Bahrain (Al-Baḥrayn)
Das Königreich Bahrain ist ein aus 33 Inseln bestehender Inselstaat in einer Bucht im Persischen Golf, nordöstlich von Saudi-Arabien und westlich von Katar. Mit sunnitischer Oberschicht un schiitischen Bevölkerungsmehrheit ist es eine der liberaleren Golfmonarchien mit ausgeprägtem Finanzsektor und vergleichsweise lockerem Alkoholverkauf.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | البحرين [Al-Baḥrayn] |
| alternative Bezeichnungen | Dilmun, Tilmun (assyrisch), Mishmahig, Mišmahig (altpersisch), Tylos,m Tyros (altgriechisch), Awal (altarabisch), Bahrain, Bahrein (international) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | Brückeninsel (seit 1986) |
| Inselart | alksteininsel |
| Gewässer | Persischer Golf (Al-Chalīǧ al-ʿArabī) mit Golf von Bahrain (Al-Chalīǧ al-Baḥraynī) |
| Inselgruppe | Bahrain (Al-Baḥrayn al-Ǧazarīya) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Bahrain (Mamlakat al-Baḥrayn) |
| Gliederung | 5 muhafazat (Gouvernorate) 12 manatiq (Bezirke) |
| Status | Inselstaat (daula ğazarīya) |
| Koordinaten | 25°54’ N, 50°31’ O |
| Entfernung zur nächsten Insel | 100 m (Muharraq) |
| Entfernung zum Festland | 22,5 km (Al-Khobar / Saudi-Arabien) |
| Fläche | 578 km² / 223 mi² (mit Nebeninseln 711,9 km² / 274,9 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 0 km² / 0 mi² (= %) |
| maximale Länge | 49,8 km (N-S) |
| maximale Breite | 22,1 km (W-O) |
| Küstenlänge | 130 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Persischer Golf) |
| höchste Stelle | 134 m (Jabal al-Dukhan) |
| relative Höhe | 134 m |
| mittlere Höhe | 14 m |
| maximaler Tidenhub | 1,9 bis 2,4 m (Manama 2,3 m) |
| Zeitzone | AST (Arabian Standard Time / at-tawqīt al-ʿarabī al-qiyāsī) |
| Realzeit | UTC plus 2 Stunden 16 bis 18 Minuten |
| Einwohnerzahl | 1.205.250, Staat 1.498.712 (2024) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 2.085,21, Staat 2.104,52 |
| Inselzentrum | Manama (Al-Manāma) |
Name
Auf Arabisch heißt das Land البحرين [al-Baḥrayn], vereinfacht als al-Bahrain transkribiert in europäischen Sprachen Bahrain oder Bahrain, was in den meisten europäischen Sprachen als Bahrain oder älter Bahrein übernommen wurde. Wörtlich bedeutet al-Baḥrayn „die zwei Meere“ – abgeleitet von arabisch baḥr „Meer“ und der Dualendung -ayn „zwei“. Diese Deutung bezieht sich auf die besondere geografische und hydrologische Situation der Inselgruppe: Sie wird vom salzigen Wasser des Persischen Golfs umgeben, verfügt aber gleichzeitig über zahlreiche Süßwasserquellen, die teilweise sogar unterseeisch austreten. Diese „zwei Meere“ – das salzige Oberflächenmeer und das süße Grundwasser – prägten das Leben auf der Insel seit jeher und erklärten ihren Reichtum an Dattelpalmen und Fruchtbarkeit inmitten einer wüstenhaften Umgebung. Allerdings handelt es sich bei dieser volksetymologischen Erklärung um eine Interpretation der frühen Neuzeit. Die ursprüngliche Herkunft und genaue Bedeutung des Namens bleiben in Teilen unklar und werden bis heute diskutiert.
Schon lange bevor der Name Bahrain auftauchte, war die Insel unter anderen Bezeichnungen bekannt. Bei den Akkadern und Assyrern hieß sie Dilmun, auch Tilmun. Dilmun gilt als eine der ältesten bekannten Zivilisationen der Region und wird in sumerischen Texten bereits ab dem späten -4. Jahrtausend erwähnt. Es war ein bedeutendes Handelszentrum zwischen Mesopotamien und dem Indus-Tal, mythologisch oft als paradiesisches „Land der Unsterblichkeit“ oder Götterwohnstätte beschrieben. Archäologische Funde, darunter die berühmten Grabhügel auf Bahrain, untermauern diese Bedeutung.
Die Griechen nannten die Insel nach den Feldzügen Alexanders des Großen Tylos, manchmal auch Tyros. Dieser Name gilt als Hellenisierung des älteren semitischen Tilmun/Dilmun. Unter griechischem und später hellenistischem Einfluss blühte Tylos als Zentrum des Perlenhandels auf. Der Name blieb bis in die römische Zeit hinein gebräuchlich. Bei den einheimischen Arabern war die Hauptinsel als Awal bekannt, ein Name, der möglicherweise mit dem Stamm der Banū ʿAbd al-Qays oder dem Gott Awal in Verbindung steht. Die Perser bezeichneten sie als Mishmahig bzw. Mišmahig (oder ähnliche Varianten), was in sassanidischer Zeit verwendet wurde.
Im 15. Jahrhundert, unter islamischer Herrschaft, wurde der Begriff Iqlīm al-Baḥrayn „Provinz Bahrain“ für die gesamte Region zwischen Basra im Süden des heutigen Irak und der Straße von Hormuz verwendet. Diese Provinz umfasste also nicht nur die Insel, sondern auch Teile der arabischen Küste. Die arabischen Bewohner dieser Region, vor allem vom Stamm der Banī ʿAbd al-Qays, wurden als Bahārna bezeichnet – eine Ableitung vom Provinznamen. Mit der portugiesischen Eroberung im Jahr 1521 wurde der Ausdruck Bahrain bzw. al-Baḥrayn zunehmend auf die Hauptinsel selbst beschränkt. Die Portugiesen übernahmen den arabischen Namen und etablierten ihn in europäischen Karten und Berichten. Seitdem hat sich Bahrain als fester Name für das Archipel durchgesetzt.
Der Name spiegelt nicht nur die physische Realität der „zwei Meere“ wider – salziges Meerwasser und süßes Grundwasser –, sondern symbolisiert auch die lange Geschichte Bahrains als Brücke zwischen Kulturen. Von der antiken Handelsmacht Dilmun über hellenistische, sassanidische, islamische und portugiesische Einflüsse bis hin zum modernen unabhängigen Königreich seit 1971 bleibt die Insel ein Ort des Austauschs und der Vielfalt. Heute wird der Name in der offiziellen Bezeichnung Mamlakat al-Bahrayn, deutsch Königreich Bahrain, englisch Kingdom of Bahrain, französisch Royaume de Bahreïn, geführt. Von 1971 bis 2002 hieß das Land Dawlat al-Bahrayn, übersetzt Staat Bahrain, englisch State of Bahrain.

- abchasisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- acehnesisch: Bahrain
- adygisch: Бахрейн [Bachrejn]
- afrikaans: Bahrein
- akan: Baren
- albanisch: Bahrein, Bahreini, Bahraini
- altaisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- amharisch: ባህሬን [Bahren]
- arabisch: البحرين [al-Baḥrayn]
- aragonesisch: Bahrein, Bajrein
- armenisch: Բահրեյն [Bahreyn]
- aromunisch: Bahrein
- aserbaidschanisch: Бәһрејн [Bəhreyn]
- assamesisch: বাহরেন [Bāhren]
- asturisch: Bahrein
- aymara: Bahrayn
- bambara: Barεyini
- bandscharisch: Barein
- baschkirisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- baskisch: Bahrain
- bengalisch: বাহরাইন [Bāhrāin], বাহরেন [Bāhren]
- bhutanisch: བཧ་རེན། [Bah.ren]
- biharisch: बहरैन [Bahræn]
- bikol: Bahrain
- birmanisch: ဘာရိန်း [Bhaẏeĩ̀]
- bislama: Barein
- bosnisch: Бахреин [Bahrein]
- bretonisch: Bahrein
- bulgarisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- burjatisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- cebuano: Bahrayn
- chakassisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- chavakano: Bahrain
- cherokee: ᏆᎭᎴᎢᏂ [Barain]
- chinesisch: 巴林 [Bālín]
- dari: بحرین [Baḥrain]
- dänisch: Bahrain
- deutsch: Bahrain, Bahrein
- englisch: Bahrain
- esperanto: Barejno
- estnisch: Bahrein
- estremadurisch: Bahrein
- ewe: Bahrain nutome
- färöisch: Bahrain
- fidschianisch: Barein
- finnisch: Bahrain
- franko-provenzalisch: Bahreyin
- französisch: Bahreïn
- friesisch, nord: De Barein
- friesisch, west: Bachrein
- friulanisch: Bahrein
- ful: Bahreyn
- gagausisch: Бахрейн [Bahreyn]
- galizisch: Bahrain
- ganda: Baareeni
- gälisch: Bairèin
- georgisch: ბაჰრეინი [Bahreini]
- griechisch: Μπαχρέϊν [Mpaẖréïn]
- guarani: Barain
- gudscheratisch: બહરીન [Bahrīn]
- guyanisch: Barain
- haitianisch: Barayn
- hakka: 巴林 [Bālíng]
- hausa: Baharan
- hawaiianisch: Baharaina
- hebräisch: בחרין [Baḥrayn]
- hindi: बहरैन [Bahræn], बेहरेन [Behren], बहरीन [Bahrīn]
- ido: Bahrain
- igbo: Baren
- ilokano: Bahrain
- indonesisch: Bahrain
- interlingua: Bahrain
- irisch: Bairéin, Bairean, Bhachrain
- isländisch: Barein
- italienisch: Bahrein
- jakutisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- jamaikanisch: Baarien
- japanisch: バハレーン [Baharēn], バーレーン [Bārēn]
- javanisch: Bahrain
- jerseyanisch: Bahraïn
- jiddisch: בחרין [Baḥrayn]
- kabardisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- kabiye: Bahrɛɛn
- kabylisch: ⴱⴰⵀⵔⴰⵢⵏ [Baḥrayn]
- kalmükisch: Бахрейнин Нутг [Bachrejnin Nutt]
- kambodschanisch: បារ៉ែន [Bāræn]
- kanaresisch: ಬಹರೈನ್ [Baharain]
- karakalpakisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- karatschai-balkarisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- karelisch: Бахреин [Bahrein]
- kasachisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- kaschubisch: Bahreinzkô
- katalanisch: Bahrain
- kikuyu: Bahareni
- kirgisisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- komi: Бахрейн [Baẖrejn]
- kongolesisch: Bahrain
- koreanisch: 바레인 [Baraein]
- kornisch: Bahreyn
- korsisch: Bahrain
- krimtatarisch: Бахрейн [Bahreyn]
- kroatisch: Bahrein
- kumükisch: Багьрайн [Bahrajn], Бахрейн [Baẖrejn]
- kurdisch: باحرهین [Baẖreyn]
- kurmandschisch: Бәһ'рейн / بهحرێین [Beḧrêyn]
- ladinisch: Bahrein
- ladino: באהריין [Bahrein]
- lakisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- laotisch: Bāræn
- lasisch: ბაჰრეინი [Bahreini]
- lateinisch: Insula Baharina, Bachrania
- lesgisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- lettgallisch: Bahreins
- lettisch: Bahreina
- letzeburgisch: Bahrain, Bahrein
- limburgisch: Bahrein
- lingala: Bahrɛnɛ
- litauisch: Bachreinas
- livisch: Bahreina
- luba-katanga: Bahrene
- madegassisch: Bahrein
- makedonisch: Бахреин [Bahrein]
- malaisch: بحرين [Bahrain]
- malayalam: Bahaŗin , Bahŗain
- maldivisch: ބަޙްރޭން [Baḥrēn], ބަޙްރައިން [Baḥrain]
- maltesisch: Baħrajn, Baħrejn
- manx: yn Bairein
- maori: Paharaina
- marathisch: बहरैन [Bahræn]
- mari: Бахрейн [Baĥrejn]
- maurizisch: Bahrein
- mindong: 巴林 [Bālíng]
- mingrelisch: ბაჰრეინ [Bahrein]
- minnan: 巴林 [Bā-lîm]
- mirandesisch: Bahrain
- moldawisch: Бахреин [Bahrein]
- mongolisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- mordwinisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- nahuatl: Bahrān, Bahrein
- nauruanisch: Bahrain
- ndebele: Bhahareni
- nepalesisch: बहराइन [Bahrāin]
- niederländisch: Bahrein
- norwegisch: Bahrain
- novial: Barayn
- okzitanisch: Bahrayn
- orissisch: ବାହରୀନ [Bāhrīn]
- oromo: Baahireen
- ossetisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- pampangan: Barein
- pandschabisch: ਬਹਰਾਇਨ [Bahrāin]
- pandschabisch, west: بحرین [Baḥræn]
- panganisan: Bahrain
- papiamentu: Barain
- paschtunisch: بحرين [Baḥrayn]
- persisch: بحرین [Baḥrein]
- piemontesisch: Bahrein
- pitkernisch: Barain
- polnisch: Bahrajn
- portugiesisch: Barém, Bahrein
- quetschua: Bahrayn
- rätoromanisch: Bahrein
- romani: Bahrein
- rumänisch: Bahrein
- rundi-rwandesisch: Bahitayini
- russisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- ruthenisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- samisch: Bahrain, Bahreins
- samoanisch: Pareini
- samogitisch: Bahrains
- sango: Bahrâina
- sardisch: Bahrain
- schlesisch: Bahrajn
- schottisch: Bahrain
- schwedisch: Bahrain
- serbisch: Бахреин [Bahrein]
- seschellisch: Barayn
- shona: Bahareni
- sindhi: بحرین [Baḥræn]
- singhalesisch: බහරේන් [Baharēn]
- sizilianisch: Bahrain
- slovio: Bahrain
- slowakisch: Bahrejn
- slowenisch: Bahrain
- somalisch: Baxrayn, Baxreyn
- sorbisch: Bahrain
- spanisch: Bahrain
- sudovisch: Bahreina
- sundanesisch: Bahrain
- surinamesisch: Bareinikondre
- swahili: Bahrain
- swasi: IBhaharayi
- syrisch: ܚܪܝܢ [Baḥrayn]
- tabassaranisch: Баҳрайн [Bahrajn]
- tadschikisch: Баҳрайн [Bahrajn], بحرین [Baḥrain]
- tagalog: Barein, Bahrein
- tahitianisch: Paharaina
- tamilisch: பஹ்ரைன் [Pahraiṉ], பஹ்ரேய்ன் [Pahrēyṉ], பஹ்ரெய்ன் [Pahreyṉ]
- tatarisch: Бахрейн [Baẖrein]. Бахрәйн [Baẖräin]
- telugu: బహ్రయిన్ [Bahrayin], బహ్రెయిన్ [Bahreyin]
- thai: บาห์เรน [Bā(h)rēn]
- tibetisch: བྷཧ་རཡིན། [Bāh.rayin]
- tigrinisch: ባህሬን [Bahren]
- timoresisch: Barein
- tok pisin: Barai
- tonganisch: Pāleini
- tschechisch: Bahrejn
- tschetschenisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- tschuwaschisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- turkmenisch: Бахрейн [Bahreýn]
- tuwinisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- türkisch: Bahreyn, Bahreyin
- udmurtisch: Бахрейн [Baĥrejn]
- uigurisch: بهھرېيىن [Behréyin]
- ukrainisch: Бахрейн [Baẖrejn]
- ungarisch: Bahrein
- urdu: بحرین [Baḥræn]
- usbekisch: Баҳрайн [Bahrayn]
- venezianisch: Bahrain
- vietnamesisch: Ba.ren
- visayan: Barein
- volapük: Bahareän
- voronisch: Bahrein
- walisisch: Bahrain
- wallonisch: Bareyn
- waray: Barein
- weißrussisch: Бахрэйн [Baẖrėjn]
- winaray: Barein
- wolof: Bareen
- xhosa: Barain
- yoruba: Bahrain
- yukatekisch: Bahrein
- zazakisch: باحرهین [Baẖreyn]
- zhuang: Bahlinz
- zulu: iBarain
Offizieller Name: مملكة البحرين [Mamlakat al-Baḥrayn]
- Bezeichnung der Bewohner: بحرينيون [Baḥrayniyyūn] (Bahrainer)
- adjektivisch: بحريني [baḥraynī] (bahrainisch)
Kürzel:
- Landescode: BH / BHR
- Deutsch: BRN
- Alternativ: BRN
- Sport: BRN (seit 1984)
- Kfz: BRN (seit 1954)
- FIPS-Code: BA
- ISO-Code: BH, BHR, 048
- Internet: .bh
Lage
Bahrain liegt im südlichen Bereich des Persischen Golfs vor der Küste Saudi-Arabiens und Katars auf durchschnittlich 25°54’ n.B. und 50°31’ ö.L.. Es liegt auf der gleichen geografischen Breite wie der Norden Katars, Musandam, der Nordzipfel des Oman, der äußerste Südosten des Iran, der Süden Pakistans, Jodhpur und Kanpur in Indien, der äußerste Norden Bangladeschs und Birmas, die indischen Bundesstaaten Meghalaya und Nagaland, Qujing in der chinesischen Provinz Yünnan, die chinesische Hafenstadt Fuzhou, die Ryukyu-Insel Okinawa, die japanische Inselgruppe Kasan-rettô, der Süden von Baja California, Mochis und Monterrey in Mexiko, der äußerste Süden Floridas, die Bahama-Inseln New Providence und Eleuthera, die zentrale Westsahara, der Norden Mauretaniens, die Mouydir-Berge im Süden Algeriens, der Süden Libyens, Qena in Ägypten und Buraydah in Saudi-Arabien. Bahrain hat an sich keine direkten Nachbarstaaten. Durch eine Straßenbrücke ist es allerdings mit Saudi-Arabien verbunden, und von Katar trennen es nur wenige Kilometer.

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 26°15‘27“ n.B. (Muharraq-Brücke) bzw. 26°16’46” n.B. (Al-Muharraq)
- südlichster Punkt: 25°31’38” n.B. (Hawar)
- östlichster Punkt: 50°49’30” ö.L. (Hawar)
- westlichster Punkt: 50°26‘38“ ö.L. (Budaiya) bzw. 50°22’30” ö.L. (Umm Nasan)
Entfernungen:
- Muharraq 100 m
- Saudi-Arabien (Al-Khobar) 22,5 km
- Katar (Region Dukhan) 31 km
- Vereinigte Arabische Emirate (Al Qaffay) 133 km
- Iran (Chah Pan) 200 km
- Kuwait (Al Nuwaisib) 335 km
- Irak (Qishlah) 450 km
- Oman (Musandam) 540 km
- Mekka / Saudi-Arabien 1200 km
Zeitzone
In Bahrain gilt die Arabian Standard Time (Arabische Standard-Zeit), arabisch التوقيت العربي القياسي [at-tawqīt al-ʿarabī al-qiyāsī], abgekürzt AST (ASZ), 2 Stunden, zwischen April und Oktober eine Stunde vor der Mitteleuropäiuschen Zeit (MEZ, UTC+3). Die Realzeit liegt um 3 Stunden und 21 bis 23 Minuten vor der Koordinierten Weltzeit (UTC).
Fläche
Die offizielle Fläche beträgt inklusive Flutbereich 711,9 km² bzw. 274,9 mi², verteilt auf eine Haupt- und 32 Nebeninseln. Die Größenangaben für Bahrain schwanken allerdings stark. Sie reichen von 665 km² über 694,2 km² und 715,9 km² bzw. 275,3 mi² (wikipedia) bis 741 km² (cia facts). Der maximale Tidenhub liegt zwischen 1,6 und 2,7 m, in Mina Salman bei 2,44 m. Von Norden nach Süden zwischen Al-Muharraq und Hawar durchmisst das Land 82 km. Die maximale Ost-West-Breite zwischen Umm Nasan und Bahrain Harbour beträgt 39 km. Die 578 km² bzw. 223 mi² Hauptinsel durchmisst von Norden nach Süden 49,8 km, von Westen nach Osten 22,1 km. Die Küste ist 130 km, inklusive Nebeninseln 161 km lang. Höchster Punkt ist der Jabal al-Dukhan mit 134 m. Der tiefste Punkt liegt auf Meeresniveau mit einem Tidenhub von 1,9 bis 2,4 m, in Manama 2,3 m, die mittlere Seehöhe bei 14 m, im gesamten Inselstaat bei nur 6 m.
Flächenaufteilung 2006:
- Steppe und Wüste 404,8 km² (56,8 %)
- Wiesen und Sträucher 128,1 km² (18,0 %)
- Gewässer 85,4 km² (12,0 %)
- Agrarland 67,3 km² (9,5 %)
- Verbautes Gelände 25,6 km² (3,6 %)
- Wald 0,7 km² (0,1 %)
Geologie
Bahrain Bahrain liegt im Persischen Golf zwischen der Halbinsel Katar und Saudi-Arabien und besteht aus einer Gruppe von Inseln, deren Geologie vor allem durch sedimentäre Ablagerungen aus dem Känozoikum geprägt ist. Die älteren Gesteine vor dem Känozoikum sind nur unzureichend erforscht, da die Oberfläche der Hauptinsel und der Hawar-Inseln weitgehend von Formationen aus dem Eozän bis in die jüngste Zeit bedeckt wird. Die geologische Struktur Bahrains wird maßgeblich von einer großen Antiklinale bestimmt, die sich in nord-südlicher Richtung erstreckt und die gesamte Hauptinsel umfasst. Diese Antiklinale ist ein relativ einfaches, geschlossenes Gewölbe ohne sichtbare Oberflächenverwerfungen und entstand durch sanfte Faltung im Rahmen der tektonischen Prozesse, die mit der arabischen Plattform und dem angrenzenden Tethys-Ozean in Verbindung stehen.
Die an der Oberfläche ausstreichenden Gesteine sind überwiegend Kalksteine des Eozäns, die einen markanten Ring aus Randklippen um den zentralen Teil der Hauptinsel bilden. Diese Klippen erreichen Höhen von bis zu 30 Metern und zeigen deutliche Spuren von Winderosion, wie abgeschliffene Formen und in nord-nordwestlicher Richtung orientierte Streifungen. Im Zentrum der Insel erhebt sich der Jabal ad Dukhan, der mit etwa 134 Metern die höchste Erhebung darstellt und ebenfalls von eozänen Kalken gebildet wird. Unterhalb dieser Schichten liegen in Bohrungen ältere Formationen, doch an der Oberfläche dominieren die eozänen Ablagerungen. Die Rus-Formation des Unteren Eozäns ist etwa 56 Meter mächtig und besteht aus Kalkstein mit Einlagerungen von Hornstein, Kreide und Quarzgeoden. Sie lagert auf der Umm-er-Radhuma-Formation und enthält Anhydrit-Schichten, die zu salzhaltigen Tiefenwässern führen, während darüber Süßwasser-Aquifere liegen. Der Kalk dieser Formation wird häufig für die Betonproduktion abgebaut.
Darüber folgt die Dammam-Formation des mittleren Eozäns, die aus mehreren Mitgliedern aufgebaut ist. Zunächst kommt die Sharks-Tooth-Shale, eine grau-gelbe Schieferton- und Mergel-Schicht mit Dolomit, die ihren Namen von Haifischzahn-Fossilien ableitet. Darauf liegt ein brauner kristalliner Dolomitkalk von etwa 33 Metern Mächtigkeit, der von einem undurchlässigen orangefarbenen Mergel überdeckt wird. Dieser Mergel trennt die Grundwasserleiter Zone A und Zone B. Die oberste Einheit ist ein weißer Kalkstein, der stark in der Mächtigkeit variiert und Teil des Alat-Kalksteins ist, einer wichtigen Süßwasserquelle für die Insel. Die eozänen Ablagerungen deuten auf flachmarine Bedingungen hin, teilweise mit eingeschränkter Zirkulation, was durch Anhydrite und andere Evaporite belegt wird.
Eine Winkeldiskordanz trennt die mittleren eozänen Schichten von den sandigeren Gesteinen des Miozäns. Die miozänen Ablagerungen bestehen aus Ton, Mergel, Schieferton und sandigem Kalkstein und erreichen an den Flanken der Antiklinale bis zu 61 Meter Mächtigkeit. Sie werden mit der Dam- und Hadrukh-Formation in Saudi-Arabien sowie der Lower-Fars-Formation im Iran korreliert. Durch Hebung und regionale Kippung kam es im späten Eozän und Oligozän zu intensiver Erosion, sodass diese Schichten weitgehend fehlen. Die tektonische Aktivität in Bahrain ist insgesamt gering kompressiv und beschränkt sich im Wesentlichen auf die Bildung der Antiklinale auf der stabilen arabischen Schelfplattform.
In jüngerer Zeit, im Quartär, dominieren Küstensande, Sabkha-Ablagerungen (Salzpfannen) und andere rezente Sedimente, die besonders im Süden und Südwesten der Insel sowie auf kleineren Inseln verbreitet sind. Diese jungen Ablagerungen entstanden in einem flachen Küstenmilieu mit starker Verdunstung und beeinflussen die heutige Landschaft mit flachen Ebenen, Salzmarschen und Dünen. Die Geologie Bahrains ist eng mit der der umliegenden arabischen Halbinsel verbunden und spiegelt die langsame Absenkung und Sedimentation auf dem Schelf wider, die über Jahrmillionen hinweg stattfand. Öl- und Gasvorkommen befinden sich vor allem in kreidezeitlichen Schichten in der Tiefe, was Bahrain zu einem wichtigen Produzenten gemacht hat, obwohl die Oberflächengeologie hauptsächlich eozän ist. Die Kombination aus Kalksteinen, Aquiferen und erosiven Prozessen prägt nicht nur die Topografie,
Landschaft
Die Hauptinsel Bahrain, ein 30 bis 60 m hohes Kalkplateau, ist überwiegend von Sanddünen bedeckt. Im Zentrum der Insel erhebt sich der Dschabal ad-Duchan (134 m). Im Süden und Südwesten erstrecken sich Sandflächen und Salzsümpfe. Nur der nördliche Küstenbereich ist durch artesische Brunnen und Karstquellen landwirtschaftlich nutzbar. Weitere große Inseln sind Muharraq, Sitra, Hawar (Hawar-Inseln) und Umm Nasan. Diese Inseln sind meist felsig und ragen kaum über den Meeresspiegel hinaus.
Der Inselstaat Bahrain, der Arabischen Halbinsel im Nordosten vorgelagert, befindet sich an der Südküste des Arabisch-Persischen Golfs. Das aus insgesamt 33 Inseln bestehende Archipel grenzt im Westen an das Festland Saudi-Arabiens, in südlicher Richtung an die Halbinsel Katar. Der Norden der Inselgruppe ist von Korallenriffen umgeben. Neben der Hauptinsel Bahrain zählen Muharraq, Sitra, Umm Nasan und Hawar zu den größeren Eilanden, wobei nicht alle dauerhaft bewohnt sind. Auf Bahrain, einer aus Kalksteinfelsen bestehenden Insel mit überwiegend flachem Terrain, erreicht die Erhebung Jabal al Buhkal Höhen von 134 m über dem Meeresspiegel. Im landwirtschaftlich nutzbaren Norden des Eilandes befindet sich die Hauptstadt Manama, im Süden liegen Sandflächen und Sümpfe. Bahrain verfügt über wüstenhaftes Klima, das sich insbesondere durch eine große Niederschlagsarmut (um die 90 mm jährlich) und feuchtheiße Winde auszeichnet. Neben trockenen und sehr heißen Sommern werden auch im Winter mit rund 18°C relativ hohe Temperaturen erreicht.
Erhebungen
- Jabal al-Dukhan 134 m
- Jabal ad-Dukhan South 129 m
- Jabal Lughaybirat 83 m
| Insel | Fläche | Ausmaße | Seehöhe |
| Bahrain | 578,0 km² | 49,0 × 32,5 km | 135 m |
| Umm Nasan | 50,4 km² | 5,2 × 4,1 km | 9 m |
| Hawar (16 Inseln) | 38,0 km² | 23,4 × 4,3 km | 7 m |
| Sitrah | 29,2 km² | 8,5 × 3,1 km | 6 m |
| Al-Muharraq | 20,8 km² | 3,0 × 2,6 km | 8 m |
| Nabih Saleh | 1,4 km² | 2,5 × 0,8 km | 5 m |
| Jidda Islands | 0,3 km² | kleine Inselgruppe | 10 m |
| Al Dar Islands | 0,2 km² | künstliche Inseln | 5 m |
| Amwaj Islands | 4,0 km² | künstliche Inselgruppe | ~5 m |
| Reef Island | 0,5 km² | künstliche Insel | ~5 m |
| Durrat Al Bahrain (mehrere Inseln) | 5,0 km² | künstliche Atolle | ~5 m |
Flora und Fauna
In Bahrains aridem Wüstenklima überleben nur wenige Pflanzenarten, vor allem salztolerante Halophyten an der Küste, Büsche und Dornbäume wie Prosopis cineraria („Baum des Lebens“) sowie vereinzelt Dattelpalmen in bewässerten Oasen. Die Tierwelt wird von Wüstenreptilien (Eidechsen, Schlangen), kleinen Säugern (Wüstenspringmäuse, wiederangesiedelte Gazellen und Antilopen wie die Kropfgazelle), Zugvögeln (Flamingos, Reiher, Kormorane) sowie einer artenreichen Küsten- und Meeresfauna (Fische, Garnelen, Meeresschildkröten) geprägt.
Flora
Die Pflanzenwelt Bahrains ist insgesamt relativ artenarm und stark an die extrem trockenen klimatischen Bedingungen des Landes angepasst. Als Inselstaat im Persischen Golf mit überwiegend aridem Wüstenklima bietet Bahrain nur eingeschränkte natürliche Voraussetzungen für eine vielfältige Vegetation. Hohe Temperaturen, geringe Niederschläge, salzhaltige Böden sowie starke Verdunstung begrenzen das Pflanzenwachstum erheblich. Dadurch dominiert in weiten Teilen des Landes eine typische Wüsten- und Halbwüstenvegetation.
Historisch war Bahrain jedoch nicht vollständig vegetationsarm. Besonders in den wenigen wasserreicheren Zonen und Oasenbereichen gab es früher eine deutlich stärkere Pflanzenbedeckung. Vor allem Dattelpalmen prägten über Jahrhunderte das Landschaftsbild und spielten eine zentrale Rolle für Ernährung, Handel und Kultur. Auch andere Nutzpflanzen und salztolerante Arten kamen in diesen fruchtbareren Bereichen vor. Durch die zunehmende Urbanisierung, Infrastrukturentwicklung und intensive landwirtschaftliche Nutzung wurden viele dieser natürlichen oder halbnatürlichen Vegetationsflächen jedoch stark reduziert. Heute sind von den einst ausgedehnteren Palmenhainen vielerorts nur noch kleinere Restbestände erhalten geblieben.
Die heutige Vegetation Bahrains besteht vor allem aus trockenheitsresistenten Pflanzenarten, die an die extremen Umweltbedingungen angepasst sind. Dazu gehören verschiedene Hartlaubgewächse, niedrige Sträucher, Sukkulenten und Gräser, die kurze Trockenperioden überstehen können. Viele dieser Pflanzen verfügen über spezielle Anpassungsmechanismen, wie tiefe Wurzelsysteme, reduzierte Blattflächen oder die Fähigkeit, Wasser effizient zu speichern. In salzhaltigen Küstenbereichen kommen zudem halophytenartige Pflanzen vor, die auch mit hohen Salzkonzentrationen im Boden zurechtkommen.
Ein bemerkenswerter Aspekt ist, dass Bahrain trotz seiner geringen natürlichen Vegetation in bestimmten Bereichen gezielt aufgeforstet und begrünt wurde. Besonders im Umfeld von Städten, öffentlichen Parks und landwirtschaftlich genutzten Flächen finden sich künstlich angelegte Grünzonen, die durch Bewässerungssysteme ermöglicht werden. Diese Vegetationsinseln stehen jedoch in starkem Kontrast zur natürlichen Wüstenlandschaft des Landes.
Eine wichtige Rolle für den Erhalt und die Präsentation der Flora spielt der Al-Areen Wildlife Park in der Nähe von Manama. Dieses Schutz- und Naturreservat wurde geschaffen, um sowohl einheimische als auch internationalere Pflanzen- und Tierarten zu bewahren. Innerhalb des Parks finden sich zahlreiche Bäume, Sträucher und Pflanzenarten, die unter kontrollierten Bedingungen gedeihen können. Durch künstliche Bewässerung und Pflege entsteht hier eine deutlich artenreichere Vegetationslandschaft als im übrigen Land, wodurch der Park eine wichtige ökologische und pädagogische Funktion erfüllt.
Trotz der allgemein geringen Biodiversität ist bemerkenswert, dass Bahrains Waldfläche in statistischen Auswertungen zeitweise einen prozentual hohen Zuwachs verzeichnete, insbesondere zwischen 1990 und 2000 mit rund 14,9 %. Dieser Anstieg ist jedoch relativ zu sehen, da die Ausgangsfläche sehr klein ist und sich die Zunahme meist auf Aufforstungsprojekte und künstlich geschaffene Grünflächen bezieht.
Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation ist die Vegetation Bahrains eng mit dem Klima des Typs BWh verbunden, also dem heißen Wüstenklima. Dieses Klima begünstigt keine geschlossene Vegetationsdecke, sondern nur punktuelle, angepasste Pflanzenformationen.
Fauna
In der freien Natur Bahrains dominieren vor allem an das trockene Klima angepasste Tierarten. Dazu gehören kleinere Säugetiere wie Wüstenhasen und verschiedene Nagetiere, darunter Wüstenspringmäuse, die sich gut an die Hitze und Wassermangelbedingungen angepasst haben. Auch vereinzelte Gazellen kommen in abgelegeneren Wüstenregionen noch vor, wenngleich ihre Bestände durch Lebensraumverlust und menschliche Aktivitäten stark zurückgegangen sind. Diese Tiere sind typischerweise dämmerungs- oder nachtaktiv, um der extremen Tageshitze zu entgehen.
Neben den Säugetieren spielen auch kleinere Raubtiere und Allesfresser eine Rolle in der Tierwelt Bahrains. Mangusten beziehungsweise Mungos sind in verschiedenen Regionen anzutreffen und haben sich gut an die Nähe menschlicher Siedlungen angepasst. Sie ernähren sich von Insekten, kleinen Wirbeltieren und Abfällen und gelten als anpassungsfähige Kulturfolger. Reptilien sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Fauna, insbesondere verschiedene Eidechsen- und Geckosarten, die in den heißen und trockenen Böden ideale Lebensbedingungen finden. Schlangen kommen ebenfalls vor, sind jedoch meist scheu und selten zu beobachten.
Die Vogelwelt Bahrains ist im Vergleich zu den Säugetieren deutlich vielfältiger, insbesondere durch die Lage des Landes an einer wichtigen Zugroute zwischen Eurasien und Afrika. Viele Zugvögel nutzen Bahrain als Rast- und Überwinterungsgebiet. Dazu gehören verschiedene Arten von Watvögeln, Möwen, Reihern und Greifvögeln. Besonders in den Küsten- und Feuchtgebieten lassen sich saisonal große Vogelansammlungen beobachten, die eine wichtige ökologische Bedeutung haben.
Die Meeresfauna des Persischen Golfs ist vergleichsweise reichhaltiger als die terrestrische Tierwelt Bahrains. Die Küstengewässer sind Heimat zahlreicher Fischarten, Krebstiere und anderer Meeresorganismen. Korallenriffe bieten wichtige Lebensräume für viele marine Arten, obwohl sie durch steigende Wassertemperaturen, Verschmutzung und menschliche Eingriffe zunehmend unter Druck stehen. Besonders in den flacheren Küstenbereichen finden sich Fischarten wie Zackenbarsche, Schnapper und verschiedene kleinere Schwarmfische, die eine wichtige Rolle im marinen Ökosystem spielen.
Gleichzeitig ist die marine Tierwelt jedoch durch Umweltbelastungen gefährdet. Überfischung, Küstenbebauung, industrielle Einleitungen und der Klimawandel haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Rückgang vieler Bestände geführt. Auch empfindliche Korallenökosysteme sind teilweise geschädigt, was sich direkt auf die Artenvielfalt im Meer auswirkt.
Ein besonderer Bereich der Tierwelt Bahrains sind Schutz- und Reservate wie der Al-Areen Wildlife Park nahe Manama. Dort wird versucht, unter kontrollierten Bedingungen eine größere Vielfalt an Tierarten zu erhalten und zu präsentieren. Neben einheimischen Arten werden hier auch exotischere Tiere gehalten, darunter Antilopen, Zebras und andere in der Region nicht heimische Arten. Diese Tiere leben in großflächig angelegten Gehegen, die natürliche Lebensräume simulieren sollen, und dienen sowohl dem Artenschutz als auch Bildungszwecken.
Pflanzen-und Tierarten:
Flora
- Blütenpflanzen 195
- Farne 2
Fauna
- Fische 54
- Säugetiere 17
- Reptilien 15
- Vögel 14
- Amfibien 1
Naturschutz
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich zunehmend ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass die natürlichen Grundlagen des Landes stark belastet sind und langfristig geschützt werden müssen. Ein zentrales Problem stellt der drastische Rückgang der Süßwasserressourcen dar. Bahrain verfügt nur über sehr begrenzte natürliche Süßwasservorkommen, die zudem durch Übernutzung und Versalzung stark unter Druck geraten sind. Früher existierten in einigen Bereichen der Insel noch vergleichsweise „grünere“ Zonen mit höherer Bodenfeuchtigkeit und vegetationsreicheren Landschaften. Diese haben sich jedoch durch den steigenden Wasserverbrauch, die Urbanisierung und den Klimadruck deutlich verändert. Die zunehmende Wasserknappheit hat nicht nur Auswirkungen auf die Landwirtschaft, sondern auch auf die gesamte ökologische Stabilität der Insel.
Ein weiteres zentrales Umweltproblem ist der Rückgang der küstennahen Fischbestände im Persischen Golf. Die Überfischung, die Verschmutzung der Küstengewässer, der Ausbau von Industrieanlagen sowie die Veränderung von Lebensräumen durch Landgewinnung haben dazu geführt, dass viele Fischarten seltener geworden sind. Dies hat direkte wirtschaftliche und soziale Folgen, insbesondere für traditionelle Fischerfamilien, deren Lebensgrundlage zunehmend unter Druck gerät. Die Verschlechterung der marinen Ökosysteme betrifft dabei nicht nur einzelne Arten, sondern das gesamte ökologische Gleichgewicht der Küstenregionen.
Als Reaktion auf diese Entwicklungen wurden in Bahrain verschiedene Maßnahmen im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz eingeleitet. Dazu gehört unter anderem der Ausbau der Abwasseraufbereitung. Aufbereitetes Abwasser wird zunehmend für landwirtschaftliche Zwecke wiederverwendet, insbesondere zur Bewässerung von Grünflächen und landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Diese Maßnahme soll den Verbrauch von kostbarem Trinkwasser reduzieren und gleichzeitig eine nachhaltigere Nutzung vorhandener Ressourcen ermöglichen.
