Tremiti (San Domino)

Aus Insularium
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Die Tremiti-Inseln im Süden der Adria bilden einen der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte der Region Apulien. Der Archipel ist beaknnt für seine steilen Kalksteinküsten, das klare Meer, die Grotten, das Touristenzentrum San Domino und die mittelalterliche Festungs- und Klosteranlage auf San Nicola.

Inselsteckbrief
offizieller Name Isola di San Domino (Insel), Isole Tremiti (Inselgruppe)
alternative Bezeichnungen Diomedees, Trimeros (altgriechisch), Insulae Diomedae, Trimerus, Trematis (lateinisch), San Domino (13. Jahrhundert)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart tektonische Insel
Gewässer Adriatisches Meer (Mar Adriatico)
Inselgruppe Tremiti-Inseln (Isole Tremiti)
politische Zugehörigkeit Staat: Italien (Repubblica Italiana)
Region: Apulien (Regione Puglia)
Provinz: Foggia (Provincia di Foggia)
Gliederung 2 frazioni (Ortsteile)
Status Inselgemeinde (comune insulare)
Koordinaten 42°06‘ 50“ N, 15°29‘40“ O
Entfernung zur nächsten Insel 70 m (Cretaccio), 220 m (San Nicola)
Entfernung zum Festland 20,9 km (Lesina / Apulien)
Fläche 2,0745 km² / 0,8 mi² (Gemeinde 3,13 km² / 1,21 mi²)
geschütztes Gebiet 2,0745 km² / 0,8 mi² (100 %)
maximale Länge 2,5 km (NO-SW)
maximale Breite 1,1 km (NW-SO)
Küstenlänge 9,6 km
tiefste Stelle 0 m (Adriatisches Meer)
höchste Stelle 116 m (Colle dell'Eremita)
relative Höhe 116 m
mittlere Höhe 5 m
maximaler Tidenhub 0,3 bis 0,4 m (San Domino 0,39 m)
Zeitzone TCE (Tempo Centrale Europeo / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)
Realzeit UTC plus 1 Stunde 2 Minuten)
Einwohnerzahl 370, Gemeinde 470 (2025)
Dichte (Einwohner pro km²) 177,88, Gemeinde 150,16
Inselzentrum San Nicola


Name

In der Antike hieß der Archipel griechisch Διομήδεες [Diomedees], lateinisch Insulae Diomedae, das man hier das Grab des Diomedes, eines der Helden von Troja, vermutete. Die Bezeichnung Isole Tremiti, deutsch Tremiti-Inseln, englisch Tremiti Islands, französisch Îles Trémiti, geht zurück auf das 13. Jahrhundert. Die Hauptinsel des Archipels hieß damals Trimerus bzw. Trematis. Dieser Name wurde später auf die gesamte Inselgruppe übertragen. Die Insel selbst erhielt nach einer hier errichteten, dem heiligen Domnius von Split (gestorben 304) geweihten Kirche den Namen San Domino bzw. San Dòmino, offiziell Isola di San Domino, genannt wurde.

Der Ursprung des Namens der Inselgruppe ist ungewiss. Eine erste Erklärung verbindet den Namen mit dem lateinischen Wort tremor, das „Erdbeben, Erschütterung, Beben“ bedeutet. Tremor gehört zum lateinischen Verb tremere, „zittern, beben, sich fürchten“. Nach dieser Deutung würde Tremiti sinngemäß mit „die bebenden Inseln“ oder „Inseln des Bebens“ zusammenhängen. Als Hintergrund wird der geologisch-vulkanische Charakter der Inselgruppe herangezogen. Vor allem die Insel Capraia und die untermeerischen geologischen Strukturen des Archipels stehen mit vulkanischer Tätigkeit in der geologischen Vergangenheit in Verbindung. Allerdings lässt sich daraus keine sichere etymologische Ableitung des heutigen Namens beweisen. Die Verbindung zwischen tremor und Tremiti ist deshalb als überlieferte beziehungsweise vorgeschlagene Namensdeutung zu behandeln und nicht als gesicherte Herkunft.

Eine zweite Erklärung führt den Namen auf die antike lateinische Bezeichnung Trimerus zurück. Diese Form ist insbesondere im Zusammenhang mit der römischen Geschichte der Inselgruppe von Bedeutung. Während der Regierungszeit des Kaisers Augustus wurde Julia die Jüngere, die Enkelin des Augustus, im Jahr 7 nach Trimerus verbannt. Sie blieb dort bis zu ihrem Tod im Jahr 16. Die Insel, auf der sie lebte, wird in den antiken Quellen als Trimerus bezeichnet. Mit diesem historischen Namen ist somit eine konkrete antike Bezeichnung der Tremiti-Inseln überliefert.

Für Trimerus wurde wiederum eine Verbindung mit dem Griechischen vorgeschlagen. Als mögliche Grundlage wird das griechische Τρίμερος [Trímeros] genannt. Die Deutung ist allerdings sprachwissenschaftlich nicht völlig gesichert. Das griechische Element tri- beziehungsweise τρι- [tri-] bedeutet „drei“ und begegnet in zahlreichen griechischen Zusammensetzungen. Die Erklärung versucht damit, die Bezeichnung auf die Dreizahl der damals besonders hervorgehobenen Inseln zurückzuführen. Dabei ist jedoch Vorsicht notwendig: Die moderne Inselgruppe besteht nicht lediglich aus drei Inseln. Zu den größeren Inseln gehören San Domino, San Nicola und Capraia; hinzu kommen Pianosa und der Felsen Cretaccio sowie kleinere Felsen und Klippen. Eine antike Dreiteilung kann daher nicht ohne Weiteres mit der heutigen geographischen Zusammensetzung des Archipels gleichgesetzt werden. Die Verbindung zwischen Trimerus und Τρίμερος [Trimeros] wird deshalb in Darstellungen zur Namensgeschichte als mögliche Erklärung und nicht als zweifelsfrei bewiesene Etymologie behandelt. Sicherer ist die historische Tatsache, dass Trimerus eine antike lateinische Bezeichnung war und dass Julia die Jüngere auf der Insel Trimerus im Exil lebte. Die spätere Entwicklung von Trimerus zu Tremiti ist dagegen nicht lückenlos dokumentiert.

Eine dritte Erklärung setzt nicht bei der Zahl der Inseln und auch nicht bei Erdbeben an, sondern bei der Topografie von San Nicola. Nach dieser Überlieferung soll der Name mit einem dreizackigen beziehungsweise dreigipfeligen Hügel auf der Insel zusammenhängen. Die Vorstellung einer charakteristischen dreizackigen Erhebung wurde in einem Epigramm des Klerikers Basilio Sereno beschrieben, das an Celso, den Bischof von Vercelli, gerichtet war. Die topographische Form der Insel beziehungsweise des Hügels wäre demnach zum Ausgangspunkt der Bezeichnung geworden. Diese dritte Deutung gehört in den Zusammenhang der mittelalterlichen schriftlichen Überlieferung über die Tremiti. Sie ist insbesondere deshalb interessant, weil die Insel San Nicola durch ihre markante, befestigte Höhenlage schon von See aus deutlich hervortritt. Auf dem Inselrücken entwickelte sich das Kloster- und Festungszentrum mit Santa Maria a Mare, den Befestigungsmauern und Türmen. Die besondere Gestalt der Insel spielte deshalb in historischen Beschreibungen eine wichtige Rolle. Ein direkter sprachwissenschaftlicher Nachweis, dass aus der dreizackigen Form tatsächlich der Name Tremiti entstand, liegt jedoch nicht vor.

  • international:  Tremiti
  • amharisch:  تريميتي [Tremiti]
  • arabisch:  جزر تريميتي [Juzur Tremiti]
  • armenisch:  Տրեմիտի [Tremiti]
  • bengalisch:  ট্রেমিতি [Tremiti]
  • birmanisch:  ထရေမီတီ [Tremiti]
  • bulgarisch:  Тремити [Tremiti]
  • chinesisch:  特雷米蒂群岛 [Tèléimǐdì Qúndǎo]
  • georgisch:  ტრემიტის კუნძულები [Tremitis K’undzulebi]
  • griechisch:  Τρεμίτι [Tremíti]
  • gudscheratisch: ટ્રેમિટી [Tremiti]
  • hebräisch:  איי טרמיטי [I Tremiti]
  • hindi:  ट्रेमिटी द्वीपसमूह [Tremiti Dvipsamūh]
  • japanisch:  トレーミティ諸島 [Tōremiti Shotō]
  • kambodschanisch: ប្រជុំកោះត្រេមីទី [Brachum Kaoh Treamiti]
  • kanaresisch:  ಟ್ರೆಮಿಟಿ ದ್ವೀಪಗಳು [Tremiti Dvīpagaḷu]
  • kasachisch:  Тремити аралдары [Tremiti Araldary]
  • koreanisch:  트레미티 제도 [T’remiti Jedo]
  • laotisch:  ກຸ່ມເກາະເຕຣີມີຕີ [Kum Ko Treemiti]
  • lateinisch:  Insulae Tremitanae
  • lettisch:  Tremiti salas
  • litauisch:  Tremičių salos
  • makedonisch:  Тремити [Tremiti]
  • malayalam:  ട്രെമിറ്റി ദ്വീപുകൾ [Tremiti Dvīpukaḷ]
  • maldivisch:  ޓްރެމިޓި ޖަޒީރާތައް [Tremiti Jazeerāth]
  • marathisch:  ट्रेमिटी बेटे [Tremiti Beṭe]
  • nepalesisch:  ट्रेमिटी टापुहरू [Tremiti Ṭāpurū]
  • orissisch:  ଟ୍ରେମିଟି ଦ୍ୱୀପପୁଞ୍ଜ [Tremiti Dvīpapuñja]
  • pandschabisch: ਟ੍ਰੇਮਿਟੀ ਟਾਪੂ [Tremiti Ṭāpū]
  • paschtunisch:  د تریمیټي ټاپوګان [Da Tremiti Ṭāpogān]
  • persisch:  جزایر ترمیتی [Jazāyer Tremiti]
  • russisch:  Тремити [Tremiti]
  • serbisch:  Тремити [Tremiti]
  • singhalesisch: ට්‍රෙමිටි දූපත් [Tremiti Dūpath]
  • tamilisch:  ட்ரெமிட்டி தீவுகள் [Tremiti Tīvukaḷ]
  • telugu:  ట్రెమిటి దీవులు [Tremiti Dīvulu]
  • thai:  หมู่เกาะเตรมิติ [Mū Ko Tremiti]
  • tibetisch:  ཊེ་རེ་མི་ཏིའི་གླིང་ཚོམ། [Teremiti Lingtsom]
  • ukrainisch:  Треміті [Tremiti]
  • urdu:  جزائر ٹریمیٹی [Jazāir Tremiti]
  • weißrussisch:  Трэмiці [Tremitsi]


Offizieller Name:  Isole Tremiti bzw. Isola di San Nicola

  • Bezeichnung der Bewohner:  Tremitesi (Tremitesen)
  • adjektivisch: tremitese (tremitesisch)


Kürzel:

  • Code:  TR / TRE
  • Kfz:  -
  • ISO-Code:  IT.FG.TR

Lage

Die Inselgruppe liegt in der südlichen italienischen Adria in der Region Apulien auf durchschnittlich 42°08‘ n.B. und 15°31‘ ö.L. Die Tremiti-Inseln 12 Seemeilen nördlich der Gargano-Halbinsel und 24 Seemeilen östlich der Küste der Region Molise.


Geografische Lage (Archipel):

  • nördlichster Punkt:  42°13‘23“ n.B. (Pianosa)
  • südlichster Punkt:  42°06‘08“ n.B. (Punta del Diavolo / San Domino)
  • östlichster Punkt:  15°45‘02“ ö.L. (Pianosa)
  • westlichster Punkt:  15°29‘17“ ö.L. (Punta Secra / San Domino)

Die Hauptinsel San Domino liegt auf durchschnittlich 42°06‘ 50“ n.B. und 15°29‘40“ ö.L..


Geografische Lage (San Domino):

  • nördlichster Punkt:  42°07‘34“ n.B. (Punta del Diamante)
  • südlichster Punkt:  42°06‘08“ n.B. (Punta del Diavolo)
  • östlichster Punkt:  15°29‘55“ ö.L. (Porto di San Domino)
  • westlichster Punkt:  15°29‘17“ ö.L. (Punta Secra)


Entfernungen:

  • Cretaccio  70 m
  • San Nicola  220 m
  • Capraia  1,3 km
  • Lesina / Apulien  21,9 km
  • Termoli 43 km
  • Foggia  73 km
  • Vis  115 km
  • Hvar  145 km
  • Rom  247 km

Zeitzone

Auf den Isole Tremiti gilt wie in ganz Italien die Tempo Centrale Europeo bzw. Central European Time (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt TCE bzw. CET (MEZ). Von Ende März bis Ende Oktober gilt die um eine Stunde vorgestellte Ora Legale bzw. Central European Summer Time (Mitteleuropäische Sommerzeit), kurz OL bzw. CEST (MESZ). Die Realzeit liegt um eine Stunde und 2 Minuten vor der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Die aus fünf Inseln bestehende Inselgruppe umfasst eine Landfläche von insgesamt 3,13 km² bzw. 1,21 mi². Die Entfernung zwischen San Domino und Pianosa beträgt rund 50 km. Die Hauptinsel San Domino hat eine Fläche von 2,0745 km² bzw. 0,8 mi². Sie durchmisst von Nordosten nach Südwesten 2,5 km bei einer maximalen Breite von 1,1 km. Die Küste ist 9,6 km lang bei einem maximalen Tidenhub von 0,3 bis 0,4 m, im Hafen von San Domino 0,39 m. Höchster Punkt ist der Colle dell'Eremita mit 116 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 5 m.

Geologie

Die Inseln zeichnen sich durch felsige Küsten aus, die aus Kalksteinablagerungen bestehen, die auf marine Abfolgen aus dem Känozoikum zurückzuführen sind, sowie aus Ablagerungen aus dem Quartär, die aus kontinentalen Abfolgen bestehen. Die geomorphologische Struktur des Gebiets ist das Ergebnis des Zusammenspiels von Gravitations-, Meeres- und Karstprozessen, die sowohl in den aufgetauchten als auch in den untergetauchten Bereichen des heutigen Festlandsockels weit verbreitet sind.

Die Tremiti sind seit dem Neolithikum besiedelt, wie zahlreiche Funde von Dörfern auf der Insel San Domino aus dem -24. Jahrhundert belegen. Auf der Insel San Nicola hingegen wurden Pfahlbauten einer eisenzeitlichen Hütte und Grabgruben aus der klassischen und hellenistischen Zeit gefunden. Ihr antiker Name war „Insulae Diomedeae“, zu Ehren des griechischen Helden Diomedes: Der Legende nach verwandelte Aphrodite, die Göttin der Liebe, ihre Gefährten in „Diomedee“, seltene Seevögel, die auf den Kalksteinen von San Domino nisten. Der Name Tremitis, von dem sich der Name Tremiti ableitet, taucht zum ersten Mal in mittelalterlichen Handschriften auf und erinnert an antike seismische Aktivitäten.

Von großem geologischem Interesse sind die Hinweise auf den Wechsel von marinen und kontinentalen Landschaften in den aufgetauchten und überfluteten Gebieten. Diese Elemente, die in den Erhebungen der Unterwasser- und Auftauchgebiete gefunden wurden, tragen dazu bei, die komplexe geologische Entwicklung des Gebiets zu erklären, die durch tektonische Aktivitäten im Quartär und eustatische und geomorphologische Prozesse gekennzeichnet ist. Die vom Menschen verursachten Veränderungen machen auch deutlich, wie wichtig die Geowissenschaften für die Bewirtschaftung selbst einer kleinen Insel und für alle Risiken sind, denen sie ausgesetzt sein kann, wie zum Beispiel das Risiko der Küstenerosion, das Risiko der Verschmutzung und das Risiko im Zusammenhang mit dem Bau von Häfen. Geologie und Geomorphologie, die auf die Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Ressourcen und der Meeresaktivitäten abzielen, sind nützlich, um geologischen Gefahren vorzubeugen.

Diese Arbeit zeigt die Ergebnisse von Aktivitäten in den Bereichen Geologie, Tourismus und Umwelterziehung, die zwischen 2007 und 2012 auf dem Archipel der Tremiti-Inseln (nördliches Apulien) durchgeführt wurden. Die Aktivitäten wurden in drei Hauptrichtungen durchgeführt: geocamminando, geonavigando und geoimmergendo. Die Tremiti-Inseln wurden in den vergangenen Jahren auch als Veranstaltungsort für den G&T-Tag der Abruzzen und Molise gewählt, eine jährliche Veranstaltung, an der Schulen aller Stufen teilnehmen und die ein großer Erfolg ist und eine Gelegenheit bietet, geologische Schönheiten zu bewundern.

Landschaft

Die Tremiti-Inseln sind der einzige Archipel in der westlichen Adria. Der Archipel, der nördlich des Gargano etwa 12,5 Meilen (Pianosa etwa 20) von der nächsten Küste entfernt liegt, besteht aus fünf Inseln: San Domino, San Nicola, Cretaccio, Capraia und Pianosa. Sie sind von Südwesten nach Nordosten ausgerichtet und haben eine maximale Höhe von 116 m. Ihre bathymetrischen Daten beginnen bei etwa -100 m, in einem Bereich, in dem das Adriatische Meer den Charakter eines Kontinentalschelfs hat.

Die Inseln sind im Einzelnen:

  • San Nicola, auf der sich der größte Teil der Einwohner und die bedeutendsten historischen Bauten der Inselgruppe befinden,
  • San Domino, früher Tremetis genannt, ist die größte der Inseln, mit den meisten touristischen Betrieben, dank dem einzigen Sandstrand (Cala delle Arene) der Inselgruppe.
  • Capraia (auch Caprara o Capperaia), die zweitgrößte Insel, unbewohnt, Teil des Naturschutzgebiets.
  • Pianosa, eine unbewohnte Felsfläche, etwa 20 km von den anderen Inseln entfernt. Sie erhebt sich an der höchsten Stelle nur 15 m aus dem Meer. Während starker Stürme wird die Insel von den Wellen manchmal komplett überspült.
  • Il Cretaccio ist ein großes Kalk- und Lehmkliff zwischen San Domino und San Nicola.
  • La Vecchia ist eine kleinere, nahe am Cretaccio gelegene Klippe.


Entlang des Rands der Insel San Nicola gibt es mehrere Buchten und Höhlen, die man bei Bootsausflügen entdecken kann. Folgt man dem Umfang der Insel im Uhrzeigersinn, ausgehend vom Hafen von San Domino, findet man Cala delle Arene, den einzigen Sandstrand mit flachem Grund im Diomedanischen Archipel, Punta dello Spido (der östlichste Ort der Insel), Punta Matano und Cala Matana, dem der Liedermacher Lucio Dalla, dem der Liedermacher Lucio Dalla, der in der Nähe eine Wohnung besaß, sein Album Luna Matana widmete, die Punta dal Pigno, die Cala del Pigno, die Cala dell'Elefante, der Scoglio dell'Elefante (auch L'Elefante genannt), benannt nach dem Tier, dessen Form er ähnelt, die Grotta del Sale, die Cala del Sale, die Cala delle Roselle, die Grotta delle Viole die Cala di Zio Cesare (auch Cala Zio Cesare genannt), die Punta di Zio Cesare (auch Punta di Ponente genannt, der südlichste Punkt der Insel und des gesamten Archipels), Le tre Senghe, die Grotta delle Murene, die Punta della Provvidenza, die Grotta del Bue Marino, die L'Architello, die Punta Secca, die Grotta delle Rondinelle, die Cala dei Benedettini, benannt nach der nahe gelegenen Cisterna dei Benedettini, die Punta del Vapore, die Cala degli Inglesi, die Punta del Vuccolo (der westlichste Ort der Insel und des gesamten Archipels), die Cala Tramontana, die Cala Tonda, die Grotta del Coccodrillo, die Cala Tamariello, die Punta del Diamante (der nördlichste Ort der Insel) und I Pagliai, eine Gruppe von vier großen Felsen.

Die Grotta delle Viole (Veilchengrotte) befindet sich auf der Südseite der Insel und soll ihren Namen von den Tausenden von Wildblumen erhalten haben, die in ihr blühen. Eine andere Theorie besagt, dass der Name von der purpurroten Färbung der Kalkalgen herrührt, die die unter Wasser liegenden Wände der Höhle bedecken.

Folgt man dem Umfang der Hauptinsel San Nicola im Uhrzeigersinn, ausgehend vom Hafen von San Nicola di Tremiti oder Scalo Marittimo, findet man den Acquedotto (auch bekannt als Acquedotto di San Nicola), eine klippenartige Küstenlinie, die durch die intensiven Erosionserscheinungen im Zusammenhang mit den Seestürmen des Scirocco entstanden ist, die Punta del Cimitero (der nördlichste Ort der Insel) mit einem überhängenden Felsen, die Cala della Punta del Cimitero mit einer Anlegestelle, die Grotta del Ferraio und die Muratta, eine Landzunge, deren Name von den Murattiani stammt, die sich während der napoleonischen Zeit auf der Insel niederließen.


Erhebungen

  • Colle dell’Eremita  116 m
  • San Nicola  75 m
  • Capraia  53 m


Inseln

Insel Fläche Ausmaße Seehöhe
San Domino 2,0745 km² 2,5 × 1,1 km 116 m
San Nicola 0,456826 km² 1,6 × 0,4 km 75 m
Capraia 0,45 km² 1,6 × 0,6 km 53 m
Pianosa 0,13 km² 0,4 × 0,3 km 15 m
Cretaccio 0,04 km² 0,3 × 0,3 km 30 m
La Veccia 0,001 km² 0,1 × 0,1 km 7 m

Flora und Fauna

Die Landflora und -fauna ist eher karg. Die Tremiti-Inseln haben jedoch eine einzigartige Meeresfauna, zu der unter anderem Seesterne im Küstenbereich gehören. In größeren Tiefen tummeln sich Muränen, Barsche, Langusten und weitere größere Meeresbewohner.

Flora

Die Flora der Tremiti-Inseln gehören zur Region Apulien und weist eine für die adriatischen Küsteninseln typische Vegetation auf. Die Pflanzenwelt umfasst sowohl natürliche Küsten- und Felsvegetation als auch Bestände, die durch jahrhundertelange menschliche Nutzung verändert wurden. Besonders auf San Domino sind größere zusammenhängende Gehölzbestände erhalten, während San Nicola stärker durch Siedlung, Landwirtschaft und historische Nutzflächen geprägt ist.

San Domino besitzt die ausgeprägteste natürliche Vegetation der Inselgruppe. Die Insel ist überwiegend von mediterraner Macchie und immergrünen Gehölzen bedeckt. Zu den charakteristischen Bäumen gehört die Aleppo-Kiefer, die auf San Domino ausgedehnte Bestände bildet. Daneben kommen verschiedene immergrüne Sträucher und Bäume vor, die an die trockenen Sommer und die salzhaltige Meeresluft angepasst sind. Die Kiefernwälder gehören zu den auffälligsten Landschaftselementen der Insel und unterscheiden San Domino deutlich von den stärker bebauten Nachbarinseln.

Die Macchie besteht aus dichtem, immergrünem Buschwerk. Zu den typischen Bestandteilen mediterraner Macchie gehören Mastixstrauch, Myrte, Erdbeerbaum, Stein-Eiche und verschiedene Wacholderarten. Diese Pflanzen besitzen häufig kleine, harte oder lederartige Blätter und sind an die sommerliche Wasserknappheit angepasst. Auf den Tremiti-Inseln treten solche Gehölze vor allem in den weniger intensiv genutzten Bereichen auf. Die Vegetation bildet dort dichte Bestände, die den Boden beschatten und vor Austrocknung schützen.

An den felsigen Küsten und auf den steilen Hängen wächst eine niedrige, wind- und salztolerante Vegetation. Dort finden sich Pflanzen, die mit geringer Bodenmächtigkeit, starker Sonneneinstrahlung und regelmäßiger Einwirkung von Meeressalz zurechtkommen. Die Küstenvegetation ist besonders an den exponierten Felsstandorten lückig und niedrigwüchsig. In geschützten Felsspalten und auf etwas tieferen Böden können sich dagegen dichtere Pflanzengemeinschaften entwickeln.

Auf den Inseln kommen auch verschiedene krautige Pflanzen und mediterrane Blütenpflanzen vor. Dazu gehören Arten, die im Frühjahr und Frühsommer blühen, wenn die Bodenfeuchtigkeit nach den Winterregen noch höher ist. Mit zunehmender sommerlicher Trockenheit geht die Vegetationsaktivität zurück. Viele einjährige Pflanzen schließen ihren Lebenszyklus bereits vor der stärksten Hitze ab und überdauern den trockenen Sommer als Samen. Diese jahreszeitliche Anpassung ist für die mediterrane Inselvegetation charakteristisch.

Die Vegetation der Tremiti-Inseln ist nicht vollständig naturbelassen. Auf San Nicola und San Domino wurden Flächen über lange Zeit landwirtschaftlich genutzt. Dazu gehörten Anbauflächen, Gärten und Bereiche mit Obst- und Nutzbäumen. Die menschliche Nutzung führte zu einer Aufteilung der Landschaft in natürliche Gehölzbestände, offene Flächen und kultivierte Bereiche. Heute sind diese Nutzungsformen teilweise aufgegeben, teilweise aber weiterhin sichtbar.

