucht und Gemüseanbau. Die Regierung fördert den Sektor durch Programme wie das Youth in Agriculture Programme, das junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren mit Schulungen, Krediten und Zuschüssen unterstützt, um neue Unternehmer in der Landwirtschaft zu gewinnen. Projekte zur Verbesserung der Viehzucht, wie die Einführung neuer Rassen und der Ausbau von Farmen wie Limlair, sowie Initiativen zur Bodensanierung und Pflanzenvermehrung tragen zur Nachhaltigkeit bei.

Der Hurrikan Beryl im Juli 2024 richtete jedoch schwere Schäden an: Fast die gesamte Vegetation wurde zerstört, Ernten und Viehbestände vernichtet, und die Infrastruktur stark beeinträchtigt. Dies führte zu einem Rückschlag für die Lebensmittelsicherheit und die lokalen Einkommen. Bis Ende 2025 zeigt sich jedoch eine bemerkenswerte Erholung: Durch Unterstützung von Organisationen wie IICA, der Weltbank und der Regierung wurden Geflügelzüchter mit Küken und Futter versorgt, neue Projekte gestartet und Veranstaltungen wie das 10-jährige Corn Festival erfolgreich durchgeführt. Die Landwirtschaft auf Carriacou bleibt resilient und wird weiterhin als Schlüssel zur Armutsreduktion und nationalen Entwicklung gesehen, mit Fokus auf klimaintelligente Praktiken und Jugendbeteiligung.

Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft auf Carriacou konzentriert sich auf den Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Vegetation wie trockener Dornbuschwälder, Mangroven und Scrublands. Im Gegensatz zur Hauptinsel Grenada mit ihren ausgedehnten Regenwäldern (zum Beispiel Grand Etang Forest Reserve) dominiert auf Carriacou eine offene, buschige Landschaft mit etwa 34 % natürlicher Waldbedeckung vor dem Hurrikan Beryl. Geschützte Gebiete wie der High North National Park bewahren einige der unberührtesten Ökosysteme, einschließlich Mangroven und trockener Wälder, die für Biodiversität, Küstenschutz und Erosionsprävention entscheidend sind.

Historisch war die Insel stärker bewaldet, doch Plantagenwirtschaft, Viehzucht und Holzentnahme führten zu Degradation und Deforestation. Mangroven und trockene Wälder spielten eine Rolle im Küstenschutz und als Ressource für lokales Holz, doch kommerzielle Forstwirtschaft existierte kaum. Heute steht der Fokus auf nachhaltigem Landmanagement, oft integriert in Agroforstwirtschaft, mit Praktiken wie Contour Planting und Kompostierung. Die nationale Forest Policy für Grenada, Carriacou und Petite Martinique betont den Schutz von Wassereinzugsgebieten, Erosionsbekämpfung und Biodiversität.

Der Hurrikan Beryl im Juli 2024 verursachte katastrophale Schäden: Fast die gesamte Vegetation wurde zerstört, Bäume entwurzelt, Mangroven vernichtet und die Insel nahezu kahl hinterlassen. Dies verschärfte Probleme wie Bodenerosion und Vulnerabilität gegenüber Dürre. Bis Ende 2025 zeigt sich jedoch eine beeindruckende Erholung durch gezielte Initiativen: Die „Carry a Tree to Carriacou“-Kampagne ermutigt Besucher und Einwohner, Bäume mitzubringen und zu pflanzen, um Erosion zu mindern, Böden zu bereichern und das Ökosystem wiederherzustellen. Das Carriacou Integrated Landscape Management (ILM) Project der Partnership Initiative for Sustainable Land Management (PISLM), finanziert durch GEF und UNEP, zielt auf die Restaurierung von 250 Hektar degradierter Flächen und nachhaltige Praktiken auf 635 Hektar ab, mit Schwerpunkt auf Klimaresilienz, Kohlenstoffspeicherung und Agroforstwirtschaft.

Unterstützt von der Regierung, der Forestry Division und internationalen Partnern wie FAO werden Setzlinge verteilt, Aufklärungsprogramme durchgeführt und Gemeinschaften einbezogen. Projekte wie SOILCARE tragen indirekt bei, indem Materialien und Expertise für die Schwesterinseln bereitgestellt werden.

Fischerei

Die Fischerei auf Carriacou ist vorwiegend handwerklich geprägt, mit kleinen Booten und traditionellen Methoden wie Handlinien, Schleppnetzen und dem Fang pelagischer Arten wie Thunfisch, die etwa 70 % der Landesfänge ausmachen, sowie demersaler Fische wie Snapper, Grouper und Hummer. Besonders in Windward auf Carriacou gilt als „Fischhauptstadt“, und Petite Martinique ist bekannt für Trawler-Fischerei, Bootsbau und den Handel mit Hochseefischen. Die Fischerei ergänzt Landwirtschaft und Tourismus und ist eng mit der seafaring-Tradition der Bewohner verbunden.

Historisch wurzelt die Fischerei in der Kolonialzeit, beeinflusst von französischen, schottischen und irischen Siedlern, die Bootsbau und Fangtechniken einführten. Heute dominiert die Klein- und Subsistenzfischerei, mit Fokus auf nachhaltige Praktiken wie geschützte Zonen und Gemeindemanagement von Sanctuaries zur Wiederauffüllung der Bestände. Die Fisheries Division der Regierung fördert den Sektor durch Infrastruktur wie Fischmärkte, Eisanlagen und Programme zur Jugendbeteiligung, unterstützt vom Caribbean Regional Fisheries Mechanism (CRFM) und Projekten wie dem Unleashing the Blue Economy in the Caribbean (UBEC).

Der Hurrikan Beryl im Juli 2024 verursachte jedoch massive Schäden: Boote wurden zerstört oder gesunken, Infrastruktur wie Jetties, Fischmärkte und Eisanlagen schwer beschädigt, Fischbestände durch Sturmwellen und Verschmutzung beeinträchtigt, und viele Fischer verloren ihre Einkommensquelle. Dies verschärfte die Vulnerabilität der Inseln gegenüber Klimarisiken und bedrohte die Lebensmittelsicherheit. Bis Ende 2025 zeigt sich jedoch eine starke Erholung: Durch internationale Unterstützung, darunter vom UK (Cefas), der Weltbank, CRFM und der Regierung, wurden kritische Infrastrukturen wie Kühllager, Eismaschinen und Kommunikationsnetze wiederhergestellt.

