Gran Canaria

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Die Insel Gran Canaria, das „Herz der Kanaren“, wird aufgrund ihrer landschaftlichen und klimatischen Vielfalt oft als „Miniaturkontinent“ bezeichnet. Sie bietet auf kleinem Raum Strände, Dünen, Berge, Schluchten und subtropische Wälder. Die Insel verfügt über bedeutende archäologische Stätten wie die Kulturlandschaft von Risco Caído (UNESCO-Welterbe), Höhlenwohnungen und Freilichtmuseen, die Einblicke in die Kultur der Ureinwohner geben. Und sie gilt als eine der Regionen mit dem besten Klima der Welt.

Inselsteckbrief
offizieller Name Gran Canaria
alternative Bezeichnungen Tamarán, Tameran, Tamaran, Tamarant (altkanarisch), Canaria (lateinisch), Canaria la Grande (um 1420), Grã-Canária (portugiesisch), Grande Canarie (französisch), Gran Kanarya (arabisch, berberisch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart vulkanische Insel
Gewässer Atlantischer Ozean (Oceano Atlantico)
Inselgruppe Kanarische Inseln (Islas Canarias)
politische Zugehörigkeit Staat: Spanien (Reino de España)
Region: Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias)
Provinz: Las Palmas
Gliederung 21 municipios (Gemeinden)
40 entidades (Siedlungsbereiche)
Status Inselgemeinschaft (comunidad insular)
Koordinaten 27°57‘ N, 15°35‘ W
Entfernung zur nächsten Insel 200 m (La Barra), 61,7 km (Teneriffa)
Entfernung zum Festland 197 km (Agti El Ghazi / Westsahara)
Fläche 1.561,41 km² / 602,86 mi² (mit Nebeninseln 1.561,53 km² / 602,91 mi²)
geschütztes Gebiet 677,9 km² / 261,7 mi² (43,45 %)
maximale Länge 53,4 km (NNW-SSO)
maximale Breite 42,5 km (WNW-ONO)
Küstenlänge 237 km
tiefste Stelle 0 m (Atlantischer Ozean)
höchste Stelle 1956 m (Morro de la Agujereada)
relative Höhe 1956 m
mittlere Höhe 335 m
maximaler Tidenhub 2,4 bis 2,7 m (Puerto de la Luz 2,6 m, Las Palmas bei 2,46 m)
Zeitzone HCE (Hora Central Europea / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)
Realzeit UTC minus 1 Stunde 1 bis 3 Minuten
Einwohnerzahl 863.943 (2024)
Dichte (Einwohner pro km²) 553,27
Inselzentrum Las Palmas


Name

Wie die Insel bei den Ureinwohnern, den später so genannten Canarios, hieß, ist unklar. Im 19. Jahrhundert hat sich Tamarán, auch Tameran, Tamaran oder Tamarant geschrieben, als „ursprüngliche Bezeichnung“ für das Kanareneiland eingebürgert. Tameran, Tamaran oder Tamarant war. Die altkanarische Wortwurzel tamar(a) verweist auf „Palmen“ und „Datteln“ und soll eine Verbindung mit den auch heute noch im Norden der Insel weit verbreiteten Palmenwäldern symbolisieren. Die Name könnte somit als „Land der Palmen“ übersetzt werden - aber auch „Land der Tapferen“ wurde als sinngemäße Bedeutung vorgeschlagen.

Der erste überlieferte Bezeichnung stammt von dem römischen Autor Plinius dem Älteren aus dem 1. Jahrhundert. Im Kapitel 32 des 4. Bandes seiner „Naturgeschichte“ zitierte er den Bericht einer Expedition, die im Auftrag des Königs Juba II. von Mauretanien die „glückseligen Inseln“, lateinisch Insulae Fortunatae, besuchte: Canaria wird „so genannt wegen der vielen großen Hunde, von denen Juba zwei überbracht wurden.“ Der Inselname wäre demnach abgeleitet vom lateinischen Wort für „Hund“, canis.

Es gibt aber auch noch eine zweite Theorie bezüglich der Herkunft der Inselbezeichnung. Sie verweist auf eine andere Bemerkung aus Plinius’ Werk, in der es heißt: „Die Bewohner der benachbarten, mit Elephanten, wilden Thieren und Schlangen aller Art erfüllten Bergwälder würden Canarier genannt; ihre gewöhnlichen Nahrungsmittel seien nämlich die Eingeweide der Hunde und anderer wilder Thiere.“ Der Name könnte also auch auf den berberischen Volksstamm der Canarii zurückgehen, die zu jener Zeit am Fuß des Atlasgebirges lebten.

Pedro López de Ayala verweist in seinen Crónicas de los Reyes de Castilla aus dem späten 15. Jahrhundert auf den Gebrauch des Namens Canaria la grande in einem Text, der der Regierungszeit Heinrichs III. gewidmet ist, und bezieht sich dabei auf das Jahr 1393. Die Bezeichnung Gran Canaria erscheint zum ersten Mal und ausführlich in Le Canarien („Der Kanarier“), der französischen Chronik des Eroberungsfeldzugs von Jean IV de Béthencourt und Gadifer de La Salle, in Koexistenz mit dem alten Namen Canaria. Die Handschrift wurde zwischen 1404 und 1420 geschrieben, doch sind die Notizen der ursprünglichen Verfasser nicht mehr verfügbar. Es ist daher nicht klasr, ob der Name bereits während des Eroberungsfeldzugs existierte oder vom Verfasser des letztgültigen Manuskripts (Kodex Montruffet) auf der Grundlage des zu jener Zeit, also 1488 bis 1491, gebräuchlichen Namens hinzugefügt wurde.

Wie auch immer, die Bezeichnung Gran Canaria, gesprochen [ɡɾaŋ kaˈna.ɾja], also „große Kanareninsel”, wurde ab dem 16. Jahrhundert von den meisten Sprachen unübersetzt übernommen, inm etlichen Fällen aber auch sinngemäß übertragen, etwa ins Französische als Grande Canarie oder ins Portugiesische als Grã-Canária.

Die Bezeichnung für die Einwohner der Insel ist nach Angaben der Real Academia Española (Königliche Spanische Akademie) von Gran Canaria ist grancanario. Die Ureinwohner der Insel wurden canarios genannt, eine Bezeichnung, die bis vor einigen Jahrzehnten für die Einwohner Gran Canarias verwendet wurde (auf anderen Inseln des Archipels und auf Gran Canaria selbst kann man noch ältere Menschen hören, die diese Bezeichnung verwenden). Das umgangssprachliche Adjektiv canarión, wird ebenfalls verwendet, vor allem auf anderen Inseln des Archipels.

  • international:  Gran Canaria
  • albanisch:  Gran Kanaria
  • amharisch:  ግራን ካናሪያ [Giran Kanariya]
  • arabisch:  جران كناريا [Gran Kanarya]
  • armenisch:  Գրան Կանարիա [Gran Kanaria]
  • aserbaidschanisch:  Qran-Kanariya
  • baskisch:  Kanaria Handia
  • bengalisch:  গ্রান ক্যানারিয়া [Gran Kyānāriya]
  • birmanisch:  ဂရန် ကနာရီယာ [Gran Kanariya]
  • bulgarisch:  Гран-Канария [Gran-Kanarija]
  • chinesisch:  格兰卡纳里亚 [Gélán Kǎnàlǐyà]
  • französisch:  Grande Canarie
  • georgisch:  გრან კანარია [Gran Kanaria]
  • griechisch:  Γκραν Κανάρια [Gran Kanária]
  • gudscheratisch:  ગ્રાન કાનારિયા [Grān Kānāriyā]
  • hindi:  ग्रान कनेरिया [Grān Kaneriyā]
  • hebräisch:  גראן קנריה [Gran Kanarya]
  • japanisch:  グランカナリア [Guran Kanaria]
  • kabylisch:  Gran Kanarya
  • kambodschanisch:  ក្រាន កាណារីយ៉ា [Kran Kanariya]
  • kasachisch:  Гран-Канария [Gran-Kanarija]
  • katalanisch:  Gran Canària
  • koreanisch:  그란 카나리아 [Geuran Kanaria]
  • laotisch:  ກຣານ ຄານາເຣຍ [Gran Khanāria]
  • lateinisch:  Canaria, Insula Canaria
  • lettisch:  Grankanārija
  • litauisch:  Gran Kanarija
  • makedonisch:  Гран Канарија [Gran Kanarija]
  • malayalam:  ഗ്രാൻ കനാറിയ [Grān Kanāriya]
  • maldivisch:  ގްރަން ކަނަރިޔާ [Gran Kanariya]
  • marathisch: ग्रान कॅनारिया [Gran Kænāriyā]
  • nepalesisch: ग्रान कॅनारिया [Gran Kænāriyā]
  • okzitanisch:  Grand Canària
  • pandschabisch:  ਗ੍ਰੈਨ ਕਨਾਰੀਆ [Grain Kanāriyā]
  • persisch:  گران کاناریا [Gerān Kānāriyā]
  • portugiesisch:  Grã-Canária
  • russisch:  Гран-Канария [Gran-Kanarija]
  • serbisch:  Гран Канарија [Gran Kanarija]
  • singhalesisch:  ග්රෑන් කැනාරියා [Gran Kanāriyā]
  • tamilisch:   கிரான் கனாரியா [Kirān Kanāriyā]
  • thai:  กรัน คานาเรีย [Gran Kānāria]
  • tzibetisch: གྲན་ཀ་ན་རི་ཡ་ [Gran ka na ri ya]
  • türkisch:  Gran Kanarya
  • ukrainisch:  Гран-Канарія [Gran-Kanarija]
  • urdu:  گران کیناریا [Gran Kināriyā]
  • weißrussisch:  Гран-Канарыя [Gran Kanaryja]


Offizieller Name:  Gran Canaria

  • Bezeichnung der Bewohner:  Grancanarios (Grancanarier)
  • adjektivisch: grancanario (grancanarisch)


Kürzel:

  • Code:  GC / GCN
  • Kfz:  -
  • ISO-Code:  ES.IC.GC

Lage

Gran Canaria ist eine Insel im östlichen Zentrum des Kanarischen Archipels und liegt 210 Kilometer westlich vor der Küste Südmarokkos im Atlantischen Ozean, zwischen ihren größeren Nachbarinseln Teneriffa im Westen und Fuerteventura im Osten. Gran Canaria liegt auf durchschnittlich 27°57‘ n.B. und 15°35‘ w.L..


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  28°10’51“ n.B. (Punta Morro Barranco de la Vieja)
  • südlichster Punkt:  27°43’49“ n.B. (Punta de Maspalomas)
  • östlichster Punkt:  15°21’23“ w.L. (Punta de Gando)
  • westlichster Punkt:  15°49’53“ w.L. (Punta de las Tetas)


Entfernungen:

  • Teneriffa / Kanaren (Punta de Abona)  61,7 km
  • Fuerteventura / Kanaren (Punta de Jandía) 85,5 km
  • Gomera / Kanaren Punta de San Cristóbal) 131 km
  • Lanzarote / Kanaren (Punta de Pechiguera) 174 km
  • Westsahara / Marokko (Agti El Ghazi) 196,8 km
  • La Palma / Kanaren (Punta El Lajio)   206 km
  • Hierro / Kanaren (Punta Caleta)  211 km
  • Madeira (Ponta do Garajau)  480 km
  • Spanien (Cap Trafalgar)  1365 km

Zeitzone

In Gran Canaria gilt die Hora Central Europea bzw. Central European Time (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt HCE bzw. CET (MEZ). Die Realzeit liegt um eine Stunde und 1 bis 3 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Gran Canaria hat eine Fläche von 1.561,53 km² bzw. 602,91 mi², nach alternativen Angaben 1.560,1 km² bzw. 602,36 mi². Davon entfallen 1.561,41 km² bzw. 602,86 mi² auf die Hauptinsel und 0,12 km² auf 95 kleine Nebeneilande. Inklusive Flutbereich ergeben sich 1.563 km². Von Nordnordwest nach Südsüdost durchmisst die Insel zwischen Punta del Roque und Punta del Parchel 53,4 km, von Westnordwest und Ostsüdost zwischen Punta de Sardina und Punta de Gando 42,5 km. Die Küste ist insgesamt 237 km lang, davon 138 km Steilküste, 32 km Sandstrand, 26 km Hafenbereiche, 24 km Kiesstrand und 17 km Felsküste. Der maximale Tidenhub beträgt 2,4 bis 2,7 m, in Puerto de la Luz 2,6 m und in Las Palmas bei 2,46 m. Höchster Punkt der Insel ist der Morro de la Agujereada mit 1956 m. Die mittlere Sehöhe liegt bei 335 m.


Flächenaufteilung 1992:

Äcker und Gärten  198,45 km²

Wald  134,68 km²

Weideland  104,24 km²         

Siedlungsgebiet  65,00 km²

Geologie

Gran Canaria liegt auf einer mehrere tausend Meter tiefen ozeanischen Kruste und entstand über einen langen Zeitraum durch vulkanische Aktivität, die mit einem sogenannten Hotspot im Erdmantel in Verbindung gebracht wird. Die geologische Entwicklung begann vor etwa 30 bis 40 Millionen Jahren mit untermeerischen Eruptionen, bei denen Magma aus dem Erdinneren aufstieg und nach und nach einen vulkanischen Unterbau auf dem Meeresboden bildete. Über Millionen Jahre wuchs dieser Vulkan langsam an, bis er vor etwa 13 bis 14 Millionen Jahren die Meeresoberfläche erreichte und eine Insel formte, die anschließend durch Erosion, erneute Vulkanausbrüche und tektonische Prozesse weiter gestaltet wurde.

In der ersten großen Entwicklungsphase entstand ein typischer basaltischer Schildvulkan, der große Mengen dünnflüssiger Basaltlava förderte. Diese Lavaströme breiteten sich weit aus und bildeten die Grundstruktur der Insel. Später folgten mehrere Phasen explosiverer vulkanischer Aktivität, bei denen zähflüssigere und gasreichere Magmen wie Trachyt, Rhyolith und Phonolith ausbrachen. Diese explosiven Eruptionen führten zur Ausbildung großer Einsturzstrukturen und Calderen, darunter die markante Caldera de Tejeda im Inselinneren. Diese entstand durch das Kollabieren eines Magmakörpers und wurde später teilweise mit weiteren vulkanischen Ablagerungen und Erosionsmaterial wieder aufgefüllt.

Die Insel wird geologisch häufig in zwei Hauptbereiche unterteilt. Der südwestliche Teil, oft als älterer Abschnitt bezeichnet, ist stark erodiert und von tief eingeschnittenen Tälern und Schluchten geprägt, die sogenannten Barrancos. Dieser Bereich zeigt deutlich die lange Einwirkung von Wasser und Wind, die das ursprüngliche Vulkangestein stark abgetragen haben. Der nordöstliche Teil ist geologisch jünger und weist weniger stark erodierte Oberflächen auf. Hier finden sich auch die jüngeren Vulkankegel, die teilweise weniger als drei Millionen Jahre alt sind und überwiegend durch strombolianische Eruptionen entstanden sind.

Die geologische Aktivität ist heute weitgehend ruhend, was bedeutet, dass Erosionsprozesse die Landschaft stärker prägen als neue Vulkanausbrüche. Der letzte bekannte Ausbruch auf der Insel wird dem Gebiet Montañón Negro zugeschrieben und liegt etwa 3000 Jahre zurück. Trotzdem bleibt die Insel geologisch interessant, da sie weiterhin von seismischer Aktivität in der Region beeinflusst wird.

Charakteristisch für Gran Canaria ist die große Vielfalt an Gesteinen, die durch die unterschiedlichen vulkanischen Phasen entstanden ist. Besonders häufig ist Basalt, der dunkle, oft blauschwarze Fels, der viele Küstenabschnitte und Steilhänge bildet. Daneben kommt Phonolith vor, ein grünlich-graues Gestein, das aufgrund seiner Härte oft im Bauwesen verwendet wird. Auch Tuffstein, der aus vulkanischer Asche verfestigt wurde, ist weit verbreitet und wurde traditionell als Baumaterial genutzt. In bestimmten Regionen findet man außerdem poröse vulkanische Gesteine wie Bimsstein, die durch gasreiche Lava mit vielen eingeschlossenen Blasen entstanden sind.

Die höchste Erhebung der Insel ist der Pico de las Nieves, der eine Höhe von etwa 1949 Metern erreicht. Von diesem zentralen Gebirgsbereich gehen zahlreiche Täler und Erosionsrinnen radial in alle Richtungen ab und prägen das stark zerklüftete Landschaftsbild. Insgesamt gilt Gran Canaria als ein klassisches Beispiel für eine „geologische Miniaturkontinentsinsel“, da auf relativ kleiner Fläche eine außergewöhnlich große Vielfalt an Landschaftsformen und Gesteinstypen vorkommt, die die komplexe vulkanische Geschichte der Insel widerspiegeln.

Landschaften

Gran Canaria wird wegen ihrer außergewöhnlich großen landschaftlichen und klimatischen Vielfalt häufig als „Miniaturkontinent“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ergibt sich daraus, dass auf relativ kleiner Fläche sehr unterschiedliche Natur- und Klimazonen nebeneinander vorkommen, die sonst typischerweise über große geografische Räume verteilt sind. Ursache dafür sind die Lage im Atlantik, die Passatwinde, die Höhe des zentralen Gebirges sowie die vulkanische Entstehung der Insel, die eine stark gegliederte Topografie geschaffen hat.

Insgesamt lassen sich auf Gran Canaria etwa 14 Mikroklimazonen unterscheiden, die sich in größere Landschaftsräume zusammenfassen lassen. Diese Zonen entstehen durch die Kombination aus Höhenlage, Exposition gegenüber den Passatwinden und Entfernung zur Küste. Dadurch kann es vorkommen, dass an einem einzigen Tag im Norden der Insel feuchtkühles, wolkenreiches Wetter herrscht, während im Süden sonnige, trockene und fast wüstenartige Bedingungen dominieren.

Der Norden der Insel ist deutlich feuchter und grüner geprägt. Hier treffen die feuchten Nordostpassate auf die Bergketten und sorgen für Stauniederschläge und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dadurch haben sich in diesen Regionen vergleichsweise dichte Vegetationsformen entwickelt, darunter Kiefernwälder und in höheren, feuchteren Lagen auch Lorbeerwaldreste. Diese Landschaft wirkt deutlich üppiger als der Süden und ist durch häufige Wolkenbildung, Nebel und gelegentliche Regenfälle charakterisiert. In höheren Lagen können sich sogar kleine Wasserläufe und saisonale Wasserfälle bilden, die das Landschaftsbild zusätzlich beleben.

Im Gegensatz dazu steht der Süden der Insel, der durch ein deutlich trockeneres und wärmeres Klima geprägt ist. Die Passatwinde verlieren auf dem Weg über das Gebirge einen großen Teil ihrer Feuchtigkeit, sodass im Süden ein ausgeprägter Regenschatten entsteht. Dadurch dominieren hier halbwüstenartige Landschaften mit spärlicher Vegetation, felsigen Flächen und offenen, sandigen Gebieten. Besonders bekannt sind die Dünenlandschaften von Maspalomas, die durch Windverfrachtung von Sand entstanden sind und ein charakteristisches Küstenwüsten-Ökosystem bilden. Diese Region ist zugleich das touristische Zentrum der Insel mit vielen Stränden und Hotelanlagen.

Das zentrale Bergland bildet das Rückgrat der Insel und ist durch starke Reliefunterschiede geprägt. Hier finden sich hohe Gipfel, tiefe Schluchten und vulkanische Felsformationen, die aus der komplexen geologischen Geschichte der Insel hervorgegangen sind. Die sogenannten Barrancos durchziehen das Gelände als tief eingeschnittene Täler, die teilweise bis zur Küste reichen. Aufgrund der Höhenlage ist das Klima hier deutlich kühler als an der Küste, und in den Wintermonaten können die Temperaturen so weit sinken, dass sich gelegentlich sogar Frost bildet. Diese Region wirkt insgesamt rauer und ursprünglicher und ist weniger dicht besiedelt.

Die Küstenzonen unterscheiden sich stark je nach Himmelsrichtung. Während der Süden und Osten stark touristisch erschlossen sind und viele Strände sowie städtische Siedlungen aufweisen, ist die Westküste oft steiler, felsiger und weniger zugänglich. Hier treffen die Atlantikwellen direkt auf die Steilküste, was zu einer sehr dynamischen Küstenlandschaft führt. Der Norden wiederum ist grüner und feuchter, mit einer Mischung aus natürlichen Küstenabschnitten und landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Zwischen diesen klar unterscheidbaren Hauptzonen gibt es zahlreiche Übergangsbereiche, in denen sich unterschiedliche Mikroklimate mischen. In diesen Regionen finden sich häufig landwirtschaftliche Nutzflächen, insbesondere Bananenplantagen, sowie subtropische Vegetationszonen mit Palmen und anderen wärmeliebenden Pflanzen. Diese Übergangsräume sind wichtig für die Inselwirtschaft und verbinden die extremen Landschaftsformen miteinander.

Die zahlreichen Barrancos spielen eine zentrale Rolle in der Landschaftsstruktur. Sie sind das Ergebnis seltener, aber oft sehr intensiver Regenfälle, bei denen große Wassermengen in kurzer Zeit abfließen. Diese trockenen Flusstäler können sich dann kurzfristig in reißende Wasserläufe verwandeln, bevor sie wieder austrocknen. In besiedelten Gebieten wurden viele dieser Täler durch technische Maßnahmen gesichert und teilweise kanalisiert, um Siedlungen und Infrastruktur vor Überschwemmungen zu schützen. Insgesamt entsteht dadurch ein stark gegliedertes Landschaftsbild, das Gran Canaria zu einer der vielfältigsten Inseln des Atlantiks macht.


Erhebungen

  • Morro de la Agujereada (Montaša de las Nieves) 1956 m
  • Pico de las Nieves (Montaña de las Nieves)  1949 m
  • Pico Redondo (Montaña de las Nieves) 1919 m
  • Roque Nublo (Montaña de las Nieves)  1813 m
  • Bentaiga (Montaña de las Nieves)  1412 m
  • Altavista  1376 m
  • Amurga  1131 m


See

  • Embalse de Soria  0,55 km², 30 m tief


Fluss

  • Barranco de Arguineguin / Soria  23 km

Flora und Fauna

Die Flora Gran Canarias zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Vielfalt und einen hohen Anteil endemischer Pflanzen aus, darunter Kanarische Kiefern, Lorbeerwälder, Drachenbäume und zahlreiche Sukkulenten, die sich an die unterschiedlichen Klimazonen der Insel angepasst haben. Die Fauna ist geprägt vom Fehlen großer Säugetiere, einer reichen Vogelwelt mit endemischen Arten wie dem Gran Canaria-Blaufink sowie einer artenreichen Meeresfauna mit Delfinen, Meeresschildkröten und zahlreichen Fischarten.

Flora

Die Pflanzenwelt der Insel ist außergewöhnlich vielfältig und einzigartig, was die Insel zu einem wichtigen Referenzort für die Pflanzenkunde macht, vergleichbar mit den Galapagosinseln für die Tierwelt. Gran Canaria beherbergt etwa 3.000 Pflanzenarten, von denen ein großer Teil endemisch ist – also nur auf den Kanarischen Inseln vorkommt. Rund 500 Arten wachsen ausschließlich dort, darunter mehr als 100, die nur auf Gran Canaria selbst zu finden sind. Die Üflanzen passen sich durch Höhenmigration an die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der Insel an, die von trockenen Küstenregionen bis zu feuchten Bergwäldern reichen. Gran Canaria besitzt zudem einen der letzten noch existierenden Lorbeerwälder der Welt, die eine wichtige ökologische Rolle spielen.

Auf der Insel haben sich auch unterschiedliche Vegetationszonen ausgebildet. Im Norden herrschen von Natur aus Lorbeerwälder vor, während der Süden von Halbwüstenvegetation geprägt ist. Dort dominieren an die Trockenheit angepasste Wolfsmilchgewächse. Berühmt ist die Kanaren-Wolfsmilch auf Grund ihres kakteenähnlichen Aussehens. Verbreitet sind auch strauchhohe, verholzte und dickblättrige Natternkopf-Arten. Die aus Amerika stammenden Feigenkakteen haben sich dort ebenfalls ausgebreitet. Die Lorbeerwälder werden von Kanaren-Lorbeer (Laurus novocanariensis) und Baumheide gebildet. Dort kommt die Kanaren-Glockenblume, die Charakterart der Kanarischen Inseln, von Natur aus vor. Auf Gran Canaria sind auf Grund der intensiven Nutzung durch den Menschen insbesondere die Lorbeerwälder auf kleine Reste zusammengeschrumpft. Die hochmontanen Regionen werden von Kiefernwäldern eingenommen, die sich vor allem aus Kanaren-Kiefern zusammensetzen.

Wichtige Pflanzenarten und Besonderheiten der Flora auf Gran Canaria sind:

  • Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), eine widerstandsfähige Baumart, ist typisch für die Insel und kann sich an verschiedene Höhenlagen anpassen.
  • Drachenbaum, ein charakteristisches Liliengewächs, wächst vor allem in trockenen, felsigen Gebieten im Süden der Insel.
  • Kanarische Dattelpalme und Kanarischer Lorbeer sind typische Pflanzen der Insel, die auch in den letzten erhaltenen Lorbeerwäldern („laurisilva“) vorkommen.
  • Dickblattgewächse mit etwa 80 Arten können durch Wasserspeicherung Trockenzeiten überstehen. Dazu gehört zum Beispiel die Kandelaberwolfsmilch, die giftigen Milchsaft absondert und an trockenen Berghängen wächst.
  • Feigenkakteen, Agaven, Bougainvilleen, Hibisken, Passions- und Trompetenblumen sind häufig in Gärten und Parkanlagen zu finden.
  • Strelitzien gelten als "Wahrzeichen von Gran Canaria".
  • In den unteren und mittleren Höhenlagen werden Bananen, Obstbäume, Gemüse und Weinreben angebaut, wobei die Banane die bedeutendste Kulturpflanze ist.

Im Jahr 1952 gründete der Schwede Eric Sventenius den botanischen Garten Jardín Viera Y Clavijo in einem Ort namens Tafira, der sich in der Nähe von Las Palmas befindet. Das Gelände mit dem Garten liegt am Fuß der Schlucht von Guiniguada. Die makaronesische Flora ist voller Vielfalt, äußerst imposant und einfach wunderschön. Kakteen, tropische Gewächse, Kiefernwälder und Seerosen versetzen das menschliche Auge in Verzückung.

Fauna

Gran Canaria besitzt eine vergleichsweise artenarme, aber ökologisch sehr interessante Fauna, die stark durch ihre insulare Lage und die vulkanische Entstehung geprägt ist. Auffällig ist insbesondere das Fehlen großer einheimischer Landsäugetiere, was typisch für ozeanische Inseln ist, die nie über Landbrücken mit Kontinenten verbunden waren. Dadurch konnten sich vor allem kleinere und spezialisierte Tierarten entwickeln, während größere Tiere meist erst durch den Menschen eingeführt wurden.

Unter den Wirbeltieren spielen Reptilien eine besonders wichtige Rolle. Die bekannteste Art ist die Kanareneidechse (Gallotia stehlini), die größte Eidechse der Kanarischen Inseln. Sie kann bis zu etwa 80 Zentimeter lang werden und ist in vielen Lebensräumen der Insel anzutreffen, von trockenen Küstenzonen bis hin zu felsigen Bergregionen. Diese Art ist ein typisches Beispiel für Inselgigantismus und nimmt im Ökosystem eine wichtige Funktion als Allesfresser ein, der sowohl Pflanzenmaterial als auch Insekten verzehrt. Daneben kommen verschiedene Geckos vor, die überwiegend nachtaktiv sind und sich gut an menschliche Siedlungen angepasst haben. Auch kleinere Reptilienarten wie der gestreifte Kanarenskink sind verbreitet und tragen zur Vielfalt der Herpetofauna bei.

Die Vogelwelt von Gran Canaria ist besonders artenreich und zählt zu den interessantesten Faunenbestandteilen der Insel. Aufgrund der Lage im Atlantik ist die Insel ein wichtiger Zwischenstopp für Zugvögel, die zwischen Europa und Afrika wandern. Küstengebiete, Feuchtzonen und Bergregionen dienen dabei als Rast- und Brutplätze. Unter den endemischen oder stark mit den Kanaren verbundenen Arten sind der Kanarenschmätzer sowie der Kanariengirlitz hervorzuheben. Besonders bekannt ist der Kanarienvogel (Serinus canaria), der ursprünglich von den Inseln stammt und später durch Zucht weltweit verbreitet wurde. Heute gibt es viele Mischformen durch Kreuzungen mit anderen Finkenarten, was die ursprüngliche genetische Linie teilweise beeinflusst hat. Greifvögel wie Turmfalken und Bussarde sind ebenfalls regelmäßig zu beobachten und spielen eine wichtige Rolle als Beutegreifer im Ökosystem.

Ursprünglich gab es auf der Insel keine größeren Landsäugetiere außer Fledermäusen, die bis heute die einzigen natürlichen einheimischen Säuger darstellen. Alle anderen heute vorkommenden größeren Säugetiere wurden durch den Menschen eingeführt. Dazu gehören Ziegen, Schafe, Rinder, Esel und Kaninchen, die sowohl in landwirtschaftlichen Bereichen als auch teilweise verwildert vorkommen. Diese eingeführten Arten haben die Vegetation und bestimmte Lebensräume teilweise stark beeinflusst.

Auch die Insektenwelt ist vielfältig und umfasst zahlreiche endemische Arten, darunter verschiedene Schmetterlinge und Käfer, die sich an die unterschiedlichen Mikroklimate der Insel angepasst haben. Auffällig ist jedoch, dass es im Vergleich zu vielen kontinentalen Regionen relativ wenige störende oder gefährliche Insekten gibt. Mücken, Wespen oder andere als lästig empfundene Arten treten nur in geringem Umfang auf, was das Leben im Freien besonders angenehm macht.

Die marine Fauna rund um Gran Canaria ist sehr reichhaltig und ökologisch bedeutend. In den Gewässern leben mehrere hundert Fischarten sowie zahlreiche größere Meeresbewohner. Besonders häufig sind Delfine, etwa Große Tümmler, die regelmäßig in Küstennähe beobachtet werden können. Auch verschiedene Walarten, darunter Grindwale, nutzen die Gewässer als Wander- und Lebensraum. Meeresschildkröten sind ebenfalls Teil des marinen Ökosystems.

Naturschutz

1993 bestanden insgesamt 23 Naturschutzgebiete mit zusammen 677,9 km², was 43,45 % der Inselfläche entspricht. Eines der wichtigsten Schutzgebiete ist der Parque Natural de Tamadaba im Nordwesten der Insel. Dieses Gebiet ist geprägt von ausgedehnten Kanarischen Kiefernwäldern, steilen Felsküsten und tiefen Barrancos, die direkt zum Atlantik abfallen. Tamadaba gilt als eines der ursprünglichsten Waldgebiete der Insel und spielt eine wichtige Rolle für den Wasserhaushalt, da die Kiefernwälder Feuchtigkeit aus den Passatwolken aufnehmen. Gleichzeitig ist das Gebiet Lebensraum für zahlreiche endemische Pflanzenarten und wichtige Vogelarten.

Ein weiteres bedeutendes Schutzgebiet ist der Parque Rural del Nublo im Zentrum der Insel. Dieser Naturpark umfasst große Teile des zentralen Berglandes mit markanten Felsformationen, darunter der berühmte Roque Nublo. Die Landschaft ist geprägt von vulkanischen Gesteinsformen, tiefen Tälern und einer großen Höhenvielfalt, die unterschiedliche Vegetationszonen auf engem Raum ermöglicht. Hier wechseln sich Kiefernwälder, offene Felslandschaften und alpine Hochlagen ab. Das Gebiet ist sowohl ökologisch als auch kulturell von großer Bedeutung, da es traditionelle Siedlungs- und Nutzungsformen bewahrt.

Im Süden der Insel befindet sich das Naturschutzgebiet der Dünen von Maspalomas, ein einzigartiges Küstensystem aus Sanddünen, Palmenoasen und einer Lagune. Dieses Gebiet ist besonders empfindlich, da es durch Wind, Tourismus und Wasserhaushalt stark beeinflusst wird. Die Dünenlandschaft ist Lebensraum für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten, die an trockene, salzhaltige Bedingungen angepasst sind. Gleichzeitig ist es eines der bekanntesten Naturgebiete der Insel und steht im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und touristischer Nutzung.

Im Westen der Insel liegt das Gebiet Güigüi, das zu den abgelegensten und ursprünglichsten Landschaften Gran Canarias zählt. Es handelt sich um eine schwer zugängliche Küstenregion mit steilen Klippen, unberührten Stränden und trockenen Barrancos. Aufgrund der Abgeschiedenheit hat sich hier eine weitgehend natürliche Vegetation erhalten, und das Gebiet gilt als wichtiger Rückzugsraum für viele Tier- und Pflanzenarten.

Weitere Schutzgebiete wie der Parque Natural de Pilancones im Süden und Südosten der Insel schützen großflächige Berg- und Waldlandschaften mit Kiefernwäldern, Schluchten und Übergangszonen zu trockeneren Regionen. Diese Gebiete sind besonders wichtig für die Stabilität der Ökosysteme, da sie als Verbindung zwischen verschiedenen Lebensräumen dienen und Wanderkorridore für Tiere darstellen.


Naturschutzgebiete

  • Macizo del Suroeste  105,4 km²
  • Ayagaures y Pilancones  101,7 km²
  • Cumbres  89,3 km²
  • Inagua, Ojeda y Pajonales  84,5 km²
  • Tamadaba  80,1 km²
  • Cuenza de Tejeda  59,7 km²
  • Doramas  42,6 km²
  • Monte Lentiscal  29,7 km²
  • Bandama  15,1 km²
  • La Isleta  12,6 km²
  • Guayadeque  12,0 km²
  • Macizo de Tauro  11,8 km²
  • Roque de Aguayro  8,1 km²
  • Barranco Cernicalos  7,8 km²
  • Amagro  5,3 km²
  • Dunas Maspalomas  4,0 km²
  • Montaña de Aguimes  2,5 km²
  • Temisas  2,0 km²
  • Juncalillo del Sur  1,8 km²
  • sonstige  2,0 km²

Klima

Gran Canaria besitzt ein deutlich ausgeprägtes subtropisches Klima, das nach der Köppen-Geiger-Klassifikation überwiegend als heißes Steppenklima (BSh) eingestuft wird. In den besonders trockenen südlichen Küstenbereichen sowie in einzelnen sehr sonnenreichen Tieflagen kann auch ein heißes Wüstenklima (BWh) auftreten. Gleichzeitig sorgen Höhenlage und Passatwinde dafür, dass im Inselinneren und im Norden deutlich mildere und feuchtere Mikroklimate existieren. Insgesamt ist das Klima durch ganzjährig relativ stabile Temperaturen, sehr viele Sonnenstunden und geringe sowie unregelmäßige Niederschläge gekennzeichnet.

Eine zentrale Rolle für das Klima spielt die Lage im Einflussbereich der nordöstlichen Passatwinde. Diese feuchten Luftmassen treffen aus dem Atlantik auf die Insel und werden an den Gebirgszügen zum Aufsteigen gezwungen. Dabei kühlen sie ab und führen an den Nord- und Nordosthängen zu Wolkenbildung, Nebel und vergleichsweise höheren Niederschlagsmengen. Dieser Effekt erzeugt eine klare klimatische Zweiteilung der Insel: ein grünerer, feuchterer Norden und ein trockener, sonniger Süden. Diese sogenannte Passatinversion ist entscheidend für die unterschiedlichen Vegetations- und Landschaftszonen auf Gran Canaria.

Der Süden der Insel ist deutlich trockener und wärmer, da er im Regenschatten der zentralen Gebirgszüge liegt. Die absteigenden Luftmassen erwärmen sich zusätzlich und führen zu sehr geringen Niederschlägen. In Kombination mit der hohen Sonneneinstrahlung entstehen hier wüstenähnliche Bedingungen mit spärlicher Vegetation und hohen Temperaturen, die besonders in den Sommermonaten ausgeprägt sind.

Ein weiteres wichtiges Klimaphänomen ist die sogenannte Calima. Dabei handelt es sich um heiße, trockene Luftmassen, die aus der Sahara über den Atlantik auf die Kanaren gelangen. Diese Winde transportieren feinen Staub und Sandpartikel, was zu einer deutlichen Trübung der Luft führt und die Sicht stark reduzieren kann. Während einer Calima steigen die Temperaturen oft deutlich an und können extreme Werte erreichen, die das normale Inselklima kurzfristig stark verändern. Gleichzeitig sinkt die Luftfeuchtigkeit stark ab, was die Bedingungen zusätzlich belastend macht.


Klimadaten für Puerto de Santa Cruz de Las Palma
s (1961 bis 1990)

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Temperatur (°C) 17,8 18,1 18,3 18,9 19,7 21,2 22,2 23,6 23,3 22,8 21,1 18,9 20,5
Wassertemperatur (°C) 20,0 19,6 19,9 19,3 19,8 20,9 21,5 22,6 23,0 22,9 22,3 21,0 21,2
Niederschlag (mm) 36 23 23 13 6 2 1 2 5 28 53 41 233
Niederschlagstage (>0,1 mm) 8 5 5 3 1 1 0 1 1 5 7 8 46
Potenzielle Verdunstung (mm) 52 48 60 66 84 96 107 118 107 95 72 59 964
Luftfeuchtigkeit (%) 72 73 73 73 72 74 77 76 75 75 74 73 74


Klimadaten für Gando

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mittelmaximum (°C) 20,4 20,5 21,0 21,5 22,3 23,6 24,8 26,0 26,4 25,5 23,5 21,5 23,1
Mittelminimum (°C) 16,4 16,3 16,7 17,2 18,3 19,6 21,0 22,0 22,2 21,3 19,4 17,4 19
Niederschlag (mm) 15 20 11 6 3 1 0 0 5 9 20 21 111
Tägliche Sonnenstunden 6,0 6,6 6,8 7,5 8,3 9,0 9,5 9,3 7,7 6,9 6,1 5,8 7,5
Niederschlagstage 4 3 3 2 1 0 0 0 1 3 4 5 26
Wassertemperatur (°C) 19 18 18 18 19 20 21 22 23 23 21 20 20,2
Luftfeuchtigkeit (%) 72 73 70 69 71 72 76 76 76 75 73 72 72,9

Mythologie

Nach einer zentralen Schöpfungsgeschichte der Ureinwohner entstand Gran Canaria durch das Wirken eines mächtigen Feuergottes, der in seinem Zorn einen gewaltigen Feuersturm entfachte. Als dieser vorüber war, erhob sich die Insel aus den Tiefen des Ozeans. Anschließend befahl der Gott den Elementen – dem Meer, dem Regen und dem Wind –, die junge Landmasse weiter zu formen. Über Jahrmillionen hinweg entstanden so die beeindruckenden Schluchten, fruchtbaren Täler, Hochplateaus und die vielfältige Landschaft, die Gran Canaria heute auszeichnet. Diese Legende erklärt nicht nur die vulkanische Natur der Insel, sondern unterstreicht auch die dynamische Kraft der Naturgewalten, die das Leben der Menschen dort seit jeher bestimmen.

Eine andere bedeutende Schöpfungserzählung kreist um den Himmelsgott Achamán, der als oberste Gottheit verehrt wurde. Achamán schuf aus der ewigen Dunkelheit zunächst Himmel und Erde und formte Gran Canaria gezielt als paradiesischen Ort für sein Volk. In dieser Mythologie erscheint die Insel als ein Geschenk der Götter, ein fruchtbares und geschütztes Refugium inmitten des weiten Atlantiks, das den Menschen Nahrung, Schutz und spirituelle Heimat bieten sollte. Achamán wurde als wohlwollender, aber auch strenger Schöpfer gesehen, der die natürliche Ordnung aufrechterhielt und dessen Kräfte in den Bergen, Quellen und Himmelserscheinungen spürbar waren. Solche Mythen dienten den Ureinwohnern nicht nur zur Erklärung der Welt, sondern auch zur spirituellen Verankerung ihres Alltags, ihrer Rituale und ihrer Beziehung zur Natur.

Neben den Schöpfungsmythen gibt es auf Gran Canaria eine Fülle weiterer Sagen und Legenden, die historische Ereignisse, natürliche Phänomene und übernatürliche Wesen miteinander verweben. Eine der bekanntesten und bis heute lebendigen Erzählungen ist die von der „Geisterinsel“ San Borondón. Diese mystische Insel soll im Atlantik in der Nähe der Kanaren liegen und nur unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen sichtbar werden. Sie taucht plötzlich am Horizont auf, mit grünen Hügeln, Wäldern und sogar Siedlungen, um dann wieder zu verschwinden. Seeleute und Inselbewohner berichteten über Jahrhunderte hinweg von Sichtungen, die zu Expeditionen anregten, doch die Insel blieb stets unerreichbar. San Borondón symbolisiert die Sehnsucht nach dem Unbekannten, das Paradies jenseits des Horizonts und die Grenzen menschlicher Erkenntnis. Die Legende hat sich tief in die kanarische Folklore eingegraben und inspiriert noch heute Literatur, Kunst und lokale Erzähltraditionen.

