Fehmarn
Fehmarn ist Deutschlands Vogelfluginsel - seit 1963 festlandverbunden mit Blick über den Fehmarnbelt auf Dänemark. Das speziell bei Esoterikern beliebte Ostsee-Eiland ist geprägt von sanften Hüpgeln und unterschiedlichen Küstenlandschaften mit Dünen, Klippen und Sandstränden.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Fehmarn |
| alternative Bezeichnungen | Vemorje, Ve morje (altslawisch), Fembre (1076), Vemere (1137), Imbra, Imbria (1230), Ymbria, Ymbrie, Imbria (1237/96), Femeren (1304), Femern (dänisch), Feemarn (nordfriesisch), Fehmarnia (mittellateinisch) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | Brückeninsel (seit 1963) |
| Inselart | Geestkerninseln |
| Gewässer | Ostsee mit Fehmarnsund |
| Inselgruppe | Fehmarn |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Deutschland (Bundesrepublik Deutschland) Bundesland: Schleswig-Holstein Landkreis: Ostholstein |
| Gliederung | 4 ehemalige Gemeinden 46 Gemarkungen |
| Status | amtsfreie Stadt |
| Koordinaten | 54°58‘ N, 11°09‘ O |
| Entfernung zur nächsten Insel | 60 m (Kohlhofinsel), 19 km (Lolland) |
| Entfernung zum Festland | 790 m (Großenbroderfähre) |
| Fläche | 185,4 km² bzw. 71,58 mi² (mit Nebeninseln 185,45 / bzw. 71,6 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 15,77 km² / 6,09 mi² (8,5 %) |
| maximale Länge | 26,3 km (WNW-OSO) |
| maximale Breite | 15,6 km (NNO-SSW) |
| Küstenlänge | 78 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Ostsee) |
| höchste Stelle | 26,6 m (Hinrichsberg) |
| relative Höhe | 26,6 m |
| mittlere Höhe | 7 m |
| maximaler Tidenhub | 0,08 bis 0,12 m (Puttgarden 0,1 m) |
| Zeitzone | MEZ (Mitteleuropäische Zeit, UTC+1) |
| Realzeit | UTC plus 44 bis 45 Minuten |
| Einwohnerzahl | 13.200 (2024) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 71,18 |
| Inselzentrum | Burg auf Fehmarn |
Name
Die erste schriftliche Erwähnung der Insel Fehmarn, gesprochen [ˈfeːmaʁn], dänisch Femern, nordfriesisch Feemarn, stammt aus dem Jahr 1076. Der Kirchenhistoriker Adam von Bremen berichtet in seiner Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum von einem Eiland namens Fembre. Diese Bezeichnung geht höchstwahrscheinlich auf einen slawischen Namen zurück, der ursprünglich Ve morje oder Vemorje lautete und wörtlich „im Meer gelegen“ bedeutete - abgeleitet von altslawisch vъ morji. Der Name wurde vermutlich von den zu jener Zeit in der Region lebenden westslawischen Wagriern übernommen.
Im 12. Jahrhundert, insbesondere nach der Christianisierung Wagriens ab 1137, erscheint in dänischen und lateinischen Quellen die Variante Vemere. Im Jahr 1230 wird die Insel in einer Urkunde König Waldemars II. von Dänemark als Imbra oder Imbria bezeichnet – eine stark latinisiert-dänische Form. Zwischen 1237 und 1296 tauchen in Urkunden des Johanniterordens, der damals große Teile Fehmarns besaß, die Schreibweisen Ymbria, Ymbrie und erneut Imbria auf. 1304 belegt eine Urkunde des Lübecker Rates erstmals die Form Femeren, die bereits deutlich in Richtung der heutigen hochdeutschen und dänischen Bezeichnung geht. Ab etwa 1350 setzt sich in norddeutschen und hansischen Quellen endgültig die Form Fehmarn durch, während im Dänischen parallel Femern erhalten bleibt. Spätestens mit dem Vertrag von Ripen im Jahr 1482 zwischen Dänemark und Holstein ist die Schreibung Fehmarn in deutschen Dokumenten fest etabliert und hat sich bis heute unverändert gehalten.

- international: Fehmarn
- altslawisch: Vemorje, Ve morje
- amharisch: ፌማርን [Fēmaren]
- arabisch: فهْمَارن [Fahmārn]
- armenisch: Ֆեմառն [Femarn]
- bengalisch: ফেমার্ন [Femarn]
- birmanisch: ဖီးမာန် [phīmān]
- bulgarisch: Фемарн [Femarn]
- chinesisch: 费马恩 [Fèi-mǎ-ēn]
- dänisch: Femern
- friesisch: Feemarn
- georgisch: ფემარნ [Phemarn]
- griechisch: Φεμαρν [Femarn]
- gudscheratisch: ફેમાર્ન [Femārn]
- hebräisch: פהמארן [Fehmarn]
- hindi: फेमार्न [Femārn]
- japanisch: フェーマルン [Fēmarn]
- kambodschanisch: ហ្វេម៉ារ់ន [Fēmān]
- kanaresisch: ಫೇಮಾರ್ನ್ [Fēmārn]
- kasachisch: Фемарн [Femarn]
- oreanisch: 페마른 [Pemareun]
- laotisch: ເຟມານ [Fēmān]
- lateinisch: Fehmarnia
- lettisch: Fehmārna
- litauisch: Feharnas
- makedonisch: Фемарн [Femarn]
- malayalam: ഫേമാർന് [Fēmārn]
- maldivisch: ފޭމާރން [Fēmārn]
- orissisch: ଫେମାର୍ନ [Phemārn]
- pandschabisch: ਫੇਮਾਰਨ [Femāran]
- persisch: فهمارن [Fehmārn]
- russisch: Фемарн [Femarn]
- serbisch: Фемарн [Femarn]
- singhalesisch: ෆේමාන් [Fēmān]
- tamilisch: ஃபேமார்ன் [Fēmārn]
- telugu: ఫేమార్న్ [Fēmārn]
- thai: เฟมาร์น [Fe-mān]
- tibetisch: ཕེ་མརན ་[Phe maran]
- ukrainisch: Фемарн [Femarn]
- urdu: فیمرن [Femarn]
- weißrussisch: Фемарн [Femarn]
Offizieller Name: Fehmarn
- Bezeichnung der Bewohner: Fehmaraner
- adjektivisch: fehmarner
Kürzel:
- Code: FM / FMN
- Kfz: OH
- Gemeindeschlüssel: 01 0 55 046
- ISO-Code: DE.SH.FM
Lage
Fehmarn liegt zwischen Kieler Bucht und Mecklenburger Bucht in der Ostsee auf durchschnittlich 54°58‘ n.B. und 11°09‘ ö.L.. Die Insel befindet sich 115 km nordöstlich von Hamburg, 1 km vom festländischen Großenbrode und 18 km von Hyllekrog auf der dänischen Insel Lolland entfernt.

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 54°32’22“ n.B. (Markelsdorfer Huk)
- südlichster Punkt: 54°24’07“ n.B. (Wulfener Huk)
- östlichster Punkt: 11°18’10“ ö.L. (Flügge)
- westlichster Punkt: 11°00’33“ ö.L. (Staberhuk)
Entfernungen:
- Kohlhofinsel 60 m
- Großenbroderfähre 790 m
- Lolland 19 km
- Langeland 41 km
- Falster 44 km
- Kiel 68 km (Straße 84 km)
- Rostock 69 km (Straße 224 km)
- Lübeck 71 km (Straße 83 km)
- Flensburg 118 km (Straße 173 km)
- Rügen 121 km (Straße 360 km)
- Hamburg 125 km (Straße 144 km)
- Kopenhagen 165 km (Straße 400 km)
- Berlin 260 km (Straße 383 km)
Zeitzone
Auf Fehmarn gilt die Mitteleuropäische Zeit, abgekürzt MEZ (UTC+1). Die Realzeit liegt um 44 bis 45 Minuten vor der Koordinierten Universalzeit (UTC).
Fläche
Die Fläche Fehmarns beträgt insgesamt 185,45 km² bzw. 71,6 mi², wobei 185,4 km² bzw. 71,58 mi² auf die Hauptinsel entfallen, der Rest auf drei Nebeneilande. Der Durchmesser von Westnordwest nach Ostsüdost zwischen Wallnau und Staberluk beträgt 26,3 km, die maximale Breite zwischen Puttgarden und Fehmarnsund 15,6 km. Die Küste ist insgesamt 78 km lang. Der maximale Tidenhub liegt bei 0,1 bis 0,2 m. Höchster Punkt der Insel ist der Hinrichsberg auf 26,6 m, die mittlere Seehöhe liegt bei etwa 7 m. Der maximale Tidenhub beträgt 0,08 bis 0,12 m, bei Puttgarden 0,1 m. Fehmarn ist nach Lübeck die flächenmäßig zweitgrößte Stadtgemeinde Schleswig-Holsteins.
Geologie
Die Grundlage der Insel bildet ein Untergrund aus Kreide- und Tertiärgesteinen, die während der Kreidezeit vor etwa 145 bis 66 Millionen Jahren entstanden. Diese Gesteine bestehen überwiegend aus Kalkstein und Kreideschichten, die in flachen Meeren abgelagert wurden. Sie sind heute vor allem im Untergrund vorhanden und treten nur vereinzelt an der Oberfläche zutage. Auf diesen älteren Schichten lagern Ablagerungen des Tertiärs, die durch Meeres- und Küstenprozesse geformt wurden.
Die heutige Form Fehmarns ist stark durch die Eiszeiten des Quartärs beeinflusst worden. Während der Weichsel-Eiszeit vor rund 20.000 bis 12.000 Jahren war die Region stark vergletschert, und die Bewegung der Eismassen führte zur Ausbildung von Endmoränen, Schotterablagerungen und Findlingen. Die Gletscher formten nicht nur die Landschaft, sondern transportierten auch Material aus Skandinavien und Norddeutschland auf die Insel. Besonders charakteristisch für Fehmarn sind die glazial geprägten Hügelketten und die flachwelligen Endmoränenlandschaften, die heute die leicht hügelige Topographie der Insel bestimmen.
Nach dem Rückzug der Gletscher füllten steigende Meeresspiegel die Senken, und Fehmarn wurde zunehmend von der Ostsee umspült. Sand- und Schlickablagerungen aus der Ostsee prägen die heutigen Küstenlinien und Strände. Die Insel weist eine Vielzahl von Küstenformen auf: flache Sandstrände, Steilküsten an der West- und Nordküste sowie Feuchtgebiete und Wattbereiche im Süden. Diese unterschiedlichen Küstenstrukturen resultieren aus der Wechselwirkung von Erosion, Sedimentation und den wechselnden Wasserständen der Ostsee in den letzten Jahrtausenden.
Besonders auffällig auf Fehmarn ist die Präsenz von Geschiebemergel und Lösslehm in den Binnenbereichen, die eine fruchtbare Grundlage für die Landwirtschaft bieten. Diese Böden entstanden durch Ablagerungen aus glazialem Material und durch windverfrachtete Sedimente während der letzten Kaltzeiten. Zudem finden sich auf der Insel zahlreiche Eiszeit-Relikte wie Findlinge, die oft aus weit entfernten Regionen eingefahren wurden und heute als markante Landschaftselemente oder als kulturhistorische Denkmäler dienen.
Die tektonische Stabilität der Region ist relativ hoch, sodass Fehmarn keine größeren Erdbeben oder geologischen Umwälzungen erlebt. Dennoch sind die Küsten besonders dynamisch, da Wind, Wellen und Eisgang ständig Erosion und Sedimentation bewirken. Dadurch verschieben sich Strände, Steilküsten werden abgetragen und neue Dünen entstehen – ein Prozess, der die Insel ständig verändert und geologisch jung erscheinen lässt.
Landschaft
Die Insel ist durch die Fehmarnsundbrücke mit der Halbinsel Wagrien verbunden. Auf Fehmarn befinden sich in Staberhuk der östlichste und in Marienleuchte der nordöstlichste Punkt Schleswig-Holsteins. Marienleuchte bildete zudem von 1949 bis 1990 den nordöstlichsten Punkt der Bundesrepublik und von 1952 bis 1973 der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und ab 1958 auch der EWG.
Fehmarn besitzt einige unterschiedliche Küstenlandschaften: Die Nordküste zwischen dem Markelsdorfer Huk und Puttgarden ist eine Dünenlandschaft mit Nehrungshaken und Strandseen. Die Ostküste ist steinig und besitzt eine Kliffküste. Der Südstrand bei Burgtiefe und dem Wulfener Hals sind die südlichsten und weißesten Sandstrände der Insel. Hier ist der Strand flach und liegt auf Meereshöhe, ebenso der Strand im Westen. Die Insel liegt meist nur knapp über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung ist der Hinrichsberg (27,2 m), gefolgt vom Wulfener Berg (26,5 m).
Zudem liegen auf oder nahe Fehmarn mehrere kleine Inseln:
- Warder (etwa vier Hektar) in der Orther Reede
- Kohlhoffinsel (etwa vier Hektar) im Burger Binnensee
- mehrere kleinere Binnenseeinseln (bis etwa 1,5 ha) in der nördlichen Seeniederung und bei Wallnau
Erhebung
- Hinrichsberg 27,2 m
- Wulfener Berg 26,5 m
Fluss
- Wallnauer Aa 15 km
Flora und Fauna
Ein Kanalsystem ermöglicht durch regelbare Wasserstände in Wiesen, Gräben und Teichen die Schaffung optimaler Brutbedingungen für über 80 Vogelarten. Das Wasservogelschutzreservat empfängt ganzjährig Besucher und bietet neben einem Informationszentrum mit Naturschutzmuseum, Beobachtungsständen und Naturlehrpfad auch Führungen an. Hier mündet auch die Kopendorfer Au, einziger „Fluss“ der Insel.
Flora
Die Vegetation der Insel zeigt eine große Vielfalt, die von Küstenbereichen über Feuchtgebiete bis hin zu landwirtschaftlich genutzten Flächen reicht. Aufgrund der langen Besiedlungsgeschichte und der Nutzung durch den Menschen ist die Pflanzenwelt Fehmarns eine Mischung aus ursprünglicher Natur und anthropogen geprägten Landschaften.
Die Küstenbereiche Fehmarns sind besonders charakteristisch. An den Stränden und Dünen findet sich eine typische Küstenvegetation mit Sand- und Salzpflanzen, die an salzhaltige Böden und windige Bedingungen angepasst sind. Dazu gehören Arten wie Strandhafer, Sand-Silbergras, Meersenf oder Queller, die helfen, die Dünen zu stabilisieren und als Lebensraum für zahlreiche Kleintiere dienen. Die Steilküsten im Norden und Westen der Insel sind von trockenen, kalkreichen Böden geprägt und bieten Lebensraum für seltenere Pflanzenarten wie Mauerpfeffer oder verschiedene Orchideenarten, die an die nährstoffarmen und sonnigen Bedingungen angepasst sind.
Die Binnenlandschaften Fehmarns bestehen überwiegend aus landwirtschaftlich genutzten Feldern, Wiesen und kleineren Waldflächen. Hier dominieren kultivierte Pflanzen wie Getreide, Raps oder Mais, während in den Feldrainen, Hecken und kleinen Waldstücken zahlreiche Wildpflanzen vorkommen. Besonders häufig sind verschiedene Gräser, Kleearten, Mohn und Margeriten zu finden. Die Heckenlandschaften, die auf Fehmarn traditionell die Felder trennen, sind nicht nur für die Landwirtschaft wichtig, sondern auch für die Biodiversität, da sie Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren Unterschlupf bieten.
Feuchtgebiete und Seen auf Fehmarn spielen eine besondere Rolle für die Flora. Hier finden sich Schilfröhrichte, Seggen und Binsen, die typischerweise an nassen Standorten vorkommen. Diese Bereiche sind Lebensraum für viele seltene Pflanzenarten, wie Sumpfdotterblume oder Wasserminze, und tragen wesentlich zur ökologischen Vielfalt der Insel bei. Die Salzwiesen im Süden der Insel, entlang der Küsten des Fehmarnsunds, beherbergen ebenfalls spezialisierte Pflanzenarten, die den Einfluss des Meerwassers tolerieren.
Wälder auf Fehmarn sind eher kleinflächig und bestehen überwiegend aus Laubbaumarten wie Eiche, Buche und Birke, die sich an die sandigen und teilweise kalkhaltigen Böden angepasst haben. In den lichten Wäldern und Waldsäumen findet man eine Vielzahl krautiger Pflanzen, darunter verschiedene Veilchenarten, Maiglöckchen und Farne. Besonders auffällig ist die Anpassung vieler Pflanzen an den windigen und salzhaltigen Küstenbereich, wodurch typische Küstenpflanzen auch in Waldnähe vorkommen können.
Fauna
Die Insel stellt für viele Tierarten einen wichtigen Lebensraum und teilweise auch einen Rastplatz während der Vogelzüge dar. Die Fauna Fehmarns zeigt daher eine Mischung aus Küsten-, Meeres-, Wald- und Offenlandarten, die sich an die spezifischen Bedingungen der Insel angepasst haben. Besonders auffällig ist die Vogelwelt. Fehmarn liegt auf der Zugroute vieler Wasservögel und ist daher ein bedeutendes Rast- und Brutgebiet. In den Küstenbereichen und Salzwiesen finden sich Arten wie Austernfischer, Kiebitz, Strandläufer und verschiedene Möwenarten. Die Salzwiesen und Feuchtgebiete der Insel bieten zudem Lebensraum für seltenere Arten wie die Bekassine oder den Rotschenkel. Auch Seeadler und Fischadler nutzen die Küstenregionen als Jagdgebiet, und die Insel ist ein beliebter Ort für Ornithologen, da hier sowohl Zugvögel als auch Brutvögel gut beobachtet werden können.
