Tobago

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Tobago ist der kleine Landesbruder des großen Trinidad im äußersten Südosten der karibischen Welt. Die auf der Insel befindliche Main Ridge Fortest Reserve ist eins der ältesten Naturschutzgebiete der Welt, und die Küsten gehören zu den artenvielfältigsten und beliebtesten Tauchregionen der Karibik.

Name

Vor der Ankunft der Europäer war Tobago von indigenen Völkern besiedelt, vor allem von Kalina (Festland-Kariben) und Kalinago (Insel-Kariben). Der spanische Mönch Antonio Vázquez de Espinosa berichtete im frühen 17. Jahrhundert, dass die Kalina die Insel Urupina oder Urupaina nannten, weil ihre Form aus der Ferne an eine große Schnecke erinnerte. Die Kalinago hingegen bezeichneten sie als Aloubaéra, angeblich in Anlehnung an die mythische Riesenschlange Alloüebéra bzw. Oloubera, die in einer Höhle auf der benachbarten Insel Dominica leben sollte. Diese indigenen Namen basieren ausschließlich auf der wahrgenommenen Gestalt der Insel und haben keinen Bezug zum Tabak.

Am 14. August 1498 sichtete Christoph Kolumbus Tobago auf seiner dritten Reise. Er nannte sie Belaforme oder Bella Forma - italienisch / spanisch für „schöne Gestalt“, weil sie aus der Ferne besonders schön erschien -, er landete jedoch nicht. In den folgenden Jahren erhielt die Insel vorübergehend spanische religiöse Namen: um 1500 Isla de la Asunción, „Insel der Himmelfahrt“, und 1502 Isla La Magdalena bzw. Isla de Concepción. Diese Bezeichnungen hielten sich nicht, da Spanien Tobago nie kolonisierte.

Der heute gültige Name Tobago ist europäischen Ursprungs und leitet sich vom spanischen Wort tobaco bzw. tabaco ab. Dieses Wort bezeichnete ursprünglich nicht die Tabakpflanze selbst, sondern die gerollte „Tabakzigarre“ der Taíno aus den Großen Antillen. Der früheste bekannte Beleg für die Verwendung von Tabaco als Inselname stammt aus einem spanischen königlichen Erlass vom Jahr 1511. Die Namensgebung wurde durch die Ähnlichkeit der Inselform mit diesen fetten, gerollten Zigarren inspiriert. Seit dem 17. Jahrhundert etablierte sich die Schreibweise Tobago endgültig in europäischen Karten und Dokumenten.

In der Kolonialzeit erhielt die Insel weitere temporäre Namen: Die Niederländer nannten sie etwa Nieuw Walcheren nach einer Insel in Zeeland, während kurlandische Siedler sie zeitweise mit ihrer eigenen Heimat in Verbindung brachten und Jāņkurzeme nannten. Der Name Tobago setzte sich jedoch durch und blieb erhalten. Die Sammelbezeichnung Trinidad and Tobago für den gemeinsamen Staat existiert offiziell seit der Vereinigung beider Inseln zur Kronkolonie im Jahr 1899.

  • international:  Tobago
  • amharisch: ቶባጎ [Tobago]
  • arabisch:  توباغو [Tūbāghū]
  • armenisch: Թոբագո [T'obago]
  • bengalisch: টোবাগো [Ṭobāgo]
  • birmanisch: တိုဘေးဂိုး [To-be-go]
  • bulgarisch: Тобаго [Tobago]
  • chinesisch: 多巴哥 [Duōbāgē]
  • georgisch: ტობაგო [Ṭobago]
  • griechisch: Τομπάγκο [Tompánko]
  • gudscheratisch: ટોબેગો [Ṭobego]
  • hebräisch: טובגו [Tobago]
  • hindi:  टोबैगो [Ṭobaigo]
  • japanisch: トバゴ [Tobago]
  • kambodschanisch: តូបាហ្គោ [Tōbāgo]
  • kanaresisch: ಟೊಬಾಗೊ [Ṭobāgo]
  • kasachisch: Тобаго [Tobago]
  • koreanisch: 토바고 [Tobago]
  • laotisch:  ໂຕບາໂກ [Tōbāko]
  • makedonisch: Тобаго [Tobago]
  • malayalam: ടോബാഗോ [Ṭōbāgo]
  • maldivisch: ޓޮބާގޯ [Ṭobāgo]
  • marathisch: टोबॅगो [Ṭobaigo]
  • nepalesisch: टोबागो [Ṭobāgo]
  • orissisch: ଟୋବାଗୋ [Ṭobāgo]
  • pandschabisch: ਟੋਬਾਗੋ [Ṭobāgo]
  • paschtunisch: ټوباګو [Ṭobāgo]
  • persisch:  توباگو [Tobāgo]
  • russisch:  Тобаго [Tobago]
  • serbisch:  Тобаго [Tobago]
  • singhalesisch: ටොබැගෝ [Ṭobægo]
  • syrisch:  ܛܘܒܐܓܘ [Ṭobāgo]
  • tamilisch: டொபாகோ [Ṭopāko]
  • telugu:  టొబాగో [Ṭobāgo]
  • thai:  โตเบโก [Tōbēko]
  • tibetisch: ཏོ་བ་གོ [To ba go]
  • ukrainisch: Тобаго [Tobaho]
  • urdu:  ٹوباگو [Ṭobāgo]
  • weißrussisch: Табага [Tabaha]


Offizieller Name:

  • Bezeichnung der Bewohner:  Tobagonians bzw. Tobas (Tobagonier)
  • adjektivisch:  tobagonian (tobagonisch)


Kürzel:

  • Code:  TB / TOB
  • Kfz:  -
  • ISO-Code: TT-TB

Lage

Die Insel Tobago liegt nordöstlich von Trinidad am Südostrand der Karibik bzw. im Nordosten Südamerika auf durchschnittlich 11°15’ n.B. und 60°40’ w.L..


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  11°20‘47“ n.B. (Flagstaff) bzw. 11°21‘35“ n.B. (Marble Island)
  • südlichster Punkt:  11°08‘25“ n.B. (Columbus or Kennedy’s Point)
  • östlichster Punkt:  60°31‘02“ w.L. (Flagstaff) bzw. 60°29‘40“ w.L. (Little Tobago)
  • westlichster Punkt:  60°51‘06“ w.L. (Sandy Point)


Entfernungen:

  • Queen’s Island  160 m
  • Giles Island  770 m
  • Goat Island  890 m
  • Little Tobago  1,6 km
  • Trinidad  35,5 km
  • Punta Peñas / Venezuela  119 km
  • Grenada   132 km
  • Saint Vincent 210 km
  • Barbados  214 km

Zeitzone

In Trinidad und Tobago gilt die Atlantic Standard Time (Atlantische Standard-Zeit), abgekürzt AST (ASZ), 5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC-4) - ohne sommerzeitliche Umstellung. Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 2 bis 4 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Die Insel Tobago hat eine Fläche von 298 bis 303 km² bzw. 115 bis 117 mi², gemittelt ohne Nebeninseln 300 km² bzw. 116 mi². Sie ist von Ostnordost nach Westsüdwest 40,7 km lang und von Nordnordwest nach Südsüdost 11,9 km breit. Die Küste hat eine Länge von 139 km bei einem Tidenhub von 0,7 bis 1,2 m, bei Scarborough 1,13 m. Höchster Gipfel ist der Pigeon Peak mit 576 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei etwa 120 m - angegeben werden aber auch 170 bis 180 m.

Geologie

Die Geologie der Insel Tobago ist geprägt von ihrer Lage am Rande der Karibischen Platte und ihrer Entstehung als Fragment eines mesozooichen ozeanischen Inselbogens. Tobago liegt nordöstlich von Trinidad, doch geologisch unterscheidet es sich deutlich von der größeren Schwesterinsel. Während Trinidad hauptsächlich auf der Südamerikanischen Platte liegt und eine komplexe Sedimentationsgeschichte aufweist, befindet sich Tobago auf der Karibischen Platte und repräsentiert ein Stück ozeanischer Kruste, das durch tektonische Prozesse geformt wurde. Die Insel entstand vor mehr als 120 Millionen Jahren im Jura und Kreidezeit, als die Öffnung des Atlantiks die nord- und südamerikanischen Platten auseinanderdrückte und die Karibische Platte dazwischen zwang. Dies führte zu Subduktionsprozessen, bei denen ozeanische Kruste unter kontinentales Material geschoben wurde, was Vulkane und Inselbögen erzeugte. Tobago ist somit ein Relikt dieser dynamischen Plattengrenze, geformt durch Kompression, Hebung, Absenkung und Erosion entlang der Südgrenze der Karibischen Platte.

Tektonisch gesehen liegt Tobago auf dem Tobago-Terran, einem Krustenblock, der von der Südamerikanischen und der Karibischen Platte umgeben ist. Dieses Terran ist durch Faults (Verwerfungen) begrenzt, die sich vom Kreidezeitraum bis heute gebildet haben. Die ursprüngliche mafische ozeanische Kruste entstand vor über 120 Millionen Jahren und wurde etwa vor 90 Millionen Jahren von dem kontinentalen Araya-Margarita-Terran unterlegt und deformiert. Dieser Prozess trieb intensive vulkanische Aktivität an und schuf ein Vorarc-Becken (forearc basin), in dem Sedimente abgelagert wurden. Im Paläogen (vor etwa 66 bis 23 Millionen Jahren) wurde das Gebiet durch Erosion abgetragen, bevor es vom Paria-Trinidad-Terran überfahren wurde. Seit dem Neogen (vor etwa 23 Millionen Jahren bis heute) haben extensive Erosion und Faulting vor allem den südlichen Teil des Terrans beeinflusst, was zu der heutigen Topografie mit steilen Klippen, Buchten und dem zentralen Gebirgsrücken führte. Im Gegensatz zu den vulkanisch aktiven Inseln der Kleinen Antillen, die durch aktuelle Subduktion entstehen, ist Tobagos Geologie das Ergebnis älterer Kompressions- und Reibungsprozesse entlang der Plattenränder, ohne rezente Vulkane.

Die Gesteinsformationen auf Tobago sind hauptsächlich mesozooischen Alters und umfassen vier Hauptgruppen: den North Coast Schist, mafische plutonische Gesteine, die Tobago Volcanic Group und mafische Dykes (Ganggesteine). Der North Coast Schist, der den Norden der Insel dominiert, besteht aus metamorphem Gestein, das aus ursprünglichen vulkanischen und sedimentären Ablagerungen entstanden ist. Diese Schiefer sind das Ergebnis von Druck und Hitze während der Deformation der ozeanischen Kruste und zeigen Merkmale wie Foliation und Mineralumwandlungen. Die Tobago Volcanic Group umfasst spätkreidezeitliche und paläogene Inselbogen-Vulkangesteine, die aus Lavaflüssen, Pyroklastika und vulkanischen Sedimenten bestehen. Diese Gesteine sind reich an Basalten und Andesiten, die auf eine Subduktionszone hinweisen, in der ozeanische Kruste schmolz und aufstieg. Mafische plutonische Gesteine, wie Gabbros und Diorite, repräsentieren erstarrte Magmakammern unter der Oberfläche, die während der vulkanischen Phase intrudierten. Mafische Dykes durchschneiden diese Formationen und zeugen von späteren Magmainjektionen. Das Terran insgesamt besteht aus kreidezeitlicher ozeanischer Kruste, vulkanogenen und pelagischen marinen Sedimentgesteinen, spätkreidezeitlichen und paläogenen Inselbogen-Vulkangesteinen sowie überlagernden neogenen Sedimenten.

Vulkanische Aktivität spielte eine zentrale Rolle in Tobagos Entstehung. Vor etwa 90 Millionen Jahren, während der Kreidezeit (Albium bis Turonium), führte die Unterlegung der ozeanischen Kruste durch kontinentales Material zu intensivem Vulkanismus. Dies schuf den primitiven Inselbogen, dessen Reste heute Tobago bilden. Die Tobago Volcanic Group ist ein direkter Beleg dafür: Sie enthält Laven und Tuffe, die auf explosive Eruptionen und Lavaströme hindeuten. Im Gegensatz zu Trinidad, das eher sedimentäre und metamorphe Gesteine aus der Kontinentalrandzone aufweist, ist Tobagos Vulkanismus typisch für einen ozeanischen Inselbogen, ähnlich wie bei anderen Karibikinseln. Heute ist die Insel vulkanisch inaktiv, doch die erosionsbedingten Landschaften, wie der Main Ridge – ein zentraler Gebirgszug mit Höhen bis zu 576 Metern –, sind Relikte dieser vulkanischen Vergangenheit. Der Main Ridge besteht größtenteils aus metamorphen und vulkanischen Gesteinen und ist als ältestes geschütztes Regenwaldreservat der Welt bekannt, dessen Geologie den dichten Bewuchs begünstigt.

Metamorphe Prozesse haben Tobago stark geprägt. Der North Coast Schist ist das prominenteste Beispiel: Er entstand durch regionale Metamorphose unter hohem Druck und moderater Temperatur, was zu Schiefer- und Phyllit-Texturen führte. Diese Metamorphose ereignete sich während der Kollision der Terrane im Kreidezeitraum. Im Norden der Insel, wo der Schist dominiert, finden sich steile Klippen und felsige Küsten, die durch Erosion freigelegt wurden. Im Süden überwiegen jüngere Sedimente und Korallenriffe, die auf post-vulkanische Absenkung und Meeresüberflutung hinweisen. Die gesamte Insel zeigt eine Mischung aus metamorphen, vulkanischen und sedimentären Einheiten, die durch Faults fragmentiert sind.

Einzigartige geologische Merkmale machen Tobago zu einem interessanten Studienobjekt. Als Fragment eines mesozooichen ozeanischen Inselbogens repräsentiert es eine seltene Exposition ozeanischer Kruste in der Karibik. Die Insel ist von Korallenriffen umgeben, die auf den flachen Schelfen im Südwesten wachsen und durch die geologische Stabilität begünstigt werden. Die Küste ist geprägt von Buchten, Stränden und Klippen, die durch Differentialerosion entstanden: Härtere vulkanische Gesteine widerstehen der Abtragung besser als weichere Sedimente. Im Inneren dominiert der Main Ridge, ein tektonisch gehobener Block, der tiefe Täler und Wasserfälle schuf. Tobago liegt in einer Zone mit moderater Seismizität aufgrund der Plattenbewegungen, doch es gibt keine aktiven Vulkane oder starke Erdbeben wie in den nördlichen Antillen. Die Geologie beeinflusst auch die Biodiversität: Der nährstoffreiche vulkanische Boden fördert den Regenwald, während die Küstengeologie Korallenökosysteme schützt.

Landschaft

Die stark bewaldete Insel Tobago liegt 32 km nordöstlich von Trinidad. Sie ist von einer Gebirgskette durchzogen, die den höchsten Punkt im äußersten Teil der Insel mit dem Berg Pigeon Peak (576 m) erreicht.


Erhebungen

  1. Pigeon Peak 576 m
  2. Centre Hill 572 m
  3. Mount Dillon 458 m


Inseln

  • Tobago  300 km²
  • Little Tobago  1,1 km²
  • Giles Island (Saint Giles Island) 0,3 km²
  • Queen’s Island  0,08 km²
  • Goat Island  0,04 km²

Flora und Fauna

Obwohl Tobago südlich der Hurrikan-gefährdeten Zone der Karibik liegt, wurde die Insel am 30. September 1963 vom Hurrikan Flora schwer verwüstet - viele Plantagen wurden zerstört. 2004 wurde Tobago vom Hurrikan Ivan - aber weit weniger stark - in Mitleidenschaft gezogen.

Vor der Insel liegen die südlichsten Korallenriffe der Karibik. Der „Buccoo Reef Trust (BRT)“ versucht als gemeinnützige Organisation eine nachhaltige Entwicklung der Unterwasserwelt zu fördern. Der Ort Speyside an der Nord-Ostküste ist ein Zentrum für Gerätetaucher. An der Nordküste Tobagos legen an einigen Stränden die gefährdeten Lederschildkröten ihre Eier ab. Die gemeinnützige Organisation „Save Our Sea Turtles“ versucht den Schutz für diese Tiere zu verbessern.

Flora

Die Pflanzenwelt Tobagos ist Teil der gesamttrinidad-tobagischen Flora, die etwa 2.500 Gefäßpflanzenarten umfasst, von denen rund 59 endemisch für beide Inseln sind – davon etwa 12 ausschließlich auf Tobago. Die Vegetation ist geprägt von tropischem Regenwald, der durch vulkanischen Boden und hohe Niederschläge nährstoffreich und üppig ist. Im Main Ridge dominieren hohe Bäume wie Licania biglandulosa und Byrsonima spicata im oberen Kronendach, während Palmen wie Euterpe broadwayi auf exponierten Kämmen häufig vorkommen.

Epiphyten sind reich vertreten, darunter das Aroid Anthurium hookeri, das sowohl am Boden als auch auf Bäumen wächst. Orchideen, Farne (insgesamt rund 310 Arten im Land) und Bromelien prägen das Unterholz und die Baumkronen. In küstennahen oder trockeneren Bereichen finden sich windgepeitschte Formationen mit Kakteen wie Cephalocereus moritziannus und sukkulenten Arten. Endemische Pflanzen umfassen Arten wie Pilea tobagensis (auf Little Tobago) und weitere seltene Spezies im Main Ridge. Die Flora trägt zur hohen Biodiversität bei und unterstützt zahlreiche Bestäuber wie Kolibris und Insekten. Nach dem Hurrikan Flora 1963 erholte sich der Wald bemerkenswert, was die Widerstandsfähigkeit der Vegetation unterstreicht.

Fauna

Die Tierwelt Tobagos ist ebenfalls südamerikanisch geprägt und umfasst über 260 Vogelarten (weniger als auf Trinidad, aber viele karibische und kontinentale Spezies), zahlreiche Reptilien, Amphibien, Säugetiere und Insekten. Der Main Ridge bietet Lebensraum für 12 bis 16 Säugetierarten (zum Beispiel Agouti, Opossum, Fledermäuse), 24 nicht-giftige Schlangen, 16 Echsen und über 210 Vogelarten. Es gibt keine giftigen Schlangen auf Tobago, was die Insel für Wanderer sicher macht.

Zu den wiochtigsten Vogelarten gehören der Rufous-vented Chachalaca (Cocrico, Nationalvogel Tobagos), ein lauter, hühnerähnlicher Vogel, und der White-tailed Sabrewing (ein großer Kolibri, endemisch für Tobago und Nordost-Venezuela, der nach Hurrikan Flora fast ausgestorben war, aber wiedererstarkte). Weitere Vögel sind der Trinidad Motmot (mit schaufelartigem Schwanz), Red-billed Tropicbird (auf Little Tobago), Magnificent Frigatebird, Kolibris wie Ruby-Topaz und Blue-chinned Emerald sowie Arten wie Blue-backed Manakin und Collared Trogon.

Die Reptilienarten umfassen den endemischen Ocellated Gecko (Gonatodes ocellatus, nirgends sonst auf der Welt) und Bachia-Arten. Säugetiere wie Agouti (ein großes Nagetier), Armadillo und gelegentlich Wildschweine sind im Wald anzutreffen. Die Korallenriffe rund um die Insel beherbergen marine Arten, darunter Meeresschildkröten (unter anderem Leatherback an Stränden). Die Insektenvielfalt ist hoch, mit Hunderten Schmetterlingsarten.


Tier- und Pflanzenwelt (in Klammern endemisch):

Flora:

  • Farne  53 (1)

Fauna:

  • Vögel  210
  • Schmetterlinge  123
  • Reptilien & Amfibien  54 (2)
  • Säugetiere  28

Naturschutz

Seit 1764 steht der Regenwald im Gebiet des „Main Ridge Forest Reserve and Creation Site“ unter Schutz und ist damit das wahrtscheinlich älteste Naturschutzgebiet der Welt. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Tobago eine beeindruckende Artenvielfalt, vor allem an Vögeln, aufzuweisen hat. Der Naturpark umfasst rund 39,4 bis 39,6 km² und erstreckt sich entlang des zentralen Bergrückens der Insel, mit Höhen bis zu 576 Metern. Dieser Waldreserve beherbergt lower montane, lowland und xerophytic Regenwaldtypen und ist Kernzone für den Schutz endemischer Arten wie des White-tailed Sabrewing (eines Kolibris) und des Ocellated Gecko.

Weitere wichtige Schutzgebiete auf Tobago sind vorwiegend mariner oder küstennah: Das North-East Tobago Marine Protected Area (vorgeschlagen mit einer Fläche von 592,8 km²) umfasst einen großen Küstenstreifen von Roxborough bis Parlatuvier sowie offshore-Bereiche bis 11 km ins Meer und schützt Korallenriffe, Mangroven und Seegraswiesen.

Seit 2020 ist ein großer Teil Nordost-Tobagos als North-East Tobago UNESCO Biosphere Reserve ausgewiesen, das eine Gesamtfläche von etwa 834 bis 835 km² (inklusive mariner Zonen) umfasst und den Main Ridge sowie weitere terrestrische und marine Gebiete integriert. Dieses Biosphärenreservat verbindet Naturschutz mit nachhaltiger Entwicklung in 15 Gemeinden.

Die kleinen Nachbarinseln Little Tobago (Bird of Paradise Island) und St. Giles gelten als wichtige Brutplätze für Vögel. Es ist das älteste in der Karibik und damit auch als das älteste Naturschutzgebiet der Welt. Es gibt da eine sehr schöne Straße, die von Roxborough an der Ostküste quer durch die Insel zur Bloody Bay an der Westküste führt - teilweise am Rand jenes Waldschutzgebiets entlang. Pfade führen in den Dschungel. In dem Gebiet lassen sich auch viele Vögel beobachten - darunter Papageien wie Kolibris, Motmots und Cocoricos.


Naturschutzgebiete:

  • Tobago Forest Reserve  56,7 km²
  • Buccoo Reef Nature Reserve   6,5 km²
  • Little Tobago Island Reserve   1,0 km²
  • Saint Giles Island Wildlife Sanctuary  0,3 km²

Klima

Tobago weist ein tropisches Klima auf, das durch ganzjährig hohe Temperaturen, moderate bis hohe Luftfeuchtigkeit und eine ausgeprägte Niederschlagsverteilung gekennzeichnet ist. Die Insel liegt südlich des Hurrikangürtels und profitiert von den konstant wehenden Nordost-Passatwinden, die die Hitze mildern und für eine angenehme Brise sorgen. Nach der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation wird das Klima Tobagos überwiegend als Am (tropisches Monsunklima) eingestuft. Dies bedeutet, dass alle Monate eine Durchschnittstemperatur über 18°C haben, es eine Regenzeit mit starken Niederschlägen gibt und der trockenste Monat weniger als 60 mm Regen aufweist, aber dennoch ausreichend feucht bleibt, um keine Savanne (Aw) zu bilden. Im Gegensatz zum reinen tropischen Regenwaldklima (Af) gibt es eine kurze, relative Trockenperiode.

Die Temperaturen sind das ganze Jahr über stabil und warm. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 26 bis 27°C. Tagsüber erreichen die Höchstwerte meist 29 bis 31°C, mit den wärmsten Monaten von Mai bis Oktober (bis zu 31°C). Nachts kühlen die Tiefstwerte auf 21 bis 24°C ab, wobei Januar bis März die kühlsten Perioden sind (Tiefstwerte um 21 bis 23°C). Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht oder über das Jahr sind gering, typisch für äquatornahe Regionen.

Der Niederschlag zeigt eine klare Saisonalität: Die Trockenzeit erstreckt sich von Januar bis Mai (mit Februar bis April als trockenste Monate, oft nur 40–60 mm pro Monat), während die Regenzeit von Juni bis Dezember dauert. In dieser Periode fallen die meisten Niederschläge, mit Spitzen in Juli/August (200 bis 230 mm) und November/Dezember. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt in Scarborough und küstennahen Gebieten etwa 1.500 bis 1.800 mm, in den bergigen Inlandregionen (wie dem Main Ridge) deutlich mehr, bis zu 2.500 bis 3.800 mm durch orographische Effekte. Die Regenzeit bringt oft nachmittägliche Schauer oder Gewitter, während Morgen meist sonnig sind. Eine bi-modale Verteilung mit Maxima im Juni und November ist charakteristisch.

Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, meist zwischen 75 bis 85 %, und trägt zur schwülen Atmosphäre bei, besonders in der Regenzeit. Tobago ist relativ hurrikanarm, da es südlich des Hauptgürtels liegt, doch tropische Stürme können in der Hurrikansaison (Juni bis November) indirekt Einfluss nehmen. Insgesamt bietet das Klima ideale Bedingungen für tropische Vegetation und Tourismus, mit der Trockenzeit als beste Reisezeit für Strand- und Outdoor-Aktivitäten.

