Long Island (Yuma)
Das bahamaische Long Island für seinen starken Kontrast zwischen wilden Klippen und Höhlen an der Atlantikküste im Osten und ruhigen, weißen Sandstränden an der Westküste. Zu den touristischen Anziehungspunkten zählen das Dean’s Blue Hole, eines der tiefsten wassergefüllten Dolinen der Welt, „Bonefishing“ (Sportfischen in seichten Gewässern nach dem räuberischen Knochenfisch) sowie die historische Columbus-Landestelle am Cape Santa Maria.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Long Island |
| alternative Bezeichnungen | Yuma (lucayan), Fernandina (1492), Saomete, Xumete, Youmeta, Youma, Xuma, Easuma (16. Jahrhundert) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | echte Insel |
| Inselart | Kalksteininsel |
| Gewässer | Atlantisher Ozean (Atlantic Ocean) |
| Inselgruppe | Bahamas (The Bahamas) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Bahamas (Commonwealth of The Bahamas) |
| Gliederung | 41 settlements (Siedlungen) |
| Status | Inselbezirk (island district) |
| Koordinaten | 23°10' N, 75°10' W |
| Entfernung zur nächsten Insel | 80 m (Galliot Cay), 28,4 km (Little Exuma) |
| Entfernung zum Festland | 537,5 km (Homestead / Florida) |
| Fläche | 448 km² / 173 mi² (Verwaltungsgebiet 596 km² / 230 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 0 km² / 0 mi² (0 %) |
| maximale Länge | 104,5 km (NNW-SSO) |
| maximale Breite | 6,7 km (ONO-WSW) |
| Küstenlänge | 360 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Atlantisher Ozean) |
| höchste Stelle | 54 m (Mortimer's Hill) |
| relative Höhe | 54 m |
| mittlere Höhe | 3 m |
| maximaler Tidenhub | 0,9 bis 1,4 m (Clarence Harbour 1,31 m) |
| Zeitzone | EST (Eastern Standard Time / Östliche Standardzeit, UTC-4) |
| Realzeit | UTC minus 4 Stunden 59 Minuten bis 5 Stunden 1 Minute |
| Einwohnerzahl | 2.718 (2022) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 6,07 |
| Inselzentrum | Clarence Harbour |
Name
Die ersten bekannten Bewohner waren die Lucayan, ein Zweig der Taíno-Völker, die sich ab etwa dem 8. Jahrhundert im bahamanischen Archipel niederließen. In ihrer Sprache nannten sie die Insel Yuma, was in der Forschung als „mittleres hohes Land“ oder „mittleres Hochland“ gedeutet wird. Dieser Name spiegelt vermutlich die Lage der Insel im Verbund der umliegenden Eilande wider und war nicht der einzige überlieferte Ausdruck; in spanischen Aufzeichnungen des 16. Jahrhunderts tauchen verwandte Formen wie Saomete, Xumete, Youmeta, Youma, Xuma oder Easuma auf. Eine dieser Bezeichnungen wurde später auf die benachbarten Exuma-Inseln übertragen, die ihren heutigen Namen daraus ableiten.
Als Christoph Kolumbus 1492 die Bahamas erreichte, besuchte er nach dem Tagebuch seiner ersten Reise mehrere Inseln. Einige Historiker, darunter Samuel Eliot Morison und Joseph Judge, identifizieren Long Island als die dritte Insel, die er betrat und der er den Namen Fernandina gab – zu Ehren des spanischen Königs Ferdinand, der seine Expedition mitfinanziert hatte. Kolumbus soll die Insel als besonders schön beschrieben haben. Diese Identifikation ist jedoch umstritten, die Bezeichnung Fernandina wird verschiedentlich auch anderen Inseln wie Great Exuma, Andros oder Little Inagua zugeordnet. Unabhängig davon blieb der Name Fernandina in den frühen europäischen Karten und Berichten für eine Zeit lang mit dem Gebiet verbunden, während der lucayanische Name Yuma in den Berichten über die Insel weiterlebte.
Nach dem Verschwinden der Lucayan, die von den Spaniern versklavt und verschleppt wurden, lag die Insel lange Zeit weitgehend unbewohnt. Erst im 18. Jahrhundert begannen britische Siedler, darunter die Familie Simms um 1720 und später in größerer Zahl amerikanische Loyalisten nach dem Unabhängigkeitskrieg, die Insel zu besiedeln. In dieser Zeit setzte sich allmählich der heutige Name Long Island, also „lange Insel“, durch. Er ist rein deskriptiv und bezieht sich auf die auffällige Form. Das Eiland erstreckt sich über mehr als 100 km in nord-südlicher Richtung und ist an keiner Stelle breiter als etwa vier Meilen. Seeleute und Kartografen nannten sie so, weil die Passage entlang der Küste ungewöhnlich lange dauerte. Der Name ist also kein Produkt einer offiziellen Umbenennung durch eine koloniale Behörde, sondern entstand aus der praktischen Seefahrersprache und setzte sich im englischen Sprachgebrauch durch, während die älteren Bezeichnungen Yuma und Fernandina allmählich in den Hintergrund traten. Die offizielle Tourismusbehörde der Bahamas nutzt die neuerdings die indianische Bezeichnung Yuma aktiv auf ihren offiziellen Plattformen, um die vorkolumbische Geschichte der Insel hervorzuheben.

- international: Long Island
- amharisch: ሎንግ አይላንድ [Long Ayland]
- arabisch: لونغ آيلاند [Lūng Āylānd]
- armenisch: Լոնգ Այլենդ [Long Aylend]
- bengalisch: লং আইল্যান্ড [Laṃ Āilẏāṇḍ]
- birmanisch: လောင်ကျွန်း [Laung Kyun]
- bulgarisch: Лонг Айлънд [Long Aylǎnd]
- chinesisch: 朗岛 [Lǎng Dǎo]
- georgisch: ლონგ-აილენდი [Long-Ailendi]
- griechisch: Λονγκ Άιλαντ [Long Áilant]
- gudscheratisch: લોંગ આઇલેન્ડ [Lōṅg Āilēṇḍ]
- hebräisch: לונג איילנד [Long Ayland]
- hindi: लॉन्ग आइलैंड [Lŏng Āilैṇḍ]
- japanisch: ロングアイランド [Rongu Airando]
- kambodschanisch: ឡុងអាយឡែន [Long Aylên]
- kanaresisch: ಲಾಂಗ್ ಐಲ್ಯಾಂಡ್ [Lāṅg Ailāṇḍ]
- kasachisch: Лонг-Айленд [Long-Aylend]
- koreanisch: 롱아일랜드 [Rong Aillaendeu]
- laotisch: ລອງໄອແລນ [Long Ailēn]
- makedonisch: Лонг Ајленд [Long Ajlend]
- malayalam: ലോങ് ഐലൻഡ് [Lōṅg Ailaṇḍ]
- maldivisch: ލޮންގް އައިލެންޑް [Long Aylend]
- marathisch: लॉन्ग आयलंड [Lŏng Āylaṇḍ]
- nepalesisch: लङ आइल्याण्ड [Laṅ Āilyāṇḍ]
- orissisch: ଲଙ୍ଗ ଆଇଲାଣ୍ଡ [Laṅga Āilāṇḍ]
- pandschabisch: ਲੌਂਗ ਆਈਲੈਂਡ [Lŏṅg Āilੈਂḍ]
- paschtunisch: لونګ آیلنډ [Long Āylend]
- persisch: لانگ آیلند [Lāng Āylend]
- russisch: Лонг-Айленд [Long-Aylend]
- serbisch: Лонг Ајленд [Long Ajlend]
- singhalesisch: ලෝන්ග් අයිලන්ඩ් [Lōng Ailaṇḍ]
- tamilisch: லாங் ஐலண்ட் [Lāṅ Ailaṇṭ]
- telugu: లాంగ్ ఐలాండ్ [Lāṅg Āilāṇḍ]
- thai: ลองไอแลนด์ [Long Ai-laen]
- tibetisch: ལོང་ཨའི་ལེནཌ་ [Long Ailend]
- ukrainisch: Лонг-Айленд [Lonh-Ailend]
- urdu: لانگ آئی لینڈ [Lāng Āī Laind]
- weißrussisch: Лонг-Айленд [Long-Aylend]
Offizieller Name: Long Island
- Bezeichnung der Bewohner: Long Islanders (Long Islander)
- adjektivisch: long island (long islander)
Kürzel:
- Code: LI / LGI
- Kfz: -
- ISO-Code: BS-LGI
Lage
Long Island liegt im südöstlichen Zentrum der Bahamas, über 250 km südöstlich der Hauptstadt Bahamas Nassau, auf durchschnittlich 23°10‘ n.B. und 75°06‘ w.L..

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 23°41‘15“ n.B. (North End)
- südlichster Punkt: 22°51‘02“ n.B. (Cape Verde)
- östlichster Punkt: 74°49‘44“ w.L. (South Point)
- westlichster Punkt: 75°20‘42“ w.L. (Cape Santa Maria) bzw. 75°20‘45“ w.L. (Galliot Cay)
Entfernungen:
- Galliot Cay 80 m
- Little Exuma 28,4 km
- Rum Cay 33,7 km
- Great Exuma 41,5 km
- Cat Island 50,3 km
- San Salvador 80,5 km
- Kuba 233 km
- Nassau / New Providence 254 km
- Homestead / Florida 537,5 km
Zeitzone
Auf Long Island Eastern Standard Time (Östliche Standard-Zeit), abgekürzt EST (OZ), von Ende April bis Oktober die Eastern Daylight Time (Östliche Sommerzeit), kurz EDT (OSZ), jeweils 5 Stunden hinter der MEZ. Die Realzeit liegt um 4 Stunden 59 Minuten bis 5 Stunden und 1 Minute hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).
Fläche
Long Island hat eine Gesamtfläche von 448 km² bzw. 173 mi², als Verwaltungseinheit inklusive mariner Flächen 596 km² bzw. 230 mi². Sie ist von Nordnordwest nach Südsüdost 104,5 km lang und bis zu 6,7 km breit. Die Küste hat eine Gesamtlänge von knapp 360 km mit einem maximalen Tidenhub von 0,9 bis 1,4 m, in Clarence Harbour 1,31 m. Höchster Punkt ist der Mortimer’s Hill mit 54 m. Die mittlere Seehöhe beträgt rund 3 m.
Geologie
Long Island ist Teil der Bahama-Plattform und geprägt durch die wiederholten Schwankungen des Meeresspiegels während des Quartärs. Die freigelegten Gesteine der Bahamas und insbesondere Long Islands bestehen nahezu ausschließlich aus Karbonatgesteinen des späten Känozoikums, wobei die oberflächennahen geologischen Formationen überwiegend dem mittleren und späten Pleistozän sowie dem Holozän angehören. Es handelt sich hauptsächlich um Kalksteine, die aus den Ablagerungen kalkschaliger Meeresorganismen, Korallen, Muscheln und anderer karbonatbildender Lebewesen hervorgegangen sind. Hinzu kommen verfestigte Ablagerungen aus karbonatischem Sand, die ursprünglich als Strand- und Dünenablagerungen entstanden. Silikatische Gesteine spielen im oberflächennahen geologischen Aufbau der Insel praktisch keine Rolle.
Long Island liegt auf dem östlichen Rand der Great Bahama Bank, einer ausgedehnten Karbonatplattform, deren Untergrund aus mächtigen Kalksteinablagerungen besteht. Die Plattform entstand über geologische Zeiträume hinweg durch die kontinuierliche Produktion und Ablagerung von Karbonatmaterial in warmen, flachen tropischen Meeresgewässern. Die geringe Wassertiefe, die hohen Wassertemperaturen und die intensive biologische Karbonatproduktion begünstigten die Bildung mächtiger Sedimentkörper. Die heute sichtbaren Gesteinsformationen der Insel stellen jedoch nur den oberflächennahen Teil dieser wesentlich umfangreicheren geologischen Ablagerungsfolge dar.
Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der heutigen Inseloberfläche spielten die wiederholten glazioeustatischen Meeresspiegelschwankungen des Quartärs. Während der Kaltzeiten wurde ein erheblicher Teil des Wassers der Weltmeere in kontinentalen Eisschilden gebunden, wodurch der Meeresspiegel sank und große Bereiche der Bahama-Plattform trockenfielen. Die zuvor unter Wasser entstandenen Karbonatsedimente waren dann der atmosphärischen Verwitterung ausgesetzt. Niederschlagswasser löste den Kalkstein teilweise auf, erweiterte vorhandene Klüfte und schuf ein ausgeprägtes Karstsystem. Gleichzeitig bildeten sich auf den freiliegenden Flächen Verwitterungsböden, die häufig rötliche bis rotbraune Farbtöne aufweisen.
Während der anschließenden Warmzeiten und Zwischeneiszeiten stieg der Meeresspiegel wieder an, sodass die flachen Karbonatplattformen erneut überflutet wurden. In den warmen, lichtdurchfluteten Gewässern setzte die intensive Ablagerung von Kalksedimenten ein. Dabei entstanden unterschiedliche Ablagerungsfazies, abhängig davon, ob sich das Material unterhalb des Meeresspiegels, im Gezeitenbereich oder oberhalb der Wasserlinie ablagerte. In den subtidalen Bereichen bildeten sich vorwiegend karbonatische Sedimente aus Kalkschlamm, Ooiden und biogenen Bestandteilen. Im Gezeitenbereich kamen Strand- und Flachwasserablagerungen hinzu. Oberhalb der Wasserlinie wurden karbonatische Sande durch Wind verfrachtet und zu Dünen aufgehäuft, die sich im Laufe der Zeit verfestigten und sogenannte Äolianite bildeten. Diese verfestigten Dünenkalke stellen einen wesentlichen Bestandteil der heutigen Inseloberfläche dar.
Auf Long Island dominieren in den tiefer gelegenen Bereichen vor allem subtidale und küstennahe Ablagerungen, während in Höhenlagen oberhalb von ungefähr sechs Metern Äolianite besonders verbreitet sind. Sie kommen allerdings nicht ausschließlich in diesen höheren Bereichen vor, sondern treten in unterschiedlichen Höhenlagen auf. Die Äolianite bestehen überwiegend aus feinkörnigem bis mittelkörnigem karbonatischem Sand, der häufig aus Ooiden, Bruchstücken von Muschelschalen, Korallen, Foraminiferen und anderen kalkhaltigen Organismenresten zusammengesetzt ist. Durch die Verfestigung der ursprünglich lockeren Dünenkörper entstanden widerstandsfähige Kalksteinrücken, die heute stellenweise das Relief der Insel bestimmen. Typisch sind schräg geschichtete Sedimentlagen, die auf die frühere Bewegungsrichtung der Dünen zurückgehen. Wurzelröhren und durch Pflanzenwurzeln entstandene Hohlräume sind ebenfalls verbreitete Strukturen innerhalb dieser Gesteine.
Die einzelnen Ablagerungsphasen sind durch sogenannte Terra-rossa-Paläoböden voneinander getrennt. Dabei handelt es sich um meist dünne, rötliche bis rotbraune fossile Bodenhorizonte, die sich während längerer Phasen der subaerischen Verwitterung auf den trockengefallenen Karbonatplattformen bildeten. Ihre charakteristische Färbung geht auf die Anreicherung unlöslicher Rückstände und eisenhaltiger Bestandteile zurück, während der überwiegende Anteil des Kalksteins durch Niederschlagswasser gelöst wurde. Diese fossilen Böden dokumentieren somit Zeiträume, in denen die betreffenden Ablagerungsflächen nicht mehr vom Meer bedeckt waren. Zusammen mit den darüber- und darunterliegenden Kalksteinschichten ermöglichen sie die zeitliche Gliederung der geologischen Abfolge.
Eine im Dezember 2025 veröffentlichte geologische Untersuchung erfasste auf Long Island erstmals systematisch acht lithostratigraphische beziehungsweise allostratigraphische Einheiten, deren Entstehung vom mittleren Pleistozän bis in das späte Holozän reicht. Die Wissenschaftler untersuchten dafür die Geländeformen, Sedimentstrukturen und Gesteinszusammensetzungen und kombinierten diese Befunde mit verschiedenen geochronologischen Datierungsmethoden. Dazu gehörten Strontiumisotopenanalysen, Uran-Thorium-Datierungen, Aminosäureracemisierung und Radiokarbondatierungen. Die Ergebnisse ermöglichten eine detaillierte Zuordnung der einzelnen Ablagerungskörper zu unterschiedlichen Meeresspiegel- und Klimaphasen. Die meisten Einheiten bestehen aus äolischen Kalksandablagerungen, örtlich treten aber auch Riffkalke sowie strandnahe und andere marine Sedimente auf.
Zu den ältesten nachgewiesenen Gesteinskomplexen gehört die Owl's Hole Formation aus dem mittleren Pleistozän. Sie besteht überwiegend aus stark verfestigten und teilweise tiefgründig verkarsteten äolischen Kalksandablagerungen, enthält aber auch untergeordnet Sedimente aus flachmarinen Ablagerungsräumen. Ihre Entstehung erstreckte sich über mehrere Warmzeitphasen. Datierungen und stratigraphische Vergleiche weisen auf ein Alter von mehreren Hunderttausend Jahren hin. Die Gesteine sind gegenüber den jüngeren Formationen stärker verwittert und diagenetisch verändert. Sie bilden örtlich ältere Kalksteinrücken und Geländeabschnitte, die im Laufe der jüngeren Ablagerungsphasen teilweise überdeckt wurden.
Eine weitere wichtige Einheit ist die Grotto Beach Formation aus dem späten Pleistozän. Sie umfasst Ablagerungen aus der letzten großen Zwischeneiszeit, insbesondere der sogenannten Eem-Warmzeit beziehungsweise des marinen Isotopenstadiums MIS 5e vor ungefähr 129.000 bis 116.000 Jahren. Während dieser Periode lag der Meeresspiegel deutlich höher als während der vorausgegangenen Kaltzeit. Auf Long Island konnten zwei voneinander unterscheidbare Phasen des Riffwachstums nachgewiesen werden, die auf ungefähr 122.900 und 119.200 Jahre vor heute datiert wurden. Die damaligen Riffkörper und Küstenablagerungen dokumentieren die zeitweilige Ausdehnung des Meeres über Bereiche, die heute oberhalb des Meeresspiegels liegen. Die Untersuchungen ergaben für Long Island relative Meeresspiegelstände von ungefähr drei Metern über dem heutigen Niveau während der ersten Hälfte dieser Warmzeit und bis zu ungefähr fünf Metern während ihrer mittleren Phase. Ein zwischen diesen beiden Riffwachstumsphasen liegender Trockenfall der betreffenden Flächen ließ sich nicht nachweisen.
Von besonderem wissenschaftlichem Interesse ist die sogenannte Dean's Bay Unit, die ebenfalls zu den pleistozänen Ablagerungen gehört und vor allem im Bereich von Dean's Bay, Clarence Town und Dean's Blue Hole nachgewiesen wurde. Sie besteht überwiegend aus hellbraunen, bioklastischen Kalksandsteinen mit zahlreichen Resten von Foraminiferen, Weichtieren, Rotalgen und anderen Meeresorganismen. Ihre sedimentologischen Merkmale, insbesondere die schräg geschichteten Ablagerungen und die charakteristischen Verfestigungsstrukturen, weisen auf eine überwiegend äolische Entstehung hin. Die Einheit wird dem marinen Isotopenstadium MIS 5a zugeordnet und entstand damit vor ungefähr 88.000 bis 74.000 Jahren. Sie ist auf Long Island vergleichsweise weit verbreitet und unterscheidet sich in ihrer Verteilung von entsprechenden Ablagerungen auf anderen Bahamasinseln.
Eine weitere Besonderheit stellt die Buckley Settlement Unit aus dem mittleren Holozän dar. Ihre Ablagerungen entstanden vor ungefähr 6.000 Jahren und bestehen hauptsächlich aus oolithischen und peloidischen Kalksandsteinen, die durch Wind zu Dünen aufgehäuft und anschließend verfestigt wurden. Sie sind unter anderem bei Buckley Settlement sowie an weiteren Stellen der Insel nachgewiesen. Ihre Entstehung steht mit der Wiederüberflutung der Bahama-Plattform nach dem Ende der letzten Eiszeit in Zusammenhang. Durch den steigenden Meeresspiegel wurden erneut große Mengen karbonatischen Sandes produziert, an die Küsten transportiert und anschließend durch Wind landeinwärts verfrachtet. Die daraus entstandenen Dünenkörper gehören zu den markanten jüngeren Kalksteinformationen Long Islands.
Die jüngsten Ablagerungen werden unter anderem der Stevens Salina Unit zugeordnet. Sie umfasst spät-holozäne, überwiegend bioklastische Sedimente, die sich aus Strand- und Dünenablagerungen zusammensetzen. Ihre Entstehung reicht bis in die vergangenen Jahrtausende zurück. Radiokarbondatierungen einzelner Proben ergaben ein Alter von ungefähr 3.760 Jahren. Diese Sedimente befinden sich vor allem entlang der Atlantikküste und bilden örtlich jüngere Strand- und Dünenkörper. Daneben existieren unverfestigte moderne Karbonatsande, die an Stränden, auf Sandbänken und in den flachen Küstengewässern abgelagert werden.
Die unterschiedlichen Kalksteinformationen unterliegen seit ihrer Ablagerung einer fortgesetzten Verkarstung. Regenwasser nimmt beim Durchtritt durch die Atmosphäre und den Boden Kohlendioxid auf und bildet dadurch eine schwache Kohlensäure, die den Kalkstein chemisch angreift. Auf diese Weise entstehen Risse, Spalten, Hohlräume und unterirdische Entwässerungssysteme. Wo größere Hohlräume an der Oberfläche einbrechen oder sich durch Lösungsvorgänge erweitern, können Dolinen und Karstsenken entstehen. Besonders ausgeprägt sind diese Prozesse in den älteren und stärker verwitterten Gesteinseinheiten. Die auf Long Island vorkommenden Höhlen, darunter Hamilton's Cave, sind Ausdruck dieser lang anhaltenden Karstentwicklung. Auch Dean's Blue Hole steht mit der Lösung und dem Einsturz beziehungsweise der Erweiterung unterirdischer Kalksteinstrukturen in Verbindung.
Die geologische Entwicklung ist eng mit der besonderen Wasserführung der Insel verbunden. Da der Kalkstein stark durchlässig und von Klüften sowie Hohlräumen durchzogen ist, versickert Niederschlagswasser vielerorts rasch im Untergrund. Oberirdische Fließgewässer sind deshalb kaum vorhanden. Unterhalb der Oberfläche kann sich jedoch eine Süßwasserlinse bilden, die auf dem dichteren Salzwasser schwimmt. Ihre Ausdehnung und Mächtigkeit hängen von der Niederschlagsmenge, der Durchlässigkeit des Gesteins und dem Meeresspiegel ab. In Küstennähe können Salzwassereinbrüche und die Entnahme von Grundwasser die Süßwasserreserven beeinträchtigen.
Eine wichtige Besonderheit der jüngeren geologischen Forschung ist die Feststellung, dass auf Long Island keine Ablagerungen nachgewiesen werden konnten, die dem sogenannten French Bay Member entsprechen, das auf anderen Bahamasinseln mit der Überflutungsphase zu Beginn der letzten Zwischeneiszeit in Verbindung gebracht wird. Diese Beobachtung ist bedeutsam, weil sie bisherige Vorstellungen über die Ablagerung und Erhaltung transgressiver Sedimente auf den Bahama-Plattformen infrage stellt. Die geologischen Schichten dokumentieren somit nicht nur die wiederholten Meeresspiegelschwankungen, sondern zeigen auch, dass die Sedimentbildung und die spätere Erhaltung der Ablagerungen von den jeweiligen lokalen Bedingungen abhängig waren.
Landschaft
Long Island ist eine langgezogene, flache Insel mit etlichen Seen und Kliffen. Die Nordostseite von Long Island ist bekannt für ihre steilen felsigen Landzungen, während die Südwestküste für ihre breiten weißen Strände mit weichem Sand bekannt ist. Das Gelände ist auf der gesamten Insel sehr unterschiedlich und umfasst weiße, flache Flächen, aus denen Salz gewonnen wird, Sumpfgebiete, Strände sowie schräge (im Norden) und niedrige (im Süden) Hügel.
Die Ostküste besitzt einen ausgesprochen rauen Charakter. Hier fällt das Kalksteinplateau vielerorts steil zum Meer ab und bildet Felswände, Klippen, vorspringende Landzungen und kleine felsige Buchten. Besonders im nördlichen und nordöstlichen Abschnitt sind die Küstenformationen markant ausgeprägt. Die Brandung des Atlantiks trifft unmittelbar auf die Felsen und hat im Laufe der Zeit zahlreiche Spalten, Nischen und Höhleneingänge herausgearbeitet. Zwischen den felsigen Abschnitten finden sich kleinere Strände, teilweise mit rosafarbenem Sand, der seine Färbung unter anderem den zerriebenen Überresten kalkschaliger Meeresorganismen verdankt. Bei Stella Maris und entlang der nordöstlichen Küste treten solche Strandabschnitte besonders deutlich hervor. Die Küstenlinie ist hier stärker gegliedert und wesentlich weniger von den ausgedehnten flachen Sandstränden geprägt, die für die Westseite typisch sind.
Im Gegensatz dazu fällt die Westküste überwiegend sanft zum Meer ab. Sie liegt im Wind- und Wellenschutz der Insel und grenzt an die flachen Gewässer der Great Bahama Bank. Die Ufer werden von langen weißen und hellgelben Sandstränden, niedrigen Dünen, flachen Buchten und ausgedehnten Sandbänken bestimmt. Das Wasser ist vielfach ruhig und besitzt aufgrund der geringen Tiefe und des hellen Kalksandbodens eine ausgeprägte türkisfarbene bis hellblaue Färbung. Zu den bekanntesten Küstenlandschaften gehört Cape Santa Maria an der Nordwestspitze. Der Strand erstreckt sich über mehrere Kilometer und zeichnet sich durch feinen, hellen Sand sowie einen flach abfallenden Meeresboden aus. Kleine vorgelagerte Cays und Riffbereiche ergänzen das Landschaftsbild. Weiter südlich wechseln sich geschützte Buchten, flache Küstenabschnitte und Mangrovenbestände ab.
Eine der auffälligsten Landschaftsformen der Insel sind die zahlreichen Höhlen und unterirdischen Kalksteinformationen. Besonders bekannt ist Hamilton’s Cave im Inselinneren, südlich von Salt Pond. Sie gilt als eines der größten Höhlensysteme der Bahamas und besteht aus einem weit verzweigten Netzwerk natürlicher Hohlräume, Gänge und Kammern. An den Decken und Wänden befinden sich Tropfsteinbildungen und andere durch die Auflösung und Wiederausfällung des Kalksteins entstandene Strukturen. Die Höhle besitzt auch archäologische Bedeutung: In ihr wurden in den 1930er-Jahren Überreste und Gegenstände der vor der europäischen Kolonisation hier lebenden Lucayaner entdeckt. Die Höhlen dienten diesen indigenen Bewohnern als Aufenthalts- und möglicherweise auch als Schutzräume. Neben Hamilton’s Cave gibt es weitere kleinere Höhlen und Karsthohlräume, die das unterirdische Landschaftsbild der Insel prägen.