Ein weiterer zentraler Mythos, der besonders stark mit dem Stolz und dem historischen Selbstverständnis der Kanarier verbunden ist, rankt sich um den Widerstand der Ureinwohner gegen die spanische Eroberung im 15. Jahrhundert. Besonders eindrucksvoll verkörpert wird dieser Geist durch den Häuptling Bentejuí, der gemeinsam mit seinem Hohepriester nach einem verlorenen Kampf von der Festung Ansite in die Tiefe sprang. Mit dem letzten Ruf „Atis Tirma“ – „Für dich, mein Land“ – soll er gestorben sein. Diese dramatische Szene wird als letzter Akt heldenhaften Widerstands gegen die überlegenen Eroberer gedeutet und symbolisiert bis heute den unbeugsamen Freiheitswillen und die tiefe Verbundenheit der Altkanarier mit ihrer Heimat. Die Geschichte wird bei Festen, in Schulen und bei kulturellen Veranstaltungen nacherzählt und dient als Identifikationsfigur für das moderne kanarische Bewusstsein.

Viele der ersten Inselbewohner glaubten zudem, dass die Kanarischen Inseln insgesamt das versunkene Atlantis oder zumindest einen Überrest jenes sagenhaften Paradieses darstellten, das am Rande der damals bekannten Welt lag. Diese Vorstellung wurde durch antike Autoren wie Platon oder Plinius genährt, die von glückseligen Inseln im Westen berichteten. Gran Canaria mit seinen fruchtbaren Tälern, den hohen Bergen und der Vielfalt an Pflanzen und Tieren schien vielen genau diesem Ideal zu entsprechen. Solche Mythen verbanden die Insel mit einer größeren kosmischen und historischen Dimension und gaben den Menschen ein Gefühl von Auserwähltheit und Tiefe.

Geschichte

Die Insel Gran Canaria war von den Guanchen bewohnt, als sie im 15. Jahrhundert von Spanien erobert wurde. Wann und unter welchen Umständen die Ureinwohner die Insel besiedelt haben, ist umstritten. Da als Guanchen ursprünglich nur die Ureinwohner Teneriffas bezeichnet wurden, spricht man auf Gran Canaria lieber von den Urkanariern. Diese lebten teils in Höhlen und teilweise auch in aus Steinen gebauten Rundhäusern. Der kastilische Gouverneur Pedro de Vera erklärte die Kämpfe mit den Ureinwohnern am 29. April 1483 offiziell für beendet. Die Insel ist seitdem in spanischer Hand.

Besiedlungszeit

Die Erstbesiedlung von Gran Canaria ist wissenschaftlich nicht vollständig geklärt, doch die meisten aktuellen Forschungen deuten darauf hin, dass die Insel etwa zwischen dem -5. und -1. Jahrhundert erstmals dauerhaft besiedelt wurde. Die ersten Inselbewohner stammten sehr wahrscheinlich aus Nordafrika, konkret aus dem kulturellen Umfeld der Berber. Sie gelangten vermutlich mit einfachen Booten auf die Insel und entwickelten sich dort zu den sogenannten Canarios (verschiedentlich wird für sie auch der auf Teneriffa gebräuchliche Terminus Guanchen verwendet).

Die Verwandtschaft der kanarischen Urbevölkerung mit den damals in Nordafrika lebenden Berbervölkern ist heute durch die historische Forschung archäologisch und linguistisch nachgewiesen. Die Untersuchung der auf den Kanarischen Inseln gefundenen Schriftzeichen hat einen sehr hohen Grad an Übereinstimmung mit den Schriften ergeben, die in Nordtunesien und Nordostalgerien gefunden wurden.

Archäologische Funde belegen, dass die ersten Bewohner Gran Canarias und der übrigen Kanarischen Inseln keine Seefahrer im klassischen Sinn waren. Nach ihrer Ankunft lebten sie über Jahrhunderte weitgehend isoliert voneinander und vom afrikanischen Festland, was zu einer eigenständigen Entwicklung ihrer Kultur führte.

Neuere Studien zeigen, dass es auch Kontakte mit dem Römischen Reich im -1. Jahrhundert gab, doch wird die dauerhafte Besiedlung weiterhin berberstämmigen Volksgruppen zugeschrieben. Hinweise auf eine frühere Entdeckung durch Phönizier oder andere mediterrane Völker existieren, sind aber nicht eindeutig belegt. Vermutet wird auch, dass Menschen aus unterschiedlichen Gebieten Nordostafrikas gezielt in mehreren Schüben auf den Inseln angesiedelt wurden.

Altkanarische Zeit

Mit der römischen Reichskrise des 3. Jahrhunderts war ein Abbruch der Beziehungen zwischen den Kanarischen Inseln und dem Mittelmeerraum verbunden. Da die Canarios keinerlei nautische Kenntnisse und keine Werkzeuge zum Bau seetüchtiger Schiffe besaßen, gab es keine Verbindungen zwischen Gran Canaria und dem Festland, aber auch nicht zwischen den einzelnen Inseln, auf denen sich in der Folgezeit unabhängig voneinander verschiedene Kulturen entwickelten.

Die Gesellschaft war unterteilt in Adlige und „Geschorene“, die so genannt wurden, weil sie kurze Haare und Bärte hatten. Die Canarios hatten eine politische Organisation, die als Protostaat angesehen wird, mit dem guanarteme oder König an der Spitze ihrer sozialen Organisation. Der Historiker Pedro Agustín del Castillo aus dem 18. Jahrhundert geht auf die politische Organisation der Ureinwohner ein und sagt, dass es in jeder Stadt einen faycan als Gouverneur gab, der von mehreren guayafanes oder regidores begleitet wurde, je nach Größe der Stadt. Er weist auch auf die Anwesenheit von Kriegskapitänen hin, die fayahuracan genannt werden. Alle diese Ämter wurden vom guanarteme zusammen mit seinem Rat gewählt, der sich aus den bedeutendsten Adligen oder hecheres-hamenatos zusammensetzte.

Historischen Überlieferungen zufolge wurde die Insel bis zur Ankunft der normannischen Eroberer im Jahr 1402 von zahlreichen unabhängigen Stammeshäuptlingen regiert. Die Ordnung auf der Insel wurde von einer Frau, Atidamana, aufrechterhalten, die von allen respektiert und befolgt wurde und die Eigenschaften einer Hohepriesterin besaß. Einige Häuptlinge begannen jedoch, ihre Autorität in Frage zu stellen, sodass Atidamana einen Kriegsherrn aus Gáldar namens Gumidafe heiratete, und gemeinsam führten sie Krieg gegen die anderen Häuptlinge und erlangten schließlich die totale Kontrolle über die Insel und vereinigten ihre Herrschaft.

In den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts wurde die Insel von zwei Brüdern, die von Gumidafe und Atidamana abstammten, in die territorialen Abgrenzungen von Gáldar und Telde aufgeteilt, die heute als Guanartematos bezeichnet werden, und die ihrerseits in jeweils sechs Kantone oder Guayratos unterteilt waren, an deren Verwaltungsspitze ein Guayre stand. Die Kantone von Gáldar waren Agaete, Aquerata, Artebirgo, Arucas, Gáldar und Tejeda, während die Kantone von Telde waren Agüimes, Arguineguín, Tamaraceite, Telde, Tirajana und Utiaca.

Als die kastilischen Eroberer 1478 eintrafen, befand sich die Insel in einer politisch turbulenten Zeit, denn der Guanarteme von Telde war gestorben, während sein Erbe noch ein Kind war, und der Faycán dieses „Königreiches“, der als Gouverneur fungierte, stellte die Autorität des neuen Guanarteme von Gáldar, Tenesor Semidán, in Frage.

Kontaktzeit

Überlieferte Quellen erwähnen die Ankunft christlicher Missionare in den ersten Jahrhunderten der Neuzeit, wie die Besuche des Apostels Bartholomäus, des Heiligen Avitus, des Heiligen Brendan und des Heiligen Maclovius. Der Heilige Avito soll im Jahr 106 auf Gran Canaria gepredigt haben und von den Ureinwohnern gemartert worden sein. Diese Berichte sind jedoch wissenschaftlich nicht belegt, da dieser Heilige bekanntermaßen nicht existiert hat. Im 13. Jahrhundert wurde der Name des Heiligen wiederentdeckt.

Im 13. Jahrhundert wurden die Kanarischen Inseln von den Mittelmeerschiffern wiederentdeckt. So weisen jüngste archäologische Funde aragonesischer Münzen in der bemalten Höhle von Gáldar, die mit der Regierungszeit von Jakob II. von Aragonien in Verbindung gebracht werden, darauf hin, dass mallorquinische Händler die ersten Europäer waren, die die Kanarischen Inseln wiederentdeckten. 1341 wurden die Inseln auch auf den Kanaren entdeckt.

Außerdem wurden die Inseln 1341 von einer portugiesischen Expedition besucht, die sich aus genuesischen, florentinischen und kastilischen Seefahrern zusammensetzte und von König Alfons IV. ausgesandt wurde. Die Reisenden, zu denen auch Niccoloso da Recco gehörte, besuchten unter anderem Gran Canaria, wo sie von den Eingeborenen gut aufgenommen wurden, die sich den in der Bucht von Gando ankernden Schiffen näherten, um mit ihnen Handel zu treiben. Ein Jahr später kamen sie auf Gran Canaria an, wo sie von den Eingeborenen begrüßt wurden.

Ein Jahr später trafen zwei neue mallorquinische Expeditionen mit privatem Handelscharakter auf Gran Canaria ein, obwohl sie von König Jaume III. von Mallorca unterstützt wurden. Diese Expeditionen konnten die Eingeborenen und ihr Vieh ausplündern, da sie den Europäern bereits misstrauisch gegenüberstanden. Im Jahr 1352 kam eine neue mallorquinische Expedition auf die Insel, die von König Jaume III. von Mallorca unterstützt wurde.

Im Jahr 1403 organisierte der normannische Eroberer Gadifer de la Salle, nachdem er die Inseln Lanzarote und Fuerteventura unterworfen hatte, einen Vorstoß nach Gran Canaria, um es zu erkunden. Er erreichte den Strand von Gando, wo er eine Zeit lang mit den Einheimischen Handel trieb, bis es zu einer Konfrontation kam. Ein Jahr später kehrte er zurück und legte diesmal in Arguineguín an. Dort wurden sie von den Kanaren, angeführt von König Artemi oder seinem Sohn, überfallen und vertrieben.

Im Jahr 1405 unternahm sein Partner Jean de Béthencourt eine neue Expedition auf die Insel. Er lief den Hafen von Arguineguín an und traf sich mit König Artemi. Eine Gruppe seiner Männer beschloss jedoch, auf eigene Faust von Bord zu gehen und die Kanaren ins Landesinnere zurückzudrängen. Die neu formierten Kanaren schlugen den Angriff zurück und töteten die Hälfte der Angreifer, wobei Abréu Galindo behauptete, dass auch der kanarische König selbst bei dem Gefecht getötet wurde. Von da an kam es zu sporadischen Sklavenüberfällen auf Gran Canaria von den bereits eroberten Inseln aus.

Conquista

Im Jahr 1424 wurde eine portugiesische Armada vom Infanten Heinrich dem Seefahrer ausgesandt, um die Insel zu erobern. Unter dem Kapitän Fernando de Castro bestand die Expedition aus zwölf Karavellen mit 2.500 Infanteristen und 120 Reitern. Sie kamen an den Stränden der Bucht von Las Isletas an, wurden jedoch bald von den Eingeborenen angegriffen, die sie zwangen, sich einzuschiffen und zu fliehen, nachdem sie 300 Soldaten verloren hatten.

Die Zeit der kastilischen Herrschaft war geprägt von den ständigen Versuchen der Herren der Familie Peraza-Herrera, die Insel Gran Canaria ihrer Herrschaft einzuverleiben, entweder durch militärische Invasionen oder durch Pakte mit den Ureinwohnern. Im Jahr 1447 kam Hernán Peraza auf seiner Reise durch die Inseln nach Gran Canaria, um seine Herrschaftsgebiete in Besitz zu nehmen, konnte aber nicht an Land gehen, da sich an den Stränden der Bucht von Las Isletas eine große Anzahl feindlich gesinnter Ureinwohner versammelt hatte. Ein Jahrzehnt später, zwischen 1457 und 1459, landete sein Schwiegersohn Diego García de Herrera auf Gran Canaria an der Küste von Gando mit der Absicht der Eroberung. Dort wurde er von den Bewohnern der Kanarischen Inseln empfangen, die sich seinen Männern entgegenstellten und sie zwangen, sich auf ihre Schiffe zurückzuziehen. Nach mehreren Zusammenstößen gelang es Herrera, mit dem Guanarteme von Telde zu verhandeln, der ihm erlaubte, einen Turm in Gando zu bauen, wenn er dafür dreißig junge Christen als Geiseln erhielt.

Im Jahr 1459 stürmte der Portugiese Diego de Silva y Meneses den Turm von Gando im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen den Kronen von Kastilien und Portugal um die atlantisch-afrikanische Herrschaft. Von dieser Position aus führte er mehrere Überfälle auf die Kanarenbewohner in der Stadt Telde durch.

Im Sommer 1461 schlossen die Guanartemes Egonaiga von Gáldar und Bentagoyhe von Telde in der Bucht von Las Isletas in Anwesenheit des Bischofs von San Marcial del Rubicón, Diego López de Illescas, einen Pakt mit Herrera. Infolge dieses Abkommens genehmigten die Ureinwohner den Bau einer Einsiedelei in der Stadt Telde, die vom Bischof selbst gesegnet wurde. Ebenfalls um 1465 errichtete Diego de Silva, der inzwischen den Turm von Gando bewachte und Schwiegersohn von Herrera war, eine zweite Festung in der Nähe der Einsiedelei.

Im Jahr 1466 zog Diego de Silva mit zweihundert Mann in Gáldar ein. Die Kanarier begannen sie zu bedrängen, drängten sie in Richtung des Dorfes Gáldar und kesselten sie schließlich auf einem von Steinmauern umgebenen Platz ein. Dort gelang es ihnen, sich zu verteidigen, bis eine gefangene und christianisierte Kanarierin namens Tazirga ihnen auf Spanisch sagte, dass sie sich nur mit Hilfe der Guanarteme retten könnten. Als König Egonaiga bei der Umzingelung ankam, bot er Silva die Flucht an, indem er ihm sagte, er solle ihn gefangen nehmen und sein Leben gegen das ihre tauschen. Die List war erfolgreich und Silva und seine Männer wurden befreit.

Nach diesem Vorfall misstrauten die Kanarier dem Guanarteme, weil sie ihn für einen Christen hielten, und die Adligen schmiedeten ein Komplott gegen ihn und planten, ihn in der Klausur zu töten, in der sie ihre Versammlungen abhielten. Als Egonaiga von dem Komplott erfuhr, fragte er jeden Adligen, der die Klausur betrat, wo er seine Waffe hatte, und jeder holte sie beschämt aus seinem Versteck, und der Guanarteme begnadigte einen nach dem anderen.

Zwischen 1473 und 1474 griffen die Kanaren, genervt von den Überfällen und Angriffen, die die Garnison von Gando und ihr Kommandant Pedro Chemida in den umliegenden Dörfern verübten, und besonders verärgert über die Entführung mehrerer adliger Inselbewohnerinnen, die Festung unter der Führung des Guayre Maninidra an. Die Kanaren drangen als Soldaten verkleidet in den Turm ein, töteten mehrere Kastilier, nahmen mehr als hundert Gefangene und brannten ein an den Turm angeschlossenes Lagerhaus nieder.

Zu dieser Zeit ereigneten sich mehrere Ereignisse, die das Leben der Ureinwohner noch mehr erschütterten. Der Guanarteme Bentagoyhe erkrankte kurz vor dem Angriff auf den Turm von Gando und hinterließ zwei kleine Söhne in der Obhut seines Verwandten, des Königs von Gáldar, der die Regierung von Telde dem Faycán Guanariragua, genannt El Tuerto, überließ, der ein Feind der Christen und der wahre Anstifter des Angriffs auf den Turm war. Auch der kanarische Krieger Doramas erhob sich mit mehreren Gefährten gegen die Autorität des Guanarteme und der Guayres.

In der Zwischenzeit gelang es im Königreich Gáldar einer Gruppe von Lanzarote-Vasallen von Diego de Herrera, Tenesoya, die Nichte des Guanarteme, gefangen zu nehmen, während sie um 1475 mit zwei anderen Frauen an der Küste badete. Diese Männer waren von Inés Peraza ausgesandt worden, um auszuspionieren, was auf der Insel mit den Christen geschah, die von den Kanaren bei den Überfällen auf Gando und Telde gefangen genommen worden waren. Egonaiga verlangte daraufhin von den Guayres der Insel die Herausgabe aller gefangenen Christen, doch der Faycán von Telde weigerte sich. Der Guanarteme kam mit seinen Kriegern und der Faycán ergab sich, begnadigte Egonaiga und überließ ihm die Verantwortung.

Nachdem alle Geiseln genommen worden waren, schickte Egonaiga zehn Botschafter aus den Kantonen der Insel nach Lanzarote, um Herrera um Verzeihung für die Geschehnisse in Gando zu bitten und ihm die Geiseln zu übergeben, wobei er ihm die gesamte auf der Insel gesammelte Orchilla versprach. Herrera seinerseits übergab ihm Tenesoya und alle gefangenen Kanarenbewohner in seinem Herrschaftsbereich. Während seines Aufenthalts auf Lanzarote konnte Herrera jedoch nicht nach Lanzarote zurückkehren.

Während ihres Aufenthalts auf Lanzarote war Tenesoya jedoch zum Christentum übergetreten und mit Maciot II de Bethencourt verheiratet worden, so dass sie kurz nach ihrer Rückkehr nach Gran Canaria mit Hilfe von Herreras Männern aus dem Haus ihres Onkels floh. Die Überlieferung besagt, dass Egonaiga infolge dieser Flucht erkrankte und kurz darauf starb. Sie überließ die Führung der Insel ihrem Neffen Tenesor Semidan, während sein einziger Erbe noch minderjährig war. Diese Ereignisse fielen mit dem Ende der Herrschaftszeit der Eroberung der Kanarischen Inseln zusammen, als die Rechte 1477 an die von den Katholischen Königen vertretene Krone übertragen wurden.

Im Jahr 1475 beschwerten sich die Bewohner Lanzarotes bei Königin Isabella I. und König Ferdinand V. über die Herrschaft von Diego de Herrera und Inés Peraza. Sie forderten die Insel direkt der Krone zu unterstellen. Königin Isabella und König Ferdinand ernannten am 16. November 1476 einen „Juez Pesquisidor“ (Untersuchungsrichter), der ermitteln sollte, welche Eigentums- und Eroberungsrechte an den Kanarischen Inseln bestanden. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass Diego de Herrera und Inés Peraza das Eigentumsrecht und das Herrschaftsrecht an den vier Inseln Lanzarote, Fuerteventura, La Gomera und El Hierro zustünde, ebenso das Recht der Eroberung der Inseln Gran Canaria, Teneriffa und La Palma. Königin Isabella und König Ferdinand befürchteten, dass Portugal im Rahmen des Kastilischen Erbfolgekrieges versuchen könnte, die noch nicht eroberten Inseln zu besetzen. Die Krone von Kastilien vereinbarte mit Diego de Herrera und Inés Peraza die Abtretung der Eroberungsrechte für Gran Canaria, La Palma und Teneriffa gegen eine finanzielle Abfindung. Die Übereinkunft wurde in einer Niederschrift vom 15. Oktober 1477 festgehalten.

Während des Krieges gegen Portugal erlaubten die kastilischen Staatsfinanzen keine Ausgaben für Eroberungen im Atlantik. Deswegen wendeten Königin Isabella und König Ferdinand zur Finanzierung der Eroberung der Insel Gran Canaria erstmals das System der Capitulación an. In einer ersten Capitulación vom Mai 1478 wurde der Bischof von Rubicón, Juan de Frias als Geldgeber und der Dekan Juan Bermúdez und Juan Rejón als Leiter der Eroberung verpflichtet. Die Mittel des Bischofs stammten zu einem großen Teil aus Einnahmen, die dadurch entstanden waren, dass Papst Sixtus IV. den Spendern größerer Beträge für die Bekehrung der Ungläubigen auf den Kanarischen Inseln einen Ablass ihrer Sündenstrafen gewährt hatte.

Ende Mai 1478 erreichten die kastilischen Truppen die Nordostküste Gran Canarias. Der 24. Juni wird als Gründungstag des Feldlagers von Las Palmas, dem Ursprung der heutigen Inselhauptstadt angesehen. Über die militärische Vorgehensweise bei der Eroberung kam es zwischen Juan Bermúdez und Juan Rejón zu Meinungsunterschieden. Die Canarios ließen sich nicht auf eine offene Schlacht ein, sondern bekämpften die Kastilier in einer Art Guerillakrieg. Daraufhin antwortete Juan Rejón mit einer Taktik der verbrannten Erde. Als Folge des Widerstandes der Ureinwohner und der inneren Streitigkeiten in der Führung der kastilischen Truppen kam die Eroberung nur sehr langsam voran. Das veranlasste Königin Isabella und König Ferdinand Pedro de Algaba als Gouverneur auf die Insel zu entsenden. Er sollte zwischen den militärischen Führern vermitteln und die zivile Verwaltung übernehmen. Pedro de Algaba konnte den Streit in der kastilischen Führung nicht beilegen. Er schickte Juan Rejón auf die Iberische Halbinsel, damit das königliche Gericht über dessen Zukunft entscheide. Königin Isabella und König Ferdinand stellten fest, dass Juan Rejón sich nicht falsch verhalten habe. Er wurde in seiner alten Stellung auf der Insel bestätigt und kehrte im Mai 1480 mit Truppenverstärkungen nach Gran Canaria zurück. Dort ließ er Pedro de Algaba unter dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit den Portugiesen festnehmen. Nach einem kurzen Prozess wurde er schuldig gesprochen und hingerichtet. Juan Bermudez, gegen den Juan Rejón nicht vorgehen konnte, da dieser der kirchlichen Gerichtsbarkeit unterstand, wurde nach Lanzarote ausgewiesen.

Bevor Königin Isabella und König Ferdinand von der Hinrichtung Pedro de Algabas erfuhren, erzielten sie mit dem Kämmerer Alonso de Quintanilla und dem Kaufmann Pedro Hernández Cabrón eine Übereinkunft, dass diese einem neu zu ernennenden Gouverneur der Insel die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen sollten, die der zur Eroberung der Insel Gran Canaria benötigte. Der neue Gouverneur Pedro de Vera bekam weitreichende Vollmachten, die sowohl die militärische Befehlsgewalt als auch die zivile Verwaltung nach der Eroberung umfassten. Er erreichte die Insel Mitte Juli 1480 mit hundert Armbrustschützen und einer großen Menge Proviant. Im Dezember des gleichen Jahres schickte Pedro de Vera Juan Rejon auf die Iberische Halbinsel, wo er vor dem königlichen Gericht sein Vorgehen im Fall Pedro de Algaba rechtfertigen sollte.

Nachdem am Jahresende 1480 und im Verlauf des Frühjahrs 1481 weitere Truppenverstärkungen auf Gran Canaria eingetroffen waren, organisierte Pedro de Vera einen groß angelegten Angriff auf den Norden der Insel. In der Nähe von Arucas nahe dem Barranco de Tenoya kam es zu einer Schlacht in der Doramas, einer der angesehensten Heerführer der Canarios, getötet wurde. Als zusätzlichen Stützpunkt errichteten die kastilischen Truppen auf der Westseite der Insel bei Agaete eine Befestigungsanlage. Alonso Fernández de Lugo wurde zum ersten Festungskommandanten ernannt. Von Agaete aus konnte er bei einem Angriff auf Gáldar im Februar 1482 den Guanarteme Tenesor Semidán gefangen nehmen. Dieser spielte als Vermittler zwischen den Kastiliern und den Canarios bei der weiteren Unterwerfung der Inseln Gran Canaria eine bedeutende Rolle. Nach der Eroberung weiter Gebiete im Süden der Insel konnte Tenesor Semidán in Verhandlungen die Canarios davon überzeugen, dass ein Widerstand gegen die Annahme des christlichen Glaubens und die Unterwerfung unter die Oberherrschaft der Krone Kastiliens zwecklos sei. Als Datum für die endgültige Aufgabe des Kampfes der Canarios, die sich auf die Fortaleza de Ansite zurückgezogen hatten, gilt der 29. April 1483. Im Januar 1484 wurden die Truppen, die an der Eroberung teilgenommen hatten aufgelöst.

Kolonialzeit

Nach der Eroberung durch Pedro de Vera wurden viele Einheimische getauft, darunter der Herrscher von Gáldar, Tenesor Semidán, der als Don Fernando Guanarteme nach Spanien gebracht und dort zum Christentum übertrat. Er kehrte zurück, um weitere Ureinwohner zur Taufe zu bewegen. 1483 wurde das Bistum von Fuerteventura nach Gran Canaria verlegt und die Insel zu einem religiösen Zentrum des Archipels ausgebaut. Ein Großteil der einheimischen Bevölkerung wurde auf das spanische Festland oder andere Inseln deportiert - oder starb an eingeschleppten Krankheiten. Die traditionelle Kultur der Altkanarier ging weitgehend verloren.

Nach der Eroberung wurde Gran Canaria direkt der spanischen Krone unterstellt. Es entstanden zwei Verwaltungssysteme: die königliche Verwaltung und die Grafenherrschaften. Die Stadt Las Palmas wurde als Verwaltungssitz gegründet und entwickelte sich zum Zentrum der Insel. Die Insel gewann wirtschaftlich an Bedeutung, insbesondere durch Landwirtschaft (Zuckerrohr, später Wein, dann Cochenille und Bananen) und als Zwischenstation im Atlantikhandel. Die neue Elite bestand aus spanischen Siedlern, Militärs und Geistlichen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte aber auch zu Piratenüberfällen und weiteren sozialen Spannungen.

Die neue Gesellschaft bestand aus Menschen unterschiedlicher Herkunft. Die katholische Religion und die kastilische Sprache bildeten die Voraussetzungen, in dieser Gesellschaft akzeptiert zu werden. Die Eroberer, wie auch die für die Landarbeit angeworbenen Siedler, kamen in erster Linie aus den Ländern der Krone von Kastilien. Die Facharbeiter für die Zuckerproduktion wurden auf Madeira angeworben. Durch Feldzüge an der nahen afrikanischen Küste wurden Schwarzafrikaner als Arbeitssklaven für die Zuckerfabriken auf die Insel gebracht.

Ein großer Teil der Eroberer hatte an dem Unternehmen teilgenommen auf das Versprechen hin, bei der Verteilung von Land und Wassernutzungsrechten berücksichtigt zu werden. Bei der Verteilung des Grundeigentums und der Wasserrechte war ein Kriterium, welche persönlichen oder finanziellen Leistungen der Empfänger zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hatte. Andererseits spielten aber auch die finanzielle Leistungsfähigkeit der neuen Eigentümer eine entscheidende Rolle. Bei der Vergabe von Ländereien für die Zuckerproduktion waren große Investitionen in die Verarbeitungsanlagen notwendig. Die Krone gewährte bei den Verteilungen der Land- und Wasserrechte auf Gran Canaria Zuteilungen an hervorragende Höflinge und Mitglieder des Handelskapitals. Um die Ausdehnung der Landwirtschaft und eine auf Geld aufgebaute Wirtschaft zu entwickeln, benötigte die Insel die Mitwirkung des privaten Kapitals. Das war besonders durch Genuesen und Katalanen vertreten.

Provinzialzeit

Im 19. Jahrhundert durchlief Gran Canaria eine Phase tiefgreifender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Transformation, die die Insel von einer eher abgeschiedenen, landwirtschaftlich geprägten Region zu einem zunehmend international vernetzten und modernen Teil Spaniens machte. Die geografische Lage der Insel als strategischer Knotenpunkt im Atlantik spielte dabei eine entscheidende Rolle. Gran Canaria lag auf wichtigen Handelsrouten zwischen Europa, Afrika und Amerika, was Schiffe auf der Fahrt in die Neue Welt oder entlang der afrikanischen Küste regelmäßig anlaufen ließ. Dieser Vorteil brachte einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung mit sich. Zunächst dominierte noch der Anbau und Export von Zuckerrohr, doch im Laufe des Jahrhunderts verlagerte sich die Produktion auf Tomaten und vor allem Bananen, die auf den fruchtbaren Böden der Insel hervorragend gediehen und zu begehrten Exportgütern nach Europa wurden. Darüber hinaus wurde der Hafen von Las Palmas zu einem wichtigen Kohlebunkerplatz für die aufstrebende Dampfschifffahrt, was zusätzliche Einnahmen und Arbeitsplätze schuf und die Insel in das globale Handelsnetzwerk einband.

Diese wirtschaftliche Dynamik führte zu bedeutenden gesellschaftlichen Veränderungen. Ein neues, selbstbewusstes Bürgertum aus Händlern, Reederfamilien und Plantagenbesitzern gewann an Einfluss und trat in Konkurrenz zum traditionellen Landadel, der bis dahin die politischen und sozialen Strukturen dominiert hatte. Diese Spannungen zwischen aufstrebendem Bürgertum und alter Elite prägten die lokale Politik und Verwaltung. Es kam zu Reformbestrebungen, die von liberalen Ideen aus dem europäischen Festland inspiriert waren. Bildung, Infrastruktur und Verwaltungsmodernisierung gewannen an Bedeutung, auch wenn viele Veränderungen nur schrittweise umgesetzt wurden. Die Insel blieb dabei fest in das spanische Königreich eingebunden und war von den politischen Turbulenzen auf dem Festland – wie den Karlistenkriegen, der Restauration der Monarchie und den beginnenden sozialen Konflikten – nicht unberührt.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten europäische Reisende, insbesondere Briten, Gran Canaria als attraktives Ziel. Das milde, ganzjährig angenehme Klima machte die Insel zu einem beliebten Erholungsort für wohlhabende Touristen und vor allem für Kranke, die unter Lungenleiden oder anderen Beschwerden litten und in der reinen Atlantikluft Heilung suchten. Erste Hotels und Sanatorien entstanden in Las Palmas und in den höher gelegenen, kühleren Lagen der Insel. Der Tourismus entwickelte sich allmählich zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein, das Hand in Hand mit dem Exportgeschäft ging. Britische Einflüsse waren besonders stark spürbar: Britische Firmen engagierten sich im Hafenbetrieb und im Kohlehandel, britische Residenten lebten auf der Insel, und englische Sitten, Sportarten und kulturelle Gewohnheiten fanden Eingang in die gehobene Gesellschaft. Diese internationale Präsenz verstärkte den kosmopolitischen Charakter Gran Canarias und unterschied es zunehmend von rein agrarisch geprägten Regionen Spaniens.

Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 präsentierte sich Gran Canaria als Insel im raschen Wandel. Die Wirtschaft war deutlich exportorientiert geworden, mit Bananen, Tomaten und anderen landwirtschaftlichen Produkten als Haupteinnahmequellen. Der Hafen von Las Palmas hatte sich zu einem modernen Umschlagplatz entwickelt, der Schiffe aus aller Welt versorgte. Der Tourismus wuchs stetig, auch wenn er noch weit entfernt von den Massenströmen des 20. Jahrhunderts war. Gesellschaftlich öffnete sich die Insel europäischen Einflüssen: Neue Ideen in Architektur, Mode, Bildung und Freizeitgestaltung hielten Einzug, während gleichzeitig traditionelle Strukturen und die kulturelle Identität der Altkanarier weiter zurückgedrängt wurden. Viele Bräuche und Mythen der Ureinwohner, die noch im 18. Jahrhundert lebendig gewesen waren, gerieten im Zuge von Modernisierung, Christianisierung und spanischer Dominanz zunehmend in Vergessenheit, auch wenn Reste davon in Folklore, Ortsnamen und lokalen Festen überdauerten.

Die Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria entwickelte sich in dieser Epoche zum unbestrittenen administrativen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Insel. Sie profitierte am stärksten vom Hafenboom, zog Zuwanderer aus dem Inselinneren und vom spanischen Festland an und wandelte sich von einer eher provinziellen Siedlung zu einer aufstrebenden Hafen- und Handelsstadt mit repräsentativen Gebäuden, Theatern, Cafés und einer lebendigen bürgerlichen Gesellschaft. Dennoch blieb Gran Canaria insgesamt eine Insel der Kontraste: Während in den Küstenorten und der Hauptstadt Modernität und Internationalität Einzug hielten, lebten viele Menschen im Inselinneren weiterhin von traditioneller Landwirtschaft und Viehzucht unter oft bescheidenen Bedingungen.

Weltkriegsära

Zwischen 1914 und 1945 erlebte Gran Canaria eine Zeit tiefgreifender wirtschaftlicher Krisen, politischer Umbrüche und gesellschaftlicher Veränderungen. Der Beginn des Ersten Weltkriegs beendete den wirtschaftlichen Aufschwung, den die Insel in den Jahrzehnten zuvor erlebt hatte, und leitete eine lange Phase der Unsicherheit ein. Obwohl Spanien während des Ersten Weltkriegs neutral blieb, waren die Auswirkungen des Krieges auf Gran Canaria deutlich zu spüren. Die Insel war eng in den internationalen Handel eingebunden und ihre Wirtschaft hing in hohem Maße vom Schiffsverkehr, vom Export landwirtschaftlicher Produkte und von der Versorgung der internationalen Handelsflotten ab. Als mit dem Krieg die wichtigsten Handelsrouten unterbrochen wurden und viele Reedereien ihre Fahrten einstellten oder stark reduzierten, geriet die Wirtschaft der Insel innerhalb kurzer Zeit in eine schwere Krise.

Besonders betroffen war der Hafen von Las Palmas, der sich seit dem späten 19. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Versorgungshäfen des Atlantiks entwickelt hatte. Vor dem Krieg liefen dort jedes Jahr Tausende Schiffe an, um Kohle zu bunkern, Lebensmittel und Wasser aufzunehmen oder Reparaturen durchführen zu lassen. Mit dem Ausbruch des Krieges brach dieser internationale Schiffsverkehr jedoch weitgehend zusammen. Die britischen Kohlegesellschaften, die den Hafen zuvor dominiert hatten, reduzierten ihre Aktivitäten erheblich, da zahlreiche Handelsschiffe nun militärisch eingesetzt wurden oder gefährliche Seewege mieden. Dadurch kam auch der bedeutende Kohlehandel nahezu vollständig zum Erliegen. Viele Hafenarbeiter, Kohlenverlader, Mechaniker, Händler und Transportarbeiter verloren ihre Beschäftigung oder mussten erhebliche Lohneinbußen hinnehmen.

Auch der noch junge Tourismus, der sich vor allem in Las Palmas langsam zu entwickeln begonnen hatte, erlitt einen vollständigen Zusammenbruch. Vor dem Krieg besuchten wohlhabende britische und mitteleuropäische Reisende zunehmend die Insel, um dort den Winter zu verbringen. Hotels wie das Santa Catalina profitierten von diesem aufkommenden Fremdenverkehr. Mit Kriegsbeginn blieben die ausländischen Gäste jedoch aus. Hotels mussten Personal entlassen oder zeitweise schließen, zahlreiche Dienstleistungsbetriebe verloren ihre wichtigste Einnahmequelle. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten trafen viele Familien unmittelbar, insbesondere jene, die von Exporten, Hafenarbeit oder touristischen Dienstleistungen lebten.

Zusätzlich erschwerten Lieferengpässe die Versorgung der Bevölkerung. Viele Waren, die bisher aus Europa importiert worden waren, erreichten die Insel nur noch unregelmäßig oder gar nicht mehr. Die Preise für Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände stiegen deutlich an. Obwohl Spanien selbst nicht Krieg führte, litt Gran Canaria unter den indirekten Folgen des internationalen Konflikts erheblich stärker als viele Regionen auf dem spanischen Festland.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs setzte in den frühen 1920er Jahren langsam eine wirtschaftliche Erholung ein. Der internationale Schiffsverkehr nahm wieder zu, und der Hafen von Las Palmas gewann nach und nach seine frühere Bedeutung zurück. Er entwickelte sich erneut zu einem wichtigen Zwischenstopp für Schiffe auf den Routen zwischen Europa, Afrika und Amerika. Gleichzeitig blieb jedoch die Landwirtschaft weiterhin das wirtschaftliche Fundament der Insel. Besonders der Anbau von Bananen und Tomaten war von zentraler Bedeutung. Dank des milden subtropischen Klimas konnten diese Produkte während der Wintermonate geerntet werden und fanden auf den europäischen Märkten große Nachfrage, insbesondere in Großbritannien.

Der Export dieser Agrarprodukte sorgte zwar für eine gewisse wirtschaftliche Stabilität, doch blieb die Insel stark von den internationalen Märkten abhängig. Schon kleine Preisveränderungen oder schlechte Ernten konnten erhebliche wirtschaftliche Probleme verursachen. Große Plantagenbesitzer profitierten meist stärker vom Exportgeschäft als Kleinbauern, die oft nur geringe Gewinne erzielten und bei sinkenden Preisen schnell in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Viele Landarbeiter arbeiteten unter harten Bedingungen für niedrige Löhne, sodass soziale Ungleichheiten bestehen blieben.

Politisch befand sich Spanien während dieser Jahre in einer instabilen Phase. Nach dem Ende der Monarchie unter König Alfons XIII. und der Diktatur von Miguel Primo de Rivera wuchs auch auf Gran Canaria das politische Interesse. Liberale, konservative, republikanische und sozialistische Gruppen gewannen zunehmend an Einfluss. Gleichzeitig entstanden Arbeiterorganisationen und Gewerkschaften, die bessere Arbeitsbedingungen und soziale Reformen forderten. Vor allem in den Hafenvierteln von Las Palmas fanden diese Bewegungen zahlreiche Anhänger.

Ein besonders bedeutendes Ereignis für Gran Canaria war die Verwaltungsreform des Jahres 1927. Bis dahin hatten alle Kanarischen Inseln gemeinsam die Provinz Santa Cruz de Tenerife gebildet. Aufgrund jahrzehntelanger Rivalitäten zwischen Teneriffa und Gran Canaria sowie wegen wachsender administrativer Anforderungen entschied die spanische Regierung, den Archipel in zwei Provinzen aufzuteilen. Gran Canaria bildete nun gemeinsam mit Lanzarote und Fuerteventura die neue Provinz Las Palmas. Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro wurden Teil der Provinz Santa Cruz de Tenerife.

Diese Reform hatte weitreichende Folgen. Las Palmas de Gran Canaria wurde zur Provinzhauptstadt und entwickelte sich endgültig zum politischen, wirtschaftlichen und administrativen Zentrum der östlichen Kanarischen Inseln. Zahlreiche Behörden, Gerichte und Verwaltungsstellen wurden dort eingerichtet. Dadurch entstanden neue Arbeitsplätze, Investitionen flossen in öffentliche Gebäude und die Bedeutung der Stadt nahm weiter zu. Gleichzeitig stärkte die Provinzgründung das Selbstbewusstsein der Bevölkerung Gran Canarias und förderte eine eigenständige insulare Identität innerhalb des Kanarischen Archipels.

Trotz dieser Fortschritte blieb die wirtschaftliche Lage jedoch unsicher. Mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 verschlechterte sich die Situation erneut dramatisch. Der weltweite Zusammenbruch der Börsen führte zu einem starken Rückgang des internationalen Handels. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Exportprodukten sank erheblich. Die Preise für Bananen und Tomaten fielen teilweise auf weniger als die Hälfte ihres bisherigen Wertes. Viele Exporteure machten Verluste, Plantagen schränkten ihre Produktion ein, und zahlreiche Arbeiter verloren ihre Arbeitsplätze.

Vor allem Kleinbauern litten unter der Krise. Viele verschuldeten sich oder mussten ihr Land verkaufen. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit in den Städten an, insbesondere im Hafen von Las Palmas. Die Armut nahm deutlich zu. Viele Familien waren gezwungen, ihre Ausgaben drastisch zu reduzieren. Unterernährung und schlechte Wohnverhältnisse wurden für zahlreiche Menschen zum Alltag.

Mit den wirtschaftlichen Problemen verschärften sich auch die politischen Spannungen. Nach der Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik im Jahr 1931 entstanden Hoffnungen auf demokratische Reformen, eine gerechtere Landverteilung und bessere soziale Bedingungen. Gleichzeitig lehnten konservative Kreise, Großgrundbesitzer und Teile des Militärs diese Veränderungen entschieden ab. Die politischen Auseinandersetzungen wurden immer heftiger und führten auch auf Gran Canaria zu einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft.

Der entscheidende Wendepunkt kam im Juli 1936 mit dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs. General Francisco Franco war zu diesem Zeitpunkt Militärkommandeur der Kanarischen Inseln. Obwohl er zunächst auf Teneriffa stationiert war, spielte der gesamte Archipel eine entscheidende Rolle für den Beginn seines Militärputsches gegen die demokratisch gewählte Zweite Spanische Republik. Von den Kanarischen Inseln aus flog Franco am 18. Juli 1936 nach Spanisch-Marokko, wo sich die schlagkräftige Afrika-Armee befand. Mit ihrer Unterstützung entwickelte sich der Militärputsch rasch zu einem landesweiten Bürgerkrieg.

