Texel (Tessel)

Aus Insularium
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Texel ist die größte friesische Insel der Niederlande. Durch die kllerheiligenflut des Jahres 1170 entstanden, bildet sie seit der Sytadterhebung 1415 ein gleichsam eigenständiges Territorium im Herzen des niederländischen Handelsimperiums.

Inselsteckbrief
offizieller Name Texel (niederländisch), Tessel (westfriesisch)
alternative Bezeichnungen Tesla, Thesla (772/76), pagus Tysele (9. Jahrhundert), insulae Texlae, Tlex sowie Texle (918 und 948), Texla (985), Tessele (1309)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart Wattinsel
Gewässer Nordsee (Noordzee) und Wattenmeer (Waddenzee)
Inselgruppe Westfriesische Inseln (Nederlandse Waddeneilanden)
politische Zugehörigkeit Staat: Niederlande (Koninkrijk der Nederlanden)
Provinz: Nord-Holland (Provincie Noord-Holland)
Gliederung 2 lander (Länder)
9 dorpen (Dörfer)
24 buurtschappen (Ortsteile)
Status Inselgemeinde (eilandgemeente)
Koordinaten 53°05‘ N, 4°49 O
Entfernung zur nächsten Insel 1,5 km (Noorderhaaks), 2,4 km (Vlieland)
Entfernung zum Festland 2,3 km (Den Helder / Nord-Holland)
Fläche 169,82 km² / 65,57 mi² (Landfläche 167,26 km² / 64,58 mi², mit Flutbereich 463,29 km² / 178,88 mi², mit Meeresanteil 585,96 km² / 226,24 mi²)
geschütztes Gebiet 43 km² / 16,6 mi² (25,3 %)
maximale Länge 23,7 km (NNO-SSW)
maximale Breite 9,6 km (WNW-OSO)
Küstenlänge 62 km
tiefste Stelle 0 m (Nordsee)
höchste Stelle 24,8 m (Seetingsnol)
relative Höhe 24,8 m
mittlere Höhe 3,5 m
maximaler Tidenhub 1,7 bis 2,3 m (Den Burg 1,72 m)
Zeitzone MEZ (Midden-Europese Tijd / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)

UTC plus 19 bis 20 Minuten

Realzeit UTC plus 19 bis 20 Minuten
Einwohnerzahl 13.846 (2025)
Dichte (Einwohner pro km²) 81,53
Inselzentrum Den Burg


Name

Höchstwahrscheinlich leitet sich der Name Texel, gesprochen [ˈtɛsəl], friesisch Tessel, von dem germanischen Wort tehswa ab, das „rechts“ oder „südlich“ bedeutet. Texel verdankt dies wahrscheinlich seiner Lage als südlichste Wattenmeerinsel. Andere, weniger wahrscheinliche Wörter, von denen sich der Name ableiten könnte, sind das germanische þehslô, das altnordische þexla oder das frühneuzeitliche niederländische dissel. Letzteres würde sich auf eine „Axt“ oder „etwas, das wie eine Axt geformt ist“, beziehen. Ein anderer Ursprung könnte altfriesisch to- „zer-“ und sla „schlagen“ sein.

Der Name wird gewöhnlich als Tessel ausgesprochen, die Einwohner als Tesselaars. Daneben wird der Name der Insel aber auch (oft von Nicht-Einwohnern) als Teksel ausgesprochen. Die Aussprachen Tessel und Teksel werden also nebeneinander verwendet. Die Aussprache Tessel ist auf ein Lautgesetz zurückzuführen, das einst den Konsonantencluster -ks-, der in der ursprünglichen friesischen Schreibweise von Texel noch als „x“ verwendet wurde, im Niederländischen auf -s- reduzierte. Dieses Lautgesetz ist zum Beispiel auch in den Wörtern vos (friesisch foks) und wissel (friesisch wiksel) aufgetreten.

Die Schreibweise des Inselnamens hat sich im Lauf der Jahrhunderte verändert: Tesla (772 oder 776), Thesla (772 oder 776), pagus Tysele (wahrscheinlich zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts), insulae Texlae, Tlex sowie Texle (918 und 948), Texla (985), Tessele (1309) sowie schließlich Texel (1573) und Tessel (1883).

  • international:  Texel
  • amharisch:  ተኬሰል [Täkäsäl]
  • arabisch:  تكسل‎  [Teksel]
  • armenisch:  Տեքսել [Teksel]
  • bengalisch:  টেক্সেল [Teeksl]
  • birmanisch:  က္ဆယ် [Tatsel]
  • bulgarisch:  Тексел [Teksel]
  • chinesisch:  特克塞尔 [Tèksēi’ěr]
  • friesisch:  Tessel
  • georgisch:  ტექსელ [Teksel]
  • griechisch:  Τεξελ [Texel]
  • gudscheratisch:  ટેક્સેલ [Ţaekasal]
  • hebräisch:  טקסל  [Teksal]
  • hindi:  टेक्सल [Teksl]
  • japanisch:  テクセル [Tekuseru)]
  • kambodschanisch:  ធិចសែល [Thiksæl], តិចសែល [Tiksæl]
  • kanaresisch:
  • kasachisch:  Тексел [Teksel]
  • koreanisch:  텍셀 [Teksel]
  • laotisch:  ເທັກເຊວ [Thek-sew]
  • lateinisch:  Insula Texlae
  • lettisch:  Tekselis
  • litauisch:  Tekselis
  • makedonisch:  Тексел [Teksel]
  • malayalam:
  • maldivisch:  ޓެކެލ [Techel]
  • niedersächsisch:  Tessel
  • pandschabisch:
  • paschtunisch:
  • persisch:  تكسل‎  [Teksel]
  • russisch:  Тексел [Teksel]
  • serbisch:  Тексел [Teksel]
  • singhalesisch:  ටෙක්සල් [Ţeksal]
  • tamilisch:  டெக்செல் [Ţekcel]
  • thai:  เท็กเซล [Theksen]
  • tibetisch:
  • ukrainisch:  Тексел [Teksel]
  • urdu:  تكسل‎  [Teksel]
  • weißrussisch:  Тексел [Teksel]


Offizieller Name: Texel

  • Bezeichnung der Bewohner:  Texelaars (Texeler)
  • adjektivisch: texels (texelisch)


Kürzel:

  • Code:  TX / TEX
  • Kfz:  -
  • CBS-Code:  0448
  • ISO-Code:  NL.NH.TX

Lage

Texel ist die westlichste der friesischen Inseln im Nordwesten der Niederlande auf durchschnittlich 53°05‘ n.B. und 4°49‘ ö.L.. Texel ist nur 3 km von holländischen Festland und 4 km von der nächsten Insel Vlieland entfernt.


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  53°11‘21“ n.B. (Eierlandsegat)
  • südlichster Punkt:  52°59‘02“ n.B. (De Hors)
  • östlichster Punkt:  4°42‘54“ ö.L. (Bolle Kamer)
  • westlichster Punkt:  4°55‘17“ ö.L. (De Schorren)

Entfernungen:

  • Holländisches Festland bei Den Helder  2,3 km
  • Vlieland / Westfriesische Inseln (Vliehors)  2,4 km
  • Terschelling / Westfriesische Inseln (Noordvaarder)  27 km
  • Friesland (Cornwerd)  31 km
  • Borkum / Ostfriesische Inseln  128 km
  • England (Caister-on-Sea)  204 km
  • Belgien (Knocke Heist)  205 km
  • Helgoland  227 km
  • Rømø / Dänemark (Havsand)  316 km

Zeitzone

Auf Texel gilt wie in den Niederlanden die Midden-Europese Tijd bzw. Central European Time (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt MET bzw. CET (MEZ). Von Ende April bis Ende Oktober gilt die um eine Stunde vorgestellte Midden-Europese Zomertijd bzw. Central European Summer Time (Mitteleuropäische Sommerzeit), kurz MEZT bzw. CEST (MESZ) Die Realzeit liegt um 19 bis 20 Minuten vor der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Texel hat eine Fläche von 169,82 km² bzw. 65,57 mi², nach alten Messungen 164,52 km², von  denen 2,56 km² auf Binnengewässer entfallen, was eine Landfläche von 167,26 km² bzw. mi² ergibt. Mit Flutbereich kommt sie auf 463,29 km² bzw. 178,88 mi², den Meeresanteil noch dazugerechnet auf 585,96 km². Von Nordnordost nach Südsüdwest durchmisst die Insel zwischen Eijerlandse Gat und De hors 23,7 km bei einer maximalen Breite zwischen De Koog und Waagejot von 9,6 km. Die Küste ist insgesamt 62 km lang, der maximale Tidenhub beträgt 1,7 bis 2,3 m, bei Den Burg 1,72 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 3,5 m, die höchste Stelle am Seetingsnol bei 24,8 m.


Flächenaufteilung 2005:

  • Agrarland 102,95 km² (63,6 %)
  • Wald und Sträucher  46,56 km² (28,8 %)
  • Wiesen und Dünen  12,57 km² (7,4 %)
  • Parkland  4,62 km² (2,9 %)
  • Verbautes Gelände  3,12 km² (1,8 %)
  • Gewässer  2,56 km² (1,2 %)

Geologie

Der Hoge Berg ist durch eiszeitliche Geschiebelehmaufschüttungen, über die sich mehrere Schichten Decksand ablagerten, vor rund 130.000 Jahren entstanden. Sein höchster Punkt abseits der Dünen beträgt 15,3 m. Seit 1968 steht das Gebiet um den Hoge Berg unter Landschaftsschutz. Die Wiesen um den Hoge Berg sind von der Staatsforstverwaltung an Landwirte verpachtet.

Das einzige Insektenschutzgebiet der Niederlande, De Zandkuil (Sandmulde), befindet sich auf dem Hoge Berg. Es ist eine alte Sand- und Lehmgrube. Begünstigt wird die Insektenvielfalt durch die sonnige Lage der Grube, in der der Sand sehr warm werden kann. Man findet seltene Grabwespen- und Bienenarten. Durch vorsichtiges Plaggen und Mähen unterhält die Staatsforstverwaltung das Insektenreservat.

Die Texeler Dünen sind in ihrer heutigen Form großenteils durch menschlichen Einfluss entstanden: entlang der Eindeichungen sammeln sich durch den Wind aus Meeresrichtung Sandanhäufungen, auf denen sich dann Binsenquecke und Strand-Salzmiere niederlassen und ihnen Festigung geben. Sammelt sich anschließend Regenwasser, siedelt sich der Strandhafer an. Inzwischen gibt es hinter diesen jungen, seewärtigen Dünen einen je nach Küstenabschnitt unterschiedlich breiten älteren Dünengürtel, der stärker, bis hin zu Heide und Wäldern, bewachsen ist. Das Dünengebiet steht unter Naturschutz, es gibt aber viele Rad- und Wanderwege.

Weitere Dünenbildung findet man gegenwärtig auf Texel nur auf De Hors, bei De Slufter und in der Nähe des Leuchtturms. Um Dünenschwund zu verhindern, führt man andernorts künstlich Sand zu und baut Längsbuhnen.

Landschaft

Texel gehört zur Kette der Westfriesischen Inseln, die sich entlang der friesischen und nordholländischen Küste ziehen. Ihr nördlicher Nachbar ist Vlieland, südwestlich liegt nur noch die kleine unbewohnte Sandbank Noorderhaaks, von Texel durch das enge Seegatt Molengat getrennt. Im Gegensatz zu den übrigen Inseln, deren Längsachse eher in Ost-West-Richtung zeigt, ist Texel nord-südlich orientiert, sodass die Westküste an der offenen Nordsee, die Ostküste am Wattenmeer liegt. Auf dem Festland liegen ihr der Hafen von Den Helder auf der südlichen Seite des Marsdieps und der Abschlussdeich, der das IJsselmeer von der Nordsee trennt, gegenüber.

Wenn man es genau nimmt, dann lässt sich Texel zwar als Watteninsel kategorisieren, nicht aber als westfriesische Insel aufgrund der Zugehörigkeit zu Nordholland. Ebenso unterscheidet sich die Entstehung der Insel Texel von der der anderen Watteninseln. Sind Letztere das Produkt wandernder Dünen im Watt, so ist Texel ein verwittertes Überbleibsel aus eiszeitlichen Geestablagerungen, ein Stück Geschiebemergel in der See. Der Hoge Berg bei Oudeschild (15 m) ist ein Relikt aus der Entstehungsepoche und keine Düne.

Die Landschaft der Insel ist sehr vielfältig („ganz Holland auf einer Insel“) und gliedert sich grob in drei Zonen. Die Westküste ist geprägt vom direkten Kontakt zur offenen Nordsee. Von der Nord- bis zur Südspitze zieht sich ein ca. 30 km langer Sandstrand mit einem mehrkettigen Dünengürtel dahinter. Dieser ist im Norden recht breit, wenn auch stellenweise durchbrochen (De Muy und De Slufter), in der Mitte deutlich schmaler und im Süden wieder sehr breit. Die jeweils seewärtigen Dünen sind dabei noch offene Weißdünen, die hinteren bewachsene Grau- und Braundünen, die teils in Heide- und südlich von De Koog Waldlandschaften übergehen. An der Südspitze gibt es dann ein mehrere Kilometer breites Sand- und Dünengebiet, De Hors.

Dagegen hat die Ostküste nur Kontakt mit dem ruhigeren Wattenmeer und so keine besonders ausgeprägten natürlichen Strukturen, ist allerdings großenteils mit Deichen bebaut. Hier gibt es nur kleinere Sand- und Kiesstrände unterhalb der Deiche.

Zwischen den beiden Küsten liegt das Binnenland der Insel, das bis auf die Region um den Hoge Berg sehr flach ist und großenteils aus Einpolderungen entstand. Es ist durch Nutzung für Felder und Weideflächen geprägt. In der Mitte der Insel befindet sich ein Feuchtgebiet, der Rommelpot.

Der Noorderhaaks (friesisch Noarderheaks), auch Razende Bol genannt, ist eine Sandbank („Plate“) mit einer Fläche von rund 5 km², die durch die Gezeitenströme zwischen der Nordsee und der Insel Texel entstanden ist. Das bei Ebbe aus dem Marsdiep, der Meerenge zwischen Texel und Den Helder, strömende Wasser trifft auf die steigende Flut aus der Nordsee, die beiden Strömungen neutralisieren sich, und der Sand im Nordseewasser sinkt ab. Sandplaten dieser Art wandern langsam in Richtung des Flutstroms. Vor etwa einem Jahrhundert lag an der Stelle des heutigen Noorderhaaks eine andere Sandplate, Onrust, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts an das Südende von Texel anschloss.

Mit einer Geschwindigkeit von 100 Metern pro Jahr bewegt sich der Noorderhaaks in Richtung Molengat (die etwa 650 m breite Durchfahrt zwischen Texel und Noorderhaaks) und Marsdiep, aber es ist nicht sicher, ob er sich – ohne menschliche Intervention – ebenfalls an Texel anschließen wird. Die Strömung im Molengat ist noch immer ziemlich stark, und der Abstand zwischen Texel und dem Noorderhaaks ist in den letzten Jahren nicht geringer geworden. Es scheint daher eher wahrscheinlich, dass der Noorderhaaks sich entlang der Küste Texels in nördlicher Richtung ausbreiten wird.

Die höher gelegenen Bereiche der Sandbank werden nur noch bei Sturmfluten überflutet. Wegen der Ruhe sind auf dem Noorderhaaks Seehunde, Kegelrobben und Vögel ständige Gäste. Die Sandbank ist allerdings auch Übungsgebiet der niederländischen Streitkräfte. Seit 2006 ist ein Teil der Sandplate zeitweise für die Öffentlichkeit gesperrt, um insbesondere die etwa 120 dort ruhenden Kegelrobben nicht zu stören. Ebenso wurden die winterlichen Schießübungen der Marine gestoppt, um die Kegelrobben mit ihren Jungen nicht zu beeinträchtigen.

Der Noorderhaaks und der weiter südlich gelegene Zuiderhaaks bilden zusammen den sog. Haaksgronden. Sie sind auch wasserwirtschaftlich bislang unberührt und nicht Teil des Küstenschutzes, was in den Niederlanden ungewöhnlich ist.

Um Texel gegen Erosion zu schützen und die hohen Kosten der jährlichen Sandaufspülungen an der Südspitze der Insel einzusparen (jährlich etwa 4,5 Millionen Euro), schlug die Landschaftsarchitektin Lieneke van Campen (* 1973) in ihrer Abschlussarbeit an der Akademie für Architektur Amsterdam im Jahre 2005 vor, den Noorderhaaks in zwei Teile zu zerteilen. Durch seinen nördlichen Ausläufer würde mit Cutterbaggern eine sieben Meter tiefe Rinne gegraben, und der dadurch gewonnene Sand würde an der Nordseite der neuen Rinne aufgeschichtet, bis zu einer Höhe von etwa 15 Metern. Der südliche, größere Teil des Noorderhaaks würde verhältnismäßig stabil in seiner jetzigen Lage verharren, während das abgetrennte nördliche Stück, erhöht mit dem Sand aus der Rinne, sich im Laufe von etwa 20 Jahren durch Winderosion und weitere Sandablagerungen an Texel anschließen würde.

Das Marsdiep ist eine etwa 4 km breite Meerenge bzw. ein Seegatt zwischen der Insel Texel und dem Ort Den Helder auf dem niederländischen Festland. Es ist die Verbindung zwischen Nordsee und Zuiderzee und die südlichste und westlichste Verbindung zwischen der Nordsee und dem Nordsee-Wattenmeer. Das Marsdiep war geschichtlich von großer Bedeutung, da der gesamte Schiffsverkehr der wichtigen holländischen Häfen Amsterdam, Enkhuizen und Hoorn durch das Marsdiep ging. Seit napoleonischer Zeit ist Den Helder auf Grund dieser strategisch wichtigen Lage Stützpunkt der Königlich Niederländischen Marine.

Man nimmt an, dass das Marsdiep als Seegatt durch die Allerheiligenflut von 1170 geschaffen wurde, als die Nordsee zwischen Texel und Den Helder durchbrach und Texel zur Insel machte. Zuvor war es ein kleiner Fluss, der „Maresdeop“ (von mare „Meer“ und deop „tief“), der in das ehemalige Wieringermeer mündete. Im Laufe der Zeit seit 1170 wanderte das Marsdiep allmählich weiter nach Süden. Die Mündung auf der Nordseeseite wird durch die vorgelagerte, aber mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 Metern pro Jahr immer näher rückende große Sandbank Noorderhaaks in zwei Zweige geteilt: zwischen Noorderhaaks und Texel verläuft das Molengat, während der südliche Zweig zwischen dem Noorderhaaks und dem alten Walfängerdorf Huisduinen aus dem Breewijd, dem Schulpengat und dem Westgat besteht.

Die Gezeitenströmung macht das Marsdiep jeden Tag stundenweise zu einem reißenden Fluss, wenn das aus- oder einströmende Wasser eine Geschwindigkeit von 5 bis 7 Knoten erreicht. Diese regelmäßig wiederkehrende und starke Strömung sorgt dafür, dass das Marsdiep nicht versandet oder verschlickt, sondern recht tief ist: nordwestlich von Den Helder ist es 45 Meter tief.

Für Fischer und Wassersportler ist das Marsdiep ein Paradies. Windsurfer finden bei westlichen Winden und ablaufendem Wasser ausgezeichnete Bedingungen vor: da sich bei Ebbe das zurückziehende Wasser aus dem Wattenmeer durch das Marsdiep zwängen muss, kommt es hier zu einer starken, auf die offene See hinausziehenden Strömung, und der Westwind erzeugt dabei kurze, steile Wellen, die exzellente Abheberampen darstellen.

Das Marsdiep wird von 6:00 bis 21:30 Uhr stündlich, während der Hauptverkehrszeiten halbstündlich von zwei Autofähren der TESO (Texels Eigen Stoomboot Onderneming) in 20-minütiger Fahrt zwischen Den Helder und dem kleinen Fischerdorf ’t Horntje am Südende von Texel überquert. Das Royal Netherlands Institute for Sea Research (NIOZ) (Königlich-Niederländisches Institut für Meeresforschung) hat seinen Sitz am Fährhafen in 't Horntje.

Im Mai 2007 ließ sich ein verirrter Buckelwal im Marsdiep die Garnelen schmecken, ehe er wieder ins offene Meer schwamm. Am 20. August 2008 endete die zweite und letzte Etappe des internationalen Segelklassikers „Tall Ships’ Races“ in Den Helder. Die Teilnehmer, unter ihnen fast alle Segelschulschiffe Europas, kamen aus Bergen, blieben drei Tage in Den Helder, und veranstalteten dann am 23. August ihre imposante „Parade of Sail“ auf dem Marsdiep.

Das Molengat ist eine etwa 650 Meter breite Meeresrinne, ein Seegatt, zwischen der Insel Texel und der dieser südwestlich vorgelagerten Sandbank Noorderhaaks nordwestlich von Den Helder in der niederländischen Provinz Nordholland. Der schiffbare Teil des Molengats ist rund 400 Meter breit, aber nur Schiffe mit geringem Tiefgang, wie Fischerschiffe und Rettungsboote, können das Molengat passieren. Diese Verbindung aus dem Marsdiep in die Nordsee ist wesentlich kürzer als der Weg südlich um den Noorderhaaks herum und wird daher viel genutzt.

Obwohl der Noorderhaaks mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 Metern pro Jahr in Richtung Marsdiep und Molengat wandert, ist nicht sicher, ob er sich letzten Endes ebenso an Texel anschließen wird, wie es die Sandplatte Onrust gegen Ende des 19. Jahrhunderts tat. Die Strömung im Molengat ist noch immer ziemlich stark und der Abstand zwischen der Insel und der Sandplate ist in den letzten Jahren nicht geringer geworden. Es scheint daher eher wahrscheinlich, dass der Noorderhaaks sich vor der Inselküste in nördlicher Richtung ausbreiten wird.

Allerdings wurde im Jahre 2005 ein Vorschlag veröffentlicht, der das Molengat über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren verschwinden lassen würde. Um Texel gegen Erosion zu schützen und die hohen Kosten der jährlichen Sandaufspülungen an der Südspitze der Insel einzusparen (jährlich etwa 4,5 Million Euro), schlug die Landschaftsarchitektin Lieneke van Campen (geboren 1973) in ihrer Abschlussarbeit an der Akademie für Architektur Amsterdam im Jahre 2005 vor, den Noorderhaaks in zwei Teile zu zerschneiden. Durch seinen nördlichen Ausläufer würde mit Cutterbaggern eine sieben Meter tiefen Rinne ausgegraben, und der dadurch gewonnenen Sand würde an der Nordseite der neuen Rinne aufgeschichtet, bis zu einer Höhe von etwa 15 Metern. Der südliche, größere Teil des Noorderhaaks würde verhältnismäßig stabil in seiner jetzigen Lage verharren, und die bisher durch das Molengat fließenden Ebbe- und Flutströmungen würden zunehmend durch die neu ausgebaggerte Rinne fließen. Das abgetrennte nördliche Stück des Noorderhaaks, erhöht mit dem Sand aus der Rinne, würde im Laufe von etwa 20 Jahren durch Winderosion und weitere Sandablagerungen das Molengat schließen und sich dann an Texel anschließen.


Erhebungen

  • Seetingsnol  24,8 m
  • Bertusnol  19.6 m
  • Hoge Berg  15,3 m

See

  • De Horsmeertjes  0,4 km²

Fluss

  • Ooster Floot  11 km

Flora und Fauna

Texel bietet eine große Artenvielfalt mit charakteristischer Dünen-, Heide- und Salzwiesenflora, Millionen von wilden Orchideen und einer reichen Fauna aus über 300 Vogelarten, Kaninchen, Hasen, Hermelinen, zahlreichen Amphibien sowie Seehunden und vielen weiteren Tieren.

Flora

Durch das eindringende Salzwasser wächst auf der Insel viel Strandflieder, der in den Monaten Juli und August für eine weitflächige violette Färbung des Gebietes verantwortlich ist, sowie Strand-, Grasnelke und Queller. Diese Pflanzen sind auf den salzigen, regelmäßig überschwemmten Wiesen der Naturgebiete De Slufter, Mokbaai und Schorren weit verbreitet.