Eine geologische Besonderheit von internationaler Bekanntheit ist Dean’s Blue Hole an der Westküste bei Clarence Town. Dabei handelt es sich um eine kreisförmige bis leicht ovale, mit Meerwasser gefüllte Karstsenke, die eine Tiefe von ungefähr 202 m erreicht. Der Durchmesser an der Wasseroberfläche beträgt etwa 25 bis 37 m. In größerer Tiefe erweitert sich der unterirdische Hohlraum erheblich. Das Blue Hole liegt unmittelbar an einer geschützten Bucht und ist auf drei Seiten von einer natürlichen Felsformation umgeben, die einem Amphitheater ähnelt. Auf der vierten Seite öffnet sich die Formation zu einem hellen Sandstrand und einer türkisfarbenen Lagune. Die ungewöhnliche Verbindung aus steilen Kalksteinwänden, dunklem Tiefenwasser und flachem Küstenbereich macht den Ort zu einer der markantesten geologischen Sehenswürdigkeiten der Bahamas. Dean’s Blue Hole gehört zu den tiefsten bekannten Meeres-Karstlöchern der Welt und ist international als Austragungsort von Freitauchwettbewerben bekannt.
Auch die Binnenlandschaft weist deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Inselabschnitten auf. Im Norden wechseln sich sanft ansteigende Hügel, niedrige Kalksteinrücken und flachere Ebenen ab. Die Höhenzüge verlaufen teilweise parallel zur Küste und bilden im Nordosten eine deutlich erkennbare Landschaftskulisse. Am äußersten Nordende liegt Columbus Point, eine erhöhte Landzunge mit einem Denkmal für Christoph Kolumbus. Von hier bietet sich ein weiter Blick über den Atlantik und die nördlichen Küstenabschnitte. Im mittleren Inselbereich ist das Relief stärker gegliedert, wobei sich niedrige Hügel, flache Kalksteinflächen, Buschland und kleine Senken abwechseln. Im Süden wird die Landschaft insgesamt niedriger und flacher. Hier treten neben niedrigen Hügelzügen auch größere Feuchtgebiete, Salzflächen und ehemalige Salinenanlagen auf.
Besonders bemerkenswert sind die Feuchtgebiete an der westlichen Seite der südlichen Inselhälfte. Zu ihnen gehört Grand Pa’s Channel, ein ausgedehnter, von flachen Wasserflächen und sumpfigen Uferbereichen geprägter Küstenabschnitt. Die Landschaft besteht aus Lagunen, seichten Wasserbecken, Mangrovenbeständen und zeitweise überfluteten Niederungen. Diese Lebensräume bieten zahlreichen Wasservögeln und anderen Küstentieren geeignete Nahrungs- und Rückzugsgebiete. In den südlicheren Bereichen befinden sich außerdem die Überreste historischer Salzgewinnungsanlagen. Die früheren Salinen wurden durch künstliche Kanäle, Dämme und Becken erschlossen, die das natürliche Entwässerungssystem teilweise verändert haben. Die heute noch sichtbaren Wasserflächen und Geländestrukturen erinnern an die frühere wirtschaftliche Nutzung dieser Landschaft.
Die Vegetation ist eng an die unterschiedlichen Boden- und Feuchtigkeitsverhältnisse angepasst. Auf den trockeneren Kalksteinflächen dominieren niedrigwüchsige tropische Buschvegetation, Sträucher, Gräser und vereinzelte Bäume. In geschützten Senken und auf etwas feuchteren Standorten finden sich dichtere Gehölzbestände. An den Küsten wachsen Mangroven, insbesondere in geschützten Buchten, Lagunen und Flachwasserbereichen. Sie bilden wichtige Übergangszonen zwischen Land und Meer und tragen zur Stabilisierung der Ufer bei. Auf den offenen Kalksteinflächen ist die Vegetation dagegen häufig lückig und niedrig, während sich in den feuchteren Niederungen ausgedehntere Pflanzengesellschaften entwickeln.
Die Küstengewässer gehören ebenfalls zum landschaftlichen Erscheinungsbild Long Islands. Vor allem an der Westseite erstrecken sich ausgedehnte Flachwasserzonen mit Sandbänken, Seegrasflächen und Korallenriffen. Diese Bereiche besitzen eine hohe Bedeutung für die marine Tierwelt und bilden Lebensräume für Fische, Meeresschildkröten, Rochen und zahlreiche wirbellose Meerestiere. Die östliche Atlantikküste fällt dagegen außerhalb der vorgelagerten Riffbereiche teilweise rasch in größere Meerestiefen ab. Hier finden sich stärker exponierte Riff- und Felsformationen sowie Unterwasserhöhlen und steile Abbruchkanten. Die Gewässer rund um Long Island sind deshalb durch einen deutlichen Gegensatz zwischen den geschützten, flachen Lagunen der Westseite und den offenen, tieferen Atlantikgewässern im Osten gekennzeichnet.
Zu den landschaftlich besonders reizvollen Abschnitten gehören außerdem die zahlreichen kleineren Buchten, vorgelagerten Riffe und Cays. Vor der Westküste liegen mehrere kleine Inseln und Felsriffe, darunter Sandy Cay und Hog Cay. Letzteres befindet sich im nördlichen Inselbereich und ist von flachen Küstengewässern umgeben. Die vorgelagerten Korallenformationen schützen Teile der Küste vor stärkerer Brandung und tragen zur Entstehung der charakteristischen ruhigen Lagunenlandschaften bei. Südlich von Long Island liegt die unbewohnte Insel Conception Island, die mit ihren Küstenriffen, Stränden und natürlichen Lebensräumen eine landschaftliche Fortsetzung der Inselwelt am Rand der Bahama-Bank bildet.
Erhebung
- Mortimer’s Hill 54 m
Flora und Fauna
Die Vegetation besteht hauptsächlich aus niedrigem Buschwerk und Caribbean Pine. In der Tierwelt dominieren Vögel.
Flora
Die Pflanzenwelt von Long Island wird vor allem von tropischen, immergrünen bis halbimmergrünen Laubwäldern, trockenheitsangepassten Gehölzformationen, Buschland und Küstenvegetation geprägt. Charakteristisch ist der sogenannte Coppice, ein überwiegend aus breitblättrigen Gehölzen bestehender Trockenwald, der auf den kalkreichen Böden der Insel wächst. Im Gegensatz zu den nördlichen Bahamas, wo ausgedehnte Karibische Kiefernwälder vorkommen, dominieren auf Long Island Laubgehölze und niedrige tropische Wälder. Die Vegetation ist an die ausgeprägte Trockenzeit, die zeitweise geringen Niederschläge, die salzhaltige Meeresluft und die oftmals geringe Bodenmächtigkeit angepasst.
Eine wichtige Pflanzengesellschaft bildet der sogenannte Blackland Coppice, der vor allem im Inselinneren und auf etwas höher gelegenen Kalksteinrücken vorkommt. Diese Waldformation besitzt einen vergleichsweise geschlossenen Kronenbereich und eine größere Artenvielfalt als die meisten anderen terrestrischen Vegetationstypen der Insel. Die Bäume und Sträucher erreichen unterschiedliche Höhen und bilden stellenweise einen mehrschichtigen Bewuchs. Zu den charakteristischen Baumarten gehören der Westindische Mahagonibaum (Swietenia mahagoni), der Gum Elemi (Bursera simaruba), der Pigeon Plum (Coccoloba diversifolia), der Mastic (Sideroxylon foetidissimum), der Horseflesh-Baum (Lysiloma sabicu) und der Satin Leaf (Chrysophyllum oliviforme). Ebenfalls verbreitet sind der Poisonwood (Metopium toxiferum), der Balsam Apple beziehungsweise Autograph Tree (Clusia rosea) und verschiedene Arten aus den Familien der Hülsenfrüchtler, Wolfsmilchgewächse und Rötegewächse. Der Poisonwood besitzt einen giftigen Pflanzensaft, der bei Hautkontakt starke Reizungen hervorrufen kann.
Auf den flachgründigen, hellen Kalksteinböden und in den trockeneren Küstenbereichen tritt dagegen der sogenannte Whiteland Coppice auf. Er ist lockerer aufgebaut und besitzt eine weniger geschlossene Baumkrone. Zwischen einzelnen größeren Gehölzen wachsen zahlreiche Sträucher, Kräuter und trockenheitsresistente Pflanzen. Zu den typischen Arten gehören die Bahama-Mimose (Mimosa bahamensis), der Bahama Brasilletto (Caesalpinia vesicaria) und verschiedene kleinere Gehölze. Auch der Old Man Cactus (Pilosocereus polygonus) kommt in trockeneren und felsigen Bereichen vor. An offenen Standorten wächst die Silberdornpalme (Coccothrinax argentata), die mit ihrem schlanken Stamm und den silbrig schimmernden Blattunterseiten zu den auffälligen Palmenarten der bahamaischen Vegetation gehört. Der Whiteland Coppice bildet häufig den Übergang zwischen dem geschlossenen Inselinneren und den unmittelbar küstennahen Pflanzengesellschaften.
Besonders an den exponierten Küstenabschnitten ist die Vegetation an starke Sonneneinstrahlung, salzhaltige Gischt, Wind und zeitweilige Überflutung angepasst. Auf felsigen Küstenflächen wachsen niedrige Sträucher und Zwergsträucher, darunter der Wild Thyme (Rhachicallis americana), der Bay Cedar (Suriana maritima), der Sea Ox-eye (Borrichia arborescens) und der Buttonwood (Conocarpus erectus). Diese Pflanzen besitzen häufig kleine, ledrige oder anderweitig an Trockenheit und Salzbelastung angepasste Blätter. Auf sandigen Küstenabschnitten und hinter den Stränden treten zusätzlich Dünenpflanzen auf, die mit ihren weitreichenden Wurzelsystemen zur Stabilisierung des Sandes beitragen. Dazu gehören verschiedene Gräser, Kräuter und niedrig wachsende Sträucher.
Eine wichtige Rolle spielen die Mangrovenbestände in den geschützten Buchten, Lagunen und Feuchtgebieten der Insel. Zu den vier in den Bahamas vorkommenden Mangrovenarten gehören die Rote Mangrove (Rhizophora mangle), die Schwarze Mangrove (Avicennia germinans), die Weiße Mangrove (Laguncularia racemosa) und die Buttonwood-Mangrove (Conocarpus erectus). Besonders in den geschützten Küstenbereichen der Westseite und im Umfeld von Grand Pa's Channel bilden sie stellenweise dichte Bestände. Ihre Wurzelsysteme halten Sedimente zurück, vermindern die Erosion und bieten zahlreichen Meeresorganismen Schutz- und Aufwuchsgebiete. Zwischen den Mangroven finden sich salztolerante Kräuter und Gräser sowie Pflanzen der zeitweise überfluteten Uferzonen.
In den Feuchtgebieten und an zeitweise mit Süß- oder Brackwasser gefüllten Senken wächst eine andere Pflanzenzusammensetzung als in den trockenen Kalksteinwäldern. Hier kommen unter anderem Sumpfgräser, Binsen, Seggen, Farne und verschiedene krautige Pflanzen vor. An den Rändern der Feuchtgebiete finden sich Gehölze, die sowohl zeitweilige Überflutung als auch schwankende Salzgehalte vertragen. Die Vegetation dieser Standorte ist von der Niederschlagsverteilung und der Wasserführung abhängig. Während der regenreicheren Monate können sich größere Wasserflächen bilden, während in der Trockenzeit einzelne Senken teilweise austrocknen.
Auch die Strand- und Dünenvegetation besitzt eine besondere ökologische Bedeutung. Auf den sandigen Küstenstreifen wachsen unter anderem die Strandtraube (Coccoloba uvifera), die mit ihren großen, ledrigen Blättern und den traubenförmigen Früchten eine charakteristische Küstenpflanze der Karibik ist, sowie verschiedene salzverträgliche Sträucher. Die Strandtraube kann sowohl als niedriger Busch als auch als kleiner Baum auftreten. Ihre Früchte werden von Vögeln und anderen Tieren genutzt. Auf weniger geschützten Sandflächen wachsen niedrig bleibende Kräuter und Gräser, die den Sand festigen und die Entstehung beziehungsweise Erhaltung der Dünen unterstützen.
Die Pflanzenwelt Long Islands umfasst darüber hinaus verschiedene Kakteen, Agaven, Palmen, Orchideen und andere krautige Blütenpflanzen. Besonders die offenen Kalksteinstandorte bieten Lebensraum für sukkulente Pflanzen, die Wasser in ihren Blättern oder Stämmen speichern. Zu den auffälligeren Arten gehören verschiedene Agaven, darunter die Sisal-Agave (Agave sisalana), die ursprünglich aus Mexiko stammt und auf den Bahamas als Kultur- und Nutzpflanze eingeführt wurde. Auch die Silberdornpalme besitzt eine gewisse wirtschaftliche und traditionelle Bedeutung, da ihre Blätter früher für Flechtarbeiten und die Herstellung verschiedener Gebrauchsgegenstände genutzt wurden.
Die einheimische Flora der Bahamas weist eine enge biogeografische Verbindung zu Kuba und Hispaniola auf. Zahlreiche Pflanzenarten gelangten im Verlauf ihrer Entwicklung aus den Großen Antillen auf die Bahamainseln, während andere durch Vögel oder über Meeresströmungen verbreitet wurden. Für den gesamten Lucayan-Archipel, zu dem die Bahamas und die Turks- und Caicosinseln gehören, sind mehr als 1.400 Gefäßpflanzenarten dokumentiert. Darunter befinden sich sowohl weit verbreitete karibische Arten als auch Pflanzen, die ausschließlich in diesem Inselgebiet vorkommen. Die genaue Artenzusammensetzung Long Islands ist dabei von den jeweiligen Boden-, Feuchtigkeits- und Standortbedingungen abhängig.
Die ursprüngliche Vegetation ist durch menschliche Eingriffe stellenweise verändert worden. Landwirtschaftliche Rodungen, die Anlage von Siedlungen und Straßen, Weidewirtschaft sowie die Nutzung von Holz und anderen Pflanzenprodukten haben insbesondere die Coppice-Wälder beeinflusst. Ziegen und verwilderte Hausschweine können durch Verbiss, Fraß und Bodenaufwühlung die natürliche Verjüngung der Gehölze beeinträchtigen. Hinzu kommen eingeführte Pflanzenarten, die sich an gestörten Standorten ausbreiten. Zu den problematischen gebietsfremden Arten gehören der Brasilianische Pfefferbaum (Schinus terebinthifolia) und der Melaleuca- beziehungsweise Papierborkenbaum (Melaleuca quinquenervia). Auch die Australische Kasuarine (Casuarina equisetifolia) wurde auf den Bahamas eingeführt und kann insbesondere an Küstenstandorten einheimische Pflanzenbestände verdrängen
Fauna
Die Tierwelt von Long Island gehört zur charakteristischen Fauna der zentralen Bahamas und ist durch eine große Vielfalt an Vogelarten, Reptilien, Fledermäusen, Landkrebsen und Meerestieren gekennzeichnet. Die Vogelwelt ist besonders artenreich. Neben zahlreichen ganzjährig vorkommenden Arten nutzen viele Zugvögel die Insel als Rast- und Überwinterungsgebiet auf ihren Wanderungen zwischen Nordamerika, der Karibik und Südamerika. Zu den charakteristischen einheimischen Arten gehört der Bahama-Spottvogel (Mimus gundlachii), der in den trockenen Busch- und Gehölzlandschaften lebt. Ebenfalls typisch ist der Dickschwanzvireo (Vireo crassirostris), ein kleiner Singvogel, der bevorzugt in niedrigem Gebüsch und lichten Waldformationen vorkommt. Der Bananenquit (Coereba flaveola), der Westindische Bullfink (Loxigilla violacea), der Schwarzgesicht-Grassänger (Melanospiza bicolor) und die Westindische Taube (Zenaida asiatica) gehören ebenfalls zur regionalen Vogelwelt.
In den Feuchtgebieten und an den flachen Küstengewässern finden sich zahlreiche Wat- und Wasservögel. Dazu zählen verschiedene Reiher, darunter der Grünreiher (Butorides virescens), der Blaureiher (Egretta caerulea) und der Nachtreiher (Nyctanassa violacea), sowie Silberreiher, Schneereiher und unterschiedliche Strandläufer- und Regenpfeiferarten. In den flachen Lagunen und Salzwasserbecken halten sich außerdem Enten auf. Besonders hervorzuheben ist die Bahama-Pfeifente beziehungsweise Westindische Pfeifente (Dendrocygna arborea), eine gefährdete Art, die auf geeignete Feuchtgebiete angewiesen ist. Auch die Bahama-Ente (Anas bahamensis) kommt in den Küstengewässern vor. Die flachen Wasserflächen bei Salt Pond und Mortimer's sowie die ehemaligen Salinen im Süden der Insel sind für die Nahrungssuche von Watvögeln von Bedeutung. Dort können je nach Jahreszeit auch Flamingos beobachtet werden.
Besondere Bedeutung besitzt Long Island für verschiedene Zugvogelarten aus Nordamerika. Im Winterhalbjahr treten zahlreiche Laubsänger auf, die in den Gehölzbeständen Nahrung suchen. Dazu gehört der seltene Kirtland-Waldsänger (Setophaga kirtlandii), der in Nordamerika brütet und auf den Bahamas zu den bemerkenswerten Wintergästen zählt. Er bevorzugt niedrige, dichte Vegetation und wird deshalb vor allem in jüngeren Gehölzbeständen und niedrigem Sekundärgebüsch gesucht. Weitere Zugvögel sind verschiedene Grasmücken, Drosseln, Fliegenschnäpper und Watvögel. An den Küsten und vorgelagerten Riffen kommen außerdem Seeschwalben, Möwen und andere Seevögel vor.
Zu den auffälligeren Vögeln gehört die Bahama-Waldtaube (Patagioenas leucocephala), die sich von Früchten und Samen ernährt und bevorzugt in bewaldeten Landschaften aufhält. Ebenfalls verbreitet ist die Weißflügeltaube (Zenaida asiatica). In den offenen Buschlandschaften und trockeneren Waldgebieten leben Wachteltauben, darunter die Gelbbrust-Wachteltaube (Geotrygon chrysia), die gelegentlich auch Straßenränder und lichte Gehölzbestände überquert. Der Bahama-Kolibri (Nesophlox evelynae), auch Bahama-Waldstern genannt, ist eine für die Bahamas charakteristische Kolibriart, die sich von Nektar und kleinen Insekten ernährt. Zu den weiteren typischen Arten gehören der Westindische Pfeifvogel (Dendrocygna arborea), der Fischadler (Pandion haliaetus), der Amerikanische Turmfalke (Falco sparverius) und verschiedene Seeschwalben.
Die Reptilienfauna umfasst verschiedene Eidechsen, Geckos, Skinke und Schlangen. In den trockenen Kalksteinwäldern, auf felsigen Flächen und in den Küstengebüschen leben kleinere Echsen, die sich von Insekten und anderen Wirbellosen ernähren. Auch verschiedene Geckos sind vertreten, darunter nachtaktive Arten, die an Gebäuden, Baumstämmen und Felswänden nach Nahrung suchen. Zu den größeren Reptilien gehören die auf den Bahamas heimischen Leguane und verschiedene Schlangenarten. Die Bahama-Boa (Chilabothrus strigilatus) ist eine ungiftige Würgeschlange, die vorwiegend nachts aktiv ist und sich von kleinen Säugetieren, Vögeln und Eidechsen ernährt. Sie hält sich sowohl in Gehölzbeständen als auch in felsigen und teilweise anthropogen veränderten Lebensräumen auf.
Die Bahama-Felsenleguane der Gattung Cyclura gehören zu den charakteristischen Reptilien der Bahamas. Sie sind überwiegend Pflanzenfresser und ernähren sich von Blättern, Blüten, Früchten und anderen Pflanzenteilen. Ihre Verbreitung ist allerdings auf bestimmte Inseln und Cays beschränkt; nicht alle bahamaischen Arten kommen auf Long Island vor. Die Insel ist deshalb hinsichtlich ihrer Reptilienfauna vor allem im Zusammenhang mit den regionalen bahamaischen Artenbeständen zu betrachten. Meeresschildkröten nutzen die Küstengewässer und vorgelagerten Riffe als Nahrungs- und Wandergebiete. Dazu gehören die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas), die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) und die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta). Insbesondere Seegraswiesen und Korallenriffe bieten ihnen geeignete Nahrungsplätze.
Die Säugetierfauna an Land ist vergleichsweise artenarm. Eine besondere Rolle spielen Fledermäuse, die in Höhlen, Felsspalten, Baumhöhlen und Gebäuden ihre Tagesquartiere beziehen. In Hamilton's Cave wurden fünf verschiedene Fledermausarten nachgewiesen. Sie ernähren sich je nach Art von Insekten, Früchten oder Nektar und übernehmen damit wichtige ökologische Funktionen bei der Regulation von Insektenbeständen und der Verbreitung von Pflanzensamen. Fledermäuse gehören zu den wenigen einheimischen Säugetieren der Bahamas, da die isolierte Lage des Archipels die natürliche Besiedlung durch größere Landsäuger stark eingeschränkt hat.
Die Bahama-Hutia (Geocapromys ingrahami) ist das einzige noch lebende ursprünglich auf den Bahamas heimische Landsäugetier. Dieses nachtaktive Nagetier lebt in bewaldeten und buschreichen Lebensräumen und ernährt sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Seine heutigen Bestände sind allerdings auf einzelne Inseln und Cays beschränkt. Ein Vorkommen auf Long Island ist nicht hinreichend belegt. Eingeführte Säugetiere wie verwilderte Katzen, Ziegen und Schweine haben dagegen auf der Insel eine größere Bedeutung. Katzen stellen insbesondere für bodenbrütende Vögel und kleinere Reptilien eine Gefahr dar, während Ziegen und Schweine durch Verbiss, Fraß und Bodenaufwühlung die natürlichen Lebensräume verändern können.
Die Wirbellosenfauna ist ebenfalls vielfältig. Besonders auffällig sind die verschiedenen Landkrabben, die in feuchteren Senken, an Mangrovenrändern und in der Nähe von Küstengewässern vorkommen. Dazu gehören die Weiße Landkrabbe (Cardisoma guanhumi) und die Schwarze Landkrabbe (Gecarcinus lateralis). Sie verbringen einen Teil ihres Lebens an Land, sind zur Fortpflanzung jedoch auf das Meer angewiesen. In den Mangroven, auf den Kalksteinflächen und in den Waldgebieten leben zahlreiche Schmetterlinge, Käfer, Ameisen, Termiten, Spinnen und andere Gliederfüßer. In den Küstengewässern kommen außerdem verschiedene Krabben, Garnelen, Schnecken und Muscheln vor. Die Königinnen- beziehungsweise Fechterschnecke (Aliger gigas, früher Lobatus gigas) ist eine der wirtschaftlich bedeutendsten Meeresschnecken der Bahamas.
Besonders artenreich ist die marine Tierwelt. Die flachen Gewässer westlich der Insel beherbergen ausgedehnte Seegraswiesen, Korallenriffe und sandige Meeresböden, die zahlreichen Fischen und wirbellosen Meerestieren als Lebensraum dienen. Zu den wirtschaftlich wichtigen Fischarten gehört der Nassau-Zackenbarsch (Epinephelus striatus), der in Riffgebieten lebt und sich von kleineren Fischen und Krebstieren ernährt. Ebenfalls verbreitet sind verschiedene Schnapper, darunter der Graue Schnapper (Lutjanus griseus) und der Gelbschwanz-Schnapper (Ocyurus chrysurus). Hinzu kommen Papageifische, Doktorfische, Kaiserfische, Muränen, Barrakudas und zahlreiche kleinere Rifffische.
In den tieferen und stärker exponierten Gewässern der Atlantikseite treten zusätzlich größere Raubfische auf. Dazu gehören verschiedene Haiarten, unter anderem Ammenhaie (Ginglymostoma cirratum), Riffhaie und Karibische Riffhaie (Carcharhinus perezi). Auch Rochen sind in den sandigen Flachwasserbereichen und an den Riffkanten anzutreffen. Besonders bekannt sind Südliche Stechrochen (Hypanus americanus) und Adlerrochen. In den Seegraswiesen und auf sandigen Meeresböden suchen sie nach Muscheln, Krebstieren und anderen wirbellosen Tieren. Die Gewässer Long Islands sind außerdem für ihre Knochenfischbestände bekannt. Der Bonefish (Albula vulpes) hält sich bevorzugt in den flachen, sandigen Küstengewässern auf und gehört zu den charakteristischen Fischarten der Bahama-Bank.
Die Korallenriffe beherbergen neben Fischen eine Vielzahl weiterer Meerestiere. Dazu zählen Schwämme, Seeigel, Seesterne, Seegurken, Krebstiere und unterschiedliche Korallenarten. Besonders die Seegraswiesen besitzen eine hohe ökologische Bedeutung, weil sie als Kinderstuben für zahlreiche Fischarten dienen und Nahrung für Meeresschildkröten bereitstellen. Die Korallenriffe wiederum bieten Verstecke, Laichplätze und Nahrungsräume für viele Arten. In den offenen Atlantikgewässern können außerdem Delfine beobachtet werden. Zu den regional vorkommenden Meeressäugern gehören der Große Tümmler (Tursiops truncatus) und der Atlantische Fleckendelfin (Stenella frontalis).
Die Tierwelt Long Islands ist durch mehrere ökologische Belastungen gefährdet. Zu den wichtigsten Problemen zählen der Verlust natürlicher Lebensräume durch Siedlungsentwicklung und Straßenbau, die Beeinträchtigung der Mangroven und Feuchtgebiete sowie die Folgen der Küstenbebauung. Verwilderte Katzen und andere eingeführte Tiere können einheimische Vogel- und Reptilienbestände beeinträchtigen. Hinzu kommen Überfischung, die Zerstörung von Korallenriffen, Meeresverschmutzung und die Erwärmung der Gewässer. Tropische Wirbelstürme können sowohl terrestrische Lebensräume als auch die empfindlichen Küstenökosysteme erheblich verändern. Besonders Korallenbleiche und die Schädigung der Seegrasbestände wirken sich auf die marine Nahrungskette aus.
Naturschutz
Die Insel besitzt eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte und weist noch größere Bereiche mit weitgehend ursprünglicher Vegetation auf. Dennoch stehen die empfindlichen Ökosysteme unter zunehmendem Druck durch Küstenbebauung, Tourismus, Fischerei, eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten sowie die Folgen tropischer Wirbelstürme. Besonders wichtig sind deshalb der Schutz der Feuchtgebiete, der Brut- und Rastplätze von Wasservögeln und die Erhaltung der vorgelagerten Meereslebensräume.