Bergbau

In der Vergangenheit wurde auf Carriacou und Petite Martinique Sand von Stränden entnommen, um den Bedarf der Bauindustrie zu decken. Diese Praxis war weit verbreitet, oft illegal oder unkontrolliert, und führte zu schwerer Küstenerosion, Verlust von Stränden, Habitatzerstörung und Bedrohung von Schildkröten-Nistplätzen (zum Beispiel in Anse La Roche oder Tibeau). Aufgrund dieser negativen Umweltauswirkungen wurde Beach-Sand-Mining landesweit 2009 verboten. Gelegentlich gab es Diskussionen über eine begrenzte Wiederaufnahme an ausgewählten Stellen, auch auf Carriacou, um Importe von Sand zu reduzieren, doch strenge Regulierungen und Umweltschutzprioritäten verhinderten eine kommerzielle Entwicklung.

Heute ist der Schwerpunkt auf Schutz der natürlichen Ressourcen gerichtet. Geschützte Gebiete wie der High North National Park verhindern Abbauaktivitäten, und die nationale Politik betont Erosionsbekämpfung sowie den Erhalt von Mangroven und trockenen Wäldern. Es gibt keine aktiven Steinbrüche oder Sandabbau auf Carriacou; Baumaterialien werden importiert oder von der Hauptinsel bezogen.

Handwerk und Industrie

Die handwerklichen Aktivitäten konzentrieren sich auf traditionelles Handwerk (cottage industries) und kulturell bedeutsame Praktiken wie den traditionellen Holzbootbau. Kommerzielle Industrie im Sinne von Fabriken oder Großproduktion existiert kaum; der Sektor ist geprägt von familienbasierten Werkstätten, Kunsthandwerk und dem Bau von Booten, die eng mit der seafaring-Tradition der Insel verbunden sind.

Historisch wurzelt das Handwerk in der Kolonialzeit mit Einflüssen schottischer und irischer Siedler, die Bootsbautechniken einführten, sowie in afrikanischen und indigenen Traditionen für Weberei und Kunst. Auf Carriacou und Petite Martinique entwickelte sich eine blühende Bootsbauindustrie, die Holzschoner und Sloops für Fracht und Fischerei produzierte.

Heute steht der traditionelle Holzbootbau im Vordergrund. In Orten wie Windward werden Boote von Hand gebaut, mit rituellen Elementen wie der Segnung des Kiels und Gemeinschaftsfeiern beim Stapellauf. Diese Praxis wurde 2023 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Daneben gibt es kleine Handwerksbetriebe wie Fidel Productions, die Batik-Textilien, bedruckte T-Shirts, Schmuck und Souvenirs herstellen, sowie lokale Künstler, die Gemälde, Seeglas-Schmuck oder Kerzen produzieren. Andere Handwerke umfassen gelegentliche Weberei oder Holzarbeiten, doch der Fokus liegt auf tourismusorientierten Produkten.

Wasserwirtschaft

Im Gegensatz zur Hauptinsel Grenada mit ihren Oberflächen- und Grundwasserquellen versorgen sich Carriacou und Petite Martinique fast ausschließlich durch das Sammeln von Regenwasser (rainwater harvesting) in Zisternen und Tanks. Ergänzend betreibt die National Water and Sewerage Authority (NAWASA) eine Entsalzungsanlage, die jedoch nur einen kleinen Teil (ca. 5 %) der Versorgung deckt und teuer ist. Private Haushalte und Institutionen wie das Princess Royal Hospital nutzen erweiterte Auffangsysteme, ergänzt durch Schulungen zur Wasserqualitätsüberwachung und Konservierung.

Historisch basiert die Wasserversorgung auf traditioneller Regenwassernutzung, die durch koloniale Einflüsse und Siedlertraditionen gefördert wurde. Die nationale Water Policy von 2020 und Projekte wie G-CREWS (finanziert durch Green Climate Fund und GIZ) zielen auf integriertes Wassermanagement ab, inklusive Watershed-Schutz, Demand-Management und Klimarisiken. NAWASA fördert den Ausbau von Speichern, Pipelines und Qualitätskontrollen, unterstützt durch internationale Partner wie UNDP und GIZ.

Der Hurrikan Beryl im Juli 2024 verursachte jedoch katastrophale Schäden: Dächer und Auffangflächen wurden zerstört, Zisternen kontaminiert oder beschädigt, die Entsalzungsanlagen außer Betrieb gesetzt und die Vegetation vernichtet, was die Regenwassernutzung weiter erschwerte. Dies führte zu akuter Wasserknappheit und beeinträchtigte Lebensmittelsicherheit sowie Gesundheit. Bis Ende 2025 zeigt sich jedoch eine beeindruckende Erholung: NAWASA restaurierte die Entsalzungsanlagen rasch, baute neue Speichertanks (zum Beispiel zwei à 100.000 Gallonen) und verlegte Kilometer von Pipelines im Rahmen des G-CREWS-Projekts.

Energiewirtschaft

Die Energiewirtschaft auf Carriacou ist stark abhängig von importierten fossilen Brennstoffen, vor allem Diesel für die Stromerzeugung durch Generatoren der Grenada Electricity Services Ltd. (GRENLEC), die den gesamten Tri-Island-Staat (Grenada, Carriacou und Petite Martinique) versorgt. Aufgrund der isolierten Lage und des kleinen Grids dominiert die Diesel-Generation, ergänzt durch erste Schritte in erneuerbare Energien wie eine Solar-PV-Anlage in Limlair (ca. 800–1400 kW mit Battery Storage, die vor 2024 bis zu 60 % des Dieselverbrauchs ersetzen sollte) und geplante Windprojekte. Grenada strebt national 100 % erneuerbare Energie an (ursprünglich bis 2030/2035, angepasst auf langfristige Ziele), mit Fokus auf Solar, Wind, Geothermal und Energy Efficiency, unterstützt durch die National Energy Policy und internationale Partner wie World Bank, GIZ und RMI.

Historisch basiert die Versorgung auf Dieselimporten, die hohe Kosten und Vulnerabilität verursachen. Projekte wie der Carriacou Wind Energy Project (1 bis 2 MW mit Storage, EU-finanziert) und die Solarfarm sollten die Abhängigkeit reduzieren und Preise stabilisieren. GRENLEC fördert Net-Metering für private Solaranlagen und integriert Renewables schrittweise.

