Prince Edward Island (Epekwitk)
Die Prinz Eduard Insel im Süden des Sankt Lorenz Golfs ist die einzige reine Inselprovinz Kanadas. Sie zeichnet sich durch ihre eindrucksvollen roten Sandstrände und Sandsteinklippen aus, die durch hohen Eisenanteil im Boden entstehen und ein atemberaubendes Farbenspiel mit dem Atlantik erzeugen. Bekannt wurde die kleinste Provinz Kanadas zudem als Schauplatz des Romans „Anne of Green Gables“, mit gepflegten literarischen Stätten inmitten sanfter Hügel, grüner Felder und einer reichen Küstenkulinarik aus Hummer und Austern.
Name
Die Prince Edward Island, gesprochen [prɪnsˌʔɛdwɚdˈʔaɪlɨnd], deutsch Prinz Edward Insel, französisch Île-du-Prince-Édouard, kurz PEI oder P.E.I., heißt bei den schon vor der Ankunft der Europäer hier lebenden Mi’kmaq Epekwitk oder Abegweit. Beide Namen bedeuten sinngemäß „in den Wellen liegend“ oder „Wiege auf den Wellen“ und beschreiben treffend die langgestreckte Form und die sanften Dünen der Insel.
Als erster Europäer sichtete der französische Entdecker Jacques Cartier die Insel am 30. Juni 1534. Da dieser Tag im Kirchenkalender dem Fest des heiligen Johannes des Täufers (Saint-Jean-Baptiste) gewidmet ist, nannte er sie Île Saint-Jean. Unter diesem Namen stand die Insel bis 1758 unter französischer Herrschaft und war eine wichtige Akadien-Kolonie mit der Hauptstadt Port-la-Joye (heute bei Charlottetown). Nach dem Siebenjährigen Krieg eroberten die Briten 1758 die Insel. Sie anglisierten den Namen zunächst zu Saint John’s Island, um Verwechslungen mit der Stadt Saint John in New Brunswick und der Insel Saint John (heute Prince Edward Island) zu vermeiden, behielt man diesen Namen zunächst bei, änderte ihn aber 1799 bewusst.
Am 1. Februar 1799 wurde die Insel offiziell in Prince Edward Island umbenannt. Der Name ehrt Prince Edward, Duke of Kent and Strathearn (1767 bis 1820), den viertältesten Sohn König Georges III. und Vater der späteren Königin Victoria. Zu dieser Zeit war er Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Nordamerika und stationiert in Halifax, Nova Scotia. Die Umbenennung sollte die Loyalität zur britischen Krone unterstreichen und gleichzeitig die alte französische Bezeichnung endgültig tilgen. Seit 1799 trägt die Insel durchgängig den Namen Prince Edward Island, französisch Île-du-Prince-Édouard. Die Abkürzung P.E.I. bzw. PEI ist heute weltweit bekannt. Die Mi’kmaq-Bezeichnung Epekwitk wird seit den 2010er Jahre wieder häufiger verwendet, auch offiziell und in der Tourismuswerbung, um die indigene Geschichte stärker zu betonen.
international: Prince Edward Island
amharisch: ፍሬንስ ኤድዋርድ አይላንድ [Fṛēnṣi ʾEdwārdi ʾAylandī]
arabisch: جزيرة الأمير إدوارد [Jazīrat al-Amīr Idwārd]
armenisch: Պրինս Էդվարդ կղզի [Prins Ēdvard kghzi]
bengalisch: প্রিন্স এডওয়ার্ড দ্বীপ [Prinś eḍōẏāraḍa dvīpa]
birmanisch: မင်းသား အေဒွတ် ကျွန်း [Mintha Aitwat Kyun]
bulgarisch: остров Принц Едуард [ostrov Prints Edvard]
cherokee: ᏈᎵᏂᏏ ᎡᏛᏗ ᎤᎦᎳ [Quilini Edvdi Ugala]
chinesisch: 爱德华王子岛 [Àidéhuá Wángzǐ Dǎo]
deutsch: Prinz Eduard Insel
dine: Bííʼníłéí Éédward Bikéyah
französisch: Île-du-Prince-Édouard
georgisch: პრინს ედუარდის კუნძული [Prins Eduarsis kundzuli]
griechisch: Νήσος του Πρίγκιπα Έντουαρντ [Nísos tou Príngkipa Éntouarnt]
gudscheratisch: પ્રિન્સ એડવર્ડ આઇલેન્ડ [Prinsa Eḍvarḍa Ailaenḍa]
haitianisch; Zile Prince Edward
hebräisch: אי הנסיך אדוארד [ʾÎy ha-Nasíʾ ʾEdwárd]
hindi: प्रिंस एडवर्ड द्वीप [Priṃs Eḍvarḍ dvīp]
jamaikanisch: Prins Edwad Ailan
japanisch: プリンス・エドワード島 [Purinsu Edowādo-tō]
kambodschanisch: កោះព្រះអង្គម្ចាស់អេដវឺដ [Kaoh Preah Angk Mchas Edved]
kanaresisch: ಪ್ರಿನ್ಸ್ ಎಡ್ವರ್ಡ್ ದ್ವೀಪ [Prins Eḍvarḍ Dvīpa]
kasachisch: Принц Эдуард аралы [Prins Edvard araly]
koreanisch: 프린스에드워드 섬 [Peulinseu-edeuwo-deu seom]
laotisch: ເກາະປຣິ້ນຊ໌ເອັດວົດ [Kɔ̀ pàlín ɛ́t wót]
lateinisch: Insula Principis Eduardi
lettisch: Prinča Edvarda sala
litauisch: Princo Edvardo sala
makedonisch: Остров Принц Едвард [Ostrov Princ Edvard]
malayalam: പ്രിൻസ് എഡ്വേർഡ് ദ്വീപ് [Prinṣ Edvāṟḍ dvīp]
maldivisch: ޕްރިންސް އެޑްވަރޑް ޖަޒީރާ [Prins Eḍvarḍ Jazīrā]
marathisch: प्रिन्स एडवर्ड बेट [Prins Eḍvarḍ Beṭ]
mi’kmaq: Epekwitk, Abegweit
nepalesisch: प्रिन्स एडवर्ड टापु [Prins Eḍvarḍ Ṭāpu]
orissisch: ପ୍ରିନ୍ସ ଏଡୱାର୍ଡ ଦ୍ୱୀପ [Prins Eḍwārḍ dwīpa]
pandschabisch: ਪ੍ਰਿੰਸ ਐਡਵਰਡ ਟਾਪੂ [Prins Aiḍvarḍ Ṭāpū]
persisch: جزیره شاهزاده ادوارد [Jazīre-ye Shāhzāde-ye Edvārd]
russisch: остров Принца Эдуарда [ostrov Printsa Eduarda]
serbisch: Острво Принца Едварда [Ostrvo Princa Edvarda]
singhalesisch: ප්රින්ස් එඩ්වඩ් දූපත [Prins Eḍvaḍ dūpata]
tamilisch: பிரின்ஸ் எட்வர்ட் தீவு [Priṉs Eṭvarṭ tīvu]
telugu: ప్రిన్స్ ఎడ్వర్డ్ దీవి [Prins Eḍvarḍ dīvi]
thai: เกาะพรินซ์เอดเวิร์ด [Kɔ̀ Prín Edwêrt]
tibetisch: པྲིནྡྲི་ཨེ་ཐརྡ་གླིང་ [Prindzi É tard gling]
ukrainisch: Острів Принца Едуарда [Ostriv Pryntsa Eduarda]
urdu: پرنس ایڈورڈ جزیرہ [Prince Edward Jazeera]
weißrussisch: Востраў Прынца Эдуарда [Vostraŭ Pryntsa Eduarda]
Offizieller Name:
englisch: Prince Edward Island
französisch: Île-du-Prince-Édouard
mikmak: Abegweit
Bezeichnung der Bewohner: Prince Edward Islanders (Prinz Eduard Insulaner)
adjektivisch: prince edward island (prinz eduard insularisch)
Kürzel:
Code: PE / PEI
Kfz: PE
ISO-Code: CA-PE
Lage
Die Prinz Eduard Insel liegt im Süden des Sankt Lorenz Golfs auf durchschnittlich 46°30‘ n.B. und 53°12‘ w.L.. Die Insel liegt wenige Kilometer vor der Küste der kanadischen provinzen New Brunswick und Nova Scotia.
Geografische Lage:
nördlichster Punkt: 47°02‘48“ n.B. (North Cape) bzw. 47°12‘00“ n.B. (Portage Island)
südlichster Punkt: 45°57‘00“ n.B. (Wood Islands)
östlichster Punkt: 61°59‘10“ w.L. (East Point)
westlichster Punkt: 64°24‘45“ w.L. (Cape Wolfe) bzw. 65°07‘ 58“ w.L. (Portage Island)
Entfernungen:
Lennox Island 450 m
Cape Tormentine / New Brunswick 14,3 km
Nova Scotia 22 km
Cape Breton Island 52 km
Magdaleneninseln 83 km
Neufundland 240 km
Anticosti 248 km
Quebec 403 km
Zeitzone
Auf der Prinz Eduard Insel gilt die Atlantic Standard Time (Atlantische Standard Zeit, kurz AST), 5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC-4). Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 8 bis 18 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).
Fläche
Die Inselprovinz hat eine Fläche von 5.660,38 km² bzw. 2.185,47 mi², mit Nebeninseln 5.683,91 km² bzw. 2.194,57 mi². Davon entfallen 5.620 km² auf die Hauptinsel und km² auf 231 Nebeneilande. Die Insel durchmisst von Westen nach Osten 188 km bei einer maximalen Nord-Süd-Breite von 73 km im Westen uhnd 54 km im Osten. Höchster Punkt ist die Queens County Height auf 142 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 35 m. Die Küste hat eine Gesamtlänge von 1.313 km. Der maximale Tidenhub beträgt 0,8 bis 2,6 m.
Maximaler Tidenhub:
Charlottetown 46°13‘ N, 63°10‘ W 2,54 m
Victoria 46°13‘ N, 63°03‘ W 2,35 m
Port Borden 46°15‘ N, 63°42‘ W 2,17 m
Summerside 46°23‘ N, 63°47‘ W 2,05 m
Wood Island 45°57‘ N, 62°44‘ W 1,82 m
Georgetown 46°11‘ N, 62°31‘ W 1,64 m
Montague 46°01‘ N, 62°39‘ W 1,59 m
Ellerslie 46°39‘ N, 63°55‘ W 1,58 m
Souris 46°21‘ N, 62°15‘ W 1,57 m
Portage Island 47°12‘ N, 65°08‘ W 1,29 m
Tignish 46°57‘ N, 64°00‘ W 1,08 m
Alberton 46°48‘ N, 64°04‘ W 1,04 m
West Point 46°37‘ N, 64°23‘ W 1,04 m
Malpeque Bay 46°35‘ N, 63°40‘ W 0,88 m
Geologie
Prince Edward Island ist geologisch ein bemerkenswert ruhiges und „junges“ Stück Erdkruste. Die gesamte Insel besteht fast ausschließlich aus weichen, roten Sedimentgesteinen des späten Karbon und frühen Perm (etwa 315 bis 290 Millionen Jahre alt) und gehört zum großen Maritimes Basin (auch Magdalenen-Becken genannt), einem mehrere hundert Kilometer ausgedehnten Sedimentbecken im Osten Nordamerikas.
Diese Gesteine entstanden lange nach den großen Gebirgsbildungen der Appalachen und wurden nie wieder nennenswert gefaltet oder metamorphosiert. Sie liegen heute praktisch horizontal oder sind nur ganz flach (meist weniger als 5–10°) nach Norden oder Nordosten geneigt. Magmatische oder metamorphé Gesteine gibt es auf der Insel selbst überhaupt nicht – PEI ist einer der wenigen Orte Nordamerikas, an dem man keinerlei „hartes“ präkambrisches oder paläozoisches Grundgebirge an der Oberfläche sieht.
Die Schichtfolge gehört zur sogenannten Pictou Group und anderen Einheiten des Oberkarbon bis Unterperm. Nach Alter sind die wichtigsten Formationen:
Egmont Bay Formation
Orby Head Formation
Kildare Capes Formation
Cape John Formation
Charlottetown Formation
Hillsborough River Formation
Das typische Gesteinsbild der Insel sind rote bis braunrote Sandsteine, Schluffsteine und Tonsteine, die sogenannten „red beds“. Sie wurden in einem weitgehend kontinentalen Milieu abgelagert: in Flussläufen, auf Überschwemmungsebenen, in temporären Seen und zeitweise in flachen, periodisch austrocknenden Meeresbuchten eines riesigen Binnenbeckens. Charakteristische Sedimentstrukturen wie Kreuzschichtung, Rippelmarken, Trockenrisse und Regentropfenabdrücke sind überall in den Klippen und Steinbrüchen zu sehen.
Fossilien sind sehr selten. Man findet gelegentlich verkieselte Baumstämme, Wurzelhorizonte, Spurenfossilien von Gliederfüßern und vereinzelte Muscheln oder Ostrakoden in grauen, reduzierten Lagen. In tieferen Teilen des Beckens (unter der Insel nicht mehr anstehend) gibt es auch Salz- und Gipslagen, die von Phasen starker Verdunstung zeugen.
Tektonisch liegt Prince Edward Island im zentralen, am wenigsten gestörten Teil des Maritimes Basin. Dieses Becken entstand nach der akadischen Orogenese (Mitteldevon) als Folge der Kollision zwischen Laurussia und Gondwana. Im späten Karbon und Perm sackte der Bereich zwischen den bereits aufgefalteten Appalachen langsam ein und wurde mit den Ablagerungen von Flüssen und episodischen Meeresvorstößen aufgefüllt. Die leichte Neigung der Schichten heute ist eine späte Nachwirkung der viel jüngeren Öffnung des Atlantiks im Mesozoikum und Känozoikum.
Während der Eiszeiten des Quartärs (besonders der letzten, der Wisconsin-Vereisung vor etwa 20.000 Jahren) war die gesamte Insel von einem mehrere hundert Meter dicken Inlandeis bedeckt. Das Eis hat die weichen Sedimentgesteine stark abgetragen, geglättet und mit einer dünnen Decke aus Geschiebemergel (Till) überzogen. Die heutige sanft-hügelige, fast baumlose Agrarlandschaft mit ihren leuchtend roten Böden, den zahlreichen Buchten und Sandstränden ist daher ein Produkt von Erosion und glazialer Überprägung der permischen „red beds“.
Landschaft
Die als „Garten des Golfs“ bezeichnete Insel liegt im Sankt-Lorenz-Golf westlich der Kap-Breton-Insel, nördlich der Halbinsel Nova Scotia und östlich von New Brunswick. Die Südküste der Insel bildet die Meerenge Northumberlandstraße.
Wegen ihrer sanft hügeligen Landschaft mit vielen kleinen Flüssen und Seen, den grünen Weiden und großflächigen Kartoffelfeldern wird Prince Edward Island auch der „Garten Kanadas“ genannt. Die höchste Erhebung der Provinz erreicht hier nur 152 m. Die Küste der Insel wird im Norden von Sanddünen und Sandstränden geprägt, während entlang der südlichen Küste rostrote Sandsteinklippen dominieren.
Erhebungen
Queens County Height 142 m
Springton Peak 140 m
Inseln
Prince Edward Island 5.620,00 km²
Hog Island 13,0 km²
Lennox Island 5,2 km²
Panmure Island 3,24 km²
Saint Peter’s Island 1,62 km²
Courtin Island 0,97 km²
Oulton’s Island 0,85 km²
Governor’s Island 0,32 km²
Boughton Island 0,24 km²
Flora und Fauna
Prince Edward Island ist geprägt von sanften Wäldern, Wiesen und Küstengebieten, in denen typisch kanadische Bäume wie Ahorn, Birke und Fichte wachsen. Die Tierwelt umfasst u. a. Weißwedelhirsche, Rotfüchse, verschiedene Wasservögel sowie zahlreiche Meeresbewohner entlang der Küste.
Flora
Prince Edward Island war vor der europäischen Besiedlung vollständig von einem dichten Laubmischwald der sogenannten Acadian Forest Region bedeckt, einem der artenreichsten Waldtypen östlich der Rocky Mountains. Zuckerahorn, Gelbbirke, Rotahorn, Amerikanische Buche, Hemlocktanne, Weißkiefer und Roteiche bildeten die vorherrschenden Baumarten. An feuchten Standorten wuchsen gesellten sich Balsamtanne, Rotfichte, Schwarzkiefer und Tamarack-Lärche hinzu. Die Untervegetation bestand aus Farnen, Waldlilien, Maiglöckchen, wilden Sarsaparilla-Arten und zahlreichen Beerensträuchern.
Seit dem 18. Jahrhundert wurde jedoch mehr als 70 % des ursprünglichen Waldes für Landwirtschaft und Siedlungsbau gerodet. Heute sind nur noch kleine, oft isolierte Waldreste erhalten, vor allem im Prince Edward Island National Park, in Greenwich, im Macphail Woods Ecological Forestry Project und in einigen Provinzparks.
Die offene Kulturlandschaft wird von intensiv genutzten Äckern (vor allem Kartoffeln), Weiden und Wiesen geprägt. Die berühmten tiefroten Böden aus den verwitterten permischen Sandsteinen sind außerordentlich fruchtbar und lassen Gras, Klee und Getreide üppig wachsen. Im Frühsommer verwandeln sich viele Feldränder durch die eingebürgerte Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) in leuchtend violette und blaue Bänder, ein Markenzeichen der Insel. An den Küsten finden sich Salzwiesen mit Schlickgräsern, Strandhafer, Strandnelken und wilden Rosen, während in den wenigen verbliebenen Mooren Torfmoose, Rundblättriger Sonnentau, Moosbeeren und die seltene Gelbe Frauenschuh-Orchidee vorkommen. Endemische Pflanzenarten gibt es nicht, aber durch das milde, ozeanische Klima und die lange Vegetationsperiode blüht und wächst hier vieles früher und länger als im kanadaweit anderswo.
Fauna
Die Tierwelt von Prince Edward Island ist geprägt von ihrer Insellage und der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung: große Säugetiere sind rar, Vögel und Meereslebewesen dafür umso artenreicher. Vor der Besiedlung lebten auf der Insel Schwarzbär, Karibu, Luchs, Wolf und Puma. Heute sind von den großen Wildtieren nur noch Rotfüchse allgegenwärtig. Weißwedelhirsche wurden im 20. Jahrhundert wieder angesiedelt und sind inzwischen sehr häufig. Kleinere Säugetiere wie Rot- und Grauhörnchen, Schneeschuhhase, Bisamratte, Waschbär, Streifenskunk und verschiedene Mäuse- und Wühlmausarten sind weit verbreitet. Im Wasser leben Nordamerikanische Flussotter, Nerze und gelegentlich Seehunde, die an den Stränden ruhen.
Die Vogelwelt ist spektakulär. Über 350 Arten wurden nachgewiesen, mehr als 100 brüten regelmäßig. Berühmt ist PEI für seine Küstenvögel: Großer Regenpfeifer, Sanderling, Sandregenpfeifer, Seeschwalben und der gefährdete Küstenregenpfeifer (Piping Plover) nisten an den Sandstränden. In den Salzsümpfen und Lagunen brüten Kanadagans, Stockente, Blauflügelente, Amerikanische Krickente und der seltene Schwarzstirnwürger. Greifvögel wie Fischadler, Wanderfalke, Merlin und Rotschulterbussard sind regelmäßig zu sehen. Im Herbst und Frühjahr ist die Insel ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel auf dem Atlantic Flyway – Zehntausende Ringelgänse, Schneegänse und Watvögel machen hier Station.
Die Gewässer rund um die Insel sind reich an Meereslebewesen. Der berühmte Hummer (Homarus americanus) ist das wirtschaftliche Rückgrat der Fischerei, daneben werden Blaumuscheln, Austern, Jakobsmuscheln und verschiedene Speisefische gefangen. In den Buchten und Flussmündungen leben Amerikanische Aal, Atlantischer Stör (selten), Streifenbarsch und Regenbogenforelle. An den Stränden findet man Seesterne, Herzmuscheln, Mondschnecken und gelegentlich gestrandete Quallen.
Pflanzen-und Tierarten:
Flora
Blütenpflanzen 500
Fauna
Vögel 300
Naturschutz
Das bedeutendste Naturschutzgebiet der Inselprovinz ist der Prince Edward Island National Park. Dieser Nationalpark wurde 1937 gegründet und umfasst auf 22 km² und einer Länge von etwa 60 km Teile der Nordküste zum Golf von St. Lawrence. Er schützt vielfältige Ökosysteme wie Salzmarschen, acadianische Wälder, Dünen und Feuchtgebiete und dient als Lebensraum für bedrohte Arten wie den endangered Piping Plover (ein kleiner Küstenvogel). Der Park gliedert sich in drei Hauptregionen, die durch Buchten getrennt, aber administrativ und ökologisch verknüpft sind. Diese Struktur ermöglicht eine kontinuierliche Erkundung der Küste. Im Jahr 1998 wurde der Park durch die Integration des Greenwich-Dünen-Systems erweitert, was die Zusammenhängendheit stärkte.
Zusätzlich gibt es über 30 provinzielle Parks und Beaches, die kleinere, oft zusammenhängende Schutzflächen bieten. Sie ergänzen den Nationalpark und schützen ähnliche Küstenökosysteme:
Basin Head Provincial Park (Ostküste): bekannt als "Singing Sands" (singender Sandstrand), rund 1 km², mit Lagunen und Dünen.
Prince Edward Island National Wildlife Area (Südostküste, nahe Elmira): Bundes-Schutzgebiet für Vögel und Feuchtgebiete, rund 500 Hektar.
Andrew Point Coastal Natural Area oder Bloomfield Corner Coastal Natural Area (verschiedene Küstenabschnitte): Kleinere, zusammenhängende Flächen mit Klippen und Stränden.
Pituamkek National Park Reserve (Nordwestküste): eine 50 km lange Inselkette im Golf von St. Lawrence mit Lennox Islandals Zentrum.
Klima
Prince Edward Island hat ein feuchtes Kontinentalklima (Köppen Dfb) mit milden Sommern und kalten, schneereichen Wintern. Die Insel erlebt ganzjährig mäßige Niederschläge, starke Winde vom Atlantik und eine durchschnittliche Jahrestemperatur von etwa 5 bis 6°C. Die Insel hat ein humides Kontinentalklima, Im Vergleich zum Festland ist es durch die Lage am südlichen Rand des St.-Lorenz-Stroms gemäßigt. Die Winter sind vergleichsweise mild mit Januar-Durchschnittstemperaturen von -8,0°C. Aufgrund der Küstenlage fällt viel Schnee, insgesamt 312 mm. Im Frühjahr erwärmt sich die Luft durch die maritime Lage vergleichsweise langsam. Die Sommer sind mild. Im Juli sind Höchsttemperaturen von 23,2°C zu erwarten. Insgesamt erreichen die Niederschläge 1170 mm pro Jahr, wovon der Hauptteil im Spätherbst und Winter fällt.
Klimadaten für Charlottetown (48 m, 1961 bis 1990)
| Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Mitteltemperatur (°C) | -7,7 | -7,6 | -3,1 | 2,7 | 9,1 | 14,6 | 18,5 | 18,1 | 13,5 | 7,8 | 2,3 | -4,0 | 5,4 |
| Frosttage | 30 | 28 | 29 | 23 | 5 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 5 | 19 | 139 |
| Niederschlag (mm) | 106 | 86 | 92 | 88 | 98 | 93 | 86 | 87 | 95 | 109 | 111 | 123 | 1078 |
| Niederschlagstage >0,1 mm | 18,8 | 16,1 | 16,0 | 15,4 | 14,7 | 12,8 | 12,4 | 11,3 | 13,7 | 15,0 | 17,5 | 20,6 | 201,8 |
| Tage mit Schneebedeckung | 29 | 27 | 28 | 13 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 5 | 21 | 124 |
| Luftfeuchtigkeit (%) | 80 | 79 | 80 | 78 | 75 | 77 | 79 | 79 | 79 | 80 | 82 | 82 | 79 |
| Mittlere Windgeschwindigkeit (km/h) | 21 | 21 | 21 | 20 | 19 | 17 | 16 | 15 | 17 | 18 | 20 | 21 | 18,5 |
| Wassertemperatur (°C) | 0,2 | -1,3 | -1,3 | 0,2 | 4,7 | 10,5 | 16,4 | 18,2 | 15,5 | 11,8 | 7,1 | 3,2 | 7,1 |
Klimadaten für Charlottetown (1981 bis 2010, Extreme seit 1872)
| Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Höchstrekord (°C) | 15,1 | 13,3 | 24,5 | 26,7 | 31,7 | 32,2 | 33,9 | 36,7 | 31,5 | 27,8 | 21,3 | 16,7 | 36,7 |
| Mittelmaximum (°C) | −3,4 | −2,9 | 0,9 | 7,2 | 14,3 | 19,4 | 23,3 | 22,8 | 18,6 | 12,3 | 6,3 | 0,5 | 9,9 |
| Mitteltemperatur (°C) | −7,7 | −7,3 | −3,1 | 3,1 | 9,2 | 14,5 | 18,7 | 18,3 | 14,1 | 8,3 | 2,9 | −3,3 | 5,7 |
| Mittelminimum (°C) | −12,1 | −11,7 | −7,0 | −1,2 | 4,1 | 9,6 | 14,1 | 13,7 | 9,6 | 4,4 | −0,5 | −7,0 | 1,3 |
| Tiefstrekord °C (°F) | −32,8 | −30,6 | −27,2 | −16,1 | −6,7 | −1,1 | 2,8 | 2,0 | −0,6 | −6,7 | −17,2 | −28,1 | −32,8 |
| Niederschlag (mm) | 101,0 | 83,2 | 86,3 | 83,7 | 91,0 | 98,8 | 79,9 | 95,7 | 95,9 | 112,2 | 112,5 | 118,1 | 1,158,2 |
| Regen (mm) | 34,1 | 29,8 | 44,1 | 59,7 | 87,2 | 98,8 | 79,9 | 95,7 | 95,9 | 110,3 | 93,0 | 58,6 | 887,1 |
| Schneefall (mm) | 73,3 | 58,3 | 44,1 | 24,4 | 3,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 1,7 | 19,2 | 65,6 | 290,4 |
| Niederschlagstage (≥ 0,2 mm) | 19,3 | 15,7 | 15,9 | 15,3 | 14,1 | 13,2 | 12,6 | 11,7 | 12,8 | 15,0 | 16,9 | 19,8 | 182,4 |
| Regentage (≥ 0,2 mm) | 6,3 | 5,0 | 7,5 | 11,6 | 13,8 | 13,2 | 12,6 | 11,7 | 12,8 | 14,6 | 13,0 | 8,6 | 130,8 |
| Schneetaghe (≥ 0,2 cm) | 17,3 | 13,7 | 12,2 | 6,4 | 0,93 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,03 | 1,0 | 6,4 | 15,3 | 73,2 |
| Sonnenstunden | 108,9 | 109,1 | 141,3 | 148,2 | 197,1 | 219,8 | 253,6 | 219,0 | 181,0 | 123,9 | 62,9 | 75,8 | 1840,5 |
| Sonnenstundenanteil in % | 38,8 | 37,6 | 38,3 | 36,5 | 42,5 | 46,6 | 53,2 | 49,9 | 47,9 | 36,5 | 22,1 | 28,1 | 39,8 |
Mythologie
Die Mi’kmaq betrachten Prince Edward Island als Teil der großen Schöpfungsgeschichte ihres Kulturhelden Glooscap (auch Kluskap). Der Riese Glooscap soll die Insel mit einem einzigen Wurf aus Muschelschalen und Erde aus seiner Hand geformt haben, während er auf dem Biber half, die Welt zu gestalten. Deshalb wird PEI manchmal „Glooscaps Wiege“ oder „die Muschel, die Glooscap fallen ließ“ genannt.
Eine besonders bekannte Sage erzählt, Glooscap habe die Insel ursprünglich mit dem Festland verbunden gelassen. Der böse Wintergeist Ke’skʷ (oder auch Winter-Wind-Dämon) habe jedoch eine riesige Eisbrücke geschlagen, um die Insel zu erobern. Glooscap zerschlug die Brücke mit seinem Pfeil und trennte PEI für immer vom Festland – deshalb gibt es heute nur die Confederation Bridge. Noch immer, so sagen die Ältesten, hört man in stürmischen Winternächten Glooscaps Schritte auf dem Meeresboden, wenn er nachsieht, ob seine Insel noch sicher ist.
Die leuchtend roten Sandstein-Klippen der Insel haben ihren eigenen Mythos. Die Mi’kmaq erzählen, dass die Erde hier einst blutete, weil Glooscap einen riesigen roten Bären (Symbol der Zerstörung) mit seinem Tomahawk erschlug. Das Blut des Bären färbte den Boden für immer rot. Noch heute glauben manche Fischer, dass man bei Ebbe manchmal das Herz des Bären unter den Klippen schlagen hört.
Die gewaltsame Vertreibung der Akadier, bekannt als Le Grand Dérangement, 1755 bis 1763 hat tiefe Spuren in der kollektiven Seele der Insel hinterlassen. An vielen Küstenabschnitten, besonders bei Port-la-Joye und rund um die Malpeque Bay, berichten Menschen seit Jahrhunderten von „les feux des âmes“ – den Feuern der Seelen. In nebligen Nächten sieht man angeblich kleine Flämmchen über dem Wasser tanzen: das sind die Seelen der vertriebenen Akadier, die mit Laternen nach ihren verlorenen Häusern suchen.
Besonders bekannt ist die Sage von der Weeping Woman of the French River („Weinenden Frau von French River“). Eine junge Akadierin namens Marie soll 1758 versucht haben, mit ihrem Baby vor den britischen Soldaten über das zugefrorene Eis zu fliehen. Das Eis brach, beide ertranken. Seitdem hört man in Vollmondnächten ihr Weinen und das Wimmern eines Kindes aus dem Nebel.
Seit mindestens 200 Jahren wird vor der Küste der Insel das Burning Ship („das brennende Schiff“) gesichtet. Ein vollgetakeltes Segelschiff in Flammen erscheint plötzlich im Hafen von Charlottetown, segelt ein Stück, ohne je näher zu kommen, und verschwindet dann spurlos. Viele glauben, es sei das Geisterschiff der „Duke William“, eines Transportschiffs, das 1758 mit 400 Akadiern an Bord vor der Küste in Flammen aufging. Seeleute sagen: Wer das brennende Schiff dreimal sieht, stirbt innerhalb eines Jahres auf See.
An der Ostküste bei Panmure Island lebt die Sage von Nukumi, einer mi’kmaq‘schen Meerjungfrau (halb Mensch, halb Robbe). Sie soll Fischer vor Stürmen warnen, indem sie dreimal mit ihrer Schwanzflosse aufs Wasser schlägt. Wer ihr aber in die Augen schaut, wird für immer an die Insel gebunden und kann sie nie mehr verlassen – ein Fluch, der angeblich noch heute bei manchen „Come-from-aways“ (Zugezogenen) wirkt, die plötzlich nicht mehr wegwollen.
Im nordwestlichen Tignish gab es im 19. Jahrhundert eine kleine Gemeinschaft von schottischen Einwanderern, denen man Hexerei vorwarf. Noch heute erzählt man von der Witch of Jacques Cartier Park, einer alten Frau, die 1885 spurlos verschwand, nachdem sie „den Wind verkauft“ hatte. Fischer behaupten, wenn man an ihrem ehemaligen Haus vorbeifährt und dreimal pfeift, dreht sich der Wind sofort – ein Trick, den alte Kapitäne noch immer anwenden.