Die Meeres- und Küstenfauna rund um Fehmarn ist durch Fischarten wie Dorsch, Hering und Scholle geprägt, die in der Ostsee heimisch sind. An den Stränden und in den flachen Küstengewässern finden sich zudem verschiedene Krebse, Schnecken und Muscheln, die Teil des ökologischen Kreislaufs der Küstengebiete sind. In den Salzwiesen und Dünen leben zahlreiche Insektenarten, darunter Schmetterlinge, Heuschrecken und verschiedene Käfer, die an die sandigen und teils salzhaltigen Bedingungen angepasst sind.
Im Binnenland und in den Waldgebieten Fehmarns findet man typische mitteleuropäische Tierarten. Dazu gehören Rehe, Wildschweine, Füchse, Hasen und Igel. Kleinere Säugetiere wie Feldmäuse, Maulwürfe oder Eichhörnchen sind häufig anzutreffen, während die Wälder und Feldraine zahlreichen Vogelarten wie Rotkehlchen, Zaunkönig oder Buntspecht Lebensraum bieten. Auch Amphibien und Reptilien sind in Fehmarns Feuchtgebieten und an Waldrändern verbreitet, darunter verschiedene Frosch- und Molcharten sowie die Ringelnatter.
Die landwirtschaftlich geprägten Flächen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Fauna. Hier finden Vögel wie Stare, Feldlerchen oder Rebhühner Nahrung, während Insektenpopulationen, darunter Wildbienen und Schmetterlinge, die Blütenvielfalt nutzen. Die Feldraine und Hecken sind entscheidend für das Überleben vieler kleiner Säugetiere, Reptilien und Insekten, da sie Schutz und Nahrung bieten.
Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung von Fehmarn als Schutzgebiet für seltene und gefährdete Arten. Naturschutzgebiete wie der Wallnau Vogelpark, die Feuchtgebiete am Fehmarnsund oder die Salzwiesen im Süden der Insel bieten Lebensraum für viele bedrohte Vogel- und Pflanzenarten und machen die Insel zu einem ökologisch wertvollen Gebiet in der Ostsee.
Naturschutz
Auf Fehmarn wurden drei Naturschutzgebiete angelegt. Der Grüne Brink ist ein an der Nordküste Fehmarns gelegenes 134 ha großes Naturschutzgebiet, das bereits seit dem Jahr 1938 unter Schutz gestellt ist. Es besteht aus einem 2,5 km langen und bis zu 180 Meter breiten Landstreifen zwischen dem 1872 erbauten Deich und der Ostsee. Der Deichbau wiederum schuf den Grünen Brink erst. Durch veränderte Strömungsverhältnisse bildeten sich Nehrungshaken, die später abgeschlossene, kleine, langsam verlandende Binnenseen schufen. Nur bei starkem Hochwasser fließt jetzt noch salziges Ostseewasser in die kleinen Strandseen. Der Grüne Brink ist Brutplatz für eine Reihe von seltenen Wasservögeln. Im Laufe eines Jahres werden bis zu 170 Vogelarten gezählt. Östlich schließen sich ein Badestrand und ein beliebtes Kite-Surf-Revier an.
Das Naturschutzgebiet „Krummsteert-Sulsdorfer Wiek“ liegt an der Süd-Westspitze der Ostseeinsel Fehmarn. Der Nehrungshaken „Krummsteert“ (niederdeutsch für „krummer Schwanz“) ist eine der naturräumlichen Erscheinungen in Deutschland, die aufgrund ihrer Dynamik unter Prozessschutz steht und nicht betreten werden darf. Das Naturschutzgebiet Krummsteert Sulsdorfer-Wiek besteht seit 1980 und ist rund 298 ha groß. Es umfasst Teile der Ostsee und besteht aus vier unterschiedlichen Ökosystemen: Eine Nehrungshalbinsel, den Teil einer Flachwasserbucht, um Salzwiesen mit Brackwasserteichen sowie eine eingedeichte einstige Meeresbucht. In allen vier Biotopen ist die ursprüngliche Küstenflora gut vertreten. In der Nacht vom 2. auf den 3. November 2006 wurden während eines Sturmhochwassers tiefergelegene Teile des Krummsteerts überspült und zum Teil übersandet.
Das NSG besteht aus vier Teilbereichen: der hinterdeichs gelegenen „Sulsdorfer Wiek“, dem „Ramskamp“, einem Teil der Orther Bucht und dem Nehrungshaken „Krummsteert“. Ursprünglich war die Sulsdorfer Wiek eine flache Meeresbucht, wurde aber nach der Eindeichung Ende des letzten Jahrhunderts lange Zeit als Teich für die Karpfenzucht verwendet. Der Ramskamp besteht aus einem Mosaik von Salzwiesen, Gebüschen sowie verschilften ehemaligen Torfstichen. Der Krummsteert ist ein Nehrungshaken, der auch heute noch einer beträchtlichen Dynamik unterworfen ist. Die Spitze des Krummsteert "wächst" etwa 20 m pro Jahr und die Form des Nehrungshakens ändert sich stark nach den winterlichen Stürmen.
Die Suldorfer Wiek besitzt heute eine herausragende Bedeutung als Brutplatz unter anderem für Rothalstaucher und Rohrdommel, sowie als Rast- und Überwinterungsplatz für zahlreiche Entenarten. Die Sulsdorfer Wiek wird von einem breiten Schilfgürtel umschlossen, in dem unter anderem neben Schilf- und Teichrohrsänger (Acrocephalus schoenebaenus, A. scirpaceus), Bartmeisen brüten. Im daran anschließenden Ramskamp brüten brüten Rotschenkel, in manchen Jahren auch Wasser- und Tüpfelralle und Rothalstaucher.
Das NABU Wasservogelreservat Wallnau ist eines der bedeutendsten Schutzgebiete für ziehende Vögel in Deutschland und das größte Naturschutzzentrum des NABU. Das ehemalige Teichgut Wallnau liegt an der Westküste der Ostsee-Insel Fehmarn und umfasst ein im Kern knapp 300 Hektar großes Gebiet an Teichen, Schilfflächen, Wiesen, sowie einen Teil der Ostsee und des Strandsaumes. Das Naturschutzzentrum beherbergt einen Ausstellung zum Vogelzug, einen kleinen Gastronomischen Betrieb und Seminarräume.
Das aus Teichen, Schilfflächen, Feuchtwiesen und kleineren Gehölzen bestehende Gebiet war ursprünglich eine Bucht in der Ostsee, bevor sich ein Nehrungshaken bildete und den entstehenden Binnensee vor 400 Jahren von der Ostsee trennte. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet von dem Ingenieur und Landvermesser Gustav Kröhnke trockengelegt, zahlreiche Fischteiche wurden angelegt. Insgesamt entstand dabei ein 575 Hektar großes Areal. Der trockengelegte See wurde lange für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, bevor er 1975 vom Deutschen Bund für Vogelschutz (heute Naturschutzbund Deutschland NABU e.V.) und dem Kreis Ostholstein erworben wurde. Der NABU kaufte das Gebiet 1976. Schon 1977 wurde das Gebiet als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Damit konnten die in dem Naturschutzgebiet brütenden und rastenden Vogelarten geschützt werden.
Im März 2010 wurden dem NABU Wallnau die Betreuung drei weiterer Schutzgebiete auf Fehmarn übertragen. Damit wird ein vernetzteres Schutzgebietssystem auf Fehmarn geschaffen. Eine Teilfläche grenzt nördlich an das bereits vom NABU betreute Naturschutzgebiet (NSG) „Wallnau/Fehmarn“ an. Zwei Teilflächen befinden sich zwischen dem NSG „Wallnau“ und dem ebenfalls vom NABU betreuten NSG Krummsteert-Sulsdorfer Wiek / Fehmarn. Die Halbinsel Spitzenorth und die Inseln in der Lemkenhafener Wiek, die unterr anderem eine große Silbermöwenkolonie beherbergen, werden künftig auch vom NABU Wallnau betreut. Die Gebiet fallen unter die EU-Vogelschutzrichtlinie bzw. sind Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiete im europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Am Rand des heutigen NABU-Reservats fand 1970 das Love-and-Peace-Festival, ein mehrtägiges Musikfestival, statt, bei dem unter anderem Jimi Hendrix seinen letzten Auftritt vor seinem Tod hatte. Ein Gedenkstein erinnert heute daran. Am 23. Dezember 1977 wurden die 298 ha als Naturschutzgebiet durch das Land Schleswig-Holstein ausgewiesen und die Betreuung dem Eigentümer, dem Naturschutzbund Deutschland übertragen. (nach wikipedia)
Klima
Fehmarn hat ein gemäßigtes ozeanisches Klima, das nach dem Köppen-System als Cfb klassifiziert wird und durch milde jahreszeitliche Schwankungen, hohe Luftfeuchtigkeit und gleichmäßige Niederschläge gekennzeichnet ist, die durch die Lage in der Ostseeregion und die Nähe zu atlantischen Luftmassen beeinflusst werden. Die umgebenden Gewässer mildern die Temperaturen und verhindern so extreme Wetterbedingungen, während häufige Westwinde zu einer relativ bewölkten und nebligen Atmosphäre beitragen, wobei etwa 60 bis 70 % des Jahres bewölkt sind.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei etwa 9,8°C, wobei die Wintermonate (Dezember bis Februar) durchschnittliche Höchsttemperaturen von 3 bis 5°C und Tiefsttemperaturen nahe 0°C aufweisen und aufgrund der maritimen Mäßigung selten unter -10°C fallen. Die Sommer (Juni bis August) sind kühl mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen von 20 bis 22°C und Tiefsttemperaturen von 13 bis 15°C. Im Juli wird die höchste Durchschnittstemperatur von etwa 17 bis 18°C gemessen. Frost tritt an etwa 40 bis 50 Tagen im Jahr auf, meist im Januar und Februar, während Hitzewellen mit Temperaturen über 30°C selten sind und durchschnittlich ein- bis zweimal pro Jahrzehnt auftreten.
Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 773 mm, verteilt sich relativ gleichmäßig, mit einem leichten Maximum im Sommer. Der August ist mit etwa 80 bis 90 mm der niederschlagsreichste Monat, häufig aufgrund von konvektiven Schauern, während der April mit 40 bis 50 mm der trockenste Monat ist. Es regnet an etwa 150 bis 170 Tagen im Jahr, wobei Schneeregen oder Schnee auf 20 bis 30 Tage im Winter beschränkt sind und selten mehr als 10 bis 20 cm fallen. Die Windgeschwindigkeit beträgt im Jahresdurchschnitt 15 bis 20 km/h, mit Spitzenwerten im Herbst, wenn gelegentlich Stürme von der Nordsee mit Windgeschwindigkeiten von 80–100 km/h auftreten. Die Sonnenscheindauer beträgt im Jahresdurchschnitt 1.600 bis 1.700 Stunden, am niedrigsten im Dezember (etwa 40 Stunden) und am höchsten im Juni (über 200 Stunden).
Klimadaten für Marienleuchte (10 m,. 1961 bis 1990)
| Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Mitteltemperatur (°C) | 0,3 | 0,2 | 2,1 | 6,3 | 10,8 | 14,8 | 17,0 | 17,0 | 14,0 | 9,6 | 5,6 | 2,4 | 8,3 |
| Niederschlag (mm) | 37 | 31 | 27 | 31 | 39 | 45 | 60 | 66 | 50 | 47 | 39 | 39 | 511 |
| Niederschlagstage > 1 mm | 15 | 12 | 10 | 11 | 10 | 10 | 12 | 12 | 11 | 13 | 13 | 14 | 143 |
| Potenzielle Verdunstung (mm) | 0 | 0 | 9 | 35 | 72 | 102 | 119 | 109 | 73 | 44 | 21 | 8 | 592 |
| Luftfeuchtigkeit (%) | 88 | 87 | 85 | 85 | 81 | 81 | 81 | 84 | 83 | 86 | 88 | 90 | 85 |
| Sonnenstunden pro Tag | 1,7 | 2,4 | 4,6 | 7,0 | 9,0 | 8,1 | 8,3 | 7,1 | 6,6 | 3,8 | 1,6 | 1,1 | 5,3 |
| Wassertemperatur (°C) | 3 | 2 | 2 | 5 | 9 | 13 | 17 | 18 | 15 | 12 | 9 | 5 | 9,2 |
Mythologie
Die Sagenwelt Fehmarns ist mit norddeutschen und dänisch-wagrischen Mythen und volkstümlichen Überlieferungen verbunden. Viele dieser Geschichten drehen sich um die wilde Ostsee, versunkene Städte, Geister, Riesen und die slawische Vergangenheit der Region.
Eine der bekanntesten Sagen berichtet von „de versunkene Stadt vör Fehmarn“ - einer großen, reichen Stadt, die einst östlich der Insel im Meer lag und wegen Hochmut und Gottlosigkeit von einer gewaltigen Flut verschlungen wurde. In stürmischen Nächten sollen Fischer noch immer die Glocken der versunkenen Kirchen unter Wasser läuten hören. Diese Sage hat Parallelen zu Vineta an der pommerschen Küste und zur Rungholt-Legende in Nordfriesland und wurde im 19. Jahrhundert besonders von Pastoren und Heimatforschern auf Fehmarn gesammelt.
Der Name der Stadt war Koseel oder Kosele (plattdeutsch, manchmal auch „Kosel“ geschrieben). Woher der Name kommt, ist nicht ganz geklärt. Mögliche Erklärungen, die auf Fehmarn selbst erzählt werden, beziehen sich auf das slawische Wort kozel für „Ziegenbock“ – angeblich sollen vor dem Untergang tausend Ziegenböcke auf den Kirchtürmen gebunden gewesen sein und gleichzeitig gebrüllt haben, als Zeichen göttlichen Zorns. Andere vermuten eine Verballhornung von Koseel für „kühle See“ oder „kalte See“. Manche sagen auch, es sei der alte slawische Name der Stadt gewesen, die vor der Christianisierung dort gelegen habe. In den gedruckten Sammlungen (zum Beispiel bei Johannes Plambeck oder im „Fehmarn-Buch“ von Carl Meier, 1928) wird sie fast immer „Koseel“ genannt.
Die bekannteste Formulierung der Sage lautet daher auf Plattdeutsch so: „Vör Fehmarn legg mol en grote, rieke Stadt, de heet Koseel. Se weer noch gröter as Lübeck un reiker as Hamborg. De Lüüd weern aver so övermötig, dat se Gott vergäten. Denn kemen een Nacht dreemol so hoge Wellen, un Koseel versünk mit all Lüüd un Türms. Un wenn dat nu richtig stürmt, denn höört man noch de Klocken von Koseel ünner Water läuten.“
Eine weitere bekannte Sage berichtet, dass ein gewaltiger Riese namens Femern oder Fehmar einst mit einem Fuß auf dem Festland (bei Heiligenhafen oder Oldenburg) und mit dem anderen auf der Insel stand. Als er wütend wurde, trat er so fest auf, dass die Insel sich vom Festland löste und erst durch die spätere Fehmarnsundbrücke (bzw. früher durch Fähren) wieder „verbunden“ wurde. Diese Riesensage erklärt volkstümlich, warum Fehmarn eine Insel ist.
Auf dem höchsten Punkt der Insel liegt die Ortschaft Burg auf Fehmarn. Im Mittelalter befand sich dort eine mächtige slawische Burganlage der Wagrier. Volkssagen behaupten noch bis ins 20. Jahrhundert, dass hier einst ein Heiligtum des vierköpfigen Gottes Swantewit (Svantevit) gestanden habe – ähnlich wie das große Heiligtum auf Arkona (Rügen). Obwohl archäologisch nicht belegt, hielt sich die Geschichte hartnäckig, dass die Christianisierung 1137 bis 1140 mit der Zerstörung eines Swantewit-Tempels auf dem Burgberg verbunden gewesen sei.
Zwischen 1237 und 1543 gehörte fast die gesamte West- und Nordhälfte Fehmarns dem Johanniterorden (später Malteser), mit Zentrum in Burg und dem großen Gutshof in Meeschendorf. Als 1542/43 die Reformation in Holstein eingeführt wurde und die Ordensniederlassung aufgelöst werden sollte, sollen die letzten Johanniterritter in einer einzigen Nacht einen riesigen Silberschatz vergraben haben: Kelche, Monstranzen, Reliquiare und Münzen aus mehreren Jahrhunderten. Der genaue Ort ist der Wulfener Berg (auch „Wulfener Hals“ genannt), die markante Erhebung nördlich von Wulfen, die damals noch eine richtige Halbinsel war. Die Sage nennt sogar eine genaue Stelle: „unter der großen Eiche, wo drei Feldgrenzen zusammenstoßen“ oder „wo der schwarze Stein liegt“.