Parallel dazu gewinnt das Prinzip der Schonung natürlicher Ressourcen in Politik und Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Umweltfragen werden stärker in Planungsprozesse einbezogen, und es entsteht ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklung. Auch wenn dieser Wandel noch relativ jung ist, zeigt sich eine schrittweise Veränderung in Richtung umweltbewussterer Strategien, sowohl im öffentlichen Sektor als auch im privaten Bereich.
Im Bereich der erneuerbaren Energien steht Bahrain allerdings noch am Anfang seiner Entwicklung. Insbesondere die Nutzung von Sonnenenergie, die aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung eigentlich großes Potenzial hätte, wird bisher nur in begrenztem Umfang eingesetzt. Erste Projekte und Pilotanlagen zeigen jedoch, dass in Zukunft eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien angestrebt werden könnte, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Umweltbelastung zu verringern.
Auch Schutzgebiete und Umweltprogramme spielen eine zunehmende Rolle im Naturschutz. Einige Reservate und geschützte Zonen wurden eingerichtet, um empfindliche Ökosysteme, insbesondere Küsten- und Meeresbereiche, zu erhalten. Dazu zählen auch Programme zum Schutz von Korallenriffen und marinen Lebensräumen, die durch Umweltverschmutzung und Klimawandel besonders gefährdet sind.
Klima
Bahrain weist ein ausgeprägt heißes, arides Wüstenklima auf, das durch sehr hohe Temperaturen im Sommer, milde Winter und äußerst geringe Niederschläge gekennzeichnet ist. Das Klima wird stark von der Lage im Persischen Golf beeinflusst, wo die hohe Verdunstung, die Nähe zur Arabischen Wüste und die maritimen Bedingungen zusammenwirken. Insgesamt herrschen lange, trockene und extrem heiße Sommer sowie kurze, relativ milde Winter mit gelegentlichen Niederschlägen.
Die Sommermonate von etwa Mai bis September sind in Bahrain besonders intensiv. Die Temperaturen steigen regelmäßig auf über 40°C, während in Hitzeperioden auch Spitzenwerte von über 45°C erreicht werden können. Hinzu kommt eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, da die Inseln von warmem Meerwasser umgeben sind. Diese Kombination aus Hitze und Feuchtigkeit führt zu einer stark belastenden Schwüle, die das Leben im Freien erschwert. In dieser Zeit weht häufig der nordwestliche Wind, der sogenannte Schamal. Dieser Wind kann heiß und trocken aus der arabischen Wüste kommen oder, wenn er über den Golf streicht, zusätzlich feuchte Luftmassen mitführen. Der Schamal ist oft mit Sand- und Staubaufwirbelungen verbunden, die die Sicht stark reduzieren und die Luftqualität verschlechtern können.
Im Winterhalbjahr von November bis März herrschen deutlich angenehmere Temperaturen. Die Tageswerte liegen meist zwischen 15 °C und 25 °C, während die Nächte gelegentlich auf unter 10 °C abkühlen können. Frost tritt in Bahrain aufgrund der geographischen Lage jedoch nicht auf. In dieser Jahreszeit fällt auch der Großteil der geringen jährlichen Niederschläge, meist in Form kurzer, aber teilweise heftiger Schauer. Gewitter sind selten, können aber vorkommen und kurzfristig zu starken Regenfällen führen, die jedoch schnell wieder abklingen.
Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen insgesamt sehr hoch, wobei die Monatsmittel stark schwanken: Im kühleren Januar liegen sie bei etwa 17°C, während sie im Juli durchschnittlich auf rund 33°C oder etwas darüber steigen. Die jährliche Niederschlagsmenge ist äußerst gering und beträgt im Mittel nur etwa 70 mm bis 100 mm. Damit gehört Bahrain zu den trockensten Regionen der gesamten Golfregion.
Aufgrund dieser klimatischen Bedingungen ist die natürliche Vegetation stark eingeschränkt. Auf der Hauptinsel dominiert überwiegend Wüsten- und Halbwüstenvegetation, bestehend aus trockenheitsresistenten Pflanzen, Gräsern und vereinzelten Sträuchern. Nur in künstlich bewässerten landwirtschaftlichen Gebieten, in Oasen oder in begrünten Stadtbereichen findet sich dichtere Vegetation. Landwirtschaft ist insgesamt stark vom Einsatz moderner Bewässerungssysteme abhängig, insbesondere von entsalztem Meerwasser oder Grundwasser.
Nach der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation wird das Klima Bahrains dem Typ BWh zugeordnet. Dabei steht „B“ für arides Klima (Trockenklima), „W“ für Wüste und „h“ für heißes Wüstenklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur über 18°C. Diese Klimazone ist typisch für große Teile der Arabischen Halbinsel und erklärt die extrem trockenen und heißen Bedingungen im Land.
Klimadaten für Al-Manâmah (5 m, 1961 bis 1990)
| Jan | Feb | Mrz | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Mitteltemperatur (°C) | 17,0 | 18,1 | 20,6 | 25,0 | 29,4 | 31,7 | 33,3 | 33,6 | 31,4 | 28,1 | 21,7 | 18,6 | 26,5 |
| Niederschlag (mm) | 8 | 18 | 13 | 8 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 18 | 18 | 85 |
| Niederschlagstage >0,25 mm | 1 | 2 | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 2 | 9 |
| Potenzielle Verdunstung (mm) | 24 | 29 | 52 | 111 | 182 | 197 | 208 | 200 | 174 | 146 | 87 | 37 | 1447 |
| Luftfeuchtigkeit (%) | 78 | 77 | 75 | 71 | 67 | 67 | 68 | 70 | 70 | 73 | 75 | 81 | 73 |
| Sonnenstunden pro Tag | 5,9 | 6,8 | 8,1 | 8,8 | 10,6 | 12,5 | 13,2 | 12,0 | 12,0 | 10,3 | 7,7 | 6,4 | 9,5 |
| Windgeschwindigkeit (km/h) | 18,4 | 20,5 | 22,3 | 18,7 | 20,5 | 23,0 | 19,4 | 17,6 | 16,6 | 14,8 | 15,8 | 17,6 | 19,4 |
Mythologie
Bahrain ist eng verbunden mit den Sagen um Sindbad den Seefahrer und der mythischen Insel Dilmun. Dilmun, akkadisch Tilmun und griechisch Týlos, gilt in der sumerischen Mythologie als paradiesisches Land, das vermutlich mit der Insel Bahrain identifiziert wird. Es handelt sich um einen heiligen Ort des ewigen Lebens und der Reinheit. Aus sumerischen Keilschrifttexten geht hervor: Dort auf Dilmun tötet kein Löwe, reißt der Wolf kein Schaf, dort jammert kein Kranker, er sei krank, oder ein alter Mensch, er sei alt. Dilmun ist ein gesegnetes Land, frei von Leid und Tod, ein Ort der Götter und der Unsterblichkeit.
Berichte auf Tontafeln, die sich in der Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal -688 bis -527 in Ninive befanden, erzählen im ältesten Epos der Weltliteratur, dem Gilgamesch-Epos, von Dilmun als dem Ort, an dem der Held Gilgamesch nach dem Geheimnis des ewigen Lebens sucht. Die Verbindung zu Sindbad dem Seefahrer aus den arabischen Märchen von Tausendundeiner Nacht verstärkt die mythologische Bedeutung Bahrains. Viele Abenteuer Sindbads, darunter Begegnungen mit wunderbaren Inseln, riesigen Vögeln, Edelsteinen und paradiesischen Landschaften, werden mit der Region des Persischen Golfs und speziell mit Bahrain in Verbindung gebracht. Die Seefahrergeschichten spiegeln die reale Rolle Bahrains als wichtiger Hafen und Handelsknotenpunkt wider, die schon in der Antike mythisch überhöht wurde.
Während der Bronzezeit stieg das auf der Insel Bahrain existierende Reich aufgrund seiner strategischen Lage am Seehandelsweg zwischen Mesopotamien und dem Indus-Tal zu einem bedeutenden Handelsplatz des Altertums auf. Zusätzlich zur günstigen Position war das Vorkommen von Süßwasser in Form eines heute versiegten artesischen Brunnens eine wesentliche Grundlage des Wohlstands und der mythologischen Aura von Dilmun als fruchtbares Paradies inmitten des salzigen Meeres. Sargon von Akkad berichtet, dass Schiffe aus Dilmun seinen Hafen anliefen und kostbare Güter wie Kupfer, Perlen, Edelsteine und Holz brachten. Auch das Reich Elam, das den Handel mit iranischem Zinn kontrollierte, pflegte engen Kontakt mit Dilmun. Archäologische Funde wie die ausgedehnten Grabhügelfelder auf Bahrain zeugen von einer hochentwickelten Kultur, die über Jahrhunderte hinweg florierte.
Im -14. Jahrhundert kontrollierten die Kassiten das südliche Mesopotamien und setzten einen Statthalter auf der Insel ein. Im -8. Jahrhundert wird Dilmun als Vasall des assyrischen Reiches genannt. Im -6. Jahrhundert war es Teil des Neubabylonischen Reiches. Um -800 soll Obiri in seinem mächtigen Palast regiert haben, wie assyrische Keilschrifttexte berichten. Diese historischen Zeugnisse vermischen sich mit den mythischen Überlieferungen und unterstreichen die zentrale Rolle Bahrains als Brücke zwischen den großen Zivilisationen des Nahen Ostens. Die Perlenfischerei, die über Jahrtausende eine wichtige wirtschaftliche Basis bildete, floss ebenfalls in die Sagen ein und verstärkte das Bild von Dilmun als reichem und gesegnetem Ort.
Geschichte
War Bahrain in vergangenen Jahrhunderten wegen seines Perlenreichtums wohlhabend und berühmt, so basierte die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte auf dem Verkauf von Erdöl. Da die 1932 entdeckten Vorkommen bereits wieder zur Neige gehen, versucht das Emirat heute verstärkt mit Dienstleistungsangeboten und Industrieansiedlungen die geringer werdenden Öleinnahmen auszugleichen. Internationalen Großbanken dient Bahrain heute als Sprungbrett für Geschäfte in den Ölstaaten auf der Arabischen Halbinsel, und Fluggesellschaften nutzen das Land als Zwischenstation auf ihren Fernflügen zwischen Europa und dem Fernen Osten.
Im Altertum sprudelten auf der Hauptinsel Bahrain noch keine Öl-, sondern nur die zahlreichen Süßwasserquellen. Bei damals milderem Klima - heute hat die Inselgruppe ein ausgesprochenes Wüstenklima - gedieh die Vegetation üppig, und die Bewohner lebten von Jagd und Fischfang. Es war ein wichtiger Umschlagplatz für den Handel der Sumerer und Babylonier mit dem Industal. Wasserreichtum und Insellage waren aber auch immer wieder Anreiz für ausländische Mächte, auf Bahrain Stützpunkte anzulegen. Reste einer alten Festung erinnern an die portugiesische Herrschaft im 16. Jahrhundert. Die Europäer mussten jedoch nach wenigen Jahrzehnten dem Druck verschiedener Stämme des Persischen Reiches weichen.
Dilmun-Zeit
Bahrain wurde bereits im -4. Jahrtausend besiedelt und entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten Handels- und Kulturzentren des Alten Orients. Seit dieser frühen Zeit besaß die Insel für die Hochkulturen in Sumer und später in Babylon eine herausragende Bedeutung, vor allem als zentraler Umschlagplatz im Seehandel zwischen Mesopotamien, Makan (dem heutigen Oman) und Melucha (dem Indus-Tal). Diese strategische Rolle verdankte Dilmun, wie Bahrain damals genannt wurde, seinen reichhaltigen Süßwasservorkommen in Form artesischer Quellen sowie den ergiebigen Perlenbänken vor der Küste, die bereits in der Antike hoch geschätzt wurden. Aus dem Indus-Tal bezogen die Händler vor allem Bauholz, Karneol und andere Luxusgüter, während Mesopotamien Wollprodukte, Textilien und landwirtschaftliche Erzeugnisse lieferte. Die Kaufleute von Dilmun fungierten als geschickte Zwischenhändler und vermittelten den Austausch zwischen den großen Zivilisationen des Nahen Ostens und des indischen Subkontinents.
Eine der wichtigsten archäologischen Fundstätten, die diese frühe Geschichte anschaulich macht, ist Qal'at al-Bahrain im Norden der Hauptinsel. Der etwa 300 mal 600 Meter große Ruinenhügel war über lange Zeiträume der zentrale Siedlungsplatz Bahrains und wurde 2005 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die untersten Schichten datieren um -2000 und gehören zu einer gut organisierten Stadtanlage mit einer massiven Stadtmauer und großen Hauskomplexen, die über ausgeklügelte Vorratseinrichtungen verfügten. Um -1450 wurde an dieser Stelle ein imposanter kassitischer Palast errichtet, der wahrscheinlich als Residenz eines Statthalters diente. Aus der Zeit vom -10. bis zum -5. Jahrhundert stammen weitere repräsentative Hausanlagen mit sanitären Einrichtungen und Bestattungen unter den Fußböden, die auf eine wohlhabende und dauerhaft besiedelte urbane Gesellschaft hinweisen.
Die Blütezeit der Dilmun-Kultur erreichte ihren Höhepunkt in der Bronzezeit, als die Insel dank ihrer Lage am wichtigen Seehandelsweg prosperierte. Archäologische Funde wie ausgedehnte Grabhügelfelder, Tempelreste und Siegelabdrücke belegen eine hochentwickelte Gesellschaft mit engen Kontakten zu Mesopotamien, Elam und dem Indus-Tal. Im -16. Jahrhundert kam der direkte Handel mit Indien durch den Niedergang der Induskultur weitgehend zum Erliegen. In der Folge gewannen der Export von Perlen und Datteln an Bedeutung, doch die Insel behielt ihre wirtschaftliche Relevanz. In den folgenden Jahrhunderten geriet Bahrain unter wechselnde Einflüsse: Babylonier, Perser und später Griechen bestimmten die Geschicke der Region. Um -650 eroberten die Assyrer die Insel, danach übernahmen die Perser die Kontrolle.
Antike
Bahrain blieb auch zur Zeit der Antike ein bedeutender Ort im Persischen Golf, dessen strategische Lage und wirtschaftliche Ressourcen weiterhin Interesse bei den großen Reichen weckten. Im Jahr -324, als Alexander der Große mit seinem Heer vom Indus zurückkehrte, landete sein Admiral Androsthenes auf der Insel. In seinem Werk Παράπλους τῆς Ινδικῆς beschreibt er detailliert die Insel und deren Bewohner und gibt ihr den griechischen Namen Týlos. Androsthenes berichtet von fruchtbaren Landschaften, ausgedehnten Dattelpalmenhainen, Süßwasserquellen und einer prosperierenden Perlenfischerei. Die Bewohner werden als friedlich und gastfreundlich dargestellt, und die Insel erscheint als wohlhabender Handelsplatz, der bereits seit Jahrhunderten in die maritimen Netzwerke eingebunden war. Diese Begegnung markierte den Beginn einer engeren Verbindung Bahrains zur hellenistischen Welt.
Nach dem Tod Alexanders dürfte die Insel Teil des Seleukidenreiches geworden sein, auch wenn die direkte Kontrolle wahrscheinlich eher lose blieb. Die Seleukiden nutzten die günstige Position Týlos’ als Stützpunkt für den Handel im Golf und zur Sicherung der Seewege nach Indien. Ab etwa -130 wurde Bahrain Teil der Charakene, einem Vasallenstaat der Parther. Die Charakene, mit ihrer Hauptstadt Charax am Zusammenfluss von Euphrat und Tigris, kontrollierte einen Großteil des Golfhandels und integrierte Týlos als wichtigen Hafen in ihr Netzwerk. Unter parthischer Oberhoheit erlebte die Insel eine Phase relativer Stabilität, in der der Perlenhandel, der Export von Datteln und der Umschlag von Waren aus Indien, Arabien und Mesopotamien weiter florierten. Archäologische Funde aus dieser Zeit, darunter Münzen, Siegel und Keramik, zeugen von intensiven kulturellen und wirtschaftlichen Kontakten zur parthischen Sphäre.
Mit dem Untergang des Partherreiches und dem Aufstieg der Sassaniden im dritten Jahrhundert n. Chr. wurde Týlos vollständig in das sassanidische Reich eingegliedert. Die Sassaniden, die den Persischen Golf als zentrale Verkehrsader ihres Imperiums betrachteten, verstärkten die Kontrolle über Bahrain. Im dritten nachchristlichen Jahrhundert entstand auf Qal'at al-Bahrain eine große Festungsanlage von etwa 51,5 mal 51,5 Metern Größe, die wahrscheinlich mit der Machtübernahme der Sassaniden zusammenhängt und die militärische Bedeutung der Insel unterstreicht. Unter sassanidischer Herrschaft blieb Bahrain ein wichtiges Zentrum der Perlenfischerei und des Handels. Die Sassaniden förderten die Landwirtschaft durch die Nutzung der artesischen Quellen und bauten die Infrastruktur aus. Die Insel diente auch als religiöser und kultureller Schnittpunkt, da neben zoroastrischen Einflüssen auch nestorianisch-christliche Gemeinden und später erste Spuren des aufkommenden Islams nachweisbar sind.
Mittelalter
Bahrain trat mit der islamischen Expansion in eine neue historische Phase ein. Im Jahr 630 wurde die Insel von den Arabern unter dem Kalifen Abu Bakr erobert. Die einheimische Bevölkerung, die zuvor unter sassanidischer Herrschaft gestanden hatte und neben zoroastrischen und christlichen Einflüssen auch erste Kontakte zum Islam hatte, nahm die neue Religion rasch an. Der Islam wurde schnell zur vorherrschenden Religion und prägte von da an Kultur, Recht und Alltagsleben der Inselbewohner. Bahrain integrierte sich als Teil der rasch wachsenden islamischen Welt und behielt seine Bedeutung als Handels- und Perlenzentrum im Persischen Golf. Die Perlenfischerei blieb eine der wichtigsten Einnahmequellen, während die strategische Lage weiterhin Händler aus aller Herren Länder anzog.
Im Jahr 899 geriet Bahrain unter die Herrschaft der Karmaten, einer radikalen ismailitischen Sekte, die aus dem Irak stammte und ein eigenes utopisches Staatswesen im östlichen Arabien errichtete. Die Karmaten kontrollierten die Insel bis etwa 1075 und machten sie zu einem ihrer wichtigsten Stützpunkte. Unter ihrer Herrschaft erlebte Bahrain eine Phase relativer Autonomie, in der sie die Handelsrouten beherrschten und zeitweise sogar Mekka bedrohten. Die Karmaten förderten Bewässerungssysteme und Landwirtschaft, doch ihre radikalen religiösen Vorstellungen und räuberischen Überfälle auf Karawanen und Schiffe sorgten für Spannungen in der Region. Nach dem Ende der karmatischen Herrschaft im Jahr 1075 fiel Bahrain unter den Einfluss des persischen Königreichs von Hormuz, das vom gegenüberliegenden Festland aus den Golfhandel dominierte. Hormuz nutzte die Insel als wichtigen Hafen und Perlenumschlagplatz und integrierte sie in sein maritimes Handelsimperium.
Nach dem Niedergang der Karmaten übernahmen verschiedene arabische Stammesdynastien die Kontrolle über Bahrain. Besonders bedeutend wurden die Uyuniden, die um 1076 die Herrschaft errichteten. Die Uyuniden stammten aus dem Stamm der Abd al-Qais und regierten große Teile Ostarabiens von ihrer Basis in al-Hasa aus. Unter ihrer Herrschaft erlebte Bahrain eine Phase relativer Stabilität und wirtschaftlicher Erholung. Die Insel profitierte vom Handel im Persischen Golf und von ihrer Lage an den Schifffahrtsrouten zwischen dem Irak, Persien und Indien.
Während des 12. Jahrhunderts entwickelte sich Bahrain weiter als Handels- und Umschlagplatz. Kaufleute transportierten Perlen, Datteln, Pferde, Gewürze, Textilien und andere Waren durch den Golf. Die Perlenfischerei gewann zunehmend an Bedeutung und wurde zu einer der wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen der Insel. Die flachen Gewässer rund um Bahrain boten ausgezeichnete Bedingungen für die Gewinnung hochwertiger Naturperlen, die auf den Märkten des Nahen Ostens, Indiens und später auch Europas begehrt waren.
Im 13. Jahrhundert geriet die Region zunehmend unter den Einfluss neuer Mächte. Die Uyuniden wurden schrittweise von den Usfuriden verdrängt, einer weiteren arabischen Dynastie aus Ostarabien. Die politische Kontrolle über Bahrain wechselte mehrfach zwischen lokalen Herrschern und konkurrierenden Stammesverbänden. Trotz dieser Machtkämpfe blieb die wirtschaftliche Bedeutung der Insel erhalten. Die Häfen Bahrains dienten weiterhin als wichtige Zwischenstationen für Händler und Seeleute im Indischen Ozean und im Persischen Golf.
Die mongolischen Eroberungen des 13. Jahrhunderts beeinflussten Bahrain indirekt. Während die Mongolen große Teile Persiens und Mesopotamiens verwüsteten, verschoben sich Handelsrouten und wirtschaftliche Netzwerke in der Region. Bahrain profitierte teilweise von diesen Veränderungen, da der Seehandel im Persischen Golf an Bedeutung gewann, während einige traditionelle Landwege unsicher wurden.
Im 14. Jahrhundert stand Bahrain zeitweise unter dem Einfluss der Jarwaniden, einer lokalen Dynastie, die große Teile Ostarabiens kontrollierte. Die politische Situation blieb jedoch oft instabil. Verschiedene Herrscher konkurrierten um die Kontrolle der Handelszentren und der Einnahmen aus der Perlenfischerei. Gleichzeitig nahm der Einfluss persischer und arabischer Kaufleute weiter zu. Die Bevölkerung bestand überwiegend aus arabischen Muslimen, wobei schiitische Gemeinschaften in vielen Regionen stark vertreten waren.
Gesellschaftlich war Bahrain in dieser Zeit von kleinen Städten, Dörfern, Oasen und Fischersiedlungen geprägt. Die zahlreichen Süßwasserquellen der Insel ermöglichten den Anbau von Dattelpalmen, Gemüse und anderen Nutzpflanzen. Reisende und Geographen beschrieben Bahrain häufig als vergleichsweise fruchtbare Insel innerhalb einer ansonsten trockenen Region. Die Dattelgärten und die Süßwasserquellen bildeten die Grundlage für die Ernährung der Bevölkerung und unterstützten den regionalen Handel.
Im 15. Jahrhundert gewann die Dynastie der Jabriden an Einfluss. Sie kontrollierte große Teile Ostarabiens und etablierte eine vergleichsweise starke Herrschaft über Bahrain und die umliegenden Gebiete. Unter den Jabriden blieb die Insel ein wichtiges Zentrum des Handels und der Perlenwirtschaft. Gleichzeitig intensivierten sich die Kontakte zu Persien, Indien und Ostafrika weiter.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erschienen erstmals portugiesische Seefahrer im Indischen Ozean. Die portugiesischen Entdeckungsfahrten eröffneten eine neue Epoche der Weltgeschichte und führten bald zu einer stärkeren europäischen Präsenz im Persischen Golf. Für Bahrain bedeutete dies den Beginn tiefgreifender Veränderungen. Die Insel lag an einer strategisch wichtigen Position auf den Handelswegen zwischen Indien, Persien und dem Nahen Osten und rückte dadurch zunehmend in den Fokus europäischer Mächte.
Frühe Neuzeit
Im Jahr 1507 wurde Bahrain von den Portugiesen erobert. Die portugiesische Expansion im Indischen Ozean verfolgte das Ziel, die wichtigsten Handelswege und Häfen zwischen Europa und Asien zu kontrollieren. Bahrain nahm dabei eine besondere Stellung ein, da die Insel über einige der wertvollsten Perlenbänke der Welt verfügte. Die portugiesischen Besatzer waren daher vor allem an der Kontrolle des lukrativen Perlenhandels interessiert. Während ihrer Herrschaft sicherten sie ihre Macht durch Festungen und militärische Präsenz, um den wirtschaftlichen Nutzen der Insel möglichst vollständig auszuschöpfen.
Die portugiesische Herrschaft dauerte über ein Jahrhundert an. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts gelang es den persischen Safawiden, die Insel zurückzuerobern. Je nach Quelle wird das Ende der portugiesischen Herrschaft auf das Jahr 1602 oder auf das Jahr 1622 datiert. Mit Unterstützung lokaler Kräfte wurden die Portugiesen schließlich aus Bahrain vertrieben, und die Insel geriet unter persischen Einfluss.
Die persische Kontrolle erwies sich jedoch als nicht dauerhaft. Im Verlauf des 17. und frühen 18. Jahrhunderts gewann das Sultanat Oman zunehmend Einfluss im Persischen Golf und übernahm zeitweise die Kontrolle über Bahrain. Die Rivalität zwischen Persien und Oman machte die Insel erneut zum Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen. Im Jahr 1739 versuchten die Perser durch einen weiteren Feldzug, ihre Herrschaft über Bahrain wiederherzustellen. Trotz militärischer Erfolge gelang es ihnen jedoch nicht, sich dauerhaft gegen die arabischen Stämme durchzusetzen, die auf der Insel und in den umliegenden Küstenregionen lebten.
Die politische Lage blieb daher instabil. Wiederholt kam es zu Kämpfen zwischen verschiedenen Stammesverbänden, regionalen Herrschern und ausländischen Mächten. Nach der erfolgreichen Abwehr eines weiteren persischen Angriffs gelangte schließlich der Al-Chalifa-Clan aus Katar an die Macht. Im Jahr 1783 eroberten die Al Chalifa Bahrain und begründeten eine Herrschaft, die bis heute besteht.
Die neue Dynastie festigte ihre Position in den folgenden Jahren. 1796 verlegten die Al Chalifa ihre Residenz dauerhaft nach Bahrain und machten die Insel zum Zentrum ihrer Herrschaft. Unter ihrer Führung begann eine Phase wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Herrscherfamilie verfügte über eine leistungsfähige Flotte, mit deren Hilfe sie einen bedeutenden Teil des Seehandels im Persischen Golf kontrollierte. Bahrain entwickelte sich dadurch zu einem wichtigen Handels- und Umschlagplatz für Waren aus Arabien, Persien und Indien. Die Einnahmen aus Handel und Perlenfischerei trugen erheblich zum Wohlstand der Herrscher und vieler Kaufleute bei.
Die politische Stabilität blieb jedoch gefährdet. Als Oman im Jahr 1799 erneut versuchte, Bahrain zu erobern, suchten die Al Chalifa Unterstützung bei den Wahhabiten auf der Arabischen Halbinsel. Die Wahhabiten griffen in den Konflikt ein und besetzten schließlich selbst die Insel. Dadurch geriet Bahrain vorübergehend unter ihren Einfluss. Erst 1812 gelang es den Al Chalifa, gemeinsam mit Verbündeten aus Oman und Persien die Wahhabiten zu vertreiben und ihre Herrschaft wiederherzustellen.
Auch nach diesem Erfolg blieb Bahrain von Konflikten geprägt. Omanische Angriffe auf die Insel setzten sich fort, da Oman weiterhin versuchte, seinen Einfluss im Persischen Golf auszubauen. Gleichzeitig kam es innerhalb der Herrscherfamilie Al Chalifa immer wieder zu erbitterten Machtkämpfen um die Nachfolge und die Kontrolle über wichtige Gebiete. Diese innerdynastischen Auseinandersetzungen schwächten zeitweise die politische Stabilität des Landes und führten wiederholt zu bewaffneten Konflikten.
Britisc--he Protektoratszeit
Um ihre Interessen im Persischen Golf zu sichern und die Schifffahrt in der Region zu schützen, verstärkte Großbritannien seinen Einfluss auf die arabischen Küstengebiete. Im Jahr 1861 wurde Bahrain gezwungen, einen Protektoratsvertrag mit Großbritannien abzuschließen. Durch diesen Vertrag verpflichtete sich die Herrscherfamilie, auf eigenständige militärische Aktionen und außenpolitische Bündnisse zu verzichten. Im Gegenzug garantierte Großbritannien Schutz vor äußeren Angriffen und unterstützte die Stabilität der Herrschaft der Al Chalifa. Damit begann die britische Schutzherrschaft, die mehr als ein Jahrhundert andauern sollte.
Nur wenige Jahre später kam es zu einem schweren Konflikt zwischen Bahrain und der Herrscherfamilie Al Thani in Katar. Die Auseinandersetzungen führten 1867 und 1868 zu einem Krieg, bei dem beide Seiten erhebliche Verluste erlitten. Großbritannien griff schließlich ein, um die Stabilität in der Region wiederherzustellen. Die britische Vermittlung führte dazu, dass Bahrain seinen bisherigen Einfluss auf Katar endgültig verlor. Gleichzeitig wurde die Herrschaft der Al Thani über Katar von den Briten anerkannt. Damit begann die politische Entwicklung Katars als eigenständiges Herrschaftsgebiet.
Trotz dieses territorialen Verlustes brachte die britische Schutzherrschaft für Bahrain auch Vorteile mit sich. Die wiederkehrenden Machtkämpfe innerhalb der Herrscherfamilie Al Chalifa wurden durch den britischen Einfluss weitgehend eingedämmt. Großbritannien unterstützte die jeweils anerkannten Herrscher und trug dadurch zu einer größeren politischen Stabilität bei. Die britischen Behörden nahmen zunehmend Einfluss auf die Verwaltung des Landes und förderten Reformen, die die staatlichen Strukturen modernisieren sollten.
Wirtschaftlich erlebte Bahrain gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Blütezeit durch die Perlenfischerei. Die Gewässer rund um die Insel galten als besonders reich an hochwertigen Naturperlen. Der Export von Perlen entwickelte sich zum wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes und bildete die Grundlage des Wohlstands vieler Familien. Tausende Menschen arbeiteten direkt oder indirekt in der Perlenindustrie, sei es als Taucher, Händler, Schiffseigner oder Handwerker. Die Einnahmen aus dem Perlenhandel machten Bahrain zu einem der bedeutendsten Handelszentren des Persischen Golfs.
Die wirtschaftliche Abhängigkeit von diesem einzigen Wirtschaftszweig erwies sich jedoch als problematisch. In den 1920er- und besonders in den 1930er-Jahren geriet die Perlenwirtschaft in eine schwere Krise. Der wichtigste Grund war das Auftreten von preisgünstigen Zuchtperlen aus Japan, die den internationalen Markt eroberten. Die künstlich gezüchteten Perlen konnten in großen Mengen produziert werden und waren deutlich günstiger als die traditionellen Naturperlen aus dem Persischen Golf. Dadurch brach die Nachfrage nach bahrainischen Perlen stark ein. Viele Menschen verloren ihre Lebensgrundlage, und das Land geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Noch bevor die Krise ihren Höhepunkt erreichte, wurde jedoch eine Entdeckung gemacht, die die Zukunft Bahrains grundlegend verändern sollte. Im Jahr 1932 wurde auf der Insel Erdöl gefunden. Bahrain war damit der erste Staat am Persischen Golf, in dem kommerziell nutzbare Erdölvorkommen entdeckt wurden. Die Förderung begann noch im selben Jahr und eröffnete völlig neue wirtschaftliche Perspektiven. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft ermöglichten den Ausbau der Infrastruktur, die Modernisierung der Verwaltung sowie Investitionen in Bildung und Gesundheitswesen.
Die Erdölfunde markierten den Übergang Bahrains von einer traditionellen Handels- und Perlenwirtschaft zu einem modernen, auf Rohstoffexporten basierenden Staat. Während die britische Schutzherrschaft weiterhin bestand, entwickelte sich Bahrain zunehmend zu einem wirtschaftlich bedeutenden Zentrum am Persischen Golf.
Moderne Zeit
Nach der Unabhängigkeit Bahrains von Großbritannien am 15. August 1971 übernahm Scheich Isa ibn Salman Al Chalifa die Führung des Landes. Bahrain entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem strategisch wichtigen Staat am Persischen Golf. Aufgrund seiner geografischen Lage und seiner politischen Ausrichtung gewährte das Land den Vereinigten Staaten die Nutzung von Luftwaffen- und Marinestützpunkten. Die enge Zusammenarbeit mit den USA wurde zu einem wichtigen Bestandteil der bahrainischen Außen- und Sicherheitspolitik.
1975 löste der Herrscher das Parlament auf und etablierte die absolute Monarchie des Al-Chalifa-Clans. Politische Mitbestimmung wurde dadurch stark eingeschränkt. Die Spannungen zwischen der sunnitischen Herrscherfamilie und der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung nahmen in den folgenden Jahren zu. Nach der Islamischen Revolution im Iran 1979 kam es in Bahrain zu schiitischen Unruhen und mehreren Umsturzversuchen, die von den Sicherheitskräften niedergeschlagen wurden. Die Regierung befürchtete einen wachsenden Einfluss Irans auf die schiitische Bevölkerungsmehrheit des Landes.
1981 gehörte Bahrain zu den Gründungsmitgliedern des Golf-Kooperationsrates (GCC), einer politischen und wirtschaftlichen Allianz der arabischen Golfstaaten. Im selben Jahr erhielten die bahrainischen Streitkräfte von den Vereinigten Staaten moderne Waffenlieferungen. Im September 1982 lieferten die USA sechs Kampfflugzeuge des Typs F-5F einschließlich Raketen im Wert von rund 180 Millionen US-Dollar. Damit verfügte Bahrain erstmals über eine eigene Luftwaffe.
In den 1980er- und 1990er-Jahren kam es aufgrund von Erdölvorkommen und Territorialfragen wiederholt zu Grenzstreitigkeiten mit Katar und Saudi-Arabien. Diese Konflikte wurden erst im Jahr 2001 durch ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag endgültig beigelegt. Bahrain blieb während dieser Zeit ein wichtiger militärischer Partner der Vereinigten Staaten. Im Dezember 1998 starteten amerikanische Bomber vom Luftwaffenstützpunkt Scheich Isa aus Angriffe auf den Irak im Rahmen der „Operation Desert Fox“.
Nach dem Tod von Emir Scheich Isa im März 1999 übernahm sein Sohn Scheich Hamad ibn Isa Al Chalifa die Regierungsgeschäfte. Unter seiner Führung wurden politische Reformen eingeleitet. Im Februar 2001 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum mit großer Mehrheit der sogenannten National Action Charter zu. Diese sollte eine schrittweise politische Öffnung ermöglichen. Am 14. Februar 2002 verkündete Hamad eine neue Verfassung und erklärte Bahrain offiziell zum Königreich. Gleichzeitig wurde das seit 1975 nicht mehr einberufene Parlament wieder eingesetzt, allerdings mit eingeschränkten Kompetenzen und einer veränderten Struktur.
Parallel dazu bemühte sich die Regierung um die Diversifizierung der Wirtschaft. Ziel war es, die starke Abhängigkeit von den Erdöleinnahmen zu reduzieren und neue Wirtschaftssektoren wie Finanzdienstleistungen, Tourismus und Industrie auszubauen. Diese Maßnahmen führten zu wirtschaftlichem Wachstum und einer deutlichen Senkung der Arbeitslosigkeit. Während sie 2006 noch bei etwa 16 Prozent lag, sank sie bis 2011 auf unter vier Prozent. Auch das Gesundheits- und Bildungssystem wurden ausgebaut und sind für die Bürger des Landes weitgehend kostenlos zugänglich.
Die gesellschaftliche Struktur Bahrains ist jedoch von erheblichen Spannungen geprägt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung besteht aus ausländischen Arbeitskräften, die überwiegend aus Ländern wie Indien, Pakistan und Bangladesch stammen. Sie arbeiten meist im Baugewerbe, in Fabriken oder im Dienstleistungssektor. Von den bahrainischen Staatsbürgern gehören etwa zwei Drittel dem schiitischen Islam an, während die Herrscherfamilie sunnitisch ist.
Obwohl die Schiiten die Bevölkerungsmehrheit stellen, beklagen sie seit Jahrzehnten politische und wirtschaftliche Benachteiligungen. Viele haben Schwierigkeiten, staatliche Arbeitsplätze oder angemessenen Wohnraum zu erhalten. In Ministerien, Polizei und Armee sind Schiiten deutlich unterrepräsentiert. Während ihr Anteil in höheren Staatspositionen früher etwa 30 Prozent betrug, sank er auf rund zehn Prozent. Bei den Sicherheitskräften liegt ihr Anteil sogar nur bei etwa zwei Prozent. Zudem werfen Oppositionsgruppen der Regierung vor, die Wahlkreise so zugeschnitten zu haben, dass die schiitische Mehrheit im Parlament keine entsprechende politische Vertretung erhält.
Diese Spannungen verschärften sich im Vorfeld der Parlamentswahlen vom Oktober 2010. Die Regierung ging hart gegen oppositionelle Gruppen vor, zahlreiche Aktivisten wurden festgenommen. Menschenrechtsorganisationen berichteten von Foltervorwürfen gegen Sicherheitsbehörden. Bahrain beherbergt zugleich die Fünfte Flotte der Vereinigten Staaten und besitzt damit eine zentrale strategische Bedeutung für die amerikanische Militärpräsenz im Nahen Osten.
Im Zuge des Arabischen Frühlings erreichten die Protestbewegungen Anfang 2011 auch Bahrain. Die Demonstranten forderten politische Reformen, eine neue Verfassung, ein Ende von Menschenrechtsverletzungen und bessere soziale Bedingungen. Viele verlangten außerdem die direkte Wahl der Regierung sowie des Ministerpräsidenten. Um die Lage zu beruhigen, erhöhte die Regierung die Sozialausgaben und kündigte finanzielle Unterstützungen für die Bevölkerung an.
Am 14. Februar 2011 begannen in der Hauptstadt Manama Massenproteste. Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Gummigeschosse und später auch scharfe Munition gegen Demonstranten ein. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Besonders symbolträchtig wurde die Besetzung des Perlenplatzes, der sich zum Zentrum der Protestbewegung entwickelte. Am 17. Februar räumten Sicherheitskräfte den Platz gewaltsam. Dabei wurden mehrere Demonstranten getötet und Hunderte verletzt.
In den folgenden Wochen nahmen die Spannungen weiter zu. Zehntausende Menschen demonstrierten sowohl für Reformen als auch zur Unterstützung der Monarchie. Die schiitische Oppositionspartei Al-Wefaq setzte ihre Mitarbeit im Parlament aus. Radikalere Gruppen forderten sogar die Abschaffung der Monarchie und die Errichtung einer Republik.
Als sich die Lage weiter verschärfte, entsandte der Golf-Kooperationsrat im März 2011 auf Bitten Bahrains rund 2.000 Soldaten und Polizisten, vor allem aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Opposition betrachtete dies als ausländische Intervention. König Hamad verhängte am 15. März den Ausnahmezustand und gab den Streitkräften weitreichende Befugnisse. Einen Tag später wurden der Perlenplatz und andere Protestorte mit militärischer Gewalt geräumt. Zahlreiche Menschen wurden verletzt oder festgenommen. Berichte internationaler Organisationen dokumentierten Folter, Misshandlungen und die Verfolgung von Oppositionellen sowie medizinischem Personal.