Ein wesentliches Schutzgebiet im weiteren Umfeld Long Islands ist der Conception Island National Park, der 1964 eingerichtet wurde. Er umfasst nach Angaben der bahamaischen Tourismusbehörde rund 25.173 Acres, entsprechend etwa 101,9 km², und schließt sowohl Landflächen als auch angrenzende Meeresgebiete ein. Conception Island liegt südöstlich von Long Island und ist eine unbewohnte Insel mit ausgedehnten Stränden, Mangrovenbeständen, Lagunen und Korallenriffen. Das Schutzgebiet dient insbesondere dem Erhalt wandernder Vogelarten, brütender Seevögel und der Grünen Meeresschildkröte (Chelonia mydas). Die geschützte Bucht besitzt flache Korallenbereiche mit ausgedehnten Beständen der Geweihkoralle (Acropora cervicornis). Die Verwaltung liegt beim Bahamas National Trust.
Auf Long Island selbst besitzt das Gebiet Long Island and Hog Cay eine besondere ökologische Bedeutung. Es wurde als international bedeutendes Biodiversitätsgebiet (Key Biodiversity Area, KBA) anerkannt und umfasst eine Fläche von rund 810 km² aus Land- und Meereslebensräumen. Die Abgrenzung schließt neben Teilen Long Islands auch Hog Cay und angrenzende Küsten- und Meeresbereiche ein. Besonders wichtig sind die Feuchtgebiete, Mangroven, Küstenlagunen und die Lebensräume gefährdeter beziehungsweise rückläufiger Vogelarten. Zu den charakteristischen Arten gehört die Bahama-Pfeifente (Dendrocygna arborea), die auf Hog Cay einen bedeutenden Schlafplatz besitzt. Auch der Bahama-Spottvogel (Mimus gundlachii), der Dickschwanzvireo (Vireo crassirostris) und die Weißkronentaube (Patagioenas leucocephala) kommen im Gebiet vor. Trotz seiner internationalen Anerkennung als Biodiversitätsgebiet besitzt dieser Bereich bislang keinen umfassenden gesetzlichen Schutzstatus als Nationalpark oder Naturschutzgebiet.
Zu den ökologisch besonders wertvollen Teilräumen gehören die Feuchtgebiete im Inselinneren und an der Westküste. Sie dienen zahlreichen Wasservögeln, Reihern, Enten, Flamingos und durchziehenden Watvögeln als Nahrungs-, Rast- und teilweise Brutgebiete. Auch die flachen Küstengewässer mit ihren Seegraswiesen und Mangrovenbeständen besitzen eine hohe Bedeutung für die Fortpflanzung und Entwicklung zahlreicher Fisch- und Krebstierarten. Die Erhaltung dieser Lebensräume ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Naturschutzbemühungen auf Long Island.
Im Rahmen der bahamaischen Meeresnaturschutzplanung wurden mehrere zusätzliche Schutz- und Managementgebiete für Long Island vorgeschlagen. Ein 2018 veröffentlichtes Managementkonzept der Naturschutzorganisation The Nature Conservancy führte sechs Bereiche auf, die unterschiedliche Schutz- und Nutzungsformen erhalten sollten. Dazu gehörten North Long Island, Northeast Long Island, das Long Island Marine Managed Area, Steven's Rock, Great Lakes und South Long Island. Vorgesehen waren überwiegend Meeresmanagementgebiete mit unterschiedlichen Nutzungszonen; für Great Lakes war ein besonders strenger Schutz vorgesehen.
North Long Island sollte insbesondere Mangroven, Gezeitenkanäle und Korallenriffe schützen. Northeast Long Island wurde wegen seiner Fischlaichplätze und Riffsysteme berücksichtigt. Das vorgeschlagene Long Island Marine Managed Area sollte eine größere Vielfalt mariner Lebensräume umfassen, darunter Mangroven, Gezeitenkanäle, Seegraswiesen, Bonefish-Flachwassergebiete, Korallenriffe, Schwammgründe und Schneckenbänke. Steven's Rock wurde wegen seiner Fischlaichgebiete, Weichkorallen und tieferen Meeresstrukturen berücksichtigt. South Long Island sollte vor allem Fischlaichplätze, kleinere Riffe und Lebensräume des Bonefish schützen.
Besondere Bedeutung besitzt das Gebiet Great Lakes, das als besonders streng geschütztes Gebiet vorgeschlagen wurde. Im Mittelpunkt steht der Schutz der Karibischen Flamingos (Phoenicopterus ruber) und ihrer Lebensräume. Die flachen Seen und Feuchtgebiete bieten diesen Vögeln geeignete Nahrungs- und Rastplätze. Die vorgeschlagene Schutzkategorie sollte die Störung der Vogelbestände und eine Beeinträchtigung der Feuchtgebiete möglichst gering halten. Allerdings sind diese sechs Standorte nicht mit bereits rechtskräftig eingerichteten Nationalparks gleichzusetzen: Das Managementkonzept dokumentiert Planungsvorschläge und Schutzprioritäten, nicht automatisch deren spätere gesetzliche Umsetzung.
Der Schutz der Natur auf Long Island steht insgesamt vor der Aufgabe, die ökologisch wertvollen Land- und Meereslebensräume zu erhalten, ohne die traditionelle Fischerei und die wirtschaftliche Entwicklung der Insel vollständig einzuschränken. Besonders die Feuchtgebiete, Mangroven, Korallenriffe und Seegrasflächen sind für den langfristigen Erhalt der Artenvielfalt von Bedeutung. Zu den wichtigsten Gefährdungen zählen die zunehmende Küstenbebauung, die Zerstörung natürlicher Vegetationsbestände, illegale Jagd, Überfischung und die Belastung der Meeresumwelt. Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere der Meeresspiegelanstieg, die Erwärmung des Wassers und die zunehmende Gefährdung der Korallenriffe durch Bleichereignisse.
Klima
Long Island besitzt ein tropisch-maritim geprägtes Klima, das durch die Lage im Bereich des nördlichen Wendekreises, die umgebenden warmen Meeresströmungen und die beständigen Passatwinde bestimmt wird. Die Temperaturen bleiben während des gesamten Jahres vergleichsweise hoch, wobei die jahreszeitlichen Unterschiede weniger stark ausgeprägt sind als in den kontinentalen Gebieten Nordamerikas. Charakteristisch sind eine warme, feuchtere Sommer- und Herbstperiode sowie eine etwas kühlere und trockenere Winter- und Frühjahrszeit. Die Nähe zum Atlantik wirkt temperaturausgleichend, während die niedrige Höhenlage der Insel kaum regionale Unterschiede durch das Relief zulässt.
Klimatisch gehört Long Island zum Bereich des tropischen Savannenklimas (Aw) nach der Köppen-Geiger-Klassifikation. Die mittlere Jahrestemperatur liegt ungefähr bei 25 bis 26°C. Die wärmsten Monate sind Juli und August, in denen die durchschnittlichen Tageshöchstwerte etwa 31 bis 33°C erreichen. Die nächtlichen Tiefstwerte liegen dann gewöhnlich zwischen 24 und 26°C. Im Winter sind die Temperaturen niedriger, bleiben aber weiterhin mild. Im Januar und Februar bewegen sich die Tageshöchstwerte meist zwischen 24 und 26°C, während die Nächte auf ungefähr 17 bis 19°C abkühlen. Gelegentlich können Kaltfronten aus Nordamerika vorübergehend deutlich kühlere Luft heranführen. In solchen Situationen sind auch ungewöhnlich niedrige Nachttemperaturen möglich.
Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt je nach Standort und Beobachtungszeitraum ungefähr 1.200 bis 1.400 mm. Die Niederschläge verteilen sich allerdings sehr ungleichmäßig über das Jahr. Die trockenere Jahreszeit reicht gewöhnlich von November bis April. Besonders Februar und März sind niederschlagsarm, während die Regenzeit im Mai einsetzt und bis Oktober andauert. Die höchsten Monatsniederschläge fallen meist im Juni sowie im August und September. Die Regenfälle treten häufig in Form kräftiger, aber zeitlich begrenzter tropischer Schauer und Gewitter auf. Während der trockeneren Monate können dagegen längere niederschlagsfreie Perioden auftreten.
Die relative Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig hoch und liegt im Jahresmittel ungefähr bei 75 bis 80 %. Während der frühen Morgenstunden werden häufig Werte von 85 bis 90 % erreicht, während sie am Nachmittag bei stärkerer Sonneneinstrahlung deutlich zurückgehen kann. Die Passatwinde wehen überwiegend aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen und sorgen besonders an den Küsten für eine regelmäßige Luftbewegung. Ihre Stärke nimmt während der Wintermonate gelegentlich zu, wenn Kaltfronten aus Nordamerika über die Bahamas hinwegziehen. Im Sommer sind die Winde häufig schwächer und die schwüle Witterung ausgeprägter.
Die Wassertemperaturen sind ebenfalls ganzjährig relativ hoch. Während der Wintermonate liegen sie ungefähr zwischen 23 und 25°C, im Frühjahr steigen sie auf etwa 25 bis 27°C. Im Hochsommer werden gewöhnlich 28 bis 29°C erreicht. Bis in den Herbst hinein bleibt das Meer warm, bevor es sich im Winter allmählich abkühlt. Die flachen Gewässer der Great Bahama Bank erwärmen sich dabei teilweise stärker als die offenen Atlantikgewässer an der Ostküste.
Eine besondere klimatische Gefährdung stellen tropische Wirbelstürme dar. Die offizielle atlantische Hurrikansaison dauert vom 1. Juni bis zum 30. November, wobei die größte Aktivität gewöhnlich zwischen August und Oktober auftritt. Long Island liegt innerhalb des nordatlantischen Hurrikangürtels und kann sowohl von unmittelbar über die Insel ziehenden Wirbelstürmen als auch von deren äußeren Wind- und Regenfeldern betroffen werden. Besonders gefährlich sind die hohen Sturmfluten, die starke Brandung an der Atlantikküste und die teilweise sehr ergiebigen Niederschläge. Die flachen Küstengebiete und Mangrovenlandschaften sind gegenüber Überschwemmungen besonders empfindlich.
Auch längere Trockenperioden können erhebliche Auswirkungen haben. Da Long Island über keine größeren oberirdischen Süßwasserläufe verfügt und Niederschlagswasser im durchlässigen Kalksteinuntergrund rasch versickert, ist die Wasserversorgung stark von den unterirdischen Süßwasservorräten abhängig. Bei längeren niederschlagsarmen Perioden kann der Grundwasserspiegel sinken; zugleich besteht in Küstennähe die Gefahr einer zunehmenden Versalzung der Süßwasserlinse.
Klimadaten für Clarence Harbour
| Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Tageshöchstwerte (°C) | 25 | 26 | 27 | 29 | 30 | 32 | 33 | 33 | 32 | 31 | 28 | 26 | 29 |
| Nachttiefstwerte (°C) | 17 | 18 | 19 | 21 | 22 | 24 | 25 | 25 | 24 | 23 | 21 | 19 | 22 |
| Wassertemperatur (°C) | 25 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 29 | 30 | 30 | 29 | 28 | 26 | 28 |
| Niederschlag (mm) | 45 | 50 | 50 | 60 | 130 | 200 | 155 | 190 | 185 | 155 | 80 | 45 | 1345 |
Mythologie
Die älteste Schicht mythischer Überlieferungen geht auf die Lucayan zurück, die Taíno-sprachigen Bewohner, die die Insel vor der europäischen Ankunft bewohnten und deren spirituelle Vorstellungen eng an Höhlen, Sinklöcher und das Meer gebunden waren. Für die Lucayan galten Höhlen und unterirdische Wasserwege als Orte des Übergangs zwischen der Welt der Lebenden und der der Ahnen. Die Toten wurden häufig in Höhlen bestattet, und die Geister der Verstorbenen, die als opias bezeichnet wurden, sollten nachts aus den Höhlen hervorkommen, um süße Früchte zu essen. Fledermäuse galten als Verkörperungen dieser Ahnengeister. Die Lucayan fertigten zemis an, kleine Figuren aus Stein, Holz, Muscheln oder Stoff, die als Wohnstätten oder Verkörperungen übernatürlicher Kräfte dienten und in Zeremonien eingesetzt wurden, um mit den Geistern in Verbindung zu treten. Schamanen oder caciques versetzten sich mit Hilfe von halluzinogenen Substanzen in Trance, um mit den Ahnen zu kommunizieren, und benutzten dabei duhos, kunstvoll geschnitzte Zeremonialsitze, von denen mehrere auf Long Island gefunden wurden. Das Meer und seine Bewohner waren ebenfalls von Geistern bewohnt, und der Respekt vor den natürlichen Kräften war zentral, um das Gleichgewicht nicht zu stören.
Nach dem Verschwinden der Lucayan und der späteren Besiedlung durch europäische Siedler und versklavte Afrikaner vermischten sich diese älteren Vorstellungen mit afrikanischen und europäischen Elementen zu dem, was heute als bahamanische Folklore und Obeah-Praxis bekannt ist. Obeah, eine Mischung aus westafrikanischen spirituellen Traditionen, christlichen Einflüssen und lokalen Anpassungen, blieb auf den Out Islands, zu denen auch Long Island gehört, besonders lebendig. Praktizierende konnten Geister beschwören, Schutzzauber herstellen oder Krankheiten und Unglück auf übernatürliche Weise erklären und behandeln. Geister, die als sperrids oder jumbies bezeichnet werden, gelten als ruhelose Seelen, die an bestimmten Orten, oft in der Nähe alter Plantagenruinen, Seidenwollbäume oder Gräber, verweilen. Seidenwollbäume galten als bevorzugte Wohnstätten dieser Geister, und man vermied es, sie nachts zu stören. Erzählungen von Old Higue, einer hexenartigen Gestalt, die nachts ihre Haut ablegt und als Feuerball umherfliegt, um Lebensenergie zu saugen, vor allem von Säuglingen, sind ebenfalls Teil dieses Überlieferungskreises und wurden auf den Outer Islands, einschließlich Long Island, weitergegeben. Schutzmaßnahmen wie das Streuen von Reis vor der Tür, den die Hexe bis zum Morgengrauen zählen muss, gehören zum praktischen Wissen, das mit diesen Geschichten verbunden war.
Besonders eng mit Long Island verbunden ist die Vorstellung von Geistern und Mächten, die in den Blue Holes hausen. Dean’s Blue Hole, eines der tiefsten bekannten Unterwasser-Sinklöcher der Welt, das auf Long Island liegt, steht im Zentrum solcher Erzählungen. Die Legende der Lusca, eines Wesens, das als Mischung aus Riesenoktopus und Hai beschrieben wird und in den tiefen, dunklen Wasserlöchern lebt, ist zwar am stärksten mit Andros verknüpft, wird aber archipelweit erzählt und auf die Blue Holes anderer Inseln, darunter Long Island, bezogen. Die Lusca soll mit ihren Tentakeln Schwimmer und Fischer in die Tiefe ziehen und die seltsamen Strömungen und plötzlichen Unterströmungen in den Höhlen erklären. Für die Lucayan waren diese Löcher bereits Zugänge zur Unterwelt oder zu den Ahnen, und die spätere Folklore setzte diese Vorstellung fort, indem sie die Löcher als Wohnstätten mächtiger und potenziell gefährlicher Wesen deutete. Fischer und Taucher berichten bis heute von ungewöhnlichen Zügen im Wasser oder von Geräuschen, die aus der Tiefe zu kommen scheinen, und behandeln die Blue Holes mit einer Mischung aus Respekt und Vorsicht.
Auch die Figur des Chickcharney, eines kleinen, eulen- oder affenartigen Wesens mit drei Zehen und leuchtenden Augen, das Glück oder Unglück bringen kann, je nachdem, wie man ihm begegnet, gehört zum weiteren bahamanischen Mythenschatz, auch wenn ihre Hauptverbreitung auf Andros liegt. Auf Long Island und den übrigen Out Islands fließen solche Geschichten in das allgemeine Verständnis einer belebten Natur ein, in der Bäume, Höhlen, das Meer und bestimmte Orte von Kräften bewohnt sind, die respektiert werden müssen. Zora Neale Hurston, die in den 1920er und 1930er Jahren Folklore in den Bahamas sammelte, zeichnete unter anderem auf Long Island Geschichten auf, in denen Fischer von seltsamen Lichtern über dem Wasser berichteten, die sie anlockten und in Gefahr brachten, und verknüpfte diese mit dem Glauben an lutino-artige Geister innerhalb des Obeah-Systems.
Geschichte
Einige Autoren halten Long Island für den Ort, an dem Christoph Kolumbus während seiner Reise im Jahr 1492 landete. Joseph Judge und Samuel Eliot Morison beispielsweise identifizieren Long Island als die dritte von Kolumbus besuchte Insel, die er Fernandina nannte und die von den Arawak-Indianern Yuma genannt wurde. Eine Reihe anderer Historiker, Geographen und Autoren identifiziert Fernandina jedoch mit verschiedenen Inseln auf den Bahamas, darunter Little Inagua, Great Exuma und Andros Island. Archäologische Funde, darunter zeremonielle Hocker, die Duhos genannt werden, zeigen, dass der lukanische Taíno-Stamm auf Long Island siedelte, wahrscheinlich in einem Höhlensystem der Insel. Nach dem Aussterben der Lucayaner, die als Sklaven nach Hispaniola und Kuba verschleppt wurden, gab es bis zur Ankunft der Familie Simms im Jahr 1720, die ursprünglich in den 1640er Jahren auf den Bahamas ankam, keine größere Siedlung.
Die ursprünglichen Loyalisten stammten hauptsächlich aus Neuengland und New Jersey und kamen auf Long Island an, nachdem sie vor der amerikanischen Revolution geflohen waren. Diese Familien gründeten die ersten Farmen und züchteten vor allem Rinder und Schafe. In den 1790er Jahren kamen dann Siedler aus den Carolinas und legten Baumwollplantagen an. Die Plantagen florierten nur wenige Jahre lang, und bis zur Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1834 waren die meisten von ihnen zusammengebrochen und wurden aufgegeben. Aus dieser Zeit gibt es heute noch viele Ruinen, von denen die meisten von Buschwerk überwuchert sind. Es gibt auch Überreste einiger der nach der Sklaverei errichteten Häuser, die in der Regel klein und aus Stein gebaut sind. Ursprünglich hatten sie Strohdächer, heute sind die meisten mit Schindeln gedeckt. Die Nachkommen dieser Familien sind auf der Insel nach wie vor weit verbreitet.
Präkolumbische Zeit
Die Lucayan, deren Name sich von den Wörtern für Mensch und Insel ableitet und sinngemäß „Menschen der Inseln“ bedeutet, erreichten die Bahamas relativ spät im Vergleich zu den Großen Antillen. Die ersten saisonalen Besuche aus dem Gebiet Hispaniolas oder Kubas begannen etwa um das siebte Jahrhundert nach Christus, und ab etwa 800 bis 1000 n. Chr. entstanden permanente Siedlungen. Long Island, das die Lucayan Yuma nannten, entwickelte sich besonders ab dem elften Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum innerhalb des Lucayan-Archipels.
Die Bewohner errichteten ihre Dörfer bevorzugt an den Küsten, um die reichen Ressourcen des flachen Meeres zu nutzen. Sie fischten mit Netzen, Angeln und Harpunen aus Rochenstacheln, sammelten Muscheln und Schildkröten und betrieben einen begrenzten Anbau von Nutzpflanzen wie Maniok, Mais und Zamia. Ihre materielle Kultur war durch die lokale Herstellung von Palmetto-Ware gekennzeichnet, einer schalengemagerten Keramik aus einheimischen Tonen, sowie durch den Import von härterem Stein für Werkzeuge aus den größeren Inseln der Antillen. Besonders charakteristisch sind die duhos, kunstvoll aus hartem Holz, oft Guajakholz, geschnitzte Zeremonialsitze, die den ranghohen Personen vorbehalten waren. Long Island hat die größte bekannte Konzentration solcher duhos im gesamten Archipel erbracht, vor allem aus Höhlen im südlichen Teil der Insel wie Mortimer’s Cave und Cartwright Duho Cave. Diese Sitze dienten bei Ritualen, in denen die Führer mit Hilfe des halluzinogenen Stoffes Cohoba in Trance versetzt wurden, um mit den Ahnen und den Geistern zu kommunizieren. Vor der Einnahme des Mittels wurden oft Erbrechen und Reinigungsrituale durchgeführt, wofür spezielle Spateln gefunden wurden.
Höhlen spielten eine zentrale Rolle im Leben und in der Religion der Lucayan. Sie dienten als Bestattungsorte, als Schreine und als Orte der Begegnung mit der Geisterwelt. Die Toten wurden häufig in Höhlen und Sinklöchern beigesetzt, und die Geister der Verstorbenen galten als nachts aktiv. Die Landschaft selbst war von Geistern durchdrungen, die in Bäumen, Felsen und dem Meer wohnten und durch zemis, kleine Figuren aus Stein, Holz oder Muscheln, repräsentiert und beeinflusst werden konnten. Archäologische Funde auf Long Island, darunter Keramik, Steinwerkzeuge, Ritualgegenstände und menschliche Überreste, belegen eine intensive Nutzung der Insel zwischen etwa 1000 und 1500 n. Chr. Die Siedlungen waren in ein regionales Netzwerk eingebunden, über das Güter, Ideen und möglicherweise politische Beziehungen mit den Taíno-Gesellschaften auf Hispaniola und Kuba ausgetauscht wurden. Bestimmte Orte auf Long Island scheinen als regionale Zentren fungiert zu haben, in denen gesellschaftliche Hierarchien und Zeremonien eine besondere Bedeutung erlangten.
Europäische Kontaktzeit
Mit der Ankunft Christoph Kolumbus’ im Oktober 1492 begann für Long Island und den gesamten bahamanischen Archipel eine Epoche des dramatischen Umbruchs und der Entvölkerung. Kolumbus erreichte zunächst eine Insel, die er San Salvador nannte und die die Lucayan Guanahani nannten. In den folgenden Tagen segelte er zu weiteren Inseln des Archipels. Einige Historiker identifizieren Long Island mit der dritten Insel, die Kolumbus besuchte und der er den Namen Fernandina gab, während die einheimische Bezeichnung Yuma lautete. Unabhängig von der genauen Zuordnung markierte dieser Kontakt den Beginn des Endes der lucayanischen Gesellschaft. Die Spanier betrachteten die Bahamas als „nützliche Inseln“ vor allem wegen ihrer menschlichen Bewohner, die sie als Arbeitskräfte für die Goldminen auf Hispaniola und später für die Perlenfischerei vor der venezolanischen Küste benötigten.
Ab etwa 1509 setzten systematische Sklavenjagden ein. Spanische Schiffe durchkämmten die Inseln und verschleppten die Lucayan in großer Zahl. Die Menschen wurden unter brutalen Bedingungen transportiert, viele starben bereits auf der Überfahrt. Diejenigen, die Hispaniola oder die Perleninseln erreichten, gingen an den harten Arbeitsbedingungen, an Unterernährung und vor allem an den eingeschleppten europäischen Krankheiten zugrunde, gegen die sie keinerlei Immunität besaßen. Zeitgenössische Berichte, darunter die des Dominikanermönchs Bartolomé de Las Casas, beschreiben die systematische Auslöschung der Bevölkerung. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu vierzigtausend Lucayan verschleppt wurden. Als die Spanier 1520 die letzten verbliebenen Bewohner sammeln wollten, fanden sie im gesamten Archipel nur noch elf Personen. Long Island und die übrigen Inseln waren damit weitgehend entvölkert.
Die Spanier selbst zeigten wenig Interesse an einer dauerhaften Besiedlung der Bahamas. Es gab kein Gold, die Böden erschienen ihnen für den Plantagenbau ungeeignet, und die Inseln lagen abseits der wichtigsten Schifffahrtsrouten nach Mexiko und Südamerika. Spanien behielt den formellen Anspruch auf den Archipel bei, unternahm jedoch keine ernsthaften Kolonisierungsversuche. Die Inseln blieben für mehr als ein Jahrhundert praktisch unbewohnt. Vereinzelt mögen Schiffbrüchige, vorübergehende Fischer oder Schmuggler die Küsten aufgesucht haben, doch es entstanden keine dauerhaften Siedlungen. Die dichten Wälder, die die frühen europäischen Besucher beschrieben hatten, begannen sich allmählich zu verändern, und die Spuren der lucayanischen Kultur, die Höhlenbestattungen, die duhos und die Keramikreste, lagen unberührt in der Landschaft.
Gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts blieben die Bahamas eine politische und demografische Leerstelle im karibischen Raum. Spanische Schiffe passierten gelegentlich die Gewässer, und es gab Berichte über verwilderte Tiere, die von früheren Schiffswracks stammten, doch die Inseln selbst lagen brach. Die ersten ernsthaften europäischen Siedlungsversuche im weiteren Archipel setzten erst später ein, als englische Puritaner aus Bermuda 1648 die Eleutheran Adventurers gründeten und sich auf Eleuthera niederließen. Für Long Island selbst bedeutete der Zeitraum von 1492 bis um 1640 somit eine Phase der Abwesenheit menschlicher Dauerbesiedlung. Die Insel, die einst ein lebendiges Zentrum lucayanischer Kultur gewesen war, war zu einem weitgehend leeren Raum geworden, der erst in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten erneut von europäischen und afrikanischen Siedlern in Besitz genommen werden sollte.
Kolonialzeit
Um die Mitte des 17. Jahrhunderts setzte die allmähliche europäische Wiederbesiedlung des bahamanischen Archipels ein. Die ersten dauerhaften englischen Siedler waren die sogenannten Eleutheran Adventurers, eine Gruppe von Puritanern aus Bermuda, die 1648 unter der Führung von William Sayle nach Eleuthera kamen, um dort eine Kolonie der religiösen Freiheit zu errichten. Long Island selbst blieb in diesen Jahrzehnten noch weitgehend unberührt von fester Besiedlung, doch die Anwesenheit der Engländer im Archipel veränderte die politische Lage. Spanien hielt formal weiterhin Anspruch auf die Inseln, unternahm jedoch keine ernsthaften Anstrengungen, sie zu kontrollieren. Die Bahamas wurden zu einem schwach regierten Raum, in dem Schiffe aller Nationen Schutz suchten und in dem sich allmählich eine Kultur des Wrackwesens und der kleinen Küstenwirtschaft entwickelte.
Im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert gerieten die Inseln, insbesondere New Providence mit dem Hafen von Nassau, in den Ruf einer Piratenrepublik. Die geographische Lage der Bahamas, mit ihren zahlreichen flachen Bänken, versteckten Buchten und der Nähe zu den großen Schifffahrtsrouten, machte sie zu einem idealen Stützpunkt für Freibeuter und Piraten. Gestalten wie Benjamin Hornigold, Henry Jennings, Edward Teach, bekannt als Blackbeard, und später Calico Jack Rackham operierten von hier aus. Die zentrale Autorität war schwach, und die Inseln wurden zeitweise de facto von den Piraten beherrscht. Für die entlegenen Out Islands wie Long Island bedeutete diese Periode vor allem Unsicherheit und sporadische Besuche von Schiffen, die Wasser, Proviant oder Schutz suchten. Eine systematische landwirtschaftliche Nutzung fand noch nicht statt.