Noch bis in die 1960er Jahre kamen regelmäßig Schatzsucher mit Wünschelruten und Spaten (meist aus Hamburg oder Lübeck). 1957 wurde tatsächlich ein kleiner Silberschmuck-Fund gemacht – ein mittelalterliches Kreuzanhängerchen –, was die Sage neu befeuerte. Die älteren Bauern in Meeschendorf und Wulfen sagen noch heute: „De Johanniter hebbt dat Süllern in’n Wulfener Barg versteken, un wenn de Klocken von Burg dreemol in’e Nacht slaat, denn danzt de witte Mönch dorvör un wiest den Weg.“ („Die Johanniter haben das Silber im Wulfener Berg versteckt, und wenn die Glocken von Burg dreimal in der Nacht schlagen, dann tanzt der weiße Mönch davor und zeigt den Weg.“)
Am südwestlichen Zipfel der Insel steht der Leuchtturm Flügge. Dort soll in stürmischen Nächten eine weiß gekleidete Frauengestalt erscheinen, die Seeleute warnt oder lockt. Sie wird Jungfer Anna oder de witt Anna von Flügge genannt. Der Überlieferung zufolge war die Tochter eines dänischen Adligen oder eines Leuchtturmwärters aus der Zeit um 1650 bis 1700. Sie hatte sich in einen schwedischen Offizier verliebt (manchmal auch in einen einfachen Fischer), der im Krieg fiel bzw. auf See blieb. Seitdem wartet sie jede stürmische Nacht am Kliff von Flügge auf seine Rückkehr. Wenn ihr weißer Umhang im Licht des Leuchtturms erscheint, ist das ein sicheres Zeichen für bevorstehenden Sturm – oder aber sie warnt die Fischer, nicht auszulaufen. In manchen Varianten wurde sie von schwedischen Soldaten während der Kriegswirren (wohl Torstensson-Krieg 1643 bis 1645 oder Karl-Gustav-Kriege 1658 bis 1660) vergewaltigt und ermordet und geht seitdem als ruheloser Geist umher.
In beiden Häfen (Burgstaaken und besonders der kleine Fischerhafen Orth) gab es bis in die 1950er Jahre sehr konkrete Nixen-Geschichten, die von den Fischern selbst geglaubt und weitererzählt wurden. In Orth hieß die Nixe Lütte Maren oder dat Marenke von de Orth. Sie hatte langes blondes Haar und saß abends auf den Dalben (Holzpfählen) und kämmte sich. Wer ihr zu nahe kam, wurde ins Wasser gezogen. Schutz bot nur ein Messer oder ein Stück Brot mit Salz, das man ins Wasser warf – dann ließ sie einen in Ruhe.
In Burgstaaken gab es sogar zwei Nixen: die „grote Waternix“ und ihre Tochter. Sie sangen so schön, dass Fischer nachts die Boote losmachten und aufs Meer ruderten, von wo sie nie zurückkehrten. Ein bekannter Fischer namens Hinrich Kruse aus Puttgarden soll 1897 nur knapp entkommen sein: Er warf sein Taschenmesser über Bord und hörte sofort, wie das Singen aufhörte und etwas „platschend“ wegschwamm. Noch in den 1930er Jahren steckten manche ältere Fischerfrauen ihrem Mann vor der Nachtfischerei ein kleines Stück Brot mit Salz in die Jackentasche– „för de Waternix“.
Der Fehmarn-Drache (das „See-Ungeheuer“ von der Westküste) wurde tatsächlich bis in die 1950er Jahre ernsthaft gesichtet, vor allem zwischen Westerbergen und Flügge sowie vor Marienleuchte, bei starkem West- oder Nordwestwind. Augenzeugen (zum Beispiel Fischer Hans Detlefsen aus Orth 1948 und Leuchtturmwärter vom Leuchtturm Flügge 1954) beschrieben ihn so: Langer, schlangenartiger Hals (ragt 2 bis 4 Meter aus dem Wasser), kleiner Kopf mit „leuchtenden Augen“ (oft rot oder grün), dunkler, glänzender Körper, manchmal mit „Flossen“ oder „Höckern“, Länge insgesamt geschätzt 8 bis 15 Meter.
Die meisten Sichtungen fanden bei Dämmerung oder in der Nacht statt, wenn Tang, Treibholz und Schaumkronen bizarre Formen bildeten. Trotzdem wurde die Geschichte so ernst genommen, dass die Kieler Nachrichten 1956 einen kleinen Artikel mit der Überschrift brachte: „Wieder Drache vor Fehmarn gesichtet – Fischer kehren um“.
Die Fischer nannten das Wesen einfach de Draak oder de Fehmarn-Draak. Einige ältere Leute verbanden ihn mit den alten slawischen Wassergeistern oder sogar mit dem mittelalterlichen Drachen, der im Fehmarn-Wappen vorkommt (der eigentlich ein Lindwurm ist). Erst in den 1970er Jahren, als mehr Fotos und bessere Beleuchtung kamen, verstummten die Sichtungen – aber in den Kneipen von Orth und Lemkenhafen wird noch heute manchmal geflüstert: „Wenn de Wind ut West kummt un de See richtig kacht, denn kummt he noch wedder …“
Geschichte
Fehmarn verdankt seine Entstehung der letzten Eiszeit und der nachfolgenden Litorinasenkung um -2000. Damals entstand der Fehmarnsund, der die Insel vom Festland trennte.
Neolithikum
Die erste dauerhafte Besiedlung begann um -4100 mit der Trichterbecherkultur (TBK). Die ersten neolithischen Bauern kamen höchstwahrscheinlich aus Wagrien über die damals nur 3 bis 5 km breite, teilweise versumpfte Sundstelle, die bei niedrigem Wasserstand zeitweise sogar zu Fuß passierbar war. Auf Fehmarn entstanden sofort große, langjährig bewohnte Dörfer mit mehreren Langhäusern. Fundplätze wie Orth, Puttgarden, Burgtiefe und Gold zeigen eine intensive landwirtschaftliche Nutzung mit Weizen-, Gerste- und Linsenanbau sowie Rinder-, Schweine- und Schafhaltung. Die Insel besaß eine der höchsten Dichten an Megalithgräbern in ganz Norddeutschland: Über 60 Großsteingräber sind bekannt, darunter eindrucksvolle Ganggräber und Dolmen (unter anderem bei Presen, Albertsdorf, Bögdorf und das einst riesige Gören-Dolmen). Diese Gräber belegen eine starke, wohlhabende und gut organisierte Gesellschaft.
Gegen -2800 wechselte die Bestattungssitte: Die Einzelgrabkultur löste die kollektiven Megalithgräber ab. Zahlreiche runde Grabhügel mit Einzelbestattungen und oft prächtigen Streitäxten entstanden (besonders gut erhalten im Lemkenhafener Wald und bei Dänschendorf). Gleichzeitig sind Einflüsse der Kugelamphorenkultur erkennbar, etwa durch charakteristische Tonkugel-Amphoren in Gräbern.
In der späten Jungsteinzeit (Dolchzeit, um -2300 bis -1700) blieb Fehmarn weiter dicht besiedelt, die Zahl der Fundplätze nimmt sogar zu. Typische Feuersteindolche und dicknackige Äxte belegen intensive Handelskontakte bis nach Jütland und Mitteldeutschland.
Bronzezeit
Die Bronzezeit (um -1700 bis -550) brachte einen deutlichen Wohlstandszuwachs. Fehmarn lag genau auf der Bernsteinroute und an der Schnittstelle zwischen nordischer und südlicher Bronzezeitkultur. Prunkvolle Hortfunde und Grabhügel zeugen davon. Besonders die ältere Bronzezeit (Periode II–III, um -1500 bis -1300) war eine Blütezeit: Riesige bronzezeitliche Grabhügel, teilweise über 5 m hoch und 40 m im Durchmesser, prägen noch heute die Landschaft (zum Beispiel der „Königshügel“ bei Petersdorf oder die Hügelgruppen bei Bannesdorf und Puttgarden). In diesen Hügeln fanden sich oft reiche Beigaben: Schwerter, Lanzen, Fibeln, Halskragen und Gürtelbleche aus Bronze, teilweise importiert aus Dänemark oder dem Lausitzer Kulturkreis. Auch bronzezeitliche Siedlungen sind nachgewiesen, etwa bei Püttsee und Todendorf.
In der jüngeren Bronzezeit (um -1000 bis -550) verstärkte sich der skandinavische Einfluss. Typische nordische Hausformen (dreischiffige Langhäuser) und Urnenfriedhöfe erscheinen. Gleichzeitig entstanden die ersten befestigten Siedlungen, darunter eine größere Wallanlage bei Burg („Burgwall“), die möglicherweise als Handels- und Kultplatz diente.
Eisenzeit und Antike
Die Eisenzeit (um -550 bis 400) zeigt eine nahezu lückenlose Fortführung der Besiedlung. In der vorrömischen Eisenzeit gehörte Fehmarn zum Kulturkreis der Jastorf-Kultur und stand in engem Kontakt mit Bornholm und Südjütland. Zahlreiche Urnengräberfelder (zum Beispiel bei Avendorf, Puttgarden und Lemkenhafen) und Siedlungen mit typischen eisenzeitlichen Langhäusern sind bekannt. Die Eisenverarbeitung war bereits etabliert, Eisenbarren und Werkzeuge wurden lokal hergestellt.
Mit Beginn der römischen Kaiserzeit (ab -27) erreichte der Wohlstand einen neuen Höhepunkt. Fehmarn lag am Rand des römischen Handelsnetzes (Bernsteinstraße). Importe aus dem Römischen Reich – Glasgefäße, Bronze- und Silberfibeln, römische Münzen (Denare) und sogar Terra-Sigillata-Keramik – fanden sich in reichen Gräbern, besonders in der Umgebung von Burg und Puttgarden. Die germanische Bevölkerung (vermutlich Angeln oder Sachsen) lebte in großen, wohlhabenden Dörfern mit bis zu 20 bis 30 Gehöften. Ein herausragendes Beispiel ist das Frauengrab von Puttgarden mit römischem Silberbecher und Goldringen. Auch Waffengräber mit Schwertern und Schilden zeigen den hohen Status einzelner Krieger.
Mittelalter
Die reichen Gräber der frühen römischen Kaiserzeit (Puttgarden, Burg, Lemkenhafen) endeten abrupt um 400 – ein Zeichen, dass der römische Fernhandel zusammenbrach. Gleichzeitig setzte eine starke Bevölkerungsbewegung ein: Teile der alteingesessenen germanischen Bevölkerung (vermutlich Angeln) wanderten nach Britannien ab (angelsächsische Landnahme ab etwa 450). Auf Fehmarn blieben jedoch deutliche Kontinuitätsspuren: Die großen Dörfer mit Langhäusern wurden weiter genutzt, aber die Beigabensitte veränderte sich. Statt römischer Importe traten nun skandinavisch-germanische Formen auf: Kreuzfibeln, Bügelfibeln, Schüsselfibeln und gleicharmige Fibeln vom Typ „Nydam“. Besonders auffällig sind Waffenbeigaben (Lanzen, Schilde, einschneidige Schwerter), die auf eine zunehmende Militarisierung hinweisen.
Die Insel gehörte in dieser Phase wohl zum Machtbereich der Warnen bzw. frühen Dänen. Archäologisch lässt sich das an der Keramik („Fehmarn-Waren“ mit skandinavischen Stilelementen) und an den ersten Runenfunden ablesen.
Vom 6. Jahrhundert an verstärkte sich die dänische Präsenz. Fehmarn wurde Teil des entstehenden dänischen Reiches und erhielt strategische Bedeutung als südlichster Vorposten gegenüber Sachsen und Slawen. Um das Jahr 700 entstand auf dem Burgberg die erste große Befestigung – ein mächtiger Ringwall mit Holz-Erde-Mauer und Graben, der als Garnison und Handelsstützpunkt diente. Gleichzeitig blühten geschützte Naturhäfen wie Lemkenhafen und Orth auf. Reiche Frauengräber mit ovalen skandinavischen Schalenfibeln, importierten Glasperlen und Silberhacksilber belegten, dass die Insel fest in das Ostseenetz zwischen Ribe, Haithabu und Staraja Ladoga eingebunden war.
Die eigentliche Blüte erlebte Fehmarn jedoch während der Wikingerzeit (etwa 800 bis 1050). Die Insel, altdänisch Fembrn oder Femarn, gehörte nun eindeutig zum dänischen Reich und bildete zusammen mit Lolland und Falster einen eigenen Verwaltungsbezirk. Der Hacksilberschatz von Bisdorf – über 400 Münzen, die jüngste Prägung stammte aus den Jahren 946/47 – war einer der größten Silberschätze Schleswig-Holsteins und zeigte, wie viel Reichtum hier zusammenfloss. In Staberdorf, Puttgarden und Burg entstanden große, wohlhabende Siedlungen mit Langhäusern, Bronzegusswerkstätten und Kammmacher-Werkstätten. Es wurden fränkische Keramik, Wetzsteine aus Norwegen und sogar Lavamühlsteine aus der Eifel importiert. Kriegergräber mit prächtigen Schwertern, Reitersporen und Runen-Inschriften zeugten von einer militärisch starken Oberschicht. Zwei erhaltene Runenstein-Fragmente aus Lemkenhafen und Burg waren die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Insel.
Politisch und militärisch war Fehmarn ein dänischer Brückenkopf. Von hier aus kontrollierten die dänischen Könige den Fehmarnsund – damals teilweise nur 800 Meter breit – und starteten Raub- und Tributzüge nach Wagrien und Holstein. Gleichzeitig kamen erste slawische Händler und Siedler: Ab etwa 750 tauchte obodritische Keramik auf, und im 10. und 11. Jahrhundert verstärkte sich der slawische Einfluss merklich – erkennbar an Ortsnamen wie Püttsee, Vitzdorf oder Todendorf und an typischer slawischer Keramik.
Die Christianisierung erreichte die Insel erst spät. Erst Harald Blauzahn ließ um das Jahr 960 die ersten Missionare kommen. Die ältesten Kirchen entstanden um 1050 bis 1100 zunächst als einfache Holzbauten, bald darauf in Feldstein: Petersdorf, Burg und Landkirchen. Ein gotländischer Taufstein mit Runeninschrift in Burg aus dem 11. Jahrhundert war das älteste erhaltene kirchliche Kunstwerk der Insel.
Im Jahre 1022 wurde die Insel dem Bistum Odense auf Fünen unterstellt. 1076 erfolgte die Erstnennung der Insel Fembre durch den Chronisten Adam von Bremen. Er erzählte in seiner „Hamburgischen Kirchengeschichte“ (Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum) von den slawischen Bewohnern und dem Reichtum der Insel an Getreide und Feldfrüchten, doch auch von der Seefahrt und der damit verbundenen Seeräuberei. Der Slawenchronist Helmold fügte hundert Jahre später wewitere Details über das Leben der Insulaner hinzu.
Um das Jahr 1100 stand Fehmarn an einem Wendepunkt. Die großen offenen wikingerzeitlichen Dörfer wurden aufgegeben, die Siedlungen zogen sich in die heutigen Ortskerne zusammen. Die Bevölkerung war nun ethnisch gemischt: Dänen, Sachsen und zunehmend Wagrier und Obodriten lebten nebeneinander. Politisch blieb die Insel bis 1143 dänisch, doch der slawische und deutsche Einfluss wuchs unaufhaltsam. Adam von Bremen nannte sie um 1075 noch ausdrücklich „insula Fembre“ des dänischen Königs; nur wenige Generationen später wurde sie zum Schauplatz der Kämpfe zwischen Dänen, Slawen und Holsten.
Die erste Erwähnung eines Gotteshauses bei Puttgarden erfolgte im Jahr im Jahr 1198. Im 13. Jahrhundert wurden weitere Kirchen in Bannesdorf, Burg, Landkirchen und Petersdorf erbaut. Das um 1230 verfasste „Erdbuch“ des dänischen Königs Waldemar II. beschrieb die Dörfer auf der Insel nebst deren Bewohnerschaft und unterschied zwischen Slawen oder Kolonisten. Auch die Stadt Burg wurde genannt. Sie führte den Namen „to der Borch uppe Vemeren“ nach einer wohl ursprünglich slawischen, später von Kolonisten ausgebauten Befestigung am Stadtrand, von der allerdings keine Überbleibsel erhalten sind.
Die zum Herzogtum Schleswig gehörige Insel wurde 1326 dänisches Lehen der Grafen von Holstein. Als am 28. Juni 1420 König Erich der Pommer mit 700 Schiffen und 3000 Söldnern vor der fehmarnschen Westküste aufkreuzte, konnte er mit Hilfe Lübscher „Bombardis“ unter erheblichen Verlusten abgeschlagen werden. Nach der Verspottung durch die Fehmaraner mit den Worten „Wenn de Koh kann Siede spinnen, sall König Erich unser Land gewinnen“ (etwa „Erst wenn die Kuh anfängt, Seide zu spinnen, kann es dem König Erich gelingen, unser Land zu gewinnen“) gelang diesem jedoch am 1. Juli bei der Fährschanze am Sunde der Landgang. Der gebürtige Fehmaraner und Prorektor der Kieler Universität, Doktor Christian Kortholt, gab 1695 die Zahl der Toten dieser Schlacht mit 4000 an (1500 Dänen und Schweden sowie 2500 Insulaner). Schon vier Jahre später gelang jedoch die Rückeroberung durch die Holsteiner und Graf Adolf VIII. förderte eine Neubesiedlung mit überwiegend Dithmarscher Bauerngeschlechtern.
Frühe Neuzeit
Nach der Teilung Schleswig-Holsteins 1544 gehörte Fehmarn zunächst zum königlich-dänischen Anteil, wurde aber 1565 von König Friedrich II. seinem Halbbruder Johann dem Jüngeren, Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg, als Lehen übergeben. Damit begann die fast hundertjährige Phase der herzoglich-sonderburgischen Lehnsherrschaft.
Am 3. Mai 1580 verlieh Herzog Johann der Jüngere der Insel eine eigene blaue Lehnsfahne mit goldener Krone, die noch heute vor unzähligen Häusern weht. Die Krone war bereits seit Mitte des 14. Jahrhunderts im Fehmarner Siegel bekannt und symbolisierte die alte Sage, dass die Insel einst von einem König als „Krone der Ostsee“ bezeichnet worden sei. Die Fahne war mehr als ein Stück Stoff: Sie war das sichtbare Zeichen der besonderen Rechte und der direkten Bindung an den Herzog, nicht an den König in Kopenhagen.