Die Inselgruppe besitzt keine großen Flüsse und nur sehr begrenzte natürliche Süßwasservorkommen. Deshalb ist die Vegetation stark von den Niederschlägen und der Fähigkeit der Pflanzen abhängig, Wasser im Boden zu halten oder Trockenperioden zu überstehen. Die Pflanzenwelt ist entsprechend an nährstoffarme und trockene Standorte angepasst. Besonders auf den flachgründigen Böden der Felsbereiche können nur Arten bestehen, die mit wenig Wasser und geringer Bodenentwicklung auskommen.

Die Tremiti-Inseln sind außerdem für ihre Bedeutung als Lebensraum und Rastgebiet von Vögeln bekannt. Die Vegetation bietet dabei Schutz- und Nistmöglichkeiten, insbesondere in den Gehölzbeständen und an den unzugänglichen Küstenabschnitten. Die Pflanzenwelt steht deshalb in engem Zusammenhang mit dem Naturschutz der Inselgruppe. Die geschützten Bereiche dienen nicht nur dem Erhalt der Landschaft, sondern auch dem Schutz der dort vorkommenden Tierarten.

Fauna

Die Fauna der Tremiti-Inseln umfasst eine vergleichsweise artenreiche Meereswelt, eine kleinere, aber bemerkenswerte Landtierwelt und eine besonders bedeutende Vogelwelt. Die Inselgruppe liegt an einer wichtigen Zugroute zwischen Europa und Afrika. Ihre isolierte Lage, die felsigen Küsten, die mediterrane Vegetation und die geschützten Meeresgebiete schaffen unterschiedliche Lebensräume. Die Meeresfauna ist dabei deutlich vielfältiger als die Landfauna.

Die Vogelwelt ist das auffälligste Merkmal der terrestrischen Fauna. Die Tremiti-Inseln sind vor allem für ihre Kolonien von Sturmtauchern bekannt. Die größte Bedeutung besitzt die Berta maggiore, der Gelbschnabelsturmtaucher (Calonectris diomedea), die auf den Inseln brütet. Ihr italienischer Name „Diomedea“ steht in Verbindung mit der antiken Überlieferung, nach der die Gefährten des Diomedes in Vögel verwandelt wurden. Die Art ist tatsächlich seit langer Zeit auf den Tremiti-Inseln heimisch und nutzt die Felsklippen und geeigneten Brutplätze der Inselgruppe.

Neben dem Gelbschnabelsturmtaucher kommt auch der Mittelmeer-Sturmtaucher (Puffinus yelkouan) vor. Die Tremiti-Inseln besitzen damit eine bedeutende Brutpopulation dieser beiden Sturmtaucherarten. Beide Arten verbringen einen großen Teil ihres Lebens auf dem Meer und kommen zur Fortpflanzung an Land. Die Brutplätze liegen an schwer zugänglichen Küstenabschnitten und in geeigneten Felshabitaten. Der Schutz dieser Bereiche ist für den Erhalt der Kolonien von besonderer Bedeutung.

Zu den weiteren charakteristischen Seevögeln gehört die Korallenmöwe (Larus audouinii), die in der italienischen Fauna als Gabbiano corso bezeichnet wird. Auch die Mittelmeermöwe (Larus michahellis) ist auf den Inseln vertreten. Die Tremiti-Inseln besitzen eine bedeutende Brutkolonie der Mittelmeermöwe, die an den felsigen Küsten geeignete Nistplätze findet. Weitere nachgewiesene Vogelarten sind der Wanderfalke (Falco peregrinus), der Eleonorenfalke (Falco eleonorae), der Rötelfalke (Falco naumanni), der Fahlsegler (Apus pallidus), der Mittelmeer-Steinschmätzer (Monticola solitarius) und der Samtkopf-Grasmücke (Sylvia melanocephala).

Die Inselgruppe ist außerdem ein bedeutender Rastplatz für Zugvögel. Während des Frühjahrs- und Herbstzuges nutzen zahlreiche Arten die Inseln als Zwischenstation. Die geografische Lage im Adriatischen Meer macht die Tremiti-Inseln zu einem wichtigen Rastgebiet auf der Zugroute zwischen Nordeuropa und Afrika. Einige Arten halten sich nur kurz auf, andere bleiben länger und nutzen die Inseln auch zur Fortpflanzung. Die geringe menschliche Störung während der Zugzeiten begünstigt die Nutzung der Inseln als Rastplatz.

Die Landfauna umfasst auch Reptilien. Zu den nachgewiesenen Arten gehören die Ruineneidechse (Podarcis siculus), der Mauergecko (Hemidactylus turcicus) und die Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus). Die Ruineneidechse ist auf den Inseln weit verbreitet und kommt in verschiedenen Lebensräumen vor. Die Gelbgrüne Zornnatter ist die einzige Schlangenart des Archipels. Sie ist ungiftig.

Amphibien fehlen auf den Tremiti-Inseln. Als Grund wird das Fehlen natürlicher Oberflächengewässer angegeben. Die Inselgruppe besitzt keine Flüsse und nur sehr begrenzte Süßwasservorkommen. Dadurch fehlen die für die Fortpflanzung vieler Amphibien erforderlichen Gewässer.

Die Säugetierfauna ist vergleichsweise klein. Zu den nachgewiesenen Land­säugetieren gehören der Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus), die Hausmaus (Mus musculus) und die Wanderratte beziehungsweise die Hausratte (Rattus rattus). Die Säugetiere sind vor allem in den Bereichen der Inseln vertreten, die durch Vegetation und menschliche Nutzung geprägt sind. Die Landfauna bleibt im Vergleich zur Vogelwelt und zur Meeresfauna artenarm.

Die Wirbellosenfauna umfasst zahlreiche Insekten und andere Gliederfüßer. Zu den genannten Arten gehören die Gottesanbeterin (Mantis religiosa), der Stabheuschreckenartige Clonopsis gallica, verschiedene Heuschrecken, Käfer und Schmetterlinge. Auch der Schwarze Witwenverwandte Latrodectus tredecimguttatus, kleine Skorpione der Gattung Euscorpius und der Scolopender (Scolopendra cingulata) kommen vor. Diese Arten gehören zur natürlichen Wirbellosenfauna der mediterranen Inselvegetation.

Die Meeresfauna der Tremiti-Inseln ist besonders vielfältig. Das Meeresschutzgebiet umfasst eine Wasserfläche von 1.466 Hektar und schützt die Meeresumwelt rund um San Domino, San Nicola, Caprara, Cretaccio und Pianosa. Die felsigen Meeresböden, die Unterwasserhöhlen und die Seegrasbestände bieten Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Die Unterwasserwelt umfasst sowohl Wirbellose als auch Fische und Meeressäugetiere.

Zu den typischen Fischen der felsigen Küstengewässer gehören der Braune Zackenbarsch (Epinephelus marginatus), die Goldbrasse (Diplodus sargus), die Geißbrasse (Diplodus vulgaris), die Meeräsche, der Conger-Aal (Conger conger), die Muräne (Muraena helena), der Braune Drachenkopf (Scorpaena porcus) und der Rote Drachenkopf (Scorpaena scrofa). Auch die Bernsteinmakrele (Seriola dumerili), der Barrakuda (Sphyraena barracuda), der Schriftbarsch (Serranus scriba) und die Geißbrasse (Diplodus puntazzo) sind im Meeresschutzgebiet vertreten.

Die Wirbellosenfauna des Meeres umfasst zahlreiche Arten aus verschiedenen Tiergruppen. Dazu gehören Schwämme, Nesseltiere, Weichtiere, Krebstiere, Stachelhäuter und Manteltiere. Zu den genannten Arten gehören die Steckmuschel (Pinna nobilis), der Gemeine Tintenfisch (Sepia officinalis), der Gemeine Krake (Octopus vulgaris), der Große Drachenkopf, die Langustenart Palinurus elephas, der Hummer (Homarus gammarus), die Große Spinnenkrabbe (Maja squinado) und verschiedene Seeigel und Seesterne.

Die Meeresfauna umfasst außerdem Meeressäugetiere. Im Natura-2000-Gebiet der Tremiti-Inseln ist der Große Tümmler (Tursiops truncatus) als geschützte Art aufgeführt. Eine 2026 veröffentlichte Untersuchung bestätigte die Anwesenheit von Großen Tümmlern im Gebiet und dokumentierte außerdem Beobachtungen von Gemeinen Delfinen (Stenella coeruleoalba) und Finnwalen (Balaenoptera physalus). Diese Nachweise stammen aus Beobachtungen und Untersuchungen im Zeitraum 2013 bis 2024.

Naturschutz

1989 wurde die Riserva Naturale Marina delle Isole Tremiti durch das interministerielle Dekret vom 14. Juli 1989 eingerichtet. Das Dekret wurde am 19. Dezember 1989 im italienischen Gesetzblatt veröffentlicht. Das Meeresschutzgebiet umfasst die Meeresflächen um San Domino, San Nicola, Capraia und Pianosa; auch Cretaccio liegt innerhalb des geschützten Archipels. Die ursprüngliche offizielle Flächenangabe beträgt 1.466 Hektar. Die geschützte Küstenlinie ist etwa 20,4 Kilometer lang, und die äußere Begrenzung folgt im Wesentlichen der 70-Meter-Isobathe.

Seit 1991 gehören die Tremiti-Inseln zum Parco Nazionale del Gargano. Die Verwaltung des Meeresschutzgebiets wurde dem Ente Parco Nazionale del Gargano übertragen. Der Nationalpark ist die zuständige Parkverwaltung für die Schutzregelungen der Inselgruppe. Das Meeresschutzgebiet ist in drei Schutzzonen gegliedert. Die Zone A ist die integrale Schutzzone, die Zone B die allgemeine Schutzzone und die Zone C die teilweise Schutzzone. Die Zonen unterscheiden sich durch den Umfang der erlaubten menschlichen Aktivitäten. Die offizielle Flächenaufteilung beträgt 180 Hektar für Zone A, 268 Hektar für Zone B und 1.018 Hektar für Zone C.

Die Zone A umfasst das Meer rund um die unbewohnte Insel Pianosa. Sie ist die höchste Schutzstufe des Meeresschutzgebiets. In diesem Bereich sind Anlegen, Navigation, Baden und Angeln verboten. Auch Tauchaktivitäten sind grundsätzlich nicht erlaubt. Ausnahmen bestehen nur für ausdrücklich genehmigte wissenschaftliche Tätigkeiten. Die Insel Pianosa selbst ist seit 1989 als integrale Schutzzone ausgewiesen.

Die Zone B umfasst zwei Küstenabschnitte. Auf Capraia reicht sie von Cala Sorrentino bis zum Felsen Caciocavallo. Auf San Domino liegt sie zwischen Punta Provvidenza und Punta Secca. In dieser Zone gelten strengere Einschränkungen als in Zone C. Die Navigation ist nur im Rahmen der geltenden Genehmigungen zulässig, während Baden und bestimmte Tauchaktivitäten unter den festgelegten Bedingungen möglich sind. Die Unterwasserfischerei ist verboten.

Die Zone C umfasst die übrigen geschützten Meeresflächen um San Domino, Capraia und San Nicola. Hier gelten geringere Einschränkungen als in den Zonen A und B. Baden, Navigation und bestimmte Tauchaktivitäten sind unter den geltenden Regeln möglich. Auch die Sportfischerei ist in Zone C zulässig. Die berufliche Fischerei unterliegt den jeweiligen Schutzbestimmungen.

Die Schutzregelungen dienen insbesondere der Erhaltung der Meeresböden, der Unterwasserhöhlen, der Seegrasbestände und der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten. Die felsigen Küsten und die Unterwasserlandschaften bieten Lebensräume für zahlreiche Fische, Wirbellose und andere Meeresorganismen. Die geschützten Bereiche sind außerdem für die Erhaltung der Brutvogelkolonien von Bedeutung, insbesondere für die Sturmtaucher, die auf den Inseln brüten.

Die Insel Pianosa besitzt auch außerhalb der Meeresflächen eine besondere Schutzbedeutung. Sie ist unbewohnt und weist salztolerante Küstenvegetation auf. Die Insel ist von der höchsten Schutzzone umgeben, in der die menschliche Nutzung stark eingeschränkt ist. Der Schutz umfasst damit sowohl die Insel selbst als auch die sie umgebenden Meereslebensräume.

Die Tremiti-Inseln gehören außerdem zum Natura-2000-Netz. Das Gebiet IT9110011 „Tremiti Islands“ ist als besonderes Schutzgebiet ausgewiesen. Die Natura-2000-Ausweisung ergänzt den nationalen Naturschutz und dient dem Schutz bestimmter Lebensräume und Arten von gemeinschaftlicher Bedeutung.

Klima

Das Klima der Tremiti-Inseln ist ein mediterranes Klima mit milden Wintern, warmen bis heißen Sommern und einer deutlichen Konzentration der Niederschläge auf die kühlere Jahreshälfte. Die Inselgruppe liegt in der Adria vor der Küste Apuliens und ist damit den klimatischen Einflüssen des Meeres ausgesetzt. Die geringe Landfläche und die unmittelbare Meeresnähe begrenzen die täglichen und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. Für die klimatische Beschreibung sind vor allem die Messungen der meteorologischen Station auf San Nicola und die langjährigen Beobachtungen der Meeresmeteorologie heranzuziehen.

Die historische Klimabeschreibung der Tremiti-Inseln beruht unter anderem auf Messungen der Station San Nicola aus dem Zeitraum 1959 bis 1979. Nach diesen Angaben beträgt der mittlere Jahresniederschlag etwa 476 mm. Die Niederschläge fallen fast ausschließlich als Regen und konzentrieren sich überwiegend auf Herbst und Winter. Eine längere und ausgeprägte sommerliche Trockenperiode, wie sie für viele andere mediterrane Regionen typisch ist, fehlt nach dieser Beschreibung. Damit unterscheiden sich die Tremiti-Inseln vom klassischen, streng ausgeprägten Mittelmeerklima mit nahezu vollständig niederschlagsfreien Sommermonaten.

Die Temperaturen zeigen den typischen Jahresgang eines mediterranen Küstenklimas. Die Winter sind mild, während die Sommer warm bis heiß sind. Nach langjährigen Klimamodellwerten für Isole Tremiti liegen die durchschnittlichen täglichen Höchsttemperaturen im August bei etwa 28°C und die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen bei etwa 23°C. Der Februar ist der kälteste Monat; für ihn werden durchschnittliche Tiefsttemperaturen von etwa 8°C und durchschnittliche Höchsttemperaturen von etwa 13°C angegeben. Die Werte beziehen sich auf Klimamodellierungen und nicht auf eine durchgehende aktuelle Messreihe einer Inselstation.

Die Sommermonate sind die wärmste und zugleich trockenste Jahreszeit. Besonders im Juli und August treten die höchsten Temperaturen auf. Für Juli werden durchschnittlich etwa 3 Regentage mit mindestens 1 mm Niederschlag angegeben, während November mit durchschnittlich etwa 8 Regentagen der niederschlagsreichste Monat ist. Die Niederschlagsmenge erreicht im November nach derselben Klimareihe etwa 64 mm, im Juli dagegen nur etwa 15 mm. Regen kann jedoch auch im Sommer auftreten, sodass die Inseln nicht vollständig niederschlagsfrei sind.

Die Niederschläge sind auf den Tremiti-Inseln stark unregelmäßig über das Jahr verteilt. Im Herbst und Winter treten häufiger Regenperioden auf, während der Sommer überwiegend von trockeneren Wetterlagen geprägt ist. Die Niederschläge fallen vor allem bei Wetterlagen, die feuchte Luft vom Adriatischen Meer heranführen. Bei einzelnen Wetterlagen können auch stärkere Regenfälle auftreten. Die geringe Jahresniederschlagsmenge erklärt, weshalb die Inseln trotz ihrer Lage in der gemäßigten Klimazone zu den trockeneren Gebieten der italienischen Adriaküste gehören.

Ein wesentliches Merkmal des Klimas ist die hohe Windhäufigkeit. Nach der historischen Klimabeschreibung dominieren Winde aus dem zweiten und vierten Quadranten. Dazu gehören unter anderem Levante und Scirocco aus östlichen bis südöstlichen Richtungen sowie Ponente, Tramontana und Maestrale aus westlichen bis nördlichen Richtungen. Die Winde beeinflussen die gefühlte Temperatur, die Verdunstung und den Seegang. Besonders in den Übergangsjahreszeiten und im Winter können sie die Wetterbedingungen deutlich verändern.

Die Meeresverhältnisse unterscheiden sich deutlich nach Jahreszeit. Im Sommer ist das Meer überwiegend ruhig, während Sturmfluten, stärkere Winde und Unwetter im Herbst und Winter häufiger auftreten. Die Inseln liegen vollständig im Adriatischen Meer und sind deshalb unmittelbar den dortigen Wind- und Seegangsverhältnissen ausgesetzt. Die geringe Größe der Inseln führt dazu, dass sich die Lufttemperaturen rasch an die Meeresoberfläche anpassen und extreme kontinentale Temperaturverhältnisse weniger stark ausgeprägt sind.

Nach der italienischen gesetzlichen Klimaklassifikation gehören die Tremiti-Inseln zur Klimazone C. Für San Nicola werden 953 Gradtage angegeben. Diese Klassifikation dient vor allem der Einordnung des Heizbedarfs von Gebäuden und ist nicht mit der Köppen-Klimaklassifikation gleichzusetzen.

Mythologie

Die Tremiti-Inseln trugen in der Antike den Namen Inseln des Diomedes oder Diomedische Inseln. Dieser Name geht auf den griechischen Helden Diomedes zurück, den Sohn des Tydeus und König von Argos, der als einer der bedeutendsten Teilnehmer am Trojanischen Krieg gilt und als Gefährte des Odysseus in den homerischen Epen erscheint.

Nach dem Fall Trojas kehrte Diomedes nach Argos zurück. Dort erwartete ihn jedoch eine von der Göttin Aphrodite (bei den Römern Venus) herbeigeführte Ablehnung. Während des Krieges hatte Diomedes die Göttin verwundet, als sie ihren Schützling Aeneas schützte. Als Strafe sorgte Aphrodite dafür, dass seine Frau Aigialeia und die Einwohner von Argos ihn nicht mehr erkannten oder zurückwiesen. Daraufhin verließ Diomedes seine Heimat und fuhr mit seinen Gefährten westwärts ins Adriatische Meer.

An der apulischen Küste gelangte er in die Landschaft der Daunier. Dort half er dem König Daunus im Kampf gegen die Messapier. Als Belohnung erhielt er die Hand der Königstochter Euippe und Herrschaft über Teile des Landes. In manchen Überlieferungen gründete er Städte wie Arpi, Canosa und Siponto. Andere Varianten berichten, dass er später mit Daunus in Konflikt geriet und von diesem getötet wurde.

Die Entstehung der Inseln selbst wird in der Legende ebenfalls mit Diomedes verbunden. Er soll große Steine, die er aus Troja mitgebracht hatte, ins Meer geworfen haben. Diese tauchten als Inseln wieder auf und bildeten das heutige Archipel. In einer anderen Fassung warf er drei Felsen, die den Hauptinseln San Domino, San Nicola und Capraia entsprechen.

Diomedes starb auf den Inseln. Sein Grab wird auf der Insel San Nicola lokalisiert, wo er an einem Strand begraben worden sein soll. Seine trauernden Gefährten wurden von Venus in weiße Vögel verwandelt, die ihm in den Himmel folgen oder seine Grabstätte bewachen sollten. Diese Vögel nannte Plinius der Ältere Aves Diomedeae. Zoologisch handelt es sich um den Gelbschnabel-Sturmtaucher, Calonectris diomedea, der auf den Klippen der Inseln nistet und deren nächtlicher Ruf an ein klagendes Weinen erinnert. Die Vögel sind nicht mit den Albatrossen der Gattung Diomedea zu verwechseln. Antike Autoren wie Strabon, Plinius und Augustinus erwähnen die Inseln im Zusammenhang mit diesem Mythos und berichten, dass die Vögel Griechen freundlich begegneten, Fremde jedoch angriffen und das Heiligtum des Diomedes reinigten.

Auf der Insel San Nicola befindet sich das Kloster bzw. die Abtei Santa Maria a Mare. Dort liegt der Mönch Nicolò begraben. Der Legende nach brach jedes Mal ein schwerer Sturm los, sobald jemand versuchte, seine sterblichen Überreste von der Insel zu entfernen. Die Stürme verhinderten die Abfahrt und hielten die Gebeine an ihrem Ort.

Geschichte

Die Tremiti-Inseln sind seit dem Neolithikum besiedelt und wurden bereits im Römischen Reich erstmals als Verbannungsort genutzt, etwa für Julia die Jüngere, die Enkelin des Augustus. Im Mittelalter gründeten Benediktinermönche im 9./11. Jahrhundert die Abtei Santa Maria a Mare auf San Nicola; ab dem 18. Jahrhundert dienten die Inseln unter den Königen von Neapel/Sizilien und später unter Mussolini erneut als Straf- und Internierungskolonie für politische Gegner und andere Gruppen.

Neolithikum

Die Erstbesiedlung der Tremiti-Inseln lässt sich archäologisch bis in das Neolithikum zurückverfolgen. Die ältesten gesicherten Spuren menschlicher Anwesenheit stammen von der Insel San Domino und gehören in das frühe Neolithikum, also in das -7. Jahrtausend. Die entscheidenden Fundstellen liegen in der Flur Prato Don Michele, einer ebenen, etwas höher gelegenen Fläche im Inneren der Insel, die von der Küste nicht weit entfernt ist. Dort wurden bei Grabungen in den 1950er Jahren und bereits bei früheren Oberflächenfunden große Mengen an Keramik der sogenannten Impressa-Ware geborgen. Diese Gefäße sind grob gearbeitet und tragen einfache Verzierungen, die mit dem Fingernagel, einem Stäbchen oder mit Muschelschalen in den noch weichen Ton gedrückt wurden. Dazu kommen steinerne Geräte aus Feuerstein (Selce) und Obsidian, Reste von Muscheln sowie Knochen von Haustieren. Auf der Insel San Domino wurde eine neolithische Ansiedlung ergraben, in der Keramik mit eingedrückten und eingeritzten Mustern, Schaber und Muschelhaufen gefunden wurden. Die spektrographische Untersuchung der Obsidianfunde ergab, dass sie ausschließlich von der Insel Lipari stammen. Es handelt sich um die typische Materialkultur der frühen neolithischen Gruppen des südöstlichen Italiens, die bereits Landwirtschaft und Viehzucht betrieben. Wohnstrukturen oder Gräber aus dieser ältesten Phase wurden bisher nicht nachgewiesen; die Funde deuten auf eine wiederholte oder längerfristige Nutzung der Fläche hin.

Im mittleren und späten Neolithikum (etwa ab der zweiten Hälfte des -5. und vor allem im -4. und frühen -3. Jahrtausend) verschiebt sich der Schwerpunkt der Funde auf die nordwestliche Küste von San Domino, insbesondere in die Bereiche Cala Tramontana und Cala degli Inglesi. Hier finden sich Keramiken mit rot bemalten Bändern (teilweise ungerändert), trichrome Gefäße im Stil der Ripoli-Scaloria-Gruppe sowie charakteristische Formen der Serra-d’Alto- und vor allem der Diana-Kultur. Die Diana-Keramik mit ihren typischen spulenförmigen Henkeln (anse a rocchetto) markiert das Endneolithikum und ist in weiten Teilen Süditaliens verbreitet. In Cala Tramontana kamen außerdem neun Bestattungen zutage, die dem endneolithischen Horizont der Diana-Kultur zugeordnet werden. Bei diesen Gräbern handelt es sich um einfache Gruben, in denen Skelette und Beigaben deponiert wurden. In derselben Fundstelle wurden auch Ringarmreifen aus Muschelschale entdeckt, die zum Teil vor Ort hergestellt worden sind, wie Produktionsabfälle belegen. Solche Schmuckstücke sind im italienischen Neolithikum weit verbreitet und zeigen Verbindungen zu anderen Regionen.

Neben San Domino wurden bei systematischen Oberflächenbegehungen (Surveys) der Jahre 2018/19 auf San Nicola und Capraia (Caprara) weitere Konzentrationen von Feuersteingeräten und vereinzelten Keramikfragmenten gefunden. Die Steinartefakte umfassen Klingen, Spitzen, Schaber und Abschläge. Ein Teil des Rohmaterials stammt vermutlich aus lokalen Dolomitvorkommen mit Feuersteinknollen auf Capraia, anderes könnte vom gegenüberliegenden Gargano-Vorgebirge importiert worden sein. Obsidianbruchstücke deuten auf weiterreichende Kontakte hin. Die Keramikreste aus diesen Surveys gehören überwiegend in das mittlere bis späte Neolithikum und die beginnende Kupferzeit (Eneolithikum).

Die neolithische Besiedlung der Tremiti-Inseln steht im Zusammenhang mit der Ausbreitung der frühen Landwirtschaftskulturen entlang der adriatischen Küsten und auf den vorgelagerten Inseln. Die Inseln boten trotz ihrer begrenzten Größe fruchtbare Ebenen, Süßwasservorkommen und Zugang zu Meeresressourcen. Die Keramikstile und die Rohmaterialien (Feuerstein, Obsidian, Muschelschmuck) zeigen, dass die Bewohner in Kontakt mit den Kulturen des apulischen Festlandes und möglicherweise auch mit anderen adriatischen Regionen standen. Die Grabungen von Francesco Zorzi in den 1950er und 1960er Jahren legten die Grundlage für die heutige Kenntnis; neuere Surveys der Universität Bologna und weitere Studien haben das Bild ergänzt und bestätigt, dass San Domino den Schwerpunkt der prähistorischen Nutzung bildete, während San Nicola und Capraia zumindest zeitweise frequentiert wurden.

