Bornholm

Aus Insularium
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Bornholm ist gleichsam der Außenposten Dänemarks in der Ostsee, etwas abseits und doch zentral gelegen zwischen Schweden, Dänemark und Deutschland. Einen speziellen Ruf erworben hat sich das Eiland als "Europas nachhaltigste Energieinsel". Insofern gilt sie als Vorzeigebeispiel für "klimagerechtes Wirtschaften". Diese von Großinvestoren vorangetriebene Entwicklung stößt bei der örtlichen Bevölkerung aber nicht auf ungeteilte Zustimmung.

Inselsteckbrief
offizieller Name Bornholm
alternative Bezeichnungen Burgendaland (um 850), Burgundarholmr (890), Hulmo, Holmus (um 1075), Burgundehulm (1145), Burghandäholm, Burgundarholm, Borendoholm (14. Jahrhundert), Boringia, Bornholmia (17./18. Jahrhundert), Solskinsøen, Klippeøen (spätes 20. Jahrhundert)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart tektonische Insel
Gewässer Ostsee (Østersøen)
Inselgruppe Bornholm
politische Zugehörigkeit Staat: Dänemark (Kongeriget Danmark)
Region: Hovedstaden
Landesteil: Bornholm
Gliederung 2 valgkredse (Wahlkreise)
4 distrikter (Distrikte), ehemals 5 kommuner (Gemeinden, 1970 bis 2002)
16 kirk sogner (Kirchspiele)
6 kobstader (Stadtgemeinden)
27 byområder (Ortschaften)
Status Landesteil (landsdel)
Koordinaten 54°08‘ N, 14°55‘ O
Entfernung zur nächsten Insel 18 km (Christiansø / Ertholmene)
Entfernung zum Festland 36 km (Borrby / Schonen / Schweden)
Fläche 588,36 km² / 227,17 mi² (mit Nebeninseln 588,37 km² / 227,17 mi²)
geschütztes Gebiet 40,2 km² / 15,5 mi² (6,82 %)
maximale Länge 38,7 km (NNW-SSO)
maximale Breite 23,4 km (ONO-WSW)
Küstenlänge 141,4 km (Küstenlinie 158 km)
tiefste Stelle 0 m (Ostsee)
höchste Stelle 162 m (Rytterknægten)
relative Höhe 162 m
mittlere Höhe 39 m
maximaler Tidenhub 0,09 bis 0,15 m (Rønne 0,11 m)
Zeitzone CET (Centraleuropæisk Tidszone / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)
Realzeit UTC plus 59 bis 61 Minuten
Einwohnerzahl 38.966 (2025)
Dichte (Einwohner pro km²) 66,23
Inselzentrum Rønne


Name

Die älteste überlieferte Bezeichnung der Insel ist Burgendaland. Sie findet sich in König Alfreds angelsächsischer Version der "Historiae adversum paganos" des Paulus Orosius aus der Mitte des 9. Jahrhunderts (der Originaltext stammt aus den Jahren 416 bis 418). Erneut erwähnt wurde die Insel anno 890 im Reisebericht des aus Haithabu stammenden Händlers Wulfstan als Burgundarholmr. Dieser Name wird üblicherweise als „Insel der Burgunder“ übersetzt mit Verweis auf den ostgermanischen Stamm der Burgunder, der in Nordgermanien seine Urheimat hatte und Bornholm als Zwischenstation auf seiner Wanderung von Skandinavien ins heute zu Polen gehörige Weichselgebiet nutzte. An dieser Interpretation bestehen allerdings Zweifel, denn sie müsste eigentlich die moderne Form Burgundenholm ergeben. Und so gibt es eine durchaus plausible alternative Deutung, die den Namen auf altdänisch borg "Burg", im ursprünglichen Wortsinn "hoher befestigter Ort", im Plural borgunder, verknüpft mit altnordisch holmr "kleine Insel", zurückführt, was als Sinngehalt „Burgeninsel“ ergibt.

Adam von Bremen ließ in seiner um 1075 verfassten "Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum" den ersten Namensteil weg und bezeichnete das Eiland schlicht als Hulmo bzw. Holmus. In einem auf das Jahr 1145 datierten Schriftstück ist von Burgundehulm die Rede. Aus dem 14. Jahrhundert sind die Schreibweisen Burghandäholm, Burgundarholm und Borendoholm überliefert. Als lateinische Bezeichnungen finden sich in "Orbis Latinus" von J.G.Th. Graesse (1909) Boringia und Bornholmia. Beide Formen sind seit dem 17. Jahrhundert in wissenschaftlichen Werken zu finden. Der Name Bornholm, im Dänischen [bɔʀn’hɔlʔm] gesprochen, ist seit Mitte des 14., Jahrhunderts belegt. Sie setzte sich im 16. Jahrhundert endgültig durch. Die Insel ist wegen ihres sonnenstundenreichen Klimas auch als Solskinsøen „Sonneninsel“ und wegen ihrer felsigen Küsten als Klippeøen „Felsen- bzw. Klippeninsel“ bekannt.

  • international: Bornholm
  • altdänisch: Burgundenholm
  • altenglisch: Burgendaland
  • amharisch: ቦ른χολም [Bornholm]
  • arabisch: بورنهولم [Burnhulm]
  • armenisch: Բորնհոլմ [Bornholm]
  • bengalisch: বর্নহোম [Bornhom]
  • birmanisch: ဘော်န်းဟိုးလမ် [Bānhiaulām]
  • bulgarisch: Борнхолм [Bornholm]
  • chinesisch: 博恩霍爾姆島 [Bó ēn huò ěr mǔ dǎo]
  • färöisch: Borgundarhólmur
  • georgisch: ბორნჰოლმი [Born'holm]
  • griechisch: Μπόρνχολμ [Bórnholm]
  • gudscheratisch: બૉર્નહોમ [Bŏrnhom]
  • hebräisch: בורנהולם [Bornholm]
  • hindi: बॉर्नहोल्म [Bŏrnholm]
  • isländisch: Borgundarhólmur
  • japanisch: ボーンホルム島 [Bönhorumu-tō]
  • kambodschanisch: ប័រណហോម [ບອນຮອມ (Bonhom]Bornhom]
  • kasachisch: Борнхольм [Bornhol'm]
  • kirgisisch: Борнхольм [Bornholm]
  • koreanisch: 보른홀름섬 [Boreunhol-seom]
  • laotisch: ບອນຮອມ [Bonhom]
  • lateinisch: Boringia, Bornholmia
  • lettisch: Bornholma
  • litauisch: Bornholmas
  • makedonisch: Борнхолм [Bornholm]
  • malayalam: ബോർൺഹോൾം [Bōrṇhōḷṁ]
  • maldivisch: ބޯރންހޮލްމް [Bornholmi]
  • marathisch: बोर्नहोल्म [Bornholm]
  • nepalesisch: बोर्नहोल्म [Bornholm]
  • orissisch: ବୋର୍ନହୋଲ୍ମ୍ [Bornholm]
  • pandschabisch: ਬੋਰਨਹੋਲਮ [Bornholm]
  • paschtunisch: بورنهولم [Bornholm]
  • persisch: برنهلم [Bornholm]
  • russisch: Борнхольм [Bornhol'm]
  • serbisch: Борнхолм [Bornholm]
  • singalesisch: බෝන්හෝල්ම් [Bõnholm]
  • syrisch: ܒܘܪܢܗܘܠܡ [Bornholm]
  • tadschikisch: Борнхольм [Bornholm]
  • tamilisch: போர்ன்ஹோம் [Pōrnhōm]
  • telugu: బోర్న్‌హోమ్ [Bōrnhōlm]
  • thai: บอร์นโฮล์ม [Bor'nohol'm]
  • tibetisch: བོརན་ཧོལམ་ [Bornholm]
  • ukrainisch: Борнхольм [Bornhol'm]
  • urdu: بورن ہوم [Born Home]
  • weißrussisch: Борнгальм [Borngal'm]


Offizieller Name:  Bornholm

  • Bezeichnung der Bewohner:  Bornholmere (Bornholmer)
  • adjektivisch: bornholmsk (bornholmisch)


Kürzel:

  • Code:  BH / BNH
  • Kfz:  -
  • Kommunenummer: 400
  • ISO-Code:  DK-BH

Lage

Bornholm liegt etwas abseits des dänischen Kernlandes, südöstlich der schwedischen Landschaft Schonen, nördlich von Rügen auf durchschnittlich 55°09’ n.B. und 14°55’ ö.L.. Die Insel befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie der Norden der russischen Exklave Kaliningrad, der zentrale Süden Litauens mit Kaunas, Zentral-Russland mit Witebsk, die baschkirische Hautstadt Ufa, der äußerste Norden Kasachstans mit Petropawlowsk, der Süden Sibiriens, mit Omsk und Nowosibirsk, der Norden des Baikalsees, die ochotskische Insel Bolschoi Schantar, der Süden der Halbinsel Kamtschatka, deren vorgelagerte Komandor-Inseln, der äußerste Süden Aalaskas, Zentral-Kanada, der äußerste Norden Irlands und Nordirlands, der Süden Schottlands, der Norden Englands mit Newcastle und der Süden Dänemarks. Nächster Nachbar Bornholms ist das zu Schweden gehörige Schonen in einer Entfernung von 36 km. Etwas weiter weg liegt Rügen. Die nächste dänische Insel ist Møn 127 km weiter westlich.

Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  55°17'56" n.B. (Hammerodde) bzw. 55°19'58“ n.B. (Loen / Christiansø)
  • südlichster Punkt:  54°59’24“ n.B. (Dueodde Pynt)
  • östlichster Punkt:  15°09'19" ö.L. (nahe Malkværnskansen) bzw. 15°11’59“ ö.L. (Østerskær / Christiansø)
  • westlichster Punkt:  14°40’58“ ö.L. (Rønne)

Entfernungen:

  • Christiansø / Ertholmene 18 km
  • Schonen / Schweden (Borrby)  36 km
  • Rügen / Deutschland (Königsstuhl)  88 km
  • Polen (Kalobrzeg)  91 km
  • Møn / Dänemark (Storeklint)  127 km
  • Kopenhagen / Dänemark 145 km
  • Gotland / Schweden (Hoburgen)  254 km
  • Litauen (Klaipela)  387 km

Zeitzone

Auf Bornholm gilt wie in ganz Dänemark die Centraleuropæisk Tidszone bzw. Central European Time (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt CET (MEZ) mit sommerzeitlicher Umstellung zwischen Ende März und Ende Oktober. Die Realzeit liegt um 59 bis 61 Minuten vor der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Die Gemeinde Bornholm umfasst amtlich vermessen 588,37 km² bzw. 227,17 mi². Davon entfallen 588,36 km² bzw. 227,17 mi² auf die Hauptinsel, 0,01 km² (1 ha) auf umliegende Felseilande. Von Nordnordwesten nach Südsüdosten zwischen Hammer Odde und Dueodde Pynt durchmisst die Insel 38,7 km, von Ostnordosten nach Westsüdwesten zwischen Gudhjem und Arnager 23,4 km. Die Küste hat eine Gesamtlänge von 158 km bei einer Küstenlinie von 141,4 km. Höchster Punkt ist der Rytterknægten mit 162 m. Die tiefste Stelle liegt auf Meeresniveau mit einem MAXIMALEN Tidenhub von 0,09 bis 0,15 m (9 bis 15 cm), bei Rønne 0,11 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 39 m.

Flächenaufteilung 2001:

  • Agrarland  351,28 km² (59,71 %)
  • Waldland  131,37 km² (22,33 %)
  • Wiesen und Sträucher 45,55 km² (7,74 %)
  • unberührtes Heideland  27,49 km² (4,67 %)
  • Siedlungsgebiet  21,94 km² (3,73 %)
  • Touristenareal  7,13 km² (1,21 %)
  • Gewässer und Moore  3,61 km² (0,61 %)

Geologie

Der Gesteinsaufbau Bornholms wird im Gegensatz zum gesamten Rest Dänemarks überwiegend von präkambrischen Grundgesteinen geprägt, die eine geologische Einheit mit Südschweden bilden. Die Insel liegt in einer Verwerfungszone, der sogenannten Sorgenfrei-Tornquist-Zone, die vom Skagerrak in südöstlicher Richtung durch das Kattegat, durch Südschweden, an Bornholm vorbei und nach Polen und Osteuropa verläuft. Diese Zone trennt hohes Grundgestein im Nordosten von einem System von Sedimentbecken im Südwesten, die mehrere Kilometer unter dem Grundgestein verwerflich sind. In der Gegend um Bornholm ist die Zone selbst ein bis zu 100 kmbreiter Streifen, der von Verwerfungen in Nordwest-Südost und Nord-Nordost-Süd-Südwest durchzogen ist. Die Zone ist durch verwerfliche oder geschobene Verwerfungsblöcke gekennzeichnet. Bornholm ist ein solcher Verwerfungsblock, der im Westen an einen Graben, den Rønne Graben, grenzt, in dem (erfolglos) nach Öl und Gas gebohrt wurde. Obwohl die Verwerfungszone bereits in der Permzeit entstand, wurde der Bornholmer Verwerfungsblock erst mit der Bildung der alpinen Gebirgskette in der späten Kreide und im Paläogen ernsthaft angehoben, wodurch die alten Schichten nahe an die Erdoberfläche gebracht wurden. Gleichzeitig wurden die Sedimentgesteine im Süden Bornholms von einer Vielzahl von Verwerfungen durchdrungen, so dass sie heute als ein Mosaik von Verwerfungsblöcken erscheinen.

Von den 588 km² Bornholms besteht der Untergrund in einem 385 km² großen Gebiet, das die nördlichen zwei Drittel der Insel umfasst, aus Felsgestein. Das Grundgestein prägt die Landschaft, die hoch ist, oft über 100 Meter über dem Meeresspiegel, und am Rytterknægten, dem dritthöchsten Punkt Dänemarks, 162 Meter erreicht. Die oft hügelige Landschaft fällt steil zu den Küsten im Norden und Westen ab. Hier befinden sich die einzigen Felsküsten Dänemarks. Sie sind zerklüftet und unzugänglich, mit einigen verstreuten, felsigen Stränden und charakteristischen Felsformationen wie Løvehovederne und Jons Kapel im äußersten Nordwesten. Das Grundgestein wird von langen, in Nordost-Südwest- oder Nord-Nordost-Süd-Südwest-Richtung verlaufenden Grabtälern durchzogen. Ein Beispiel dafür ist das Echo Valley, das durch Gletschererosion von Brüchen im Grundgestein entstanden ist, die mit grobkörnigem Basalt oder Diabas gefüllt sind. Das Grundgestein besteht überwiegend aus Gneis und in begrenzten Bereichen aus verschiedenen Graniten, die im Folgenden beschrieben werden. Es handelt sich um helle Gesteine, in denen die Minerale Quarz und Feldspat dominieren, mit geringen Anteilen von Biotit und Hornblende. Erzminerale kommen in geringen Mengen vor, darunter Magnetit, Chalkopyrit, Pyrit, Bleiglanz und Molybdän.

Der oberflächennahe geologische Untergrund des Zentrums und des Nordens der Insel wird von präkambrischen Gneisen und Graniten gebildet. Bei den Graniten sind Hammergranit, der den Hammeren im Norden und Bereiche des Inselinneren westlich von Vestermarie bildet, Vanggranit in einem Gürtel südlich des Hammeren, Svanekegranit an der Nordostspitze sowie Paradisbakkegranit am Paradisbakkerne im Osten der Insel zu unterscheiden. Kleine Areale im Süden der Insel werden auch vom dunklen Rønnegranit eingenommen. Das geschätzte Alter wird mit 1,4 Milliarden Jahren angegeben. Die meisten dieser Gesteine sind als Leitgeschiebe auch in Norddeutschland und Nordpolen sehr häufig zu finden. Der größte Findling Norddeutschlands, der Buskam auf Rügen, besteht aus Hammergranit.

Die Gesteine im Süden Bornholms sind Verwitterungsreste und Sedimentgesteine jüngeren Datums. Der Südosten wird von paläozoischen Schiefern gebildet. Dabei handelt es sich um marine Sedimentgesteine aus dem Kambrium, Ordovizium und Silur. Deren Alter liegt somit zwischen 540 und 430 Millionen Jahren. Mesozoische Lehme und Sandsteine bilden den Übergang zum Grundgestein bei Nexø und Åkirkeby bzw. den gesamten Südwesten der Insel bei Rønne. Sie entstammen überwiegend der Jura- und Kreidezeit vor 190 bis 70 Millionen Jahren. Großflächige quartäre Ablagerungen treten vor allem in Form von Sanddünen im Südosten Bornholms bei Dueodde auf. Kalkstein ist auf Bornholm selten und tritt kleinflächig in Form des Arnagerkalks aus der Oberen Kreidezeit im Süden der Insel auf.

Fossile Reste der Lebewelt des zur Zeit des Kambrium und Ordovizium bestehenden Meeres finden sich zahlreich in den Schiefern im Inselsüden. Verbreitet treten Graptolithen und Trilobiten auf. Im Jahre 2006 wurden an der Westküste zwischen Hasle und Rönne die 170 Millionen Jahre alten Spuren von zwei Dinosaurierarten gefunden. Bereits 2002 fanden Forscher den 135 Millionen Jahre alten Zahn eines Velociraptor.

Die Gesteine im Süden Bornholms sind Verwitterungsreste und Sedimentgesteine jüngeren Datums. Der Südosten wird von paläozoischen Schiefern gebildet. Dabei handelt es sich um marine Sedimentgesteine aus dem Kambrium, Ordovizium und Silur. Deren Alter liegt somit zwischen 540 und 430 Millionen Jahren. Mesozoische Lehme und Sandsteine bilden den Übergang zum Grundgestein bei Nexø und Åkirkeby bzw. den gesamten Südwesten der Insel bei Rønne. Sie entstammen überwiegend der Jura- und Kreidezeit vor 190 bis 70 Millionen Jahren. Großflächige quartäre Ablagerungen treten vor allem in Form von Sanddünen im Südosten Bornholms bei Dueodde auf. Kalkstein ist auf Bornholm selten und tritt kleinflächig in Form des Arnagerkalks aus der Oberen Kreidezeit im Süden der Insel auf.

Fossile Reste der Lebewelt des zur Zeit des Kambrium und Ordovizium bestehenden Meeres finden sich zahlreich in den Schiefern im Inselsüden. Verbreitet treten Graptolithen und Trilobiten auf. Im Jahre 2006 wurden an der Westküste zwischen Hasle und Rönne die 170 Millionen Jahre alten Spuren von zwei Dinosaurierarten gefunden. Bereits 2002 fanden Forscher den 135 Millionen Jahre alten Zahn eines Velociraptor.

Landschaft

Der nordwestliche Teil der Insel besteht aus Granit und Gneis, von Ton überlagert, und bildet eine auf einer Seehöhe von rund 80 m liegende Ebene. Die Küstengegenden sind fruchtbar, das Innere ein Heideplateau (hohe Heide) mit den höchsten Punkten: Ruthskirkebakke (137 m) und Rytterknegten (156 m). Sonst besteht der Boden namentlich aus Sandstein, Schiefer und Kalkstein.

Die Oberflächenform der Insel entspricht einem leicht gewellten Hügelland, das allseits zu seiner höchsten Höhe im Inselinneren, dem 162 m hohen Rytterknægten, ansteigt. Der höchste Wasserfall Dänemarks ist der 22 m hohe Døndalfald im Nordosten Bornholms.

Die Landschaftsformen wurden weitgehend im Quartär während der vergangenen Kaltzeiten durch den Einfluss der Gletschereismassen gebildet. Das Vorrücken der Gletscher nach Süden führte zu einem starken Gesteinsabtrag und zur Herausbildung der heutigen Wellenform der Insel.

An das Vorhandensein von Gletschern erinnern noch die teilweise zentimetertiefen Kritzungen im Gestein, die durch Gesteinsmaterial entstanden, das von den Gletschern mitgeführt wurde. Einzelne Blöcke, die der Gletscher nach dem Abschmelzen hinterließ, sogenannte Findlinge, sind ebenfalls an vielen Stellen der Insel zu finden. Manche wackeln auf ihrer Unterlage und werden daher Rokkesten (deutsch „Wackelstein“) genannt.

Durch den stärkeren Abtrag an Gesteinsklüften, Gesteinswechseln und Verwerfungen entstanden zahlreiche Schluchten, die meist in Südwest-Nordost-Richtung verlaufen. Prägnante Beispiele für Schluchten sind das Ekkodalen unterhalb des Rytterknægten, das Kløvedal nördlich der Almindingen und das Dovredal südwestlich Paradisbakkerne. Die Schluchten Bornholms wurden nach dem Gletscherrückzug durch Schmelzwasser erweitert. Auf Bornholm gibt es insgesamt 278 Bachläufe. Gesteinsbedingt ist die Küste Bornholms meist Steil- und Felsküste. Die Felsen brechen oft senkrecht ins Meer ab. Die Helligdommsklippen bei Tejn erreichen bis zu 22 m Höhe. Über 20 m hoch sind auch die Granitklippen von Jons Kapel bei Vang. Ausgedehnte, flach ins Meer auslaufende helle Sandstrände befinden sich nur an der Südostecke bei Dueodde.

Erhebungen 

  • Rytterknægten  162 m
  • Ruthskirkebakke 137 m
  • Sladderbakke 118 m
  • Paradisbakkerne 113 m
  • Midterbilt  112 m
  • Anhøj 110 m
  • Møsebakke 103 m
  • Østerpilt 103 m
  • Hammeren  82 m
  • Himmelbjerget 44 m


Seen

  • Hammersø   0,09 km²
  • Borremose  0,08 km²


Flüsse

  • Øle Å  20,5 km
  • Kelseå 12 km

Flora und Fauna

Im Vergleich zu anderen Inseln Dänemarks hat Bornholm eine recht eigenständige Tier- und Pflanzenwelt. Deutlich abgeschieden v om Festland konnte sich hier eine kleine Welt für sich entwickeln.

Flora

Die natürliche Vegetation des größten Teils der Insel Bornholm sind Rotbuchenwälder auf bodensauren Standorten (Luzulo-Fageten). Insbesondere auf Felsen in Südhanglage sind Buchen und Traubeneichen-Trockenwälder bodensaurer Standorte zu erwarten. An steilen Nordhängen und in Schluchten mit luftfeuchtem Klima treten von Natur aus Schluchtwälder aus Bergahorn, Bergulme und Gemeiner Esche auf. Nadelholz ist von Natur aus außerhalb der Kiefernwälder auf den Dünensanden bei Dueodde nicht zu erwarten.

Im Bererich der Helligdomsklippen und anderen Steilküsten finden sich verschiedene Arten von Ebereschen neben Vogelbeerenbäume stehen neben Felsenmehlbeerensträuchern. Besonders stark verbreitet sind die Finnischen Mehlbeere (Sorbus hybrida-Gruppe) und die Schwedische Mehlbeere. Außerdem wachsen hier Heidekraut, Prachtnelke sowie Eiche, Birke, Spitzahorn und Wacholder. An den Helligdomsklippen ersetzt die Winterlinde die erkrankten Ulmen.

Durch die intensive Landnutzung wurde die natürliche Vegetation stark verdrängt. Naturnahe Wälder sind bis auf wenige Reste von Bornholm verschwunden. Intensiv genutztes Ackerland bildet seit Jahrhunderten einen Ring um das Inselinnere. Dort, auf der ehemaligen Allmende (Almindingen), wurde früher das Vieh gehütet. Durch die Waldweide wurde der Wald immer weiter zurück gedrängt. Ebenso durch die Ausbeutung des Waldes für den Schiffbau. Dennoch ist der Almindingen noch immer das zweitgrößte zusammenhängende Waldgebiet Dänemarks. Die entstandenen Heideflächen wurden erst später, nach Entstehen einer geordneten Forstwirtschaft, mit nicht standortgerechten und meist fremdländischen, aber schnellwüchsigen Nadelhölzern wieder aufgeforstet. Daraus sind die Plantagen, die Forste der Insel, hervorgegangen. Nur kleine Heideflächen, natürliche Niedermoore und Moorseen (beispielsweise Bastemose und Olene) sind im Almindingen übrig geblieben. Ein großes zusammenhängendes Küstenheidegebiet ist der Hammeren im Norden.

Die Bornholmer Landschaft ist eine Kulturlandschaft, die das Ergebnis ist von der jahrhundertelangen landwirtschaftlichen Auswertung, und die naturgegebenen Vor­aussetzungen wie Klima und Bodenverhältnisse sind im allgemeinen für die Landwirtschaft der Insel sehr günstig. Die Anbaufläche hat daher auch bis auf fast 70 % der Gesamtfläche betragen. Bis in die 1950er Jahre hinein vermehrte sich die Anbauftäche dadurch, dass immer mehr Boden urbar gemacht wurde, unter anderem weil Dränierungsanlagen die Verwertung feuchter Gebiete möglich und einträglich machten. Dementsprechend wurde der Wiesen‑und Weidebereich merkbar beeinträchtigt, was besonders die Flora beeinflusste, die naturgemäss hier beheimatet war. Seit den 1870er Jahren sind also Wiesen und Weiden um 90 % verringert worden, und zwar mit katastrophalen Folgen unter anderem für mehrere der hiesigen Orchideenarten. Über die letzten hundert Jahre hat man 23 Gattungen der Orchideen auf Bornholm festgestellt, und von diesen haben die 16 ihr natürliches Vorkommen gerade auf Wiesen und Weiden gehabt. Acht davon sind heute von der Insel verschwunden. Seit den fünfziger Jahren hat man die Anbaufläche wiederum gekürzt, nicht dass man aufgegeben hätte, die Randflächen zu bewirtschaften, sondern wegen des ge­sellschaftlichen Bedarfs an Raum zu anderen Zwecken wie Städteentwicklung, Strassen und Freizeitgebieten. Über die letzten 20 Jahre ist also das Ackerland um mehr als 1500 Hektar gekürzt worden, was 4% der Inselfläche entspricht. Trotzdem ist der Ertrag der Landwirtschaft angestiegen, was auf die Intensivierung und auf einen vergrösserten Verbrauch von Düngemitteln und Pestiziden zurückzuführen ist. Dies hat selbstredend einem großen Teil der ursprünglichen Flora und Fauna die Existenzmöglichkeiten genommen. Solche Organismen müssen in Handgebie­ten wie Grenzrainen mit Steinwällen, Grabenrändern und Rohstoffgruben ihre Zuflucht finden.

Fauna

So wie die Botaniker richten schon lange dänische und andere skandinavische Zoologen den Blick auf Bornholm, weil das Tierleben der lnsel zur gleichen Zeit von den besonderen Bodenverhältnissen, Klimaverhältnissen und der geographischen Lage weiter östlich als das übrige Land, die zudem eine östlichere Einwanderung ermöglicht hat, bedingt ist.

Das Erscheinen der Ringdrossel als Heckvogel 1935 und das des Bienenfressers 1948 bilden zwei klassische Beispiele von Tiergattungen, die es im übrigen Lande nicht gibt und deren Vorkommen auf der Insel aus der geographischen Lage zu erklären ist. Nicht nur besitzt Bornholm ein spezifisch östliches Faunaelement, auf die Insel beschränkt aus klimatischen oder einwanderungshistorischen Ursachen, sondern auch eine verschiedenartige numerische Verteilung im Vergleich zum übrigen Lande, was eine Reihe von Tiergattungen betrifft. Das Interesse an der Bomholmer Natur hat stark zugenommen, und viele Studien der Inselnatur über die letzten zwanzig Jahre haben viel neues Wissen über die Fauna der Insel an den Tag gebracht und zwar besonders die wirbellosen Tiere betreffend.

Dank einem neuartigen Horchapparat zur Registrierung von Fledermäusen, dem sogenannten Ultraschalldetektor, hat man über die letzten zehn Jahre von sechs neuen Säugetierarten, bis insgesamt 26, Kenntnis erhalten. Diese bilden einen Rest nach dem weit reichhaltigeren Tierleben früherer Zeiten, indem in mehreren Moorstrecken der Insel Knochen unter anderem von Rentieren, Eichen, Edelhirschen, Bibern, Wildschweinen und Mardern aufgefunden worden sind. Die Insel ist heute besonders wegen ihres feinen Rehbestandes bekannt, und der Jagdertrag dieser Gattung liegt über dem Landesdurchschnitt. Auch zeichnen sich die Bomholmer Rehböcke durch ihre großen und prächtigen Gehörne aus.

Das Vogelleben ist ganz gut untersucht worden, und über 100 Arten werden jedes Jahr in Brut auf der Insel aufgefunden. Vor allem zwei Gattungen, nämlich Sprosser (der Gesang wird oft verwechselt mit der Nachtigall) und Saatkrähe, sind auf Bornholm verbreiteter als anderswo im Lande. Die Einwanderung des Schwarzspechts Anfang der sechziger Jahre hat ein größeres Angebot von Nestlöchern in den Wäldern der Insel mit sich gebracht, was wiederum Höhlenbrüter wie Dohle, Hohltaube und Rauhfusskauz begünstigt hat. Letzterer brütet alljährlich mit ganz wenigen Paaren und besitzt auf unserer Insel den einzig bekannten Brutbestand des Landes. Der Vogelzug im Frühling und im Herbst über der Insel ist beträchtlich und vor allem sind es die großen Scharen von Kranichen, Rauhfussbussarden und Bachstelzen, die die Insel zur geschätzten Zuglokalität machen. In ausnahmsweise warmem Frühling wird die Insel von einer nicht geringen Anzahl Südostziehern besucht, von welchen der Karmingimpel letzthin zu brüten angefangen hat.

Die Kriechtierfauna der Insel unterscheidet sich nicht von der des übrigen Landes, und fünf Gattungen sind ziemlich reichhaltig vertreten. Besonders scheint die Kreuzotter in den Heidekrautgebieten des Hammerknuden sowie in den alten Hochheidegebieten häufig aufzutreten, wo immer noch Heidekraut vorhanden ist.

Neun Lurcharten kommen regelmäßig vor. Der Seefrosch erscheint in ganz Dänemark nur noch auf Bornholm, und die Hälfte der Laubfrösche des Landes findet sich in den Teichen der Insel. Ein größerer Rückgang dieser Lurchgattung ist zu verzeichnen gewesen, weshalb die See-Er-neuerung, die die Bomholmer Amtsgemeinde 1983 einleitete In erster Linie darauf basiert, den Laubfroschbestand zu fördern und die Setzteiche zurückzugewinnen, wo er sich früher befand, woraus er aber heute vertrieben ist, zum Beispiel wegen Auffüllens.

In den Bornholmer Süsswasserbereichen finden sich 18 der 42 Süsswasserfischarten Dänemarks, von welchen die Beststände an Meerforellen in den bedeutenderen Rinnsalen die größte Aufmerksamkeit auf sich lenken. Im Winter und im frühen Frühling findet eine nicht unbedeutende Fischerei nach diesem Edelfisch an den Küsten der Insel Statt. Heringe, Dorsche und Lachse sind bekannte Bornholmer Seefische, die die Grundlage eines der größten Gewerbezweige der Insel bilden, die Fischerei.

Ganz entschieden sind innerhalb dieser Tiergruppe die größten Erfolge seit Ende der sechziger Jahre erzielt, was die Kenntnis der lnselfauna betrifft. Blattflöhe zum Beispiel waren bisher auf Bornholm gänzlich unbekannt, aber der tüchtige und beharrliche Naturforscher Lars Trolle hat jüngst 28 Gattungen der Insel beschrieben, und zwar alle allgemein verbreitet.

Auch für Zikaden hat er sich interessiert und die Gattungsliste der Insel von 1 im Jahre 1988 bis 174 heute sich vermehren lassen, wovon viele für Dänemark, einzelne für Skandinavien und eine einzige sogar für die Wissenschaft neu sind. Eine Art Kleinschmetterling »Andabatana« ist auf der ganzen Welt in 14 Exemplaren gefunden worden und aus diesen sind die 13 auf Bornholm entdeckt worden. Eine Wassermottenart, Tinodes machlachlani, ist an ihrem einzigen Lebeort nördlich der Alpen, auf den Felsen vor Ringebakkerne, entdeckt worden. Man muss sie für ein Wärmezeitrelikt halten, das gerade hier die Klimaveränderungen nach dem Wärmezeitraum vor 8000 Jahren überlebt hat. Andererseits ist ein Eiszeitrelikt, der Plattwurm Planaria alpina, in den Quellgebieten der Insel entdeckt worden, und man muss vermuten. dass er hier überlebt hat seit der Tundrazeit vor mehr als 12.000 Jahren. Auf ähnliche weise hat sich die Kenntnis der Land- und Süsswasserschnecken, der Blutegel, Groß- und Kleischmetterlinge, Laufkäfer, Milben, Spinnen Ameisen, Grabwespen, Heuschrecken, Uferfliegen, Schwebfliegen und Baumwanzen in solchem Ausmaß vermehrt, dass einem fast die Puste ausgeht, und über die Jahre sind in der Bomholmer Naturzeitschrift >Fjælstaunijn< vorzügliche Beiträge gebracht worden, diese Neuentdeckungen der lnselfauna betreffen.


Pflanzen-und Tierarten:

Flora

  • Bäume  110

Fauna

  • Vögel  115
  • Säugetiere  30
  • Süßwasserfische   18
  • Reptilien  10
  • Amfibien  9

Naturschutz

Bornholm besitzt insgesamt 328 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 40,2 km², das sind 6,83 % der Landesfläche. Die wichtigsten Areale sind:

  • Almindingen: Mit rund 38 km² einer der größten Wälder Dänemarks und das grüne Herz Bornholms. Es ist ein bedeutendes Naturschutzgebiet mit zahlreichen Wanderwegen, Mooren (z. B. Svinemose, Bastemose), seltenen Pflanzen- und Tierarten sowie einer freilebenden Wisentherde. Sehenswürdigkeiten sind Ekkodalen (Spalttal), Rytterknægten (höchster Punkt Bornholms), Burgen Gamleborg und Lilleborg.
  • Paradisbakkerne: Hügelige, felsige Landschaft im Osten Bornholms mit schmalen Spaltentälern, Seen und Sümpfen. Es ist ein ökologisch vielfältiges Schutzgebiet mit seltenen Amphibien, Reptilien und zahlreichen Vogelarten wie Seeadler, Schwarzspecht und Kranich. Das Gebiet verfügt über ein umfangreiches Netz an Wanderwegen, Fahrrad- und Reitwegen; Weidewirtschaft wird in Teilen noch praktiziert. Es gibt zahlreiche Naturdenkmäler wie der Rokkestenen (Wackelstein) und der Opferstein Altersten.
  • Hammerknuden und Hammeren: Im Norden Bornholms gelegen, großes Heide- und Felsgebiet mit Mooren und Seen. Die Heideflächen sind einzigartig und werden besonders geschützt, da sie auf Sandstein liegen. Es ist ein Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere, beliebtes Wandergebiet.
  • Balkalyngen: Die einzigen Heideflächen Dänemarks auf Sandstein, mit besonderem ökologischen Wert und einzigartigem Ökosystem.
  • Helligdomsklipperne: Spektakuläre Klippen an der Nordküste, beliebtes Ziel für Naturfreunde.
  • Ekkodalen: Größtes Spalttal Dänemarks, Teil des Almindingen.
  • Bastemose: Bedeutendes Vogel- und Pflanzenschutzgebiet im Almindingen.
  • Svinemose: Ehemaliges Hochmoor, heute Rückzugsgebiet für seltene Vogelarten8
  • Graesholm und Nexø: Wichtige Schutzgebiete für See- und Zugvögel.

Klima

Bornholm liegt im Übergangsbereich zwischen den Einflusszonen des wechselhaften ozeanischen Klimas Westeuropas und den stabilen kontinentalen Wetterlagen Osteuropas - in der Köppen‑Geiger‑Klassifikation wird die Insel dem ozeanisch‑gemäßigten Klima Cfb zugeordnet.​. Auf der Insel herrscht ein gemäßigtes Küsten- oder Meeresklima, das sich in milden Wintern und angenehm warmen und vor allem sonnigen Sommern niederschlägt. Dieses sonnigen Ambientes wegen wird Bornholm gern als Sonneninsel bezeichnet, denn tatsächlich scheint hier die Sonne öfter als im übrigen Dänemark und es regnet zudem seltener.

Trotz der geringen Größe Bornholms bestehen einige lokale Unterschiede im Klima und Wettergeschehen. So zeichnet sich bei der Niederschlagshöhe ein deutliches West-Ost-Gefälle ab. Gelangen feuchte Westwinde an die Küste Bornholms, regnen sich die Luftmassen vor allem im Westen und dem hoch gelegenen Inselinneren ab. Die östlichen und nordöstlichen Gebiete um Neksø, Svaneke und Gudhjem verzeichnen merklich geringere Niederschläge. Die vor der Küste Bornholms gelegenen Erbseninseln (Ertholmene)), gehören in der amtlichen Statistik Dänemarks sogar zu den wasserärmsten Regionen des Landes.

Der jahreszeitliche Gang der Temperaturen auf der Insel wird entscheidend bestimmt durch die Wassertemperatur der umgebenden Ostsee. Das Wasser reagiert nur träge auf die veränderten Einstrahlungsverhältnisse im Frühling und erwärmt sich dabei nur langsam. So setzt das Frühjahr auf der Insel später ein, als es auf dem Festland der Fall ist. Andererseits sind die relativ hohen Wassertemperaturen der Ostsee im Herbst der Grund dafür, dass das Klima auf Bornholm längere Zeit recht mild bleibt. Das allgemein warme Klima soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch im Sommer gelegentlich stürmt und regnet.

Klimadaten für Rønne  (1971 bis 2000)

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Höchstrekord °C 8,9 9,7 15,1 26,6 27,2 31,7 31,9 32,0 27,9 20,2 15,7 11,0 32,0
Mittelmaximum °C 2,7 2,4 4,5 8,9 14,5 17,9 20,1 20,5 16,4 11,9 7,3 4,4 10,9
Mitteltemperatur °C 0,9 0,4 2,1 5,5 10,5 14,3 16,8 17,0 13,4 9,5 5,4 2,6 8,2
Mittelminimum °C −1,1 −1,7 −0,4 2,1 6,6 10,7 13,3 13,4 10,5 6,9 3,2 0,5 5,3
Tiefstrekord °C −15,7 −17,7 −16,1 −7,0 −3,0 −0,2 4,0 5,4 −0,2 −5,7 −10,1 −14,1 −17,7
Niederschlag mm 40,2 22,8 30,6 30,2 31,9 44,2 47,1 41,4 55,5 50,2 52,1 42,4 488,7                              
Niederschlagstage (≥ 0,1 mm) 16,5 12,9 13,7 11,2 10,0 11,0 10,6 10,8 13,2 14,5 16,7 16,1 157,3
Schneetage 5,6 5,3 4,0 0,9 0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,8 3,4 21,2
Luftfeuchtigkeit % 87 86 85 79 72 75 75 75 78 81 82 85 80
Nebeltage 20 18 21 22 21 19 16 18 17 20 17 18 227
Sonnenstunden 35 53 112 190 284 266 276 252 155 1021 46 31 1.809
Mittlere Windgeschwindigkeit kmh 35 22 25 20 19 21 24 24 29 30 32 33 26
Wassertemperatur °C 3 2 3 6 10 16 18 18 15 12 8 5 10

Mythologie

Die Mythologie und Sagenschatz von Bornholm ist eine der lebendigsten und eigenständigsten Volksüberlieferungen Dänemarks. Während im übrigen Land oft von Meerjungfrauen, Nixen oder Elfen die Rede ist, dreht sich auf der Ostseeinsel fast alles um de underjordiske (die Unterirdischen), um Trolle, Riesen, lebendige Steine und eine sehr lange nachhallende vorchristliche Götterwelt.

Die Underjordiske bilden das Herzstück der bornholmschen Folketro. Es handelt sich um kleine, meist unsichtbare Wesen, die wie winzige Menschen aussehen – oft mit spitzen roten Mützen – und in alten Grabhügeln (gravhøje), markanten Felsen, Klippen, großen Einzelsteinen oder besonderen Erhebungen im Landschaftsbild leben. Sie gelten als die eigentlichen „Besitzer“ der Insel und führen dort unten ein Leben, das unserem sehr ähnlich ist: Sie heiraten, bekommen Kinder, backen Brot, brauen Bier, halten rauschende Feste und tanzen, bis die Hügel sich auf glühenden Pfählen heben und Musik nach oben dringt.

Wer ihren Wohnsitz stört – etwa indem er einen Hügel umpflügt, Steine wegnimmt, gräbt oder Schatzsucher anheuert –, zieht sich ihren Zorn zu: Vieh stirbt, die Ernte schlägt fehl, Menschen erkranken schwer oder es passieren rätselhafte Unfälle. Umgekehrt können die Unterirdischen dankbar und großzügig sein: Wer sie ehrt, ihnen etwas von der Milch, dem Essen oder der Ernte als Opfergabe hinstellt oder sie in Not respektiert, wird manchmal mit Glück, Gesundheit oder sogar kleinen Geschenken belohnt.

Viele Forscher sehen in diesen Geschichten ein kollektives Erinnerungsgedächtnis an die Vorfahren. Die Underjordiske könnten symbolisch die Menschen der Bronze- und Eisenzeit darstellen, deren zahlreiche Grabhügel bis heute die bornholmsche Landschaft prägen. Bornholm besitzt eine außergewöhnlich hohe Dichte an gut erhaltenen vorhistorischen Denkmälern – das hat die Sagen besonders stark und konkret gehalten. Selbst heute erzählen viele Inselbewohner Geschichten von Begegnungen oder warnen davor, bestimmte Hügel oder Felsen zu stören.

Neben den Unterirdischen spielen Trolle eine wichtige Rolle. Ortsnamen wie Troldskov, Troldehøj oder Troldeskoven zeugen davon, und in manchen Tälern und Wäldern heißt es noch immer, man solle nachts nicht zu laut sein, weil die Trolle sonst zornig werden. Auch Riesen tauchen in einzelnen Überlieferungen auf – etwa als Steine werfende Giganten oder als Gestalten, die ganze Landschaftsteile formten. Eine bekannte Sage berichtet, dass Eva, als sie ihre Kinder waschen wollte, von Gott überrascht wurde. Aus Angst versteckte sie die noch ungewaschenen Kinder und behauptete, sie seien eh da. Gott, der alles sah, bestimmte, dass die verborgenen Kinder auch den Menschen verborgen bleiben sollten. So verschwanden diese Kinder und wurden zu den Unterirdischen, die fortan in den Hügeln leben. Sie gelten als weder bösartig noch gefährlich, sondern helfen oder bestrafen je nach Verhalten der Menschen.

Die Insel ist reich an Grabhügeln, Felszeichnungen und Bautasteinen, die nicht nur archäologische Zeugnisse, sondern auch Gegenstand zahlreicher Sagen sind. So wird etwa von der Hellig Kvinde ("heilige Frau") berichtet, die mit ihren Kindern in Steine verwandelt wurde, um sie vor dem Zorn ihres Mannes zu schützen. Noch heute grüßen Bornholmer ehrfürchtig diese Steine, wenn sie vorbeigehen. Die zahlreichen Felszeichnungen, Grabhügel und Steinwarten auf Bornholm werden oft mit einem Sonnenkult und Naturzyklen in Verbindung gebracht. Sie sind Ausdruck eines tiefen religiösen Lebens und haben vermutlich auch Eingang in die Sagenwelt gefunden. Ähnliche Sagen sind mit Hellig Haagen, einem weiteren heiligen Stein mit alten Opfer- und Heilungsgeschichte, sowie den Dronningestolene (Königinnenstühle) hoch über dem Meer bei Salene Bugt verknüpft. Bei den letzteren handelt es sich um vier mächtige Monolithen, von denen erzählt wird, dass sie einst lebende Menschen oder Pferde waren, die durch Fluch oder Zauber versteinerten

Besonders markant ist auf Bornholm die lange Nachwirkung der nordischen Mythologie und des alten Asenglaubens. Die Insel hielt deutlich länger als Seeland oder Jütland am Glauben an Odin, Thor, Freja und die anderen Götter fest – teilweise bis weit ins Mittelalter. Hunderte guldgubber (winzige Goldblech-Figuren mit mythischen Szenen) wurden gefunden, und die Tausenden gravierten Solstenen von Vasagård (mit strahlenförmigen Symbolen, um -3000 bis -2800) deuten auf einen sehr alten Sonnenkult hin. Auch die vier berühmten runden Kirchen (Østerlars, Olsker, Nylars, Ny Kirke) werden in manchen Volkserzählungen mit vorchristlichen Kultplätzen verknüpft – als hätte man bewusst an Stellen starker heidnischer Energie gebaut, um diese zu übernehmen.

Naturführer, die sogenannten Naturvejleder, vermitteln bei Ausflügen einen Einblick in den reichhaltigen Fundus der Bornholmer Volkssagen. Das von ihnen Dargebotene sind überlieferte Geschichten, die teilweise auf Aberglauben beruhen, zum Teil aber auch die pure Wahrheit sind. Wenn etwa von Bobbân die Rede ist, geht es erstmal nicht um historische Fakten - Bobbâ ist nämlich das Bornholmer Wort für einen Troll. Wenn aber die vier Steinhügel dicht beim Ølenevej erklärt werden, dann beruht die Überlieferung wohl auf einer wahren Begebenheit. Hier kamen nämlich die drei Töchter Siegårds ums Leben - in einer wahren Gruselgeschichte, die 1996 zum ersten Mal als Schauspiel inszeniert wurde.

Geschichte

Bornholm war seit der Steinzeit besiedelt und stand im Mittelalter lange unter kirchlicher und später dänischer Herrschaft, wobei die Insel wegen ihrer Lage in der Ostsee oft umkämpft war. Nach zeitweisen Besetzungen durch die Hanse, Schweden und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Sowjetunion gehört Bornholm heute dauerhaft zu Dänemark und bewahrt eine stark eigene regionale Identität.

Mesolithikum

Bornholm wurde landschaftlich von der Eiszeit geprägt. In der Gletscherschmelzphase bildete sich östlich Rönnes ein großes Flussdelta. Durch Aufschwemmen erheblicher Sandmengen entstand eine größere Ebene. Auf Bornholm breitete sich nach dem Abschmelzen der letzten Gletscher zunächst Tundra aus, auf der Rentiere lebten. Erste Jägergruppen erreichten ungefähr -8000 die heutige Insel. Die Wohnplätze der Jäger- und Fischergruppen fand man am Hammer im Norden, in Melsted bei Gudhjem und in Grisby südlich von Svaneke an der Ostküste der Insel. Aus dem Inselinnern kennt man Wohnplätze an den Flüsschen Baga (Baggeå) und Blykobbeå. Aus dem Moor von Vallensgard, das damals noch ein See war, konnte man Jagdgerät und Fischspeere aus Wildknochen bergen. Sogar eine Flöte aus Knochen, Dänemarks ältestes Musikinstrument, fand man in dieser Gegend. Das Rengeweih von Klemensker ist im Museum in Rønne zu besichtigen.

Das Klima erwärmte sich weiter. Nun kamen Elche, Kronhirsche und Wildschweine ins Land. Etwa ab -7500 (im Präboreal) konnten Kiefer, Birke und Hasel Einzug halten. Fischer holten aus 40 Meter Tiefe Kiefernstubben aus der Ostsee, die als Beweis für die Landverbindung mit Rügen angesehen werden. Diese riss vermutlich vor 7000 Jahren ab. Mit dem Rückzug der Gletscher war das Land angestiegen. Gleichzeitig stieg auch der Meeresspiegel, dieser aber schneller als das Land, so dass etwa -5000 große Teile des alten Landes mit Wasser bedeckt waren und die heutige Insel entstand. Laubwälder hauptsächlich aus Linden und Eichen breiteten sich aus. Die Auerochsen wurden selten, während Hirsche und Wildschweine sich auf die veränderten Klimabedingungen umstellen konnten. Der letzte Kronhirsch wurde 1770 auf Bornholm geschossen. Die Jäger lebten jetzt in Küstennähe an Bodden und Buchten, im Landesinnern in Waldnähe, an Bächen und Flüssen und bedeckten Sumpflandschaften.

Neolithikum

Die ersten Ackerbauern die Insel um -4000. Sie begannen man die Wälder zu roden, Äcker zu bestellen und sich sesshaft einzurichten. Besonders bekannt ist Bornholm für die sogenannten Sonnensteine, kleine, meist aus Schiefer gefertigte Steinplatten mit eingeritzten Sonnen- und geometrischen Motiven. Über 600 dieser Steine wurden vor allem an der Fundstelle Vasagård im Süden der Insel entdeckt. Die Sonnensteine wurden um -2900 - in der Spätzeit der Trichterbecherkultur - in Gräben und Pfostenlöchern rituell deponiert, meist zusammen mit Tierknochen, Keramik und Feuersteinfragmenten. Dies deutet auf komplexe Fruchtbarkeits- und Sonnenrituale hin, vermutlich als Reaktion auf Klimakrisen (z.B. durch Vulkanausbrüche ausgelöste Abkühlungen). Die Steine zeigen, wie sensibel und kreativ neolithische Gesellschaften auf Umweltveränderungen reagierten. Sie sind ein wichtiger Beleg für religiöse Praktiken und das kosmologische Weltbild der damaligen Bewohner Bornholms

Das Neolithikum auf Bornholm (um -4000 bis -2800) markiert den entscheidenden Übergang von Jäger- und Sammlergesellschaften zu sesshaften Ackerbauern. Vor etwa 6000 Jahren erreichten Ackerbauern die Insel, wahrscheinlich aus dem südlichen Skandinavien oder dem heutigen Norddeutschland kommend. Sie rodeten die dichten Wälder, bestellten Äcker und errichteten dauerhafte Siedlungen. Dieser Wandel brachte eine Revolution in Wirtschaft, Gesellschaft und Religion: Getreideanbau (Gerste, Emmer), Viehzucht (Rinder, Schafe, Schweine) und der Bau monumentaler Grabanlagen prägten die Epoche. Bornholm war durch seine fruchtbaren Böden und die Nähe zum Meer besonders attraktiv für diese frühen Bauernkulturen.