Die Bauern Fehmarns waren damals noch leibeigen, zahlten jedoch keine Fronen wie auf dem Festland. Sie besaßen ihre Höfe erblich und hatten ein eigenes Gericht (das „Fehmarnsche Landrecht“). Der herzogliche Vogt saß in Burg, und die 36 „Landreiter“ (gewählte Vertreter der Bauern) bildeten eine Art Inselparlament.
Der Dreißigjährige Krieg traf Fehmarn mit voller Wucht. 1627 zog Wallenstein durch Holstein, und kaiserliche Truppen unter General Heinrich von Schlick besetzten die Insel. Am 23. August 1627 stürmten sie die Burg Glambek (das alte herzogliche Schloss auf dem Burgberg), plünderten sie und brannten sie nieder. Die Burg wurde nie wieder aufgebaut; ihre Steine verwendete man später für die neuen Kirchen.
Ein Jahr später, im September 1628, landete ein dänisches Heer unter König Christian IV. in Lemkenhafen, um die Insel zurückzuerobern. Die kaiserlichen Truppen hatten sich jedoch verschanzt und schlugen die Dänen blutig zurück. Die Insel wurde danach systematisch ausgeplündert; viele Bauern flohen nach Lolland oder auf das Festland. Die Bevölkerung sank zeitweise auf unter 2.000 Menschen.
Nach der Niederlage Dänemarks im Torstensson-Krieg (1643 bis 1645) fiel Fehmarn 1643 an Schweden. Im Sommer 1644 lag eine schwedische Flotte unter Admiral Claes Fleming vor der Insel. Am 29. Juni 1644 beschossen schwedische Kriegsschiffe vom Fehmarnsund aus die kleine Opfer- und Dankkapelle Peter und Paul am Puttgardener Strand, die seit dem 13. Jahrhundert dort stand. Die Kapelle, die nach einem Schiffsunglück errichtet worden war, wurde vollständig zerstört. Ihre Steine wurden später für den Bau des Leuchtturms Marienleuchte verwendet.
Bereits vor dem Krieg hatte Herzog Johann Adolf 1617 die „Conformatio Libertatis“ erlassen, eine Urkunde, die die Rechte der Fehmarner Bauern massiv stärkte. Die Leibeigenschaft wurde endgültig abgeschafft, die Höfe wurden freies Eigentum, und die Insel erhielt das Recht, ihre eigenen Richter und Landreiter zu wählen. Nach dem Krieg wurde diese Urkunde 1662 von Christian Albrecht von Gottorf noch einmal bestätigt und erweitert. Fehmarn wurde damit zu einem der wenigen Gebiete in Nordeuropa, in dem die Bauern fast vollständig frei waren, lange bevor die Bauernbefreiung auf dem Festland begann.
Um 1700 lebten etwa 4.500 Menschen auf Fehmarn, fast ausschließlich freie Bauern und Fischer. Es gab keinen Adel mehr auf der Insel; die alten Adelsgüter waren im Krieg untergegangen. Die vier Hauptkirchen (Burg, Petersdorf, Landkirchen und Bannesdorf) wurden nach 1650 neu gebaut oder erweitert, meist im schlichten barocken Stil. Die Peter-Pauls-Kirche in Burg erhielt 1685 ihren markanten Turm. Die blaue Fahne mit der goldenen Krone wehte nun vor fast jedem Hof; sie war das Symbol der stolzen, freien Bauerngemeinschaft. Die Insel war arm, aber frei, und ihre Bewohner blickten mit einigem Stolz auf das Festland, wo die Bauern noch lange Leibeigene blieben.
Dänische Herrschaftszeit
1713 besetzten Truppen Frederiks IV., des Königs von Dänemark und Norwegen, im Großen Nordischen Krieg (1700 bis 1721) die noch nicht ihm gehörigen Anteile von Schleswig, so auch die Insel Fehmarn. 1720 wurden dem dänischen König im Frieden von Frederiksborg die ungeteilten Herrschaftsrechte im gesamten Herzogtum Schleswig zugesprochen. Am 22. August 1721 legten auch die Fehmaraner auf Schloss Gottorf den Huldigungseid auf ihren neuen Landesherrn ab. Der dänische König wurde in seiner Funktion als Herzog von Schleswig (es handelte sich um eine Personalunion) durch einen auf Schloss Gottorf residierenden Statthalter vertreten. Die lokalen Verwaltungsinstanzen blieben jedoch unverändert bestehen. Damit blieb die relativ eigenständige Landschaftsverfassung für Fehmarn erhalten. Es gab keine Leibeigenschaft und ein Adelsverbot, die Selbstverwaltung in den Kirchspielen nach dem Fehmarnschen Landrecht, landschaftliche Kriminalgerichte der Kirchspiele selbst über Leben und Tod. Burg hatte sein Lübsches Recht. Es folgte eine achtzigjährige Friedensperiode. Die Schiffe segelten unter der Flagge des neutralen Danebrog.
Die Bauern behielten ihre Freiheit und ihr eigenes Gericht. Der dänische König bestätigte 1736 noch einmal ausdrücklich die Conformatio Libertatis. Die Insel wurde nun direkt von einem Amtmann in Burg verwaltet, der jedoch nur eingeschränkt in die inneren Angelegenheiten eingreifen durfte.
Die Napoleonische Zeit brachte für Dänemark den Krieg gegen England auf der Seite Frankreichs – es musste seine gesamte Flotte an England abtreten. Auf der Insel Fehmarn kam es jedoch zu keinen Kampfhandlungen. Die Insel verblieb nach dem Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 weiterhin beim dänischen Gesamtstaat.
1815 erschien das erste Fehmarnsches Tageblatt unter dem Namen Fehmarnsche Korrespondenz. Am 28. Oktober 1832 wurde der neu errichtete Leuchtturm Marienleuchte in Dienst gestellt. Seinen Namen erhielt er von der dänischen Königin Marie von Hessen-Kassel. Sie soll mit ihrem Ehegatten, König Friedrich VI. (Dänemark und Norwegen), bei der Einweihung persönlich anwesend gewesen sein. Auf der Südseite des alten Turmes befindet sich das königlich dänische Wappen.
Zum Tod des dänischen Königs Christian VIII. am 20. Januar 1848 läuteten die Totenglocken auf Fehmarn drei Wochen lang zweimal täglich zwei Stunden. Sein Tod löste den Schleswig-Holsteinschen Krieg (1848 bis 1851) aus, bei dem es um eine Loslösung von der dänischen Krone ging: Die deutschgesinnten Schleswiger wollten dem Deutschen Bund beitreten. Die Errichtung einer Fehmarnschen Küstenmiliz hatte Kriegsminister Prinz von Noer als Mitglied der Provisorischen Regierung Schleswig-Holstein dem Gutsbesitzer von Katharinenhof, Baron von Leesen, übertragen. Dieser nahm am 15. April 1848 den dänischen Kapitän von Dircking-Holmfeld fest, der aufklären wollte, ob auf der Insel noch „dänische Sympathien“ vorhanden seien. Bei dieser Festnahme wurde ein dänischer Matrose erschossen. Als am 17. Juli 1850 einige hundert dänische Soldaten bei Katharinenhof landeten, floh Baron von Leesen.
Der damalige Fehmarnsche Amtmann Ludwig Friedrich Carl Wilhelm von Moltke (ein Bruder des preußischen Feldmarschalls) war zwar eigentlich als dänischer Beamter angestellt, hatte aber offensichtlich ebenfalls die Seiten gewechselt und im Sinne der provisorischen Regierung in Kiel 1848 ein Statut zur Volksbewaffnung für die Landschaft Fehmarn gegen die Dänen unterzeichnet. Der Aufstand führte für die Schleswig-Holsteiner letztlich nicht zum Erfolg; von Moltke wurde daher 1851 aus dem Dienst entlassen. Im Jahre 1854 fand am 27. Januar auf dem Köppelberg bei Petersdorf die letzte Hinrichtung nach dem Neuen Fehmarnschen Landrecht vor mehr als 3000 Zuschauern statt.
Die neue dänische Novemberverfassung von 1863 löste den Deutsch-Dänischen Krieg aus, der ab Februar 1864 von Preußen und Österreich im Namen des Deutschen Bundes gegen Dänemark geführt wurde. Am 15. März 1864 eroberten preußische Truppen Fehmarn, wobei zwei dänische und ein preußischer Soldat getötet wurden. Noch am selben Tag huldigten die Fehmaraner auf dem Burger Markt in feierlicher Weise dem Prinzen Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein in dem Glauben, er werde ihr neuer Herzog. Im Frieden von Wien (1864) trat Christian IX. die Herzogtümer an Österreich und Preußen ab. Fehmarn wurde wie ganz Schleswig 1867 preußische Provinz. Damit endete nicht nur die 150-jährige dänische Herrschaft auf der Insel Fehmarn, sondern auch das traditionsreiche Fehmarnsche Selbstverwaltungsrecht.
Preußische Herrschaftszeit
In den Morgenstunden des 15. März 1864 stürmten 160 Preußen unter Hauptmann von Mellenthin die Insel und überraschen die Dänen, die im Hotel Wisser am Burger Marktplatz residierten, im Schlaf. Nach kurzem Feuergefecht, das zwei Menschenleben kostete, wurde Fehmarn preußisch. Fischer Friedrich Stüben aus Heiligenhafen hatte die Preußen als Lotse über den Fehmarnsund gebracht und dafür ein Pferd und einen Ehrensold von zehn Goldmark erhalten. 1867 wurde die preußische Gemeindeverfassung eingeführt und Fehmarn dem Kreis Oldenburg in Holstein zugeschlagen. Fünf Jahre später, in der Nacht vom 12. auf den 13. November 1872 überraschte eine Sturmflut die Inselbewohner. In Orth wurde damals ein Wasserstand von 2,7 m über Normal Null gemessen.
Die Inselbahn zum Nordstrand mit der Weiterführung nach Lolland und Kopenhagen wurde bereits 1863 vom Wasserbau-Ingenieur Gustav Kröhnke geplant und durch den dänischen König genehmigt. Kriege verhinderten allerdings vorerst die Verwirklichung. Erst am 7. September 1905 wurde eine normalspurige Schienenstrecke mit einer Länge von 21 km von Fehmarnsund über Wulfen, Burgstaaken, Burg, Landkirchen und Petersdorf bis zur Endstation Orth eröffnet. 1881 entstand der 10.000 Quadratmeter große Hafen von Orth.
Weltkriegsära
Als der Erste Weltkrieg ausbrach, gehörte Fehmarn noch zum Kreis Oldenburg in Holstein und damit zum Deutschen Reich. Die Insel wurde sofort militärisch gesperrt. Der Fehmarnsund wurde vermint, an den Stränden entstanden Beobachtungsposten und Küstenbatterien (vor allem bei Marienleuchte, Staberhuk und am Grünen Brink). Die Kaiserliche Marine richtete in Orth eine Seefliegerstation ein, von der aus Wasserflugzeuge die westliche Ostsee überwachten. Für die Zivilbevölkerung begann eine harte Zeit: Lebensmittel wurden rationiert, Pferde und Boote requiriert. Viele junge Männer – darunter fast die gesamte Fischerflotte von Orth und Burgstaaken – dienten in der Marine. 163 Fehmaraner fielen, ein hoher Blutzoll für eine Insel mit damals nur knapp 7.000 Einwohnern. Am 9. November 1918 hisste man in Burg die rote Fahne; Matrosen des Kieler Aufstands erreichten die Insel und verhafteten kurzzeitig den Landrat. Die Revolution blieb jedoch friedlich und kurz.
Die Nachkriegsjahre brachten schwere wirtschaftliche Krisen. Die Inflation 1923 traf die Insel besonders hart, weil viele Bauern und Fischer in Naturalien wirtschafteten und kaum Bargeld besaßen. Gleichzeitig wuchs der Fremdenverkehr. Fehmarn wurde als „preiswerte“ Alternative zu Sylt und Travemünde entdeckt. Bädervillen entstanden in Burgtiefe und am Südstrand. Und 1921 wurden Pläne zur Errichtung der Sundbrücke erarb eitet. Politisch war die Insel konservativ-national gesinnt. Die NSDAP gewann schon früh starken Zulauf, vor allem unter den arbeitslosen Fischern und den verschuldeten Bauern. Bei der Reichstagswahl im März 1933 erhielt sie auf Fehmarn über 63 % – deutlich mehr als im Reichsdurchschnitt. Der 1. Mai 1933 wurde mit einem riesigen Aufmarsch in Burg gefeiert, jüdische Sommergäste wurden bereits im Sommer 1933 massiv schikaniert. Die wenigen jüdischen Familien (unter anderem in Burg und Petersdorf) wanderten bis 1938 aus oder wurden später deportiert.
Im Jahr 1932 sank das Segelschulschiff Niobe vor der Küste des „Grünen Brinks“, woran ein Denkmal erinnert. Von ursprünglich 40 Landgemeinden waren nach Eingemeindungen zum 1. April 1937 noch sechs übrig.
Ab 1939 wurde Fehmarn erneut zur Festung ausgebaut. Der Plan, den Fehmarnsund mit einer Brücke zu überspannen, wurde 1939 beschlossen, aber erst 1941 ernsthaft begonnen – als Teil der strategischen Verbindung nach Dänemark. 1940, nach der Besetzung Dänemarks, verlor die Insel kurzfristig an Bedeutung, doch schon 1943 wurde sie in den „Atlantikwall“ einbezogen. Es entstanden über 120 Bunker und Stellungen (vor allem am West- und Südstrand). Die Küstenbatterie „Marienleuchte“ erhielt vier 15-cm-Geschütze. Bei Alt-Puttgarden und Grüner Brink wurden gewaltige Flak-Stellungen mit 8,8-cm- und 10,5-cm-Geschützen errichtet. Die Inselbevölkerung wurde teilweise zwangsumgesiedelt (darunter der gesamte Ort Puttgarden).
Ab 1943/44 diente Fehmarn als Durchgangs- und Lazarettstation für verwundete Soldaten aus dem Ostfeldzug. In den Schulen von Burg und Landkirchen lagen Hunderte Verwundete. Im Frühjahr 1945 wurde die Insel zum Fluchtziel. Tausende Ostpreußen, Pommern und Balten kamen mit Kuttern und Fischerbooten über die Ostsee. In Burgstaaken und Orth herrschte chaotischer Andrang; die Einwohnerzahl schwoll zeitweise auf über 25.000 Menschen an.
Am 4. Mai 1945 erreichte die Nachricht von der Teilkapitulation der Wehrmacht in Nordwestdeutschland, Dänemark und den Niederlanden die Insel. Die deutschen Truppen auf Fehmarn (etwa 8.000 Mann) kapitulierten kampflos. Am 8. Mai 1945 marschierten britische Truppen (Teile der 6. Airborne Division) von Heiligenhafen kommend über die noch unfertige Fehmarnsundbrücke (die Arbeiter hatten in letzter Minute die Sprengung verhindert) und besetzten die Insel. Es gab keine Kämpfe. Die Bunker wurden gesprengt oder verschlossen, die Flak-Geschütze verschrottet. Tausende Flüchtlinge blieben zunächst auf der Insel; viele wurden in den folgenden Jahren in Schleswig-Holstein verteilt.
Am 7. Mai 1945, dem Tag der Unterzeichnung der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, erreichten die ersten britischen Truppen den Burger Marktplatz. Fehmarn wurde gegen den Willen Stalins durch das Engagement Sir William Strangs, Baron of Stonesfield, britisches Besatzungsgebiet („Up ewig ungedeelt“). Auf der Insel wurde durch die englische Besatzungsmacht ein Kriegsgefangenenlager für deutsche U-Bootfahrer errichtet.
Moderne Zeit
Im Jahre 1946, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde Preußen von den Alliierten aufgelöst; Fehmarn wurde Teil des neu gegründeten Landes Schleswig-Holstein. Überlegungen, die Insel der SBZ zuzuschlagen, wurden durch Baron Strang of Stonesfield verhindert.
Am 4. Januar 1960 war Baubeginn der „Vogelflugline“. Einen ersten Spatenstich gab es eingedenk des „abgebrochenen“ Stiels vom 14. September 1941 durch den damaligen Reichsminister Todt nicht. Das Strukkamper Eisenbahn- und Straßenviadukt sowie eine unvollendete Felsenmole westlich des heutigen Fährhafens Puttgarden waren die einzigen Relikte dieser Bauzeit mit dem verordneten Baustopp nach der Niederlage der deutschen Armee in Stalingrad im Januar 1943.
Der Bau der Fehmarnsund-Brücke als Teil der Vogelfluglinie im Jahr 1963 bewirkte einen vollkommenen Strukturwandel des Verkerhrs und des Lebens auf der Insel. Nun kamen 2000 Vogelfluglinien Arbeiter nach Fehmarn, die Gastronomie erlebte eine Art „Goldrausch“. „Riesige amerikanische Scraper beherrschten die schmalen Straßen. Der eiszeitlich aufgeschobene Wulfner Berg wurde gekappt, um die 1200 Meter lange und 23 Meter hohe Auffahrtsrampe mit Moränen Kies aufzufüllen. Sieben Pfeiler tragen heute die elegante, 963 Meter lange Brücke. Die Hauptschiffsöffnung von 240 Metern wird in genialer Gewölbetechnik von einem 69 Meter hohen stählernen Hohlkastenbügel überspannt, an dem 80 netzförmig verspannte Stahltrosse die 21 Meter breite Eisenbahn- und Autotrasse halten.“
In der Folgezeit blühte das kulturelle Leben auf. Zwischen dem 4. und 6. September 1970 fand auf Fehmarn das letzte Konzert des Musikers Jimi Hendrix statt. Später wurde dort ein Gedenkstein platziert. Noch heute werden hier regelmäßige Revival-Festivals durchgeführt. 1978 war Fehmarn von der Außenwelt abgeschnitten: während der Schneekatastrophe 1978/79 war die Verbindung zum Festland zeitweise unterbrochen und Technisches Hilfswerk und Bundeswehr mussten helfen.