Klimadaten für Tobago Airport (1973 bis 2004)

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Höchstrekord (°C) 32,4 33,1 33,2 35,0 34,0 33,4 33,0 35,0 33,8 33,7 32,8 36,1 36,1
Mittelmaximum (°C) 30,2 30,5 30,9 31,4 31,7 31,1 30,7 31,2 31,5 31,4 30,9 30,3 31,0
Mitteltemperatur °C (°F) 26,3 26,5 26,8 27,6 28,1 27,6 27,4 27,6 27,8 27,6 27,3 26,7 27,3
Mittelminimum (°C) 22,5 22,5 22,8 23,9 24,6 24,2 24,0 24,0 24,1 23,9 23,6 23,0 23,6
Tiefstrekord (°C) 19,0 19,0 19,2 18,7 21,0 20,1 21,0 20,3 20,0 19,1 19,2 19,6 18,7
Niederschlag (mm) 65,9 52,8 21,4 52,9 105,8 172,5 266,9 244,6 182,6 240,2 207,5 161,0 1774,2
Niederschlagstage (≥ 1 mm) 9,8 7,0 5,2 5,2 8,9 15,6 17,1 15,4 13,7 14,8 16,2 13,0 142,0

Mythologie

Die Mythen Tobagos spiegeln eine Mischung aus afrikanischen Traditionen der versklavten Menschen, französisch-kreolischen Einflüssen aus der Kolonialzeit sowie Spuren indigener (Kalinago/Karib) und europäischer Elemente wider. Im Gegensatz zu rein indigenen Mythologien anderer Karibikinseln, die oft Schöpfungsgötter wie Tamosi oder Kulturhelden wie Macunaima kennen, dominiert in Tobago die orale Überlieferung aus der Sklaverei- und Plantagenzeit. Diese Geschichten dienen als Warnungen, Moralvorstellungen und Erklärungen für das Übernatürliche, oft verbunden mit der Natur, dem Wald und dem Meer. Viele Figuren werden mit Trinidad geteilt, doch Tobago hat eigene ikonische Legenden, die jährlich im Tobago Heritage Festival gefeiert werden.

Die berühmteste tobagonische Legende ist die von Gang Gang Sara, der afrikanischen Hexe aus Golden Lane (Les Coteaux). Der Sage nach wurde sie im 18. Jahrhundert auf einem starken Wind aus Afrika nach Tobago geweht, landete sicher in Les Coteaux und suchte vergeblich nach ihrer in die Sklaverei verschleppten Familie. Sie blieb, wurde Heilerin und Hebamme, heiratete den Sklaven Tom (den sie aus Afrika kannte) und kümmerte sich um die versklavten Menschen. Nach der Emanzipation und Toms Tod wollte sie nach Afrika zurückfliegen. Sie kletterte auf einen hohen Seidenwollbaum (Silk Cotton Tree), doch weil sie zu viel Salz gegessen hatte – was ihre Flugkräfte raubte –, stürzte sie ab und starb. Ihr Grab und das des Tom stehen bis heute in Golden Lane, und der Baum gilt als heiliger Ort. Diese Geschichte symbolisiert den Verlust der Heimat, die Anpassung an die neue Welt und die Magie afrikanischer Wurzeln.

Viele tobagonische Mythen drehen sich um den Seidenwollbaum (Silk Cotton Tree), der als Wohnort von Geistern (Jumbies oder Duppies) gilt. Er wird mit Respekt behandelt, da das Fällen böse Konsequenzen nach sich zieht – ein Echo indigener und afrikanischer Naturverehrung. Weitere Figuren aus der geteilten Folklore von Trinidad und Tobago, die auch in Tobago verbreitet sind:

  • Soucouyants (Old Hags): Alte Frauen, die nachts ihre Haut abstreifen, als Feuerball fliegen und Blut saugen.
  • La Diablesse: Eine schöne Teufelsfrau mit einem Klumpfuß, die Männer auf einsamen Wegen verführt und in den Tod lockt.
  • Mama Dlo (Mutter des Wassers): Eine schöne Frau mit Schlangenunterleib, die in Flüssen lebt und Badende bestraft.
  • Fairymaids und Mermaids: Meerjungfrauen und Feenwesen, die besonders an Tobagos Küsten (zum Beispiel um Little Tobago oder Speyside) spielen und Fischer locken.
  • Douens (Duennes): Geister unbgetaufter Kinder mit rückwärts gedrehten Füßen, die Kinder in den Wald rufen.


Diese Wesen warnen vor Gefahren der Nacht, des Waldes oder des Meeres und spiegeln Ängste vor dem Unbekannten wider. Tobago-spezifische Elemente wie Fairy-Maids (feenhafte Wesen) oder Geschichten um Jäger und Fischer (zum Beispiel Brer Nancy und Brer Goat) betonen die enge Verbindung zur Natur und zum Meer.

Präkolumbische indigene Mythen der Kalinago (Insel-Kariben), die Tobago besiedelten, sind nur fragmentarisch erhalten. Sie umfassen Schlangenmythen (unter anderem die Riesenschlange Aloubaéra) oder Naturgeister, die in der späteren Folklore aufgingen, etwa in der Verehrung von Bäumen oder Wassergeistern.

Geschichte

Tobago wurde wie Trinidad 1498 von Christoph Kolumbus entdeckt. Er nannte die Insel Bella Forma, später wurde sie mehrfach umbenannt. Der letzte Name Tobago leitet sich wahrscheinlich von Tabak ab. Die ursprünglichen indianischen Einwohner wurden von den spanischen Siedlern weitgehend ausgerottet, die Überlebenden wurden assimiliert. Die Insel wechselte häufig den Besitzer; einer war Cornelis Lampsins, der Baron von Tobago. Teils wurde sie unter großen Verlusten verteidigt, teils einfach herrenlos verlassen. Frankreich (Name Tobago), die Niederlande (Name Nieuw Walcheren), Großbritannien (Name Tobago) und sogar Kurland (Name: Neukurland) erhoben Anspruch auf die Insel und bauten befestigte Anlagen. Zwischenzeitlich war sie Piratenstützpunkt. 1763 wurden die sieben parishes eingerichtet. Georgetown an der Südküste im Saint George Parish war die Hauptstadt von 1764 bis 1769, und seither Scarborough. 1814 kam Tobago endgültig an Großbritannien. Von 1879 bis 1899 bildete Tobago ein selbständiges Postgebiet und gab Briefmarken heraus. 1888 wurde sie mit Trinidad zu einer Kolonie zusammengefasst.1958 wurden beide als Teil der Westindischen Föderation unabhängig, 1962 als Trinidad und Tobago.

Vorkolumbische Zeit

Tobago wurde erstmals in der archaischen Periode von Menschen besiedelt, die wahrscheinlich aus Trinidad stammten. Die ältesten Siedlungen befinden sich im Südwesten der Insel in der Nähe der Bon-Accord-Lagune und gehören zu einer Kultur, die als Milford-Komplex bekannt ist und nach dem Muschelhügel bei Milford, Tobago, benannt wurde. Diese ersten Tobagonier waren Jäger und Sammler (möglicherweise „beginnende Gärtner“), die sich auf eine Reihe von essbaren Wurzeln, Palmstärke und Samen verließen und diese wahrscheinlich auch bewirtschafteten. Sie fischten und jagten Meeresschildkröten, Muscheln, Krebse und Landsäugetiere (vor allem Halsbandpekaris und Agoutis). Kulturell wurden sie mit dem Volk der Ortoiroiden in Verbindung gebracht. An ortoiroiden Fundorten wurden keine Keramikreste gefunden.

Das Alter der archäologischen Stätten, die mit dem Milford-Komplex in Verbindung gebracht werden, konnte nicht mit großer Genauigkeit bestimmt werden. Die in der Milford-Stätte gefundenen Artefakte und andere Steinartefakte, die anderswo im Südwesten Tobagos gefunden wurden, wurden auf einen Zeitraum zwischen -3500 und -1000 datiert. Die Ähnlichkeiten zwischen diesen Artefakten und jenen aus besser untersuchten Stätten in St. John und Banwari Trace in Trinidad veranlassten den niederländischen Archäologen Arie Boomert zu der Schlussfolgerung, dass das tatsächliche Alter der Stätten des Milford-Komplexes in Tobago wahrscheinlich am älteren Ende der Zeitspanne liegt.

Im 1. Jahrhundert siedelten die Saladoiden auf Tobago. Wie die Ortoiroiden, die ihnen vorausgingen, stammen diese Saladoiden vermutlich aus Trinidad. Sie brachten Töpfer- und landwirtschaftliche Traditionen mit und führten wahrscheinlich den Anbau von Maniok, Süßkartoffeln, indischen Süßkartoffeln, Tannia und Mais ein. Die kulturellen Traditionen der Saladiden wurden später durch die Einführung der Barrancoiden-Kultur verändert. Menschen der Barrancoid-Kultur ließen sich um 350 im Orinoco-Delta nieder und siedelten sich um 500 im Süden Trinidads an, was zu einem kulturellen Austausch führte, der die Töpferstile in Trinidad veränderte. Elemente dieser Kultur gelangten nach Tobago, entweder durch Handel oder durch eine Kombination aus Handel und Besiedlung.

Nach 650 wurde die Saladoid-Kultur auf Tobago durch die Troumassoid-Tradition ersetzt. Während Tobago und Trinidad während der Saladoid-Periode kulturell miteinander verbunden waren, kam es nun zu einer kulturellen Spaltung, da sich die arauquinoide Tradition in Trinidad durchsetzte, während Tobago kulturell mit den Inseln über dem Winde und Barbados verbunden wurde. Die Ernährungsgewohnheiten ähnelten denen der Saladoiden, aber die Überreste von Halsbandpekaris sind seltener, was Archäologen als Beweis für die Überjagung der relativ großen Säugetiere interpretiert haben. Die troumassoiden Traditionen wurden einst für die Besiedlung der Inselkariben auf den Kleinen Antillen und Tobago gehalten, doch wird dies heute mit der Cayo-Keramik-Tradition in Verbindung gebracht. Aus Tobago sind keine archäologischen Stätten bekannt, die ausschließlich mit der Cayo-Tradition in Verbindung gebracht werden.

Europäische Kontaktzeit

Tobago wurde von Christoph Kolumbus am 14. August 1498 während seiner vierten Reise gesehen. Kolumbus landete nicht, sondern nannte die Insel Belaforme, „weil sie aus der Ferne schön erschien“. Der spanische Mönch Antonio Vázquez de Espinosa berichtete, dass die Kalina (Kariben auf dem Festland) die Insel Urupaina nannten, weil sie einer großen Schnecke ähnelte, während die Kalinago (Kariben auf den Inseln) sie Aloubaéra nannten, was vermutlich eine Anspielung auf die Tatsache war, dass sie der Riesenschlange Alloüebéra ähnelte, die angeblich in einer Höhle auf der Insel Dominica lebte. Der Name Tabaco wurde zum ersten Mal in einem spanischen königlichen Befehl von 1511 erwähnt. Dieser Name bezieht sich auf die Form der Insel, die den fetten Zigarren ähnelt, die von den Taíno-Bewohnern der Großen Antillen geraucht werden.

Die Lage Tobagos zwischen den Kleinen Antillen und dem südamerikanischen Festland machte es zu einem wichtigen Verbindungspunkt zwischen den Kalinago der Kleinen Antillen und ihren Kalina-Verbündeten und Handelspartnern in den Guianas und Venezuela. In den 1630er Jahren war Tobago von den Kalina bewohnt, während das benachbarte Grenada von den Kalina und Kalinago gemeinsam genutzt wurde.

Die Spanier überfielen Tobago, um Sklaven für die Perlenfischerei in Margarita zu gewinnen. Dies wurde durch einen königlichen Erlass aus dem Jahr 1511 genehmigt, der es den Spaniern auf Hispaniola erlaubte, die Bewohner der Inseln über dem Winde, von Barbados, Tobago und Trinidad, zu bekriegen und zu versklaven. Nach der Gründung einer dauerhaften spanischen Siedlung auf Trinidad im Jahr 1592 wurde Tobago zum Zentrum ihrer Sklavenüberfälle. Die spanischen Sklavenüberfälle von Margarita und Trinidad aus dauerten mindestens bis in die 1620er Jahre an, und dezimierten die Bevölkerung der Insel.

Im Jahr 1628 erwarb Jan de Moor, der Bürgermeister von Vlissingen in den Niederlanden, von der Niederländischen Westindien-Kompanie die Rechte zur Kolonisierung Tobagos. Er gründete eine Kolonie mit hundert Siedlern namens Nieuw Walcheren an der Great Courland Bay und errichtete ein Fort, Nieuw Vlissingen, in der Nähe der heutigen Stadt Plymouth. Das Ziel der Kolonie war der Anbau von Tabak für den Export, aber die Kolonisten durften auch mit den einheimischen Bewohnern Handel treiben.

Die Ureinwohner Tobagos standen den Kolonisatoren feindselig gegenüber. 1628 verlor ein seeländisches Kriegsschiff 54 Männer bei einer Begegnung mit einer Gruppe von Indianern, deren Identität nicht bekannt ist. Die Stadt war auch Angriffen von Kalinago aus Grenada und St. Vincent ausgesetzt. Die Kolonie wurde 1630 aufgegeben, aber 1633 von einer neuen Gruppe von 200 Siedlern wieder aufgebaut. Die Niederländer trieben Handel mit den Nepoyo in Trinidad und errichteten befestigte Handelsposten an der Ost- und Südküste der Insel. Sie verbündeten sich mit Hierreyma, einem Häuptling der Nepoyo, bei dessen Rebellion gegen die Spanier. Als Vergeltung zerstörten die Spanier die holländischen Außenposten in Trinidad, bevor sie eine Streitmacht zusammenstellten, die im Dezember 1636 die holländische Kolonie Tobago einnahm. In Verletzung der Kapitulationsvereinbarung wurden alle holländischen Gefangenen bis auf zwei nach Margarita verschifft, wo sie fast alle hingerichtet wurden.

Englische Siedler aus Barbados versuchten 1637, eine Kolonie in Tobago zu gründen, wurden aber kurz nach ihrer Ankunft von Kariben angegriffen und die Kolonie wurde aufgegeben. Es folgten eine Reihe von Versuchen zur Besiedlung der Insel durch Kolonisten unter der Schirmherrschaft des Earl of Warwick. Im Jahr 1639 gründete eine Gruppe von „einigen hundert“ Siedlern eine Kolonie, die sie jedoch 1640 nach Angriffen der Kalinago aus St. Vincent wieder aufgaben. Eine neue Gruppe von Kolonisten kam 1642 an und errichtete Tabak- und Indigoplantagen. Diese Siedlung wurde infolge von Angriffen der Kariben und Versorgungsengpässen wieder aufgegeben. Eine vierte englische Kolonie wurde 1646 gegründet, überdauerte aber nur wenige Monate.

Kurländische Kolonialzeit

Herzog Friedrich Kettler von Kurland versuchte 1639, eine Kolonie auf Tobago zu gründen, was jedoch scheiterte. Der Nachfolger von Herzog Friedrich, Jacob Kettler, unternahm 1642 einen zweiten Versuch, als er einige hundert Kolonisten aus Seeland unter der Leitung von Cornelius Caroon aussandte. Diese Siedlung wurde von Kalinago aus St. Vincent angegriffen und die Überlebenden wurden von Arawaks aus Trinidad an die Küste Guayanas evakuiert.

Eine neue Kolonie wurde 1654 in der Great Courland Bay in der Nähe der Ruinen des alten holländischen Forts in Plymouth gegründet. Das Fort wurde wiederaufgebaut und in Fort Jacobus umbenannt. Die Siedlung um das Fort wurde Jacobusstadt genannt und umfasste die erste lutherische Gemeinde in der Karibik. Die Siedler waren eine Mischung aus Niederländern und Kurländern unter dem Kommando von Willem Mollens und benannten die Insel in Neu Kurland um. Einige Monate später wurde auf der anderen Seite der Insel eine niederländische Kolonie gegründet, unter der Schirmherrschaft der Brüder Adriaen und Cornelius Lampsins, wohlhabenden Kaufleuten aus Walcheren in Seeland, die ihre Siedlung Lampsinsstad nannten, die an der Stelle der heutigen Hauptstadt Scarborough errichtet wurde. Als die Kurländer die Anwesenheit der niederländischen Kolonie entdeckten, griffen sie diese an und zwangen die niederländischen Siedler, die kurländische Souveränität zu akzeptieren. Lampsinsstad wuchs durch die Ankunft von Juden, französischen Hugenotten und niederländischen Pflanzern aus Brasilien, die afrikanische Sklaven und indianische Verbündete mitbrachten, nachdem sie von den Portugiesen aus Brasilien vertrieben worden waren. Bis 1662 wuchs die niederländische Siedlung auf 1250 weiße Siedler und zwischen 400 und 500 versklavte Afrikaner an.

Die kurländische Siedlung versuchte, gute Beziehungen zur lokalen Kalina-Bevölkerung zu unterhalten, wurde jedoch von Kalinago aus St. Vincent und Arawaks aus Trinidad angegriffen. Von einer Höchstzahl von etwa 500 Siedlern schrumpfte die Kolonie bis 1658 auf 50 Personen. Im Jahr 1659, als sich Kurland in Europa im Krieg befand, meuterte die niederländische Kolonie und übernahm die Kontrolle über die Insel. Fort Jacobus wurde in Fort Beveren umbenannt, nach Hubert van Beveren, dem Gouverneur der niederländischen Kolonie.

Im Jahr 1666, während des Zweiten Anglo-Niederländischen Krieges, wurde Lampsinsstad von jamaikanischen Seeräubern erobert und geplündert. Das Fort wurde von englischen Truppen aus Barbados besetzt und dann von französischen Truppen aus Grenada eingenommen, bevor es 1667 von den Niederländern zurückerobert wurde. Neue Siedler aus den Niederlanden gründeten die Kolonie 1668 wieder, wurden aber von Nepoyo aus Trinidad angegriffen. Sie konnten die Angriffe mit Hilfe der tobagonischen Kalina abwehren, wurden aber erneut von Kalinago aus St. Vincent angegriffen. Bei Ausbruch des Dritten Anglo-Niederländischen Krieges wurde die Kolonie von Barbadiern erobert und geplündert.

Nach dem Ende dieses Krieges wurde 1676 eine neue niederländische Kolonie gegründet, die jedoch im März des folgenden Jahres von den Franzosen angegriffen wurde. Die daraus resultierende Seeschlacht führte zu schweren Verlusten auf beiden Seiten, und die französischen Truppen zogen sich zurück, kehrten jedoch im folgenden Jahr zurück, eroberten die Insel und zerstörten die Siedlung. Weitere Versuche der Courlander, 1680 und 1681 eine Kolonie auf Tobago zu gründen, wurden 1683 abgebrochen. Ein letzter Versuch der Courlander, die Insel 1686 zu besiedeln, wurde 1687 weitgehend aufgegeben; die letzte Erwähnung der Kolonie war eine kleine Gruppe von Siedlern, die 1693 von einem dänischen Schiff angetroffen wurde.   

Frühe britische Kolonialzeit

Tobago, das sowohl von Großbritannien als auch von Frankreich beansprucht wurde, blieb nach den 1690er Jahren in den Händen der einheimischen Bevölkerung. Die europäische Besiedlung Tobagos wurde weitgehend durch den gemeinsamen Widerstand der Kalina auf Tobago und dem Festland sowie der Kalinago auf den Kleinen Antillen vereitelt. 1748 wurde Tobago im Vertrag von Aix-la-Chappelle zum neutralen Gebiet erklärt. Zu den Gruppen, die sich in dieser Zeit dort ansiedelten, gehörten Indianer aus Venezuela, die sich nicht in den Missionsdörfern der Kapuziner niederlassen wollten, und Inselkariben aus St. Vincent, die dem Konflikt mit den Schwarzen Kariben entgehen wollten.

Der Pariser Vertrag von 1763 beendete Tobagos Status als neutrales Territorium und brachte es unter britische Kontrolle. Auf der Insel wurde schnell eine Plantagenwirtschaft aufgebaut. Unter der Leitung des Board of Trade wurde die Insel vermessen, in Parzellen von 100 bis 500 Acres (40 bis 202 ha) aufgeteilt und an Pflanzer verkauft. Zwischen 1765 und 1771 wurden über 50.000 Acres (20.000 ha) Land von der Krone für über 167.000 Pfund verkauft. Durch die Bemühungen von Soame Jenyns, einem Beauftragten des Board of Trade und Mitglied des Parlaments, wurden die oberen Teile des Hauptkamms als „Wälder zum Schutz des Regens“ reserviert und blieben ungerodet und unkultiviert.

Die ehemalige holländische Stadt Lampsinsstad wurde 1765 in Scarborough umbenannt und 1779 zur Hauptstadt von Tobago ernannt. Zur Verteidigung von Scarborough errichteten die Briten Fort King George auf einem Hügel über der Stadt. Die Bevölkerung aus britischen Siedlern und versklavten Afrikanern wuchs schnell, und die Produktion von Zucker, Baumwolle und Kakao nahm erheblich zu. Es wurde eine koloniale Verfassung erlassen und eine gewählte Versammlung eingerichtet, in der jede Gemeinde ein Mitglied stellte. Die Regierung unterstand dem Generalgouverneur der Windward-Inseln, der seinen Sitz in Grenada hatte.

Eine Kreditkrise in der britischen Wirtschaft führte 1772 zum Konkurs mehrerer Finanzhäuser, auf die die westindischen Pflanzer bei der Kreditaufnahme angewiesen waren. Die Zuckerplantagen waren auf die Kredite dieser Kreditgeber angewiesen, und der Verlust der einfachen Kredite brachte die Pflanzer in Tobago in Bedrängnis. Im Jahr 1776 schuldeten sie der Krone immer noch 69.000 Pfund für das von ihnen erworbene Land, 30.000 Pfund an Zinsen und weitere 740.000 Pfund bei den Handelshäusern. Der Ausbruch des Krieges zwischen den amerikanischen Kolonien verschärfte das Problem noch, da die Schifffahrts- und Versicherungskosten für die Pflanzer in die Höhe getrieben wurden. Der Kriegseintritt Frankreichs im Jahr 1778 verschlimmerte die Situation noch.

Während die weiße und afrikanische Bevölkerung schnell wuchs, ging die Zahl der einheimischen Bevölkerung zurück. Im Jahr 1777 gab es „ein paar hundert“ Indianer, 1786 waren es nur noch 24. Viele zogen an die Nordküste von Trinidad, wo sie sich in der Gegend von Toco niederließen. Die letzten Aufzeichnungen über Indianer in Tobago stammen von Sir William Young, der bis 1815 als Gouverneur von Tobago diente.

Französische Kolonialzeit

Im Jahr 1781 eroberte Frankreich im Rahmen des Anglo-Französischen Krieges (ein Nebeneffekt des Amerikanischen Revolutionskrieges) Tobago. Die Insel wurde 1783 im Rahmen des Vertrags von Paris an Frankreich abgetreten, wobei die bestehende Verfassung und die Gesetze beibehalten wurden und die britischen Einwohner ihren Besitz und ihre Religion behalten durften. Die Hauptstadt Scarborough wurde 1787 in Port Louis umbenannt, und Fort King George wurde in Fort Castries umbenannt.

Nach den Wahlen von 1784 blieb die Versammlung unter der Kontrolle der britischen Pflanzer. Im Jahr 1785 verweigerten sie die Finanzierung der Inselregierung mit der Begründung, dass ihre finanzielle Lage zu prekär sei. Daraufhin verlangte die französische Regierung von der Versammlung eine jährliche Zahlung von 200.000 Livres Tournois, der sie 1786 zustimmte.

Es wurde eine neue Kolonialversammlung mit zwei gewählten Mitgliedern aus jeder Gemeinde und zwei aus Port Louis sowie vier nicht gewählten Mitgliedern - dem Gouverneur und den drei anderen hohen Regierungsbeamten - eingerichtet. Unter dieser neuen Struktur und mit weitaus weniger Unabhängigkeit hatte die Versammlung in erster Linie die Aufgabe, die von der französischen Regierung erlassenen Erlasse zu genehmigen.

Während einige britische Siedler die Insel nach 1783 verließen, blieben die meisten, und es gab nur wenig französische Auswanderung auf die Insel, so dass die weiße Bevölkerung überwiegend britisch blieb. Zwischen 1782 und 1790 stieg die Zahl der weißen Bevölkerung von 405 auf 541, während die Zahl der freien Farbigen (zu denen sowohl Schwarze als auch Menschen gemischter Abstammung gehörten) von 118 auf 303 stieg. Die Zahl der Sklaven stieg von 10 530 auf 14 171, was hauptsächlich auf die Einfuhr neuer Sklaven zurückzuführen war, da die Sterberate die Geburtenrate bei weitem überstieg.