Die Trichterbecherkultur (TBK), die Bornholm dominierte, hinterließ die beeindruckendsten Spuren: 14 Ganggräber (Jættestuer) und elf Dolmen (Dysser). Diese megalithischen Grabanlagen dienten als kollektive Bestattungsstätten für ganze Familien oder Clans über Generationen hinweg. Typisch sind rechteckige oder polygonale Kammern aus großen Findlingen, die mit einem massiven Deckstein abgedeckt und oft von einem langen Erdhügel (Hünengrab) umgeben waren. Besonders auffällig ist die Lage: Keines dieser Gräber liegt weiter als 2,5 km vom Meer entfernt – ein klares Zeichen dafür, dass die neolithischen Bewohner die Küste als Lebens- und Handelsraum nutzten. Das größte und besterhaltene Ganggrab ist Lundesten (auch Lundestenen genannt) südlich von Nylars: Es misst etwa 35 m Länge, 20 m Breite und bis zu 3,5 m Höhe, mit einer Kammer von 3,2 m Länge und einem kleinen gepflasterten Vorplatz. Bei Ausgrabungen fand man verzierte Keramik, Bernsteinperlen (oft in Axt- oder Keulenform), Feuersteinwerkzeuge (Äxte, Pfeilspitzen, Messer) und Skelettreste – Belege für einen reichen Totenkult und sozialen Wandel. Die Gräber dienten nicht nur der Bestattung, sondern auch als rituelle Orte für Ahnenverehrung und Gemeinschaftsrituale.

Besonders einzigartig und weltweit ohne Parallele sind die sogenannten Sonnensteine (solsten). Über 600 dieser kleinen, meist aus Schiefer gefertigten Steinplatten (ca. 5 cm groß) wurden vor allem an der Fundstelle Vasagård im Süden der Insel entdeckt – einer großen jungsteinzeitlichen Ritualanlage mit Gräben, Palisaden und kreisförmigen Kultbauten. Die Steine zeigen eingeritzte Sonnenmotive (strahlende Kreise), geometrische Felder, Pflanzenmuster und seltener Spinnennetz-ähnliche Symbole. Um -2900, in der Spätphase der Trichterbecherkultur, wurden sie rituell in Gräben und Pfostenlöchern deponiert – oft zusammen mit Tierknochen (von Festmahlen), zerbrochenen Tongefäßen und Feuersteinfragmenten. Diese Massenopferung deutet auf komplexe Fruchtbarkeits- und Sonnenrituale hin. Neueste Forschungen (2025) verbinden sie mit einer schweren Klimakrise: Ein massiver Vulkanausbruch um -2910 (nachgewiesen in grönländischen Eisbohrkernen) verdunkelte den Himmel, reduzierte die Sonneneinstrahlung und führte zu Ernteausfällen, Hungersnöten und möglicherweise Seuchen (Pest). Für die sonnenabhängigen Ackerbauern war dies existenzbedrohend – die Sonnensteine waren wahrscheinlich Opfergaben, um die Sonne zurückzuholen, die Fruchtbarkeit zu sichern oder Dankbarkeit für ihre Rückkehr auszudrücken. Direkt nach der Deponierung wurde Vasagård umgebaut: Massive Holzpalisaden schützten die Anlage, und neue runde Kulthäuser entstanden – ein Zeichen für kulturellen Wandel und den Übergang zur nachfolgenden Schnurkeramik-Kultur.

Die neolithische Gesellschaft auf Bornholm war hierarchisch organisiert, mit Anführern, die den Bau der Megalithgräber und Rituale koordinierten. Der Handel blühte: Bernstein (besonders aus der Ostsee) wurde zu Perlen verarbeitet und exportiert, Feuerstein kam aus dem Øresund-Gebiet. Siedlungen konzentrierten sich auf leichte Böden nahe Gewässern, mit Langhäusern und intensiver Landwirtschaft. Die Sonnensteine und Grabanlagen zeigen ein hochentwickeltes kosmologisches Weltbild: Die Sonne als Lebensspenderin stand im Zentrum religiöser Vorstellungen.

Das Neolithikum endete um -2800 mit dem Niedergang der Trichterbecherkultur – möglicherweise durch Klimawandel, Krankheiten und neue Einwanderer. Die erhaltenen Ganggräber, Dolmen und Sonnensteine machen Bornholm zu einem der reichsten neolithischen Archive Nordeuropas und zeugen von der Kreativität und Resilienz früher Gesellschaften angesichts Umweltkrisen.

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Bronzezeit

Nach dem Ende der Trichterbecherkultur setzte zunächst eine Phase ein, in der Einflüsse der Streitaxt- und Einzelgrabkultur (um -2800 bis -2300, oft als spätes Neolithikum oder frühe Metallzeit bezeichnet) spürbar waren, bevor ab -2300 die Kupferzeit einsetzte und ab etwa -1700 die nordische Bronzezeit mit der systematischen Verwendung von Bronze begann. Bornholm zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Dichte und Vielfalt bronzezeitlicher Denkmäler aus, die sämtliche vergleichbar großen Regionen Dänemarks bei weitem übertrifft.

Besonders auffällig sind die zahlreichen Röser (große Grabhügel), Bautasteine (hohe aufgerichtete Steine), Steinkisten, Steinkreise und Schiffssetzungen. Schiffssetzungen – steinerne Umrisse von Schiffen als Grab- oder Kultmale – finden sich etwa in Egeby, Stammershalle, Trodeskoven und am Galgebakken östlich von Vester Marie. Diese Monumente spiegeln eine hochentwickelte Toten- und Ahnenverehrung wider sowie den starken Einfluss maritimer Symbolik in einer Inselgesellschaft, die vom Seehandel und der Ostsee als Verbindungsweg profitierte.

Bornholm ist der einzige Ort in Dänemark, an dem Petroglyphen (Felsritzungen) vorkommen. Das größte und bedeutendste Gebiet ist Madsebakke bei Allinge-Sandvig im Nordwesten der Insel. Hier finden sich auf glattgeschliffenen Felsflächen Hunderte von Ritzungen: Schiffe, Sonnenräder, Kreise, Fußsohlen, Menschenfiguren und abstrakte Symbole, die meist der älteren Bronzezeit (Periode II–III, ca. 1500–1100 v. Chr.) zugeschrieben werden. Diese Ritzungen dienten vermutlich kultischen Zwecken und markierten heilige Orte an der Küste.

Eine weitere Besonderheit sind die Menhire (Bautasteine). Bornholm beherbergt mit über 1.000 bekannten Exemplaren die bei weitem größte Konzentration in Dänemark. Die größte Sammlung steht bei Louisenlund nahe Gryet im Süden der Insel, wo Dutzende hoher, schlanker Steine in Reihen oder Gruppen aufgestellt sind. Viele dieser Steine waren mit Grabhügeln verbunden oder markierten Kultplätze.

Aus der Bronzezeit stammen auch zahlreiche Grabhügel, Steinhaufen (Cairns) und Steinkistengräber, die oft reiche Beigaben wie Bronzeschwerter, Dolche, Fibeln, Halskragen und Schmuck enthielten. Der Handel mit Kupfer (aus Mitteleuropa) und Zinn (vermutlich aus Cornwall oder dem Erzgebirge) ermöglichte die lokale Herstellung hochwertiger Bronzegegenstände und zeugt von weitreichenden Netzwerken.

Ein sensationeller Fund wurde in den 1980er Jahren in Sorte Muld (nahe Svaneke im Osten der Insel) gemacht: Bei Ausgrabungen einer großen bronze- und eisenzeitlichen Siedlung wurden weit mehr als 2.300 winzige Goldblechfiguren (guldgubber) entdeckt. Diese nur wenige Millimeter großen, dünnen Goldplättchen zeigen meist stilisierte Menschenfiguren – oft Paare, Männer mit Ring oder Frauen mit langem Gewand – und werden als „Goldgreise“ (guldgubber) bezeichnet. Sie wurden rituell in Pfostenlöchern eines großen Herrschaftssitzes deponiert und datieren vor allem in die Völkerwanderungszeit (ca. 400–550 n. Chr.), haben aber ihre Wurzeln in bronzezeitlichen Kultpraktiken. Sorte Muld gilt als eine der bedeutendsten zentralen Plätze der späten Bronze- und frühen Eisenzeit im Ostseeraum.

Eisenzeit

Die Eisenzeit auf Bornholm (um -500 bis 8. Jahrhundert) gliedert sich in die ältere (vor-römische und römische Eisenzeit, um -500 bis 4. Jahrhundert) und die jüngere Eisenzeit (germanische Eisenzeit und Völkerwanderungszeit, 4. bis 8. Jahrhundert). Sie war geprägt von intensiven Handelskontakten, sozialer Hierarchisierung, kriegerischen Auseinandersetzungen und tiefgreifenden Bevölkerungsveränderungen. Bornholm lag zentral im Ostseeraum und profitierte von seiner strategischen Position, war aber auch Bedrohungen ausgesetzt.

Besonders reich an Funden ist das Gebiet Sorte Muld („Schwarze Erde“) bei Ibsker im Osten der Insel. Hier wurde eine der bedeutendsten Siedlungen der jüngeren Eisenzeit ausgegraben, die als Sitz eines lokalen Häuptlings oder sogar Königs gilt. Der sensationellste Fund sind über 2.400 Guldgubber – winzige, nur wenige Millimeter große Goldblechfiguren, die meist einzelne Personen oder Paare darstellen (Männer mit Ring oder Horn, Frauen in langem Gewand). Sie wurden rituell in Pfostenlöchern großer Hallenbauten deponiert und hatten vermutlich kultische Funktion, möglicherweise als Opfergaben an Götter oder Ahnen. Sorte Muld war ein Macht- und Kultzentrum mit weitreichenden Verbindungen bis nach Mitteleuropa und zum Schwarzen Meer.

Weitere wichtige Fundplätze sind das große Gräberfeld Slusegård südlich von Svaneke mit über 1.000 Bestattungen sowie eine Schiffssiedlung in Hellig Kvinde zwischen Svaneke und Gudhjem, wo Reste von Bootshäusern und Schiffsteilen auf intensive maritime Aktivitäten hinweisen. Luxusimporte wie römisches Glas, Bronzegeschirr, Schmuck, Waffen, Gold- und Silbermünzen sowie Bernstein belegen, dass Bornholm Teil eines weitreichenden Handelsnetzwerks war, das von der römischen Provinzgrenzen bis zum Baltikum und dem Frankenreich reichte. Die Kontakte waren jedoch nicht immer friedlich: Plünderungen und Raubzüge erforderten Schutzmaßnahmen. Daher errichteten die Bornholmer Fluchtburgen (Ringwälle) an strategisch erhöhten Stellen, etwa die Ringburg auf Rispebjerg im Westen und die ältere Anlage Gamleborg in den Paradisbakkerne (die bereits aus der Wikingerzeit bekannt ist, aber eisenzeitliche Vorläufer hatte). Diese ovalen oder runden Wallanlagen mit Palisaden boten der Bevölkerung und ihrem Vieh in Krisenzeiten Zuflucht.

Eine der rätselhaftesten Episoden der Eisenzeit ist die sogenannte Bevölkerungskrise um 300. Fast alle größeren Gräberfelder wurden aufgegeben, viele Siedlungen verließen, und es gibt nur wenige Bestattungen in den folgenden Jahrzehnten. Dies wird oft mit der Abwanderung der Burgunden in Verbindung gebracht. Historische Quellen (unter anderem bei Ptolemaios und Jordanes) sowie die nordische Sage lokalisieren die Urheimat der ostgermanischen Burgunden auf Bornholm (alt nordisch „Burgundarholmr“). Archäologische Zeugnisse wie Ortsnamen, Keramikstil und der plötzliche Bevölkerungsrückgang stützen die These, dass ein Großteil der Inselbewohner um 300 nach Süden zog – möglicherweise als Zwischenstation auf dem Weg ins Weichselgebiet und später an den Rhein. Nach dieser Krise wurde Bornholm neu besiedelt, wahrscheinlich durch Zuzug aus anderen Teilen Skandinaviens.

In der jüngeren Eisenzeit ab dem 4. Jahrhundert entwickelte sich eine stark hierarchische Gesellschaft mit einer klaren Elite, die durch reiche Grabausstattungen (Waffengräber, Importe) sichtbar wird. Die Bestattungssitten wechselten: In der frühen Eisenzeit dominierte die Feuerbestattung (Urnengräber), ab Christi Geburt kehrte man zunehmend zur Erdbestattung zurück – oft in Holzsärgen, gelegentlich sogar in ausgedienten Ruderbooten. Das Gräberfeld Slusegård zeigt diese Vielfalt eindrucksvoll: Neben einfachen Gräbern finden sich aufwendige Bestattungen mit Waffen, Schmuck und Trachtzubehör.

Die Landwirtschaft wurde intensiver: Getreideanbau (Gerste, Roggen), Viehzucht und Fischfang bildeten die Grundlage. Charakteristisch für Bornholm ist die Entstehung der Einzelhofsiedlung: Statt kompakter Dörfer entstanden verstreute Höfe, die jeweils eigenes Ackerland bewirtschafteten, während Wiesen und Wälder gemeinsam genutzt wurden. Viele heutige Hofnamen wie Klinteby, Langedeby oder Østerlarsby gehen auf eisenzeitliche Siedlungen zurück. Die Nutztiere – Kühe, Pferde, Schafe, Schweine, Hühner – waren bereits vorhanden, allerdings in kleineren, robusteren Rassen. Oft lebten Mensch und Vieh unter einem Dach in Langhäusern mit Wohn- und Stallteil.

Der Brauch, Bautasteine (Menhire) aufzustellen, setzte sich aus der Bronzezeit fort. Besonders eindrucksvoll ist die Sammlung im Gryet-Wäldchen bei Louisenlund, wo Dutzende hoher Steine in Reihen oder Gruppen stehen und wahrscheinlich Gräber oder Kultplätze markierten.

Wikingerzeit

Die älteste Wikingerfestung auf Bornholm war Gamleborg, eine Ringburg aus der Zeit um 750, gelegen auf einem Felsplateau im Almindingen-Wald nahe der heutigen Ortschaft Aakirkeby. Sie gilt als das älteste bekannte Steingebäude der Insel und diente als zentrale Verteidigungs- und Machtanlage. Gamleborg war von einer massiven Trockenmauer umgeben und bot Platz für eine größere Siedlung. Vor allem die Gegend um Østerlars im Nordosten der Insel scheint in der Wikingerzeit besonders wichtig gewesen zu sein: Hier wurden mehrere reiche Gräberfelder mit prächtigen Grabbeigaben entdeckt, darunter Waffen, Schmuck, Importwaren und Schiffelemente, die auf eine wohlhabende Oberschicht hinweisen.

Der englische Reisende Wulfstan von Hedeby berichtete Ende des 9. Jahrhunderts in seiner Schilderung an König Alfred den Großen von Wessex, dass Bornholm („Burgenda land“) einen eigenen König hatte. Es ist wahrscheinlich, dass dieser lokale König die Insel von Gamleborg aus regierte und eine gewisse Autonomie gegenüber den aufstrebenden dänischen Großkönigen wahrte. Auf der Insel gibt es zahlreiche Schatzfunde aus der Wikingerzeit, die von Handel und Wohlstand zeugen. Der bekannteste ist der Ibsker-Münzschatz (bei Ibsker gefunden), der Hunderte arabische, angelsächsische, deutsche und dänische Silbermünzen enthält – der größte Teil wird heute im Nationalmuseum in Kopenhagen ausgestellt. Weitere Funde wie Halsringe, Fibeln und Hack Silber unterstreichen die Rolle Bornholms als Knotenpunkt im Ostseehandel.

Besonders charakteristisch für Bornholm sind die Runensteine: Mit etwa 40 erhaltenen Exemplaren weist die Insel eine der höchsten Dichten in Skandinavien auf. Viele von ihnen wurden jedoch nicht von heidnischen Wikingern, sondern von frühen Christen im 11. Jahrhundert errichtet – ein für Runensteine eher untypisches Phänomen. Sie enthalten oft christliche Kreuze neben runischen Inschriften und markieren den Übergang vom Heidentum zum Christentum.

In den 960er Jahren vereinigte Harald Blauzahn (ca. 940–986) das dänische Reich und führte die erste Christianisierung durch. Auch er nutzte Gamleborg als Stützpunkt. Die Bekehrung war zunächst oberflächlich und hielt nicht lange an. Erst unter Kanut dem Heiligen (reg. 1080–1086) wurde die Christianisierung verstärkt. Harald Blauzahn schaffte irgendwann zwischen 961 und 986 das eigenständige Königtum auf Bornholm ab und ersetzte es durch feudale Herrschaftsstrukturen, bei denen lokale Magnaten dem dänischen König unterstellt waren. Gamleborg blieb bis ins 12. Jahrhundert in Nutzung, wurde dann jedoch durch die neue königliche Festung Lilleborg (um 1150) im selben Gebiet abgelöst.

Aufgrund der strategisch günstigen Lage an den wichtigen Handelswegen der Ostsee entwickelte sich Bornholm zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Waren aus dem gesamten Ostseeraum, dem Baltikum, dem Frankenreich, England und sogar dem arabischen Raum (Silberdirhams). Verschiedene Kulturgüter – Glasgefäße, Bernstein, Waffen, Schmuck und Keramik – zeugen von weitreichenden Kontakten. Besondere Fundstätten sind die zahlreichen Gräberfelder, die auf Bornholm besonders häufig und reich ausgestattet sind. Sie enthalten oft Kammergräber, Brandbestattungen und Schiffssetzungen und zeugen von einer differenzierten Gesellschaft mit Kriegern, Händlern und Handwerkern.

Die Bevölkerung lebte primär von Landwirtschaft (Getreideanbau, insbesondere Gerste), Viehzucht und Fischfang, profitierte aber stark vom Handel mit anderen Ostseeanrainern. Siedlungen konzentrierten sich auf fruchtbare Böden und Küstennähe, mit Häusern in Langhausbauweise.

Mittelalter

Administrativ wurde die Insel nach der Einverleibung ins Königreich Dänemark Teil von Skåne (Schonen) und unterlag dem Schonengesetz. Von dort aus erfolgte um 1070 die endgültige Christianisierung Bornholms, die eng mit dem Erzbistum Lund verbunden war, das seit 1104 als Metropolitansitz für ganz Skandinavien diente und maßgeblichen Einfluss auf die Insel ausübte.

Bezüglich der Kontrolle über die Insel entwickelte sich ein langer Streit zwischen dem Bistum Lund und dem dänischen König, der in mehreren Kriegen gipfelte. Bereits in der Wikingerzeit und frühen Mittelalter gab es Befestigungen wie Gamleborg und später Lilleborg (um 1150 erbaut als königliche Festung im Zentrum der Insel in Almindingen). Um 1100 wurde Gamleborg durch Lilleborg ersetzt. Im Jahr 1149 stimmte König Svend Grathe zu, drei der vier Herreder (Gerichtsbezirke) der Insel an den Erzbischof von Lund zu übertragen; der vierte folgte später. Der Bau von Hammershus auf Hammerknuden im Nordwesten der Insel wird traditionell Anders Sunesen zugeschrieben, der um 1259 Erzbischof von Lund war. Neuere Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass die Burg auch unter Jens Grand erbaut worden sein könnte, der von 1289 bis 1302 Bischof war, und dass sie erst im späten 13. Jahrhundert (um 1300) fertiggestellt wurde. Hammershus, Nordeuropas größte mittelalterliche Burgruine, diente als Machtzentrum der Kirche. Bei einem Feldzug des Königs im Jahr 1259 wurde der Rest der Insel, einschließlich Lilleborg (das zerstört wurde), erobert. Der Status der Insel blieb jedoch auch in den nächsten 200 Jahren umstritten, mit wiederholten Auseinandersetzungen zwischen Krone und Kirche.

Im 12. Jahrhundert entstanden die berühmten vier Rundkirchen Bornholms – Østerlars (die größte), Nylars, Olsker und Nyker –, die nicht nur Gotteshäuser, sondern auch Wehrbauten waren: Mit dicken Mauern, Strebepfeilern, mehreren Stockwerken und ursprünglich Zinnen auf flachen Dächern boten sie Schutz vor Angriffen. Sie spiegeln den Einfluss der Kirche wider und dienten als Zufluchtsorte für die Bevölkerung in unsicheren Zeiten. Im 15. Jahrhundert war Bornholm ein strategisch wichtiger Punkt in der Ostsee und wurde mehrfach zum Spielball zwischen verschiedenen Mächten, insbesondere zwischen dem dänischen Königshaus, der Kirche und der Hanse. Die tatsächliche Macht lag in dieser Zeit zunehmend in den Händen von Kaufleuten aus Lübeck, die ihren Einfluss auf die Insel ausbauten und schließlich 1525 die Oberhoheit über Bornholm übernahmen – zunächst als 50-jähriges Pfand für Unterstützung des dänischen Königs Frederik I., das jedoch zur faktischen Herrschaft wurde. Bornholm war mehrfach Ziel von Plünderungen durch die deutsche Hanse. Während des Dänisch-Hanseatischen Krieges (1426 bis 1435) und erneut im Krieg von 1509 bis 1512 wurde die Insel von hanseatischen Truppen überfallen und geplündert. Diese Konflikte führten zu einer Schwächung der lokalen Bevölkerung und zu einer weiteren Verschiebung der Machtverhältnisse zugunsten der Lübecker Kaufleute.

Die Zeit war geprägt vom Bau und Ausbau mächtiger Befestigungsanlagen. Die Festung Hammershus wurde im 15. Jahrhundert weiter ausgebaut und diente als Verwaltungs- und Machtzentrum, insbesondere für die kirchlichen und später die lübeckischen Machthaber. Auch runde Wehrkirchen und weitere Burgen prägten das Landschaftsbild Bornholms. Das Leben auf Bornholm war von Unsicherheit durch Kriege und Machtwechsel geprägt. Die Bevölkerung litt unter hohen Steuern, Abgaben und Zwangsarbeit, insbesondere während der lübeckischen Herrschaft. Gleichzeitig erlebte die Insel durch die Heringsfischerei und den Handel mit den Ostseemächten wirtschaftlichen Aufschwung: Im 13.–15. Jahrhundert blühte der Heringsmarkt, mit großen Märkten an der Küste, die Händler aus ganz Nordeuropa anzogen. Orte wie Salomons Kapel (eine kleine Kapellenruine aus dem frühen 14. Jahrhundert am Hammeren, benannt nach einem Dominikaner und verbunden mit Heringsmärkten und einer heiligen Quelle) zeugen vom Einfluss der Kirche und ihrer Verbindungen zu mächtigen Orden wie den Dominikanern.

Runensteine waren auf Bornholm bis ins 15. Jahrhundert präsent – länger als im restlichen Dänemark –, mit etwa 40 erhaltenen Exemplaren, die oft christliche und heidnische Elemente mischen und von Kriegern, Verstorbenen oder Reisen erzählen. Sie wurden jedoch zunehmend durch lateinische Schriftformen ersetzt. Die mittelalterliche Kirchenarchitektur, wie die Salomons Kapel, unterstreicht den kirchlichen Einfluss in einer Zeit, in der Bornholm durch seine Lage in der Ostsee immer wieder in große Machtkämpfe verwickelt war.

Frühe Neuzeit

1525 verpfändete der dänische König Friedrich I. die Insel an die Hansestadt Lübeck, um hohe Schulden zu begleichen, die vor allem durch die Unterstützung Lübecks bei seiner Thronbesteigung entstanden waren. Für die Bornholmer begann damit eine schwere Zeit von etwa 50 Jahren. Die Lübecker nutzten die Insel als strategisch wichtigen Stützpunkt im Ostseehandel und forderten hohe Steuern, Abgaben und Zwangsarbeit von der Bevölkerung. Besonders belastend war der Ausbau der Festung Hammershus, der mit enormem Arbeits- und Materialaufwand einherging. Schon im selben Jahr 1525 kam es zu einem ersten Aufstandsversuch der Inselbewohner gegen die lübische Herrschaft, der jedoch blutig niedergeschlagen wurde – bekannt als das Gemetzel bei Ugleenge. 1535 ging Bornholm wieder als Lehen an Dänemark über, wurde aber weiterhin von einem Lübecker Vogt verwaltet, der gleichzeitig als dänischer Lehnsmann fungierte. Insgesamt regierten in dieser Pfandzeit sechs Lübecker Vögte nacheinander die Insel. Der erste, Bernt Knop (1525–1543), ließ die zerstörte Festung Hammershus stark ausbauen und mit neuen Wällen, Türmen und Vorburgen verstärken. Ein späterer Vogt, Schweder Ketting (1556–1572), verteidigte während des Dreikronenkrieges (1563–1570) den wichtigen lübischen Flottenstützpunkt auf Bornholm erfolgreich gegen schwedische Angriffe. Die Verpfändung endete schließlich 1576, als die Insel endgültig wieder vollständig unter dänische Kontrolle kam.

Zwischen 1643 und 1658 wurde Bornholm im Rahmen der wiederholten dänisch-schwedischen Kriege mehrmals von schwedischen Truppen besetzt. Besonders einschneidend war der Frieden von Roskilde 1658, durch den Dänemark neben Schonen, Halland und Blekinge auch Bornholm an Schweden abtreten musste. Die schwedische Herrschaft dauerte jedoch nur wenige Monate. Die Bornholmer Bevölkerung, die unter den neuen Abgaben und der Fremdherrschaft litt, organisierte einen bewaffneten Aufstand. Unter der Führung von Jens Pedersen Kofoed (auch Jens Koefoed genannt), einem jungen Mann aus Rønne, sowie weiteren einflussreichen Personen wie dem Pfarrer Poul Anker (Povl Ancker), dem Bürgermeister Peder Olsen und Villum Clausen gelang es, die schwedischen Besatzer zu überwältigen. Am 8. Dezember 1658 wurde der schwedische Kommandant Johan Printzensköld in Rønne getötet – möglicherweise bei dem Versuch, ihn gefangen zu nehmen. Kurz darauf ergaben sich die verbliebenen schwedischen Truppen auf Hammershus. Durch diesen eigenständigen Aufstand befreite sich Bornholm selbst von der schwedischen Herrschaft. Als Dank für die Loyalität und die Befreiungstat erhielt die Insel von der dänischen Krone zahlreiche Privilegien, darunter Steuererleichterungen und Selbstverwaltungsrechte. Bornholm war damit endgültig und dauerhaft Teil Dänemarks.

Die Festung Hammershus, einst das mächtigste Bollwerk der Insel, verlor im Lauf der Frühen Neuzeit zunehmend an militärischer Bedeutung. Bereits im 17. Jahrhundert machte die Entwicklung der Artillerie – insbesondere Kanonen mit größerer Durchschlagskraft – die alte Backstein- und Bruchsteinburg immer verwundbarer. Sie wurde zwar noch bis 1743 nominell als Festung unterhalten, war jedoch schon lange baufällig und strategisch überholt. 1743 gab man Hammershus endgültig auf. In den folgenden Jahrzehnten diente die Anlage als Steinbruch: Viele Bewohner holten sich Steine und Ziegel für den Hausbau, Kirchen oder andere Gebäude. Dadurch sind bis heute in zahlreichen Häusern und Höfen auf Bornholm erkennbare Spolien aus Hammershus zu finden.

Im 18. Jahrhundert begann auf der Insel allmählich der Abbau von Mineralien und Gesteinen. Bereits 1754 setzte der systematische Abbau von Sandstein ein, der vor allem für Bauzwecke genutzt wurde. Diese Entwicklung leitete eine Phase wirtschaftlicher Nutzung der natürlichen Ressourcen ein, die in den folgenden Jahrhunderten – etwa durch Granit- und Kaolinabbau – noch deutlich an Bedeutung gewinnen sollte. Insgesamt markiert die Frühe Neuzeit für Bornholm den Übergang von einer Zeit wiederholter Fremdherrschaft und Kriegsbelastung hin zu einer langen Periode relativen Friedens und wachsender Eigenständigkeit innerhalb des dänischen Reiches.

Modernisierungszeit

Ab etwa 1800 verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Insel innerhalb von rund achtzig Jahren von etwa 20.000 auf etwa 40.000 Menschen (1850 bereits zirka 28.000, 1901 knapp 41.000). Dieses Wachstum resultierte aus verbesserten Lebensbedingungen, Rückgang der Kindersterblichkeit, landwirtschaftlichen Fortschritten und der allmählichen Industrialisierung handwerklicher Betriebe. Ende des 19. Jahrhunderts wanderten vor allem Schweden aus Småland und Schonen (Skåne) auf der Suche nach Arbeit und besseren Chancen ein – insbesondere in die wachsenden Küstenorte wie Allinge-Sandvig, das von 1850 bis 1900 von etwa 1.000 auf 3.000 Einwohner anwuchs. Viele dieser Zuwanderer arbeiteten in Steinbrüchen, Keramikwerkstätten oder der Fischerei, blieben jedoch nur wenige dauerhaft auf der Insel ansässig und zogen oft weiter oder kehrten zurück.

Die Wirtschaft der Insel blühte in dieser Epoche kräftig auf. Die noch heute typischen Zweige – Keramikindustrie, Fischerei und Räucherei – entstanden oder expandierten stark. Bereits ab Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Bornholm zum führenden Zentrum der Keramikproduktion in Dänemark. Über 200 selbständige Töpfer sowie zahlreiche Fabriken und Werkstätten prägten vor allem Rønne und Umgebung. Bedeutende Unternehmen machten die Bornholmer Keramik international bekannt: Søholm Keramik (gegründet 1835, bis 1996), L. Hjorth’s Terracottafabrik (seit 1859, heute Hjorths Fabrik) und Michael Andersen & Søn (seit 1873, hervorgegangen aus einer älteren Töpferei von 1773). Die Produkte – oft mit charakteristischen Glasuren, Terrakotta und handbemalten Motiven – wurden weit exportiert und genossen einen hervorragenden Ruf.

Parallel dazu gewann der Granitabbau im Norden der Insel (vor allem um Vang und die Ringebakkerne) ab der Mitte des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Zunächst wurde noch Sandstein abgebaut, doch der hochwertige Bornholmer Granit wurde zunehmend für Bauzwecke, Denkmäler und Export genutzt. Der Abbau schuf zahlreiche Arbeitsplätze, führte zum Bau eines eigenen Ladehafens 1896 und wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor, auch wenn er die Landschaft mancherorts stark veränderte. Die traditionelle Fischerei – vor allem Hering – und die Räucherei (Bornholmer Räucherhering) profitierten von besseren Transportmöglichkeiten und steigender Nachfrage.

Landschaftlich erhielt Bornholm ihr heutiges Aussehen durch die großflächige Anlage des Waldes Almindingen. Der Forstmeister Hans Rømer, erster königlicher Förster der Insel, begann 1805 (manche Quellen nennen 1809) mit der Aufforstung des zuvor stark überweideten und abgeholzten Gemeindelandes. Das Gebiet wurde mit einer Steinmauer eingefasst, um Vieh auszuschließen, und systematisch mit Bäumen bepflanzt – Almindingen ist heute einer der größten Wälder Dänemarks und ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Insel als Ferienziel entdeckt, besonders von deutschen Touristen, die mit Dampfschiffen aus Sassnitz oder anderen Häfen anreisten. Die malerische Landschaft, die Küstenklippen, die historischen Orte und die wachsende Infrastruktur (zunehmend auch Eisenbahnverbindungen auf der Insel) legten den Grundstein für den bis heute bedeutenden Tourismus. Die bürgerliche Wohnkultur, das Alltagsleben und die wirtschaftliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts sind im Bornholms Museum in Rønne anschaulich dokumentiert.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Während des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) blieb Bornholm als Teil des neutralen Königreichs Dänemark von direkten Kampfhandlungen verschont, erlebte jedoch indirekte Auswirkungen des globalen Konflikts, wie wirtschaftliche Einschränkungen, Versorgungsengpässe und administrative Sonderregelungen. Die Insel, mit ihrer strategischen Position zwischen Schweden, Deutschland und den baltischen Gebieten, diente gelegentlich als Beobachtungspunkt oder Zufluchtsort, ohne jedoch zum Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen zu werden.

Während des Ersten Weltkriegs erklärte Dänemark am 1. August 1914 seine Neutralität, um eine Beteiligung am Konflikt zu vermeiden. Diese Politik wurde rigoros umgesetzt, einschließlich der Verminung dänischer Gewässer, um die Schifffahrtsrouten zu kontrollieren und Druck von beiden Kriegsparteien abzuwenden. Auf Bornholm, das etwa 40.000 Einwohner zählte, wirkten sich die Kriegsjahre vor allem wirtschaftlich aus: Die Insel war traditionell von Fischerei, Landwirtschaft und etwas Handel abhängig, doch der Krieg unterbrach Handelsrouten, führte zu Lebensmittelrationierungen und steigenden Preisen. Importe von Kohle, Getreide und anderen Gütern aus Deutschland oder Großbritannien wurden erschwert, was zu Engpässen führte. Gleichzeitig profitierte Bornholm teilweise von der Neutralität, da neutrale Schiffe die Ostsee nutzten und die Insel als sicheren Hafen anliefen. Es gab keine nennenswerten Truppenaufmärsche oder Besatzungen; die dänische Verteidigung beschränkte sich auf minimale Präsenz. Wie im restlichen Dänemark wurden auf Bornholm administrative Maßnahmen verstärkt, etwa durch erweiterte Befugnisse des lokalen Amtmanns (Verwalters), um Versorgung und Ordnung zu sichern. Die Bevölkerung litt unter der allgemeinen Kriegsmüdigkeit, doch im Vergleich zu den kriegführenden Nationen blieb die Insel relativ unberührt. Es sind keine größeren Vorfälle wie Bombardements oder Invasionen überliefert – im Kontrast zu späteren Konflikten.

Nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 und dem Ende des Kriegs trat Bornholm in die Zwischenkriegszeit ein, eine Phase wirtschaftlicher Erholung, aber auch globaler Unsicherheiten. Dänemark profitierte von seiner Neutralität und erlebte in den 1920er Jahren einen Aufschwung, der sich auch auf Bornholm auswirkte: Die Fischerei blühte auf, der Tourismus begann sich zu entwickeln, und Infrastrukturprojekte wie verbesserte Fährverbindungen zum Festland wurden vorangetrieben. Die Insel blieb jedoch peripher und wirtschaftlich abhängig vom dänischen Mutterland. Politisch gab es keine separatistischen Bewegungen; die Bornholmer identifizierten sich stark mit Dänemark, im Gegensatz zu den Grenzregionen wie Nordschleswig, wo 1920 Volksabstimmungen die Rückgliederung an Dänemark ermöglichten.

In den 1930er Jahren verschärften sich die globalen Spannungen durch den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland. Auf Bornholm siedelten sich in dieser Zeit einige deutsche Flüchtlinge an, darunter Juden und politische Oppositionelle, die vor dem NS-Regime flohen und vor den drohenden Gefahren eines neuen Kriegs warnten. Die Insel bot aufgrund ihrer Abgelegenheit und der dänischen Neutralitätspolitik einen vorübergehenden Schutz. Wirtschaftlich stagnierte die Entwicklung teilweise: Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 traf die Fischerei und Landwirtschaft, führte zu Arbeitslosigkeit und Abwanderung. Dennoch wuchs der Tourismus langsam, angezogen von der natürlichen Schönheit, den Wäldern und den historischen Stätten wie Hammershus. Kulturell und sozial blieb Bornholm konservativ und eng verbunden mit dänischen Traditionen; die enge Gemeinschaft förderte ein starkes lokales Identitätsgefühl.

Zweiter Weltkrieg

Am 10. April 1940 wurde Bornholm wie ganz Dänemark von deutschen Truppen besetzt. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs war Bornholm Umschlagplatz für Flüchtlinge, die von Kopenhagen auf die Insel geschleust wurden, hier von Widerständlern und Bauern versteckt wurden und wenig später ins neutrale Schweden gelangten. Auf umgekehrtem Wege wurden Waffen an die Widerstandsbewegung nach Kopenhagen geschmuggelt.

Als die dänische Regierung 1943 Streik- und Versammlungsverbote der Besatzungsmacht ablehnte und das Kabinett daraufhin aufgelöst wurde, eskalierte die Lage auch auf Bornholm. Etwa 500 Juden gelang am 11. Oktober 1943 unter Mithilfe des deutschen Gesandten Georg Ferdinand Duckwitz von Bornholm aus die Flucht, bevor wenige Monate später die Gestapo nach Bornholm kam. Bis zum Kriegsende kam es daraufhin zu Repressalien gegen die Bornholmer Bevölkerung und Verhaftungen von Fluchthelfern sowie Bauern, die Widerständler oder Juden auf ihren Höfen versteckt hatten.

Nach der Kapitulation der deutschen Truppen in Nordwestdeutschland und Dänemark am 4. Mai 1945 erhielt der Bornholmer Wehrmachtskommandant, Kapitän zur See Gerhard von Kamptz, am 6. Mai eine Kapitulationsaufforderung vom Befehlshaber der sowjetischen Streitkräfte in Vorpommern. Kamptz wies die Aufforderung zurück, da die Kapitulation seiner Auffassung nach nur gegenüber den Westmächten galt, und ließ am 7. Mai (dem Tag der deutschen Gesamtkapitulation) auf sowjetische Aufklärungsflugzeuge schießen. Daraufhin wurden die Städte Rønne und Nexø von der sowjetischen Luftwaffe mehrfach bombardiert und zum größten Teil zerstört, zehn Zivilisten kamen ums Leben.

Nachdem zwischenzeitlich die Nachricht von der Gesamtkapitulation auf Bornholm eingetroffen war, ordnete General der Artillerie Rolf Wuthmann, der am 6. Mai mit den Resten des IX. Armeekorps aus Ostpreußen auf die Insel evakuiert worden war, die Einstellung des Widerstandes an und übergab Bornholm am 9. Mai einem sowjetischen Vorauskommando in Stärke von 110 Mann. Die erheblichen Sachschäden wurden in den Folgejahren auch mit schwedischer Hilfe beseitigt. Im April 1946 zogen die sowjetischen Truppen ab.

Moderne Zeit

Anfang 1946 garantierten die Westmächte der Sowjetunion freien Zugang zur Ostsee. Die weiterführenden Verhandlungen bezüglich des Status der Insel wurden durch einen Brief des sowjetischen Außenministers Molotow eingeleitet, der einen Abzug der Besatzungseinheiten im Falle absoluter dänischer Alleinkontrolle Bornholms in Aussicht stellte. Zudem sollten keine NATO-Truppen auf der Insel statiuoniert werden. Diese Regelung wird von Russland bis heute als verbindlich betrachtet, während Dänemark diese Sichtweise nicht teilt und Bornholm als vollwertigen Teil des NATO-Gebiets betrachtet. Bereits zu Beginn des Kalten Krieges geriet Bornholm mehrfach in den Fokus beider Seiten, so zum Beispiel 1953 und 1956, als polnische Kampfpiloten mit ihren Düsenjägern auf Bornholm landeten und zur westlichen Allianzm überliefen. Eine der Maschinen dieser dramatischen Aktionen ist heute in Bornholms Spionagemuseum zu sehen.

Abseits dieser weltpolitisch brisanten Ereignisse begann nach dem Abzug der Sowjets der Wiederaufbau. Schweden schenkte Bornholm 300 Holzhäuser, die noch heute in den betroffenen Stadtteilen von Rønne und Nexø stehen. Die Zeit der sowjetischen Besatzung blieb im kollektiven Gedächtnis der Inselbewohner präsent. Viele Bornholmer ignorieren bis heute den offiziellen dänischen Befreiungstag am 5. Mai und feiern stattdessen den 5. April – den Tag des sowjetischen Abzugs.

"Durch seine exponierte Lage in der Ostsee wurde Bornholm im Kalten Krieg zu einem wichtigen Horchposten der NATO. Das Dänische Militär startete seine Überwachungs- und Abhöraktivitäten in Richtung Osten im Jahr 1948. Dazu installierte man ab 1954 und 1962 zwei Radarstationen auf der Insel, eine auf der höchsten Erhebung Bornholms, dem Rytterknægten im Zentrum Bornholms und einen am alten Leuchtturm von Dueodde. 1986 wurde dann der große Abhörturm Bornholmer Tårnet errichtet, der bis zum Jahr 2012 betrieben wurde. Dieser Turm ist heute Bornholms höchster Aussichtsturm. In den Räumen des ehemaligen militärischen Sicherheitsbereiches ist heute Bornholms Spionagemuseum mit einer interessanten Ausstellung zum Kalten Krieg untergebracht inkl. der originalen Telekommunikationsanlagen und Bunkerräumen. Zudem kann man den alten Leuchtturm Dueodde Nord und den Bornholmer Aussichtsturm Bornholmer Tårent besteigen bzw. mit dem Lastenaufzug erklimmen."

Im Lauf der Jahre enmtwickelte sich Bornholm zu einem wirtschaftlich öpotenten Teil des Königreichs Dänemark mit einem vergleichsweise hohen Bruttosozialprodukt und einem guten Renten- und Sozialsystem. "Die Mehrheit der Inselbewohner leben heute vom Tourismus oder der Landwirtschaft. Der Fischfang hat seinen historischen Stellenwert verloren. Seit dem der Heringsbestand in der Ostsee extrem abnaimmt und die Europäische Union genaue Fangquoten vorgibt, können nur noch wenige Familien vom Fischfang leben.

Die Insel hat mit der Gebietsreform vom 1. Januar 2007 nicht mehr den Status eines eigenständigen Amtsbereiches, sie gehört seit damals zur Region Hovestaden. "Mit dem Ukraine-Krieg im Jahr 2022 rückte Bornholm wieder verstärkt in den Focus der Sicherheitsinteressen in der Ostsee. Sowohl die NATO als auch Russland haben ein Auge auf die vorgeschobene Insel." (https://www.bornholm-ferien.de/geschichte-bornholm.php) Immerhin wurde nahebei am 26. September 2022 durch vier Explosionen beide Stränge von Nord Stream 1 und einer von zwei Strängen von Nord Stream 2 teilweise zerstört. Die Pipelines lagen am Grund der Ostsee und transportierten Erdgas von Russland nach Deutschland. Für den Terroranschlag auf die Energieversorgung Deutschlands und anderer westeuropäischer Staaten wurden zuletzt ukrainische Aktivisten verantwortlich gemacht, doch könnten auch US-amerikanische oder polnische Einbheiten als Durchführende infrage kommen.

Seit den 2020er Jahren versucht sich Bornholm als "grüne Insel" zu etablieren. Neben einer auf Reginalität und Saisonalität ausgelegten hochwertigen Küche wird auch auf besonderer Wert auf regenerative Energien und die Grundsätze der Nachhaltigkeit gelegt. So steht in Rønne das Green Solution House - ein Hotel das sich vollkommen der Nachhaltigkeit verschrieben hat. Zudem hat sich Bornholm das Ziel gesetzt, in wenigen Jahren müllfrei zu sein.

Die Pläne, Bornholm bis 2030 zur ersten Energieinsel der Welt zu machen, stoßen aber nicht auf ungeteilte Zustimmung. Die Pläne der dänischen Regierung, im Rahmen eines ambitionierten Projekts vor der Südwestküste Bornholms mehrere große Offshore-Windparks mit einer Leistung von mindestens 3 bis 3,8 Gigawatt zu errichten und damit - natürlich abhängig von der Windtätigkeit - Strom für drei bis vier Millionen Haushalte liefern, gelten bei den Proponenten der Klimapolitik als Meilenstein der Energiewende. Auf Bornholm aber gibt es dagegen zunehmend Widerstand und Kritik, insbesondere von Anwohnern in der Nähe der geplanten Infrastruktur. Der Protest konzentriert sich auf folgende Punkte:

  • Die geplante Hochspannungsanlage (Umspannwerk) soll auf Ackerland entstehen und bis zu 25 Meter hoch werden. Anwohner befürchten Wertverluste ihrer Immobilien, Lärm, Staub und jahrelange Bauarbeiten.
  • Viele verstehen nicht, warum so viel Strom, der auf hoher See produziert wird, auf Bornholm umgewandelt und dann weitergeleitet werden soll, obwohl die Insel selbst nur einen Bruchteil davon benötigt1
  • Es gibt Unmut darüber, dass bislang keine Entschädigungszahlungen für betroffene Anwohner angeboten werden.
  • Ein Bürgerverein hat sich gegen das Projekt gegründet, mit Plakaten wie „Energieinsel, nein danke!“

Die herrschende Politik zeigt sich davon jedoch eher unbeeindruckt. Der konservative Bornholmer Bürgermeister Jacob Trøst betonte im August 2024, dass bei der Standortwahl Rücksicht auf Natur und Artenvielfalt genommen würde und man sich für finanzielle Entschädigungen der Betroffenen einsetze. Im übrigen wird leitmedialerseits betont, dass die Mehrheit der Bevölkerung das Projekt zu akzeptieren oder zumindest zu tolerieren bereit sei - mit Verweis auf die wirtschaftlichen Chancen und die Bedeutung für die "Energiewende".

Im Januar 2025 wurden die laufenden Ausschreibungen für Offshore-Windkraftanlagen in Dänemark vorläufig gestoppt, da die Förderregeln überarbeitet werden mussten. Auch das Bornholm-Projekt ist davon betroffen und wurde vorerst auf Eis gelegt. Die dänische Regierung will neue Rahmenbedingungen schaffen, damit solche Großprojekte wirtschaftlich tragfähig bleiben.

Verwaltung

Das Amt Bornholm wurde 1662 eingerichtet und löste damit das Lehen Hammershus ab. Es war das inzige Amt, das im Zuge der Reformen von 1793 und 1970 unangetastet blieb. Es bestand also unverändert von 1662 bis 31. Dezember 2002, als das Amt und seine fünf Kommunen zur Bornholms Regionskommune zusammengelegt wurden. Diese Kommune hatte zwischen dem 1. Januar 2003 und dem 31. Dezember 2006 den Status einer kreisfreien Gemeinde und stand somit auf einer Stufe mit Kopenhagen und Frederiksberg. Seit 2007 gehört Bornholm wie Kopenhagen und Frederiksberg zur Region Hovedstaden

Bornholm wurde 2003 eine kreisfreie Gemeinde (regionskommune) des Königreichs Dänemark (Kongeriget Danmark), wobei das zugehörige Ertholmene direkt dem dänischen Verteidigungsministerium (Forsvarsministeriet) unterstellt ist. Seit 2007 gehört Bornholm als Gemeinde (kommune) wie Kopenhagen und Frederiksberg zur Region Hovedstaden und hat seinen Amtstatus verloren.

Herrschaftsgeschichte

  • um 5. Jahrhundert bis 961/65 germanisches Stammesgebiet (Burgundaholmr)
  • 961/65 bis 2. August 1380 Königreich der Dänen (Regnum Danorum)
  • 2. August 1380 bis 17. Juni 1397 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 17. Juni 1397 bis 1525 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge), bis 6. Juni 1523 als Teil der Kalmarer Union
  • 1525 bis 1576 Hansestadt Lübeck
  • 1576 bis 17. Juni 1645 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 17. Juni bis 29. Oktober 1645 Königreich Schweden (Konungariket Sverige)
  • 29. Oktober 1645 bis 29. Aril 1658 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 29. April bis 28. Dezember 1658 Königreich Schweden (Konungariket Sverige)
  • 28. Dezember 1658 bis 14. Januar 1814 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 14. Januar 1814 bis 9. April 1940 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
  • 9. April 1940 bis 9. Mai 1945 Deutsches Reich
  • 9. Mai 1945 bis 5. April 1946 Sowjetunion (Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik)
  • 5. April 1946 bis 31. Dezember 2002 Amt Bornholm, Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
  • 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2006 Kreisfreie Gemeinde Bornholm, Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
  • seit 1. Januar 2007 Region Hovedstaden, Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)

Legislative und Exekutive

Vor 2002 war Bornholm in Dänemark als "Bornholms Amt" organisiert, ein Amtsbezirk, der seit 1662 bestand und die Insel Bornholm sowie die vorgelagerte Inselgruppe Ertholmene umfasste. Bornholms Amt war aufgrund seiner abgelegenen Lage fast 350 Jahre lang von allen Gebietsreformen unberührt geblieben. Mit der Kommunalreform Ende 2002 wurde das Amt Bornholm und die fünf Kommunen zu einer einzigen Gebietskörperschaft, der Bornholms Regionskommune, zusammengelegt. Diese neue Regionskommune vereinte die Amts- und Kommunalebene in einem Gemeinderat, der seitdem die gesamte Insel verwaltet. Der 2003 eingerichtete Gemeinderat der Insel (Bornholms Kommunalbestyrelse) hat 27 auf jeweils vier Jahre gewählte Mitglieder.

Die legislative Gewalt auf Bornholm wird seit 2007 von der Bornholms Regionskommune ausgeübt. Dieses Kommunalparlament besteht aus 23 gewählten Mitgliedern, die für vier Jahre gewählt werden. Der Regionalrat ist verantwortlich für die Gesetzgebung auf kommunaler Ebene, also für lokale Verordnungen, Planung, Bildung, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur, Umwelt und Kultur. Obwohl das Parlament kommunal agiert, unterliegt es letztlich der nationalen Gesetzgebung Dänemarks, und Entscheidungen dürfen nicht den Rahmen des dänischen Rechts überschreiten.

Die exekutive Gewalt auf Bornholm liegt beim Bürgermeister (Regionsdirektør bzw. Regionsrådsformand) und der Regionalverwaltung. Der Bürgermeister wird aus der Mitte des Regionalrats gewählt und führt die tägliche Verwaltung, setzt Beschlüsse des Rates um und koordiniert die Verwaltung der öffentlichen Dienstleistungen. Dazu gehören die Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Straßen- und Verkehrsmanagement, Abfallwirtschaft und die Umsetzung von sozialen Programmen. Die Verwaltung arbeitet eng mit der dänischen Zentralregierung zusammen, insbesondere bei Aufgaben, die über die Insel hinausgehen, wie Polizei, Justiz oder größere Infrastrukturprojekte.

Inseloberhaupt

Inseloberhäupter waren bis 2006 die Amtmänner bzw. Landräte. Seit 1970 gibt es einen Amtsbürgermeister, seit 2006 einen Bürgermeister, der die oberste Repräsentanz der Insel innehat.