Der Hurrikan Beryl im Juli 2024 verursachte jedoch katastrophale Schäden: Das gesamte Stromnetz brach zusammen, Masten und Leitungen wurden zerstört, Generatoren beschädigt und die neue Solar-PV-Anlage in Limlair fast vollständig ruiniert (nur zirka 35 % der Module unbeschädigt, trotz Design für Cat-4-Stürme). Dies führte zu monatelanger Stromknappheit, beeinträchtigte Wirtschaft und Lebensqualität und unterstrich die Vulnerabilität fossiler Systeme.Bis Ende 2025 zeigt sich jedoch eine starke Erholung: GRENLEC restaurierte das Grid schrittweise (bis Ende 2024 weitgehend wiederhergestellt), Generatoren wurden repariert oder ersetzt, und internationale Unterstützung (World Bank, RMI, CARILEC) floss in resiliente Infrastruktur.

Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft wird zentral von der Grenada Solid Waste Management Authority (GSWMA) gesteuert, die für den gesamten Tri-Island-Staat (Grenada, Carriacou und Petite Martinique) zuständig ist. Sie umfasst regelmäßige Müllabfuhr durch private Contractor, Sammlung von Haushalts-, Grün- und Recyclingabfällen sowie die Entsorgung auf dem Dumfries Landfill, der seit 2001 als moderner Sanitärdeponieplatz dient und alte offene Deponien ersetzte. Der Fokus liegt auf nachhaltigen Praktiken wie Wood Chipping für Grünabfälle, Metallbaling und Pilotprojekten für Plastikrecycling, ergänzt durch Aufklärungsprogramme und Depots für Sondermüll wie Glühbirnen.

Historisch entwickelte sich die Abfallwirtschaft aus dem OECS-Projekt der 1990er Jahre, das zur Gründung der GSWMA 1995 führte und den Übergang von unkontrollierten Deponien zu regulierten Anlagen ermöglichte. Auf Carriacou dominierte früher begrenzte Sammlung und lokale Entsorgung, heute erfolgt mindestens zweimal wöchentliche Abholung mit Schwerpunkt auf Umweltschutz und Reduzierung von Risiken für Gesundheit und Ökosysteme. Nationale Politiken fördern Waste Diversion, Kompostierung und Recycling, unterstützt durch Studien wie die Waste Characterization von 2020, die Plastikprobleme und Recyclingpotenziale aufzeigten.

Der Hurrikan Beryl im Juli 2024 verursachte jedoch massive Überlastung: Enorme Mengen an Trümmermüll (Bauabfälle, Haushaltsgegenstände, Metalle und Vegetation) durch die Zerstörung von über 90 % der Gebäude überschwemmten die Insel, kontaminierten Flächen und erschwerten die reguläre Sammlung. Die GSWMA richtete sofort fünf temporäre Debris-Sites ein, farbcodiert für getrennte Entsorgung, schickte Wood Chipper und Teams und startete ein EC$7-Millionen-Projekt für dreimonatige Aufräumarbeiten.

Bis Ende 2025 zeigt sich eine starke Erholung. Durch massive Investitionen der Regierung – darunter die größte je getätigte in die GSWMA – wurden im Januar 2025 schwere Maschinen und Container nach Carriacou verschifft, um Verarbeitung zu verbessern. Projekte wie Project Pristine räumten Land und Marineumwelt auf, Recyclinginitiativen wurden ausgebaut und eine widerstandsfähigere Infrastruktur geschaffen.

Handel

Der Binnenhandel konzentriert sich überwiegend auf den Verkauf von Lebensmitteln, Haushaltswaren, Baumaterialien und einfachen Konsumgütern. Ein großer Teil dieser Waren wird importiert, da die landwirtschaftliche Produktion auf Carriacou nicht ausreicht, um den gesamten Bedarf zu decken. Lokale Märkte, kleine Geschäfte und familiengeführte Läden prägen das Handelsbild stärker als große Supermärkte oder Handelsketten. Besonders wichtig sind Wochenmärkte, auf denen lokale Produkte wie Fisch, Obst, Gemüse und handwerkliche Erzeugnisse verkauft werden. Diese Märkte erfüllen nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale Funktion.

Der Außenhandel Carriacous erfolgt fast ausschließlich über Grenada und ist stark importorientiert. Eingeführt werden vor allem Lebensmittel, Treibstoffe, Maschinen, Fahrzeuge und Konsumgüter. Exportiert werden in begrenztem Umfang landwirtschaftliche Produkte, Fischereierzeugnisse sowie handgefertigte Waren. Eine bedeutende Rolle spielt zudem der indirekte Export von Dienstleistungen, insbesondere im Tourismus. Besucher aus dem Ausland bringen Devisen auf die Insel und tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Aktivität im Handel bei.

Der Tourismus beeinflusst den Handel auf Carriacou maßgeblich. Hotels, Pensionen, Restaurants, Bars und Souvenirgeschäfte sind wichtige Abnehmer und Anbieter von Waren und Dienstleistungen. Insbesondere während der touristischen Hochsaison steigt die Nachfrage nach Lebensmitteln, Getränken, Transportleistungen und handwerklichen Produkten.

Finanzwesen

Das Bankensystem von Carriacou ist eng mit demjenigen von Grenada verbunden und wird von der Eastern Caribbean Central Bank (ECCB) reguliert, die für mehrere Staaten der Ostkaribik zuständig ist. Als offizielle Währung dient der Ostkaribische Dollar (XCD), der fest an den US-Dollar gekoppelt ist, was zur Stabilität des Finanzsystems beiträgt.

Auf Carriacou selbst gibt es nur Zweigstellen größerer regionaler Banken wie der Grenada Cooperative Bank oder FirstCaribbean International Bank sowie Geldautomaten. Viele weiterführende Bankdienstleistungen, etwa größere Kredite, internationale Überweisungen oder Investmentangebote, werden über Filialen auf der Hauptinsel Grenada abgewickelt. Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist zwar im Wachstum, jedoch spielt Bargeld weiterhin eine wichtige Rolle, insbesondere im lokalen Handel und in ländlichen Gebieten.