Obwohl literarisch, ist die Figur der Anne of Green Gables aus Lucy Maud Montgomerys Roman inzwischen selbst ein Stück Insel-Mythologie geworden. Viele Inselbewohner schwören, dass Anne „wirklich gelebt“ habe, und es gibt bis heute „Anne-Geister“-Sichtungen: rothaarige Mädchen in Strohhut und weißem Kleid, die plötzlich auf alten Friedhöfen oder in verlassenen Farmhäusern auftauchen und wieder verschwinden.
Im Confederation Centre of the Arts in Charlottetown spukt angeblich der Geist eines jungen Schauspielers, der 1966 bei einem Bühnenunfall starb. Techniker berichten von Schritten auf der leeren Bühne, von plötzlich herunterfallenden Vorhängen und von einem kalten Windhauch, der immer „Avonlea…“ flüstert.
Geschichte
Prince Edward Island wurde ursprünglich von den Mi’kmaq bewohnt, bevor französische Siedler im 18. Jahrhundert die Insel als „Île Saint-Jean“ kolonisierten. Nach mehreren Kriegen zwischen Frankreich und Großbritannien fiel die Insel 1763 an Großbritannien und wurde 1873 als letzte kanadische Provinz Teil des Dominion of Canada.
Besiedlungszeit
Die Besiedlung von Prince Edward Island begann in der Paläo-Indianischen Periode, kurz nach dem Rückzug der letzten Eiszeitgletscher um etwa -12.000. Zu dieser Zeit war die Insel noch nicht vollständig vom Festland getrennt; ein Landstreifen verband sie mit dem heutigen Nova Scotia und New Brunswick, was die Migration erleichterte. Die Vorfahren der Mi'kmaq, die zu den frühen paläoindianischen Jägern und Sammlern gehörten, kamen wahrscheinlich aus dem Süden oder Westen Nordamerikas und folgten den Wanderungen großer Wildtiere wie Karibus und Mammuts. Archäologische Funde, wie Speerspitzen aus Stein (Clovis-ähnliche Artefakte) in der Nähe von Cavendish und Souris, deuten auf diese frühe Präsenz hin. Das Klima war damals kühler und trockener, mit dichten Wäldern aus Fichten und Birken, die sich allmählich in gemischte Laubwälder verwandelten.
Diese Pioniere lebten als Nomaden, die in kleinen Gruppen von 20 bis 50 Personen reisten. Ihre Werkzeuge – Pfeilspitzen, Schaber und Äxte aus lokalem Quarzit und Feuerstein – wurden an Flussufern und Küsten gefunden, was auf eine Lebensweise hinweist, die stark von der Jagd abhängig war. Karibus, Bären und Elche waren Hauptbeute, ergänzt durch Fischerei in den reichen Gewässern des Gulf of St. Lawrence. Die Mi'kmaq-Vorfahren nutzten Kanus aus Birkenrinde, um Flüsse und Buchten zu befahren, und errichteten temporäre Lager mit Zeltstrukturen. Spirituell war diese Zeit geprägt von Animismus: Jede Pflanze, jedes Tier und jeder Stein besaß einen Geist, und Schamanen (bekannt als Puoin) vermittelten zwischen den Welten.
Archaische Zeit
Mit dem Aufwärmen des Klimas um -8000 stabilisierte sich die Umwelt: Der Meeresspiegel stieg, isolierte die Insel endgültig und schuf die heutige Küstenlinie mit ihren roten Sandstränden und Buchten. Dies markierte den Übergang zur Archaischen Periode, in der die Mi'kmaq eine semi-nomadische Lebensweise entwickelten. Sie wanderten saisonal: Im Sommer an der Küste für Fischerei und Muschelsammeln, im Winter ins Inland für Jagd und Fallenstellen. Archäologische Stätten wie die Lennox Island (heute eine Mi'kmaq-Reserve) und Hog Island enthüllen Muschelhaufen (Middens), die bis zu 6.000 Jahre alt sind und Reste von Austern, Muscheln, Lachs und Robben enthalten – ein Beweis für eine ausgewogene Ernährung.
Die Gesellschaft organisierte sich in Clans, oft nach Tieren benannt (zum Beispiel Bär oder Adler), die durch matrilineare Linien vererbt wurden. Dörfer bestanden aus Wigwams: kegelförmigen Hütten aus Birkenrinde und Holzrahmen, die leicht ab- und aufgebaut werden konnten. Die Mi'kmaq perfektionierten Techniken wie das Räuchern von Fisch, das Sammeln von Ahornsirup und die Herstellung von Keramik. Ihre Kanus, bis zu 6 Meter lang, ermöglichten Handel mit benachbarten Völkern wie den Maliseet und Passamaquoddy im Süden, Teil der Wabanaki-Konföderation. Mündliche Legenden, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, erzählten von Schöpfungsmythen: Glooscap, der Kulturheld, formte die Insel aus Lehm und lehrte die Menschen, in Harmonie mit der Natur zu leben. Diese Geschichten dienten als moralische Leitfäden und erklärten Phänomene wie Gezeiten oder Stürme.
Konflikte waren selten; die Mi'kmaq betrieben Diplomatie durch Geschenke und Ehen. Die Bevölkerung wuchs auf schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Menschen auf der Insel, verteilt auf kleine Siedlungen. Frauen spielten eine zentrale Rolle: Sie sammelten Pflanzen (Beeren, Wurzeln, Heilkräuter) und webten Körbe, während Männer jagten und fischten. Die Spiritualität umfasste Zeremonien wie das Schwitzhüttenritual und Visionenquests, bei denen Jugendliche in die Wildnis gingen, um ihren Schutzgeist zu finden.
Woodland-Periode
Ab etwa -1000 trat die Woodland-Periode ein, gekennzeichnet durch fortschrittlichere Technologien und eine intensivere Nutzung der Ressourcen. Die Mi'kmaq integrierten Einflüsse aus dem Süden, wie den Anbau von Mais, Bohnen und Kürbissen (obwohl Landwirtschaft auf der Insel begrenzt blieb aufgrund des sandigen Bodens), und verbesserten ihre Bogentechnik mit Pfeilen aus Knochen und Stein. Keramikgefäße mit verzierten Mustern wurden alltäglich, und Grabstätten wie die in Basin Head deuten auf komplexe Bestattungsrituale hin, inklusive Grabbeigaben.
Die Mi'kmaq-Territorien erstreckten sich über das gesamte Maritime Kanada, einschließlich PEI, Nova Scotia und Teilen Newfoundlands. Sie handelten Bernstein, Kupfer und Felle mit Völkern wie den Beothuk im Norden. Die Gesellschaft blieb egalitär: Häuptlinge (Saqamaw) wurden gewählt basierend auf Weisheit und Führungsstärke, und Entscheidungen fielen im Rat. Die orale Tradition blühte auf; Legenden von Glooscap, der Riesen und Monster besiegte, vermittelten Werte wie Respekt vor der Natur und Gemeinschaft.
Bis zum 15. Jahrhundert blieb diese Welt ungestört. Gerüchte über frühere europäische Besucher – wie Wikinger um 1000 oder baskische Fischer im 15. Jahrhundert – erreichen PEI nicht nachweisbar; die Insel lag abseits der Hauptsegelrouten. Die Mi'kmaq lebten in einem stabilen Ökosystem, wo Ressourcen reichlich waren: Der Golf von St. Lawrence bot endlose Fischbestände, die Wälder Wild, und die Strände essbare Algen und Schalentiere.
Europäische Kontaktzeit
Die vorkolumbische Periode endete abrupt mit der Ankunft europäischer Entdecker. Obwohl Kolumbus 1492 Amerika „entdeckte“, dauerte es bis 1534, bis Jacques Cartier, ein französischer Seefahrer im Auftrag von König Franz I., die Insel sichtete. Am 1. Juli 1534 segelte Cartier in die Northumberland Strait zur Nordküste von Epekwitk (Mi’kmaq-Name für die Insel) sichtete, beschrieb er sie als „la plus belle terre que l’on sauroit voir“ – das schönste Land, das man sich vorstellen könne. Die Mi’kmaq kamen in Kanus heran, boten Fisch und Biberfelle an und zeigten keinerlei Furcht. Cartier nahm Besitz im Namen des französischen Königs, hisste ein Kreuz und segelte weiter. Es folgte fast ein Jahrhundert, in dem die Insel selbst kaum besiedelt wurde, aber ihre Gewässer zu einem der wichtigsten Fischgründe Europas wurden.
Bereits in den 1540er Jahren kamen baskische, bretonische und normannische Fischer jedes Frühjahr in die Northumberland Strait und den Golf von St. Lawrence. Sie fingen Kabeljau, trockneten ihn auf Gestellen an den Stränden und segelten im Herbst mit vollen Laderäumen heim. Die Mi’kmaq profitierten zunächst: Metallkessel, Äxte, Messer und Stoff wurden gegen Felle und getrockneten Fisch getauscht. Europäische Krankheiten (Pocken, Masern) brachen jedoch immer wieder aus und rafften ganze Dörfer hin. Schätzungen gehen davon aus, dass die Mi’kmaq-Bevölkerung auf der Insel zwischen 1500 und 1600 von etwa 3.000 bis 4.000 auf unter 1.000 Menschen sank. Die Franzosen nannten die Insel zunächst Île Saint-Jean (nach Johannes dem Täufer). Sie blieb jedoch eine saisonale Station, keine Kolonie.
Akadien
1604 gründeten Pierre Dugua de Mons und Samuel de Champlain die erste dauerhafte französische Siedlung in Nordamerika auf der Île Sainte-Croix (heute Maine/New Brunswick-Grenze) und ein Jahr später Port-Royal in der Annapolis Bay. Île Saint-Jean gehörte nun zum Territorium Acadie. Die Mi’kmaq schlossen mit den Franzosen ein Bündnis, das bis ins 18. Jahrhundert hielt: Sie wurden Verbündete gegen die Engländer und die Irokesen, tauften sich teilweise katholisch und heirateten französische Fischer und Soldaten. Die Jesuiten und Récollets missionierten ab den 1610er-Jahren; die erste Messe auf der Insel wurde 1629 gehalten.
Trotzdem blieb die Besiedlung minimal. 1650 lebten vielleicht 200–300 Franzosen und Métis (Mischlinge) ganzjährig auf der Insel, vor allem in der Gegend des heutigen Charlottetown (damals Port-la-Joye) und im Nordosten bei St. Peters Bay. 1663 wurde ganz Acadie (einschließlich Île Saint-Jean) zur königlichen Provinz Frankreichs. Ludwig XIV. vergab große Lehen an Adlige und Handelskompanien, die jedoch meist nur Pelz- und Fischereirechte ausbeuteten.
Zwischen 1663 und 1670 vergab die Compagnie de la Nouvelle-France die Insel an François Doublet, einen ehemaligen Offizier aus Placentia (Neufundland). Doublet ließ etwa 30 Familien aus der Bretagne und der Normandie kommen – die ersten dauerhaften europäischen Siedler. Sie ließen sich bei Malpèque und am Hillsborough River nieder. 1672 starb Doublet und damit fiel das Lehen zurück an die Krone. 1685 bis 1690 versuchte ein neuer Konzessionär, Claude-Élie de Berthier, eine größere Kolonie zu gründen, scheiterte aber an Finanzierung und indianischen Spannungen. Während des King William’s War, dem ersten der französisch-englischen Kolonialkriege, plünderten Neuengland-Milizen im Jahr 1690 die wenigen Höfe. Viele Siedler flohen nach Québec oder Louisbourg.
Trotz der Missionierung und des Handels behielten die Mi’kmaq ihre Autonomie. Sie lebten weiterhin in saisonalen Dörfern (Sommer an der Küste, Winter im Inland), jagten Robben, fischten Kabeljau und Hering und handelten mit den Franzosen. Ihre Kanus waren den europäischen Booten überlegen, und sie waren unverzichtbare Führer und Krieger für die Franzosen. Gleichzeitig wuchs die Métis-Bevölkerung – Kinder aus Verbindungen zwischen französischen Männern und Mi’kmaq-Frauen – besonders in Gegenden wie Malpèque und Tracadie.
Nach dem Ende des Queen-Anne-Krieges (1702 bis 1713) und der britischen Eroberung von Port-Royal (dem Herzen Acadias) im Jahr 1710 stand das gesamte akadische Territorium vor einem tiefgreifenden Wandel. Der Vertrag von Utrecht 1713, der den Krieg beendete, teilte Acadia auf: Das Festland (heutiges Nova Scotia) fiel an Großbritannien und wurde in Nova Scotia umbenannt, während Île Saint-Jean (Prince Edward Island) und Île Royale (Cape Breton Island) bei Frankreich verblieben. Diese Teilung markierte den Beginn einer Ära der Unsicherheit für die Akadier – französischsprachige Siedler, die seit dem 17. Jahrhundert in der Region lebten und eine einzigartige Kultur aus Landwirtschaft, Fischerei und engen Bindungen zu den Mi'kmaq entwickelt hatten. Viele Akadier weigerten sich, einen unbedingten Eid der Treue gegenüber der britischen Krone zu leisten, was zu Spannungen führte. Stattdessen boten sie eine neutrale Haltung an, die sie „les neutres“ (die Neutralen) nannte, und versprachen, nicht gegen Britannien zu kämpfen, solange sie ihre katholische Religion und ihre Ländereien behalten durften.
Île Saint-Jean, die abseits der Hauptkriegsrouten lag, wurde in den 1720er und 1730er Jahren zu einem Zufluchtsort für Akadier, die der britischen Herrschaft in Nova Scotia entkommen wollten. Die französische Krone förderte die Besiedlung: 1720 gründete sie Port-la-Joye (heute Charlottetown) als administratives Zentrum, mit einer kleinen Festung und einem Hafen. Gouverneure wie Jean-Pierre Roma etablierten Plantagen und Handelsstationen, etwa in Three Rivers (heutiges Brudenell). Die Bevölkerung wuchs rasch: Von etwa 350 Akadiern und Métis um 1710 stieg sie bis 1730 auf über 1.000 an, ergänzt durch Zuzügler aus Frankreich und deportierte Akadier aus dem Festland. Die Mi'kmaq, die enge Allianzen mit den Franzosen pflegten, teilten das Land weiterhin, obwohl Konflikte um Ressourcen zunahmen. Die Wirtschaft basierte auf Subsistenzlandwirtschaft – Dämme (Abositeaux) schützten die Marschen vor dem Meer –, Fischerei und Pelzhandel. Die Insel war arm, aber friedlich; es gab keine großen Städte, nur verstreute Dörfer wie Havre-Saint-Pierre (St. Peters) und Malpèque.
Die 1740er Jahre brachten erneute Kriege: Der King-George-Krieg (1744 bis 1748), Teil des Österreichischen Erbfolgekrieges, sah britische Angriffe auf französische Positionen. 1745 eroberten Neuengland-Truppen die Festung Louisbourg auf Île Royale, was die Akadier auf Île Saint-Jean in Angst versetzte. Viele Mi'kmaq und Akadier unterstützten die Franzosen als Guerilla-Kämpfer, was britische Racheakte provozierte. Nach dem Frieden von Aachen 1748 kehrte Louisbourg an Frankreich zurück, und die Akadier auf dem Festland durften vorübergehend bleiben, doch die Spannungen eskalierten. Britannien verstärkte seine Präsenz in Nova Scotia mit der Gründung von Halifax 1749 und forderte erneut den Eid der Treue. Viele Akadier flohen nach Île Saint-Jean, wo die französische Verwaltung unter Gouverneur Augustin de Boschenry de Drucour sie aufnahm.
Die 1750er Jahre kulminierten in der Großen Vertreibung (Le Grand Dérangement). Ab 1755, zu Beginn des Siebenjährigen Krieges (1754 bis 1763), befahl der britische Gouverneur Charles Lawrence die Deportation der Akadier aus Nova Scotia, da sie als Bedrohung galten – insbesondere wegen ihrer Neutralität und Allianzen mit den Mi'kmaq und Franzosen. Über 7.000 Akadier wurden auf Schiffe gepfercht und in die britischen Kolonien, nach England oder Frankreich verschifft; viele starben an Krankheiten oder Schiffbrüchen. Île Saint-Jean wurde zum letzten Bollwerk: Bis 1755 flohen Tausende dorthin, sodass die Bevölkerung auf etwa 4.000 bis 5.000 anstieg, wie der Zensus von 1752 zeigt, der zahlreiche akadische Farmen auflistet. Die Insel war überbevölkert, Nahrung knapp, und die französische Krone sandte Hilfslieferungen.
1758 kam das Ende: Im Zuge der britischen Offensive eroberte Lord Rollo mit 500 Soldaten Port-la-Joye am 8. August, nach dem Fall von Louisbourg im Juli. Die französische Garnison kapitulierte kampflos. Die Briten deportierten über 3.000 Akadier – etwa zwei Drittel der Bevölkerung – in die nächsten Monaten; viele starben auf der Überfahrt nach Frankreich. Die verbliebenen Akadier und Mi'kmaq flohen in die Wälder oder nach Québec. Île Saint-Jean fiel endgültig an Britannien und wurde 1763 im Pariser Frieden bestätigt.
Britische Kolonialzeit
Nach der Eroberung der Festung Louisbourg nahmen die Briten 1758 die Insel ein und vertrieben die meisten Akadier. Im Pariser Frieden 1763 trat Frankreich die Insel, die nun St. John's Island genannt wurde, an Großbritannien ab. Samuel Holland führte 1764/65 umfangreiche Vermessungen auf der Insel durch, die als Grundlage zur Verlosung des Landes an britische Landbesitzer dienten. 1765 erfolgte die Gründung von Charlottetown, der späteren Hauptstadt.
1767 teilte London die gesamte Insel in 67 große Lots auf und verloste sie in einer einzigen Lotterie an Offiziere, Adlige und Kaufleute – fast alle auf dem Festland oder in England ansässig. Die Bedingung: protestantische Siedler ansiedeln und einen geringen Quitrent zahlen. Kaum ein Gewinner hielt sich daran. Stattdessen entstand das berüchtigte System der „absentee landlords“: 90 % des Bodens gehörten Leuten, die die Insel nie sahen. Sie verpachteten das Land über Mittelsmänner in Charlottetown weiter, oft zu hohen Pachten und mit der ausdrücklichen Klausel, dass der Pächter nie Eigentümer werden konnte.
Walter Patterson, der erste britische Gouverneur der Kolonie St. John's Island, trat sein Amt 1770 an. Als eine der ersten Amtshandlungen verfügte er die Umbenennung der Kolonie in New Ireland, um irische Siedler anzulocken und so die eher schleppend verlaufende Besiedlung voranzutreiben. Die britische Regierung widerrief diesen Beschluss umgehend, da es sich um eine Kompetenzüberschreitung handelte.
Ab den 1770er Jahren kamen die ersten echten Siedler: schottische Hochländer (besonders nach den Clearances), irische Katholiken, einige amerikanische Loyalisten und versteckt gebliebene Akadier. Während und nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1776 bis 1783) zogen zahlreiche geflohene Loyalisten auf die Insel. Am 29. November 1798 beschloss die britische Regierung, den Namen der Kolonie zu Ehren von Edward Augustus, Duke of Kent and Strathearn, in Prince Edward Island zu ändern, um Verwechslungen mit den Städten Saint John und St. John’s zu vermeiden. Im selben Jahr fand die erste Volkszählung statt - die Bevölkerungszahl betrug damals 4372.
Bis 1800 lebten etwa 5.000 Menschen auf der Insel, 1855 bereits über 70.000 – fast alle Pächter. Der Holzschiffbau explodierte während der napoleonischen Kriege und in den 1840er- bis 1860er-Jahren: In kleinen Werften an jedem größeren Fluss entstanden Hunderte von Segelschiffen aus der reichen Eiche und Birke der Insel. Der Wohlstand floss jedoch größtenteils an die Eigentümer in London und Edinburgh ab.
Die Landfrage wurde zur sozialen Zeitbombe. Pächter weigerten sich zunehmend, Pacht zu zahlen („rent withholding“). In den 1830er Jahren brach die radikale Escheat-Bewegung aus: William Cooper und seine Tenant League forderten die Enteignung aller Absentee-Landlords. 1837–1838 kam es zu offenen Unruhen; Sheriffs wurden vertrieben, Pfändungsbescheide verbrannt. Cooper wurde verhaftet und nach London verschifft, doch die Bewegung zeigte, dass die Kolonie kaum regierbar war.
Parallel zur Landfrage tobte der Kampf um politische Selbstbestimmung. Das gewählte House of Assembly hatte zwar Sitz und Stimme, aber der britische Gouverneur und sein ernannter Legislative Council konnten jede Entscheidung blockieren. Liberale Reformer wie George Coles (ein Bierbrauer und Selfmademan) und Konservative wie Edward Palmer lieferten sich erbitterte Duelle. Katholische und presbyterianische Geistliche unterstützten die Pächter und die Forderung nach „Responsible Government“. 1851 schließlich gab London nach: PEI erhielt als letzte atlantische Kolonie die volle Selbstverwaltung – das Parlament bestimmte nun die Regierung, nicht mehr der Gouverneur.
Als 1864 in Charlottetown die „Väter der Konföderation“ zusammenkamen, um Kanada zu gründen, war Prince Edward Island Gastgeber – aber keineswegs bereit, beizutreten. Die Inselbewohner fürchteten, in einem großen Kanada unterzugehen und ihre Landfrage nie zu lösen. Bei den Wahlen 1867 und 1871 siegten jeweils Anti-Konföderations-Parteien. Premierminister James C. Pope (Conservative) und später Robert P. Haythorne (Liberal) führten eine stolze „Insel-Nation“-Politik.
Doch die Rechnung kam 1873: Die Kolonie hatte sich beim Bau einer eigenen Eisenbahn (der Prince Edward Island Railway) hoffnungslos verschuldet. London stellte ein Ultimatum: Entweder Konföderation oder Bankrott. Am 1. Juli 1873 trat PEI als siebte Provinz Kanada bei – unter der ausdrücklichen Bedingung, dass Ottawa die Eisenbahnschulden übernimmt und die Landfrage endlich löst.
1875 verabschiedete die Provinzregierung unter Premier Lemuel C. Owen den Land Purchase Act: Der Bund stellte 800.000 Dollar bereit, um die großen Lots zwangsweise aufzukaufen und an die Pächter weiterzuverkaufen – zu günstigen Konditionen und auf lange Raten. Bis 1900 besaßen fast alle Bauern ihr eigenes Land. Das Absentee-Landlord-System, das die Insel anderthalb Jahrhunderte gepeinigt hatte, war besiegt.
Die Bevölkerung wuchs von 62.000 (1855) auf 109.000 (1901). Die Gesellschaft blieb stark konfessionell getrennt: Katholiken (vor allem irischer und akadischer Herkunft) im Westen und Osten, Protestanten (schottisch-presbyterianisch und methodistisch) im Zentrum und Kings County. Charlottetown entwickelte sich zur kleinen, aber stolzen Hauptstadt mit Theater, Zeitungen und der St. Dunstan’s Basilica. Die Bibelfrage (ob in öffentlichen Schulen konfessioneller Unterricht erlaubt sein sollte) führte 1877 zur Gründung eines getrennten katholischen Schulsystems, das bis heute besteht.
Gegen Ende des Jahrhunderts begann der langsame Niedergang des Holzschiffbaus (Eisen und Dampf setzten sich durch), und die Landwirtschaft – besonders Kartoffeln und die kurzlebige Silberfuchs-Zucht – wurde zur neuen Haupteinnahmequelle.
Weltkriegsära
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Prince Edward Island eine Insel der Kontraste: malerisch rot leuchtende Äcker und weiße Strände, aber auch bittere Armut und das Gefühl, am Rande Kanadas zu liegen. Mit knapp über 100.000 Einwohnern war sie die kleinste und ärmste Provinz des jungen Dominion. Fast 90 % der Menschen lebten auf dem Land, die meisten als Kleinbauern oder Fischer. Die Wirtschaft ruhte auf drei Säulen: Kartoffeln, Hummer/Makrele und – für ein kurzes, schwindelerregendes Jahrzehnt – die Zucht von Silberfüchsen.
Ab etwa 1900 entwickelte sich PEI zur Welt-Hauptstadt der Pelztierhaltung. Ein einziges Paar Silberfüchse konnte 1910 bis 1913 bis zu 35.000 Dollar kosten – mehr als ein luxuriöses Haus in Toronto. Überall auf der Insel entstanden große „Fox Ranches“, prächtige Herrenhäuser wurden gebaut (viele davon stehen heute noch), und Bauern, die gestern noch kaum ihre Steuern zahlen konnten, fuhren plötzlich Cadillac. Charlottetown nannte sich stolz „Million Dollar City“. Der Reichtum war jedoch spekulativ und stark von der New Yorker und Londoner Mode abhängig. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 brach der Markt zusammen, weil niemand mehr Luxuspelze kaufte. Viele Farmer gingen bankrott, Hypotheken wurden zwangsvollstreckt. Der Traum war nach weniger als 15 Jahren vorbei und hinterließ eine verbitterte Generation und eine überschuldete Provinz.
Trotz der wirtschaftlichen Krise meldeten sich über 3.200 Inselbewohner freiwillig – ein enorm hoher Anteil. 318 kamen nicht zurück. Die Heimkehrer brachten 1918/19 die Spanische Grippe mit, die besonders in den dicht besiedelten Fischerdörfern wütete. Schätzungsweise 500 bis 600 Menschen starben innerhalb weniger Monate, ganze Familien wurden ausgelöscht.
Die Weltwirtschaftskrise traf PEI härter als fast jede andere Region Kanadas. Kartoffelpreise fielen auf wenige Cent pro Sack, Hummer wurde kaum noch gekauft. Zwischen 1931 und 1941 verlor die Provinz erneut etwa 10 % ihrer Bevölkerung durch Abwanderung, vor allem nach Massachusetts und Alberta („Going down the road“ wurde zum geflügelten Wort). Die Provinzregierung unter Premierminister James D. Stewart (Conservative 1931 bis 1933) und später Walter Jones (Liberal 1935–1953) war praktisch pleite und völlig von Ottawa abhängig. 1935 musste PEI als erste kanadische Provinz eine „finanzielle Vormundschaft“ durch den Bund akzeptieren – ein demütigender Einschnitt in die Autonomie.
Die Arbeitslosigkeit lag zeitweise bei über 40 %. Viele Familien überlebten nur durch „relief“-Lebensmittelpakete und öffentliche Arbeitsprogramme (Straßenbau, Hafenarbeiten). Gleichzeitig begann eine langsame Konsolidierung der Landwirtschaft: Kleinbetriebe wurden aufgegeben, die verbleibenden Höfe mechanisiert.
Politisch dominierten weiterhin die Liberal Party und die Progressive Conservatives, wobei persönliche Loyalitäten oft wichtiger waren als Programme. Die Gesellschaft blieb tief religiös und konfessionell gespalten: Katholiken (vor allem französisch-akadisch im Westen und irisch-stämmig) und Protestanten (schottisch-presbyterianisch und methodistisch) hatten jeweils eigene Schulen, Zeitungen und Vereine. Frauen erhielten 1922 das Provinzwahlrecht, blieben aber gesellschaftlich stark eingeschränkt.
Der Krieg brachte paradoxerweise wirtschaftliche Erleichterung. Die Nachfrage nach Konservenfisch, Kartoffeln und Holz stieg sprunghaft. Werften in Georgetown und Summerside bauten Minensucher und Frachter. Über 6.000 Inselbewohner dienten in den Streitkräften – wieder ein überproportional hoher Anteil. Die Canadian Forces Base Summerside wurde 1941 eröffnet und brachte Arbeitsplätze und Geld in die Region. Auf der Insel selbst wurde die Zivilverteidigung organisiert: Luftschutzübungen, Verdunkelung, Lebensmittelkarten. Deutsche U-Boote wurden vor der Küste gesichtet, und 1942 sank der kanadische Passagierdampfer „Caribou“ vor Cape Breton – ein Schock, der auch PEI tief traf.
Moderne Zeit
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 stand Prince Edward Island (PEI), Kanadas kleinste Provinz, vor einer Phase der Erholung und schrittweisen Modernisierung. Die Insel, die seit 1873 Teil der Kanadischen Konföderation ist, blieb stark ländlich geprägt, mit einer Wirtschaft, die auf Landwirtschaft (insbesondere Kartoffelanbau), Fischerei und zunehmend Tourismus basierte. Die Nachkriegsjahre waren gezeichnet von wirtschaftlicher Stagnation und einer anhaltenden Abwanderung junger Menschen – dem sogenannten „brain drain“ – in Richtung Festland oder in die USA, vor allem nach New England. Dennoch legten diese Jahrzehnte den Grundstein für tiefgreifende Veränderungen, die PEI von einer isolierten Agrarregion zu einer besser angebundenen, diversifizierten Provinz machten. Politisch dominierten die Liberalen und Progressive Conservatives, wobei Bundesmittel aus Ottawa eine entscheidende Rolle spielten.
In den 1950er Jahren begann eine Phase der Infrastrukturverbesserungen. Der Charlottetown Airport, der während des Kriegs als Militärbasis gedient hatte, wurde für den zivilen Verkehr ausgebaut und 1951 eröffnet. Straßen wurden erweitert, ländliche Gebiete elektrifiziert, und der Einfluss des Automobils veränderte das Leben: Vororte wie Brighton, Spring Park und Parkdale wuchsen rund um Charlottetown. Die Gesellschaft blieb konservativ und religiös geprägt – Protestanten und Katholiken unterhielten getrennte Schulen und Krankenhäuser –, doch erste Zeichen von Veränderung zeigten sich. Unter Premierminister J. Walter Jones (Liberal, 1943 bis 1953) und seinem Nachfolger Alex Campbell (Liberal, ab 1966) blieb die Politik stabil, mit Fokus auf föderale Unterstützung.
Der große Umbruch kam in den 1960er Jahren mit dem Comprehensive Development Plan (1969–1984), einem ambitionierten 15-Jahres-Programm, das die Provinzregierung unter Alex Campbell gemeinsam mit der Bundesregierung in Ottawa initiierte. Ziel war es, die wirtschaftliche Rückständigkeit zu bekämpfen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Abwanderung zu stoppen. Massive Investitionen flossen in Bildung, Gesundheit, Straßen und Industrie. Ein Meilenstein war 1969 die Gründung der University of Prince Edward Island (UPEI) durch den Zusammenschluss von Prince of Wales College und St. Dunstan’s University. Kulturell wurde 1964 das Confederation Centre of the Arts in Charlottetown eröffnet – ein Geschenk aller Provinzen zum 100. Jahrestag der Charlottetown-Konferenz von 1864, die den Grundstein für Kanada gelegt hatte. Es beherbergt seither das jährliche Charlottetown Festival mit Musicals wie „Anne of Green Gables“, das den Tourismus ankurbelte. Die Bevölkerung stagnierte jedoch, und viele junge Islander zogen weg.