Gran Canaria geriet bereits in den ersten Tagen des Konflikts unter die Kontrolle der Nationalisten. Anders als in vielen Regionen des spanischen Festlands kam es auf der Insel nicht zu längeren Kämpfen oder Frontverläufen. Dennoch hatte der Bürgerkrieg tiefgreifende Folgen für die Bevölkerung. Die nationalistischen Behörden führten sofort eine strenge Militärverwaltung ein. Zahlreiche Anhänger der Republik, Gewerkschafter, Sozialisten, Kommunisten und andere politische Gegner wurden verhaftet. Viele verschwanden ohne Gerichtsverfahren oder wurden hingerichtet. Andere verbrachten Jahre in Gefängnissen oder Arbeitslagern. Politische Meinungsäußerungen wurden unterdrückt, Zeitungen zensiert und Versammlungen verboten.

Der Alltag der Bevölkerung war von Angst und Unsicherheit geprägt. Viele Menschen wagten es nicht mehr, offen über Politik zu sprechen. Familien wurden durch unterschiedliche politische Überzeugungen gespalten. Die Insel diente den Nationalisten außerdem als wichtiger logistischer Stützpunkt. Über die Häfen wurden Truppen, Material und Versorgungsgüter transportiert. Aufgrund ihrer strategischen Lage im Atlantik blieb Gran Canaria während des gesamten Bürgerkriegs von großer militärischer Bedeutung.

Mit dem Sieg der Nationalisten im Jahr 1939 begann die jahrzehntelange Diktatur Francisco Francos. Für Gran Canaria bedeutete dies eine Zeit autoritärer Herrschaft, politischer Unterdrückung und wirtschaftlicher Isolation. Politische Parteien außer der franquistischen Einheitsbewegung wurden verboten, Gewerkschaften aufgelöst und jede Form von Opposition verfolgt. Das öffentliche Leben wurde streng überwacht, und die katholische Kirche gewann erneut erheblichen Einfluss auf Bildung und Gesellschaft.

Nur wenige Monate nach dem Ende des Bürgerkriegs begann mit dem Zweiten Weltkrieg bereits der nächste internationale Konflikt. Spanien erklärte sich offiziell für neutral, später für „nicht kriegführend“, doch Franco sympathisierte offen mit den Achsenmächten Deutschland und Italien, die ihn bereits während des Bürgerkriegs militärisch unterstützt hatten. Aufgrund der strategisch wichtigen Lage der Kanarischen Inseln beobachteten sowohl die Alliierten als auch die Achsenmächte den Archipel aufmerksam. Großbritannien entwickelte sogar militärische Pläne für eine mögliche Besetzung der Inseln, falls Deutschland dort Stützpunkte erhalten sollte. Diese Pläne wurden jedoch nie umgesetzt.

Der Zweite Weltkrieg brachte Gran Canaria erneut erhebliche wirtschaftliche Probleme. Der internationale Handel war stark eingeschränkt, viele Schiffe mieden den Atlantik wegen deutscher U-Boote oder militärischer Gefahren. Der Hafen von Las Palmas verlor erneut einen großen Teil seines internationalen Verkehrs. Importierte Waren wurden knapp, und die Versorgungslage verschlechterte sich erheblich.

Die Bevölkerung litt unter Lebensmittelknappheit, steigenden Preisen und staatlichen Rationierungen. Grundnahrungsmittel wie Brot, Zucker, Öl oder Mehl konnten oft nur noch mit Lebensmittelkarten gekauft werden. Viele Familien waren gezwungen, Gemüse selbst anzubauen oder auf Tauschhandel zurückzugreifen. Auf den Schwarzmärkten wurden Lebensmittel zu überhöhten Preisen verkauft. Besonders ärmere Bevölkerungsschichten litten unter Hunger und Mangelernährung.

Die Wirtschaftspolitik des Franco-Regimes verschärfte die Lage zusätzlich. Spanien verfolgte eine autarke Wirtschaftspolitik mit dem Ziel, möglichst unabhängig vom Ausland zu werden. Diese Strategie führte jedoch zu geringer Produktivität, Warenmangel und wirtschaftlicher Stagnation. Auch die Landwirtschaft Gran Canarias konnte die Versorgung der Bevölkerung nur teilweise sichern. Zwar blieben der Bananen- und Tomatenanbau wichtige Wirtschaftszweige, doch der eingeschränkte Export und fehlende Betriebsmittel erschwerten die Produktion erheblich. Viele Bauern litten unter sinkenden Einkommen und schlechter Versorgung mit Saatgut, Maschinen oder Düngemitteln.

Gleichzeitig blieb die militärische Bedeutung Gran Canarias bestehen. Die Insel wurde verstärkt überwacht, Küstenbefestigungen ausgebaut und militärische Einrichtungen modernisiert. Die Behörden beobachteten aufmerksam den Schiffsverkehr im Atlantik, um mögliche Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Trotz dieser militärischen Vorsichtsmaßnahmen blieb Gran Canaria von direkten Kampfhandlungen verschont.

Moderne Zeit

Nach 1945 erlebte Gran Canaria eine der dynamischsten und zugleich widersprüchlichsten Phasen ihrer modernen Geschichte, die von wirtschaftlicher Isolation unter der Franco-Diktatur über einen rasanten touristischen Aufschwung bis hin zu den Herausforderungen der Globalisierung und der Corona-Pandemie reichte. Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb die Insel zunächst unter der strengen Kontrolle des Franco-Regimes, das eine Politik der wirtschaftlichen Autarkie verfolgte. Der Verlust früherer Freihandelsprivilegien und die Abschottung vom internationalen Markt führten zu erheblichen Problemen: Nahrungsmittelknappheit, hohe Arbeitslosigkeit und eine Welle der Auswanderung, vor allem in Richtung Venezuela und anderer lateinamerikanischer Länder, prägten die 1940er und frühen 1950er Jahre. Viele Familien auf Gran Canaria litten unter diesen Bedingungen, während die Landwirtschaft, insbesondere der Bananen- und Tomatenanbau, nur begrenzt helfen konnte.

Ab den 1950er Jahren zeichnete sich jedoch ein langsamer Wandel ab. Der Tourismus begann sich zögerlich zu entwickeln, zunächst noch für wohlhabende Besucher aus dem europäischen Festland. Ein entscheidender Impuls kam mit dem Aufkommen des Charterflugverkehrs ab 1957, der es immer mehr Mitteleuropäern ermöglichte, die Insel preiswert zu erreichen. Gleichzeitig profitierte der Hafen von Las Palmas von der Sperrung des Suezkanals während der Suezkrise 1956/57, da viele Schiffe nun den längeren Weg um Afrika nahmen und die Kanaren als wichtigen Versorgungspunkt anliefen. Diese Faktoren legten den Grundstein für den späteren Boom. Dennoch blieb das Leben unter der Diktatur bis zu Francos Tod 1975 von politischer Unterdrückung, Zensur und eingeschränkten Freiheiten geprägt.

Mit dem Tod Francos 1975 und dem Übergang Spaniens zur Demokratie begann für die Kanarischen Inseln eine neue Ära der Selbstbestimmung. Die Kanarier forderten verstärkt mehr Autonomie, was 1982 zur Gründung der Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln führte. Gran Canaria erhielt damit größere Entscheidungskompetenzen in Bildung, Kultur und Wirtschaftsförderung. Ein weiterer Meilenstein war 1985 der Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft, bei dem den Kanaren ein besonderer Sonderstatus eingeräumt wurde. Dieser umfasste steuerliche Vorteile, Zollfreiheiten und spezielle Förderprogramme, die den Freihandelsstatus der Inseln stärkte und Investitionen erleichterte. In den 1980er und 1990er Jahren setzte ein wahrer Wirtschaftsboom ein. Der Massentourismus explodierte: Strände wie Playa del Inglés und Maspalomas entwickelten sich zu internationalen Touristenmagneten, riesige Hotelkomplexe, Resorts und Infrastrukturprojekte entstanden in Rekordzeit. Die Bauwirtschaft florierte, Arbeitsplätze wurden in großer Zahl geschaffen und der Lebensstandard vieler Inselbewohner stieg spürbar.

Die 1990er und vor allem die 2000er Jahre brachten weitere Investitionen in Tourismus, Erneuerbare Energien und moderne Dienstleistungen, doch auch neue Probleme. Eine überhitzte Immobilienblase, Umweltbelastungen durch unkontrolliertes Wachstum und eine starke Abhängigkeit vom Tourismus machten die Insel anfällig. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 traf Gran Canaria hart: Arbeitslosigkeit schnellte in die Höhe, viele Bauprojekte wurden gestoppt und die Jugendarbeitslosigkeit erreichte dramatische Werte. Gleichzeitig wuchs die Migration aus Afrika, insbesondere von den Küsten Westafrikas, was zu humanitären Herausforderungen und politischen Debatten führte. Dennoch blieb der Tourismus der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig, unterstützt durch ständige Investitionen in Flughäfen, Häfen und Straßen sowie durch den attraktiven Sonderstatus innerhalb der EU.

Die Jahre bis 2020 waren geprägt von einer gewissen Stabilisierung und Diversifizierungsversuchen. Die Insel bemühte sich, hochwertigeren Tourismus zu fördern, Nachhaltigkeitsprojekte voranzutreiben und die Wirtschaft durch Technologie und erneuerbare Energien breiter aufzustellen. Dennoch blieb die Abhängigkeit vom kontinuierlichen Besucherstrom aus Deutschland, Großbritannien, Skandinavien und Spanien bestehen. Die Corona-Pandemie ab März 2020 stellte dann eine der schwersten Krisen der jüngeren Geschichte dar. Auf Gran Canaria wurden strenge nationale Maßnahmen umgesetzt: eine landesweite Ausgangssperre, Schließung von Geschäften, Gastronomie, Hotels und touristischen Einrichtungen, Maskenpflicht sowohl im Freien als auch in Innenräumen, Kapazitätsbeschränkungen und strikte Zugangsregeln. Der Tourismus brach fast vollständig zusammen, was zu massiven Einkommensverlusten führte. Ab Mai 2020 erfolgten schrittweise Lockerungen, zunächst für kleine Geschäfte, Außengastronomie und Märkte, doch Maskenpflicht und andere Einschränkungen blieben noch lange bestehen. Die Insel erholte sich nur langsam, profitierte aber später von der starken Nachfrage nach sicheren Reisezielen im Freien.

Ab Frühjahr 2021 wurden die Kompetenzen für Corona-Maßnahmen wieder auf die kanarische Regierung übertragen. Der Oberste Gerichtshof der Kanaren kippte einige Einschränkungen, etwa nächtliche Ausgangssperren und Reisebeschränkungen zwischen den Inseln. Die Maskenpflicht im Freien endete im Februar 2022, in Innenräumen im April 2022 – mit Ausnahmen für Gesundheitsbereiche und den öffentlichen Nahverkehr. Seit dem 26. März 2022 sind alle Corona-Maßnahmen auf Gran Canaria aufgehoben.

Verwaltung

Gran Canaria ist seit 1927 selbstverwaltete Inselgemeinschaft (Comunidad Insular) der Provincia Las Palmas de Gran Canaria (Provinz Las Palmas), die seit 1983 Teil der Region Autonoma de los Canares (Autonome Region der Kanarischen Inseln) des Königreichs Spanien (Reino de España) ist.


Herrschaftsgeschichte

  • um -600 bis 6. März 1480  eigenständige Häuptlingstümer („Königreiche“) der Canarios
  • 6. März 1480 bis 29. April 1483 Kolonie Gran Canaria (Colonia de Gran Canaria) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 29. April 1483 bis 27. Juli 1496 Gouvernement Gran Canaria (Gobernación de Gran Canaria) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 27. Juli 1496 bis 27. Januar 1822 Gran Canaria als Teil der Kronolonie Kanarische Inseln (Islas Canarias de Realengo) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 27. Januar 1822 bis 17. März 1852 Provinz Kanarische Inseln (Provincia des Islas Canarias) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 17. März 1852 bis 3. März 1854 Provinz Östliche Kanaren (Provincia des Canarias Orientales) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 3. März 1854 bis 16. März 1913 Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 16. März 1913 bis 23. September 1927 Inselgemeinschaft Gran Canaria (Comunidad Insular de Gran Canaria) innerhalb der Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 23. September 1927 bis 16. August 1982 Inselgemeinschaft Gran Canaria (Comunidad Insular de Gran Canaria) innerhalb der Provinz Las Palmas (Provincia des Las Palmas) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • seit 16. August 1982 Inselgemeinschaft Gran Canaria (Comunidad Insular de Gran Canaria) innerhalb der Provinz Las Palmas (Provincia de Las Palmas) der Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias) des Königreichs Spanien (Reino de España)

Legislative und Exekutive

Die legislative und exekutive Gewalt auf Gran Canaria ist Teil des politischen Systems der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln sowie des spanischen Staates. Als Insel verfügt Gran Canaria über eine eigene Selbstverwaltung, die insbesondere durch den Cabildo Insular ausgeübt wird. Dieser übernimmt sowohl gesetzlich festgelegte Verwaltungsaufgaben als auch zahlreiche exekutive Funktionen, die für die Entwicklung und Organisation der Insel von zentraler Bedeutung sind.

Die lokale Verwaltungsbehörde ist seit dem Inkrafttreten der Ley de Cabildos (Cabildo-Gesetz) im Jahr 1912 der sogenannte Cabildo Insular (Inselrat), der unterhalb der Ebene der Provinz und oberhalb der Ebene der Municipios (Gemeindeverwaltungen) eigene Aufgaben wahrnimmt. Der Inselrat besteht aus 29 Mitgliedern (Consejeros), die jeweils für vier Jahre von der Bevölkerung gewählt werden. Diese Räte bilden das höchste Organ der Selbstverwaltung der Insel und sind für die wichtigsten politischen und administrativen Entscheidungen auf Gran Canaria verantwortlich.

An der Spitze des Cabildo Insular steht der Präsident oder die Präsidentin, der beziehungsweise die von den gewählten Mitgliedern des Inselrates bestimmt wird. Der Präsident leitet die Sitzungen des Cabildos, vertritt die Insel nach außen und ist für die Umsetzung der Beschlüsse sowie die Leitung der Verwaltung verantwortlich. Unterstützt wird er von einem Exekutivrat, der aus verschiedenen Ressortverantwortlichen besteht und die tägliche Regierungs- und Verwaltungsarbeit organisiert.

Der Cabildo Insular besitzt sowohl legislative als auch exekutive Aufgaben. Zwar erlässt er keine Gesetze im eigentlichen Sinn, da die Gesetzgebungskompetenz beim spanischen Parlament und beim Parlament der Kanarischen Inseln liegt, dennoch verabschiedet der Inselrat Verordnungen, Satzungen und Verwaltungsrichtlinien, die innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs verbindlich sind. Zudem beschließt er den Inselhaushalt, entscheidet über langfristige Entwicklungsstrategien und überwacht die Tätigkeit der Verwaltung.

Im Bereich der Exekutive ist der Cabildo für zahlreiche öffentliche Aufgaben zuständig. Dazu gehören unter anderem der Bau und die Instandhaltung des Inselstraßennetzes, der öffentliche Nahverkehr, der Umwelt- und Naturschutz, die Wasserwirtschaft, die Abfallentsorgung, die Raum- und Landschaftsplanung sowie die Förderung von Landwirtschaft, Kultur, Tourismus und wirtschaftlicher Entwicklung. Darüber hinaus verwaltet der Inselrat viele Naturparks und Schutzgebiete und koordiniert Maßnahmen des Katastrophenschutzes sowie der Brandbekämpfung.

Unterhalb des Cabildo Insular befinden sich die 21 Municipios (Gemeinden) Gran Canarias. Jede Gemeinde verfügt über einen eigenen Gemeinderat und einen Bürgermeister, die für lokale Angelegenheiten wie Stadtplanung, kommunale Infrastruktur, soziale Dienstleistungen oder die örtliche Verwaltung zuständig sind. Der Cabildo übernimmt hingegen jene Aufgaben, die die gesamte Insel betreffen oder die von den einzelnen Gemeinden nicht effizient allein wahrgenommen werden können.

Auf regionaler Ebene untersteht Gran Canaria zusätzlich der Regierung der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln, die ihren Sitz auf Teneriffa und Gran Canaria hat. Das Parlament der Kanarischen Inseln beschließt die regionalen Gesetze, während die Regionalregierung diese umsetzt. Gleichzeitig gelten auf Gran Canaria selbstverständlich auch die Gesetze und die Verfassung des Königreichs Spanien. Dadurch ist die politische Verwaltung der Insel in ein mehrstufiges System eingebunden, das aus kommunaler, insularer, regionaler und nationaler Ebene besteht. Dieses Zusammenspiel ermöglicht eine weitreichende Selbstverwaltung der Insel, während gleichzeitig die Einbindung in den spanischen Staat und die Autonome Gemeinschaft der Kanarischen Inseln gewährleistet bleibt.

Inseloberhaupt

Höchster Repräsentant der Insel ist der Präsident des Inselrats.


Gobernadores de Gran Canaria

  • 6 Mar 1480 - 1491 Pedro de Vera
  • 1491 - 1494 Francisco de Maldonaldo
  • 1495 - Dez 1497 Alonso Fajardo  († 1497)
  • 1498 - 1501 Lope Sánchez de Valenzuela
  • Apr 1502 - Mar 1503 António de Torres
  • 4 Jul 1503 - 4 Jun 1504 Alonso Escudero
  • 1504 - 1517 Lope de Sosa y Mesa
  • 1517 - 1518 Pedro Suárez de Castilla
  • 1518 - 1520 Fernán Pérez de Guzmán
  • 1520 - 1521 Bernardino de Anaya
  • 1521 - 1523 Pedro Suárez de Castilla [2]
  • 1523 - 1526 Diego de Herrero
  • 1526 - 1529 Martín Hernández Cerón
  • 1529 - 1531 Bernardo del Herrero
  • 1532 - 1535 Martín Hernández Cerón [2]
  • 1535 - 1536 Agustín de Zurbarán
  • 1536 - 1538 Bernardino de Ledesma
  • 1538 - 1540 Juan Ruíz de Legarte
  • 1540 - 1543 Agustín de Zurbarán [2]
  • 1543 - 1546 Alonso del Corral
  • 1546 - 1549 Juan Ruíz de Miranda
  • 1549 - 1553 Rodrigo Manrique de Acuña
  • 1553 - 1555 Luis Serrano de Vigil
  • 1555 - 1557 Rodrigo Manrique de Acuña [2]
  • 1557 - 1558 Francisco Metía Márquez y Pedrosa
  • 1556 - 1562 Juan Pacheco de Benavides
  • 1562 - 1568 Diego de Águila y Toledo
  • 1568 - 1571 Pedro Rodríguez de Herrera
  • 1571 - 1575 Juan Alonso de Benavides
  • 1575 - 1578 Diego de Melgarejo
  • 1579 - 1584 Martín de Benavides
  • 1584 - 1586 Tomás de Cangas
  • 1586 - 1589 Álvaro de Acosta
  • 1589 - 1595 Suppressed
  • 1595 - 1599 Alonso de Alvorado y Ulloa
  • 1599 - 1601 Antonio Pamacho Moso
  • 1601 - 1607 Jerónimo de Valderrama y Tovar
  • 1607 - 1612 Luis de Mendoza
  • 1612 - 1615 Francisco de la Rúa
  • 1615 - 1621 Fernando Osorio
  • 1621 - 1624 Pedro de Barrionuevo y Melgoza
  • 1624 - 1625 Gabriel Frías de Lara

Subgobernadores de Gran Canaria

  • 1852 - 1854 Rafael de Muro y Colmenares, Marqués de Someruelos (1821 - 1892)
  • 1854 - 1856 José Joaquín de Monteverde y Bethencourt (Jefe del distrito de Gran Canaria, 1803 - 1873)
  • 1856  José de Villasante
  • 1856 - 1857 Antonio López Botas (1818 - 1888)
  • 1858 - 1859 Francisco Belmonte y Vilches (1824 - 1896)
  • 1859? - 1861? Rafael de Muro y Colmenares, Marqués de Someruelos [2]
  • um 1861  Gregorio Mijares
  • 28 Feb 1861 - 1863 Salvador Muro y Colmenares (1829 - 1908)
  • um 1864  Joaquín Buissán
  • um 1865  Camilo Benítez de Lugo (1824 - 1873)
  • 1866 - Okt 1869 Manuel López Fariñas
  • Sep 1869 - Okt 1869 Pedro Goiri
  • 1869 - Jan 1871 Manuel López Fariñas [2]
  • Jan 1871 - Okt 1871 Tomás de Aquino de Lara y Calzadilla
  • Jun 1872 - 1872 Jerónimo Falcón
  • 6 Jul 1872 - 6 Nov 1872 Eugenio Sellés, marqués de Gerona (1844 - 1926)
  • 1873  Juan Padilla
  • 1873  Jerónimo Falcón [2]
  • 1873 - Okt 1873 José María Pulido
  • Okt 1873 - 1874 Emilio Álvarez de Cueto
  • 23 Jan 1874 - Jan 1875 Antonio del Castillo Olivares (1841 - 1914)
  • Jan 1875 - 21 Mar 1875 Juan del Castillo Westerling (1813 - 1900)
  • 21 Mar 1875 - 7 Okt 1875 Eduardo Zamora y Caballero (1835 - 1899)
  • 7 Okt 1875 - Jun 1876 Alejandro Salazar
  • Jun 1876 - 1882 Agustín María Bravo de Laguna y Joven de Salas (1840 - 1921)

Gobernadores de Las Palmas de Gran Canaria

  • 26 Okt 1927 - 1929 Antonio Marín Acuña
  • 6 Mai 1929 - 1930 Mariano Cáceres Martínez
  • 16 Mar 1930 - 1931 Luis de León y García
  • 15 Apr 1931 - 1932 Bernardino Valle García
  • 4 Feb 1932 - 1933 José Pérez Molina  († 1948) PRR
  • 22 Feb 1933 - 1933 José de Guivelondo Mendezona  Mil
  • 6 Sep 1933 - 1933 Ernesto Vega de la Iglesia y Mantgeca (1894 - 1939) PRRS
  • 20 Sep 1933 - 1935 Arturo Armenta Tierno   PRR
  • 26 Dez 1935 - 1936 José Nofre Jesús  (1894 - 1945) LC
  • 24 Feb 1936 - 1936 Nicolás Díaz Saavedra Navarro (1901 - 1974)
  • 12 Mar 1936 - 12 Mai 1936 Juan Manuel Ramos Vallecillos (1891 - 1936) IR
  • 14 Mai 1936 - 1936 Ramón Rodríguez Trujillo
  • 7 Jun 1936 - 1936 Antonio Boix Roig  († 1936) IR
  • 18 Jul 1936 - 1936 Gonzalo Fernández de Castro
  • 19 Jul 1936 - Aug 1936 Jesús Ferrer Gimeno (Jimeno, 1872 - nach 1940) Mil
  • 18 Aug 1936 - Okt 1936 Juan Egea Urraco  (1872 - 1942)
  • 6 Okt 1936 - 1937 José Cortés López  (1883 - nach 1940)
  • 31 Aug 1937 - 30 Jun 1939 Antonio García Lopez
  • 9 Sep 1939 - 1944 Plácido Álvarez Buylla y López-Villamil (1893 - 1980)
  • 10 Jan 1945 - 1946 Fermín Zelada de Andrés-Moreno (1912 - 1997)
  • 24 Jan 1946 - 1947 José María Olazábal Zaldumbide (1915 - 1946)
  • 13 Feb 1947 - 1948 José María Olagüe Arnedo (1900 - nach 1950)
  • 24 Aug 1948 - 1951 José García Hernández (1915 - 2000)
  • 1951  Matias Vega Guerra (1905 - 1989)
  • 8 Nov 1951 - 17 Sep 1954 Evaristo Martín Freire (1904 - 1972)
  • 27 Sep 1954 - 2 Feb 1956 Santiago Guillén Moreno
  • 20 Feb 1956 - 1960 Honorato Martín Cobos Laguera (1903 - 1965)
  • 11 Apr 1960 - 16 Apr 1966 Antonio Avendaño Porrúa (1917 - 2010)
  • 6 Mai 1966 - 1972 Alberto Fernández Galar
  • 6 Okt 1972 - 29 Mar 1974 Federico Gerona de la Figuera (1925 - 2013)
  • 29 Mar 1974 - 1975 Enrique Martínez Cañavate y Moreno (* 1929)
  • 4 Aug 1975 - 1976 Salvador Escandell Cortés (1918 - 1988)
  • 21 Jun 1976 - Jul 1977 Francisco Laina García (1936 - 2022)
  • 28 Jul 1977 - Jul 1980 Manuel Fernández Escandón (1929 - 2007)
  • 26 Jul 1980 - 30 Dez 1982 Juan José Barco Jiménez

Presidentes del Cabildo Insular de Gran Canaria

  • Mar 1937 - Aug 1945 Antonio Limiñana López
  • Aug 1945 - 1960 Matias Vega Guerra MN
  • 1961 - 1970 Frederico Diaz Bertrana MN
  • 1970 - 30 Mar 1974 Juan Pulido Castro MN
  • 30 Mar 1974 - 2 Aug 1977 Lorenzo Olarte Cullén (1932 - 2024) UCD
  • 3 Aug 1977 - 26 Feb 1979  Alejandro Castro Jiménez [2]  UCD
  • 26 Feb - 20 Apr 1979  José Macías Santana (1925 - 2016)  UCD
  • 21  Apr 1979 - 26 Mai 1983  Fernando Giménez Navarro  UCD
  • 1982 - 1983 Juan Andrés Melián García  UCD
  • 26 Mai 1983 - 17 Jul 1991  Carmelo Artiles Bolaños (1945 - 2011)   PSOE
  • 17 Jul 1991 - 19 Jun 1995  Pedro Lezcano Montalvo (1920 - 2002)  ICAN
  • 19 Jun 1995 - 9 Jul 1999  José Macías Santana [2]  PP
  • 9 Jul 1999 - 19 Jun 2003  María Eugenia Márquez Rodríguez [w] (* 1949)  PP
  • 19 Jun 2003 - 9 Jul, 2007  José Manuel Soria López (* 1958)  PP
  • 9 Jul 2007 - 11 Jun 2022  José Miguel Pérez García (1957 - 2024)  PSOE
  • 11 Jun 2011 - 20 Jun 2015  José Miguel Bravo de Laguna (* 1944)  PP
  • seit 20 Jun 2015  Antonio Morales Méndez (* 1956)  RA

Politische Gruppierungen und Wahlen

Auf Gran Canaria sind folgende Parteien aktiv:

  • Nueva Canarias (NC): Eine Regionalpartei mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria, die sich der linken Mitte zuordnet und sich für kanarische Interessen einsetzt.
  • Coalición Canaria (CC): Eine 1993 gegründete Regionalpartei, die aus mehreren regionalistischen und nationalistischen Gruppen hervorging und auf den Kanarischen Inseln eine bedeutende Rolle spielt.
  • Partido Popular (PP): Die konservative spanienweite Volkspartei ist auch auf Gran Canaria vertreten und war mehrmals Teil von Regierungskoalitionen.
  • Partido Socialista Obrero Español (PSOE): Die spanische Sozialistische Arbeiterpartei ist auf den Kanaren und speziell auf Gran Canaria traditionell stark.

Auf Gran Canaria sind zudem kleinere Parteien und lokale Gruppierungen aktiv wie die Partido Nacionalista Canario (PNC), die gelegentlich mit der CC koaliert, sowie verschiedene lokale Listen und Bürgerinitiativen.

Justizsystem und Kriminalität

Die Gerichtsorganisation entspricht grundsätzlich derjenigen auf dem spanischen Festland, berücksichtigt jedoch die besonderen Verwaltungsstrukturen der Inselgruppe. Die Rechtsprechung erfolgt unabhängig von der Legislative und Exekutive und gewährleistet die Durchsetzung des geltenden Rechts sowie den Schutz der Grundrechte der Bevölkerung.

Auf regionaler Ebene wird das Justizsystem durch das Tribunal Superior de Justicia de Canarias (Oberster Gerichtshof der Kanarischen Inseln) mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria organisiert. Dieser Gerichtshof bildet die höchste richterliche Instanz der Autonomen Gemeinschaft für Zivil-, Straf-, Verwaltungs- und Sozialrecht. Er entscheidet über Berufungen und Rechtsstreitigkeiten innerhalb der Kanarischen Inseln und untersteht dem spanischen Obersten Gerichtshof in Madrid, der die höchste gerichtliche Instanz des Landes darstellt.

Neben dem Obersten Gerichtshof der Kanarischen Inseln verfügt Gran Canaria über verschiedene Gerichte erster Instanz sowie Straf-, Verwaltungs-, Sozial- und Handelsgerichte. Diese befassen sich mit alltäglichen Rechtsangelegenheiten wie Zivilprozessen, Strafverfahren, arbeitsrechtlichen Streitigkeiten, familienrechtlichen Verfahren oder verwaltungsrechtlichen Klagen gegen Behörden. Ergänzt wird das Justizsystem durch Staatsanwaltschaften, Notariate und Registerbehörden, die für die ordnungsgemäße Durchführung rechtlicher Verfahren verantwortlich sind.

Im April 2025 trat in Spanien eine umfassende Justizreform in Kraft, die auch auf Gran Canaria umgesetzt wurde. Ziel der Reform ist es, Gerichtsverfahren effizienter zu gestalten und die hohe Belastung der Justiz zu verringern. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die verpflichtende außergerichtliche Streitbeilegung in Zivil- und Handelssachen. Bevor ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden kann, müssen die beteiligten Parteien zunächst versuchen, ihren Konflikt beispielsweise durch Mediation oder andere außergerichtliche Einigungsverfahren zu lösen. Wer diese Verpflichtung ohne ausreichenden Grund missachtet, kann später zur Übernahme der Prozesskosten verpflichtet werden.

Darüber hinaus wurden insbesondere bei Zwangsräumungen von sogenannten „Ocupas“ (Hausbesetzern) beschleunigte Gerichtsverfahren eingeführt. Diese Schnellverfahren sollen langwierige Prozesse verkürzen und Eigentümern einen schnelleren Rechtsschutz ermöglichen. Gleichzeitig wurden zahlreiche bisherige Einzelrichtergerichte zu sogenannten Instanzgerichten zusammengefasst. Durch diese organisatorische Neustrukturierung sollen Arbeitsabläufe verbessert, Verfahren beschleunigt und die Effizienz der Justiz erhöht werden. Ebenfalls reformiert wurden die Regelungen über die Prozesskosten. Künftig kann auch eine Partei, die einen Rechtsstreit gewinnt, zur Tragung der Kosten verpflichtet werden, wenn sie zuvor eine gesetzlich vorgeschriebene Mediation ohne berechtigten Grund verweigert hat.

Gran Canaria gilt insgesamt als eine sichere Insel mit einer vergleichsweise niedrigen Kriminalitätsrate. Im Vergleich zu vielen anderen Regionen Spaniens und zahlreichen europäischen Urlaubszielen ist die Sicherheitslage stabil. Die meisten Straftaten betreffen Eigentumsdelikte wie Taschendiebstähle, Einbrüche in Wohnungen oder Fahrzeuge sowie kleinere Betrugsdelikte. Besonders in stark frequentierten Touristengebieten wie Las Palmas de Gran Canaria, Maspalomas oder Playa del Inglés kommt es gelegentlich zu Diebstählen oder Trickbetrug, weshalb Besucher zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten wird.

Schwere Gewaltverbrechen sind auf Gran Canaria vergleichsweise selten. Die Sicherheitsbehörden überwachen öffentliche Plätze, touristische Zentren und Verkehrsknotenpunkte regelmäßig, wodurch die Aufklärungsquote vieler Straftaten verbessert werden konnte. Für die öffentliche Sicherheit sind mehrere Polizeibehörden zuständig. Die Policía Nacional übernimmt vor allem Aufgaben in größeren Städten, darunter die Bekämpfung schwerer Kriminalität, die Strafverfolgung sowie Angelegenheiten des Ausländer- und Passwesens. Die Guardia Civil ist hauptsächlich in ländlichen Gebieten sowie im Straßenverkehr, Küstenschutz und bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität tätig. Ergänzt werden diese Behörden durch die lokalen Polizeikräfte der einzelnen Gemeinden, die insbesondere für die kommunale Sicherheit, Verkehrsüberwachung und Einhaltung örtlicher Vorschriften verantwortlich sind.

Flagge und Wappen

Die Flagge und das Wappen von Gran Canaria gehören zu den wichtigsten Symbolen der Insel und repräsentieren ihre Geschichte, ihre kulturelle Identität sowie ihre politische Eigenständigkeit innerhalb der Kanarischen Inseln. Beide Hoheitszeichen werden vom Cabildo Insular de Gran Canaria, der Inselverwaltung, bei offiziellen Anlässen und auf amtlichen Dokumenten verwendet.

Die Flagge von Gran Canaria ist diagonal von links oben nach rechts unten geteilt. Die obere Hälfte ist gelb, die untere blau. In ihrer Mitte befindet sich das Wappen der Insel. Die Flagge wurde im Jahr 1869 als Schifffahrts-Register-Flagge der Maritimen Provinz Las Palmas eingeführt. Zu dieser Zeit dienten die Flaggen der Unterscheidung der verschiedenen spanischen Seeprovinzen. Die Wahl der Farben und der Gestaltung erfolgte ohne besondere historische oder politische Bedeutung und galt als weitgehend willkürlich. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Flagge jedoch zu einem wichtigen Identifikationssymbol der Inselbevölkerung und wird heute als offizielle Inselflagge verwendet.

Das Wappen von Gran Canaria geht auf ein historisches Wappen zurück, das Königin Juana von Kastilien dem Inselrat von Gran Canaria im Jahr 1506 verlieh. Das heutige Wappen entspricht im Wesentlichen dieser ursprünglichen Verleihung und unterscheidet sich von späteren Varianten, die speziell zur Kennzeichnung der Hauptstadt verwendet wurden. Es besitzt eine komplexe heraldische Gestaltung und enthält zahlreiche Symbole, die auf die Geschichte der Insel verweisen.

Der Schild ist geteilt, wobei das obere Feld zusätzlich gespalten ist. Im linken oberen Feld befindet sich auf rotem Hintergrund eine goldene, dreitürmige Burg mit geöffneten blauen Fenstern und Toren sowie schwarzen Mauerfugen. Im rechten oberen Feld ist auf silbernem Hintergrund ein roter, gekrönter und springender Löwe dargestellt, dessen Krallen und Zunge golden sind. Burg und Löwe sind traditionelle Symbole der Krone von Kastilien und León und verdeutlichen die enge Verbindung Gran Canarias mit der spanischen Krone sowie den Status der Insel als Gebiet unter unmittelbarer königlicher Herrschaft.

Im unteren Teil des Schildes befindet sich auf goldenem Hintergrund eine Palme in natürlichen Farben, die auf einem Felsen steht. Die Palme gilt als charakteristische Pflanze Gran Canarias und symbolisiert die natürliche Landschaft der Insel. Zu beiden Seiten der Palme stehen zwei springende Hunde in natürlicher brauner Farbe. Diese Hunde verweisen auf den Ursprung des Namens der Kanarischen Inseln, der vermutlich vom lateinischen Wort „canis“ für Hund abgeleitet wurde. Gleichzeitig stehen sie für Stärke, Wachsamkeit und Treue.

Der Schild wird von einem roten Rand umgeben, auf dem sich zehn goldene Schwerter befinden, die zu fünf schräg gekreuzten Paaren angeordnet sind. Diese Schwerter erinnern an die militärischen Auseinandersetzungen während der kastilischen Eroberung Gran Canarias im 15. Jahrhundert und symbolisieren die zahlreichen Schlachten, die geführt werden mussten, bevor die Insel vollständig unter die Herrschaft Kastiliens gelangte. Über dem Schild befindet sich eine geschlossene königliche Bügelkrone, die die Zugehörigkeit Gran Canarias zur spanischen Monarchie hervorhebt.

Neben Flagge und Wappen besitzt Gran Canaria auch offizielle Natursymbole. Im April 1991 legte die Regierung der Kanarischen Inseln für jede Insel eigene repräsentative Tier- und Pflanzenarten fest. Für Gran Canaria wurden die Kanarische Dogge (Perro de Presa Canario) und die Kanarische Wolfsmilch (Cardón) bestimmt. Die Kanarische Dogge ist eine traditionsreiche Hunderasse der Inseln und gilt als Symbol für Kraft und Schutz. Die Kanarische Wolfsmilch ist eine charakteristische sukkulente Pflanzenart der trockenen Küsten- und Tieflandgebiete Gran Canarias und prägt vielerorts das Landschaftsbild. Gemeinsam ergänzen diese Natursymbole die offiziellen Hoheitszeichen der Insel und unterstreichen die besondere Verbindung zwischen Natur, Geschichte und kultureller Identität Gran Canarias.

Hymne

Die ursprüngliche Hymne der Insel der Marcha de Batallón de la Granadera Canaria aus dem Jahr 1809 von José Palomino. Am 28. November 2008 genehmigte das Plenum des Cabildo Insular de Gran Canaria einstimmig das Lied Sombra del Nublo als offizielle Hymne Gran Canarias, ein Werk des Folkloristen, Musikers und Historikers Néstor Álamo, dem offiziellen Chronisten der Insel. Der Sprecherrat erklärte, dass die Hymne die Leistung des Liedes als „Gefühl der Inselidentität“ und „seinen Status als authentische Volkshymne“ anerkennt.

Hauptstadt

Las Palmas de Gran Canaria ist neben Santa Cruz de Tenerife eine der beiden Hauptstädte der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln und zugleich die größte Stadt der Insel Gran Canaria. Sie liegt im Nordosten der Insel und zählt zu den bedeutendsten Wirtschafts-, Verwaltungs- und Kulturzentren Spaniens im Atlantik. Aufgrund ihrer geografischen Lage zwischen Europa, Afrika und Amerika entwickelte sich die Stadt bereits früh zu einem wichtigen Handels- und Hafenstandort.

Die Stadt wurde am 24. Juni 1478 von dem kastilischen Hauptmann Juan Rejón während der Eroberung Gran Canarias gegründet und gehört damit zu den ältesten von den Spaniern gegründeten Städten im Atlantik. Von hier aus begann die schrittweise Eingliederung der Insel in das Königreich Kastilien. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Las Palmas de Gran Canaria zu einem bedeutenden Verwaltungszentrum und spielte aufgrund seines Hafens eine wichtige Rolle im transatlantischen Handel sowie als Zwischenstation für Schiffe auf dem Weg nach Amerika.

Am 23. September 1927 wurde Las Palmas de Gran Canaria zur Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Las Palmas ernannt. Zu dieser Provinz gehören neben Gran Canaria auch die Inseln Fuerteventura und Lanzarote. Gleichzeitig wurde die Provinz Santa Cruz de Tenerife eingerichtet, wodurch die Kanarischen Inseln in zwei Provinzen aufgeteilt wurden. Seit der Gründung der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln im Jahr 1982 teilt sich Las Palmas de Gran Canaria die Funktion der Hauptstadt mit Santa Cruz de Tenerife. Mehrere Regierungs- und Verwaltungsinstitutionen der Kanaren haben daher ihren Sitz abwechselnd oder gleichzeitig in beiden Städten.

Heute ist Las Palmas de Gran Canaria das wirtschaftliche, kulturelle und zunehmend auch touristische Zentrum der Insel. Der Hafen Puerto de Las Palmas, auch Puerto de La Luz genannt, zählt zu den wichtigsten Seehäfen Spaniens und gehört zu den bedeutendsten Umschlag- und Versorgungshäfen im Atlantik. Er ist von großer Bedeutung für den internationalen Warenverkehr, die Fischerei sowie den Kreuzfahrttourismus.

Darüber hinaus ist die Stadt Sitz zahlreicher Behörden, Gerichte, Bildungseinrichtungen und Unternehmen. Mit der Universität von Las Palmas de Gran Canaria verfügt sie über eine der wichtigsten Hochschulen der Kanarischen Inseln. Kulturell prägen historische Bauwerke, Museen, Theater und Veranstaltungen das Stadtbild. Besonders die Altstadt Vegueta mit ihren kolonialen Gebäuden gehört zu den historisch bedeutendsten Stadtteilen und erinnert an die lange Geschichte der Insel.

