Flores (Ilha das Flores)

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Flores, die „Blumeninsel“, ist eine naturbelassene und äußerst spektakuläre Azoreninsel. Und sie ist der westlichste Punkt Europas - dere letzte Vorposten der Alten Welt. Die vulkanisch geformte Insel ist geprägt von üppigem Grün, zahlreichen Wasserfällen, Kraterseen und markanten Basaltformationen.

Inselsteckbrief
offizieller Name Ilha das Flores
alternative Bezeichnungen São Tomas, São Tomé (1452/53), Santa Iria, Santa Iria das Flores (Ende 15. Jahrhundert), Flores (1510/20)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart vulkanische Insel
Gewässer Atlantischer Ozean (Oceano Atlântico)
Inselgruppe Azoren (Açores)
politische Zugehörigkeit Staat: Portugal (República Portuguesa)
Region: Azoren (Região Autónoma dos Açores)
Gliederung 2 concelhos (Kreise)
11 freguesias (Ortschaften)
Status Insel (ilha)
Koordinaten 39°27‘ N, 31°11‘ W
Entfernung zur nächsten Insel 110 m (Ilhéu de Maria Vaz), 18 km (Corvo)
Entfernung zum Festland 1863 km (Cabo de Roca / Portugal)
Fläche 142,7 km² / 49,2 mi² (mit Nebeninseln 143,1 km² / 49,35 mi²)
geschütztes Gebiet 60 km² / 23,2 mi² (42,0 %)
maximale Länge 17,2 km (N-S)
maximale Breite 10,5 km (W-O)
Küstenlänge 55,7 km
tiefste Stelle 0 m (Atlantischer Ozean)
höchste Stelle 914 m (Morro Alto)
relative Höhe 914 m
mittlere Höhe 186 m
maximaler Tidenhub 1,5 bis 1,8 m (Lajes das Flores 1,59 m)
Zeitzone HPA / AZOT (Horário Padrão dos Açores / Azores Time / Azoren-Zeit, UTC-1)
Realzeit UTC minus 2 Stunden 4 bis 5 Minuten
Einwohnerzahl 3.428 (2021)
Dichte (Einwohner pro km²) 24,02, bezogen auif die Verwaltungsfläche 23,96
Inselzentrum Lajes das Flores


Name

Bei ihrer Entdeckung um 1452 durch den portugiesischen Seefahrer Diogo de Teive (oder seinen Sohn João de Teive) hieß die Insel zunächst São Tomás, „Sankt Thomas“, und Santa Iria, „Sankt Iria“. Diese Namen wurden jedoch schnell aufgegeben. Der seit dem späten 15. Jahrhundert übliche  Name Flores - portugiesisch für „Blumen“ - bzw. Ilha das Flores, „Blumeninsel“, bezieht sich auf die reiche Vegetation und die vielen wilden Blumen, die die Insel bei der Ankunft der Entdecker bedeckten. Besonders erwähnt wird eine gelb blühende Pflanze namens Cubres (Solidago sempervirens, eine Art Goldrute), die die Küsten und Hänge überzog. Diese Pflanze könnte durch Vögel aus Nordamerika (zum Beispiel Florida) eingeschleppt worden sein. Die Insel ist auch heute noch bekannt für ihre üppige Flora, darunter Hortensien (die im Sommer für eine „rosa Insel“ sorgen), Azaleen, Rhododendren und andere Blüten. Der Name passt also perfekt zur natürlichen Pracht der Insel, die als eine der grünsten und blumenreichsten der Azoren gilt.

  • international:   Flores
  • amharisch:  ፍሎሬስ [Flores], ፍሎረስ [Floras]
  • arabisch:  فلوريس [Flōrīs]
  • armenisch:  Ֆլորես [Flores]
  • bengalisch:  ফ্লোরেস [Phlōrēs]
  • birmanisch:  ဖလိုးရက်စ် [Phlōrēk]
  • bulgarisch:  Флорес [Flores]
  • chinesisch:  弗洛雷斯 [Fúlòléisī]
  • georgisch:  ფლორესი [Pʰloresi]
  • griechisch:  Φλόρες [Flóres]
  • gudscheratisch: ફ્લોરેસ [Phlōrēs]
  • hebräisch:  פלורס [Florēs]
  • hindi:  फ्लोरेस [Phlores]
  • japanisch:  フローレス [Furōresu]
  • kambodschanisch: ហ្វ្លូរេស [Floures]
  • kanaresisch:  ಫ್ಲೋರೆಸ್ [Phlōres]
  • kasachisch:  Флорес [Flores]
  • koreanisch:  플로레스 [Peulloreseu]
  • laotisch:  ຟລໍເຣສ [Flores]
  • makedonisch:  Флорес [Flores]
  • malayalam:  ഫ്ലോറസ് [Phlōras]
  • maldivisch:  ފްލޯރެސް [Flōres]
  • orissisch:  ଫ୍ଲୋରେସ୍ [Phlōrēs]
  • pandschabisch: ਫਲੋਰੇਸ [Phlōrēs]
  • persisch:  فلورس [Flōres]
  • russisch:  Флореш [Floreš], Флорес [Flores]
  • serbisch:  Флорес [Flores]
  • singhalesisch: ෆ්ලෝරස් [Flōras]
  • tamilisch:  ஃப்ளோரெஸ் [Phlōres]
  • telugu:  ఫ్లోరెస్ [Phlōres]
  • thai:  ฟลอเรส [Flores]
  • tibetisch:  ཕློ་རེས་ [Phlo res]
  • ukrainisch:  Флорес [Flores]
  • urdu:  فلورس [Flōres]
  • weißrussisch:  Флорэс [Florės]


Offizieller Name:  Ilha das Flores

  • Bezeichnung der Bewohner:  Florenses (Florenser)
  • adjektivisch: florense (florensisch)


Kürzel:

  • Code:  FLO / FLO
  • Kfz:  -
  • LAU-Code: 4801 und 4802
  • ISO-Code:  PG.AC.FL

Lage

Flores liegt im äußersten Westen der Azoren inmitten des Atlantiks auf durchschnittlich 39°27‘ n.B. und 31°11‘ w.L..


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  39°31‘40“ n.B. (Ilhéu de Ponta Delgada)
  • südlichster Punkt:  39°22‘18“ n.B. (Ponta Lopo Vaz)
  • östlichster Punkt:  31°07‘07“ w.L. (Ilhéu das Poças)
  • westlichster Punkt:  31°16‘10“ w.L. (Ilhéu de Monchique)


Entfernungen:

  • Ilhéu de Maria Vaz  110 m
  • Corvo / Azoren (Roques de Ponta Negra) 18 km
  • Faial / Azoren (Punta dos Capelinhos) 222 km
  • Pico / Azoren (Ilhéu Deitado)  245 km
  • São Jorge / Azoren (Punta de Ferraria) 255 km
  • Graciosa / Azoren (Porto Afonso)  267 km
  • Terceira / Azoren (Ponta do Queimado) 335 km
  • São Miguel / Azoren (Ponta da Ferraria) 490 km
  • Santa Maria / Azoren (Ilhéu da Barca) 586 km
  • Cabo de Roca / Portugal 1863 km

Zeitzone

In Flores gilt die Horário da Europa Ocidental bzw. Universal Time Coordinated (Univesale Weltzeit, ehemals Westeuropäische Zeit), abgekürzt HEO bzw. WET (WEZ), eine Stunde hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) mit sommerzeitlicher Umstellung. Die Realzeit liegt um 2 Stunden und 4 bis 5 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Flores hat eine Fläche von 143,1 km² bzw. 49,35 mi², nach alternativen Angaben 141,7 km² bzw. 54,7 mi². Davon entfallen 142,7 km² auf die Hauptinsel und 0,4 km² auf insgesamt 127 Felseilande. Die Insel durchmisst von Norden nach Süden zwischen Ilhéu de Ponta Delgada und Ponta de Rocha Alta 17,2 km, von Westen nach Osten zwischen Roques de Faja Grande und Ilhéu das Poças 10,5 km. Die Küste ist insgesamt 55,7 km lang bei einem maximalen Tidenhub von 1,5 bis 1,8 m, bei Lajes das Flores 1,59 m. Höchster Punkt ist der Morro Alto mit 914 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 186 m.

Geologie

Die Ilha das Flores liegt auf der Nordamerikanischen Platte entlang des Mittelatlantischen Rückens und ist vulkanischen Ursprungs. Sie entstand aus submarinem Vulkanismus während des Pleistozäns und weist eine komplexe geologische Geschichte auf, die durch tektonische Prozesse und vulkanische Aktivitäten geprägt ist. Geomorphologisch gliedert sie sich in das Zentrale Massiv mit zahlreichen Maar-Strukturen und Kraterseen sowie die Küstenperipherie mit Klippen, alten Stränden und dem Küstenschelf.

Die vulkanotektonische Evolution der Insel umfasst zwei Hauptperioden: den proto-insularen Vulkanismus (submarin und emergent) und den insularen Vulkanismus (subaerial). Der proto-insulare Vulkanismus begann vor etwa 2,2 Millionen Jahren mit submarinen Aktivitäten, die Kissenlaven, Hyaloklastite und Hydroklaste produzierten, gefolgt von einer emergent Phase vor 1,0 bis 0,75 Millionen Jahren mit vulkanoklastischen Brekzien und Tuffen. Der insulare Vulkanismus teilt sich in drei Stadien: Von 0,7 bis 0,5 Millionen Jahren dominierten effusive und explosive Eruptionen zentraler Vulkane mit basaltischen bis trachytischen Laven; von 0,4 bis 0,2 Millionen Jahren folgten effusive basaltische und hawaiitische Ausbrüche aus kleineren Zentren; und vor etwa 0,003 Millionen Jahren kam es zu strombolianischen Schlackenkegeln und phreatomagmatischen Aktivitäten an vier Ventilen mit explosiven Ascheablagerungen. Strukturell prägen sinistrale Strike-Slip-Verwerfungen (N30–40°W) und normale Verwerfungen (N20–30°E) die Insel, wobei vulkanische Zentren an Kreuzungspunkten liegen. Im Zentralbereich entstanden zwei bis drei große Calderas durch Subsidenz. Tektonisch beeinflusst durch die Dynamik des Mittelatlantischen Rückens, erlebte Flores eine Hebungsphase (vor 1,0–0,55 Millionen Jahren, über 100 m) durch isostatische Kompensation, gefolgt von Subsidenz aufgrund von Lavabelastung und thermischer Kontraktion. Die Insel bewegt sich westwärts von der Nachbarinsel Corvo mit etwa 1 cm pro Jahr.

Die vulkanischen Ablagerungen gliedern sich in zwei Komplexe: Den Basalen Vulkankomplex mit submarinen und subaerialen Produkten wie pyroklastischen Ablagerungen und alkalibasaltischen Strömen sowie den Oberen Vulkankomplex mit drei stratigraphischen Einheiten – basaltisch-trachytischen Strömen mit pyroklastischen Einschaltungen in den unteren Schichten und einer oberen Einheit ausschließlich pyroklastischer Ablagerungen. Nach einer Ruhephase ab etwa 200.000 Jahren setzte im Holozän phreatomagmatische Aktivität ein, die junge Krater und Lavaströme formte. Bemerkenswerte Vulkane sind die Caldeira Funda (letzter Ausbruch um -1200) und die Caldeira Comprida (um -950). In vulkanischen Calderas haben sich sieben Seen gebildet, darunter die Lagoa Funda und Lagoa Comprida. Weitere geologische Merkmale umfassen heiße Quellen wie Águas Quentes mit schwefligem kochendem Wasser an der Costa do Lajedo sowie die Gruta de Enxaréus, eine große Höhle von etwa 50 Metern Länge und 25 Metern Breite. Andere Gipfel sind Pico da Burrinha, Pico dos Sete Pés und Marcela.

Die holozäne Eruptionsgeschichte, basierend auf Seeablagerungen der Lagoa da Lomba, umfasst mindestens vier Ereignisse zwischen etwa 6.280 und 2.360 Jahren vor heute. Die zwei ältesten (vor etwa 6.280 und 4.990 Jahren) waren rein magmatisch mit Skorienlapilli und Asche. Die jüngeren vom Lagoa Funda Vulkanischen System (vor etwa 3.660 Jahren) und Lagoa Comprida Vulkanischen System (vor 3.660 bis 2.360 Jahren) begannen hawaiianisch/strombolianisch und wechselten zu hoch explosiven phreatomagmatischen Phasen mit lithikreichen Ablagerungen, feiner Asche und Akkretionslapilli. Diese Eruptionen erzeugten Tephra-Fallout, ballistische Projektile, pyroklastische Dichteströme, Lahare und Gasemissionen. Aufgrund der kleinen Inselgröße und der Bevölkerung von rund 3.600 Personen bergen phreatomagmatische Phasen erhebliche Gefahren, insbesondere durch erhöhte Explosivität, die zentrale und küstennahe Gebiete beeinträchtigen könnte. Obwohl seit dem 15. Jahrhundert keine historischen Eruptionen dokumentiert sind, deutet die verlängerte Aktivität im Spätholozän auf potenzielle zukünftige Risiken hin.

Landschaft

Flores ist die westlichste europäische Insel, der Ort Fajã Grande damit das westlichste Dorf Europas. Die Insel besitzt ein außergewöhnlich grünes, feuchtes und sehr vielfältiges Relief, das durch ihren vulkanischen Ursprung und den starken Einfluss des Atlantiks geformt wurde. Typisch sind die vielen tiefen Kraterkessel (Caldeiras), die heute als stille, dunkle Kraterseen auf unterschiedlichen Höhen liegen – wie Lagoa Funda, Lagoa Rasa, Lagoa Comprida, Lagoa Branca oder Lagoa Negra. Gerade die Kombination aus Seen, Moorflächen und üppigen Hortensienhecken verleiht der Insel ihren besonderen Charakter.

Im Westen befinden sich die berühmten Fajãs, kleine flache Landzungen oder Terrassen vulkanischen Ursprungs am Fuß steiler Klippen. Besonders eindrucksvoll ist die Fajã Grande, ein fruchtbares Küstenplateau, an dessen gewaltiger Steilwand zahlreiche Wasserfälle aus großer Höhe herabstürzen – darunter der oft genannte Ribeira Grande-Wasserfall. Diese Kulisse gehört zu den spektakulärsten Naturpanoramen Portugals.

Das zentrale Bergland der Insel, geprägt vom höchsten Punkt Morro Alto, besteht aus Hochmooren, Nebelwäldern und Heideflächen, die häufig in Wolken eingehüllt sind. Der beständige Wind und die hohe Luftfeuchtigkeit erzeugen ein fast mystisch wirkendes, tiefgrünes Ökosystem.

Entlang der Küste dominieren dunkle Basaltfelsen, Meeresgrotten und von Wellen umspielte Brandungszonen. Im Süden und Osten wechseln sich steile Klippen mit kleineren Ebenen und bäuerlichen Kulturlandschaften ab, in denen traditionelle Weiden, Obstgärten und kleine Dörfer liegen.


Erhebungen

  • Morro Alto  914 m
  • Pico de Sete Pés  849 m
  • Pico de Burrinha  886 m
  • Testa da Igreja  811 m
  • Marcela  773 m
  • Boca de Vereda 632 m
  • Alto da Cova 599 m
  • Üico de Casinha 513 m
  • Boca de Baleia 473 m
  • Aquinhas 438 m


See

  • Lagoa Funda  0,28 km²


Fluss

  • Ribeira da Fazenda  7,5 km


Inseln

  • Flores  141,3 km²
  • Ilhéu de Gadela  0,1 km²
  • Ilhéu de Maria Vaz  0,1 km²

Flora und Fauna

Die Ilha das Flores, eine der westlichsten Azoren, zeichnet sich durch üppige Lorbeerwälder, Baumheiden und endemische Pflanzen wie Azoren-Lorbeer und Kurznadel-Wacholder aus, ergänzt durch Hortensienhecken und eine reiche Makroalgenflora in den Küstengewässern. Zur Fauna zählen seltene Vögel wie der Mäusebussard-Unterart, Meeresvögel wie Sturmvögel und Seeschwalben sowie eine vielfältige Meereswelt mit Walen, Delfinen und Fischen.

Flora

Die Ilha das Flores zeichnet sich durch eine außergewöhnlich reiche und vielfältige Flora aus, die ihr den Namen „Blumeninsel“ verliehen hat. Das feuchte, milde atlantische Klima und die fruchtbaren vulkanischen Böden fördern eine üppige Vegetation, die das ganze Jahr über blüht und die Landschaft in ein farbenfrohes Paradies verwandelt.

Die natürliche Vegetation der Insel umfasst vor allem immergrüne Lorbeerwälder (Laurissilva), die aus endemischen Arten wie dem Azoren-Lorbeer (Laurus azorica), der Azoren-Heide (Erica azorica), dem Azoren-Wacholder (Juniperus brevifolia) und dem Azoren-Holly (Ilex azorica) bestehen. Diese Wälder bedecken weite Teile des Hochlands um den Morro Alto und sind besonders in den höheren Lagen und in Schutzgebieten erhalten geblieben. Ergänzt wird die heimische Flora durch zahlreiche endemische und makaronesische Arten, darunter verschiedene Orchideen, die Azoren-Glockenblume (Azorina vidalii), die Azoren-Lavendel (Myosotis azorica) und der Azoren-Steinbeere (Vaccinium cylindraceum). In den tieferen Lagen und an den Küsten dominieren dichte Moos- und Farnpolster, die die Landschaft mit einem intensiven Grün überziehen.

Besonders auffällig und charakteristisch für Flores sind jedoch die vielen eingeführten Zierpflanzen, die sich hier prächtig entwickeln und die Insel im Sommer in ein Blütenmeer tauchen. Hortensien (Hydrangea macrophylla) in Blau, Rosa und Weiß säumen Straßenränder, Wege und Kraterseen, während Azaleen, Camellien, Schmucklilien (Agapanthus), Zieringwer, Oleander und Hibiskus die Täler und Hänge schmücken. Diese exotischen Arten, darunter auch Japanische Sicheltannen und andere Nadelbäume, haben sich so gut eingebürgert, dass sie die Landschaft oft dominieren und die Insel zu einem der blütenreichsten Orte Europas machen. Aufgrund ihrer hohen Biodiversität und der gut erhaltenen natürlichen Habitate wurde die gesamte Insel 2009 zusammen mit einem Küstenstreifen als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt.

Fauna

Die Tierwelt der Ilha das Flores ist im Vergleich zur Flora weniger artenreich, da die Azoren insgesamt eine isolierte Lage haben und die meisten Säugetiere vom Menschen eingeführt wurden. An Land fehlen natürliche Raubtiere vollständig, und die terrestrische Fauna besteht hauptsächlich aus Vögeln, Insekten und wenigen kleinen Wirbeltieren. Unter den endemischen Arten finden sich drei seltene Insekten, die nur auf Flores vorkommen: der Käfer Tarphius floresensis, die Spinne Agyneta depigmentata und die Spinne Cheiracanthium floresense. Weitere heimische Arten sind die Azoren-Fledermaus (Nyctalus azoreum), die einzige endemische Säugetierart des Archipels, sowie eingeführte Kleinsäuger wie Kaninchen, Ratten, Mäuse, Igel und Frettchen, die sich weit verbreitet haben.