Die 1970er und 1980er Jahre brachten weitere Expansion. Unter Campbell (bis 1978) und den kurzzeitigen konservativen Premierministern James Lee (1979 bis 1981) und Angus MacLean (1981 bis 1986) wuchsen Charlottetown und Umgebung: Neue Wohnviertel in Sherwood, West Royalty und East Royalty entstanden, Handelszentren und ein Waterfront-Hotel mit Kongresszentrum (1982) förderten den Tourismus. 1986 eröffnete das Atlantic Veterinary College an der UPEI. Ein Symbol des Wandels war die Schließung der Eisenbahn 1989: Die Gleise wurden zu Parks und Radwegen umgewandelt. Politisch glänzte Joe Ghiz (Liberal, 1986–1993), ein charismatischer Akadier, der 1988 ein Plebiszit für den Bau einer Brücke zum Festland gewann (59 % Ja). Die Wirtschaft diversifizierte sich: Neben Kartoffeln und Fischerei wuchsen Lebensmittelverarbeitung und Dienstleistungen. Dennoch blieb die Abhängigkeit von Ottawa hoch, und die Bevölkerung sank zeitweise unter 120.000.
Der Höhepunkt der Modernisierung kam in den 1990er Jahren mit der Eröffnung der Confederation Bridge am 31. Mai 1997. Die 12,9 Kilometer lange Brücke, die längste über eisbedecktes Wasser der Welt, verband PEI fest mit New Brunswick und kostete eine Milliarde Dollar. Sie beendete die Abhängigkeit von Fähren, steigerte den Tourismus massiv und symbolisierte den Übergang in die Moderne. Unter Premierministerin Catherine Callbeck (Liberal, 1993–1996), der ersten Frau an der Spitze einer kanadischen Provinzregierung, und Pat Binns (Progressive Conservative, 1996 bis 2007) wuchs die Wirtschaft. Der Tourismus explodierte: Bis 2010 kamen jährlich 1,3 Millionen Besucher, angezogen von Stränden, Golfplätzen und der „Anne of Green Gables“-Mythologie. Fischerei boomte (Lobster als Hauptprodukt), und erneuerbare Energien wie Windkraft gewannen an Bedeutung. Die Bevölkerung begann wieder zu steigen – durch Zuzug und natürliches Wachstum – und erreichte 1996 rund 136.000.
Im neuen Jahrtausend, von 2000 bis 2020, konsolidierte sich der Fortschritt unter Premierministern wie Robert Ghiz (Liberal, 2007 b is 2013, Sohn von Joe Ghiz), Wade MacLauchlan (Liberal, 2015–2019) und Dennis King (Progressive Conservative, ab 2019). Die Wirtschaft blieb auf Landwirtschaft (Kartoffeln machten 2012 über 246 Millionen Dollar aus), Fischerei (170 Millionen Dollar Umsatz 2012) und Tourismus gestützt, ergänzt durch Biotechnologie, IT und Aerospace. Die Brücke brachte mehr Kreuzfahrtschiffe und ganzjährigen Verkehr. Gesellschaftlich wurde PEI diverser: Der Anteil sichtbarer Minderheiten stieg auf 9,5 %, indigene Mi’kmaq auf 2,2 %, und die Urbanisierung erreichte 62,9 % (Charlottetown als Zentrum). Bildung und Gesundheit profitierten von Konsolidierungen: Schulen wurden von 189 auf unter 70 reduziert, Ausgaben pro Schüler stiegen stark.
Herausforderungen blieben: Hohe Arbeitslosigkeit (um 10 %), Abhängigkeit von Importen für Energie und anhaltende Debatten um Umweltthemen, wie Pestizideinsatz in der Kartoffelproduktion. Kulturell festigte sich der Stolz auf die Konföderationsgeschichte, doch ab 2020 (kurz vor dem Ende unseres Zeitraums) rückten Versöhnungsthemen in den Vordergrund, etwa durch Debatten um Statuen von John A. Macdonald im Kontext indigener Residential Schools.
Im März 2020 begann die Coronazeit, die auch für die Inselprovinz massive Einschränkungen brachte. Trotz niedriger Fallzahlen wurden scharfe Maßnahmen verhängt. Im Januar 2021 begann die Impfkampgne - bis Ende 2022 waren 97,4 % der Insul,aner mindestens eine mRNA-Dosis erhalten. Trotzdem stieg in dieser Zeit die Zahl der schweren Fälle deutrlich an. Im Jahr 2023 wurden sämtliche Maßnahmen wieder aufgehoben.
Verwaltung
Die Prinz Eduard Insel ist seit 1873 eigenständige Provinz (province) im Dominion Kanada, das seit 1931 eine parlamentarische Monarchie innerhalb des Commonwealth ist. Laut der kanadischen Verfassung stehen Prince Edward Island je vier Sitze im Senat und im House of Commons zu. Die Provinz gilt auf Bundesebene als Hochburg der Liberalen Partei, die seit 1988 sämtliche zu vergebenden Sitze hält.
Herrschaftsgeschichte
bis 24. April 1663 Stammesgemeinschaften der Mi’kmaq
24. April 1663 bis 23. August 1720 Königreich Frankreich (Royaume de France)
23. August 1720 bis 20. Juli 1745 Kolonie Saint-Jean (Île Saint-Jean) des Königreichs Frankreich (Royaume de France)
20. Juli 1745 bis September 1748 Kolonie Neu-Irland (New Ireland) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
September 1748 bis 17. August 1758 Kolonie Saint-Jean (Île Saint-Jean) des Königreichs Frankreich (Royaume de France)
17. August 1758 bis 10. Februar 1763 Kolonie Cape Breton (Cape Breton Island) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
10. Februar 1763 bis 28. Juni 1769 Kolonie Nova Scotia (Province of Nova Scotia) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
28. Juni 1769 bis 1. Februar 1799 Kolonie Saint John (Saint John’s Island) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
1. Februar 1799 bis 31. Dezember 1800 Kolonie Prince Edward Insel (Prince Edward Island) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
1. Januar 1801 bis 1. Juli 1873 Kolonie Prince Edward Insel (Prince Edward Island) des Vereinigten Königreichs (Unitjed Kingdom of Great Britainand Ireland)
seit 1. Juli 1873 Provinz Prince Edward Insel (Province of Prince Edward Island) des Staates Kanada (Dominion of Canada, seit 1982 schlicht Canada)
Legislative und Exekutive
Das politische System von Prince Edward Island basiert auf dem Westminster-System, mit einem Einkammernparlament, der Legislativversammlung (Legislative Assembly of Prince Edard Island). Diese besteht aus 27 Mitgliedern, die in ebenso vielen, ungefähr gleich großen Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlsystem gewählt werden. Die maximale Dauer einer Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. Der Vizegouverneur kann jedoch auf Anraten des Premierministers das Parlament vorzeitig auflösen und Neuwahlen ansetzen. Amtierender Premierminister ist Robert Ghiz, Vizegouverneur ist Frank Lewis.
Inseloberhaupt
Höchster Repräsentant der Inselprovinz ist der Lieutenant Governor (Vizegouverneur).
Commandants de l’Île Saint-Jean (Kommandanten der Insel Saint-Jean)
Aug 1720 - 3 Feb 1722 Robert David de Gotteville de Belleisle († nach 1724)
3 Feb 1722 - 1723 Jean Maurice Josué du Bois Berthélot de Beaucours (um 1662 - 1750)
2 Jul 1726 - 1732 Jacques d‘Espiet de Pensens (1680 - 1737)
1732 - 1733 Jean-François Eurry de La Pérelle (1691 - 1772)
1733 - 2 Apr 1737 Jacques d‘Espiet de Pensens [2]
2 Apr 1737 - 17 Mai 1737 Robert Tarride, Sieur du Haget [amtierend] (1702/03 - 1757)
17 Mai 1737 - 3 Mai 1744 Louis du Pont du Chambon (1679 - 1775)
3 Mai 1744 - 20 Jul 1745 Joseph Dupont Duvivier, Chevalier Duvivier [amtierend]
Sep 1748 - Aug 1749 Benoit [amtierend]
Aug 1749 - Apr 1754 Claude-Élisabeth Denys de Bonaventure [amtierend bis 1750] (1701 - 1760)
Apr 1754 - 17 Aug 1758 Gabriel Rousseau de Villejouin (1709 - 1781)
Commanders at Fort Amherst (Britische Kommandeure in Fort Amherst)
17 Aug - 14 Nov 1758 Andrew Rollo, Lord Rollo (1703 - 1765)
14 Nov 1758 - 1760 Adam
1760 - 1762 Ralph Hill
1762 - 1763 James Sinclair
1763 - 1765 Ralph Hill [2]
1765 - 1768? Joseph Williams
Lieutenant governors of Saint John’s Island (Vizegouverneure der Saint John’s Insel)
30 Aug 1768 - 4 Nov 1786 Walter Patterson (1742 - 1798)
3 Aug 1775 - 28 Jun 1780 Philipps Callbeck [amtierend für Patterson] (amerikanischer Gefangener 8 Dez 1775 - 1776, 1743 - 1790)
8 Dez 1775 - 1 Mai 1776 Thomas DesBrisey [amtierend für Callbeck] (1733 - 1819)
4 Nov 1786 - 13 Jun 1799 Edmund Fanning (1737 - 1818)
Lieutenant governors of Prince Edward Island (Vizegouverneure der Prince Edward-Insel)
13 Jun 1799 - 1 Jul 1805 Edmund Fanning
1 Jul 1805 - 24 Jul 1812 Joseph Frederick Wallet DesBarres (1722 - 1824)
5 Aug 1812 - 24 Jul 1813 William Townshend [amtierend für DesBarres] (1745 - 1816)
24 Jul 1813 - 19 Apr 1824 Charles Douglas Smith (1761 - 1855)
19 Apr 1824 - 16 Mar 1831 John Ready (1777 - 1845)
9 - 10 Dez 1826 George Wright [amtierend für Ready] (1779 - 1842)
16 Mar - 26 Jul 1831 Sir Murray Maxwell [amtierend] (1775 - 1831)
26 Jul 1831 - 1 Dez 1835 Aretas William Young (ab 9 Jul 1834 Sir, 1778 - 1835)
1 Dez 1835 - 30 Aug 1836 George Wright [amtierend] (1779 - 1842)
30 Aug 1836 - 31 Mar 1837 Sir John Harvey (1778 - 1852)
31 Mar 1837 - 2 Nov 1841 Sir Charles Augustus FitzRoy (1796 - 1858)
2 Nov - 13 Nov 1841 George Wright [2, amtierend]
13 Nov 1841 - 1 Nov 1847 Sir Henry Vere Huntley (1795 - 1864)
9 Dez 1847 - 18 Okt 1850 Sir Donald Campbell (1800 - 1850)
18 Okt 1850 - 10 Mar 1851 Ambrose Lane [amtierend] (1791? - 1853)
10 Mar 1851 - 11 Jul 1854 Sir Alexander Bannerman (1783 - 1864)
11 Jul 1854 - 25 Mai 1859 Dominick Daly (ab 2 Jul 1856 Sir, 1798 - 1868)
25 Mai - 8 Jun 1859 Charles Young [amtierend] (1812 - 1892)
8 Jun 1859 - 22 Okt 1868 George Dundas (1819 - 1880)
22 Okt 1868 - 6 Okt 1870 Sir Robert Hodgson [amtierend] (1798 - 1880)
6 Okt 1870 - 4 Jul 1874 Sir William Cleaver Francis Robinson (1834 - 1897)
4 Jul 1874 - 10 Jul 1879 Sir Robert Hodgson [2]
10 Jul 1879 - 18 Jul 1884 Thomas Heath Haviland (1822 - 1895)
18 Jul 1884 - 2 Sep 1889 Andrew Archibald Macdonald (1829 - 1912)
2 Sep 1889 - 14 Feb 1894 Jedediah Slason Carvell (1832 - 1894)
21 Feb 1894 - 23 Mai 1899 George William Howlan (1835 - 1901)
23 Mai 1899 - 3 Okt 1904 Peter Adolphus McIntyre (1840 - 1910)
3 Okt 1904 - 1 Jun 1910 Donald Alexander MacKinnon (1863 - 1928)
1 Jun 1910 - 3 Jun 1915 Benjamin Rogers (1837 - 1923)
3 Jun 1915 - 16 Jul 1919 Augustine Colin Macdonald (1837 - 1919)
16 Jul - 2 Sep 1919 John Alexander Mathieson [amtierend] (1863 - 1947)
2 Sep 1919 - 8 Sep 1924 Murdoch McKinnon (1865 - 1944)
8 Sep 1924 - 19 Nov 1930 Frank Richard Heartz (1871 - 1955)
19 Nov 1930 - 9 Dez 1933 Charles Dalton (1850 - 1933)
9 - 28 Dez 1933 John Alexander Mathieson [2, amtierend]
28 Dez 1933 - 11 Sep 1939 George Des Brisay de Blois (1887 - 1964)
11 Sep 1939 - 18 Mai 1945 Bradford William LePage (1876 - 1964)
18 Mai 1945 - 4 Okt 1950 Joseph Alphonsus Bernard (1881 - 1962)
4 Okt 1950 - 31 Mar 1958 Thomas William Lemuel Prowse (1888 - 1973)
31 Mar 1958 - 1 Aug 1963 Frederick Walter Hyndman (1904 - 1995)
1 Aug 1963 - 6 Okt 1969 Willibald Joseph MacDonald (1897 - 1977)
6 Okt 1969 - 21 Okt 1974 John George MacKay (1893 - 1974)
21 - 24 Okt 1974 C. St. Clair Trainor [amtierend] (1901 - 1978)
24 Okt 1974 - 14 Jan 1980 Gordon Lockhart Bennett (1912 - 2000)
14 Jan 1980 - 1 Aug 1985 Joseph Aubin Doiron (1922 - 1995)
1 Aug 1985 - 16 Aug 1990 Robert Lloyd George MacPhail (1920 - 1995)
16 Aug 1990 - 30 Aug 1995 Marion L. Reid [w] (1929 - 2023)
30 Aug 1995 - 28 Mai 2001 Gilbert Ralph Clements (1928 - 2012)
28 Mai 2001 - 31 Jul 2006 J. Léonce Bernard (1943 - 2013)
31 Jul 2006 - 15 Aug 2011 Barbara Oliver Hagerman [w] (1943 - 2016)
15 Aug 2011 - 20 Okt 2017 Harry Frank Lewis (* 1939)
20 Okt 2017 - 17 Okt 2024 Antoinette Perry [w] (* 1954?)
seit 17 Okt 2024 Wassim Salamoun (* 1952)
Premiers (Premierminister)
24 Apr 1851 - 1 Apr 1854 George Coles (1810 - 1875) Lib
1 Apr 1854 - 1 Jun 1855 John Myrie Holl (1802 - 1869) Con
1 Jun 1855 - 1 Sep 1859 George Coles [2] Lib
1 Sep 1859 - 1 Apr 1863 Edward Palmer (1809 - 1889) Con
1 Apr 1863 - 1 Jun 1865 John Hamilton Gray (1812 - 1887) Con
1 Jun 1865 - 1 Aug 1867 James Colledge Pope (1826 - 1885) Con
1 Aug 1867 - 1 Feb 1869 George Coles [3] Lib
1 Feb - 1 Jul 1869 Joseph Hensley (1824 - 1884) Lib
1 Jul 1869 - 1 Aug 1870 Robert Poore Haythorne (1815 - 1891) Lib
1 Aug 1870 - 1 Sep 1871 James Colledge Pope [2] Con
1 Sep 1871 - 1 Apr 1873 Robert Poore Haythorne [2] Lib
1 Apr - 1 Sep 1873 James Colledge Pope [3] Con
1 Sep 1873 - 1 Aug 1876 Lemuel Cambridge Owen (1822 - 1912) Con
1 Aug 1876 - 25 Apr 1879 Sir Louis Henry Davies (1845 - 1924) Lib
25 Apr 1879 - Nov 1889 Sir William Wilfred Sullivan (1843 - 1920) Con
Nov 1889 - 27 Apr 1891 Neil McLeod (1842 - 1915) Con
27 Apr 1891 - Okt 1897 Frederick Peters (1852 - 1919) Lib
Okt 1897 - Aug 1898 Alexander Bannerman Warburton (1852 - 1929) Lib
Aug 1898 - 29 Dez 1901 Donald Farquharson (1834 - 1903) Lib
29 Dez 1901 - 29 Jan 1908 Arthur Peters (1854 - 1908) Lib
1 Feb 1908 - 16 Mai 1911 Francis Longworth Haszard (1849 - 1938) Lib
16 Mai - 2 Dez 1911 Herbert James Palmer (1851 - 1939) Lib
2 Dez 1911 - 21 Jun 1917 John Alexander Mathieson (1863 - 1947) Con
21 Jun 1917 - 9 Sep 1919 Aubin Edmond Arsenault (1870 - 1969) Con
9 Sep 1919 - 5 Sep 1923 John Howatt Bell (1845 - 1929) Lib
5 Sep 1923 - 12 Aug 1927 James David Stewart (1874 - 1933) Con
12 Aug 1927 - 20 Mai 1930 Albert Charles Saunders (1874 - 1943) Lib
20 Mai 1930 - 29 Aug 1931 Walter Maxfield Lea (1874 - 1936) Lib
29 Aug 1931 - 10 Okt 1933 James David Stewart [2] Con
14 Okt 1933 - 15 Aug 1935 William Joseph Parnell MacMillan (1881 - 1957) Con
15 Aug 1935 - 10 Jan 1936 Walter Maxfield Lea [2] Lib
14 Jan 1936 - 11 Mai 1943 Thane Alexander Campbell (1895 - 1978) Lib
11 Mai 1943 - 25 Mai 1953 John Walter Jones (1878 - 1954) Lib
25 Mai 1953 - 16 Sep 1959 Alexander Wallace Matheson (1903 - 1976) Lib
16 Sep 1959 - 28 Jul 1966 Walter Russell Shaw (1888 - 1981) PC
28 Jul 1966 - 18 Sep 1978 Alexander Bradshaw Campbell (* 1933) Lib
18 Sep 1978 - 3 Mai 1979 William Bennett Campbell (1943 - 2008) Lib
3 Mai 1979 - 17 Nov 1981 John Angus MacLean (1914 - 2000) PC
17 Nov 1981 - 2 Mai 1986 James Matthew Lee (1937 - 2023) PC
2 Mai 1986 - 25 Jan 1993 Joseph Atallah Ghiz (1945 - 1996) Lib
25 Jan 1993 - 10 Okt 1996 Catherine Sophia Callbeck [w] (* 1939) Lib
10 Okt - 27 Nov 1996 Keith Wayne Milligan (* 1950) Lib
27 Nov 1996 - 12 Jun 2007 Patrick „Pat“ George Binns (* 1948) PC
12 Jun 2007 - 23 Feb 2015 Robert Ghiz (* 1974) Lib
23 Feb 2015 - 9 Mai 2019 H. Wade Maclauchlan (* 1974) Lib
9 Mai 2019 - 21 Feb 2025 Dennis „Denny“ King (* 1971) PC
seit 21 Feb 2025 Robert „Rob“ Lantz (* 1970) PC
Politische Gruppierungen und Wahlen
Zwei Parteien dominieren das politische Geschehen auf der Insel. Seit dem Beitritt zur Konföderation im Jahr 1873 wechseln sich die Prince Edward Island Liberal Party und die Prince Edward Island Progressive Conservative Party in der Regierung ab. Nur ein einziges Mal, bei den Wahlen 1996, wurde mit einem Mitglied der Prince Edward Island New Democratic Party ein Politiker einer dritten Partei ins Provinzparlament gewählt. Grund dafür dürfte sein, dass die Liberalen und Konservativen sich kaum voneinander unterscheiden und beide sich im Zentrum des politischen Spektrums positionieren.
Justizwesen und Kriminalität
Das Justizwesen der Inselprovinz ist in das föderale kanadische System eingebettet, wird jedoch auf Provinzebene organisiert. Es umfasst Gerichte, Strafverfolgung, Opferhilfe und Korrektureinrichtungen. Die Gerichtsstruktur gliedert sich in den Supreme Court als höchstes Provinzgericht für schwere Zivil- und Strafsachen sowie Berufungen, den Court of Appeal als Berufungsinstanz und den Provincial Court, der kleinere Strafsachen, Verkehrsdelikte und Jugendsachen verhandelt. Judicial Justices of the Peace übernehmen Kautionstermine und die Erteilung von Durchsuchungsbefehlen.
Für die Strafverfolgung ist die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) zuständig, die auf Grundlage eines Provinzvertrags tätig ist. 147 Beamtinnen und Beamte widmen sich dabei unter anderem Verkehrssicherheit, Drogen- und Wirtschaftskriminalität. PEI weist die kürzeste mediane Dauer für Strafverfahren in ganz Kanada auf (37 Tage) und hat die landesweit niedrigste Rate an Untersuchungshaft pro 1.000 Straftaten.
Die Opferhilfe ist im Victim Services Program des Department of Justice and Public Safety organisiert, das Betroffene während des gesamten Verfahrens begleitet. Im Jahr 2016 unterstützte das Programm 862 Opfer, überwiegend von Gewaltverbrechen. Es hilft bei Notfallschutzanordnungen und der Erstellung von Victim Impact Statements. Ergänzend dazu bieten der Public Defender kostenlose Rechtsberatung für Bedürftige, die Probation Services Betreuung nach der Verurteilung sowie die Community Legal Information Association allgemein zugängliche Rechtsinformationen.
Für diese Effizienz und Sicherheit wurde PEI in den Jahren 2023 und 2024 vom MacDonald-Laurier Institute als das bestfunktionierende Strafjustizsystem Kanadas ausgezeichnet. Die Kriminalität bleibt insgesamt sehr niedrig: Der Crime Severity Index (CSI) lag 2016 bei nur 48,5 – dem niedrigsten Wert des Landes – und ist seither weiter gesunken. Gewaltkriminalität ist selten, während Eigentumsdelikte und Verkehrsverstöße überwiegen. Zunehmend rückt jedoch Cyberkriminalität in den Fokus.
Flagge und Wappen
Das Wappen von Prince Edward Island wurde der kanadischen Provinz Prince Edward Island im Jahr 1905 durch König Eduard VII. verliehen (nur Wappenschild und Wahlspruch). Die übrigen Elemente kamen am 26. April 2002 hinzu, als Generalgouverneurin Adrienne Clarkson zur 150-Jahr-Feier der Selbstverwaltung das erweiterte Wappen übergab, womit sie den Wunsch von Premierminister Pat Binns erfüllte. Offiziell wird dieses Wappen seit dem 13. Dezember 2002 verwendet.
Das silberne Wappen zeigt auf grünem Land drei grüne Eichenschößlinge, welche die drei Bezirke der Insel repräsentieren. Diese werden links von einer ausgewachsenen Eiche überragt, die ursprünglich Großbritannien darstellte. Im roten Schildhaupt ein goldener Leopard, der jenem auf dem Wappen Englands entspricht. Das Motiv des Wappenschilds ist auch auf der Flagge von Prince Edward Island abgebildet.
Der goldene Helm über dem Wappenschild ist ein Symbol der Souveränität von Prince Edward Island innerhalb der Kanadischen Konföderation. Er ist verziert mit roter und weißer Helmdecke und Helmwulst, beide in den nationalen Farben Kanadas. Das Helmkleinod ist ein widersehender Blauhäher, der ein Eichenblatt in seinem Schnabel hält und auf seinem Kopf die Edwardskrone trägt.
Schildhalter sind zwei aufgerichtete Silberfüchse. Diese seltenen Tiere waren auf der Insel heimisch und werden zur Gewinnung von Silberfuchsfellen dort in Pelzfarmen gezüchtet. Die Füchse stehen auch für Scharfsinn und Klugheit. Einer der Füchse trägt eine Girlande aus Kartoffelblüten um seinen Hals, der andere ein Fischernetz.
Das Postament besteht aus einem achtzackigen blauen Stern, der in der Kultur der Mi'kmaq die Sonne symbolisiert, umgeben von Rosen (für England), Lilien (für Frankreich), Disteln (für Schottland), Kleeblättern (für Irland) und Cypripedioideae, eine auf Prince Edward Island vorkommende Orchidee. Unterhalb des Postaments ist eine Schriftrolle mit dem Wahlspruch ausgelegt. Parva sub ingenti („der Kleine unter dem Schutz des Großen“) entstammt einem Gedicht aus der Georgica des römischen Dichters Vergil.
Die Flagge der Inselprovinz ist ein dem Provinzwappen nachempfundenes Banner. Die Flagge weist die Proportionen 3:2 auf; die drei der Fahnenstange abgewendeten Seiten sind abwechslungsweise durch rote und weiße Bänder begrenzt. Das obere Drittel zeigt einen goldenen Leoparden, der jenem auf dem Wappen Englands entspricht. Auf den zwei unteren Dritteln sind links drei Eichenschößlinge (Symbol für die drei Bezirke der Insel) und rechts eine Eiche (Symbol für Großbritannien) abgebildet. Eingeführt wurde die Flagge am 24. März 1964.
Das Motto der Inselprovinz ist Sub Parva Ingenti (lateinisch für „Die Kleine unter dem Schutz des Großen“).
Nationale Symbole:
Farbe: rot
Pflanze: pink lady’s sipper (Stängelloser Frauenschuh, cypripedium acaule)
Baum: red oak (Roteiche, quercus rubra)
Tier: blue jay (Blauhäher, cyanocitta cristata)
Motto: sub parva ingenti („Die Kleine unter dem Schutz des Großen“)
Held: -
Hymne
The Island Hymn, komponiert 1908 von Lucy Maud Montgomery, ist das „patriotische Lied“ und die inoffizielle Landeshymne der Inselprovinz.
The Island Hymn
Fair Island of the sea,
We raise our song to thee,
The bright and blest;
Loyally now we stand
As brothers, hand in hand,
And sing God save the land
We love the best.
Upon our princely Isle
May kindest fortune smile
In coming years;
Peace and prosperity
In all her borders be,
From every evil free,
And weakling fears.
Prince Edward Isle, to thee
Our hearts shall faithful be
Where'er we dwell;
Forever may we stand
As brothers, hand in hand,
And sing God save the land
We love so well.
Hauptstadt
Port LaJoie entstand Anfang des 18. Jahrhunderts als französischer Verwaltungssitz auf der damaligen Île Saint-Jean, dem heutigen Prince Edward Island. Seit etwa 1720 entwickelte sich dort unter der französischen Kolonialverwaltung ein fester Stützpunkt, nachdem die Compagnie de l’Île Saint-Jean und später die französische Krone begannen, die Insel systematisch zu besiedeln und militärisch zu sichern. Port LaJoie lag strategisch günstig am Eingang des heutigen Charlottetown Harbour und diente sowohl als Verwaltungszentrum als auch als Versorgungspunkt für Siedlungen und militärische Einrichtungen.
Ab den 1720er Jahren wurde Port LaJoie zum de-facto-Hauptort der französischen Inselverwaltung, auch wenn der Begriff „Hauptstadt“ im modernen Sinn nicht verwendet wurde. Dort befanden sich die wichtigsten staatlichen Einrichtungen: die Residenz des Kommandanten, Verwaltungsbüros, Lagerhäuser, Garnisonen und ein befestigter Außenposten. Das kleine, aber stabile Verwaltungszentrum blieb bis zur britischen Eroberung im Jahr 1758, während des Siebenjährigen Krieges, bestehen. Nach der Kapitulation wurde ein Großteil der französischen Bevölkerung deportiert (Teil der Acadian Expulsion), und Port LaJoie verlor seine Bedeutung.
Unter britischer Herrschaft wurde der Ort zunächst als Fort Amherst weitergenutzt, jedoch nicht mehr als Verwaltungssitz. Die neuen Landesherren gründeten 1764 eine neue zentrale Siedlung und benannten sie nach der damaligen britischen Königin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. Charlottetown wurde im Jahr darauf die neue Hauptstadt dere Inselkolonie. 1805 errichtete die britische Garnison eine Festung namens Fort Edward im westlichen Teil des Hafens. 1835 entstand das Government House als Amtssitz des Gouverneurs. Heute residiert hier der Vizegouverneur. Zwischen 1845 und 1847 wurde schließlich das Province House errichtet, das bis heutje als Parlamentsgebäude fungiert.