Texel ist bekannt für eine große Vielfalt und Menge an wilden Orchideen, die vor allem in Naturschutzgebieten auf ungedüngten Böden wachsen. Besonders häufig sind das gefleckte Knabenkraut und das lilafarbene kleine Knabenkraut.

In den Dünen finden sich Gewöhnlicher Strandhafer, Stranddistel, Meersenf, Krähenbeere, Tüpfelfarn und Heide. Die Vegetation variiert je nach Alter und Standort der Dünen. Auf den Wiesen wachsen beispielweise Weidelgras, Klappertopf und Rundblättrige Glockenblume. Im Kulturland sind auch seltene Wildpflanzen wie wilde Orchideen zu finden. Schneeglöckchen wurden ab den 1950er Jahren als Kulturpflanze eingeführt und sind heute in Wäldern auf Texel zahlreich anzutreffen.

Fauna

Texel ist eine wichtige Vogelinsel mit über 300 Vogelarten. Besonders bekannt sind die größte Löffler-Kolonie Westeuropas, Seeadler sowie zahlreiche Zugvögel, die auf ihrem Flug über die Nordsee Texel als Rastplatz nutzen (Pfeif- und Spießenten, Stelzläufer und Regenpfeiferarten, Drosselarten, Mönchsgrasmücken und viele mehr) oder hier brüten (Löffler, Kiebitz, Uferschnepfe).

Texelschaf (Texelaar) ist eine 1909 auf der Insel gezüchtete Schafrasse, die für Fleisch und Wolle geschätzt wird und auf Texel in großer Zahl lebt. Im Wattenmeer rund um Texel finden sich Seehunde und Kegelrobben in großer Zahl. Die Sandbänke vor der Küste sind wichtige Ruhestätten. Deneben gibt es einige kleinere Säugetiere wie Kaninchen, Hasen, Igel und Hermeline auf der Insel. In den Dünen und Naturschutzgebieten leben zudem verschiedene Amphibien, Fledermäuse sowie seltene Vogelarten wie Zwergseeschwalbe und Sumpfohreule.

Naturschutz

Der Nationalpark Duinen van Texel ist einer von derzeit 19 niederländischen Nationalparks. Er wurde im Jahr 2002 gegründet und hat eine Fläche von etwa 43 km². Der Nationalpark erstreckt sich über die ganze Westküste von Texel und hat eine Länge von etwa 22 km bei einer maximalen Breite von 4 km im Süden und Norden. An der schmalsten Stelle bei der Ortschaft De Koog ist er hingegen nur wenige hundert Meter breit. Die höchsten Dünen erreichen eine Höhe von fast 25 m.

Das Landschaftsbild besteht überwiegend aus dem Dünengürtel der Insel, es gibt aber auch Wälder, Strand-, Heide- und Wasserflächen sowie Priele (De Slufter). Entsprechend vielfältig ist die maritim geprägte Fauna und Flora des Nationalparks.

Das Gebiet Duinen en Lage Land Texel mit etwa 41 km² gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 und überschneidet sich größtenteils mit dem Nationalpark. Insgesamt machen die Naturschutzgebiete rund ein Drittel der Gesamtfläche von Texel aus.

Nördlich von De Koog befinden sich die Naturreservate De Muy und De Slufter. Während eines schweren Sturmes 1851 brach die See durch die Dünenkette. Der südlichere Durchbruch, der Muy, konnte wieder abgedichtet werden und besteht somit heutzutage nur aus Feuchttälern zwischen den Dünenketten, die allerdings bereits ein wertvolles Naturgebiet bilden. Die Versuche, das Sluftergat (Durchbruch am Slufter) abzudichten, verliefen ergebnislos, sodass hier eine weite Ebene zwischen den Dünenketten zum Meer hin offen ist. Es gibt einen dauerhaft mit Wasser gefüllten zentralen Einbruch sowie viele Nebenpriele. Der Wasserstand ist stark gezeiten- und jahreszeitabhängig, teilweise stehen große Flächen unter Wasser.

Klima

Texel hat ein ozeanisches Klima - nach Köppen kategorisiert als Cfb -, das stark durch die küstennahe Lage beeinflusst wird. Die durchschnittliche jährliche Temperaturschwankung liegt zwischen 5°C (41°F) und 21°C (70°F). Während die Winter ähnlich wie auf dem Festland sind, bleiben die Sommer kühler. Aufgrund der relativen Nähe zum Festland sind auf Texel immer noch Hitzeschübe möglich: In fünf Monaten wurden Temperaturen von über 30°C gemessen. Obwohl es auf der Insel relativ viel regnet, sind die Niederschläge im Allgemeinen recht gleichmäßig und mäßig über den größten Teil des Jahres verteilt, obwohl es im späten Frühjahr eine Trockenperiode und im Herbst eine Niederschlagsspitze gibt.

Klimadaten für Den Burg (10 m, 1961 bis 1990)
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mitteltemperatur °C 2,8 2,9 5,0 7,5 11,5 14,3 16,2 16,5 14,3 11,1 6,7 4,2 9,43
Niederschlag mm 74 48 58 56 50 58 69 70 79 85 93 80 820
Niederschlagstage über 0,1 mm 20 15 18 15 16 15 15 15 17 18 20 20 204
Luftfeuchtigkeit % 85 79 78 71 68 69 69 67 73 78 81 85 75
Klimadaten für Den Burg (1991 bis 2020)
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Höchstrekord °C 13,7 14,9 20,5 27,9 31,0 31,7 34,6 33,8 32,6 24,8 17,7 15,3 34,6
Mittelmaximum °C 5,5 5,5 8,3 11,7 15,4 18,0 20,3 20,6 17,9 14,0 9,7 6,4 12,8
Mittelminimum °C 1,2 0,8 2,8 5,0 8,6 11,3 13,8 14,0 11,7 8,5 4,9 2,0 7,1
Tiefstrekord °C −18,8 −18,5 −14,5 −4,8 −2,1 1,5 5,2 5,6 3,0 −4,6 −10,8 −12,3 −18,8
Niederschlag mm 66,2 44,4 52,4 33,7 45,0 54,1 59,8 76,8 83,7 95,9 83,5 69,8 765,3
Sonnenstunden 64,1 91,1 134,8 194,2 235,2 219,0 228,2 208,2 148,0 114,2 63,1 51,0 1751,1

Mythologie

Es wird erzählt, dass auf der Insel Sommeltjes leben, Erdwichtel, die nachts lebendig werden und sich tagsüber in einen Stein verwandeln. Sie sollen in der Nähe von De Waal, auf dem Sommeltjesberg, leben. Diese freundlichen Menschen kamen nachts, um das Tafelsilber der Texelaars zu polieren. Der Glaube an Sommeltjes kam auch in Wieringen vor. Dort wurden die Erdmännchen jedoch Sammelkes genannt. Der Sommeltjespad ist eine abwechslungsreiche Mach- und Lehrroute für Kinder. Im Oktober und November wachsen an den Wegen Pilze in allen Arten und Größen.

Neben den Sommeltjes gab es auch andere übernatürliche Wesen auf der Insel, zumindest den Erzählungen nach. Kinder wurden oft mit Geschichten über die tientóóners erschreckt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass diese Tientóner gar nicht so unheimlich waren: Es waren ganz normale Menschen, Tientóner. Wirklich unheimlich war Heintje Vaar, ein Wesen, das in Gräben und Pfützen lauerte und Kinder, die dem Wasser zu nahe kamen, an den Knöcheln packte und unter Wasser zog. Dieser Heintje Vaar war ein typisches Schreckgespenst, und die Geschichten über ihn sind, in verschiedenen Formen, allgemein und daher nicht spezifisch tesselländisch.

Geschichte

Texel ist seit der Allerheiligenflut 1170 eine Insel. 1415 erhielt der Hauptort Den Burg die Stadtrechte. Seither bildet die Insel eine eigene Gemeinde.

Neolithikum

Im sogenannten Pleistozän wechselten sich Eiszeiten und wärmere Perioden ab. In einer dieser kalten Perioden - der Saale-Kaltzeit - wurden die Gebiete Twente, Süd-Drenthe, Süd-Friesland, Wieringen und Texel mit Landeis aus Skandinavien bedeckt. Der mit diesem Landeis mitgeführte Geschiebelehm wurde vom Eis gestaucht und blieb nach dem Ende der Eiszeit zurück. Der „Hoge Berg“ ist das deutlichste Beispiel für eine derartige Stauchung. In diesem Gebiet befinden sich auch viele Findlinge im Boden.

In der darauffolgenden Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit, erreichte das Eis unser Land nicht, es herrschte jedoch ein sehr raues Klima. Riesige Materialmengen zerstoben und lagerten sich auf dem Untergrund ab. In der darauffolgenden Zeit, dem Holozän, wurden die Schichten zwischen den alten Stauchungen aus Geschiebelehm und der aufgewirbelte Decksand mit Marschboden aufgefüllt. Dieser älteste Teil der heutigen Insel Texel umfasst ungefähr das Gebiet zwischen Den Hoorn, Den Burg, Hoge Berg, De Waal und Oosterend. Dieses Gebiet wird heute noch das „Oude land van Texel“ genannt.

Die ersten menschlichen Spuren stammen aus der ausgehenden Mittel- und Jungsteinzeit (-8000 bis -4500). Bei Ausgrabungen wurden Feuersteinwerkzeuge aus der Zeit um -5000 gefunden, die wahrscheinlich nicht für eine dauerhafte Besiedlung, sondern für vorübergehend anwesende Jäger bestimmt waren. Aus dem Neolithikum stammen auch einige Fragmentfunde von Steinhämmern aus der Zeit um -2000, die in der Bronzezeit gefunden wurden. (https://www.texel.net/de/ueber-texel/geschichte-von-texel/die-entstehung-texels/)

Bronze- und Eisenzeit

Während der Bronzezeit gab es wahrscheinlich erstmals eine dauerhafte Besiedlung. In Den Burg wurden Überreste von Grabhügeln aus der mittleren Bronzezeit (um -1000) gefunden. Funde aus der Eisenzeit wurden auf den Zeitraum von etwa -400 bis zum 2. Jahrhundert datiert, mit einem Höhepunkt im 2. Jahrhundert. Diese frühe Besiedlung endete um 250, wahrscheinlich aufgrund der sogenannten nachrömischen Transgression, als der Meeresspiegel anstieg.

Früh- und Hochmittelalter

Im 6. Jahrhundert wurde die Besiedlung der höher gelegenen Gebiete wieder möglich. Aus der merowingisch-fränkischen Zeit, um 600 bis 650, stammt ein Urnenfriedhof, der in der Nähe von Den Burg gefunden wurde.

Der Name Texel findet sich bereits in der historischen Gouw Texla, im frühen Mittelalter eine Gouw in Friesland westlich der Vlie. Sie wird bereits im achten Jahrhundert als pagus Tyesle, Thesla (Südland) erwähnt. Es wurde wahrscheinlich von der Vlie im Osten und dem Marsdiep im Südwesten begrenzt. Zu dieser Zeit war die Vlie ein schiffbarer Kanal, der den See Flevoland mit der Nordsee verband, während das Marsdiep nur ein Bach war, der durch eine Öffnung in der Dünenreihe ins Meer floss.

Holland wurde ab dem 11. Jahrhundert von Pionieren urbar gemacht, die Deiche anlegten und Gräben aushoben, um die Wildnis zu entwässern. Um Westfriesland herum wurde ein Ringdeich gebaut, während der nördlichste Teil ein wasserreiches Moorgebiet mit Wiesen, Wäldern und feuchtem Heu war, das sich bis zur Vlie erstreckte.

Im 13. Jahrhundert bestand Texel nur aus Geschiebelehmaufschüttungen um den Hoge Berg. Diese Böden waren häufig von Prielen durchzogen, während niedriger gelegene Flächen regelmäßig überschwemmt wurden. Abgetrennt davon befand sich ursprünglich im Norden die kleine Insel Eierland. Im Jahr 1415 erhielt Texel Stadtrechte.

Spätmittelalter

Die Allerheiligenflut 1170 durchbrach die holländische Küste südlich der heutigen Insel Texel, trennte sowohl Texel als auch Wieringen vom Festland und erweiterte die von einer früheren Sturmflut herrührende Zuiderzee. Zwischen Texel und Wieringen riss die Flut so viel Moor aus dem „Moerwaard“, dem Sumpfmoor zwischen Wieringen und Texel, in die Nordsee, dass aus einem Moorfluss das Seegatt Marsdiep entstand und die beiden Inseln voneinander getrennt wurden.

Infolge von Landgewinnung und Entwässerung war das Land im Laufe der Zeit zusammengebrochen und hatte sich abgesenkt. Eine vorübergehende Erwärmung des Klimas führte zu stärkeren Wetterextremen und machte das eingebrochene Land verwundbar. Die katastrophale Überschwemmung, bei der Tausende von Menschen ums Leben kamen, veränderte die nordholländische Landschaft dramatisch. Während dieser Flut entstanden auch die Inseln Wieringen und Vlieland, das heutige Marsdiep als Meeresströmung sowie das heutige Wattenmeer und die ehemalige Zuiderzee. Erneut verwüstet wurde die Insel 1296 durch die Luciaflut.

Westfriesland, zu dem auch Texel gehörte, wurde im 13. Jahrhundert von Graf Floris V. von Holland unterworfen. Die Rechte und Freiheiten von Texel wurden in einem Manifest festgehalten. Gleichzeitig wurde die Insel befestigt. 1356 wurde der Burgwall von Den Burg errichtet. 1367 nahm in Oost nimmt eine Ziegelei ihren Betrieb auf. 1398 brannte nach einem Dorfstreit Oude Hoorn nieder, in der Zeit danach entstand als neuer Ort Den Hoorn.

1415 erhielt Texel von Graf Wilhelm VI. von Holland, Seeland und Hennegau im Rahmen einer Verwaltungsreform, bei der fast die gesamte westfriesische Landschaft, darunter auch Texel und Wieringen, in irgendeiner Form das Stadtrecht erhielt, die Stadtrechte. Dieses Stadtrecht verlieh der Insel ein hohes Maß an Unabhängigkeit. Die Insel durfte einen eigenen Sheriff und Schöffen ernennen, Recht sprechen und Steuern einziehen, eigene Zölle erheben und eigene Märkte abhalten.

Bereits im 13. Jahrhundert war die Rede von einer Bucht und möglicherweise einem Ankerplatz für Schiffe, die auf günstige Winde warteten. Sie befand sich jedoch am Marsdiep, südlich des heutigen Den Hoorn, aber im Laufe des 14. Jahrhunderts wurde sie durch Verschlammung immer weniger geeignet. Die Bucht wurde trockengelegt und ist heute als De Naal bekannt. Etwas weiter südlich war in einer Bucht namens Cule oder Cuulen ein neuer Ankerplatz entstanden, aber auch diese Bucht versandete im Laufe des 15. Jahrhunderts. Danach verlagerte sich der Ankerplatz auf die Ostseite der Insel, rund um das Fahrwasser von Texelstroom. Dieser Ankerplatz erlangte größere Bedeutung als „Rede van Texel“. 14e36 wurde der Bomendiek, die Südzufahrt, trocken gelegt.

Neuzeit

Bis zum 16. Jahrhundert wurden zahlreiche Eindeichungen auf der Insel vorgenommen. Die wichtigsten waren Waal und Burg, zwischen Den Burg, De Koog und De Waal, die zunächst im Jahr 1532 und dann erneut 1617 vorgenommen wurden.

Auf Anordnung der Generalstaaten erfolgte in den Jahren 1629/30 die Anlage eines Deiches zwischen den Dünen bei De Koog und der Insel Eierland. Durch die Anpflanzung von Strandhafer wurde Flugsand festgehalten, und es entstanden neue Dünen und Priele. Dadurch wurde es möglich, an der Westseite neue Sanddünen anzulegen.

Die wachsende Sicherheit führte zum Ausbau der Inselkultur. 1719 wurde die weiße Kirche von De Koog errichtet. Die Natur schlug aber immer wieder zurück. 1780 zum Beispiel verursachte ein gewaltiger Sturm bei Oudeschild einen Deichdurchbruch.

Modernisierungsära

Mit der Eröffnung des Nordholland-Kanals im Jahr 1824 begann für Texel ein neues Zeitalter wirtschaftlicher Entfaltung. 1835 gründete der in Antwerpen geborene Nicolas Joseph De Cock zusammen mit einigen anderen Herren eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die die Salzwiesen zwischen Eierland und Texel für die landwirtschaftliche Nutzung zurückgewinnen sollte. In dem neu geschaffenen Eierland-Polder wurde 1836 auch ein Dorf gegründet, das zunächst Nieuwdorp hieß, später aber nach ihm benannt wurde: De Cocksdorp.

1843 wurde beim Wattendeich vor Oosterend durch Austernfischer ein neuer Hafen angelegt. 1846 erfolgte die Errichtung der Polders De Eendracht, im Jahr darauf wurde auch der Polder Prins Hendrick fertiggestellt. Um 1850 muss sich entlang der heutigen Küstenlinie eine geschlossene Dünenreihe befunden haben. Im Jahre 1851 brach diese Dünenreihe während einer Sturmflut an drei Stellen, dadurch entstanden De Muy und De Slufter.

1859 wurde der Hafen von Oosterend wieder aufgelassen, 1864 der Leuchtturm am Eijerlandse Gat in Betrieb genommen. Mit der Fertigstellung des Polders Het Noorden waren die Deichbauten weitgehend abgeschlossen. 1899 wurde Staatsbosbeherr gegründet, ein Verein, die sich um die Dünen und Wald auf Texel kümmerte.

1902 erfolgte die Zuschüttung des Burgwalls von Den Burg. In der Folkgezeit begann die touristische Entwicklung der Insel. Am 1. April 1908 wurde in De Koog das erste Strandhotel Texels eröffnet. Im Jahr darauf züchteten Texeler Bauern das Texelaar, eine neue Schafrasse.

Weltkriegszeit

Während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 fand vor der Küste von Texel die Schlacht vor Texel statt. Ansonsten blieb die Insel von Kriegshandlungen verschont. Nach 1918 wurde die Infvrastruktur ausgebaut. Am 26. Juni 1937 erfolgte die Eröffnung des Flugplatzes „De Vlijt“.

In der Nacht des 31. August 1940 wurden auf dem Meer nordwestlich von Texel zwei britische Zerstörer versenkt und ein dritter durch deutsche Minen schwer beschädigt, was als Texel-Katastrophe bekannt ist.

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Februar 1945, wurde das 822. georgische Bataillon auf der Insel stationiert. Dieses Bataillon, das sich aus 400 deutschen und 800 georgischen Freiwilligen (darunter zahlreiche sowjetische Kriegsgefangene) zusammensetzte, hatte den Auftrag, gegen die Alliierten vorzugehen.

Zwischen dem 4. April und dem 20. Mai 1945 – 15 Tage nach der Kapitulation der Deutschen in den Niederlanden – versuchten ursprünglich als Hilfstruppen angeworbene Georgier, die auf Texel stationiert waren, in einem Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht die Kontrolle über die Insel zu erlangen. Dies misslang jedoch, weil sie die entscheidenden Artilleriestellungen nicht erobern konnten. In den Kämpfen starben 3.000 Menschen, darunter 117 Zivilisten. Es waren die letzten Opfer des Zweiten Weltkrieges in Europa. 565 Georgier fanden auf dem Ehrenfriedhof auf dem Hoge Berg eine Ruhestätte. Jedem dieser Georgier wurde eine Rose gepflanzt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Texel zunehmend durch den Tourismus geprägt.

Moderne Zeit

Nach dem Krieg wurde Texel teilweise von den Kriegsgeschehnissen geprägt, vor allem durch die Spuren des Atlantikwalls mit Bunkern und Verteidigungsanlagen, die immer noch auf der Insel sichtbar sind. 1951 wurde EcoMare, einer Auffangstation für Seehunde, errichtet. Es war das erste Umweltschutzprojekt. 1968 folgte die Errichtung des Landschaftsschutzgebiets um den Hoge Berg. 1993 wurde ein Großteil der Sandplatte De Hors wird unter Naturschutz gestellt.

1962 verlegte man den Fährhafen von Oudeschild nach ‘t Horntje. 1975 wurde der Wattenmeerdeich begradigt. 1995 erfolgte der Bau eines 800 m langen Dammes am Eijerlandse Gat. Die Wirtschaft richtete sich unterdessen immer mehr auf den Tourismus aus, während traditionelle Einkommensquellen verloren gingen. 1987 zum Beispiel erfolgte die Schließung der Großmolkerei von Texel.

Die Corona-Zeit auf Texel war geprägt von einer Reihe von Maßnahmen, die auch den Tourismus und das tägliche Leben auf der Insel betrafen. Bereits ab März 2020 wurden erste Restriktionen und Hygienemaßnahmen gemäß den Vorgaben des niederländischen Gesundheitsinstituts RIVM erlassen. Dazu gehörten strenge Reinigungs- und Desinfektionsprotokolle in Unterkünften, kontaktlose Check-in-Verfahren, Abstandsregeln und Einschränkungen bei den öffentlichen Einrichtungen wie Restaurants und Campingplätzen. Viele Restaurants und Geschäfte nutzten Liefer- und Abholservices. Die Fahrradwege, Naturgebiete und Strände blieben jedoch oft zugänglich, mit entsprechenden Abstandsregeln. Die Fährverbindungen nach Texel waren in Betrieb. Im Lauf des Jahres 2023 wurden alle Maßnahmen aufgehoben.

Verwaltung

Texel bildet seit 1945 eine eigenständige Gemeinde (gemeente) innerhalb der Provinz Nordholland des Königreichs der Niederlande.


Herrschaftsgeschichte:

  • um -400 bis 250 friesische Stammesgemeinschaft
  • 6. Jahrhundert bis 922 Reich der Franken (Regnum Francorum)
  • 922 bis 1101 Grafschaft Friesland (Marchia Frisia bzw. Comitatus Frisia) innerhalb des Ostfränkischen, ab 962 des Heiligen Römischen Reichs (Sacrum Romanum Imperium)
  • 1101 bis 1353 Grafschaft Holland (Graafschap Holland)
  • 1353 bis 19. Juli 1425 Herzogtum Niederbayern-Straubing-Holland innerhalb des Heiligen Römischen Reichs (Sacrum Romanum Imperium)
  • 19. Juli 1425 bis 23. Dezember 1482 Burgundische Niederlande (Hertogdommen en Landen van Bourgondië)
  • 23. Dezember 1482 bis 16. Januar 1556 Burgundische Niederlande (Hertogdommen en Landen van Bourgondië) innerhalb des Erzherzogtums Österreich (rchiducatus Austriae)
  • 16. Januar 1556 bis 26. Juli 1581 Siebzehn Provinzen (de Zeventien Provinciën) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 26. Juli 1581 bis 19. Januar 1795 Republik der Vereinigten Niederlande (Republiek der Zeven Verenigde Nederlanden).
  • 19. Januar 1795 bis 1. März 1796 Republik Frankreich (République française)
  • 1. März 1796 bis 29. April 1805 Batavische Republik (Bataafse Republiek bzw. République Batave)
  • 29. April 1805 bis 9. Juni 1806 Batavische Gemeinschaft (Bataafs Gemenebest)
  • 9. Juni 1806 bis 13. Juli 1810 Königreich Holland (Koninkrijk Holland)
  • 13. Juli 1810 bis 20. November 1813 Kaiserreich Frankreich (Empire français)
  • 20. November 1813 bis 16. März 1815 Vereinigte Niederlande (Verenigde Nederlanden)
  • 16. März 1815 bis 30. April 1840 Provinz Holland (Provincie Holland) des Königreichs der Niederlande (Koninkrijk der Nederlanden)
  • 1. Mai 1840 bis 10. Mai 1940 Provinz Nord-Holland (Provincie Noord-Holland) des Königreichs der Niederlande (Koninkrijk der Nederlanden)
  • 10. Mai 1940 bis 5. Mai 1945 Reichskommissariat Niederlanden des Deutschen Reiches
  • seit 5. Mai 1945 Provinz Nord-Holland (Provincie Noord-Holland) des Königreichs der Niederlande (Koninkrijk der Nederlanden)

Legislative und Exekutive

Der Texeler Gemeinderat (Texelse gemeenteraad) besteht aus 15 Ratsleuten (raadsleden), die derzeit insgesamt 7 Franktionen abgehören. Ab 21. Januar 2016 war Michiel Uitdehaag (D66) Bürgermeister. Zu seinem Kollegium zählten die Beigeordneten Edo Kooiman (Texels Belang), Hennie Huisman-Peelen (VVD), Sander van Knippenberg (GroenLinks) sowie der Gemeindesekretär Theo van Waes.