Soziales und Gesundheit

Die kleine Insel ist geprägt von engen familiären Bindungen, wo erweiterte Familien oft nah beieinander leben und sich gegenseitig unterstützen. Das Dorfleben ist herzlich und einladend: Einheimische grüßen fremd und bekannt, und Gemeinschaftsveranstaltungen wie Kirchenfeste, Bootstaufe, Hochzeiten oder traditionelle Trommelabende (Big Drum Dance) stärken den Zusammenhalt. Highlights sind kulturelle Feste wie der Kayak Mas (Karneval mit Shakespeare Mas), die Carriacou Regatta, das Maroon & String Band Music Festival oder der Parang Festival, die afrikanische, französische und schottische Einflüsse widerspiegeln. Viele Bewohner haben Verwandte im Ausland (speziell USA und Großbritannien), was zu Remittances und einem Mix aus lokaler Tradition und globalen Einflüssen führt. Das Leben ist ruhig, naturverbunden und familienzentriert – ideal für ein authentisches karibisches Gemeinschaftsgefühl.

Gesundheitswesen

Im Gesundheitsbereich ist Carriacou auf grundlegende Versorgung ausgerichtet. Das Princess Royal Hospital in Belair (nahe Hillsborough) ist die Hauptkrankenhaus mit ca. 40 Betten, Allgemeinmedizin, Notfallversorgung und grundlegenden Diagnostiken. Es wurde als „Smart Hospital“ modernisiert (zum Beispiel energieeffizient und sturmfest), erlitt jedoch beim Hurrikan Beryl 2024 schwere Schäden (Dachverlust, Feldkrankenhäuser notwendig); bis 2025 ist es weitgehend wiederhergestellt, ergänzt durch mobile Kliniken und Spenden (zum Beispiel neues Röntgengerät). Es gibt mehrere Health Centres in Dörfern. Primärversorgung ist öffentlich und kostenlos (außer Medikamente/Diagnostik), Spezialbehandlungen erfordern oft Transfer nach Grenada (St. George's General Hospital) oder Evakuierung. Eine Reisekrankenversicherung mit Evakuierungsoption ist empfehlenswert, da Ressourcen begrenzt sind. Die Carriacou Health Services befinden sich in der Main Street in Jhillsborough.

Krankheiten

Nicht-übertragbare Erkrankungen wie Hypertonie, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen dominieren durch Ernährung und Lebensstil. Mückenübertragene Infektionen wie Dengue, Chikungunya und Zika treten auf (Aedes-Mücken), mit regionalen Ausbrüchen; Schutz (Repellent, lange Kleidung) ist essenziell. Nach Hurrikans steigt das Risiko für Leptospirose oder wasserbedingte Erkrankungen. Die Lebenserwartung liegt bei zirka 74 Jahren, das System fokussiert Prävention.

Bildung

Das Bildungssystem auf Carriacou folgt dem britisch geprägten Modell Grenadas: Bildung ist kostenlos und obligatorisch für Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren. Es umfasst Vorschul-, Primar- und Sekundarstufe, gefolgt von Möglichkeiten zur tertiären Bildung.

Auf der Insel gibt es mehrere Primarschulen (Government Schools), darunter Hillsborough Government School, Mt. Pleasant Government School, Dover Government School, L’Esterre RC School, Windward Pre-Primary und weitere in Dörfern wie Bogles. Diese Schulen wurden in den letzten Jahren renoviert und mit Materialien unterstützt, etwa durch das OECS PEARL-Programm nach dem Hurrikan Beryl im Juli 2024, der erhebliche Schäden verursachte – einige Schulen wie Dover und Mt. Pleasant mussten temporär in Zelten unterrichten.

Die Sekundarstufe wird hauptsächlich durch Bishop’s College in Hillsborough abgedeckt, eine der ältesten und etabliertesten Schulen der Insel, sowie weitere Einrichtungen. Schüler legen am Ende Prüfungen wie das Caribbean Secondary Education Certificate (CSEC) ab.

Höhere Bildung

Der Campus des T.A. Marryshow Community College (TAMCC) in Six Roads auf Carriacou wurde im Oktober 2004 eröffnet und bietet eine Auswahl selektiver Programme („selective programmes“), die auf die Bedürfnisse der kleinen Inselgemeinschaft abgestimmt sind. Im Vergleich zu den größeren Campussen auf der Hauptinsel Grenada (wie Tanteen oder Mirabeau) ist das Angebot begrenzt und konzentriert sich auf zugängliche, praxisorientierte Kurse auf Certificate- und Associate-Degree-Ebene sowie Weiterbildungsangebote.

Bibliotheken und Archive

Viele Primarschulen verfügen über eigene Bibliotheken, die durch Initiativen wie Grenada Schools Inc. (in Kooperation mit Room to Read) eingerichtet und mit Büchern ausgestattet wurden, um die Lese- und Lernförderung zu stärken – ein Beispiel ist die Bibliothek der Dover Government School.

Eine öffentliche Bibliothek im klassischen Sinne existiert nicht separat, aber das Carriacou Museum in Hillsborough (Paterson Street) beherbergt eine gute Referenzbibliothek mit Büchern zur Geschichte Grenadas, Carriacous, Petite Martiniques sowie westindischer und afrikanischer Themen. Das Museum selbst dient als kulturelles Archiv mit Exponaten zu indigenen Artefakten, kolonialer Geschichte und afrikanischen Traditionen; es wurde 1976 gegründet und ist in einem historischen Baumwoll-Entkernungsgebäude untergebracht. Nach dem Hurrikan Beryl 2024 erlitt es schwere Schäden, und laufende Restaurierungsarbeiten zielen auf den Erhalt von Archiven und Artefakten ab.

Kultur

Die Kultur auf Carriacou ist stark von afrikanischen Wurzeln geprägt, mit Traditionen wie dem Big Drum Dance, Saraca-Ritualen bei Beerdigungen und Tombstone Feasts, die Ahnen ehren und mit Trommelmusik, Tänzen sowie Ritualen wie "Wetting of the Ground" gefeiert werden. Weitere Highlights umfassen den Shakespeare Mas im Karneval, handgefertigten Holzbootbau als UNESCO-Immateriellem Kulturerbe sowie Feste wie Maroon und Parang, die Gemeinschaft und Geschichte feiern.

Museen

Carriacou ist eine Insel, die zur Republik Grenada gehört und die größte der Grenadinen-Inseln darstellt. Auf Carriacou gibt es nur ein einziges offizielles Museum: das Carriacou Museum (auch Carriacou Historical Society Museum genannt), das als zentraler Ort zur Erhaltung der Inselgeschichte gilt.