Die Wende kam 1718 mit der Ankunft von Woodes Rogers als königlichem Gouverneur. Rogers erhielt den Auftrag, die Piraten zu vertreiben und die koloniale Ordnung wiederherzustellen. Er bot den meisten Piraten eine königliche Begnadigung an, die viele annahmen, während andere gehängt wurden. Mit dem Motto „Expulsis piratis restituta commercia“ – die Piraten vertrieben, der Handel wiederhergestellt – begann eine Phase der Stabilisierung. Die Bahamas wurden zu einer Kronkolonie, und allmählich ließen sich Siedler dauerhafter nieder. Auf Long Island und den übrigen Out Islands entstanden in den folgenden Jahrzehnten kleine Gemeinschaften von sogenannten Old Inhabitants, Menschen, die bereits vor dem großen Loyalistenstrom im Archipel lebten. Sie betrieben vor allem Fischfang, etwas Viehzucht und begrenzten Ackerbau und bildeten den Kern einer bahamanischen Bevölkerung, die sich von den späteren Ankömmlingen unterschied.
Die entscheidende demografische und wirtschaftliche Veränderung setzte nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein. Zwischen 1783 und den späten 1780er Jahren strömten tausende amerikanische Loyalisten, die der britischen Krone treu geblieben waren, in die Bahamas. Viele brachten versklavte Afrikaner mit sich. Die Krone vergab großzügige Landzuschüsse, und die Loyalisten suchten nach geeigneten Flächen für den Plantagenbau. Long Island erwies sich als besonders attraktiv. Die Insel bot relativ fruchtbare Böden und war noch wenig besiedelt. Loyalisten aus den Carolinas, aus New England und aus New Jersey sowie aus Ostflorida ließen sich nieder und legten Baumwollplantagen an. Die versklavten Menschen, die sie mitbrachten, bildeten die Arbeitskraft dieser Betriebe. Siedlungen entstanden, die oft nach den Familien der Gründer benannt wurden, und die Insel erlebte einen kurzen wirtschaftlichen Aufschwung.
Der Baumwollanbau florierte zunächst, doch die dünnen Böden der Karbonatinsel erschöpften sich rasch. Insektenplagen und sinkende Erträge setzten den Plantagen zu. Bis um 1800 war bereits absehbar, dass das Plantagensystem auf Long Island keine langfristige Grundlage bieten würde. Dennoch hatte der Zustrom der Loyalisten und ihrer Sklaven die Bevölkerungsstruktur der Insel grundlegend verändert.
Umbruchszeit
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die kurze Blüte der Baumwollplantagen auf Long Island bereits im Verlöschen begriffen. Die dünnen Böden der Karbonatinsel hatten sich unter dem intensiven Anbau rasch erschöpft, und Insektenplagen sowie sinkende Erträge machten den Plantagenbetrieb unrentabel. Viele der Loyalistenfamilien, die in den 1780er Jahren gekommen waren, gaben ihre Betriebe auf oder stellten sie auf eine bescheidenere Subsistenzwirtschaft um. Die versklavte Bevölkerung, die den größten Teil der Arbeitskraft gestellt hatte, lebte weiterhin unter den Bedingungen der Sklaverei, doch die wirtschaftliche Grundlage der Insel hatte sich grundlegend gewandelt.
Die britische Abschaffung des Sklavenhandels im Jahr 1807 und die endgültige Emanzipation der Sklaven im britischen Empire 1834, die 1838 voll wirksam wurde, veränderten die soziale Ordnung auf Long Island nachhaltig. Die ehemals Versklavten wurden formal frei, doch die wirtschaftliche Abhängigkeit blieb bestehen. Viele blieben als Pächter oder Tagelöhner auf dem Land ihrer früheren Herren und gerieten in ein System von Krediten und Sachleistungen, das die Freiheit in der Praxis erheblich einschränkte. Gleichzeitig bot das Meer neue Möglichkeiten. Schwammfischerei, Wrackbergung und der Fang von Fischen und Schildkröten wurden zu wichtigen Erwerbsquellen. Long Island entwickelte sich in dieser Zeit zu einer der führenden Viehzuchtinseln der Bahamas, auf der Rinder, Schafe und Ziegen gehalten wurden, und die Bevölkerung betrieb daneben den Anbau von Mais, Erbsen, Süßkartoffeln und anderen Grundnahrungsmitteln.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts trat der Ananasanbau als zeitweilige Exportkultur hinzu. Besonders in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erlebte der Ananas auf mehreren Out Islands, darunter Long Island, eine Phase der Bedeutung. Die Früchte wurden nach Norden exportiert, doch auch dieser Zweig blieb von den Launen des Marktes, von Transportschwierigkeiten und von den begrenzten Anbaumöglichkeiten abhängig. Die Schwammfischerei gewann im gesamten Archipel an Gewicht und beschäftigte Tausende von Menschen; auch Bewohner Long Islands beteiligten sich an dieser Tätigkeit, die den flachen Bänken rund um die Inseln galt. Die wirtschaftliche Macht lag jedoch weitgehend bei den Kaufleuten in Nassau, die durch Kreditsysteme und den sogenannten Truck-Handel, bei dem Löhne in Waren ausgezahlt wurden, die Landbevölkerung in Abhängigkeit hielten.
Das Leben auf Long Island blieb im gesamten 19. Jahrhundert und bis in die frühen Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts ländlich und von großer Selbstversorgung geprägt. Die Siedlungen waren klein und oft nach den Familien benannt, die sie gegründet hatten. Kirchen spielten eine zentrale Rolle im sozialen und kulturellen Leben, und die Bevölkerung, die sich aus den Nachkommen der Old Inhabitants, der Loyalisten und der ehemals versklavten Afrikaner zusammensetzte, entwickelte eine eigene insulare Identität. Naturkatastrophen, vor allem Hurrikane, unterbrachen immer wieder den mühsamen Alltag und zerstörten Ernten und Behausungen.
Weltkriegszeit
Der Erste Weltkrieg berührte Long Island und die übrigen Out Islands der Bahamas nur am Rande. Die Insel blieb eine ländliche, von Subsistenzwirtschaft, Viehzucht und Fischfang geprägte Gemeinschaft, deren Bewohner weiterhin unter den wirtschaftlichen Einschränkungen litten, die das neunzehnte Jahrhundert hinterlassen hatte. Der Schwammhandel, der im gesamten Archipel eine wichtige Rolle spielte, bot manchen Familien zusätzliches Einkommen, doch die Abhängigkeit von den Kaufleuten in Nassau und den schwankenden Weltmarktpreisen blieb bestehen. Hurrikane und die allgemeine Armut der Out Islands bestimmten den Alltag weit stärker als die fernen Ereignisse in Europa.
Die Zwischenkriegszeit brachte keine grundlegende Besserung. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre verschärfte die Not auf den äußeren Inseln. Der Schwammhandel, der zeitweise Tausende von Bahamern beschäftigt hatte, erlitt einen schweren Rückschlag, als in den späten 1930er Jahren eine Pilzkrankheit die Schwammbänke vernichtete und die Industrie praktisch zum Erliegen brachte. Auf Long Island, das ohnehin stärker von Landwirtschaft und Viehzucht als von der reinen Schwammfischerei abhängig war, verstärkte der Zusammenbruch dieses Wirtschaftszweiges die ohnehin prekäre Lage. Viele Bewohner lebten weiterhin von dem, was Boden und Meer unmittelbar hergaben, und die Abwanderung junger Menschen in Richtung Nassau oder in die Vereinigten Staaten nahm zu.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs veränderte sich die Situation im gesamten Archipel. Die Bahamas wurden strategisch wichtiger, und die britische Regierung ernannte 1940 den ehemaligen König Edward VIII., den Duke of Windsor, zum Gouverneur. Seine Amtszeit bis 1945 fiel in eine Periode, in der die Inseln von den unmittelbaren Kampfhandlungen verschont blieben, aber dennoch vom Krieg erfasst wurden. In Nassau entstanden Arbeitsplätze im Zusammenhang mit dem Bau von Flugfeldern und anderen militärischen Einrichtungen für die Alliierten, und die Ungleichheit der Löhne zwischen bahamischen und ausländischen Arbeitern führte 1942 zu Unruhen, dem sogenannten Burma-Road-Riot. Für die Out Islands, darunter Long Island, waren die direkten Auswirkungen geringer, doch die allgemeinen wirtschaftlichen Verschiebungen und die neue Mobilität machten sich bemerkbar.
Von besonderer Bedeutung für die Bewohner der äußeren Inseln wurde das sogenannte Contract-Programm, das ab 1943 in Kraft trat. Bahamische Arbeiter, Männer und Frauen, wurden auf Vertragsbasis in die Vereinigten Staaten geschickt, um dort in der Landwirtschaft den kriegsbedingten Arbeitskräftemangel auszugleichen. Tausende von Out-Islandern, auch von Long Island, nutzten diese Möglichkeit, um für begrenzte Zeit im Ausland zu verdienen. Das Programm brachte Geld in die Inselwirtschaft und eröffnete vielen erstmals einen Blick über die engen Grenzen ihrer Heimat hinaus. Gleichzeitig blieb das tägliche Leben auf Long Island von den traditionellen Mustern bestimmt: der Pflege der Felder, der Haltung von Vieh, dem Fischfang und dem Zusammenhalt der kleinen Siedlungsgemeinschaften.
Moderne Zeit
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb Long Island zunächst eine ruhige, ländlich geprägte Out Island, deren Bewohner weiterhin von Landwirtschaft, Viehzucht und Fischfang lebten. Die Nachkriegsjahre brachten im gesamten Archipel den Beginn eines planmäßigen Ausbaus des Tourismus, doch auf Long Island setzte diese Entwicklung nur zögernd und in bescheidenem Maßstab ein. Während Nassau und später Paradise Island zu internationalen Ferienzielen wurden, behielt Long Island seinen Charakter als Insel der kleinen Siedlungen, der Familienbetriebe und der engen Gemeinschaften. Die politische Umgestaltung der Bahamas, die mit dem Erstarken der Progressive Liberal Party, der Mehrheitsherrschaft ab 1967 und der Unabhängigkeit am 10. Juli 1973 einherging, veränderte auch das Leben auf den äußeren Inseln. Die Bewohner Long Islands wurden Bürger eines souveränen Staates, und die Insel erhielt im Rahmen der neuen nationalen Strukturen eine eigene administrative Stellung.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich auf Long Island ein behutsamer Tourismus, der sich vor allem auf die natürliche Schönheit der Insel stützte. Orte wie Stella Maris im Norden und Cape Santa Maria zogen Besucher an, die Ruhe, weite Strände und die Möglichkeit zum Tauchen und Schnorcheln suchten. Dean’s Blue Hole, eines der tiefsten bekannten Unterwasser-Sinklöcher der Welt, wurde zu einem internationalen Anziehungspunkt für Freitaucher und machte die Insel in Fachkreisen bekannt. Gleichzeitig blieben Fischerei und Landwirtschaft wichtige Standbeine der örtlichen Wirtschaft. Long Island galt weiterhin als eine der bedeutendsten Viehzuchtinseln der Bahamas, und viele Familien betrieben den Anbau von Grundnahrungsmitteln sowie den Fang von Hummer, Conch und Fischen. Die jährliche Long Island Regatta in Salt Pond entwickelte sich zu einem wichtigen kulturellen Ereignis, das die traditionelle Bootsbautradition und den Zusammenhalt der Gemeinschaft pflegte.
Die Insel blieb jedoch mit den typischen Herausforderungen der Out Islands konfrontiert. Die Infrastruktur war lange Zeit begrenzt, die Abwanderung junger Menschen nach Nassau oder in die Vereinigten Staaten hielt an, und die wirtschaftliche Abhängigkeit von staatlichen Transfers und Überweisungen der ausgewanderten Familienmitglieder war spürbar. Hurrikane und andere Naturereignisse unterbrachen immer wieder den Alltag und erforderten den Wiederaufbau von Häusern, Straßen und landwirtschaftlichen Flächen. Dennoch bewahrte Long Island einen starken lokalen Charakter. Die Siedlungen, oft noch nach den Gründerfamilien benannt, blieben Zentren des kirchlichen und sozialen Lebens, und die Kultur der Insel, geprägt von Rake-and-Scrape-Musik, Junkanoo-Traditionen und mündlicher Überlieferung, wurde bewusst gepflegt.
Seit der Jahrtausendwende hat sich der Tourismus auf Long Island weiterentwickelt, ohne den massentouristischen Charakter anderer bahamischer Ziele anzunehmen. Kleine Resorts, Ferienhäuser und Angebote für Angler, Taucher und Naturliebhaber prägen das Bild. Gleichzeitig werden Anstrengungen unternommen, die Infrastruktur zu verbessern, darunter der Ausbau von Flughäfen und Straßen, um die Erreichbarkeit zu erhöhen und wirtschaftliche Möglichkeiten zu erweitern.
Verwaltung
Long Island ist seit 1973 ein Bezirk (district) des Staates der Bahamas (Commonwealth of the Bahamas).
Herrschaftsgeschichte
- 7. bis 12. Oktober 1492 Stammesgebiet der Lucayan
- 12. Oktober 1492 bis 11. Juni 1578 Königreich Spanien (Reino de España)
- 11. Juni 1578 bis 1. November 1670 Besitzung Bahama-Inseln (Bahama Islands), beansprucht durch das Königreich England (Kingdom of England)
- 1662 Kolonie Bahama-Inseln (Les Isles Lucayes et Caïques), beansprucht durch das Königreich Frankreich (Royaume de France)
- 1. November 1670 bis 1706 Kolonie Bahama-Inseln (Bahama Islands) des Königreichs England (Kingdom of England)
- 1706 bis 26. Juli 1718 Piratenstaat Bahama-Inseln (Bahama Islands)
- 26. Juli 1718 bis 31. Dezember 1800 Kronkolonie Bahama-Inseln (The Bahama Islands) innerhalb des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
- 1. Januar 1801 bis 7. Januar 1964 Kronkolonie Bahama-Inseln (The Bahama Islands) innerhalb des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland, ab 27. April 1927 United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
- 7. Januar 1964 bis 10. Mai 1969 Autonomes Territorium des Bahama-Inseln (The Bahama Islands) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
- 10. Mai 1969 bis 10. Juli 1973 Autonomer Staat der Bahama-Inseln (Commonwealth of the Bahama Islands) innerhalb des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
- seit 10. Juli 1973 Staat Bahamas (Commonwealth of The Bahamas)
Legislative und Exekutive
Long Island gehört politisch zum Commonwealth der Bahamas und besitzt als einzelne Insel keine eigene Regierung mit einem Regierungschef oder einem eigenständigen Parlament. Die politische Verwaltung erfolgt auf zwei Ebenen: durch die Zentralregierung in Nassau und durch die kommunale Selbstverwaltung des Long-Island-Distrikts. Die Insel ist zugleich ein eigener Wahlkreis für das nationale Parlament und verfügt über einen District Council, der örtliche Verwaltungsaufgaben wahrnimmt.
Die Bahamas sind eine parlamentarische Demokratie und eine konstitutionelle Monarchie innerhalb des Commonwealth. Staatsoberhaupt ist König Charles III., der auf den Bahamas durch einen Generalgouverneur vertreten wird. Die nationale Gesetzgebung liegt beim Parlament in Nassau, das aus dem gewählten House of Assembly und dem ernannten Senat besteht. Das House of Assembly umfasst 41 Abgeordnete, die in Einzelwahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt werden. Die Regierung wird vom Premierminister geleitet und ist gegenüber dem Parlament verantwortlich.
Die Insel Long Island bildet einen eigenen Wahlkreis, der neben der Hauptinsel auch die innerhalb der festgelegten Wahlkreisgrenzen liegenden Cays umfasst. Bei der Parlamentswahl vom 12. Mai 2026 wurde Sylvester A. Rollins vom Free National Movement (FNM) zum Abgeordneten für Long Island gewählt. Er vertritt die Insel im House of Assembly in Nassau.
Die Exekutive liegt auf nationaler Ebene bei Premierminister Philip Edward Davis von der Progressive Liberal Party (PLP), der nach dem Wahlsieg seiner Partei im Mai 2026 eine zweite Amtszeit antrat. Er steht dem Kabinett vor und leitet die Regierungsgeschäfte. Die Generalgouverneurin ist Dame Cynthia A. Pratt. Sie vertritt das Staatsoberhaupt, nimmt überwiegend verfassungsrechtliche und repräsentative Aufgaben wahr und ernennt unter anderem den Premierminister entsprechend den parlamentarischen Mehrheitsverhältnissen.
Die kommunale Selbstverwaltung wird durch den Long Island District Council ausgeübt. Sein Sitz befindet sich in Grays. Das Gremium ist für örtliche Angelegenheiten zuständig und übernimmt Aufgaben im Bereich der kommunalen Verwaltung, der öffentlichen Einrichtungen, der Bauaufsicht und der Entwicklung der Inselgemeinden. Es vertritt die Interessen der Bevölkerung gegenüber der Zentralregierung und arbeitet mit dem zuständigen Ministerium für Family Island Affairs zusammen. Nach der Reform durch den Local Government Act von 2024 gehört Long Island zu den Distrikten mit indirekt gebildetem District Council. Die Zusammensetzung erfolgt über die örtlichen Town Committees. Die regulären Kommunalwahlen sind für Juni 2027 vorgesehen.
Inseloberhaupt
An der Spitze des District Council steht der Chief Councillor, der zugleich die kommunale Vertretung nach außen wahrnimmt und die Sitzungen des Gremiums leitet. Als Chief Councillor wurde mit Ende 2026 Ian Knowles geführt; sein Stellvertreter ist Dwayne Fox. Diese Funktionen sind nicht mit dem Amt eines Bürgermeisters oder eines Inselgouverneurs gleichzusetzen. Ein eigenständiges Amt eines Gouverneurs von Long Island besteht nicht.
Politische Gruppierungen
Die politische Parteienlandschaft wird auf Long Island vor allem von zwei großen Parteien bestimmt. Bei der Parlamentswahl vom Mai 2026 entfielen auf die Progressive Liberal Party (PLP) landesweit 33 der 41 Sitze, während das Free National Movement (FNM) acht Mandate errang. Die PLP stellt damit die Regierung, das FNM die parlamentarische Opposition.
Das Progressive Liberal Party (PLP) wurde 1953 gegründet und ist eine sozialdemokratisch ausgerichtete Partei mit einer langen politischen Tradition. Sie stellt mit Philip Davis den Premierminister und verfügt über die parlamentarische Mehrheit. Das Free National Movement (FNM) entstand 1971 und bildet die wichtigste oppositionelle Kraft. Parteivorsitzender und Oppositionsführer ist Michael C. Pintard. Bei der Wahl 2026 trat für das FNM auf Long Island Sylvester A. Rollins an, der den Wahlkreis gewann.
Neben diesen beiden Parteien treten gelegentlich kleinere politische Gruppierungen und unabhängige Kandidaten an. Bei der Wahl 2026 kandidierten im Wahlkreis Long Island neben Rollins und der PLP-Kandidatin Roneika D. Knowles auch Shura S. Pratt für den Congress of Independent Organisations (COI) sowie Natasha S. Turnquest als unabhängige Bewerberin. Der COI erreichte dabei einen kleineren Stimmenanteil und gewann kein Mandat.
Justizwesen und Kriminalität
Long Island untersteht vollständig der Justiz des Commonwealth der Bahamas. Das Rechtssystem beruht überwiegend auf dem englischen Common Law und ist durch die Verfassung sowie die bahamaische Gesetzgebung geregelt. Die unabhängige Justiz umfasst die Magistrates’ Courts für weniger schwere Strafsachen und zahlreiche zivilrechtliche Angelegenheiten, den Supreme Court als oberstes Gericht erster Instanz für schwerwiegende Straf- und Zivilverfahren sowie den Court of Appeal. Als letzte Rechtsmittelinstanz dient grundsätzlich der Privy Council in London. Die Gerichte sind organisatorisch nicht auf Long Island konzentriert; Bewohner müssen für bestimmte Verhandlungen und gerichtliche Angelegenheiten auf andere Inseln reisen.
Die Strafverfolgung liegt bei der Royal Bahamas Police Force (RBPF), der landesweit zuständigen Polizeiorganisation. Sie ist auch für die Family Islands verantwortlich, zu denen Long Island gehört. Die Polizei nimmt Anzeigen auf, ermittelt bei Straftaten, vollstreckt Haftbefehle und übergibt Beschuldigte der Staatsanwaltschaft beziehungsweise den zuständigen Gerichten. Die Royal Bahamas Defence Force ist dagegen hauptsächlich für die äußere Sicherheit, den Küstenschutz und die Überwachung der Seegebiete zuständig und ersetzt nicht die reguläre Polizei.
Auf Long Island selbst unterhält die Polizei mehrere örtliche Dienststellen. Polizeistationen befinden sich unter anderem in Clarence Town, Deadman’s Cay, Simms und Stella Maris. Die Insel ist damit in nördliche und südliche Polizeibezirke gegliedert. Die Beamten übernehmen neben der allgemeinen Streifen- und Ermittlungsarbeit auch Verkehrskontrollen, die Aufnahme von Anzeigen und die Bearbeitung von Eigentums- und Gewaltdelikten.
Eine dauerhaft auf Long Island ansässige höhere Gerichtsinstanz ist nicht ausgewiesen. Strafverfahren werden je nach Zuständigkeit vor den Magistrates’ Courts oder dem Supreme Court verhandelt. Für schwerwiegende Straftaten, darunter Tötungsdelikte, schwere Körperverletzung und größere Drogendelikte, sind die überregional zuständigen Ermittlungs- und Justizbehörden zuständig. Das bahamaische Strafrecht sieht unter anderem Geld- und Freiheitsstrafen vor. Angeklagte haben Anspruch auf ein faires und öffentliches Verfahren sowie auf anwaltliche Vertretung; staatliche Rechtshilfe steht allerdings nur in begrenztem Umfang zur Verfügung.
Die Kriminalitätslage auf Long Island lässt sich statistisch nur eingeschränkt beurteilen, da die veröffentlichten Polizeiberichte Straftaten häufig nach größeren Verwaltungsregionen zusammenfassen und keine durchgehende eigene Jahresreihe für die Insel ausweisen. Long Island wird dem Bereich der Family Islands zugerechnet. Nach Angaben der Royal Bahamas Police Force gingen die registrierten schwereren Straftaten in diesem Bezirk im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 um sechs Prozent zurück. Im ersten Halbjahr 2026 wurde für die Family Islands ein Rückgang um 23 Prozent gemeldet. Diese Zahlen gelten für die gesamte Region und erlauben keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Entwicklung auf Long Island.
Die schwersten Gewalt- und Eigentumsdelikte der Bahamas konzentrieren sich nach Einschätzung des US-Außenministeriums vor allem auf Nassau und Freeport. Landesweit kommen jedoch auch bewaffnete Raubüberfälle, Einbrüche, Diebstähle und Sexualdelikte vor. Für Long Island sind keine vergleichbaren Hinweise auf eine Häufung schwerer Gewaltkriminalität veröffentlicht. Die geringe Siedlungsdichte und die weit auseinanderliegenden Ortschaften prägen die örtlichen Bedingungen der Polizeiarbeit; eine pauschale Aussage über eine bestimmte Kriminalitätsrate der Insel wäre mangels belastbarer Inselstatistik jedoch nicht gerechtfertigt.
Neben der gewöhnlichen Kriminalität beschäftigen die bahamaischen Sicherheitsbehörden auch Drogenschmuggel und unerlaubte Transporte auf dem Seeweg. Wegen der Lage Long Islands zwischen dem Atlantik und den flachen Gewässern der Bahama Banks kommt der Kontrolle der Küsten- und Meeresgebiete eine zusätzliche Bedeutung zu. Die Zuständigkeit hierfür teilen sich die Polizei und die Royal Bahamas Defence Force.
Flagge und Wappen
Long Island besitzt keine eigene, staatlich festgelegte Nationalflagge und kein eigenständiges Hoheitswappen. Als Teil des Commonwealth der Bahamas verwendet die Insel die Nationalflagge und das Staatswappen des Inselstaates. Daneben existieren Darstellungen regionaler Wappen und Flaggen für die größeren Inselgruppen der Bahamas, die bei offiziellen Veranstaltungen und repräsentativen Anlässen verwendet werden. Sie sind jedoch nicht mit den Flaggen der lokalen District Councils gleichzusetzen.
Die Nationalflagge der Bahamas wurde am 10. Juli 1973, dem Tag der staatlichen Unabhängigkeit, eingeführt. Sie besteht aus drei gleich breiten waagerechten Streifen in Aquamarin, Gold und Aquamarin. Auf der Mastseite liegt ein schwarzes gleichseitiges Dreieck, dessen Spitze in das Flaggenfeld weist. Das Schwarz steht für die Kraft und Geschlossenheit der Bevölkerung, das Gold symbolisiert den Sand und die natürlichen Ressourcen des Landes, während Aquamarin die umgebenden Meeresgewässer darstellt. Die Farben verweisen damit auf die natürlichen Grundlagen und die wirtschaftliche Entwicklung des Archipels.
Das Staatswappen der Bahamas wurde im Zusammenhang mit der Unabhängigkeit 1973 offiziell festgelegt. Im Mittelpunkt steht ein Schild mit dem Segelschiff Santa María, dem Flaggschiff der ersten Reise Christoph Kolumbus’ über den Atlantik. Das Schiff fährt über stilisierte Meereswellen; oberhalb des Schildes befindet sich eine aufgehende goldene Sonne auf blauem Grund. Als Helmzier dient eine rosafarbene Fechterschnecke (Lobatus gigas, heute Aliger gigas), die von Palmwedeln umgeben ist. Den Schild halten ein blauer Marlin auf der rechten und ein Flamingo auf der linken Seite. Die beiden Tiere stehen für die Meeres- und Landwelt der Bahamas. Unterhalb des Wappenschildes sind Meer und Sumpflandschaft dargestellt. Das Staatsmotto lautet „Forward, Upward, Onward Together“ (Vorwärts, aufwärts, gemeinsam weiter).
Hauptort
Hauptort von Long Island ist Clarence Town an der Atlantikküste im südlichen Inselabschnitt. Die Siedlung liegt an einer geschützten Bucht und ist vor allem durch ihre beiden weithin sichtbaren Kirchen mit den charakteristischen Zwillingstürmen bekannt. Beide Bauwerke wurden von dem anglikanischen Geistlichen und Architekten John Hawes entworfen. Die römisch-katholische Kirche St. Peter and St. Paul und die anglikanische St. Paul’s Anglican Church prägen das Ortsbild.
Clarence Town geht auf die Besiedlung durch britische Loyalisten zurück, die sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf Long Island niederließen. Zu den frühen Siedlern gehörte Major Archibald Taylor, dem die Gründung des Ortes zugeschrieben wird. Heute verfügt Clarence Town über einen kleinen Hafen mit öffentlichem Anleger, eine Marina, Geschäfte, gastronomische Einrichtungen, eine Polizeistation und medizinische Versorgung. Der Hafen wird auch von Post- und Versorgungsschiffen angelaufen. Der nahegelegene Flughafen Deadman’s Cay Airport übernimmt die Flugverbindungen mit Nassau und anderen Inseln.