Mit 20. Dezember 2023 wurde Mark Pol (VVD) amtierender Bürgermeister der Gemeinde. Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Edo Kooiman (Texels Belang), Hennie Huisman-Peelen (VVD), Sander van Knippenberg (GroenLinks) sowie der Gemeindesekretär Theo van Waes

Inseloberhaupt

Vorsitzender des Gemeinderats ist der Bürgermeister (burgemeester).

Burgemeesters (Bürgermeister):

  • 1816 - 1839  G.C.W. Reinbach
  • 1840 - 1864  Pieter Sijbrandsz Keijser
  • 1864 - 1889  Dirk Cornelis Loman
  • 1889 - 1891  Constant Michel Kooy
  • 1892 - 1898  Jhr. J.C.W. Strick van Linschoten
  • 1898 - 1905  Hendrik Willem de Joncheere
  • 1905 - 1911  Willem Frederik Hiddingh
  • 1911 - 1915  Egbertus Gerrit Gaarlandt
  • 1915 - 1925  H.P.A. Buysing Damsté
  • 1925 - 1 Okt 1935  W.B. Oort
  • 1935 - 22 Jan 1942  Adolf Frederik „Dolf“ (A.F.) Kamp (1905 - 1987)
  • 15 Jan 1942 - Mai 1945  Rijk de Vries NSB
  • Mai 1945 - Jan 1946  Ir. F.L.A. Maandag [amtierend bis 7 Jun 1945]
  • Jan 1946 - Sep 1950  Gerrit Dirk (G.D.) Rehorst (1902 - 1981) PvdA
  • 1 Okt 1950 - 15 Nov 1967  Cornelis „Kees“ (C.) de Koning (1904 - 1967)
  • 13 Mar 1968 - 1 Apr 1978  Willem Herman „Wim“ (W.H.) Sprenger (1913 - 1998) PvdA
  • 16 Jun 1978 - 28 Aug 1985  Johannis Adiaan „Jo“ (J.A.) Engelvaart (1927 - 2008) PvdA
  • 8 Feb 1986 - 16 Sep 1993  Antonie “Ton” (A.) Schipper (1935 - 2007) CDA
  • 1 Okt 1993 - 15 Sep 1998  Willem (W.L.F.C.) Ridder van Rappard (* 1946) VVD
  • 16 Sep 1998 - 15 Mar 1999  Jaap (J.) Gutker [amtierend] (1935 - 2022) PvdA
  • 16 Mar 1999 - 1 Okt 2009  Joke (C.J.) Geldorp-Pantekoek (* 1944) VVD
  • 20 Nov 2009 - 15 Okt 2015 Francine Christina Giskes (* 1951) D66
  • 15 Okt 2015 - Jan 2016 Rinske (R.) Kruisinga (* 1949) CDA
  • 21 Jan 2016 - 31 Mai 2023 Michiel (M.C.) Uitdehaag (* 1970) D66
  • 1 Jun - Dez 2023  Rob (R.J.) van der Zwang [amtierend] (* 1962) CDA
  • seit 20 Dez 2023  Mark (M.) Pol (* 1986) VVD

Politische Gruppierungen

Neben den niederländischen Parteien sind auf der Insel auch zwei Regionalparteien aktiv. Texels Belang setzt sich für die Interessen der Texeler Gemeinschaft ein. Die Partei besteht seit 1966 und hat derzeit drei Sitze im Gemeinderat. Texels Belang konzentriert sich auf Wohnen, Wohlbefinden und Zukunft auf Texel mit einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und sozialem Zusammenhalt.

Die PvdA Pro Texel ist ein lokaler Ableger bzw. eine Initiative der Partij van de Arbeid (PvdA) auf Texel, die sich für die Vertretung sozialdemokratischer Interessen auf der Insel einsetzt. Sie steht für eine progressive und soziale Politik, bei der soziales Wohlergehen und Chancengleichheit im Mittelpunkt stehen, speziell zugeschnitten auf die Situation und Bedürfnisse von Texel.

Die Kommunalwahlen brachten folgende Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Partij 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018 2022
Texels Belang 6 4 4 4 2 3 4 3
PvdA Pro Texel 2 2 2 2 3 3 2 3
GroenLinks 2 3 2 2 1 1 2 3
VVD 1 2 3 3 2 3 3 2
CDA 3 3 3 3 2 1 2 2
Blanco lijst - - - - - - - 1
D66 1 1 1 1 2 1 1 1
Texel 2010 - - - - 3 2 1 -
Sterk Texel - - - - - 1 - -
insgesamt 15 15 15 15 15 15 15 15

Justizwesen und Kriminalität

Das Justizwesen auf Texel ist Teil des niederländischen Rechtssystems, welches in Bezirksgerichte, Berufungsgerichte und den Obersten Gerichtshof gegliedert ist. Texel gehört zum Gerichtsbezirk Noord-Holland, wo das Bezirksgericht für grundlegende zivile, strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Verfahren zuständig ist. Für Bürger ist der Zugang zum Kantonsrichter (für leichtere Fälle und kleinere Streitwerte) relativ unkompliziert, oft ohne Anwaltspflicht. Schwerwiegende Strafsachen und Berufungen werden von höheren Instanzen außerhalb der Insel behandelt, etwa in Den Haag oder Amsterdam.

Bezüglich der Kriminalität auf Texel gibt es keine speziellen Berichte, dass die Insel wesentlich andere Kriminalitätsraten oder besondere Kriminalitätsformen aufweist als andere vergleichbare ländliche und touristische Regionen in den Niederlanden. Die Insel ist überwiegend bekannt für ihre Ruhe- und Naturnähe, mit geringeren Fällen von schweren Straftaten. Polizeiliche Aufgaben und die Strafverfolgung liegen im Verantwortungsbereich der regionalen Polizei Noord-Holland.

Flagge und Wappen

Die Gemeindeflagge besteht aus zwei horizontalen, gleich breiten Streifen, oben grün, unten schwarz. Nach Angaben des Nederlands Historisch Scheepvaartmuseum gab es diese Flagge bereits 1705. Die Farben wurden in einem Schild über dem Seiteneingang des Waisenhauses gefunden. Auf diesem Schild waren zwei Waisenkinder in grün-schwarzer Kleidung abgebildet.Diese Flagge wurde im April 1857 vom Bürgermeister und den Ratsherren an den Innenminister gemeldet und wird immer noch häufig verwendet. Offiziell angenommen am 4. Juni 1964 durch einen Gemeinderatsbeschluss.

Eine Variante ist die vierstreifige schwarz-grüne Flagge, die in dem Manuskript von Gerrit Hesman (1708) vorkommt. In mehreren Quellen seit 1711 wird von einer grün-blauen Flagge berichtet.

Die Farben Schwarz und Grün sind aus dem Stadtwappen abgeleitet, nicht aber die Farben Blau und Grün, und auch nicht die Kombination Grün-Rot, wie von Steenbergen um 1870 dokumentiert.Eine besondere „niederländische“ Variante ist die 21-streifige Flagge. Drei Quellen geben fälschlicherweise die Kombination rot - gelb - blau an. Diese Variante wird bereits 1711 erwähnt.

Das Gemeindewappen von Texel lautet: ein goldener Schild mit zwei gegenüberstehenden roten Löwen, die auf dem Wappen eines gedrehten schwarzen Ankers stehen. Der Ursprung des Wappens ist nicht bekannt, ebenso wenig wie seine Bedeutung. Der Anker im Schild geht wahrscheinlich auf die Bedeutung der Schifffahrt für die Insel zurück. Das Wappen wurde am 26. Juni 1816 vom Hohen Rat des Adels bestätigt. Allerdings wurde das Wappen bereits 1536 auf offiziellen Siegeln verwendet. (https://www.crwflags.com/FOTW/flags/nl-texel.html)

Hauptstadt

Den Burg ist das Verwaltungszentrum, der Sitz des Gemeinderates (Gemeente Texel) und das wirtschaftliche sowie kulturelle Herz der Insel. Es liegt zentral in der Mitte von Texel und dient als zentraler Knotenpunkt für Bewohner und Touristen gleichermaßen. Hier wohnt nach wie vor fast die Hälfte der gesamten Inselbevölkerung (die Gemeinde Texel zählt rund 13.900 bis 13.946 Einwohner). Diese Konzentration macht Den Burg zum mit Abstand größten und bevölkerungsreichsten Ort auf Texel und verleiht ihm einen deutlich städtischeren Charakter als den anderen Dörfern wie De Koog, Oudeschild oder Den Hoorn.

Der Name „Den Burg“ verweist auf eine historische friesische Burg (Ringwallburg oder „ringwalburg“), deren Spuren archäologische Ausgrabungen bis ins 7. Jahrhundert zurückdatieren. Vermutlich stand hier eine befestigte Siedlung, die später zerstört wurde. Der Ort entwickelte sich im Mittelalter zu einem zentralen Siedlungspunkt. Die Burghtkerk (eine evangelische Kirche) wurde um 1400 erbaut – teilweise auf den Fundamenten einer älteren romanischen Kirche aus Findlingsblöcken. Bis heute prägen enge Straßen, historische Häuser und über 60 Einzeldenkmäler den Charme des Ortskerns.

Verwaltungsgliederung

Die Gemeinde Texel (gemeente Texel) besteht aus Het Oude Land und Het Nieuwe Land sowie 9 Dörfern und 22 Bauernschaften.


Dorpen bzw. Gehuchten

  • De Cocksdorp (36,83 km²)
  • De Koog (57,16 km²)
  • De Waal (8,49 km²)
  • Den Burg (43,41 km²)
  • Den Hoorn (8,26 km²)
  • Oost (Teil von Oosterend)
  • Oosterend (9,62 km²)
  • Oudeschild (1,1 km²)
  • 't Horntje (0,33 km²)
  • Zuid-Eierland (Teil von De Cocksdorp)


Buurtschappen

  • Bargen
  • Burger Nieuwland
  • De Kuil
  • De Naal
  • De Nes
  • De Westen
  • Dijkmanshuizen
  • Driehuizen
  • Harkebuurt
  • Het Noorden
  • Midden-Eierland
  • Molenbuurt
  • Nieuweschild
  • Noord Haffel
  • Noorderbuurt
  • Ongeren
  • Oost
  • Spang
  • Spijkdorp
  • Tienhoven
  • Westergeest
  • Westermient
  • Zevenhuizen
  • Zuid Haffel


           Verwaltungseinheiten:

           2 lander (Länder)

                       9 dorpen (Dörfer)

                                   24 buurtschappen (Ortsteile)

Bevölkerung

Auf Texel wohnten mit Stand vom 1. April 2016 insgesamt 13.614 Menschen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 85 E/km², bezogen auf die Landfläche. Da das Gemeindegebiet zum größeren Teil aus Wasserfläche besteht, ist die Bevölkerungsdichte bezogen auf die Landfläche 80 E/km². Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 169,82 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1900                 6 500             38,28

           1920                 7 313             43,06

           1929                 7 378             43,45

           1936                 7 500             44,16

           1949                 8 000             47,12

           1955                10 000             58,89

           1960                10 674             62,85

           1966                11 003             64,79

           1972                11 681             68,78

           1976                12 000             70,66

           1981                12 200             71,84

           1986                12 450             73,31

           1991                12 726             74,94

           1992                12 850             75,67

           1993                12 950             76,26

           1994                13 022             76,68

           1995                13 100             77,14

           1996                13 150             77,44

           1997                13 200             77,73

           1998                13 300             78,32

           1999                13 400             79,01

           2000                13 507             79,54

           2001                13 471             79,33

           2002                13 728             80,84

           2003                13 730             80,85

           2004                13 735             80,88

           2005                13 739             80,90

           2006                13 708             80,72

           2007                13 617             80,18

           2008                13 547             79,77

           2009                13 715             80,76

           2010                13 779             81,14

           2011                13 819             81,37

           2012                13 731             80,86

           2013                13 641             80,33

           2014                13 591             80,03

           2015                13 609             80,14

           2016                13 614             80,17

           2017                13 643             80,34

           2018                13 582             79,98

           2019                13 533             79,69

           2020                13 573             79,93

           2021                13 657             80,42

           2022                13 687             80,60

           2023                13 979             82,32

           2024                13 814             81,34

           2025                13 846             81,53


Bevölkerungsaufteilung:

  • Bevölkerungszahl 2010 insgesamt  13.779
  • weiblich  6.947 (50,42 %)
  • männlich  6.832 (49,58 %)
  • unter 15jährig   2.371 (17,2 %)
  • 15 bis 64 Jahre alt  9.014 (65,4 %)
  • über 64jährig   2.394 (17,4 %)

Das Durchschnittsalter liegt bei fast 40 Jahren, die mittlere Lebenserwartung bei etwa 78,5 Jahren. Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt rund 6.000.


Haushalte:                               2005                2010

Gesamtzahl                               5 889               6 060

Personen in Haushalten          13 708             13 779

Personen pro Haushalt           2,3277             2,2738

Volksgruppen

Die Inselbevölkerung besteht überwiegend aus Niederländern, wobei es keine ausgeprägten Volksgruppen oder ethnischen Minderheiten gibt, da die Insel traditionell von Einheimischen und zugezogenen Festlandbewohnern geprägt wird. Die Dorfgemeinschaften sind eng miteinander verbunden, wobei Den Burg das größte und kulturell wichtigste Zentrum ist, gefolgt von Urlauber- und Fischerdörfern wie De Koog und Oudeschild. Kulturelle Vielfalt entsteht vor allem durch den starken Tourismus, langjährige Zugezogene und internationale Gäste, während die ursprüngliche Bevölkerung sich ihre friesisch-holländischen Traditionen bewahrt hat. Der Anteil der Ausländer betrug 2023 insgesamt 5,7 %.

Die Bevölkerungszahl ist relativ stabil, mit einer leichten Zunahme durch Zuzug (vor allem Festland-Niederländer, die auf die Insel ziehen, oft Rentner oder Familien, die Ruhe und Natur suchen). Die durchschnittliche Alterung ist hoch: Die mittlere Alter von 47,5 Jahren (2025) liegt deutlich über dem nationalen Durchschnitt, mit einem starken Anteil an über 65-Jährigen (Vergreisung durch viele Zweitwohnsitze und Ruheständler). Die Geburtenrate ist niedrig, und die Bevölkerung wächst hauptsächlich durch Migration vom Festland (Nettozuzug in den letzten Jahren rund 100 Personen pro Jahr).

Etwa 85 bis 91 % der Einwohner sind in den Niederlanden geboren und haben keine Migrationshintergrund (autochtoon). Der Anteil mit Migrationshintergrund liegt bei 14,7 bis 15 % (Stand 2025): Davon 9,3 % mit westlicher Herkunft (aus anderen EU-Ländern, Deutschland, Belgien, UK) und 5,5 % mit nicht-westlicher Herkunft (aus Suriname, Türkei, Marokko, Indonesien oder anderen Ländern). Der Ausländeranteil (nicht-niederländische Staatsangehörigkeit) ist gering und liegt bei etwa 5 bis 6 % (2023/25), hauptsächlich EU-Bürger (Deutsche, Polen, Belgier) oder wenige aus Übersee. Es gibt keine großen ethnischen Communities oder Moscheen, Synagogen etc. – die Insel ist kulturell sehr niederländisch geprägt.

Die Kernbevölkerung („Texelaars“) hat friesisch-holländische Wurzeln: Viele Familien sind seit Generationen auf der Insel ansässig, mit typisch nordholländischem Dialekt (Texels), der noch gesprochen wird (besonders in älteren Generationen). Es gibt eine starke lokale Identität: Stolz auf die Inselgeschichte (VOC-Reede, Schafzucht, Fischerei, Widerstand gegen Sturmfluten), enge Dorfgemeinschaften und Traditionen wie Ouwe Sunderklaas (Silvester-Spiel), Sommeltjes (Sagenfiguren) oder den lokalen Dialekt in Liedern und Geschichten. Die Gesellschaft ist offen, aber insular: Zugezogene („import-Texelaars“) werden integriert, oft nach Jahren als „echte Texelaar“ akzeptiert.

Im Sommer verdoppelt oder verdreifacht sich die Bevölkerung durch Tagesgäste, Urlauber und Saisonarbeiter (vor allem in Gastronomie, Landwirtschaft und Hotels). Viele Zweitwohnsitze (Ferienhäuser) gehören Festland-Niederländern oder Deutschen, was zu einer temporären Internationalisierung führt. Langfristig Zugezogene (aus Amsterdam oder dem Ruhrgebiet) bringen urbane Einflüsse, aber die Kernbevölkerung bleibt homogen niederländisch-protestantisch geprägt.

Geburtsland der Eltern 2017
Niederlande 12.189
westliche Länder 916
Marokko 11
Niederländische Antillen 28
Surinam 19
Türkei 12
andere Länder 370
Staatsangehörigkeit 2023
Niederlande 13.183
EU 356
Europa (Rest) 171
andere Länder 269

Sprachen

Ein Teil der Texelaarer spricht einen eigenen Dialekt, das Tessels oder Texels. Dieser wird vor allem in den „äußeren Dörfern“ gesprochen, vereinzelt auch in Den Burg und De Koog. Tessels ist dem Wierings, dem Dialekt der ehemaligen Insel Wieringen, sehr ähnlich, und ist wie dieses eine Variante des Westfriesischen. Auch mit dem Seeländischen und dem Westflämischen lassen sich auffällige Ähnlichkeiten feststellen. Tessels ist also ein typischer Küstendialekt, der dem Ingväischen zuordnet werden kann.

Der Dialekt hat viele historische Eigenheiten bewahrt, wird also als konservativ bezeichnet. So zum Beispiel klingen das niederländische ij und ui immer noch wie ie und uu, wie im Mittelniederländischen. So wohnen (weune) Tesselaars in einem huus und dieses huus ist durch einen diek vor dem Meer geschützt. Weitere Besonderheiten des Tessels sind das Weglassen des ge- in vollendeten Partizipien (dat hei'k deen = dat heb ik gedaan) und die Aussprache von sk- an Stellen, an denen im Niederländischen sch steht (skéép = schaap).

Eine weitere Besonderheit ist, dass Tessels zwei ee-Laute unterscheidet, ein angespanntes ee (wie in bear) und ein unangespanntes ee (wie in beek undsoweiter). Die Unterscheidung zwischen diesen Lauten ist historisch bedingt. Eine solche Unterscheidung gibt es auch für das oo, aber diese Unterscheidung ist nicht mehr historisch rein. Im Tessels hat das gespannte oo die Oberhand über das ungespannte oo gewonnen.

Die tesseler Grammatik hat viel mit der des Friesischen gemeinsam. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass Tessels vom Altfriesischen abgeleitet ist. Es wird oft als ein Übergangsdialekt zwischen Friesisch und Niederländisch angesehen. Typisch friesisch sind Konstruktionen des Typs hee it stand bleve, wobei bleve ein Partizip der Vergangenheit ist und nicht wie im Niederländischen ein Infinitiv (er ist stehen geblieben).

Der Wortschatz von Texel ist stark holländisch geprägt, aber auch Wörter friesischen Ursprungs sind noch immer gebräuchlich. So verwendet ein Texeler bei nebligem, dunstigem Wetter das Wort diezig (friesisch dizich, verschwommen) und ein Rotschenkel heißt tjerk (friesisch tjirk). Wörter, die mit tj- beginnen, haben ohnehin einen friesischen Charakter, auch wenn viele davon heute im Friesischen nicht mehr verwendet werden. Wörter wie tjoutere (schwer sprechen), tjakker” (Amsel), tjoert” (Schafskot) und tjoempe (ins „Wasser platschen”, in übertragenem Sinne „viel essen“) haben wahrscheinlich Entsprechungen in älteren Stadien des Friesischen, werden aber im modernen Friesischen nicht mehr verwendet.

Der Kontakt, den die Texeler als Küstenvolk zu anderen Seefahrervölkern hatten, wirkte sich auch auf die Sprache aus. Es ist nicht verwunderlich, dass gerade ein für Fischer wichtiger Begriff wie Seil” im Tessels mit einem englischen Lehnwort bezeichnet werden kann: róóp (abgeleitet von rope). Auch aus dem Französischen wurden Wörter entlehnt; solche Lehnwörter sind oft verballhornt: lammetere leitet sich beispielsweise von lamenter” (klagen) ab, und opsternaat kennen wir im Altniederländischen als obstinaat” (aufbrausend).

Ausdrücke aus Tessel können sich auch häufig auf die Schafzucht beziehen. So kann ein Texeler über jemanden, der auf und ab läuft, sagen: „Hey, der läuft wie ein verrücktes Schaf.“ Wer in Gesellschaft sein Geld zählt, kann zu hören bekommen: „Zähle die Schafe, die aus dem Stall gehen.“ Dann wird ihm neckisch etwas Geld abgenommen. Andere Ausdrücke sind typisch für die Eigenart der Insel. Twie is Tessels sagt der Texeler großzügig, wenn er – entgegen der holländischen Gewohnheit – zwei Kekse anbietet. Drie is op sien polders fügen die Nordländer hinzu, die im Eyerlandse Polder wohnen. Charakteristisch sind auch die Relativierung und die Untertreibung. Deer kejje mee foor de krame lâns, sagt man, um auszudrücken: „Das ist ein sehr hübsches Mädchen.“

Auch die Vogelwelt hat den Dialekt mit Wörtern und Ausdrücken stark bereichert. Wenn es im April sanft, fast warm regnet, regnet es grâs en kiewieseiers. Schönes Frühlingswetter ist heendekukeltjesweer, während klares Wetter im Oktober, wenn der Vogelzug beginnt, liesterweer genannt wird. Wer sich im Sommer herrlich in der Wärme aalt, sitzt as ien lieuwerik in it seuersontje. Die Dämmerung auf Texel geht mit dem Flug der Waldschnepfen in die Wälder einher, weshalb die Dämmerung auch snippevluchie genannt wird. Herrliches Herbstwetter (wie der amerikanische „Indian Summer“) wird kroaieseumer genannt, weil dann viele Krähen über die Dörfer fliegen.

Ob Tessels in Zukunft erhalten bleiben wird, ist ungewiss. Der Dialekt verliert mehr und mehr seine Eigenheiten. Es scheint wahrscheinlich, dass er sich der allgemeinen Umgangssprache in Nordholland anschließen wird. Der Dialekt wird dann durch den Regiolekt ersetzt werden.

Wörterbücher zu m Tessels gibt es insgesamt drei. Das aktuellste ist das von Gelein Jansen, Tessels Woordenboek: Tessels – Nederlands aus dem Jahr 2006. Aus dem Jahr 1993 stammt ebenfalls von Gelein Jansen das Tessels Woordenboek – met sèèggies. Dieses Wörterbuch ist Niederländisch – Tessels. Ein älteres Wörterbuch, das von Keyser, Het Tessels, aus dem Jahr 1951, ist nur noch antiquarisch erhältlich. Eine umfassende Studie zur Grammatik des Tessels erschien 2021: Tessels. Taal over zee von Marcel Plaatsman.

Religion

Die Insel gehört historisch und kulturell zum calvinistisch-protestantischen Nordholland, wo der Protestantismus seit der Reformation (16. Jahrhundert) dominant ist. Katholiken sind in der Minderheit, und andere Religionen (Islam, Hinduismus, Buddhismus oder Judentum) spielen praktisch keine Rolle – die jüdische Präsenz ist minimal, muslimische Gemeinden existieren nicht organisiert. Die religiöse Landschaft ist klein, aber vielfältig und stark von lokaler Kirchengeschichte geprägt. Viele Texeler sind nominell christlich, aber die Kirchenbesuche sind rückläufig (ähnlich dem nationalen Trend: nur 10 bis 20 % regelmäßiger Gottesdienstbesuch). Dennoch bleibt die Kirche ein zentraler Ort für Gemeinschaft, Feste, Beerdigungen und kulturelle Veranstaltungen.

