Isla de Margarita

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Die Isla Margarita bzw. der Bundesstaat Nueva Esparta ist eine Art venezolanische Karibik, ein wenig lateinamerikanisch, ein wenig typisch karibisch. Sie liegt deutlich vor der Küste des Festlands und pflegt ihre Eigenständigkeit.

Name

Die indianischen Ureinwohner, das Volk der Guaiquerí, nannten ihre Heimat Paraguachoa. Dieser Name bedeutet „Ort mit reichen Fischgründen“ oder „Fisch in Fülle“ und spiegelt die Lebensweise dieses Küstenvolkes wider, das vom Fischfang und der Landwirtschaft lebte. Die Guaiquerí bewohnten nicht nur Margarita, sondern auch die benachbarten Inseln Coche und Cubagua sowie Teile des Festlands und waren für ihre Seefahrtkünste bekannt.

Als Christoph Kolumbus (spanisch Cristóbal Colón) am 15. August 1498 während seiner dritten Reise die Insel sichtete, gab er ihr zunächst den Namen La Asunción - nach dem katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt. Bereits ein Jahr später, 1499, wurde sie von den Entdeckern Pedro Alonso Niño und Cristóbal de la Guerra in Isla de Margarita umbenannt. Der Name leitet sich vom spanischen Wort margarita ab, das „Perle“ bedeutet. Grund für diese Bezeichnung waren die außergewöhnlich reichen Perlenvorkommen in den Gewässern rund um die Insel und besonders um die Nachbarinsel Cubagua. Der Legende nach sollen die einheimischen Perlenfischer die ankommenden Spanier bei der „Entdeckung“ reich mit Perlen beschenkt haben, was die Namenswahl zusätzlich inspirierte. Eine alternative Erklärung sieht im Namen eine Huldigung an Margarete von Österreich, eine Habsburger Prinzessin jener Zeit.

Die Perlenfischerei wurde jedoch schnell zur Tragödie. Ab etwa 1508 zwangen die spanischen Konquistadoren die Guaiquerí und später auch afrikanische Sklaven, unter lebensgefährlichen Bedingungen nach Perlen zu tauchen. Tausende Ureinwohner starben an Erschöpfung, Druckverletzungen oder Ertrinken. Die Perlenbänke, die zeitweise fast ein Drittel aller Tribute aus der Neuen Welt an die spanische Krone lieferten, waren bereits Mitte des 16. Jahrhunderts weitgehend erschöpft. Diese dunkle Phase markiert eine der frühesten und brutalsten Formen kolonialer Ausbeutung in Südamerika.

Trotz dieser leidvollen Geschichte blieb der Name Isla de Margarita, auch Isla Margarita oder kurz Margarita, erhalten und wurde später poetisch ergänzt durch den Beinamen La Perla del Caribe, „die Perle der Karibik“. Dieser Ausdruck bezieht sich nicht nur auf die historische Perlenfischerei, sondern auch auf die natürliche Schönheit der Insel mit ihren weißen Stränden, türkisfarbenem Meer und ganzjährig warmem Klima.

Der Bundesstaat, zu dem Margarita zusammen mit Coche und Cubagua gehört, trägt seit dem 19. Jahrhundert den Namen Nueva Esparta („Neu-Sparta“). Diese Bezeichnung wurde der Region verliehen, um den außerordentlichen Heldenmut ihrer Bewohner während der venezolanischen Unabhängigkeitskriege (1810 bis 1823) zu ehren. Margarita war eine der ersten Regionen, die sich dauerhaft von der spanischen Kolonialherrschaft befreiten, und diente 1816 als wichtige Basis für Simón Bolívar. Der Vergleich mit dem antiken Sparta soll die Tapferkeit und den Widerstandsgeist der Inselbewohner symbolisieren.

  • international:  Isla Margarita
  • amharisch:  ማርጋሪታ ደሴት [Margarita Deset]
  • arabisch:  جزيرة مارغاريتا [Jazīrat Mārgārītā]
  • armenisch:  Մարգարիտա կղզի [Margarita kġzi]
  • bengalisch:  মার্গারিটা দ্বীপ [Mārgāriṭā dbīp]
  • birmanisch:  မာဂါရီတာကျွန်း [Māgārītā kywan:]
  • bulgarisch:  Остров Маргарита [Ostrov Margarita]
  • chinesisch:  玛格丽塔岛 [Mǎgélìtǎ dǎo]
  • englisch: Margarita Island
  • französisch: Île Margarita
  • georgisch:  მარგარიტას კუნძული [Margaritas k‘undzuli]
  • griechisch:  Νήσος Μαργαρίτα [Nísos Margaríta]
  • gudscheratisch: માર્ગારિટા ટાપુ [Mārgāriṭā ṭāpu]
  • hebräisch:  אי מרגריטה [I Margerita]
  • hindi:  मार्गरीटा द्वीप [Mārgarīṭā dvīp]
  • japanisch:  マルガリータ島 [Marugarīta-tō]
  • kambodschanisch: កោះម៉ាហ្គារីតា [Koh Māgārītā]
  • kanaresisch:  ಮಾರ್ಗರಿಟಾ ದ್ವೀಪ [Mārgaritā dvīpa]
  • kasachisch:  Маргарита аралы [Margarita araly]
  • koreanisch:  마르가리타 섬 [Mareugarita seom]
  • laotisch:  ເກາະມາຣກາຣີຕາ [Kō Mārgārītā]
  • lateinisch:  Insula Margarita
  • lettisch:  Margaritas sala
  • litauisch:  Margaritos sala
  • makedonisch:  Остров Маргарита [Ostrov Margarita]
  • malayalam:  മാർഗരിറ്റ ദ്വീപ് [Mārgaritṭa dvīp]
  • maldivisch:  މާރގަރީޓަ ޖަޒީރާ [Mārgārīṭa jazīrā]
  • marathisch:  मार्गारीटा बेट [Mārgārīṭā beṭ]
  • nepalesisch:  मार्गरिटा टापु [Mārgaritā ṭāpu]
  • orissisch:  ମାର୍ଗାରିଟା ଦ୍ୱୀପ [Mārgāriṭā dvīpa]
  • pandschabisch: ਮਾਰਗਰੀਟਾ ਟਾਪੂ [Māragarīṭā ṭāpū]
  • paschtunisch:  مارګریټا ټاپو [Mārgariṭā ṭāpo]
  • persisch:  جزیره مارگاریتا [Jazire-ye Mārgāritā]
  • portugiesisch: Ilha Margarita, Ilha de Margarita
  • russisch:  Остров Маргарита [Ostrov Margarita]
  • serbisch:  Острво Маргарита [Ostrvo Margarita]
  • singhalesisch: මාර්ගරිටා දූපත [Mārgariṭā dūpata]
  • tamilisch:  மார்கரிட்டா தீவு [Mārkaritṭā tīvu]
  • telugu:  మార్గరీటా ద్వీపం [Mārgārīṭā dvīpaṁ]
  • thai:  เกาะมาร์การิตา [Kò Mārgārítā]
  • tibetisch:  མར་ག་རི་ཏ་གླིང་ [Mar ga ri ta gling]
  • ukrainisch:  Острів Маргарита [Ostriv Margarita]
  • urdu:  مارگریٹا جزیرہ [Margarita Jazira]
  • weißrussisch:  Востраў Маргарыта [Vostraŭ Margaryta]


Offizieller Name:  Isla Margarita bzw. Estado Nueva Esparta

  • Bezeichnung der Bewohner:  Margariteños (Margaritaner)
  • adjektivisch: margariteño (margaritisch)


Kürzel:

  • Code:  IM bzw. NE / IMG bzw. NES
  • Kfz:  -
  • ISO-Code:  VE-O bzw. VE-NE

Lage

Die Isla Margarita liegt im Südosten der Karibik, unmittelbar vor der südamerikanischen, konkret venezolanischen Küste auf durchschnittlich 11°02’ n.B. und 64°05’ w.L.. Sie gehört zu den Kleinen Antillen und befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie Tobago, das südliche Guinea-Bissau, des nördlich zentrale Guinea, der Süden von Burkina Faso, der Norden von Benin, das nördlich zentrale Nigeria, der äußerste Norden von Kamerun, der Süden des Tschad, der südlich zentrale Sudan, das nördlich zentrale Äthiopien, der Norden Somalias, das zentrale Lakhshadweep, der Süden Indiens mit Calicut und Kumbakonam, der Süden der Andamanen, der äußerste Süden Birmas, Thap Sakae im Süden Thailands, der Süden Kambodschas und Vietnams, die zentralen Philippinen zwischen Palawan und Samar, die zentralen Marshall-Inseln, der Grenzbereich zwischen Niaragua und Costa Rica sowie der Norden von Kolumbien und Venezuela.


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  11°10’36“ n.B. (Cabo Negro) bzw. 11°26‘10“ n.B. (Los Testigos)
  • südlichster Punkt:  10°51‘40“ n.B. () bzw.10°51‘54“ n.B. (El Amparo / Isla Coche)
  • östlichster Punkt:  63°46’36“ w.L. (Punta Ballena) bzw. 63°02‘15“ w.L. (Los Testigos)
  • westlichster Punkt:  64°25‘42“ w.L. (Punta Arenas)


Entfernungen.

  • Isla de Coche  6,6 km
  • Isla Cubagua  9,4 km
  • Morro de Pupui / Venezuela  23,5 km
  • Testino Grande  83 km
  • La Tortuga  88 km
  • Trinidad  233 km
  • Grenada  244 km
  • Caracas  279 km
  • Bonaire  433 km

Zeitzone

Auf der Isla Margarita gilt die Hora Estándar de Venezuela bzw. Venezuelan Standard Time (Venezolanische Standard-Zeit), abgekürzt HEV bzw. VST (VSZ), 5 Stunden und 30 Minuten hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC -4,30). Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 15 bis 18 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Der Bundesstaat Nueva Esparta umfasst die Isla Margarita, die südlich davon gelegenen Inseln Cubagua und Coche sowie die im Nordosten vorgelagerten Los Testigos. Die Küste hat eine Gesamtlänge von 265 km, davon entfallen 218,6 km auf die Isla Margarita. Der Bundesstaat hat eine Gesmatfläche von 1.124 km² bzw. 434 mi². Davon entfallen 1.020 km² bzw. 393,8 mi², nach älteren Angaben 957 km² bis 1.072 km² auf die Isla Margarita und 104 km² auf die Nebeninseln. Von Nordnordosten nach Südsüdwesten zwischen Los Testigos und dem Punta Arenas durchmisst der Bundesstaat 164 km, von Westnordwestennach Ostsüdosten zwischen Punta La Tigre und Isla Coche 53 km. Die Isla Margarita hat einen Ost-West-Durchmesser von 68,6 km bei einer maximalen Breite von 32,9 km. Höchster Punkt ist Los Antenas mit 957 m. Die tiefste Stelle befindet sich auf Meeresniveau mit einem Tidenhub von 0,3 bis 0,5 m, bei Porlamar 0,34 m. Die mittlere Seehöhe beträgt rund 80 m.


Flächenaufteilung (geschätzt um 2015):

  • Gewässer  420 km² (36,5 %)
  • Waldland  320 km² (27,8 %)
  • Wiesen und Sträucher  280 km² (24,3 %)
  • Agrarland  120 km² (10,4 %)
  • Verbautes Gelände  10 km² (0,9 %)

Geologie

Die geologische Geschichte der Insel ist eng mit der tektonischen Entwicklung der südöstlichen Karibikplatte verknüpft, die durch Subduktion, Kollision und laterale Verschiebungen entlang der Grenze zur Südamerikanischen Platte geprägt wurde. Die Insel stellt ein komplexes Mosaik metamorpher und sedimentärer Gesteine dar, die von mesozoischen bis känozoischen Prozessen zeugen.

Der Kern der Insel wird von hochgradig metamorphen Gesteinen gebildet, die hauptsächlich im La Rinconada-Terran und dem Juan Griego-Gruppe vorkommen. Diese umfassen Eclogite, Amphibolite, metabasische Gesteine (aus ozeanischer Kruste) sowie Metasedimente wie Schiefer, Gneise und Marmore. Die Eclogite – hochdruckmetamorphe Gesteine – entstanden durch Subduktion in Tiefen von mindestens 50 km während des Albian bis Cenomanian (frühe Oberkreide, vor rund 110 bis 100 Millionen Jahren). Sie deuten auf eine Kollisionszone hin, in der ozeanische und kontinentale Krustenanteile zusammengedrückt wurden. Die Protolithen (Ursprungsgesteine) der metabasischen Einheiten waren tholeiitische Basalte aus einem mid-ocean ridge (MORB)-ähnlichen Umfeld oder einem passiven Kontinentalrand.

Im Eozän (vor rund 50 bis 40 Millionen Jahre ago) lagerten sich Flysch-ähnliche Sedimente ab, darunter Turbidite (Grauwacken und Lutite) in tiefmarinen Becken, wie in der Formación Pampatar beschrieben. Diese Sequenzen spiegeln eine geosinclinale Phase wider, mit Ablagerungen durch Trübeströme in submarinen Fans.

Die Exhumation (Aufstieg) der hochdruckmetamorphen Kerne erfolgte in mehreren Phasen: Zunächst im späten Kreidezeit durch transpressive Scherzonen im Forearc-Bereich der Karibikplatte, dann im Eozän durch Extension und Rifting (Öffnung des Grenada-Beckens) und schließlich im Miozän (vor 17 bis 12 Millionen Jahren) durch oblique Kollision und Obduktion der Karibikplatte auf den südamerikanischen Rand.

Jüngere Formationen umfassen marine Sedimente des Miozäns und Pliozäns (zum Beispiel Formación Cubagua mit Fossilien), sowie quartäre Terrassen und Korallenriffe, die auf Meeresspiegelschwankungen hinweisen. Auf Macanao finden sich auch Ultramafika (Serpentinite) mit Magnesit-Vorkommen, die hydrothermal entstanden sind.

Tektonisch liegt Margarita am südöstlichen Rand der Karibikplatte, beeinflusst durch dextrale (rechtsseitige) Strike-Slip-Bewegungen entlang der Boconó-El Pilar-Verwerfungssysteme. Dies führt zu moderater Seismizität und der hügeligen Topografie: Höchste Erhebungen erreichen 920 m (Cerro Grande) im Osten und 760 m (Macanao) im Westen.

Landschaft

Die Isla de Margarita, die größte Insel Venezuelas im Karibischen Meer, besteht aus zwei durch einen schmalen Isthmus (Laguna de la Restinga) verbundenen Halbinseln: der westlichen Península de Macanao und der östlichen Península de Paraguachoa. Auf der Insel treffen auf kleinstem Raum verschiedenartigste und sehr eindrucksvolle Landschaftsformen aufeinander. Die beiden Inseln Coche und Cubagua ragen nur wenig über den Meeresspiegel. Die Inseloberflächen sind teilweise, durch Regenfälle und den daraus resultierenden Abfluss des Regenwassers in Bächen, stark zerklüftet. Die Küstenlinie ist zumeist steil. Die sie umgebenden Gewässer, die die kontinentale Landmasse bedecken, sind flach.


Erhebungen

  • Los Antenas  957 m (Cerro Copey)
  • Cedros  745 m (Peninsula de Macanao)
  • Risco Blanco  680 m (Peninsula de Macanao)
  • Guaraguao  660 m (Peninsula de Macanao)
  • Piedra Lisa  500 m (Peninsula de Macanao)
  • Monte Guayamuri  470 m (Cerro Guayamuri)
  • El Castillo  380 m (Peninsula de Macanao


Seen

  • Laguna Runa  381,25 km²
  • Laguna Mariño  36,74 km²


Fluss

  • Rio San Juan  14 km


Inseln

  • Isla Margarita  1.020 km²
  • Isla de Coche   55 km²
  • Isla de Cubagua 23 km²
  • Los Frailes (5 islas)  15 km²
  • Los Testigos  1 km²

Flora und Fauna

Die Flora der Isla de Margarita umfasst xerophile Pflanzen wie Oliven, Dividive, Cují und Cardón in trockenen Gebieten sowie Mangroven in Lagunen und feuchten Wäldern am Cerro Copey. Die Fauna ist vielfältig mit endemischen Arten wie dem margariteñischen Kaninchen, Venado margariteño, Cotorra margariteña, Iguanas und zahlreichen Vögeln wie Guacharaca und Turpial sowie reicher Meeresfauna in den Küstengewässern.

Flora

Die Isla Margarita ist teilweise dicht bewaldet. Die karge Vegetation Coches, Cubaguas und auch der zu Margarita gehörenden Halbinsel Macanao besteht weitestgehend aus Kakteen und niedrigen Büschen. Sie ist die logische Konsequenz des Fehlens natürlicher Wasserreservoirs und geringer und unregelmäßiger Niederschläge.

Auf der Insel Margarita haben klimatische und/oder edaphische Einflüsse eine Mischung von Lebenszonen mit unterschiedlichen Ökosystemen hervorgebracht, die von tropischem Wüstengestrüpp in den niedrigen und trockenen Gebieten bis hin zu dornigem Gestrüpp und tropischem Trockenwald in höheren Lagen reichen. Auf dem Copey-Hügel gibt es prämontanen Regenwald, und in den sumpfigen und salzigen Gebieten gibt es Mangrovensümpfe. Die repräsentativsten Arten sind die Olivenbäume, Divive und Pardillo in den Hügeln von Copey, Matasiete und Guaraguao. Der sehr trockene Wald ist in Gebieten mit stark gestörter Vegetation zu finden. Die wichtigsten Arten sind: cují, guatacare, guamache, cardón, dividive und olivo. In den Küstenebenen des Bundesstaates dominieren die Espinares und der Wüstenbusch. Ihre wichtigsten Arten sind abrojo, cují (yaque), oregano, tuna, cardón, dividive (guatapanare), guamache, ortiga (guaritoto) und andere. Mangrovenbestände befinden sich in La Restinga, Las Marites und anderen Küstengewässern. Die wichtigsten Arten sind die rote Mangrove, die Botoncillo und die schwarze Mangrove. Auch der Manzanillo (Hippomane mancinella), ein äußerst giftiger und gefährlicher Baum, ist auf der Insel weit verbreitet.

Fauna

Die Insel Margarita beherbergt eine große Vielfalt an Tieren - eine beträchtliche Anzahl von Tieren auf der Insel Margarita ist vom Aussterben bedroht. Odocoileus margaritae ist eine auf der Insel endemische Hirschart, die nur auf der Insel Margarita vorkommt, da es auf der Insel Coche keine weiteren Exemplare mehr gibt, obwohl man glaubt, dass es dort welche gab. Dieser Hirsch ist heute vom Aussterben bedroht. Er wird auf ein Höchstgewicht von 30 kg geschätzt und ernährt sich von Blättern, Früchten und Pflanzenmaterial. Sie ist auch die kleinste der Odocoileus-Arten. Man findet sie vor allem auf der Halbinsel Macanao und im Park Cerro el Copey, wo diese besonderen Weißwedelhirsche nur selten zu sehen sind.

Der Leopardus pardalis ist ein fleischfressendes Säugetier, das in Nord- und Südamerika verbreitet ist. Es gibt 10 Unterarten, darunter den venezolanischen Ozelot (Leopardus pardalis melanurus), der auch in Guyana, Trinidad, Barbados und Grenada vorkommt. Diese Katzenart gehört zur Familie der Felidae. Studien haben nicht bestätigt, ob dieses Säugetier auf der Insel gefährdet ist, da es für die IUCN weltweit von geringerer Bedeutung ist. In Margarita und Venezuela ist dieses Raubtier als Cunaguaro bekannt. Mit einem Gesamtgewicht von 11 kg ist sie eine mittelgroße Katze; sie ernährt sich unter anderem von jungen Reptilien, Vögeln, Schildkröteneiern und Affen.

Cebus apella margaritae wird in Margarita auch Affenmachin, Kapuzineraffe oder gewöhnlicher Affe genannt. Dies ist eine weitere vom Aussterben bedrohte Tierart in Margarita. Es handelt sich um eine auf der Insel endemische Art, die zwischen 1,5 und 4 kg wiegt, klein ist und sich durch ein stets zartes Gesicht auszeichnet. Sie kommen in Herden vor und sind durch den Verlust ihres Lebensraums und die Jagd gefährdet. Sie ernähren sich als Frugivoren, Pflanzenfresser und Insektenfresser.

Sciurus granatensis nesaeus ist eine Unterart des Eichhörnchens, die auf der Insel endemisch ist, denn es gibt mehr als 30 Unterarten dieser Art von Eichhörnchen. Dasypus novemcinctus (Cachicamo) ist ein mit Ameisenbären und Faultieren verwandtes Säugetier. Sie ist von den Vereinigten Staaten bis nach Argentinien verbreitet. Es gibt etwa fünf Unterarten, darunter die venezolanische und/oder die Margarita-Unterart.

Andere Tierarten, die in Margarita vorkommen, sind: der Mapurit, der Comadrejita und der Conejo margariteño (Sylvilagus floridanus). Und verschiedene Reptilienarten, wie z.B. der Leguan, der früher in Margarita häufiger anzutreffen war, aber durch die Jagd nach Eiern und Fleisch in Margarita vom Aussterben bedroht ist; Tragavenado oder Makrele, Klapperschlange, Koralle, Guaripete, Eidechse. Und viele Vogelarten, die an vielen Orten der Insel zu finden und zu sehen sind, wie die paraulata llanera oder tropische Spottdrossel (Mimus gilvus), die karibische Stelze oder Schwarzdrossel (Quiscalus lugubris), die Schuppensolita oder "potoco" (Columbina squammata), Kerzenaugen-Paradiesvogel (Turdus nudigenis), Glaukospecht (Thraupis glaucocolpa), Rubricapillusspecht (Melanerpes rubricapillus), Blaustirnkolibri (Leucippus fallax), Blausternsmaragdkolibri (Chlorostilbon mellisugus), die Gelbbauch-Laubsängerin (Coereba flaveola), die Doli-Laubsängerin (Thamnophilus doliatus), der Tobago- und Margarita-Guacharaca (Ortalis ruficauda ruficauda), der Turpial (Icterus icterus), der Cargenalito (Cardinalis phoeniceus), Rebhuhn, Taube, Taube, Turteltaube und nicht zuletzt der Margaritasittich (Amazona barbadensis rothschildi) als natürliches Symbol der Insel und vom Aussterben bedrohte Art auf der Insel. Es ist auch möglich, Arten wie den Riesentausendfüßler (Scolopendra cingulata) zu finden.


Pflanzen-und Tierarten:

Flora

  • Blütenpflanzen  1000

Fauna

  • Vögel  400
  • Säugetiere  50
  • Reptilien  40

Naturschutz

Die Isla de Margarita besitzt die meisten Naturschutzgebiete Venezuelas. Sie umfassen rund 550 km², das sind 54 % des Inselterritoriums.


Naturschutzgebiete:

  • Laguna de la Restinga  107 km²
  • Parque Nacional Cerro El Copey  71,3 km²
  • Laguna de las Marites 36,74 km²
  • Cerros Matasiete y Guayamuri  16,72 km²
  • Tetas de Maria Guevara  16,7 km²
  • Cabos, Puntas y Lagunas de Isla de Margarita  15,49 km²
  • Cerro Tragaplata  11,3 km²
  • Valle de Atamo  5,46 km²

Klima

Die Isla de Margarita weist nach Köppen-Geiger hauptsächlich ein tropisches Savannenklima (Aw) auf, mit ganzjährig hohen Temperaturen über 18 °C, einer ausgeprägten Regenzeit (Mai–November) und trockener Saison im Winter. In höheren Lagen wie dem Cerro Copey tritt ein feuchtes tropisches Klima (Af) mit mehr Niederschlag und üppiger Vegetation auf, während küstennahe Bereiche trockener (BSh-Steppenklima) sind.

Auf der Inselgruppe herrscht tropisches Wetter mit Regenzeit und Trockenzeit. In der Regel entspricht die Regenzeit dem Winter in Europa und die Trockenzeit dem Sommer. Von November bis März ist Regenzeit. Jedoch gibt es von Juli bis September einige Niederschlaege die meistens leichte Ausläufer von Stürmen in der Karibik sind. Es regnet meistens abends oder in den frühen Morgenstunden.