Amtmænder (Amtmänner bzw. Landräte)

  • 1685 - nach 1690 Johan Dideric von Wetberg (gestorben 1695)
  • 1740 - 1778 Johan Christian Urne (1705 -1787)
  • 1787 - 1801  Christen Heiberg (1737 -. 1801)
  • 1804 - 1809  Frederik Thaarup (1766 - 1845)
  • 1837 - 1849 Ludvig Vilkhelm Henrik Krabbe (1798 - 1857)
  • 1849 - nach 1855 Christian Peter Theodor Rosenørn-Teilmann (1817 - 1879)
  • 1866 - 1871 Emil Vedel (1824 - 1909)
  • 1871 - 1894  Peter Holten (1816 - 1897)
  • 1894 - 1902 Anton Groothoff (1847 - 1923)
  • 1903 - 1913 Axel Henrik Baron Bille-Brahe (1858 - 1935)
  • 1934 - 1961 Poul Christian von Stemann (1891 - 1966)
  • 1 Aug 1961 - 31 Okt 1985  Niels Elkær-Hansen (1915 - 2007)
  • 1 Nov 1985 - 31 Okt 1997 Johan Friedrich Erichsen (1927 - 2001)
  • 1 Nov 1997 - 31 Okt 2005 Jørgen Frejo Varder (* 1939)
  • 1 Jan - 31 Dez 2006 Bente Flindt Sørensen [w] (* 1943)

Amtsborgmestre (Amtsbürgermeister)

  • 1 Aug 1970 - 8 Aug 1971 Hans Pihl (1918 - 1971) Socialdemokratiet
  • 9 Aug 1971 - 31 Mar 1974 Kaj Larsen (1915 - 1986) Socialdemokratiet
  • 1 Apr 1974 - 31 Dez 1989 Kens Koefoed Brandt (1924 - 2010) LP-V
  • 1 Jan 1990 - 31 Dez 2002 Knud Andersen (* 1947) LP-V

Borgmester (Bürgermeister)

  • 1 Jan 2003 - 31 Dez 2006 Thomas Thors (* 1949) Socialdemokratiet
  • 1 Jan 2007 - 31 Dez 2009  Bjarne Kristiansen (* 1958) Borgerlisten
  • 1 Jan 2010 - 31 Dez 2020 Winni Aakerman Grosbøll (* 1976) Socialdemokratiet
  • 1 - 4 Jan 2021 Marten Riis (* 1976) Enhedslisten
  • 4 Jan - 31 Dez 2021 Thomas Thors [2] Socialdemokratiet
  • seit 1 Jan 2022 Jacob Trøst (* 1972) Det Konservative Folkeparti

Politische Gruppierungen und Wahlen

Auf Bornholm sind folgende Parteien aktiv:

  • Socialdemokratiet (Sozialdemokraten) – größte traditionelle Arbeiterpartei Dänemarks.
  • Venstre (Liberale Partei) – bürgerlich-liberale Partei, stark bei Landwirten und Mittelstand.
  • Det Konservative Folkeparti (Konservative) – konservative Partei mit Fokus auf Wirtschaft und Recht.
  • Radikale Venstre (Radikale) – sozial-liberale, zentristische Partei.
  • Socialistisk Folkeparti (SF) – grün-sozialistische Partei.
  • Enhedslisten (Die Einheitsliste) – linkssozialistische Partei.
  • Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) – rechtsnationalistisch, stark in ländlichen Gebieten.

Die Gemeinderatswahlen in Dänemark finden alle vier Jahre statt, zuletzt im November 2021. Dabei treten auf Bornholm die großen dänischen Parteien (Sozialdemokraten, Venstre, Konservative, Sozialistische Volkspartei, Dänische Volkspartei, Radikale Venstre, Enhedslisten) sowie lokale Listen an. Bei der Regionalvalg vom 29. Mai 2002 war das Parteienspektrum wie folgt vertreten:

Partei Stimmen Anteil % Sitze
Borgerlisten 8.759 32,3 9
Socialdemokratiet 8.063 29,7 8
Venstre 6.252 23,0 8
Kristeligt Folkeparti 4973 3,6 1
SF 925 3,4 1
Det Konservative Folkeparti 695 2,5 0
Dansk Folkeparti 489 1,8 0
Enhedslisten 378 1,4 0
Bornholms Selvstyre 186 0,7 0
sonstige 435 1,6 0

Dies änderte sich in den folgenden Jahren zum Teil massiv. Die Gemeinderatswahl vom 16. November 2021 brachte folgendes Ergebnis:

Partei Anteil % Sitze Änderung
Enhedslisten – De Rød-Grønne 23,07 7 +5
Socialdemokratiet 15,39 4 −4
Dansk Folkeparti 15,31 4 0
Det Konservative Folkeparti 12,33 3 +3
Bornholmerlisten 11,16 2 +1
Venstre 9,56 2 −3
Kristendemokraterne 4,19 1 0

Justizwesen und Kriminalität

Bornholm bildet einen eigenen Polizeidistrikt (Bornholms Politi) mit Sitz in Rønne, der die gesamte Insel sowie die kleine Øgruppe Ertholmene (Christiansø) abdeckt. Die Polizei ist in der Zahrtmannsvej 44 in Rønne stationiert und betreut jährlich nicht nur die residente Bevölkerung, sondern auch über 650.000 Touristen. Bornholms Politi bearbeitet alle lokalen Straftaten, von Verkehrsdelikten über Eigentumsdelikte bis hin zu Gewalt- und Wirtschaftskriminalität.

Das Gerichtswesen wird durch die Retten på Bornholm (Byret in Rønne) repräsentiert, eine der 24 dänischen Byretter. Sie ist zuständig für alle Zivil-, Familien-, Straf- und Fogedsager (Zwangsvollstreckungen) auf der Insel. Das Gericht hat Sitze an zwei Adressen in Rønne (Store Torv für Verhandlungen und Damgade für Verwaltung) und zeichnet sich durch außergewöhnlich kurze Sagsbehandlingstider aus: Straffesager ohne Geschworene (Domsmænd) werden im Durchschnitt innerhalb von nur 13 Tagen abgewickelt, Tilståelsessager in 31 Tagen und sogar Fälle mit Geschworenen in 38 Tagen – landesweit die schnellsten Zeiten. Dies stärkt das Vertrauen in die Justiz und ermöglicht eine rasche Rechtsfindung. Berufungen gehen an die Landsretter (Østre oder Vestre Landsret), letztinstanzlich an das Højesteret in Kopenhagen.

Es gibt auf Bornholm kein eigenes Gefängnis für längere Strafen; die Bornholm Arrest in Rønne dient primär der Untersuchungshaft und kurzen Freiheitsstrafen mit bis zu 18 Plätzen. Längere Haftstrafen werden auf dem Festland vollstreckt. Die Bewährungshilfe und Resozialisierung obliegt dem KiF Bornholm (Kriminalforsorgen i Frihed), das mit der Kommune, Jobcentern und Psychiatrie zusammenarbeitet, um Rückfälle zu verhindern.

Die Kriminalitätsrate auf Bornholm ist vergleichsweise niedrig und liegt deutlich unter dem dänischen Durchschnitt. Die Inselnatur und das enge soziale Gefüge in den kleinen Gemeinden wirken präventiv: Potenzielle Täter wissen oft, dass sie schnell erkannt werden könnten. Häufige Delikte sind Eigentumsstraftaten wie Diebstähle (z. B. aus Autos oder Geschäften), Verkehrsvergehen und in den letzten Jahren zunehmend Wirtschaftskriminalität (økonomisk kriminalitet) wie Betrug, Hvidvaskning oder digitale Svindel. In den Jahren 2023–2024 stieg die Zahl der Anmeldungen in diesem Bereich deutlich an (z. B. 100 Anmeldungen im ersten Halbjahr 2024 gegenüber 86 im Vorjahr), was auf sophisticatedere Methoden und internationale Vernetzung zurückgeführt wird; die Aufklärungsrate liegt jedoch oft unter 25–40 %. Gewaltkriminalität ist selten, und schwere Verbrechen wie Mord kommen extrem selten vor – die Insel gilt als eine der sichersten Regionen Dänemarks.

Streitkräfte

Bornholm hat durch seine strategische Lage mitten in der südlichen Ostsee über Jahrhunderte eine besondere militärische Bedeutung gehabt. Die militärischen Streitkräfte auf der Insel haben sich im Lauf der Zeit stark verändert – von mittelalterlichen Burgen über Küstenartillerie und Garnisonen bis hin zur heutigen permanenten Präsenz des dänischen Heeres.

Die älteste bekannte militärische Anlage ist die Festung Hammershus, deren Ursprünge bis ins späte 13. Jahrhundert zurückreichen. Sie wurde wahrscheinlich zunächst vom Erzbischof von Lund errichtet, um die Kontrolle über die Insel zu sichern. Über Jahrhunderte war Hammershus der zentrale militärische Stützpunkt – sie wechselte mehrfach den Besitzer, diente als Gefängnis, wurde im Dreikronenkrieg und im Torstenssonkrieg belagert und 1658 von den Bornholmern selbst gegen die Schweden verteidigt. Nach dem 17. Jahrhundert verlor die Burg jedoch ihre militärische Bedeutung durch die Entwicklung der Artillerie. 1743 wurde sie endgültig aufgegeben und verfiel zur Ruine, die später als Steinbruch genutzt wurde. Seit 1822 steht sie unter Denkmalschutz.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert lag der militärische Schwerpunkt auf Küstenbefestigungen, vor allem auf Christiansø (Ertholmene) und in Rønne. Christiansø war bis ins 19. Jahrhundert eine wichtige Festung und Marinestützpunkt. Ab Ende des 19. Jahrhunderts entstanden moderne Küstenbatterien, die die Ostseezugänge sichern sollten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der sowjetischen Besatzung 1945–1946 wurde Bornholm zu einem zentralen Punkt des dänischen Kalten-Kriegs-Verteidigungskonzepts. Die Sowjetunion verließ die Insel nur unter der Bedingung, dass Dänemark sie künftig selbst ohne NATO-Truppen verteidigen würde. Das führte zur Aufstellung des Bornholms Værn (Bornholms Verteidigung) 1923 bis 2001, einer eigenständigen militärischen Einheit, die speziell für die Verteidigung der Insel ausgelegt war. Bornholm blieb bewusst außerhalb der integrierten NATO-Kommandostruktur, um die sowjetischen Bedingungen einzuhalten. In den 1950er bis 1980er Jahren gab es eine relativ starke Garnison mit Infanterie, Artillerie, Küstenbatterien und Beobachtungsposten. Almegårds Kaserne bei Rønne wurde zum zentralen Standort. In dieser Zeit entstanden zahlreiche kleine Bunker, Beobachtungstürme und Stellungen, die heute noch im Landschaftsbild zu sehen sind.

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die militärische Präsenz stark reduziert. Das Bornholms Værn wurde 2001 aufgelöst und in die reguläre dänische Armee integriert. In den 2000er und 2010er Jahren bestand die Garnison meist nur aus einer kleinen Aufklärungseinheit (rund 150 bis 200 Soldaten), die zur 1. Brigade gehörte und im Krisenfall schnell verlegt werden konnte. Die Insel hatte damit nur eine sehr begrenzte ständige militärische Besatzung.

Seit etwa 2022/23 und verstärkt nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat Dänemark die militärische Präsenz auf Bornholm wieder deutlich ausgebaut. Die sicherheitspolitische Lage führte zu dem Entschluss, eine kontinuierliche und kampfkräftige Landstreitkraft auf der Insel zu stationieren. Im April 2025 wurde im Rahmen der neuen Hærplan die Aufstellung eines eigenen Bornholms Regiment beschlossen. Am 12. Juni 2025 wurde das Regiment offiziell auf Almegårds Kaserne in Rønne aufgestellt. Es umfasst Stabselemente sowie eine mechanisierte Infanteriebataljon und soll in den kommenden Jahren auf eine Stärke von etwa 500 bis 900 Soldaten (inklusive Wehrpflichtiger) wachsen. Das Regiment bildet zwei Wehrpflichtkompanien aus (Ausbildungsdauer 11 Monate) und verfügt über moderne Ausrüstung, darunter gepanzerte Mannschaftstransportwagen (Patria 6×6). Ziel ist es, Bornholm im Ernstfall eigenständig länger halten zu können und eine schnelle Verstärkung durch alliierte Kräfte zu ermöglichen.

Mit Stand Anfang 2026 ist Bornholm damit wieder eine der am stärksten militärisch geschützten Regionen Dänemarks. Die militärischen Streitkräfte bestehen aus dem Bornholms Regiment mit einer mechanisierten Infanteriebataljon als Kern, unterstützt durch Artillerie-, Pionier- und Logistikelemente bei Bedarf. Die Präsenz dient sowohl der Landesverteidigung als auch der Abschreckung in einer geopolitisch sensiblen Lage. Neben dem Heer gibt es keine permanenten Marine- oder Luftwaffenstützpunkte auf der Insel, allerdings finden regelmäßig Übungen und Überflüge statt. Die Bevölkerung nimmt die verstärkte Militärpräsenz überwiegend positiv wahr, da sie als Schutz vor möglichen Bedrohungen gesehen wird.

Die militärische Geschichte Bornholms wird heute im Verteidigungsmuseum Bornholm (Bornholms Forsvarsmuseum) in Rønne dokumentiert. Das Museum befindet sich in historischen Festungsanlagen und zeigt Exponate von der Zeit der Bornholmer Miliz über die deutsche und sowjetische Besatzung bis zum Kalten Krieg4. Das Museum präsentiert unter anderem originale Geschütze, Fahrzeuge, Uniformen und technische Ausrüstungen aus verschiedenen Epochen.

Internationale Politik

Bis heute prägt die Auseinandersetzung mit Russland die internationale Politik der Insel. Die sowjetische Besatzung Bornholms begann am 9. Mai 1945 und endete am 5. April 1946, als die Rote Armee die Insel verließ. Der Abzug erfolgte nach Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und Dänemark, wobei die sowjetische Seite ihren Rückzug an Bedingungen knüpfte, insbesondere an die Zusicherung, dass keine fremden (insbesondere westlichen) Truppen auf Bornholm stationiert würden. Ein förmlicher „Vertrag“ im klassischen Sinne existiert offenbar nicht. Stattdessen bezieht sich die russische Seite auf einen Briefwechsel zwischen dem sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow und dem dänischen Diplomaten Thomas Dössing. Der relevante Wortlaut aus Molotows Schreiben lautete: "Da die dänische Regierung nun die Möglichkeit hat, die Insel Bornholm mit ihren Truppen zu übernehmen und eine eigene Verwaltung ohne weitere Beteiligung ausländischer Streitkräfte und Verwalter aufzubauen, hat die Sowjetregierung entsprechend zu ihrer Erklärung vom 5. März den Befehl gegeben, den Abzug der Einheiten der Roten Armee einzuleiten." Die russische Botschaft in Kopenhagen veröffentlichte diesen Text im Februar 2022 erneut und betonte, dass dieses Abkommen ohne zeitliche Begrenzung geschlossen worden sei. Die dänische Regierung betont dagegen, dass sie allein über die Stationierung von (NATO-)Truppen auf Bornholm entscheide.

Mit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 hat sich auf Bornholm ein Gefühl der Unruhe breit gemacht, das sowohl von Militärexperten als auch von Anwohnern geteilt wird. Die strategische Bedeutung der Insel für die Kontrolle der Ostsee und die vergleichsweise geringe militärische Präsenz Dänemarks auf Bornholm führen zu einer wachsenden Sorge vor einem von NATO-Strategen als möglich in den Raum gestellten russischen Angriff.

Die Bornholmer gelten als selbstbewusst und freiheitsliebend, mit einer klaren Präferenz für die Zugehörigkeit zu Dänemark. Der Verteidigungswille ist ausgeprägt, was sich unter anderem in der starken Unterstützung für die Heimatschutztruppe zeigt – deutlich mehr als im übrigen Dänemark. Viele Bornholmer erinnern sich an die Zeit der sowjetischen Besatzung und sind sich der strategischen Bedeutung ihrer Insel bewusst. Das trägt zu einer gewissen Wachsamkeit und einem Wunsch nach besserem Schutz bei. Trotz der geopolitischen Spannungen bleibt das Alltagsleben auf Bornholm aber weitgehend ruhig. Die Insel ist ein beliebtes Touristenziel, und die Bewohner unternahmen alles, um den Alltag nicht von der internationalen Lage dominieren zu lassen.

Flagge und Wappen

Die Flagge von Bornholm ist eine regionale Flagge der dänischen Insel Bornholm, die verschiedene Versionen aufweist, aber keine offiziell einheitlich anerkannte Form besitzt1. Die bekannteste Variante, auch "Touristenflagge" (Turistflaget) genannt, zeigt ein grünes Kreuz auf rotem Grund. Das grüne Kreuz symbolisiert die Natur der Insel, während die rote Grundfarbe die Zugehörigkeit zu Dänemark betont. Diese Flagge wurde in den 1970er Jahren von Befürwortern einer Bornholmer Selbstverwaltung und dem Tourismus lanciert. Eine weitere populäre Version, die Bornholmflagge (Bornholmsflaget), wurde 1977 von Mogens Andersen entworfen. Sie zeigt ein weißes Kreuz, das mit einem grünen Kreuz belegt ist, ebenfalls auf rotem Grund. Dieses Design folgt heraldischen Regeln, die eine Trennung von Farben durch "Metall" (weiß oder gelb) vorsehen, wodurch sich das grüne Kreuz besser vom roten Hintergrund abhebt. Diese Variante wird vor allem im Norden Bornholms verwendet.

Ein Bornholmer Wappen gibt es bislang noch nicht, wohl aber ist ein solches vage in Planung. In einigen Flaggenentwürfen wird das Bornholmer Wappentier, ein goldener Drache, verwendet. Abseits dessen hat sich seit Jahrhunderten ein charakteristisches Symbol für Bornholm etabliert, das inoffiziell als Wappen der Insel, der ehemaligen Bornholm Amt (bis 2007) und der heutigen Bornholms Regionskommune gilt und von vielen Einheimischen sowie in touristischen und offiziellen Zusammenhängen verwendet wird.

Das Wappen zeigt in Rot einen goldenen Lindwurm (auch Lindorm, Wyrm oder Drache genannt), der nach heraldischer Beschreibung als passant (schreitend nach rechts) dargestellt wird. Der Lindwurm ist ein geflügeltes, schlangenartiges Fabelwesen mit zwei Beinen, oft mit einem spitzen Schwanz und einem langen Hals. In manchen Darstellungen wird er auch als Basilisk (Cockatrice) oder Greif interpretiert, doch die gängigste und offiziell anerkannte Form ist der goldene Lindwurm auf rotem Grund.

Die Verwendung dieses Symbols lässt sich bis ins späte 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Es taucht erstmals auf Siegeln und in Dokumenten der Insel auf und wurde im 17. Jahrhundert besonders populär. Der Lindwurm wird oft mit der Selbstbefreiung Bornholms 1658 in Verbindung gebracht: Nach dem Frieden von Roskilde musste die Insel an Schweden abgetreten werden, doch die Bornholmer erhoben sich unter Führung von Jens Kofoed gegen die schwedischen Besatzer, töteten den schwedischen Kommandanten Printzensköld und vertrieben die Truppen. Der Lindwurm symbolisiert in diesem Kontext Stärke, Unabhängigkeitswillen und den Schutz der Insel – ähnlich wie ein mythischer Wächter, der das Land verteidigt. Manche Quellen sehen darin auch eine Anspielung auf die felsige, raue Natur Bornholms („klippeøen“) oder auf alte nordische Sagen von Drachen und Schlangenwesen.

Das Wappen wurde 1942 offiziell für das Bornholm Amt angenommen und blieb auch nach der Auflösung des Amtes 2007 für die Regionskommune erhalten. Es wird heute auf offiziellen Dokumenten, Fahnenmasten vor dem Rathaus in Rønne, auf Souvenirs, Uniformen des Bornholms Regiment (seit 2025) und in vielen lokalen Zusammenhängen verwendet.

Hymne

Bei offiziellen Anlässen wird die dänische Königshymne "Kong Christian stod ved højen mast" gespielt. Die Melodie stammt zum Teil von Ditlev Ludvig Rogert, der eine Zeitlang Landrichter auf Bornholm war. Die Insel selbst besitzt keine offizielle Inselhymne im rechtlichen oder administrativen Sinne – es gibt also kein Lied, das durch Beschluss der Regionskommune, des Folketing oder einer anderen Behörde als Hymne der Insel festgelegt wurde. Dennoch hat sich seit Ende der 1950er Jahre ein bestimmtes Stück als inoffizielle Hymne durchgesetzt und ist bis heute das mit Abstand bekannteste und emotionalste musikalische Symbol der bornholmschen Identität: das Lied „Bornholm, Bornholm, Bornholm“.

Das Lied entstand 1959 für den dänischen Familienfilm Far til fire på Bornholm (dt. etwa „Vater auf vier in Bornholm“), den vierten Teil der sehr populären „Far til fire“-Reihe. Regie führte Alice O'Fredericks, einer der erfolgreichsten dänischen Regisseurinnen der Nachkriegszeit. Die Musik komponierte Sven Gyldmark (1914–1981), einer der produktivsten und erfolgreichsten dänischen Filmkomponisten seiner Generation, der für Hunderte von Filmen die Musik schrieb – darunter viele Schlager und eingängige Melodien, die in die dänische Populärkultur eingegangen sind. Der Text stammt von Ib Mossin (1933–1997), der nicht nur Texter, sondern auch Schauspieler und Sänger war und in dem Film selbst mitwirkte. In manchen Quellen und Notenausgaben wird zusätzlich Erik Leth als (Mit-)Texter genannt, doch die Hauptverantwortung für den Text liegt bei Mossin, der das Lied auch erstmals interpretierte.

Das Stück ist ein fröhlicher, walzerartiger Schlager in G-Dur, der bewusst leicht, mitreißend und zum Mitsingen gedacht ist. Der Refrain wiederholt den Namen der Insel dreimal – „Bornholm, Bornholm, Bornholm!“ – was ihm einen sehr eingängigen, fast hymnischen Charakter verleiht. Der Text beginnt mit den Zeilen: „Danmarks dejlige, skønne øer I tilgi'r mig nok, jeg har valgt Solskinsøen i Østersøen Til daglig så bli'r den nu kaldt: Bornholm, Bornholm, Bornholm! Du, min dejlige ferieø! Bornholm, Bornholm, Bornholm! Ved den herlige Østersø!“

Danach folgen Strophen, die die Schönheit der Insel preisen: die Küsten, die Klippen, die Orte Sandvig, Nexø und Rønne, die hübschen Mädchen und die Rolle als beliebtes Ferienziel. Der Text ist typisch für die optimistische, unkomplizierte Unterhaltungsmusik der späten 1950er und frühen 1960er Jahre – er feiert die Insel als sonniges Paradies und Sommertraum, ohne tiefere politische oder historische Botschaften.

Der Film „Far til fire på Bornholm“ erschien 1959 und war ein großer Publikumserfolg. Das Lied wurde sofort populär und erschien kurz darauf als Single (u. a. mit Ib Mossin und Chor), später auf diversen Samplern und in zahlreichen Coverversionen. Es wurde in den folgenden Jahrzehnten immer wieder neu aufgenommen – mal mit Kinderchor, mal in modernisierten Arrangements – und ist bis heute auf Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Music und YouTube weit verbreitet.

Was das Lied zur inoffiziellen Hymne machte, war seine enorme Akzeptanz bei den Bornholmern selbst. Es wird bei fast allen größeren lokalen Veranstaltungen gesungen: bei Eröffnungen von Festen, bei Midsommerfeiern, bei Sportveranstaltungen, bei Schulfeiern, bei Touristen-Events und sogar in offiziellen Morgensang-Sendungen des dänischen Rundfunks (DR), z. B. in der bekannten Sendung „Morgensang med Kaya og Ole“ im Jahr 2021. Viele Einheimische kennen den Text auswendig, und der Refrain wird oft schon bei den ersten Tönen laut mitgesungen. Besonders seit den 1960er und 1970er Jahren, als der Massentourismus auf Bornholm stark zunahm, trug das Lied dazu bei, die Insel als „Solskinsøen“ (Sonneninsel) zu vermarkten und ein positives, einladendes Image zu schaffen.

Trotz dieser tiefen Verankerung hat das Lied keinen offiziellen Status. Es konkurriert nicht mit der dänischen Nationalhymne „Der er et yndigt land“ und wurde nie formell zur Hymne der Regionskommune oder der Insel erklärt. Es bleibt ein rein volkstümliches, kulturelles Phänomen – ein Ausdruck von Stolz, Heimatliebe und Freude an der eigenen Insel, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Genau diese Unoffiziellkeit macht seine Stärke aus: Es ist nicht von oben verordnet, sondern von unten, aus der Mitte der Bevölkerung gewachsen.

Hauptort

Bis ins frühe 16. Jahrhundert war Aakirkeby das politische, kirchliche und wirtschaftliche Zentrum der Insel. Aakirkeby liegt landeinwärts im Zentrum Bornholms und war bereits im Mittelalter ein bedeutender Ort. Die romanische Aa Kirke (Aa Kirche) aus dem 12./13. Jahrhundert war eine der wichtigsten Kirchen der Insel und diente als zentraler Versammlungs- und Gerichtsort. Hier fanden das landsting (Inselthing) statt, das höchste Gericht der Insel, und Aakirkeby war der wichtigste Kaufort für die umliegenden Dörfer und Höfe. Die zentrale Lage machte den Ort ideal für Verwaltung und Handel in einer Zeit, in der die Insel noch stark agrarisch und dezentral organisiert war.

Dies änderte sich mit den politischen Umwälzungen zu Beginn der Neuzeit. 1521 eroberte König Christian II. die Insel und nahm die Burg Hammershus ein, um den Bischof Jens Andersen Beldenak gefangen zu setzen. Kurz darauf, 1525, verpfändete Friedrich I. Bornholm an die Hansestadt Lübeck, um Schulden zu begleichen. Die Lübecker machten Hammershus zum Sitz ihrer Vögte und nutzten die Festung als militärischen und administrativen Mittelpunkt. Hammershus, die größte mittelalterliche Burgruine Nordeuropas, wurde in dieser Zeit stark ausgebaut und diente als Symbol lübischer Macht über die Insel. Die Verwaltung und das Gerichtswesen waren nun an die Burg gebunden.

Nach der Rückgabe der Insel an Dänemark 1576 (Ende der Pfandschaft) blieb Hammershus zunächst der offizielle Sitz der dänischen Lehnsmänner (Amtmänner). Die Festung war weiterhin der zentrale Punkt der Inselverwaltung. Doch schon im 17. Jahrhundert verlor Hammershus rapide an Bedeutung. Die schwedische Besatzung 1658 und der anschließende erfolgreiche Bornholmer Aufstand gegen die Schweden markierten den Anfang vom Ende der militärischen Rolle der Burg. Nach 1658 wurde die Verteidigung der Insel zunehmend auf Christiansø und Küstenbefestigungen bei Rønne verlagert. Die alte Backstein- und Bruchsteinburg war durch die Entwicklung der Artillerie ohnehin militärisch veraltet. 1743 gab man Hammershus endgültig als Festung auf; sie verfiel und wurde später als Steinbruch genutzt.

Um 1700 begann die Auslagerung der zivilen Verwaltung und des Gerichtswesens aus Hammershus. Ein neues Gerichtsgebäude wurde in Sandvig (im Norden) errichtet, was zeigt, dass es in dieser Übergangsphase noch keine klare Hauptstadt gab. In den folgenden Jahrzehnten setzte jedoch ein klarer Trend ein: Immer mehr Beamte, Händler und Handwerker zogen nach Rønne im Südwesten der Insel. Die Stadt profitierte von mehreren Faktoren: ihrem sicheren Naturhafen, der den wichtigsten Zugang zur Insel bot, der wachsenden Bedeutung als Handels- und Fischereizentrum, der Nähe zu den fruchtbaren südwestlichen Landesteilen und der allgemeinen Verlagerung von Macht und Wirtschaft vom Landesinneren zur Küste. Rønne war bereits 1327 als Købstad (Marktstadt) urkundlich erwähnt und hatte sich seit dem Mittelalter als Handelsort entwickelt. Ab dem 18. Jahrhundert wurde sie immer stärker zum Sitz von Behörden und Institutionen.

1776 schließlich wurde Rønne offiziell zur Hauptstadt der Insel erklärt. Dies markierte den endgültigen Übergang des administrativen Zentrums von der mittelalterlichen Burg und dem zentralen Aakirkeby zur modernen Hafenstadt. In Rønne konzentrierten sich nun das Amtshaus, das Gericht, die wichtigsten Behörden und später auch die höheren Schulen und kulturellen Einrichtungen.

Bis 2002 blieb Rønne Sitz eines eigenen Amtsgerichts (herredsret) und des Bornholms Amts. Nach der Kommunalreform 2003 wurde die gesamte Insel zur Bornholms Regionskommune zusammengelegt, deren Verwaltungssitz weiterhin Rønne ist. Heute beherbergt die Stadt das Rathaus der Regionskommune, das Bornholms Museum, das Verteidigungsmuseum, die wichtigsten Banken, Behörden und das kulturelle Leben der Insel. Mit dem Fährhafen und dem Flughafen (nahe Rønne) ist sie das Tor zur Insel und bleibt das unbestrittene Zentrum Bornholms – ein Status, den sie seit über 250 Jahren innehat.

Verwaltungsgliederung

Die sechzehn Kirchspiele und sechs Stadtkommunen (kobstad) standen vor der Kommunalreform von 1970 sämtlich unter der Verwaltung des Amtes, im Unterschied zum Rest des Landes, wo Städte keinem Amt unterstanden, sondern direkt dem Innenministerium. Bornholms Amt umfasste die Insel Bornholm und die im Nordosten vorgelagerte Inselgruppe Ertholmene und bestand aus vier Harden (herred).

Das Amt Bornholm (Bornholms amtskommune/amt) wurde Ende 2002 abgeschafft. Das Amt und die früheren fünf Kommunen wurden in eine Einheit, Bornholms Regionskommune, zusammengelegt, und diese Kommune hatte zwischen dem 1. Januar 2003 und dem 1. Januar 2007 den Status einer kreisfreien Gemeinde und stand somit auf einer Stufe mit Kopenhagen und Frederiksberg. Die früher selbständigen Kommunen Aakirkeby, Allinge-Gudhjem, Hasle, Neksø und Rønne sind Teilgemeinden von Bornholm geworden. Diese Gebietsreform war Ergebnis einer Volksabstimmung vom 29. Mai 2001.

Zu Bornholm gehören folgende Kirchspiele (sogn) und Ortschaften (byer), hier mit den Daten des Jahres 2017:

Nr. Sogn Fläche km² Einwohner Ortschaft Einwohner Harde
18 Aaker Sogn 56,77 3.225 Aakirkeby 2.092 Sønder Herred
2 Allinge-Sandvig Sogn 9,61 1.508 Allinge-Sandvig 1.473 Nørre Herred
19 Bodilsker Sogn 32,52 882 Balka < 200 Sønder Herred
1 Christiansø Sogn 0,36 93 Sønder Herred
6 Gudhjem Sogn 1,30 695 Gudhjem 736 Øster Herred
7 Hasle Sogn 4,17 1.749 Hasle 1.638 Nørre Herred
14 Ibsker Sogn 32,38 1.005 Årsdale

Listed

298

< 200

Øster Herred
8 Klemensker Sogn 57,13 1.496 Klemensker 607 Nørre Herred
11 Knudsker Sogn 19,21 2.749 Vester Herred
20 Nexø Sogn 4,31 3.696 Nexø 3.674 Sønder Herred
10 Nyker Sogn 24,65 1.607 Muleby

Nyker

496

712

Vester Herred
17 Nylarsker Sogn 23,33 777 Arnager

Lobbæk

Nylars

314

207

< 200

Vester Herred
4 Olsker Sogn 25,18 1.232 Tejn 824 Nørre Herred
21 Pedersker Sogn 29,82 598 Pedersker 230 Sønder Herred
22 Poulsker Sogn 32,00 1.027 Snogebæk 681 Sønder Herred
3 Rutsker Sogn 29,21 569 Rutsker

Teglkås

Vang

Nørre Herred
5 Rø Sogn 26,07 406 Nørre Herred
16 Rønne Sogn 9,78 11.614 Rønne 13.798 Vester Herred
15 Svaneke Sogn 2,23 1.009 Svaneke 1.104 Øster Herred
12 Vestermarie Sogn 69,77 1.342 Vestermarie 241 Vester Herred
9 Østerlarsker Sogn 38,40 868 Østerlars 294 Øster Herred
13 Østermarie Sogn 53,78 1.455 Østermarie 482 Øster Herred
Bornholm 581,98 39.644 21 byer 30.450 4 Harden


           Verwaltungseinheiten:

           2 valgkredse (Walkreise)

                       4 distrikter (Distrikte)

                       5 kommuner (Gemeinden 1970 bis 2002)

                                   16 kirk sogner (Kirchspiele)

                                   6 kobstader (Stadtgemeinden)

                                              27 byområder (Ortschaften)

Bevölkerung

Seit Mitte der 1980er Jahre sinkt die Bevölkerungszahl. Die Bevölkerung sank von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,355 % pro Jahr. Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 588,37 km².

           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1700                15 000             25,49

           1801                19 500             33,14

           1840                22 633             38,47

           1880                35 400             60,17

           1901                40 889             69,50

           1906                41 031             69,74

           1911                42 885             72,89

           1916                43 551             74,02

           1921                44 426             75,51

           1925                45 676             77,63

           1930                45 684             77,65

           1935                45 930             78,06

           1940                46 542             79,10

           1944                47 185             80,20

           1945                47 337             80,45

           1950                48 134             81,81

           1951                48 300             82,09

           1952                48 450             82,35

           1953                48 550             82,51

           1954                48 650             82,69

           1955                48 632             82,66

           1956                48 600             82,59

           1957                48 500             82,43

           1958                48 450             82,35

           1959                48 400             82,27

           1960                48 373             82,22

           1961                48 450             82,35

           1962                48 550             82,52

           1963                48 700             82,77

           1964                48 750             82,86

           1965                48 744             82,85

           1966                48 700             82,77

           1967                48 300             82,09

           1968                47 800             81,24

           1969                47 400             80,56

           1970                47 239             80,29

           1971                47 241             80,29

           1972                47 033             79,94

           1973                46 964             79,82

           1974                47 035             79,94

           1975                47 017             79,91

           1976                47 126             80,10

           1977                47 207             80,23

           1978                47 342             80,46

           1979                47 605             80,91

           1980                47 780             81,21

           1981                47 499             80,73

           1982                47 357             80,49

           1983                47 313             80,41

           1984                47 243             80,29

           1985                47 164             80,16

           1986                47 039             79,74

           1987                46 839             79,61

           1988                46 642             79,27

           1989                46 105             78,36

           1990                45 900             78,01

           1991                45 690             77,66

           1992                45 541             77,40

           1993                45 224             76,86

           1994                45 067             76,60

           1995                44 936             76,37

           1996                45 186             76,80

           1997                45 018             76,51

           1998                44 786             76,12

           1999                44 529             75,68

           2000                44 337             75,36

           2001                44 126             75,00

           2002                44 197             75,12

           2003                44 060             74,88

           2004                43 673             74,23

           2005                43 347             73,67

           2006                43 245             73,50

           2007                43 040             73,20

           2008                42 817             72,77

           2009                42 563             72,34

           2010                42 154             71,65

           2011                41 802             71,05

           2011                41 303             70,20

           2013                40 715             69,20

           2014                39 922             67,85

           2015                39 828             67,69

           2016                39 627             67,35

           2017                39 695             67,47

           2018                39 632             67,36

           2019                39 572             67,26

           2020                39 499             67,13

           2021                39 570             67,25

           2022                39 545             67,21

           2023                39 602             67,31

           2024                39 322             66,83

           2025                38 966             66,23


Der Großteil der Insulaner lebt im ländlichen Raum. In der einzigen Stadt Rønne lebtn rund ein Drittel der Inselbewohner.


Bevölkerungsaufteilung 1999:

  • Bevölkerungszahl 1999 insgesamt  44.529
  • weiblich  22.493 (50,51 %)
  • männlich 22.036 (49,49 %)
  • unter 15jährig  7.406 (16,63 %)
  • 15 bis 64 Jahre alt  26.549 (59,62 %)
  • über 64jährig  10.574 (23,75 %)
  • ländlich  29.381 (65,98 %)
  • städtisch  15.148 (34,02 %)
  • Bornholmer und Dänen  43.387 (97,44 %)
  • Ausländer  1.142 (2,56 %)

Das Durchschnittsalter der Bornholmer liegt bei Jahren. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa  Jahren. Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt rund 20.500.

Haushalte:

Gesamtzahl und Personen pro Haushalt:

1980                18 092             2,641

1986                19 257             2,443

1991                19 785             2,309

1996                20 156             2,242

2001                20 427             2,160

2011                20 694             2,020

2021                20 376             1,942

Volksgruppen

In der Frühgeschichte und im Mittelalter bestand die Bevölkerung überwiegend aus dänischsprachigen Bauern und Fischern skandinavischer Herkunft. Archäologische Funde und Ortsnamen deuten darauf hin, dass die ersten dauerhaften Siedler ab der Eisenzeit und insbesondere während der Wikingerzeit aus dem heutigen Dänemark, Südschweden und möglicherweise auch aus Teilen Norddeutschlands stammten. Es gibt keine Hinweise auf eine größere nichtgermanische Bevölkerungsgruppe. Die Insel blieb sprachlich und kulturell weitgehend einheitlich dänisch, wobei der Bornholmer Dialekt sich früh als eigenständige Variante des Ostdänischen entwickelte und bis heute Merkmale bewahrt hat, die ihn vom Rest Dänemarks unterscheiden.

Im späten Mittelalter und in der Neuzeit kamen nur sehr wenige fremde Gruppen hinzu. Während der lübischen Pfandschaft von 1525 bis 1576 lebten zeitweise lübische Beamte, Kaufleute und Handwerker auf der Insel, vor allem in Rønne und bei Hammershus. Diese kleine Oberschicht sprach Niederdeutsch und brachte hanseatische Einflüsse in Handel und Verwaltung ein, verschwand aber nach 1576 weitgehend wieder. Ihre Nachkommen gingen in der dänischen Bevölkerung auf.

Eine nennenswerte Zuwanderung fand erst Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts statt. In dieser Phase wanderten vor allem Schweden aus den benachbarten Regionen Småland und Schonen (Skåne) nach Bornholm ein. Sie suchten Arbeit in den wachsenden Steinbrüchen, in der Keramikindustrie, in der Fischerei und im Baugewerbe. Besonders die Küstenorte Allinge-Sandvig, Hasle und Rønne zogen schwedische Arbeitsmigranten an. In den 1880er bis 1920er Jahren machten Schweden zeitweise bis zu 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung in diesen Orten aus. Viele kehrten jedoch nach wenigen Jahren wieder nach Schweden zurück oder zogen weiter. Diejenigen, die blieben, heirateten meist in die bornholmske Bevölkerung ein, sodass die schwedische Herkunft nach einer oder zwei Generationen kaum noch erkennbar war. Heute gibt es auf Bornholm keine nennenswerte schwedischsprachige Minderheit mehr, auch wenn viele Familien schwedische Nachnamen oder Vorfahren haben und der kulturelle Austausch mit Südschweden bis heute eng ist.

Während der deutschen Besatzung 1940 bis 1945 lebten zeitweise mehrere hundert deutsche Soldaten und Beamte auf der Insel, vor allem in Rønne und bei den Küstenbatterien. Nach 1945 verschwanden diese Gruppen vollständig. Die anschließende sowjetische Besatzung 1945/46 brachte kurzzeitig sowjetische Truppen nach Bornholm, doch auch diese hinterließen keine dauerhafte Bevölkerungsspur.

Im 20. Jahrhundert blieb Bornholm eine der ethnisch homogensten Regionen Dänemarks. Bis in die 1980er Jahre lebten auf der Insel fast ausschließlich ethnische Dänen, die bornholmsk-dänisch sprachen. Erst mit der EU-Erweiterung und der Globalisierung kamen ab den 1990er Jahren kleinere Gruppen von Zuwanderern hinzu. Heute (Stand 2026) machen Menschen mit Migrationshintergrund etwa 6–8 Prozent der Bevölkerung aus, was deutlich unter dem dänischen Durchschnitt liegt. Die größte Gruppe bilden seit den 2000er Jahren Polen, die vor allem in der Landwirtschaft, im Tourismus und im Baugewerbe arbeiten. Daneben gibt es kleinere Gemeinschaften aus Deutschland, Rumänien, Litauen, Syrien und der Ukraine. Die meisten Zuwanderer leben in Rønne und Nexø und sind gut integriert, doch es existiert keine größere ethnische Enklave oder eigene kulturelle Institution. Im Jahr 2021 lebten 2.602 Ausländer auf Bornholm, was einem Bevölkerungsanteil von 6,6 % entspricht. 2025 waren es 3.012 Ausländer mit einem Anteil von 7,73 %.

Staatsbürgerschaft 2025
Dänemark 35.954
Europäische Union 1.374
Europa (andere Staaten) 638
Asien 544
sonstige Länder 456

Sprachen

Bis ins 11. Jahrhundert bediente man sich in den nordischen Ländern nur einer Sprache, Gemeinnordisch. Nach der Wikingerzeit sonderten sich aber große Gebiete durch Staatenbildungen ab, und so entstanden die Nationalsprachen. Innerhalb derselben entwickelten sich Mundarten, indem in Dänemark zum Beispiel die verwaltungsmäßige Gliederung in drei Lande: Schonen mit Bornholm, die Inseln und Jütland - Fünen eine Spaltung der Volkssprache bewirkte in Ostdänisch, Inselmundart und Jütländisch. Die Grenze nach Schweden verlief nördlich von Schonen, Hailand und Biekinge, weshalb diese Landschaften auch sprachlich Dänemark zugehörig wurden.

Im Mittelalter setzte sich die weitere Spaltung in Mundarten wegen der Absonderung fort, und Sonderentwicklungen innerhalb der verschiedenen Mundartgebiete haben sich auch bis in unsere Zeit hinein fortgesetzt, wo indessen die Bomholmer Mundart heute im Rückzug begriffen ist, und das auch bei den Altansässigen. Seit vielen Jahren sind diese gewissermaßen zweisprachig, seit dem Zeitpunkt, an dem der Schulbesuch auf der Insel eingeführt wurde und sie dänisch zu lesen und zu schreiben lernten. Die Beamten sprachen dänisch, und bomholmische Lehrer wurden zum Teil durch Lehrer „von drüben“ abgelöst, die nicht duldeten, dass die Kinder im Unterricht bomholmisch sprachen! Anwachsende Verbindung mit Landsleuten von außerhalb der Insel - zuerst Rundfunk und später Fernsehen und immer günstigere Reisemöglichkeiten - machte es allmählich den Bomholmern klar, dass es mit Vorteilen verbunden ist, wenn man durch ein allgemein verständlicheres Medium als eine eigenartige, lokale Mundart mit Landsleuten kommunizieren kann.

Das Ergebnis davon ist, dass das Bomholmsk als Mundart nach und nach einer Art von Regionalsprache oder dem Provinzialdänisch den Vorrang eingeräumt hat, wobei spezielle Wörter und Wortverbindungen zu Gunsten der gesamtdänischen aufgegeben werden, und die eigenartigen, bomholmischen Laute langsam verschwinden. Bornholmsk ist die einzige erhaltene Variante des Ostdänischen im heutigen Dänemark und unterscheidet sich deutlich vom Standarddänisch, weshalb er von manchen Dänen scherzhaft als "Ersatzschwedisch" bezeichnet wird.

Bornholmsk

Der auf der Insel gesprochene Bornholmer Dialekt, auf Bornholm meist bornholmsk oder bornholmsk mål genannt, ist eine ostdänische Dialektvariante, die sich deutlich vom reichsdänischen Standarddänisch (rigsdansk). Sie hat viele ältere Sprachmerkmale bewahrt, die ihn zu einer der eigenständigsten Dialekte Dänemarks machen. Gleichzeitig ist er heute stark gefährdet und wird vor allem von älteren Menschen aktiv gesprochen.

Historisch gehört der Bornholmer Dialekt zum ostdänischen Dialektkontinuum, das sich früher über den Osten Dänemarks und Südschweden (heutiges Schonen, Halland und Blekinge) erstreckte. Vor 1658, als Schweden durch den Frieden von Roskilde Schonen, Halland und Blekinge übernahm, bestand eine durchgehende Dialektkette von Seeland über Bornholm bis nach Schonen. Nach dieser Grenzverschiebung wurde Bornholm sprachlich isoliert und blieb im dänischen Sprachraum. Dadurch konnte der Dialekt viele archaische Züge bewahren, die im übrigen Dänemark (und besonders in den verlorenen Ostprovinzen) allmählich verschwanden oder durch schwedischen Einfluss verändert wurden. Der Bornholmer Dialekt steht daher phonetisch und grammatikalisch teilweise näher an älteren Formen des Ost-Dänischen und zeigt gewisse Parallelen zu südschwedischen Dialekten, wird aber eindeutig als dänisch klassifiziert.

Zu den auffälligsten Merkmalen des Bornholmsken im Vergleich zum Standarddänisch gehören:

  • Fehlen des typisch dänischen Stød (des glottalen Stoßes oder Kehlkopfschlusses), das in fast allen anderen dänischen Dialekten vorkommt. Stattdessen hat der Bornholmer Dialekt eine gleichmäßigere, fließendere Prosodie ohne diesen typischen dänischen „Knacklaut“.
  • Erhalt älterer Vokale und Diphthonge, zum Beispiel Formen wie „iva“ oder „øja“ für „Auge“ (Standarddänisch: øje), wo das Reichsdänische längst zu Monophthongen vereinfacht hat.
  • Weichere oder offener ausgesprochene Konsonanten, insbesondere g, k und d in bestimmten Positionen.
  • Beibehaltung älterer Endungen und Wortformen, die teilweise noch mittelalterlichem Dänisch ähneln (zum Beispiel Pluralendungen oder Verbformen).
  • Eine eigene, eher flache und melodische Intonation, die weder dem schwedischen musikalischen Akzent (Tonakzent 1/2) noch dem dänischen Stød-System entspricht.
  • Viele einzigartige Wörter und Ausdrücke, die im Standarddänisch nicht existieren, besonders Bezeichnungen für Naturphänomene, Werkzeuge, Wetterlagen oder Alltagsgegenstände, die typisch für das Inselleben sind.

Bis ins 20. Jahrhundert war der Bornholmer Dialekt die vorherrschende Umgangssprache auf der gesamten Insel, vor allem auf dem Land und in kleineren Ortschaften. In Rønne und anderen größeren Städten mischte er sich schon früh mit reichsdänischen Einflüssen durch Handel, Verwaltung und Kontakt zum Festland. Im Laufe des 20. Jahrhunderts nahm der Druck zur Anpassung an das Standarddänisch jedoch stark zu: Radio, Fernsehen, Schulunterricht, Militärdienst auf dem Festland, verstärkte Mobilität und später Tourismus führten dazu, dass viele Bornholmer eine Mischform oder reines Reichsdänisch sprachen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts galt der Dialekt bereits als bedroht. Schätzungen aus den 2020er Jahren gehen davon aus, dass er heute (2026) von vielleicht 10 bis 25 % der etwa 40.000 Inselbewohner fließend gesprochen wird – vor allem von Menschen über 60–70 Jahren und hauptsächlich auf dem Land oder in kleineren Dörfern. Bei Kindern und Jugendlichen ist der aktive Gebrauch sehr selten; die meisten jungen Bornholmer verstehen den Dialekt gut (passive Kompetenz), sprechen aber selbst eine regionale Variante des Standarddänischen mit nur schwachen bornholmschen Einsprengseln (zum Beispiel bestimmte Aussprachen, einzelne Wörter oder eine leichte Intonation).

Trotz des Rückgangs gibt es aktive Bemühungen um den Erhalt. Die Organisation KulturBornholm veröffentlicht Bücher, Hörbücher, CDs und Lehrmaterialien auf Bornholmsk, darunter Übersetzungen und Hörbeispiele. Die Lokalzeitung Bornholms Tidende bringt regelmäßig Artikel, Kolumnen oder Geschichten im Dialekt. Es gibt Theateraufführungen, Gesangsgruppen, Dichterlesungen und lokale Veranstaltungen, bei denen Bornholmsk bewusst gepflegt wird. Ein kleines, aber engagiertes Netzwerk von Dialektliebhabern und Kulturinitiativen versucht, die Sprache als zentralen Bestandteil der bornholmschen Identität lebendig zu halten.

Der Dialekt bleibt ein starkes Symbol der regionalen Identität. Er wird oft bewusst eingesetzt – sei es humorvoll, bei Festen, in der Tourismuswerbung (um Lokalkolorit zu schaffen) oder wenn Bornholmer unter sich sind und Gemeinschaft signalisieren wollen. Viele Inselbewohner, die im Alltag Standarddänisch sprechen, wechseln bei besonderen Anlässen oder in vertrauter Runde spontan in den Dialekt.

Religion

Bornholm wurde ab dem späten 10. Jahrhundert christlich missioniert. Die eigentliche Christianisierung und der Bau erster Kirchen und Kapellen erfolgten jedoch erst ab den 1060er Jahren, als die herrschaftliche Erschließung der Insel von Schonen aus begann. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Holzkirchen und später auch Rundkirchen aus Stein. Nach und nach kamen zu den Kirchen zahlreiche Versammlungshäuser und Missionszentren. Mit dere Durchsetzung der Reformation durch den dänischen König Christian III. im Jahr 1536 wechselten die Gläubigen zur lutherisch-evangelischen Kirche. Als Folkekirken ("Volkskirche") bestimmte diese bis 1848 das religiöse Leben Bornholms. Heute sind die Mitgliederzahlen rückläufig. Im Jahr 2018 bekannten sich 80,2 % der Bornholmer zur Folkekirken.

Als erste Religionsgemeinschaft abseits der Folkekirkenb kamen 1848 die Baptisten auf die Insel. Zum Einstieg tauften sie gleich mal fünf Bornholmer. Größeren Anklang konnte die Religionsgemeinschaft zwar nie finden, aber immerhin hatten die Baptisten in ihrer Blütezeit 13 Versammlungsräume. Heute gibt es nur noch eine Baptistenkirche in Rønne und eine Kapelle in Østerlars.

Kurz nach den Baptisten im Jahr 1850 kamen zwei mormonische Priester von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nach Bornholm, und im Laufe des Jahrhunderts ließen sich etwa hundert Bornholmer taufen. Viele der Bekehrten zogen nach Salt Lake City, die Zurückgebliebenen betätigten sich als Missionare. Auch heute noch predigen die Mormonen ihre Botschaft von Haus zu Haus. Das Zentrum der mormonischen Gemeinde befindet sich am Herman Blems Vej in Rønne.