Das Museum wurde 1976 von der Carriacou Historical Society gegründet und befindet sich in Hillsborough auf der Paterson Street. Es ist in einem historischen Gebäude untergebracht, einer ehemaligen Baumwoll-Entkernungsanlage (Cotton Ginnery), die bis 1979 in Betrieb war und als eine der ältesten ihrer Art weltweit gilt. Die Sammlung umfasst amerindianische Artefakte (vor allem von den Kalinago und Arawak), afrikanische Relikte aus der Zeit der Versklavung, koloniale Dokumente, Möbel, Glaswaren, Keramik, alte Karten sowie Exponate zur lokalen Bootbautradition und zu Festen. Ein besonderer Bereich ist dem bekannten lokalen Künstler Canute Caliste gewidmet, dessen Werke die Alltagskultur der Insel einfangen. Das Museum beherbergt zudem eine Referenzbibliothek mit Büchern zur Geschichte Grenadas, Carriacous, Petite Martiniques und der Karibik sowie afrikanischer Themen. Es organisiert Ausgrabungen, Seminare, Handwerksausstellungen und dient als Bildungsort für Schulklassen und Besucher.

Als eines der wenigen privat finanzierten Museen in der Karibik lebt es von Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Eintrittsgebühren. Es gibt einen kleinen Museumsshop mit lokalen Kunsthandwerken, Büchern und CDs zu Inseltraditionen.

Der Hurrikan Beryl verwüstete das Museum am 1. Juli 2024 schwer: Das Gebäude wurde stark beschädigt, viele Artefakte und Archive sind von Schimmel befallen und in Gefahr. Seitdem ist das Museum geschlossen, und intensive Restaurierungs- und Fundraising-Arbeiten laufen (Stand Ende 2025). Die Carriacou Historical Society arbeitet mit internationalen Partnern zusammen, um die Sammlung zu retten und das Museum wiederzueröffnen – möglicherweise mit modernen interaktiven Elementen und einer neuen Ausstellung zum Hurrikan selbst.

Architektur

m Gegensatz zur Hauptinsel Grenada mit ihren georgianischen und viktorianischen Gebäuden in St. George's bleibt Carriacou ländlich und bescheiden: Häuser sind meist ein- oder zweistöckig, funktional und aus lokalen Materialien gebaut. Traditionelle karibische Elemente wie große Verandas, Lamellenfenster (Louvered Windows) für Belüftung, erhöhte Fundamente gegen Feuchtigkeit und Überflutungen sowie dekorative Gingerbread-Trimmings (geschnitzte Holzarbeiten) sind weit verbreitet. Viele Gebäude bestehen aus Holz oder Beton, oft in hellen Farben gestrichen, um die Hitze zu reflektieren.

Ein Highlight ist der traditionelle Bootsbau, besonders im Dorf Windward an der Ostküste. Hier wird seit dem 19. Jahrhundert nach schottischen Methoden gearbeitet: Handwerker bauen hölzerne Sloops und Schoner ohne moderne Pläne, nur mit Erfahrung und traditionellen Werkzeugen unter Bäumen am Strand. Diese Praxis, die 2023 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde, ist einzigartig in der Karibik und spiegelt die maritime Identität der Insel wider. Bootswerften sind offene, rustikale Strukturen, die den Bootsbau als Gemeinschaftsereignis ermöglichen – inklusive feierlicher Stapelläufe.

Öffentliche Gebäude wie das Carriacou Historical and Cultural Museum in Hillsborough oder das Princess Royal Hospital zeigen einfache koloniale Einflüsse mit praktischen Anpassungen an das Klima. Moderne Entwicklungen sind rar; nach dem verheerenden Hurrikan Beryl im Juli 2024, der fast alle Gebäude beschädigte oder zerstörte (Dächer abgedeckt, Vegetation vernichtet), wird der Fokus auf resiliente Bauweisen gelegt: Hurrikan-sichere Dächer, verstärkte Strukturen und prefabrizierte Holzhäuser aus Spenden.

Bildende Kunst

Die bildende Kunst auf Carriacou ist stark von der naiven Malerei geprägt und eng mit der kulturellen Identität der Insel verbunden. Sie spiegelt das Alltagsleben, Traditionen, spirituelle Elemente und die natürliche Umgebung wider, oft in lebendigen Farben und mit einer kindlich-unbeschwerten Ausdruckskraft.

Der bei weitem bekannteste und einflussreichste Künstler der Insel ist Canute Caliste (1914 bis 2005), ein autodidaktischer Maler aus L’Esterre, der als Fischer, Bootbauer und Quadrille-Geiger lebte. Seine Werke, meist Acryl oder Gouache auf Hartfaserplatten, zeigen Szenen aus dem Inselalltag: Bootseinweihungen, Big Drum-Tänze, Hochzeiten, Fischerboote, Cricket-Spiele, Mermaids (von einer Kindheitsvision inspiriert), biblische Motive und historische Ereignisse wie die Grenada-Revolution. Charakteristisch sind seine leuchtenden Farben, die einfache Komposition (oft mit klar getrenntem Himmel und Horizont), humorvolle oder poetische Titel mit Rechtschreibfehlern (z. B. „This is Weding Corn in Carriacou“) und die Signatur „Mr. Canute Caliste“. Caliste wurde international gefeiert, seine Bilder wurden in Galerien in New York, Washington, Lima und London ausgestellt und erzielen heute auf Auktionen Preise bis zu mehreren Tausend Dollar. Er gilt als Symbol für die Erhaltung der afrikanisch-kreolischen Kultur Carriacous und als einer der bedeutendsten naiven Künstler der Karibik.

Eine bedeutende Sammlung seiner Werke ist im Carriacou Museum in Hillsborough zu sehen (oder war es vor den Schäden durch Hurrikan Beryl 2024), wo ein ganzer Bereich ihm gewidmet ist. Das Museum zeigt seine Gemälde neben historischen Artefakten und unterstreicht damit die Verbindung von Kunst und Inselgeschichte.

Andere Formen der bildenden Kunst sind auf Carriacou weniger institutionalisiert: Es gibt keine dedizierten Galerien, aber lokale Handwerker fertigen Holzskulpturen, Korbflechtarbeiten oder dekorative Objekte, die oft in kleinen Shops oder bei Festen verkauft werden. Zeitgenössische Künstler sind rar; die Szene bleibt traditionell und gemeinschaftsorientiert, mit Fokus auf folkloristische Darstellungen.