Verwaltungsgliederung

Gran Canaria besteht aus 21 Gemeinden. Diese sind mit den Daten des Jahres 2024:

Gemeinde Fläche (km²) Einwohner Dichte (E/km²) INE-Code
Agaete 44,51 5.670 127 35001
Agüimes 78,90 33.179 421 35002
Artenara 66,42 1.029 15 35005
Arucas 32,84 38.936 1.186 35006
Firgas 16,03 7.688 480 35008
Gáldar 62,55 24.811 397 35009
Ingenio 39,09 32.747 838 35011
La Aldea de San Nicolás 123,71 7.449 60 35020
Las Palmas de Gran Canaria 103,32 380.436 3.682 35016
Mogán 171,42 21.175 124 35012
Moya 32,20 7.987 248 35013
San Bartolomé de Tirajana 332,42 54.116 163 35019
Santa Brígida 23,83 18.551 778 35021
Santa Lucía de Tirajana 62,53 77.098 1.233 35022
Santa María de Guía de Gran Canaria 42,62 14.135 332 35023
Tejeda 103,86 1.826 18 35025
Telde 100,33 102.867 1.025 35026
Teror 25,81 12.878 499 35027
Valleseco 22,13 3.741 169 35032
Valsequillo de Gran Canaria 38,80 9.768 252 35031
Vega de San Mateo 38,21 7.856 206 35033
Gran Canaria 1.561,53 863.943 553


           Verwaltungseinheiten:

           21 municipios (Gemeinden)

                       40 entidades (Siedlungsbereiche)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 1.561,53 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner                  Dichte (E/km²)

           1420                  60 000                        38,42

           1587                    7 490                          4,79

           1802                  55 093                        35,28

           1900                128 059                        82,00

           1910                162 601                      104,22

           1920                180 024                      115,29

           1930                216 853                      138,87

           1940                281 351                      180,18

           1950                331 725                      212,44

           1960                400 837                      256,70

           1970                519 606                      332,75

           1975                574 175                      367,70

           1979                636 119                      407,26

           1981                630 937                      404,04

           1982                641 610                      410,78

           1983                660 112                      422,62

           1984                669 774                      428,81

           1985                647 620                      414,73

           1986                653 179                      418,68

           1987                669 450                      428,72

           1988                684 262                      438,20

           1989                695 936                      445,68

           1990                704 757                      451,34

           1991                666 150                      426,60

           1992                675 622                      432,67

           1993                697 238                      446,51

           1994                715 860                      458,44

           1995                724 845                      464,19

           1996                713 768                      457,19

           1997                715 000                      457,88

           1998                715 994                      458,52

           1999                728 391                      466,46

           2000                741 161                       474,64

           2001                755 489                       483,81

           2002                771 333                       493,95

           2003                789 908                       505,85

           2004                790 360                       506,14

           2005                802 247                       513,75

           2006                807 049                       516,83

           2007                815 379                       522,17

           2008                829 567                       531,25

           2009                838 397                       536,91

           2010                845 676                       541,57

           2011                850 391                      544,59

           2012                852 354                      545,85

           2013                853 144                      546,35

           2014                855 134                      547,63

           2015                847 830                      542,95

           2016                845 195                      541,26

           2017                843 158                      539,95

           2018                846 717                      542,23

           2019                851 231                      545,13

           2020                855 521                      547,88

           2021                852 688                      546,06

           2022                853 262                      546,47

           2023                862 893                      552,59

           2024                863 943                      553,27


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,987 % pro Jahr.

Bevölkerungsaufteilung 1991:

  • Bevölkerungszahl insgesamt  666.150
  • weiblich  334.613 (50,23 %)
  • männlich  331.537 (49,77 %)
  • unter 15jährig  149.696 (22,47 %)
  • 15 bis 64 Jahre alt  457.656 (68,70 %)
  • über 64jährig  58.889 (9,83 %)
  • städtisch  470.895 (70,69 %)
  • ländlich  195.255 (29,31 %)

Lebenserwartung 1998:

  • insgesamt 72,63 Jahre
    • Frauen  75,86
    • Männer  69,25
  • mittleres Alter:  38 Jahre

Haushalte:

Gebäude 1990:

  • Gesamtzahl der Gebäude  126.477
  • davon Einfamilienhäuser  116.037
  • Personen pro Gebäude  5,572

Wohnungen 1990:

  • Gesamtzahl  234:681
  • Personen pro Wohnung  3,003

Familien 1991:

  • Gesamtzahl der Familien  177.434
  • Personen pro Familie   3,754

Volksgruppen

Die heutigen Einwohner sind überwiegend Nachfahren der altkanarischen Ureinwohner, der Guanchen, sowie spanischer Siedler, die nach der Eroberung der Insel im 15. Jahrhundert auf Gran Canaria ansässig wurden. Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Bevölkerungsgruppen aus Europa, Afrika und Amerika hinzu, wodurch sich eine kulturell abwechslungsreiche Gesellschaft entwickelte. Besonders in den vergangenen Jahrzehnten hat die internationale Zuwanderung die Bevölkerungsstruktur weiter verändert und die Insel zu einem multikulturellen Lebensraum gemacht.

Den größten Anteil der Bevölkerung bilden die kanarischen Spanier (Canarios). Sie sind überwiegend auf den Kanarischen Inseln geboren oder stammen aus Familien, die seit mehreren Generationen dort leben. Die kanarische Identität ist stark ausgeprägt und unterscheidet sich in Sprache, Kultur, Traditionen und Lebensweise teilweise von anderen Regionen Spaniens. Obwohl Gran Canaria politisch und rechtlich vollständig zu Spanien gehört, pflegen viele Einwohner ihre eigenen regionalen Bräuche und Feste sowie den charakteristischen kanarischen Dialekt des Spanischen.

Eine bedeutende Bevölkerungsgruppe bilden Menschen aus Lateinamerika (Latinamericanos). Besonders viele Einwohner stammen aus Venezuela, Kolumbien und Kuba. Zwischen den Kanarischen Inseln und Lateinamerika bestehen seit Jahrhunderten enge historische, wirtschaftliche und familiäre Beziehungen. Im 19. und 20. Jahrhundert wanderten zahlreiche Kanaren nach Lateinamerika aus, insbesondere nach Venezuela und Kuba. In den vergangenen Jahrzehnten kehrten viele ihrer Nachkommen zurück oder entschieden sich aufgrund der gemeinsamen Sprache und kulturellen Nähe für eine Einwanderung nach Gran Canaria.

Einen wichtigen Bestandteil der Bevölkerung stellen außerdem europäische Zuwanderer (Europeos) dar. Besonders große Gemeinschaften stammen aus Italien, dem Vereinigten Königreich und Deutschland. Viele von ihnen leben dauerhaft auf der Insel oder verbringen einen großen Teil des Jahres dort. Vor allem in den touristisch geprägten Gemeinden im Süden, wie San Bartolomé de Tirajana und Mogán, haben sich zahlreiche europäische Einwohner niedergelassen. In der Gemeinde Mogán stellen britische Staatsangehörige den größten Anteil unter den ausländischen Einwohnern, gefolgt von Italienern und Norwegern. Auch deutsche Staatsangehörige bilden eine bedeutende Gemeinschaft und sind insbesondere im Tourismus, im Dienstleistungssektor sowie im Immobilienbereich vertreten.

Eine weitere wichtige Bevölkerungsgruppe sind Einwanderer aus Marokko (Marruecos) und anderen nordafrikanischen Staaten (Norteafricanos). Aufgrund der geringen Entfernung zwischen den Kanarischen Inseln und der afrikanischen Küste bestehen seit langem enge wirtschaftliche und gesellschaftliche Beziehungen. Viele marokkanische Staatsangehörige leben und arbeiten sowohl in der Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria als auch in den Tourismuszentren. Sie sind unter anderem im Baugewerbe, in der Landwirtschaft, im Handel sowie im Dienstleistungsbereich beschäftigt.

Darüber hinaus leben auf Gran Canaria kleinere, aber gut integrierte Gemeinschaften aus China, Indien, verschiedenen westafrikanischen Staaten sowie aus zahlreichen weiteren Ländern Europas, Asiens und Amerikas. Diese Bevölkerungsgruppen bereichern das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Insel und tragen zur internationalen Ausrichtung Gran Canarias bei.

Der Ausländeranteil variiert innerhalb der Insel deutlich. In der Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria liegt der Anteil der ausländischen Bevölkerung bei etwa 13,4 Prozent. In den stark touristisch geprägten Gemeinden des Südens, insbesondere in Mogán, erreicht der Ausländeranteil dagegen bis zu 39 Prozent. Zu den wichtigsten Herkunftsländern der ausländischen Bevölkerung gehören Italien, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Marokko, Norwegen sowie verschiedene Staaten Lateinamerikas.

Die Bevölkerungsentwicklung Gran Canarias wird heute vor allem durch die Zuwanderung bestimmt. Während die Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung seit Jahren relativ niedrig ist, sorgt die Einwanderung aus Europa, Afrika und Lateinamerika für ein weiteres Bevölkerungswachstum. Gleichzeitig steigt – wie in vielen europäischen Regionen – die Lebenserwartung kontinuierlich an. Der Anteil der über 65-jährigen Einwohner liegt bei etwa 18 Prozent und fällt damit im Vergleich zum spanischen Durchschnitt etwas niedriger aus. Insgesamt zeichnet sich Gran Canaria durch eine moderne, offene und multikulturelle Gesellschaft aus, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenleben und die wirtschaftliche sowie kulturelle Entwicklung der Insel mitgestalten.


Volksgruppen 1991:

  • Grancanarier  581.329 (87,27 %)
  • Kanaren  66.155 (9,93 %)
  • Ausländer   18.666 (6,80 %)

Canarios

Die vor der Ankunft der Europäer auf Gran Canaria lebende altkanarische Volksgruppe wird üblicherweise Canarios genannt. Sie gehörten zu den Berber- (Amazigh-)Völkern Nordafrikas und kamen in mehreren Wellen wahrscheinlich zwischen dem -5. Jahrhundert und dem 1. bis 5. Jahrhundert auf die Inseln. Genetische und archäologische Befunde deuten auf Verbindungen zum nordwestafrikanischen Raum hin.

Nach der Besiedlung brachen die Kontakte zum Festland und zwischen den Inseln weitgehend ab (besonders ab dem 4. Jahrhundert n. Chr.). Die Canarios lebten über etwa 1.000 Jahre in relativer Isolation und entwickelten eine eigenständige Kultur, die bis ins Spätmittelalter steinzeitliche Züge trug – ohne Metallverarbeitung, ohne Rad und ohne seetüchtige Schiffe. Sie ernährten sich von Viehzucht (Ziegen, Schafe, Schweine), Ackerbau (Gerste, Weizen, Bohnen) und Fischfang. Ihr Grundnahrungsmittel war Gofio (geröstetes und gemahlenes Getreide).

Siedlungsweise und Alltag Die Canarios lebten in natürlichen und künstlich in den weichen vulkanischen Tuffstein gehauenen Höhlen (oft in mehreren Ebenen mit Treppen und Fenstern) sowie in runden oder ovalen Steinhäusern. Besonders auf Gran Canaria gab es komplexe Höhlenkomplexe und Siedlungen. Sie stellten handgefertigte Keramik her (auf Gran Canaria besonders vielfältig und qualitativ hochwertig), Werkzeuge aus Stein, Knochen und Holz sowie Kleidung aus Ziegenfellen (tamarcos), Palmblättern oder kurzen Röcken. Körperbemalung und gefärbte Stoffe waren üblich.

Die Gesellschaft war hierarchisch gegliedert. An der Spitze stand der Guanarteme (König/Häuptling), unterstützt vom Faycán (religiöser Führer, oft mit hoher Macht) und einem Rat (tagoror oder sabor). Auf Gran Canaria gab es im 15. Jahrhundert zwei Hauptgebiete: das Guanartemato von Gáldar und das von Telde. Es existierten Adelsklassen, Freie und möglicherweise abhängige Gruppen. Frauen nahmen teilweise hohe Positionen ein, z. B. als Harimaguadas (Tempelfrauen).

Religion und Kultur Die Canarios verehrten einen höchsten Gott namens Acorán (oder Alcorac). Es gab einen ausgeprägten Sternen- und Naturkult, mit heiligen Bergen und Orten wie dem Roque Bentayga. Höhlenmalereien mit geometrischen Mustern (möglicherweise Kalender oder symbolische Darstellungen), Idole aus Ton (z. B. das Ídolo de Tara) und Petroglyphen zeugen von einer reichen spirituellen Welt. Sie glaubten an böse Geister wie die Tibicenas – riesige dämonische Hunde, die in Höhlen und Kratern hausten.

Bestattungsriten waren vielfältig: Mumifizierung (auf Gran Canaria eher durch Umweltbedingungen begünstigt als absichtlich), Höhlengräber oder Tumuli (Hügelgräber). Es gab medizinische Kenntnisse, darunter Trepanationen (Schädeloperationen). Die Sprache gehörte zum berberischen Sprachzweig und entwickelte sich isoliert weiter; sie ist heute ausgestorben, aber Spuren finden sich in Ortsnamen und dem modernen Canarisch.

Die spanische Eroberung Gran Canarias durch die Krone von Kastilien erfolgte zwischen 1478 und 1483 unter Führern wie Juan Rejón und später Alonso Fernández de Lugo. Die Canarios leisteten erbitterten Widerstand, unter anderem unter Anführern wie Doramas. Die Kämpfe waren blutig, und nach der Unterwerfung kam es zu Assimilation, Versklavung, Deportationen und massiven Bevölkerungsverlusten. Schätzungen gehen von ursprünglich 10.000 bis 60.000 Einwohnern aus, die stark dezimiert wurden. Viele überlebende Canarios vermischten sich mit spanischen Siedlern, sodass ihre DNA in der heutigen Bevölkerung fortlebt, die Kultur jedoch weitgehend verschwand.

Die Eroberung markierte das Ende einer einzigartigen insularen Steinzeitkultur. Heute erinnern archäologische Stätten wie Cuatro Puertas, Risco Caído (UNESCO-Weltkulturerbe-Kandidat mit Höhlen und Kultplätzen), der Cueva Pintada in Gáldar oder das Museo Canario in Las Palmas an diese Epoche.

Sprachen

Die Amtssprache auf Gran Canaria ist Spanisch (Castellano). Als Teil des Königreichs Spanien und der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln gelten auf der Insel dieselben sprachlichen Regelungen wie im übrigen Staatsgebiet. Spanisch wird in der öffentlichen Verwaltung, in den Gerichten, im Bildungswesen sowie in den Medien verwendet und ist die Muttersprache der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung.

Auf Gran Canaria wird jedoch nicht das standardsprachliche Spanisch gesprochen, sondern überwiegend der kanarische Dialekt (español canario). Dieser gehört zu den südspanischen Dialekten und weist zahlreiche Besonderheiten in Aussprache, Wortschatz und Grammatik auf. Charakteristisch ist unter anderem die Aussprache des Buchstabens „z“ wie ein „s“ (Seseo), der häufige Wegfall des Endkonsonanten „s“ sowie die Verwendung des Personalpronomens „ustedes“ anstelle von „vosotros“ in der zweiten Person Plural. Darüber hinaus enthält der kanarische Wortschatz zahlreiche Begriffe, die aus der Sprache der altkanarischen Ureinwohner sowie aus dem Portugiesischen und dem lateinamerikanischen Spanisch stammen. Die engen historischen Beziehungen zu Ländern wie Venezuela und Kuba haben den Sprachgebrauch zusätzlich beeinflusst.

Neben Spanisch sind auf Gran Canaria zahlreiche weitere Sprachen vertreten. Aufgrund der internationalen Bevölkerung und des hohen Tourismusaufkommens werden vor allem Englisch und Deutsch in vielen Bereichen des täglichen Lebens gesprochen. In Hotels, Restaurants, Geschäften, Reisebüros und Freizeiteinrichtungen gehören mehrsprachige Angebote zum Standard. Besonders in den touristischen Regionen im Süden der Insel, etwa in Maspalomas, Playa del Inglés, Meloneras oder Puerto Rico, ist Englisch häufig die wichtigste Fremdsprache im Umgang mit internationalen Gästen. Deutsch besitzt ebenfalls eine große Bedeutung, da seit vielen Jahrzehnten zahlreiche deutschsprachige Urlauber und Auswanderer nach Gran Canaria kommen.

Darüber hinaus sind Italienisch und Französisch weit verbreitet, insbesondere im Tourismussektor. Durch die Einwanderung aus Lateinamerika werden außerdem verschiedene regionale Varianten des Spanischen gesprochen, während Einwanderer aus Marokko häufig Arabisch oder Berbersprachen als Muttersprache verwenden. Auch Chinesisch, Hindi sowie verschiedene westafrikanische Sprachen sind innerhalb kleinerer Einwanderergemeinschaften vertreten.

Die sprachliche Vielfalt zeigt sich besonders in der Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria sowie in den internationalen Tourismuszentren, in denen Menschen aus zahlreichen Ländern zusammenleben und arbeiten. Viele öffentliche Einrichtungen, Informationsschilder und touristische Angebote sind deshalb mehrsprachig gestaltet. Auch Schulen und Bildungseinrichtungen fördern zunehmend den Fremdsprachenerwerb, insbesondere in Englisch und weiteren europäischen Sprachen, um den Anforderungen des internationalen Tourismus und des globalen Arbeitsmarktes gerecht zu werden.

Altkanarisch

Die altkanarischen Sprachen waren nicht einheitlich, sondern bestanden vermutlich aus mehreren eng verwandten Dialekten oder Sprachformen, die sich von Insel zu Insel unterschieden. Für Gran Canaria ist die sprachliche Überlieferung besonders lückenhaft, da nur wenige direkte schriftliche Quellen oder längere Textzeugnisse erhalten sind. Die meisten Kenntnisse beruhen daher auf vereinzelten Wortlisten, Eigennamen, Ortsbezeichnungen sowie Berichten früher kastilischer Chronisten nach der Eroberung der Insel.

In der Forschung wird häufig angenommen, dass die altkanarischen Sprachen möglicherweise mit den Berbersprachen Nordafrikas verwandt waren. Diese Hypothese stützt sich auf sprachliche Ähnlichkeiten in einzelnen Wortstämmen sowie auf die wahrscheinliche Herkunft der Ureinwohner aus dem nordafrikanischen Raum. Allerdings ist diese Verbindung nicht vollständig gesichert, da die Überlieferung zu fragmentarisch ist, um eine eindeutige Rekonstruktion der Sprache zu ermöglichen.

Auf Gran Canaria selbst wurde die indigene Sprache nach der kastilischen Eroberung im Jahr 1478 zunehmend verdrängt. Durch die Kolonisierung, die Einführung des Kastilischen als Verwaltungssprache und die Vermischung der Bevölkerung mit europäischen Siedlern ging die altkanarische Sprache innerhalb weniger Generationen verloren. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert war sie weitgehend ausgestorben. Einzelne sprachliche Reste haben sich jedoch indirekt erhalten, vor allem in Form von Ortsnamen, Flurnamen und einigen Begriffen, die in die heutige kanarische Umgangssprache eingegangen sind.

Zu den bekanntesten Überresten zählen geographische Bezeichnungen und Eigennamen auf Gran Canaria, die auf die vorspanische Zeit zurückgehen. Diese Namen geben Hinweise auf die ursprüngliche Besiedlung und die kulturelle Struktur der Inselbevölkerung. Auch einige archäologische Funde, wie Inschriften oder Symbolzeichen, werden im Zusammenhang mit der Sprache der Altkanarier untersucht, liefern jedoch nur begrenzte Informationen über Grammatik oder Satzbau.

Kanarisches Spanisch

Das kanarische Spanisch (español canario) ist die auf Gran Canaria und den übrigen Kanarischen Inseln gesprochene Variante der spanischen Sprache. Es gehört zu den südspanischen Dialekten und weist zahlreiche Besonderheiten in Aussprache, Wortschatz und Grammatik auf, die es vom Standardspanisch unterscheiden. Entstanden ist das kanarische Spanisch durch die Besiedlung der Inseln nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert. Siedler aus Andalusien, Kastilien und Portugal brachten ihre jeweiligen Sprachformen mit, die sich mit den wenigen erhaltenen Wörtern der altkanarischen Ureinwohner vermischten. Später beeinflussten die engen Handels- und Auswanderungsbeziehungen zu Lateinamerika, insbesondere zu Venezuela, Kuba und Puerto Rico, die weitere Entwicklung des Dialekts.

Ein charakteristisches Merkmal des kanarischen Spanisch ist das sogenannte Seseo. Dabei werden die Buchstaben „s“, „z“ und „c“ vor „e“ oder „i“ gleich ausgesprochen, nämlich als stimmloses „s“. Im Gegensatz zum zentralspanischen Spanisch existiert daher kein Unterschied zwischen den Lauten „s“ und „th“. Ebenso typisch ist der häufige Wegfall oder die Abschwächung des Endkonsonanten „s“, besonders in der Umgangssprache. So wird beispielsweise aus „los amigos“ häufig „loh amigo“. Auch Endungen auf „d“ werden oft abgeschwächt oder nicht ausgesprochen.

Eine weitere Besonderheit betrifft die Grammatik. Für die zweite Person Plural wird nahezu ausschließlich das Personalpronomen „ustedes“ verwendet, während „vosotros“, das im übrigen Spanien üblich ist, im alltäglichen Sprachgebrauch kaum vorkommt. Diese Verwendung entspricht dem Sprachgebrauch in den meisten Ländern Lateinamerikas. Auch einige Verbformen und Redewendungen ähneln stärker dem lateinamerikanischen Spanisch als dem Spanisch des spanischen Festlandes.

Der Wortschatz des kanarischen Spanisch enthält zahlreiche regionale Ausdrücke. Einige Wörter stammen aus der Sprache der altkanarischen Ureinwohner und haben sich bis heute erhalten. Dazu gehören beispielsweise „gofio“, das geröstete Getreidemehl bezeichnet und zu den traditionellen Grundnahrungsmitteln der Kanarischen Inseln zählt, oder „baifo“ für ein Ziegenjunges. Weitere Begriffe wurden aus dem Portugiesischen übernommen, da portugiesische Händler und Siedler einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung der Inseln hatten. Gleichzeitig finden sich viele Wörter und Redewendungen, die auch in Venezuela oder Kuba gebräuchlich sind.

Die Aussprache des kanarischen Spanisch gilt allgemein als weich und melodisch. Sie ähnelt in vielen Bereichen der Aussprache in der Karibik. Dieser Sprachcharakter entwickelte sich durch die jahrhundertelangen Beziehungen zwischen den Kanarischen Inseln und den spanischen Kolonien in Amerika. Viele Auswanderer von den Kanarischen Inseln ließen sich dort nieder, während später zahlreiche Menschen mit kanarischen Wurzeln auf die Inseln zurückkehrten und sprachliche Einflüsse mitbrachten.


Charakteristika des kanarischen Spanisch:

  • Seseo: Das „z“ und das „c“ vor „i“ oder „e“ werden wie ein „s“ ausgesprochen, nicht wie das „th“ im kastilischen Spanisch.
  • Yeísmo: Das „ll“ wird wie „y“ ausgesprochen.
  • Schwächung des s: Am Wortende wird das „s“ oft aspiriert oder verschluckt.
  • Wortschatz: Viele Begriffe stammen aus den Sprachen der Ureinwohner (Guanchismos), Portugiesisch (Lusismos) und Englisch (Anglizismen), z. B. „gofio“ (geröstetes Getreidemehl), „baifo“ (Ziegenkitz).
  • Aussprache und Intonation: Der Akzent auf Gran Canaria ist eher weich und kehlig, ähnlich wie auf Kuba oder den Kanaren allgemein.
  • Eigenheiten im Wortschatz: Es gibt zahlreiche kanarische Ausdrücke und Redewendungen, die auf dem Festland unbekannt sind.

Religion

Die vorherrschende Religion auf Gran Canaria ist der römische Katholizismus. Seit der spanischen Eroberung der Insel im 15. Jahrhundert hat die katholische Kirche das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben maßgeblich geprägt. Der Katholizismus ist tief in den Traditionen und Festen der Insel verankert und spielt bis heute eine zentrale Rolle im öffentlichen und privaten Leben vieler Einwohner. Ein großer Teil der Bevölkerung, etwa zwischen 76 und 85 Prozent, bezeichnet sich selbst als katholisch, wobei die tatsächliche religiöse Praxis unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Besonders deutlich zeigt sich der Einfluss des Katholizismus in den zahlreichen religiösen Festen, Prozessionen und Wallfahrten, die über das gesamte Jahr hinweg stattfinden. Eine der wichtigsten religiösen Figuren ist die Virgen del Pino, die Schutzpatronin von Gran Canaria. Ihr zu Ehren findet in Teror eine bedeutende Wallfahrt statt, die jedes Jahr zahlreiche Gläubige aus der gesamten Insel anzieht. Weitere lokale Heilige und religiöse Feiern sind ebenfalls fester Bestandteil des kulturellen Kalenders und verbinden religiöse Tradition mit gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Neben der katholischen Mehrheit besteht auf Gran Canaria eine zunehmende religiöse Vielfalt, die eng mit der internationalen Bevölkerung und der wirtschaftlichen Bedeutung der Insel als Tourismus- und Einwanderungsregion verbunden ist. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft bildet der Islam. Muslimische Gemeinden sind vor allem in Las Palmas de Gran Canaria, Telde und Vecindario vertreten. Sie bestehen überwiegend aus Einwanderern und deren Familien aus Nordafrika sowie anderen Ländern.

Auch evangelische Kirchen sind auf der Insel präsent. Dazu gehören unter anderem baptistische, pfingstkirchliche, anglikanische und lutherische Gemeinden. Diese Gruppen sind seit dem 19. Jahrhundert auf den Kanarischen Inseln aktiv und haben sich besonders in den größeren Städten sowie in den touristisch geprägten Regionen etabliert, wo viele ausländische Einwohner und Langzeitbesucher leben.

Eine weitere bedeutende religiöse Minderheit ist der Hinduismus. Die hinduistische Gemeinschaft auf den Kanaren gehört zu den größten in Spanien und ist insbesondere in Las Palmas de Gran Canaria konzentriert. Sie entstand vor allem durch Zuwanderung aus Indien sowie durch internationale Handels- und Arbeitsmigration.

Auch das Judentum ist mit einer kleinen, aber historischen Gemeinde in Las Palmas vertreten. Jüdisches Leben hat auf den Kanarischen Inseln eine lange Geschichte, die bis in die Zeit nach der kastilischen Eroberung zurückreicht, auch wenn es im Laufe der Jahrhunderte durch Auswanderung und Verfolgung stark zurückgegangen ist.

Darüber hinaus existieren weitere kleinere Religionsgemeinschaften, darunter Buddhisten, Anhänger des Baháʼí-Glaubens, Zeugen Jehovas, Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sowie verschiedene afrikanische und chinesische Glaubensrichtungen. Diese religiöse Vielfalt spiegelt die internationale Zusammensetzung der Bevölkerung Gran Canarias wider und ist besonders in der Hauptstadt und in den touristischen Zentren sichtbar.

Eine besondere, jedoch sehr kleine Gruppe bildet die Bewegung, die sich auf die altkanarische Religion bezieht, häufig im Zusammenhang mit der sogenannten „Kirche des Guanche-Volkes“. Diese religiöse Strömung versucht, vorchristliche Glaubensvorstellungen der Ureinwohner der Kanarischen Inseln wiederzubeleben, hat jedoch nur wenige hundert Anhänger und spielt im gesellschaftlichen Gesamtbild eine untergeordnete Rolle.

Altkanarische Religion

Die altkanarische Religion auf Gran Canaria bezeichnet die religiösen Vorstellungen und Rituale der indigenen Bevölkerung der Insel vor der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert. Die Kenntnisse darüber stammen überwiegend aus frühen schriftlichen Berichten der Eroberungszeit sowie aus archäologischen Funden, da keine eigenen schriftlichen Quellen der Altkanarier überliefert sind. Die religiösen Vorstellungen waren eng mit der Natur, insbesondere mit Himmelskörpern, Landschaftsformen und lebenswichtigen Ressourcen verbunden.

Nach heutigem Forschungsstand spielten Sonne und Mond eine zentrale Rolle im Glaubenssystem der Canarios. Es wird angenommen, dass diese Himmelskörper als höchste göttliche Mächte verehrt wurden. Ein höchstes Wesen, das in den Quellen als „Acoran“ bezeichnet wird, wurde vermutlich mit der Sonne in Verbindung gebracht oder durch sie symbolisch verkörpert. Diese Vorstellung deutet auf eine mögliche Form eines obersten Gottes oder eines zentralen göttlichen Prinzips hin, das über anderen spirituellen Kräften stand.

Neben diesen Hauptgottheiten existierte der Glaube an verschiedene Geisterwesen, darunter die sogenannten „Tibicenas“. Diese wurden als bösartige, tierähnliche Wesen beschrieben, häufig mit hundeartigen Merkmalen, und galten als gefährliche Erscheinungen, die Menschen Schaden zufügen konnten. Solche Vorstellungen spiegeln eine stark mythologisch geprägte Weltsicht wider, in der Naturphänomene und unerklärliche Ereignisse durch übernatürliche Wesen erklärt wurden.

Archäologische Funde auf Gran Canaria, insbesondere die sogenannten „Ídolillos“, kleine figürliche Objekte, liefern weitere Hinweise auf religiöse Praktiken. Diese Figuren wurden lange Zeit als Götterdarstellungen interpretiert, gelten heute jedoch eher als Amulette oder rituelle Objekte mit Schutzfunktion. Ihre genaue Bedeutung ist weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, da eine eindeutige Zuordnung zu bestimmten Gottheiten oder Kulten nicht möglich ist.

Zahlreiche archäologische Stätten auf Gran Canaria deuten darauf hin, dass religiöse Rituale eng mit astronomischen Beobachtungen verbunden gewesen sein könnten. Orte wie der Roque del Bentayga im Gebiet von Tejeda oder Cuatro Puertas bei Telde werden als mögliche kultische und astronomische Zentren interpretiert. Diese Anlagen lassen darauf schließen, dass Sonnenstände, Jahreszeiten und Himmelsereignisse eine wichtige Rolle im religiösen Leben spielten.

Im Zentrum der Insel befanden sich zudem sogenannte Almogaren, also heilige Kultplätze unter freiem Himmel. Am Fuß des Roque del Bentayga liegt ein solcher Ort, an dem vermutlich rituelle Handlungen durchgeführt wurden. Diese Rituale könnten Opfergaben umfasst haben, etwa das Darbringen von Tierorganen oder das Ausgießen von Milch, Wasser oder Blut als symbolische Gaben an die Gottheiten oder Geister. Solche Praktiken weisen auf ein komplexes religiöses System hin, das stark an Naturzyklen und Gemeinschaftsrituale gebunden war.

Die religiösen Zeremonien wurden vermutlich von einem obersten Priester, dem sogenannten Faycán, geleitet. Dieser hatte eine zentrale religiöse und möglicherweise auch gesellschaftliche Autorität. Es wird zudem angenommen, dass auch Frauen in bestimmten rituellen Funktionen tätig waren, möglicherweise als Priesterinnen oder Teilnehmerinnen an religiösen Festen, was auf eine differenzierte religiöse Organisationsstruktur hindeutet.

Römisch-Katholische Kirche

Das Bistum Kanarische Inseln (lateinisch Dioecesis Canariensis) wurde als Diözese der Kanaren am 7. Juli 1406 gegründet. Sitz des Bischofs ist der Bischofspalast (Palacio Episcopal) am Plaza de Santa Ana, gegenüber der fünfschiffigen Kathedrale Santa Ana im historischen Stadtteil Vegueta in Las Palmas de Gran Canaria. Den Grundstein der Kathedrale legte man bereits im Jahre 1497. 1570 wurde sie erstmals bezogen. Da sich der Bau der Kathedrale über Jahrhunderte hinzog, sind hier erst gotische Stile nach Plänen von Diego Alonso de Montaude, später barocke und zuletzt neoklassizistische Stile eingeflossen. In einem Seitenschiff der Kathedrale befindet sich ein Diözesanmuseum (Museo Diocesano de Arte Sacro), das unter anderem ein Porträt des Bischofs Codina Augerolas aus dem 19. Jahrhundert beherbergt. Im Jahr 2017 bestanden 298 Pfarreien, die von 166 Diözesan- und 39 Ordenspriestern, dazu 64 Ordensbrüdern und 385 Ordensschwestern betreut wurden bei einem Gläubigenanteil von 85 %.


Bischöfe des Bistums Telde

  • Bernardo Font (1351–1354)
  • Bartolomé (1361–1362)
  • Bonanat Tarí (1369–1392)
  • Jaime Olzina (1392–1411)

Bischöfe von Rubicón, Lanzarote

  • Alfonso Sanlúcar de Barrameda (1404–1417)
  • Mendo de Viedma (1417–1431)
  • Fernando de Talmonte (1431–1436)
  • Francisco de Moya (1436–1441)
  • Juan Cid (1441–1459)
  • Roberto (1459–1460)
  • Diego López de Illesca (1460–1468)
  • Martín de Rojas (1468–1470)
  • Juan de Sanlúcar (1470–1474)
  • Juan de Frías (1474–1485, verlegte 1483 den Bischofssitz von Rubicón nach Las Palmas de Gran Canaria)

Bischöfe der Diözese der Kanaren

  • 1486 - 1490  Miguel Lópes de la Serna
  • 1496 - 1506  Diego de Muros
  • 20 Okt 1507 - Feb 1513  Pedro López Ayala
  • 20 Mai 1513 - 1520  Fernando Vázquez de Arce
  • 11 Mar 1523 - 22 Jun 1530  Luis Cabeza de Vaca
  • 22 Jun - 14 Dez 1530  Pedro Fernández Manrique
  • 6 Mar 1531 - 1538  Juan de Salamanca, O.P.
  • 12 Aug 1538 - 19 Jan 1545  Alonso Ruiz de Virués, O.S.*
  • 7 Dez 1545 - 1550  Antonio de la Cruz
  • 19 Jan - 14 Nov 1541  Francisco de la Cerda Córdoba, O.P.
  • 12 Sep 1552 - 1554  Melchor Cano, O.P.
  • 30 Mar 1554 - 26 Apr 1566  Diego Deza Tello
  • 15 Mai 1566 - 1 Feb 1568  Bartolomé Torres
  • 17 Sep 1568 - 7 Mai 1574  Juan de Arzolaras, O.S.H.
  • 15 Dez 1574 - 27 Mai 1580  Cristóbal Vela Tavera
  • 22 Jun 1580 - 17 Jun 1585  Fernando Rueda
  • 22 Jun 1587 - 26 Mar 1597  Fernando Suárez Figueroa
  • 14 Apr 1597 - 13 Aug 1607  Francisco Martínez de Cenicero
  • 3 Sep 1607 - 23 Sep 1613  Francisco de Sosa, O.F.M.
  • 26 Apr 1610 - 10 Okt 1611  Juan Nicolás Carriazo
  • 14 Nov 1611 - 29 Okt 1613  Lope Velasco Valdivieso
  • 6 Okt 1614 - 17 Mai 1621  Antonio Corrionero
  • 7 Jun 1621 - 27 Jun 1622  Pedro Herrera Suárez, O.P.
  • 11 Jul 1622 - 6 Okt 1627  Juan Guzmán, O.F.M.
  • 15 Nov 1627 - 7 Mai 1635  Cristóbal de la Cámara y Murga
  • 9 Jul 1635 - 4 Feb 1658  Francisco Sánchez Villanueva y Vega
  • 1706 - 6 Jun 1712  Juan Ruiz Simón
  • 28 Mai 1714 - 26 Jun 1724  Lucas Conejero Molina
  • 6 Aug 1724 - 23 Mai 1730  Félix Bernuy Zapata y Mendoza
  • 6 Aug 1731 - 19 Dez 1738  Pedro Manuel Dávila Cárdenas
  • 30 Sep 1739 - 15 Mar 1751  Juan Francisco Guillén
  • 15 Mar 1751 - 20 Mai 1761  Valentín Moran Menéndez, O. de M.
  • 15 Mai 1761 - 19 Dez 1768  Francisco Javier Delgado Benegas
  • 12 Jun 1769 - 12 Mai 1777  Juan Bautista Cervera, O.F.M.
  • 1 Mar 1779 - 1783  Joaquín Herrera Bárcena, O.S.
  • 14 Feb 1785 - 29 Nov 1790  Antonio Martínez de la Plaza
  • 11 Apr 1791 - 27 Jun 1796  Antonio Tavira Almazán
  • 27 Jun 1796 - 7 Jul 1818  Manuel Verdugo Albiturría
  • 24 Jun 1824 - 8 Jan 1825  Manuel Bernardo Morete Bodelón
  • 19 Dez 1825 - 22 Sep 1826  Fernando Cano Almirante, O.F.M.
  • 21 Mai 1827 - 26 Jan 1833  Bernardo Martínez Carnero
  • 20 Jan 1834 - 17 Dez 1847  Judas José Romo y Gamboa
  • 17 Dez 1847 - 18 Nov 1857  Buenaventura Codina Augerolas, UMM.
  • 27 Sep 1858 - 13 Mar 1868  Joaquín Lluch y Garriga, O.UMD.
  • 22 Jun 1868 - 15 Jul 1878  José Maria de Urquinaona y Vidot
  • 28 Feb 1879 - 26 Jun 1890  José Proceso Pozuelo y Herrero
  • 1 Jan 1891 - 17 Aug 1908  José Cueto y Díez de la Maza, O.P.
  • 29 Apr 1909 - 18 Jul 1913  Adolfo Pérez y Muñoz
  • 18 Jul 1913 - 6 Sep 1922  Angel Marquina y Corrales
  • 14 Dez 1914 - 16 Jan 1936  Miguel de los Santos Serra y Sucarrats
  • 19 Mai 1936 - 15 Dez 1966  Antonio Pildáin y Zapiáin
  • 20 Jul 1967 - 25 Mai 1978  José Antonio Infantes Florido
  • 27 Nov 1978 - 26 Nov 2005  Ramón Echarren Istúriz
  • 26 Nov 2005 - 6 Jul 2020  Francisco Cases Andreu
  • seit 6 Jul 2020  José Mazuelos Pérez

Judentum

Bereits nach der kastilischen Eroberung der Kanarischen Inseln im 15. Jahrhundert ließen sich vereinzelt jüdische Händler und Siedler auf Gran Canaria nieder. Mit dem Alhambra-Edikt von 1492, das die Vertreibung der Juden aus Spanien anordnete, endete jedoch das offene jüdische Leben in weiten Teilen des spanischen Königreichs. Viele Juden konvertierten zum Christentum (sogenannte Conversos) oder verließen die Iberische Halbinsel. Auf den Kanarischen Inseln kam es ebenfalls zu Assimilation und Abwanderung, sodass das organisierte jüdische Leben über Jahrhunderte weitgehend verschwand.

Eine erneute dauerhafte jüdische Präsenz entwickelte sich erst wieder in der Neuzeit, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert. Mit der wirtschaftlichen Öffnung der Kanarischen Inseln und der zunehmenden Bedeutung von Handel, Hafenwirtschaft und Tourismus siedelten sich wieder jüdische Familien aus verschiedenen Ländern in der Inselhauptstadt an. Heute konzentriert sich das jüdische Leben vor allem auf Las Palmas de Gran Canaria, wo die kleine jüdische Gemeinde organisatorisch und religiös aktiv ist.

Die heutige jüdische Gemeinschaft auf Gran Canaria besteht überwiegend aus Einwanderern sowie deren Nachkommen aus Europa, Nordafrika und Israel. Sie ist zahlenmäßig klein, aber gut organisiert und pflegt religiöse und kulturelle Traditionen im Rahmen von Gottesdiensten, Festen und gemeinschaftlichen Veranstaltungen. Die religiösen Aktivitäten werden in der Regel durch lokale Gemeindezentren und Gebetsräume koordiniert, die als Treffpunkt für die Gläubigen dienen.

Im Alltag ist das jüdische Leben stark von der Integration in die multikulturelle Gesellschaft der Insel geprägt. Viele jüdische Einwohner sind in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen tätig, insbesondere im Handel, im Tourismus und in freiberuflichen Berufen. Aufgrund der internationalen Ausrichtung Gran Canarias besteht ein hohes Maß an religiöser Toleranz, wodurch die jüdische Minderheit weitgehend ohne Einschränkungen ihre religiösen Praktiken ausüben kann.