Nach der Volkszählung von 1790 bestand die Bevölkerung Tobagos aus 15.019 Menschen, von denen 14.170 versklavt waren. Die weiße Bevölkerung war überwiegend männlich - 434 der 541 Weißen waren männlich -, während die freie nicht-weiße Bevölkerung überwiegend weiblich war - 198 der 303 freien Farbigen waren weiblich,[12]: 10 was zum Teil die Tatsache widerspiegelt, dass doppelt so viele weibliche Sklaven wie männliche Sklaven freigelassen wurden.

Im Jahr 1785 war Baumwolle die vorherrschende Kulturpflanze in Tobago; 12.491 Acres (5.050 ha) waren dem Baumwollanbau gewidmet und 1.584.000 Pfund (718.000 kg) wurden exportiert. Zuckerrohr wurde auf 4.241 Acres (1.720 ha) angebaut, und es wurden 1.102 lange Tonnen (1.120 t) Zucker und 133.600 imperiale Gallonen (607.000 l) Rum exportiert. Bis 1791 waren die Baumwollexporte auf 516.000 Pfund (234.050 kg) gesunken, während sich die Zucker- (1.991 lange Tonnen (2.023 t)) und Rum-Exporte (261.840 imperiale Gallonen bzw. 1.190.300 L) fast verdoppelt hatten.

Die Französische Revolution von 1789 führte zu einer Spaltung zwischen Royalisten und Sympathisanten der Revolution unter den französischen Einwohnern der Insel. Ein neuer Gouverneur, der 1792 die königliche Autorität wiederherstellen sollte, ging 1793 nach Grenada und wurde durch einen revolutionären Gouverneur ersetzt.

Späte britische Kolonialzeit

Der Ausbruch des Krieges zwischen Großbritannien und dem revolutionären Frankreich im Jahr 1793 ermöglichte es Großbritannien, die Insel zurückzuerobern. Britische Truppen aus Barbados unter dem Kommando von Cornelius Cuyler landeten am 14. April in der Great Courland Bay und griffen die französischen Streitkräfte in Fort Castries an. Die französischen Truppen kapitulierten nach einem Doppelangriff der Briten, und Cuyler setzte die britische Kolonialverfassung wieder ein, die vor der Kapitulation an die Franzosen im Jahr 1781 in Kraft gewesen war.

Tobago wurde 1802 im Rahmen des Vertrags von Amiens an Frankreich zurückgegeben, aber von den Briten zurückerobert, als der Krieg 1803 erneut ausbrach. Frankreich trat Tobago im Rahmen des Pariser Vertrags von 1814 formell an Großbritannien ab.

Die haitianische Revolution führte zum Wegfall der Zuckerexporte aus der ehemaligen französischen Kolonie Saint-Domingue. Die Pflanzer auf Tobago nutzten diese Lücke und steigerten die Zuckerproduktion erheblich. Im Jahr 1794 wurden 5.300 lange Tonnen (5.390 t) Zucker aus Tobago exportiert, die 1799 einen Höchststand von 8.890 langen Tonnen (9.030 t) erreichten.

Die Wirtschaft Tobagos war im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert vollständig von der Sklaverei abhängig, sowohl für die Plantagen als auch für die Hausarbeit. Sklaven arbeiteten auch als Handwerker, auf Fischerbooten und Handelsschiffen und halfen bei der Bemannung der Verteidigungsanlagen der Insel. Die Zuckerproduktion dominierte die Wirtschaft der Insel, und mehr als 90 % der versklavten Bevölkerung war auf den Zuckerplantagen beschäftigt. Die übrigen waren in Scarborough oder Plymouth beschäftigt, größtenteils als Hausangestellte. 

Bei der Volkszählung von 1790 wurden 14.170 Sklaven in Tobago gezählt. Bis 1797 stieg die Zahl der Sklaven auf 16.190 und erreichte 1807, dem Jahr der Abschaffung des Sklavenhandels, 18.153. Da die Sterberate unter den versklavten Tobagoniern die Geburtenrate bei weitem überstieg, ging die Zahl der Sklaven bis 1813 auf 16.080 zurück.

Die Sklaverei wurde durch das Sklavengesetz (formell ein Gesetz für die gute Ordnung und Regierung der Sklaven) von 1775 geregelt. Sklaven wurden als Eigentum betrachtet, das keine eigenen Rechte besaß, sondern als Menschen mit „Fähigkeiten des Denkens und des Willens“. Das Sklavengesetz, wie auch andere Sklavengesetze in Britisch-Westindien, sollte sicherstellen, dass Sklaven, die als Menschen handelten, nicht aufhörten, als Eigentum zu fungieren. Das Anschlagen oder Verwunden eines Weißen, das Verwunden eines anderen Sklaven, das Anzünden von Zuckerrohrfeldern oder Gebäuden oder der Versuch, die Insel zu verlassen, wurden mit dem Tod, dem Transport oder einer anderen Strafe nach Wahl des Richters geahndet.

Sklaven mussten einen Passierschein mit sich führen, der es ihnen erlaubte, sich außerhalb der Plantage ihres Besitzers aufzuhalten. Wurden sie ohne Passierschein angetroffen, konnten sie als Ausreißer verhaftet werden. Die Beherbergung von Ausreißern war eine Straftat, selbst für Weiße, und jede Plantage, die länger als sechs Monate verlassen war, sowie die auf den verlassenen Plantagen wachsenden Lebensmittelkulturen konnten zerstört werden, um zu verhindern, dass sich entlaufene Sklaven dort ansammelten.

Die Plantagen waren verpflichtet, für je fünf Sklaven 1 Acre (0,4 ha) an Nahrungsmitteln anzupflanzen, um Nahrungsmittelengpässe zu vermeiden. Im Laufe der Zeit wurde dies dadurch ersetzt, dass den Sklaven gestattet wurde, ihre eigenen Vorratsgärten zu bewirtschaften. Die Sklaven durften sonntags und auf größeren Plantagen auch donnerstags auf ihren Vorratsgärten arbeiten und durften die Erzeugnisse aus diesen Gärten nach Belieben essen oder verkaufen. Auf Plantagen, die größere Proviantgärten erlaubten, mussten die Sklaven ihr eigenes Geld für den Kauf von Fleisch und Fisch verwenden. Bei kleineren Plantagen wurden diese vom Plantagenbesitzer zur Verfügung gestellt. Städtische Sklaven konnten keine Gärten bewirtschaften, sowohl weil kein Land zur Verfügung stand als auch, im Falle von Hausangestellten, weil sie nicht die Zeit dazu hatten.

Nachdem die Zuckerproduktion 1799 ihren Höhepunkt erreicht hatte, kam es zu einem langen, langsamen Rückgang. Das Einkommen der Pflanzer sank noch stärker, als die Zuckerpreise von einem Höchststand von 87 Shilling pro Zentner im Jahr 1799 auf weniger als die Hälfte (32 bis 38 Shilling) im Jahr 1807 fielen. Die Abschaffung des Sklavenhandels im Jahr 1807 übte weiteren Druck auf die Pflanzer aus; da die Sterberate unter den Sklaven die Geburtenrate überstieg, konnte sich die Sklavenpopulation nicht selbst erhalten. Dies trieb die Kosten für Sklaven in die Höhe, was sich auf die Kosten der Zuckerproduktion auswirkte.

Trinidadische Zeit

Mit dem Niedergang der Wirtschaft Tobagos nahm auch seine Bedeutung für die britische Regierung ab. Um die Kosten für die Verwaltung der Insel zu senken, strebte die britische Regierung danach, Tobago mit den Nachbarinseln zu einer einzigen Verwaltungseinheit zu vereinen. 1833 wurden Tobago, Grenada und St. Vincent dem Gouverneur von Barbados unterstellt, was jedoch kaum Auswirkungen auf die Macht der Versammlung hatte. Nach der Emanzipation nahm die Beteiligung der gewählten Mitglieder an der Arbeit der Versammlung ab. Angesichts der geringen Beteiligung und der hohen Abwesenheitsquote bei den Sitzungen beschloss die Versammlung 1874, sich selbst abzuschaffen und die Zweikammer-Legislative durch eine einzige Kammer, den gewählten Legislativrat, zu ersetzen. Diese Kammer bestand aus vierzehn Mitgliedern, von denen sechs vom Gouverneur ernannt und acht von den Pflanzern gewählt wurden. Die Pflanzer lehnten diese Beschneidung ihrer Macht zunächst ab, doch dies änderte sich nach den Unruhen in Belmanna 1876. Angesichts der zunehmenden Militanz der schwarzen Bevölkerung stimmten die Pflanzer dafür, ihre repräsentative Regierung aufzulösen und die Insel in eine Kronkolonie umzuwandeln.

Der Zusammenbruch des in London ansässigen Finanzunternehmens A.M. Gillespie and Company im Jahr 1884 schwächte die Wirtschaft Tobagos weiter. 1885 schloss die britische Regierung Tobago, Grenada, St. Vincent und St. Lucia zu einer einzigen Einheit, den Windward Islands, zusammen. Dabei handelte es sich um einen losen Zusammenschluss, der die Inseln zwar unter einem einzigen Gouverneur zusammenfasste, die lokalen Institutionen aber intakt ließ.

1887 verabschiedete das britische Parlament den Trinidad and Tobago Act, der die Vereinigung von Trinidad und Tobago genehmigte. Ziel der Vereinigung war es, die Kosten für die Verwaltung Tobagos von der britischen Krone auf die wohlhabendere Kolonie Trinidad zu übertragen. Am 17. November 1888 wurde das Gesetz verkündet, und die Union trat am 1. Januar 1889 in Kraft. Die Inseln wurden unter einer einzigen Verwaltungsstruktur mit Sitz in Port of Spain und einem einzigen Gouverneur vereinigt, der zuvor Gouverneur von Trinidad gewesen war. Das letzte Überbleibsel der Selbstverwaltung, der Finanzrat, bestand aus drei gewählten Mitgliedern, zwei vom Gouverneur ernannten Mitgliedern und einem ebenfalls vom Gouverneur ernannten Kommissar. Der Gouverneur war in der Lage, das Gremium ohne Beteiligung der Bevölkerung Tobagos aufzulösen. In rechtlicher Hinsicht erhielt der Oberste Gerichtshof in Trinidad die Autorität über Tobago und war befugt, Richter zu ernennen. Tobagos Status wurde 1899 auf den eines Mündels herabgestuft, wobei der Direktor von Tobago der oberste Regierungsbeamte auf der Insel war.

Die fehlende Vertretung Tobagos im Legislativrat führte zu der Forderung, jemanden in den Rat zu berufen, der die Interessen Tobagos vertritt. 1920 lud Gouverneur John Chancellor T.L.M. Orde, den Verwalter des Louis D‘Or Estate in Tobago, ein, dem Rat anzugehören, aber Orde lehnte die Einladung ab, da dies eine längere Abwesenheit von der Insel erfordert hätte. Stattdessen wurde A.H. Cipriani, ein Einwohner von Trinidad, der große Kokosnussplantagen in Tobago besaß, in dieses Amt berufen. Zwischen 1920 und 1925 wurden die Interessen Tobagos von Bewohnern Trinidads vertreten. Schwarze Tobagonier waren bereit, im Rat mitzuarbeiten, aber die Aussicht darauf war für das politische Establishment nicht akzeptabel.

Modernisierungszeit

Im Jahr 1925 wurde der Legislativrat von 21 auf 25 Mitglieder erweitert, darunter sieben gewählte Mitglieder. Mit diesem einen gewählten Mitglied hatte Tobago erstmals seit 1877, als die Regierung der Kronkolonie eingeführt worden war, wieder gewählte Vertreter. Wählen durften nur des Lesens und Schreibens kundige Männer, die mindestens 21 Jahre alt waren, und sie mussten über ein bestimmtes Vermögen und Einkommen verfügen. Die Anforderungen an die Kandidaten waren sogar noch höher. Die Wahlen fanden am 7. Februar 1925 statt. Nur 5,9 % der Bevölkerung waren wahlberechtigt, und in Tobago nahmen von 1800 Wahlberechtigten nur 547 Personen tatsächlich teil. James Biggart, ein schwarzer tobagonischer Apotheker, wurde als Vertreter Tobagos in den Legislativrat gewählt.

Im Legislativrat setzte sich Biggart für die Entwicklung der Infrastruktur und des Bildungswesens in Tobago sowie für die Verbesserung der Seeverbindungen zwischen den Inseln ein. Biggart gelang es, die Infrastruktur in Tobago und die Kommunikation zwischen den Inseln zu verbessern, und 1925 wurde die Bishop's High School in Tobago von der anglikanischen Kirche gegründet und erhielt Unterstützung in Form eines staatlichen Zuschusses. Biggart hatte den Sitz in Tobago bis zu seinem Tod im Jahr 1932 inne. Ein weißer Pflanzer und Geschäftsmann, Isaac A. Hope, gewann die Nachwahlen, um Biggarts Nachfolger zu werden. Bei den Wahlen 1938 wurde Hope durch George de Nobriga ersetzt.

Die County Council Ordinance von 1946 teilte Tobago in sieben Bezirke ein, die jeweils von zwei Ratsmitgliedern vertreten wurden. Mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts für Erwachsene im Jahr 1946 wurde A.P.T. James in den Legislativrat gewählt. James war ein starker Fürsprecher für Tobago und setzte sich für eine verstärkte Entwicklung der Infrastruktur ein. Er setzte sich erfolgreich für leitungsgebundenes Wasser, Schulen, Gesundheitszentren, einen Tiefwasserhafen und 1952 Elektrizität. Er setzte sich für eine stärkere Vertretung Tobagos in der Legislative, für eine separate Vertretung in der Westindischen Föderation und später für die vollständige Unabhängigkeit ein. James verlor die Parlamentswahlen 1961 gegen A.N.R. Robinson, ein Gründungsmitglied der regierenden People's National Movement (PNM).

Nach der Vereinigung mit Trinidad blieb die Wirtschaft Tobagos unterentwickelt. Der Großteil der Bevölkerung bestand aus Kleinbauern, die vor allem Nahrungsmittel anbauten und ihr Einkommen mit der Arbeit auf den Kokosnuss- und Kakaoplantagen aufbesserten, die den Zucker als Hauptexportgut der Insel ablösten. Die Löhne waren extrem niedrig, was es den Plantagenbesitzern (hauptsächlich eine Gruppe von fünfzig bis sechzig weißen Familien) ermöglichte, selbst bei sehr niedrigen Rohstoffpreisen „beträchtliche Gewinne“ zu erzielen.

In den 1930er Jahren begannen die weißen Pflanzer, ihre Häuser und Nebengebäude an Wintergäste zu vermieten, und investierten später in Hotels und Gästehäuser. In den 1950er Jahren begann der Tourismus, die Landwirtschaft als Hauptarbeitgeber und Motor der wirtschaftlichen Aktivität Tobagos abzulösen.

Unabhängigkeitsära

1956 wurde die Regierung der Kronkolonie in Trinidad und Tobago durch eine interne Selbstverwaltung ersetzt. Die Parlamentswahlen von 1956 waren ein Sieg für die neu gegründete Volksbewegung unter der Führung von Eric Williams. Williams wurde zum Ministerpräsidenten ernannt, der Gouverneur blieb jedoch Vorsitzender des Exekutivrats. Mit der Gründung der Westindischen Föderation im Jahr 1958 erhielt die Williams-Regierung eine direktere politische Kontrolle über Trinidad und Tobago.

1958 wurde eine Abteilung für Tobago-Angelegenheiten geschaffen, die von einem Staatssekretär geleitet wurde. Im Jahr 1962 wurde Trinidad und Tobago ein unabhängiger Staat. 1964 wurde die Abteilung für Tobago-Angelegenheiten auf Kabinettsebene erhoben und das Ministerium für Tobago-Angelegenheiten geschaffen, um die zusätzliche Verantwortung für den Wiederaufbau nach dem Hurrikan Flora zu übernehmen, der die Insel Tobago 1963 verwüstet hatte.

1957 legte Williams das Tobago Development Program vor, einen Plan zur wirtschaftlichen Entwicklung, mit dem die jahrelange Vernachlässigung und der Verrat" Tobagos durch die Regierung in Trinidad korrigiert werden sollten. Die erfolgreiche Entwicklung Tobagos wurde als wichtiges Argument für eine führende Rolle Trinidads und Tobagos in der Föderation der Westindischen Inseln angesehen; indem Williams zeigte, dass er in der Lage war, die Entwicklung Tobagos erfolgreich voranzutreiben, wollte er beweisen, dass er das Gleiche für die anderen kleineren Mitglieder der Föderation tun konnte. Obwohl die Williams-Regierung die Ausgaben für die Entwicklung Tobagos im Vergleich zur Vorgängerregierung erhöhte, wurden nur etwa 3 % des Haushalts 1957 für Projekte in Tobago bereitgestellt. Zwischen 1958 und 1962 betrug der Anteil Tobagos am Entwicklungsbudget ebenfalls weniger als 7 %, trotz des Ziels, der Entwicklung Tobagos hohe Priorität einzuräumen.

Am 30. September 1963 wurde Tobago vom Hurrikan Flora heimgesucht, der 30 Todesopfer forderte. Etwa die Hälfte der Häuser auf der Insel wurde so stark beschädigt, dass sie unbewohnbar wurden. Die wichtigsten Exportkulturen - Kokosnüsse, Kakao und Bananen - wurden schwer beschädigt, ebenso wie ein großer Teil der Fischereiflotte. Trotz staatlicher Investitionen in den Wiederaufbau der Landwirtschaft nahm die Bedeutung des Agrarsektors ab, während der Tourismus zunahm. Die Zahl der Hotel- und Pensionszimmer stieg von 185 im Jahr 1960 auf 448 im Jahr 1972 und auf 651 im Jahr 1982.

Ab 1969 forderte Rhodil Norton, ein Arzt und Präsident der Buccoo Reef Association (einer Vereinigung von Reiseleitern), die Abspaltung Tobagos von Trinidad und Tobago. Seine Forderungen stießen auf heftigen Widerstand in der trinidadischen Gesellschaft und der regierenden PNM-Regierung, darunter auch Basil Pitt, der Parlamentsabgeordnete für den Sitz in Tobago West. Andere Tobagonier sprachen sich zwar nicht für eine Abspaltung aus, unterstützten aber den Gedanken, dass Tobago nicht gerecht behandelt wurde und dass die Zentralregierung ihre Versprechen gegenüber Tobago nicht eingehalten hatte.

Trotz der Behauptungen, Tobago werde vernachlässigt, waren die Tobagonier in der Regierung gut vertreten - sowohl Pitt als auch Robinson (der Abgeordnete für Tobago-Ost) hatten in der PNM-Regierung Ministerposten inne, während der Premierminister Williams das Ressort für Tobago-Angelegenheiten innehatte. Als Reaktion auf diese Abspaltungsforderungen weitete die Regierung ihre Investitionen in Tobago aus. Trotzdem wurde weiterhin über die Abspaltung gesprochen. Das Tobago Emancipation Action Committee unter dem Vorsitz von Norton veröffentlichte 1970 einen solchen Aufruf zur Abspaltung. Dies veranlasste die Polizei, die Gruppe zu überwachen.  

Nach der Unabhängigkeit wurde die Wirtschaft von den Eliten beherrscht - 1970 befanden sich Berichten zufolge 75 % des besten Grund und Bodens in Tobago in den Händen lokaler Eliten oder ausländischer Eigentümer. Die Fortführung der Praktiken aus der Kolonialzeit nach der Unabhängigkeit führte zu einer Enttäuschung über die regierende PNM-Regierung. Die Black-Power-Bewegung, die von einer Kombination aus Marxismus und Garveyismus inspiriert war, war eine Antwort auf Rassismus und Kolonialismus.

Die Verhaftung und der Prozess gegen Studenten aus Trinidad und Tobago im Anschluss an die Sir George Williams-Affäre im kanadischen Montreal löste Proteste in Port of Spain aus, die sich bald auf das ganze Land ausweiteten. In Tobago forderten die Demonstranten das Ende der Striptease-Shows für Touristen, bei denen einheimische Jugendliche beschäftigt waren, und die Wiederherstellung des öffentlichen Zugangs zu den Stränden von Pigeon Point und Bacolet. Zwischen 12.000 und 15.000 Menschen nahmen an einem Marsch nach Charlotteville teil, während Schulkinder in Roxborough einen 18 Meilen (29 km) langen Marsch nach Scarborough organisierten.

Am 21. April 1970 verhängte die Regierung von Trinidad und Tobago inmitten der anhaltenden Unruhen den Ausnahmezustand und verhaftete die meisten führenden Vertreter der Black-Power-Bewegung. Als das Regiment von Trinidad und Tobago aufgefordert wurde, bei der Wiederherstellung der Ordnung zu helfen, meuterte es, aber die Meuterer ergaben sich nach zehn Tagen.

Am 20. September 1970 trat Robinson von der PNM zurück. Sein Rücktritt erfolgte nach dem Black-Power-Aufstand zu Beginn des Jahres, und er begründete seinen Rücktritt unter anderem mit Machtmissbrauch durch den Premierminister. Robinson, dem vorgeworfen worden war, seine Unterstützung für seine Partei über die Interessen der Bevölkerung Tobagos zu stellen, wurde von seinen Verpflichtungen gegenüber der PNM befreit. Er gründete das Aktionskomitee Engagierter Bürger (ACDC) und schloss sich mit der oppositionellen Demokratischen Arbeiterpartei (DLP) zusammen, um bei den Parlamentswahlen 1971 anzutreten. Am 3. April 1971 formierte sich das ACDC zu einer politischen Partei, dem Democratic Action Congress (DAC), dessen Programm einen starken Plan für die wirtschaftliche Entwicklung und die Selbstverwaltung Tobagos enthielt. Aufgrund von Bedenken bezüglich der Wahlmaschinen und Unregelmäßigkeiten im Wahlprozess boykottierten die DLP und der DAC die Wahlen von 1971 und die PNM gewann alle Sitze in Tobago und Trinidad.

Bei den Parlamentswahlen 1976 gewann die DAC beide Sitze in Tobago; Robinson gewann den Sitz in Tobago Ost und Winston Murray den in Tobago West. Zwei Monate nach der Wahl löste Williams das Ministerium für Tobago-Angelegenheiten auf und übertrug dessen Zuständigkeiten auf andere Regierungsministerien zurück. In Tobago wurde dies als ein Akt der Vergeltung für die Abkehr der Insel von der PNM angesehen.

Nach der Auflösung des Ministeriums für Tobago-Angelegenheiten setzten sich Robinson und Murray im Parlament für eine interne Selbstverwaltung Tobagos ein. Die wichtigste Oppositionspartei im Parlament, die United Labour Front, unterstützte diese Bemühungen, und nach einer langen und umstrittenen Debatte wurde am 12. September 1980 der Gesetzentwurf für das Tobago House of Assembly (THA) verabschiedet. Bei den Wahlen am 24. November 1980, an denen sich 63,5 % der Wahlberechtigten beteiligten, errang die DAC acht der zwölf Sitze in der Versammlung, während die PNM die übrigen vier Sitze gewann. Die Versammlung trat am 4. Dezember 1980 zum ersten Mal zusammen, und Robinson wurde zum Vorsitzenden der THA gewählt.

Mit der Einrichtung der THA erhielt Tobago eine interne Selbstverwaltung, doch die Versammlung unterstand weiterhin der Zentralregierung. Der Gesetzentwurf der THA sah vor, dass die Versammlung mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament aufgelöst werden konnte, und machte die THA finanziell von den Zuweisungen der Zentralregierung abhängig. Ein überarbeiteter Gesetzesentwurf, Act 40 von 1996, verlieh der THA einen dauerhaften Status, schuf die Position eines Vorsitzenden und gab dem Chief Secretary das Recht, in Fragen, die Tobago betrafen, direkt mit dem Kabinett zusammenzuarbeiten.

Zwischen 1961 und 2003 war A.N.R. Robinson Mitglied des Parlaments, Kabinettsminister, Vorsitzender der Versammlung von Tobago, Premierminister und schließlich Präsident von Trinidad und Tobago. Zwischen 1980 und 2003 spielte der in Castara geborene A.N.R. Robinson eine dominierende Rolle in der Politik und der Regierung von Trinidad und Tobago, zunächst als Vorsitzender der THA, dann als Premierminister und schließlich als Präsident von Trinidad und Tobago.

Im Vorfeld der Parlamentswahlen von 1981 beschlossen der DAC, die ULF und die Tapia House Movement, bei den Wahlen zusammenzuarbeiten. Die drei Parteien stellten eigene Kandidaten auf, einigten sich aber darauf, nicht für dieselben Sitze zu kandidieren. Der DAC kandidierte für acht der 36 Sitze im Parlament, gewann aber nur die beiden Sitze in Tobago. Nach der Wahl formalisierten die drei Parteien ihre Beziehungen und traten unter dem Banner der Allianz auf. Die Alliance schloss sich mit einer vierten Partei, der Organisation für nationalen Wiederaufbau, zusammen, um bei den Kommunalwahlen 1983 anzutreten. Am 8. September 1985 lösten sich die vier Gründungsparteien auf und gründeten eine neue Partei, die Nationale Allianz für den Wiederaufbau (NAR), mit Robinson als politischem Führer. Die NAR besiegte die PNM bei den Parlamentswahlen 1986 und Robinson wurde der dritte Premierminister von Trinidad und Tobago.