Die Vogelwelt ist vielfältig und umfasst zahlreiche Seevögel, die an den Klippen brüten, darunter Corys Sturmtaucher (Calonectris diomedea), Madeirawellenläufer (Hydrobates castro) und verschiedene Möwenarten. An Land leben typische Azoren-Vögel wie der Azoren-Buchfink (Fringilla coelebs moreletti), die Azoren-Rotkehlchen (Erithacus rubecula azoricus), die Azoren-Goldhähnchen (Regulus regulus inermis) und die Azoren-Amsel (Turdus merula azorensis). Zugvögel nutzen die Insel als wichtigen Rastplatz, und gelegentlich erscheinen seltene Arten wie der Azoren-Bullfink (Pyrrhula murina), der jedoch eher auf anderen Inseln heimisch ist.

Die marinen Gewässer um Flores sind besonders artenreich und beherbergen eine Vielzahl von Fischen, darunter Barrakudas, Zackenbarsche und zahlreiche kleinere Arten, die die natürlichen Pools und Küstenbereiche beleben. Delfine und Wale, wie Pottwale und verschiedene Delfinarten, sind häufig zu beobachten und machen die Insel zu einem Hotspot für Walbeobachtung. Insgesamt bietet Flores eine harmonische Mischung aus ursprünglicher und eingeführter Biodiversität, die durch den Schutzstatus als Biosphärenreservat erhalten bleibt und die Insel zu einem der beeindruckendsten Naturparadiese Europas macht.

Naturschutz

Die Ilha das Flores auf den Azoren besitzt ein weit verzweigtes Netz an Naturschutzgebieten, die zum großen Teil im Parque Natural da Ilha das Flores (Naturpark der Insel Flores) zusammengefasst sind. Dieser Park dient der Erhaltung der einzigartigen biologischen, geologischen und kulturellen Werte der Insel und schützt eine Vielzahl von Ökosystemen – von hochmontanen Moorlandschaften über Kraterseen bis hin zu Küstenklippen und Meeresbereichen. Insgesamt sind rund ein Drittel der Landesfläche von Flores als geschützt ausgewiesen.

Zu den wichtigsten Schutzkategorien und Gebieten gehören mehrere klassifizierte Naturreservate: die Reserva Natural do Ilhéu de Maria Vaz (Schutz des kleinen Küstenfelsens und seiner Brutvögel), die Reserva Natural do Morro Alto e Pico da Sé (zentrale Hochebene mit Seen, Mooren und endemischer Flora) sowie die Reserva Natural das Caldeiras Funda e Rasa (Kraterseengebiet).

Ein besonders bedeutendes Schutzgebiet ist der Planalto Central das Flores (Zentrales Hochland von Flores) ein Feuchtgebietskomplex in der zentralen Hochebene um den Morro Alto. Dieses Gebiet ist als Ramsar-Site (international bedeutendes Feuchtgebiet) anerkannt und umfasst etwa 2.572 ha. Dort befinden sich mehrere permanente Seen und wichtige Lebensräume für Wasservögel sowie zahlreiche endemische Pflanzenarten.

Darüber hinaus gibt es mehrere geschützte Gebiete zur Bewirtschaftung von Lebensräumen oder Arten, etwa an den Küsten (zum Beispiel Costa Sul e Sudoeste mit rund 497 ha), wo Steilküsten, Fajãs und Meeresvogelkolonien geschützt werden. Diese integriert auch das Natura-2000-Netzwerk und ausgewiesene Special Protection Areas (SPAs) und Special Areas of Conservation (SACs) zur EU-weiten Biodiversitätssicherung.

Ein weiterer Schutzstatus besteht als UNESCO-Biosphärenreservat, zu dem die gesamte Insel sowie angrenzende marine Zonen gehören. Dieses Biosphärenreservat umfasst eine Fläche von 57.644,10 ha (bestehend aus terrestrischer und mariner Fläche) und fördert nachhaltige Entwicklung in Verbindung mit Naturschutz.

Neben diesen großen Schutzkategorien gibt es auf Flores auch kleinere bewirtschaftete oder naturnahe Parkflächen, beispielsweise Wald- und Erholungsgebiete, die zur Erholung und Bildung dienen, jedoch meist nur geringe Flächen (einige Hektar) umfassen und nicht Teil der Hauptschutzkategorien sind.

Insgesamt zeichnet sich das Schutzgebietssystem von Flores durch seine Vielfalt aus: hochwertige Moor-, See- und Berglebensräume, steile Küstenökosysteme, Vogel- und Artenhabitatschutz, Ramsar-Feuchtgebiete, Natura-2000-Zonen und ein flächendeckendes UNESCO-Biosphärenreservat – all dies macht die Insel zu einem internationalen Modell für integrativen Naturschutz und nachhaltige Nutzung.

Klima

Die Ilha das Flores hat ein ausgeprägt atlantisch-maritimes Klima, das durch den weit ins Meer hinausragenden Golfstrom geprägt wird. Dieses Klima sorgt für ganzjährig milde Temperaturen, hohe Luftfeuchte und häufige Niederschläge, was zusammen die üppige Vegetation der Insel begünstigt. Nach der Köppen-Klimaklassifikation gehört das Klima auf Flores überwiegend zur Klasse Cfb, einem feuchtgemäßigten ozeanischen Klima ohne ausgeprägte Trockenperiode und mit relativ milden Sommern. In tieferen Lagen kann es in manchen Quellen auch als feucht-subtropisches Klima (Cfa) beschrieben werden, das in höhere Lagen allmählich in ein klassisches ozeanisches Cfb übergeht.

Typisch für dieses Klima sind geringe jahreszeitliche Temperaturschwankungen, milde Winter und mäßig warme Sommer. Die jährlichen Durchschnittstemperaturen liegen meist um etwa 17°C, wobei die wärmsten Monate im Hochsommer durchschnittliche Tageshöchstwerte von etwa 24 bis 25°C erreichen und die kältesten Wintermonate im Schnitt um 13 bis 14°C liegen. Extreme Temperaturen über 30°C oder deutlich unter 5°C sind sehr selten.

Niederschlag fällt auf Flores ganzjährig, mit einem Maximum in der kühleren Jahreshälfte (insbesondere im Herbst und Winter) und etwas geringeren Mengen im Sommer. Die Insel zählt zu den feuchteren Regionen der Azoren, mit etwa 1200 bis 1700 mm Niederschlag pro Jahr und rund 240 Tagen mit messbarem Niederschlag, was zu einer konstant hohen Luftfeuchtigkeit von meist über 75 bis 80 % beiträgt.


Klimadaten fürLajres das Flores (54 m, 1961 bis 1990)

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mitteltemperatur (°C) 14,0 13,4 14,0 15,0 16,1 18,2 20,5 21,6 20,8 18,7 16,0 14,9 16,9
Niederschlag (mm) 265 149 149 78 98 78 75 76 66 225 137 44 1439
Niederschlagstage > 0,1 mm 22 21 21 19 20 18 15 16 18 21 22 23 236
Luftfeuchtigkeit (%) 80 81 74 77 72 78 79 77 74 74 72 74 76
Sonnenstunden pro Tag 1,51 1,77 3,17 3,94 4,89 6,35 5,25 6,86 5,16 3,37 3,51 1,91 3,98
Mittlere Windgeschwindigkeit (km/h) 22 22 23 26 19 17 17 17 20 22 15 20 20
Wassertemperatur (°C) 16,9 16,5 15,4 15,8 16,2 18,0 21,0 22,6 22,4 19,5 17,4 16,7 18,2

Mythologie

Die Ilha das Flores ist reich an volkstümlichen Geschichten, die eng mit ihrer abgeschiedenen Lage, dem vulkanischen Ursprung und der maritimen Geschichte verknüpft sind. Viele dieser Erzählungen spiegeln die Isolation der Insel wider und vermischen christliche Elemente mit vorchristlichen Vorstellungen von Geistern, Riesen und übernatürlichen Wesen.

Ein zentrales Motiv in der Mythologie der Azoren und damit auch der Flores ist die Verbindung zur versunkenen Kontinent Atlantis. Viele Einheimische und alte Seefahrererzählungen sehen die Azoren als die letzten Bergspitzen des untergegangenen Atlantis, und Flores, als westlichster Punkt, wird oft als besonders „verzauberter“ Rest des alten Kontinents betrachtet. Die vulkanischen Formationen, wie die imposanten Rocha dos Bordões – riesige basaltsäulenartige Säulen –, gelten lokal als versteinerte Stöcke oder Werkzeuge von Riesen, die einst auf der Insel lebten und Häuser bauten. Diese Legende erklärt die markanten geologischen Strukturen als Überreste einer mythischen Riesenrasse, die in einer Zeit vor der menschlichen Besiedlung existierte.

Eine der bekanntesten lokalen Legenden ist die von der Sereia da Ponta Ruiva (der Meerjungfrau von Ponta Ruiva). Im 16. Jahrhundert soll ein Fischer an der Nordküste eine schöne junge Frau mit rotblonden Haaren und blauen Augen gefunden haben, die aus dem Meer kam. Sie war eine Schiffbrüchige aus Irland, die von einer Welle an Land gespült wurde. Der Fischer brachte sie in sein Dorf, wo sie heiratete und Kinder bekam. Ihre Nachkommen hatten helle Haut, Sommersprossen und rotes Haar – daher der Name Ponta Ruiva („Rote Spitze“). Die Geschichte vermischt sich mit der Idee einer echten Meerjungfrau, die die Insel mit fremdem Blut bereicherte und bis heute in der Bevölkerung sichtbar ist.

Weitere Legenden ranken sich um Piraten und Schätze. Die Gruta de Enxaréus, eine riesige Meereshöhle an der Küste, soll ein Versteck für einen berühmten Piraten gewesen sein, der dort mit seiner Beute Schutz suchte. In der Zeit der englischen und spanischen Korsaren (16./17. Jahrhundert) plünderten Piraten die Insel mehrmals, und es heißt, dass verborgene Schätze noch immer in den Höhlen und unter den Klippen liegen. Ähnlich erzählen Geschichten von Geistern verunglückter Walfänger, die in den Gewässern um Flores spuken und nachts als leuchtende Gestalten erscheinen – ein Echo der langen Walfangtradition, die viele Inselbewohner nach Amerika führte.

Auch übernatürliche Wesen spielen eine Rolle: In den dichten Wäldern und um die Kraterseen sollen Feen, Geister oder „encantados“ (verzauberte Wesen) hausen, die Wanderer irreführen oder mit magischen Wassern heilen. Die heißen Quellen von Águas Quentes mit ihrem schwefligen Wasser werden als heilend betrachtet, und es gibt Erzählungen von Menschen, die durch sie von Krankheiten geheilt wurden – oder von Dämonen, die in den Dämpfen lauern. Eine weitere Geschichte handelt von einer „Caveira“ (Schädel), die als glühendes Gespenst auf einem Hügel erschien und für die Zweifel eines Verstorbenen an der Existenz des Jenseits strafte.

Geschichte

Im Jahr 1452 entdeckte Diogo de Teive die Inseln Flores und Corvo, besiedelt wurde die Insel erstmals um 1470 vom Flamen Wilhelm van der Haegen. Er verließ Flores jedoch einige Jahre später wieder, weil die Insel zu abgeschieden lag und keine regelmäßigen Bootsverbindungen nach Europa bestanden, welche die Ausfuhr der wertvollen Farbstoffpflanze Pastell hätte sichern können. Um 1500 schließlich folgten erste Siedler aus Portugal, die die Ortschaften Lajes das Flores und Santa Cruz das Flores gründeten. Sie machten die Insel urbar und pflanzten Getreide, Mais und Gemüse an. In den nächsten Jahrhunderten lebten die Einwohner weitgehend isoliert; aufgrund der abgeschiedenen Lage kamen nur selten Handelsschiffe von den Azoreninseln Faial und Terceira, um Walöl, Butter und Honig gegen Stoffe zu tauschen. Trotz der Isolation wurde Flores öfter von Seeräubern geplündert.

Eine Wende kam Mitte des 19. Jahrhunderts, als amerikanische Walfänger in den Gewässern der Azoren Jagd auf Pottwale machten. Viele Einwohner von Flores heuerten auf den Walfängern an. Eines der schönsten amerikanischen Walfangschiffe, die Wanderer, machte sogar bis 1924 Jagd auf Wale. 1963 errichteten die Franzosen eine Fernmeldestation auf Flores. Ein Krankenhaus, ein Elektrizitätswerk und ein Flughafen wurden in den folgenden Jahren errichtet und brachten der Insel finanziellen Aufschwung. Seit dem Abzug der Franzosen 1994 wird die Entwicklung des Tourismus forciert.

Frühzeit

Die Ilha das Flores war vor ihrer offiziellen Entdeckung durch Europäer unbewohnt und von vulkanischer Aktivität geprägt. Die letzten bekannten Eruptionen datieren auf etwa 3000 Jahre vor heute, wie geologische Studien zeigen. Frühe Berichte aus dem Mittelalter erwähnen vage "sieben Inseln der Azoren und zwei Inseln von Flores" (wobei Flores und Corvo gemeint sind), doch es gibt keine gesicherten Belege für eine Entdeckung vor dem 15. Jahrhundert. Einige Quellen, wie der Chronist Bartolomé de las Casas, berichten von Leichen, die an den Stränden angespült wurden und wie indigene Amerikaner aussahen – ein Hinweis, den Christoph Kolumbus notierte und der seine Annahme nährte, Indien liege jenseits des Ozeans. Dennoch deuten neuere Forschungen darauf hin, dass die Azoren möglicherweise bereits im frühen Mittelalter, zwischen 700 und 850, von Menschen besiedelt wurden, basierend auf Pollenanalysen und Sedimenten, die auf Landwirtschaft und Viehzucht hindeuten. Diese frühe Kolonisierung könnte von nordischen Seefahrern oder anderen Kulturen stammen, blieb aber vorübergehend und ohne bleibende Spuren.

Die Insel trug vor ihrer offiziellen Namensgebung Bezeichnungen wie São Tomás (nach Thomas Becket) oder Santa Iria, die später durch "Flores" ersetzt wurden – ein Name, der auf die üppige Blumenpracht der Insel zurückgeht, die von blauen Hortensien, Azaleen und endemischen Pflanzen dominiert wird. Die abgeschiedene Lage, etwa 1900 Kilometer vom portugiesischen Festland entfernt, machte Flores zu einem der westlichsten Punkte Europas und schützte sie vor früherer Kolonisierung, während sie durch starke Winde und Nebel isoliert blieb.

Pionierzeit

Die Entdeckung der Insel erfolgte im Sommer 1452 durch den portugiesischen Seefahrer Diogo de Teive und seinen Sohn João de Teive. Von Terceira aus segelten sie westwärts und sichteten als erste Azoren-Inseln im Westen die beiden Inseln Flores und Corvo. Diese Erkundung war Teil der großen portugiesischen Expansionsphase unter Prinz Heinrich dem Seefahrer (Infante Dom Henrique), der die Azoren als strategische Stützpunkte für den Atlantikhandel und die weitere Erschließung des Ozeans nutzen wollte. Die Entdeckung wurde bald in den Kartenwerken verzeichnet: Der Kapitän Pêro Velasco berichtete später Christoph Kolumbus persönlich von der Existenz dieser westlichsten Inseln, was zur besseren Kartographierung des Archipels beitrug. Als Belohnung für ihre Leistung erhielt Diogo de Teive das Zuckermonopol auf Madeira – eine äußerst lukrative Vergabe, die den Reichtum der Familie sicherte.

Nach der Entdeckung blieb Flores zunächst unbewohnt. Die Insel war ein unzugängliches, vulkanisches Eiland mit steilen Küsten, dichten Wäldern und einem extrem feuchten, windigen Klima, das eine dauerhafte Besiedlung zunächst unattraktiv machte. Erst 1470 begann die tatsächliche Kolonisierung, und zwar durch den flämischen Adligen Willem van der Haegen (auch Guilherme van der Haegen oder Wilhelm van der Haegen genannt). Er kam im Auftrag von Dona Maria de Vilhena, der Witwe des portugiesischen Inselherrn Fernão Teles de Meneses, nach Flores. Van der Haegen, der zuvor bereits auf Faial und Terceira gelebt hatte, ließ sich in Ribeira da Cruz (an der Nordküste) nieder und begann mit der systematischen Erschließung der Insel. Er kultivierte Weizen für den Export und vor allem die Färberwaid (Isatis tinctoria, portugiesisch Pastel), eine Pflanze, die einen wertvollen blauen Farbstoff lieferte und damals in Europa sehr begehrt war. Zudem erkundete er mögliche Mineralvorkommen, darunter Silber, und versuchte, die fruchtbaren Böden für die Landwirtschaft zu nutzen.

Die ersten Jahre waren jedoch äußerst schwierig: Die Isolation war enorm – es gab kaum regelmäßige Schiffsverbindungen, das Klima war rau, und die Arbeit war mühsam. Nach etwa zehn Jahren gab Van der Haegen auf und verließ die Insel wieder. Er siedelte zunächst nach Terceira und später nach São Jorge über, wo er erfolgreicher war. Trotz seines Rückzugs blieb sein Versuch der erste konkrete Schritt zur Besiedlung.

Ab etwa 1504, unter dem neuen Charterinhaber João Fonseca, setzte eine neue Welle der Kolonisierung ein. Nun strömten Siedler vor allem aus Nordportugal (Minho, Trás-os-Montes und Beiras) auf die Insel. Sie gründeten die ersten dauerhaften Siedlungen: Lajes das Flores (an der Südostküste) und Santa Cruz das Flores (an der Ostküste), sowie kleinere Häfen wie Armoeira. Die Neuankömmlinge rodeten Land, bauten Terrassen an den Hängen und legten Felder für Getreide, Mais, Gemüse und Obst an. Sie brachten Vieh (Rinder, Schafe, Ziegen) mit und etablierten eine klassische Subsistenzwirtschaft, ergänzt durch den Export von Färberwaid und später auch von Butter, Käse und Honig.

Unter König Manuel I. (Regierungszeit 1495 bis 1521) wurde die Besiedlung schließlich dauerhaft und staatlich gefördert. Von 1510 bis 1520 wurde Santa Cruz das Flores zur Vila (Stadt) erhoben und zum offiziellen Hauptort der Insel erklärt. Die Bevölkerung wuchs langsam, aber stetig – von wenigen Dutzend Siedlern in den 1470er Jahren auf einige Hundert bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Viele Ortsnamen (Ribeira da Cruz, Lajes, Santa Cruz, Fajãzinha, Ponta Delgada) stammen aus dieser Zeit und spiegeln die Herkunft der Siedler wider. Die ersten Kirchen und Kapellen wurden errichtet, und die Insel entwickelte sich zu einem kleinen, aber funktionierenden portugiesischen Außenposten im Atlantik.