Siedlungen

Die EWinwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt:

Municipio 1900 1910 1920 1930 1940
Agaete 2,835 3,124 3,126 4,208 4,700
Agüimes 2,889 2,886 3,045 4,031 5,996
Artenara 1,112 1,038 1,173 1,147 1,493
Arucas 9,367 12,374 12,649 17,087 21,804
Firgas 2,088 2,614 2,854 3,713 4,097
Gáldar 5,278 6,460 7,349 9,951 11,816
Ingenio 3,486 4,282 4,373 5,674 7,390
La Aldea de San Nicolás 4,873 5,361 5,862 6,234 6,792
Mogán 768 921 995 1,600 2,670
Moya 4,674 4,743 5,542 6,814 7,925
Las Palmas 48,830 69,210 73,949 92,193 119,595
San Bartolomé de Tirajana 4,644 4,611 5,750 6,370 8,960
San Nicolás de Tolentino 1,860 2,014 2,253 3,351 4,492
Santa Brígida 4,917 4,844 5,487 6,691 7,829
Santa Lucía de Tirajana 2,713 3,092 2,783 3,521 6,321
Santa María de Guía 5,247 5,422 6,883 8,449 10,820
Tejeda 2,891 2,919 3,258 3,104 3,787
Telde 8,978 14,535 13,803 16,457 22,298
Teror 4,794 5,616 5,823 7,144 9,049
Valsequillo 3,210 3,588 3,793 4,822 5,908
Valleseco 2,689 2,936 3,420 4,077 4,727
Vega de San Mateo 4,168 4,392 5,244 6,449 8,189
Municipio Z 1950 Z 1960 Z 1970 Z 1981 Z 1991 Z 2001 Z 2011 S 2016 Z 2021 S 2024
Agaete 4.366 5.079 4.414 4.457 5.269 5.202 5.735 5.558 5.692 5.695
Agüimes 7.875 10.476 12.047 13.801 16.156 20.124 29.641 30.882 32.320 33.306
Artenara 1.890 1.793 1.209 1.046 1.105 1.319 1.252 1.136 1.049 1.031
Arucas 25.010 25.986 24.030 25.827 26.974 32.466 36.771 37.299 38.559 38.927
Firgas 4.934 4.668 5.176 5.351 5.735 6.865 7.607 7.465 7.526 7.751
Gáldar 13.704 16.160 16.995 18.830 20.656 22.154 24.358 24.296 24.493 24.849
Ingenio 9.068 10.899 15.407 20.624 21.807 24.439 30.022 30.340 31.856 32.648
La Aldea de San Nicolás 7.215 7.350 7.783 7.454 7.751 7.668 8.522 7.741 7.518 7.451
Las Palmas de Gran Canaria 153.262 193.862 287.038 360.098 354.877 354.863 381.271 378.998 380.667 383.516
Mogán 3.749 5.332 5.002 6.608 8.688 12.444 22.847 21.049 20.527 21.262
Moya 8.544 8.809 7.878 7.516 8.007 8.137 8.043 7.821 7.841 7.979
San Bartolomé de Tirajana 8.809 13.394 19.846 17.739 24.451 34.515 53.440 53.829 53.429 54.976
Santa Brígida 8.745 8.814 8.814 11.219 12.199 17.598 18.878 18.437 18.272 18.630
Santa Lucía de Tirajana 7.020 11.081 18.589 26.628 33.059 47.652 66.725 69.178 73.921 78.048
Santa María de Guía 5.247 11.963 11.435 12.160 12.383 13.893 14.149 13.970 13.886 14.178
Tejeda 3.632 3.385 2.364 2.314 2.361 2.400 2.136 1.967 1.874 1.829
Telde 23.780 32.177 44.667 62.509 77.356 87.949 101.080 102.164 103.175 103.587
Teror 9.992 8.454 8.720 9.520 10.368 12.042 12.857 12.489 12.682 12.909
Valleseco 5.256 5.112 4.423 4.006 4.421 3.949 3.896 3.861 3.779 3.769
Valsequillo de Gran Canaria 6.261 2.936 5.392 6.171 6.374 7.964 9.118 9.227 9.416 9.784
Vega de San Mateo 8.537 8.538 7.003 7.059 6.153 6.979 7.737 7.628 7.655 7.859

46 Prozent der Inselbewohner leben in der Hauptstadt Las Palmas. Sie liegt im Nordosten von Gran Canaria auf einer schmalen Landzunge, die die Halbinsel La Isleta mit dem Rest der Insel verbindet.  Die Stadt wurde 1478 von den spanischen Eroberern gegründet und entwickelte sich rasch zum wichtigen Hafen- und Handelszentrum, insbesondere als Zwischenstopp auf den Entdeckungsfahrten nach Amerika. Christoph Kolumbus machte hier 1492 Halt. Die Altstadt Vegueta ist bekannt für ihre gut erhaltene koloniale Architektur, enge Gassen, die Kathedrale Santa Ana und das Kolumbusmuseum (Casa de Colón).

Las Palmas ist ein Schmelztiegel der Kulturen – Einwanderer aus ganz Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien prägten die Stadtgeschichte. Heute ist die Stadt modern, kosmopolitisch und bietet eine Mischung aus historischen Vierteln, Geschäftsvierteln, Parks und Stränden. Ein herausragendes Merkmal ist derm Stadtstrand Playa de Las Canteras, einer der schönsten Stadtstrände Europas mit einer 3,2 km langen Promenade, zahlreichen Restaurants, Bars und Geschäften.

Weitere Strände sind Las Alcaravaneras, La Laja und El Confital, letzterer besonders bei Surfern beliebt. Das Stadtleben konzentriert sich auf die Viertel Vegueta (Altstadt), Triana (Einkaufsstraße), Ciudad Jardín-Alcaravaneras (grüne Wohnviertel) und Puerto-Canteras (Hafen und Strand). Las Palmas bietet ein reges Kultur- und Nachtleben, zahlreiche Museen, Theater, das moderne Konzerthaus Auditorio Alfredo Kraus und architektonische Sehenswürdigkeiten wie die Casa de Colón und den Torre Woermann.

Telde, rund 13 bis 15 Kilometer südlich von Las Palmas im Osten der Insel gelegen, ist die zweitgrnößte Sbtadt auf Gran Canaria. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von etwa 102 km² und umfasst sowohl städtische als auch ländliche Gebiete. Die Kernstadt zeichnet sich durch starke Kontraste aus: Während an den Rändern Hochhäuser, Fabrikgebäude und geschäftige Straßen dominieren, bewahrt der historische Stadtkern mit seinen kopfsteingepflasterten Straßen, charmanten Plätzen und alten Häusern eine ruhige, fast zeitlose Atmosphäre. Besonders sehenswert sind die historischen Viertel San Juan, mit der gotisch-flämischen Kirche San Juan Bautista, San Francisco mit engen Gassen und der Kirche San Francisco, sowie San Gregorio, das früher von Kaufleuten und Handwerkern geprägt war.

Telde hat eine reiche prähispanische Geschichten und beherbergt zahlreiche archäologische Fundstätten wie Baladero, Tufia, Cuatro Puertas, Tara und Cendro, die Zeugnisse der kanarischen Ureinwohner sind. Der Montaña de las Cuatro Puertas ist eine bekannte Kultstätte mit vier in den Berg geschlagenen Öffnungen. Die Landschaft rund um Telde ist hügelig und landwirtschaftlich geprägt, mit Anbau von Zuckerrohr, Bananen, Gurken und Blumen. An der Küste wechseln sich Klippen mit Stränden wie La Garita, Melenara, Salinetas, Ojos de Garza und Tufia ab. Wirtschaftlich ist Telde heute ein wichtiger Standort mit Nähe zum internationalen Flughafen Gran Canarias (Gando), was die Stadt gut erreichbar macht.

Santa Lucía de Tirajana ist eine Gemeinde im Südosten von Gran Canaria, deren Gebiet sich von der Küste bis ins bergige Inselinnere erstreckt. Der Großteil lebt im wirtschaftlichen Zentrum Vecindario im Tiefland. Der ursprüngliche Ortskern, das malerische Bergdorf Santa Lucía, liegt auf etwa 680 bis 800 Meter Höhe und ist von Palmen, Obst- und Gemüsegärten sowie einer üppig grünen Landschaft geprägt.

Der historische Dorfkern besticht durch weiß getünchte, liebevoll restaurierte Landhäuser, enge Gassen und eine entspannte, ländliche Atmosphäre. Die Region ist bekannt für ihre traditionelle Landwirtschaft: Im Inneren stehen Olivenhaine im Mittelpunkt, während an der Küste moderne Tomatenplantagen dominieren. Die Umgebung ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, mit Routen durch das Tal des Barranco de Tirajana bis hinauf zum Pico de las Nieves, dem höchsten Berg der Insel.

Kulturell und historisch bedeutsam ist die Fortaleza de Ansite („La Fortaleza“), eine Felsenburg und Höhlenanlage, die als letzte Zuflucht der Ureinwohner (Guanchen) während der spanischen Eroberung diente. Im Dorf befindet sich zudem das privat betriebene Museum „Castillo de la Fortaleza“, das an diese Geschichte erinnert.

San Bartolomé de Tirajana ist die flächenmäßig größte Gemeinde auf Gran Canaria und zugleich eine der größten der Kanaren. Sie liegt im Süden der Insel und erstreckt sich von den Bergen im Inselinneren bis an die touristisch geprägte Südküste. Der  ursprüngliche Ortskern, auch als Tunte bekannt, liegt im bergigen Hinterland auf etwa 900 m Höhe, eingebettet in eine eindrucksvolle Vulkanlandschaft mit üppiger Vegetation, tiefen Schluchten (wie dem Barranco de Tirajana und Barranco de Arguineguín) und fruchtbaren Böden. Tunte ist geprägt von historischen Gebäuden, darunter die Kirche San Bartolomé de Tirajana mit einem sehenswerten Hochaltar aus dem Jahr 1922.

Der Großteil der Bevölkerung lebt jedoch heute im Küstenbereich, wo sich einige der bekanntesten Touristenzentren der Insel befinden: Maspalomas, Playa del Inglés, San Agustín und Bahía Feliz. Diese Orte sind für ihre langen, breiten Sandstrände, die berühmten Dünen von Maspalomas (ein einzigartiges Naturschutzgebiet), Palmenhaine und moderne Freizeiteinrichtungen bekannt. Maspalomas ist zudem Standort des markanten Leuchtturms und eines großen Feuchtgebiets (La Charca), das für seine Flora und Fauna geschützt ist.

Das Gemeindegebiet umfasst rund dreißig Orte und reicht bis zum Pico de las Nieves, dem höchsten Berg der Insel. Die Landschaft wechselt von fruchtbaren, kühleren Hochlagen im Norden zu trockenen, halbwüstenartigen Küstenebenen im Süden. Im Landesinneren wird Landwirtschaft betrieben, während die Küste vom Tourismus geprägt ist.

Arucas liegt im Norden von Gran Canaria, etwa 12 km von Las Palmas entfernt, und ist die viertgrößte Gemeinde der Insel. Die Stadt erstreckt sich von der zerklüfteten Lavaküste bis in die mittleren Höhenlagen und ist bekannt für ihre grüne, landwirtschaftlich geprägte Umgebung mit Bananen- und Zuckerrohrplantagen. Die Altstadt von Arucas ist denkmalgeschützt und zeichnet sich durch farbenprächtige Häuser, gepflasterte Gassen und eine authentische kanarische Atmosphäre aus. Besonders markant ist die neugotische Kirche San Juan Bautista, die aus dem für Arucas typischen blaugrauen Vulkangestein erbaut wurde und das Stadtbild prägt. In den Gassen León y Castillo und Gourié finden sich Cafés, kleinen Geschäften und traditioneller Architektur.

Arucas wird auch als „Stadt der Blumen“ bezeichnet; der Parque Municipal („Blumenpark“) ist eine grüne Oase mit Drachenbäumen und künstlerischen Baumskulpturen. Ein weiteres Wahrzeichen ist der Montaña de Arucas, ein Vulkanhügel, von dem aus man einen spektakulären Panoramablick auf den Norden der Insel genießt. Wirtschaftlich war Arucas früher ein Zentrum für die Produktion von Cochenille-Farbstoff und Zuckerrohr. Heute dominiert der Bananenanbau, ergänzt durch Gemüse, Früchte und Blumen. Die Stadt ist auch berühmt für die Rumfabrik Arehucas, die seit 1884 besteht und als Mekka des kanarischen Rums gilt.

Die Ursprünge von Arucas gehen auf die altkanarische Siedlung Arehucas zurück. Während der spanischen Eroberung wurde der Ort 1478 zerstört und später mit spanischen Siedlern neu gegründet. Historische Gebäude wie das Casa de la Cultura und die Plaza de la Constitución mit herrschaftlichen Häusern aus dem 19. und 20. Jahrhundert unterstreichen den traditionellen Charakter der Stadt.

Ingenio liegt an der Ostküste von Gran Canaria. Die Gemeinde erstreckt sich von etwa 310 m Höhe bis zur Küste und umfasst eine Fläche von circa 38 km². Ingenio entstand nach der Eroberung Gran Canarias als Zentrum des Zuckerrohranbaus und der Zuckerproduktion – der Name leitet sich vom spanischen „ingenio azucarero“ (Zuckerfabrik) ab. Die erste Zuckerrohrfabrik wurde von portugiesischen Siedlern gegründet, und um sie herum entwickelte sich die Ortschaft. Die historische Altstadt ist geprägt von denkmalgeschützten Gebäuden, traditionellen Holzbalkonen und der markanten Kirche Nuestra Señora de la Candelaria mit ihren weißen Türmen. Heute lebt Ingenio von Landwirtschaft, Handwerk und zunehmend vom Dienstleistungssektor; der internationale Flughafen von Gran Canaria liegt ebenfalls im Gemeindegebiet.

Agüimes grenzt südlich an Ingenio und reicht von der Küste bis ins Landesinnere. Die Gemeinde ist bekannt für ihren gut erhaltenen, malerischen Altstadtkern mit engen Gassen, bunten Fassaden und der imposanten Pfarrkirche San Sebastian im neoklassizistischen Stil. Agüimes war nach der Eroberung ein kirchliches Lehen und profitierte von der fruchtbaren Umgebung, insbesondere durch Bewässerung aus der Guayadeque-Schlucht. Die Region ist landwirtschaftlich geprägt, bietet aber auch bedeutende archäologische Fundstätten und das berühmte Höhlendorf in der Guayadeque-Schlucht. Heute verbindet Agüimes ländliche Tradition, kulturelles Erbe und touristische Attraktionen wie Strände und Naturschutzgebiete.

Gáldar liegt im Nordwesten von Gran Canaria. Die Stadt war vor der spanischen Eroberung eine der beiden Hauptstädte der Ureinwohner (Canarios) und Sitz des Guanarteme, des Königs des nördlichen Königreichs der Insel. Gáldar wurde zum politischen und kulturellen Zentrum der Altkanarier und spielte eine zentrale Rolle bis zur Eroberung durch die Spanier 1483. Der letzte Guanarteme, Tenesor Semidán (später als Fernando Guanarteme bekannt), vermittelte nach seiner Gefangennahme die Integration der Altkanaren in die spanische Gesellschaft.

Nach der Eroberung verlor Gáldar den Status als Hauptstadt an Las Palmas, bewahrte aber viele Züge aus der altkanarischen Zeit. Die Stadt ist besonders bekannt für ihr archäologisches Erbe: Im Zentrum befindet sich der bedeutende Archäologische Park Cueva Pintada, in dem einzigartige Höhlenmalereien und Ausgrabungen vorspanischer Wohnstätten zu sehen sind. Weitere archäologische Stätten wie El Agujero mit Grabstätten und das Königsgrab „Túmulo Real de la Guancha“ unterstreichen die historische Bedeutung der Region.

Im Herzen von Gáldar steht die imposante Kirche Santiago de los Caballeros, deren Bau 1778 begann und die aus gelbem Stein aus den lokalen Steinbrüchen errichtet wurde. Der Platz vor der Kirche war einst Standort des Königspalasts der Altkanarier. Im angeschlossenen Museum für sakrale Kunst sind bedeutende Stücke wie das grüne Taufbecken „Pila Verde“ aus dem 15. Jahrhundert ausgestellt.

Gáldar liegt landschaftlich reizvoll am Fuße des 440 m hohen Pico de Gáldar und reicht in Teilen bis auf 1700 m Höhe. Im Gemeindegebiet finden sich abwechslungsreiche geologische Formationen, darunter die Caldera de los Pinos de Gáldar und der Montañón Negro. Die Küste ist durch kleine Strände wie El Agujero und den Fischerhafen Sardina del Norte geprägt, wo ein Gedenkstein an den Aufenthalt von Christoph Kolumbus 1492 erinnert.

Verkehr

Auf Gran Canaria gibt es dichten Verkehr vor allem in Las Palmas und auf der GC-1 Richtung Süden, während die Insel mit Bussen, Taxis und Mietwagen gut erschlossen ist. Beim Autofahren gelten spanische Regeln mit Tempolimits von meist 50 km/h innerorts, 90 km/h außerorts und 120 km/h auf Autobahnen.

Straßenverkehr

Gran Canaria verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten der Insel mit gebirgigen Landschaften und tief eingeschnittenen Tälern verlaufen viele Straßen entlang der Küste oder in kurvenreichen Strecken durch das Inselinnere. Die Infrastruktur ist dabei stark auf den Individualverkehr sowie den touristischen Verkehr ausgerichtet.

Die wichtigste Verkehrsachse ist die Autobahn GC-1 (Autopista del Sur), die entlang der Ost- und Südküste verläuft. Sie verbindet die Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria im Norden mit den wichtigsten touristischen Zentren im Süden, darunter Maspalomas und Puerto de Mogán. Gleichzeitig stellt sie die direkte Verbindung zum internationalen Flughafen Gran Canaria her und ist die bedeutendste Verkehrsroute für den Personen- und Güterverkehr auf der Insel.

Im Norden verläuft die GC-2 (Autovía del Norte), die Las Palmas de Gran Canaria mit Agaete verbindet. Diese Strecke erschließt die nördlichen Gemeinden und dient als wichtige Verbindung für Pendlerverkehr, Landwirtschaft und regionalen Transport. Als dritte Hauptverkehrsachse fungiert die GC-3 (Circunvalación de Las Palmas), eine Umgehungsstraße, die den Ballungsraum der Hauptstadt westlich umgeht und die GC-1 und GC-2 miteinander verbindet. Sie entlastet das Stadtzentrum von Las Palmas de Gran Canaria erheblich vom Durchgangsverkehr.

Neben diesen Hauptachsen existiert ein dichtes Netz aus Land- und Bergstraßen, die das gebirgige Inselinnere erschließen. Diese Straßen sind häufig schmal, kurvenreich und steil und verbinden kleinere Dörfer und landwirtschaftlich geprägte Regionen mit den urbanen Zentren und der Küste. Aufgrund der schwierigen Topografie spielt der Straßenbau eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche und soziale Integration der gesamten Insel.

Der öffentliche Nahverkehr auf Gran Canaria wird hauptsächlich durch Busse organisiert, die lokal als „guaguas“ bezeichnet werden. Die wichtigste Betreiberin im regionalen Verkehr ist die private Gesellschaft Global, die ein weit verzweigtes Liniennetz zwischen den Gemeinden der Insel betreibt. Dieses Netz verbindet nahezu alle Ortschaften miteinander und stellt eine zentrale Alternative zum Individualverkehr dar.

In der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria ist zusätzlich die kommunale Gesellschaft Guaguas Municipales für den städtischen Busverkehr zuständig. Sie betreibt ein dichtes Netz an Stadtbuslinien, das sämtliche Stadtteile sowie wichtige Verkehrsknotenpunkte miteinander verbindet. Die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in Las Palmas de Gran Canaria reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück, als im Jahr 1890 die erste Dampfstraßenbahn „El tranvía al Puerto“ eröffnet wurde, die die Innenstadt mit dem Hafen verband.

Der Busverkehr auf Gran Canaria entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem zentralen Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs und bildet heute das wichtigste Verkehrsmittel für die Mobilität innerhalb der Städte und zwischen den Gemeinden der Insel. Besonders in der Hauptstadtregion spielte die Entwicklung des Busnetzes eine entscheidende Rolle für die urbane Expansion und die Verbindung von Hafen, Innenstadt und später auch den Außenbezirken.

Bereits im frühen 20. Jahrhundert entstanden erste motorisierte Busverbindungen in Las Palmas de Gran Canaria. Diese frühen Linien verkehrten zunächst ohne feste Haltestellen und dienten vor allem der Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Hafenbereich. Sie stellten eine flexible Ergänzung zu den damals noch begrenzten städtischen Verkehrsmitteln dar und markierten den Beginn eines modernen öffentlichen Nahverkehrssystems auf der Insel.

Ein wichtiger organisatorischer Schritt erfolgte im Jahr 1929 mit der Gründung des Gremio Patronal de Jardineras Guaguas. Diese Vereinigung schuf die Grundlage für eine strukturierte Organisation des Busverkehrs in der Stadt und legte den Grundstein für den späteren Ausbau eines geregelten Liniennetzes. In der Folgezeit entwickelte sich daraus schrittweise ein zunehmend professioneller öffentlicher Verkehrsbetrieb, der den wachsenden Mobilitätsbedarf der Bevölkerung aufgriff.

Im Jahr 1986 ging aus diesen historischen Strukturen die heutige Betreibergesellschaft Guaguas Municipales hervor. Sie übernahm den städtischen Busverkehr in der Hauptstadt und baute das Liniennetz kontinuierlich aus. Guaguas Municipales betreibt heute ein dichtes Netz von Stadtbuslinien, das sämtliche Stadtteile miteinander verbindet und wichtige Knotenpunkte wie Wohngebiete, Einkaufszentren, Verwaltungsgebäude, Bildungsstätten und Verkehrsanbindungen umfasst.

Bis zur endgültigen Einstellung der Straßenbahn im Jahr 1937 hatte sich der Busverkehr bereits stark entwickelt und die schienengebundene Straßenbahn zunehmend ersetzt. Dieser Übergang markierte einen wichtigen Wendepunkt in der städtischen Verkehrsgeschichte, da der Bus flexibler eingesetzt werden konnte und eine schnellere Anpassung an das wachsende Stadtgebiet ermöglichte. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Netz stetig erweitert und an die zunehmende Urbanisierung angepasst.

Heute stellt der Busverkehr einen unverzichtbaren Bestandteil der urbanen Mobilität in Las Palmas de Gran Canaria dar. Anfang des 21. Jahrhunderts verfügte Guaguas Municipales über mehrere Hundert Fahrzeuge und bediente ein weit verzweigtes Netz mit Hunderten Haltestellen im gesamten Stadtgebiet. Die kontinuierliche Modernisierung der Flotte sowie die Optimierung der Linienführung tragen dazu bei, den öffentlichen Verkehr effizient und umweltfreundlich zu gestalten.

Neben dem städtischen Verkehr spielt auch der überregionale Busverkehr eine wichtige Rolle. Dieser wird auf der Insel hauptsächlich von dem Unternehmen Global betrieben, das nahezu alle Gemeinden miteinander verbindet. Dadurch entsteht ein flächendeckendes Verkehrsnetz, das sowohl die Hauptstadt als auch die ländlichen Regionen und touristischen Zentren zuverlässig erschließt und eine wichtige Alternative zum Individualverkehr bietet.


Straßen 1991 insgesamt   4 056,5 km

  • davon asfaltiert 1.451,5 km (0,93 km/km²)
  • davon Autobahnen  66,5 km


Fahrzeugbestand 1991:

  • insgesamt  289.485 (0,435 pro Person)
  • Pkw  216.064
  • Mopeds und Motorräder  52.550
  • Lkw  14.687
  • Autobusse  1.583
  • Nutzfahrzeuge  783
  • sonstige  3.818

Straßenbahn

Die Straßenbahn in Las Palmas de Gran Canaria spielt sowohl historisch als auch im modernen Stadtverkehr eine wichtige Rolle. Bereits zwischen 1890 und 1937 verkehrte in der Hauptstadt eine erste Straßenbahn, die als erstes schienengebundenes Verkehrsmittel auf den Kanarischen Inseln gilt. Diese frühe Bahn verband zentrale Stadtbereiche und den Hafen miteinander und stellte eine bedeutende Verbesserung der urbanen Mobilität dar. Mit der zunehmenden Verbreitung von Bussen wurde der Straßenbahnbetrieb jedoch 1937 endgültig eingestellt.

Viele Jahrzehnte später wurde das Konzept eines schienengebundenen Nahverkehrs in moderner Form wieder aufgegriffen. Im Dezember 2007 wurde in Las Palmas de Gran Canaria ein neues Straßenbahnsystem in Betrieb genommen. Der offizielle Name lautet „Tranvía de Las Palmas de Gran Canaria“, im Alltag wird das System jedoch häufig auch als „Metro Guagua“ bezeichnet. Ziel des Projekts war es, den zunehmenden Straßenverkehr zu entlasten, die Umweltbelastung zu reduzieren und eine attraktive Alternative zum Auto- und Busverkehr zu schaffen.

Das moderne Straßenbahnnetz verbindet wichtige Stadtteile miteinander und bildet eine zentrale Verkehrsachse im Großraum der Hauptstadt. Die Strecke führt unter anderem vom historischen Stadtzentrum im Bereich Vegueta bis in den Nordwesten der Stadt nach Tamaraceite. Entlang der Linie befinden sich mehrere bedeutende Haltestellen, darunter die Universität von Las Palmas de Gran Canaria, das Messegelände Infecar sowie größere Einkaufs- und Versorgungszentren.

Das Netz umfasst eine Länge von rund 27 Kilometern und verfügt über etwa 16 Haltestellen. Die Straßenbahn wird mit modernen, barrierefreien Niederflurfahrzeugen betrieben, die auf einen regelmäßigen und effizienten Betrieb ausgelegt sind. In der Regel verkehren die Züge im Abstand von etwa 10 bis 15 Minuten, wodurch eine hohe Taktfrequenz gewährleistet wird und die Bahn eine schnelle Verbindung innerhalb des Stadtgebiets bietet.

Die Straßenbahn stellt das einzige schienengebundene Nahverkehrssystem auf den Kanarischen Inseln dar und ist ein wichtiger Bestandteil der städtischen Infrastruktur von Las Palmas de Gran Canaria. Sie ergänzt das bestehende Bussystem und trägt dazu bei, den Individualverkehr zu reduzieren sowie die Erreichbarkeit zentraler Einrichtungen zu verbessern.

Langfristig bestehen Überlegungen und Planungen zur möglichen Erweiterung des Netzes, um weitere Stadtteile und wachsende Wohngebiete besser anzubinden. Damit soll die Straßenbahn künftig noch stärker zur nachhaltigen Entwicklung des öffentlichen Verkehrs auf Gran Canaria beitragen und ihre Rolle als umweltfreundliches Verkehrsmittel weiter ausbauen.

Bahnverkehr

Die Inselregierung hat im Mai 2008 beschlossen, eine 48 km lange Zugverbindung von Las Palmas nach Playa del Inglés einzurichten. Als Trägergesellschaft wurde die Ferrocarriles de Gran Canaria S. A. gegründet. Nach Angaben lokaler Medien soll die Planung bis Ende 2013 abgeschlossen sein.

Schiffsverkehr

Der Schiffsverkehr spielt auf Gran Canaria eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Anbindung der Insel an den Rest der Kanarischen Inseln sowie an internationale Handels- und Passagierverbindungen. Aufgrund der Insellage im Atlantik ist der Seeverkehr historisch und bis heute ein entscheidender Bestandteil der Infrastruktur, sowohl für den Gütertransport als auch für den Personenverkehr.

Der wichtigste Hafen der Insel ist der Puerto de la Luz in der Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria. Dieser zählt zu den bedeutendsten Häfen Spaniens und fungiert als zentraler Umschlagplatz für Warenverkehr, Fischerei, Treibstoffversorgung und internationalen Handel. Durch seine strategische Lage im Atlantik ist er zudem ein wichtiger Knotenpunkt für Schifffahrtsrouten zwischen Europa, Afrika und Amerika.

Im Jahr 2007 wurden im Hafen von Puerto de la Luz rund 24,5 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen und insgesamt etwa 907.782 Passagiere abgefertigt. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Hafens für die Insel und seine Rolle als logistisches Zentrum der Region. Neben dem Güterverkehr ist insbesondere der Passagierverkehr von großer Bedeutung, da zahlreiche Fährverbindungen zwischen den Kanarischen Inseln über diesen Hafen abgewickelt werden.

Mehrere Reedereien betreiben regelmäßige Fährverbindungen vom Hafen Puerto de la Luz aus. Dazu gehören unter anderem Fred. Olsen Express und Naviera Armas. Diese verbinden Gran Canaria mit den anderen Inseln des Archipels, darunter Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma und El Hierro. Zusätzlich bestehen internationale Verbindungen, beispielsweise nach Madeira, wodurch der Hafen auch eine überregionale Bedeutung erhält.

Ein weiterer wichtiger Hafen für den Personenverkehr ist der Puerto de las Nieves im gleichnamigen Fischerort im Nordwesten der Insel. Dieser Hafen dient insbesondere als schnelle Fährverbindung zwischen Gran Canaria und Teneriffa. Die Route ist eine wichtige Ergänzung zum Verkehr über den Hauptstadthafen, da sie die Reisezeiten zwischen den beiden Inseln deutlich verkürzt und besonders für Pendler und Touristen von Bedeutung ist.


Faro de La Isleta

  • Standort:  La Isleta, Punta del Roque, 28°10‘, 15°25‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 10 m
  • Feuerhöhe: 249 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite:  38 km


Faro de la Punta Arinaga

  • Standort:  Punta Arinaga, 27°51‘ N, 15°23‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 14 m
  • Feuerhöhe: 47 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite: 20 km


Faro de la Punta de Maspalomas

  • Standort: Punta de Maspalomas, 27°44‘ N, 15°35‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 56 m
  • Feuerhöhe: 60 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite:  35 km


Faro de la Punta Melenara

  • Standort:  Punta Melenara, 27°59‘ W, 15°22‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 20 m
  • Feuerhöhe: 33 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite:  20 km


Faro de la Punta Sardina

  • Standort:  Punta Sardina, 28°10‘ N, 15°42‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe:  24 m
  • Feuerhöhe:  47 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite: 37 km


Puerto de la Luz

  • Standort: Puerto de la Luz, Espigon Extr., 28°08‘ N, 15°24‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 11 m
  • Feuerhöhe: 21 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite:  18,5 km


Punta de Castillete

  • Standort:  Punta de Castillete, 27°49‘, 15°46‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: ca. 10 m
  • Feuerhöhe: 114 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite: 31 km

Flugverkehr

Der internationale Flughafen von Gran Canaria befindet sich etwa 18 km südlich von Las Palmas, an der Autobahn GC-1, zwischen Telde und Ingenio. 2006 wurden 114.355 Flugbewegungen gezählt. Das Passagieraufkommen betrug 10.354.903 und 37.491 Tonnen Fracht wurden umgeschlagen.

Der Flughafen liegt an der Bucht Bahía de Gando, er wird als Base Aérea de Gando auch von der spanischen Luftwaffe genutzt. Im April 1930 erklärte ein königlicher Erlass die Land- und Seeeinrichtungen, die in Gando gebaut werden sollten, zum staatlichen Flughafen. Aus dem ersten Flug von Madrid nach Gran Canaria 1933 wurde 1935 eine Linienverbindung. Deshalb gibt man die Flughafeneröffnung mit dem Jahre 1935 an. 1934 installierte man erste Navigationshilfen. Ein Passagierterminal kam zwischen 1944 und 1946 hinzu, in welches die Fluggesellschaften vom bisherigen Luftstützpunkt auf Lanzarote umzogen. 1946 wurde der Flughafen zum Zollflughafen und für den nationalen und internationalen Verkehr freigegeben. 1948 begannen die Arbeiten für eine erst 700 Meter lange Start- und Landebahn, die im Juni 1957 asphaltiert auf 2000 Meter erweitert wurde. 1960 wurde sie nochmals auf 3100 Meter verlängert. 1963 fanden umfangreiche Erweiterungen statt, beispielsweise der Bau eines neuen Vorfeldes, die Erweiterung des Passagierterminals und der technischen Einrichtungen. Der Tower war 1966 fertiggestellt und ein Jahr darauf ein Kontrollzentrum errichtet. 1970 wurden die Start- und Landebahnen für die Benutzung durch die neuen Düsenflugzeuge angepasst. 1973 eröffnete man ein Terminal für Inlandflüge. Ein großer Schritt war 1980 die Übergabe einer zweiten Start- und Landebahn an den Verkehr. Das Verkehrsaufkommen stieg in dieser Zeit drastisch an. Das aktuelle Terminal aus dem Jahr 1991 ist 100.000 Quadratmeter groß, hat 76 Abfertigungsschalter, 11 Fluggastbrücken und 16 Gepäckförderanlagen.

Gran Canaria liegt auf dem halben Weg zwischen Südamerika und Europa, daher werden auch heute noch, vor allem bei Auslieferungsflügen von Embraer oder Airbus Zwischenlandungen durchgeführt. Der Flughafen gehört zum spanischen Flughafennetz der staatlichen Flughafenbetreibergesellschaft AENA. Die meisten Flüge gehen nach Deutschland und Großbritannien. Der insuläre Verkehr macht etwa 16 % aus und wird wesentlich von den beiden Fluggesellschaften Islas Airways und Binterm durchgeführt. Beide beförderten etwa 1,5 Millionen Passagiere (2005). Das Passagieraufkommen und das Frachtaufkommen gehören zum größten des kanarischen Archipels. Es waren 2005 mehr als 40.000 Tonnen. Der Flughafen steht bei den Passagier- und Frachtzahlen auf dem fünften Platz der Flughäfen Spaniens; dies kommt nicht zuletzt davon, dass das Aufkommen an Fracht und Passagieren kontinuierlich das ganze Jahr nahezu gleich groß ist.

Airlines Ziele
Aer Lingus Cork, Dublin
Air Europa Bilbao, Madrid, Santiago de Compostela, saisonal: Asturias, Málaga, Sevilla
Air Europa Express Fuerteventura, Lanzarote, Tenerife–Nord
AlbaStar Charter: Bergamo
ASL Airlines France Charter: Paris–Charles de Gaulle
ASL Airlines Ireland saisonal: Dublin (Charter)
Atlantic Airways saisonal: Vágar
Austrian Airlines Wien
Azores Airlines bzw. SATA Air Açores Funchal, Ponta Delgada
Azur Air (Germany) Charter: Berlin–Schönefeld, Düsseldorf, München
Binter Canarias

bzw. Air Nostrum

Banjul, Dakar–Diass, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, Nouakchott, Palma de Mallorca, Praia, Sal, Tenerife–Nord, Vigo
Binter Canarias

bzw. Naysa

Agadir, Casablanca, Dakhla, El Aaiún, El Hierro, Fuerteventura, La Palma, Lanzarote, Marrakesch, Nouadhibou, Tenerife–Nord, Tenerife–Süd, saisonal: Funchal
British Airways London–Heathrow
Brussels Airlines Brüssel
CanaryFly Fuerteventura, Lanzarote, Tenerife–Nord
Condor Berlin–Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle, München, Stuttgart, saisonal: Köln/Bonn
Corendon Dutch Airlines Amsterdam
easyJet London–Gatwick, saisonal: Bristol, Manchester, Newcastle
easyJet Switzerland Basel/Mulhouse, saisonal: Genf
Danish Air Transport Charter: Aalborg, Aarhus, Billund, Kopenhagen, Göteborg
Edelweiss Air Zürich
Enter Air Charter: Katowice, Kraków, Paris–Charles de Gaulle, Poznań, Warschau–Chopin, Wroclaw
Eurowings Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Wien
Evelop Airlines Charter: Almeria, Asturias, Borlänge-Dala, Porto, Sundsvall, Tampere, Trondheim, Valencia
Finnair Helsinki
Germania Berlin–Schönefeld, Berlin–Tegel, Bremen, Dresden, Erfurt/Weimar, Friedrichshafen, Hamburg, Münster/Osnabrück, Nürnberg, saisonal: Rostock. Toulouse (Charter)
Germania Flug Zürich
Helvetic Airways saisonal: Zürich
Iberia bzw. Air Nostrum Alicante, Valencia, saisonal: Asturias, León, Melilla, Santander, Santiago de Compostela, Valladolid, Vigo
Iberia Express London–Heathrow, Madrid, saisonal: Asturias
Icelandair saisonal: Reykjavík–Keflavík
Jet2.com Belfast–International, Birmingham, East Midlands, Edinburgh, Glasgow–International, Leeds/Bradford, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne
Jet Time Charter: Aalborg, Billund, Kopenhagen, Halmstad, Helsinki, Norrköping, Örebro, Oulu, Tampere, Umeå, Växjö
Luxair Luxemburg
Lufthansa saisonal: München
Mauritania Airlines International Nouadhibou, Nouakchott
Mistral Air Charter: Mailand-Bergamo, Rom–Fiumicino
Neos Bologna, Mailand–Malpensa, Verona
Norwegian Air Shuttle Kopenhagen, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda, Trondheim, saisonal: Göteborg, Stavanger
Norwegian Air Shuttle

bzw. Norwegian Air International

Barcelona, Bergen, Kopenhagen, Düsseldorf, Hamburg, Helsinki, London–Gatwick, Madrid, Málaga, München, Oslo–Gardermoen, Sandefjord, Stockholm–Arlanda, saisonal: Birmingham, Bodo, Köln/Bonn, Göteborg, Karlstad, Oulu, Rom–Fiumicino, Tromsø
Novair Charter: Göteborg, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda
Primera Air saisonal: Aalborg, Billund, Kopenhagen, Göteborg, Helsinki, Malmö, Reykjavik, Stockholm–Arlanda
Royal Air Maroc Casablanca, Dakhla, El Aaiún
Ryanair Barcelona, Bergamo, Berlin–Schönefeld, Birmingham, Bologna, Bournemouth, Bristol, Charleroi, Budapest, Köln/Bonn, Cork, Dublin, East Midlands, Edinburgh, Eindhoven, Frankfurt, Hahn, Glasgow–International, Hamburg, Kraków, Leeds/Bradford, Liverpool, London–Luton, London–Stansted, Madrid, Manchester, Mailand–Malpensa, Pisa, Prestwick, Santiago de Compostela, Seville, Valencia, Warschau–Modlin, Weeze, saisonal: Bremen, Porto, Sandefjord, Stockholm-Skavsta
Scandinavian Airlines Oslo/Gardermoen, saisonal: Kopenhagen, Stockholm–Arlanda, Charter: Ålesund, Bergen, Billund, Göteborg-Landvetter, Haugesund, Kristiansand, Stavanger, Trondheim
Small Planet Airlines Charter: Frankfurt, Karlsruhe-Baden Baden, Paderborn-Lippstadt, Stuttgart
SmartLynx Airlines Charter: Riga, Tallinn, Vilnius
SmartWings bzw. Travel Service Prag
TAP Air Portugal bzw. TAP Express Lissabon
Thomas Cook Airlines East Midlands, London–Gatwick, Manchester, saisonal: Belfast–International Birmingham, Bristol, Glasgow–International, London–Stansted, Newcastle upon Tyne
Thomas Cook Airlines

bzw. SmartLynx Airlines

saisonal: London–Gatwick
Thomas Cook Airlines Scandinavia Bergen, Billund, Kopenhagen, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda, Trondheim,

saisonal: Aalborg, Göteborg–Landvetter, Helsinki, Jönköping, Karlstad, Kuopio, Luleå, Malmö, Örebro, Stavanger, Tromsø, Turku, Umeå, Vaasa

Transavia Amsterdam, Eindhoven, Groningen, Rotterdam
Transavia France Charter: Paris–Orly
Travel Service Charter: Lyon, Nantes, Paris–Charles de Gaulle
Travel Service Hungary saisona (Charter)l: Budapest
Travel Service Polska saisonal (Charter): Poznań, Warschau–Chopin
Travel Service Slovakia saisonal (Charter): Bratislava, Košice
TUI Airways Birmingham, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Doncaster/Sheffield, East Midlands, Edinburgh, Exeter, Glasgow–International, London–Gatwick, London–Luton, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne, Norwich, saisonal: Aberdeen, Belfast–International, Dublin (Charter)
TUI fly Belgium Brüssel, Charleroi, Liège, Ostend/Brügge
TUI fly Deutschland Basel/Mulhouse, Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe/Baden-Baden, München, Saarbrücken, Stuttgart, saisonal: Helsinki
TUI fly Netherlands Amsterdam, Eindhoven
TUI fly Nordic Kopenhagen, Göteborg–Landvetter, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda, saisonal: Billund, Boa Vista Island, Helsinki, Kuopio, Malmö, Oulu, Sal Island, Umeå, Vaasa
Volotea Bordeaux, Nantes, Toulouse
Vueling Barcelona, Bilbao, Genf, Granada, Málaga, Mailand–Malpensa, Nantes, Paris–Orly, Sevilla, Rom–Fiumicino, Zürich, saisonal: A Coruña, Amsterdam, Lyon
XL Airways France saisonal: Paris–Charles de Gaulle
White Airways Charter: Lissabon
WOW air saisonal: Reykjavík–Keflavík


Gran Canaria Airport

  • spanischer Name:  Aeropuerto de Gran Canaria (Gando):
  • Code:  LPA / GCLP
  • Lage:  2755‘55“ N, 15°23‘12“ W
  • Seehöhe: 24 m (78 ft)
  • Entfernung: 18 km südlich von Las Palmas de Gran Canaria
  • Inbetriebnahme:  1930
  • Betreiber: AENA
  • Fläche: 1810 ha
  • Terminal: 1
  • Rollbahnen: 2
  • Länge der Rollbahnen:  je 3100 m (beide Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  68
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 200
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 
  • Flughafgen-Statistik:  Jahr     Flugbewegungen        Passagiere                   Fracht in t

                       2000                 98 063                        9 376 640                  43 707

                       2001                 93 291                        9 332 132                  40 861

                       2002                 93 803                        9 009 756                  39 639

                       2003                 99 712                        9 181 229                  40 050

                       2004                104 659                        9 467 494                  40 935

                       2005                110 748                        9 827 157                  40 390

                       2006                114 949                      10 286 726                  38 361

                       2007                114 355                      10 354 903                  37 491

                       2008                116 252                      10 212 123                  33 695

                       2009                101 557                        9 155 665                  25 995

                       2010                103 093                        9 486 035                  24 528

                       2011                111 271                      10 538 829                  23 679

                       2012                100 393                        9 892 067                  20 602

                       2013                 95 485                        9 770 039                  18 786

                       2014                102 210                      10 315 740                  19 870

                       2015                100 420                      10 627 218                  18 800

                       2016                112 000                      12 093 646                  18 627

                       2017                118 551                      13 092 475                  18 110

                       2018                131 027                      13 573 304                  19 174

                       2019                126 451                      13 261 228                  19 728

                       2020                 67 280                        5 134 252                  13 926

                       2021                 83 983                        6 899 523                  15 840

                       2022                119 531                      12 417 604                  15 869

                       2023                129 553                      13 961 507                  17 117

                       2024                140 464                      15v 211 338                18 413

Wirtschaft

Haupteinnahmequelle der Insulaner ist der Tourismus. Daneben sind Landwirtschaft und speziell Weinbau von Bedeutung.