Bronzezeit

Die Bronzezeit auf den Tremiti-Inseln ab etwa -3000 ist archäologisch deutlich schwächer belegt als das Neolithikum. Die Funde sind spärlich, oft nur durch Oberflächenbegehungen oder ältere, nicht immer systematisch dokumentierte Untersuchungen bekannt, und sie liegen häufig in Bereichen, die später durch antike, mittelalterliche oder neuzeitliche Nutzung überprägt wurden. Eine dichte, dauerhafte Besiedlung lässt sich für diese Epoche nicht nachweisen; vielmehr deuten die Materialien auf eine eher sporadische oder saisonale Nutzung hin.

Auf der Insel San Nicola, dem historischen und administrativen Zentrum des Archipels, wurden die klarsten Hinweise gefunden. Hier kamen bei älteren Grabungen und bei den Surveys der Jahre 2018/19 Keramikfragmente und weitere Funde zutage, die in einen weiten Zeitraum von der mittleren bis späten Bronzezeit (etwa zweite Hälfte des -2. Jahrtausends) bis in die Eisenzeit reichen. Es handelt sich vorwiegend um grobe Impasto-Keramik, also handgeformte Gefäße aus ungereinigtem Ton, sowie um steinerne Geräte. In manchen Bereichen der Insel wurden zudem zylindrische Löcher in den Kalkfelsen beobachtet, die als mögliche Pfostenlöcher oder Einbauten für leichte Behausungen gedeutet werden. Diese Strukturen lassen sich jedoch nicht sicher einer bestimmten Phase zuordnen und könnten auch in die Eisenzeit oder noch später datieren.

Die Fundverteilung zeigt eine Bevorzugung der etwas ebenen oder leicht abfallenden Bereiche in Küstennähe und auf den höheren Plateaus. Eine durchgehende Siedlungskontinuität vom Endneolithikum bzw. der Kupferzeit (Eneolithikum) in die Bronzezeit ist nicht klar zu belegen. Die Materialien aus dem Übergangsbereich (spätes Neolithikum / frühes Eneolithikum) mit Diana-Keramik und verwandten Formen enden weitgehend, bevor typisch bronzezeitliche Horizonte einsetzen. Auf San Domino und Capraia sind bronzezeitliche Funde noch seltener und beschränken sich auf vereinzelte Scherben und Steinartefakte, die bei den systematischen Begehungen der Universität Bologna und früheren Forschungen zutage kamen.

Die geringe Funddichte wird in der Forschung mit mehreren Faktoren erklärt: Die Inseln sind klein und ressourcenarm, das Meer trennt sie vom Festland, und die bronzezeitlichen Gemeinschaften der Apulien und der adriatischen Küstenregionen scheinen sich stärker auf das Gargano-Vorgebirge und die Küstenabschnitte konzentriert zu haben. Kontakte zu den umliegenden Regionen bestanden dennoch, wie vereinzelte Importe oder stilistische Ähnlichkeiten der Keramik andeuten. Eine intensivere Nutzung der Inseln setzt erst wieder in der Eisenzeit und vor allem ab der hellenistischen und römischen Zeit ein, als San Nicola zu einem festeren Siedlungs- und später monastischen Zentrum wurde.

Eisenzeit

Die Hinweise auf eine eisenzeitliche Besiedlung konzentrieren sich vor allem auf die Insel San Nicola und fallen in einen weiten Zeitraum, der etwa vom -9. bis zum -7. Jahrhundert reicht und teilweise noch in die nachfolgende Phase übergeht. Eine dichte oder dauerhafte Siedlung ist nicht nachweisbar; die Befunde deuten vielmehr auf verstreute, kleinräumige Aktivitäten hin.

Auf dem höheren Plateau von San Nicola wurden in den Kalkfelsen zylindrische Löcher beobachtet, die als Pfostenlöcher oder Einbauten für leichte Behausungen interpretiert werden. Diese Strukturen werden der Eisenzeit zugeordnet und deuten auf mögliche Hütten oder einfache Unterstände hin. In derselben Zone liegen auch rechteckige Gruben, die als Bestattungen gedeutet werden und teilweise die älteren Pfostenlöcher schneiden. Zwei hypogäische Kammergräber (Tombe a grotticella) befinden sich in der Nähe; eines davon ist die traditionell so genannte „Tomba di Diomede“. Diese Gräber werden in der Regel eher der klassischen oder hellenistischen Zeit zugeschrieben, doch die Überlagerung der Befunde erschwert eine klare Abgrenzung.

Keramikfunde aus dieser Phase sind spärlich und bestehen überwiegend aus grober Impasto-Ware. Sie liegen oft in Bereichen, die später durch hellenistische und römische Nutzung überprägt wurden, sodass eine präzise stratigraphische Einordnung schwierig bleibt. Auf San Domino und Capraia sind eisenzeitliche Materialien noch seltener und beschränken sich auf vereinzelte Scherben und Steinartefakte, die bei Oberflächenbegehungen zutage kamen.

Antike

Ab dem -4. Jahrhundert lassen sich auf San Nicola Siedlungsspuren nachweisen. In der westlichen Zone des Plateaus, jenseits der sogenannten Tagliata, befindet sich eine Nekropole mit weniger als zwanzig Gräbern. Dazu gehören hypogäische Kammergräber (Tombe a grotticella) und mehrere rechteckige Grubengräber. Eines der Kammergräber wird traditionell als „Tomba di Diomede“ bezeichnet. Es besitzt einen unregelmäßig runden Grundriss und eine kuppelartige Decke. Die Anlage der Nekropole wird von manchen Forschern in die hellenistische Zeit (-4. bis -1. Jahrhundert) gesetzt und mit einem Prozess der Hellenisierung in Verbindung gebracht, der auch die Daunia erfasste.

In römischer Zeit verdichten sich die Hinweise. Auf dem höchsten Punkt der Insel (rund 76 Meter über dem Meer) sind die Reste eines Kryptoportikus erhalten, der zu einer ländlichen Domus gehörte. Die Mauertechnik weist auf eine Errichtung zwischen der Mitte des -1. Jahrhunderts und dem 1. Jahrhundert hin. In der Nähe befinden sich Spuren einer weiteren Domus sowie einer großen, in den Fels gehauenen und mit Opus incertum ausgekleideten Zisterne (die sogenannte Vasca di San Nicola), die in denselben Zeitraum datiert wird. Weitere Funde umfassen Fragmente von Schwarzfirnisware, Amphoren, italische Terra Sigillata und Mosaikreste in Opus scutulatum. Die Siedlungsstruktur scheint aus mehreren, voneinander entfernten Wohnkomplexen bestanden zu haben, die durch landwirtschaftliche und handwerkliche Flächen verbunden waren.

Die Inseln dienten in der Kaiserzeit auch als Verbannungsort. Kaiser Augustus verbannte seine Enkelin Iulia die Jüngere (Vipsania Iulia Agrippina) im Jahr 8 oder 9 wegen Ehebruchs nach Trimerus. Sie blieb dort etwa zwanzig Jahre und starb zwischen 28 und 29 auf der Insel. Die literarischen Quellen bestätigen damit die Nutzung der Inseln als isolierten Aufenthaltsort für Angehörige der Kaiserfamilie.

Unterwasserfunde belegen zudem eine intensive Schifffahrt in der Umgebung. Vor der Südküste von San Domino liegen römische Wracks mit Ladungen von Amphoren des Typs Lamboglia 2 und Dressel 2-4 sowie Blöcken und Monolithen. Diese Zeugnisse deuten auf Handelsverbindungen hin, die das Archipel in die adriatischen und mediterranen Verkehrswege einbanden.

Mittelalter

Eine entscheidende Rolle spielten die Benediktiner bei der Besiedlung und Urbarmachung der Tremiti-Inseln. Deren Geschichte im Mittelalter fällt zusammen mit der Geschichte der Abtei. Auf der Insel San Nicola stand in erhöhter Position eine kleine Kirche, die Keimzelle des kulturellen, wirtschaftlichen und geistlichen Zentrums der Inseln, der Abtei Santa Maria a Mare, die der Kunsthistoriker Émile Bertaux das Montecassino mitten im Meer nannte.

Ob das Benediktinerkloster S. Maria di Tremiti schon im 8. Jahrhundert bestand, ist zweifelhaft. Der Bericht des Leo von Ostia, Karl der Große habe Paulus Diaconus dorthin in die Verbannung geschickt, diesem aber sei die Flucht geglückt, ist fiktiv.

Nach dem Chartularium Tremitense wurde das Kloster im 9. Jahrhundert als unmittelbares Filialkloster der Benediktinerabtei Montecassino errichtet. Der erste Abt ist jedoch erst 1005 belegt. Im 11. Jahrhundert hatte die Abtei ihre glanzvollste Zeit. Besitz und Reichtum waren so sehr gewachsen, dass der Abt Alderich die Kirche durch einen größeren Neubau ersetzte, der 1045 vom Bischof von Dragonara (Diözese von San Severo) geweiht wurde. Zahlreiche Schenkungen weltlicher Herren brachten umfangreichen Besitz auf dem Festland, vor allem im Marserland, im Prinzipat von Benevent und in den Diözesen Siponto, Vieste, Troia und Dragonara. Nach Erlangung der Selbständigkeit im 13. Jahrhundert besaß das Kloster Ländereien auf dem Festland vom Fluss Biferno in der Region Molise bis zur apulischen Stadt Trani. In einer Bulle vom 22. April 1256 bestätigte Papst Alexander IV. alle Besitztümer der Mönchsgemeinschaft.

1038 hatte Konrad II. auf Bitten des Abtes Deodatus die Abtei in seinen Schutz genommen, was Heinrich III. 1054 bestätigte, auch wenn das Reich keine dauerhafte Herrschaft in Süditalien ausüben konnte. Enge, zunehmend gespannte Beziehungen bestanden zu Montecassino: Friedrich von Lothringen, der spätere Papst Stephan IX., hat sich auf der Flucht vor Heinrich III. vorübergehend nach Tremiti zurückgezogen. Die reichhaltige Bibliothek unter Abt Eustasius um 1175 ist durch das erhaltene Bücherverzeichnis bekannt.

Leo IX. hat die Abtei direkt dem Hl. Stuhl unterstellt, dennoch versuchte Montecassino unter Nikolaus II., sich das Kloster einzuverleiben, allerdings ohne bleibenden Erfolg. Abt Desiderius (Daupherius Epiphani) konnte eine Oberaufsicht ausüben, Urban II. und seine Nachfolger ließen Tremiti in die Besitzlisten der Privilegien für Montecassino aufnehmen, dennoch konnte das Inselkloster schließlich seine Selbständigkeit behaupten, wie aus dem Eintrag im Liber Censuum hervorgeht. 1237 ist auch der Treueid eines Abtes dort nachgetragen. Die Zwistigkeiten mit dem Mutterhaus einerseits, die Plünderungen von Inseln und Kloster durch Piraten in der Zeit Innozenz III. andererseits leiteten den geistlichen und weltlichen Niedergang ein. Die von Innozenz‘ Nachfolger Gregor IX. angeordneten Reformen führten zum Anschluss des Klosters an die Zisterzienserabtei Casanova in der Diözese Penne. Gregor IX. veranlasste 1237 den späteren KardinalRainer von Viterbo, damals Bischof von Termoli, die Abtei den Zisterziensern zu unterstellen.

In der Folge ließ Karl von Anjou die Abtei mit Befestigungsbauten versehen. 1334 wurde sie dennoch von korsarischen Almogavaren aus Almissa in Dalmatien, das sich zu einem gefürchteten Zentrum der Seeräuberei in der Adria entwickelt hatte, erobert und geplündert. Die Korsaren brachten alle Mönche um, damit endete die zisterziensische Periode auf den Tremiti. Die Abtei begann zu verfallen.

1412 ging der Klosterverband, nachdem verschiedene Orden die Übernahme abgelehnt hatten, auf Anordnung Papst Gregor XII. an die Lateranensischen Regularkanoniker über, die aus San Frediano in Lucca kamen und von Leone da Carrara geführt wurden. Sie restaurierten das Kloster, erweiterten es, legten zahlreiche Zisternen an, die zum Teil noch heute funktionieren, und vergrößerten des Grundbesitz des Klosters auf dem Gargano, in Molise und im Gebiet von Bari.

Frühe Neuzeit

Im 15. Jahrhundert wurde die Klosteranlage zu einer stark befestigten Anlage ausgebaut und bildete den wichtigsten militärischen und politischen Mittelpunkt des Archipels. Die Lage der Insel im Adriatischen Meer verlieh der Festung strategische Bedeutung, da die Tremiti-Inseln auf den Seeverbindungen zwischen der italienischen Adriaküste und den östlichen Mittelmeergebieten lagen.

1567 kam es zu einem bedeutenden Angriff durch das Osmanische Reich. Eine osmanische Flotte unter dem Kommando von Piyale Pascha, einem der wichtigsten osmanischen Admirale des 16. Jahrhunderts, operierte zu dieser Zeit in der Adria. Die Unternehmung stand im Zusammenhang mit der osmanischen Kriegführung unter Sultan Süleyman I., dem Prächtigen. Die Flotte hatte zuvor verschiedene Orte an der italienischen Küste angegriffen und verwüstet und erreichte am 5. August 1567 die Tremiti-Inseln.

Das Hauptziel des Angriffs war San Nicola mit der befestigten Abtei. Die Osmanen versuchten, Truppen auf der Insel zu landen und die Festungsanlagen einzunehmen. Die Verteidiger verfügten jedoch über Artillerie und konnten die Landungsversuche zurückschlagen. Die Befestigungen der Abtei erwiesen sich als ausreichend stark, um den Angriff abzuwehren. Die Kämpfe dauerten drei Tage. Schließlich verschlechterte sich das Wetter, und ein aufziehender Sturm zwang die osmanische Flotte zum Abbruch des Unternehmens und zum Rückzug. Die Festung wurde nicht erobert.

Der Angriff von 1567 zeigte die militärische Bedeutung der Befestigungsanlagen von San Nicola. Die Abteifestung hatte nicht nur religiöse und administrative Funktionen, sondern konnte auch als befestigter Stützpunkt gegen einen größeren Seeangriff dienen. Nach dem Rückzug der osmanischen Flotte blieb die Insel unter der Herrschaft des Königreichs Neapel beziehungsweise innerhalb der jeweiligen politischen Ordnung Süditaliens und die Abtei weiterhin unter lateranensischer Verwaltung.

In den folgenden Jahrzehnten und im 17. Jahrhundert setzte sich die klösterliche Nutzung der Tremiti-Inseln fort. Die Lateranensischen Chorherren verwalteten die Abtei und die Inseln. Die Abtei auf San Nicola blieb das religiöse und administrative Zentrum. Gleichzeitig nahm die wirtschaftliche Bedeutung des Klosterbesitzes allmählich ab. Die abgelegene Lage des Archipels, die begrenzten landwirtschaftlichen Möglichkeiten und die schwierige Versorgung über das Meer erschwerten die wirtschaftliche Unterhaltung der klösterlichen Einrichtungen.

Während des 17. Jahrhunderts bestanden die Befestigungsanlagen weiterhin und schützten den Hauptsiedlungsbereich von San Nicola. Die Insel war weiterhin nur dünn besiedelt und unterschied sich damit deutlich von den dicht besiedelten Küstengebieten des Königreichs Neapel. Die wirtschaftlichen Grundlagen der Abtei beruhten weiterhin auf den vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen, den Einkünften des Klosterbesitzes und den Verbindungen zum Festland.

Auch im 18. Jahrhundert blieb die Abtei zunächst unter der Verwaltung der Lateranensischen Chorherren. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verstärkten sich jedoch. Die religiöse Gemeinschaft konnte die abgelegenen Inseln auf Dauer nicht mehr in der bisherigen Form unterhalten. Gleichzeitig gewann die staatliche Kontrolle über die Inselgruppe zunehmend an Bedeutung.

1737 wurden die Tremiti-Inseln dem Königreich Neapel unterstellt. Damit endete die unmittelbare politische Sonderstellung der Inseln unter der lateranensischen Verwaltung. Die staatliche Herrschaft wurde anschließend stärker auf die Nutzung und Verwaltung des Archipels ausgerichtet.

Unter Ferdinand IV. von Neapel kam es schließlich zu einer grundlegenden Veränderung. Der König hob 1783 das Kloster auf. Damit endete die mehrere Jahrhunderte dauernde Epoche der Lateranensischen Chorherren auf den Tremiti-Inseln. Die Aufhebung war zugleich mit einer völligen Neuorientierung der Nutzung des Archipels verbunden.

Ebenfalls 1783 wurde auf den Tremiti-Inseln eine Strafkolonie eingerichtet. Die Inseln wurden damit von einem überwiegend klösterlich geprägten Ort zu einem staatlich kontrollierten Verbannungs- und Haftort. Die abgelegene Lage im Adriatischen Meer machte den Archipel für diese Funktion geeignet. Die bisherige Verbindung von Kloster, Landwirtschaft und Festung trat zunehmend hinter die Funktion als staatliche Straf- und Verbannungseinrichtung zurück.

Umbruchszeit

Während der napoleonischen Herrschaft gerieten die Tremiti in den Machtbereich des von Joachim Murat regierten Königreichs Neapel. Murats Truppen besetzten die Inseln und nutzten insbesondere die stark befestigte Anlage auf San Nicola. 1809 kam es zu einem Angriff britischer Kriegsschiffe auf die Insel. Die Befestigungen konnten den Angriff abwehren. Die Beschießung hinterließ Spuren an den Gebäuden der Festung und der ehemaligen Abtei; Einschläge von Kanonenkugeln sind an der Fassade bis heute sichtbar. Nach den napoleonischen Kriegen blieb die Straf- und Verbannungsfunktion der Inseln bestehen.

Die von Murat verfügte Begnadigung derjenigen Deportierten, die sich an der Verteidigung der Inseln gegen die britischen Angreifer beteiligt hatten, führte nach der Überlieferung zu einer weiteren Entleerung der Bevölkerung. Die Tremiti blieben damit im frühen 19. Jahrhundert ein nur schwach besiedelter Ort, dessen Bevölkerung wesentlich durch die staatliche Nutzung als Strafkolonie bestimmt wurde.

Eine grundlegende Veränderung erfolgte 1843 unter Ferdinand II. von Bourbon. In diesem Jahr wurde auf den Tremiti eine neue Siedlerkolonie eingerichtet. Der Bourbonenkönig ließ Bewohner aus Neapel und dessen Umgebung ansiedeln, insbesondere arme Bevölkerungsgruppen, denen auf den Inseln eine neue wirtschaftliche Existenz ermöglicht werden sollte. Die Ansiedlung bildete die Grundlage für die dauerhafte moderne Bevölkerung der Inseln. Der Nationalpark Gargano bezeichnet diese Entwicklung ausdrücklich als Einrichtung einer „colonia napoletana“ im Jahr 1843.

Die Herkunft eines großen Teils der neuen Bevölkerung aus dem Raum Neapel wirkte sich auch sprachlich und kulturell aus. Der auf den Tremiti entstandene lokale Dialekt gehört zum süditalienischen beziehungsweise neapolitanischen Sprachraum und unterscheidet sich damit vom apulischen Dialektgebiet des gegenüberliegenden Festlandes. Die Ansiedlung von 1843 erklärt die bis in die Gegenwart reichende besondere sprachliche Prägung der Inselbevölkerung.

Die Fischerei bildete eine wichtige wirtschaftliche Grundlage der neuen Siedlung. Die reichen Fischgründe vor den Inseln ermöglichten den angesiedelten Familien den Lebensunterhalt und trugen zur Entwicklung einer dauerhaft ansässigen Bevölkerung bei. Gleichzeitig blieb die Strafkolonie bestehen. Die Tremiti waren daher im späteren 19. Jahrhundert gleichzeitig Siedlungsort einer aus Neapel stammenden Bevölkerung und staatlicher Verbannungsort.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich diese Doppelfunktion fort. 1911 wurden während des italienischen Krieges gegen das Osmanische Reich um Libyen arabische Gefangene und als politisch beziehungsweise militärisch verdächtig eingestufte Personen auf die Tremiti deportiert. Am 29. Oktober 1911 traf das Schiff „La Serbia“ mit den ersten etwa 600 Gefangenen auf San Nicola ein; insgesamt wurden bis zu 1.391 Menschen dorthin gebracht. Unter ihnen befanden sich auch Frauen, Kinder und ältere Menschen. Sie wurden unter sehr beengten Bedingungen untergebracht; ein Teil der Gefangenen starb während der Internierung an den schlechten Lebensbedingungen und an einer Typhusepidemie. Der Friedhof der Internierten ist bis heute erhalten. Nach etwa einem Jahr war ein Drittel von ihnen an Fleckfieber gestorben. Diese Ereignisse nahm ein Dreivierteljahrhundert später, 1987, Muammar al-Gaddafi zum Anlass, die Inseln als Bestandteil libyschen Territoriums zu reklamieren, was die diplomatischen Spannungen zwischen Italien und Libyen verstärkte.

Weltkriegszeit

Die seit 1792 bestehende Strafkolonie wurde 1926 aufgehoben. An ihre Stelle trat im faschistischen Italien das politische Polizeikonfinement. Die Tremiti wurden damit erneut zu einem staatlichen Verbannungsort. Zwischen 1926 und 1943 wurden politische Gegner des faschistischen Regimes auf die Inseln geschickt. Zu den dort internierten beziehungsweise verbannten Personen gehörten Antifaschisten, Sozialisten, Kommunisten und andere Regimegegner. Auch der spätere italienische Staatspräsident Sandro Pertini und der spätere Ministerpräsident Ferruccio Parri hielten sich zeitweise auf den Tremiti auf.

1932 erhielten die Tremiti die kommunale Selbstständigkeit. Damit wurden die Inseln als eigenständige Gemeinde organisiert. Die politische Sonderfunktion als Verbannungsort blieb jedoch bestehen.

Eine besondere Form der faschistischen Verfolgung traf San Domino ab 1938. Das Regime ließ dort mehrere hundert Männer wegen ihrer Homosexualität ins Polizeikonfinement schicken. Die Homosexualität selbst war im faschistischen Italien nicht als eigener Straftatbestand verboten; die Betroffenen wurden jedoch durch polizeiliche Maßnahmen als vermeintlich sozial oder politisch gefährliche Personen verfolgt und auf die Insel deportiert. Prominente Gefangene waren unter anderen der spätere Staatspräsident Sandro Pertini und Amerigo Dumini.

Auf San Domino entstand eine ausschließlich aus homosexuellen Männern bestehende Gruppe von Konfinados. Die Unterbringung erfolgte unter sehr einfachen Bedingungen in Baracken beziehungsweise Gebäuden ohne angemessene Versorgung. Die Haftbedingungen waren unmenschlich. Erst in den 2000er Jahren hat Italien diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt. Die Internierung dieser Gruppe endete 1940.

Parallel dazu wurden auf San Nicola politische Konfinierte untergebracht. Die ehemaligen bourbonischen Kasernen und eigens errichtete Gebäude dienten als Unterkünfte. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre wurden die verschiedenen Funktionen der Inseln stärker voneinander getrennt: San Nicola diente vor allem dem politischen Konfinement, während San Domino für bestimmte Gruppen von Internierten genutzt wurde.

Die Gemeindeautonomie wurde den Inseln 1932 zuerkannt. Mit dem Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg 1940 änderte sich die Funktion des Archipels erneut. Die Tremiti wurden auch als Internierungsort für sogenannte „feindliche“ beziehungsweise als gefährlich eingestufte Personen verwendet. Dazu gehörten unter anderem ausländische Staatsangehörige, Personen aus den jugoslawischen Grenzgebieten, Albaner, Juden und Menschen, die aus politischen oder religiösen Gründen als unerwünscht galten. Nach einer Darstellung des Consiglio Regionale della Puglia lag die Gesamtkapazität der Internierungseinrichtungen bei etwa 815 Personen; auf San Nicola befanden sich vor allem die Konfinados, auf San Domino die Internierten.

Das politische Konfinement endete im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes 1943. Die Tremiti gehörten damit zu den Orten, an denen sich die Geschichte der faschistischen politischen Verfolgung, der Internierung ausländischer Bevölkerungsgruppen und der Verfolgung homosexueller Männer überschnitt. Die Inseln waren bis 1943 beziehungsweise während der ersten Kriegsjahre ein bedeutender staatlicher Internierungsort; mit dem Ende des faschistischen Systems verlor diese Funktion ihre Grundlage.

Moderne Zeit

Mit dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes und dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlor die staatliche Konfinierung ihre Grundlage. Die Inseln entwickelten sich danach zunehmend zu einer normalen Gemeinde mit dauerhaft ansässiger Bevölkerung. Die wirtschaftliche Grundlage blieb vor allem die Fischerei, daneben gewannen Landwirtschaft, Dienstleistungen und später der Fremdenverkehr an Bedeutung.

In der Nachkriegszeit setzte ein allmählicher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel ein. Die Tremiti wurden zunehmend als landschaftlich und historisch bedeutendes Reiseziel wahrgenommen. Besonders San Domino entwickelte sich zum wichtigsten Fremdenverkehrszentrum des Archipels. San Nicola blieb dagegen das administrative und historische Zentrum der Gemeinde. Die frühere Strafkolonie und die Befestigungsanlagen wurden zunehmend als historische Zeugnisse wahrgenommen und nicht mehr als Einrichtungen staatlicher Verbannung genutzt.