Kolonialzeit

Die Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert waren für die Ilha das Flores eine Zeit relativer Isolation und langsamer, aber stetiger Entwicklung. Nach der offiziellen Besiedlung ab etwa 1470 und der Erhebung von Santa Cruz das Flores zur Vila um 1510–1520 lebten die Bewohner weitgehend abseits der großen europäischen und atlantischen Schifffahrtsrouten. Die Insel lag am äußersten westlichen Rand des Archipels, und regelmäßiger Schiffsverkehr war selten. Nur sporadisch legten Segelschiffe von Faial, Terceira oder São Miguel an, um lokale Produkte wie Walöl, Butter, Honig, Käse und Getreide gegen Stoffe, Werkzeuge, Salz und andere Güter einzutauschen. Die Wirtschaft basierte auf Subsistenz: Ackerbau (Weizen, Mais, Gerste, Gemüse), Viehzucht (Rinder, Schafe, Ziegen) und Küstenfischerei. Ein wichtiger Exportartikel war lange Zeit die Färberwaid (Pastel), die als wertvoller blauer Farbstoff nach Europa verkauft wurde; später kam in geringem Umfang auch Indigo hinzu.

Die Abgeschiedenheit schützte die Insel einerseits vor großen Konflikten, machte sie andererseits aber auch zu einem leichten Ziel für Piraten und Freibeuter. Im 16. und frühen 17. Jahrhundert litt Flores wiederholt unter Angriffen englischer und holländischer Korsaren. Der berühmteste Vorfall war die Plünderung der portugiesischen Karacke Madre de Deus im August 1592 durch Sir Walter Raleigh. Das Schiff, das von Ostindien zurückkehrte und mit Gewürzen, Juwelen, Perlen und Seide beladen war, wurde vor Flores aufgebracht. Der Schatz war so gewaltig, dass er etwa die Hälfte des damaligen englischen Staatsschatzes ausmachte. Raleighs Männer plünderten das Schiff, bevor sie es nach England brachten – ein Ereignis, das Flores kurzzeitig ins internationale Bewusstsein rückte.

Noch bedrohlicher war der Pirat Peter Easton, der in den 1610er Jahren mit einer Flotte von bis zu 40 Schiffen die Azoren unsicher machte. Easton machte Flores zu einem seiner regelmäßigen Stützpunkte, versorgte sich dort mit Fleisch, Wasser und Holz und soll sogar die Tochter eines lokalen Kapitäns geheiratet haben. König Philipp II. von Portugal (als Philipp III. von Spanien) befahl 1611 die Verfolgung Eastons, doch der Pirat entkam, während einige lokale Kollaborateure verhaftet und hingerichtet wurden.

International bekannt wurde die Insel durch die „Schlacht von Flores“ am 31. August 1591. Die englische Flotte unter Lord Thomas Howard, die spanische Silberflotte abfangen wollte, wurde von 53 spanischen Kriegsschiffen unter Alfonso de Bazán überrascht. Das Schiff Revenge unter Sir Richard Grenville kämpfte allein 15 Stunden gegen die Übermacht, bevor es kapitulierte und später sank. Dieses heldenhafte Gefecht wurde von Alfred Lord Tennyson in seinem berühmten Gedicht „The Revenge“ verewigt und machte die Gewässer um Flores zu einem Ort legendärer Seeschlachten.

Trotz dieser dramatischen Ereignisse blieb die Insel administrativ unter der Kapitänschaft der Azoren (Capitania das Ilhas dos Açores) und konzentrierte sich auf Selbstversorgung. Die Bevölkerung wuchs langsam von wenigen Hundert im frühen 16. Jahrhundert auf etwa 4.000–5.000 Einwohner gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Um Schutz vor Piraten zu bieten, wurden kleine Forts errichtet, darunter das Forte de São João Baptista in Lajes das Flores. Gleichzeitig entstanden zahlreiche Kirchen und Kapellen, die bis heute das Ortsbild prägen – darunter die barocken Hauptkirchen in Santa Cruz und Lajes.

Die Isolation förderte eine sehr enge, familienbasierte Gemeinschaft, die stark von katholischer Tradition, religiösen Festen und lokalen Legenden geprägt war. Die Bewohner lebten in einer Welt aus Landwirtschaft, Fischerei und kleinem Handel, ohne nennenswerte industrielle Entwicklung. Wirtschaftliche Stagnation, wiederholte Plünderungen und die Abhängigkeit von sporadischen Schiffen hielten die Insel lange in einem Zustand der Rückständigkeit.

Umbruchszeit

Das 19. Jahrhundert brachte für die Ilha das Flores eine allmähliche, aber spürbare Öffnung nach außen, die vor allem durch den aufkommenden Walfang ausgelöst wurde, während die Insel weiterhin stark von ihrer Abgeschiedenheit und agrarischen Wirtschaft geprägt blieb. Bis dahin hatte Flores fast ausschließlich von Subsistenzlandwirtschaft (Getreide, Gemüse, Viehzucht) und kleinem Handel mit Färberwaid (Pastel) gelebt; nun entstanden neue Einkommensquellen und kulturelle Kontakte.

Der Walfang wurde zum entscheidenden Motor der Veränderung. Bereits ab den 1760er Jahren, verstärkt jedoch ab den 1830er und 1840er Jahren, begannen amerikanische Walfänger aus New Bedford, Nantucket und New London, die Gewässer um die Azoren intensiv zu nutzen. Die Azoren lagen auf der Route zu den großen Fanggründen im Nordatlantik und boten ideale Versorgungspunkte. Viele Florentiner heuerten als Harpunierer, Bootsleute oder Köche auf diesen Schiffen an – die Löhne waren für damalige Verhältnisse hoch und ermöglichten es vielen Familien, sich ein kleines Haus zu bauen oder Land zu erwerben. Besonders bekannt wurde das Schiff Wanderer, das zwischen 1878 und 1924 operierte und regelmäßig Flores anlief; zahlreiche Einheimische fuhren auf ihr mit und brachten neue Techniken, Geschichten und sogar amerikanische Gewohnheiten zurück.

Ein dramatisches Ereignis des Jahrhunderts war der Besuch der konföderierten CSS Alabama während des Amerikanischen Bürgerkriegs. Am 6. September 1862 versenkte der berüchtigte Handelsstörer unter Kapitän Raphael Semmes vor der Küste von Flores mehrere Handelsschiffe, darunter die amerikanischen Walfänger Starlight und Whaler. Die Besatzungen wurden an Land gebracht, und die Inselbewohner versorgten sie mit Lebensmitteln und Unterkunft. Dieses Ereignis brachte kurzzeitig internationales Aufsehen und verstärkte den Kontakt zur Außenwelt, auch wenn es für die lokale Bevölkerung vor allem eine willkommene Gelegenheit für Tauschgeschäfte bedeutete.

Trotz dieser neuen Verbindungen blieb die Isolation groß: Es gab keine regelmäßigen Dampfschiffslinien, und die Kommunikation erfolgte weiterhin per Segelschiff. Briefe brauchten Wochen oder Monate, und die Insel war weitgehend auf Selbstversorgung angewiesen. Die Wirtschaft blieb agrarisch; der Anbau von Getreide, Mais, Kartoffeln und Gemüse sowie die Viehzucht standen im Vordergrund. Erst gegen Ende des Jahrhunderts entstanden kleine Industrien, vor allem die Verarbeitung von Walöl in der Boqueirão-Fabrik in Santa Cruz das Flores. Diese Fabrik, die ab den 1870er Jahren aktiv war, produzierte Walöl für Lampen und Seife und schuf einige Arbeitsplätze – sie blieb bis ins frühe 20. Jahrhundert in Betrieb und ist heute ein Industriedenkmal.

Politisch folgte Flores den Entwicklungen des portugiesischen Mutterlandes. Die liberalen Revolutionen von 1820 und 1834, die Einführung der konstitutionellen Monarchie und die spätere Monarchiekrise (1890er Jahre) wurden auf der Insel zwar wahrgenommen, hatten aber nur begrenzte direkte Auswirkungen. Die Verwaltung blieb zentralisiert, und die lokale Elite (meist Grundbesitzer und Kaufleute) war eher konservativ. Die größte soziale Herausforderung war die massive Auswanderungswelle nach Nordamerika, insbesondere in die USA (Neuengland) und Kanada. Armut, wiederholte Missernten, starke Stürme (wie der verheerende Orkan von 1860) und die begrenzten Möglichkeiten auf der Insel trieben Tausende junger Männer und Familien zur Auswanderung. Viele kehrten später zurück oder schickten Geld, das den Bau von Häusern und die Verbesserung der Lebensverhältnisse ermöglichte.

Weltkriegsära

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Flores noch stark von ihrer historischen Abgelegenheit geprägt, die durch unregelmäßige Schiffsverbindungen und das Fehlen moderner Kommunikationsmittel verstärkt wurde. Die Wirtschaft basierte hauptsächlich auf Subsistenzlandwirtschaft, mit Anbau von Getreide wie Weizen, Gerste und Mais, Gemüse sowie der Zucht von Vieh, ergänzt durch Fischerei und den schwindenden Walfang. Der Walfang hielt bis in die 1920er Jahre an, ging aber stark zurück. Amerikanische Walfangschiffe wie die Wanderer, die von 1878 bis 1924 operierte, nutzten die Gewässer um Flores als Jagdgebiet für Pottwale und rekrutierten lokale Bewohner als Harpunierer und Matrosen, was zu kulturellen Austauschen und Emigrationswellen nach Neuengland führte. Der kommerzielle Walfang endete offiziell in den Azoren erst in den frühen 1980er Jahren, mit dem letzten getöteten Wal auf Flores um 1981, obwohl die Aktivitäten bereits abnahmen. Die Boqueirão-Walfabrik in Santa Cruz, die Walöl und andere Produkte verarbeitete, war bis ins frühe 20. Jahrhundert aktiv und symbolisierte den Übergang von einer maritimen zu einer landbasierten Wirtschaft.

Infrastrukturell begann der Fortschritt früh: 1909 wurde die Funkstation Radio-Flores eingerichtet, die die Kommunikation mit dem Festland und anderen Inseln erleichterte und die Isolation milderte. 1925 folgte die Einführung von Punkt-zu-Punkt-Telefonverbindungen, die den Alltag der etwa 8000 Einwohner in den 1950er Jahren – der Höchststand im 20. Jahrhundert – verbesserte. Die Bevölkerung, die im 18. Jahrhundert ihren Peak mit rund 10.000 Einwohnern erreicht hatte, halbierte sich allmählich durch Emigration, bedingt durch wirtschaftliche Härten, Naturkatastrophen wie Stürme und Erdrutsche sowie den Mangel an Chancen, und sank bis Ende des Jahrhunderts auf etwa 3800. Viele Florentiner wanderten in die USA oder nach Kanada aus, oft über die Walfangrouten, was zu einer alternden Bevölkerung und entvölkerten Dörfern führte.

Politisch spiegelte Flores die Entwicklungen Portugals wider. Unter der Diktatur von António de Oliveira Salazar (1932 bis 1968) und dem Estado Novo-Regime (bis 1974) herrschte Stabilität, aber auch Unterdrückung und wirtschaftliche Stagnation. Die Insel profitierte von zentralen Subventionen für Landwirtschaft, blieb aber marginalisiert. Der Zweite Weltkrieg verstärkte die strategische Bedeutung der Azoren insgesamt: Portugal blieb neutral, erlaubte aber den Alliierten ab 1943 die Nutzung von Basen auf den Inseln, darunter Flugfelder auf Terceira und Faial, was indirekt auch Flores beeinflusste durch erhöhten Schiffsverkehr und Versorgungsrouten. Flores selbst hatte keine direkten Militärbasen, profitierte aber von der allgemeinen Aufwertung des Archipels als transatlantischer Brückenkopf.

Moderne Zeit

Die Nachkriegszeit brachte den größten Aufschwung durch internationale Kooperationen. Ab 1963 errichteten die Franzosen unter einem militärischen Abkommen mit Portugal eine Raketenüberwachungs- und Satellitenverfolgungsstation auf Flores, die 1966 eröffnet wurde und bis 1994 betrieben wurde. Diese Einrichtung, die als Abhörposten, Wetterbeobachtungsstelle und Navigationszentrum diente, schuf zahlreiche Jobs für Einheimische und führte zu einem wirtschaftlichen Boom. Die Franzosen investierten massiv in Infrastruktur: Sie bauten Straßen (zum Beispiel von Cedros nach Ponta Delgada), ein Krankenhaus, ein Elektrizitätswerk, ein kleines Stadtviertel und das Hotel dos Franceses (heute Servi Flor). 1968 wurde der Flughafen Santa Cruz das Flores eröffnet, zusammen mit einem neuen Hafen, was die Erreichbarkeit revolutionierte – Flüge nach Bordeaux waren günstiger als nach Lissabon, was den kulturellen Austausch förderte und viele Ältere bis heute Französisch sprechen lässt. Diese Entwicklungen brachen die jahrhundertealte Isolation und integrierten Flores besser in den Archipel.

Die Nelkenrevolution von 1974, die das Ende der Diktatur einleitete, brachte Demokratie und Autonomie für die Azoren als autonome Region Portugals. Flores profitierte von neuen Freiheiten und Investitionen, doch die Emigration hielt an. Der EU-Beitritt Portugals 1986 öffnete Türen zu Fördermitteln, die in Landwirtschaft, Fischerei und aufkeimenden Tourismus flossen. Der Tourismus begann zaghaft in den 1970er Jahren, unterstützt durch die natürliche Schönheit der Insel – Kraterseen, Wasserfälle und Lorbeerwälder –, und gewann an Fahrt nach dem Abzug der Franzosen 1994, als die Station geschlossen wurde und die Insel auf neue Einnahmequellen angewiesen war. Bedeutende Ereignisse prägten das Jahrhundert: 1965 strandete der Frachter Papadiamantis vor der Küste, 1986 kam das Fernsehen auf die Insel, und 1987 verursachte ein Erdrutsch Schäden in Ponta da Fajã Grande. Vulkanisch blieb Flores ruhig, ohne Eruptionen seit der Besiedlung, was Stabilität gewährleistete, doch geologische Risiken wie Erdrutsche blieben präsent.

Seit dem 21. Jahrhundert hat sich die Ilha das Flores zu einem Tourismus-Hotspot entwickelt, der ihre natürliche Schönheit nutzt. 2009 wurde die gesamte Insel als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt, einschließlich Schutzgebieten um den Morro Alto und Küstenstreifen, was den Ökotourismus fördert – Wanderungen, Walbeobachtung und Besuche von Kraterseen ziehen Besucher an. Während der gesamten Coronazeit hatte die Ilha das Flores extrem niedrige Infektionszahlen, war jedoch durch die Maßnahmen massiv betroffen.​ Der Tourismus brach um bis zu 70 % ein, es gab Teststationen an Flughäfen und Gesundheitszentren, und erst 2023 begann sich das Leben wieder zu normalisieren.

Verwaltung

Flores gehört als Inseldistrikt zur Autonomen Region der Azoren der Republik Portugal.


Herrschaftsgeschichte

  • 1452 bis 1. März 1504 Königreich Portugal (Reino de Portugal
  • 1. März 1504 bis 1570 Lehen Flores und Corvo (Donatario da ilha do Flores e da ilha do Corvo) des Königreichs Portugal (Reino de Portugal
  • 1570 bis 1593 Orden Christi (Ordem de Cristo)
  • 1593 bis 1. Dezember 1640 Lehen Flores und Corvo (Donatario da ilha do Flores e da ilha do Corvo) des Königreichs Spanien (Reino de España
  • 1. Dezember 1640 bis 2. August 1766 Lehen Flores und Corvo (Donatario da ilha do Flores e da ilha do Corvo) des Königreichs Portugal (Reino de Portugal)
  • 2. August 1766 bis August 1807 Generalkapitanie der Azoren (Capitania-geral dos Açores) innerhalb des Königreichs Portugal (Reino de Portugal)
  • August 1807 bis Mai 1814 Vereinigtes Königreich (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • Mai 1814 bis 4. Juni 1832 Generalkapitanie der Azoren (Capitania-geral dos Açores) innerhalb des Königreichs Portugal (Reino de Portugal)
  • 4. Juni 1832 bis 28. Juli 1833 Provinz Azoren (Provincia dos Açores) im Königreich Portugal (Reino de Portugal)
  • 28. Juli 1833 bis 18. Juli 1835 Provinz Westliche Azoren (Provincia Ocidental dos Açores) im Königreich Portugal (Reino de Portugal)
  • 18. Juli 1835 bis 28. März 1836 Bezirk Westliche Azoren (Distrito Ocidental dos Açores) des Königreichs Portugal (Reino de Portugal)
  • 28. März 1836 bis 18. November 1895 Bezirk Horta (Distrito de Horta) des Königreichs Portugal (Reino de Portugal)
  • 18. November 1895 bis 5. Oktober 1910 Autonomer Bezirk Horta (Distrito Autónomo de Horta) im Königreich Portugal (Reino de Portugal)
  • 5. Oktober 1910 bis 27. August 1975 Autonomer Bezirk Horta (Distrito Autónomo de Horta) innerhalb der Republik Portugal (República Portugesa)
  • 27. August 1975 bis 27. August 1976 Regionale Junta der Azoren (Junta Regional dos Açores) innerhalb der Republik Portugal (República Portugesa)
  • seit 27. August 1977 Autonome Region Azoren (Região Autónoma dos Açores) innerhalb der Republik Portugal (República Portugesa)

Legislative und Exekutive

Die Ilha das Flores ist administrativ in zwei Kreise bzw. Gemeinden (concelhos) unterteilt: Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores. Jede dieser Gemeinden verfügt über eigene lokale Regierungsorgane. Die Câmara Municipal (Gemeinderat) ist die Exekutive der Gemeinde, geführt von einem Bürgermeister (Presidente da Câmara), der gemeinsam mit weiteren direkt gewählten Ratsmitgliedern öffentliche Dienste, Infrastruktur, örtliche Planung und lokale Aufgaben umsetzt. Die Assembleia Municipal (Gemeindeversammlung) istj die Legislatives Gremium auf Gemeindeebene, das aus gewählten Vertretern besteht und die Exekutive kontrolliert sowie lokale Beschlüsse bestätigt.

Diese lokalen Institutionen regeln die konkrete Selbstverwaltung vor Ort, zum Beispiel kommunale Infrastruktur, Kultur, Grundversorgung, Gemeindeplanung und lokale Steuern. Auf der Insel gibt es zusätzlich einen Conselho da Ilha, „Inselrat“, mit beratender Funktion. Dieseer setzt sich zusammen aus Vertretern beider Gemeinden (Bürgermeister, Mitglieder der Gemeindeversammlungen), den Präsidenten der Freguesias (Ortsteile) und weiteren gesellschaftlichen Gruppen. Dieses Gremium berät den Regionalregierung der Azoren zu Inselspezifika, hat aber keine eigene gesetzgebende oder exekutive Macht.

Inseloberhaupt

Höchste Repräsentanten der Insel sind Bürgermeister (presidentes de câmara) der beiden Gemeinden.