In den 1860er Jahren wurde Peter Christian Trandberg Pastor in der Landeskirche, ließ sich jedoch nicht nur von Martin Luther, sondern auch von Søren Kierkegaard inspirieren. Dies führte zu Konflikten mit der Kirchenführung und mehrere Gottesh#user schlossen ihre Türen für ihn. Trandberg gründete daraufhin den "Verein zur Förderung des Evangeliums" mit dem Spitznamen "Bornholmerne", woraus später die "Lutherische Missionsgesellschaft" wurde, der im Jahr 1892 wurde die "Evangelisch-Lutherische Missionsgesellscha" folgte.

Der "Innere Missionsverein" kam in den 1890er Jahren auf die Insel. In seiner Blütezeit hatte er etwa 50 Missionshäuser. Heute ist nur noch etwa die Hälfte in Betrieb. Im Jahr 1892 ließen sich die Siebenten-Tags-Adventisten auf Bornholm nieder. Sie haben eine Kirche in Tejn. Die Heilsarmee kam im folgenden Jahr nach Rønne. Die Methodistische Kirche wurde 1895 gegründet und errichtete 1918 eine Kirche in Rønne.

Die Bibelforscher, heute als "Zeugen Jehovas" bekannt, kamen 1897 nach Bornholm. Sie richteten Versammlungsorte in Rønne, Allinge, Nexø und Aakirkeby ein. Der Königreichssaal in Aakirkeby wurde in den 1990er Jahren geschlossen. Das Rigssalen in Rønne dient heute als einziger Versammlungsraum.

Die Römisch-Katholische Kirche kam kurz nach der Jahrhundertwende im Jahr 1900 nach Rønne und Aakirkeby. Die Gebäude wurden von den katholischen Gemeinden in den Niederlanden finanziert. In den 1960er Jahren kam das Myrendal-Kloster in Olsker hinzu. Im Jahr 1920 wurde die Pfingstkirche in Rønne und Tejn gegründet.

Das mit der Römisch-Katholischen Kirche verbundene Kloster Myrendal (offiziell Myrendal Kloster) ist seit 1966 ein Kloster der Trappisten im Rang eines Priorates in Olsker, Allinge-Sandvig, auf der dänischen Ostseeinsel Bornholm. Sechs Mönche der belgischen Trappistenabtei Achel gründeten 1966 mit reformerischen Absichten auf der Insel Bornholm (Krogholmsvej 18 in Olsker) das Kloster Myrendal („Ameisental“), das 2002 zum selbständigen Priorat erhoben wurde. Gründungsbischof war der Jesuit Hans Ludvig Martensen, Bischof von Kopenhagen. Die Mönche sichern sich ihren Lebensunterhalt durch Buchbinderei. Der Bestand des Klosters scheint durch Mitgliederschwund und Überalterung gefährdet, denn die Statistik von 2018 weist nur noch zwei Personen aus. Der Generalabt das Trappistenordens Bernardus Peeters hob die Autonomie des Klosters Ende 2022 auf.

Mit den Einwanderern sind etliche weitere Glaubensrichtungen auf die Insel gekommen. Es gibt ein Zen-Buddhistisches Kloster in Østermarie, eine Gruppe von Bahá'í und die Zionskirche hat einen Versammlungsort in Rønne. Mehrere dieser Glaubensgemeinschaften werben für ihre Gottesdienste im Rytterknægten.

Religionsbekenntnisse 2001:

  • Lutheraner  40.050 (90,8 %)
  • Baptisten  705 (1,6 %)
  • Methodisten  697 (1,6 %)
  • Katholiken  681 (1,5 %)
  • sonstige Christen  650 (1,5 %)
  • sonstige und Bekenntnislose  1.343 (3,0 %)

Judentum

Bis ins 19. Jahrhundert gab es auf Bornholm praktisch keine jüdischen Bewohner. Dänemark öffnete sich erst 1814 offiziell für jüdische Einwanderung und erteilte 1814 den Juden Bürgerrechte, doch die jüdische Bevölkerung konzentrierte sich fast ausschließlich auf Kopenhagen, wo sich die einzige größere jüdische Gemeinde des Landes entwickelte. Auf Bornholm lebten bis weit ins 19. Jahrhundert hinein fast ausschließlich ethnische Dänen, ergänzt durch kleinere Gruppen von Schweden und Deutschen.

Erste dokumentierte Spuren jüdischer Personen auf der Insel finden sich erst ab den 1840er und 1850er Jahren. Es handelte sich dabei fast immer um einzelne Kaufleute, Handelsreisende oder saisonale Händler, die vorübergehend auf der Insel tätig waren. Manche von ihnen betrieben Geschäfte mit Textilien, Schmuck, Gewürzen oder anderen Waren, die aus Kopenhagen oder Hamburg kamen. Diese Personen blieben selten länger als einige Jahre und gründeten keine Familien oder Gemeinden. Es gab weder eine Synagoge noch einen Friedhof noch einen Rabbiner auf Bornholm.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert lebten zeitweise einige wenige jüdische Familien auf der Insel, vor allem in Rønne. Die bekanntesten Namen sind die Familien Levin, Meyer und Moses, die kleine Geschäfte führten – oft Textil- oder Kolonialwarenläden. Diese Familien waren jedoch zahlenmäßig so gering (meist nur eine Handvoll Personen), dass sie keine eigene Gemeinde bilden konnten. Sie hielten ihre religiösen Bräuche meist privat oder reisten für hohe Feiertage nach Kopenhagen.

Während der deutschen Besatzung 1940 bis 1945 war die Situation für die wenigen Juden auf Bornholm dramatisch, aber vergleichsweise weniger betroffen als in anderen besetzten Ländern. Im Oktober 1943, als die Deportation der dänischen Juden begann, wurden die etwa 5 bis 8 jüdischen Personen, die damals auf Bornholm lebten, von dänischen Polizisten und Bekannten gewarnt. Die meisten von ihnen konnten rechtzeitig untertauchen oder wurden von der Insel geschmuggelt. Einige flohen mit Fischerbooten nach Schweden, andere versteckten sich bei dänischen Familien auf dem Land. Es gibt keine bekannten Fälle von Deportation oder Ermordung von Juden direkt von Bornholm aus. Die Insel wurde in dieser Hinsicht durch die schnelle und effektive dänische Rettungsaktion geschützt.

Nach 1945 kehrten nur sehr wenige der vor dem Krieg auf Bornholm lebenden Juden zurück. Die meisten der wenigen jüdischen Familien verließen die Insel endgültig und zogen nach Kopenhagen oder ins Ausland. Seit den 1950er Jahren gibt es keine dokumentierte jüdische Bevölkerung mehr auf Bornholm. Auch in den folgenden Jahrzehnten kamen keine nennenswerten jüdischen Zuzüge hinzu.

Mit Stand 2026 leben auf Bornholm praktisch keine Personen jüdischen Glaubens oder mit jüdischer Identität. Die Insel hat weder eine Synagoge noch einen jüdischen Friedhof noch eine aktive jüdische Gemeinde. Es gibt auch keine nennenswerten Spuren jüdischen Lebens in der Architektur, auf Friedhöfen oder in der Alltagskultur.

Die Erinnerung an die jüdische Geschichte auf Bornholm beschränkt sich auf wenige historische Erwähnungen in lokalen Archiven, auf einige Familiennamen in alten Adressbüchern und auf die allgemeine dänische Erinnerungskultur zur Rettung der Juden 1943. In den letzten Jahren haben einzelne Historiker und das Bornholms Museum vereinzelt kleinere Ausstellungen oder Vorträge zu diesem Thema gezeigt, doch es handelt sich um ein Randthema der Inselgeschichte. Der jüdische Einfluss auf Bornholm war immer marginal und ist heute faktisch nicht mehr vorhanden.

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt:

Gemeinde S 1971 S 1976 S 1981 S 1986 S 1991 S 1996 S 2001
Aakirkeby 7.632 7.444 7.250 7.162 6.935 6.799 6.631
Allinge-Gudhjem 8.629 8.649 8.640 8.404 8.043 7.887 7.584
Hasle 6.574 6.684 6.987 6.782 6.608 6.492 6.368
Nexø 8.801 8.834 9.044 9.166 8.776 8.626 8.543
Rønne 15.479 15.399 15.271 15.405 15.217 15.272 14.898

Die Einwohnerzahlen der Ortschaften entwickelten sich wie folgt:

Ortschaft S 1976 S 1986 S 1990 S 2001 S 2006 S 2011 S 2016 S 2020 S 2022 S 2024
Åkirkeby 1.954 2.136 2.162 2.077 2.169 2.100 2.100 2.108 2.119 2.117
Allinge-Sandvig 2.008 2.035 1.965 1.888 1.795 1.723 1.560 1.491 1.459 1.4547
Årsdale 656 615 589 525 503 461 399 375 316 284
Balka 214 300 277 222 211 200
Gudhjem 880 860 847 777 788 724 710 742 736 736
Hasle 1.778 1.803 1.876 1.866 1.796 1.722 1.652 1.603 1.634 1.637
Klemensker 781 730 707 673 708 684 605 626 633 605
Lobbæk 355 366 371 347 345 316 316
Muleby 503 578 547 548 512 508 503
Nexø 3.769 3.772 3.762 3.647 3.607 3.668 3.655
Nyker 698 770 788 785 754 726 699 686 712 695
Nylars 228 231 228 225 215 220 208
Østerlars 250 283 269 236 237 243 267
Østermarie 482 543 485 485 490 461 479
Pedersker 250 278 251 246 241 233 230
Rønne 14.477 14.514 14.315 14.135 14.043 13.904 13.639 13.772 13.807 13.759
Snogebæk 628 780 849 790 793 736 711 683 700 672
Svaneke 1.195 1.128 1.099 1.127 1.176 1.100 1.049 1.101 1.079 1.091
Tejn 1.183 1.183 1.124 1.011 1.046 1.013 912 848 858 796
Vestermarie 256 268 274 249 250 240 235


Rønne liegt an der Südwestküste und ist nicht nur die größte Ortschaft Bornholms, sondern auch das wirtschaftliche, kulturelle und verkehrstechnische Zentrum der Insel. Bereits in der Wikingerzeit existierte hier eine Siedlung, doch offiziell gegründet wurde Rønne im Jahr 1327 als Handelsplatz. Dank seiner günstigen Lage entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Hafen und Knotenpunkt im Ostseehandel, insbesondere im Zusammenhang mit der Hanse. 1776 wurde Rønne zur offiziellen Hauptstadt der Insel ernannt. Die Altstadt beeindruckt bis heute mit vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern, oft in Gelb- oder Rottönen gestrichen, engen Kopfsteinpflastergassen und charakteristischen Treppengiebeln. Zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen gehören das Bornholms Museum mit seiner umfangreichen kulturhistorischen Sammlung sowie das Keramikmuseum Hjorths Fabrik, das die lange Tradition der Bornholmer Keramikproduktion lebendig hält. Der Hafen von Rønne ist der zentrale Zugangspunkt zur Insel – hier legen die Fähren aus Schweden (Ystad), Dänemark (Køge) und Polen (Świnoujście) an. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in Rønne die deutsche Kommandantur; am 7./8. Mai 1945 führte dies zu einem schweren Bombardement durch die Rote Armee, bei dem große Teile der Stadt zerstört wurden. Der anschließende Wiederaufbau hat jedoch viele historische Gebäude bewahrt, sodass Rønne heute ein malerisches und lebendiges Bild bietet.

Im Gegensatz dazu liegt Aakirkeby als einzige größere Ortschaft Bornholms nicht an der Küste, sondern fast genau im geografischen Mittelpunkt der Insel. Mit rund 2.091 Einwohnern (2025) ist sie die drittgrößte Siedlung. Wegen ihrer besonders üppig bepflanzten Gärten, bunten Blumenrabatten und liebevoll gestalteten Vorgärten trägt Aakirkeby den Beinamen „Blumenstadt“. Historisch war der Ort lange Zeit das kirchliche und kaufmännische Zentrum Bornholms. Der Marktplatz liegt direkt neben der imposanten Aa Kirke, einer romanischen Rundkirche aus dem 12./13. Jahrhundert mit bemerkenswerten Fresken. Hier versammelten sich früher an Markttagen die Händler der ganzen Insel. Ein besonderes Wahrzeichen ist die bronzene Gänseschar des Bildhauers Paul Ranslet, die auf dem Marktplatz steht und zu den beliebtesten Fotomotiven des Ortes gehört. In der Umgebung finden sich Attraktionen wie das Erlebniszentrum NaturBornholm (Geologie und Natur der Insel) und das Ekkodalen, das längste natürliche Tal Bornholms.

An der Ostküste liegt Nexø, die zweitgrößte Stadt der Insel. Nexø entstand um einen Hafen herum und erhielt bereits 1346 das Stadtrecht. Aus einem kleinen Fischerdorf entwickelte es sich dank der boomenden Seefischerei zum größten und wichtigsten Fischereihafen Bornholms. Auch heute noch ist der Hafen sehr aktiv: Fischerboote, Auktionshalle und Fischverarbeitung prägen das Bild. Neben dem Hafen bietet Nexø einen lebendigen Marktplatz, eine Mischung aus alten Kapitänshäusern und neuerer Bebauung sowie eine entspannte Hafenumgebung mit Promenade. Das Nexø Museum und das Martin Andersen Nexø Museum (dem berühmten Schriftsteller gewidmet) erzählen von der Stadt- und Sozialgeschichte.

An der zentralen Westküste befindet sich Hasle. Der Ort erhielt 1555 die Stadtrechte und spielte 1658 eine Schlüsselrolle im Bornholmer Freiheitskampf: Unter Führung von Jens Pedersen Kofoed befreiten die Männer von Hasle die Insel von der schwedischen Besatzung nach dem Frieden von Roskilde. Mehrere Denkmäler erinnern an dieses Ereignis. Wirtschaftlich war Hasle lange vom Kohleabbau in der Umgebung sowie von der traditionellen Heringsräucherei geprägt – Letztere wird im Røgerimuseum anschaulich dargestellt. Hasle besitzt einen kleinen, idyllischen Hafen und eine ruhige, beschauliche Atmosphäre.

An der Nordspitze der Insel liegen die fast zusammengewachsenen Orte Allinge und Sandvig. Der Doppelort ist bekannt für seine Nähe zur mächtigen Burgruine Hammershus, der größten mittelalterlichen Burg Nordeuropas (13. Jahrhundert), die lange Zeit als Verwaltungszentrum diente. Die beiden Häfen – Sandvig mit seinem kleinen Fischerhafen und Allinge etwas größer – sowie die wilde, felsige Küste machen die Region besonders reizvoll. Bis 1953 endete hier die Bahnstrecke von Rønne, und Allinge ist heute Austragungsort des Folkemødet, des großen dänischen politischen Festivals.

Verkehr

Bornholm verfügt über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz. Dazu zählen sowohl Straßen, Rad- und Wanderwege der Insel selbst als auch überregionale Fähr- und Flugverbindungen. Die Verkehrsentwicklung ist seit Ende des 19. Jahrhundert eng an die Entwicklung im Fremdenverkehr geknüpft. Bereits 1850 wurde die erste regelmäßige Verbindung zwischen Kopenhagen und Rønne eingerichtet. In den 1880er Jahren wurde die Insel als Urlaubsziel entdeckt und das Interesse an Bornholm stieg rasch. Die Dampfschiffgesellschaft, die mit dem Fährschiff „Skandia“ die Strecke zwischen Kopenhagen und der Insel bis dahin bediente, erweiterte den Verkehr um drei Direktverbindungen von Rønne nach Sassnitz, Stettin und Swinemünde. Innerhalb der Insel setzte man zunächst auf den Ausbau des Eisenbahnnetzes, da das schlechte Straßennetz nicht für die Beförderung von Personen geeignet war. Bis zum Ersten Weltkrieg war der Ausbau weitestgehend abgeschlossen (Betrieb ab 1967 eingestellt). Nach einem lang anhaltenden Einbruch der Urlauberzahlen, ausgelöst durch die Ereignisse im Jahr 1914, setzte zu Beginn des 2. Weltkrieges eine neue Ära des Personentransports ein: Seit den 40er Jahren finden nun regelmäßig Passagierflüge statt, die die Urlauber auf die Insel bringen.

Straßenverkehr

Bornholm, die dänische Ostseeinsel, verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, das die wichtigsten Städte, Dörfer und Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet. Die Hauptverkehrsachsen verlaufen von Rønne, dem größten Ort im Westen, nach Nexø im Osten und nach Allinge-Sandvig im Norden. Von Rønne aus führen mehrere nationale Straßen, darunter die Route 159 Richtung Norden, die die Küstenorte verbindet, sowie die Route 145 Richtung Osten nach Nexø. Die Straßen auf Bornholm sind meist zweispurig, gut asphaltiert und in gutem Zustand, allerdings sind einige der kleineren Landstraßen schmaler und kurviger, besonders in den hügeligen Regionen wie Paradisbakkerne. Geschwindigkeitsbegrenzungen liegen typischerweise bei 50 bis 80 km/h in Ortschaften und auf Landstraßen, auf einigen Küstenabschnitten oder engen Abschnitten kann sie niedriger sein. Aufgrund der überschaubaren Größe der Insel ist die maximale Fahrzeit zwischen zwei entfernten Punkten selten länger als eine Stunde, was das Auto zu einem praktischen Verkehrsmittel macht. Parkmöglichkeiten sind in Städten wie Rønne vorhanden, in Touristenzentren jedoch begrenzt, insbesondere während der Hochsaison.

Der öffentliche Busverkehr wird auf Bornholm von Bornholms Amts Trafik (BAT) betrieben und bietet ein relativ dichtes Netz, das sowohl die größeren Städte als auch viele ländliche Orte abdeckt. Die Buslinien verbinden Rønne mit Nexø, Allinge, Gudhjem, Svaneke und anderen wichtigen Zielen. Im Sommerhalbjahr werden zusätzlich Touristenbusse eingesetzt, die Sehenswürdigkeiten wie die Hammershus-Ruine, das Almindingen-Waldgebiet und die Paradisbakkerne-Hügel anfahren. Die Busse verkehren in der Regel stündlich auf Hauptlinien und seltener auf Nebenstrecken, und Tickets können direkt im Bus oder über die BAT-App gekauft werden. Für Besucher der Insel gibt es spezielle Touristenpässe, die unbegrenztes Busfahren für einen bestimmten Zeitraum ermöglichen.

Radwege haben in Dänemark generell einen hohen Stellenwert und so findet man auch auf Bornholm gut ausgebaute Radwege. Der Regionalplan 1978 bis 1999 sah vor, für Bornholm ein zusammenhängendes, übergeordnetes Wegenetz einzurichten, das im größtmöglichen Umfang für Radfahrer verwendbar sein sollte. Anfang der achtziger Jahre begann man den Beschluss des Amtsrat in die Tat umzusetzen und so ist bis 1991 ein Verkehrsnetz von 205 km Länge geschaffen worden. Das Netz setzt sich aus unterschiedlichen Arten von Radfahrwegen zusammen, wobei den größten Teil selbständige Radwege und kommunale Straßen mit begrenztem Motorverkehr bilden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Beschilderung gerichtet, die dem Radfahrer ausführlich Auskunft über den Standort und die weitere Anbindung bietet.

Verschiedene Verkehrs- und Tourismuskonzepte der Insel widmen sich dem Thema Radfahren. Da das Fahrrad allgemein oft das beste Verkehrsmittel ist, um die Sehenswürdigkeiten der Insel zu erreichen, bieten die Touristenbüros vor Ort ganze „Pakete“ für den fahrradreisenden Urlauber an. Vielerorts besteht auch die Möglichkeit, Räder einfach zu entleihen, zum Beispiel bei den Leihstationen in Allinge, Hasle, Neskø-Balka, Neskø, Rønne, Snogebæk und Svaneke oder in einigen Ferienanlagen.

Bahnverkehr

Die Bornholmer Eisenbahnen (De Bornholmske Jernbaner, kurz DBJ) waren der Zusammenschluss dreier Eisenbahngesellschaften auf Bornholm am 1. April 1934. Die Züge liefen auf Meterspur und wurden auf Grund der Insellage nie umgespurt. 1968 wurde die letzte Strecke stillgelegt. Auf allen Strecken fand Personen- und Güterverkehr statt. Durch die Gesetzesänderung vom 8. Mai 1894, mit der die dänische Regierung ermächtigt wurde, 29 Privatbahnen zu konzessionieren, kam der Bau von Eisenbahnen auch auf Bornholm in Schwung. Der Bau der Strecken trug zur Entwicklung der Insel bei, etwa in Aakirkeby, der einzigen Bornholmer Stadt im Landesinneren.

Die älteste der Gesellschaften betrieb die 36,6 Kilometer lange Strecke von der Hauptstadt Rønne zur östlich gelegenen Hafenstadt Nexø (Rønne-Nexö-Bahn, RNJ). Diese wurde am 13. Dezember 1900, eine andere Quelle nennt den 12. Dezember 1900, bis zum späteren Abzweigbahnhof Aakirkeby eröffnet und hatte am längsten Bestand. Im Bahnhof Nexø ist das „Bornholm Eisenbahnmuseum“ untergebracht, das den Eindruck dieser Zeit mit der Ausstellung Zug auf Bornholm vermitteln hilft. Unter anderem ist der Postwagen DBJ No. 26 zu sehen. Ferner wurde von Aakirkeby aus eine 5,1 Kilometer lange Stichstrecke zum Steinbruch bei Almindingen gebaut, die ab 31. Mai 1901 im Streckenbestand war.

Die zweite, 31,2 Kilometer lange Strecke ging am 6. Mai 1913 in Betrieb und bediente von Rønne aus den nördlichen Inselteil über Rø nach Allinge und Sandvig. Sie wurde 1908 gegründet und firmierte unter dem Namen Rønne-Allinge Jernbaneselskab A/S. Bei Madseløkke zwischen Allinge und Sandvig zweigte eine Strecke zum Allinger Hafen ab.

Die dritte Strecke wurde von der Gesellschaft Alminding-Gudhjem Jernbaneselskab A/S (AGJ) errichtet. Sie war die Verlängerung der Stichbahn nach Almindingen, hatte eine Länge von 18,1 Kilometern und führte zur Hafenstadt Gudhjem über Østermarie und Østerlars. Sie ging am 27. Juni 1916 in Betrieb. Vom Bahnhof in Rønne gab es außerdem eine Stichstrecke zum Hafen.

Wie bei vielen Privateisenbahnen führte auch bei den DBJ die Konkurrenz des Autoverkehrs dazu, dass die Auslastung der Bahn immer schlechter wurde. Die zuletzt gebaute Strecke nach Gudhjem war die erste, die wieder stillgelegt wurde (18. August 1952). Die Stilllegung der Strecke nach Allinge-Sandvig erfolgte am 15. September 1953.

Der Betrieb auf der Strecke nach Nexø wurde vorerst weitergeführt. Mitte der 1960er Jahre gab es aufgrund des schlechten Zustandes des Fuhrparks erste Überlegungen, auch diese Strecke stillzulegen. Auf einer Generalversammlung im Februar 1968 wurde die Einstellung des planmäßigen Bahnbetriebs für Ende September des selben Jahres beschlossen. Der letzte planmäßige Zug fuhr am 28. September 1968 von Rønne nach Nexø und verkehrte am Folgetag um 0:15 Uhr als Sonderzug zurück nach Rønne.

Ein Teil der Bahnhöfe und Betriebsgebäude ist noch vorhanden. Auch die Bahntrassen sind zum Teil noch sichtbar; teilweise werden sie als Fahrradwege genutzt. Der „Zentral“-Bahnhof in Rønne ist heute Restaurant Perronen, deutsch „Der Bahnsteig“, das Depot in Rønne wird vom Busunternehmen BAT als Wagenhalle genutzt. Ferner stehen noch die Empfangsgebäude von Rønne-Øst, Christianshøj (Almindingen), Østermarie (jeweils in Privatbesitz), Østerlars (Østerlars Friskole) und Gudhjem (Gudhjem Museum). Das Bahnhofsgebäude in Allinge wird vom Katastrophenschutz genutzt; das Gebäude in Sandvig dient als Pension („Pension Langebjerg“). Die Bahnhofsgebäude von der Strecke nach Gudhjem stammen von Kay Fisker (1893–1965).

Seit dem Kauf einer Diesellokomotive vom Typ der BJ No. 5 im Jahre 1994 gibt es auf der Insel, insbesondere von Seiten der Tourismusverwaltung, Bestrebungen, einen Teil der Strecke wiederherzustellen. Geplant ist, das Teilstück von Klemensker nach Rø wiederaufzubauen. Dieser durch das Klippental von Kleven führende Abschnitt gilt angeblich als schönste Eisenbahnstrecke Dänemarks.

Schiffsverkehr

Bornholm, die dänische „Perle der Ostsee“, liegt strategisch günstig mitten in der südlichen Ostsee und ist seit Jahrhunderten auf den Schiffsverkehr angewiesen. Ohne Brücke oder Tunnel bildet die maritime Verbindung die einzige zuverlässige Lebensader der Insel. Der Schiffsverkehr umfasst hochfrequente Fährlinien, Frachtschifffahrt, Kreuzfahrtanläufe, eine aktive Fischereiflotte sowie zahlreiche touristische Bootsausflüge – ein buntes, ganzjähriges Geschehen, das die Insel mit Dänemark, Schweden, Deutschland und zeitweise Polen verknüpft.

Der größte und wichtigste Hafen ist Rønne Havn im Südwesten der Insel. Als einziger Tiefwasserhafen Bornholms dient er als universeller Umschlagplatz. Hier legen die modernen Fähren der Reederei Bornholmslinjen (Teil der Molslinjen-Gruppe) an. Drei Hauptverbindungen prägen den Alltag:

  • Rønne – Ystad (Schweden): Die schnellste und meistgenutzte Route. Schnellfähren (Katamarane) schaffen die Strecke in nur ca. 80 Minuten, konventionelle RoPax-Fähren in etwa 2,5 Stunden. In der Hochsaison bis zu zehn Abfahrten täglich, im Winter noch drei bis sechs. Viele dänische und schwedische Reisende nutzen diese Verbindung in Kombination mit dem Øresund- oder der Brücke.
  • Rønne – Sassnitz/Mukran (Deutschland, Rügen): Die direkte deutsche Anbindung. Die Überfahrt mit den Autofähren (unter anderem die moderne „Hammershus“) dauert ca. 3 Stunden 20 Minuten. Ganzjährig mehrmals täglich, ideal für Camper, Motorradfahrer und Urlauber aus Mitteleuropa. Von Sassnitz besteht zudem eine direkte Bahnverbindung weiter ins europäische Netz.
  • Rønne – Køge (Dänemark, Seeland): Die „Nachtfähre“-Verbindung. Täglich um 00:30 Uhr ab Køge, Ankunft Rønne gegen 6:00 Uhr (5,5 Stunden). Besonders beliebt bei Einheimischen und Familien, da man schlafend reist. In der Hauptsaison ergänzen weitere Tagfahrten das Angebot.

Insgesamt bietet Bornholmslinjen bis zu 13 bis 16 Abfahrten pro Tag (je nach Saison und Wochentag). Die Schiffe sind modern, barrierefrei, mit Restaurants, Shops und WLAN ausgestattet. Im Jahr 2025/2026 passieren über Rønne etwa 1,5 Millionen Passagiere und rund 2.100 Fährankünfte.

Neben den Fähren wickelt Rønne Havn auch umfangreichen Frachtverkehr ab: jährlich etwa 1,4 Millionen Tonnen Güter auf über 1.200 Frachtschiffen. Die Insel wird mit Treibstoff, Baumaterial, Lebensmitteln und Industriegütern versorgt; im Gegenzug gehen Fischprodukte, Holz und landwirtschaftliche Erzeugnisse hinaus. Seit einigen Jahren ist Rønne zudem Umschlagplatz für Offshore-Windparks – riesige Komponenten für die geplante Energy Island Bornholm werden hier gelöscht.

Jedes Jahr laufen 50 bis 70 Kreuzfahrtschiffe Rønne an (Rekordjahr 2022 mit über 65 Anläufen). Die großen Schiffe (bis 240 m Länge) legen direkt am Cruise Quay an, nur 1–1,5 km vom Stadtzentrum entfernt. Viele Reedereien (AIDA, Viking, Holland America, Mein Schiff und andere) haben Bornholm fest im Baltikum-Programm. Für die Insel bedeutet das jährlich Zehntausende zusätzliche Tagesgäste, die die Rundkirchen, die Hammer-Klippen oder die Kunsthandwerksorte erkunden.

Neben Rønne gibt es mehrere charaktervolle kleinere Häfen, die den Schiffsverkehr vielfältig machen:

  • Nexø Havn im Osten ist der größte Fischereihafen Bornholms. Aus Nexø-Sandstein gebaut, beherbergt er eine aktive Flotte von Kuttern. Frischer Hering, Dorsch und Lachs werden hier angelandet und in den berühmten Räuchereien verarbeitet. Im Sommer gibt es eine kleinere Passagierverbindung nach Polen (meist einmal monatlich). Besucher können auf Fischerbooten mitfahren und das maritime Flair direkt am Hafen genießen.
  • Svaneke Havn im Nordosten ist ein Paradies für Yachten. Der 2011 erweiterte Hafen bietet Liegeplätze für Segler aller Größen, Strom, Wasser, Duschen und WiFi. Auch hier gibt es noch kommerzielle Fischerei; die historische Bark „Svanen“ erinnert an die große Segelschiff-Tradition der Insel.
  • Gudhjem, Allinge-Sandvig und Hasle dienen vor allem dem touristischen Verkehr. Von Gudhjem aus fahren täglich Schiffe (unter anderem das historische MS Thor) zu den Ertholmene-Inseln Christiansø und Frederiksø – ein Highlight für Natur- und Geschichtsfans. Rund um die Insel starten von mehreren Häfen einstündige oder halbtägige Bootsrundfahrten entlang der Steilküste, vorbei an Helligdomsklipperne und den zahlreichen Leuchttürmen.

Im Winter reduziert sich der Verkehr auf das Notwendige – die Nachtfähre Køge–Rønne und wenige Ystad-Verbindungen bleiben stabil. Ab Mai explodiert das Angebot: mehr Fähren, tägliche Ausflugsboote, Kreuzfahrtschiffe und private Yachten füllen die Häfen. Moderne Umweltauflagen (Schwefelarmut, Landstrom) machen die Schiffe immer sauberer; Bornholmslinjen und der Hafen investieren stark in Elektrifizierung.

Zusammengefasst ist der Schiffsverkehr auf Bornholm weit mehr als nur Transpo


Rønne:

  • Lage: 55°06‘ N, 14°41‘ O
  • maximaler Tidenhub:  0,2 m
  • Hafenerrichtung:  14. Jh.
  • Funktionen:
    • Nordhavnen: 
    • Nørrekås Badehavn: 
    • Sydhavnen: 
    • Vesthavnen: 
  • Hafenfläche: ca. 55 ha
  • Molen: 3, Gesamtlänge 1,8 km, Durchfahrtsbreit 110 m
  • Zahl der Piers:  15
  • Kai- und Pierlänge:  8850 m
  • Anlegestellen: ca. 350
  • maximaler Tiefgang:  ca. 2,3 m
  • Leuchtfeuer: 5


Auf Bornholm gibt es insgesamt 4, ehemals 6 Leuchttürme und 8 Leuchtfeuer. Der Dueodde-Leuchtturm (dänisch Dueodde Fyr) im Süden der Insel ist mit einer Turmhöhe von 47 m der höchste Leuchtturm Dänemarks. Er wurde in den Jahren 1960 bis 1962 gebaut und ging am 15. August 1962 in Betrieb. Der Turm wurde aus Stahlbeton auf einem Fundament von 14 m langen Stahlbeton-Pfählen erbaut, um auf dem sandigen Boden einen guten Halt zu gewährleisten. Mit einer Bauhöhe von 47 m ist er der höchste auf Bornholm und ermöglicht einen weiten Rundumblick. Die Vorgänger des heute aktiven Leuchtturms waren die beiden Leuchtfeuer Dueodde Nord und Dueodde Süd. Die Planungen für einen Leuchtturm im Süden Bornholms begannen im Jahr 1852. Projektleiter wurde der dänische Leuchtfeuer-Ingenieur C. F. Grove (1822 bis 1883). 1857 wurde Grove mit dem Auftrag nach Bornholm geschickt, einen geeigneten Standort für den Leuchtturm zu finden. Die Bornholmer Fischer wollten einen Turm in der Nähe der Küste. Grove riet wegen des sandigen Untergrunds davon ab und empfahl einen festeren Untergrund. Diese Meinungsverschiedenheiten führten zu einem 23-jahrigen Stopp des Vorhabens. Die verschiedenen Anforderungen wurden 1880 durch die Inbetriebnahme von zwei Leuchttürmen erfüllt. Der 39 m hohe, aus Granit errichtete Leuchtturm Dueodde Nord steht etwa 1150 m nördlich des heutigen Leuchtturms. Das Laternenhaus von Dueodde Nord wurde zwischenzeitlich zurückgebaut. Das nur 16 m hohe und damit deutlich leichtere Südfeuer steht auch noch, nur wenige Meter vom heute aktiven Turm entfernt. Für das zur Zeit der Inbetriebnahme erforderliche Leuchtturmpersonal wurden die notwendigen Unterkünfte errichtet. Auf einer alten Postkarte von Klaus Hülse ist der Leuchtturm in seiner ursprünglichen zu sehen. Wenige Meter neben dem alten Leuchtturm Dueodde Nord wurde 1986 der 70 m hohe Bornholmertårnet als Horchposten für das dänische Militär errichtet und bis 2012 betrieben. Inzwischen ist hier ein Erlebniszentrum eingerichtet worden. In der Sommersaison (Mai bis September) kann die Aussichtsplattform besucht werden.

Dueodde Fyr

  • Standort: Dueodde Pynt, 54°59‘32" N, 15°04‘26" O
  • Listeneinträge: DEN149 (ARLHS), C2550 (IHUK), 7695 (LL), 116-5732 (NGA), 6150 (DFL)
  • Bauzeit: 1960 bis 1962
  • Inbetriebnahme:  15. August 1962
  • Betreiber:
  • Seehöhe: 15 m
  • Turmhöhe: 47 m
  • Feuerhöhe: 58 m
  • Anzahl der Stufen:  196
  • Befeuerung: Fresnel-Linse, 1000 Watt
  • Betriebsart: eletrisch, automatisiert
  • Funktion: Orientierungsfeuer
  • Kennung: Fl(3) W 10s
  • Tragweite: 37 km


Der Leuchtturm von Hammeren (dänisch: Hammeren Fyr) befindet sich auf der Halbinsel Hammeren an der Nordwestspitze der Insel. Ein alter kohlebefeuerter Leuchtturm, der 1802 gebaut und 1837 modernisiert wurde, wurde 1872 außer Betrieb genommen, als man beschloss, einen neuen, höheren Leuchtturm in der Nähe von Stejlebjerg, dem höchsten Punkt von Hammeren, zu bauen. Seine Höhe erwies sich jedoch als Problem, da er an nebligen Tagen nicht immer vom Meer aus zu sehen war. Daher wurde 1895 beschlossen, einen zweiten Leuchtturm zu bauen, den Leuchtturm von Hammerodde. Er ist seit 1990 inaktiv und befindet sich auf den Anhöhen von Stejlebjerg. Seine Laterne hat einen Durchmesser von 4,3 Metern und befindet sich 85 Meter über dem Meeresspiegel. Wenn er in Betrieb war, konnte man das Licht seiner fest installierten Lampe in einer Entfernung von 37 Kilometern sehen. Der Leuchtturm steht am Ende des Fyrvej etwa 2,5 Kilometer westlich von Sandvig. Es handelt sich um einen runden Granitturm, der neben einem eineinhalbstöckigen Wächterhaus aus Backstein errichtet wurde. Er befindet sich in einem sehr malerischen Naturgebiet, das von kleineren Nadelbaumvegetationen umgeben ist und viele alte Denkmäler aufweist. Dieser Leuchtturm ersetzte den 1802 errichteten Leuchtturm von Stejlebjerg, der näher an Hammerodde lag. Der Hammeröder Leuchtturm wurde 1871 erbaut und war zwischen 1872 und 1990 in Betrieb, wobei er 1947 elektrifiziert wurde. Der gemauerte Turm ist 21 Meter hoch, aber die Gesamthöhe des Leuchtturms, einschließlich seiner strahlenden, grünlich-metallicfarbenen Laternenkuppel und des Zubehörs, beträgt 91 Meter. Diese galt als zu hoch, um bei nebligem Wetter gesehen zu werden. Besucher dürfen den Turm während der Sommermonate betreten[4]. An klaren Tagen reicht der Blick bis zur schwedischen Küste.

Hammeren Fyr

  • Standort: Ornebjerg, Hammerodde, 55°17‘13" N, 14°45‘34" O
  • Listeneinträge: DEN012
  • Betriebszeit: Turm I: 1802 - 1872, Turm II: 1872 - 1990
  • Betreiber: Hammerfyr
  • Seehöhe: 70 bzw. 89 m
  • Turmhöhe: 21 bzw. 35 m
  • ehemalige Feuerhöhe: 91 bzw. 126 m
  • ehemalige Befeuerung: Fresnel-Linse, 1000 Watt
  • ehemalige Funktion: See- und Orientierungsfeuer
  • ehemalige Tragweite: 52 km


Der Hammerodde-Leuchtturm (dänisch Hammerodde Fyr bzw. Hammer Odee Fyr) befindet sich an der Nordspitze der Insel. Der viereckige weiße Turm und das angeschlossene Gebäude für die Leuchtfeuerwärter wurden 1895 errichtet. Der Bau des Leuchtfeuers wurde notwendig, da man das 91 m hohe Hammeren Fyr bei Hochnebel oft nicht mehr sehen konnte. Hammerodde Fyr bezeichnet mit dem schwedischen Sandhammarens fyr das Bornholmsgat, die Meerenge zwischen Bornholm und dem südöstlichsten Kap der schwedischen Küste. Das entsprechende Verkehrstrennungsgebiet wird von Hammerodde mit überwacht. In unmittelbarer Nähe des Leuchtturms steht eine Referenzstation für das Differential Global Positioning System. Sie hat eine Reichweite von 451 Seemeilen. Auf älteren Seekarten ist zu sehen, dass die Station früher auch mit einem Nebelhorn und einem Seefunkfeuer ausgerüstet war. Der Betrieb beider Anlagen wurde jedoch eingestellt, der Sendemast des einstigen Seefunkfeuers dient heute als DGPS-Sender.

Hammerodde Fyr

  • Standort: Hammerodde bei Sandvig, 55°17‘55“ N, 14°46‘29“ O
  • Listeneinträge: DEN145 (ARLHS), C2508 (IHUK), 116-5844 (NGA), 7668 (LL), 6010 (DFL)
  • Bauzeit: 1895
  • Inbetriebnahme: 11. Dezember 1895
  • Betreiber:
  • Seehöhe: 10 m
  • Turmhöhe: 12 m
  • Feuerhöhe: 21 m
  • Befeuerung: Rotationslinse, 550 Watt
  • Betriebsart: elektrisch, seit 1961 automatisiert
  • Funktion:
  • Kennung: FI (2) W 10s
  • Tragweite: 31,5 km


Der Leuchtturm von Rønne (auch Rønne Bagfyr und Svenskefyret genannt) steht auf der Lygtestræde, in der Nähe des Hafens von Rønne auf Bornholm. Er wurde 1880 von der Bornholmer Firma H. Wichmann & Co. für eine Summe von 9900 DKK gebaut (zusätzlich zu einem Blitzableiter und einer Dosiermauer für weitere 597 DKK)[2] Der Leuchtturm ersetzte den einfachen Leuchtturm, der zuvor an dieser Stelle stand. Er wurde am 27. September 1880 in Betrieb genommen, zunächst mit einem grünen Licht, das bald auf rot umgestellt wurde, eine andere Quelle erwähnt stattdessen ein Leuchtturmzeichen L.Fl.W. Äußerlich besteht der Leuchtturm aus einem spitz zulaufenden, weiß gestrichenen achteckigen Turm aus Gusseisen mit einer Gesamthöhe von 12 Metern. Der Aufbau auf der Spitze besteht aus einer Signallaterne und einer Galerie, wodurch der Turm seine volle Höhe von 18 Metern und eine Flammenhöhe von 24 Metern über dem Meeresspiegel erreicht. Die Kuppel des Turms ist aus Kupfer gefertigt. Der Leuchtturm wurde im Jahr 2000 restauriert und gestrichen. Er steht zwischen den Häusern etwas abseits des Hafens und der Uferpromenade. Der Leuchtturm wurde 1987 außer Betrieb genommen.

Rønne Havn Bagfyr

  • Standort: Rønne, Havnebakken, 55°06‘01“ N, 14°41‘50“ O
  • Listeneinträge. DEN144, C2482 (IHUK), 116-5716.51 (NGA)
  • Bauzeit: 1846 bzw. 1880
  • Betriebszeit: 27. September 1880 bis 1987
  • Betreiber:
  • Seehöhe: 6 m
  • Turmhöhe: 18 m
  • Feuerhöhe: 24 m
  • ehemalige Befeuerung: Iso WIso W
  • ehemalige Betriebsart:
  • ehemalige Funktion: Leitfeuer
  • ehemalige Kennung:
  • ehemalige Tragweite: 17,5 km


Der Svaneke-Leuchtturm (dänisch Svaneke Fyr) befindet sich auf Sandkås Odde (süd)östlich des Fischereihafens Svaneke, in der Nähe einer kleinen Bucht, die als Hullehavn bekannt ist und zum Baden berühmt ist. Die Gesamthöhe des Turms beträgt 18 Meter. Im März 1914 lief der polnische Schoner Louise & Helene aufgrund von Wind und Nebel in Hullenakke vor Svaneke auf Grund. Da Polen zu dieser Zeit nicht als unabhängiger Staat existierte, hätte das Schiff korrekt als aus dem Deutschen Reich stammend identifiziert werden müssen, dem Land, das die Ostseeküste der Region bis nach dem Ersten Weltkrieg und der Gründung Polens kontrolliert hatte. Das Schiff zerschellte an den Felsen und die dreiköpfige Besatzung ertrank. Daraufhin stellte der Gemeinderat ein Grundstück zur Verfügung, um einen Leuchtturm auf Hullenakke zu errichten. Der Architekt Otto Bertlesen wurde gebeten, das Gebäude zu entwerfen, das 1919 fertiggestellt wurde. Die Basis des Gebäudes, das eine eher ungewöhnliche quadratische Form hat, besteht aus Nexø-Granit, während der Turm selbst, der aus Sandstein gebaut wurde, 15 Meter hoch ist. Im Januar 1920 wurde auf der Plattform ein provisorisches Feuer aufgestellt. Im August 1920 wurde das letzte Zubehör hinzugefügt und der Leuchtturm nahm seinen vollen Betrieb auf. Da der Leuchtturm auch bei Nebel warnen sollte, wurde ein Nebelhorn installiert. Es wurde mit Druckluft betrieben, die von einem Motor im Maschinenraum geliefert wurde. Auf dem Gelände wurden auch Wohnquartiere für den Leuchtturmwärter und seine Familie errichtet. Der Leuchtturm wurde 2010 außer Betrieb genommen und im darauffolgenden Jahr an private Eigentümer verkauft, nachdem ihm der Denkmalschutz verweigert worden war.

Svaneke Fyr

  • Standort: Sandkås Odde, 55°07‘54“ N, 15°09‘10“ O
  • Listeneinträge: DEN146 (ARLHS), C2530 (IHUK), 116-5768 (NGA), 6085 (DFL)
  • Bauzeit: Januar bis August 1920
  • Inbetriebnahme:  August 1920
  • Betreiber:
  • Seehöhe: 4 m
  • Turmhöhe: 18 m
  • Feuerhöhe: 20 m
  • Befeuerung:
  • Betriebsart: elektrisch, automatisiert
  • Funktion:
  • Kennung: Fl(2)W.20s
  • Tragweite: 35 km

Leuchtfeuer - Lage und Jahr der Inbetriebnahme:

Dueodde Nordfyr                  55°00‘ N, 15°04‘ O    1880

Dueodde Sydfyr                    55°00‘ N, 15°04‘ O    1880

Hammerhaven                        55°17‘ N, 14°46‘ O    1893

Rønne - Bølgebryder I & II   55°06‘ N, 14°41‘ O    1987 (1857 / 1926)

Rønne - Skyttemole I & II     55°06‘ N, 14°41‘ O    1988

Rønne - Vestmole                  55°06‘ N, 14°41‘ O    1930

Flugverkehr

Der Regionalflughafen Bornholm befindet sich südlich des Hauptortes Rønne. Ein weiterer Flugplatz beim Ort Rø im mittleren Nordosten der Insel musste 2003 einem Golfplatz weichen. Der Flughafen Bornholm, regional auch Bornholm Airport oder Bornholms Lufthavn genannt, liegt nahe dem Hauptort Rønne. Regelmäßige Linienverbindungen werden vor allem mehrmals täglich von Cimber Air und seit 23. August 2009 von der neu gegründeten Fluggesellschaft Wings of Bornholm nach Kopenhagen angeboten. Einzelflüge gibt es auch mit Widerøe’s Flyveselskap nach Oslo.

Im Jahr 1935 vereinbarten Vertreter von Rigsdagen, der Gemeinde Rønne und Det Danske Luftfartsselskab (DDL) - später ein Teil von Scandinavian Airlines System - die Einrichtung einer Flugverbindung zwischen Rønne und Kopenhagen. Im folgenden Jahr wurde die A/S Den bornholmske Flyveplads gegründet, und 1937 wurde mit dem Bau des Flughafens begonnen. Zwei Jahre später wurde der erste Flug mit einer befristeten Genehmigung der Luftverkehrsbehörde aufgenommen. Der Flugbetrieb wurde jedoch nach einigen Tagen wegen Problemen mit der Start- und Landebahn eingestellt. Am 16. November 1940 wurde der Flughafen offiziell eröffnet, und die DDL nahm eine tägliche Verbindung nach Kopenhagen auf. Das erste provisorische Abfertigungsgebäude wurde kurz darauf, im Jahr 1941, errichtet, aber erst 1961 wurde das eigentliche Abfertigungsgebäude gebaut. 1947 übernahm der dänische Staat die Kontrolle über den Flughafen und änderte seinen Namen in Rønne Airport. Im Jahr 1992 wurde der Name des Flughafens erneut geändert, diesmal in Bornholm Airport, um die Vermarktung als Urlaubsziel zu erleichtern.

Im Jahr 1982 wurde der Betrieb von Maersk Air übernommen, die später zu Sterling Airlines gehörte. Die hohen Verluste der Sterling Airlines zwangen sie 2002, die Strecke aufzugeben, die dann von Cimber Air übernommen wurde. Am 1. Juli 2005 wurde Danish Air Transport die zweite Fluggesellschaft auf dem Flughafen Bornholm, was den Wettbewerb auf der Strecke verstärkte. Die Fluggesellschaft beschloss , die Strecke Kopenhagen-Bornholm aper 15. Juli 2008 ufzugeben, nahm sie aber nach dem Konkurs von Cimber Sterling im Jahr 2012 wieder auf. Lufthansa betrieb vom 5. Juli bis 27. September 2008 regelmäßige Linienflüge nach Hamburg.

Am 27. Dezember 1969 verunglückte eine Fokker F-27-500 der dänischen Maersk Air (Luftfahrzeugkennzeichen OY-APB) auf einem Ausbildungsflug 500 Meter westlich des Flughafens Bornholm. Bei einem simulierten Triebwerksausfall nach dem Start geriet das Flugzeug teilweise außer Kontrolle, streifte einige Büsche 270 Meter hinter dem Ende der Startbahn 29, wurde dann auf dem steinigen Strand aufgesetzt und rutschte bis in 2 Meter tiefes Wasser. Die erst 18 Tage alte Maschine wurde irreparabel beschädigt. Alle vier Piloten, die einzigen Insassen, überlebten den Unfall.

Fluggesellschaft Ziele
Alsie Express saisonal: Sønderborg
Danish Air Transport København, saisonal: Aalborg, Aarhus, Berlin, Billund, Esbjerg, Midtjylland
Norwegian saisonal: København
SAS saisonal: København
Sunclass Airlines Charter: Chania, Palma de Mallorca, Rhodos


Bornholm Airport:

  • dänischer Name:  Bornholms Lufthavn, ehemals Rønne Flyveplads
  • Code: RNN / EKRN
  • Lage: 55°03‘48“ N, 14°46‘ O
  • Seehöhe: 16 m (52 ft)
  • Ort: Arnager, 5 km südöstlich von Rønne
  • Errichtung 1937 bis 1940
  • Inbetriebnahme:  19. November 1940
  • Betreiber: Civil Aviation Administration (Statens Luftfartsvæsen)
  • Rollbahn: 1
  • Länge der Rollbahn:  2002 m (Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  5
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 70
  • jährliche Passagierkapazität:  ca. 200.000
  • jährliche Frachtkapazität:  1500 t
  • Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere                 Fracht in t

                       1990                                         91 846                         986,7

                       1991                                         78 537                       1011,0

                       1992                                         82 344                       1126,1

                       1993                                         87 558                       1228,1

                       1994                                         94 211                       1179,3

                       1995                                         99 921                       1267,1

                       1996                                       104 147                       1205,6

                       1997                                       115 675                       1051,4

                       1998                                       101 521                       1247,7

                       1999                                       113 656                       1236,1

                       2000                                       107 802                       1222,7

                       2012                 7 221             180 141                      

                       2013                                       177 524                      

                       2018                10 956             264 544                           23,0

                       2019                                       236 428                      

                       2024                6 511           156 678                           11,0

Wirtschaft

Fischerei und bäuerliche Landwirtschaft prägten lange Zeit die Wirtschaft Bornholms. Ihre militärische Bedeutung erlangte die Insel ab dem Mittelalter. Als Flottenstützpunkt wurde Bornholm ab dem 17. Jahrhundert ausgebaut. Im 19. Jahrhundert kam der Bergbau hinzu. Die Grundgesteine Granit und Gneis wurden in mehreren Steinbrüchen als Bausteine, Straßenschotter, für Bord- und Pflastersteine und später für Grabsteine abgebaut. Aus den Juralehmen bei Rønne wurde Bornholmer Steinzeug produziert sowie Ziegelsteine. Im Zweiten Weltkrieg wurde unter Tage sogar die Jurakohle gewonnen. Jura- und Kreidesande wurden für Bauzwecke verwendet. Der Abbau der Sande wurde jedoch am 1. Juli 1988 auf Grund ihrer Bedeutung für die Trinkwasserversorgung verboten.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist seit Jahrhunderten einer der wichtigsten Erwerbszweige auf Bornholm. Die fruchtbaren Böden der Insel – vor allem lehmige und sandige Böden auf Granit- und Sandsteinuntergrund – ermöglichten es den Bauern über lange Zeit, mit relativ kleinen Höfen auszukommen. Historisch bewirtschaftete ein typischer bornholmscher Hof nur etwa 10 Hektar Ackerland, weil die Erträge pro Flächeneinheit hoch genug waren, um eine Familie zu ernähren und Überschüsse zu erwirtschaften. Diese kleinbäuerliche Struktur hielt sich über viele Generationen hinweg, unterstützt durch ein traditionelles Erbrecht, das dafür sorgte, dass die meisten Höfe über Jahrhunderte in derselben Familie blieben.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Struktur der Landwirtschaft auf Bornholm jedoch grundlegend verändert. Wie überall in Dänemark setzt sich auch hier der Trend zu immer weniger, dafür aber deutlich größeren Betrieben fort. Die durchschnittliche bewirtschaftete Fläche pro Hof ist auf fast 60 Hektar angestiegen – ein Vielfaches des früheren Werts. Gleichzeitig sinkt die Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit über 50 Jahren fast kontinuierlich. Diese Entwicklung spiegelt einerseits die fortschreitende Mechanisierung, Rationalisierung und Spezialisierung wider, andererseits aber auch ernsthafte wirtschaftliche Probleme. Viele Höfe arbeiten trotz der Vergrößerung oft unrentabel, weil die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse stark schwanken, die Kosten für Energie, Dünger, Saatgut und Maschinen kontinuierlich steigen und der globale Wettbewerb zunimmt.