Am 18. März 2011 ließ die Regierung das Perlenmonument, das Symbol der Protestbewegung, abreißen. In den folgenden Monaten kam es zu einer umfangreichen Verhaftungswelle. Hunderte Oppositionelle, Aktivisten, Ärzte und Journalisten wurden festgenommen. Viele verloren ihre Arbeitsplätze. Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen, Menschenrechtsgruppen sowie westliche Regierungen kritisierten das Vorgehen der bahrainischen Behörden scharf und forderten einen politischen Dialog.
Gleichzeitig erhielt Bahrain starke Unterstützung von den Mitgliedern des Golf-Kooperationsrates, die Milliardenhilfen für Infrastrukturprojekte, Wohnungsbau und Arbeitsmarktprogramme bereitstellten. Die Regierung bemühte sich in den folgenden Jahren um wirtschaftliche Stabilität und politische Kontrolle, während die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Regierung und Opposition weiterhin bestehen blieben.
Seit den Ereignissen von 2011 steht Bahrain vor der Herausforderung, wirtschaftliche Modernisierung, politische Stabilität und gesellschaftliche Integration miteinander zu verbinden. Das Königreich bleibt aufgrund seiner strategischen Lage, seiner engen Beziehungen zu den USA und Saudi-Arabien sowie seiner Rolle im regionalen Machtkonflikt zwischen sunnitischen und schiitischen Akteuren ein politisch bedeutender Staat am Persischen Golf.
Verwaltung
Bahrain, ein Inselreich fernab der großen Weltmachtinteressen, war von Juli 1521 bis 1602 eine portugiesische Besitzung. Anschließend wurde es vom Persischen Reich annektiert. Ab 1783 war das Land ein Fürstentum mit einem Herrscher (Hakim) an der Spitze unter „britischem Schutz“. Am 16. August 1971 wurde das Land ein unabhängiges Emirat (Dawlat al-Bahrayn), geführt von einem fast absolutistisch regierenden Emir (Amir ad-Dawlat). Die neue Verfassung des Jahres 2002 wandelte den Staat in eine konstitutionelle Monarchie (Mamlakat al-Bahrayn) mit einem König (Malik) an der Spitze um.
Herrschaftsgeschichte
- um -3000 bis -709 Dilmun ( 𒆠𒌇𒆠 [Dilmn])
- -709 bis -626 Assyrisches Reich (Māt Aššur)
- -626 bis -540 Babylonisches Reich (Māt Bābili)
- -540 bis -329 Persisches Reich der Achämeniden (Pārsa bzw. Haxāmaniš)
- -329 bis -312 Königreich Makedonien (Makedonikē Basileia)
- -312 bis -250 Reich der Seleukden (Basileía tōn Seleukidōn)
- -250 bis um 400 Reich der Parther bzw. Arsakidenreich (Aršāqid)
- um 400 bis 629 Reich der Sassaniden (Ērānšahr)
- 629 bis 661 Raschiden-Kalifat (al-Ḫilāfa ar-Rāšidiyya)
- 661 bis 750 Kalifat der Umayyaden (al-Ḫilāfa al-Umawiyya)
- 750 bis 899 Kalifat der Abbasiden (al-Ḫilāfa al-ʿAbbāsiyya)
- 899 bis 1076 Karmathen-Staat Bahrain (Dawlat al-Qarāmiṭa fī al-Baḥrayn)
- 1076 bis 1253 Uyuniden-Emirat al-Hasa und Bahrain (Imārat al-ʿUyūniyyīn)
- 1253 bis 1523 Königreich Hormus (Pādešāhi-ye Hormoz)
- 1523 bis 1602 Königreich Hormus (Pādešāhi-ye Hormoz) unter Kontrolle durch das Königreich Portugal (Reino de Portugal)
- 1602 bis 1717 Safawidenreich / Persien (Dowlat-e Safaviyān)
- 1717 bis 1737 Yaruba-Dynastie des Sultanats Oman (Salṭanat ʿUmān taḥt al-Yaʿāriba)
- 1737 bis 23. Juli 1783 Safawidenreich / Persien (Dowlat-e Safaviyān)
- 23. Juli 1783 bis 1801 Al-Khalifah-Reich Bahrain und Dependenzen (al-Baḥrayn wa- tawabiʿuha
- 1801 bis 1811 Reich von Diriyah (ad-Dawla as-Saʿūdiyya al-Ūlā)
- 1811 bis 31. Mai 1861 Khalifa-Dynastie des Emirats Bahrain (Imārat al-Baḥrayn)
- 31. Mai 1861 bis 15. August 1971 Protektorat Bahrain (Protectorate of Bahrein) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom oif Great Britain and Ireland, ab 12. April 1927 United Kingdom oif Great Britain and Northern Ireland)
- 15. August 1971 bis 14. Februar 20022 Staat Bahrain (Dawlat al-Bahrayn)
- seit 14. Februar 2002 Königreich Bahrein (Mamlakat al-Bahrayn)
Verfassung
Die zu Beginn der 1970er Jahre ausgearbeitete Verfassung trat 1973 in Kraft. Die überarbeitete, am 14. Februar 2002 angenommene neue Verfassung schwächte die ursprünglich autokratische Struktur des Staates etwas ab. In beiden Verfassungen ist der Islam Staatsreligion, und es gibt praktisch zweierlei Recht für Einheimische und Zuzügler.
Legislative und Exekutive
Bahrain ist eine konstitutionelle Monarchie, deren politisches System auf der Verfassung von 2002 basiert. Die Staatsgewalt wird grundsätzlich zwischen Legislative, Exekutive und Judikative aufgeteilt, wobei der König eine zentrale und einflussreiche Stellung innerhalb des politischen Systems einnimmt. Die Verfassung sieht eine Gewaltenteilung vor, gleichzeitig verfügt der Monarch über weitreichende Befugnisse bei der Gesetzgebung und der Regierungsbildung.
Die Legislative wird durch die Nationalversammlung ausgeübt, die seit 2002 aus einem Zweikammersystem besteht. Das Parlament setzt sich aus dem Majlis ash-Shura (Konsultativrat oder Beratende Versammlung) und dem Majlis an-Nuwwab (Abgeordnetenhaus) zusammen. Der Majlis ash-Shura bildet die Erste Kammer beziehungsweise das Oberhaus des Parlaments und umfasst 40 Mitglieder, die direkt vom König ernannt werden. Der Majlis an-Nuwwab stellt die Zweite Kammer beziehungsweise das Unterhaus dar und besteht ebenfalls aus 40 Mitgliedern, die in allgemeinen Direktwahlen für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt werden.
Unter den vom König ernannten Mitgliedern des Oberhauses befinden sich auch Frauen sowie Vertreter religiöser Minderheiten. So wurden unter den ernannten Mitgliedern zehn Frauen berufen, darunter eine Christin und eine Jüdin. Dies wird häufig als Ausdruck des Bestrebens gewertet, verschiedene gesellschaftliche Gruppen in die politischen Institutionen einzubinden.
Die Nationalversammlung ist für die Beratung und Verabschiedung von Gesetzen zuständig. Gesetzesvorlagen müssen von beiden Kammern angenommen werden, bevor sie dem König zur Bestätigung vorgelegt werden. Erst nach der Zustimmung des Königs können Gesetze in Kraft treten. Durch die Ernennung aller Mitglieder des Oberhauses besitzt der Monarch erheblichen Einfluss auf den Gesetzgebungsprozess. Darüber hinaus verfügt das Parlament über bestimmte Kontrollrechte gegenüber der Regierung, seine Möglichkeiten werden jedoch durch die starke Stellung des Königs begrenzt.
Die Exekutive wird vom König gemeinsam mit dem Ministerrat ausgeübt. Der König ist Staatsoberhaupt und nimmt die höchste politische Autorität im Staat ein. Er ernennt den Premierminister durch königlichen Erlass und kann diesen auch wieder entlassen. Auf Vorschlag des Premierministers werden zudem die Minister vom König ernannt. Die Regierung ist somit direkt vom Vertrauen des Monarchen abhängig.
Der Ministerrat bildet das zentrale Organ der Exekutive und ist für die Führung der Regierungsgeschäfte verantwortlich. Er entwickelt die staatliche Politik, bereitet Gesetzesvorlagen vor und überwacht deren Umsetzung. Die einzelnen Minister leiten die verschiedenen Ressorts wie Außenpolitik, Inneres, Finanzen, Bildung oder Gesundheit und tragen die Verantwortung für die Verwaltung ihrer jeweiligen Bereiche.
Trotz der Existenz eines gewählten Unterhauses bleibt der König die dominierende politische Figur Bahrains. Er besitzt weitreichende Befugnisse bei der Ernennung der Regierung, wirkt maßgeblich an der Gesetzgebung mit und verfügt über wichtige Kompetenzen in der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Das politische System Bahrains verbindet somit Elemente parlamentarischer Repräsentation mit einer starken monarchischen Exekutive, wodurch der König weiterhin das Zentrum der politischen Macht des Landes bildet.
Inseloberhaupt
Bahrain wird auf Grundlage der 2002 geänderten Verfassung (ursprünglich in Kraft getreten im Jahre 1973) als konstitutionelle Monarchie von Scheich Hamad ibn Isa Al-Khalifa, König des Königreiches Bahrain, geführt. Der König, arabisch ملك البحرين [malik al-Bahrayn], englisch King of Bahrain, verfügt über die Ernennung und Entlassung der Regierung, die seit 1971 von Scheich Khalifa ibn Salman Al-Khalifa in seiner Funktion als Premierminister geführt wird. Er hat darüber hinaus das Recht, das Abgeordnetenhaus aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben
Frühe Herrscher
- vor -1700 Rimun
- -709 - -706 Uperi
- -706 - -685 Ahundaru I
- -685 - -660 Qanayeh
- -660 - -635 Ahundaru II
- um 131 Iarhai bar Nebozabad
- um 230 Santaruq
Comandantes (Portugiesische Kommandanten, untergeordnet des Bürgermeistern von Hormuz)
- Jul 1521 - 1521 Antonio Correia
- nach 1560 - um 1570 Bernardino Ribeiro
Hormus-Gouverneure
- 121 - um 1527 Rais Bucat
- um 1529 Badr al-Din (Barbadim)
- um 1530 - um 1577 Djalal al-Din Murad Mahmud
Persische Gouverneure
- um 1602 Behjad Soltan
- 1602 - 3 Jun 1613 Allah-Verdi Khan Shirazi († 1613)
- 1613 - 1633 Imam Qoli Khan Shirazi († 1633)
- 1633 - nach 1640 Davud Khan Shirazi
- 1722? - Apr 1736 Sheikh Jubayr (Jabara al-Holi)
- 1736 - 1737 Sheikh Nasir
- 1737? - 1739 Muhammad Taqi Khan Shirazi
- 1739 - 1740 Saif bin Sultan
- 1753 - nach 1770 Sheikh Nasr Al-Makhdur
- nach 1770 - 1783 Sheikh Nasr Khan Bushehri
Hakimi (Herrscher)
- 23 Jul 1783 - 18 Jul 1795 Sheikh Ahmad ibn Khalifah Al Khalifah († 1795)
- 1796 - Apr 1843 Sheikh Abdullah ibn Ahmad Al Khalifah († 1849)
- 1796 - 1825 Sheikh Sulman ibn Ahmad Al Khalifah († 1825)
- 1825 - 31 Mai 1834 Sheikh Khalifah ibn Sulman Al Khalifah († 1834)
- 31 Mai 1834 - Jun 1842 Sheikh Muhammad ibn Khalifah Al Khalifah (1813 - 1890)
- Apr 1843 - 6 Sep 1868 Sheikh Muhammad ibn Khalifah Al Khalifah [2]
- 6 Sep 1868 - 28 Sep 1869 Sheikh Ali ibn Khalifah Al Khalifah (1814 - 1869)
- Sep - 1 Dez 1869 Sheikh Muhammad ibn Abdullah Al Khalifah (1817 - 1877)
- Dez 1869 - 9 Dez 1932 Sheikh `Isa ibn Ali Al Khalifah (1848 - 1932) - gemeinsam mit -
- Dez 1869 - Okt 1888 Sheikh Ahmad ibn Ali Al Khalifah (1850 - 1888) - gemeinsam mit -
- 9 Dez 1932 - 24 Feb 1942 Sheikh Hamad ibn `Isa Al Khalifah (1872 - 1942)
- 24 Feb 1942 - 2 Nov 1961 Sheikh Sulman ibn Hamad Al Khalifah (1895 - 1961)
- 2 Nov 1961 - 16 Aug 1971 Sheikh `Isa ibn Sulman Al Khalifah (1933 - 1999)
Amir ad-Dawlat al-Bahrayn (Emire des Staates Bahrain)
- 16 Aug 1971 - 6 Mar 1999 Sheikh `Isa ibn Sulman Al Khalifah
- 6 Mar 1999 - 14 Feb 2002 Sheikh Hamad ibn `Isa Al Khalifah (* 1950)
Malik al-Bahrayn (König von Bahrain)
- seit 14 Feb 2002 Sheikh Hamad ibn `Isa Al Khalifah [wieder eingesetzt]
Präsident des Staatsrats
- 19 Jan 1970 - 16 Aug 1971 Sheikh Khalifah ibn Sulman Al Khalifah (* 1936)
Premierminister
- 16 Aug 1971 - 11 Nov 2020 Sheikh Khalifah ibn Sulman Al Khalifah
- seit 11 Nov 2020 Sheikh Salman bin Hamad bin Isa Al Khalifa (* 1969)
British Native Agents (Britische Eingeborenenagenten)
- um 1816 - 1819 Sadah Anandadas
- 1820 - 1821 Thomas Perronet Thompson (1783 - 1869)
- um 1827 Asu
- 1829 Parran [amtierend]
- 1829 - 1834 Chandu [amtierend]
- 2 Apr 1833 Khushal [amtierend]
- 15 Apr 1834 - Jun 1842 Muhammad `Ali ibn Haji Safar (um 1778 - 1845)
- 1842 - 1862 Haji Abdul Qasim (Haji Jasim)
- Mar 1862 - 1864 Haji Ibrahim ibn Rajab (1820/30 - 1891)
- Jan 1872 - 10 Jul 1884 `Abd al-Nabi ibn Muhammad `Ali Safar (um 1803 - 1884)
- 20 Jul 1884 - Nov 1891 Haji Mirza Ahmad ibn `Abd Al Rasul ibn Muhammad `Ali (nach 1820 - 1891)
- Mar 1892 - Nov 1893 Haji Muhammad Amin
- Nov 1893 - 17 Jan 1900 Muhammad Rahim ibn `Abd Al Nabi Safar (um 1830 - 1900)
- 17 Jan - Feb 1900 Haji Abbas bin Mohammad bin Fadhil [amtierend]
Assistant Political Agent (Politischer Assistenzagent)
- 10 Feb 1900 - Okt 1904 John Calcott Gaskin (1867 - 1931)
Political Agents (Politische Agenten)
- Okt 1904 - 27 Mai 1909 Francis Beville Prideaux (1871 - 1938)
- 28 Mai 1909 - Nov 1910 Charles Fraser Mackenzie (1880 - 1965)
- Nov 1910 - Apr 1911 Stuart George Knox (1869 - 1956)
- 13 Apr 1911 - 1 Nov 1912 David Lockhart Robertson Lorimer (1876 - 1962)
- Nov 1912 - Mai 1914 Arthur Prescott Trevor (1872 - 1930)
- 21 Mai 1914 - 13 Mar 1916 Terence Humphrey Keyes (1877 - 1939)
- 12 Mar - 3 Mai 1916 Hugh Stewart (1872 - 1931)
- Mai - Jun 1916 J.M. Da Costa [amtierend]
- 1 Jul - 17 Nov 1916 Trenchard Craven William Fowle [amtierend] (1884 - 1940)
- 18 Nov 1916 - 29 Feb 1918 Percy Gordon Loch (1887 - 1963)
- Mar - Dez 1918 George Alexander Gavin Mungavin [amtierend]
- Dez 1918 - Jun 1919 Norman Napier Bray (1885 - 1962)
- Jun - Nov 1919 Sayid Siddiq Hassan [amtierend]
- Nov 1919 - Nov 1920 Harold Richard Patrick Dickson (1881 - 1959)
- Nov 1920 - Jan 1921 Sayid Siddiq Hassan [2, amtierend]
- 21 Jan 1921 - 14 Sep 1926 Clive Kirkpatrick Daly (1878 - 1966)
- 14 Sep 1926 - Apr 1929 Cyril Charles Johnson Barrett (1884 - 1933)
- 25 Apr - 3 Nov 1927 Reginald George Evelyn William Alban [amtierend für Barrett] (1899 - 1983)
- 28 Apr 1929 - 28 Nov 1932 Charles Geoffrey Prior (1896 - 1972)
- 29 Nov 1932 - 28 Apr 1937 Percy Gordon Loch [2]
- 29 Apr - Aug 1937 Tom Hickinbotham [amtierend] (1903 - 1983)
- Aug - 11 Sep 1937 B.L.M. Tomlison [amtierend]
- Sep - 20 Okt 1937 Tom Hickinbotham [2, amtierend]
- 20 Okt 1937 - Okt 1940 Hugh Weightman (1898 - 1949)
- 18 Okt 1940 - Jan 1942 Reginald George Evelyn William Alban (1899 - 1983)
- 17 Jan 1942 - Okt 1943 Edward Birkbeck Wakefield (1903 - 1969)
- Aug - Okt 1943 Michael Gray Dixon [amtierend] (1910 - 1974)
- Okt 1943 - Mar 1945 Tom Hickinbotham [3]
- Mar - Okt 1945 Cornelius James Pelly (1908 - 1985)
- 1 Nov 1945 - 1947 Edward Birkbeck Wakefield [2]
- Mar 1947 - 1951 Cornelius James Pelly [2]
- 1951 - 1952 William Scott Laver (1909 - 1988)
- 1952 - 1955 John William Wall (1910 - 1989)
- 1955 - 1959 Charles Alexander Gault (1908 - 1996)
- 1959 - 1962 Edward Parr Wiltshire (1910 - 2004)
- 1962 - 1965 John Peter Tripp (1927 - 1986)
- 1965 - 1969 Anthony Derrick Parsons (1922 - 1996)
- 1969 - 1971 Alexander John Sterling (1926 - 2014)
British Residency of the Arabian Gulf (Britische Residentschaft am Persischen Golf):
Agents (Agenten)
- um 1798 Mirza Mahdi Ali Khan
- um 1810 Hankey Smith
- 1812 - 1822 William Bruce [amtierend bis 1813]
Chief Political Residents of the Arabian Gulf (Oberste politische Vertreter für Bahrain,
- Kuwait, Oman, Katar und die Trucial States)
- Dez 1822 - 20 Sep 1823 John Mcleod (1793? - 1823)
- Okt - Dez 1823 Henry Hardy
- Dez 1823 - Jan 1827 Ephraim Gerrish Stannus (1784 - 1850)
- Jan 1827 - Mar 1831 David Wilson
- Mar 1831 - Jan 1832 Samuel Hennell [amtierend] (1800 - 1880)
- Jan 1832 - 1834 David Anderson Blane (1801 - 1879)
- Jun 1834 - Jul 1835 Samuel Hennell [2, amtierend]
- Jul - Okt 1835 Thomas Mackenzie [amtierend] (1804 - 1864)
- Okt 1835 - Okt 1837 James Morrison (1790 - 1857)
- Okt 1837 - Mai 1838 Thomas Mackenzie [2, amtierend]
- Mai 1838 - Mar 1852 Samuel Hennell [3]
- Jan 1842 - Apr 1843 Henry Dundas Robertson [amtierend] (1790 - 1845)
- Apr - Dez 1843 Arnold Burrowes Kemball [amtierend] (1820 - 1908)
- Dez 1843 - Mar 1852 Samuel Hennell [4]
- Mar 1852 - Jul 1855 Arnold Burrowes Kemball [2]
- Okt 1855 - Apr 11862 James Felix Jones [amtierend bis Jul 1856] (1813 - 1878)
- Apr - Nov 1862 Herbert Frederick Disbrowe [amtierend] (1826 - nach 1870)
- Nov 1862 - Okt 1872 Lewis Pelly (1825 - 1892)
- Okt 1872 - Mar 1891 Edward Charles Ross (1836 - 1913)
- Mai 1876 - Aug 1877 William Francis Prideaux [amtierend]
- 1885 - Okt 1886 Samuel Barrett Miles [amtierend]
- Mai 1891 - Mai 1893 Adelbert Cecil Talbot (1845 - 1920)
- Mai - Jun 1893 Stuart Hill Godfrey [amtierend] (1861 - 1941)
- Jun - Jul 1893 James Hayes Sadler [amtierend] (1851 - 1922)
- Jul - Dez 1893 James Adair Crawford [amtierend] (1857 - nach 1900)
- Dez 1893 - Jan 1894 James Hayes Sadler [2, amtierend]
- Jan 1894 - Jun 1897 Frederick Alexander Wilson (1842 - 1899)
- Jun 1897 - Apr 1900 Malcolm John Meade (1854 - 1933)
- Apr 1900 - Apr 1904 Charles Arnold Kemball [amtierend] (1860 - 1943)
- Okt 1905 - Jan 1915 Percy Zachariah Cox (ab 1911 Sir, 1864 - 1937)
- Aug 1909 - Mar 1910 Arthur Prescott Trevor [amtierend für Cox]
- Dez 1913 - Feb 1914 John G. Lorimer [amtierend für Cox] (1870 - 1914)
- Feb - Mar 1914 Richard Lockinton Birdwood [amtierend für Cox] (1879 - 1914)
- Mar - Nov 1914 Stuart George Knox [amtierend für Cox] (1869 - 1956)
- Jan - Apr 1915 Stuart George Knox [2, amtierend für Cox]
- Apr 1915 - Dez 1917 Arthur Prescott Trevor [amtierend für Cox] (1872 - 1930)
- Dez 1917 - Sep 1919 John Hugo Bill [amtierend für Cox] († 1919)
- Sep - Nov 1919 Cecil Hamilton Gabriel [amtierend für Cox] (1879 - 1947)
- Nov 1919 - Okt 1920 Arthur Prescott Trevor [2, amtierend für Cox]
Chief Political Residents (Oberste politische Repräsentanten)
- Okt - Nov 1920 Arnold Talbot Wilson [amtierend] (1884 - 1940)
- Nov 1920 - Apr 1924 Arthur Prescott Trevor
- Apr - Okt 1923 Stuart G. Knox [amtierend für Trevor]
- Apr 1924 - Jan 1927 Francis Beville Prideaux (1871 - 1938)
- Jan 1927 - Nov 1928 Lionel Berkeley Holt Haworth (1873 - 1951)
- Nov 1928 - Apr 1929 Frederick William Johnston (1872 - 1947)
- Apr - Nov 1929 Cyril Charles Johnson Barrett [amtierend] (1884 - 1932)
- Nov 1929 - Jul 1932 Hugh Vincent Biscoe (1881 - 1932)
- Mai 1931 Trenchard Craven William Fowle [amtierend] (1894 - 1940)
- Jul 1932 - Aug 1939 Trenchard Craven William Fowle (1884 - 1940)
- Jul - Okt 1933 Percy Gordon Lynch [amtierend]
- Aug - Sep 1939 H. Weightman [amtierend]
- Sep 1939 - 1946 Charles Geoffrey Prior (1896 - 1972)
- Okt 1941 - Sep 1942 William Rupert Hay [amtierend für Prior] (ab 1952 Sir, 1893 - 1961
- Mai 1946 - Jul 1953 William Rupert Hay [2]
- Jun - Okt 1947 Arnold Crawshaw Galloway [amtierend für Hay]
- Jul 1953 - Okt 1958 Bernard Alexander Brocas Burrows (ab 1955 Sir, 1910 - 2002)
- Okt 1958 - Mai 1961 Sir George Humphrey Middleton (1910 - 1998)
- Mai 1961 - Sep 1966 Sir William Henry Tucker Luce (1907 - 1977)
- Sep 1966 - Sep 1970 Sir Robert Stewart Crawford (1913 - 2002)
- Sep 1970 - 15 Aug 1971 Sir Geoffrey Arthur (1920 - 1984)
Politische Gruppierungen
Zwar ist offiziell keine Parteienlandschaft vorhanden, doch gibt es politische Gruppierungen, von denen die schiitischen INAA (Islamic National Accord Association), das BFM (Bahrain Freedom Movement) und die Wa‘ad sowie die sunnitischen Al-Minbar und die A1-Asalah eine oppositionelle Bedeutung haben.
Politische Gruppierungen:
- Adal = حركة العدالة الوطنية [Jamʿiyyat al-Adl‘ al-Adala al-Watanī] (National Justice Movement / Nationale Gerechtigkeitsbewegung)
- Asal = جمعية الأصالة الإسلامية [Jam'īyat al-Asalah al-Islāmīyah] (Al Asalah Islamic Society / Asalah Islamische Gesellschaft, benannt nach dem arabischen Sänger Asalah Nasri)
- BFM = Bahrain Freedom Movement bzw. Islamic Bahrain Freedom Movement (arabisch حركة أحرار البحرين الإسلامية, Islamische Bahrainische Freiheitsbewegng mit Sitz in London)
- EB = Economists Bloc (Wirtschaftsblock)
- Haq = Haq Movement for Liberty and Democracy (arabisch حركة حق حركة الحريات و الديمقراطية, Haq-Bewegung für Freiheit und Demokratie)
- INAA = Islamic National Accord Association (Islamische Nationale Einklangs-Vereinigung)
- JAI = جمعية العمل الإسلامي [Jamʿiyyat al-ʿAmal al-Islām] (Islamic Action Society / islamische Aktionsgemeinschaft)
- JMDT = جمعية المنبر الديمقراطي التقدمي [Jam'iyyat al-Minbar ad-Dimuqrati at-Taqadummi] (Progressive Democratic Tribune Progressive-Demokratische Tribüne)
- JTQD = جمعية التجمع القومي الديمقراطي [Jami'at al-Tajammu' al-Qawmi al-Dimuqrati] (Natinalist Democratic Rally Society / Nationalistisch Demokratische Versammlungsgemeinschaft)
- Minb = جمعية المنبر الوطني الإسلامي [Jam'īyat al-Minbar al-Watanī al-Islāmīyah] (Al-Minbar National Islamic Society / Minbar Nationale Islamische Gesellschaft, sunnitische nationale Islam-Tribüne)
- Waad = جمعية العمل الوطني الديمقراطي - وعد [Jamʿiyyat al-Watanī al-ʿAmal - Wa’ad] (Wa’ad National Democratic Action Association / Nationaldemokratische Aktionsvereinigung)
- Wefaq = جمعية الوفاق الوطني الإسلامية [Jam'īyat al-Wifāq al-Watanī al-Islāmīyah] (Al Wefaq National Islamic Society / Wefaq Nationale Islamische Gesellschaft)
Alle Bahrainer im Alter ab 18 Jahren sind wahlberechtigt. Am 24. und 31. Oktober 2002 fanden die ersten Parlamentswahlen nach fast 30 Jahren in Bahrain statt. Nachdem sich die schiitische Bevölkerungsmehrheit (zirka 70 %) aus innenpolitischen Erwägungen entschlossen hatte, die Wahlen zu boykottieren, wurden neben einigen wenigen unabhängigen Abgeordneten schiitischen Glaubens weit überproportional sunnitische Abgeordnete in das Abgeordnetenhaus gewählt. Bei den Wahlen errang die Liste islamischer Gemeinschaften 19, unabhängige Kandidaten 18 und Liberale drei Sitze. Es sind allerdings keine Parteien zugelassen.
Justizwesen und Kriminalität
Das Justizwesen Bahrains ist grundsätzlich als unabhängige Staatsgewalt organisiert und besteht aus einem zweistufigen Gerichtssystem. Die Verfassung garantiert die Unabhängigkeit der Gerichte, jedoch wird deren tatsächliche Unabhängigkeit von verschiedenen Beobachtern und Menschenrechtsorganisationen eingeschränkt gesehen. Richter werden vom König ernannt, wodurch die Exekutive einen erheblichen Einfluss auf die Justiz ausübt. Zudem sind Mitglieder der Herrscherfamilie in wichtigen Positionen des Justizwesens vertreten, was Zweifel an einer vollständigen institutionellen Unabhängigkeit aufkommen lässt.
Die bahrainische Justiz gliedert sich in ordentliche Gerichte für Zivil-, Straf- und Handelsangelegenheiten sowie in religiöse Gerichte, die insbesondere für Fragen des Familien- und Personenstandsrechts zuständig sind. Daneben existieren Berufungs- und Kassationsgerichte als höhere Instanzen. Obwohl die Gerichte formal unabhängig arbeiten, wurden insbesondere während politischer Krisen enge Verbindungen zwischen Justiz, Staatsanwaltschaft und Sicherheitsbehörden deutlich. Während der politischen Unruhen in Bahrain arbeiteten Staatsanwaltschaft und Sicherheitskräfte eng zusammen, was international Kritik hinsichtlich rechtsstaatlicher Standards hervorrief. Um die institutionelle Unabhängigkeit zu stärken, wurden Pläne entwickelt, die Staatsanwaltschaft organisatorisch von den Räumlichkeiten des Innenministeriums zu trennen und ein eigenständiges Verfassungsgericht einzurichten.
Eine wichtige Grundlage des bahrainischen Rechtssystems bildet die Schari'a, die laut Verfassung eine der Hauptquellen der Gesetzgebung darstellt. Besonders im Familien- und Erbrecht spielt das islamische Recht eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig weist das Rechtssystem Einflüsse des britischen Common Law auf, die auf die Zeit des britischen Protektorats zurückgehen. Nichtmuslimische Gemeinschaften wie Christen und Hindus unterliegen in bestimmten zivilrechtlichen Angelegenheiten einer modifizierten, stärker am britischen Recht orientierten Rechtsprechung. Bahrain gilt im regionalen Vergleich als religiös vergleichsweise vielfältig. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die ehemalige bahrainische Botschafterin Houda Nonoo, die jüdischen Glaubens ist und als erste jüdische Botschafterin eines arabischen Staates internationale Aufmerksamkeit erlangte.
Im Bereich der inneren Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung verfügt Bahrain über eine zentral organisierte Polizei sowie verschiedene Sicherheits- und Nachrichtendienste, die dem Innenministerium unterstehen. Die Kriminalitätsrate ist im internationalen Vergleich relativ niedrig, insbesondere bei schweren Gewaltverbrechen. Häufiger treten Eigentumsdelikte, Betrugsfälle sowie Cyberkriminalität auf. Gleichzeitig steht die Sicherheitsgesetzgebung des Landes immer wieder im Mittelpunkt politischer Debatten.
Von besonderer Bedeutung war die Einführung eines neuen Anti-Terror-Gesetzes im Jahr 2006. Dieses wurde vom König verabschiedet und erweiterte die Befugnisse der Sicherheitsbehörden erheblich. Kritiker bemängelten insbesondere die weit gefasste Definition terroristischer Straftaten sowie die damit verbundenen Einschränkungen der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Darüber hinaus wurde durch das Gesetz der Anwendungsbereich der Todesstrafe ausgeweitet. Im November 2006 wurden erstmals seit 1996 wieder Todesurteile vollstreckt, was sowohl innerhalb Bahrains als auch international kontroverse Reaktionen hervorrief.
Menschenrechte
Die Menschenrechtssituation in Bahrain wird seit vielen Jahren von internationalen Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Freedom House kritisch bewertet. Zwar garantiert die Verfassung grundlegende Rechte und Freiheiten, in der Praxis bestehen jedoch erhebliche Einschränkungen bei der Meinungs-, Presse-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Oppositionelle, Menschenrechtsaktivisten und Regierungskritiker sehen sich regelmäßig staatlichen Maßnahmen wie Überwachung, Festnahmen oder strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt. Auch die Todesstrafe wird weiterhin angewendet.
Bereits im Jahr 2010 kam es zu einer verstärkten Repression gegen die Opposition. Zahlreiche Regierungskritiker wurden festgenommen, darunter 25 führende Mitglieder oppositioneller Gruppierungen, denen ein Komplott zum Sturz der Regierung vorgeworfen wurde. Viele der Angeklagten erhielten zunächst keinen Zugang zu Rechtsbeiständen und berichteten später von Misshandlungen und Folter während ihrer Haft. Gleichzeitig schränkten die Behörden die Meinungsfreiheit ein, indem sie politische Internetseiten sperrten, die Verbreitung regierungskritischer Inhalte behinderten und gegen unabhängige Menschenrechtsorganisationen vorgingen.
Besondere internationale Aufmerksamkeit erhielt Bahrain während des Arabischen Frühlings im Jahr 2011. Tausende Menschen demonstrierten friedlich für politische Reformen, mehr Demokratie und ein Ende der Diskriminierung der schiitischen Bevölkerungsmehrheit. Die Proteste wurden jedoch mit Unterstützung von Truppen aus Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten gewaltsam niedergeschlagen. Während dieser Zeit wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen über tausend Personen festgenommen. Zahlreiche Berichte dokumentierten Folter, Misshandlungen und erzwungene Geständnisse in Haftanstalten.
Ein bekanntes Beispiel ist der Menschenrechtsaktivist Abdulhadi al-Khawaja, der 2011 verhaftet wurde und nach Berichten schwer misshandelt worden sein soll. Seine Tochter, die Menschenrechtsaktivistin Maryam al-Khawaja, machte international auf die Menschenrechtsverletzungen in Bahrain aufmerksam. Auch medizinisches Personal geriet ins Visier der Behörden. Mehrere Ärzte und Pflegekräfte wurden 2011 zu langen Haftstrafen verurteilt, nachdem sie verletzte Demonstranten behandelt hatten. Die Urteile lösten weltweit Kritik aus und wurden von den Vereinten Nationen sowie zahlreichen Menschenrechtsorganisationen beanstandet.
Auch nach dem Ende der Proteste blieb der politische Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Viele Oppositionsführer und Aktivisten, die wegen ihrer Beteiligung an den Protesten von 2011 verurteilt wurden, befinden sich bis heute in Haft. Internationale Menschenrechtsorganisationen berichten weiterhin über willkürliche Festnahmen, Einschränkungen der Versammlungsfreiheit sowie über Fälle von Folter und unzureichender medizinischer Versorgung in Gefängnissen. Zudem wurden politische Parteien und oppositionelle Organisationen weitgehend aufgelöst oder ihre Tätigkeit erheblich eingeschränkt.
Die Meinungs- und Pressefreiheit ist ebenfalls begrenzt. Unabhängige Medien existieren kaum noch, und kritische Journalisten sowie Blogger müssen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Behörden überwachen soziale Medien und gehen gegen Personen vor, die regierungskritische Inhalte veröffentlichen. Demonstrationen werden häufig eingeschränkt oder aufgelöst. Menschenrechtsorganisationen berichten regelmäßig von Festnahmen aufgrund friedlicher Meinungsäußerungen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Anwendung der Todesstrafe. Nachdem zwischen 1996 und 2006 keine Hinrichtungen vollstreckt worden waren, wurde die Todesstrafe wieder verstärkt eingesetzt. Internationale Beobachter kritisieren insbesondere Fälle, in denen Todesurteile nach Verfahren verhängt wurden, bei denen Geständnisse unter Folter erzwungen worden sein sollen. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen befinden sich weiterhin zahlreiche Personen im Todestrakt.
Aktuell bleibt die Menschenrechtslage angespannt. Zwar hat der König in den letzten Jahren mehrere Begnadigungswellen angeordnet und tausende Gefangene freigelassen, darunter auch einige politische Gefangene. Führende Oppositionspolitiker und bekannte Menschenrechtsverteidiger wie Abdulhadi al-Khawaja befinden sich jedoch weiterhin in Haft. Internationale Organisationen kritisieren weiterhin die Einschränkungen politischer Rechte, die mangelnde Pressefreiheit, die Behandlung von Gefangenen sowie die fehlende politische Beteiligung der Opposition. Bahrain wird daher von zahlreichen internationalen Beobachtern weiterhin als Staat mit erheblichen Defiziten im Bereich der Menschenrechte eingestuft.
Sicherheitskräfte
Die Streitkräfte Bahrains (Bahrain Defense Force) bilden die Landesverteidigung des Königreich Bahrain. Das zirka 9.000 Soldaten starke Militär setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen: Heer, Luftstreitkräfte, Marine (500 Soldaten), Luftverteidigungverbände sowie Königliche Garde. Die Verteidigungausgaben Bahrains betrugen 2004 618 Mio. US-$. Der Staat ist Mitglied des Golf-Kooperationsrat, die US-Streitkräfte unterhalten größere Stützpunkte der US Air Force und US Navy.
Von 1820 bis zur Unabhängigkeit von Großbritannien 1971 unterhielten die His Majesty's Armed Forces in Bahrein am Persischem Golf (damaliges englisches Schlagwort „mare britannicum“) Militärverbände. Ab 1935 wurde auf Muharraq durch die Royal Air Force ein Luftstützpunkt aufgebaut und die Royal Navy baute auf den Bahrein angrenzenden Inseln und in Manama Stützpunkte aus bzw auf. 1962 wurde der Tiefseehafen von Mina Salman noch als Marinebasis ausgebaut.
Nach der Unabhängigkeit 1971 sah die herrschende Dynastie der Al Chalifa keine Gründe, größere Investitionen in die Landesverteidigung zu tätigen. Nach dem Schock der Islamischen Revolution im Iran 1978/1979 wurden neue Konzepte für die Landesverteidigung entwickelt. 1979 wurden bei der Lürssen-Werft zwei Patrouillenboote bestellt, die jedoch nicht dem Militär, sondern der Küstenwache unterstellt wurden.
Nach einem schiitischen Putschversuch 1981 entsandte die saudische Luftwaffe 25 Northrop F-5 und Saudi-Arabien stellte eine Leibwache für die Herrscherfamilie. 1982 übergab der Golfkooperationsrat dem Königreich eine Militärhilfe in Höhe von 1,7 Milliarden US-$ zum Auf- und Ausbau der Streitkräfte.
1987 wurde aus militärischen Gründen eine Brücke nach Saudi-Arabien gebaut, die Streitkräfte in separate Teilstreitkräfte umgegliedert, und 1990 fanden die US-Streitkräfte Einzug in Bahrain. Im Rahmen des zweiten Golfkrieges und des Irakkrieges wurde Bahrain als Aufmarschbasis der USA verwendet. Wegen der Frage der Zugehörigkeit der Hawar-Inseln gab es drei bewaffnete Grenzkonflikte mit Katar, die durch einen Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag 2001 beigelegt wurden.
