Orkney (Mainland)

Aus Insularium
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Orkney ist Schottlands Verbindung zur nordischen Welt, noch ein wenig mehr britisch als das schon deutlich entlegenere Shetland. Hier fühlt man sich trotz allem doch noch schottisch, aber nicht unbedingt „britisch“. Vor allem aber findet man hier die Relikte einer ausgedehnten jungsteinzeitlichen Megalithkultur.

Inselsteckbrief
offizieller Name Mainland (Insel), Orkney Islands (Archipel)
alternative Bezeichnungen Orkas (altgriechisch), Orcades (lateinisch), Orkneyjar (altnordisch), Arcaibh (gälisch), Orkney (englisch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart ozeanische Insel
Gewässer Nordatlantik (Atlantic Ocean) und Nordsee (North Sea) mit Scapa Flow und Pentland Fiorth
Inselgruppe Orkney-Inseln (Orkney Islands)
politische Zugehörigkeit Staat: Vereinigtes Königreich (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
Teilstaat: Schottland (Scotland)
Einheitsgemeinde: Orkney (Orkney Islands)
Gliederung 21 parishes (Gemeinden), davon 10 auf Mainland
Status Inselgemeinde (island community)
Koordinaten 59°00’ N, 3°02’ W
Entfernung zur nächsten Insel 200 m (Holm of Grimbister), 1,3 km (Rousay)
Entfernung zum Festland 4546 km (Drotningsvik / Bergen / Norwegen)
Fläche 523,25 km² / 202,03 mi² (mit Nebeninseln 989,9 km² / 3 mi²)
geschütztes Gebiet 110 km² / 42,5 mi² (21,1 %)
maximale Länge 42,0 km (NW-SO)
maximale Breite 24,0 km (NO-SW)
Küstenlänge 193,7 km
tiefste Stelle 0 m (Nordatlantik)
höchste Stelle 275 m (Mid Hill)
relative Höhe 275 m
mittlere Höhe 28 m
maximaler Tidenhub 3,0 bis 4,5 m (Stromness 3,8 m, Kirkwall 3,3 m)
Zeitzone UTC (Universal Time Coordinated / Koordinierte Weltzeit)
Realzeit UTC minus 11 bis 131 Minuten
Einwohnerzahl 18.221, Verwaltungseinheit 21.958 (2022)
Dichte (Einwohner pro km²) 34,82, Verwaltungseinheit 22,18
Inselzentrum Kirkwall


Name

Die Namensgeschichte von Orkney reicht bis in die Antike zurück und ist eng mit den frühesten Erkundungen der britischen Inseln verknüpft. Bereits Pytheas von Massilia, ein griechischer Geograf und Entdecker, der die britischen Inseln zwischen etwa -322 und -285 besuchte, beschrieb den Archipel als Teil eines dreieckigen Gebiets, wobei er die nördliche Spitze als Orkas bezeichnete, was möglicherweise auf jene Inselgruppe hinwies, die wir heute als Orkney kennen. Diese Bezeichnung Orkas könnte eine der frühesten überlieferten Referenzen auf die Inseln darstellen und deutet auf eine prähistorische Wahrnehmung des Gebiets als markanten nördlichen Punkt hin.

Im 1. Jahrhundert  berichtete der römische Geograf Pomponius Mela über die Inselgruppe der Orcades, die er als eine Sammlung von etwa dreißig Inseln beschrieb, die durch enge Kanäle getrennt waren, und betonte damit ihre isolierte Lage im Norden. Ähnlich erwähnte Plinius der Ältere, ein weiterer römischer Autor aus dieser Zeit, die Orcades in seiner Naturalis Historia, wo er sie als Teil der nördlichen Meere positionierte und ihre Existenz als bekannt voraussetzte, obwohl er keine detaillierten Beschreibungen lieferte. Tacitus wiederum behauptete im Jahr 98 in seiner Biografie seines Schwiegervaters Agricola, dass dieser die bislang unbekannten Orcades entdeckt und unterworfen habe, was auf römische militärische Aktivitäten in der Region hinweist, auch wenn diese Behauptung möglicherweise übertrieben war, da die Inseln bereits zuvor in griechischen und römischen Quellen erwähnt wurden.

Der Geograf Ptolemaios im 2. Jahrhundert übernahm ebenfalls den Namen Orcades und integrierte ihn in seine Kartenwerke, was die Kontinuität der Bezeichnung unterstreicht. Über die genaue Entstehung des Namens Orkney, der heute [ˈɔːrkni] ausgesprochen wird und im Schottisch-Gälischen als Arcaibh bekannt ist, ist nichts Sicheres bekannt, doch die gängige Annahme geht davon aus, dass der Bestandteil ork im lateinischen Orcades keltischen oder piktischen Ursprungs ist und „junge Eber“ oder „junges Wildschwein“ bedeuten könnte, eventuell als Stammesname oder totemistische Bezeichnung für die einheimische Bevölkerung. Diese Interpretation wird durch linguistische Analysen gestützt, die ork mit proto-keltischen Wörtern für Schwein oder Eber in Verbindung bringen.

Mit der Ankunft norwegischer Einwanderer im 9. Jahrhundert, die die Inseln kolonisierten, wandelte sich die Namensgebung weiter. Die Norweger erkannten eine lautliche Ähnlichkeit zu ihrem eigenen Wort orkn, das „Seehund“ bedeutet, und nannten die Inselgruppe daher Orkneyjar, was so viel wie Seehundsinseln heißen könnte. Diese volksetymologische Umdeutung spiegelt die kulturelle Überlagerung wider, bei der die Wikinger den alten Namen an ihre eigene Sprache anpassten, während sie die Inseln als Orkneyar in ihren Sagen wie der Orkneyinga Saga verewigten. Im Mittelalter und in der Neuzeit behielt der Name Orkney seine Form bei, obwohl Varianten wie Orcades in lateinischen Texten weiterverwendet wurden, und er wurde durch anglisierte Formen wie Orkney Islands standardisiert.

  • international:  Orkney
  • amharisch: ኦርክኒ [Orkini]
  • arabisch:  أوركني [Ūrkini]
  • armenisch:  Օրկնի [Orkni]
  • bengalisch:  অর্কনি [Orkoni]
  • birmanisch:  အော့ကနီ [Auk-kə-ni]
  • bulgarisch:  Оркни [Orkni]
  • chinesisch:  奥克尼 [Àokènní]
  • dänisch:  Orknøyene
  • gälisch:  Arcaibh
  • georgisch:  ორკნი [Orkni]
  • griechisch:  Όρκνεϊ [Órknei]
  • gudscheratisch:  ઑર્કની [Orkanī]
  • hebräisch:  אורקני [Orkani]
  • hindi:  ऑर्कनी [Ōrkanī]
  • irisch:  Arcaibh
  • japanisch:  オークニー [Ōkunī]
  • kambodschanisch:  អ័កនី [Orkni]
  • kanaresisch:  ಆರ್ಕ್ನಿ [Ārkni]
  • kasachisch:  Оркни [Orkni]
  • koreanisch:  오크니 [Okeuni]
  • laotisch:  ອອກນີ [Ok-ni]
  • lateinisch:  Orcadia
  • lettisch:  Orknejas salas
  • litauisch:  Orknio salos
  • makedonisch:  Оркни [Orkni]
  • malayalam:  ഓർക്ക്നി [Ōrkni]
  • maldivisch:  އޯކްނީ [Ōkni]
  • marathisch:  ऑर्क्नी [Ōrknī]
  • nepalesisch:  अोर्क्नी [Orknī]
  • norwegisch:  Orknøyane
  • orissisch:  ଅର୍କନି [Arkoni]
  • pandschabisch:  ਔਰਕਨੀ [Aurkanī]
  • paschtunisch:  اورکني [Orkani]
  • persisch:  اورکنی [Orkani]
  • russisch:  Оркнейские острова [Orkneyskiye ostrova]
  • serbisch:  Оркни [Orkni]
  • singhalesisch:  ඔර්ක්නි [Orkni]
  • tamilisch:  ஆர்க்னி [Ārkni]
  • telugu:  ఆర్క్నీ [Ārknī]
  • thai:  ออร์คนีย์ [O-khɔ-ni]
  • tibetisch:  ཨོར་ཀ་ནི [Or-ka-ni]
  • ukrainisch:  Оркнейські острови [Orkneyski ostrovy]
  • urdu:  اورکنی [Orkni]
  • walisisch:  Ynysoedd Erch
  • weißrussisch:  Аркнейскія астравы [Arknejskiya astravy]


Offizieller Name:

  • gälisch:  Arcaibh
  • englisch:  Orkney
  • Bezeichnung der Bewohner:  Orcadians (Orkandier)
  • adjektivisch: orcadian (orkadisch)


Kürzel:

  • Code:  OK / ORK
  • Kfz:  -
  • ISO-Code:  GB.SC.OK

Lage

Die Orkney-Inseln liegen nördlich von Schottland zwischen Atlantik und Nordsee auf durchschnittlich 59°00’ n.B. und 3°02’ w.L.. Sie befinden sich auf der gleichen geografischen Breite wie das südliche Norwegen mit Oslo, Zentral-Schweden mit Stockholm, das nördliche Estland mit der Insel Hiiumaa, das nördlich zentrale Russland mit Wologda, das südlioche Sibirien mit Serow, das südliche Jakutien (Sacha), der Norden der Halbinsel Kamtschatka, das südliche Alaska, mit Yakutat, der äußerste Norden der kanadischen Provinzen British Columbia, Alberta, Saskatchewan, Manitoba und Quebec sowie der Norden Labradors. Die Orkney-Inseln sind nur wenige Kilometer vom schottischen Festland entfernt.


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  59°09‘17“ n.B. (Sweannay) bzw. 59°24’02“ n.B. (Seal Skerry / North Ronaldsay)
  • südlichster Punkt:  58°52‘18“ n.B. (Roseness) bzw. 58°39’51“ n.B. (Skerry / Island of Stroma)
  • östlichster Punkt:  2°42‘11“ w.L. (The Brough of Deerness) bzw. 2°21‘47“ w.L. (Rosa Head / Hoy)
  • westlichster Punkt:  3°22‘02“ w.L. (südwestlich von Yesnaby) bzw. 3°26’03“ w.L. (Dennis Head / North Ronaldsay)


Entfernungen:

  • Holm of Grimbister  200 m
  • Brough of Birsay  230 m
  • Rousay  1,3 km
  • Hoy  2,7 km
  • Saint John’s Point / Schottland 28,5 km
  • Caithness / Schottland  28,7 km
  • Fair Isle 85 km
  • Mainland / Shetland  129 km
  • North Rona / Hebriden  173 km
  • Suðuroy / Färöer (Akraberg)  314 km
  • Berwick upon Tweed / England  346 km
  • Drotningsvik / Bergen / Norwegen  456 km
  • Dänemark (Harboør Tange)  691 km

Zeitzone

Auf Orkney gilt wie im restlichen Schottland die Universal Time Coordinated (Koordinierte Weltzeit), abgekürzt UTC, ehemals Greenwich Mean Time (Westeuropäische Zeit), kurz GMT (WEZ), 1 Stunde hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ). Die Realzeit liegt um 11 bis 13 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit.

Fläche

Orkney hat eine Gesamtfläche von 989,9 km² bzw. 382,2 mi², nach älteren Angaben 974,6 km² bzw. 240.847 acres, verteilt auf 67 Inseln. Die Inselgruppe durchmisst von Nordosten nach Südwesten zwischen Seal Skerry bei North Ronaldsay und Tor Ness auf Hoy 87 km, von Nordwesten nach Südosten zwischen Brough Head auf Mainland und Copinsay 46,1 km. Die Küste hat eine Gesmatlänge von 880 km. Höchster Punkt ist der Ward Hill auf Hoy mit 479 m.

Mainland, die Hauptinsel, nimmt 523,25 km² bzw. 202,03 mi², zusammen mit fünf Nachbarinseln 583,08 km² bzw. 225,13 mi² ein. Sie durchmisst von Nordwesten nach Südosten 42,0 km, von Nordosten nach Südwesten 24,0 km. Die Küste hat eine Länge von 193,7 km bei einem maximalen Tidenhub von 3,0 bis 4,5 m, bei Stromness 3,8 m, bei Kirkwall 3,3 m. Höchster Punkt ist der Mid Hill mit 275 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 28 m.


Flächenaufteilung 2001:

  • Grasland  468 km² (45,9 %)
  • Weideland  278 km² (27,3 %)
  • Strauchland  260 km² (25,5 %)
  • Agrarland  48 km² (4,7 %)
  • Gewässer  46 km² (4,5 %)
  • Waldland  10 km² (1,0 %)
  • Verbautes Gelände  10 km² (1,0 %)

Geologie

Die Geologie der Orkney-Inseln ist vor allem durch den Old Red Sandstone (ORS) des Devons geprägt, eine Sedimentgesteinsfolge aus dem mittleren und oberen Devon (etwa 415 bis 360 Millionen Jahre alt), die fast die gesamte Landmasse der Inseln ausmacht und für die markanten Landschaften, Klippen und Bausteine verantwortlich ist. Vor rund 400 Millionen Jahren lag das Gebiet südlich des Äquators als Teil eines großen Kontinents in einer subtropischen Zone, wo die Kollision von Kontinenten die kaledonischen Berge aufwarf – eine gewaltige Gebirgskette, die rasch erodierte und riesige Mengen an Sedimenten in das tiefliegende Orcadian Basin transportierte, ein ausgedehntes Binnenbecken mit periodisch austrocknenden Seen und Flüssen, das als Lake Orcadie bekannt ist. In diesem Becken lagerten sich Schichten aus Sand, Schlamm und Ton ab, die durch Druck und Zementation zu den charakteristischen roten, gelben und grauen Sandsteinen, Flagstones und Mudstones wurden; diese Gesteine sind oft fein geschichtet, kreuzgeschichtet und enthalten Fossilien von urzeitlichen Fischen, Pflanzen und sogar Spuren von Landtieren, was sie zu einem der weltbesten Aufschlüsse für die devonische Fauna macht.

Der Großteil der Inseln besteht aus mittlerem Old Red Sandstone, darunter die Stromness Flagstone Formation (Lower und Upper) auf dem West-Mainland und um den Ness of Brodgar, wo dünne, plattenartige Schichten (Flagstones) dominieren, die sich leicht spalten und ideal für den Bau neolithischer Monumente wie Skara Brae, Maeshowe oder die Steinkreise waren – die Geologie und die menschliche Geschichte sind hier eng verwoben, da der Stein durch natürliche Risse und Gelenke parallelogrammförmig bricht und so quasi vorgefertigte Bausteine liefert. Auf Hoy und Teilen des Westens finden sich jüngere Upper Old Red Sandstone-Schichten mit dickeren, massiveren Sandsteinen in Rot-, Rosa- und Honigtönen, die die dramatischen Klippen und den berühmten Old Man of Hoy (137 Meter hoher Sea Stack) formen; dieser ikonische Felspfeiler entstand durch Wellenerosion entlang von Rissen und Schichtgrenzen und zeigt eindrucksvoll die Schichtung und Farbvariationen des ORS. Untergeordnet treten vulkanische Gesteine wie Laven und Tuffs auf, etwa auf Hoy, sowie geringe Mengen an Konglomeraten.

Im Südwesten von Mainland, bei Stromness, Yesnaby und Graemsay, ragt ein älteres metamorphes Basement aus dem Moine Supergroup hervor – granitische Gneise und Intrusiva, die vor über 500 Millionen Jahren entstanden und durch die kaledonische Orogenese verformt wurden; diese kristallinen Gesteine liegen diskordant unter dem Old Red Sandstone und markieren die uralte Grundlage, auf der die devonischen Sedimente abgelagert wurden. Glaziale Überprägung während der Eiszeiten formte schließlich die heutige Topografie: sanfte Hügel, breite Täler, tiefe Sounds wie Hoy Sound oder Westray Firth sowie die zerklüfteten Küsten mit Sea Stacks, Geos, Blowholes und erodierten Klippen, die durch anhaltende Wellen- und Windwirkung ständig umgestaltet werden.

Orkney verfügt über eine ganze Anzahl von Sites of Specific Scientific Interest (SSSI). Dies sind durchweg räumlich sehr eng begrenzte Gebiete, die aufgrund ihrer geologischen und/oder biologischen Bedeutung den umfassendsten Schutz durch das britische/schottische Naturschutzrecht genießen. Von diesen sind besonders erwähnenswert die

  • Northwaa SSSI / Sanday, eine komplexe Mischung aus fossilen und aktiven Dünen im Norden der Insel mit einer sehr differenzierten, für diese geographischen Breiten ungewöhnlichen Vegetation
  • The Loons SSSI im Nordwesten von The Mainland, ein langsam verlandender Binnensee in einer kleinen Deflationswanne, der in älteren Verlandungszonen seit einigen Jahren Ansätze zur Hochmoorbildung zeigt
  • Aikerness SSSI auf der gleichnamigen Halbinsel in Nord-Mainland. Hier können Aeolionite im status nascendi beobachtet werden, das heißt fossile Dünen im Übergang zu einem sehr porösen Kalksandstein, wobei der aus gleichzeitig mit dem Sand verwehtem Muschelbruch ausgelöste Kalk als Bindemittel dient.

Landschaft

Orkney ist ein Archipel von insgesamt 67 Inseln, die teils leicht gewellt, teils - wie etwa im Fall Hoy - stark felsig sind. Der Archipel erstreckt sich über eine Fläche von rund 2000 km². Die 67 Orkney-Inseln liegen nördlich des Festlandes jenseits des Pentland Firth. Sie sind flach und baumlos mit saftig grünen Wiesen und weitem Farmland, nur die Insel Hoy mit ihrer Klippenszenerie und dem Wahrzeichen „Old Man of Hoy“ bildet eine Ausnahme. Den Reiz der Inseln machen hauptsächlich die vielen prähistorischen Zeugnisse aus.

Die Landschaften auf Mainland Orkney, der größten und bevölkerungsreichsten Insel des Archipels, zeichnen sich durch eine markante Kontrastvielfalt aus: sanfte, weitläufige Agrarflächen im Inneren wechseln sich mit dramatischen Küstenabschnitten ab, alles unter einem riesigen, oft dramatischen Himmel, der die Inseln als echtes „big sky country“ ausweist. Die Topografie ist größtenteils niedrig und wellig, mit nur wenigen Erhebungen, was zu offenen, weiten Ausblicken führt, bei denen man oft kilometerweit über grüne Felder, Moore und Seen blicken kann. Die fruchtbaren Böden aus dem Old Red Sandstone tragen zu einer intensiven Landwirtschaft bei, mit patchworkartigen Feldern, Weiden und kleinen Lochs (Seen) wie dem Loch of Stenness und Loch of Harray im Westen, die oft spiegelglatt daliegen und neolithische Monumente wie den Ring of Brodgar oder die Standing Stones of Stenness umrahmen – hier verschmelzen prähistorische Geschichte und natürliche Landschaft zu einem ikonischen Panorama.

Der Westen von Mainland, insbesondere die Westküste, ist geprägt von spektakulären, windgepeitschten Klippen aus rotem Old Red Sandstone, die steil ins Atlantik fallen und durch Erosion bizarre Formen schaffen: Sea Stacks, Arches, Geos (tiefe Einschnitte) und Blowholes. Yesnaby gilt als einer der dramatischsten Abschnitte, mit dem markanten Yesnaby Castle – einem zweibeinigen Sea Stack –, wilden Wellen, die gegen die Felsen donnern, und weiten Ausblicken über den Ozean; die Klippenwege hier bieten atemberaubende Küstenwanderungen mit salziger Luft und dem ständigen Rauschen des Meeres. Marwick Head weiter nördlich ragt als Klippen-Naturreservat empor, wo Tausende Seevögel brüten und der Blick über Marwick Bay schweift, ein Ort mit sanfteren Buchten und dem Mahnmal für die gesunkene HMS Hampshire. Der tidal zugängliche Brough of Birsay im Nordwesten verbindet dramatische Klippen mit einer historischen Ruinenlandschaft und bietet bei Ebbe einen Übergang zu einer kleinen Insel mit Leuchtturm und Puffin-Kolonien.

Im Osten und Norden ist die Landschaft sanfter: Hier dominieren flache Küsten mit Sandstränden wie den Sands of Evie, Waukmill Bay oder Dingieshowe Beach – oft menschenleer, mit weißem Sand, türkisem Wasser und Dünen, die von Gras und Wildblumen bedeckt sind. Mull Head auf Deerness im Osten ist ein Local Nature Reserve mit Heideland, Küstenklippen und weiten Ausblicken über den North Sea, wo man oft Robben oder Seevögel beobachtet. Scapa Flow im Süden, eines der größten natürlichen Häfen der Welt, umgibt Mainland mit ruhigen, geschützten Gewässern, die von grünen Hügeln und Inseln umrahmt werden und eine friedliche, fast fjordartige Atmosphäre schaffen.


Erhebungen

  • Mid Hill 275 m
  • Ward Hill 269 m
  • Akla  254 m
  • South Rusky Hill 204 m


Seen

  • Loch of Harray 9,8 km²
  • Loch of Stenness  8,1 km²


Fluss

  • Burn of Hillside  9,6 km


Inseln

  • Orkney-Mainland 523,25 km²
  • Hoy  143,18 km²
  • Sanday   50,43 km²
  • South Ronaldsay 49,80 km²
  • Rousay 48,60 km²
  • Westray 47,12 km²
  • Stronsay  32,75 km²
  • Shapinsay  29,48 km²
  • Eday 27,45 km²
  • Papa Westray 9,18 km²
  • Burray  9,03 km²
  • Flotta  8,76 km²
  • North Ronaldsay 6,90 km²
  • Egilsay  6,50 km²
  • Graemsay 4,09 km²
  • Stroma  3,75 km²
  • Wyre  3,11 km²
  • Fara  2,95 km²
  • Calf of Eday 2,43 km²
  • Gairsay 2,40 km²
  • Faray  1,80 km²
  • Cava  1,07 km²
  • Hunda  1,00 km²

Flora und Fauna

Die Orkney-Inseln sind von Gras- und Buschland bedeckt. Sie waren ursprünglich weitgehend waldfrei, zumindest gab es keinen wesentlichen Baumbestand in dem Sinne, so wie wir uns heute einen Wald vorstellen. Busch- und Strauchwald gab es schon: So konnte man gerade unlängst auf der Orkney-Insel Sanday die Reste eines ehemaligen Hasel-Strauchwaldes nachweisen.

Flora

Die orkadische Pflanzenwelt ist geprägt von einem milden, hyper-ozeanischen Klima mit starken Winden, salzhaltiger Luft und vielfältigen Habitaten, die von Küstenklippen über maritime Heiden und Machair-Grasländer bis hin zu Feuchtgebieten, Mooren und den bergigen Hochflächen der Insel Hoy reichen. Mit etwa 500 bis 520 einheimischen Gefäßpflanzenarten – ergänzt durch rund 210 eingeführte Arten – weist Orkney eine bemerkenswerte botanische Vielfalt auf, obwohl weniger als 30 Prozent der Blütenpflanzen des britischen Festlands vorkommen; dafür finden sich hier 21 Arten wild wachsender Orchideen. Die Landschaft ist fast baumlos, da anhaltende Winde und salzige Böden das Wachstum höherer Gehölze erschweren, doch in geschützten Tälern wie Berriedale auf Hoy gibt es den nördlichsten natürlichen Wald Großbritanniens mit einheimischen Arten wie Downy Birch, Hazel, Rowan, Aspen, Weiden, Rosen, Geißblatt und Wacholder.

Ein herausragendes Merkmal ist die Präsenz seltener und endemischer oder subendemischer Pflanzen. Die Scottish Primrose (Primula scotica), eine winzige, purpurfarbene Primel, blüht zweimal im Jahr – im Mai und Juli – und wächst ausschließlich an der Nordküste Schottlands sowie auf Orkney in kurzen Küstenwiesen und Heiden; sie gilt als eine der seltensten und wertvollsten Wildblumen Großbritanniens. Weitere Küsten-Spezialisten sind der Oysterplant (Mertensia maritima), der auf sandigen Stränden vorkommt, sowie der Grass-of-Parnassus (Parnassia palustris), der im Spätsommer in Massen auf Machair und Küstenwiesen erscheint, und der Curved Sedge (Carex maritima), eine seltene maritime Segge, die typisch für die nördlichen Inseln ist. Auf den höheren Lagen von Hoy finden sich arktisch-alpine Arten wie der Arctic Bearberry (Arctostaphylos alpinus), der sonst nur in wenigen schottischen Bergregionen vorkommt, zusammen mit montanen Heiden und Tundra-ähnlicher Vegetation.

Im Frühling und Sommer entfalten die Wildblumen ein farbenfrohes Spektakel: Wiesen-Butterblumen, Schwertlilien, Sumpfdotterblumen, gewöhnliche Primeln, roter Kuckucks-Lichtnelke, Wilde Engelwurz und Sumpf-Orchideen säumen Wege und Feuchtgebiete, während die ikonischen Sea Pinks oder Thrift (Armeria maritima) die Klippen und Küsten mit dichten rosa Polstern überziehen und oft als „Arby“ bezeichnet werden. Auf den niedrig liegenden Inseln und in machair-ähnlichen Bereichen – kalkreichen, sandigen Küstengrasflächen – blühen im Sommer dichte Teppiche aus Rotklee, Kidney-Vetch, Vogel-Fuß-Klee, Thymian und zahlreichen anderen Arten, die durch traditionelle, extensive Landnutzung erhalten bleiben und eine der artenreichsten Graslandtypen Europas darstellen.

Die Vegetation spiegelt eine ungewöhnliche Nähe unterschiedlicher Florenelemente wider: produktive Grasländer, maritime Heiden, Feuchtgebiete und alpine Pflanzen wachsen oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Diese Vielfalt wird durch die Abwesenheit großer Wälder, die salz- und windresistente Anpassungen vieler Arten und die Schutzgebiete – darunter 36 Sites of Special Scientific Interest – begünstigt. Insgesamt verkörpert die orkadische Flora eine robuste, windgeformte Schönheit, die eng mit der maritimen Umwelt, den alten Landschaften und der reichen Biodiversität der Inseln verknüpft ist und Besucher mit einem Kaleidoskop aus Farben und seltenen Schätzen belohnt.

Fauna

Die Tierwelt der Orkney-Inseln ist durch das isolierte Insellage, das milde ozeanische Klima, die reichen Meeresressourcen und die Abwesenheit vieler Raubtiere des Festlands geprägt, was zu einer außergewöhnlichen Vielfalt an Vögeln und Meeressäugetieren führt, während terrestrische Säugetiere relativ wenige Arten umfassen. Mit über 300 Vogelarten, darunter international bedeutende Brutpopulationen, und regelmäßigen Sichtungen von Meeressäugern zählen die Orkneys zu den besten Wildlife-Spots Großbritanniens; die Abwesenheit von Füchsen, Dachsen, Mardern oder Eichhörnchen hat ground-nesting birds und endemische Kleinsäuger lange geschützt, bis invasive Arten wie Stoats in jüngerer Zeit Bedrohungen schufen, gegen die Projekte wie das Orkney Native Wildlife Project aktiv vorgehen.

Die Vogelwelt dominiert die Fauna spektakulär: Die dramatischen Klippen und Küsten beherbergen riesige Seevogelkolonien, insbesondere im Sommer, wenn Tausende von Atlantic Puffins (Tammie Nories), Guillemots, Razorbills, Kittiwakes, Fulmars, Gannets und Shags brüten – Orte wie Marwick Head auf Mainland (mit bis zu 25.000 Vögeln), Brough Head, Yesnaby oder Castle o' Burrian auf Westray sind Hotspots, wo die Luft vom Geschrei und dem charakteristischen Geruch der Kolonien erfüllt ist. Orkney beherbergt 25 Prozent der britischen Brutpopulation an Arctic Terns, die im Frühling und Sommer aggressiv ihre Nester verteidigen, sowie wichtige Zahlen an Red-throated Divers, die auf moorland lochans balzen. Bodennistende Arten wie Curlews, Lapwings (Peewits), Oystercatchers, Redshanks, Snipe und Corncrakes profitieren von den extensiv genutzten Wiesen und Mooren, während Raubvögel wie Hen Harriers (die häufigste Art mit etwa 80 brütenden Weibchen), Short-eared Owls und gelegentlich White-tailed Sea Eagles (See Adler) über den Landschaften kreisen – Hen Harriers und Short-eared Owls sind oft direkt von Straßen aus zu beobachten. Die Inseln liegen auf dem East Atlantic Flyway, was sie zu einem wichtigen Rastplatz für Zugvögel macht.

An Land sind Säugetiere spärlicher: Der Orkney Vole (Microtus arvalis orcadensis), eine einzigartige Unterart, die nirgendwo sonst vorkommt und seit etwa 4.000 Jahren isoliert existiert, gräbt Tunnel durch Grasland und dient als wichtige Beute für Eulen und Harriers – sie ist tagsaktiv und leicht zu beobachten, zeigt aber Rückgänge durch Prädation. Otters sind ikonisch und häufig, besonders an Küsten, Lochs und Bächen, wo sie Fische, Aale und Krebse jagen; sie sind scheu, aber regelmäßig zu sehen. Brown Hares und Rabbits bevölkern grasige Bereiche, während Mountain Hares auf den höheren Lagen von Hoy vorkommen. Invasive Stoats bedrohen diese Populationen, doch Erfolge im Stoat-Entfernungsprojekt zeigen Erholung bei Vögeln und Voles.