Eine wichtige Veränderung für den Schutz der Inseln erfolgte 1989. Am 14. Juli 1989 wurde das Meeresschutzgebiet Riserva Naturale Marina delle Isole Tremiti eingerichtet. Es umfasst eine Meeresfläche von rund 1.466 Hektar und erstreckt sich um San Domino, San Nicola, Capraia und Pianosa. Die Einrichtung des Schutzgebietes stellte einen wichtigen Schritt zum Schutz der Meereslebensräume und der Unterwasserwelt des Archipels dar.

In den folgenden Jahrzehnten nahm die Bedeutung des Naturschutzes weiter zu. Die Tremiti wurden Bestandteil des Nationalparks Gargano; die Verwaltung des Meeresschutzgebietes wurde dem Ente Parco Nazionale del Gargano übertragen. Dadurch unterliegen große Teile des Archipels und seines Meeresgebietes unterschiedlichen Schutzbestimmungen. Besonders streng geschützt ist das Gebiet um Pianosa.

Nach der Jahrtausendwende nahm zugleich der Fremdenverkehr deutlich an Bedeutung zu. Die Inseln wurden vor allem wegen ihrer Strände, Buchten, Steilküsten, Grotten und der geschützten Unterwasserwelt besucht. San Domino entwickelte sich zum wichtigsten touristischen Standort mit Hotels, Ferienunterkünften, Restaurants und weiteren touristischen Dienstleistungen. San Nicola behielt dagegen seinen Charakter als historisches und administratives Zentrum.

Im Frühjahr 2012 kam es zu einem landesweit beachteten Konflikt über die kommunalen Grundstücke. Die damalige kommissarische Gemeindeverwaltung schrieb mehrere Grundstücke auf San Domino und San Nicola zur Versteigerung aus. Insgesamt handelte es sich um etwa sieben Hektar: Auf San Domino waren rund 32.000 m² in mehrere Lose aufgeteilt, auf San Nicola kam ein Grundstück von etwa 37.000 m² hinzu. Die Grundstücke waren im Rahmen eines Plans für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Die Gemeinde hoffte, mit der Veräußerung mehr als vier Millionen Euro einzunehmen und damit ihre finanziellen Probleme zu vermindern.

Das Vorhaben stieß auf erheblichen Widerstand von Umweltverbänden und Teilen der regionalen Politik. Kritiker befürchteten, dass die Veräußerung der Flächen letztlich zu einer weiteren Bebauung der Inseln führen könnte. Der WWF forderte unter anderem einen stärkeren Schutz der betreffenden Flächen und wandte sich gegen eine zusätzliche bauliche Entwicklung in den betroffenen Bereichen.

Die Versteigerung blieb am 25. April 2012 vollständig ohne Gebote. Es ging somit kein Grundstück an einen Käufer über. Die Gemeinde hatte mit Einnahmen von mehr als vier Millionen Euro gerechnet; diese Einnahmen wurden infolge der erfolglosen Versteigerung nicht erzielt.

Der Vorgang von 2012 zeigte den grundlegenden Gegensatz zwischen den finanziellen Bedürfnissen der kleinen Gemeinde und den Anforderungen des Landschafts- und Naturschutzes. Die damalige Verwaltung begründete die Veräußerung mit der schwierigen finanziellen Lage und verwies darauf, dass die Flächen für sozialen Wohnungsbau vorgesehen seien. Umweltverbände sahen dagegen die Gefahr einer weiteren baulichen Nutzung der empfindlichen Inselräume. Nach dem Scheitern der Auktion wurden die Grundstücke nicht verkauft.

Während der Coronazeit ab Anfang 2020 waren auch die Tremiti-Inseln von den italienischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betroffen. Die Gemeinde veröffentlichte bereits am 3. März 2020 die staatlichen und regionalen Vorschriften zur Verhinderung der Ausbreitung von Covid-19. Am 18. März erließ der Bürgermeister eine eigene Anordnung mit Vorsorgemaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus; am 20. März wurden außerdem die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung wegen der epidemiologischen Notlage eingeschränkt.

Im März 2020 bestand die Sorge, dass eine Unterbrechung der Fährverbindungen die Versorgung der Tremiti gefährden könnte. Die damalige Verbindung durch Tirrenia transportierte neben Passagieren auch lebenswichtige Güter, darunter Lebensmittel und Treibstoff für das Elektrizitätswerk sowie Container für die Abfallentsorgung. Das italienische Verkehrsministerium stellte deshalb sicher, dass die Versorgung und die notwendigen Verbindungen zu den kleineren Inseln auch während der Krisenzeit aufrechterhalten wurden.

Die Maßnahmenpolitik wirkte sich besonders auf den Fremdenverkehr aus, der für die Inseln eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung besitzt. Der Beginn der Tourismussaison 2020 war zunächst stark durch die Reisebeschränkungen und die gesundheitlichen Schutzmaßnahmen beeinträchtigt. Für die Schiffsverbindungen galten besondere Vorschriften. Als am 26. Juni 2020 der neue schnelle Katamaran „Zenit“ die Verbindung Termoli–Tremiti aufnahm, war die Zahl der verfügbaren Plätze wegen der damaligen Abstands- und Schutzbestimmungen auf die Hälfte reduziert.

Im weiteren Verlauf des Sommers 2020 erholte sich der Fremdenverkehr jedoch deutlich. Am 22. August wurden allein von Termoli aus mehr als 1.000 Passagiere auf drei Schiffen zu den Tremiti befördert. Damit gehörten die Inseln trotz der Einschränkungen zu den stark nachgefragten Reisezielen der mittleren Adria. Die starke Nachfrage im August stand im Gegensatz zu den wesentlich schwierigeren Bedingungen zu Beginn der Sommersaison.

Auch kommunale Unterstützungsmaßnahmen wurden während der Coronazeit umgesetzt. Im Februar 2021 veröffentlichte die Gemeinde die Kriterien für die Vergabe von Lebensmittelgutscheinen im Rahmen der Covid-19-Soforthilfen. Ende 2020 war bereits ein entsprechender Fonds für Lebensmittelhilfen eingerichtet beziehungsweise verlängert worden. Außerdem veröffentlichte die Gemeinde 2022 besondere Vorschriften für die Sammlung und Entsorgung von Haushaltsabfällen bei COVID-19-Infektionen oder verpflichtender Quarantäne. Die Maßnahmenpolitik führte außerdem zu Verzögerungen bei kommunalen Vorhaben und Ausschreibungen. Mehrere bereits laufende Vergabeverfahren wurden 2020 verlängert, darunter das Projekt zur Sanierung und Sicherung des Friedhofs auf San Nicola. Mit dem Ende der Coronazeit 2022 begann sich das Leben rasch wieder zu normalisieren.

Verwaltung

Der Archipel bildet die seit 1932 die autonome Gemeinde Isole Tremiti und gehört zur Provinz Foggia der italienischen Region Apulien (Puglia).


Herrschaftsgeschichte

  • -312 bis -27 Römische Republik (Res puclica)
  • -27 bis 297 Region Apulien und Kalabrien (Regio II Apulia et Calabria) des Römischen Reichs (Imperium Romanum)
  • 297 bis 493 Provinz Apulien und Kalabrien (Provincia Apulia et Calabria) des Römischen Reichs (Imperium Romanum)
  • 493 bis 553 Reich der Ostgoten (Regnum Ostrogothorum)
  • 553 bis 569 Byzantinisches Reich (Basileía Rhōmaíōn)
  • 569 bis 774 Langobardisches Herzogtum Benevent (Ducatus Beneventanus)
  • 774 bis um 800 Frankreich (Regnum Francorum)
  • um 800 bis 1022 Kloster Montecassino (Monasterium Casinense)
  • 10. August 1023 bis 2. September 1071 Benediktiner-Abtei Sankt Maria (Monasterium Sanctae Mariae de Tremiti) unter Oberherrschaft durch das Oströmische Reich (Impero Romano d'Oriente)
  • 1. September 1071 bis 25. Dezember 1194 Benediktiner-Abtei Sankt Maria (Monasterium Sanctae Mariae de Tremiti) unter Oberherrschaft durch das Königreich Apulien (Ducato di Puglia e Calabria)
  • 25. Dezember 1194 bis 26. Februar 1266 Königreich Sizilien (Regno di Sicilia) als Teil des Heiligen Römischen Reichs (Sacrum Romanum Imperium)
  • 26. Februar 1266 bis 13. Juli 1334 Königreich Sizilien (Regno di Sicilia bzw. Regnum Siciliae)
  • 13. Juli 1334 bis 1412 unbewohntes Territorium unter formaler Herrschaft durch das Königreich Neapel (Regno di Napoli)
  • 1412 bis 27. Juli 1771 Lateranensisches Chorherrenstift (Canonici Regolari della Congregazione del Santissimo Salvatore Lateranense) unter Kontrolle durch das Königreich Neapel (Regno di Napoli)
  • 27. Juli 1771 bis 22. Januar 1799 Königreich Neapel (Regno di Napoli)
  • 23. Januar bis 13. Juni 1799 Parthenopäische Republik (République Napolitaine bzw. Repubblica Napolitana)
  • 14. Juni 1799 bis 22. März 1815 Königreich Neapel (Regno di Napoli)
  • 23. Mai 1815 bis 127. Dezember 1860 Königreich beider Sizilien (Regno delle Due Sicilie)
  • 17. Dezember 1860 bis 13. Februar 1861 Königreich beider Sizilien (Regno delle Due Sicilie) innerhalb des Königreichs Sardinien (Regno di Sardegna)
  • 13. Februar bis 18. März 1861 Königreich Sardinien (Regno di Sardegna)
  • 18. März 1861 bis 1. Februar 1862 Königreich Italien (Regno d’Italia)
  • 1. Februar 1862 bis 18. Juni 1946 Provinz Foggia (Provincia di Foggia) innerhalb des Königreichs Italien (Regno d’Italia)
  • 18. Juni 1946 bis 7. Juni 1970 Provinz Foggia (Provincia di Foggia) innerhalb der Republik Italien (Repubblica Italiana)
  • seit 7. Juni 1970  Provinz Foggia (Provincia di Foggia) in der Autonomen Region Apulien (Regione Puglia) innerhalb der Republik Italien (Repubblica Italiana)

Legislative und Exekutive

Die legislative Ebene besteht auf Gemeindeebene aus dem Gemeinderat, dem Consiglio comunale. Er ist das gewählte Vertretungsorgan der Bevölkerung und beschließt die grundlegenden politischen und finanziellen Angelegenheiten der Gemeinde. Dazu gehören insbesondere der Gemeindehaushalt, die Haushaltsänderungen, die Rechnungslegung, die kommunalen Verordnungen und die grundlegenden organisatorischen Entscheidungen. Die Beschlüsse werden im offiziellen Verwaltungsportal veröffentlicht.

Der Gemeinderat von Isole Tremiti umfasst den Bürgermeister und die Gemeinderäte. Die kommunalen Wahlen bestimmen die Zusammensetzung des Rates. Bei der Gemeinderatssitzung vom 11. Juli 2024 sind neben Bürgermeisterin Annalisa Lisci zehn Gemeinderäte aufgeführt. Die Zusammensetzung des Rates kann sich durch Wahlen, Rücktritte oder andere gesetzlich vorgesehene Veränderungen ändern.

Die exekutive Ebene besteht aus dem Bürgermeister, dem Gemeindevorstand und der Gemeindeverwaltung. Der Bürgermeister, Sindaco, ist das oberste kommunale Verwaltungsorgan und vertritt die Gemeinde nach außen. Er leitet die Gemeindeverwaltung, sorgt für die Umsetzung der Beschlüsse des Gemeinderats und des Gemeindevorstands und übt die ihm durch Gesetz übertragenen Aufgaben aus. Der Bürgermeister ist außerdem für bestimmte staatliche Aufgaben zuständig, etwa im Personenstands- und Melderecht sowie bei bestimmten Aufgaben der örtlichen Sicherheit.

Der Gemeindevorstand, die Giunta comunale, besteht aus dem Bürgermeister, dem Vizebürgermeister und den Beigeordneten. Er ist das kollegiale Exekutivorgan der Gemeinde. Die Giunta bereitet die politischen und administrativen Entscheidungen vor und setzt die kommunale Verwaltung im Rahmen der Gesetze und des Haushalts um. Auf der offiziellen Gemeindeseite ist für 2026 eine Giunta mit Bürgermeisterin Annalisa Lisci, Vizebürgermeister Gabriele Pompeo Fentini und Beigeordnetem Giuseppe Santoro dokumentiert.

Die laufende Verwaltung wird von den Gemeindebediensteten und den zuständigen Ämtern ausgeführt. Das Organigramm der Gemeinde weist unter anderem das technische Gemeindeamt, das Sekretariat, das Rechnungsamt sowie das Melde- und Standesamt aus. Diese Ämter bearbeiten die Verwaltungsverfahren und setzen die Beschlüsse der politischen Organe um.

Die Gemeinde besitzt ein eigenes Statut und kann im Rahmen der staatlichen und regionalen Gesetze ihre innere Organisation, die Arbeitsweise ihrer Organe und die Verwaltung ihrer Dienstleistungen regeln. Das Gemeindestatut von Isole Tremiti beschreibt die Gemeinde als Trägerin eigener und gesetzlich übertragener Aufgaben und sieht die kommunale Selbstverwaltung innerhalb der italienischen Rechtsordnung vor.

Die Gemeinde unterliegt außerdem der Kontrolle und den rechtlichen Vorgaben der übergeordneten Verwaltungsebenen. Die Provinz Foggia und die Region Apulien nehmen die ihnen gesetzlich übertragenen Aufgaben wahr. Der Nationalpark Gargano ist für die Verwaltung der Schutzgebiete zuständig, die sich auf die Tremiti-Inseln erstrecken. Die Gemeinde ist daher nicht allein für alle Angelegenheiten der Inselgruppe verantwortlich.

Eine besondere Situation bestand 2023 und 2024 nach dem Tod des damaligen Bürgermeisters. Mit Dekret des Präsidenten der Republik vom 30. Mai 2023 wurde der Gemeinderat aufgelöst. Die Auflösung erfolgte nach Artikel 53 und Artikel 141 des Gesetzesdekrets Nr. 267/2000. Bis zur Wahl neuer Organe blieben Gemeinderat und Gemeindevorstand im Amt, während die Aufgaben des Bürgermeisters vom Vizebürgermeister wahrgenommen wurden. Am 7. Juni 2024 wurde ein außerordentlicher Kommissar für die vorläufige Verwaltung der Gemeinde ernannt.

Inseloberhaupt

Höchster Repräsentant der Inseln ist der Bürgermeister.


Bürgermeister von Tremiti

Amtszeit Primo cittadino Partei Titel
22 Jun 1988 10 Aug 1989 Giuseppe Calabrese Democrazia Cristiana Sindaco
10 Aug 1989 26 Feb 1990 Francesco Cappetta Comm. pref.
26 Feb 1990 18 Jun 1994 Giuseppe Calabrese Democrazia Cristiana Sindaco
18 Jun 1994 21 Nov 1994 Pasquale Santamaria Comm. pref.
21 Nov 1994 27 Mai 2003 Antonio Federico Greco Lista civica Sindaco
27 Mai 2003 15 Apr 2008 Giuseppe Calabrese Unione di Centro Sindaco
15 Apr 2008 28 Feb 2011 Giuseppe Calabrese Lista civica Sindaco
28 Feb 2011 7 Mai 2012 Carmela Palumbo Comm. straordinario
7 Mai 2012 13 Jun 2022 Antonio Fentini Lista civica Voltare pagina per Tremiti Sindaco
13 Jun 2022 12 Mai 2023 Giuseppe Calabrese Lista civica Tremiti prima di tutto Lega Sindaco

Politische Gruppierungen

Bei den Kommunalwahlen vom 8. und 9. Juni 2024 traten zwei Listen gegeneinander an. Annalisa Lisci kandidierte für Progetto Tremiti Bene Comune und erhielt 219 Stimmen beziehungsweise 54,89 %. Roberto Calabrese kandidierte für Tremiti Nuovi Orizzonti und erhielt 180 Stimmen beziehungsweise 45,11 %. Die Liste von Lisci erhielt sieben Sitze im Gemeinderat, die Liste von Calabrese drei Sitze.

Progetto Tremiti Bene Comune bildet damit die kommunale Mehrheitsgruppe. Annalisa Lisci wurde mit dieser Liste zur Bürgermeisterin gewählt. Die Gegenliste Tremiti Nuovi Orizzonti stellt die kommunale Minderheit beziehungsweise Opposition. Die Kommunalwahl 2024 war damit von zwei lokalen politischen Gruppierungen geprägt und nicht von einer Vielzahl konkurrierender nationaler Parteien.

Auch die Zusammensetzung des nach der Wahl gebildeten Gemeinderats zeigt diese lokale Struktur. In der am 11. Juli 2024 veröffentlichten Gemeinderatsentscheidung werden neben Bürgermeisterin Annalisa Lisci die Gemeinderäte Gabriele Pompeo Fentini, Giuseppe Santoro, Salvatore Greco, Antonio Ferreri, Sabrina Greco, Franco Sardella, Simone Brasiello, Roberto Calabrese, Pasquale Iasci und Umberto Santoro aufgeführt.

Die politische Landschaft hatte bereits bei den Kommunalwahlen 2022 andere lokale Listen hervorgebracht. Giuseppe Calabrese wurde damals mit der Liste Tremiti Prima di Tutto zum Bürgermeister gewählt. Daneben trat unter anderem die Liste SiAmo Tremiti mit Antonio Fentini als Bürgermeisterkandidat an.

Die kommunalen Gruppierungen verändern sich somit von Wahl zu Wahl. Aus den Bezeichnungen der Listen lässt sich erkennen, dass die Kommunalpolitik stark auf lokale Angelegenheiten und die Interessen der Inselgemeinde ausgerichtet ist. Eine feste kommunale Parteistruktur, die den großen italienischen Parteien entspricht, ist für die Tremiti-Inseln nicht dokumentiert.

Bei überregionalen Wahlen treten dagegen die italienischen Parteien und politischen Bündnisse mit ihren jeweiligen nationalen beziehungsweise regionalen Listen an. Bei der Europawahl 2024 war Fratelli d'Italia auf den Tremiti-Inseln mit 40,85 % stärkste Liste. Es folgten Partito Democratico mit 13,40 %, Movimento 5 Stelle mit 10,78 % und Lega Salvini Premier mit 10,46 %. Weitere Stimmen entfielen unter anderem auf Alternativa Popolare, Forza Italia–Noi Moderati, Azione–Siamo Europei und Pace Terra Dignità.

Justizwesen und Kriminalität

Die Gemeinde Isole Tremiti verfügt über kein eigenes Gericht. Für Zivil- und Strafsachen ist grundsätzlich das Tribunale ordinario di Foggia zuständig; die offizielle Zuständigkeitsliste des Justizministeriums führt Isole Tremiti ausdrücklich im Gerichtsbezirk Foggia. Das Tribunale di Foggia ist das ordentliche Gericht erster Instanz für den Gerichtsbezirk, zu dem die Tremiti-Inseln gehören. Es behandelt sowohl Zivil- als auch Strafsachen. Im Strafbereich bestehen unter anderem Zuständigkeiten für die Ermittlungsphase, Hauptverfahren und Strafvollstreckung. Gegen Entscheidungen des Gerichts stehen die gesetzlich vorgesehenen Rechtsmittel zu den übergeordneten Gerichten offen.

Die staatsanwaltschaftlichen Aufgaben werden von der Procura della Repubblica presso il Tribunale di Foggia wahrgenommen. Die Staatsanwaltschaft führt beziehungsweise leitet strafrechtliche Ermittlungen und arbeitet dabei mit der gerichtlichen Polizei zusammen. Die für Ermittlungsverfahren zuständigen Stellen befinden sich in Foggia und nicht auf den Tremiti-Inseln.

Für Ermittlungs- und Strafverfolgungsmaßnahmen sind insbesondere die Carabinieri und die übrigen zuständigen Polizeikräfte verantwortlich. Auf den Tremiti-Inseln besteht eine Carabinieri-Station. Die Geschichte dieser Dienststelle reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück: Sie ist spätestens 1864 als Station für die Inseln Capraia, San Domino und San Nicola dokumentiert. 1926 wurde die Zahl der Carabinieri auf den Inseln wegen der Überwachung der dort internierten politischen Gefangenen erhöht. 1972 wurde die Station von einer vorübergehenden zu einer dauerhaften Dienststelle umgewandelt; 1983 wurde sie wieder als saisonale Dienststelle geführt, die vom 1. Juni bis 30. September geöffnet war. Während der übrigen Zeit unterstand das Gebiet der Carabinieri-Station von Manfredonia.

Neben der allgemeinen Strafverfolgung hat die Kontrolle der Meeresgebiete eine besondere Bedeutung. Wegen des Meeresschutzgebiets überwachen die zuständigen Behörden auch die Einhaltung der Fischerei- und Naturschutzvorschriften. Dazu gehören insbesondere die Carabinieri und die örtliche Capitaneria di Porto. Ein konkretes Beispiel liefert eine Operation vom Februar 2026: Carabinieri der Station Isole Tremiti und die örtliche Hafenbehörde stellten bei San Domino drei Personen fest, die illegal rund 8.000 Seeigel aus dem Meer entnommen hatten. Gegen die drei Personen wurden Verwaltungsstrafen von jeweils 1.000 Euro verhängt; die noch lebenden Tiere wurden wieder ins Meer zurückgesetzt.

Die strafrechtliche Gerichtsbarkeit ist damit räumlich vom Tatort auf den Inseln getrennt. Ermittlungen und polizeiliche Maßnahmen können unmittelbar auf den Tremiti-Inseln durchgeführt werden, während die Staatsanwaltschaft und das zuständige ordentliche Gericht in Foggia angesiedelt sind. Für Ermittlungsmaßnahmen, die richterliche Entscheidungen erfordern, ist insbesondere der GIP (Giudice per le indagini preliminari) des Tribunale di Foggia zuständig. Zu dessen Aufgaben gehören beispielsweise Entscheidungen über bestimmte Untersuchungshaft- und Sicherungsmaßnahmen, Beschlagnahmen sowie die gerichtliche Kontrolle bestimmter Ermittlungsmaßnahmen.

Für Jugendstrafsachen gehört Isole Tremiti zum Zuständigkeitsbereich des Tribunale per i Minorenni di Bari. Die offizielle Zuständigkeitsliste des Justizministeriums führt die Gemeinde ausdrücklich unter den Gemeinden des Zuständigkeitsbereichs dieses Jugendgerichts.

Eine eigene Justizvollzugsanstalt besteht auf den Tremiti-Inseln heute nicht. Die historische Bedeutung der Inselgruppe als Haft- und Verbannungsort ist davon zu unterscheiden. Seit der Einrichtung der Strafkolonie 1783 wurden die Inseln über lange Zeit für Verbannung, Internierung und Strafvollzug genutzt. Diese historische Funktion gehört jedoch nicht zur heutigen Gerichtsorganisation.

Was die Kriminalität betrifft, lässt sich aus den verfügbaren amtlichen Quellen keine seriöse Aussage ableiten, dass die Inseln eine bestimmte besonders niedrige oder hohe Kriminalitätsrate aufweisen. Feststellbar sind einzelne dokumentierte Verstöße, darunter insbesondere Verstöße gegen die Vorschriften des Meeresschutzgebiets und illegale Fischerei. Der 2026 dokumentierte Seeigelfang ist ein konkretes Beispiel für die Tätigkeit der Strafverfolgungs- und Kontrollbehörden auf dem Archipel.

Flagge und Wappen

Die Gemeinde Isole Tremiti führt ein eigenes Gemeindewappen und einen kommunalen Hoheitszeichenbereich. In den offiziellen Veröffentlichungen der Gemeinde wird das Gemeindelogo zusammen mit der Bezeichnung „Comune di Isole Tremiti – Provincia di Foggia“ verwendet.

Beim Wappen der Tremiti-Inseln steht die befestigte Abtei von San Nicola im Mittelpunkt der historischen Symbolik der Inselgruppe. San Nicola war seit dem Mittelalter das politische, religiöse und militärische Zentrum der Tremiti-Inseln. Die befestigte Anlage mit ihren Mauern und Türmen prägt bis heute das Erscheinungsbild der Insel und ist das wichtigste historische Wahrzeichen der Gemeinde.

Eine eigenständige, historisch belegte Gemeindeflagge der Isole Tremiti lässt sich aus den aktuell zugänglichen amtlichen Gemeindeveröffentlichungen nicht eindeutig nachweisen. Deshalb sollte eine bestimmte Farb- oder Gestaltungskombination nicht als offizielle Gemeindeflagge angegeben werden. Die Gemeinde verwendet dagegen ihr eigenes Logo beziehungsweise Hoheitszeichen auf den offiziellen Dokumenten und Internetseiten.

Als kommunales Symbol steht damit vor allem die historische befestigte Siedlung von San Nicola für die Tremiti-Inseln. Die heutige Gemeinde führt ihren Sitz ebenfalls auf San Nicola an der Piazza Castello, also unmittelbar im Bereich der historischen Festungsanlage.

Hauptort

Der Hauptort der Tremiti-Inseln ist San Nicola. Die Ortschaft liegt auf der gleichnamigen Insel San Nicola und ist zugleich Sitz der Gemeinde Isole Tremiti in der Provinz Foggia in Apulien. San Nicola ist damit das administrative Zentrum des gesamten Archipels. San Nicola ist zugleich der Verwaltungssitz der Gemeinde. Das Rathaus befindet sich in der historischen Ortschaft. Auch verschiedene kommunale Einrichtungen und öffentliche Dienstleistungen sind dort angesiedelt. Die Einwohnerzahl des Hauptortes ist wegen der insgesamt sehr kleinen Bevölkerung der Gemeinde gering und unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen durch den Fremdenverkehr.