Auf der Insel Margarita sind keine Schneefälle oder Hagelstürme aufgezeichnet worden. Aufgrund der Lage in der Karibik, in der Nähe des Äquators, treffen die Sonnenstrahlen senkrecht auf die Insel, so dass es ratsam ist, beim Besuch der Strände immer Sonnenschutzmittel zu verwenden. Anhaltenden Sonnenschein gibt es vor allem auf der Halbinsel Macanao. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 27°C, wobei die Mindesttemperaturen zwischen 22 und 23°C liegen und die Höchsttemperaturen leicht 34°C überschreiten können. Es gibt Ausnahmen wie den Copey-Hügel, wo ein bergiges Klima herrscht und die Temperatur drastisch auf 14°C sinken kann.


Klimadaten für Porlamar (1991 bis 2020, Extreme ab 1976)

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Höchstrekord (°C) 32,9 34,2 36,0 34,9 34,9 34,7 34,5 36,0 35,8 35,5 35,8 35,3 36,0
Mittelmaximum (°C) 30,0 30,4 31,1 31,9 32,2 31,5 31,7 32,3 32,8 32,6 31,7 30,4 31,6
Mitteltemperatur (°C) 25,9 26,0 26,5 27,3 27,7 27,4 27,5 28,0 28,3 28,2 27,7 26,5 27,3
Mittelminimum (°C) 23,2 23,3 23,7 24,5 25,0 24,9 24,8 25,1 25,5 25,5 25,0 23,9 24,5
Tiefstrekord (°C) 19,3 19,3 19,3 20,3 21,4 21,8 21,9 21,2 21,5 22,0 21,7 20,4 19,3
Niederschlag (mm) 37 29 8 13 12 35 46 62 34 34 64 55 429
Niederschlagstage (≥ 1,0 mm) 6,5 5,1 2,0 1,5 2,3 5,3 7,8 7,1 3,9 4,1 6,9 7,3 59,8
Luftfeuchtigkeit (%) 87 87 85 84 86 87 87 85 84 85 86 87 86
Sonnenstunden 285,2 259,9 282,1 255,0 260,4 237,0 260,4 279,0 270,0 272,8 270,0 269,7 3201,5

Mythologie

Die Guaiquerí, ein seefahrendes Volk, das Margarita, Coche und Cubagua bewohnte, sahen das Meer als weibliches Wesen – eine fruchtbare Mutter, deren „Marea Roja“ (rote Flut) Reichtum symbolisierte. Eine zentrale Schöpfungslegende erzählt, wie der Gott Guaicara die Insel in zwei Teile spaltete (die Halbinseln Macanao und Paraguachoa), um gute und böse Kinder zu trennen. Er löste Erdbeben, Donner und Regen aus, um Konflikte zu beenden. Die westliche Halbinsel Macanao wurde dem Gott der Brise und des Regens geweiht, während Guainamal, die Göttin des letzten Sonnenstrahls, den Sonnenuntergang schützte. Diese Mythen erklären die Topografie der Insel, wie die Laguna de la Restinga oder den Cerro del Indio, und unterstreichen die tiefe Verbindung der Guaiquerí zum Meer und zur Natur.

Die bekannteste und verehrteste Figur ist die Virgen del Valle (Unsere Liebe Frau vom Tal), Patronin der Insel, der Fischer und des gesamten Ostens Venezuelas. Der Legende nach wurde ihre Statue um 1530 aus Spanien nach Cubagua gebracht. Nach einem Hurrikan 1541, der Nueva Cádiz zerstörte, retteten Fischer oder Guaiquerí die unversehrte Figur und brachten sie nach El Valle del Espíritu Santo auf Margarita. Dort soll sie in einer Höhle (Cueva del Piache) versteckt worden sein.

Viele Wunder werden ihr zugeschrieben. 1608 beendete eine Prozession mit der Statue eine schwere Dürre: Regen fiel, als sie in La Asunción ankam. Ein Fischer, der eine Beinverletzung hatte, gelobte der Virgen die erste Perle; er fand eine perlenförmige Perle in Form eines Beins (heute im Museum ausgestellt). Während der Unabhängigkeitskriege soll sie Patrioten beschützt und Wunden geheilt haben.Jährlich am 8. September pilgern Tausende zur Basilika in El Valle, um Versprechen einzulösen. Die Legende sagt: „Wo ein Margariteño ist, ist auch die Virgen del Valle.“

Die Insel ist reich an Espantos (Geistern) und Warnlegenden, die oft Moral und Angst vor dem Übernatürlichen vermitteln:

  • La Chinigua: der Geist einer schönen, aber rachsüchtigen Frau, die untreue Männer verführt, wahnsinnig macht und tötet. Sie erscheint als Skelett in alter Kleidung und ist ein Symbol für weibliche Rache.
  • Los Chinamitos: kleine koboldartige Wesen oder Geister, die Streiche spielen.
  • El Lagarto Juancho: ein drachenähnliches Seeungeheuer in den Tiefen des Meeres.
  • El Coche Guayamurí: ein führerloses Geisterauto, das nachts durch die Straßen rast
  • Die Mula Maniá: ein gespenstisches Maultier, das Sünder verfolgt.
  • Die Sirena: eine Meerjungfrau, die aus dem Meer auftaucht und Fischer lockt.
  • Entierros condenados: verfluchte Schätze, die von Reichen versteckt wurden und von Geistern bewacht werden.
  • Duendes (Kobolde aus ungetauften Kindern), Angelitos (reine Kinderseelen) oder der Geist eines betrügenen Seemanns, der Schiffe warnt.


Diese Geschichten, gesammelt in Werken wie Mitos y Creencias Margariteñas von José Joaquín Salazar Franco (Cheguaco), spiegeln die Ängste und Werte der Inselbewohner wider – von kolonialer Ausbeutung über Naturgewalten bis hin zu Moral.

Geschichte

Während seiner dritten Entdeckungsreise entdeckte Christoph Kolumbus im August 1498 die Insel und benannte sie nach den reichen Perlenvorkommen. Um 1560/61 wurde die Insel kurz von dem Spanier Lope de Aguirre heimgesucht, der der Spanischen Krone abgesagt hatte und auf der Insel eine Schreckensherrschaft errichtete. Zu dieser Zeit wurden viele, Aguirres Meinung zufolge, unzuverlässige Soldaten und ein Großteil der einheimischen Bevölkerung umgebracht.

Aus geschichtlicher Sicht spielt neben Margarita nur Cubagua eine Rolle. Seit den 1950er Jahren finden hier Ausgrabungen der 1528 von Cristóbal Guerra gegründeten Festung La Villa de la Nueva Cádiz statt. Cristóbal Guerra avancierte später zum Synonym der Unterdrückung der Indigenen Bevölkerung Südamerikas durch die spanischen Conquistadores.

Vorkolumbische Zeit

Die frühesten Spuren menschlicher Präsenz reichen bis in die archaische Periode (um -4000 bis -2000) zurück. Nomadische Gruppen aus dem venezolanischen Festland durchquerten die Insel und die benachbarten Eilande Coche und Cubagua. Archäologische Funde wie Muschelhaufen (Concheros), Steinwerkzeuge und Feuerstellen deuten auf temporäre Lager hin, in denen Jäger und Sammler Muscheln, Krustentiere, Fische und Vögel nutzten. Diese paläo-indígenen Besucher hinterließen nur spärliche Überreste, da sie keine festen Siedlungen errichteten.

Ab etwa 1000 siedelten sich die Guaiquerí (auch Waikerí genannt) dauerhaft an – ein seefahrendes Volk mit wahrscheinlich arawakischen oder karibischen Wurzeln. Sie nannten die Insel Paraguachoa, was „Ort mit Fisch in Fülle“ oder „Volk des Meeres“ bedeutet. Die Guaiquerí lebten in kleinen Dörfern (Rancherías) entlang der Küsten, vor allem an geschützten Buchten der östlichen Halbinsel Paraguachoa, in fruchtbaren Tälern wie El Valle del Espíritu Santo oder in der Nähe des heutigen Porlamar und Pampatar.

Ihre Kultur war perfekt an das Meer angepasst: Sie bauten große Kanus aus Baumstämmen, tauchten frei nach Perlen und Muscheln und waren meisterhafte Fischer. Die Wirtschaft stützte sich auf Fischerei, Sammeln von Meeresfrüchten und bescheidenen Ackerbau mit Maniok, Mais und anderen Pflanzen in den wenigen fruchtbaren Böden. Handwerklich fertigten sie Tonkeramik, Hängematten, Bögen, Pfeile und Werkzeuge aus Muscheln oder Stein.

Archäologische Stätten wie Muschelhaufen und Grabstätten zeigen eine Gesellschaft mit Hierarchien und spirituellen Vorstellungen, die das Meer verehrten. Die Guaiquerí waren friedlich und gastfreundlich – Eigenschaften, die sie 1498 bei der Begegnung mit Christoph Kolumbus auszeichneten, als sie die Spanier mit Perlen beschenkten.

Europäische Pionierzeit

Am 15. August 1498, während seiner dritten Reise, erreichte Christoph Kolumbus Margarita. Zu dieser Zeit war die Insel Margarita von den Guaiqueríes bewohnt, einem Ureinwohnervolk, das laut Alexander von Humboldt eine mit Warao verwandte Sprache sprach. Auf dieser Reise sichtete Kolumbus drei Inseln, zwei davon klein, niedrig und trocken (das heutige Coche und Cubagua), die durch einen Kanal von einer dritten, größeren Insel getrennt waren, die mit Vegetation bedeckt und von Eingeborenen bewohnt war, die sie Paraguachoa nannten. Als sie die Insel Margarita erreichten, waren sie von einem angenehmen Klima und einem großen Süßwasserstrom überrascht. Kolumbus beschreibt Margarita in seinem Brief an die Könige:

Am 18. März 1525 errichtete Kaiser Karl V. die Provinz oder das Gouvernement Margarita, das Marcelo Villalobos als Eigentum auf Lebenszeit zugesprochen wurde. Als er am 24. Juni 1526 starb, trat seine Tochter Aldonza Villalobos Manrique gemäß der königlichen Kapitulation vom 13. Juni 1527 seine Nachfolge an, doch da sie noch minderjährig war, übernahm ihre Mutter Isabel Manrique de Villalobos die Regierung der Insel.8 Isabel Manrique hatte die Aufgabe, die Insel zu besiedeln, indem sie Gruppen von Kolonisten zur dauerhaften Ansiedlung auf die Insel brachte, und da es unmöglich war, sich um alle Verwaltungsaufgaben zu kümmern, ernannte sie Pedro de Villárdiga zum Gouverneursleutnant von Margarita. Zu den eingegangenen Verpflichtungen gehörte, dass Villalobos alles Notwendige für die katholische Evangelisierung der Insel bereitstellen sollte, eine Aufgabe, die er nicht erfüllte, so dass Margarita gleichzeitig und ohne königliche Zustimmung von den Diözesen Santo Domingo und Puerto Rico geistlich betreut wurde. Dies führte zu einem Interessenkonflikt zwischen den Diözesen, vor allem wegen der Erhebung des Zehnten von Cubagua, der 1535 beigelegt wurde, als der König sie vorläufig dem Bistum von Puerto Rico zuwies. Im Jahr 1525 kamen ehemalige Siedler von der Insel Cubagua auf der Suche nach frischem Wasser in das San-Juan-Tal. Angezogen von mehreren Süßwasserquellen, einem gemäßigten Klima und fruchtbarem Land, das sich für Viehzucht und Ackerbau eignete, beschlossen sie, sich dort niederzulassen.

Im Jahr 1529 wurde San Juan Bautista, die erste spanische Gemeinde auf der Insel Margarita, von Pedro de Alegría gegründet, der Nachfolger von Francisco Fajardo,1011 und der erste europäische Siedler auf der Insel, der sich im Tal von San Juan Bautista niederließ, wo er eine Viehherde gründete, während er Leutnant und Gouverneur von Margarita und Vertreter der Erben von Marcelo Villalobos war.9 12 Das Direktorium der Diözese Margarita sieht die Benennung von San Juan Bautista als Kirchengemeinde ab 1529 vor. Am 7. Dezember 1537 erscheint Pedro de Alegría in einem in Valladolid ausgestellten königlichen Dekret, in dem es heißt, dass er „der erste Siedler dieser Insel Margarita war und derjenige, der als erster für Brot und Viehzucht arbeitete“.

„Alcaldes ordinarios de la Isla de Cubagua: Sebastián Rodríguez hat mir im Namen von Pedro de Herrera, einem Nachbarn dieser Insel, mitgeteilt, dass er das Tal von San Juan de la Isla Margarita mit den darin befindlichen Gewässern und Ländereien zum Weiden seines Viehs und seiner Tiere besitzt und in seinem Besitz hat; dieses Tal war im Besitz von Pedro de Alegría, dem Vater seiner Mutter, der jetzt verstorben ist, der jetzt verstorben ist, Vater seiner Frau, deren Erbe er ist, und dass nach seinem Tod der Richter der Insel es ihm geschenkt und für es gesorgt hat, wobei das besagte Tal von der Quelle der Sierra und den Gewässern der Hänge bis zur Mündung des Tals, das eine Meile lang sein kann, und das Tal darunter von der Quelle der Sierra bis zur Mündung des Tals, das eine Meile lang sein kann, sein soll, und das Tal unten von einem Gebirgszug zum anderen der Gebirgszüge an den Seiten könnte im breitesten Teil des Tals von der Spitze eines Gipfels zum anderen eine halbe Meile und von Gebirgszug zu Gebirgszug in der Ebene eine viertel Meile betragen, und er bat mich, dass als Gegenleistung für das, was der besagte su parte gedient hat und was der besagte Pedro de Alegría gedient hat, sein Schwiegervater, der der erste war, der gedient hat, sein Schwiegervater, der der erste war, seinem Schwiegervater, der der erste Siedler der Insel war und der als erster dort für Brot gearbeitet und Vieh gezüchtet und uns andere sehr wichtige Dienste geleistet hat, erweisen wir ihm die Gnade, das besagte Tal zu bestätigen, das er oder die besagte Frau haben und besitzen und das der besagte Pedro de Alegría, sein Schwiegervater, hatte und besaß, und wie meine Gnade wäre; e porque quiero ser informado de lo que en ello pasa yo vos mando que, luego questa veáis, enbíes ante nos al nuestro consejo de las Indias rrelación dello en qué valle es el susodicho y qué daño se seguirá de confirmársele al dicho Pedro de Herrera y de todo lo demás acerca de ella viéredes que elevo ser informado, para que, visto se provea lo que convenga y sea justicia, e no fagades ende al. Datiert in der Stadt Valladolid, am siebten Dezember des Jahres eintausendfünfhundertsiebenunddreißig. Unterzeichnet und gegengezeichnet von den Vorgenannten.“

Die ersten Rinder, Pferde und Ziegen kamen 1528 in San Juan an. Den Tieren gelang es, sich an die idealen Bedingungen für die Fortpflanzung anzupassen, so dass San Juan ab den 1540er Jahren nicht nur zum Hauptlieferanten von Vieh für weite Teile von Tierra Firme und das Gouvernement Venezuela selbst wurde, sondern Rinder und Pferde aus San Juan auch in Gebiete bis nach Neu-Granada gebracht wurden. Ebenso lieferte das Tal von San Juan die notwendigen Tiere für die Entdeckungs- und Eroberungsreisen in verschiedene Regionen der Karibik, die sich auf der Insel mit den notwendigen Vorräten versorgten, wie es 1569 bei der Unternehmung von Diego Fernández de Serpa heißt: Es war „am 4. Oktober, wo er im Austausch für einige Dinge, die er bei sich trug, achthundert Kühe kaufte, um sie in die Ebenen von Venezuela zu liefern. Die Soldaten, die dazu in der Lage waren, versorgten sich auf dieser Insel mit Pferden, wo sie acht Tage lang blieben.“ Die Viehzucht muss also beträchtlich gewesen sein.

Die Insel war ständigen Belästigungen durch Piraten, Korsaren und Kariben ausgesetzt, die sie im Laufe ihrer Geschichte 14 Mal plünderten und zerstörten.16 Diese Situation führte zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise auf der Insel, sowohl wegen der Notwendigkeit, sie aufzufüllen, als auch wegen der Plünderung von Handelsschiffen auf hoher See. Außerdem betrieben die Bewohner keine Landwirtschaft, da sie die meiste Zeit mit dem Bau von Festungen und der Verteidigung der Insel verbrachten und aus Angst, Feinde anzulocken, ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten nicht diversifizieren konnten. Manuel de Mercado fand die Insel 1577 in einem beklagenswerten Zustand vor und bezeichnete sie als „sehr schwer bearbeitet“, da sie am 15. August 1576 von den Franzosen ausgeraubt und niedergebrannt wurde, wobei nur die Kirche und „4 oder 5 Häuser, in denen die Franzosen Festungen errichtet hatten“, übrig blieben. 9 Im Jahr 1677 geriet die Gouverneurschaft der Insel wegen der Ziegenherden, die die Piraten anlockten, in Bedrängnis, und im April desselben Jahres „brannten sie den größten Teil der Insel nieder und raubten die Haziendas aus, sogar auf den Feldern, auf die sich die Siedler zurückgezogen hatten.“

Spanische Kolonialzeit

Am 20. Juli 1561 kam der Eroberer Lope de Aguirre, besser bekannt als Tirano Aguirre, von Peru aus auf die Insel Margarita, nahm sie in Besitz und errichtete ein Terrorregime. Bevor er zum Festland marschierte, verübte er zahlreiche Plünderungen, ermordete den Gouverneur und Hunderte von Einwohnern der Insel. Er ließ die Einwohner wissen, dass er einen großen Inka-Schatz bei sich trug, und sie, darunter auch der Gouverneur Don Juan Villadrando, fielen gierig auf die Täuschung herein. Aguirre ließ den Gouverneur und Mitglieder des Cabildo inhaftieren. Anschließend nahm er La Asunción und die benachbarten Städte mit Blut und Feuer ein. Als die Behörden auf dem Festland davon erfuhren, schickten sie Francisco Fajardo, um ihn zu bekämpfen. Bevor er Margarita verließ, erschlug er den Gouverneur und 50 Dorfbewohner. Er schrieb einen neuen Brief an den spanischen König, in dem er ihn beleidigte; dieses Mal unterzeichnete er ihn mit Der Pilger und der Prinz der Freiheit. Am 29. August 1561 verließ er die Insel Margarita in Richtung Borburata auf dem Festland, wo seine offene Rebellion gegen die spanische Monarchie einen anderen Verlauf nahm. Auch Borburata wurde von Aguirre und seinen "marañones" geplündert. Die Provinz unterstand bis 1739 der königlichen Audiencia von Santo Domingo und wurde dann zusammen mit den anderen venezolanischen Provinzen dem Vizekönigreich von Neugranada angegliedert. 1830, als die Republik Venezuela entstand, war sie eine der 13 ursprünglichen Provinzen.

Nach der blutigen Episode von 1561 erholte sich die Insel nur langsam von dem Schock. Die spanische Krone festigte ihre Kontrolle, und die Insel blieb ein entlegener, aber strategisch wichtiger Außenposten im Karibikraum. In den folgenden Jahrhunderten war sie wiederholt Angriffen von Piraten und Korsaren ausgesetzt – vor allem französischen, holländischen und englischen – mit mindestens 14 dokumentierten Überfällen allein zwischen 1565 und 1595. Zur Verteidigung errichteten die Spanier eine Reihe von Festungen, darunter das Castillo de Santa Rosa in La Asunción, das Fortín de La Galera in Juan Griego sowie Befestigungen in Pampatar und Santa Ana del Norte.

Bis 1739 unterstand die Provinz Margarita – die älteste venezolanische Provinz, bereits 1525 gegründet – der Real Audiencia von Santo Domingo. In dieser Zeit blieb die Wirtschaft bescheiden: Die einst reichen Perlenvorkommen waren erschöpft, und die Inselbewohner lebten von Fischerei, Salzgewinnung, Viehzucht und kleinem Handel.

1739 wurde Margarita zusammen mit anderen Provinzen dem Vizekönigreich Neu-Granada angegliedert, was eine stärkere administrative Einbindung in das südamerikanische Kolonialsystem bedeutete. Die entscheidende Veränderung kam jedoch am 6. September 1777: Durch die Initiative von Luis de Unzaga y Amézaga, dem ersten Capitán General von Venezuela, wurde die Insel in die neu geschaffene Capitanía General de Venezuela eingegliedert. Als älteste der vereinten Provinzen (neben Caracas, Cumaná, Maracaibo, Guayana und Trinidad) profitierte Margarita von Unzagas Reformen. Er förderte den freien Handel, brach das Monopol der Compañía Guipuzcoana und richtete öffentliche Schulen ein – Maßnahmen, die die gesamte venezolanische Wirtschaft belebten und das lokale Selbstbewusstsein stärkten.

Im späten 18. Jahrhundert erreichten aufklärerische Ideen und Unzufriedenheit mit der spanischen Krone auch die Insel. Am 4. Mai 1810 schloss sich Margarita dem Unabhängigkeitsprozess an, indem sie sich der Junta Suprema von Caracas anschloss – nur wenige Wochen nach dem Aufstand vom 19. April in der Hauptstadt. Die Insel wurde rasch zu einem zentralen Bollwerk des Widerstands. Helden wie Juan Bautista Arismendi, Luisa Cáceres de Arismendi, Santiago Mariño und Francisco Esteban Gómez kämpften mit großer Entschlossenheit gegen royalistische Truppen. 1816 landete Simón Bolívar in Juan Griego und nutzte Margarita als Ausgangspunkt für weitere Kampagnen. Trotz schwerer Rückschläge, wie der brutalen Rekonquista durch Pablo Morillo 1817, die zahlreiche Opfer forderte, behielt die Insel ihren Ruf als unbesiegbare Festung.

Unabhängigkeitsära

Am 19. April 1810 war sie eine der sieben venezolanischen Provinzen, die ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone erklärten, und blieb bis zum endgültigen Sieg 1821 ein Symbol des Widerstands. Der Heldenmut ihrer Bewohner brachte der Region später den Ehrennamen „Nueva Esparta“ ein. So endete die koloniale Periode Margaritas mit dem Triumph der Unabhängigkeit und dem Übergang in eine neue Ära als Teil des freien Venezuela.

Nach dem endgültigen Sieg der Unabhängigkeitskriege 1821 und der Auflösung Gran Colombias wurde Venezuela 1830 eine unabhängige Republik. Die Isla de Margarita, die bereits seit 1814 als erstes dauerhaft freies Territorium Venezuelas galt, wurde eine der 13 ursprünglichen Provinzen des neuen Staates. Der Heldenmut ihrer Bewohner – insbesondere in Schlachten wie Matasiete 1817 – hatte der Region bereits 1817 den Ehrennamen „Nueva Esparta“ eingebracht, der nun schrittweise offiziell wurde.

In den Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit litt Margarita unter den allgemeinen Wirren Venezuelas: Caudillo-Kriege, politische Instabilität und wirtschaftliche Rückschläge prägten das Land. Die Insel, deren Perlenvorkommen längst erschöpft waren, blieb auf traditionelle Aktivitäten wie Fischerei, Salzgewinnung, Viehzucht und bescheidenen Ackerbau angewiesen. Die Bevölkerung wuchs langsam, und viele Margariteños wanderten aufs Festland ab, auf der Suche nach besseren Chancen.

1864, im Zuge der Föderalisierung Venezuelas unter der Verfassung des Bundeskriegs, wurde die Provinz offiziell zum Estado Nueva Esparta erhoben – ein Tribut an den „espartanischen“ Widerstandsgeist der Inselbewohner. Dieser Status unterstrich die besondere historische Rolle Margaritas in der Nation.