Capitãos (Hauptleute)

  • 1452 - 1472?  Diogo de Teive
  • 1472? - 1475  João de Teive

Capitãos donatário da ilha do Flores e da ilha do Corvo (Lehensherren der Inseln Flores und Corvo)

  • 28 Jan 1475 - 1 Apr 1477  Fernão Teles de Meneses (1431 - 1477)
  • 1 Apr 1477 - 1504  Maria de Vilhena [w] & Rui Teles
  • 1 Mar 1504 - 1526  João da Fonseca
  • 6 Aug 1526 - 1548  Pêro da Fonseca
  • 12 Jan 1548 - 1593  Gonçalo de Sousa da Fonseca
  • 17 Sep 1593 - 1608  Francisco de Mascarenhas, Conde de Vila da Horta e Conde de Santa Cruz (um 1530 - 1608)
  • 3 Jan 1608 - 1650 Martinho de Mascarenhas, Conde de Santa Cruz
  • 15 Jun 1650 - 1657 Brites de Mascarenhas [w] (um 1610 - 1657) & João de Mascarenhas, Conde de Santa Cruz (um 1600 - 1668)
  • 30 Jun 1657 - 1676 Martinho de Mascarenhas, Conde de Santa Cruz (um 1630 - 1676)
  • 1676 - 1692 João de Mascarenhas, Conde de Santa Cruz e Marquês de Gouveia [bestätigt 4 Apr 1682] (1650 - 1691)
  • 2 Jul 1692 - 1723 Martinho de Mascarenhas, Conde de Santa Cruz e Marquês de Gouveia (1681 - 1723)
  • 1723 - 13 Jan 1759 José de Mascarenhas da Silva e Lencastre, marquês de Gouveia, Conde de Santa Cruz e Duque de Aveiro (1708 - 1759)
  • 1815 - 1832 Pedro José Caupers (1761 - 1834)

Politische Gruppierungen

Auf Flores sind folgende Parteien aktiv:

  • PSD (Partido Social Democrata / Sozialdemokratische Partei), zentristisch-konservativ, auf den Azoren eine der großen Kräfte.
  • PS (Partido Socialista / Sozialistische Partei), traditionell stark auf den Azoren.
  • CH (CHEGA), rechts-/populistisch-konservative Partei, die in jüngeren Wahlen Sitze im azoreanischen Regionalparlament gewann.
  • BE (Bloco de Esquerda / Linkes Bündnis bzw. Linke Block-Partei), mit Repräsentation im Regionalparlament.
  • IL (Iniciativa Liberal / Liberale Partei), ebenfalls im Regionalparlament vertreten.
  • PAN (Pessoas-Animais-Natureza / Menschen-Tiere-Natur), Partei mit Fokus auf Umwelt- und Tierschutzthemen.
  • CDS-PP (Centro Democrático Social / Partido Popular / Christlich-demokratische/konservative Partei), oft Teil von Koalitionen (speziell mit PSD).
  • PPM (Partido Popular Monárquico / Monarchistische Volkspartei), kleine monarchistische Partei; häufig zusammen mit PSD/CDS-PP als Koalition angetreten.
  • Coligações (Koalitionen), bei regionalen Wahlen treten mitunter auch vor-elektorale Koalitionen wie PSD/CDS-PP/PPM gemeinsam an.

Dazu kommen weitere bei Wahlen antretende Parteien ohne Mandat, unter anderem UDC (Unidade Democrática Coalition, auch CDU bzw. PCP+GRÉV/PEV) oder andere kleine Gruppen, die gelegentlich kandidierten, aber keine Sitze gewannen.

Justizwesen und Kriminalität

Das Justizwesen auf der Ilha das Flores ist in das portugiesische Rechtssystem und die autonome Region Azoren eingebettet. Die Insel gehört zur Comarca dos Açores (Gerichtsbezirk der Azoren), die für das gesamte Archipel zuständig ist. Das Gericht der Insel ist das Tribunal Judicial da Comarca dos Açores – Núcleo de Santa Cruz das Flores, ein kleines lokales Gericht (Juízo Local) mit Sitz im Palácio da Justiça in der Hauptstadt Santa Cruz das Flores. Es behandelt zivilrechtliche, strafrechtliche und familiäre Angelegenheiten sowie kleinere Straftaten. Schwere Verfahren werden oft an das zentrale Gericht in Ponta Delgada (São Miguel) oder andere Inseln verwiesen. Das Ministério Público (Staatsanwaltschaft) hat ebenfalls eine Vertretung vor Ort, die in den gleichen Räumlichkeiten untergebracht ist.

Die Polizei ist auf Flores durch zwei Hauptkräfte vertreten: Die Polícia de Segurança Pública (PSP) betreibt eine kleine Esquadra in Santa Cruz das Flores (im ehemaligen Bairro dos Franceses) und ist für die städtische Sicherheit, Verkehrskontrolle und allgemeine Polizeiarbeit zuständig. Die Guarda Nacional Republicana (GNR) übernimmt die ländlichen und küstennahen Gebiete, Grenz- und Zollschutz sowie maritime Überwachung. Schwere Verbrechen werden von der Polícia Judiciária (PJ) untersucht, die jedoch keine permanente Präsenz hat und von São Miguel aus operiert. Aufgrund der geringen Bevölkerung (ca. 3.800 Einwohner) und der Abgeschiedenheit sind die Polizeikräfte klein und arbeiten eng mit den lokalen Behörden zusammen.

Die Kriminalität auf Flores ist extrem niedrig und gehört zu den geringsten in ganz Portugal. Die Insel weist eine der niedrigsten Kriminalitätsraten des Landes auf: Im Jahr 2023 verzeichnete der Konseil Santa Cruz das Flores nur etwa 94 Straftaten (inklusive kleinerer Delikte), Lajes das Flores sogar nur 18. Zum Vergleich: Die gesamten Azoren hatten 2023 rund 9.788 Straftaten bei zirka 240.000 Einwohnern, wobei Flores und Corvo die niedrigsten Zahlen aufweisen. Die Kriminalitätsrate lag 2023 bei etwa 12 bis 13 Fällen pro 1.000 Einwohner in den Gemeinden von Flores – weit unter dem nationalen Durchschnitt von etwa 33 pro 1.000. Gewaltverbrechen sind fast unbekannt; die meisten Vorfälle betreffen leichte Diebstähle, Verkehrsdelikte, kleinere Drogenbesitze oder häusliche Konflikte.

Typische Delikte sind selten und meist harmlos: Gelegentliche Fälle von Drogenbesitz (zum Beispiel Cannabis), kleinere Diebstähle oder Verkehrsverstöße. Schwere Verbrechen wie Mord oder Raub gibt es praktisch nicht. Die Azoren insgesamt gelten als eine der sichersten Regionen Europas, und Flores ist aufgrund ihrer Isolation und kleinen Bevölkerung noch sicherer. Die Bewohner und Besucher berichten von einem Gefühl absoluter Sicherheit – es ist üblich, dass Türen unverschlossen bleiben und man nachts allein spazieren gehen kann.

Flagge und Wappen

Die Ilha das Flores besitzt als einzelne Insel keine eigene Flagge oder ein eigenes Wappen. Sie ist Teil der Autonomen Region der Azoren und verwendet daher die offiziellen Symbole der gesamten Region. Die Flagge der Azoren (Bandeira dos Açores) ist eine blau-weiße Bicolor-Flagge mit einem blauen Feld am Liek (verhältnismäßig etwas größer) und einem weißen Feld am Fliegende. Im Zentrum befindet sich ein goldenes, stilisiertes Wappentier – ein fliegender Habicht (portugiesisch: açor) –, über dem neun goldene fünfzackige Sterne in einem Bogen angeordnet sind. In der oberen Ecke am Liek ist das portugiesische Wappenschild platziert, das die Zugehörigkeit zu Portugal symbolisiert. Die neun Sterne stehen für die neun Inseln des Archipels (einschließlich Flores und Corvo). Die Flagge wurde 1979 offiziell angenommen und basiert auf historischen liberalen Flaggen aus dem 19. Jahrhundert.

Das Wappen der Azoren (Brasão das Regiões Autônomas dos Açores) zeigt ein silbernes Schild mit einem blauen Habicht (Flügel ausgebreitet, rote Füße, Schnabel und Zunge), umgeben von einem roten Bord mit neun goldenen Sternen. Es wird auf der Flagge und in offiziellen Dokumenten verwendet.

Auf der Insel Flores selbst sind diese Symbole allgegenwärtig: Sie wehen an öffentlichen Gebäuden, Schulen, dem Flughafen und bei Festen. Die beiden Gemeinden der Insel – Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores – haben jeweils eigene Gemeindewappen und -flaggen, die Elemente wie Hortensien (die typischen Blumen der Insel), Kühe oder Wellen enthalten und oft den Azoren-Habicht zeigen, aber diese sind rein kommunal und nicht für die gesamte Insel repräsentativ.

Hauptort

Der erste Siedler, der flämische Adlige Willem van der Haegen (Guilherme van der Haegen), ließ sich ab 1470 in Ribeira da Cruz nieder. Er baute dort ein erstes Gut und kultivierte Land. In den ersten Jahrzehnten der Besiedlung (1470 bis um 1510) galt Ribeira da Cruz als wichtigster Ort der Insel. Es war der Ausgangspunkt der Kolonisierung, und viele der ersten Siedler lebten dort. Ab etwa 1504 bis 1510 siedelten weitere Portugiesen in der Gegend von Lajes das Flores (damals oft einfach „Lajes“ genannt). Lajes wurde zunächst parallel zu Ribeira da Cruz besiedelt und war zeitweise ebenfalls ein wichtiges Zentrum. Es gab sogar eine Phase, in der Lajes und Santa Cruz um die Vorherrschaft konkurrierten.

Nach der offiziellen Erhebung zur Vila um 1510/20 setzte sich Santa Cruz endgültig als Hauptort durch, weil es eine günstigere, geschützte Bucht für Schiffe hatte, die Kirche und die Verwaltungsgebäude dort errichtet wurden und es zentraler auf der Ostseite der Insel lag. Lajes blieb jedoch eine eigenständige Gemeinde (seit 1895 offiziell Município Lajes das Flores) und ist bis heute der zweite Hauptort der Insel. Ribeira da Cruz verlor seine Bedeutung und ist heute nur noch ein kleiner Ortsteil von Santa Cruz das Flores.

Verwaltungsgliederung

Flores ist in zwei Kreise mit 2 Kreise (concelhos) mit 11 Ortschaften (freguesias) unterteilt.

concelho / freguesia LAU-Code Fläche (km²) Einwohner 2011 Dichte (E/km²)
Fajã Grande 480101 12,97 202 16
Fajãzinha 480102 6,16 76 12
Fazenda 480103 9,47 257 27
Lajedo 480104 6,79 93 14
Lajes das Flores 480105 18,79 627 33
Lomba 480106 9,87 206 21
Mosteiro 480107 5,99 43 7
Kreis Lajes das Flores 4801 70,04 1.504 21
Caveira 480201 3,28 77 23
Cedros 480202 10,30 128 12
Ponta Delgada 480203 17,65 359 20
Santa Cruz das Flores 480204 39,68 1.725 43
Kreis Santa Cruz das Flores 4802 70,91 2.289 32


           Verwaltungseinheiten:

           2 conselhos (Bezirke)

                       11 freguesias (Ortschaften)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 143,1 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1849             10 840                75,75

           1864             10 508                73,43

           1878                9 697               67,76

           1890                8 837               61,75

           1900                8 127               56,79

           1911                7 220               50,45

           1920                6 720               46,96

           1930                6 992               48,86

           1940                7 447               52,04

           1950                7 850               54,86

           1960                6 583               46,00

           1970                5 630               39,34

           1981                4 352               30,71

           1991                4 329               30,55

           2000                3 950               27,60

           2001                3 941               27,54

           2002                3 949               27,60

           2003                3 970               27,74

           2004                3 991               27,89

           2005                3 990               27,89

           2006                3 970               27,73

           2007                3 940               27,54

           2008                3 900               26,97

           2009                3 850               26,90

           2010                3 800               26,83

           2011                3 793               26,77

           2012                3 780               26,40

           2013                3 760               26,27

           2014                3 740               26,13

           2015                3 720               26,00

           2016                3 692               25,80

           2017                3 650               25,51

           2018                3 628               25,35

           2019                3 628               25.35

           2020                3 530               24,67

           2021                3 428               23,96

           2022                3 430               23,97

           2023                3 530               24,67

           2024                3 627               25,34


Die Bevölkerung sank von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,472 % pro Jahr.


Bevölkerungsaufteilung 2002:

  • Bevölkerungszahl insgesamt  3.949
  • männlich  1.981 (50,16 %)
  • weiblich  1.968 (49,84 %)

Volksgruppen

Die Bevölkerung der Ilha das Flores besteht fast ausschließlich aus Portugiesen mit azoreanischer Herkunft. Die Azoren wurden im 15. und 16. Jahrhundert hauptsächlich von Siedlern aus Nord- und Mittelportugal (insbesondere Minho, Trás-os-Montes und den Beiras) besiedelt. Auf Flores kamen in den ersten Jahrzehnten auch einige flämische (niederländische) und französische Siedler hinzu, darunter der erste Kolonisator Willem van der Haegen (Guilherme van der Haegen), doch deren Einfluss verschwand durch Vermischung und Emigration fast vollständig.

Es gibt keine nennenswerten Minderheiten oder eingewanderten Volksgruppen. Die wenigen Zugezogenen (meist aus dem portugiesischen Festland, anderen Azoren-Inseln oder gelegentlich aus Frankreich, Deutschland oder den USA) sind meist Rentner oder Naturliebhaber, die sich dauerhaft niederlassen. Historisch gab es durch die Auswanderung nach Nordamerika (vor allem Neuengland und Kanada) viele „Rückkehrer“ und Nachkommen von Emigranten, die ihre azorischen Wurzeln bewahren.

Sprachen

Die Ilha das Flores ist sprachlich sehr einheitlich: Die einzige Alltagssprache und Amtssprache ist Portugiesisch in seiner azorischen Variante. Fast alle der etwa 3.800 Einwohner sprechen ausschließlich Portugiesisch als Muttersprache und verwenden den typischen azoreanischen Dialekt (portugiesisch: „açoriano“ oder „dialecto açoriano“).

Der azorische Dialekt unterscheidet sich deutlich vom Standardportugiesisch des Festlandes (Portugal) und auch von anderen azorischen Dialekten (zum Beispiel dem von São Miguel oder Terceira). Auf Flores ist er besonders weich und melodisch, mit folgenden typischen Merkmalen:

  • Sehr offene Vokale (zum Beispiel „casa“ wird fast wie „cáza“ ausgesprochen).
  • Häufiges Weglassen oder Weichzeichnen von Konsonanten (zum Beispiel „facto“ wird zu „fato“ oder sogar „fatu“).
  • Besondere Intonation und eine langsame, singende Sprechweise.
  • Viele lokale Wörter und Ausdrücke, die auf dem Festland unbekannt sind (zum Beispiel „bodega“ für kleines Geschäft, „freguesia“ für Gemeinde, oder spezielle Bezeichnungen für Wetterphänomene).

Der Dialekt ist so ausgeprägt, dass Portugiesen vom Festland manchmal Schwierigkeiten haben, die Florentiner sofort zu verstehen – besonders ältere Menschen sprechen sehr stark dialektal. Jüngere Einwohner und Menschen, die auf dem Festland studiert haben, sprechen jedoch meist eine Mischung aus Dialekt und Standardportugiesisch.

Aufgrund der geografischen Lage und der Geschichte gibt es auf Flores eine relativ hohe Fremdsprachenkompetenz, insbesondere bei jüngeren Menschen und im Tourismus. Englisch ist die wichtigste Fremdsprache und wird in Schulen ab der Grundschule unterrichtet. Viele Einwohner, besonders in der Gastronomie, im Hotelgewerbe und bei Führungen, sprechen gutes bis sehr gutes Englisch. Das liegt auch daran, dass viele Familien Verwandte in den USA oder Kanada haben (durch die große Auswanderung im 20. Jahrhundert).

Französisch ist ebenfalls weit verbreitet, vor allem bei älteren Generationen. Das hängt mit der französischen Raketenstation zusammen, die von 1966 bis 1994 auf der Insel betrieben wurde. Viele Florentiner arbeiteten damals für die Franzosen, lernten die Sprache und sprechen sie bis heute fließend. In Hotels und Restaurants hört man daher oft Französisch als zweite Fremdsprache.

Spanisch und Deutsch werden nur vereinzelt gesprochen (meist von Zugezogenen oder Touristenführern). Andere Sprachen (zum Beispiel Niederländisch, obwohl es flämische Siedler im 15. Jahrhundert gab) sind praktisch nicht mehr vorhanden. Es gibt keine nennenswerten Minderheitensprachen oder Immigrantengruppen, die andere Sprachen mitbringen würden.

Religion

Die Ilha das Flores ist tief katholisch geprägt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung (über 95 %) bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben, und die Religion spielt bis heute eine zentrale Rolle im Alltag, in den Traditionen und im Gemeinschaftsleben der rund 3.800 Einwohner. Die Insel gehört zum Bistum Angra do Heroísmo (auf Terceira), und die katholische Kirche ist die einzige nennenswerte religiöse Institution.

In Santa Cruz das Flores steht die Igreja Matriz de Santa Cruz (Hauptkirche, erbaut 1780 bis 1790) im Zentrum des Ortes und ist das wichtigste Gotteshaus der Insel. In Lajes das Flores dominiert die Igreja de Nossa Senhora do Carmo (erbaut 1780) das Ortsbild. Weitere kleinere Kirchen und Kapellen finden sich in fast jedem Dorf (zum Beispiel in Fajãzinha, Ponta Delgada oder Mosteiros). Die meisten dieser Gebäude sind barock oder neoklassizistisch gestaltet und beherbergen oft wertvolle religiöse Kunst, darunter geschnitzte Altäre, Azulejos und Bilder von Heiligen.

Neben dem Katholizismus gibt es auf Flores praktisch keine anderen Religionen. Es gibt weder Moscheen noch Synagogen oder protestantischen Kirchen. Einige wenige Einwohner oder Zugezogene sind agnostisch oder nicht praktizierend, aber der Einfluss der katholischen Kirche bleibt sehr stark. Die Insel ist ein Ort, an dem die Religion noch tief in der Identität verwurzelt ist und die Gemeinschaft zusammenhält.

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der beiden Kreise entwickelten sich wie folgt:

1864 1878 1890 1900 1911 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1991 2001 2011 2018 2021
Lajes das Flores 5.865 5.369 4.999 4.498 3.991 3.518 3.508 3.780 4.041 3.376 2.600 1.896 1.701 1.502 1.504 1.464 1.408
Santa Cruz das Flores 4.643 4.328 3.838 3.629 3.229 3.202 3.484 3.667 3.809 3.207 3.030 2.456 2.628 2.493 2.289 2.164 2.020


Die Einwohnerzahlen der Ortschaften entwickelten sich wie folgt:

Ortschaft Kreis Z 1981 Z 2001 Z 2011 Z 2021
Caveira Santa Cruz das Flores 106 78 77 75
Cedros Santa Cruz das Flores 166 152 80 75
Fajã Grande Lajes das Flores 300 255 189 190
Fajãzinha Lajes das Flores 167 105 76 71
Fazenda das Lajes Lajes das Flores 322 278 257 261
Fazenda de Santa Cruz Santa Cruz das Flores 207 187
Lajes das Flores Lajes das Flores 659 625 625 562
Lomba Lajes das Flores 197 197 184
Monte Santa Cruz das Flores 218 190
Mosteiro Lajes das Flores 80 50 43 40
Ponta Delgada Santa Cruz das Flores 453 352 277
Santa Cruz das Flores Santa Cruz das Flores 1.679 1.810 906 789


Lajes das Flores ist die zweitgrößte und südlichste Gemeinde der Ilha das Flores und gilt als der historische und landschaftlich spektakulärste Ort der Insel. Der Ort ist deutlich kleiner als Santa Cruz, wirkt aber durch seine malerische Lage und die vielen traditionellen Häuser besonders idyllisch. Der Ort liegt an der Südostküste in einer geschützten Bucht, die von steilen, grünen Hängen umgeben ist. Die kleine Hafenmole und der Fischerhafen sind das Herz des Ortes – hier legen die wenigen Fähren an, die Flores mit anderen Azoren-Inseln verbinden. Die Hauptstraße (Rua da Caldeira) führt durch ein Dorf mit typischen weiß getünchten Häusern mit roten oder schwarzen Dächern, vielen kleinen Gärten und blühenden Hortensienhecken. Besonders schön ist die Kirche Igreja de Nossa Senhora do Carmo (erbaut 1780) mit ihrem barocken Portal und dem Glockenturm.