Besonders das Dorf Oosterend genießt als „Jeruzalem des Nordens“ (Jeruzalem van het Noorden) Bekanntheit, da hier über die Jahrhunderte hinweg ungewöhnlich viele verschiedene Kirchen und Konfessionen friedlich nebeneinander existierten – darunter evangelisch-reformierte, baptistische, katholische und orthodox-reformierte Gemeinden. Früher standen in Oosterend bis zu sieben Kirchen oder Kapellen gleichzeitig – ein außergewöhnlicher Reichtum für ein kleines Dorf. Heute sind noch drei in Funktion: die alte Maartenskerk (Hervormde kerk, reformiert-protestantisch, aus dem Mittelalter, mit gotischen Elementen und dem markanten Turm), eine baptistische Gemeinde und eine weitere protestantische. Die Maartenskerk ist das älteste Gotteshaus der Insel (Teile aus dem 13./14. Jahrhundert) und dient der Protestantse Waddengemeente Texel (seit 2004 Fusion aus Nederlands Hervormde und Gereformeerde kerk). Der Spitzname „Jeruzalem“ entstand durch die hohe Kirchendichte und die starke Frömmigkeit – trotz kleiner Bevölkerung gab es hier Baptisten, Evangelisten, Reformierte und sogar kleine Sekten-ähnliche Gruppen. Die Vielfalt führte auch zu Spannungen (in den 2000er Jahren Konflikte um Prediger), aber insgesamt herrschte Toleranz.

In fast jedem Dorf gibt es eine prägnante Kirche, und auch für Urlaubsgäste werden regelmäßig Gottesdienste und seelsorgerliche Angebote organisiert, was die Vielfalt und Offenheit der religiösen Landschaft auf Texel unterstreicht. Wichtige Kirchen:

  • Den Burg: De Burght (Hervormde kerk aus 1452, zentraler protestantischer Gottesdienstort, Teil der Waddengemeente).
  • Den Hoorn: Hervormde kerk (aus 1425, eines der fotogenischsten Kirchlein der Insel, oft für Hochzeiten und Konzerte genutzt).
  • De Cocksdorp: Protestantse kerk (moderne Fusion, Gottesdienste in der Waddengemeente).
  • Oudeschild: Kleine reformierte Kapelle oder Gottesdienste in der Waddengemeente.
  • Baptistengemeente Texel (in Den Burg oder Oosterend): Aktive baptistische Gemeinde mit sonntäglichen Gottesdiensten um 10 Uhr (auch livestream auf YouTube), Predigten, Jugendgruppen und Mission (Verteilung von Magazinen mit christlicher Botschaft).
  • Doopsgezinde Gemeente Texel (Mennoniten): Kleine, aber aktive mennonitische Gemeinde mit eigenem Beleidsplan 2026–2030, beteiligt an der Raad van Kerken Texel und Sommerkirchen.

Die Protestantse Waddengemeente Texel ist die größte protestantische Struktur: Sie umfasst die drei östlichen Dörfer (Oosterend, Oudeschild, De Cocksdorp) und bietet Gottesdienste, Bibelkreise, Jugend- und Seniorenarbeit. Die Waddengemeente ist PKN (Protestantse Kerk in Nederland) und liberal-mittelorthodox ausgerichtet. Katholiken nutzen die H. Hartkerk in Den Burg oder pendeln zum Festland (z. B. Den Helder). Es gibt eine Raad van Kerken Texel (Ökumenischer Rat), die Zusammenarbeit fördert – bei Armenhilfe (Stichting Kerken en Minima Texel) oder Sommerkirchen für Touristen.

Für Urlauber: Viele Kirchen bieten Sommersonntagsgottesdienste, Konzerte (in der Maartenskerk oder Hoornder Kerkje), Stille Andachten oder Seelsorge an. Die Inselkirchen sind oft offen für Besichtigung, und es gibt Führungen zur Kirchengeschichte (im Rahmen von „Op Texel ligt Jeruzalem“ – ein Buch zur Kirchengeschichte von 2019). Die religiöse Offenheit zeigt sich in der friedlichen Koexistenz trotz historischer Vielfalt – ein Merkmal der texelschen Toleranz.

Judentum

Die ersten Spuren jüdischer Menschen auf Texel reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. 1656 landeten etwa 300 jüdische Flüchtlinge aus Litauen (auf der Flucht vor Pogromen) auf der Insel, bevor sie nach Amsterdam weiterreisten. Die Texeler nahmen sie gastfreundlich auf – eine Anekdote, die später als Beleg für die Toleranz der Inselbewohner diente (manche verglichen Texel mit „Jeruzalem van het noorden“). Ab dem 19. Jahrhundert siedelten sich einige wenige jüdische Familien an, vor allem Händler oder Zugezogene. Die bekannteste war die Familie Vlessing (Elias Samuel Vlessing um 1850), die als größte jüdische Familie auf der Insel gilt. Um 1900 lebten nur einige wenige jüdische Familien hier – oft ohne religiöses oder soziales jüdisches Leben, da es keine Minjan (Gebetsgemeinschaft), keine Synagoge und keine rituellen Einrichtungen gab. Die meisten pendelten für Gottesdienste nach Amsterdam oder Alkmaar.

Vor dem Krieg lebten auf Texel nur eine Handvoll jüdischer Familien oder Einzelpersonen. Alle Texeler Juden überlebten den Holocaust – ein Umstand, der in der lokalen Presse (Texelse Courant 2019) hervorgehoben wird. Es gab keine Deportationen von registrierten Juden von der Insel, keine registrierten Opfer unter den Bewohnern und keine bekannten Fälle von Verstecken oder Untertauchen. Die NS-Besatzung auf Texel war zwar präsent (Bunker, Atlantikwall, Georgier-Aufstand 1945), aber die kleine jüdische Bevölkerung fiel offenbar nicht ins Visier oder konnte sich unauffällig halten. Im Kontext der „Russenoorlog“ (Georgier-Aufstand April–Mai 1945) gab es jüdische Soldaten in der Georgischen Einheit der Wehrmacht, die unter den Opfern waren – für sie wurde 2023 ein Gedenkstein errichtet. Das war jedoch keine lokale jüdische Gemeinde, sondern Kriegsgefangene/Wehrpflichtige.

Nach 1945 blieb die jüdische Präsenz minimal. Es gab keine Wiederbelebung einer Gemeinde oder Synagoge. Heute (Stand 2026) leben nur sehr wenige Juden auf Texel – wahrscheinlich unter 10–20 Personen, oft zugezogen oder konvertiert. Es existiert keine eigene jüdische Gemeinde oder Synagoge. Die Insel fällt unter die liberale oder progressive Rabbiner-Zuständigkeit von Noord-Holland Noord-West (Rabbiner Shmuel Spiero, mit Sitz im Festlandbereich inklusive Texel). Gottesdienste finden – falls überhaupt – auf dem Festland statt (in Den Helder, Alkmaar oder Amsterdam). Es gibt vereinzelte Fälle von Konversionen oder orthodoxen Familien (Gerrit und Immy Vlaming aus Oosterend, die vor Jahren zum Judentum konvertierten und in die „Jeruzalem van het noorden“-Tradition eintauchten).

Bemerkenswerte Episoden gab es: 2014 campierten kurzzeitig 300 ultraorthodoxe Anhänger des umstrittenen israelischen Rabbis Eliezer Berland (auf der Flucht vor Haft) auf einer Campingplatz auf Texel – eine temporäre „Invasion“, die viel Aufsehen erregte, aber keine bleibende Gemeinde schuf.

Es gibt keine Denkmäler, Museen oder Gedenkveranstaltungen speziell für jüdische Geschichte auf Texel (im Gegensatz zu den Kanalinseln mit Holocaust-Gedenkstätten). Die lokale Geschichtsschreibung (z. B. Historische Vereniging Texel, Texelse Courant) erwähnt die wenigen Familien sporadisch. Das Judentum ist hier kein zentraler Bestandteil der Inselidentität – anders als auf Jersey/Guernsey mit NS-Verordnungen und Opfern. Texel repräsentiert eher die Randexistenz kleiner jüdischer Spuren in ländlichen Gebieten der Niederlande: tolerant, aber ohne eigene Strukturen.

Siedlungen

Rund 7.000 Inselbewohner leben im etwas südlich der Inselmitte gelegenen Den Burg, dem einzigen Ort mit wirklich städtischem Charakter, in dem sich auch die Inselverwaltung, andere behördliche Einrichtungen sowie viele Geschäfte befinden. Nordwestlich liegt am Dünenrand De Koog, das größte Tourismuszentrum der Insel. Oudeschild östlich von Den Burg ist durch Fischerei und ein wenig Industrie geprägt, De Cocksdorp an der Nordspitze der Insel ist ein kleinerer Küstenort. Weitere Dörfer sind Oosterend, Den Hoorn, De Waal, Zuid Eierland, 't Horntje und Oost, dazu kommen viele verteilte Einzelhäuser und Höfe sowie in neuerer Zeit die Bungalowparks und anderen außerstädtischen Unterbringungsmöglichkeiten für Touristen.

Ortschaft Z 2001 S 2008 Z 2011 S 2018 S 2021
De Crocksdorp 480 595 525 500 505
De Koog 695 745 770 870 810
Den Burg 6.245 6.270 6.515 6.360 6.565
Den Hoorn 310 300 430 420 360
De Waal 190 210 195 200 200
Oosterend 900 875 850 850 855
Oudeschild 1.170 1.270 1.215 1.135 1.185
’t Horntje 120 120 155 195 200

Den Burg ist die größte und zugleich wichtigste Ortschaft auf Texel. Das Dorf entwickelte sich rund um eine friesische Festung, die bereits im 7. Jahrhundert bestand, und sein ringförmiges Straßensystem zeugt heute noch von den alten Festungsanlagen, die im Mittelalter ausgebaut wurden. Sehenswert ist vor allem die protestantische Kirche „De Burght“ mit dem markanten, für Besucher begehbaren Turm, der einen herrlichen Ausblick über die ganze Insel bietet. Im charmanten, historischen Ortskern von Den Burg finden sich zahlreiche restaurierte Gebäude, individuelle Geschäfte, gemütliche Straßenlokale und das Heimatmuseum, das Einblicke in die Geschichte und das Alltagsleben auf Texel gibt. Heute pulsiert im lebendigen Den Burg das Inselleben: Hier finden Marktgeschehen, kulturelle Veranstaltungen und das gesellschaftliche Leben der Texelaner statt.

Oudeschild liegt an der Ostküste der Insel und ist ein charmantes Fischerdorf mit historischem Hafen, das besonders im 17. Jahrhundert zur VOC-Zeit durch Fischerei und Seehandel zu Wohlstand gelangte; hier geben der Hafen, das Museum Kaap Skil und alte Wasserversorgungsquellen wie die Wezenputten Einblick in die maritime Geschichte Texels.

Verkehr

Texel besitzt ein gutes Verkehrsnetz mit Straßen und Fährverbindungen, dazu auch einen kleinen Flugplatz.

Straßenverkehr

Texel darf im Gegensatz zu manchen anderen friesischen Inseln mit Autos befahren werden. Es gibt ein alle wichtigen Orte verbindendes Hauptstraßennetz von insgesamt 319 km Länge sowie viele kleinere Straßen bis hinunter zu befahrbaren Feldwegen. Mindestens genauso gut ausgebaut wie die Autostraßen ist das Netz von Fahrradwegen, auf denen man zusätzlich auch in viele Bereiche des Dünengebietes gelangt.

Seit den 1940er Jahren verkehrten auf der Insel Linienbusse in Verbindung mit den Fährdiensten. Die Busse wurden zunächst von der TESO betrieben. Ab den 1960er Jahren war es nicht mehr möglich, den Busverkehr ohne zusätzliche staatliche Zuschüsse zu betreiben. Daher musste der Busverkehr von der Fähre abgekoppelt werden, so dass der Busverkehr ab 1971 von der Autobusonderneming Texel (AOT) betrieben wurde. Im Jahr 1989 wurde dieses Busunternehmen von der NZH übernommen. Dieses Unternehmen ist inzwischen in Connexxion aufgegangen, das bis heute den Busverkehr auf der Insel betreibt. Seit dem 14. Dezember 2014 firmiert der öffentliche Verkehr auf Texel unter dem Namen Texelhopper. Neben einer festen Buslinie 28 befördern kleinere Kleinbusse (auf Vorbestellung) die Reisenden auf der Insel von A nach B.

Schiffsverkehr

Haupthafen der Insel ist De Koog. Von Den Helder aus wird ein regelmäßiger Fährdienst zur Insel von der Royal N.V. Texels Eigen Stoomboot Onderneming (TESO) betrieben, deren Anteile mehrheitlich von den Inselbewohnern gehalten werden. Im Sommer (zwischen Ende April und Ende September) gibt es eine zweite Fährverbindung von und nach Texel, und zwar zwischen Texel (De Cocksdorp) und Vlieland. Dieser Dienst ist nur für Fußgänger und Radfahrer gedacht. Betreiber ist die Reederei De Vriendschap. Das Boot, das diesen Fährdienst betreibt, kann in dieser Zeit auch für Robbenfahrten genutzt werden.

Der Leuchtturm Eierland befindet sich an der nördlichen Spitze der Insel Texel. Er erhielt seinen Namen von der ehemaligen Insel Eierland, die heute nach Landgewinnungsmaßnahmen zu Texel gehört. Im Jahre 1835 begannen niederländische Küstenplaner mit der Eindeichung des Wattengebietes zwischen den Inseln Texel und Eierland. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde die ehemals selbstständige Insel Eierland Teil der wesentlich größeren Insel Texel. Durch den enormen Landgewinn bedurfte es neuer Schifffahrtszeichen. So genehmigte die Landesregierung den Bau eines Leuchtturms an der neuen Nordspitze Texels, den Auftrag für die Planung erhielt der Architekt Quirinus Harder, der am 25. Juli 1863 auch den Grundstein des neuen Turmes auf einer rund 20 Meter hohen Düne legte. In Betrieb genommen wurde der rot gestrichene Turm am 1. November 1864. Der damalige Abstand zwischen Leuchtturm und Küste betrug 3000 Meter.  Von 1864 bis 1910 wurde der Turm mit Petroleum-Brennern betrieben, ehe diese 1910 durch Pharoline-Brenner ersetzt wurden. Elektrifiziert wurde der Leuchtturm Eierland schließlich im Jahre 1927.

Während des Aufstandes der Georgier im April 1945 wurde der Turm schwer beschädigt, sodass er in der Folge erheblich saniert werden musste. So wurde eine neue Außenmauer erbaut und das Interieur aufwändig renoviert. 1977 erhielt der Turm schließlich eine rote Kunststoff-Beschichtung. Seit 2009 ist der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich und kann bis zum 6. Stockwerk bestiegen werden. Das Leuchtfeuer und das Büro des Leuchtturmwärters sind nicht zugänglich. In Höhe des 5. Stockwerkes gibt es einen Rundgang zwischen der alten und der neuen Außenwand. Hier sind Einschusslöcher sichtbar. Das Leuchtfeuer des Leuchtturms Eierland erreicht eine Lichtstärke von 2.850.000 Candela und ist 29 Seemeilen sichtbar. Die Optik erzeugt zwei kurze Lichtblitze pro 10-Sekunden-Intervall; die dominierende Lichtfarbe ist weiß. Daraus ergibt sich die folgende Kennung: FL(2) W 10s.


Eijerland Lichthuys

  • Standort: Eijerland, 53°10‘59“ N, 4°51‘08“ O
  • Listeneinträge:  B0886 (UKHO), 114-9960 (NGA), NET024 (ARLHS), 5361 (LL)
  • Bauzeit: 1863 bis 1864
  • Inbetriebnahme:  1. November 1864
  • Betreiber: Rijkswaterstaat
  • Seehöhe: 18 m
  • Turmhöhe: 35 m
  • Feuerhöhe: 53,2 m
  • Stufen: 118
  • Befeuerung: Fresnel-Linse 3. Ordnung
  • Betriebsart: seit 2000 elektrisch, automatisiert
  • Funktion: Orientierungsfeuer
  • Kennung: FL(2) W 10s
  • Tragweite: 53,7 km

Ein zweiter „Leuchtturm“ war das von 1952 bis 1993 betriebene Texel Lichtschip.

Flugverkehr

Der Flughafen Texel (auch Texel International Airport) ist ein Flughafen im Polder Eierland, etwa 5 km nordöstlich des Dorfes De Koog. Der Flughafen hat zwei Graspisten mit 1115 m Länge und 630 m. Beide haben jeweils eine Breite von 40 m. Die Seehöhe beträgt 1 m. Es können Flugzeuge mit einem Gewicht bis über 6000 kg landen.

Die offizielle Eröffnung fand am 26. Juni 1937 statt und KLM unterhielt täglich einen regulären Dienst zwischen Schiphol und Texel. Der Flugplatz wurde bis 2012 Flugplatz „De Vlijt“ genannt. Der Name De Vlijt wurde von einem Bauernhof übernommen, der beim Bau des Flugparks abgerissen wurde. Der niederländische Vorkriegsname war Vliegpark Texel.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flughafen als Internierungslager benutzt. Erst am 24. Mai 1952 wurde "De Vlijt" erneut als Flughafen genutzt. Im Jahr 1969 wurde das Fallschirmspringerzentrum ‚Paracentrum Texel’, eröffnet.

Am 17. Mai 1996 wurde das Luftfahrt- und Kriegsmuseum (Luchtvaart- en Oorlogsmuseum Texel) eröffnet, welches in einem ehemaligen Segelflughangar untergebracht ist. lle drei Jahre veranstaltet Texel International Airport eine Flugshow. Das letzte Mal fand diese in 2015 statt.

Auf dem Gelände des Flugplatzes sind verschiedene Firmen untergebracht; worunter ‚Vliegtuigonderhoud Texel’, Flying Focus Luchtfotografie’, ein Segelflugclub. Es gibt durchschnittlich ungefähr 26.000 Flugbewegungen pro Jahr und jährlich mehr als 25.000 Fallschirmsprünge werden durchgeführt. Im Jahre 2022 wurden 31.556 Flugbewegungen durchgeführt.

Am 18. Dezember 1970 fiel in der HFB 320 der General Air mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-CIRO auf einem Überführungsflug von Hamburg nach Köln/Bonn das elektrische System aus. Um in Sichtflugwetterbedingungen zu gelangen, flogen die Piloten in Richtung Nordsee. In Ermangelung eines zwischen den Wolken sichtbaren Flughafens wurde eine Notlandung mit eingefahrenem Fahrwerk auf dem Strand der niederländischen Insel Texel durchgeführt. Beide Piloten überlebten. Die ohnehin beschädigte Maschine wurde bei der Bergung endgültig demoliert.


Texel International Airport

  • niederländischer Name. Vliegfeld Texel
  • deutscher Name 1940 bis 1943:  Fliegerhorst Texel
  • Code:  - / EHTX bzw. LRSM
  • Lage:  53°06‘55“ N, 4°50‘01“ W
  • Seehöhe:  0,6 m (2 ft)
  • Inbetriebnahme:  1937
  • Betreiber:  N.V. Luchthaventerrein Texel
  • Terminal:  1
  • Rollbahnen:  2
  • Länge der Rollbahnen: 1115 m und 630 m (beide Gras)
  • Fluggesellschaften: 0
  • Flugzeug-Standplätze: ca. 10
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 
  • Flughafen-Statistik: Jahr  Flugbewegungen

                       2010                25 023

                       2015                25 754

                       2022                31 556

Wirtschaft

Die größten Wirtschaftszweige auf Texel sind Landwirtschaft, Viehzucht und Tourismus. Tausende von Schafen und Kühen werden auf der Insel gehalten. Eine bekannte, auf Texel heimische Schafrasse ist das Texelaar. Es werden Kartoffeln, Zuckerrüben, Getreide und Blumenzwiebeln angebaut.

In der Zeit der VOC (17. und 18. Jahrhundert) fuhren Schiffe aus Amsterdam, Enkhuizen und Hoorn von der Texeler Reede aus in den Orient. Dies brachte viele Arbeitsplätze auf die Insel. So wurden beispielsweise viele Lotsen benötigt, um die Schiffe sicher durch das Moddergat an der Südspitze zu leiten. Später übernahm der Walfang die Rolle des Arbeitsvermittlers. Auch der Fischfang war eine wichtige Einnahmequelle. Der Hafen von Oudeschild war das Zentrum all dieser Aktivitäten. Heute beherbergt Oudeschild eine Flotte von nur drei Nordseekuttern, sieben kleineren Kuttern für den Krabbenfang und zwei Herzmuschelfischern im Wattenmeer. Darüber hinaus verfügt der Ort über einen modernen Jachthafen. Seit Anfang des letzten Jahrhunderts befindet sich auf der Insel auch das Königlich Niederländische Institut für Meeresforschung (NIOZ).

Landwirtschaft

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein dominierte die extensive Weidewirtschaft auf den salzhaltigen Böden und Poldern, wobei die Schafhaltung das Rückgrat bildete. Die Insel galt als klassisches „Schapeneiland“ (Schaf-Insel), mit mehr Schafen als Einwohnern. Heute ist die Landwirtschaft zwar noch sichtbar und kulturell identitätsstiftend, aber stark rückläufig: Durch Naturschutzvorgaben (im Nationalpark Duinen van Texel und Natura 2000-Gebieten), Klimawandel, sinkende Rentabilität, Personalmangel, Alterung der Betriebsleiter und Konkurrenz vom Festland hat sich die Zahl der Höfe und Tiere deutlich verringert. Mit Stand 2025/26 gibt es auf Texel noch etwa 170 aktive landwirtschaftliche Betriebe (zirka 70 Schafhalter, 50 Viehhalter mit Rindern und 50 Akkerbouw- und Bollentelers). Die Branche ist kleinstrukturiert, familiengeführt und oft nebenerwerblich oder mit Tourismus/ Direktvermarktung kombiniert.

Besonders prägend ist die Schafzucht der Texeler Schafrasse („Texelaar“), die für ihre hochwertige Wolle und ihr Fleisch bekannt ist und als Delikatesse gilt. Die Texelaar ist eine robuste, fleischbetonte Rasse mit breitem Rücken, starken Beinen und guter Mastleistung – weltweit eine der populärsten Fleischschafrassen, die von Texel aus exportiert wurde. Das Fleisch ist zart, aromatisch und leicht salzig durch das Gras der salzhaltigen Weiden („zout grasland“). Es gilt als Premium-Produkt und wird in vielen Restaurants der Insel als „Texels lamsvlees“ angeboten (Koteletts, Filet, Ragout). Die Wolle ist dick und wetterbeständig, wird aber heute kaum noch kommerziell genutzt (Schur ist eher Kostenfaktor; stattdessen oft zu Souvenirs wie Socken, Decken oder Wanderwolle verarbeitet). Die Schafe leben auf Texel relativ frei. Selbst bei sehr kaltem Wetter bleibt das Texeler Schaf draußen. Allerdings suchen sie nicht selten Schutz im Windschatten der Schafscheunen, die mit der flachen Seite (und der Eingangstür) nach Nordosten stehen, weil der Wind auf Texel hauptsächlich aus dem Südwesten weht. Einige dieser Schafscheunen stehen unter Denkmalschutz, ein großer Teil verwahrlost allerdings, da sie den Landwirten als Hindernis für den Ackerbau erscheinen. Historisch wurden die Bauernhöfe oft als charakteristische Stolp-Bauernhöfe gebaut, manchmal aus Holz ausgedienter VOC-Schiffe, was der Insel ihren typischen ländlichen Charakter verleiht. Diese stolpboerderijen (mit zentralem Pfosten und pyramidenförmigem Dach) sind typisch für Nordholland und stehen teilweise noch, aber ihr Bestand nimmt ab (viele umgebaut zu Ferienwohnungen oder aufgegeben).