Das späte 19. Jahrhundert brachte administrative Wechsel. 1881 wurde Nueva Esparta zur Sektion des Gran Estado Guzmán Blanco (später Miranda) herabgestuft, verlor also vorübergehend seine Autonomie. 1901 erlangte es sie zurück, nur um zwischen 1904 und 1909 erneut als „Sección Oriental“ dem Distrito Federal angegliedert zu werden. Diese Schwankungen spiegelten die zentralistischen Tendenzen unter Diktatoren wie Antonio Guzmán Blanco und später Juan Vicente Gómez wider.

Bis 1914 blieb die Wirtschaft der Insel bescheiden und agrarisch geprägt. Porlamar und Pampatar entwickelten sich langsam zu Handelszentren, doch der große Aufschwung fehlte noch. Die Bevölkerung war größtenteils indigener Abstammung mit kanarischen Einflüssen, und die Insel litt unter Isolation und begrenzten Ressourcen. Erst in den folgenden Jahrzehnten, mit dem Ölboom auf dem Festland und später dem Puerto-Libre-Status (ab den 1970er Jahren), sollte sich das grundlegend ändern.

Weltkriegsära

1914 blieb die Isla de Margarita weiterhin ein relativ isolierter und wirtschaftlich bescheidener Teil Venezuelas, geprägt von der langen Diktatur Juan Vicente Gómez (1908 bis 1935). Der administrative Status des Staates Nueva Esparta schwankte: Nach einer kurzen Autonomiephase wurde er 1914 erneut vom Festland abhängig, bis er 1928 wieder unabhängig wurde. Diese Wechsel unterstrichen die zentralistische Politik der Gómez-Regierung, die wenig Investitionen in die Insel fließen ließ.

Der Ölboom, der Venezuela ab den 1920er Jahren transformierte – mit massiven Einnahmen aus dem Maracaibo-Becken –, erreichte Margarita nur indirekt. Während das Festland moderne Infrastruktur und Urbanisierung erlebte, blieb die Insel auf traditionelle Aktivitäten angewiesen: Fischerei, Salzgewinnung, Viehzucht und kleinskaligen Ackerbau (unter anderem Melonen, Tomaten und Auberginen). Porlamar entwickelte sich langsam zu einem regionalen Handelszentrum, doch der große Aufschwung fehlte. Viele Margariteños wanderten aufs Festland ab, auf der Suche nach Arbeit in der aufstrebenden Ölindustrie. Die Bevölkerung blieb bis in die 1930er Jahre überwiegend indigener Herkunft mit kanarischen Einflüssen, und ab den 1920er Jahren zogen erste Immigranten aus dem Ausland zu.

Die Gómez-Diktatur brachte Stabilität, aber auch Repression: Oppositionelle wurden verfolgt, und die Insel diente gelegentlich als Exil- oder Haftort. Gómez förderte ausländische Investitionen landesweit, doch Margarita profitierte kaum davon – es gab keine signifikanten Infrastrukturprojekte wie Straßen oder Häfen auf der Insel. Dennoch entstanden in dieser Zeit erste Ansätze moderner Entwicklung, etwa der Bau eines Hospitals in Porlamar (1918) und kleine Verbesserungen im Handel.

Nach dem Tod Gómez' 1935 übernahm Eleazar López Contreras (1935 bis 1941) und später Isaías Medina Angarita (1941 bis 1945) die Präsidentschaft. Diese Phase der „Transition“ brachte Liberalisierungen: Politische Freiheiten wurden erweitert, Gewerkschaften legalisiert und erste demokratische Reformen eingeleitet. Auf Margarita führte dies zu einem leichten wirtschaftlichen Auftrieb, doch die Insel blieb agrarisch und fiskalisch geprägt. Der Zweite Weltkrieg steigerte indirekt die Nachfrage nach venezolanischem Öl, was dem Land Wohlstand brachte, aber wiederum hauptsächlich das Festland begünstigte.

Moderne Zeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 durchlief die Isla de Margarita eine Phase langsamer Modernisierung inmitten der politischen Übergänge Venezuelas. Die Demokratisierung unter Rómulo Betancourt und späteren Regierungen brachte erste Infrastrukturverbesserungen, wie den Ausbau des Flughafens in Porlamar und bessere Fährverbindungen. Die Insel blieb jedoch primär agrarisch und fischereibasiert, mit wachsender Immigration vom Festland. In den 1950er und 1960er Jahren, unter der Diktatur Marcos Pérez Jiménez und später der Demokratie von Acción Democrática, profitierte Margarita indirekt vom aufkommenden Ölwohlstand des Landes, doch der große Wandel kam in den 1970er Jahren.

1973/74 wurde Margarita zum Puerto Libre (Freihafen) erklärt – eine Maßnahme, die den duty-free-Handel mit importierten Waren (Elektronik, Kleidung, Alkohol) förderte und die Insel in ein Einkaufsparadies verwandelte. Dies löste einen Boom aus: Porlamar und Pampatar wuchsen explosionsartig, Hotels und Resorts entstanden, und der Tourismus wurde zur Haupteinnahmequelle. In den 1980er und 1990er Jahren zog Margarita Millionen Besucher an, vor allem Venezolaner und Europäer, mit direkten Flügen aus Deutschland, Italien und anderen Ländern. Die Bevölkerung stieg von unter 200.000 in den 1970er auf über 400.000 um die Jahrtausendwende, getrieben durch Migration und Tourismusjobs.

Die Ära Hugo Chávez (ab 1999) brachte zunächst weitere Investitionen, doch ab den 2010er Jahren traf die nationale Wirtschaftskrise – Hyperinflation, Sanktionen, Ölpreissturz – die Insel hart. Der Kontrollwechsel (seit 2003) und temporäre Aufhebung von Zollvorteilen (2015 bis 2018) machten Importe teurer, Geschäfte schlossen, und der Tourismus brach ein: Von über 2 Millionen Besuchern 2009 auf unter 500.000 um 2016. Viele Hotels verfielen, Stromausfälle und Wassermangel verschärften die Lage, und Auswanderung nahm zu.

Die Corona-Maßnahmenpolitik ab 2020 verschlimmerte alles dramatisch: Strenge Quarantänen, Flugverbote und Grenzschließungen lähmten den Tourismus monatelang. Die Insel, abhängig von Besuchern, erlebte Massenentlassungen, Geschäftspleiten und eine zweite Maßnahmenwelle 2021. Viele Resorts blieben geschlossen, und die Wirtschaft schrumpfte weiter. Ab 2022 zeigte sich eine vorsichtige Erholung. Der Puerto-Libre-Status wurde 2025 teilweise wiederhergestellt, mit höheren Zöllen auf dem Festland, um Margaritas Wettbewerbsvorteil zu stärken. Russische Touristen (durch direkte Flüge aus Moskau) und nationale Besucher beleben den Sektor. Hotels wurden renopviert und der touristische Schwerpunkt auf "Turismo de compras" gelegt.

Verwaltung

Die Insel ist seit 1498 formal spanische Kolonie. Tatsächlich wurde mit der Kolonisierung erst 1528 begonnen. Seit 1811 ist sie eine Provinz der Bolivarianischen Republik Venezuela mit weitgehender Autonomie seit 1989.


Herrschaftsgeschichte

  • -1. Jahrtausend bis um 1000 Stammesgebiete der Arawak
  • um 1000 bis 18. März 1525 Stammesgebiet der Guaiqueri (Paraguachoa)
  • 18. März 1525 bis 1739 Provinz Margarita (Povincia de Margarita) innerhalb des Königlichen Lehens von Santo Domingo (Real Audiencia de Santo Domingo) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 1739 bis 8. September 1777 Vizekönigreich Neu-Granada (Virreinato de Nueva Granada) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 8. September 1777 bis 5. Juli 1811 Generalkapitanat Venezuela (Capitanía General de Venezuela) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 5. Juli 1811 bis 17. Dezember 1819 Republik Venezuela (República de Venezuela)
  • 17. Dezember 1819 bis 20. Januar 1831 Republik Groß-Kolumbien (República de Colombia)
  • 20. Januar 1831 bis 13. April 1864 Provinz Margarita (Provincia de Margarita) der Republik Venezuela (República de Venezuela)
  • seit 13. April 1864 Bundesstaat Neu-Sparta (Estado Nueva Esparta) der Republik Venezuela (República de Venezuela)

Verfassung

Die Verfassung des Jahres 1989 bildet die Grundlage der Verwaltung Nueva Espartas.

Legislative und Exekutive

Die Legislative des Bundesstaates wird durch den Consejo Legislativo del Estado Nueva Esparta ausgeübt. Dieses Landesparlament erlässt Gesetze für den gesamten Bundesstaat, also auch für die Isla de Margarita, etwa in den Bereichen Verwaltung, Haushalt oder regionale Entwicklung. Die Abgeordneten werden gewählt, und der Sitz des Parlaments befindet sich in La Asunción, der Hauptstadt von Nueva Esparta. Zusätzlich gibt es auf kommunaler Ebene Gemeinderäte, die lokale Verordnungen für die einzelnen Gemeinden der Insel beschließen.

Die Exekutive liegt auf Bundesstaatsebene beim Gouverneur von Nueva Esparta, der die vom Parlament beschlossenen Gesetze umsetzt und die staatliche Verwaltung leitet. Auch der Gouverneur wird direkt von der Bevölkerung gewählt. Auf kommunaler Ebene übernehmen die Bürgermeister der einzelnen Gemeinden die exekutiven Aufgaben. Sie sind für die lokale Verwaltung, öffentliche Dienstleistungen und die Umsetzung der Gesetze vor Ort zuständig. Insgesamt zeigt sich, dass Legislative und Exekutive auf der Isla de Margarita vollständig in die politischen Strukturen des Bundesstaates Nueva Esparta eingebunden sind.

Inseloberhaupt

Oberhaupt der Provinz ist der Gouverneur.


Gobernadores (Gouverneure)

  • 1525 - 1526  Marcelo de Villalobos
  • 1575 - 1576 Miguel Maza de Lizana
  • 1577 - 1578 Antonio Luis de Cabrera
  • 1578 - 1581 Miguel Maza de Lizana
  • 1581  Antonio Enríquez
  • 1581 - 1582 Pedro de Arze
  • 1583 - 1592 Juan Sarmiento de Villandrando
  • 1593  Nicolás Aguiar y Cristóbal Velázquez
  • 1593 - 1594  Francisco Gutiérrez Flores
  • 1594 - 1596  Pedro de Salazar
  • 1596 - 1597  Alonso Suárez del Castillo
  • 1598 - 1602  Pedro Fajardo
  • 1602 - 1608  Fadrique Cáncer
  • 1608 - 1614  Bernardo Vargas Machuca
  • 1614 - 1619  Juan Rodríguez de la Varillas
  • 1619 - 1624  Andrés Rodríguez de Villegas
  • 1625 - 1628  Garçi Álvarez de Figueroa
  • 1628 - 1630  Juan Bitrián de Belmonte
  • 1630 - 1637  Juan de Eulate
  • 1638 - 1642  Juan Luis de Camarena
  • 1643 - 1649  Francisco de Santillán y Argote
  • 1648 - 1653  Fernando de Mendoza Mata de Luna
  • 1654 - 1657  Pedro de Rojas Manrique
  • 1657 - 1661  Juan Marroquín de Montehermoso
  • 1662 - 1668  Carlos Navarro
  • 1668 - 1671  Martín de Tellería
  • 1671 - 1676  Francisco de Mexia y Alarcón
  • 1676  Francisco Vivero Galindo y Torrealba
  • 1676 - 1683  Juan Muñoz de Gadea
  • 1683  Juan Fermín de Huidobro
  • 1684 - 1685  Juan Muñoz de Gadea
  • 1686  Fernando Araujo y Rivera
  • 1686 - 1688  Martín Cabeza de Vaca
  • 1688 - 1690  Sancho de Zapata y Mendoza
  • 1692 - 1699  José Leoz y Echalaz
  • 1699 - 1706  Diego Suniaga y Orbe
  • 1707 - 1712  José de Alcántara
  • 1712 - 1716  Antonio Molina y Miñano
  • 1717 - 1724  José de Aría
  • 1724 - 1725  Francisco de Guevara y Soberanís
  • 1725 - 1730  Juan de Vera y Fajardo
  • 1730  Juan Navarro Santaella
  • 1731 - 1737  Blas de Castro
  • 1737 - 1746  José Albear y Velasco
  • 1745 - 1750  José Longart Cobián
  • 1750  Francisco Pepín González
  • 1750 - 1751  Gaspar Salaverría y Cortés
  • 1751 - 1756  Joaquín Moreno de Mendoza
  • 1757 - 1764  Alonso del Río y Castro
  • 1764 - 1776  José de Matos y Rabel
  • 1776 - 1785  Félix Francisco Bejarano
  • 1785 - 1792  Miguel González Dávila
  • 1792  Juan de Dios Valdés de Yarza
  • 1793 - 1797  Francisco Navarro de Anaya
  • 1797 - 1806  Juan de Dios Valdés de Yarza
  • 1806  Miguel Herrera
  • 1806 - 1807  Gaspar de Cagigal
  • 1807 - 1808  Antonio Montaña
  • 1808 - 1810  Joaquín de Puelles
  • 1815 - 1817  Antonio Herraiz
  • 1989 - 1995  Morel Rodríguez Ávila (* 1942)   AD
  • 1995 - 11 Jan 1999  "Fucho" Tovar (1928 - 1999)   COPEI
  • 1999 - 2000  Irene Lailin Sáez Conde [w] (* 1961)   MVR
  • 2000  Eustacio Aguilera [amtierend]   PCV
  • 2000 - 2004  Alexis Navarro Rojas (1946 - 2016)   MVR
  • 31 Dez 2004 - 28 Dez 2012  Morel Rodríguez Ávila [2]   AD
  • 28 Dez 2012 - 25 Okt 2017  Carlos Mara Figueroa (* 1957)   OSUV
  • 25 Okt 2017 -15 Feb 2018  Afredo Javier Diaz Figueroa (* 1969)  AD & MUD
  • 15 Feb 2018 - 17 Jan 2022  Dante Rafael Rivas Quijada (* 1975) PSUV
  • 3 Dec 2021 -  3 Jun 2025  Morel Rodríguez Ávila [3]   FV
  • seit 3 Jun 2025  Marisel del Valle Velásquez Salazar [w] (* 1962)   PSUV

Politische Gruppierungen

Auf der Inselgruppe die die traditionellen venezolanischen Parteien aktiv. Es gilt das Wahlrecht der Republik Venezuela, demzufolge Abgeordnete alle vier Jahre gewählt werden. Herrschende Partei ist die Partido Socialista Unido de Venezuela (Vereinigte Sozialistische Partei Venezuelas, PSUV), Teil des „Gran Polo Patriótico Simón Bolívar“.  Die Oppositionsparteien bilden entweder eigenständige politische Gruppen oder arbeiten in oppositionellen Koalitionen:

  • Acción Democrática (AD) – traditionelle sozialdemokratische Partei; historisch bedeutend und auch lokal aktiv.
  • Primero Justicia (PJ) – zentristisch-rechts/liberal; Teil der oppositionellen politischen Szene (status und Teilnahme können je nach Wahlzyklus variieren).
  • Un Nuevo Tiempo (UNT): sozialdemokratische Partei mit derzeitem Einfluss in einigen Regionen und Oppositionsteil der breiteren Koalitionen.
  • Movimiento al Socialismo (MAS): sozialdemokratisch/sozialistisch; kleinere oppositionelle Partei.
  • Voluntad Popular (VP): sozialdemokratisch, früher Teil großer Oppositionsbündnisse.
  • COPEI – christdemokratische Partei mit historischer Bedeutung, heute kleineres Oppositionselement.
  • La Causa Radical (LCR): links-sozialistische Partei, eher kleiner.
  • Alianza Bravo Pueblo (ABP): sozialdemokratisch; kleinere Oppositionspartei.
  • Pencil Alliance (Alianza del Lápiz): kleinere Partei/Einigung mit Oppositionseinfluss.


Viele dieser Parteien treten bei Wahlen nicht isoliert an, sondern als Teil von Bündnissen, zum Beispiel Mesa de la Unidad Democrática (MUD), eine oppositionelle Wahl- und Koalitionsplattform (in der Vergangenheit wichtig), und Gran Polo Patriótico Simón Bolívar (GPPSB), ein Regierungsbündnis unter PSUV-Führung. Bei regionalen Wahlen in Nueva Esparta gab es auch Beteiligungen von Gruppen wie Fuerza Vecinal, eine jüngere Partei, die regional politischen Einfluss ausübt (zum Beispiel bei Wahlkampagnen und bei lokalen Kandidaten unterstützt wurde).

Justizwesen und Kriminalität

Die Isla de Margarita unterliegt dem venezolanischen Justizsystem, das zentral vom Tribunal Supremo de Justicia (TSJ) in Caracas gesteuert wird. Der Staat verfügt über ein eigenes Circuito Judicial Penal mit Sitz in La Asunción, das Tribunales de Control, Juicio, Ejecución und eine Corte de Apelaciones umfasst. Es gibt spezialisierte Gerichte für Gewalt gegen Frauen und andere Bereiche, doch wie im gesamten Land leidet das System unter Überlastung, Korruption und politischer Einflussnahme. Prozesse sind oft langwierig, und Haftbedingungen kritisch. Neuere Initiativen, wie die Eröffnung moderner Gerichtsräume 2025, zielen auf Entlastung und Digitalisierung ab, bleiben aber von der nationalen Krise betroffen.

Die Kriminalität auf Margarita ist im Vergleich zum venezolanischen Festland niedriger, doch immer noch ein ernstes Problem. Nueva Esparta zählte 2024 zu den weniger gewalttätigen Staaten mit einer Homicidrate von 16,1 pro 100.000 Einwohnern (laut Observatorio Venezolano de Violencia): deutlich unter dem nationalen Durchschnitt, aber höher als in vielen Touristenregionen anderer Länder. Organisierte Großkriminalität wie Bandenkriege fehlt weitgehend; stattdessen dominieren Diebstähle, Raubüberfälle (oft bewaffnet) und opportunistische Delikte. Touristen sind häufig betroffen: Taschendiebstahl an Stränden, Raub in Hotels oder bei Ausflügen sowie Betrug bei Geldwechseln kommen vor.

Die Insel dient gelegentlich als Transitpunkt für Drogenhandel (Kokain und Marihuana Richtung Karibik/Europa), doch ohne dominante Kartelle – der Handel wird oft von lokalen Netzwerken und korrupten Beamten reguliert. Piraterie in umliegenden Gewässern ist sporadisch gemeldet. Die wirtschaftliche Krise verstärkt Kleinkriminalität: Armut treibt viele zu Diebstählen, und Versorgungsmängel (Strom, Wasser) erschweren die Sicherheitslage. Für Touristen raten Behörden wie das Auswärtige Amt (Deutschland) oder das US State Department zu hoher Vorsicht: Nachts nicht allein unterwegs sein, Wertsachen vermeiden, offizielle Taxis nutzen und organisierte Touren bevorzugen.

Flagge und Wappen

Die Isla de Margarita besitzt keine eigene offizielle Flagge oder ein eigenes Wappen, da sie kein selbstständiges politisches Gebilde ist. Stattdessen verwendet die Insel die Flagge und das Wappen des Bundesstaates Nueva Esparta, zu dem sie gehört. Diese Symbole stehen somit stellvertretend auch für die Isla de Margarita.

Die Flagge des Bundesstaates Nueva Esparta (Bandera del Estado Nueva Esparta) besteht aus drei horizontalen Streifen in Gelb, Blau und Rot. Die Farben orientieren sich an den Nationalfarben Venezuelas, haben jedoch auch eine regionale Bedeutung. Gelb steht für den Reichtum der Inseln, insbesondere für Handel und natürliche Ressourcen. Blau symbolisiert das Karibische Meer, das Nueva Esparta umgibt und für Fischerei, Seefahrt und Tourismus von zentraler Bedeutung ist. Rot erinnert an das Blut der Freiheitskämpfer, die im venezolanischen Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle spielten, besonders auf der Isla de Margarita.

Das Wappen von Nueva Esparta zeigt zentrale Elemente der regionalen Identität. Es enthält maritime Symbole wie Schiffe und das Meer, die die historische Bedeutung der Inseln als Handels- und Verteidigungsstützpunkt hervorheben. Zudem verweisen Darstellungen von Festungen und Waffen auf den Widerstand gegen die spanische Kolonialmacht. Weitere Elemente stehen für Landwirtschaft, Fischerei und den Freiheitskampf, durch den Nueva Esparta den Beinamen „Wiege der venezolanischen Unabhängigkeit“ erhielt.

Hymne

Die Himno del Estado Nueva Esparta wurde 1870 verfasst und 1913 offiziell angenommen. Der Text stammt von M.A. Mata Silva, die Musik von B. Rodríguez Bruzual.


           Originaltext (spanisch)

           Gloria a Margarita, ¡la perla de oriente!

           Gloria a Nueva Esparta, ¡Patria del valor!

           que nunca se apague su estrella fulgente,

           su estrella de gloria, libertad y amor.

           I

           Corona de nubes le da Matasiete,

           cinturón de espuma el Caribe Mar,

           y es el heroísmo su escudo y ariete,

           su rito el trabajo, la gloria su altar.

           En la magna lucha levanta primero

           cual iris sagrado, nuestro pabellón;

           y nunca lo rinde su brazo guerrero,

           pues ella es el faro de la insurrección.

           II

           Su lustre espartano, la fama pregona,

           la historia la ciñe de lauro inmortal.

           Sus hijos son héroes de Marte y Belona,

           sus héroes son hijos de Homero y Mistral.

           Siete estrellas blancas, sagradas y bellas

           la patria coronan bordando su azul

           Margarita es una de las siete estrellas

           y llena de rayos el cerúleo tul.

           III

           Le dieron renombre de heroica y divina,

           renombre que esplende cual nimbo en su sien

           con Luisa la mártir, la egregia heroína

           Arismendi, Gómez, Mariño y también

           Maneiro y Tubores, Villaba y Marcano Mata, Figueroa, Lárez y Fermín

           y Díaz, Aguirre, Silva (Cayetano)

           y al par de mil héroes del Campo Antolín.

           IV

           Unidos sus hijos en santa armonía por Ley de existencia, por noble deber

           el yugo arrojemos de la Tiranía cada vez que el yugo nos quiera imponer

           y siempre guardemos con nuestra bravura la sagrada herencia de la Libertad,

           y siempre nos una por nuestra ventura con lazos de flores la fraternidad.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der Isla de Margarita und des gesamten Bundesstaates Nueva Esparta ist seit ihrer Gründung La Asunción. Sie trägt diesen Status ununterbrochen seit dem frühen 16. Jahrhundert und ist damit eine der ältesten kontinuierlich bestehenden Hauptstädte Lateinamerikas. La Asunción wurde 1565 offiziell als Villa de Nuestra Señora de la Asunción del Valle de Santa Lucía gegründet, obwohl die Siedlung bereits seit den 1520er Jahren existierte. Die formelle Stadtgründung erfolgte durch den spanischen Kapitän Pedro González de Mendoza auf Anordnung der Krone, um eine administrative Zentrale für die Provinz Margarita zu schaffen. Der Name bezieht sich auf das Fest Mariä Himmelfahrt (Asunción de la Virgen), das Kolumbus 1498 bei der Sichtung der Insel feierte.

Vor La Asunción gab es keine feste Hauptstadt im heutigen Sinne. In den ersten Jahrzehnten der Kolonialzeit wechselten die administrativen Zentren häufig. Zunächst lag der Schwerpunkt auf der Nachbarinsel Cubagua, wo 1528 die Stadt Nueva Cádiz als erste europäische Stadt auf dem amerikanischen Festland gegründet wurde. Sie war das Zentrum der Perlenfischerei und diente bis zu ihrer Zerstörung durch einen Hurrikan und Erdbeben 1541 als wichtigster Ort der Region. Nach dem Untergang Nueva Cádiz' verlagerte sich die Verwaltung vorübergehend nach Pampatar und anderen Küstenorten. Erst mit der Gründung La Asunción im Inland – strategisch geschützt vor Piratenangriffen – entstand eine dauerhafte Hauptstadt.