Lajes ist bekannt für seine außergewöhnliche Natur: Direkt oberhalb des Ortes beginnt das Naturschutzgebiet um den Morro Alto (915 m), und in unmittelbarer Nähe liegen einige der schönsten Sehenswürdigkeiten der Insel die Kraterseen Lagoa Funda und Lagoa Comprida (nur 5–10 Minuten mit dem Auto entfernt), der beeindruckende Wasserfall Cascata da Ribeira Grande und die natürlichen Pools von Fajãzinha und die spektakuläre Rocha dos Bordões (riesige basaltsäulenartige Säulen). Der Ort ist deutlich ruhiger und weniger touristisch als Santa Cruz, was ihn bei Naturliebhabern und Ruhesuchenden besonders beliebt macht. Es gibt einige kleine Pensionen, Restaurants und Cafés, aber keine großen Hotels. Die Gemeinde umfasst neben dem Hauptort Lajes auch die Dörfer Fajãzinha, Lajedo, Mosteiros und Ponta Delgada.

Santa Cruz das Flores ist seit dem frühen 16. Jahrhundert der Hauptort und die größte Siedlung der Insel und das administrative, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Flores. Der Ort erstreckt sich an der Ostküste um eine geschützte Bucht, die als einer der besten natürlichen Häfen der Azoren gilt. Der moderne Hafen und der Flughafen Santa Cruz das Flores (der einzige Flughafen der Insel) liegen direkt am Ort und machen Santa Cruz zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt wirkt etwas lebhafter als Lajes: Hier befinden sich die meisten Geschäfte, Supermärkte, Banken, Apotheken, das Krankenhaus, das Rathaus (Câmara Municipal) und die meisten Unterkünfte.

Das historische Zentrum von Santa Cruz ist sehr hübsch: Die Kirche Igreja Matriz de Santa Cruz (erbaut 1780 bis 1790) mit ihrem barocken Altar und dem Glockenturm dominiert den Hauptplatz. Ringsum stehen traditionelle azorische Häuser, viele mit Balkonen und blühenden Gärten. Besonders sehenswert sind die Promenade entlang der Bucht (Molo und Marina), das kleine Museum (Museu da Ilha das Flores), die alten Walfangfabriken (zum Beispiel die ehemalige Boqueirão-Fabrik) und die heißen Quellen Águas Quentes an der Nordküste (nur wenige Kilometer entfernt). Santa Cruz ist der Ausgangspunkt für die meisten Touren auf der Insel, da von hier aus alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gut erreichbar sind. Die Stadt bietet die größte Auswahl an Restaurants, Cafés, Souvenirläden und Unterkünften (Hotels, Hostels, Ferienwohnungen). Trotz ihrer Rolle als Hauptort bleibt sie jedoch sehr ruhig und überschaubar – es gibt keine großen Touristenmassen.

Verkehr

Auf der Ilha das Flores dominiert der Individualverkehr mit Mietwagen, da die Insel hügelig ist und viele Attraktionen nur per Auto erreichbar sind; öffentliche Busse der UTC fahren nur montags bis freitags auf fünf Linien zwischen Dörfern wie Santa Cruz, Lajes und Fajã Grande, mit begrenzten Fahrplänen und ohne Wochenendverbindungen.​ Taxis sind auf Anruf verfügbar, oft über Unterkünfte organisiert, und ergänzen das begrenzte Busnetz für flexible Touren, während Wanderwege eine autofreie Alternative bieten.

Straßenverkehr

Der Straßenverkehr auf der Ilha das Flores ist überschaubar, entspannt und stark von der natürlichen Topografie der Insel geprägt. Die gesamte Insel verfügt über etwa 150 km befestigte Straßen, von denen die meisten asphaltiert sind, aber teilweise sehr schmal, kurvenreich und steil sind. Es gibt keine Autobahnen oder mehrspurigen Straßen – der Verkehr ist typisch ländlich und sehr ruhig. Die wichtigste Verkehrsader ist die EN 1-1 (Estrada Regional 1-1), die als Ringstraße rund um die Insel führt und fast alle Ortschaften verbindet. Sie ist etwa 50 bis 60 km lang und verläuft größtenteils entlang der Küste. Die Straße ist in den letzten Jahren weitgehend erneuert worden und bietet meist gute bis sehr gute Qualität. Auf der West- und Nordseite (zum Beispiel zwischen Ponta Delgada und Fajãzinha) gibt es jedoch noch einige schmale Abschnitte mit vielen Kurven und teilweise nur einseitiger Befahrung.

Von der EN 1-1 zweigen mehrere kleinere Straßen ab, die ins Inselinnere führen: zur Hochebene um den Morro Alto (915 m), zu den Kraterseen Lagoa Funda und Lagoa Comprida sowie zu den Dörfern Fajãzinha, Lajedo und Mosteiros. Die wichtigsten Ortschaften (Santa Cruz das Flores, Lajes das Flores, Ponta Delgada, Fajã Grande, Fajãzinha) sind alle gut erreichbar. Die Fahrt von Santa Cruz nach Lajes dauert etwa 25 bis 30 Minuten, von Santa Cruz nach Fajã Grande rund 40 bis 45 Minuten.

Der Verkehr ist extrem gering: Auf der gesamten Insel gibt es nur wenige hundert Fahrzeuge (meist Kleinwagen, Geländewagen und Pick-ups). Es ist normal, dass man stundenlang niemanden auf der Straße trifft. Die Einheimischen fahren sehr rücksichtsvoll und langsam – die Höchstgeschwindigkeit beträgt meist 50 bis 60 km/h, auf vielen Strecken deutlich weniger. Auf den schmalen Abschnitten begegnen sich Autos oft an Ausweichstellen oder einfach durch kurzes Anhalten.

Parken ist fast überall problemlos möglich – in den Orten gibt es kostenlose Parkplätze direkt an der Straße, und viele Hotels und Pensionen bieten eigene Stellplätze. Die Verkehrsregeln entsprechen denen des portugiesischen Festlandes (rechts fahren, Alkoholgrenze 0,5 ‰). Es gibt keine Mautstellen oder größere Kontrollen.

Der Großteil der Besucher mietet ein Auto, da öffentliche Busse nur sehr selten fahren (1 bis 2 Busse pro Tag zwischen Santa Cruz und Lajes). Mietwagen sind in Santa Cruz am Flughafen und im Hafen verfügbar (Firmen wie Ilha Verde, Autatlantis oder lokale Anbieter). Die Preise liegen bei 40 bis 70 € pro Tag je nach Saison und Fahrzeugtyp. Geländewagen oder Kleinwagen mit Allradantrieb werden empfohlen, wenn man ins Innere der Insel fahren möchte, da einige Stichstraßen (z. B. zu den Seen) noch etwas holprig sind.

Schiffsverkehr

Der Schiffsverkehr auf der Ilha das Flores ist aufgrund der abgelegenen Lage der Insel im westlichen Azoren-Archipel vergleichsweise gering und dient vor allem dem Personen- und Gütertransport sowie der Versorgung der Einwohner. Flores hat zwei Häfen: den Porto de Santa Cruz das Flores im Hauptort und den kleineren Porto das Lajes das Flores im Süden. Beide sind keine großen kommerziellen Häfen, sondern dienen primär der lokalen und regionalen Schifffahrt.

Der wichtigste Teil des Schiffsverkehrs sind die regelmäßigen Fährverbindungen innerhalb des Azoren-Archipels, die von der staatlichen Reederei Atlântico Line (ehemals Transmaçor) betrieben werden. Die Hauptverbindung besteht mit der Fähre Lagoa Azul, die Flores mit den benachbarten Inseln Corvo, Faial und Pico verbindet. Die wichtigsten Routen sind:

  • Flores – Corvo: Die kürzeste und häufigste Verbindung (30 bis 40 Minuten). Im Sommer verkehren die Fähren mehrmals täglich, im Winter seltener (oft nur 1 bis 2 Fahrten pro Tag).
  • Flores – Faial (Horta): Die wichtigste Verbindung zum Rest des Archipels (rund 3 bis 4 Stunden). Im Sommer gibt es meist 3 bis 4 Fahrten pro Woche, im Winter 1 bis 2 pro Woche.
  • Flores – Pico (Madalena): Weniger häufig, meist nur 1 bis 2 Fahrten pro Woche.

Die Fähren transportieren neben Passagieren auch Autos, Lieferwagen, Lebensmittel, Baumaterial und Treibstoff. Die Tickets sind relativ günstig (30 bis 40 € pro Person nach Faial, 10 bis 15 € nach Corvo). Aufgrund des oft rauen Atlantikwetters können Verbindungen kurzfristig ausfallen – besonders im Winter ist das häufig der Fall.

Der Porto de Santa Cruz das Flores ist der größere und besser ausgestattete der beiden. Er liegt in einer geschützten Bucht und verfügt über eine moderne Mole, einen Fischereihafen, eine kleine Marina für Yachten und einen Bereich für die Fähren. Hier legen die Atlântico-Line-Fähren an, und es gibt auch gelegentliche Anläufe von Kreuzfahrtschiffen (meist kleine Expeditionsschiffe mit 50–200 Passagieren). Der Hafen ist gleichzeitig das wichtigste Versorgungstor der Insel: Container mit Lebensmitteln, Treibstoff und Waren kommen hier an.

Der Porto das Lajes das Flores ist deutlich kleiner und dient hauptsächlich der Fischerei sowie kleineren Booten. Er hat eine kurze Mole und wird nur von den Fähren nach Corvo und gelegentlich nach Faial angefahren. Aufgrund der exponierten Lage ist er wetterabhängiger und wird bei starkem Südostwind oft nicht angefahren.

Neben den Fähren gibt es nur sehr wenig kommerziellen Verkehr. Es gibt keine regelmäßigen Frachtschiffe, die direkt Flores anlaufen – größere Güter kommen meist über Ponta Delgada (São Miguel) oder Horta (Faial) und werden dann per Fähre weitertransportiert. Gelegentlich legen private Yachten oder Segelschiffe in Santa Cruz an, da Flores als einer der westlichsten Punkte Europas ein beliebtes Ziel für Atlantiküberquerungen ist. In den letzten Jahren hat die Nachfrage nach Walbeobachtungstouren und Ausflugsbooten zugenommen. Kleinere lokale Anbieter bieten Bootstouren zu den Kraterseen (vom Meer aus), zu Delfinen und Walen oder zu den Klippen und Höhlen an. Diese Touren starten meist von Santa Cruz oder Lajes.

Der Farol da Ponta das Lajes, auch Farol das Lajes, befindet sich am Ponta das Lajes im Südosten der Insel im Stadtgebiet von Lajes das Flores. Er ist unter der internationalen Nummer D-2704 und der nationalen Nummer 877 registriert. Er bestrahlt einen Sektor von 263° bis 054° und hat eine Reichweite von 26 Seemeilen.

Der Generalplan zur Befeuerung der portugiesischen Küsten von 1883 sah den Bau eines Leuchtturms auf der Ponta dos Ilhéus de Água Quente im Südwesten der Insel Flores vor. Auf Vorschlag des Fregattenkapitäns Xavier de Brito fiel 1894 aber die Entscheidung zugunsten der Ponta das Lajes. 1898 waren die Gebäude weitgehend fertiggestellt. Die Inbetriebnahme des Leuchtturms verzögerte sich aber noch bis 1910. Bis dahin blieb die Passage von Flores gefährlich. Noch 1909 lief das Dampfschiff RMS Slavonia der britischen Cunard Line mit über 400 Passagieren auf die Klippen der Ilhéu da Baixa Rasa im Südwesten der Insel.

Der einstöckige weiße Ziegelbau, in dem sich auch die Wohnung des Leuchtturmwärters befindet, besitzt einen T-förmigen Grundriss und ist mit roten Dachziegeln gedeckt. Auch die Metallkuppel des 16 m hohen, quadratischen Turms ist rot lackiert. Als der Leuchtturm am 10. Oktober 1910 in Betrieb genommen wurde, hatte das mit einer Öllampe erzeugte Licht eine Reichweite von 32 Seemeilen. Schon damals sandte er in regelmäßiger Folge drei weiße Lichtblitze aus. Die Anlage wurde 1938 modernisiert und 1956 elektrifiziert. Als Lichtquelle diente nun eine 3000-W-Glühlampe mit einer Reichweite von 29 sm. 1984 wurde die Leistung auf 1000 W reduziert und die Reichweite auf 26 sm. Erst 1990 wurde der Leuchtturm an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Faro da Ponta das Lajes

  • Standort:  39°22‘32“ N, 31°10‘37“ W
  • Listeneinträge: PT-877, AZO015 (ARLHS), D2704 (IHUK), 113-23288 (NGA), 1000007163 (MT)
  • Bauzeit: 1894 bis 1910
  • Inbetriebnahme:  10. Oktober 1910
  • Seehöhe: 83 m
  • Turmhöhe:  16 m
  • Feuerhöhe:  99 m
  • Befeuerung:  Laterne 1000 W, Fresnel-Linse 2. Ordnung 700 mm
  • Betriebsart: elektrisch (seit 1956)
  • Funktion: Seefeuer
  • Kennung:  Fl.(3)W.28s
  • Tragweite:  48,2 km


Der Farol do Albarnaz befindet sich am Kap Ponta do Albarnaz im Gemeindegebiet von Ponta Delgada im Nordwesten von Flores. Er ist unter der internationalen Nummer D-2708 und der nationalen Nummer 878 registriert. Er bestrahlt einen Sektor von 035° bis 258° – mit Ausnahme des Sektors 204º bis 214º, der von der Nachbarinsel Corvo verdeckt wird – und hat eine Reichweite von 22 Seemeilen.

Dem Generalplan zur Befeuerung der portugiesischen Küsten von 1883 zufolge sollte ein Leuchtturm vierter Ordnung in Ponta Delgada im Norden der Insel Flores errichtet werden. Aufgrund der Bedeutung der Westgruppe der Azoren im Schnittpunkt bedeutender transatlantischer Schifffahrtsrouten diskutierte man 1902 der Bau eines Leuchtturms mit hyperradialer Fresneloptik, verwarf den Plan aber wieder. Dennoch kam es schließlich zur Umsdetzung der Pläne, als 1922 von 5525 m² Land am Kap do Albarnaz erworben wurden. Die Inbetriebnahme des Leuchtturms – nunmehr dritter Ordnung – erfolgte am 28. Januar 1925.

Der 15 Meter hohe, runde Turm ist – wie bei portugiesischen Leuchttürmen dieser Zeit üblich – mit einem einstöckigen Gebäude verbunden, das dem Leuchtturmwärter und seiner Familie als Wohnung dient, und darüber hinaus Lagerräume enthält. Die metallene Kuppel des Turms ist rot lackiert. Als der Leuchtturm 1925 in Betrieb genommen wurde, hatte das mit einer Öllampe erzeugte Licht eine Reichweite von 26 Seemeilen. Die Lichtanlage wurde 1956 elektrifiziert. Als Lichtquelle diente nun eine 3000-W-Glühlampe. 1983 wurde die Leistung auf 1000 W reduziert und die Reichweite auf 22 sm. Der Leuchtturm ist nicht an das öffentliche Stromnetz und die Trinkwasserversorgung angeschlossen.

Farol do Albarnaz

  • Standort:  39°31‘12“ N, 31°14‘10“ W
  • Listeneinträge: PT-878, AZO016 (ARLHS), D2708 (IHUK), 113-23316 (NGA), 1000007164 (MT)
  • Bauzeit: 1922 bis 1925
  • Inbetriebnahme:  28. Januar 1925
  • Seehöhe: 89 m
  • Turmhöhe:  15 m
  • Feuerhöhe: 104 m
  • Befeuerung:  Fresnel-Linse 3. Ordnung
  • Betriebsart; elektrisch (seit 1956)
  • Funktion: Seefeuer
  • Kennung:  Fl.W.5s
  • Tragweite:  40,7 km

Flugverkehr

Der Flughafen Flores, auf Portugiesisch Aeroporto das Flores, ist ein Regionalflughafen. Der Bau des Flughafens wurde in den 1960er Jahren geplant, um die Insel trotz ihrer abgelegenen Lage mit regelmäßigen Flugverbindungen zu versorgen. Vor der Errichtung des Flughafens war Flores nur über Schiffsverbindungen erreichbar, was insbesondere in den Wintermonaten aufgrund starker Atlantikstürme oft problematisch war. Der Flughafen wurde 1972 offiziell eröffnet. Mit der Eröffnung konnte die Insel erstmals regelmäßig und verlässlich per Flugzeug erreicht werden, was die wirtschaftliche Entwicklung und den Tourismus deutlich erleichterte. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Infrastruktur des Flughafens schrittweise erweitert und modernisiert. Die Start- und Landebahn sowie die Terminalgebäude wurden ausgebaut, um auch größere Flugzeuge abfertigen zu können. Zusätzliche Sicherheits- und Navigationssysteme wurden installiert, um den Flugverkehr auch bei schwierigen Wetterbedingungen zu ermöglichen, die auf Flores häufig auftreten. Heute wird der Flughafen von der auf den Azoren beheimateten Açores Airlines (SATA Air Açores) betrieben und verbindet Flores regelmäßig mit Santa Maria, Terceira, Pico und São Miguel, den größeren Inseln des Archipels. Er dient sowohl Personenverkehr als auch Frachttransport, einschließlich medizinischer Transporte und Notfalllogistik.

Airline Ziele
SATA Air Açores Corvo, Horta, Ponta Delgada, Terceira


Flores Airport

  • portugiesischer Name:  Aeroporto das Flores
  • Code:  FLW / LPFL
  • Lage:  39°27‘19“ N, 313°07‘53“ W
  • Seehöhe: 34 m (108 ft)
  • Entfernung: im Zentrum von Santa Cruz das Flores
  • Inbetriebnahme:  1972
  • Betreiber: Vinci
  • Terminal: 1
  • Rollbahn: 1
  • Länge der Rollbahn:  1400 m (Asfalt)
  • Fluggesellschaft:  1
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 10
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 

Wirtschaft

Die Wirtschaft basiert primär auf Landwirtschaft mit Anbau von Getreide, Kartoffeln und Zitrusfrüchten sowie Viehzucht von Schafen und Ziegen, ergänzt durch Fischerei und einen wachsenden Tourismussektor.​

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft auf der Ilha das Flores ist traditionell kleinbäuerlich und auf Selbstversorgung sowie den lokalen Markt ausgerichtet. Das feuchte, mild-atlantische Klima und die fruchtbaren vulkanischen Böden ermöglichen eine üppige Vegetation, doch die steilen Hänge, starken Winde und häufigen Niederschläge erschweren eine intensive Bewirtschaftung. Die meisten Betriebe sind klein (oft unter 5 ha) und werden von Familien geführt.