Clarence Town ist allerdings nicht der größte Siedlungs- und Versorgungsstandort der Insel. Diese Funktion übernimmt vor allem Deadman’s Cay im mittleren Inselabschnitt, wo sich der wichtigste Flughafen und zahlreiche Geschäfte und Dienstleistungen befinden. Clarence Town gilt dennoch als offizieller Hauptort und ist Sitz wichtiger örtlicher Einrichtungen.
Verwaltungsgliederung
Long Island besteht aus 41 Ortschaften.
Verwaltungseinheiten:
41 settlements (Siedlungen)
Bevölkerung
Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 448 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1901 3 000 6,70
1931 3 200 7,14
1943 4 564 10,18
1953 3 755 8,40
1963 4 176 9,32
1970 3 861 8,62
1980 3 358 7,50
1981 3 340 7,46
1990 2 954 6,59
2000 2 992 6,68
2001 3 000 6,70
2002 3 010 6,72
2003 3 020 6,74
2004 3 020 6,74
2005 3 024 6,75
2006 3 030 6,77
2007 3 050 6,81
2008 3 060 6,83
2009 3 080 6,88
2010 3 094 6,91
2011 3 080 6,88
2912 3 050 6,81
2013 3 030 6,77
2014 3 000 6,70
2015 2 970 6,63
2016 2 950 6,58
2017 2 900 6,47
2018 2 850 6,36
2019 2 800 6,25
2020 2 750 6,14
2021 2 718 6,07
2022 2 690 6,00
2023 2 670 5,96
2024 2 660 5,94
2025 2 650 5,92
Die Bevölkerung sank von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,545 % pro Jahr.
Volksgruppen
Die Bevölkerung von Long Island ist überwiegend afro-bahamischer Abstammung. Ihre Vorfahren waren zum größten Teil Afrikaner, die während der britischen Kolonialherrschaft versklavt und auf den Plantagen der Bahamas zur Arbeit gezwungen wurden. Nach der Abschaffung der Sklaverei im britischen Weltreich 1834 und dem Ende der Übergangszeit 1838 entwickelte sich aus ihren Nachkommen die Mehrheitsbevölkerung der Insel. Die afro-bahamische Bevölkerung prägt bis heute die gesellschaftlichen Traditionen, die Familienstrukturen, die Musik und das religiöse Leben von Long Island.
Eine kleinere Bevölkerungsgruppe besitzt europäische, vor allem britische und irische Vorfahren. Ihre Geschichte hängt unter anderem mit der Ansiedlung britischer Loyalisten zusammen, die nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Ende des 18. Jahrhunderts auf die Bahamas kamen. Einige von ihnen ließen sich mit ihren Familien und versklavten Arbeitskräften auch auf Long Island nieder. Nachkommen dieser Siedler und spätere Zuwanderer europäischer Herkunft sind Teil der heutigen Inselbevölkerung.
Daneben gibt es Menschen gemischter afrikanischer und europäischer Abstammung. In geringerem Umfang leben auf Long Island auch Zugewanderte aus anderen Teilen der Bahamas und aus der übrigen Karibik. Die bahamaische Gesellschaft ist insgesamt durch Migration zwischen den Inseln sowie durch Verbindungen zu den Nachbarstaaten geprägt. Für Long Island liegen jedoch keine ausreichend detaillierten aktuellen Angaben vor, um die einzelnen Abstammungsgruppen zahlenmäßig verlässlich aufzuschlüsseln.
Sprachen
Die Amtssprache auf Long Island ist Englisch, das zugleich die offizielle Sprache des Commonwealth der Bahamas ist. Es wird in der Verwaltung, im Schulwesen, vor Gericht, in den Medien und im Geschäftsverkehr verwendet. Die Bevölkerung spricht im Alltag überwiegend Bahamian English, eine regionale Varietät des Englischen, die sich durch eine eigene Aussprache, einen charakteristischen Wortschatz und grammatische Besonderheiten auszeichnet. Sie gehört zu den englischen Sprachformen der westindischen Karibik und weist Einflüsse afrikanischer Sprachen sowie älterer britischer Dialekte auf.
Daneben ist Bahamian Creole verbreitet, das auch als Bahamian Dialect oder Bahamian English Creole bezeichnet wird. Es handelt sich um eine englischbasierte Kreolsprache beziehungsweise ein Dialektkontinuum, dessen Ausprägungen je nach Sprecher und Gesprächssituation unterschiedlich stark vom Standardenglischen abweichen. Im alltäglichen Gespräch treten verkürzte Formen, besondere Satzkonstruktionen und ein eigener Wortschatz auf. Die Sprache ist Teil der mündlichen Überlieferung und der regionalen Identität. Auf Long Island wird sie insbesondere im familiären und nachbarschaftlichen Umfeld verwendet.
Durch Zuwanderung und internationale Kontakte sind außerdem weitere Sprachen vertreten. Dazu gehören vor allem Haitianisches Kreol, das von Menschen haitianischer Herkunft gesprochen wird, sowie in geringerem Umfang Spanisch und andere karibische Sprachen. I
Religion
Die Bevölkerung von Long Island ist überwiegend christlich geprägt. Das religiöse Leben wird vor allem von protestantischen Kirchen bestimmt, wobei die baptistischen Gemeinden eine besonders wichtige Stellung einnehmen. Daneben sind anglikanische, pfingstkirchliche, methodistische und weitere evangelische Gemeinschaften vertreten. Auch die römisch-katholische Kirche besitzt eine Präsenz auf der Insel.
Die Baptisten gehören zu den traditionsreichsten und mitgliederstärksten Glaubensgemeinschaften der Bahamas. Ihre Verbreitung geht auf die Missionierung während der britischen Kolonialzeit und die religiöse Entwicklung der afro-bahamischen Bevölkerung zurück. Die anglikanische Kirche ist ebenfalls historisch fest verwurzelt und unterhält Gemeinden auf den Inseln des Archipels. Auf Long Island prägen die Kirchengebäude und regelmäßigen Gottesdienste vielerorts das Ortsleben. Zu den weiteren protestantischen Richtungen zählen die Church of God, die Siebenten-Tags-Adventisten, die Methodisten und verschiedene Pfingstkirchen.
Die Volkszählung von 2022 bestätigt die starke Stellung des Protestantismus auf nationaler Ebene. Die drei größten Religionsgemeinschaften der Bahamas waren demnach die Baptisten mit 135.875 Angehörigen, die Anglikaner mit 47.456 und die nicht konfessionell gebundenen beziehungsweise sonstigen christlichen Kirchen mit zusammen 35.296 Personen. Die römisch-katholische Kirche kam auf 34.749 Angehörige. Diese Zahlen beziehen sich auf den gesamten Inselstaat und lassen sich nicht unmittelbar auf Long Island übertragen.
Neben den größeren Kirchen bestehen kleinere religiöse Gemeinschaften, darunter Zeugen Jehovas und weitere christliche Gruppen. Nichtchristliche Religionen wie der Rastafari-Glaube, der Islam, das Judentum und der Bahai-Glaube sind auf den Bahamas ebenfalls vertreten, besitzen jedoch landesweit nur vergleichsweise kleine Anhängerschaften. Für Long Island liegen keine verlässlichen gesonderten Zahlen zu ihrer Mitgliederstärke vor.
Siedlungen
Zur Volkszählung 2010 hatte die Insel 3094 Einwohner (einschließlich der der Nordspitze vorgelagerten Insel Galliot Cay). Größter Ort war Burnt Ground mit 324 Einwohnern, gefolgt von Lower Deadman’s Cay mit 272 Einwohnern und Hamilton mit 196 Einwohnern:
| Siedlung | Einwohner 2010 |
| Alligator Bay | 66 |
| Berry's | 40 |
| Buckley's | 54 |
| Buckley's Hill | 25 |
| Burnt Ground | 324 |
| Cabbage Point (mit Wood Hill, Fords) | 21 |
| Carlton Hill | 49 |
| Cartwright | 109 |
| Clarence Town | 86 |
| Combers | 24 |
| Deadman's Cay | 110 |
| Dean's and Turtle Cove | 15 |
| Doctor's Creek | 64 |
| Dunmore (mit Victoria Village) | 79 |
| Glenton | 137 |
| Gordon's (mit Mortimer's) | 74 |
| Gray's | 37 |
| Hamilton | 196 |
| Lower Deadman's Cay | 272 |
| Mangrove Bush | 142 |
| McKann's | 31 |
| McKenzie | 43 |
| McKenzie and Hard Bargain | 21 |
| Miley and Lochabar | 33 |
| Miller's | 73 |
| Millerton | 90 |
| Morris' and Bain's | 70 |
| Morrisville | 25 |
| New Hope | 76 |
| Old Gray's (mit Anderson's) | 15 |
| O'Neil's | 64 |
| Pettys | 79 |
| Pinder's | 14 |
| Roses (mit Taits) | 60 |
| Salt Pond | 98 |
| Scrub Hill and Benzie | 51 |
| Seymour (mit Galliot Cay) | 81 |
| Simm's (mit Bos'n Hill, Scrub Hill) | 60 |
| Stella Maris | 80 |
| Steven's | 31 |
| The Bight (Bower's) | 27 |
| Thompson Bay | 17 |
| White House (mit Sam McKinnons, Wemyss) | 31 |
Die Siedlungen Long Islands erstrecken sich über die gesamte Länge der schmalen Insel und liegen überwiegend an der Westküste sowie an den wenigen geschützten Buchten der Atlantikseite. Anders als auf vielen anderen Bahamasinseln gibt es keinen einzigen großen städtischen Mittelpunkt, in dem sich sämtliche Verwaltungs-, Handels- und Versorgungsfunktionen konzentrieren. Vielmehr verteilen sich diese auf mehrere kleinere Orte und Siedlungsgruppen. Die meisten Ortschaften bestehen aus locker angeordneten Wohnhäusern, Kirchen, Schulen, kleinen Geschäften und einzelnen öffentlichen Einrichtungen. Die geringe Bevölkerungsdichte und die große Nord-Süd-Ausdehnung führen dazu, dass die Entfernungen zwischen den Siedlungen beträchtlich sein können.
Viele Ortsnamen gehen auf die Familien zurück, die sich dort ursprünglich niederließen. Daher tragen zahlreiche Siedlungen Possessivformen wie Gray’s, Simms oder Buckley’s. Diese Namensgebung erinnert an die frühe Familien- und Plantagensiedlungsgeschichte der Insel und ist bis heute ein charakteristisches Merkmal der Ortsbezeichnungen auf Long Island.
Der Hauptort Clarence Town liegt im südlichen Inselabschnitt an der Ostküste. Die Siedlung befindet sich an einer geschützten Bucht und besitzt einen kleinen Hafen, der für die örtliche Schifffahrt und den Bootsverkehr von Bedeutung ist. Das Ortsbild wird von zwei markanten Kirchen geprägt: der anglikanischen St. Paul’s Church und der römisch-katholischen Kirche St. Peter and St. Paul. Beide wurden vom Architekten und Geistlichen John Hawes entworfen und sind durch ihre ungewöhnliche Architektur mit Doppeltürmen bekannt. Clarence Town verfügt über örtliche Geschäfte, gastronomische Einrichtungen und öffentliche Dienste. Die Siedlung ist zugleich ein wichtiger Anlaufpunkt für Besucher, die den südlichen Teil der Insel erkunden.
Deadman’s Cay bildet den wichtigsten zentralen Siedlungs- und Verkehrsknotenpunkt Long Islands. Die Ortschaft liegt ungefähr in der Mitte der Insel und ist durch den gleichnamigen Flughafen eng mit Nassau verbunden. Der Deadman’s Cay Airport ist ein offizieller Einreisehafen mit Zoll- und Einwanderungsabfertigung und wird von Southern Air täglich angeflogen. Er dient nicht nur der Ortschaft selbst, sondern auch Clarence Town und den umliegenden Siedlungen. Im Umfeld des Flughafens befinden sich zahlreiche Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe und öffentliche Einrichtungen. Die benachbarten Ortsteile Lower Deadman’s Cay und weitere kleinere Wohngebiete bilden zusammen einen größeren Siedlungsraum.
Nördlich davon liegt Mangrove Bush, eine kleinere Ortschaft, die traditionell mit dem Bootsbau verbunden ist. Das Handwerk hat auf Long Island eine lange Geschichte, da Boote für Fischerei, Küstenverkehr und die Verbindung zu den vorgelagerten Inseln benötigt werden. Hamilton’s ist vor allem wegen seines ausgedehnten Karsthöhlensystems bekannt. Die Höhlen gehören zu den geologischen Sehenswürdigkeiten der Insel; Teile davon werden für Besucher zugänglich gemacht. In der näheren Umgebung befinden sich weitere kleine Siedlungen und Wohngebiete, darunter Petty’s, das ebenfalls eine Bedeutung für die örtliche Fischerei besitzt.
Salt Pond liegt im zentralen Inselabschnitt und ist einer der bekanntesten Veranstaltungsorte Long Islands. Hier findet die jährlich ausgetragene Long Island Regatta statt, bei der traditionelle bahamaische Segelboote in verschiedenen Klassen gegeneinander antreten. Die Veranstaltung gehört zu den wichtigsten lokalen Sport- und Kulturereignissen und zieht neben Teilnehmern aus anderen Teilen der Bahamas auch auswärtige Besucher an. Die Ortschaft liegt in der Nähe der historischen Salzgewinnungsgebiete, deren Kanäle und Becken früher zur Gewinnung und zum Transport von Meersalz dienten. Die Anlagen wurden teilweise von versklavten Menschen angelegt und sind ein Zeugnis der kolonialzeitlichen Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
Stella Maris befindet sich im nördlichen Teil der Insel und ist das wichtigste touristische Zentrum dieses Inselabschnitts. Die Siedlung verfügt über mehrere Ferienanlagen, Gästeunterkünfte und gastronomische Betriebe. Hinzu kommen ein kleiner Hafen und der Stella Maris Airport, der den Norden Long Islands mit Deadman’s Cay und Nassau verbindet. Southern Air bietet auf dieser Strecke tägliche Verbindungen an; außerdem bestehen saisonabhängige internationale Flugverbindungen, unter anderem nach Fort Lauderdale. Der Ort ist Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Stränden und Buchten der Nordküste sowie zu den vorgelagerten Inseln.
Seymour’s liegt nahe dem nördlichen Inselende. Dort erinnert ein Denkmal an Christoph Kolumbus, dessen erste Reise durch die Bahamas 1492 auch die Geschichte Long Islands prägte. Die Umgebung ist ländlich und dünn besiedelt; kleinere Wohnplätze und verstreute Anwesen schließen sich entlang der Hauptstraße an. In der Nähe liegen weitere historisch gewachsene Siedlungen wie Millerton,
Buckley’s ist eine kleinere Ortschaft im nördlichen Inselabschnitt. Dort befinden sich die Nelson Glandville McFarlane Major High School und die Long Island Library and Museum. Die Schule ist eine wichtige weiterführende Bildungseinrichtung für die Inselbevölkerung. Die Bibliothek und das Museum dienen der Bewahrung und Vermittlung der lokalen Geschichte und Kultur. In der Umgebung liegen unter anderem Scrub Hill und weitere kleine Siedlungsgruppen.
Zu den weiteren Ortschaften zählen Roses beziehungsweise Roses Settlement, Simms, Burnt Ground, Gray’s, Berrys, Cartwright’s, Thompson Bay, Mortimer’s, Gordon’s und Wood Hill. Simms gehört zu den älteren Siedlungen der Insel und wird in historischen Quellen bereits im 19. Jahrhundert erwähnt. Burnt Ground ist ebenfalls ein traditionsreicher Ort, dessen Name auf die frühe Besiedlungsgeschichte zurückgeht. Die einzelnen Siedlungen sind meist klein und gehen teilweise ineinander über, sodass ihre Grenzen im Alltag nicht immer eindeutig zu erkennen sind.
Verkehr
Auf Long Island gibt es praktisch keinen öffentlichen Nahverkehr; man bewegt sich vor allem mit einem Mietwagen oder vorab organisierten Taxis bzw. Transfers über die eine Nord-Süd-Hauptstraße, die Queen’s Highway. Taxis sind begrenzt und für längere Strecken teuer, daher ist ein Mietwagen die beste Wahl, um Strände, Dean’s Blue Hole und andere Ziele flexibel zu erreichen.
Straßenverkehr
Der Straßenverkehr konzentriert sich auf den Queen’s Highway, die als wichtigste Verkehrsachse nahezu über die gesamte Nord-Süd-Ausdehnung der Insel verläuft. Er verbindet die größeren Siedlungen und erschließt die wichtigsten Einrichtungen, darunter Deadman’s Cay, Clarence Town, Salt Pond und Stella Maris. Von dieser Hauptstraße zweigen zahlreiche kürzere Zufahrtsstraßen zu den Küstenorten, Stränden, Häfen und abgelegenen Wohngebieten ab. Wegen der langgestreckten, schmalen Gestalt Long Islands besitzt die Queen’s Highway eine besondere Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr.
Auf der Insel herrscht Linksverkehr, entsprechend der britischen Verkehrstradition der Bahamas. Die Fahrzeuge haben allerdings häufig Linkslenkung, da zahlreiche Autos aus den Vereinigten Staaten importiert werden. Dies erfordert insbesondere beim Überholen und an Kreuzungen erhöhte Aufmerksamkeit. Die Straßen sind überwiegend zweispurig und außerhalb der größeren Siedlungen nur wenig befahren. Ampelanlagen und komplexe Verkehrsknotenpunkte spielen praktisch keine Rolle.
Die Straßen sind größtenteils asphaltiert, wobei die Qualität der Fahrbahnen außerhalb der größeren Siedlungen unterschiedlich ausfällt. Neben der Hauptstraße gibt es zahlreiche schmalere Nebenstraßen und Zufahrtswege, die teilweise unbefestigt sind. Sie führen zu abgelegenen Wohnhäusern, kleinen Buchten, Stränden und landwirtschaftlich genutzten Grundstücken. Schlaglöcher, unebene Fahrbahnränder und fehlende Straßenmarkierungen kommen vor. Gehsteige und gesonderte Radwege sind außerhalb einzelner Ortsbereiche kaum vorhanden.
Für Long Island gelten besondere gesetzliche Geschwindigkeitsbegrenzungen. Auf der Insel beträgt die Höchstgeschwindigkeit für gewöhnliche Kraftfahrzeuge außerhalb der Siedlungen 40 mph (rund 64 km/h). Innerhalb der Siedlungsgrenzen gilt eine Begrenzung von 20 mph (rund 32 km/h). Für Omnibusse mit mehr als 20 Sitzplätzen und Lastkraftwagen liegt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit außerhalb der Ortschaften bei 30 mph (rund 48 km/h). Diese Vorschriften sind in den Road Traffic and Speed Limit (Long Island) Regulations festgelegt.
Eine Besonderheit besteht in Clarence Town, wo einzelne Straßen als Einbahnstraßen geregelt sind. Auf der Queen Street darf nicht westwärts und auf der Bay Street nicht nordwärts gefahren werden. Die Hauptstraße, die über die Insel führt, gilt rechtlich als Vorfahrtsstraße; die übrigen Straßen sind ihr gegenüber nachrangig. Für das Parken bestehen örtliche Einschränkungen, insbesondere an Straßenkreuzungen, Kurven und bestimmten Abschnitten der Hauptstraße in Clarence Town und Deadman’s Cay.
Der Fahrzeugbestand besteht überwiegend aus privaten Pkw, Pick-ups, Geländewagen und Kleintransportern. Mietwagen sind vor allem für Besucher wichtig, da der öffentliche Nahverkehr nur begrenzt ausgebaut ist und viele Sehenswürdigkeiten sowie abgelegene Strände mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar sind. Taxis verkehren insbesondere zwischen den Flughäfen, den größeren Siedlungen und den touristischen Unterkünften. Der Transport von Waren und Baumaterialien erfolgt hauptsächlich mit Lastkraftwagen und Lieferwagen.
Das Verkehrsaufkommen bleibt aufgrund der geringen Einwohnerzahl überschaubar. In den Ortszentren und an den Flughäfen kommt es zeitweise zu stärkerem Verkehr, während die langen Straßenabschnitte zwischen den Siedlungen meist wenig befahren sind. Besondere Aufmerksamkeit erfordern freilaufende Tiere, Fußgänger am Fahrbahnrand und unbeleuchtete Straßenabschnitte. Nach Einbruch der Dunkelheit ist die Sicht außerhalb der Siedlungen häufig eingeschränkt. Bei starken Regenfällen können tiefer liegende Straßenabschnitte zeitweise unter Wasser stehen. Während der Hurrikansaison von Juni bis November können Stürme außerdem Schäden an Straßen und Verkehrseinrichtungen verursachen.
Schiffsverkehr
Die Schifffahrt dient vor allem dem Transport von Post, Lebensmitteln, Baumaterialien, Treibstoffen und anderen Gütern. Daneben nutzen Einwohner und Besucher die Boote für den Personenverkehr zwischen den Inseln sowie für private Ausflüge und den Sportbootverkehr. Einen großen internationalen Handelshafen mit Containerterminal besitzt Long Island nicht; die Güterversorgung erfolgt überwiegend über kleinere öffentliche Anlegestellen und die bahamaischen Mailboats.
Eine besondere Rolle spielen die sogenannten Mailboats. Diese Schiffe transportieren neben Briefen und Paketen auch Passagiere und Fracht zwischen Nassau und den Family Islands. Auf Long Island werden mehrere Anlaufstellen bedient. Dazu gehören Clarence Town im Süden, Salt Pond und Deadman’s Cay im mittleren Inselabschnitt sowie Simms und Seymour’s im Norden. Die Fahrpläne richten sich nach den jeweiligen Routen und können sich durch Wetterbedingungen, technische Schwierigkeiten oder betriebliche Änderungen verschieben. Die Überfahrt von Nassau dauert je nach Schiff und Zielhafen viele Stunden und ist deutlich langsamer als eine Flugreise.
Zu den bekannten Schiffen auf den Long-Island-Routen gehört die „Mia Dean“, die Nassau mit dem nördlichen Inselabschnitt und Salt Pond verbindet. Auch die „Sherice M“ wurde für Fahrten zwischen Nassau, Salt Pond, Deadman’s Cay und Seymour’s eingesetzt. Die konkreten Abfahrtszeiten und Anlaufstellen ändern sich jedoch; verbindliche Fahrpläne müssen bei den jeweiligen Betreibern oder beim Dockmaster in Nassau erfragt werden. Die Mailboats sind für die Versorgung der Insel besonders wichtig, da ein erheblicher Teil der Waren zunächst über den Hafen von Nassau eingeführt und anschließend auf die äußeren Inseln verteilt wird.
Neben den Mailboats bestehen Fährverbindungen nach Exuma. Die Passagierfähre „Sheep Runner“ verkehrt zwischen Salt Pond auf Long Island und George Town auf Great Exuma. Sie bietet insbesondere während der Hauptreisezeit mehrmals wöchentlich Fahrten an und ermöglicht damit auch Anschlussverbindungen zum internationalen Flughafen von Exuma. Eine weitere Anlegestelle für Fähr- und Frachtverkehr befindet sich in Simms. Von dort bestehen regelmäßige Verbindungen nach Nassau und George Town, wobei Angebot und Häufigkeit vom jeweiligen Betreiber abhängen.
Für die private Schifffahrt und den Yachttourismus stehen mehrere Häfen und Anlegestellen zur Verfügung. In Clarence Town befinden sich der öffentliche Anleger und die Flying Fish Marina. Im Norden liegt die Stella Maris Marina, die Segel- und Motoryachten aufnehmen kann und auch für internationale Besucher von Bedeutung ist. Weitere öffentliche Anlegestellen gibt es in Salt Pond und Simms. Die bahamaischen Behörden führen diese Einrichtungen als mögliche Einreisehäfen; bei mehreren Anlegestellen muss die Ankunft allerdings vorher angemeldet werden, damit Zoll- und Einwanderungsbeamte die erforderlichen Formalitäten erledigen können.
Der Küsten- und Fischereiverkehr wird von kleineren Motorbooten und traditionellen Fischerbooten geprägt. Sie dienen dem Fang von Zackenbarschen, Schnappern, Langusten und anderen Meerestieren sowie dem Fang der Großen Fechterschnecke. Außerdem werden sie für den Transport zwischen Long Island und den vorgelagerten Cays, für Tauch- und Angelausflüge und für private Fahrten genutzt. Die geschützten Buchten und flacheren Gewässer der Westküste bieten dafür geeignete Bedingungen, während die stärker dem Atlantik ausgesetzte Ostküste anspruchsvollere nautische Verhältnisse aufweist.
Flugverkehr
Auf der langgestreckten Insel befinden sich zwei Flughäfen: der Deadman’s Cay Airport im mittleren bis südlichen Inselabschnitt und der Stella Maris Airport im Norden. Beide liegen unmittelbar an der Queen’s Highway und verfügen über asphaltierte Start- und Landebahnen. Sie werden für den Linienverkehr innerhalb der Bahamas sowie für Charter- und Privatflüge genutzt.
Der Deadman’s Cay Airport liegt nahe der Siedlung Deadman’s Cay und dient insbesondere dem zentralen und südlichen Teil Long Islands. Er ist ein offizieller Einreisehafen mit Zoll- und Einwanderungsabfertigung und besitzt damit auch Bedeutung für internationale Privat- und Charterflüge. Der Flughafen verfügt über eine Funkfrequenz für den örtlichen Flugverkehr und ist an die Queen’s Highway angeschlossen. Seine Nähe zu den zentralen Versorgungs- und Verwaltungseinrichtungen macht ihn zum wichtigsten Verkehrsflughafen der Insel.
Der Stella Maris Airport liegt im nördlichen Inselteil und erschließt vor allem die Ferienanlagen und Siedlungen rund um Stella Maris. Auch dieser Flughafen ist als Einreisehafen mit Zoll- und Einwanderungsabfertigung zugelassen. Er besitzt eine eigene Flugverkehrsfunkfrequenz und wird neben dem Linienverkehr von Chartermaschinen und Privatflugzeugen genutzt. Für Gäste des Stella Maris Resort Club ist er besonders wichtig, da die Ferienanlage nur eine kurze Autofahrt entfernt liegt.
Die wichtigste Flugverbindung besteht zwischen Long Island und dem Lynden Pindling International Airport in Nassau. Southern Air Charter bedient sowohl Deadman’s Cay als auch Stella Maris. Bahamasair führt ebenfalls Flüge nach Long Island durch, wobei die Frequenz je nach Flugplan und Flughafen variiert. Die offizielle Tourismusbehörde der Bahamas führt für Southern Air tägliche Verbindungen zwischen Nassau und beiden Flughäfen auf. Für Bahamasair werden unter anderem Flüge nach Deadman’s Cay an bestimmten Wochentagen ausgewiesen. Die Flugzeit zwischen Nassau und Stella Maris beträgt ungefähr eine Stunde.