Die Regierung Robinson investierte viel in Tobago, indem sie den Tiefwasserhafen von Scarborough fertigstellte und die Start- und Landebahn des Flughafens Crown Point verlängerte, um größere Jets und internationale Flugreisen direkt nach Tobago zu ermöglichen. Außerdem wurde der Fährdienst zwischen Port of Spain und Scarborough verbessert.

Unstimmigkeiten in der NAR-Regierung und der Putschversuch der Jamaat al Muslimeen im Jahr 1990 schwächten die Regierung, so dass sie die Parlamentswahlen 1991 an die PNM unter der Führung von Patrick Manning verlor. Die NAR hielt nur noch die beiden Sitze in Tobago. Bei den Parlamentswahlen 1995 kam es zu einer Spaltung von 17 zu 17 zwischen der von Manning geführten PNM und dem von Basdeo Panday geführten United National Congress; Robinsons NAR hielt weiterhin die beiden Sitze auf Tobago und damit die Möglichkeit, mit einer der beiden Parteien eine Koalitionsregierung zu bilden. Die NAR entschied sich für eine Zusammenarbeit mit der UNC und bildete eine Koalitionsregierung mit Panday als Premierminister und Robinson als Minister Extraordinaire mit besonderer Verantwortung für Tobago. 1997 schied Robinson aus dem Parlament aus und wurde zum Präsidenten von Trinidad und Tobago gewählt. Er zog sich 2003 aus dem Amt des Präsidenten zurück.

Als Ward mit der Tobago House of Assembly (THA) als Organ der lokalen Selbstverwaltung blieb Tobago stark von Zuschüssen aus dem öl- und gasreichen Trinidad abhängig, entwickelte sich ab der Jahrtausendwende zunehmend als eigenständiges touristisches und kulturelles Zentrum der Karibik.

Die Bevölkerung wuchs in diesem Zeitraum deutlich: Zwischen 2000 und 2011 stieg die Einwohnerzahl um rund 12,55 %, auf etwa 60.000 Personen im Jahr 2011. Die Gesellschaft blieb mehrheitlich afro-trinidadisch, mit zunehmender Präsenz indischstämmiger Trinidadiers und europäischer Zuwanderer. Wirtschaftlich dominierte der Tourismus, der Tobago von der energieabhängigen Wirtschaft Trinidads abhob. Die Insel wurde als „unberührte Karibikperle“ vermarktet, was zu steigenden Touristenankünften führte. Wichtige Infrastrukturprojekte wie der Ausbau des A.N.R. Robinson International Airport (ehemals Crown Point Airport) erleichterten den Zugang. Kulturelle Events wie das Tobago Heritage Festival (Juli/August mit traditionellen Tänzen und Geschichten), das Blue Food Festival (mit Fokus auf lokale Produkte wie Dasheen), internationale Jazz-Festivals, Regatten und die berühmten Goat Races zu Ostern zogen jährlich Tausende Besucher an und festigten Tobagos Ruf als kulturelles Highlight.

Politisch stand die Forderung nach größerer Autonomie im Vordergrund. Die Tobago House of Assembly-Wahlen wurden von der People's National Movement (PNM) dominiert, die zwischen 2001 und 2017 durchgängig die Mehrheit eroberte. Kurzzeitig entstand 2009 mit der Tobago Organization of the People (TOP) eine Opposition, die jedoch keine dauerhafte Veränderung bewirkte. Auch die beiden nationalen Parlamentssitze Tobagos (Tobago East und West) blieben fest in PNM-Hand. Wiederholte Versuche, die Verfassung zu ändern und Tobago „internal self-government“ zu gewähren (unter anderem durch Gesetzesvorlagen ab 2016), scheiterten im nationalen Parlament in Port of Spain. Die Debatte über mehr Unabhängigkeit von Trinidad hielt an, ohne dass bis 2020 wesentliche Veränderungen eintraten.

Im Vergleich zu anderen Karibikinseln blieb Tobago von schweren Naturkatastrophen weitgehend verschont. Es gab keine direkten Hurrikan-Treffer, lediglich gelegentliche Starkregen und Überschwemmungen. Der Fokus auf Naturschutz – etwa des Main Ridge Forest Reserve, des ältesten geschützten Regenwalds der westlichen Hemisphäre – unterstrich Tobagos Image als ökologisches Juwel.

Bis Anfang 2020 präsentierte sich Tobago als wachstumsstarke, kulturell lebendige und touristisch erfolgreiche Insel, die trotz politischer Spannungen mit Trinidad eine Phase der Konsolidierung und Blüte erlebte. Der abrupte Einbruch durch die Corona-Maßnahmenpolitik ab dem Frühjahr 2020 beendete diese Periode und stellte den tourismusabhängigen Wirtschaftszweig vor bis dahin unbekannte Probleme. Es kam zu Protesten, insbesondere gegen Lockdowns, Ausgangssperren und geplante Impfpflichten. Ein markantes Beispiel war ein großer Protest im Januar 2022 in Trinidad, bei dem Hunderte gegen die Pandemiepolitik der Regierung demonstrierten. Die Polizei nahm mehrere Personen fest, da die Versammlung ohne Genehmigung stattfand. In Tobago gab es kleinere Demonstrationen, zum Beispiel im Dezember 2021 gegen das Schließen von Stränden und Flüssen („open the beaches“-Protest mit Schildern in Old Grange Bay).

Die Regierung führte strenge Maßnahmen ein (zum Beispiel State of Emergency 2021, Safe Zones, Maskenpflicht), die auf Kritik stießen. Pläne für eine Impfpflicht im öffentlichen Dienst wurden 2022 wieder fallen gelassen, nachdem Widerstand laut wurde. Ein wesentlicher Faktor für den Widerstand wurde von den Proponenten der Maßnahmenpolitik „Impfzögerlichkeit“ (vaccine hesitancy) konstatiert, die durch Misstrauen gegenüber der Regierung und kulturelle Faktoren verstärkt wurde. Die von den Maßnahmengegnern, darunter auch Gesundheitspersonal, vorgebrachten Vorwürfe gegen die Maßnahmen- und Impfproponenten haben sich im Nachhinein als durchaus zutreffend herausgestellt. Hilfen für die Geschädigten liefen allerdings nur zögerlich an, und erst ab 2025 erholte sich die Insel von den durch die Maßnahmenpolitik verursachten Schäden.

Verwaltung

Tobago wurde mehrfach zwischen europäischen Kolonialstaaten hin und her gereicht. Es war abwechselnd, englische, französische, niederländische und kurländische Kolonie. Am 30. Juni 1803 wurde es britische Kronkolonie. Am 1. Januar 1899 erfolgte die Vereinigung von Tobago und Trinidad.


Herrschaftsgeschichte

  • um -200 bis 12. Jahrhundert Stammesgemeinschaften der Arawak
  • 12. Jahrhundert bis 1580 Stammesgemeinschaften der Arawak und Kalinago
  • 1580 bis April 1628 Klnigreich England (Kingdom of England)
  • April 1628 bis Dezember 1636 Kolonie Neu-Walcheren (Nieuw Walcheren) der Republik der Niederlande (Republiek der Zeven Verenigde Nederlanden)
  • Dezember 1636 bis 20. Mai 1654 Königreich England (Kingdom of England)
  • 20. Mai 1654 - 11. Dezember 1659 Kolonie Neukurland (Jāņkurzeme) des Herzogtums Kurland und Semgallen (Kurzemes un Zemgales hercogiste)
  • 11. Dezember 1659 bis September 1666 Republik der Niederlande (Republiek der Zeven Verenigde Nederlanden)
  • September 1666 bis März 1667 Klönigreich Frankreich (Royaume des France)
  • März 1667 bis Juni 1680 Kolonie Neu-Walcheren (Nieuw Walcheren) der Republik der Niederlande (Republiek der Zeven Verenigde Nederlanden)Juni 1680 - Mai 1690 Kolonie Neukurland (Jāņkurzeme) des Herzogtums Kurland und Semgallen (Kurzemes un Zemgales hercogiste)
  • Mai 1690 - 1733 Kolonie Neu-Walcheren (Nieuw Walcheren) der Republik der Niederlande (Republiek der Zeven Verenigde Nederlanden)
  • 1733 bis 10. Oktober 1748 Königreich Frankreich (Royaume de France)
  • 10. Oktober bis Dezember 1748 Neutrales Territorium
  • Dezember 1748 bis 15. Februar 1762 Kronkolonie Martinique (Colonie de Martinique) des Königreichs Frankreich (Royaume de France)
  • 15. Februar 1762 bis 12. November 1764 Kolonie Südliche Karibische Inseln (Southern Caribbee Islands) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 12. November 1764 bis 2. Juni 1781 Kolonie Tobago (Colony of Tobago) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 2. Juni 1781 bis 15. April 1793 Königreich Frankreich (Royaume de France)
  • 15. April 1793 bis 7. Oktober 1802 Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain), ab 1. Januar 1802 Vereinigtes Königreich (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • 7. Oktober 1802 bis 30. Juni 1803 Kaiserreich Frankreich (Empire français)
  • 30. Juni 1803 bis 1. April 1833 Kolonie Tobago (Colony of Tobago) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • 1. April 1833 bis 31. Dezember 1876 Britische Inseln über dem Winde (British Windward Islands) als Kolonie des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • 1. Januar 1877 bis 31. Dezembr 1888 Kronkolonie Tobago (Colony of Tobago) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • 1. Januar 1889 bis 3. Januar 1958 Kolonie Trinidad und Tobago (Colony of Trinidad and Tobago) als Kolonie des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland, ab 27. April 1927 United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 3. Januar 1958 bis 31. Mai 1962 Westindische Föderation (West Indies Federation bzw. Federation of the West Indies) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 31. Mai bis 31. August 1962 Kolonie Trinidad und Tobago (Colony of Trinidad and Tobago) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 31. August 1962 bis 1. August 1976 Staat Trinidad und Tobago (Trinidad and Tobago)
  • 1. August 1976 bis 23. September 1980 Republik Trinidad und Tobago (Republic of Trinidad and Tobago)
  • seitj 23. September 1980 Autonomer Teilstaat Tobago (Ward of Tobago) innerhalb der Republik Trinidad und Tobago (Republic of Trinidad and Tobago)

Legislative und Exekutive

Tobago besitzt innerhalb des Staates Trinidad und Tobago eine besondere Form der Selbstverwaltung, die sich in einer eigenen Exekutive und Legislative widerspiegelt. Diese ist jedoch nicht mit der staatlichen Gewaltenteilung eines souveränen Staates gleichzusetzen, da Tobago kein eigenständiger Staat ist, sondern Teil der Republik Trinidad und Tobago.

Die zentrale politische Institution Tobagos ist die Tobago House of Assembly (THA). Sie wurde erstmals 1980 eingerichtet und bildet sowohl den legislativen als auch den exekutiven Kern der Inselverwaltung. In legislativer Hinsicht ist die THA befugt, für Tobago Regelungen und Beschlüsse in bestimmten, gesetzlich zugewiesenen Bereichen zu erlassen, etwa in den Feldern lokale Infrastruktur, Tourismus, Gesundheit, Bildung, Kultur und Umwelt. Diese Regelungskompetenz ist jedoch abgeleitet und unterliegt den Gesetzen und der Verfassung von Trinidad und Tobago. Die THA kann keine eigenständigen Gesetze im nationalen Sinne verabschieden, sondern erlässt Verordnungen und Beschlüsse mit regionaler Gültigkeit.

Die Legislative Tobagos besteht aus den gewählten Mitgliedern der Tobago House of Assembly. Diese werden in allgemeinen Wahlen in einzelnen Wahlkreisen der Insel bestimmt. Ergänzt werden sie durch ernannte Mitglieder, um Fachkompetenz und politische Ausgewogenheit sicherzustellen. Innerhalb der Versammlung werden politische Programme diskutiert, Haushaltspläne beraten und Kontrollfunktionen gegenüber der Exekutive ausgeübt.

Die Exekutive Tobagos wird ebenfalls durch die Tobago House of Assembly gebildet. An ihrer Spitze steht der Chief Secretary, der faktisch die Rolle eines Regierungschefs der Insel einnimmt. Er wird aus der Mehrheit der gewählten THA-Mitglieder bestimmt. Der Chief Secretary leitet die Exekutivarbeit und ist für die Umsetzung der politischen Beschlüsse verantwortlich. Ihm zur Seite stehen weitere Secretary-Posten (vergleichbar mit Ministern), die jeweils bestimmte Ressorts wie Finanzen, Tourismus, Infrastruktur oder Soziales verantworten.

Inseloberhaupt

Höchster Repräsentant der Insel ist der Chefsekretär des Abgeordnetenhauses.


Gobernador (Spanisher Gouverneur)

  • Jan - 16 Mai 1614  Juan Rodriguez

Gouverneurs (Holländische Gouverneure)

  • Apr 1628 - Dez 1636  Jan de Moor (Eigentnümer, † 1642)
  • Apr 1628 - 1630  Jacob Maerszoon (Maertsen)
  • Feb 1634 - Okt 1636  Willem Gayner
  • Okt - Dez 1636  Cornelis de Moor

Commanders (Englische Kommandanten)

  • 9 Okt 1639 - Aug 1640  Robert Marsham († 1640)
  • 1642 - 1643  Edward Marshall

Komandant (Kurländischischer Kommandant)

  • 1649 - 1650  Cornelis Caron († nach 1666)

Gubernators (Kurländische Gouverneure, im Nordwesten)

  • 20 Mai 1654 - Jan 1657  Willem Mollens († 1659)
  • 1657 - 1658  Wolfrat von Brederow, genannt Clottring
  • 1658 - 11 Nov 1659  Christian Holtzbruch [amtierend] († nach 1661)
  • 11 Nov - 11 Dez 1659  Christoffel Kysseling [amtierend] (selbsternannt, † nach 1660)

Commandanten (Holländische Kommandanten, im Südwesten, ab 11 Dez 1659 in ganz Tobago)

  • Sep 1654 - Jan 1666  Adriaen Lampsins (um 1598 - 1666) & Cornelis Lampsins (ab 28 Aug 1662, 1600 - 1664)
  • Sep 1654 - 1656  Pieter Becquart
  • 1656 - Jan 1666  Hubert de Beveren
  • Jan - Sep 1666  John Scott (eng lischer Kommandant, um 1634? - 1696)
  • Sep 1666 - Mar 1667  sieur de Vincent (französischer Kommandant, † nach 1670)
  • 17 Apr - 4 Mai 1667  Pieter Constant [amtierend] († nach 1683)
  • 4 Mai 1667 - 22 Apr 1668  Jan Lansman [amtierend]
  • 22 Apr 1668 - 1672  Abel Thisso († nach 1678)
  • 17 Feb 1669 - 20 Feb 1669  Hans Jurgen Waltmann (Courlander Gouverneur, in Opposition zu den Holländern)
  • 1672 - 18 Dez 1672  Pieter Constant [2]
  • 18 Dez 1672 - 21 Dez 1672  Tobias Bridge (englischer Kommandant, † nach 1674)
  • 1 Sep 1676 - 12 Dez 1677  Jacob Binckes (1637 - 1677)
  • 1 Sep 1676 - 12 Dez 1677  Heinrich Karloff (Henrik Carloff, Generalkommissär, 1621/22 - um 1694)
  • 12 - 27 Dez 1677  Jean d'Estrees (französischer Kommandant, 1624 - 1707)

Gubernators (Kurländische Gouverneure)

  • Jun 1680 - 1681  Robert Bennett [amtierend]
  • 1681 - Dez 1681  Andreas Hamelton [amtierend] († 1681)
  • Dez 1681 - Mar 1683  Franz Monck († nach 1686)
  • 13 Jun 1686 - 2 Mar 1687  Berthold Otto Schmoll [amtierend] (1657 - 1719)
  • 5 Okt - Okt 1687  Dietrich von Altenbockum († 1687)
  • Okt 1687 - 30 Jun 1688  Abraham Marin [amtierend] († 1689)
  • 30 Jun - 8 Dez 1688  Jan Cornelson [amtierend] († 1689)
  • 8 Dez 1688 - 1689  Abraham Marin [2, amtierend]
  • 1689 - Nov 1689  Jan Cornelson [2, amtierend]
  • Nov 1689 - 5 Jun 1690  Jan Anton Vanton [amtierend]

Kommandant (Schwedischer Kommandant)

  • Apr 1732 - 4 Mai 1732  Laurentz (Lorentz) Brander till Barima

Commandant français (Französischer Kommandant)

  • Dez 1748 - 1749  de Montalais (or Hurault)

British Commandant (Britischer Kommandant)

  • Jun - 12 Nov 1764  Richard Legge

Lieutenant governors (Vizegouverneure)

  • 12 Nov 1764 - 19 Jul 1766  Alexander Browne († 1766)
  • 19 Jul 1766 - 29 Jun 1768  Richard Legge [amtierend] (Kommandant)
  • 2 Dez 1766 - 16 Okt 1767  William Hill
  • 29 Jun 1768 - Apr 1769  Robert Stewart [amtierend] (Ratspräsident, † 1773)
  • Apr - 10 Jun 1769  Roderick Gwynne (Gwyne) (1735 - 1769)
  • 10 Jun - Sep 1769  Benjamin Brown [amtierend]
  • Sep 1769 - Jul 1770   Robert Stewart [2, amtierend] (Ratspräsident)
  • Jul - Nov 1770  Benjamin Brown [2, amtierend]
  • Nov 1770 - 9 Apr 1771  Robert Stewart [3, amtierend] (Ratspräsident)
  • 9 Apr 1771 - 16 Apr 1775  William Young (1725 - 1788)
  • 16 Apr - Jan 1776  Peter Campbell [amtierend] (Ratspräsident, † 1779)
  • Jan 1776 - 17 Feb 1777  William Young
  • 17 Feb 1777 - Jan 1779  Peter Campbell [2, amtierend] (Ratspräsident)
  • Jan 1779 - 23 Feb 1780  John Graham [amtierend] (Ratspräsident, † 1788)
  • 23 Feb 1780 - 2 Jun 1781  George Ferguson (1748 - 1820)

Governeurs (Gouverneure)

  • 2 Jun 1781 - 8 Nov 1782 P bhilibert François Rouxel de Blanchelande (1735 - 1793)
  • Nov 1782 - 1786  René Marie, Vicomte d'Arrot (de Darrot, 1754 - 1821)
  • 6 Dez 1786 - 14 Mai 1789  Arthur, Comte Dillon (1750 - 1794)
  • 14 Mai 1789 - Mai 1792  Antoine de Jobal de Poigny [amtierend](1747 - 1817)
  • Mai - Jun 1792  Louis-François Félix Roger de la Sauvagère [amtierend]
  • Jun 1792 - Jan 1793  Jacques Philippe de Marguenat (1741 - 1794)
  • 3 Feb - 15 Apr 1793  Pierre Jacques Fulcrand de la Roque de Montels (1740 - 1822)

Captains-General and Governors-in-chief (Generalkapitäne und Oberste Gouverneure)

  • 15 Apr 1793 - 6 Mai 1793  Cornelius Cuyler (Kommandant, um 1740 - 1819)
  • 6 Mai 1793 - 6 Jan 1794  William Myers [amtierend] (1750 - 1805)
  • 6 Jan - 20 Mai 1794  George Poyntz Ricketts (1749 - 1800)
  • 20 Mai 1794 - 2 Apr 1795  Joseph Robley [amtierend] (1742 - 1807)
  • 2 Apr 1795 - 22 Mar 1796  William Lindsay († 1796)
  • 22 Mar 1796 5 Apr 1796  James Campbell [amtierend] (1736 - 1805)
  • 5 Apr - 22 Mai 1796  William Lindsay [2]
  • 23 Mai 1796 - 17 Jun 1797  James Campbell [2, amtierend]
  • 17 Jun - l3 Jul 1797  Thomas Wilson [amtierend] († 1801)
  • 13 Jul 1797 - 16 Okt 1798  Stephen de Lancey (1748 - 1799)
  • 16 Okt 1798 - 28 Jan 1800  Joseph Robley [2, amtierend]
  • 28 Jan - 26 Okt 1800  Richard Master († 1800)
  • 26 Okt 1800 - 2 Okt 1802  Joseph Robley [3, amtierend]
  • 2 - 7 Okt 1802  Hugh Lyle Carmichael [amtierend] (1764 - 1813)
  • 7 Okt - 26 Dez 1802  Jean-Joseph François Léonard de Sahuguet d'Amarzit de La Roche (1756 - 1802)
  • 26 Dez 1802 - 30 Mai 1803  de Muguetot (Präsident) [amtierend]
  • 2 Jun 1802 - 14 Jun 1803  Louis Maurice Taupin de Magnytot (Magnitot, Präfekt, 1757 - 1823)
  • 30 Mai - 30 Jun 1803  Louis César Gabriel de Berluy, Comte Berthier (1765 - 1819)
  • 30 Jun - 21 Jul 1803  Thomas Picton [amtierend] (1758 - 1815)
  • 21 Jul - 9 Aug 1803  William Johnstone [amtierend]
  • 9 Aug 1803 - 1 Jun 1804  Donald MacDonald [amtierend] († 1804)
  • 1 Jun - 16 Jul 1804  James Montgomerie [amtierend] (1756 - 1829)
  • 16 Jul 1804 - 1805  John Halkett (1768 - 1852)
  • 4 Aug 1804 - 13 Okt 1805  James Campbell [amtierend] ((† 1805)
  • 13 Okt 1805 - 27 Mai 1806  Robert Mitchell [amtierend]
  • 27 Mai 1806 - 23 Apr 1807  John Balfour [amtierend]
  • 23 Apr 1807 - 10 Jan 1815  Sir William Young (1747 - 1815)
  • 10 Jan 1815 - 1 Jul 1816  John Balfour [2, amtierend]
  • 1 Jul - 13 Nov 1816  John Campbell [amtierend]
  • 13 Nov 1816 - 1819  Sir Frederick Philipse Robinson (1763 - 1862)
  • 1819  George Cumine [amtierend]
  • 1819 - 1820  Sir Frederick Philipse Robinson [2]
  • 1820  John Robley [amtierend] (1775 - 1821)
  • 1820 - 1823  Sir Frederick Philipse Robinson [3]
  • 1823  J.W. Nichol [amtierend]
  • 1823 - 5 Jul 1826  Sir Frederick Philipse Robinson [4]
  • 5 Jul 1826 - 1827  William Bransell [amtierend] (1829?)
  • 1827 - 1 Aug 1828  Elphinstone Pigott [amtierend] (1761 - 1828)
  • 1 Aug 1828 - 28 Dez 1829  Nathaniel Shepherd Blackwell (1778 - 1833)
  • 28 Dez 1829 - 13 Jan 1830  Alexander Gairdner [amtierend] († 1849)
  • 13 Jan 1830 - 12 Apr 1833  Nathaniel Shepherd Blackwell [2]
  • 12 Apr - 26 Jun 1833  Alexander Gairdner [2, amtierend]

Lieutenant-Governors (Vizegouverneure)

  • 26 Jun 1833 - 27 Jun 1841  Henry Charles Darling (1780 - 1845)
  • 27 Jun 1841 - 15 Mar 1842  Joseph Scott [amtierend]
  • 15 Mar 1842 - 11 Feb 1845  Henry Charles Darling [2]
  • 12 Feb - 1 Apr 1845  Joseph Scott [2][amtierend]
  • 1 Apr - 21 Sep 1845  Henry Yeates (1st time [amtierend] (1791? - 1854)
  • 26 Sep 1845 - 14 Dez 1850  Laurence Graeme (1797 - 1850)
  • 15 Dez 1850 - 16 Apr 1851  Henry Yeates [2, amtierend]
  • 16 Apr - 28 Jun 1851  David Robert Ross (1797 - 1851)
  • 29 Jun 1851 - 14 Jan 1852  Henry Yeates [3, amtierend]
  • 14 Jan - 25 Jul 1852  Dominick Daly (1798 - 1868)
  • 25 Jul 1852 - 27 Feb 1854  Henry Yeates [4, amtierend]
  • 27 Feb 1854 - 10 Jul 1856  Willoughby Shortland (1804 - 1869)
  • 10 Jul - 9 Aug 1856  James Kirk [amtierend] (1800 - 1874)
  • 9 Aug 1856 - 8 Jun 1857  James Henry Keens [amtierend] (1809? - 1878)
  • 8 Jun 1857 - 23 Mai 1860  James Vickery Drysdale
  • 24 Mai - 26 Dez 1860  Edwin Donald Baynes [amtierend] (1828 - 1884)
  • 26 Dez 1860 - 1864  James Vickery Drysdale [2]
  • 14 Okt 1864 - 1872  Cornelius Hendericksen Kortright [amtierend bis 1865] (1817 - 1899)
  • 12 Sep 1872 - 1875  Herbert Taylor Ussher (1836 - 1880)
  • 9 Aug 1875 - 1877  Robert William Harley (1829 - 1892)
  • 1877  John Henry Keens [amtierend] (1805 - 1888)
  • 29 Sep 1877 - 1880  Augustus Frederick Gore (1826 - 1887)