Verwaltungsgliederung
Die Insel ist in 3 counties unterteilt. Außerdem gibt es hier 4 Indianerreservate. Im Jahr 2001 sah die Verwaltungsgliederung wie folgt aus:
Counties und Orte 2001
| County / Ort | Fläche (km²) | Einwohner | Dichte (E/km²) |
| Kings County | 1.684,35 | 19.180 | 11,39 |
| Georgetown | 1,65 | 721 | 436,97 |
| Montague | 3,04 | 1.945 | 639,80 |
| Souris | 3,42 | 1.248 | 364,91 |
| Prince County | 1.979,87 | 44.495 | 22,47 |
| Alberton | 4,50 | 1.115 | 247,78 |
| Borden Community | 13,16 | 798 | 60,64 |
| Kensington | 1,99 | 1.385 | 695,98 |
| Lennox Indian Reserve | 12,28 | 261 | 21,25 |
| O’Leary Community | 1,57 | 860 | 547,77 |
| Summerside City | 28,36 | 14.654 | 516,71 |
| Summerside Area | 63,49 | 1.546 | 24,35 |
| Tignish | 5,86 | 831 | 141,81 |
| Queens County | 2.020,17 | 71.619 | 35,45 |
| Charlottetown City | 44,33 | 32.245 | 727,39 |
| Charlottetown Area | 779,06 | 26.113 | 33,52 |
| Cornwall | 28,20 | 4.412 | 156,45 |
| Miltonvale Park Community | 35,32 | 1.185 | 33,55 |
| Morell Indian Reserve | 0,78 | 10 | 12,82 |
| Rocky Point Indian Reserve | 0,02 | 42 | 2.222,20 |
| Stratford | 22,48 | 6.314 | 280,87 |
Die aktuellen Verwaltungseinheiten sind:
| Name | Status | Z 1996 | Z 2001 | Z 2006 | Z 2011 | Z 2016 |
| Kings | County | 19.561 | 19.180 | 18.608 | 17.990 | 17.523 |
| Cardigan | Community | 371 | 382 | 374 | 332 | 269 |
| Georgetown | Town | 732 | 721 | 634 | 675 | 555 |
| Kings Royalty | Township and Royalty | 246 | 257 | 292 | 291 | 280 |
| Lot 38 | Township and Royalty | 500 | 524 | 500 | 521 | 529 |
| Lot 39 | Township and Royalty | 621 | 620 | 657 | 593 | 618 |
| Lot 40 | Township and Royalty | 519 | 503 | 477 | 435 | 427 |
| Lot 41 | Township and Royalty | 456 | 431 | 468 | 448 | 406 |
| Lot 42 | Township and Royalty | 296 | 311 | 299 | 274 | 249 |
| Lot 43 | Township and Royalty | 793 | 820 | 777 | 746 | 692 |
| Lot 44 | Township and Royalty | 937 | 887 | 868 | 806 | 772 |
| Lot 45 | Township and Royalty | 516 | 489 | 498 | 458 | 460 |
| Lot 46 | Township and Royalty | 418 | 390 | 400 | 360 | 347 |
| Lot 47 | Township and Royalty | 631 | 586 | 519 | 496 | 474 |
| Lot 51 | Township and Royalty | 742 | 781 | 792 | 769 | 791 |
| Lot 52 | Township and Royalty | 944 | 890 | 823 | 798 | 740 |
| Lot 53 | Township and Royalty | 355 | 407 | 439 | 461 | 489 |
| Lot 54 | Township and Royalty | 429 | 440 | 435 | 415 | 319 |
| Lot 55 | Township and Royalty | 488 | 443 | 397 | 378 | 398 |
| Lot 56 | Township and Royalty | 507 | 469 | 447 | 413 | 328 |
| Lot 59 | Township and Royalty | 1.267 | 1.276 | 1.285 | 1.203 | 1.186 |
| Lot 61 | Township and Royalty | 885 | 815 | 832 | 795 | 745 |
| Lot 63 | Township and Royalty | 1.012 | 994 | 901 | 915 | 815 |
| Lot 64 | Township and Royalty | 1.010 | 974 | 931 | 905 | 933 |
| Lot 66 | Township and Royalty | 203 | 176 | 172 | 191 | 206 |
| Montague | Town | 1.995 | 1.945 | 1.802 | 1.895 | 1.961 |
| Morell | Community | 336 | 332 | 306 | 313 | 297 |
| Morell 2 | Indian Reserve | 0 | 10 | 15 | 24 | 22 |
| Murray Harbour | Community | 356 | 357 | 358 | 320 | 258 |
| Murray River | Community | 420 | 435 | 430 | 334 | 304 |
| Souris | Town | 1.293 | 1.248 | 1.232 | 1.173 | 1.053 |
| St. Peters Bay | Community | 283 | 267 | 248 | 253 | 237 |
| Prince | County | 44.566 | 44.495 | 44.499 | 44.348 | 44.246 |
| Abrams Village | Community | 328 | 342 | 266 | 267 | 272 |
| Alberton | Town | 1.084 | 1.115 | 1.081 | 1.135 | 1.145 |
| Bedeque and Area | Community | 330 | 340 | 288 | 310 | 302 |
| Borden - Carleton | Town | 829 | 798 | 786 | 750 | 724 |
| Kensington | Town | 1.383 | 1.385 | 1.485 | 1.513 | 1.619 |
| Kinkora | Community | 321 | 315 | 326 | 339 | 336 |
| Lennox Island 1 | Indian Reserve | 222 | 261 | 252 | 293 | 323 |
| Linkletter | Community | 304 | 332 | 321 | 320 | 310 |
| Lot 1 | Township and Royalty | 1.936 | 1.900 | 1.881 | 1.786 | 1.670 |
| Lot 10 | Township and Royalty | 308 | 330 | 304 | 318 | 263 |
| Lot 11 | Township and Royalty | 586 | 542 | 523 | 499 | 495 |
| Lot 12 | Township and Royalty | 898 | 825 | 873 | 865 | 807 |
| Lot 13 | Township and Royalty | 758 | 732 | 721 | 725 | 712 |
| Lot 14 | Township and Royalty | 788 | 780 | 760 | 763 | 755 |
| Lot 15 | Township and Royalty | 1.178 | 1.161 | 1.211 | 1.122 | 1.113 |
| Lot 16 | Township and Royalty | 643 | 688 | 702 | 733 | 708 |
| Lot 17 | Township and Royalty | 493 | 448 | 563 | 548 | 575 |
| Lot 18 | Township and Royalty | 1.014 | 1.016 | 1.055 | 1.054 | 1.062 |
| Lot 19 | Township and Royalty | 1.759 | 1.775 | 1.888 | 1.886 | 1.803 |
| Lot 2 | Township and Royalty | 1.766 | 1.720 | 1.655 | 1.487 | 1.457 |
| Lot 25 | Township and Royalty | 1.068 | 1.123 | 1.156 | 1.177 | 1.157 |
| Lot 26 | Township and Royalty | 953 | 942 | 999 | 1.033 | 999 |
| Lot 27 | Township and Royalty | 825 | 780 | 822 | 806 | 723 |
| Lot 28 | Township and Royalty | 802 | 813 | 880 | 882 | 837 |
| Lot 3 | Township and Royalty | 893 | 864 | 899 | 860 | 774 |
| Lot 4 | Township and Royalty | 1.238 | 1.242 | 1.175 | 1.100 | 1.113 |
| Lot 5 | Township and Royalty | 1.159 | 1.194 | 1.253 | 1.337 | 1.285 |
| Lot 6 | Township and Royalty | 955 | 886 | 843 | 828 | 815 |
| Lot 7 | Township and Royalty | 628 | 585 | 562 | 472 | 459 |
| Lot 8 | Township and Royalty | 672 | 671 | 668 | 596 | 556 |
| Lot 9 | Township and Royalty | 394 | 410 | 362 | 306 | 288 |
| Miminegash | Community | 210 | 188 | 176 | 173 | 148 |
| Miscouche | Community | 679 | 766 | 769 | 869 | 873 |
| O'Leary | Community | 880 | 860 | 861 | 812 | 815 |
| Sherbrooke | Community | 160 | 178 | 168 | 172 | 159 |
| St. Louis | Community | 100 | 98 | 80 | 51 | 66 |
| Summerside | City | 14.525 | 14.654 | 14.500 | 14.751 | 14.829 |
| Tignish | Community | 839 | 831 | 758 | 779 | 719 |
| Tyne Valley | Community | 231 | 223 | 226 | 222 | 249 |
| Wellington | Community | 427 | 382 | 401 | 409 | 415 |
| Queens | County | 70.430 | 71.619 | 72.744 | 77.866 | 84.678 |
| Brackley | Community | 367 | 358 | 336 | 340 | 372 |
| Breadalbane | Community | 171 | 170 | 172 | 173 | 167 |
| Charlottetown | City | 32.531 | 32.245 | 32.174 | 34.562 | 36.094 |
| Clyde River | Community | 601 | 581 | 618 | 576 | 653 |
| Cornwall | Town | 4.291 | 4.412 | 4.677 | 5.162 | 5.348 |
| Crapaud | Community | 378 | 382 | 353 | 345 | 319 |
| Hunter River | Community | 354 | 354 | 319 | 294 | 356 |
| Lot 20 | Township and Royalty | 785 | 806 | 798 | 847 | 849 |
| Lot 21 | Township and Royalty | 865 | 908 | 920 | 855 | 856 |
| Lot 22 | Township and Royalty | 504 | 578 | 579 | 560 | 603 |
| Lot 23 | Township and Royalty | 859 | 883 | 837 | 1.001 | 984 |
| Lot 24 | Township and Royalty | 1.415 | 1.516 | 1.572 | 1.656 | 1.735 |
| Lot 29 | Township and Royalty | 900 | 859 | 935 | 895 | 920 |
| Lot 30 | Township and Royalty | 755 | 773 | 759 | 832 | 849 |
| Lot 31 | Township and Royalty | 1.617 | 1.634 | 1.616 | 1.634 | 1.767 |
| Lot 33 | Township and Royalty | 1.018 | 1.097 | 1.067 | 1.201 | 1.323 |
| Lot 34 | Township and Royalty | 2.180 | 2.344 | 2.355 | 2.577 | 2.847 |
| Lot 35 | Township and Royalty | 1.453 | 1.536 | 1.607 | 1.643 | 1.642 |
| Lot 36 | Township and Royalty | 744 | 772 | 761 | 743 | 755 |
| Lot 37 | Township and Royalty | 543 | 504 | 544 | 587 | 583 |
| Lot 48 | Township and Royalty | 1.569 | 1.606 | 1.791 | 1.911 | 2.045 |
| Lot 49 | Township and Royalty | 1.073 | 1.124 | 1.043 | 1.077 | 1.096 |
| Lot 50 | Township and Royalty | 941 | 880 | 853 | 850 | 942 |
| Lot 57 | Township and Royalty | 1.050 | 1.086 | 999 | 987 | 974 |
| Lot 58 | Township and Royalty | 538 | 544 | 521 | 493 | 437 |
| Lot 60 | Township and Royalty | 332 | 320 | 319 | 307 | 307 |
| Lot 62 | Township and Royalty | 555 | 484 | 540 | 470 | 559 |
| Lot 65 | Township and Royalty | 1.595 | 1.829 | 2.051 | 2.200 | 2.347 |
| Lot 67 | Township and Royalty | 888 | 879 | 847 | 825 | 826 |
| Meadowbank | Community | 354 | 367 | 364 | 338 | 355 |
| Miltonvale Park | Community | 1.242 | 1.185 | 1.163 | 1.153 | 1.148 |
| Mount Stewart | Community | 310 | 312 | 261 | 225 | 209 |
| North Rustico | Community | 650 | 637 | 599 | 583 | 607 |
| Resort Municipality (Stanley Bridge - Hope R. - Bayview - Cavendish - North Rustico) | Community | 255 | 267 | 272 | 266 | 328 |
| Rocky Point 3 | Indian Reserve | 0 | 42 | 41 | 49 | 51 |
| Scotchfort 4 | Indian Reserve | ... | 115 | 137 | 148 | 200 |
| Stratford | Town | 5.869 | 6.314 | 7.083 | 8.574 | 9.706 |
| Union Road | Community | 218 | 225 | 245 | 235 | 204 |
| Victoria | Community | 158 | 119 | 77 | 104 | 74 |
| Warren Grove | Community | 295 | 332 | 341 | 367 | 356 |
| Winsloe South | Community | 207 | 240 | 198 | 221 | 224 |
| Prince Edward Island | Province | 134.557 | 135.294 | 135.851 | 140.204 | 146.447 |
Verwaltungseinheiten:
3 counties (Länder)
2 cities (Städte)
7 towns (Dorfgemeinden)
63 communities (Landgemeinden)
548 localities (Örtlichkeiten)
4 indian reserves (Indianerreservate)
Bevölkerung
Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 5.660,38 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1798 4 372 0,78
1834 32 300 5,71
1842 47 000 8,30
1851 62 678 11,09
1861 80 552 14,23
1871 94 021 16,62
1881 108 891 19,25
1891 109 078 19,29
1896 109 200 19,30
1901 103 259 18,24
1911 93 728 16,56
1921 88 615 15,66
1931 88 038 15,55
1941 95 047 16,79
1951 98 429 17,39
1956 99 285 17,54
1961 104 629 18,49
1966 108 535 19,09
1971 111 641 19,72
1976 118 229 20,89
1981 122 506 21,65
1986 126 640 22,37
1991 129 765 22,93
1992 131 000 23,14
1993 132 243 23,36
1994 133 691 23,62
1995 134 415 23,75
1996 134 557 23,77
1997 135 294 23,90
1998 135 804 23,99
1999 136 281 24,08
2000 136 470 24,11
2001 136 665 24,15
2002 136 876 24,18
2003 137 221 24,24
2004 137 681 24,32
2005 138 519 24,47
2006 137 865 24,36
2007 137 721 24,33
2008 138 764 24,51
2009 141 551 25,01
2010 141 678 25,03
2011 144 038 25,45
2012 145 259 25,66
2013 145 441 25,69
2014 146 162 25,82
2015 146 447 25,87
2016 149 472 26,41
2017 152 021 26,86
2018 153 244 27,07
2019 155 318 27,44
2020 159 625 28,20
2021 164 318 29,03
2022 167 213 29,54
2023 173 787 30,70
2024 178 550 31,54
Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,522 % pro Jahr.
Bevölkerungsaufteilung:
Bevölkerungszahl 2001 insgesamt 135 294
davon weiblich 68 715 50,79 %
männlich 66 579 49,21 %
davon unter 15jährig
15 bis 64 Jahre alt
über 64jährig
davon städtisch 74 558 55,11 %
ländlich 60 736 44,89 %
Das Durchschnittsalter liegt bei etwas über 30 Jahren, die mittlere Lebenserwartung bei etwa 79 Jahren. Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt rund 55.000.
Regionale Verteilung
Die Einwohnerzahlen der drei Counties entwickelten sich wie folgt:
| County | 1901 | 1911 | 1921 | 1931 | 1941 | 1951 | 1961 | 1971 | 1981 | 1991 | 2001 | 2011 | 2021 |
| Kings | 24 725 | 22 636 | 20 445 | 19 147 | 19 415 | 17 943 | 17 893 | 18 424 | 19 215 | 19 328 | 19.180 | 17.990 | 18.327 |
| Prince | 35 400 | 32 779 | 31 520 | 31 500 | 34 490 | 37 735 | 40 894 | 42 082 | 42 821 | 43 241 | 44.495 | 44.246 | 43.910 |
| Queens | 43 134 | 38 313 | 36 650 | 37 391 | 41 142 | 42 571 | 45 842 | 51 135 | 60 470 | 67 196 | 71.619 | 84.678 | 89.770 |
Volksgruppen
Bei der Volkszählung 2001 bezeichneten sich 45 % der Bevölkerung als „Kanadier“. 38 % waren schottischer, 29 % englischer, 28 % irischer, 21 % französischer und 4 % deutscher Abstammung (Mehrfachantworten möglich). Die ursprünglichen Bewohner, die Mi'kmaq, stellen heute nur eine kleine Minderheit. Diese besteht aus der Abegweit First Nation (rund 300 Mitglieder), die bei Charlottetown leben, und der Lennox Island First Nation, die beide zu den Mi'kmaq gehören. Letztere lebt auf einer Insel in der Malpeque Bay nördlich von Tyne Valley und beherbergt 245 Bewohner. Für 2025 ergibt sich folgendes Bild:
Die bei weitem größte Gruppe sind die Kanadier schottischer Herkunft. Rund 38 bis 40 % der Inselbewohner geben „Scottish“ als einzige oder teilweise Abstammung an – das ist der höchste Anteil aller kanadischen Provinzen. Die meisten stärkste Einwanderungswelle kam zwischen 1770 und 1840, vor allem aus den Highlands und den Hebriden (Skye, Uist, Lewis). Ortsnamen wie Belfast, Clyde River, Murray Harbour oder Clan-Namen wie MacDonald, MacLeod, Campbell und MacKenzie prägen die Insel bis heute. Schottisch-gälische Kultur ist zwar sprachlich fast ausgestorben (nur noch rund 50 Muttersprachler), lebt aber in der Musik weiter: Ceilidhs, Fiddle-Musik und Square Dances gehören zum Alltag.
An zweiter Stelle stehen die Kanadier englischer Herkunft mit etwa 28 bis 30 %. Sie kamen vor allem aus Südwestengland (Devon, Dorset, Somerset) und siedelten sich besonders im östlichen Kings County und rund um Charlottetown an. Viele der „loyalistischen“ Familien nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg waren englisch. Die anglikanische Kirche und Namen wie Clark, Harris, Hyde oder Owen sind typisch.
Die drittgrößte historische Gruppe sind die Akadier (französischsprachige Kanadier) mit etwa 12 bis 14 % der Bevölkerungsanteil, aber fast 100 % Konzentration im Westen der Insel (Prince County, Region Évangéline). Ihre Vorfahren überlebten die große Deportation von 1755 bis 1763 teilweise versteckt auf der Insel oder kehrten später zurück. Orte wie Tignish, Palmer Road, Abram-Village, Wellington und Mont-Carmel sind noch heute zu 80 bis 95 % französischsprachig. Akadische Flaggen, die Mi-Carême und das Festival acadien sind hier allgegenwärtig.
Die Iren (meist katholische Iren) machen etwa 18 bis 20 % aus, überschneiden sich aber teilweise mit den „Schottisch-Katholiken“. Die große Hungersnot 1845 bis 1852 brachte Tausende aus Cork, Kerry und Tipperary. Sie ließen sich vor allem in Charlottetown, im zentralen Queens County und im östlichen Kings County nieder. Irische Namen wie Murphy, McGuigan, Doyle, O’Brien oder Kelly sind extrem häufig.
Die Mi’kmaq, das indigene Volk der Insel, stellen etwa 2 % der Bevölkerung (rund 3.000 Personen), davon leben rund 1.200 in den beiden Reservaten Lennox Island und Abegweit (Scotchfort). Die Mi’kmaq waren vor der Kolonisierung das einzige Volk auf Epekwitk; heute sind sie kulturell sehr aktiv (Powwows, Sprache, Spracheunterricht), aber zahlenmäßig klein.
Seit etwa 2015 hat sich durch gezielte Einwanderungsprogramme die Zusammensetzung leicht verändert. Die größten neuen Gruppen sind Philippiner (3.000 bis 4.000 Personen, vor allem in Charlottetown und Summerside, oft im Gesundheits- und Gastgewerbe), Inder (vor allem Punjabis und Gujaratis, 2.500 bis 3.000, viele als internationale Studenten oder Landarbeiter), Chinesen (1.500 bis 2.000) sowie Syrer und andere arabischsprachige Gruppen (rund 1.000, seit 2016 durch Migration und Familiennachzug). Dazu kommen kleinere Zahlen aus Nigeria, Vietnam, Korea und der Ukraine.
Ethnische Gruppen 2006:
| Ethnischer Ursprung | Bevölkerung | Anteil |
| Kanadier | 60 000 | 44,98 % |
| Schotten | 50 700 | 38,01 % |
| Engländer | 38 330 | 28,74 % |
| Iren | 37 170 | 27,87 % |
| Franzosen | 28 410 | 21,30 % |
| Deutsche | 5 400 | 4,05 % |
| Niederländer | 4 130 | 3,10 % |
| Akadier | 3 020 | 2,26 % |
| Algonkin & Mikmak | 2 360 | 1,77 % |
| Waliser | 1 440 | 1,08 % |
| US-Amerikaner | 640 | |
| Polen | 615 | |
| Italiener | 605 | |
| Libanesen | 525 | |
| Dänen | 420 | |
| Norweger | 325 | |
| Ukrainer | 320 | |
| Schweden | 315 | |
| Belgier | 240 | |
| Métis | 245 | |
| Chinesen | 225 | |
| Ungarn | 225 | |
| sonstige Briten | 210 | |
| Spanier | 175 | |
| Juden | 165 | |
| Russen | 160 | |
| Schweizer | 145 | |
| Finnen | 135 | |
| Inuit | 120 |
Abegweit First Nation
Die Abegweit First Nation ist eine der beiden Mi’kmaq-Gemeinden auf Prince Edward Island und gehört zum größeren Mi’kmaq-Volk (Mi’kmaw Nation), das einst das gesamte Gebiet der atlantischen Provinzen und der Gaspé-Halbinsel bewohnte. Der Name „Abegweit“ (gesprochen: A-beg-wit) ist das ursprüngliche mi’kmawische Wort für die Insel selbst und bedeutet „in den Wellen wiegend“ oder „auf den Wellen ruhend“ – eine poetische Beschreibung der sanft geschwungenen roten Sandstrände und der ständigen Meeresbrise.
Die Abegweit First Nation besteht aus vier Reservaten, die alle im zentralen Queens County liegen:
Scotchfort (Rocky Point) – das Hauptreservat und Verwaltungssitz, direkt gegenüber von Charlottetown am Hillsborough River
Morell – im Osten der Insel
Georges Island (kleines unbewohntes Inselchen im Hillsborough River)
Mount Stewart (kleineres Landstück)
Insgesamt leben etwa 500 registrierte Band-Mitglieder, von denen rund 250 tatsächlich in den Reservaten wohnen; die anderen sind in Charlottetown, anderen Teilen Kanadas oder den USA verstreut.
Die Geschichte von Abegweit reicht Jahrtausende zurück, denn die Mi’kmaq befuhren und besiedelten Epekwitk lange vor der Ankunft der Europäer. Nach der Kolonisierung wurden sie jedoch systematisch an den Rand gedrängt. 1734 wurde das Gebiet um Scotchfort erstmals als „Indian Reserve“ ausgewiesen, allerdings nur 200 Acres – ein winziger Bruchteil des angestammten Territoriums. Bis ins 20. Jahrhundert hinein lebten viele Familien in extremer Armut, ohne Strom, fließendes Wasser oder Landtitel. Erst 1973 erhielt Abegweit durch einen spezifischen Landanspruch (specific claim) größere Landflächen zurück, und 1989 wurde die Band offiziell als eigenständige First Nation anerkannt.
Heute ist Abegweit eine der aktivsten und sichtbarsten indigenen Gemeinschaften auf der Insel. Das moderne Band Office und das Gesundheitszentrum in Scotchfort sind zentrale Anlaufstellen. Wichtige Einrichtungen und Projekte sind:
das Abegweit Cultural Centre mit Ausstellungen zur Geschichte, Sprache und Kunst
ein eigenes Powwow-Gelände, auf dem jedes Jahr im August ein groß gefeiert wird
Sprachprogramme (Mi’kmaw Kina’matnewey unterstützt Immersionsunterricht)
die Abegweit Conservation Society, die traditionelle Fischerei, Jagd und Medizinpflanzenkunde pflegt
wirtschaftliche Unternehmungen wie die Beteiligung an Windparks und die Mi’kmaq Confederacy of PEI (MCPEI), deren Sitz ebenfalls in Scotchfort liegt
Kulturell ist Abegweit besonders stolz auf die Wiederbelebung von Zeremonien, Trommelgruppen und der traditionellen Handwerkskunst (Perlenarbeiten, Körbe aus Schwarzer Esche). Viele Mitglieder arbeiten auch in der Tourismusbranche und bieten geführte Touren, Smudging-Zeremonien oder traditionelle Mahlzeiten an.
Lennox Island First Nation
Die zweite Mi’kmaq-Gemeinschaft auf Prince Edward Island ist die Lennox Island First Nation. Sie liegt an der Nordwestküste der Insel im Malpeque Bay-Gebiet und ist nicht nur die größere, sondern auch die kulturell und touristisch sichtbarste der beiden First Nations der Inselrpovinz. Der Name „Lennox Island“ stammt von den britischen Kolonialherren (nach Charles Lennox, 3. Duke of Richmond), doch die Mi’kmaq nennen den Ort seit jeher L’nue’kati oder einfach Minegoo (die Insel). Sie ist durch einen kurzen Damm mit dem Festland verbunden und umfasst etwa 1.334 Acres (540 Hektar) Land sowie mehrere kleinere umliegende Inselchen (Hog Island, Bird Island usw.), die traditionelle Fisch- und Jagdgründe sind.
Zur Lennox Island First Nation gehören heute etwa 1.000 registrierte Mitglieder, von denen rund 450–500 ständig auf der Insel leben. Das macht sie zur größten indigenen Gemeinschaft der Provinz. Das Hauptreservat Lennox Island #1 ist gleichzeitig Verwaltungssitz, Kulturzentrum und Touristenattraktion.
Die Geschichte der Gemeinschaft ist eng mit Überleben und Widerstand verbunden. Bereits vor der europäischen Besiedlung war Minegoo ein wichtiger Sommerlager- und Fischereistandort. 1758, während der großen Deportation der Akadier, suchten viele Mi’kmaq hier Schutz. 1838 wurde die Insel offiziell als Reservat anerkannt, allerdings unter der Bedingung, dass die Mi’kmaq katholisch getauft wurden – was bis heute zu einer starken Verknüpfung von traditioneller Spiritualität und römisch-katholischem Glauben führt (die Kirche St. Anne’s auf der Insel ist ein zentraler Ort).
Im 20. Jahrhundert litt Lennox Island unter extremer Armut und Landverlust, doch seit den 1990er Jahren erlebte die Gemeinschaft eine beeindruckende Renaissance. 1998 eröffnete das Lennox Island Cultural Centre (heute Mi’kmaq Heritage Centre & Museum), eines der besten indigenen Museen Atlantik-Kanadas, mit Ausstellungen zu Glooscap, traditionellem Kanubau und der Residential-School-Geschichte. Jedes Jahr im ersten September-Wochenende im August findet das große Lennox Island Powwow statt – eines der bekanntesten in Ostkanada, mit über 5.000 Besuchern. Die Gemeinde betreibt eigene Unternehmen: die Lennox Island Development Corporation, ein Fischereibetrieb, eine Kunstgalerie, ökologische Projekte (Austernzucht, Windenergie) und das Red Ochre Spa & Wellness Centre. Seit 2019 gibt es das Epekwitk Cultural Village mit nachgebauten traditionellen Wigwams, einem Medizinrad und regelmäßigen Zeremonien (Smudging, Trommelkreise, Geschichtenerzähler). Die „Band“ ist führend in der Wiederbelebung der Mi’kmaw-Sprache – es gibt ein Immersionsprogramm und Sprachcamps für Kinder.
Lennox Island ist heute ein Ort, an dem Tradition und Moderne nahtlos verbindet: Man sieht neue Solaranlagen neben einem Medizinrad, Jugendliche in Regalia beim Powwow und gleichzeitig moderne Häuser mit Satellitenschüsseln. Die Gemeinschaft ist stolz darauf, dass fast jedes Kind heute mindestens einige Wörter Mi’kmaw spricht und dass die großen Zeremonien wieder regelmäßig stattfinden.
Acadiens
Die Akadier bilden auf Prince Edward Island eine kleine, aber sehr prägnante und stolze Volksgruppe. Mit etwa 12–14 % der Inselbevölkerung (rund 20.000–22.000 Menschen) stellen sie die größte französischsprachige Minderheit Kanadas außerhalb Québecs und New Brunswicks dar. Fast alle leben konzentriert im Westen der Provinz, vor allem im Prince County, wo sie in mancherorts 70–95 % der Einwohner ausmachen. Dort ist Französisch Alltagssprache in Schule, Kirche, Geschäft und Familie.
Ihre Geschichte ist geprägt von dramatischem Überleben. Die Vorfahren der heutigen P.E.I.-Akadier kamen ab 1720 aus der Bretagne, der Normandie und dem Poitou als Fischer und Bauern in die damalige französische Kolonie Île Saint-Jean. Nach der britischen Eroberung 1758 wurden Tausende im Rahmen der großen Deportation (le Grand Dérangement) verschleppt oder flohen in die Wälder. Viele versteckten sich jahrelang auf der Insel oder in der Malpeque Bay, andere kehrten nach 1763 heimlich zurück. Aus diesen Überlebenden und Rückkehrern entstand die heutige akadische Gemeinschaft von P.E.I., die sich selbst als besonders widerstandsfähig und traditionsbewusst sieht.
Das Herz der akadischen Region ist die Région Évangéline rund um Wellington, Abram-Village, Mont-Carmel und Baie-Egmont. Hier wehen überall die blau-weiß-rote Akadierflagge mit dem gelben Stern (der Stella Maris), und fast jedes Dorf hat seine eigene Kooperative, Kirche und Schule. Die wichtigsten kulturellen Symbole und Ereignisse sind:
La Sainte-Anne – die Schutzheilige der Akadier wird Ende Juli mit riesigen Prozessionen, Bootsegnungen und einem mehrtägigen Festival gefeiert.
La Mi-Carême – im März ziehen maskierte und kostümierte Gruppen von Haus zu Haus, ein uralter vorchristlicher Brauch, der nur noch hier und in Teilen von Louisiana so lebendig ist.
Le Festival acadien de la région Évangéline und das Tintamarre am 15. August (Nationaler Akadier-Tag), bei dem Tausende lärmend durch die Dörfer ziehen.
Die Coopérative de développement régional (RDÉE Î.-P.-É.), die akadische Wirtschaftsförderung, die Radio CFAI 101,1 und das Collège de l’Île betreibt.
Die größten akadischen Ortschaften sind Tignish (rund 90 % französischsprachig), Wellington (Zentrum mit Supermarkt, Schule, Kirche), Abram-Village (bekannt für das größte Mi-Carême-Fest), Mont-Carmel (mit der prächtigen Backstein-Kirche Notre-Dame-du-Mont-Carmel) und Rustico (älteste akadische Siedlung, mit dem Farmers’ Bank Museum).
Sprachlich ist das Akadische auf P.E.I. ein eigener Dialekt („chiac de l’Île“), der stark vom Altfranzösischen und vom Englischen beeinflusst ist. In den Schulen wird seit den 1990er Jahren französische Immersion angeboten, sodass heute wieder fast alle Kinder zweisprachig aufwachsen.
Wirtschaftlich leben viele Akadier traditionell von Fischerei (vor allem Hummer und Austern), Landwirtschaft und zunehmend vom Tourismus. Es gibt akadische B&Bs, Restaurants mit „fricot“, „poutine râpée“ und „râpure“ sowie Kunsthandwerk mit dem Stern-Symbol.
Trotz ihrer geringen Zahl sind die Akadier von P.E.I. kulturell enorm präsent: Sie haben eine eigene Provinzabgeordnete im Parlament, mehrere französische Radiosender, das Théâtre acadien und eine eigene Flagge an fast jedem Hausmast. Sie sehen sich als die „wahren Ureinwohner“ neben den Mi’kmaq, weil ihre Familien seit über 300 Jahren ununterbrochen auf der Insel leben. Wer im Sommer durch die Region Évangéline fährt, hört Akkordeonmusik, sieht bunte Häuser und riecht Hummerkochtopf, hier lebt Akadien noch genauso lebendig wie vor 100 Jahren.
Sprachen
Die ursprüngliche und älteste Sprache der Insel ist Mi’kmaq (Mi’kmawisinu), eine algonkinische Sprache. Die Mi’kmaq nannten die Insel Epekwitk oder Abegweit. Vor der europäischen Ankunft war Mi’kmaq die einzige gesprochene Sprache. Heute sprechen noch etwa 200 Menschen auf der Lennox Island First Nation und in Scotchfort fließend Mi’kmaq, und es gibt intensive Wiederbelebungsprogramme (Immersion-Kindergärten, Apps, Kurse an der UPEI). Ortsschilder und offizielle Dokumente sind zunehmend dreisprachig (Englisch/Französisch/Mi’kmaq).
Von 1720 bis zur britischen Eroberung 1758 war Französisch die Verwaltungs- und Alltagssprache der akadischen Siedler. Nach der Deportation 1758 verschwand Französisch fast vollständig, überlebte aber in versteckten Familien in Rustico, Tignish und Abram-Village. Im 19. Jahrhundert wuchsen diese Gemeinden wieder, verstärkt durch Zuzug aus den Magdalen-Inseln und New Brunswick. Heute ist Prinde Edward Island die einzige kanadische Provinz ohne offizielle Zweisprachigkeit, aber Französisch hat dennoch einen starken regionalen Status. Rund 12.000 Menschen (8 % der Bevölkerung) haben Französisch als Muttersprache (Stand 2021). Die Région Évangéline (West-Prince, um Wellington und Abram-Village) ist die einzige Gegend, in der man tagelang fast nur Französisch hört – dort liegt der Anteil bei über 70 %. Es gibt französischsprachige Schulen (Commission scolaire de langue française), Radio (CBAF-2 88.1 FM aus Moncton), eine Wochenzeitung (La Voix acadienne) und das Festival acadien. Das gesprochene Französisch ist akadisch mit starkem chiac-Einschlag (Mischung mit Englisch), unterscheidet sich deutlich vom Québec-Französisch.
Zwischen 1770 und 1840 kamen Zehntausende gälischsprachiger Schotten, vor allem aus Skye, Uist und Inverness-shire. In Orten wie Belfast, Orwell, Clyde River oder Grand River sprach man bis in die 1930er-Jahre fast ausschließlich Scottish Gaelic. Ältere Menschen erinnerten sich noch in den 1970er Jahren an Gottesdienste und Ceilidhs auf Gälisch. Die letzte Muttersprachlerin, Maggie Jane MacPherson aus Selkirk, starb 1963. Seit den 1990er Jahren gibt es Wiederbelebung: Gaelic-Kurse an der UPEI, das Gaelic College in Glendale und das jährliche Gaelic Festival in Rollo Bay.
Mit den irischen Einwanderern der Hungersnotjahre 1846 bis 1851 kam auch Irish Gaelic auf die Insel, besonders nach Tignish, Kinkora und Emerald. Es hielt sich jedoch kürzer als das Schottisch-Gälische und verschwand bis ca. 1900 fast vollständig. Heute gibt es nur noch folkloristische Spuren (Lieder, Redewendungen wie „pogue mahone“).