Die zweite dauerhaft bewohnte Ortschaft des Archipels ist San Domino. Sie ist flächenmäßig größer als San Nicola und besitzt heute ebenfalls touristische Einrichtungen und einen Siedlungsbereich. Dennoch ist San Domino nicht der Hauptort der Gemeinde. Die politische und administrative Zentralität liegt weiterhin bei San Nicola.

Verwaltungsgliederung

Die Inselgemeinde besteht aus 5 bewohnten Inseln.

Insel Fläche (ha) Einwohner 2008 maximale Höhe
San Nicola 42 131 75
San Domino 208 236 116
Capraia 45 - 53
Pianosa 13 - 15
Cretaccio 4 - 30
La Veccia 0,1 - ...
Tremiti-Inseln 313 496 116


           Verwaltungseinheiten:

           5 isole (Inseln)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche der Inselgruppe von 3,13 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1800                350                  111,82

           1850                400                  127,79

           1861                422                  134,82

           1871                434                  138,66

           1881                462                  147,60

           1891                550                  175,72

           1901                817                  261,02

           1911                526                  168,05

           1921                428                  136,74

           1931                385                  123,00

           1937                407                  130,03

           1951                401                  128,12

           1961                349                  111,50

           1971                346                  110,54

           1981                334                  106,71

           1991                364                  116,29

           2000                367                  117,25

           2001                370                  118,21

           2002                394                  125,88

           2003                413                  131,95

           2004                417                  133,23

           2005                436                  139,30

           2006                492                  157,19

           2007                490                  156,55

           2008                497                  158,78

           2009                496                  158,47

           2010                486                  155,27

           2011                462                  147,60

           2012                467                  149,20

           2013                461                  147,29

           2014                462                  147,60

           2015                469                  149,84

           2016                489                  156,23

           2017                489                  156,23

           2018                483                  154,31

           2019                475                  151,76

           2020                454                  145,05

           2021                464                  148,24

           2022                496                  158,47

           2023                462                  147,60

           2024                479                  153,04

           2025                470                  150,16


Die Einwohnerzahl der Hauptinsel San Domino entwickelte sich samt Dichte, bezogen auf die Fläche von 2,08 qkm, wie folgt:


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/qkm)

           1900                510                  245,19

           1950                200                    96,15

           1980                170                    81,73

           1991                197                    94,71

           2000                235                  112,98

           2001                236                  113,46

           2002                255                  122,60

           2003                275                  132,21

           2004                275                  132,21

           2005                290                  139,42

           2006                345                  165,87

           2007                345                  165,87

           2008                350                  168,27

           2009                350                  168,27

           2010                340                  163,46

           2011                322                  154,81

           2012                330                  158,65

           2013                330                  158,65

           2014                335                  161,06

           2015                340                  164,46

           2016                365                  175,48

           2017                365                  175,48

           2018                362                  174,04

           2019                355                  170,67

           2020                335                  161,06

           2021                345                  165,87

           2022                370                  177,88

           2023                370                  177,88

           2024                370                  177,88

           2025                370                  177,88


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,494 % pro Jahr.

Volksgruppen

Die heutige Bevölkerung gehört überwiegend zur italienischen Bevölkerung. Eine besondere regionale Prägung entstand jedoch durch die planmäßige Ansiedlung von Menschen aus dem Raum Neapel im Jahr 1843 unter Ferdinand II. von Bourbon. Diese Ansiedler bildeten die Grundlage der modernen ständigen Bevölkerung der Inseln. Sie kamen aus dem Königreich beider Sizilien, insbesondere aus dem neapolitanischen Raum, und wurden auf den Tremiti angesiedelt, um die Inseln dauerhaft zu bevölkern und die reichen Fischgründe wirtschaftlich zu nutzen. Die Herkunft der Siedler hatte langfristige Auswirkungen auf Sprache und Alltagskultur der Inselbevölkerung.

Die Nachkommen dieser Siedler werden als Tremitesi bezeichnet. Sie entwickelten eine eigene lokale Identität, die sich von der Bevölkerung des unmittelbar gegenüberliegenden apulischen Festlandes unterscheidet. Besonders deutlich zeigt sich diese historische Herkunft in der traditionellen Sprache: Der lokale Dialekt der Tremiti steht dem neapolitanischen Sprachraum nahe und unterscheidet sich vom apulischen Dialektgebiet. Die neapolitanische Herkunft der Kolonisten von 1843 ist damit ein wesentliches Merkmal der historischen Bevölkerungsentwicklung der Inseln.

Im Jahr 2010 setzte sich die Bevölkerung der Inselgruppe wie folgt zusammen:

  1. Italiener: 454 (93,0 %)
  2. Bangladeschi: 8 (1,65 %)
  3. Albaner: 7 (1,44 %)
  4. Rumänen: 6 (1,23 %)
  5. Polen: 5 (1,03 %)
  6. sonstige Ausländer: 8 (1,65 %)

Sprachen

Der auf den Tremiti-Inseln gesprochene lokale Dialekt, das Tremitese, gehört zum süditalienischen Dialektraum und steht dem Neapolitanischen besonders nahe. Seine heutige sprachliche Eigenart geht wesentlich auf die Besiedlung der Inseln im Jahr 1843 zurück. König Ferdinand II. von Bourbon ließ damals Bewohner aus Neapel und seiner Umgebung auf den Tremiti ansiedeln. Diese sogenannten Parthenopäer brachten ihre neapolitanische Mundart mit auf die Inseln.

Die Ansiedler bildeten anschließend über Generationen den Kern der dauerhaft ansässigen Bevölkerung. Dadurch wurde die mitgebrachte Sprachform nicht durch die apulischen Dialekte des gegenüberliegenden Festlandes ersetzt. Stattdessen entwickelte sich auf den Tremiti eine lokale Variante des Neapolitanischen, die durch die jahrzehntelange Abgeschiedenheit der Inseln eigene lautliche und lexikalische Besonderheiten bewahrte. Deshalb wird der lokale Dialekt auch als tremitesisch bezeichnet.

Die sprachliche Situation unterscheidet sich damit deutlich von derjenigen des unmittelbar benachbarten Apulien. Obwohl die Tremiti politisch zur Region Apulien und zur Provinz Foggia gehören, ist die historische Dialektgrundlage nicht apulisch, sondern neapolitanisch. Ursache dafür ist die gezielte Kolonisation von 1843 und nicht eine spätere Einwanderungsbewegung.

Im Alltag wurde der Dialekt traditionell vor allem innerhalb der Familien und der örtlichen Gemeinschaft weitergegeben. Gleichzeitig setzte sich das Standarditalienische mit der Einführung des modernen Schulwesens, der staatlichen Verwaltung, der überregionalen Kommunikation und des zunehmenden Fremdenverkehrs immer stärker durch. Heute ist Italienisch die allgemeine Sprache des öffentlichen Lebens, während das Tremitese vor allem als überlieferte lokale Mundart der Inselbevölkerung fortbesteht.

Religion

Die Bevölkerung der Tremiti-Inseln ist traditionell überwiegend römisch-katholisch. Die Abtei Santa Maria a Mare wurde im Mittelalter zum religiösen Zentrum der Tremiti. Nach der Überlieferung wurde an dieser Stelle bereits im 9. Jahrhundert ein Benediktinerkloster gegründet. Im 11. Jahrhundert entstand die bedeutende Abteikirche Santa Maria a Mare, die später durch die Augustiner-Chorherren geprägt wurde. Die Klostergemeinschaft besaß über Jahrhunderte erheblichen Einfluss auf das religiöse und wirtschaftliche Leben der Inseln.

Mit der Aufhebung des Klosters im Jahr 1782 endete die jahrhundertealte klösterliche Herrschaft auf den Tremiti. Die Kirche Santa Maria a Mare blieb jedoch als Gotteshaus erhalten und ist bis heute das bedeutendste katholische Sakralgebäude der Inselgruppe. Sie befindet sich im historischen befestigten Ortskern von San Nicola und bildet zusammen mit den mittelalterlichen Befestigungsanlagen das wichtigste historische Ensemble der Tremiti.

Eine besondere Bedeutung besitzt die Verehrung der Madonna del Mare beziehungsweise Santa Maria a Mare. Das Marienpatrozinium ist historisch mit der Abteikirche verbunden. Die Verehrung der Madonna steht auch in Zusammenhang mit der traditionellen Lebensweise der Inselbevölkerung, insbesondere mit der Seefahrt und Fischerei.

Die religiöse Tradition wurde durch die neapolitanische Kolonisation von 1843 weitergeführt. Die von Ferdinand II. angesiedelten Bewohner aus dem Raum Neapel waren katholisch und brachten ihre religiösen Bräuche, Marienverehrung und Festtraditionen mit. Dadurch verband sich die ältere religiöse Tradition von San Nicola mit den katholischen Bräuchen der neu angesiedelten Bevölkerung.

Siedlungen

Die Siedlungen der Tremiti-Inseln konzentrieren sich heute auf die beiden dauerhaft bewohnten Inseln San Nicola und San Domino. Capraia und Pianosa besitzen keine ständige Wohnbevölkerung; auch die kleineren Felsinseln und Klippen sind unbewohnt. Die Gemeinde Isole Tremiti umfasst den gesamten Archipel und gehört zur Provinz Foggia in der Region Apulien.

San Nicola ist das historische, administrative und politische Zentrum der Inselgruppe. Die Siedlung liegt im östlichen Teil der Insel unmittelbar bei der befestigten historischen Anlage. Ihr Kern entwickelte sich um die ehemalige Abtei Santa Maria a Mare und die mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Die Bebauung ist dort besonders dicht und weist einen geschlossenen historischen Charakter auf. Zum Siedlungsensemble gehören die Abteikirche, das frühere Kloster, die Festungsanlagen, Tore, Türme und die historischen Wohnhäuser. Der Zugang zur historischen Siedlung erfolgt vom Hafen über einen befestigten Aufstieg.

San Nicola ist zugleich Sitz der Gemeindeverwaltung. Hier befinden sich die wichtigsten kommunalen Einrichtungen und die Verwaltung der Gemeinde Isole Tremiti. Die historische Siedlung liegt auf dem erhöhten Teil der Insel, während der Hafen an der Nordostseite liegt. Die Insel ist klein und besitzt deshalb keine ausgedehnte moderne Vorstadtentwicklung. Die heutige Bebauung konzentriert sich im Wesentlichen auf den historischen Ortskern und dessen unmittelbare Umgebung.

San Nicola entwickelte sich um die mittelalterliche Abtei Santa Maria a Mare und deren Befestigungsanlagen. Die Abtei wurde im 11. Jahrhundert gegründet und im Laufe der folgenden Jahrhunderte zu einer befestigten Klosteranlage ausgebaut. Die Siedlung liegt auf einem schmalen, erhöhten Inselrücken und wird von den historischen Mauern, Türmen und Toranlagen der ehemaligen Abteifestung geprägt.

Das historische Zentrum befindet sich innerhalb beziehungsweise unmittelbar an der ehemaligen Festungsanlage. Zu den wichtigsten Bauwerken gehören die Abteikirche Santa Maria a Mare, die Klostergebäude, die Befestigungsmauern und die Türme. Der Zugang zum historischen Ortskern erfolgt über die befestigte Eingangsanlage. Die Bebauung ist dicht und besteht überwiegend aus historischen Gebäuden.

San Domino besitzt die größte Landfläche und die größte Siedlungsfläche des Archipels. Die heutige Bebauung liegt vor allem im Bereich der östlichen und südöstlichen Inselhälfte sowie in der Nähe des Hafens. Im Gegensatz zu San Nicola ist San Domino nicht durch eine mittelalterliche befestigte Stadtanlage geprägt. Die Siedlungsentwicklung erfolgte wesentlich später und steht insbesondere mit der Besiedlung nach 1843 sowie mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs im 20. Jahrhundert in Verbindung.

San Domino ist heute das wichtigste touristische Siedlungsgebiet der Tremiti. Hier befinden sich ein großer Teil der touristischen Unterkünfte, Restaurants, Geschäfte und sonstigen Einrichtungen für Besucher. Die Bebauung liegt überwiegend zwischen den bewaldeten beziehungsweise von mediterraner Vegetation bedeckten Bereichen der Insel. Dadurch besteht ein deutlicher Gegensatz zwischen den dicht bebauten Bereichen und den weitgehend unbebauten Landschaftsräumen.

Die Siedlungsstruktur von San Domino ist wesentlich lockerer als jene des historischen Zentrums von San Nicola. Neben dauerhaft bewohnten Häusern gibt es zahlreiche Gebäude, die für den saisonalen Fremdenverkehr genutzt werden. Während der Sommersaison nimmt die Zahl der auf der Insel anwesenden Menschen durch Urlauber und Tagesgäste erheblich zu.

Capraia ist unbewohnt. Die Insel besitzt keine dauerhafte Siedlung und wird hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Naturschutz und der Meeresnutzung aufgesucht. Auch Pianosa ist unbewohnt. Für Pianosa gelten wegen ihrer Lage in der strengsten Schutzzone des Meeresschutzgebietes besonders weitreichende Zugangsbeschränkungen. Eine dauerhafte zivile Siedlung besteht dort nicht.

Verkehr

Die Tremiti-Inseln sind ganzjährig nur mit Fähren ab dem Hafen Termoli (Molise) erreichbar; in der Sommersaison (etwa Mai/Juni bis September) kommen zusätzliche Verbindungen von mehreren Häfen am Gargano (zum Beispiel Vieste, Rodi Garganico, Peschici, Manfredonia) sowie saisonal aus den Abruzzen (Pescara, Ortona, Vasto) hinzu. Zwischen den beiden bewohnten Inseln San Domino und San Nicola verkehren kurze Shuttle-Boote (ca. 5 Minuten), während private Autos grundsätzlich nicht auf die Inseln mitgenommen werden dürfen und es zudem eine ganzjährige Hubschrauberverbindung (rund 20 Minuten) vom Flughafen Foggia zum Heliport San Domino gibt.

Straßenverkehr

Die Nationalparkverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass Autos nicht auf die Inseln gebracht werden dürfen. Besucher müssen ihre Fahrzeuge daher auf dem Festland zurücklassen. Auf San Domino gibt es ein örtliches Straßennetz, das vor allem der Verbindung zwischen dem Hafen, dem Siedlungsbereich, den touristischen Einrichtungen und den verschiedenen Teilen der Insel dient. Der motorisierte Verkehr wird jedoch kommunal geregelt. Die Gemeinde hat bereits seit 1999 eine besondere Verordnung für den Fahrzeugverkehr auf San Domino. Zusätzlich wird im Ortszentrum von San Domino während der Sommersaison zeitweise eine Fußgängerzone eingerichtet. Für 2023 galt diese auf der Piazza Pertini täglich von 19:30 bis 1:00 Uhr.

Der Fahrzeugverkehr auf San Domino ist nicht vollständig frei. Nach den kommunalen Regelungen dürfen nur entsprechend zugelassene Fahrzeuge verkehren. Nicht autorisierten Fahrzeugen ist die Fahrt untersagt. Für bestimmte Bereiche, insbesondere im Hafenbereich, gelten zusätzliche Einschränkungen. Fahrzeuge mit einer entsprechenden Genehmigung dürfen dort nur für die jeweils zugelassene betriebliche Tätigkeit eingesetzt werden.

Eine wichtige Funktion haben Kleinbusse, Hotel- und Touristenfahrzeuge sowie Fahrzeuge für die Versorgung. Die kommunalen Regelungen sehen auch besondere Transportdienste für Touristen vor. So wurde beispielsweise 2023 ein regelmäßiger Shuttleverkehr zu den Stränden eingerichtet, unter anderem vom Hotel Eden, Hotel Kyrie und Villaggio Touring im Stundentakt zwischen dem Vormittag und dem frühen Abend.

San Nicola besitzt wegen seiner sehr kompakten historischen Bebauung und der topografischen Verhältnisse ein wesentlich stärker eingeschränktes Straßensystem. Der historische Ortskern ist durch enge Wege und Treppen geprägt. Für die Verbindung zwischen dem Hafen und dem höher gelegenen historischen Ortsbereich existiert neben dem Fußweg auch eine vertikale Aufzugsanlage. Die Gemeinde hat den Betrieb dieser Aufzugsanlage wiederholt zusammen mit dem öffentlichen Verkehrsangebot zwischen San Domino und San Nicola ausgeschrieben.

Zwischen San Domino und San Nicola gibt es keine Straßenverbindung, da die Inseln durch das Meer getrennt sind. Der innerörtliche Verkehr zwischen den beiden bewohnten Inseln wird deshalb durch einen öffentlichen Schiffsverkehr für Personen und Güter gewährleistet. Die Gemeinde vergibt hierfür regelmäßig entsprechende Verkehrsleistungen; auch 2026 wurde der öffentliche Personen- und Güterverkehr zwischen San Domino und San Nicola fortgeführt.

In den letzten Jahren wird der Straßenverkehr außerdem im Rahmen des Projekts „Isole Verdi“ auf eine nachhaltigere Mobilität ausgerichtet. 2026 wurden kommunale Fördermaßnahmen für elektrische Fahrzeuge, Kleinbusse und Busse für Sharing-, Taxi- und kollektive Transportdienste sowie für elektrische Lieferfahrzeuge ausgeschrieben. Damit soll insbesondere der lokale Verkehr auf San Domino emissionsärmer gestaltet werden.

Schiffsverkehr

Der ganzjährige Linienverkehr konzentriert sich auf den Hafen von Termoli in Molise. Der Nationalpark Gargano bezeichnet Termoli ausdrücklich als den Hafen mit ganzjähriger Linienverbindung und zugleich als den Hafen mit der größten Zahl an Fahrten zu den Tremiti. Je nach eingesetztem Schiff und Fahrplan beträgt die Überfahrtszeit etwa 50 Minuten bis zwei Stunden.

Von Termoli bestehen Verbindungen zu den bewohnten Inseln San Domino und San Nicola. Termoli ist damit der wichtigste Ausgangshafen für den Archipel. Die Schiffe verkehren je nach Fahrplan als Motorschiffe, Fähren oder Schnellboote. Die Fahrpläne unterscheiden sich nach Jahreszeit und Schiffstyp. Die historischen Angaben über die frühere Tirrenia di Navigazione sind für den heutigen Verkehr nicht mehr zutreffend; der gegenwärtige Linienverkehr wird von anderen Reedereien durchgeführt.

Eine besondere Bedeutung hat außerdem der innerörtliche beziehungsweise interinsulare Schiffsverkehr zwischen San Domino und San Nicola. Zwischen den beiden bewohnten Inseln gibt es keine Straßenverbindung. Die Gemeinde Isole Tremiti unterhält deshalb einen öffentlichen Schiffsverkehr für Personen und Güter zwischen San Domino und San Nicola. Noch 2026 wurden Leistungen für diesen öffentlichen Personen- und Güterverkehr für Februar und März abgerechnet; für die Sommersaison 2026 schrieb die Gemeinde zusätzlich einen abendlichen beziehungsweise nächtlichen Schiffsverkehr zwischen beiden Inseln aus.

Während der touristischen Saison wird das Angebot erheblich erweitert. Der Nationalpark nennt als saisonale Abfahrtshäfen am Gargano Vieste, Rodi Garganico, Peschici und Capoiale, von denen normalerweise zwischen Juni und September Schiffsverbindungen bestehen. Die einzelnen Fahrzeiten und Betriebszeiträume unterscheiden sich nach Hafen und Reederei.

Von Vieste bestehen saisonale Verbindungen zu den Tremiti; die Überfahrt dauert ungefähr ein bis zwei Stunden. Von Rodi Garganico beträgt die Fahrzeit ungefähr eine Stunde, von Peschici etwa eine Stunde und 15 Minuten. Von Manfredonia sind die Tremiti mit einer längeren Überfahrt von mehr als zwei Stunden erreichbar. Auch diese Verbindungen sind überwiegend saisonal.

Für 2026 wurde die saisonale Verbindung Manfredonia–Tremiti erneut staatlich beziehungsweise regional unterstützt. Die Region Apulien stellte dafür 500.000 Euro bereit. Der Dienst wurde als saisonaler, weiterhin experimenteller öffentlicher Seeverkehr vorgesehen und sollte 2026 von der Provinz Foggia vergeben werden. Anders als bei früheren Planungen waren für 2026 aus technischen und betrieblichen Gründen keine Zwischenstopps in Mattinata, Vieste, Peschici oder Rodi Garganico vorgesehen.

Auch die abruzzesischen Häfen Pescara, Ortona und Vasto werden beziehungsweise wurden für saisonale Verbindungen zu den Tremiti genutzt. Die Überfahrt von Pescara dauert ungefähr zwei Stunden, von Ortona ebenfalls etwa zwei Stunden und von Vasto etwa eine Stunde. Diese Verbindungen sind auf die touristische Saison ausgerichtet und werden nicht mit dem ganzjährigen Linienverkehr von Termoli gleichgesetzt.

Vom Bahnhof Termoli besteht eine direkte beziehungsweise kurze Weiterverbindung zum Hafen durch Bus- und Taxiverkehr. Der Bahnhof ist an das italienische Fernverkehrsnetz angeschlossen. Der Nationalpark weist deshalb ausdrücklich auf Termoli als wichtigen Anreisepunkt mit Bahn und anschließendem Bus oder Taxi zum Hafen hin.

Flugverkehr

Auf San Domino befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz. Ganzjährig kann zweimal täglich mit dem Helikopter in 20 Minuten von Foggia hierher geflogen werden.

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Gemeinde stützt sich im Wesentlichen auf den Tourismus. Für die Qualität ihrer Badegewässer wurde sie mehrfach mit der blauen Flagge ausgezeichne. Wegen ihres besonders wertvollen landschaftlichen und historischen Charakters ist der Archipel Teil des Nationalparks Gargano. Seit den 1950er Jahren ist er jedoch ein Objekt von besonderem Interesse für die touristische Nutzung, wie ein Mitte der 1950er Jahre versuchtes Projekt für eine Touristenunterkunft beweist, das nie realisiert wurde.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft der Tremiti-Inseln war historisch vor allem auf San Domino und in geringerem Umfang auf San Nicola konzentriert. Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen dienten der Versorgung der Inselbevölkerung und umfassten Getreidefelder, Weinberge, Olivenhaine, Feigenbäume und weitere Obstkulturen. Besonders San Domino besaß wegen seiner größeren Fläche, der besseren Böden und der vorhandenen Süßwasserzisternen die bedeutendsten landwirtschaftlichen Möglichkeiten.

Der Getreideanbau gehörte zu den traditionellen Nutzungen. Angebaut wurden vor allem Kulturen, die an das trockene mediterrane Klima angepasst waren. Daneben besaßen Olivenbäume eine wichtige Stellung. Oliven wurden sowohl für den direkten Verbrauch als auch zur Gewinnung von Olivenöl genutzt. Auch Feigen gehörten zu den traditionellen Kulturpflanzen von San Domino. Historische Beschreibungen der Insel nennen ausdrücklich Getreide, Weinberge, Olivenhaine und Feigenkulturen.

Der Weinbau war ein weiterer Bestandteil der historischen Landwirtschaft. Auf San Domino bestanden Weinberge, in denen sowohl weiße als auch rote Trauben angebaut wurden. Die Weinproduktion blieb jedoch kleinräumig und diente überwiegend der örtlichen Versorgung; eine bedeutende kommerzielle Weinwirtschaft entwickelte sich auf den Tremiti nicht.

Auf den landwirtschaftlichen Flächen wurden außerdem Gemüse und andere Gartenbauprodukte für den Eigenbedarf beziehungsweise die örtliche Versorgung angebaut. Wegen der geringen Niederschläge und der begrenzten Süßwasservorkommen war die Landwirtschaft stark von der verfügbaren Wassermenge abhängig. Die zahlreichen historischen Zisternen auf San Nicola und San Domino dienten deshalb auch der Speicherung von Regenwasser.

Eine besondere Stellung nehmen Kapern ein. Die wild beziehungsweise kultiviert vorkommenden Kapernpflanzen sind an die trockenen, felsigen Bedingungen der Inseln angepasst. Kapern gehören zu den bekannten landwirtschaftlichen beziehungsweise lokalen Naturprodukten der Tremiti und werden auch im örtlichen Handel angeboten.

Die Tierhaltung hatte gegenüber dem Pflanzenbau eine geringere Bedeutung. Wegen der begrenzten Fläche und der trockenen Vegetationsbedingungen bestanden keine großen Viehhaltungsbetriebe. Kleinvieh und Geflügel konnten zur örtlichen Versorgung gehalten werden; eine großmaßstäbliche Viehwirtschaft ist für die Inseln nicht dokumentiert.

Mit dem Ausbau des Fremdenverkehrs im 20. Jahrhundert ging die landwirtschaftliche Nutzung erheblich zurück. Flächen, die früher für Getreide, Wein, Oliven und Obst genutzt wurden, wurden teilweise aufgegeben oder von der natürlichen mediterranen Vegetation zurückerobert. Gleichzeitig nahm die Bedeutung von Dienstleistungen, Beherbergung und Gastronomie stark zu.

Weinbau

Weinbau ist auf San Domino für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist dokumentiert. Die Familie Carducci bewirtschaftete in der Gegend südlich und südöstlich der Insel umfangreiche landwirtschaftliche Flächen; zu den Kulturen gehörten auch Weinberge. Nach den überlieferten Familienerinnerungen wurden dort sowohl weiße als auch rote Trauben angebaut und aus ihnen Wein hergestellt. Die günstige Sonneneinstrahlung, das maritime Klima und die landwirtschaftlich nutzbaren Böden wurden für den Weinbau genutzt.