Administrators (Verwalter)

  • Jul 1880 - 1882  Edward Daniel Laborde (1826 - 1898)
  • 1 Mai 1883 - Jun 1885  John Worrell Carrington (1847 - 1913)
  • 1885  Loraine Geddes Hay (1847 - 1904)
  • 19 Sep 1885 - 1888  Robert Baxter Llewellyn (1845 - 1919)
  • 29 Jun - 16 Jul 1886  John Scott Bushe [amtierend für Llewellyn] (1825 - 1887)

Commissioners (Kommissäre)

  • 20 Dez 1888 - 1892  Loraine Geddes Hay [2]
  • 1892  David Barnes Horsford [amtierend] (1841 - 1907)
  • 1892  Thomas Crossley Rayner [amtierend] (1860 - 1914)
  • Dez 1892 - 1893  William Low
  • 1893  Herbert Hamilton Sealy [amtierend] (1856 - 1901)
  • 1893 - 1897  William Low [2]
  • 1897  Samuel William Snaggs [amtierend] (1856 - 1924)
  • 1897 - 1 Jan 1899  Joseph Clanfergael O'Halloran  [amtierend] (1846 - 1920)

Wardens (Verwaltungsdirektoren)

  • Jan 1899 - 1903  James Todd Rousseau (1860 - 1910)
  • Jun 1903 - Jun 1904  William Charles Nock [amtierend]
  • 1904 - 28 Okt 1910  James Todd Rousseau [2]
  • Okt 1910 - Feb 1911  William Louis Joseph Kernahan [amtierend]
  • Feb 1911 - Mai 1913  Edward Carlyon Eliot (1879 - 1940)
  • 1913 - 1919  Hubert Pinckeney Cother Strange (1863 - 1949)
  • Jan 1919 - 1926  Leonardo Joseph Sorzano (1863 - 1945)
  • 1 Apr 1926 - 1937  Henry Meaden
  • 1937 - 1938  Beaumont Webster Celestain [amtierend]
  • Aug 1938 - 1944  Joseph Henry Maingot (1893 - nach 1945)
  • 1944 - 1956  Thomas Charles Cambridge (1906 - 1967)
  • 1956 - 1958  Vincente J. "Monty" de Montbrun (1908 - 2001)

Permanent Secretaries for Tobago Affairs (Permanente Sekretäre für Angelegenheiten Tobagos)

  • 10 Mar 1958 - 1959  G.W. Gordon
  • 1959 - 1964  Victor Edward Bruce (1920 - 1986)

Minister for Tobago Affairs (Minister für Angelegenheiten Tobagos)

  • 1964 - Sep 1976  Eric Eustace Williams (1911 - 1981) PNM

Permanent Secretary of Central Administrative Services Tobago Affairs (Permanenter Sekretär des Zentralen Verwaltunbgsdienstes für Tobago-Angelegenheiten)

  • 1977 - 1980  Harold Englehardt Leacock (1913 - 1993)

Chairmen of the Tobago House of Assembly (Vorsitzende des Versammlungshauses von Tobago)

  • 4 Dez 1980 - 16 Dez 1986  Arthur Napoleon Raymond Robinson (1926 - 2014) DAC, seit 1986 NAR
  • 16 Dez 1986 - 31 Okt 1989  Jefferson "Jeff" G. Davidson (1928 - 2023) NAR
  • 1 Nov 1989 - Dez 1996  Lennox Alcindor Denoon (1930 - 2007) NAR

Chief Secretaries of the Tobago House of Assembly (Oberste Sekretäre des Versammlungshauses von Tobago)

  • Dez 1996 - 31 Jan 2001  Hochoy Charles NAR
  • 1 Feb 2001 - 26 Jan 2017  Orville Delano London (* 1945) PNM
  • 26 Jan 2017 - 30 Apr 2020  Kelvin V. Charles (* 1957) PNM
  • 30 Apr 2020 - 6 Mai 2020  Joel Jack [amtierend] PNM
  • 6 Mai 2020 - 9 Dez 2021  Ancil K. Dennis (* 1987) PNM
  • seit 9 Dez 2021  Farley Chavez Augustine (* 1985) PDP


Politische Gruppierungen

Zwei Parteien beherrschen das politische Geschehen: das People's National Movement mit 8 und die Tobago Organization of the People mit 4 Sitzen. Einer der Politiker spielt in der Fußball-Nationalmannschaft von Tobago.

  • DAC = Democratic Action Congress (autonomistosch, aufgegangen in der NAR, 1971 bis 1986 und 2003 bis 2012)
  • NAR = National Alliance for Reconstruction (konzentriert auf A.N.R. Robinson, multiethnisch, gegründet 1986)
  • PDP = Progressive Democratic Patriots (autonomistisch, gegründet im Juni 2016)
  • PNM = People's National Movement (social liberal, center-left, mainly Black, gegründet 1955)
  • TO = Tobago Organization (autonomistisch)

Justizwesen und Kriminalität

Das Justizwesen auf Tobago ist vollständig in das nationale System der Republik Trinidad und Tobago integriert, das auf dem English Common Law basiert und unabhängig von der Exekutive operiert. Die Judikative umfasst das Supreme Court of Judicature (bestehend aus High Court und Court of Appeal) sowie die Magistracy (Magistrates' Courts). Auf Tobago werden die meisten Fälle in den Magistrates' Courts behandelt, die für summary criminal matters (kleinere Straftaten), Preliminary Inquiries (Voruntersuchungen für schwere Fälle) und Petty Civil Claims (Zivilklagen bis 15.000 TTD) zuständig sind. Schwere Straftaten werden an den High Court in Trinidad verwiesen, da Tobago keine eigene High Court-Abteilung hat. Der Chief Justice leitet die gesamte Judikative, und finale Berufungen gehen an den Judicial Committee of the Privy Council in London (obwohl Diskussionen über einen Wechsel zum Caribbean Court of Justice andauern). Die Tobago House of Assembly hat keine eigenen justiziellen Kompetenzen; Polizei und Gerichte unterstehen der nationalen Trinidad and Tobago Police Service (TTPS).

Die Kriminalität auf Tobago ist im Vergleich zur Hauptinsel Trinidad deutlich niedriger und konzentriert sich hauptsächlich auf Eigentumsdelikte wie Diebstähle, Einbrüche und gelegentliche Raubüberfälle, die oft Touristen betreffen. Gewaltverbrechen, insbesondere Morde, sind selten, aber in den letzten Jahren gestiegen: Bis 2022 lag die Mordrate Tobagos bei etwa einem Drittel der Trinidader Rate, 2023 bei der Hälfte und 2024 bereits fast gleichauf (ca. 22 Morde pro 100.000 Einwohner bei einer Bevölkerung von rund 60.000). Die nationalen Mordzahlen (über 600 im Jahr 2024) entfallen fast ausschließlich auf Trinidad, wo Gang-Gewalt, Drogenhandel und Schusswaffen das Hauptproblem darstellen. Tobago gilt weiterhin als eine der sichersten karibischen Inseln für Touristen, mit Fokus auf petty crime (zum Bewispiel Diebstähle an Stränden oder in Unterkünften). Die TTPS unterhält eine spezielle Tourism-Oriented Policing Section (TOPS) für den Schutz von Besuchern, und die Insel profitiert von einer starken Community-Überwachung. Reisewarnungen (zum Beispiel US Level 3 oder UK high caution) beziehen sich primär auf Trinidad; für Tobago empfehlen Quellen übliche Vorsichtsmaßnahmen wie das Vermeiden einsamer Strände nachts und sichere Unterkünfte. Insgesamt bleibt Tobago trotz leichter Zunahme von Kriminalität ein ruhiges und touristisch attraktives Ziel.

Flagge und Wappen

Tobago als autonomer Ward innerhalb der Republik Trinidad und Tobago besitzt keine eigene offizielle Nationalflagge oder ein eigenständiges Staatswappen wie ein souveräner Staat. Stattdessen werden die nationalen Symbole von Trinidad und Tobago verwendet, die beide Inseln repräsentieren. Dennoch hat Tobago durch die Tobago House of Assembly (THA) eigene offizielle Embleme, die die lokale Identität betonen.

Die Flagge der Tobago House of Assembly besteht aus einem hellblauen Hintergrund, der das umgebende Meer symbolisiert, mit dem farbigen Crest (Emblem) der THA in der Mitte. Dieses Emblem basiert auf dem historischen Coat of Arms von Tobago aus dem Jahr 1816 (koloniale Zeit), das eine Szene mit einem Schiff oder einer Landschaft zeigt und von einem Band mit der Aufschrift „Tobago House of Assembly“ umgeben ist. Die offiziellen Farben der THA sind Blau (für das Meer), Grün (für die üppige Vegetation) und Gelb (für die Sonne und die Energie des Volkes). Diese Flagge wird seit 2003 auf offiziellen Dokumenten, Gebäuden und Veranstaltungen der THA verwendet.

Das Wappen (Coat of Arms) Tobagos in der Kolonialzeit vor der Vereinigung mit Trinidad (1889) zeigte typischerweise eine Palme oder andere Elemente, die die tropische Natur der Insel betonten. Teile davon – insbesondere die fruchttragende Kokospalme als Helmzier – flossen in das nationale Wappen von Trinidad und Tobago ein, das 1962 anlässlich der Unabhängigkeit eingeführt wurde. Das nationale Wappen integriert Symbole beider Inseln: Der Cocrico (Nationalvogel Tobagos) steht für Tobago, während der Scarlet Ibis Trinidad repräsentiert; Kolibris symbolisieren die gemeinsame Natur, und die drei Schiffe erinnern an Christoph Kolumbus (obwohl diese 2025 durch das Steelpan ersetzt wurden). Der Wahlspruch „Together We Aspire, Together We Achieve“ unterstreicht die Einheit.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der Insel Tobago ist Scarborough, der administrative, wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt der Insel. Der Ort liegt im Südwesten Tobagos an der Rockly Bay und dient als Sitz der Tobago House of Assembly (THA) sowie als wichtigster Hafen.

Scarborough ist seit 1769 die Hauptstadt Tobagos. In diesem Jahr verlegten die britischen Kolonialbehörden den Regierungssitz dorthin, da der natürliche Tiefwasserhafen besser geeignet war und die strategische Lage auf einem Hügel (mit Fort King George) eine bessere Verteidigung bot. Zuvor war Georgetown (heute Studley Park oder Delaford im Nordosten der Insel) die Hauptstadt, die 1768 als erster geplanter Regierungssitz unter britischer Herrschaft etabliert worden war, aber aufgrund logistischer Nachteile schnell aufgegeben wurde.

Der Ort Scarborough selbst existiert länger: Er wurde 1654 von den Niederländern als Lampsinsburg (oder Nieuw-Vlissingen) gegründet. Unter französischer Herrschaft (1781 bis 1814) hieß er Port-Louis. Nach der endgültigen britischen Übernahme 1814 behielt er den Namen Scarborough. Seit der Vereinigung mit Trinidad zur Kronkolonie 1889 (und der Unabhängigkeit 1962) bleibt Scarborough die lokale Hauptstadt Tobagos, während Port of Spain auf Trinidad die nationale Hauptstadt ist. Diese Regelung hat sich bis heute nicht geändert.

Verwaltungsgliederung

Tobago ist in sieben historische Parishes gegliedert - drei in der Western Region und vier in der Eastern Region. Die Parishes wurden 1763 zu Beginn der britischen Kolonialverwaltung eingerichtet. Sie haben heute keine Verwaltungsfunktion mehr, sie werden jedoch als regionale Bezugseinheiten der amtlichen Statistik verwendet. Die Regionen und Gemeinden sind nach der Volkszählung vom 15. Mai 2000 mit Bevölkerungszahl und größtem Ort:

  • Western Tobago (37345, Scarborough)
    • Saint Andrew (15830, Scarborough)
    • Saint Patrick (14011, Bon Accord)
    • Saint David (7504, Moria)
  • Eastern Tobago (16739, Roxborough)
    • Saint George (5364, Mount St. George)
    • Saint Mary (2965, Goodwood)
    • Saint Paul (5412, Roxborough)
    • Saint John (2998, Charlotteville)


Für 2011 werden folgende Daten angegeben:

Region Parish Fläche (km²) Einwohner
Western Saint Andrew 21 17.536
Western Saint Patrick 38 15.560
Western Saint David 38 8.733
Eastern Saint George 43 6.875
Eastern Saint Mary 56 3.297
Eastern Saint Paul 49 6.048
Eastern Saint John 55 2.825
Verwaltungseinheit Status Z 2000 Z 2011
St. Andrew Gemeindebezirk 15.830 17.536
Bacolet Gemeinde 305 433
Bagatelle Gemeinde 640 733
Bethel/Mt. Gomery Gemeinde 598 900
Calder Hall/Friendsfield Gemeinde 372 599
Carnbee/Patience Hill Gemeinde 343 506
Cinnamon Hall (Government House) Gemeinde 889 1.184
Darrel Spring Gemeinde 1.394 1.870
Idlewild/Whim Gemeinde 1.621 1.812
Lambeau Gemeinde 1.097 1.278
Mount Grace Gemeinde 1.544 1.934
Mount Marie Gemeinde 167 244
Patience Hill Gemeinde 627 1.106
Sargeant Cain Gemeinde 367 427
Scarborough Gemeinde 980 1.167
Sherwood Park Gemeinde 475 866
Signal Hill/Patience Hill Gemeinde 747 1.113
Spring Garden/Signal Hill Gemeinde 672 1.345
St. David Gemeindebezirk 7.504 8.733
Arnos Vale Gemeinde 262 449
Bethesda Gemeinde 927 1.216
Castara Gemeinde 533 580
Culloden Gemeinde 528 711
Golden Lane Gemeinde 407 723
Les Coteaux Gemeinde 575 665
Mary's Hill Gemeinde 340 560
Moriah Gemeinde 1.710 2.151
Plymouth Gemeinde 994 1.192
Whim Gemeinde 342 486
St. George Gemeindebezirk 5.364 6.875
Belmont Gemeinde 516 945
Concordia Gemeinde 611 944
Easterfield Gemeinde 584 877
Hope/Blenheim Gemeinde 554 711
Hope Farm/John Dial Gemeinde 350 410
Mason Hall Gemeinde 865 1.378
Mount St. George Gemeinde 1.317 1.609
St. John Gemeindebezirk 2.998 2.825
Bloody Bay Gemeinde 130 144
Campbleton/Charlotteville Gemeinde 252 188
Charlotteville Gemeinde 941 863
L'Anse Fourmi Gemeinde 208 273
Lucy Vale Gemeinde 328 408
Parlatuvier Gemeinde 278 315
Speyside Gemeinde 16 18
Top Hill Gemeinde 627 616
St. Mary Gemeindebezirk 2.965 3.297
Glamorgan Gemeinde 572 719
Goodwood Gemeinde 1.025 1.458
Pembroke Gemeinde 965 1.119
St. Patrick Gemeindebezirk 14.011 15.560
Bethel Gemeinde 173 261
Bethlehem Gemeinde 631 763
Black Rock Gemeinde 960 1.358
Bon Accord Gemeinde 1.669 2.327
Buccoo/Coral Gardens Gemeinde 677 916
Canaan Gemeinde 1.246 2.120
Carnbee/All Field Trace Gemeinde 732 1.216
Crown Point Gemeinde 345 554
Lowlands Gemeinde 858 1.237
Milford Court/Pigeon Point Gemeinde 500 881
Mt. Irvine/Black Rock Gemeinde 489 565
Mt. Pleasant Gemeinde 511 945
Old Grange/Sou Sou Lands Gemeinde 815 2.000
Orange Hill Gemeinde 241 416
St. Paul Gemeindebezirk 5.412 6.048
Argyle/Kendal Gemeinde 432 625
Belle Gardens Gemeinde 353 544
Betsy's Hope Gemeinde 397 492
Delaford Gemeinde 625 594
Delaford/Louis d'Or/Lands Settlement Gemeinde 720 907
King's Bay Gemeinde 250 300
Roxborough Gemeinde 1.606 2.089
Zion Hill Gemeinde 365 492


           Verwaltungseinheiten:

           2 regional corporations (Regionen)

                       7 parishes (Gemeindebezirke)

                                   67 wards (Gemeinden)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die Fläche von 303 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1700                10 000               33,00

           1750                11 000               36,30

           1800                13 000               42,90

           1815                15 000               49,50

           1825                15 000               49,50

           1834                14 900               49,17

           1848                13 100               43,23

           1851                13 200               43,56

           1855                14 400               47,52

           1861                15 400               50,83

           1871                18 100               59,74

           1876                20 000               66,01

           1881                20 600               67,99

           1889                18 353               60,57

           1891                20 500               67,66

           1896                18 800               62,05

           1901                20 600               67,99

           1906                25 400               83,83

           1911                25 600               84,49

           1916                26 500               87,46

           1921                27 000               89,11

           1926                28 000               92,41

           1931                28 600               94,39

           1935                28 000               92,41

           1938                23 500               77,76

           1944                33 500             110,56

           1946                27 200               89,77

           1950                29 500               97,36

           1956                31 500             103,96

           1961                35 100             115,84

           1966                36 500             120,46

           1970                38 800             128,05

           1975                39 000             128,71

           1980                39 200             129,37

           1985                42 500             140,26

           1990                48 600             160,40

           1995                50 500             166,67

           1999                53 800             177,56

           2000                54 084             178,50

           2001                54 400             179,54

           2002                55 000             181,52

           2003                55 500             183,17

           2004                55 800             184,16

           2005                57 177             188,70

           2006                57 800             190,76

           2007                58 421             192,81

           2008                59 040             194,85

           2009                59 600             196,70

           2010                60 094             198,33

           2011                60 874             200,90

           2012                61 270             202,21

           2013                61 600             201,32

           2014                62 000             204,62

           2015                62 300             205,61

           2016                62 600             206,60

           2017                63 000             207,92

           2018                63 400             209,24

           2019                63 800             210,56

           2020                64 200             211,88

           2021                64 600             213,20

           2022                65 000             214,52

           2023                65 400             215,84

           2024                66 000             217,82


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,939 % pro Jahr.

Volksgruppen

Während Trinidad eine ausgewogene Mischung aus afro- und indo-trinidadischen Gruppen aufweist, ist Tobago überwiegend afro-trinidadisch geprägt. Laut dem Zensus von 2011 machen Personen afrikanischer Abstammung (Afro-Tobagonians oder Afro-Trinidadians and Tobagonians) etwa 85 bis 88 % der Bevölkerung Tobagos aus. Diese Gruppe stammt hauptsächlich von versklavten Afrikanern ab, die während der britischen Kolonialzeit auf Plantagen arbeiteten, und bildet das kulturelle und demografische Rückgrat der Insel.

Indo-trinidadische Bewohner (Nachkommen indenturierter Arbeiter aus Indien, die ab dem 19. Jahrhundert kamen) sind auf Tobago eine kleine Minderheit und machen nur rund 2,5 % der Bevölkerung aus. Ihr Anteil wächst langsam durch Zuzug von Trinidad, bleibt aber gering im Vergleich zur nationalen Quote von etwa 35 %. Personen gemischter Herkunft (mixed, oft Dougla – afro-indisch – oder andere Kombinationen) bilden etwa 8 bis 10 %, während europäischstämmige Tobagonier (meist britische, französische oder neuere Zuwanderer aus Europa) und andere Minderheiten wie Chinesen oder Syrer-Lebanesen nur einen verschwindend kleinen Anteil haben.


Rassische Zusammensetzung 2011:

Race Anteil
Dark Skin (Afro-Trinidadian/Tobagonian) 85,2 %
Dougla (Indian and Black) 4,2 %
Multiracial 4,2 %
Indians (Indo-Trinidadian) 2,5 %
White Trinidadian/Tobagonian 0,7 %
Native American (Amerindian) 0,1 %
East Asian (Chinese) 0,08 %
Arab (Syrian/Lebanese) 0,02 %
sonstige 0,1 %
unbekannt 2,6 %

Sprachen

Die offizielle Sprache Tobagos ist Englisch, das in Verwaltung, Bildung, Justiz und Medien verwendet wird. Im Alltag dominiert jedoch das Tobagonian Creole (auch Tobago Creole oder Tobago Speech genannt), eine kreolische Sprache auf englischer Basis mit starken afrikanischen, französischen und karibischen Einflüssen. Es ist eng verwandt mit dem Trinidadian Creole und wird von fast der gesamten Bevölkerung als Muttersprache oder Umgangssprache gesprochen. Das Creole zeichnet sich durch eine eigene Grammatik, Vokabular und Aussprache aus und dient als Identitätsmerkmal der Inselbewohner.

Viele Tobagonier wechseln mühelos zwischen Standardenglisch und Creole (Code-Switching), je nach Situation. Aufgrund der ethnischen Homogenität (überwiegend afro-tobagonisch) gibt es kaum andere Muttersprachen; indo-trinidadische Minderheiten sprechen gelegentlich Hindi oder Bhojpuri zu Hause, doch diese Sprachen sind marginal. Französische Kreolismen (Patois) aus der Kolonialzeit sind in Ortsnamen und Redewendungen erhalten, aber nicht mehr als lebende Sprache präsent. Englisch und Tobago Creole prägen somit das sprachliche Leben der Insel vollständig.

Tobagonian Creole

Das Tobagonian Creole, auch Tobago Creole oder Tobago Speech genannt, ist eine englischbasierte kreolische Sprache, die von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung Tobagos als Muttersprache oder primäre Umgangssprache gesprochen wird. Es gehört zur Familie der karibischen englischen Kreolsprachen und ist eng verwandt mit dem Trinidadian Creole, unterscheidet sich jedoch durch einen langsameren, melodischeren Rhythmus, eine ausgeprägtere Intonation und eine stärkere Konservierung älterer Formen. Tobagonian Creole gilt als „tieferes“ oder konservativeres Kreol als das Trinidader Pendant, da Tobago ethnisch homogener (überwiegend afro-tobagonisch) und weniger von indo-karibischen Einflüssen geprägt ist.

Die Grammatik des Tobagonian Creole weist typische Merkmale englischbasierter Kreolsprachen auf: Das Verb wird nicht konjugiert (zum Beispiel „he go“ statt „he goes“), Zeitformen werden durch Partikel vor dem Verb ausgedrückt („mi a go“ = „I am going“, „mi bin go“ = „I went“, „mi a go go“ = „I will go“). Negation erfolgt meist mit „no“ oder „eh“ vor dem Verb („he no come“ = „he didn’t come“). Pronomen sind vereinfacht („mi“ für I/me/my, „yu“ für you, „dem“ für they/them/their). Der Plural wird oft durch „dem“ nach dem Nomen markiert („di man dem“ = „the men“).

Das Vokabular ist größtenteils englisch, aber stark bereichert durch afrikanische Substrate (unter anderem aus westafrikanischen Sprachen wie Twi oder Yoruba), französische Kreolismen aus der Kolonialzeit (zum Beispiel Patois-Wörter wie „jook“ = stechen, „toto“ = kleines Kind) und einige karibische/indigene Elemente. Beispiele typischer Wörter und Ausdrücke:

  • „wey“ oder „wehz“ = where
  • „fuh“ = for/to
  • „eh“ = isn’t it? (Fragepartikel am Satzende)
  • „limin’“ = abhängen, entspannen
  • „macocious“ = neugierig, aufdringlich
  • „sweet too bad“ = sehr lecker


Der Tonfall ist melodisch, mit starkem Auf- und Absteigen der Intonation, was dem Sprechen einen singenden Charakter verleiht. Tobagonier betonen oft die letzte Silbe und verwenden eine langsamere Sprechgeschwindigkeit als auf Trinidad, was Besucher häufig als besonders freundlich und einladend empfinden.

Tobagonian Creole ist kein Dialekt des Englischen, sondern eine eigenständige Sprache mit eigener Grammatik und Lexik. Dennoch wechseln Sprecher mühelos zwischen Creole und Standardenglisch (Code-Switching), je nach Kontext: Creole im Alltag, mit Familie und Freunden; Standardenglisch in Schule, Behörden oder formellen Situationen. Es gibt keine offizielle Standardorthografie, aber in lokaler Literatur, Liedtexten (zum Beispiel Calypso und Soca) und im Tobago Heritage Festival wird es zunehmend schriftlich festgehalten.

Religion

Die Religion auf Tobago ist überwiegend christlich, mit einer starken protestantischen Prägung, die sich von der katholischeren Trinidad unterscheidet. Laut Zensus 2011 bekennen sich etwa 85–90 % der Bevölkerung zum Christentum. Die größten Konfessionen sind anglikanisch (Church of England, 20 bis 25 %), pentekostal/evangelikal (20 bis 30 %), methodistisch, baptistisch und adventistisch.