Landwirtschaft

Auf Gran Canaria, der am weitesten entwickelten Insel des Archipels, wurde sowohl Regen- als auch Bewässerungslandwirtschaft betrieben. Angebaut wurden Getreide - vor allem Gerste oder Azamotan, aber auch Weizen, der nach dem Rösten und Mahlen zu Gofio verarbeitet wurde -, Hülsenfrüchte - Erbsen, Saubohnen und Linsen - sowie Feigenbäume. Der Anbau der letztgenannten Obstbäume scheint für die Kultur der Insel von großer Bedeutung gewesen zu sein, denn ihre Einführung wurde von den Einheimischen selbst akzeptiert. Die Überschüsse wurden in gemeinschaftlichen Getreidespeichern gelagert.

An Vieh besaßen sie hauptsächlich Ziegen, die sie aridaman nannten, sowie Schafe oder tahatan, eine afrikanische Rasse ohne Wolle, Schweine oder taquasen und zwei mittelgroße Hunderassen, die cuna genannt wurden, von denen eine, die am häufigsten in den archäologischen Aufzeichnungen vorkommt, dem australischen Dingo ähnelte. Archäologische Belege deuten auch darauf hin, dass die Ureinwohner Gran Canarias den Hund als Nahrungsmittel verzehrten. Von den Haustieren war der Hund neben den Haustieren das am häufigsten vorkommende Tier in den archäologischen Aufzeichnungen.

Neben Fleisch wurden auch Milch und Nebenprodukte wie Käse und Butter von Haustieren gewonnen. Ergänzt wurde die Ernährung durch das Sammeln von Wildfrüchten und -samen wie Mocanes, Bicácaros, Madroños, Pinienkernen und Datteln, die Verwendung von Honig aus wilden Bienenstöcken und die Jagd auf Rieseneidechsen, Vögel und Wildschweine. Auch die Produkte der Muschel- und Schalentierzucht wurden als Nahrungsmittel verwendet.

Die Produkte der Muschel- und der Fischerei waren ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Ernährung der Ureinwohner, und in beiden Fällen gab es eine gewisse soziale Differenzierung, wobei die Fischerei von der Adelsschicht monopolisiert wurde, während die Muschelzucht von der übrigen Bevölkerung betrieben wurde. Unter den Produkten der Muschelfischerei sind Arten der Gattungen Patella, Cardium, Conus, Trochus und Osilinus in den archäologischen Fundstätten zahlreich vertreten, während die am häufigsten verzehrten Arten aus der Fischerei Sardinen, alte Sardinen und verschiedene Arten von Sparidae waren.

Nach der Eroberung im 15. Jahrhundert wurde Zuckerrohr zum wichtigsten Exportprodukt. Im 16. Jahrhundert verlor Gran Canaria jedoch durch Konkurrenz aus der Karibik an Bedeutung als Zuckerrohrlieferant. Zuckerrohr wird heute noch in kleinen Mengen angebaut, vor allem für die Rumproduktion.

Im 19. Jahrhundert wurde die Cochenille-Laus zur Gewinnung von rotem Farbstoff (Karmin) gezüchtet. Mit der Erfindung synthetischer Farbstoffe verlor diese Produktion an Bedeutung. Danach wurde der Bananenanbau eingeführt. Die kleinere kanarische Sorte ist bis heute der wichtigste landwirtschaftliche Exportartikel der Insel.

Bananen sind heute weiterhin das wichtigste Exportprodukt. Das zweitwichtigste Exportgut sind Tomaten, die vor allem im Südosten und Südwesten angebaut werden. In höheren Lagen werden Kartoffeln (über 50 Sorten), Mais, Kohl, Feigen und weiterhin etwas Zuckerrohr angebaut. In fruchtbaren Tälern wie dem Barranco de Agaete wachsen Kaffee, Kokospalmen und verschiedene Früchte. Wein, Tabak, Gurken und Paprika sind weitere Produkte, die eine Rolle spielen. Die Viehzucht ist wegen fehlender Weideflächen begrenzt und konzentriert sich auf Ziegen für Milch und Käse.#

Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt ist gering (rund 8 %), der Tourismus dominiert die Wirtschaft. Viele Lebensmittel müssen vom Festland importiert werden.Je nach Region variieren die Anbauprodukte stark: Im Süden und Westen dominieren Tomaten und Bananen, in den höheren Lagen Kartoffeln, Getreide und Gemüse.


Nutzfläche 1989 in ha:         

  • insgesamt  50.000
  • Gemeingut  25.000
  • Privatbesitz  20.715
  • Pachtgrund  3.957
  • Teilpachtgrund  106
  • sonstiges  222

Agrarbetriebe 1989:

  • Betriebe insgesamt  22.041
  • Parzellen  53.717
  • Parzellen pro Betrieb  2.437

Viehbestand:                                1972                           1986                            1991

           Geflügel                      2 306 500                   1 216 850                    2 366 300

           Kaninchen                       73 600                          2 905                         81 438

           Ziegen                             36 900                        59 659                         40 100

           Schweine                           5 051                        29 248                         33 258

           Schafe                             10 838                        12 011                         19 500

           Rinder                             19 778                        19 593                         18 632

           Pferde                                  259                          1 250                           2 500

           Esel                                    2 080                          1 750                           1 249

Agrarprodukte 1991 (Anbaufläche in ha und Ertrag in t):

  • Kartoffeln  2.503
  • Tomaten  2.483
  • Obst  2.063
  • Gemüse 1.514
  • Bananen 1.400
  • Weintrauben 342
  • Blumen  84
  • Getreide  20
  • Hülsenfrüchte 10
  • Zuckerrohr  5

Weinbau

Gran Canaria verfügt über eine lange und wieder erstarkende Weinbautradition, die bis in die Zeit nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert zurückreicht. Der Weinbau wurde von europäischen Siedlern eingeführt und entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem wichtigen Bestandteil der landwirtschaftlichen Nutzung der Insel. Heute erlebt der Weinbau auf Gran Canaria eine Renaissance, die sowohl auf traditionellen Anbaumethoden als auch auf moderner Önologie basiert.

Der Weinbau der Insel ist durch die Herkunftsbezeichnung D.O. Gran Canaria (Denominación de Origen) geschützt, die die Qualität und regionale Herkunft der Weine garantiert. Dieser geschützten Ursprungsbezeichnung gehören zahlreiche Weingüter (Bodegas) an, die über die gesamte Insel verteilt sind. Die Weinproduktion reicht dabei von südlichen Regionen wie Fataga bis in das nördliche Agaete-Tal. Besonders bedeutend sind die Weinbaugebiete im Nordosten der Insel, insbesondere in der Region um Santa Brígida und Monte Lentiscal, die aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen und Böden als traditionelle Zentren des Weinbaus gelten.

Die natürlichen Voraussetzungen auf Gran Canaria sind für den Weinbau besonders günstig. Vulkanische Böden, unterschiedliche Höhenlagen und zahlreiche Mikroklimata sorgen für eine große Vielfalt an Rebsorten und Geschmacksprofilen. Die starken Höhenunterschiede auf kurzer Distanz ermöglichen den Anbau verschiedener Traubenarten unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Der Weinbau erfolgt häufig auf steilen Terrassenhängen und ist vielerorts noch stark handwerklich geprägt, da maschinelle Bearbeitung aufgrund der Topografie nur eingeschränkt möglich ist.

Ein besonderer Vorteil der Insel ist, dass Gran Canaria von der Reblausplage des 19. Jahrhunderts weitgehend verschont blieb. Dadurch konnten zahlreiche autochthone Rebsorten erhalten werden, die in anderen europäischen Regionen teilweise verschwunden sind. Zu den wichtigsten weißen Rebsorten gehören Listán Blanco (auch Palomino genannt), Malvasía, Moscatel, Vijariego und Albillo. Bei den roten Rebsorten dominieren Listán Negro, Tintilla, Negramoll und Castellana. Darüber hinaus werden auch süße Dessertweine produziert, insbesondere aus Moscatel-Trauben, die für ihre aromatische Intensität bekannt sind.

Zu den bekannten Weingütern der Insel zählen unter anderem Bodega Los Berrazales, Bodega Hoyos de Bandama, Bodega Las Tirajanas, Bodega Tunte, Bodega Los Lirios und Bodega Frontón de Oro. Diese Betriebe verbinden traditionelle Anbaumethoden mit moderner Produktionstechnik und tragen wesentlich zur Qualität und Vielfalt der Weine bei. Die meisten Weine werden auf der Insel selbst konsumiert, insbesondere in der Gastronomie und im Tourismus, gewinnen jedoch zunehmend auch außerhalb Gran Canarias an Bekanntheit.

Charakteristisch für die Weine der Insel sind ihre Frische, ihre lebendige Säurestruktur und ihre oft mineralischen sowie fruchtigen Aromen, die stark vom vulkanischen Terroir beeinflusst werden. Die Preise für Flaschenweine beginnen meist bei etwa fünf bis sechs Euro, während höherwertige oder länger gereifte Weine in der Regel ab acht bis zehn Euro erhältlich sind.

Forstwirtschaft

In der Vergangenheit war ein größerer Teil der Insel bewaldet, insbesondere in höheren Lagen. Durch jahrhundertelange Nutzung, Holzgewinnung, Landwirtschaft und Weidewirtschaft kam es jedoch zu einer starken Reduzierung der natürlichen Waldflächen. Heute wird die Forstwirtschaft auf Gran Canaria daher stark durch Aufforstungsprogramme und ökologische Wiederherstellung geprägt, die vom Cabildo Insular de Gran Canaria organisiert und umgesetzt werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Böden zu stabilisieren, die Wasserspeicherung zu verbessern und die Biodiversität zu fördern.

Die wichtigsten Waldgebiete der Insel befinden sich im bergigen Zentrum sowie im Norden. Besonders hervorzuheben sind die Kiefernwälder der Kanarischen Kiefer (Pinus canariensis), die eine der charakteristischsten Baumarten der Insel darstellen. Diese Baumart ist besonders an Trockenheit, Feuer und vulkanische Böden angepasst und spielt eine zentrale Rolle im Ökosystem Gran Canarias. Die kanarische Kiefer kann nach Bränden wieder austreiben, was sie für die Wiederbewaldung besonders wertvoll macht.

Neben den Kiefernwäldern gibt es in höheren und feuchteren Lagen auch Lorbeer- und Nebelwälder (Laurisilva), die Relikte eines subtropischen Urwaldes darstellen. Diese Wälder sind besonders artenreich und stehen unter strengem Naturschutz. Sie kommen auf Gran Canaria nur noch in kleinen Restflächen vor, da sie stark von klimatischen Veränderungen und menschlicher Nutzung zurückgedrängt wurden. Schutzgebiete wie Naturparks und Biosphärenreservate spielen eine entscheidende Rolle bei ihrer Erhaltung.

Die Forstwirtschaft umfasst heute nicht nur die Pflege und Aufforstung von Waldflächen, sondern auch Maßnahmen zur Brandprävention. Waldbrände stellen auf Gran Canaria eine regelmäßige Gefahr dar, insbesondere in trockenen Sommermonaten. Daher werden Brandschneisen angelegt, Waldgebiete überwacht und die Vegetation so gepflegt, dass das Brandrisiko reduziert wird. Gleichzeitig wird die natürliche Regeneration nach Bränden unterstützt, insbesondere bei der kanarischen Kiefer.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die ökologische und touristische Nutzung der Waldgebiete. Viele Wälder sind Teil von Schutzgebieten und Naturparks, die für Wanderungen, Ökotourismus und Umweltbildung genutzt werden. Diese Form der Nutzung trägt dazu bei, das Bewusstsein für den Wert der Wälder zu stärken und gleichzeitig eine nachhaltige wirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen. Besonders das Inselinnere mit seinen Berglandschaften zieht zahlreiche Naturtouristen an.

Fischerei

Der Großteil der Fischereiflotte besteht aus kleinen Booten mit einer Länge von meist bis zu etwa 12 Metern. Diese Fahrzeuge werden überwiegend im Küstenbereich eingesetzt und arbeiten mit traditionellen Fangmethoden, insbesondere mit Angeltechniken. Gefangen werden vor allem Thunfisch, verschiedene Bodenfischarten sowie andere lokale Fischarten. Die meisten Boote kehren bereits nach wenigen Stunden oder einem Tag in ihre Heimathäfen zurück, sodass der Fang frisch vermarktet werden kann und häufig direkt in die lokale Gastronomie gelangt.

Ein wichtiger struktureller Aspekt der Fischerei auf Gran Canaria ist der demografische Wandel innerhalb der Branche. Ein großer Teil der Beschäftigten ist älter als 40 Jahre, während der Anteil junger Fischer unter 30 Jahren sehr gering ist. Dieser Mangel an Nachwuchs führt dazu, dass die Zukunft vieler kleiner Fischereibetriebe unsicher ist. Fachleute gehen davon aus, dass in den kommenden Jahrzehnten ein erheblicher Teil der traditionellen Fischereiflotte verschwinden könnte, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Als Gründe gelten unter anderem die geringe wirtschaftliche Attraktivität des Berufs, schwankende Erträge sowie steigende Anforderungen und Regulierungen.

Auch die ökologischen Bedingungen haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Die Fischbestände im Atlantik rund um die Kanarischen Inseln sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Wissenschaftliche Einschätzungen gehen davon aus, dass die Fischpopulationen heute erheblich geringer sind als noch vor etwa 50 Jahren. Als Ursachen werden vor allem Überfischung durch kommerzielle und sportliche Fischerei sowie Umweltbelastungen wie Verschmutzung und Klimaveränderungen genannt.

Vor diesem Hintergrund hat die Aquakultur auf Gran Canaria und den umliegenden Inseln stark an Bedeutung gewonnen. In Fischzuchtanlagen werden vor allem Arten wie Goldbrasse (Dorade) und Wolfsbarsch gezüchtet. Die gesamte kanarische Aquakulturproduktion erreicht jährlich rund 10.000 Tonnen und macht damit einen bedeutenden Anteil der gesamten Fischproduktion der Region aus. Ein großer Teil des Zuchtfisches wird exportiert, insbesondere in andere Länder der Europäischen Union, wodurch die Fischzucht zunehmend eine wirtschaftliche Alternative zur traditionellen Fischerei darstellt.

Gleichzeitig stehen die kleinen Fischerbetriebe unter wirtschaftlichem Druck. Steigende Fischpreise und hohe Betriebskosten erschweren die Rentabilität vieler Betriebe. Ein Teil des auf Gran Canaria gefangenen Fisches wird zur Verarbeitung auf das spanische Festland transportiert und anschließend wieder importiert, was die lokale Wertschöpfung reduziert und die wirtschaftliche Situation zusätzlich belastet.


Fischereiwirtschaft 1992:

  • Fischer  790
  • Fischerboote  268
  • Fischereibetriebe  255

Anlandungen in t:

           1940                  11 596

           1976                144 099

           1988                288 970

           1990                    3 410

           1992                  86 814

           1997                105 761

           1998                123 764

Bergbau

Aufgrund der geologischen Beschaffenheit der Insel, die vulkanischen Ursprungs ist, bestehen zwar verschiedene mineralische Rohstoffe, jedoch sind diese in der Regel nicht in einer wirtschaftlich großindustriellen Form vorhanden oder nur in begrenztem Umfang abbaubar. In der Vergangenheit wurden auf Gran Canaria vor allem Materialien gewonnen, die für den lokalen Bau- und Wirtschaftsbedarf wichtig waren. Dazu zählen insbesondere Basalt, Tuffstein und andere vulkanische Gesteine, die im Straßenbau, im Hausbau sowie bei der Errichtung traditioneller Gebäude verwendet wurden. Diese Steinbrüche waren häufig kleinstrukturiert und dienten in erster Linie der regionalen Versorgung. Besonders in bergigen Regionen der Insel entstanden zahlreiche Steinbrüche, deren Materialien für den Bau von Straßen, Terrassenfeldern und Siedlungen genutzt wurden.

Ein weiterer wichtiger Bereich war die Gewinnung von Tonerden und anderen mineralischen Rohstoffen, die für die Herstellung von Keramikprodukten verwendet wurden. Diese Rohstoffe standen in engem Zusammenhang mit dem traditionellen Handwerk der Töpferei, das auf der Insel eine lange Geschichte besitzt. Auch Salzgewinnung spielte in Küstengebieten zeitweise eine Rolle, wobei das Salz vor allem durch Verdunstung in natürlichen oder künstlich angelegten Salinen gewonnen wurde.

Im industriellen Maßstab entwickelte sich der Bergbau auf Gran Canaria jedoch nie. Im Gegensatz zu anderen Regionen Spaniens fehlen größere Metallvorkommen wie Eisen, Kupfer oder Edelmetalle, weshalb sich keine bedeutende Bergbauindustrie herausbilden konnte. Die wirtschaftliche Entwicklung der Insel konzentrierte sich stattdessen früh auf Landwirtschaft, Fischerei, Handel und später auf den Tourismus.

Heute spielt der klassische Bergbau auf Gran Canaria praktisch keine Rolle mehr. Die meisten früheren Steinbrüche sind stillgelegt oder werden nur noch in sehr begrenztem Umfang zur Gewinnung von Baumaterial genutzt. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Schutz der Landschaft und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Viele ehemalige Abbaugebiete wurden renaturiert oder stehen unter Landschafts- bzw. Naturschutz.

Handwerk

Viele handwerkliche Traditionen reichen bis in die Zeit der vorkolonialen Bevölkerung zurück und wurden im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und an neue Einflüsse angepasst. Auch heute noch spielen traditionelle Techniken eine wichtige Rolle, sowohl im kulturellen Erbe als auch im touristischen und wirtschaftlichen Bereich.

Eines der ältesten Handwerke der Insel ist die Töpferei. Bereits die altkanarische Bevölkerung stellte Keramiken her, die vollständig in Handarbeit ohne Töpferscheibe gefertigt wurden. Diese traditionelle Technik wird in einigen Regionen bis heute bewahrt. Typisch sind einfache, funktionale Formen wie Krüge, Vasen und Schalen, die oft bewusst schlicht gehalten und nur wenig verziert sind. Die Herstellung erfolgt meist mit einfachen Werkzeugen und viel handwerklichem Geschick.

Ein weiteres bedeutendes Handwerk ist die Hohlsaumstickerei, auf den Kanarischen Inseln als „Calados“ bekannt. Dieses Kunsthandwerk ist besonders in der Gemeinde Ingenio verbreitet und hat dort eine lange Tradition. Dabei werden feine Stoffe wie Leinen oder Baumwolle durch das Herausziehen von Fäden kunstvoll verziert, sodass charakteristische Loch- und Musterstrukturen entstehen. Hergestellt werden unter anderem Tischdecken, Blusen, Schürzen und andere textile Produkte, die früher auch eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung hatten.

Auch die Korbflechterei gehört zu den traditionellen Handwerken Gran Canarias. Körbe und andere Geflechte werden aus natürlichen Pflanzenfasern gefertigt und dienen sowohl praktischen als auch dekorativen Zwecken. Diese Technik ist besonders in ländlichen Gebieten verbreitet und wird häufig mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten verbunden.

Im Bereich der Holzverarbeitung besitzt Gran Canaria ebenfalls eine ausgeprägte Handwerkstradition. Typisch sind kunstvoll gestaltete Holzbalkone, Türen und Möbelstücke, die das architektonische Erscheinungsbild traditioneller kanarischer Häuser prägen. Darüber hinaus werden auch Musikinstrumente wie die Timple, ein kleines kanarisches Saiteninstrument, aus Holz gefertigt und sind ein wichtiger Bestandteil der regionalen Musiktradition.

Ein besonders charakteristisches Produkt des Inselhandwerks sind die sogenannten kanarischen Messer (Cuchillos Canarios). Diese kunstvoll gestalteten Messer zeichnen sich durch reich verzierte Griffe und Klingen aus und gelten als Symbol traditioneller Handwerkskunst. Sie werden bis heute von spezialisierten Handwerkern hergestellt und sind sowohl Gebrauchsgegenstände als auch Sammlerstücke.

Weitere traditionelle Handwerke umfassen die Lederverarbeitung, bei der Gürtel, Taschen und andere Produkte in Handarbeit gefertigt werden, sowie die Albardería, die Herstellung von Sätteln und Geschirren für Lasttiere. Dieses Handwerk war früher besonders in Orten wie Teror, Telde und Ingenio von großer Bedeutung, ist heute jedoch weitgehend zurückgegangen und nur noch in wenigen Restformen erhalten.

Eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Förderung des traditionellen Handwerks spielt die Stiftung FEDAC (Fundación para la Etnografía y el Desarrollo de la Artesanía Canaria). Sie unterstützt lokale Handwerker, betreibt Verkaufsstellen, beispielsweise in Las Palmas de Gran Canaria, und sorgt für die Qualitätssicherung und den Erhalt traditioneller Techniken. Darüber hinaus werden auf Wochenmärkten und Kunsthandwerksmessen in Orten wie Teror oder San Mateo regelmäßig handwerkliche Produkte angeboten, die direkt von den Herstellern stammen.

Industrie

Die Industrie auf Gran Canaria befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel und weist mehrere spezialisierte Teilbereiche auf. Aufgrund der Insellage, der begrenzten Rohstoffbasis und der starken Ausrichtung auf den Dienstleistungssektor hat sich die industrielle Entwicklung vor allem auf Verarbeitung, Versorgung, Energie sowie maritime und technologische Dienstleistungen konzentriert.

Ein wichtiger Industriezweig ist die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Diese umfasst unter anderem die Verarbeitung regionaler landwirtschaftlicher Produkte sowie die Herstellung von Getränken und Spirituosen. Besonders bekannt ist die Rum-Destillerie Arehucas in Arucas, die zu den traditionsreichsten Produktionsbetrieben der Insel gehört. Neben Rum werden dort auch Liköre und andere alkoholische Getränke hergestellt, die sowohl lokal konsumiert als auch exportiert werden.

Die verarbeitende Industrie konzentriert sich vor allem in und um Las Palmas de Gran Canaria. Dort befinden sich verschiedene Produktions- und Verarbeitungsbetriebe, darunter Anlagen der chemischen Industrie, insbesondere im Bereich Stickstoff- und Düngemittelproduktion, sowie kleinere Betriebe der Holz-, Papier- und Lebensmittelverarbeitung. Diese Industrien dienen vor allem der Versorgung des lokalen Marktes und der Unterstützung anderer Wirtschaftssektoren.

Ein weiterer bedeutender Bereich ist die Fischverarbeitung, die eng mit dem Hafenstandort Puerto de la Luz verbunden ist. Hier werden Fischprodukte verarbeitet, konserviert, getrocknet oder zu Fischmehl weiterverarbeitet. Die Nähe zum Atlantik und die Bedeutung der Fischerei schaffen eine direkte Verbindung zwischen Primärproduktion und industrieller Verarbeitung.

Zunehmend an Bedeutung gewinnen zudem moderne Industriezweige im Bereich erneuerbare Energien und Wassertechnologie. Aufgrund der klimatischen Bedingungen und der begrenzten Süßwasserressourcen spielt die Meerwasserentsalzung eine zentrale Rolle in der Versorgung der Insel. Gleichzeitig werden Wind- und Solarenergie zunehmend ausgebaut, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Forschungseinrichtungen und Technologieplattformen wie PLOCAN fördern insbesondere Innovationen im Bereich Meeresforschung, Offshore-Technologien und maritime Energiegewinnung.

Der maritime Industriesektor ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Struktur. Aufgrund der strategischen Lage im Atlantik fungiert der Hafen von Las Palmas de Gran Canaria als bedeutender Standort für Schiffsversorgung, Wartung und Reparatur. Insbesondere internationale Schifffahrts- und Offshore-Unternehmen nutzen die Infrastruktur der Insel als Zwischenstopp und Servicezentrum.

Darüber hinaus wird die industrielle Entwicklung zunehmend durch den Ausbau der digitalen Wirtschaft ergänzt. Gran Canaria investiert verstärkt in Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Outsourcing-Dienstleistungen sowie Start-up-Förderung. Die Insel positioniert sich damit zunehmend als Standort für wissensbasierte Dienstleistungen und digitale Geschäftsmodelle.

Auch im Bereich der Meeresbiotechnologie bestehen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, etwa in der Nutzung von Algenkulturen und marinen Ressourcen. Die Kombination aus wissenschaftlicher Forschung, industrieller Anwendung und geografischer Lage macht Gran Canaria in diesem Bereich zu einem interessanten Standort für Experimente und Pilotprojekte. Industriegebiete wie El Goro in Telde werden gezielt ausgebaut, um neue Unternehmen anzusiedeln und die wirtschaftliche Diversifizierung der Insel voranzutreiben.

Wasserwirtschaft

Die Wasserwirtschaft auf Gran Canaria ist stark durch die natürlichen klimatischen Bedingungen der Insel geprägt. Aufgrund geringer und unregelmäßiger Niederschläge, hoher Temperaturen und starker Verdunstung herrscht auf der Insel grundsätzlich Wasserknappheit. Gleichzeitig besteht ein hoher Wasserbedarf durch Landwirtschaft, Tourismus und die städtische Bevölkerung. Um diese strukturelle Herausforderung zu bewältigen, wurde im Laufe der Zeit ein komplexes Wassermanagementsystem entwickelt, das traditionelle und moderne Technologien miteinander verbindet.

Ein zentrales Element der Wasserwirtschaft sind Stauseen und künstliche Bewässerungssysteme. Diese spielen insbesondere für die Landwirtschaft eine zentrale Rolle, da viele Anbauflächen ohne zusätzliche Bewässerung nicht nutzbar wären. Auf Gran Canaria existieren zahlreiche Stauseen, die Regenwasser und Zuflüsse aus den Bergregionen speichern sollen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen sind diese jedoch häufig nur teilweise gefüllt, insbesondere in längeren Trockenperioden, was die Versorgungssicherheit erschwert und eine sorgfältige Wasserverteilung notwendig macht.

Eine besonders wichtige Rolle spielt die Meerwasserentsalzung. Gran Canaria gilt als eine der Regionen Europas mit einer sehr weit entwickelten Entsalzungsinfrastruktur. Moderne Anlagen, unter anderem im Bereich von Arguineguín, produzieren große Mengen Trink- und Brauchwasser aus Meerwasser. Dieses Wasser wird anschließend über ein Netzwerk von Pumpstationen und Leitungen sowohl in die städtischen Zentren als auch in das Inselinnere transportiert und teilweise in Stauseen eingespeist, um eine stabile Versorgung zu gewährleisten.

Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Nutzung von aufbereitetem Abwasser, das als sogenanntes regeneriertes Wasser bezeichnet wird. Ein erheblicher Anteil des in der Landwirtschaft eingesetzten Wassers stammt aus dieser Quelle. Schätzungen zufolge macht aufbereitetes Wasser rund die Hälfte des für den Primärsektor verwendeten Wassers aus, während der restliche Bedarf durch entsalztes Meerwasser gedeckt wird. Dieses regenerierte Wasser wird außerdem für die Bewässerung von Grünflächen und Gärten genutzt und trägt wesentlich zur Schonung der natürlichen Wasserressourcen bei.

Innovative Speicher- und Energiesysteme ergänzen die Wasserwirtschaft zunehmend. Ein bedeutendes Beispiel ist das Pumpspeicherkraftwerk Chira-Soria im Südwesten der Insel. Dabei wird Wasser zwischen zwei auf unterschiedlichen Höhen gelegenen Stauseen bewegt, um überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen zu speichern und bei Bedarf wieder in Strom umzuwandeln. Gleichzeitig dient das System der Regulierung und Speicherung von Wasser für landwirtschaftliche Zwecke. Dieses Projekt soll langfristig die Versorgungssicherheit erhöhen, den Anteil erneuerbarer Energien steigern und die CO₂-Emissionen der Insel reduzieren.

Auch das Abwassermanagement wurde in den letzten Jahren modernisiert. In Las Palmas de Gran Canaria wurden intelligente Systeme zur Überwachung und Steuerung des Abwassernetzes eingeführt. Sensoren und digitale Kontrollsysteme verbessern die Effizienz der Abwasserbehandlung, reduzieren Umweltbelastungen und tragen zur besseren Kontrolle von Einleitungen ins Meer bei. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie zur nachhaltigen Stadtentwicklung und Ressourcenschonung.

Die Qualität des Leitungswassers auf Gran Canaria ist technisch unbedenklich, weist jedoch aufgrund der Aufbereitung und der geologischen Gegebenheiten einen hohen Mineral- und Chlorgehalt auf. Aus diesem Grund bevorzugen viele Einwohner und Besucher den Konsum von abgefülltem Trinkwasser aus Flaschen. Dennoch stellt das Leitungswassersystem eine wichtige Grundlage der öffentlichen Versorgung dar.

Energiewirtschaft

Die Stromerzeugung auf der Insel basiert überwiegend auf fossilen Energieträgern. Etwa 79 bis 80 Prozent des Stroms werden weiterhin in thermischen Kraftwerken erzeugt, die vor allem mit Öl und Erdgas betrieben werden. Diese konventionellen Kraftwerke dienen als Grundlast und sichern die kontinuierliche Stromversorgung. Dennoch hat der Anteil erneuerbarer Energien in den letzten Jahren deutlich zugenommen und spielt eine immer wichtigere Rolle im Energiemix.

Im Jahr 2024 lag der Anteil erneuerbarer Energien auf Gran Canaria bei über 26 Prozent, wobei insbesondere Wind- und Solarenergie die wichtigsten Quellen darstellen. Im gesamten kanarischen Archipel wurde im selben Jahr ein Anteil von rund 21,2 Prozent erreicht, was einen historischen Höchstwert darstellt. Besonders bemerkenswert sind einzelne Spitzentage, an denen der Anteil erneuerbarer Energien deutlich überwiegt: So wurden beispielsweise am 4. September 2024 über 65 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Quellen gedeckt. Diese Schwankungen zeigen das große Potenzial, aber auch die Herausforderungen der wetterabhängigen Energieerzeugung.

Ein zentrales Element der Energiewende auf Gran Canaria sind Speicher- und Ausgleichssysteme. Besonders bedeutend ist das Pumpspeicherkraftwerk Salto de Chira, das Wasser zwischen zwei auf unterschiedlichen Höhen gelegenen Stauseen bewegt, um Energie zu speichern und bei Bedarf wieder in Strom umzuwandeln. Dieses System fungiert als eine Art „natürliche Batterie“ für die Insel und soll mit einer Leistung von mehreren Hundert Megawatt zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Gleichzeitig unterstützt es die Integration fluktuierender erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Solarenergie.

Neben der Speichertechnologie gewinnt auch die Produktion von grünem Wasserstoff zunehmend an Bedeutung. In Pozo Izquierdo befindet sich eine Forschungs- und Produktionsanlage, die im Rahmen einer sogenannten Biogreenfinery neue Verfahren zur Herstellung emissionsfreier Kraftstoffe entwickelt. Ziel ist es, Wasserstoff als Energieträger insbesondere für den Verkehrssektor sowie für maritime Anwendungen nutzbar zu machen und damit langfristig fossile Brennstoffe zu ersetzen.

Die Inselregierung verfolgt eine langfristige Energiestrategie, die auf eine deutliche Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und eine schrittweise Dekarbonisierung des Energiesystems abzielt. Dazu gehören Investitionen in Photovoltaik- und Windkraftanlagen, der Ausbau der Netzinfrastruktur sowie Förderprogramme für private und gewerbliche Eigenstromerzeugung. Insbesondere dezentrale Energiesysteme gewinnen an Bedeutung, da sie die Abhängigkeit von zentralen Kraftwerken reduzieren und die Versorgungssicherheit erhöhen.

Die geografische Isolation Gran Canarias stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Da keine Verbindung zu einem überregionalen Stromnetz besteht, müssen Angebot und Nachfrage jederzeit lokal ausgeglichen werden. Dies erfordert moderne Steuerungs- und Speichertechnologien sowie ein flexibles Energiemanagement. Gleichzeitig bietet die Insellage aber auch die Möglichkeit, innovative Energiesysteme unter realen Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln.


Energiewirtschaft:

Kraftwerksbetrieb 1992:

  • Transformatoren   60
  • installierte Leistung  517,99 mwh
  • Energieproduktion  1.740.456 mwh

Elektrische Anschlüsse 1992:

  • insgesamt  303.240
  • Energieverbrauch  1.629.602 mwh

Abfallwirtschaft

Seit April 2025 gilt in Las Palmas de Gran Canaria eine neue Abfallgebührenordnung, die Bürger und Unternehmen finanziell belohnt, wenn sie ihren Müll sorgfältig trennen. Die Gebühren setzen sich aus einem festen Grundbetrag und einer variablen Komponente zusammen, die sich nach der Menge und Qualität der Mülltrennung richtet. Wer besser trennt, zahlt weniger. Besonders Familien mit vielen Kindern oder sozial benachteiligte Personen können von deutlichen Gebührenermäßigungen profitieren – in bestimmten Fällen ist sogar eine vollständige Befreiung möglich. Diese Maßnahmen sind Teil der Umsetzung europäischer und nationaler Richtlinien zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Bis 2025 sollen mindestens 55 % der Abfälle recycelt werden, das Ziel steigt auf 60 % bis 2030 und 65 % bis 2035. Gleichzeitig soll der Deponieanteil auf maximal 10 % bis 2035 sinken.

Technisch wird die Abfallwirtschaft weiterentwickelt: Die Stadt plant den Einsatz von intelligenten Mülltonnen und anderen digitalen Systemen, um Mülltrennung und Gebührenabrechnung effizienter und individueller zu gestalten. Im Rahmen eines Masterplans sind fünf neue Anlagen für die Abfallwirtschaft auf Gran Canaria in Planung. Dazu zählen zwei neue Müll- und Transferdeponien (u.a. in San Mateo und Mogán), zwei neue Wertstoffhöfe (z.B. in Tamaraceite und Tunte) sowie eine spezielle Anlage zur Aufbereitung von Sperrmüll und Textilien, die alten Möbeln und Kleidern ein „zweites Leben“ ermöglichen soll.

Die Entsorgung großer Mengen Mülls, wie Sperrmüll oder Bauschutt, wird durch kostenlose Abgabestellen und Sammelstellen erleichtert. Die Stadt Las Palmas bietet zudem einen kostenlosen Abholservice für Privathaushalte an. Im Süden Gran Canarias sind Unternehmen wie Urbaser, Prezero und Perez Moreno für die Sammlung und Entsorgung von Abfällen zuständig. Im Jahr 2024 wurden dort beispielsweise 278.174 Tonnen Müll im Ökopark Gran Canaria Sur verarbeitet. Trotz aller Fortschritte gibt es weiterhin Probleme mit illegalen Müllablagerungen und unsachgemäßer Entsorgung, etwa von Chemieabfällen. Die Behörden reagieren mit Sonderaktionen zur Reinigung und bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung.

Handel

Las Arenas ist eines der größten und beliebtesten Einkaufszentren der Insel, direkt am Strand von Las Canteras gelegen, mit einem riesigen Angebot an internationalen Marken, Elektronik, Gastronomie und kostenlosem Parken – ideal für einen ausgedehnten Shoppingtag.

Das Atlántico Shopping Center in Vecindario ist ein modernes Einkaufszentrum mit Kino, großem Supermarkt, zahlreichen Geschäften und Restaurants und eignet sich besonders für Familien und Besucher im Süden der Insel.

Der Boulevard El Faro in Meloneras punktet mit exklusiven Boutiquen, Designerläden, Juwelieren und einer eleganten, offenen Atmosphäre direkt an der Promenade – perfekt für entspanntes Luxus-Shopping.

El Mirador Shopping ist das größte Einkaufszentrum der Kanaren mit einem riesigen Primark, vielen internationalen Marken, Freizeitangeboten und kostenlosem Parken

Das Centro Comercial Las Terrazas ist ein großes Outlet-Center mit internationalen Marken zu reduzierten Preisen, Gastronomie, Freizeitmöglichkeiten und kostenlosem Parken.

Die Mogan Mall ist das neueste Einkaufszentrum im Süden, mit halboffenem Konzept, modernen Shops, vielen Restaurants und Nähe zum Strand von Puerto Rico – ideal für Urlauber, die Shopping und Freizeit verbinden möchten.

Das Centro Comercial El Muelle liegt direkt am Hafen von Las Palmas, bietet neben Shopping auch Gastronomie, Kino und ist besonders für Kreuzfahrtgäste und Besucher der Innenstadt interessant. Das Centro Comercial La Ballena ist zentral gelegen, gut erreichbar und bietet eine breite Auswahl an Geschäften für den täglichen Bedarf sowie Mode, Elektronik und Haushaltswaren – besonders praktisch für Einheimische und Langzeitaufenthalte.

Centro Comercial Siete Palmas ist ein modernes Einkaufszentrum mit Kino, Supermarkt, vielen Shops und kostenlosem Parken, besonders geeignet für Besucher im nördlichen Stadtgebiet von Las Palmas. El Corte Inglés ist das traditionsreichste Kaufhaus Spaniens, mit zwei Standorten in Las Palmas, einem riesigen Sortiment an Mode, Elektronik, Gourmet-Lebensmitteln und exzellentem Service – ein Muss für Shoppingfans.

Das Shopping Center San Agustín ist ein langjährig etabliertes, mehrstöckiges Einkaufszentrum mit über 250 Geschäften, Restaurants und Freizeitangeboten, besonders praktisch für Urlauber in Maspalomas und Playa del Inglés. Das Shopping Center Gran Chaparral ist besonders bei internationalen Besuchern beliebt, bietet eine bunte Mischung aus Shops, Gastronomie und Dienstleistungen und ist bekannt für seine lockere, internationale Atmosphäre.

Finanzwesen

Gran Canaria bietet ein vielfältiges Banken- und Finanzwesen mit Angeboten für Einheimische, Expats und internationale Kunden:

  • N26 ist besonders bei Expats beliebt, da es eine vollständig digitale Bank mit einer benutzerfreundlichen App auf Englisch ist und einen spanischen IBAN bietet, was den Zugang und die Verwaltung von Konten für Nicht-Spanischsprachige erleichtert.
  • CaixaBank ist eine der größten Banken auf der Insel mit einem dichten Filial- und Geldautomatennetz, bietet umfassende Dienstleistungen von Alltagsbanking bis hin zu Investitionen und ist für persönliche Betreuung sowie digitale Lösungen bekannt.
  • Santander ist eine der führenden Banken Spaniens mit vielen Filialen auf Gran Canaria und bietet sowohl traditionelle als auch digitale Bankdienstleistungen, wobei auch Ausländer mit nur einer NIE-Nummer problemlos ein Konto eröffnen können.
  • Bankinter ist für seinen exzellenten Kundenservice bekannt, insbesondere für englischsprachige Kunden, und bietet eine persönliche Betreuung, die besonders für Expats und Menschen mit wenig Spanischkenntnissen attraktiv ist.
  • BBVA ist eine traditionsreiche Bank mit starker digitaler Ausrichtung, bietet eine breite Palette an Finanzdienstleistungen, eine benutzerfreundliche App und ein internationales Netzwerk, was sie für Einheimische wie auch für internationale Kunden attraktiv macht.
  • ING bietet unkomplizierte Online-Banking-Lösungen und ist besonders für Personen mit Green NIE/Residency Card geeignet, wobei Transparenz und Benutzerfreundlichkeit im Mittelpunkt stehen.
  • bunq ist eine innovative Online-Bank, die eine schnelle Kontoeröffnung (in wenigen Minuten) und einen spanischen IBAN bietet, was sie besonders für digitale Nomaden und Expats attraktiv macht.
  • Bankia (ehemals La Caja de Canarias) entstand aus der Fusion regionaler Banken und bietet weiterhin Dienstleistungen auf Gran Canaria an, auch wenn die ursprünglichen kanarischen Bankstrukturen weitgehend verschwunden sind.
  • Die Filiale der spanischen Zentralbank Banco de Españ in Las Palmas bietet spezielle Dienstleistungen wie Umtausch von Banknoten, Informationen zum Kreditregister und Bearbeitung von Beschwerden, ist aber keine klassische Geschäftsbank.
  • GBTC Finance bietet als Bitcoin-ATM und Wechselstube innovative Dienstleistungen rund um Kryptowährungen und Bargeld, ideal für Nutzer, die digitale Währungen oder internationale Geldtransfers nutzen möchten.

Soziales und Gesundheit

Über die Insel verteilt gibt es Gesundheitszentren, die als erste Anlaufstelle für ambulante Behandlungen dienen. In Las Palmas, der Inselhauptstadt, befinden sich die wichtigsten Krankenhäuser, darunter auch private Kliniken.

Viele Einwohner (auf den Kanaren deutlich mehr als im spanischen Durchschnitt) entscheiden sich wegen langer Wartezeiten oder zusätzlicher Leistungen für eine private Versicherung. Die Kanaren gelten laut Patientenvertretern als Region mit den längsten Wartezeiten für Operationen und überfüllten Notaufnahmen in Spanien. Die Notfallversorgung wurde mehrfach kritisiert, insbesondere im Hospital Insular de Gran Canaria. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung bewertet das System als „ziemlich gut“, viele sehen Verbesserungsbedarf oder fordern grundlegende Reformen.