Die Anzahl der Schafe ist in den letzten Jahrzehnten stark gesunken: Früher lebten permanent rund 14.000 bis 15.000 Tiere auf der Insel (plus 11.000 bis 15.000 Lämmer im Frühjahr), was die Population auf bis zu 30.000 verdoppelte. Mit Stand 2025/26 sind es nur noch etwa 9.000–10.000 adulte Schafe – ein deutlicher Rückgang, der zu einem „Rettungsplan“ (actieplan) für die Schafhaltung geführt hat. Gründe sind strengere Naturschutzauflagen (weniger Beweidung in sensiblen Dünen- und Wattenbereichen), höhere Kosten (Futter, Tierarzt, Scheren), geringere Wollpreise und zunehmende Wolfssichtungen (obwohl auf Texel bisher wenige Angriffe). Viele Betriebe wechseln zu Rindern, Ackerbau oder geben auf.

Neben der Schafzucht spielt auch die Blumenzwiebelzucht eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft Texels; jährliche blühende Blumenfelder mit Tulpen, Narzissen und anderen Zwiebelpflanzen prägen im Frühling die Insellandschaft und sind zugleich touristische Attraktion. Die Bollenvelden (vor allem Hyacinten, Tulpen, Narzissen) liegen hauptsächlich in den Poldern und auf sandigen Böden – ein Farbspektakel von März bis Mai, das Tausende Besucher anzieht (oft mit Fahrradrouten und Fotospots). Die Produktion ist jedoch rückläufig (weniger Betriebe, kleinere Flächen), da der Markt wettbewerbsintensiv ist und Naturschutz Flächen einschränkt.

Zusätzlich werden regional typische Produkte wie Käse und Butter in handwerkliche Tradition hergestellt, was in Museen und lokalen Märkten erlebbar ist. Auf Höfen wie Wezenspyk (Den Hoorn) oder anderen kleinen Käsereien entsteht Schafskäse (junger/ gereifter Schnittkäse, oft mit Kräutern), Ziegenkäse oder Kuhmilchprodukte. Butter und Käse aus lokaler Milch sind Markenzeichen – oft bio oder nachhaltig. Viele Betriebe vermarkten direkt (boerderijwinkels), auf dem Wochenmarkt in Den Burg oder in Hofläden.

Landwirtschaftliche Veranstaltungen wie der Landwirtschaftstag (Boeren- of Landbouwdag, meist im Sommer/Herbst) bieten Einblicke in das bäuerliche Leben und bewahren die enge Verbindung der Inselbevölkerung zur Landwirtschaft. Hier öffnen Höfe ihre Tore: Besichtigung von Ställen, Melken, Lämmer streicheln, Traktorvorführungen, Verkostungen von Lamm, Käse und Produkten. Weitere Events: Lamm-Feste im Frühjahr (Lente Lammeren), Spargelwochen oder Erntefeste.

Weinbau

Das Weingut „De Kroon van Texel“ ist einer der nördlichsten Weinberge der Niederlande und das einzige Weingut im Wattenmeer. Der Weingarten hat etwa 3 Hektar Fläche und produziert jährlich rund 6.000 Liter Wein, darunter Weißwein und Rosé. Der Weinbau dort ist recht jung und bietet Führungen sowie Weinproben an, bei denen man mehr über die Herstellung und die verwendeten Rebsorten erfahren kann. Dies macht Texel auch als Weinregion interessant.

Forstwirtschaft

Die Insel hat nur wenige echte Wälder – insgesamt weniger als 5 % der Fläche (400 bis 500 Hektar sind bewaldet) –, und diese dienen primär dem Naturschutz, der Erholung, dem Küstenschutz und der Biodiversität, nicht der kommerziellen Holzproduktion. Die Forstwirtschaft ist hier eng mit dem Nationaal Park Duinen van Texel (Nationalpark Dünen von Texel) verknüpft, der große Teile der Dünen- und Waldgebiete umfasst. Historische Entwicklung Früher gab es auf Texel kaum natürlichen Baumbestand – die Insel war vor allem von Dünen, Salzwiesen, Poldern und Heide geprägt. Holz musste importiert werden (vom Festland oder per Schiff). Um den wachsenden Bedarf an Brenn- und Nutzholz zu decken (für Bauernhöfe, Schiffe und Deichbau), begann man Ende des 19. Jahrhunderts mit systematischen Aufforstungen. Der größte Wald De Dennen (auch „Texeler Wald“ genannt) entstand zwischen 1898 und 1921 durch Pflanzung von vor allem Kiefern (Pinus nigra, Pinus sylvestris) auf ehemaligen Dünen- und Heideflächen westlich von De Koog. Ziel war Forstwirtschaft: Holzgewinnung für den lokalen Bedarf und Stabilisierung der Dünen gegen Wind und Erosion. Ähnlich entstand das kleinere Krimbos (bei De Cocksdorp). Diese Wälder waren also künstlich angelegt – kein natürlicher Urwald, sondern reine Forstkultur.

Aktueller Zustand und Bewirtschaftung Heute wird die Forstwirtschaft auf Texel fast ausschließlich von Staatsbosbeheer (dem staatlichen Forst- und Naturschutzdienst) betrieben, der den Großteil der Wald- und Dünengebiete besitzt und managt. Der Fokus hat sich radikal gewandelt: Von reiner Holzproduktion zu naturnahem Waldumbau, Erholung und Ökosystemschutz. In De Dennen und anderen Gebieten pflanzt man seit Jahrzehnten verstärkt Laubbäume (Eichen, Birken, Erlen, Eschen, Weiden) zwischen die alten Kiefern, um einen vielfältigeren Mischwald zu schaffen. Das erhöht die Artenvielfalt (Vögel, Insekten, Pilze), verbessert die Bodenqualität, macht den Wald resistenter gegen Stürme, Trockenheit und Schädlinge (speziell Borkenkäfer) und schafft abwechslungsreichere Landschaften für Wanderer und Radfahrer. Kommerzielle Holzernte findet nur sehr begrenzt statt – meist als Durchforstung oder bei Sturmschäden, um Platz für natürliche Verjüngung zu schaffen. Das Holz bleibt größtenteils lokal für Pfade, Bänke und Brennholz oder wird nicht kommerziell vermarktet.

Wichtige Waldgebiete sind:

  • De Dennen: Das größte und bekannteste Waldgebiet (300 bis 400 ha), Teil des Nationalparks, mit Wanderwegen, Spielplätzen (’t Vierkante Stuk), dem Sommeltjespad (Kinder-Naturpfad) und dem Waldpavillon Het Turfveld (Einkehrmöglichkeit). Es ist ein beliebtes Erholungsgebiet mit Picknickplätzen und Vogelbeobachtung.
  • Krimbos und kleinere Waldstücke in Dünen bei De Muy, De Nederlanden.
  • Daneben gibt es Food Forests (Voedselbossen) wie Food Forest Texel bei Oudeschild – keine klassische Forstwirtschaft, sondern agroforstwirtschaftliche Systeme mit essbaren Pflanzen, Obstbäumen, Beerensträuchern und Kräutern für Selbstpflück und Nachhaltigkeit.

Fischerei

Im 17. Jahrhundert war Texel ein bedeutender Stützpunkt für die niederländische Seefahrt und den Handel, wobei sich die Fischerei als traditionelles Handwerk mit den Zeiten weiterentwickelte. Auch heute noch ist frischer Fisch aus Texel, darunter Krabben und andere Meeresfrüchte, eine Spezialität vieler lokaler Restaurants, und der Fischereihafen prägt das Bild des Dorfes Oudeschild. Die Fischerei ist somit fest im kulturellen und wirtschaftlichen Leben der Insel verankert und wird als wichtige Tradition gepflegt.

Die Fischerei auf Texel geht bis ins Mittelalter zurück, mit Fokus auf Hering, Plattfisch (Scholle, Seezunge), Kabeljau und Garnelen (Noordzeegarnalen oder grijze garnalen) aus dem Wattenmeer und der Nordsee. Oudeschild entstand als Hafenort im 17. Jahrhundert, als die Reede van Texel (Ankerplatz vor der Insel) ein zentraler Knotenpunkt für Handelsschiffe der VOC und der niederländischen Flotte war. Fischer nutzten die Nähe zum Wattenmeer für Garnelen- und Muschelfang sowie die offene See für Trawl-Fischerei. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wuchs die Flotte auf Dutzende Kutter an; nach dem Zweiten Weltkrieg boomte die Garnelenfischerei mit modernen Kuttern (oft mit Beam Trawls für Garnelen). Die 1950er bis 1980er Jahre waren eine Hochphase mit bis zu 30 bis 40 Kuttern, doch EU-Quoten, Überfischung, steigende Treibstoffkosten, Umweltauflagen und Sanierungen (Reduzierung der Flotte) führten zu einem starken Rückgang. Heute ist die kommerzielle Fischerei klein, aber symbolisch wichtig.

Im Jahr 2026 gibt es in Texel noch 3 Baumkurrenkutter (große Nordsee-Kutter mit Baumkurren für Plattfisch und Rundfisch) und 5 Shrimpkutter (Garnelenkutter) – insgesamt etwa 8 bis 10 aktive Kutter in der Flotte. Der Heimathafen bleibt Oudeschild mit seiner historischen Reede (Waddenhaven), wo die Kutter vor allem donnerstags bis montags liegen (Wochenendliegeplätze). Viele Boote sind familiengeführt, oft in Oosterend ansässig (wo viele Fischer wohnen). Die Flotte ist klein, aber national relevant: Sie trägt zur Garnelen- und Plattfischproduktion bei, mit Fokus auf nachhaltigen Fang (pulsierende Netze oder selektive Methoden). Der Umsatz der Texeler Fischerei liegt bei wenigen Millionen Euro jährlich – weit hinter Tourismus und Landwirtschaft –, doch sie schafft Arbeitsplätze (50 bis 100 direkt/indirekt) und unterstützt lokale Verarbeitung (Garnelenpellerijen).

Frischer Fisch aus Texel – fangfrische Garnelen (oft gekocht und gepellt serviert), Scholle, Seezunge, Kabeljau, Makrele, Hering und Muscheln – ist eine kulinarische Spezialität. Viele Restaurants in Oudeschild, De Koog oder Den Burg bieten „dagverse vis“ oder „van de boot“-Gerichte: Kibbeling, Garnalencocktail, Mossels, Bouillabaisse mit Wadden-Produkten oder gegrillte Scholle. Der Hafen von Oudeschild ist ein Touristenmagnet: Besucher schauen den Kuttern beim Einlaufen zu (oft montags), besuchen den Fischmarkt oder machen Mitfahrten auf Garnelenkuttern (mit der „Zeester“ oder ähnlichen Touren – Garnelen fangen, kochen und essen an Bord). Events wie der HavenVIStijn (jeden 2. Samstag im August) feiern das Fischerleben mit Live-Musik, Fischverkostung, Kuttern-Besichtigung und Demonstrationen. Das neue Fischerdenkmal (seit 2023 auf der Dijks) ehrt die Tradition und erinnert an die Zeit mit großen Flotten.

Handwerk

Das Handwerk auf Texel ist geprägt von traditionellen Berufen und regionalen Produkten, die tief in der Kultur der Insel verwurzelt sind. Typische Handwerke sind unter anderem der Schuhmacher, der Maler und der Scherenschleifer, deren Geschichten im Texels Erbgutmuseum (Waelstee) lebendig gehalten werden. Besonders wichtig ist die Herstellung von Texeler Käse, der in handwerklicher Tradition von Familienbetrieben wie der Käserei Wezenspyk produziert wird; dabei wird viel Wert auf Qualität und sorgfältige Handarbeit gelegt. Zusätzlich spielen kreative Handwerke wie Filzen mit Texeler Schafwolle, Keramik, Malen und Zeichnen eine Rolle, die in verschiedenen Workshops für Einheimische und Besucher angeboten werden. Darüber hinaus gehören die Bierbrauerei und die Herstellung von Spirituosen, wie der Whiskyproduktion bei De Bonte Belevenis, zu den handwerklichen Besonderheiten der Insel. Traditionelle Handwerkskunst und regionale Produkte sind somit wesentliche Elemente der Identität von Texel und werden durch verschiedenen Veranstaltungen und Märkte gepflegt.

Industrie

Im Gegensatz zu großen industriellen Zentren auf dem niederländischen Festland gibt es hier keine Schwerindustrie oder Massenproduktion. Stattdessen dominieren spezialisierte, meist kleinere Unternehmen, die eng mit der Landwirtschaft, dem regionalen Charakter und nachhaltigen Produkten verbunden sind.

Ein markantes Beispiel ist AB Texel mit Sitz in Oudeschild. Dieses traditionsreiche Logistikunternehmen (mit über 100 Jahren Erfahrung) hat sich auf den Transport von Schüttgütern spezialisiert, insbesondere Kartoffeln, Gemüse, Getreide und andere Agrarprodukte. AB Texel gilt in Westeuropa als Marktführer im Transport loser landwirtschaftlicher Erzeugnisse und ist zudem im Tanktransport von flüssigen Milchprodukten tätig. Obwohl das Unternehmen heute weit über die Inselgrenzen hinaus operiert, hat Texel als Ursprungsort und Standort eine besondere Bedeutung.

Darüber hinaus existiert eine kleine wollverarbeitende Industrie, die direkt aus der traditionellen Schafzucht auf Texel hervorgeht – die Insel wird nicht umsonst oft als „Schafsinsel“ bezeichnet. Lokale Produzenten verarbeiten die Wolle der Texeler Schafe zu hochwertigen Produkten wie Bettdecken, Plaids, Socken, Schafsfellen oder Wanderwolle. Unternehmen wie Texelana oder kleinere Handwerksbetriebe und Höfe bieten diese naturnahen, nachhaltigen Textilien an, oft direkt in Geschäften in Den Burg, Oudeschild oder De Koog verkauft. Die Wolle wird dabei bewusst als ehrliches, regionales Naturprodukt vermarktet.

Ein weiteres bekanntes Unternehmen ist die Texelse Bierbrouwerij (auch Texels genannt), die in einer ehemaligen Molkerei bei Oudeschild ansässig ist. Die Brauerei produziert charakteristische Spezialbiere wie das beliebte Skuumkoppe und weitere Sorten, die aus regionalen Zutaten und mit viel Handwerkskunst hergestellt werden. Das Bier „Texels“ hat sich zu einem echten Aushängeschild der Insel entwickelt und wird weit über Texel hinaus vertrieben.

Wasserwirtschaft

Auf Texel ist die Wasserwirtschaft besonders wichtig, da die Insel von Grundwasser mit hohem Salzgehalt geprägt ist und Süßwasserquellen knapp sind. Um die Landwirtschaft mit ausreichend Süßwasser zu versorgen, wird der Regen, der hauptsächlich im Winter fällt, in einem innovativen Projekt unterirdisch gespeichert und im Sommer zur Bewässerung eingesetzt. Dieses dreijährige Testprojekt, genannt Zoete Toekomst Texel („Süße Zukunft Texel“), findet in zwei Poldergebieten im Norden der Insel statt und versucht, die Süßwasserblase unter der Salzschicht des Bodens zu nutzen. Ziel ist es, den Wasserbedarf der Landwirtschaft nachhaltig zu decken und den Verlust von jährlich rund 44 Millionen Kubikmetern Regenwasser ins Meer zu verhindern.

Darüber hinaus ist das Wassermanagement auf Texel Teil eines größeren regionalen Systems, das auch Hochwasserschutz, Wasserqualität und Wasserhaltung umfasst, um die Insel und das umliegende Gebiet zu schützen und zu bewässern. Innovative Ansätze zur Wasserentsalzung und Nutzung erneuerbarer Energien werden ebenfalls erforscht, um die Wasserwirtschaft auf der Insel langfristig zu sichern und ökologisch verträglich zu gestalten.

Energiewirtschaft

Die Insel besitzt mit „TexelEnergie“ einen eigenen Energieversorger, der bereits rund 25% der Haushalte mit grünem Strom und Wärme versorgt. Durch intelligente Stromnetze und ein Energiemanagement-System namens „Cloud Power“ wird der Energieverbrauch genau überwacht und optimiert, wobei zahlreiche Haushalte mit Smart Metern ausgestattet sind.

Neben dem Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern wird auch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Leuchten vorangetrieben. Die Bevölkerung wird aktiv durch finanzielle Anreize und Bildung zur Energieeffizienz motiviert. Zudem gibt es innovative Projekte wie schwimmende Solaranlagen auf Wasserflächen, etwa bei der Golfplatzanlage Texel, die neben der Energieversorgung auch zur Wasserwirtschaft beitragen.

Alternativen wie Windenergie sind auf der Insel weniger gewünscht, um den Landschaftscharakter nicht zu beeinträchtigen. Insgesamt setzt Texel stark auf dezentral erzeugte, erneuerbare Energien wie Sonne und Biomasse, um die Nachhaltigkeit und Energieautarkie der Insel weiter zu steigern.

Abfallwirtschaft

Auf der Insel gibt es ein umfassendes System zur Mülltrennung, bei dem verschiedene Container für Plastik, organischen Abfall, Restmüll, Glas und Papier bereitstehen. In Ferienhäusern und auf Campingplätzen wird sowohl getrennte als auch ungetrennte Müllsammlung angeboten, wobei Recycling stark gefördert wird.

Zur Bewältigung des erhöhten Abfallaufkommens in den Sommermonaten wurden moderne, solarbetriebene und selbstverdichtende Abfallbehälter installiert, die sowohl die Effizienz als auch Umweltfreundlichkeit der Müllentsorgung verbessern. Zudem engagieren sich Initiativen wie „Texel Plastik“ und lokale Aufräumaktionen stark für die Reduktion von Plastikmüll und die Sauberkeit der Insel. Große Ferienparks wie De Krim Texel setzen zudem auf nachhaltige Betriebsführung mit Green Key Gold-Zertifizierung durch Maßnahmen wie Energieeinsparungen, nachhaltige Materialien und innovative Abfallverwertung. Insgesamt wird großer Wert auf Mülltrennung, Recycling und die Minimierung von Abfall gelegt, um die natürliche Schönheit Texels zu erhalten.

Handel

Texel bietet ein vielfältiges Einkaufserlebnis in verschiedenen Dörfern der Insel. Das größte Einkaufszentrum mit den meisten Geschäften befindet sich im Inselzentrum Den Burg, wo Besucher Boutiquen, Feinkostläden, Buchhandlungen und Fachgeschäfte finden. Weitere beliebte Einkaufsorte sind De Koog, das mit einem breiten Angebot an Sportbekleidung und Lifestyle-Shops lockt, sowie Oudeschild, Oosterend und De Cocksdorp mit jeweils zahlreichen Fachgeschäften und Souvenirläden.

Auf Texel sind auch regelmäßige Märkte sehr beliebt, besonders in den Sommermonaten, mit Wochenmärkten und Urlaubsmarkttagen in Den Burg, De Koog, De Hoorn, De Cocksdorp und Oudeschild. Für Wohnaccessoires, lokale Spezialitäten wie Texeler Schafwolle und Käse sowie handgefertigte Kunstwerke gibt es auf der ganzen Insel spezielle Läden. Es gibt jedoch keine klassischen großen Einkaufszentren oder Malls wie auf dem Festland, sondern viele kleine, charmante Geschäfte und Boutiquen, die den dörflichen Charakter der Insel bewahren (hierzu https://www.texelduinen.de/texel/shopping-auf-texel).

Finanzwesen

Das Finanzwesen auf Texel ist eng mit der lokalen Wirtschaft und Verwaltung verflochten, wobei bedeutende Unternehmen wie die N.V. Exploitatiemaatschappij De Krim eine zentrale Rolle spielen. Diese Gesellschaft fungiert als Muttergesellschaft mehrerer Tochterunternehmen, die im Bereich Tourismus, Freizeit und Immobilien tätig sind und unter anderem Ferienparks, Golfplätze und Villenanlagen auf der Insel betreiben. Die Unternehmensstruktur umfasst einen sechsköpfigen Aufsichtsrat sowie eine vierköpfige Geschäftsführung, die für Strategie, Finanzen, Personal und Marktentwicklung verantwortlich sind und jährlich die Verantwortung gegenüber den Aktionären ablegen.

Neben solchen wirtschaftlich wichtigen Akteuren stützt sich das Finanzwesen der Insel auch auf Einnahmen aus Tourismus, Landwirtschaft und Fischerei. Die finanzielle Verwaltung und Kontrolle sind professionell organisiert, mit internen und externen Prüfungen zur Sicherstellung der Transparenz und Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Insgesamt ist das Finanzwesen Texels regional geprägt und unterstützt die nachhaltige Entwicklung und den Erhalt der vielfältigen Wirtschaftszweige der Insel.

Soziales und Gesundheit

Historisch basierte das Sozialwesen auf Texel – wie in den meisten niederländischen Gemeinden – bis in die 2010er Jahre auf nationalen Systemen (zum Beispiel AOW-Altersrente seit 1957, AWBZ-Pflegeversicherung seit 1968, ABW-Sozialhilfe). Die Verantwortung lag bei Provinz, nationalen Institutionen (SVB, UWV) und teilweise bei der Gemeinde. Lokale Wohlfahrtsarbeit erfolgte durch Kirchen, kleine Vereine und informelle Netzwerke („noaberschap“ – Nachbarschaftshilfe). Die Insel hatte immer eine starke Tradition der Selbsthilfe, unter anderem durch Freiwillige in der Altenbetreuung oder bei Katastrophen (wie Sturmfluten).

Seit der großen Dezentralisierung 2015 („decentralisaties in het sociaal domein“) übertrug die niederländische Regierung den Kommunen die Hauptverantwortung für drei zentrale Gesetze:

  • Participatiewet (Teilhabegesetz): Unterstützung bei Arbeit, Einkommen und Eingliederung (früher WWB/Bijstand).
  • Jeugdwet (Jugendgesetz): Jugendhilfe, Erziehungshilfe, Schutz von Kindern und Jugendlichen.
  • Wmo 2015 (Wet maatschappelijke ondersteuning): Soziale Unterstützung für Selbstständigkeit, Teilhabe, häusliche Pflege, Wohnanpassungen, Transport usw.

Auf Texel wurde dies in einer integralen Sozialpolitik umgesetzt. Die Gemeinde Texel hat eine Integrale Verordening Sociaal Domein (zuletzt aktualisiert für 2026), die alle Bereiche bündelt. Leitbilder wie „Wij zijn Texel: Sociaal en Gezond“ (2021) und „Zorg voor elkaar“ (Perspektiefnota 2025–2028) betonen Prävention, Eigenkraft, informelle Netzwerke und „één gezin, één plan“ – also möglichst eine zentrale Anlaufstelle pro Haushalt.

Zentrale Institutionen und Akteure auf Texel (Stand 2025/26):

  • Sociaal Team Texel: Das Kernstück – ein multiprofessionelles Team (Sozialarbeiter, Berater, Jugendhelfer undsoweiter) als erste Anlaufstelle für alle Fragen zu Einkommen, Schulden, Arbeit, Pflege, Jugend, Mantelzorg, psychische Gesundheit, Einsamkeit etc. Es koordiniert und vermittelt, oft unter einem Dach im „Huis van Ontwikkeling“ in Den Burg.
  • Stichting Texels Welzijn: Die lokale, kleine Wohlfahrtsorganisation mit wenigen festen Mitarbeitern (Allgemeine Sozialarbeit, Mantelzorgberatung). Sie organisiert Freiwilligenarbeit, Treffpunkte, Aktivitäten gegen Einsamkeit, Seniorenarbeit und Community-Projekte.
  • Texel Samen Beter: Bürgerinitiative/Verein von Einwohnern für lokale Pflege und Wohlergehen – einzigartig in NL, stark auf Kooperation und Prävention ausgerichtet („Welzijn op Recept“ – Ärzte verschreiben soziale Aktivitäten statt Medikamente).
  • Pflege und Gesundheit: Hausärzte, Wijkverpleegkundigen (Bezirks-Krankenschwestern), kleine Pflegeheime in Den Burg und De Koog, ambulante Dienste. Spezialisierte Pflege oft vom Festland via Fähre nach Den Helder. Viele Anbieter sind klein und lokal.
  • Weitere Partner: MEE (Behindertenberatung), GGD (öffentliche Gesundheit), Schulsozialarbeit, Freiwilligenzentren, Kirchen, Sportvereine, Kulturinitiativen.