Die Luftstreitkräfte unterhalten 79 Luftfahrzeuge, im einzelnen sind dies:
- 11 Hubschrauber des Typs Bell 212
- 3 Hubschrauber des Typs Bo 105
- 2 Hubschrauber des Typs Sikorsky UH-60L
- 22 Kampfhubschrauber des Typs Bell AH-1 Cobra (vorhandene Versionen: 10 x AH-1E, 6 x AH-1P und 6 x TAH-1P)
- 12 Northrop F-5 (vorhandene Versionen: 8 x F-5 E und 4 x F-5 F)
- 20 Kampfjets des Typs General Dynamics F-16 (ausgerüstet u.a. mit AIM-120 AMRAAM - vorhandene Versionen: 14 x F-16 C und 6 F-16 D - 1 Flugzeug des Typs F-16 C stürzte am 27. September 2003 über dem Persischen Golf ab)
- 3 Trainer des Typs Slingsby T-67 Firefly
- 6 Trainer des Typs BAE Hawk
Der größte Teil der Luftstreitkräfte sind in der Sheikh Isa Air Base stationiert. Die bahrainische Marine ist neben der saudi-arabischen eine der beiden Marinestreitkräfte des Golfkooperationsrates, die große Schiffstypen verwendet. Bahrain verfügt über folgende Kriegsschiffe:
- Sabha (FFG 90), Fregatte aus Beständen der US Navy
- Al Manamah, Korvette der Lürssen-Werft
- Al Muharraq, Korvette der Lürssen-Werft
- vier Lenkwaffen-Schnellboote
- vier Patrouillenboote
- ein Versorgungsschiff
- ein Mehrzweck-Landungsboote
Des weiteren werden zwei Bo 105CBS-4 und zwei Eurocopter Dauphin eingesetzt. Die weiteren Sicherheitskräfte, wie Polizei und Küstenwache, unterstehen dem bahrainischen Innenministerium. Zu Erfüllung ihrer Aufgaben unterhält die bahrainische Polizei zwei Bell 412 und eine Bell 427. Die Küstenwache verfügt neben diversen Patrouillenbooten auch über drei Landungsboote und ein Luftkissenfahrzeug.
Internationale Beziehungen
Bahrain ist Mitglied der UN, der Arabischen Liga, der OAPEC und des Golfkooperationsrates. Darüber hinaus erachten die Vereinigten Staaten Bahrain als wichtigen Verbündeten und setzen verhältnismäßig großes Vertrauen in die demokratische Entwicklung des Landes.
Das Verhältnis zu den USA und zu Saudi-Arabien sind die beiden Grunddeterminanten der bahrainischen Außenpolitik. Der Besuch von US-Präsident Bush Anfang des Jahres hat die strategische Allianz beider Länder eindrucksvoll bestätigt.
Bahrain ist bemüht sich als toleranter, flexibler und seriöser Gesprächspartner zu profilieren. Beachtlich ist sein Beitrag bei der Umsetzung der von G8-BMENA initiierten Initiativen und Programme. Bahrain hat im Dezember 2007 zum 4. Mal den inzwischen als „Manama Dialogue“ fest etablierten Golfsicherheitsdialog ausgerichtet, den das Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS) konzipiert und organisiert. Wie in den Vorjahren war Deutschland mit Staatsminister Günter Gloser auf hoher politischer Ebene vertreten. Zusätzlich zu dieser wichtigen internationalen Veranstaltung hat im November 2007 in Bahrain erstmals eine vom Crans Montana Forum ausgerichtete internationale Konferenz „Middle East: Homeland and Security Forum“ stattgefunden.
Als kleinster Mitgliedstaat im Gulf Cooperation Council (GCC) genießen die Beziehungen zu den arabischen Ländern Priorität in seiner Außenpolitik. In allen wichtigen außenpolitischen Fragen stimmt Bahrain sich mit seinen Nachbarstaaten, insbesondere Saudi-Arabien, ab. Bahrain spielt beim Zustandekommen des seit vielen Jahren angestrebten Freihandelsabkommens des GCC mit der EU eine konstruktive Rolle.
Besonders enge politische und wirtschaftliche Beziehungen bestehen zu Großbritannien und zu den USA. In der Folge der Anschläge vom 11. September 2001 hat sich die bahrainische Führung gegen jegliche Art von Terrorismus ausgesprochen, den USA und der Anti-Terror-Koalition Unterstützung bei der Terrorismusbekämpfung zugesagt und diese Zusagen auch eingehalten. Die Resolutionen der Vereinten Nationen zur Verhinderung der Finanzierung von terroristischen Organisationen wurden unterzeichnet und Maßnahmen zur Umsetzung ergriffen. Das 2004 unterzeichnete und 2006 in Kraft getretene Freihandelsabkommen mit den USA ist Ausdruck der engen Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Das Königreich Bahrain ist bemüht, die Beziehungen zu den Staaten des südostasiatischen Raums sowie zu Japan und Europa, insbesondere zu Frankreich und Deutschland, weiter zu entwickeln. Bahrain unterstützt alle Bemühungen zur Stabilisierung der Lage in Irak. Das Verhältnis zum Iran ist von einem gewissen Misstrauen über die tatsächliche Zielrichtung des dortigen Atomprogramms geprägt. Dennoch ist Bahrain um ein normales Verhältnis bemüht und pflegt regelmäßigen Besucheraustausch.
Den Vereinten Nationen kommt aus bahrainischer Sicht eine unverzichtbare Rolle zu. Mit der Wahl der bahrainischen Diplomatin Sheikha Haya Rashed Al Kalifa zur Vorsitzenden der 61. VN-GV hatte zum dritten Mal in der Geschichte der VN eine Frau, zum ersten Mal eine muslimische Frau diese hohe Funktion inne. Bahrain setzt sich für umfassende Reformen der VN ein.
Zwischen der Europäischen Union und dem Golfkooperationsrat (GCC) wurde 1988 ein Kooperationsabkommen abgeschlossen, das im Januar 1990 in Kraft trat. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen EU-GCC sollen 2008 zum Abschluss gebracht werden. Mit der für 2008 vorgesehenen Einrichtung einer Vertretung Bahrains in Brüssel werden sich auch die Beziehungen des Königsreichs Bahrain zur EU fest etablieren.
Internationale Mitgliedschaften:
- Arab Bank for Economic Development in Africa (ABEDA)
- Arab Fund for Economic and Social Development (AFESD)
- Arab Monetary Fund (AMF)
- Cooperation Council for the Arab States of the Gulf (GCC)
- Food and Agriculture Organization (FAO)
- Group of 77 (G77)
- International Bank for Reconstruction and Development (IBRD)
- International Chamber of Commerce (ICC)
- International Civil Aviation Organization (ICAO)
- International Criminal Court (ICCt) (signatory)
- International Criminal Police Organization (Interpol)
- International Development Association (IDA)
- International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRCS)
- International Finance Corporation (IFC)
- International Hydrographic Organization (IHO)
- International Labour Organization (ILO)
- International Maritime Organization (IMO)
- International Mobile Satellite Organization (IMSO)
- International Monetary Fund (IMF)
- International Olympic Committee (IOC)
- International Organization for Migration (IOM) - Beobachter
- International Organization for Standardization (ISO)
- International Red Cross and Red Crescent Movement (ICRM)
- International Telecommunication Union (ITU)
- International Telecommunications Satellite Organization (ITSO)
- International Trade Union Confederation (ITUC)
- Inter-Parliamentary Union (IPU)
- Islamic Development Bank (IDB)
- League of Arab States (LAS)
- Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA)
- Nonaligned Movement (NAM)
- Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW)
- Organization of Arab Petroleum Exporting Countries (OAPEC)
- Organisation of Islamic Cooperation (OIC)
- Permanent Court of Arbitration (PCA)
- United Nations (UN) seit 21. September 1971
- United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD)
- United Nations Educational, Scientific, and Cultural Organization (UNESCO)
- United Nations Industrial Development Organization (UNIDO)
- Universal Postal Union (UPU)
- World Customs Organization (WCO)
- World Federation of Trade Unions (WFTU)
- World Health Organization (WHO)
- World Intellectual Property Organization (WIPO)
- World Meteorological Organization (WMO)
- World Tourism Organization (UNWTO)
- World Trade Organization (WTO)
Flagge und Wappen
Die Flagge des Königreichs Bahrain besteht aus einem senkrechten weißen Streifen links und einem roten Streifen rechts. Beide Farbfelder sind durch fünf Dreiecke getrennt, die wie eine Zick-Zack-Linie wirken. Die Farbe Rot weist auf die kharidschitsche Glaubensrichtung hin, die Farbe Weiß den Frieden zu seinen Nachbarn. Die fünf Dreiecke schließlich symbolisieren die Fünf Säulen des Islam. Die Flagge Katars war ursprünglich mit jener Bahrains identisch. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde der Umstand genutzt, dass der rote Farbstoff, der zur Flaggenfärbung verwendet wurde, sich durch die Sonne braun verfärbte. Daher ist die Flagge Katars nun braun.
Die Verwendung der Flagge Bahrains ist im Königlichen Dekret-Gesetz Nr. 4 von 2002 geregelt. Die Nationalflagge ist rechteckig und besteht aus einem roten und einem weißen Feld. Zusätzlich verfügt der König über eine eigene königliche Flagge, deren Gestaltung und Verwendung gesondert festgelegt werden. Die Flagge des Königreichs muss an wichtigen staatlichen Einrichtungen wie dem Königlichen Hof, den königlichen Palästen, Regierungsgebäuden, öffentlichen Institutionen, Botschaften und diplomatischen Vertretungen im Ausland sowie auf bahrainischen Schiffen geführt werden. Auch ausländische Schiffe sind verpflichtet, beim Befahren der bahrainischen Hoheitsgewässer die Flagge Bahrains zu hissen und bis zum Verlassen der Gewässer sichtbar zu führen. An öffentlichen Feiertagen und besonderen Anlässen ist die Flagge an staatlichen Gebäuden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu setzen. Im Falle einer Staatstrauer wird sie auf Halbmast gehisst. Die Verwendung der Nationalflagge auf Fahrzeugen ist grundsätzlich untersagt und nur für offizielle Fahrzeuge zu protokollarischen Zwecken erlaubt. Darüber hinaus verbietet das Gesetz ausdrücklich die kommerzielle Nutzung der Flagge. Verstöße gegen die Vorschriften können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Monat sowie einer Geldstrafe von bis zu 100 Bahrain-Dinar geahndet werden. Die Umsetzung und Veröffentlichung der Bestimmungen obliegt dem Premierminister, wobei das Gesetz mit seiner Veröffentlichung im offiziellen Gesetzblatt in Kraft trat.
Die ältesten Flaggen von Bahrain waren rot. Im 1820 wurde der weiße Streifen hinzugefügt, um den Waffenstillstand zwischen Bahrain und seinen Nachbarn darzustellen; anderen Quellen zufolge auf Betreiben der Royal Navy, um Verwechslungen mit den damals im Arabischen Meer roten Piratenflaggen zu vermeiden. In Artikel III des Generalvertrages zwischen den Engländern und einigen Golfstaaten war vorgesehen, dass „befreundete Araber zu Land und zu See eine rote Flagge, mit und ohne Buchstaben darin und mit einem weißen Randstreifen führen sollen“. Die Dreiecke wurden später hinzugefügt, um die Flagge von denen seiner Nachbarn unterscheiden zu können (Vergleiche dazu: Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate). Ursprünglich wies die Flagge mehr als fünf Zacken auf. Am 19. August 1972 wurde erstmals die Anzahl der Zacken reduziert. Zum Seitenverhältnis gibt es unterschiedliche Angaben von 3:4 und 3:5. Zudem war damals auch noch eine Flagge ohne Zacken als zweite Version im Gebrauch. Am 17. Februar 2002 wurde die marginal modifizierte, heutige Form eingeführt.
Der Emir von Bahrain benutzte seit 1932 eine Flagge bei der zur Flagge des Landes je ein schmaler, weißer Streifen oben und unten zugefügt wurden. Die Änderungen der Anzahl der Zacken und des Seitenverhältnisses wurde bei der Flagge des Emirs ebenso durchgeführt. Auch 2002 bei der Umwandlung Bahrains zum Königreich. Zusätzlich trägt die Flagge nun eine goldene Krone in der Gösch.
Das Wappen Bahrains wurde in den 1930er Jahren von dem britischen Ratgeber des damaligen Königs von Bahrain, Sir Charles Belgrave, entworfen. Das Wappen zeigt in einem roten Schild einen weißen durch Spitzenschnitt getrennten Schildhaupt. Um den Schild sind rote-weiße Lorbeerblätter angeordnet. Die Flagge Bahrains ist durch den Spitzenschnitt in weiß und rot zu 1/3 zu 2/3 quergeteilt. Ursprünglich war eine Krone als Symbol für die Herrschermacht vorgesehen.
Nationale Symbole:
- Farbe: rot
- Pflanze: Rhododendron (rhododendron)
- Tier: Weißwangiger Haarvogel bzw. Bulbul (pycnonotus leucogenys)
- Motto: Bahrainona Baladolaman („Unser Bahrain, Land der Sicherheit“)
- Held: Sheikh Isa bin Salman al-Khalifa (König von Bahrain, geboren 1969)
Hymne
Bahrainona („Unser Bahrain“) ist die Nationalhymne von Bahrain. Die Hymne, geschrieben von Mohamed Sudqi Ayyash im Jahr 1925, wurde im August 1971 nach der Unhabhängigkeit eingeführt. Der Komponist ist unbekannt.
Kurztest (arabisch) Deutsche Übersetzung
Bahrainona Unser Bahrain
Baladolaman Land der Sicherheit
Watanol kiram, Nation der Gastfreundschaft,
Yahmi Hi maha Amirunal Homam; Geschützt von unserem mutigen Emir;
Qamatala Hadyelresalate, Gegründet auf den Prinzipien der Botschaft
Wal Adalati Wal Salam! Gerechtigkeit und Frieden!
Ašat Dawlatol Bahrain Lang lebe der Staat Bahrain
Baladolarain. Land der Sicherheit.
Es gibt noch eine zweite unterschiedliche Textversion. Sie wurde im Februar 2002 mit der Erhebung Hamad ibn Isa Al Chalifas zum König zur offiziellen Nationalhymne erklärt.
| Arabisch | Transliteration | Deutsche Übersetzung |
| بحريننا
مليكنا رمز الوئام دستورها عالي المكانة والمقام ميثاقها نهج الشريعة والعروبة والقيم عاشت مملكة البحرين بلد الكرام مهد السلام دستورها عالي المكانة والمقام ميثاقها نهج الشريعة والعروبة والقيم عاشت مملكة البحرين |
Baħraynunā,
Malīkunā, Ramzu 'l-wi’ām, Dustūruhā ’ālī 'l-makānati wa-l-maqām, Mīţāquhā nahğu 'š-šarī’ati wa-l-’urūbati wa-l-qiyam, ’Āšat mamlakatu 'l-Baħrayn, Baladu 'l-kirām, Mahdu 's-salām, Dustūruhā ’ālī 'l-makānati wa-l-maqām, Mīţāquhā nahğu 'š-šarī’ati wa-l-’urūbati wa-l-qiyam, ’Āšat mamlakatu 'l-Baħrayn. |
Unser Bahrain
Unser König Ein Symbol der Harmonie Seine Verfassung steht an hoher Stelle und guter Position Ihre Satzung ist der Weg der Sharia, des Arabertums und der Werte Lang lebe das Königreich Bahrain Land edler Männer Wiege des Friedens Seine Verfassung steht an hoher Stelle und guter Position Ihre Satzung ist der Weg der Sharia, des Arabertums und der Werte Lang lebe das Königreich Bahrain |
Hauptstadt
Die Hauptstadt des Königreichs Bahrain ist Manama (Al-Manāma). Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes und zugleich die größte Stadt Bahrains. Hier befinden sich die wichtigsten staatlichen Institutionen, Regierungsgebäude, Botschaften sowie zentrale Finanz- und Handelszentren des Königreichs.
Die Geschichte Manamas reicht viele Jahrhunderte zurück. Die Stadt wurde erstmals im Jahr 1345 urkundlich erwähnt. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage am Persischen Golf entwickelte sie sich früh zu einem bedeutenden Handels- und Hafenplatz. Im Jahr 1521 wurde Manama von den Portugiesen erobert, die damals wichtige Handelsrouten in der Region kontrollierten. 1602 fiel die Stadt unter die Herrschaft der Perser, bevor sie 1783 von der Al-Khalifa-Dynastie übernommen wurde. Die Herrscherfamilie machte Manama zu ihrer Residenz und legte damit den Grundstein für ihre spätere politische Bedeutung.
Mit der Unabhängigkeit Bahrains vom Vereinigten Königreich im Jahr 1971 wurde Manama offiziell zur Hauptstadt des souveränen Staates Bahrain. Seitdem hat sich die Stadt zu einem modernen Wirtschafts- und Finanzzentrum des Nahen Ostens entwickelt. Heute vereint sie historische Traditionen mit moderner Infrastruktur und spielt eine zentrale Rolle für Politik, Verwaltung, Handel und internationale Beziehungen des Landes.
Verwaltungsgliederung
Der kleine Inselstaat Bahrain ist seit 1991 in 5 muhafazat (Gouvernorate, singular muhafazah) sowie 12 manatiq (Bezirke, singular mintaqah) unterteilt, wobei allerdings nur letztere verwaltungstechnisch von Bedeutung sind. 19609 wurden erstmals vier Gemeinden als eigenständige Verwaltungseinheiten geschaffen. Im August 1971 unterteilte man das Land neu in sechs Bezirke: Al Hadd, Ar Rifa` al Gharbi, Judd Hafs, Manamah, Muharraq und Sitrah. 1985 entstand der Bezirk Al Hadd, 1988 Madinat Isa.
Für das Jahr 2001 wurden folgende Daten angegeben:
| Bezirk | Kürzel | Fläche (km²) | Einwohner | Dichte (E/km²) |
| Al-Gharbijah | GHA | 157,20 | 26 149 | 166,34 |
| Al-Hadd | HAD | 10,87 | 11 637 | 1070,56 |
| Al-Manâmah | MAN | 27,48 | 153 395 | 5582,06 |
| Al-Muharraq | MUH | 23,11 | 91 939 | 3978,32 |
| Al-Wustâ | WUS | 35,42 | 49 969 | 1410,76 |
| Ar-Rifa’ | RIF | 292,39 | 79 985 | 273,56 |
| Aš-Šamâlijah | SHM | 37,40 | 43 691 | 1168,21 |
| Aš-Šarqijah | SHQ | 52,09 | 3 875 | 74,39 |
| Hammâd | HAM | 13,12 | 52 718 | 4018,14 |
| Jiddhafs | JID | 24,30 | 52 450 | 2158,44 |
| Madinat Isâ | MIS | 12,43 | 36 833 | 2963,23 |
| Sitrah | SIT | 30,04 | 43 910 | 1461,72 |
| Nr. | Name | asrabisch | Alternativbezeichnungen |
| 1 | al-Ġarbīyah | الغربية | Ġarbīyah, Gharbiyah, Western, al-Mintaqah al-Gharbiyah |
| 2 | al-H̨idd | الحد | Hidd, Hadd, al-H̨add |
| 3 | al-Janūbiyah | الجنوبية | ash Sharqiyah, Eastern, Hawa, Juzur H̨awār, Southern, aš-Šarqīyah |
| 4 | al-Muh̨arraq | المحرق | |
| 5 | al-Wusţa | الوصتى | Central, al-Mintaqah al-Wusta |
| 6 | ar-Rifa'a | الرفاع | Rifaa, Rifā, Ar-Rifā'-al-Gharbi |
| 7 | aš-Šamālīyah | الشمالية | ash Shamaliyah, Northern, al-Mintaqa ash Shamaliyah |
| 8 | 'Īsā | عيسى | Isa, Isa Town, Madīnat 'Īsā |
| 9 | Jidh̨afş | جدحفص | Jidhafs, Jidd Hafs |
| 10 | Madīnat H̨amad | مدينة حمد | Hammad, Madinat Hamad |
| 11 | Manama | المنامة | al-Manāmah, Manāmah |
| 12 | Sitrah | سترة | Sitra |
| Bahrain | Bahrein |
Verwaltungseinheiten:
5 muhafazat (Gouvernorate)
12 manatiq (Bezirke)
Bevölkerung
Die Bevölkerung Bahrains ist durch einen sehr hohen Anteil ausländischer Arbeitnehmer gekennzeichnet. Insgesamt leben in dem kleinen Staat bereits mehr als eine Million Menschen. Das CIA Factbook gibt für 2010 allerdings nur 738.004 an. Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 711,9 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1700 9 000 12,96
1750 12 000 17,29
1800 15 000 21,61
1825 20 000 28,81
1830 21 000 30,25
1850 26 000 37,45
1860 30 000 43,22
1870 35 000 50,42
1875 37 000 53,30
1880 40 000 57,62
1890 47 000 67,70
1895 51 000 73,47
1901 55 300 79,55
1906 59 700 86,00
1911 64 000 92,19
1916 69 000 99,39
1921 75 000 108,04
1926 81 000 116,68
1931 87 000 125,32
1936 88 000 126,76
1941 90 000 129,65
1946 95 000 136,85
1948 107 233 154,47
1949 107 500 154,85
1950 109 700 158,02
1951 117 146 168,75
1952 124 000 178,62
1953 128 000 184,38
1954 132 000 190,15
1955 135 403 195,05
1956 139 000 200,23
1957 144 000 207,43
1958 148 000 213,20
1959 150 000 216,08
1960 152 000 218,96
1961 155 118 223,45
1962 161 000 231,92
1963 166 000 239,12
1964 171 000 246,33
1965 182 200 262,46
1966 187 452 270,03
1967 190 000 273,70
1968 192 000 276,58
1969 198 000 285,22
1970 216 100 311,29
1971 218 433 314,65
1972 222 000 319,79
1973 227 000 327,00
1974 247 000 355,81
1975 256 000 368,77
1976 275 377 396,68
1977 295 000 424,95
1978 315 000 453,76
1979 331 000 476,81
1980 347 000 499,86
1981 350 798 503,33
1982 374 000 538,75
1983 391 000 563,24
1984 407 000 586,29
1985 423 000 613,66
1986 441 736 636,32
1987 458 000 659,75
1988 480 000 691,44
1989 491 000 707,29
1990 503 000 724,58
1991 508 037 731,83
1992 532 000 766,35
1993 544 000 783,64
1994 548 000 789,40
1995 572 000 823,97
1996 598 625 862,32
1997 603 318 869,08
1998 616 342 887,85
1999 629 090 906,21
2000 634 137 913,48
2001 650 604 937,20
2002 656 397 945,54
2003 677 886 976,50
2004 687 500 990,35
2005 698 585 1006,32
2006 723 039 1041,59
2007 738 874 1064,35
2008 788 873 1136,38
2009 826 344 1160,76
2010 1 234 571 1734,19
2011 1 278 269 1795,57
2012 1 300 217 1826,40
2013 1 315 411 1847,75
2014 1 341 599 1884,53
2015 1 371 855 1927,03
2016 1 409 661 1979,42
2017 1 456 834 2045,73
2018 1 487 340 2088,59
2019 1 494 188 2098,22
2020 1 477 469 2074,71
2021 1 463 265 2054,75
2022 1 472 223 2067,29
2023 1 485 509 2085,95
2024 1 498 712 2104,52
2025 1 524 461 2140,69
Von 1981 bis 2001 wuchs die Bevölkerung Bahrains um durchschnittlich 4,275 % pro Jahr.
Bevölkerungsaufteilung 2001:
- Bevölkerungszahl insgesamt 650.604
- männlich 373.649 (57,43 %)
- weiblich 276.955 (42,57 %)
- unter 15jährig 191.027 (29,36 %)
- 15 bis 64 Jahre alt 435.199 (66,89 %)
- über 64jährig 19.135 (3,75 %)
- städtisch 427.507 (65,71 %)
- ländlich 223.097(34,29 %)
- Bahrainer 405.667 (62,35 %)
- Ausländer 244.937 ()37,65 %)
Das Durchschnittsalter lag 2006 bei 29 Jahren, die mittlere Lebenserwartung bei etwa 74 Jahren.
Grunddaten: 2003 2008 2010
Kindersterblichkeit 17,91 ‰ 15,64 ‰ 14,76 ‰
Eheschließungen 3.963 (5,7 ‰)
Fruchtbarkeitsrate (Kinder/Frau) 2,67 2,53 2,47
mittleres Alter (Jahre) 29,0 29,9 30,4
Lebenserwartung in Jahren: 1991 2003 2008 2010
insgesamt 59,9 73,98 74,92 75,40
Männer 58,1 71,52 72,41 72,87
Frauen 62,0 76,51 77,50 78,01
Die Zahl der Haushalte beträgt zur Zeit insgesamt knapp 120.000.
Haushalte 2001:
- Gesamtzahl 105.686
- Personen pro Haushalt 6,156
Volksgruppen
Die Bevölkerung Bahrains setzt sich aus verschiedenen ethnischen, religiösen und kulturellen Gruppen zusammen. Die größte Bevölkerungsgruppe bilden die Bahrana, arabischsprachige Schiiten, die als die ursprünglichen Bewohner der Inseln gelten. Zusammen mit den sunnitischen Arabern stellen sie den Großteil der bahrainischen Staatsbürger. Während in der Hauptstadt Manama eine besonders vielfältige Bevölkerungsstruktur vorherrscht, leben in vielen ländlichen Gebieten überwiegend einheimische Bahrainer.
Zu den sunnitischen Arabern zählen zahlreiche Familien, deren Vorfahren von der Arabischen Halbinsel nach Bahrain eingewandert sind. Insbesondere im Süden des Landes leben traditionell sunnitische Beduinen. Zu ihnen gehören Angehörige der Stämme der Utub, Dawasir, Al Nuaim und Al Mannai. Aus diesen Stämmen stammt auch die Herrscherfamilie Al Khalifa. Ebenfalls von der Arabischen Halbinsel stammen die sunnitischen Najdi, deren Vorfahren aus der Region Nadschd einwanderten und insbesondere durch den Perlenhandel wirtschaftlichen Einfluss erlangten.
Eine weitere Bevölkerungsgruppe sind die Howala, sunnitische Familien persisch-arabischer Herkunft. Ihre Vorfahren wanderten ursprünglich von Arabien an die persische Golfküste aus und kehrten später nach Bahrain zurück. Durch die Vermischung mit der lokalen Bevölkerung Persiens entwickelten sie eine eigene kulturelle Identität, die sowohl arabische als auch persische Einflüsse aufweist.
Zu den schiitischen Bevölkerungsgruppen gehören außerdem die Ajam, deren Vorfahren vor mehreren Jahrhunderten aus dem Iran nach Bahrain kamen. Viele Angehörige dieser Gemeinschaft leben traditionell in bestimmten Stadtvierteln von Manama sowie auf der Insel Muharraq. Sie sprechen häufig neben Arabisch auch Persisch und haben die kulturelle Entwicklung Bahrains mitgeprägt.
Neben den einheimischen Bevölkerungsgruppen lebt eine große Zahl ausländischer Arbeitskräfte im Land. Tatsächlich stellen Ausländer heute mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung Bahrains. Besonders stark vertreten sind Menschen aus Indien, Pakistan, Bangladesch, den Philippinen, Nepal und anderen asiatischen Staaten. Viele von ihnen arbeiten im Dienstleistungssektor, im Bauwesen, in der Industrie oder in der Ölwirtschaft. In Manama konzentriert sich ein großer Teil dieser ausländischen Bevölkerung.
Darüber hinaus gibt es kleinere Gemeinschaften aus Ostafrika sowie eine traditionsreiche jüdische Minderheit. Die bahrainischen Juden bilden zwar nur einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung, gelten jedoch als eine der ältesten jüdischen Gemeinschaften in den arabischen Golfstaaten. Trotz ihrer geringen Zahl sind sie im öffentlichen Leben sichtbar vertreten und genießen im Vergleich zu anderen islamischen Staaten eine vergleichsweise hohe gesellschaftliche Akzeptanz.
Bahrana
Die Bahrana sind die wichtigste und älteste dauerhaft ansässige arabischsprachige Gemeinschaft des Landes. Sie bilden vor allem die schiitische Mehrheit unter den bahrainischen Staatsbürgern und sind historisch tief mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes verbunden. Historisch lassen sich die Bahrana über viele Jahrhunderte auf den Inseln nachweisen. Ihre Wurzeln reichen vermutlich bis in die vorislamische bzw. frühislamische Zeit zurück, wobei sie sich über lange Zeit als sesshafte Bevölkerung in den landwirtschaftlich nutzbaren Gebieten Bahrains entwickelten. Im Gegensatz zu später eingewanderten Gruppen, insbesondere sunnitischen Stammesverbänden von der Arabischen Halbinsel, waren die Bahrana traditionell stark an das jeweilige Dorf- und Oasensystem gebunden.
Die Siedlungen der Bahrana liegen überwiegend außerhalb der heutigen urbanen Zentren, wobei viele Dörfer im nördlichen und zentralen Teil der Inseln angesiedelt sind. In der Hauptstadtregion Manama sind sie zwar ebenfalls vertreten, jedoch weniger dominant als in den ländlichen Gebieten. Diese räumliche Verteilung spiegelt historische Muster wider, in denen die Bahrana stärker mit Landwirtschaft, Fischerei und später auch mit dem Perlenfang verbunden waren, während sich städtische Handelszentren zunehmend diversifizierten.
Religiös gehören die Bahrana überwiegend dem schiitischen Islam an, insbesondere der Zwölfer-Schia. Diese religiöse Zugehörigkeit prägt bis heute ihre kulturelle Identität und unterscheidet sie deutlich von den sunnitischen Bevölkerungsgruppen, die im Zuge verschiedener Wanderungsbewegungen aus Zentral- und Ostarabien nach Bahrain kamen. Die religiöse Struktur des Landes ist daher eng mit der historischen Bevölkerungsentwicklung verbunden.
Sprachlich sprechen die Bahrana einen ausgeprägten bahrainischen arabischen Dialekt, der als einer der ältesten lokalen Dialektformen des Landes gilt. Dieser Dialekt weist teilweise Unterschiede zu den Dialekten der sunnitischen Zuwanderer auf, insbesondere im Wortschatz und in der Aussprache. Trotz dieser Unterschiede ist Arabisch insgesamt die verbindende Sprache, wobei moderne Standardarabischformen im Bildungs- und Verwaltungswesen verwendet werden.
Wirtschaftlich waren die Bahrana traditionell eng mit den natürlichen Ressourcen der Inseln verbunden. Vor der Entdeckung des Erdöls spielten Landwirtschaft – insbesondere Dattelpalmenanbau –, Fischerei und der Perlentauchersektor eine zentrale Rolle. Diese Tätigkeiten waren stark saisonal geprägt und bestimmten über Generationen hinweg die soziale Organisation vieler Bahrana-Gemeinschaften.
Im Zuge der Modernisierung Bahrains und des Aufstiegs des Ölsektors veränderte sich die wirtschaftliche Struktur des Landes grundlegend. Viele Bahrana fanden Beschäftigung im öffentlichen Dienst, in der Verwaltung oder im städtischen Sektor, während gleichzeitig der Anteil ausländischer Arbeitskräfte stark anstieg. Diese Entwicklungen führten zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen.
Sozial und politisch sind die Bahrana bis heute eine bedeutende Gruppe innerhalb der bahrainischen Gesellschaft. Als Teil der schiitischen Mehrheit unter den Staatsbürgern stehen sie im Zentrum vieler gesellschaftlicher Debatten über politische Repräsentation, wirtschaftliche Teilhabe und soziale Gleichstellung. Diese Fragen haben die moderne Geschichte Bahrains maßgeblich geprägt.
Howala
Die Howala stellen eine Gemeinschaft mit einer besonders komplexen Wanderungs- und Identitätsgeschichte dar. Historisch stammen die Howala ursprünglich von der Arabischen Halbinsel, insbesondere aus Regionen entlang der südlichen und östlichen Küste des Persischen Golfs. In früheren Jahrhunderten wanderten ihre Vorfahren jedoch nach Persien (Iran) aus, wo sie sich über längere Zeit niederließen. Dort kam es teilweise zu einer kulturellen und sozialen Vermischung mit der lokalen iranischen Bevölkerung. Im Zuge späterer Rückwanderungsbewegungen kehrten Teile dieser Gruppen wieder an die arabische Golfküste zurück, darunter auch nach Bahrain.
Diese Rückkehrbewegungen führten dazu, dass die Howala eine hybride kulturelle Identität entwickelten, die sowohl arabische als auch persische Einflüsse aufweist. Trotz dieser Einflüsse verstanden sich die Howala historisch überwiegend als Araber und integrierten sich in die arabisch geprägte Gesellschaft Bahrains, wobei sie gleichzeitig kulturelle Elemente aus dem persischen Raum bewahrten. Religiös sind die Howala heute - im Unterschied zu den ethnisch verwandten Ajam - überwiegend sunnitische Muslime.
In Bahrain ließen sich die Howala vor allem in städtischen und wirtschaftlich aktiven Regionen nieder. Besonders in der Hauptstadt Manama waren sie traditionell im Handel, in der Seefahrt und später auch im Perlenhandel tätig. Durch ihre wirtschaftliche Aktivität konnten viele Howala-Familien über Generationen hinweg eine stabile gesellschaftliche Stellung aufbauen.
Sprachlich sprechen die Howala heute überwiegend Arabisch, insbesondere bahrainische Dialektformen. Historische Kontakte zum Persischen haben jedoch in einigen Familien Spuren im Wortschatz und in kulturellen Ausdrucksformen hinterlassen. Dennoch ist Arabisch ihre dominante Alltagssprache, und sie sind vollständig in die arabische Gesellschaft Bahrains integriert.
Im sozialen Gefüge Bahrains gelten die Howala als gut integrierte und wirtschaftlich aktive Gruppe, die traditionell zwischen verschiedenen kulturellen Räumen vermittelt hat. Ihre Geschichte spiegelt die Rolle Bahrains als Handels- und Begegnungsraum zwischen Arabien, Persien und dem weiteren Indischen Ozean wider.
Ajam
Die Ajam sind eine schiitische Bevölkerungsgruppe in Bahrain mit persischen Wurzeln und spielen seit mehreren Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Landes. Der Begriff „Ajam“ wird im arabischen Sprachraum traditionell für persischsprachige bzw. iranischstämmige Bevölkerungsgruppen verwendet.
Historisch stammen die Ajam von Einwanderern aus dem Iran, die in mehreren Migrationswellen nach Bahrain kamen, insbesondere ab dem 16. Jahrhundert und verstärkt in den folgenden Jahrhunderten. Diese Zuwanderung stand häufig im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Möglichkeiten im Handel, im Handwerk und im maritimen Wirtschaftsraum des Persischen Golfs. Viele dieser Einwanderer ließen sich dauerhaft in Bahrain nieder und wurden Teil der lokalen Gesellschaft, behielten jedoch kulturelle und sprachliche Elemente ihrer Herkunft bei.
Die Ajam sind überwiegend schiitische Muslime, was sie religiös mit der ebenfalls schiitischen Bahrana-Bevölkerung verbindet, obwohl sie sich historisch und kulturell deutlich von dieser unterscheiden. Während die Bahrana als arabischsprachige Urbevölkerung gelten, sind die Ajam vor allem durch ihre persische Herkunft und kulturelle Prägung charakterisiert.
In Bahrain leben die Ajam traditionell vor allem in städtischen Gebieten, insbesondere in Teilen der Hauptstadt Manama sowie auf der Insel Muharraq. Innerhalb dieser urbanen Räume bildeten sich über lange Zeit eigene Viertel und Gemeinschaftsstrukturen heraus, in denen kulturelle Traditionen bewahrt wurden.
Sprachlich spielten die Ajam ursprünglich eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Persischen (Farsi) in Bahrain. Viele Familien verwendeten Persisch im familiären und religiösen Kontext, während Arabisch im öffentlichen Leben zunehmend dominant wurde. Heute sind die meisten Ajam zweisprachig oder vollständig arabisiert, wobei arabische Dialekte im Alltag überwiegen.
Kulturell haben die Ajam verschiedene Traditionen aus dem iranischen Raum bewahrt, insbesondere in Bereichen wie religiösen Bräuchen, Festen und kulinarischen Gewohnheiten. Gleichzeitig sind sie stark in die bahrainische Gesellschaft integriert und nehmen aktiv am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil. Im wirtschaftlichen Bereich waren die Ajam traditionell im Handel, im Kleinunternehmertum und in maritimen Berufen tätig. Viele Familien konnten sich im Zuge der Modernisierung Bahrains auch in Verwaltung, Bildung und anderen städtischen Berufsfeldern etablieren.
Najdi
Die Najdi sind eine sunnitische Bevölkerungsgruppe, deren historische Herkunft in der Region Nadschd im zentralen Arabien liegt, also im heutigen Saudi-Arabien. Sie gehören zu den arabischen Zuwanderergruppen, die im Laufe der Zeit in mehreren Migrationsbewegungen auf die Inseln Bahrains kamen und sich dort dauerhaft niederließen.
Historisch wanderten die Najdi vor allem in Zeiten wirtschaftlicher und sozialer Umbrüche in die Golfregion aus, häufig im Zusammenhang mit Handel, Arbeitsmöglichkeiten und der Ausweitung regionaler Wirtschaftsbeziehungen. In Bahrain spielten sie besonders im Zeitraum des traditionellen Perlenhandels eine wichtige Rolle, da viele von ihnen als Arbeiter, Händler oder Vermittler im maritimen Wirtschaftsraum tätig waren.
Religiös gehören die Najdi überwiegend dem sunnitischen Islam an. Damit zählen sie zu den sunnitischen Bevölkerungsgruppen Bahrains, die sich neben den schiitischen Gemeinschaften in die gesellschaftliche Struktur des Landes einfügen. Innerhalb der sunnitischen Bevölkerung unterscheiden sie sich historisch von anderen Gruppen wie den Howala oder den lokalen Beduinenstämmen durch ihre spezifische Herkunft aus Zentralarabien.
In Bahrain leben die Najdi traditionell vor allem in städtischen und wirtschaftlich geprägten Gebieten, insbesondere in und um die Hauptstadt Manama. Dort waren sie häufig im Handel, im Gewerbe und im Perlenhandel tätig, wodurch sie wirtschaftlich an Bedeutung gewannen. Einige Familien konnten sich dadurch langfristig in der städtischen Gesellschaft etablieren.
Sprachlich sprechen die Najdi heute überwiegend arabische Dialekte, die sich aus den zentralarabischen Dialekten ihrer Herkunftsregion entwickelt haben. Im Laufe der Zeit wurden diese jedoch stark durch die bahrainischen Dialekte beeinflusst, sodass heute meist eine Anpassung an die lokale Sprachlandschaft stattgefunden hat.
Kulturell bewahren die Najdi teilweise Traditionen aus der Region Nadschd, insbesondere in Bezug auf soziale Strukturen, Familienverbände und bestimmte kulturelle Bräuche. Gleichzeitig sind sie jedoch weitgehend in die bahrainische Gesellschaft integriert und haben sich mit anderen sunnitischen Gruppen im Land vermischt. Im gesellschaftlichen Kontext zählen die Najdi zu den verschiedenen sunnitischen Gruppen, die zusammen mit anderen arabischen Zuwandererfamilien und Stämmen die sunnitische Gemeinschaft Bahrains bilden. Diese spielt eine wichtige Rolle im staatlichen und administrativen Bereich des Landes.