Die marinen Säugetiere sind ein Highlight: Grey Seals und Common (Harbour) Seals sind überall an den Küsten präsent, sonnen sich auf Felsen, beobachten neugierig vom Wasser aus oder schwimmen in den Sounds – Grey Seals sind größer und haben einen längeren Kopf, Common Seals wirken hundeartig. Beide Arten sind zahlreich, und Bootstouren oder Fährüberfahrten bieten beste Chancen. Cetaceans umfassen Harbour Porpoises (die häufigsten und kleinsten, ganzjährig in Gruppen in tidal areas wie Scapa Flow oder Pentland Firth), Minke Whales (saisonal im Sommer), Risso's Dolphins, White-beaked Dolphins, Atlantic White-sided Dolphins und vor allem Orcas (Killer Whales), die in bekannten Pods jagen und oft Seals attackieren – der Pentland Firth und Scapa Flow gelten als einer der besten Orte Europas für Orca-Sichtungen. Gelegentlich tauchen Pilot Whales oder andere Arten auf, insgesamt wurden 18 Walarten registriert.

In den rock pools und Gezeitenzonen tummeln sich Invertebraten wie Limpets, Sea Urchins, Hermit Crabs, Starfish und Anemonen, die besonders Kinder faszinieren. Die Fauna Orkneys ist eng mit dem Meer, den windgepeitschten Landschaften und der reichen Nahrungskette verbunden – von planktonreichen Gewässern bis zu geschützten Mooren –, und macht die Inseln zu einem Paradies für Naturbeobachter, wo das Wilde direkt vor der Haustür liegt und durch Schutzmaßnahmen und traditionelle Landnutzung erhalten bleibt.


Pflanzen-und Tierarten:

Flora

  • Blütenpflanzen  730

Fauna

  • Vögel  350
  • Säugetiere 20
  • Reptilien  5

Naturschutz

Auf den Orkney-Inseln gibt es 13 besondere Schutzgebiete und 6 besondere Erhaltungsgebiete. Eines der 40 nationalen Landschaftsschutzgebiete Schottlands, das Hoy and West Mainland National Scenic Area, befindet sich ebenfalls auf den Inseln. Die Meere nordwestlich von Orkney sind wichtig für Sandaale, die eine Nahrungsquelle für viele Fischarten, Seevögel, Robben, Wale und Delfine darstellen, und stehen nun als Naturschutzgebiet (Nature Conservation Marine Protected Area, NCMPA) unter Schutz, das sich über 4.365 km² bzw. 1.685 mi² erstreckt.

Insgesamt gibt es 36 Sites of Special Scientific Interest (SSSIs), die die besten Beispiele für Flora, Fauna, Geologie und Geomorphologie darstellen und unter dem Wildlife and Countryside Act geschützt sind. Zu den prominenten SSSIs zählen Hoy mit seinen arktisch-alpinen Pflanzen und dramatischen Küsten, East Sanday Coast mit botanischen, ornithologischen und Seal-Vorkommen, Central Sanday für geologische und ornithologische Werte, Glims Moss and Durkadale als Moorlandschaft, Eynhallow für seine historische und ökologische Bedeutung sowie Doomy and Whitemaw Hill auf Eday, wo seltene Vögel wie Whimbrel und Arctic Skua brüten. Diese SSSIs decken eine breite Palette ab, von Küstenklippen und Machair-Grasland über Feuchtgebiete bis zu geologischen Aufschlüssen des Old Red Sandstone, und sind oft mit internationalen Designationen überlagert.

Internationale Schutzstatus ergänzen das Netz: Es gibt mehrere Special Protection Areas (SPAs) für Vögel, darunter North Orkney SPA für Seevögel und Watten, East Sanday Coast SPA/Ramsar für ornithologische und botanische Werte sowie Ramsar-Gebiete für Feuchtgebiete. Marine Protected Areas (MPAs) schützen die umliegenden Gewässer, etwa North-west Orkney MPA als wichtiges Habitat für Sandaale und andere Meeresarten, die für die Nahrungskette entscheidend sind, sowie weitere MPAs im Pentland Firth und Scapa Flow, die die reiche marine Biodiversität – von Kelpwäldern bis zu Cetaceen – sichern. Zusätzlich tragen RSPB-Reserven eine Schlüsselrolle: Die RSPB betreibt 12 Reservate auf den Inseln, darunter das große Hoy Nature Reserve mit Moorland, Klippen und Brutkolonien von Fulmars, Puffins, Red-throated Divers und anderen, sowie Reservate wie Copinsay oder Hobbister, die ornithologische Hotspots schützen und öffentlich zugänglich sind. Scottish Wildlife Trust und lokale Initiativen ergänzen dies mit weiteren Schutzflächen.

Ein zentrales und hochaktuelles Naturschutzprojekt ist das Orkney Native Wildlife Project, eine Partnerschaft zwischen RSPB Scotland, NatureScot und Orkney Islands Council, das seit etwa 2018/2019 läuft und das erste Stoat-Eradikationsprogramm in Europa darstellt; die invasiven, nicht-nativen Stoats (seit 2010/11 eingewandert) haben ground-nesting birds wie Curlews, Lapwings und Corncrakes sowie den endemischen Orkney Vole massiv bedroht. Das Projekt setzt auf über 9.000 humane Fallen, speziell trainierte Detection Dogs (die ersten Stoat Detection Dogs in Europa), Biosicherheitsmaßnahmen, Community-Engagement und innovative Technologien wie AI-gestützte Überwachung ein, um Stoats zu entfernen – bis 2025 wurden Tausende entfernt, und es gab Zusatzfinanzierungen (weitere Millionen 2024). Erfolge sind bereits sichtbar: 2024/25 zeigten Monitoring-Surveys eine Erholung der Curlew-Populationen nach jahrelangen Rückgängen, was als direkte Folge der Stoat-Reduktion gilt und Hoffnung für andere wader species gibt. Das Projekt zielt auf vollständige Eradikation ab, um die Inseln in ihren vor-invasiven Zustand zurückzuführen und die Biodiversität langfristig zu sichern.

Klima

Die Orkney-Inseln (Schottland) liegen in der gemäßigten, maritim geprägten Westküstenklimazone und werden nach Köppen in der Regel als Cfb („maritimes Westseitenklima“, ozeanisch, ganzjährig humides Klima mit milden Sommern) klassifiziert. Das Wetter wird stark vom Meer und insbesondere vom hier entlang ziehenden Golfstrom beeinflusst, welcher der Inselgruppe im Winter mildere Temperaturen (durchschnittlich 5 bis 6°C) als anderen Gegenden auf gleicher geografischer Höhe beschert. Die sommerlichen Durchschnittstemperaturen liegen bei etwa 12 bis 15°C, diese können bis 19°C oder höher hinaufgehen. Das Seeklima bringt ebenfalls viel Regen mit sich, im Jahresdurchschnitt fallen hier zwischen 850 und 950 mm. Schnee und Frost gibt es aufgrund der milden Wintertemperaturen selten, wenn doch, wird er oft von arktischen Winden aus dem Norden gebracht. Nebel kommt hingegen sehr häufig und über das ganze Jahr verteilt vor, vor allem im Sommer, wenn es weniger Wind gibt, verdeckt er die Inseln.

Die laut Statistik regenärmsten Monate sind der Mai un der Juni, vom Oktober bis Januar fällt der meiste Niederschlag. Insgesamt gibt es im Jahr rund 1000 mm Regen. Die Sonnenscheindauer pro Jahr beträgt rund 1100 Stunden - dabei schaut die Sonne statistisch gesehen im Mai (160 Stunden) und August (185 Stunden) hinter den Wolken hervor. Am wärmsten ist es von Juni bis September. Im Durchschnitt gibt es jeden 13. Tag einen Sturm. Die Wassertemperatur geht bis rund 6°C im Februar herunter und steigt im Juli bis etwa 13°C an.


Klimadaten für Kirkwall (28 m, 1961 bis 1990)

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mitteltemperatur (°C) 3,7 3,7 4,6 5,9 8,5 10,7 12,8 12,7 10,8 8,7 6,1 4,6 7,8
Frosttage 7 7 5 3 1 0 0 0 0 0 2 5 30
Niederschlag (mm) 105 79 65 51 46 48 71 75 78 113 197 112 950
Niederschlagstage >0,25 mm 21 17 14 13 11 10 13 14 15 19 20 21 188
Tage mit Schneebedeckung 13 10 11 6 1 0 0 0 0 1 6 9 57
Gewittertage 0,7 0,5 0,3 0,1 0,3 0,3 0,6 0,4 0,1 0,4 0,7 0,4 4,8
Potenzielle Verdunstung (mm) 18 19 31 41 68 86 99 90 67 47 30 21 615
Luftfeuchtigkeit (%) 86 84 83 77 79 79 81 84 84 86 87 87 83
Nebeltage 2 4 5 7 13 11 12 11 6 7 2 2 82
Sonnenstunden pro Tag 1,1 2,1 3,2 5,0 5,5 5,7 4,4 4,2 3,8 2,6 1,3 0,8 3,3
Mittlere Windgeschwindigkeit (km/h) 30 27 29 24 23 21 20 20 24 26 28 29 25
Wassertemperatur (°C) 8,0 7,6 7,3 8,0 9,3 11,1 12,8 13,2 12,9 12,2 11,1 9,3 10,0


Klimadaten für Kirkwall (26 m, 1991 bis 2020, Extreme seit 1951)

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Höchstrekord (°C) 12,2 12,8 18,9 21,0 22,0 22,8 25,6 24,8 22,8 19,4 14,5 12,9 25,6
Mittelmaximum (°C) 9,9 10,4 12,3 14,5 17,4 19,1 20,6 20,1 18,7 15,1 12,4 11,0 21,5
Daily mean °C (°F) 4,5 4,5 5,4 7,0 8,5 11,3 13,2 13,4 11,8 9,3 6,7 4,8 8,4
Mittelminimum (°C) −1,6 −1,9 −1,7 −0,3 1,1 4,3 6,3 6,3 4,4 2,2 0,3 −1,7 −3,2
Tiefstrekord (°C) −7,8 −7,0 −6,8 −4,9 −2,1 1,0 0,0 3,7 0,5 −1,6 −5,5 −7,6 −7,8
Niederschlag (mm) 114,7 96,2 86,7 59,2 53,8 55,9 58,2 73,0 90,7 119,8 126,1 114,3 1048,6
Niederschlagstage (≥ 1.0 mm) 20.4 17.6 16.9 14.1 11.9 10.8 12.1 12.6 15.2 19.1 20.5 19.9 191.1
Sonnenstunden 34 64 102 144 193 145 139 135 108 76 44 26 1210

Mythologie

Das Grundwerk der orkadischen Mythologie ist die Orkneyinga saga. Die ältesten erhaltenen Handschriften stammen aus dem frühen 14. Jahrhundert; die vollständige Überlieferung findet sich in der Flateyjarbók als Einschübe in die Ólafs-Sagas. Eine wichtige Papierhandschrift von 1615 geht auf eine um 1570 in Norwegen angefertigte Übersetzung nach dem sogenannten Codex Academicus zurück, einer alten isländischen Pergamenthandschrift, die 1728 in Kopenhagen verbrannte. Die heutige Textfassung, maßgeblich von Sigurður Nordal (1913 bis 1916) ediert, entspricht keiner einzelnen überlieferten Handschrift, sondern ist das Ergebnis textkritischer Rekonstruktion.

Die ursprüngliche Saga endete wohl um 1171 mit dem Tod Svein Ásleifarsons; spätere Kapitel – etwa über Jarl Jón Haraldsson († 1231) – wurden nachträglich ergänzt. Auch die genealogische Einleitung gilt als spätere Hinzufügung. Snorri Sturluson kannte die Saga und nutzte sie als Quelle (Jarla saga) für seine Heimskringla, wobei er den Stoff teilweise umgestaltete. Dadurch gingen ältere Fassungen verloren; die Saga ist daher ein Mischtext, dessen Urform nicht mehr rekonstruierbar ist.

Inhaltlich schildert die Saga die Herkunft der Orkadenjarle von dem sagenhaften Fornjótr und setzt mit der Eroberung der Inseln durch Harald Hårfagre ein. Es folgen Machtkämpfe zwischen den Jarlen, den norwegischen Königen und – wegen schottischer Lehen – auch Konflikte mit Schottland. Zentrale Themen sind Christianisierung, Erbfolgestreitigkeiten und die politische Stellung der Jarle zwischen Norwegen und Schottland. Die Darstellung reicht bis zu den norwegischen Bürgerkriegen des späten 12. Jahrhunderts.

Die Angaben der Saga sind nicht immer historisch zuverlässig; archäologische Funde belegen etwa eine frühere Christianisierung der Orkneys als berichtet. Als Quellen dienten vor allem isländische Überlieferungen und Skaldendichtung, insbesondere Árnorr jarlaskálds Þorfinnsdrápa.

Die politische Intention der Saga ist schwer zu bestimmen. Wahrscheinlich spiegelt sie die Machtverhältnisse ihrer Entstehungszeit: ein wirtschaftlich bedeutendes Orkney im nordatlantischen Handelsnetz sowie das Bestreben, die Jarle als eigenständige Herrscher zwischen Norwegen und Schottland darzustellen. Während Snorris Heimskringla die Jarle als vom norwegischen König eingesetzte Amtsträger zeigt, betont die Orkneyinga saga durch eine ausführliche Genealogie ihre eigenständige Legitimation. Damit ist ihr zentrales Thema weniger die Wikingerzeit selbst als die Frage politischer Kontrolle und Herrschaftsrecht zur Zeit ihrer Abfassung.

Abseits dessen dreht sich ein zentraler Strang der orkadischen Mythen um das Meer und seine Wesen, was angesichts der Insellage nicht überrascht. Zu den bekanntesten Kreaturen gehören die Selkies (auch Selkie-Folk genannt), Gestaltwandler, die als Robben im Wasser leben, ihre Haut ablegen und an Land als wunderschöne Menschen auftreten. Viele Balladen erzählen von unglücklichen Liebesgeschichten, in denen Menschen die Robbenhaut stehlen, um eine Selkie-Frau zur Frau zu nehmen – doch sobald sie die Haut wiederfindet, kehrt sie ins Meer zurück. Besonders berühmt ist „The Selkie of Sule Skerry“, eine tragische Liebesballade über einen Selkie-Mann und eine Menschenfrau.

Ähnlich geheimnisvoll sind die Finfolk (Finnfolk), eine amphibische, zauberkundige Rasse von Meeresbewohnern, die im Sommer auf unsichtbaren Inseln wie Hildaland (später Eynhallow genannt) leben und Menschen entführen, um sie als Ehepartner zu zwingen. Die Finmänner und Finfrauen gelten als düster und mächtig, mit Verbindungen zu finnischen oder lappischen Seefahrern in manchen Interpretationen, und mischen nordische mit keltischen Elementen. Geschichten berichten, wie sie durch List oder Magie vertrieben wurden, etwa vom Goodman von Thorodale, der ihre Sommerheimat sichtbar machte.

Die Trows (von altnordisch „troll“ abgeleitet) sind erdverbundene, zwergenhafte Wesen, die in alten Grabhügeln (howes) hausen, nachts tanzen, Kinder rauben oder Vieh verhexen. Sie sind oft schelmisch und melancholisch, weniger bösartig als klassische Trolle, und teilen Züge mit Feen oder Hausgeistern wie dem Hogboon, einem wohlwollenderen Schutzgeist.

Ein weiteres ikonisches Wesen ist der Stoor Worm (Mester Stoor Worm), ein gewaltiger See wurm oder Drache, dessen giftiger Atem Land und Meer vergiftet. In der berühmten Legende besiegt der Held Assipattle ihn, indem er glühende Torf in seinen Rachen wirft – der sterbende Wurm krümmt sich, spuckt Zähne aus (die zu den Orkney-Inseln werden), und sein Körper formt Island. Diese Geschichte gilt als eine Art Schöpfungsmythos für die Inseln und zeigt starke Parallelen zur nordischen Weltschlange Jörmungandr.

Schließlich ragt der Nuckelavee heraus, eines der furchterregendsten Wesen der schottischen Folklore: ein hautloses, pferdeartiges Seeungeheuer mit menschlichem Oberkörper, das Krankheiten und Dürre bringt. Es vereint nordische Wassergeister (wie den Nøkk) mit keltischen Kelpie-Elementen und verkörpert die zerstörerische Kraft des Meeres.

Geschichte

Die Orkney-Inseln wurden bereits in der Jungsteinzeit von einer hochentwickelten Kultur besiedelt, die beeindruckende Monumente wie Skara Brae, den Ring of Brodgar und Maes Howe errichtete. Ab dem 8. Jahrhundert ließen sich Wikinger dort nieder, die die Inseln bis 1472 als norwegisches Grafentum verwalteten, bevor sie an Schottland fielen.

Mesolithikum

Bis -11.500 lagen die Orkneys unter dem Eis der Gletscher. Wann genau der Pentland Firth überschwemmt wurde, so dass die Orkneys zu einem Archipel wurden, ist umstritten. Die Datierungen liegen zwischen -10.000 und -8000. Zwei Pfeilspitzen aus Feuerstein, die 2007 von Naomi Woodward auf Stronsay gefunden wurden könnten der frühesten Beleg menschlichen Tätigkeit auf Orkney sein. Die Flintexperten Caroline Wickham-Jones und Torbin Ballin wiesen sie der Ahrensburger Kultur zu. Die 12.000 bis 10.000 Jahre alten Artefakte wurden vermutlich durch Jäger und Sammler bei einem Jagdausflug, oder einem temporären Lagerplatz auf Stronsay genutzt.

Das Mesolithikum (um -9000 bis -4000) markiert die Phase nach dem Ende der letzten Eiszeit, als Jäger-Sammler-Gruppen die entstehenden Inseln erreichten – Orkney war damals durch sinkende Meeresspiegel noch teilweise mit dem schottischen Festland verbunden oder lag näher daran. Die archäologischen Belege sind jedoch spärlich, da viele Küstensiedlungen durch den postglazialen Meeresspiegelanstieg (Rising Tide) überflutet wurden und unter Wasser liegen; vieles deutet auf mobile, saisonale Gruppen hin, die von Fischerei, Jagd auf Seehunde, Vögel und Wild, sowie Sammeln von Muscheln, Nüssen und Pflanzen lebten.

Um -5900 bedeckten Farn, Gras und Haselsträucher den Archipel. Zu den wenigen erhaltenen Funden zählen Streuungen von bearbeiteten Steingeräten (lithic scatters) an Orten wie Seatter, South Ettit, Wideford Hill, Valdigar, Loch of Stenness oder Links House auf Stronsay und Long Howe in Tankerness, darunter vor allem Mikrolithen – winzige, scharfe Flintwerkzeuge, die als Pfeilspitzen, Bohrer oder Einsätze für Werkzeuge dienten und typisch für das nordeuropäische Mesolithikum sind. Tausende solcher Artefakte auf Orkney belegen eine starke Präsenz von Jäger-Sammler-Fischern bereits um -8000. Ein verkohltes Haselnussschalenfragment aus Long Howe datiert auf -6820 bis -6660 und gilt als einer der frühesten sicheren Belege für menschliche Aktivität. Ähnlichkeiten in den Steingeräten zu skandinavischen Funden deuten auf mögliche Verbindungen oder Migrationen aus dem Norden hin. Auf dem Ness of Brodgar und anderen Stellen finden sich Spuren mesolithischer Aktivität unter neolithischen Schichten, doch dauerhafte Strukturen fehlen weitgehend – die Menschen lebten wahrscheinlich in leichten Hütten aus Holz und Tierhäuten, die nicht erhalten blieben.

Neolithikum

Etwa um -3900 begann das Neolithikum. Die älteste Keramik, die sich auch im nordwestlichen Schottland findet, ist die Unstan Ware (benannt nach einer Megalithanlage auf Mainland). Aus dieser Zeit stammt die Siedlung Knap of Howar und die spezifische Form der megalithischen Stalled cairns, die zum Orkney-Cromarty-Typ der megalithischen Ganggräber gehören. Die 58 Stalled Cairns der Orkneys sind auf allen großen und einigen der kleinen Inseln (Faray, Swona, Eday, Helliar, Papa Westray) vertreten. Allein Rousay beherbergt noch 15 Anlagen und damit mehr als Mainland (10). Die elf Ganggräber des Maes Howe-Types mit kreuzförmigen Kammern finden sich auf Eday (1), Egilsay (1), Mainland (5), Sanday (2) und Westray (1) und Papa Westray (1). Die Unstan Ware wird um -3300 durch die Grooved Ware (geriefte Ware) des Rinyo-Untertyps abgelöst, die sich zum Beispiel in Skara Brae, Rinyo, Barnhouse und an der Einfriedung bei Sandwick fand.

Außer den Großsteingräbern wie Blackhammer, Cuween Hill, Isbister Cairn - „Tomb of the Eagle“, Knowe of Yarso, Maes Howe, Quoyness, Taversoe Tuick, Unstan Cairn und Wideford Hill sind Steinkreise und Henges wie der (Ring of Brodgar) bekannt. Die Felskammern von Crantit Cairn (gemauert) und Dwarfie Stane (gepickt) sind baulich völlig einmalige Anlagen. Funde der Glockenbecherkultur stammen von etwa -2000 aus der Sand Fiold cist. Aus anderen Steinkisten ist Goldschmuck belegt.

Das Herzstück ist das Heart of Neolithic Orkney, seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe: Es umfasst vier zentrale Monumente auf Mainland Orkney (plus assoziierte Stätten), die zwischen -3100 und -2500 entstanden und außergewöhnliche Zeugnisse für die kulturellen Errungenschaften des nordeuropäischen Neolithikums bieten.

  • Skara Brae: Eine vollständig erhaltene Steinsiedlung (um -3100 bis -2500), Europas best erhaltenes prähistorisches Dorf mit acht Häusern aus Trockenmauerwerk, integrierten Möbeln (Steinbetten, Herde, Schränke), Abwassersystemen und sogar Innenräumen – ein Fenster in den Alltag der neolithischen Orcadier.
  • Maeshowe: Ein monumentales Kammergrab (um -2800), eines der beeindruckendsten Passage Graves Europas, mit präzise ausgerichtetem Eingang, der bei der Wintersonnenwende Licht in die Kammer fallen lässt; es enthielt einst reiche Beigaben und zeigt rituelle Bestattungspraktiken.
  • Stones of Stenness und Ring of Brodgar: Zwei zeremonielle Steinkreise mit umgebenden Gräben (Henges); Stenness (älter, um -3000) mit bis zu 12 m hohen Monolithen, Brodgar (um -2500) mit 60 Steinen in einem riesigen Kreis von 104 m Durchmesser – sie dienten wahrscheinlich als Versammlungs- und Ritualorte in einer weiten Landschaft.
  • Weitere Funde wie der Ness of Brodgar (ein riesiger neolithischer Komplex mit über 30 Gebäuden, Mauern und rituellen Strukturen, der als „Tempel“ oder Zeremonialzentrum gilt) unterstreichen, dass Orkney ein zentraler Knotenpunkt war, mit Verbindungen quer durch Britannien und Irland.

Bronzezeit

Die Bronzezeit auf Orkney (um -2500 bis -800) gilt traditionell als eine Phase des Rückgangs und der relativen Unsichtbarkeit im Vergleich zum prächtigen Neolithikum, doch neuere Forschungen, insbesondere ancient DNA-Analysen und Ausgrabungen, zeichnen ein differenzierteres Bild von Veränderung, Migration und Kontinuität. Um etwa -2500 endete die neolithische Blütezeit mit dem Verlassen großer Siedlungen wie Skara Brae, dem Ness of Brodgar und anderen monumentalen Komplexen; die Bevölkerung fragmentierte sich, wandte sich von den zentralen Dörfern ab und verteilte sich in kleinere, oft paarweise angelegte Häuser über die Landschaft, zunächst noch in der Nähe der alten Zentren. Diese Übergangsphase um -2400 bis -1800 war geprägt von Veränderungen in der Siedlungsstruktur, ohne dass es zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang kam – im Gegenteil, es gibt Hinweise auf eine leichte Zunahme der Aktivität, und Klimaveränderungen wie zunehmende Feuchtigkeit erklären die scheinbare Isolation nicht ausreichend.

Ein entscheidender Bruch kam durch Migration: Um die Zeit der Beaker-Kultur (Glockenbecher) erreichten Gruppen vom europäischen Kontinent die Inseln, was zu einer massiven Bevölkerungsveränderung führte. Ancient-DNA-Studien, vor allem aus dem Friedhof am Links of Noltland auf Westray und anderen Funden, zeigen, dass diese Einwanderer vorwiegend Frauen waren – ein einzigartiges Muster im Vergleich zum Rest Britanniens, wo meist männliche Linien dominierten. Die einheimischen neolithischen männlichen Linien (Y-Chromosom) überdauerten mindestens tausend Jahre, während die weiblichen Linien und das genomweite Bild weitgehend durch die Neuankömmlinge ersetzt wurden. Dies deutet auf eine friedliche oder integrative Integration hin, bei der lokale Männer mit zugewanderten Frauen Familien gründeten, was die kulturelle Kontinuität auf der männlichen Seite erklärt, aber eine genetische Neuausrichtung bewirkte. Bis zur Eisenzeit verschwanden diese neolithischen männlichen Linien weitgehend, und Orkney wurde genetisch insularer.

Archäologisch ist die Bronzezeit weniger monumental: Es fehlen die großen Steinkreise und Kammergräber des Neolithikums, stattdessen dominieren kleinere, oft unscheinbare Strukturen wie Einzelhäuser, Burnt Mounds (verbrannte Hügel mit Feuerstellen, möglicherweise Saunen oder rituellen Bädern), Cists (Steinkisten) und Barrows (Erdhügelgräber). Bekannte Beispiele sind die Knowes of Trotty mit ihren reichen Beigaben wie Goldplättchen und Bernsteinperlen, Linga Fiold mit mehreren Mounds und Cists, Quoyscottie oder Mousland, wo cremierte und gelegentlich inhumierte Bestattungen vorkommen. Cremation wurde zur Norm, oft in flachen Gruben oder Cists, manchmal mit Pyre-Debris (verbranntes Holz, Asche) und Artefakten wie Beakern, Flintwerkzeugen oder frühen Bronzeteilen. Siedlungen wie Links of Noltland zeigen Kontinuität in der Hausform, aber auch Innovationen durch neue Keramik und Metall. Bronzeobjekte (Äxte, Dolche) sind selten und meist importiert oder lokal nachgeahmt, da Metall knapp blieb und den Alltag der Bauern wenig veränderte.

Zwischen -1000 bis -400 entstanden die Burnt Mounds (Ancient cooking place), von denen über 200 bekannt sind. Es handelt sich um Haufen verbrannter Steine, die immer in der Nähe von Süßwasser liegen und einen Durchmesser von bis zu 30 m haben können. Ausgegraben wurde der Liddle Burnt Mound auf South Ronaldsay.

Eisenzeit

Die Eisenzeit auf Orkney (um -800 bis 800) stellt eine der längsten und archäologisch reichsten Perioden der Inselgeschichte dar, geprägt von der Entwicklung monumentaler Trockenmauer-Architektur, intensiver Landwirtschaft, maritimer Orientierung und einer Gesellschaft, die zunehmend defensiv und gemeinschaftlich organisiert war. Im Gegensatz zum monumentalen Neolithikum und der dezentralisierten Bronzezeit entstanden hier beeindruckende Strukturen wie Brochs, Rundhäuser und Souterrains (Earth Houses), die auf eine wachsende Bevölkerung, Ressourcenmanagement und möglicherweise soziale Hierarchien oder Kooperation hinweisen. Die Periode wird oft in frühe (um -800 bis -400), mittlere (um -400 bis 100) und späte Eisenzeit (bis um 800, Übergang zur Wikingerzeit) unterteilt, wobei die Brochs vor allem in der mittleren Phase blühten.

Die ikonischsten Bauwerke sind die Brochs, massive, runde Türme aus Trockenmauerwerk mit doppelten Wänden, Galerien, Treppen und oft einem zentralen Hof – einzigartig für Nord-Schottland und vor allem in Orkney und den nördlichen Regionen vertreten. Sie entstanden ab dem -7. Jahrhundert und wurden bis ins 1. Jahrhundert genutzt oder umgebaut. Zu den prominentesten Beispielen auf Orkney zählen der Broch of Gurness auf Mainland (einer der am besten erhaltenen und größten, mit umgebender Siedlung, Ditch und Wachtürmen, datiert ab etwa -500 bis -300), Midhowe Broch auf Rousay (am Eynhallow Sound gelegen, mit eindrucksvoller Küstenlage und detaillierten Innenstrukturen), der Broch of Borwick in Sandwick (ein isolierter, dramatischer Küsten-Broch auf einer Klippe), Bu Broch (einfacher, aber typisch), Windwick (verbunden mit dem Cairns-Komplex auf South Ronaldsay, wo ein großer Broch von einer Siedlung mit über 100 Gebäuden umgeben war) sowie Birsay (auf dem Brough of Birsay, wo eisenzeitliche Schichten unter späteren piktischen und norwegischen liegen). Diese Brochs dienten wahrscheinlich als befestigte Farmhäuser, Statussymbole, Speicher oder Verteidigungsanlagen gegen Raubzüge oder Stürme, oft mit Viehställen im Inneren und umliegenden Dörfern.

Neben Brochs entstanden in dieser Periode auch Rundhäuser, die als Vorläufer oder parallele Entwicklungen gelten. Auf Westray zeigt Pierowall Quarry (auch Pierowall genannt) eine eisenzeitliche Rundhaus-Siedlung, die direkt über einem neolithischen Cairn errichtet wurde, mit Kontinuität in der Nutzung des Ortes. Quanterness auf Mainland weist ein Rundhaus auf, das um -700 in einen neolithischen Cairn integriert wurde – ein Beispiel für Reuse alter Monumente in der Eisenzeit. Diese Strukturen waren oft einfach, rund und aus Stein, mit zentralem Herd und Abteilungen für Wohnen, Lagerung und Vieh.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal sind Souterrains oder Earth Houses – unterirdische, steingemauerte Gänge und Kammern, die aus dem ersten vorchristlichen Jahrtausend stammen und in Schottland, Irland sowie der Bretagne bekannt sind. Sie dienten wahrscheinlich als Lager für Getreide, Fleisch oder Wertgegenstände, Schutz vor Frost oder rituelle Räume; oft enden sie in kleinen Kammern und haben enge Eingänge. Auf Mainland Orkney finden sich Crantit (bei Kirkwall), Grain Earth House (nahe Kirkwall, entdeckt 1827, mit gut erhaltenen Gängen und Kammern) sowie Rennibister (zirka 5 km westlich von Kirkwall, datiert um -400 mit Passage und Kammer, heute zugänglich). Diese Anlagen sind schwer genau zu datieren, doch viele fallen in die frühe bis mittlere Eisenzeit; neuere Ausgrabungen wie am Cairns zeigen Souterrains sogar nach dem Broch-Verfall (bis ins 5./6. Jahrhundert).