Die Zukunftsaussichten sind für viele Betriebe schwierig. Immer seltener übernimmt die nächste Generation den Hof der Eltern. Junge Leute sehen in der Landwirtschaft angesichts der unsicheren Einkommensperspektiven, der hohen Investitionskosten und des großen Arbeitsaufwands oft keine attraktive Berufsperspektive mehr. In manchen Fällen gibt es schlicht keine Nachkommen, die den Hof weiterführen könnten. Das traditionelle Modell des familiengebundenen, über Generationen weitergegebenen Hofs löst sich dadurch zunehmend auf. Stattdessen werden Höfe verkauft, zusammengelegt oder – in manchen Fällen – ganz aufgegeben.

Um den wirtschaftlichen Druck zu bewältigen, haben sich die verbleibenden Betriebe stark spezialisiert. Neben der effizienten Produktion von Futtergetreide, Schlachtvieh und Marktgetreide liegt heute ein besonderer Schwerpunkt auf der Veredelungswirtschaft, vor allem der Schweinemast. Bornholm hat sich in diesem Bereich eine gewisse Bedeutung erarbeitet, auch wenn die Schweineproduktion insgesamt kleiner ist als auf dem dänischen Festland. Gleichzeitig gewinnt die Verarbeitung von ausgewählten Rohstoffen zu regionalen Qualitätsprodukten immer mehr an Bedeutung. Bornholmer Spezialitäten wie geräucherter Hering, Honig, Kartoffeln, Beeren, Kräuter, Käse oder handwerklich hergestellte Produkte aus Getreide und Obst werden direkt vermarktet – oft über Hofläden, Märkte, Restaurants oder als Teil des Tourismusangebots. Diese regionale Wertschöpfungskette hilft, höhere Preise zu erzielen und die Abhängigkeit von anonymen Weltmarktpreisen etwas zu reduzieren.

Neben der klassischen Produktion eröffnen sich weitere alternative Einkommensquellen. Das Landwirtschaftliche Entwicklungs- und Innovationszentrum (LUIC) auf Bornholm fördert gezielt neue Ideen und unterstützt unter anderem das Programm „Ferien auf dem Bauernhof“. Viele Höfe bieten inzwischen Übernachtungsmöglichkeiten, Hofführungen, Ernteerlebnisse, Reitkurse oder Workshops an. Diese Diversifizierung verbindet Landwirtschaft mit Tourismus und schafft zusätzliche Einnahmen, die oft entscheidend dafür sind, dass ein Hof wirtschaftlich überleben kann.

Unterstützt werden die ansässigen Bauern durch die Bornholms Landwirtschaftliche Genossenschaft. Sie hilft bei der gemeinsamen Anschaffung teurer landwirtschaftlicher Maschinen, beim günstigen Einkauf von Saatgut, Dünger und anderen Betriebsmitteln, beim Absatz der Erzeugnisse und bei der beruflichen Fortbildung. Gleichzeitig vertreten der Bornholms Landbrugsforening und die Vereinigung landwirtschaftlicher Familienbetriebe die Interessen der Inselbauern gegenüber Politik, Behörden und Handelspartnern. Diese Organisationen setzen sich für bessere Rahmenbedingungen, Fördermittel und den Erhalt einer lebendigen, vielfältigen Landwirtschaft ein.

Zuz schweren Konflikten geführt hat seit 2025 der Einsatz von Bovaer, einem Futtermittelzusatz des Unternehmens DSM-Firmenich mit dem Wirkstoff 3-Nitrooxypropanol, der im Pansen der Kühe ein Enzym blockiert und so die Bildung von Methan beim Wiederkäuen deutlich verringert. Dänemark führte 2025 als erstes Land weltweit eine verpflichtende Regelung ein. Konventionelle Milchviehbetriebe mit mehr als 50 Kühen mussten den Zusatz mindestens 80 Tage im Jahr füttern oder alternativ eine fettreiche Ration geben, um die postulierten "nationalen Klimaziele" zu erreichen.

Auf Bornholm betreiben viele kleinere und mittlere Höfe Milchvieh. Die Insel ist bekannt für regionale Produkte wie Käse, Butter und frische Milch, die oft unter dem Label „Bornholmske mejeriprodukter“ vermarktet werden. Als die Verpflichtung im Herbst 2025 in Kraft trat, begannen zahlreiche bornholmer Landwirte mit der Zugabe von Bovaer zum Kraftfutter. Zunächst schien alles nach Plan zu verlaufen, doch ab Oktober 2025 häuften sich Meldungen aus ganz Dänemark, einschließlich Bornholm, über gesundheitliche Probleme bei den Tieren. Viele Kühe zeigten Durchfall, Fieber, Appetitlosigkeit, Schwäche, sinkende Milchleistung und in Einzelfällen sogar Todesfälle. Eine Umfrage der Beratungsorganisation SEGES Innovation unter Hunderten von Betrieben ergab, dass ein großer Teil der betroffenen Höfe Verdauungsstörungen und Leistungseinbußen meldete. Einige bornholmer Milchbauern berichteten, dass ganze Herden betroffen waren und sie nach wenigen Wochen trotz der verhängten Bußgelder die Fütterung abbrachen.

Die Debatte spitzte sich schnell zu. Landwirte und Teile der Öffentlichkeit warfen Bovaer vor, die Ursache zu sein, während Hersteller, Behörden und Teile der Forschung betonten, dass der Zusatz in über hundert Studien und in vielen Ländern - freilich ohne konkrete Sachgrundlagen zu liefern - als sicher eingestuft worden sei. Für die Probleme auf dänischen Höfen, darunter auch auf Bornholm, wurden Wechselwirkungen verantwortlich gemacht. Ungeachtet der Tatsache, dass Bovaer in allen Gebieten, wo es eingesetzt wurde, ähnliche Krankheitsbilder bei Rindern verursacht, wurden Analysen präsentiert, denen zufolge hoher Schwefelgehalt im Futter – etwa durch viel Rapsprodukte – zusammen mit Bovaer das Risiko für Stoffwechselstörungen erhöhe. SEGES empfahl unter wachsendem Druck betroffener Baueren, die Fütterung zeitweise auszusetzen, bis weitere Versuche Klarheit schafften. Die Europäische Kommission leitete Anfang 2026 eine dringende Sicherheitsüberprüfung durch die EFSA ein, mit Frist bis Ende Juni 2026.

Auf Bornholm führte die Kontroverse zu einer Spaltung. Einige Landwirte setzten weiter auf Alternativen wie fettreiches Futter oder hofften auf baldige Zulassung anderer Methanhemmer, andere kehrten ganz zur alten Fütterung zurück und akzeptierten mögliche Strafen oder geringere "Klimaprämien". Die Milchproduktion auf der Insel litt vorübergehend unter den Unsicherheiten, doch die regionale Vermarktung als naturnahes und qualitativ hochwertiges Produkt half, den Absatz zu stabilisieren.


Höfe und Agrarland:

  • 1800 - 3.300
  • 1990 - 2.029 (372,00 km²)
  • 2000 - 743 (342,80 km²)
  • 2001 - 700 (333,76 km²)

Viehbestand:     1982               1990                2000                2004

  • Schweine        169 637           169 686           239 540           241 344
  • Hühner            429 767           219 237           213 329           138 361
  • Rinder               20 924            17 216             15 443             12 179
  • Schafe                    994                 773                  250                  906
  • Pferde                    685                 594                  526                  241

Agrarprodukte (Ertrag in t) 1990 und 2000:

  • Milch                          30 648             39 797
  • Geflügelfleisch            2 720               2 691
  • Eier                               2 284               1 683

Weinbau

Bornholm, die sonnenverwöhnte Ostseeinsel Dänemarks, gilt als eine der nördlichsten Regionen Europas, in der ernsthafter Weinbau betrieben wird. Mit etwa 55–56° nördlicher Breite liegt die Insel deutlich außerhalb des klassischen Wein-Gürtels – und doch hat sich hier in den letzten 25 Jahren eine kleine, aber sehr interessante Weinregion entwickelt.

Der entscheidende Vorteil Bornholms ist sein Mikroklima: Die Insel hat die meisten Sonnenstunden ganz Dänemarks, milde Winter durch die umgebende Ostsee und vergleichsweise lange, helle Sommer. Granitböden und die maritime Lage sorgen für eine besondere Mineralität in den Weinen. Seit Dänemark im Jahr 2000 von der EU offiziell als Weinbauland anerkannt wurde, entstanden vier Weinregionen: Jütland, Fünen, Seeland und Bornholm. Die Ostseeinsel nimmt dabei eine Sonderstellung ein.

Der Pionier und bis heute größte Produzent ist Vingården Lille Gadegård bei Aakirkeby. Jesper Paulsen begann Ende der 1990er Jahre mit ersten Versuchen – anfangs noch mit Erdbeerwein, ab 2000 dann mit echten Rebsorten. Heute umfasst das Weingut etwa 8–9 Hektar und produziert in guten Jahren rund 30.000 Flaschen pro Jahr. Neben Wein entstehen hier auch dänischer Whisky, Bier und verschiedene Spirituosen – ein echtes Multitalent unter den nordischen Produzenten.

Angebaut werden vor allem kälteresistente Rebsorten, die in Nordeuropa gute Ergebnisse liefern:

  • Solaris (meist die wichtigste weiße Sorte – frisch, fruchtig, früh reifend)
  • Rondo, Bolero, Regent, Cabernet Cantor (für Rotwein und Rosé)
  • Orion, Sauvignier Gris, Pinot Noir (versuchsweise, oft mit sehr elegantem, kühlem Charakter)
  • Divico und Johanniter (neuere pilzwiderstandsfähige Sorten)

Die Weine sind meist schlank, säurebetont, mineralisch und deutlich vom kühlen Klima geprägt – viele Kenner beschreiben sie als „nordisch-frisch“ mit feiner Frucht und oft einem Hauch von Ostsee-Brise. Rotweine bleiben eher leicht und nicht sehr tanninreich, Weißweine und Rosés sind meist die Stärken der Insel.

Neben Lille Gadegård gibt es seit einigen Jahren ein zweites kommerzielles Weingut: Graanakke bei Balka. Insgesamt bleibt die Szene auf Bornholm aber sehr überschaubar – gerade einmal zwei ernsthafte kommerzielle Betriebe (Stand 2026). Viele kleinere Hobbywinzer experimentieren zusätzlich.

Forstwirtschaft

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde über die Wälder Bornholms geschrieben (Thurah), „dass noch ein Teil bestünde, doch von weit wenigerer Bedeutung als vorher. Die besten Wälder kämen im nördlichen Bornholm vor, wo in Olsker und Ro sich Birken in ziemlicher Menge fänden«.Im Jahre 1800 wurde das Waldgebiet der Insel mit 2.258 Hektar festgestellt, einem Waldprozent von 3,9 % entsprechend. Im selben Jahre kam Hans Romer nach Aimindingen, und sein Auftrag bestand darin, den alten Wald, nur aus 165 Hektar altem zerzausten Wald« bestehend, wiederherzustellen. In den Jahren 1803 bis 1805 säte er Fichte und Lärche in seiner Pflanzschule, und zum ersten Mal in der neueren Zeit wuchsen diese Baumarten in bornholmischer Erde. Wenige Jahre später wurde auch die Rotbuche auf der Insel wiedereingeführt. Die Arbeit, Almindingen einzuzäunen, wurde 1809 beendet, und hiernach befanden sich gut 800 Hektar alten Hochheidebodens hinter dem 1,5 m hohen und 10 km langen Feldsteinzaun, zur Waldaripflanzung vorgesehen. Das Sandtreiben war wie anderswo im Lande eine große Bedrohung der Landwirtschaftsflächen, und 1820 wurde die Anpflanzung des 535 Hektar großern Sandtreibgebiets zwischen Ronne und Hasle eingeleitet.

Auch im Sandtreibgebiet zwischen Balka und Boderne wurde der Sand zurückgehalten durch Anpflanzung des Waldes, der heute das gut 750 Hektar große Strandmarken umfasst. Die Gemeindeäcker mit Hojlyngen (Hochheide) standen seit unvordenklichen Zeiten zur gemeinsamen Verfügung. Diese Gemeinschaft wurde gesetzlich aufgehoben und 1842 wurde beschlossen, dass aus den Flächen der Gemeindeäcker von 11.500 Hektar die2.365 Hektarzur Waldanpflanzung eingezogen werden sollten auf Kosten der Krone und 8.965 Hektar auf sämtliche Landgemeinden der Insel verteilt werden sollten. Von den 2.365 Hektar des Staates wurden die 550 Hektar zur »Waldzüchtung« bei Lundehuset im Kirchspiel Klemensker, dem heutigen Ro Plantage, ausgelegt, während die übriggebliebenen gut 1800 Hektar Almindingen zugeschlagen wurden als Vestre und Ostre Indleeg. Auch Ro Plantage wurde mit einem Steinwall eingezäunt, und in den Jahren 1865 - 74 unternahm man ein Besäen der Fläche mit Waldkiefer, Fichte und Lärche. Erst später sind Rotbuche, Eiche, Tanne und noch andere Laubbäume im Walde ausgepflanzt worden. Von den 8.965 Hektar Gemeirideäckern, die den Land­gemeinden zufielen, wurden die 2.282 Hektar zur Wald­bepflanzung ausgelegt. Dieses Bepflanzen oder vielmehr dieses Besäen wurde 1868 in der alten Hollyrigen ein­geleitet. Es wurde ebenso verfahren wie in Ro Plantage, nur wurde auf die Fichte grösseres Gewicht gelegt. In dieser Weise geriet ein großer Teil der alten Hojlyngen unter Waldkultur, und statt der Heide erstreckte sich nun mehr der Wald im zusammenhängenden Gürtel von der Vestermarie Plantage im Westen, über Vestre Indlmg, Almindingen, Ostre Indlagg, Aaker, Aakirkeby, Pedersker, Ostermarie, Poulsker und Bodilsker Plantagen, zur lbsker Husmandsplantage im Osten, wenige Kilometer nordwestlich von Nexo. Darüber hinaus wurde der Blemmelyng mit der Nylars Plantage sowie mit der Knudsker Plantage bepflanzt. Die Nyker Plantage wurde nördlich von Almindingen angelegt und weiter nordwärts ein Teil der Osterlars Plantage (Stavsdal). Noch nördlicher kam die Klemensker Plantage und südöstlich der Ro Plantage ein weiterer Teil von Osterlars Plantage. Schliesslich wurde die Rutsker Plantage nordwestlich der Ro Plantage angelegt. Ausser in den Landgemeinden wurden auch in den Städten auf den früheren Gemeindeäckern Waldbepflanzun­gen unternommen.

Ronne leitete 1845 die Waldbepflan­zung von gut 200 Hektar Gemeindeäckern ein. Aakirkeby liess 66 Hektar und Nexo 5,5 Hektar bepflanzen. Später sind bei Svaneke zwei Wälder angelegt worden, und zwar Sydskoven von 14 Hektar und Nordskoven von 22 Hektar. Slotslynger Das Waldgebiet südöstlich von Hammershus wurde 1908 vom Staate gekauft und dem Bornholmer Forstbezirk unterstellt. Die Fläche war von 148 Hektar und bestand meistens aus Naturwald mit Eiche, Birke und Hainbuche. Später sind Waldkiefer, Fichte und Rotbuche dem Gebiet zugeführt worden. Ausser den gepflanzten Wäldern besitzt Bornholm noch eine ganz andere Art von Wäldern, die Bauernwälder und die Insel ist wegen ihres Reichtums daran bekannt. Früher war es so, dass fast jeder Bauernhof seinen eigenen Wald besass. Diese Hochtwälder gibt es noch in bedeutender Anzahl, besonders auf Ostbornholm, und sie sind Mischwälder mit Eiche, Esche und Kirschbaum als vorherrschenden Baumgattungen. Vielen von diesen Bauernwäldern ist aber über die letzten 40‑50 Jahre großer Schaden zugefügt worden. Einzelne sind völlig gefällt worden, andere haben ihren Charakter geändert, indem die jahrhundertealten Eichen und Eschen des Hochwaldes, die doch periodisch einen nicht geringen Wert ausgemacht haben, gefällt worden sind. Was sich indessen wohl fast ärger auswirkt, ist, dass man nach dem Fällen an manchem Ort Fichte eingepflanzt hat, wodurch die alten Bauernwälder gänzlich ihren unmittel­baren Reiz einbüssen, und der uralte eigenartige Charakter der Bornholmer Landschaft verschwindet. Galeriewälder In den Spaltentälern findet sich die ursprüng­lichste Vegetation der Insel, Die Spalttalwälder können als wahre Naturwälder angesehen werden, weil sie die Zeiten hindurch in hohem Grade unberührt geblieben sind. In der Landschaft gebettet sind sie Galerien ähnlich, die schnurgerade aus dem Inselinnern in Richtung auf die Küste führen. Heute bedecken die Wälder der Insel eine Fläche von 12.235 Hektar, was einem Waldanteil von 20,8% entspricht, dem höchsten unter den Kreisen Dänemarks. Obendrein ist Bornholm wegen der zahlreichen Wäldchen zugleich der Kreis, der die größte Länge an Waldesrand pro Waldfläche besitzt, 136 m/Hektar, sowie die grösste Länge an Waldesrand pro Gesamtfläche, 28,2 m/Hektar, über das Doppelte als Kreis Vejle als eweiter mit 13,9 m/Hektar. Waldesränder sind ein wesentliches Element der Land­schaft, und die Waldesrandlänge pro Flächeneinheit ist ein relativer Ausdruck der landschaftlichen Wirkung der Waldesränder. Der Eindruckder Insel aus erster Hand ist denn auch, dass der Blick in jeder beliebigen Richtung auf Wald treffen wird.

Fischerei

Der zweitbedeutendste Wirtschaftzweig Bornholms ist nach wie vor die Fischerei, die jedoch steckt bereits seit Jahrzehnten in der Krise. Sowohl die Zahl der Fischereifahrzeuge als auch die der Fangmengen nehmen seit den Achtziger Jahren beständig ab. Grund dafür sind die Fischereischutzabkommen der EU mit den Ostseeanrainerstaaten. Die Fangquoten sollen eine Überfischung der Ostsee verhindern und so zum Erhalt gefährdeter Fischarten beitragen.

Für Dänemark wurden die erlaubten Fangmengen für Ostseedorsch zwischen 1985 und 1990 von über 100.000 Tonnen auf etwas mehr als 50.000 Tonnen reduziert. Die Quote, die Dänemark 2002 zugesprochen wurde betrug nur noch 38 % derjenigen von 1992. Dorsch ist für die fischverarbeitende Industrie mit Abstand der wichtigste Fisch, sein Anteil liegt bei rund 80 % des jährlich angelandeten Fangs. Der populäre Ostseelachs und vor allem der Hering haben nicht die Bedeutung, die man vielleicht erwarten würde. Das Resultat der Quotenregelung ist, dass die fischverarbeitenden Betriebe der Insel nicht nur einheimischen Fisch verwerten, sondern auch Rohware von den übrigen Anrainerstaaten beziehen. So kaufen die Fischfabriken in Neskø, Rønne, Tejn, Svaneke und Hasle zusätzlich Fänge polnischer und russischer Fischer. Auch wenn die verarbeitende Industrie durch ihre Zukäufe aus dem Ausland nicht in dem Maße betroffen ist wie die Fischer selbst, ist auch dort die Krise spürbar. Deutlich machen dies sinkende Umsätze und rückläufige Beschäftigtenzahlen. So sanken 2002 die Anlandungen in Nexø, dem in den 1970er Jahren stark ausgebauten wichtigsten Fischereihafen Bornholms auf 73 % des Wertes von 1992. Ein Teil der Arbeitsplatzverluste in der Fischerei sind zudem damit zu begründen, dass hohe Investitionen, die von Fischern zu leisten waren, um den Neuregelungen der EU bezüglich der Fischfangmethoden gerecht zu werden, zum Teil zu hohen Verschuldungen führten, die durch den Fangertrag nicht mehr zu tragen waren.

Fischerei 2000:

  • Fischerboote  219
  • Fischereibedienstete  349
  • Tonnage  4.922 brt


Anlandungen insgesamt in t:

  • 1992 - 40.705
  • 1996 - 49.003
  • 2000 - 29.646

Bergbau

Bornholm weist geologisch eine bemerkenswerte Vielfalt an Bodenschätzen auf, die vor allem auf ihre einzigartige Lage am Übergang zwischen präkambrischem Grundgebirge und paläozoisch-mesozoischen Sedimenten zurückzuführen ist. Trotz dieser Fülle haben die meisten Vorkommen heute nur noch begrenzte oder gar keine wirtschaftliche Bedeutung mehr, da Abbau und Verarbeitung durch globale Konkurrenz, hohe Kosten und Umweltauflagen unrentabel geworden sind. Dennoch prägen sie bis heute die Landschaft, die Industriegeschichte und teilweise die regionale Wirtschaft der Insel.

Der mit Abstand wichtigste und bis in die Gegenwart wirtschaftlich relevante Bodenschatz ist Granit, der vor allem im Norden und Nordwesten Bornholms (Hammeren, Hammerknuden, Vang, Moseløkken) in großen Massen vorkommt. Der bornholmske Granit – oft als Hammer-Granit oder Rønne-Granit bezeichnet – ist hart, wetterbeständig und ästhetisch ansprechend mit seiner rötlichen bis grauen Färbung und markanten Feldspat- und Quarzkörnern. Bereits seit dem Mittelalter wurde er für Bausteine, Mühlensteine und Monumente genutzt, doch der industrielle Abbau setzte erst im 19. Jahrhundert ein, als der Bedarf an Pflastersteinen für die wachsenden Städte in Nordeuropa explodierte. Bis in die 1970er Jahre wurde intensiv abgebaut, etwa am Hammerknuden, wo ganze Plateaus abgetragen wurden; viele dieser ehemaligen Brüche sind heute Naturschutzgebiete, Seen oder Wanderziele wie der Opal-See oder der Vang-Steinbruch.

Heute findet der Abbau nur noch vereinzelt und in kleinem Maßstab statt, vor allem in wenigen aktiven oder semi-aktiven Steinbrüchen wie Moseløkken. Dort werden Blocksteine in Gewichten von 10 Kilogramm bis über 10 Tonnen gewonnen, die teils roh, teils bearbeitet verkauft werden. Ein signifikanter Teil – Schätzungen gehen von rund 30.000 Tonnen pro Jahr – geht nach Deutschland, wo der Granit für hochwertige Anwendungen wie Kantsteine, Pflaster, Bordsteine, Fliesen, Tischplatten oder Grabmale genutzt wird. Gespaltener oder minderwertiger Granit wird zu Schotter zerkleinert und findet Verwendung in Asphaltmischungen, Beton, Drainagen und als Gleisschotter. Der Export nach Deutschland bleibt damit eine der wenigen verbliebenen Einnahmequellen aus dem traditionellen Steinabbau, auch wenn die Mengen im Vergleich zu früheren Jahrzehnten stark zurückgegangen sind. Viele ehemalige Brüche dienen heute dem Tourismus: Besucher können die dramatischen Felswände, türkisfarbenen Seen und die Spuren alter Abbautechniken erkunden.

Ähnlich wie beim Granit hat der Sandstein (vor allem Nexø-Sandstein im Osten und Paradisbakkerne) seine große wirtschaftliche Rolle verloren. Früher wurde er massenhaft für Gebäude, Kirchen und Hafenanlagen abgebaut – der rote Nexø-Sandstein prägt bis heute viele bornholmske Orte. Heute gibt es kaum noch kommerziellen Abbau; vereinzelte kleine Brüche dienen lokalen Zwecken oder Restaurierungen.

Im Süden der Insel, bei Arnager, tritt ein interessantes geologisches Phänomen zutage: das Phosphoritkonglomerat innerhalb des Arnager-Kalks (Kreidezeit). Dieses harte, phosphorhaltige Konglomerat bildet oft markante Vorsprünge über dem weicheren Kalk und war widerstandsfähiger gegen Erosion. Während des Ersten Weltkriegs gewann es kurzzeitig Bedeutung, da phosphorhaltige Gesteine zu Kunstdünger (Superphosphat) verarbeitet wurden – eine kriegswichtige Ressource für die Landwirtschaft. Nach dem Krieg endete der Abbau jedoch schnell; heute haben diese Vorkommen keinerlei wirtschaftliche Relevanz mehr und dienen ausschließlich geologischen Studien oder als Anschauungsobjekt an der Küste.

Ton und tonige Schichten spielen eine etwas dauerhaftere Rolle. Südlich von Hasle und im Südwesten der Insel wurden und werden teilweise noch heute Tone abgebaut, die sich gut zum Brennen von Ziegeln, Dachziegeln und zur Herstellung von Töpferwaren eignen. Bornholm hat eine lebendige Tradition der Keramik und Töpferei; viele Künstler und kleine Manufakturen nutzen lokale Tone für handwerkliche Produkte, die oft touristisch vermarktet werden. In den gleichen tonigen Schichten finden sich dünne, geringmächtige Kohleflöze (Braunkohle), die jedoch nie rentabel industriell abgebaut werden konnten. Die Qualität war schlecht, die Mächtigkeit zu gering. Nur in den Notzeiten beider Weltkriege – vor allem im Zweiten Weltkrieg – kam es zu kleinem, improvisiertem Abbau, etwa im Hasle Lystskov (Rubinsøen-Gebiet), um den Brennstoffmangel zu lindern. Danach endete jede Nutzung endgültig.

Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde südlich von Åkirkeby Zementstein (auch Orthoceratit-Kalk oder Silur-Kalk genannt) abgebaut und durch Brennen zu hydraulischem Zement verarbeitet. Dieses Gestein diente vor allem im Mittelalter als lokaler Baustoff für Kirchen und Burgen. Die Produktion erlosch jedoch, da importierter Portlandzement billiger und besser wurde.

Schließlich gibt es auf Bornholm Kaolinvorkommen (Porzellanerde), die durch intensive Verwitterung des Granits entstanden sind – besonders in einem Gürtel östlich von Rønne und in Gruben wie Porcelænsgård am Snorrebakken. In reiner Form ist Kaolin das ideale Ausgangsmaterial für feines Porzellan, doch das bornholmske Kaolin ist meist verunreinigt und von minderer Qualität. Deshalb wurde und wird es hauptsächlich für Tongeschirr, Steingut, Ziegel oder als Zusatz in der lokalen Keramikproduktion verwendet. Historisch lieferte es zeitweise Rohstoff für die Königliche Porzellanfabrik in Kopenhagen, doch der kommerzielle Abbau ist heute minimal oder eingestellt. Stattdessen schätzen Keramikkünstler die lokalen Kaoline und Tone für ihre handwerklichen Arbeiten.

Handwerk

Bornholm gilt europaweit als eines der herausragendsten Zentren für hochwertiges Kunsthandwerk und genießt einen exzellenten Ruf weit über die Grenzen Dänemarks hinaus. Im Jahr 2017 wurde die Insel als erste Region Europas und gleichzeitig als erste Insel weltweit vom World Craft Council (WCC) – einer von der UNESCO anerkannten, gemeinnützigen Organisation – zur World Craft Region ernannt. Diese Auszeichnung würdigt die außergewöhnliche Dichte, Qualität und Vielfalt der Handwerkstraditionen auf Bornholm. Die Insel vereint eine lebendige Szene aus Keramik, Glas, Textil, Holz, Schmuck, Metall und weiteren Materialien – oft in kleinen, handwerklich arbeitenden Ateliers und Manufakturen, die Tradition und zeitgenössisches Design verbinden.

Die Keramiktradition auf Bornholm reicht mehr als zweihundert Jahre zurück und bildet das Herzstück des bornholmschen Kunsthandwerks. Der hochwertige lokale Ton – vor allem der feine, eisenhaltige Lehm aus der Region – lieferte seit dem 19. Jahrhundert ideale Voraussetzungen für die Herstellung von Steinzeug, Fayence und später auch Porzellan. Bornholm entwickelte sich zu einem international anerkannten Namen in der Keramikwelt. Besonders bekannt ist die historische Hjorths Fabrik in Rønne, die seit 1859/1862 besteht und als eines der bestens erhaltenen industriellen Denkmäler Skandinaviens gilt. Heute fungiert sie als lebendiges Keramikmuseum mit arbeitenden Werkstätten, wo Besucher den gesamten Produktionsprozess vom Drehen über das Glasieren bis zum Brennen erleben können. Neben Hjorths Fabrik gibt es zahlreiche unabhängige Keramiker, die in kleinen Ateliers individuelle, oft experimentelle Arbeiten schaffen – von Gebrauchskeramik über Skulpturen bis hin zu feinen Porzellanstücken.

Seit den 1970er Jahren hat sich Bornholm auch zu einem bedeutenden Zentrum für Glasbläserei entwickelt. Viele Glasbläser – darunter international renommierte Künstler – ließen sich auf der Insel nieder, angezogen von der ruhigen Arbeitsumgebung, der naturnahen Lage und der kreativen Atmosphäre. Ihre Werke, die oft durch klare Formen, intensive Farben und eine besondere Leichtigkeit gekennzeichnet sind, finden weltweit Abnehmer. Viele Glaswerkstätten sind für Besucher geöffnet und bieten Einblicke in den faszinierenden Prozess des Blasens, Formens und Kühlens – ein Erlebnis, das besonders während der jährlichen Craft-Events beliebt ist.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt auf handgewebten Textilien, Wandteppichen, Filzarbeiten und anderen Stoffkünsten. Bornholmer Textilkünstlerinnen und -künstler arbeiten häufig mit natürlichen Materialien wie Wolle, Leinen oder Seide und verbinden traditionelle Webtechniken mit modernen Mustern und Farbkompositionen. Diese Arbeiten finden sich sowohl als Gebrauchsgegenstände (Decken, Kissen, Schals) als auch als reine Kunstobjekte.

Die Verarbeitung von Holz ist ebenfalls tief in der bornholmschen Handwerkskultur verwurzelt. Vom Möbelbau über Drechselarbeiten bis hin zu Skulpturen und Gebrauchsgegenständen reicht das Spektrum. Viele Holzhandwerker nutzen heimische Hölzer wie Esche, Eiche oder Erle und legen Wert auf nachhaltige Verarbeitung und präzise Handwerkskunst. Ergänzt wird dieses Feld durch die Herstellung von Schmuck aus Silber, Gold, Bernstein und anderen Materialien. Bornholmer Schmuckdesigner schaffen oft reduzierte, elegante Stücke, die Naturformen und mineralische Strukturen der Insel aufgreifen – von filigranen Ringen über Anhänger bis hin zu experimentellen Objekten.

Die Arts & Crafts Association Bornholm (ACAB), gegründet 2002, vereint die besten professionellen Kunsthandwerker der Insel. Die Mitgliedschaft ist jurymäßig geregelt und gilt als Qualitätssiegel. Aktuell (Stand 2026) gehören der Vereinigung rund 70 Künstlerinnen und Künstler an, die in den Bereichen Keramik, Glas, Textil, Holz, Schmuck und Metall arbeiten. ACAB organisiert Ausstellungen, Messen und gemeinsame Präsentationen, etwa in der Grønbechs Gaard oder im Rahmen der Bornholm Craft Weeks, die seit vielen Jahren stattfinden und 2025 wieder im September über zwei Wochen Kunsthandwerk, Kultur und offene Werkstätten in den Fokus rücken.

Die Initiative Maker’s Island Bornholm bündelt seit der World-Craft-Region-Auszeichnung die Kräfte von Handwerkern, Museen, Ausbildungsstätten, Tourismus und Wirtschaft. Sie stärkt die internationale Sichtbarkeit Bornholms als Kreativstandort und fördert Kooperationen, Weiterbildungen und den Austausch. Besonders hervorzuheben ist die enge Verknüpfung mit der Ausbildung: Die Royal Danish Academy betreibt auf Bornholm das Programm „Crafts in Glass and Ceramics“, das junge Talente aus Dänemark und international anzieht und die Tradition in die nächste Generation trägt.

Industrie

Die Industrie auf Bornholm spielt im Vergleich zu vielen anderen dänischen Regionen eine eher untergeordnete Rolle und ist traditionell von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Die Inselwirtschaft ist eng mit lokalen Handwerkstraditionen, dem Tourismus, der Landwirtschaft und dem Fischereisektor verknüpft. Große, klassische Industriebetriebe mit Massenproduktion gibt es kaum – stattdessen dominieren kleinteilige, oft spezialisierte Produktionsformen, die häufig nahtlos in das Kunsthandwerk übergehen.

Historisch gab es auf Bornholm durchaus bedeutendere Industriezweige. Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert spielte die Ziegelherstellung (teils mit den lokalen Lehmvorkommen) eine wichtige Rolle; viele der charakteristischen roten Bornholmer Ziegelhäuser stammen aus dieser Zeit. Auch die Fischverarbeitung (Räuchereien, Konservenfabriken, Salzheringe) und die Lebensmittelindustrie (z. B. Molkereien, Brauereien, später kleinere Produzenten von Honig, Senf oder Beerenprodukten) waren zeitweise wirtschaftlich relevant. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts existierten zudem einige Werften und kleinere Maschinenbauunternehmen, vor allem in Rønne und Nexø. Diese traditionellen Industriezweige haben jedoch seit Jahrzehnten an Bedeutung verloren: Viele Betriebe wurden geschlossen, verkauft oder auf kleinere, handwerklichere Strukturen umgestellt. Die Ziegelproduktion ist nahezu erloschen, und die Fischverarbeitung ist heute meist auf wenige spezialisierte, hochwertige Räuchereien und kleinere Verarbeiter reduziert.

Die heutige industrielle Produktion auf Bornholm ist daher meist kleinteilig und stark mit dem Kunsthandwerk verwoben. Viele Keramik- und Glasmanufakturen produzieren nicht nur künstlerische Unikate, sondern auch Serienware in kleinen Auflagen – etwa Gebrauchskeramik, Designer-Gläser oder Lampen. Diese Betriebe bewegen sich in einem hybriden Bereich zwischen Handwerk und leichter Industrie: Sie nutzen moderne Brennöfen, Glasöfen oder CNC-gestützte Hilfsmittel, bleiben aber bewusst überschaubar und qualitätsorientiert. Ähnliches gilt für kleinere holzverarbeitende Betriebe (Möbel, Drechselwaren) oder Textil- und Schmuckmanufakturen. Diese Form der „kreativen Industrie“ ist ein Markenzeichen der Insel und trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Wertschöpfung bei.

Neben diesen traditionellen und kreativen Bereichen hat sich in den letzten Jahren ein neues, zukunftsweisendes industrielles Feld entwickelt: die erneuerbare Energiewirtschaft. Bornholm steht seit 2026 im Zentrum eines der ambitioniertesten europäischen Energieprojekte – der Bornholm Energy Island. Dieses grenzüberschreitende Vorhaben, das Dänemark und Deutschland gemeinsam vorantreiben, soll ab Ende der 2020er Jahre bis zu 3 Gigawatt Offshore-Windstrom sammeln und über eine Hochspannungsleitung sowohl ans dänische als auch ans deutsche Netz anbinden. Das Projekt, das von der EU mit 645 Millionen Euro aus der Connecting Europe Facility unterstützt wird, umfasst eine künstliche Energieinsel vor der Küste Bornholms als zentralen Hub. Es schafft nicht nur indirekt Arbeitsplätze in Planung, Bau, Service und Wartung, sondern positioniert die Insel als Vorreiter für grüne Offshore-Technologien in der Ostsee. Firmen wie Siemens Energy (Converter-Stationen), NKT (Kabel) oder dänische und deutsche Netzbetreiber (Energinet, 50Hertz) sind bereits involviert. Dieses Großprojekt markiert einen strategischen Wandel: Bornholm wird von einer peripheren Ferieninsel zu einem Knotenpunkt europäischer Energiewende.

Trotz dieses vielversprechenden neuen Feldes bleibt die klassische Industrie auf Bornholm insgesamt bescheiden. Die Wirtschaft setzt stattdessen verstärkt auf nachhaltige Entwicklung, Tourismus, kreative Branchen (Kunsthandwerk, Design, Kultur) und regionale Lebensmittelproduktion als Wachstumsfelder. Die Insel profitiert von ihrer Abgeschiedenheit und ihrem Image als „grüne Oase“ – Faktoren, die große, umweltbelastende Schwerindustrie ausschließen. Viele der verbliebenen produzierenden Betriebe sind familiengeführt, innovativ und regional verankert; sie profitieren von kurzen Wegen, hoher Qualität und direkter Vermarktung über Tourismus und Online-Kanäle.

Wasserwirtschaft

Das Trinkwasser der Insel wird häufig als besonders sauber, wohlschmeckend und mineralstoffreich beschrieben – ein Qualitätsmerkmal, das stolz hervorgehoben wird und zu den vielen Vorzügen der Insel beiträgt. Wie im gesamten dänischen Königreich stammt auch auf Bornholm nahezu 100 % des Trinkwassers aus Grundwasser, das aus tiefen, natürlichen Grundwasserleitern gewonnen wird. Diese unterirdischen Vorkommen liegen seit Jahrtausenden geschützt unter der Erde und werden durch dicke Schichten aus Lehm, Sand und Kies auf natürliche Weise gefiltert. Dabei reichern sich wertvolle Mineralien an, während Schadstoffe weitgehend zurückgehalten werden. Das Ergebnis ist ein sehr reines, weiches und geschmacksneutrales bis angenehm mineralisches Wasser, das keiner aufwendigen chemischen Aufbereitung bedarf.

Im Gegensatz zu vielen anderen kleinen Inseln in Dänemark oder anderswo in Europa hat Bornholm keine nennenswerten Probleme mit Salzwassereintrag ins Grundwasser. Die geologische Struktur der Insel – mit ausreichend Abstand zwischen Küste und den wichtigsten Entnahmebereichen sowie günstigen hydraulischen Verhältnissen – schützt die Süßwasserreserven effektiv vor Versalzung. Das Leitungswasser kann daher überall auf der Insel bedenkenlos direkt aus dem Hahn getrunken werden. Viele Touristen und Einheimische verzichten bewusst auf abgefülltes Wasser und schätzen diese natürliche Qualität als Teil des nachhaltigen Insellebens.

In der Vergangenheit spielten sogenannte heilige Quellen (hellige kilder) eine besondere Rolle in der Wasserversorgung und Kultur Bornholms. Einige dieser natürlichen Quellen galten bereits im Mittelalter als heilig oder heilkräftig und wurden von der Bevölkerung verehrt. Sie dienten nicht nur der alltäglichen Wasserversorgung, sondern hatten auch religiöse und volkstümliche Bedeutung – etwa als Wallfahrtsorte oder Orte mit überlieferten Heilwirkungen. Obwohl die meisten dieser Quellen heute nicht mehr zentral für die öffentliche Trinkwasserversorgung genutzt werden, sind einige von ihnen erhalten geblieben und werden als kulturhistorische oder touristische Attraktionen geschätzt.

Die moderne Wasserversorgung und -verteilung liegt in den Händen von Bornholms Energi & Forsyning (BEOF), dem kommunalen Versorgungsunternehmen der Insel. BEOF beliefert rund 12.000 Haushalte, Unternehmen, Ferienhäuser und Institutionen mit Trinkwasser und ist gleichzeitig für die gesamte Abwasserentsorgung und -reinigung auf Bornholm zuständig. Das Unternehmen betreibt mehrere Wasserwerke (aktuell etwa 8), aus denen das Grundwasser über rund 50 Bohrungen gefördert wird. Das Rohwasser durchläuft in der Regel nur eine einfache Belüftung (Beluftning / aeration), bei der Eisen und Mangan oxidiert und herausgefiltert werden – chemische Zusätze wie Chlor sind nicht erforderlich. Das Wasser wird über ein etwa 500 Kilometer langes Leitungsnetz verteilt.

Die Qualität wird kontinuierlich und streng überwacht: BEOF führt regelmäßig akkreditierte Probenahmen durch, die von unabhängigen Laboren wie Eurofins Miljø analysiert werden. Die Ergebnisse entsprechen durchgehend den strengen dänischen und EU-Trinkwasserrichtlinien. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in den Schutz der Grundwasserressourcen, etwa durch sorgfältige Standortwahl neuer Bohrungen und Maßnahmen gegen mögliche Schadstoffeinträge aus Landwirtschaft oder Siedlungen.

In den Sommermonaten, wenn die Bevölkerung durch Touristen stark ansteigt, kann die Nachfrage nach Trinkwasser spürbar zunehmen. Dennoch bleibt die Versorgung stabil, auch wenn die Ressourcen insgesamt begrenzt sind. Genau aus diesem Grund wird in aktuellen Zukunftsprojekten – etwa bei der geplanten Power-to-X-Produktion im Rahmen der Bornholm Energy Island – bewusst auf die Nutzung von aufbereitetem Abwasser als Prozesswasser gesetzt, um das kostbare Trinkwasser für Haushalte und Gastronomie zu schonen. BEOF positioniert sich hier als verantwortungsvoller Akteur, der Trinkwasserressourcen schützt und gleichzeitig innovative, kreislauforientierte Lösungen unterstützt.

Energiewirtschaft

Bornholm verfolgt eine Energiestrategie, die die Insel zu einem Vorreiter der "erneuerbaren Energien" in Dänemark und im Ostseeraum machen soll. Bereits 2025 stammen etwa 60 Prozent des auf der Insel verbrauchten Stroms aus lokaler Erzeugung, wobei der Großteil aus erneuerbaren Quellen kommt: Windkraft, Solarenergie und Biomasse. Die Windkraftanlagen produzieren jährlich bis zu 90 GWh, Solaranlagen tragen etwa 10 GWh bei, und die Fernwärme in Rønne und anderen Orten basiert fast vollständig auf Biomasse – hauptsächlich aus lokalem Hackschnitzel und Stroh. Der Kraftwerkskomplex in Rønne, früher kohlebasiert, wurde vollständig auf nachhaltige Biomasse umgestellt, was die CO₂-Bilanz der Insel erheblich verbessert hat. Bei Engpässen, etwa durch Wartung, Starkwindflaute oder extreme Winterkälte, importiert Bornholm Strom über ein 43 Kilometer langes Seekabel aus Schweden (Ystad–Rønne), das seit Jahrzehnten die Versorgungssicherheit gewährleistet. Ergänzend testet die Insel einen Batteriespeicher mit 30 MW Leistung und 45 MWh Kapazität, um Schwankungen auszugleichen, Netzstabilität zu erhöhen und Überschussstrom zu puffern.

Bornholm dient international als Demonstrations- und Testfeld für innovative Energietechnologien. Projekte wie EcoGrid 2.0 haben intelligente Stromnetze, flexible Verbrauchssteuerung (Demand Response), Sektorenkopplung (Strom–Wärme–Verkehr) und dezentrale Speicherung erprobt. Die Insel gilt als Labor für hohe Anteile erneuerbarer Energien und als Vorbild für netzferne oder insulare Systeme. In diesem Kontext positioniert sich Bornholm als zukünftiger Energie-Knotenpunkt der Ostsee mit dem Großprojekt „Bornholm Energy Island“. Bis 2030 sollen Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von bis zu 2–3 GW (später potenziell mehr) errichtet werden. Der erzeugte Strom wird über eine zentrale Hub-Infrastruktur auf der Insel gesammelt, in Hochspannungs-Gleichstrom (HGÜ, 525 kV) umgewandelt und via zwei Seekabel-Interkonnektoren exportiert: eines nach Seeland (Dänemark) und eines nach Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Das Projekt, ein Joint Venture von Energinet und 50Hertz, macht Offshore-Wind zu einer grenzüberschreitenden Ressource und soll bis zu 3 Millionen Haushalte in Dänemark und Deutschland mit grünem Strom versorgen. Im Januar 2026 unterzeichneten Dänemark und Deutschland auf dem North Sea Summit in Hamburg ein wegweisendes Abkommen über Kostenaufteilung, Finanzierung und regulatorische Rahmenbedingungen, das das Vorhaben aus der Planungs- in die Umsetzungsphase überführt.

Trotz der technischen und politischen Fortschritte – das Projekt gilt als europäisches Vorzeigebeispiel für grenzüberschreitende Energiezusammenarbeit und "Klimaneutralität" (gemeint ist damit der Ersatz fossiler Brennstoffe durch sogenannt "e4rneuerbare Energien") – gibt es erhebliche Konflikte, vor allem auf lokaler Ebene. Ein zentrales Problem ist der strikte Naturschutz auf der Insel selbst. Aus Gründen des Landschafts- und Artenschutzes (Bornholm ist NATURA-2000-Gebiet mit sensiblen Küsten, Wäldern und Vogelzugwegen) dürfen seit Jahren keine neuen Onshore-Windkraftanlagen errichtet werden. Frühere Windparks an Land stoßen auf starken Widerstand von Anwohnern, Naturschützern und Tourismusvertretern, die Infraschall, Schattenwurf, optische Beeinträchtigung der Landschaft und Auswirkungen auf den Tourismus befürchten. Dadurch bleibt der Ausbau erneuerbarer Energien auf Solar (Dächer, Freiflächen) und vor allem Offshore-Projekte beschränkt.

Das Energy-Island-Projekt selbst löst gemischte Reaktionen aus. Während viele Bornholmer es als riesige Chance für Jobs, Infrastrukturinvestitionen, Hafenentwicklung (Rønne als Umschlagplatz für Komponenten) und regionale Wertschöpfung begrüßen – Venstre Ungdom Bornholm etwa fordert eine aktive Rolle statt bloßer Statistenrolle –, gibt es auch Skepsis und Kritik. Lokale Bedenken drehen sich um Landverbrauch für Konverterstationen, Kabeltrassen und Umspannwerke, temporäre Baustellenbelastungen (Verkehr, Lärm, Wohnraummangel für Arbeiter), visuelle und ökologische Auswirkungen der Hub-Infrastruktur sowie die Frage, ob die Insel wirklich vom Stromexport profitiert oder nur als Durchgangsstation dient. Einige Bewohner und Gruppen sehen in dem Prestigeprojekt eine von außen aufgezwungene Entwicklung, die lokale Bedürfnisse (z. B. bezahlbare Energie, Netzstabilität für Haushalte) vernachlässigt. Studien und Berichte aus früheren Jahren zeigen, dass große Offshore-Projekte in der Nähe von Inseln oft zu Debatten über Gerechtigkeit, Eigentum an Ressourcen und gravierende langfristige Auswirkungen auf Fischerei und Biodiversität führen.

Abfallwirtschaft

Bornholm verfolgt eine der ambitioniertesten Abfallstrategien Europas: Bis 2032 soll die Insel komplett abfallfrei werden. Ziel ist es, dass keinerlei Müll mehr verbrannt oder deponiert wird – stattdessen sollen alle Abfälle recycelt oder wiederverwendet werden. Die Abfallwirtschaft wird von BOFA (Bornholms Affaldsselskab) organisiert, das Recyclingzentren, Müllverbrennungsanlagen und Deponien betreibt. Papier, Kartons, Metall, Glas, Batterien, Kleinelektronik, Plastik, Essensreste, Tetrapak, Dämmmaterialien, Restmüll und Giftmüll. Organische Abfälle werden zusammen mit Gartenabfällen zu Energie verarbeitet, die Rückstände dienen als Dünger. Bornholm gilt als Vorreiter der Kreislaufwirtschaft und will mit seiner „Zero Waste“-Strategie ein Modell für andere Regionen bieten. Die konsequente Mülltrennung, innovative Recyclingmethoden und die breite gesellschaftliche Beteiligung sind zentrale Bausteine auf dem Weg zur abfallfreien Insel. Mit Stand werden auf Bornholm etwa 70 % des Abfalls recycelt, rund 25 % verbrannt und nur noch 5 % deponiert. Die Mülltrennung ist sehr detailliert: An den Recyclinghöfen gibt es bis zu 40 verschiedene Container für unterschiedliche Abfallarten, darunter Styropor, Backsteine, Fischernetze, Dämmstoffe, Hartplastik, Batterien, Kleidung und vieles mehr. Seit Oktober 2024 müssen die Einwohner ihren Müll zu Hause in zwölf Kategorien trennen, darunter Papier, Kartons, Metall, Glas, Batterien, Kleinelektronik, Plastik, Essensreste, Tetrapak, Dämmmaterialien, Restmüll und Giftmüll. Zusätzlich dazu werden neue Technologien getestet, etwa für die Kompostierung von kompostierbaren Windeln oder die Verarbeitung von speziellen Abfallarten wie Fischernetzen.