La Asunción wurde bewusst im fruchtbaren Tal des Espíritu Santo angelegt, fernab der Küste, um vor den häufigen Überfällen holländischer, französischer und englischer Korsaren sicher zu sein. Die Stadt erhielt schnell koloniale Bauten wie das Castillo de Santa Rosa (1682 bis 1684 fertiggestellt), die Kathedrale und das Gouverneursgebäude. Sie blieb trotz der wirtschaftlichen Dominanz von Porlamar (heute größte Stadt) immer politisches und administratives Zentrum. Auch nach der Unabhängigkeit Venezuelas und der Umbenennung in Nueva Esparta behielt La Asunción ihren Hauptstadtstatus. Porlamar mag heute das kommerzielle Herz sein, doch Regierung, Parlament und Gerichte des Staates sitzen weiterhin in der historischen Stadt.

Verwaltungsgliederung

Nueva Esparta setzt sich aus elf Gemeinden (municipios) zusammen, von denen eine auf die im Westen befindliche Halbinsel Macanao und eine weitere (Villalba) auf Coche liegt. Die spärlich bevölkerte Insel Cubagua gehört zur Gemeinde Tubores. Die municipios Nueva Esparta sind:

Name Fläche (km²) S 2011 Hauptstadt
Antolín del Campo 72 28.089 La Pllaza de Paraguachi
Arismendi 52 28.849 La Asunción
Díaz (Antoniuo Diaz) 166 71.525 San Juan
García 85 68.444 El Valle
Gómez 96 40.957 Santa Ana
Maneiro 35 50.832 Pampotar
Marcano 40 36.059 Juan Griego
Mariño 39 101.160 Porlamar
Península de Macanao 331 26.256 Boca de Rio
Tubores 180 36.705 Punta de Pedras
Villalba (Isla de Coche) 55 8.913 Coche


           Verwaltungseinheiten:

           11 municipios (Bezirke)

                       22 paroquias (Gemeinden)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl des Bundesstaates Nueva Esparta (2022 lebten 8.240 auf der Isla del Coche, der Rest auf der Isla de Margarita) samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 1.124 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner                  Dichte (E/km²)

           1800                  25 000                        22,24

           1873                  30 983                        27,56

           1881                  37 583                        33,43

           1891                  40 197                        35,76

           1920                  56 035                        49,85

           1926                  69 392                        61,74

           1927                  70 700                        62,90

           1936                  73 375                        65,27

           1941                  69 195                        61,56

           1950                  75 899                        67,53

           1961                  89 492                        79,62

           1971                116 502                      103,65

           1981                197 198                       175,44

           1987                254 600                      226,51

           1988                263 748                      234,61

           1989                273 500                      243,33

           1990                284 143                      252,80

           1991                293 348                      260,99

           1992                302 498                      269,13

           1993                311 712                      277,32

           1994                320 982                      285,57

           1995                325 900                      289,95

           1996                330 307                      293,86

           1997                349 140                      310,63

           1998                358 634                      319,05

           1999                368 174                      327,56

           2000                373 851                      332,57

           2001                387 175                      344,47

           2002                392 088                      348,92

           2003                403 000                      358,54

           2004                410 000                      364,77

           2005                416 761                      279,78

           2006                426 337                      279,31

           2007                436 900                      388,70

           2008                447 000                      397,69

           2009                455 000                      404,80

           2010                475 000                      422,60

           2011                491 610                      437,38

           2012                492 000                      437,72

           2013                491 500                      437,28

           2014                491 000                      436,83

           2015                490 500                      435,94

           2016                490 000                      435,04

           2017                489 500                      434,61

           2016                489 000                      435,05

           2017                488 500                      435,50

           2018                488 000                      434,61

           2019                488 500                      434,16

           2020                489 999                      435,94

           2021                489 500                      435,50

           2022                489 917                      435,87

           2023                490 000                       435,04


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 4,848 % pro Jahr.


Bevölkerungsaufteilung 2000:

  • Bevölkerungszahl insgesamt  377.700
  • männlich  190.183 (50,35 %]
  • weiblich  187.517 (49,65 %)
  • unter 15jährig  83.771 (22,18 %)
  • 15 bis 64 Jahre alt  81.568 (74,55 %)
  • über 64jährig  12.36! (3,27 %)

Volksgruppen

Die Bevölkerung ist überwiegend mestizo („gemischt“), mit einem hohen Grad an kultureller und genetischer Vermischung. Reine ethnische Gruppen sind selten; stattdessen dominieren Mischformen, die die koloniale Geschichte und Migrationen widerspiegeln.

Die Ureinwohner waren die Guaiquerí (auch Waikerí genannt), ein seefahrendes Volk, das die Insel vor der Ankunft der Europäer bewohnte und sie Paraguachoa nannte. Sie galten lange als ausgestorben, doch durch Prozesse der ethnischen Revitalisierung identifizierten sich beim Zensus 2001 und später Tausende als Nachkommen – vor allem in Orten wie Porlamar, Manzanillo, Pedro González, Juan Griego und der Macanao-Halbinsel. Heute leben Guaiquerí-Nachkommen integriert in der Gesellschaft, bewahren Traditionen wie Fischerei und Handwerk und organisieren sich in Gemeinschaften. Ihre Sprache ist erloschen, aber kulturelle Elemente (zum Beispiel Bootsbau, maritime Bräuche) prägen die Inselidentität.

Die europäischen Einflüsse stammen hauptsächlich aus der Kolonialzeit. Viele Siedler kamen von den Kanaren (starke kanarische Wurzeln im Dialekt und in Namen), aus Andalusien und anderen Teilen Spaniens. Später, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, wanderten Italiener (vor allem aus Sizilien und Süditalien), Portugiesen (Madeira), Deutsche, Franzosen, Niederländer und andere Europäer ein, angezogen vom Tourismus und Handel.

Afrikanische Anteile resultieren aus der Einfuhr versklavter Menschen während der Perlenfischerei-Ära im 16. Jahrhundert, obwohl die Zahl geringer war als auf dem Festland. Ihre Nachkommen mischten sich früh mit Indigenen und Europäern und tragen zu afro-venezolanischen Elementen in Musik, Tanz und Küche bei.

In neuerer Zeit gibt es bedeutende arabische Gemeinschaften (vor allem Libanesen und Syrer, oft im Handel aktiv) sowie kleinere Gruppen aus China, Haiti und lateinamerikanischen Ländern (zum Beispiel Kolumbien, Argentinien). Migration vom venezolanischen Festland („Navegaos“ genannt) verstärkte sich durch den Puerto-Libre-Status ab den 1970er Jahren.


Volksgruppen 2011:

Volksgruppe Anzahl Anteil  in %
Mestizen 49,1
Weiße 217.828 47,1
Schwarze 11.562 2,5
andere 1,3

Sprachen

Die Isla de Margarita ist linguistisch überwiegend spanischsprachig. Die offizielle und dominierende Sprache ist Spanisch (Español), das von fast der gesamten Bevölkerung gesprochen wird. Der lokale Dialekt, oft als Margariteño-Spanisch bezeichnet, hat einen karibischen Einschlag. Er ist melodisch, entspannt und weich in der Aussprache, mit Einflüssen aus der Küstenregion Venezuelas. Er ähnelt teilweise dem Spanisch in Puerto Rico oder anderen karibischen Gebieten – weiche Konsonanten, singender Rhythmus und regionale Vokabeln (zum Bewispiel typische Ausdrücke für Fischerei und Alltag).

Vor der Ankunft der Europäer sprachen die Ureinwohner, das Volk der Guaiquerí (auch Waikerí), ihre eigene indigene Sprache, die möglicherweise mit dem Warao verwandt war (eine isolierte Sprache im Orinoco-Delta). Diese Sprache ist jedoch ausgestorben – sie verschwand durch Kolonialisierung, Zwangsarbeit und Assimilation im 16. und 17. Jahrhundert. Heute existieren nur noch Spuren in Ortsnamen (zum Beispiel Paraguachoa für die Insel) und kulturellen Traditionen, aber keine Muttersprachler mehr.

In touristischen Bereichen (Hotels, Strände, Porlamar, Pampatar) wird häufig Englisch gesprochen, besonders von Personal in der Hotellerie und im Handel. Aufgrund aktueller Tourismusströme (seit den 2020er Jahren verstärkt aus Russland, Polen, Türkei und China) hört man auch Russisch, Polnisch, Türkisch und Chinesisch – Schilder, Menüs und Angebote sind oft in diesen Sprachen verfügbar, um Gäste anzusprechen.

Andere indigene Sprachen Venezuelas (wie Wayúu oder Pemon) spielen auf Margarita keine Rolle, da die Insel keine bedeutenden indigenen Gemeinschaften mehr hat. Immigranten aus dem Festland oder dem Ausland bringen gelegentlich weitere Sprachen mit, doch sie bleiben marginal.

Margariteño

Das Margariteño ist der auf der Isla de Margarita und im gesamten Bundesstaat Nueva Esparta gesprochene regionale Dialekt des (lateinamerikanischen) Spanisch. Er gehört zur Gruppe der karibischen Varianten des Venezolanischen Spanisch und zeichnet sich durch einen besonders melodischen, weichen und singenden Klang aus, der oft als einer der charmantesten und angenehmsten Dialekte Venezuelas gilt.

Der Dialekt ist stark aspiriert und weich. Das „s“ am Wortende oder vor Konsonant wird häufig abgeschwächt oder ganz ausgelassen (Aspiration oder Elision), ähnlich wie in andalusischen oder karibischen Varianten. Beispiel: „los pescadores“ klingt eher wie „lo(h) pescaore(h)“. Das „r“ wird meist als weiches, alveolares „r“ gesprochen, selten gerollt, und das „j“ oder „g“ vor „e/i“ ist sanft und aspiriert (wie ein leichtes „h“). Die Melodie ist auffallend singend und wellenförmig – Sätze steigen und fallen in einem fast musikalischen Rhythmus. Diese karibische Kadenz macht das Margariteño-Spanisch besonders einprägsam und freundlich im Ohr.

Der Dialekt enthält zahlreiche Regionalismen, vor allem aus der Fischerei und dem Inselleben. Beispiele:

  • „curiar“ oder „curiara“ für ein traditionelles Boot (aus indigener Herkunft).
  • „chivo“ für Ziege, aber auch umgangssprachlich für etwas Kleines oder Hübsches.
  • „guacuco“ für eine Muschelart und den gleichnamigen Strand.
  • „pampatar“ als Ortsname, aber auch für bestimmte Windverhältnisse. Viele Wörter haben kanarische Wurzeln, da viele frühe Siedler von den Kanaren stammten.


Der Gebrauch des Voseo („vos“ statt „tú“) ist weit verbreitet, allerdings in milder Form (zum Beispiel „vos sabéis“ statt des festländischen „tú sabes“). Umgangssprachliche Verkürzungen und Redewendungen sind häufig, und die Sprache wirkt insgesamt entspannt und herzlich.

Der Dialekt spiegelt die Geschichte und Lebensweise der Inselbewohner wider: die maritime Tradition der Guaiquerí, die kanarischen Einflüsse der Kolonialzeit und die Isolation, die regionale Eigenheiten bewahrte. Obwohl durch Tourismus und Medien zunehmend Standardspanisch Einzug hält, bleibt das Margariteño-Spanisch in Alltag, Musik (unter anderem in der lokalen Gaitas oder Vals margariteño) und Gesprächen lebendig.

Religion

In dem Bundesstaat gibt es eine überwiegend römisch-katholische Bevölkerung und andere christliche Zweige, die sich in den Kirchen der neo-spartanischen Einheit widerspiegeln, darunter die wichtigsten: Basílica Menor de Nuestra Señora del Valle (in Valle del Espíritu Santo), Catedral de La Asunción, Iglesia San Juan Evangelista (in Juangriego), Iglesia parroquial de San Juan (in San Juan Bautista), Iglesia de San Nicolás de Bari (Porlamar), la de San José de Paraguachi und weitere kleinere Kirchen und Kapellen in den Orten Santa Ana, Punta de Piedras, Porlamar, Pampatar und praktisch in allen Orten der Insel.

Die Schutzpatronin des östlichen Venezuelas ist die Virgen del Valle, und in der Stadt El Valle del Espíritu Santo befindet sich die Basílica Menor de Nuestra Señora del Valle, zu deren Festtag die Bewohner der Inseln Margarita, Coche und Cubagua kommen, um sie zu ehren. Hervorzuheben ist auch die wachsende Aktivität der protestantischen christlichen Gemeinde, die seit mehr als 100 Jahren auf der Insel lebt, dank der amerikanischen Baptistenmissionare, die die erste christliche Kirche in der gesamten Region gründeten, die „Ebenezer“ in der Stadt El Tirano hieß und als Ebenezer Chapel bekannt ist. Sie ist derzeit in der Gemeinde Antolin del Campo in Betrieb.

In dem Dorf Juan Griego befindet sich der Geistliche Fray Nicolás de Igualada. Im Jahr 1846 begann er mit dem Bau der Kirche San Juan Evangelista im gotischen Stil. In der Hauptstadt von Nueva Esparta, La Asunción, kann man eines der wichtigsten religiösen Gebäude der Insel besichtigen: die Kathedrale Nuestra Señora de La Asunción, die 1571 erbaut wurde und als eines der ersten religiösen Bauwerke Lateinamerikas gelten kann. In der Ortschaft Los Robles befindet sich die Kirche, die der Jungfrau von La Pilarica gewidmet ist. Hier befindet sich ein Bildnis der Jungfrau aus massivem Gold, das der Legende nach von der spanischen Königin Juana „La Loca“ gestiftet wurde. In Pampatar hingegen befindet sich die Kirche Cristo del Buen Viaje, die ihren Namen dem von den Fischern bevorzugten religiösen Bild verdankt. Sie wurde 1748 unter der Aufsicht des Militärchefs Don Antonio de la Espada fertiggestellt; interessanterweise ist in dieser Kirche ein Fresko von Animas des Malers Pedro López, dem Großvater von Don Andrés Bello, zu sehen.

In der Stadt Santa Ana steht die Kirche, die den Namen der Stadt trägt. Mit dem Bau wurde 1749 begonnen, während der Amtszeit des Gouverneurs José Longart y Cabián. Es war der Ort, an dem Simón Bolívar 1816, bei der Gründung der Dritten Republik, als Oberster Führer der Republik anerkannt wurde.

In Porlamar, der Handelshauptstadt des Bundesstaates, kann man die Kirche San Nicolás de Bari besichtigen, deren Bau 1853 begann und mit Unterbrechungen bis 1955 fortgesetzt wurde, als Monsignore Crisanto Mata Cova, Bischof der Diözese Cumaná, den Kreuzweg, die Kuppel und das Presbyterium segnete. Diese Kirche dient der Verehrung des Heiligen, der seinen Namen trägt, und gilt aufgrund ihrer Größe als die imposanteste Kirche des Landes.

Ebenfalls in der Stadt Paraguachí befindet sich die Kirche von Paraguachí, die Mitte 1598 auf Anraten von Don Simón Bolívar, dem Vorfahren des Befreiers, errichtet wurde. In seinem alten Turm hinterließ der Marquis von Mainteson zwei Porzellanteller mit Intarsien. In dieser Kirche wird der heilige Josef verehrt. Außerdem gibt es auf der Insel eine Vielzahl von Religionen, darunter die muslimische und die jüdische.

Römisch-Katholische Kirche

Das römisch-katholische Bistum Margarita (laeinisch Dioecesis Margaritensis) hat ihren Sitz in La Asunción. Es umfasst den gesamten Bundesstaat Nueva Esparta. Papst Paul VI. gründete das Bistum mit der Apostolischen Konstitution Verba Christi am 18. Juli 1969 aus Gebietsabtretungen des Bistums Cumaná und wurde dem Erzbistum Ciudad Bolívar als Suffragandiözese unterstellt. Mit der Erhebung des Bistums Cumaná zum Metropolitanerzbistum am 16. Mai 1992 wurde es Teil der neuen Kirchenprovinz. Im Jahr 2014 bestand das Bistum aus 29 Pfarreien, die von 32 Diözesan- und 5 Ordenspriestern, dazu 16 ständigen Diakonen, 6 Ordensbrüdern und 26 Ordensschwestern betreut wurden bei einem Gläubigenanteil von 81,7 %.


Bischöfe der Isla Margarita

  • 18 Jun 1969 - 2 Okt 1973  Francisco de Guruceaga Iturriza (danach Bischof von La Guaira)
  • 5 Apr 1974 - 18 Okt 1982  Tulio Manuel Chirivella Varela (danach Erzbischof von Barquisimeto)
  • 25 Aug - 15 Jul 1998  César Ramón Ortega Herrera (danach Bischof von Barcelona)
  • 18 Mar 1999 - 12 Feb 2008  Rafael Ramón Conde Alfonzo (danach Bischof von Maracay)
  • 19 Dez 2008 - 11 Jul 2014  Jorge Anibal Quintero Chacón (danach Bischof von Barcelona)
  • seit 4 Aug 2015  Fernando José Castro Aguayo

Judentum

In der Kolonialzeit und im 19./20. Jahrhundert siedelten sich jüdische Immigranten (meist sephardische aus Curaçao, Marokko oder Osteuropa) primär in Coro, Caracas, Maracaibo und anderen Festlandstädten an. Margarita, als abgelegene Insel mit Fokus auf Perlenfischerei, Fischerei und später Tourismus, zog keine relevanten jüdischen Gruppen an. Es gibt keine Hinweise auf Crypto-Juden (Marranos) oder frühe Siedlungen auf der Insel, im Gegensatz zu manchen Festlandregionen.

Ein interessanter historischer Randaspekt: In den 1970er und 1980er Jahren finanzierte ein jüdischer Philanthrop (im Kontext einer Anfrage für eine Mikwe in der Dominikanischen Republik) den Bau einer Mikwe (rituelles Tauchbad) auf Margarita, da die Gemeinde dort klein war (zirka 25 Familien). Dies geschah auf Anregung des Lubavitcher Rebben, blieb jedoch isoliert und ist heute nicht mehr aktiv oder bekannt.

Stand 2025 gibt es auf Margarita keine aktive jüdische Gemeinde. Die venezolanische jüdische Bevölkerung (früher rund 20.000 bis 25.000, heute stark reduziert durch Emigration auf unter 10.000) konzentriert sich fast ausschließlich in Caracas (mit mehreren Synagogen wie Tiferet Israel) und wenigen anderen Städten. Auf der Insel leben allenfalls einzelne jüdische Familien oder Touristen temporär, die den Tourismus und duty-free-Handel nutzen, aber keine Gemeindestrukturen unterhalten.

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der municipios entwickelten sich wie folgt:

Name Status S 1990 S 1995 S 1999 S 2001 S 2011 S 2020
Antolín del Campo Gemeinde 14.233 18.421 20.644 22.192 28.089 34 623
Arismendi Gemeinde 16.552 21.027 22.595 22.838 28.849 34.623
Díaz Gemeinde 25.123 32.186 36.969 56.800 71.525 66.539
García Gemeinde 33.372 41.493 47.264 54.585 68.444 76.976
Gómez Gemeinde 23.256 28.776 31.895 32.284 40.957 47 752
Maneiro Gemeinde 22.992 29.558 33.726 39.850 50.832 58 759
Marcano Gemeinde 21.238 26.816 30.221          28.270 36.059 49.373
Mariño Gemeinde 62.732 76.325 82.877 78.767 101.160 111.004
Península de Macanao Gemeinde 18.851 20.457 22.127 20.686 26.256 29.114
Tubores Gemeinde 20.179 25.592 28.569 28.844 36.705 44.412
Villalba (Isla de Coche) Gemeinde 7.220 9.904 11.287 6.972 8.913 19.554


Die urbanen Zentren auf  der Isla de Margarita sind:

Stadt Gemeinde Z 2001 Z 2011
Altagracia Gómez 8.508 12.541
Boca del Pozo Península de Macanao 8.695 10.897
Boca del Río Península de Macanao 7.838 9.757
El Guamache Tubores 9.523 12.451
El Pilar (Los Robles) Maneiro 16.794 23.401
El Valle del Espíritu Santo García 12.919 19.712
Juan Griego Marcano 17.676 20.415
La Asunción Arismendi 23.097 28.309
La Guardia Díaz 15.523 28.137
La Plaza de Paraguachí Antolín del Campo 20.325 28.294
Los Millanes Marcano 10.559 15.265
Pampatar Maneiro 18.606 25.551
Pedro González Gómez 3.772 4.949
Porlamar Mariño 84.534 97.667
Punta de Piedras Tubores 18.751 22.409
San Juan Bautista Díaz 31.425 43.117
San Pedro de Coche Villalba 4.698 4.930
Santa Ana Gómez 11.217 14.508
Tacarigua Gómez 4.615 4.935
Villa Rosa García 31.577 47.485


Porlamar ist die bevölkerungsreichste und dynamischste Stadt auf der Isla de Margarita, mit etwa 95.000 ständigen Einwohnern in der Nebensaison, die in der Hochsaison auf bis zu 195.000 ansteigen kann. Als wirtschaftliches Herz der Insel dient sie als zentraler Knotenpunkt für den Duty-Free-Handel, der seit den 1970er Jahren den Freihafen-Status der Insel nutzt. Die Stadt ist übersät mit modernen Einkaufszentren wie dem Sambil Margarita oder dem Centro Comercial La Vela, wo Besucher und Einheimische günstig Elektronik, Kleidung und Luxusgüter erwerben. Porlamar liegt an der Südostküste und verfügt über zwei städtische Strände, Playa Bella Vista und Playa Guaraguao, die zwar nicht die idyllischsten der Insel sind, aber durch ihre Nähe zu Restaurants und Bars beliebt. Die Architektur mischt koloniale Elemente mit zeitgenössischen Hochbauten, und die Straßen pulsieren von Straßenverkäufern, die lokale Spezialitäten wie Empanadas oder frischen Fisch anbieten. Historisch gesehen wuchs Porlamar aus einem kleinen Fischerdorf zu einem Handelszentrum, besonders nach der Unabhängigkeit Venezuelas, und heute ist es der Sitz zahlreicher Banken, Hotels und Nachtclubs. Die Stadt kämpft jedoch mit Verkehrsstaus und Umweltproblemen wie Wassermangel, die durch die wachsende Bevölkerung und den Tourismus verschärft werden. Dennoch bleibt Porlamar das Tor zur Insel für viele Reisende, die über den internationalen Flughafen Santiago Mariño eintreffen.

Pampatar, mit rund 50.000 Einwohnern, liegt nur wenige Kilometer östlich von Porlamar und gilt als das touristischste Zentrum der Isla de Margarita. Die Stadt erstreckt sich entlang der Küste und profitiert von ihrer malerischen Lage mit Blick auf das Karibische Meer, was sie zu einem Hotspot für Besucher macht. Bekannt für ihre Einkaufszentren wie das Rattan Plaza, das Centro Comercial AB oder das Parque Costazul, bietet Pampatar eine Mischung aus Luxusshopping und Freizeitmöglichkeiten, ergänzt durch Diskotheken und internationale Restaurants, die von karibischer Küche bis hin zu mediterranen Gerichten reichen. Historisch markant ist das Castillo San Carlos Borromeo, eine Festung aus dem 17. Jahrhundert (erbaut zwischen 1664 und 1684), die einst gegen Piratenangriffe schützte und heute als Museum dient. Pampatar verfügt über mehrere Strände, darunter Playa Pampatar und Playa Puerto Cruz, die für ihre ruhigen Gewässer und Wassersportaktivitäten geschätzt werden. Die Bevölkerung ist eine bunte Mischung aus Einheimischen, Immigranten aus dem Nahen Osten und Europäern, die den Handel dominieren, was der Stadt einen kosmopolitischen Flair verleiht. In den letzten Jahren hat Pampatar von der Erholung des Tourismus profitiert, leidet aber unter ähnlichen Herausforderungen wie Porlamar, einschließlich Überbevölkerung in der Saison und Infrastrukturdefiziten.