Sprachen
Die Amtssprache Bahrains ist Arabisch. Sie wird von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung gesprochen und dient als Sprache der Verwaltung, Gesetzgebung, Bildung sowie der offiziellen Medien. Im Alltag wird vor allem der bahrainische arabische Dialekt verwendet, der sich in Aussprache und Wortschatz teilweise vom Hocharabischen unterscheidet. Für offizielle Dokumente, Gesetze, Zeitungen und den Schulunterricht wird hingegen Modernes Hocharabisch verwendet.
Aufgrund der ethnischen Vielfalt und des hohen Anteils ausländischer Arbeitskräfte spielt Englisch eine bedeutende Rolle im öffentlichen Leben. Es ist die wichtigste Fremdsprache des Landes und wird in Wirtschaft, Handel, Tourismus, Hochschulbildung und internationalen Beziehungen häufig genutzt. Viele Behördendokumente, Straßenschilder, Speisekarten und öffentliche Informationen sind sowohl auf Arabisch als auch auf Englisch verfügbar.
Daneben werden durch die verschiedenen Einwanderergruppen zahlreiche weitere Sprachen gesprochen. Besonders verbreitet sind Hindi, Urdu, Bengali, Malayalam, Tamil und Punjabi, die von Arbeitsmigranten aus Indien, Pakistan und Bangladesch genutzt werden. Auch Tagalog, die wichtigste Sprache der Philippinen, ist in Bahrain weit verbreitet. Darüber hinaus werden Nepali, Singhalesisch und verschiedene afrikanische Sprachen innerhalb der jeweiligen Gemeinschaften gesprochen.
Die persischstämmige Bevölkerungsgruppe der Ajam verwendet teilweise weiterhin Persisch (Farsi), insbesondere im familiären und kulturellen Umfeld. Auch einige Angehörige der Howala pflegen sprachliche und kulturelle Traditionen, die auf ihre historischen Verbindungen zur persischen Golfküste zurückgehen.
Sprachen von Bahrain (nach ethnologue):
- Arabisch, Bahrainisch [abv] 300.000 in Bahrain (1995). Gesamtsprecherzahl: 310.000. Auch im Oman. Alternativbezeichnungen: Baharna, Baharnah, Bahraini Shi’ite Arabic. Einordnung: Afro-Asiatic, Semitic, Central, South, Arabic
- Arabisch, Gulf Spoken [afb] 100.000 in Bahrain (1995). Alternativbezeichnungen: Gulf Arabic, Khaliji. Dialects: Bahraini Gulf Arabic. Einordnung: Afro-Asiatic, Semitic, Central, South, Arabic
- Arabisch, Standard [arb] Middle East, North Africa. Einordnung: Afro-Asiatic, Semitic, Central, South, Arabic
Bahrainisch
Der lokale arabische Dialekt, das Bahrani, wird vor allem von der Landbevölkerung Bahrains und der benachbarten saudi-arabischen Region Qatif gesprochen, insgesamt von etwa 730.000 Menschen. Es handelt sich dabei um die Sprache der Baharna, einer vorwiegend schiitischen Bevölkerungsgruppe, die als eine der ältesten ansässigen Gemeinschaften in der Region gilt. In Bahrain selbst ist das Bahrani typisch für die ländlichen Dörfer und einige Viertel der Hauptstadt Manama, während es in den urbanen und sunnitisch geprägten Teilen des Landes stärker vom Golf-Arabisch beeinflusst wird, das mit der Ankunft verschiedener Stämme seit dem späten 18. Jahrhundert an Bedeutung gewann. Das Bahrani gehört zur Gruppe der peninsulären arabischen Dialekte, unterscheidet sich jedoch deutlich von anderen Varianten durch seine konservativen Züge und vielfältigen historischen Einflüsse.
Abgesehen von einem beduinischen Einschlag, der sich in manchen phonetischen und lexikalischen Merkmalen zeigt, treten die Unterschiede zum Hocharabischen vor allem im Wortgebrauch, in der Aussprache und in der Grammatik zutage. Charakteristisch sind zum Beispiel Veränderungen wie die Umwandlung des klassischen q in g, sodass aus qamar „Mond“ gamar wird, oder die Aussprache von k als ch in bestimmten Positionen. In manchen Dörfern wird auch das j zu y verschoben. Diese Eigenheiten machen das Bahrani für Sprecher anderer arabischer Dialekte teilweise herausfordernd, obwohl eine grundlegende Verständigung meist möglich bleibt. Historisch wurde das Bahrani stark von alten semitischen Sprachen wie dem Aramäischen, Syrischen und Akkadischen geprägt, was auf die lange Siedlungsgeschichte der Baharna in Ost-Arabien zurückgeht. Spätere Einflüsse kamen durch den Handel und kulturelle Kontakte hinzu, darunter Persisch, Türkisch und vor allem Hindi beziehungsweise Urdu sowie Englisch.
Das Bahrani hat viele Fremdwörter aufgenommen, die den Alltagswortschatz bereichern und die Geschichte der Region als Handels- und Ölzentrum widerspiegeln. Sōmān etwa bedeutet wie im Hindi oder Urdu „Ausrüstung“ oder „Güter“, während lētar aus dem Englischen lighter für „Feuerzeug“ oder „heller“ steht. Wīl leitet sich von wheel ab und bezeichnet ein „Rad“, tēm von time steht für „Zeit“ und fanari bezieht sich auf eine „Ölraffinerie“. Weitere Beispiele sind bānka für „Deckenventilator“ aus dem Hindi, jooti für „Schuh“, dareesha für „Fenster“ aus dem Persischen oder dowshag für „Matratze“. Solche Lehnwörter sind besonders in Bereichen wie Technik, Haushalt, Handel und modernem Leben verbreitet und verleihen dem Dialekt eine lebendige, kosmopolitische Note. Trotz dieser Einflüsse bleibt das Bahrani tief in der arabischen Sprachfamilie verwurzelt und dient als wichtiges Identitätsmerkmal für die Baharna-Gemeinschaft.
Religion
Der Islam ist die Staatsreligion und prägt die Kultur, die Gesetzgebung sowie viele gesellschaftliche Traditionen des Landes. Die Verfassung garantiert grundsätzlich die Religionsfreiheit und erlaubt die Ausübung verschiedener Glaubensrichtungen, solange diese die öffentliche Ordnung nicht beeinträchtigen.
Die Mehrheit der bahrainischen Staatsbürger ist muslimisch. Innerhalb des Islams bilden die Schiiten die größte religiöse Gruppe unter den einheimischen Bahrainern, während die Herrscherfamilie Al Khalifa sowie ein großer Teil der politischen und wirtschaftlichen Elite dem sunnitischen Islam angehören. Das Verhältnis zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und der sunnitischen Führung hat die politische Entwicklung des Landes über viele Jahrzehnte geprägt und war wiederholt Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Spannungen.
Neben den muslimischen Gemeinschaften existieren verschiedene religiöse Minderheiten. Durch die lange Geschichte Bahrains als Handelszentrum am Persischen Golf konnten sich christliche, hinduistische, buddhistische und andere Glaubensgemeinschaften etablieren. Besonders die zahlreichen Arbeitsmigranten aus Südasien haben zur religiösen Vielfalt des Landes beigetragen. Es gibt mehrere christliche Kirchen verschiedener Konfessionen sowie hinduistische Tempel und andere religiöse Einrichtungen.
Eine kleine, aber historisch bedeutende Minderheit bilden die bahrainischen Juden. Die jüdische Gemeinschaft besteht seit vielen Generationen und gehört zu den ältesten im arabischen Raum. Trotz ihrer geringen Größe ist sie gesellschaftlich anerkannt und konnte über die Jahre ihre religiösen Traditionen bewahren. Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Gemeinschaft unter anderem durch die jüdische Diplomatin Houda Nonoo, die als Botschafterin Bahrains in den Vereinigten Staaten tätig war.
Die Schari'a ist laut Verfassung eine der Hauptquellen der Gesetzgebung und spielt insbesondere im Familien-, Ehe-, Erb- und Personenstandsrecht eine wichtige Rolle. Gleichzeitig weist das bahrainische Rechtssystem auch Einflüsse westlicher Rechtsordnungen auf, insbesondere in zivil- und wirtschaftsrechtlichen Bereichen.
Religionsbekenntnisse 2001:
- Sunniten 376.050 (57,80 %)
- Schiiten 159.465 (24,51 %)
- Bahai 1.430 (0,22 %)
- Christen 67.400 (10,36 %)
- Hindus 40.663 (6,25 %)
- Buddhisten 4.490 (0,69 %)
- Juden 650 (0,10 %)
- sonstige und Bekenntnislose 456 (0,07 %)
Schiismus
Die Schiiten bilden die größte religiöse Gemeinschaft unter den einheimischen Bürgern des Landes und prägen die demografische und kulturelle Landschaft der Insel seit Jahrhunderten. Schätzungen gehen davon aus, dass Schiiten unter den bahrainischen Staatsbürgern etwa 55 bis 65 Prozent ausmachen, während offizielle Angaben oft niedrigere Werte nennen und die sunnitische Bevölkerung als Mehrheit darstellen. Unter Berücksichtigung der großen Zahl ausländischer Arbeitsmigranten sinkt der schiitische Anteil an der Gesamtbevölkerung (rund 1,5 bis 1,7 Millionen Menschen), bleibt aber bei den Einheimischen dominant. Die schiitische Bevölkerung Bahrains besteht vor allem aus den Baharna, den indigenen arabischen Schiiten, die als eine der ältesten ansässigen Gruppen in Ost-Arabien gelten, sowie kleineren Gruppen persischstämmiger Schiiten (Ajam).
Die Geschichte der Schiiten in Bahrain reicht bis in die Frühzeit des Islams zurück. Bereits im 7. Jahrhundert nach der islamischen Eroberung gab es schiitische Einflüsse, und im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Bahrain zu einem wichtigen Zentrum schiitischer Gelehrsamkeit, insbesondere unter den Abbasiden und späteren Dynastien. Die Baharna pflegen eine tiefe Verwurzelung in der Zwölfer-Schia und bewahrten über die Epochen hinweg ihre religiöse und kulturelle Identität, auch unter wechselnden Herrschaften. 1783 eroberten die sunnitischen Al Khalifa aus der arabischen Halbinsel das Land und etablierten eine Herrschaft, die bis heute besteht. Seitdem leben die Schiiten als Mehrheit unter einer sunnitischen Monarchie, was immer wieder zu Spannungen führte.
Trotz ihrer demografischen Stärke sind die Schiiten in vielen Bereichen politisch und gesellschaftlich marginalisiert. Sie sind weitgehend von Schlüsselpositionen in Armee, Polizei, Geheimdiensten und höheren Staatsämtern ausgeschlossen. Viele Schiiten berichten von Diskriminierung bei der Vergabe von Arbeitsplätzen, Wohnraum und Bildungschancen. Die Proteste des Arabischen Frühlings 2011, die maßgeblich von schiitischen Oppositionellen getragen wurden, forderten mehr Demokratie und Gleichberechtigung. Die Regierung schlug die Unruhen mit Unterstützung saudischer Truppen nieder, was zu zahlreichen Toten, Verhaftungen und einer weiteren Verhärtung der Fronten führte. Oppositionelle Gruppen wie Al-Wefaq wurden aufgelöst, schiitische Geistliche und Aktivisten verfolgt und viele ins Exil gezwungen.
Dennoch bleibt die schiitische Gemeinschaft lebendig und kulturell einflussreich. In Dörfern und bestimmten Stadtvierteln Manamas und Muharraqs dominieren schiitische Traditionen, religiöse Versammlungen (Majalis) und das Ashura-Fest, das mit großen Prozessionen begangen wird. Viele Schiiten arbeiten in Handel, Landwirtschaft, Bildung und im privaten Sektor und tragen wesentlich zur Wirtschaft des Landes bei. In den letzten Jahren hat es vereinzelte Schritte zur Entspannung gegeben, etwa durch begrenzte Reformen oder interreligiöse Initiativen, doch grundlegende strukturelle Ungleichheiten bestehen fort. Die Regierung betont die nationale Einheit, während schiitische Aktivisten weiterhin mehr Teilhabe einfordern.
Die Schiiten Bahrains stehen zudem im Spannungsfeld regionaler Konflikte. Ihre Nähe zu schiitischen Gemeinschaften im benachbarten Saudi-Arabien (Qatif) und historische kulturelle Verbindungen zum Iran werden von der sunnitischen Führung und ihren Verbündeten oft mit Misstrauen betrachtet.
Sunnismus
Die sunnitische Gemeinschaft in Bahrain ist ethnisch nicht einheitlich, sondern setzt sich aus verschiedenen historischen und zugewanderten Gruppen zusammen. Dazu gehören insbesondere arabische Stammesgruppen, die im Laufe der Jahrhunderte von der Arabischen Halbinsel eingewandert sind. Viele dieser Familien leben traditionell im Süden des Landes und in Teilen der Hauptstadtregion Manama. Zu den bekannten sunnitischen Stämmen zählen unter anderem die Utub, Dawasir, Al Nuaim und Al Mannai, von denen auch Teile der politischen Elite des Landes abstammen, einschließlich der herrschenden Familie Al Khalifa.
Neben diesen beduinisch-arabischen Gruppen gibt es die sogenannten Najdi-Sunniten, deren Vorfahren aus der Region Nadschd im heutigen Saudi-Arabien stammen. Sie kamen historisch häufig als Händler oder Perlenfischer nach Bahrain und konnten insbesondere in der Zeit des Perlenhandels wirtschaftlichen Einfluss gewinnen.
Eine weitere sunnitische Gruppe sind die Howala, die eine besondere historische Entwicklung aufweisen. Ihre Vorfahren wanderten ursprünglich von der Arabischen Halbinsel in den Iran aus, vermischten sich dort teilweise mit der lokalen Bevölkerung und kehrten später wieder an die arabische Golfküste zurück. Dadurch vereinen sie kulturelle Einflüsse sowohl aus der arabischen als auch aus der persischen Welt.
Im gesellschaftlichen Leben Bahrains nehmen Sunniten eine wichtige Stellung ein, insbesondere in staatlichen Institutionen, Verwaltung, Sicherheitsorganen und Teilen der Wirtschaft. Die politische Führung des Landes ist überwiegend sunnitisch geprägt, während die Mehrheit der einheimischen Bevölkerung schiitisch ist. Dieses Verhältnis hat die politische und soziale Dynamik Bahrains über lange Zeit beeinflusst.
Judentum
Talmudische Quellen und arabische Berichte erwähnen bereits in frühen Zeiten jüdische Präsenz in der Region, unter anderem in Hajar, der alten Hauptstadt Bahrains. Im 12. Jahrhundert berichtete der jüdische Reisende Benjamin von Tudela von Hunderten Juden in Qays und Tausenden in benachbarten Gebieten wie Al-Qatif, die vor allem in der Perlenfischerei tätig waren. Die moderne jüdische Gemeinde Bahrains entstand jedoch vor allem im späten 19. Jahrhundert, als jüdische Händler und Familien hauptsächlich aus dem Irak, aber auch aus Iran und Indien einwanderten. Sie suchten bessere wirtschaftliche Chancen in dem aufstrebenden Handelszentrum zwischen Europa und Indien und ließen sich vorwiegend in Manama nieder. Viele von ihnen arbeiteten zunächst im Textil- und Handelssektor und trugen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei.
In ihrer Blütezeit in den 1920er bis 1940er Jahren zählte die Gemeinde bis zu etwa 1.500 Mitglieder. 1935 wurde mit Unterstützung eines jüdischen Spenders die Synagoge „House of the Ten Commandments“ in Manama errichtet, die bis heute die einzige Synagoge im Golfraum bleibt. Die Juden Bahrains sprachen einen jüdischen Dialekt des irakischen Arabisch und integrierten sich weitgehend in die bahrainische Gesellschaft, wobei sie als Teil der lokalen Vielfalt galten. Dennoch kam es mit der Gründung des Staates Israel 1948 zu antisemitischen Unruhen, bei denen die Synagoge beschädigt oder zerstört wurde, ein Jude getötet und mehrere verletzt. Viele Juden verließen daraufhin das Land und wanderten vor allem nach Israel, England oder in andere Länder aus. Weitere Auswanderungswellen folgten nach dem Sechstagekrieg 1967.
Heute ist die jüdische Gemeinde Bahrains eine der kleinsten der Welt und umfasst schätzungsweise 30 bis 50 Personen aus nur wenigen Familien, die vorwiegend in Manama leben. Trotz ihrer geringen Größe wird sie als integraler Bestandteil der bahrainischen Gesellschaft geschätzt und genießt offizielle Anerkennung. Die renovierte Synagoge dient wieder als Ort für Gebete und Feiern, wobei Gottesdienste nach jahrzehntelanger privater Praxis seit 2021 wieder öffentlich abgehalten werden. Die Gemeinde unterhält außerdem einen jüdischen Friedhof, der als Zeugnis der langen Präsenz und als Symbol kultureller Vielfalt gepflegt wird. Viele jüngere Mitglieder leben und arbeiten inzwischen im Ausland, was die Zukunft der Gemeinde herausfordert.
Die Juden Bahrains sind überwiegend sephardischer Herkunft und pflegen traditionelle religiöse und kulturelle Praktiken, wenngleich es keinen festen Rabbiner gibt und die Gemeinde oft auf Unterstützung von außen angewiesen ist. Mit den Abraham Accords und der Normalisierung der Beziehungen zu Israel 2020 hat sich die Lage weiter verbessert: Jüdisches Leben wird offener gelebt, und Vertreter der Gemeinde wie Ebrahim Dawood Nonoo engagieren sich in Politik, Wirtschaft und interreligiösem Dialog.
Christentum
Archäologische Ausgrabungen in Samahij auf der Insel Muharraq haben in den letzten Jahren die ersten physischen Belege für eine christliche Gemeinschaft im 4. bis 8. Jahrhundert freigelegt – darunter ein größeres Gebäude, das wahrscheinlich zur nestorianischen Kirche des Ostens gehörte. Diese antike Präsenz verschwand weitgehend mit der Ausbreitung des Islams im 7. Jahrhundert, doch Spuren in Ortsnamen und historischen Quellen deuten auf eine einst blühende christliche Kultur in der Region hin. Die moderne christliche Gemeinde Bahrains entstand vor allem im 19. und 20. Jahrhundert durch Zuwanderung, zunächst durch die Tätigkeit christlicher Missionare wie der Arabian Mission der Reformierten Kirche Amerikas und später durch Arbeitsmigranten aus verschiedenen Ländern.
Heute stellen Christen etwa 12 bis 14,5 Prozent der Gesamtbevölkerung Bahrains, was bei rund 1,5 Millionen Einwohnern ungefähr 180.000 bis 200.000 Personen entspricht. Die überwiegende Mehrheit davon sind Ausländer, vor allem aus den Philippinen, Indien, Sri Lanka, Pakistan, dem Libanon, Syrien, Jordanien und dem Irak. Nur etwa 1.000 Christen besitzen die bahrainische Staatsbürgerschaft; darunter befinden sich einige alteingesessene Familien arabischer Herkunft, meist griechisch-orthodoxer Prägung, die schon vor der Gründung des modernen Staates im Land lebten. Die katholische Kirche bildet mit rund 80.000 bis 140.000 Gläubigen die größte christliche Konfession, gefolgt von verschiedenen orthodoxen, evangelischen und protestantischen Gruppen wie der Anglikanischen Kirche, der Syrisch-Orthodoxen, Koptisch-Orthodoxen, Mar-Thoma- und National Evangelical Church.
Bahrain gilt im Vergleich zu anderen Golfstaaten als relativ tolerant gegenüber christlichem Leben. Die Verfassung gewährt Religionsfreiheit, solange keine Proselytenmacherei unter Muslimen betrieben wird. Es gibt rund 16 registrierte Kirchen und zahlreiche weitere Gottesdienststätten, vor allem in und um Manama. Ein besonderes Zeichen der Offenheit war die Einweihung der Kathedrale „Unsere Liebe Frau von Arabien“ im Jahr 2021 in Awali – die größte katholische Kirche auf der Arabischen Halbinsel, die Platz für über 2.000 Gläubige bietet und auf Land errichtet wurde, das der König persönlich zur Verfügung gestellt hatte. Daneben existiert seit 1939 die Sacred Heart Church (Herz-Jesu-Kirche) in Manama, die als eine der ältesten modernen christlichen Stätten im Land gilt. Christliche Feiertage werden von vielen Arbeitgebern respektiert, und es gibt Möglichkeiten für interreligiösen Dialog.
Trotz dieser Freiheiten bleiben Einschränkungen bestehen: Öffentliche Missionierung gegenüber Muslimen ist verboten, und das persönliche Glaubensleben indigener Bahrainer, die zum Christentum konvertieren, kann gesellschaftlich und rechtlich kompliziert sein. Die christlichen Gemeinden konzentrieren sich daher stark auf die Betreuung der großen Zahl an Gastarbeitern, die oft in eigenen Compounds leben und arbeiten.
Siedlungen
Die Bevölkerung Bahrains konzentriert sich um die Hauptstadt Manama. Die Einwohnerzahlen der Bezirke entwickelten sich wie folgt:
| Name | Z 1965 | Z 1971 | Z 1981 | Z 1991 | Z 2001 | B 2008 | B 2010 | |
| Al-Gharbīyah (Western) | … | 8 700 | 14 503 | 22 034 | 26 149 | 27 900 | 30 395 | 31 281 |
| Al-Hadd | … | 5 300 | 7 111 | 8 610 | 11 637 | 12 797 | 14 337 | 15 064 |
| Al-Manāmah | 79 200 | 89 400 | 121 986 | 136 999 | 153 395 | 157 370 | 166 921 | 5 803 |
| Al-Muharraq | 41 100 | 44 300 | 61 853 | 74 245 | 91 939 | 98 118 | 107 339 | 110 964 |
| Al-Wustā (Central) | … | 6 700 | 16 776 | 34 304 | 49 969 | 57 878 | 67 074 | 71 936 |
| Ar-Rifā' | 12 000 | 12 600 | 28 150 | 49 752 | 79 985 | 94 763 | 112 060 | 121 954 |
| Ash-Shamālīyah (Northern) | … | 10 600 | 22 117 | 33 763 | 43 691 | 47 957 | 53 459 | 55 904 |
| Ash-Sharqīyah (mit Hawar) | … | … | 341 | 3 242 | 3 875 | 4 641 | 5 431 | 40 810 |
| Hammād | … | … | … | 29 055 | 52 718 | 55 301 | 40 408 | 61 275 |
| Jidd Hafs | 15 800 | 19 500 | 33 693 | 44 769 | 52 450 | 65 466 | 59 796 | 89 351 |
| Madīnat 'Īsā | … | 7 500 | 21 275 | 34 509 | 36 833 | 38 090 | 80 206 | 168 953 |
| Sitrah | … | 11 300 | 22 993 | 36 755 | 43 910 | 47 076 | 51 447 | 53 049 |
| Bahrain | 143 814 | 215 800 | 351 000 | 508 037 | 650 604 | 707 357 | 788 873 | 826 344 |
Die Bevölkerungszahlen der größeren Ortschaften entwickelte sich im letzten Jahrhundert wie folgt:
| Stadt | S 1896 | Z 1931 | Z 1959 | Z 1965 | Z 1971 | S 1978 | S 1987 |
| Al Hadd | 7 000 | 4 400 | 5 200 | 5 300 | 7 000 | ||
| Jidhafs | 11 000 | 33 700 | |||||
| Madinat 'Isa | 7 500 | 10 000 | |||||
| Manama | 25 000 | 25 000 | 61 800 | 79 100 | 89 100 | 114 000 | 122 000 |
| Muharraq | 22 000 | 20 000 | 32 300 | 34 400 | 37 600 | 48 000 | 61 600 |
| Rifa | 6 600 | 9 400 | 11 000 | 14 000 | 28 200 |
| Stadt | Adm. | arabischer Name | Z 1981 | Z 1991 | Z 2001 |
| Al-Budayyi' - Ad-Dirāz | SHM | البديع - الدراز | 12.318 | 25.131 | 30.702 |
| Al-Ḥadd [Al-Hidd] | MRQ | الحد | 7.111 | 8.610 | 11.637 |
| 'Ālī [A'ali] | SHM | عالي | 10.220 | 31.399 | 47.529 |
| Al-Mālikīyah - Karzakkān | SHM | المالكية - كرزكان | 6.367 | 14.334 | 13.658 |
| Al-Manāmah [Manama] | MNM | المنامة | 115.054 | 127.578 | 143.035 |
| Al-Muḥarraq | MRQ | المحرق | 57.688 | 73.760 | 91.307 |
| Ar-Rifā' (incl. 'Awālī) [Riffa] | JBY | الرفاع | 22.408 | 49.510 | 79.550 |
| Jidd Ḥafṣ [Dschidhafs] | MNM | جدحفص | 20.783 | 29.215 | 30.099 |
| Madīnat Ḥamād | SHM | مدينة حمد | ... | 29.055 | 52.718 |
| Madīnat 'Īsā | JBY | مدينة عيسى | 21.275 | 34.509 | 36.833 |
| Sitrah (Marqūbān & Al-Ma'āmīr) [Sitra] | MNM | سترة | 9.618 | 26.235 | 34.3 |
Die mit Abstand größte Agglomeration in Bahrain ist Manama mit einer Einwohnerzahl von 627.946 im Januar 2005. Damit leben 89,89 % der Menschen des Landes in der Hauptstadtregion. Im eigentlichen Stadtbereich von Manama lebten 2001 insgesamt 21,98 % der Bevölkerung Bahrains, im Jahr 2006 waren es 21,88 %.
Manama liegt im Norden der Insel, unmittelbar am Persischen Golf. Da die in einem Radius von rund 15 km an das enge Stadtgebiet Manamas angrenzenden selbständigen Städte und Großgemeinden al-Busaitin, Arad, as-Sif, al-Dschufair, Salmabad, Madinat Isa, ar-Rifa und Sitra in enger siedlungsgeographischer Beziehung zu Manama stehen, kann der schnell wachsende Siedlungsraum Manama bereits mit einer Bevölkerung von mehr als 500.000 Einwohnern veranschlagt werden. Manama wurde in islamischen Chroniken erstmals 1345 erwähnt. 1521 wurde die Stadt von portugiesischen Seefahrern eingenommen, 1602 von Persien. Seit 1783 herrscht mit kurzen Unterbrechungen die Al-Chalifa-Dynastie. Manama wurde 1958 zum Freihafen erklärt. 1971 wurde die Stadt zur Hauptstadt des unabhängigen Bahrain.
Die wirtschaftliche Basis der Stadt wird von den Banken dominiert. Über 400 Institute sind im Manama Distrikt eingetragen. Immer weitere Hochhäuser werden für Bankenbüros gebaut, wie der Bahrain Financial Harbour oder das World Trade Center. Außerdem existiert eine aufstrebende Textilindustrie. Weiterhin ist der Tourismus mit sieben Millionen Besuchern - überwiegend aus dem arabischen Raum - stark wachsend und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In den letzten Jahren entstanden viele neue Malls (Al Ali, Seef, Bahrain, Marina) im Gebiet und in der Umgebung von Manama. Die größte soll die City Mall werden, mit der Fertigstellung wird 2008 gerechnet. Manama zeichnet durch seine vitale und typisch arabische Altstadt aus, der Suq ist noch nicht touristisch verschandelt.
1986 wurde in Manama die Universität Bahrain gegründet. Daneben gibt es unzählige Filialen ausländischer Universitäten in Manama. Im Norden von Manama befindet sich auf der Insel al-Muharraq der Internationale Flughafen Bahrain. An der Ostküste wurde ab 2007 der künstliche Hafen Hidd Port weit ins Meer hinaus gebaut. Er wird vor allem dem Containerumschlag dienen und mit riesigen Stellflächen einer der leistungsfähigsten am Persischen Golf sein.
Verkehr
Bis 1986 war Bahrain nur mit Schiff und Flugzeug erreichbar. Seitdem besteht eine Straßenverbindung über das Meer nach Saudi-Arabien (King Fahd Causeway), die jährlich von bis zu 3 Millionen Fahrzeugen genutzt wird. Eine weitere Verbindung nach Katar, die Qatar-Bahrain Friendship Bridge, ist geplant. Der größte Flughafen des Staates ist der Internationale Flughafen Bahrain auf der Insel al-Muharraq.
Straßenverkehr
Bahrain verfügt über ein gut ausgebautes und modernes Straßennetz, das die wichtigsten Städte, Industriegebiete und Häfen miteinander verbindet. Der Straßenverkehr stellt das wichtigste Verkehrsmittel des Landes dar, da Bahrain über kein nationales Eisenbahnnetz verfügt. Die meisten Personen- und Gütertransporte erfolgen daher auf der Straße.
Im Jahr 2002 umfasste das Straßennetz insgesamt 3.261 Kilometer, von denen etwa 2.531 Kilometer asphaltiert waren. Seitdem wurde die Verkehrsinfrastruktur kontinuierlich erweitert und modernisiert, um dem starken Bevölkerungswachstum und dem zunehmenden Fahrzeugverkehr gerecht zu werden. Insbesondere in der Hauptstadt Manama und den umliegenden Ballungsräumen existieren mehrspurige Schnellstraßen und moderne Verkehrsverbindungen.
Von besonderer Bedeutung ist der King Fahd Causeway, eine rund 25 Kilometer lange Kombination aus Brücken und Dämmen, die Bahrain mit dem saudi-arabischen Festland verbindet. Die Verbindung beginnt bei Al Jasra in Bahrain und endet bei Al Khobar in Saudi-Arabien. Der Causeway wurde am 26. November 1986 offiziell eröffnet und stellt seitdem die einzige feste Landverbindung Bahrains zu einem anderen Staat dar. Er dient nicht nur dem Personenverkehr, sondern ist auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Handel, Tourismus und den Warenverkehr zwischen beiden Ländern.
Der Straßenverkehr erfolgt wie in den meisten Nachbarstaaten auf der rechten Fahrbahnseite. Bahrain stellte bereits 1967 vom Links- auf den Rechtsverkehr um, um sich an die Verkehrsregelungen der umliegenden Staaten anzupassen und die spätere Verbindung mit Saudi-Arabien zu erleichtern.
Das Busnetz wird von der staatlichen Verkehrsgesellschaft betrieben und verbindet die wichtigsten Städte, Wohngebiete, Industriezentren sowie Teile der ländlicheren Regionen miteinander. Der Busverkehr konzentriert sich vor allem auf die Hauptinsel, insbesondere auf die Hauptstadt Manama, die als zentraler Knotenpunkt des Netzes dient. Von dort aus führen mehrere Linien in andere wichtige Städte wie Muharraq, Riffa oder Isa Town sowie zu wirtschaftlich bedeutenden Gebieten. Auch der internationale Flughafen Bahrain sowie größere Einkaufs- und Industriegebiete sind in das Liniennetz eingebunden.
Das System wurde in den letzten Jahrzehnten modernisiert und ausgebaut, um eine bessere Alternative zum stark ausgeprägten Autoverkehr zu bieten. Die Busse sind klimatisiert und relativ günstig, was sie insbesondere für Arbeitsmigranten und Personen ohne eigenes Fahrzeug attraktiv macht. Dennoch wird der öffentliche Verkehr im Vergleich zum Individualverkehr weiterhin weniger genutzt, was unter anderem an der hohen Motorisierungsrate und der weit verbreiteten Nutzung von Taxis und privaten Fahrzeugen liegt.
In den letzten Jahren wurden Maßnahmen ergriffen, um den öffentlichen Verkehr attraktiver zu gestalten, darunter die Einführung neuer Linien, verbesserter Fahrpläne und modernerer Fahrzeuge. Ziel ist es, die Verkehrsbelastung in den städtischen Gebieten zu reduzieren und nachhaltigere Mobilitätsformen zu fördern.
Fahrzeugbestand: 1985 2000
insgesamt 195 101 217 151
davon Pkw 79 447 176 261
Lkw 19 087 30 758
Busse 3 496 5 473
Motorräder 1 701 2 159
sonstige 1 450 2 500
Schiffsverkahr
Das Land verfügt über mehrere Häfen, die sowohl für den Warenumschlag als auch für die Energie- und Rohstoffwirtschaft von großer Bedeutung sind. Historisch war der Hafenbereich südlich des Ortes al-Hidd vor allem auf den Umschlag von Rohöl ausgerichtet. Dieser Sektor stellte lange Zeit eine wichtige Einnahmequelle des Landes dar, verlor jedoch im Zuge der wirtschaftlichen Diversifizierung zunehmend an Bedeutung.
Mit dem Rückgang der direkten Abhängigkeit vom Ölsektor begann Bahrain, seine Hafeninfrastruktur umfassend auszubauen und zu modernisieren. Seit etwa 2005 wurden daher verstärkt neue Hafenkapazitäten geschaffen, um den wachsenden Anforderungen des internationalen Handels gerecht zu werden. Besonders wichtig war dabei der Bau des neuen Containerhafens Hidd Port, der südöstlich der bestehenden Anlagen auf einer künstlich aufgeschütteten Halbinsel entstand. Dieser Hafen wurde vor allem für den Containerumschlag konzipiert und soll die Rolle Bahrains als regionales Logistik- und Handelszentrum stärken. Die Fertigstellung dieses Projekts wurde im Zeitraum um 2008 abgeschlossen bzw. stand damals kurz vor dem Abschluss.
Der Ausbau des Hafensystems folgt einer ähnlichen Entwicklung wie in anderen Golfstaaten, etwa in Dubai, Abu Dhabi oder Katar, die ebenfalls stark in moderne Hafen- und Logistikinfrastruktur investiert haben, um sich als internationale Drehscheiben des Welthandels zu positionieren.
Neben Hidd Port verfügt Bahrain über weitere wichtige Hafenanlagen, darunter den Khalifa Bin Salman Port, der später eine zentrale Rolle im Container- und Frachtverkehr übernommen hat. Diese modernen Anlagen ermöglichen den Umschlag großer Warenmengen und sind eng mit dem Straßen- und Logistiknetz des Landes verbunden.
Der Schiffsverkehr umfasst neben dem Frachtverkehr auch Fähr- und Passagierverbindungen sowie die Versorgung der Inselstaatenstruktur. Zudem ist der Hafenverkehr eng mit dem internationalen Handel verbunden, insbesondere mit den Nachbarstaaten am Persischen Golf.
Luftverkehr
Der Bahrain International Airport ist der einzige internationale Verkehrsflughafen des Königreichs Bahrain und befindet sich auf der Insel Muharraq nahe der Hauptstadt Manama. Durch seine Lage im Zentrum des Persischen Golfs entwickelte er sich früh zu einem wichtigen Knotenpunkt zwischen Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien.
Der Flughafen wurde bereits 1932 in der britischen Kolonialzeit eröffnet und zählt damit zu den ältesten Flughäfen der Golfregion. Der erste kommerzielle Flug war eine Verbindung von London nach Delhi, die in Bahrain einen Zwischenstopp einlegte. Damit wurde Bahrain schon sehr früh ein strategischer Halt auf Langstreckenrouten zwischen Europa und Asien. In den 1930er Jahren wurde der Betrieb zunächst durch Wasserflugzeuge ergänzt, da Landflugzeuge noch begrenzt eingesetzt wurden. Während des Zweiten Weltkriegs übernahm die Royal Air Force den Standort und baute ihn zu einem Militärflugplatz aus. Nach dem Krieg blieb die militärische Nutzung teilweise bestehen, während der zivile Verkehr wieder an Bedeutung gewann.
Ab 1950 begann der Flughafen stark zu wachsen. Die britische Fluggesellschaft BOAC nahm den Linienverkehr wieder auf, und gleichzeitig wurde die heutige nationale Fluggesellschaft Gulf Air (damals Gulf Aviation Company) gegründet. Dadurch entwickelte sich Bahrain schnell zu einem regionalen Luftfahrtdrehkreuz. In den 1950er und 1960er Jahren wurde der Flughafen durch die Royal Air Force und zivile Investitionen stark ausgebaut und galt zeitweise als modernster Flughafen der Region. Neue internationale Airlines nahmen Bahrain in ihr Streckennetz auf, wodurch der Standort immer stärker an Bedeutung gewann.
Mit Beginn des Jet-Zeitalters in den 1960er Jahren wurde Bahrain ein wichtiger Zwischenstopp für Langstreckenflüge, da viele Routen technisch noch Zwischenlandungen benötigten. Der Flughafen wurde kontinuierlich erweitert, unter anderem mit neuen Terminals (1961 und 1971) und einer leistungsfähigen Infrastruktur für Großraumflugzeuge wie die Boeing 747. In den 1970er Jahren erreichte der Flughafen eine besondere internationale Bedeutung. Er wurde nicht nur ein zentraler Hub für Gulf Air, sondern auch Ziel prestigeträchtiger Verbindungen, darunter Concorde-Flüge von British Airways zwischen London und Bahrain. Gleichzeitig wurde Gulf Air durch mehrere Golfstaaten gemeinsam betrieben und entwickelte sich zu einem starken regionalen Carrier mit einem großen Streckennetz in Europa, Asien und Afrika.
Ab den 1980er Jahren verlagerte sich der Fokus zunehmend von Zwischenstopps hin zu direkten Umsteigeverbindungen. Bahrain blieb jedoch ein wichtiges Drehkreuz für Transfers zwischen Europa und Asien. In den 1990er-Jahren wurde ein neues, modernes Terminal eröffnet, das die steigenden Passagierzahlen bewältigen sollte.
Nach 2000 begann eine neue Ausbauphase: Eine zusätzliche Start- und Landebahn wurde gebaut, ältere Anlagen modernisiert und die Kapazität deutlich erhöht. Gleichzeitig wuchs auch der Frachtbereich stark. Besonders wichtig wurde der Logistikbetrieb von DHL, das Bahrain als regionalen Umschlagplatz nutzt. 2008 wurde schließlich die Bahrain Airport Company gegründet, die 2010 die operative Verantwortung für den Flughafen übernahm. Ziel war es, den Flughafen weiter zu modernisieren und langfristig auszubauen.