Bornholm arbeitet eng mit Partnern auf dem dänischen Festland zusammen, um Abfälle, die auf der Insel nicht verarbeitet werden können, möglichst umweltfreundlich weiterzuverwerten. Besonders problematisch sind Industrieabfälle, die in einzelnen Fällen das Volumen des gesamten Haushaltsmülls übersteigen können. Es gibt zahlreiche Second-Hand-Läden und Tauschbörsen, um Wiederverwendung zu fördern.

Handel

Im Mittelalter war Bornholm zeitweise ein bedeutendes Handelszentrum im Ostseehandel. Die günstige Position zwischen Dänemark, Schweden, Norddeutschland und den Hansestädten machte die Insel zu einer wichtigen Zwischenstation für Waren wie Hering, Getreide, Holz, Salz, Tonwaren und später auch Keramik. Besonders Rønne entwickelte sich bereits im 14. Jahrhundert zu einem lebendigen Hafen- und Handelsplatz mit regelmäßigen Verbindungen zu den Hansestädten. Auch Nexø und später Hasle spielten eine Rolle im regionalen Küstenhandel. Nach dem Verlust Schonens an Schweden 1658 und dem allmählichen Niedergang der Hanse verlor Bornholm jedoch seine zentrale Stellung im großen Ostseehandel. Der Handel schrumpfte auf regionale und lokale Bedeutung zusammen.

Heute hat der klassische Außen- und Fernhandel für die Insel nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Die wirtschaftliche Bedeutung des Handels liegt stattdessen im Binnenhandel, in der Versorgung der rund 39.000 Einwohner sowie der saisonal stark anwachsenden Zahl von Touristen und Ferienhausgästen. Bornholm bietet ein überraschend breites und vielfältiges Einkaufsangebot – von modernen Supermärkten über traditionelle Marktplätze bis hin zu kleinen, individuellen Boutiquen, Ateliers und Hofläden.

Das unbestrittene Handels- und Einkaufszentrum der Insel ist Rønne. Hier konzentrieren sich die meisten Geschäfte, Fachmärkte, Modehäuser, Elektronikläden, Drogerien, Buchhandlungen und größeren Supermärkte. Die Fußgängerzone in der Laksebækgade, Torvet und den umliegenden Straßen bildet das pulsierende Herz des Einkaufens. Neben den üblichen Ketten (Brugsen, Netto, Føtex, Normal, Matas, JYSK, Bilka-varer i mindre Format) finden sich zahlreiche inhabergeführte Fachgeschäfte: Modeboutiquen, Schuhläden, Schmuckgeschäfte, Geschenkartikelläden und vor allem viele Läden, die bornholmsches Kunsthandwerk, Keramik, Glas, Honig, Senf, Räucherfisch, Liköre und andere regionale Spezialitäten anbieten. Besonders in der Altstadt und entlang der Hafenpromenade laden charmante kleine Läden zum Stöbern ein. Rønne deckt damit nahezu jeden Bedarf ab – vom täglichen Einkauf bis hin zu hochwertigen Souvenirs und Geschenken.

Aakirkeby hat sich durch seine zentrale Lage an der Kreuzung der wichtigsten Inselstraßen (Rønne–Nexø und Hasle–Svaneke) zu einem wichtigen sekundären Handelszentrum entwickelt. Der historische Marktplatz direkt neben der Aa Kirke ist bis heute Treffpunkt für Wochenmärkte, Flohmärkte und saisonale Veranstaltungen. Hier und in den umliegenden Straßen gibt es mehrere Supermärkte (u. a. Dagli’Brugsen, Netto), Bäckereien, Metzgereien, Blumenläden und kleinere Fachgeschäfte. Aakirkeby dient vor allem den Bewohnern des Inselinneren als praktisches Nahversorgungszentrum.

Ein flächendeckendes Netz von Supermärkten sichert die Grundversorgung auf der gesamten Insel. Zu den wichtigsten Ketten gehören Coop (Dagli’Brugsen, SuperBrugsen, Kvickly/Føtex in Rønne), Netto (mehrere Filialen, sehr preisorientiert), Spar und Meny (in größeren Orten), Lokal 1, Fakta und kleinere selbstständige Märkte in Dörfern. Fast alle größeren Orte (Rønne, Nexø, Hasle, Allinge, Aakirkeby, Svaneke, Østerlars, Gudhjem) und viele kleinere Dörfer haben mindestens einen Supermarkt oder Nahversorger. Die meisten Filialen sind auch sonntags und an Feiertagen geöffnet – ein großer Vorteil für Touristen. Das Sortiment ist umfassend und umfasst neben dänischen Markenprodukten auch viele regionale Artikel: Bornholmer Kartoffeln, Honig, Senf, Räucherware, Bier, Säfte, Käse und Backwaren.

Neben der klassischen Nahversorgung ist Bornholm vor allem für sein spezialisiertes und erlebnisorientiertes Einkaufen bekannt. Die starke Kunsthandwerkstradition prägt das Angebot entscheidend. Über die ganze Insel verteilt finden sich hunderte kleine Boutiquen, Ateliers, Galerien und Hofläden, in denen man direkt beim Erzeuger kaufen kann. Typische Produkte sind:

  • Keramik und Steinzeug (von klassisch bis avantgardistisch)
  • handgeblasenes Glas (Vasenv, Schalen, Schmuck, Lampen)
  • handgewebte Textilien, Decken, Schals und Wandteppiche
  • Silber- und Goldschmuck, oft mit Bernstein oder lokalen Steinen
  • Holzarbeiten (Drechselware, Schneidebretter, Möbel)
  • regionale Lebensmittel (Honig, Senf, Bier, Likör, Beerenprodukte, Käse, Räucherfisch)

Besonders reizvoll ist das Einkaufen in den kleinen Orten und an der Küste: in Svaneke und Gudhjem reihen sich Ateliers und Galerien aneinander, in Allinge-Sandvig und Hasle gibt es viele Räuchereiverkaufsstellen und Hofläden, und entlang der Hauptstraßen laden unzählige kleine Schilder zu „direkte salg“ (Direktverkauf) ein. Viele dieser Läden sind saisonal geöffnet (vor allem Mai–September) und bieten oft die Möglichkeit, den Künstlern bei der Arbeit zuzusehen.

Finanzwesen

Es gibt keine eigenständige große Finanzinstitution mehr auf der Insel – die letzte lokale Bank, die Bornholmerbanken, ging 1992 konkurs und wurde übernommen. Heute dominieren Filialen landesweiter dänischer Banken den Alltag, ergänzt durch digitale Services und spezielle Förderinstrumente für das lokale Erwerbsleben.

Die wichtigsten Banken mit Präsenz auf Bornholm sind Danske Bank, Nordea, Sydbank (nach Fusionen) und Arbejdernes Landsbank, die Filialen in Städten wie Rønne, Nexø oder Allinge unterhalten. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und des Trends zur Digitalisierung sind physische Filialen rar; viele Bornholmer nutzen Netbank, MobilePay und Videoberatung. Die Banken bieten Standardservices wie Konten, Kredite, Hypotheken, Pensionsberatung und Firmenfinanzierung, angepasst an lokale Bedürfnisse wie Saisonkredite für Tourismus oder Landwirtschaft.

Ein zentrales Element des bornholmischen Finanzwesens ist die Förderung des Erwerbslebens urch spezielle Fonds und Organisationen. Sparbo Finans, eine lokale Finanzierungsgesellschaft, vergibt Darlehen und Kapital an Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen oder die gesellschaftliche Entwicklung fördern – ein wichtiger Beitrag in einer Region mit strukturellen Herausforderungen wie Abwanderung und Saisonalität. Business Center Bornholm (in Kooperation mit Erhvervshus Hovedstaden) berät kostenlos zu Finanzierungsmöglichkeiten, EU-Fördermitteln und nationalen Puljen. Weitere Unterstützung kommt von LAG Bornholm für ländliche Projekte oder der Kommune selbst.

Die öffentliche Finanzierung dominiert durch die Bornholms Regionskommune, die als einzige Kommune der Insel für den Großteil der Infrastruktur, Soziales und Bildung zuständig ist. Das Budget für 2025 beläuft sich auf rund 3,6 Milliarden Kronen, hauptsächlich finanziert durch Personenskatter (zirka 57 %), Staatszuschüsse und Ausgleichszahlungen. Aufgrund der peripheren Lage erhält Bornholm regelmäßig Sonderzuschüsse als „særligt vanskeligt stillet kommune“ – 2025 etwa 100 Millionen Kronen, davon 50 Millionen garantiert durch ein Entwicklungspartnerschaft. Budgetverhandlungen zielen auf Stabilität ab, mit Fokus auf Demografie (mehr Ältere), Ältere-Reform und grüne Umstellung (Bright Green Island).

Wirtschaftlich ist das Finanzwesen eng verknüpft mit den Kernbranchen: Tourismus (rund 750.000 Übernachtungen jährlich, stark saisonal), Landwirtschaft und Fischerei (höherer Anteil als im Landesdurchschnitt, aber rückläufig durch Quoten und Konkurrenz). Viele Kredite gehen an kleine und mittelständische Unternehmen in diesen Bereichen, ergänzt durch EU-Projekte zur grünen Transformation. Ausbildungen wie die zum Finansøkonom werden auf Bornholm angeboten (zum Beispiel an Campus Bornholm), um lokale Kompetenzen in Bank- und Finanzwesen zu stärken.

Auf der Insel gibt es mit Stand 2025 folgende Banken:

Ort Banken / Bankfilialen
Rønne Danske Bank, BG Bank, UNIBANK
Nexø BIKUBEN, UNIBANK
Hasle BG Bank, UNIBANK
Gudhjem UNIBANK
Allinge BIKUBEN, UNIBANK
Svaneke UNIBANK
Aakirkeby UNIBANK
Klemensker UNIBANK
Østermarie UNIBANK

Soziales und Gesundheit

Das soziale und gesundheitliche System auf Bornholm ist eng in das dänische Wohlfahrtsmodell eingebettet, das auf universeller Absicherung, Steuerfinanzierung und hoher Qualität basiert. Als Teil Dänemarks profitiert die Insel von einem der fortschrittlichsten Sozial- und Gesundheitssysteme der Welt, das Gleichheit, Prävention und Integration betont. Das Sozialwesen umfasst ein breites Netz an Leistungen, die von der Kommune Bornholm verwaltet werden, während das Gesundheitswesen hauptsächlich von der Region Hovedstaden (Hauptstadtregion) gesteuert wird, zu der Bornholm seit 2007 gehört. Diese Struktur gewährleistet, dass die etwa 39.000 Einwohner sowie die zahlreichen Touristen und Saisonarbeiter Zugang zu hochwertiger Versorgung haben, auch wenn die Insellage logistische Herausforderungen mit sich bringt. Im Folgenden werden das Sozialwesen, das Gesundheitswesen und die relevanten Aspekte zu Krankheiten detailliert beschrieben.

Das Sozialwesen auf Bornholm ist geprägt von der dänischen Tradition der sozialen Sicherheit, die auf dem Prinzip der Solidarität beruht und durch Steuern finanziert wird. Die Kommune Bornholm ist für die lokalen Sozialdienste zuständig, einschließlich Sozialhilfe, Pflege für Ältere und Behinderte, Kinder- und Jugendschutz sowie Integrationsmaßnahmen für Zuwanderer. Etwa 20 Prozent der Inselbevölkerung sind über 65 Jahre alt, was zu einem hohen Bedarf an Altenpflege führt – hier gibt es zahlreiche Pflegeheime, ambulante Dienste und Programme wie "Ældre Sagen" (Ältere Sache), die Freizeitaktivitäten, Beratung und Unterstützung organisieren. Die Kommune betreibt auch Sozialzentren in Rønne, Nexø und Aakirkeby, wo Beratungen zu Themen wie Arbeitslosigkeit, Sucht oder familiären Problemen angeboten werden.

Die Arbeitslosigkeit liegt auf Bornholm bei etwa 4 bis 5 Prozent (Stand 2025), etwas höher als im dänischen Durchschnitt, weshalb Programme zur Qualifizierung und Wiedereingliederung eine zentrale Rolle spielen. Zudem gibt es spezielle Initiativen für Familien, wie Kindergärten (vuggestuer) und Schulnachmittagsbetreuung, die fast flächendeckend verfügbar sind. Die soziale Absicherung umfasst Krankengeld, das bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall gezahlt wird, sowie Rente und Invaliditätsleistungen. Insgesamt fördert das System Inklusion: Menschen mit Behinderungen erhalten umfassende Unterstützung, einschließlich barrierefreier Infrastruktur und Arbeitsplatzanpassungen. Die Kommune kooperiert eng mit Freiwilligenorganisationen wie dem Roten Kreuz oder lokalen Vereinen, die ehrenamtliche Hilfe leisten, etwa bei der Betreuung von Alleinstehenden oder in Krisensituationen. Diese dezentrale Struktur sorgt dafür, dass soziale Dienste nah an den Bedürftigen sind, auch in entlegenen Dörfern.

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen auf Bornholm ist hochmodern und patientenzentriert, integriert in das dänische System, das eine universelle, kostenlose Versorgung für alle Einwohner garantiert. Die Region Hovedstaden ist für die sekundäre Versorgung verantwortlich, während die Kommune primäre Prävention und Gesundheitsförderung übernimmt. Zentrales Element ist das Bornholms Hospital in Rønne, das seit seiner Gründung im Jahr 2000 als Akutkrankenhaus dient und eine Bevölkerung von unter 40.000 Einwohnern auf Bornholm und den Ertholmene versorgt. Es ist ein Lehrkrankenhaus der Universität Kopenhagen und verfügt über eine Notaufnahme, einen Hubschrauberlandeplatz für schnelle Verlegungen nach Kopenhagen (zum Beispiel ins Rigshospitalet) sowie Abteilungen für Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie, Pädiatrie und Orthopädie. Das Krankenhaus beherbergt auch ein Zentrum für psychische Gesundheit, das administrativ der Region Hovedstadens Psykiatri unterstellt ist und ambulante sowie stationäre Behandlungen für psychische Erkrankungen anbietet. Mit etwa 200 Betten und rund 1.000 Mitarbeitern ist es das einzige Krankenhaus der Insel und deckt den Großteil der medizinischen Bedürfnisse ab.

Für spezialisierte Fälle, wie schwere Unfälle oder onkologische Therapien, werden Patienten per Fähre, Flugzeug oder Hubschrauber ans Festland gebracht – eine Logistik, die durch enge Kooperation mit dem dänischen Rettungsdienst gewährleistet wird. Die primäre Versorgung erfolgt durch Hausärzte (praktiserende læger), von denen es etwa 20 Praxen auf der Insel gibt, verteilt in den größeren Orten wie Rønne, Nexø und Allinge. Diese Ärzte sind der erste Anlaufpunkt und koordinieren Weiterbehandlungen. Zahnärzte, Physiotherapeuten und Apotheken sind ebenfalls flächendeckend vorhanden, mit Schwerpunkten in Rønne.

Krankheiten

Bezüglich Krankheiten zeigt Bornholm ein Profil, das dem dänischen Durchschnitt ähnelt, mit einem Fokus auf chronischen Erkrankungen, die durch die alternde Bevölkerung zunehmen. Laut Statistiken der Region Hovedstaden und des dänischen Gesundheitsministeriums (Stand 2025) sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes die häufigsten Todesursachen, ähnlich wie im Rest des Landes. Die Prävalenz chronischer Krankheiten liegt bei etwa 40 Prozent der Erwachsenen, wobei Multimorbidität (mehrere Erkrankungen gleichzeitig) bei Älteren zunimmt – ein Trend, der in Dänemark insgesamt beobachtet wird und durch Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung beeinflusst ist. Auf Bornholm ist die Rate an Atemwegserkrankungen etwas höher als im städtischen Kopenhagen, möglicherweise durch die ländliche Lage und saisonale Allergien, während Infektionskrankheiten wie die Grippe durch die Insellage besser kontrollierbar sind, da Reisen überwacht werden können.

Psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen und Angststörungen, betreffen rund 15 Prozent der Bevölkerung, was dem nationalen Schnitt entspricht; das Psychiatriezentrum im Hospital bietet hier spezialisierte Hilfe, ergänzt durch ambulante Dienste. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 81 Jahren für Männer und 84 für Frauen, leicht über dem EU-Durchschnitt, dank guter Versorgung und gesunder Umwelt. Präventive Maßnahmen, wie Kampagnen gegen Alkoholmissbrauch (Bornholm hat eine höhere Rate an alkoholbedingten Erkrankungen durch traditionelle Brauereien) und Förderung von Bewegung in der Natur, helfen, Risiken zu mindern.

Bildung

Das Bildungswesen auf Bornholm ist geprägt von der insularen Lage und der kleinen Bevölkerung von etwa 40.000 Einwohnern. Die Bornholms Regionskommune ist seit 2003 alleiniger Träger aller öffentlichen Bildungseinrichtungen und koordiniert ein flächendeckendes, aber kompaktes System von der Vorschule bis zur Erwachsenenbildung. Aufgrund der geringen Schülerzahlen und der weiten Entfernungen gibt es keine großen Schulzentren wie auf dem Festland, sondern viele kleine, dezentrale Einrichtungen, die teilweise fusioniert wurden. Die Vorschulbildung erfolgt in Kindergärten (Børnehaver) und integrierten Einrichtungen (0 bis 6 Jahre), die flächendeckend verteilt sind. Bornholm legt großen Wert auf Natur- und Outdoorpädagogik – viele Einrichtungen nutzen Wald und Küste als Lernorte.

Der Grundschulbereich umfasst die Folkeskole (Klassen 0 bis 9) mit insgesamt etwa 3.000 Schülern. Es gibt acht öffentliche Schulen: Rønne (mit den größten Abteilungen Hasle Skole und Knudsker Skole), Nexø Skole, Aakirkeby Skole, Østermarie Skole, Gudhjem Skole, Allinge-Sandvig Skole, Svaneke Skole und Vestermarie Skole. Viele Schulen haben in den letzten Jahren Klassen zusammengelegt oder Standorte geschlossen, um Kosten zu senken und pädagogische Qualität zu sichern. Die 10. Klasse (nach der Pflichtschule) wird zentral an der 10. Klassencenter Bornholm in Rønne angeboten. Daneben existieren zwei private Grundschulen: Die Bornholms Friskole in Rønne und die kleine Christiansø Skole auf der Außeninsel.

Das gymnasiale Angebot konzentriert sich auf Campus Bornholm in Rønne, das seit 2010 alle weiterführenden Bildungswege unter einem Dach vereint. Hier werden das STX (allgemeines Gymnasium), HF (Højere Forberedelseseksamen, zweijährig), HTX (technisches Gymnasium) und HHX (kaufmännisches Gymnasium) angeboten. Mit rund 800 Schülern ist es das zentrale Oberstufenzentrum der Insel. Viele Jugendliche verlassen Bornholm jedoch nach der 9. oder 10. Klasse, um auf dem Festland ein Gymnasium zu besuchen – ein Faktor, der zur Abwanderung junger Menschen beiträgt.

Die berufliche Bildung ist ebenfalls am Campus Bornholm vertreten. Als Erhvervsskole bietet sie eine breite Palette von Ausbildungen (EUD) in Bereichen wie Gastronomie, Bau, Handel, Pflege, Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus. Besonders beliebt sind Ausbildungen, die auf die lokalen Wirtschaftszweige abgestimmt sind, zum Beispiel Koch, Kellner, Fischer oder Handwerker. Die Schule kooperiert eng mit bornholmischen Betrieben, um Lehrstellen zu sichern. Seit einigen Jahren gibt es auch duale Modelle mit Praktika auf dem Festland.

Für Erwachsenen- und Weiterbildung ist das VUC Bornholm (Voksenuddannelsescenter) zuständig, das Kurse in Grundbildung (FVU), Dänisch als Zweitsprache, HF-Einzelprüfungen und Vorbereitungskurse für Hochschulzugang anbietet. Sprachkurse sind besonders wichtig für Zuwanderer und Saisonarbeiter. Darüber hinaus gibt es Volkshochschulangebote (Aftenskole) mit kreativen, sprachlichen und gesundheitsbezogenen Kursen.

Schulen und Schüler 2000:

  • Folke- & Specialskoler  18 - 1340
  • Privaskoler   4 - 858
  • Højskoler  3 - 1059
  • insgesamt  25 - 3257
  • sonstige Bildungseinrichtungen  15

Höhere Bildung

Der Campus Bornholm ist eine höhere Bildungseinrichtung mit Sitz in Rønne. Sie entstand im Juni 2010 aus dem Zusammenschluss von Bornholms Erhvervsskole, Bornholms Gymnasium und VUC Bornholm. Im Juni 2018 zogen alle Programme unter ein gemeinsames Dach, als am Minervavej in Rønne ein 15.435 m² großer Neubau und ein 5.500 m² großer Umbau bestehender Gebäude, entworfen von Cubo Arkitekter, eröffnet wurde. In diesem Zusammenhang werden die bisher genutzten Gebäude in der Umgebung von Rønne verkauft. Der Campus Bornholm wird der erste Ort in Dänemark sein, an dem die Sekundarstufe II, die Berufsausbildung und die Erwachsenenweiterbildung an einem Ort vereint sind. Neben der Sekundarstufe II und der Erwachsenen- und Weiterbildung gibt es auf dem Campus Bornholm auch eine Sprachschule. Dazu kommt noch berufliche Bildung (EUD und EUX) - sowohl Grund- als auch Hauptkurse und ein Praktikumszentrum.

Eine klassische Universität mit Forschungs- und Promotionsprogrammen wie in Kopenhagen oder Aarhus gibt es auf Bornholm nicht. Stattdessen bietet die Insel mehrere höhere Bildungsangebote (videregående uddannelser) an, die als Professionsbachelor (berufsorientierte Bachelor-Abschlüsse) oder Erhvervsakademiuddannelser (Akademieausbildungen) konzipiert sind. Diese werden größtenteils dezentral von Institutionen aus dem Festland angeboten und sind auf die lokalen Bedürfnisse der Insel abgestimmt – etwa in den Bereichen Gesundheit, Pädagogik, Wirtschaft und Kunsthandwerk.

Bibliotheken und Archive

Das Bornholms Ø-arkiv (Historisches Archiv Bornholm) in Rønne sammelt Dokumente zur Inselgeschichte ab zirka 1600. Es umfasst Bücher, Aufzeichnungen und kulturelle Materialien zu Sprache, Traditionen und regionalen Entwicklungen. Bornholm bietet darüber hinaus eine vielfältige Auswahl an Bibliotheken, die sowohl für Einheimische als auch für Besucher ein breites Spektrum an Medien, Veranstaltungen und kulturellen Treffpunkten bieten.

  • Die Rønne Bibliotek ist das zentrale und größte öffentliche Bibliothekszentrum auf Bornholm. Es hat eine moderne Ausstattung, vielfältige Medienangebote und barrierefreien Zugang. Besonders hervorzuheben ist die Rolle als kultureller Treffpunkt mit Veranstaltungen und Serviceangeboten für alle Altersgruppen. Die zentrale Lage in Rønne macht es leicht erreichbar, und das Bibliotheksteam legt Wert auf Inklusion und Nachhaltigkeit, etwa durch Recyclingmöglichkeiten. Ein Nachteil könnte sein, dass es zu Stoßzeiten etwas belebter ist als kleinere Filialen.
  • Die Hasle Bibliotek ist eine kleinere, aber sehr gut bewertete Zweigstelle des Bornholmer Bibliothekssystems. Es bietet einen ruhigen, freundlichen Rahmen und ist besonders für Besucher geeignet, die eine persönliche Atmosphäre schätzen. Auch hier gibt es barrierefreien Zugang und ein solides Medienangebot. Die geringe Größe sorgt für eine entspannte Umgebung, allerdings ist die Auswahl an Medien naturgemäß etwas begrenzter als in Rønne.
  • Die Nexø Bibliotek ist eine wichtige Anlaufstelle insbesondere für den Osten der Insel. Es bietet ein umfassendes Angebot an Büchern und digitalen Medien sowie regelmäßig Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene. Die Bibliothek ist gut erreichbar und legt Wert auf Service und Zugänglichkeit. Als Nachteil könnte die Entfernung von Rønne für manche Besucher relevant sein.
  • Die Aakirkeby Bibliotek liegt zentral im Süden Bornholms und ist besonders für Familien und Kinder attraktiv. Neben klassischen Bibliotheksdiensten werden hier oft lokale Veranstaltungen und Aktivitäten angeboten, die das Gemeinschaftsgefühl stärken. Die Bibliothek ist überschaubar, aber modern ausgestattet - ideal für alle, die eine familiäre Atmosphäre suchen.
  • Die Allinge-Sandvig Bibliotek bedient den Norden Bornholms und punktet mit einer gemütlichen Atmosphäre und persönlichem Service. Es ist besonders bei Einheimischen beliebt und eignet sich gut für Besucher, die einen authentischen Einblick in das Inselleben suchen. Die Medienauswahl ist solide, aber nicht so umfangreich wie in den größeren Bibliotheken der Insel.

Kultur

Zu einer Zeit, als viele Völker noch dem Erbuntertänigkeit unterlagen, waren die Bornholmer bereits frei. Als Inselbewohner, die ihr Brot vor allem mit Handel und Fischerei verdienen, sind die Bornholmer weit umhergekommen. Oft fühlten sie sich aber von anderen Ländern an den Rand gedrängt, was sicherlich ihre Skepsis gegenüber Fremdverordnungen jeglicher Art erklärt. Ungern lassen sie sich von „denen da drüben“ etwas sagen. Gleichwohl ist bei den Bornholmern das Zusammengehörigkeitsgefühl und der Stolz über ihre dänische Identität vielfach weit ausgeprägter als bei der übrigen dänischen Bevölkerung.

Das hängt wohl in erster Linie mit den Kriegen im Jahr 1658 zusammen. Damals konnten sich die Bornholmer von der schwedischen Siegermacht befreien, um sich dann freiwillig dem dänischen König zu unterstellen. Auch während der russischen Bombardements und des Kalten Krieges, der sich quasi direkt vor der Haustür abspielte, hielten sie wie Pech und Schwefel zusammen.

Museen

Das Bornholms Museum ist ein 1893m gegründetes kulturhistorisches Museum in Rønne. Es zeigt prähistorische und neuzeitliche Exponate aus der zehntausendjährigen Kulturgeschichte der Insel, darunter die vom Wohnplatz Limensgård und der weiter nördlich gelegenen kleinen Inselgruppe um Christiansø seit dem 16. Jahrhundert. Das Museum unterhält auf Bornholm weitere Standorte zu besonderen Themen, wie Hjorths Fabrik (Rønne, Keramikherstellung), Erichsens Gård (Rønne, bürgerliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts), und das Landwirtschaftsmuseum Melstedtgård (in Melstedt bei Gudhjem). Zur Unterscheidung von seinen weiteren Standorten wird der Hauptstandort auch Kulturhistorisk Museum genannt. Derzeit entsteht am Standort des Bornholms Kunstmuseum in Rø der Neubau eines Museumszentrums. Nach dessen Fertigstellung wird das Bornholms Museum nach dort umziehen.

Erichsens Gård ist ein Fachwerkhaus in Rønne. Es ist heute Teil des Bornholm-Museums und ist das am besten erhaltene Bürgerhaus von Rønne. Es wurde 1806 erbaut und in den 1830er und 1840er Jahren erweitert. Der Vermessungsingenieur und Architekt Henning Pedersen, der auch den Rønne Præstegård und das alte Rathaus am Store Torv in Rønne entworfen hat, wohnte hier zwischen 1816 und 1837. Erichsens Gård ist nach dem nächsten Besitzer, Thomas Erichsen (1806 bis 1886), benannt. Er zog 1832 nach Bornholm, kaufte das Haus 1838 und heiratete im selben Jahr Michelle Kathrine Westh (1812 bis 1890). Sie hatten 12 Kinder, von denen eines, Vilhelmine Charlotte Erichsen (1852 bis 1935), die Muse der Künstler Kristian Zahrtmann (1843 bis 1917) und Holger Drachmann (1846-1908) wurde. Zahrtmann malte sie, als sie vierzehn Jahre alt war. Dieses Gemälde ist Teil der Sammlung des Bornholms Kunstmuseum. 1871 heiratete Vilhemine Holger Drachmann in der Kirche von Gentofte. Erichsens Gård beherbergt noch heute einen Großteil der Erinnerungen an diese Künstler sowie eine Ausstellung über die Familie Erichsen. Erichsens Gård wurde 1919 unter Denkmalschutz gestellt. Er wurde 1950 von Elena Erichsen an das Bornholmer Museum verkauft.

Das 1993 erbaute und 2003 modernisierte Bornholmer Kunstmuseum in Rø ist architektonisch wie inhaltlich reizvoll. Angelehnt an die Bauhaus-Architektur fügt sich das mit einem Leuchtturm ähnelnden Turm ausgestattete Gebäude harmonisch in die Küstenlandschaft bei Helligdomsklipperne rund sechs Kilometer westnordwestlich von Gudhjem ein. Die Dauerausstellung umfasst Ölgemälde dänischer und vor allem Bornholmer Künstler des 19. Jahrhunderts bis zu Skulpturen der Gegenwartskunst; auch dänische Designstudien (zum Beispiel Georg Jensen) befinden sich in der Dauerausstellung. Die Wechselausstellung bietet Künstlern der Gegenwart eine großzügige Ausstellungsfläche, die durch die bodentiefen Fenster mit Blick auf die Ostsee eine durch Naturlicht begünstigte Betrachtung der Objekte ermöglicht. Im hinteren Teil des Gebäudes gelangt man durch die Gegenwartsausstellung (zum Beispiel Glaskunst aus Gudhjem) über einen 30 Meter langen Steg zu einer Aussichtsplattform. Ein besonderes Merkmal des Museums ist ein Rinnsal, das direkt durch das Gebäude geleitet wird.

Das Bornholmer Eisenbahnmuseum (dänisch De Bornholmske Jernbaner Museum) in Nexø dokumentiert die von 1900 bis 1968 betriebenen Eisenbahnen der Insel. Es befindet sich im Hafengebiet der Stadt und hat eine Ausstellung zusammengestellt, die das Aussehen eines alten Bornholmer Bahnhofs zeigt. Von besonderem Interesse ist DBJ Nr. 26, ein Postwagen und der einzige erhaltene Bornholmer Eisenbahnwagen. Das Museum ist in einem großen Holzgebäude an der Hafenseite untergebracht, in dem sich früher die Bootsbaufirma Nexø Både befand. Im Jahr 1999 haben das Nexø Museum und die Foreningen De Bornholmske Jernbaner (Bornholmer Eisenbahnverein) eine umfassende Renovierung des Gebäudes vorgenommen, um eine Ausstellung zum Thema „Toget og Havnen“ (Zug und Hafen) einzurichten. Das Museum ist von Juni bis Mitte September geöffnet: dienstags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr.

Das Nexø Museum ist das Stadtmuseum von Nexø. Es befindet sich im Hafenbereich der Stadt und ist in einem historischen Sandsteingebäude untergebracht. Die Ausstellungen dokumentieren die Geschichte der Stadt, einschließlich der Zeit in den 1940er Jahren, als sie von den Deutschen besetzt und von den Russen bombardiert wurde. Das Museum befindet sich in einem Gebäude aus dem Jahr 1796, das bis 1856 als Rathaus diente und dann durch ein neues Gebäude in der Købmagergade ersetzt wurde. Um 1890 wurde ein zusätzliches Stockwerk aufgesetzt. Das Gebäude wurde 1796 als Nexøe Vagt (Nexø-Wachhaus) fertiggestellt und mit vier Mitgliedern der örtlichen Polizei besetzt. Der für den Bau verwendete Sandstein stammt aus Frederiks Stenbrud (Frederiks Steinbruch), der 1754 im Norden der Stadt eröffnet wurde. Es ersetzte ein früheres Gebäude, das möglicherweise 1645 Schauplatz der Verhandlungen zwischen dem schwedischen General Carl Gustaf Wrangel und den dänischen Offizieren gewesen war. Nachdem es bis 1856 als Rathaus gedient hatte, wurde es als Lagerhaus genutzt. Die Wände wurden aufgestockt, um ein zusätzliches Stockwerk zu errichten. Das Museum wurde 1970 eröffnet. Die Ausstellungen befassen sich mit der maritimen Vergangenheit der Stadt, der deutschen Besatzung, der sowjetischen Bombardierung und der russischen Besatzung nach dem Krieg. Es gibt Dokumente und Artefakte aus Nexøs früheren Unternehmen, darunter der Sandsteinbruch und die alte Brauerei. Das Museum zeigt auch Rekonstruktionen alter Fischerwohnungen.

Melstedgård, auch bekannt als Bornholms Landbrugsmuseum, ist ein alter Bauernhof 13 km westlich von Svaneke. Das 1801 erbaute Fachwerkhaus dient heute als Zentrum eines Landwirtschaftsmuseums. Eine der Hauptattraktionen ist die Windmühle Tejn Mølle, die 2009 eröffnet wurde. Melstedgård wird als Teil des Bornholm-Museums betrieben. Der Hof lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen, als die Felder von einem Bauern bestellt wurden, der in der Nähe wohnte. Das erste Bauernhaus, das Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde, wurde um 1796 abgerissen, so dass das heutige Fachwerkgebäude 1801 an gleicher Stelle errichtet werden konnte. 1982 wurde es von den Bornholmer Behörden erworben, die es dem Bornholmer Museum anvertraut haben. Die ersten Eigentümer waren Svend Thorsen und Kirstine Pedersdatter. Ihre Initialen sind auf dem Bauernhaus zu sehen. Hans Svendsen kaufte den Hof im Jahr 1857, baute mehrere Nebengebäude an und renovierte das Bauernhaus im Jahr 1862. Im Jahr 1873 wurde eine Melkanlage hinzugefügt, die den Weg für eine höhere Milchproduktion ebnete. Svendsen und sein Sohn Julius verbesserten auch das Innere des Hauses, bauten eine Küche ein und modernisierten die Zimmer. Svend Andersen, der Neffe von Julius, übernahm den Hof 1947 und war damit der letzte private Eigentümer.

Die Mühle Tejn Mølle stand früher oberhalb des Dorfes Tejn an der Westküste der Insel. Sie stammt aus der Zeit um 1800 und wurde nach Melsted verlegt, nachdem die umliegenden Gebäude und Bäume ihre Funktionstüchtigkeit beeinträchtigten. Heute steht sie auf einem Feld auf der anderen Seite der Hauptstraße von Gudhjem nach Svaneke, wo sie zum Mahlen von Futter für die Nutztiere genutzt wird. Es gibt eine Ausstellung über Mühlen auf Bornholm sowie eine Vorführung der Mühle.

Das Oluf Høst Museum befindet sich in der Løkkegade Straße in Gudhjem. Es ist Oluf Høst (1884 bis 1966), einem der berühmtesten Künstler der Insel, gewidmet und zeigt eine Ausstellung einiger seiner Gemälde. Es wurde 1998 durch den Umbau von Høsts altem Haus eingerichtet, in dem er von 1929 bis zu seinem Tod 1966 lebte und malte und in dem er die meisten seiner Gemälde zu den nordischen Themen Licht und Landschaft schuf. Selsø befindet sich auf einer Höhe von 19 Metern[. Oluf Høst war der einzige gebürtige Bornholmer unter den Künstlern, die die Bornholmer Malerschule bildeten. Inspiriert von der einzigartigen Landschaft und dem Licht der Insel, entwickelte er einen unverwechselbaren Stil der klassischen Moderne. Obwohl Høst in Kopenhagen studiert hatte, kehrte er 1929 für den Rest seines Lebens nach Bornholm zurück. Bognemark, ein kleines Bauernhaus in der Nähe von Gudhjem, war eines von Høsts Lieblingsmotiven, ebenso wie die winzige Räucherkammer im nahe gelegenen Hafen von Nørresand. Von 1935 an malte er den Bauernhof etwa 200 Mal unter verschiedenen Bedingungen und zu verschiedenen Jahreszeiten, oft entsprechend seiner jeweiligen Stimmung. Obwohl er sich von Cézanne inspirieren ließ, waren seine Bilder in der "Darstellung von Lichtern und Stimmungen" deutlich skandinavisch geprägt: Seine Lichter waren Sonnenuntergänge, Dämmerung oder Mondnächte und Landschaften, oft mit sommerlichen Badenden oder winterlichen Meeresansichten in nordischer Tradition. Das Museum wurde im Juni 1998 eröffnet.

NaturBornholm in Aakirkeby ist ein sogenanntes "Interpretationszentrum". Es ist der Geologie und Naturgeschichte der Insel gewidmet. Es wurde am 16. Mai 2000 eingeweiht. Das Museum wurde von Henning Larsen entworfen. Für das Gebäude wurden Gabionen verwendet. Diese Technik, die ursprünglich aus dem Ingenieurwesen stammt, wurde von Herzog und de Meuron bei der Gestaltung des Weinguts Domus im Napa Valley eingeführt.

Architektur

Wie ganz Dänemark ist Bornholm reich an mittelalterlicher Baukunst. Vier der sechs Rundkirchen des Landes befinden sich auf Bornholm und sind mittlerweile zum Wahrzeichen der Insel geworden. Die Østerlarskirke, die größte der Kirchen, die Olskirke, die Nylarskirke und die Nykirke waren wohl als Wehranlagen errichtet worden, dienten aber gleichzeitig mehreren Zwecken. Auch die übrigen, im romanischen Stil erbauten Kirchen Bornholms, sind einen Besuch wert. Die eindrucksvolle Ruine der Burg Hammershus ist in ihren Ausmaßen einmalig in Nordeuropa und mit das einzige Zeugnis eines einstigen kleinen Königreichs auf Bornholm. Glanzvolle Bauwerke aus jüngerer Zeit sind spärlich gesät. Ausnahmen sind vielleicht die 1932 aus roten Ziegeln errichtete, katholische Rosenkrankskirke in Aakirkeby und das Anfang der 90er Jahre erbaute Bornholmer Kunstmuseum, dessen Architektur nach wie vor umstritten bleibt.

Hammershus war eine stark befestigte Burg an der Nordwestseite der Insel. Heute ist es einer der größten zusammenhängenden Burgruinen-Komplexe Nordeuropas. Sie liegt auf einer Klippe 74 Meter über dem Meer und ist von einer 750 Meter langen Ringmauer umgeben. Seit dem Übergang Schonens von Dänemark an Schweden im 17. Jahrhundert liegt sie Deutschland und Schweden näher als dem übrigen Dänemark. Die Burg wurde im Laufe des 13. Jahrhunderts errichtet und war bis ins 16. Jahrhundert hauptsächlich im Besitz der Erzbischöfe von Lund. Bei den Kämpfen zwischen den Erzbischöfen und den dänischen Königen um die Vorherrschaft auf Bornholm ging die Burg mehrfach an letztere über, zum Beispiel 1259, 1265, 1319 und 1325. 1521 kam sie in den Besitz von Christian II., der hier den Bischof Jens Andersen Beldenak gefangen hielt. Im gleichen Jahr wurde die Burg von der Lübecker Hanse erobert.

In den Kämpfen zwischen Christian II. und seinem Nachfolger Frederik I. erhielt Frederik Unterstützung durch eine Lübecker Flotte und musste als Entschädigung 1525 Bornholm für 50 Jahre an Lübeck verpfänden. Während dieser Zeit war Hammershus Sitz der Lübecker Vögte und wurde besonders unter dem Lübecker Vogt Bernt Knop (1525 bis 1543) zur größten Burganlage Nordeuropas ausgebaut.[2] Letzter Lübecker Amtmann auf Bornholm war von 1573 bis zur Rückgabe der Insel der Ratsherr Mattheus Tidemann. Als 1575 das Pfand abgelaufen war, wurde Bornholm ein Lehen der dänischen Krone. Der Lehnsmann hatte die Burg als Residenz, musste sie aber auch erhalten. Das hatte zur Folge, dass die Burg langsam verfiel; die Lehnsmänner zogen es vor, in Rønne oder einem der großen Höfe der Insel zu wohnen.

Im Jahr 1658 war Hammershus kurzzeitig von Schweden besetzt, doch nach einem Aufstand der Bornholmer Bevölkerung mussten diese die Burg wieder verlassen. Zwischen 1660 und 1661 wurde Leonora Christina, die Tochter des dänischen Königs Christian IV., mit ihrem Mann, dem Staatverräter Corfitz Ulfeldt, in Hammershus festgehalten. Auch später diente die Burg oft als Staatsgefängnis. Im Jahr 1743 wurde die Burg aufgegeben. Infolgedessen wurden Teile des Komplexes zur Gewinnung von Baumaterial abgerissen, bis die Ruine 1822 durch einen königlichen Erlass unter Denkmalschutz gestellt wurde. Im Jahr 1890 begannen erste Konservierungsmaßnahmen, die sich mit Unterbrechungen bis zum heutigen Tag fortsetzten. Die Ruine ist heute ein beliebtes Touristenziel.

Die Anlage besteht aus einem Innenhof und zwei Außenhöfen. Beherrscht wird die Festung durch einen riesigen, rechteckigen Donjon. Der Innenhof konnte durch einen quadratischen Torturm erreicht werden. Er ist durch eine neun Meter hohe Ringmauer mit Flankentürmen geschützt. Die einzelnen Gebäude lehnten an die Innenwand der Mauer. Ein Wachtturm und eine kleine Schlucht verhinderten ein unbemerktes Näherkommen.

Die Burg Gamleborg bedeckt eine Fläche von 2,5 ha und liegt fast genau in der Mitte Bornholms auf einem leicht unebenen, 21 m hohen Plateau im Wald von Almindingen, dem größten Wald Bornholms, 6 km nördlich von Aakirkeby. Von Norden nach Süden beträgt die Ausdehnung der Burg 270 m, von Westen nach Osten 110 m. Gamleborg, das älteste heute noch existierende Steingebäude Bornholms, wurde vermutlich im 9. Jahrhundert zur Zeit der Wikinger erbaut. Es war nicht nur eine Fliehburg war, sondern diente als dauerhafter Wohnsitz. Bei archäologischen Untersuchungen fand man hier Glasperlen und Schmuck aus dem 9. Jahrhundert sowie Webgewichte, Hufeisen und Steigbügel aus dem 11. Jahrhundert. Ebenso entdeckte man Spuren eines Großbrandes aus der Wikingerzeit, jedoch keinen Anhalt für Kämpfe oder Brände aus späteren Jahrhunderten. Im 9. Jahrhundert fiel ganz Bornholm an Dänemark. Möglicherweise wurde Gamleborg der Herrschaftssitz, wofür die zentrale Lage der Burg spräche. Dass bei archäologischen Ausgrabungen u. a. Glasperlen und anderer Schmuck gefunden wurde, könnte darauf hinweisen, dass die Bewohner der Burg der gehobenen Schicht der Bevölkerung angehörten. Um 1100 wurde die Burg durch eine 2 m dicke und bis zu 6 hohe Mauer im Westen verstärkt, dabei wurde das Südtor zugemauert und durch ein Tor aus Granit mit Mörtel im Südwesten der Burg ersetzt, vor dem sich möglicherweise eine Zugbrücke befand. Um 1150 wurde Gamleborg aufgegeben.

Architektonisch erinnert die Gamleborg an die Wallburg Borge sowie an die Torsburg auf Gotland. Erhalten ist in erster Linie die 275 m lange und bis zu 6 m hohe Burgmauer aus Bruchsteinen und kleineren Findlingen, die im Westen der Anlage errichtet wurde und auf der sich möglicherweise Palisaden befanden. An den anderen Seiten wurde die Burg nicht durch eine Mauer begrenzt, da sich dort steile Abhänge befinden, die einen natürlichen Schutz bildeten. Auch der Graben, der um die Burg herumführt, ist noch heute gut erkennbar. Im Norden der Anlage ist am höchsten Punkt der Burg das Haupttor erhalten, neben dem die Reste eines viereckigen Turmes entdeckt wurden. Ein weiteres, jüngeres Tor aus Granit ist im Südwesten der Burg erhalten, hier befand sich möglicherweise eine Zugbrücke. Die genaue Lage der Wohngebäude im Inneren der Burg, das heute von dichtem Pflanzenbewuchs bedeckt ist, ist bis heute unbekannt. Gut erkennbar ist jedoch noch heute die Lage einer Wasserstelle im Nordwesten des ummauerten Bereiches. Die jüngere Burg Lilleborg liegt nur knapp einen Kilometer entfernt. In der Nähe der Burg Gamleborg befindet sich im Wald Almindingen ebenfalls das bekannte und viel besuchte Echotal Ekkodalen.

Eine weitere Anlage mit dem Namen Gamleborg liegt östlich in den Paradiesbakkerne (bei Gryet).

Die "kleine Burg" Lilleborg entstand Mitte des 12. Jahrhunderts als königliche Befestigung im heutigen Waldgebiet Almindingen. Sie wurde anstelle eines früheren Königsitzes, der nicht einmal einen Kilometer entfernten Wikingerfestung Gamleborg, errichtet, die etwa zur selben Zeit aufgegeben wurde. Die Burg liegt auf einem 16 Meter hohen Hügel, der im Mittelalter vollständig vom See Borresø umgeben war. Nur über eine von einem Turm gesicherte Zugbrücke war der Zugang zur Burg möglich. Auf diese Weise war die Lilleborg gut zu verteidigen. Mit ihrem Bau wollte der dänische König der Burg Hammershus, von der aus der mächtige Erzbischof Eskil von Lund den Großteil der Insel beherrschte, seinen eigenen Anspruch auf Bornholm entgegensetzen. Lilleborg war zwar deutlich kleiner, aber besser zu verteidigen als Gamleborg. Als Bauherr kommen Sven III. Grathe, Knut V. Magnusson oder Waldemar I. der Große, der von 1157 bis 1182 regierte, infrage. Von den beiden letzteren wurden Münzen gefunden. Der Machtkampf zwischen Kirche und König führte auch zur Zerstörung der Burg: 1259 kam Fürst Jaromar II. von Rügen dem von König Christoph I. gefangengesetzten Erzbischof Jakob Erlandsen zur Hilfe und brannte die Lilleborg nieder. Es wurden jedoch Münzen nach dieser Zeit gefunden, was darauf hindeutet, das die Burg auch nach der Zerstörung bewohnt wurde. Auf einem Stein der zerstörten Burg sind Schälchen zu erkennen, die auf dem Stein waren, bevor er zum Baumaterial der Burg wurde.

Die in Aakirkeby befindliche, für den Ort namengebende Aa Kirke (in wörtlicher Übersetzung "Bach-Kirche", so genannt nach zwei in der Nähe vorbeifließenden Bächen) ist die größte und älteste Kirche auf Bornholm. In dieser einstigen Hauptkirche der Insel tagte viele Jahrhunderte das Bornholmer Landsting. Ihr Patron ist Johannes der Täufer, dem zu Ehren das Gotteshaus ursprünglich den Namen Sankt Hans Kirke trug. Die Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in mehreren Bauphasen aus Grünsandstein und Silurkalk im romanischen Stil erbaut. Die ältesten Bereiche sind Chor und Apsis, die jüngsten das um 1220/25 errichtete Waffenhaus, eine der wenigen romanischen Vorhallen in Dänemark. Der Kirchturm hat zwei querstehende Satteldächer mit kleinen Staffelgiebeln. Wertvollster Inventargegenstand ist das um 1200 entstandene Taufbecken des gotländischen Meisters Sighraf aus sprödem Sandstein. Die im Hochrenaissance-Stil gehaltene Kanzel ist ein Werk des schonischen Bildhauers Jacob Kremberg vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Der Altar mit der Jahreszahl 1608 stammt aus der gleichen Werkstatt.

Auf Bornholm gibt es insgesamt 22 Landeskirchen (Folkekirchen). Dazu kommen mehrere Freikirchen, zwei katholische Kirchen und zahlreiche Missionshäuser, die über die Insel verteilt sind. Neben der Aa Kirke hervorzuheben sind die vier Rundkirchen von Østerlars, Olsker, Nylars und Nyker. Die alljährlich von rund 120.000 Menschen besuchte Østerlars Kirke in Gudhjem ist in romanischem Stil gehalten. Diese größte der Rundkirchen wurde ursprünglich nach dem Schutzheiligen St. Laurentius von Rom (dänisch Sankt Lars) benannt und erstmals am 30. August 1332 in einem Dokument an den päpstlichen Stuhl erwähnt. Um 1600 wurde dem Namen ein „Øster“ vorangestellt, um sie deutlich von der Nylars-Kirche zu unterscheiden, sie heißt seitdem Østerlars Kirke. Die Rundkirche wurde um 1160[5] unter der Herrschaft von König Waldemar (1157 bis 1182) als Wehrkirche errichtet, die der Bevölkerung im Gefahrenfall als Zufluchtsstätte diente. Aufgrund der geografischen Lage der Insel Bornholm war die Bevölkerung besonders räuberischen Angriffen von See her ausgesetzt, die in der Zeit insbesondere von den Wenden ausgingen, welche um die Vorherrschaft im südlichen Ostseeraum gegen Dänen und Deutsche kämpften. Die Rundkirche ist von einer festungsartig verstärkten Außenmauer umschlossen (16 Meter im äußeren Durchmesser). Das rund 2,15 Meter starke Mauerwerk besteht auf der Außen- und Innenseite aus Granit, der Zwischenraum wurde mit Kies und Erde aufgefüllt. Die ursprünglichen romanischen Fenster wurden nach der Reformation vergrößert. Der Innenraum der Rundkirche hat einen Durchmesser von 13,2 Metern. Die Decken- und Dachlasten werden von der Außenmauer und dem ringförmigen, offenen Mittelpfeiler aufgenommen (ca. 6 Meter im äußeren Durchmesser). Im Innenraum des Mittelpfeilers wurde 1955 im Rahmen einer umfassenden Restaurierung der Kirche eine Taufkapelle eingerichtet.