Literatur

Carriacou verfügt über keine eigene umfangreiche literarische Tradition mit international bekannten Autoren oder einem großen Verlagswesen – die Insel ist zu klein und die Bevölkerung zu überschaubar dafür. Dennoch spielt Literatur im weiteren Sinne eine wichtige Rolle im kulturellen Leben, vor allem in Form von mündlicher Überlieferung, Poesie und lokalen Publikationen, die eng mit Geschichte, Identität und Traditionen verknüpft sind.

Die stärkste literarische Ausdrucksform ist die mündliche Literatur. Geschichten, Lieder, Sprichwörter und die rezitierten Shakespeare-Texte beim einzigartigen Shakespeare Mas während des Karnevals (Kayak Mas) bilden ein lebendiges Erbe. Die Pierrots lernen lange Passagen aus Julius Caesar, Macbeth oder Hamlet auswendig und tragen sie in kreolischer Aussprache und mit eigener Interpretation vor – eine Tradition, die seit dem 19. Jahrhundert besteht und als eine der ältesten Formen performativer Literatur in der Karibik gilt.

Bekannte Persönlichkeiten mit Bezug zu Carriacou sind selten, aber es gibt einige Verbindungen zur grenadischen und karibischen Literatur. Der Dichter und Geschichtenerzähler Paul Keens-Douglas, obwohl aus Trinidad stammend, hat in seinen kreolischen Erzählungen oft Themen aus der gesamten kleinen Antillen aufgegriffen, die auch auf Carriacou resonieren. Lokale Autoren wie Jean Antoine oder Christine David haben kleinere Werke über die Inselgeschichte und Kultur veröffentlicht, oft in Selbstverlagen oder lokalen Sammlungen.

Zu den Büchern, die sich speziell mit Carriacou beschäftigen, gehören:

  • “Carriacou Culture” von Christine David, eine Sammlung von Geschichten, Liedern und Traditionen.
  • “The Carriacou and Petite Martinique Cookbook” enthält neben Rezepten auch Anekdoten und Erzählungen.
  • Historische und ethnografische Werke wie “The Big Drum Ritual of Carriacou” von Lorna McDaniel dokumentieren die spirituelle und musikalische Tradition, die eng mit lyrischen Texten verbunden ist.


In den letzten Jahren haben junge Bewohner begonnen, Blogs, Social-Media-Beiträge und kleine Gedichtbände zu veröffentlichen, oft auf Englisch mit kreolischen Elementen. Das Carriacou Historical Society Museum in Hillsborough bewahrt Manuskripte, alte Briefe und lokale Zeitungen auf, die Einblicke in das schriftliche Erbe geben.

Theater

Die darstellende Kunst Carriacous manifestiert sich vor allem in traditionellen, rituellen Performances während des jährlichen Carnivals, die Elemente von Theater, Kostümierung und verbaler Kunst vereinen. Das herausragende Beispiel ist der Shakespeare Mas (auch Pierrot oder Shortknees Mas genannt), eine einzigartige Tradition, die 2024 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde. Während des Carriacou Carnivals (Kayak Mas) treten maskierte und aufwendig kostümierte Performer – oft als „Kings“ bezeichnet – in den Straßen auf. Sie rezitieren auswendig Passagen aus Shakespeares Julius Caesar (insbesondere Reden wie die von Marcus Antonius), mischen diese mit biblischen Versen, historischen Texten oder improvisierten Prahlereien und fordern sich in verbalen Duellen heraus. Ein Fehler in der Rezitation wird symbolisch mit einem Stockhieb „bestraft“. Diese öffentliche Theaterform kombiniert dramatische Deklamation, Kostümdesign, Rhythmus und spielerische Interaktion; sie entstand im frühen 20. Jahrhundert aus der kolonialen Bildungstradition und der kreolischen Kreativität der Inselbewohner. Der Shakespeare Mas fördert Gemeinschaftszusammenhalt, kulturellen Stolz und die Weitergabe mündlicher Kunst und ist weltweit einzigartig in dieser Form.

Andere performative Elemente des Carnivals wie Jab Jab (mit Öl beschmierte Tänzer) oder Pierrot-Traditionen haben ebenfalls theatralische Züge, bleiben aber eher tänzerisch und maskiert. Professionelles Theater, Schauspielgruppen oder moderne Dramenaufführungen gibt es nicht; darstellende Kunst ist stark ritualisiert und saisonal gebunden.

Film

Im Bereich Film existiert auf Carriacou keine Infrastruktur. Es gibt kein Kino (das nächste befindet sich auf der Hauptinsel Grenada in Grand Anse), keine Filmproduktionsstätten und keine dokumentierte lokale Filmgeschichte. Gelegentlich dienen die malerischen Landschaften als Kulisse für externe Dreharbeiten oder Dokumentationen über die Inselkultur (speziell zum Big Drum oder Carnival), doch eine eigene Filmkunst oder -szene fehlt vollständig. Die kulturelle Ausdrucksform bleibt auf lebendige, orale und performative Traditionen beschränkt, die die resiliente und stolze Identität Carriacous unterstreichen.

Musik und Tanz

Der beliebteste Tanz auf Carriacou ist der Big Drum (auch Nation Dance genannt). Die Einwohner von Carriacou führen den Tanz „Big Drum“ oder „Nation“ auf, mit dem sie ihre westafrikanischen Vorfahren ehren, die während der Sklaverei auf die Insel gebracht wurden. Er wird von drei Trommeln begleitet – zwei tieferen Boula-Drums und einer höheren Cut-Drum, oft aus Rumfässern gefertigt – sowie Shakers und Gesang. Die Rhythmen und Lieder repräsentieren verschiedene afrikanische „Nationen“ wie Cromanti, Igbo, Manding, Temne oder Kongo. Die Tänze der Großen Trommel werden in der Regel bei Dorffesten der „Maroons“ aufgeführt, bei denen Speisen und Getränke („smoke food“) zubereitet und geteilt werden. Sie können auch bei Totenwachen, Grabsteinfeiern (Saraca oder Tombstone Feasts) zu Ehren verstorbener Angehöriger, Hochzeiten oder Bootseinweihungen getanzt werden. Der Big Drum ehrt die westafrikanischen Vorfahren, die während der Sklaverei auf die Insel gebracht wurden. Die Tänze der werden in der Regel bei Dorffesten der "Maroons" aufgeführt, bei denen Speisen und Getränke zubereitet werden. Sie können auch bei Totenwachen und Grabsteinfeiern zu Ehren verstorbener Angehöriger getanzt werden.