Gesundheitswesen

Die medizinische Infrastruktur konzentriert sich auf ambulante Erstversorgung, Prävention und schnelle Transportmöglichkeiten zum Festland. Die Kooperation KernGezond Texel spielt eine zentrale Rolle: Sie fördert seit Jahren eine gesunde Lebensweise (Bewegung, Ernährung, mentale Gesundheit, finanzielle Fitness), vernetzt Akteure und zielt darauf ab, mehr gesunde Lebensjahre für alle Texeler zu ermöglichen – um ein drohendes „Zorginfarct“ (Pflege- und Versorgungskollaps) durch Alterung und Personalmangel abzuwenden. Texel gilt als „gesunde Insel“ mit sauberer Luft und Natur als Heilfaktor; 2026 wurde sie als Seebadeort für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften ausgezeichnet.

Auf Texel gibt es kein Krankenhaus, aber medizinische Versorgung ist gut organisiert. Für allgemeine medizinische Anliegen stehen mehrere Hausarztpraxen, vor allem in Den Burg und De Cocksdorp, zur Verfügung, bei Notfällen gibt es einen hausärztlichen Notdienst. Die wichtigsten Praxen sind Praktijk De Kaap, Praktijk Uithoven en Plasmans, Praktijk ’t Wad (alle in Den Burg), Eilandpraktijk Texel (De Cocksdorp) und weitere. Touristen und Passanten können tagsüber (8 bis 17 Uhr) über das spezielle Nummer 0222-338900 direkt zur passenden Praxis weitergeleitet werden. Außerhalb der Öffnungszeiten (Abend, Nacht, Wochenende, Feiertage) übernimmt die Huisartsenspoedpost Texel (Hausärztlicher Notdienst Texel) die Versorgung: Es gibt keine feste Spoedpost, sondern pro Dienst wird eine der Inselpraxen geöffnet und als Spoedpost genutzt – Telefon 0222-321143. Patienten werden telefonisch triagiert (oft mit Online-Check auf thuisarts.nl oder der Spoedpost-Website), und bei Bedarf erfolgt ein Termin oder Hausbesuch.

Die nächstgelegenen Krankenhäuser befinden sich auf dem Festland in Den Helder, zum Beispiel das Noordwest Ziekenhuis, das rund um die Uhr für Notfallpatienten erreichbar ist; der Transport vom Krankenhaus Texel erfolgt mit der Fähre, die im Notfall auch außerplanmäßig fährt. Bei lebensbedrohlichen Situationen sollte die Notrufnummer 112 gewählt werden, und der Rettungsdienst sorgt für schnelle medizinische Hilfe und Transportmöglichkeiten. Die TESO-Fähre (Texels Eigen Stoomboot Onderneming) garantiert den Transport: Bei laufender Ambulance wartet das Schiff oder fährt extra (auch nachts). Schwere Fälle werden per Helikopter (z. B. ANWB Traumahelikopter) oder per Boot transportiert – die Koordination läuft reibungslos, und die TESO hat spezielle Protokolle für medizinische Transporte.

In Den Burg gibt es die „De Texelse Apotheek“ (Apotheke), die für die Versorgung mit Medikamenten zuständig ist und außerhalb der regulären Öffnungszeiten in dringenden Fällen erreichbar bleibt. Die Apotheke (Telefon 0222-312112) hat reguläre Zeiten (Montag bis Freitag 8 bis 17:30 Uhr), ist aber für Spoedgevallen mit Rezept von Arzt, Zahnarzt oder Hebamme außerhalb erreichbar (oft über die Spoedpost koordiniert). Es gibt auch eine Medicijnautomaat (24/7-Automat) für bestimmte Medikamente. Darüber hinaus gibt es einen Dialysezentrum in Oosterend sowie zahnärztliche Praxen auf der Insel. Das Dialysecentrum Texel (Het Hof 20, Oosterend) ist ein Urlaubs- und Feriendialysezentrum (vakantiedialyse) des Noordwest Ziekenhuis – Patienten können hier dialysieren und gleichzeitig Urlaub machen; es ist speziell für Touristen und Bewohner eingerichtet. Zahnärzte, Physiotherapeuten, Apotheken und weitere paramedische Dienste (z. B. Logopädie, Ergotherapie) sind verteilt über die Dörfer.

Krankheiten

Die Kooperation KernGezond Texel koordiniert Prävention, Lebensstil und Gemeinschaftsinitiativen mit Schwerpunkt auf gesunder Umwelt, mentaler Gesundheit und Vermeidung chronischer Erkrankungen. Texel gilt als „gesunde Insel“ und erhielt 2026 die europäische Auszeichnung als Seebadeort für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften (saubere Luft, Natur, Bewegung).

Texel hat eine relativ hohe Vergreisung (viele über 65-Jährige), was zu mehr chronischen Erkrankungen führt. Etwa 44 % der über 65-Jährigen haben eine oder mehrere langfristige Krankheiten oder Beschwerden (ähnlich dem Landesdurchschnitt). Typische Probleme sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, COPD, Arthrose und Krebs – beeinflusst durch Alter, Lebensstil und manchmal Einsamkeit/Isolation (besonders bei Älteren oder Saisonarbeitern). Mentale Gesundheit spielt eine Rolle: Einsamkeit, soziale Isolation und Stress bei Jugendlichen (Alkohol-/Drogenkonsum) werden im kommunalen Gesundheitspolitik 2024–2026 explizit genannt. Während der Corona-Pandemie (2020–2022) war Texel besonders vulnerabel: Begrenzte Kapazitäten führten zu frühen Appellen an Touristen, fernzubleiben; es gab Infektionen und Todesfälle unter Bewohnern. Aktuell (Stand 2026) sind Infektionszahlen niedrig, aber saisonale Grippe oder Atemwegserkrankungen treten auf.

Das größte inseltypische Risiko kommt von Zecken und Vieh. Zecken (vor allem die Schapenteek) sind weit verbreitet in Dünen, Wäldern und Grasflächen – Texel ist ein Endemiegebiet für die Zeckenkrankheit Lyme-Borreliose (Borrelia-Bakterium). In den Niederlanden erkranken jährlich ca. 27.000 Menschen an Lyme (2 bis 3 % der Zeckenbisse führen zu Infektion), mit Risiko auf Hautausschlag (Erythema migrans), Gelenkentzündungen, neurologische Beschwerden oder langanhaltende Müdigkeit. Auf Texel ist das Risiko erhöht durch viele Schafe (14.000 bis 20.000 Tiere auf salzhaltigen Weiden) und Freizeit in Naturschutzgebieten. Prävention (lange Kleidung, DEET-Spray, schnelles Entfernen von Zecken, Kontrolle nach Spaziergängen) ist essenziell. Andere Tierkrankheiten wie Q-Fieber (Coxiella burnetii, über Schafe/Ziegen) kamen 2024 vor (Hunderte Schafe mussten geschlachtet werden, um Ausbruch zu verhindern), Blauwtong (Blauzungenkrankheit bei Schafen) wurde 2023 beobachtet, aber Texel blieb weitgehend verschont. Vogelgrippe (HPAI) trat 2023 auf (tote Vögel am Strand), mit geringem Risiko für Menschen, aber Warnungen für Hunde und Kontakt mit toten Tieren.

Bildung

Auf Texel gibt es insgesamt zehn Grundschulen. Davon befinden sich fünf in Den Burg, darunter eine für den Sonderschulbereich. Außerdem gibt es Grundschulen in De Koog, Oudeschild, De Cocksdorp und zwei in Oosterend. Eine dieser beiden Grundschulen in Oosterend bietet Privatunterricht in kleinem Rahmen auf reformatorischer Grundlage an. Das Spektrum der Glaubensrichtungen ist unterschiedlich und reicht von der öffentlichen Schule über die protestantische christliche Schule bis zur Waldorfschule.

Texel ist die einzige niederländische Watteninsel mit einer Gesamtschule für den Sekundarbereich. In Den Burg befindet sich die öffentliche Gesamtschule De Hogeberg, die Unterricht für vmbo, havo und vwo anbietet. Dies ist die einzige weiterführende Schule auf der Insel.

Höhere Bildung und Wissenschaft

Das 1876 gegründete Koninklijk Nederlands Instituut voor Zeeonderzoek (NIOZ, englisch Royal Netherlands Institute for Sea Research, deutsch Königlich Niederländisches Institut für Meeresforschung) ist ein unabhängiges Forschungsinstitut in den Niederlanden, das eng mit der Niederländischen Organisation für Wissenschaftliche Forschung (NOW) zusammenarbeitet. Das NIOZ zählt zu den ältesten ozeanografischen Instituten weltweit. Sein Hauptquartier befindet sich in ’t Horntje auf der Insel Texel.

Die gestellte Aufgabe ist die multidisziplinäre Meeresforschung in Küsten- und Festlandssockelgebieten der Meere und ebenso der Tiefseeregionen durch enge Zusammenarbeit zwischen Physikern, Chemikern, Geo- und Biologen. Soweit das möglich ist, wird politik- und bevölkerungsbezogen geforscht.

Gegenwärtig beschäftigt das NIOZ 250 Mitarbeiter, davon 165 in festen, unbefristeten Arbeitsplätzen. Es unterhält enge Kontakte zu den universitären Forschungsstellen und zu anderen Meeresforschungsinstituten weltweit. Besonders eng geschieht das mit vier Instituten des deutschen Bundeslandes Bremen vermittels der gemeinsamen Organisation NEBROC (Netherlands Bremen Oceanography). Hier trägt es durch Praktika und Projektstellen zur Ausbildung von jungen Forschern bei. Entsprechende Fachgebiete sind: physikalische und chemische Ozeanografie, Meeresgeologie, Biologie, Toxikologie und die Biogeochemie.

Zur Aufgabenerfüllung unterhält das NIOZ Laboratorien, größere Experimentaleinrichtungen und drei Forschungsschiffe (RV Pelagia, RV Navicula und RV Stern) für Projekterkundungen vor Ort. Es gibt darüber hinaus eigene technische Werkstätten, welche neue Ausrüstungsinstrumente nötigenfalls selber entwickeln und bauen. Das Verlagsbüro zur Herausgabe des hauseigenen „Journal of Sea Research“ und das Hauptquartier der Land-Ocean Interactions in the Coastal Zone (LOICZ) gehören ebenfalls zum Institut.

Das Hauptaugenmerk der Forschungsprojekte liegt auf Prozessen und Mechanismen, die den ökologischen und Klimawandel bestimmen. Die Ergebnisse der Forschung dienen der Regierungs- und Politikberatung im Hinblick auf Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft und auf die nachhaltige Nutzung der Ozeane und Fischgründe.

Bibliotheken und Archive

Auf Texel gibt es eine öffentliche Bibliothek, die sich zentral in Den Burg befindet und vielfältige Angebote bereithält. Die Bibliothek verfügt über Einrichtungen wie WLAN, Computer, Druck- und Kopiermöglichkeiten sowie Arbeits- und Lernplätze. Für Touristen gibt es einen speziellen Ferienpass, mit dem sie bis zu 10 Bücher gleichzeitig für vier Wochen ausleihen können. Zusätzlich werden kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen angeboten, bei denen Erwachsene bei einer Tasse Kaffee Geschichten lauschen können.

Geschichtliche und kulturelle Informationen werden in lokalen Museen und dem Texeler Erbgutmuseum gepflegt, die Dokumente und Exponate zur Inselgeschichte sammeln und zugänglich machen. Die Bibliothek fungiert als wichtiger Ort für Bildung, Kultur und Begegnung auf der Insel und ergänzt die kulturelle Infrastruktur Texels.

Kultur

Viele Häuser auf Texel ähneln aufgrund der Form ihres Daches Pyramiden. Das nach allen Seiten schräg ablaufende Dach verhindert, dass der permanent wehende Wind zu großen Druck ausübt. Im Gegensatz zu früher ist der Wohnbereich als Anbau von der Unterkunft des Viehs abgetrennt.

Museen

Das Ecomare ist ein Museum, das sich mit dem Leben auf einer Insel und dem Meer befasst. Berühmt ist es für seine Vogel- und Seehundauffangstation. Ölverschmierte Vögel und von den Müttern zurückgelassene junge Seehunde (Heuler) und andere schwache Seehunde werden hier aufgenommen. Etwa 25 Seehunde werden jährlich aufgenommen und wieder freigelassen. Eine feste Gruppe von 20 Seehunden, die sich nicht mehr an das freie Leben gewöhnen konnten, lebt hier. Sie werden um 11 und 15 Uhr gefüttert.

Im „Wassersaal“ sieht man in meist offenen Aquarien Nordseebewohner, unter anderem kann man dort auch kleine Hundshaie anfassen und die Seehunde unter Wasser betrachten. In der Ausstellung „Leben auf einer Insel“ kann man die Ausbreitung von Texel von der letzten Eiszeit bis heute und in die Zukunft projiziert verfolgen und die sich langsam ändernden Beziehungen zwischen Mensch und Insel nachvollziehen. Knochen von Säugetieren aus der Eiszeit, Informationen zur Arbeit der ersten Naturschützer von Texel (Jac. P. Thijsse) und Vögel der Insel sind zu besichtigen. „Sicht auf See“ befasst sich mit Schifffahrt, Deichbau, Ölförderung und Fischerei an und auf der Nordsee.

Das zweite größere Museum der Insel ist das Maritiem & Jutters Museum (Meeres- und Strandräuber-Museum) in Oudeschild. Es informiert über die Geschichte Texels in Bezug auf das Meer, unter anderem die Zeit der Reede für Hochseeschiffe in Oudeschild und die Strandräuberei. Zum Museum gehört auch eine Windmühle.

Das Schipbreuk- en Juttersmuseum Flora in der Nähe von De Koog zeigt eine große Sammlung von Strandgut. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Lotsen- und Rettungswesen sowie die Dokumentation von Schiffbruchfällen vor der Insel. Auf dem Außengelände befinden sich Rettungsboote, gestrandete Schiffe und weitere nautische Gegenstände.

Das Luchtvaart- & Oorlogsmuseum Texel (LOMT) ist ein Museum im Vliegveld 'De Vlijt' auf der Insel Texel. Die Idee zur Einrichtung des Museums entstand nach den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen von Vliegveld 'De Vlijt' im Jahr 1987, die auch mit dem 5-jährigen Bestehen des Niederländischen Dakota-Verbandes (DDA) und dem siebzigjährigen Bestehen des amphibischen Trainingslagers De Mok verbunden waren. Etwa 15.000 Zuschauer besuchten die Ausstellung, die zu diesem Anlass im Hangar des Flugplatzes eingerichtet wurde.

Aufgrund der Begeisterung des Publikums wurde über eine Dauerausstellung in Form eines Museums nachgedacht, und 1988 wurde zu diesem Zweck die Stiftung „Luchtvaartmuseum Texel“ gegründet, an der der damalige Flugplatzdirektor/Flughafenmeister Ed de Bruijn mitwirkte.

Als der Segelflugverein 1995 anzeigte, dass er neue Räumlichkeiten benötigte, wurde die Gelegenheit, im alten Segelflugzeughangar ein Museum einzurichten, mit beiden Händen ergriffen. Der Amateurhistoriker Gelein Jansen wurde in das Projekt einbezogen und traf die notwendigen Vorbereitungen für die Einrichtung eines Museums. Im April 1996 richtete dann eine Gruppe von Enthusiasten innerhalb eines Monats ein komplettes Museum ein, und am 17. Mai 1996 wurden die Türen des Museums zum ersten Mal für die Öffentlichkeit geöffnet; seitdem kann das Museum auf etwa 10.000 bis 12.000 Besucher pro Jahr zählen.

Nach einigen Jahren war die Ausstellung so „aus dem Ruder gelaufen“, dass beschlossen wurde, das Museum um eine neue Halle neben dem bestehenden Museum zu erweitern; diese wurde im April 2003 eröffnet, und 2011 wurde ein weiterer großer Wintergarten vor der Halle gebaut. Auch der Name des Museums wurde in „Luftfahrt- und Kriegsmuseum Texel“ geändert, da ein großer Teil des Museums Material über den Zweiten Weltkrieg ausstellt. Im Winter 2017/18 wurde die Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg im Rahmen des vom Wattenfonds finanzierten Projekts „Atlantikwall op de Wadden“ komplett renoviert, und es wurde damit begonnen, die Themen Luftfahrt und Krieg besser zu trennen. Der letzte Schritt in diesem Übergang war die Verlagerung des von Kuttern gefischten Kriegsmaterials an einen anderen Ort im Museum.

Das Museum Kaap Skil ist ein Schifffahrtsmuseum in Oudeschild. Es konzentriert sich auf das Leben mit dem Meer und die Bedeutung der Insel im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert. Zu dieser Zeit war Texel ein wichtiger Knotenpunkt für die Schifffahrt. Vor der Küste befand sich die Reede van Texel, vom fünfzehnten bis zum frühen neunzehnten Jahrhundert der größte Ankerplatz der Welt. Das Museum verfügt über eine große Sammlung von Fundstücken aus Schiffswracks aus dieser Zeit.

Das Museum Kaap Skil ist zum Teil ein Innenmuseum und zum Teil ein Freilichtmuseum. Es ist Teil der Stichting Texels Museum, zu der auch Ecomare, Vuurtoren Eierland und die Oudheidskamer in Den Burg gehören. Zusammen ziehen die vier Museen jährlich rund 450.000 Besucher an.

Der Name „Museum Kaap Skil! bezieht sich auf die Schifffahrt und den Standort des Museums. Ein Kap ist ein Leuchtfeuer für die Schifffahrt, eine wichtige Landmarke. Das Eingangsgebäude des Museums kann zu Recht als Kap bezeichnet werden. Skil ist der texelsche Name für das Fischerdorf Oudeschild, in dem das Museum Kaap Skil zu finden ist.

Das Museum verwaltet eine Sammlung von maritimen und texelischen Objekten aus der Zeit um 1600 bis heute. Dazu gehören auch zahlreiche archäologische Tauchfunde von verschiedenen Schiffswracks, die in der Nähe von Texel gefunden wurden. Das Museum beherbergt auch verschiedene Schiffsmodelle, maritime Utensilien und Gemälde, Karten und Drucke mit nautischen Themen.

Die Ausstellungen sind in dem von Mecanoo entworfenen Hauptgebäude zu sehen, in dem sich auch der Eingang befindet. Gebäude und Einrichtung wurden mehrfach ausgezeichnet. Das wiederverwendete Holz der Fassade stammt von Spundwänden des Nordhollandkanals.

Das Freilichtmuseum umfasst Fischerhäuser, Getreidespeicher, eine Schmiede und eine Schreinerei. Die Gebäude sind mit authentischen Texeler Utensilien aus dem neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert ausgestattet, und der Laden des Strandräubers ist mit Fundstücken vom Strand gefüllt. Im Freilichtmuseum werden regelmäßig maritime Handwerke vorgeführt, wie zum Beispiel die Herstellung von Seilen, das Binden von Netzen und das Spalten von Seilen. Auf dem Museumsgelände befindet sich auch die restaurierte Getreidemühle „De Traanroeier“.

Im Hauptgebäude ist das größte maritime Modell der Welt zu sehen. Es stellt die Reede von Texel dar, einen wichtigen niederländischen Ankerplatz im Goldenen Zeitalter, als Dutzende und manchmal sogar Hunderte von Schiffen gleichzeitig im Windschatten der Texelküste auf Besatzung, Vorräte und günstige Winde warteten, um auszulaufen.

Die Museumssammlung enthält Funde von einem Schiff, das im 17. Jahrhundert in der Nähe von Texel gesunken ist, dem so genannten Palmwood-Wrack. Dieses Schiffswrack, das fast 400 Jahre lang auf dem Meeresgrund lag, enthielt eine außergewöhnlich luxuriöse und exklusive Ladung. Sogar Kleidung wurde gefunden, die unter dem Sand sehr gut erhalten war. Ein besonders schickes Seidenkleid erregte weltweites Aufsehen, als der Fund bekannt gegeben wurde. Das Kleid wurde von Experten als „die Nachtwache der Kostümwelt“ bezeichnet, seine Qualität lässt vermuten, dass das Kleidungsstück einer reichen Dame gehörte, aber der tatsächliche Name des Besitzers ist (noch) nicht bekannt. Neben Kleidungsstücken und Textilien wurden in dem Wrack auch andere ungewöhnliche Gegenstände gefunden, wie zum Beispiel eine Buchplatte mit dem Wappen des englischen Königshauses Stuart. Auch orientalische Gegenstände wie Kleidungsstücke und ein Teppich waren im Wrack vorhanden. Seit 2018 werden die Funde aus dem Palmwood-Wrack von einem Team nationaler und internationaler Wissenschaftler untersucht und konserviert. Ein zweites Kleid aus dem Palmwood-Wrack wurde nach umfangreichen Untersuchungen als mögliches Hochzeitskleid identifiziert. Dieses außergewöhnliche Kleid war aus hochwertiger Seide mit eingewebten Silberplatten in einem Liebesknotenmuster. Eine Auswahl von Gegenständen aus dem Palmhout-Wrack, darunter die beiden Kleider, ist im Museum Kaap Skil zu sehen.

Die Oudheidkamer ist ein Regionalmuseum im Zentrum von Den Burg. Sie wurde 1599 erbaut und ist damit eines der ältesten Häuser der Insel. Damals als Gästehaus für Reisende und vorübergehend Obdachlose gebaut, ist es heute ein Regionalmuseum, das das Leben auf der Insel im späten 19. Jahrhundert. Zu sehen sind Möbel, Gebrauchsgegenstände, Kunst, Drucke und Kostüme der damaligen Zeit. Über dem Haupteingang steht der Text Wer seine Ohren für die Schreie der Armen verschließt, den wird Gott nicht verschonen. Hinter dem Haus befindet sich ein Kräutergarten, in dem unter anderem schwarze Johannisbeeren und Kerbel wachsen. Das Anwesen steht unter Denkmalschutz und wurde 2013 zum 94. Blauen Delfter Haus der KLM ernannt.

Architektur

Eine Schapenboet (deutsch Schafscheune) ist eine besondere Scheunenart, die auf der niederländischen Insel Texel vorkommt. Die Gebäude zeichnen sich durch ihre charakteristische Form des Daches aus. Im Gegensatz zu den meisten Dächern besteht das Dach nicht aus zwei (Satteldach) oder vier (Zeltdach) Flächen. Die drei Dachseiten sind nach Norden, Westen und Süden ausgerichtet, um dem Westwind am besten zu widerstehen. Die Dächer sind unterschiedlich gedeckt. Einige haben ein Ziegeldach, andere ein Reetdach, wieder andere eine Kombination aus beidem. Die Größe variiert je nach Ausführung, ist aber im Großen und Ganzen ähnlich. Bei einigen Ausführungen ist der Dachfirst nicht parallel zum Boden, sondern von Westen nach Osten ansteigend gebaut. Viele Gebäude wurden im 19. Jahrhundert errichtet.

Um die Bewirtschaftung von Agrarflächen zu erleichtern, die etwas weiter vom Wohnort der Bauern entfernt waren, bauten die Bauern auf Texel die kleinen Zusatzscheunen. Die Schapenboeten dienen den Bauern als Scheune und Garage zugleich, zum Lagern von Heu und Unterstellen von Arbeitsgeräten. Die Ostseite der Gebäude dient Schafen als Schutz vor Wind und Wetter. Heute werden von den etwa 50 Schapenboeten auf Texel nur noch wenige für ihren ursprünglichen Zweck benutzt. Viele Bauern lassen ihre Gebäude verfallen. Einige der Scheunen sind jedoch denkmalgeschützt und befinden sich in einem guten Zustand und werden zum Teil mit öffentlichen Mitteln instand gehalten. Ein Schapenboet ist der Öffentlichkeit zugänglich. Es befindet sich nahe dem Ort Den Hoorn und ist kostenfrei zu besichtigen

Viele Häuser auf Texel ähneln aufgrund der Form ihres Daches Pyramiden, sogenannte Gulfhäuser. Das nach allen Seiten schräg ablaufende Dach verhindert, dass der permanent wehende Wind zu großen Druck ausübt. Im Gegensatz zu früher ist der Wohnbereich als Anbau von der Unterkunft des Viehs abgetrennt.