Die Spiritual Baptist (auch Shouters genannt), eine afro-karibische synkretistische Kirche mit afrikanischen Elementen wie Trommeln und spiritueller Besessenheit, ist besonders stark auf Tobago vertreten und gilt als kulturelles Erbe. Katholiken machen nur etwa 5 bis 10 % aus, deutlich weniger als auf Trinidad. Andere Religionen sind marginal: Hindus und Muslime (meist indo-trinidadischer Herkunft) bilden jeweils unter 2 %, Rastafari und andere afro-karibische Bewegungen sind klein, aber sichtbar. Traditionelle afrikanische Glaubenspraktiken leben in der Folklore (zum Beispiel Obeah) weiter, werden aber selten offen praktiziert. Die Religion ist tief in das Alltagsleben eingewoben, mit zahlreichen Kirchen, Gospel-Musik und jährlichen Revival-Veranstaltungen, die die starke christlich-afrikanische Identität Tobagos unterstreichen.

Siedlungen

Die meisten der 50.000 Einwohner leben im dichter besiedelten Westen der Insel zwischen Crown Point und der Inselhauptstadt Scarborough, gleichzeitig Hauptstadt der Region Western Tobago. In diesem durch Straßen gut erschlossenen Siedlungsband gehen viele Ortschaften nahtlos ineinander über, wie Crown Point, Canaan, Bon Accord und Lowlands. Im bergigen Ostteil gibt es neben Roxborough, Hauptstadt der Region Eastern Tobago, nur kleine Ortschaften in den Buchten an der Küste, die über schmale Straßen erreichbar sind. Im Norden sind das beispielsweise Castara, Parlatuvier und L´Anse Fourmi, im Osten Charlotteville und Speyside.

Der bei weitem größte Ort ist Scarborough, die Hauptstadt im Südwesten an der Rockly Bay. Er ist das administrative, kommerzielle und kulturelle Zentrum Tobagos. Hier befindet sich der Sitz der Tobago House of Assembly, der wichtigste Hafen mit Fährverbindung nach Trinidad, ein belebter Markt, Banken, Geschäfte und das Fort King George mit Museum und botanischem Garten. Scarborough ist der einzige Ort mit urbanem Charakter – dicht bebaut, mit kolonialen Gebäuden und moderner Infrastruktur.

Im selben Südwesten schließt sich das agglomerierte Gebiet Canaan–Bon Accord–Crown Point an, das zusammen etwa 8.000 bis 12.000 Einwohner zählt. Dieses Tourismuszentrum liegt nahe dem A.N.R. Robinson International Airport und den beliebtesten Stränden wie Store Bay und Pigeon Point. Crown Point ist das kommerzielle Herz mit Hotels, Restaurants, Duty-Free-Shops und Wassersportangeboten, während Canaan und Bon Accord vor allem Wohngebiete mit wachsender Bevölkerung durch Zuzug sind. Das flache, korallenreiche Gebiet lebt fast ausschließlich vom Tourismus.

Roxborough an der Ostküste hat schätzungsweise 2.500 bis 3.500 Einwohner und ist das größte Dorf im Osten. Es liegt entlang der Windward Road, umgeben von Regenwald, und dient als Ausgangspunkt für den Argyle Waterfall. Roxborough ist ländlich geprägt, mit Fischerei und Landwirtschaft als Hauptaktivitäten. Buccoo (nahe Crown Point) wird oft mit dem Südwesten zusammengefasst und hat allein etwa 2.000 bis 3.000 Einwohner. Bekannt für das Buccoo Reef und das Sunday School Event, ist es ein touristisches Dorf mit vielen Gästehäusern.

Verkehr

Tobago ist international vor allem über den Arthur Napoleon Raymond Robinson International Airport (TAB) in Crown Point erreichbar, mit Direktflügen von Condor aus Frankfurt sowie Verbindungen via Caribbean Airlines von Trinidad (POS) und karibischen Hubs.​ National erfolgen Verbindungen mehrmals täglich per Inlandsflug (rund 20 Minuten) oder Fähre (3 bis 7 Stunden) nach Port of Spain auf Trinidad, ergänzt durch Busse und Maxi-Taxis auf der Insel.

Straßenverkehr

Auf Tobago herrscht Linksverkehr, da Tobago wie der gesamte Staat Trinidad und Tobago dem britischen Rechtssystem folgt. Das Straßennetz besteht überwiegend aus zweispurigen Landstraßen, die die wichtigsten Orte wie Scarborough, Roxborough, Crown Point und die ländlichen Küstenregionen miteinander verbinden. Der Claude-Noel-Highway, führt von Scarborough zum Flughafen. Die Winward Road führt an der Südküste entlang nach Roxborough und weiter nach Charlotteville. Die Northside Road führt über Moriah an die Nordküste und dort nach Castara, Parlatuvier und L´Anse Fourmi. Die Parlatuvier Road quert die Insel und verbindet Roxborough mit Parlatuvier. Seit 2007 verbindet die Hermitage Road Charlotteville mit Parlatuvier.

Autobahnen oder mehrspurige Schnellstraßen gibt es nicht. Viele Straßen sind kurvig und führen durch hügeliges Gelände, besonders im Osten und im Inneren der Insel. Der Zustand der Straßen variiert: Hauptverbindungen sind meist asfaltiert und in akzeptablem Zustand, während Nebenstraßen schmal sein und Schlaglöcher aufweisen können. Der Verkehr wird hauptsächlich von Privatfahrzeugen, Taxis und sogenannten „Maxi Taxis“ (Kleinbusse mit festen Routen) geprägt. Während der Hauptreisezeiten, insbesondere morgens und am späten Nachmittag sowie in der Tourismussaison, kann es lokal zu Staus kommen, insgesamt bleibt das Verkehrsaufkommen jedoch moderat. Landwirtschaftliche Fahrzeuge, Motorräder und gelegentlich Tiere auf der Fahrbahn sind zusätzliche Faktoren, die den Verkehrsfluss beeinflussen.

Von Scarborough fahren blau-weiß lackierte Busse (überwiegend von der chinesischen Firma Higer Bus) der Public Transport Service Corporation (PTSC). Die Hauptrouten sind: Richtung Westen nach Crown Point und Black Rock, Richtung Osten nach Charlotteville und Richtung Norden nach Moriah, Castara und L'Anse Fourmi. Die Fahrkarten sind sehr günstig (zwischen 3 und 8 TT$) und müssen vor Antritt der Fahrt gekauft werden. Die gleichen Routen werden von Sammeltaxis befahren - sie heißen hier Maxi-Taxis (blau-weiß lackierte Kleinbusse mit 8 Sitzplätzen) und Routentaxis (Pkw mit 4 Sitzplätzen). Beide Arten können auf freier Strecke angehalten werden.

Schiffsverkehr

Der Schiffsverkehr rund um Tobago spielt eine wichtige Rolle für Versorgung, Personenverkehr und Tourismus. Die Insel ist durch regelmäßige Fährverbindungen mit Trinidad verbunden, vor allem zwischen Scarborough und Port of Spain. Diese Fähren transportieren sowohl Passagiere als auch Fahrzeuge und stellen eine zentrale Verkehrsader zwischen den beiden Inseln dar. Daneben existiert lokaler Schiffsverkehr in Form von Fischerbooten, kleinen Frachtschiffen und Ausflugsbooten. Die Fischerei ist für viele Küstengemeinden von Bedeutung, weshalb in den frühen Morgen- und Abendstunden zahlreiche kleine Boote entlang der Küste unterwegs sind. Der internationale Schiffsverkehr ist vergleichsweise gering, da Tobago kein großer Container- oder Industriehafenstandort ist. Kreuzfahrtschiffe laufen den Hafen von Scarborough gelegentlich an, insbesondere während der Karibik-Kreuzfahrtsaison. Insgesamt ist der Schiffsverkehr um Tobago eher ruhig, stark wetterabhängig und stark auf regionale Verbindungen sowie den Tourismus ausgerichtet.

Flugverkehr

Der Flughafen von Tobago heißt offiziell A. N. R. Robinson International Airport und liegt im Südwesten der Insel nahe Crown Point. Er ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Tobagos und verbindet die Insel sowohl mit Trinidad als auch mit internationalen Zielen in der Karibik, Nordamerika und Europa.

Die Geschichte des Flughafens reicht bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück. In den 1940er-Jahren wurde an dieser Stelle zunächst eine militärische Landebahn errichtet, die vor allem strategischen Zwecken diente. Nach dem Krieg begann man, die Anlage schrittweise für die zivile Luftfahrt zu nutzen. Mit dem wachsenden Tourismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewann der Flughafen zunehmend an Bedeutung, da er Tobago erstmals regelmäßig für Besucher aus dem Ausland erreichbar machte.

Ursprünglich trug der Flughafen den Namen Crown Point International Airport. Im Jahr 2011 wurde er offiziell in A. N. R. Robinson International Airport umbenannt, zu Ehren von Arthur Napoleon Raymond Robinson, einem bedeutenden Politiker Tobagos, der unter anderem Premierminister von Trinidad und Tobago sowie Präsident des Landes war. Die Umbenennung unterstrich die politische und historische Bedeutung Tobagos innerhalb des Gesamtstaates. In den letzten Jahrzehnten wurde der Flughafen mehrfach modernisiert und erweitert, insbesondere um den steigenden Anforderungen des internationalen Tourismus gerecht zu werden. Heute verfügt er über ein modernes Terminal, das sowohl Inlandsflüge nach Trinidad als auch internationale Flüge abfertigt. Besonders wichtig sind die regelmäßigen Flugverbindungen nach Port of Spain, die für Pendler, Versorgung und Verwaltung eine zentrale Rolle spielen.

Airlines Ziele
British Airways London-Gatwick, Antigua
Caribbean Airlines New York-JFK, Port of Spain
Condor Frankfurt
Sunwing Airlines saisonal: Toronto-Pearson
Thomas Cook Airlines saisonal: Manchester
Virgin Atlantic London-Gatwick


A.N.R. Robinson International Airport

  • Name bis 18. Mai 2011:  Crown Point International Airport
  • Code:  TAB / TTCP
  • Lage:  11°08‘59“ N, 60°49‘56“ W
  • Seehöhe: 12 m (38 ft)
  • Entfernung: nahe Canaan, 11 km südwestlich von Scarborough
  • Inbetriebnahme:  1940
  • Betreiber:  Airports Authority of Trinidad and Tobago
  • Terminal:  1
  • Rollbahn: 1
  • Länge der Rollbahn:  2744 m (Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  6
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 30
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 
  • Flughafen-Statistik:  Jahr Flugbewegungen Passagiere                   Fracht in  t

                       2006                17 588                                                204

                       2015                                          739 622                   

                       2017                                       1 015 233                   

Wirtschaft

Die Hauptwirtschaft Tobagos basiert auf Tourismus, Fischerei und Staatsausgaben, wobei die Staatsausgaben den größten Anteil ausmachen. Die lokale Regierungsbehörde, das Tobago House of Assembly (THA), beschäftigt 62 % der Arbeitskräfte.

Der Tourismus ist noch ein junger Wirtschaftszweig. Konventioneller Strand- und Wassersporttourismus findet vor allem im Südwesten um den Flughafen und den Küstenstreifen statt. Inzwischen gewinnt der Ökotourismus immer mehr an Bedeutung, wobei sich ein Großteil davon auf die großen geschützten Waldgebiete in der Mitte und im Norden der Hauptinsel sowie auf Little Tobago, einer kleinen Insel vor der Nordostspitze der Hauptinsel, konzentriert.

Das südwestliche Touristengebiet um Crown Point, Store Bay, Buccoo Reef und Pigeon Point verfügt über große Sandflächen und wird von Ferienanlagen dominiert. Tobago hat viele idyllische Strände entlang seiner Küste, vor allem in Castara, Bloody Bay und Englishman's Bay. Tobago ist über den Arthur Napoleon Raymond Robinson International Airport (früher Crown Point Airport) und den Hafen von Scarborough mit der Welt verbunden. Inlandsflüge verbinden Tobago mit Trinidad, und internationale Flüge verbinden Tobago mit der Karibik und Europa. Täglich verkehrt eine Schnellfähre zwischen Port of Spain und Scarborough. Die Wirtschaft Tobagos ist eng mit der von Trinidad verbunden, die auf Flüssigerdgas (LNG), Petrochemie und Stahl basiert.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft auf Tobago spielt eine untergeordnete wirtschaftliche Rolle im Vergleich zum Tourismus, ist jedoch kulturell und für die Ernährungssicherheit wichtig. Die Insel verfügt über fruchtbare vulkanische Böden, besonders in den tieferen Lagen und Tälern rund um den Main Ridge, doch nur etwa 10 bis 15 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Die Produktion ist kleinbäuerlich organisiert, mit vielen Familienbetrieben, die für den Eigenbedarf und lokalen Verkauf anbauen.

Hauptprodukte sind Wurzelgemüse wie Dasheen (Taro), Eddo, Tannia und Yam, die als „provisions“ bekannt sind und das „Blue Food“-Erbe Tobagos bilden. Kokosnüsse sind allgegenwärtig – früher eine wichtige Exportkultur, heute vor allem für lokalen Verbrauch (Kokoswasser, Öl, Kopra). Weitere Kulturen umfassen Bananen, Plantains, Kassava, Süßkartoffeln, Mais und Gewürze wie Piment oder Bandanya (Chadron Bene). Obstbäume wie Mango, Avocado, Breadfruit und Citrus wachsen wild oder in Gärten. Gemüseanbau (Tomaten, Paprika, Salat) ist saisonal und oft in Gewächshäusern.

Viehzucht ist begrenzt: Es gibt kleine Herden von Ziegen, Schafen, Rindern und Schweinen, sowie Geflügel (Hühner, Enten). Die Tobago House of Assembly fördert durch Programme wie Agricultural Incentives und das Agricultural Development Programme den Sektor mit Subventionen, Schulungen und Marktzugriff. Das jährliche Blue Food Festival in Bloody Bay feiert die lokalen Produkte. Die Landwirtschaft leidet unter Hurrikanrisiken, Boden erosion in Hanglagen und Konkurrenz durch Importe, bleibt aber ein wichtiger Teil der kreolischen Identität.

Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft auf Tobago ist stark auf Schutz und Nachhaltigkeit ausgerichtet, da der Großteil des Waldes geschützt ist. Der Main Ridge Forest Reserve – mit rund 39 km² das älteste gesetzlich geschützte Regenwaldreservat der westlichen Hemisphäre (seit 1776) – umfasst den Großteil der bewaldeten Fläche und ist Kernzone für Biodiversität und Wasserschutz. Kommerzielle Holzgewinnung ist hier verboten; nur selektive Entnahmen für lokale Bedürfnisse (speziell Bauholz) sind in Ausnahmefällen erlaubt.

Außerhalb des Reserves gibt es kleinflächige Nutzung: Bäume wie Mahagoni, Teak oder Blue Mahoe werden in Agroforst-Systemen oder kleinen Plantagen angebaut. Kokosplantagen (früher wirtschaftlich dominant) sind teilweise erhalten, dienen aber mehr der Landwirtschaft. Die Tobago House of Assembly und das Department of Natural Resources and Forestry fördern Aufforstung, Erosionsschutz und nachhaltige Nutzung, zum Beispiel durch Gemeindewaldprojekte oder die Produktion von Nicht-Holz-Produkten (Honig, medizinische Pflanzen).

Die Forstwirtschaft ist somit defensiv und ökologisch orientiert: Der Wald schützt Wassereinzugsgebiete, verhindert Bodenerosion und ist zentral für den Ökotourismus. Kommerzielle Holzwirtschaft spielt praktisch keine Rolle mehr.

Fischerei

Die Fischerei ist ein traditioneller und wirtschaftlich relevanter Sektor auf Tobago, besonders für die Küstendörfer. Die Insel ist von reichen Korallenriffen (zum Beispiel Buccoo Reef, Angel Reef) und pelagischen Fischgründen umgeben, was eine vielfältige Fischerei ermöglicht.

Die Flotte besteht aus hunderten kleinen, oft familiengeführten Booten (Pirogen aus Glasfaser oder Holz), die von Häfen wie Charlotteville, Castara, Speyside oder Scarborough aus operieren. Gefangen werden vor allem pelagische Arten wie Thunfisch, Kingfish (Wahoo), Mahi-Mahi (Dorado), Marlin und Flying Fish sowie riffnahe Fische wie Snapper, Grouper und Lobster (in der Saison). Conch (Lambie) und Krabben sind ebenfalls wichtig. Methoden reichen von Handlinien und Trolling bis zu Netzen und Tauchen (für Lobster).

Die Fischerei ist größtenteils artisanal und versorgt den lokalen Markt sowie Restaurants und Hotels. Exporte sind minimal. Die Tobago House of Assembly unterstützt den Sektor durch Fischereihäfen, Kühlhäuser und Schulungen. Herausforderungen sind Überfischung einiger Riffe, Klimawandel (Korallenbleiche) und Hurrikan-Schäden an Booten. Besonders beliebt ist die Fischerei in touristischen Aktivitäten: Angel-Touren und Speerfischen ziehen Besucher an. Dörfer wie Charlotteville gelten als Fischereizentren mit frischem Fang direkt am Strand. Die Fischerei bleibt ein zentraler Bestandteil der tobagonischen Kultur und Ernährung.

Bergbau

Die Insel verfügt über keine nennenswerten mineralischen Ressourcen wie Öl, Gas, Gold oder Bauxit, die auf Trinidad (zum Beispiel Pitch Lake mit Asphalt) oder in anderen karibischen Ländern abgebaut werden. Die geologische Zusammensetzung – vorwiegend vulkanische und metamorphe Gesteine aus dem mesozooichen Inselbogen – enthält keine abbauwürdigen Erzlagerstätten oder Edelmetalle.

In der Kolonialzeit gab es vereinzelte kleine Versuche, zum Beispiel nach Kalkstein oder Ton für den lokalen Baubedarf, doch diese waren marginal und sind heute eingestellt. Sand- und Kiesentnahme für Bauzwecke erfolgt in geringem Umfang an Flussmündungen oder Stränden, unterliegt jedoch strengen Umweltregulierungen der Tobago House of Assembly, um Erosion und Schäden an Korallenriffen zu vermeiden.

Der einzige „Bergbau“-ähnliche Sektor ist die Gewinnung von Korallen- und Muschelkalk für traditionelle Bauzwecke, die jedoch stark eingeschränkt ist. Tobago profitiert indirekt von der nationalen Öl- und Gasindustrie Trinidads durch Budgetzuweisungen, hat aber selbst keine Förderung. Bergbau bleibt somit inexistent und steht im Kontrast zur ressourcenbasierten Wirtschaft Trinidads.

Handwerk

Das Handwerk Tobagos ist lebendig, traditionell und stark mit der kreolischen Kultur sowie dem Tourismus verknüpft. Es wird größtenteils von kleinen Familienbetrieben und Einzelkünstlern betrieben und dient sowohl dem lokalen Bedarf als auch dem Verkauf an Besucher.

Zu den tobagonischen Handwerkstraditionen gehören Korbflechten aus Palmblättern oder Vetiver-Gras (zum Beispiel Taschen, Hüte, Matten), Holzschnitzereien (Figuren, Masken, Schalen aus lokalen Hölzern wie Mahagoni oder Teak) und Perlen- und Schmuckarbeiten mit Muscheln, Samen oder Glas. Batik-Stoffe mit karibischen Motiven sowie handbemalte Textilien sind beliebt. Traditionelle Masken und Kostüme für das Tobago Heritage Festival (zum Beispiel Devil Mas oder Ole Mas) werden handgefertigt und kombinieren Holz, Stoff und Federn.

Weitere Bereiche sind Töpferei (einfache Keramik aus lokalem Ton), Seifen- und Kosmetikherstellung aus Kokosöl oder Aloe sowie Kulinarisches Handwerk wie die Produktion von hausgemachtem Pepper Sauce, Chutneys oder Toolum (Melasse-Kugeln). Viele Handwerker verkaufen auf Märkten in Scarborough, Store Bay oder beim Heritage Festival und in kleinen Läden in touristischen Gebieten wie Crown Point.

Das Handwerk ist community-orientiert und wird durch Programme der Tobago House of Assembly gefördert, zum Beispiel mit Workshops und Marktzugang. Es bewahrt afrikanische und kreolische Techniken und trägt zur kulturellen Identität sowie zum Souvenir-Tourismus bei.

Industrie

Die Industrie auf Tobago ist extrem begrenzt und konzentriert sich auf kleine, lokal ausgerichtete Betriebe – es gibt keine schwere oder großskalige Industrie. Die Wirtschaft der Insel wird vom Tourismus (über 60 % des BIP-Beitrags) dominiert, während industrielle Aktivitäten marginal bleiben.

Vorhandene Industrie umfasst vor allem Lebensmittelverarbeitung: Kleine Betriebe produzieren Kokosöl, Pepper Sauce, Chutneys, Rum-Punch oder getrocknete Früchte. Es gibt eine kleine Brauerei oder Destillerien für lokalen Rum. Fischverarbeitung (Räuchern, Salzen) erfolgt in Küstendörfern.

Weitere Bereiche sind Bau- und Baumaterialien (kleine Betonwerke, Ziegeleien für Ziegel) und Textil- oder Souvenirproduktion (Druckereien für T-Shirts, kleine Nähereien). Der Energiebedarf wird vollständig aus Trinidad gedeckt; es gibt keine eigene Stromerzeugung jenseits kleiner Solaranlagen.

Großindustrie fehlt komplett – keine Raffinerien, Fabriken oder Montagebetriebe wie auf Trinidad (zum Beispiel Point Lisas Industrial Estate). Die Tobago House of Assembly fördert stattdessen nachhaltige Kleinindustrie und Ökotourismus. Herausforderungen sind hohe Importabhängigkeit, begrenzte Infrastruktur und der Fokus auf Umweltschutz.

Wasserwitschaft

Die Wasserversorgung basiert hauptsächlich auf Grundwasser, Oberflächenwasser aus kleinen Bächen und Regenwassersammlung, ergänzt durch Entsalzung. Die Tobago House of Assembly (THA) ist über die Division of Infrastructure für die Wasserwirtschaft zuständig, während die nationale Water and Sewerage Authority (WASA) die operative Umsetzung übernimmt.

Das Oberflächenwasser stammt vor allem aus dem Main Ridge Forest Reserve, dessen Regenwald als wichtigstes Wassereinzugsgebiet gilt – daher der frühe Schutz seit 1776. Kleine Staudämme und Aufbereitungsanlagen (zum Beispiel in Hillsborough bei Roxborough oder Goldsborough) fangen und behandeln dieses Wasser. Grundwasser wird aus Brunnen in küstennahen Gebieten gepumpt, ist jedoch durch Salzwasserintrusion gefährdet.

Seit den 2010er Jahren betreibt Tobago eine Entsalzungsanlage in Cove (nahe Scarborough), die Meerwasser durch Umkehrosmose aufbereitet und einen wesentlichen Teil des Bedarfs deckt, besonders in der Trockenzeit. Regenwassersammlung ist in vielen Haushalten und Hotels üblich, mit Zisternen unter den Dächern.

Trotz dieser Maßnahmen gibt es regelmäßig Wasserknappheit: In der Trockenzeit (Januar–Mai) kommt es zu Rationierungen und Truck-Born-Water-Lieferungen in höher gelegene Dörfer. Die THA investiert in Pipeline-Erweiterungen, Lecksanierung und neue Speicher. Die Wasserqualität ist generell gut, aber infrastrukturelle Engpässe und Klimawandel (unregelmäßige Niederschläge) verschärfen die Situation. Abwasserbehandlung erfolgt über kleine Kläranlagen; viele ländliche Gebiete nutzen Septiktanks.

Energiewirtschaft

Die Energiewirtschaft Tobagos ist vollständig abhängig von Trinidad und weist keine eigene nennenswerte Primärenergieproduktion auf. Die Insel hat keine Öl- oder Gasvorkommen und profitiert nur indirekt von den Einnahmen der trinidadischen Energiewirtschaft durch nationale Budgetzuweisungen.

Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über das nationale Netz der Trinidad and Tobago Electricity Commission (T&TEC). Ein Unterseekabel verbindet Tobago mit Trinidad, wo der Strom überwiegend aus Erdgas-Kraftwerken erzeugt wird. Auf Tobago selbst gibt es keine großen Kraftwerke; lediglich kleine Diesel-Generatoren dienen als Backup bei Kabelausfällen.

Erneuerbare Energien sind noch unterentwickelt: Es gibt vereinzelte Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und Hotels sowie kleine Windprojekte in Planung. Die THA fördert seit den 2010er Jahren Photovoltaik durch Net-Metering-Programme und Subventionen für private Solaranlagen, doch der Anteil erneuerbarer Energien liegt unter 5 %. Ein geplantes größeres Solarprojekt (zum Beispiel in der Nähe von Scarborough) ist in Diskussion. Brennstoffe wie Benzin, Diesel und Flüssiggas (LPG für Kochen) werden aus Trinidad importiert und über Tankstellen sowie Gaslieferungen verteilt. Die Energiepreise sind national reguliert und subventioniert.