Juan Griego liegt an der Nordküste der Isla de Margarita und ist für ihre atemberaubenden Sonnenuntergänge bekannt, die ihr den Beinamen "Stadt der schönen Dämmerungen" eingebracht haben. Die Stadt verbindet Geschichte mit natürlicher Schönheit: Das Fortín La Galera, eine Festung aus der Unabhängigkeitszeit (Schauplatz einer Schlacht in den 1820er Jahren), thront über der Bucht und dient als Aussichtspunkt für Panoramablicke. Juan Griego ist ein Handelszentrum mit Einkaufszentren und Märkten, wo vor allem Produkte aus dem Nahen Osten – oft von libanesischen oder syrischen Händlern – angeboten werden. Die Strände wie Playa Juan Griego laden zu entspannten Spaziergängen ein, und die Stadt ist ein Ausgangspunkt für Ausflüge zu nahegelegenen Attraktionen wie der Laguna de La Restinga. Kulturell reich, feiert Juan Griego traditionelle Feste wie die Virgen del Valle und bietet eine lebendige Szene mit lokaler Musik und Kunsthandwerk. Die Wirtschaft basiert auf Tourismus, Fischerei und Kleinhandel, und die Bevölkerung wächst durch Zuzug vom Festland. Allerdings teilt Juan Griego die Inselprobleme wie Stromausfälle und begrenzte Wasserversorgung, was das tägliche Leben erschwert.

La Asunción, die Hauptstadt des Bundesstaates Nueva Esparta, liegt im Inland der Isla de Margarita, umgeben von grünen Hügeln. Als administratives Zentrum beherbergt sie das regionale Parlament, Gerichte und das Gouverneursamt, was ihr eine offizielle Aura verleiht. Historisch gegründet 1565, ist La Asunción eine der ältesten Städte Venezuelas und präsentiert koloniale Architektur, darunter die Kathedrale Nuestra Señora de La Asunción (aus dem 16. Jahrhundert) und das Castillo de Santa Rosa, eine Festung, die Luisa Cáceres de Arismendi, eine Heldin der Unabhängigkeitskriege, beherbergte. Die Stadt ist ruhig und kulturell geprägt, mit Museen wie dem Nueva Cádiz-Museum und Parks, die Spaziergänge in der Natur ermöglichen. Die Wirtschaft dreht sich um Verwaltung, Bildung und lokalen Handel, mit Märkten für frisches Obst und Kunsthandwerk. Im Gegensatz zu den Küstenstädten ist La Asunción weniger touristisch, was sie zu einem Rückzugsort für Einheimische macht, die die Hektik von Porlamar meiden. Die Bevölkerung ist stabil, mit einer starken Gemeinschaftstradition, und die Stadt feiert jährlich Feste wie die Semana Santa.

Villa Rosa (auch Urbanización Villa Rosa genannt) ist eine moderne Wohnsiedlung und Vorstadt im Südosten der Isla de Margarita, die zum Municipio García gehört und in der Nähe von Porlamar liegt. Sie entstand als Satellitenstadt durch das starke Bevölkerungswachstum Porlamars ab den 1960er und 1970er Jahren, als die Hauptstadt der Insel aufgrund des Booms durch den Puerto-Libre-Status (Freihafen) nicht mehr ausreichen konnte, um alle Bewohner und Arbeiter aufzunehmen.

Der Name ehrt die ehemalige Grundbesitzerin Rosa Ibarra, eine lokale Matrone. Die Urbanisation wurde durch staatliche Programme (zum Beispiel Banco Obrero) geplant und gebaut, um günstigen Wohnraum für Familien zu schaffen, die in Porlamar arbeiteten, aber außerhalb der überfüllten Stadt leben wollten. Villa Rosa liegt entlang der Avenida Juan Bautista Arismendi, der Hauptverbindung zwischen Porlamar und Punta de Piedras, und umfasst Wohnblocks, Einfamilienhäuser und spätere Erweiterungen wie die Urbanización Villa Juana.

Heute ist Villa Rosa eine belebte Wohngegend mit Zehntausenden Einwohnern (genaue Zahlen variieren, oft als Teil des Großraums Porlamar gezählt). Die Wirtschaft dreht sich um Pendler, die in Porlamar oder touristischen Bereichen arbeiten, sowie lokalen Handel. Es gibt Schulen, Supermärkte und kleine Dienstleistungen, doch die Siedlung leidet unter typischen Inselproblemen wie Wassermangel, Stromausfällen und unzureichender Infrastruktur (zum Beispiel Schlaglöcher und mangelndes Licht). In den letzten Jahren wurde Villa Rosa auch durch staatliche Wohnungsprogramme (wie Gran Misión Vivienda) erweitert, was zu weiterem Wachstum führte.

La Guardia ist ein kleines, traditionelles Fischerdorf im zentral-westlichen Teil der östlichen Halbinsel Paraguachoa der Isla de Margarita. Es gehört zur Parroquia Zabala im Municipio Antonio Díaz (auch Díaz genannt) des Bundesstaates Nueva Esparta. Der Ort liegt direkt am Eingang zur berühmten Laguna de La Restinga, einem der wichtigsten Nationalparks Venezuelas, und grenzt an den Park mit seiner langen Sandbank und Mangrovenlandschaft.

La Guardia ist vor allem für seine maritime Tradition bekannt: Die Bewohner leben hauptsächlich von der artisanellen Fischerei, dem Fang von Muscheln und Krustentieren sowie vom Tourismus, der durch Bootsausflüge in die Lagune angezogen wird. Die Ensenada La Guardia, eine 2,5 Kilometer lange Bucht, war in kolonialer Zeit ein wichtiger Fußweg für die Inselbewohner, die vom Westen (Macanao) in den Osten zogen. Heute ist der Ort ein ruhiger Ausgangspunkt für Touren durch die Lagune, wo Besucher Mangrovenkanäle erkunden, Vögel beobachten oder an der langen Playa La Restinga entspannen können. Historisch entstand La Guardia als Caserío (kleine Siedlung) und wurde 1899 offiziell im Zivilregister erfasst. Die Bevölkerung ist klein – Schätzungen gehen von wenigen Tausend Einwohnern aus – und der Ort hat einen authentischen, wenig touristisch überlaufenen Charakter. Moderne Entwicklungen wie die Urbanisation La Guarida del Sol zeigen jedoch ein langsames Wachstum.

La Plaza de Paraguachí (oft einfach Paraguachí genannt) ist eine historische Kleinstadt im nordöstlichen Teil der Isla de Margarita und die Hauptstadt des Municipio Antolín del Campo. Der Name leitet sich aus der indigenen Guaiquerí-Sprache ab und bedeutet „Ort, wo die Sonne aufgeht“ oder „Haus der Sonne“, was perfekt zur östlichen Lage passt, wo der Sonnenaufgang die Insel zuerst erhellt.

Paraguachí gilt als eines der ältesten Dörfer Margaritas: Quellen datieren die Gründung auf 1525 oder 1535, was es zu einem der frühesten spanischen Siedlungen macht. Ursprünglich umfasste sein Territorium große Teile des heutigen Municipio Antolín del Campo. Eine der Hauptattraktionen ist die Iglesia de San José de Paraguachí, die um 1598 erbaut wurde – unter Aufsicht von Don Simón Bolívar, einem Vorfahren des Libertadors. Die Kirche ist bekannt für ihre koloniale Architektur und zwei in die alte Turmwand eingelassene Porzellanplatten, die der Pirat Marqués de Maintenon als Trophäe hinterließ. Der Ort liegt in einer fruchtbaren Zone mit Nähe zu Stränden wie Playa El Agua oder El Tirano und ist von Hügeln umgeben. Die Wirtschaft basiert auf Landwirtschaft, Tourismus und lokaler Handwerkskunst. Paraguachí strahlt kolonialen Charme aus, mit traditionellen Häusern und einer ruhigen Plaza, die zum Verweilen einlädt. Es ist weniger hektisch als Porlamar oder Pampatar, aber ein wichtiger kultureller Punkt, der die indigene und koloniale Geschichte Margaritas widerspiegelt.

Punta de Piedras ist eine Küstenstadt im zentral-südlichen Teil der Isla de Margarita und die Hauptstadt des Municipio Tubores. Mit etwa 10.000 bis 30.000 Einwohnern (je nach Quelle und Saison) gilt sie als „die Tür zur Isla de Margarita“ (la puerta de Margarita), da hier der wichtigste Fährhafen der Insel liegt. Der Name stammt von felsigen Spitzen („puntas de piedras“), die früher vor der Küste sichtbar waren und als Orientierung für Seefahrer dienten – heute durch Erosion und menschliche Aktivitäten verschwunden. Historisch war der Ort bereits im 16. Jahrhundert ein Stützpunkt für die Perlenfischerei, mit indigenen Rancherías der Guaiquerí. Später entwickelte er sich zu einem Fischerdorf, das im 19. Jahrhundert administrativ wuchs.

Dominiert wird der Ort vom Hafen: Mehrere Muelles bedienen Fähren und Schnellboote zu Zielen auf dem Festland wie Puerto La Cruz, Cumaná und La Guaira sowie zur Nachbarinsel Coche. Unternehmen wie Gran Cacique Express, Naviarca oder Conferry bieten tägliche Verbindungen für Passagiere, Fahrzeuge und Fracht. Der Hafen ist essenziell für den Import von Waren und den Tourismus. Die Wirtschaft basiert auf Fischerei (einschließlich Muschelzucht wie Arca zebra), Handel, Dienstleistungen rund um den Hafen und bescheidenem Tourismus. Es gibt ein Hospital (Armando Mata Sánchez), Supermärkte, Restaurants und Bildungseinrichtungen wie den Campus der Fundación La Salle (mit Liceo Náutico Pesquero). Die Strände sind nicht die attraktivsten (oft industriell genutzt), aber die Nähe zum Meer prägt das Leben.

Verkehr

Die Isla de Margarita ist primär per Flugzeug über den internationalen Flughafen in Porlamar erreichbar, mit Direktflügen aus Europa oder Verbindungen vom venezolanischen Festland (zum Beispiel Caracas, Cumaná), während Fähren von Cumaná oder Puerto La Cruz eine günstigere Alternative darstellen, wenngleich durch Sicherheits- und Infrastrukturprobleme eingeschränkt. Auf der Insel selbst dominieren günstige Busse des staatlichen Unternehmens Bus Margarita sowie Taxis und Kleinbusse („por puestos“) den öffentlichen Nahverkehr, wobei Mietwagen für flexible Ausflüge empfohlen werden, da das Straßennetz gut ausgebaut ist, aber nächtliche Fahrten aufgrund hoher Kriminalität vermieden werden sollten; organisierte Touren ergänzen das Angebot für Touristen.

Straßenverkehr

Das Straßennetz umfasst etwa 600 Kilometer asphaltierte und unbefestigte Wege, wobei die Hauptverbindungen gut ausgebaut sind, Nebenstraßen jedoch oft Schlaglöcher, fehlende Markierungen und mangelnde Beleuchtung aufweisen. Die wichtigste Achse ist die Avenida Juan Bautista Arismendi, die Porlamar im Süden mit Punta de Piedras und weiter nach La Asunción verbindet. Weitere zentrale Routen führen nach Pampatar, Juan Griego, Paraguachí und über den Isthmus zur Halbinsel Macanao. Die Laguna de La Restinga wird von einer langen Brücke überquert, die oft Staus verursacht.

Der Verkehr ist dicht, besonders in der Hochsaison und rund um Porlamar, Pampatar und den Flughafen. Typisch sind Motorräder („motos“), die als günstiges und wendiges Transportmittel dominieren – oft überladen und riskant fahrend. Taxis („líneas“ oder private Fahrer) und „por puestos“ (Sammeltaxis auf festen Routen) sind das Hauptöffentliche Verkehrsmittel, da Busse rar und unzuverlässig sind. Mietwagen sind für Touristen beliebt, erfordern aber Vorsicht: Rechtsfahren gilt, doch Vorfahrtsregeln werden locker interpretiert, und Polizeikontrollen können willkürlich sein.

Probleme: Treibstoffknappheit (trotz Venezuela als Ölstaat), hohe Unfallrate durch rücksichtsloses Fahren, fehlende Verkehrsampeln und nachts gefährliche Straßen ohne Licht. In der Krise ab 2015 verschärften sich Engpässe bei Ersatzteilen, Reifen und Wartung, was zu vielen defekten Fahrzeugen führte. Seit 2023/24 hat sich die Lage leicht verbessert, doch Staus und Motorradlärm bleiben Alltag.

Schiffsverkehr

Hauptverkehrsknotenpunkt ist der Hafen von Punta de Piedras, wo mehrere Fährgesellschaften tägliche Verbindungen anbieten. Wichtige Routen sind:

  • Punta de Piedras – Puerto La Cruz (Anzoátegui): Die häufigste und schnellste Verbindung (rund 1 bis 1,5 Stunden mit Schnellbooten wie Gran Cacique oder Naviarca).
  • Punta de Piedras – Cumaná (Sucre): Günstiger, aber langsamer.
  • Punta de Piedras – La Guaira (bei Caracas): Für Fracht und längere Reisen.
  • Zusätzlich kleinere Verbindungen zur Insel Coche und gelegentlich Chacopata.


Betreiber wie Conferry, Navibus, Gran Cacique Express und Naviarca betreiben Passagierfähren (bis 400 Personen) und Ro-Ro-Schiffe für Fahrzeuge. In der Hochsaison fahren bis zu 20 Fähren täglich, in der Nebensaison weniger. Tickets werden oft online oder vor Ort gekauft, wobei Warteschlangen lang sein können. Neben dem kommerziellen Verkehr gibt es touristische Boote. Ausflüge in die Laguna de La Restinga, zu Stränden wie Playa El Agua oder nach Los Frailes sowie private Yachten und Segelboote in Marinas wie der von Pampatar oder Juan Griego.

In der Krise (2015 bis 2022) brachen viele Verbindungen ein – Fähren lagen monatelang still wegen Treibstoffmangel, Ersatzteilen oder Streiks. Piraterie in karibischen Gewässern ist selten, aber gemeldet. Seit 2023 normalisiert sich der Betrieb wieder, doch Verspätungen und Überbuchungen bleiben üblich.

Flugverkehr

Der Del Caribe „Santiago Mariño“ International Airport (spanisch Aeropuerto Internacional del Caribe "Santiago Mariño") befindet sich in der Nähe von Porlamar. Auf der Isla de Coche liegt ein weiterer Flughafen, der Andres Miguel Salazar Marcano Airport (spanisch Aeropuerto Andrés Miguel Salazar Marcano). Vor seiner Eröffnung bediente der alte Aeródromo de Porlamar „Luisa Cáceres de Arismendi“ die Insel – ein kleiner Flugplatz in der Nähe der Stadt, der den wachsenden Anforderungen des Tourismusbooms in den 1960er und 1970er Jahren nicht mehr genügte. Der neue Flughafen wurde in den frühen 1970er Jahren gebaut, um den Status Margaritas als Puerto Libre (Freihafen seit 1973/74) zu festigen und internationale Verbindungen zu ermöglichen. Die Konstruktion erfolgte inmitten des venezolanischen Ölbooms, der Investitionen in Infrastruktur ermöglichte.

Der Flughafen wurde am 11. Oktober 1974 (manche Quellen nennen 1975 als Jahr der vollständigen Inbetriebnahme) offiziell eingeweiht. Mit einer Piste von 3.180 Metern Länge und 45 Metern Breite war er von Anfang an für nationale und internationale Flüge ausgelegt. Seine Eröffnung markierte einen Meilenstein: Er zog erste direkte Routen aus Europa und Amerika an, konsolidierte den Tourismus und machte Margarita zu einem der beliebtesten Ziele Venezuelas. In den 1980er und 1990er Jahren erlebte der Flughafen seinen Höhepunkt – mit Millionen Passagieren jährlich, Charterflügen aus Deutschland, Italien und anderen Ländern sowie einem Peak von rund 3,8 Millionen Passagieren im Jahr 2013. Er wurde zum drittwichtigsten Airport Venezuelas nach Maiquetía (Caracas) und La Chinita (Maracaibo).

Die venezolanische Wirtschaftskrise ab den 2010er Jahren traf ihn hart: Sanktionen, Treibstoffmangel und Hyperinflation reduzierten Flüge drastisch, viele internationale Routen verschwanden. Dennoch feierte er 2024/2025 sein 50-jähriges Jubiläum als „arteria vital“ der Insel. Aktuell betreibt die staatliche Bolivariana de Aeropuertos (BAER) den Flughafen und arbeitet an Modernisierungen, um neue Allianzen und Routen (z. B. aus Russland) zu fördern.

Airlines Ziele
Avior Airlines Barcelona (VE), Caracas
Conviasa Barquisimeto, Caracas, El Vigía, La Fría, Maracaibo, Puerto Ordaz, Santo Domingo, Tucupita, Valencia (VE)
Estelar Latinoamerica Caracas
LASER Airlines Caracas, Valencia (VE)
RUTACA Airlines Caracas, Port of Spain
Turpial Airlines Puerto Cabello, Valencia (VE)
Venezolana Caracas


Del Caribe “Santiago Mariño” International Airport

  • spanischer Name:  Aeropuerto Internacional del Caribe Santiago Mariño
  • Code:  PMV / SVMG
  • Lage: 10°54’47“ N, 63°58’03“ W
  • Seehöhe: 23 m (74 ft)
  • Entfernung: 12 km westsüdwestlich von Porlamar
  • Inbetriebnahme: 
  • Betreiber: Regierung von Venezuela
  • Terminal: 1
  • Rollbahnen: 2
  • Länge der Rollbahnen:  3180 m und 3000 m (beide Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  7
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 100
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 

Wirtschaft

Aufgrund des Status eines Freihafens (1971 per Präsidialdekret eingeführt) und seiner Verbindung zum lokalen Tourismus überwiegt der Handel.30 Die Tourismusaktivität hat in den vergangenen Jahrzehnten die Bauwirtschaft angekurbelt, wie das Vorhandensein von Hotels, Restaurants, Ferienhäusern und Vergnügungszentren als Teil einer Infrastruktur mit Attraktionen für Besucher nationaler und internationaler Herkunft beweist. Mit dem Anstieg der Nachfrage in den 1980er und 1990er Jahren wurden Sektoren wie Ackerbau und Viehzucht wiederbelebt und liefern Auberginen, Mais, Melonen, Paprika und Tomaten sowie Ziegen, Schweine und Geflügel. Die Fischerei hat auch von internen und externen Anreizen profitiert, die eine Steigerung der Fischproduktion (Fische); Marlin, Sardellen, Thunfisch, Schnapper, Schnapper, Corocoro, Lamparosa, Carite, Torito, Meeräsche, Wels, Hundshai, Vaquita, Stöcker, Picua und Sardine (Muscheln); Garnelen und Hummer (Krustentiere); Muscheln, Tintenfisch, Chipichipi, Guacuco, Perlendarm und Austern (Weichtiere) ermöglicht haben. 3130 Die Landwirtschaft wird auch als ergänzende Wirtschaftstätigkeit beobachtet, wobei der Anbau von Auberginen, Mais, Melonen, Paprika und Tomaten hervorsticht. Auch Geflügel, Ziegen und Schweine werden gezüchtet.

In den letzten Jahren ist die Bevölkerung in Margarita aufgrund der bolivarischen Diaspora zurückgegangen. Margarita ist für die Einwohner der großen Städte Venezuelas zu einem Ort der Erholung und Flucht geworden: Caracas, Maracaibo, Barquisimeto und Valencia.

Der Fremdenverkehr ist die Haupteinnahmequelle; es gibt zahlreiche Hotels und Rastplätze für Besucher. Neben dem Tourismus ist aber auch die handwerkliche Fischerei sehr wichtig, die an strategischen und traditionellen Plätzen für die Fischer der Insel ausgeübt wird. Auch die Fischzucht spielt, wenn auch in kleinerem Maßstab, eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Landes.

Die Insel Margarita ist ein „Freihafen“, was sie zu einem vorteilhaften Ort für den Verbraucher macht, da er keine Steuern an die venezolanischen Steuerbehörden (SENIAT) für die Einfuhr von Waren zahlen muss, und auch für Touristen aus Venezuela und der ganzen Welt, die die Strände und Attraktionen besuchen.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft auf der Isla Margarita, der größten Insel des venezolanischen Bundesstaats Nueva Esparta, spielt eine untergeordnete, aber traditionelle Rolle in der lokalen Wirtschaft. Aufgrund des semi-ariden Klimas mit niedrigen Niederschlägen, salzhaltigen Böden und begrenzter Süßwasserressourcen (die teilweise per Unterwasserleitung vom Festland bezogen werden) ist die Landwirtschaft stark eingeschränkt und dient vorwiegend der Subsistenz sowie dem lokalen Markt. Die Insel importiert den Großteil ihrer Lebensmittel und ist netto ein Nahrungsmittelimporteur.

Die Hauptanbauprodukte sind Gemüse und Früchte, die in fruchtbaren Tälern und kleinen Bewässerungsflächen kultiviert werden. Zu den wichtigsten Kulturen gehören Auberginen (Berenjena), Mais, Melonen, Paprika (sowohl scharf als auch der berühmte süße Ají margariteño), Tomaten sowie in geringerem Umfang Kürbisse (Auyama), Bananen, Papaya und Passionsfrüchte (Parchita). Historisch waren auch Maniok (für Casabe) und Bananen bedeutsam. In jüngerer Zeit gibt es Versuche, den Anbau von Meeresalgen zu fördern, um neue Einkommensquellen zu schaffen.

Neben dem Pflanzenbau wird Viehzucht betrieben, vor allem Ziegen und Schweine, ergänzt durch Geflügelhaltung. Die Landwirtschaft ist kleinbäuerlich organisiert und oft in Gewächshäusern oder auf kleinen Parzellen konzentriert, wo trotz Wassermangels durch Bewässerungstechniken und den Einsatz lokaler Bauern gute Erträge erzielt werden.

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen wie Tourismus, Fischerei und duty-free-Handel ist die Landwirtschaft jedoch marginal. Der Tourismus dominiert die Inselwirtschaft, gefolgt von der Fischerei (mit Fang von Thunfisch, Sardinen, Garnelen und Muscheln), während die Landwirtschaft hauptsächlich ergänzend wirkt und lokale Märkte beliefert. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise Venezuelas und der Abwanderung hat sich die Produktion in den letzten Jahren weiter verringert, doch kleine Produzenten halten die Tradition aufrecht und tragen zur Versorgung mit frischen Produkten bei. Die Insel bleibt trotz ihrer natürlichen Beschränkungen ein Beispiel für resiliente, kleinskalige Landwirtschaft in einer karibischen Umgebung.

Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft auf der Isla Margarita spielt aufgrund des semi-ariden Klimas, der trockenen Böden und der begrenzten Niederschläge eine nur marginale Rolle. Die Insel verfügt über keine nennenswerten Waldflächen und keine kommerzielle Forstwirtschaft. Die natürliche Vegetation besteht hauptsächlich aus trockenem Buschland, Dornengehölzen (wie Cardón, Cují, Yaque und Guayacán), Mangroven in der Laguna de La Restinga sowie etwas dichterem Bewuchs in höheren Lagen wie dem Cerro Copey, der als Nationalpark geschützt ist.

Bergbau

Während der Kolonialzeit gab es eine intensive Perlenfischerei vor den Küsten (insbesondere um die benachbarte Insel Cubagua), die jedoch erschöpft war. Auf der Isla de Margarita selbst existierten kleinere Vorkommen von Magnesit in der Vergangenheit, die jedoch nicht kommerziell abgebaut wurden. Heute bestehen keine aktiven Bergbauprojekte auf der Insel; Venezuela konzentriert seine Bergbauaktivitäten (Gold, Eisen, Bauxit) auf das Festland. Die Wirtschaft Margaritas basiert stattdessen auf Tourismus, Handel und Dienstleistungen, ohne nennenswerte mineralische Ressourcennutzung.