Eine zusätzliche Bedeutung besitzt der Charterverkehr aus den Vereinigten Staaten. Die Fluggesellschaft Makers Air bietet Verbindungen vom Fort Lauderdale Executive Airport in Florida nach Stella Maris an. Die Flüge werden an bestimmten Wochentagen durchgeführt und richten sich insbesondere an Urlauber, die den Norden Long Islands ohne Umsteigen in Nassau erreichen möchten. Darüber hinaus vermitteln örtliche Anbieter wie Stella Maris Resort Air Service individuelle Flüge und Charterverbindungen nach Nassau, Georgetown auf Great Exuma und zu weiteren Inseln der Bahamas.
Die beiden Flughäfen erfüllen unterschiedliche regionale Aufgaben. Deadman’s Cay erschließt den zentralen und südlichen Inselabschnitt und ist für Clarence Town von Bedeutung, während Stella Maris den Norden und die dortigen Ferienanlagen versorgt. Zwischen beiden Flughäfen besteht eine Straßenverbindung über die Queen’s Highway; die Fahrt dauert aufgrund der großen Nord-Süd-Ausdehnung der Insel ungefähr 45 Minuten. Dadurch können Reisende je nach Unterkunft und Reiseziel den jeweils günstigeren Flughafen nutzen.
| Ort | ICAO | IATA | Name | Rollbahn | Koordinaten |
| Cape Santa Maria | MYLM | Cape Santa Maria Airport | 13/31: 2,600 x 60, Kies | 23°38′56.0″N 75°19′24.0″W | |
| Deadman's Cay | MYLD | LGI | Deadman‘s Cay Airport | 4,000 by 80 | 23°10′43.4″N 75°5′37.2″W |
| Hog Cay | MYXC | Hog Cay Airport | 07/25: 1,800 x 50, Asfalt | 23°36′4.1″N 75°20′20.8″W | |
| Long Island | MYLR | Hard Bargain Airport | 15/33: 3,000 x 60, Asfalt | 23°0′40.3″N 74°54′21.2″W | |
| Long Island | MYLS | SML | Stella Maris Airport | 3,900 by 90 | 23°34′58.8″N 75°16′8.4″W |
Wirtschaft
Ein Teil der Wirtschaft basiert auf dem Tourismus und der Landwirtschaft, aber die Fischerei dominiert. Die Einwohner bauen Erbsen, Mais und Bananen an und züchten Kleinvieh wie Schweine, Hühner, Ziegen und Schafe. Einige Rinder werden für den Export gezüchtet. Aufgrund der allgemein unwirtlichen Böden auf den Bahamas wird auf Long Island überwiegend im Topf-Loch-Stil angebaut, das heißt in fruchtbaren Löchern im Kalkstein, in denen sich guter Mutterboden sammelt. Diese Anbaumethode trägt zum Erfolg der Landwirte auf Long Island bei, die in der Regel genügend Überschuss erzeugen können, um ihr Obst und Gemüse auf den gesamten Bahamas zu verkaufen.
Zu den touristischen Möglichkeiten gehören Segeln, Angeln, Tauchen, Freitauchen, Schnorcheln und Entspannen am Strand. Der bei Seymour's gelegene Cape Santa Maria Beach wird häufig als einer der schönsten Strände der Welt eingestuft. In den letzten Jahren wurde Dean's Blue Hole als einzigartiger Tauchplatz von Freitauchern aufgesucht, die hier Weltrekorde (vor allem durch den Neuseeländer William Trubridge) und eine Weltmeisterschaft (2009) aufstellten.[6] Die meisten Touristen chartern ein Flugzeug oder nehmen einen kommerziellen Flug vom Exuma International Airport in George Town, Exuma oder Nassau. Internationale Flüge, die von Locair angeboten wurden, waren geplant, was die Rückkehr zu regelmäßigen internationalen Flügen seit über zehn Jahren bedeutet hätte; Locair ist jedoch nicht mehr im Geschäft.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft auf Long Island ist traditionell kleinbetrieblich organisiert und bildet neben der Fischerei einen wichtigen Bestandteil der ländlichen Wirtschaft. Im Vergleich zu den nördlichen Bahamas-Inseln Andros, Abaco und Grand Bahama, die über ausgedehnte Kiefernwälder und größere landwirtschaftlich nutzbare Flächen verfügen, gehört Long Island zur Gruppe der sogenannten Coppice Islands. Die Bezeichnung verweist auf die für die zentralen und südlichen Bahamas typischen immergrünen Hartlaubwälder und Buschlandschaften. Die Landwirtschaft trägt zur Versorgung der örtlichen Bevölkerung bei, ist jedoch wegen der begrenzten Anbauflächen, der Bodenverhältnisse und der Wasserverfügbarkeit nicht in der Lage, den Nahrungsmittelbedarf der Insel vollständig zu decken.
Die landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften überwiegend kleinere Grundstücke. Angebaut werden tropische Früchte, Gemüse und verschiedene Nutzpflanzen für den Eigenbedarf und den örtlichen Verkauf. Dazu gehören unter anderem Mangos, Tamarinden, Passionsfrüchte, Zitrusfrüchte und weitere tropische Obstsorten. Auch Gartenbau und die Anzucht von Zierpflanzen spielen eine Rolle. Die Erzeugnisse werden auf lokalen Märkten, direkt ab Hof oder im Rahmen kleinerer Verkaufsbetriebe angeboten. Ein Teil der landwirtschaftlichen Tätigkeit dient der Selbstversorgung der Haushalte.
Auch die Viehzucht ist auf Long Island verbreitet. Gehalten werden insbesondere Hühner, Ziegen, Schafe und Schweine; daneben gibt es kleinere Rinderbestände. Die Haltung erfolgt überwiegend in überschaubaren Betrieben und ergänzt die pflanzliche Produktion. Die Schaf- und Ziegenhaltung besitzt auch eine kulturelle Bedeutung, die beim jährlich veranstalteten Mutton Festival in Salt Pond sichtbar wird. Dort werden traditionelle Gerichte aus Hammel- und Ziegenfleisch angeboten und die örtliche Landwirtschaft präsentiert.
Die Entwicklung der Landwirtschaft wird durch das Bahamas Agriculture and Marine Science Institute (BAMSI) unterstützt. Seine Beratungsdienste auf Long Island umfassen die Bereitstellung von Jungpflanzen, fachliche Unterstützung für Landwirte, Besuche auf Bauernhöfen und in Schulen sowie Programme zur Förderung des landwirtschaftlichen Nachwuchses. Im Jahr 2024 begann BAMSI außerdem mit den Vorbereitungen für eine Forschungs- und Ausbildungseinrichtung auf der Insel. Nach Angaben des Instituts nahm das Interesse an der Landwirtschaft insbesondere bei jüngeren Bewohnern zu.
Die landwirtschaftliche Nutzung wird durch die natürlichen Bedingungen begrenzt. Die kalkhaltigen Böden der Bahamas sind vielerorts flachgründig und nährstoffarm; Niederschlagswasser versickert aufgrund des porösen Kalksteins rasch. Längere Trockenperioden und die Gefahr von Hurrikanschäden erschweren eine kontinuierliche Produktion. Die Landwirtschaft ist daher stark von der örtlichen Bodenbeschaffenheit, der Niederschlagsverteilung und der verfügbaren Bewässerung abhängig. Ein erheblicher Teil der auf Long Island verbrauchten Lebensmittel muss weiterhin von anderen Inseln oder aus dem Ausland eingeführt werden.
Forstwirtschaft
Die Forstvegetation Long Islands besteht hauptsächlich aus Coppice-Wäldern, Buschland und Mangrovenbeständen. Die Coppice-Wälder setzen sich aus verschiedenen immergrünen Laubbaum- und Straucharten zusammen. Zu den typischen Gehölzen der bahamaischen Hartlaubwälder gehören unter anderem Mahagoni, Lignum vitae, brasilholz, Rotzeder und verschiedene Arten der Gattung Bursera. Die Bestände sind häufig niedrigwüchsig und bilden zusammen mit Sträuchern, Kletterpflanzen und Kräutern einen dichten Bewuchs. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Vogel-, Reptilien- und Insektenarten und schützen die dünnen Böden vor Erosion.
An den geschützten Küstenabschnitten und in den flachen Buchten kommen Mangrovenwälder vor. Sie bestehen vor allem aus Roten, Schwarzen und Weißen Mangroven. Ihre Wurzelsysteme stabilisieren die Küstenbereiche, halten Sedimente zurück und bilden wichtige Lebensräume für Jungfische, Krebstiere und zahlreiche Vogelarten. Die Mangroven sind zugleich ein natürlicher Schutz gegen Wellengang und Küstenerosion. Ihre Erhaltung ist deshalb sowohl für die biologische Vielfalt als auch für den Schutz der Küsten von Bedeutung.
Fischerei
Die gewerbliche Fischerei konzentriert sich auf die in den Bahamas besonders wichtigen Meerestiere und Speisefische. Zu den wirtschaftlich bedeutendsten Arten gehören die Karibische Languste oder Langustenkrabbe (Panulirus argus), die Fechterschnecke (Aliger gigas, früher Strombus gigas), verschiedene Zackenbarsche und Schnapper sowie die Steinkrabbe. Die Languste wird auf den Bahamas auch als Crawfish bezeichnet und ist das wichtigste Exportprodukt der nationalen Fischereiwirtschaft. Die Fechterschnecke wird vor allem für das traditionelle Gericht Conch Salad verwendet.
Daneben werden zahlreiche Meeresfische gefangen, darunter Zackenbarsche, Schnapper, Makrelen, Thunfische und Wahoos. Ein Teil des Fangs wird unmittelbar auf der Insel verkauft oder von Restaurants und Hotels bezogen. Die Fischerei dient damit sowohl der Versorgung der örtlichen Bevölkerung als auch dem Fremdenverkehr. Überschüsse können über die regelmäßigen Schiffsverbindungen zu anderen Inseln transportiert werden. Die größeren Verarbeitungs- und Exportbetriebe der bahamaischen Fischereiwirtschaft befinden sich allerdings überwiegend auf New Providence und anderen wirtschaftlichen Zentren des Archipels.
Neben der gewerblichen Fischerei besitzt der Angeltourismus eine große Bedeutung. Long Island ist insbesondere für das Bonefishing bekannt. Die Knochenfische (Albula vulpes) halten sich in den flachen, klaren Küstengewässern und auf den sogenannten Flats auf. Sie werden vor allem mit der Fliegenrute gefangen und nach dem Fang gewöhnlich wieder freigelassen. Auch Hochseeangeln auf Wahoo, Thunfisch, Goldmakrele und Marlin sowie das Angeln an Riffen gehören zum touristischen Angebot. Örtliche Bootsführer und Angelguides bieten entsprechende Ausfahrten an.
Die Fischerei unterliegt den nationalen Vorschriften des Department of Marine Resources. Ausländische Besucher dürfen nur mit einer entsprechenden Sportfischereierlaubnis angeln und die gefangenen Meerestiere nicht verkaufen. Für bestimmte Fischarten gelten Fangmengen, Mindestgrößen und Schonzeiten. Die Langustensaison dauert grundsätzlich vom 1. August bis zum 31. März; während der Schonzeit vom 1. April bis zum 31. Juli ist die Entnahme verboten. Für die Fechterschnecke gilt eine Mindestgröße, die anhand der vollständig ausgebildeten, ausladenden Gehäuselippe bestimmt wird. Auch für Zackenbarsche und andere Speisefische bestehen Schutzbestimmungen
Bergbau
Eine besondere historische Bedeutung hatte die Salzgewinnung bei Clarence Town. Dort wurden Kanäle und Salzbecken angelegt, durch die Meerwasser von der Atlantikseite in die flachen Verdunstungsbereiche geleitet wurde. Die Kanäle Dr. Dubass und Chantry wurden nach den überlieferten Angaben von versklavten Menschen von Hand ausgehoben. Nach der Verdunstung des Wassers wurde das zurückbleibende Salz zusammengerecht, in Säcke gefüllt und mit Pferdewagen zum Hafen von Clarence Town transportiert. Von dort verschifften Segelschiffe die Ware unter anderem nach England und Schottland. Die Salzgewinnung gehörte damit zu den früheren Erwerbszweigen der Insel, besitzt heute jedoch keine vergleichbare kommerzielle Bedeutung mehr.
Handwerk
Das Handwerk ist überwiegend kleingewerblich und auf den örtlichen Bedarf sowie den Fremdenverkehr ausgerichtet. Zu den traditionellen Tätigkeiten auf den Bahamas gehört das Flechten von Körben und anderen Gebrauchsgegenständen aus Palmblättern, Stroh und anderen pflanzlichen Fasern. Auch auf Long Island werden solche Techniken im Rahmen der bahamaischen Handwerkstradition gepflegt. Hergestellt werden unter anderem Körbe, Taschen, Hüte, Matten und kleinere Dekorationsgegenstände.
Weitere handwerkliche Tätigkeiten umfassen Holzarbeiten, kleinere Möbelstücke, Schnitzereien, Schmuck und kunstgewerbliche Souvenirs. Die Nähe zum Meer prägt auch die handwerkliche Tradition: Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten an Fischerbooten, Segelbooten und kleineren Motorbooten gehören zum örtlichen Gewerbe. Der traditionelle Bootsbau ist besonders im Zusammenhang mit der Long Island Regatta von Bedeutung, bei der die bahamaischen Segelschiffe der verschiedenen Klassen eingesetzt werden.
Ein Teil der handwerklichen Erzeugnisse wird auf lokalen Märkten, bei Gemeindefesten und in touristischen Verkaufsstellen angeboten. Daneben entstehen kunsthandwerkliche Produkte für Hotels, Ferienunterkünfte und Besucher.
Wasserwirtschaft
Zuständig für die Wasserversorgung ist die staatliche Water and Sewerage Corporation (WSC). Ihre wichtigste Anlage auf Long Island ist ein Umkehrosmosewerk im Gebiet von Mangrove Bush. Die WSC gibt für die Insel eine tägliche Wasserproduktion von rund 101.000 imperialen Gallonen an, das entspricht etwa 459.000 Litern. Nach Angaben des Unternehmens werden damit ungefähr 650 Kundenanschlüsse versorgt. Eine kleinere Grundwasserfassung bei Simms ergänzt die Versorgung; sie sollte nach den veröffentlichten Ausbauplänen durch eine weitere Entsalzungsanlage ersetzt werden.
Das zentrale Leitungsnetz reicht nach Angaben der WSC von Greys im Norden bis Turtle Cove im Süden. Eine Erweiterung in Richtung Salt Pond und Clarence Town ist vorgesehen. Da nicht alle Siedlungen an das Leitungsnetz angeschlossen sind, betreibt die WSC zusätzlich einen Tankwagenservice, der Wasser in verschiedene Inselbereiche liefert. Die Tankwagenversorgung ist besonders während längerer Trockenperioden von Bedeutung. Die Kundenbetreuung der WSC befindet sich in Mangrove Bush.
Neben der öffentlichen Versorgung nutzen einzelne Haushalte und Betriebe Regenwasserzisternen und private Speicherbehälter. Das aufgefangene Niederschlagswasser wird vor allem für Gartenbewässerung und andere Zwecke genutzt; nach entsprechender Aufbereitung kann es auch als Trinkwasser dienen. Die Abhängigkeit von Entsalzungsanlagen, Energie und regelmäßigen Lieferungen macht die Wasserversorgung anfällig für technische Störungen und extreme Wetterereignisse.
Energiewirtschaft
Die Stromversorgung Long Islands erfolgt durch die staatliche Bahamas Power and Light Company (BPL). Das Unternehmen betreibt auf den Bahamas ein Netz aus zahlreichen kleineren Kraftwerksstandorten, die überwiegend mit Diesel und anderen Erdölprodukten betrieben werden. Auf Long Island befindet sich das zentrale Kraftwerk im nördlichen Inselbereich. Von dort wird die elektrische Energie über Leitungen und Verteilerstationen zu den Siedlungen im Norden, in der Inselmitte und im Süden geleitet.
Die Stromversorgung war wiederholt von technischen Problemen und längeren Unterbrechungen betroffen. Besonders die südlichen Inselbereiche sind durch die große Entfernung zum zentralen Kraftwerksstandort benachteiligt. Bei Störungen oder Ausfällen einzelner Generatoren können deshalb auch dort längere Versorgungsunterbrechungen auftreten. Im September 2025 kündigte BPL Investitionen von 1,2 Millionen US-Dollar in einen zusätzlichen Generator und einen Transformator an, um die Versorgung im Süden der Insel zu verbessern. Das Unternehmen bezeichnete die Zuverlässigkeit der Stromversorgung ausdrücklich als eine langjährige Herausforderung.
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien spielt auf Long Island bislang eine kleinere Rolle als die Dieselverstromung. Solaranlagen werden vor allem auf einzelnen privaten und gewerblichen Gebäuden eingesetzt. Die nationale Energiepolitik der Bahamas sieht einen schrittweisen Ausbau von Solarenergie und Batteriespeichern vor, um die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern. Für Long Island ist eine stärkere dezentrale Stromerzeugung auch deshalb von Bedeutung, weil sie die Widerstandsfähigkeit der Versorgung gegenüber Hurrikans und technischen Ausfällen verbessern kann.
Die Stromverteilung erfolgt über ein örtliches Leitungsnetz. In den besiedelten Gebieten sind die Haushalte, Geschäfte, öffentlichen Einrichtungen und touristischen Betriebe an dieses Netz angeschlossen. Wegen der Insellage und der Abhängigkeit von importierten Brennstoffen sind die Erzeugungskosten vergleichsweise hoch. Private Dieselgeneratoren und Batteriespeicher dienen teilweise als Notstromversorgung.
Abfallwirtschaft
Die Abfallwirtschaft Long Islands wird durch die staatlichen Umwelt- und Gesundheitsbehörden sowie örtliche Entsorgungsdienste organisiert. Die rechtliche Grundlage bildet unter anderem der Environmental Health Services Act. Für die Abfallsammlung und -entsorgung ist das Department of Environmental Health Services zuständig, das auf den bewohnten Inseln der Bahamas ausgewiesene Entsorgungsstellen betreibt beziehungsweise deren Betrieb überwacht. Die Hausmüllsammlung kann durch staatliche Stellen oder beauftragte private Unternehmen erfolgen.
Der Hausmüll besteht überwiegend aus Verpackungsmaterialien, Kunststoff, Papier, Glas, Metall, Lebensmittelresten und Gartenabfällen. Hinzu kommen Abfälle aus Geschäften, Restaurants, Hotels und Ferienunterkünften. Die Sammlung erfolgt in den bewohnten Gebieten; abgelegene Grundstücke und kleinere Siedlungen sind wegen der weiten Entfernungen schwieriger zu erreichen. Die Abfälle werden überwiegend zu örtlichen Ablagerungs- beziehungsweise Deponiestandorten gebracht. Eine größere Müllverbrennungsanlage oder eine moderne mechanische Abfallbehandlungsanlage ist auf Long Island nicht vorhanden.
Handel
Die Geschäfte verteilen sich entlang des Queen's Highway auf die einzelnen Siedlungen. Besonders Deadman's Cay, Hamilton's, Salt Pond und Clarence Town übernehmen wichtige Versorgungsfunktionen. Das Angebot des Lebensmittelhandels umfasst kleine Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Convenience Stores. Zu den bekannten Betrieben gehören Kirtland's Supermarket & Deli in Deadman's Cay, Sunflower Food Mart in Hamilton's, Hillside Food Supply in Salt Pond sowie Midway Mini Mart im Gebiet The Bight. Weitere Geschäfte befinden sich unter anderem in Mangrove Bush, Burnt Ground, Cartwright's und Clarence Town. Sie führen Grundnahrungsmittel, Getränke, Haushaltswaren, Körperpflegeprodukte und Artikel des täglichen Bedarfs.
Ein erheblicher Teil der angebotenen Waren wird von Nassau oder aus dem Ausland eingeführt. Die Versorgung erfolgt über die Fracht- und Postschiffverbindungen sowie über den Lufttransport. Entsprechend sind die Geschäfte auf regelmäßige Warenlieferungen angewiesen. Das Sortiment ist meist kleiner als in den großen Städten der Bahamas, und die Auswahl bestimmter Frischwaren, Spezialprodukte und Markenartikel kann eingeschränkt sein. Ein Teil der Lebensmittel stammt aus der örtlichen Landwirtschaft und Fischerei.
Neben den Lebensmittelgeschäften gibt es kleinere Gemischtwarenläden, Drogerie- und Kosmetikgeschäfte sowie Verkaufsstellen für Kleidung, Schuhe, Souvenirs und Haushaltsartikel. Bert's Drygoods in Burnt Ground ist ein traditionelles Einzelhandelsgeschäft; dort werden auch Stroh- und Kunsthandwerksprodukte angeboten. In Stella Maris und anderen touristisch geprägten Gebieten finden sich außerdem Geschäfte für Angelzubehör, Bootsausrüstung und Souvenirs. Starfish Traders in Burnt Ground vertreibt unter anderem kunsthandwerkliche Erzeugnisse.
Der Baustoff- und Eisenwarenhandel versorgt die Bevölkerung, Handwerksbetriebe und Bauunternehmen mit Baumaterialien, Werkzeugen und technischen Artikeln. Treco's Meat Mart & Building Supplies in Hamilton's verbindet Lebensmittelhandel mit dem Verkauf von Baumaterialien und Eisenwaren. Weitere Anbieter führen unter anderem Holz, Elektroartikel, Sanitärbedarf und Ersatzteile. Wegen der begrenzten örtlichen Lagerkapazitäten müssen größere Bauvorhaben vielfach auf Lieferungen von anderen Bahamas-Inseln zurückgreifen.
Auch der Kraftstoffhandel ist über mehrere Tankstellen und Verkaufsstellen verteilt. Dazu gehören Bayside Service Station im Bereich McKenzies, Yuma Gas Station in Clarence Town sowie weitere Anbieter entlang des Queen's Highway. Sie versorgen Pkw, Nutzfahrzeuge, Mietwagen, Boote und landwirtschaftliche Maschinen mit Benzin und Diesel. In den Häfen und Marinas wird außerdem Treibstoff für die Schifffahrt angeboten.
Der Handel mit alkoholischen Getränken erfolgt über gesonderte Verkaufsstellen und kleinere Geschäfte. Dazu zählen KC's Wine & Spirits in Salt Pond und verschiedene Liquor Stores in Stella Maris, Hamilton's und anderen Siedlungen. Restaurants, Bars und Hotels ergänzen das Angebot durch den Verkauf von Speisen und Getränken
Finanzwesen
Das Finanzwesen Long Islands ist vollständig in das nationale Bankensystem der Bahamas eingebunden. Die Insel besitzt keine eigenständige Finanzverwaltung und keinen größeren Finanzplatz. Die Geld- und Währungspolitik wird von der Central Bank of The Bahamas gesteuert, während die Geschäftsbanken die Versorgung der Bevölkerung, der Unternehmen und der touristischen Betriebe mit Finanzdienstleistungen übernehmen.
Die Landeswährung ist der Bahama-Dollar (BSD), der im festen Verhältnis von 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist. Beide Währungen sind im täglichen Zahlungsverkehr weitgehend gleichwertig und werden auf den Bahamas nebeneinander verwendet. US-Dollar werden insbesondere im Fremdenverkehr, in Hotels, Restaurants, Marinas und bei internationalen Geschäften häufig angenommen. Die Ausgabe von Banknoten und Münzen sowie die Aufsicht über das Bankensystem obliegen der Zentralbank.
Die Versorgung mit klassischen Bankdienstleistungen ist auf Long Island eingeschränkt. Anders als auf New Providence oder Grand Bahama gibt es keine dichte Folge von Bankfilialen. Die Bewohner sind deshalb in hohem Maße auf Geldautomaten, elektronische Überweisungen, Onlinebanking und mobile Zahlungsangebote angewiesen. Eine wichtige Einrichtung ist der Geldautomat der Scotiabank in Buckley's. Dort bietet die Bank außerdem einen Nachttresorservice für Geschäftskunden an, dessen Einlagen montags, mittwochs und freitags abgeholt werden.
Zu den wichtigsten Geschäftsbanken des Landes gehören Bank of The Bahamas, Commonwealth Bank, Fidelity Bank, RBC Royal Bank und Scotiabank. Die Bank of The Bahamas unterhält allerdings keine Filiale auf Long Island; ihre Niederlassungen befinden sich auf New Providence, Grand Bahama und weiteren Family Islands. Die größeren Bankgeschäfte, die eine persönliche Beratung oder die Abwicklung umfangreicher Finanzierungen erfordern, werden daher häufig über Nassau oder andere Inselzentren erledigt.
Das Angebot an Finanzdienstleistungen umfasst Giro- und Sparkonten, Kreditkarten, Überweisungen, Konsumentenkredite, Hypotheken und Finanzierungen für Unternehmen. Für die örtliche Wirtschaft sind insbesondere Konten und Zahlungsdienste für kleine Handelsbetriebe, Restaurants, Hotels, Ferienunterkünfte, Fischer und landwirtschaftliche Unternehmen wichtig. Auch der Zahlungsverkehr mit Lieferanten auf anderen Bahamas-Inseln und im Ausland wird überwiegend über Banken und elektronische Überweisungssysteme abgewickelt.
Neben den Geschäftsbanken spielen Kreditgenossenschaften und Geldtransferunternehmen eine Rolle im nationalen Finanzsystem. Sie bieten unter anderem Spar- und Zahlungsdienstleistungen sowie die Übermittlung von Geldbeträgen an. Gerade auf den Family Islands können solche Einrichtungen die eingeschränkte Präsenz traditioneller Bankfilialen teilweise ausgleichen. Die zunehmende Nutzung digitaler Bankdienstleistungen ist deshalb für Long Island von besonderer Bedeutung.
Der Zugang zu Bargeld bleibt trotz der elektronischen Zahlungsangebote wichtig. Geldautomaten und Bankdienstleistungen sind insbesondere für kleinere Geschäfte, Märkte, Handwerksbetriebe und private Haushalte von Bedeutung. Da die Versorgung mit Bargeld auf regelmäßige Nachfüllungen angewiesen ist, können technische Störungen oder Verzögerungen bei Transportverbindungen die Verfügbarkeit zeitweise beeinträchtigen. Für größere Bargeldgeschäfte und spezielle Bankdienstleistungen müssen Bewohner gegebenenfalls auf Einrichtungen außerhalb der Insel zurückgreifen.
Soziales und Gesundheit
Das soziale Sicherungssystem der Bahamas beruht auf der National Insurance Board (NIB), die unter anderem Renten-, Kranken-, Mutterschafts-, Arbeitsunfall- und Hinterbliebenenleistungen verwaltet. Ergänzend bietet das Ministry of Social Services finanzielle und materielle Unterstützung für Menschen und Familien, die ihren grundlegenden Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. Dazu gehören Hilfen für Lebensmittel, Kleidung und Schuluniformen, Miet- und Wohnkosten, Strom- und Wasserrechnungen sowie Bestattungskosten. Auch ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Kinder und Familien in schwierigen Lebenssituationen werden durch spezielle Abteilungen betreut. Die Leistungen werden nach Prüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse gewährt.