Archäologisch war die Eisenzeit auf Orkney eine Zeit agrarischer Intensivierung: Gerste, Hafer, Rinder, Schafe und Schweine dominierten, ergänzt durch Fischerei, Seehundjagd und Vogelfang. Eisenwerkzeuge (selten erhalten) verbesserten Ackerbau und Handwerk; Keramik entwickelte sich zu groben, unverzierten Formen. Siedlungen lagen oft küstennah, nutzten fruchtbare Böden und Meeresressourcen.

Historische Quellen beleuchten die Periode nur sporadisch, da Orkney am Rand der bekannten Welt lag. Pytheas von Massilia erreichte zwischen -325 und -285 auf seiner Erkundungsreise die nördlichen Britischen Inseln und nannte den nördlichsten Punkt „Cape Orcas“, was meist mit den Orkneys gleichgesetzt wird; er beschrieb die Bewohner als Pretani (die „bemalten“ oder „tätowierten“ Briten). Im Jahr 83 sandte der römische Statthalter Agricola eine Flotte zur Erkundung der Orcades, wie Tacitus in seiner Agricola-Biografie berichtet – eine Entdeckung und Unterwerfung, die wahrscheinlich symbolisch war, da keine dauerhafte römische Präsenz folgte. Claudius Ptolemäus listete in seiner Geographia (2. Jahrhundert) die Orcades als Inselgruppe nördlich von Britannien. Das einzige weitere frühe Datum vor den Wikingern ist die angebliche Missionsreise des irischen Mönchs Cormac um 580, die jedoch legendenhaft ist.

Die Bewohner der Eisenzeit gelten als Pikten – die „Picti“ (bemalten Leute) der Römer –, ein Sammelbegriff für die nicht-romanisierten Stämme nördlich des Hadrianswalls. In Orkney lebten sie in einer piktischen Gesellschaft mit Symbolsteinen (später, ab 6./8. Jahrhundert), hierarchischen Strukturen und Verbindungen zu Mainland-Schottland. Quellen wie die Orkneyinga Saga erwähnen Pikten und „Papar“ (irische Mönche) als Vorbewohner vor den Norwegern um 80. Neuere Forschungen zeigen eine graduelle Übergangsphase zur Wikingerzeit mit kultureller Assimilation statt Auslöschung.

Wikingerzeit

Die Wikingerzeit auf Orkney begann um 780. Obwohl es keinen Zweifel am letztlichen Umfang der skandinavischen Besiedlung gibt, sind die genauen Umstände der Ankunft und Übernahme der Orkney durch die Wikinger umstritten, da die Quellenlage schlecht ist.

Als die ersten Wikingerüberfälle auf Großbritannien erfolgten, scheinen die Skandinavier auf den Orkney bereits Stützpunkte unterhalten zu haben. Die strategische Lage zwischen Norwegen und dem Zielgebiet machte sie zur Basis für die Überfälle in Schottland und Irland. Der Status der ersten Siedlungen (eventuell nur Winterlager) ist unklar. Obwohl frühe Kontakte zwischen Orkney und Norwegen bestanden, wird angenommen, dass die Skandinavier erst im 9. Jahrhundert in großer Zahl auf die Orkney und in andere Regionen der Britischen Inseln gingen.

Jahrhunderte nach der Übernahme der Orkney niedergeschriebene isländische Sagas geben dem norwegischen König Harald Schönhaar (etwa 853 bis 933) die Schuld am Exodus. Auch wenn politischer Druck die Auswanderung beförderte, lag der Zeitraum der ersten Überfälle etwa ein Jahrhundert vor dieser Zeit. Vielleicht war Übervölkerung einer der Faktoren, die zur Expansion in den Nordatlantik führten. Die Landnahmen in Ostengland und der Normandie erfolgten nur wenig später. Die nordgermanische Südwanderung (Goten undsoweiter) und die angelsächsische Eroberung Englands gehen dieser Landnahme voraus. Als Ergebnis der Verhältnisse in Skandinavien gab es zumindest seit der Zeitenwende Migrationswellen, die angesichts der inzwischen vorliegenden nautischen Fähigkeiten der Wikinger über die See nach Westen führten. Die Siedler auf Orkney kamen vor allem von der norwegischen Westküste.

Die Orkneyinga saga ist in der Auslegung der Gründung der Grafschaft Orkney klar. Der norwegische König Harald Harfagri (Schönhaar) segelt nach Westen, um Wikinger, die Norwegen überfallen und auf Orkney ihre Basis hatten, zu stellen. Als Ergebnis dieses Heerzuges erhält Jarl Rognvald von More von König Harald die nun gegründete Grafschaft Orkney als Entschädigung für den Verlust seines Sohnes Ivar. Er übergibt etwa 880 die Grafschaft seinem Bruder Sigurd Eysteinsson. Diese mindestens 300 Jahre nach den Ereignissen niedergeschriebene Saga ist jedoch zweifelhaft.

Innerhalb weniger Generationen wurde Orkney eine Grafschaft der Nordmänner, von der aus Jarls wie Thorfinn Einarsson („Thorfinn der Schädelspalter“) die Shetlands, die Hebriden, die Isle of Man und Teile des nordwestlichen Schottland kontrollierten. Mit dem angeblich 995 von Olav I. Tryggvason getauften „Sigurd the Stout“ (Sigurd der Dicke), der 1014 in der Schlacht von Clontarf fiel, heirateten die Jarls der Orkney ins schottische Königshaus ein.

Die Nordländer dominierten die Inseln. Ihre Sprache, das Norse, setzte sich anstelle der indigenen Sprache der Pikten durch und ihre Ortsnamen ersetzten die älteren. Das Verhältnis zwischen Skandinaviern und den Pikten ist umstritten. Es gibt die Friedenstheorie der Archäologin Anna Ritchie, die aus den Funden auf ein friedliches Nebeneinander von Wikingern und Pikten schloss, und die dogmatische Völkermordtheorie von Brian Smith, der aus dem Verlust aller piktischer Ortsnamen eine gewaltsame Unterdrückung der piktischen Bevölkerung und Kultur entnimmt. 839 wurde der letzte überlieferte König der Pikten Uuen von den Wikingern getötet. Während ihrer Herrschaft über die Inseln kam es 843 zur Vereinigung der Pikten und Skoten unter Kenneth mac Alpin, die aber Jahrhunderte kaum Einfluss auf die Orkney hatte.

Hoch- und Spätmittelalter

Orkney bezeichnete im Mittelalter nicht die Inseln, sondern das Jarltum Orkney. Um 1050 war Þorfinnur der Mächtige Jarl in Orkney. Sein Herrschaftsbereich umfasste Nordschottland (Caithness, Sutherland), Shetland und Hebriden. Er erstrebte ein eigenes Reich von Shetland bis zur Insel Man mit einer parallelen kirchlichen Organisation. Dieses Gebilde zerfiel aber unter seinen Söhnen. Stattdessen gewannen schottische Familien Einfluss auf Orkney.

Im 12. Jahrhundert wurden sogar schottische Bischöfe eingesetzt. Es entstanden dann zwei Jarltümer: Orkney-Shetland unter norwegischer, Caithness unter schottischer Oberhoheit. 1231 endete die norwegische Jarlslinie in Orkney. Nach der für den norwegischen König Håkon Håkonsson nicht siegreichen Schlacht bei Largs 1263 schwand der norwegische Einfluss auf Schottland und die Orkneys ganz allmählich. Aber Orkney war immer noch das einzige echte erbliche Lehen des norwegischen Reiches. Der Bischofssitz an der Sankt-Magnus-Kathedrale unterstand dem Erzbistum in Nidaros und war der einzige Bischofssitz in den norwegischen Tributländern, das ein eigenes Domkapitel besaß.

Um 1350 war die Verbindung zu Norwegen noch stark. Das hing damit zusammen, dass Jarl Erengisle Sunesson, ein schwedischer Adliger, keine Lehnsgüter in Schottland hatte. Sein Schwiegervater Malise von Strathearn war der letzte Jarl, der gleichzeitig auch Jarl von Caithness war. Das Jarltum auf Orkney wurde offenbar nach privatrechtlichen Regeln vererbt. Malisle hatte nur Töchter. Diese konnten zwar nicht selbst Jarle werden, aber durch sie konnte das Jarltum an ihren Ehemann gelangen. Erengisle war mit der ältesten Tochter Malisles verheiratet und kam so zum Jarlsrang. Erengisle gehörte zum schwedischen Adelsgeschlecht, das um Erik Magnusson den Aufstand gegen dessen Vater Magnus betrieb. Mit dem Vergleich zwischen Vater und Sohn war Erengisle nicht länger norwegischer Erblehnsmann. Seine Frau, über die er das Jarltum hatte, starb kinderlos. Erengisle behielt zwar Rang und Titel, aber das Lehen ging an die Söhne seiner Schwägerinnen. Von diesen war aber noch keiner mündig. So kam der Sysselmann Håkon Jonsson und stützte die norwegische Königsmacht. Zu dieser Zeit kam es zum Konflikt zwischen der Königsmacht und der Kirche, dessen Grund nicht genau bekannt ist. Håkon Jonsson repräsentierte den König, der schottische Bischof Viljalm die Kirche. Er stand im Loyalitätsverhältnis zum schottischen König. 1369 kam es zwischen beiden zu einem Vergleich. Danach musste der Bischof 141 Nobel bezahlen und versprechen, geistliche Ämter nur noch an Einheimische aus Orkney und Shetland zu vergeben. Auch die übrigen norwegischen Bischöfe waren gehalten, einheimische Geistliche anzustellen. Das lässt den Rückschluss zu, dass Bischof Viljalm schottische Landsleute mitgebracht hatte, denen er die besten Pfründe verschafft hatte. Die 141 Nobel könnten mit dem Frieden von Perth von 1266 zusammenhängen, in welchen Magnus lagabætir die Insel Man und die Hebriden an Schottland gegen Zahlung von 4.000 Mark Sterling und einer jährlichen Abgabe von 100 Mark übergeben hatte. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurden diese 100 Mark an den Bischof an der Sankt-Magnus-Kathedrale zur Weiterleitung an den norwegischen König bezahlt und waren von diesem unterschlagen worden.

Das norwegisch-dänische Krongut auf den Orkneys - das heißt das betreffende Land und die aus dem Land erwachsenden Rechte - gelangte als Sicherheitsleistung für die Mitgift der Tochter des dänischen Königs Christian I. 1469 unter die Kontrolle Schottlands, als diese König James III. von Schottland heiratete. 1470 wurden die Orkneys vom Königreich Schottland annektiert und in die allgemeine Reichsverwaltung integriert. Die Jarltümer erloschen. 1472 gingen die Orkneys vom Erzbistum Nidaros auf das Erzbistum St. Andrews über. Die Sprache der skandinavischen Herrscher wandelte sich allmählich zum Norn, einem Dialekt, der im 17. Jahrhundert ausstarb. Nichtsdestotrotz wurden lange Zeit noch die traditionellen Bindungen an Norwegen gepflegt. So waren in den Jahren 1613 bis 1650 noch 78 Bürger der Orkneys in Bergen registriert. Die frühneuzeitlichen Abschriften der Orkneyinga saga wurden in Bergen erstellt.

Frühe Neuzeit

Im 16. Jahrhundert übernahm die schottische Krone die Kontrolle, doch die reale Macht lag bei den Stewart Earls, einer Linie illegitimer Nachkommen der schottischen Könige. Robert Stewart, ein unehelicher Sohn Jakobs V., erhielt 1564/65 die Kontrolle über Orkney und Shetland, wurde 1581 zum Earl of Orkney und Lord of Zetland ernannt und regierte tyrannisch: Er erpresste hohe Abgaben, schuf Monopole auf Fähren und Handel, baute den Earl's Palace in Birsay (1569 bis 1574) und den in Kirkwall als prächtige Renaissance-Residenzen und unterdrückte die lokale Bevölkerung massiv. Nach seinem Tod 1593 folgte sein Sohn Patrick Stewart, der noch despotischer herrschte – er baute den Palace of Birsay aus, erpresste weiterhin exorbitante Steuern, verfolgte Gegner und wurde 1609 verhaftet, 1614 in Edinburgh hingerichtet und 1615 enthauptet; mit ihm endete die Stewart-Herrschaft 1615, und die Earldom wurde direkt der schottischen Krone unterstellt. Diese Periode der Stewart Earls gilt als eine der dunkelsten in der orkadischen Geschichte, mit Berichten über Unterdrückung, Folter und wirtschaftliche Ausbeutung, die die lokale Gesellschaft tief traumatisierten und zu langanhaltendem Misstrauen gegenüber zentraler Autorität führten.

Im 17. Jahrhundert spielte Orkney eine marginale, aber symbolische Rolle in den britischen Bürgerkriegen und religiösen Konflikten. Die Inseln waren überwiegend presbyterianisch und unterstützten die Covenanters, die schottischen Presbyterianer, die gegen die episkopale Kirchenreform Karls I. opponierten. Während der Kriege der Drei Königreiche (1639 bis 1651) blieb Orkney weitgehend ruhig, doch 1650 landete James Graham, Marquess of Montrose, ein royalistischer Kavalleriegeneral, in Orkney, um eine Armee gegen die Covenanters und Cromwell zu sammeln; seine kleine Truppe wurde jedoch schnell besiegt, und Montrose floh nach Carbisdale. In den 1650er Jahren unter Cromwells Commonwealth diente Scapa Flow als Stützpunkt für englische Truppen, und es gab Besatzungselemente, die lokale Ressourcen belasteten. Nach der Restauration 1660 und der erneuten Einführung des Episkopats kam es zu Spannungen mit Covenantern; 1679 wurden Covenanter-Gefangene auf der Crown of London nach Amerika deportiert, doch das Schiff scheiterte in einem Sturm vor den Orkneys, wobei über 200 umkamen – ein Ereignis, das lokal als göttliches Urteil gesehen wurde und in der Folklore nachhallt.

Das 18. Jahrhundert brachte unter der hannoverschen Dynastie (ab 1714) relative Stabilität, doch Orkney blieb peripher. Die Jakobitenaufstände (1715, 1719 und 1745) fanden hier kaum Echo; die Inseln waren zu abgelegen und die Bevölkerung zu sehr mit Überleben beschäftigt, um sich aktiv zu beteiligen, obwohl einige lokale Lairds jakobitische Sympathien hegten. Wirtschaftlich dominierte die Subsistenzlandwirtschaft mit Gerste, Hafer, Viehzucht und intensiver Fischerei; der Kelphandel (Seetangverarbeitung zu Soda-Asche für Glas- und Seifenproduktion) boomte ab den 1720er Jahren und wurde zur wichtigsten Exportquelle, bis er um 1830 durch synthetische Soda zusammenbrach. Der Udal-Rechtssystem wich allmählich schottischem Feudalrecht, was zu Landkonflikten führte; große Lairds wie die Sinclairs oder Baillies kontrollierten weite Teile, während Kleinpächter (Crofters) unter hohen Abgaben litten. Piraterie und Schmuggel blühten im 17.–18. Jahrhundert, da die abgelegene Lage und die vielen Buchten ideale Verstecke boten; Orkney diente als Zuflucht für Händler und Freibeuter.

Kirchlich setzte sich der Presbyterianismus durch, mit der Church of Scotland als dominierender Kraft; die St. Magnus Cathedral in Kirkwall blieb ein zentraler Ort. Die Bevölkerung wuchs langsam, blieb aber arm und isoliert; Reisen nach Edinburgh oder London waren selten, und die Inseln galten als rückständig. Folklore und Überlieferungen aus dieser Zeit – wie die Finnmen-Legenden (mysteriöse Kajak-fahrende Inuit-ähnliche Gestalten, erstmals 1693 erwähnt) – spiegeln die Faszination für das Unbekannte und das Meer wider. Insgesamt war die Frühe Neuzeit auf Orkney eine Ära der Anpassung an schottische Herrschaft, geprägt von lokaler Resilienz trotz tyrannischer Herrscher, religiöser Spannungen und wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Ozean, die den Grundstein für die moderne Identität als windgeformte, maritime Gemeinschaft legte.

Viktorianische Zeit

Die viktorianische Zeit auf Orkney, von der Thronbesteigung Queen Victorias 1837 bis zu ihrem Tod 1901 und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 (oft als erweiterte viktorianisch-edwardianische Übergangsphase betrachtet), war eine Ära wirtschaftlicher Umbrüche, demografischer Veränderungen, sozialer Reformen und zunehmender Integration in das britische Empire, obwohl die Inseln weiterhin peripher und von ihrer insularen Isolation geprägt blieben. Die Bevölkerung erreichte ihren Höchststand Mitte des 19. Jahrhunderts mit über 32.000 Einwohnern (um 1851 bis 1861), bevor sie durch Abwanderung und wirtschaftliche Krisen bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter 25.000 sank – ein Trend, der sich bis ins 20. Jahrhundert fortsetzte und auf Emigration nach Kanada, Australien, den USA oder dem schottischen Festland zurückging, wo viele Orcadier als Fischer, Farmer oder Arbeiter neue Chancen suchten.

Wirtschaftlich dominierte zunächst der Kelphandel (Seetangverbrennung zu Soda-Asche für Glas-, Seife- und Chemikalienproduktion), der in den Napoleonischen Kriegen boomte und Tausende Crofter-Familien beschäftigte; auf Inseln wie Stronsay oder North Ronaldsay brannten die Feuer fast ununterbrochen, was die Luft mit Rauch füllte und lokale Ökosysteme belastete. Nach 1815, mit dem Ende der Kriege, dem Wegfall hoher Schutzzölle und der Entdeckung billigerer Alternativen wie Barilla-Importen aus Spanien oder synthetischer Soda, brach der Preis dramatisch ein – von bis zu 22 Pfund pro Tonne auf unter 5 Pfund –, was zu massiver Armut führte. Viele Küstenbewohner verloren ihre Haupteinnahmequelle, was Hungersnöte, Zwangsumsiedlungen und Clearance-ähnliche Prozesse auslöste; der Kelphandel kollabierte endgültig in den 1820er und 1830er Jahren und verschwand bis in die 1930er fast vollständig.

An seine Stelle trat eine Modernisierung der Landwirtschaft: Ab den 1830er Jahren setzte sich die Enclosure der Commons durch, große Farmen entstanden mit Fünf-Felder-Rotation (Gerste, Hafer, Rüben, Klee, Brache), verbesserten Düngemethoden und Zucht hochwertiger Rinder (Orkney Beef wurde exportiert). Die Böden aus Old Red Sandstone blieben fruchtbar, und die Landwirtschaft wurde kommerzieller; große Lairds kontrollierten weite Flächen, während Crofter unter hohen Pachten litten und oft in Subsistenzwirtschaft steckten. Fischerei blieb zentral – Hering, Schellfisch, Kabeljau –, mit wachsendem Export nach Schottland und England; Dampfschiffe ab den 1850er Jahren verbesserten den Transport, doch die Flotte war klein und wetterabhängig. Handwerk, Weberei und kleine Industrien ergänzten das Bild, doch Orkney blieb agrarisch-maritim und fernab der industriellen Revolution des schottischen Festlands.

Sozial und kulturell wandelte sich die Gesellschaft langsam: Die Church of Scotland dominierte weiterhin das Leben, mit presbyterianischen Werten von Fleiß, Mäßigkeit und Bibeltreue; Schulen breiteten sich aus (Education Act 1872 machte Schulpflicht landesweit), was die Alphabetisierung steigerte und Englisch gegenüber Norn (das im 18. Jahrhundert ausstarb) und lokalen Dialekten durchsetzte. Die viktorianische Moral – mit Temperenzbewegung, Sonntagsruhe und strenger Etikette – erreichte auch Orkney, doch lokale Traditionen wie Folklore (Selkies, Trows), Ceilidhs und Gemeinschaftsleben hielten sich. Emigration führte zu transnationalen Netzwerken; viele Orcadier schickten Geld heim oder kehrten als wohlhabende Rentner zurück. Politisch blieben die Inseln konservativ; die Liberalen gewannen Einfluss ab den 1880er Jahren, und Crofter-Reformen (Crofters' Holdings Act 1886) schützten Pächter vor willkürlichen Vertreibungen und senkten Pachten – ein Meilenstein für kleine Farmer.

Bis 1914 blieb Orkney relativ ruhig und unberührt von den großen Konflikten des Empire, doch Scapa Flow gewann strategische Bedeutung: Die Royal Navy nutzte den natürlichen Hafen bereits vor dem Krieg für Übungen, und mit dem Aufstieg der deutschen Flotte wurde er als potenzieller Stützpunkt für die Grand Fleet betrachtet. Die Bevölkerung war kriegsbereit, mit Rekrutierungen und lokaler Miliz; der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 markierte das Ende der viktorianisch-edwardianischen Ära und den Beginn einer neuen Phase militärischer Präsenz. Insgesamt war diese Periode auf Orkney eine der Resilienz trotz wirtschaftlicher Rückschläge: Der Übergang von Kelp-Boom zu moderner Landwirtschaft, sinkende Bevölkerung und wachsende Bildung formten eine enge, selbstständige Gemeinschaft, die ihre nordische-schottische Identität bewahrte und auf die Herausforderungen des 20. Jahrhunderts vorbereitet war.

Weltkriegsära

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 wurde Scapa Flow sofort zur Hauptbasis der Grand Fleet der Royal Navy, da der tiefe, geschützte Ankerplatz ideal war, um die Nordsee zu kontrollieren und deutsche Schiffe am Auslaufen in den Atlantik zu hindern; Winston Churchill als Erster Lord der Admiralität hatte die Verlegung der Flotte von Portland nach Scapa Flow angeordnet, obwohl der Hafen anfangs kaum verteidigt war – nur wenige Küstenbatterien und Netze existierten, da man die starken Gezeiten und die Entfernung für U-Boote als ausreichenden Schutz ansah.

In den folgenden Jahren wuchs die Verteidigung rapide: Blockships (versenkte alte Schiffe) schlossen die östlichen Eingänge, Küstenbatterien, Suchscheinwerfer und Minenfelder wurden errichtet, und Tausende Matrosen und Soldaten stationiert; Orkney beherbergte zeitweise über 100 Schiffe, darunter Dreadnoughts und Kreuzer. Lokale Verluste waren hoch – das Schlachtschiff HMS Hampshire sank am 5. Juni 1916 vor den Orkneys durch eine Mine, wobei Feldmarschall Lord Kitchener und 643 weitere umkamen. Die Explosion der HMS Vanguard im Hafen 1917 forderte über 800 Tote durch interne Detonation. Die Grand Fleet segelte von Scapa Flow aus zur Schlacht von Jutland 1916, dem größten Seegefecht des Kriegs. Nach dem Waffenstillstand 1918 wurde die deutsche Hochseeflotte (74 Schiffe) als Internierte nach Scapa Flow gebracht; am 21. Juni 1919 befahl Rear Admiral Ludwig von Reuter die Selbstversenkung (Scuttling), um die Schiffe nicht in britische Hände fallen zu lassen – 52 Schiffe sanken, darunter 5 Schlachtschiffe, in der größten absichtlichen Flottenvernichtung der Geschichte; 9 Deutsche starben dabei, und die Wracks bilden bis heute ein Tauchparadies.

In der Zwischenkriegszeit (1918 bis 1939) schrumpfte die militärische Präsenz, viele Verteidigungsanlagen verfielen, und die Inseln kehrten zur agrarisch-fischereilichen Wirtschaft zurück; die Bevölkerung stagnierte oder sank weiter durch Emigration, und der Kelphandel war bereits kollabiert. Scapa Flow diente nur sporadisch für Übungen, doch die strategische Bedeutung blieb erhalten. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurde Scapa Flow erneut zur Basis der Home Fleet; bereits am 14. Oktober 1939 durchbrach U-47 unter Günther Prien die unzureichenden Blockships bei Hochwasser und torpedierte das Schlachtschiff HMS Royal Oak, das mit 833 Toten (viele junge Kadetten) sank – ein Schock, der die Verwundbarkeit des Hafens offenbarte und Winston Churchill (nun wieder Erster Lord) zur sofortigen Verstärkung veranlasste.

Churchill ordnete den Bau der Churchill Barriers an – vier riesige Betondämme (1940 bis 1945), errichtet von italienischen Kriegsgefangenen aus Lagern auf den Inseln; diese verbanden Mainland mit den südöstlichen Inseln (Burray, South Ronaldsay, Lamb Holm, Glimps Holm) und blockierten die östlichen Zugänge dauerhaft, schufen neue Straßen und schützten Scapa Flow vor U-Booten. Die Italiener bauten auch die berühmte Italian Chapel auf Lamb Holm (1943/44), eine aus Wellblechbaracken und Beton geformte Kapelle mit Fresken und Altar, die als Symbol von Resilienz und Menschlichkeit gilt. Orkney wurde zu einer Festung: Tausende Soldaten, Matrosen und Luftwaffenpersonal stationiert, Flak-Batterien, Radarstationen, Suchscheinwerfer und Luftabwehrnetze errichtet. 1939/40 verursachten Luftangriffe Schäden, und ein Zivilist, James Isbister, starb 1940 durch Bomben als erstes britisches Zivilopfer auf heimischem Boden. Scapa Flow diente als Sammelpunkt für Konvois in den Atlantik und Nordmeer-Operationen; die Flotte war hier stationiert, bis der Krieg 1945 endete.

Für die lokale Bevölkerung bedeutete dies massive Störungen: Landrequisitionen, Rationierung, Verdunkelung, aber auch wirtschaftliche Impulse durch Militärausgaben, Arbeit und kulturelle Kontakte. Viele Orcadier dienten in den Streitkräften, und Verluste waren spürbar. Bis 1945 hatte Orkney seine Rolle als nördliche Festung erfüllt; nach dem Krieg wurden viele Anlagen abgebaut, doch die Churchill Barriers, Wracks und Relikte prägen die Landschaft bis heute und machen die Inseln zu einem zentralen Ort der britischen Militärgeschichte im 20. Jahrhundert – eine Ära, in der Isolation und strategische Bedeutung kollidierten und die Gemeinschaft nachhaltig formten.

Moderne Zeit

Nach dem Kriegsende 1945 blieb Scapa Flow zunächst als Stützpunkt der Royal Navy erhalten, doch die Schließung der Hauptbasis 1956 markierte das Ende einer Ära, in der Tausende Soldaten und Matrosen die lokale Wirtschaft angetrieben hatten; viele Anlagen wie Batterien und Kasernen verfielen, während die Churchill Barriers und verbesserte Infrastruktur – Straßen, Piers, Reservoirs und Airfields – langfristig Vorteile brachten, etwa durch besseren Transport und Tourismus. Die unmittelbare Nachkriegszeit war von Rationierung, wirtschaftlicher Anpassung und Emigration geprägt: Die Bevölkerung, die 1939 bei etwa 21.000 lag, stagnierte oder sank leicht in den 1950er Jahren aufgrund von Abwanderung junger Menschen nach Schottland oder Übersee, wo bessere Chancen lockten, doch die Inseln profitierten von der allgemeinen britischen Nachkriegsrekonstruktion mit verbesserten Sozialleistungen und Landwirtschaftssubventionen.

In den 1950er und 1960er Jahren blieb die Wirtschaft agrarisch-maritim: Landwirtschaft mit Rinderzucht (Orkney Beef), Schafhaltung und Getreideanbau dominierte, ergänzt durch Fischerei auf Hering, Kabeljau und Schalentiere; der Tourismus begann zögerlich zu wachsen, angezogen durch die neolithischen Stätten wie Skara Brae und den Ring of Brodgar, die zunehmend als UNESCO-Weltkulturerbe (seit 1999) vermarktet wurden. Die 1970er Jahre brachten einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Nordsee-Ölindustrie: Der Bau des Flotta Oil Terminals auf der Insel Flotta ab 1974, das Öl aus dem Piper-Feld und anderen Plattformen verarbeitete, schuf Hunderte Jobs und steigerte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf über das schottische Durchschnitt; es führte zu Infrastrukturinvestitionen wie neuen Fährverbindungen und dem Ausbau des Kirkwall Airports, doch es gab auch Umweltbedenken durch Öllecks und Verschmutzung. Gleichzeitig scheiterten Pläne für Uranabbau zwischen Stromness und Yesnaby in den 1970er Jahren an lokaler Opposition, darunter kulturelle Kampagnen wie Peter Maxwell Davies' Yellow Cake Revue, die 1980 den Stopp erzwangen und Orkneys Engagement für Umweltschutz unterstrichen.

Die 1980er und 1990er Jahre sahen eine Diversifikation: Der Ölboom stabilisierte sich, doch sinkende Preise in den 1980er Jahren führten zu Abhängigkeit von EU-Subventionen für Landwirtschaft und Fischerei; der Crofters' Act von 1886 und spätere Reformen stärkten kleine Farmer, während der Tourismus boomte – jährlich über 200.000 Besucher zogen die Wikinger-Erbe, Vogelbeobachtung und Festivals wie das Orkney Folk Festival (seit 1977) oder das St Magnus International Festival (seit 1977) an, das klassische Musik mit lokaler Folklore verbindet. Kulturell blühte die Identität auf: Die Orkneyinga Saga und norwegische Wurzeln wurden in Museen und Veranstaltungen gefeiert, und Autoren wie George Mackay Brown (gest. 1996) prägten die Literatur mit Themen von Isolation und Gemeinschaft. Politisch blieb Orkney Teil Schottlands, doch Devolution 1999 mit dem schottischen Parlament brachte mehr lokale Autonomie; die Bevölkerung wuchs langsam von 19.245 (2001) auf 21.349 (2011), getrieben durch Nettozuwanderung von Rentnern und Familien, die die ruhige Lebensqualität suchten, trotz negativer natürlicher Wachstumsraten (mehr Tode als Geburten).