Die wichtigste Zweig ist Milchwirtschaft und Viehzucht: Kühe (vor allem Holstein- und Azoren-Rassen) dominieren die Landschaft. Die Milchproduktion ist der größte landwirtschaftliche Zweig. Es gibt mehrere kleine Molkereien, die Käse (zum Beispiel den traditionellen „Queijo do Morro Alto“), Butter und Joghurt herstellen. Die Milch wird meist an die große Molkerei in São Miguel (Lactaçores) verkauft.

Kartoffeln, Mais, Kohl, Zwiebeln, Bohnen, Karotten und Tomaten werden für den Eigenbedarf und den lokalen Markt angebaut. In den geschützten Tälern wachsen auch Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Feigen. Die berühmten Hortensien und andere Zierpflanzen werden teilweise kommerziell vermarktet. An Bedeutung verloren hat indes der Getreideanbau. Früher war Weizen wichtig, heute wird hauptsächlich Silage und Heu für die Viehzucht angebaut.

Die Landwirtschaft ist stark subventioniert (EU-Mittel und portugiesische Förderprogramme), da die Produktion aufgrund der kleinen Flächen und der Transportkosten kaum wettbewerbsfähig wäre. Viele Bauern betreiben zusätzlich Agrotourismus oder vermieten Ferienwohnungen.

Weinbau

In den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung (ab dem 15. Jahrhundert) versuchten die portugiesischen Siedler, auf Flores Wein anzubauen – wie auf fast allen Azoren-Inseln. Das milde, feuchte Klima und die vulkanischen Böden waren grundsätzlich geeignet, und es wurden vor allem robuste Sorten wie Verdelho, Arinto und Terrantez gepflanzt. Besonders in den geschützten Tälern und an den sonnigen Südhängen rund um Lajes das Flores und Fajãzinha entstanden kleine Weinberge. Der Wein wurde zunächst für den Eigenbedarf und den lokalen Handel produziert, später auch in geringem Umfang exportiert. Historische Quellen aus dem 17. und 18. Jahrhundert erwähnen Flores als einen der Orte, an denen „guter Wein“ wuchs, auch wenn die Qualität nie mit den berühmten Weinen von Pico oder Graciosa mithalten konnte.

Die größten Herausforderungen waren jedoch das extrem feuchte Klima, häufige Nebel und starke Winde, die Pilzkrankheiten (vor allem Falschen Mehltau und Botrytis) begünstigten, sowie die schwierige Topografie mit steilen Hängen. Nach dem Ausbruch der Reblausplage Ende des 19. Jahrhunderts und dem Rückgang der Bevölkerung durch Auswanderung wurden die meisten Weinberge aufgegeben.

Heute gibt es auf Flores praktisch keinen kommerziellen Weinbau mehr. Es existieren nur noch wenige, sehr kleine private Rebanlagen, meist in Hausgärten oder an den Rändern von Feldern. Die meisten dieser Reben dienen nicht der Weinproduktion, sondern werden als Tafeltrauben gegessen oder für hausgemachten Wein und Likör verwendet. Insgesamt dürften die Rebflächen auf der ganzen Insel heute weniger als 1 Hektar betragen – im Vergleich zu mehreren hundert Hektar auf Pico oder Terceira.

Es gibt keine registrierten Weingüter, keine Kellereien und keine offiziell vermarkteten Weine von Flores. Der wenige selbst hergestellte Wein bleibt im Familienkreis oder wird bei lokalen Festen ausgeschenkt. Manche ältere Bewohner erzählen noch von früheren Zeiten, in denen in jedem Dorf ein kleiner „lagar“ (Weinkelter) stand und man im Herbst die Trauben stampfte.

Obwohl das Klima für den klassischen Weinbau ungünstig ist, könnte Flores mit modernen Methoden (zum Beispiel resistente Rebsorten, geschützte Lagen, biologischer Anbau) theoretisch wieder kleine Mengen hochwertigen Weins produzieren – vor allem als Nischenprodukt für den Tourismus. Bislang gibt es jedoch keine ernsthaften Initiativen in diese Richtung. Der Weinbau bleibt daher ein fast vergessenes Kapitel der Inselgeschichte, während die Landwirtschaft heute von Milchproduktion, Gemüseanbau und Viehzucht dominiert wird.

Fischerei

Die Fischerei war jahrhundertelang eine der wichtigsten Lebensgrundlagen der Insel, ist heute aber deutlich zurückgegangen. Die kleinen Fischerhäfen in Santa Cruz und Lajes dienen hauptsächlich der Küstenfischerei mit kleinen Booten („barcos de pesca“). Gefangen werden vor allem Dorsche (Bacalhau), Makrelen, Sardinen, Thunfische, Tintenfische und Oktopusse.

Die meisten Fischer betreiben handwerkliche Fischerei für den lokalen Markt oder Restaurants. Es gibt keine große industrielle Fischerei mehr. Früher war der Walfang (bis in die 1980er Jahre) sehr bedeutend – die letzte Waljagd auf Flores fand 1981 statt. Heute dient die Fischerei vor allem der Selbstversorgung und dem Tourismus (Fischrestaurants). Viele Fischer bieten auch Bootstouren zur Wal- und Delfinbeobachtung an, was eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle darstellt.

Handwerk

Das traditionelle Handwerk auf Flores ist eng mit der Inselkultur verbunden und wird heute vor allem als Kulturgut und für den Tourismus gepflegt. Die wichtigsten Handwerksbereiche sind:

  • Stickerei und Häkeln: Die berühmte „Bordado dos Açores“ (azorische Stickerei) mit floralen Mustern wird auf Flores noch in einigen Familien praktiziert. Besonders typisch sind bestickte Tischdecken, Bettwäsche und Kleidung.
  • Korb- und Mattenflechten: Aus den Blättern der heimischen Palme (Phoenix canariensis) oder aus Weiden werden Körbe, Matten und kleine Taschen geflochten.
  • Holzschnitzerei: Traditionelle religiöse Figuren, Möbel und Dekorationsobjekte werden aus heimischem Zedernholz oder Kiefernholz hergestellt.
  • Keramik und Töpferei: Es gibt kleinere Werkstätten, die einfache Gebrauchskeramik und dekorative Stücke produzieren.

Viele dieser Handwerke werden in kleinen Familienbetrieben oder in der Freizeit ausgeübt. In Santa Cruz gibt es einige kleine Läden und Märkte, auf denen die Produkte verkauft werden. Das Handwerk wird auch in Workshops für Touristen angeboten.

Industrie

Eine nennenswerte Industrie gibt es auf Flores praktisch nicht. Die Insel ist zu abgelegen und zu klein, um größere Produktionsstätten zu unterhalten. In der Vergangenheit gab es die Boqueirão-Walfangfabrik in Santa Cruz (bis in die 1980er Jahre aktiv, heute ein Museum), kleine Molkereien und Käsefabriken sowie einige Werkstätten für Bootsreparaturen und Metallverarbeitung.

Heute beschränkt sich die „Industrie“ auf kleine Molkereien und Käseproduktion, einige kleine Bäckereien und Konditoreien, Handwerksbetriebe und die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten (zum Beispiel Marmeladen, Honig, Kräutertees). Die meisten Arbeitsplätze entstehen im Tourismus, im öffentlichen Dienst (Schulen, Krankenhaus, Verwaltung), in der Landwirtschaft oder im Handel. Die französische Raketenstation (1966 bis 1994) hatte vorübergehend eine kleine Industrie (Wartung, Bau) mitgebracht, doch seit ihrem Abzug gibt es keine größere industrielle Aktivität mehr.

Wasserwirtschaft

Die Wasserwirtschaft auf Flores basiert vor allem auf lokalen Quellen, Regenwassersammlung und Grundwasser, da die Insel über keine großen Flüsse verfügt. Die hohen Niederschläge und die vulkanischen Böden ermöglichen eine gute Wasserspeicherung. Die Gemeinden Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores betreiben Wassergewinnungsanlagen, Speichertanks und Pumpstationen, um Trinkwasser zuverlässig zu verteilen.

Zudem wird auf Regenwassernutzung und kleine Stauseen gesetzt, die sowohl für die Landwirtschaft als auch für den häuslichen Gebrauch genutzt werden. Wasseraufbereitung erfolgt in modernen, kleineren Anlagen, die Trinkwasserqualität garantieren. Aufgrund der geringen Industriebelastung sind die Wasserressourcen auf Flores vergleichsweise sauber, und es bestehen strenge Vorschriften zum Schutz von Quellen und Feuchtgebieten.

Energiewirtschaft

Die Energieversorgung der Insel erfolgt überwiegend über lokale Diesel-Kraftwerke, die Strom für Haushalte, Betriebe und öffentliche Einrichtungen erzeugen. In den letzten Jahren hat die Insel jedoch begonnen, erneuerbare Energien stärker zu integrieren. Windenergie, Solarenergie und kleine Wasserkraftanlagen werden zunehmend genutzt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Versorgung nachhaltiger zu gestalten.

Die Netzstruktur ist klein, aber stabil. Die Energieversorgung wird zentral von der Regionalregierung der Azoren koordiniert. Aufgrund der begrenzten Nachfrage sind Großkraftwerke unnötig, und dezentrale Lösungen ermöglichen eine lokale Energieproduktion mit geringem ökologischem Fußabdruck.

Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft ist stark auf Vermeidung, Trennung und Recycling ausgerichtet, um die empfindliche Natur der Insel zu schützen. Die Insel verfügt über lokale Sammelstellen für Hausmüll, Glas, Papier und Metall, die von den Gemeinden verwaltet werden. Restabfälle werden in kontrollierten Deponien gelagert oder zu Verbrennungsanlagen auf den Azoren weitergeleitet, da die Insel selbst nur über begrenzte Kapazitäten verfügt.

Auf Flores wird auch Wert auf Kompostierung und organische Abfälle gelegt, die in der Landwirtschaft wiederverwendet werden. Sensibilisierungskampagnen der Gemeinden und der Regionalregierung fördern Recycling, Mülltrennung und die Reduktion von Plastikmüll. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl ist die Abfallmenge überschaubar, und die Insel gilt als relativ sauber und ökologisch sensibel verwaltet.

Handel

Der Handel auf Flores ist stark lokal geprägt und richtet sich sowohl an die Inselbewohner als auch an die wenigen Touristen. In den beiden Hauptgemeinden gibt es Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte, die Grundnahrungsmittel und Haushaltswaren anbieten, sowie Handwerks- und Einzelhandelsläden, Apotheken, Bekleidungsgeschäfte und kleine Elektronikläden. Die Gastronomie ist ebenfalls vertreten, von Cafés und Bäckereien bis hin zu Restaurants, die lokale Spezialitäten anbieten.

Für touristische Belange existieren kleine Souvenir- und Kunsthandwerksläden, die regionale Produkte wie Honig, Käse oder Wein verkaufen. Ergänzt wird das Angebot durch Dienstleister wie Friseure, Werkstätten, Autovermietungen und Telekommunikationsbüros. Da die Inselbevölkerung gering ist, bleibt der Handel überschaubar; größere Einkäufe oder spezialisierte Produkte müssen oft über Online-Dienste oder Lieferungen von den größeren Azoreninseln erfolgen.

Finanzwesen

Auf der Ilha das Flores ist das Finanzwesen überschaubar, aber funktional an die geringe Bevölkerungszahl und die isolierte Lage der Insel angepasst. Die Insel verfügt über einige wenige Bankfilialen, die klassische Finanzdienstleistungen wie Kontoführung, Überweisungen, Kredite, Zahlungsverkehr und Geldwechsel anbieten.

Die größten portugiesischen Banken, etwa Caixa Geral de Depósitos (CGD) oder Banco Santander Totta, unterhalten Filialen in den Hauptorten Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores. Geldautomaten stellen die Bargeldversorgung sicher, während für größere oder spezialisierte Finanzgeschäfte häufig die größeren Azoreninseln oder Online-Banking genutzt werden müssen. Diese Struktur gewährleistet, dass sowohl Privatpersonen als auch kleine Unternehmen die wichtigsten Finanzdienstleistungen lokal in Anspruch nehmen können.

Soziales und Gesundheit

Das soziale Leben auf der Ilha das Flores ist geprägt von einer sehr engen, familien- und nachbarschaftsorientierten Gemeinschaft. Mit nur etwa 3.800 Einwohnern (Stand 2021) kennt fast jeder jeden, und die Menschen leben in einem Gefühl großer Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Die Abgeschiedenheit der Insel hat über Jahrhunderte eine starke soziale Kohäsion geschaffen: Man hilft sich bei der Arbeit auf dem Feld, bei Hausbau oder wenn jemand krank ist. Die traditionelle azorische Gastfreundschaft ist hier besonders ausgeprägt – Besucher werden oft spontan zu Kaffee oder einem Essen eingeladen.

Viele Familien leben seit Generationen auf der Insel, und es gibt eine hohe Wertschätzung für Traditionen und Feste. Die kirchlichen Feste (insbesondere das Festa do Espírito Santo), die Dorffeste und die Feiern zu Ehren der Schutzheiligen sind die wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse. Dort treffen sich Jung und Alt, es gibt Musik, Tanz, Feuerwerk und gemeinsames Essen. Auch die zahlreichen Vereine (zum Beispiel Fußballclubs, Kulturvereine, Jagdvereine oder der Folkloreverein) spielen eine große Rolle und fördern das Gemeinschaftsgefühl.

Die Alterspyramide ist stark von der Auswanderung geprägt: Viele junge Menschen ziehen aufs Festland oder ins Ausland, sodass die Bevölkerung älter ist als im portugiesischen Durchschnitt. Gleichzeitig gibt es eine hohe Lebensqualität: Die Kriminalitätsrate ist extrem niedrig, die Natur ist atemberaubend, und die Menschen leben in einem ruhigen, stressarmen Rhythmus.

Gesundheitswesen

Die medizinische Versorgung auf Flores ist für eine so kleine und abgelegene Insel relativ gut ausgebaut. Das wichtigste Gesundheitszentrum ist das Centro de Saúde de Santa Cruz das Flores (Gesundheitszentrum) in der Hauptstadt, das seit den 1960er Jahren besteht und in den 1990er Jahren durch die französische Präsenz modernisiert wurde. Es bietet Allgemeinmedizin, Kinder- und Frauenarzt, Zahnmedizin, Labordiagnostik, Röntgen und Ultraschall sowie eine kleine Notaufnahme.

Es gibt außerdem ein kleines Hospital de Santa Cruz das Flores mit etwa 20 Betten, das für kleinere Operationen, Geburten und die stationäre Behandlung von internistischen Erkrankungen ausgestattet ist. Für schwere Erkrankungen oder Operationen werden Patienten per Flugzeug oder Rettungshubschrauber nach Ponta Delgada (São Miguel) oder ins Festland (Lissabon) verlegt.

Es gibt eine gute Versorgung mit Apotheken (in Santa Cruz und Lajes) und Hausärzten. Die medizinische Versorgung ist durch das portugiesische Gesundheitssystem (SNS – Serviço Nacional de Saúde) kostenlos oder sehr günstig. Viele Ärzte und Pflegekräfte kommen aus dem Festland oder anderen Azoren-Inseln und wechseln sich in Rotationen ab.

Krankheiten

Aufgrund des milden, feuchten Klimas und der abgeschiedenen Lage gibt es einige typische gesundheitliche Herausforderungen:

  • Atemwegserkrankungen: Die hohe Luftfeuchtigkeit und häufigen Nebel begünstigen Erkältungen, Bronchitis und Asthma. Viele ältere Menschen leiden unter chronischer Bronchitis.
  • Rheumatische Beschwerden: Feuchtigkeit und Kälte fördern Gelenk- und Rückenschmerzen.
  • Hauterkrankungen: Pilzinfektionen (zum Beispiel Fußpilz) sind wegen des feuchten Klimas und der häufigen Nässe verbreitet.
  • Psychische Gesundheit: Die Isolation und die Abwanderung junger Menschen führen bei manchen älteren Bewohnern zu Einsamkeit und leichten depressiven Verstimmungen. Es gibt jedoch gute psychologische Unterstützung im Gesundheitszentrum.
  • Infektionskrankheiten: Schwere Infektionen sind selten. Es gibt keine Malaria oder tropischen Krankheiten. Seit der Corona-Pandemie ist die Impfquote sehr hoch, und die Insel war relativ gut geschützt.

Insgesamt gilt Flores als einer der gesündesten Orte Europas: Die Lebenserwartung liegt über dem portugiesischen Durchschnitt, und die Menschen profitieren von frischer Luft, gesunder Ernährung (viel Fisch, Gemüse, Milchprodukte) und einem entspannten Lebensstil. Die Insel ist frei von vielen Zivilisationskrankheiten, die auf dem Festland häufiger auftreten.

Bildung

Das Bildungssystem auf der Ilha das Flores ist wie auf allen Azoren-Inseln vollständig in das portugiesische nationale Schulsystem eingebunden und folgt den gleichen Lehrplänen und Abschlüssen wie auf dem Festland. Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl (ca. 3.800 Einwohner) und der Abgeschiedenheit ist das Angebot jedoch überschaubar und konzentriert sich vor allem auf die beiden Hauptorte Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores.

Die Vorschule (Pré-Escolar) beginnt mit 3 bis 5 Jahren und ist freiwillig, aber fast alle Kinder besuchen sie. Es gibt mehrere Kindergärten in Santa Cruz, Lajes, Fajãzinha, Ponta Delgada und anderen Dörfern. Die Grundschule (Ensino Básico, 1. bis 9. Klasse) umfasst neun Schuljahre und wird in zwei Stufen unterteilt: das 1. Zyklus (1. bis 4. Klasse) und das 2./3. Zyklus (5. bis 9. Klasse). Auf Flores gibt es drei öffentliche Grundschulen:

  • Escola Básica e Secundária de Santa Cruz das Flores (die größte Schule der Insel),
  • Escola Básica de Lajes das Flores,
  • Escola Básica de Fajãzinha (kleinere Schule für die westliche Inselhälfte).

Die Klassen sind meist sehr klein (oft nur 8 bis 15 Schüler pro Klasse), was eine besonders individuelle Betreuung ermöglicht. Der Unterricht erfolgt in Portugiesisch, Englisch wird ab der 1. Klasse als Fremdsprache eingeführt.

Die weiterführende Schule (Ensino Secundário, 10. bis 12. Klasse) gibt es auf Flores nur an einer einzigen Schule: der Escola Básica e Secundária de Santa Cruz das Flores (auch kurz „Escola Secundária de Santa Cruz“ genannt). Sie bietet alle drei gängigen Ausbildungsrichtungen an: Wissenschaftlich-humanistische Richtung (Ciências e Tecnologias, Ciências Socioeconómicas, Humanidades) sowie berufliche Ausbildung (Cursos Profissionais) in Bereichen wie Landwirtschaft, Tourismus, Gastronomie und Verwaltung. Die Schule ist modern ausgestattet (seit den 1990er Jahren durch die französische Präsenz stark ausgebaut) und verfügt über naturwissenschaftliche Labore, Informatikräume, Bibliothek und Sporthalle. Etwa 150 b is 200 Schüler besuchen die Sekundarstufe. Die Abschlüsse (12.º ano) entsprechen dem portugiesischen nationalen Standard und berechtigen zum Studium an Universitäten im ganzen Land.