Für Long Island ist die räumliche Erreichbarkeit dieser Angebote von besonderer Bedeutung. Die Bevölkerung lebt über zahlreiche kleine Siedlungen verteilt, während Behörden und zentrale Einrichtungen nur an wenigen Standorten vorhanden sind. Sozialleistungen werden daher über die zuständigen staatlichen Stellen und deren regionale Anlaufmöglichkeiten organisiert. Für einkommensschwache Haushalte stellen insbesondere die Unterstützung bei Lebensmittel- und Wohnkosten sowie Hilfen bei medizinisch bedingten finanziellen Belastungen wichtige Bestandteile der sozialen Absicherung dar.
Gesundheitswesen
Das öffentliche Gesundheitswesen wird vom Department of Public Health betrieben. Auf Long Island bestehen vier staatliche Gesundheitsstationen: die Deadman's Cay Community Clinic, die Simms Community Clinic, die Glinton Clinic und die Rose's Clinic. Die drei erstgenannten Einrichtungen sind regulär von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr geöffnet. Die Gesundheitsstation in Rose's ist dagegen nur am zweiten und vierten Dienstag eines Monats von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Die Deadman's Cay Community Clinic dient als eine der zentralen Anlaufstellen der Insel; dort werden Patienten ohne vorherige Terminvereinbarung angenommen.
Die Gesundheitsstationen übernehmen die medizinische Grundversorgung, Untersuchungen, die Behandlung alltäglicher Erkrankungen sowie die Betreuung chronisch kranker Patienten. Hinzu kommen Vorsorge- und Beratungsangebote, insbesondere für Schwangere, Kinder und Menschen mit dauerhaftem Behandlungsbedarf. In Hamilton's besteht außerdem mit Long Island MD eine private medizinische Praxis mit angeschlossener Apotheke. Weitere Arzneimittelversorgung bietet unter anderem die Prescription Parlour in Deadman's Cay.
Für stationäre Behandlungen und umfangreiche diagnostische oder operative Eingriffe ist die Insel auf größere Krankenhäuser außerhalb Long Islands angewiesen. Eine umfassende Krankenhausversorgung mit entsprechend spezialisierten Fachabteilungen steht vor Ort nicht zur Verfügung. Schwer erkrankte oder schwer verletzte Patienten werden deshalb je nach medizinischer Notwendigkeit nach Nassau oder in eine andere geeignete Einrichtung des bahamaischen Gesundheitssystems gebracht. Die Entfernung zu spezialisierten Einrichtungen und die Abhängigkeit von Flug- oder Schiffsverbindungen sind dabei wesentliche Herausforderungen der medizinischen Versorgung auf der Insel.
Krankheiten
Das Krankheitsspektrum entspricht im Wesentlichen demjenigen der übrigen Bahamas. Besonders bedeutsam sind nichtübertragbare chronische Erkrankungen. Dazu zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und verschiedene Krebserkrankungen. Nach den WHO-Daten für 2023 waren ischämische Herzkrankheiten, hypertensive Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Diabetes und Nierenerkrankungen die führenden Todesursachen im Land. Nichtübertragbare Krankheiten verursachten insgesamt 81,3 Prozent aller Todesfälle. Diese nationalen Zahlen lassen sich allerdings nicht unmittelbar auf Long Island übertragen, da keine entsprechend aufgeschlüsselten Inselstatistiken vorliegen.
Ein wichtiger gesundheitspolitischer Schwerpunkt ist die Vorbeugung von Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Nach einer staatlichen Bestandsaufnahme sind Übergewicht und Bewegungsmangel in der Bevölkerung weit verbreitet. Die Gesundheitsbehörden versuchen deshalb, Vorsorgeuntersuchungen, Aufklärung und Angebote zur Gesundheitsförderung auszubauen. Gerade auf den Family Islands ist die regelmäßige Kontrolle chronischer Erkrankungen wegen der begrenzten medizinischen Infrastruktur und der Entfernungen zu spezialisierten Einrichtungen von Bedeutung.
Zu den weiterhin relevanten Infektionskrankheiten gehören Atemwegsinfektionen, HIV/AIDS und Tuberkulose. Auch durch Mücken übertragene Erkrankungen wie Dengue-Fieber können auf den Bahamas auftreten. Das warme, feuchte Klima begünstigt die Vermehrung von Stechmücken, insbesondere nach starken Regenfällen und in der Nähe von Wasseransammlungen. Die Gesundheitsbehörden setzen daher auf Aufklärung, die Beseitigung von Brutstätten und Maßnahmen zur Mückenbekämpfung. Für Long Island liegen keine belastbaren eigenen Angaben zur Häufigkeit dieser Krankheiten vor.
Bildung
Das Bildungswesen auf Long Island folgt dem nationalen bahamischen System, das auf britischen Traditionen beruht und Schulpflicht für Kinder zwischen fünf und sechzehn Jahren vorsieht. Auf der Insel selbst bestehen mehrere staatliche Grund- und Sekundarschulen, die die Schülerinnen und Schüler durch die Primarstufe und die anschließenden Junior- und Senior-High-School-Jahre führen. Der Unterricht findet auf Englisch statt und schließt mit dem Bahamas General Certificate of Secondary Education ab. Die Schulen sind in die Siedlungslandschaft eingebettet und bilden neben den Kirchen wichtige soziale Mittelpunkte der Gemeinden. Die Klassen sind in der Regel klein, und der Unterricht ist eng mit dem lokalen Leben verbunden, doch die räumliche Entlegenheit der Insel bringt Herausforderungen mit sich, etwa bei der Ausstattung, der Fachlehrerversorgung und den Weiterbildungsmöglichkeiten für das Lehrpersonal.
Höhere Bildung
Für die höhere Bildung müssen die Jugendlichen Long Island in der Regel verlassen. Die University of the Bahamas mit ihrem Hauptcampus in Nassau ist die zentrale staatliche Hochschule des Landes und bietet eine Vielzahl von Studiengängen an. Daneben gibt es private und kirchliche Einrichtungen sowie die Möglichkeit, im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten, Kanada oder Großbritannien, zu studieren. Viele junge Menschen von Long Island nutzen diese Wege, was zu einer anhaltenden Abwanderung beiträgt, zugleich aber auch dazu führt, dass später Rückkehrer mit höheren Qualifikationen die Insel bereichern. Berufliche Weiterbildung und technische Ausbildungsmöglichkeiten sind auf den Out Islands begrenzt, sodass die meisten weiterführenden Qualifikationen in Nassau oder außerhalb der Bahamas erworben werden.
Bibliotheken und Archive
Eine besondere Rolle für die Bewahrung und Vermittlung des lokalen Wissens spielt die Long Island Library & Museum in Buckleys. Diese Einrichtung vereint eine öffentliche Bibliothek mit einem Museum und dient als kulturelles Gedächtnis der Insel. Die Ausstellungen zeigen Alltagsgegenstände aus früheren Generationen, darunter Geräte des häuslichen Lebens, Stroharbeiten, Instrumente der Rake-and-Scrape-Musik, Junkanoo-Kostüme und historische Fotografien. Ein Wandgemälde stellt die Geschichte der Insel dar, und die Sammlung macht anschaulich, wie die Menschen vor der modernen Infrastruktur lebten. Die Bibliothek stellt Bücher und Materialien für die örtliche Bevölkerung bereit und unterstützt damit die schulische und außerschulische Bildung. Sie ist an Wochentagen geöffnet und fungiert als Treffpunkt für Interessierte an der lokalen Geschichte und Kultur.
Formelle Archive im eigentlichen Sinne bestehen auf Long Island kaum. Die wichtigsten historischen Dokumente, Verwaltungsakten und größeren Sammlungen lagern in den nationalen Einrichtungen in Nassau, etwa in der National Archives of The Bahamas und in den Beständen der University of the Bahamas sowie der Bahamas Historical Society. Die Long Island Library & Museum übernimmt jedoch in bescheidenem Rahmen archivische Funktionen, indem sie lokale Erinnerungsstücke, Fotografien und mündliche Überlieferungen sammelt und zugänglich macht. Ergänzt wird dies durch private und familiäre Sammlungen sowie durch die Arbeit von Geschichtsinteressierten, die Siedlungsgeschichten, Familienüberlieferungen und materielle Zeugnisse bewahren.
Kultur
Die wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten sind Dean’s Blue Hole, eine Unterwasser-Höhle mit einer Tiefe von bis zu 202 m, Columbus Monument sowie die St. Peter and Paul Catholic Church in Clarence Town.
Museen
Das zentrale Museum auf Long Island ist die Long Island Library & Museum in Buckleys. Diese Einrichtung vereint eine öffentliche Bibliothek mit einer Dauerausstellung zur Geschichte und Kultur der Insel und dient als wichtigstes lokales Gedächtnis. In den Räumen werden Alltagsgegenstände aus früheren Generationen gezeigt, darunter Geräte des häuslichen Lebens wie Öllampen, Bügeleisen, Mörser und Stößel, Stroharbeiten, Muscheln, Instrumente der traditionellen Rake-and-Scrape-Musik sowie farbenfrohe Junkanoo-Kostüme. Ein historisches Wandgemälde stellt die Entwicklung der Insel dar, und Fotografien sowie weitere Exponate vermitteln einen Eindruck vom Leben vor der modernen Infrastruktur. Die Sammlung macht anschaulich, wie die Bewohner in den Siedlungen arbeiteten, wohnten und ihre Feste feierten. Ein kleiner Laden bietet lokal hergestellte Produkte an. Das Museum ist an Wochentagen geöffnet und stellt für Einheimische wie Besucher einen wichtigen Ort dar, an dem die materielle und kulturelle Überlieferung der Insel erfahrbar wird.
Neben diesem Museum prägen weitere historische Stätten das kulturelle Gedächtnis Long Islands, auch wenn sie nicht als formelle Museen organisiert sind. Die Zwillingskirchen in Clarence Town, die von Father Jerome Hawes entworfen wurden, gelten als architektonische und historische Wahrzeichen und ziehen Besucher an, die sich für die religiöse und bauliche Geschichte der Insel interessieren. Plantagenruinen aus der Loyalistenzeit, darunter Reste früherer Herrenhäuser und Nebengebäude, erinnern an die kurze Phase der Baumwollwirtschaft und die anschließende Umstellung auf Subsistenz und Viehzucht. Höhlen wie Hamilton’s Cave, die bereits von den Lucayan genutzt wurden, bergen archäologische Spuren und werden gelegentlich im Zusammenhang mit der vorkolumbischen Vergangenheit erklärt. Columbus Point und andere markante Landschaftspunkte sind mit der frühen europäischen Erkundung verbunden und werden in Führungen oder lokalen Erzählungen in den historischen Kontext gestellt.
Architektur
Die Architektur Long Islands spiegelt die lange und wechselvolle Geschichte der Insel wider und verbindet vorkolumbische Lebensweisen mit kolonialen Einflüssen, lokalen Anpassungen an Klima und Material sowie den bescheidenen modernen Bauten der Gegenwart. Die Lucayan, die vor der europäischen Ankunft die Insel bewohnten, errichteten leichte Wohnhäuser aus Holz, Palmenblättern und anderen organischen Materialien. Diese bohío-artigen Strukturen waren an das tropische Klima angepasst, boten Schutz vor Sonne und Regen und ließen sich bei Bedarf rasch wieder aufbauen. Höhlen dienten nicht nur rituellen Zwecken, sondern gelegentlich auch als Zuflucht oder Lagerstätten. Von dieser frühen Bauweise sind kaum materielle Reste erhalten, doch archäologische Funde und vergleichbare Strukturen anderer karibischer Inseln lassen Rückschlüsse auf eine einfache, mobil und ressourcenschonend angelegte Wohnkultur zu.
Mit der Ankunft der Loyalisten am Ende des 18. Jahrhunderts entstand eine andere Architektur. Die Neuankömmlinge legten Plantagen an und bauten Herrenhäuser sowie Nebengebäude aus lokalem Kalkstein und Holz. Viele dieser Anlagen waren bescheiden im Vergleich zu den großen Plantagen der Südstaaten, doch sie folgten europäischen und nordamerikanischen Vorbildern mit rechteckigen Grundrissen, Veranden und steileren Dächern. Die dünnen Böden und wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten dazu, dass zahlreiche Plantagenhäuser nach wenigen Jahrzehnten aufgegeben wurden. Heute sind von ihnen oft nur Ruinen aus Kalksteinmauern, Fundamente und gelegentlich Fragmente von Nebengebäuden erhalten. Diese Überreste liegen verstreut in der Landschaft und erinnern an die kurze Phase der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung.
Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entwickelte sich die typische bahamische Holzbauweise, die auch auf Long Island vorherrschte. Einfache Holzhäuser mit Veranden, oft in hellen oder pastelligen Farben gestrichen, prägten die Siedlungen. Die Dächer waren meist steil geneigt, um Regenwasser abzuleiten und Hitzestau zu vermeiden. Kalkstein diente als Fundament oder für Mauern, besonders dort, wo Widerstandsfähigkeit gegen Stürme gefragt war. Die Gebäude waren eng an die Bedürfnisse der Fischer und Kleinbauern angepasst und spiegelten eine pragmatische, den natürlichen Bedingungen folgende Bauweise wider. Viele dieser Häuser wurden im Laufe der Zeit erneuert oder durch einfachere Betonblockbauten ersetzt, doch in den Siedlungen finden sich weiterhin Beispiele der älteren Holzkonstruktionen.
Den architektonischen Höhepunkt der Insel bilden die beiden Kirchen in Clarence Town, die von dem englischen Architekten und Priester John Cyril Hawes, später bekannt als Father Jerome oder Monsignor Jerome Hawes, entworfen wurden. Hawes kam erstmals um 1909 nach Long Island, um nach einem verheerenden Hurrikan beim Wiederaufbau von Kirchen zu helfen. Als anglikanischer Priester entwarf er die St. Paul’s Anglican Church, die mit ihren Zwillingstürmen und der erhöhten Lage über dem Hafen von Clarence Town eines der markantesten Bauwerke der Insel wurde. Die Kirche verbindet gotische und romanische Elemente mit einer massiven Steinbauweise, die Hurrikanen widerstehen sollte. Dicke Mauern, gewölbte Konstruktionen und die Verwendung lokalen Kalksteins zeugen von Hawes’ Überzeugung, dass bahamische Kirchen dauerhaft und klimagerecht errichtet werden müssten.
Jahrzehnte später, nach seinem Übertritt zum Katholizismus, kehrte Hawes zurück und entwarf die katholische Kirche St. Peter and St. Paul, die in den 1940er Jahren unter der Leitung von Father Cornelius Orsendorf nach seinen Plänen fertiggestellt wurde. Auch diese Kirche erhebt sich mit zwei markanten Türmen über dem Hafen und bildet zusammen mit der anglikanischen Kirche das berühmte Zwillingsbild von Clarence Town. Die weiße Steinfassade, die gewölbten Innenräume, die erhöhte Lage und die sorgfältige Ausrichtung auf die Landschaft machen sie zu einem der bedeutendsten sakralen Bauwerke der Bahamas. Beide Kirchen sind nicht nur religiöse Zentren, sondern auch landschaftliche und kulturelle Wahrzeichen, die die Silhouette der Insel prägen und die Verbindung von europäischer Architekturtradition mit lokalen Materialien und klimatischen Notwendigkeiten verkörpern.
Neben diesen herausragenden Bauten prägen zahlreiche kleinere Kirchen die Siedlungen der Insel. Viele von ihnen sind schlichte, oft weiß oder hell gestrichene Gebäude mit Türmen oder Glockentürmchen, die als Mittelpunkte des Gemeinschaftslebens dienen. In neuerer Zeit haben Beton und moderne Baumaterialien Einzug gehalten. Einfache Blockbauten, kleine Resorts und Ferienhäuser bestimmen Teile der Landschaft, insbesondere in touristisch genutzten Bereichen wie Stella Maris oder Cape Santa Maria. Diese neueren Konstruktionen sind funktional und an die Erfordernisse des Tourismus und des Alltags angepasst, ohne den historischen Charakter der Insel vollständig zu überdecken.
Bildende Kunst
Die Landschaft und das maritime Umfeld bilden wichtige Themen der örtlichen Bildgestaltung. Küstenabschnitte, Strände, Fischerei, Segelboote, Mangroven, tropische Vegetation und die Siedlungen der Insel bieten Motive für Gemälde, Zeichnungen und Fotografien. Daneben werden Alltagsszenen, traditionelle Lebensweisen und die Geschichte der Insel dargestellt. Die Werke stehen damit in einer breiteren bahamaischen Tradition, in der Landschaftsdarstellungen und die Auseinandersetzung mit der Inselgesellschaft eine wichtige Rolle spielen.
Die bildende Kunst der Bahamas entwickelte sich insbesondere seit dem 20. Jahrhundert zu einer eigenständigen nationalen Kunstbewegung. Zu den bekannten Vertretern gehören Maler wie Amos Ferguson (1920 bis 2009), der vor allem für farbenreiche, häufig religiös und historisch geprägte Gemälde bekannt wurde, und Brent Malone (1941–2004), dessen Werke das gesellschaftliche Leben und die Landschaft der Bahamas thematisierten. Auch die zeitgenössische Kunst setzt sich mit Identität, Geschichte, Kolonialismus, Umwelt und den Veränderungen der Inselgesellschaft auseinander.
Auf Long Island selbst gibt es keine größere öffentliche Kunstgalerie und kein Kunstmuseum mit einer umfangreichen Dauerausstellung. Für Ausstellungen und den Besuch bahamaischer Künstler sind daher vor allem die Einrichtungen auf New Providence von Bedeutung. Die National Art Gallery of The Bahamas in Nassau bewahrt die nationale Kunstsammlung und zeigt historische sowie zeitgenössische Werke. Daneben präsentieren private Galerien wie Doongalik Studios Art Gallery und The Current im Baha Mar-Komplex Arbeiten bahamaischer Künstler.
Eine wichtige Rolle bei der Vermittlung künstlerischer Fähigkeiten spielen Schulen, kulturelle Vereinigungen und Veranstaltungen auf den Family Islands. Malerei, Zeichnen, Kunsthandwerk und Fotografie werden im Rahmen von Bildungs- und Kulturprogrammen gefördert. Bei Gemeindefesten und Märkten werden außerdem handgefertigte Gegenstände, dekorative Arbeiten und Souvenirs angeboten. Dazu zählen geflochtene Körbe und Taschen, Schmuck, Holzarbeiten und andere kunstgewerbliche Erzeugnisse.
Literatur
Lange Zeit wurde das kulturelle Wissen vor allem mündlich weitergegeben. Dazu gehörten Erzählungen über die Besiedlung der Insel, Familiengeschichten, Berichte über die Salzgewinnung, Fischerei und Landwirtschaft sowie religiöse Geschichten und Legenden. Einen wichtigen Platz nahmen Sprichwörter, Anekdoten, Rätsel, Lieder und Erzählungen über außergewöhnliche Ereignisse ein. Diese mündliche Erzähltradition, im bahamaischen Sprachgebrauch häufig als Talkin' Ol' Story bezeichnet, ist ein wesentlicher Bestandteil des nationalen Kulturerbes. Die Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin Patricia Glinton-Meicholas hat sie in ihrer Studie Talkin' Ol' Story: A Brief Survey of the Oral Tradition of the Bahamas (2000) ausführlich dokumentiert.
Die schriftliche Literatur der Bahamas entwickelte sich besonders seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Mit den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen der 1960er- und 1970er-Jahre entstanden zunehmend Werke, die sich mit nationaler Identität, Rassismus, Kolonialgeschichte, Unabhängigkeit und den sozialen Veränderungen des Archipels auseinandersetzten. Die Lyrik nahm dabei eine besonders wichtige Stellung ein. Daneben entstanden Kurzgeschichten, Romane, Theaterstücke und Essays.
Zu den bedeutenden bahamaischen Autoren gehören Marion Bethel, die mit Gedichten und Essays hervortrat, Patricia Glinton-Meicholas, die sich literarisch und wissenschaftlich mit der bahamaischen Kultur und Sprache beschäftigt, sowie Ian Strachan, dessen Werke gesellschaftliche Fragen und die Lebenswirklichkeit der Bahamas behandeln. Weitere bekannte Stimmen sind Lynn Sweeting, Helen Klonaris und Obediah Michael Smith. Ihre Werke befassen sich unter anderem mit Geschichte, Herkunft, gesellschaftlichen Gegensätzen, Geschlechterrollen und der kulturellen Identität des Inselstaates.
Auch die Landschaft und die Geschichte Long Islands bieten Stoff für literarische Darstellungen. Die langgestreckte Insel mit ihren Atlantikküsten, geschützten Buchten, Höhlen, Siedlungen und historischen Salzgewinnungsanlagen ist Teil der regionalen Erzähltradition. Themen wie das Leben der Fischer und Bauern, die Überlieferung der Loyalistenfamilien, die Geschichte der versklavten Bevölkerung und die Entwicklung der kleinen Küstengemeinden prägen die lokale Erinnerungskultur. Eine umfangreiche, ausschließlich Long Island gewidmete belletristische Literatur ist jedoch nicht entstanden.
Theater
Religiöse Aufführungen, Schulveranstaltungen und volkstümliche Darbietungen gehören zu den Formen des Laienspiels. In Nassau bestehen professionelle und semiprofessionelle Theatergruppen, die klassische Stücke, Komödien, Musicals und Werke bahamaischer Autoren aufführen. Zu den wichtigen Einrichtungen gehören das Dundas Centre for the Performing Arts und das National Centre for the Performing Arts. Dort werden auch lokale Produktionen und Veranstaltungen zur Förderung junger Darsteller präsentiert.
Auf Long Island selbst gibt es kein dauerhaft betriebenes professionelles Theaterhaus. Theateraufführungen werden gelegentlich in Schulen, Gemeindehäusern und kirchlichen Einrichtungen veranstaltet. Dabei handelt es sich überwiegend um kleinere Produktionen, Schulaufführungen und Darbietungen im Rahmen von Kulturfesten. Auch Musik, Tanz und szenische Beiträge gehören zum Programm örtlicher Veranstaltungen.
Film
Die Insel wird aufgrund ihrer Strände, der weitgehend unbebauten Küstenabschnitte und der charakteristischen Landschaft gelegentlich als Drehort für Film- und Fernsehaufnahmen genutzt. Größere Filmproduktionen und professionelle Postproduktionsbetriebe konzentrieren sich auf Nassau und auf ausländische Produktionsstandorte. Die Bewohner beziehen ihr Filmangebot vor allem über Fernseh- und Streamingdienste sowie über digitale Medien.
Musik und Tanz
Eine charakteristische bahamaische Musikform ist Rake-and-Scrape. Sie wird mit einer Kombination aus Ziegenfelltrommel, Akkordeon und einer gewöhnlichen Zimmermannssäge gespielt, über deren gezahnte Kante mit einem Metallgegenstand, häufig einem Schraubenzieher oder einer Feile, rhythmisch gestrichen wird. Die Säge erzeugt dabei den für diese Musik typischen schabenden Klang. Ergänzend kommen Rasseln, Maracas, Gitarren und weitere Instrumente zum Einsatz. Die Musik entstand aus den afrikanischen und europäischen Traditionen der Bevölkerung und verbreitete sich im 20. Jahrhundert von Cat Island aus über die Family Islands. Sie begleitet traditionelle Tänze und wird bei Festen und geselligen Zusammenkünften gespielt.
Eine weitere wichtige Musiktradition ist Goombay. Der Name leitet sich von einer großen Trommel ab, die ursprünglich aus einem hölzernen Fass mit darüber gespannter Ziegenhaut gefertigt wurde. Die Trommel bildet das rhythmische Fundament der Musik. Goombay wird sowohl als eigenständige Musikform als auch als Bestandteil von Rake-and-Scrape-Darbietungen gespielt. Die Texte behandeln häufig Liebe, Alltag, gesellschaftliche Ereignisse und humorvolle Begebenheiten.
Besonders auffällig ist die Musik des Junkanoo. Bei den Umzügen am zweiten Weihnachtstag und am Neujahrstag begleiten Ziegenfelltrommeln, Kuhglocken, Trillerpfeifen und Muschelhörner die kostümierten Gruppen. Die Musik ist laut, rhythmisch und stark von Trommel- und Bläserklängen geprägt. Die Teilnehmer bewegen sich in choreografierten Formationen durch die Straßen. Junkanoo verbindet Musik, Tanz, Kostümgestaltung und gemeinschaftlichen Wettbewerb und gehört zu den wichtigsten Ausdrucksformen der bahamaischen Kultur.
Die traditionellen Tänze umfassen insbesondere die Bahamian Quadrille, den Heel-and-Toe-Polka und den Round Dance. Die Quadrille geht auf einen europäischen Gesellschaftstanz zurück, wurde jedoch durch afrikanische Bewegungs- und Rhythmuselemente verändert und an die bahamaischen Verhältnisse angepasst. Beim Heel-and-Toe-Polka stehen charakteristische Schrittfolgen und rhythmische Fußbewegungen im Mittelpunkt. Der Round Dance wird in Kreis- oder Gruppenformation getanzt. Die Tänze werden traditionell von Rake-and-Scrape-Musik begleitet.
Auch die religiöse Musik besitzt einen hohen Stellenwert. In den zahlreichen baptistischen, anglikanischen, methodistischen und anderen christlichen Gemeinden werden traditionelle Hymnen, Gospel und sogenannte Rhyming Spirituals gesungen. Bei Letzteren trägt ein Vorsänger rhythmisch gereimte Verse vor, während ein Chor mit harmonischen Antworten begleitet. Diese Gesangsform verbindet religiöse Inhalte mit Elementen mündlicher Erzähltradition und afrikanisch geprägtem Wechselgesang. Mehrstimmiger A-cappella-Gesang ist ebenfalls verbreitet.
Kleidung
Im Alltag wird überwiegend leichte, luftdurchlässige Kleidung aus Baumwolle und anderen leichten Stoffen getragen. Männer bevorzugen häufig kurzärmelige Hemden, T-Shirts, Shorts und leichte lange Hosen. Bei Frauen sind Sommerkleider, Röcke, Blusen, Shorts und leichte Hosen verbreitet. Wegen der hohen Temperaturen und der starken Sonneneinstrahlung gehören Sandalen, leichte Schuhe, Sonnenhüte und Kappen zur üblichen Alltagskleidung. Bei kirchlichen Gottesdiensten, offiziellen Anlässen und Familienfeiern wird dagegen häufig formellere Kleidung getragen. Männer erscheinen dann vielfach in Hemden, langen Hosen und gelegentlich in Anzügen, Frauen in Kleidern oder Kostümen.
Eine besondere Stellung innerhalb der bahamaischen Textiltradition besitzt Androsia, ein farbenprächtiger Batikstoff, der ursprünglich auf Andros entwickelt wurde. Die meist kräftigen Muster und Farben werden für Hemden, Kleider, Röcke, Tücher und andere Kleidungsstücke verwendet. Androsia gilt als eines der bekanntesten bahamaischen Textilerzeugnisse und wird auch auf anderen Inseln getragen.