Englisch wurde ab der britischen Eroberung 1758 Verwaltungssprache und übernahm im 19. Jahrhundert die Dominanz. Der Inseldialekt („Island English“) hat bis heute eigene Merkmale:
Starke schottische und irische Einflüsse („ye“ statt „you“, „wee“ für klein, „b’y“ als Anrede).
Vokabular aus dem Schiffbau und der Landwirtschaft („dory“, „stage“, „make a hand“ = helfen).
Der typische Insel-Akzent ist weich, rollt das „r“ kaum und hat einen singenden Tonfall, der an Neufundland erinnert.
Mit Stand 2025) ist Englisch die Muttersprache von rund 90 % der Einwohner. 3,8 % haben Französisch als Muttersprache, zirka 12 % sind funktional zweisprachig. Mi’kmaq hat weniger als 200 fließende Sprecher. Die Sprache findet aber zunehmend Interesse. Durch Immigration seit 2000 wird zunehmend Chinesisch (Mandarin), Arabisch, Tagalog, Punjabi und Spanisch, vor allem in Charlottetown und Summerside gesprochen.
Sprachen 2006:
| Rang | Sprache | Anzahl | Anteil |
| 1. | Englisch | 125 260 | 93,78 % |
| 2. | Französisch | 5 345 | 4,00 % |
| 3. | Niederländisch | 865 | 0,65 % |
| 4. | Deutsch | 275 | 0,21 % |
| 5. | Spanisch | 220 | 0,16 % |
| 6. | Chinesische Sprachen | 190 | 0,14 % |
| Mandarin | 45 | 0,03 % | |
| Kantonesisch | 15 | 0,01 % | |
| 7. | Arabisch | 150 | 0,11 % |
| 8. | Ungarisch | 120 | 0,09 % |
| 9. | Algonquin-Sprachen | 95 | 0,07 % |
| Mi'kmaq | 90 | 0,07 % | |
| 10. | Serbokroatische Sprachen | 85 | 0,07 % |
| Serbisch | 35 | 0,03 % | |
| Kroatisch | 20 | 0,01 % | |
| Bosnisch | 15 | 0,01 % | |
| Serbokroatisch | 15 | 0,01 % | |
| 11. | Japanisch | 80 | 0,06 % |
| 12. | Bantu-Sprachen | 70 | 0,05 % |
| Polnisch | 70 | 0,05 % | |
| 14. | Koreanisch | 65 | 0,05 % |
| Skandinavische Sprachen | 65 | 0,05 % | |
| Dänisch | 40 | 0,03 % | |
| Schwedisch | 15 | 0,01 % | |
| Isländisch | 10 | 0,01 % | |
| 16. | Friesisch | 55 | 0,04 % |
| Italienisch | 55 | 0,04 % | |
| 18. | Flämisch | 40 | 0,03 % |
| Hindi | 40 | 0,03 % | |
| 20. | Kreolisch | 35 | 0,03 % |
| Urdu | 35 | 0,03 % |
Religion
Prince Edward Island weist eine religiöse Landschaft auf, die stark von ihrer historischen Besiedlung durch europäische Einwanderer geprägt ist und in den letzten Jahrzehnten durch Sekularisierung und zunehmende Immigration diversifiziert wurde. Traditionell dominiert das Christentum die Insel, was auf die Einflüsse schottischer, irischer und akadischer Siedler zurückgeht, die im 18. und 19. Jahrhundert ankamen. Die Provinz ist bekannt für ihre starke katholische Präsenz, insbesondere in den französischsprachigen akadischen Gemeinschaften, sowie für protestantische Denominationen wie Presbyterianer und United Church, die aus schottischen und englischen Wurzeln stammen. Im Laufe der Zeit hat jedoch eine wachsende Säkularisierung zu einem Rückgang der christlichen Affiliationen geführt, während Minderheitsreligionen durch Neuankömmlinge aus Asien und dem Nahen Osten an Bedeutung gewinnen. Basierend auf dem kanadischen Zensus von 2021, der die aktuellsten umfassenden Daten liefert (Stand 2025 gibt es keinen neueren Zensus), identifizieren sich etwa zwei Drittel der Bevölkerung als Christen, während fast ein Drittel keine religiöse Zugehörigkeit angibt. Die Gesamtbevölkerung der Provinz betrug 2021 rund 154.331 Personen.
Historisch gesehen war P.E.I. fast ausschließlich christlich geprägt. Im späten 19. Jahrhundert, wie der Zensus von 1871 zeigt, identifizierten sich etwa 95 % der Bevölkerung als Christen, mit Katholiken bei rund 43 % und Presbyterianern bei 31 %. Diese Struktur spiegelte die ethnische Zusammensetzung wider: Akadier brachten den Katholizismus mit, während schottische Siedler presbyterianische Traditionen etablierten. Bis in die Nachkriegszeit blieb diese Dominanz erhalten; der Zensus von 2001 ergab noch 47 % Katholiken und 43 % Protestanten insgesamt. Die römisch-katholische Diözese von Charlottetown, die die gesamte Insel umfasst, ist eine der ältesten englischsprachigen Diözesen Kanadas und unterstreicht die tiefe Verwurzelung des Katholizismus. Protestantische Kirchen wie die United Church of Canada und die Presbyterian Church spielten eine zentrale Rolle in ländlichen Gemeinschaften, wo Religion oft mit sozialem Leben verknüpft war. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte jedoch eine Sekularisierung ein, beeinflusst durch Urbanisierung, höhere Bildung und generationsbedingte Veränderungen, was zu einem Anstieg derer führte, die "keine Religion" angeben – von 12 % im Jahr 2001 auf über 28 % im Jahr 2021. Diese Entwicklung spiegelt nationale Trends in Kanada wider, wo der Anteil der Christen von 77,1 % im Jahr 2001 auf 53,3 % im Jahr 2021 gesunken.
Laut dem Zensus von 2021 berichten 67,6 % der Inselbewohner (rund 101.755 Personen) eine christliche Zugehörigkeit, was die Provinz zu einer der religiösesten in Kanada macht – im Vergleich zu nur 53,3 % national. Innerhalb des Christentums ist der römisch-katholische Glaube mit 34,4 % (51.755 Personen) die größte Gruppe, was etwa die Hälfte aller Christen ausmacht. Die United Church of Canada folgt mit 9,7 % (14.635 Personen), eine Denomination, die in den atlantischen Provinzen besonders stark vertreten ist. Weitere protestantische Gruppen umfassen Presbyterianer mit 4,3 % (6.520 Personen), Anglikaner mit 3,3 % (5.025 Personen) und Baptisten mit 3,1 %. Andere christliche Affiliationen, einschließlich nicht spezifizierter Christen (6,1 % oder 9.195 Personen), Pentecostalen (0,7 %), Lutheranern (0,2 %) und orthodoxen Christen (0,3 %), machen den Rest aus. Diese Vielfalt innerhalb des Christentums reflektiert die historischen Einwanderungswellen: Katholiken sind oft in den westlichen und östlichen Teilen der Insel konzentriert, wo akadische und irische Gemeinschaften dominieren, während Protestanten in zentralen und schottisch geprägten Gebieten stärker sind. Kirchen wie die Basilica of St. Dunstan in Charlottetown oder presbyterianische Gemeinden in Summerside dienen nicht nur religiösen, sondern auch kulturellen Zwecken, mit Festivals und Gemeindeveranstaltungen.
Ein signifikanter Anteil der Bevölkerung, nämlich 28,5 % (42.830 Personen), gibt an, keine Religion zu haben oder eine säkulare Perspektive zu vertreten, was Atheisten, Agnostiker, Humanisten und andere einschließt. Dieser Wert ist höher als in benachbarten Provinzen wie New Brunswick (29,7 %), aber niedriger als in British Columbia (über 50 %). Der Anstieg der Säkularisierung ist besonders unter jüngeren Generationen und in urbanen Gebieten wie Charlottetown zu beobachten, wo moderne Lebensstile und Bildungseinrichtungen wie die University of Prince Edward Island zu einer Abkehr von traditionellen Glaubenssystemen beitragen.
Minderheitsreligionen machen insgesamt 3,9 % der Bevölkerung aus und sind hauptsächlich durch Immigration gewachsen. Der Islam ist mit 1,1 % (1.720 Personen) die größte nicht-christliche Religion, gefolgt von Hinduismus mit 0,8 % (1.245 Personen) und Sikhismus mit 0,8 % (1.165 Personen). Buddhismus umfasst 0,5 % (755 Personen), Judentum 0,1 % (165 Personen) und traditionelle indigene Spiritualität 0,05 % (75 Personen). Andere Religionen und spirituelle Traditionen summieren sich auf 0,5 % (765 Personen). Diese Gruppen sind vor allem in den größeren Städten wie Charlottetown und Summerside vertreten, wo Moscheen, Tempel und Gemeindezentren entstanden sind. Die Zuwanderung zwischen 2016 und 2021 hat hierzu beigetragen: Unter den Neuankömmlingen machten Muslime 11,2 %, Sikhs 4,1 % und Hindus 5,0 % aus, was die Diversifizierung vorantreibt. Trotz dieser Wachstumsraten bleiben Minderheitsreligionen klein, und indigene Spiritualität ist aufgrund der geringen Mi'kmaq-Bevölkerung (rund 2 % der Inselbevölkerung) marginal.
Religionsgemeinschaften 2006:
| Religion | Mitglieder | Anteil |
| Religionsangehörige insgesamt | 133 385 | 100,0 % |
| Roman Catholic | 63 240 | 47,4 % |
| United Church | 26 570 | 19,9 % |
| No religion | 8 705 | 6,5 % |
| Presbyterian | 7 885 | 5,9 % |
| Anglican | 6 525 | 4,9 % |
| Baptist | 5 950 | 4,5 % |
| sonstige Protestanten | 5 105 | 3,8 % |
| sonstige Christen | 3 210 | 2,4 % |
| Pentecostal | 975 | 0,7 % |
| Jehovah's Witnesses | 475 | 0,4 % |
| Salvation Army | 340 | 0,3 % |
| Mormon | 215 | 0,2 % |
| Christian Reformed Church | 205 | 0,2 % |
| Muslim | 195 | 0,1 % |
| Brethren in Christ | 165 | 0,1 % |
| Nicht denominiert | 165 | 0,1 % |
| Lutheran | 160 | 0,1 % |
| Buddhist | 140 | 0,1 % |
| Greek Orthodox | 110 | 0,1 % |
| Orthodox | 70 | 0,1 % |
| Jewish | 55 | 0,0 % |
| Indigene Animisten | 50 | 0,0 % |
| Pagan | 45 | 0,0 % |
| Seventh-day Adventist | 35 | 0,0 % |
| Hindu | 35 | 0,0 % |
| Ukrainian Catholic | 15 | 0,0 % |
| Evangelical Missionary Church | 10 | 0,0 % |
| Mennonite | 10 | 0,0 % |
| Methodist | 10 | 0,0 % |
Religionsbekenntnisse 2001:
Katholiken 63.200 (46,7 %)
Protestanten 50.400 ((37,4 %)
Anglikaner 6.800 (5,0 %)
Randchristen 4.200 (3,1 %)
Orthodoxe 100 (0,1 %)
sonstige Christen 1.200 (0,9 %)
Moslems 300 (0,2 %)
Animisten 150 (0,1 %)
Buddhisten 150 (0,1 %)
Juden 100 (0,1 %)
Bekenntnislose 8.700 (6,4 %)
Römisch-Kathoilische Kirche
Das Bistum Charlottetown (lateinisch Dioecesis Carolinapolitana, englisch Diocese of Charlottetown) ist eine römisch-katholische Diözese mit Sitz in Charlottetown. Das Bistum wurde am 11. August 1829 durch Papst Pius VIII. mit der Apostolischen Konstitution Inter multiplices aus Gebietsabtretungen des Erzbistums Québec errichtet. Es ist dem Erzbistum Halifax-Yarmouth als Suffraganbistum unterstellt. Im Jahr 2020 bestand das Bistum aus 52 Pfarreien, die von 46 Diözesan- und 5 Ordenspriestern, dazu 5 Ordensbrüdern und 76 Ordensschwestern betreut wurden bei einem Gläubigenanteil von 42,7 %.
Bischöfe von Charlottetown
1829 - 1835 Aeneas Bernard MacEachern
1837 - 1859 Bernard Donald McDonald
1860 - 1891 Peter McIntyre
1891 - 1912 James Charles McDonald
1913 - 1920 Henry Joseph O’Leary, danach Erzbischof von Edmonton
1920 - 1930 Louis James O’Leary
1931 - 1944 Joseph Anthony O’Sullivan, danach Erzbischof von Kingston
1944 - 1954 James Boyle
1954 - 1970 Malcolm MacEachern
1970 - 1982 Francis John Spence, danach Erzbischof von Kingston
1982 - 1991 James Hector MacDonald CSC, danach Erzbischof von Saint John’s, Neufundland
1991 - 2009 Joseph Vernon Fougère
2009 - 2021 Richard John Grecco
2023 - 2025 Józef Andrzej Dąbrowski
Judentum
Das Judentum spielt auf Prince Edward Island nur eine sehr kleine, aber seit über 150 Jahren kontinuierliche Rolle. Mit etwa 165 bis 200 Personen (Stand Zensus 2021 und aktuelle Schätzungen 2025) bildet die jüdische Gemeinschaft weniger als 0,15 % der Inselbevölkerung und ist damit die kleinste historische Religionsgemeinschaft der Provinz.
Die Geschichte begann bereits in den 1850er Jahren, als die ersten jüdischen Händler und Kaufleute Solomon (Sol) Levy und Jacob (Jack) Marks aus England bzw. Preußen nach Charlottetown kamen. Sie eröffneten Geschäfte in der Innenstadt und waren so erfolgreich, dass sie bald weitere Verwandte und Bekannte nachholten. Um 1900 lebten etwa 30 bis 40 jüdische Familien auf der Insel – fast ausschließlich aschkenasische Juden aus Großbritannien, Russland und Polen. 1892 wurde die Synagoge „Congregation Children of Israel“ (heute Chabad of Prince Edward Island) in einem kleinen Holzhaus in der Innenstadt von Charlottetown gegründet. 1903/04 wurde das erste richtige Synagogengebäude in der Grafton Street errichtet, das bis 1957 genutzt wurde.
Die Gemeinde erreichte ihren zahlenmäßigen Höhepunkt in den 1920er und 1930er Jahren mit etwa 80–100 aktiven Mitgliedern. Es gab einen eigenen Friedhof (seit 1904 am Sherwood Cemetery), einen Cheder, eine Frauenvereinigung und sogar einen jüdischen Baseball-Club. Viele Familien betrieben Bekleidungs-, Schuh- oder Lebensmittelgeschäfte in Charlottetown, Summerside und Souris. Die bekannteste Familie waren die Levys, deren Geschäft „Levy’s Clothing“ bis in die 1980er Jahre existierte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte – wie in ganz Atlantik-Kanada – eine starke Abwanderung ein: Junge Menschen zogen zum Studium oder wegen besserer Berufschancen nach Montreal, Toronto oder Halifax und kamen meist nicht zurück. 1957 musste die alte Synagoge wegen zu geringer Mitgliederzahl verkauft werden. Bis in die 1980er Jahre gab es nur noch etwa 10 bis 15 jüdische Familien auf der gesamten Insel.
Einen neuen Aufschwung brachte erst die Ansiedlung des Chabad-Lubawitsch-Zentrums im Jahr 2017. Rabbi Yosef und Chaya Schtroks, ein junges Ehepaar aus Brooklyn, zogen nach Charlottetown und richteten im ehemaligen Pfarrhaus der St. Paul’s Anglican Church (Capital Drive) ein neues Gemeindezentrum ein. Seitdem gibt es wieder regelmäßige Schabbat-Gottesdienste, Feiertagsfeiern, einen kleinen Koscher-Shop und Unterrichtsprogramme. Das Chabad betreut nicht nur die alteingesessenen jüdischen Familien, sondern auch israelische Saisonarbeiter, jüdische Studenten der University of Prince Edward Island und Touristen.
Mit Stand 2025 leben etwa 50 bis 70 dauerhaft jüdische Personen in Charlottetown und weitere 20 bis 30 verteilt in Summerside, Montague und auf dem Land. Hinzu kommen jährlich 100 bis 200 israelische Landarbeiter (vor allem im Kartoffel- und Beerenfarmen) sowie jüdische Tourist:innen, besonders im Sommer. Die Gemeinde ist wieder aktiv: Es gibt wieder einen Minjan an hohen Feiertagen, öffentliche Chanukka-Beleuchtungen auf dem Confederation Landing und ein jährliches „Jewish Food Festival“, das auch von der nicht-jüdischen Bevölkerung sehr geschätzt wird. Trotz der winzigen Größe ist das Judentum auf P.E.I. also keineswegs ausgestorben – es hat sich von einer alteingesessenen Händlergemeinde zu einer kleinen, aber lebendigen Chabad-Gemeinde gewandelt, die sich langsam wieder vergrößert.
Traditionelle Religion
Auf Prince Edward Island existieren zwei tief verwurzelte traditionelle Glaubenswelten, die weit älter sind als die moderne Konfessionen und die bis heute spürbar das kulturelle Leben der Insel prägen.
Die älteste, im eigentlichen Sinn indigene Religion ist die Spiritualität der Mi’kmaq, des einzigen First-Nations-Volkes der Insel. Die Mi’kmaq nennen ihr Land seit Jahrtausenden Epekwitk („in den Wellen liegend“) und sehen die gesamte Natur als beseelt. Zentral ist der Große Geist Kisu’lkw (auch Niskam genannt), die Sieben Heiligen Richtungen, der Kulturheros Glooscap sowie eine Fülle von Tier- und Naturgottheiten. Wichtige Praktiken sind das Räuchern mit Süßgras, Salbei und Zedernholz (Smudging), Schwitzhüttenzeremonien, Trommelkreise und früher auch der Sonnentanz. Heilige Orte wie die Sanddünen von Hog Island oder die Lennox Island gelten als besonders kraftvoll. Obwohl die meisten der etwa 3.000 Mi’kmaq auf P.E.I. heute römisch-katholisch getauft sind (die Missionierung begann bereits 1610), erlebt die traditionelle Spiritualität seit den 1990er Jahren eine starke Renaissance. Auf Lennox Island und in der Abegweit First Nation finden wieder regelmäßig Powwows, traditionelle Hochzeiten und Heilungszeremonien statt, und viele junge Mi’kmaq verbinden bewusst christliche und indigene Elemente.
Die zweite, ebenfalls sehr alte traditionelle Glaubensform ist die akadische Volksreligiosität, die zwar offiziell römisch-katholisch ist, aber zahlreiche vorchristliche, keltisch-bretonische Bräuche bewahrt hat. Besonders im französischsprachigen Westen der Insel (Region Évangéline, Tignish, Wellington, Abram-Village) leben diese Traditionen weiter: die große Verehrung der heiligen Anna (Ste-Anne), Schutzpatronin der Akadier, mit Prozessionen und Bootsegnungen; die berühmte Mi-Carême im März, bei der maskierte und verkleidete Gruppen von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten sowie Lieder „einfangen“ (ein uraltes Frühlingsritual); kleine Straßenkapellen und Calvaires, an denen noch heute Stoffstreifen oder Rosenkränze gebunden werden; der Glaube an lutins (Kobolde), das feu follet (Irrlicht) und Geisterboote sowie das jährliche Tintamarre (lärmendes Umzugsfest) am 15. August zum Nationalen Akadier-Tag. Diese Mischung aus tiefem katholischem Glauben und vorchristlichem Brauchtum wird von den Akadiern selbst als „unsere Tradition“ empfunden und ist in keiner anderen kanadischen Provinz so stark erhalten geblieben.
Beide Glaubenswelten – die animistisch-schamanische der Mi’kmaq und die synkretistisch-keltische der Akadier – sind zahlenmäßig kleine Minderheiten, prägen aber Feste, Lieder, Ortsnamen und das Identitätsgefühl der Insel weit über ihre Anhängerzahl hinaus. Wer im Sommer ein Powwow-Trommeln auf Lennox Island hört oder im März verkleidete Mi-Carême-Läufer durch ein akadisches Dorf toben sieht, erlebt die wirklich traditionellen Religionen von Prince Edward Island in ihrer lebendigsten Form.
Siedlungen
Es gibt zwei Ballungszentren: Das größere befindet sich um den natürlichen Hafen Charlottetown Harbour in der Mitte der Südküste und umfasst die Hauptstadt Charlottetown sowie die Vorstädte Cornwall und Stratford.
| Name | Status | Z 1981 | Z 1991 | Z 1996 | Z 2001 | S 2002 | Z 2006 | Z 2011 | Z 2016 | S 2017 | S 2020 | S 2022 | S 2024 |
| Alberton | Town | 1.020 | 31.541 | 1.084 | 1.115 | 1.103 | 1.081 | 1.135 | 1.145 | 1.143 | 1.250 | 1.394 | 1.440 |
| Borden - Carleton | Town | 485 | 1.056 | 829 | 805 | 805 | 797 | 763 | 756 | 755 | 767 | 855 | 893 |
| Charlottetown | City | 28.853 | 31.541 | 32.531 | 32.245 | 32.681 | 32.174 | 34.562 | 36.094 | 38.163 | 41.881 | 42.279 | 46.607 |
| Cornwall | Town | 3.683 | 4.053 | 4.291 | 4.412 | 4.510 | 4.677 | 5.162 | 5.348 | 5.828 | 6.155 | 7.183 | 7.744 |
| Georgetown | Town | 737 | 735 | 732 | 721 | 710 | 634 | 675 | 555 | 580 | 752 | ||
| Kensington | Town | 1.143 | 1.332 | 1.383 | 1.385 | 1.422 | 1.485 | 1.513 | 1.619 | 1.692 | 1.703 | 1.936 | 2.057 |
| Montague | Town | 1.984 | 1.789 | 2.036 | 2.025 | 2.022 | 2.107 | ||||||
| North Rustico | Town | 637 | 598 | 614 | 625 | 641 | 693 | 696 | 750 | ||||
| O’Leary | Town | 741 | 834 | 877 | 860 | 875 | 93 | 782 | 830 | 846 | 861 | 938 | 984 |
| Souris | Town | 1.413 | 1.333 | 1.293 | 1.248 | 1.240 | 1.232 | 1.173 | 1.053 | 1.025 | 992 | 1.199 | 1.264 |
| Stratford | Town | 3.629 | 5.427 | 5.869 | 6.314 | 6.558 | 7.083 | 8.574 | 9.706 | 10.326 | 11.410 | 12.090 | 13.040 |
| Summerside | City | 12.955 | 13.636 | 14.525 | 14.654 | 14.873 | 14.500 | 14.751 | 14.829 | 15.442 | 15.801 | 17.120 | 18.388 |
| Three Rivers | Town | 7.728 | 7.376 | 7.430 | 7.420 | 7.429 | 8.250 | 8.586 | 9.206 | ||||
| Tignish | Town | 982 | 893 | 839 | 831 | 833 | 800 | 803 | 800 | 709 | 770 | 795 | 835 |
Mit rund 40.000 Einwohnern im engeren Stadtgebiet und annähernd 80.000 in der gesamten Metropolregion ist Charlottetown die größte Stadt und gleichzeitig die Hauptstadt von Prince Edward Island. Sie liegt zentral an der Südküste und wird oft als „Geburtsort der Konföderation“ bezeichnet, weil hier 1864 die Konferenz stattfand, die zur Gründung Kanadas führte. Die Stadt lebt von Tourismus, Verwaltung, Bildung (University of Prince Edward Island) und hat ein charmantes historisches Zentrum mit viktorianischen Häusern, dem Hafen und der belebten Victoria Row.
Direkt westlich von Charlottetown gelegen, liegt Cornwall. Dieser Vorort wächst sehr schnell, weil viele in der Hauptstadt arbeitende Pendler hier wohnen. Es ist eher eine Vorstadt geworden, mit vielen neuen Wohngebieten, Einkaufszentren und dem großen Hyde Park. Cornwall fühlt sich weniger wie eine klassische Kleinstadt und mehr wie ein erweiterter Vorort von Charlottetown an.
Kensington liegt nordwestlich von Charlottetown. Die Vorstadt ist bekannt für seine Eisenbahn-Geschichte (ehemaliger Knotenpunkt der PEI Railway) und als freundliche, lebendige Kleinstadt mit vielen Geschäften und dem jährlichen „Kensington Harvest Festival“. Viele Touristen kommen auch wegen der Nähe zur Anne-of-Green-Gables-Region und der North Shore vorbei.
Summerside, die zweitgrößte Stadt, liegt an der Westküste der Insel. Summerside ist ein wichtiges Wirtschafts- und Handelszentrum im Prince County und hat den zweitgrößten Hafen der Provinz. Bekannt ist sie für das College of Piping (Dudelsack-Musik), das jährliche Lobster Festival und das sehr beliebte Harbourfront Theatre. Die Stadt wirkt etwas moderner und industrieller als Charlottetown, hat aber ebenfalls eine schöne Uferpromenade.
Mit etwas mehr als 7.000 Einwohnern inklusive Umland (Three Rivers) ist Montague die größte Gemeinde im östlichen Kings County und wird oft als „Tor zum Points East Coastal Drive“ bezeichnet. Die Stadt liegt am Montague River und hat ein hübsches kleines Zentrum, ein eigenes Krankenhaus und ist ein regionales Dienstleistungszentrum für die umliegenden ländlichen Gebiete.
Verkehr
Das Verkehrsnetz der Insel entwickelte sich von den Hafenorten Charlottetown, Summerside, Borden, Georgetown und Souris aus. P.E.I. verfügt über ein relativ dichtes Straßennetz. Am 1. Juni 1997 wurde die Confederation Bridge zwischen Borden-Carleton und Cape Jourimain eröffnet, welche die Fährverbindung von Marine Atlantic ersetzte. Über die 12,9 km lange, zweispurige Brücke führt der Trans-Canada Highway. Eine Maut wird nur bei einer Fahrt zum Festland erhoben, die Benutzung der Brücke in der Gegenrichtung ist gratis. Überlandbusse von Acadian Lines verkehren zwischen Charlottetown und Moncton. Wichtigster Flughafen ist Charlottetown Airport mit zahlreichen Inlandverbindungen.
Straßenverkehr
Im 19. Jahrhundert und bis weit in die 1920er Jahre hinein waren die meisten Straßen der Insel nichts weiter als rote Lehmpisten. Nach Regenfällen verwandelten sie sich in tiefe Schlammgruben – ein Zustand, der im lokalen Dialekt als „gumbo“ bekannt war und Pferdewagen manchmal tagelang festfahren ließ. Es war nicht ungewöhnlich, dass Bauern im Frühjahr oder Herbst ihre Felder mit dem Boot erreichen mussten, weil die Straßen unbefahrbar waren.
Der entscheidende Wandel begann in den 1910er Jahren. 1913 richtete die Provinzregierung ein eigenes Department of Public Works ein und startete ein erstes systematisches Straßenbauprogramm. Mit Kies und später mit Teer („oil roads“) wurden schrittweise die wichtigsten Verbindungswege befestigt. Während der Großen Depression und des Zweiten Weltkriegs beschleunigten staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme den Ausbau erheblich. Bis 1950 waren die meisten Hauptstraßen asphaltiert, die Nebenstraßen jedoch oft noch rot und staubig.
Der eigentliche Boom kam mit dem Massenautomobil und dem Tourismus in den 1950er und 1960er Jahren. 1950 waren etwa 6.000 Fahrzeuge registriert, 1980 bereits über 60.000. Gleichzeitig wurde der Tourismus zur wichtigsten Wirtschaftsbranche, und fast alle Besucher kamen mit dem eigenen Auto oder dem Bus. Dies zwang die Provinz zu massiven Investitionen: In den 1960er und 1970er Jahren wurden praktisch alle Hauptstraßen verbreitert, asphaltiert und mit modernen Brücken versehen. 1971 wurde das heutige Nummerierungssystem der „Trans-Canada Highway“-Route 1 und der Nebenrouten 2 bis 25 eingeführt.
Ein Meilenstein war die kontinuierliche Verbesserung der Verbindung zum Festland. Bis 1997 war PEI die einzige atlantische Provinz ohne feste Straßenanbindung. Stattdessen verkehrten moderne Autofähren zwischen Borden-Carleton und Cape Tormentine (New Brunswick). Ab 1968/69 verkehrten die Schiffe MV Confederation, MV Vacationland und später MV Holiday Island und MV Abegweit II rund um die Uhr, im Sommer oft alle 30 Minuten. Die Fährverbindung war jahrzehntelang das Nadelöhr: Bei Eisgang im Winter oder starkem Nebel kam es regelmäßig zu stunden- oder tagelangen Wartezeiten.
Die Confederation Bridge (französisch Pont de la Confédération) ist seit dem 31. Mai 1997 die einzige feste Straßenverbindung zwischen Prince Edward Island und dem kanadischen Festland. Mit 12,9 km Länge ist sie die längste Brücke der Welt, die über ganzjährig vereistes Wasser führt – ein technisches Meisterwerk, das die Insel nach 123 Jahren Fährabhängigkeit wetterunabhängig erreichbar machte. Die Brücke verbindet Borden-Carleton auf PEI mit Cape Jourimain in New Brunswick und ersetzte damit sofort den traditionsreichen Fährdienst zwischen Borden und Cape Tormentine, der noch am Eröffnungstag eingestellt wurde. Die Fahrzeit vom Festland nach Charlottetown sank von früher mindestens 45 Minuten plus oft stundenlanger Wartezeit auf genau 10–12 Minuten reine Überquerungszeit.
Technische Eckdaten
- Länge: 12.910 Meter
- 65 Felder: 44 Hauptfelder à 250 Meter, 7 Anrampungsfelder auf PEI-Seite, 14 auf der New-Brunswick-Seite
- Höchste Stelle: 60 Meter über dem Meeresspiegel im Schifffahrtskanal
- Fahrbahn: zweispurig (je eine Richtung) plus schmale Pannenstreifen, Gesamtbreite 11 Meter
- 44 Hauptpfeiler aus Stahlbeton, jeder bis zu 185 Meter tief im Meeresboden verankert
- Baukosten: rund 1,3 Milliarden kanadische Dollar
- Bauzeit: Oktober 1993 bis Mai 1997
Die Northumberlandstraße ist eine der schwierigsten Wasserstraßen Nordamerikas: Starke Strömungen, bis zu 14 Meter Tidehub, Stürme und vor allem der harte Wintereisgang mit bis zu zwei Meter dicken Eisschollen machten jede feste Verbindung jahrzehntelang unmöglich. Die Brücke wurde deshalb bewusst leicht gebogen (S-Form), damit das Packeis sich an den konisch geformten Pfeilern hochschiebt und bricht, statt die Konstruktion zu zerstören. Jeder Pfeiler ist zusätzlich mit einem Eisbrecher-Kranz aus Stahl versehen.