Fischerei

Die Fischerei hingegen ist ein traditioneller und wichtiger Wirtschaftszweig auf der Isla Margarita, wenngleich sie hinter dem Tourismus und dem duty-free-Handel zurücksteht. Sie ist vorwiegend artisanal (kleinbäuerlich) organisiert und konzentriert sich auf Küsten- und Lagunenfischerei mit kleinen Booten (Peñeros). Wichtige Fangarten umfassen Fische wie Thunfisch (Atún), Snapper (Pargo), Makrele (Carite), Sardinen, Jurel und Corocoro, sowie Meeresfrüchte wie Garnelen (Camarón), Langusten (Langosta), Muscheln (Chipichipi, Guacuco, Almeja) und Tintenfisch. Auch der Fang von Seeigeln (Lytechinus variegatus) für den lokalen Gonadenkonsum hat lokale Bedeutung, ist jedoch durch Überfischung bedroht.

Die Fischerei beliefert hauptsächlich den regionalen Markt und trägt zur Selbstversorgung bei. Häfen wie Juan Griego dienen als Zentren. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise Venezuelas, Überfischung und Umweltproblemen (z. B. Verschmutzung) hat die Produktion in den letzten Jahren abgenommen, doch sie bleibt ein resilientes Element der Inselwirtschaft und wird durch Initiativen wie kommunale Fischereizirkuits gefördert. Im Vergleich zu Tourismus und Handel ist sie ergänzend, aber kulturell tief verwurzelt.

Handwerk

Das Handwerk (artesanía) profitiert vor allem vom Tourismus. Es handelt sich um eine kleinteilige, familienbasierte Produktion, die oft in spezialisierten Dörfern stattfindet und Souvenirs für Besucher herstellt. Die Artesanía margariteña gilt als eine der vielfältigsten in Venezuela und spiegelt indigene, koloniale und karibische Einflüsse wider.

Besonders hervorzuheben sind die Hängematten (chinchorros oder hamacas), die in Orten wie Santa Ana, La Vecindad oder Juangriego gewebt werden. Sie werden aus natürlichen Fasern wie Cogollo (Palmenfasern), Baumwolle oder synthetischen Materialien in aufwendiger Handarbeit hergestellt und zeichnen sich durch bunte Designs und hohe Qualität aus. Ebenso typisch sind Sombreros de cogollo (Palmstrohhüte), Taschen und Körbe aus Pflanzenfasern.

Die Keramik und Töpferei (alfarería) ist in Dörfern wie El Cercado oder Santa Ana konzentriert, wo Ton aus lokalen Vorkommen zu Vasen, Tellern, Figuren und dekorativen Objekten verarbeitet wird – oft mit maritimen Motiven wie Fischen oder Booten. In Porlamar und anderen Orten entstehen Holzarbeiten aus Treibholz oder lokalen Hölzern, darunter Skulpturen, Möbel im Kolonialstil und dekorative Elemente.

Weitere wichtige Bereiche umfassen Schmuckherstellung (orfebrería) mit Perlen (historisch von der benachbarten Insel Cubagua, heute oft kultiviert oder importiert), Muscheln und Silber sowie handbemalte Objekte wie Tontöpfe (taparas) oder religiöse Figuren wie der Virgen del Valle. In Atamo und Sabana de Guacuco werden traditionelle Körbe und Maras (halbkugelförmige Gefäße) geflochten.

Das Handwerk ist stark touristisch orientiert und wird auf Märkten wie dem Mercado de los Conejeros in Porlamar, in Strandnähe (zum Beispiel Playa Parguito) oder in Dörfern direkt verkauft. Es trägt zur lokalen Identität bei und bietet Einkommensalternativen in einer von Tourismus, duty-free-Handel und Fischerei geprägten Wirtschaft. Aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen Venezuelas hat die Produktion in den letzten Jahren gelitten, doch Initiativen wie Artesanía-Kreise und Kooperativen halten die Traditionen am Leben und fördern nachhaltigen Tourismus. Im Vergleich zu den dominanten Sektoren bleibt das Handwerk ergänzend, aber kulturell unverzichtbar und ein Highlight für Besucher der Insel.

Industrie

Die Industrie auf der Isla Margarita ist im Vergleich zu Tourismus, duty-free-Handel und Fischerei stark unterentwickelt und spielt nur eine marginale Rolle in der lokalen Wirtschaft. Es fehlt an großen Fabriken oder schwerindustriellen Anlagen, stattdessen dominieren kleinskalige, oft handwerknahe Produktionen und Verarbeitungsbetriebe, die hauptsächlich den lokalen Bedarf decken.

Zu den wenigen industriellen Aktivitäten gehören die Herstellung von Produkten für Reinigung und Hygiene (zum Beispiel durch Unternehmen wie Geo Industria Venezolana, die Seifen, Desinfektionsmittel und Haushaltsreiniger produzieren), die Verarbeitung von Fischereiprodukten sowie kleinere Betriebe für Keramik, Fliesen, Schuhe (historisch Alpargatas) und Salz. In der Vergangenheit gab es Ansätze wie Tannin-Extraktionsfabriken oder Textilproduktion, doch diese sind weitgehend verschwunden. Die Lebensmittelverarbeitung (unter anderem Konservierung von Meeresfrüchten oder einfache Agroprodukte) hat in den letzten Jahren etwas an Bedeutung gewonnen, bleibt aber begrenzt.

Der Status als Puerto Libre (seit 1974) und die Designation als Zona Económica Especial (seit 2022) zielen primär auf Handel, Import und Tourismus ab, nicht auf industrielle Produktion. Es gibt Pläne für einen "complejo industrial inbond" (Zollfreie Verarbeitung für Export), Modernisierung von Häfen und Flughäfen sowie Förderung von Sektoren wie Algenkultivierung oder Textil, doch bis 2025 sind diese weitgehend projektiert und nicht umgesetzt. Die wirtschaftliche Krise Venezuelas, Abwanderung und Infrastrukturmängel (zum Beispiel Stromversorgung) behindern eine stärkere Industrialisierung.

Wasserwirtschaft

Die Versorgung mit Trinkwasser erfolgt fast ausschließlich über zwei submarine Aquädukte vom Festland (Staat Sucre): den Acueducto Luisa Cáceres de Arismendi (vom Embalse Clavellinos) und den Acueducto Turimiquire (vom Embalse Turimiquire). Diese Systeme, verwaltet von der staatlichen Hidrocaribe, transportieren das Wasser über Dutzende Kilometer unter dem Meer zur Insel und versorgen Margarita sowie die kleineren Inseln Coche und Cubagua.

Trotz dieser Infrastruktur leidet die Insel seit Jahren unter einer chronischen Wasserkrise. Die alten Rohrleitungen (aus Stahl mit Betonummantelung) sind anfällig für Brüche, Korrosion und Lecks, was zu erheblichen Verlusten führt. Häufige Reparaturen und illegale Anschlüsse verschärfen das Problem, sodass viele Haushalte Wasser nur in langen Zyklen (oft 30–60 Tage oder länger) erhalten – in entlegenen Gebieten manchmal monate- oder jahrelang gar nicht. Bewohner lagern Wasser in Tanks, kaufen es bei privaten Cisternen-Lieferanten oder greifen auf Regenwasser, Kondenswasser aus Klimaanlagen oder sogar Meerwasser für Nicht-Trinkzwecke zurück.

Ergänzende Maßnahmen umfassen kleinere Projekte wie Regenwassersammler (darunter mit EU-Unterstützung inaugurierte Tanks) und den Einsatz tiefer Brunnen. In den letzten Jahren wurde die Desalinisierung als Alternative gefördert: 2024 wurde die Planta Desalinizadora Bicentenario in Juan Griego eingeweiht, die mehrere Tausend Bewohner versorgt. Es gibt Pläne für weitere Anlagen, doch hohe Energiekosten, technische Herausforderungen und die Abhängigkeit von Strom (der ebenfalls rationiert wird) behindern eine breitere Umsetzung.

Energiewirtschaft

Die Energiewirtschaft auf der Isla Margarita leidet unter chronischer Instabilität, die sich in häufigen Stromausfällen (apagones) und Rationierungen äußert. Die Insel erzeugt nur einen Teil ihres Stroms lokal und bezieht den Großteil über zwei Unterwasserkabel vom nationalen Netz (Sistema Interconectado Nacional), das hauptsächlich auf Wasserkraft (70 bis 80 % landesweit, vor allem Guri-Damm) und thermische Ergänzung basiert. Lokale Erzeugung erfolgt in thermoelektrischen Kraftwerken wie der Planta Juan Bautista Arismendi und Luisa Cáceres de Arismendi (mit einer insgesamt installierten Kapazität von 650 bis 900 MW für Nueva Esparta), die mit Gas oder Diesel betrieben werden, sowie durch kleinere Generatoren.

Trotz guter Voraussetzungen für Erneuerbare Energien (hohe Sonneneinstrahlung und konstante Winde) spielen diese eine marginale Rolle. Geplante Windparks auf Margarita und Coche mit ursprünglich 20 bis 24 MW sowie Solarprojekte aus den 2000er und 2010er Jahren wurden größtenteils aufgegeben, geplündert oder nie fertiggestellt. Die staatliche Corpoelec verwaltet den Sektor, doch Unterinvestitionen, Korrosion der Infrastruktur, Korruption, Fachkräftemangel und die landesweite Energiekrise Venezuelas führen zu anhaltenden Problemen. Ausfälle verschärften sich in den letzten Jahren (etwa nach Explosionen in Gasanlagen 2024 oder allgemeinen Blackouts), wobei Margarita zeitweise besser verschont blieb, aber 2024/25 wieder längere Rationierungen erlebte – oft stunden- oder tagelang, was Tourismus, Handel und Alltag belastet.

Viele Haushalte und Unternehmen greifen auf private Generatoren, Solarpaneele (kleinskalig) oder Batterien zurück, um Ausfälle zu überbrücken. Im Vergleich zu Tourismus, duty-free-Handel und Fischerei ist die Energiewirtschaft ein kritischer Engpass, der die Entwicklung der Insel behindert. Trotz gelegentlicher Ankündigungen von Stabilisierung (speziell für die Hochsaison) und Potenzials für dezentrale Erneuerbare bleibt sie resilient, aber hochgradig vulnerabel in einer von nationalen Systemproblemen und insularer Isolation geprägten karibischen Umgebung.

Handel

Der Handel ist neben dem Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig der Isla Margarita und prägt das wirtschaftliche und alltägliche Leben der Insel wie kaum ein anderer Sektor. Seit 1974 genießt Margarita den Status einer Zona Libre de Impuestos (Puerto Libre), was den zollfreien Import und Verkauf einer breiten Palette von Waren ermöglicht. Dieser Sonderstatus macht die Insel zu einem der größten duty-free-Einkaufszentren Lateinamerikas und zieht jährlich Millionen von venezolanischen Festlandbewohnern sowie internationale Touristen an.

Der Handel konzentriert sich vor allem auf importierte Konsumgüter: Parfüms, Kosmetika, Elektronik (Handys, Laptops, Fernseher), Uhren, Schmuck, Markenkleidung, Schuhe, Spielzeug, Haushaltsgeräte, Alkoholika und Tabakwaren. Diese Produkte werden zu deutlich niedrigeren Preisen als auf dem Festland angeboten, da Zölle und Mehrwertsteuer entfallen. Die wichtigsten Handelszentren sind Porlamar mit seinen großen Einkaufsstraßen (wie der Boulevard Guevara und die Avenida 4 de Mayo), moderne Shopping Malls wie Sambil Margarita, Centro Comercial La Vela, AB Roraima Mall und Parque Costazul sowie unzählige kleinere Boutiquen und Straßenstände.

Neben dem klassischen duty-free-Handel blüht ein umfangreicher informeller und Straßenhandel (buhonería), der von Kleidung über Lebensmittel bis hin zu Souvenirs reicht. Märkte wie der Mercado de Conejeros oder der Mercado Municipal in Porlamar bieten neben lokalen Produkten und Handwerk auch importierte Waren an. In den letzten Jahren hat sich zudem ein wachsender Online- und Lieferhandel etabliert, der über soziale Medien und Plattformen organisiert wird.

Der Handel profitiert stark vom Tourismus und vom Pendelverkehr venezolanischer Käufer, die per Fähre oder Flugzeug anreisen. In Hochzeiten (Weihnachten, Ferien) explodiert die Nachfrage, was zu vollen Geschäften und langen Schlangen führt. Die wirtschaftliche Krise Venezuelas hat jedoch auch hier Spuren hinterlassen: Hyperinflation, Devisenknappheit und sinkende Kaufkraft auf dem Festland haben den Umsatz seit 2015 stark einbrechen lassen. Viele Geschäfte schlossen, und der einstige Boom ist deutlich gedämpft. Seit etwa 2022/23 zeigt sich jedoch eine leichte Erholung durch Dollarisierung, Stabilisierung und wieder steigende Besucherzahlen.

Im Jahr 2022 wurde Margarita zusätzlich zur Zona Económica Especial erklärt, was weitere Anreize für Investitionen und Handel schaffen soll, allerdings sind bis Ende 2025 die konkreten Auswirkungen begrenzt geblieben. Der Handel bleibt hochgradig abhängig von Importen und der politisch-rechtlichen Stabilität des Puerto-Libre-Status.

Im Vergleich zu Landwirtschaft, Fischerei oder Industrie ist der Handel der dominante und dynamischste Sektor, der Tausende von Arbeitsplätzen schafft und die Inselwirtschaft maßgeblich trägt. Er verleiht Margarita ihr charakteristisches Image als „Einkaufsparadies der Karibik“, auch wenn er in den Krisenjahren an Glanz verloren hat. Für viele Einwohner bleibt er die wichtigste Einkommensquelle in einer von Dienstleistungen und Konsum geprägten insularen Wirtschaft.

Finanzwesen

Das Finanzwesen auf der Isla Margarita ist stark von der landesweiten Bankenkrise Venezuelas beeinträchtigt. Die Insel verfügt über ein Netz aus Filialen nationaler und einiger privater Banken, doch der Sektor ist geprägt von eingeschränkten Dienstleistungen, niedriger Bargeldverfügbarkeit und einer weit verbreiteten Dollarisierung des Alltags.

Die wichtigsten Banken mit Präsenz auf Margarita sind die staatlichen Institute Banco de Venezuela, Banco Bicentenario, Banco del Tesoro und Banesco (größte private Bank), ergänzt durch kleinere wie Mercantil, Provincial (BBVA) und Fondo Común. Filialen konzentrieren sich in Porlamar, Pampatar und Juan Griego; in ländlichen Gebieten oder kleineren Ortschaften fehlen sie oft vollständig. Geldautomaten (cajeros automáticos) sind vorhanden, spucken jedoch meist nur geringe Beträge in Bolívares aus (oft unter 100–200 Bs. pro Abhebung), was bei der hohen Inflation und ständigen Abwertung praktisch nutzlos ist.

Seit etwa 2018 hat sich die Wirtschaft Margaritas – wie der Rest Venezuelas – stark dollarisiert. Transaktionen in Geschäften, Restaurants, Hotels und sogar auf Märkten erfolgen überwiegend in US-Dollar (Bargeld) oder per elektronischer Überweisung (Zelle, PayPal, Binance). Bolívares dienen hauptsächlich für kleine Alltagsausgaben oder staatliche Zahlungen. Kreditkarten venezolanischer Banken funktionieren oft nur eingeschränkt, internationale Karten (Visa, Mastercard) werden in touristischen Bereichen akzeptiert, allerdings mit hohen Gebühren und Wechselkursverlusten.

Wechselstuben (casas de cambio) und informelle Geldwechsler prägen das Bild in Porlamar; sie bieten bessere Kurse als Banken. Viele Einwohner empfangen Überweisungen aus dem Ausland (Remesas) über Western Union, Zoom oder kryptobasierte Plattformen, da klassische Banküberweisungen langsam und teuer sind. Kryptowährungen (vor allem USDT) gewinnen an Bedeutung, besonders bei jüngeren Bewohnern und im Handel.

Der Zugang zu Krediten ist extrem eingeschränkt: Hohe Zinsen, bürokratische Hürden und die wirtschaftliche Unsicherheit lassen kaum Unternehmens- oder Privatkredite zu. Banken konzentrieren sich auf Grunddienstleistungen wie Kontenführung und Gehaltsauszahlungen (vor allem für Staatsangestellte). Die Krise hat zu Schließungen von Filialen und Personalabbau geführt. Viele Banken arbeiten mit reduzierten Öffnungszeiten und häufigen Systemausfällen.

Soziales und Gesundheit

Grundlage des Sozialsystems sind staatliche Programme wie das Carnet de la Patria und die Plataforma Patria, die Bonos (zum Beispiel Hogares de la Patria, Parto Humanizado, José Gregorio Hernández) und die Verteilung von CLAP-Lebensmittelpaketen koordinieren. Diese subventionierten Pakete erreichen viele Haushalte und mildern die hohe Armut (landesweit über 70 % der Haushalte armutsgefährdet, mit extremer Armut bei zirka 36 %), doch sie sind unregelmäßig, abhängig von politischer Loyalität und reichen oft nicht aus. Weitere Initiativen umfassen Pensionen (Amor Mayor), Jugendprogramme (Chamba Juvenil) und Gemeindeaktionen.

Die Insel ist von der nationalen humanitären Krise betroffen: Hohe Migration (viele Margariteños emigrierten, einige kehren arm zurück), Unterernährung, begrenzter Zugang zu Bildung und Schutz für Vulnerable. NGOs und kirchliche Initiativen ergänzen, doch fehlende Investitionen und Infrastrukturmängel verschärfen die Probleme.

Gesundheitswesen

Das öffentliche Gesundheitssystem (verwaltet vom Ministerio del Poder Popular para la Salud und regional durch Corposalud) leidet unter chronischem Mangel an Medikamenten, Personal und Infrastruktur. Wichtige öffentliche Einrichtungen sind der Hospital Luis Ortega in Porlamar (größtes Krankenhaus der Insel, Typ IV, mit Notaufnahme, Chirurgie und Pädiatrie) sowie Ambulatorien und CDI (Centros de Diagnóstico Integral) aus der Misión Barrio Adentro. Viele dieser Einrichtungen haben defekte Geräte, intermittierende Wasser- und Stromversorgung sowie hohe Defizite bei Labortests und Operationen. Patienten müssen oft selbst Materialien, Medikamente oder sogar Reinigung übernehmen. Die Krise hat zu einer Massenabwanderung von Ärzten und Pflegekräften geführt, was Wartezeiten verlängert und die Qualität senkt.

Das private System mit dem Hospital Clínicas del Este, Centro Clínico Margarita und der Clínica La Fe bietet bessere Ausstattung und Dienstleistungen, ist jedoch teuer und nur für eine Minderheit (Touristen, Besserverdienende) zugänglich. Viele Bewohner greifen auf private Kliniken zurück, wenn möglich, oder verzichten auf Behandlung. Spezialisierte Versorgung (zum Beispiel Onkologie und Dialyse) ist begrenzt; schwere Fälle werden oft ans Festland verwiesen.

Krankheiten

Auf der Isla Margarita treten vor allem Krankheiten auf, die typisch für tropische und subtropische Regionen sind. Dazu gehören insbesondere durch Mücken übertragene Infektionskrankheiten wie Denguefieber, Chikungunya und Zika, die vor allem in der Regenzeit häufiger vorkommen. Diese Erkrankungen äußern sich meist durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und können bei fehlender medizinischer Versorgung problematisch werden. Auch Malaria kann in Venezuela vorkommen, spielt auf Isla Margarita jedoch eine deutlich geringere Rolle als in anderen Landesteilen.

Neben Infektionskrankheiten sind Magen-Darm-Erkrankungen relativ verbreitet, die häufig durch verunreinigtes Trinkwasser oder ungewohnte Lebensmittel verursacht werden. Reisende sind daher besonders anfällig für Durchfall und andere Verdauungsbeschwerden. Zudem können Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit Kreislaufprobleme, Sonnenstich oder Dehydrierung begünstigen.

Bildung

Das Bildungswesen umfasst Vorschul-, Grund- und Sekundarschulen sowie Hochschulen, wobei der Großteil staatlich organisiert ist, ergänzt durch private Einrichtungen, die jedoch für viele Familien unerschwinglich sind. Die Grund- und Sekundarschulen (Educación Básica und Media) sind größtenteils öffentlich und kostenlos, doch leiden sie unter massiver Unterfinanzierung: Viele Gebäude sind baufällig, es fehlt an Lehrmaterialien, Strom- und Wasserausfälle sind häufig, und das Schulspeisungsprogramm (PAE) erreicht nur einen Bruchteil der Schüler – oft gehen Kinder hungrig zur Schule oder bleiben fern. Die Lehrergehälter sind extrem niedrig (oft unter 20 bis 30 USD monatlich inklusive Boni), was zu einer hohen Abwanderung führt: Auf Margarita fischen viele Lehrer nebenbei oder üben andere Nebentätigkeiten aus, um zu überleben; landesweit liegt die Desertation von Lehrern bei bis zu 72 %. Klassen finden oft nur 2 bis 3 Tage pro Woche statt, und der Unterricht leidet unter Personalmangel, insbesondere in Fächern wie Mathematik, Physik und Englisch.

Private Schulen (Colegios) bieten bessere Bedingungen, sind aber teuer und nur für eine Minderheit zugänglich; einige haben in den Krisenjahren geschlossen. Die Schülerzahlen sind gesunken, mit hoher Desertation durch Armut, Migration und Transportprobleme auf der Insel.

Höhere Bildung

Auf Hochschulebene dominiert der Núcleo Nueva Esparta der Universidad de Oriente (UDO) in Guatamare (Porlamar) und Boca del Río, die älteste und größte öffentliche Universität der Insel (gegründet 1969). Sie bietet Studiengänge in Bereichen wie Tourismus, Hotelería, Meereswissenschaften, Ingenieurwesen, Bildung und seit 2022 Medizin an, mit Schwerpunkten auf regionale Bedürfnisse wie Fischerei und Umwelt. Ergänzt wird sie durch private Institutionen wie die Universidad de Margarita (UNIMAR), die breitere Angebote hat, aber hohe Gebühren verlangt (zirka 175 USD pro Trimester). Transport zur UDO ist ein großes Problem – Studenten organisieren oft selbst Routen, da universitäre Busse fehlen –, und Budgetkürzungen begrenzen die Aufnahmekapazitäten (meist nur halb so viele Neueinschreibungen wie Bewerbungen).


Höhere Bildungseinrichtungen:

  • Universidad de Oriente Nucleo Nueva Esparta
  • National Experimental University of the Arts
  • Universidad Margarita
  • Santiago Mariño Polytechnic University Institute
  • University Institute of Industrial Technology „Rodolfo Loero Arismendi“
  • University Institute of Technologies of the Sea
  • National Polytechnic Experimental University of the Bolivarian Armed Forces (UNEFA)
  • Restaurant-School „Playa Juventud“
  • Bolivarian University of Venezuela
  • National Open University – Nueva Esparta Local Center
  • University Institute of Technology of the Sea (IUTEMAR)
  • Libertador Experimental Pedagogical University (UPEL)
  • Instituto Insular Universitario

Bibliotheken und Archive

Das Netz öffentlicher Bibliotheken wird vom Instituto Autónomo de Servicios de Bibliotecas y Tecnología de la Información del Estado Nueva Esparta (Iasbtiene) koordiniert, mit etwa 30 Einrichtungen über die Insel verteilt. Wichtige Beispiele sind die Biblioteca Pública Central Loreto Prieto Higuerey in La Asunción (benannt nach einem lokalen Pädagogen), die Biblioteca Juan Cancio Rodríguez (ebenfalls in La Asunción) und weitere in Porlamar, Pampatar oder auf Coche. Diese bieten grundlegende Sammlungen mit Fokus auf regionale Themen (Neoespartana), Schulbücher und allgemeine Literatur, dienen aber primär der Unterstützung von Schülern und lokalen Lesern. Viele leiden unter fehlendem Budget: veraltete Bestände, unregelmäßige Öffnungszeiten, Stromausfälle und mangelnde Digitalisierung behindern den Betrieb.