Die auffälligste traditionelle Festkleidung der Bahamas sind die Kostüme des Junkanoo. Sie bestehen aus kunstvoll gestalteten Kopfbedeckungen, Schulterteilen, Röcken und weiteren Körperverzierungen. Die Kostüme werden aus Karton, Drahtgestellen und Styropor gefertigt und mit farbigem Krepppapier, Federn, Perlen, Pailletten und anderen dekorativen Materialien geschmückt. Die Gestaltung erfordert häufig monatelange Vorbereitungen und ist Bestandteil der gemeinschaftlichen Arbeit der Junkanoo-Gruppen. Bei den Umzügen am zweiten Weihnachtstag und am Neujahrstag tragen die Teilnehmer diese aufwendigen Kostüme während der stundenlangen Straßenparaden.
Auch auf Long Island gehört Junkanoo zur Festkultur. Die Kostüme werden von örtlichen Gruppen und ihren Mitgliedern vorbereitet und bei den Umzügen und Veranstaltungen präsentiert. Die Gestaltung orientiert sich an den bahamaischen Traditionen, wobei Farben, Motive und Formen von Jahr zu Jahr wechseln. Eine feste, ausschließlich für Long Island typische Kostümform besteht nicht.
Zur traditionellen Bekleidungskultur gehört außerdem das bahamaische Strohh andwerk. Aus Palmblättern und anderen pflanzlichen Fasern werden Hüte, Taschen, Körbe und weitere Gebrauchsgegenstände geflochten. Solche Erzeugnisse dienen sowohl praktischen Zwecken als auch als kunsthandwerkliche Souvenirs. Sie sind Bestandteil der allgemeinen bahamaischen Handwerkstradition und werden auch auf Long Island angeboten.
Kulinarik und Gastronomie
Fisch und Meeresfrüchte bilden auf Long Isl,and einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung. Daneben werden Fleisch, Geflügel, Reis, Hülsenfrüchte, Mais, Wurzelgemüse und tropische Früchte verwendet. Die Gerichte sind häufig kräftig gewürzt und werden mit Zwiebeln, Tomaten, Limetten, Paprika, Thymian und scharfen Pfefferschoten zubereitet.
Eine besondere Stellung nimmt die Fechterschnecke (Queen Conch, Aliger gigas) ein, die auf den Bahamas zu den wichtigsten traditionellen Nahrungsmitteln gehört. Sie wird roh als Conch Salad zubereitet, wobei das fein gewürfelte Fleisch mit Limettensaft, Zwiebeln, Tomaten, Paprika und scharfen Pfefferschoten vermischt wird. Weitere verbreitete Gerichte sind Cracked Conch, bei dem das Fleisch weich geklopft, paniert und frittiert wird, sowie Conch Fritters, kleine frittierte Teigstücke mit gehacktem Schneckenfleisch. Auch Conch Chowder, eine kräftige Suppe, gehört zum traditionellen Speiseangebot.
Daneben spielen Fische aus den Küstengewässern eine wichtige Rolle. Besonders häufig werden Schnapper und Zackenbarsche zubereitet, außerdem Makrelen, Thunfische und Wahoo. Sie werden gebraten, gegrillt oder gedünstet und mit Reis, Gemüse oder anderen Beilagen serviert. Die Karibische Languste (Panulirus argus), auf den Bahamas Crawfish genannt, gilt als besondere Delikatesse. Sie wird gegrillt, gekocht oder in verschiedenen Saucen angerichtet. Krabben und andere Krebstiere ergänzen das Angebot.
Zu den typischen Beilagen gehören Peas 'n' Rice, eine Mischung aus Reis und Taubenerbsen, die häufig mit Thymian, Tomaten und Salzfleisch gewürzt wird, sowie gebackene Makkaroni mit Käse. Ebenfalls verbreitet sind Johnny Cake, ein leicht süßliches Brot aus Mehl, Butter, Milch und Zucker, Maisgrütze (Grits), gebratene Kochbananen, Süßkartoffeln und Krautsalat. Zu den traditionellen Suppen und Eintöpfen zählen Fish Stew und Boil Fish sowie Souse, eine säuerlich-würzige Brühe mit Hühner- oder Schweinefleisch, Zwiebeln, Sellerie, Limettensaft und Pfeffer.
Die Landwirtschaft liefert ergänzend tropische Früchte und Gemüse. Dazu gehören Mangos, Guaven, Kokosnüsse, Bananen, Papayas, Zitrusfrüchte und Tamarinden. Guaven werden unter anderem für Guava Duff verwendet, eine traditionelle Süßspeise aus einem mit Guavenfruchtfleisch gefüllten Teig, der gekocht oder gedämpft und mit einer warmen Butter-Rum-Sauce serviert wird. Weitere Süßspeisen sind Kokosgebäck, Fruchtkuchen und Benny Cake aus Sesamsamen.
Zu den Getränken gehören Fruchtsäfte, Limonaden, Kokoswasser und hausgemachte Kräutertees, die häufig als Bush Tea bezeichnet werden. Ein bekanntes Erfrischungsgetränk ist Switcha, eine Limonade aus Limettensaft, Wasser und Zucker. Bei alkoholischen Getränken sind Rum und Rumcocktails verbreitet. Zu den bahamaischen Biersorten zählen Kalik und Sands. Auch Rum Punch und Cocktails mit tropischen Fruchtsäften gehören zum Angebot der Bars und Hotelrestaurants.
Die Gastronomie Long Islands ist kleinbetrieblich und über die gesamte Insel verteilt. Restaurants, Strandbars, Imbissstände und Take-away-Betriebe befinden sich vor allem in Deadman's Cay, Stella Maris, Salt Pond, Clarence Town und den dazwischenliegenden Siedlungen. Zu den bekannten Einrichtungen zählt Max's Conch Bar & Grill in Deadman's Cay, das für Conch Salad, gegrillte Fechterschnecke, Fisch und weitere einheimische Gerichte bekannt ist. In Stella Maris bietet das Restaurant des Stella Maris Resort bahamaische und internationale Speisen an; zum Resort gehört außerdem die Moonshine Beach Bar & Grill.
In Salt Pond befinden sich unter anderem das Vantage Pointe Restaurant & Bar und der Long Island Harbour Club. Beide verbinden die Gastronomie mit der Lage am Wasser und richten sich sowohl an Einheimische als auch an Besucher und Bootsreisende. Weitere kleinere Restaurants und Imbissbetriebe sind über die Insel verteilt. Dazu gehören Docky's Flats Bar in Stella Maris, das für Conch Salad und lokale Speisen bekannt ist, sowie Busted Bridge Bar & Grill in Seymour's.
Neben der bahamaischen Küche gibt es einzelne Restaurants mit internationalem Angebot. Chez Pierre in Millers Bay verbindet französische, italienische und karibische Einflüsse. Andere Betriebe bieten Pizza, Burger, Sandwiches und einfache Grillgerichte an. Die meisten gastronomischen Einrichtungen sind unabhängig geführt; internationale Restaurantketten und größere gastronomische Zentren fehlen.
Die Gastronomie ist eng mit dem Fremdenverkehr verbunden. Hotelrestaurants und Bars versorgen Urlauber, während kleinere Lokale auch für die Bevölkerung wichtige Treffpunkte darstellen. Bei der Long Island Regatta, dem Mutton Festival und anderen Gemeindeveranstaltungen werden zusätzlich Essensstände mit Fischgerichten, Conch-Spezialitäten, Fleischgerichten und traditionellen Süßspeisen betrieben. Die Öffnungszeiten vieler Restaurants sind saisonabhängig und können sich kurzfristig ändern. Insgesamt ist die Küche Long Islands durch frische Meeresprodukte, einfache Zubereitungsweisen und die Verbindung von bahamaischen Traditionen mit internationalen Einflüssen geprägt.
Festkultur
Auf Long Island gelten die bahamischen Feiertage:
| Datum | Name | Deutscher Name | Anmerkungen |
| 1. Januar | New Year’s Day | Neujahr | Junkanoo Parade wird veranstaltet |
| 18. April | Good Friday | Karfreitag | |
| 21. April | Easter Monday | Ostermontag | |
| erster Freitag im Juni | Labour Day | Tag der Arbeit | |
| sieben Wochen nach Ostern | White Monday | Pfingstmontag | |
| 10. Juli | Independence Day | Unabhängigkeitstag | Unabhängigkeit von Großbritannien am 10. Juli 1973 |
| erster Montag im August | Emancipation Day | Tag der Sklavenbefreiung | Am 1. August 1834 trat der Slavery Abolition Act in Kraft |
| 12. Oktober | Discovery Day | Tag der Entdeckung | Entdeckung der Bahamas durch Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 |
| 25. Dezember | Christmas Day | Weihnachten | |
| 26. Dezember | Boxing Day | 2. Weihnachtstag | Junkanoo Parade wird veranstaltet |
Den Höhepunkt des Veranstaltungskalenders bildet die Long Island Regatta, die alljährlich im Juni am Regattagelände von Salt Pond stattfindet und gewöhnlich mit dem Labour-Day-Wochenende verbunden ist. Über mehrere Tage treten traditionelle bahamaische Segelschiffe, sogenannte Sloops, in verschiedenen Bootsklassen gegeneinander an. Die Regatta ist zugleich ein gesellschaftliches Ereignis mit Musik, Tanz, Verkaufsständen und bahamaischen Speisen. Sie erinnert an die Bedeutung des Segelns und des traditionellen Bootsbaues für die Inselgemeinschaft.
Eine weitere lokale Veranstaltung ist das Mutton Festival in Salt Pond, das gewöhnlich im März veranstaltet wird. Im Mittelpunkt steht Hammelfleisch, das auf unterschiedliche traditionelle Weise zubereitet wird. Angeboten werden unter anderem Mutton Souse, Curry-Mutton, gedünstetes Hammelfleisch und weitere regionale Gerichte. Ergänzt wird das kulinarische Programm durch Auftritte bahamaischer Musiker, Wettbewerbe für Kinder und Erwachsene, landwirtschaftliche Präsentationen sowie Vorführungen traditioneller Fertigkeiten. Auch Produkte des örtlichen Bauernmarktes und die Tierhaltung auf Long Island werden dabei vorgestellt.
Zum Jahreswechsel wird auch auf Long Island Junkanoo gefeiert. Diese für die Bahamas charakteristische Festtradition verbindet Straßenumzüge mit Musik, Tanz und aufwendig gestalteten Kostümen. Die Gruppen werden von Ziegenfelltrommeln, Kuhglocken, Pfeifen und Hörnern begleitet. Die Haupttermine sind der zweite Weihnachtstag und der Neujahrsmorgen; auf den Family Islands finden die Veranstaltungen in kleinerem Rahmen als in Nassau statt. Auf Long Island wird die Tradition durch lokale Gruppen und ein eigenes jährliches Junkanoo-Festival gepflegt.
Medien
Die Bewohner beziehen ihre Informationen überwiegend über die landesweit verbreiteten Rundfunkprogramme, über digitale Nachrichtenangebote und soziale Netzwerke. Da Long Island nur eine vergleichsweise kleine Bevölkerung besitzt, erfolgt die Berichterstattung über örtliche Ereignisse meist im Rahmen der Nachrichten aus den Family Islands.
Zu den wichtigsten gedruckten Zeitungen des Landes gehören der Nassau Guardian und The Tribune, die beide in Nassau erscheinen. Für die Bewohner Long Islands sind sie vor allem über ihre Internetauftritte zugänglich. Auch der Freeport News von Grand Bahama sowie verschiedene Online-Nachrichtenportale berichten über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen im Archipel. Lokale Ereignisse, Gemeindeveranstaltungen und Meldungen aus den einzelnen Siedlungen werden zusätzlich über soziale Medien und digitale Gemeinschaftsgruppen verbreitet.
Im Rundfunk ist insbesondere die staatliche Broadcasting Corporation of The Bahamas (BCB) mit ihrem Sendernetz ZNS von Bedeutung. ZNS Radio verbreitet landesweit Nachrichten, politische Informationen, Musik und Unterhaltung. Daneben empfangen die Bewohner verschiedene private Radiostationen aus Nassau und Freeport. Ein eigener Rundfunksender mit dauerhaftem Sendebetrieb auf Long Island ist nicht bekannt. Die tatsächliche Empfangsqualität einzelner Programme hängt von Standort und technischer Versorgung ab.
Das Fernsehangebot besteht aus den nationalen Programmen sowie privaten und internationalen Sendern. Über Kabel- und Satellitenanschlüsse können neben bahamaischen Nachrichten- und Unterhaltungsprogrammen auch zahlreiche US-amerikanische und andere ausländische Kanäle empfangen werden. ZNS Television gehört zum staatlichen Rundfunkangebot; daneben sind private Fernseh- und Kabelanbieter tätig.
Kommunikation
Auf Long Island gilt die Telefonvorwahl 0(01)242. Die Telekommunikation wird durch das nationale Netz der Bahamas gewährleistet. Mobilfunk, Festnetztelefonie und Internetzugang werden vor allem von den großen bahamaischen Telekommunikationsanbietern bereitgestellt. Die Bahamas Telecommunications Company (BTC) ist ein wichtiger Anbieter von Mobilfunk- und Festnetzdiensten; daneben bestehen weitere Internet- und Kommunikationsangebote. Die Mobilfunkversorgung ist auf Long Island insbesondere in den besiedelten Küstenabschnitten und im Umfeld der größeren Siedlungen von Bedeutung. In dünn besiedelten und abgelegenen Bereichen können Empfang und Datenübertragung eingeschränkt sein.
Der Internetzugang erfolgt über Mobilfunknetze und Festnetzanschlüsse, soweit diese örtlich verfügbar sind. Er wird für Nachrichten, elektronische Behördendienste, Bankgeschäfte, Kommunikation und die Organisation des Fremdenverkehrs genutzt. Die Regulierung des Telekommunikations- und Rundfunksektors liegt bei der Utilities Regulation and Competition Authority (URCA), die unter anderem Mobilfunk, Internetdienste, Frequenzvergabe und Rundfunk beaufsichtigt.
Die Postversorgung ist Teil des bahamaischen Postnetzes. Die Postämter des Landes werden vom staatlichen Bahamas Postal Service betrieben; auf Long Island erfolgt die Versorgung über örtliche Poststellen. Briefe und Sendungen werden innerhalb des Archipels sowie international weitergeleitet. Wegen der Insellage ist der Posttransport auf Verbindungen zwischen den Inseln angewiesen, sodass die Zustellung länger dauern kann als auf New Providence oder Grand Bahama.
Sport
Im sportlichen Bereich dominieren Segeln, Bootssport und Angeln. Daneben werden Schwimmen, Tauchen, Freitauchen, Fußball, Basketball und weitere Mannschafts- und Freizeitsportarten betrieben. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl und der weit auseinanderliegenden Siedlungen ist das organisierte Sportangebot kleiner als auf den bevölkerungsreichen Bahamasinseln New Providence und Grand Bahama.
Die bedeutendste Sportveranstaltung der Insel ist die jährlich im Juni stattfindende Long Island Regatta in Salt Pond. Sie wurde 1967 erstmals ausgetragen und gehört zu den traditionsreichen Segelwettbewerben der Bahamas. Bei der Veranstaltung treten bahamaische Segelschiffe in den Klassen A, B und C gegeneinander an. Die Boote müssen nach traditionellen bahamaischen Bauweisen konstruiert, auf den Bahamas gebaut und von bahamaischen Eignern betrieben werden. Auch die Besatzungen und Skipper stammen aus dem Land. Die Rennen dauern gewöhnlich mehrere Tage und werden von einem Rahmenprogramm mit Musik, gastronomischen Angeboten und gesellschaftlichen Veranstaltungen begleitet. Die Regatta zieht Segler und Besucher aus anderen Teilen des Archipels sowie aus dem Ausland an. Sie dient zugleich der Pflege des traditionellen Bootsbaus und der Segelkultur.
Eine besondere Bedeutung besitzt der Angelsport. Die ausgedehnten Flachwassergebiete der westlichen Bahama Bank bieten ausgezeichnete Bedingungen für das sogenannte Bonefishing, bei dem Knochenfische (Albula vulpes) mit der Fliegenrute gefangen werden. Long Island zählt zu den bekannten Angelgebieten der Bahamas und wird regelmäßig von spezialisierten Sportanglern besucht. Daneben werden Hochseeangeln, Riffangeln und Grundfischen angeboten. Vor der Küste können unter anderem Marline, Thunfische und Wahoos gefangen werden. Örtliche Bootsunternehmen organisieren geführte Angeltouren, Ausfahrten zu den Fischgründen und weitere maritime Aktivitäten.
Auch das Tauchen und Freitauchen gehören zu den wichtigsten sportlichen Aktivitäten. Dean’s Blue Hole bei Clarence Town ist aufgrund seiner großen Tiefe und seiner besonderen geologischen Form ein international bekannter Trainings- und Wettkampfplatz für Freitaucher. Dort findet ein internationaler Freitauchwettbewerb statt. Die Korallenriffe der Insel bieten außerdem Möglichkeiten zum Gerätetauchen und Schnorcheln. Anfänger nutzen die flacheren Riffe im Gebiet von Grouper Valley, während erfahrene Taucher unter anderem das Wrack der Comberbach, Unterwasserhöhlen und steil abfallende Korallenwände erkunden.
Schwimmen und Wassersport sind sowohl bei Einheimischen als auch bei Besuchern verbreitet. Die geschützten Strände der Westküste eignen sich zum Baden und für Freizeitaktivitäten im Wasser. An der stärker dem Atlantik ausgesetzten Ostküste sind die Wellenverhältnisse anspruchsvoller. Segeln, Kajakfahren, Schnorcheln und Bootsfahrten ergänzen das Angebot. Darüber hinaus werden Vogelbeobachtungstouren und Ausflüge in die Küsten- und Mangrovengebiete organisiert, die teilweise mit sportlichen Aktivitäten verbunden sind.
An Land gehören Fußball und Basketball zu den verbreiteten Mannschaftssportarten. Sie werden vor allem im schulischen und gemeinschaftlichen Rahmen ausgeübt. Die Nelson Glandville McFarlane Major High School in Buckley’s ist eine wichtige Einrichtung für den Schulsport. Cricket besitzt als traditionelle Sportart der Bahamas ebenfalls nationale Bedeutung, ist auf Long Island aber nicht in vergleichbarer Weise durch größere überregionale Anlagen oder eine bekannte Profiliga vertreten. Organisierte Sportwettbewerbe finden überwiegend im Rahmen von Schulen, örtlichen Gemeinschaften und regionalen Veranstaltungen statt.
Persönlichkeiten
Die wichtigsten mit der Insel verbundenen Persönlichkeiten sind:
- Sir Henry Milton Taylor (1903 bis 1994), Lehrer (1924 bis 1934), Parlamentsabgeordneter für Long Island (ab 1948); Mitbegründer und Mitorganisator der ersten nationalen politischen Partei der Bahamas (Progressive Liberal Party, PLP, 1953); Generalgouverneur der Bahamas (1991/92).
- William „Bill“ Cartwright (um 1923 bis 2012), Immobilienmakler; Parlamentsabgeordneter (ab 1949); Mitbegründer und langjähriger Schatzmeister der PLP (1953); späterer Verleger von Magazinen.
- Dame Ivy Leona Dumont (* 1930), Lehrerin und Bildungsfunktionärin; Bildungsministerin der Bahamas (1995–2000); sechste Generalgouverneurin der Bahamas (2001–2005) – sie war die erste Frau in der Geschichte des Landes, die dieses höchste Staatsamt bekleidete. [1]
Fremdenverkehr
Der Fremdenverkehr ist neben der Fischerei, der Landwirtschaft und dem Dienstleistungssektor ein wichtiger Wirtschaftszweig Long Islands. Im Vergleich zu den stark erschlossenen Ferieninseln der Bahamas wie Paradise Island, Grand Bahama oder New Providence ist der Tourismus jedoch deutlich kleiner und stärker auf Individualreisende ausgerichtet. Große Hotelkomplexe, umfangreiche Kreuzfahrtanlagen und ein ausgeprägtes Nachtleben fehlen weitgehend. Stattdessen bestimmen kleine Strandhotels, familiengeführte Gästehäuser, Ferienhäuser, Villen und überschaubare Boutique-Resorts das touristische Angebot. Die bahamaische Tourismusbehörde beschreibt Long Island entsprechend als Ziel für Reisende, die ruhige Strände, Naturerlebnisse und Aktivitäten auf dem Wasser suchen.
Zu den wichtigsten Anziehungspunkten gehören die Strände an der Westküste und die landschaftlich eindrucksvolle Atlantikseite im Osten. Besonders bekannt ist Cape Santa Maria im Norden mit seinem langen, hellen Sandstrand und dem klaren, flachen Wasser. Die geschützten Buchten der Westküste eignen sich zum Schwimmen, Schnorcheln und für Bootsfahrten, während die Ostküste mit felsigen Abschnitten, Höhlen, natürlichen Gezeitenbecken und stärkerer Brandung ein anderes Landschaftsbild bietet. Ein bedeutendes Naturziel ist Dean’s Blue Hole bei Clarence Town, ein rund 202 m tiefes, mit Meerwasser gefülltes Karstloch. Es wird von Freitauchern genutzt und ist Austragungsort internationaler Freitauchveranstaltungen.
Weitere touristische Aktivitäten sind Hochseeangeln, Riff- und Grundfischen sowie Bonefishing in den ausgedehnten Flachwassergebieten der Bahama Bank. In den vorgelagerten Korallenriffen werden Tauch- und Schnorchelausflüge angeboten. Zu den bekannten Tauchplätzen zählen die Riffe von Grouper Valley, das Wrack der Comberbach und verschiedene Unterwasserhöhlen und Steilwände. Auch Kajakfahren, Segeln, Vogelbeobachtung und Ausflüge zu den vorgelagerten Cays gehören zum Angebot. Historische Sehenswürdigkeiten sind die beiden Kirchen von Clarence Town, die Hamilton’s Cave und das Kolumbusdenkmal am nördlichen Inselende.
Die Unterkünfte verteilen sich auf mehrere Abschnitte der Insel. Im Norden, in Stella Maris, befinden sich zwei der bekanntesten Ferienanlagen. Das Cape Santa Maria Beach Resort & Villas liegt am gleichnamigen Strand und besteht aus strandnahen Villen und Bungalows. Das Resort ist auf längere Aufenthalte, Badeurlaub und Wassersport ausgerichtet. Das Stella Maris Resort bietet eine kleinere Anlage mit Hotelzimmern, Restaurant- und Freizeitangeboten sowie Zugang zu einer Marina. Beide Einrichtungen sind wichtige touristische Standorte im nördlichen Inselteil. Im offiziellen Hotelverzeichnis des bahamaischen Tourismusministeriums von 2025 werden für das Cape Santa Maria Beach Resort 70 und für das Stella Maris Resort 21 Zimmer ausgewiesen.
Im mittleren Inselabschnitt liegt in Salt Pond der Long Island Harbour Club. Die Anlage bietet eine überschaubare Zahl von Gästezimmern und richtet sich vor allem an Individualreisende und Besucher, die von hier aus die Strände, Buchten und Fischgründe der Umgebung erkunden möchten. Für Angler gibt es außerdem spezialisierte Unterkünfte und Lodges. In Deadman’s Cay sind beispielsweise Ellen’s Inn, die Long Island Bonefish Lodge und das Smith & Wells Guest House im offiziellen Hotelverzeichnis aufgeführt. Die Bonefish Lodge ist insbesondere auf Fliegenfischer ausgerichtet, die in den flachen Gewässern der Bahama Bank nach Knochenfischen angeln.
Im Süden, rund um Clarence Town und Lochabar Bay, befinden sich weitere Hotels und Villenanlagen. Dazu gehören das Gems at Paradise Beach Hotel, Harbor Breeze Villas und das Winter Haven Inn. Die Unterkünfte reichen von kleineren Strandhotels bis zu geräumigeren Ferienvillen. Im Gebiet von Millars liegt außerdem das Chez Pierre Hotel & Restaurant, das neben Zimmern auch gastronomische Angebote bereitstellt. Viele dieser Einrichtungen werden privat oder familiengeführt betrieben und vermitteln dadurch einen unmittelbaren Kontakt zur örtlichen Bevölkerung.
Neben den klassischen Hotels hat sich der Markt für Ferienhäuser und private Villen entwickelt. Diese Unterkünfte liegen häufig direkt am Strand oder in der Nähe kleiner Buchten und werden meist für Selbstversorger angeboten. Sie verfügen teilweise über eigene Küchen, Terrassen und private Zugänge zum Meer. Das Angebot umfasst sowohl einfache Ferienhäuser als auch größere Villen mit mehreren Schlafzimmern und eigener Ausstattung. Die offizielle Tourismuswerbung der Bahamas hebt insbesondere familiengeführte Villen und kleine Strandgasthäuser als charakteristische
Das Hotelverzeichnis des Tourismusministeriums von 2025 führt für Long Island insgesamt zehn Beherbergungsbetriebe mit zusammen 182 Zimmern auf. Darunter befinden sich drei All-inclusive-Angebote, vier Apartmenthotels, zwei Häuser der Kategorie Boutiquehotel und eine weitere ausgewiesene Hotelkategorie. Die relativ geringe Bettenkapazität verdeutlicht den überschaubaren Umfang des organisierten Tourismus. Private Ferienhäuser und kurzfristig vermietete Wohnungen sind in dieser Hotelstatistik nicht vollständig erfasst.
Die touristische Saison konzentriert sich vor allem auf die trockenere und vergleichsweise kühlere Zeit von Dezember bis April. In diesen Monaten kommen insbesondere Besucher aus Nordamerika und Europa auf die Insel. Während der Sommer- und Herbstmonate sind die Temperaturen höher und die Niederschläge häufiger; außerdem fällt ein Teil dieser Zeit in die atlantische Hurrikansaison. Angler, Taucher und Freitaucher besuchen Long Island jedoch auch außerhalb der Hauptsaison. Für die Insel werden keine durchgehend vergleichbaren jährlichen Übernachtungs- und Besucherzahlen veröffentlicht, weshalb sich der Umfang des Tourismus nicht mit derselben Genauigkeit wie auf den großen Ferieninseln der Bahamas bestimmen lässt.
Literatur
- wikipedia = https://en.wikipedia.org/wiki/Category:Long_Island,_Bahamas
- wikivoyage = https://de.wikivoyage.org/wiki/Long_Island_(Bahamas)
Reiseberichte
- Sonne & Wolken - Long Island, Bahamas - (Noch) ein Geheimtipp = https://sonne-wolken.de/long-island-bahamas/
- Long Island, Bahamas. Der vielleicht beste Geheimtipp der Karibik = https://globusliebe.com/long-island-bahamas/
Videos
- Long Island via drone = https://www.youtube.com/watch?v=CI9lFUVkG20
- Long Island, die echten Bahamas = https://www.youtube.com/watch?v=W2b9Wucif3E
Atlas
- Long Island, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=10/23.2691/-75.3278
- Long Island, Satellit = https://satellites.pro/Google/Long_Island_District_map
Reiseangebote
Welcome to Long Island = https://www.bahamas.com/islands/long-island
Forum
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