Um 1980 wurde die Stadt Burg mit ihrem Badestrand auf Burgtiefe ein Ostseeheilbad. Die Landgemeinden fanden im Jahr 1994 ihre Anerkennung als Erholungsort. 1995 entstand der städtische Bauhof im Industriegebiet, der sich bis dahin lange Jahre im stillgelegten, städtischen Elektrizitätswerk der Orthstraße befunden hatte. 1996 wurde der Schleswig-Neubau am Burger Wiesenweg abgerissen und ein roter Backstein-Neubau mit Büroräumen des Stadtbauamtes, der Kämmerei sowie der Steuer-und Personalabteilung entstand.
Am 1. Januar 2003 wurde die Stadt Fehmarn innerhalb des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein durch die Fusion aller damaligen Gemeinden der Insel gebildet. Bis Ende 2002 gab es auf der Insel Fehmarn vier Gemeinden (Bannesdorf, Burg, Landkirchen, Petersdorf). Angeschoben von einigen Gemeindevertretern der Landgemeinden entstand eine Diskussion über eine Gemeindezusammenlegung. Da das Pro und Kontra quer durch alle Parteien ging, beschlossen die Gemeinden eine Befragung der Bevölkerung durchzuführen. Die hohe Zustimmung überraschte alle und führte so zur Bildung der Stadt „Fehmarn“ und somit wurde auch Burg, das bereits seit dem 16. Jahrhundert Stadtrecht genoss, ein Stadtteil der die ganze Insel umschließenden Stadt. Mit der Durchführung der Fusion wurde der einzige hauptamtliche Bürgermeister der Insel, Klaus Tscheuschner, beauftragt. Als vereinzelt Befürchtungen aufkamen, dass die neue Stadt mit Klaus Tscheuschner, dem damaligen Bürgermeister der Stadt Burg, als Bürgermeister der gesamten Insel zu stark auf Burg ausgerichtet sein könnte, verzichtete dieser auf eine Kandidatur. Als erster Bürgermeister der Stadt Fehmarn wurde der parteilose Otto-Uwe Schmiedt gewählt, der sich unter anderem gegen einen gemeinsamen Kandidaten von CDU und SPD durchsetzen konnte. Das Rathaus befindet sich auf dem Burger Marktplatz.
Fehmarn erlebte während der Coronazeit strenge lokale Maßnahmen, beginnend mit einem Zugangsverbot ab dem 16. März 2020 für Nichtansässige, um die begrenzten medizinischen Kapazitäten der Insel zu schützen. Die Polizei kontrollierte die Zufahrten, und Verstöße waren strafbar. Bis Mai 2020 galt ein Einreiseverbot für Nichtansässige. 2021 wurden Impfaktionen durchgeführt. In lokalen Medien und sozialen Netzwerken gab es Berichte über gröbere Frustrationen bezüglich der strengen Regelungen, aber keine größeren Proteste oder offenem Widerstand wie in manchen anderen Regionen. Ab August 2022 fielen Einschränkungen wie 3G-Regeln vollständig weg, Das Leben normalisierte sich allerdings nur langsam wieder.
Verwaltung
Fehmarn ist seit 1. Januar 2003 Inselgemeinde im Status einer amtsfreien Stadt im Landkreis Ostholstein innerhalb des Bundeslandes Schleswig-Holstein der Bundesrepublik Deutschland.
Herrschaftsgeschichte
- -6. Jahrhundert bis 4. Jahrhundert germanische Stammesgemeinschaften
- 4. Jahrhundert bis um 750 Stammesgemeinschaften der Warnen und Dänen
- um 750 bis um 800 Stammesgemeinschaft der slawischen Wagrier (Vagry)
- um 800 bis 811 Reich der Franken (Regnum Francorum)
- 811 bis 958 Dänisches Reich (Regnum Danorum)
- 958 bis 1138/39 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 1138/39 bis 1170/80 Herzogtum Sachsen (Ducatus Saxoniae)
- 1170/80 bis 22. Juli 1227 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 22. Juli 1227 bis 13. November 1325 Grafschaft Schauenburg-Holstein
- 13. November 1325 bis 5. Juni 1460 Grafschaft Holstein-Rendsburg
- 5. Juni 1460 bis 28. Mai 1565 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 28. Mai 1565 bis 20. Oktober 1628 Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg
- 20. Oktober 1628 bis 1. September 1633 Heiliges Römisches Reich (Sacrum Romanum Imperium)
- 1. September 1633 bis 6. August 1643 Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg-Norburg
- 6. August 1643 bis 24. Oktober 1645 Königreich Schweden (Konungariket Sverige)
- 24. Oktober 1645 bis 15. Februar 1658 Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf
- 15. Februar 1658 bis 30. Mai 1660 Königreich Schweden (Konungariket Sverige)
- 30. Mai 1660 bis 13. März 1689 Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf
- 13. März 1689 bis 20. September 1713 Herzogtum Schleswig-Holstein-Soinderburg-Plön
- 20. Sepotember 1713 bis 15. März 1864 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 15. März 1864 bis 17. Januar 1867 Königreich Preußen
- 17. Januar 1867 bis 31. Dezember 1870 Kreis Oldenburg in Holstein, Provinz Schleswig-Holstein im Königreich Preußen
- 1. Januar 1871 bis 9. November 1918 Kreis Oldenburg in Holstein, Provinz Schleswig-Holstein im Deutschen Kaiserreich
- 9. November 1918 bis 5. Mai 1945 Kreis Oldenburg in Holstein, Bundesland Schleswig-Holstein, Deutsches Reich
- 5. Mai 1945 bis 23. Mai 1949 Kreis Oldenburg in Holstein, Bundesland Schleswig-Holstein, Britische Besatzungszone
- 23. Mai 1949 bis 1. Januar 1970 Kreis Südtondern, Bundesland Schleswig-Holstein, Bundesrepublik Deutschland
- seit 1. Januar 1970 Kreis Ostholstein, Bundesland Schleswig-Holstein, Bundesrepublik Deutschland
Legislative und Exekutive
Die Stadtvertretung hat 23 Sitze. Die Sitzungen finden im Senator-Thomsen-Haus in Burg statt. Wichtiger als die Fraktion ist oft die Herkunft der Abgeordneten. Obwohl in Burg in etwa ebensoviele Menschen wie auf dem Rest der Insel wohnen, kommt die Mehrheit der Abgeordneten vom Land (also aus den ehemaligen Gemeinden Bannesdorf, Landkirchen und Westfehmarn), was vor allem auf die Freien Wähler zurückzuführen ist, deren sechs Abgeordnete allesamt vom Land kommen.
Inseloberhaupt
Höchster Repräsentant der Gemeinde Fehmarn ist derBürgermeister.
Bürgermeister von Fehmarn
- 2003 - 2015 Otto-Uwe Schmiedt
- seit 1 Mai 2015 Jörg Weber (SPD)
Politische Gruppierungen und Wahlen
Während der Legislaturperiode kam es zu mehreren Veränderungen der Fraktionen: Christiane Dittmer trat aus der FDP aus und schloss sich als parteilose Stadtvertreterin der CDU-Fraktion an. Rainer Haselhorst wechselte von der CDU zu den Freien Wählern. Gunnar Mehnert und Hans-Peter Thomsen traten aus der SPD aus und gründeten die WUW-Fraktion („Wir unternehmen was“). Somit hat die CDU derzeit (Stand Dezember 2014) 7 Sitze, die SPD und FWV jeweils 6 Sitze, Grüne und WUW jeweils 2 Sitze.
Gemeindewahlen 2018 und 2023
| Freie Wähler (FWV) | 15,5 % | 34,8 % |
| CDU | 27,8 % | 24,3 % |
| SPD | 28,0 % | 17,3 % |
| Grüne | 10,2 % | 11,5 % |
| FDP | 5,4 % | 4,5 % |
Internationale Politik
Partnerstädte von Fehmarn sind:
- Neringa (Litauen)
- Orth an der Donau (Österreich)
- Rødby (Dänemark)
Justizwesen und Kriminalität
Fehmarn war bis weit ins 19. Jahrhundert ein Flickenteppich aus Gerichten und Rechtsordnungen. Weil die Insel jahrhundertelang zwischen Johannitern, dänischer Krone, Lübeck und holsteinischen Adelshäusern aufgeteilt war, gab es kein einheitliches Gesetz und oft auch keine einheitliche Strafe.
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit richteten die Johanniter in Petersdorf ihr eigenes Ordensgericht, dänische Lehnsherren sprachen Recht auf ihren Gütern, und in Burg gab es ein städtisches Gericht mit lübischem Recht. Schwere Verbrechen – Mord, Raub, Hexerei, Kindsmord – wurden auf dem Galgenberg bei Petersdorf verhandelt und vollstreckt. Der Hügel mit dem danebenliegenden Teich Ratssoll war bis ins 18. Jahrhundert die zentrale Hinrichtungsstätte der Insel. Noch 1772 wurde dort ein Fischer aus Orth wegen Mordes an seiner Frau öffentlich gehenkt; die letzte bekannte Ertränkung im Ratssoll (für eine Magd aus Bannesdorf, die ihr Neugeborenes getötet hatte) soll 1698 stattgefunden haben.
Erst 1770, als Fehmarn endgültig dänisch wurde, entstand mit dem „Königlich Dänischen Fehmarnschen Gericht“ in Burg ein zentrales Gericht. Der Hardesvogt war Richter, Polizist und Steuereintreiber in einer Person. Das alte Gerichtsgebäude in der Breite Straße steht noch (heute Heimatmuseum). Berüchtigt ist der Fall von 1836: Der Fischer Hans Nissen aus Lemkenhafen wurde wegen wiederholten Netzdiebstahls zu 60 Peitschenhieben und lebenslanger Zwangsarbeit im Zuchthaus Rendsburg verurteilt – eine der härtesten Strafen, die je auf der Insel verhängt wurden.
Nach 1864 (Übergang an Preußen) wurde 1879 das Amtsgericht Burg auf Fehmarn eröffnet – zunächst im Rathaus, ab 1912 im eigenen prächtigen Backsteinbau neben dem Rathaus. Es war bis 1976 eigenständig und zuständig für die gesamte Insel. Dann wurde es aufgelöst und Fehmarn dem Amtsgericht Oldenburg zugeteilt. Seit 2017 gibt es auf der Insel überhaupt keine eigene Gerichtsbarkeit mehr – alle Verfahren laufen über das Amtsgericht Heiligenhafen.
Früher drehten sich die meisten Verbrechen um Fischerei und Armut: Netz- und Bootdiebstahl, Schmuggel (besonders in der dänischen Zeit), Schlägereien in der Heringszeit und gelegentlich ein Mord aus Eifersucht oder Schulden. Hexenprozesse gab es auf Fehmarn überraschend wenige – nur zwei dokumentierte Fälle (1641 und 1687), beide endeten mit Freispruch.
Im 20. Jahrhundert war die Insel lange Zeit fast kriminalitätsfrei. In den 1950er- und 60er-Jahren gab es auf ganz Fehmarn oft nur 20–30 Straftaten pro Jahr – meist Fahrraddiebstahl oder Schlägereien nach zu viel Korn. Die Inselpolizei bestand aus einem einzigen Revier in Burg mit zwei Beamten und einem Motorroller.
Seit den 1990er Jahren hat sich das Bild gewandelt – durch Massentourismus und die offene Grenze nach Dänemark. Heute (2024/2025) liegt die Kriminalitätsrate immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, aber es gibt saisonale Spitzen.
- Hochsaison: vor allem Fahrraddiebstahl (oft mehrere hundert pro Sommer), Taschendiebstahl am Strand und betrunkene Raufereien in Burg.
- Nebensaison: Einbrüche in Ferienhäuser und zunehmend Drogenfunde (vor allem Cannabis und Crystal aus Dänemark über Puttgarden).
Schwere Gewaltkriminalität bleibt extrem selten. Der letzte Mord auf Fehmarn liegt über 15 Jahre zurück (2009, ein Eifersuchtsdrama in Orth).
Die Polizei ist heute eine kleine Außenstelle der Polizeidirektion Lübeck mit etwa 8–10 Beamten im Sommer und 4–5 im Winter. Viele ältere Fehmaraner sagen noch immer stolz: „Bi uns gifft dat keen Verbreken – blots en beten Dummheiten, wenn de Touristen to veel Bier drunken hebbt.“
Flagge und Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: „In Silber über abwechselnd silbernen und blauen Wellen eine freistehende rote Burg aus Ziegelsteinen mit Zinnenmauer, geschlossenem goldenen Tor und zwei blau bedachten, mit je zwei rundbogigen Fenstern versehenen Zinnentürmen, zwischen denen der rote holsteinische Schild mit dem silbernen Nesselblatt schwebt.“
Durch Beschluss der Stadtvertretung vom 11. März 2004 steht der neu gebildeten Stadt Fehmarn rückwirkend zum 1. Januar 2004 das Wappen der ehemaligen Stadt Burg auf Fehmarn zur Verfügung.
Die vor vielen Häusern wehende „Goldene Krone im blauen Meer“ wurde in ihrem heutigen Aussehen am 3. Mai 1580 Lehnsfahne der Insel Fehmarn. Sie bezieht sich auf das Haus Oldenburg, das damals wie heute das dänische Königshaus bildet. Heutzutage ist sie aber kein offizielles Symbol der Insel mehr und war zwischenzeitig sogar markenrechtlich geschützt, nachdem sie nicht als Wappen der zusammengeschlossenen Stadt genutzt werden durfte.
Ende des Jahres 2007 errang die Stadt Fehmarn einen großen Erfolg. Laut Bundespatentgericht in München darf „Die Goldene Krone im blauen Meer“ nicht mehr als Schutzmarke eingetragen sein, sondern ist Allgemeingut. Damit ist die Akte zu Gunsten der Fehmaraner geschlossen worden.
Hauptort
Fehmarn hatte über viele Jahrhunderte keinen eindeutigen „Hauptort“. Die Insel war lange zersplittert und wurde von verschiedenen Orten aus verwaltet. Bis etwa 1200 gab es überhaupt keinen zentralen Ort. Die slawischen Wagrier und später dänische sowie holsteinische Adelsgeschlechter herrschten von mehreren kleinen Burgen und Höfen aus. Von etwa 1230 bis 1543 lag das eigentliche Machtzentrum in Petersdorf. Dort befand sich die Komturei des Johanniterordens, der damals fast die gesamte Insel besaß. Die Johanniterkirche St. Johannis (heute St.-Nikolai-Kirche) und der große Gutshof machten Petersdorf zur inoffiziellen „Hauptstadt“ Fehmarns. Noch nach der Reformation 1543 blieb das ehemalige Johannitergut als herzogliches Amt Petersdorf der Verwaltungssitz.
Zwischen der Mitte des 17. Jahrhunderts und dem Beginn der preußischen Herrschaft gehörte Fehmarn verwaltungstechnisch zum Amt Heiligenhafen – und das lag auf dem Festland. Der Amtmann saß in Heiligenhafen, und die Fehmaraner mussten für alle Behördengänge mit der Fähre übersetzen. Auf der Insel selbst gab es weiterhin kein richtiges Verwaltungszentrum. Erst mit der preußischen Kreisreform von 1872/73 wurde wieder ein Amt direkt auf Fehmarn eingerichtet – und der Sitz kam nach Burg. Damit begann der langsame Aufstieg dieser Ortschaft zum eigentlichen Mittelpunkt.
Der entscheidende Schritt erfolgte jedoch erst 1905. In diesem Jahr wurde Burg offiziell zur Stadt erhoben („Flecken Burg auf Fehmarn“ erhielt die Stadtrechte) und gleichzeitig zum Sitz des neu gegründeten Amtes Burg. Von da an war Burg unbestritten der Hauptort der Insel – mit Rathaus, Amtsgericht, Sparkasse, Gymnasium und allen wichtigen Behörden. Seit der Kreisreform 2007 (Zusammenschluss der Ämter) ist Burg auf Fehmarn sogar die einzige Stadt auf der Insel und Sitz der gesamten Inselverwaltung.