Die Rundkirche besteht aus drei Ebenen. Die unterste Ebene bildet den Kirchenraum (das Rundschiff). Die beiden oberen Stockwerke sind nur durch enge, gut zu verteidigende Aufgänge erreichbar. Die zweite Etage diente als Schutzraum für die Bevölkerung und in Friedenszeiten als Lagerraum für die Bauern. Die dritte Ebene war für die Verteidigung gegen Angreifer ausgestaltet. Eine Rekonstruktion von Charles Christensen von 1939 zeigt die Østerlars-Kirche als Wehrkirche, die obere (dritte) Ebene hat einen umlaufenden Wehrgang und darüber erhoben sich zwei weitere Plattformen. Die Vorhalle und das charakteristische Kegeldach erhielt die Rundkirche erst im späten Mittelalter. Auch die sieben äußeren Stützpfeiler wurden erst später zur Stabilisierung des Gebäudes hinzugefügt, die erstmals in Skizzen im dänischen Atlas von dem dänischen Historiker Peder Hansen Resen etwa 1675 dargestellt sind. Die heutige Gebäudestruktur ist in drei Querschnitten und einem Längsschnitt im Detail dargestellt. Zur Kirche gehören drei Runensteine: Einer ist als Türsturz des Nordportals eingebaut, einer (um 1100) steht in der Vorhalle und einer (um 1070) vor dem Gebäude. Auf dem Kirchhof, etwa 20 Meter westlich der Kirche, befindet sich der Glockenturm, der zunächst die Verteidigung der Anlage unterstützen sollte. Sonarmessungen ergaben einen Hinweis auf einen 12,5 m langen und 2 m hohen Raum unter der Kirche, doch untersagt der Kirchenrat bis heute weitergehende Untersuchungen. Dieser Befund gibt Anlass für Spekulationen, dass sich dort der verlorene Schatz der Tempelritter befinden könnte.

Die Kanzel ist eine Renaissancearbeit von 1595. Die Orgel stammt von Marcussen und Sohn in Åbenrå. Das Altarbild ist ein Schnitzwerk aus der Renaissance von etwa 1600, die beiden modernen Gemälde wurden 1955 statt der ursprünglichen (heute in Bornholms Museum) angebracht und stammen von Paul Høm. Das romanische Taufbecken aus Granit wurde von der Kirchengemeinde Rø erworben; da der originale Fuß unauffindbar war, wurde es auf einem gemauerten Sockel gestellt. Am Mittelpfeiler der Rundkirche befinden sich Fresken, die 1882 entdeckt und 1889 von Professor Kornerrup restauriert wurden.

Die Sankt Ols Kirke in Olsker erhielt ihren Namen nach dem heiliggesprochenen norwegischen König Olav II. Haraldsson. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert, eine genaue Datierung ist nicht bekannt. Sie befindet sich auf dem höchsten Punkt der Umgebung, der einen guten Überblick über die Nordküste der Insel bietet, und wurde als Wehrkirche konzipiert, die der Bevölkerung bei Überfällen von Seeräubern als Schutz- und Verteidigungsort diente. Die Rundkirche hat drei Stockwerke, die von einer festungsartig verstärkten Außenmauer umschlossen sind. Die Außenmauer nimmt zusammen mit dem Mittelpfeiler im Innenraum der Kirche die Decken- und Dachlasten auf. Auf hölzerne Deckenbalken wurde verzichtet, um die Brandgefahr zu mindern. Der Name Sankt Ols Kirke wird erstmals im Testament des Erzbischofs Niels Johnsen vom 3. Februar 1379 erwähnt. Danach sollte die Kirche einen Silberlöffel erhalten. Die aufwändige hölzerne Dachkonstruktion für das charakteristische Kegeldach erhielt die Rundkirche erst im späten Mittelalter, sie ist damit 26 m hoch. Die zwei großen Außenstützen wurden 1826 angebaut, da die Kirche abzurutschen drohte. Der Untergrund ist nicht vollständig massiv. 1934 wurden die Grundmauern erneuert.

Am Mittelpfeiler im Innenraum der Rundkirche sind von den originalen Fresken nur noch wenige erhalten wie die floralen Verzierungen. Die Kanzel stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist damit eine der ältesten des Landes. An den Rundbau schließt sich im Osten ein Chor mit einer Apsis an, in der sich der Altar befindet, auf dem ein 1950 von dem Bildhauer Gunnar Hansen geschaffenes Relief aus Keramik steht, das die Frauen am Grabe Jesu darstellt. Die oberen Stockwerke sind nur durch enge, gut zu verteidigende Aufgänge erreichbar. Der zweite Stock diente als Schutzraum für die Bevölkerung und in Friedenszeiten als Lagerraum für die Bauern. Die dritte Ebene war für die Verteidigung gegen Seeräuber ausgestaltet, die über die Ostsee auf die Insel kamen. Im umlaufenden Mauerwerk befinden sich ein Meter breite Schießscharten, die Mauerkrone war mit Zinnen versehen. Oberhalb der Schießscharten sind umlaufend 22 Löcher vorhanden, in die Auslegerbalken gesteckt wurden, um darauf eine Hängegalerie für eine zusätzliche Verteidigungsebene zu erhalten. Ein Flachdach bildete die Abdeckung des Gebäudes, das ursprünglich nur 13 Meter hoch war.

Die Nylars Kirke im Ort Nylars. Sie wurde um 1335 nach dem heiligen Nikolaus benannt. Sie wurde um 1165 unter der Herrschaft von König Waldemar (1157 bis 1182) erbaut. Sie gilt als die am besten erhaltene der vier Bornholmer Rundkirchen und hat als einzige keine Stützmauern. Sie ist von einer festungsartig verstärkten Außenmauer umschlossen, die zusammen mit dem Mittelpfeiler die Decken- und Dachlasten aufnimmt. Die Rundkirche hat drei Stockwerke. Das unterste Stockwerk bildet den Kirchenraum (das Rundschiff) mit einem Innendurchmesser von 11 m. Die beiden oberen Stockwerke sind nur durch enge, gut zu verteidigende Aufgänge erreichbar. Der zweite Stock diente als Schutzraum für die Bevölkerung und in Friedenszeiten als Lagerraum für die Bauern. Die dritte Ebene war für die Verteidigung gegen Seeräuber ausgestaltet, die über die Ostsee auf die Insel kamen. Eine Rekonstruktion von Charles Christensen von 1939 zeigt die Nylars-Kirche als Wehrkirche, die obere (dritte) Ebene hat einen umlaufenden Wehrgang, und darüber erhoben sich zwei weitere Plattformen. Das charakteristische Kegeldach erhielt die Rundkirche erst im 16. Jahrhundert. In der Vorhalle aus dem Jahre 1879 stehen zwei Runensteine. Hinter der Kanzel befindet sich ein Fenster mit einer Glasmalerei, die eine Sanduhr und die lateinische Inschrift „ultima latet“ zeigt, das heißt übersetzt: "die letzte (Stunde) ist verborgen". Im Jahr 1882 wurde das Innere der Kirche unter Leitung von Mathias Bidstrup renoviert, dabei wurden Altar und Kanzel erneuert. Die Kirche hat das einzige erhaltene romanische Fenster einer Bornholmer Rundkirche; mit den Maßen 52 mal 27 cm ist es so klein, dass kein Erwachsener hindurchklettern konnte. Der Mittelpfeiler ist mit Fresken bemalt, die auf ca. 1250 datiert werden. Sie zeigen Szenen von der Erschaffung Adams und Evas bis zur Vertreibung aus dem Paradies. Der etwa 5 mal 7 Meter messende Glockenturm steht rund 13 Meter westlich der Kirche.

Die Ny Kirke ("Neue Kirche") in Nyker gilt unter den vier Rundkirchen auf Bornholm als die jüngste und ist als einzige mit nur zwei Stockwerken die kleinste. Sie ist nach allen Heiligen, die am 1. November gefeiert werden, benannt. Die Rundkirche ist in romanischer Zeit zwischen 1150 und 1250 erbaut worden. Wie die anderen Rundkirchen ist sie als Wehrkirche mit einem flachen Plankendach zur Verteidigung errichtet worden. Das Kegeldach, die beiden äußeren Stützmauern und die Vorhalle erhielt sie erst im späten Mittelalter. Detaillierte Darstellungen der Kirche in Form von Grundrissen, Schnitten und Ansichten (von Charles Christensen, 1939) finden sich in. Der Glockenturm steht, wie auf Bornholm üblich, frei auf dem Friedhofsgelände; das untere Stockwerk ist aus Stein, das im 16. Jahrhundert gebaute Glockengeschoss aus Fachwerk, das hier besonders reich und dicht ist und sicher einmal einen Fußbalken hatte. Von den zwei Glocken wurde die kleinere 1639 für eine Kirche in Schonen gegossen, das damals zu Dänemark gehörte, die größere um 1725 in Lübeck.

Der Innenraum der Kirche (das Rundschiff) ist durch den Mittelpfeiler geprägt, der mit der Außenmauer die Decken- und Dachlasten aufnimmt. Die Kanzel ist mit Schnitzereien über biblische Szenen versehen, die von dem Flensburger Bildschnitzer Heinrich Ringerink geschaffen wurden. Über der Kanzel befindet sich ein Stundenglas (vier Sanduhren) aus dem Jahr 1690, das an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern soll. An der Innenwand zum Chor ist ein großes Weihekreuz in roter Farbe zu sehen. An den Rundbau schließt sich der Chor mit dem Altar und dem Taufbecken an. In der Vorhalle befinden sich ein Runenstein, ein Grabstein und eine Holztafel mit Münzen. Der Grabstein zeigt ein Relief von der Auferstehung Christi sowie eine Inschrift zum Andenken an den Pfarrer Jens Nilsøn, der im März 1648 starb. Die Holztafel zeigt Kopien alter Münzen (von 1286 bis 1815), die bei Restaurierungsarbeiten der Kirche um 1960 im Fußboden der Kirche gefunden wurden. Auf dem Mittelpfeiler befinden sich gut erhaltene Wandmalereien, sie stellen in 13 Feldern die Passionsgeschichte dar und stammen aus der Zeit um 1300. Die (teils wieder übermalten) Malereien an den Wänden sind jünger, die Malereien über dem Chorbogen sind die jüngsten und stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Die Østermarie Kirke in Østermarie, 5 km östlich von Østerlars und 8 km westlich von Svaneke ist eine der beiden mittelalterlichen Marienkirchen der Insel. Um sie zu unterscheiden, wurde die westliche Kirche Vestermarie Kirke und die östliche Østermarie Kirke genannt. Beide gaben den umliegenden Ortschaften ihre Namen: Vestermarie und Østermarie. In einer Urkunde aus dem Jahr 1403 ist von der „östlichen Gemeinde der Heiligen Jungfrau“ die Rede, woraus man schließen kann, dass es dort eine Marienkirche gab. Die Kirche gehörte bis zur Reformation zum Erzbistum Lund und war anschließend bis ins 19. Jahrhundert hinein königlicher Besitz. Die romanische Kirche stammte wohl aus dem 13. Jahrhundert. Sie bestand aus Schiff, Chor, Apsis und einem breiten Westturm, sowie zwei etwas später angebauten Waffenhäusern südlich und nördlich des Schiffs. Die alte Kirche besteht aus Feldsteinen und Kalksteinquardern. Zum Bau wurden auch einige Runensteine verwendet, einer davon als Schwelle. Diese Runensteine befinden sich heute auf dem Friedhof neben der Kirche. Die Besonderheit des Bauwerkes war das schwere Zwillingsgewölbe des Schiffs, ein doppeltes Tonnengewölbe, das ganz aus Stein bestand und von zwei Säulen getragen wurde. Gedeckt war das Dach mit Sandstein aus Nexø. Derart massive Steindächer kommen bei irischen Kirchen häufig vor, sind aber in Skandinavien sehr selten. Tonnengewölbe in den Rundschiffen der Bornholmer Rundkirchen sind dagegen bekannt. Die Kirchenruine zeigt noch Rudimente dieser Konstruktion. Im Inneren war die Kirche im Spätmittelalter mit Fresken ausgemalt gewesen. Die Malereien wurden unter König Christian IV. 1636 teilweise erneuert. Am Rand des Friedhofs stand ein separater massiver Glockenturm, der ursprünglich auf dem Kirchhof als Torturm diente. Der Glockenturm war bereits 1871 teilweise zusammengebrochen. 1880 ergaben Untersuchungen des baulichen Zustandes des vierstöckigen Kirchturms, dass auch dieser nicht mehr sicher und eine Renovierung kaum möglich war. 1885 beschloss man der Abriss der alten Kirche und den Bau der neuen Kirche, da aufgrund der liturgischen Anforderungen auch eine Erweiterung der Kirche notwendig geworden war. Beim Abbruch des Kirchturms wurde festgestellt, dass das Fundament ursprünglich für einen schmaleren Turm gelegt worden war.

Der bereits eingeleitete Abbruch der Kirche wurde jedoch auf Anweisung einer Sondererhebung der Bornholmer Kirchen zur Erhaltung der mittelalterlichen Bornholmer Kirchen gestoppt. Die Kirchenruine wurde daraufhin unter der Aufsicht des dänischen Nationalmuseums unter Denkmalschutz gestellt. Apsis, Chor und ein Teil des Kirchenschiffs blieben erhalten. Der Altaraufbau wurde in Bornholms Museum gebracht. Der Taufstein von 1250 wurde in die neue Kirche übernommen. Die Kanzel wurde aus Teilen der von König Friedrich II. gestifteten renaissancezeitlichen Kanzel der alten Kirche zusammengesetzt. Die heutige Østermarie-Kirche wurde 1891 nach Entwürfen des dänischen Architekten Andreas Clemmensen im neuromanischen Stil und in der Form einer Kreuzkirche errichtet. Das schlichte Mauerwerk besteht aus geschliffenen Blöcken des dunklen Paradise-Granits. Die neue Kirche befindet sich an der Stelle des alten Glockenturms. Sie wurde 1964 restauriert und von dem Bornholmer Maler Paul Høm mit einem neuen Farbschema versehen.

Die Sankt Nicolai Kirke in Rønne stammt aus dem Jahr 1275 und wurde 1918 grundlegend umgebaut. Sie gehört zum evangelisch-lutherischen Bistum Kopenhagen. Um 1275 wurde die erste, kleinere Kirche von Rønne gebaut. Sie war nur eine kleine Sommerkapelle, während die Hauptkirche Sankt Knuds in der Kirchengemeinde (dänisch Sogn) Knudsker Sogn stand. Die Salomons Kapel stand als weitere Sommerkapelle in Hammerknuden. Hammerknuden oder Hammeren wird die Nordspitze Bornholms genannt. Dort befindet sich auch die Burgruine Hammershus. Von der ursprünglichen Grundmauer der Nicolaikirche von 1275 sind in der Nordwestecke des heutigen Kirchenschiffs einige Meter erhalten geblieben. Um 1350 wurde ein großer Anbau auf der Westseite der Kirche ausgeführt und die Länge der Kirche damit fast verdoppelt. Ein Teil der heutigen Nordmauer stammt noch aus dieser Zeit. Aus dieser Zeit sind auch der Taufstein der Kirche, eine gotische Frauentür und das Weihekreuz erhalten geblieben. Unter dem Weihekreuz sind 63 Silbermünzen aus der Zeit der Einweihung der Kirche eingemauert. Der Taufstein wurde auf Gotland in Kalkstein gefertigt. Im späten Mittelalter wurde die Kirche mit einem neuen fünfeckigen Chor erweitert. Der große Grundstein des ursprünglichen Chors ist in der Nordmauer des heutigen Chors noch erhalten geblieben. 1550 wurde am westlichen Ende der Kirche ein Turm gebaut, der 1699 umgebaut wurde. Eine Pesttafel (etwa um 1600) befindet sich heute im Bornholms Museum. Um den Platz in der Kirche zu vergrößern, wurden Emporen gebaut, die für die Kinder und die Dienerschaft bestimmt waren. Die Pax’sche Empore mit Bildern vom Leidensweg Jesu ist erhalten geblieben. Pax war der Name des Stifters, der ursprünglich Michel Nielsen hieß. Er war auf Rønne geboren und nach Pommern ausgewandert. Dort arbeitete er sich auf einem Gutshof empor und heiratete nach dem Tod des Gutsherren dessen Witwe, wobei er mit dem Gut auch den Namen des verstorbenen Gutsherren Pax übernahm. Er stiftete 1721 die Pax’sche Empore. Sie war ursprünglich gegenüber der Kanzel an der Nordmauer angebracht und den vornehmsten Bürgern der Stadt vorbehalten. Ansonsten blieb die spätmittelalterliche Kirche bis 1797 unverändert. 1797 wurde der heutige Nordflügel gebaut und gleichzeitig die Orientierung der Kirche geändert: Der Nordflügel wurde zum Hauptschiff, der Altar wurde dem Nordflügel gegenüber an die Südwand gesetzt und die Kanzel über den Altar gebaut. 1915 bis 1918 erfolgte der große Umbau der Kirche. Man ließ die Nordmauer und den Nordflügel stehen, machte aber das alte Schiff um zweieinhalb Meter breiter und entsprechend höher, orientierte die Kirche wieder nach Osten und baute spiegelbildlich zum Nordflügel einen Südflügel, sodass die Kirche einen kreuzförmigen Grundriss bekam. Außerdem ersetzte man den alten Turm durch eine Kopie im richtigen Größenverhältnis. Schiff und Chor wurden eingewölbt, im Schiff ruht das Gewölbe auf Granitsäulen vor den Emporen. Das heutige Kirchengebäude wurde am 26. Mai 1918 eingeweiht. Eine weitere Restaurierung erfolgte 1982 bis 1983, dabei wurde der Fußboden mit Paradisbakke-Granit (Paradisbakke-Migmatit) ausgekleidet.

Beim großen Umbau der Kirche 1915 bis 1918 wurde ein Holzaltar mit Holzschnitzereien des Bornholmer Holzschnitzers Christian Koefoed (1882 bis 1958) aufgestellt. Die Vorderseite des Altars stellt das Gotteslamm mit der Siegerfahne dar. Eine Gedichtzeile von N. F. S. Grundtvig – „Der Lebensbaum sprießt aus der Wurzel des Kreuzes“ – ist in den Holzschnitzereien an der Kanzel umgesetzt. Die Endstücke der Kirchenbänke sind verschieden geschnitzte Kreuze. Alle Holzschnitzereien wurden von Koefoed ausgeführt. Im Kirchenschiff hängt ein Modell der Fregatte „Dannebrog“ von 1873. Ein kleineres Schiffsmodell, die „Thetis“, benannt nach der Meeresnymphe Thetis aus der griechischen Mythologie, ist ein Geschenk aus dem Jahre 1969. Es wird in einer Prozession beim jährlichen Gedenkgottesdienst zu Ehren der ums Leben gekommenen Seeleute und Fischer mitgeführt. Der große Kronleuchter in der Kirche wurde 1620 in Lübeck angefertigt.

Ihre erste Orgel bekam die Kirche 1638 als Geschenk der Brüder Jeppe und Lars Hansen und war bis 1806 in Gebrauch. Die nächste Orgel wurde 1829 an die Kirche in Allinge-Sandvig verkauft. 1829 baute der dänische Orgelbauer Hans Friderich Oppenhagen (1764–1833) eine neue Orgel, die dann bis 1899 benutzt wurde. 1899 bauten die Fa. A. H. Busch & Söhne (Kopenhagen) eine neue Orgel mit 18 Stimmen. 1931 wurde diese Orgel von Theodor Frobenius & Co. ausgebaut. 1961 wurde sie durch eine neue Orgel von Theodor Frobenius ersetzt. Nach weiteren Umbauten im Jahre 1990 hat die Orgel heute 51 Stimmen, vier Manuale und Pedal. Seit 2010 besitzt sie ein neues Setzersystem mit 7680 Kombinationsmöglichkeiten. Die Glasmosaiken an den Chorfenstern und am Fenster an der Kanzel aus dem Jahre 1954 sind von Prof. Kresten Iversen (1886 bis 1955). Sie stellen das Gleichnis vom Sämann dar. Etwa um 1550 wurde die Kirche mit einer Bildreihe der 12 Apostel ausgestattet. Erhalten geblieben ist jedoch nur noch das Fresko, das Judas Thaddäus zeigt. Es befindet sich über dem Taufstein. Die Kirche hat drei Glocken.

Die Sankt Knuds Kirke liegt etwa 3 km östlich von Rønne auf einem Hügel mit Aussicht über Rønne und ist nach dem dänischen König Knut IV. dem Heiligen (Regierungszeit 1080 bis 1086) benannt, der 1101 heiliggesprochen wurde. Die Kirche ist die kleinste romanische Kirche auf Bornholm. Apsis, Chor und Schiff wurden um 1150 erbaut, der Turm etwas später, aber noch zu romanischer Zeit. Der ursprüngliche Turm war ein schmaler Festungsturm und nicht zur Aufhängung von Glocken geeignet; vielleicht gab es einen hölzernen Glockenständer außerhalb der Kirche, von dem aber keine Spuren erhalten sind. 1878 wurde der Turm umgebaut, seitdem hängen darin zwei Glocken, eine von 1460 und eine von 1702. Das Schiff wurde zweimal erhöht, zuletzt 1906. Nord- und Südportal sind erhalten; die Vorhalle vor dem Südportal wurde später angebaut, enthält aber vielleicht romanische Mauerreste. Über dem Südportal ist ein Runenstein eingemauert. Das Nordportal ist heute zugemauert, mit einer Replik der erhaltenen Pforte davor, das Original hängt in der Kirche an der Wand.

Die Kirche ist aus Feldsteinen erbaut, Sockel, Gebäudekanten und die Umrahmungen von Türen und Fenstern sind aus Kalkstein. Die Apsis ist mit Blei gedeckt, der Chor mit Ziegeln, Schiff und Vorhalle mit Schiefer und der Turm mit Eisenblech. Die Apsis hat ein Halbkugelgewölbe, der Chor ein Tonnengewölbe, das Schiff eine flache moderne Holzdecke. Der Chorbogen ist von zwei Seitenaltarnischen umgeben, die linke ist intakt, die rechte durch den Aufgang zur Kanzel durchbrochen. Die noch zu romanischer Zeit erbaute Westwand des Schiffs trägt die Ostmauer des heutigen Turms, sie öffnet sich mit einer flachen Arkade. Dahinter liegt die ursprüngliche Westwand des Schiffs mit zwei niedrigen Arkaden. Der Altar ist mittelalterlich. Der Altaraufsatz von 1596 im Stil der Renaissance hat zwei Felder mit Gemälden von 1762: links ist die Opferung Isaaks dargestellt, rechts die Kreuzigung Christi. Die Kanzel mit Schalldeckel und die Gemälde ihrer vier Felder wurden zusammen mit dem Altaraufsatz geschaffen. Die Felder zeigen die Evangelisten und ihre Symbole, von links nach rechts Matthäus mit dem Menschen, Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit dem Adler. Die Felder sind von fünf naiv geschnitzten Hermen mit Körpern aus Früchten umgeben. Das romanische Taufbecken aus Granit stammt aus der Erbauungszeit der Kirche. Die Orgel wurde 1955 von der Firma Frobenius Orgelbyggeri in Kopenhagen erbaut.

Die Hasle Kirke befindet sich auf einem Hügel im Osten von Hasle. Die wohl im 15. Jahrhundert errichtete Kirche bestand ursprünglich nur aus einem etwa 30 m langen, einfachen spätgotischen Langhaus mit einem dreiseitigen Abschluss am östlichen Ende. Die Wände sind etwa 3 m hoch und aus Feldsteinen gemauert und weiß verputzt. Die 1569 als Hasle-Kapelle (Hasle Capell) urkundlich erwähnte Kirche gehörte bis zur Reformation zum Erzbistum Lund und unterstand anschließend dem König. Spätestens seit 1600 wurde das Kirchspiel von dem Pastor der Ruts Kirke mitverwaltet. Der bekannteste Pastor war Povl Ancher, in dessen Pfarrhaus in Hasle sich 1658 die Aufständischen gegen die schwedische Besatzung versammelten. Der Turm wurde 1758 am westlichen Ende aufgesetzt und die südliche Vorhalle wurde 1882 vor das Südportal angebaut. Im Jahr 1887 wurde der Haupteingang an das westliche Ende des Gebäudes unter den Turm verlegt. Die Holzfenster stammen aus der Zeit um 1833. Unter dem Fenster an der Südseite des Polygonalabschlusses befindet sich eine große Nische. Die gewölbte Decke stammt aus dem Jahr 1847.

Der Taufstein wurde aus Kalkstein von Gotland gefertigt. Er besitzt eine breite flache Schale mit einem konischen Boden und ist an den schrägen Seiten mit Spitzbögen verziert. Der Flügelaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert ist in Form eines Triptychons und stammt vermutlich aus Lübeck. Er zeigt in der mittleren Tafel die Kreuzigung. Neben Jesu Kreuz stehen Maria und Johannes. An den Kreuzarmen befinden sich Sonne und Mond. Zwei kleine Heiligenfiguren, rechts Barbara mit dem Turm und links ein unbekannter Bischof, auf Säulen unter Baldachinen rahmen die Kreuzigungsgruppe. Die Engel, die Jesu Blut in Kelchen auffangen, wurden bei der Restaurierung 1847 wieder ergänzt. Der linke Flügel ist zweigeteilt und zeigt oben die Geißelung Jesus und unten sein Verhör vor dem seine Hände waschenden Pontius Pilatus. Der rechte Flügel zeigt Jesus mit der Dornenkrone und darunter die Kreuztragung. Die Fassung stammt von 1847 und wurde 1902–04 überarbeitet. Das Retabel steht auf einer gleichzeitigen, heute schmucklosen Predella. Ein zweites, äußeres Flügelpaar mit Resten von Gemälden von Heiligen, das 1847 noch beschrieben wurde, ist nicht erhalten.Die Kanzel aus dem späten 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance ist wahrscheinlich flämischen Ursprungs. Die drei Seiten zeigen als Reliefs die Verkündigung an Maria, die Geburt Christi und die Kreuzigung. Die Bibeltexte, die über den Reliefs die Szenen deuten, sind niederdeutsch. Die Orgelempore am westlichen Ende des Gebäudes stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Ruts Kirke liegt auf einem 130 m hohen Hügel, dem dritthöchsten Punkt Bornholms, nordöstlich von Hasle. Vom Kirchhügel hat man einen weiten Blick über große Teile von Nordbornholm bis an die Südküste Schwedens am Horizont, weshalb die Kirche früher auch als Seezeichen diente. Die Kirche war ursprünglich nach dem Erzengel Michael benannt, hieß aber volkstümlich mit einem alten Flurnamen Røs kirke, lateinisch ecclesia Rutziana. Diese Bezeichnung wurde 1671 von dem Lehrer Rasmus Pedersen Ravn als Ruths Kirke „nach der Moabiterin Rut“ interpretiert, und dieser Name hat sich durchgesetzt. Der im 12. Jahrhundert errichtete Bau bestand zunächst aus Apsis, Chor und Schiff, noch zu romanischer Zeit kamen ein Turm und eine Vorhalle im Süden dazu; davon stehen heute noch die Apsis, der Chor und die Südwand des Schiffs. 1877 bekam die Kirche einen in voller Höhe und Breite zum Schiff hin offenen Anbau im Norden. Der ursprüngliche Turm, die Nordwand des Schiffs und die Vorhalle wurden 1886 abgerissen, das Schiff um drei Meter nach Westen verlängert und ein neuer Turm angebaut, der seitdem als Eingang dient und die Vorhalle überflüssig machte. Die Apsis ist von außen mit Lisenen, einem Bogenfries und einer Schmucknische mit einer Säule ungewöhnlich reich geschmückt. Der zweigeschossige Glockenturm aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts ist wahrscheinlich der älteste auf Bornholm und besteht aus einem steinernen Untergeschoss mit einem Tonnengewölbe und einem Glockengeschoss aus Fachwerk. Im Gegensatz zu den anderen Bornholmer Glockentürmen hat er nur eine Pforte, er diente also nie als Eingang zum Kirchhof. Die beiden Glocken, eine von 1580 aus Lübeck und eine von 1631 aus Kopenhagen, hängen seit 1886 im neuen Turm, sodass der Glockenturm seitdem ohne Funktion ist. Die Apsis hat ihr romanisches Halbkugelgewölbe bewahrt. Der Chor hatte ursprünglich ein Holzdach, das Ende des 15. Jahrhunderts durch ein Kreuzrippengewölbe ersetzt wurde. Das Schiff hat ein Holzdach, die Eingangshalle im Turm ein Tonnengewölbe. Die Ostwand des Schiffs hat neben dem Chorbogen zwei Seitenaltarnischen.

Der alte Altaraufsatz im Stil der Renaissance von ca. 1625 hängt heute in der Eingangshalle im Turm, seine Bekrönung fehlt. Er hat wie auf Bornholm üblich zwei Felder, sie zeigen Gemälde von Heinrich Möhlen aus dem Jahr 1753, links die Taufe Jesu, rechts das Abendmahl. Das heutige Altarkruzifix ist modern und gibt den Blick auf das runde Apsisfenster frei. Das fast zylindrische Taufbecken aus Granit ist romanisch, die Taufschale aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt aus Süddeutschland und zeigt Mariä Verkündigung. Die Kanzel und die Orgel sind modern. An den spätgotischen Chorgewölben wurden 1908 Fresken aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entdeckt und anschließend restauriert.

Die Nexø Kirke in Nexø ist im Kern spätgotisch und war ursprünglich eine kleine rechteckige Kapelle für die Seefahrer eines im 14. Jahrhundert entstandenen Fischerdorfes. Sie stand unter dem Patrozinium des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons der Seefahrer. Sie gehörte lange zur Kirchengemeinde von Bodilsker. Erst seit 1921 gibt es eine Kirchengemeinde Nexø. Die Kirche besteht heute aus der spätgotischen Kapelle aus dem 14. Jahrhundert, dem heutigen Schiff, das 1730/31 um etwa 2,5 m erhöht wurde, dem Turm im Stil der Renaissance aus dem 16. Jahrhundert mit einem zwiebelförmigen Turmhelm von 1910, die Windfahne trägt die Jahreszahl 1911, einer nördlichen Vorhalle von 1745, die früher als Beinhaus bezeichnet und wohl auch genutzt wurde, einem querschiffähnlichen Nordflügel von 1760, in den 1828 eine Empore eingebaut wurde, der ursprünglich spätmittelalterlichen, in der heutigen Fassung von 1777 stammenden Vorhalle im Süden und einer um 1800 an die Ostwand des Schiffs angebauten Sakristei, an deren Nordwand 1985 ein niedriger Anbau mit einem Pultdach angefügt wurde. Gleichzeitig wurde die Wand des Schiffes zur Sakristei durchbrochen und so ein Altarraum geschaffen. Die Kirche wurde am 7./8. Mai 1945, als das übrige Dänemark schon von der deutschen Besatzung befreit war, durch einen russischen Bombenangriff stark beschädigt und 1946 wieder aufgebaut. Das Schiff und die unteren drei Geschosse des Turms sind aus behauenen Feldsteinen, das Glockengeschoss des Turms und die nördliche Vorhalle sind aus Fachwerk, der Nordflügel und die südliche Vorhalle sind aus Sandstein. Der Turmhelm ist mit Kupfer gedeckt, die nördliche Vorhalle mit Holz, die übrigen Dächer mit Dachziegeln.

Die romanische Sankt Povls Kirke südwestlich von Nexø ist die jüngste romanische Kirche auf Bornholm und die einzige ohne Turm; Apsis, Chor und Schiff wurden um 1250 erbaut. 1871 wurde das Schiff um rund 5 m nach Westen verlängert. Der dreistöckige Glockenturm war ursprünglich Teil der Kirchhofsmauer und Eingang in den Kirchhof. Das Glockengeschoss aus Fachwerk enthält zwei Lübecker Glocken von 1664. Zwischen 1775 und 1801 wurde an der Nordseite des Chores eine Sakristei angebaut; eine Vorhalle vor dem Südportal ist 1685 belegt, sie wurde aber 1881 grundlegend umgebaut. Die Apsis ist mit Schindeln gedeckt, die Sakristei mit Dachziegeln, Chor, Schiff und Vorhalle mit Blei. Im Tympanon des Südportals (in der Vorhalle) befindet sich eine heraldische Lilie, am östlichen Rahmen des Südportals das Relief eines Mannes und darunter ein Schachbrettstein, der gegenüber den zahlreichen Schachbrettsteinen in Nordjütland, Brandenburg einschließlich der heute polnischen Neumark und Mecklenburg Besonderheiten aufweist: Das Schachbrettmuster umfasst genau die 8 mal 8 Felder eines Schachbretts, das Muster dehnt sich nicht auf die Schmalseite des Steins aus, und unter dem Schachbrett ist ein Backgammon-Brett eingemeißelt. Die Apsis hat das ursprüngliche Halbkugelgewölbe, Chor und Schiff haben eine moderne, flache Holzdecke. Die Apsis hat drei ungewöhnliche romanische Fenster mit kreuzförmigen Öffnungen. Die Ostwand des Schiffes hat neben dem Chorbogen zwei Nischen, in denen vor der Reformation Seitenaltäre gestanden haben.

Das Taufbecken aus gotländischem Kalkstein ist spätromanisch, die Taufschale süddeutsch von 1575. Die Kanzel im Stil der Renaissance ist von 1600, der Schalldeckel aus der Zeit um 1800. Die Orgel wurde 1973 eingebaut. 1957 entdeckte man, dass das Schiff an der Nord-, Ost- und Südwand mit Fresken ausgemalt war; sie werden teils vorreformatorisch auf zirks 1400, teils nachreformatorisch auf ertwa 1560 datiert; viele waren aber so stark zerstört, dass sie nicht mehr restauriert werden konnten. An der Nordwand des Schiffes war die Passions- und Ostergeschichte dargestellt. Erhalten sind nur eine Kreuzigungsdarstellung und drei darauf folgenden Szenen (Josef von Arimathia und die Frauen im Grab Jesu, die Auferstehung und die Frauen am leeren Grab). An der Südwand konnte ein Fresko mit spielenden Tieren restauriert werden: Ein Bär spielt einem mit einem weiteren Bären tanzenden Schwein mit dem Dudelsack zum Tanz auf, während unter dem Bierkrug im Mittelpunkt zwei Schweine beim Brettspiel zu sehen sind. Höchstwahrscheinlich sollen die dargestellten Tätigkeiten als Sünde gebrandmarkt werden.

Die roimanische Sankt Peders Kirke liegt südöstlich von Aakirkeby am Søndre Landevej[1] und ist nach dem Apostel Petrus benannt. Apsis, Chor und Schiff wurden in romanischer Zeit aus Silurkalk errichtet, zunächst nur Apsis und Chor, etwas später dann das Schiff. Im 16. Jahrhundert wurde der dreistöckige Turm aus Feldstein im Westen angefügt. Die heutige Vorhalle aus Ziegeln stammt aus dem Jahr 1864 und ersetzt eine frühere aus romanischer Zeit. Apsis, Chor und Schiff sind mit Blei eingedeckt, Turm und Vorhalle mit Dachziegeln. Die Apsis hat ihr ursprüngliches Halbkugelgewölbe, Chor und Schiff haben eine flache, bemalte Holzdecke aus dem 19. Jahrhundert. Die Ostwand des Schiffs ist unverputzt, neben dem Chorbogen sind zwei niedrigere Nischen, in denen vor der Reformation Seitenaltäre standen. Der Altar stammt aus dem Jahr 1854, das Altarbild von C. Chr. Andersen von 1876 zeigt Christus und die kanaanäische Frau. Das spätromanische Taufbecken stammt von Gotland und ist aus Kalkstein. Die hölzerne Kanzel von 1845 hat fünf rundbogige, durch korinthische Säulen getrennte Felder und einen achtkantigen Schalldeckel. Die Orgel wurde 1906 von Joh. P. Andreasen & Co. aus Ringkøbing gebaut und hat sechs Register. Im obersten Stockwerk des Turms hängen zwei Glocken, eine von 1574 aus Lübeck und eine von 1701.

Die Sankt Ibs Kirke liegt 3 km südwestlich von Svaneke. Apsis, Chor, Schiff und Turm sind in romanischer Zeit wahrscheinlich in einer Bauphase errichtet worden, hauptsächlich aus behauenen Feldsteinen; die Maueröffnungen und alle feineren Details sind jedoch aus Silurkalk. Die Apsis hat ein Halbkugelgewölbe, der Chor ein Tonnengewölbe und das Schiff eine Balkendecke. Der Turm hat vier Geschosse. Die drei unteren sind längs in zwei tonnengewölbte Räume geteilt, die jeweils durch zwei Arkaden verbunden sind; das unterste Geschoss öffnet sich durch zwei große Arkaden zum Schiff. Die Vorhalle ist mittelalterlich, wahrscheinlich aus spätgotischer Zeit. Im Jahre 1867 wurde ein nördliches Querschiff angebaut. Der Glockenturm ist Teil der Kirchhofsmauer und war ursprünglich Pforte zum Kirchengelände. Er hat vier Stockwerke, die unteren drei sind mittelalterlich und aus Stein; das oberste ist das Glockengeschoss; es ist aus Fachwerk und stammt in seiner heutigen Fassung aus dem 18. Jahrhundert. Der hölzerne Altar ist neu, das Altarbild wurde 1846 von Christoffer Wilhelm Eckersberg gemalt und zeigt Christus im Garten Gethsemane. Das Triumphkreuz stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist wahrscheinlich nachreformatorisch. Die Kanzel ist aus Holz und um 1600 entstanden. In den vier Nischen standen ursprünglich geschnitzte Figuren; heute sind dort Keramikreliefs des Ehepaars Lisbet Munch-Petersen und Paul Høm aus dem Jahr 1964. Das Taufbecken ist eine spätromanische gotländische Arbeit, der Fuß fehlt oder ist unter dem Fußboden verborgen. Die Orgel wurde 1854 von J. Gregersen gebaut.

Die Sankt Bodil Kirke liegt 3,5 km westlich von Nexø, etwa auf halben Weg nach Aakirkeby und ist dem englischen Heiligen Botulf geweiht. Im Jahr 1530 wurde der Name der Kirche in den Mädchennamen Bodil geändert, obwohl es keine heilige Bodil gibt. Die Kirche wurde um 1200 erbaut und bestand ursprünglich aus Schiff, Chor und Apsis. Die Apsis hat das ursprüngliche Halbkuppelgewölbe, Chor und Schiff haben eine flache Holzdecke von 1911. Der mächtige vierstöckige Turm aus meterdicken Wänden wurde erst nachträglich angefügt, allerdings noch in romanischer Zeit.[2] Fundamente im Boden zeigen, dass der Turm ursprünglich weiter nach Westen reichen und einen quadratischen Grundriss haben sollte. Das Hauptgeschoss des Turmes ist längs in zwei Räume mit je einem Tonnengewölbe geteilt, die durch zwei Arkaden verbunden sind und sich zum Schiff jeweils durch eine Arkade öffnen. Man nimmt an, dass der Turm wie die skandinavischen Rundkirchen den Menschen auch zum Schutz gegen räuberische Angriffe diente. Die Vorhalle stammt aus dem 16. Jahrhundert. In der Vorhalle befinden sich zwei Runensteine und Tafeln, die daran erinnern, dass in der Pfarrei in den Jahren 1618 und 1654 an der Pest 251 bzw. 186 Menschen starben. Der separat stehende Glockenturm mit seinen beiden Stockwerken aus Stein ist Teil der Kirchhofsmauer und war zugleich Pforte in den Kirchhof; er diente ursprünglich mehr der Verteidigung als dem Glockengeläut. Das heutige Glockengeschoss aus Fachwerk stammt aus dem 17. Jahrhundert.

In den Jahren ab 1897 bis zur abschließenden Restaurierung 1910–11 entbrannte ein heftiger Streit um das Schicksal der Kirche. Der Propst, der lokale Architekt Mathias Bidstrup und sicher auch Leute vom Kirchen- und Unterrichtsministerium hielten eine Erweiterung der Kirche nicht für möglich; sie wollten die alte Kirche als Ruine erhalten und an anderer Stelle eine neue, größere Kirche errichten, doch die Kirchengemeinde wollte mit allen Mitteln ihre alte Kirche erhalten. Deshalb unterbreitete Mathias Bidstrup 1898 den Vorschlag, ein nördliches Querschiff anzubauen. Erst nachdem das dänische Nationalmuseum die Kirche unter Denkmalschutz gestellt und einen Teil der Umbaukosten übernommen hatte, konnte 1910/11 das Querschiff angebaut und die ganze Kirche gründlich renoviert werden. Turm und Vorhalle wurden mit einem Staffelgiebel versehen. Bei der Renovierung fand man unter dem Fußboden des Kirchenschiffes vier Münzen: eine Münze unbekannter Herkunft und je eine aus Stralsund (14, Jahrhundert), aus Hamburg (um 1400) und aus Rostock (1550 bis 1562). Weiterhin wurden im Mauerwerk der Kirche fünf Runensteine (Bodilsker Stene genannt) entdeckt, von denen zwei in der Vorhalle der Kirche aufgestellt sind.

Die Ostwand des Schiffs besteht dem hohen romanischen Chorbogen und zwei Seitenapsiden, in denen vor der Reformation Nebenaltäre standen. Die Westwand des Schiffs öffnet sich mit zwei niedrigen Arkaden zum Turm. Vor dem Mittelpfeiler dieser Arkaden steht heute das alte romanische Taufbecken aus Gotland aus grauem Kalkstein, das nicht mehr benutzt wird. Über dem Taufbecken hängt das ehemalige Altarbild von Jørgen Roed aus dem Jahr 1856, das Christus auf dem Weg nach Emmaus zeigt.[4] Der heutige Altar und das geschnitzte Kruzifix darauf sowie das neue Taufbecken stammen von der Renovierung 1911. Die Kanzel aus der Renaissance (um 1600) ist aus Holz. Ihre vier Felder zeigen Reliefs der Evangelisten und ihrer Symbole.

Die Bornholmer Mühlen (møller) bestehen aus einer Anzahl gut erhaltener Wasser- und Windmühlen, darunter drei Bockwindmühlen, 13 holländische Mühlen sowie einigen baufälligen oder unbeflügelten Mühlen wie der Limesgade Mølle. Vor Jahrhunderten befanden sich auf der Insel noch viele Wassermühlen (vandmøller). Die älteren, in Nordeuropa einst weit verbreiteten sogenannten "Platschen-Mühlen" (plaskemøller) mit horizontalem Wasserrad wurden durch den modernen Typ der Wassermühlen mit vertikalem Wasserrad ersetzt. Heute existieren noch drei solche Mühlen an der Øle Å, nämlich Ågårds Vandmølle, Slusegårds Vandmølle und Vang Vandmølle. Letztere stammt aus dem Jahr 1811, wurde bis 1905 betrieben und 1927 unter Schutz gestellt. Bockwindmühlen wurden im 16. Jahrhundert auf Bornholm eingeführt. Bei dieser Art wird der gesamte Mühlenkörper in den Wind gedreht. Heute existieren nur noch drei betriebsfähige Bockwindmühlen auf der Insel: Bechs Mølle in Svaneke ist die älteste Windmühle Dänemarks, die Egeby Mølle in Åker und die Tejn Mølle. Die holländischen Mühlen, auch "Holländer" genannt, wurden Mitte des 18. Jahrhunderts eingeführt. Bei dieser Art wird nur die Mühlenhaube mit den Flügeln in den Wind gedreht.

Bildende Kunst

Bornholm hat sich von einer eher unbedeutenden Region in der dänischen Kunstszene im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum für bildende Kunst entwickelt. Der große Durchbruch kam mit den sogenannten "Bornholmermalern" wie Karl Isakson, Olaf Rude, Edward Weie, Oluf Høst und Niels Lergaard, die die Insel mit ihrer besonderen Natur und dem einzigartigen Licht als Inspirationsquelle entdeckten. Diese Künstler prägten die "Bornholmerschule", die maßgeblich zur Einführung der modernen Kunst in Dänemark beitrug, insbesondere durch den Einfluss der neuen französischen Strömungen wie Abstraktion und Kubismus. Heute repräsentiert Bornholm ein breites Spektrum bildender Künste. Neben Malern gibt es zahlreiche Bildhauer, Fotografen und Künstler, die digitale Medien nutzen. Viele Künstler betreiben eigene Ateliers, Galerien oder Werkstätten, die für Besucher offenstehen. Hier kann man nicht nur die Werke hautnah erleben, sondern oft auch direkt mit den Künstlern ins Gespräch kommen.

Bornholm ist auch als Zentrum für Kunsthandwerk bekannt, insbesondere für Keramik, Glas, Textil, Metall und Holz. Die Insel wurde als erste Region Europas und weltweit als "World Craft Region" ausgezeichnet. In Städten wie Gudhjem, Rønne, Svaneke und Allinge-Sandvig finden sich zahlreiche Ateliers, Museen und Ausstellungsräume. Die Royal Danish Academy of Fine Arts, School of Design, Bornholm (KADK Bornholm) gilt als eine der führenden Ausbildungsstätten für Glas und Keramik in Europa.

Das Bornholms Kunstmuseum ist das zentrale Kunstmuseum der Insel. Es zeigt eine umfangreiche Sammlung von Kunstwerken mit Bornholm-Bezug vom 18. Jahrhundert bis heute, darunter Wer der Bornholmermaler und bedeutende Beispiele des Kunsthandwerks. Das Museum arbeitet eng mit der Glas- und Keramikschule in Nexø zusammen und präsentiert regelmäßig Werke junger Künstler. Daneben gibt es zahlreiche kleine Galerien und wechselnde Ausstellungen auf der ganzen Insel. Ein Höhepunkt im Kunstjahr ist die "Bornholmer Kunstrunde" um Christi Himmelfahrt, bei der viele Künstler ihre Ateliers öffnen und Besucher die Möglichkeit haben, die Kunstszene direkt zu erleben.

Literatur

Die Literatur auf Bornholm ist eng verbunden mit der insularen Geschichte, der rauen Natur und den sozialen Verhältnissen der Inselbewohner. Obwohl Bornholm keine große Anzahl international bekannter Schriftsteller hervorgebracht hat, dominiert eine zentrale Figur die literarische Landschaft: Martin Andersen Nexø (1869 bis 1954). Er gilt als einer der wenigen dänischen Autoren, die weltweite Bekanntheit erlangten, und neben Hans Christian Andersen als der bedeutendste Literat Dänemarks im 20. Jahrhundert. Als Vertreter des sozialen Realismus und des Modernen Durchbruchs beschrieb er das harte Leben der Arbeiterklasse, oft mit stark autobiografischen Zügen.

Martin Andersen Nexø wurde in einem Armenviertel Kopenhagens geboren, zog jedoch 1877 als Kind mit seiner Familie nach Nexø auf Bornholm, wo er einen Großteil seiner Jugend verbrachte. Diese Zeit prägte ihn tief: Die Armut, die Arbeit als Schuhmacherlehrling und die Lebensbedingungen der Fischer und Steinbrecher auf der Insel flossen in seine Werke ein. Er nahm den Namen der Stadt als Pseudonym an – ein Zeichen seiner starken Verbundenheit. Zu seinen bekanntesten Romanen zählen „Pelle der Eroberer“ (vier Bände, 1906 bis 1910), der den Kampf einer schwedischen Einwandererfamilie auf Bornholm um ein besseres Leben schildert, und „Ditte Menschenkind“ (1917 bis 1921), eine Tragödie um ein armes Mädchen aus der Arbeiterklasse. „Pelle der Eroberer“ wurde 1987 von Bille August oscarprämiert verfilmt (Palme d’Or in Cannes und Oscar als bester fremdsprachiger Film), was Nexøs Werk international neu belebte.

Heute erinnert vieles auf Bornholm an den Autor: In Nexø steht eine Büste im Stadtpark, und sein Kindheitshaus in der Ferskesøstræde 36 ist seit 1990 ein Museum (Martin Andersen Nexø Hus). Das kleine, authentisch erhaltene Arbeiterhaus zeigt Originalmöbel, Dokumente, Fotos und Erstausgaben, die das bescheidene Milieu seiner Jugend vermitteln. Es gibt auch eine 6,6 km lange Dichterroute durch Nexø mit Audioerzählungen zu Stationen aus seinem Leben und Werk.

Neben Nexø gibt es keine weiteren großen literarischen Figuren, die direkt von Bornholm stammen, doch die Insel inspiriert durch ihre Landschaft und Geschichte viele dänische Autoren. Zeitgenössische bornholmische Schriftsteller treten vor allem lokal auf, oft in Verbindung mit der starken Kulturszene.

Die lebendige Literaturszene zeigt sich besonders in der jährlichen Bornholms Kulturuge (Kulturwoche) im September: Über 10 Tage hinweg finden über 100 Veranstaltungen statt, darunter das Bornholms Litteraturfestival und Litteraturens Folkemøde in Nexø (oft auf der Møbelfabrikken und im Martin Andersen Nexø Museum). Hier treffen internationale und dänische Autoren auf Leser, mit Lesungen, Debatten und Workshops zu allen Genres – von Krimi über Lyrik bis zu Sachbüchern. Das Festival zieht Gäste von außerhalb an und betont die Rolle der Literatur in der bornholmischen Identität.

Theater

Das Rønne Teater, auch bekannt als Bornholm Teater, ist das älteste Theater Dänemarks, das noch heute in Betrieb ist. Es wurde 1823 eröffnet und befindet sich in der Altstadt von Rønne, in der Teaterstræde. Das Gebäude stammt ursprünglich aus dem Jahr 1783 und wurde 1823 zum Theater umgebaut. Das Theater bietet ein vielfältiges Programm, das von ernsten Dramen über gesellschaftskritische Stücke bis zu Komödien reicht. Auch für Kinder gibt es spezielle Aufführungen, wie zum Beispiel "Ronja, Räubertochter" oder Weihnachtsstücke. Neben Theaterstücken finden auch Opern und Kabarettaufführungen statt. Es ist ein wichtiger kultureller Treffpunkt auf der Insel und wird von lokalen Amateurtheatergruppen sowie Tourneetheatern genutzt. Zudem gibt es eine Dramaschule für Kinder auf Bornholm, die das Theater als Bühne nutzt. Das Rønne Teater ist barrierefrei zugänglich, allerdings gibt es aus Brandschutzgründen nur eine begrenzte Anzahl von Rollstuhlplätzen pro Vorstellung. Führungen durch das Theater sind im Sommer regelmäßig möglich und bieten Einblicke in die Geschichte und das Leben des Theaters. Dieses zieht jährlich etwa 25.000 Besucher an und ist ein lebendiger Teil der Bornholmer Kulturszene.