Europäische (englische oder französische) Tänze wie die Quadrille sind auch heute noch auf der Insel beliebt. Dieser elegante Paartanz in Quadratformation wird oft in Dörfern wie L’Esterre aufgeführt und von Violine, Tamburin, Bassdrum und Dreieck begleitet. Er zeigt den französischen kolonialen Einfluss und kontrastiert mit der afrikanischen Vitalität des Big Drum.

Ein weiteres Highlight ist der Pierrot von Carriacou, auch Shakespeare Mas genannt, der ursprünglich aus Mt. Royal stammt. Während des Carnivals (Kayak Mas) treten maskierte Performer in bunten Kostümen auf, rezitieren Shakespeare-Passagen und „duellieren“ sich verbal – ein Fehler wird mit einem spielerischen Peitschenhieb bestraft. Diese einzigartige Tradition, die 2024 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde, mischt koloniale Bildung mit karibischer Kreativität und ist nur auf Carriacou in dieser Form erhalten. Zusätzlich erklingen String Band Music (mit Gitarre, Banjo, Violine und Percussion) bei Parang-Feiern oder Maroon-Festen sowie Calypso und Soca während des Carnivals.

Kleidung

Auf Carriacou herrscht ein tropisches Klima mit ganzjährig hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit, weshalb die Kleidung vor allem leicht, luftig und praktisch ist. Im Alltag tragen die Einheimischen lockere, bequeme Kleidung: Männer bevorzugen Shorts oder leichte Hosen mit T-Shirts oder Poloshirts, Frauen oft Sommerkleider, Tops mit Shorts oder Röcken aus Baumwolle oder Leinen. Badebekleidung wird hauptsächlich am Strand getragen – in Orten wie Hillsborough oder bei Einkäufen gilt es als unhöflich, nur in Bikini oder Badehose unterwegs zu sein; ein Cover-up wie ein Sarong, ein leichtes Kleid oder ein Shirt darüber ist empfehlenswert.

In der Kleidung spiegeln sich kulturelle Einflüsse (afrikanisch, französisch, englisch) in festlichen Anlässen wider, etwa bei Kirchenbesuchen (wo Frauen oft Kleider und Hüte tragen) oder traditionellen Tänzen wie dem Big Drum Dance. Der Karneval (Kayak Mas) ist das Highlight für besondere Kleidung: Hier dominieren farbenprächtige Kostüme, darunter der einzigartige Shakespeare Mas mit bunten Tuniken, Spiegeln, Herzemblemen, Masken und Peitschen sowie der J’ouvert mit schwarz bemalten Körpern (traditionell mit Öl oder Farbe). Fancy Mas-Paraden zeigen aufwendige, glitzernde Outfits.

Kulinarik und Gastronomie

Die Küche Carriacous ist geprägt von frischen Meeresfrüchten, lokalen Provisionen (Wurzelgemüse wie Yam, Kassava, Süßkartoffeln und Breadfruit) und kreolischen Einflüssen, die afrikanische, europäische und karibische Elemente verbinden. Die Küche ist einfach, herzhaft und stark vom Meer abhängig – Fisch, Lobster und insbesondere Lambi (Conch, Muschelfleisch) dominieren die Menüs, oft gegrillt, in Currys, frittiert oder als Stew serviert.

Das Nationalgericht Grenadas, Oil Down, ein einschichtiger Eintopf aus gesalzenem Fleisch oder Fisch, Breadfruit, Callaloo-Blättern, Dumplings und Kokosmilch, wird auch auf Carriacou geschätzt, ebenso wie Callaloo Soup (aus den blattartigen Dasheen- oder Taro-Blättern, oft mit Okra, Krabben oder Schweinefleisch). Traditionelle „Smoke Food“ – geräuchertes oder über offenem Feuer gegartes Fleisch, Fisch und Provisionen mit Reis – ist ein Highlight bei kulturellen Festen wie dem Carriacou Maroon and String Band Music Festival, wo große Töpfe mit gemeinschaftlich zubereiteten Gerichten geteilt werden und die afrikanischen Wurzeln der Insel feiern.

Die Gastronomieszene ist entspannt und überschaubar: Viele Restaurants und Beach Bars konzentrieren sich in Hillsborough, Tyrrell Bay, Paradise Beach und L’Esterre. Beliebte Orte sind der Paradise Beach Club (frischer Fisch, Lobster und internationale Kreationen mit Blick auf den Strand), The Original Slipway in Tyrrell Bay (zeitgenössische karibische Küche in einem historischen Bootswerft-Ambiente), Lambi Queen (spezialisiert auf Conch-Gerichte), Kayak Kafe (Fusion aus karibisch und asiatisch) sowie lokale Spots wie Barakena oder Off the Hook Bar and Grill für Rum Punch, gegrillten Fisch und Rum-Shops mit einfachen Gerichten. Patty’s Deli in Hillsborough bietet importierte Delikatessen und Sandwiches.

Festkultur

Auf Carriacou gelten die grenadinischen Feiertage:

1. Januar New Year's Day Neujahr
7. Februar Independence Day Unabhängigkeitstag
Anfang April Good Friday Karfreitag, vor dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond
Anfang April Easter Ostern
1. Mai Labour Day Tag der Arbeit
Anfang Juni Pentecost Pfingstmontag
15. Juni Corpus Christi Fronleichnam
7. August Liberation Day Tag der Sklavenbefreiung
Mitte August Carnival Karneval
25. Oktober Harvest Festival Erntedankfest
25. Dezember Christmas Day Weihnachtstag
26. Dezember Boxing Day Stefanitag


Die Insel ist bekannt für seinen ausgelassenen Karneval, das um Weihnachten stattfindende Parang-Musikfestival und die alljährliche Regatta. Der Karneval auf Carriacou, liebevoll Kayak Mas genannt, ist einer der authentischsten und traditionsreichsten Karnevale in der gesamten Karibik. Im Gegensatz zu den großen, kommerziellen Events auf Trinidad oder Grenada bleibt er stark von lokalen Bräuchen geprägt und mischt afrikanische, französische und englische Einflüsse. Er findet jährlich in der vorösterlichen Fastenzeit statt, meist Ende Februar oder Anfang März, und dauert mehrere Tage mit Straßenparaden, Musik und Kostümen. Die Hauptveranstaltungen konzentrieren sich auf Hillsborough, aber Traditionen wie der Shakespeare Mas ziehen durch die Dörfer der Insel.