Die Universidad de Oriente (UDO) Núcleo Nueva Esparta in Guatamare (Porlamar) und Boca del Río verfügt über eine zentrale Bibliothek (zum Beispiel „Sonia Quijada“) mit Fachliteratur zu Tourismus, Meereswissenschaften und regionalen Studien. Die private Universidad de Margarita (UNIMAR) in El Valle del Espíritu Santo bietet eine Online- und Präsenzbibliothek mit universitären Quellen. Diese sind stärker auf Studierende ausgerichtet und haben teilweise digitale Zugänge.

Kulturell bedeutsam sind Einrichtungen wie das Museo Biblioteca Rosauro Rosa Acosta in Pampatar (oder Porlamar), das Bücher, historische Dokumente und Artefakte vereint, sowie das Museo Biblioteca Nueva Cádiz in La Asunción mit Fokus auf koloniale und präkolumbine Geschichte. Eine private Initiative ist die Biblioteca Digital de Historia y Literatura Neoespartana, die über 600 digitalisierte Werke zur regionalen Geschichte und Literatur frei zugänglich macht.

Archive im engeren Sinne sind rar, historische Dokumente (etwa zur Unabhängigkeitszeit oder Perlenfischerei) finden sich oft in Museen, Kirchen oder den genannten Bibliotheken integriert, nicht in separaten Staatsarchiven. Die nationale Biblioteca Nacional und das Archivo General de la Nación liegen auf dem Festland.

Kultur

Die Kultur auf der Isla Margarita ist stark von katholischer Religiosität, karibisch‑venezolanischer Lebensfreude und der maritimen Tradition der Fischer geprägt. Sie zeigt sich in Festen, Musik, Küche und lokalen Handwerken, in denen sich spanische, indigene und afrokaribische Einflüsse mischen.​

Der Alltag ist stark vom Meer geprägt: Viele Familien leben traditionell vom Fischfang, was sich in der sozialen Struktur der Küstendörfer, im starken Gemeinschaftsgefühl und in der Verehrung der Schutzheiligen der Fischer widerspiegelt. Gleichzeitig prägen Tourismus und Handel – vor allem in Porlamar – einen moderneren, urbanen Lebensstil.

Typisch für die Insel ist der galerón margariteño, eine lokale Musikform, die spanische und afrokaribische Elemente verbindet und häufig an religiösen Festen und Dorf­feiern erklingt. Getanzt wird zu verschiedensten karibischen Rhythmen, von traditionellen Formen bis zu moderner Salsa und Merengue in Bars und auf Straßenfesten.

Die Küche ist geprägt von frischem Fisch und Meeresfrüchten; Gerichte wie torta de cazón oder der inseltypische Pastel de chucho (Stachelrochen‑Auflauf) gelten als kulinarische Identitätsmarker. Dazu kommen venezolanische Klassiker wie Arepas, Empanadas und Pabellón Criollo, die auf der Insel ihre eigene Ausprägung erhalten.

Lokales Handwerk wie Holzarbeiten und Korbflechterei ergänzt das Einkommen vieler Familien und ist Teil der materiellen Kultur der Insel. Auf Märkten werden diese Produkte neben religiösen Devotionalien und Touristenartikeln angeboten, was Tradition und moderne Nachfrage verbindet.

Städte wie La Asunción mit Kolonialbauten, Kirchen und Plazas – etwa der Plaza Bolívar mit Statue des Freiheitskämpfers Simón Bolívar – spiegeln die lange Geschichte der Insel als „Tor nach Ost‑Venezuela“ und militärischer Stützpunkt wider. Festungen und Museen, etwa das Museo Histórico Nueva Cádiz oder das Museum für zeitgenössische Kunst in Porlamar, verankern Geschichte und Gegenwart im kulturellen Selbstverständnis der Bewohner.

Die Bezeichnung des Bundesstaates als Nueva Esparta erinnert an den Ruf der Bewohner als tapfere „Spartaner“ der Unabhängigkeitskriege, was bis heute Teil des regionalen Selbstbilds ist. Diese historische Identität verbindet sich mit dem modernen Image der Insel als „Perle der Karibik“, in der touristische Entwicklung, religiöse Frömmigkeit und lebendige Volkskultur nebeneinanderstehen.

Museen

Die Insel verfügt über eine vielfältige, aber überschaubare Anzahl von Museen, die oft in historischen Gebäuden untergebracht sind und von staatlichen Institutionen, privaten Stiftungen oder der Kirche betrieben werden. Viele leiden unter der wirtschaftlichen Krise Venezuelas mit begrenzten Öffnungszeiten, Unterfinanzierung und mangelnder Pflege, doch sie ziehen Touristen und Einheimische an und tragen zur lokalen Identität bei.

Besonders hervorzuheben ist die Casa Museo General en Jefe Santiago Mariño in El Valle del Espíritu Santo, hinter der Basílica Nuestra Señora del Valle. Diese rekonstruierte Kolonialcasona (inauguriert 1988) markiert den Geburtsort des Unabhängigkeitshelden Santiago Mariño (1788 geboren) und zeigt Möbel, Dokumente, Waffen, Gemälde und persönliche Gegenstände aus der Familie Mariño, ergänzt durch Gärten und Skulpturen.

Das Museo Diocesano neben der Basílica in El Valle del Espíritu Santo (inauguriert 1989) bewahrt mit großer Hingabe Reliquien und Oferendas an die Virgen del Valle, darunter prächtige, von frommen Frauen mit Perlen und Silberfäden bestickte Trachten, Schmuck, Trophäen, Medaillen und die berühmte perlenförmige Perle aus einer Legende.

Das Museo Marino de Margarita in Boca del Río (Península de Macanao, inauguriert 1994) ist eine private, gemeinnützige Stiftung (Fundación Museo del Mar), gesponsert u. a. von Empresas Polar. Es präsentiert in Aquarien und Becken eine Vielzahl lebender und präparierter Meeresbewohner wie Fische, Schildkröten, Haie, Korallen und Invertebraten, ergänzt durch Ausstellungen zur Fischerei, Perlenfischerei und der Geschichte von Cubagua.

Weitere bedeutende Einrichtungen sind das Museo de Arte Contemporáneo Francisco Narváez in Porlamar (gegründet 1979), das Werke des margariteñischen Bildhauers Narváez und anderer nationaler Künstler zeigt, sowie die Casa de la Cultura Ramón Vásquez Brito in Porlamar, ein multifunktionales Zentrum mit Galerien, Workshops und Veranstaltungen zur Förderung lokaler Kunst.

Ergänzt werden diese durch das Museo Nueva Cádiz in La Asunción (koloniales Gebäude mit historischen Exponaten), das Museo Pueblos de Margarita (ethnografisches Freilichtmuseum zur insularen Tradition) und kleinere Sammlungen in Festungen wie San Carlos de Borromeo.

Architektur

Die Architektur auf der Isla Margarita ist ein faszinierendes Zeugnis der kolonialen Geschichte Venezuelas, geprägt von spanischen Einflüssen, militärischen Notwendigkeiten gegen Piratenangriffe und religiöser Hingabe. Sie kombiniert Festungsarchitektur des 16./17. Jahrhunderts mit einfachen, funktionalen Kirchenbauten aus der Kolonialzeit und neugotischen Elementen des 20. Jahrhunderts. Typisch sind massive Steinmauern, sternförmige Grundrisse bei Forts, Kreuzgrundrisse bei Kirchen sowie Anpassungen an das tropische Klima (dicke Wände gegen Hitze, offene Innenräume und Innenhöfe). Historische Gebäude konzentrieren sich in Orten wie La Asunción (Hauptstadt), Pampatar, Porlamar und El Valle del Espíritu Santo. Viele sind als Monumentos Históricos Nacionales geschützt und ziehen Touristen an, die sie mit Stränden und duty-free-Handel verbinden. Die wirtschaftliche Krise Venezuelas hat jedoch zu mangelnder Instandhaltung geführt, sodass einige Bauwerke restaurierungsbedürftig sind.

Die Basílica Nuestra Señora del Valle in El Valle del Espíritu Santo ist das prominenteste religiöse Bauwerk der Insel und ein herausragendes Beispiel neugotischer Architektur in Venezuela. Sie ehrt die Schutzpatronin der Insel, der Fischer und der venezolanischen Marine: die Virgen del Valle. Der heutige Bau entstand ab Ende des 19. Jahrhunderts (nach Abriss einer älteren Kirche) und wurde am 8. September 1955 zur Basílica Minor erhoben. Charakteristisch sind der lateinische Kreuzgrundriss, zwei hohe Türme, spitzbogige Fenster mit farbigen Bleiglasvitralen und eine helle, spirituelle Innenraumgestaltung. Das jährliche Patronatsfest beginnt mit der feierlichen „Herabkunft“ der Jungfrau am 8. September, gefolgt von Prozessionen und Pilgermassen.

Das Santuario del Santísimo Cristo del Buen Viaje in Pampatar ist Schutzpatron der Gemeinde Maneiro und der Fischer. Diese einfache, aber elegante Kolonialkirche wurde 1748 fertiggestellt und 2002 zum Santuario erhoben. Sie zeichnet sich durch eine schlichte Fassade, ein barockes Altarbild mit dem gekreuzigten Christus und maritime Motive aus; jährliche Feste am 3. Mai umfassen Prozessionen ans Meer.

Die Iglesia San Nicolás de Bari im Zentrum von Porlamar entstand ab 1853 (Fertigstellung der Kuppel und des Presbiteriums 1955) und ist ein Beispiel modernerer religiöser Architektur mit neoklassizistischen Elementen inmitten der belebten Handelsstadt.

Die Iglesia de Los Robles (erbaut 1738) widmet sich der Virgen del Pilar (Pilarica); ihr goldenes Bild stammt der Legende nach von der spanischen Königin Juana la Loca. Sie ist ein typisches Beispiel ländlicher Kolonialarchitektur mit schlichter Fassade, dicken Mauern und innerer Frömmigkeit.

Zu den militärischen Bauten gehören die Ruinen der Festung Santiago de La Caranta (1586–1595 erbaut, 1626 von holländischen Piraten zerstört) am anderen Ende der Bucht von Pampatar – eine der ältesten Verteidigungsanlagen der Insel mit Resten von Mauern und Türmen.

Die Fortaleza San Carlos de Borromeo in Pampatar ist die wichtigste und besterhaltene Festung Margaritas (1664–1684 erbaut nach Plänen des Militäringenieurs Juan Betín unter Leitung von Kapitän Carlos Navarro). Sie hat einen sternförmigen Grundriss (typisch für die Vauban-Schule), Wachtürme (Garitas), einen trockenen Graben, Kanonenbatterien und eine integrierte Kapelle; sie schützte die Bucht und spielte in der Unabhängigkeitszeit eine Rolle.

Die Castillo Santa Rosa de la Eminencia in La Asunción (erbaut ab 1677) ist eine weitere bedeutende Festung auf einem Hügel über der Hauptstadt. Sie diente als Verteidigungs- und Verwaltungszentrum, hat massive Steinmauern, Kanonenstellungen und bietet einen Panoramablick; heute beherbergt sie teilweise das Gobernación-Gebäude.

Weitere bemerkenswerte Bauten sind das Castillo de San Carlos de Borromeo (bereits erwähnt), die Catedral de La Asunción (eine der ältesten Kirchen Venezuelas, 16. Jahrhundert) und zahlreiche koloniale Casonas wie die Casa Museo Santiago Mariño in El Valle.

Bildende Kunst

Der bekannteste margaritenische Bildhauer ist Francisco Narváez (1905 bis 1982), der als einer der wichtigsten modernen Bildhauer Venezuelas gilt und aus Porlamar stammt. Seine Werke aus Stein, Holz und Bronze zeigen stilisierte, sinnliche Figuren mit indigener und afro-venezolanischer Ästhetik – oft Fischer, Frauen und maritime Symbole. Das Museo de Arte Contemporáneo Francisco Narváez in Porlamar (gegründet 1979) beherbergt eine umfangreiche Sammlung seiner Skulpturen sowie Werke anderer nationaler Künstler. Narváez’ Einfluss prägt bis heute lokale Bildhauer, die in Ateliers in Porlamar und El Valle arbeiten.

Die Malerei Margaritas ist farbenfroh und thematisch vielfältig: Fischerboote bei Sonnenuntergang, Strände, die Virgen del Valle, koloniale Festungen und Alltagsszenen dominieren. Bekannte Künstler sind Ramón Vásquez Brito (1920 bis 1992), nach dem die Casa de la Cultura in Porlamar benannt ist, sowie zeitgenössische Maler wie Jesús Rafael Soto (mit Verbindungen zur Insel) oder lokale Talente wie Luis Millán und Antonio Granado. Naive Malerei und volkstümliche Darstellungen (zum Beispiel bunte Fischerhäuser oder Parrandas) sind auf Märkten und in Galerien weit verbreitet. Viele Werke werden als Souvenirs verkauft.

Die traditionelle Töpferei (alfarería) blüht in Dörfern wie El Cercado und Santa Ana. Hier entstehen handgedrehte Vasen, Teller, Figuren und dekorative Objekte aus lokalem Ton, oft mit maritimen Motiven (Fische, Boote, Muscheln) oder religiösen Symbolen. Diese Keramik ist eng mit dem Handwerk verbunden und wird auf Märkten wie dem Mercado de Conejeros angeboten. Ebenso populär sind Perlenarbeiten (historisch von Cubagua), Muschel- und Korallenobjekte sowie bemalte Taparas (Kürbisgefäße).

In den letzten Jahren hat sich eine kleine Szene zeitgenössischer Kunst entwickelt, beeinflusst von Street Art und ökologischen Themen (zum Beispiel Müll am Strand, Überfischung). Galerien in Porlamar und Pampatar zeigen junge Künstler, die mit Acryl, Digitaldruck oder Installationen arbeiten. Die Casa de la Cultura Ramón Vásquez Brito organisiert Ausstellungen, Workshops und Biennalen, die regionale und nationale Künstler zusammenbringen. Private Initiativen und Hotels fördern Kunst durch temporäre Expositionen.

Neben dem Narváez-Museum sind die Casa de la Cultura Ramón Vásquez Brito und kleinere Galerien in Porlamar (zum Beispiel Galería La Vela) zentrale Orte. Das Museo Diocesano in El Valle zeigt religiöse Kunst (bestickte Trachten, Votivgaben), während das Museo Marino in Boca del Río naturbezogene Exponate mit künstlerischem Ansatz verbindet. Universitäten wie UDO und UNIMAR bieten Kurse in bildender Kunst an, doch fehlende Materialien und Abwanderung von Talenten behindern die Entwicklung.

Die wirtschaftliche Krise hat viele Künstler gezwungen, ins Ausland zu gehen oder nebenbei zu arbeiten; dennoch halten lokale Ateliers und Kooperativen die Tradition am Leben. Kunst wird stark touristisch vermarktet – auf Stränden, in Shopping-Centern und bei Festen wie der Virgen del Valle. Bis Ende 2025 gibt es vereinzelte Initiativen zur Digitalisierung (virtuelle Galerien) und Förderung durch die Zona Económica Especial, doch eine systematische Unterstützung fehlt.

Literatur

Die ältesten literarischen Zeugnisse stammen aus der Kolonialzeit und sind meist Chroniken. Bedeutend ist die Beschreibung der Perlenfischerei vor Cubagua und Margarita durch spanische Autoren wie Oviedo y Valdés (Historia General y Natural de las Indias, 1535–1547), der die Insel als reich an Perlen schildert. Lokale Chronisten wie Fray Francisco de Santa María dokumentierten im 17. Jahrhundert die Piratenangriffe und die Verteidigung der Festungen.

Im 19. Jahrhundert entstanden Werke zur Unabhängigkeit: Santiago Mariño, geboren auf der Insel, wird in Biografien und historischen Texten als Held gefeiert. José Joaquín Gómez verfasste Schriften über die Rolle Margaritas in der Befreiung Venezuelas.

Ein zentraler Bestandteil der margariteñischen Literatur ist die orale Poesie, die eng mit Musik und Tanz verknüpft ist. Der Polo Margariteño und der Galerón sind nicht nur gesungene Genres, sondern auch poetische Formen mit improvisierten Versen (décimas und coplas), die Liebesleid, das Meer, Fischerabenteuer oder die Virgen del Valle besingen. Diese Volkspoesie wurde von Sammlern wie Luis Beltrán Prieto Figueroa (margariteñischer Politiker und Intellektueller) dokumentiert und in Anthologien festgehalten.

Im 20. Jahrhundert traten mehrere bedeutende Autoren hervor:

  • Rosauro Rosa Acosta (1888 bis 1963), Chronist und Dichter aus Pampatar, verfasste Werke wie „Historia de Margarita“ und poetische Texte über die Inseltraditionen.
  • Reinaldo Solar (1937 bis 2005), einer der wichtigsten margariteñischen Romanciers, schrieb „La noche de las luciérnagas“ und „El mar de los sargazos“, in denen er das Fischerleben, die Isolation und die soziale Realität der Insel schildert.
  • Norberto Urdaneta und Jesús Ángel Semprún veröffentlichten historische Romane und Erzählungen über die Perlenfischerei und die Kolonialzeit.
  • María Centeno de Semprún und Laura Antillano (mit Bezug zur Insel) thematisierten in ihren Werken Frauenrollen und regionale Identität.


In jüngerer Zeit schreiben Autoren wie Eddie José Ramírez, Miguel Ángel Campos und Yolanda Pantin (mit margariteñischen Wurzeln) Lyrik und Prosa, die oft ökologische Themen, Migration und die Krise Venezuelas aufgreifen. Viele veröffentlichen im Selbstverlag oder über kleine regionale Verlage.

Literatur wird vor allem in der Casa de la Cultura Ramón Vásquez Brito in Porlamar gefördert, die Lesungen, Buchpräsentationen und Schreibworkshops organisiert. Die Biblioteca Pública Central Loreto Prieto Higuerey in La Asunción und universitäre Bibliotheken (UDO, UNIMAR) bewahren regionale Werke. Die Biblioteca Digital de Historia y Literatura Neoespartana stellt über 600 digitalisierte Texte kostenlos zur Verfügung und ist eine der wichtigsten Initiativen zur Erhaltung.

Lokale Verlage wie Ediciones del Gobierno de Nueva Esparta oder private Initiativen bringen Anthologien und Einzelwerke heraus, oft mit Unterstützung von Empresas Polar oder der Zona Económica Especial. Literaturwettbewerbe und das jährliche Festival de la Voz Liceísta fördern junge Talente.

Die wirtschaftliche Krise hat viele Autoren zur Emigration gezwungen; Bücher sind teuer, und der Buchmarkt ist klein. Dennoch halten Lesekreise, Schulprojekte und digitale Plattformen die Tradition am Leben. Bis Ende 2025 gibt es vereinzelte Bemühungen zur Digitalisierung und zur Förderung durch kulturelle Programme, doch eine systematische Unterstützung fehlt.

Theater

Das margariteñische Theater hat seine Wurzeln in kolonialen religiösen Darstellungen wie den Pastorales und Autos sacramentales, die zur Weihnachtszeit oder zu Patronatsfesten aufgeführt wurden. Besonders bekannt sind die Diversiones Margariteñas oder Pantomimas, die humorvolle, stumme oder halbgesprochene Szenen aus dem Alltag darstellen (zum Beispiel Fischer beim Netzeflicken, Frauen beim Wäschewaschen oder satirische Liebesgeschichten). Diese volkstümlichen Stücke werden noch heute in Dörfern wie Boca del Río, San Juan Bautista oder Tacarigua von lokalen Gruppen aufgeführt, oft im Freien oder in Gemeindesälen und begleitet von traditioneller Musik (Cuatro, Maracas).

Ein weiteres traditionelles Format sind die Parrandas teatrales während der Fiesta de la Virgen del Valle (September) oder der Semana Santa. Gruppen ziehen durch die Straßen von El Valle del Espíritu Santo und inszenieren biblische Szenen, Dialoge mit der Jungfrau oder satirische Sketche. Kinder und Jugendliche beteiligen sich häufig an Teatro infantil mit Themen wie der Perlenfischerei oder dem Unabhängigkeitshelden Santiago Mariño.

Die wichtigste Bühne der Insel ist die Casa de la Cultura Ramón Vásquez Brito in Porlamar, die über einen kleinen Saal verfügt und regelmäßig Aufführungen organisiert. Hier treten lokale Gruppen wie Grupo Teatral Margarita, Teatro del Mar oder Danzas y Teatro Perlas Margariteñas auf. Sie bringen sowohl klassische venezolanische Stücke (etwa von Aquiles Nazoa oder César Rengifo) als auch eigene Kreationen zur Aufführung, die oft das Fischerleben, die wirtschaftliche Krise oder Umweltthemen behandeln.

Weitere Spielorte sind das Auditorium des Conservatorio de Música y Danza Alberto Requena in Los Robles, Schulsäle (zum Beispiel Liceo Nueva Esparta) und gelegentlich Hotels, die in der Hochsaison Touristen-Shows mit folkloristischen Elementen anbieten. Die Universidad de Oriente (UDO) Núcleo Nueva Esparta und die Universidad de Margarita (UNIMAR) haben Theaterworkshops und Studentengruppen, die experimentelle Stücke oder Straßentheater produzieren.

Ein Höhepunkt war das Festival de Teatro de Margarita, das in den 1990er und 2000er Jahren stattfand und nationale und internationale Gruppen einlud. Aufgrund der Krise wurde es eingestellt, doch kleinere Initiativen wie das Festival de Teatro Escolar oder gelegentliche „Muestras de Teatro Comunitario“ halten die Tradition am Leben. Während des Karnevals oder des Día de la Virgen del Valle integrieren viele Comparsas theaterhafte Elemente mit Kostümen, Dialogen und Choreografien.

Film

Die Insel verfügt über moderne Kinosäle, die hauptsächlich kommerzielle Hollywood- und venezolanische Filme zeigen und vom Tourismus profitieren. Die wichtigsten Komplexe sind Cinex Parque Costazul in Porlamar (mit 10 premium Sälen, inklusive 4DX-Effekten) und Cines Unidos Sambil Margarita (mehrere Säle im Einkaufszentrum). Diese dienen als Hauptvenue für Blockbuster, aber auch für nationale Premieren und Festivals. Aufgrund der Dollarisierung und steigender Besucherzahlen (Stand 2025) erholen sich die Besucherzahlen leicht, doch Stromausfälle und hohe Ticketpreise begrenzen den Zugang für Einheimische.

Der bedeutendste Beitrag Margaritas zum Film ist das Hosting des Festival del Cine Venezolano (FCV), das seit 2024 mehrmals auf der Insel stattfindet (etwa die 20. Edition 2024 und die 21. Edition vom 1. bis 5. Juni 2025 in Cinex Costazul). Es präsentiert Dutzende venezolanische Lang- und Kurzfilme, Documentales, Workshops und Hommagen, mit Fokus auf nationale Produktionen. Früher gab es den Festival de Cine Latinoamericano y Caribeño de Margarita (2008 bis 2015), der internationale Filme zeigte und kulturelle Aktivitäten integrierte. Diese Events ziehen Filmemacher, Schauspieler und Touristen an, stärken die Infrastruktur (Hotels, Säle) und fördern den "cine turístico".

Margarita ist beliebt als Kulisse für venezolanische und internationale Filme dank Stränden, Lagunen, Festungen und kolonialer Architektur. Beispiele sind „Un Viaje de Película“ (2025, Comedia familiar, die die Insel als Orient-Region darstellt, mit margariteñischer Schauspielerin Adriana Marval) und „Hotel Providencia“ (Thriller, zu 85 % auf der Insel gedreht). Ältere Produktionen nutzten die Perlenfischerei-Motive oder marine Landschaften. Die Insel profitiert von "turismo cinematográfico", doch die nationale Krise (wenige Fördermittel, Emigration) behindert eigene Initiativen.