Heute ist der Flughafen rund um die Uhr in Betrieb und verfügt über zwei parallele Start- und Landebahnen, ein großes Passagierterminal sowie umfangreiche Frachtanlagen. Er dient als Heimatflughafen von Gulf Air und wird von zahlreichen internationalen Fluggesellschaften angeflogen. Besonders wichtig ist seine Rolle als Umsteigeknoten zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien sowie als Standort für Gastarbeiter- und Regionalflüge. Gleichzeitig ist er ein bedeutender Frachtflughafen im Golfraum.
| Airlines | Ziele |
| Air Arabia | Sharjah |
| Air India | Delhi |
| Air India Express | Kannur, Kochi, Kozhikode, Mangalore |
| AtlasGlobal | saisonal: Antalya, Istanbul, Trabzon |
| Azerbaijan Airlines | saisonal: Baku |
| British Airways | Dammam, London–Heathrow |
| Cathay Pacific | Dubai–International, Hong Kong |
| EgyptAir | Kairo |
| Emirates | Dubai–International |
| Etihad Airways | Abu Dhabi |
| Ethiopian Airlines | Addis Ababa |
| FlyBosnia | saisonal: Sarajevo |
| flydubai | Dubai–International |
| Georgian Airways | saisonal: Tbilisi |
| Gulf Air | Abu Dhabi, Addis Ababa, Alexandria–Borg El Arab, Amman–Queen Alia, Athen, Baghdad, Baku, Bengaluru, Bangkok–Suvarnabhumi, Beirut, Kairo, Casablanca, Chennai, Colombo, Dammam, Dhaka, Delhi, Dubai–International, Faisalabad, Frankfurt, Gassim, Hyderabad, Islamabad, Istanbul, Jeddah, Karachi, Khartoum, Kochi, Kozhikode, Kuwait, Lahore, Larnaca, London–Heathrow, Manila, Malé, Medina, Moskau–Domodedovo, Multan, Mumbai, Muscat, Najaf, Paris–Charles de Gaulle, Peshawar, Riyadh, Sharm El Sheikh, Sialkot, Tbilisi, Thiruvananthapuram, saisonal: Malaga, Salalah |
| Iraqi Airways | Baghdad, Najaf |
| Jazeera Airways | Kuwait |
| KLM | Amsterdam, Kuwait |
| Kuwait Airways | Kuwait |
| Lufthansa | Frankfurt |
| Oman Air | Muscat |
| Pegasus Airlines | Istanbul–Sabiha Gökçen, saisonal: Trabzon |
| SalamAir | Muscat |
| Saudia | Jeddah, Riyadh |
| SriLankan Airlines | Colombo |
| SunExpress | Charter: Antalya, Bursa, Istanbul–Sabiha Gökçen, Trabzon |
| Syrian Air | Damaskus |
| Turkish Airlines | Istanbul, saisonal: Istanbul–Sabiha Gökçen, Trabzon |
Bahrain International Airport
- arabischer Name: مطار البحرين الدولي [Maṭār al-Baḥrayn al-dwalī]
- Code: BAH / OBBI
- Lage: 26°16’15“ N, 50°38’01“ O
- Seehöhe: 2 m (6 ft)
- Entfernung: 7 km nordöstlich von Manama
- Inbetriebnahme: 1927
- Betreiber: Bahrain Airport Company/Civil Aviation Affairs
- Terminal: 1
- Rollbahnen: 2
- Länge der Rollbahnen: 3956 m und 2530 m (beide Asfalt)
- Fluggesellschaften: 28
- Flugzeug-Standplätze: ca. 70
- jährliche Passagierkapazität: ca. 10 mio.
- jährliche Frachtkapazität: ca. 500.000
- Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere Fracht in t
2001 60 490 3 991 623 156 466
2002 61 695 4 147 105 180 823
2003 69 493 4 296 979 237 922
2004 72 530 5 200 000 301 906
2005 73 891 5 581 503 334 832
2006 81 699 6 696 015 355 152
2010 106 356 8 898 197 298 135
2015 100 625 8 586 645 256 408
2016 101 345 8 766 151 263 956
2017 95 966 8 477 331 289 331
2018 96 030 9 082 707 288 235
2019 95 486 9 578 797 291 017
2020 38 182 2 269 232 300 205
2021 51 177 3 020 942 325 801
2022 82 487 6 688 284 380 414
2023 93 648 8 711 018 353 542
2024 101 534 9 350 580 392 811
Die Isa Air Base (früher Shaikh Isa Air Base) liegt im Süden Bahrains an der Küste des Persischen Golfs und ist eine wichtige Militärbasis der Region. Sie dient vor allem der Royal Bahraini Air Force als Heimatbasis des 1. Fighter Wings mit mehreren fliegenden Staffeln, darunter F-16 Kampfjets, F-5 Flugzeuge sowie Trainingsmaschinen wie die British Aerospace Hawk und die Slingsby T-67. Während des Golfkriegs war die Basis Teil der Koalitionsoperationen. Dabei war sie für alliierte Truppen schwer auszusprechen und erhielt scherzhaft den Spitznamen „Shakey’s Pizza“. Später, 2003/04, nutzte auch die US-Luftwaffe die Basis im Rahmen von Einsätzen im Irak. Ab 2009 richteten die USA dort zusätzliche Unterstützungseinheiten ein, unter anderem zur Logistik für Materialtransporte nach Afghanistan. Auch im Rahmen der Operationen gegen ISIL war die Basis zeitweise von US-Streitkräften genutzt. 2020 übernahm das Unternehmen KBR die Unterstützung der Basisbetriebe.
Shaikh Isa Air Base
- Code: - / OBBS
- Lage: 25°55’06“ N, 50°35’26“ O
- Seehöhe: 41 m (136 ft)
- Entfernung:
- Inbetriebnahme:
- Betreiber: Royal Bahraini Air Force
- Rollbahn: 1
- Länge der Rollbahn: 3800 m (Beton und Asfalt)
- Nutzung: militärisch
- Flugzeug-Standplätze: ca. 30
- jährliche Passagierkapazität: -
- jährliche Frachtkapazität: -
Wirtschaft
Die gewerbliche bahrainische Wirtschaft wird von öl- und aluminiumexportierenden Industriezweigen dominiert. Zur Zeit werden zwei Drittel des Bruttosozialprodukts im Dienstleistungsbereich erwirtschaftet, während Öl und Gas nur noch mit 12 % am BIP beteiligt sind, aber 77 % der gesamten Regierungseinnahmen und damit des Budgets erwirtschaften. Die starke Abhängigkeit vom Erdöl versucht Bahrain durch weitere Umstrukturierung der Wirtschaft und Diversifizierung der Industrie zu vermindern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2006 um 7 % gewachsen. Die Landwirtschaft machte einen Anteil von 0,7 % am BIP aus, die Industrie 41 % und die Dienstleistungen 58,5 %. Beschäftigt waren 2001 1 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, 55 % in der Industrie und 45 % im Dienstleistungssektor. Die Inflation lag 2006 im Durchschnitt bei 2,8 %, die Auslandsverschuldung bei 7 Milliarden US-Dollar.
Landwirtschaft
Historisch war die Landwirtschaft neben dem Fischfang und dem Perlenhandel eine der wichtigsten Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung. Besonders die Bahrana, die als traditionelle landwirtschaftlich geprägte Bevölkerungsgruppe gelten, betrieben über Jahrhunderte hinweg den Anbau in Oasen- und Dorfsystemen. Diese landwirtschaftliche Struktur war stark von künstlicher Bewässerung und dem Zugang zu Grundwasser abhängig.
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte waren traditionell Datteln, Gemüse und Obst. Dattelpalmen spielten eine besonders zentrale Rolle, da sie gut an das trockene Klima angepasst sind und sowohl Nahrung als auch Baumaterial lieferten. Neben Datteln wurden auch Zitrusfrüchte, Granatäpfel und in begrenztem Umfang Getreide angebaut. Die Landwirtschaft war jedoch nie in der Lage, die Bevölkerung vollständig zu versorgen, sodass Bahrain früh auf Handel und später auf den Perlenexport angewiesen war.
Mit der Entdeckung und Förderung von Erdöl im 20. Jahrhundert setzte ein tiefgreifender Strukturwandel ein. Viele landwirtschaftliche Flächen wurden aufgegeben oder für urbane Nutzung umgewandelt. Gleichzeitig führte der wirtschaftliche Aufschwung dazu, dass Arbeitskräfte zunehmend in Industrie, Verwaltung und Dienstleistungssektor wechselten. Heute ist die Landwirtschaft in Bahrain nur noch ein kleiner Wirtschaftssektor. Moderne landwirtschaftliche Betriebe setzen verstärkt auf Bewässerungstechnologien wie Tropfbewässerung, Gewächshäuser und teilweise auch hydroponische Systeme, um trotz der klimatischen Bedingungen produktiv zu bleiben. Diese modernen Methoden ermöglichen eine effizientere Nutzung der knappen Wasserressourcen.
Die wichtigsten heutigen landwirtschaftlichen Produkte sind weiterhin Datteln, Gemüse, Obst sowie in geringem Umfang Milch- und Fleischprodukte aus der Viehhaltung. Ein Großteil der Nahrungsmittel muss jedoch importiert werden, da die heimische Produktion den Bedarf nicht decken kann.
Viehbestand: 1980 1989 2000
Schafe 7 000 8 000 17 500
Ziegen 15 000 16 000 16 300
Rinder 6 000 6 000 11 000
Kamele 1 000 1 000 1 000
Forstwirtschaft
Die Insel besteht überwiegend aus Wüsten- und Halbwüstenlandschaften mit heißem, trockenem Klima. Diese Bedingungen verhindern die Entstehung natürlicher Wälder im klassischen Sinne. Stattdessen konzentrieren sich die wenigen „waldähnlichen“ oder vegetationsreichen Bereiche auf künstlich angelegte Grünzonen in Städten, Parks sowie auf spezielle Schutzgebiete mit angepasster Vegetation.
Eine besondere ökologische Rolle spielen in Bahrain vor allem Mangrovenbestände, die sich an den Küsten und in flachen Gewässern entwickeln können. Diese Mangroven sind nicht Teil einer klassischen Forstwirtschaft, werden aber zunehmend als wichtige ökologische Ressource betrachtet. Sie dienen als Küstenschutz, Lebensraum für zahlreiche Tierarten und tragen zur Verbesserung der Wasserqualität bei. Aufgrund ihrer Bedeutung werden diese Gebiete durch Umweltprogramme geschützt und teilweise auch erweitert, wobei Aufforstungsprojekte mit salztoleranten Pflanzen eine wichtige Rolle spielen.
Da natürliche Wälder fehlen, liegt der Fokus in Bahrain eher auf sogenannter „urbaner Begrünung“ und Landschaftsgestaltung. In Städten werden Bäume und Sträucher künstlich bewässert, häufig mit entsalztem Meerwasser oder aufbereitetem Abwasser, um Parks, Alleen und Grünflächen zu erhalten. Diese Maßnahmen dienen vor allem der Verbesserung des Mikroklimas, der Luftqualität und der Lebensqualität der Bevölkerung. Gleichzeitig sind sie jedoch kostenintensiv und ökologisch anspruchsvoll, da Wasserressourcen im Land sehr begrenzt sind.
Fischerei
Die Fischerei in Bahrain hat eine lange Tradition und war über viele Jahrhunderte hinweg eine der wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen des Inselstaates, bevor Erdöl und Erdgas an Bedeutung gewannen. Aufgrund der Lage im Persischen Golf verfügt Bahrain über relativ fischreiche Küstengewässer, die traditionell von kleinen, handwerklich arbeitenden Fischereibetrieben genutzt werden. Typische Fangmethoden waren lange Zeit der Einsatz von Holzbooten und einfachen Netzen oder Reusen, wobei vor allem Küstenfischerei betrieben wurde. Gefangen werden beziehungsweise wurden vor allem Arten wie Zackenbarsche, Schnapper, Makrelen, Sardinen und verschiedene Schalentiere, die sowohl für den lokalen Konsum als auch für den regionalen Handel wichtig sind.
Mit der wirtschaftlichen Modernisierung des Landes hat sich die Struktur der Fischerei jedoch deutlich verändert. In Bahrain ist die Fischerei heute zwar weiterhin präsent, spielt aber im Vergleich zu den Einnahmen aus der Erdölindustrie und dem Dienstleistungssektor nur noch eine untergeordnete Rolle. Viele traditionelle Fischer arbeiten heute mit moderneren Booten und Ausrüstung, dennoch bleibt der Sektor überwiegend kleinteilig geprägt. Gleichzeitig ist die Zahl der im Fischfang Beschäftigten rückläufig, da sich viele Menschen anderen, besser bezahlten Berufsfeldern zugewandt haben.
Ein wichtiger Aspekt der heutigen Fischerei ist die zunehmende Überfischung und der ökologische Druck auf die Bestände im Persischen Golf. Umweltveränderungen, Küstenbebauung und Verschmutzung haben dazu geführt, dass einige Fischarten seltener geworden sind. Deshalb versucht der Staat, durch Regulierungen wie Fangquoten, Schonzeiten und Schutzgebiete die Fischbestände zu stabilisieren. Auch die Förderung von Aquakultur gewinnt an Bedeutung, also die kontrollierte Zucht von Fischen und Meeresfrüchten in Anlagen, um die natürlichen Bestände zu entlasten.
Bergbau
Der klassische Bergbau im Sinne von Erz- oder Metallabbau spielt in Bahrain kaum eine Rolle, da das Land über keine bedeutenden metallischen Rohstoffvorkommen verfügt. Dennoch gibt es kleinere Abbauaktivitäten, etwa von Kalkstein, Sand und Kies, die vor allem für die Bauindustrie verwendet werden. Diese Materialien sind wichtig für die fortschreitende Urbanisierung und den Infrastrukturausbau, insbesondere im Rahmen von Landgewinnungsprojekten und Bauvorhaben.
Erdölförderung
Der entscheidende Wendepunkt für die wirtschaftliche Entwicklung war die Entdeckung von Erdöl im Jahr 1932, als Bahrain als erstes Land am Persischen Golf überhaupt kommerziell Öl förderte. Diese Entdeckung leitete eine tiefgreifende Umstrukturierung der Wirtschaft ein und führte dazu, dass traditionelle Erwerbszweige wie Perlenfischerei und kleinere handwerkliche Tätigkeiten rasch an Bedeutung verloren.
In Bahrain konzentriert sich die Erdölförderung vor allem auf das onshore gelegene Bahrain-Feld sowie auf die Verarbeitung von importiertem Rohöl aus Saudi-Arabien. Die eigenen Erdölreserven sind im internationalen Vergleich relativ klein und gelten als teilweise erschöpft, weshalb das Land zunehmend auf Raffination und Weiterverarbeitung statt auf reine Förderung setzt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Raffinerie- und Petrochemieindustrie, die Erdölprodukte für den Export sowie für den regionalen Markt herstellt.
Ein bedeutendes Unternehmen in diesem Zusammenhang ist die Bahrain Petroleum Company, die für die Förderung, Verarbeitung und den Export von Erdölprodukten verantwortlich ist. Dieses Unternehmen betreibt auch große Raffinerieanlagen in Sitra, die zu den wichtigsten industriellen Einrichtungen des Landes gehören. Neben Erdöl ist auch Erdgas ein wichtiger Energieträger, der sowohl zur Stromerzeugung als auch für industrielle Prozesse genutzt wird. Die Gasförderung erfolgt meist in Verbindung mit der Erdölförderung als sogenanntes Begleitgas.
Handwerk
Das Handwerk in Bahrain hat sich historisch aus traditionellen Tätigkeiten entwickelt, die eng mit dem Leben in einer Küsten- und Wüstenregion verbunden waren. Vor der Entdeckung des Erdöls war es neben Fischerei und Perlenfischerei einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche. Viele handwerkliche Tätigkeiten dienten der direkten Versorgung der Bevölkerung, etwa die Herstellung von Alltagsgegenständen, Bootsbau oder die Verarbeitung natürlicher Materialien wie Holz, Palmfasern, Ton und Leder. Besonders der Bau von traditionellen Dhaus, also Holzbooten, spielte eine zentrale Rolle, da diese für Fischerei und Handel im Persischen Golf unverzichtbar waren.
In Bahrain hat sich das Handwerk im Laufe der Zeit stark verändert. Mit der wirtschaftlichen Modernisierung und dem Wachstum der Städte ist die Bedeutung des traditionellen Handwerks als Hauptwirtschaftszweig deutlich zurückgegangen. Viele frühere Handwerksberufe sind heute nur noch in kleinem Umfang oder als kulturelles Erbe vorhanden. Stattdessen haben sich moderne Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe entwickelt, die stärker auf Bau, Reparatur, Technik und industrielle Zulieferung ausgerichtet sind.
Ein wichtiger Bereich des heutigen Handwerks ist das Bauhandwerk, das eng mit der schnellen Urbanisierung des Landes verbunden ist. Durch den Ausbau von Städten, Infrastruktur und Industrieanlagen besteht eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in Bereichen wie Maurerarbeiten, Elektroinstallation, Sanitärtechnik und Metallverarbeitung. Viele dieser Tätigkeiten werden sowohl von einheimischen als auch von ausländischen Arbeitskräften ausgeführt, da Bahrain stark auf Arbeitsmigration angewiesen ist.
Industrie
Die Industrie in Bahrain ist einer der wichtigsten Pfeiler der Wirtschaft des Landes und hat sich besonders seit der Entdeckung des Erdöls stark entwickelt und diversifiziert. In Bahrain begann der industrielle Aufschwung vor allem im 20. Jahrhundert, als die Einnahmen aus der Erdölförderung den Aufbau von Infrastruktur und verarbeitender Industrie ermöglichten. Da die eigenen Rohstoffvorkommen begrenzt sind, hat sich Bahrain früh darauf konzentriert, energieintensive und exportorientierte Industrien anzusiedeln.
Einer der bedeutendsten Industriebereiche ist die Aluminiumproduktion. Seit 1971 besteht in Bahrain eine große Aluminiumhütte, die zu den wichtigsten der Welt gehört. Das Unternehmen Aluminium Bahrain (Alba) zählt zu den größten Aluminiumproduzenten weltweit und erreicht einen bedeutenden Anteil am globalen Markt. Die Produktion profitiert von günstiger Energieversorgung durch Erdgas und von der strategisch günstigen Lage des Landes, die den Export erleichtert. Aluminium aus Bahrain wird in viele Länder exportiert und ist ein zentraler Bestandteil der industriellen Wertschöpfung.
Neben der Metallindustrie hat sich auch der Schiffbau als wichtige Branche entwickelt. Aufgrund der langen maritimen Tradition im Persischen Golf und der geografischen Lage gibt es in Bahrain Werften, die sowohl traditionelle Holzboote als auch moderne Schiffe herstellen und reparieren. Dieser Sektor verbindet handwerkliche Tradition mit moderner Technik und dient sowohl dem regionalen Markt als auch dem internationalen Handel.
Ein weiterer besonderer Aspekt der Industrie ist die Automobilproduktion. Bahrain gilt als das erste arabische Land mit eigener Automobilfertigung, was ein wichtiges Symbol für die wirtschaftliche Diversifizierung des Landes ist. Auch wenn die Produktion im internationalen Vergleich klein ist, zeigt sie den Versuch, sich technologisch weiterzuentwickeln und neue Industriezweige aufzubauen.
Die Textilindustrie stellt einen weiteren wichtigen Industriezweig dar, auch wenn sie im Vergleich zur Metall- und Petrochemieindustrie eine geringere wirtschaftliche Bedeutung hat. In diesem Bereich werden vor allem Bekleidung und einfache Textilprodukte hergestellt, die überwiegend für den Export bestimmt sind, insbesondere in die Vereinigten Staaten. Diese Exportorientierung zeigt die starke Einbindung Bahrains in den globalen Handel.
Wasserwirtschaft
In Bahrain gibt es keine dauerhaft wasserführenden Flüsse, und auch Grundwasser ist nur in begrenztem Umfang vorhanden und zudem stark durch Übernutzung und Versalzung belastet. Deshalb ist die Versorgung mit Trink- und Nutzwasser seit Jahrzehnten stark von technischen und industriellen Lösungen abhängig.
Eine zentrale Rolle spielt die Meerwasserentsalzung, die heute die wichtigste Quelle für die öffentliche Wasserversorgung darstellt. Dabei wird Meerwasser aus dem Persischen Golf in großen Anlagen aufbereitet, um es als Trinkwasser und für Haushalte, Landwirtschaft und Industrie nutzbar zu machen. Diese Entsalzungsanlagen sind energieintensiv und stehen in enger Verbindung mit der Energieversorgung des Landes, insbesondere mit Erdgas, das zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Ohne diese Technologie wäre eine dauerhafte Besiedlung und wirtschaftliche Entwicklung in Bahrain kaum möglich.
Ein weiteres wichtiges Thema ist der Umgang mit dem stark beanspruchten Grundwasser. Historisch wurde Grundwasser über traditionelle Brunnen genutzt, doch durch Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und intensive Nutzung in Landwirtschaft und Industrie ist es stark zurückgegangen. Gleichzeitig hat der steigende Meeresspiegel in Küstenregionen zu einer zunehmenden Versalzung der Grundwasservorräte geführt, was die Qualität weiter verschlechtert. Daher spielt Grundwasser heute nur noch eine ergänzende Rolle im Wassersystem des Landes.
Neben der Gewinnung von Wasser gewinnt auch die Wiederaufbereitung von Abwasser zunehmend an Bedeutung. Aufbereitetes Abwasser wird in Bahrain vor allem für Bewässerung in der Landwirtschaft, für Grünflächen und teilweise für industrielle Zwecke verwendet. Diese Wiederverwendung ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigeren Wasserstrategie, da sie die stark begrenzten Süßwasserressourcen entlastet und den Wasserverbrauch effizienter gestaltet.
Energiewirtschaft
Die Energiewirtschaft in Bahrain ist stark von begrenzten eigenen fossilen Ressourcen geprägt und daher eng mit Importen und regionaler Zusammenarbeit verbunden. In Bahrain sind die Erdöl- und Erdgasreserven im Vergleich zu den großen Nachbarstaaten sehr bescheiden, weshalb das Land trotz eigener Förderung in hohem Maße auf Energiezufuhr aus dem Ausland angewiesen ist. Diese strukturelle Abhängigkeit hat dazu geführt, dass sich Bahrain früh auf die Verarbeitung von importiertem Rohöl und auf energieintensive Industrien spezialisiert hat.
Ein zentrales Element der Energiewirtschaft ist die staatliche Ölindustrie. Die einzige große Raffinerie des Landes wird von der Bahrain Petroleum Company betrieben. Diese Anlage verfügt über eine Verarbeitungskapazität von rund 250.000 Barrel pro Tag und ist mit einem eigenen Seeterminal verbunden, das den Import und Export von Rohöl und Ölprodukten ermöglicht. Die Raffinerie spielt eine Schlüsselrolle, da Bahrain nur begrenzte eigene Fördermengen besitzt und daher einen großen Teil des verarbeiteten Öls aus der Region, insbesondere aus Nachbarländern, bezieht.
Der Energieverbrauch im Inland ist im Verhältnis zur Größe des Landes hoch, da neben Haushalten vor allem die Industrie einen erheblichen Bedarf hat. So lag der tägliche Verbrauch bereits Anfang der 2000er-Jahre bei rund 27.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, wobei dieser Bedarf im Zuge von Industrialisierung und Bevölkerungswachstum weiter gestiegen ist. Zur Deckung dieses Bedarfs ist Bahrain stark auf Importe von Öl und Gas angewiesen. Neben traditionellen Lieferbeziehungen gab es auch Verhandlungen über mögliche Gaslieferungen aus dem Iran, die seit etwa 2007 diskutiert wurden, um die Versorgung langfristig zu sichern und zu diversifizieren.
Ein besonders energieintensiver Industriezweig ist die Aluminiumproduktion. Das Unternehmen Aluminium Bahrain (Alba) ist dabei eines der größten Industrieunternehmen der Region außerhalb des Ölsektors. Mit einer Produktionskapazität von etwa 870.000 Tonnen pro Jahr gehört es zu den bedeutenden Aluminiumherstellern weltweit und erreicht einen geschätzten Anteil von rund 3 % am globalen Markt. Der Staat Bahrain hält die Mehrheit an diesem Unternehmen, ergänzt durch Beteiligungen des Saudi Public Investment Fund und weiterer internationaler Investoren, was die strategische Bedeutung des Unternehmens für die regionale Wirtschaft unterstreicht.
Energieproduktion 2004:
- Produktion 8 187 mio. kWh (2005)
- Verbrauch 7.248 mio.kWh
- Verbrauch pro Person pro Jahr 10.543 kWh
Abfallwirtschaft
In der Vergangenheit wurde Abfall in Bahrain überwiegend deponiert, also auf Mülldeponien im offenen Gelände abgelagert. Dieses System stößt jedoch zunehmend an seine Grenzen, da die verfügbare Fläche begrenzt ist und die Umweltbelastung durch unsachgemäße Entsorgung erheblich sein kann. Deshalb hat sich die Abfallwirtschaft in den letzten Jahrzehnten schrittweise modernisiert und stärker auf organisierte Sammlung, Transport und Behandlung umgestellt.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt heute auf der kommunalen Abfallsammlung, die in den Städten regelmäßig durchgeführt wird. Der Hausmüll wird zentral eingesammelt und zu größeren Entsorgungsanlagen gebracht. Dort erfolgt je nach Abfallart eine Sortierung, teilweise auch eine Weiterverwertung oder Recycling. Besonders Metall-, Kunststoff- und Papierabfälle gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, da sie wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können.
Auch industrielle Abfälle spielen eine wichtige Rolle, insbesondere aus der Öl-, Aluminium- und Bauindustrie. Diese Abfälle müssen häufig speziell behandelt werden, da sie potenziell umweltbelastende Stoffe enthalten können. In diesem Zusammenhang werden strengere Umweltauflagen und Kontrollmechanismen eingesetzt, um die Auswirkungen auf Boden, Wasser und Luft zu begrenzen.
Ein wachsender Bereich ist zudem das Recycling und die nachhaltigere Abfallverwertung. Bahrain versucht, seine Abfallwirtschaft stärker an modernen Umweltstandards auszurichten, unter anderem durch die Förderung von Recyclingprogrammen, die Nutzung von Abfall zur Energiegewinnung in begrenztem Umfang sowie durch Maßnahmen zur Reduzierung von Plastikabfällen. Dennoch steht das Land weiterhin vor Herausforderungen, da die Abfallmengen mit der wirtschaftlichen Entwicklung weiter steigen.
Handel
In Bahrain ist der Außenhandel besonders wichtig, weil das Land selbst nur begrenzte natürliche Ressourcen besitzt und daher stark auf den Austausch von Gütern und Dienstleistungen mit dem Ausland angewiesen ist. Dadurch hat sich Bahrain zu einem regionalen Handels- und Finanzzentrum entwickelt, das stark vom Import und Export geprägt ist.
Im Exportbereich dominieren vor allem mineralische und industriell verarbeitete Produkte. Dazu gehören insbesondere Erdölprodukte und petrochemische Erzeugnisse, die in Raffinerien verarbeitet und anschließend international verkauft werden. Ebenso wichtig ist Aluminium, das durch die bedeutende Industrieproduktion einen großen Anteil an den Exporten hat. Auch Textilien gehören zu den exportierten Waren, wenngleich sie im Vergleich zu den Schwerindustrien eine geringere Rolle spielen. Diese Exportstruktur zeigt, dass Bahrain vor allem auf verarbeitete Rohstoffe und Industrieprodukte setzt.
Die wichtigsten Handelspartner auf der Exportseite waren im Jahr 2006 insbesondere Saudi-Arabien, die Vereinigten Staaten und Indien. Diese Länder spielen eine wichtige Rolle als Abnehmer bahrainischer Industrieprodukte und Energieträger. Auf der Importseite stammen viele Waren aus Japan, Saudi-Arabien und Australien. Importiert werden vor allem mineralische Produkte wie Rohöl (insbesondere aus Saudi-Arabien zur Weiterverarbeitung), aber auch Maschinen, Transportausrüstung, Elektromaterial und Fahrzeuge, die für die Industrialisierung und Infrastrukturentwicklung benötigt werden.
Die Handelsbilanz zeigt, dass Bahrain im Jahr 2006 Waren im Wert von etwa 12 Milliarden US-Dollar exportierte und rund 8,5 Milliarden US-Dollar importierte. Dies deutet auf einen vergleichsweise starken Exportsektor hin, der wesentlich zur wirtschaftlichen Stabilität des Landes beiträgt. Gleichzeitig ist der Außenhandel stark schwankend und hängt von der Entwicklung der globalen Energie- und Rohstoffpreise ab.
Auch die Handelsbeziehungen zu europäischen Ländern sind von Bedeutung. Besonders hervorzuheben ist der Austausch mit Deutschland: Im Jahr 2006 wurden Waren im Wert von etwa 82 Millionen Euro nach Deutschland exportiert, während Deutschland im Gegenzug Waren im Wert von rund 384 Millionen Euro nach Bahrain lieferte. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Bahrain stärker importorientiert gegenüber hochentwickelten Industrieländern ist, insbesondere im Bereich Maschinenbau und Technologie.
Handelspartner 2015:
Export Import
Saudi-Arabien 19,0 % China 12,0 %
Arabische Emirate 18,0 % USA 11,0 %
USA 11,0 % Arabische Emirate 9,5 %
Japan 8,9 % Japan 7,8 %
Katar 4,9 % Saudi-Arabien 7,0 %
China 4,2 % Australien 4,9 %
Indien 3,6 % Indien 4,3 %
Oman 3,5 % Großbritannien 4,2 %
Kuwait 3,0 % Deutschland 4,0 %
Thailand 2,4 % Brasilien 2,8 %
Singapur 2,4 % Italien 2,8 %
Malaysia 2,1 % Frankreich 2,3 %
Ägypten 1,7 % Schweiz 2,2 %
Großbritannien 1,6 % Spüdkorea 2,0 %
Niederlande 1,4 % Thailand 1,9 %
Tansania 1,1 % Vietnam 1,3 %
Algerien 1,0 % Spanien 1,1 %
Australien 0,8 % Nieerlande 1,1 %
Kenia 0,7 % Kuwait 1,1 %
Mrokko 0,7 % Katar 0,8 %
Türkei 0,7 % Malaysia 0,8 %
Südkorea 0,6 % Pakistan 0,7 %
Jordfanien 0,5 % Ägypten 0,7 %
Finanzwesen
In Bahrain hat sich insbesondere der Finanzsektor zu einem zentralen Standortfaktor entwickelt, der weit über die Grenzen des Landes hinaus Bedeutung besitzt. Durch seine offene Wirtschaftspolitik und günstige regulatorische Bedingungen konnte sich Bahrain als eines der führenden Finanzzentren im Nahen Osten etablieren.
Ein wesentliches Merkmal des bahrainischen Bankensektors ist die große Anzahl an Finanzinstitutionen. Insgesamt sind rund 400 Finanzinstitute im Land tätig, darunter etwa 150 Banken. Besonders hervorzuheben ist die starke Position im Bereich des Islamic Banking, also des islamisch geprägten Bankwesens, das auf religiösen Prinzipien basiert und in Bahrain eine Vorreiterrolle in der Region einnimmt. Dieser Bereich hat international an Bedeutung gewonnen und trägt wesentlich zur Attraktivität des Finanzplatzes bei.
Neben regionalen Banken sind auch internationale Finanzinstitute in Bahrain vertreten. Dazu gehören unter anderem zwei große deutsche Banken sowie mehrere deutsche Versicherungsunternehmen, die dort Repräsentanzen unterhalten. Diese Präsenz zeigt die internationale Vernetzung des Finanzplatzes und seine Bedeutung als Schnittstelle zwischen westlichen Finanzmärkten und den Golfstaaten.
Der Dienstleistungssektor umfasst neben dem Bankwesen auch Versicherungen, Unternehmensdienstleistungen und zunehmend den Tourismus. Letzterer spielt eine wichtige wirtschaftliche Rolle, da Bahrain jährlich über 7 Millionen Besucher empfängt (Stand 2006). Viele dieser Besucher stammen aus den benachbarten Golfstaaten und nutzen Bahrain für Geschäftsreisen, Freizeitaufenthalte oder als vergleichsweise liberalen und gut erreichbaren Standort in der Region. Dadurch ist der Tourismussektor eng mit dem Einzelhandel, der Gastronomie und der Hotellerie verbunden.
Der Erfolg des Finanz- und Dienstleistungssektors beruht auf mehreren Faktoren, darunter eine vergleichsweise liberale Wirtschaftspolitik, moderne Infrastruktur, gute internationale Anbindung sowie eine frühzeitige Öffnung für ausländische Investoren. Dadurch konnte sich Bahrain von einer ölabhängigen Wirtschaft teilweise zu einem diversifizierten Dienstleistungs- und Finanzstandort entwickeln.
Der Bahrain-Dinar, arabisch دينار بحريني [Dīnār baħrainī], ISO-Code BHD, ist die Währung des Landes. Der Dinar löste 1965 den Gulf Rupee mit einem Verhältnis 10 Rupees = 1 Dinar ab. Die Inflation betrug 2006 3,5 %. Der Bahrain-Dinar ist die pro Währungseinheit zweitwertvollste Währung weltweit nach dem Kuwaitischen Dinar. Üblicherweise werden Beträge mit drei Dezimalstellen hinter dem Komma wiedergegeben (Tausenderwährung).
Im Umlauf sind Münzen zu 5, 10, 25, 50 und 100 Fils. Die früher verwendete 1-Fils-Münze wurde aus dem Verkehr genommen. Darüber hinaus gibt die Bank von Bahrain Banknoten im Wert von ½, 1, 5, 10 und 20 Dinar aus. Seit 2001 ist der Dinar offiziell an den Kurs des US-Dollars gebunden (1 USD = 0,376 BHD). Derzeit gibt es Überlegungen, den Dinar durch eine gemeinsame Währung der Golfstaaten zu ersetzen.
Finanzwesen:
Währung: 1 Bahrain-Dinar (دينار بحريني [Dīnār baħrainī]) = 1000 Fils
Kürzel: BD
ISO-Code: BHD
Wechselkurs:
8.9.2008 1 EUR = 0,53445 BHD 1 BHD = 1,8711 EUR
15.12.2008 1 EUR = 0,50798 BHD 1 BHD = 1,9686 EUR
17.12.2010 1 EUR = 0,49858 BHD 1 BHD = 2,0057 EUR
5.8.2011 1 EUR = 0,53 BHD 1 BHD = 1,88 EUR
15.5.2012 1 EUR = 0,4829 BHD 1 BHD = 2,0708 EUR
9.11.2017 1 EUR = 0,43729 BHD 1 BHD = 2,2868 EUR
22.4.2019 1 EUR = 0,423 BHD 1 BHD = 2,3641 EUR
11.11.2020 1 EUR = 0,4424 BHD 1 BHD = 2,2604 EUR
22.6.2026 1 EUR = 0,43075 BHD 1 BHD = 2,3216 EUR
Soziales und Gesundheit
Bahrain verfügt über ein ausgeprägtes Wohlfahrtsregime mit einer flächendeckenden kostenlosen Gesundheitsversorgung. Problematisch ist jedoch, dass kein geregeltes Sozialversicherungssystem im Bereich Arbeitslosigkeit existiert. Arbeitslose erhielten im Beobachtungszeitraum erstmals zeitlich begrenzte Hilfszahlungen. Es wurde ihnen außerdem die Organisation in einem Verband für Arbeitslose gestattet.
Die Regierung unternahm Anstrengungen, um Berufsschulen einzuführen und praxisorientierte Ausbildungsprogramme zu verbessern. Angesichts der hohen Geburtenrate ist jedoch unklar, wie die jährlich auf den Markt strebenden Jugendlichen absorbiert werden sollen. Der familiale Zusammenhalt ist stark, und es existieren dichte private Solidaritätsnetze sowie staatliche Förderprogramme für Behinderte. Darüber hinaus haben Bürger traditionellerweise die Chance, sich in einer Notsituation direkt an den König zu wenden, wovon nach wie vor Gebrauch gemacht wird. Akute Probleme konnten auf diese Weise abgefangen werden. Die Einführung einer Arbeitslosenversicherung sowie beschäftigungspolitische Maßnahmen, die auf die Nationalisierung der Arbeitskräfte abzielen, sind unumgänglich, wenn das Niveau der sozialen Stabilisierung der Öl-Boomjahre auch nur annähernd aufrechterhalten werden soll.
Gesundheitswesen
Insgesamt gibt es in Bahrain 710 Ärzte. Neben einem Psychiatrischen und einem Geriatrischen Spital in Manama gibt es fünf staatliche Spitäler: das Jidhafs Maternity Hospital, Muharraq Maternity Hospital, East Riffa Maternity Hospital, Sitra Maternity Hospital und das Western Region Maternity Hospital. Für schwerigere Fälle wurde in Juffair das Bahrain Specialist Hospital einrichtet. Dazu kommen noch das Ibn Nafees Hospital, das International Hospital und das American Mission Hospital in Manama, der Salmaniya Medical Complex und die Bahrain Defence Force Royal Medical Services.
Bahrain verfügt über ein universelles Gesundheitssystem, das auf das Jahr 1960 zurückgeht. Die von der Regierung bereitgestellte Gesundheitsversorgung ist für bahrainische Bürger kostenlos und für Nicht-Bahrainis stark subventioniert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation machen die Gesundheitsausgaben 4,5 % des bahrainischen BIP aus. Im Gegensatz zu den benachbarten Golfstaaten stellen bahrainische Ärzte und Krankenschwestern die Mehrheit der Arbeitskräfte im Gesundheitssektor. Das erste Krankenhaus in Bahrain war das American Mission Hospital, das 1893 als Dispensary eröffnet wurde. Das erste öffentliche Krankenhaus und zugleich Tertiärkrankenhaus in Bahrain war der Salmaniya Medical Complex im Salmaniya-Viertel von Manama, der 1957 eröffnet wurde. Auch private Krankenhäuser gibt es im ganzen Land, wie das International Hospital of Bahrain.
Die Lebenserwartung in Bahrain liegt bei 73 Jahren für Männer und 76 Jahren für Frauen. Im Vergleich zu vielen Ländern in der Region ist die Prävalenz von AIDS und HIV relativ gering. Malaria und Tuberkulose (TB) stellen in Bahrain kein großes Problem dar, da beide Krankheiten im Land nicht heimisch sind. Infolgedessen sind die Malaria- und Tuberkulosefälle in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen, und Fälle von Ansteckungen unter bahrainischen Staatsangehörigen sind selten geworden. Das Gesundheitsministerium fördert regelmäßige Impfkampagnen gegen Tuberkulose und andere Krankheiten wie Hepatitis B.
Gegenwärtig herrscht in Bahrain eine Adipositas-Epidemie, da 28,9 % aller Männer und 38,2 % aller Frauen als fettleibig eingestuft werden. Bahrain hat auch eine der höchsten Prävalenzraten von Diabetes in der Welt (Platz 5). Mehr als 15 % der bahrainischen Bevölkerung sind von dieser Krankheit betroffen, die 5 % der Todesfälle im Land ausmacht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen 32 % aller Todesfälle in Bahrain aus und sind damit die häufigste Todesursache im Land (an zweiter Stelle steht Krebs). Sichelzellenanämie und Thalassämie sind im Land weit verbreitet, wobei eine Studie zu dem Schluss kam, dass 18 % der Bahrainis Träger der Sichelzellenanämie und 24 % Träger der Thalassämie sind.
Krankheiten
Zu den wichtigsten gesundheitlichen Problemen gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Diese Krankheiten stehen in engem Zusammenhang mit Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, kalorienreicher Ernährung und steigender Lebenserwartung. Besonders Diabetes ist in Bahrain vergleichsweise stark verbreitet und stellt eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar, da er oft mit weiteren Folgeerkrankungen verbunden ist.