Abfallwirtschaft

Die Verantwortung für die Abfallwirtschaft liegt überwiegend bei staatlichen Stellen und lokalen Behörden in Zusammenarbeit mit der Tobago House of Assembly. Die Müllsammlung erfolgt regelmäßig in Wohngebieten, Gewerbezonen und touristischen Einrichtungen. Haushaltsabfälle werden meist über kommunale Sammelsysteme erfasst und mit Müllfahrzeugen abtransportiert. In touristischen Regionen wird besonders auf Sauberkeit geachtet, da saubere Strände und Ortschaften eine zentrale Voraussetzung für den Fremdenverkehr sind. Neben Haushaltsmüll fallen auch gewerbliche Abfälle aus Hotels, Restaurants und Geschäften an.

Die Entsorgung der Abfälle erfolgt hauptsächlich über zentrale Deponien. Aufgrund begrenzter Kapazitäten stellt die Endlagerung jedoch eine große Herausforderung dar. Recycling ist bislang nur in eingeschränktem Umfang etabliert und konzentriert sich vor allem auf Materialien wie Metall, Glas und teilweise Kunststoffe. Initiativen zur Mülltrennung und Wiederverwertung existieren, sind jedoch noch nicht flächendeckend im Alltag verankert.

Ein zunehmendes Problem ist der Umgang mit Plastikmüll und illegalen Ablagerungen, insbesondere in ländlichen Gebieten und entlang von Straßen oder Flussläufen. Bildungsprogramme, Aufklärungskampagnen und strengere Kontrollen sollen das Umweltbewusstsein der Bevölkerung stärken. Gleichzeitig gewinnen Projekte zur nachhaltigen Abfallwirtschaft an Bedeutung, etwa durch die Förderung von Wiederverwendung, Kompostierung organischer Abfälle und die Reduzierung von Einwegprodukten.

Handel

Der Handel auf Tobago ist überwiegend kleinstrukturiert und stark auf die Versorgung der lokalen Bevölkerung sowie auf den Tourismus ausgerichtet. Große Einkaufszentren oder internationale Handelsketten sind nur in begrenztem Umfang vorhanden. Stattdessen prägen kleine Geschäfte, Märkte und familiengeführte Betriebe das wirtschaftliche Bild der Insel.

In den größeren Orten wie Scarborough, dem wirtschaftlichen Zentrum Tobagos, sowie in Crown Point konzentrieren sich die meisten Geschäfte. Dort finden sich Supermärkte, Bekleidungsläden, Apotheken, Elektronikgeschäfte und Banken. Viele Waren, insbesondere Lebensmittel, Konsumgüter und technische Produkte, werden aus Trinidad oder aus dem Ausland importiert, da die lokale Produktion begrenzt ist. Dies führt dazu, dass einige Produkte teurer sind als auf der Hauptinsel.

Eine wichtige Rolle spielen Wochenmärkte und Straßenstände, auf denen frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fisch und Gewürze angeboten werden. Besonders der Markt in Scarborough ist ein zentraler Handelsplatz, an dem lokale Produzenten und Händler zusammenkommen. Diese Märkte sind nicht nur wirtschaftlich bedeutend, sondern auch soziale Treffpunkte für die Bevölkerung.

Der Tourismus beeinflusst den Einzelhandel stark. In touristischen Gegenden gibt es zahlreiche Souvenirgeschäfte, Kunsthandwerksstände und kleine Boutiquen, die regionale Produkte wie Holzschnitzereien, Schmuck, Gewürze oder Textilien verkaufen. Viele Geschäfte passen ihr Angebot und ihre Öffnungszeiten an die Bedürfnisse von Besucherinnen und Besuchern an.

Finanzwesen

Das Finanzwesen auf Tobago ist eng mit dem nationalen Finanzsystem von Trinidad und Tobago verbunden und besitzt keine vollständig eigenständige Struktur. Die Insel verfügt über keine eigene Zentralbank; die geldpolitische Steuerung erfolgt durch die Central Bank of Trinidad and Tobago, die ihren Sitz auf Trinidad hat. Diese Institution ist für Währung, Bankenaufsicht und Finanzstabilität im gesamten Staat zuständig.

Auf Tobago sind mehrere Geschäftsbanken vertreten, meist in Form von Filialen großer nationaler oder regionaler Banken. Dazu gehören vor allem Institute wie Republic Bank, First Citizens Bank und RBC Royal Bank, die in Orten wie Scarborough und Crown Point Niederlassungen betreiben. Diese Banken bieten die üblichen Dienstleistungen an, darunter Giro- und Sparkonten, Kreditvergabe, Überweisungen, Devisentausch sowie Geldautomatenservices. Für die Bevölkerung Tobagos stellen sie die wichtigste Anlaufstelle für den bargeldlosen Zahlungsverkehr dar.

Neben den Geschäftsbanken spielen Kreditgenossenschaften (Credit Unions) eine bedeutende Rolle. Sie sind vor allem lokal verankert und richten sich an Privatpersonen, kleine Unternehmen und Selbstständige. Kreditgenossenschaften fördern Sparen und Kreditvergabe auf Gemeinschaftsbasis und sind besonders für kleinere Einkommen und lokale Betriebe wichtig. Ergänzt wird das Finanzwesen durch Versicherungen, Geldtransferdienste und staatliche Finanzinstitutionen, die Entwicklungs- und Wohnbauprogramme unterstützen.

Soziales und Gesundheit

Das Sozial- und Gesundheitswesen auf Tobago ist vollständig in das nationale System der Republik Trinidad und Tobago integriert, wird jedoch durch die Tobago House of Assembly (THA) lokal verwaltet und gesteuert. Die THA ist für die Bereiche Gesundheit, Soziales, Bildung und Community-Entwicklung zuständig und erhält hierfür Budgetzuweisungen aus dem Zentralhaushalt in Port of Spain.

Das soziale System umfasst Programme wie Public Assistance Grants, Senior Citizens' Pension, Disability Assistance und Food Support Programmes (ähnlich Food Cards), die vom Ministry of Social Development koordiniert, aber über THA-Büros ausgezahlt werden. Es gibt mehrere Community-Centren und NGOs, die sich um Jugend, Alleinerziehende, Senioren und häusliche Gewalt kümmern. Die Division of Health, Wellness and Social Services der THA betreibt Präventionsprogramme zu HIV/AIDS, Drogenmissbrauch und mentaler Gesundheit. Mentale Gesundheit bleibt jedoch unterversorgt – es gibt nur wenige Psychiater, und Stigmatisierung ist weit verbreitet.

Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen steht das Scarborough General Hospital, heute Scarborough Regional Hospital, im Zentrum – ein modernes Akutkrankenhaus mit etwa 100 Betten, Notaufnahme, Chirurgie, Innerer Medizin, Geburtshilfe und Pädiatrie. Es wurde in den 2010er Jahren umfassend renoviert und erweitert. Ergänzt wird es durch sechs Health Centres in Roxborough, Charlotteville, Canaan, Mason Hall, Moriah und Plymouth, die primäre Versorgung, Impfungen, Mutter-Kind-Gesundheit und chronische Krankheitskontrolle anbieten. Private Praxen und kleine Kliniken (zum Beispiel in Crown Point) decken vor allem Touristen und wohlhabendere Einwohner ab. Spezialisierte Behandlungen (unter anderem Onkologie und Neurochirurgie) erfordern meist eine Verlegung nach Trinidad. Die medizinische Versorgung ist kostenlos oder stark subventioniert für Bürger; die Qualität gilt als solide für karibische Verhältnisse, leidet jedoch gelegentlich unter Personalmangel und Lieferengpässen.

Krankheiten

Häufige Krankheiten auf Tobago spiegeln das typische Spektrum tropischer und Lebensstil-bedingter Erkrankungen wider:

  • Nicht-übertragbare Krankheiten (NCDs) dominieren: Hypertonie, Diabetes mellitus (Prävalenz über 15 %), Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle sind die häufigsten Todesursachen.
  • Übergewicht und Adipositas betreffen einen großen Teil der Bevölkerung und verstärken NCDs.
  • Infektionskrankheiten: Dengue-Fieber (durch Aedes-Mücken übertragen) tritt saisonal auf, besonders in der Regenzeit. Chikungunya und Zika kamen in den 2010er Jahren vor. Leptospirose ist nach Starkregenfällen möglich. HIV/AIDS ist kontrolliert, aber präsent.
  • Tropische Erkrankungen wie Ciguatera (Vergiftung durch Riff-Fische) oder Histoplasmose (aus Fledermaus-Guano) sind selten, aber bekannt.

Bildung

Das Bildungswesen auf Tobago wird von der Tobago House of Assembly (THA) durch die Division of Education, Research and Technology verwaltet und ist kostenlos sowie obligatorisch von 5 bis 16 Jahren. Es umfasst etwa 40 Primary Schools (Grundschulen), 10 Secondary Schools (weiterführende Schulen, darunter fünf staatliche und fünf konfessionelle) sowie mehrere Early Childhood Care and Education Centres (Vorschulen). Die Schulen sind über die Insel verteilt, mit größeren Einrichtungen in Scarborough, Canaan und Roxborough. Das System folgt dem nationalen Curriculum von Trinidad und Tobago, das auf britischen Vorbildern basiert und Abschlüsse wie den Caribbean Secondary Education Certificate (CSEC) und Caribbean Advanced Proficiency Examination (CAPE) umfasst. Die Leistungen liegen im nationalen Durchschnitt, mit Stärken in kreativen Fächern und Sport, aber Herausforderungen durch begrenzte Ressourcen in ländlichen Gebieten.


Schulen auf Tobago:

  • Belle Garden A C Windward Main Road, Belle Garden
  • Bethesda Government School Arnos Vale Road, Plymouth
  • Bishop's High School Mount Marie Road, Scarborough
  • Black Rock Government , Black Rock
  • Bon Accord Government , Bon Accord
  • Calder Hall Anglican
  • Delaford Anglican
  • Delaford Roman Catholic
  • Doroth Moses Nusery School Brown's Lane
  • Ebenezer Methodist Betsy's Hope
  • Goodwood Methodist
  • Harmony School of Seventh Day Adventist
  • L'Anse Fourmi
  • Mason Hall Govenment , Mason Hall
  • Moriah Government School , Moriah
  • Mount Gomety Government , Mount Gomery
  • Mount St. George Methodist School 2 Village Street
  • New Tours Pigeon Point
  • Patience Hill Government
  • Roxborough Secondary , Roxborough
  • Scarborough Junior Secondary Shaw Park, Scarborough
  • Scarborough Methodist , Scarborough
  • Scarborough Montessori Centre Glen Road, Scarborough
  • Signal Hill Government Elementary , Signal Hill
  • Signal Hill Senior Comprehensive
  • Smithfield Kindergarden School Smithfield, Scarborough
  • Speyside Anglican, Speyside
  • St. Nicholas Private
  • St. Patrick's Anglican , Mount Pleasant
  • Trinidad & Tobago Surf Experience 38 Carlton Avenue, St. James´

Höhere Bildung

Höhere Bildung ist auf Tobago begrenzt, da es keine eigene Universität gibt. Die meisten Studierenden pendeln oder ziehen nach Trinidad. Dennoch gibt es mehrere tertiäre Einrichtungen:

  • Das Tobago Hospitality and Tourism Institute (THTI) in Mt. Irvine bietet Diplome und Associate Degrees in Tourismus, Hotellerie und Culinary Arts.
  • Die University of Trinidad and Tobago (UTT) betreibt einen kleinen Campus in Scarborough mit Programmen in Business, Education und Information Technology.
  • Das COSTAATT Tobago Campus (College of Science, Technology and Applied Arts of Trinidad and Tobago) bietet Associate Degrees und Zertifikate in Bereichen wie Nursing, Business und Social Work.
  • Berufliche Weiterbildung erfolgt über das Tobago Technology Centre oder Programme der THA in Kooperation mit nationalen Institutionen.


Für Bachelor- und Master-Studiengänge reisen die meisten Tobagonier an die University of the West Indies (UWI) in St. Augustine (Trinidad) oder ins Ausland. Stipendien und Förderungen der THA erleichtern den Zugang.

Bibliotheken und Archive

Die Bibliothekslandschaft Tobagos wird vom National Library and Information System Authority (NALIS) koordiniert, mit mehreren öffentlichen Bibliotheken auf der Insel. Die größte ist die Scarborough Public Library im Zentrum der Hauptstadt, die Bücher, Zeitschriften, Internetzugang und Veranstaltungen anbietet. Weitere Zweigstellen befinden sich in Roxborough, Charlotteville, Canaan und anderen Dörfern. Diese Bibliotheken dienen als Community-Hubs mit Leseförderung, Computerkursen und Kinderprogrammen. Schulbibliotheken ergänzen das Angebot.

Archive sind ebenfalls zentralisiert: Das Heritage Library von NALIS in Scarborough bewahrt historische Dokumente, Fotos und Zeitungen zur tobagonischen Geschichte. Das Tobago Museum im Fort King George beherbergt kleinere Archivsammlungen zu indigener, kolonialer und Plantagenzeit. Wichtige nationale Archive (zum Beispiel zu Sklaverei und Emanzipation) liegen jedoch in Port of Spain. Digitale Initiativen von NALIS machen Teile der Sammlungen online zugänglich.

Kultur

Tobago zeichnet sich durch eine afrokaribische Kultur aus, die sich in Festivals wie dem Tobago Heritage Festival (Juli/August) mit traditionellen Tänzen, Geschichtenerzählungen und Kostümen aus der Emanzipationszeit manifestiert.​ Zusätzlich prägen das Oster-Ziegenrennen in Buccoo, sonntägliche Kirchenbesuche und kulinarische Spezialitäten wie Crab & Dumpling oder Callaloo den Alltag, ergänzt um Einflüsse aus Kolonialgeschichte und christlicher Tradition.

Museen

Das bekannteste und größte Museum ist das Tobago Museum in Scarborough. Es befindet sich im ehemaligen Offiziershaus des Fort King George, einer britischen Festungsanlage aus dem 18. Jahrhundert mit beeindruckender Aussicht über die Stadt und die Bucht. Das Museum zeigt Exponate zur präkolumbischen Geschichte (Artefakte der indigenen Kalinago und früherer Kulturen), zur Kolonialzeit (inklusive Plantagenwirtschaft und Sklaverei), militärische Relikte sowie Alltagsgegenstände aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Highlights sind alte Karten, Möbel, Keramik und Dokumente zur wechselvollen Herrschaft (Niederländer, Kurlander, Franzosen, Briten). Das Museum wird von der Tobago Historical Trust betreut und ist ein zentraler Ort für das Verständnis der Inselgeschichte.

Ein weiteres wichtiges Museum ist das Kimme Museum (auch Luise Kimme Sculpture Museum) in Mount Irvine, das der deutschen Bildhauerin Luise Kimme gewidmet ist, die ab den 1970er Jahren auf Tobago lebte und arbeitete. Ihr ehemaliges Haus und Atelier – ein markantes, burgähnliches Gebäude – beherbergt eine Sammlung ihrer großen, farbenfrohen Skulpturen aus Holz, die vor allem tobagonische Figuren, Tänzer, Musiker und mythische Gestalten darstellen. Die Werke verbinden europäische Bildhauerkunst mit karibischer Lebensfreude und sind ein Highlight für Kunstinteressierte.

Das Fort King George selbst fungiert teilweise als Freilichtmuseum mit erhaltenen Kanonen, Gefängniszellen, Pulvermagazin und dem alten Krankenhaus, das heute das Tobago Museum beherbergt. Der Komplex bietet einen Einblick in die militärische Vergangenheit Tobagos.

Kleinere Sammlungen und Ausstellungen finden sich in Community-Centren oder bei Festivals, zum Beispiel im Rahmen des Tobago Heritage Festival, wo temporäre Exponate zur traditionellen Kultur gezeigt werden. Es gibt keine großen naturhistorischen oder wissenschaftlichen Museen, aber die Main Ridge Forest Reserve und Little Tobago dienen als lebende „Museen“ der Biodiversität mit Informationszentren.

Architektur

Die Architektur Tobagos ist geprägt von einer Mischung aus kolonialen Einflüssen, kreolischer Anpassung an das tropische Klima und moderner Tourismusentwicklung. Im Gegensatz zu den prunkvolleren kolonialen Bauten auf Trinidad sind die Gebäude auf Tobago meist schlichter, funktionaler und stark von der britischen, französischen und niederländischen Kolonialzeit beeinflusst.

Die ältesten erhaltenen Bauwerke stammen aus der britischen Periode des 18. und 19. Jahrhunderts. Das prominenteste Beispiel ist Fort King George in Scarborough (erbaut ab 1777–1780), eine klassische britische Festungsanlage mit Steinmauern, Kanonenplattformen, Pulvermagazin und Offiziershäusern. Der Komplex auf einem Hügel über der Stadt bietet typische Merkmale militärischer Kolonialarchitektur: dicke Steinwände, strategische Lage und einfache, zweckmäßige Gebäude mit Holzveranden.

Viele traditionelle Wohnhäuser Tobagos folgen dem kreolischen Stil: Erhöhte Holzhäuser auf Stein- oder Betonpfeilern (um Überschwemmungen und Termiten zu vermeiden), mit steilen Satteldächern aus Wellblech (früher Schindeln), weiten Veranden und hölzernen Jalousien („gingerbread“-Verzierungen sind seltener als auf Trinidad). Diese Häuser, oft in Dörfern wie Charlotteville, Castara oder Moriah zu finden, sind bunt gestrichen und an die Hitze und Feuchtigkeit angepasst – mit guter Durchlüftung und Schatten spendenden Überständen.

Kirchenarchitektur spiegelt die stark protestantische Prägung wider: Die St. Andrew’s Anglican Church in Scarborough (19. Jahrhundert) oder methodistische und baptistische Kirchen in den Dörfern sind schlichte Steingebäude mit gotischen oder georgianischen Elementen, oft mit separatem Glockenturm.

Moderne Architektur konzentriert sich auf den Tourismus: Resorts und Hotels im Südwesten (Crown Point, Mt. Irvine) zeigen karibisch-moderne Designs mit offenen Pavillons, Naturmaterialien (Holz, Stein) und Integration in die Landschaft. Öffentliche Gebäude wie das Scarborough General Hospital oder das Verwaltungsgebäude der Tobago House of Assembly sind funktional und zeitgenössisch, ohne besondere architektonische Highlights.

Insgesamt ist die Architektur Tobagos unaufdringlich, praktisch und stark von der Natur und Geschichte geprägt – mit wenigen prunkvollen Bauten, dafür vielen authentischen kreolischen Häusern und kolonialen Relikten.

Bildende Kunst

Die bildende Kunst Tobagos ist geprägt von einer lebendigen, aber kleinen Szene, die stark mit der karibischen Identität, der Natur und der afro-kreolischen Kultur verbunden ist. Im Vergleich zu Trinidad gibt es weniger professionelle Galerien, dafür aber eine starke Community-basierte und touristisch orientierte Kunstproduktion.

Die bekannteste Künstlerin Tobagos war die deutsche Bildhauerin Luise Kimme (1939 bis 2013), die ab 1979 auf der Insel lebte. Ihre großen, farbenfrohen Holzskulpturen – oft tobagonische Figuren, Tänzer, Musiker und mythische Gestalten darstellend – sind im Kimme Museum in Mount Irvine ausgestellt. Kimmes Werke verbinden europäische Bildhauerkunst mit karibischer Vitalität und gelten als das bedeutendste künstlerische Erbe der Insel.

Malerei und Grafik werden von lokalen Künstlern wie Martin Superville, Shastri Maharaj oder Kenwyn Crichlow (mit tobagonischen Verbindungen) gepflegt. Motive sind häufig Strände, Regenwald, Fischerboote, Festivals und Alltagsszenen – oft in leuchtenden Farben und naiver oder realistischer Stilrichtung. Viele Künstler verkaufen ihre Werke direkt an Touristen in kleinen Galerien in Scarborough, Crown Point oder Speyside.

Handwerkskunst spielt eine große Rolle: Korbflechten aus Palmblättern, Holzschitzereien, Perlenarbeiten und Batik-Stoffe sind weit verbreitet und werden auf Märkten und beim Tobago Heritage Festival angeboten. Traditionelle Masken und Kostüme für Ole Mas oder Devil Mas sind ebenfalls künstlerische Ausdrucksformen.

Es gibt keine großen staatlichen Galerien, aber temporäre Ausstellungen finden im Tobago Museum, in Community-Centren oder während des Heritage Festivals statt. Die Kunstszene ist eng mit Musik, Tanz und Tourismus verknüpft und dient oft der Darstellung tobagonischer Lebensfreude und Identität.

Literatur

Die Literatur Tobagos wird üblicherweise unter dem Begriff „Trinidad and Tobago Literature“ subsummiert. Eine eigenständige „tobagonische Literatur“ existiert nur in begrenztem Umfang, da die meisten Schriftsteller entweder auf Trinidad geboren sind oder dort publizieren. Dennoch gibt es eine Reihe von Autoren mit starken tobagonischen Wurzeln oder Themenbezug.

Bekannte Schriftsteller mit Tobago-Bezug sind Earl Lovelace (geboren in Toco, Trinidad, aber mit Familie in Tobago), dessen Romane wie The Dragon Can't Dance oder The Wine of Astonishment kreolische Dorf- und Inselkultur thematisieren. Monique Roffey (trinidadisch-britisch) hat in The White Woman on the Green Bicycle und Archipelago tobagonische Landschaften und Identitätsfragen verarbeitet. Lawrence Scott (mit tobagonischen Vorfahren) behandelt in Werken wie Witchbroom und Light Falling on Bamboo die koloniale Geschichte und Plantagenvergangenheit beider Inseln.

Lokale tobagonische Stimmen sind seltener, aber präsent in Poesie und Kurzgeschichten: Autoren wie Eintou Pearl Springer (mit Tobago-Verbindung) oder Jeanette Layne-Clarke schreiben über kreolische Identität und Folklore. Viele Werke erscheinen in Anthologien wie Trinidad and Tobago Writing oder beim jährlichen Bocas Lit Fest (Trinidad), wo tobagonische Themen vertreten sind. Orale Traditionen – Geschichten von Gang Gang Sara, Soucouyants oder Jumbies – bilden die Grundlage vieler literarischer Motive und werden im Tobago Heritage Festival als Spoken Word oder Erzählungen gepflegt.

Es gibt keine großen Verlage auf Tobago; Publikationen erfolgen meist über trinidadische oder internationale Häuser. Die Literatur Tobagos ist somit eher ein Teil der karibischen kreolischen Literatur, mit Fokus auf Identität, Geschichte und Natur.

Theater

Das Theaterleben auf Tobago ist community-orientiert und stark mit Festivals und Traditionen verbunden. Es gibt keine professionellen Theaterhäuser oder ständigen Ensembles wie das Little Carib Theatre auf Trinidad. Stattdessen dominieren Amateur- und Dorfgruppen, die bei kulturellen Veranstaltungen auftreten.

Das wichtigste Ereignis ist das Tobago Heritage Festival (Juli/August), bei dem in verschiedenen Dörfern traditionelle Theaterformen gezeigt werden: Speech Bands (Erzähl- und Gesangsgruppen, die historische oder satirische Szenen darstellen), Old Time Wedding (nachgestellte kreolische Hochzeiten mit Tanz und Dialog), Ole Mas (satirische Kostümparaden) und Devil Mas (Teufelsdarstellungen). Diese Performances sind interaktiv und verbinden Theater mit Musik und Tanz.

Es existieren kleinere Theatergruppen wie die Tobago Performing Arts Company oder Schul- und Kirchenensembles, die Stücke zu lokalen Themen, biblischen Geschichten oder karibischen Klassikern aufführen. Gelegentlich gastieren trinidadische Gruppen wie The Trinidad Theatre Workshop auf Tobago.

Moderne Theaterformen sind rar; Aufführungen finden meist in Community-Centren, Schulen oder im Freien statt. Das Theater Tobagos bleibt somit traditionell, volkstümlich und eng mit der oralen Kultur und dem Festivalleben verknüpft.

Film

Die Filmproduktion auf Tobago ist minimal; es gibt keine nennenswerte lokale Filmindustrie oder Kinos mit regelmäßigem Programm. Die Insel dient jedoch häufig als Drehort für internationale und karibische Produktionen wegen ihrer Strände, Regenwälder und kolonialen Kulisse.