Die sehenswerte De Burght auf der Binnenburg wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Der Turm dieser Kirche hat eine steinerne Spitze. Im Dorf gibt es auch eine Baptistenkirche. Weitere Kirchen in Den Burg sind die römisch-katholische Johannes de Doperkerk aus dem 19. Jahrhundert, die reformierte Kirche, die Freien Baptisten, die Zeugen Jehovas und der Bahai-Glaube.

Auf Texel wurden verschiedene Statuen, Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum aufgestellt. Außerdem gibt es auf der Insel mehrere nationale Denkmäler, kommunale Denkmäler und Kriegsdenkmäler.

  • Georgischer Friedhof: de Hoge Berg
  • Jac. P. Thijs Denkmal: im Teich auf dem Elemert in Den Burg
  • Kaap Oosterend: Oosterend
  • De Traanroeier: Oudeschild
  • Licht des Trostes: Mokbaai
  • Eierland-Leuchtturm: nördlich von Texel, bei De Cocksdorp
  • Überreste von mittelalterlichen und napoleonischen Festungen bei Oudeschild

Bildende Kunst

Die Watteninsel mit ihrer einzigartigen Natur – Dünen, Meer, Salzwiesen und dem ständigen Wechsel von Licht und Wetter – inspiriert seit jeher Künstler. Viele Werke greifen Landschaften, maritime Motive, Strandgut oder die ruhige Inselszenerie auf, oft mit einem starken Bezug zu Nachhaltigkeit, Umweltschutz und lokalen Materialien. Lokale Künstler, Ateliers und Galerien mischen sich hier mit internationalen Einflüssen, und es gibt regelmäßig Ausstellungen, Workshops und Kunstrouten.

Im malerischen Dorf Den Hoorn befindet sich die Galerie Klif ART, die wechselnde Ausstellungen mit Werken sowohl texelischer als auch internationaler Künstler zeigt, darunter Bronzeplastiken, Murano-Glaskunst und Drucke berühmter Maler wie Jan Mankes. Die Galerie präsentiert oft Landschaftsmalereien mit Texel-Motiven, Blumenstillleben und Skulpturen – ein Ort, der die Vielfalt von Malerei über Glas bis zu Bronzegüssen vereint.

Weitere Galerien auf der Insel, darunter die Museum Galerie RAT in Den Burg, präsentieren Kunstwerke aus lokalen Materialien, oft mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und Natur, wie etwa Kunst aus Strandgut und Kunststoff. RAT (Recomposed Art Texel) ist ein besonderes Highlight: Die Künstlerin Maria schafft Reliefs, Skulpturen und Lichtobjekte aus angeschwemmten Plastikresten, Holz und Fundstücken vom Strand – eine Mischung aus Upcycling, Umweltkunst und Traumwelten aus Natur und Literatur. Es ist ein Museum-Galerie-Hybrid, der ohne Subventionen läuft und Besucher in eine andere Welt entführt.

Zu den etablierten Adressen gehören die Eiland Galerij in Zuid-Eierland (die älteste auf der Insel, seit 1978 von Niek Welboren und Kerstin Edelmann geführt, mit Malerei, Skulptur und Design in einem denkmalgeschützten ehemaligen Schulgebäude), Galerie Posthuys in De Koog (ein Treffpunkt für Künstler, Besucher und Käufer mit wechselnden Ausstellungen), Atelier Galerie Texel Kunst von Angelina Stiehl in Den Burg (farbenfrohe Gemälde von einer echten Texelerin, oft mit Insel-Landschaften, plus Stahl-Designs) sowie weitere wie Galerie De Reede van Texel oder Buten Art Gallery.

Texel verfügt zudem über mehrere Museen mit umfangreichen Sammlungen zur regionalen Kultur und Geschichte, die auch künstlerische Aspekte beleuchten. Besonders bekannt ist das Museum Kaap Skil in Oudeschild, das maritime Geschichte mit künstlerisch gestalteten Ausstellungen verbindet – darunter beeindruckende Funde aus dem 17.-Jahrhundert-Palmhoutwrak (erhaltene Kleidung, Keramik und Kunstgegenstände), interaktive Elemente und eine moderne Präsentation der Reede von Texel. Das Ecomare-Museum widmet sich der Natur und dem Meeresschutz, mit Ausstellungen zu Robben, Vögeln und Wattenmeer, oft ergänzt durch künstlerische Installationen oder temporäre Kunstprojekte zum Thema Umweltschutz. Das Heimatmuseum und das Kulturhistorische Museum Texel (Oudheidkamer Texel) in Den Burg zeigen das bäuerliche und handwerkliche Erbe der Insel, inklusive historischer Kunsthandwerk-Objekte, Trachten und Gemälde aus früheren Jahrhunderten. Weitere Museen wie das Schafmuseum oder das Maritime und Strandgutmuseum Flora runden das Bild ab, oft mit künstlerischen Elementen zu Alltag und Geschichte.

Seit 2022 gibt es vier Insel-Kunstrouten, die Besucher zu Galerien, Ateliers, Ausstellungen und Künstlern führen – ideal, um die lebendige Szene zu entdecken. Viele Einrichtungen bieten neben traditioneller Kunst auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Workshops (zum Beispiel Malen, Keramik, Upcycling) und Sonderausstellungen an, was Texel zu einem lebendigen Zentrum für bildende Kunst und Kultur macht.

Literatur

Obwohl Texel keine große literarische Metropole ist, hat die Watteninsel durch prominente Autoren, lokale Geschichten und kulturelle Veranstaltungen einen festen Platz in der niederländischen (und teils deutschsprachigen) Literatur. Viele Werke thematisieren das Inselleben, die Natur, das Meer, die Einsamkeit oder die besondere Stimmung zwischen Dünen und Salzwiesen – oft autobiografisch oder als Kulisse für Spannung und Reflexion.

Jan Wolkers war der bekanntesten niederländischen Schriftsteller, der ab 1980 auf der Insel lebte und sie auch in seinen Werken oft thematisierte. Wolkers zählt zu den „Großen Vier“ der niederländischen Nachkriegsliteratur und verband in seinen Texten oft autobiografische Elemente mit der Natur und Atmosphäre von Texel. Der 1925 in Oegstgeest geborene und 2007 auf Texel verstorbene Autor (er lebte mit seiner Frau Karina in einem Haus bei Den Hoorn) fand in der Insel seine zweite Heimat und Inspirationsquelle. Seine Liebe zur Natur – Vögel, Pflanzen, Tiere, die Weite der Landschaft – prägt viele seiner späteren Werke, darunter Essays, Tagebücher und Erzählungen. Texel erscheint als Ort der Ruhe, des Beobachtens und der intensiven Wahrnehmung, fernab des städtischen Trubels. Bekannte Bücher wie „Turks Fruit“ (1969) oder „Terug naar Oegstgeest“ (1965) stammen zwar aus früherer Zeit, doch in seinen Texel-Jahren entstanden Texte, die die Insel direkt oder indirekt einfließen lassen, etwa in Naturbeobachtungen, Kurzgeschichten oder seinen bildhauerischen und malerischen Arbeiten, die oft mit literarischen Motiven verknüpft sind. Wolkers’ Vermächtnis lebt auf Texel weiter: Es gibt Gedenkveranstaltungen, Biografien und Diskussionen über seine Verbindung zur Insel in Podcasts oder Lesungen, und viele Besucher suchen bewusst Orte auf, die mit ihm assoziiert werden.

Darüber hinaus schreiben zeitgenössische Autorinnen wie Annette Krauß Thriller und Krimis mit Texel als Handlungsort. Die deutschsprachige Autorin hat eine Serie von Texel-Thrillern geschaffen, darunter „Goldrausch: Texel-Thriller“, „Revival: Texel-Thriller“ oder „Tatort: Texel – Die Vögel-Edition“. Die Geschichten spielen oft an Stränden wie Paal 12, in Naturschutzgebieten wie De Muy oder in Dörfern, wo Morde, Geheimnisse und Insel-typische Konflikte (Tourismus, Einheimische vs. Zugezogene) im Vordergrund stehen. Weitere Autoren nutzen Texel als Schauplatz: Peter van Beek mit „Moordeiland“ (Teil einer Texelse-Thriller-Reihe), Thomas Schwieder („Texel: Die Liebenden von Den Hoorn“) oder Nico Dros, ein gebürtiger Texeler Historiker und Schriftsteller, der in Romanen, Essays und Geschichten wie „Eiland van gisteren – Verhalen over Texel“ das Inselleben, seine Geschichte und persönliche Erinnerungen verarbeitet.

Die Texeler Mundart wird zwar auf der Insel gesprochen, aber es gibt keine weit verbreiteten literarischen Werke in dieser regionalen Mundart, zumindest keine, die über die lokale Tradition hinaus bekannt geworden sind. Die meisten literarischen Texte auf Texel sind auf Niederländisch verfasst, wobei die lokale Sprache vor allem im mündlichen Gebrauch und durch kulturelle Veranstaltungen gepflegt wird. Es gibt Anthologien und Sammlungen wie „Dag lief fijn eiland: 23 schrijvers over Texel“, „Geschichten über Texel“ (auch auf Deutsch verfügbar) oder Bücher von Het Open Boek Texel, die lokale Autoren und Geschichten versammeln – oft lyrisch, kritisch oder nostalgisch über das Inselleben.

Das literarische Leben wird durch Museen und Veranstaltungen belebt. Das Heimatmuseum Waelstee in De Waal vermittelt Einblicke in das Leben der Texeler Bevölkerung über die Jahrhunderte und veranstaltet gelegentlich Lesungen und kulturelle Events, die das literarische Leben auf der Insel bereichern. Die Oudheidkamer Texel in Den Burg zeigt eine authentische Lebenswelt vergangener Zeiten und bietet ebenfalls Ausstellungen und Programme, die historische und literarische Themen aufgreifen. Neben diesen musealen Angeboten gibt es auf Texel kulturelle Veranstaltungen und Lesungen in Bibliotheken und Gemeindezentren, die das literarische Bewusstsein auf der Insel fördern und lokale sowie nationale Autoren präsentieren. So ist die Literatur trotz fehlender spezieller Literaturhäuser fest in der kulturellen Identität Texels verankert. Die Bibliotheek Texel in Den Burg organisiert regelmäßig Lezingen über historische Figuren oder Autoren, und es gibt Buchvorstellungen, Silent Book Clubs oder Events in Cafés und Kulturhäusern. Buchhandlungen wie Nauta Boek in Den Burg bieten eine gute Auswahl an Insel-Literatur, Reiseführern und Romanen.

Theater

Auf Texel gibt es ein lebendiges Theaterleben, das überraschend vielfältig ist für eine Insel dieser Größe. Das einzige feste Theater der Insel ist das „Theater & Restaurant De Toegift“ im malerischen Dorf Den Hoorn, das regelmäßig Theateraufführungen, Kabarett, Musikabende und besondere Veranstaltungen anbietet. Das Theater hat sich durch das alle zwei Jahre stattfindende „Broadway Wohnzimmertheaterfestival“ einen Namen gemacht, bei dem Wohnzimmer, Garagen und Scheunen der Einwohner zu kleinen Bühnen werden und ein vielfältiges Programm aus Kleinkunst, Kabarett und Musik geboten wird. Das Festival findet traditionell im Mai statt und gilt als eines der originellsten Huiskamertheater-Events der Niederlande – mit bis zu 50 Acts in rund 30 privaten „Theatern“. Es zieht Tausende Besucher an und schafft eine einzigartige, warme und community-basierte Atmosphäre. Das Theater De Toegift selbst (im Gebäude Klif 12) bietet ein ganzjähriges Programm: Von Soloprogrammen und Revuen über Singer-Songwriter-Abende bis zu musikalischen Hommagen an Liesbeth List oder The Everly Brothers. Es kombiniert Bühne mit Restaurant – oft mit Drei-Gänge-Menüs vor oder nach der Vorstellung. Das Gebäude stand 2025 zum Verkauf, was zunächst Unsicherheit schuf.

Neben De Toegift gibt es weitere Spielstätten: Die Hoornder Kerkje (kleine Kirche in Den Hoorn) dient oft für intime Konzerte und Theaterabende, der Ferienpark De Krim in De Cocksdorp für größere Events oder Open-Air-Elemente, und sporadisch finden Aufführungen in Dorfsälen, Cafés oder sogar Strandpavillons statt. Lokale Amateurgruppen, Schulprojekte oder Gastspiele von Festland-Ensembles (z. B. Kabarett-Tourneen) ergänzen das Angebot. Insgesamt ist das Theater auf Texel nahbar, oft humorvoll-niederländisch und stark community-orientiert.

Film

Das Kino „Cinema Texel“ in Den Burg ergänzt das kulturelle Angebot durch aktuelle Filmvorführungen, einschließlich Blockbustern und Arthouse-Filmen. Das kleine, gemütliche Kino (in der Gravenstraat) zeigt ein breites Programm: Hollywood-Hits, niederländische Produktionen, internationale Arthouse-Filme, Familienfilme und gelegentlich 3D-Vorstellungen. Es ist beliebt für seine komfortablen Sitze (manchmal als „vliegtuigstoelen“ beschrieben), freundlichen Service und Snacks. Neben regulären Filmen gibt es Specials wie Prosecco-Nights mit romantischen oder literarischen Verfilmungen, Themenabende oder Live-Konzertübertragungen. Das Kino ist ganzjährig geöffnet und ein fester Treffpunkt für Inselbewohner – besonders im Winter, wenn das Wetter draußen rau ist.

Auch Live-Musikveranstaltungen und Festivals gehören zum kulturellen Leben der Insel und finden an verschiedenen Orten statt, beispielsweise im Hoornder Kerkje oder im Ferienpark De Krim in De Cocksdorp. Dieses vielfältige Angebot macht Texel zu einem lebendigen kulturellen Ort mit abwechslungsreichen Theater-, Film- und Musikprogrammen.

Musik und Tanz

Die tesseler Musik und Tanzszene kombiniert eine reiche Beat- und Popgeschichte mit modernen Festivals, lokalen Bands, Blues, Jazz, elektronischer Musik und Tanzveranstaltungen am Strand oder in gemütlichen Dorfsälen. Besonders charakteristisch sind die intime Atmosphäre, die Verbindung zur Natur (Strand, Dünen, Deiche) und die starke Beteiligung lokaler Künstler und Freiwilliger.

Einer der Höhepunkte des tesseler Musiklebens war die Beatboerderij / Beatschuur Sarasani. Zwischen 1966 und 1976 war die Beatboerderij Sarasani (auch Beatschuur Sarasani genannt) bei Den Burg das unbestrittene Mekka der niederländischen Beat- und Hippie-Szene. Die umgebaute alte Boerderij (Bauernhof) an der Oude Kagoerweg / Nieuwlanderweg bot auf 800 m² Platz für bis zu 1.000 Besucher. Jeden Abend von halb acht bis tief in die Nacht spielten nationale und internationale Acts – darunter Earth & Fire, Cuby + the Blizzards, The Golden Earring, The Motions, Q65, The Shoes und viele mehr. Die Location war berühmt für ihre Freiheit und Unbeschwertheit: Hippies, Langhaarige und Jugendliche aus ganz NL und sogar dem Ausland pilgerten hin, tanzten, feierten und erlebten die „ultieme vrijheid en blijheid“ (ultimative Freiheit und Freude). Es gab DJs, Lightshows, Happenings und eine legendäre Atmosphäre fernab der etablierten Städte. Nach zehn Jahren schloss Sarasani 1976 – teils wegen kommerzieller Entwicklungen, teils wegen behördlicher Auflagen. Heute erinnern Bücher, Dokumentationen, Festivals (wie das gelegentliche „Sarasani Festival“-Revival) und YouTube-Videos an diese goldene Ära der Insel-Popgeschichte.

Aktuelle Musik- und Tanzveranstaltungen (Stand 2026) Texel bietet das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches Programm – von kleinen Konzerten in Cafés und Kirchen bis zu großen Open-Air-Events. Viele Veranstaltungen finden in Den Burg (Hauptort), De Koog, De Cocksdorp, De Waal oder direkt am Strand statt. Tanz spielt eine große Rolle, besonders bei Sommer-Events mit DJs, Live-Bands und Beach-Partys.

  • Texelpop (seit den 1980er Jahren): Das traditionsreichste Popfestival der Insel, organisiert von und mit lokalen Bands. Es findet meist im Frühjahr (März) in der Evenementenhal Texel (beim Ferienpark De Krim in De Cocksdorp) statt. Mit Rock, Blues, Funk, Balladen und mehr – oft zwei Bühnen, Foodstände, Oldtimer- oder Brommer-Ausstellungen und Präsentationen zur Festival-Geschichte. Nach einer Pause von 2014 bis 2023 feierte es eine starke Wiederbelebung und ist heute ein fester Termin für Texeler und Fans von „eigene bodem“-Musik (Musik vom eigenen Boden).
  • Texel Blues Festival (seit über 35 Jahren): Ein Highlight im Herbst (meist zweites Oktober-Wochenende). Den Burg verwandelt sich in eine riesige Blues-Bühne: Dutzende Locations (Cafés, Bars, Restaurants, Säle) bieten drei Tage lang Live-Blues von nationalen und internationalen Künstlern – von rauem Chicago-Blues über Soul bis Rock-Blues. Es zieht Tausende Besucher an, viele übernachten auf der Insel. Die intime Venue-Atmosphäre und die Kombination aus Musik, Essen und Trinken machen es zu einem der gemütlichsten Blues-Festivals der Niederlande.
  • SomPop (in De Waal): Ein jährliches, sehr texeltypisches 12-Stunden-Festival am ersten Samstag im Juli. Motto: „country bands, Texel atmosphere“. Es präsentiert junge und etablierte Talente aus Pop, Rock, Country und mehr – oft mit Fokus auf lokale und aufstrebende Künstler. Die Stimmung ist familiär, gemütlich und generationsübergreifend; es wächst stetig und ist eines der beliebtesten Sommer-Events im Dorf De Waal.
  • WAVES Festival (am Strand Paal 17 bei De Koog): Ein mehrtägiges Sommer-Event (meist im Juni), das Wassersport (insbesondere die legendäre Ronde om Texel – die größte Katamaran-Regatta der Welt) mit Musik und Lifestyle verbindet. Es gibt Live-Bands, DJ-Sets, Pop- und Sommer-Vibes am Strand – ein Mix aus Sport, Party und Strandfeeling mit Tausenden Besuchern.
  • SunBeats Festival (ebenfalls Paal 17): Das größte reine Tanz- und Dance-Event der Insel, immer samstags im Juli. Bekannte nationale und internationale DJs spielen House, Techno, EDM und mehr – barfuß im Sand, mit Meerblick, Lounge-Bereichen und Getränken. Es ist das ultimative Beach-Dance-Festival für junge Leute und zieht oft Tausende an.

Neben den großen Festivals gibt es das ganze Jahr über kleinere Events:

  • Regelmäßige Konzerte in Strandpavillons (Paal 17, andere Beachbars), Cafés und dem Kulturhus in Den Burg.
  • Jazz-Abende, Singer-Songwriter-Sessions, Folk- und Akustik-Konzerte.
  • Open-Air-Musikfeste im Sommer (in Dörfern oder auf Plätzen).
  • Tanzveranstaltungen: Line-Dance, Salsa-Abende, Disco-Partys in Dorfsälen oder bei Events wie SomPop/SunBeats.
  • Saisonale Highlights: Karnevalsmusik im Winter, Weihnachtskonzerte oder Silvester-Partys mit Live-Musik.

Kleidung

Die Kleidung und Tracht auf Texel spiegelt die lange Geschichte der Insel wider – von der praktischen Alltagskleidung der Fischer und Bauern über die regionale Folklore-Tracht bis hin zur heutigen Mischung aus funktionaler Inselmode, Outdoor-Kleidung und Souvenirs mit Texel-Motiven. Als Watteninsel mit rauer See, Wind und salziger Luft war Kleidung immer robust, wetterfest und oft aus lokalen Materialien wie Wolle von den berühmten Texeler Schafen gefertigt. Heute dominieren in den Geschäften (besonders in De Koog und Den Burg) bequeme Pullover, Hoodies, Regenjacken, Schals und Pantoffeln aus Schafswolle, oft mit Aufdrucken wie „Texel“ oder maritimen Motiven – typische Mitbringsel für Besucher.

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich auf Texel, wie in vielen Gebieten der Niederlande, eine regionale Tracht. Diese Tracht galt vor allem für die Frauen: Die Männer auf Texel trugen im Allgemeinen die zeitgenössische Tracht, die sich kaum von der regionalen Tracht in anderen Teilen des Landes unterschied. Die Frauen auf Texel trugen einen Yak (eine kurze und weite Jacke) und einen Faltenrock, der kaum bis zum Boden reichte. Am charakteristischsten für die Texeler Tracht war die sogenannte „Texelkappe“. Dabei handelte es sich um ein mit Spitze verziertes Ohreisen, das unten in Falten gelegt war und je nach Vermögen der Trägerin aus Zinn, Silber oder Gold gefertigt wurde. An der Stirn wurden manchmal „Tourniquets“, Haarsträhnen, an beiden Seiten der Mütze befestigt. Die "Stirnnadel", ein dünner und langer Metallstreifen, wurde an der Stirn angebracht. Bei verheirateten Frauen wurde sie auf der linken Seite, bei unverheirateten Frauen auf der rechten Seite angebracht. Die Texeler Tracht war noch bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts üblich, verschwand dann aber mit der Zeit aus dem Straßenbild. Heute kann man die Tracht nur noch im Regionalmuseum Oudheidkamer Texel und auf dem jährlichen Folkloremarkt in Den Burg bewundern.

Die Texelse klederdracht (Tracht) unterschied sich regional nur wenig von anderen nordholländischen Varianten (aus West-Friesland oder der Zuiderzee-Region), war aber durch die Insellage etwas konservativer und praktischer. Frauen trugen oft mehrere Schichten: Unterröcke, einen weiten Rock (plooirok), eine Jacke (jak) mit Puffärmeln und darüber Schürzen oder Umschlagtücher. Die Texelkappe – ein metallenes „Ohreisen“ (Ohrenschutz-Element) mit Spitzenbesatz und Falten – war das markanteste Accessoire und ein Statussymbol: Je reicher die Familie, desto edler das Material (von Zinn bis Gold). Ergänzt wurde sie durch Hauben, Schleifen, Perlen oder Stoffblumen. Männer trugen meist einfache Wollhosen, Jacken, Westen, Mützen und Holzpantinen (klompen) – funktional für die Arbeit auf Hof, Boot oder Deich.

Bis in die 1920er/1930er Jahre sah man die Tracht noch im Alltag, besonders bei älteren Frauen auf dem Land. Mit der Modernisierung (Motorisierung, Tourismus, Mode aus den Städten) verschwand sie fast vollständig aus dem täglichen Straßenbild. Heute lebt sie als Folklore fort: Im Oudheidkamer Texel (Regionalmuseum in Den Burg) gibt es eine umfangreiche Sammlung originaler Trachtenteile, darunter Kappen, Jacken, Röcke und Accessoires aus dem 18. bis 20. Jahrhundert – oft mit Erklärungen zur Herstellung und Symbolik. Besonders beeindruckend sind goldene oder silberne Texelkappen, die von Familien gespendet wurden.

Ein Höhepunkt ist der jährliche Folkloremarkt (ehemals Folkloremarkt, heute oft als „Zomermarkt“ oder „Groeneplaats-Markt“ in Den Burg bezeichnet, meist samstags im Sommer). Hier tragen Damen und Herren in traditioneller Tracht vor, verkaufen Handwerk, servieren lokale Speisen und tanzen oder musizieren – ein lebendiges Stück Geschichte, das Besucher in die Vergangenheit versetzt. Ähnliche Auftritte gibt es bei Dorffesten, Ouwe Sunderklaas (traditionelles Silvester-Spiel mit Kostümen) oder in Museen wie Kaap Skil in Oudeschild, wo maritime und historische Kleidung (inklusive Funden aus dem Palmhoutwrak, zum Beispiel Seidenkleider aus dem 17. Jahrhundert) ausgestellt sind.