Das Projekt wurde als Public-Private-Partnership realisiert. Das Konsortium Strait Crossing Bridge Limited (SCBL) baute und betreibt die Brücke 35 Jahre lang (bis 2032). Die Baukosten trägt nicht der Steuerzahler direkt: Die Bundesregierung zahlt seit 1997 jährlich exakt den Betrag, den sie vorher für den Fährdienst ausgab – etwa 42 Millionen Dollar pro Jahr. Im Gegenzug kassiert das Konsortium die Maut. Diese wird allerdings nur in einer Richtung erhoben: beim Verlassen der Insel (Stand 2025: 50,25 CAD für Pkw, 8,75 CAD pro Achse für Lkw). Die Rückfahrt ist kostenlos. Jährlich überqueren rund 1,2 bis 1,4 Millionen Fahrzeuge die Brücke (etwa 3.500 bis 4.000 pro Tag). Es gibt einen kostenlosen Shuttle-Service für Fußgänger und Radfahrer (einmal pro Richtung stündlich im Sommer).
Die Eröffnung 1997 veränderte Prince Edward Island grundlegend: Der Tourismus stieg explosionsartig, die Wirtschaft wurde ganzjähriger, und viele Inselbewohner pendeln heute täglich nach New Brunswick oder Nova Scotia zur Arbeit. Gleichzeitig verschwand das „Inselgefühl“ der stundenlangen Fährschlangen ein Stück weit. Die Brücke wurde schnell zum neuen Wahrzeichen – auf fast jedem PEI-Souvenir prangt sie neben der roten Erde und Anne of Green Gables.
Heute umfasst das Straßennetz der Insel etwa 5.600 Kilometer, davon rund 3.800 Kilometer asphaltiert. Die wichtigsten Achsen sind:
Route 1 (Trans-Canada Highway): von der Confederation Bridge über Charlottetown bis zur Wood Islands–Caribou-Fähre (Ersatzverbindung nach Nova Scotia)
Route 2: die klassische Nordküstenstraße von Charlottetown über Kensington nach Tignish
Route 16 / „Points East Coastal Drive“: die landschaftlich schönste Strecke entlang der Ostküste
Die ehemaligen Eisenbahntrassen wurden ab 1990 größtenteils zum Confederation Trail umgewandelt, einem 470 Kilometer langen, durchgehend asphaltierten Rad- und Wanderweg, der heute ebenfalls Teil des touristischen Verkehrsangebots ist.
Bahnverkehr
Die bis 1873 als eigenständige britische Kolonie bestehende Insel litt zu jener Zeit unter einer unzureichenden Landverkehrsinfrastruktur. Der Bau einer Eisenbahnlinie wurde in den 1870er Jahren als Lösung gesehen, um die Isolation zu überwinden und den Handel mit dem Festland zu erleichtern. Am 17. April 1871 verabschiedete die koloniale Versammlung das Gesetz zur Errichtung einer Schmalspurbahn (Spurweite 3 Fuß 6 Zoll, umgerechnet 1,07 m) von Alberton im Westen bis Georgetown im Osten, mit Stationen in Summerside und Charlottetown. Der Bau begann im selben Jahr, finanziert durch die Kolonie selbst, was jedoch zu massiven Schulden von über 3 Millionen Dollar führte. Diese finanzielle Belastung war ein entscheidender Faktor, der PEI zum Beitritt zur Kanadischen Konföderation am 1. Juli 1873 drängte: Das Dominion übernahm die Schulden und vollendete die Strecke bis 1875.
Die Prince Edward Island Railway (PEIR) erstreckte sich über etwa 270 Kilometer von Tignish im Westen bis Elmira im Osten, mit Abzweigen nach Borden-Carleton (dem Fährhafen), Charlottetown (der Hauptstadt), Montague, Georgetown und Souris. Der Bau schuf Tausende von Arbeitsplätzen und revolutionierte den Transport von Gütern wie Kartoffeln, Holz und Vieh sowie den Personenverkehr, der die soziale und kulturelle Vernetzung der Insel förderte. Bis 1880 war die Linie vollständig in Betrieb, und sie wurde zu einem zentralen Element des Alltagslebens. Die Strecke war jedoch aufgrund der schmalen Spurweite isoliert vom kanadischen Standardnetz (4 Fuß 8,5 Zoll), was den Güteraustausch komplizierte. Um dies zu lösen, entstand 1874 die New Brunswick and Prince Edward Island Railway, eine 83 Kilometer lange Verbindung von Cape Tormentine (New Brunswick) nach Sackville, die 1881 eröffnet wurde und den Zugang zum Festland ermöglichte. Diese Linie fiel 1914 unter die Kontrolle der kanadischen Regierung und wurde später von der Intercolonial Railway, dann von Canadian National (CN) betrieben.
Ein Meilenstein war die Einführung des Schienenfährverkehrs über die Northumberlandstraße. 1915 bestellte die Bundesregierung das Dampfschiff SS Prince Edward Island, ein Eisbrecher mit Platz für 12 Eisenbahnwagen, das 1917 in Dienst gestellt wurde. Die Terminals in Borden-Carleton und Cape Tormentine wurden speziell angepasst, inklusive einer dritten Schiene für den Wechsel zwischen Schmal- und Normalspur. Die Fähre ermöglichte nahtlosen Transport von Zügen, Passagieren und Fahrzeugen; in ihrem ersten Jahr absolvierte sie allein 506 Überfahrten. In den 1920er Jahren wurden Automobile auf Flachwagen transportiert, bis 1931 die SS Charlottetown als dedizierte Autofähre übernahm. Der Zweite Weltkrieg brachte temporäre Erweiterungen, wie eine Stichbahn zur kanadischen Streitkräftebasis in Summerside und zu Radarstationen in Tignish und Mount Pleasant.
Technisch modernisierte sich die PEIR rasch: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie bis Ende der 1940er Jahre vollständig auf Diesellokomotiven umgestellt – eine der ersten Regionalprojekte dieser Art in Kanada –, um Kohletransportkosten zu sparen. Lokomotiven wie die RSC-13 und RS-18M von CN waren auf die leichten Schienen ausgelegt. Der Personenverkehr blühte in den 1950er Jahren auf, doch mit dem Aufkommen des Automobils und besserer Straßen schwand die Nachfrage. 1969 stellte CN den Passagierbetrieb ein, und der Fokus lag auf Gütern wie Kartoffeln (oft in leeren Kühlliegewagen transportiert). Die Fähre SS Prince Edward Island diente bis 1969 weiter, bevor sie durch modernere Schiffe wie die MV Abegweit (1943) und MV John Hamilton Gray ersetzt wurde.
Ab den 1980er Jahren geriet der Betrieb in die Krise: Der Güterverkehr im Atlantikraum brach ein, und die Deregulierung 1987 beschleunigte den Niedergang. CN kündigte den Verzicht an, und am 31. Dezember 1989 wurde die PEIR offiziell stillgelegt. Die Schienen wurden zwischen 1990 und 1992 abgebaut; im Gegenzug erhielt die Provinz 200 Millionen Dollar zur Straßenausbau. Die letzte Fahrt fand am 28. Dezember 1989 statt, als die Lokomotiven 1750 und 1786 per Fähre abtransportiert wurden. Eine Lokomotive, die Nr. 1762, wurde in Kensington als Denkmal erhalten und steht heute neben dem ehemaligen Bahnhof, der zu einem Heritage-Zentrum wurde. Die Station in Elmira dient als Eisenbahnmuseum.
Heute existiert kein aktiver Bahnverkehr mehr auf PEI. Die meisten Strecken (zirka 75 Prozent) wurden in den Confederation Trail umgewandelt, ein 355 Kilometer langes Netz für Radfahrer, Wanderer und Schneeschuhtouren, das die Landschaft der Insel durchquert. Der Schienenfährverkehr endete 1997 mit der Eröffnung der Confederation Bridge, einer 12,9 Kilometer langen Mautbrücke von Borden-Carleton nach Cape Tormentine, die den gesamten Verkehr (Zug, Auto, Fußgänger) übernimmt. Die Brücke symbolisiert den endgültigen Übergang von der Eisenbahn zur Straßenmobilität.
Schiffsverkehr
Bereits die Mi’kmaq durchquerten die Northumberlandstraße mit Kanus. Nach der britischen Eroberung 1763 wurde Charlottetown schnell zum Handelszentrum. Ab etwa 1830 erlebte PEI eine der dichtesten Schiffbau-Konzentrationen der Welt: Über 400 kleine und große Werften säumten die Küsten. Aus einheimischem Birken-, Ahorn- und Eichenholz entstanden Dreimast-Schoner und Briggs, die Holz, Kartoffeln und Hafer nach Großbritannien, in die Karibik und an die US-Ostküste brachten. In den Spitzenjahren liefen jährlich bis zu 100 Schiffe vom Stapel. 1875 besaß Prince Edward Island pro Kopf mehr Schiffe als jede andere Region des Britischen Empires. Mit dem Übergang zu Dampf und Stahl endete diese Ära abrupt; die letzte Werft schloss 1918.
Regelmäßige Dampferlinien verbanden Charlottetown mit Pictou (Nova Scotia), Shediac und Pointe-du-Chêne (New Brunswick). Der Beitritt zur Konföderation 1873 brachte die Verpflichtung Kanadas, eine „effiziente Dampfschiffverbindung“ ganzjährig zu garantieren – eine Verfassungspflicht, die bis 1997 galt.
1917 stellte die eisbrechende SS Prince Edward Island den ersten ganzjährigen Eisenbahnfährdienst zwischen Borden-Carleton und Cape Tormentine her. Spätere Schiffe wie die MV Abegweit (1947, „Mächtig“ auf Mi’kmaq) und die SS Charlottetown transportierten komplette Züge, Autos und Passagiere durch meterdickes Packeis. Im Winter kämpften sie sich mit bis zu 12 Knoten durch das Eis, oft unter ohrenbetäubendem Krachen. Diese Fähren waren lebenswichtig: Sie brachten Kohle, Öl, Lebensmittel und Post – und waren im Winter manchmal tagelang die einzige Verbindung zur Außenwelt.
Ab den 1960er Jahren lösten reine RoRo-Autofähren die Eisenbahnfähren ab. Die Flotte bestand aus MV Confederation und MV Vacationland (1968 bis 1997) und MV Holiday Island und MV John Hamilton Gray (1971 bis 1997). Im Sommer verkehrten bis zu 22 Fahrten täglich, im Winter mindestens 6–9. Die Überfahrt dauerte 45 Minuten, die Wartezeit bei Nebel, Sturm oder Eisgang jedoch oft Stunden oder Tage. „Fährwetter“ und „Fährschlange“ wurden zu festen Begriffen im Inselwortschatz. Kinder kamen in den Warteschlangen zur Welt, Hochzeiten wurden nach den Abfahrtszeiten geplant. Parallel zur Westroute betreibt Northumberland Ferries Ltd. seit 1939 die saisonale Strecke nach Nova Scotia. Seit 1971 fahren hier moderne Schiffe:
MV Confederation (2016, 200 m lang, 1.200 Passagiere, 220 Autos)
MV Madeleine II (seit 2024)
MV Saaremaa I (seit 2022, Ersatz nach dem Brand der Holiday Island)
Diese Route ist besonders bei Touristen beliebt, weil sie direkt in den Cabot Trail und nach Cape Breton führt. Sie läuft von Mai bis Dezember, 6–9-mal täglich.
Am 31. Mai 1997 wurde die Confederation Bridge eröffnet. Noch am selben Abend legte die letzte Fähre von Cape Tormentine ab – vor Tausenden Zuschauern, mit wehenden Fahnen und Tränen in den Augen. Die Borden–Cape-Tormentine-Linie wurde über Nacht geschlossen, die Schiffe verkauft oder verschrottet. Die kanadische Verfassungspflicht auf „effizienten Dampfschiffverkehr“ wurde durch die feste Brückenverbindung als erfüllt erklärt.
Seit 1997 gibt es nur noch eine nennenswerte Fährverbindung: Wood Islands – Caribou (Nova Scotia), saisonal von Mai bis Mitte Dezember. Kreuzfahrtschiffe legen in Charlottetown an (ca. 80–100 pro Jahr), und kleine Fähren verbinden abgelegene Inseln wie die Magdalen Islands (Québec) oder die Lennox Island First Nation. Frachtschiffe löschen in Charlottetown und Summerside. Der große maritime Personenverkehr gehört jedoch der Vergangenheit an. Die Fähre, die einst das Symbol der Isolation und gleichzeitig der Verbundenheit war, lebt heute nur noch in Museen, Liedern (zum Beispiel „The PEI Ferry Song“) und in den Erzählungen älterer Inselbewohner weiter – als Erinnerung an die Zeit, als man „auf die Fähre warten“ musste, bevor man nach Hause kam.
Flugverkehr
Der Charlottetown Airport liegt 5,5 km nördlich der Provinzhauptstadt Charlottetown. Der Flughafen ist im Besitz des kanadischen Verkehrsministeriums (Transport Canada) und wird von der Charlottetown Airport Authority betrieben. Angeflogen wird der Flughafen von den Gesellschaften Air Canada Jazz, Air Georgian, Northwest Airlines, Prince Edward Air, Sunwing Airlines und Westjet Airlines.Diese bieten Verbindungen nach Halifax, Montreal, Detroit, Ottawa und Boston an. Daneben dient der Flughafen der allgemeinen Zivilluftfahrt.
Das erste Flugzeug landete 1912 in Charlottetown, auf dem Messegelände im Osten der Stadt. Der erste Flugplatz (Upton Field) wurde 1932 nordwestlich der Stadt eröffnet. Bereits im Oktober 1938 erfolgte die Schließung, da die beiden Start- und Landebahnen zu kurz waren. Heute ist das Gelände mit einer Wohnsiedlung überbaut. Im Juni 1938 ersuchte die Stadtverwaltung das Verkehrsministerium um Mithilfe bei der Planung eines neuen Flughafens. Als neuer Standort wurde der Vorort Sherwood Station gewählt und die Stadt kaufte das Gelände für $30.000. Die Provinzregierung beteiligte sich mit 50 % an den Baukosten und erhielt im Gegenzug die Hälfte der Profite zugesichert, während die Stadt den Betrieb durchführen sollte.
Im Dezember 1939 stellte die Stadt den Flughafen der Bundesregierung für militärische Zwecke zur Verfügung. Die Royal Canadian Air Force erweiterte den Flughafen und verlängerte die Start- und Landebahnen, um während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen des Commonwealth Air Training Plan Piloten und Bodenpersonal ausbilden zu können. Die britische Royal Air Force nutzte den Flughafen zwischen Juni 1941 und Februar 1944. Am 1. Februar 1946 wurde die RCAF Station Charlottetown wieder dem Verkehrsministerium übergben, woraufhin der zivile Luftverkehr wieder aufgenommen werden konnte. In den folgenden Jahrzehnten erfolgten mehrere Ausbauten. Am 28. Februar 1999 übergab das Verkehrsministerium den Betrieb an die Gesellschaft Charlottetown Airport Authority. Im Jahr 2006 wurden 225.400 Passagiere gezählt, was gegenüber 2002 einer Zunahme von 40 % entspricht.
| Airlines | Ziele |
| Air Canada Express bzw. Jazz | Halifax, Montreal–Trudeau, Ottawa, saisonal: Toronto–Pearson |
| Air Canada Express bzw. Air Georgian | Halifax |
| Air Canada Rouge | saisonal: Montreal–Trudeau, Toronto–Pearson |
| Sunwing Airlines | saisonal: Puerto Plata, Toronto–Pearson, Varadero |
| WestJet | Toronto–Pearson |
Charlottetown Airport
Code: YYG / CYYG
Lage: 46°17‘ N, 63°07‘ W
Seehöhe: 49 m
Entfernung: 5,5 km nördlich von Charlottetown
Inbetriebnahme: Dezember 1939
Betreiber: Charlottetown Airport Authority
Beschäf tigte: 3.087 (2023)
Terminal: 1
Rollbahnen: 2
Länge der Rollbahnen: 2134 m und 1524 m (beide Asfalt)
Fluggesellschaften: 5
Flugzeug-Standplätze: ca. 30
jährliche Passagierkapazität: 250.000
jährliche Frachtkapazität: 1.500 t
Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere Fracht in t
1996 24 472 183 196 1 336
1997 22 024 181 944 .
1998 19 400 178 665 1 054
1999 19 387 186 000 1 038
2000 14 925 165 000 298
2001 13 231 176 800 298
2002 11 600 158 746 288
2015 13 343 316 628
2016 15 737 354 234
2017 17 213 370 688
2018 370 730
2019 383 183
2020 71 480
2021 111 160
2022 341 649
2023 402 686
2024 410 773
Wirtschaft
Die Wirtschaft der Provinz wird dominiert durch Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei. Industriebetriebe gibt es nur wenige und Prince Edward Insel verfügt über keine bedeutenden Ressourcen an mineralischen Rohstoffen. Vor der Ostküste werden jedoch umfangreiche Erdgasvorkommen vermutet
Landwirtschaft
Kein anderes Produkt ist so sehr mit PEI verbunden wie die Kartoffel. Die Provinz erzeugt rund ein Viertel aller kanadischen Kartoffeln (ca. 1,3–1,5 Millionen Tonnen jährlich) und ist einer der größten Exporteure von Speise-, Verarbeitungs- und Saatgutkartoffeln weltweit. Der eisenhaltige, gut drainierte Boden und das kühle, feuchte Klima schaffen ideale Bedingungen und halten viele Kartoffelkrankheiten fern. Weltbekannte Marken wie Cavendish Farms (Pommes frites) und Saatgutbetriebe haben hier ihren Sitz.
Neben Kartoffeln spielen Milchwirtschaft und Rindfleisch eine wichtige Rolle: Etwa 160 Milchviehbetriebe und 250 Fleischrinderfarmen beliefern die lokale Molkerei ADL. Dazu kommen Beeren (vor allem Erdbeeren und Blaubeeren), Gemüse (Karotten, Zwiebeln) und zunehmend Bio-Produkte – etwa 13 % der Betriebe sind biologisch zertifiziert, einer der höchsten Anteile in Kanada. Der typische PEI-Hof ist ein Familienbetrieb mit 120 bis 160 Hektar und setzt auf intensive Fruchtfolge (meist Kartoffel – Getreide/Soja – Klee). Insgesamt erwirtschaftet die Landwirtschaft jährlich über 500 Millionen CAD und beschäftigt direkt und indirekt etwa ein Fünftel der Inselbevölkerung.
Holdings (Höfe):
1986 2 833
1991 2 361
1996 2 217
Fischerei
Die 1.100 Kilometer lange Küste macht die Fischerei seit jeher zur zweiten tragenden Säule. Der Hummerfang ist das prestigeträchtigste und lukrativste Geschäft: PEI liefert rund 40 % des gesamten kanadischen Hummers (15.000 bis 18.000 Tonnen pro Jahr, Wert über 300 Millionen CAD). Die kurze, aber intensive Fangzeit vom 1. Mai bis 30. Juni („Setting Day“) ist ein Inselereignis ersten Ranges – Tausende Boote laufen gleichzeitig aus.
Seit den 1980er Jahren ist Prince Edward Island Weltmarktführer bei Zuchtmuscheln (blue mussels). Über 80 % der kanadischen Produktion (rund 20.000 Tonnen) wachsen in den geschützten Buchten, vor allem in der Malpeque Bay. Die berühmte Malpeque-Auster genießt Weltruf, und auch Kammmuscheln, Krabben und Makrelen werden gefangen oder gezüchtet. Rund 1.300 lizenzierte Fischer und etwa 4.500 Beschäftigte in der Verarbeitung leben von dieser Branche, die streng durch Fangquoten und Schonzeiten reguliert wird.
Anlandungen in t insgesamt
1990 71,1
1991 59,7
1992 52,2
1993 43,6
1994 47,7
1995 45,6
1996 51,8
1997 56,9
1998 58,9
1999 60,3
2000 69,1
Bergbau
Im krassen Gegensatz zu fast allen anderen kanadischen Provinzen gibt es auf PEI keinen nennenswerten Bergbau. Es fehlen metallische Erze, Kohle oder Öl vollständig. Bis in die 1950er Jahre wurde etwas Torf für Heizzwecke und als Bodenverbesserer gestochen, doch auch das ist längst Geschichte. Heute existieren nur noch kleine Sand- und Kiesgruben für den lokalen Straßenbau. Diese Abwesenheit von Schwerindustrie und Bergbau wird bewusst gepflegt – sie ermöglicht das Image der sauberen, grünen „Garteninsel“ und ist ein wichtiger Standortvorteil für Landwirtschaft und Tourismus.
Handwerk
Das Handwerk auf Prince Edward Island ist ein lebendiger Ausdruck der Inselkultur, inspiriert von der natürlichen Schönheit, der Mi’kmaq-Tradition und der Einwanderergeschichte. Als „Insel der Maker“ bekannt, beherbergt PEI Hunderte von Kunsthandwerkern, die Töpferei, Glasarbeiten, Schmuck, Textilien (zum Beispiel Quilten und Stricken), Holzschnitzereien, Seifen und sogar kulinarische Produkte wie handgemachte Schokolade oder Konserven herstellen. Viele Produkte greifen Themen wie die rote Erde, das Meer oder Anne of Green Gables auf und werden weltweit exportiert.
Der PEI Crafts Council, gegründet 1965 und seit 1975 als Non-Profit-Organisation tätig, ist das Herzstück der Szene. Seine Mission ist es, qualitativ hochwertiges Handwerk zu fördern und Akzeptanz zu schaffen, indem es Programme und Dienste für Kreative anbietet. Mitglieder profitieren von Förderungen wie dem Professional Development Fund, der Workshops, Kurse, Konferenzen und Ausstellungen finanziert (jährliche Zuteilung durch eine Jury). Der Joan Auld Scholarship Fund (seit 2000) unterstützt aufstrebende Handwerker finanziell. Der Council baut eine Community auf und hilft bei der Vermarktung, etwa durch den Retail Gallery in Charlottetown, der feinste Beispiele insularer Kunst zeigt – von Töpferei über Schmuck bis zu Textilien.
Beliebte Orte für Handwerk sind Galerien und Shops wie die Artisans Waterfront Gallery in Montague (Kooperative mit juried Künstlern: Filz, Fused Glass undsoweiter), das PEI Fox Den in North Bedeque (über 60 Artisans: Töpferei, Kleidung, Kerzen, Seifen, Kunst) oder die PEI Crafts Council Retail Gallery. Events wie Craft Fairs (unter anderem über Facebook-Gruppen organisiert) und der Arts and Heritage Trail verbinden Touristen mit Studios. Indigene Handwerker, wie die Mi’kmaq, tragen mit traditionellen Techniken (zum Beispiel Korbflechten, Perlenarbeiten) zur Vielfalt bei.
Industrie
Die Industrie der Inselprovinzm ist geprägt von einer Mischung aus traditionellen und aufstrebenden Sektoren, die auf den Stärken der Insel aufbauen: Fruchtbare Böden, reiche Gewässer und ein innovatives Umfeld. Die Fertigung (Manufacturing) hat in den letzten 12 Jahren kontinuierlich gewachsen, mit einem Zuwachs von 6,6 % im Jahr 2021 allein. Der Sektor umfasst hauptsächlich die Verarbeitung von Lebensmitteln, die mit der Landwirtschaft und Fischerei verknüpft ist. Unternehmen wie Cavendish Farms (Kartoffelverarbeitung zu Pommes und anderen Produkten) oder die Meeresfrüchte-Verarbeiter in der Seafood-Branche produzieren hochwertige, exportorientierte Waren. PEI ist weltweit führend bei der Produktion von Zuchtmuscheln und Austern, und die Verarbeitung zu Konserven oder Frischprodukten generiert über 300 Millionen CAD jährlich.
Neben der Lebensmittelindustrie hat sich die fortgeschrittene Fertigung (Advanced Manufacturing) etabliert. Hierzu gehören Produktionen von Verpackungsmaterialien, spezialisierten Anhängern (zum Beispiel Live-Bottom-Trailer für den Transport von Schüttgut) und Holzprodukten. Die Nähe zur University of Prince Edward Island und Forschungseinrichtungen fördert Innovationen, etwa in der Automatisierung und nachhaltigen Produktion. Der Bioscience-Sektor ist ein Wachstumsmotor: Seit 2005 hat er sich mehr als verdreifacht und konzentriert sich auf die Entwicklung bioaktiver Produkte für Human-, Tier- und Fischgesundheit. Firmen wie BioVectra (Pharmazeutika und Biotechnologie) sind internationale Player und profitieren von PEI's Ruf als „saubere“ Provinz ohne schwere Verschmutzung.
Der Aerospace-Bereich macht PEI zu einem Kompetenzzentrum für Wartung, Reparatur und Überholung (MRO) von Flugzeugen, einschließlich Autostruktur-Reparaturen und Pilotenausbildung. Der Charlottetown Airport dient als Hub, und Unternehmen wie Vector Aerospace (heute StandardAero) bieten weltweite Dienstleistungen. Aufstrebende Sektoren umfassen Renewable Energy & Cleantech: PEI ist Nordamerikas Führer in Windenergie mit Windparks, die über 200 MW erzeugen, und positioniert sich für Wasserstoff- und Solartechnologien. OceanTech & Marine wächst seit weniger als fünf Jahren rasant und umfasst Schiffbau, Offshore-Energie und Marine-Technologien. Der ICT-Sektor (Information & Communications Technology) deckt e-Health, Cybersecurity und Gaming ab, mit Firmen wie iWave (Spendenmanagement-Software).
Insgesamt erwirtschaftet die Industrie etwa 15 bis 20 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), mit einem Fokus auf Exporte (über 1 Milliarde CAD jährlich, hauptsächlich Lebensmittel und Biotech). Vorteile für Unternehmen sind niedrige Steuern, Förderprogramme wie Tax Rebates für Marine-Technologien und eine qualifizierte Arbeitskraft durch Institutionen wie Holland College.
Wasserwirtschaft
PEI besitzt kein einziges Oberflächenreservoir für Trinkwasser. Die gesamte Versorgung von Haushalten, Industrie und Landwirtschaft (einschließlich der kartoffelintensiven Bewässerung) kommt aus einem einzigen Sandstein-Aquifer unter der Insel. Dieses Grundwasser wird ausschließlich durch Niederschläge gespeist – etwa 1.100 mm pro Jahr, von denen nur ein Bruchteil versickert.
In den 1980er und 1990er Jahren führten intensive Düngung und Kartoffelmonokulturen zu steigenden Nitratwerten in Brunnen; in manchen Gemeinden lagen sie zeitweise über dem Grenzwert. 2002 trat das strengste Grundwasserschutzgesetz des Landes in Kraft. 15-Meter-Pufferzonen an allen Wasserläufen, 30 bis 60 Meter an Hauptflüssen, wurden eingeführt, ebenso verpflichtende Nährstoffmanagementpläne für jeden landwirtschaftlichen Betrieb. Winterdüngung und strikte Erosionsschutzvorgaben wurden verboten. Und 2019 wurde nach massiven Bürgerprotesten ein Moratorium für neue Tiefbrunnen (> 35 m) verhängt – bis heute das einzige in Kanada.
Seitdem sind die Nitratwerte wieder rückläufig. Die Provinz betreibt ein dichtes Grundwassermonitoring mit über 1.000 Messstellen und veröffentlicht die Daten transparent. Trinkwasserqualität ist auf PEI heute wieder eine der besten in Atlantik-Kanada.
Energiewirtschaft
Bis in die 1990er Jahre war PEI zu 100 % von importiertem Heizöl und Diesel abhängig – alles musste per Tanker oder Lkw über die Fähre kommen. Strom wurde in zwei kleinen Ölkraftwerken erzeugt. Die Ölkrisen 1973 und 1979 trafen die Insel besonders hart. Der Wendepunkt kam 2002 mit dem Bau der ersten Windparks. Heute erzeugt PEI über 95 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen:
Windenergie: rund 200 MW installiert (zum Beispiel Eastern Kings, Hermanville, West Cape) – genug, um im Jahresdurchschnitt 35 bis 40 % des Bedarfs der gesamten Provinz zu decken.
Zwei Seekabel nach New Brunswick sichern die Versorgung bei Windflaute und ermöglichen Export von Überschussstrom.
Seit 2015 ist PEI offiziell „Net-Zero-Import“ von Strom – mehr wird erzeugt als verbraucht.
Auch im Wärmebereich hat sich viel getan:.Über 30 % der Haushalte heizen mit Holzpellets oder Wärmepumpen, Elektroautos werden stark gefördert (größter Anteil pro Kopf in Kanada nach Québec), und die Provinz testet seit 2023 grünen Wasserstoff aus Windüberschuss.
Abfallwirtschaft
Bis 2010 wurde fast der gesamte Müll der Insel auf einer einzigen Deponie in East Prince entsorgt – mit ständiger Erweiterung. 2011 startete die Provinz eine radikale Kehrtwende. Island Waste Management Corporation (IWMC) führte ein flächendeckendes 3-Stream-System ein: Organics (Kompost), Recyclables, Restmüll. 2013 wurden organische Abfällen auf Deponien verboten. 2020 lag die Recycling- und Kompostierungsquote bei 68 % – eine der höchsten in Nordamerika. Die einzige verbliebene Deponie dient nur noch als Puffer; der Restmüll wird seit 2022 zu 100 % nach Québec exportiert und dort in Waste-to-Energy-Anlagen verbrannt.
Über 25 „Waste Watch Drop-off Centers“ nehmen Sondermüll, Elektronik, Farben und Reifen mittlerweile kostenlos an. Zudem gibt es ein Pfandsystem für Getränkedosen und -flaschen mit 90 % Rücklaufquote. Ein besonderes Erfolgsprojekt ist schlussendlich die Kompostierung. Jede Woche werden 400–500 Tonnen Bioabfall zu hochwertigem Kompost verarbeitet und kostenlos an Landwirte abgegeben – ein geschlossener Kreislauf, der gleichzeitig Düngerkosten senkt und die Böden verbessert.
Handel
Der Alltag wird von den üblichen kanadischen Ketten abgedeckt: In Charlottetown und Summerside finden sich Walmart, Costco (seit 2022), Canadian Tire, Sobeys, Atlantic Superstore, Home Depot und Kent Building Supplies. Sie sorgen dafür, dass auch auf der kleinsten Provinz alles erhältlich ist, was man anderswo in Kanada bekommt.
Auf lokaler Ebene betreibt Atlantic Co-op Dutzende kleiner Lebensmittel- und Tankstellen-Shops auf dem Land, ADL (Amalgamated Dairies Limited) verkauft Milchprodukte direkt ab Werk, und in fast jedem Dorf gibt es eine Bäckerei, eine Metzgerei oder einen Hofladen. Farmers’ Markets (der große in Charlottetown samstags, kleinere in Summerside, Queens County, Kensington und vielen anderen Orten) sind nicht nur Einkaufs-, sondern echte Sozialereignisse.
Die dritte und im Sommer dominierende Schicht ist der touristische Handel. Orte wie Cavendish, Victoria-by-the-Sea, New Glasgow oder die Points East Coastal Drive verwandeln sich von Mai bis Oktober in eine einzige bunte Einkaufsstraße. Hier herrschen handgemachte Souvenirs: Anne-of-Green-Gables-Puppen, rote Sandflaschen, Muschel-Windspiele, Quilts, Marmeladen aus lokalen Beeren, Kartoffel-Wodka und Hummer-Merchandise in allen Varianten. Hunderte Craft-Shops, Galerien und „Farmgate“-Verkaufsstände leben ausschließlich von diesen Monaten; viele öffnen nur saisonal. Der Umsatz in den Küstenorten vervierfacht sich im Juli und August regelrecht.
Finanzwesen
Während in ganz Kanada die fünf Großbanken (RBC, TD, Scotiabank, BMO, CIBC) das Bild bestimmen, ist PEI ein Credit-Union-Land. Zwei genossenschaftliche Institute dominieren den Markt: Provincial Credit Union (Charlottetown) und Consolidated Credit Union (Morell und Umgebung).