Höhere Bildung

Es gibt auf Flores keine Universität oder Fachhochschule. Wer ein Hochschulstudium anstrebt, muss die Insel verlassen und auf eine andere Azoren-Insel (meist Ponta Delgada auf São Miguel, wo die Universidade dos Açores ihren Hauptsitz hat) oder aufs portugiesische Festland (Lissabon, Porto, Coimbra) ziehen. Viele junge Florentiner studieren in den Bereichen Medizin, Ingenieurwesen, Tourismus oder Pädagogik. Die Universität der Azoren bietet Fernstudiengänge und Online-Kurse an, die auch auf Flores genutzt werden können.

Für Erwachsene gibt es Angebote zur beruflichen Weiterbildung und Alphabetisierung (vor allem für ältere Generationen), die über das Centro de Formação Profissional der Azoren organisiert werden. In den letzten Jahren wurden verstärkt Kurse zu nachhaltigem Tourismus, Landwirtschaft und Digitalisierung angeboten.

Bibliotheken und Archive

Die Insel verfügt über kommunale Bibliotheken, die in erster Linie Lesen, Bildung und kulturelle Aktivitäten fördern. Die bedeutendste Einrichtung befindet sich in Santa Cruz das Flores, wo die Bibliothek sowohl allgemeine Literatur, Fachbücher und Kinder- und Jugendbücher anbietet als auch Veranstaltungen wie Lesungen, Bildungsprogramme und kulturelle Workshops organisiert. Auch in Lajes das Flores gibt es eine kleinere Bibliothek, die vor allem lokale Bevölkerung, Schüler und Lehrer unterstützt.

Neben den Bibliotheken existieren lokale Archive, die für die Dokumentation und Forschung zur Geschichte, Kultur und Verwaltung der Insel von Bedeutung sind. Diese Archive enthalten historische Dokumente, Gemeindebücher, Kirchenregister, Kartenmaterial und Aufzeichnungen über die Besiedlung, Landwirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung Flores’. Sie dienen sowohl wissenschaftlichen Forschern als auch Bürgern, die sich über die Familiengeschichte oder regionale Ereignisse informieren möchten.

Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl und der abgelegenen Lage der Insel ist das Angebot an Bibliotheken und Archiven zwar begrenzt, deckt jedoch die wesentlichen Informations- und Bildungsbedürfnisse ab. Ergänzt wird dies durch digitale Ressourcen und Online-Portale der Azoren, die den Zugang zu Büchern, Fachartikeln und historischen Quellen auch auf Flores ermöglichen.

Kultur

Die Kultur auf der Ilha das Flores lebt von tief verwurzelten religiösen Traditionen wie den Festas do Espírito Santo mit Prozessionen und Volksmusik sowie Handwerkskünsten wie der Herstellung von Flores-Wolle und Korbflechten, die generationenübergreifend gepflegt werden.​

Museen

Das wichtigste und größte Museum der Insel ist das Museu da Ilha das Flores in Santa Cruz das Flores. Es befindet sich im historischen Zentrum, in einem alten Gebäude in der Nähe der Hauptkirche (Rua Dr. João Soares, nahe dem Platz). Das Museum wurde in den 1980er Jahren gegründet und 2005 umfassend renoviert. Es zeigt auf mehreren Etagen eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte und Volkskultur der Insel: Archäologische Funde und Zeugnisse der frühen Besiedlung (15./16. Jahrhundert), Alltagsgegenstände der ersten Siedler (Werkzeuge, Möbel, Kleidung), religiöse Kunst und sakrale Objekte aus den Kirchen, Dokumente und Fotos zur Auswanderung nach Nordamerika sowie eine kleine Abteilung zur Natur und Geologie der Insel. Das Museum ist besonders für seine liebevoll gestalteten Dioramen und die persönlichen Geschichten der Ausstellungsstücke bekannt. Es ist ganzjährig geöffnet (meist Di–Sa, 9–17 Uhr), der Eintritt ist sehr günstig (2 bis 3 €).

In Santa Cruz das Flores gibt es zusätzlich das Centro de Interpretação do Património, das als Besucherzentrum und kleines Museum dient. Es liegt in der Nähe des Hafens und informiert vor allem über die Natur der Insel: die vulkanischen Formationen, die Kraterseen, die Lorbeerwälder und die einzigartige Flora und Fauna. Es ist besonders für Wanderer und Naturliebhaber interessant und bietet auch Karten und Informationen zu den Wanderwegen.

In Santa Cruz gibt es in der ehemaligen Boqueirão-Walfangfabrik (Fábrica da Baleia do Boqueirão) ein kleines Freiluft- und Innenmuseum, aas Museu do Vaqueiro, zum Thema Walfang. Die Fabrik war bis in die 1980er Jahre aktiv und ist heute ein Industriedenkmal. Man kann die alten Kessel, Harpunen, Boote und Werkzeuge besichtigen. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Walfangs auf Flores und die Lebensweise der Fischer und Verarbeiter. Es ist kein klassisches Museum mit festen Öffnungszeiten, sondern wird oft von Führern oder auf Anfrage geöffnet.

In Lajes das Flores gibt es keine offiziellen Museen, aber die Igreja de Nossa Senhora do Carmo beherbergt eine kleine Sammlung religiöser Kunst und sakraler Objekte, die man bei einer Kirchenführung sehen kann. In einigen Dörfern (z. B. Fajãzinha oder Ponta Delgada) zeigen private Sammler in ihren Häusern alte Geräte, Fotos und Erinnerungsstücke – oft spontan für interessierte Besucher.

Architektur

Die Architektur der Ilha das Flores spiegelt die portugiesische Kolonialzeit des 16. bis 18. Jahrhunderts wider, kombiniert mit lokalen Anpassungen an das raue atlantische Klima und die vulkanische Topografie. Die meisten Gebäude sind ein- bis zweistöckige Wohnhäuser mit weiß getünchten Wänden, schwarzen oder roten Ziegeldächern und oft farbigen Fensterläden (meist Grün oder Blau). Die typische azorische „Casa de Varanda“ – Häuser mit hölzernen oder eisernen Balkonen und überdachten Eingängen – ist auf Flores besonders häufig zu sehen. Diese Balkone dienten früher als Schutz vor Regen und Wind und sind heute ein markantes Merkmal der Insel.

In den beiden Hauptorten Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores dominieren die klassischen Kirchen und Kapellen das Ortsbild. Die Igreja Matriz de Santa Cruz (erbaut 1780 bis 1790) ist ein schönes Beispiel barocker Kirchenarchitektur mit einem reich verzierten Portal, einem hohen Glockenturm und einem imposanten Innenraum mit geschnitzten Altären und Azulejos (bemalten Kacheln). Ähnlich beeindruckend ist die Igreja de Nossa Senhora do Carmo in Lajes das Flores (1780), die mit ihrem schlichten, aber eleganten Fassadenaufbau und dem barocken Altar besticht. Viele kleinere Kapellen (zum Beispiel in Fajãzinha, Ponta Delgada oder Mosteiros) sind ebenfalls im Barock- oder Neoklassizismus-Stil gehalten und oft mit blauen und weißen Fassaden versehen.

Die traditionellen Wohnhäuser sind meist aus Basaltstein errichtet, der auf der Insel reichlich vorhanden ist, und mit weißem Kalk verputzt. Die Dächer sind mit dunklen vulkanischen Ziegeln gedeckt, um dem starken Regen standzuhalten. Besonders charakteristisch sind die kleinen, gepflegten Gärten und die üppigen Hortensienhecken, die die Häuser umgeben und der Insel ihren Beinamen „Blumeninsel“ verleihen. In den höheren Lagen und in den Dörfern Fajãzinha und Fajã Grande finden sich noch viele alte, sehr einfache Steinhäuser mit Schiefer- oder Strohdächern, die heute oft als Ferienhäuser genutzt werden.

Die moderne Architektur ist zurückhaltend und fügt sich harmonisch in die Landschaft ein: Die meisten Neubauten sind kleine Pensionen, Ferienhäuser oder öffentliche Gebäude (zum Beispiel das Rathaus in Santa Cruz oder das Gesundheitszentrum), die den traditionellen Stil aufgreifen. Der Flughafen und der Hafen in Santa Cruz sind funktional, aber unaufdringlich gestaltet.

Bildende Kunst

Die bildende Kunst auf Flores ist eng mit der Volks- und Sakralkunst verbunden und wird vor allem von der religiösen Tradition und dem Handwerk geprägt. Es gibt keine großen Galerien oder Kunstsammlungen, sondern eine sehr authentische, handwerkliche Kunstszene.

Die Kirchen sind reich mit geschnitzten Holzaltären, vergoldeten Figuren und barocken Gemälden ausgestattet. Viele dieser Werke stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und wurden von portugiesischen oder lokalen Künstlern geschaffen. Besonders bemerkenswert sind die Heiligenfiguren (zum Beispiel Nossa Senhora da Conceição oder Senhor do Bom Jesus), die oft von Familien weitervererbt werden.

Die berühmte „Bordado dos Açores“ (azorische Stickerei) mit floralen Motiven in Weiß oder Farbe wird auf Flores noch von einigen Frauen in Handarbeit hergestellt. Diese bestickten Tischdecken, Bettwäsche und Kleidungsstücke sind ein wichtiger Teil der Inselkultur und werden in kleinen Läden und auf Märkten verkauft.

Weit verbreitet ist auch die Holzschnitzerei. Aus heimischem Zedernholz oder Kiefernholz werden religiöse Figuren, Möbel und Dekorationsobjekte geschnitzt. Viele ältere Einwohner sind noch geschickte Schnitzer. Bezüglich Keramik und Töpferei gibt es kleinere Werkstätten, die einfache Gebrauchskeramik und dekorative Stücke herstellen, oft mit azorischen Motiven.

In den letzten Jahren haben sich einige Künstler auf der Insel niedergelassen, die vor allem Landschaftsmalerei, Fotografie und Installationen mit Naturmaterialien schaffen. Es gibt keine festen Galerien, aber gelegentlich Ausstellungen in der Touristeninformation oder im Museu da Ilha das Flores.

Literatur

Die Literatur auf der Ilha das Flores ist vergleichsweise überschaubar und stark von der mündlichen Tradition, der Abgeschiedenheit der Insel und der starken Bindung an die azorische Identität geprägt. Da die Insel nie ein großes kulturelles Zentrum war, gibt es keine berühmten Schriftsteller, die ausschließlich von Flores stammen, aber einige Autoren mit Wurzeln auf der Insel haben die azorische Literatur bereichert.

Die bekannteste literarische Figur mit Verbindung zu Flores ist Natália Correia (1923 bis 1993), eine der wichtigsten portugiesischen Dichterinnen und Dramatikerinnen des 20. Jahrhunderts. Obwohl sie in Ponta Delgada geboren wurde, verbrachte sie Teile ihrer Kindheit und Jugend auf Flores, und die Insel taucht in ihrem Werk immer wieder auf – besonders in ihren Gedichten und Theaterstücken, die oft die azorische Landschaft, die Isolation und die starke religiöse Tradition thematisieren. Ihr Gedichtband „A Mulher e a Poesia“ sowie ihre Dramen wie „O Homem e a Mulher“ zeigen Einflüsse der Flores-Natur und der lokalen Folklore.

Ein weiterer Autor mit Flores-Bezug ist João de Melo (geboren 1948), der zwar auf São Miguel geboren wurde, aber in seiner Jugend auf Flores lebte und die Insel in mehreren seiner Werke beschreibt, etwa in „O Homem do Mar“ und „O Silêncio da Ilha“. Er thematisiert die Auswanderung, die Melancholie der abgelegenen Inseln und die enge Gemeinschaft.

Auf der Insel selbst gibt es keine großen Verlage oder literarischen Institutionen, aber seit den 1990er Jahren entstanden kleinere Initiativen: Die Biblioteca Municipal de Santa Cruz das Flores (in der Rua da Escola) sammelt und bewahrt lokale Werke, darunter Gedichte, Kurzgeschichten und Memoiren von Einheimischen. Viele ältere Bewohner schreiben noch heute Gedichte oder Erzählungen über das Leben auf der Insel, die oft in kleinen Heften oder bei Festen vorgelesen werden. Nicht zuletzt spielt die mündliche Überlieferung eine wichtige Rolle. Viele Legenden, Geschichten von Riesen, Meerjungfrauen und verborgenen Schätzen werden seit Generationen weitererzählt und sind ein wichtiger Teil der lokalen Kultur.

Theater

Das Theaterleben auf Flores ist klein, aber lebendig und vor allem von Laiengruppen getragen. Die wichtigste Bühne ist das Centro Cultural de Santa Cruz das Flores, das gelegentlich Theateraufführungen, Lesungen und kleine Festivals beherbergt. Die bekannteste Theatergruppe ist die Grupo de Teatro da Ilha das Flores, die meist klassische portugiesische Stücke (zum Beispiel von Gil Vicente oder Almeida Garrett) oder eigene Stücke über das Leben auf der Insel aufführt. Besonders zu den religiösen Festen (Festa do Espírito Santo, Weihnachten, Ostern) werden traditionelle Passionsspiele, Krippenspiele und religiöse Theaterstücke gezeigt. In den Dörfern (speziell Lajes und Fajãzinha) gibt es immer wieder spontane Aufführungen in Kirchen oder auf Dorfplätzen – oft mit Musik und Tanz.

Film

Der Film auf Flores ist noch seltener als das Theater. Es gibt keine eigene Filmproduktion, aber die Insel diente in den letzten Jahren mehrfach als Kulisse für Dokumentarfilme und kleinere Produktionen:

  • „As Flores do Atlântico“ (2020): Ein Dokumentarfilm über die Natur und die Lebensweise der Insel.
  • „A Ilha das Flores“ (2018): Ein Kurzfilm eines jungen azorischen Regisseurs, der die Auswanderung junger Menschen thematisiert.
  • Verschiedene Reise- und Naturdokumentationen (unter anderem von RTP oder ARTE)

Musik und Tanz

Die typische Musik der Azoren und damit auch von Flores basiert auf der música tradicional açoriana mit folgenden Hauptformen:

  • Cantigas ao desafio (Gesangswettstreit): Zwei Sänger (meist Männer) improvisieren abwechselnd Strophen zu einem Thema, begleitet von einer Gitarre oder Viola. Diese Form ist besonders bei den religiösen Festen beliebt.
  • Música de banda: Die meisten Dörfer haben eigene Blaskapellen (Filarmónicas), die bei Prozessionen, Festen und Dorffesten spielen. Auf Flores gibt es die Filarmónica de Santa Cruz das Flores und kleinere Gruppen in Lajes und Fajãzinha.
  • Viola da terra (azorische Gitarre): Die zwölfsaitige Viola da terra ist das wichtigste Instrument. Sie wird solo oder in kleinen Gruppen gespielt und begleitet fast alle traditionellen Lieder.
  • Rabeca (Fiedel) und Acordeão (Akkordeon): Diese Instrumente sind ebenfalls weit verbreitet und verleihen der Musik einen melancholischen, aber tanzbaren Klang.

Viele Lieder erzählen von der Auswanderung, dem Meer, der Liebe oder dem Leben auf der Insel. Besonders bekannt sind die modinhas (romantische Lieder) und die cantigas de embalar (Wiegenlieder), die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Der wichtigste traditionelle Tanz auf Flores ist die Dança do Espírito Santo (auch dança do pau oder dança das varas genannt), die besonders während der Festas do Espírito Santo (Pfingstfest) aufgeführt wird. Dabei tanzen Männer und Frauen in Kreisen oder Reihen, halten lange Stäbe (varas) und bewegen sich zu einer langsamen, feierlichen Musik. Der Tanz ist stark religiös geprägt und symbolisiert die Verehrung des Heiligen Geistes. Neben diesem sakralen Tanz gibt es weltliche Tänze wie:

  • Batuque: Ein rhythmischer, ursprünglich afrikanisch beeinflusster Tanz, der heute seltener ist.
  • Chamarrita: Ein Paartanz mit lebhaften Schritten, der oft bei Dorffesten getanzt wird.
  • Pé de Serra: Ein schneller, volkstümlicher Tanz mit viel Fußarbeit.

Die Musik und der Tanz entfalten ihre volle Kraft vor allem bei den zahlreichen Festen: Festa do Espírito Santo (Mai/Juni) ist das größte Fest der Insel mit Prozessionen, Blaskapellen, Gesangswettstreiten und Tanz. Bei den Festas de Santo António (13. Juni), São Pedro (29. Juni), Nossa Senhora da Conceição (8. Dezember) gibt es in jedem Dorf Musik, Feuerwerk und Tanz bis in die Nacht. Im Rahmen der Festas de bairro (Dorf- und Kirchenfeste) in Fajãzinha, Ponta Delgada oder Mosteiros spielen oft lokale Gruppen und die Jugend tanzt bis in die Morgenstunden.

Moderne Musik ist auf Flores eher selten, aber es gibt einige junge Musiker, die Folk-Pop, Fado oder brasilianische Einflüsse mit traditionellen Elementen mischen. In den letzten Jahren haben sich kleine Bands gebildet, die bei Sommerfesten und in den Cafés von Santa Cruz auftreten. Konzerte von bekannten azorischen oder portugiesischen Künstlern finden gelegentlich im Centro Cultural de Santa Cruz statt.

Kleidung

Die traditionelle Kleidung und Tracht auf der Ilha das Flores ist stark vom portugiesischen Festland sowie von regionalen Bräuchen der Azoren geprägt, weist aber gleichzeitig eigenständige lokale Besonderheiten auf. Für Frauen besteht die traditionelle Tracht häufig aus mehrlagigen Kleidern, meist aus schweren Stoffen wie Wolle oder Baumwolle, ergänzt durch farblich abgestimmte Schürzen und bestickte Blusen. Kopfbedeckungen wie Hauben oder Tücher gehören ebenso zur Ausstattung, insbesondere bei feierlichen Anlässen oder religiösen Festen. Schmuck und Accessoires, zum Beispiel Silberketten oder Broschen, dienen oft als Statussymbole und Ausdruck der Familientradition.

Die Männertracht ist vergleichsweise schlicht und funktional. Sie umfasst meist Hosen und Westen aus robusten Stoffen, Hemden, Gilets sowie Schuhe oder Stiefel, die den landwirtschaftlichen und handwerklichen Alltag auf der Insel erleichtern. Zu festlichen Gelegenheiten tragen Männer oft Jacken, Hüte und Halstücher, die die regionale Identität betonen.

Besonders deutlich wird die Bedeutung der Tracht bei Volksfesten, religiösen Feierlichkeiten und traditionellen Umzügen, wie etwa beim Festa de Nossa Senhora da Conceição oder bei lokalen Dorffesten. Hier zeigt sich die Vielfalt und Detailverliebtheit der Trachten, und viele Einwohner legen großen Wert darauf, alte Kleidungsstücke und handwerklich gefertigte Textilien zu bewahren und weiterzugeben.