Die Kanaren weisen eine der höchsten Selbstmordraten Spaniens auf. Es gibt spezielle Hotlines und Präventionsprogramme, doch das Thema bleibt gesellschaftlich sensibel und stellt eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar.

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen auf Gran Canaria ist Teil des öffentlichen spanischen Gesundheitssystems und wird innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln organisiert. Zuständig ist der regionale Gesundheitsdienst Servicio Canario de la Salud, der die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf allen Inseln koordiniert und finanziert. Das System basiert auf einem flächendeckenden Netz aus Gesundheitszentren, Facharztpraxen und Krankenhäusern sowie ergänzenden privaten Einrichtungen.

Die medizinische Grundversorgung erfolgt überwiegend über sogenannte „Centros de Salud“, also Gesundheitszentren in den einzelnen Gemeinden und Stadtteilen. Dort werden Hausarztmedizin, Kinderheilkunde, Pflegeleistungen und erste Diagnosen angeboten. Diese Einrichtungen bilden die erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten und übernehmen eine zentrale Rolle in der Prävention und langfristigen Gesundheitsbetreuung.

Die spezialisierte und stationäre Versorgung konzentriert sich auf größere Krankenhäuser, insbesondere in der Hauptstadtregion Las Palmas de Gran Canaria. Zu den wichtigsten Einrichtungen gehört das Krankenhaus Hospital Universitario de Gran Canaria Dr. Negrín, das als modernes Schwerpunktkrankenhaus eine breite Palette medizinischer Fachrichtungen abdeckt, darunter Onkologie, Kardiologie, Neurologie und Notfallmedizin. Es ist eines der wichtigsten Referenzkrankenhäuser der Insel und übernimmt auch komplexe Behandlungen für Patienten aus anderen Teilen des Archipels.

Ein weiteres bedeutendes Krankenhaus ist das Hospital Insular-Materno Infantil, das insbesondere für die Versorgung von Frauen, Schwangeren, Neugeborenen sowie Kindern zuständig ist. Es spielt eine zentrale Rolle in der Geburtsmedizin und pädiatrischen Versorgung und ergänzt damit das Angebot des Dr.-Negrín-Krankenhauses.

Neben diesen öffentlichen Einrichtungen gibt es auf Gran Canaria auch mehrere private Kliniken und medizinische Zentren, die ergänzende Leistungen anbieten. Diese werden häufig von Einwohnern mit privaten Versicherungen oder von internationalen Patienten genutzt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Tourismus. Der private Gesundheitssektor konzentriert sich vor allem auf die Hauptstadt und die touristischen Regionen im Süden der Insel.

Die Notfallversorgung wird über ein koordiniertes System von Rettungsdiensten, Notaufnahmen und medizinischen Notfallzentren gewährleistet. Ambulanzdienste und Notärzte sind flächendeckend verfügbar und sorgen dafür, dass auch abgelegene Regionen der Insel erreicht werden können. Aufgrund der geografischen Struktur mit bergigen und teilweise schwer zugänglichen Gebieten spielt die schnelle Notfalllogistik eine wichtige Rolle.

Das Gesundheitssystem auf Gran Canaria steht jedoch auch vor strukturellen Herausforderungen. Dazu zählen eine steigende Lebenserwartung, eine alternde Bevölkerung sowie die hohe Belastung durch den Tourismus, der insbesondere in der Hochsaison zu einer erhöhten Inanspruchnahme medizinischer Leistungen führt. Gleichzeitig erschweren Personalengpässe in bestimmten Fachbereichen sowie die Abhängigkeit von Fachkräften vom spanischen Festland die langfristige Planung.

Krankheiten

Zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen zählen wie in anderen Regionen Europas vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall treten relativ häufig auf und stehen in engem Zusammenhang mit Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegungsmangel und Alterung der Bevölkerung. Auch Diabetes mellitus Typ 2 ist weit verbreitet und stellt eine der wichtigsten chronischen Erkrankungen dar.

Ein weiterer relevanter Bereich sind Atemwegserkrankungen. Dazu gehören Asthma, chronische Bronchitis und andere Formen chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen. Diese werden teilweise durch Luftqualität, Pollenbelastung sowie in einigen Regionen auch durch Staub aus der Sahara (Calima-Wetterlagen) beeinflusst, die zeitweise zu erhöhter Feinstaubbelastung führen können.

Infektionskrankheiten spielen insgesamt eine geringere Rolle als in vielen außereuropäischen Regionen, treten jedoch weiterhin auf. Dazu gehören saisonale Grippewellen, Magen-Darm-Infektionen sowie vereinzelt importierte Erkrankungen durch den internationalen Reiseverkehr. Durch die starke touristische Nutzung der Insel ist die medizinische Überwachung von Infektionskrankheiten besonders wichtig, da viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern einreisen.

Eine besondere Bedeutung haben Hauterkrankungen und sonnenbedingte Gesundheitsprobleme. Aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung auf den Kanarischen Inseln treten Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs häufiger auf als in gemäßigten Klimazonen. Präventionskampagnen zur Sonnenschutzaufklärung sind daher ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Gesundheitspolitik.

Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen sind ebenfalls relevant und werden zunehmend stärker diagnostiziert und behandelt. Wie in vielen europäischen Regionen spielen soziale Faktoren, Arbeitsbelastung und demografischer Wandel auch hier eine Rolle.

Bildung

Das Bildungssystem auf Gran Canaria ist Teil des spanischen staatlichen Bildungssystems und wird innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln organisiert. Zuständig für Planung, Verwaltung und Aufsicht ist die regionale Bildungsverwaltung Consejería de Educación, Formación Profesional, Actividad Física y Deportes del Gobierno de Canarias. Das System folgt den nationalen spanischen Bildungsstufen und ist öffentlich, obligatorisch und weitgehend kostenfrei.

Die schulische Bildung beginnt mit der frühkindlichen Erziehung (Educación Infantil), die nicht verpflichtend ist, aber weit verbreitet genutzt wird. Darauf folgt die Primarstufe (Educación Primaria), die in der Regel im Alter von 6 bis 12 Jahren besucht wird. In dieser Phase werden grundlegende Kompetenzen wie Lesen, Schreiben, Mathematik sowie soziale und naturwissenschaftliche Grundlagen vermittelt.

Anschließend folgt die Sekundarstufe (Educación Secundaria Obligatoria, ESO), die bis etwa zum 16. Lebensjahr verpflichtend ist. In dieser Stufe werden die allgemeinen Bildungsinhalte vertieft und erweitert. Nach Abschluss der ESO haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, entweder eine weiterführende schulische Ausbildung (Bachillerato) zu absolvieren, die auf ein Hochschulstudium vorbereitet, oder eine berufliche Ausbildung zu beginnen.

Die berufliche Bildung (Formación Profesional, FP) spielt auf Gran Canaria eine zunehmend wichtige Rolle. Sie bietet praxisorientierte Ausbildungsgänge in Bereichen wie Tourismus, Verwaltung, Technik, Gesundheitswesen, Informatik und Handwerk. Aufgrund der wirtschaftlichen Struktur der Insel mit starkem Dienstleistungs- und Tourismussektor ist die berufliche Bildung eng mit dem Arbeitsmarkt verbunden und stellt einen zentralen Übergang in das Berufsleben dar.

Das Bildungssystem auf Gran Canaria wird durch öffentliche Schulen, private Bildungseinrichtungen und teilweise konfessionelle Schulen ergänzt. Der Großteil der Schüler besucht jedoch öffentliche Einrichtungen. Die Unterrichtssprache ist Spanisch, wobei Englisch und in geringerem Umfang weitere Fremdsprachen wie Deutsch oder Französisch als Pflicht- oder Wahlfächer unterrichtet werden.

Eine Herausforderung im Bildungsbereich ist die Anpassung an wirtschaftliche und soziale Veränderungen. Der Tourismus als dominierender Wirtschaftszweig beeinflusst die Ausbildungsinhalte stark, insbesondere in der beruflichen Bildung und im Hochschulsektor. Gleichzeitig wird versucht, durch Innovation, Digitalisierung und Forschung neue Wirtschaftszweige zu fördern und die Abhängigkeit vom Tourismus zu reduzieren.


Schulen, Lehrer und Schüler 1992:

insgesamt                    471                  9 217               165 178

Vorschulen                   34                     753                 18 515

Grundschulen             351                  4 878                 95 739

Höhere Schulen           47                  1 864                29 469

Hochschulen                39                  1 463                21 455

Höhere Bildung

Ein wesentlicher Bestandteil des Bildungssystems ist die höhere Bildung, die vor allem durch die Universität auf der Insel repräsentiert wird. Die wichtigste Hochschule ist die Universidad de Las Palmas de Gran Canaria mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria. Sie wurde 1989 gegründet und ist heute eine der zentralen akademischen Einrichtungen der Kanarischen Inseln. Die Universität bietet Studiengänge in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Rechts- und Sozialwissenschaften, Wirtschaft, Tourismus, Meereswissenschaften sowie Geisteswissenschaften an. Sie beherbergt in vier Campussen 22.006 Studenten ( Stand 2018).

Besonders bedeutend ist die enge Verbindung der Universität zu den maritimen und inselspezifischen Forschungsfeldern. Aufgrund der Lage im Atlantik spielt die Meeresforschung eine zentrale Rolle, insbesondere in den Bereichen Ozeanografie, erneuerbare Meeresenergien und Umweltwissenschaften. Die Universität arbeitet dabei eng mit Forschungszentren und wirtschaftlichen Akteuren der Insel zusammen.

Neben der Universität de Las Palmas de Gran Canaria existiert auch das System der Fernuniversität Universidad Nacional de Educación a Distancia, das Studierenden auf Gran Canaria ermöglicht, Studiengänge flexibel und ortsunabhängig zu absolvieren. Dieses Angebot ist besonders für Berufstätige und Personen in abgelegenen Regionen der Insel wichtig.

Bibliotheken und Archive

Die moderne und großzügig ausgestattete öffentliche Biblioteca Pública del Estado en Las Palmas befindet sich zentral in Las Palmas, bietet eine umfangreiche Sammlung an Büchern, Zeitschriften und Multimedia und ist ein wichtiger Ort zur Bewahrung des kanarischen Kulturerbes. Sie ist besonders zugänglich, familienfreundlich und eignet sich hervorragend für Einheimische wie auch für Besucher, die sich für lokale Geschichte und Kultur interessieren.

Das Bibliothekssystem der Universität (Biblioteca de la Universidad de Las Palmas de Gran Canaria) besteht aus 16 spezialisierten Bibliotheken mit über 476.000 Bänden und ist eine Top-Adresse für wissenschaftliche Recherche, insbesondere in den Bereichen Recht, Wirtschaft und Tourismus. Die Hauptbibliothek auf dem Campus Tafira ist modern ausgestattet und öffentlich zugänglich, was sie auch für externe Forscher attraktiv macht.

Die Bibliothek des Kanarischen Museums (Biblioteca del Museo Canario) ist die führende Anlaufstelle für alle, die sich für kanarische Themen, Geschichte und Autoren interessieren. Mit ihren spezialisierten Sammlungen, darunter die umfassende 'Biblioteca Canaria', ist sie ein einzigartiges Archiv für lokale und regionale Forschung.

Als zentrale Inselbibliothek bietet die Biblioteca Insular ein breites Angebot an Literatur, kulturellen Aktivitäten und digitalen Ressourcen. Sie ist besonders familienfreundlich, barrierefrei und veranstaltet regelmäßig Events, die das literarische Leben auf Gran Canaria bereichern.

Die Stadtteilbibliothek Pepe Dámaso ist ideal für den schnellen Zugang zu Literatur und Medien im Alltag, punktet mit barrierefreiem Zugang und bietet ein wohnortnahes Angebot für die Bewohner von Las Palmas.

Kultur

Die wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten der Insel sind:

  • Der Fischerort Puerto de Mogán, auch Venedig des Südens genannt
  • Palmitos Park - Palmen- und Tierpark, der bei einem Brand 2007 fast vollständig zerstört und im Sommer 2008 neu eröffnet wurde
  • Der Trinkwasser-Staudamm im Barranco oberhalb von Maspalomas im Hinterland
  • Das archäologische Freilichtmuseum Mundo Aborigen im Barranco de Fataga
  • Das „Cruz de Tejeda”, ein Aussichtspunkt am Gipfel mit Blick zum „Pico del Teide”
  • Felsnadel Dedo de Dios (Finger Gottes) in Puerto de las Nieves (ein Teil des Felsens wurde am 28. November 2005 durch den Tropensturm Delta abgerissen)
  • Cenobio de Valerón, über 290 Höhlen, die von den Ureinwohnern in den Tuffstein gehauen wurden
  • Botanischer Garten Jardín Botánico Canario Viera y Clavijo (kurz: Jardín Canario) in Tafira Alta
  • Kakteenpark Cactualdea bei San Nicolás de Tolentino (Westküste)
  • Der Naturpark Bandama mit dem Explosionskessel Caldera de Bandama
  • Der 80 m hohe Monolith Roque Nublo
  • Der Ort Teror mit typischer kanarischer Architektur
  • Die Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria mit Hafengebiet und historischer Altstadt Vegueta
  • Die Orte San Bartolomé de Tirajana und Fataga im Landesinneren

Museen

Die Insel verfügt über ein Netz von archäologischen Stätten. Zu diesem Netz gehören:

  • Museo y Parque Arqueológico Cueva Pintada (Museum und Archäologischer Park Cueva Pintada)
  • Parque Arqueológico Maipés de Agaete (Archäologischer Park Maipés de Agaete)
  • Centro de Interpretación del Roque Bentayga (Informationszentrum Roque Bentayga)
  • Centro de Interpretación del Barranco de Guayadeque (Informationszentrum Barranco de Guayadeque)
  • Centro de Interpretación de La Fortaleza (Informationszentrum La Fortaleza)
  • Cenobio de Valerón
  • Cañada de los Gatos
  • Necrópolis de Arteara (Nekropole von Arteara)

Das Casa de Colón beherbergt ein Museum, dessen Hauptthema Kolumbus und seine Reisen sind. 1478 gründete Juan Rejón, der Eroberer der Insel Gran Canaria, die heutige Stadt Las Palmas de Gran Canaria. Die Gebäude der Regierung konzentrierten sich um das Gebiet der heutigen Kathedrale. Das Casa de Colón war das Haus des Gouverneurs. 1492 besuchte Kolumbus auf seiner Reise nach Amerika das Haus, als er auf der Insel landete, um eines seiner Schiffe zu reparieren. Das Gebäude bekam erst in den 1950er Jahren seine heutige Form. Dabei wurden Teile des alten Gouverneurspalastes wie das reich geschmückte Portal in das Bauwerk integriert.

Das Museum hat fünfzehn Ausstellungssäle und zwei Innenhöfe. Der größere Hof ist mit einem gotischen Brunnen ausgestattet und besitzt ein Bogenwerk im Renaissancestil sowie eine Holzbalustrade, die aus dem im 16. Jahrhundert von Piraten zerstörten Dominikanerkloster stammen. Die Ausstellungssäle sind mit hölzernen kanarischen Kassettendecken geschmückt.

Kolumbus und seine Reisen sind der Schwerpunkt des Museums. Im Erdgeschoss befindet sich die Ausstellung zu seiner Person, den Kanarischen Inseln, historischen Karten und Navigationsinstrumenten. Im ersten Stock werden Gemälde sowie Ausstellungsgegenstände zur Geschichte Gran Canarias und der Stadt Las Palmas präsentiert. Im Untergeschoss, der Krypta, zeigt das Museum eine Sammlung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen präkolumbianischer Völker Lateinamerikas.

In zwei Ausstellungsräumen gibt das Museum einen geschichtlichen Überblick über die Reisen des Kolumbus. Es werden Modelle seiner Karavellen (Niña, Pinta und Santa Maria), Seekarten und Tafeln mit den Routen der einzelnen Reisen präsentiert. Hier befindet sich auch eine Nachbildung seiner Kapitänskajüte. Es werden Ausstellungsstücke von den Kanarischen Inseln aus der Zeit des Kolumbus gezeigt. Diese Inseln waren Zwischenstation auf dem Weg in die Neue Welt. Hier wurden Proviant und Ausrüstungsgegenstände für die Reise über den Atlantik geladen. Viele Aussiedler stammten von den Inseln.

In den Ausstellungsräumen befinden sind sich etwa 160 Originalstücke, vor allem figürliche Darstellungen von Tieren und Menschen und andere Grabbeigaben, der Kultur der Esmeraldas aus der Fundstätte auf der Insel La Tolita in Ecuador. Weitere Ausstellungsstücke, oft Reproduktionen, zeigen Gegenstände der mexikanischen Kulturen der Mayas, Azteken, Zapoteken. Die Kulturen Amazoniens werden durch Gebrauchsgegenstände der Yanomami aus dem 20. Jahrhundert repräsentiert. Hier steht ein Modell der Insel. Weiter sind historische Karten des Archipels ausgestellt. Es werden Modelle und Karten gezeigt, die die Entwicklung von Las Palmas vom 15. bis zum 19. Jahrhundert zeigen.

Es wird eine Auswahl von Gemälden aus dem Prado und dem Casa de Colón gezeigt. So sind Bilder von Annibale Carracci und Guido Reni ausgestellt. Weiter gibt es Werke kanarischer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Im Haus gibt es eine Amerika-Bibliothek. Weiter ist ein Dokumentationszentrum und eine Lehrabteilung hier untergebracht. Der Eintritt ins Museum ist seit März 2013 kostenpflichtig.

Das 1879 auf Initiative von Gregorio Chil y Naranjo gegründete Museo Canario im historischen Viertel Vegueta zeigt eine ständige Ausstellung über die ursprüngliche Bevölkerung der Kanarischen Inseln. Der Großteil der vollständig erhaltenen Objekte und Fragmente stammt von Gran Canaria, etliche auch von den anderen Inseln. Darunter sind keramische Gefäße, Idole wie das Ídolo de Tara und mehr als 200 Pintaderas (Stempel). Dazu kommen Stein- und Knochenwerkzeuge, Kleidung aus Fell und pflanzlichen Fasern, pflanzliche und tierische Produkte, letztere auch aus Mollusken.

Das Museo Néstor ist ein öffentliches Museum, das dem bedeutendsten Maler der Kanarischen Inseln, Néstor Martín-Fernández de la Torre, gewidmet ist. Die Pinakothek wurde am 18. Juli 1956 eröffnet und befindet sich in einem traditionellen kanarischen Gebäude. Das regional-folkloristische Architekturensemble wurde vom Bruder des Malers, dem Architekten Miguel Martín-Fernández de la Torre, erbaut und beinhaltet seit 1956 auf zwei Etagen mit zwölf Räumen das Lebenswerk von Néstor Martín-Fernández de la Torre. Das Museo Néstor wird von der Stadtverwaltung und durch private Spenden finanziert. Aktueller Museumsdirektor ist Antonio Daniel Montesdeoca García-Sáenz.

Neben der ständigen Ausstellung von Nestors Werken befindet sich auch ein Saal für Wechselausstellungen, ein Dokumentationszentrum sowie ein Souvenirgeschäft. Die ständige Sammlung besteht aus einer repräsentativen Auswahl der Arbeiten Néstors, die in thematischer Ordnung gruppiert sind:

  • Juventud: die ersten Arbeiten des jungen Künstlers
  • Simbolismo: Werke Néstors, die den europäischen Symbolismus und die Moderne zum Ausdruck bringen
  • Retratos: Nestors Freunde und Zeitgenossen mit Stift und Pinsel dargestellt
  • Teatro: Bühnenbilder und Designentwürfe von Kostümen
  • Visiones: bildlichen Ausdruckweise seiner von ihm durchgeführten Studien
  • Poema del Mar: eine Sammlung von acht Werken auf Leinwand, die Symbole für seine Studienreisen in Europa und Südamerika unter dem Motto Atlántico darstellen
  • Poema de la Tierra: unvollendete Werke des Künstlers, die Poema del Mar ergänzen und jedoch vier verschiedenen Tageszeiten und vier Allegorien aufweisen

Die Bestände im Dokumentationszentrum bestehen aus mehr als dreihundert Titeln aus der Privatsammlung Nestors. Es sind überwiegend Kunstkataloge, Gedichte und Tagebücher seiner Reisen sowie Aufzeichnungen zum Studium der Kunstgeschichte. Weitere Museen sind die „Casa Museo Pérez Galdós“ mit Werken des berühmten Schriftstellers sowie das Wissenschaftsmuseum „Museo Elder“ am Parque Santa Catalina.

Das Centro Atlántico de Arte Moderno (CAAM) ist ein 1989 eröffnetes Kulturzentrum und Kunstmuseum. Es organisiert Ausstellungen (hauptsächlich avantgardistische Kunst) und besitzt eine eigene Sammlung mit Werken von Künstlern, die einen wesentlichen Einfluss auf die kanarische Kunstszene des 20. Jahrhunderts ausübten. Bekannte Künstler in der Sammlung sind unter anderem Gerard Kever und Martin Kippenberger.

Architektur

Der Lebensraum der Ureinwohner Gran Canarias war vor allem troglodytisch, obwohl sie auch im Bau von Steinhäusern geübt waren. Eine Besonderheit des Lebensraums auf Gran Canaria im Vergleich zum Rest des Archipels war das Vorhandensein von Siedlungen, die als echte Proto-Städte eingestuft werden können.

Die genutzten Höhlen waren natürliche Höhlen, die auf der Insel reichlich vorhanden sind, sowie Höhlen, die sie selbst in den Fels gegraben haben, wobei es möglicherweise spezialisierte Beamte gab, die mit dieser Aufgabe betraut waren.

Die künstliche Höhle wurde in weichem vulkanischem Material wie Tuffstein gegraben, wobei Orte an den Hängen der Schluchten oder hoch gelegenen Bereichen der Berge mit guter Sonneneinstrahlung und geschützt vor den Winden gewählt wurden. Das Innere der Höhle weist eine unterschiedliche Typologie auf, die im Allgemeinen aus einem zentralen Raum und mehreren angrenzenden Räumen besteht, die an den Seiten und am Boden der Höhle vor dem Eingang gegraben wurden. In einigen Fällen stehen mehrere Höhlen miteinander in Verbindung und sind im Raum auf verschiedenen Ebenen angeordnet, die durch Wege oder künstlich angelegte Treppen miteinander verbunden sind. Die Höhlen wiesen auch Hohlräume in Form von Fenstern und Holztüren auf.

Die Häuser waren eckige Konstruktionen - länglich, rechteckig, quadratisch oder kreuzförmig - auf der Innenseite und rund oder oval auf der Außenseite. Die Wände bestanden aus trockenen Steinen, die zu einer mehr als einen Meter dicken Doppelmauer aufgeschichtet wurden, wobei der Zwischenraum mit kleineren Steinen gefüllt war. Das Dach bestand aus Holzbalken - in der Regel aus kanarischer Kiefer -, auf denen Steinplatten und Äste aufgeschichtet und dann mit Stampflehm bedeckt wurden. Diese Behausungen bildeten dichte Siedlungen sowohl an der Küste als auch im Landesinneren. Die Häusersiedlungen befanden sich im Allgemeinen in den Ebenen in der Nähe der Ufer großer Schluchten. An einigen Orten gab es neben den Häusern auch Höhlensiedlungen, wie in Gáldar oder in Cendro und Tara im Bezirk Telde.

Ein Teil des sogenannten „túmulo del Rey“ (Grabhügel des Königs) in der Nekropole von Arteara. Die alten Kanarier bestatteten ihre Toten in Höhlen, Hohlräumen und Vulkanschächten sowie unter Grabhügeln, wobei letzteres auf Gran Canaria üblich war.

Höhlengräber finden sich überall auf der Insel, sie können individuell oder kollektiv sein und Nekropolen bilden, und sie können isoliert im Gelände oder als Teil von Siedlungen liegen. Das Innere der Höhle wurde teilweise auf unterschiedliche Weise eingerichtet; der Eingang wurde im Allgemeinen mit einer Steinmauer zugemauert, und in einigen Nekropolen gibt es Innenwände, die die Bestattungsräume abgrenzen.

Die Leichen, die nach den Gepflogenheiten der Aborigines keinen direkten Kontakt mit dem Boden haben durften, wurden auf Holzbahren aus Sabina- oder Drago-Holz, Steinplatten oder auf ein Bett aus pflanzlichen Elementen und Lapilli gelegt. Die Leichen wurden in Hautschichten oder in Schilf-, Palmen- oder Weidenmatten eingewickelt, und Haushaltsgegenstände wie Gefäße und Ahlen sowie Stöcke und Waffen wurden neben sie gelegt. Die Bestattung in Grabhügeln konzentrierte sich auf küstennahe Gebiete in steinigem und relativ flachem Gelände, und es gab verschiedene Arten von Grabhügeln:


  • Einfacher Grabhügel. Hierbei handelt es sich um eine Anhäufung von kegelstumpfförmigen Steinen mit kreisförmiger, ovaler oder quadratischer Grundfläche, die ein direkt in die Erde gegrabenes oder durch Steinplatten geschütztes Einzelgrab in Form einer Kiste bedecken. Diese Art von Grabhügeln wird zu einer Nekropole zusammengefasst und ist im Allgemeinen von einer Steinmauer umgeben, die den Bestattungsraum abgrenzt. Die Nekropole von Arteara ist ein Beispiel für diese Art von Grabhügeln.
  • Kollektivgrabhügel. Sie bestehen aus einer Struktur mit kreisförmiger oder ovaler Basis und einem zentralen Turm, von dem aus mehrere Radien die Stufen oder Stufen konzentrisch zum Hauptkern abteilen und verschiedene Gruben oder Kisten abgrenzen. Die Nekropole von La Guancha, in Gáldar, ist hier besonders hervorzuheben.
  • Eine dritte von den Aborigines praktizierte Bestattungsart war die Beisetzung in direkt in den Boden gegrabenen Gruben. Auch andere Konstruktionen wurden in der Gegend von La Guancha in Gáldar verwendet.


In einigen Siedlungen wie Tufia oder La Guancha sind an die Häuser Strukturen in Form großer ummauerter Plätze angebaut, die nach Ansicht früher Historiker dem Ort entsprechen könnten, an dem die Kanarenbewohner „ihre Feste, Spiele und die Aburteilung von Übeltätern abhielten“. Einige moderne Forscher vergleichen diese Struktur mit dem Tagoror der Guanchen.

Eine besondere Art von Siedlung war die, die um die kollektiven Getreidespeicher herum gebaut wurde. Diese befanden sich auf den Gipfeln der Berge oder Felsen und bildeten regelrechte befestigte Siedlungen, in denen sich die Bevölkerung in Zeiten der Gefahr versammelte, wie es in den letzten Momenten der kastilischen Eroberung der Fall war. Diese befestigten Siedlungen bestanden aus Wohnhöhlen, großen Räumen, in denen das Vieh untergebracht war, und Höhlen für die Lagerung. In diesem Zusammenhang sind die „Festungen“ im Inneren der Calderas von Tejeda und Tirajana hervorzuheben.

Historische Quellen deuten darauf hin, dass die künstlichen Höhlen von der Adelsschicht der Ureinwohner genutzt wurden, während die Steinhäuser von der einfachen Bevölkerung genutzt wurden.

Das Castillo de la Luz ist eine früher am Meer gelegene, von Rosenbeetn umgebene Festung im Norden von Las Palmas, im Hafenviertel, das im Süden der Halbinsel La Isleta liegt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, wurde 1990 restauriert und beherbergt heute ein Schifffahrtsmuseum sowie Kultur- und Ausstellungsräume der Stadt. Wegen Umbauarbeiten ist es im Moment (2007) nur von außen zu besichtigen. Anfang 2014 wurde sie nach jahrelanger Renovierung als Meeresmuseum und Ausstellungsort für Kunst wiedereröffnet.

Der viereckige Bau mit massiven Mauern entstand 1541 auf den Überresten der Festungsmauern einer zerstörten Burg aus der Eroberungszeit. Sie wurde hauptsächlich zum Schutz vor Piraten errichtet und war mit elf Kanonen ausgestattet. Über Jahrhunderte bildete sie, damals noch am Meer gelegen, eine wichtige Verteidigungsanlage gegen Angriffe von der Seeseite. So gelang es Francis Drake 1595 nicht, mit einer englischen Flotte die Festung einzunehmen, jedoch 1599 dem Niederländer Pieter van der Does, und dieser plünderte und brannte sie nieder. Ab 1601 wurde sie wiederhergerichtet. Im 19. Jahrhundert wurde die militärische Nutzung aufgegeben.

Durch Landgewinnung hat das Gebäude keinen Kontakt mehr mit dem Meer. Es steht seit 1941 unter Denkmalschutz. Seit dem Abschluss einer ersten Restaurierung (1969–1972) befanden sich darin ein Schifffahrtsmuseum und weitere Ausstellungsräume. Außerdem fanden Kulturveranstaltungen statt. 1990 wurde die Festung restauriert. Nachdem das Architekturbüro Nieto Sobejano Arquitectos 1998 den Wettbewerb zu einer Neugestaltung des Gebäudes gewonnen hatte, begannen 2001 Umbauarbeiten, sodass die Innenräume jahrelang nicht besichtigt werden konnten. Der ursprünglich auf zwei Jahre angelegte Umbau kostete etwa 6,6 Millionen Euro und wurde immer wieder verzögert, durch archäologische Funde, den Bankrott der Baufirma 2007 und zweifachen Vandalismus 2011.

Am 28. Januar 2014 wurde die Burg als Meeresmuseum und Ausstellungsort für Kunst nach dreizehnjähriger Sanierung von dem Kronprinzenpaar wiedereröffnet. Ab Juni 2014 werden dort auch Arbeiten des einheimischen bildenden Künstlers Martín Chirino ausgestellt. Die Sanierung steht im Zusammenhang mit einer großangelegten Umgestaltung der Stadt.

Die Kathedrale Santa Ana steht inmitten der Vegueta, dem ältesten Teil der Stadt. Der zweitürmige Bau ist die älteste und größte Kirche der Insel und Bischofskirche des Bistums Kanarische Inseln. Zur Kathedrale gehört das bedeutendste Archiv der Kanaren.1497, kurz nach der Eroberung Gran Canarias durch kastilische Truppen, wurde mit dem Bau begonnen. Die Katholischen Könige setzten damit ein Zeichen ihres Sieges über die Ureinwohner, die es zu missionieren galt. Nach dem Abschluss des ersten Bauabschnitts im Jahre 1570 ruhten die Bauarbeiten über 200 Jahre.

Bis 1819 war Santa Ana in Las Palmas de Gran Canaria die einzige Kathedrale auf den Kanarischen Inseln. Im Jahr 1819 wurden die Kanarischen Inseln in zwei Bistümer aufgeteilt. Die bisherige Pfarrkirche Nuestra Señora de los Remedios in San Cristóbal de La Laguna wurde zur Kathedrale eines neuen Bistums, das sich über die westlichen Inseln erstreckt.

Die Kathedrale ist eine dreischiffige Hallenkirche, eine Mischung verschiedener Baustile. Der hintere Teil des Kircheninneren und die Kapellen des linken Seitenschiffs sind im gotischen Stil ausgeführt. Da sich die Bauzeit aber über fast vier Jahrhunderte erstreckte, gelangten auch die nachfolgenden Architekturstile zur Anwendung: Das rechte Seitenschiff stammt aus der Renaissancezeit, die San-Fernando-Kapelle aus dem Barock, die Kuppel aus der Zeit des Historismus. Die klassizistische Westfassade wurde nach Plänen des Bildhauers und Architekten Luján Pérez errichtet.

Die von Bündelpfeilern getragene Halle besteht aus drei Schiffen mit Seitenkapellen. Die Vierung wird von einer niedrigen Kuppel überwölbt, ein Querschiff ist nur angedeutet. Die Rippen des Kreuzrippengewölbes zeigen kompliziert verschlungene Formen. Das Gewölbe der Chorapsis stammt aus der Zeit zwischen Spätgotik und Renaissance. Es deutet eine Muschelform an. Unter der Vierungskuppel stehen die Figuren der 12 Apostel. Sie stammen von Luján Pérez. In der rechten Seitenkapelle steht die Skulptur „La Dolorosa“ (die Schmerzensreiche) ebenfalls von Luján Pérez. Daneben gibt es Malereien von Cristóbal de Quintana und Juan de Miranda. Die St.-Josefskapelle (Capilla de San José) enthält das Grab von José Viera y Clavijo.

Bildende Kunst

Vor der Eroberung der Insel wurden die Gefäße in Aufbaukeramik hergestellt und in einer Erdgrube im Holzfeuer gebrannt. Die Produkte der Canarios sind außerordentlich vielseitig bezüglich der Formen, der Art der Henkel und der Motive der Dekoration. Dies und die Art der Oberflächenbehandlung mit dem Spachtel zeigen ein sehr hohes technisches Niveau. Die Größe der normalen Tongefäße schwankt zwischen drei und sechs Litern. Auf der Insel Gran Canaria wurde auch eine ungewöhnlich große Anzahl von Gefäßen gefunden, die nur einen Durchmesser von wenigen Zentimetern haben und daher „Microcerámica“ genannt werden.

Bei den einfachen Gefäßen überwiegen kugel- und halbkugelartige, zylindrische und ovoide Formen. Die interessanteren und komplizierteren Formen sind aus zwei oder mehreren kegelstumpfförmigen Körpern zusammengesetzt. Eine bedeutende Gruppe sind solche, die eine flache Grundfläche haben, einen Hals und senkrechte oder auseinanderlaufende Wände. Die Gefäße haben unterschiedliche Griffe oder Aufhängevorrichtungen. Es wurden einige Gefäße gefunden, die einen konischen Deckel mit einem kugelförmigen Abschluss haben.

Nicht nur die Formgebung, sondern auch die Dekoration der Gefäße der Canarios ist wegen der verwendeten Techniken und bezüglich der Motive bemerkenswert. Die Dekoration wurde häufig durch Einritzen von Linien in den feuchten Ton erzeugt. Einige Muster wurden offenbar durch das Eindrücken von Pintaderas übertragen. Darüber hinaus wurden vor dem Brennen weiße, rote und schwarze Mineralpigmente aufgetragen.

Die Dekorationsmotive sind geometrisch – vorherrschend sind Linien, Kreise, gefüllt oder dargestellt durch eine einfache Linie, Dreiecke, Quadrate, rechte Winkel und Rauten. Sie wurden einzeln oder als Bänder waagerecht, senkrecht oder schräg angeordnet. In einigen wenigen Fällen waren Gefäße mit einem Sonnenmotiv geschmückt, dem eine besondere symbolische Bedeutung zugemessen wird. Wenn es auch einige Gefäße gibt, die auf der Innenseite dekoriert sind, ist die Mehrheit nur auf der Außenseite und manchmal auf der Standfläche geschmückt. Dieser Reichtum an Dekoration findet sich nicht nur bei der Keramik, er wiederholt sich auch in unterschiedlichen Ausdrucksformen der Gesellschaft der Urbevölkerung der Insel Gran Canaria als Wandmalereien, Pintaderas, auf Geweben undsoweiter.

Auf den Kanarischen Inseln gibt es keine nutzbaren Metallvorkommen. Zum Schneiden und Mahlen benutzten die Canarios Steinwerkzeuge. Ein großer Teil wurde aus Basalt, Phonolith und Trachyt hergestellt. Offenbar wichtige und überall anzutreffende Werkzeuge waren Handmühlen und Mörser. Es gab Mühlen, bei denen ein etwas kleinerer runder Stein in einer runden Aussparung eines anderen Steins gedreht werden konnte. Der bewegliche Stein hatte in der Mitte eine Öffnung, um Körner einzufüllen. Andere Mühlen bestanden aus einem „schiffsförmig“ ausgehöhlten Stein, in dem ein anderer Stein hin und her bewegt wurde. Für Schneidwerkzeuge sind Obsidiane besonders geeignet. Sie kommen im Gebiet der Montaña de Hogarzales bei Aldea de San Nicolás vor. Sie wurden bei archäologischen Ausgrabungen über die Insel verteilt angetroffen.

Dass die Canarios Steinäxte hatten, ist nicht erwiesen. Bei Ausgrabungen wurden geeignete Bruchstücke aus Basalt und Obsidian ohne entsprechende Stiele oder Griffe gefunden. Es wurden auch sonst keine Waffen gefunden, die aus oder mit Stein hergestellt waren. Eine der wichtigsten Waffen der Canarios waren unbearbeitete Steine, die sie mit der Hand treffsicher werfen konnten.

Die Canarios verwendeten Binsen und Schilfrohr zur Herstellung von textilen Gebilden und Seilen. Für die Nutzung von Palmblättern gibt es nur wenige Belege. Bei Objekten aus Pflanzenfasern lässt sich ein hohes Niveau der Entwicklung feststellen. Es gab wenigstens ein halbes Dutzend Herstellungstechniken. Für die Vorbereitung der verstorbenen Canarios zur Beisetzung wurden große Matten aus Pflanzenfasern zusammen mit Fellen verwendet. Pflanzenfasern wurden auch zu Beuteln und Netzen verarbeitet. Fischernetze werden von vielen Chronisten erwähnt, ohne das Material zu nennen. Bei Bekleidungsstücken wurde eine Webtechnik mit längs und quer angeordneten Fasern verwendet. Wenn die Gewebe Teil der Bekleidung waren, wurden sie mit Farbstoffen, die aus Pflanzen gewonnen wurden, rot oder gelb gefärbt.

Für die Dächer der Häuser wurden Stützen und Balken aus Holz verwendet. Holzstäbe, die auf einer oder beiden Seiten angespitzt waren, wurden bei der Verarbeitung von Geweben und Fellen verwendet. Zur Beisetzung wurden Bretter aus Kiefernholz als Totenbahren verwendet, auf denen die Verstorbenen mit Abstand vom Boden gelagert wurden. Die adeligen Krieger der Insel waren mit Waffen aus Holz in Form von Lanzen ausgerüstet, deren Spitze im Feuer gehärtet war. Die Maße dieser Waffen bewegten sich zwischen 1,2 und 2 m. Die Ausrüstung wurde vervollständigt durch Schilde, bekannt bei den Ureinwohnern unter der Bezeichnung „tarjas“. Die Schilde bestanden aus Holz des Drachenbaums, weil das besonders leicht ist. Sie waren mit Malereien verziert, die als individuelles Erkennungszeichen jedes einzelnen Kriegers dienten. Es ist zweifelhaft, ob es sich dabei um Gegenstände der traditionellen Kultur handelte oder um Resultate des Einflusses von Mallorquinern oder Portugiesen, mit denen die Einwohner Gran Canarias seit der Mitte des 14. Jahrhunderts Kontakt hatten.

Die Canarios verwendeten Ziegenfelle, um Bekleidung, Taschen, Bänder, Riemen und Seile herzustellen, als Decken auf den Schlafstellen und um ihre Verstorbenen vor der Beisetzung darin einzunähen. Eine große Zahl von Ziegenfellen ist noch in einem guten Zustand erhalten geblieben und zeigt die Geschicklichkeit der Ureinwohner beim Zuschnitt und der Verarbeitung. Die Felle für ein Kleidungsstück wurden mit Werkzeugen aus Stein in Stücke entsprechender Größe zugeschnitten. Diese wurden dann an den Rändern mit Ahlen aus Knochen gelocht und mit Darm, Sehnen oder Lederstreifen zusammengenäht. Die fertigen Kleidungsstücke wurden häufig mit Pflanzenfarben in Rot, Braun, Ocker und Gelb gefärbt[40] oder es wurden mit Pintaderas farbige Muster aufgebracht.

Die Ahlen, die verwendet wurden, um Löcher für die Naht in die Felle zu stechen, bestanden meist aus Knochen, die an einem Ende spitz angeschliffen und am anderen abgerundet waren. Auch die Spachteln, die benötigt wurden, um ungebrannte Keramiken zu glätten und Muster in den Ton zu drücken, wurden aus Knochen hergestellt. Es wurden einige Angelhaken gefunden, die aus Knochen geschliffen worden waren.

Zu den von den Kanariern verwendeten Waffen gehörten Wurfpfeile, Susmago genannt, Keulen oder Streitkolben mit verdickten Enden, in die manchmal Steinplatten eingelassen waren, etwa zwei Meter lange Speere mit feuergehärteten Spitzen, Amodaga genannt, und eine Art Holzschwert, Magado oder Majido genannt. Sie besaßen auch Schilde aus Drachenholz, die rot, schwarz oder weiß oder mit Schachmotiven bemalt waren. Zu ihrer Herstellung wurden in der Regel Kiefernholz, Wacholder, wilder Olivenbaum, Barbusano und Oryjama verwendet. (nach wikipedia)

Literatur

Seit Jahrhunderten dient die Insel als Inspirationsquelle für Dichter, Romanciers und Essayisten, die in ihren Werken sowohl die Natur des Atlantiks als auch historische und gesellschaftliche Entwicklungen verarbeiten. Die literarische Tradition ist dabei stark in das kulturelle Leben eingebettet und wird durch Veranstaltungen, Institutionen und Bildungsangebote aktiv gefördert.