Ab den 2000er Jahren etablierte sich Orkney als Vorreiter in erneuerbaren Energien: Das European Marine Energy Centre (EMEC) auf Stromness und Eday, gegründet 2003, testet Wellen- und Gezeitenenergie-Technologien und schuf hochqualifizierte Jobs, positionierend die Inseln als Green Energy Hub mit Projekten wie dem MeyGen-Tidal-Stream im Pentland Firth; Windfarmen auf Burgar Hill und anderswo trugen zur Energieversorgung bei, und bis 2020 deckten erneuerbare Quellen oft über 100 Prozent des lokalen Bedarfs, mit Export nach Schottland. Wirtschaftlich blieb Orkney prosperierend: Niedrige Arbeitslosigkeit (um 2 Prozent), hohe Haushaltseinkommen durch Sektoren wie Tourismus, Food & Drink (Orkney Cheese, Whisky von Highland Park und Scapa) und Marine, doch Herausforderungen wie alternde Bevölkerung (24 Prozent über 65 im 2020) und Abhängigkeit von Fähren und Flügen persistieren. Politisch gewann das Schottische Unabhängigkeitsreferendum 2014 (Orkney stimmte mit 67 Prozent No) an Fahrt: Es löste Debatten über Autonomie aus, mit Vorschlägen für Crown Dependency-Status oder norwegische Bindungen, die bis 2020 andauerten und die orkadische Identität als nordeuropäisch-schottisch unterstrichen.

Während der Covid-Zeit wurde auch über Orkney strenge Maßnahmen verhängt. Insgesamt wurden etwa 6.449 bestätigte Infektionen gezählt. Der Lockdown brachte wirtschaftliche Einbußen, psychische Belastungen durch Isolation und Breitband-Probleme. Ab 2022 erholte sich dieLage langsam..

Verwaltung

Im -7. Jahrhundert siedelten sich die Pikten auf der Inselgruppe an. Im Jahr 580 wurden die Bewohner durch Cormac christianisiert. Im späten 8. Jahrhundert begann die nordische Kolonisierung. Die zweite Phase der nordischen Siedlerwelle begann nach der Schlacht von Harfursfirth im Jahr 900. In diesem Jahr wurde das Earldom Orkney gegründet. Einschnitte in die Geschichte brachten die Schlacht von Stainsmoor 954 und die erzwungene Annahme des Christentums 995. Von 1098 bis 1105 gehörte Orkney zu Norwegen. 1379 wurde der Titel des Earl of Orkney geschaffen. 1468/72 kam die Inselgruppe endgültig zu Schottland. Der Schlacht von Sumemrdale 1529 folgte eine chaotische Ära. 1564 wurde die Inselgruppe der Familie Stewart zu Geschenk gemacht. 1567 erfolgte die Gründung des Herzogtums Orkney (Dukedom of Orkney), ehe die Inselgruppe 1581 wieder zum Earldom wurde. 1615 ging die Earl-Würde an das schottische Herrscherhaus über. Erst 1696 kam es zur Wiederherstellung des unabhängigen Earldoms. 1707 erhielt der Earl of Morton die Inselgruppe, 1766 Lawrence Dundas. Die Grafschaft (county) Orkney erhielt 1974 einen autonomen Status.


Herrschaftsgeschichte

  • -5. Jahrhundert bis um 875 Freie Stammesgebiete
  • um 875 bis 2. August 1380 Grafschaft Orkney (Jarladómr Orkneyja) innerhalb des Königreichs Norwegen
  • 2. August 1380 bis 17. Juni 1397 Grafschaft Orkney (Jarladómr Orkneyja) innerhalb des Königreichs Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 17. Juni 1397 bis 1469 Grafschaft Shetland (Jarladómr Orkneyja) innerhalb des Königreichs Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge) als Teil der Kalmarer Union
  • 1469 bis 1472 Grafschaft Orkney (Jarladómr Orkneyja) innerhalb des Königreichs Schottland (Rìoghachd na h-Alba bzw. Regnum Scotiae)
  • 1472 bis 1707 Königreich Schottland (Rìoghachd na h-Alba bzw. Regnum Scotiae)
  • 1. Mai 1707 bis 31. Dezember 1800 Teilstaat Schottland des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain)
  • 1. Januar 1801 bis 1. April 1889 Teilstaat Schottland des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • 1. April 1889 bis 5. Mai 1975 Grafschaft Orkney (County of Orkney) im Teilstaat Schottland (Scotland) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland, ab 12. April 1927 United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • seit 5. Mai 1975 Autonome Inselgrafschaft Shetland (Autonomous island county Shetland) innerhalb des Landesteils Schottland (Scotland) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)

Verfassung

Der Verwaltungsbezirk (Unitary Authority) heißt offiziell „Orkney Islands“, wird aber auch in Gesetzen und Verlautbarungen von Scottish Executive oftmals verkürzt nur als „Orkney“ angesprochen. Orkney bildet eine eigenständige Lord-Lieutenancy (lieutenancy area).

Legislative und Exekutive

Die Orkney-Inseln verfügen über eine eigene lokale Verwaltung. Die legislative Gewalt liegt beim Orkney Islands Council, dem Gemeinderat der Inselgruppe. Dieser Rat besteht aus gewählten Mitgliedern, die größtenteils unabhängig sind und keine formelle Parteizugehörigkeit haben. Der Rat ist verantwortlich für die Festlegung lokaler Richtlinien, Haushaltsentscheidungen, Genehmigungen für Bauprojekte, Bildung, soziale Dienste und Infrastrukturmaßnahmen. Er trifft Entscheidungen meist im Konsens, wobei Beratungen und Ausschüsse zentrale Rollen im Entscheidungsprozess einnehmen.

Die exekutive Gewalt wird ebenfalls durch den Orkney Islands Council ausgeübt, unterstützt von Verwaltungsangestellten und Fachabteilungen, die die Umsetzung der vom Rat beschlossenen Maßnahmen sicherstellen. Die Verwaltung koordiniert unter anderem öffentliche Dienstleistungen wie Müllentsorgung, Straßenbau, Schulen, Gesundheitsangebote und Kulturförderung. Der Rat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden, der die Sitzungen leitet, während die Verwaltung unter der Leitung eines Chief Executive arbeitet, der für die operative Umsetzung zuständig ist.

Darüber hinaus ist Orkney Teil des schottischen politischen Systems und unterliegt der Gesetzgebung des schottischen Parlaments und des britischen Parlaments in Westminster in Bereichen, die nicht lokal geregelt werden. Lokale Behörden arbeiten eng mit regionalen und nationalen Institutionen zusammen, um beispielsweise Verkehrsprojekte, Umweltfragen oder wirtschaftliche Förderung zu koordinieren. Insgesamt zeichnet sich die politische Struktur von Orkney durch einen hohen Grad an lokaler Selbstverwaltung aus, bei der Entscheidungsprozesse stark partizipativ gestaltet sind und die Bedürfnisse der Inselgemeinschaft im Mittelpunkt stehen.

Inseloberhaupt

Die Würde des Earls of Orkney ist erblich, spielt aber für die Inselverwaltung keine Rolle. Regionaloberhaupt ist der Oberste Verwalter (chief executive).


Jarler (Earls bzw. Grafen)

Norse line

  • um 900 - um 901  Rognvald I Eynsteinsson („der Weise”, † um 920)
  • um 901 - 905 Sigurd I („der Machtvolle”) - zusammen mit -
  • um 901 - um 920  Thorstein („der Rote”, in Caithness und Sutherland)
  • 905 - um 907  Guthorm
  • um 907 - 910  Hallad Rognvaldsson (Earl of Moeri)
  • 910  Thori Treebeard & Kalf Skurfa
  • 910 - 933  Turf-Einar I
  • 933 - 954 Arnkel & Erlend I & Thorfinn I Einarsson - zusammen mit -
  • um 937 - 954 Erik („Blutaxt”, König von Norwegen, danach König von York)
  • um 947 - 968 Thorfinn („Skullsplitter”) - zusammen mit -
  • 954 - 955 Gunnhilda [w] († nach 970) & Ragnfred & Godred
  • 968  Gunnhilda [w, wieder eingesetzt]
  • 968 - um 970 Arnfinn - zusammen mit -
  • 968 - um 972 Havard
  • um 974  Einar II („der Schmeichler”) & Einar III („der Hartmündige”)
  • um 968 - um 977  Ljot & Skuli
  • um 977 - um 980  Hlodvir († um 982)
  • um 980 - 1014   Sigurd II Hlodveson („der Beleibte”)
  • 1014 - 1015  Sumarlid (Somerled) - zusammen mit the following three -
  • 1014 - 1031  Brusi
  • 1014 - 1020  Einar IV („der Schiefmäulige”)
  • 1014 - um 1065 Thorfinn II („der Mächtige”) - zusammen mit -
  • 1038 - 1046  Rognvald II
  • um 1065 - 1098 Paul I († um 1099) & Erlend II († 1099)
  • 1008 - 24 Aug 1103 Magnus III Olavsson "Barreføtt" (König von Norwegen, um 1073 - 1103)
  • um 1103 - um 1123  Haakon (Hakon) - gemeinsam mit -
  • 1105 - 1115 Magnus I („der Heilige”)
  • 1123 - 1136 Paul II („der Stille”) - gemeinsam mit den folgenden beiden -
  • um 1123 Harold I („der Glatte”)
  • 1136 - 1158 Rognvald III Kolsson („der Heilige”) - zusammen mit -        
  • 1151 - 1154  Erlend III (d. 1156)
  • 1138 - 1206 Harold II Maddadarsson (Maddadsson, „der Ältere”) - zusammen mit -
  • um 1195 - 1199 Harold III Eriksson („der Jüngere”)
  • 1206 - 1214  David - zusammen mit -
  • 1206 - 1230  John I

Angus line

  • 1231 - 1239  Magnus II
  • 1239 - 1256  Gilbert
  • 1256 - 1276  Magnus III
  • 1276 - 1284  Magnus IV Atholl
  • 1284 - 1311  John II Atholl
  • 1311 - 1321  Magnus V Atholl

Stratheme line

  • 1321 - um 1353  Malise
  • um 1353 - 1357  Erengisl († 1392)
  • 1357 - 1363  Alexander De l’Arde

Earls of Orkney (Grafen von Orkney)

  • 1379 - 1400  Henry I Sinclair (Jarl of Caithness 1358 - 1379, versuchte 1398 die Etablierung einer dänisch-norwegischen Kolonie in Neufundland)
  • 1400 - 1420  Henry II Sinclair
  • 1434 - 1470  William II Sinclair († 1480)
  • 1489 - 1513  Henry III Sinclair
  • 1513 - 1540  Margaret Hepburn [w]
  • 1541 - um 1560  Oliver of Pitcairns

Duke of Orkney (Herzog von Orkney)

1567  James Hepburn, Duke of Orkney (um 1535 - 1578)

Earls of Orkney (Grafen von Orkney)

  • 1581 - 1593  Robert Stewart, 1st Earl of Orkney (1533 - 1593)
  • 1593 - 1614  Patrick Stewart, 2nd Earl of Orkney (um 1569 - 1614)
  • 1696 - 1737  George Hamilton, 1st Earl of Orkney (1666 - 1737)
  • 1737 - 1756  Anne O'Brien, 2nd Countess of Orkney († 1756)
  • 1756 - 1791  Mary O'Brien, 3rd Countess of Orkney (um 1721 - 1791)
  • 1791 - 1831  Mary Fitzmaurice, 4th Countess of Orkney (1755 - 1831)
  • 1831 - 1877  Thomas John Hamilton Fitzmaurice, 5th Earl of Orkney (1803 - 1877)
  • 1877 - 1889  George William Hamilton Fitzmaurice, 6th Earl of Orkney (1827 - 1889)
  • 1889 - 1951  Edmond Walter Fitzmaurice, 7th Earl of Orkney (1867 - 1951)
  • 1951 - 1998  Cecil O'Bryen Fitzmaurice, 8th Earl of Orkney (1919 - 1998)
  • seit 1998  Oliver Peter St John, 9th Earl of Orkney (* 1938)

Chief ececutives (Oberste Verwalter)

  • 1997 - 2017  Alistair Buchan
  • 2017 - 2023  Karen Greaves [interimistisch]
  • seit 23 Jan 2023  Oliver Reid

Conveners bzw. Council leaders (Ratsführer)

  • 2003 - 2012  Stephen Hagan
  • 2012 - 2017  Harvey Johnson
  • 2017 - Jan 2024  James Stockan
  • seit Jan 2024  Graham Bevan

Politische Gruppierungen

Auf Orkney sind folgende Parteien aktiv:

  • Orkney Islands Council – Unabhängige Mitglieder: Anders als viele andere schottische Regionen dominieren auf Orkney unabhängige Kandidaten den Gemeinderat. Die meisten Ratsmitglieder gehören keiner nationalen Partei an, was auf die lokale Tradition und das enge Gemeinschaftsleben zurückzuführen ist. Entscheidungen werden oft konsensorientiert getroffen, weniger parteipolitisch.
  • Scottish National Party (Schottische Nationalpartei, SNP): Setzt sich für Unabhängigkeit Schottlands und progressive Politik ein, auf Orkney traditionell schwächer vertreten, gewinnt aber bei nationalen Wahlen gelegentlich Stimmen.
  • Scottish Conservative and Unionist Party (Schottische Konservative und Unionistische Partei): Konservative Partei in Schottland, unterstützt die Union mit Großbritannien, bei Parlamentswahlen und Westminster-Wahlen in Orkney oft relevant, besonders in Bezug auf wirtschaftliche und fiskalische Themen.
  • Scottish Liberal Democrats (Schottische Liberaldemokraten): Liberale Partei, moderate Politik, traditionell etwas stärker bei lokalen Wahlen. Einige Ratsmitglieder in der Vergangenheit traten als Liberal Democrats an, aber der Trend geht zu Unabhängigen.
  • Labour Party (Schottische Arbeiter-Partei): traditionell auf Industrie- und städtische Zentren fokussiert, auf Orkney kaum nennenswerte Rolle, die Wähleranteile sind gering.
  • Andere Parteien: Grüne Partei Schottlands, kleinere regionale Bewegungen oder unabhängige Kandidaten treten bei Parlamentswahlen auf, haben aber auf Orkney bislang wenig Einfluss.

Justizwesen und Kriminalität

Das moderne Justizsystem folgt weitgehend dem schottischen Modell. Es gibt das Kirkwall Sheriff Court and Justice of the Peace Court in Kirkwall, das für die meisten zivilen und strafrechtlichen Fälle zuständig ist, einschließlich Summary Procedure für geringfügige Vergehen und Solemn Procedure für schwerere Delikte; schwerwiegende Fälle wie Mord werden an das High Court of Justiciary in Edinburgh weitergeleitet. Das Gerichtsgebäude in Kirkwall, ein historisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert im Scots Baronial-Stil mit ehemaligem Gefängnis- und Polizeiflügel, dient als zentraler Ort für lokale Verhandlungen. Justice of the Peace Courts behandeln geringfügige Straftaten und Verkehrsdelikte, oft mit Laienrichtern, während das Sheriff Court von berufenen Sheriffs geleitet wird. Criminal Justice Social Work Services des Orkney Islands Council erstellen Berichte für Gerichte, unterstützen Bewährungsauflagen, Community Payback Orders und Rehabilitationsprogramme, um Wiedereingliederung zu fördern und Haft zu vermeiden.

Historisch war das Justizwesen durch udal law geprägt, ein norwegisch-skandinavisches allodiales Landrecht, das absolute Eigentumsrechte ohne feudale Abhängigkeiten kannte und in Orkney und Shetland bis ins 15. Jahrhundert dominierte; nach der Verpfändung 1468/69 und der Annexion 1472 blieb udal law in Teilen erhalten, besonders bei Land- und Küstenrechten (Foreshore), obwohl schottisches Feudalrecht ab dem 17. Jahrhundert (Act of 1611) zunehmend überlagerte. Udal law wurde nie vollständig abgeschafft und wird in modernen Fällen zu Landbesitz und Erbrecht anerkannt, was Orkney zu einem der wenigen Orte in Großbritannien macht, wo ein vorfeudales, nordisches Rechtselement fortbesteht – ein Relikt, das lokale Identität stärkt und gelegentlich in Debatten über Ressourcenrechte aufgerufen wird.

Die Kriminalitätsrate auf Orkney ist durchgängig eine der niedrigsten in Schottland und vergleichbar mit Shetland oder den Western Isles; die Inseln gelten als sehr sicher, mit einer hohen Aufklärungsquote in manchen Kategorien durch die enge Gemeinschaft und geringe Anonymität. Im Jahr 2024 wurden insgesamt etwa 1.083 Straftaten registriert (einschließlich Verkehrsdelikten), was einer Rate von rund 288 bis 300 Straftaten pro 10.000 Einwohner entspricht – deutlich unter dem schottischen Durchschnitt von etwa 545 pro 10.000 (2024/25). Ohne Verkehrsdelikte lagen die Zahlen bei etwa 600, mit Schwerpunkten in Non-sexual crimes of violence (107 Fälle), Diebstahl, Sachbeschädigung und geringen Drogendelikten; Sexualdelikte und schwere Gewalt sind extrem selten. In den Jahren 2023 bis 2025 stieg die Gesamtzahl leicht an (+23 % in 2023/24 in manchen Berichten), was jedoch oft auf bessere Meldung, Post-Covid-Effekte oder Verkehrsdelikte zurückzuführen ist – Orkney bleibt im untersten Band der Kriminalitätsstatistiken, mit Ward-Analysen, die keine Hochrisikogebiete zeigen. Police Scotland betreibt die örtliche Polizeiarbeit mit Fokus auf Community Policing, Prävention und Umgang mit vulnerablen Gruppen; Antisoziales Verhalten, häusliche Gewalt und Drogenmissbrauch werden priorisiert, doch die absolute Zahl bleibt gering.

Im Community Justice Outcomes & Improvement Plan 2025–2030 betont der Orkney Islands Council die niedrigen Raten und vergleichbare Werte zu ähnlich ländlichen Gebieten; Maßnahmen zielen auf Prävention, Unterstützung von Opfern und Tätern sowie Reduzierung von Rückfall durch soziale Arbeit ab. Haftstrafen sind rar – nur wenige Orcadier landen in schottischen Gefängnissen (oft unter 10 pro Jahr), da Community-Based Sentences bevorzugt werden.

Flagge und Wappen

Das Wappen (Coat of Arms) der Orkney Islands wurde bereits am 3. März 1975 vom Court of the Lord Lyon (der schottischen Heraldikbehörde) offiziell verliehen und gilt als eines der ältesten Wappen unter den schottischen Council Areas. Es basiert auf noch älteren Siegeln und Traditionen: Der Schild ist geteilt. Links zeigt er auf blauem Grund ein goldenes Galeeren-Schiff (galley), das den alten Earldom of Orkney symbolisiert. Rechts ist auf rotem Grund ein goldener, gekrönter Löwe mit Streitaxt (aus den königlichen norwegischen Wappen), der an die lange Zeit als norwegische Provinz erinnert (bis 1468/72, als die Inseln an Schottland fielen). Das Wappen wurde 1931 erstmals für den County Council anerkannt und 1975 mit kleinen Anpassungen (konkret einer Insel-Krone mit Delfinen oben) für den heutigen Orkney Islands Council übernommen. Es unterstreicht die doppelte kulturelle Herkunft und gilt als eines der ältesten öffentlichen Wappen Schottlands.

Die Flagge von Orkney (auch St. Magnus’ Cross genannt) entstand in ihrer heutigen Form durch einen öffentlichen Wettbewerb im Februar und März 2007. Die Einwohner konnten aus fünf vom Court of the Lord Lyon vorab genehmigten Vorschlägen wählen. Als Sieger ging der Entwurf des Postbeamten Duncan Tullock (auch Tollock geschrieben) aus Birsay hervor, der mit 53 % der Stimmen gewann. Die Flagge wurde am 10. April 2007 offiziell registriert.

Sie zeigt ein blaues skandinavisches Kreuz (Nordic Cross), das gelb konturiert ist, auf rotem Grund. Die Farben Rot und Gelb stammen aus den Wappen Schottlands und Norwegens (beide verwenden diese Kombination mit einem Löwen), während das Blau von der schottischen Flagge (Saltire) übernommen wurde und zusätzlich das Meer sowie die starke Seefahrtstradition der Inseln symbolisiert. Das Design verbindet somit bewusst die norwegische Kreuzform (wie in der norwegischen Flagge) mit schottischen Elementen und repräsentiert die historische Bindung an beide Nationen.

Vor 2007 gab es bereits eine inoffizielle Flagge, die Mitte der 1990er Jahre entstand: ein rotes skandinavisches Kreuz auf gelbem Grund (oft als „Flag of St. Magnus“ bezeichnet). Sie erlangte jedoch nie offiziellen Status, da der Court of the Lord Lyon die Registrierung verweigerte – zum einen wegen der großen Ähnlichkeit mit den alten Wappen der Earls of Ulster (rotes Kreuz auf Gelb), zum anderen weil sie (abgesehen vom etwas dunkleren Rot) identisch mit der zugeschriebenen Flagge der Kalmarer Union (1397 bis 1523, der gesamtskandinavische Staat) wirkte. Diese frühere Version war populär, wurde aber durch den Wettbewerb 2007 ersetzt.

Hymne

Es gibt kein offiziell anerkanntes nationales oder offizielles Lied für die Orkney-Inseln als Ganzes – weder vom Council noch heraldisch festgelegt. Stattdessen hat sich der Song „Orkney Anthem“ von Ivan Drever (einem bekannten Orcadian Musiker und ehemaligen Mitglied der Bands Wolfstone und Ivan Drever Band) als inoffizielles, volkstümliches „Anthem“ etabliert. Das Lied aus den 1980er Jahren (später mehrmals neu aufgenommen, zum Beispiel 2011 und 2016) feiert die Schönheit, die raue Natur, das Meer und den Stolz der Orkadier. Es wird häufig bei lokalen Veranstaltungen, Sportevents wie den Island Games oder lokalen Athletik-Wettkämpfen, Konzerten und Feiern gesungen oder gespielt – oft in Cover-Versionen von Künstlern wie Christina Harrison, dem Kirkwall City Pipe Band oder Isla und Steven Flett. Der Text beschreibt poetisch die Gezeiten, die Klippen, die Inseln und das Leben dort (zum Beispiel „Tae the reek o' the rushing tideways...“ in Orcadian Scots). Es gilt als emotionaler „Hymne“ der Inseln, ähnlich wie folkloristische Lieder in anderen Regionen, und wird von vielen Einheimischen als ihr emotionales Nationallied betrachtet, auch wenn es keinen formellen Status hat.

Andere musikalische Traditionen umfassen unter anderem den „Hymn to St Magnus“ („Nobilis humilis“), ein mittelalterliches lateinisches Stück zu Ehren des Schutzheiligen St. Magnus, das in Kirchen oder bei Festivals erklingt.

Hauptort

Kirkwall fungiert seit mindestens dem 11. Jahrhundertn als Hauptort der Orkney-Inseln. Der Ort wurde in der Orkneyinga Saga (um 1046) erstmals erwähnt. Dort wird es als Residenz des Earls Rognvald Brusason beschrieben, der St. Olaf's Kirk baute und den Ort als zentralen Sitz etablierte. Die Siedlung entstand bereits im 11. Jahrhundert durch die Norsemen (Wikinger/Norweger) am geschützten Hafen (alter Name: Kirkjuvágr = „Kirchenbucht“). Seit dieser Zeit war Kirkwall der politische, kirchliche und wirtschaftliche Mittelpunkt der Nordreyjar (Nördlichen Inseln) unter norwegischer Herrschaft – inklusive Thing-Versammlungen (lokales Parlament) ab dem 12. Jahrhundert.

Mit dem Bau der St. Magnus Cathedral (ab 1137) wurde Kirkwall zum Bischofssitz und verstärkte seine Rolle als Zentrum. Nach dem Übergang an Schottland 1472 (durch Pfandvertrag und endgültige Abtretung) blieb Kirkwall der administrative Mittelpunkt. 1486 erhob König James III. von Schottland Kirkwall zum Royal Burgh (königliche Burgstadt), was seinen Status als offizieller Hauptort und Handelszentrum festigte – inklusive Rücksendung eines Burgh-Kommissars ins schottische Parlament.

Heute ist Kirkwall Sitz des Orkney Islands Council (seit 1975 in der aktuellen Form), des NHS Orkney und des Hauptverkehrsknotenpunkts (Fähren, Flughafen). Die Stadt beherbergt etwa ein Drittel der gesamten Orkney-Bevölkerung und ist das unangefochtene Zentrum für Verwaltung, Handel, Dienstleistungen und Kultur.

Verwaltungsgliederung

Im Juli 2012 gab es 20 Community Council Areas auf den Orkneyinseln. Gegenwärtig besteht das County Orkney aus 21 Gemeinden (civil parishes):

  • Birsay and Harray
  • Cross and Burness
  • Eday
  • Evie and Rendall
  • Firth
  • Holm
  • Hoy and Graemsay
  • Kirkwall and St Ola
  • Lady
  • Orphir
  • Papa Westray
  • Rousay and Egilsay
  • Sandwick
  • Shapinsay
  • South Ronaldsay
  • St Andrews and Deerness
  • Stenness
  • Stromness
  • Stronsay
  • Walls and Flotta
  • Westray


           Verwaltungseinheiten:

           21 parishes (Gemeinden), davon 10 auf Mainland

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 1.020,1 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1700                22 000             22,22

           1755                23 381             22,62

           1790                23 555             23,80

           1801                24 445             24,69

           1811                23 238             23,48

           1821                26 979             27,25

           1831                28 847             29,14

           1841                30 451             30,76

           1851                31 318             31,64

           1861                32 225             32,55

           1871                31 256             31,57

           1881                31 884             32,21

           1891                30 244             30,55

           1901                27 763             28,05

           1911                25 791             26,05

           1919                24 400             24,65

           1921                23 933             24,18

           1931                21 993             22,22

           1940                21 500             21,71

           1951                21 173             21,39

           1956                19 900             20,10

           1961                18 747             18,94

           1966                17 800             17,98

           1971                17 077             17,25

           1976                18 000             18,18

           1981                19 031             19,23

           1986                19 325             19,52

           1991                19 604             19,80

           1992                19 700             19,31

           1993                19 760             19,37

           1994                19 700             19,90

           1995                19 700             19,90

           1996                19 650             19,86

           1997                19 840             20,04

           1998                19 700             19,90

           1999                19 600             19,81

           2000                19 480             19,69

           2001                19 245             19,44

           2002                19 210             19,41

           2003                19 250             19,45

           2004                19 400             19,61

           2005                19 590             19,79

           2006                19 800             20,00

           2007                19 850             20,05

           2008                19 900             20,10

           2009                20 000             20,20

           2010                20 110             20,32

           2011                20 238             20,44

           2012                20 350             20,56

           2013                21 349             21,57

           2014                21 580             21,80

           2015                21 670             21,89

           2016                21 850             22,07

           2017                22 100             22,32

           2018                22 200             22,43

           2019                22 200             22,43

           2020                22 100             22,32

           2021                22 000             22,22

           2022                21 958             22,18

           2023                21 950             22,17

           2024                22 000             22,22

           2025                22 000             22,22


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,056 % pro Jahr.


Bevölkerungsaufteilung:

Bevölkerungszahl 1997 insgesamt    19 840

           davon  weiblich                      10 006             50,43 %

                       männlich                       9 834             49,57 %

           davon  unter 15jährig               4 229             21,32 %

                       15 bis 64 Jahre alt       11 925             60,11 %

                       über 64jährig                3 686             18,57 %

Bevölkerungszahl 1999 insgesamt    19 600

           davon unter 15jährig               3 625             18,5 %

                       15 bis 64 Jahre alt       10 740             59,9 %

                       über 64jährig                4 235             21,6 %

Bevölkerungszahl 2001 insgesamt    19 245

           davon  weiblich                        9 748             50,65 %

                       männlich                       9 497             49,35 %

           davon unter 15jährig               3 572             18,56 %

                       15 bis 64 Jahre alt       12 453             64,71 %

                       über 64jährig                3 220             16,73 %


Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 35 Jahren, die mittlere Lebenserwartung bei annähernd 79 Jahren. Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt rund 9000.


Haushalte:     Haushalte        Personen pro Haushalt:

1991                7 695               2,548

1992                7 903               2,486

2001                8 342               2,307

Volksgruppen

Die Orcadians (Orkadier) sind historisch und genetisch eine Mischung aus prähistorischen einheimischen Bevölkerungen, piktischen Vorfahren und starken nordischen Einflüssen durch die Wikingerzeit, die bis heute die kulturelle und ethnische Identität prägen, während die moderne Bevölkerung fast vollständig weiß und britisch ist, mit sehr geringer Diversität. Genetische Studien zeigen, dass Orcadians – die Bewohner der Orkneys – eine einzigartige Zusammensetzung aufweisen: Etwa ein Drittel der Abstammung stammt aus Skandinavien, insbesondere patrilineal (väterlicherseits) dominiert nordische Linien, während mitochondriale DNA (mütterlich) rund 36 Prozent skandinavisch ist, was eine Parallele zu Isländern ergibt; der Rest leitet sich von piktischen und keltischen Vorfahren ab, mit starker Kontinuität prähistorischer männlicher Linien seit der Eisenzeit. Die Pikten, die vor der Wikingerzeit (ab etwa 800) die Inseln bewohnten, waren eine keltisch-britannische Gruppe nördlich des Forth, die in Orkney eine distincte, isolierte Population bildeten; mit der norwegischen Besiedlung kam es zu einer Admixture – Vermischung – statt vollständiger Verdrängung, wobei lokale piktische Elemente genetisch überdauerten, während die Kultur (Sprache Norn, Rechtssystem udal law) nordisch wurde. Nach der Übertragung an Schottland 1468/72 und der Annexion 1472 mischten sich schottische (Lowland Scots) Einflüsse hinzu, was zu einer hybriden Identität führte: Orcadians sprechen einen Dialekt des Scots (Westgermanisch), doch mit starkem norwegischem Erbe in Folklore, Ortsnamen und Selbstwahrnehmung.