Verwaltungsgliederung
Die Insel bestand bis zur Verwaltungsreform 2003 aus vier Gemeinden mit 41 Dörfern bzw. 46 Gemarkungen.
| Gemeinde | Fläche (km²) | Einwohner 2001 | Dichte (E/km²) |
| Bannesdorf | 59,89 | 2.208 | 36,87 |
| Burg auf Fehmarn | 14,88 | 6.420 | 431,45 |
| Landkirchen | 52,14 | 2.286 | 43,84 |
| Westerfehmarn | 58,54 | 1.771 | 30,25 |
Aktuell bestehen folgende Gemarkungen:
| Code | Gemarkung, Gemeinde, Gutsbezirk | Eingemeindung | nach | Fläche (ha) 1928 | Fläche (ha) | E 2011 |
| 014193 | Wallnau (Gutsbez.) | 30.09.1928 | Bojendorf | 392 | 499,13 | 11 |
| 014040 | Flügge (Gutsbez.) | 30.09.1928 | Püttsee | 103 | 123,38 | 0 |
| 014080 | Katharinenhof (Gutsbez.) | 30.09.1928 | Vitzdorf | 372 | 372,12 | 73 |
| 014173 | Staberhof (Gutsbez.) | 30.09.1928 | Vitzdorf | 148 | 147,37 | 9 |
| 014001 | Albertsdorf | 01.04.1937 | Avendorf | 330 | 343,81 | 100 |
| 014017 | Blieschendorf | 01.04.1937 | Avendorf | 391 | 324,65 | 53 |
| 014177 | Strukkamp | 01.04.1937 | Avendorf | 307 | 240,96 | 124 |
| 014201 | Wulfen | 01.04.1937 | Avendorf | 203 | 254.37 | 132 |
| 014084 | Klausdorf | 01.04.1937 | Bannesdorf | 491 | 490,28 | 82 |
| 014129 | Niendorf a.F. | 01.04.1937 | Bannesdorf | 471 | 470,74 | 344 |
| 014135 | Ostermarkelsdorf | 01.04.1937 | Bannesdorf | 347 | 346,63 | 44 |
| 014139 | Presen | 01.04.1937 | Bannesdorf | 413 | 410,39 | 47 |
| 014142 | Puttgarden | 01.04.1937 | Bannesdorf | 951 | 957,05 | 492 |
| 014205 | Puttgarden i.d.O. | 01.04.1937 | Bannesdorf | - | 20,6 | 0 |
| 014188 | Todendorf | 01.04.1937 | Bannesdorf | 482 | 482,23 | 94 |
| 014159 | Schlagsdorf | 01.04.1937 | Dänschendorf | 603 | 617,41 | 62 |
| 014198 | Wenkendorf | 01.04.1937 | Dänschendorf | 371 | 371,68 | 48 |
| 014199 | Westermarkelsdorf | 01.04.1937 | Dänschendorf | 550 | 547,69 | 65 |
| 014004 | Altjellingsdorf | 01.04.1937 | Landkirchen | 228 | 227,84 | 21 |
| 014016 | Bisdorf | 01.04.1937 | Landkirchen | 502 | 502,22 | 232 |
| 014045 | Gammendorf | 01.04.1937 | Landkirchen | 821 | 820,9 | 108 |
| 014070 | Hinrichsdorf | 01.04.1937 | Landkirchen | 337 | 335,56 | 36 |
| 014121 | Mummendorf | 01.04.1937 | Landkirchen | 314 | 313,67 | 126 |
| 014123 | Neujellingsdorf | 01.04.1937 | Landkirchen | 284 | 283,58 | 100 |
| 014156 | Sartjendorf | 01.04.1937 | Landkirchen | 168 | 168,3 | 17 |
| 014185 | Teschendorf a.F. | 01.04.1937 | Landkirchen | 233 | 233,15 | 62 |
| 014189 | Vadersdorf | 01.04.1937 | Landkirchen | 721 | 721,96 | 127 |
| 014044 | Gahlendorf | 01.04.1937 | Meeschendorf | 250 | 249,9 | 33 |
| 014155 | Sahrensdorf | 01.04.1937 | Meeschendorf | 472 | 475,02 | 342 |
| 014172 | Staberdorf | 01.04.1937 | Meeschendorf | 646 | 496,42 | 136 |
| 014191 | Vitzdorf | 01.04.1937 | Meeschendorf | 743 | 370,87 | 93 |
| 014019 | Bojendorf | 01.04.1937 | Petersdorf | 193 | 196,64 | 31 |
| 014050 | Gollendorf | 01.04.1937 | Petersdorf | 295 | 296,53 | 61 |
| 014092 | Kopendorf | 01.04.1937 | Petersdorf | 529 | 525,31 | 86 |
| 014101 | Lemkendorf | 01.04.1937 | Petersdorf | 561 | 561,2 | 121 |
| 014102 | Lemkenhafen | 01.04.1937 | Petersdorf | 15 | 17,84 | 110 |
| 014134 | Orth | 01.04.1937 | Petersdorf | 75 | 74,88 | 78 |
| 014140 | Püttsee | 01.04.1937 | Petersdorf | 242 | 137 | 19 |
| 014182 | Sulsdorf a.F. | 01.04.1937 | Petersdorf | 314 | 312,67 | 59 |
| 014114 | Meeschendorf a.F. | 01.01.1978 | Bannesdorf | 403 | 403,13 | 77 |
| 014008 | Avendorf | 01.01.1978 | Landkirchen | 284 | 355,83 | 160 |
| 014029 | Dänschendorf | 01.01.1978 | Westfehmarn | 1197 | 1180,01 | 388 |
| 014136 | Petersdorf a.F. | 01.01.1978 | Westfehmarn | 392 | 392,16 | 600 |
| 014010 | Bannesdorf | 01.01.2003 | Stadt Fehmarn | 358 | 358,17 | 214 |
| 014025 | Burg | 01.01.2003 | Stadt Fehmarn | 1443 | 1446,86 | 6357 |
| 014099 | Landkirchen | 01.01.2003 | Stadt Fehmarn | 86 | 85,84 | 946 |
| Insel/Stadt Fehmarn | 19031 | 18564,95 | 12520 |
Verwaltungsgliederung:
4 ehemalige Gemeinden
46 Gemarkungen
Bevölkerung
Im Folgenden die Bevölkerungsentwicklung samt Dichte, bezogen auf die Fläche von 185,45 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohneer Dichte (E/km²)
1730 6 313 34,04
1803 7 626 41,12
1845 8 590 46,32
1885 10 150 54,73
1901 10 000 53,92
1911 10 000 53,92
1925 10 360 55,86
1931 10 500 56,62
1940 10 000 53,92
1951 11 000 59,32
1961 12 161 65,58
1967 13 268 71,54
1971 12 455 67,16
1987 11 767 63,45
1990 11 838 63,83
1998 12 419 66,97
1999 12 534 67,66
2000 12 636 68,14
2001 12 685 68,40
2002 12 690 68,43
2003 12 700 68,48
2004 12 850 69,29
2005 12 950 69,83
2006 13 036 70,29
2007 12 981 70,00
2008 12 980 70,00
2009 12 977 69,98
2010 12 942 69,79
2011 12 483 67,31
2012 12 369 66,70
2013 12 432 67,04
2014 12 410 66,92
2015 12 467 67,23
2016 12 552 67,68
2017 12 536 67,60
2018 12 592 67,90
2019 12 638 68,15
2020 12 875 69,43
2021 13 247 71,43
2022 13 291 71,67
2023 13 218 71,28
2024 13 200 71,18
Bevölkerungsafteilung:
Bevölkerungszahl 2014 insgesamt 12 410
davon weiblich 6 343 51,11 %
männlich 6 067 48,89 %
| Altersverteilung 2011 | |
| 0-9 Jahre | 895 |
| 10-19 Jahre | 1.251 |
| 20-29 Jahre | 960 |
| 30-39 Jahre | 1.207 |
| 40-49 Jahre | 2.073 |
| 50-59 Jahre | 1.890 |
| 60-69 Jahre | 1.828 |
| 70-79 Jahre | 1.614 |
| ≥80 Jahre | 765 |
Volksgruppen
Historisch gehörte Fehmarn zu Schleswig-Holstein und war lange Zeit ein Teil des dänischen Herzogtums Schleswig. Daher ist die Insel seit jeher von einer Mischung aus dänischen, friesischen und deutschen Bevölkerungsgruppen geprägt gewesen. Besonders die Dänen hinterließen Spuren in der Sprache, der Kultur und in den Ortsnamen, die bis heute vielfach dänische Wurzeln erkennen lassen. Die friesische Präsenz, insbesondere in den Küstenregionen der Nord- und Ostsee, ist ebenfalls ein Teil der frühen Besiedlungsgeschichte, auch wenn der friesische Einfluss auf Fehmarn selbst weniger stark war als auf Nordfriesland.
Im Mittelalter wurde die Insel überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die Bevölkerung bestand hauptsächlich aus Bauern und Fischern, die eine enge Verbindung zur Natur und zum Meer entwickelten. Die dörflichen Gemeinschaften waren eng vernetzt und oft nach Familienclans organisiert, wobei die Zugehörigkeit zu bestimmten Siedlungsgruppen oder lokalen Traditionen das soziale Leben bestimmte.
Mit der zunehmenden Mobilität in der Neuzeit und insbesondere seit dem 19. Jahrhundert veränderte sich die Zusammensetzung der Inselbewohner. Deutsche Zuwanderer aus angrenzenden Regionen siedelten sich an, und die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem im Bereich Fischerei, Landwirtschaft und später Tourismus, brachte neue Bevölkerungsgruppen auf die Insel. Heute ist die Bevölkerung überwiegend deutschsprachig, aber die kulturelle Erinnerung an frühere dänische Einflüsse und den friesischen Ursprung ist in der Architektur, in Ortsnamen und in einigen Bräuchen noch spürbar.
Eine Besonderheit Fehmarns ist die heute eher symbolische Präsenz von Minderheiten wie den Dänen oder kleineren Gruppen friesischer Abstammung. Während sie nicht mehr eigenständig als Volksgruppe auf der Insel auftreten, sind ihre historischen Spuren Teil des kollektiven Gedächtnisses. Die jüngere Zeit hat zudem neue Bevölkerungsgruppen hinzugefügt, etwa Menschen, die aus beruflichen oder touristischen Gründen nach Fehmarn ziehen, wodurch die Insel heute ein eher gemischtes, aber kleinräumig homogenes Bevölkerungsbild aufweist.
| Staatsangehörigkeit 2011 | |
| Deutschland | 12.153 |
| Österreich | 22 |
| Kroatien | 3 |
| Griechenland | 9 |
| Italien | 23 |
| Polen | 88 |
| Russland | 9 |
| Türkei | 16 |
| Europa (übrige Länder) | 102 |
| Afrika | 3 |
| Amerika | 11 |
| Asien | 41 |
| andere | 3 |
| Geburtsland 2011 | |
| Deutschland | 11.421 |
| EU 27 | 474 |
| Europa (übrige Länder) | 140 |
| sonsrige Länder | 152 |
| unbekannt | 296 |
| Staatsangehörigkeit 2022 | |
| Deutschland | 12.140 |
| Polen | 284 |
| Türkei | 14 |
| Rumänien | 60 |
| Ukraine | 139 |
| Syrien | 33 |
| Italien | 87 |
| übrige Länder | 534 |
| Geburtsland 2022 | |
| Deutschland | 11.714 |
| Polen | 453 |
| Türkei | 35 |
| Russland | 67 |
| Rumänien | 54 |
| Kasachstan | 52 |
| Ukraine | 140 |
| Syrien | 32 |
| Italien | 82 |
| übrige Länder | 662 |
Sprachen
Auf Fehmarn wird Plattdeutsch gesprochen. Sprachwissenschaftlich betrachtet, handelt es sich um die niederdeutsche Sprache. Das Niederdeutsche wiederum kommt aus dem Niederländischen und wurde erstmals als „Volkssprache” in einem 1524 in Delft erschienenen Neuen Testament verwendet. Plattdeutsch ist in Deutschland relativ weit verbreitet und wird von etwa vier Millionen Menschen gesprochen.
Auf Fehmarn hat sich das Plattdeutsche besonders in den ländlichen Regionen durchgesetzt, während es im Ferienzentrum Burg nur vereinzelt zu hören ist. Dabei bestehen von Ort zu Ort gewisse Unterschiede und auch auf dem Festland wird etwas anders Platt gesprochen als auf der Insel. Damit der Dialekt nicht ausstirbt, wird Plattdeutsch auf der Insel in einigen Schulen gelehrt. Platt bringt die Alltäglichkeiten der Insulaner kurz und bündig auf den Punkt. Kann ein Fehmarner seine Mitmenschen nicht leiden, dann kann er ihn „nich verknusen”. Hat jemand einen über den Durst getrunken, dann „hett`n Moors full”. Mit „Dat haar noch veel leger warn kunt” bekundet der Insulaner, dass es noch hätte viel schlimmer kommen können. (https://www.fehmarn-travel.de/aktivitaeten/Fehmarn-Regionale-Besonderheiten/Dialekt/)
Religion
Die Christianisierung erfolgte durch König Knud den Großen, der Fehmarn im Jahre 1022 dem Bistum Odense auf Fünen unterstellte. Bereits im Mittelalter bestanden auf der Insel mehrere Kirchspiele, deren Kirchen bis heute das Bild vieler Dörfer bestimmen. Die Reformation im 16. Jahrhundert wurde in der Region früh angenommen, wodurch der lutherische Protestantismus zum Fundament des kirchlichen Lebens wurde. Noch immer bilden die evangelischen Kirchengemeinden den größten religiösen Zusammenschluss auf Fehmarn. Ihre Kirchen – häufig Backstein- oder Feldsteinbauten – gelten als kulturhistorische Zeugnisse, in denen sich norddeutsche Religionsgeschichte, maritimer Handel und bäuerliche Tradition spiegeln.
Daneben ist auf Fehmarn eine römisch-katholische Gemeinde präsent, die vor allem durch Zuwanderung im 19. und 20. Jahrhundert, aber auch durch Tourismus auf der Insel verankert wurde. Die katholische Kirche erfüllt sowohl die religiösen Bedürfnisse der einheimischen Gläubigen als auch der zahlreichen Urlauber, die in den Sommermonaten die Insel besuchen.
Seit den 2000er Jahren sind weitere Relignionsgemeinschaften hinzugekommen. Die islamischen und freikirchliche Gruppen sind zahlenmäßig allerdings recht klein. Gleichzeitig wächst auf der Insel die Zahl konfessionsloser Menschen.
| Religion 2011 und 2022 | ||
| evangelisch | 7.684 | 6.444 |
| römisch-katholisch | 854 | 1.085 |
| übrige/keine/unbekannt | 3.945 | 5.766 |
Judentum
Obwohl die jüdische Gemeinde der Insel nie eine große Mitgliederzahl erreichte, zeugen die historischen Spuren davon, dass Juden hier präsent waren und ihren Glauben lebten. Die Entstehung der kleinen Gemeinde wird meist auf das späte 18. und das 19. Jahrhundert datiert, als sich einzelne jüdische Familien, vermutlich aus dem Umfeld von Lübeck-Moisling, in Burg auf Fehmarn niederließen. Die Gemeinde war nicht groß genug, um eigene Einrichtungen wie eine Synagoge oder eine Schule zu errichten, doch es bestand ein eigenständiger Friedhof, der bis heute das wichtigste Zeugnis jüdischer Präsenz auf der Insel ist.
Dieser jüdische Friedhof liegt an der heutigen Sundchaussee zwischen Burg und Blieschendorf und wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts als Begräbnisstätte angelegt. Die früheste bekannte Bestattung wird auf das Jahr 1792 datiert. Der Friedhof diente nicht nur den wenigen jüdischen Einwohnern Fehmarns, sondern offenbar auch einzelnen Personen aus dem weiteren Umland. Die Gräber und Inschriften, von denen viele heute nicht mehr erhalten sind, zeugen von einer kleinen, aber fest in ihrem Glauben verwurzelten Gemeinschaft, die ihren religiösen Pflichten nachkommen wollte, auch wenn sie zahlenmäßig kaum tragfähig war. Die letzte nachweisbare Bestattung fand im Jahr 1879 statt. Das Ende der Gemeinde resultierte jedoch nicht aus Verfolgung, sondern aus dem generellen Strukturwandel, der viele jüdische Familien aus kleineren ländlichen Regionen in Städte wie Lübeck, Kiel oder Hamburg zog, wo wirtschaftliche Chancen größer und jüdische Strukturen stabiler waren.
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts lebten keine jüdischen Einwohner mehr dauerhaft auf Fehmarn. Der Friedhof geriet zunehmend in Vergessenheit und wurde im Laufe der Jahrzehnte vernachlässigt. Dennoch blieb das Gelände formal als jüdische Begräbnisstätte bestehen. In den 1950er Jahren, nach den Schrecken der NS-Zeit, erfuhr es eine bewusste Aufwertung als Erinnerungsort. Das Areal wurde 1958 eingefriedet und neu gestaltet, und 1957 setzte man einen Gedenkstein, der später 2007 erneuert wurde. Dieser Stein erinnert seither an die auf Fehmarn einst lebenden jüdischen Menschen und an die Bedeutung, die der Ort innerhalb ihrer Glaubens- und Lebensgeschichte hatte.
Heute spielt das Judentum auf Fehmarn im religiösen Alltag keine aktive Rolle mehr, da es keine jüdische Gemeinde auf der Insel gibt. Dennoch ist der historische Bezug lebendig. Alljährlich am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938, findet am ehemaligen jüdischen Friedhof eine Gedenkveranstaltung statt. Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, der Politik, der Schulen und der Zivilgesellschaft kommen zusammen, um der Opfer des Holocaust zu gedenken, an die Geschichte jüdischen Lebens zu erinnern und ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.
Esoterik
Fehmarn ist seit den 1990er Jahren ein kleines, aber sehr aktives Zentrum der deutschen Esoterik- und New-Age-Szene. Die Insel wird von vielen Esoterikern als „Kraftort“ und „Herzchakra der Ostsee“ bezeichnet. Eine zentrale Rolle dabei spielen die „heiligen Hügel“ und „Ley Lines“. Der Wulfener Berg bzw. Wulfener Hals wird als stärkster „Erdchakra-Punkt“ der Insel gesehen. Esoteriker sprechen von einer „Doppel-Leylinie“, die hier von Rügen kommend nach Heiligenhafen weitergeht. Seit den 2000er Jahren finden hier jedes Jahr zur Sommersonnenwende große Trommel- und Feuerrituale statt (bis zu 200 bis 300 Leute).