Neben der Festtagstracht existiert auf Flores natürlich auch moderne Alltagskleidung, die wie auf dem portugiesischen Festland getragen wird. Die traditionellen Trachten sind jedoch ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität der Insel und werden von Vereinen, Schulen und der Gemeinde aktiv gepflegt. Sie verkörpern die Verbindung der Bewohner zu ihrer Geschichte, ihrem sozialen Umfeld und ihrer landschaftlich geprägten Lebensweise.

Kulinarik und Gastronomie

Die Kulinarik der Ilha das Flores ist geprägt von frischen, regionalen Zutaten, traditioneller azorischer Hausmannskost und der typischen Einfachheit der Inselküche. Aufgrund der Abgeschiedenheit und der kleinen Bevölkerung gibt es keine ausgeprägte „Restaurant-Szene“ wie auf São Miguel oder Terceira, sondern eine authentische, bodenständige Gastronomie, die stark von Landwirtschaft, Fischerei und der traditionellen Kochkunst der Familien abhängt.

Die Grundlage der azoreanischen Küche sind frischer Fisch und Meeresfrüchte, Milchprodukte von den eigenen Kühen, Kartoffeln, Mais und Gemüse aus dem Garten sowie Fleisch von Rind und Schwein. Die bekanntesten Spezialitäten der Insel sind:

  • Caldo de Peixe (Fischsuppe): Eine würzige Suppe aus frischem Fisch (meist Makrele, Thunfisch oder Dorsch), Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten und Kräutern. Sie wird oft mit Brot serviert und ist in fast jedem Restaurant ein Klassiker.
  • Queijo do Morro Alto (Käse vom Morro Alto): Ein milder bis würziger Kuhmilchkäse, der von kleinen lokalen Molkereien hergestellt wird. Er ist weich bis halbfest und wird gerne pur, mit Brot oder in Salaten gegessen.
  • Linguiça com inhames (Wurst mit Yams): Gegrillte oder gekochte azorische Blut- oder Knoblauchwurst mit gekochten Yams (eine Art Süßkartoffel) – ein typisches Gericht aus der bäuerlichen Küche.
  • Cozido das Furnas (Eintopf aus den heißen Quellen): Auf Flores gibt es zwar keine Furnas wie auf São Miguel, doch viele Familien bereiten eine ähnliche Version zu – mit Rindfleisch, Schweinefleisch, Chorizo, Kohl, Kartoffeln und Mais, die langsam gekocht wird.
  • Bolo do Espírito Santo (Brot des Heiligen Geistes): Ein süßes, weiches Brot mit Zimt und Anis, das besonders zu den religiösen Festen gebacken wird.
  • Bolo de Ananás oder Bolo de Mel: Traditionelle Kuchen mit Ananas oder Honig, die oft zu Kaffee gereicht werden.
  • Arroz de Marisco (Meeresfrüchterisotto) und Lapinhas (kleine Muscheln) sind beliebt, wenn die Fischer frische Ware an Land bringen.

Die Küche ist sehr fleisch- und fischlastig, aber auch vegetarische Gerichte wie Feijão com Massa (Bohnen mit Nudeln) oder Couve com Batata (Kohl mit Kartoffeln) sind weit verbreitet. Aufgrund des milden Klimas wachsen auf Flores hervorragende Ananas, Feigen, Orangen und Bananen, die oft frisch oder zu Marmeladen verarbeitet werden. Die wichtigsten Getränke sind:

  • Wein: Es gibt keinen kommerziellen Weinbau mehr, doch einige Familien stellen noch kleinen Mengen hausgemachten Wein oder Likör her (meist aus Trauben oder Früchten).
  • Café und Chá (Kräutertee): Der azorische Tee (aus der Inselpflanze „erva-doce“ oder Minze) ist sehr beliebt.
  • Licor de Maracujá oder Licor de Ananás: Fruchtliköre, die oft als Mitbringsel gekauft werden.
  • Milch und Milchprodukte: Frische Milch, Joghurt und Butter von den lokalen Kühen sind besonders geschätzt.

Die Gastronomie auf Flores ist überschaubar und sehr authentisch. Es gibt keine großen Restaurants oder Sterneköche, sondern kleine, familiengeführte Lokale, die meist nur mittags und abends geöffnet haben:

  • Santa Cruz das Flores: Hier findet man die meisten Restaurants und Cafés, zum Beispiel das Restaurante O Pescador (frischer Fisch und Meeresfrüchte), Restaurante A Lareira (traditionelle Gerichte) oder Café Central (für Kaffee und Gebäck).
  • Lajes das Flores: Kleiner, aber sehr gemütlich – das Restaurante Poço oder Restaurante Lajes bieten oft Tagesgerichte und frischen Fisch.
  • Fajãzinha und Fajã Grande: Hier gibt es einige kleine Tavernen und Cafés, die besonders bei Wanderern beliebt sind (unter anderem Café da Fajã oder Restaurante O Pescador in Fajãzinha).

Viele Unterkünfte (Pensionen, Ferienhäuser) bieten Mittag- oder Abendessen für Gäste an – oft hausgemacht und in familiärer Atmosphäre. Das Essen ist meist einfach, aber frisch und reichhaltig. Es gibt keine großen Supermärkte – die Einwohner kaufen in kleinen Läden („mercearias“) in Santa Cruz und Lajes oder direkt beim Bauern. Frischen Fisch kauft man am Hafen, wenn die Boote anlegen. Auf den Wochenmärkten (meist samstags in Santa Cruz) gibt es lokalen Honig, Käse, Marmeladen und frisches Obst.

Festkultur

Auf der Insel Flores gelten die portugiesischen Feiertage:

  • 1. Januar -  Ano-Novo (Neujahr)
  • Februar -  Entrudo (Faschingsdienstag)
  • Ende März / Anfang April  -  Sexta-feira Santa (Karfreitag)
  • Ende März / Anfang April  -  Páschoa (Ostern)
  • 10. April -  Dia da Autonomia (Tag der Autonomie von 1976)
  • 25. April -  Dia da Liberdade (Tag der Freiheit bei der Nelkenrevolution 1974)
  • 1. Mai -  Dia do Trabalhador (Tag der Arbeit)
  • Ende Mai / Anfang Juni  -  Espirito-Santo (Pfingsten)
  • Anfang Juni -  Corpo Deus (Fronleichnam)
  • 10. Juni -  Camões (Tag des Nationaldichters Camoes)
  • 15. August -  Assunção (Mariä Himmelfahrt)
  • 5. Oktober -  Implantaçäo da Republica (Gründung der Republik 1910)
  • 1. November -  Todos os Santos (Allerheiligen)
  • 1. Dezember -  Restauração (Tag der Unabhängigkeit von Spanien)
  • 8. Dezember -  Imaculada Conceição (Maria Empfängnis)
  • 25. Dezember  -  Dia de Natal (Weihnachten)

Kirchliche Feste, die sogenannten Festas religiosas, finden das ganze Jahr über statt. Die wichtigsten sind:

  • Festa do Espírito Santo (Pfingstfest): Das bedeutendste und älteste Fest der Azoren, das auf Flores mit großen Prozessionen, dem Aufstellen der „Corona“ (eine silberne Krone) und dem Verteilen von Brot und Wein gefeiert wird.
  • Festa de Nossa Senhora da Conceição (8. Dezember) in Santa Cruz.
  • Festa do Senhor do Bom Jesus in Lajes.
  • Festa de São Pedro (29. Juni) und Festa de Santo António (13. Juni) in vielen Dörfern.

Diese Feste sind nicht nur religiös, sondern auch gesellschaftliche Höhepunkte: Es gibt Prozessionen mit Musik, Tanz, Feuerwerk, traditionelle Speisen (zum Beispiel „Caldo de Peixe“ und „Bolo do Espírito Santo“) und die berühmte „Coroação“ (Krönung der Heiligenfiguren).

Der Carnaval (Karneval), der im Februar oder Anfang März stattfindet, ist ein eher ruhiges Fest. Anders als in großen Städten oder touristischen Regionen gibt es hier keine aufwendigen Paraden oder großen Bühnenveranstaltungen. Stattdessen stehen lokale Umzüge, selbstgemachte Kostüme und humorvolle Darbietungen im Mittelpunkt. In Orten wie Santa Cruz das Flores oder Lajes das Flores treffen sich die Bewohner, um gemeinsam zu feiern, zu musizieren und kleine Theaterstücke oder Sketches aufzuführen, die oft alltägliche Themen oder lokale Ereignisse aufgreifen.

Medien

Auf der Ilha das Flores ist die Medienlandschaft eher klein, lokal geprägt und stark auf die Bedürfnisse der überschaubaren Inselbevölkerung ausgerichtet. Die Insel verfügt über lokale Zeitungen, Radio und Online-Portale, während Fernsehen und überregionale Printmedien meist von den größeren Azoreninseln oder vom portugiesischen Festland empfangen werden.

Es gibt keine großen Tageszeitungen, die ausschließlich auf Flores erscheinen. Stattdessen informieren regionale Zeitungen der Azoren wie Açoriano Oriental (Hauptsitz auf São Miguel) über Geschehnisse auf Flores. Ergänzend existieren lokale Mitteilungsblätter und Gemeindebriefe, in denen Nachrichten aus den beiden Gemeinden Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores, Veranstaltungen, lokale Politik und Gemeindeprojekte veröffentlicht werden.

Radio ist auf Flores nach wie vor ein wichtiges Medium. Es gibt lokale Radiostationen, die regionale Nachrichten, Wetterberichte, kulturelle Programme und Musik senden. Besonders populär sind Programme, die sich auf lokale Themen, Kultur und Unterhaltung konzentrieren. Darüber hinaus empfangen die Bewohner Radiosendungen der Regionalregierung der Azoren sowie nationale Sender Portugals.

Fernsehangebote auf Flores bestehen primär aus den digitalen Kanälen Portugals (RTP, SIC, TVI) und aus regionalen Programmen der Azoren. Spezielle Fernsehsender ausschließlich für Flores existieren nicht. Über Kabel oder Satellit können die Einwohner außerdem auf Inhalte vom Festland zugreifen.

Zunehmend gewinnen Online-Portale, Facebook-Seiten und lokale Community-Gruppen an Bedeutung. Diese Plattformen berichten über lokale Ereignisse, touristische Informationen, Naturschutzthemen und öffentliche Bekanntmachungen der Gemeinden. Offizielle Websites der Gemeinden Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores bieten ebenfalls Nachrichten, Serviceinformationen und Veranstaltungshinweise.

Kommunikation

Flores hat die Postleitzahl 9960 und die Telefonvorwahl 0(0351)292.

Sport

Auf Flores existieren mehrere Sportvereine, vor allem in den beiden Gemeinden Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores. Diese Vereine organisieren Fußballmannschaften, Volleyball- und Basketballgruppen sowie Turn- und Fitnessangebote. Fußball ist die populärste Sportart auf der Insel; die lokalen Clubs nehmen sowohl an regionalen Meisterschaften der Azoren als auch an Freundschaftsspielen mit Mannschaften anderer Inseln teil. Auch Futsal erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Daneben gibt es Aktivitäten wie Leichtathletik, Tischtennis und traditionelle azorische Sportarten, etwa das Steinewerfen (Lançamento de Peso) bei lokalen Festen.

Dank der spektakulären Natur der Insel ist bei Besuchern Outdoor-Sport besonders beliebt. Wandern entlang der Kraterseen, Wasserfälle, Klippen und Küstenpfade ist die am weitesten verbreitete Sportart und zieht sowohl Einheimische als auch Touristen an. Mountainbiking ist ebenfalls populär, da die hügelige Topographie herausfordernde Strecken bietet. Die steilen Klippen und wilden Küstenabschnitte eignen sich für Kletter- und Canyoningtouren, während die Strände und Naturpools Möglichkeiten für Schwimmen und Kajakfahren bieten. Vogelbeobachtung und Naturwanderungen werden teilweise als sportlich-aktive Freizeitgestaltung betrieben.

Die Schulen auf Flores fördern den Sportunterricht und organisieren regelmäßig schulinterne Wettbewerbe. Für Kinder und Jugendliche gibt es Jugend- und Freizeitsportprogramme, die oft in Zusammenarbeit der Gemeinden mit Sportvereinen durchgeführt werden. Diese Programme zielen darauf ab, Fitness, Teamgeist und soziale Kompetenzen zu fördern.

Die Insel verfügt über einige Sportplätze, Mehrzweckhallen und Fitnessbereiche in den Hauptorten Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores. Natürliche Sportstätten wie Wanderwege, Küstenabschnitte und Naturpools ergänzen die formale Infrastruktur. Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl ist die Infrastruktur zwar überschaubar, aber funktional für die Bedürfnisse der Inselgemeinschaft.

Fußball

Der Fußball ist auf der Ilha das Flores – wie auf fast allen Azoren-Inseln – die mit Abstand beliebteste Sportart und ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Trotz der geringen Bevölkerung von nur etwa 3.800 Einwohnern gibt es eine lebendige und leidenschaftliche Fußballkultur, die vor allem von Amateurvereinen und der engen Gemeinschaft getragen wird. Auf der Insel gibt es zwei aktive Fußballvereine, die in den unteren Ligen des portugiesischen Fußballverbandes (Associação de Futebol dos Açores) spielen:

  • Clube Desportivo e Cultural de Santa Cruz das Flores (kurz: CD Santa Cruz) Der größte und erfolgreichste Verein der Insel, gegründet 1926. Er spielt in der Campeonato de Futebol dos Açores (die höchste azorische Liga unterhalb der nationalen Ebenen). Das Team trägt gelb-blaue Trikots und trägt seine Heimspiele im Campo de Futebol de Santa Cruz aus (ein einfaches, aber gut gepflegtes Stadion mit ca. 1.000 Plätzen).
  • Grupo Desportivo e Cultural de Lajes das Flores (kurz: GD Lajes) Der zweite große Verein, gegründet 1948. Er spielt meist in der gleichen Liga wie Santa Cruz oder in der darunterliegenden Division. Die Mannschaft trägt grün-weiße Trikots und nutzt das Campo de Futebol de Lajes als Heimstätte.

Beide Vereine sind tief in ihren Gemeinden verwurzelt. An Spieltagen versammeln sich oft hunderte Zuschauer – ein großer Teil der Inselbevölkerung – am Platz, und die Stimmung ist trotz des kleinen Rahmens sehr intensiv. Das Derby zwischen Santa Cruz und Lajes ist das sportliche Highlight des Jahres und wird von den Einheimischen mit großer Leidenschaft erwartet.

Die azorischen Vereine spielen in einem eigenen Insel-Ligasystem, das in mehrere Divisionen unterteilt ist. Flores-Teams treten meist in der Divisão de Honra oder der 1ª Divisão Açores an. Aufgrund der kleinen Inselgröße und der hohen Reisekosten (Fähren oder Flüge zu anderen Inseln) gibt es nur wenige Auswärtsspiele pro Saison. Die meisten Spiele finden auf Flores selbst statt, oft am Wochenende.

Darüber hinaus gibt es jährlich den Taça dos Açores (azorischer Pokal) sowie Freundschaftsturniere und Turniere mit Mannschaften von anderen Inseln (z. B. Corvo, Faial oder Pico).

Beide Vereine betreiben Jugendabteilungen (Escolinhas de Futebol). Viele Kinder und Jugendliche spielen schon ab 5–6 Jahren und nehmen an Turnieren auf der Insel oder auf den Nachbarinseln teil. Da es auf Flores keine professionellen Strukturen gibt, endet die Karriere der meisten Talente meist auf Amateurniveau – einige wenige schaffen es aber auf andere Azoren-Inseln oder aufs Festland.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten mit Flores verbundenen Persönlichkeiten sind:

  • Diogo das Chagas (um 1584 bis um 1661), Franziskaner, Priester, Historiker
  • Roberto de Mesquita Henriques (1871 bis nach 1910), Schriftsteller
  • Carlos de Mesquita Henriques (1870 bis nach 1900), Dichter, Essayist, Literaturkritiker, Professor
  • Renato Moura (1949 bis 2024), Politiker, Abgeordneter der Legislative Assembly der Azoren

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr auf der Ilha das Flores hat sich in den letzten Jahren langsam, aber kontinuierlich entwickelt und orientiert sich vor allem am Natur- und Ruhesuchenden-Tourismus. Die Insel gilt als eine der ursprünglichsten und landschaftlich spektakulärsten Regionen der Azoren. Touristen kommen wegen der Wasserfälle, Kraterseen, Klippen, Wanderwege und der generell sehr ruhigen, grünen Umgebung. Massentourismus existiert praktisch nicht; stattdessen setzt Flores auf sanften, nachhaltigen Tourismus mit starker Betonung auf Naturschutz und lokale Kultur.

Die beliebtesten Aktivitäten umfassen Wandern, insbesondere entlang der spektakulären Westklippen rund um Fajã Grande, Besuche der Seen (Lagoa Funda, Rasa, Negra, Comprida) sowie Küstenwanderungen zu einsamen Fajãs und Aussichtspunkten. Auch Vogelbeobachtung, Canyoning, Küstenbootstouren und Schwimmen in Naturpools sind typische Freizeitmöglichkeiten. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und des begrenzten Verkehrs erleben Besucher die Insel als sehr ruhig und authentisch.

Die Unterbringungsmöglichkeiten auf Flores sind überschaubar, aber ausreichend für die Nachfrage. Die meisten Unterkünfte sind kleine, familiär geführte Betriebe, die gut in die Landschaft integriert sind. Dazu gehören Gästehäuser, Bed-and-Breakfast-Unterkünfte, kleine Landhotels, Ferienhäuser, lokale Hostels und vereinzelte Boutique-Unterkünfte. In Santa Cruz das Flores liegt ein Teil der Hotels und Pensionen, während Fajã Grande traditionell viele Ferienhäuser und kleine Lodges bietet, die sich an Wanderer und Natururlauber richten. Große Hotelanlagen gibt es nicht, stattdessen herrscht ein persönlicher, ruhiger Stil vor. In beiden Gemeinden – Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores – findet man zudem einige Rural Tourism-Unterkünfte, die oft renovierte traditionelle Häuser nutzen.

Die touristische Infrastruktur bleibt bewusst begrenzt, um das ökologische Gleichgewicht der Insel zu schützen. Dennoch gibt es eine solide Grundversorgung mit Restaurants, kleinen Läden, Autovermietungen und saisonalen Freizeitangeboten. Besucher schätzen besonders die freundliche, entschleunigte Atmosphäre und die Möglichkeit, die Natur fast ungestört zu erleben. Flores setzt damit auf ein kleines, hochwertiges und naturorientiertes Fremdenverkehrsprofil, das die besondere landschaftliche und kulturelle Identität der Insel bewahrt.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

  • Flores, openstreetmap =
  • Flores, Satellit =

Reiseangebote

Azoren: Insel Flores Tourismus = https://azoren.eu/inseln/flores/

Visit Portugal: Ilha das Flors = https://www.visitportugal.com/de/content/ilha-das-flores

Reisebaustein Flores = https://www.erlebe.de/azoren/reise-baustein/unberuehrtes-flores/

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