Ein weiterer bedeutender Bereich sind Übergewicht und Adipositas, die in der Bevölkerung ebenfalls häufig vorkommen. Diese Entwicklungen sind typisch für wohlhabendere Gesellschaften mit hohem Urbanisierungsgrad und verändern das Krankheitsbild insgesamt in Richtung chronischer Erkrankungen. Dadurch verlagern sich die Anforderungen im Gesundheitswesen zunehmend von der Akutversorgung hin zur langfristigen Behandlung und Prävention.
Infektionskrankheiten spielen zwar eine geringere Rolle als in der Vergangenheit, sind aber nicht vollständig verschwunden. Besonders in dicht besiedelten urbanen Bereichen können Atemwegsinfektionen oder saisonale Erkrankungen weiterhin auftreten. Zudem ist die Überwachung von importierten Krankheiten durch internationale Mobilität und Arbeitsmigration ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems.
Bildung
Das Bildungssystem ist nach britischem bzw. amerikanischem Vorbild gestaltet. Die zwei großen Universitäten des Landes sind kostenpflichtig. Das amerikanische Bewertungssystem wird angewandt. Es gibt mehrere kleinere Privatuniversitäten.
Für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren besteht Schulpflicht. Der Unterricht an öffentlichen Schulen ist für bahrainische Bürger kostenlos, und das bahrainische Bildungsministerium stellt kostenlose Lehrbücher zur Verfügung. In den öffentlichen Schulen gibt es keine Koedukation, Jungen und Mädchen werden in getrennten Schulen unterrichtet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Koranschulen (Kuttab) die einzige Form der Bildung in Bahrain. Es handelte sich um traditionelle Schulen, in denen Kindern und Jugendlichen das Lesen des Korans beigebracht wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg öffnete sich Bahrain für westliche Einflüsse, und es entstand ein Bedarf an modernen Bildungseinrichtungen. Das Jahr 1919 markierte den Beginn des modernen öffentlichen Schulsystems in Bahrain, als die Al-Hidaya Al-Khalifia-Schule für Jungen in Muharraq eröffnet wurde. 1926 eröffnete das Bildungskomitee die zweite öffentliche Schule für Jungen in Manama, und 1928 wurde die erste öffentliche Schule für Mädchen in Muharraq eröffnet. Im Jahr 2011 besuchten insgesamt 126.981 Schüler öffentliche Schulen.
Im Jahr 2004 führte König Hamad ibn Isa Al Khalifa das Projekt „King Hamad Schools of Future“ ein, das die Informations- und Kommunikationstechnologie nutzt, um die K-12-Bildung in Bahrain zu unterstützen. Ziel des Projekts ist es, alle Schulen im Königreich mit dem Internet zu verbinden. Zusätzlich zu den britischen Mittelschulen wird die Insel von der Bahrain School (BS) betreut. Die BS ist eine Schule des US-Verteidigungsministeriums, die einen K-12-Lehrplan einschließlich International Baccalaureate anbietet. Es gibt auch Privatschulen, die entweder das IB-Diplom-Programm oder die britischen A-Levels anbieten.
Bahrain fördert auch höhere Bildungseinrichtungen, die sich auf Talente aus dem Ausland und auf die wachsende Zahl von Bahrainern stützen, die aus dem Ausland zurückkehren und höhere Abschlüsse erwerben. Die Universität von Bahrain wurde für Standardstudiengänge gegründet, und das King Abdulaziz University College of Health Sciences, das unter der Leitung des Gesundheitsministeriums steht, bildet Ärzte, Krankenschwestern, Apotheker und Sanitäter aus. Die Nationale Aktionscharta von 2001 ebnete den Weg für die Gründung von Privatuniversitäten wie der Ahlia University in Manama und dem University College of Bahrain in Saar. Die 2005 gegründete Royal University for Women (RUW) war die erste private, zweckgebundene internationale Universität in Bahrain, die sich ausschließlich der Ausbildung von Frauen widmete. Die University of London External hat MCG (Management Consultancy Group) zur regionalen Vertretung für Fernstudienprogramme in Bahrain ernannt. MCG ist eines der ältesten privaten Institute des Landes. Es wurden auch Institute eröffnet, die südasiatische Studenten ausbilden, wie die Pakistan Urdu School, Bahrain und die Indian School, Bahrain. Einige bekannte Einrichtungen sind die 2019 gegründete American University of Bahrain, das Bahrain Institute of Banking and Finance, das Ernst & Young Training Institute und das Birla Institute of Technology International Centre. Im Jahr 2004 richtete das Royal College of Surgeons in Ireland (RCSI) eine medizinische Universität im Land ein. Neben der Arabian Gulf University, der AMA International University und dem College of Health Sciences sind dies die einzigen medizinischen Hochschulen in Bahrain.
Traditionell lassen viele Bahrainer ihre Kinder in Großbritannien oder in den USA studieren. Die Ereignisse des 11. September 2001, die andauernde Irak-Krise sowie verschärfte Einreisebestimmungen für Staatsangehörige arabischer Staaten in die USA wecken zunehmend Interesse für ein Studium auch außerhalb der USA, insbesondere in Süd- und Südostasien, aber auch in Deutschland.
Der Fremdsprachenunterricht gewinnt immer mehr an Bedeutung. Englisch als Geschäftssprache ist die Fremdsprache, die am häufigsten erlernt wird. Deutsch wird aufgrund einer Vereinbarung der University of Bahrain und der Universität Leipzig im Bereich der hiesigen Universität einem kleinen Kreis von Interessenten angeboten.
Höhere Bildung
Neben der staatlichen University of Bahrain, die 1986 gegründet wurde und mit über 30.000 Studierenden die größte und bedeutendste Hochschule des Landes ist, gibt es zahlreiche kleinere Privatuniversitäten. Zu den öffentlichen Einrichtungen gehören außerdem die Arabian Gulf University, das Bahrain Polytechnic und weitere spezialisierte Colleges. Im privaten Bereich dominieren Institutionen wie die Ahlia University, die Applied Science University, die American University of Bahrain, die British University of Bahrain, die Gulf University oder die Royal University for Women. Insgesamt existieren rund elf bis zwölf akkreditierte Universitäten, von denen der weit überwiegende Teil privat geführt wird. Viele Programme werden auf Englisch unterrichtet und orientieren sich an internationalen Standards, oft in Kooperation mit renommierten ausländischen Partnern.
Die University of Bahrain bildet das Rückgrat des Systems mit einer breiten Fächerpalette in Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Gesundheitsfächern. Sie verfügt über mehrere Campusse und hat bereits über 90.000 Absolventen hervorgebracht. Die Privatuniversitäten ergänzen das Angebot durch spezialisierte und oft praxisorientierte Studiengänge, darunter in den Bereichen Medizin (zum Beispiel RCSI Medical University of Bahrain), Hotelmanagement, Bankwesen oder Design. Die Einschreibequoten im tertiären Bereich liegen bei etwa 58 Prozent, wobei Frauen einen signifikanten Anteil der Studierenden stellen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Absolventen stark gestiegen, und auch die Doktoranden- und Masterprogramme verzeichnen deutlichen Zuwachs.
Traditionell lassen gutsituierte Bahrainer ihre Kinder im Ausland studieren, vor allem in Großbritannien oder in den USA. Diese Präferenz spiegelt den Wunsch nach höchster Qualität und internationaler Anerkennung wider. Die Ereignisse des 11. September 2001, die Irak-Krise sowie verschärfte Einreisebestimmungen für Staatsangehörige arabischer Staaten in die USA haben jedoch zu einem spürbaren Umdenken geführt. Viele Familien suchen nun Alternativen, insbesondere in Süd- und Südostasien, wo Studiengebühren günstiger sind, die kulturelle Nähe größer ist und Visa-Prozesse einfacher ablaufen. Gleichzeitig registriert der regionale DAAD-Vertreter mit Sitz in Abu Dhabi ein zunehmendes Interesse an Studienmöglichkeiten in Deutschland. Die Kombination aus gebührenfreiem oder kostengünstigem Studium an staatlichen Hochschulen, hoher Qualität in Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie guten Karriereperspektiven macht Deutschland für bahrainische Studierende immer attraktiver.
Öffentliche Universitäten und höhere Bildungseinrichtungen
- Arabian Gulf University
- College of Health Sciences
- University of Bahrain
Private Universitäten und höhere Bildungseinrichtungen
- Bahrain Polytechnic
- Ahlia University
- AMA International University
- Applied Science University
- Arab Open University
- Bahrain Institute of Banking and Finance
- Bentley University (der Unterricht erfolgt durch Professoren aus Waltham, MA, USA)
- University of Wales, Bangor (zwei Jahre Studium in Bahrain, eins in Bangor, Wales)
- Birla Institute of Technology International Centre
- Delmon University for Science & Technology
- DePaul University (der Unterricht erfolgt durch „fliegende Lehrer“)
- Gulf University
- New York Institute of Technology, Bahrain branch
- RCSI-Medical University of Bahrain
- Royal University for Women
- The Kingdom University
- University College of Bahrain
Bibliotheken und Archive
Die bedeutendste bibliothekarische Einrichtung ist die Nationalbibliothek, die als zentrale Sammelstelle für nationale Publikationen dient und gesetzlich verankert ist, um alle im Land veröffentlichten Werke zu archivieren. Sie sammelt Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und zunehmend auch digitale Medien. Neben der Funktion als Archiv ist sie auch ein Ort für Forschung und kulturellen Austausch und unterstützt die wissenschaftliche Arbeit in verschiedenen Fachbereichen.
Ein wichtiger Bestandteil des Archivwesens ist das nationale Archiv, das historische Dokumente zur politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Bahrains aufbewahrt. Dazu gehören Regierungsdokumente, Verwaltungsakten, Kartenmaterial sowie historische Aufzeichnungen aus der Zeit vor und nach der Unabhängigkeit. Diese Bestände sind entscheidend für die Erforschung der modernen Geschichte des Landes und dienen auch der Identitätsbildung.
Im Bereich der wissenschaftlichen und universitären Bibliotheken spielt die Universität von Bahrain eine zentrale Rolle. Ihre Bibliotheken bieten Studierenden und Forschenden Zugang zu umfangreichen Fachbeständen, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften. Diese Einrichtungen sind eng mit der akademischen Entwicklung des Landes verbunden und unterstützen die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte.
Darüber hinaus gibt es spezialisierte kulturelle Einrichtungen, die sich mit islamischer Geschichte, arabischer Literatur und regionalem Erbe beschäftigen. Dazu gehören kleinere Forschungszentren und Bibliotheken, die Manuskripte und historische Texte sammeln und teilweise auch digitalisieren, um sie langfristig zu erhalten. Diese Arbeiten gewinnen zunehmend an Bedeutung, da die Digitalisierung den Zugang zu Wissen erleichtert und gleichzeitig empfindliche Originale schützt.
Kultur
In Bahrain finden sich sowohl westeuropäische Traditionen als auch deutliche Spuren arabischer Einflüsse. Dies kommt nicht nur in Musik und Mode, sondern auch in der Architektur zum Ausdruck. Hier werden wirkungsvolle Kontraste geschaffen, die immer wieder die Touristen in ihren Bann ziehen.
Museen
Das wichtigste Museum des Landes ist das Bahrain Nationalmuseum, das als zentrale kulturelle Institution gilt. Es zeigt umfangreiche Sammlungen zur Geschichte des Landes, von prähistorischen Funden über die Zeit der Dilmun-Kultur bis hin zur modernen Staatsentwicklung. Besonders bedeutend sind archäologische Artefakte, die die lange Besiedlungsgeschichte der Region am Persischen Golf dokumentieren. Neben den Dauerausstellungen gibt es auch wechselnde Ausstellungen, die sich mit Kultur, Naturgeschichte und gesellschaftlicher Entwicklung beschäftigen. Das Museum dient damit nicht nur der Präsentation von Objekten, sondern auch der historischen Bildung und Identitätsstiftung.
Ein weiterer wichtiger Ort ist Beit Al-Qur’an, ein spezialisiertes Museum für islamische Kunst und religiöse Texte. Es beherbergt eine bedeutende Sammlung von Koran-Manuskripten aus verschiedenen Epochen und Regionen der islamischen Welt. Besonders hervorzuheben sind kunstvoll gestaltete Kalligrafien sowie seltene handschriftliche Exemplare, die die Entwicklung der islamischen Schriftkunst dokumentieren. Beit Al-Qur’an verbindet religiöse Tradition mit kunsthistorischer Forschung und ist ein bedeutendes Zentrum für die Bewahrung islamischen Kulturerbes.
Im Bereich der zeitgenössischen Kunst ist die Albareh Kunstgalerie eine der wichtigsten Einrichtungen. Sie zeigt vor allem Werke aus dem Nahen Osten und bietet Künstlerinnen und Künstlern aus der Region eine Plattform, ihre Arbeiten international zu präsentieren. Die Galerie spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung moderner Kunstströmungen und trägt zur kulturellen Vernetzung Bahrains mit der internationalen Kunstszene bei. Ausstellungen umfassen Malerei, Skulptur, Fotografie und experimentelle Kunstformen.
Das La Fontaine Zentrum für zeitgenössische Kunst ergänzt dieses Angebot als kulturelle Oase, die Kunst, Architektur und kulturelle Veranstaltungen miteinander verbindet. Es ist bekannt für seine besondere Atmosphäre und dient als Veranstaltungsort für Ausstellungen, Konzerte und kulturelle Begegnungen. Damit verbindet es künstlerische Produktion mit sozialem und kulturellem Austausch und richtet sich sowohl an lokale Besucher als auch an internationale Gäste.
Architektur
Die traditionelle Architektur Bahrains ist eng an die klimatischen Bedingungen der Region angepasst. Typisch sind dicke Mauern aus Stein oder Lehm, kleine Fenster zur Reduzierung der Hitzeeinwirkung sowie Innenhöfe, die für Belüftung und Schatten sorgen. Besonders charakteristisch sind auch die sogenannten Windtürme (Barjeel), die zur natürlichen Kühlung der Gebäude dienten, indem sie Luft in die Innenräume leiteten. Diese Bauweise war vor allem in Wohnhäusern und historischen Stadtvierteln verbreitet und spiegelt eine jahrhundertealte Anpassung an das heiße Wüstenklima wider.
Ein wichtiger Teil des architektonischen Erbes sind historische Gebäude und Festungen, die die lange Geschichte der Region dokumentieren. Dazu gehören beispielsweise alte Handelshäuser, Moscheen und Verteidigungsanlagen, die teilweise noch aus der Zeit vor der modernen Staatsbildung stammen. Diese Bauwerke sind heute oft restauriert und dienen als kulturelle Stätten oder touristische Attraktionen, wodurch das architektonische Erbe bewahrt wird.
Mit dem Beginn der wirtschaftlichen Modernisierung und insbesondere seit der Entdeckung des Erdöls hat sich das Stadtbild Bahrains stark verändert. Moderne Architektur prägt vor allem die Hauptstadt Manama, wo zahlreiche Hochhäuser, Bürogebäude und Einkaufszentren entstanden sind. Diese Bauten sind oft von internationalem Design beeinflusst und nutzen moderne Materialien wie Glas, Stahl und Beton. Sie symbolisieren den wirtschaftlichen Aufschwung und die Integration Bahrains in die globale Wirtschaft.
Besonders auffällig ist die Entwicklung moderner Geschäftsviertel und Finanzzentren, die Bahrain als regionalen Wirtschaftsstandort repräsentieren. Gleichzeitig entstehen auch große Infrastrukturprojekte wie Brücken, Schnellstraßen und künstliche Inseln, die die begrenzte Landfläche erweitern und die Verbindung zu Nachbarregionen verbessern.
Das Bahrain World Trade Center ist ein sich noch im Bau befindliches, aber beinahe fertiggestelltes Gebäude in Bahrains Hauptstadt Manama. Das aus zwei Türmen bestehende Gebäude liegt nahe dem Persischen Golf. Es ist mit 240 Metern und 50 Stockwerken (davon 34 für Büros) eines der höchsten Gebäude Bahrains. Es steht nach offiziellen Angaben 15 Fahrminuten vom Bahrain International Airport entfernt. Die Bauarbeiten am Bahrain World Trade Center haben im August 2004 begonnen. Es gehört zur World Trade Centers Association. Die National Commercial Bank of Saudi Arabia gab im Juli 2006 bekannt, dass sie ihre Hauptniederlassung in das Bahrain World Trade Center verlegen will. Der Bau eines 322 m hohen energieautarken Gebäudes, des Energy Tower, ist nahe dem Bahrain World Trade Center geplant.
Eine Besonderheit sind drei in das Gebäude integrierte Windturbinen. Zwischen elf und fünfzehn Prozent des anfallenden Energiebedarfs sollen so durch Windenergie gedeckt werden. Die an drei Querstreben zwischen den Türmen angebrachten Windräder haben jeweils einen Durchmesser von 29 m. Sie stellen damit die weltweit erste gebäudeintegrierte Windturbinenenergieanlage dar. Das Doppelgebäude soll dabei wie ein Windkonzentrator wirken. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die starr stehenden Propeller auch gegen Wirbel, Auf- und Abwinde ankommen müssen und sich nicht in die Windrichtung drehen können, wodurch die Stromausbeute geringer als geplant wäre.
Bildende Kunst
In Bahrain lassen sich bereits aus der Antike künstlerische und handwerkliche Tätigkeiten nachweisen, die sowohl eine funktionale als auch eine ästhetische Dimension hatten. Archäologische Funde zeigen, dass die Bewohner der Insel schon vor mehreren tausend Jahren ein ausgeprägtes Kunsthandwerk betrieben, das eng mit dem täglichen Leben und dem Handel verbunden war.
Besonders bedeutend sind Funde aus der Region Saar, die etwa 4000 Jahre alt sind. Diese Relikte geben einen wichtigen Einblick in die frühe künstlerische Kultur der Insel und zeigen, dass die Menschen bereits damals vielfältige handwerkliche Fähigkeiten besaßen. Dazu gehören insbesondere Töpferei, Korbflechterei und Schmuckherstellung. Diese Objekte waren nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern oft auch kunstvoll gestaltet und spiegeln ein frühes ästhetisches Bewusstsein wider. Es wird sogar angenommen, dass solche Produkte teilweise überregionale Bedeutung hatten und möglicherweise exportiert wurden.
Die Töpferei war eine der wichtigsten frühen Kunstformen. Keramische Gefäße wurden sowohl für den Alltag als auch für rituelle Zwecke hergestellt und zeigen unterschiedliche Formen, Verzierungen und Techniken. Auch die Schmuckherstellung spielte eine bedeutende Rolle, wobei Materialien wie Muscheln, Stein und später auch Metalle verarbeitet wurden. Diese Schmuckstücke hatten häufig eine soziale oder symbolische Bedeutung und dienten als Statussymbole.
Im Laufe der Geschichte wurde die bildende Kunst in Bahrain stark von islamischer Kunsttradition geprägt. Besonders die Kalligrafie entwickelte sich zu einer zentralen Kunstform, da die schriftliche Darstellung religiöser Texte eine hohe kulturelle Bedeutung besitzt. Auch geometrische Muster und ornamentale Gestaltungselemente sind typisch für die künstlerische Ausdrucksweise und finden sich in Architektur, Kunsthandwerk und Buchkunst wieder.
In der modernen Zeit hat sich die bildende Kunst in Bahrain weiterentwickelt und international geöffnet. Zeitgenössische Künstler arbeiten heute mit Malerei, Skulptur, Fotografie und digitalen Medien und greifen dabei sowohl traditionelle Motive als auch globale Kunstströmungen auf. Kunstinstitutionen, Galerien und kulturelle Zentren fördern diese Entwicklung und bieten Plattformen für lokale und regionale Künstler.
Literatur
Bahrain besitzt eine reiche Erzähltradition, die lange Zeit vor allem mündlich weitergegeben wurde. Dazu gehören Volksmärchen, Legenden und Geschichten aus dem Alltagsleben, die oft Themen wie Seefahrt, Fischerei, Perlenhandel und das Leben in der Wüste aufgreifen. Diese Erzählungen dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Vermittlung von Werten, Erfahrungen und gesellschaftlichen Normen. Besonders in früheren Zeiten, als schriftliche Literatur weniger verbreitet war, spielte diese mündliche Tradition eine zentrale Rolle im kulturellen Leben.
Neben der Volksliteratur hat auch die religiöse Literatur eine große Bedeutung. Sie ist stark durch den Islam geprägt und umfasst religiöse Texte, Kommentare sowie Werke zur Ethik und Spiritualität. Besonders wichtig sind dabei auch poetische Formen, die religiöse Themen aufgreifen und in einer kunstvollen Sprache ausdrücken. Die islamische Gelehrsamkeit hat die literarische Entwicklung Bahrains über viele Jahrhunderte hinweg beeinflusst und zur Entstehung einer reichen poetischen Tradition beigetragen.
Mit der Modernisierung des Landes entwickelte sich im 20. Jahrhundert eine zunehmend schriftliche und individuell geprägte Literatur. Diese neue Literatur orientiert sich teilweise an westlichen literarischen Stilen, insbesondere an Romanen, Kurzgeschichten und moderner Lyrik. Themen wie gesellschaftlicher Wandel, Identität, Modernisierung, soziale Fragen und persönliche Erfahrungen stehen dabei im Vordergrund. Diese Entwicklung zeigt, dass die Literatur Bahrains nicht nur traditionell, sondern auch offen für internationale Einflüsse ist.
Zu den wichtigsten Literaten des Landes gehören Ali Al Shargawi, Ebrahim Al-Arrayedh, Ali Al Jallawi und Tarafa. Ibrahim Al-Arrayedh gilt als eine der zentralen Figuren der modernen arabischen Dichtung und hat die Entwicklung der literarischen Moderne in Bahrain stark geprägt. Seine Werke verbinden klassische arabische Formen mit modernen Ausdrucksweisen und beschäftigen sich häufig mit nationaler Identität und kulturellem Wandel. Ali Al Jallawi ist ebenfalls ein bedeutender zeitgenössischer Dichter, der für seine kritischen und gesellschaftlich reflektierten Texte bekannt ist. Ali Al Shargawi gehört zu den wichtigen Stimmen der modernen Literatur Bahrains und trägt zur Weiterentwicklung der literarischen Szene bei. Tarafa wird oft im Zusammenhang mit der klassischen arabischen Dichtung genannt und steht für die tiefen historischen Wurzeln der arabischen Literaturtradition, die auch die heutige Literatur beeinflusst.
Theater
Die Wurzeln des bahrainischen Theaters liegen teilweise in mündlichen Erzähltraditionen, religiösen Festen und sozialen Zusammenkünften, bei denen Geschichten, Gedichte und moralische Erzählungen vorgetragen wurden. Diese Formen hatten oft einen gemeinschaftlichen Charakter und dienten sowohl der Unterhaltung als auch der Vermittlung von Werten und gesellschaftlichen Normen. Mit der Zeit entwickelten sich daraus erste einfache dramatische Darstellungen, die schließlich in das moderne Theater übergingen.
Die eigentliche Entwicklung des modernen Theaters begann im 20. Jahrhundert, als sich Bildungseinrichtungen, kulturelle Vereine und staatliche Institutionen stärker für darstellende Kunst engagierten. Besonders in den Städten entstanden Theatergruppen, die sowohl klassische arabische Stoffe als auch moderne, gesellschaftskritische Themen auf die Bühne brachten. Diese Stücke behandeln häufig Fragen des sozialen Wandels, der Identität, der Tradition und der Modernisierung.
In Bahrain spielt das Theater heute eine wichtige Rolle im kulturellen Leben, insbesondere in der Hauptstadt Manama. Dort gibt es mehrere Theaterhäuser und Kulturzentren, die Aufführungen lokaler und internationaler Produktionen ermöglichen. Diese Einrichtungen fördern sowohl professionelle Schauspielkunst als auch Nachwuchstalente und tragen zur kulturellen Bildung der Bevölkerung bei.
Film
Die bahrainische Filmszene ist relativ klein. In den rund zehn Kinos des Landes werden vor allem Hollywood- und Bollywood-Fiulme gezeigt. Immerhin gibt es ein jährlich in Manama stattfindendes Filmfestival und einen Kinoklub. Im Jahr 2006 wurde die Bahraini Film Production Company gegründet, um eine lokale Filmindustrie zu schaffen. Die drei bisher gedrehten bahrainsichen Filme - alle unter der Regie von Bassam al-Thawadi - sind:
- Al-Hajiz (The Barrier; 1990)
- Za'er (Visitor; 2004)
- A Bahraini Tale (2006)
In Bahrain gedreht wurden unter anderem:
- Ajnabee (2001) - ein indischer Film, der in Bahrain und verschiedenen anderen Ländern spielt;
- Afghan Muscle (2006) - ein dänisch-afghanischer Dokumentarfilm, der eine Gruppe afghanischer Bodybuilder zeigt, die durch den Nahen Osten reisen;
- Cinema 500 km (2006) - eine arabische Produktion, die einen jungen Saudi-Filmfan zeigt, der nach Manama kommt.
Musik und Tanz
Die bahrainische musikalische Tradition ist tief von der islamischen Tradition, dem Koran und der reichen Geschichte des Landes als Handels- und Perlenfischerzentrum geprägt. Die verschiedenen Stilrichtungen erzählen von der Verbundenheit zum Meer, von afrikanischen, persischen und indischen Einflüssen sowie von der gesellschaftlichen Entwicklung Bahrains. Das älteste Genre sind die Zeremonialtänze und -gesänge, die vor allem zum kraftvollen Schlag flacher Trommeln wie dem Mirwas oder Tār dargeboten werden. Besonders charakteristisch sind die fidjeri (auch Fjiri), die traditionellen Perlentaucherlieder, die von Männerchören gesungen werden und Arbeitsrhythmen beim Tauchen, Rudern oder Ankern widerspiegeln. Diese Lieder gelten als eines der authentischsten musikalischen Erbes Bahrains und wurden 2021 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Die wichtigste Stilrichtung ist das Khaleeji, eine Volksmusik des Persischen Golfs, die mit polyrhythmischen Trommeln und lebhaften Tänzen einhergeht und weit über Bahrain hinaus in der gesamten Region verbreitet ist. Bekannter Vertreter dieses Stils ist die Band Al Ekhwa. Eng verwandt und besonders populär bei Männern sind die fidjeri-Gesänge, die bei Festen und Hochzeiten noch heute lebendig sind. Zusammen mit Kuwait bildet Bahrain das Zentrum des Sawt, einer gefühlvollen, bluesartigen Musikrichtung, die stark von afrikanischen, indischen und persischen Einflüssen geprägt wurde. Zu den bekanntesten bahrainischen Sawt-Musikern gehören Sultan Hamid, Ali Bahar sowie Khalid al Shaikh, ein virtuoser Sänger und Oud-Spieler, der die traditionelle Laute meisterhaft einsetzt.
Neben diesen traditionellen Formen hat sich in Bahrain eine vielfältige moderne Musikszene entwickelt. Der wichtigste Popmusikstil ist das Bahraini Hip-Hop, das lokale Rhythmen mit urbanen Beats verbindet und von Künstlern wie DJ Outlaw (Mohammed Al Mohri) maßgeblich geprägt wurde. Weitere wichtige Bands sind The Frets und Osiris, die sich dem progressiven Rock verschrieben haben. Besonders bemerkenswert ist die aktive Heavy-Metal- und Hardrock-Szene, die in der Golfregion eher ungewöhnlich ist. Bands wie die Hardrocker Dive, die Thrash-Metal-Formation Motör Militia, Delusions of Grandeur, Avatar sowie weitere Gruppen wie Smouldering In Forgotten, Screw Me Sideways, Eternal Calamity, An Undergoing Tragedy, Severd, Doomshed und Path Under Calm sorgen für eine lebendige Underground-Kultur. Weitere Acts wie Backtorn, Illusions oder Broken Skulls lassen sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen.
Aus Ostafrika stammen die Stilrichtungen Liwa und Fann at-Tanbura, die vor allem in Gemeinschaften von Nachfahren afrikanischer Sklaven und Händler gepflegt werden. Sie verbinden rhythmische Trommeln, Gesang und Tanz und werden bei Festen und spirituellen Anlässen aufgeführt. Einer der populärsten zeitgenössischen Sänger Bahrains ist Hind, der mit Alben wie „El Ghroub“ ein breites Publikum anspricht und traditionelle Elemente mit modernem Pop verbindet.
Die klassische Musik wird durch Institutionen wie das Bahrain Music Institute, das Bahrain Orchestra (bzw. Bahrain Philharmonic Orchestra) und das Classical Institute of Music gefördert. Diese Einrichtungen bieten Ausbildung in westlicher und arabischer klassischer Musik, veranstalten Konzerte und tragen zur musikalischen Bildung bei. Insgesamt spiegelt die Musik Bahrains die kosmopolitische Seele des Landes wider: eine harmonische Mischung aus uralten perlentaucherischen Traditionen, regionalen Golfstilen und globalen Einflüssen von Hip-Hop über Rock bis Metal. Ob bei Hochzeiten, Nationalfeiertagen oder in den Clubs Manamas – Musik und Tanz bleiben ein lebendiger Ausdruck bahrainischer Identität und kultureller Vielfalt.
Kleidung
Die Kleidung und Tracht in Bahrain ist stark von den klimatischen Bedingungen, religiösen Normen und kulturellen Traditionen der Region geprägt. In Bahrain hat sich im Laufe der Zeit eine typische Alltags- und Festkleidung entwickelt, die sowohl praktische als auch kulturelle Funktionen erfüllt und bis heute in moderner Form weit verbreitet ist.
Die traditionelle Männerkleidung besteht meist aus der sogenannten Dishdasha oder Thobe, einem langen, meist weißen Gewand aus leichter Baumwolle oder Leinen. Diese Kleidung ist besonders gut an das heiße Klima angepasst, da sie luftig ist und die Körperwärme reduziert. Dazu tragen viele Männer die Ghutra oder Keffiyeh, ein Kopftuch, das in der Regel weiß oder rot-weiß kariert ist, sowie einen schwarzen oder weißen Kopfring, den Agal, der das Tuch fixiert. Diese Kombination ist im Alltag wie auch bei offiziellen Anlässen weit verbreitet und gilt als Ausdruck kultureller Identität.
Die traditionelle Frauenkleidung besteht häufig aus langen, weit geschnittenen Kleidern, die als Abaya bezeichnet werden. Diese ist meist schwarz und wird über der Alltagskleidung getragen. Darunter tragen Frauen oft farbenfrohe und reich verzierte Gewänder, die je nach Anlass unterschiedlich gestaltet sein können. Ergänzt wird die Kleidung häufig durch ein Kopftuch (Hijab), das Haare und teilweise den Hals bedeckt. In festlichen Situationen können die Kleidungsstücke stark verziert sein und mit Stickereien, Perlen oder Goldfäden geschmückt werden.
Neben der Alltags- und Festkleidung spielt auch traditioneller Schmuck eine wichtige Rolle, insbesondere bei Frauen. Dazu gehören Goldschmuck, Armreifen, Halsketten und kunstvoll gearbeitete Ohrringe, die sowohl ästhetische als auch soziale Bedeutung haben. Schmuck wird häufig bei Hochzeiten und besonderen Festen getragen und ist ein wichtiger Bestandteil kultureller Ausdrucksformen.
Mit der Modernisierung des Landes hat sich die Kleidung teilweise verändert. In städtischen Gebieten und im beruflichen Alltag tragen viele Menschen auch westliche Kleidung, insbesondere in internationalen Unternehmen, Banken und Behörden. Dennoch bleibt die traditionelle Kleidung im öffentlichen Leben und bei offiziellen Anlässen weit verbreitet und wird bewusst als Teil der nationalen Identität gepflegt.
Kulinarik und Gastronomie
Traditionelle bahrainische Gerichte basieren häufig auf Reis, Fleisch (vor allem Lamm und Huhn), Fisch und Meeresfrüchten, Gewürzen sowie Datteln. Das wohl bekannteste Nationalgericht ist Machboos, ein gewürzter Reis mit Fleisch oder Fisch, der mit Kardamom, Zimt, Nelken und getrockneter Limette zubereitet wird. Weitere Klassiker sind Muhammar (süßer Reis mit Dattelmelasse, oft zu Fisch serviert), Harees (zerstoßener Weizen mit Fleisch), Jireesh, Balaleet (süße Vermicelli mit Ei zum Frühstück), Samboosa (gefüllte Teigtaschen) sowie verschiedene Kebabs und Süßspeisen wie Halwa Bahraini oder Luqaimat. Viele Familien pflegen diese Gerichte zu Hause, wo das Essen traditionell ein zentrales soziales Element darstellt.
In der Gastronomie Bahrains lassen sich grob drei unterschiedliche Küchenrichtungen unterscheiden. In den großen Hotels und internationalen Restaurants dominiert eine „britisch-internationale“ Küche mit Steaks, Pasta, Salaten und Buffet-Angeboten, die vor allem bei Touristen und Expatriates beliebt ist, allerdings oft als relativ teuer empfunden wird (rund 15–40 € pro Hauptmahlzeit). Einheimische Bahrainer essen bevorzugt zu Hause oder greifen zu traditionellen arabischen Imbissständen und kleinen Lokalen, wo man günstige Shawarma, Falafel oder lokale Spezialitäten findet. Besonders prägend für die öffentliche Gastronomie sind indische und pakistanische Einflüsse: Viele Restaurants und Imbisse werden von Migranten aus dem indischen Subkontinent betrieben, sodass Touristen vor allem indische Küche wie Biryani, Chicken Tikka oder Currys antreffen. Hier gilt oft die Faustregel, dass kleinere Lokale mit begrenzter Auswahl besonders günstig und authentisch sind – ein halbes Chicken Tikka für umgerechnet etwa 1,50 € ist keine Seltenheit und wird von vielen als schmackhaft und sättigend gelobt.
Alkoholische Getränke sind in Bahrain streng reguliert und nur in lizenzierten Hotels, Clubs und einigen Restaurants erhältlich, wo die Preise deutlich höher liegen (ein Bier kann leicht 6 € oder mehr kosten). Viele Besucher nutzen daher die Möglichkeit, im Duty-Free-Shop vor der Einreise ein begrenztes Quantum (üblicherweise eine Flasche Spirituosen pro Person) zu erwerben. Nicht-alkoholische Getränke wie Coca-Cola oder andere Softdrinks sind dagegen in jedem Supermarkt problemlos verfügbar. Ein besonderes Highlight der bahrainischen Kaffeekultur ist der traditionelle arabische Qahwa (Mokka), der in Kaffeehäusern mit Kardamom und Safran gewürzt serviert wird und unbedingt probiert werden sollte. Dazu gehört häufig die Shisha (Wasserpfeife), die in vielen Cafés ein zentrales soziales Ritual darstellt und meist mit aromatisiertem Tabak geraucht wird.
Festkultur
Die angegebenen Daten für islamische Feiertage sind nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr. Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Eid al-Fitr vorangeht, essen Muslime nicht während des Tages, sondern erst nach Sonnenuntergang, wodurch es zu Unterbrechungen oder Abweichungen im normalen Geschäftsablauf kommen kann. Viele Restaurants sind tagsüber geschlossen, und der Genuss von Alkohol und Zigaretten kann begrenzt werden. Einige Unterbrechungen können auch während des Eid al-Fitr auftreten. Dieses Fest, ebenso wie das Eid al-Adha, hat keine bestimmte Zeitdauer und kann je nach Region 2 bis 10 Tage dauern.
Feiertage:
| Datum | Bezeichnung | Arabischer Name | Bemerkungen |
| Neujahrstag | New Year's Day | رأس السنة الميلادية | |
| 1. Mai | Tag der Arbeit | يوم العمال | |
| 16. Dezember | Nationalfeiertag | اليوم الوطني | Erinnerung an die Unabhängigkeitserklärung am 15. Dezember 1971 |
| 17. Dezember | Tag des Amtsantritts | يوم الجلوس | |
| 1. Muharram | Islamisches Neujahr | محرم | auch Hijri, gefeiert am 20. Januar 2007 |
| 10. Muharram | Ashura | عاشوراء | Erinnerung an den Tod von Husayn ibn Ali. |
| 12. Rabiul Awwal | Geburtstag des Propheten Muhammad | مولد النبي | Gefeiert am 31. März 2007 |
| 27. Rajab | Isra und Mi'raj | الإسراء والمعراج | Nicht-Salafi Sunni feiern Isra und Mi'raj als Tag von Muhammads Himmelfahrt |
| Letzte Tage des Ramadan | Nacht des Erlassens (Eid al-Fitr) | لیلة القدر | Gefeiert am 13. Oktober 2007 |
| 1. Shawwal | Kleines Fest | عيد الفطر | |
| 10. Zulhijjah | Opferfest bzw. Großes Fest (Eidh al-Adha) | عيد الأضحى | Erinnerung an Ibrahim’s Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern. |
Medien
In Bahrain existieren sowohl öffentlich kontrollierte Medien als auch private Presseorgane, wobei die Rahmenbedingungen für journalistische Arbeit durch gesetzliche Vorgaben und staatliche Regulierung deutlich beeinflusst werden. Eine zentrale Rolle spielt der staatliche Rundfunk- und Fernsehdienst „Bahrain Radio and TV“. Dieser betreibt Radio- und Fernsehprogramme in arabischer und englischer Sprache und ist ein wichtiges Instrument der Informationsvermittlung im Land. Die Programme umfassen Nachrichten, Kultur, Unterhaltung und Bildungsinhalte und richten sich sowohl an die einheimische Bevölkerung als auch an internationale Zuschauer und Hörer. Als staatliche Institution steht er in enger Verbindung zur Regierung und prägt die offizielle Informationspolitik.
Im Printbereich gibt es mehrere Tageszeitungen, die sowohl in arabischer als auch in englischer Sprache erscheinen. Zu den wichtigsten arabischsprachigen Zeitungen zählen „Al Ayam“, „Akhbar Al Khaleej“, „Al Wasat“, „Al Mithaq“, „Al Watan“ und „Al Waqt“. Diese Zeitungen berichten über nationale und internationale Themen, wobei politische Inhalte teilweise durch gesetzliche Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Im englischsprachigen Bereich sind insbesondere die „Bahrain Tribune“ und die „Gulf Daily News“ verbreitet, die sich auch an die internationale Gemeinschaft und ausländische Arbeitskräfte im Land richten.
Ein besonderes Merkmal der Medien in Bahrain ist der freie Empfang von Satellitenprogrammen aus dem Ausland. Dadurch haben die Menschen Zugang zu einer Vielzahl internationaler Nachrichten- und Unterhaltungskanäle, was die mediale Vielfalt trotz nationaler Regulierung erweitert. Gleichzeitig unterliegen die inländischen Medien einer Mischung aus staatlicher Kontrolle und Selbstzensur, da journalistische Inhalte durch gesetzliche Vorgaben und politische Rahmenbedingungen eingeschränkt sein können.
In den vergangenen Jahrzehnten gab es zudem Einschränkungen für internationale Medienpräsenz. So wurden über längere Zeit keine ausländischen Journalisten großer internationaler Medienorganisationen dauerhaft akkreditiert, und internationale Nachrichtenagenturen arbeiten meist über lokale Korrespondenten. Auch bestimmte ausländische Medienangebote waren zeitweise eingeschränkt oder nicht zugelassen, was die internationale Berichterstattung beeinflusst hat.