Es gibt etliche bekannte Filme und Serien, die auf Tobago gedreht wurden. Die Disney-Serie „The Swiss Family Robinson“ (1974/75) nutzte Charlotteville und die Nordküste als Hauptlocation. Teile von „The Mystic Masseur“ (2001, nach V.S. Naipaul) und anderen karibischen Produktionen wurden auf Tobago gefilmt. Musikvideos, Werbespots und Dokumentationen (unter anderem über Korallenriffe oder den Main Ridge) werden regelmäßig auf Tobago gedreht.

Lokale Filmproduktion beschränkt sich auf Kurzfilme, Dokumentationen und Community-Projekte, oft von der Tobago House of Assembly oder NGOs gefördert. Es gibt keine Filmfestivals oder Kinos mit aktuellem Programm; Vorführungen erfolgen gelegentlich in Community-Centren oder beim Heritage Festival.

Musik und Tanz

Die Musik- und Tanzkultur Tobagos ist eng mit der trinidadischen Karibikmusik verbunden, unterscheidet sich jedoch durch einen ruhigeren, melodischeren und traditionelleren Charakter – oft als „süßer“ und weniger kommerziell beschrieben als die energiegeladene Szene auf Trinidad. Das Herzstück der tobagonischen Musik ist der Calypso und sein rhythmischer Verwandter Kaiso, der aus afrikanischen Erzähltraditionen und französischen Einflüssen entstanden ist. Tobagonische Calypsonians singen häufig in Tobago Creole und behandeln Themen wie Alltagsleben, Liebe, soziale Kritik und Inselstolz. Berühmte Künstler aus Tobago sind Lord Blakie (einer der großen alten Calypso-Meister), Bommer oder Black Stalin (der zwar auf Trinidad geboren wurde, aber starke tobagonische Wurzeln hatte). Im Gegensatz zum oft politisch scharfen Trinidad-Calypso ist der tobagonische Stil lyrischer und humorvoller.

Aus Calypso entwickelte sich der Soca, der heute die dominierende Partymusik ist. Tobago hat eigene Soca-Stars wie Machel Montano (mit tobagonischen Verbindungen), SuperBlue oder jüngere Künstler wie Nailah Blackman, die traditionelle Elemente einfließen lassen. Der Tobago Soca ist oft langsamer und melodischer, mit Einflüssen aus Parang (weihnachtliche spanisch-venezolanische Musik) und Rapso (eine Mischung aus Rap und Calypso).

Eine einzigartige tobagonische Tradition ist der Tamboo Bamboo – das Schlagen von Bambusstäben unterschiedlicher Länge, um Rhythmen zu erzeugen. Diese percussionbasierte Musik entstand in der Sklaverei-Zeit, als Trommeln verboten waren, und gilt als Vorläufer des Steelpan. Obwohl Steelpan (die nationale Stahltonnen-Musik) auf Trinidad erfunden wurde, gibt es auf Tobago zahlreiche Steelbands wie Redeem Pan Groove oder Tobago All Stars, die in lokalen Wettbewerben und beim Tobago Panorama antreten.

Gospel und Spiritual Baptist Music spielen eine zentrale Rolle, da Tobago stark protestantisch geprägt ist. Die Shouter Baptist-Gottesdienste sind geprägt von Trommeln, Händeklatschen, spiritueller Ekstase und Chören, die afrikanische Rhythmen bewahren.

Der Bele ist der traditionelle tobagonische Tanz, ein afro-kreolischer Paartanz mit eleganten, fließenden Bewegungen, der zu Tamboo Bamboo oder Trommeln getanzt wird. Er wird beim Tobago Heritage Festival (Juli/August) in Dörfern wie Golden Lane, Moriah oder Pembroke aufgeführt und gilt als kulturelles Erbe. Weitere Tänze sind der Reel (schottisch-englischer Einfluss), der Jig und moderne Soca-Tänze wie Wining (kreisende Hüftbewegungen).

Das Tobago Heritage Festival ist das wichtigste Ereignis für traditionelle Musik und Tanz: Über zwei Wochen finden in verschiedenen Dörfern Vorführungen statt – von Speech Bands (Erzähl- und Gesangsgruppen) über Old Time Wedding (nachgestellte traditionelle Hochzeiten mit Tanz) bis zu Ole Mas und Devil Mas. Auch das Tobago Jazz Festival (früher Plymouth Jazz Festival) bringt internationale Künstler und lokale Acts zusammen.

Kleidung

Die Kleidung auf Tobago ist vor allem vom tropischen Klima, der kolonialen Geschichte und den afrikanischen Wurzeln der Bevölkerung geprägt. Aufgrund der ganzjährig warmen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit dominiert im Alltag leichte, luftige Kleidung aus Baumwolle oder Leinen. Männer tragen häufig kurze Hosen, T-Shirts oder leichte Hemden, während Frauen Kleider, Röcke, Tops oder luftige Blusen bevorzugen. In ländlichen Gebieten und bei der Arbeit im Freien sind praktische Kleidung und festes Schuhwerk üblich, während in Städten und touristischen Gegenden modische, westlich geprägte Kleidung verbreitet ist.

Eine klassische Tracht im europäischen Sinne gibt es auf Tobago nicht. Dennoch existieren traditionelle Kleidungsformen, die vor allem bei kulturellen Festen, Tanzaufführungen, historischen Darstellungen und beim Karneval getragen werden. Diese traditionellen Gewänder sind stark von der afrikanischen Kultur sowie von der Zeit der Sklaverei und der Kolonialherrschaft beeinflusst. Frauen tragen dabei häufig lange, weite Röcke in kräftigen Farben, kombiniert mit Blusen mit Puffärmeln und Kopftüchern, die kunstvoll gebunden werden. Männer erscheinen in einfachen Hemden, Westen, Stoffhosen oder traditionell anmutender Arbeitskleidung, wie sie früher auf Plantagen getragen wurde.

Besonders sichtbar werden traditionelle Kleidungsstile während des Karnevals und bei folkloristischen Tänzen. Farbenfrohe Stoffe, Muster und symbolische Accessoires spielen eine wichtige Rolle. Kostüme greifen historische Figuren, afrikanische Symbolik oder gesellschaftliche Themen auf. Beim Ole Mas, einer typischen Karnevalstradition Tobagos, werden bewusst einfache, teils improvisierte Kleidungsstücke getragen, um soziale Satire und historische Bezüge darzustellen.

Auch religiöse und formelle Anlässe beeinflussen die Kleidung. Für Kirchenbesuche oder offizielle Veranstaltungen kleidet man sich oft respektvoll und etwas formeller. Frauen tragen dabei Kleider oder Röcke, Männer lange Hosen und Hemden. Insgesamt spiegelt die Kleidung auf Tobago eine Mischung aus Alltagstauglichkeit, kulturellem Erbe und kreativer Ausdrucksfreude wider, ohne dass es eine festgelegte National- oder Inseltracht gibt.

Kulinarik und Gastronomie

Die Küche Tobagos ist eine kreolische Mischung aus afrikanischen, indischen, europäischen und karibischen Einflüssen, die stark auf frischen, lokalen Zutaten basiert. Im Gegensatz zur etwas indo-lastigeren trinidadischen Küche ist die tobagonische Gastronomie überwiegend afro-kreolisch geprägt und betont Meeresfrüchte, Wurzelgemüse, Kräuter und die berühmten „provisions“ (stärkehaltige Knollen und Früchte).

Das bekannteste Gericht Tobagos ist Crab and Dumpling – frische Landkrabben (blue crabs), die in einer würzigen Curry-Sauce mit Kokosmilch, Bandanya (Chadron Bene), Knoblauch, Piment und Frühlingszwiebeln gekocht werden, serviert mit festen Dumplings aus Mehl. Es gilt als Nationalgericht und wird besonders während der Osterzeit (wenn Krabben am fettesten sind) gefeiert. Viele Restaurants und Straßenstände in Buccoo, Store Bay oder Scarborough bieten es an.

Weitere typische Gerichte sind:

  • Callaloo – eine cremige Suppe aus Dasheen-Blättern (Taro), Okra, Krabben oder Schweinepansen, gewürzt mit Kokosmilch und Piment.
  • Roti – obwohl indo-trinidadisch, auch auf Tobago beliebt, oft mit Curry-Goat, Chicken oder Shrimp gefüllt.
  • Bake and Shark – gebratener Haifisch (heute oft durch Kingfish ersetzt) in einem weichen „Bake“ (gebratenes Brot), belegt mit Salat, Ananas, Pepper Sauce und anderen Toppings – ein Street-Food-Klassiker an Stränden wie Store Bay.
  • Pelau – Reisgericht mit Huhn, Taube-Erbsen, Karotten und Kokosmilch.
  • Oil Down – ein Eintopf aus Brotfrucht, Salzfisch oder Schweinefleisch, in Kokosmilch gekocht.


Das Blue Food ist ein tobagonisches Markenzeichen: Gerichte aus blauen Wurzelgemüsen wie Dasheen (Taro), Eddo oder Tannia, die beim Kochen eine blaue Färbung annehmen. Das jährliche Blue Food Festival in Bloody Bay feiert diese Tradition mit kreativen Rezepten wie Dasheen-Pies oder Blue Food Curry.

Meeresfrüchte dominieren die Gastronomie: Frischer Fisch (Kingfish, Mahi-Mahi, Snapper), Lobster (in der Saison), Conch und Flying Fish werden gegrillt, gebraten oder in Currys verarbeitet. Straßenstände und Beach-Shacks bieten einfache, aber authentische Gerichte an, oft mit hausgemachter Pepper Sauce und Shandy (Bier-Limonade-Mix).

Getränke: Rum-Cocktails wie Punch oder Mauby, frische Kokoswasser direkt aus der Nuss und lokales Bier (Carib, Stag). Süße Desserts umfassen Toolum (Melasse-Kugeln mit Kokos), Bene Balls oder Coconut Drops.

Die Gastronomie Tobagos ist entspannt und community-orientiert: Viele der besten Erlebnisse finden in kleinen Familienrestaurants (zum Beispiel in Castara oder Charlotteville), bei Street-Food-Ständen oder während Festivals statt. Touristische Hotspots wie Store Bay oder Pigeon Point bieten eine Mischung aus lokaler und internationaler Küche, während abgelegene Dörfer authentischere, hausgemachte Kreationen servieren. Die Kulinarik spiegelt die entspannte Inselmentalität wider – frisch, würzig und immer mit Blick aufs Meer.

Festkultur

Tobago hat die gleichen Feiertage wie Trinidad:

  • 1. Januar  - Neujahr
  • 30. März  -  Tag der Befreiung der Spiritual oder Shouters-Baptisten
  • Anfang April  - Ostern
  • 30. Mai  - Ankunftstag der Inder
  • 3. Juni  - Fronleichnam
  • 19. Juni  -  Tag der Arbeit
  • 1. August  -  Tag der Sklavenbefreiung
  • 31. August  - Unabhängigkeitstag
  • 11. September  - Eid-ul-Fitr (Ende des Ramadan)
  • 24. September  -  Tag der Republik
  • 5. November  - Diwali
  • 25./26. Dezember  -  Weihnachten und Boxing Day


Carnical, der Karneval auf Tobago, verbindet afrikanische Traditionen, europäische Einflüsse aus der Kolonialzeit und moderne karibische Kulturformen. Obwohl der Karneval in Trinidad international bekannter ist, hat sich auf Tobago eine eigene, stärker gemeinschaftlich geprägte Form des Festes entwickelt.

Der tobagonische Karneval findet traditionell im Zeitraum vor der christlichen Fastenzeit statt, meist im Februar oder März. Die Vorbereitungen beginnen jedoch Monate im Voraus. Musik, Tanz und Kostümentwürfe prägen das öffentliche Leben schon lange vor den eigentlichen Festtagen. Wichtige musikalische Stilrichtungen sind Calypso, Soca und Steelpan-Musik, die sowohl bei Wettbewerben als auch bei Straßenumzügen eine zentrale Rolle spielen.

Höhepunkte des Karnevals sind die großen Straßenparaden, bei denen kostümierte Gruppen durch Orte wie Scarborough und Crown Point ziehen. Die Kostüme sind oft farbenfroh und aufwendig gestaltet und greifen historische, politische oder mythologische Themen auf. Begleitet werden die Umzüge von Musikwagen, Tanzgruppen und Steelbands. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der Calypso-Wettbewerb, bei dem Sängerinnen und Sänger gesellschaftliche Themen, Humor und politische Kritik in musikalischer Form präsentieren.

Eine besondere Tradition Tobagos ist der Ole Mas, der an den frühen Morgenstunden des Karnevalsmontags stattfindet. Dabei tragen die Teilnehmenden bewusst einfache oder symbolische Kostüme und stellen mit satirischen Darstellungen soziale Missstände, historische Ereignisse oder Alltagsfiguren dar. Diese Form des Karnevals gilt als besonders authentisch und unterscheidet Tobago deutlich vom stärker kommerzialisierten Karneval auf Trinidad.

Medien

Auf Tobago erscheint mit den Tobago News jeweils freitags eine eigene (Wochen-)Zeitung. Dazu kommen die großen nationalen Tageszeitungen wie der Trinidad and Tobago Guardian, der Trinidad Express und der Newsday, die täglich über Tobago berichten und in Scarborough sowie anderen Orten vertrieben werden. Es gibt keine eigene tägliche Zeitung auf Tobago, aber gelegentlich erscheinen lokale Beilagen oder Sonderausgaben mit tobagonischen Inhalten.

Radio ist das populärste Medium auf der Insel, da es gut in ländliche Gebiete vordringt. Von Scarborough aus sendet der Radiosender Radio Tambrin 92.7 FM, der 1998 gegründet wurde und bis heute die einzige Radiostation von Trinidad & Tobago ist, die ihren Schwerpunkt auf der kleineren der beiden Schwesterinseln hat.Mehrere Sender haben Studios oder Büros auf Tobago:

  • Tobago Channel 5 Radio (ehemals Radio Tambrin) ist der bekannteste lokale Sender mit Sitz in Scarborough und sendet Musik, Nachrichten und Talkshows mit starkem Fokus auf tobagonische Kultur, Politik der Tobago House of Assembly und Community-Themen.
  • Nationale Sender wie i95.5 FM, Music Radio 97.1 FM oder WACK 90.1 FM haben Relaisstationen oder Programme, die Tobago einbeziehen.
  • Ebony 104 FM und andere kleinere Stationen bieten Gospel, Soca und lokale Diskussionen.


Beim Fernsehen gibt es keinen reinen tobagonischen Sender. Der nationale öffentliche Sender TTT (Trinidad and Tobago Television) und private Kanäle wie CNC3, TV6 oder IE TV berichten regelmäßig über Tobago, oft mit Korrespondenten vor Ort. Die Tobago House of Assembly betreibt den Tobago Information Channel (über Kabel und online), der offizielle Ankündigungen, Sitzungen und kulturelle Inhalte ausstrahlt.

Digitale Medien gewinnen stark an Bedeutung. Viele Tobagonier nutzen Social Media (Facebook, Instagram, WhatsApp-Gruppen) für lokale Nachrichten. Plattformen wie Tobago News Online, Tobago Updates oder Wired868 (mit Tobago-Sektion) bieten aktuelle Berichte. Die offizielle Website der THA und Apps wie Visit Tobago dienen auch der Informationsvermittung.

Kommunikation

Die Insel hat die Telefonvorwahl 0(01)868.

Sport

Auf Tobago gibt es zwei Golfplätze, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. An der karibischen Nordküste liegt der 1968 angelegte „Mount Irvine Bay Golf Course“ mit Blick auf das Buccoo Reef.

Auf dem Gelände des Magdalena Grand Beach Resort und unmittelbar an der atlantischen Küste liegt der „Tobago Plantations Golf Course“. Der Platz erstreckt sich zirka 3,5 Kilometer entlang der Küste und bietet einen Blick auf die Inselhauptstadt Scarborough. Auf dem Areal ist ein künstlicher See angelegt, in dem sich Kaimane angesiedelt haben.

Tobago bietet die südlichsten Korallenriffe der Karibik und ist somit eine beliebte Tauch-Destination. Zahlreiche Tauchschulen haben sich in Speyside an der Atlantikküste niedergelassen. Auch der Bereich um Mount Irvine und Black Rock ist Heimat einiger Tauchbasen.

Die Insel verfügt über einige der beliebtesten Tauchreviere der Karibik. Von den drei bekannten Wracks ist die Fähre „Maverick“ aufgrund ihrer Größe von 110 Metern das wohl am häufigsten angesteuerte Ziel. Die ehemals zwischen Trinidad und Tobago verkehrende Fähre liegt in Rocky Point, vor dem Strand von Mount Irvine, und ist die Heimat zahlreicher Fischarten geworden. In der Zeit von April bis Juni sind weibliche Lederschildkröten anzutreffen, die zur Eiablage unter anderem die Strände von Turtle Beach, Stonehaven Bay, Castara und Englishman´s Bay ansteuern.

Cricket

Cricket ist neben Fußball einer der beliebtesten Sportarten in Trinidad und Tobago, wird jedoch auf Tobago weniger professionell betrieben als auf der Hauptinsel Trinidad. Die Insel ist Teil des nationalen Teams Trinidad and Tobago Red Force (ehemals Trinidad and Tobago), das in regionalen Wettbewerben wie der West Indies Professional Cricket League antritt. Internationale und First-Class-Matches finden fast ausschließlich auf Trinidad statt, etwa im Queen's Park Oval in Port of Spain.

Auf Tobago gibt es eine eigene Tobago Cricket Association und lokale Ligen mit Clubs aus Dörfern wie Scarborough, Roxborough oder Charlotteville. Der wichtigste Ground ist der Shaw Park in Scarborough, der gelegentlich regionale oder Tour-Matches ausrichtet, zum Beispiel gegen internationale Teams in den 1950er bis 1970er Jahren oder seltene First-Class-Spiele. Ein separates Tobago cricket team spielte 1978/79 sogar kurzzeitig First-Class-Cricket im Texaco Cup, blieb aber erfolglos.

Tobago hat wenige international bekannte Cricketer hervorgebracht – der erste Tobago-geborene West-Indies-Spieler war Lincoln Roberts 1999. Die meisten Stars wie Brian Lara, Dwayne Bravo, Kieron Pollard oder Nicholas Pooran stammen aus Trinidad. Dennoch ist Cricket auf Tobago ein wichtiger Community-Sport, der in Schulen und Dörfern gepflegt wird und zur karibischen Cricket-Kultur beiträgt.

Fußball

Fußball (Soccer) ist auf Tobago ebenso populär wie Cricket und wird intensiv auf Amateur- und Community-Ebene gespielt. Die Insel hat keine Teams in der professionellen TT Premier Football League (ehemals TT Pro League), die ausschließlich aus Trinidad-Clubs besteht. Stattdessen organisiert die Tobago Football Association (eine der sechs regionalen Verbände der Trinidad and Tobago Football Association) eigene Ligen, darunter die Premier Division und untere Stufen.

Clubs wie Stokely Vale, Sidey's FC, Goal City, Carnbee/Mount Pleasant oder Bethel United dominieren die Tobago League, die jährlich Meister wie Sidey's FC (mehrere Titel in den 2010er–2020er Jahren) oder Stokely Vale hervorbringt. Die besten Teams nehmen an nationalen Turnieren wie dem FA Trophy teil oder qualifizieren sich für Aufstiegs-Playoffs in höhere Ligen.

Tobago stellt Spieler für die nationale Mannschaft Soca Warriors, die 2006 als kleinste Nation je an einer WM teilnahm. Lokale Grounds wie in Canaan, Bon Accord oder Scarborough dienen als Trainings- und Spielstätten. Fußball fördert besonders die Jugend und Community auf der Insel, mit Fokus auf lokalen Wettbewerben statt professionellem Hochleistungssport.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten von der Insel Tobago stammenden Persönlichkeiten sind:

  • Arthur Napoleon Raymond Robinson (1926 bis 2014), Politiker; Premierminister und Präsident von Trinidad und Tobago, bedeutendste politische Persönlichkeit Tobagos
  • Winston Murray (* 1951), Politiker; ehemaliger Chief Secretary von Tobago, Verfechter größerer Autonomie
  • Orville London (1960 bis 2022), Politiker; langjähriger Chief Secretary der Tobago House of Assembly
  • Hochoy Charles (* 1971), Politiker; ehemaliger Chief Secretary von Tobago
  • Ancil Dennis (* 1975 ), Politiker; Chief Secretary der Tobago House of Assembly
  • Kelvon Morris (* 1984), Leichtathlet; internationaler Sprinter
  • Jadee Wheatley (* 1996), Fußballspieler; Profifußballer mit Wurzeln in Tobago

Fremdenverkehr

Die gegenüber Trinidad „ursprünglichere“ Insel Tobago setzt vor allem auf Ökotourismus. Mit Erfolg: 2003 erhielt Tobago mit seinem Regenwald die Auszeichnung als weltbeste Ökotourismus-Destination. Tobago möglichst so zu erhalten, wie es ist - das ist das Ziel der Inselregierung. Massentourismus will man hier nicht.

Die wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten der Insel sind:

  • Scarborough mit dem Fort King George. Die Inselhauptstadt Scarborough liegt im Südwesten der Insel am Ufer der Rockly Bay. Die Stadt zählt etwas unter 20.000 Einwohner und ist das lebendige Geschäftszentrum der Insel. Oberhalb der Stadt befindet sich das Fort King George, 1777 bis 1779 im gregorianischen Stil erbaut. Die gut erhaltene Festung beherbergt auch das Tobago Historical Museum und bietet einen guten Ausblick über die Rockly Bay und Scarborough.
  • Pigeon Point ist der bekannteste Badestrand Tobagos im Westen der Insel. Der Sandstrand mit den über das blaue Wasser ragenden Palmen und dem Steg mit einer palmgedeckten Hütte ist eines der klassischen Fotomotive der gesamten Karibik.
  • Buccoo Reef. Unweit von Pigeon Point erstreckt sich das Korallenriff Buccoo Reef, dessen Fischreichtum viele Schnorchler und Touristen in Glasbodenbooten anzieht.
  • Argyle-Waterfall. Der Argyle Wasserfall befindet sich im Südosten der Insel, etwas landeinwärts der Stadt Roxborough. In einigen Bassins des Wasserfalls ist das Baden möglich. Der Zugang zu dem Wasserfall ist jedoch kostenpflichtig.
  • Little Tobago. Little Tobago ist eine kleine, unbewohnte Insel vor der Ostspitze Tobagos. Little Tobago ist besonders wegen seines Vogelreichtums bekannt.
  • Charlotteville mit Pirates Bay. Charlotteville ist ein kleines, malerisches Fischerdorf im äußersten Nordosten der Insel an der Man O’War Bay gelegen. Eine zweite, direkte nördlich angrenzende Bucht, die Pirates Bay, ist ein ehemaliger Rückzugsort von Seeräubern und heute beliebtes Schnorchelrevier.
  • Tobago Forest Reserve. Der Regenwald Tobagos, der sich im Osten der Insel parallel zur Nordküste entlang des Gebirgszugs Main Ridge verläuft, ist das älteste unberührte Regenwaldgebiet der westlichen Hemisphäre und das älteste Naturschutzgebiet der Welt. Der Regenwald wird von einer Straße in nord-südlicher Richtung zwischen Parlatuvier an der Nordküste und Roxborough im Süden durchzogen, die an der höchsten Stelle der Main Ridge die kleine Station „Main Ridge Forest Reserve and Creation Site“ passiert, die als Ausgangspunkt für geführte Wanderungen durch den Regenwald dient.


Die Unterbringungsmöglichkeiten auf Tobago sind vielfältig, aber überwiegend klein- bis mittelstrukturiert. In den touristischen Zentren wie Crown Point, Buccoo, Scarborough und Castara finden sich Hotels unterschiedlicher Kategorien, von einfachen Mittelklassehotels bis zu gehobenen Resorts. Große All-inclusive-Anlagen sind vorhanden, spielen jedoch eine deutlich geringere Rolle als auf vielen anderen Karibikinseln. Viele Hotels sind familiengeführt und legen Wert auf persönlichen Service.

Eine wichtige Rolle spielen Pensionen, Gästehäuser und Bed-and-Breakfast-Unterkünfte, die vor allem bei Individualreisenden beliebt sind. Diese Unterkünfte sind über die gesamte Insel verteilt und bieten oft einen direkten Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ferienhäuser und Ferienwohnungen, die sowohl von privaten Anbietern als auch über internationale Buchungsplattformen vermietet werden. Sie eignen sich besonders für längere Aufenthalte oder für Reisende, die unabhängig und flexibel bleiben möchten.

In den ländlichen Regionen Tobagos haben sich zudem kleine Öko-Lodges etabliert, die sich an natur- und umweltbewusste Gäste richten. Diese Unterkünfte liegen häufig in Strandnähe oder am Rand des Regenwaldes und setzen auf nachhaltige Bauweise sowie regionale Produkte. Camping im klassischen Sinn spielt hingegen kaum eine Rolle und ist touristisch wenig erschlossen.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Visit Tobago = https://visittobago.gov.tt/

Die Insel Tobago = https://www.tobago-live.de/die-insel-tobago/

Forum

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