Viele Esoterikere sind überzeugt davon, dass auf dem Burgberg bzw. „Swantewit-Berg“ ein altes slawisches Sonnenheiligtum stand. Es gibt eine kleine, aber aktive Gruppe („Swantewit-Kreis Fehmarn“), die jedes Jahr am 21. Juni und 21. Dezember slawisch-heidnische Rituale durchführt – mit Opfergaben von Met und Brot. Und schließlich wird der Staberhuk & Staber Ringwall als „keltisch-slawisches Sonnenobservatorium“ interpretiert. Hier werden regelmäßig „Lichtarbeiter-Meditationen“ und „Channeling-Kreise“ abgehalten.
Zusätzlich zu den alten „Kultstätten“ wurden mehrfach S teinsetzungen duhrchgeführt, so etwa existiert seit 1998 der Steintanz von Flügge, ein kleiner Steinkreis direkt am Kliff unterhalb des Leuchtturms, von einem Künstler-Ehepaar aus Kiel angelegt. Er wird als „Mini-Stonehenge der Ostsee“ vermarktet. Der 2004 aufgestellte Megalith von Albertsdorf ist ein 4,5 Tonnen Findling mit eingravierten Runen und keltisch inspirierten „Ogham-Zeichen“. Der Lichtgarten Lemkenhafen schließlich ist ein 2012 angelegter privater Meditationsgarten mit Kristallen, Klangschalen und einem „Engelsportal“.
Zu den esoterischen Festen gehören:
- Fehmarn Spirit Festival – jedes Jahr Pfingsten in und um den alten Gulfhof „Klausdorf Hof“. 2025 bereits das 18. Mal. Mit Schamanen-Trommeln, Aufstellungen, Kakao-Zeremonien und „Atlantis-Channeling“.
- Ostsee-Hexentreffen in Puttgarden (immer im April und Oktober, mit 80 bis 120 Teilnehmerinnen).
- Vollmond-Rituale am Leuchtturm Flügge – monatlich, organisiert von der „Weißen Frau von Flügge“-Gruppe (die sich bewusst an die Sage anlehnt).
Bekannte Esoterik-Anbieter und Personen auf der Insel sind Annette & Jörn von „Lichtinsel Fehmarn“ - sie betreiben seit 2001 ein Seminarhaus in Bisdorf. Bekannt für „Lichtkörper-Prozess“ und „Plejaden-Reisen“ , der Shiva-Shakti-Tempel in Todendorf, wo seit 2018 tantrische Workshops und „sexuelle Heilung“ angeboten werden, die „Schamanin“ Maren „Windsängerin“ aus Orth, die regelmäßig Schwitzhütten und „Seelenrückholungen“ durch führt, und der Kristall-Laden „Atlantis wieder da“ in Burg (seit 1995), einer der ältesten Esoterik-Shops der Insel.
Viele altansässige Fehmaraner rollen mit den Augen („De Spinner kummt wedder mit ehre Steene un Trommeln“), aber wirtschaftlich wird die Szene sehr geschätzt: Die Esoteriker mieten teure Ferienhäuser, kaufen regional ein und sind ruhig und friedlich. Deshalb gibt es kaum Konflikte.
Siedlungen
Der größte Ort der Insel mit mehr als 6.000 Einwohnern ist die ehemalige Stadt Burg, weitere 8000 Menschen leben in den anderen 42 Ortschaften der Insel. Nach Burg sind Landkirchen, das einige Jahrzehnte lang selbst Stadtrecht genoss, und Petersdorf die bedeutendsten Orte der Insel. Die Einwohnerzahlen der Ortschaften entwickelten sich wie folgt:
| Ortschaft | 1999 | 2001 | 2022 |
| Bannesdorf | 2.234 | 2.208 | |
| Burg | 6.188 | 6.420 | 6.357 |
| Landkirchen | 2.329 | 2.286 | |
| Westerfehmarn | 1.783 | 1.771 |
Am 1. Januar 2003 fusionierten die Stadt Burg auf Fehmarn und das Amt Fehmarn, dem die drei Landgemeinden der Insel – Bannesdorf auf Fehmarn, Landkirchen auf Fehmarn und Westfehmarn – angehörten. Seither bildet die gesamte Insel die Stadt Fehmarn. Burg auf Fehmarn ist mit etwa 6000 Einwohnern der größte Ort und gleichzeitig das Zentrum der Stadt Fehmarn. Den Mittelpunkt von Burg bildet die um 1230 erbaute Kirche St. Nikolai und der zu ihrem Fuße liegende alte Friedhof, der mit alten Linden umpflanzt ist. Die Hauptstraße Burgs ist die Breite Straße. Zahlreiche Geschäfte säumen ihre Seiten, die überwiegend in alten Backsteinhäusern untergebracht sind. Westlich der Breiten Straße liegt der kopfsteingepflasterte Marktplatz, auf dem jeden Mittwoch ein Markt stattfindet. Dort steht das 1901 erbaute Rathaus mit seiner roten Backsteinfassade und seinen trutzigen Türmchen. Sehenswert ist auch die ebenfalls aus Backsteinen erbaute gotische St.-Jürgen-Kapelle, die ursprünglich zu einem Siechenhaus gehörte. In den Gründerjahren entstanden unter dem damaligen Bürgermeister Lafrentz neue Villenzüge, so im Südwesten der damaligen Stadt. 1905 wurde in Burg der Bahnhof der Inselbahn eingeweiht, dessen ehemaliges Empfangsgebäude heute ein Restaurant ist. Seit den 1960er Jahren führt Burg das Prädikat eines Heilbades.
Burgstaaken war der stadteigene Hafen der früheren Stadt, der im Laufe der Zeit versandete. 1886 wurde der Hafen wieder instand gesetzt, zusätzlich wurde das Hafenbecken vertieft. Heute ist Burgstaaken Anlegestelle für Yachten und Kutter. Burgstaaken bietet dem Besucher Restaurants und verschiedene Freizeitangebote. Ereignisreich für Besucher ist der Direktverkauf von frischem Fisch auf den Kuttern, sowie ein Besuch in der Fischergenossenschaft Fehmarn, häufig falsch als Fischereigenossenschaft bezeichnet.
Burgtiefe ist der Südstrand Fehmarns. Bis in die 1960er Jahre noch eine große Nehrung im Osten der Insel, wurde der Ausbau zum Heilbad begonnen. Hier hatte die Witwe Reinhard Heydrichs, Lina von Osten, gelebt und ein Restaurant mit Ochsengrill betrieben. Heute stehen die drei von weitem schon sichtbaren Hochhäuser der IFA auf der Nehrung. Der Strand ist kurabgabepflichtig und erhielt 2003 eine neue Strandpromenade. Dort finden sich die Bade- & Wellnesswelt FehMare, der Yachthafen Burgtiefe, mehrere Gastronomiebetriebe, einige Läden und verschiedene Freizeitangebote.
Die Dörfer der Insel sind:
- Slawengründungen: Bannesdorf (Bauerndorf und Kirchort), Dänschendorf, Gahlendorf, Gammendorf-Siedendorf, Gollendorf, Hinrichsdorf, Klausdorf, Kopendorf, Lemkendorf, Meeschendorf, Puttgarden, Püttsee, Sahrensdorf, Schlagsdorf, Sulsdorf, Vitzdorf
- Wüstungen: Lage heute unbekannt. Todaenthorp, Dargenthorp, Taessenmaersthorp, Villa Christiani, Rataemaersthorp, Utaesthorp
- Kolonistendörfer: Im Zuge der Ostkolonisation vor 1230 (Waldemarsches Erdbuch) entstandene Bauerndörfer mit zweiseitiger, parallel gegenüberliegender Dorfplatzbebauung mit giebelseitiger, eng aneinander liegender Gebäudereihung. Kolonisten waren Holländer, Friesen, Westfalen und Holsteiner. Albertsdorf, Altjellingsdorf, Avendorf, Blieschendorf, Bojendorf, Gammendorf-Hohendorf, Mummendorf, Niendorf, Ostermarkelsdorf, Petersdorf (Bauerndorf und Kirchort), Sartjendorf, Teschendorf, Todendorf, Vadersdorf, Wenkendorf, Westermarkelsdorf, Wulfen (Fehmarn)
- Neugründungen des 14. Jahrhunderts: Neujellingsdorf (Flugplatz bzw. Sonderlandeplatz), Strukkamp
- Hafensiedlungen: Nach 1329 entstandene Orte in unmittelbarer Lage am Meeresraum, mit richtungsloser Dorfanlage, Vorherrschaft nicht bäuerlicher Berufe und ohne Flur. Lemkenhafen, Orth
- Sonstige: Bisdorf, Presen und Staberdorf sind entweder Slawengründungen oder Kolonistendörfer. Landkirchen ist ein Kirchort ohne eigene Flur und entstand um die 1234 erstmals erwähnte Kirche herum. Altenteil, Fehmarnsund, Flügge (siehe unten Sonstiges), Gold, Katharinenhof, Marienleuchte, Neue Tiefe, Westerbergen
Verkehr
Ab 1905 wurde die Inselbahn erbaut. Schon 1921 begann die Planung für eine Sundbrücke. Einen Meilenstein für die Infrastrukturentwicklung auf Fehmarn stellte der Spatenstich zur Vogelfluglinie 1941 dar, in deren Rahmen 19 Jahre später mit dem Bau der Fehmarnsundbrücke begonnen wurde. Die Brücke konnte 1963 durch den Bundespräsidenten Heinrich Lübke und den dänischen König Frederik IX. feierlich eröffnet werden. Noch einmal aber war Fehmarn von der Außenwelt abgeschnitten: Wie ganz Schleswig-Holstein wurde es 1979 von einer Schneekatastrophe heimgesucht und die Verbindung zum Festland unterbrochen. THW und Bundeswehr mussten helfen. Die Nordküste Fehmarns soll durch eine feste Fehmarnbelt-Querung mit Dänemark verbunden werden.
Straßenverkehr
Fehmarn ist durch die Fehmarnsundbrücke seit 1963 (Eröffnung der Vogelfluglinie) mit dem deutschen Festland verbunden. Bis dahin waren Fähren die einzigen Zubringer zur Insel. Die Netzwerkbogenbrücke entstand in den Jahren 1960 bis 1963 und wird wegen ihrer Form im Volksmund auch „Kleiderbügel“ genannt.
Bereits zu Zeiten des Kaiserreiches und der Weimarer Republik war die Verwirklichung einer Brücke über den Fehmarnsund zum Greifen nahe, jedoch wurden diese Ideen durch Krieg und Inflation zerstört. Die Europastraße 47, die vom Fehmarnsund über die Insel zum Fährhafen Puttgarden führt, ist Teil der Vogelfluglinie, also des europäischen Transitverkehres.
Am 29. Juni 2007 beschlossen Deutschland und Dänemark den Bau der 19 Kilometer langen festen Querung zwischen Puttgarden und Rødby auf der dänischen Insel Lolland, der mittlerweile auch von den Parlamenten abgezeichnet wurde. Sie soll 5,5 Milliarden Euro kosten, die hauptsächlich von Dänemark getragen werden. Baubeginn wird im Jahr 2011 sein; Fertigstellung im Jahr 2018. 15 Jahre war über den Bau einer Brücke oder eines Tunnels von Puttgarden nach Rødby spekuliert worden, der das europäische Transitnetz vervollständigen soll und Skandinavien mit dem europäischen Festland über den Fehmarnbelt verbinden würde. Bisher findet dieser Plan einer festen Fehmarnbeltquerung bei der Bevölkerung keinen großen Zuspruch, da die Arbeitsplätze am Fährhafen Puttgarden entfallen würden, Einbußen im Tourismus erwartet werden und Naturschützer Nachteile für die heimischen Tierarten fürchten.
Bahnverkehr
Die Inselbahn Fehmarn besteht heute nur noch in Form einer kurzen Stichstrecke zwischen der Vogelfluglinie (Betriebsbahnhof Burg West) und dem Bahnhof von Burg auf Fehmarn (Fehmarn-Burg) im Regionalverkehr (RE Lübeck - Puttgarden) in Betrieb. Die Strecke verband die Fehmarnschen Ortschaften Orth, Petersdorf, Landkirchen, Burg, Burgstaaken, Wulfen und den Fähranleger Fehmarnsund über ein Trajekt mit Großenbrode, Lütjenbrode und Heiligenhafen auf dem Festland. Beim Haltepunkt Burgstaaken zweigte eine kurze Anschlussbahn zum Hafen ab.
Die Inselbahn wurde am 8. September 1905 als Kleinbahn Lütjenbrode-Orth der Kreis Oldenburger Eisenbahn eröffnet. Anders als etwa die Inselbahnen der meisten Nordseeinseln war die Strecke in Normalspur angelegt, so dass ein durchgehender Zugverkehr vom Festland möglich war. Hierbei wurden die Züge mit einer Eisenbahnfähre vom Fährhafen Großenbroder Fähre – nicht zu verwechseln mit dem Fähranleger Großenbrode Kai, von wo aus in den 1950er Jahren der Zugverkehr nach Gedser in Dänemark abgewickelt wurde – auf die Insel übergesetzt. Die Betriebsführung lag zunächst bei den Preußischen Staatsbahnen und ab 1923 bei der Deutschen Reichsbahn.
Nach Aufgabe des Personenverkehrs von Burg nach Orth am 2. Juni 1956 und zum Bahnhof Fehmarnsund am 30. April 1963 – zeitgleich zur Eröffnung der Fehmarnsundbrücke als fester Verbindung zum Festland – wurde die Fährverbindung von Großenbrode nach Fehmarn eingestellt. Der Zugverkehr mit dem Festland und der Fernverkehr nach Dänemark werden seitdem über die Strecke von Großenbrode nach Puttgarden abgewickelt. Die alte Inselbahn wurde mit dieser Strecke zunächst noch über ein Gleisdreieck auf Höhe der Stadt Burg auf Fehmarn verknüpft.
Die Bedeutung der Inselbahn ging jedoch auch im Güterverkehr immer weiter zurück, denn die Versorgung mit Gütern und die Verladung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Insel erfolgte immer weniger auf dem Seeweg, so dass die Anbindung der Häfen Orth und später auch Burgstaaken an die Inselbahn nicht mehr notwendig war. So wurden zunächst der Güterverkehr von Burg über Wulfen zur nicht mehr existierenden Sundfähre, aber auch derjenige zum Orther Hafen eingestellt. Es verblieb somit noch die Strecke zwischen Burgstaaken und Petersdorf. Die Strecke Burg–Burgstaaken wurde im Jahre 1980 und die Strecke Landkirchen–Petersdorf zum 28. Mai 1988 stillgelegt.
Noch bis zum 25. September 1983 verkehrte zum Bahnhof Burg auf Fehmarn über die Stichstrecke Burg West–Burg a. F. der bei den Ostseeurlaubern beliebte Fehmarn-Express – dieser umfuhr Hamburg via Büchen–Lüneburg. Dieser Zug fuhr zunächst bis Puttgarden und setzte dann nach Burg zurück. Am 1. Februar 1995 wurde der letzte Abschnitt zwischen Burg und Landkirchen, auf dem noch Güterverkehr betrieben wurde, stillgelegt; nachdem schon ein Jahr früher, zum 1. März 1994, die Bedienung des Bahnhofes Burg aufgegeben worden war. Die aufgegebenen Eisenbahntrassen lagen viele Jahre brach und wurden anschließend teilweise mit Radwegen überbaut.
Die Gleisanlagen sind bis auf die Reststrecke nach Burg auf Fehmarn heute größtenteils ab- oder überbaut worden. Reste der ursprünglichen Inselbahn finden sich noch in den Häfen Burgstaaken und Orth sowie östlich von und in Landkirchen; der ehemalige Fährhafen Sundfähre wurde zu einer Werft umgebaut. Der frühere Bahnhof Petersdorf wurde in ein Wohnhaus umgewandelt, ist jedoch noch als ehemaliges Bahnhofsgebäude zu erkennen. Vor ihm sind noch einige Meter Gleise erhalten und gut zu sehen.
Die Anbindung vom Festland nach Puttgarden wird wegen des internationalen Verkehrs regelmäßig bedient mit ICE/EC-Zügen (Strecke (Berlin–) Hamburg–Kopenhagen), im Sommer einer IC-Verbindung von und nach dem Westen und Südwesten Deutschlands und mit Regionalbahnen aus Lübeck (an Sommerwochenenden auch Hamburg). Die Regionalbahnen halten auch im Haltepunkt Burg auf Fehmarn. Der Güterverkehr auf der Vogelfluglinie ist seit 1997 eingestellt, weil mit Inbetriebnahme der festen Verbindung über den Großen Belt in Dänemark die mit großem Rangieraufwand verbundene Verladung der Güterwagen auf Fährschiffe weniger wirtschaftlich wurde. Die Anbindung aller anderen Orte der Insel geschieht heute ausschließlich durch Busverkehr der Deutsche-Bahn-eigenen Autokraft und seit 1997 auch durch den Bürgerbus Fehmarn, der durch den Bürgerbusverein Fehmarn e. V. betrieben wird.