Heute identifizieren sich die meisten Bewohner als Scottish: Im Zensus 2022 gaben 14.278 Personen (rund 65 Prozent) Scottish als Nationalität an, 3.693 nur British und 1.286 Scottish and British; eine explizite Orcadian-Option fehlte, doch lokal wird die orkadische Identität stark betont, oft als nordeuropäisch-schottisch hybrid. Die ethnische Zusammensetzung ist extrem homogen: Laut Zensus 2022 identifizierten sich 21.602 Personen (98,4 Prozent) als White (meist White Scottish oder White Other British), mit nur 352 Non-White (1,6 Prozent), darunter 108 Asian, 42 African/Caribbean, 56 Mixed/Multiple und 146 Other Ethnic Group; die Minderheiten sind vor allem aus EU-Ländern (zum Beispiel Polen 98 Personen), Irland (125) oder Asien stammend, oft durch Arbeit in Energie, Tourismus oder Gesundheitswesen zugezogen. Der Anteil an Minderheiten stieg seit 2011 leicht (von unter 1 Prozent auf 2 Prozent), bleibt aber einer der niedrigsten in Schottland, vergleichbar mit Shetland oder Western Isles – die Inseln sind ländlich, abgelegen und ziehen wenige Migranten an.

Diese Homogenität spiegelt die Geschichte wider: Nach der Wikingerzeit und schottischen Integration gab es keine großen Einwanderungswellen; die Bevölkerung blieb stabil, mit Emigration in den 19./20. Jahrhundert und Zuzug vor allem aus England (4.449 Geburtsorte im Zensus) oder Schottland. Kulturell pflegen Orcadians ihre nordische-piktische-schottische Mischidentität durch Festivals (St Magnus, Folk Festival), Museen und die Orkneyinga Saga; genetisch und kulturell unterscheiden sie sich von Mainland-Schotten, mit stärkerer skandinavischer Komponente, was Debatten über Autonomie nährt. Insgesamt bilden Orcadians eine distincte, insular geformte Volksgruppe innerhalb Schottlands – überwiegend weiß, schottisch identifiziert, mit tiefem nordischem Erbe und minimaler ethnischer Diversität, die durch Isolation und Resilienz geprägt ist.

Sprachen

Die Sprachen auf den Orkney-Inseln spiegeln eine reiche, schichtweise Geschichte wider, die von prähistorischen Einflüssen über nordische Dominanz bis zur modernen schottischen Integration reicht; heute sprechen die Orcadians fast ausschließlich Englisch und einen charakteristischen Dialekt des Scots, der stark von altnordischen Elementen durchsetzt ist, während andere Sprachen nur marginal oder historisch vorkommen. Die vorherrschende Alltagssprache ist Standard English, wie es in Schottland üblich ist, insbesondere in formellen Kontexten, Bildung, Medien und mit Zugezogenen; es dient als Lingua franca und ist die Sprache der offiziellen Kommunikation, Schulen und Verwaltung. Daneben wird der Orkney Dialekt – auch Orcadian oder Orkney Scots genannt – im täglichen Leben, unter Freunden und Familie weit verbreitet verwendet, besonders in ländlichen Gebieten und unter älteren Bewohnern. Er gilt als Varietät des Insular Scots, einer der nördlichsten Dialektgruppen des Scots, und unterscheidet sich deutlich vom Mainland-Schottisch durch nordische Einflüsse, eine charakteristische steigende Intonation (ähnlich Walisisch oder Irisch) und spezifische grammatikalische Merkmale.

Der Orkney Dialekt entstand aus der Vermischung von Lowland Scots (ab dem 15. Jahrhundert eingeführt) mit dem früheren Norn, einer nordgermanischen Sprache, die aus dem Westnordischen (Old West Norse) der Wikinger hervorging und von ca. 800 bis ins 18. oder frühe 19. Jahrhundert die dominante Sprache war; Norn entwickelte sich in den nördlichen Inseln zu einer eigenständigen Variante, Schwester zu Isländisch und Färöisch, und starb als gesprochene Sprache aus, hinterließ aber ein reiches Vokabular (zum Beispiel. peedie für small, ken für know, du für you im familiären Sinn, thoo als vertraute zweite Person Singular) und Wendungen im heutigen Dialekt. Typische Merkmale des modernen Orkney Scots umfassen: Verwendung von to be statt to have als Hilfsverb (I'm just meed the tea statt I have just made the tea), to be für Zukunft (I'll just be statt I'll just come), Pluralformen bei Singularnomen (This feet is sair), Norse-beeinflusste Wörter (zum Beispiel bonxie für great skua, deuks für ducks), eine weiche Aussprache mit ch-ähnlichen Lauten und eine liltende, aufsteigende Melodie, die Orcadians oft mit Iren oder Walisern verwechselt werden lässt. Der Dialekt ist vital, wird in Alltag, Folklore, lokaler Literatur und Medien wie Orkneyjar.com oder Radio Orkney gepflegt, und es gibt Bemühungen um Erhaltung durch Schulen, Festivals und Publikationen, obwohl er unter Druck durch Standard English und Zuzug steht; in den letzten Jahrzehnten hat er sich etwas angeglichen, bleibt aber markant.

Scottish Gaelic (Gàidhlig) spielt auf Orkney keine nennenswerte Rolle – im Gegensatz zu den Western Isles oder Teilen des schottischen Festlands; es gibt nur wenige Sprecher (meist Zugezogene oder Lernende), und die Inseln fallen nicht in traditionelle gälische Gebiete. Historisch könnte vor der Wikingerzeit eine piktische Sprache (vermutlich keltisch-britannisch) gesprochen worden sein, doch sie ist vollständig verloren und hinterließ keine Spuren außer Ortsnamen. Norn selbst ist extinct, mit dem letzten bekannten Sprecher im 19. Jahrhundert; es gibt jedoch Revival-Versuche wie Nynorn (eine rekonstruierte Form), die aber marginal bleiben und keine breite Akzeptanz finden. Seit dem Scottish Languages Act 2025 (der Scots und Gaelic als offizielle Sprachen Schottlands anerkennt) gewinnt der Schutz und die Förderung von Scots (einschließlich Insular-Varianten wie Orkney) an Bedeutung, mit potenziellen Maßnahmen für Bildung und Medien, obwohl Orkney bereits eine starke lokale Tradition hat.

Religion

Die Religion auf den Orkney-Inseln ist heute vorwiegend säkular und spiegelt den breiten Trend in Schottland wider, wo „keine Religion“ die Mehrheit bildet, während das Christentum – insbesondere die Church of Scotland – eine schrumpfende, aber noch präsente Minderheit darstellt; andere Glaubensrichtungen sind marginal vertreten. Laut Scotland’s Census 2022, der die aktuellsten umfassenden Daten liefert, gaben 12.371 Personen (rund 56,3 Prozent) „No Religion“ an – deutlich über dem schottischen Durchschnitt von 51,1 Prozent und ein starker Anstieg seit 2011, wo der Anteil bei etwa 46,5 Prozent lag (für Orkney und Shetland kombiniert). Dies unterstreicht eine fortschreitende Säkularisierung, die in ländlichen, insularen Gebieten wie Orkney besonders ausgeprägt ist: Viele Orcadians identifizieren sich kulturell als schottisch oder britisch, sehen Religion aber als privat oder irrelevant an.

Das Christentum bleibt die größte religiöse Gruppe mit insgesamt etwa 36,3 Prozent (ca. 7.962 Personen): Davon gehören 5.853 (26,7 Prozent) der Church of Scotland an – der presbyterianischen Staatskirche Schottlands, die historisch dominant war, aber seit der Reformation rapide an Einfluss verloren hat. Roman Catholic sind 586 (2,7 Prozent), Other Christian (einschließlich Baptisten, Episkopale, Freikirchen oder nicht näher spezifizierte) 1.523 (6,9 Prozent). Die Church of Scotland hat in Orkney eine lange Tradition, die bis zur schottischen Reformation im 16. Jahrhundert zurückreicht, doch ihre Mitgliederzahlen sinken altersbedingt und durch geringe Kirchenbindung; Gottesdienste finden in Kirchen wie der St. Magnus Cathedral in Kirkwall statt, die als kulturelles Wahrzeichen dient, aber heute vor allem touristisch und zeremoniell genutzt wird.

Andere Religionen sind extrem gering vertreten: Buddhist 50, Hindu 9, Jewish 19, Muslim 36, Sikh 3 – zusammen unter 1 Prozent. Pagan (Neuheidentum, Wicca, Druidismus oder ähnliche rekonstruierte Traditionen) zählt 197 Personen (ca. 0,9 Prozent), was in Orkney und Shetland relativ hoch ist im Vergleich zum Rest Schottlands, wo Paganism die viertgrößte Gruppe nach No Religion, Church of Scotland und Catholic ist; dies könnte mit dem starken Interesse an prähistorischen Stätten (Neolithikum, Brochs), nordischer Mythologie und lokaler Folklore (Selkies, Trows, Stoor Worm) zusammenhängen, die moderne Pagans anziehen. Other Religion umfasst 69, und Not Stated ca. 1.246 (5,7 Prozent der Bevölkerung).

Historisch war Orkney ein Schmelztiegel religiöser Einflüsse: Vor der Wikingerzeit (um 800) lebten hier piktische Christen mit möglichen Resten früherer keltischer Missionare (etwa von Iona), doch die norwegischen Siedler brachten zunächst nordisches Heidentum (Ásatrú mit Odin, Thor, Freyja). Die Christianisierung erfolgte gewaltsam um 995 durch Olaf Tryggvason, der laut Orkneyinga Saga drohte, die Inseln zu verwüsten, falls der Jarl und die Bewohner nicht konvertierten; St. Magnus (Earl Magnus Erlendsson, Märtyrer 1117) wurde zum Schutzpatron, und die St. Magnus Cathedral (ab 1137) symbolisiert diese Übergangsphase. Im Mittelalter war Orkney katholisch unter norwegischer und später schottischer Oberhoheit, mit Pilgerstätten und Bischofssitz in Kirkwall. Die Reformation (ab 1560) führte zur presbyterianischen Dominanz, oft mit ikonoklastischer Zerstörung katholischer Artefakte; Calvinismus und strenge Sabbatruhe prägten das Leben bis ins 19./20. Jahrhundert. Elemente vorchristlicher Folklore überlebten in Bräuchen und Mythen, und in der Moderne mischen sich säkulare Haltung mit kulturellem Interesse an nordischer und neolithischer Spiritualität.


Religionsbekenntnisse 2001:

  • Presbyterianer  10.373 (53,9 %)
  • Katholiken  462 (2,4 %)
  • sonstige Christen  1.520 (7,9 %)
  • sonstige   905 (4,7 %)
  • Bekenntnislose  5.985  (31,1 %)

Siedlungen

Die größten Ortschaften Orkneys sind:

Ortschaft Z 2001 Z 2011 Z 2022
Finstown 380 436 511
Kirkwall 6.700 7.193 7.390
Stromness 1.600 1.758 1.700


Finstown ist ein ruhiges Dorf im Parish Firth. Es entstand im frühen 19. Jahrhundert und verdankt seinen Namen einem irischen Soldaten oder Händler namens David Phin (oder Fin), der um 1811 eine Taverne eröffnete, die zum Treffpunkt wurde und dem Ort seinen Namen gab – früher hieß es „Toon o' Firth“. Finstown liegt am Ufer des Wideford Hill und am Loch of Kirbister, umgeben von sanften Hügeln, fruchtbaren Feldern und dem Binscarth Woods, einem der wenigen bewaldeten Bereiche Orkneys mit einheimischen Bäumen wie Birke und Esche. Es dient als lokales Zentrum mit Pub (Pomona Inn, benannt nach dem alten Namen Mainland als Pomona), Laden, Kirche und Gemeindehalle, ist aber vor allem für seine friedliche Atmosphäre bekannt – ideal als Ausgangspunkt für Wanderungen zu neolithischen Stätten wie Maeshowe oder den Standing Stones of Stenness.

Kirkwall, die bei weitem größte und dynamischste Siedlung, ist die administrative, kommerzielle und kulturelle Hauptstadt Orkneys mit rund einem Drittel der gesamten Inselbevölkerung. Der Name leitet sich vom Altnordischen Kirkjuvágr („Kirchenbucht“) ab und geht auf die Wikingerzeit zurück, als der Ort erstmals 1046 in der Orkneyinga Saga erwähnt wurde. Seit dem 12. Jahrhundert wächst Kirkwall um die prächtige St. Magnus Cathedral (gegründet 1137 von Earl Rognvald als romanisch-gotisches Meisterwerk aus rotem Sandstein), die bis heute das Herz der Stadt bildet und als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Kathedralen Schottlands gilt. Weitere Landmarken sind die Ruinen des Bishop’s Palace und Earl’s Palace (beide aus dem 12. bis 17. Jahrhundert), das Orkney Museum in Tankerness House (ein 16.-Jahrhundert-Gebäude mit Ausstellungen zur Prähistorie und Wikingerzeit) sowie die Highland Park und Scapa Distilleries, die berühmte Whiskys produzieren. Kirkwall ist ein lebendiger Ort mit breitem Angebot an Geschäften, Restaurants, Hotels, dem Flughafen und Fährverbindungen nach Aberdeen und Shetland; es pulsiert mit Festivals wie dem St Magnus International Festival und dient als Tor zu den neolithischen Welterbestätten.

Stromness, die zweitgrößte Siedlung, ist ein malerischer Hafenort an der Südwestküste Mainland, der stark von seiner maritimen Geschichte geprägt ist. Der Name kommt vom Altnordischen Straumnes („Kopfland im Gezeitenstrom“) und bezieht sich auf die Lage am Hamnavoe, einem sicheren Ankerplatz, der schon in der Wikingerzeit genutzt wurde. Ab dem 17. Jahrhundert blühte Stromness als Handels- und Versorgungshafen auf – Schiffe der Hudson’s Bay Company, Walfänger und Entdecker wie Captain Cook machten hier Station, was zu einer multikulturellen Atmosphäre führte. Die Stadt erstreckt sich entlang einer schmalen Bucht mit engen, flaggengepflasterten Gassen (oft nur einen Meter breit), steinernen Häusern mit Giebeln zum Wasser und Piers, die direkt aus den Gebäuden ragen – ein labyrinthartiges, fast venezianisches Layout, das durch die Hanglage entstand. Wichtige Landmarken sind das Stromness Museum (mit Ausstellungen zu Seefahrt, Arktis-Expeditionen und lokaler Geschichte), das Pier Arts Centre (moderne Kunstgalerie) und der Hafen, von dem Fähren nach Scrabster auf dem schottischen Festland ablegen.

Verkehr

Auf den Orkney-Inseln ist der Autoverkehr auf ruhigen Straßen der Mainland vorherrschend, ergänzt durch Fähren (zum Beispiel Pentland Ferries von Gills Bay oder Northlink von Aberdeen) zu den Inseln und lokale Busse von Stagecoach, die Sehenswürdigkeiten wie Ring of Brodgar anfahren. Zusätzlich gibt es Flüge ab Kirkwall, Postbus-Mitfahrten und Taxi-Touren, wobei Mietwagen für Flexibilität empfohlen werden.

Straßenverkehr

Orkney Mainland verfügt über ein gut ausgebautes, aber dünn besiedeltes Straßennetz von insgesamt etwa 986 km (Stand Dezember 2025), davon rund 160 km A-Roads, 205 km B-Roads, 160 km C-Roads und 461 km unklassifizierte Straßen – der Großteil davon rural und einspurige oder schmale zweispurige Wege. Das Verkehrsvolumen liegt bei etwa 96 Millionen Fahrzeugmeilen pro Jahr (2024-Daten, mit leichter Zunahme bis 2025/2026 erwartet), was einer der niedrigsten Werte in Schottland ist und hauptsächlich von lokalen Fahrten, Tourismus (besonders im Sommer), Landwirtschaft, Fährverbindungen und gelegentlichen Lieferverkehren getragen wird; schwere Lkw sind selten, da die meisten Güter per Schiff oder Flugzeug ankommen.

Die Hauptverkehrsader ist die A965 (Kirkwall–Stromness), eine etwa 22 km lange, zweispurige Straße, die durch Finstown führt und die drei größten Siedlungen verbindet – sie trägt den Großteil des täglichen Pendler-, Bus- und Touristenverkehrs und ist oft als „die wichtigste Route Orkneys“ bezeichnet; sie verläuft durch offene Landschaft mit Blick auf Lochs und neolithische Monumente, ist gut asphaltiert, aber anfällig für Windböen, Eis und Viehüberquerungen. Weitere wichtige Verbindungen sind die A960 (nach Flughafen und Deerness), A961 (nach South Ronaldsay über die Churchill Barriers) und diverse B- und C-Roads wie die B9055 nach Birsay oder die B9047 nach Evie; viele Nebenstraßen sind einspurig mit Passing Places (Ausweichstellen), wo entgegenkommende Fahrzeuge höflich aneinander vorbeilassen – eine etablierte Etikette, die Orcadians als selbstverständlich empfinden und die Unfälle minimiert.

Der Verkehr ist insgesamt ruhig: Keine Staus, Rush-Hour-Effekte oder Ampelstaus außer gelegentlich in Kirkwall-Zentrum; die maximale Geschwindigkeit beträgt meist 60 mph auf A-Roads, 40–50 mph rural und 20 bis 30 mph in Siedlungen, mit Plänen für erweiterte 20-mph-Zonen in Ortschaften (Stand 2025 diskutiert). Der Straßenbelag leidet unter salziger Luft, Frost und starkem Wind, was zu einer hohen Deteriorationsrate führt – der Road Condition Index (RCI) lag Ende 2025 bei 26,97 Prozent (26,97 Prozent des Netzes benötigen Rekonstruktion, Resurfacing oder Surface Dressing), mit Budgets von nur 1,78 Millionen Pfund für 2026/27, was weit unter dem Bedarf liegt und zu steigenden Defekten und Bürgerbeschwerden führt; der Rat setzt auf „find and fix“-Methoden und verbesserte Materialien, um Reparaturen effizienter zu machen.

Unfälle sind selten, aber oft schwerwiegend aufgrund hoher Geschwindigkeiten rural, schlechter Sicht bei Nebel/Sturm und Wildtiere (Schafe, Vögel); Orkney hat historisch eine der niedrigsten absoluten Unfallzahlen in Schottland (weniger als 20 bis 30 gemeldete Verletzungen pro Jahr in den 2020er Jahren), doch pro Kopf oder pro km kann die Rate höher ausfallen – in den 2020er Jahren gab es Phasen mit erhöhten Todesfällen (zum Beispiel höchste Rate pro 10.000 Einwohner 2022), doch neuere Daten (2024: Schottland-weit 160 Tote, Orkney mit sehr wenigen) zeigen niedrige Zahlen, mit Fokus auf Prävention durch die Road Safety Strategy to 2030. Police Scotland betreibt Community Policing mit Schwerpunkt auf Geschwindigkeit, Alkohol und Wetterbedingte Risiken; Winterdienste (Gritting, Schneeräumung) sind priorisiert, doch Stürme können Straßen kurzzeitig unpassierbar machen.


Straßenverkehr:

  • asfaltierte Straßen insgesamt n 970 km
  • davon Hauptstraßen  84 km
  • Landstraßen  442 km
  • Nebenstraßen  444 km

Fahrzeugbestand 2000:

  • insgesamt  11.500
  • davon  Pkw und leichte Lkw  9.100
  • Mopeds und Motorräder  300
  • Autobusse  100
  • Nutzfahrzeuge  200
  • sonstige  1.800

Schiffsverkehr

Der Schiffsverkehr auf den Orkney-Inseln ist ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens, der Wirtschaft und des Tourismus, da die Inseln stark auf Fährverbindungen angewiesen sind – sowohl für den internen Inselverkehr als auch für den Anschluss ans schottische Festland und darüber hinaus. Scapa Flow dient als natürlicher, geschützter Hafen und einer der wichtigsten maritimen Knotenpunkte im Nordatlantik, mit historischer Bedeutung aus beiden Weltkriegen und aktuell als Drehscheibe für Passagier-, Fracht-, Kreuzfahrt- und erneuerbare-Energie-Schifffahrt; der Verkehr umfasst tägliche Fähren, Frachtschiffe, etwa Öl- und Versorgungsschiffe für Flotta Terminal, Kreuzfahrtschiffe (mit Saisonankünften 2026, oft Dutzende pro Sommer) und gelegentliche Militär- oder Forschungsschiffe, wobei das Orkney Harbour Authority (OICHA) den Verkehr überwacht, einschließlich Vessel Traffic Service (VTS) für Scapa Flow und Kirkwall.

Der externe Verkehr zum Festland wird von zwei Hauptbetreibern dominiert: NorthLink Ferries (Serco) und Pentland Ferries. NorthLink betreibt die längeren Routen mit großen Ro-Pax-Fähren (Passagiere + Fahrzeuge): Von Aberdeen nach Kirkwall (rund 6 Stunden, mehrmals wöchentlich, oft über Nacht mit Kabinen) und von Scrabster (bei Thurso) nach Stromness (90 Minuten, bis zu viermal täglich im Sommer, weniger im Winter); diese Verbindungen transportieren Autos, Lkw, Fracht und Touristen und sind wetterabhängig, mit häufigen Anpassungen im Winter 2025/26 durch Trockendock-Wartungen (Januar–März). Pentland Ferries fährt die kürzeste und schnellste Route von Gills Bay (Caithness) nach St Margaret’s Hope (South Ronaldsay, zirka 1 Stunde 10 Minuten mit Katamaran-Fähren), mehrmals täglich (07:45, 09:30, 13:30, 18:45 ab Gills Bay), was besonders für Pendler und Touristen beliebt ist; Störungen durch Wind und Gezeiten sind üblich, wie etwa Absagen am 16. Februar 2026 aufgrund von Wettervorhersagen. Der aktuelle Northern Isles Ferry Services-Vertrag (NIFS3) läuft bis Juni 2028, mit laufender öffentlicher Konsultation für NIFS4 (abgeschlossen Oktober 2025, über 1.100 Rückmeldungen), die Zuverlässigkeit, Flottenerneuerung und Subventionen thematisiert – Orcadians fordern stabile, wetterresistente Dienste.

Der interne Inselverkehr wird fast ausschließlich von Orkney Ferries Limited (im Besitz des Orkney Islands Council) betrieben, mit neun Fähren (zum Beispiel MV Earl Sigurd, MV Earl Thorfinn, MV Varagen, MV Hoy Head, MV Graemsay, MV Shapinsay, MV Eynhallow, MV Thorsvoe, MV Nordic Sea), die Mainland mit 13 bewohnten Inseln verbinden: Outer North Isles (Eday, Sanday, Stronsay, Westray, Papa Westray), South Isles (Hoy, Flotta), Rousay/Egilsay/Wyre, Shapinsay und Graemsay. Die Winterfahrpläne 2025/26 (29. September 2025 bis 2. Mai 2026) laufen derzeit, mit reduzierten Frequenzen und gelegentlichen Nordic Sea-Fußpassagier-Diensten; Sommer 2026 (3. Mai bis 27. September) ist bereits buchbar, mit Entwürfen, die weitgehend den Vorjahren entsprechen (tägliche Verbindungen zu Shapinsay, Rousay, Outer Isles mit Multi-Stop-Routen), aber Anpassungen für Schulen, Events (zum Beispiel Shapinsay Show) und Community-Wünsche (zum Beispiel Papa Westray-Schulverbindungen). Dienste sind ro-ro (Roll-on/Roll-off) für Fahrzeuge, Fracht und Passagiere, mit Buchung über Website oder Telefon; Wetterbedingte Absagen oder Verspätungen sind häufig (aktuell AM-Sailings Nordic Sea am 17. Februar 2026 unter Review, PM erwartet normal), da der Pentland Firth für starke Gezeiten und Stürme bekannt ist. Fracht (Lebensmittel, Baumaterial, Vieh) ist essenziell für die Inseln, und Passagierzahlen variieren saisonal stark (Höchstwerte im Sommer durch Tourismus).

Zusätzlich gibt es gelegentliche Kreuzfahrtschiffe (2026-Ankünfte geplant, mit Pier-Pässen und Feedback-Formularen), Tauchboote zu den Wracks in Scapa Flow und zunehmend Schiffe im Kontext erneuerbarer Energien (zum Beispiel Testschiffe für EMEC-Wellen-/Gezeitenprojekte). Der Schiffsverkehr ist lebenswichtig für Versorgung und Mobilität, aber anfällig für Wetter, Budgetbeschränkungen und Flottenalterung – der Rat plant Ersatzinvestitionen (Phase 1 2026/27 gefördert), und die Community fordert zuverlässigere Dienste. Insgesamt ist der maritime Verkehr Orkneys ein Spiegel der Insularität: Robust, community-orientiert und elementar abhängig von Wind und Wellen, mit Scapa Flow als ewigem Tor zur Welt.


Leuchttürme mit Jahr der Inbetriebnahme:

  • Auskerry 1896
  • Brough of Bisay 1925
  • Calf of Eday 1909
  • Calf Sound 1909
  • Cantick Head 1858
  • Cava Island 1898
  • Copinsay 1915
  • Helliar Holm-South End  1893
  • Hoxa Head 1901
  • Hoy  1851
  • Lother Rock 1910
  • NL Commissioner Pier
  • North Rona 1984
  • North Ronaldsay 1789
  • Noup Head 1898
  • Papa Stronsay 1907
  • Point of Oxan
  • Rose Ness 1905
  • Ruff Reef 1909
  • Strandside
  • Skerry of Ness 1981
  • South Walls 1858
  • Start Point / Sanday  1806
  • Sule Skerry 1895
  • Swona  1906
  • Tor Ness  1937

Flugverkehr

Der Flugverkehr auf den Orkney-Inseln, insbesondere am Kirkwall Airport (KOI), ist eine lebenswichtige Lebensader für die Bevölkerung, den Tourismus und die Wirtschaft, da er die einzige schnelle Verbindung zum schottischen Festland und zu den äußeren Inseln bietet. Der Flughafen, betrieben von Highlands and Islands Airports Limited (HIAL), liegt etwa 5 km östlich von Kirkwall und verfügt über eine asfaltierte Start- und Landebahn von rund 1.400 Metern Länge, moderne Terminaleinrichtungen, ein Café, Autovermietung und gute Busanbindungen in die Stadt. Er ist der einzige kommerzielle Flughafen des Archipels und dient als zentraler Hub für alle festland- und inter-island-Flüge.

Im Fiskaljahr 2024/25 (April 2024 bis März 2025) verzeichnete Kirkwall Airport 137.744 Passagiere – ein Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was eine stabile Erholung nach der Pandemie zeigt und die Zahlen nahe am Niveau von 130.000 bis 140.000 pro Jahr stabilisiert. Flugbewegungen lagen bei etwa 11.000 bis 12.000 pro Jahr, mit leichter Zunahme in den Sommermonaten durch Tourismus. Für 2025/26 (aktuell laufend seit April 2025) deuten frühe Trends auf weitere moderate Steigerungen hin, getrieben durch Tourismus, Offshore-Wind-Projekte und Business-Reisen, obwohl das Gesamtvolumen durch die kleine Bevölkerung und die Abhängigkeit von subventionierten Routen begrenzt bleibt.

Der externe Verkehr wird fast ausschließlich von Loganair abgewickelt, der unter Public Service Obligation (PSO)-Verträgen subventionierte Regionalflüge betreibt. Die wichtigsten Ziele sind Edinburgh (EDI, mehrmals täglich, rund 50 Minuten), Inverness (INV), Glasgow (GLA), Aberdeen (ABZ) und gelegentlich Sumburgh (Shetland). Im Februar 2026 (Winter 2025/26) laufen reduzierte Zeitpläne mit täglichen oder mehrmals wöchentlichen Verbindungen zu diesen Hubs – 3 bis 5 Flüge pro Tag nach Edinburgh als primärem Knotenpunkt für Weiterreisen nach London, Europa oder dem Rest des UK. Flüge nutzen ATR-42/72-Turboprops, Preise starten bei ca. 50–150 £ one-way (mit Air Discount Scheme bis 50 Prozent Rabatt für Orcadian-Residenten), und Buchungen erfolgen online über loganair.co.uk. Wetterbedingte Verspätungen oder Absagen sind im Winter häufig (Stürme, Nebel, starke Winde im Pentland Firth), doch Loganair priorisiert Zuverlässigkeit für medizinische Notfälle und Fracht.

Der interne Inter-Island-Flugverkehr – ebenfalls von Loganair unter PSO-Vertrag des Orkney Islands Council – ist ikonisch und verbindet Kirkwall mit den Outer North Isles: Eday, North Ronaldsay, Papa Westray, Sanday, Stronsay und Westray. Im Winter 2025/26 (bis 15. Februar 2026) und Sommer 2026 (ab 16. Februar bis 24. Oktober) operieren feste Zeitpläne mit mehreren täglichen Rotationen, oft als Multi-Stop-Routen (zum Beispiel Kirkwall–Eday–Stronsay–Sanday–Westray–Papa Westray–North Ronaldsay). Die berühmteste Route ist die weltweit kürzeste planmäßige Flugstrecke: Westray–Papa Westray (zirka 1,7 km, 90 Sekunden). Kleine Britten-Norman Islander (8 bis 9 Sitze) werden eingesetzt, priorisieren Post, Medizin, Einheimische und Touristen; Buchungen über loganair.co.uk/fares/orkney-inter-island oder das Inter-Island-Büro (01856 872494). Im Sommer 2026 ist eine Erweiterung geplant (drittes Flugzeug + Crew ab Juli), um Frequenzen zu steigern und mehr Flexibilität für Schulen, Events und Community-Bedürfnisse zu bieten.