Der Weinbau war Bestandteil der traditionellen Landwirtschaft von San Domino und diente vor allem der örtlichen Versorgung. Er entwickelte sich nicht zu einem bedeutenden kommerziellen Weinbaugebiet mit größeren Kellereien oder einer eigenständigen Tremiti-Weinwirtschaft. Mit dem Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzung und der zunehmenden Ausrichtung der Insel auf den Fremdenverkehr verloren die Weinberge an Bedeutung.

Heute ist auf den Tremiti-Inseln kein bedeutendes kommerzielles Weinbaugebiet mit einer eigenen größeren Kellerei dokumentiert. Die gegenwärtige Weinproduktion, die mit dem Namen „Tremiti“ vermarktet wird, stammt dagegen vom Festland. So trägt die Weinlinie „Passo alle Tremiti“ von Tenimenti Grieco diesen Namen, obwohl die zugehörigen Weinberge in Molise liegen, unter anderem in Portocannone, Campomarino und San Martino in Pensilis.

Forstwirtschaft

Der Wald von San Domino unterscheidet sich damit deutlich von den übrigen Tremiti-Inseln. San Nicola, Capraia und Pianosa besitzen keine vergleichbare geschlossene Waldvegetation. Auf San Domino bildet die Aleppo-Kiefer die vorherrschende Baumart. An windreichen Küstenabschnitten werden die Bäume durch die Meereswinde charakteristisch in eine schräg oder einseitig geneigte Wuchsform gedrängt. Im Unterwuchs wachsen typische immergrüne Arten der mediterranen Macchie, darunter Myrte, Mastixstrauch, Phyllirea und Wacholder.

In einem begrenzten Bereich am Nordhang des Colle del Romito tritt neben der Aleppo-Kiefer auch die Steineiche (Quercus ilex) auf. Dort besteht eine Mischwaldgesellschaft aus Aleppo-Kiefer und Steineiche. Die regionale Vegetationsplanung beschreibt diesen Mischbestand als räumlich sehr begrenzt.

Fischerei

Die Fischerei war historisch ein wichtiger Erwerbszweig der Tremiti-Inseln und ist bis heute Bestandteil der örtlichen Wirtschaft. Die reichen Fischgründe rund um die Inseln waren auch einer der Gründe für die von Ferdinand II. 1843 eingeleitete Wiederbesiedlung des Archipels mit Bewohnern aus dem Königreich beider Sizilien. Neben der Landwirtschaft und dem Fremdenverkehr blieb die Fischerei insbesondere für die Bewohner von San Domino und San Nicola von Bedeutung.

Heute ist die Fischerei durch das seit 1989 bestehende Meeresschutzgebiet „Isole Tremiti“ stark reglementiert. Die gewerbliche Fischerei ist innerhalb des Schutzgebietes grundsätzlich den ansässigen Berufsfischern vorbehalten. In den Zonen B und C ist sie nur mit entsprechender Genehmigung des Verwalters des Meeresschutzgebietes zulässig. Vorgesehen ist dabei insbesondere die kleine Küstenfischerei mit den dafür zugelassenen Fanggeräten. Auch der „Pescaturismo“, also die Teilnahme von Touristen an Fahrten und Tätigkeiten der Berufsfischerei, ist für entsprechend zugelassene ansässige Berufsfischer möglich.

Die Zone A des Meeresschutzgebietes unterliegt dem strengsten Schutz. Dort ist die Berufsfischerei vollständig verboten. In Zone B ist die Berufsfischerei für nicht in den Gemeinden des Meeresschutzgebietes ansässige Berufsfischer ausgeschlossen; in Zone C gilt ebenfalls ein Ausschluss für nicht ansässige Berufsfischer. Damit besitzt die lokale Berufsfischerei gegenüber auswärtigen Fischern einen besonderen Schutzstatus.

Für 2026 schreibt das vorläufige Regelwerk des Nationalparks die Voraussetzungen für die Zulassung der kleinen Küstenfischerei ausdrücklich fest. Ein Antragsteller muss unter anderem seinen Wohnsitz in der Gemeinde Isole Tremiti nachweisen und über eine gültige Fischereilizenz sowie eine Navigationslizenz verfügen. Außerdem sind die vorgeschriebenen Unterlagen für das Fischereifahrzeug und dessen Motor einzureichen.

Die Fischereifahrzeuge der Berufsfischerei werden auch bei der Vergabe der Liegeplätze berücksichtigt. Für 2026 wurden innerhalb des Meeresschutzgebietes eigene Bojenplätze für nicht der Sport- und Freizeitschifffahrt dienende Fahrzeuge ausgeschrieben. Von den insgesamt 56 ausgewiesenen Bojen waren sechs für Einheiten der Berufsfischerei vorgesehen.

Neben der Berufsfischerei existiert eine streng regulierte Freizeitfischerei. In Zone B ist sie nicht erlaubt; in Zone C ist sie unter bestimmten Bedingungen zulässig. Das Regelwerk von 2026 begrenzt den täglichen Fang grundsätzlich auf 3 kg pro Person beziehungsweise 5 kg pro Boot, sofern nicht ein einzelnes schwereres Exemplar gefangen wird. Die zulässigen Fangmethoden umfassen unter anderem bestimmte Angel- und Leinenarten sowie den Fang von Kopffüßern mit Leinen. Die Fischerei ist dabei grundsätzlich auf die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang beschränkt.

Bestimmte Arten dürfen im Meeresschutzgebiet überhaupt nicht gefangen werden. Dazu gehören unter anderem Zackenbarsche (Epinephelus spp.), die Umbrina (Umbrina cirrosa), die Corvina (Sciaena umbra), Muränen (Muraena helena), Langusten (Palinurus elephas), Hummer (Homarus gammarus), Bärenkrebse und weitere Großkrebse. Auch Kraken unter einem Gewicht von 250 g dürfen nicht gefangen werden. Der Fang von Seeigeln (Paracentrotus lividus) ist 2026 bis auf Weiteres vollständig untersagt, solange die laufenden Bestandsuntersuchungen andauern.

Handwerk

Das Handwerk auf den Tremiti-Inseln ist kleinräumig und steht in engem Zusammenhang mit den handwerklichen Traditionen des Gargano und Apuliens. Als traditionelle Materialien werden insbesondere Terrakotta, Keramik und Holz genannt. Eine große, eigenständige Handwerksindustrie hat sich auf den Inseln aufgrund der geringen Einwohnerzahl und der begrenzten lokalen Rohstoffbasis nicht entwickelt.

Eine Rolle spielt die Keramikherstellung. In den örtlichen Geschäften werden handgefertigte keramische Gegenstände und dekorative Arbeiten angeboten; dokumentiert ist beispielsweise ein Keramikgeschäft auf den Tremiti. Die Produktion steht dabei eher im Bereich des kleinen Kunsthandwerks und der touristischen Souvenirwirtschaft als einer umfangreichen gewerblichen Keramikproduktion.

Auch die Holzverarbeitung gehört zum regionalen Handwerk. Im weiteren Gargano-Raum sind Drechsler- und Schnitzarbeiten sowie Gegenstände des täglichen Gebrauchs aus Holz überliefert. Auf den Tremiti werden solche Erzeugnisse insbesondere als dekorative und touristische Handwerksartikel angeboten. Eine größere eigenständige Holzhandwerksproduktion der Inseln ist dagegen nicht belegt.

Eine besondere Verbindung besteht zum Fischereigewerbe. Traditionelle handwerkliche Tätigkeiten waren mit dem Bau, der Instandhaltung und der Ausstattung von Fischerbooten sowie mit der Herstellung und Reparatur von Fanggeräten verbunden. Die Fischerei selbst war historisch ein wichtiger Erwerbszweig der Inselbewohner; bereits ältere Beschreibungen heben den Fischreichtum der Tremiti und insbesondere den Fang von Felsenfischen und Langusten hervor.

Zum lokalen traditionellen Handwerk werden außerdem textile Arbeiten gezählt. Reiseführer nennen insbesondere von Frauen der Inseln gefertigte Stickereien und Handarbeiten als traditionelle Erzeugnisse, die auch an Besucher verkauft werden. Diese Arbeiten gehören zum häuslichen beziehungsweise kleingewerblichen Handwerk und nicht zu einer größeren Textilproduktion.

Wasserwirtschaft

Die Trinkwasserversorgung erfolgt bislang wesentlich durch die Anlieferung von Trinkwasser auf dem Seeweg. Die Region Puglia hat dafür einen mehrjährigen Dienst ausgeschrieben; der Auftrag an die VEMAR S.r.l. umfasst den Transport von Trinkwasser zur Versorgung der Tremiti für 24 Monate mit einer möglichen Verlängerung um weitere zwölf Monate. Der Auftragswert beträgt 2.805.600 Euro ohne Mehrwertsteuer. Auch 2026 wurden weiterhin monatliche Rechnungen für den Trinkwassertransport abgewickelt.

Die gegenwärtige Versorgungsstruktur weist damit eine hohe Abhängigkeit vom Transport von Trinkwasser auf. Die regionale Planung bezeichnet die bestehenden Probleme ausdrücklich als chronische Schwierigkeiten des bisherigen Versorgungsschemas. Ziel der derzeitigen Infrastrukturplanung ist deshalb eine größere Eigenständigkeit der Inseln bei der Trinkwasserversorgung.

Ein wesentliches Projekt ist der Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage. Das Projekt „Realizzazione di un impianto di dissalazione dell'acqua marina“ wird im Rahmen des PNRR-Programms „Isole Verdi“, Intervention III zur Verbesserung der Wassereffizienz, finanziert. Die Gemeinde nahm im Juni 2026 das abschließende Ergebnis des Genehmigungsverfahrens für die Anlage zur Kenntnis. Die Entsalzungsanlage soll Meerwasser zu Trinkwasser aufbereiten und damit die bestehende Versorgung ergänzen beziehungsweise langfristig deren Abhängigkeit vom Wassertransport verringern.

Nach den regionalen Planungsunterlagen besteht ein ausdrückliches strategisches Ziel darin, für San Domino eine eigenständige Trinkwasserversorgung zu erreichen. Die Meerwasserentsalzung soll die Wasserversorgung stabilisieren und die Verwundbarkeit des bisherigen Systems gegenüber Versorgungsunterbrechungen reduzieren.

Die Wasserversorgung ist mit einem örtlichen Leitungsnetz verbunden. Für Wasseranschlüsse bestehen kommunale Verwaltungsverfahren; der eigentliche Liefervertrag wird zwischen dem Nutzer und dem jeweiligen Betreiber des Wasserdienstes abgeschlossen.

Energiewirtschaft

Der Strom wird auf den bewohnten Inseln San Domino und San Nicola lokal erzeugt. Nach Angaben von Terna gehört die „Centrale Germano Giacomo“ der Germano Industrie Elettriche S.r.l. zum Bestand der für nicht verbundene Inselnetze relevanten Kraftwerke. Die Germano Industrie Elettriche (GIE) erzeugt den Strom und übernimmt auch dessen Verteilung und Verkauf auf den Tremiti. Ein Bericht zur Energieversorgung der italienischen Kleininseln beschreibt acht Dieselgeneratoren in zwei Kraftwerksanlagen auf San Domino und San Nicola. Die Stromerzeugung war damit traditionell überwiegend fossil und von der Anlieferung von Brennstoff auf dem Seeweg abhängig.

Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der kommunalen Energiepolitik. Im Rahmen des staatlichen PNRR-Programms „Isole Verdi“ wurde für die Tremiti ein eigenes Maßnahmenpaket für erneuerbare Energien aufgelegt. Die Gemeinde beschloss im Juni 2026 die Realisierung kommunaler Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie, gegebenenfalls in Verbindung mit Speichersystemen, mit einem Gesamtvolumen von 526.500 Euro. Im August 2026 leitete die Gemeinde außerdem das Vergabeverfahren für diese Anlagen ein.

Ein konkretes Projekt ist eine Photovoltaikanlage auf San Domino auf dem Gelände einer früheren Zisterne. Dafür sind 582.100 Euro aus dem PNRR-Programm „Isole Verdi“ vorgesehen. Die Anlage soll die lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen erhöhen.

Neben der Erzeugung wird auch das Stromnetz selbst modernisiert. Das PNRR-Projekt „Interventi su rete elettrica e infrastrutture connesse“ dient der Kontinuität und Sicherheit des Stromnetzes von San Domino und San Nicola sowie der besseren Integration künftig erzeugter erneuerbarer Energie. Die Gemeinde vergab die entsprechenden Arbeiten 2026; im Juni 2026 wurde bereits ein Baufortschritt abgerechnet.

Auch der öffentliche Stromverbrauch wird reduziert. Auf San Domino wurde die öffentliche Beleuchtung im Rahmen des Programms „Isole Verdi“ energetisch modernisiert; im Juli 2026 bestätigte die Gemeinde den Abschluss der entsprechenden Arbeiten. Bereits zuvor hatte der Nationalpark Gargano ein rund 727.000 Euro umfassendes Projekt zur energetischen Sanierung des Mehrzweckzentrums auf San Domino genehmigt. Vorgesehen waren insbesondere eine effizientere Beleuchtung und die technische Modernisierung der Energieanlagen.

Auch der Verkehr wird in die Energiewende einbezogen. Die Gemeinde fördert im Rahmen von „Isole Verdi“ die Anschaffung elektrisch betriebener Fahrzeuge, Minibusse und Busse für Sharing-, Taxi- und kollektive Transportdienste sowie elektrischer Transporter für die Warenverteilung. 2026 wurden dafür konkrete Förderungen speziell an örtliche Unternehmen vergeben.

Abfallwirtschaft

Die Gemeinde verfügt über ein System der getrennten Abfallsammlung. Zum Ausbau dieses Systems wurde im Rahmen des staatlichen Programms PNRR „Isole Verdi“ ein Centro Comunale di Raccolta (CCR), also ein kommunales Abfallsammelzentrum, vorgesehen. Dieses soll zugleich als „Isola ecologica“ und als Zentrum für die Vorbereitung zur Wiederverwendung dienen und die Übernahme sowie den Weitertransport getrennt gesammelter Abfälle ermöglichen. Im Juli 2026 beschloss die Gemeinde die entsprechende Umsetzung; im August 2026 wurde das Vergabeverfahren für die Errichtung des Zentrums eingeleitet.

Die technische Ausstattung des kommunalen Sammelsystems wird ebenfalls modernisiert. Im Juni 2026 beschaffte die Gemeinde im Rahmen des PNRR-Projekts „Isole Verdi“ mechanische Geräte und elektrisch betriebene, emissionsfreie Ausrüstung zur Unterstützung der Tätigkeiten des kommunalen Sammelzentrums.

Ein weiterer Bestandteil der Abfallwirtschaft ist die Erfassung von Abfällen aus der Schifffahrt. Die bereits von AGER Puglia dokumentierte Ausbauplanung sah ausdrücklich einen gesonderten Dienst zur Sammlung von Abfällen vor, die von Schiffen, Sportbooten und anderen Wasserfahrzeugen in Ankerbereichen beziehungsweise an Bojenfeldern erzeugt werden. Damit wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass die Inseln während der Sommersaison von zahlreichen Booten angelaufen werden.

Die Abfallwirtschaft ist außerdem mit der kommunalen Stadtreinigung verbunden. Im Juli 2026 schrieb die Gemeinde zusätzliche Arbeiten zur Verbesserung der Dienste der öffentlichen Hygiene aus, darunter die Beseitigung, Sammlung und Abfuhr von Ästen und überwuchernder Vegetation auf San Nicola.

Die Finanzierung des kommunalen Abfallwirtschaftssystems wird über den von ARERA vorgegebenen Regulierungsrahmen und die kommunale Abfallgebühr TARI organisiert. Der Gemeinderat genehmigte am 31. Juli 2026 den Wirtschafts- und Finanzplan (PEF) für die integrierte Abfallwirtschaft für 2026–2029 und anschließend die TARI-Tarife für 2026.

Am 2. September 2026 genehmigte die Gemeindeverwaltung außerdem eine überarbeitete technische Machbarkeitsplanung für ein neues kommunales Zentrum der getrennten Abfallsammlung. Die Unterlagen wurden an die inzwischen geltenden technischen Vorgaben angepasst und für eine erneute Bewerbung um eine Finanzierung aus dem Programm „PR Puglia 2021–2027 – Economia Verde“ vorbereitet.

Handel

Die Gemeinde betreibt den SUAP, den Einheitlichen Ansprechpartner für wirtschaftliche Tätigkeiten, gemeinsam mit der Handelskammer von Foggia; darüber werden unter anderem Verfahren zur Eröffnung und zum Betrieb von Unternehmen abgewickelt. Im Lebensmittelhandel gibt es auf San Domino mehrere Geschäfte und Minimärkte. Konkret ist das Minimarket Fentini in der Via Aldo Moro 9 als Lebensmittelgeschäft verzeichnet. Verzeichnisse führen außerdem weitere Lebensmittelgeschäfte auf San Domino, darunter Marchese Nicola in der Via Giuseppe Garibaldi. Angeboten werden vor allem Lebensmittel des täglichen Bedarfs, Getränke, Obst und Gemüse sowie weitere Waren für die Versorgung von Einwohnern und Urlaubern.

Der Einzelhandel ist darüber hinaus auf den Fremdenverkehr ausgerichtet. Es gibt Souvenirläden und Geschäfte mit typischen Produkten, Bekleidung, Strand- und Sportartikeln sowie Artikeln für den Aufenthalt am Meer. Ein konkret dokumentiertes Geschäft ist „La Finestra sul Mare“ am Hafen von San Domino, das als Souvenirgeschäft geführt wird.

Eine weitere wichtige Sparte ist der Handel mit Waren und Dienstleistungen rund um den Wassersport. Auf den Inseln werden Boote und andere Wasserfahrzeuge vermietet, außerdem gibt es Angebote für Ausflugsfahrten, Tauchen, Schnorcheln und weitere maritime Freizeitaktivitäten. Unternehmen vor Ort sind teilweise zugleich im Einzelhandel mit nautischen Artikeln, Sportartikeln, Bekleidung und Souvenirs tätig.

Der gastronomische Handel bildet einen bedeutenden Teil des örtlichen Gewerbes. Auf San Domino bestehen Restaurants, Bars, Pizzerien und weitere Betriebe der Bewirtung, darunter Da Elio Fish Bar&Restaurant. Auch auf San Nicola gibt es gastronomische Betriebe wie Da Enrichetta und Architiello San Nicola Isole Tremiti. Die vorhandenen Unternehmensdaten zeigen, dass örtliche Gesellschaften teilweise mehrere Bereiche verbinden, etwa Gastronomie, Unterkunft, Bootsverleih, nautischen Handel und touristische Dienstleistungen.

Auf San Nicola versucht die Gemeindeverwaltung außerdem, das örtliche Geschäftsangebot gezielt auszubauen. Im Juni 2025 schrieb die Gemeinde Räumlichkeiten in kommunalem Besitz zur Vermietung aus, ausdrücklich mit dem Ziel, zusätzliche kommerzielle Aktivitäten und Dienstleistungen für die Besucher der Insel San Nicola zu schaffen.

Finanzwesen

Die wichtigste örtliche Einrichtung für Finanzdienstleistungen ist das Postamt von Poste Italiane auf San Domino. Poste Italiane bezeichnete das Postamt ausdrücklich als den einzigen Anbieter von Finanzdienstleistungen auf den Inseln; ein großer Teil der örtlichen Geschäfte hatte dort ein Girokonto. Das Postamt befindet sich in der Via Diomedee 11 auf San Domino. Es ist als „Isole Tremiti“ geführt und besitzt die Poststellenkennung 26047. Neben dem klassischen Postdienst werden dort Finanzdienstleistungen von Poste Italiane angeboten. Dazu gehören insbesondere Dienstleistungen des BancoPosta-Systems und Postsparprodukte. Die heutige Produktpalette von Poste Italiane umfasst unter anderem Girokonten, Postsparbücher, Zahlungsdienste, Finanzierungen und weitere Finanzprodukte.

Zum örtlichen Finanzdienstleistungsangebot gehört außerdem ein Bancomat beziehungsweise Geldautomat. Die Gemeindeverwaltung nennt für das Zentrum von San Domino ausdrücklich einen „servizio bancomat“ zusammen mit dem Postamt. Damit besteht auf den bewohnten Inseln eine Möglichkeit zur Bargeldversorgung, ohne dass eine herkömmliche Bankfiliale vorhanden sein muss.

Die Bedeutung des Postamtes geht über die Versorgung der ganzjährigen Wohnbevölkerung hinaus. Die Finanzdienstleistungen werden sowohl von Privatpersonen als auch von örtlichen Gewerbebetrieben genutzt. Das Geschäftsjahr ist stark saisonabhängig, weil die Zahl der Personen auf den Inseln während der Fremdenverkehrssaison erheblich zunimmt. Poste Italiane beschreibt deshalb auch die Arbeitsbelastung des Postamtes als stark vom jahreszeitlichen Wechsel zwischen Winter und Sommersaison geprägt.

Die Gemeindeverwaltung selbst verfügt über eine eigene Finanzverwaltung, das „Ufficio di Ragioneria“. Zu ihren Aufgaben gehören die Buchhaltung und Finanzverwaltung der Gemeinde, die Personalverwaltung, die Kassen- und Wirtschaftsverwaltung sowie die Verwaltung der kommunalen Abgaben. Das Büro befindet sich im Rathaus auf San Nicola. Die Gemeinde verfügt außerdem über ein eigenes Girokonto bei einem Kreditinstitut; die entsprechende IBAN wird im offiziellen Gemeindeverzeichnis veröffentlicht.

Soziales und Gesundheit

Die soziale Versorgung spiegelt die demografische und geografische Lage wider. Die Bevölkerung ist stark überaltert, mit einem hohen Anteil älterer Menschen und einem entsprechend hohen Altersindex. Viele jüngere und erwerbstätige Personen halten sich nur saisonal auf den Inseln auf oder pendeln. Die Gemeinde bietet die üblichen kommunalen Dienstleistungen an, doch aufgrund der geringen Einwohnerzahl und der Isolation sind spezialisierte soziale Einrichtungen, Pflegeangebote oder umfassende Unterstützungsstrukturen für ältere oder hilfsbedürftige Menschen nur begrenzt vorhanden. Viele Bewohner verlassen die Inseln im Winter auch deshalb, weil die Lebensbedingungen erschwert sind: Auf San Nicola fehlt beispielsweise ein öffentliches Gasnetz, sodass die Versorgung mit Flaschen vom Wetter und den Schiffsverbindungen abhängt. Die wirtschaftliche Basis ist eng mit dem Tourismus verknüpft, sodass außerhalb der Saison die meisten Betriebe schließen und die sozialen Netzwerke dünner werden.

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen auf den Inseln ist stark von dieser Isolation und der Saisonalität geprägt. Es gibt kein Krankenhaus. Die grundlegende medizinische Versorgung erfolgt über einen Poliambulatorio und den Dienst der Continuità Assistenziale, also die ärztliche Notfall- und Bereitschaftspraxis, die vor allem auf San Domino angesiedelt ist. Dort befindet sich auch die einzige Apotheke. Die Zuständigkeit liegt bei der Azienda Sanitaria Locale von Foggia. Außerhalb der Hauptsaison bleiben nur wenige essenzielle Einrichtungen geöffnet, darunter der Poliambulatorio, die Apotheke und das Postamt. Für ernsthafte Erkrankungen, spezialistische Untersuchungen oder stationäre Behandlungen müssen Patienten per Fähre oder Hubschrauber auf das Festland gebracht werden, in der Regel nach Termoli oder in größere Kliniken der Region wie in San Giovanni Rotondo. Die Hubschraubertransporte sind wetterabhängig und können bei schlechter Sicht oder Stürmen ausfallen.

In der Sommersaison wird die ärztliche Versorgung deutlich verstärkt. Die ASL Foggia stellt dann mehrere Ärzte für den touristischen Bereitschaftsdienst ab, die in der Regel von morgens bis abends tätig sind und ambulante sowie Hausbesuche, einfache Notfallversorgung, Rezepte und Überweisungen übernehmen. Dennoch bleibt die Situation angespannt. Der Notfalldienst ist im Wesentlichen auf San Domino konzentriert. Auf San Nicola, dem Verwaltungssitz der Gemeinde, fehlt eine zuverlässige und jederzeit verfügbare Bootsverbindung, sodass in dringenden Fällen oft private Boote von Tourismusbetrieben oder Anwohnern eingesetzt werden müssen. Dies birgt rechtliche und praktische Risiken und wird von Bewohnern und Beobachtern als erheblicher Nachteil empfunden. Die Entfernung zwischen den Inseln beträgt nur wenige Minuten, doch bei akuten Notfällen kann selbst diese kurze Strecke kritisch werden.

Krankheiten

Spezifische endemische Krankheiten sind für die Tremiti-Inseln nicht bekannt. Die gesundheitlichen Herausforderungen ergeben sich eher aus der strukturellen Situation. Chronische Erkrankungen, die bei einer alternden Bevölkerung häufiger auftreten, erfordern regelmäßige Kontrollen und Medikamente, deren Beschaffung und Nachsorge durch die Insellage erschwert werden können. Notfälle, Unfälle oder plötzliche Verschlechterungen von Gesundheitszuständen bergen erhöhte Risiken, weil die Zeit bis zur fachärztlichen oder stationären Versorgung länger ist als auf dem Festland. Im Sommer kommen typische tourismusbedingte Probleme hinzu, etwa Verletzungen, Hitzebelastungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Während der Corona-Pandemie blieb die Inselbevölkerung zeitweise weitgehend von Infektionen verschont, was unter anderem auf die geringe ständige Einwohnerzahl und die natürliche Distanzierungsmöglichkeiten zurückgeführt wurde.