Neben den institutionellen Strukturen spielt auch die gesellschaftliche Dimension eine Rolle. Die Medienlandschaft ist teilweise von politischen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt, die sich auch in der öffentlichen Kommunikation widerspiegeln können. Gleichzeitig haben sich in den letzten Jahren Ansätze einer stärkeren Zivilgesellschaft entwickelt, in der Medien, soziale Gruppen und Organisationen eine größere Rolle in der öffentlichen Diskussion einnehmen.
Tageszeitungen:
- Akhbar al-Khaleej (أخبار الخليج)
- Al Ayam (الأيام)
- Al-Meethaq (الميثاق)
- Al-Waqt (الوقت)
- Al-Wasat (الوسط)
- Al-Watan (الوطن)
- Bahrain Tribune (englisch)
- Gulf Daily News (englisch)
Fernsehen:
- Bahrain Radio and TV
Radiostationen:
- AM 1584 Radio Bahrain (English Service)|on FM - Manama englisch
- FM 89.2 Radio Sawa Gulf|sat feed - Manama Pop arabisch
- FM 90.0 BSKSA Channel Two|rep - Ad-Dammam (kbr) SA
- FM 90.9 Monte Carlo Doualiya|sat feed - Manama Nachrichten französisch
- FM 91.4 Studio One (Aramco) - Dhahran (kbr) SA Pop
- FM 92.3 Al Emarat FM (UAE)|rep - Manama klassisch arabisch
- FM 92.8 BSKSA Channel One|rep - Ad-Dammam (kbr) SA
- FM 96.5 Radio Bahrain (English Service) - Manama englisch
- FM 101.0 BBC World Service|sat feed - Manama Nchrichten englisch
- FM 101.0 Radio Bahrain (English Service)|rep - Manama englisch
- FM 101.4 Studio Two (Aramco) - Dhahran (kbr) SA Musik
- FM 101.9 MBC FM|sat feed - Dhahran (kbr) SA
- FM 103.8 BBC Arabic Service|sat feed - Manama Nachrichten arabisch
- FM 104.2 Voice FM - Manama
- FM 106.3 AFN-American Forces Network|sat feed - Sheik Isa
- FM 107.9 AFN-American Forces Network|sat feed - Dhahran ((kbr)) SA
Kommunikation
Die in den 1970er Jahren geschaffene Telecommunications Regulatory Authority of Bahrain (TRA) ist verantwortlich für die Kommunikationsdienste im Königreich. Es handelt sich dabei um eine dem Ministerrat Bahrains unterstellte Körperschaft, die dem freien Wettbewerbs verpflichtet ist.
Kommunikationseinheit 2006 (pro 1000 Einwohner)
- Telefonanschlusse 195.515 (270,4)
- Mobiltelefone 1.116.000 (1543,5)
- Rundfunkgeräte 338.000 (467,5)
- Fernsehgeräte 275.000 (380,4)
Postdaten:
- Postanschrift: BHR al-Bahrayn
- Telefon-Vorwahl: 00973
Das Internmet wurde 1995 in Bahrain eingeführt. Im Jahr 2003 waren 195.700 Internet-Anschlüsse gemeldet, was einem Anteil von 28 % der Bevölkerung entspricht. Bis 2007 stieg die Zahl auf 250.000. Zu diesem Zeitpunkt standen 2621 bahrainische websites im Netz.. Es gibt keine Beschränkungen hinsichtlich des Internets. Einige systemkritische Websites werden jedoch blockiert. Im Jahr 2010 gab es 649.300 Internetanschlüsse, für den Juni 2011 wurden 287.020 Facebook-Nutzer angegeben.
Sport
Die wichtigste Sportart des Landes ist Fußball, der im ganzen Land große Popularität genießt. Es gibt eine nationale Liga sowie zahlreiche Vereine, die in verschiedenen Altersklassen und Wettbewerben aktiv sind. Die Nationalmannschaft Bahrains nimmt regelmäßig an internationalen Turnieren und Qualifikationsspielen teil und hat sich in der asiatischen Fußballszene einen soliden Ruf erarbeitet. Fußballstadien und Trainingsanlagen wurden in den letzten Jahren modernisiert, um den Sport weiter zu fördern.
Neben Fußball ist Motorsport eine der international bekanntesten Sportarten des Landes. Bahrain war eines der ersten Länder im Nahen Osten, das einen Formel-1-Grand-Prix ausgetragen hat. Der Bahrain International Circuit in Sakhir ist eine moderne Rennstrecke, die regelmäßig internationale Motorsportveranstaltungen beherbergt. Dieses Ereignis hat Bahrain weltweit als Sportstandort sichtbar gemacht und trägt auch wirtschaftlich durch Tourismus und internationale Aufmerksamkeit bei.
Auch traditionelle Sportarten spielen weiterhin eine Rolle, insbesondere solche, die mit der Kultur der Golfregion verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise Pferderennen und das Reiten, das in der arabischen Kultur eine lange Tradition hat. Falknerei ist ebenfalls ein kulturell bedeutsamer Sport, der historisch aus der Wüstenkultur stammt und bis heute bei speziellen Veranstaltungen gepflegt wird.
Im Bereich des Breitensports gewinnt auch die körperliche Fitness zunehmend an Bedeutung. Moderne Fitnessstudios, Sportvereine und öffentliche Sportanlagen fördern einen aktiven Lebensstil, insbesondere in städtischen Gebieten. Schulen und Universitäten integrieren Sport ebenfalls stark in den Bildungsalltag, um Gesundheit und Teamgeist zu fördern.
Olympische Spiele
Das Bahrain Olympic Committee wurde 1978 gegründet und 1979 vom Internationalen Olympischen Komitee aufgenommen. Bislang konnte kein Sportler aus Bahrain eine olympische Medaille erringen. Bei den Olympische Sommerspielen 2008 gewann Rashid Ramzi zwar den 1500-Meter-Lauf und holte damit die erste olympische Medaille für Bahrain. Am 29. April 2009 bestätigte jedoch das Nationale Olympische Komitee von Bahrain, dass Ramzi bei Nachkontrollen von Dopingproben, die während der Olympischen Spiele von Peking 2008 genommen worden sind, positiv auf das EPO-Mittel CERA getestet worden ist. Auch in der B-Probe wurde CERA gefunden. Am 18. November 2009 wurde Ramzi offiziell seine Goldmedaille aberkannt.
Fußball
Der Fußball in Bahrain ist die populärste Sportart des Landes und spielt sowohl im gesellschaftlichen Alltag als auch im professionellen Sport eine zentrale Rolle. In Bahrain hat sich Fußball vor allem im Laufe des 20. Jahrhunderts stark entwickelt, insbesondere mit dem Ausbau moderner Sportanlagen, der Gründung von Vereinen und der zunehmenden internationalen Vernetzung des Sports. Heute gilt Fußball als wichtigste Mannschaftssportart und wird von großen Teilen der Bevölkerung aktiv verfolgt oder selbst ausgeübt.
Organisiert wird der Fußball im Land durch die nationale Fußballorganisation, die Bahrain Football Association. Sie ist für die Verwaltung der Ligen, die Organisation der Nationalmannschaft sowie die Förderung des Nachwuchses zuständig. Unter ihrem Dach wird auch der nationale Ligabetrieb gesteuert, der als höchste Spielklasse des Landes die Grundlage des professionellen Fußballs bildet.
Die höchste nationale Liga ist die Bahraini Premier League. In dieser Liga spielen die besten Vereine des Landes gegeneinander, wobei sich über die Jahre mehrere erfolgreiche Clubs etabliert haben, die regelmäßig um Meisterschaften kämpfen. Die Liga ist zwar im internationalen Vergleich eher klein, erfüllt aber eine wichtige Funktion für die sportliche Entwicklung und die Identifikation der Bevölkerung mit dem Fußball.
Auch die Nationalmannschaft spielt eine bedeutende Rolle im Sportleben des Landes. Sie repräsentiert Bahrain bei internationalen Wettbewerben wie den Qualifikationen für die Weltmeisterschaft oder die Asienmeisterschaft. Die Mannschaft hat sich im asiatischen Fußballverband als konkurrenzfähiges Team etabliert und konnte in verschiedenen Turnieren beachtliche Erfolge erzielen, auch wenn der große internationale Durchbruch bislang ausgeblieben ist. Besonders in regionalen Wettbewerben im Golfraum ist Bahrain ein ernstzunehmender Gegner.
Die Popularität des Fußballs zeigt sich nicht nur im Profisport, sondern auch im Breitensport. In Städten und Dörfern wird Fußball häufig auf Straßen, Schulhöfen und in Vereinen gespielt. Schulen und Jugendprogramme fördern den Nachwuchs frühzeitig, um talentierte Spieler zu entwickeln und langfristig den nationalen Fußball zu stärken. Viele junge Menschen sehen den Sport auch als mögliche berufliche Perspektive, insbesondere im Trainer- oder Profibereich.
Ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Fußballs in Bahrain ist die moderne Sportinfrastruktur. In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Stadien, Trainingszentren und Sportanlagen gebaut oder renoviert, um internationalen Standards zu entsprechen. Dies ermöglicht nicht nur den nationalen Ligabetrieb, sondern auch die Austragung internationaler Spiele und Turniere.
Die Bahrain Football Association (BFA), arabisch الاتحاد البحريني لكرة القدم, ist der bahrainische Fußballverband. Der Fußballverband Bahrains wurde 1957 gegründet. Im Jahr 1966 trat der kleine Staat der FIFA und drei Jahre später der Asian Football Confederation bei. Der Verband leitet die Bahraini Premier League und kümmert sich um die Organisation der Spiele der bahranischen Fußballnationalmannschaft und deren Jugendmannschaften.
Die Bahraini Premier League ist die höchste Spielklasse Bahrains im Fußball unter der Aufsicht der Bahrain Football Association. Der Wettbewerb wurde erstmals 1957 ausgetragen. Aktuell beträgt die Anzahl der teilnehmenden Vereine zehn. Mit 30 Titeln ist Al-Muharraq Rekordmeister. Die an der Meisterschaft 2008 teilnehmenden Klubs waren:
| Verein | Arabische Schreibweise | Stadt |
| Busaiteen Club | البسيتين | Busaiteen |
| Al-Ahli | الأهلي البحرين | Manama |
| Al-Najma | نادي النجمة | Manama |
| Al-Shabab | الشباب | Manama |
| Bahrain Club | البحرين | Manama |
| Manama Club | المنامة | Manama |
| Al-Hala | الحالة | Muharraq |
| Al-Muharraq | نادي المحرق العربي | Muharraq |
| East Riffa Club | الرفاع الشرقي | Riffa |
| Bahrain Riffa Club | الرفاع | Riffa |
| Al-Ittihad | ||
| Hidd Club |
Fußballmeister
- 1957 – Al-Muharraq
- 1958 – Al-Muharraq
- 1959 – Al-Nasr
- 1960 – Al-Muharraq
- 1961 – Al-Muharraq
- 1962 – Al-Muharraq
- 1963 – Al-Muharraq
- 1964 – Al-Muharraq
- 1965 – Al-Muharraq
- 1966 – Al-Muharraq
- 1967 – Al-Muharraq
- 1968 – Bahrain Club
- 1969 – Al-Ahli
- 1970 – Al-Muharraq
- 1971 – Al-Muharraq
- 1972 – Al-Ahli
- 1973 – Al-Muharraq
- 1974 – Al-Muharraq
- 1975 – Arabi Club
- 1976 – Al-Muharraq
- 1977 – Al-Ahli
- 1978 – Bahrain Club
- 1979 – Al-Hala
- 1980 – Al-Muharraq
- 1981 – Bahrain Club
- 1982 – Bahrain Riffa Club
- 1983 – Al-Muharraq
- 1984 – Al-Muharraq
- 1985 – Bahrain Club
- 1986 – Al-Muharraq
- 1987 – Bahrain Riffa Club
- 1988 – Al-Muharraq
- 1989 – Bahrain Club
- 1990 – Bahrain Riffa Club
- 1991 – Al-Muharraq
- 1992 – Al-Muharraq
- 1993 – Bahrain Riffa Club
- 1994 – East Riffa Club
- 1995 – Al-Muharraq
- 1996 – Al-Ahli
- 1997 – Bahrain Riffa Club
- 1998 – Bahrain Riffa Club
- 1999 – Al-Muharraq
- 2000 – Bahrain Riffa Club
- 2001 – Al-Muharraq
- 2002 – Al-Muharraq
- 2003 – Bahrain Riffa Club
- 2004 – Al-Muharraq
- 2005 – Bahrain Riffa Club
- 2006 – Al-Muharraq
- 2007 – Al-Muharraq
- 2008 – Al-Muharraq
- 2009 – Al-Muharraq
- 2010 – Al Ahly Manama
- 2011 – Al-Muharraq
- 2012 – Bahrain Riffa Club
- 2013 – Busaiteen
- 2013/14 - Al-Riffa SC
- 2014/15 - Al-Muharraq
- 2015/16 - Al-Hidd SCC
- 2016/17 - Malkiya Club
- 2017/18 - Al-Muharraq
- 2018/19 - Al-Riffa
- 2019/20 - Al-Hidd
- 2020/21 - Al-Riffa
- 2021/22 - Al-Riffa
- 2022/23 - Al-Khaldiya SC
- 2023/24 - Al-Khaldiya SC
- 2024/25 - Al-Muharraq
- 2025/26 - Al-Muharraq
| Klub | Anzahl der Titel |
| Al-Muharraq | 36 |
| Al-Riffa bzw. Bahrain Riffa Club (mit West Riffa) | 14 |
| Bahrain Club | 5 |
| Al-Ahli (Manama) | 5 |
| Al-Hidd SCC | 2 |
| Al-Khaldiya SC | 2 |
| Arabi Club | 1 |
| Al Hala | 1 |
| Al-Nasr | 1 |
| Busaiteen | 1 |
| East Riffa Club | 1 |
| Malkiya Club | 1 |
Bahrain ist (für seine Größe) eine sehr erfolgreiche Fußballnation. Bei der letzten Asienmeisterschaft 2004 in China erreichte man den vierten Platz nach einer 2:4-Niederlage gegen den Iran. Zuvor war man im Halbfinale unglücklich gegen Japan gescheitert. Das entscheidende Tor zum 4:3 fiel erst in der Verlängerung. Trotzdem konnte man sich über eine goldene Trophäe freuen: A'ala Hubail, Star und Goalgetter der Inselkicker, gewann zusammen mit dem Iraner Ali Karimi den goldenen Schuh des besten Torschützen. Er erzielte fünf Tore. In der Wahl zu Asiens Spieler des Jahres schnappte Karimi ihm dann auch noch den Titel weg. Der zweite Hoffnungsträger der Bahrainis ist A'alas Bruder Mohamed Hubail. Beide spielen auch im Verein zusammen.
Bis zum 16. November 2005 konnten die Bahrainis darauf hoffen, sich für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 qualifizieren zu können. Nachdem im ersten Spiel gegen Usbekistan die Kicker aus dem GUS-Staat 1:0 gewonnen hatten, wurde das Spiel wegen eines schweren Schiedsrichterfehlers annulliert (dieser gab statt einer Elfmeter-Wiederholung einen indirekten Freistoß). Am 8. Oktober 2005 gab es in Tashkent eine Neuansetzung, die 1:1 endete. Das Rückspiel am 12. Oktober in Manama endete 0:0, und somit konnte sich Bahrain aufgrund der höheren Anzahl an Auswärtstoren für zwei weitere Play-off-Spiele gegen Trinidad und Tobago qualifizieren. Das Hinspiel wurde in Trinidad und Tobago, das Rückspiel in Bahrain ausgetragen. Da Bahrain das Rückspiel am 16. November 2005 mit 0:1 verlor, nachdem das Hinspiel am 12. November 2005 noch 1:1 geendet hatte, konnte sich der Gegner Trinidad und Tobago für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 qualifizieren, während die bahrainische Mannschaft damit in der Qualifikation scheiterte. Allerdings wurde beim Rückspiel in der Verlängerung ein Tor aberkannt. Daraufhin legten die Bahrainis Protest bei der FIFA ein, welcher aus formalen Gründen abgelehnt wurde. Am 20. Februar 2006 wurde Peruzovic nach einer 1:3-Niederlage gegen Australien entlassen.
Trotz der Niederlage konnte Bahrain die Endrunde der Asienmeisterschaft 2007 erreichen, im Auftaktspiel unterlagen sie allerdings den Gastgebern aus Indonesien mit 1:2. Nach einem Sieg gegen Südkorea verloren die Bahrainis auch das dritte Spiel gegen Saudi-Arabien mit 4:0 und schieden in der Vorrunde aus.
In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 spielte Bahrain zunächst gegen Japan, den Oman und Thailand und zog als zweitplatzierte Mannschaft in die nächste Runde ein. Dort traf Bahrain auf Australien, Japan, Katar und Usbekistan. Als Gruppendritter erreichte die Mannschaft die Relegation gegen Saudi-Arabien, wo sie sich durch ein 0:0 zu Hause und ein 2:2 in Saudi-Arabien für die Relegationsspiele gegen Neuseeland qualifizierte. Durch ein 0:0 im Heimspiel und ein 0:1 in Neuseeland verpasste Bahrain erneut die erstmalige Qualifikation.
Länderspiele 1966 bis 2025
| Gegner | Sp | S | U | N | T+ | T- | Siegesquote |
| Albanien | 2 | 2 | 0 | 0 | 6 | 0 | 100 % |
| Algeien | 3 | 0 | 2 | 1 | 1 | 5 | 33.33 % |
| Angola | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 3 | 0 % |
| Aserbaidschan | 3 | 0 | 0 | 3 | 3 | 8 | 0 % |
| Australien | 8 | 1 | 1 | 6 | 4 | 13 | 12.5 % |
| Ägypten | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 % |
| Bangladesh | 2 | 2 | 0 | 0 | 4 | 0 | 100 % |
| Bosnien und Herzegovina | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 % |
| Brasilien | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 2 | 0 % |
| Brunei | 1 | 1 | 0 | 0 | 7 | 0 | 100 % |
| Burkina Faso | 2 | 2 | 0 | 0 | 5 | 2 | 100 % |
| Burundi | 1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 100 % |
| Chile | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 2 | 0 % |
| China | 10 | 0 | 5 | 5 | 9 | 17 | 0 % |
| Curaçao | 1 | 1 | 0 | 0 | 4 | 0 | 100 % |
| Dänemark | 2 | 1 | 0 | 1 | 2 | 2 | 50 % |
| Dschibuti | 1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 100 % |
| Finnland | 5 | 0 | 1 | 4 | 1 | 9 | 0 % |
| Georgien | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 2 | 0 % |
| Haiti | 1 | 1 | 0 | 0 | 6 | 1 | 100 % |
| Hongkong | 7 | 5 | 1 | 1 | 17 | 3 | 71.43 % |
| Indien | 7 | 6 | 1 | 0 | 16 | 4 | 85.71 % |
| Indonesien | 9 | 3 | 3 | 3 | 21 | 10 | 33.33 % |
| Irak | 32 | 5 | 13 | 14 | 27 | 52 | 15.63 % |
| Iran | 19 | 5 | 4 | 9 | 13 | 32 | 36.84 % |
| Island | 2 | 1 | 0 | 1 | 2 | 3 | 50 % |
| Japan | 15 | 2 | 1 | 12 | 11 | 33 | 13.33 % |
| Jemen | 16 | 12 | 2 | 2 | 31 | 8 | 86.67 % |
| Jordanien | 31 | 11 | 6 | 14 | 26 | 35 | 35.48 % |
| Kambodscha | 2 | 2 | 0 | 0 | 9 | 0 | 100 % |
| Kanada | 1 | 0 | 1 | 0 | 2 | 2 | 0 % |
| Kapverden | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 2 | 0 % |
| Kasachstan | 2 | 0 | 0 | 2 | 0 | 3 | 0 % |
| Katar | 40 | 11 | 12 | 9 | 30 | 34 | 42.5 % |
| Kenia | 2 | 2 | 0 | 0 | 4 | 2 | 100 % |
| Kirgistan | 8 | 6 | 1 | 1 | 17 | 7 | 75 % |
| Kolumbien | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 6 | 0 % |
| Kongo-Brazzaville | 1 | 1 | 0 | 0 | 3 | 1 | 100 % |
| Kongo-Kinshasa | 1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 100 % |
| Kuwait | 44 | 14 | 11 | 19 | 41 | 59 | 31,83 % |
| Libanon | 15 | 7 | 6 | 2 | 23 | 18 | 66.67 % |
| Libya | 5 | 2 | 1 | 2 | 9 | 8 | 40 % |
| Malaysia | 16 | 9 | 5 | 2 | 34 | 17 | 56.25 % |
| Maldiven | 2 | 2 | 0 | 0 | 5 | 1 | 100 % |
| Mauritania | 1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 100 % |
| Morocco | 3 | 0 | 0 | 3 | 0 | 6 | 0 % |
| Myanmar | 5 | 4 | 0 | 1 | 13 | 6 | 80 % |
| Nepal | 2 | 2 | 0 | 0 | 8 | 0 | 100 % |
| Neuseeland | 5 | 0 | 1 | 4 | 1 | 6 | 0 % |
| Niederlande | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 8 | 0 % |
| Nordkorea | 7 | 2 | 1 | 4 | 10 | 10 | 28.57 % |
| Nordmakedonien | 1 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 % |
| Norwegen | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 % |
| Oman | 40 | 12 | 17 | 11 | 37 | 33 | 51.25 % |
| Pakistan | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 5 | 0 % |
| Palästina | 9 | 4 | 1 | 4 | 12 | 8 | 44.44 % |
| Panama | 2 | 1 | 0 | 1 | 5 | 2 | 50 % |
| Paraguay | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 2 | 0 % |
| Philippinen | 7 | 4 | 2 | 1 | 10 | 5 | 71.43 % |
| Saudi Arabien | 39 | 7 | 12 | 20 | 26 | 57 | 17.95 % |
| Schweden | 2 | 0 | 0 | 2 | 0 | 5 | 0 % |
| Serbien | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 5 | 0 % |
| Simbabwe | 1 | 1 | 0 | 0 | 5 | 2 | 100 % |
| Singapur | 10 | 8 | 1 | 1 | 18 | 6 | 80 % |
| Slowakei | 1 | 1 | 0 | 0 | 2 | 0 | 100 % |
| Somalia | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 2 | 0 % |
| Sri Lanka | 1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 100 % |
| Sudan | 4 | 3 | 0 | 1 | 7 | 4 | 75 % |
| Südkorea | 25 | 3 | 5 | 17 | 21 | 58 | 12 % |
| Syrien | 23 | 6 | 7 | 10 | 24 | 25 | 26.09 % |
| Tadschikistan | 5 | 3 | 2 | 0 | 11 | 1 | 80 % |
| Taiwan | 3 | 2 | 0 | 1 | 7 | 2 | 66.67 % |
| Thailand | 10 | 3 | 4 | 3 | 11 | 10 | 30 % |
| Togo | 1 | 1 | 0 | 0 | 5 | 1 | 100 % |
| Trinidad und Tobago | 2 | 0 | 1 | 1 | 1 | 2 | 0 % |
| Tschad | 1 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 % |
| Tunesien | 2 | 1 | 0 | 1 | 1 | 3 | 50 % |
| Turkmenistan | 6 | 4 | 2 | 0 | 15 | 5 | 83.33 % |
| Uganda | 2 | 1 | 1 | 0 | 3 | 1 | 50 % |
| Ukraine | 1 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 % |
| Usbekistan | 11 | 2 | 5 | 4 | 8 | 15 | 45.45 % |
| Vereinigte Arabische Emirater | 32 | 12 | 6 | 14 | 46 | 53 | 37.5 % |
| Vietnam | 1 | 0 | 0 | 1 | 3 | 5 | 0 % |
| Weißrussland | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 % |
| insgesamt | 626 | 222 | 164 | 240 | 771 | 799 | 35.46 |
Autosport
Seit 2004 findet in Bahrain das Formel-1-Rennen Großer Preis von Bahrain statt. Nachdem auf dem BIC (Bahrain International Circuit) offiziell die Formel 1-Weltmeisterschaft dieses Jahres am 12. März 2006 begonnen hat, wächst der Stolz des Königreichs Bahrain auf die am 4.4.2004 mit dem damals von Michael Schumacher gewonnenen dritten Formel-1-Rennen des Jahres eröffnete 5,417 km lange Rennstrecke. Die Welt schaute nach Bahrain und hunderte Millionen TV-Zuschauer aus aller Welt wurden Zeugen eines spannenden Rennens. Als „Heimat des Motorsports im Mittleren Osten“ bezeichnet sich BIC und hat auch bereits die FIA-Auszeichnung für den bestorganisierten Grand Prix in 2004 gewonnen. Es ist die technisch fortschrittlichste Rennstrecke der Welt und die einzige Formel-1 Rennbahn der Golfstaaten. Hier finden regionale und internationale Wettbewerbe aller Schwierigkeitsgrade statt und große Sportereignisse wie FIA GT Championship, GP2 Championship, F3 SuperPrix und BMW World Final. BIC ist das ganze Jahr geöffnet für Veranstaltungen aller Art. BIC ist Schauplatz des einzigen BMW Performance Centre in der Region und Adventure Drive Arabia, führender 4x4 off-road course. Open Track, Open Tour und Open Test heißen die Programme für die der Öffentlichkeit mit Privat-PKW zugänglichen Fahrtage. Man ist stolz auf die Verbindung mit der Initiative „Denke bevor du fährst“ der FIA Stiftung zum Thema Straßensicherheit. Bahrains Sicherheitsprogramm stützt sich dabei auf vier Elemente: Geschwindigkeitsreduzierung, Tragen von Sicherheitsgurten, Spezielle Kindersicherung und Kindersitze sowie Reifenzustand. Die Kampagne in Bahrain wurde in Zusammenarbeit zwischen Bahrain Motor Federation, Innenministerium und Bridgestone lanciert. Die entsprechende Zeremonie fand unter Beteiligung von Kronprinz Sheikh Salman binHamad Al Khalifa und Weltmeister Michael Schumacher kurz vor dem Gulf Air Bahrain Grand Prix 2006 statt.
General Manager von BIC ist Martin Whitaker. „Die Augen der Welt waren am 12. März 2006 auf Bahrain gerichtet – ein gutes Gefühl. Wir haben das Ereignis genutzt, um die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Bahrainis zu demonstrieren“. Die mit großem Aufwand gebaute Rennstrecke beschäftigt weit über hundert Angestellte, die ständig auf dem Gelände arbeiten, auch wenn keine Formel-1-Rennen oder andere Ereignisse, wie zum Beispiel Konzerte, Motorrad-Rennen und private Veranstaltungen für bis zu 70.000 Zuschauer stattfinden. Das Gelände gleicht einem Hochsicherheitstrakt, ohne Genehmigung darf es nicht betreten werden. Ich werde vom Chef der Sicherheitstruppe nicht aus den Augen gelassen, der mir beim Bekannt werden meiner Nationalität verrät, dass der Architekt der Anlage der Deutsche Bauingenieur Hermann Tilke ist. Diesem ist eine großartige Mischung aus traditionellen und modernen Architekturelementen gelungen. Bei den traditionellen Elementen standen Beduinenzelte und die Windtürme der traditionellen Häuser Modell. Insgesamtschmücken 13 traditionelle Windtürme die zeltförmigen Dächer auf den beiden lang gestreckten Tribünen. „Wahrzeichen“ des Geländes ist der wie eine hohe Torte aussehende, ebenfalls mit 13 Zeltdächern gekrönte Sakhir Turm. Der Eingang liegt im Schatten zweier Zeltdächer. Im Turm sind neben Verwaltungsbüros VIP Besucherzimmer in luxuriöser Ausstattung der Farben schwarz, weiß und rot untergebracht mit neuester Technik, die über Monitore jede Bewegung der Rennfahrer in jeder Kurve verfolgt. Natürlich wird hier auch mit dem modernsten Catering für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Vom obersten Stockwerk des Turms hat man die beste Aussicht über die Rennstrecke. Die Lage der Rennbahn südlich der Mitte der Insel ist gut gewählt am Fuß einer etwa 50 m hohen Erhebung in deransonsten zum größten Teil flachen Landschaft. Die Strecke dorthin ist vom Flughafen, von Manama und vom King Fahd Causeway gut ausgeschildert. Die ausgezeichnet ausgebauten, mehrspurigen Straßen ermöglichen ein rasches Vorwärtskommen. Mit dem Bau der Rennbahn gingen eine Modernisierung des Flughafens, der Bau neuer Hotels und der Ausbau der Infrastruktur Hand in Hand. Wer will es dem Präsidenten der Bahrain Motor Federation und Kronprinzen Sheikh Salman bin Hamad Al Khalifa verdenken, wenn seine Erwartungen, durch dieses 300 Millionen Dollar Projekt, das jährlich viele Millionen Dollar an Folgekosten verschlingt, hoch sind: Man will Anziehungspunkt für weitere hochkarätige Sportarten werden und verspricht sich davon internationale Aufwertung, einen wachsenden Bekanntheitsgrad, mehr Touristen und mehr investitionsfreudige Geschäftsleute.
Persönlichkeiten
Die wichtigsten bahrainischen Persönlichkeiten sind:
- Isa bin Ali Al Khalifa (1848 bis 1932), Herrscher von Bahrain
- Yusuf bin Ahmed Kanoo (1845 bis 1931), Kaufmann und Unternehmer
- Salman bin Hamad Al Khalifa (1894 bis 1961), Emir von Bahrain
- Isa bin Salman Al Khalifa (1933 bis 1999), Emir von Bahrain
- Khalifa bin Salman Al Khalifa (1935 bis 2020), Premierminister
- Qassim Haddad (* 1948), Dichter und Schriftsteller
- Hamad bin Isa Al Khalifa (* 1950), König von Bahrain
- Abdullatif bin Rashid Al Zayani (* 1954), Diplomat und Außenminister
- Maryam Yusuf Jamal (* 1984), Leichtathletin (Mittelstreckenlauf, Olympiateilnehmerin für Bahrain)
- Ruth Jebet (* 1996), Leichtathletin (Olympiasiegerin im Hindernislauf für Bahrain)
Fremdenverkehr
Der Fremdenverkehr in Bahrain hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil der Dienstleistungswirtschaft entwickelt, auch wenn das Land im internationalen Vergleich kein klassisches Massentourismusziel ist. In Bahrain spielt vor allem der innerarabische Tourismus eine zentrale Rolle, während Besucher aus Europa oder anderen Weltregionen eine eher geringere Bedeutung haben. Besonders attraktiv ist Bahrain für Reisende aus den benachbarten Golfstaaten, die das Land häufig für Kurzaufenthalte, Wochenendreisen oder Geschäftsreisen besuchen.
Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung ist die vergleichsweise liberale Freizeitgestaltung im regionalen Umfeld. Insbesondere der legale Alkoholausschank sowie ein etwas offeneres gesellschaftliches Umfeld im Vergleich zu manchen Nachbarstaaten machen Bahrain für viele Besucher aus Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten attraktiv. Im Jahr 2006 wurden rund 7 Millionen Besucher gezählt, was die große Bedeutung dieses regionalen Tourismus verdeutlicht.
Die touristische Infrastruktur hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Es entstehen regelmäßig neue Hotels, insbesondere im gehobenen und luxuriösen Segment. Internationale Hotelketten investieren in moderne Anlagen, die sowohl Geschäftsreisende als auch Urlauber ansprechen. Diese Luxushotels bieten meist umfangreiche Dienstleistungen wie Konferenzzentren, Restaurants, Wellnessbereiche und Einkaufsangebote und sind ein wichtiger Teil der wirtschaftlichen Entwicklung des Tourismussektors.
Gleichzeitig ist Bahrain kein klassisches Bade- oder Strandtourismusziel. Die natürlichen Strände sind begrenzt und viele Küstenbereiche sind entweder industriell genutzt oder in privatem Besitz. Dadurch spielt der klassische Strandurlaub für den internationalen Tourismus nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen konzentriert sich das touristische Angebot stärker auf Kultur, Stadtleben und Veranstaltungen.
Die Hauptstadt Manama bildet das Zentrum des Fremdenverkehrs. Sie vereint moderne Architektur mit traditionellen Elementen und bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören bedeutende Moscheen wie die Al-Fatih-Moschee, historische Bauwerke wie die Al-Khamis-Moschee sowie zahlreiche Museen, darunter das Bahrain Nationalmuseum mit wichtigen archäologischen und kulturellen Sammlungen. Auch traditionelle Märkte (Souks), Einkaufszentren und gastronomische Angebote sind für Besucher attraktiv.
In der Umgebung der Hauptstadt befinden sich weitere kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten wie antike Tempelanlagen, Königsgräber und alte Festungen, die die lange Geschichte der Region sichtbar machen. Naturinteressierte Besucher können zudem Schutzgebiete wie den Al-Areen Wildlife Park besuchen, der Tiere und Pflanzen der Region zeigt und eine der wenigen größeren Grün- und Tieranlagen des Landes darstellt.
Ein weiterer bedeutender Faktor für den Tourismus ist der Motorsport. Seit der Einführung internationaler Formel-1-Rennen hat der Bahrain International Circuit in Sakhir große internationale Aufmerksamkeit auf das Land gelenkt und zieht regelmäßig Besucher aus aller Welt an. Dieses Ereignis stärkt sowohl das Image Bahrains als auch den Hotel- und Dienstleistungssektor.
Die Anreise nach Bahrain erfolgt entweder über den internationalen Flughafen auf der Insel Muharraq oder über den King-Fahd-Damm, eine Straßenverbindung nach Saudi-Arabien. Diese gute Erreichbarkeit ist ein wichtiger Vorteil für den regionalen Tourismus.
Bei einem Besuch sind kulturelle Besonderheiten zu beachten, da Bahrain ein islamisch geprägtes Land ist. Insbesondere während des Ramadan gelten besondere Regeln und gesellschaftliche Rücksichtnahmen. Für viele Reisende gilt Bahrain dennoch als relativ gut zugängliches und sicheres Reiseziel im Vergleich zu anderen Staaten der Region.
Ein- und Ausreise:
- Personaldokumente: Neben dem mindestens ein halbes Jahr gültigen Reisepass ist ein Visum allgemein erforderlich, ausgenommen sind Staatsbürger von: Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Visa für Kurzurlauber und Geschäftsreisende sind am Flughafen Manama gegen eine Gebühr von 5 BD (rund 9,5 €) gegen Vorlage eines gültigen Reisepasses sowie eines Rück- bzw. Weiterflugtickets für einen Aufenthalt von bis zu 14 Tagen für unter anderem Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder erhältlich
- Impfungen: Speziell geforderte Impfungen gibt es nicht. Es empfiehlt sich jedoch ein Impfschutz gegen Tetanus, Diptherie, Polio und Hepatitis A. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz und eine Reiserückholversicherung sind ratsam.
- Zollbestimmungen: Personen über 18 Jahren dürfen maximal 225 g Tabak und 1 Liter Alkohol mit sich führen. Die Einfuhr von Zuchtperlen, nachgeprägten Münzen, Drogen und Aufputschmitteln, Waffen und Munition, pornographischem Material jeglicher Art, sind verboten. DVDs und Videofilme werden vom bahrainischen Kultur- und Informationsministerium kontrolliert.
- Reisen mit Kfz: Die bekannten internationalen Mietwagenfirmen haben Büros am Flughafen und in Hotels. Benötigt wird ein internationaler Führerschein, der vor der Benutzung vom Verkehrsministerium gegengezeichnet werden muss.
- Umgangsformen: Traditionen haben weiterhin Bestand, und der Umgang ist eher formell. Die Haltung gegenüber Frauen ist liberaler als in anderen Golfstaaten. Zur Gebetszeit (fünfmal täglich) kommen alle anderen Aktivitäten vorübergehend zum Erliegen. Es ist üblich, im Schneidersitz auf einem Kissen oder Sofa zu sitzen, die Fußsohlen zeigt man dabei jedoch nie. Die linke Hand sollte nie zum Überreichen oder Entgegennehmen von Gegenständen benutzt werden. Bei einer Einladung gilt es als höflich, zwei kleine Tassen Kaffee oder Tee zu trinken. Von Besuchern in Privathäusern wird im Allgemeinen erwartet, dass sie das Schlafzimmer der Gastgeber teilen, da Gästezimmer fast unbekannt sind. Sportkleidung ist auf der Straße akzeptabel. Frauen sollten tiefe Ausschnitte und bloße Schultern vermeiden. Rauchen ist weitverbreitet, und Tabakwaren sind preiswerter als in Europa. Geschäftsleute sollten Anzug und Krawatte bzw. Kostüm tragen. Persönliche Kontakte und Empfehlungen spielen bei der Abwicklung eine entscheidende Rolle. Auf höfliche Konversation wird großer Wert gelegt. Handeln ist üblich und mündliche Vereinbarungen sind bindend.
- Trinkgeld: Wenn das Trinkgeld nicht in der Rechnung enthalten ist, sind 10 % angebracht. Taxifahrer und Gepäckträger erwarten ebenfalls 10 %.
- Reisezeit: Vor den sehr heißen Sommermonaten (Anfang Juni bis Mitte September) wenn es in Bahrain extrem heiß und schwül werden kann, wird gewarnt. Die beste Zeit für einen Besuch ist November bis März. In deser Zeit sind die Tage warm, die Nächte kühler und die Niederschläge vernachlässigbar gering. Die Zeiten von Ramadan und Eid sollten jedoch vermieden werden, dann wird es durch die zahlreichen Saudi-Touristen schwieriger, ein Zimmer zu finden. Geschäftsreisen werden am besten in die Zeit zwischen Oktober und April gelegt.
Literatur
- wikipedia = https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Bahrain
- wikitravel = https://wikitravel.org/en/Bahrain
- wiukivoyage = https://de.wikivoyage.org/wiki/Bahrain
- Geoffrey Bibby: Dilmun. Die Entdeckung der ältesten Hochkultur, Reinbek 1973
- Adriana Sack: Bahrain ist noch ein echter Geheimtiupp, in: Die Welt 20.3.2025 = https://www.welt.de/reise/article255701090/Inselstaat-Bahrain-ist-noch-ein-echter-Geheimtipp.html
Reiseberichte
- Urlaubsguru: Bahrain Urlaub = https://www.urlaubsguru.de/reisemagazin/bahrain/
- Wunderberry: Abstecher nach Bahrain = https://wunderberry.ch/2023/10/08/abstecher-nach-bahrain-der-kleine-inselstaat-neben-saudi-arabien/
Videos
- Bahrain by drone 2019 = https://www.youtube.com/watch?v=SracuMX2n_o
- Bahrain, the most relaxed country in the Middle East = https://www.youtube.com/watch?v=2dYMNqidZSc
- Bahrain Tourist Guide: The Most Liberal Country in the Gulf = https://www.youtube.com/watch?v=8tdHhPBB56I
Atlas
- Bahrain, openstretemap = https://www.openstreetmap.org/#map=11/26.0438/50.4678
- Bahrain, Satellit = https://satellites.pro/Bahrain_map
Reiseangebote
Bahrain Tourism = https://www.bahrain.com/
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