Fluglinie Flugziele
Loganair Aberdeen, Eday, Edinburgh, Glasgow, Inverness, North Ronaldsay, Papa Westray, Sumburgh, Sanday, Stronsay, Westray, saisonal: Bergen, Fair Isle, Manchester


Kirkwall Airport

  • Code:  KOI / EGPA
  • Lage:  58°57‘29“ N, 2°54‘02“ W
  • Seehöhe: 18 m (58 ft)
  • Entfernung: 4,6 km südöstlich von Kirkwall
  • Inbetriebnahme:  1940, zivil ab 1948
  • Betreiber:  Highlands and Islands Airports
  • Terminal:  1
  • Rollbahnen: 2
  • Länge der Rollbahnen:  1428 m und 680 m (beide Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  2
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 10
  • jährliche Passagierkapazität:  ca. 150.000
  • jährliche Frachtkapazität:  ca. 1000 t
  • Fluhafen-Statistik:  Jahr Flugbewegungen   Passagiere       Fracht in t

                       1996                11 722               90 982                        51

                       1997                12 109               88 832                         53

                       1998                11 908               81 380                        52

                       1999                11 697               90 043                       853

                       2000                11 881               93 697                       850

                       2001                11 616               97 279                       712

                       2016                14 539             163 029                         35

                       2021                11 114              85 665                       241

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Orkney-Inseln basiert auf Landwirtschaft (Rinder- und Schafzucht, Getreideanbau), Fischerei (besonders Schalentiere und Lachszucht) sowie Tourismus als wachstumsstarke Säulen. Ergänzt wird dies durch Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien (Wind-, Welle- und Gezeitenkraft), Ölindustrie (nahe Scapa Flow) und Handwerkstraditionen wie Strickwaren oder Orkney-Stühle.

Landwirtschaft

Ein Orkadier, so heißt es, sei ein Bauer mit einem Boot und im Gegensatz dazu sei ein Shetländer ein Fischer mit einem Stück Acker. Auf den Orkneys mit seinen 20.000 Bewohnern gab es im Jahr 2000 fast 70.000 Rinder und 55.000 Schafe. Historisch gesehen ging es den Orkadiern dank Ackerbau und Viehzucht oft besser als ihren fischenden Nachbarn im Norden. Sie verfügten über Nahrungsreserven, die ihnen über schlechte Zeiten wie Missernten hinweghalfen.

Mit etwa 94 Prozent der Landfläche als landwirtschaftlich genutzt (rund 92.932 Hektar) und einer fast baumlosen, windgeformten Topografie aus fruchtbarem Old Red Sandstone-Boden dominiert extensive Weidewirtschaft mit Rindern und Schafen, ergänzt durch Getreideanbau und kleinere Diversifikationen. Die Böden sind nährstoffreich und kalkhaltig, das hyper-ozeanische Klima mild, aber windig und salzbeladen, was Grasland begünstigt, während höhere Gehölze selten sind – extensiv genutzte Machair-ähnliche Wiesen und Heiden bieten ideale Bedingungen für Rinder- und Schafzucht, die den Großteil der Produktion ausmachen.

Mit Stand 2025/26 umfasst die Viehwirtschaft etwa 74.000 bis 77.000 Rinder auf rund 476 bis 483 Betrieben – darunter vorwiegend Beef Cattle (Rindfleischproduktion) mit geschätzten 27.000–30.000 Tieren, ergänzt durch eine kleine Milchviehhaltung (2.370 bis 2.565 Milchkühe) und andere Kategorien wie Kälber und Jungtiere. Schafe zählen etwa 55.000 bis 63.000 Tiere (einschließlich Lämmer), verteilt auf zahlreiche kleinere Holdings, mit Fokus auf Fleisch- und Wolleproduktion. Andere Tierarten sind marginal: Wenige Pferde/Ponys (25 bis 50), Ziegen (3 bis 11), Schweine (13) und Geflügel (2). Die Rinder- und Schafzucht ist extensiv, mit Weidehaltung ganzjährig möglich, und produziert hochwertiges, grasgefüttertes Orkney Beef und Lamb, das für Qualität und Herkunft geschätzt wird – Export nach Schottland und England, oft mit Premium-Labeln wie „Orkney Gold“ oder lokalen Marken.

Pflanzliche Produktion konzentriert sich auf Futtergetreide: Gerste (Barley) ist das Hauptanbauprodukt (3.700 bis 4.000 Hektar in früheren Jahren), gefolgt von Hafer (Oats) und temporärem Grasland; Ackerflächen sind begrenzt (5 bis 10 Prozent der Agrarfläche), da der Wind und die salzige Luft den Anbau erschweren. Grasland dominiert weiterhin (über 80 Prozent), was perfekt zur Viehwirtschaft passt und Überschussfutter für den Winter erzeugt. In den letzten Jahren sank die aktive Agrarfläche leicht (um ca. 10 Prozent seit 2017), was auf Konsolidierung, Alterung der Farmer und Klimafaktoren zurückzuführen ist.

Die Landwirtschaft ist kleinstrukturiert: Viele Crofts (kleine Pachtbetriebe) und Familienfarmen, oft unter 50 bis 100 Hektar, mit hoher Abhängigkeit von EU- und schottischen Subventionen (Basic Payment Scheme, Agri-Environment Climate Scheme). 2025/26 stehen große Veränderungen an: Ab 2026 entfallen langjährige Derogationen für Ecological Focus Areas (EFA), sodass Farmen mit mehr als 15 Hektar Acker- oder temporärem Grasland 5 Prozent (später möglicherweise 7 Prozent) als ökologische Flächen (Blühstreifen, Hecken und Feuchtgebiete) ausweisen müssen – ein Report des Orkney Islands Council und SRUC warnt vor massiven Anpassungen für viele Betriebe, da bisher die meisten exempt waren.

Was die Einnahmen betrifft, so fielen Farmgewinne 2023/24 stark (Beef/Sheep -87 Prozent ohne Subventionen), durch sinkende Preise, schlechtes Wetter und steigende Inputs; Orkney leidet ähnlich, doch lokale Resilienz durch Grasland und geringe Intensivierung mildert Effekte. Der Sektor geriet von Öko-NGO-Seiute massiv unter Beschuss, weil er „signifikante Treibhausgase“ emittiere, weshalb Projekte wie Islands Centre for Net Zero Demonstrations für nachhaltige Praktiken in der Futteroptimierung und Methanreduktion (zum Beispiel medikamentöse Behandlungm von Rindern mit katastrophalen Folgen) laufen. Traditionelle Shows wie Orkney County Show (August) und South Ronaldsay Show werden aber nach wie vor zelebriert.

Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft auf den Orkney-Inseln ist aufgrund des extrem windigen, salzbeladenen hyper-ozeanischen Klimas, der flachen, nährstoffreichen Böden aus Old Red Sandstone, der hohen Biodiversität in Küsten- und Feuchtgebieten sowie der dichten prähistorischen und historischen Landschaftsnutzung stark eingeschränkt und weit entfernt von kommerzieller Forstwirtschaft wie in anderen Teilen Schottlands. Die aktuelle Wald- und Baumbedeckung ist minimal – Schätzungen aus nationalen Inventuren und lokalen Berichten deuten auf unter 1 bis 2 Prozent der Landfläche hin (im Vergleich zu Schottlands Durchschnitt von etwa 19 Prozent), wobei native Wälder fast vollständig verschwunden sind und bestehende Bäume meist in geschützten Tälern, Gärten, Hecken oder kleinen Plantagen wachsen. Archäologische Funde zeigen, dass Orkney im Neolithikum noch signifikante Wälder hatte, die durch Rodung, Viehweide und Klimaveränderungen seit der Bronzezeit fast vollständig verschwanden; heute dominieren stunted (verkrüppelte) Bäume wie Downy Birch (Betula pubescens), Hazel (Corylus avellana), Rowan (Sorbus aucuparia), Aspen (Populus tremula), Weiden (Salix spp.), gelegentlich Alder (Alnus glutinosa) und eingeführte Arten wie Sitka Spruce in kleinen Schutzbereichen.

Kommerzielle Forstwirtschaft gilt derzeit als nicht machbar – der Orkney Trees and Woodland Strategy 2026–2036 (2. konsultativer Entwurf Januar 2026) betont explizit, dass Wetterbedingungen (starke Winde, Salzspray), Bodentypen, bestehende Biodiversität und historische Merkmale wie neolithische Monumente und Brochs große Plantagen unmöglich machen. Dies könnte sich in Zukunft ändern, bleibt aber aktuell unrealistisch. Stattdessen konzentriert sich die Forstwirtschaft auf kleine, gezielte Anpflanzungen: Schutz vor Wind, Biodiversitätsförderung, Kohlenstoffspeicherung, Landschaftsverbesserung, Erholung und Resilienz gegen Klimawandel. Seit 1998 hat das Orkney Woodland Project (in Kooperation mit Orkney Woodland Group – OWG, mit NatureScot, RSPB, Orkney Field Club und Council) viele native Anpflanzungen gefördert und gefördert, oft mit Grants aus Scottish Forestry oder EU-/schottischen Programmen; Beispiele sind Berriedale Woods auf Hoy (der nördlichste natürliche Wald Großbritanniens mit Birke, Hasel, Esche und Wacholder), Tankerness House Gardens in Kirkwall oder private Drives in Rousay.

Die neue Trees and Woodland Strategy 2026–2036 (basierend auf NPF4 Policy 6 und Scotland’s Forestry Strategy 2019–2029) setzt klare Ziele: Schutz bestehender Bäume und Hecken, Förderung neuer, standortgerechter Pflanzungen (right tree in the right place), Integration in Landnutzung (zum Beispiel Agroforstwirtschaft und Hecken als Windschutz), Beitrag zu Net-Zero-Zielen (Kohlenstoffbindung) und Biodiversität (Habitate für Vögel und Insekten). Die Strategie adressiert Herausforderungen wie begrenzte Expertise/Kapazität, hohe Kosten auf Inseln und Konflikte mit Landwirtschaft (Viehtritt, Salz) oder Archäologie; sie fordert Community-Engagement, OWG-Zusammenarbeit und Förderungen für kleine Projekte. Schottland-weit steigt die Waldschöpfung (2024/25: 8.470 ha neu in Schottland, davon native 5.300 ha), doch Orkney profitiert nur marginal durch teurere, kleinräumige Initiativen – Grants für Northern Isles (inklusive Orkney) decken höhere Kosten ab.

Fischerei

Die Fischerei auf den Orkney-Inseln ist ein traditioneller und wirtschaftlich wichtiger Sektor, der vor allem von kleinen, familiengeführten Inshore-Booten dominiert wird und sich auf Schalentiere (Shellfish) konzentriert, während pelagische und demersale Fischerei marginaler ist; sie trägt etwa 14 Millionen Pfund zur schottischen Wirtschaft bei und sichert rund 300 Jobs, mit 129 registrierten Schiffen (103 unter 10 m, 26 über 10 m), die meist lokal besessen sind und in den umliegenden Gewässern operieren. Die Flotte ist überwiegend creel-basiert (Krabben- und Hummerfallen), ergänzt durch kleine Trawler für Nephrops (Norwegische Languste), Scallops (Jakobsmuscheln) und Brown Crab (Taschenkrebs); Stromness und Kirkwall dienen als Haupt-Landeplätze, mit kleineren Häfen auf den äußeren Inseln.

Shellfish machen den Großteil der Landungen aus – etwa 89 Prozent des Werts 2024 mit rund 2.226 Tonnen und 9,4 Millionen Pfund (8 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt), wobei Scallops, Brown Crab und Nephrops die Schlüsselarten sind. Schottland-weit sanken Shellfish-Landungen 2024 um 3 Prozent auf 52.000 Tonnen, mit rückläufigen Werten und sinkender Flottenzahl (unter-10m-Creel-Boote von 892 auf 786 in fünf Jahren), ein Trend, der sich 2025 fortsetzt und durch Quota-Kürzungen, steigende Kosten und Umweltfaktoren verstärkt wird. Für Orkney spezifisch zeigen 2025-Daten (Scallop- und Crab-Landungen) ähnliche Rückgänge, mit monatlichen Mengen von 30.000 bis 70.000 kg Crab in manchen Häfen und anhaltendem Druck auf kleine Betriebe.

Pelagische Fischerei (zum Beispiel Mackerel, Herring) ist gering, da die großen Pelagic-Flotten in Shetland oder Festland-Schottland basieren; demersale Arten wie Haddock, Cod oder Saithe spielen lokal eine untergeordnete Rolle, doch Quota-Kürzungen 2025 (20 Prozent für Northern Shelf Cod) und Unsicherheiten in der Wissenschaft (unterfinanzierte Forschung in Schottland) belasten die Flotte – MP Alistair Carmichael kritisierte 2025/2026 die „salami-sliced“-Fischereiwissenschaft und forderte bessere Daten für nachhaltige Quoten. Die Branche leidet unter Brexit-Folgen (reduzierte Quoten, Zugang zu EU-Gewässern), steigenden Treibstoffkosten und regulatorischen Drucken wie Highly Protected Marine Areas (HPMAs), gegen die der Sektor 2023/25 protestierte, da sie potenzielle Fanggebiete einschränken könnten.

Das Management erfolgt über die Orkney Regional Inshore Fisheries Group (RIFG), die lokale Interessen vertritt, Quoten verteilt und Nachhaltigkeit fördert; der Orkney Marine Plan (Update 2025/26) integriert Fischerei mit Umweltschutz, Offshore-Wind und Biodiversität (zum Beispiel Skate-Monitoring 2026).

Bergbau

Der Bergbau und die Rohstoffgewinnung auf den Orkney-Inseln sind historisch und aktuell geprägt von einer Mischung aus traditioneller Steinbrucharbeit, erfolgreicher Ölverarbeitung und starkem Widerstand gegen umweltbelastende Projekte wie Uranabbau. Traditionell gab es seit Jahrhunderten Steinbrüche für Bausteine, Dachschiefer und Aggregatmaterialien aus den Old-Red-Sandstone-Formationen, die für lokale Bauvorhaben, Straßen und Denkmäler genutzt wurden. Heute dominieren zwei Hauptakteure: Cursiter Quarry (betrieben vom Orkney Islands Council) als einziger Produzent von bitumenumhülltem Straßenbelag (Asphalt) und Orkney Aggregates Ltd. mit Heddle Quarry und anderen Standorten. Die Produktion konzentriert sich auf Sand, Kies, Schotter und Betonrohstoffe für Infrastruktur, Bau und Export. Die Ausbeute schwankt stark je nach Bauprojekten – in den 1990er Jahren lagen Spitzen bei bis zu 300.000 Tonnen pro Jahr, aktuell (Stand 2020er Jahre) sind es oft unter 100.000 Tonnen jährlich, mit kürzlichen Erweiterungen der Reserven durch Landkäufe und Planungsgenehmigungen 2021, um die Versorgung für die nächsten 30–50 Jahre zu sichern. Es gibt keine nennenswerte Metall- oder Kohleförderung, und marine Aggregatgewinnung spielt keine Rolle.

Bereits in den 1930er Jahren wurden auf Mainland Uranvorkommen entdeckt, aber erst in den frühen 1970er Jahren (genauer ab 1973 durch die UK Atomic Energy Authority und 1976 durch Bohrungen der South of Scotland Electricity Board sowie Rio Tinto Zinc) gewann die Sache an Fahrt. Im „Uranium Corridor“ zwischen Stromness und Yesnaby wurden niedrig- bis mittelgradige Vorkommen in devonischen Sandsteinen identifiziert, die potenziell für Tagebau geeignet schienen – vor allem im Kontext des wachsenden britischen Atomprogramms und der Nähe zum Dounreay-Reaktorkomplex in Caithness (nördliches Schottland). Dort entstanden ab den 1950er Jahren experimentelle Reaktoren (unter anderem Fast Breeder), die bis in die 1990er Jahre liefen und 1994 die Stromerzeugung einstellten (Decommissioning läuft bis heute). Die Orkadier fürchteten massive Umwelt- und Gesundheitsrisiken, radioaktive Kontamination, Beeinträchtigung von Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus sowie psychosoziale Schäden. Ab 1977 organisierte sich massiver Widerstand: Die gesamte Bevölkerung und der Orkney Islands Council lehnten den Abbau ab, es gab Demonstrationen wie den „Uranium Corridor Walk“, Kampagnen und kulturelle Proteste – darunter Peter Maxwell Davies’ „Yellow Cake Revue“ (inklusive „Farewell to Stromness“). Eine öffentliche Untersuchung empfahl 1980 den Verzicht; der Plan wurde aufgegeben, und es kam nie zu einer Uranförderung.

Anfang der 1970er Jahre wurde ein weiterer bedeutender Rohstoff entdeckt: Erdöl südöstlich von Orkney in der Nordsee. Die Förderung begann in den 1970er Jahren, und 1977 wurde auf der kleinen Insel Flotta im Scapa Flow das Flotta Oil Terminal eröffnet (betreut von Occidental, später Elf, heute Repsol Sinopec Resources UK). Es dient der Aufbereitung, Lagerung und dem Export von Rohöl aus Feldern wie Piper, Claymore und Golden Eagle. Etwa 15 Prozent der britischen Ölförderung wurden zeitweise über Flotta gereinigt und verschifft – der Terminal verarbeitete bis 2017 kumulativ über 2,6 Milliarden Barrel. Die Öleinnahmen brachten den Inseln erhebliche wirtschaftliche Impulse (Einnahmen für Council, Jobs, Infrastruktur), aber auch Risiken. 1993 strandete der Tanker MV Braer vor der Südküste Shetlands (nicht direkt Orkney, aber in der Nähe) während eines Sturms und verlor fast 85.000 Tonnen Rohöl. Starke Wellen und Wind verteilten das Öl weit, sodass nur etwa 1 % an Land gespült wurde und kein massiver Ölteppich die fragile Inselwelt Orkneys erreichte – dennoch starben Tausende Seevögel, und es gab lokale Umweltbelastungen.

Heute nimmt die Ölnachfrage am Flotta Terminal ab (2023/24 nur 16 Tankerankünfte, Rückgang durch abnehmende Feldproduktion), mit Prognosen für ein Ende in den 2030er Jahren. Es gibt Pläne für Umnutzung (zum Beispiel grüner Wasserstoff, Decommissioning-Support oder Tiefwasseranleger). Insgesamt hat der Bergbau auf Orkney nie industrielle Dimensionen wie in anderen Regionen erreicht: Er bleibt lokal, ressourcenschonend und gemneinschaftsorientiert, mit starkem Fokus auf Umweltschutz – der erfolgreiche Widerstand gegen den Uranabbau und die gemischte Bilanz der Ölindustrie prägen bis heute die Haltung zu großen Extraktionsprojekten.

Handwerk

Der handwerklich-industrielle Sektor bietet eine Mischung aus traditionellem Handwerk, zeitgenössischem Design und kleinen Manufakturen, die oft von der einzigartigen insularen Landschaft, Geschichte und nordischen Erbe inspiriert sind. Der Sektor fällt unter den breiteren Creative Economy-Bereich und trägt signifikant zur lokalen Wirtschaft bei, mit Fokus auf hochwertige, handgefertigte Produkte, die global vermarktet werden – von Schmuck über Textilien bis zu Spirituosen und Möbeln.

Das Herzstück ist das Handwerk (Crafts), vertreten durch Gruppen wie Orkney Arts and Crafts (seit Jahrzehnten aktiv, mit wachsender Mitgliederzahl von Teenagern bis Octogenarians) und Creative Orkney (gegründet 1991, ein Netzwerk von Kunsthandwerkern, die qualitativ hochwertige Arbeiten in Schmuck, Keramik, Textilien, Möbeln, Malerei und mehr produzieren). Diese Maker leben und arbeiten in der inspirierenden Umgebung der Inseln und kombinieren traditionelle Techniken mit modernen Materialien und Designs – viele Produkte greifen neolithische Motive, Wikinger-Elemente oder die raue Natur auf. Der Creative Orkney Trail (jährlich aktualisiert, 2026-Version mit Jewellers, Potters, Painters, Furniture Makers und mehr) ermöglicht Besuchern, Studios, Galerien und Workshops direkt zu besuchen, Maker zu treffen und Unikate zu kaufen; bekannte Beispiele sind Sheila Fleet Jewellery (ikonische, von Orkney-Landschaft inspirierte Stücke), Ortak (großes Schmucklabel), Hoxa Tapestry (handgewebte Textilien), Scapa Crafts (traditionelle Orkney Chairs – strohgeflochtene Stühle, ein endangered craft auf der 2025 Red List von Heritage Crafts) und Marion Miller Jewellery (frische Designs wie Spring Leaf Pendants). Weitere Bereiche umfassen Pottery/Ceramics, Woodwork, Knitwear/Textiles und Wild Crafts (zum Beispiel Rush- und Willow-Basket-Making-Workshops 2026). Der Sektor ist cottage-industry-dominiert: Kleine Ateliers, oft familiengeführt, verkaufen lokal, online und über Messen wie Scotland’s Trade Fair Spring 2026.

Industrie

Im Bereich kleine Industrie/Manufacturing dominiert die Food-and-Drink-Verarbeitung, die als Erweiterung der Landwirtschaft und Fischerei gilt und Premium-Produkte herstellt: Highland Park und Scapa Distilleries produzieren weltberühmten Single Malt Whisky (mit Tours und Visitor-Centres), die Orkney Distillery (Kirkwall) destilliert Gin (Kirkjuvagr) und seit 2024/25 auch Whisky (Fara), mit lokalen Botanicals und handcrafted Small-Batch-Produktion; weitere Spirituosen wie Orkney Gin Company (Burray) und Bierbrauereien ergänzen das Bild. Käseproduktion (zum Beispiel Orkney Cheddar), Eiscreme, Shellfish-Verarbeitung und andere Food-Processing-Betriebe nutzen lokale Rohstoffe für Export und Tourismus. Andere Manufacturing-Elemente sind minimal: Kleine Werkstätten für Möbel (zum Beispiel Orkney Chairs), Textilien oder Schmuck-Produktion in größerem Maßstab (Ortak als größeres Unternehmen), doch der Großteil bleibt handwerklich und nicht industriell skalierbar. Der Sektor profitiert von Net-Zero-Initiativen (erste nachhaltige Manufacturing-Hubs 2022) und Förderungen durch Creative Scotland (VACMA-Programme 2025/26 mit £6.000 pro Projekt).

Wirtschaftlich ist der Craft- und kleine Manufacturing-Bereich vital: Er schafft Jobs (oft selbstständig oder in Kleinstbetrieben), zieht Touristen an (Creative Trail als Attraktion), generiert Einkommen durch Online-Verkäufe und Messen und stärkt die Identität als kreative, nachhaltige Inselgemeinschaft. Herausforderungen sind Isolation (hohe Transportkosten), begrenzte Skalierbarkeit, Abhängigkeit von Tourismus und Bedrohungen für endangered crafts wie Orkney Chair Making. Dennoch blüht der Sektor durch Community-Support, Festivals (zum Beispiel Christmas Fayre mit Food & Crafts) und globale Reichweite – Orkney-Produkte von Schmuck bis Whisky sind weltweit gefragt und verkörpern die einzigartige Mischung aus Tradition, Innovation und insularer Resilienz. Insgesamt ist Handwerk und kleine Industrie auf Orkney kein Massenproduktionssektor, sondern eine lebendige, kulturelle Kraft, die die Inseln wirtschaftlich und identitätsmäßig bereichert.

Wasserwirtschaft

Scottish Water versorgt die öffentlichen Wassernetze mit neun Wasseraufbereitungsanlagen (Water Treatment Works), die Trinkwasser aus Oberflächenquellen wie Lochs, Reservoirs und Bächen gewinnen; Quellen sind oft lokale Lochs und kleine Einzugsgebiete, die durch das milde, aber variable Klima geprägt sind – Orkney hat keine großen Stauseen wie das schottische Festland, sondern nutzt dezentrale Systeme mit Filtration, Desinfektion (meist UV und Chlor) und pH-Anpassung, um hohe Qualitätsstandards zu erfüllen. Die Versorgung ist zuverlässig, mit wenigen Unterbrechungen außer bei extremen Stürmen oder Frost, und die Wasserqualität gilt als ausgezeichnet, da die Rohwasserquellen relativ unbelastet sind.

Aktuell (Stand Februar 2026) zeigen die Rohwasserstände in Schottland insgesamt hohe Füllgrade (schottlandweit 96 Prozent, mit regionalen Variationen), doch Orkney war 2025 von Trockenheit betroffen – im Sommer und Herbst fielen die Pegel auf Rekordtiefs (42 Prozent in manchen Messungen), was zu Alert- und Significant-Scarcity-Stufen bei SEPA führte und Scottish Water zu Sparappellen veranlasste; trotz des trockensten Jahresstarts seit 1964 blieb die Versorgung stabil, da Investitionen in Resilienz (zum Beispiel Leakage-Reduktion und effiziente Netze) halfen, und der Verbrauch stieg aufgrund höherer Nachfrage (Schottland-weit über 470 Milliarden Liter 2025).

Die Abwasserentsorgung erfolgt über 29 Kläranlagen (Waste Water Treatment Works), die Abwasser mechanisch, biologisch und chemisch reinigen, bevor es in Küstengewässer oder Lochs eingeleitet wird; Investitionen wie die £2-Millionen-Upgrades in Orphir (2024) integrieren naturbasierte Elemente (Feuchtgebiete und verbesserte Filtration), um die Leistung zu steigern und EU-/schottische Standards wie die Urban Waste Water Treatment Directive einzuhalten. Private Wasserversorgungen (zirka 240, oft kleine Loch- oder Quellensysteme auf entlegenen Farmen oder Inseln) unterliegen der Regulierung durch den Council und Drinking Water Quality Regulator (DWQR), mit regelmäßigen Tests und Upgrades wqie etwa Papa Westray-Community-Schema als positives Beispiel mit metered Usage und Wartungsfonds.

Der Orkney Islands Council koordiniert lokale Aspekte wie Oberflächenwasser-Management (Sustainable Drainage Systems in neuen Entwicklungen), Flood Risk Management (Local Flood Risk Management Plan 2022–2028, mit Fokus auf Küstenerosion und Starkregen) und Integration in den Orkney Marine Plan oder Local Development Plan.

Energiewirtschaft

Die Energiewirtschaft auf den Orkney-Inseln ist eine der dynamischsten und innovativsten in Großbritannien und positioniert die Inseln als globales Vorreiterzentrum für sogenannt erneuerbare Energien, insbesondere Wind, Gezeiten, Wellen und grünen Wasserstoff; sie hat sich von einem Testfeld zu einem echten Wirtschaftsmotor entwickelt, der Jobs schafft, Exportpotenzial bietet und zur Net-Zero-Transition beiträgt, während sie gleichzeitig mit Grid-Beschränkungen und regulatorischen Hürden kämpft. Orkney erzeugt bereits seit Jahren mehr erneuerbare Energie als es verbraucht – oft über 100 Prozent des lokalen Bedarfs durch Wind und Gezeiten –, exportiert Überschuss und gilt als Modell für dezentrale, community-basierte Energiewirtschaft; der Sektor umfasst Wind (onshore und offshore), Marine Renewables (tidal und wave via EMEC), grünen Wasserstoff, Batterien und zunehmend Offshore-Wind-Entwicklungen, mit dem Ziel, bis 2040 carbon neutral zu werden (im Rahmen des Carbon Neutral Islands-Projekts und Islands Centre for Net Zero – ICNZ, das Orkney, Shetland und Western Isles verbindet).

Windenergie dominiert: Onshore-Windparks wie Burgar Hill (seit den 1980er Jahren einer der ersten in UK) und kleinere Community-Projekte erzeugen Strom, der lokal genutzt oder exportiert wird; ein großes lokales Projekt ist der geplante Council-owned Windfarm mit bis zu 18 Turbinen (erste Phase 6 Turbinen nahe Kirkwall ab 2027), finanziert mit £62 Millionen aus dem UK National Wealth Fund – alle Gewinne fließen in lokale Services, was es zum größten öffentlich besessenen Windpark UK machen könnte. Offshore-Wind leidet unter hohen Transmission Charges: Das 2 GW West of Orkney-Projekt (Corio, TotalEnergies, RIDG) ist 2026 pausiert, da die Kosten für Grid-Anschluss (höchste in Nord-Schottland) unkonkurrenzfähig machen; ähnlich verzögert sich der 220 MW Orkney-Caithness-Link (Subsea-Kabel, Bau ab 2026, Fertigstellung 2028), der 220 MW Renewables exportieren soll, aber mit Verzögerungen kämpft.

Marine Renewables sind weltweit führend: Das European Marine Energy Centre (EMEC) auf Eday und Fall of Warness testet seit 2003 Wave- und Tidal-Technologien; Orbital Marine Power's O2 (2 MW, weltstärkster Tidal-Turbine seit 2021) und neue Projekte wie Eday 5 (2.4 MW, CfD-AR7 2025) machen Orkney zum Hotspot; im Dezember 2025 wurde ein Welt-Erstes Tidal-to-Hydrogen-Integration abgeschlossen (Tidal + Batterie + Elektrolyse), das Überschussstrom in Wasserstoff umwandelt und Grid-Constraints löst. Wasserstoff boomt als Speicherlösung: Projekte wie BIG HIT (Surf 'n' Turf-Nachfolger) und neue Hubs (zum Beispiel Hatston für Zero-Emission Fuels) nutzen Renewables für grünen H2-Produktion, mit Bunkering und Exportpotenzial; ICNZ und Orkney Future Ports (Hafen-Upgrades für Renewables-Support) treiben dies voran.