Neben dem Rønne Theater gibt es auf Bornholm auch weitere Theaterangebote. Bornholms Sommerrevy in Aakirkeby ist ein saisonales Highlight und steht für humorvolle, unterhaltsame Revuen mit lokalem Bezug. Das Ensemble bringt jedes Jahr neue Programme auf die Bühne, die sowohl Einheimische als auch Gäste begeistern. Die lockere Atmosphäre und die Nähe zum Publikum machen die Vorstellungen besonders charmant. Wer leichte Unterhaltung und einen Einblick in die bornholmer Lebensart sucht, ist hier bestens aufgehoben. Die Spielzeit ist auf die Sommermonate begrenzt, was die Aufführungen zu einem besonderen Erlebnis in der warmen Jahreszeit macht.

Undreværket in Gudhjem ist eine experimentelle Theaterwerkstatt, die sich auf innovative und kreative Theaterformen spezialisiert hat. Hier entstehen ungewöhnliche Produktionen abseits des Mainstreams, oft mit Einbindung des Publikums und neuen Erzählformen. Das kleine Team setzt auf künstlerische Freiheit und lokale Inspiration. Die Aufführungen finden in unregelmäßigen Abständen statt, das Programm wird meist recht kurzfristig erstellt.

Film

Seit 1990 treffen sich jedes Jahr im Mai tdie Cineasten in Gudhjem zum Baltische Filmfestival. Dabei handelt es sich um ein Festival, das sich auf Filme aus den baltischen Staaten konzentriert und das eine Vielzahl von Aktivitäten bietet. Bornholm dient dabei als malerischer Veranstaltungsort, der auch in Filmproduktionen als stimmungsvolle Kulisse genutzt wird. Auf Bornholm gedrehte Filme sind unter andere

  • The Isle of the Dead (1913)
  • Escape from Terror (1955)
  • Far til fire på Bornholm (1959): In dieser dänischen Familienkomödie verbringt eine Familie ihren Urlaub auf Bornholm.
  • Pelle der Eroberer (Pelle the Conqueror, 1987), ein Oscar-prämierter Film, der auf dem Roman von Martin Andersen Nexø basiert und dessen Handlung auf Bornholm angesiedelt ist.
  • Der verlorene Schatz der Tempelritter (2006), ein dänischer Abenteuerfilm für Kinder, der teilweise auf Bornholm spielt
  • Sorte måne (2015, Kurzfilm)
  • Schweigeminute (2016): Die Verfilmung des Romans von Siegfried Lenz wurde 2015 hauptsächlich in Sandvig auf Bornholm gedreht. Die Produzentin suchte explizit nach einem Ort, der die Atmosphäre der 1950er Jahre widerspiegelt, und fand diesen in dem kleinen Fischerdorf Sandvig. Drehorte waren unter anderem der Hafen von Sandvig, das „Hotel Seeblick“ und weitere markante Plätze auf der Insel.
  • Ø (2016, TV Mini-Serie)
  • Zlota (2019, Dokumentarfilm)
  • De Underjordiske (2022, Kurzfilm)
  • Boundless (2024)
  • Fucking Bornholm (2024)

Musik und Tanz

Die Musikszene ist stark von dänischer Folkmusik geprägt, die oft mit irischen, schottischen oder skandinavischen Elementen verschmilzt – eine Folge der historischen Seefahrertradition und der kulturellen Nähe zu Schweden und dem Ostseeraum. Typische Instrumente sind Geige (fiddle), Akkordeon, Gitarre, Kontrabass und manchmal Nyckelharpa oder Bouzouki. Daneben gibt es einen breiten Raum für Rock, Pop, Country, Jazz, Blues und zeitgenössische Singer-Songwriter-Musik. Internationale Coverbands und dänische Folk-Rock-Acts treten regelmäßig auf, während lokale Musiker oft in kleineren Formationen oder Soloprojekten arbeiten.

Ein zentraler Ort der rhythmischen und populären Musikszene ist das Musikhuzet in Rønne. Das ehemalige Kino am Store Torv wurde zu einem modernen regionalen Spillested umgebaut und bietet zwei Bühnen: die große Halle fasst bis zu etwa 670 stehende Gäste (oder rund 400 Sitzplätze), die kleinere Bühne im Rasch’s Pakhuz ist für intimere Konzerte, Comedy, Stand-up und kleinere Akustikabende gedacht. Das Programm ist breit gefächert – von dänischen Rock- und Pop-Bands über Jazz-Ensembles, Folk-Acts bis hin zu internationalen Gästen. Besonders im Winter (Vinterjazz) und Frühjahr gibt es regelmäßige Konzerte, etwa mit Künstlern wie Tone of Voice Orchestra, Bjarke Falgren, Gustaf Ljunggren oder Girls in Airports. Musikhuzet dient auch als wichtige Plattform für bornholmske Nachwuchstalente, die hier erste größere Bühnen-Erfahrungen sammeln, meist im Kontext dänischer oder skandinavischer Musiktraditionen.

Viele Konzerte und Musikabende finden in unkonventionellen Locations statt. Ehemalige Räuchereien wurden zu Kulturorten umfunktioniert, etwa die Bakkaräucherei (Bakkens Røgeri) oder ähnliche Räume in Gudhjem oder Snogebæk. Das Echotalhaus (oft als Ekkodalen-Hus oder ähnlich bezeichnet) und andere kleine Veranstaltungsorte in der Natur bieten eine besondere Akustik und Atmosphäre für Folk-, Rock- und Singer-Songwriter-Abende. Lokale Musiker treten hier häufig auf, oft in lockerer Session-Atmosphäre, die zum Mitmachen einlädt.

Die Kirchen der Insel spielen eine herausragende Rolle für klassische und zeitgenössische Musik. Besonders die romanischen Rundkirchen (Aa Kirke, Østerlars Kirke, Ny Kirke, Nylars Kirke) und andere historische Gotteshäuser bieten eine außergewöhnliche Akustik. Hier finden regelmäßig Konzerte mit dänischen und internationalen Ensembles statt – von Barock bis Moderne, von Soloklavier über Streichquartette bis hin zu Chören. Ein Höhepunkt ist das Bornholms Musikfestival (Bornholms Musikfestival), Dänemarks ältestes Festival dieser Art. Es findet traditionell im Juli und August statt, mit Konzerten meist montags und donnerstags an verschiedenen Orten, vor allem in den Kirchen. Das Programm präsentiert hochkarätige klassische Musik: etablierte Solisten, Ensembles wie das Carl-Nielsen-Kvintetten, junge preisgekrönte Musiker und häufig Werke lebender dänischer Komponisten. Das Festival verbindet Musik oft mit Tanz oder literarischen Elementen und wird von einem engagierten Team sowie dem Verein „Bornholms Musikfestivals Venner“ organisiert, der Künstlerbetreuung, Logistik und Finanzierung sicherstellt.

Die Folk- und Tanztradition ist auf Bornholm besonders lebendig. Gruppen wie Folk og Fæ (eine traditionsreiche Spillemandsgruppe mit Musikern und Tänzern), Bornholms Folkedansere und das Bornholms Folkemusiklaug pflegen seit Jahrzehnten die dänische Folkmusik und die dazugehörigen Volkstänze. Sie organisieren regelmäßige Treffen, Tanzabende (bals), Workshops und kleinere Festivals. Typisch sind Live-Musik mit Geige, Akkordeon und Gitarre zu traditionellen Tänzen wie Hopsa, Polska, Vals oder Fannikerdans. Viele Events enden mit gemeinsamen Mahlzeiten oder Lagerfeuern. Die bornholmske Folkmusik hat einen eigenen Charakter: sie zeigt Einflüsse aus der Seefahrer- und Handelszeit, mit Melodien, die teilweise an irische Reels oder schottische Strathspeys erinnern, aber klar dänisch-skandinavisch geprägt sind. Größere folkloristische Zusammenkünfte finden oft in Dörfern oder auf Höfen statt und ziehen sowohl Einheimische als auch Touristen an.

Neben dem Klassik-Festival gibt es weitere große Musik-Events, die Tausende Besucher anlocken. Das Østersøjazz Festival (Ostersø Jazz) in Nexø findet meist Anfang August statt und bietet kostenlose Open-Air-Konzerte am Hafen oder in der Stadt – eine Mischung aus dänischem und internationalem Jazz, Swing und Soul mit entspannter Sommerstimmung. Das Allinge Jazz Festival (manchmal auch Sandvig Music Festival genannt) bringt Jazz in den Norden der Insel. Eines der größten und bekanntesten Events ist das Wonderfestiwall, ein mehrtägiges Open-Air-Festival (meist Mitte August) mit Rock, Pop, Indie, Electro und Dance vor der dramatischen Kulisse der Hammershus-Ruine in Slotslyngen. Es zieht ein jüngeres, tanzfreudiges Publikum an und ist für seine entspannte, aber energiegeladene Atmosphäre bekannt. Die Bornholmer Kulturwoche im September verbindet Tanz, Theater, Musik und Kunst in vielen kleinen Veranstaltungen quer über die Insel.

Tanz spielt auf Bornholm nicht nur im Folk-Bereich eine Rolle. Neben traditionellen Volkstänzen gibt es moderne Tanzworkshops, Street-Dance, Salsa-Abende oder zeitgenössischen Tanz in Kulturhäusern. Internationale Folklore-Gruppen treten bei Chor- und Folklore-Festivals auf und bringen Tänze aus aller Welt mit. Viele Veranstaltungen sind offen für Mitmacher – ob beim gemeinsamen Tanzen zu Live-Musik oder bei spontanen Sessions in Kneipen und auf Plätzen.

Kleidung

In der Vergangenheit waren Trachten jedoch ein fester Bestandteil des Alltags und spiegelten das bäuerliche Leben sowie die kulturelle Identität der Insel wider. Besonders im Mittelalter bestand die Kleidung aus robusten natürlichen Materialien wie Wolle Leinen oder Leder die an die harte Arbeit auf dem Land und das wechselhafte Ostseeklima angepasst waren. Solche rekonstruierten mittelalterlichen Trachten aus der Zeit zwischen 1350 und 1450 können Besucher heute im Bornholms Mittelaltercenter bei Østerlars erleben. Das Freilichtmuseum lässt das Alltagsleben vergangener Jahrhunderte lebendig werden inklusive authentischer Kleidung Werkzeuge und Handwerksdarstellungen. Dort können Gäste selbst historische Gewänder anprobieren und so ein Gefühl für die damalige Mode bekommen die durch einfache Schnitte funktionale Formen und erdige Farben gekennzeichnet war.

Heutzutage sind traditionelle Bornholmer Trachten im Alltag praktisch verschwunden. Die meisten Einwohner tragen moderne bequeme und wettertaugliche Kleidung die von der Insellage und dem maritimen Klima beeinflusst ist. Typisch sind robuste Regenjacken Wollpullover Gummistiefel und maritime Streifenmuster die an die Seefahrertradition erinnern. Im Sommer dominieren leichte Leinenkleider Shorts und Funktionskleidung für Radtouren Wanderungen oder Strandbesuche während im Winter dicke Strickwaren Schals und Mützen aus lokaler Wolle vorherrschen. Viele Kleidungsstücke werden aus natürlichen oder nachhaltigen Materialien gefertigt was zum ökologischen Bewusstsein der Insel passt. Dennoch gibt es immer wieder moderne Interpretationen und Anlehnungen an Trachtenmode die auch auf Bornholm getragen werden. Ein Beispiel ist der Trachtenrock der Marke Krankenhagen der von einer Bloggerin während ihres Bornholm-Urlaubs populär gemacht wurde. Dieser Rock ist zwar von süddeutscher Trachtenmode inspiriert wurde aber auf Bornholm vielseitig kombiniert etwa mit einem Strickjanker einem maritimen Ringelshirt oder einem schlichten Top. Accessoires wie Korbtaschen und klassische Ballerinas sorgen für einen modernen alltagstauglichen Trachten-Look der bei Einheimischen und Touristen gut ankommt und eine Brücke zwischen Tradition und Gegenwart schlägt.

Traditionelle Trachten sind auf Bornholm heute vor allem bei kulturellen Veranstaltungen historischen Märkten Folk-Tanzabenden oder im Rahmen von Museumsangeboten präsent. Bei Festivals wie dem Bornholms Folkemusiklaug oder Tanzveranstaltungen der Bornholms Folkedansere ziehen Teilnehmer oft historische oder folkloristische Gewänder an um die kulturelle Tradition lebendig zu halten. Auch das Mittelaltercenter bei Østerlars bietet regelmäßig Veranstaltungen bei denen historische Kleidung getragen und vorgeführt wird. In Boutiquen und Kunsthandwerksläden finden sich zudem moderne Souvenirs wie handgewebte Schals bestickte Westen oder Accessoires die Elemente alter Trachten aufgreifen und als Geschenk oder persönliches Andenken dienen.

Kulinarik und Gastronomie

Die Bornholmer Küche ist geprägt von regionalen, saisonalen und oft sehr handwerklich hergestellten Produkten, die eng mit der Natur, dem Meer und der langen Tradition der Insel verbunden sind. Bornholm positioniert sich heute als eine der führenden „kulinarischen Destinationen“ Dänemarks – ein Ruf, der durch zahlreiche Auszeichnungen, Michelin-Erwähnungen, regionale Food-Festivals und die hohe Dichte an guten Restaurants, Hofläden und Räuchereien untermauert wird.

Das Meer spielt die zentrale Rolle in der bornholmschen Küche. Fisch wird in unzähligen Variationen angeboten und ist das kulinarische Wahrzeichen schlechthin. Hering, Lachs, Dorsch (auf Bornholm schlicht „fisk“ genannt), Makrele, Scholle, Steinbutt, Hornhecht und Sprotten stehen fast überall auf den Karten. Besonders der Hering hat eine herausragende Stellung: Was im Mittelalter das wichtigste Handelsgut und der Grund für den relativen Wohlstand der Insel war, hat sich vom reinen Alltagsessen zur geschätzten Delikatesse entwickelt. Heute gilt „Sol over Gudhjem“ (Sonnenaufgang über Gudhjem) – ein Gericht aus geräuchertem Hering mit Eigelb, Radieschen, Schnittlauch und dunklem Brot – als inoffizielles Nationalgericht Bornholms. Der Hering wird geräuchert (koldrøget oder varmrøget), mariniert (syltet), gesalzen (sild i lage), gebeizt (gravad), gebraten oder als Filet in unterschiedlichsten Saucen serviert.

Die traditionelle Räucherei ist bis heute das Herzstück der Fischverarbeitung. Von den einst hunderten kleinen und großen Räuchereien sind zwar nur noch relativ wenige erhalten geblieben, doch diese arbeiten weiterhin auf klassische Weise mit Buchenholzrauch in den charakteristischen Gebäuden mit den hohen weißen Schornsteinen. Zu den bekanntesten und noch aktiven Räuchereien gehören die in Hasle (Hasle Røgeri), Allinge, Gudhjem (Gudhjem Røgeri), Nexø, Svaneke, Snogebæk und Vestre Sømark. Viele davon haben eigene Restaurants oder Verkaufsstände direkt angeschlossen, in denen man frisch geräucherten Fisch, Fischsalate, Fischsuppe oder die berühmte „røget fisk med rugbrød“ direkt vor Ort genießen kann. Die Räuchereien sind gleichzeitig Touristenattraktion und kulinarisches Erlebnis – oft kann man den Rauchern über die Schulter schauen und den Duft von frischem Buchenrauch erleben.

Neben Fisch haben sich weitere regionale Spezialitäten einen festen Platz erobert. Die handgemachte Spegepølse (eine würzige, luftgetrocknete Salami-ähnliche Wurst) wird von mehreren kleinen Metzgereien und Höfen hergestellt und gilt als eine der besten in Dänemark. Der Bornholmerhahn (Bornholmerhane) – ein langsam wachsendes, robustes Huhn mit viel Geschmack – ist eine weitere Delikatesse, die von wenigen spezialisierten Züchtern gehalten wird und in gehobenen Restaurants als Hauptgang serviert wird. Käseproduktion hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt: Mehrere kleine Käsereien stellen inzwischen preisgekrönte Sorten her – von weichem Frischkäse über gereiften Schnittkäse bis hin zu Blauschimmelkäse aus Rohmilch. Diese Käse werden oft mit einem klassischen Roggenbutterkeks (rugbrødskiks) kombiniert, der knusprig und buttrig ist und perfekt zu den salzigen und cremigen Aromen passt.

Für Naschkatzen ist Svaneke Bolcher ein absolutes Muss. Die farbenfrohen, handgezogenen Bonbons werden in der kleinen Bonbon-Manufaktur am Marktplatz in Svaneke seit Generationen hergestellt. Besucher können die Herstellung durch große Schaufenster live verfolgen – vom Erhitzen der Zuckermasse über das Ziehen und Formen bis zum Verpacken. Die Bonbons gibt es in unzähligen Geschmacksrichtungen, von klassisch (Himbeere, Zitrone, Lakritz) bis hin zu experimentellen Varianten mit lokalen Zutaten wie Sanddorn, Holunder oder Salz.

Die Gastronomie auf Bornholm hat sich in den letzten Jahren deutlich professionalisiert. Neben den traditionellen Räuchereirestaurants und Fischbuden gibt es heute eine wachsende Zahl an Restaurants, die mit regionalen Zutaten und hohem handwerklichem Anspruch arbeiten. Einige Häuser – wie Kadeau (ehemals in Svaneke, später zeitweise in Kopenhagen), Restaurant Christianshøj, Restaurant Hallegaard oder das Gourmet-Restaurant in Dueodde – haben Michelin-Erwähnungen oder Bib Gourmand-Auszeichnungen erhalten. Die Küche bewegt sich zwischen „New Nordic“-Ästhetik, klassisch dänischer Hausmannskost und kreativer Regionalküche: Kartoffeln von lokalen Feldern, Wildkräuter aus der Natur, Beeren und Pilze aus den Wäldern, Honig von den zahlreichen Imkern, Senf aus Aakirkeby, Bier von kleinen Brauereien (u. a. Svaneke Bryghus, Dueodde Bryghus, Faxe Bryggeriets Bornholmske øl) und natürlich frischer Fisch und Meeresfrüchte.

Zusätzlich tragen Hofläden, Bauernmärkte und Direktvermarkter stark zur Kulinarik bei. Viele Höfe verkaufen direkt ab Hof – Kartoffeln, Eier, Honig, Kräuter, Käse, Fleisch, Beeren, Säfte und Marmeladen. Die Wochenmärkte in Rønne, Aakirkeby und Nexø sowie die saisonalen Food-Festivals (z. B. „Smag på Bornholm“, „Sol over Gudhjem Festival“ oder „Bornholms Madfestival“) bieten die Gelegenheit, diese Produkte zu probieren und direkt von den Erzeugern zu kaufen.

Festkultur

Auf Bornholm gelten die üblichen dänischen Feiertage. Dazu kommen zahlreiche lokale Festivitäten und Festivals. Fastelavn, das dänische Fastnachtsfest, wird auch auf Bornholm gefeiert, mit traditionellen Liedern und Aktivitäten für Kinder, die von Haus zu Haus ziehen. Es ist ein Volksfest mit eigenen Bräuchen, das jedoch nicht mit dem Karneval verwechselt werden darf.

Der Sankt Hans Aften (Johannisabend), das traditionelle Mittsommerfest, wird auf Bornholm am 23. Juni mit großen Feuern ("Sankt-Hans-bål") gefeiert, bei denen symbolisch Hexenpuppen verbrannt werden. Das Fest markiert die längste Nacht des Jahres und ist geprägt von gemeinschaftlichem Beisammensein, Gesang und oft auch Reden von Lokalpolitikern. In jedem Ort auf Bornholm gibt es ein solches Feuer, was das Fest zu einem bedeutenden Ereignis für Einheimische und Besucher macht. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen mit Volksfest- und Jahrmarktcharakter gibt es im Sommer: die Tierschau im Almindinger Wald am ersten Juli-Wochenende, das Blumenfest in Åkirkeby, das Neskø Lachsfestival, das Heringsfest in Hasle, das Hafenfest in Snogebæk und dergleichen mehr.

Besonders stimmungsvoll sind die Weihnachtsmärkte und -veranstaltungen im November und Dezember. In Svaneke öffnet der alte Kaufmannsladen an den ersten drei Adventssonntagen zu einem gemütlichen Weihnachtsmarkt mit lokalen Produkten, Glühwein und Aktivitäten für Kinder. In Nexø gibt es an Wochenenden und kurz vor Weihnachten einen nordischen Weihnachtsmarkt mit hochwertigen lokalen Waren und dänischen Spezialitäten wie Æbleskiver. In Aakirkeby wird der Weihnachtsbaum feierlich angezündet, begleitet von einem Weihnachtszug, Nikolausbesuchen und weiteren festlichen Aktivitäten. Auch in Tejn findet ein großer überdachter Weihnachtsmarkt statt.

Festtage:

  • 1. Januar  -  Nytår (Neujahr)
  • Ende März/Anfang April  - Påske (Ostern)
  • 16. April  -  National Festdag (Nationalfeiertag, Geburtstag der Königin)
  • 1. Mai  -  Arbejdedag (Tag der Arbeit)
  • 4. Freitag nach Ostern  - Store Bededag (Großer Bettag)
  • Ende Mai/Anfang Juni  - Pinse (Pfingsten)
  • 8. Juni  -  Grundlovsdag (Verfassungstag)
  • 23. Juni  -  Sankthansaften (Mittsommernacht)
  • 1. November  -  Allehelgensdag (Allerheiligen)
  • 25./26. Dezember  -  Jul (Weihnachten)
  • 31. Dezember  -  Nytårsaftensdag (Silvester)

Medien und Kommunikation

Das mit Abstand wichtigste und traditionsreichste Medium ist die Bornholms Tidende, die lokale Tageszeitung (eigentlich eine sechsmal wöchentlich erscheinende Zeitung). Sie existiert seit 1866 und ist seit jeher die zentrale Informationsquelle für die Inselbewohner. Die Redaktion sitzt in Rønne und berichtet umfassend über kommunalpolitische Entscheidungen der Bornholms Regionskommune, lokale Ereignisse, Sport, Kultur, Wirtschaft (insbesondere Tourismus, Landwirtschaft, Energieprojekte wie die Energiø Bornholm), Unfälle, Wetter und Alltagsgeschichten. Die Zeitung erscheint gedruckt und hat parallel eine starke Online-Präsenz unter tidende.dk, wo die meisten Artikel frei zugänglich sind. Sie kombiniert klassischen Journalismus mit einem hohen Lokalbezug: Viele Beiträge kommen von freien Mitarbeitern aus den verschiedenen Orten der Insel, und Leserbriefe sowie Leserreporter-Fotos spielen eine große Rolle. Die Bornholms Tidende ist auch 2026 weiterhin profitabel und einflussreich; sie wird von vielen Haushalten abonniert und dient als wichtiges Diskussionsforum für die Inselgesellschaft.

Im Bereich Fernsehen ist TV 2 Bornholm das maßgebliche regionale Medium. Als eine der acht regionalen TV 2-Stationen Dänemarks produziert und sendet der Sender täglich eigene Nachrichten- und Magazinsendungen, die speziell auf Bornholm zugeschnitten sind. Die Studios und Redaktion befinden sich in Aakirkeby (Brovangen 1). Typische Sendezeiten umfassen Mittags- und Abendsendungen (11:00 bis 11:55, 16:10, 18:10, 19:30 bis 20:00 Uhr), an Wochenenden etwas verkürzt. Das Programm besteht hauptsächlich aus Regionalnachrichten, Reportagen, Porträts, Wetterberichten und Hintergrundbeiträgen zu Themen wie der Energiø, Tourismus, Kulturveranstaltungen, Sport (zum Beispiel Bornholms Travbane) oder kommunalen Entwicklungen. TV 2 Bornholm wird über das dänische terrestrische Netz, Kabel und IPTV verbreitet und erreicht einen hohen Anteil der Inselbevölkerung. Der Sender ist Teil des öffentlich-rechtlich finanzierten TV 2-Systems und finanziert sich hauptsächlich über Rundfunkgebühren. Online ist tv2bornholm.dk die zentrale Plattform mit Livestreams, Video-on-Demand und aktuellen Textmeldungen.

Im Hörfunk-Bereich ist DR P4 Bornholm der wichtigste Player. Als Teil des dänischen Rundfunks (DR) sendet P4 Bornholm rund um die Uhr ein regionales Programm mit Nachrichten, Verkehrsmeldungen, Wetter, Musik und Magazinsendungen. Der Sender hat ein eigenes Studio in Rønne und produziert täglich Inhalte speziell für die Insel – von Morgen- und Mittagssendungen über Reportagen bis hin zu lokalen Veranstaltungstipps. P4 ist besonders bei Autofahrern, Älteren und Menschen auf dem Land beliebt; die Sendungen verbinden oft dänische Pop- und Schlagermusik mit regionalen Gesprächen. Daneben nutzen viele Bornholmer auch nationale DR-Programme (DR P1, P3, P6 Beat) oder kommerzielle Sender wie Nova FM oder Radio ABC.

Digitale und soziale Medien haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Die meisten lokalen Medien (Bornholms Tidende, TV 2 Bornholm, P4 Bornholm) sind auf Facebook, Instagram und teilweise TikTok sehr aktiv und erreichen dort oft ein jüngeres Publikum. Viele Vereine, Restaurants, Künstler und kleine Unternehmen nutzen diese Kanäle ebenfalls intensiv, um Veranstaltungen, Angebote oder Neuigkeiten zu teilen. Es gibt zudem mehrere lokale Facebook-Gruppen (zum Beispiel „Bornholm Nyt“, „Bornholm – fortid, nutid og fremtid“ oder ortsspezifische Gruppen wie „Rønne Nyt“), in denen täglich Hunderte Beiträge gepostet werden – von Fundstücken über Veranstaltungshinweise bis hin zu Diskussionen über kommunale Entscheidungen. Diese Gruppen funktionieren als informelles, sehr schnelles Ergänzungsmedium zur klassischen Presse.

Neben den etablierten Medien gibt es kleinere, oft ehrenamtliche oder vereinsbasierte Initiativen. Lokale Radiostationen wie Radio Bornholm (ehemals oft als Community-Radio bezeichnet) senden teilweise über DAB+ oder Internet und bieten Nischenprogramme. Podcasts zu bornholmschen Themen (Geschichte, Natur, Handwerk oder Energiø) entstehen immer häufiger, meist von Einzelpersonen oder kleinen Teams. Auch der Bornholms Museum und Kulturvereine produzieren gelegentlich eigene Audio- und Videoinhalte.

Kommunikation

Auf Bornholm sind insgesamt sieben Postämter (posthuser) zu finden: Åkirkeby Posthus, Allinge Posthus, Christiansø Posthus, Gudhjem Postbutik, Hasle Posthus, Nexø Posthus sowie Postomrøde Bornholm (Lille Torv, Rønne, tel. 5694-0088).

Postdaten:

  • Postanschrift:  Bornholm, Danmark
  • Telefon-Vorwahl:  00455398-9

Postleitzahlen:

  • DK-3700 Rønne
  • DK-3720 Åkirkeby
  • DK-3730 Nexø, Dueodde
  • DK-3740 Svaneke, Årsdale, Christiansø
  • DK-3751 Østermarie
  • DK-3760 Gudhjem, Rø
  • DK-3770 Allinge, Sandvig
  • DK-3782 Klemensker
  • DK-3790 Hasle

Sport

Bornholm bietet umfangreiche Gelegenheiten für sportliche Betätigungen, konkret für folgende Sportarten:

  • Wassersport: Die Küste ist ideal für Surfen, Kitesurfen, Kajakfahren und Tauchen. Besonders der Süden der Insel mit seinen langen Stränden ist beliebt bei Wassersportlern. Strände wie Dueodde, Balka und Næs bieten ideale Bedingungen für Beachvolleyball, Schwimmen und andere Strandsportarten.
  • Wandern & Klettern: Es gibt viele Wanderwege und Klettermöglichkeiten, insbesondere entlang der spektakulären Küstenabschnitte und im Inselinneren2.
  • Golf: Mehrere Golfplätze stehen zur Verfügung, darunter Anlagen mit Meerblick.
  • Reiten: Verschiedene Höfe bieten Reitausflüge durch die Natur Bornholms an. Ridning Bornholm ist eine der bekanntesten Adressen für Reitfreunde auf Bornholm. Das Angebot umfasst geführte Reittouren für jedes Niveau – von absoluten Anfängern bis zu erfahrenen Reitern. Ebenfalls bekannt ist Slutteri Liselund, das mit LGBTQ-Freundlichkeit wirbt. Auf der Trabrennbahn Bornholms Brand Park f inden regelmäßig Wettkämpfe statt.
  • Besonders für Familien gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie Minigolfanlagen, Freizeitparks und Erlebnisbäder.
  • Erlebnisparks wie Brændesgårdshaven bieten zusätzliche sportliche Aktivitäten und Attraktionen für Kinder und Familien.
  • Auf der Insel praktizierte Ballsportarten sind Fußball, Handball, Athletik, Gymnastik, Tennis, Badminton, Boccia, Volleyball, Basketball, Billard, Bowling und anderes mehr.
  • Ferner gibt es eine Reihe von Angeboten zur Ausübung von Sport in der Natur wie Felsklettern und Rapelling.
  • Angeln ist sowohl in den Seen, vom Strand oder den Trollingbooten, die man mieten kann, aus möglich.
  • Radsport: Es gibt viele Gelegenheiten, sich Fahrräder zu mieten, um entspannende Touren auf dem zirka 250 km großen Radwegenetz zu unternehmen.

Fußball

Fußball auf Bornholm wird vor allem durch den Verein Nexø Boldklub Bornholm (NB Bornholm) repräsentiert, der aktuell in der Copenhagen Series, der fünften Liga im dänischen Fußballsystem, spielt. Der Verein wurde ursprünglich 1915 gegründet, ging 1990 bankrott und wurde im selben Jahr neu gegründet. Gespielt wird im Nexø Stadion, das eine Kapazität von etwa 3.000 Zuschauern hat. NB Bornholm nimmt regelmäßig an dänischen Wettbewerben teil, darunter auch der DBU Pokalen (dänischer Pokal), und hat eine aktive Mannschaft mit aktuellen Spielplänen, Ergebnissen und Kaderinformationen, die auf verschiedenen Fußballportalen verfolgt werden können13567. Neben dem klassischen Fußball bietet Bornholm auch Fußballgolf als Freizeitaktivität an, beispielsweise in der Nähe von Nexø in Bodilsker, wo ein Fußballgolfplatz in naturnaher Umgebung zu finden ist. Die ansonsten ehere selten zu findende Sportart ist eine beliebte Freizeitgestaltung für Besucher und Einheimische, die Fußball und Golf kombinieren möchten.

Leichathletik

Die Lauftradition auf Bornholm ist besonders ausgeprägt und genießt einen hervorragenden Ruf weit über die Inselgrenzen hinaus. Das abwechslungsreiche Gelände mit seiner hügeligen Küstenlandschaft, langen Stränden, dichten Wäldern, Klippen und sanften Hügeln macht die Insel zu einem idealen Ort für Läufer aller Leistungsstufen. Viele Einheimische und Touristen nutzen die gut markierten Wege des Bornholms Rundweg, des Küstenpfads oder der zahlreichen Trails für regelmäßiges Joggen, und die Insel organisiert jedes Jahr eine ganze Reihe attraktiver Laufveranstaltungen, die sowohl ambitionierte Athleten als auch Freizeitläufer anziehen. Die Kombination aus anspruchsvollen Strecken, frischer Seeluft und einer entspannten Atmosphäre sorgt dafür, dass Bornholm als eine der besten Lauf-Destinationen in Dänemark gilt.

Zu den absoluten Höhepunkten der bornholmschen Laufszene zählt der Etape Bornholm, Dänemarks ältestes und beliebtestes Etappenrennen. Bei diesem einzigartigen Marathon über fünf Tage legen die Teilnehmer insgesamt die klassische Marathon-Distanz zurück, wobei jede Etappe zwischen etwa 5,8 und 10 Kilometer lang ist. Die Strecken führen durch ein sehr abwechslungsreiches Terrain – von Asphaltstraßen über Sandstrände und Waldwege bis hin zu hügeligen und steilen Abschnitten – und bieten täglich neue landschaftliche Eindrücke. Das Event findet traditionell in der Woche 30 statt (meist Ende Juli) und richtet sich nicht nur an Erwachsene, sondern auch an Jugendliche, Senioren ab 60 und Kinder, was es zu einer echten Familienveranstaltung macht. Viele Teilnehmer verbinden das Rennen mit einem aktiven Urlaub auf der Insel, und die wachsende internationale Beteiligung zeigt, wie beliebt dieses Format ist.

Ein weiterer anspruchsvoller Klassiker ist der Ultralauf Fyr til Fyr (Leuchtturm zu Leuchtturm), ein Küsten-Ultra von etwa 59 Kilometern Länge mit rund 2800 Höhenmetern. Der Lauf startet meist in Nexø und führt entlang der beeindruckenden bornholmschen Küste von einem historischen Leuchtturm zum nächsten, vorbei an Klippen, Buchten und dramatischen Landschaften. Es gibt auch kürzere Varianten wie den Light House Half (ca. 22 km), und das Event findet in der Regel im September statt. Die anspruchsvolle Strecke mit ihren technischen Passagen macht ihn zu einem echten Highlight für Trail- und Ultra-Läufer.

Neben diesen großen Events gibt es zahlreiche Querfeldeinläufe und Trail-Runs unterschiedlicher Längen, die durch die Wälder, über offene Felder oder entlang der Küste führen. Besonders beliebt ist der Svaneke Øl-Marathon, ein fröhliches und geselliges Rennen, das vom lokalen Brauhaus Svaneke Bryghus und dem Lauftreff SÅN-Løberne organisiert wird. Start und Ziel liegen direkt am Brauerei-Gelände in Svaneke, und die Teilnehmer können zwischen voller Marathon-, Halbmarathon- oder Viertel-Marathon-Distanz wählen. Das Besondere daran ist die entspannte, feierliche Stimmung – nach dem Lauf gibt es Bierproben und Livemusik, was das Event zu einer Mischung aus sportlicher Herausforderung und geselligem Fest macht. In manchen Jahren wird es durch ähnliche Herbst-Events wie den Høst-Marathon abgelöst.

Auch im Triathlon-Bereich ist Bornholm aktiv. Der Tri Over Gudhjem findet jährlich statt und bietet verschiedene Distanzen, darunter 1/10 Ironman und 1/4 Ironman. Die Teilnehmer schwimmen in der Ostsee, radeln durch das hügelige und anspruchsvolle Terrain rund um Gudhjem und laufen auf abwechslungsreichen Strecken. Der Wettkampf trägt den Spitznamen „Granite Bandit“ und zieht ambitionierte Triathleten an, die die Kombination aus Meer, Bergen und der einzigartigen Bornholmer Landschaft schätzen. Weitere Veranstaltungen wie der Hojlyngsløbet (Ultra, Marathon und Halbmarathon) oder der Bornholm Rundt ergänzen das jährliche Programm und sorgen dafür, dass Läufer das ganze Jahr über Möglichkeiten finden, sich sportlich zu betätigen.

Persönlichkeiten

Die bekanntesten mit der Insel Bornholm verbundenen Persönlichkeiten sind:

  • Peder Olsen Walløe (1716 bis 1793), dänisch-norwegischer Arktisforscher, erforschte die ehemaligen nordischen Siedlungen auf Grönland
  • Hans Peder Kofoed (1743 bis 1812), in Svaneke geborener dänischer Brauer, Kaufmann und Reeder, der mit Dänisch-Westindien handelte
  • Jørgen Landt (1751-1804), in Olsker gestorbener dänischer Pfarrer, Botaniker und Schriftsteller
  • Peter Schousboe (1766 bis 1832), in Rønne geborener Botaniker und dänischer Generalkonsul in Tanger
  • Johan Nicolai Madvig (1804 bis 1886), in Svaneke geborener dänischer Philologe und Kultusminister Dänemarks
  • Peter Ludvig Panum (1820 bis 1885), in Rønne geborener Physiologe und Pathologe
  • Johan Peter Andreas Anker (1838 bis 1876), in Knudsker geborener dänischer Offizier
  • Kristian Zahrtmann (1843 bis 1917), in Rønne geborener Maler, bevorzugte Naturalismus und Realismus
  • Johanne Münter (1844 bis 1921), in Rønne geborene dänische Frauenrechtlerin und Schriftstellerin
  • Michael Ancher (1849 bis 1927), in Rutskere geborener realistischer Künstler, malte Fischer in Skagen
  • Mathias Bidstrup (1852 bis 1929), in Rønne geborener Architekt vieler Gebäude auf Bornholm, Schulen, Kirchen (unter anderem die Gudhjem-Kirche), Bahnhöfe und das Postamt in Rønne
  • Hans Henny Jahnn (1894 bis 1959), deutscher Dramatiker, Romanautor und Orgelbauer, lebte von 1934 bis 1950 in Rutsker.
  • Janus Laurentius Ridter (1854 bis 1921), in Aakirkeby geborener Maler und Illustrator von topografischen Aquarellen
  • M. P. Möller (1854 bis 1937), in Østermarie georener Orgelbauer und -hersteller, zog 1872 in die Vereinigten Staaten
  • Christian Schmiegelow (1859 bis 1949), in Rønne geborener dänischer Geschäftsmann, Mitbegründer von Dampskibsselskabet Torm
  • Julius Folkmann (1864 bis 1948), in Rønne geborener dänischer Fotograf und Kameramann
  • Vilhelm Herold (1865 bis 1937), in Hasle geborener Operntenor, Gesangslehrer und Theaterregisseur
  • Martin Andersen Nexø (1869 bis 1954), sozialistischer Schriftsteller, zog im Alter von 8 Jahren auf die Insel und nahm den Namen der Stadt an
  • Vilhelm Grønbech (1873 bis 1948), in Allinge geborener Kulturhistoriker und Professor für Religionsgeschichte an der Universität von Kopenhagen
  • Herbert von Garvens (1883 bis 1953), lebte ab 1932 in Allinge.Martin
  • Oluf Høst (1884 bis 1966), in Svaneke geborenber expressionistischer Maler, das einzige einheimische Mitglied der Bornholmer Malerschule
  • Hans Henny Jahnn (1894 bis 1959) lebte 1934 bis 1950 in Rutsker
  • Else Højgaard (1906 bis 1979), Ballerina und Schauspielerin auf Bühne und Leinwand, bekannt für ihr feuriges Temperament und ihre kantige Intensität
  • Gustaf Munch-Petersen (1912 bis 1938), Schriftsteller und Maler, zog 1935 nach Bornholm
  • Gertrud Vasegaard (1913 bis 2007), in Rønne geborene Keramikerin, die für ihr Steingut bekannt ist, zog 1933 nach Bornholm, woher ihre Familie stammte, und eröffnete ein Atelier in Gudhjem.
  • Hans Colberg (1921 bis 2007), in Klemensker geborener Fußballspieler, über 200 Profi-Einsätze
  • Mogens Glistrup (1926-2008), Politiker, Rechtsanwalt und Steuerprotestler
  • Lilli Nielsen (1926 bis 2013), in Rønne geborener Psychologin, unterrichtete blinde und mehrfach behinderte Kinder
  • Tulla Blomberg Ranslet (* 1928), norwegische Malerin, zog 1955 nach Bornholm
  • Arne Ranslet (1931 bis 2018), Bildhauer und Keramiker, zog 1955 nach Bornholm
  • Heather Spears (1934 bis 2021), kanadische Dichterin, Künstlerin und Romanautorin, zog 1962 nach Bornholm
  • Ursula Munch-Petersen (* 1937), in Rønne geborene Keramikerin
  • Flemming Kofod-Svendsen (* 1944), in Aakirkeby geborener ordinierter Pfarrer der lutherischen Kirche und Politiker
  • Bente Hammer (* 1950), Textilkünstlerin und Modedesignerin, zog 1987 nach Bornholm, eröffnete ein Atelier und eine Boutique
  • Pia Ranslet (* 1956 in Allinge), Malerin und Bildhauerin
  • Klaus Bondam (* 1963 in Aakirkeby), Schauspieler und Ex-Politiker
  • Sofie Stougaard (* 1966 in Svaneke), Schauspielerin
  • Allan Kuhn (* 1968), in Rønne geborener dänischer Fußballtrainer und ehemaliger Spieler.
  • Jonas Jeberg (* 1975 in Rønne), Songwriter und Musikproduzent, lebt in Los Angeles
  • Engelina Andrina Larsen (* 1978), Sängerin und Songwriterin
  • Julie Houmann (* 1979 in Rønne), Badmintonspielerin
  • Nicolai Nørregaard (* 1979), in Svaneke geborener Küchenchef und Gastronom
  • Aura Dione (* 1985), dänische Popsängerin und Songwriterin, lebt seit ihrem siebten Lebensjahr auf Bornholm
  • Lea Wermelin (* 1985), in Rønne geborene dänische Politikerin, Umweltministerin
  • Lisbet Jakobsen (* 1987), in Nexø geborene Ruderin, nahm an den Olympischen Sommerspielen 2016 teil
  • Peter Kofod Poulsen (* 1990), in Snogebæk geborener dänischer Politiker, Mitglied des Europäischen Parlaments seit 2019
  • Magnus Cort (* 1993), professioneller Straßenradrennfahrer
  • Mathias Christiansen (* 1994), Badmintonspieler
  • Amir Hadžiahmetović (* 1997), in Nexø geborener bosnischer Profifußballer

Fremdenverkehr

Aufgrund seiner Randlage entwickelte sich Bornholm in den Nachkriegsjahren nur langsam. Ein Aufschwung für die damals knapp 50.000 Inselbewohner setzte mit dem Tourismus ein. Die Natur der Insel und ihre Strände lockten Besucher ebenso an wie das besondere Klima und die vielen Vorzeitdenkmäler (Fortidsminder). Die Insel bietet viele Betätigungsmöglichkeiten. Die Naturphänomene sind durch Wander- und Radwege erschlossen. Badetourismus ist an mehreren Stränden möglich. Der weiße Sand, das klare Wasser der Ostsee und das ausgeprägte solare Klima reihen den ausgedehnten Strand von Dueodde in die besten Ostseestrände ein. Golf spielen, Reiten, Radfahren und andere sportliche Betätigungen sind möglich. Kunst- und Kulturtourismus sind möglich, wichtige Faktoren dafür sind Bornholms Kunstmuseum sowie das naturwissenschaftliche Museum Natur Bornholm. Anziehungspunkte sind die pittoresken Alt- und Hafenstädte, die berühmten Rundkirchen und die Ruine Hammershus, die älteste Burgruine Nordeuropas. Kunsthandwerkliche Produkte werden auf der Insel selbst gefertigt, wie etwa Glasbläsereien und Bornholmer Steinzeug, und gerne als hochwertiges Mitbringsel gekauft. Kulinarische Anziehungspunkte sind die Fischräuchereien mit ihrem vielfältigem einheimischem Speisenangebot. Die Hafenstadt Rønne ist auch Einfallstor für Tagestouristen, die in der großen Altstadt flanieren und oft Rundtouren durch die Insel buchen. Das Beherbergungsangebot reicht von Jugendherbergen in den Hauptorten bis hin zu Fünf-Sterne-Hotels in Rønne, im südlichen Balka und im nordöstlichen Sandvig. Ferienhauszentren, aber auch Sitz mehrerer Strand- bzw. Küstenhotels sind Dueodde, Balka, Sømarken und Allige-Sandvig.

Bornholm bietet eine große Vielfalt an touristischen Unterbringungsmöglichkeiten und eignet sich sowohl für komfortorientierte Reisende als auch für Natur- und Individualurlauber. In den größeren Orten wie Rønne, Allinge, Gudhjem oder Nexø finden sich Hotels unterschiedlicher Kategorien – von modernen Design- und Wellnesshotels bis hin zu kleineren, familiär geführten Häusern und historischen Gasthöfen. Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche Bed-and-Breakfast-Unterkünfte und Pensionen, die oft persönlich geführt sind und eine gemütliche, lokale Atmosphäre bieten. Besonders typisch für Bornholm sind Ferienhäuser und Ferienwohnungen, die über die gesamte Insel verteilt liegen und vor allem bei Familien und Gruppen beliebt sind, da sie viel Platz, Selbstverpflegung und Nähe zur Natur oder zum Strand ermöglichen. Für naturverbundene Reisende gibt es zudem viele Campingplätze, die vom gut ausgestatteten Familiencamping bis hin zu einfachen Natur- und Zeltplätzen reichen; einige liegen direkt an der Küste oder in Waldgebieten. Zusätzlich existieren auf Bornholm einfache öffentliche Shelter und primitive Übernachtungsplätze, die vor allem von Wanderern und Radfahrern genutzt werden.


Hotels & Pensionen

  • Green Solution House – Nachhaltiges Designhotel in Rønne
  • Griffen Spahotel – Wellnesshotel in Rønne
  • Strandhotellet – Hotel an der Küste in Allinge-Sandvig
  • Hotel Klippen – Meerblick & Felsenlocation in Gudhjem
  • Hotel Allinge – Beliebtes Mittelklasse-Hotel
  • Strandhotel Balka Søbad / Balka Strand Bornholm – Hotels in Balka direkt am Strand
  • Det Lille Hotel – Charmantes Stadthotel in Rønne
  • Hotel - Det Gamle Posthus i Rønne - Bornholm – Historisches Hotel im Zentrum
  • Kanns Hotel – Unterkunft in Aakirkeby
  • Hotel Sandvig Havn – Hotel am Hafen von Sandvig
  • Svalhøj & Yggdrasil Living Wholeness – Boutique-/B&B-Stil auf Bornholm

Bed & Breakfast

  • Myregaard Bed and Breakfast – Sehr gut bewertet in Nexø (Bed & Breakfast auf Bornholm generell weit verbreitet, es gibt viele kleinere Angebote)

Familien- & klassische Campingplätze

  • Hasle Familie Camping – Großer Platz mit guter Bewertung
  • Sannes Familiecamping – Beliebt nahe Gudhjem
  • Møllers Dueodde Camping – Top bewertet bei Nexø
  • Gudhjem Camping – Direkt bei Gudhjem
  • Aakirkeby Camping, Sandkaas Familiecamping, Lyngholt Familiecamping – Weitere Plätze über die Insel verteilt
  • Nordskoven Strand Camping, Dueodde Familiecamping & Hostel – Optionen am Meer

Naturcamping & Stellplätze

  • Ekkodalens Naturcamping – Ruhiger, kleiner Naturplatz
  • Lejrplads Egeløkke Bornholm – Wiese/Platz im Grünen
  • Wohnmobilparkplatz am Hafen von Nexø – Für Wohnmobile geeignet


Touristische Einrichtungen 2000:

  • Jugendherbergen  6
  • Campingplätze  298
  • Hotels, Pensionen  573
  • Ferienhäuser  653
  • sonstige Unterkünfte  1.088

Literatur

  • wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Bornholm
  • wikitravel: https://wikitravel.org/de/Bornholm
  • wikivoyage: https://de.wikivoyage.org/wiki/Bornholm
  • Martin Andersen-Nexø: Pelle der Eroberer, Berlin 1966
  • Bade-Direktion Allinge (hg.): Bornholm. Beschreibung der interessanten dänischen Insel Bornholm und Sommerfahrplan 1908, Berlin [1908]
  • Bornholms Amt (udg.): Bornholm i tal 2002, [Rønne] 2002
  • H. Bøggild: Bornholm, København 1988
  • Jørgen Butzbach: 1700 Millionen Jahre Bornholm, Rønne 2000
  • Claudio Casati / Lasse Sørensen: Bornholm i ældre stenalder – Status over kulturel udvikling og kontakter, Kuml 2006
  • Emanuel Eckardt: Der Mops von Bornholm, Frankfurt am Main 1985
  • Peter Gravesen: Bornholm (= Reihe Geologisk set), Brenderup 1996
  • Christian Roland Hauck: Bornholm 1940–1946. Von der deutschen zur sowjetischen Besetzung unter besonderer Berücksichtigung der Anwesenheit sowjetischer Truppen in der Stadt Allinge-Sandvig, Flensburg (diss.) 1999
  • Hans Henny Jahnn: Gesamtwerke, Hamburg 1974
  • Bent Jensen: Den lange befrielse. Bornholm besat og befriet 1945 - 1946 (= Odense University Slavic Studies, Bd. 9), Odense 1996
  • Djorn Juni: Bisseline von Bornholm, Neksø 1987
  • Hans Klüche: Bornholm Pforzheim 1993
  • Bodil Leth-Larsen: Bornholm, in: Olaf Klose (hg.): Handbuch der hiustorischen Stätten - Dänemark (= Kröners Taschenausgabe, Band 327), Stuttgart 1982, S. 21 - 24
  • Ludvig Mahler: Bobbarækus filiækus, Rønne 1981
  • Sabine Neumann / Horst Schwarz: Bornholm, Köln 1997
  • Hilthart Pedersen: Die jüngere Steinzeit auf Bornholm, München 2008
  • Bent Rying: Bornholm. Gestalt, Geschichte, Kultur, Neumünster 1981
  • Thomas Scheuffelen: Hans Henny Jahnn im Exil. Chronik 1933 bis 1945, München (diss.) 1972
  • Horst Schwartz: Bornholm, Köln ³1989
  • Klaus Stratmann: Energiewende. Bornholm Energy Island. Netzbetreiber 50Hertz und Energinet rücken in der Ostsee zusammen, in: Handelsblatt 23. November 2021 =https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energiewende-bornholm-energy-island-netzbetreiber-50hertz-und-energinet-ruecken-in-der-ostsee-zusammen/27822636.html
  • Trafikstyrelsen: Bornholmeranalysen - Bilagsrapport, København 2023 = https://www.trm.dk/media/po2pkpie/til-hjemmeside_bilag-til-bornholmeranalysen.pdf

Zeitungen und Zeitschriften

  • Blue Magazine, Outdoor-Magazin, München
  • Bornholms Tidende, Rønne
  • Bornholm mit Inselheld – Insel-Leben, Online-Magazin
  • RADIO37 – Das Bornholm-Magazin, Podcast, Rønne

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Peters Reisen Insel Bornholm = https://www.peters-reisen.com/reise/insel-bornholm-001/

Hauser Reisen: Die Sonneninsel Bornholm = https://www.hauser.reisen/dk-boj/?srsltid=AfmBOooGc4FjRZQU8n60vxoOcQSHhzBtH1t2A7dF4cEmncVrSKtoYUkT

Holiday Check Bornholm = https://www.holidaycheck.at/urlaub/daenemark/bornholm

Behrens Reisen Sonnerninsel Bornholm = https://www.behrens-reisen.de/reisen/sonneninsel-bornholm-2025/

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