Höhepunkte sind der J’ouvert am frühen Karnevalsmontagmorgen, bei dem Revelers (Jab Jab) sich mit altem Motoröl, Farbe oder Schlamm einschmieren und ausgelassen tanzen, sowie der Monday Night Mas mit leuchtenden Kostümen und Glow-Sticks unter Nachtbeleuchtung. Am Karnevalsdienstag folgt der Fancy Mas mit prächtigen, farbenfrohen Paraden. Das absolute Unikum ist der Shakespeare Mas (auch Pierrot Mas): Bunt kostümierte Männer (traditionell nur Männer) duellieren sich in den Dörfern mit rezitierten Versen aus Shakespeares Werken – ein Fehler wird mit einem spielerischen Schlag auf den gepolsterten Kopf „bestraft“. Der Sieger wird zum Carnival King gekrönt. Diese Tradition geht auf die Kolonialzeit zurück und ist heute nur noch auf Carriacou erhalten.

Weitere Elemente sind Calypso-Wettbewerbe, Queen Shows und viel Soca-Musik. Der Karneval ist familienfreundlich, sicher und entspannt – perfekt für Besucher, die echte karibische Kultur erleben wollen. Unterkünfte und Fähren sind in dieser Zeit schnell ausgebucht, frühe Planung ist ratsam. Nach dem Hurrikan Beryl 2024 wurde der Fokus auf Erhalt und Wiederbelebung der Traditionen gelegt, insbesondere beim Shakespeare Mas, wo jüngere Generationen geschult werden.

Medien

Radio ist das wichtigste und am weitesten verbreitete Medium auf der Insel, da es auch in abgelegenen Gebieten empfangen wird. Lokale Stationen sind:

  • Sister Isles Radio (92.9 FM) in Hillsborough, die beliebteste und meistgehörte Station, seit 2005 on air, mit Fokus auf lokale Nachrichten, Kultur, Sport und Community-Events.
  • KYAK 106 FM, eine inseleigene Station mit lokaler Musik, Talkshows und Community-Inhalten.
  • Harbour Light of the Windwards, eine christliche Station (AM 1400, FM 92.3/94.5), die Bible-based Programming für die ganze Familie sendet.
  • Weitere wie Vibes 101.3 FM und Greenz FM 103.1 ergänzen das Angebot mit Musik und lokalen Beiträgen.


Viele Stationen streamen online und spielen eine zentrale Rolle bei der Informationsverbreitung, besonders nach Katastrophen wie Hurricane Beryl 2024.

Fernsehen kommt ausschließlich über den Grenada Broadcasting Network (GBN), der auf Kanälen 7, 11 und 20 sendet und fast ganz Carriacou und Petite Martinique abdeckt. GBN ist teilweise staatlich (40 % Regierung, 60 % One Caribbean Media) und bietet Nachrichten, Unterhaltung und lokale Berichte.

Printmedien gibt es keine täglichen Zeitungen auf Carriacou. Nationale Wochenzeitungen wie The Grenada Informer (mit einer eigenen Rubrik „Inside Carriacou“) oder The New Today berichten regelmäßig über die Insel und sind vor Ort erhältlich. Lokale kleine Publikationen oder Newsletter existieren sporadisch, verkaufen sich aber schnell aus.

Online-Medien und soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung: Plattformen wie NOW Grenada, Grenada Broadcast oder Facebook-Seiten (zum B eispiel des Ministers Tevin Andrews oder Grenada News) dienen als primäre Nachrichtenquellen. Das Ministry of Carriacou and Petite Martinique Affairs kommuniziert über seine Website und Social Media.

Kommunikation

Für die beiden bewohnten Inseln Carriacou und Petite Martinique, werden seit dem 24. Dezember 1973 eigene Briefmarken mit der Aufschrift „Grenada-Grenadines“, seit 1999 mit der Aufschrift „Grenada Carriacou & Petite Martinique“ ausgegeben. Für die Insel gilt die Vorwahl 0(01)473.

Sport

Aufgrund der Lage in den Grenadinen und der beständigen Winde spielt der Wassersport auf Carriacou eine zentrale Rolle. Segeln ist besonders wichtig, da Carriacou ein beliebter Stopp für Segler in der östlichen Karibik ist. Hinzu kommen Schnorcheln und Tauchen, die dank klaren Wassers und artenreicher Korallenriffe sowohl von Einheimischen als auch von Besuchern intensiv betrieben werden. Auch Kajakfahren und Stand-up-Paddling gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Neben modernen Wassersportarten haben traditionelle Bootsrennen einen hohen kulturellen Stellenwert. Diese Wettbewerbe mit handgefertigten Holzbooten sind Teil von Festen und Feierlichkeiten und verbinden sportlichen Wettkampf mit kulturellem Erbe. Sie sind Ausdruck der jahrhundertealten Bootsbautradition der Insel und stärken den Gemeinschaftssinn.

An Land sind vor allem Fußball und Cricket verbreitet, die auf einfachen Sportplätzen in den Dörfern gespielt werden. Diese Mannschaftssportarten haben eine wichtige soziale Funktion, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus nutzen viele Bewohner die hügelige Landschaft für Laufen, Wandern und Fitnessaktivitäten im Freien.

Persönlichkeiten

Nicholas Brathwaite (1925 bis 2016), Premierminister von Grenada, wurde auf Carriacou geboren.

Fremdenverkehr

Die Insel richtet sich vor allem an Reisende, die Ruhe, Natur und authentische Kultur suchen. Der Tourismus konzentriert sich auf Strandurlaub, Segeln, Tauchen, Schnorcheln und kulturelle Erlebnisse wie traditionelle Feste oder den Besuch lokaler Handwerksbetriebe. Große Hotelketten oder Kreuzfahrthäfen gibt es nicht, was wesentlich zur entspannten und ursprünglichen Atmosphäre der Insel beiträgt.

Die Unterbringungsmöglichkeiten auf Carriacou sind überwiegend klein und familiär geprägt. Typisch sind Gästehäuser, kleine Hotels, Eco-Lodges und Ferienhäuser, die oft von Einheimischen geführt werden. Viele Unterkünfte liegen in Strandnähe oder in kleinen Ortschaften wie Hillsborough und bieten einfache, aber komfortable Ausstattung. Luxusresorts sind selten; stattdessen stehen persönliche Betreuung, Ruhe und Nähe zur Natur im Vordergrund.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Pure Grenada: Carriacou = https://www.puregrenada.com/about-carriacou/

Dive Carriacou = https://divecarriacou.com/page21.html

Forum

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