Die Energiewirtschaft schafft hochqualifizierte Jobs (EMEC, Orbital, Distilleries mit Renewables-Integration), zieht Investitionen an und stärkt Resilienz gegen Energiepreisschwankungen; Herausforderungen sind Grid-Beschränkungen (kein Export ohne Link), hohe Charges (Ofgem-Reform gefordert), Konflikte mit Umweltschutz (HPMAs) und Klimawandel (Stürme, Meeresspiegel). Der Orkney Islands Council und OREF (Orkney Renewable Energy Forum) koordinieren Strategien für Net-Zero (Carbon Management bis 2026, Transition Study 2025), mit Fokus auf Community-Benefit, Innovation und Just Transition. Insgesamt ist Orkneys Energiewirtschaft ein Leuchtfeuer der Dekarbonisierung: Von Testbed zu Exporteur, von Wind zu Tidal-Hydrogen, sie verkörpert die Zukunft einer dezentralen, nachhaltigen Energieversorgung in einer windgepeitschten, insularen Welt und trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Diversifikation bei.

Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft auf den Orkney-Inseln ist ein zentraler Bestandteil der lokalen Infrastruktur und spiegelt die Notwendigkeit wider, Ressourcen effizient zu nutzen und gleichzeitig die einzigartige Natur und Umwelt der Inseln zu schützen. Aufgrund der Insellage stellen Logistik, Transport und Entsorgung besondere Herausforderungen dar, weshalb nachhaltige Strategien und lokale Lösungen einen hohen Stellenwert haben.

Die Verwaltung der Abfallwirtschaft liegt beim Orkney Islands Council, der für die Organisation der Müllabfuhr, Recyclingprogramme und die Entsorgung von Sonderabfällen verantwortlich ist. Die Inselbewohner erhalten regelmäßig Informationen über Abholtermine, die Trennung von Hausmüll, Recyclingmaterialien und organischen Abfällen sowie über spezielle Sammelstellen für Elektrogeräte, Metall, Glas oder gefährliche Abfälle. Das Ziel ist es, die Abfallmenge, die auf Deponien landet, möglichst gering zu halten und den Anteil recycelbarer Materialien zu maximieren.

Die Müllabfuhr auf Mainland und den anderen Orkney-Inseln erfolgt nach einem festen Zeitplan. Haushalte trennen dabei in der Regel Restmüll, Papier und Karton, Glas, Plastikverpackungen sowie Bioabfälle. Für größere oder sperrige Gegenstände existieren Sammelstellen, an denen Bürger diese Materialien selbst abgeben können. Diese Einrichtungen sind in den Hauptorten wie Kirkwall und Stromness leicht zugänglich und tragen zur effizienten Verarbeitung und Wiederverwertung bei.

Recycling spielt eine zunehmend wichtige Rolle auf Orkney. Das Council fördert Programme zur Wiederverwertung von Plastik, Metall, Glas und Papier und informiert die Bevölkerung regelmäßig über neue Möglichkeiten, Abfälle nachhaltig zu entsorgen. Einige Gemeinden bieten zudem Kompostierungsprogramme an, die organische Abfälle in nutzbaren Kompost für die Landwirtschaft oder private Gärten umwandeln.

Die Entsorgung von Restmüll erfolgt in genehmigten Deponien und über spezielle Abfallbehandlungsanlagen. Aufgrund der Insellage ist die Menge an Abfall, die zur Entsorgung aufs Festland transportiert werden muss, begrenzt, sodass lokale Lösungen besonders wichtig sind. Das Council prüft kontinuierlich Möglichkeiten, Abfälle durch Recycling, Kompostierung oder Energiegewinnung aus Abfällen zu reduzieren, um die Umweltbelastung zu minimieren. Zusätzlich zu den Haushaltsabfällen gibt es auf Orkney Programme für die Sammlung von Industrie-, Bau- und Landwirtschaftsabfällen. Diese Programme sorgen dafür, dass gefährliche Stoffe oder größere Mengen an Baumaterialien fachgerecht entsorgt werden und nicht die Umwelt belasten.

Handel

Der Handelssektor profitiert von der insularen Isolation, die große Ketten fernhält, und von der starken Präferenz für lokale Produkte, Handwerk und Qualität, was zu einer resilienten High-Street-Kultur führt, die im Vergleich zu vielen Mainland-Orten vitaler wirkt. Kirkwall als Hauptstadt beherbergt den Großteil des Einzelhandels mit etwa 50 unabhängigen Geschäften rund um die High Street und den Hafen – ein Mix aus Lebensmitteln, Mode, Kunsthandwerk, Schmuck, Büchern und Souvenirs, ergänzt durch Ketten wie Tesco, Lidl, Boots und Superdrug sowie die meisten High-Street-Banken. Die High Street gilt als eine der schönsten und funktionalsten in Großbritannien, mit wenigen Leerständen und einer Community, die lokale Läden aktiv unterstützt; bekannte Beispiele sind Kirkness & Gorie (Wein- und Spirituosenladen mit Whisky-Fokus), The Brig Larder (Delikatessen und lokale Produkte), Aurora Orkney Jewellery, Carrie Paxton (Kunst und Design) und Scapa Crafts (traditionelle Orkney Chairs). Stromness bietet eine intimere, maritime Atmosphäre mit Geschäften entlang der engen Gassen, darunter Buchläden, Cafés, Kunstgalerien wie das Pier Arts Centre und Souvenirläden, die oft mit Seefahrt und Geschichte verbunden sind. Finstown ist deutlich kleiner und funktionaler, mit einem kleinen Laden, Pub und grundlegenden Dienstleistungen, die den Alltag der umliegenden Communities bedienen.

Der Einzelhandel ist tourismusgetrieben: Im Sommer 2025/26 boomt der Sektor durch Kreuzfahrtschiffe, Tagesbesucher und Selbstversorger, die lokale Spezialitäten wie Orkney Cheese, Meeresfrüchte, Gin, Whisky (Highland Park, Scapa) und handgefertigte Produkte kaufen; der Creative Orkney Trail führt zu über 20 Ateliers und Galerien, wo Besucher direkt bei Juwelieren, Töpfern, Textildesignern und Möbelmachern einkaufen können. Supermärkte wie Tesco und Lidl decken den täglichen Bedarf ab, während lokale Delis, Farm Shops und Butcher-Shops (zum Beispiel in Kirkwall oder auf den äußeren Inseln) frische, regionale Produkte anbieten – ein Guide für Selbstversorger empfiehlt Kombinationen aus Ketten und Independents für optimale Versorgung. Außerhalb der größeren Orte halten kleine Community-Shops (zum Beispiel auf Sanday, Westray oder Hoy) alles von Lebensmitteln über Hardware bis Angelbedarf vorrätig und dienen als soziale Treffpunkte.

Der Retail-Sektor bleibt resilient: Trotz Online-Konkurrenz und logistischer Herausforderungen (hohe Transportkosten) zeigt der Januar 2026 in Schottland einen positiven Start mit steigenden Umsätzen und Footfall (real +1,7 Prozent), was sich lokal in Orkney widerspiegelt; der Orkney Business Survey 2025/26 (laufend seit Dezember 2025) sammelt Input von Unternehmen, um Wachstum, Jobs und Nachhaltigkeit zu fördern, während Grants und Economic Development-Programme des Councils lokale Betriebe unterstützen.

Finanzwesen

Das Finanzwesen auf den Orkney-Inseln ist eng mit der lokalen Wirtschaft und dem täglichen Leben der Bewohner verbunden. Trotz der geografischen Abgeschiedenheit verfügt die Region über ein gut organisiertes Bankwesen, das sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen zuverlässig unterstützt. Die meisten Finanzdienstleistungen konzentrieren sich auf die größeren Orte, insbesondere Kirkwall, das als wirtschaftliches Zentrum der Inselgruppe fungiert.

Auf Mainland und den umliegenden Inseln sind sowohl nationale schottische Banken als auch Filialen großer britischer Banken vertreten. Sie bieten grundlegende Bankdienstleistungen wie Giro- und Sparkonten, Kreditvergabe, Hypotheken, Geschäftsfinanzierungen sowie Online- und Mobile-Banking an. Die Banken sind dabei auf die spezifischen Bedürfnisse der Inselbewohner eingestellt, etwa die Verwaltung von Landwirtschaftsbetrieben, Fischereiunternehmen und Tourismusbetrieben, die die Hauptwirtschaftszweige Orkneys darstellen.

Neben den klassischen Banken existieren auf Orkney auch kleinere Finanzinstitute und Kooperativen, die lokal verwurzelt sind und oft eng mit der Gemeinschaft zusammenarbeiten. Sie ermöglichen insbesondere kleineren Unternehmen und Privatkunden den Zugang zu Krediten und Finanzierungsmodellen, die auf die regionalen Gegebenheiten zugeschnitten sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Projekten, die Nachhaltigkeit, Kultur und Tourismus fördern, da diese Bereiche entscheidend für die wirtschaftliche Stabilität der Inseln sind.

Die Abwicklung von Finanztransaktionen auf den Inseln hat sich durch moderne Technologien stark vereinfacht. Online-Banking und Geldautomaten stehen sowohl in Kirkwall als auch in Stromness und anderen größeren Ortschaften zur Verfügung, sodass die Bevölkerung trotz der Insellage einen direkten Zugang zu Finanzdienstleistungen hat. Bargeldversorgung und internationale Überweisungen werden zuverlässig gewährleistet, wodurch Orkney eng mit dem restlichen Schottland und Großbritannien vernetzt bleibt.

Die Verwaltung von öffentlichen Geldern und kommunalen Haushalten erfolgt durch den Orkney Islands Council, der für Einnahmen aus Steuern, Gebühren und Fördermitteln zuständig ist. Die Mittel werden unter anderem in Infrastrukturprojekte, Bildung, Gesundheitsversorgung und öffentliche Dienstleistungen investiert. Dabei spielt eine transparente Haushaltsführung eine wichtige Rolle, um die begrenzten Ressourcen effizient einzusetzen und den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Soziales und Gesundheit

Sozialwesen und Pflege sind stark gemeinschaftsorientiert, mit Diensten wie Care at Home (168 Personen nutzen dies Anfang 2025), Telecare-Alarmen (ca. 863 Nutzer), Pflegeheimen und Unterstützung für unbezahlte Pflegende (rund 3.500 in Orkney). Die Integration zielt darauf ab, Prävention zu stärken, Gesundheitsungleichheiten zu reduzieren und Ressourcen effizient zu nutzen – etwa durch Fokus auf Armutsbekämpfung, gesunde Ernährung und eine Wellbeing-Ökonomie. Trotz guter Outcomes fordern Alterung, steigende Demenzfälle und chronische Erkrankungen kontinuierliche Anpassungen. Der Orkney Community Plan 2025–2030 setzt explizit auf Bevölkerungsgesundheit und Prävention, geleitet von NHS Orkney und Partnern. Insgesamt profitieren die Bewohner von einem solidarischen, integrierten System, das die Insellage berücksichtigt und auf hohe Lebenszufriedenheit abzielt, auch wenn Fernversorgung und Personalherausforderungen bestehen bleiben.

Gesundheitswesen

Die Versorgung erfolgt über die Orkney Health and Social Care Partnership (HSCP), eine Partnerschaft zwischen NHS Orkney und dem Orkney Islands Council, die seit 2011 besteht und seit 2016 durch das Integration Joint Board (IJB) gesteuert wird. Dieses Gremium plant, finanziert und überwacht gemeinsam die community-basierten Gesundheits- und Sozialdienste, darunter Primärversorgung wie Hausärzte, Zahnärzte, Pflegedienste, Kinder- und Jugendschutz, Altenpflege, Unterstützung für Menschen mit Behinderungen sowie psychische Gesundheit.

Das zentrale Krankenhaus ist The Balfour in Kirkwall, das 2019 eröffnet wurde und moderne Akut- und ambulante Versorgung bietet, während spezialisierte Behandlungen oft auf dem schottischen Festland (zum Beispiel bei NHS Grampian oder Highland) erfolgen. Die Bevölkerung hat vergleichsweise guten Zugang zu Grundversorgung wie GPs, Apotheken und Zahnärzten, auch wenn Unterschiede zwischen Mainland und den äußeren Inseln bestehen; viele Inselbewohner berichten von hoher Zufriedenheit mit dem Zugang zu Diensten.

Krankheiten

Orkney weist in Schottland die höchste gesunde Lebenserwartung auf (Stand 2021/23), mit einer allgemeinen Lebenserwartung von etwa 82,7 Jahren für Frauen und 78,7 Jahren für Männer. Etwa ein Viertel der Bevölkerung lebt mit einer langfristigen Erkrankung, rund jeder Zehnte mit einer körperlichen Behinderung und ähnlich viele mit psychischen Belastungen; die Rate an berichteten psychischen Erkrankungen liegt über dem schottischen Durchschnitt.

Häufige Langzeiterkrankungen umfassen Krebs (konkret Darmkrebs als dritthäufigste Krebsart), Diabetes (Prävalenz zirka 5,2 %), koronare Herzkrankheiten, chronische Atemwegserkrankungen und Demenz, wobei eine alternde Bevölkerung (25 % über 65 Jahre, höher als Schottlands 20 %) den Bedarf an Pflege und Prävention steigert. Die Belastung durch Diabetes, Nierenerkrankungen und Atemwegserkrankungen ist teilweise höher als im schottischen Durchschnitt, während andere Bereiche wie COPD-Hospitalisierungen ähnlich ausfallen. Psychische Gesundheit ist ein wachsendes Thema: Suizidraten lagen in den letzten Jahren teils höher als national, und die Pandemie hat Belastungen verstärkt, mit Fällen von Kriseninterventionen und Unterstützung durch Dienste wie die Blide Trust.

Bildung

as gesamte Schulsystem wird vom Orkney Islands Council betrieben und umfasst von der Vorschule bis zur weiterführenden Schule ein umfassendes Angebot, das in Schottland zu den besten zählt. Es gibt mehrere Grundschulen (primary schools) auf Mainland und den äußeren Inseln, darunter Kirkwall Grammar School als zentrale weiterführende Schule (secondary school) in Kirkwall, die die meisten Schüler ab Sekundarstufe aufnimmt, sowie kleinere Sekundarschulen wie Stromness Academy. Die Schülerzahlen sind relativ gering (insgesamt unter 2000 in allen Schulen), was kleine Klassen und intensive Betreuung ermöglicht. Attainment-Raten (Leistungen in nationalen Prüfungen wie Nationals und Highers) liegen oft über dem schottischen Durchschnitt, und fast alle Absolventen (um die 97 % in jüngeren Jahren) gehen in positive Weiterbildungs- oder Beschäftigungswege über – einer der höchsten Werte in Schottland. Der Fokus liegt auf inklusiver Bildung, digitaler Unterstützung und Stärkung der lokalen Kultur, einschließlich Orcadian Scots und Geschichte.

Höhere Bildung

Die höhere Bildung wird hauptsächlich durch UHI Orkney (University of the Highlands and Islands, Campus Orkney) angeboten, das als Teil des föderalen UHI-Netzwerks seit 2011 Universitätsstatus hat und in Kirkwall (Hauptcampus) sowie in Stromness (International Centre for Island Technology, das früher mit Heriot-Watt University verbunden war) angesiedelt ist. UHI Orkney bietet ein breites Spektrum von Further Education (FE, berufliche Qualifikationen wie NC/HNC) bis zu Higher Education (HE, Bachelor-, Master- und PhD-Programme), oft in Blended- oder Fernlernformaten, die für Inselleben ideal sind. Beliebte Fachbereiche umfassen nachhaltige Energien, Meereswissenschaften, Archäologie, Tourismus, Landwirtschaft, Gesundheit und Kreativwirtschaft – viele Programme sind auf die Inselökonomie (Erneuerbare Energien, Aquakultur, Kulturerbe) zugeschnitten. Die Erfolgsquoten bei Abschlüssen sind hoch, und UHI gilt in Schottland als Spitzenreiter bei Postgraduate-Zufriedenheit. Es gibt auch Kooperationen mit anderen Universitäten für spezialisierte Kurse, und der Campus unterstützt lebenslanges Lernen für alle Altersgruppen, inklusive Access-Programmen für Erwachsene ohne formale Qualifikationen.

Bibliotheken und Archive

Der bibliothekarische Bereich ist zentral organisiert über die Orkney Library & Archive, die älteste öffentliche Bibliothek Schottlands (gegründet 1683) mit Hauptsitz in Kirkwall (44 Junction Road) und einem Zweig in Stromness (Warehouse Buildings). Sie bietet kostenlose Dienste für alle Bewohner und Besucher, darunter umfangreiche Buchbestände (physisch und digital), E-Books, Zeitungen, Lernressourcen und eine mobile Bibliothek, die entlegene Inseln bedient.

Der integrierte Archivbereich ist besonders wertvoll für Forschung zu Familien-, Lokal- und Kulturgeschichte Orkneys und umfasst Originaldokumente seit dem 15. Jahrhundert, Karten, Fotos, Manuskripte und digitale Sammlungen – er wird intensiv für Genealogie, akademische Arbeiten und lokale Projekte genutzt.

Es gibt einen speziellen School Library Service, der Schulen mit Ressourcen für den Lehrplan versorgt, sowie Programme für Alfabetisierung, digitale Kompetenzen und Community-Events. Die Einrichtung ist modernisiert und eng mit Bildung und Kultur verknüpft, zum Beispiel durch Kooperationen mit UHI Orkney (eigene Campus-Bibliothek) und Projekte zur Erhaltung des Erbes. Insgesamt fördern Bildung, höhere Bildung sowie Bibliotheken und Archive auf Orkney eine starke lokale Identität, hohe Bildungschancen trotz peripherer Lage und lebenslanges Lernen, unterstützt durch Integration von Technologie und Community-Fokus.

Kultur

Die Kultur der Orkney-Inseln ist geprägt von neolithischen Monumenten wie Skara Brae, Ring of Brodgar und Maes Howe (UNESCO-Welterbe), die eine hochentwickelte Steinzeitgesellschaft bezeugen, sowie piktischen und vor allem Wikinger-Erbe mit St.-Magnus-Kathedrale und norwegischen Traditionen. Heute lebt dies in Festen wie den Ba’ Games (mittelalterliches Straßenballspiel in Kirkwall), Folk-Festivals (zum Beispiel Orkney Folk Festival), traditioneller Musik im Orkney-Dialekt und Küche mit Haggis, Fisch und lokalen Spezialitäten fort.

Museen

Das bedeutendste Museum des Archipels ist das Orkney Museum in Kirkwall, gelegen im historischen Tankerness House (ein Gebäude aus dem 16.Jahrhundert mit Garten), das eine umfassende Sammlung zur Orkney-Geschichte von der Steinzeit bis heute beherbergt – darunter neolithische Funde, piktische Symbole, Wikinger-Artefakte und Ausstellungen zu Alltag und Kultur; es ist derzeit (Winter 2025/26) geschlossen und öffnet voraussichtlich Anfang März 2026 wieder mit freiem Eintritt und Spendenempfehlung. In Stromness liegt das Pier Arts Centre, eine renommierte Kunstgalerie und Museum mit permanenter Sammlung britischer und zeitgenössischer Kunst (darunter Werke von Barbara Hepworth, Ben Nicholson und lokalen Künstlern), ergänzt durch wechselnde Ausstellungen, Events und Workshops; es ist ganzjährig geöffnet und verbindet moderne Kunst mit der maritimen Geschichte der Stadt.

Das Scapa Flow Museum auf Hoy (Lyness) widmet sich der maritimen und militärischen Geschichte, insbesondere den Weltkriegen: Es zeigt Artefakte aus dem Scuttling der deutschen Flotte 1919, HMS Royal Oak-Versenkung 1939 und der Grand Fleet-Basis, inklusive U-Boot-Modelle, Batterien und interaktive Displays; nach einer umfangreichen Renovierung 2022 ist es eines der modernsten Museen Orkneys, mit freiem Eintritt (Spenden willkommen) und Öffnungszeiten von März bis Oktober (täglich 9.30 bis 16.15 Uhr), im Winter geschlossen. Das Stromness Museum in Stromness ist ein unabhängiges, ehrenamtlich geführtes Haus mit neun Räumen zu Themen wie Seefahrt (Hudson’s Bay Company, Dr. John Rae, Walfang), Scapa Flow, Naturgeschichte, Archäologie und lokale Sozialgeschichte; es ist ganzjährig geöffnet (außer Sonntags im Winter), mit aktuellen Online-Ausstellungen zu Scapa 100 und marinem Leben, und betont die Verbindung von Stromness zur Arktis und globalen Entdeckungen.

Weitere wichtige Museen sind das Kirbuster Farm Museum (nahe Birsay), das letzte erhaltene Orkney Farmhouse mit Feuerstelle und Strohdach, das das traditionelle Inselleben des 19./20. Jahrhunderts zeigt (Winter geschlossen, freier Eintritt), das Corrigall Farm Museum (ähnlich, mit Ausstellungen zu Landwirtschaft und Alltag), das Orkney Wireless Museum in Kirkwall (Funk- und Kommunikationsgeschichte, inklusive WW2) und kleinere Heritage Centres wie Westray Heritage Centre (Pierowall, mit Archäologie und lokaler Geschichte), Hoy Heritage Centre oder Fossil and Heritage Centre. Viele Museen sind Teil des Orkney Museums-Netzwerks (orkneymuseums.co.uk), das Accreditation und gemeinsame Sammlungen pflegt, während private oder community-basierte wie Pier Arts Centre oder Stromness Museum unabhängig operieren.

Architektur

Die Architektur auf den Orkney-Inseln ist eine faszinierende Schichtung aus prähistorischen Monumenten, nordischer und mittelalterlicher Baukunst, traditioneller vernacularer Bauweise und wenigen modernen Eingriffen, die alle eng mit der windgepeitschten, baumarmen Landschaft aus Old Red Sandstone und der insularen Isolation verwoben sind; sie zeichnet sich durch Trockenmauertechniken, runde Formen, massive Steinverwendung und funktionale Anpassung an das raue Klima aus, wobei die neolithischen Stätten als UNESCO-Welterbe einzigartig in Europa sind. Im Neolithikum (um -3100 bis -2500) entstanden Meisterwerke wie Skara Brae, eine vollständig erhaltene Steinsiedlung mit acht Häusern aus Trockenmauerwerk, integrierten Steinmöbeln (Betten, Herde, Schränke), Abwassersystemen und verbundenen Gängen – ein Höhepunkt prähistorischer Wohnarchitektur in Nordeuropa, der zeigt, wie die Bewohner mit lokalen Steinen präzise, langlebige Strukturen schufen. Maeshowe, ein monumentales Passage Grave mit ausgerichtetem Eingang für den Wintersonnenuntergang, demonstriert astronomisches Wissen und rituelle Baukunst, während der Ring of Brodgar (104 m Durchmesser, ursprünglich 60 Steine) und die Stones of Stenness als zeremonielle Kreise mit umgebenden Gräben und Hengen eine beeindruckende Megalithkultur verkörpern; zusammen bilden sie das Heart of Neolithic Orkney, ein Paradigma megalithischer Architektur Nordwesteuropas.

In der Eisenzeit (ab etwa -700) entstanden die ikonischen Brochs – massive, runde Türme aus doppelten Trockenmauern mit Galerien, Treppen und zentralem Hof, wie der Broch of Gurness (mit umgebender Siedlung und Ditch), Midhowe auf Rousay oder Borwick auf einer Klippe; diese defensiven oder statussymbolischen Bauten nutzen lokale Steine für bis zu 13 m Höhe und repräsentieren eine Rückkehr zu monumentaler Architektur nach dem Neolithikum. Die Knap of Howar auf Papa Westray, ein erhaltenes neolithisches Farmhaus mit zwei verbundenen rechteckigen Gebäuden und niedrigen Eingängen, gilt als ältestes Haus Nordwesteuropas und zeigt frühe vernacular Architektur mit dicken Wänden und steinernen Innenstrukturen.

Die mittelalterliche und norwegische Phase brachte die St. Magnus Cathedral in Kirkwall (gegründet 1137 von Earl Rognvald), ein Meisterwerk romanischer Architektur mit normannischen Einflüssen (möglicherweise Durham-Kathedral-Maurer), erbaut aus rotem Sandstein von Mainland und gelbem von Eday in polychromem Wechselmuster; sie hat runde Säulen, hohe Bögen, gotische Ergänzungen und einen markanten Turm (1913 bis 1930 hinzugefügt), der die Skyline dominiert und als nördlichste Kathedrale Großbritanniens dient. Daneben stehen Ruinen wie Bishop’s Palace und Earl’s Palace (Renaissance-Elemente aus dem 16./17. Jahrhundert) sowie piktisch-norwegische Kirchen und Langhäuser.

Die traditionelle vernacular Architektur des 18./19. Jahrhunderts umfasst lange, niedrige Farmhäuser (longhouses) mit dicken Steinwänden, Strohdächern, niedrigen Traufen und integrierten Stallungen wie dem Kirbuster Farm Museum, die Wind und Kälte abhalten. Orkney Chairs (strohgeflochtene Stühle) und kleine Cottages mit flaggengepflasterten Gassen in Stromness (maritimes Layout mit Piers direkt aus Häusern) zeigen funktionale, wetterresistente Bauweise. Moderne Architektur ist sparsam und oft nachhaltig: Das Pier Arts Centre in Stromness (Renovierung durch Reiach and Hall) kombiniert zeitgenössisches Design mit historischen Elementen, während neue Schulen wie die Stromness Primary School und Renewables-Gebäude (EMEC-Testanlagen) funktional und umweltangepasst sind; es gibt keine großen ikonischen Bauten, sondern kleine, sensible Eingriffe, die Landschaft und Erbe respektieren.

Bildende Kunst

Die bildende Kunst auf den Orkney-Inseln ist eine lebendige, von der Landschaft, Geschichte und Isolation inspirierte Szene, die eine Mischung aus internationaler Moderne, zeitgenössischer Praxis und lokaler Tradition darstellt; sie konzentriert sich auf Malerei, Skulptur, Druckgrafik, Keramik, Schmuck und Textilien, oft mit Bezug zu Meer, Wind, Neolithikum und nordischer Mythologie. Das Zentrum ist das Pier Arts Centre in Stromness, eine der renommiertesten kleinen Galerien Großbritanniens: Es beherbergt eine herausragende permanente Sammlung britischer und zeitgenössischer Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert, darunter Schlüsselwerke von Barbara Hepworth, Ben Nicholson, Alfred Wallis, Sean Scully, Olafur Eliasson, Anish Kapoor, Eva Rothschild und lokalen Künstlern wie Sylvia Wishart oder Stanley Cursiter; die Sammlung, gestiftet von Margaret Gardiner 1979, wächst durch Schenkungen und Käufe und umfasst über 230 Werke, die Themen wie Licht, Landschaft und Abstraktion erkunden. Das Centre kuratiert ganzjährig Wechselausstellungen, Events und Workshops, mit aktuellen Veranstaltungen wie der Senior Orkney Schools Exhibition (März/April 2026, mit Fotografie, Malerei und Mixed Media von Schülern), Recent Orkney Art Graduates (bi-annuell, zeigt Absolventen von Kunsthochschulen) und der Annual Open Exhibition (jährlich, offene Einreichung von Künstlern und Makern auf Orkney).

Die Szene ist community-orientiert und dezentral: Viele Künstler arbeiten in kleinen Studios, oft in Kirkwall, Stromness oder auf den äußeren Inseln, und profitieren vom Creative Orkney Trail, der Besucher zu Ateliers führt – bekannte Namen sind Sheila Fleet (ikonischer Schmuck, von Landschaft und Mythos inspiriert), Hoxa Tapestry Gallery (handgewebte Textilien), Carrie Paxton (Kunst und Design) oder Toumal Art Studio. Maler wie Samantha Clark (Residenzen und Blogs zu Natur und Ort), Anne Bevan (Ökologie und Marine-Energie, mit Ausstellungen 2026) oder Ian Hamilton Finlay (konzeptuelle Skulpturen wie Gods of the Earth/Gods of the Sea auf Rousay) verbinden lokale Themen mit globaler Relevanz. Die Kunst reflektiert oft die raue Natur – Meer, Himmel, Steine – und Themen wie Klimawandel, Isolation und Erbe, mit Einflüssen aus St. Ives School (Hepworth, Nicholson) und nordischer Ästhetik.

Aktuell (Februar 2026) strahlt die Szene durch externe Anerkennung: Die Ausstellung „The Northern Isles“ (Januar 2026, The Scottish Gallery Edinburgh) feierte Künstler aus Orkney und Shetland mit Malerei, Druck, Skulptur, Schmuck und Keramik, thematisierend Landschaft, Handwerk und Storytelling; sie unterstreicht die kontinuierliche Vitalität. Weitere Events wie Schul- und Graduate-Ausstellungen im Pier Arts Centre fördern junge Talente, während der Annual Open und Craft-Festivals die Maker-Szene stärken.

Literatur

Die Literatur wurzelt in der Orkneyinga Saga (13. Jahrhundert), einer der wichtigsten mittelalterlichen Sagas, die die Geschichte der Jarls von Orkney erzählt und Wikinger-Abenteuer, Politik und Christianisierung thematisiert – sie gilt als eine der frühesten literarischen Quellen der Inseln und beeinflusst bis heute die regionale Identität.