Zusammen halten sie über 70 % aller Privatkonten, Hypotheken und Geschäftskredite. Selbst in winzigen Dörfern mit ein paar hundert Einwohnern gibt es noch eine Filiale oder zumindest einen Geldautomaten mit dem vertrauten Credit-Union-Logo. Die Gewinne bleiben auf der Insel und werden jährlich als Patronagedividende an die Mitglieder ausgeschüttet – ein System, das aus den Zeiten stammt, als man sich gegenseitig helfen musste, weil das nächste Festland per Fähre Stunden entfernt war.
Die großen Banken sind zwar vertreten, spielen aber vor allem bei Firmenkunden und Neuzuzüglern eine Rolle. Viele ältere Inselbewohner haben ihr Leben lang nur „to the Credit Union“ gesagt, wenn sie Geld holen oder einzahlen wollten. Seit einigen Jahren gewinnen digitale Angebote wie Tangerine und einige lokale Fintech-Startups langsam an Boden, vor allem bei jüngeren Leuten und Rückkehrern.
Soziales und Gesundheit
Das Department of Social Development and Housing ist für alles zuständig: Sozialhilfe, Behindertenhilfe, Kinderschutz, Seniorenbetreuung und bezahlbaren Wohnraum. Die Sätze sind leicht über dem kanadischen Durchschnitt, weil Miete und Heizkosten auf der Insel höher sind. Besonders stolz ist man auf das Disability Support Program: Menschen mit Behinderung erhalten ein individuelles Budget, mit dem sie selbst entscheiden, welche Hilfen sie einkaufen – ein in Kanada einzigartiges Modell der Selbstbestimmung.
Für Familien gilt: Kita-Plätze kosten seit 2023 nur noch 10 Dollar pro Tag, Early Years Centres bieten kostenlose Förderung schon ab zwei Jahren, die Kinderarmutsquote liegt bei etwa 12 % – eine der niedrigsten in Kanada.
Senioren machen über 22 % der Bevölkerung aus (höchster Anteil in Atlantik-Kanada). Es gibt ein dichtes Netz aus Seniorenheimen, Tagespflege und „Home Support“-Programmen, damit möglichst viele so lange wie möglich zu Hause bleiben können. Der öffentliche Nahverkehr (T3 Transit) ist für über 65-Jährige kostenlos.
Gesundheitswesen
Seit 2010 ist alles in der einzigen Provinzbehörde Health PEI zusammengefasst. Es gibt genau sieben öffentliche Krankenhäuser und keine einzige private Klinik. Das Queen Elizabeth Hospital (QEH) in Charlottetown ist das einzige richtige Akutkrankenhaus der Insel: Intensivstation, Herz- und Krebszentrum, große Operationen und die einzige Geburtenstation mit Neonatologie. Das Prince County Hospital in Summerside ist das zweitgrößte Haus mit 24-Stunden-Notaufnahme. Fünf kleine Community Hospitals (Alberton, O’Leary, Montague, Souris, Kings County in Georgetown) kümmern sich um Grundversorgung, kleinere Eingriffe und Palliativpflege.
Hausärzte sind knapp, aber nicht so dramatisch wie in anderen Provinzen: Etwa 20 bis 25 % der Bevölkerung haben aktuell keinen festen Arzt (Stand 2025). Dafür wurde 2021 das landesweit erste Phone-First-System eingeführt: Man ruft die kostenlose Nummer 811 an und bekommt innerhalb von 48 Stunden einen Termin in einer der zahlreichen Medical Homes – interdisziplinäre Praxen mit Ärzten, Pflegekräften, Apothekern und Sozialarbeitern. Telemedizin und Video-Sprechstunden gehören seit der Coronazeit zum Alltag.
Krankheiten
Unter den meldepflichtigen Infektionen gehören sexuell übertragbare Krankheiten zu den häufigsten. Besonders Chlamydien treten vergleichsweise oft auf, während Gonorrhoe in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Auch Hepatitis C bleibt ein relevantes Thema, obwohl die Raten seit Einführung eines eigenen Behandlungsprogramms zurückgehen. HIV-Neuinfektionen kommen in der Provinz nur selten vor, treten jedoch weiterhin jährlich vereinzelt auf. Ebenfalls beobachtet wird infektiöse Syphilis, die – obwohl relativ selten – in den letzten Jahren verstärkt gemeldet wurde.
Neben diesen Erkrankungen überwacht man auf Prince Edward Island regelmäßig Atemwegsinfektionen wie COVID-19, Influenza und RSV. Diese saisonalen Viren bestimmen vor allem im Herbst und Winter das Infektionsgeschehen und führen zu gezielten Gesundheitsmaßnahmen, insbesondere für gefährdete Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen.
Eine besondere Herausforderung stellt die hohe Prävalenz chronischer Krankheiten dar. Schätzungen zufolge lebt mehr als ein Drittel der Bevölkerung von PEI mit mindestens einer chronischen Erkrankung, darunter Diabetes, Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder COPD. Bei Menschen über 65 Jahren ist dieser Anteil noch deutlich höher, was auch mit der demografischen Struktur der Provinz zusammenhängt: PEI hat im gesamtkanadischen Vergleich einen überdurchschnittlich hohen Anteil älterer Einwohner. Diese Altersstruktur beeinflusst sowohl die Versorgungslage als auch die häufigsten Todesursachen, die traditionell von Krebs und Herzkrankheiten dominiert werden.
Bildung
Das gesamte Schulsystem wird vom Department of Education and Lifelong Learning zentral gesteuert. Unterteilt ist es in drei Schulbereiche: Public Schools Branch (englischsprachig, zirka 19.500 Schüler), La Commission scolaire de langue française (französischsprachig, rund 1.000 Schüler) und Private und indigene Schulen (weniger hundet Schüler).
Insgesamt gibt es 56 öffentliche Schulen (Elementary, Intermediate, High Schools), dazu sechs französischsprachige Schulen von École François-Buote in Charlottetown bis École Évangéline im Westen. Französischunterricht ist für alle englischsprachigen Kinder ab Grade 4 verpflichtend; viele Schulen bieten Late French Immersion (ab Grade 6) oder Early Immersion (ab Kindergarten) an. Ergebnis: Ein großer Teil der Absolventen ist funktional zweisprachig.
Die Klassen sind klein (oft 15 bis 20 Schüler), die Schulen modern, und die Abbruchquote liegt bei unter 5 %. Seit 2020 gibt es kostenloses Schulessen an allen öffentlichen Schulen – ein Programm, das PEI als erste Provinz Kanadas eingeführt hat. Abschlussprüfungen werden zentral geschrieben, die Ergebnisse in Mathe, Englisch und Naturwissenschaften liegen regelmäßig über dem kanadischen Durchschnitt.
Höhere Bildung
Die University of Prince Edward Island, kurz UPEI, ist eine staatliche Universität der Provinz Prince Edward Island in Kanada. Sie entstand 1969 durch ein Gesetz des Provinzparlaments aus dem Zusammenschluss des Prince of Wales College und der St. Dunstan's University. Der Campus der Universität befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der St. Dunstan's University in Charlottetown. Die UPEI verfügt über vier Fakultäten: Arts, education, Science und Veterinary. Neben diesen Fakultäten betreibt die Universität außerdem eine School of Business (Wirtschaftswissenschaften) und eine School of Nursing (Krankenpflege).
Bibliotheken und Archive
Seit 1933 existiert ein zentral gesteuertes, steuerfinanziertes Netz, das unter dem Namen Prince Edward Island Public Library Service firmiert. Es umfasst genau 25 Bibliotheken und einen E-Book- und Audiobook-Service („Library Anywhere“), der flächendeckend funktioniert. Die Confederation Centre Public Library in Charlottetown ist die Hauptbibliothek und gleichzeitig eine der schönsten: ein moderner Bau direkt neben dem Confederation Centre of the Arts mit großer Kinderabteilung, Lernräumen und regelmäßigen Lesungen.
In fast jeder größeren Gemeinde gibt es eine eigene Filiale: Summerside (Inspiring Minds Library), Montague, Souris, O’Leary, Kensington, Alberton, Tignish undsoweiter. Selbst in winzigen Ortschaften wie Morell, Murray River oder Wellington steht ein kleines Bibliothekshäuschen oder ein „Library Express“-Punkt in der Gemeindehalle.
Alle Bibliotheken sind kostenlos, der Ausweis gilt inselweit, und das Angebot ist erstaunlich aktuell: Neue Romane, Filme, Zeitschriften, Sprachkurse und ein riesiger Bestand an E-Books und Hörbüchern. Im Sommer fahren zwei Bookmobiles (rollende Bibliotheken) durch die entlegensten Ecken und halten an Stränden, Campingplätzen und Dorffesten.
Das Public Archives and Records Office in Charlottetown (oft nur „PARO“ genannt) ist das offizielle Provinzarchiv und eines der besten Regionalarchive Kanadas. Es befindet sich seit 2021 in einem modernen, klimatisierten Neubau direkt neben dem Confederation Centre. Hier lagert praktisch alles, was jemals auf der Insel schriftlich festgehalten wurde: Geburts-, Heirats- und Sterberegister ab 1780 (fast lückenlos digitalisiert), Grundbücher und Landzuweisungen seit der ersten Vermessung 1764 bis 1767, Einwanderungslisten, Passagierlisten von Schiffen aus Schottland, Irland und England, alle Provinzzeitungen seit 1822 (über 300 Titel, fast komplett durchsuchbar), Regierungsakten, Gerichtsprotokolle, Wahlunterlagen, private Nachlässe von Politikern, Schriftstellern und „ganz normalen“ Familien sowie Tausende historische Fotos, Karten, Tagebücher und Briefe.
PARO ist kostenlos zugänglich, das Personal hilft geduldig und kompetent, und fast jeder zweite ausländische Tourist mit schottischem oder irischem Nachnamen landet früher oder später hier, um seine Vorfahren zu finden. Die Online-Datenbank „PEI Ancestors“ ist weltweit bekannt und wird täglich von Menschen aus Kanada, den USA, Australien und Großbritannien benutzt.
Weitere archivalische Einrichtungen sind:
Robertson Library – PEI Collection (UPEI): Eine riesige Präsenzsammlung mit gedruckten Büchern, Magazinen und Abschlussarbeiten zur Inselgeschichte – perfekt als Ergänzung zu PARO.
Mi’kmaq Confederacy of PEI & Lennox Island First Nation: Eigenes Archiv mit Verträgen, mündlicher Überlieferung und Dokumenten zur indigenen Geschichte seit dem 18. Jahrhundert.
Acadian Archives an der École Évangéline und in der Region Évangeline: Sammelpunkt für alles zur akadischen Kultur und Sprache.
Zahlreiche kleine lokale Archive in Museen und Gemeinden, zum Beispiel das Farmers’ Bank of Rustico Museum (älteste „Volksbank“ Kanadas), das Orwell Corner Historic Village oder das Elmira Railway Museum, die alle eigene kleine, aber wertvolle Sammlungen führen.
Kultur
Die Insel gilt als „Ursprung kanadas“, hat aber auch eine lebendige indianische Kultur zu bieten. Lucy Maud Montgomery schrieb über die romantische, grüne Insel im Meer. Sie hat Prince Edward Island zu weltweiter Berühmtheit durch Romane wie „Anne of Green Gables“ und „Anne of Avonlea“ verholfen.
Museen
Prince Edward Island besitzt über 60 Museen – keine andere Provinz Kanadas hat so viele Museen pro Einwohner und pro km². Die meisten sind klein, von Freiwilligen betrieben und nur im Sommer geöffnet, doch zusammen erzählen sie die komplette Geschichte der Insel.
Das Green Gables Heritage Place in Cavendish ist das meistbesuchte historische Haus Kanadas – das „echte“ Haus von Anne of Green Gables mit Haunted Wood und Lovers’ Lane. Direkt in Charlottetown steht das Confederation Centre of the Arts, ein nationales Kulturzentrum mit Art Gallery und dem längstlaufenden Musical der Welt („Anne of Green Gables – The Musical“ seit 1965).
Von großer Bedeutung sind aber die dörflichen Institutionen. Orwell Corner Historic Village lässt ein komplettes Pionierdorf von 1890 wieder auferstehen – mit Schmiede, Schule, Kirche und lebenden Darstellern. Die Farmers’ Bank of Rustico zeigt die älteste kanadische Volksbank (1864), das Acadian Museum in Miscouche erzählt mit einem riesigen Wandteppich die dramatische Geschichte der Akadier, und das Lennox Island Mi’kmaq Cultural Centre bewahrt das Wissen der Ureinwohner.
Für Eisenbahnfans gibtn es das Elmira Railway Museum, dem ehemaligen Endbahnhof der PEIR, komplett mit originalem Bahnhof und rollendem Material. Das Canadian Potato Museum in O’Leary feiert die Kartoffel mit der weltgrößten Sammlung historischer Geräte, das Basin Head Fisheries Museum das harte Leben der Küstenfischer, und das International Fox Museum in Summerside erinnert an die Zeit, als PEI die Welt mit Silberfuchsfellen versorgte.
Fast jedes Dorf hat sein eigenes kleines Museum: Malpeque, Alberton, Tignish, Bideford, Montague, Georgetown – überall stehen perfekt erhaltene alte Schulen, Kirchen, Mühlen oder Fischhütten, liebevoll gepflegt von Senioren, die selbst noch die Geschichten dazu erzählen können.
Architektur
Zu den traditionellen Bauformen der Mi’kmaq gehört Wikuom, das Birkenrinden-Wigwam. Dieses klassische runde oder ovale Wohnhaus bestand aus einem Holzgerüst aus jungen, gebogenen Bäumen (meist Weißbirke oder Esche), das mit großen Streifen Birkenrinde wasserdicht überzogen wurde. Im Inneren gab es eine zentrale Feuerstelle, deren Rauch durch eine regulierbare Öffnung oben entwich. Im Sommer war das Wikuom hell und luftig, im Winter wurde es mit Fellen und Matten isoliert. Ein durchschnittliches Wikuom bot Platz für 8 bis 15 Personen.
Für größere Familien oder Versammlungen wurde ein längliches Wigwam gebaut, Katkamikuom, das Lang-Wigwam, manchmal bis zu 20 Meter lang. Hier fanden Zeremonien und Ratsversammlungen statt. Schwitzhütten und Räucherhütten waren kleine, kuppelartige Bauten für spirituelle Reinigung und das Räuchern von Fisch oder Wild. Im Sommer standen die Wigwams oft direkt am Wasser, im Winter zogen die Familien in geschützte Wälder oder Täler, wo Wind und Schnee abgehalten wurden. Diese Bauten waren vollständig mobil: Ein Wigwam konnte in wenigen Stunden ab- und wieder aufgebaut werden – essenziell für ein Volk, das dem Wild, dem Fisch und den Jahreszeiten folgte.
Ab dem 18. Jahrhundert zwangen britische Kolonialbehörden den Mi’kmaq, sesshaft zu werden. Reservate wie Lennox Island (ab 1860) und Scotchfort wurden geschaffen, und traditionelle Wigwams wurden verboten – man musste in kleinen, staatlich vorgegebenen Holzrahmenhäusern wohnen. Bis in die 1950er Jahre durfte kein Mi’kmaq auf PEI ein traditionelles Wikuom bauen. Die alte Baukunst überlebte nur in Erzählungen und in wenigen anderen Teilen Mi’kma’ki (Nova Scotia, New Brunswick).
Seit den 2000er Jahren kehrt die indigene Architektur zurück – zuerst als Symbol, heute als gelebte Praxis. Das 2012 eröffnete Lennox Island Cultural Centre ist ein moderner Bau, dessen Form und Materialien bewusst an ein riesiges umgedrehtes Wigwam erinnern – runde Grundfläche, konische Dachform, viel Holz und Birkenrinden-Elemente an der Fassade. In jährlichen Wigwam-Bau-Workshops auf Lennox Island lernen Jugendliche unter Anleitung von Elders, wie man ein traditionelles Wikuom errichtet – mit originalen Techniken, aber oft mit moderner Plane statt Rinde. Sweat Lodges werden wieder regelmäßig für Zeremonien genutzt. Im Powwow-Gelände in Scotchfort und Lennox Island sind die großen runden Versammlungsplätze nach traditionellem Muster gestaltet.
Junge Mi’kmaq-Architekten und Künstler verbinden heute Altes mit Neuem. Private Häuser in den Reservaten haben oft runde Elemente, Birkenrinden-Verzierungen oder achteckige Grundrisse. Die Mi’kmaq Heritage Gallery in Lennox Island ist bewusst achteckig gebaut – die heilige Zahl Acht spielt in der Mi’kmaq-Kosmologie eine zentrale Rolle.
Die europäisch geprägte Architektur von Prince Edward Island ist charakterisiert durch rote Erde, weiße Holzhäuser, grüne Felder und das Meer überall. Es gibt kaum Hochhäuser, kaum Beton – dafür eine der schönsten und einheitlichsten ländlichen Baukulturen Nordamerikas.
Das typische Inselhaus ist ein 1,5- bis 2-geschossiges Holzhaus mit Satteldach, weißen Sprossenfenstern und oft einer kleinen Veranda. Viele sind im Greek Revival- oder Gothic Revival-Stil der 1840er bis 1890er Jahre gehalten – schlichte Symmetrie, Ziergiebel, bunte Akzente. Besonders in den akadischen Regionen (Évangéline) und in Charlottetown findet man noch Häuser mit farbigen Dachschindeln und leuchtenden Fassadenfarben (Gelb, Blau, Grün).
Die Provinzhauptstadt besitzt das besterhaltene viktorianische Stadtviertel Kanadas: Great George Street, Victoria Row und die umliegenden Straßen sind gesäumt von Backstein- und Holzvillen mit Türmchen, Erkern und kunstvollen Verzierungen. Viele davon sind heute Bed & Breakfasts oder Büros. Das Province House (1847), der Geburtsort der kanadischen Konföderation, ist ein Meisterwerk des neoklassizistischen Stils und gerade in Restaurierung.
Fast jedes Dorf hat seine weiße Holzkirche mit spitzem Turm – presbyterianisch, katholisch oder united. Die St. Dunstan’s Basilica in Charlottetown (neugotisch, 1919) und die winzige St. Mary’s in Indian River (Akustikwunder) sind Highlights.
Leuchttürme PEI hat 63 Leuchttürme und Seezeichen – mehr pro Küstenkilometer als jede andere Provinz. Ikonen sind West Point (schwarz-weiß gestreift, mit Museum und Inn), Point Prim (der älteste, 1845) und Cape Bear mit seinem Marconi-Museum.
Seit den 2000er Jahren gibt es behutsame neue Akzente: Die Confederation Bridge-Terminals, das gläserne Confederation Centre of the Arts (1964, brutalistisch-modern) und einige preisgekrönte Privathäuser zeigen, dass zeitgenössische Architektur auf der Insel möglich ist – solange sie sich in die Landschaft einfügt.
Bildende Kunst
Die Insel hat eine starke Tradition der Landschaftsmalerei. Künstler wie Robert Harris (19. Jahrhundert, „Fathers of Confederation“), Georges Arsenault, Karen Slater oder Brenda Whiteway fangen das Licht der roten Klippen, der Dünen und der Buchten ein. Typisch sind leuchtende Aquarelle und Ölbilder von Leuchttürmen, Fischerdörfern und Kartoffelfeldern in voller Blüte.
Kaum ein Souvenir ohne Anne: Zehntausende Aquarelle, Drucke und Illustrationen zeigen das Mädchen mit den roten Zöpfen vor Green Gables, im Wald oder auf dem Weg zur Schule. Viele lokale Künstler leben ganz gut davon.
Die Mi’kmaq-Künstler der Lennox Island First Nation arbeiten mit Perlenstickerei, Korbflechten und zeitgenössischer Malerei, die traditionelle Symbole mit aktuellen Themen verbindet. In der Region Évangéline dominieren farbenfrohe akadische Motive – bunte Häuser, Feste, Musikanten.
Charlottetown hat mehrere professionelle Galerien (Confederation Centre Art Gallery, The Dunes Studio Gallery in Brackley, Eptek Art & Culture Centre in Summerside). Im Sommer öffnen Hunderte von Künstlern ihre Ateliers – der Arts & Heritage Trail führt zu Töpfern, Glasbläsern, Schmieden und Malern. Die PEI Crafts Council Gallery zeigt das Beste des Kunsthandwerks.
Überall auf der Insel stehen Skulpturen: riesige Kartoffeln, Hummer, Anne-Statuen, akadische Sterne und moderne Stahlwerke. Besonders schön: die Confederation Landing-Skulpturen in Charlottetown und die bunt bemalten Stromkästen in fast jedem Dorf.
Literatur
Die Literatur von Prince Edward Island ist international vor allem durch ein Werk bekannt: „Anne of Green Gables“ (1908) von Lucy Maud Montgomery. Der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt, mehr als 50 Millionen Mal verkauft und hat die Insel für immer auf die Weltkarte der Literatur gesetzt. Montgomery schrieb auf PEI 20 Romane, Hunderte Kurzgeschichten und Gedichte – fast alle spielen auf der Insel (oft unter Decknamen wie „Avonlea“). Ihre Tagebücher (fünf Bände) sind ein schonungsloser Blick in das Leben einer intelligenten Frau im frühen 20. Jahrhundert.
Zur Literatur der Insel gehören aber auch andere bekannte Autoren, allen voran Milton Acorn (1923 bis 1986), „The People’s Poet of PEI“. Er schrieb radikale, erdverbundene Lyrik und wurde 1975 mit dem Governor General’s Award ausgezeichnet. Resa Mary McConaghy, Eliza MacLeod und John MacNeill waren viktorianische Autoren, die das ländliche Leben schilderten. Dazu kommen moderne Schriftsteller wie David Weale (Historiker und Erzähler), Deirdre Kessler (Kinderbücher), Hugh MacDonald, Dwayne LaFitte und J.J. Steinfeld, ein jüdisch-kanadischer Dramatiker.
Seit 2019 gibt es das PEI Writers’ Guild und das jährliche PEI Literary Festival – die Szene ist klein, aber lebendig. Viele Bücher erscheinen beim lokalen Verlag Acorn Press.
Theater
PEI hat eine der dichtesten Theaterlandschaften Kanadas – pro Kopf mehr professionelle Bühnen als Ontario.
Confederation Centre of the Arts (Charlottetown): Das nationale Kulturzentrum mit 1.100 Plätzen zeigt seit 1965 jedes Jahr Anne of Green Gables – The Musical – das am längsten laufende Musical der Welt (über 2.800 Vorstellungen). Im Sommer laufen gleichzeitig bis zu vier weitere Stücke.
Victoria Playhouse (Victoria-by-the-Sea): Kleines, charmantes Theater seit 1981 – Konzerte, Theater, Cabaret.
Watermark Theatre (North Rustico): Professionelles Sommer-Repertoiretheater mit klassischen und neuen Stücken.
King’s Playhouse (Georgetown): Wunderschönes altes Theater von 1888, heute Konzert- und Theaterbühne.
The Guild (Charlottetown): Schwarzes Theater für experimentelle Stücke, Tanz und Musik.
Im Sommer finden in fast jedem Dorf Open-Air-Theater, Dinner-Theater und kleine Festivals statt. Das PEI Fringe Festival und das Indian River Festival (in der akustisch perfekten St. Mary’s Church) gehören zu den Highlights.
Film
Prince Edward Island ist einer der beliebtesten Drehorte Kanadas – die roten Klippen, grünen Felder und Leuchttürme sind charakteristische Motive. Zu den hier entstandenen Fil,men gehören:
Anne of Green Gables (1985, mit Megan Follows) und die Fortsetzung Anne of Avonlea wurden komplett auf der Insel gedreht – bis heute die erfolgreichste kanadische TV-Produktion.
Road to Avonlea (1990 bis 1996, 91 Folgen) und Anne with an E (2017–2019, Netflix) nutzten dieselben Locations.
The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society (2018) wurde teilweise in Cavendish gedreht.
Zahlreiche kleinere Produktionen, Werbespots und Dokumentationen drehen jährlich auf der Insel.
Seit 2022 gibt es das PEI Film Commission und steigende Fördergelder – die Insel will mehr als nur „Anne-Location“ sein. Das jährliche Charlottetown Film Festival zeigt unabhängige Filme aus Kanada und der Welt.
Musik und Tanz
Die Musik auf Prince Edward Island ist vor allem keltisch – ein Erbe der schottischen und irischen Siedler, das sich mit akadischen und indigenen Einflüssen mischt. Fiddle, Gitarre, Piano, Bodhrán und Stepdance sind die Heiligen Vier. Man sagt: Wenn drei Inselbewohner zusammenkommen, entsteht sofort eine Band; wenn vier kommen, ist es ein Ceilidh.
Während des Sommers gibt es in fast jedem Dorf ein Ceilidh – ein spontanes Konzert, bei dem niemand Eintritt zahlt, jeder mitsingen darf und die Tänzer bis in die Nacht auf den Holzdielen steppen. Beliebte Häuser sind das Stanley Bridge Hall, das Village Musical Acadien in Abram-Village, die Benevolent Irish Society und das Olde Triangle in Charlottetown. Hier spielen Legenden wie Richard Wood (der schnellste Fiddler der Welt), Cynthia MacLeod, Ward MacDonald oder die jungen Wilden von The East Pointers (Juno-Award 2017) und Vishtèn (akadisch-mi’kmaqischer Power-Sound).
Zentrum der keltischen Szene ist das College of Piping and Celtic Performing Arts in Summerside – die einzige Schule Nordamerikas, an der man offiziell Highland Bagpipes, Snare Drum und schottischen Tanz studieren kann. Jeden Juli gipfelt alles im PEI International Shellfish Festival und vor allem im Charlottetown Festival, wo neben Anne-Musicals auch traditionelle Konzerte laufen.
Akadische Musik klingt anders: fröhlicher, französisch, mit Akkordeon und mehrstimmigem Gesang. In der Region Évangéline (Westprince) wird jeden Mittwochabend in der Légion oder im Centre Expo-Festival getanzt. Die Mi’kmaq bringen Trommeln und Powwow-Gesänge ein – besonders eindrucksvoll beim jährlichen Lennox Island Powwow.
Im Winter übersiedelt die Musik in die Küchen und Scheunen: Kitchen Parties sind legendär. Man bringt sein Instrument mit, stellt Kuchen und Bier auf den Tisch und spielt bis zum Morgengrauen. Es gibt keine Bühne, keine Setlist – nur Musik, die einfach passiert.
Tanz gehört dazu wie das Salz ins Meer. Stepdance (ähnlich Irish Step) und Square Dance werden von Kindesbeinen an gelernt. Auf jedem Ceilidh gibt es einen „Caller“, der die Figuren ansagt, und plötzlich tanzen 80-Jährige neben 8-Jährigen, als wäre es das Normalste der Welt.
Kleidung
Die Mi’kmaq lebten lange vor der Ankunft europäischer Siedler auf Epekwitk, wie sie PEI in ihrer Sprache nennen. Ihre Kleidung bestand ursprünglich fast vollständig aus Naturmaterialien. Aus Hirsch- und Elchleder fertigten sie Leggings, Röcke, Hemden oder Lendenschurze, dazu wärmende Fellumhänge für den Winter. Mokassins aus weichem Leder waren das typische Schuhwerk. Funktionalität und handwerkliche Kunst gingen dabei Hand in Hand: Kleidungsstücke wurden mit gefärbten Stachelschweinborsten, später auch mit Glasperlen, kunstvoll verziert. Farben und Muster hatten oft kulturelle Bedeutung und spiegelten Geschichten, familiäre Zugehörigkeit oder spirituelle Vorstellungen wider. Mit der Zeit veränderte der Kontakt mit Europäern auch die indigene Kleidung. Durch den Handel kamen Stoffe wie Wolltuch („trade cloth“) auf die Insel, und die Mi’kmaq integrierten diese Materialien in ihre traditionelle Kleidung, ohne den charakteristischen Stil zu verlieren. Bis heute tragen Mi’kmaq auf PEI zu Zeremonien und kulturellen Festen ihre traditionelle Regalia – Ausdruck von Identität, Geschichte und Lebendigkeit ihrer Kultur.
Mit den europäischen Siedlern kamen völlig andere Kleidungsstile nach PEI. Das Klima der Atlantikregion verlangte robuste und wärmende Kleidung, weshalb Wolle, Leinen und schwere Stoffe im Alltag vorherrschten. Ein prägendes kulturelles Element war das schottische Erbe: Viele Familien führten ihre Tartans mit, und im Laufe der Zeit entwickelte die Provinz sogar ein eigenes Tartan-Muster, das die Farben der Insel symbolisiert – das Rot der eisenhaltigen Erde, das Grün der Wälder und Felder, das Weiß der Brandung und das Gelb der Sonne. Der PEI-Tartan wird heute bei festlichen Anlässen, Paraden oder nationalen Feiertagen getragen, meist in Form von Kilts, Schals oder Schärpen.
In der modernen Kultur der Insel begegnen sich beide Traditionen respektvoll. Während Tartan-Kleidung vor allem ein Symbol der keltisch-schottischen Wurzeln vieler Bewohner darstellt, bewahren die Mi’kmaq ihre Kleidung in Form lebendiger Kultur: bei Powwows, Mawi’omi-Versammlungen und künstlerischen Projekten, die altes Handwerk wie Quillwork oder Perlenstickerei fortführen. So erzählt die Kleidung auf Prince Edward Island noch heute von einer langen Geschichte des Wandels, der Begegnung und der kulturellen Vielfalt – und verbindet die Menschen der Insel mit ihren jeweiligen Wurzeln.
Kulinarik und Gastronomie
Die Inselküste basiert auf Hummer, Kartoffeln und Auster. Prince Edward Island liefert 40 % des gesamten kanadischen Hummers – und die besten der Welt. Von Anfang Mai bis Ende Juni ist „Lobster Season“: Tausende Boote laufen aus, und abends stehen überall Lobster Suppers auf dem Programm. Klassisch gekocht mit geschmolzener Butter, als Roll im weichen Bun, in Mac & Cheese oder einfach kalt mit Mayo – Hummer ist hier kein Luxus, sondern Volksspeise.
Die eisenhaltigen roten Böden bringen Knollen hervor, die süß, mehlig und makellos sind. Ob als Salzkartoffeln mit Dill, als Pommes von Cavendish Farms, im Püree oder sogar im „Potato Fudge“ – sie sind überall. Jeder zweite Bauernmarktstand hat sie noch mit Erde dran.
Die Malpeque Bay-Auster ist weltberühmt: salzig, mineralisch, nussig. Die blauen Zuchtmuscheln aus den Buchten sind so zart, dass sie in Sterneküchen landen. Beides wird oft roh mit einem kalten Picaroon’s oder einem Gahan-Bier serviert.
Klassische Inselgerichte
Lobster Roll – warm oder kalt, im weichen Milchbrötchen mit Butter oder Mayo.
Lobster Supper – All-you-can-eat in Kirchen- oder Feuerwehrhallen: Hummer, Muscheln, Chowder, Kartoffelsalat, hausgemachte Rollen und ein Stück Pie zum Nachtisch. New Glasgow Lobster Supper (seit 1958) ist der bekannteste.
PEI Mussel Chowder – cremig, mit viel Muschelfleisch und Kartoffeln.
Rappie Pie – akadisches Gericht aus geriebener Kartoffel und Schwein oder Huhn.