Neben der Folklore gibt es eine moderne „Texel-Kleidung“: Marken wie Texelana (Schafswoll-Produkte: Pullover, Decken, Socken, Pantoffeln), Zilt & Zo (Hoodies mit Insel-Designs) oder Beach Active (Strandmode, Outdoor-Kleidung) verkaufen wetterfeste, bequeme Sachen aus Wolle, Bio-Baumwolle oder Funktionsstoffen – ideal für Wind und Regen. In Souvenirläden findet man T-Shirts, Caps und Jacken mit Leuchtturm-, Schaf- oder „Texel“-Motiven. Die Inselkleidung ist praktisch, nachhaltig (viel lokale Wolle) und ein beliebtes Souvenir.

Kulinarik und Gastronomie

Im 16. und 17. Jahrhundert war der Texeler Schafskäse bereits für seinen besonderen Geschmack bekannt. Tatsächlich wurde neben dem normalen weißen Käse auch ein spezieller grüner Käse hergestellt. Dieser war als Tesselse Groene bekannt. Dieser Käse wurde durch ein Verfahren grün gefärbt, bei dem Schafsmist in einem Mulltuch gekocht und der grüne Saft in die Milch geleitet wurde. Daraus wurde dann der Käse hergestellt, der durch den Mästungssaft einen würzigen Geschmack erhielt und außerdem besser haltbar war. Diese besondere Zutat in Verbindung mit dem Texel-Gras, auf dem die Schafe weiden, und die handwerkliche Zubereitung machten den Käse zu etwas Besonderem. Aus hygienischen Gründen wurde der Käse in den 1930er Jahren von der niederländischen Lebensmittelaufsicht verboten. Heute produziert man auf Texel weiterhin authentischen Schafskäse (auf Höfen wie Wezenspyk in Den Hoorn oder anderen kleinen Käsereien), meist als junger oder gereifter Schnittkäse aus reiner Schafsmilch – mild, cremig und mit nussigen Noten, oft pur, mit Kräutern oder Senf verfeinert. Der Käse ist ein Star in vielen Gerichten und auf Märkten.

Das berühmteste Produkt der Insel ist zweifellos das Texeler Lammfleisch (Texels lamsvlees). Auf salzhaltigen Weiden grasen etwa so viele Schafe wie Menschen (rund 14.000–20.000 Tiere), jedes Frühjahr werden Tausende Lämmer geboren. Das Fleisch ist zart, aromatisch und leicht salzig – durch das Gras und die Meeresbrise. Es wird als Koteletts, Filet, Ragout oder traditionell gebraten serviert, oft mit Rosmarin, Knoblauch oder lokalen Kräutern. Viele Restaurants haben es ganzjährig auf der Karte, besonders im Frühjahr und Herbst bei Lamm-Spezialwochen.

Fisch und Meeresfrüchte spielen eine zentrale Rolle, dank des Wattenmeers und der Nordsee. Frischer Plattfisch (Scholle, Seezunge), Kabeljau, Makrele, Garnelen („Noordzeekrabben“ oder „ grijze garnalen“) und Austern aus den Wadden (besonders in den Kulinarischen Watten Wochen) sind Highlights. In Oudeschild, dem alten Fischerhafen, landet der Fang täglich an – fangfrisch in Restaurants oder auf Märkten. Typische Gerichte sind Kibbeling (frittierte Fischstücke), Haring (Matjes), Mossels oder Bouillabaisse mit lokalen Zutaten.

Die Texeler Bierbrauerei in der Nähe von Oudeschild besteht seit den 1990er Jahren und ist Mitglied der Dutch Brewers. Alle Biernamen sind im Texeler Dialekt geschrieben. Bekannte Stammbiere im Sortiment der Brauerei sind die Texels Skuumkoppe, ein Weizenbier (vollmundig mit Karamell- und Aprikosennoten, 6 %), und Texels Eyerlander, ein bernsteinfarbenes Bier. Weitere beliebte Sorten umfassen Goudkoppe (goldgelb, unfiltert), Skiller Wit (Weizen), Overzee IPA (fruchtig-hopfig), Jutters Bock (preisgekrönter Bockbier) und saisonale Spezialitäten wie Springtij oder alkoholfreie Varianten. Die Brauerei bietet Führungen, Verkostungen und einen Shop – ein Muss für Bierliebhaber.

Weitere regionale Produkte ergänzen das Bild: Spargel (weißer und grüner, im Frühjahr), Erdbeeren, Sanddorn (als Saft, Sirup oder in Desserts), Algen und Meeresgemüse aus den Wadden, Honig, Milchprodukte und handwerkliches Brot. Viele Bauernhöfe verkaufen direkt („boerderijwinkels“) oder auf dem Wochenmarkt in Den Burg.

Die Gastronomieszene ist vielfältig: Von Michelin-nahen Gourmet-Restaurants wie Bij Jef (in Den Hoorn, mit Fokus auf Gezeiten und lokale Zutaten) oder Het Kook Atelier Op Oost über gemütliche Strandpavillons (Paal 17, Paal 19) bis zu klassischen Fischrestaurants in De Koog und Oudeschild. Viele Orte bieten „Eilandkeuken“ – Weltküche mit Texeler Twist, Lamm mit Sanddorn-Sauce oder Fisch mit Algen. Cafés servieren hausgemachte Kuchen, Eis aus lokaler Milch oder Sanddorn-Smoothies.

Kulinarische Events locken das ganze Jahr über Genießer: Texel Culinair ist ein wiederkehrendes kulinarisches Ereignis in De Koog (meist letztes Wochenende September). Lokale Restaurants und Köche präsentieren ihre besten Gerichte in Zelten und auf der Straße – ein Fest für Foodies mit Verkostungen, Live-Cooking und Musik. In der Havenvistijn in Oudeschild stehen Fisch und Fischerei im Mittelpunkt (oft bei Events wie dem Beach Food Festival oder Hafenfesten). Weitere Höhepunkte sind die Kulinarischen Watten Wochen (mit Fokus auf Austern, Algen und Wattenprodukte), Lamm-Feste, Spargelwochen oder das Beach Food Festival.

Festkultur

Auf der Insel Texel gelten die niederländischen Feiertage. Dazu kommen mehrere volkstümliche Bräuche. Am 12. Dezember wird Ouwe Sunderklaas gefeiert. Dies ist ein Überbleibsel des Sinterklaas-Festes, wie es vor der Zivilisierung im neunzehnten Jahrhundert gefeiert wurde. In allen Dörfern gibt es ein Playulen. Speulen bedeutet, dass ein bestimmtes lokales Ereignis aus dem vergangenen Jahr nachgespielt und in einem bestimmten Licht dargestellt wird. Das Stück wird mit Masken aufgeführt, damit die Schauspieler nicht erkannt werden können. Gefeiert wird die ganze Nacht hindurch, wobei reichlich Alkohol fließt. Früher wurde ein ähnliches Fest auch am 5. Dezember, dem Neu-Sunderklaas, gefeiert; dieses Fest ist inzwischen zugunsten des Vorabends auf dem Festland fast verschwunden. Auf den anderen Watteninseln gibt es noch ähnliche Feiern.

Am Samstag vor Pfingsten wird auf Texel, wie auch anderswo in Nordholland, Luilak gefeiert. Bei diesem Fest geht es darum, dass die Jungen die Alten aufwecken. Ab etwa vier Uhr morgens gehen die jungen Leute auf die Straße und machen Lärm. Glocken läuten, Fenster mit Seife beschmieren und durch den Briefkasten schreien sind Mittel, um die Alten aus dem Bett zu holen. Obwohl Vandalismus dem Fest einen schlechten Ruf eingebracht hat, handelt es sich ursprünglich um ein friedliches, germanisches Fest, mit dem der Frühlingsanfang gefeiert werden sollte. Manche behaupten, dass das Lärmen einst dazu diente, böse Geister zu vertreiben, aber das ist nicht sicher. Wahrscheinlicher ist, dass der Lärm schon immer als Weckruf diente: Die Jungen wecken die Alten, um ihnen die aufblühende Natur, die Schönheit des Frühlings zu zeigen.

Am 30. April werden die Mayblis angezündet. Dabei handelt es sich um große Feuer, die aus Abfällen und Baumstämmen gemacht werden. Diese Feuer werden am frühen Abend angezündet. Manche rösten ihre Kartoffeln in diesem Feuer. Der Brauch, sich mit der Asche das Gesicht zu schwärzen, wird ebenfalls immer beliebter. Folkloreexperten zufolge ist das Meierblis ein Überbleibsel eines germanischen Brauchs, mit Feuer die Geister des Winters zu vertreiben. Im Jahr 2003 gab es auf Texel etwa 110 Maibäume.

Sint-Maarten wird am 11. November gefeiert. Dabei besuchen Kinder mit einer Laterne in der Hand die Häuser. Sie läuten die Glocke und singen ein Lied, und die Bewohner belohnen die Kinder mit Süßigkeiten, Obst oder Kleingeld.

Medien

Die Medienlandschaft kombiniert traditionelle Printmedien mit digitalen Angeboten, Kabel-/Glasfaser-Versorgung und regionaler Berichterstattung. Nationale Medien (NOS, RTL und AD) erreichen die Insel über Kabel/Satellit/Internet, aber lokale Inhalte dominieren den Alltag.

Die Orte und Dörfer der Insel Texel sind an ein Kabelnetz des Kabelnetzbetreibers Kabeltex angeschlossen und die Haushalte werden mit Kabel TV, Internet und Telefon versorgt. Kabeltex war lange Zeit der lokale Anbieter für Kabel-TV (viele Sender inklusive interaktives TV via TV2GO), Breitband-Internet und Telefonie über das eigene hochwertige Kabelnetz. Seit Ende 2023 hat KPN Kabeltex übernommen, und die Migration der Kunden zu KPNs Glasfaser-Netz (fiber) läuft: Kunden in Nordholland wechseln bereits, auf Texel erfolgt die Umstellung gefasst im Laufe von 2026. Nach Abschluss endet die Ära von Kabeltex als eigenständiger Betreiber – die Versorgung geht dann vollständig auf KPN über (mit höheren Geschwindigkeiten, mehr TV-Optionen und moderner Infrastruktur). Bis zur vollständigen Migration (voraussichtlich Ende 2026) bleibt Kabeltex für viele Haushalte aktiv, inklusive TV2GO-App, Viaplay-Integration und lokaler Support. Alternativen wie Ziggo (Vodafone), T-Mobile oder Glasfaser von Delta/Andere sind auf Teilen der Insel verfügbar, aber KPN/Kabeltex dominiert.

Auf Texel gibt es eine eigene Zeitung, die zweimal wöchentlich herausgegeben wird, den Texelse Courant. Die Zeitung erscheint seit 1887 und ist in den Niederlanden eine der wenigen noch unabhängigen regionalen Zeitungen. Die Texelse Courant (Ausgabe von LenR Communicatie, Vismarkt 7, Den Burg) kommt dienstags und freitags heraus – eine echte „Papierkrant“ mit Lokalnachrichten, Inselpolitik, Vereinsleben, Sport, Kultur, Familieberichten und Tourismus. Sie gilt als eine der letzten wirklich unabhängigen Regionalzeitungen in den Niederlanden (kein großer Konzern wie Mediahuis oder DPG Media). Die Redaktion ist klein, aber engagiert: tägliches Online-News auf texelsecourant.nl (24/7-Updates, EXTRA-Artikel für Abonnenten), App, Facebook, Twitter und Instagram. Die Zeitung ist ein zentraler Informationshub – von Gemeinderatswahlen 2026 über lokale Events bis zu Alltagsgeschichten. Oplage ist nicht öffentlich, aber sie erreicht fast alle Haushalte (Abo + Einzelverkauf) und ist stolz auf ihre Unabhängigkeit (oft kritisch zur Gemeinde oder Tourismusentwicklung).

Weitere Medien auf Texel:

  • Radio: Kein reiner Insel-Sender, aber regionale Berichterstattung über Noordkop247 (ehemals Regio Noordkop/Noordkop Centraal, seit 2024/25 die Streekomroep für Noord-Holland Noord, inklusive Texel). Noordkop247 sendet Radio und TV mit Nachrichten aus der Kop van Noord-Holland (inkl. Texel), oft mit lokalen Beiträgen. Früher gab es Den Burg Radio Texel oder ähnliche kleine Initiativen, die aber integriert wurden.
  • TV: Lokales TV über Noordkop247 (Livestream und On-Demand mit regionalen Beiträgen zu Texel). Nationale Sender via Kabel/KPN. Kein eigenes Insel-TV, aber Texelse Courant produziert gelegentlich Videos/Reportagen.
  • Online/Social: Starke Präsenz von texelsecourant.nl (Hauptquelle für News), Facebook-Seiten (Texelse Courant, Gemeente Texel, VVV Texel), Instagram und lokale Gruppen. Tourismusportale wie texel.net und VVV-Kanäle ergänzen mit Events und Infos.
  • NH Nieuws (Provinz Noord-Holland) berichtet gelegentlich über Texel. Nationale Medien (AD, NOS) greifen bei großen Ereignissen wie Sturmfluten oder Georgier-Aufstand-Gedenken zu.

Kommunikation

Auf Texel gibt es insgesamt 6 Postämter (postkantooren), von  denen zwei (Den Burg und De Koog) ganzjährig, der Rest nur während des Sommerhalbjahres geöffnet sind. Die Postleitzahlen sind 1791 bis 1797, die Telefonvorwahl lautet 0(031)222.

Sport

Texel ist eine Insel mit einem umfangreichen und vielfältigen Sportangebot für Besucher und Einheimische. Besonders beliebt sind Wandern und Radfahren, da die Insel mit ihren weitläufigen Dünen, Wäldern und Naturschutzgebieten attraktive und gut ausgeschilderte Routen bietet. Es gibt mehr als 77 Fahrradknotenpunkte, die individuelle Touren durch abwechslungsreiche Landschaften ermöglichen.

Wassersport nimmt auf Texel eine zentrale Rolle ein, mit Angeboten wie Surfen, Kitesurfen, Windsurfen, Kajakfahren, Katamaransegeln und sogar Fallschirmspringen. Die Strände der Insel sind ideal für Longboard- und Bodyboardsurfen, Strandsegeln und diverse andere Aktivitäten. Für Fallschirmspringer gibt es das renommierte Paracentrum Texel in De Cocksdorp, wo auch Tandemsprünge und Kurse angeboten werden.

Weitere Sportmöglichkeiten sind Golf auf dem 18-Loch-Golfplatz De Texelse, Reiten auf zahlreichen Reitwegen durch die malerische Natur, Angeln sowohl vom Strand als auch vom Boot aus, sowie Indoor-Kartfahren bei De Koog. Texel veranstaltet zudem regelmäßig Sportevents wie den beliebten Texel-Halbmarathon, der von einem einzigartigen Startschuss auf der Fähre geprägt ist.

Ronde om Texel

Die Ronde om Texel (niederländisch Runde um Texel, englisch Round Texel für „rund [um] Texel“, nach dem Hauptsponsor derzeit auch Zwitserleven Ronde om Texel) ist die größte Katamaran-Regatta der Welt. Die Langstrecken-Regatta über rund 100 km findet jährlich an einem Junisamstag statt und führt im Uhrzeigersinn rund um Texel, eine Gegend, die von Strömungen infolge von Ebbe und Flut und manchmal wechselhaften Winden geprägt ist.

Ausgangs- und Zielpunkt für die Regattastrecke ist Paal 17 (Pfahl 17), ein Strandzugang im Süden von De Koog auf der aufs offene Meer zeigenden Westseite der Insel. Dort beginnt die Regatta für alle Teilnehmer mit einem Massenstart eine Stunde vor Hochwasser, damit die Katamarane mit genügend Wasser durch das bei Niedrigwasser trockenfallende Gebiet im Nordosten von Texel kommen können. Der Junisamstag, an dem die Regatta stattfindet, wie auch die Startzeit werden deswegen jedes Jahr nach den Gezeiten (Ebbe und Flut) bestimmt.

Die Ronde om Texel zieht inzwischen jedes Jahr neben Seglern aus der Weltspitze der Katamaranklasse ein großes und in der Leistungsfähigkeit breit gestreutes Teilnehmerfeld an. Tausende Besucher säumen an diesem Tag die Küste der Insel. Beispielsweise erwartete der Veranstalter 2008 insgesamt 15.000 Besucher. Die tatsächlich Gesamtzahl lag, ebenfalls laut Veranstalter, mit 20.000 Besuchern sogar noch darüber.

Die Regatta steht Teilnehmern offen, die am Regattatag mindestens 15 Jahre alt sind. Katamarane dürfen bis zu 27 Fuß (8,23 Meter) lang sein und einen Tiefgang bis zu 0,30 Meter (ohne Ruder und Schwert) haben (Stand 2008).

Die Ronde om Texel wird als Vermessungsformel-Regatta ausgetragen, das heißt, die Fahrtzeit aller teilnehmenden Boote für ihre Bauart (Rumpf, Segel) korrigiert, um die Zeiten unterschiedlich „schnell“ gebauter Katamarane vergleichbar zu machen. Dadurch gewinnt das schnellste Boot nicht unbedingt auch die Regatta. 2007 beispielsweise erreichte das Boot mit der schnellsten absoluten Zeit – 3 Stunden, 30 Minuten und 20 Sekunden – in der korrigierten Gesamtwertung nur den 24. Platz, wohingegen die nach absoluter Zeit Achten Gesamtsieger wurden.

Neben dem prestigeträchtigen Gesamtsieg und der Ehre, die absolut kürzeste Zeit zu segeln, werden weitere Preise unter anderem für die besten Einhandsegler, Frauen, Jugendlichen (unter 19 Jahren) und Einwohner von Texel vergeben.

Die Regatta wurde erstmals 1978 ausgetragen, damals mit 84 Teilnehmerbooten und als reine Freizeitregatta. Als im Laufe der Jahre das Interesse stieg, nahmen zeitweilig über 900 Katamarane teil. Aus Sicherheitsgründen, um Zusammenstöße zu vermeiden, wurde daraufhin die Teilnehmerzahl begrenzt. Inzwischen dürfen immerhin noch um 600 Boote starten.

Zunehmend nahmen an der Regatta neben den Hobbyseglern auch Katamaranprofis teil, die die Regatta immer häufiger für sich entschieden. So wurden, jeweils mit einem Segelpartner, unter anderem der Tornado-Olympiasieger Reg White 1994 (im Alter von 59 Jahren) und der Olympische Vize und sechsfache Weltmeister Darren Bundock 2003 und 2007 Gesamtsieger. Seit dem Jubiläumsjahr 2007, als die 30. Auflage der Regatta gefeiert wurde (die abgesagten Jahre 1991 und 2000 wurden nicht mitgezählt), folgt auch die Ronde om Texel der in anderen Regatten verbreiteten Trennung von Amateuren und Profis in eine Silver Fleet (englisch Silberflotte) und eine Gold Fleet (engli.sch Goldflotte). Während die Amateure in der Silver Fleet von einer vereinfachten Registrierung und leicht erniedrigten Teilnehmerbeiträgen profitieren, ist die Gold Fleet wettbewerbsorientierter gestaltet, und ihre Teilnehmer können wenige Tage vor der Ronde om Texel auch bei der Regatta Texel Dutch Open mitsegeln. Gestartet wird die Regatta aber weiterhin in einem gemeinsamen Massenstart.

Über die Jahre haben sich die Zeiten durch verbesserte Katamarane zwar verkürzt. Viel stärker hängen sie aber nach wie vor von den Windverhältnissen am Regattatag ab. So gelang die – nach korrigierter Zeit – schnellste Runde einem Duo mit 2 Stunden, 16 Minuten und 35 Sekunden im Jahr 2005, der langsamste Gesamtsieg wurde hingegen mit 7 Stunden, 38 Minuten und 4 Sekunden nur vier Jahre vorher ersegelt – mit einer um mehr als eine Stunde langsameren Zeit als der Gesamtsieg der ersten Regatta 1978.

Wiederholte Gesamtsiege gelangen bisher den Einhandseglern Pieter-Jan Dwarshuis (1984 und 1987) und Pieter Saarberg (1986 und 1989) wie auch, mit jeweils wechselnden Segelpartnern, Darren Bundock (2003 und 2007), Remko Keenbek (1992 und 2006), Eric Cok (1993 und 1996) und Mischa Heemskerk (2002 und 2005).

Persönlichkeiten

Die wichtigsten von der Insel stammenden Persönlichkeiten sind:

  • Willem Eduard Bok (1846 bis 1904), niederländischstämmiger südafrikanischer Burenpolitiker, Staatsbeamter und Staatsmann
  • Jac. P. Thijsse (1865 bis 1945), Lehrer auf Texel und Pionier des Naturschutzes in den Niederlanden
  • Willem Hendrik Keesom (1876 bis 1956), niederländischer Physiker, der erstmals flüssiges Helium einfror
  • Sim Visser (1908 in Eierland bis 1983), niederländischer Politiker
  • Inge Lievaart (1917 bis 2012), Dichterin
  • Cornelis de Jager (1921 bis 2021), niederländischer Astronom, der Sonnenveränderungen vorhersagt
  • Jan Wolkers (1925 bis 2007), Schriftsteller und bildender Künstler
  • Imme Dros (* 1936 in Oudeschild), niederländische Kinderbuchautorin
  • Rene Daalder (1944 bis 2019), niederländischer Schriftsteller und Regisseur
  • Henk Zijm (* 1952 in Driehuizen), niederländischer Mathematiker an der Universität Twente
  • Sieme Zijm, Profifußballer
  • Monica Maas (* 1953), Kinderbuch-Illustratorin
  • Alice Blom (* 1980 in Oudeschild), Volleyballspielerin
  • Dorian van Rijsselberghe (* 1988 in Den Burg), Segler, Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Sommerspielen 2012 und 2016
  • Denise Betsema (* 1993 in Oudeschild), Radrennfahrerin im Radcross
  • Hans Kamp (* 1940 in Den Burg), niederländischer Philosoph und Linguist, der die Diskursrepräsentationstheorie einführte
  • Jan Knippenberg, Ultramarathonläufer und Historiker
  • Ingrid van Lubek, Triathletin

Fremdenverkehr

Der Tourismus ist eine zentrale Säule der Wirtschaft und des Lebens auf Texel. Die Insel zieht jährlich zahlreiche Besucher aus den Niederlanden und dem Ausland an, die die vielfältige Natur, die kilometerlangen weißen Sandstrände, die Dünenlandschaften und die idyllischen Dörfer erkunden möchten. Texel ist sowohl für kurze Wochenendurlaube als auch für längere Ferien attraktiv und bietet eine komfortable Erreichbarkeit durch eine nur 20-minütige Fährüberfahrt vom Festland.

Die Insel bietet ein breites Spektrum an Unterkünften, von Ferienhäusern und Villen mit Sauna in Strandnähe bis zu familienfreundlichen Apartments im Badeort De Koog und Ferienparks wie De Krim. Den Burg, als größter Ort der Insel, dient als Infrastrukturzentrum mit zahlreichen Geschäften, Restaurants, kulturellen Sehenswürdigkeiten und dem einzigen Kino. Dazu kommt ein umfangreiches Freizeitangebot wie Wattwandern, Radfahren oder den Besuch der Naturkundemuseen und historischen Museen. Kulinarisch bietet Texel sowohl regionale Spezialitäten wie das berühmte Texeler Lammfleisch als auch gehobene Küche. Zahlreiche Veranstaltungen und Festivals, zum Beispiel im Bereich Musik und Kultur, beleben das touristische Angebot im Jahresverlauf. Insgesamt ist Texel ein beliebtes, familienfreundliches Reiseziel mit einem hohen Maß an natürlicher Schönheit und kultureller Vielfalt.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Texel - Büro für Tourismuzs = https://texel.de/de/

Touristinformation VVV Texel = https://www.texel.net/de/ueber-texel/ueber-uns/touristinformation-vvv-texel/

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