Bildung

Über längere Zeit gab es auf den Tremiti-Inseln keine funktionierende Schule. Die Grundschule und die Sekundarstufe der ersten Stufe waren ab 2011/12 geschlossen, nachdem die Schülerzahlen auf ein Minimum gesunken waren und der letzte verbliebene Schüler mit seiner Familie auf das Festland gezogen war. Die Kindertagesstätte beziehungsweise Scuola dell’Infanzia war bereits seit 2003 außer Betrieb. Kinder im schulpflichtigen Alter mussten daher auf das Festland pendeln, vor allem nach Termoli in der benachbarten Region Molise, oder die Familien verlegten ihren Wohnsitz vorübergehend dorthin, um den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Dies trug zur weiteren Abwanderung und Entvölkerung bei.

Im Schuljahr 2024/25 kam es zu einer Wende. Nach intensiven Bemühungen der Gemeindeverwaltung und der Region Apulien konnte die Scuola dell’Infanzia auf San Domino wiedereröffnet werden. Es fanden sich sieben Kinder im entsprechenden Alter, und nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Besetzung der Lehrerstelle übernahm eine erfahrene Pädagogin aus Apricena den Unterricht. Die Schule gehört zum Istituto Comprensivo in Rodi Garganico. Die Gemeinde verfolgt das Ziel, schrittweise auch die Grundschule und die Mittelschule wieder in Betrieb zu nehmen, sobald ausreichend Schüler vorhanden sind. Ergänzend wurden Bildungsangebote für die frühe Kindheit eingerichtet, die teilweise ganzjährig und auch für Touristenkinder im Sommer zugänglich sein sollen. Die Region Apulien unterstützt zudem die Einrichtung von Summer Schools in Zusammenarbeit mit apulischen Universitäten. Diese sollen ab dem Herbst höhere Bildungsangebote zu Themen wie Kultur, Natur, Meeresschutz und Geschichte der Inseln bereitstellen und die Inseln als Ort der Forschung und Weiterbildung positionieren.

Bibliotheken und Archive

Eine wichtige Rolle spielt die neu eingerichtete Community Library auf San Domino, die den Namen Biblioteca Pio Fumo trägt. Sie wurde 2025 eröffnet und beherbergt mehr als zweitausend Bücher, Internetplätze, interaktive Bildschirme, eine historische Fotosammlung zur Inselgeschichte sowie einen eigenen Kinderbereich. Die Bibliothek entstand im Rahmen eines regionalen Förderprojekts, das die Umnutzung und Ausstattung des ehemaligen Schulgebäudes finanzierte. Sie dient nicht nur als klassische Bibliothek, sondern auch als kultureller Treffpunkt für Einheimische und Besucher und beherbergt Bildungsangebote für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr. Im Sommer und darüber hinaus werden dort pädagogische und freizeitpädagogische Aktivitäten angeboten, die die Umwelt und das kulturelle Erbe der Inseln einbeziehen.

Ein eigenständiges öffentliches Archiv von größerem Umfang existiert auf den Inseln selbst nicht. Historische Dokumente zur Geschichte der Tremiti, insbesondere zur klösterlichen Vergangenheit und zur Zeit des Faschismus, in der die Inseln als Verbannungsort dienten, finden sich vor allem in Archiven auf dem Festland. Das diözesane Historische Archiv in Larino in Molise bewahrt Materialien, die auch die Inseln betreffen, da diese bis 1938 zur Diözese Larino gehörten. Kommunale Standesamtsregister und Verwaltungsakten werden in den Räumen der Gemeindeverwaltung aufbewahrt und können für genealogische oder historische Recherchen genutzt werden. In der faschistischen Zeit gab es unter den Internierten eine kleine Umlaufbibliothek, die von den Gefangenen selbst organisiert wurde und einige hundert Bände umfasste. Diese historische Einrichtung ist jedoch längst verschwunden.

Kultur

Der auf der Inselgruppe lebende Künstler Lucio Dalla schrieb über die Tremiti-Inseln: „Die historische Bedeutung der Inseln darf nicht vergessen werden. Ich empfehle dringend, hier Urlaub zu machen, um die Geschichte des Archipels näher kennen zu lernen. Hier fanden in den vergangenen Jahrhunderten wichtige historische Ereignisse statt. Diese Inseln sind so reich an Geschichte, an Kultur und es haben sich so interessante Legenden gebildet, dass es sich wirklich lohnt, diese zu erforschen und sich einen persönlichen Gesamteindruck zu machen.“

Museen

Die wichtigste museale und kulturelle Einrichtung ist vielmehr das historische Ensemble von San Nicola, das der Nationalpark Gargano ausdrücklich als eine Art „Freilichtmuseum“ des Archipels bezeichnet. Dort konzentrieren sich die bedeutendsten historischen Zeugnisse der Tremiti: die Abtei Santa Maria a Mare, die mittelalterlichen Befestigungsanlagen, Türme, Mauern und die früheren Klostergebäude.

Das wichtigste historische Denkmal ist die Abtei Santa Maria a Mare auf San Nicola. Der Gebäudekomplex geht auf die mittelalterliche Klostergeschichte der Insel zurück und war über Jahrhunderte das religiöse Zentrum der Tremiti. In der Abtei wirkten nacheinander Benediktiner, Zisterzienser und Lateranensische Chorherren. Zum Komplex gehören unter anderem die Kirche, der Kreuzgang und weitere ehemalige Klostergebäude. Der Nationalpark führt die Abtei als bedeutendes religiöses und kulturhistorisches Bauwerk und als eines der wichtigsten Besucherziele der Insel.

Unmittelbar bei der Abtei befinden sich außerdem bedeutende archäologische Zeugnisse. Der Nationalpark führt dort unter anderem Gräber aus der klassischen beziehungsweise hellenistischen Zeit, eine antike beziehungsweise nachantike Zisterne und ein Wasserbecken sowie weitere archäologische Strukturen auf. Hinzu kommen zwei Felskammergräber, von denen eines traditionell, aber nicht wissenschaftlich gesichert, als „Tomba di Diomede“ bezeichnet wird.

San Nicola besitzt damit die größte Konzentration an museal beziehungsweise archäologisch bedeutenden Objekten des Archipels. Neben den archäologischen Überresten gehören dazu der Torrione del Cavaliere del Crocifisso, das Castello dei Badiali, die Befestigungsmauern und die übrigen Teile der Festungsanlage. Der Nationalpark beschreibt San Nicola wegen dieser außergewöhnlichen Dichte an historischen Monumenten ausdrücklich als historischen und administrativen Mittelpunkt der Tremiti.

Auf San Domino liegt der Schwerpunkt dagegen nicht auf Museen, sondern auf Natur- und Landschaftserlebnissen. Die Insel besitzt ausgedehnte Bestände der Aleppo-Kiefer, mediterrane Vegetation, Küstenformationen und zahlreiche Grotten. Die Gemeinde hebt insbesondere die archäologischen Funde an der Küste hervor, darunter das Wrack eines römischen Schiffes vor Punta di Zio Cesare.

Architektur

.San Nicola ist historisch und künstlerisch gesehen die wichtigste der Tremiti-Inseln. Die Wallfahrtskirche Santa Maria a Mare ist eine katholische Kirche, die im Laufe der Jahrhunderte auch ein Kloster und eine Abtei war. Sie liegt auf der Insel San Nicola im Tremiti-Archipel vor der Küste des Gargano in der Adria. Die Kirche fällt unter die Zuständigkeit der Erzdiözese Manfredonia-Vieste-San Giovanni Rotondo. Die Abtei ist ein Monument der adriatischen proto-romanischen Architektur, die Züge der nordwesteuropäischen Tradition mit denen der byzantinischen und mediterranen Kultur verbindet.

Die Ursprünge der Kirche beruhen auf einer Legende, von der es mehrere Versionen gibt, die jedoch alle einen Einsiedler zum Protagonisten haben, der im 3. Jahrhundert auf der Insel der heilige Nikolaus landete. Der Jesuitenpater Wilhelm Gumppenberg berichtet, dass der Einsiedler, der von einem unbekannten Ort stammte, in den ersten Jahrhunderten des Christentums die Insel St. Nikolaus als Einsiedelei wählte. Die Heiligkeit des Mannes wurde mit einer Vision der Jungfrau Maria belohnt, die, nachdem sie den durch das Ereignis erschreckten Mann beruhigt hatte, ihm befahl, ihm zu Ehren einen majestätischen Tempel zu bauen. Der Einsiedler, der sich mehr der Kontemplation als der Arbeit widmete, zögerte vor der Aufgabe, die Last einer so großen Arbeit auf sich zu nehmen, und dachte dabei auch an seine eigene Armut und die der Inseln, die ihn beherbergten.

Da zeigte ihm die Gottesmutter eine Stelle, an der er nach den Schätzen graben konnte, die er für die Vollendung des ihm anvertrauten Werkes brauchte. Der Mann grub nicht lange, bis er eine Grabinschrift fand, hinter der unglaubliche Reichtümer lagen, die eines Königs würdig waren. Die Legende besagt, dass es sich bei diesem Grab um nichts anderes als die mythische Grabstätte des homerischen Helden Diomedes handelt. Der Einsiedler nahm aus der Schatzkammer, was für den Bau eines prächtigen und prunkvollen Gebäudes notwendig war, und gehorchte damit dem Willen Marias.

Die Legende wird in der Cronica Istoriale di Tremiti, die von Don Benedetto Cocorella Ende des 16. Jahrhunderts verfasst wurde, ausführlicher erzählt, beginnend mit dem Datum der Landung des Eremiten auf der Insel San Nicola, das mit etwa 312 angegeben wird. In diesem Fall ereignete sich die Marienerscheinung dem heiligen Mann, der die Gottesmutter sehr verehrte, eines Nachts, als der Einsiedler im Gebet versunken war. Die Jungfrau bat den Mann, ihr zu Ehren einen prächtigen Tempel auf dem felsigen, vom Meer umgebenen Gelände zu errichten, das er zu seinem Wohnsitz erkoren hatte, damit sie denjenigen, die kommen würden, um zu beten und ihren Schutz zu erbitten, Gnaden gewähren könne.

Der Mann, der von unermesslicher Freude über dieses heilige Privileg erfüllt war, blieb dennoch verwirrt und nachdenklich, so dass die Jungfrau ihn nach dem Grund für diesen Zustand fragte. Die Antwort war, dass er in völliger Armut lebte und für den Bau eines Heiligtums stattdessen große Reichtümer benötigt wurden. Die Gottesmutter forderte den Mann auf, in der Nähe des Erscheinungsortes zu graben. Der Einsiedler kam der Aufforderung sofort nach, und nach tagelanger harter Arbeit fand er in einer Höhle viele wertvolle Gegenstände. Nachdem er der Muttergottes gedankt hatte, stieg er in sein kleines Boot und vertraute auf das ruhige Meer, den sonnigen Tag und die göttliche Vorsehung.

Der heilige Mann wurde der Chronik zufolge von einem süßen und erholsamen Traum verzaubert, und ein sanfter Zephir trieb ihn ins ferne Konstantinopel, wo er am nächsten Tag von Bord ging. Hier fand er ein Schiff vor, das mit allen für den Bau erforderlichen Materialien beladen war. Das Schiff nahm auch Bauarbeiter an Bord, mit denen der Einsiedler die der Muttergottes geweihte Kapelle errichten konnte.

Als der Bau des Tempels vollendet war, sah der Mann seine Aufgabe nicht als beendet an und verpflichtete sich, die Marienverehrung unter den Fischern, Händlern und allen anderen, die bei schlechtem Wetter im Hafen des Archipels anlandeten, zu verbreiten. Bei ihrer Rückkehr nach Hause erzählten sie von den Wundern, die sie gesehen und gehört hatten, so dass sich der Ruf des Eremiten und der von ihm errichteten Kirche in kurzer Zeit verbreitete und weitere Eremiten auf die Insel kamen.

Die Chronik berichtet weiter, dass die wenigen auf der Insel verbliebenen Einsiedler nach etwa sechs Jahrhunderten alle sehr alt waren, und die Mönche des Benediktinerordens, die von den Wundern des Ortes gehört hatten und an einem so einsamen und für das asketische Leben günstigen Ort ein eigenes Kloster gründen wollten, ersetzten die wenigen verbliebenen Einsiedler mit päpstlicher Genehmigung.

Dem Chartularium Tremitense zufolge wurde das erste religiöse Zentrum auf den Adriainseln im 9. Jahrhundert von den Benediktinern als direkte Dependance der Abtei von Montecassino errichtet. Es wird angenommen, dass die Cassineser Mönche in der Anfangszeit in Armut lebten.

Sicher ist, dass der Abteikomplex im 11. Jahrhundert dank des Abtes St. Adam, der sich persönlich zum Konzil von Melfi begab, um die päpstliche Anerkennung der Unabhängigkeit des Temitense von Montecassino zu erwirken, seine größte Pracht erreichte und seine Besitztümer und seinen Reichtum unverhältnismäßig vergrößerte, was dazu führte, dass der Abt selbst die Kirche wieder aufbaute und sie 1045 vom Bischof von Dragonara geweiht wurde.

Von der Pracht dieser Zeit zeugt die Anwesenheit berühmter Gäste in den Klostermauern, darunter Friedrich von Lothringen (der spätere Papst Stephan IX.) und Dauferio Epifani (auch bekannt als Desiderio von Montecassino, der spätere Papst Viktor III.), der sich 1070 dorthin begab, um den Abt Adam zugunsten von Trasmondo Berardi, dem Sohn des Grafen der Marsi Oderisio, einem historischen Verbündeten der Cassineser Abtei, abzusetzen. Zu den Persönlichkeiten, die ihn auf dieser Reise begleiteten, gehörte auch der Normanne Robert von Loritello.

Der gesamte Komplex blieb etwa ein Jahrhundert lang im Besitz der Abtei von Montecassino, trotz der dringenden Forderungen nach Autonomie und der Proteste der Mönche aus Tremiti. Bis zum 13. Jahrhundert war die Abtei jahrhundertelang vom Kloster Cassinese getrennt und hatte Besitzungen auf dem Festland vom Biferno bis zur Stadt Trani. Den Chroniken jener Zeit zufolge führten die Spannungen mit dem Kloster in Latium und die häufigen Kontakte mit den Dalmatinern, die dem Heiligen Stuhl feindlich gesinnt waren, zu einem moralischen Verfall der Mönche des Komplexes, der Kardinal Raniero da Viterbo im Jahr 1237 dazu veranlasste, den damaligen Bischof von Termoli mit der Aufgabe zu betrauen, den Orden des Heiligen Benedikt durch die Zisterzienser an der Spitze der Abtei zu ersetzen. Eine Bulle Alexanders IV. vom 22. April 1256 bestätigte jedoch den Umfang der Besitztümer.

Karl I. von Anjou stattete den Abteikomplex später mit Befestigungsanlagen aus. Im Jahr 1334 wurde die Abtei von dem dalmatinischen Korsaren Almogavaro und seiner Flotte geplündert, der die Mönche abschlachtete und damit der Präsenz der Zisterzienser auf dem Archipel ein Ende setzte. Zwischen 1334 und 1343 zogen die Zisterzienser in die Abtei St. Agatha Martyr um.

Im Jahr 1412 zog auf Druck und apostolische Briefe und auf direkten Befehl von Gregor XII. eine kleine Gemeinschaft von Regularkanonikern aus Santa Maria di Frigionaia in Lucca unter der Leitung von Leone da Carrara auf die Insel, um das alte religiöse Zentrum wieder zu besiedeln. Die Regularkanoniker (Lateraner ab 1445) restaurierten den Abteikomplex, erweiterten die Gebäude, insbesondere durch den Bau zahlreicher funktionsfähiger Zisternen, und dehnten die Besitzungen der Abtei auf den Gargano, Terra di Bari, Capitanata, Molise und die Abruzzen aus. Im Jahr 1566 gelang es der Abtei und der Festung St. Nikolaus, den Angriffen der Flotte von Piyale Paşa zu widerstehen.

Die Abtei wurde 1783 von König Ferdinand IV. von Neapel aufgelöst, der im selben Jahr eine Strafkolonie auf dem Archipel einrichtete. Während der napoleonischen Zeit wurde der Archipel von den Murattern besetzt, die sich in der Festung St. Nikolaus verschanzten und den Angriffen einer britischen Flotte erfolgreich widerstanden. Die Löcher der britischen Kanonenkugeln in der Fassade der Abtei sind noch heute von diesen Angriffen zu sehen.

Die militärische Architektur prägt San Nicola ebenso stark wie die religiöse Architektur. Die gesamte Siedlung war von einer massiven Befestigungsmauer umgeben, die durch Türme und weitere Verteidigungsanlagen verstärkt wurde. Dadurch entstand eine ungewöhnliche Verbindung von Kloster und Festung. Die Anlage konnte 1567 einen Angriff der Flotte Süleymans des Prächtigen abwehren. Auch während der napoleonischen Zeit wurde die Festung militärisch genutzt; die Beschießung durch britische Schiffe im Jahr 1809 hinterließ noch heute sichtbare Einschläge an der Fassade der Abteikirche.

Neben den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bauwerken gibt es auf San Nicola auch ältere bauliche Zeugnisse. In der Umgebung der Abtei befinden sich unter anderem in den Fels gehauene Gräber, antike Wasseranlagen und weitere archäologische Strukturen. Sie zeigen, dass die Insel bereits lange vor dem mittelalterlichen Klosterbau genutzt und besiedelt wurde.

Die zivile Wohnarchitektur von San Nicola ist wesentlich kompakter als die Bebauung von San Domino. Die Häuser liegen innerhalb beziehungsweise unmittelbar an der historischen befestigten Siedlung und bilden zusammen mit den Kloster- und Festungsbauten ein dichtes Ortsbild. Die Gemeinde arbeitet auch an der Restaurierung und funktionalen Wiederverwendung historischer Gebäude. So wurde beispielsweise ein Projekt zur Restaurierung des monumentalen Kreuzgangs und kommunaler Wohngebäude im Bereich der Piazza Vittorio Emanuele II ausgeschrieben.

San Domino besitzt dagegen eine völlig andere architektonische Ausprägung. Die Insel ist mit 208 Hektar die größte der Tremiti und besitzt ausgedehnte Bestände der Aleppo-Kiefer und mediterraner Macchia. Die Gebäude liegen daher überwiegend in einer lockeren Siedlungsstruktur zwischen beziehungsweise am Rand der natürlichen Vegetation.

Die Architektur von San Domino ist wesentlich stärker durch die Entwicklung des Fremdenverkehrs im 20. Jahrhundert bestimmt. Neben den Wohnhäusern entstanden Hotels, Residenzen und Ferienanlagen. Die Gemeinde führt San Domino ausdrücklich als die touristisch am stärksten ausgebaute Insel des Archipels und nennt zahlreiche Hotels, Residenzen und Feriendörfer.

Bildende Kunst

Das wichtigste Kunstzentrum ist die Insel San Nicola mit der Abteikirche Santa Maria a Mare. Die Kirche besitzt einen bedeutenden mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunstbestand. Besonders hervorzuheben sind der Mosaikfußboden aus dem 11. Jahrhundert, ein hölzernes Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert, ein venezianisches hölzernes Polyptychon aus der Mitte des 15. Jahrhunderts sowie die verehrte Schwarze Madonna. Die Fassade der Kirche wurde 1473 von Andrea Alessi aus Durazzo und Nicolò di Giovanni aus Florenz geschaffen. Der künstlerische Charakter des Kirchenraumes verbindet damit mittelalterliche, venezianische und süditalienische Einflüsse.

Auch der Kreuzgang der Abtei gehört zum bedeutenden historischen Kunstbestand der Insel. Die Lateran-Kanoniker veränderten und erweiterten den mittelalterlichen Klosterkomplex in der Renaissance. Säulen, Kapitelle, Bögen und architektonische Dekorationen bilden zusammen mit den Befestigungsanlagen ein geschlossenes historisches Ensemble. Die zahlreichen erhaltenen Mauern, Türme und Bastionen sind ebenfalls Teil des kulturellen und kunsthistorischen Erscheinungsbildes von San Nicola.

Die archäologischen Zeugnisse gehören ebenfalls zur bildenden Kunst und materiellen Kultur der Tremiti. Auf San Nicola befinden sich unter anderem antike Gräber, darunter Felsgräber aus klassischer und hellenistischer Zeit, sowie Überreste antiker Gebäude. Die sogenannte „Tomba di Diomede“ ist eine traditionelle Bezeichnung für eine archäologische Anlage und keine gesicherte Grabstätte des homerischen Diomedes. Auf San Domino sind weitere archäologische Fundstellen bekannt; auch unter Wasser wurden archäologisch bedeutsame Überreste entdeckt.

Die bildhauerische Kunst ist auf den Inseln hauptsächlich durch religiöse Skulpturen und Reliefs vertreten. Einen besonderen Stellenwert besitzt die Darstellung der Madonna in Santa Maria a Mare. Religiöse Kunst war eng mit dem Klosterleben und den katholischen Traditionen der Insel verbunden. Freistehende Denkmäler und eine größere öffentliche Skulpturenlandschaft wie in größeren italienischen Städten sind auf den Tremiti dagegen nicht vorhanden.

Literatur

Die Grundlage der tremitischen Literatur bildet die mittelalterliche Schriftkultur des Klosters Santa Maria a Mare auf San Nicola. Die Abtei war über Jahrhunderte ein religiöses und kulturelles Zentrum. Mit dem Klosterleben verbunden waren die Aufbewahrung und Herstellung religiöser Schriften sowie die schriftliche Überlieferung kirchlicher und historischer Inhalte. Die mittelalterliche Geschichte der Inseln ist deshalb wesentlich durch kirchliche Dokumente und historische Aufzeichnungen überliefert.

Die Tremiti erscheinen außerdem in der antiken und mittelalterlichen geografischen und historischen Literatur. Bereits in antiken Quellen werden die Inseln beziehungsweise ihre antiken Namen im Zusammenhang mit dem Adriaraum und dem Diomedes-Mythos erwähnt. Die traditionelle Verbindung mit Diomedes wurde in späteren literarischen und gelehrten Darstellungen immer wieder aufgegriffen. Die Bezeichnung „Diomedeische Inseln“ beziehungsweise ähnliche Formen geht auf diese antike Überlieferung zurück.

Eine besondere Rolle spielt die Reiseliteratur. Seit dem 19. Jahrhundert wurden die Tremiti von Reisenden, Geografen und Schriftstellern beschrieben. Dabei standen vor allem die abgelegene Lage, die Klosteranlage von San Nicola, die Befestigungen, die Küstenlandschaft und die Geschichte als Straf- und Verbannungsort im Mittelpunkt. Mit dem Aufkommen des modernen Fremdenverkehrs wurden die Inseln zunehmend in Reiseführern und landeskundlichen Veröffentlichungen behandelt.

Die politische Verbannung während der faschistischen Zeit führte zu einer weiteren literarischen Dimension. Zahlreiche politische Gefangene und Konfinierte hinterließen Erinnerungen, Briefe, Tagebücher und autobiografische Texte über ihre Zeit auf den Tremiti. Zu den bekannten politischen Gefangenen gehörten Sandro Pertini und Ferruccio Parri. Die Erfahrungen der politischen Verbannung auf den Inseln sind Bestandteil der italienischen Erinnerungs- und Widerstandsliteratur.

Auch die Geschichte der Internierung homosexueller Männer auf San Domino während des Faschismus wurde später Gegenstand historischer und literarischer Aufarbeitung. Erinnerungsberichte, historische Untersuchungen und Dokumentationen beschäftigen sich mit den Lebensbedingungen der Internierten und der besonderen Stellung der Tremiti innerhalb der Geschichte der faschistischen Repression.

Die lokale mündliche Überlieferung besitzt ebenfalls Bedeutung. Erzählungen über das Kloster, Piraten- und Angriffsgeschichten, die Figur des Diomedes, die Herkunft der Bevölkerung sowie die Fischertraditionen wurden innerhalb der Inselgemeinschaft weitergegeben. Nach der Ansiedlung von Neapolitanern und Bewohnern aus dem Königreich beider Sizilien ab 1843 kamen süditalienische und insbesondere neapolitanische sprachliche und kulturelle Traditionen hinzu. Das lokale Tremitese, eine insulare Varietät des neapolitanischen Dialektraums, war dabei auch Träger mündlicher Erzählungen und lokaler Erinnerungen.

In der modernen Literatur dienen die Tremiti häufig als Schauplatz oder Motiv für Texte über Einsamkeit, Meer, Inselwelt, Gefangenschaft, Verbannung und Freiheit. Besonders die Verbindung von außergewöhnlicher Landschaft und politischer Geschichte hat dazu geführt, dass die Inseln in autobiografischen, historischen und journalistisch-literarischen Werken behandelt werden.

Theater

Vor allem während der Sommermonate, wenn sich die Einwohnerzahl durch den Fremdenverkehr stark erhöht, finden kulturelle Veranstaltungen und Aufführungen im Freien statt. Als Veranstaltungsorte dienen dabei öffentliche Plätze und andere für zeitlich begrenzte Veranstaltungen geeignete Bereiche, insbesondere auf San Domino und San Nicola.

Eine besondere Bedeutung besitzt das religiöse Festleben als Form volkstümlicher Darstellung. Prozessionen, religiöse Feiern und öffentliche Zeremonien verbinden Musik, gesprochenes Wort, Bewegung und szenische Elemente. Sie sind jedoch nicht mit einem eigenständigen traditionellen Theatergenre gleichzusetzen.