Ein zentrales Ereignis im literarischen Kalender ist die Buchmesse von Las Palmas de Gran Canaria. Diese Messe zählt zu den wichtigsten kulturellen Veranstaltungen der Insel und präsentiert jährlich eine große Vielfalt an literarischen Werken. Sie bietet Autorinnen und Autoren, Verlagen und kulturellen Institutionen eine Plattform und umfasst zahlreiche Lesungen, Diskussionen und Präsentationen aus unterschiedlichsten Genres. Dadurch trägt sie wesentlich zur Sichtbarkeit der lokalen und internationalen Literaturszene bei.

Eine herausragende historische Figur der kanarischen Literatur ist Tomás Morales (1884–1921). Er gilt als einer der bedeutendsten Dichter des modernistischen Atlantiks. Morales wurde in Moya auf Gran Canaria geboren und ist besonders für seine maritime Lyrik bekannt. Das Meer spielt in seinem Werk eine zentrale symbolische Rolle und wird häufig als mythologisches und identitätsstiftendes Element dargestellt. Seine Dichtung hat die kanarische Literatur nachhaltig geprägt und ihn zu einer Schlüsselfigur der regionalen Kultur gemacht.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist Benito Pérez Galdós, einer der wichtigsten spanischen Schriftsteller des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Er wurde in Las Palmas de Gran Canaria geboren und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des realistischen Romans in Spanien. Seine Werke zeichnen sich durch eine detaillierte gesellschaftliche Analyse und eine präzise Darstellung sozialer Verhältnisse aus. Galdós wird sowohl auf der Insel als auch im gesamten spanischsprachigen Raum als literarische Schlüsselfigur gewürdigt.

Die zeitgenössische Literatur auf Gran Canaria ist vielfältig und thematisch breit gefächert. Autorinnen und Autoren wie Carlos González Sosa und Acerina Cruz greifen in ihren Werken häufig historische, kulturelle und naturbezogene Themen der Insel auf. Dazu gehören unter anderem die Geschichte der Eroberung der Kanarischen Inseln, die Beziehung zum Meer sowie die landschaftliche und kulturelle Identität Gran Canarias. Diese Themen werden sowohl in Romanen als auch in poetischen und essayistischen Formen verarbeitet.

Theater

Gran Canaria bietet eine vielfältige Theaterlandschaft mit historischen Bühnen, modernen Kulturzentren und besonderen Event-Locations, die das kulturelle Leben der Insel prägen.

Das bedeutendste Theater der Insel und Sitz des berühmten Opernfestivals ist das Teatro Pérez Galdós. Es beeindruckt mit seiner bewegten Geschichte, prachtvollen Architektur und modernster Bühnentechnik nach umfassender Renovierung. Es ist ein kulturelles Wahrzeichen und ideal für Liebhaber klassischer Musik, Oper und anspruchsvoller Theaterproduktionen. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es keinen Theaterbau in Las Palmas. Benito Lentini, ein ortsansässiger italienischer Kaufmann, setzte sich sehr dafür ein, und 1842 bis 1845 wurde das erste Teatro Cairasco errichtet. 1862 begannen die Versammlungen und Appelle, um aus Mitteln der Bürger die Geldmittel für einen moderneren und großzügigeren Theaterbau aufzutreiben. 1867 begannen die Bauarbeiten, die sich aber aus Geldmangel über mehr als zwei Jahrzehnte hin zogen. 1890 fand die feierliche Eröffnung statt, der Bau wurde Teatro Nuevo und später Teatro Tirso de Molina genannt.

In der Nacht des 28. Juni 1918 zerstörte ein Großbrand das Theater. 1921 begann die Wiedererrichtung, diesmal aus Eigenmitteln der Gemeinde. Architekt war zuerst der Gemeindearchitekt Fernando Navarro y Massenet und später (ab 1923) Miguel Martín Fernández de la Torre, der die Arbeiten 1925 bis 1928 abschloss. Letzterer gewann seinen Bruder, den bekannten Maler Néstor für die Innenraumgestaltung. Am 28. Mai 1928 kam es zur feierlichen Wiedereröffnung. Nach einer Teilrenovierung 1989 wurde eine grundlegende Modernisierung 2004 bis 2007 vorgenommen. Seit 1994 steht das Theater unter Denkmalschutz.

Das städtische Teatro Guiniguada im historischen Viertel Vegueta bietet ein abwechslungsreiches Programm von Theater, Konzerten bis hin zu Kinderveranstaltungen und punktet mit seiner intimen Atmosphäre sowie seiner architektonischen Besonderheit als ehemaliges Kino.

Als eines der wichtigsten Theater für zeitgenössische Aufführungen und Live-Performances auf Gran Canaria ist das Teatro Cuyás bekannt für sein vielfältiges Programm und seine familienfreundliche, inklusive Ausrichtung.

Dieses große und komfortable Teatro Victor Jara im Süden der Insel ist ein zentraler Veranstaltungsort für lokale und internationale Produktionen und bietet durch seine Barrierefreiheit und moderne Ausstattung ein breites kulturelles Angebot für alle Altersgruppen.

Die Sala insular de Teatro ist eine kleinere, aber innovative Bühne, die sich besonders für experimentelle Theaterformen und Nachwuchskünstler eignet und so die lokale Theaterszene bereichert.

Die Event-Location Sala Scala Gran Canaria Dinner Show verbindet Dinner und Show und ist besonders für Besucher interessant, die ein unterhaltsames, kulinarisches Erlebnis mit Live-Performance suchen.

Das moderne Konzerthaus Alfredo Kraus Auditorio mit spektakulärem Blick auf den Atlantik ist vor allem für Musik- und Kunstveranstaltungen bekannt und bietet eine außergewöhnliche Akustik sowie eine beeindruckende Architektur.

Film

Gran Canaria hat sich sowohl als Drehort für internationale Filmproduktionen als auch mit modernen Kinos und Studios einen Namen gemacht.

Die hochmodernen Gran Canaria Studios zählen zu den größten virtuellen Produktionsstätten Europas und zieht internationale Filmproduktionen an. Es bietet innovative Technik, flexible Bühnen und unterstützt die Position der Insel als führenden Filmstandort, ist aber primär für professionelle Produktionen und weniger für Publikumsbesuche ausgelegt.

Die Gran Canaria Film Commission unterstützt und koordiniert Filmprojekte auf der Insel und ist zentrale Anlaufstelle für Filmemacher. Sie fördert Produktionen und hilft bei Genehmigungen, ist aber keine Produktionsfirma oder Kino.

Die Produktionsfirma Film Canary Islands SL mit langjähriger Erfahrung bietet umfassende Dienstleistungen für Dreharbeiten, von Technik bis Postproduktion, und ist besonders für internationale Produktionen attraktiv, da sie von den hohen Steuervergünstigungen der Kanaren profitiert. Für Kinobesucher ist sie jedoch weniger relevant.

Als eine der führenden Produktionsfirmen auf Gran Canaria ist Seven Islands Film für zahlreiche internationale Projekte bekannt und bietet umfassende Produktionsservices. Für Filmfans ist sie eher indirekt interessant, da sie hinter den Kulissen agiert.

Gran Canaria verfügt über eine Vielzahl moderner Kinos, darunter Multiplexe in Las Palmas wie das Yelmo Cines und das Multicines Monopol, die aktuelle Blockbuster, Originalfassungen und Filmfestivals zeigen. Sie bieten ein breites Filmangebot, sind aber nicht explizit in den Suchergebnissen genannt.

Musik und Tanz

Im Norden, vor allem in Las Palmas, gibt es die meisten Salsa-Lokale mit regelmäßigen Tanzkursen und Live-Musik. Bekannte Orte sind die Diskotheken „Malecon de la Havanna“, „Pequeño Havanna“ und „Envidia“ in der Altstadt Vegueta. Hier trifft man sowohl Einheimische als auch Tanzbegeisterte, und es werden oft Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten.

Im Süden der Insel, etwa in Meloneras und Playa del Inglés, ist das Angebot an Salsa-Lokalen etwas begrenzter, aber es gibt Lokale wie „Stop in Brasil“ und „Aqua“, die auch Salsa und Bachata spielen. In Telde befindet sich die beliebte Salsa-Disco „La Cuba Mia“ mit Kursen am Sonntag. Viele Hotels bieten abends Unterhaltung mit Tanzmusik, teilweise auch Live-Musik oder DJs, und Tanzkurse, was einen Tanzurlaub auf Gran Canaria attraktiv macht.

Neben lateinamerikanischen Tänzen gibt es auf Gran Canaria auch eine reiche Tradition der kanarischen Volksmusik und Tänze wie die „Folía“, ein höflich-sensibler Paartanz mit Partnerwechseln. Bedeutende kanarische Musikgruppen wie „Los Gofiones“ aus Gran Canaria und „Los Sabandeños“ von Teneriffa prägen die traditionelle Musikszene und verbinden sie mit modernen Einflüssen. Diese Musik ist ein wichtiger kultureller Motor und spiegelt die vielfältigen Einflüsse der Insel wider.

In Las Palmas findet seit 1996 das „Temudas Fest“ statt, ein Theater- und Tanzfestival mit internationalen Gruppen, das an verschiedenen Orten der Stadt im Sommer präsentiert wird. Weitere musikalische Highlights sind die Opernfestspiele von Las Palmas und das internationale Festival „Jazz & Más“ im Juli.

Gran Canaria bietet auch zahlreiche Bars und Clubs mit Live-Musik und DJs, die ein breites Spektrum von Musikrichtungen abdecken. Zum Beispiel ist die Tipsy Hammock Bar in Playa del Inglés bekannt für Cocktails, Livemusik und eine tolle Atmosphäre bis spät in die Nacht.

Die Canarios hatten eine eigene Musikkultur, deren Instrumente und Musikformen sich deutlich von der heutigen kanarischen Volksmusik unterscheiden. Sie kannten keine Saiteninstrumente wie Gitarren oder die heute typische Timple. Diese wurden erst nach der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert eingeführt.

Zu den traditionellen Instrumenten der Ureinwohner zählen vor allem Schlaginstrumente:

  • Chácaras: Große, kastagnettenähnliche Klappern aus Holz oder Knochen, die paarweise gespielt werden. Sie sind ein zentrales Element der kanarischen Folklore und gehen auf die Ureinwohner zurück.
  • Trommeln: Insbesondere die „Tambor gomero“ (gomerische Trommel) und andere lokale Die Trommeltypen wurden aus Holz und Ziegenleder gefertigt und bei Tänzen und Festen verwendet.
  • Weitere einfache Rhythmusinstrumente, wie Steine, Knochen oder Holzstücke, könnten ebenfalls genutzt worden sein, sind aber archäologisch schwer nachweisbar.

Die Musik der Altkanarier war vermutlich rhythmisch geprägt und wurde hauptsächlich mit Perkussionsinstrumenten begleitet. Überlieferte Tänze wie der „Tajaraste“ gelten als einzige erhaltene Tanzform der Altkanarier, werden aber heute mit modernen Instrumenten begleitet. Die Musik diente rituellen, festlichen und gemeinschaftlichen Zwecken und war eng mit Tanz und Gesang verbunden.

Die populären Saiteninstrumente der heutigen kanarischen Musik, wie die Timple, wurden erst nach der Eroberung durch die Spanier eingeführt und sind keine Erfindung der Altkanarier. Die kanarische Volksmusik, wie sie heute auf Gran Canaria gepflegt wird, ist eine Mischung aus spanischen, afrikanischen und einheimischen Einflüssen, wobei die Instrumente der Ureinwohner weiterhin eine symbolische Rolle spielen.

Kleidung

Die Ureinwohner Gran Canarias trugen Kleidung aus Ziegenfell und pflanzlichen Stoffen, wobei letztere für die Kultur Gran Canarias charakteristisch sind. Die Mehrheit der Bevölkerung trug Lendenschurze oder kurze Röcke aus Palmblättern, die mit Schilffasern geflochten und um die Taille gegürtet waren. Ein weiteres Kleidungsstück war der Tamarco, eine Art Fellumhang mit Haaren, der als Mantel diente, und die Talar-Kostüme waren ebenfalls aus Fell. Sie trugen auch Federkopfschmuck und eine Art Montera, die aus dem ganzen Fell eines Ziegenbocks bestand, dessen Beine an den Seiten herunterhingen und um den Hals gebunden wurden. Als Schuhwerk trugen sie Sandalen aus Ziegen- oder Schweinehaut. Alle Kleidungsstücke wurden mit natürlichen Farbstoffen gefärbt. Nach Niccoloso da Recco bedeckten die verheirateten Frauen ihre Brüste mit weißen Ziegenfellen, während die unverheirateten Frauen barbusig waren.

Die typische Tracht von Gran Canaria ist ein farbenfrohes und kulturell bedeutendes Kleidungsstück, das die Identität der Inselbewohner widerspiegelt. Die Frauentracht zeichnet sich durch einen gestreiften Rock aus, der oft in Weiß und Rot dominiert, mit einer kleinen bestickten Schürze oben. Ein Korsett-ähnliches Stück wird an Taille und Rumpf getragen. Auf dem Kopf befindet sich ein langes Tuch, das bis zur Taille reicht, begleitet von einem charakteristischen weiblichen Hut. Diese Tracht ist berühmt für ihre Farbigkeit und wird bei traditionellen Festen und kulturellen Veranstaltungen getragen.

Bei der Männertracht dominieren typischerweise die Farben Weiß, Schwarz und Grau. Männer tragen ein weißes oder beiges Hemd, das glatt oder mit grauen Streifen sein kann, dazu eine schwarze oder graue Weste. An der Taille wird eine gestreifte oder rote Schärpe getragen. Ergänzt wird die Kleidung durch einen kegelförmigen Hut, der oft mit aufrechten Quasten oder mit dem Kegel nach unten geschmückt ist.

Die kanarische Tracht, zu der auch die von Gran Canaria gehört, wird bis heute bei Volksfesten, religiösen Feiern und kulturellen Events getragen und ist ein sichtbares Zeichen der kulturellen Identität der Inseln.

Kulinarik und Gastronomie

Die Küche Gran Canarias ist einfach, bodenständig und zugleich vielfältig, wobei regionale Produkte aus Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht eine zentrale Rolle spielen. Typisch ist die Kombination aus kräftigen Aromen, traditionellen Zubereitungsarten und der Nutzung lokaler Zutaten.

Zu den bekanntesten Speisen gehören die „Papas arrugadas“, kleine runzelige Pellkartoffeln, die in stark gesalzenem Wasser gekocht werden und traditionell mit „Mojo“-Soßen serviert werden. Diese Soßen gibt es in verschiedenen Varianten, insbesondere als rote (mojo rojo) und grüne (mojo verde), die auf Knoblauch, Paprika, Kräutern und Öl basieren. Dieses Gericht gilt als eines der wichtigsten kulinarischen Symbole der Kanarischen Inseln.

Ein weiteres traditionelles Gericht ist „ropa vieja“, ein Eintopf aus zerkleinertem Fleisch, Kichererbsen und Gemüse, der ursprünglich als Resteverwertung entstand und heute als klassische Hausmannskost gilt. Ebenso verbreitet ist „gofio escaldado“, ein Gericht aus geröstetem Mais- oder Getreidemehl (Gofio), das mit heißer Fisch- oder Fleischbrühe angerührt wird und eine lange Tradition bis in die Zeit der altkanarischen Bevölkerung zurückreicht.

Fleischgerichte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der regionalen Küche. Dazu gehören „pata de cerdo“, ein im Ofen gebackener Schweineschinken, sowie „cabrito“, also Ziegenfleisch, das häufig geschmort oder gegrillt serviert wird. Auch „morcilla“, eine Blutwurst, oft mit Rosinen oder Gewürzen verfeinert, gehört zu den traditionellen Spezialitäten der Inselküche.

Im Bereich der vegetarischen und pflanzlichen Gerichte sind „potaje de berros“, eine Suppe aus Brunnenkresse, sowie verschiedene Gemüsegerichte verbreitet. „Pimientos de Padrón“, kleine grüne Paprikaschoten, die mild oder gelegentlich scharf sein können, werden oft als Tapas serviert und sind in der gesamten spanischen Küche beliebt.

Die Nachspeisen der Insel zeichnen sich durch süße, oft mandel- oder honigbasierte Aromen aus. Besonders bekannt ist „bienmesabe“, eine süße Creme aus Mandeln, Zucker, Eigelb und Zitrone. Ebenso traditionell ist „leche asada“, eine Art gebackener Milchpudding. Eine weitere regionale Spezialität sind „tunos“, die geschälten Früchte des Feigenkaktus, die frisch gegessen oder zu Desserts verarbeitet werden.

Fisch und Meeresfrüchte nehmen aufgrund der Insellage eine zentrale Stellung in der Gastronomie ein. Die Zubereitungsarten sind vielfältig und reichen von gegrillt, gebacken und gedünstet bis hin zu in Salzkruste zubereiteten Gerichten. Häufig werden fangfrische Arten wie Thunfisch, Seehecht oder Sardinen direkt in den Küstenregionen serviert, oft begleitet von Kartoffeln, Gofio oder frischem Gemüse.

Festkultur

In Gran Canaria gelten die spanischen Feiertage. D iese sind:

  • 1. Januar: Neujahr (Año Nuevo)
  • 6. Januar: Heilige Drei Könige (Epifanía / Reyes Magos)
  • 17. April: Gründonnerstag (Jueves Santo)
  • 18. April: Karfreitag (Viernes Santo)
  • 1. Mai: Tag der Arbeit (Día del Trabajo)
  • 30. Mai: Tag der Kanarischen Inseln (Día de Canarias)
  • 15. August: Mariä Himmelfahrt (Asunción de la Virgen)
  • 12. Oktober: Spanischer Nationalfeiertag (Fiesta Nacional de España)
  • 1. November: Allerheiligen (Todos los Santos)
  • 6. Dezember: Tag der Verfassung (Día de la Constitución)
  • 8. Dezember: Mariä Empfängnis (La Inmaculada Concepción)
  • 25. Dezember: Weihnachten (Navidad)

Dazu kommt als inselspezifischer Feiertag:

  • 9. September: Gesetzlicher Feiertag nur auf Gran Canaria (in 2025)

Lokale Feiertage in Gemeinden (abweichend je nach Ort) sind:

  • 20. Januar: San Sebastián (Agüimes)
  • 24. Juni: San Juan (Artenara, Arucas)
  • 4. August: La Rama (Agaete)
  • 16. August: San Roque (Firgas)
  • 15. September: San Isidro Labrador (Gáldar)
  • 25. Juli: Santiago Apóstol (Gáldar)

Jede Gemeinde auf Gran Canaria hat zusätzlich zwei eigene lokale Feiertage, die sich jährlich unterscheiden können. Im Februar versinkt die Insel alljährlich in einem wochenlangen Karnevalstaumel, der „Carnaval“ wird mit großem Aufwand gefeiert. Auch auf diesem Gebiet macht sich eine gewisse Konkurrenz zwischen Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife, der Hauptstadt der Nachbarinsel Teneriffa, bemerkbar. Dieser alte Streit um die Vorherrschaft auf dem kanarischen Archipel wird als „Pleito Insular“ bezeichnet.

Seit dem Jahr 2000 findet jedes Jahr in dem Alfredo Kraus Auditorium das internationale Filmfestival Festival Internacional de Cine Las Palmas de Gran Canaria statt. Am Eingang zu dem Konzerthaus haben internationale Künstler, wie Faye Dunaway, Alain Delon, Catherine Deneuve, Omar Sharif oder Mia Farrow, die das Festival besuchten, einen Stern im Straßenpflaster erhalten und ihren Handabdruck hinterlassen.

Medien

Eine Vielzahl von Medien versorgt Gran Canaria mit lokalen, regionalen und internationalen Nachrichten – sowohl auf Spanisch als auch auf Deutsch. Hier eine Übersicht wichtiger Medienangebote:

  • Das Wochenblatt: Zweiwöchentlich erscheinende Zeitung für die Kanarischen Inseln, mit Nachrichten zu Politik, Wirtschaft, Veranstaltungen und lokalen Themen.
  • VIVA Canarias: Hochglanzmagazin mit Insider-Tipps und Hintergrundberichten über Leben, Kultur und Freizeit auf den Kanaren.
  • Buschtrommel: Kostenloses Monatsmagazin mit lokalen Nachrichten, Reisetipps und Kleinanzeigen, besonders für den Süden der Insel.
  • Gran Canaria Olé: Monatlich erscheinendes Magazin mit Reportagen, Interviews und aktuellen News, auch online abrufbar.
  • Boulevard Gran Canaria ONLINE-Magazin: Online-Magazin mit Nachrichten, Veranstaltungstipps, Servicethemen, Kleinanzeigen und Informationen zu allen Gemeinden der Insel.
  • Kanarenmarkt.de: Tägliche Nachrichten-Updates aus Gran Canaria und den übrigen Kanaren, insbesondere für deutschsprachige Leser.
  • Infos Gran Canaria: Nachrichten- und Informationsportal mit aktuellen Meldungen, Branchenverzeichnis und Freizeitangeboten, speziell für Residenten und Urlauber.
  • La Provincia: Größte Tageszeitung der Provinz Las Palmas (nicht explizit in den Suchergebnissen, aber allgemein bekannt).
  • Canarias7: Ebenfalls eine der wichtigsten Tageszeitungen der Insel.

Lokale Nachrichtenportale wie Maspalomas24h bieten ein Zeitungsarchiv und aktuelle Berichte zu regionalen Themen.

Der Hörfunk spielt auf Gran Canaria eine wichtige Rolle im täglichen Informations- und Unterhaltungsangebot. Neben nationalen Sendern wie Cadena SER, COPE und Onda Cero existieren regionale Ableger, die speziell über Ereignisse auf den Kanarischen Inseln berichten. Lokale Radiosender bieten zudem Programme in den Bereichen Musik, Kultur, Nachrichten und Unterhaltung und sind ein wichtiges Medium für aktuelle Informationen im Alltag der Bevölkerung.

Im Bereich des Fernsehens wird die Insel sowohl durch nationale spanische Sender als auch durch regionale Programme versorgt. Besonders wichtig ist der öffentlich-rechtliche Regionalsender Televisión Canaria, der über politische, kulturelle und gesellschaftliche Themen aus dem gesamten Archipel berichtet. Ergänzt wird dieses Angebot durch private und internationale Sender, die über Kabel- und Satellitennetze empfangen werden können.

Mit der zunehmenden Digitalisierung hat sich auch die Mediennutzung auf Gran Canaria stark verändert. Online-Nachrichtenportale, soziale Medien und digitale Plattformen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Viele traditionelle Medienhäuser betreiben inzwischen eigene Webseiten und mobile Anwendungen, um aktuelle Informationen schnell und flexibel bereitzustellen. Dadurch hat sich die Informationsgeschwindigkeit deutlich erhöht und die Mediennutzung ist vielfältiger geworden.

Die Medienlandschaft der Insel wird zudem stark vom Tourismussektor beeinflusst. Viele Inhalte richten sich auch an internationale Besucher und werden in mehreren Sprachen angeboten, insbesondere in Spanisch, Englisch und teilweise Deutsch. Dies trägt zur globalen Sichtbarkeit der Insel bei und unterstützt gleichzeitig die touristische Wirtschaft.

Kommunikation

Gran Canaria hat die Telefonvorwahlen 0(034)928 und +828. Die Postleitzahlen lauten:

Gemeinde Postleitzahl
Agaete 35480, 35489
Agüimes 35118, 35119, 35260, 35270
Artenara 35350
Arucas 35401–35405, 35407, 35409–35419
Firgas 35430–35432
Gáldar 35350, 35460, 35468, 35469, 35488
Ingenio 35250
La Aldea de San Nicolás 35470, 35478, 35479, 35579
Las Palmas de Gran Canaria 35001–35020
Mogán 35120, 35130, 35138–35140, 35149
Moya 35413, 35420–35423
San Bartolomé de Tirajana 35100, 35106–35109, 35119, 35120, 35128, 35280, 35290, 35299, 35369
Santa Brígida 35300, 35307–35310
Santa Lucía de Tirajana 35000, 35110, 35280
Santa María de Guía de Gran Canaria 35450
Tejeda 35360, 35368
Telde 35200, 35210–35215, 35218, 35229, 35259
Teror 35330
Valleseco 35000, 35340, 35349
Valsequillo de Gran Canaria 35216, 35217
Vega de San Mateo 35320, 35328, 35329

Sport

Gran Canaria bietet eine vielfältige Palette an Sportarten, die sowohl traditionelle als auch moderne Aktivitäten umfassen. Traditionelle Sportarten auf Gran Canaria sind:

  • Lucha Canaria (kanarischer Ringkampf): Eine traditionelle Kampfsportart, bei der es darum geht, den Gegner so zu Fall zu bringen, dass er mit einem Körperteil außer den Füßen den Boden berührt. Der Kampf findet in einer Sandarena statt und wird so ausgeführt, dass der Gegner nicht verletzt wird.
  • Salto del Pastor (Hirtensprung): Entstand aus der Notwendigkeit, sich schnell in bergigem Gelände zu bewegen, wobei ein langer Holzstab mit Metallspitze verwendet wird.
  • Bola Canaria: Ähnlich dem Boccia, aber mit schwereren Hartzkugeln und größerem Spielfeld.
  • Juego del Palo (Stockspiel): Ein Fecht-ähnliches Spiel, bei dem man den Gegner mit einem Stock berühren soll, ohne ihn zu verletzen.
  • Levantamiento de Piedra (Steine heben): Kraftsport, bei dem schwere Steine gehoben, getragen oder geworfen werden, besonders auf Fuerteventura und Lanzarote verbreitet, aber auch auf Gran Canaria bekannt.
  • Arrastre de Ganado (Viehziehen): Kühe und Ochsen ziehen ein Gewicht über eine Distanz von 35 Metern.
  • Vela Latina Canaria: Eine traditionelle Segelsportart mit überproportional großen Segeln, die auf Gran Canaria tief verwurzelt ist.

Beliebte moderne Sportarten auf Gran Canaria sind:

  • Wassersport: Jetski, Bananaboot, Windsurfen, Tauchen, Schnorcheln, Flyboarding, Kajakfahren und Paddelbootfahren sind sehr beliebt und werden von vielen Veranstaltern angeboten.
  • Berglauf und Wandern: Der Transgrancanaria, ein jährlicher Berglauf-Marathon, zieht viele Teilnehmer an. Wandern durch die vulkanische Landschaft ist ebenfalls eine beliebte Aktivität.
  • Motocross Freestyle: Internationale Wettbewerbe mit akrobatischen Sprüngen finden in Las Palmas statt.
  • Surfen: Die Wellenreit-Surfweltmeisterschaft im Norden der Insel ist ein hochkarätiges Ereignis.
  • Segeln: Die Olympische Segelwoche in Las Palmas zieht olympische Segler aus verschiedenen Ländern an.
  • Mountainbiken, Klettern, Golfen, Kitesurfen: Gran Canaria bietet aufgrund des milden Klimas und der vielfältigen Landschaften ideale Bedingungen für diese Sportarten

Fußball

Der bekannteste Fußballverein auf Gran Canaria ist UD Las Palmas mit Sitz in Las Palmas. Der Club wurde 1949 durch den Zusammenschluss von fünf lokalen Vereinen gegründet und hat eine lange Geschichte im spanischen Profifußball. UD Las Palmas spielte insgesamt 35 Saisons in der höchsten spanischen Liga, der Primera División, und erreichte 1969 mit dem zweiten Platz seine beste Platzierung. In den letzten Jahren schwankte der Verein zwischen der ersten und zweiten Liga. Nach dem Abstieg 2018 spielte er bis 2023 in der Segunda División, bevor er mit einem zweiten Platz den Aufstieg in die Primera División für die Saison 2023/24 schaffte. Der Verein hat eine starke Jugendförderung hervorgebracht, aus der bekannte Spieler wie Valerón, Manuel Pablo und Vitolo stammen. Das Heimstadion von UD Las Palmas ist das Estadio Gran Canaria.

Neben UD Las Palmas gibt es auf der Insel auch weitere Fußballmannschaften wie UD San Fernando und Villa Santa Brígida, die in regionalen Ligen aktiv sind. Gran Canaria ist zudem Austragungsort des internationalen LaLiga FC Futures Turniers, einem renommierten Jugendfußball-Event, das junge Talente aus aller Welt anzieht.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten von Gran Canaria stammendenPersönlichkeiten sind:

  • Benito Pérez Galdós (1843 bis 1920), Schriftsteller
  • Néstor Martín-Fernández de la Torre (1887 bis 1938), Maler
  • Juan Negrín (1891 bis 1956), Arzt und Ministerpräsident
  • Pedro Suárez (1908 bis 1979), Fußballspieler
  • Walter Behrens (1911 bis 1999), deutsch-österreichischer Maler und Grafiker
  • Colin Cameron Davies (1924 bis 2017), ömisch-katholischer Ordensgeistlicher, Bischof von Ngong in Kenia
  • Martín Chirino (* 1925), Bildhauer
  • Manolo Millares (1926 bis 1972), autodidaktischer Maler und Künstler
  • Alfredo Kraus (1927 bis 1999), Sänger
  • Luis Millares Sall „Totoyo“ (* 1935), spanischer Musiker, Begründer der modernen Timple-Musik
  • Alberto Romero Rivera (1935 bis 1997), Aktivist gegen die Römisch-katholische Kirche
  • Jerónimo Saavedra Acevedo (* 1936), Politiker
  • Antonio Betancort (1937 bis 2015), Fußballspieler
  • Charles Quiney (1937 bis 2007), Filmschauspieler
  • Ulrike Behrmann von Zerboni (* 1940), deutsche Schauspielerin
  • Juan Manuel Suárez Del Toro Rivero (* 1952), Wirtschaftsingenieur
  • Eufemiano Fuentes (* 1955), Sportmediziner
  • José Luis Doreste Blanco (* 1956), spanischer Olympiasieger im Segeln
  • Juan Fernando López Aguilar (* 1961), Jurist, Politiker (PSOE), Mitglied des Europäischen Parlaments, spanischer Justizminister
  • Luis Doreste Blanco (* 1961), spanischer Olympiasieger im Segeln
  • Domingo Manrique de Lara (* 1962), spanischer Olympiasieger im Segeln
  • Ana Wagener (* 1962), Theater- und Filmschauspielerin
  • Roberto Molina (* 1965), spanischer Olympiasieger im Segeln
  • Patricia Guerra (* 1965), spanische Olympiasiegerin im Segeln
  • Fernando León (* 1966), spanischer Olympiasieger im Segeln
  • Javier Bardem (* 1969), Schauspieler
  • Sven Giegold (* 1969), deutscher Politiker
  • José Antonio Ramos (1969 bis 2008), Timple-Musiker
  • Elton Julian (* 1974), US-amerikanischer Autorennfahrer und Rennstallbesitzer
  • Alejandro Suárez Martín (* 1974), Fußballspieler
  • Daida und Iballa Ruano Moreno (* 1977), Windsurferinnen
  • Jonathan Sesma González (* 1978), Fußballspieler
  • Yeray Ortega Guarda (* 1979), Fußballspieler
  • Magüi Serna (* 1979), Tennisspielerin
  • Antonio Guayre (* 1980), Fußballspieler
  • Davinia Rodriguez (* 1980), Opernsängerin (Sopran)
  • Jorge Larena (* 1981), Fußballspieler
  • Ángel López (* 1981), Fußballspieler
  • Rubén Castro Martín (* 1981), Fußballspieler
  • Marta Mangué (* 1983), Handballspielerin
  • Daniel Sarmiento (* 1983), Handballspieler
  • Rafael Cabrera-Bello (* 1984), Profigolfer
  • Ramón del Castillo (* 1985), Sänger
  • Ione Cabrera (* 1985), Fußballspieler
  • Nacho Casanova (* 1987), Fußballspieler
  • Fabricio Agosto Ramírez (* 1987), Fußballspieler
  • Carla Suárez (* 1988), Tennisspielerin
  • Vitolo (* 1989), Fußballspieler
  • Roko Peribonio (* 1991), kroatischer Handballspieler
  • Sofi de la Torre (* 1991), Sängerin und Songschreiberin
  • Jesé Rodríguez Ruiz (* 1993), spanischer Fußballspieler
  • Philip Köster (* 1994), deutscher Windsurfer

Fremdenverkehr

Topurismus ist der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig auf Gran Canaria und prägt sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch die soziale und räumliche Struktur der Insel entscheidend. Die touristische Infrastruktur ist stark ausgebaut und international ausgerichtet, wobei Gran Canaria insbesondere als Ganzjahresreiseziel im europäischen Raum gilt. Das milde Klima, die hohe Sonnenscheindauer sowie die vielfältigen Landschaften von Stränden bis zu Bergregionen machen die Insel besonders attraktiv für unterschiedliche Zielgruppen.

Gran Canaria gehört zu den am stärksten frequentierten Reisezielen der Kanarischen Inseln. Im Jahr 2024 erreichte die Insel eine außergewöhnlich hohe Auslastung der touristischen Unterkünfte von über 91 Prozent, was den Spitzenwert innerhalb des Archipels darstellt. Im gleichen Zeitraum wurden auf den Kanarischen Inseln insgesamt Millionen von Übernachtungen registriert, begleitet von einem deutlichen Anstieg der tourismusbezogenen Einnahmen. Diese Entwicklung unterstreicht die zentrale Rolle des Sektors für die gesamte regionale Wirtschaft.

Ein besonders wichtiger Herkunftsmarkt ist der deutschsprachige Raum. Allein im Jahr 2023 besuchten mehrere hunderttausend deutsche Touristen die Insel, wobei sie im Durchschnitt längere Aufenthalte verbringen und überdurchschnittlich hohe Pro-Kopf-Ausgaben generieren. Der deutsche Markt trägt damit erheblich zur wirtschaftlichen Stabilität des Tourismussektors bei und beeinflusst sowohl die Hotellerie als auch die lokale Dienstleistungsstruktur.

Die touristische Nutzung konzentriert sich räumlich stark auf bestimmte Regionen. Besonders bedeutend sind die südlichen Küstengebiete mit den Zentren Maspalomas und Playa del Inglés, die durch große Hotelanlagen, Apartmentkomplexe, Einkaufszentren und Freizeitangebote geprägt sind. Diese Regionen bilden das Herz des klassischen Badetourismus auf der Insel. Ergänzend dazu spielt auch Las Palmas de Gran Canaria eine wichtige Rolle, insbesondere im Bereich Städtetourismus, Kultur, Kreuzfahrten und Geschäftsreisen.

Die Unterkunftsstruktur auf Gran Canaria ist sehr vielfältig. Sie reicht von großen Hotelanlagen und All-Inclusive-Resorts über Apartmentkomplexe und Ferienanlagen bis hin zu kleineren Pensionen, Boutique-Hotels und privaten Ferienwohnungen. Besonders im Süden der Insel dominieren touristische Großanlagen, während im Norden und im Inselinneren eher kleinere, individuellere Unterkunftsformen zu finden sind. Zusätzlich spielen Ferienvermietungen über digitale Plattformen eine zunehmend wichtige Rolle, was jedoch auch Auswirkungen auf den lokalen Wohnungsmarkt hat.

Das touristische Angebot der Insel ist breit gefächert. Neben dem klassischen Strand- und Badeurlaub umfasst es Natur- und Aktivtourismus wie Wandern in den Bergregionen, Wassersportarten wie Surfen und Tauchen sowie Golf- und Wellnessangebote. Die landschaftliche Vielfalt ermöglicht eine Kombination aus Küsten-, Vulkan- und Bergtourismus innerhalb kurzer Distanzen.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus führt jedoch auch zu strukturellen Herausforderungen. Dazu zählen steigende Miet- und Immobilienpreise, eine zunehmende Belastung der Infrastruktur sowie saisonale Spitzenbelastungen im Gesundheits- und Verkehrssystem. Diese Entwicklungen haben in den letzten Jahren gesellschaftliche Diskussionen über die Grenzen des Wachstums und die Nachhaltigkeit des Massentourismus ausgelöst. In diesem Zusammenhang kam es auch zu Protestbewegungen, die eine stärkere Regulierung des Tourismussektors und eine bessere Verteilung der wirtschaftlichen Vorteile fordern.

Als Reaktion darauf wird zunehmend auf nachhaltigere Tourismusmodelle gesetzt. Dazu gehören Umweltauflagen, Investitionen in umweltschonende Infrastruktur, die Förderung des Inlandstourismus sowie eine stärkere Diversifizierung der touristischen Angebote. Ziel ist es, die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus zu erhalten, gleichzeitig aber die sozialen und ökologischen Belastungen zu reduzieren.

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  • F. Quirantes: El regadío en Canarias, 2 tomos, Santa Cruz de Tenerife 1983
  • Ursula Reifenberger: Kanarisches Wanderbuch. Auf den Spuren der Guanchen durch La Gomera, El Hierro und La Palma, Göttingen (1984)
  • Uwe Riedel: Der Fremdenverkehr der Kanarischen Inseln. Eine geographische Untersuchung, Kiel 1971
  • M. Rios Navarro: La Energía en Canaria, Santa Cruz de Tenerife 1982
  • Gerda Rob: Kanarische Inseln. Bertelsmann Reiseführer, Gütersloh 1973
  • Anelio Rodrigues Concepcion: La agricultura de exportación en Canarias (1940 - 1980), Santa Cruz 1986
  • Juan-Alberto Rodríguez Pérez: Die exotische Pflanzenwelt auf den Kanarischen Inseln, Madrid o.J.
  • F. Rodríguez y Rodríguez de Acuña: Formación de la Economía Canaria (1800 - 1936), Madrid 1981
  • L. de Rosa Olivera et al.: El agua en Canarias - factor polémico, Santa Cruz de Tenerife 1981
  • Peter Rothe: Kanarische Inseln. Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Tenerife, Gomera, La Palma, Hierro (= Sammlung geologischer Führer, Band 81), Berlin/Stuttgart ²1996, vor allem S. 207 - 213
  • Almut und Frank Rother: Die Kanarischen Inseln, Köln 1979
  • Arnoldo Santos: Arboles de Canarias, Santa Cruz de Tenerife 1979
  • Karl Sapper: Die Kanarischen Inseln. Eine geographische Studie, Leipzig 1906
  • Ilse Schwidetzky: Die vorspanische Bevölkerung des Kanarischen Inseln, Göttingen 1963
  • M. Olivia Stone: Tenerife and its six satellites, London 1889
  • Mitchell R.C. Thomé: Geology of the Middle Atlantic Islands, Berlin/Stuttgart 1976
  • Rafael Torres Campos: Carácter de la Conquista y Colonización de las Islas Canarias, Madrid 1901
  • Leonardo Torriani: Die Kanarischen Inseln und ihre Urbewohner. Eine unbekannte Bilderhandschrift vom Jahre 1590, hg. D.J. Wölfel, Leipzig 1940
  • Trujillo Rodríguez: El retablo barroco en Canarias, Las Palmas de Gran Canaria 1977
  • Horst Uden: Kanarische Legenden. Berge, Inseln, Giganten, Puerto de la Cruz 1978
  • Miguel de Unamuno: Gesammelte Werke, München 1928
  • Haraldus Vallerius: Dissertatio de Insulis Canariis, Upsalae 1708
  • R. Verneau: Cinq annéesde séjour aux Isles Canaries, Paris 1890 und Santa Cruz de Tenerife 1982
  • José Viera y Clavijo: Historia General de las Islas Canarias, Las Palmas 1931/33
  • ders.: Noticias de la historia general de las Islas Canarias, 4 tomos, Santa Cruz de Tenerife 1941 und Madrid 1978
  • V. Voggenreiter: Geobotanische Untersuchungen an der natürlichen Vegetation der Kanareninsel Tenerife, Lehre 1974
  • Benigno Carballo Wangüemert: Las Afortunadas. Viaje descriptivo a las Islas Canarias, Santa Cruz de Tenerife 1990, S. 53 - 150
  • Barker Webb / Sabin Berthelot: Histoire naturelle des Iles Canaries, Paris 1842/50
  • Leo Woerl: Reisebilder - Die Kanarischen Inseln, Leipzig 1906
  • Dominik Josef Wölfel: Monumenta Linguae Canariae. Die kanarischen Sprachdenkmäler. Eine Studie zur Vor- und Frühgeschichte Weißafrikas, Graz 1965
  • José María Zuazvanar y Francia: Compendio de la historia de las Canarias, formado en su principio con la comisión correspondiente para las Escuelas de primeras letras de aquellas islas, y hoy ilustrado y aumentado notablemente en obsequio de la verdad etc., Madrid 1816

Zeitungen und Zeitschriften

  • Almogaren, Hallein seit 1970
  • Diario de Avisos, Santa Cruz de Tenerife seit 1890
  • El Día, Santa Cruz de Tenerife
  • Museo Canario, Las Palmas seit 1893
  • Wochenspiegel, Santa Cruz de la Palma

Reiseberichte

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Reiseangebote

Nachhaltig Reisen: Gran Canaria = https://www.grancanaria.com/blog/de/article/gran-canaria-die-nachhaltige-insel/

Studiosus-Reisen Gran Canaria = https://www.studiosus.com/reisefinder?searchValue=Gran%20Canaria

Wikinger-Reisen: https://www.wikinger-reisen.de/wanderreisen/spanien/kanaren/gran-canaria/62422.php

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