Der Filmsektor leidet unter der venezolanischen Krise: Wenige lokale Produzenten, mangelnde Ausrüstung und Abhängigkeit vom Festland. Universitäten wie UDO und UNIMAR bieten gelegentliche Kurse, doch professionelle Ausbildung fehlt. Dennoch bleibt der Film resilient: Festivals und Drehs beleben die Insel saisonal, und 2025 zeigen Ankündigungen (zum Beispiel Zona Económica Especial) Potenzial für mehr Produktionen.

Musik und Tanz

Die traditionelle Musik Margaritas, oft als Música margariteña bezeichnet, ist geprägt von Rhythmus, Melancholie und Feierlichkeit, beeinflusst vom orientalischen Joropo (dem "Joropo oriental" oder "Joropo margariteño"), der sich von den zentralvenezolanischen Varianten durch langsamere Tempi und maritime Themen unterscheidet. Ein zentrales Genre ist der Polo Margariteño, ein langsamer, melancholischer Gesang mit Gitarrenbegleitung, der Liebeskummer, das Meer oder Alltagsgeschichten thematisiert. Er wird oft in Duetten oder Gruppen vorgetragen und ist ein Symbol der insularen Poesie – Texte wie "Mar de la Virgen Bonita" loben die Schönheit der Insel und ihrer Schutzpatronin, der Virgen del Valle.

Eine weitere musikalische Preaxis ist der Galerón, ein fröhlicher, improvisierter Gesang mit Reimen und Gegenreimen, der bei Feiern wie Hochzeiten oder Parrandas (Straßenprozessionen mit Musik) auftritt. Er erinnert an spanische Einflüsse und wird mit Instrumenten wie dem Cuatro (eine kleine vierseitige Gitarre, das "Nationalinstrument" Venezuelas), Maracas (Rasseln aus Kürbissen), Bandola oriental (eine Laute-ähnliche Saiteninstrument) und gelegentlich der Arpa (Harfe) begleitet. Diese Instrumente verleihen der Musik einen rhythmischen, perkussiven Charakter, der den Wellengang des Karibischen Meeres nachahmt. Historisch war die Musik auch von afrikanischen Rhythmen geprägt, die durch versklavte Menschen auf die Insel kamen, was in Trommeln und Call-and-Response-Elementen sichtbar wird.

Moderne Aufnahmen und Gruppen wie die Agrupación de Música y Danza Tradicional halten diese Genres am Leben, oft durch Alben wie "Música Margariteña y Oriental Vol. 2". Bis Ende 2025 gibt es Initiativen zur Digitalisierung, speziell über Plattformen wie TikTok und YouTube, wo lokale Künstler wie @projectionne oder @amandominuevaespa Videos teilen, um jüngere Generationen zu erreichen.

Der Tanz auf Margarita ist untrennbar mit der Musik verbunden und oft narrativ: Er erzählt Geschichten aus dem Fischerleben, der Landwirtschaft oder mythischen Legenden. Der El Carite ist eines der hervorstechendsten Beispiele – ein folkloristischer Tanz aus dem 19. Jahrhundert, der die Abenteuer von Fischern auf einer Lancha (Boot) namens "Nueva Esparta" nachstellt. Tänzer in traditionellen Kostümen (weiße Hemden, Hosen und Hüte für Männer; bunte Röcke und Blusen für Frauen) imitieren das Rudern, Netze werfen und den Fang eines großen Carite-Fischs (einer Makrelenart). Begleitet von Gitarre und Gesang, symbolisiert er die harte, aber fröhliche Arbeit der Margariteños und wird bei Festen wie dem Día del Pescador (Juni) aufgeführt. Videos auf TikTok (@projectionne) zeigen aktuelle Aufführungen, die den Tanz als "danza nacionalista" klassifizieren.

Die Diversiones Margariteñas oder "Diversiones de Margarita y Coche" sind pantomimische, humorvolle Tänze, die Alltagsszenen parodieren – zum Beispiel das Waschen von Wäsche, das Fischen oder Liebeswerben. Sie stammen aus der Kolonialzeit und werden in Gruppen mit Kostümen und Masken getanzt, oft zu fröhlicher Musik mit Cuatro und Maracas. Bekannt sind Varianten wie die "Danza del Barro" (Tanz im Schlamm, der Fruchtbarkeit symbolisiert), die "Pava" (Truthahn-Tanz, satirisch) oder die "Chimichimitos" (ein Kindertanz mit kleinen Figuren). Diese Tänze sind kollektiv und inklusiv, fördern Gemeinschaft und werden in Dörfern wie Boca del Río oder La Asunción gepflegt. Weitere Tänze umfassen den El Telar (ein nationalistischer Tanz, der das Weben darstellt) und Gruppen wie Danzas Perlas Margariteña, die Pionierarbeit in der Erhaltung leisten. Frauen tragen oft perlenbestickte Trachten, die an die historische Perlenfischerei erinnern.

Musik und Tanz kulminieren in den großen Festen der Insel, die jährlich Tausende anziehen. Das zentrale Ereignis ist die Fiesta de la Virgen del Valle (8. September), die Schutzpatronin Margaritas. Prozessionen durch El Valle del Espíritu Santo werden von Parrandas begleitet: Musiker mit Cuatro und Maracas singen Loblieder, während Tänzer in farbenfrohen Kostümen wirbeln. Es gibt Serenaden, Galerones und spontane Tänze, die bis in die Nacht dauern. Im Diözesanmuseum werden Reliquien und bestickte Trachten aufbewahrt, die diese Frömmigkeit unterstreichen.

Andere Feste umfassen den Karneval (Februar/März) mit Comparsas (Umzügen) und Calypso-Rhythmen, beeinflusst von Trinidad; das Festival de la Sardina in Juan Griego (März) mit Fischertänzen; oder das Día de San Juan (24. Juni) mit Trommeln und afrovenezolanischen Tänzen. Bis 2025 finden Events wie das "Margarita Fest" (nicht zu verwechseln mit internationalen Margarita-Drink-Festen) statt, die lokale Musik mit internationalen Einflüssen mischen – zum Beispiel Konzerte mit Gästen wie dem italienischen Gitarristen Giulio Tampalini im Conservatorio (März 2024, ähnliche geplant).

Institutionen wie das Conservatorio de Música y Danza Alberto Requena in Los Robles (gegründet 2012) spielen eine Schlüsselrolle: Es bietet Kurse in traditioneller und klassischer Musik, Tänzen wie Joropo und Workshops (unter anderem Viola-Masterclasses 2018). Weitere Zentren sind die Casa de la Cultura Ramón Vásquez Brito in Porlamar mit Galerien und Aufführungen. Europäische Botschaften organisieren Events wie das "Mes de Europa" (Mai 2022) mit Musik und Tanz in Pampatar.

Während Traditionen dominieren, gibt es moderne Fusionen: Junge Künstler mischen Polo mit Reggaeton oder Salsa, wie in TikTok-Videos zu sehen. Reggae und Calypso aus der Karibik beeinflussen Bands, und Tourismus fördert Shows in Hotels (zum Beispiel am Playa El Agua). Das Museo Marino in Boca del Río integriert kulturelle Elemente mit maritimen Themen. Die Krise hat zu Abwanderung geführt – viele Musiker emigrieren –, doch Online-Plattformen und NGOs wie Fundación Museo del Mar (gesponsert von Empresas Polar) erhalten den Sektor. Bis Ende 2025 plant die Regierung Nueva Espartas mehr Förderung durch "Zonas Económicas Especiales", um kulturellen Tourismus zu stärken.

Kleidung

Im täglichen Leben tragen die Menschen meist leichte, luftige Kleidung aus Baumwolle oder Leinen, da die Temperaturen ganzjährig hoch sind. Kurze Hosen, T-Shirts, Sommerkleider, Sandalen und Flip-Flops sind sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen üblich, besonders in Küstennähe und an den Stränden.

Eine einheitliche regionale Tracht im engeren Sinne gibt es auf Isla Margarita nicht, dennoch orientiert sich die traditionelle Kleidung bei Festen, Tänzen und kulturellen Veranstaltungen an venezolanischen Trachten. Frauen tragen dabei häufig weite, farbenfrohe Röcke mit Rüschen, kombiniert mit bestickten Blusen oder schulterfreien Oberteilen. Männer erscheinen oft in hellen Hosen, weißen Hemden oder der typischen venezolanischen Tracht „Liqui Liqui“, die aus einer schlichten Jacke mit Stehkragen und passender Hose besteht. Ergänzt wird diese Kleidung durch Strohhüte und Ledersandalen. Insgesamt spiegelt die Kleidung auf Isla Margarita eine Mischung aus praktischer Anpassung an das Klima und lebendiger kultureller Tradition wider.

Kulinarik und Gastronomie

Die margaritenische Küche basiert überwiegend auf frischen Meeresfrüchten, die täglich von den Fischern angeliefert werden, sowie auf einfachen, aber geschmackvollen Zutaten wie Banane, Casabe, Arepas und den berühmten Ají Margariteño (eine milde, süßliche Paprikasorte). Im Vergleich zu Tourismus, duty-free-Handel und Fischerei spielt die Gastronomie eine wichtige ergänzende Rolle: Sie zieht Feinschmecker und Touristen an, schafft Arbeitsplätze in Restaurants und Straßenständen und trägt wesentlich zur kulturellen Identität bei, bleibt jedoch von Importen und der wirtschaftlichen Lage abhängig.

Das Meer liefert den Großteil der Proteine, und viele Gerichte drehen sich um frischen Fisch, Haie, Krustentiere und Weichtiere. Das wohl bekannteste und symbolträchtigste Gericht ist der Pastel de cazón (Hundshaifischkuchen): ein mehrschichtiger Auflauf aus zerkleinertem, gewürztem Dornhai (cazón, eine kleine Haifischart), reifen Bananenscheiben (plátano maduro), Zwiebeln, Paprika und Ají Margariteño, der in Bananenblättern oder einer Form gebacken wird. Er gilt als das kulinarische Aushängeschild der Insel und wird oft mit dem trinidadischen „Shark and Bake“ verglichen, ist jedoch komplexer und würziger.

Sehr beliebt sind auch sancochos oder „gekochte Fische“ – dicke Suppen auf Basis von Corocoro (Grunt), Pargo (Schnapper), Carite (Königsmakrele), Catalán oder anderen lokalen Fischen, verfeinert mit Tomaten, Ají Margariteño, Koriander und Yuca. Der pabellón margariteño ist eine regionale Variante des venezolanischen Nationalgerichts: Statt Rindfleisch wird zerkleinerter, gedünsteter Dornhai verwendet, serviert mit Reis, schwarzen Bohnen, gebratenen Bananen und oft Arepas oder Casabe.

Gegrillter oder gebratener Fisch (frito) gehört zum Alltag: Corocoro, Pargo, Carite oder Lebranche werden ganz oder filetiert mit Knoblauch, Limette und Ají mariniert und direkt am Strand oder in Restaurants serviert, traditionell begleitet von Arepas, Casabe oder Tostones.

Weichtiere und Krustentiere sind ebenfalls wichtig: Chipichipi (kleine Muscheln), Guacuco (Venusmuscheln), Erizos (Seeigel, deren Gonaden roh oder gebraten gegessen werden), Garnelen (camarones), Langusten (langosta) und Krabben (cangrejo). Eine klassische Zubereitung ist die Fosforera (auch „caldo de mariscos“), eine würzige Suppe mit gemischten Meeresfrüchten, Tomaten und Ají. Ebenso beliebt ist Arroz con mariscos – Reis, der mit verschiedenen Muscheln, Garnelen und Tintenfisch gedünstet wird.

Trotz begrenzter Landwirtschaft spielen lokale Zutaten eine wichtige Rolle. Tomaten, der süße Ají Margariteño (unverzichtbar in Sofritos und Salsas) sowie Bananen, Yuca und Maniok. Beilagen sind meist Arepas (gefüllt oder pur), Casabe (flaches Brot aus Maniok) oder Tostones (gebratene grüne Bananenscheiben).

Auf Straßen und Märkten blüht die informelle Gastronomie: Empanadas (gefüllt mit Käse, Haifisch, Garnelen oder Fleisch) und frischer Weißkäse (queso fresco oder queso de mano) sind allgegenwärtig. Besonders berühmt sind die Stände auf dem Mercado de Los Conejeros in Porlamar, im Valle del Espíritu Santo und in La Asunción, wo man frühmorgens frische Empanadas mit Kaffee oder frischem Saft genießt.

In der Pfarrei San Juan Bautista werden Piñonate (Karamellisierte Ananas- oder Kokosstücke), Besos de coco (Kokosnussküsschen), Mango-Gelees und Tetas (gefrorene Milch- oder Fruchtsäfte in Tütenform) hergestellt. Weitere Klassiker sind Dulce de lechosa (papaya in Sirup) und Conserva de coco.

Die Gastronomie Margaritas profitiert stark vom Tourismus: In Porlamar, Pampatar und an Stränden wie Playa El Agua oder Playa Parguito reihen sich Restaurants vom einfachen Strandkiosk bis zu gehobenen Lokalen (zum Beispiel mit Fusion-Küche oder internationalen Einflüssen). Viele bieten frischen Fang des Tages an. Die wirtschaftliche Krise hat jedoch zu höheren Preisen und gelegentlichen Engpässen bei Importzutaten geführt; viele Köche setzen daher verstärkt auf lokale Produkte. Streetfood bleibt resilient und erschwinglich. Bis Ende 2025 gibt es vereinzelte Initiativen zur Förderung der „cocina margariteña“ durch Festivals (zum Beispiel gastronomische Messen während der Virgen del Valle) und die Zona Económica Especial, die neue Restaurants anziehen soll.

Festkultur

Auf der Inselgruppe gelten die venezolanischen Feiertage.


Nationale Feiertage (Venezuela, auch auf Isla Margarita):

  • 1. Januar – Neujahr
  • Februar/März – Karneval
  • März/April – Karwoche (Semana Santa)
  • 19. April – Beginn der Unabhängigkeitsbewegung
  • 1. Mai – Tag der Arbeit
  • 24. Juni – Schlacht von Carabobo
  • 5. Juli – Unabhängigkeitstag Venezuelas
  • 24. Juli – Geburtstag Simón Bolívars
  • 12. Oktober – Tag des indigenen Widerstands
  • 25. Dezember – Weihnachten


Regionale und religiöse Feiertage auf Isla Margarita (Bundesstaat Nueva Esparta):

  • 8. September – Fest der Virgen del Valle, Schutzpatronin der Insel (wichtigstes religiöses Fest)
  • 15. August – Mariä Himmelfahrt, besonders in Küstenorten gefeiert
  • 4. Dezember – Fest der Santa Bárbara (lokal)
  • Dezember – Las Parrandas und Weihnachtsfeiern, mit Musik und Prozessionen


Die Feierlichkeiten zu Ehren von San José de Paraguachí, dem Schutzpatron der Stadt, werden ab dem 19. März eines jeden Jahres, dem Tag von San José, eine Woche lang gefeiert. In dieser Woche gibt es kulturelle Aktivitäten, Tänze, Lebensmittelmärkte und die berühmte Prozession zu Ehren von San José, bei der Hunderte von Gemeindemitgliedern durch die Stadt ziehen.

Zentrum des religiösen Lebens ist die Verehrung der Virgen del Valle, der Schutzpatronin der Insel und der Fischergemeinden. Höhepunkt ist der Día de la Virgen del Valle am 8. September, wenn Prozessionen an Land und eine große nautische Prozession mit geschmückten Fischerbooten stattfinden.

Die Basilika Nuestra Señora del Valle in El Valle del Espíritu Santo ist ein wichtiger Wallfahrtsort und vereint neoklassische und koloniale Architektur. In der Karwoche ziehen Kreuzweg‑Prozessionen durch Orte wie El Valle und La Asunción, was spirituelle Andacht mit einem lebhaften, familiären Inselleben verbindet.

Karneval auf Margarita bringt farbenfrohe Umzüge, Musik, Tanz und fantasievolle Kostüme auf die Straßen von Porlamar und La Asunción und gilt als eines der ausgelassensten Feste Venezuelas. Neben Karneval und der Virgen‑Feier strukturieren zahlreiche kleinere Fiestas Patronales in Dörfern und Stadtvierteln den Jahreslauf.

Medien

Im Bereich der Printmedien sind vor allem regionale Zeitungen von Bedeutung, die über lokale Politik, Wirtschaft, Tourismus, Sport und gesellschaftliche Ereignisse berichten. Diese Zeitungen ergänzen die großen nationalen Blätter Venezuelas und haben für die Inselbevölkerung eine wichtige Informationsfunktion, da sie gezielt auf regionale Themen eingehen. Aufgrund wirtschaftlicher Herausforderungen erscheinen viele Printmedien heute in reduzierter Auflage oder parallel in digitaler Form.

Das Radio ist eines der wichtigsten und meistgenutzten Medien auf Isla Margarita. Zahlreiche lokale Radiosender senden Programme mit Nachrichten, Musik, Talkshows und kulturellen Beiträgen. Besonders beliebt sind Sendungen mit lateinamerikanischer Musik, Salsa, Merengue und regionalen Rhythmen. Das Radio erreicht auch abgelegenere Orte der Insel und ist deshalb ein zentrales Medium im Alltag der Menschen.

Im Fernsehbereich empfangen die Einwohner sowohl nationale venezolanische Sender als auch regionale Kanäle, die lokale Nachrichten, Veranstaltungen und kulturelle Inhalte ausstrahlen. Regionale Fernsehsender tragen zur Stärkung der regionalen Identität bei und berichten über Feste, religiöse Feiern und sportliche Ereignisse auf der Insel. Internationale Sender sind vor allem über Kabel- oder Satellitenfernsehen verfügbar, insbesondere in touristischen Regionen.

In den letzten Jahren haben digitale Medien und soziale Netzwerke stark an Bedeutung gewonnen. Online-Nachrichtenportale, Facebook, Instagram, WhatsApp und YouTube werden intensiv genutzt, um Informationen schnell zu verbreiten, Veranstaltungen zu bewerben und den Kontakt zur venezolanischen Diaspora zu halten. Besonders für junge Menschen sind digitale Medien die wichtigste Informationsquelle. Insgesamt erfüllen die Medien auf der Isla Margarita eine zentrale gesellschaftliche Funktion, indem sie informieren, unterhalten und die kulturelle und soziale Vernetzung der Inselbewohner fördern.

Kommunikation

Die Telefonvorwahl der Inselrpovinz lautet 0(05)295.

Sport

Durch das ganzjährig warme Klima und die konstanten Passatwinde ist Margarita besonders für Wassersportarten bekannt. Kitesurfen und Windsurfen gehören zu den beliebtesten Aktivitäten, vor allem an Stränden wie El Yaque, der international als eines der besten Reviere für diese Sportarten gilt. Auch Schwimmen, Tauchen und Schnorcheln sind weit verbreitet, da die Küstengewässer klare Sicht und eine artenreiche Unterwasserwelt bieten.

Neben dem Wassersport ist Fußball die populärste Mannschaftssportart auf der Insel, sowohl im Amateur- als auch im Profibereich, ergänzt durch Baseball, der in ganz Venezuela eine große Bedeutung hat. Darüber hinaus nutzen Einheimische und Besucher die abwechslungsreiche Landschaft für Laufsport, Radfahren und Wandern, insbesondere im Nationalpark Cerro El Copey. Sportveranstaltungen, Wettkämpfe und Strandturniere tragen zusätzlich zur sportlichen und touristischen Bedeutung der Insel bei und machen Sport zu einem festen Bestandteil des Alltags auf Isla Margarita.


Sportvereine:

  • Bravos de Margarita, Béisbol Liga Venezolana de Béisbol Profesional
  • Margarita Fútbol Club, Fútbol Segunda División de Venezuela
  • UDC Margarita CF, Fútbol Tercera División de Venezuela
  • Deportivo Nueva Esparta, Fútbol Tercera División de Venezuela
  • Guaiqueríes de Margarita, Baloncesto Liga Profesional de Baloncesto de Venezuela


Sportstätten:

  • Estadio Nueva Esparta o Guatamare
  • Ciudad Deportiva de Pampatar
  • Centro Nacional de Alto Rendimiento (CNAR), Pampatar
  • Estadio Primitivo Velásquez, El Espina
  • Estadio Argenis Gómez, Carapacho
  • Estadio Felmy Valdivieso, La Guardia
  • Estadio Los Bagres
  • Estadio Las Guevaras
  • Estadio Boqueró
  • Estadio Caicara
  • Estadio hermanos Salazar López, Guayacan
  • Estadio municipal de Punta de Piedras
  • Estadio stalin larez, Las Hernández

Persönlichkeiten

Die wichtigsten Persönlichkeiten von der Isla de Margarita sind:

  • Luisa Cáceres de Arismendi (1799 bis 1866), Freiheitskämpferin der venezolanischen Unabhängigkeitsbewegung
  • Juan Bautista Arismendi (1775 bis 1841), Militärführer und General im venezolanischen Unabhängigkeitskrieg
  • Francisco Esteban Gómez (1766 bis 1831), Militär und Nationalheld, Verteidiger der Insel gegen spanische Truppen
  • José Asunción Rodríguez (1823 bis 1875), Politiker und Jurist, regional bedeutende Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts
  • Manuel Plácido Maneiro (1759 bis 1819), Priester, Journalist und Unabhängigkeitskämpfer
  • Luis Beltrán Prieto Figueroa (1902 bis 1993), Pädagoge, Politiker und Schriftsteller (geboren in La Asunción, Nueva Esparta)

Fremdenverkehr

Die Insel Margarita ist mit mehr als 2.711.000 Touristen im Jahr 2009 die wichtigste Touristenattraktion Venezuelas. Nach Angaben des Präsidenten des venezolanischen Tourismusverbandes, Francisco Briceño, kamen im Jahr 2016 jedoch nur 480.000 Besucher. Die Insel verfügt über Strände mit guten Bedingungen zum Surfen, Tauchen, Windsurfen, Kitesurfen und anderen Wassersportarten sowie über historische Kolonialstädte. In den letzten Jahren wurden mehrere Projekte geplant, um den Tourismus anzukurbeln, wie zum Beispiel der Kreuzfahrthafen Puerto la Mar, der Ausbau des internationalen karibischen Flughafens Santiago Mariño, der Leuchtturm Punta Ballena (in Zusammenarbeit mit der venezolanischen Marine) und andere.

Touristisch sind die Strände Playa el Agua und Playa Parguito im Nordosten gut erschlossen. Sehenswert ist die Laguna de la Restinga und auch die wüstenhafte, kaum besiedelte Halbinsel Macanao (beides im Westen). Im Süden befindet sich El Yaque, das als eines der führenden Windsurf-Reviere der Welt gilt.

Auf Isla Margarita gibt es vielfältige Unterkunftsmöglichkeiten, die sich an unterschiedliche Reisebedürfnisse und Budgets anpassen. Entlang der beliebten Strände wie Playa El Agua, Playa Parguito oder Playa Caribe finden sich zahlreiche Resorts und Hotels, die oft mit All-inclusive-Angeboten, Poolanlagen und direktem Strandzugang überzeugen und sich besonders für Erholungsurlauber eignen. In Städten wie Porlamar oder Pampatar stehen zudem moderne Stadthotels und Boutiquehotels zur Verfügung, die eine gute Anbindung an Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und das Nachtleben bieten. Wer unabhängiger reisen möchte, kann auf Ferienwohnungen, Apartments oder private Villen zurückgreifen, die vor allem für Familien oder längere Aufenthalte attraktiv sind. Ergänzt wird das Angebot durch kleinere Posadas und Gästehäuser, die meist familiär geführt werden und einen authentischeren Einblick in das lokale Leben ermöglichen. Insgesamt bietet Isla Margarita somit ein breites Spektrum an Unterkünften – von komfortabel und luxuriös bis einfach und individuell.

Literatur

Reiseberichte

Video

Atlas

Reiseangebote

Nueva Esparta Tourismus = https://guiacomercialyturistica.com/turismo-en-el-estado-nueva-esparta/

Expedia: Margarita Island = https://www.expedia.com/Margarita-Island.dx6053640

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