Der herausragende Figur der modernen orkadischen Literatur ist George Mackay Brown (1921 bis 1996), der in Stromness geborene und lebende Dichter, Romancier und Essayist, der als einer der bedeutendsten schottischen Autoren des 20. Jahrhunderts gilt. Seine Werke sind tief in Orkney verwurzelt und verbinden christliche Spiritualität, nordische Mythologie und den Rhythmus des Insellebens – Romane wie Greenvoe (1972, über den Untergang eines Dorfes durch Fortschritt), Magnus (1973, über den heiligen Magnus), Beside the Ocean of Time (1994, Booker-Shortlist) und An Orkney Tapestry (1969, eine poetische Essai-Sammlung) schildern das Leben in fiktiven Dörfern wie Hamnavoe (inspiriert von Stromness) mit lyrischer Präzision und ritueller Wiederholung; seine Poesie (zum Beispiel Fishermen with Ploughs, 1971, und The Wreck of the Archangel, 1989) und Kurzgeschichten (A Calendar of Love, 1967) feiern den Kreislauf von Geburt, Tod und Erneuerung in der Natur. Brown gilt als Orkneys Skald (Skalde), dessen Stil einfach, bildhaft und zeitlos ist und die Inseln zu einem literarischen Universum machte; seine Autobiografie For the Islands I Sing erschien posthum 1997.

Ein weiterer bedeutender Dichter und Übersetzer ist Edwin Muir (1887 bis 1959), geboren in Deerness auf Mainland, der in seiner Poesie (zúm Beispiel The Voyage, 1946) und Autobiografie An Autobiography (1954) die mythische und archetypische Dimension des Lebens thematisierte; seine Werke verbinden orkadische Wurzeln mit europäischer Moderne und Kafka-Übersetzungen.

Eric Linklater (1899 bis 1974), geboren in Kirkwall, schrieb humorvolle Romane wie Private Angelo (1946) und Poet’s Pub (1929), die satirisch das britische Leben beleuchten, doch mit orkadischem Hintergrund. In der Gegenwart blüht die Szene weiter: Amy Liptrot’s Memoir The Outrun (2016, Wainwright Prize) schildert ihre Rückkehr aus London nach Orkney und den Kampf mit Alkoholismus inmitten der rauen Natur. Harry Josephine Giles’ Deep Wheel Orcadia (2021, TS Eliot Prize) ist ein bahnbrechendes Sci-Fi-Gedicht in Orkney Scots, das Dialekt revitalisiert und futuristische Themen mit Inselleben verbindet. Neuere Werke umfassen Sally Magnusson’s The Shapeshifter’s Daughter (inspiriert von Orkney-Folklore) und Ellen Forkin’s kommende Kurzgeschichtensammlung (2025/26, folkloristisch). Lokale Autoren und Anthologien der Orkney Writers Group fördern Kurzprosa, Poesie und Geschichten in Orkney Scots oder Englisch.

Theater

Das Orkney Theatre in Kirkwall (im Pickaquoy Centre) ist das zentrale professionelle Theater mit 384 Plätzen und einer vielfältigen Programmgestaltung: Es präsentiert Tourneetheater, lokale Produktionen, Pantomimen, Comedy, Musikshows und das jährliche One Act Play Festival (ab Februar 2026 mit Aufführungen an mehreren Abenden), bei dem Amateurgruppen kurze Stücke präsentieren und um Preise konkurrieren – ein Highlight für lokale Talente und Besucher.

Auf den äußeren Inseln finden sich kleinere Venues wie das Gable End Theatre auf Hoy (75 Plätze, mit variiertem Programm inklusive Filmvorführungen) oder mobile Screenings durch Moviola (in St Margaret’s Hope mit Filmen wie I Swear oder Springsteen: Deliver Me from Nowhere). Das St Magnus International Festival (im Juni 2026 50. Jubiläum mit Motto „looks to the skies“ / Air-Thema) integriert Theater und Film stark. Es umfasst Drama, Tanz, Live-Performance, Installationen und Filmvorführungen in ungewöhnlichen Locations wie Kirchen, Community Halls und Outdoor-Spots über die Inseln verteilt; das Festival präsentiert Weltpremieren, aufstrebende Talente und lokale Projekte (Johnsmas Foy 2026 mit Aufrufen für Orkney-basierte Performer zu Film, Live-Performance oder Installationen zum Thema Air/Wind/Luft), oft mit Bezug zur orkadischen Landschaft und Mythologie.

Amateurgruppen, Schulen und Community-Theater produzieren regelmäßig Stücke, während Filmvorführungen oft thematisch oder festivalbegleitend sind. Es gibt keine großen kommerziellen Kinos oder Theaterhäuser, sondern intime, oft ehrenamtlich betriebene Orte, die die kulturelle Resilienz der Inseln widerspiegeln – Theater und Film dienen als soziale Treffpunkte, feiern lokale Geschichten und bringen internationale Kunst in die abgelegene Welt. Insgesamt ist die orkadische Theater- und Filmszene warmherzig, kreativ und ortsverbunden: Sie nutzt die einzigartigen Venues und das weite Licht des Nordens, um Geschichten zu erzählen, die von der windgeformten, insularen Seele zeugen und Besucher mit unvergesslichen Aufführungen und Screenings belohnen.

Film

Das Pickaquoy Centre beherbergt zudem das 1955 eröffnete Phoenix Cinema, Orkneys einziges digitales 3D-Kino mit einem vollen Programm aus neuen Blockbustern, Independent-Filmen, Klassikern, Fremdsprachenfilmen und Live-Übertragungen (Opern, Theater oder Konzerte). Es zeigt regelmäßig internationale Festivals wie das Japan Foundation Touring Film Programme 2026 (zum Beispiel Ghost Killer am 2. März 2026 um 19:30 Uhr, weitere Filme wie The Hotel of My Dream im März), sowie spezielle Screenings wie Palestine 36 oder Community-Events.

In Stromness gibt es das West Side Cinema (in einer umgebauten Kirche am Hafen), ein community-run Kino mit cabaret-style Sitzplätzen, Bring-your-own-Food-and-Drink-Policy und fortnightly Screenings von September bis Mai (plus wöchentliche im Januar); es zeigt eine Mischung aus Arthouse, Klassikern und lokalen Favoriten in intimer Atmosphäre.

Musik und Tanz

Die traditionelle orkadische Musik basiert auf schottischem Folk mit starkem norwegischem Einfluss (durch die Wikingerzeit und Norn-Sprache), ergänzt durch lokale Lieder, Balladen und Tunes, die Themen wie Meer, Land, Mythen (Selkies, Trows) und Alltag behandeln; Instrumente wie Fiddle (oft mit Orcadian Lilt – einer charakteristischen, aufsteigenden Intonation), Akkordeon, Tin Whistle, Bodhrán und Gitarre dominieren, während Gesang (a cappella oder mit Begleitung) in Balladen und Work Songs eine große Rolle spielt. Tanz ist eng damit verbunden: Ceilidhs (informelle Tanzabende mit Live-Musik) sind zentral, mit Tänzen wie Strip the Willow, Dashing White Sergeant, Eightsome Reel oder Orcadian Strip the Willow (eine lokale Variante), die in Gemeindehallen, Pubs oder auf Festivals spontan stattfinden; sie fördern Gemeinschaft, Spaß und Inklusion, oft mit Caller, der die Schritte ansagt.

Das kulturelle Herzstück ist das Orkney Folk Festival (jährlich Ende Mai in Stromness und Umgebung), eines der ältesten und familienfreundlichsten Folk-Festivals Schottlands mit Konzerten, Ceilidhs, Pub-Sessions, Open Stages, Youth Concerts, Fiddlers Rally, Talks und Workshops; die erste Line-up-Welle 2026 umfasst Acts wie Anna Massie, Auskerry, Blazin' Fiddles, The Brewers, Bruce Mainland, The Chair, Claire Hastings, Damn Tall Buildings und Deep Roots Last – ein Mix aus schottischem Folk, Contemporary Folk, Singer-Songwriter und lokalen Talenten. Das Festival feiert traditionelle und neue Musik, mit starkem Community-Fokus und reduzierten Preisen für Kinder unter 16.

Das St Magnus International Festival (jährlich Mitte Juni, 50. Jubiläum unter dem Motto „looks to the skies“) ist das prestigeträchtigste Ereignis und eine der nördlichsten internationalen Festivals Großbritanniens; es verbindet klassische Musik, zeitgenössische Komposition, Jazz, Weltmusik, Theater, Tanz und visuelle Künste in außergewöhnlichen Venues wie der St. Magnus Cathedral, Kirchen, Community Halls und Outdoor-Locations über die Inseln verteilt. Es präsentiert renommierte Künstler neben lokalen Talenten, mit Fokus auf Orkney-inspirierte Werke (unter anderem Kompositionen von Peter Maxwell Davies, der lange auf Hoy lebte und die Landschaft in seiner Musik verarbeitete); das Jubiläum 2026 verspricht spektakuläre Events, Musik, Theater und Kunst, die die Kreativität und Kultur der Inseln feiern.

Weitere Musik- und Tanzaktivitäten umfassen regelmäßige Pub-Sessions in Kirkwall (The Reel und The Shore) und Stromness, wo Musiker spontan zusammenkommen; Ceilidhs in Dorfhallen (mit lokalen Bands wie The Chair oder Bruce Mainland), traditionelle Tänze bei Shows (Orkney County Show) und Jugendprogramme (Fiddle- und Tanzunterricht). Die Szene ist inklusiv und generationenübergreifend: Viele Orcadians spielen Instrumente oder tanzen als Hobby, und Festivals fördern junge Talente durch Workshops und Youth Concerts. Insgesamt ist Musik und Tanz auf Orkney eine lebendige, soziale Kraft: Sie verbindet Tradition mit Moderne, schafft Gemeinschaft in Pubs und Hallen und feiert in den großen Festivals die einzigartige kulturelle Identität einer windgeformten, insularen Welt – ein Ort, wo ein Fiddle-Tune oder ein Ceilidh-Tanz die Seele der Inseln einfängt und Besucher herzlich willkommen heißt.

Kleidung

Traditionell waren die Kleidungsstücke auf Orkney aus robusten Materialien gefertigt, die Schutz vor Wind, Regen und Kälte boten. Schafwolle spielte eine zentrale Rolle, da die Inseln eine lange Geschichte der Schafzucht haben. Pullover, Mäntel und Decken aus Wolle waren nicht nur wärmeisolierend, sondern auch wetterfest. Die Wollproduktion wurde lokal verarbeitet, sodass viele Familien über Generationen hinweg ihre eigene Kleidung herstellten oder färbten. Die Farben und Muster der Stoffe waren oft schlicht, manchmal aber auch regional typisch, mit Karos oder Streifen, die auf lokale Webtraditionen hinweisen.

Die traditionelle Tracht der Orkneys, wie sie bei besonderen Anlässen getragen wurde, hatte Elemente, die sowohl die schottische als auch die nordische Geschichte widerspiegelten. Männer trugen meist Wollhosen, Hemden und schwere Strickpullover, ergänzt durch Mäntel und Schals aus Wolle. Bei festlichen Gelegenheiten kamen oft Kilts oder kiltähnliche Wollröcke zum Einsatz, teilweise kombiniert mit Gürteln und traditionellen schottischen Accessoires wie Sporrans. Frauen trugen lange Kleider oder Röcke aus Wolle, kombiniert mit Schürzen, Strickjacken und Tüchern. Die Kleidung war praktisch, zugleich aber Ausdruck der sozialen Zugehörigkeit und handwerklicher Fertigkeit, da viele Stücke selbst hergestellt oder individuell angepasst wurden.

Accessoires und Kopfbedeckungen spielten eine wichtige Rolle für den Schutz vor dem rauen Klima. Wollmützen, gestrickte Hauben und Tücher waren weit verbreitet, ebenso wie robuste Lederschuhe oder Stiefel. Für die Arbeit auf den Feldern, in der Fischerei oder bei handwerklichen Tätigkeiten mussten die Kleidungsstücke strapazierfähig sein, während bei Feierlichkeiten oft dekorative Elemente hinzukamen, um den festlichen Charakter zu betonen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Tracht auf Orkney stark verändert. Der Alltag ist heute von moderner, wetterfester Kleidung geprägt, oft aus synthetischen Materialien wie Gore-Tex oder Fleece, die Wind- und Wasserschutz mit Leichtigkeit verbinden. Traditionelle Elemente werden vor allem bei kulturellen Veranstaltungen, Festen und Folklore-Darbietungen sichtbar, etwa bei den Orkney Games, bei kirchlichen Festen oder bei historischen Nachstellungen. Dort werden historische Wollkleider, Kilts, Schals und andere traditionelle Accessoires getragen, um das kulturelle Erbe der Inseln erlebbar zu machen.

Kulinarik und Gastronomie

Orkney bietet eine bodenständige und qualitativ hochstehende Inselküche, die stark von lokalen Ressourcen, dem maritimen Umfeld und der traditionellen Landwirtschaft geprägt ist; sie verbindet frische, saisonale Zutaten mit nordischer Einfachheit, schottischer Herzlichkeit und zunehmend kreativer Moderne, wobei der Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und „from field to fork“ liegt. Die Küche nutzt vor allem grasgefüttertes Rind- und Lammfleisch, fangfrische Meeresfrüchte, Wild, Käse, Getreide und Beeren, oft mit minimaler Verarbeitung, um den natürlichen Geschmack zu betonen – ein Markenzeichen ist die Klarheit der Aromen, die durch das salzige Klima und die mineralreichen Böden eine besondere Intensität erhalten.

Das Flaggschiff der orkadischen Kulinarik ist das Orkney Beef und Orkney Lamb: Grasgefüttertes Rindfleisch (meist Aberdeen Angus oder Crossbreeds) und Lamm von den windgepeitschten Weiden gelten als Premium-Produkte mit zartem Fleisch, feinem Fett und intensivem Geschmack; sie werden oft als Steaks, Braten oder in Eintöpfen serviert und tragen geschützte Herkunftsbezeichnungen oder lokale Labels wie „Orkney Gold“. Meeresfrüchte dominieren: Frischer Hummer, Krabben (Brown Crab), Jakobsmuscheln (Scallops), Muscheln, Kabeljau, Schellfisch, Seelachs und gelegentlich Hering oder Makrele werden täglich frisch gelandet und oft einfach zubereitet – gegrillt, gedämpft oder in Suppen (zum B eispiel Cullen Skink-ähnliche Fischsuppen mit geräuchertem Fisch und Kartoffeln). Die Inshore-Fischerei sorgt für höchste Frische, und viele Restaurants beziehen direkt von den Booten.

Milchprodukte und Käse sind ikonisch: Der Orkney Cheddar (von der Orkney Creamery) ist cremig, nussig und preisgekrönt, oft als „mature“ oder „vintage“ angeboten; dazu kommen Butter, Joghurt und Eiscreme aus lokaler Milch, die in vielen Cafés und Farm-Shops serviert werden. Traditionelle Gerichte umfassen Clapshot (Kartoffel-Rüben-Püree mit Butter), Mealie Pudding (Haferwurst), Bannocks (flache Haferbrotfladen), Oatcakes und Beremeal Bannocks (aus Orkney-Beremeal, einer alten Gerstensorte). Süßes wie Orkney Fudge, Shortbread und Clootie Dumpling (gedämpfter Früchtekuchen) runden das Bild ab, oft mit lokalem Whisky oder Gin verfeinert.

Die Gastronomieszene ist vielfältig, aber überschaubar: In Kirkwall dominieren das The Shore (moderne schottische Küche mit Meeresfrüchten und lokalem Fleisch), The Reel (Café mit Live-Musik und hausgemachten Speisen), Helga’s (Café mit Kuchen und herzhaften Gerichten) und The Orkney Hotel (klassische Pub-Küche). In Stromness glänzt das The Ferry Inn (mit Blick auf den Hafen, frische Fischgerichte und Steaks), Julia’s Café (hausgemachte Suppen, Sandwiches und Kuchen) und The Royal Hotel (traditionell). Auf den äußeren Inseln finden sich kleine Cafés wie das The Pier auf Westray oder The Kettletoft Inn auf Sanday, die oft saisonal öffnen und lokale Spezialitäten servieren. Viele Farm-Shops und Delis (zum Beispiel The Brig Larder in Kirkwall, Hoxa Tearooms auf South Ronaldsay) bieten Take-away oder Picknick-Sets mit Käse, Räucherfisch, Chutneys und Gebäck.

Spirituosen sind ein Highlight: Highland Park und Scapa Distillery produzieren preisgekrönte Single Malts mit maritimen, rauchigen und honigartigen Noten (Highland Park 12, 18, Dragon Legend), oft mit Tasting-Tours und Visitor-Centres. Gin boomt mit Kirkjuvagr (Orkney Distillery, mit lokalen Botanicals wie Meeresalgen), Orkney Gin Company und anderen Small-Batch-Produkten. Bierbrauereien wie Orkney Brewery (Dark Island, Red MacGregor) ergänzen das Angebot.

Festkultur

Auf Orkney gelten folgende Feiertage:

  • Neujahr (New Year’s Day) – 1. Januar
  • Zweiter Januar – 2. Januar
  • Karfreitag (Good Friday) – beweglich im März/April
  • Ostermontag (Easter Monday) – beweglich im März/April
  • Frühjahrsbankfeiertag (Early May Bank Holiday) – erster Montag im Mai
  • Frühlingsbankfeiertag (Spring Bank Holiday) – letzter Montag im Mai
  • Orkney Show / lokaler Bank Holiday – meist August
  • St. Magnus Day – 16. April (kulturell, kein gesetzlicher Feiertag)
  • Weihnachtstag (Christmas Day) – 25. Dezember
  • Zweiter Weihnachtstag / Boxing Day – 26. Dezember

Medien

Die Medienlandschaft auf den Orkney-Inseln spiegelt die enge Gemeinschaft und die Bedeutung lokaler Information wider. Trotz der vergleichsweise kleinen Bevölkerung verfügen die Inseln über eine Reihe von Zeitungen, Radiosendern und anderen Informationskanälen, die die Bewohner sowohl über lokale Ereignisse als auch über nationale und internationale Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Auf Orkney erscheinen zwei gedruckte Zeitungen, The Orcadian und Orkney Today, die regelmäßig über Nachrichten aus der Region, Kulturveranstaltungen, Politik und gesellschaftliche Entwicklungen berichten. Sie gelten als wichtige Informationsquellen für die Bewohner der Inseln und decken sowohl aktuelle Ereignisse als auch Hintergrundberichte ab. Während The Orcadian als traditionsreiche Zeitung mit langer Geschichte gilt, richtet sich Orkney Today stärker an ein jüngeres Publikum und bietet zudem eine Online-Präsenz, die es ermöglicht, auch außerhalb der Inseln über Neuigkeiten informiert zu bleiben.

Der Hörfunk spielt ebenfalls eine zentrale Rolle in der lokalen Medienversorgung. BBC Radio Orkney, die lokale Dependance von BBC Radio Scotland, sendet zweimal täglich und bietet dabei aktuelle Berichte, Hintergrundinformationen und kulturelle Beiträge aus der Region. Die Programme sind speziell auf die Bedürfnisse der Inselbewohner zugeschnitten und berichten regelmäßig über Themen wie Wetter, Verkehr, Veranstaltungen und die lokale Politik. Ergänzend dazu existiert mit The Superstation Orkney eine kommerzielle Rundfunkstation, die von Kirkwall aus sendet und ein vielfältiges Musik- und Unterhaltungsprogramm kombiniert mit Nachrichten aus der Region.

Darüber hinaus sind auf Orkney auch Radiostationen aus dem schottischen Festland empfangbar. Moray Firth Radio ist über AM auf ganz Orkney und über FM bis Thurso empfangbar, während Caithness FM ebenfalls auf den Inseln empfangen werden kann. Diese Sender erweitern das Informationsangebot und sorgen dafür, dass die Inselbewohner zusätzlich zu lokalen auch regionale Nachrichten aus Nordschottland erhalten.

Kommunikation

Das Kommunikationssystem auf Orkney ist sehr gut ausgebaut. Das Telefonieren mit Handy ist auf der ganzen Inselgruppe möglich.

Sport

Traditionelle Sportarten spielen eine zentrale Rolle auf Orkney. Historisch bedeutend sind die sogenannten Orkney Games, die jährlich stattfinden und eine Mischung aus leichten Athletikdisziplinen, traditionellen Spielen und Highland-Events wie Baumstammwerfen und Hammerwerfen bieten. Diese Veranstaltungen pflegen nicht nur den sportlichen Wettbewerb, sondern auch das kulturelle Erbe der Inseln.

Fußball ist die populärste organisierte Sportart. Auf Mainland gibt es mehrere Amateurvereine, die sowohl Jugend- als auch Seniorenmannschaften betreiben. Kirkwall Amateurs und Stromness FC sind bekannte Clubs, die regelmäßig an regionalen Wettbewerben teilnehmen. Fußballplätze sind über die Insel verteilt, oft in der Nähe der Ortschaften, und dienen sowohl für Trainings als auch für lokale Turniere.

Rugby und Cricket sind ebenfalls vertreten, wenn auch in kleinerem Umfang. Der Rugbyclub von Kirkwall zieht Spieler aus der gesamten Inselgruppe an und beteiligt sich an regionalen schottischen Ligen. Cricket hat auf den Orkneys eine lange Tradition, besonders bei älteren Generationen, und kleinere Teams treffen sich regelmäßig zu Freundschaftsspielen in den Sommermonaten.

Wassersportarten sind aufgrund der Inselgeographie besonders beliebt. Segeln, Kajakfahren, Windsurfen und Stand-Up-Paddling werden rund um die Küste angeboten. Die Gewässer rund um Mainland sind ideal für solche Aktivitäten, besonders in der Nähe von Stromness und Scapa Flow, einem historischen Hafen, der heute auch als Trainings- und Regattastätte dient. Viele Anbieter bieten Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an, und regelmäßig finden Regatten und Wettbewerbe statt.

Golf erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Der Orkney Golf Club in Kirkwall, einer der ältesten Schottlands, bietet einen 18-Loch-Platz mit Ausblick auf die Küste. Golf wird von Einheimischen wie Besuchern gleichermaßen genutzt, und Turniere ziehen Spieler aus ganz Schottland an.

Leichtathletik, Laufen und Radfahren sind auf Mainland weit verbreitet, da die Insel zahlreiche ruhige Straßen und malerische Wege bietet. Es gibt organisierte Laufveranstaltungen wie den Orkney Marathon, der die landschaftlichen Highlights der Inseln in einem sportlichen Format erlebbar macht. Radfahrer genießen besonders die Küstenrouten und die Verbindung kleiner Dörfer, wobei sowohl Freizeit- als auch Profiradfahrer auf ihre Kosten kommen.

Indoor-Sport und Fitness werden in den größeren Orten wie Kirkwall gepflegt. Sporthallen, Fitnessstudios und Schwimmbäder bieten Volleyball, Badminton, Gymnastik, Yoga und Schwimmkurse an. Diese Einrichtungen sind für die Inselgemeinschaft zentral, da sie sowohl Freizeit- als auch Breitensport fördern.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten Persönlichkeiten Orkneys sind:

  • George Sinclair (1550 bis 1612), schottischer Gelehrter, Philosoph und Mathematiker
  • John Gow (um 1698 bis 1725), Pirat
  • Patrick Sellar (1780 bis 1851), Anwalt und Verwalter, bekannt durch die Highland Clearances
  • John Rae (1813 bis 1893), Polarforscher und Arzt, bekannt für die Erforschung der Nordwestpassage
  • Edwin Muir (1887 bis 1959), Schriftsteller
  • Eric Linklater (1899 bis 1974), Schriftsteller
  • George Mackay Brown (1921 bis 1996), Schriftsteller und Dichter
  • Stuart Kinnaird (1924 bis 2002), Historiker und Archäologe, spezialisiert auf Orkney-Geschichte
  • Sir Peter Maxwell Davies (1934 bis 2016), Komponist
  • Mary Scanlan (1940 bis 2010), Musikerin und Sängerin traditioneller Orkney-Folklore
  • Chris Stout (* 1976), Violinist und Komponist, prägend für die moderne Orkney-Musikszene
  • Laura Bowe (* 1985), zeitgenössische Künstlerin und Autorin aus Orkney, tätig in Literatur und bildender Kunst

Fremdenverkehr

Die Orkney-Inseln gelten als faszinierendes Reiseziel für Kultur-, Natur- und Geschichtsinteressierte. Die größte Insel, Mainland, bildet das Herz der Orkneys und zieht die meisten Besucher an, da sie sowohl landschaftlich als auch kulturell viel zu bieten hat. Besonders beeindruckend sind die prähistorischen Stätten, wie das UNESCO-Weltkulturerbe von Skara Brae, eine etwa 5000 Jahre alte neolithische Siedlung, sowie der Ring of Brodgar und Standing Stones of Stenness, beeindruckende Steinkreise und Henge-Anlagen, die einen Einblick in die frühzeitliche Geschichte der Inseln geben.

Neben der Geschichte bietet Mainland auch eine abwechslungsreiche Natur: dramatische Küstenlinien, weite Moorlandschaften und zahlreiche Vogelbeobachtungsmöglichkeiten, insbesondere für Arten wie Papageientaucher, Basstölpel oder Seeadler. Wander- und Fahrradrouten entlang der Küste oder durch die kleinen Dörfer ermöglichen es Besuchern, die Insel authentisch zu erleben. In Kirkwall, der Hauptstadt der Orkneys, finden sich darüber hinaus Museen, Galerien und historische Kirchen wie die imposante St. Magnus Cathedral, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde.

Der Fremdenverkehr auf Mainland ist gut entwickelt, ohne die ruhige, naturnahe Atmosphäre der Inseln zu beeinträchtigen. Für Übernachtungen gibt es eine breite Auswahl: Hotels reichen von gemütlichen, familiengeführten Häusern in Kirkwall bis hin zu luxuriösen Landhotels in ländlicher Umgebung. Wer ein authentisches Inselleben erleben möchte, kann in Bed & Breakfasts oder Guesthouses übernachten, die oft in historischen Gebäuden untergebracht sind. Für längere Aufenthalte bieten sich Ferienwohnungen, Cottages oder Farmstays an, die Privatsphäre und Selbstversorgung ermöglichen. Campingplätze, sowohl für Zelte als auch für Wohnmobile, sind ebenfalls vorhanden und erlauben es, die Natur direkt vor der Tür zu genießen.

Die Infrastruktur ist auf Touristen gut eingestellt: Mietwagen und Fahrradverleihe erleichtern die Erkundung der Insel, während lokale Restaurants und Cafés regionale Spezialitäten wie frischen Fisch, Meeresfrüchte oder Orkney-Käse anbieten. Wer an organisierten Ausflügen interessiert ist, kann Bootstouren zu abgelegenen Inseln unternehmen oder geführte Wanderungen buchen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wenn das Wetter mild ist und viele Attraktionen, wie die Vogelbeobachtung oder Bootsfahrten, optimal nutzbar sind.

Sport

Fußball ist die populärste Mannschaftssportart mit der Orkney Football Association, die lokale Ligen und Cups organisiert, darunter die Orkney Amateur Football Association mit Teams wie Stromness Athletic, Thorfinn, Dounby, Hotspurs oder East United, die in der Orkney League spielen; Spiele finden auf einfachen Plätzen statt, oft bei starkem Wind, und ziehen trotz kleiner Zuschauerzahlen leidenschaftliche Unterstützung an, mit Highlights wie dem County Cup-Finale oder Inter-Island-Matches gegen Shetland. Rugby hat eine wachsende Szene, vor allem durch den Orkney Rugby Club in Kirkwall, der in schottischen Ligen spielt und Jugendprogramme fördert, während Gaelic Football und Shinty (Camánachd) kleinere, aber engagierte Gruppen haben, oft mit irischen oder highland-schottischen Wurzeln.

Leichtathletik und Ausdauersport blühen durch die Orkney Athletics Club, die Läufe, Cross-Country und Multisport-Events organisiert, darunter den berühmten Orkney Marathon (jährlich im Juni), den Orkney Triathlon (Schwimmen im Meer, Radfahren über die Inseln, Laufen) und den Stromness 10K; viele Orcadians nehmen an Highland Games teil, mit Disziplinen wie Hammerwerfen, Gewichtheben, Caber Toss und Highland Dancing, die bei den jährlichen Orkney Highland Games (meist im August) ausgetragen werden. Schwimmen und Wassersport sind aufgrund der Küstenlage zentral: Die Orkney Swim Squad trainiert in Hallenbädern (Pickaquoy Centre in Kirkwall), während Wild Swimming in Lochs und am Meer beliebt ist, trotz kalter Wassertemperaturen; Segeln, Rudern und Kajakfahren nutzen Scapa Flow und die Sounds, mit Clubs wie dem Stromness Sailing Club oder dem Orkney Rowing Club, die Regatten und Touren veranstalten. Golf hat eine lange Tradition mit mehreren Plätzen, darunter der Stromness Golf Club (älteste Links-Platz auf den Inseln, 1882 gegründet), der Kirkwall Golf Club und der Birsay Links, oft als windig und anspruchsvoll beschrieben, mit spektakulären Ausblicken.

Outdoor- und Abenteuersportarten gewinnen an Bedeutung: Radfahren (Orkney ist Teil des North Coast 500-ähnlichen Netzes mit ruhigen Straßen), Wandern (z. B. auf Hoy zum Old Man of Hoy oder über die Churchill Barriers), Klettern (an Klippen wie Yesnaby) und Angeln (Forellen in Lochs, Meeresangeln) sind weit verbreitet. Der Pickaquoy Centre in Kirkwall ist das Sportzentrum mit Schwimmbad, Fitnessräumen, Sporthallen, Kletterwand und Squash-Courts, wo viele Vereine trainieren und Events stattfinden; es beherbergt auch das Orkney Island Games (alle zwei Jahre, mit Wettkämpfen in Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, Badminton und mehr gegen andere Inseln). Jugend- und Breitensport werden stark gefördert: Schulen organisieren Turniere, und Initiativen wie Active Schools bringen Kinder zu Fußball, Netball, Hockey oder Tanz.

Literatur

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Orkney Tourismus = https://www.orkney.com/

Visit Scotland: Orkney = https://www.visitscotland.com/de-de/places-to-go/islands/orkney

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