Film

Die Tremiti-Inseln sind mehrfach als Drehort für Film- und Fernsehproduktionen genutzt worden. Besonders bekannt ist ihr Auftreten in der italienischen Fernsehserie Braccialetti rossi. Die Inseln erscheinen in der zweiten und dritten Staffel; für die auf den Tremiti spielenden Szenen wurde insbesondere San Nicola als Drehort verwendet. Die Dreharbeiten für die dritte Staffel fanden 2015 auch auf den Tremiti statt. Die Apulia Film Commission nennt die Isole Tremiti ausdrücklich als Location der dritten Staffel.

In der zweiten Staffel führt die Handlung Leo, Cris, Vale, Toni und Davide auf die Tremiti. Im Finale der zweiten Staffel reisen die Figuren mit der Fähre von Termoli nach San Nicola; die Insel dient dabei als Schauplatz eines wichtigen Abschnitts der Handlung. In der dritten Staffel bleiben Leo und Cris zunächst auf einer Insel und leben dort in einem kleinen Haus bei einem Leuchtturm. Die offizielle Beschreibung der dritten Staffel bezeichnet diesen Handlungsabschnitt ausdrücklich als „fuga sull’isola“ und verortet die beiden dort.

Die Tremiti wurden außerdem 2016 zum Drehort des Kinofilms Non c'è più religione von Luca Miniero mit Claudio Bisio, Alessandro Gassmann und Angela Finocchiaro. Die Dreharbeiten fanden auf den Inseln statt; die Handlung des Films spielt auf einer fiktiven Mittelmeerinsel, auf der eine katholische, eine muslimische und eine buddhistische Gemeinschaft aufeinandertreffen.

Bereits 2014 wurden die Tremiti für den Fernsehfilm Un mondo nuovo von Alberto Negrin genutzt. Der Film behandelt die Geschichte von Altiero Spinelli, Ernesto Rossi, Eugenio Colorni und ihren Mitstreitern während ihrer faschistischen Verbannung auf Ventotene. Obwohl die Handlung auf Ventotene spielt, wurden Teile der Produktion auf den Tremiti und in Monte Sant’Angelo gedreht.

Musik und Tanz

Die musikalische Kultur der Tremiti-Inseln ist eng mit dem Meer, der Isolation und den religiösen Festen verbunden, ohne dass sich eine eigenständige, jahrhundertealte volkstümliche Tanztradition wie die Pizzica des Salento herausgebildet hat. Stattdessen prägen religiöse Prozessionen, moderne Festivalformate und die persönliche Verbindung zu einem großen italienischen Liedermacher das musikalische Leben.

Einen besonderen Stellenwert besitzt der Tremiti Music Festival, der seit 2018 jährlich Ende August auf den Inseln stattfindet. Er wird von der Region Apulien und der Gemeinde in Zusammenarbeit mit Puglia Sounds organisiert und steht unter wechselnder künstlerischer Leitung. Die Veranstaltungen finden vor allem auf San Domino in der Piazza Sandro Pertini und an landschaftlich reizvollen Orten wie Cala Tramontana oder Punta Secca statt. Das Programm kombiniert italienische Songwriter, Jazz, Folk und experimentelle Formen und nutzt die natürliche Kulisse der Inseln. In den vergangenen Jahren traten unter anderem Nada, Malika Ayane, Maria Pia De Vito, Chiara Civello, Bungaro, Raffaele Casarano und La Niña auf. Einige Ausgaben waren ausdrücklich dem Andenken an Lucio Dalla gewidmet, der eine Wohnung auf San Domino besaß und sich von der Landschaft zu Liedern wie „Com’è profondo il mare“ und dem Album „Luna Matana“ inspirieren ließ. Die Konzerte finden oft bei Sonnenuntergang statt und verbinden Musik bewusst mit dem Naturerlebnis.

Neben dem Festival prägen religiöse Feste das musikalische Geschehen. Am 15. und 16. August wird das Fest der Assunta gefeiert. Die Madonna-Statue wird in einer Prozession durch die Straßen von San Nicola getragen und anschließend auf einem blumengeschmückten Fischerboot zu einer Seefahrt um die Inseln gebracht. Die Feierlichkeiten enden mit einem Feuerwerk. Im Dezember findet auf San Nicola das Fest des Heiligen Nikolaus von Myra statt, bei dem ein mittelalterlich anmutender Umzug organisiert wird. Bei diesen Anlässen erklingen traditionelle Festmusiken und volksliedhafte Melodien, die von lokalen Gruppen oder einfachen Instrumenten begleitet werden. Volkstänze im engeren Sinne sind auf den Inseln wenig dokumentiert. Es gibt keine ausgeprägte eigene Tanzform wie die Tarantella oder die Pizzica, die in anderen Teilen Apuliens stark verwurzelt sind. Bei den Festen und in den Sommermonaten wird jedoch freudig getanzt, oft zu aktuellen oder traditionellen Liedern, und die Atmosphäre der Prozessionen und der abendlichen Zusammenkünfte lädt zum Mitmachen ein.

Kleidung

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert unterschied sich die Kleidung der Bewohner daher grundsätzlich nicht durch eine eigene, festgelegte Inseltracht von der Kleidung anderer ländlicher Bevölkerungsgruppen des ehemaligen Königreichs beider Sizilien. Männer trugen im Alltag einfache Arbeitskleidung, die den Anforderungen von Fischerei, Landwirtschaft und den übrigen körperlichen Arbeiten auf den Inseln entsprach. Frauen trugen ebenfalls zweckmäßige Alltagskleidung und Kleidung für die Haus- und Feldarbeit. Eine verbindliche Kombination bestimmter Kleidungsstücke, Farben oder Kopfbedeckungen, die als offizielle „Tremiti-Tracht“ bezeichnet werden könnte, ist nicht belegt.

Die Fischerei hatte einen besonders großen Einfluss auf die praktische Kleidung der Männer. Robuste und für die Arbeit auf Booten geeignete Kleidung war zweckmäßiger als aufwendige Festkleidung. Mit der Modernisierung im 20. Jahrhundert verschwanden solche traditionellen Arbeitskleidungsformen zunehmend aus dem täglichen Gebrauch.

Auch die religiöse Festkultur beeinflusste die Kleidung. Bei kirchlichen Festen und Prozessionen wurde Sonntags- beziehungsweise Festtagskleidung getragen. Dabei handelte es sich jedoch um die allgemeine süditalienische beziehungsweise italienische Festkleidung und nicht um eine eindeutig erkennbare, standardisierte Tremiti-Tracht.

Die neapolitanische Herkunft der Inselbevölkerung ist für die Kulturgeschichte der Tremiti wesentlich. Ferdinand II. von Bourbon ließ 1843 Bewohner aus Neapel und Umgebung auf den Inseln ansiedeln. Neben Sprache und anderen kulturellen Traditionen brachten diese Siedler auch ihre gesellschaftlichen und alltäglichen Gewohnheiten mit. Eine eigenständige Tracht entwickelte sich daraus jedoch nicht in einer Weise, die heute als feststehende Volkstracht der Tremiti dokumentiert wäre.

Kulinarik und Gastronomie

Die Küche der Tremiti-Inseln speist sich aus der Frische des täglichen Fangs, aus Einflüssen der garganischen und neapolitanischen Kochkultur sowie aus einer Geschichte, in der Mönche und Fischer über Jahrhunderte hinweg die Grundlagen legten. San Domino und San Nicola bieten eine Vielzahl kleiner Restaurants und Trattorien, die vor allem in der Sommersaison geöffnet sind und deren Menüs sich eng am aktuellen Fang der lokalen Fischer orientieren.

Im Zentrum steht der Fisch. Frisch gefangene Exemplare wie Zahnbrassen, Meerbarben, Skorpionfische, Barrakudas, Seebrassen, Langusten und Scampi prägen die Speisekarten. Eine der bekanntesten Spezialitäten ist die gegrillte Languste und Scampi, die oft als großzügige Grillplatte serviert wird und wegen der Süße und Festigkeit des Fleisches geschätzt wird. Ebenso klassisch sind Spaghetti alle vongole oder allo scoglio, zubereitet mit Venusmuscheln, Miesmuscheln und anderen Meeresfrüchten, die oft am selben Tag noch gefangen wurden. Die Fischsuppe der Inseln, gelegentlich auch Ciambotta del pescatore genannt, vereint verschiedene Fischarten mit Muscheln, Tomaten, Kräutern und geröstetem Brot und gilt als besonders kräftig und aromatisch. Weitere typische Zubereitungen sind die Impepata di cozze, bei der Miesmuscheln mit viel Pfeffer und Weißwein gedämpft werden, gefüllte Tintenfische, Calamari alla griglia, Polpo alla pignata, also langsam in einem Tongefäß gegarter Oktopus, sowie gemischte Fischfriture. Rohe Vorbereitungen wie Tartare von Bernsteinmakrele oder Garnelen, Carpaccio und Seeigel finden sich ebenfalls, besonders in den etwas gehobeneren Häusern.

Neben den reinen Meeresgerichten gibt es auch landgestützte und historische Speisen. Die Scescille sind ovale Klößchen aus Eiern, Käse und altem Brot, die im Tomatensugo gegart werden und an das abruzzesische Cacio e ova erinnern. Der sogenannte Pesce fe’jute, wörtlich der entflohene Fisch, ist eine Gemüsesuppe mit Kirschtomaten und altem Brot, die ironischerweise keinen Fisch enthält und aus der Not heraus entstanden ist. Caponata, Zubereitungen mit Kapern, Auberginen und Oliven sowie einfache Gemüsegerichte ergänzen das Angebot. Käse wie lokale Ricotta, Pecorino und Caciocavallo sowie Olivenöl aus der Daunia-Region mit der Bezeichnung Dauno DOP spielen eine wichtige Rolle. Kapern, die auf den Inseln wachsen, und wilde Kräuter wie Fenchel und Oregano würzen viele Gerichte.

Süßspeisen sind schlichter, aber charakteristisch. Die Treccine tremitesi sind geflochtene, anis- und fenchelhaltige Gebäckstücke, die gerne in den lokalen Süßwein getunkt werden. Cartellate, die typisch apulischen frittierten Teigschleifen mit Vincotto oder Honig, und andere einfache Gebäcke runden das Dessertangebot ab. Wein wird lokal in begrenztem Umfang angebaut, vor allem Weißweine, die frisch und mineralisch zum Fisch passen. Einige Restaurants bieten auch Limoncello und Kräuterbitter an.

Die Gastronomielandschaft konzentriert sich auf familiär geführte Betriebe. Auf San Domino sind unter anderem Da Pio, A’ Smerza, L’Altro Faro, Gabbiano und das Restaurant des Hotel San Domino bekannt. Viele dieser Häuser arbeiten eng mit lokalen Fischern zusammen oder verfügen selbst über kleine Boote, sodass der Fang des Tages direkt auf den Teller kommt. Auf San Nicola empfehlen sich Da Enrichetta mit seiner Lage und der Aussicht, Architiello, Il Torrione und La Torretta del Caicco. Die Küche bleibt in der Regel schlicht und respektiert das Produkt: wenig Zutaten, kurze Garzeiten, viel Frische. In der Hochsaison empfiehlt sich eine Reservierung, da die Plätze begrenzt sind und die Preise dem Inselcharakter entsprechend höher liegen als auf dem Festland. Außerhalb der Saison schließen die meisten Betriebe oder reduzieren das Angebot stark.

Festkultur

Auf Tremiti gelten die italienischen Feiertage.


Feiertage:

Datum Bezeichnung Italienischer Name
1. Januar Neujahrstag Capodanno
6. Januar Epiphanias Epifania
Ende März / Anfang April Ostern Pasqua
Ende März / Anfang April Ostermontag Pasquetta
25. April Tag der Befreiung Liberazione
1. Mai Tag der Arbeit Festa del Lavoro
Ostersonntag + 50 Tage Pfingstmontag Lunedì di Pentecoste
2. Juni Tag der Republik Festa della Repubblica
15. August Maria Himmelfahrt Ferragosto
1. November Allerheiligen Ognissanti
8. Dezember Mariä Empfängnis Immacolata
25. Dezember Weihnachten Natale
26. Dezember Stefanstag Santo Stefano


Das wichtigste traditionelle Fest ist die Feier der Mariä Himmelfahrt, der Santissima Assunta, vom 14. bis 16. August. Mittelpunkt ist das Marienbild, das in der Kirche Santa Maria a Mare auf San Nicola aufbewahrt wird. Es wird in einer Prozession durch den Ort getragen und am 15. August auch nach San Domino gebracht. Anschließend wird das Bild auf einem festlich geschmückten Fischerboot auf dem Meer um die Inseln geführt. Am Abend des 15. August findet ein Feuerwerk über dem Meer statt; außerdem gehören Fischfeste und gemeinschaftliche Veranstaltungen zum Festprogramm.

Die Marienverehrung ist eng mit der Geschichte von San Nicola und der ehemaligen Abtei Santa Maria a Mare verbunden. Die Prozession verbindet dabei die beiden dauerhaft bewohnten Inseln San Nicola und San Domino und bringt den maritimen Charakter der Inselgemeinschaft besonders deutlich zum Ausdruck. Die Fischerei und das Meer spielen auch bei den weltlichen Teilen der Festkultur eine wichtige Rolle.

Eine weitere traditionelle Veranstaltung ist „Mare Vivo“, ein Fest für Umwelt und Meer, das traditionell am ersten Sonntag im Juli begangen wurde. Dabei stehen der Schutz des Meeres, die maritime Umwelt und die Bedeutung der Tremiti als Meeresschutzgebiet im Mittelpunkt. Die Festkultur hat sich in jüngerer Zeit außerdem um Veranstaltungen zum Meeresschutz erweitert. 2026 wurde beispielsweise am 6. August auf San Domino die Verleihung der Blauen Flagge mit einer Rettungsübung der Küstenwache, Kinderaktivitäten und weiteren Veranstaltungen verbunden.

Einen bedeutenden Platz nehmen sommerliche Musikveranstaltungen ein. Das Tremiti Music Festival wurde 2026 vom 26. bis 28. August veranstaltet und fand damit unmittelbar in der touristischen Hauptsaison statt. Die neunte Ausgabe stand erneut im Zeichen von Musik und Natur und erinnerte zugleich an Lucio Dalla, der eine enge persönliche und künstlerische Beziehung zu den Tremiti hatte. Auftritte fanden unter anderem bei Sonnenuntergang statt; anschließend gab es auf der Piazza Pertini in San Domino DJ-Sets.

Daneben gibt es kleinere sommerliche Feste auf den Plätzen von San Domino. 2026 veranstaltete die Pro Loco beispielsweise am 17. August auf der Piazza Belvedere eine gemeinschaftliche Veranstaltung mit Wassermelonen und Live-Musik. Solche Veranstaltungen richten sich gleichzeitig an die einheimische Bevölkerung und an die zahlreichen Sommergäste.

Medien

Das Informationsportal „Info Isole Tremiti“ bündelt kommunale Informationen, Wetter, Hinweise für Einwohner und Besucher sowie Verweise auf weitere lokale Angebote. Zum Angebot gehört auch ein sogenannter „Informatore di fiducia“, der über ein WhatsApp-Netzwerk für Einwohner aktuelle Nachrichten, Warnungen, Veranstaltungen, Fahrpläne, Notfälle und andere wichtige Informationen verbreitet.

Daneben existieren digitale lokale Informationsangebote wie „Tremiti Now“. Dort werden unter anderem Mitteilungen der Gemeindeverwaltung und Informationen zu öffentlichen Dienstleistungen veröffentlicht. Ein Beispiel aus dem Jahr 2026 ist die Veröffentlichung über den Ausbau der medizinischen Versorgung auf den Inseln.

Die Gemeinde selbst ist ebenfalls ein wichtiger Informationskanal. Auf ihrer offiziellen Internetseite werden der Albo Pretorio, Gemeinderatsbeschlüsse, Verwaltungsverfügungen, Verordnungen und weitere amtliche Dokumente veröffentlicht. Damit übernimmt die Gemeindeverwaltung einen wesentlichen Teil der lokalen öffentlichen Information.

Auch das Fernsehen berichtet über die Tremiti. Rai 5 strahlte 2026 die Folge „Isole – Tremiti“ der Reihe „Isole“ aus, in der die Inselgruppe als einzige italienische Inselgruppe im Adriatischen Meer und mit ihrer Entwicklung vom Kloster- und Gefängnisstandort zum Fremdenverkehrsziel vorgestellt wurde. Die Tremiti erscheinen außerdem regelmäßig in Reise-, Umwelt- und Regionalbeiträgen italienischer Fernsehsender.

Für die laufende Nachrichtenberichterstattung sind außerdem regionale und nationale Onlineportale wichtig. Virgilio führt eine eigene Nachrichtenseite für Isole Tremiti mit Rubriken wie Cronaca, Politica, Economia, Spettacolo, Sport und Tecnologia; Tgcom24 unterhält ebenfalls ein eigenes Nachrichtenthema „Isole Tremiti“.

Kommunikation

Die Postleitzahl der Inselgruppe lautet 71040 und die Telefonvorwahl 0(039)882.

Sport

Die größte Bedeutung im sportlichen Bereich besitzt das Tauchen. Die Tremiti gelten wegen der klaren Gewässer, der Felswände, Höhlen und der reichen Unterwasserfauna als bedeutendes Tauchgebiet der Adria. Auf San Domino bestehen Tauchzentren, die geführte Tauchgänge und Tauchkurse für verschiedene Ausbildungsstufen anbieten. Das Tremiti Diving Center führt unter anderem geführte Tauchgänge, Schnorchel- und Apnoeausflüge sowie Tauchkurse durch.

Auch Schnorcheln und Apnoetauchen sind verbreitet. Die Meeresschutzverwaltung führt eigene Schnorchelprogramme und Unterwasserwege. Insgesamt werden 29 Freizeit-Tauchstrecken und 15 technische Tauchstrecken ausgewiesen, die sich auf Capraia, San Nicola, San Domino und den Cretaccio verteilen.

Das Baden und Schwimmen gehört zu den wichtigsten sportlichen Aktivitäten des Fremdenverkehrs. In den Zonen B und C des Meeresschutzgebietes ist das Baden erlaubt. In der streng geschützten Zone A ist es dagegen verboten.

Kanufahren und Kajakfahren sind weitere wichtige Wassersportarten. Mit Kanus lassen sich insbesondere die Buchten und Küstenabschnitte von San Domino erkunden. In touristischen Einrichtungen werden auch organisierte Kanukurse beziehungsweise Kanufahrten mit qualifizierten Ausbildern angeboten. Für die Navigation gelten innerhalb des Meeresschutzgebietes unterschiedliche Vorschriften je nach Schutzzone.

Segeln und Rudern sind ebenfalls möglich. In der Zone B sind Segel- und Ruderboote unter den geltenden Bestimmungen zugelassen; in Zone C sind Segeln und Rudern ebenfalls möglich. Motorisierte Boote unterliegen dagegen Geschwindigkeits-, Anker- und Genehmigungsbestimmungen.

Auf dem Land eignet sich insbesondere San Domino für Wanderungen und Spaziergänge. Die Insel besitzt Wege durch den Aleppo-Kiefernwald und entlang der Küste, die zu Buchten, Aussichtspunkten und geologischen Sehenswürdigkeiten führen. Die Meeresschutzverwaltung führt neben den Unterwasserwegen auch ausdrücklich terrestrische Wege auf San Domino, San Nicola und Capraia.

Auf San Domino werden außerdem klassische Freizeitsportarten angeboten. Dazu gehören Fußball beziehungsweise Kleinfeldfußball, Tischtennis, Gruppenspiele und Bogenschießen. In touristischen Anlagen finden außerdem zeitweise Sportturniere und Animationsprogramme statt. Für das Bogenschießen werden teilweise Trainer des italienischen Bogensportverbandes FITArco eingesetzt; beim Kanusport werden Ausbilder der Federazione Italiana Canoa Kayak eingesetzt.

Weitere sportliche Angebote sind Yoga und, je nach Saison und Veranstaltungsprogramm, Segeln. Solche Angebote werden überwiegend im Rahmen der touristischen Saison und von Ferienanlagen organisiert und bilden keinen eigenständigen professionellen Vereinssport der Inselgemeinde.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten mit der Inselgruppe verbudenen Persönlichkeiten sind:

  • Vipsania Iulia (Julia die Jüngere, -19 bis 28), Enkelin des ersten römischen Kaisers Augustus. Sie wurde wegen Ehebruchs und politischer Intrigen im Jahr 8 auf den Archipel verbannt, wo sie nach 20 Jahren im Exil verstarb.
  • Paulus Diaconus (um 720 bis 799), langobardischer Gelehrte und Geschichtsschreiber, wurde im Jahr 780 von Karl dem Großen auf die Inseln verbannt, schaffte jedoch bald darauf eine spektakuläre Flucht.
  • Sandro Pertini (1896 bis 1990), italienischer Staatspräsident (1978 bis 1985), wurde als überzeugter Antifaschist unter dem Mussolini-Regime im Jahr 1943 auf den Tremiti-Inseln interniert.
  • Amerigo Dumini (1894 bis 1967), faschistischer Attentäter, der 1924 den sozialistischen Abgeordneten Giacomo Matteotti ermordete. Er verbrachte später selbst mehrere Jahre in der Verbannung auf den Tremiti-Inseln.
  • Lucio Dalla (1943 bis 2012), italienischer Singer-Songwriter, berühmtester Wahl-Inselbewohner der Moderne. Er besaß ein Haus und ein Tonstudio auf San Domino (nahe der Bucht Cala Matano). Seine tiefe Liebe zum Archipel inspirierte ihn zu Meisterwerken wie dem Album Luna Matana. Er wurde sogar zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr ist heute der wichtigste Wirtschaftszweig der Tremiti-Inseln. Er konzentriert sich ganz überwiegend auf San Domino, während San Nicola vor allem wegen seiner historischen Altstadt, der Abtei Santa Maria a Mare und der Befestigungsanlagen besucht wird. Capraia, Pianosa und der Cretaccio besitzen keine reguläre touristische Beherbergungswirtschaft.

Der moderne Tourismus begann auf San Domino 1958 mit dem Villaggio del Touring Club Italiano. Das damalige Feriendorf war das erste touristische Feriendorf des Touring Club Italiano und verfügte ursprünglich über Zelte und gemeinschaftliche Sanitäranlagen. Heute besitzt das Villaggio Touring eine Kapazität von rund 370 Betten und gehört weiterhin zu den größeren touristischen Einrichtungen des Archipels.

Die wichtigste touristische Insel ist San Domino. Dort befindet sich der überwiegende Teil der Hotels, Pensionen, Bed-and-Breakfast-Unterkünfte, Ferienwohnungen, Residences und Feriendörfer. Das offizielle Gemeindeverzeichnis führt unter anderem das Albergo Rossana, Appartamenti da Nicolino, Baely Resort, Hotel Gabbiano, Hotel Le Viole, Hotel San Domino, Il Chiostro, das B&B Isola Verde, Junior B&B, La casa di Gino, La Tramontana, Le Rondinelle, Relais Al Faro, Villa Skanderbeg und das Villaggio Internazionale auf.

Zu den konkret vorhandenen Hotels auf San Domino gehören beispielsweise Hotel Kyrie, Hotel Ristorante Gabbiano und Isole Tremiti MicroHotel Albergo Rossana. Daneben bestehen kleinere Unterkünfte wie B&B Isola Verde und RELAIS AL FARO. Das aktuelle Gemeindeverzeichnis weist außerdem Ferienwohnungen und weitere kleinere Beherbergungsbetriebe aus.

Eine besondere Form der Unterbringung ist das Villaggio Internazionale beziehungsweise Touring-Villaggio. Es verbindet Unterkunft in Ferienhäusern beziehungsweise Bungalows mit den für Feriendörfer typischen Gemeinschafts- und Freizeitangeboten. Daneben besteht auf San Domino ein Campingplatz im Bereich Cala degli Inglesi. Die aktuelle touristische Übersicht führt insgesamt rund 15 Beherbergungsbetriebe auf San Domino, darunter Hotels, B&Bs, Residences, Gästehäuser und einen Campingplatz.

San Nicola besitzt dagegen nur ein sehr kleines Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten. Eine besonders charakteristische Unterkunft ist Il Torrione Da Nonna Sisina, die innerhalb der historischen Befestigungsanlage in einem ehemaligen Wehrturm eingerichtet ist. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten sind im Vergleich zu San Domino sehr begrenzt.

Die touristische Saison ist stark auf die Sommermonate konzentriert. Besonders von Ende Juni bis Anfang September ist die Nachfrage hoch; im August erreicht sie ihren Höhepunkt. Die saisonale Konzentration erklärt auch die große Bedeutung von Hotels mit Voll- oder Halbpension, Ferienanlagen und Restaurants. Außerhalb der Hauptsaison ist ein großer Teil der touristischen Betriebe geschlossen.

Die Attraktivität des Archipels beruht vor allem auf dem Meer, den Buchten und Steilküsten, dem Aleppo-Kiefernwald von San Domino, den Tauch- und Schnorchelmöglichkeiten sowie dem historischen Ensemble von San Nicola. Das seit 1989 bestehende Meeresschutzgebiet prägt den Tourismus wesentlich; die zulässigen Aktivitäten werden durch die jeweils geltenden Schutzbestimmungen geregelt. Für 2026 gilt ein vom Nationalpark Gargano genehmigtes vorläufiges Regelwerk für die Aktivitäten im Meeresschutzgebiet.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Isole Tremiti = https://www.italien.de/poi/isole-tremiti

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