Fish & Chips – meist aus Kabeljau oder Schellfisch, frisch aus dem Wasser nebenan.
Süßigkeiten
Potato Pie oder Rhubarb Pie mit hausgemachtem Vanilleeis.
Ice Cream Barns – überall kleine Scheunen, die ihr eigenes Eis aus lokaler Milch machen.
Typische Plätze, wo man isst, sind:
Lobster Suppers & Church Halls – oft von Freiwilligen betrieben.
Farm-to-Table-Restaurants – The Table (New London), FireWorks im Inn at Bay Fortune (von Star-Koch Michael Smith), Clam Diggers (Georgetown) oder Blue Mussel Café (North Rustico).
Food Trucks & Märkte – Charlottetown Farmers Market (samstags) und die kleineren Märkte sind Pflicht.
Brauereien & Brennereien – PEI Craft Beer (Gahan House, Upstreet, Copper Bottom), PEI Distillery (Potato Vodka), Matrimonial Gin aus Kartoffeln.
Festkultur
Auf der Insel gelten die kanadischen Feiertage.
Neujahr / New Year’s Day — 1. Jänner
Islander Day — dritter Montag im Februar
Good Friday (Karfreitag) — Freitag vor Ostersonntag
Canada Day — 1. Juli
Labour Day — erster Montag im September
National Day for Truth and Reconciliation — 30. September
Remembrance Day — 11. November
Christmas Day — 25. Dezember
Dazu kommen zahlreiche lokale Feste:
PEI International Shellfish Festival (Charlottetown, 3./4. Wochenende im September) Das größte Hummer- und Muschelfest der Welt: Hummer-Essen-Wettbewerb, Shucking-Championship, Konzerte, Feuerwerk. 25.000 Besucher, 10 Tonnen Hummer.
Charlottetown Festival (Juni bis September) Das Herzstück des Confederation Centre: Anne of Green Gables – The Musical (seit 1965), plus weitere Shows. Über 80.000 Zuschauer pro Sommer.
Cavendish Beach Music Festival (Juli) Kanadas größtes Outdoor-Country-Festival: Luke Bryan, Carrie Underwood, Keith Urban undsoweiteer. Drei Tage, 70.000 Besucher, direkt am Strand.
Old Home Week (Charlottetown, Mitte August) Provinziale Landwirtschaftsausstellung mit Gold Cup & Saucer-Pferderennen, Rummel, Konzerten und dem größten Feuerwerk der Insel.
College of Piping Highland Games & Celtic Festival (Summerside, Juli) Dudelsack-Wettbewerbe, Highland Dance, Heavy Events (Baumstammwerfen), Ceilidhs.
Festival Acadien de la Région Évangéline (Abram-Village, Anfang September) Tintamarre, akadische Musik, riesige Frikot-Party (Hühnerfrikassee für Tausende).
Lennox Island Powwow (Juli/August) Das größte indigene Fest der Insel: Trommeln, Tänze, traditionelles Essen, Kunsthandwerk.
PEI Burger Love (ganzer April) 80 Restaurants kreieren verrückte Burger – über 1 Million verkaufte Burger in einem Monat.
PEI Fall Flavours (ganzer September) Ein Monat lang kulinarische Events mit Starköchen, Austern- und Hummer-Dinners, Ceilidhs mit Essen.
Lobster on the Wharf & zahlreiche kleine Lobster Parties auf dem Land.
Victoria-by-the-Sea Festival (Juli): Theater, Musik, Schokoladenfest.
Souris Live on Main (jeden Donnerstag im Sommer): kostenloses Straßenfestival.
Indian River Festival (Juni bis September): Klassische Musik in der akustisch perfekten Kirche.
Illuminate Festival (Charlottetown, Januar): Lichtkunst und Winterfeuerwerk gegen die Dunkelheit.
Jack Frost Festival (Februar): Kinderfest mit Schlitten, Eisskulpturen, Feuerwerk.
Charlottetown Christmas Parade & Victoria Park Light-Up: die Insel macht sich hübsch.
Medien
Die Medienlandschaft auf Prince Edward Island ist geprägt von einer Mischung aus traditionellen und modernen Angeboten, die trotz der relativ kleinen Bevölkerungszahl der Insel eine bemerkenswerte Vielfalt aufweisen. Zu den wichtigsten Printmedien gehören die beiden großen Tageszeitungen The Guardian in Charlottetown und The Journal Pioneer in Summerside, die seit vielen Jahren die zentralen Informationsquellen für lokale Politik, Wirtschaft und Gemeindethemen darstellen. Ergänzt werden sie durch mehrere Wochen- und Regionalzeitungen wie den Eastern Graphic, den West Prince Graphic oder die französischsprachige La Voix Acadienne, die besonders in ländlichen und frankophonen Gemeinden eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus existieren spezialisierte Publikationen wie der zweiwöchentlich erscheinende Island Farmer, der sich auf landwirtschaftliche Themen konzentriert, sowie studentische Medien wie The Cadre an der University of Prince Edward Island.
Im Radiobereich ist PEI gut ausgestattet: Öffentlich-rechtliche Sender wie CBC Radio One versorgen die Bevölkerung mit Nachrichten, Hintergrundberichten und regionalen Geschichten, während private Sender wie CHLQ-FM, CFCY-FM oder HOT 105.5 ein breites Musik- und Unterhaltungsprogramm bieten. Auch französischsprachige Radiostationen sind vertreten und stärken die minderheitenfranzösische Gemeinschaft. Das Fernsehen wird vor allem durch die CBC-Stationen abgedeckt, die regionale Inhalte ebenso wie nationale Programme bereitstellen. Ergänzend spielen Kabel- und Internetanbieter wie Eastlink eine bedeutende Rolle, insbesondere in Gegenden, in denen herkömmliche TV-Signale weniger zuverlässig ankommen.
In den letzten Jahren haben digitale Medien an Bedeutung gewonnen. Online-Portale lokaler Zeitungen, regionale Newsseiten und digitale Archive wie IslandNewspapers.ca ermöglichen einen breiten Zugriff auf aktuelle Meldungen ebenso wie auf historische Zeitungsbestände der Insel. Die Medien auf PEI sind insgesamt eng mit dem Gemeinschaftsleben verwoben: Sie informieren, verbinden und reflektieren die kulturelle Vielfalt der Provinz, von städtischen Gebieten bis hin zu kleinen ländlichen Gemeinden.
Tageszeitungen
The Guardian (Charlottetown): Die einzige tägliche Zeitung der Provinz (seit 1875, früher The Charlottetown Patriot). Sie ist konservativ, lokal bis in die Haarspitzen und erscheint montags bis samstags. Jeder zweite Haushalt hat sie im Briefkasten.
The Eastern Graphic (Montague): Wöchentliche Zeitung für Kings County, sehr bodenständig.
La Voix Acadienne (Summerside): Die einzige französischsprachige Zeitung der Insel, seit 1975.
The Buzz: Monatliches Kulturmagazin (kostenlos in Cafés) – das Sprachrohr für Musik, Theater und alles Alternative.
PEI Farm Focus und The Island Farmer: Spezialblätter für Landwirte und Fischer.
Rundfunk
CBC Prince Edward Island (öffentlich-rechtlich): Radio (94.1 FM Charlottetown) und Fernsehen. Morgenshow Mainstreet ist Pflichtprogramm – hier erfährt man, welcher Traktor gestern steckengeblieben ist.
Ocean 100 (100.3 FM) und Hot 105.5: Die beiden großen privaten Rock- und Pop-Sender.
CFCY („The Island’s Country Station“): Country-Musik rund um die Uhr.
Spud FM (102.1/102.9): Klassische Hits und viel Inselklatsch.
Kommunikation
Die Insel verfügt über ein gut ausgebautes Telekommunikationsnetz inklusive Internet.
Sport
Zu den beliebtesten Sportarten zählen Eishockey, Fußball, Basketball und Baseball, die vor allem in Schulen, Universitäten und Gemeindezentren ausgeübt werden. Eishockey hat auf PEI eine besonders große Bedeutung. Die Provinz verfügt über mehrere Junioren- und Amateurteams, die sowohl lokale als auch überregionale Wettbewerbe bestreiten. Schulen und Sportvereine fördern Talente frühzeitig, und viele junge Athleten nutzen die Angebote der Insel als Sprungbrett für nationale Ligen.
Neben Mannschaftssportarten sind auch Golf, Segeln, Rudern und Leichtathletik weit verbreitet. Die Küstenlage der Insel begünstigt Wassersportarten, und besonders im Sommer finden zahlreiche Regatten, Segelwettkämpfe und Kanuevents statt. Golf hat ebenfalls einen hohen Stellenwert: PEI ist für seine gepflegten Golfplätze bekannt, die sowohl von Einheimischen als auch von Touristen frequentiert werden.
Die University of Prince Edward Island (UPEI) spielt eine wichtige Rolle im organisierten Sport. Die Uni-Teams, bekannt als die Panthers, nehmen an Wettbewerben auf regionaler und nationaler Ebene teil und bieten Studierenden die Möglichkeit, Sport und Studium zu verbinden. Zudem gibt es zahlreiche lokale Sportvereine und Freizeitorganisationen, die Breitensport und Jugendarbeit fördern, sodass praktisch jede Altersgruppe ein passendes Angebot findet.
Eishockey
Eishockey auf Prince Edward Island ist ein Stück Identität der Inselbewohner. Kaum eine andere kanadische Provinz lebt den „Hockey Way of Life“ so intensiv wie PEI. Schon die Kleinsten stehen mit drei oder vier Jahren auf Schlittschuh und ziehen im örtlichen Arena-Kindergarten ihre Runden. Fast jedes Dorf, egal wie klein, hat mindestens eine Eishalle oder zumindest einen Outdoor-Rink, der im Winter vom Feuerwehrschlauch geflutet wird. Berühmt-berüchtigt sind die legendären „pond hockey“-Turniere auf zugefrorenen Teichen und Buchten, wenn die Temperatur weit unter null fällt und der Atlantikwind über die roten Klippen pfeift.
Die bekannteste Halle der Insel ist das Eastlink Centre in Charlottetown, Heimat der Charlottetown Islanders aus der Québec Major Junior Hockey League (QMJHL). Die Islanders sind seit 1999 (damals noch als PEI Rocket) das Aushängeschild des professionellen Juniorenhockeys auf der Insel und haben schon zahlreiche NHL-Talente hervorgebracht.
Das PEI-Eishockeys ist in mehreren kleinen Ligen organisiert, darunter die Island Junior Hockey League (IJHL), die Prince Edward Island Junior C Hockey League und die zahlreichen Senior- und Recreational-Ligen für „Oldtimer“. Hier spielen Vater und Sohn oft in verschiedenen Teams derselben Liga, und nach dem Spiel trifft man sich im Arena-Canteen bei einer Molson Canadian und Fischkuchen, um die Checks und Tore des Abends noch einmal durchzukauen. Besonders beliebt sind die jährlichen Traditions-Events:
das Dunk River Winter Classic (Pond Hockey auf einem zugefrorenen Fluss)
das PEI Mutual Festival of Ice mit Dutzenden Outdoor-Turnieren
die berüchtigten „Beer League“-Playoffs, bei denen der Spaß oft wichtiger ist als das Ergebnis
Viele NHL- und ehemalige Profispieler stammen von der Insel oder haben hier Wurzeln: Brad Richards (Stanley-Cup-Sieger 2004 & 2015), Adam McQuaid (Stanley Cup 2011) oder die Gallant-Brüder. Gerard Gallant, Trainer der New York Rangers, ist ein echter „Islander“ und wird auf PEI wie ein Nationalheld gefeiert. Selbst im Sommer hört das Eishockey nicht auf: Dann wird auf Inline-Skates oder im Ballhockey-Modus weitergespielt – Hauptsache Puck und Tornetz.
Fußball
Fußball hat sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten von einer Randsportart zur zweitbeliebtesten Mannschaftssportart der Provinz gemausert. Wo früher im Sommer höchstens ein paar Briten-Expat-Kinder hinter einem Ball herliefen, sieht man heute auf der ganzen Insel bunte Trikots flitzen: von Montague im Osten bis Tignish im Westen, von Souris bis Borden-Carleton. Fast jedes Dorf hat inzwischen einen gepflegten Rasenplatz oder sogar Kunstrasen, und in Charlottetown und Summerside stehen mit dem UPEI Artificial Turf und dem Simmons Sports Centre moderne Anlagen, die sich vor nichts in den größeren Provinzen verstecken müssen.
Soccer PEI, der Provinzverband, zählt mittlerweile über 8.000 registrierte Spielerinnen und Spieler – mehr als doppelt so viele wie noch vor 15 Jahren. Im Sommer brummt das Leben auf den Plätzen: Kinder von fünf Jahren bis zu den U18-Teams, dazwischen die PEI Soccer League mit ihrer Premier Division, Frauen- und Männermeisterschaften, Over-30- und Over-40-Ligen sowie unzählige lockere Coed- und Freizeit-Teams, bei denen nach dem Spiel das Bier oft wichtiger ist als das Ergebnis.
Die großen Vereine heißen Charlottetown United, Summerside United, Cornwall United, Winsloe-Charlottetown Royals oder Subway FC, und die Rivalität zwischen der Hauptstadt und Westküste ist fast schon so hitzig wie früher beim Hockey. Jedes Jahr im Juli wird beim PEI FC Summer Festival in Charlottetown eines der größten Jugendturniere Atlantik-Kanadas ausgetragen; Hunderte Teams aus ganz Ostkanada und sogar aus den USA kommen auf die Insel.
Einige Talente von der Insel haben es inzwischen weit gebracht: Jared Ulloa spielte in der kanadischen U-Nationalmannschaft, Tyler Crawford kickte bei Cork City in Irland, und jedes Jahr schaffen ein paar PEI-Jungs und -Mädels den Sprung an Universitäten in Kanada oder ins Ausland. Im Winter weicht man auf Indoor-Futsal oder die Hallen in Charlottetown und Summerside aus, aber sobald im Mai das Gras grün wird, gehört die Insel wieder dem runden Leder.
Basketball
Zentrum des Insel-Basketballs schlägt in den Highschools. Von November bis März dreht sich alles um die Ligen der PEI School Athletic Association (AAAA, AAA, AA, A). Die Provinzmeisterschaften im März in Charlottetown oder Summerside sind echte Volksfeste: Tribünen voll, Eltern schreien, die Marching Band der Colonel Gray Highschool spielt „Sweet Caroline“, und wenn Rural gegen Charlottetown oder Three Oaks gegen Bluefield gewinnt, redet das Dorf noch monatelang davon. Die bekanntesten Schulen mit Tradition sind Colonel Gray (Charlottetown), Charlottetown Rural, Three Oaks (Summerside), Bluefield, Morell und Souris.
Nach der Highschool geht es weiter in der University of Prince Edward Island Panthers (U Sports, Atlantic-Conference). Die Panthers-Spiele im Chi-Wan Young Sports Centre sind überraschend gut besucht; 800 bis 1.200 Zuschauer sind normal, und wenn Dalhousie oder St. FX zu Gast sind, ist die Halle ausverkauft. Für Erwachsene gibt es die Charlottetown Men’s Basketball League und Women’s League (Division 1 und Rec), die Summerside League sowie unzählige Firmen- und Kirchenteams („Holy Redeemer Ballers“, „Crapaud Community Ballers“).
Die Spiele finden meist abends um 19 oder 21 Uhr statt; danach trifft man sich noch im Tim Hortons oder im Olde Dublin Pub und erzählt, wie man fast den Game-Winner getroffen hätte. Ein paar PEI-Spieler haben es weit gebracht, so etwa Tyler Scott (spielte professionell in Island und Deutschland), Jace Colley (aktuell bei Cape Breton in U Sports, früher Kanadas U19-Nationalteam) und Kelsea Munro (mehrfache U Sports All-Canadian bei UPEI). Im Sommer zieht das Spiel nach draußen. Auf dem Court hinter dem Confederation Centre, in Victoria Park, oder auf den kleinen Asphaltplätzen in Kensington, O’Leary oder Montague. Da wird 3-on-3 bis Mitternacht gezockt, mit Bluetooth-Box und einer Kühlbox voller Getränke.
Baseball
Baseball ist auf Prince Edward Island kein Massensport wie Eishockey oder Fußball, aber er hat eine überraschend tiefe und leidenschaftliche Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Auf der roten Insel wird Baseball vor allem im Sommer zelebriert, wenn die Felder grün sind, die Abende lang und der Geruch von frisch gemähtem Gras in der Luft liegt.
Die wichtigste Liga ist die Prince Edward Island Senior Baseball League (auch Kensington Monaghan Farms League genannt), eine der ältesten durchgehend aktiven Amateur-Baseball-Ligen Kanadas. Sie existiert seit den 1940er-Jahren und hat heute noch fünf bis sechs Teams: Charlottetown Fords, Summerside Chevys, Kensington Monaghan Farms Granites, Morell Chevies, Cardigan Clippers und Northside Brett Car Sales.
Die Spiele finden meist mittwochs und sonntags statt, oft vor ein paar hundert Zuschauern, die mit Klappstühlen, Kühlboxen und Sonnenhüten an den kleinen Dorffelds sitzen. Das bekannteste und schönste Spielfeld ist wohl das Memorial Field in Kensington, ein echtes Juwel mit Holztribüne und Blick auf die roten Felder.
Baseball auf PEI ist klassischer „small town summer baseball“: Die Spieler sind Lehrer, Fischer, Farmer, Feuerwehrleute – viele von ihnen ehemalige College- oder Junior-College-Spieler aus den USA oder Kanada, die im Sommer wieder zu Hause. Man kennt sich, man neckt sich, und nach dem Spiel gibt’s ein kaltes Bier im Clubhaus. Die Rivalität zwischen Kensington und Summerside oder Charlottetown und Morell ist legendär und wird über Generationen weitergegeben.
Wichtigste Events sind das jährliche PEI Day-Spiel am Civic Holiday-Wochenende (meist Kensington gegen Charlottetown), die Best-of-Seven-Finalserie im August/September, bei der manchmal 800 bis 1000 Leute kommen, sowie zahlreiche Jugend- und Junior-Programme (Little League, Bantam, Midget), die in den letzten Jahren stark gewachsen sind. Einige PEI-Baseballer es sogar in den Profibereich geschafft: Matt Ellis (kurz in der Toronto Blue Jays-Organisation), Kyle Gilligan (spielte College-Baseball in den USA) und immer wieder Talente, die Stipendien an US-Colleges bekommen.
Leichtathletik
Leichtathletik heißt auf der Insel „Track & Field“ oder einfach „Athletics“. Mittelpunkt ist das UPEI Canada Games Track in Charlottetown – eine moderne 400-Meter-Tartanbahn mit acht Bahnen, die 2009 für die Canada Games gebaut wurde und bis heute eine der besten Anlagen in ganz Atlantik-Kanada ist. Hier trainieren die Insel-Athleten das ganze Jahr: im Winter in der Alumni Hall (Indoor 200 m) und draußen von Mai bis Oktober.
Der Dachverband Athletics PEI hat etwa 600 bis 700 registrierte Mitglieder, darunter viele Kinder und Jugendliche. Die meisten kommen aus Charlottetown, Summerside und den Schulen rund um die Route 2. Beliebt sind vor allem die Legion Championships (für U16 und U18), die PEI Indoor Open im März, das Run for Chocolate und andere Volksläufe sowie die großen Schulmeisterschaften (High School Provincials) im Juni am UPEI Track.
Die traditionsreichsten Veranstaltungen sind aber die kleinen, teiulweise dörflichen Meetings. Am bekanntesten sind das Kensington Meet im Juni, das Souris Striders Track Meet im Juli oft mit 300 Kindern aus dem Osten der Insel und das Montague Rotary Meet - hier laufen manchmal noch die Großeltern mit, weil die Familie seit 70 Jahren kommt
Prince Edward Island hat trotz seiner geringen Größe immer wieder Ausnahmetalente hervorgebracht: Jared Connaughton, Olympiateilnehmer 2008 und 2012 (4 mal 100 m), Gewinner der Bronzemedaille bei den Panamerikanischen Spielen, Lee Ellen Newman, mehrfache kanadische Meisterin im Siebenkampf, Grace McRo, aktuell eine der besten kanadischen Nachwuchs-Hindernisläuferinnen (2025), und Brandon MacKinnon, ein 800-m-Läufer, der regelmäßig unter 1:50 läuft.
Im Sommer sieht man auf der ganzen Insel Jogger und Läufergruppen: entlang der Confederation Trail, am Brackley Beach, auf den roten Nebenstraßen zwischen Malpeque und Murray Harbour. Der bekannteste Volkslauf ist der PEI Marathon im Oktober – mit Strecken von 5 km bis zum vollen Marathon durch die bunt gefärbten Wälder.
Golf
Auf Prince Edward Island befinden sich über 25 richtige 18-Loch-Plätze und ein paar kürzere Anlagen – das ist pro Kopf eine der höchsten Golfer-Dichten der Welt. Die Saison dauert von Mai bis Ende Oktober. Die Plätze sind spektakulär, weil sie die gesamte Schönheit der Insel ausspielen: rote Klippen, türkisblaues Meer, sattgrüne Fairways, Dünen, Leuchttürme und immer wieder der Blick auf den Golf von St. Lawrence oder die Northumberland Strait. Die bekanntesten und schönsten Anlagen sind:
Crowbush Cove (The Links at Crowbush Cove) – oft in den Top 10 Kanadas, mit Dünen und Meerblick an fast jedem Loch
Dundarave & Bramble im Brudenell River Resort – zwei rote und extrem anspruchsvolle Championship-Plätze direkt nebeneinander
Glasgow Hills – hoch oben mit Panoramablick bis nach New Brunswick
Green Gables – direkt neben dem Haus der Anne von Green Gables, perfekt für Touristen
Mill River – im Westen der Insel, ruhiger und waldreich
Fox Meadow in Stratford – der „Stadtplatz“ von Charlottetown, immer voll
Anderssons Creek und Eagles Glenn – beide relativ neu und schon preisgekrönt
Dazu kommen unzählige kleinere 9- oder 18-Loch-Plätze in Cavendish, Stanhope, Rustico, Summerside oder Avondale.
Reitsport
Die Insel hat drei große Reitwelten, die friedlich nebeneinander existieren. Die englische Szene dreht sich um Hunter, Jumper und Dressur. Die meisten Ställe und Reitschulen liegen im Zentrum rund um Charlottetown und Cornwall: Strathgartney Equestrian Park mit seiner großen Grasarena, Winsloe Stables, Red Shore in Covehead, Clydesdale Farms in Hampshire. Im Juli verwandelt sich das Gelände in Crapaud vier Tage lang in ein weiß-rotes Zeltmeer – das Provincial Hunter/Jumper Show ist das größte Turnier der Insel. Dann springen Kinder auf Shetlandponys über 30-cm-Kreuze und junge Frauen auf Warmblütern über 1,40 m, während die Eltern am Zaun stehen und flüstern: „Der Oxer war aber einen halben Meter zu hoch gesteckt…“
Im Westen, besonders rund um O’Leary, Bloomfield und Wellington, regiert der Western-Stil. Hier riecht es nach Lederöl und Staub, hier tragen die Reiter Stetson und Chaps. Barrel Racing, Pole Bending, Reining – alles geht rasend schnell und laut. Das größte Spektakel ist jedes Jahr im August das Western Horse Association Show im Credit Union Place in Summerside: Pickups mit Pferdeanhängern bis zum Horizont, Countrymusik aus Boxen und Zwölfjährige, die ihr Quarter Horse in 16 Sekunden um drei Tonnen jagen.
Und dann ist da noch der Trabrennsport, der lauteste und populärste Teil überhaupt. Charlottetown Driving Park (CDP) und Summerside Raceway sind die beiden Bahnen, auf denen von Mai bis Oktober fast jedes Wochenende Standardbred-Pferde um die Wette fliegen. Das älteste kontinuierlich laufende Rennen Kanadas, der Gold Cup & Saucer, wird jedes Jahr im August in Charlottetown ausgetragen – 15.000 Menschen auf den Tribünen, Wetten, Bier, Pommes mit Essig und der unvergleichliche Klang der Hufe auf der roten Aschenbahn. Viele der erfolgreichsten Trainer und Fahrer Kanadas kommen von PEI: MacPherson, Campbell, Baglole, Hughes – Namen, die man auf der gesamten Harness-Racing-Welt kennt.
Daneben gibt es Ausritte am Strand von Cavendish oder Panmure Island, wenn das Wasser gerade abgelaufen ist und der Sand hart genug ist, Kutschenfahrten mit Clydesdales durch die bunten Herbstwälder sowie Kinder, die im Winter auf Islandpferden über zugefrorene Felder tölten.
Persönlichkeiten
Von der Insel stammen unter anderem:
Jacob Gould Schurman (1854 bis 1942), US-amerikanischer Diplomat
Lucy Maud Montgomery (1874 bis 1942), Schriftstellerin
Mary Chandler (1890 bis 1962), Künstlerin und Malerin
Alex Campbell (1909 bis 1980), Politiker
Catherine Callbeck (* 1939), Politikerin
Tobias Enverga (1955 bis 2017), kanadischer Senator und Unternehmer
Brad Richards (* 1980), Eishockeyspieler
Martha MacIsaac(* 1984), Schauspielerin
Adam McQuaid (* 1986), Eishockeyspieler
Fremdenverkehr
Die Insel ist eine der wichtigsten Tourismusdestinationen in Kanada. Sehenswürdigkeiten gibt es hier viele. Besonders beliebt ist der Nationalpark der Insel. Mit seinem weißen und auch rosa Sand an einer etwa 40 km langen Küste gibt es genug Erholung im Prince Edward Island National Park. Eine Vielzahl von Freizeitangeboten wartet hier und das angesiedelte Besucherzentrum informiert neugierige Urlauber über die Planzen- und Tierwelt des Meeres. Der Park hat einen beliebten Strand, den Cavendish Beach, an dem man ausgedehnte Spaziergänge an roten Kliffen unternehmen kann. Auch gemütliche Fischer- und Bauerndörfer lassen den erholungsbedürftigen Touristen zur Ruhe kommen.
Prince Edward Island gilt als Juwel für Naturliebhaber, Kulturfans und Familienurlauber, das jährlich über 1,6 Millionen Besucher anzieht und rund 485 Millionen Dollar in die lokale Wirtschaft pumpt – vor allem aus den USA, wo 65 Prozent der Touristen herkommen. Der Tourismus boomt besonders in der Hochsaison von Juni bis September, wenn Temperaturen von 20 bis 25°C herrschen, die roten Sandstrände mit relativ warmen Gewässern locken und über 90 Strände, darunter die ikonischen in Cavendish oder Basin Head, zu einem anziehungspunkt für Schwimmer, Spaziergänger und Sonnenanbeter werden. Die Insel bietet eine atemberaubende Mischung aus smaragdgrünen Wiesen, rollenden Kartoffelfeldern, dramatischen roten Klippen und endlosen Küstenlinien, die im Prince Edward Island National Park – einem 60 Kilometer langen Schutzgebiet mit Dünen, Wäldern und Wildtieren – kulminieren. Kulturell fasziniert vor allem die literarische Erbschaft von Lucy Maud Montgomery: Die Anne-of-Green-Gables-Attraktionen in Cavendish, wie das Heritage Place mit geführten Touren durch das originale Farmhaus, ziehen jährlich über 200.000 Fans an und tauchen Besucher in die Welt der rothaarigen Waise ein.
In Charlottetown gibt es historische Sehenswürdigkeiten wie die Province House (Geburtsstätte der Kanadischen Konföderation), die gotische St. Dunstan's Basilica und die lebendige Victoria Row mit Cafés, Boutiquen und Street-Art – ergänzt durch Festivals wie das Charlottetown Festival mit Musicals oder das jährliche Lobster Festival in Summerside. Für Abenteuerlustige gibt es den 435 Kilometer langen Confederation Trail zum Radeln oder Wandern durch Dörfer und Landschaften, geführte Touren mit Prince Edward Tours (zum Beispiel eine vierstündige Island-Drive-Rundfahrt) oder Bootstouren zur Walbeobachtung. Die Küche ist ein weiterer Magnet: Als „Canada's Food Island“ bietet Prince Edward Island frischen Hummer, Muscheln, Kartoffeln und Cows-Eiscreme, die in Restaurants von Charlottetown bis zu den akadischen Dörfern im Westen serviert werden. Auch indigene Mi’kmaq-Kultur kommt zu Wort, etwa bei Powwows auf Lennox Island oder in Museen. Im Winter und Frühling (Oktober bis Mai) wird es ruhiger und günstiger, mit Fokus auf Indoor-Aktivitäten wie Skifahren, Eislaufen oder Weihnachtsmärkten, doch viele Dienste schließen außerhalb der Hochsaison.
Die Unterbringungsmöglichkeiten auf P.E.I. sind vielfältig und passen sich jedem Budget und Stil an, mit über 1.000 lizenzierten Einrichtungen, die den strengen Canada Select 5-Sterne-Standards entsprechen und auf Hygiene sowie Gastfreundschaft achten. In Charlottetown dominieren Hotels wie das elegante Holman Grand Hotel mit Spa und Theater-Nähe (ab 150 CAD/Nacht) oder das moderne Quality Inn & Suites Downtown (ab 130 CAD), ideal für Stadtliebhaber mit Familienzimmern und Frühstück. Für Luxus und Romantik eignen sich Boutique-Inns wie das 5-Sterne Barachois Inn in der Nähe der North Shore, mit viktorianischen Suiten, Panoramablicken und Gärten (ab 250 CAD), oder Dalvay by the Sea im Nationalpark, ein historisches Herrenhaus mit Cottages, Kaminzimmern und Strandzugang (ab 300 CAD, gewählt als eines der Top-10-romantischen Plätze Kanadas).
Die Budgetoptionen starten bei Motels wie dem North Rustico Motel & Cottages (ab 100 CAD) oder dem Traveller's Inn (ab 80 CAD), oft mit Küchenzeile und Nähe zu Anne-Attraktionen. Cottages und Ferienhäuser – über 300 Angebote – sind ein Hit für Selbstversorger: Von rustikalen Blue Spruces Cottages in Cavendish (ab 200 CAD für 4 Personen) bis zu glamping-ähnlichen Wild Pines Cabins oder dem neuen Blackbush Beach Resort (seit 2024, ab 150 CAD), das direkten Strandzugang bietet. Im Osten locken Strandmotels wie das North Lake Beach Motel (ab 120 CAD), während der Westen akadische B&Bs wie das Come From Away B&B in Évangéline (ab 140 CAD) mit Hausmannskost anbietet. Einzigartige Highlights sind das rotierende Rotating House in North Rustico (weltweit einziges drehbares B&B mit Ozeanblick, ab 250 CAD) oder der West Point Lighthouse Inn, Kanadas erster Leuchtturm-Inn mit Sonnenuntergängen (ab 180 CAD). Für Gruppen oder Konferenzen gibt es die UPEI-Residenzen in Charlottetown mit Apartment-Suiten (ab 120 CAD, inklusive Küche).
Literatur
grokipedia =
wikipedia =
wikitravel =
wikivoyage =
Reiseberichte
Prince Edward Island =
Videos
Prince Edward Island via drone =
Atlas
Prince Edward Island, openstreetmap =
Prince Edward Island, ADAC =)
Prince Edward Island, Satellit =
Reiseangebote
Prince Edward Island Tourismus =
Prince Edward Island, Studienreise =
Forum
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