Am 31. Juli 2010 wurde der neu gebaute Bahnhof Fehmarn-Burg (Burg auf Fehmarn) in Betrieb genommen. Der neue Bahnhof liegt etwa 100 m vor dem früheren Bahnhof Burg. Hier halten seitdem die Regionalzüge der Strecke Lübeck - Puttgarden im Zweistundentakt. Im Sommer fahren sonnabends und sonntags je zwei Direktzüge von und nach Hamburg. Seit Dezember 2010 beginnen und enden dort auch einzelne Intercity-Züge von und nach Frankfurt am Main. Den Bahnhof hat die AKN Eisenbahn AG gebaut und dieser gehört auch der Bahnhof. Das Notfallmanagement und die Betreuung des Bahnhofs hat aber die DB übernommen, da der AKN nur die letzten 600 m Gleise gehören. Der Bahnhof ist mit einem Gleisdreieck an die Strecke Lübeck–Puttgarden angebunden. So können Züge den Bahnhof Fehmarn-Burg entweder nach Lübeck oder nach Puttgarden verlassen.
Fehmarn-Bahn:
- Kürzel: FB
- Betriebszeit: 1905 - 1963/84
- Fehmarnsund - Burg bis 1963
- Burg - Landkirchen bis 1995
- Landkirchen - Petersdorf bis 1984
- Petersdorf - Orth bis 1974
- Strecke: Fehmarnsund - Burgstaaken - Burg - Petersdorf - Orth
- Länge: 20,7 km
- Fehmarnsund - Burgstaaken 5,3 km
- Burgstaaken - Burg 2,0 km
- Burg - Landkirchen 3,3 km
- Landkirchen - Petersdorf 6,3 km
- Petersdorf - Orth 3,8 km
- Betriebsart: elektrisch
- Zahl der Haltestellen: 10
Die Vogelfluglinie ist eine Schiffsverbindung für den internationalen Straßen- und Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland und Dänemark. Sie führt über den Fehmarnbelt, eine Meerenge der Ostsee zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland. Die Vogelfluglinie wurde 1963 von König Friedrich IX. von Dänemark und dem Bundespräsidenten Heinrich Lübke eröffnet. Ihr Name bezieht sich auf die Flugroute der Kraniche und anderer arktischer Wasservögel zwischen Mitteleuropa und Skandinavien.
- Bahnstrecke Hamburg−Lübeck
- Bahnstrecke Lübeck–Puttgarden
- Bahnstrecke Ringsted–Rødby Færge
Die Vogelfluglinie bildet die kürzeste Eisenbahn- und Straßenverbindung (E 47) zwischen der Metropole Hamburg und der Öresundregion. Sie verkürzt den Weg zwischen Hamburg und Kopenhagen gegenüber der über den Großen Belt führenden Jütlandlinie um 160 km. Durch den Wechsel auf die Fähre und zurück geht dieser Vorteil aber zeitlich verloren: internationale Schnellzüge via Hamburg nach Kopenhagen treffen über die beiden unterschiedlichen Routen im Abstand weniger Minuten fast zeitgleich ein. Das Kernstück der Vogelfluglinie ist eine Fährverbindung zwischen den Häfen Puttgarden auf Fehmarn und Rødby auf Lolland. Gelegentlich wird auch nur dieser 19 km lange Abschnitt als Vogelfluglinie im engeren Sinne angesehen. Im weiteren Sinne versteht man unter der Vogelfluglinie den gesamten Verkehrsweg zwischen Hamburg und Kopenhagen. Anlass für die Eröffnung der Vogelfluglinie am 14. Mai 1963 war die Fertigstellung der Fehmarnsundbrücke, einer 963,4 Meter langen Bogenbrücke aus Stahl. Sie überspannt den Fehmarnsund, der die Insel Fehmarn vom Festland der ostholsteinischen Halbinsel Wagrien trennt.
Die Planung der Vogelfluglinie reicht in die 1920er Jahre zurück, als die Deutsche Reichsbahn (DRG) und die Danske Statsbaner (DSB) die Idee des Ingenieurs Gustav Kröhnke (1826 bis 1904) aufgriffen, eine Eisenbahnfährverbindung über den Fehmarnbelt zwischen Puttgarden und Rødby einzurichten. Auch eine Brücke über den Fehmarnsund wurde erstmals 1921 geplant. Auf der deutschen Seite gab es zu dieser Zeit bereits die Strecken von Hamburg nach Lübeck der Lübeck-Büchener Eisenbahn (LBE) und von Neustadt (Holstein) nach Heiligenhafen der Kreis Oldenburger Eisenbahn (KOE), der auch eine Kleinbahn mit Fähre nach Fehmarn gehörte. Als Vorleistung für die spätere Vogelfluglinie eröffnete die DRG 1928 eine Eisenbahnstrecke von Neustadt nach Bad Schwartau, die dort an die Strecke der Eutin-Lübecker Eisenbahn (ELE) anschloss und eine Direktverbindung von Lübeck nach Neustadt ermöglichte. Die Eisenbahnverbindung von Hamburg nach Fehmarn führte also über die Strecken von vier Bahngesellschaften und wechselte zweimal, in Neustadt und Lütjenbrode, die Richtung.
Die ersten baureifen Pläne für die Vogelfluglinie entstanden 1940 durch Heinrich Bartmann. Eine entsprechende Gesetzesinitiative passierte den dänischen Reichstag am 3. Januar 1941, dem ein Regierungsabkommen zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Dänemark am 8. April 1941 folgte. Nachdem die LBE bereits am 1. Januar 1938 von der DRG übernommen worden war, wurden mit der ELE am 1. Januar 1941 und der KOE am 1. August auch die übrigen Eisenbahngesellschaften auf der deutschen Seite verstaatlicht. Im September desselben Jahres begannen sowohl in Deutschland als auch in Dänemark die Bauarbeiten. Sie wurden 1943 bedingt durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen.
Mit dem Bau der Verbindung von Großenbrode nach Puttgarden im Norden Fehmarns wurde erst 1958 begonnen. Am 14. Mai 1963 wurde in Anwesenheit des Bundespräsidenten Heinrich Lübke und des dänischen Königs Frederik IX. mit der Fehmarnsundbrücke und der Fährverbindung über den Fehmarnbelt die Vogelfluglinie in ihrer heutigen Form eröffnet. Anlässlich der Eröffnung gab die Deutsche Bundespost sogar eine Sonderbriefmarke heraus. Die parallel verkehrende Eisenbahnfähre von Großenbrode Fähre über den Fehmarnsund bis zum gleichnamigen Ort Fehmarnsund auf der Insel Fehmarn wurde aufgegeben. Über die Vogelfluglinie verkehrten seitdem viele bedeutende Fernverkehrszüge wie beispielsweise der Nord-Express und der Italia-Express Rom–Kopenhagen. Hinzu kam ein reger Güterzugverkehr. So wurden beispielsweise 1994 190.757 Güterwagen trajektiert (laut Deutscher Bahn).
Mit der Vogelfluglinie wurde eine besonders kurze Verbindung von Westeuropa und Mitteleuropa / Deutschland nach Skandinavien geschaffen, die bis heute für den Straßenverkehr im Zuge der BAB 1/B 207 (Europastraße E 47) eine wichtige Bedeutung hat. Seit der Fertigstellung der festen Große-Belt-Querung in Dänemark zwischen Fünen und Seeland im Jahr 1997 fahren alle Güterzüge und Nachtzüge die rund 160 Kilometer längere Strecke über Flensburg, um die Fähre zu umgehen. Der seitdem stark reduzierte Eisenbahnverkehr über die Vogelfluglinie zwischen Hamburg und Kopenhagen wird mit Intercity-Express-Zügen der DB sowie EuroCity-Zügen der Danske Statsbaner betrieben.
Im engeren Sinne wird die rund 18 km lange Fährverbindung der Scandlines, einem Zusammenschluss der DFO GmbH und der Fährreederei der DSB, über den Fehmarnbelt als Vogelfluglinie bezeichnet. Im Jahr 2003 beförderten die vier halbstündlich verkehrenden Doppelendfähren 6,4 Millionen Passagiere, 1,6 Millionen Pkw und 278.000 Lkw zwischen Deutschland und Dänemark.
Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hamburg–Lübeck–Lübeck-Travemünde wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 abgeschlossen. Der Streckenabschnitt von Lübeck bis Puttgarden soll bis zur Fertigstellung der Fehmarnbelt-Querung ebenfalls elektrifiziert werden, ein zweigleisiger Ausbau soll jedoch erst sieben Jahre danach erfolgen. Die Bundesstraße 207 zwischen Heiligenhafen-Ost und Puttgarden soll bis zum Bauende vierstreifig ausgebaut werden, wobei die Fehmarnsundbrücke allerdings zweistreifig bleibt. (nach wikipedia)
Vogelfluglinie:
- Kürzel: VFL
- Betriebszeit: seit 1963
- Strecke: Großenbrode - Puttgarden
- Länge: 18,2 km, davon 14,3 km auf Fehmarn inklusive Brücke
- längste Brücke: Fehmarnsundbrücke 963,4 m
- Betriebsart: elektrisch
- Zahl der Haltestellen: 2 (bis 1984 4)
Schiffsverkehr
Der Schiffsverkehr auf Fehmarn wird maßgeblich durch den Fährhafen Puttgarden geprägt, der seit den 1960er Jahren als zentraler Knotenpunkt der Vogelfluglinie dient. Fähren pendeln im 30-Minuten-Takt zur dänischen Hafenstadt Rødby mit einer Fahrtzeit von 45 Minuten über 19 Kilometer und transportieren Passagiere, Fahrzeuge sowie Güter zwischen Deutschland und Dänemark. Der Hafen ist für Spaziergänger zugänglich, von wo aus die großen Fähren aus nächster Nähe beobachtet werden können.
Neben dem Linienverkehr bieten Schiffsausflüge vielfältige Freizeitmöglichkeiten rund um die Insel. Beliebte Touren umfassen Kutterfahrten ab Burgstaaken, bei denen Netze ausgeworfen werden, um Meeresbewohner wie Krabben und Seesterne zu zeigen, mit Abfahrten mehrmals täglich in der Saison. Weitere Optionen sind Angel- und Hochseetouren, Sunset-Fahrten mit Abendessen oder Ausflüge zum Naturschutzgebiet Grüner Brink für Vogelbeobachtungen.
Der Fehmarnbelt als wichtige Seeroute zieht kommerziellen Schiffsverkehr wie Tanker an und wird durch Patrouillenboote wie die "Fehmarn" (ein deutsches Patrouillenschiff) überwacht. Im Oktober 2025 erregte das russische Landungsschiff "Aleksandr Shabalin" Aufmerksamkeit, das östlich der Insel ankert und von Bundespolizei sowie Marine beobachtet wird, da es in internationalen Gewässern liegt. Solche Präsenzen unterstreichen die strategische Lage Fehmarns in der Ostsee.
Auf Fehmarn stehen insgesamt 5 Leuchttürme. Der Leuchtturm Flügge steht im Südwesten der Insel, wenige Kilometer westlich der Fehmarnsundbrücke. Er ist zur Besichtigung freigegeben und bietet einen weiten Ausblick über den Krummsteert, die Fehmarnsundbrücke hinweg bis zum Staberhuk – auf der anderen Seite nach Heiligenhafen und Großenbrode.
Mitte des 19. Jahrhunderts war an Stelle des heutigen Leuchtturms ein Hagedorngehölz mit dem Namen „Flügger Holz“, das als Landmarke genutzt wurde um die Untiefen „Flügger Sand“ sowie „Breiter Barg“ zu umschiffen. Als diese Baumgruppe einging, wurde vom preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe der Bau eines Leuchtturms genehmigt. Der 8-eckige, weiße Backsteinbau mit einer Gesamthöhe von 16 m besteht heute nur noch in Grundmauern und ist zirka 30 m vom heutigen Turm entfernt nahe dem Wohnhaus.
Der unter Denkmalschutz stehende Leuchtturm Flügge ist baugleich mit dem Leuchtturm Neuland bei Behrensdorf auf der anderen Seite des Fehmarnsundes. Wegen Schäden am Mauerwerk wurde der achteckige Backsteinturm 1976/77 mit einer rot-weißen Plattenverkleidung versehen. Im April 2009 wurden erhebliche Mängel an der Treppe des Turms festgestellt, eine Sanierung war unumgänglich. Im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes wurden im Zuge dieser Arbeiten auch die rot-weißen Platten entfernt und das darunter liegende Mauerwerk in Stand gesetzt. Seit Herbst 2010 erscheint der Turm wieder in seinem ursprünglichen gelb-roten Backsteinkleid. Der Leuchtturm kann über eine Treppe mit 162 Stufen bestiegen und besichtigt werden, der Laternenraum ist nicht öffentlich zugänglich.
In der Laterne des Leuchtturms befindet sich ein Orientierungsfeuer. Seine Kennung ist Ubr.(4) 20 s, also Gruppen von vier Unterbrechungen alle 20 Sekunden, die durch Umlaufblenden erzeugt werden. Etwas tiefer leuchtet aus einem Fenster des Turmes ein weiteres Feuer, das ein Festfeuer, also ein ununterbrochenes Feuer ist. Es bezeichnet als Oberfeuer Flügge gemeinsam mit dem Unterfeuer Strukkamphuk das Fahrwasser für Schiffe, die die Fehmarnsundbrücke aus Richtung Süd-Osten ansteuern.
Das Flügger Feuer wurde anfangs mit Benzol-, später mit Flüssiggas-Glühlicht betrieben. Die Umstellung auf Elektrizität erfolgte 1954. Heute dient in der Laterne eine 400 W/HQI-Lampe als Lichtquelle, beim Oberfeuer wird eine 250 W/24 V Halogenlampe eingesetzt. Der Turm ist an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, bei Stromausfall steht ein Dieselnotstromaggregat zur Verfügung. Seit Oktober 2020 erfolgt der Betrieb und Unterhalt durch das WSA Ostsee.
Mit dem Erstausgabetag 6. Juni 2013 gab die Deutsche Post AG in der Briefmarkenserie Briefmarken-Jahrgang 2013 der Bundesrepublik Deutschland ein Postwertzeichen im Wert von 45 Eurocent mit dem Bild des Flügger Leuchtturms heraus. Der Entwurf der Graphik stammt von Professor Johannes Graf aus Dortmund.
Leuchtturm Flügge
- Standort: 54°56‘24“ N, 11°01‘04“ O
- Listeneinträge: FED085 (ARLHS), C1288.1 (IHUK), 116-3220 (NGA)
- Bauzeit: 1914 bis 1915
- Inbetriebnahme: 1916
- Betreiber:
- Seehöhe: 1 m
- Turmhöhe: 37,5 m
- Feuerhöhe: 38 m
- Befeuerung: Gürtellinse, Linsenleuchte
- Betriebsart: elektrisch, 400 W - 230 V HQI-Lampe
- Funktion: Orientierungs- und Oberfeuer
- Kennung: Ubr.(4) 20 s
- Tragweite: 33,3 km
Der Leuchtturm Marienleuchte dient als Quermarken- und Orientierungsfeuer für die Schifffahrt im Fehmarnbelt. Er befindet sich etwa 1,3 Kilometer südöstlich vom Fährbahnhof Puttgarden im Nordosten der Insel. Der rot-weiß gestreifte Stahlbetonturm übernahm 1964 die Funktionen des benachbarten Klinkerbaus von 1831/32.
Der Leuchtturm Marienleuchte wurde 1831/32 errichtet und am 28. Oktober 1832 in Dienst gestellt. Er ersetzte eine an dieser Stelle unterhaltene Feuerbake. Das gelb getünchte Gebäude aus rotem Backstein besitzt einen quadratischen, gelb verklinkerten Turm. An dessen Spitze befindet sich eine Dachplattform mit einer runden Laterne. Die Südseite des Turms ziert das Monogramm des dänischen Königs Friedrich VI. Benannt ist er nach Friedrichs Gattin Königin Marie Sophie Friederike. Ob das Paar zur Einweihung anwesend war, ist unklar. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1866 wurden Schleswig und Holstein und damit auch Fehmarn, schließlich von Preußen formell annektiert und bildeten seit 1867 zusammen die preußische Provinz Schleswig-Holstein. In dieser Periode ist die deutsche Küste fortschreitend regelrecht befeuert worden. 1877 wurde die Marienleuchte mit einer neuen Optik in preußischen Dienst gestellt worden. Neben den optischen Signalen verfügte der Turm auch über eine akustische Warnanlage (Nebelhorn). Ab 1879 diente eine Pressluftsirene und nach 1930 ein elektrischer Membransender als Schallerzeuger.
Das Ensemble aus Leuchtturm, Wirtschaftsgebäude und Stall wurde 1967 außer Dienst gestellt und in die Liste der Kulturdenkmale auf Fehmarn aufgenommen. Das Gelände war nicht mehr zugänglich und die Gebäude verfielen zusehends. Nach deren Verkauf haben im Frühjahr 2023 die Bauarbeiten für das Ferienimmobilienprojekt „BeltBlick Fehmarn“ begonnen. Das Leuchtturmgebäude soll dabei eingebunden werden.
Mit dem zunehmenden Verkehr auf der Vogelfluglinie und im Fehmarnbelt reichte der alte Turm nicht mehr aus. 1964 wurde ein neuer Turm etwa 160 Meter nördlich aus Stahlbeton errichtet. Zum Schutz gegen die Witterung wurde er mit roten und weißen Hartfaserzementplatten verkleidet. Das Leuchtfeuer ist mit einer drehbaren Linsenleuchte ausgerüstet und erzeugt eine Lichtstärke von 722250 Candela mit einer 400 Watt Lampe. Die Fresnel-Linse stammt aus dem Jahr 1875 und wurde aus dem alten Turm übernommen. Der Leuchtturm hat zwei rote Warnsektoren (Puttgardenriff und Querverkehr über den Kiel-Ostsee-Weg) sowie zwei weiße Orientierungssektoren; ein Dieselaggregat im Nebengebäude stellt die Notstromversorgung sicher. Für Wartung und Unterhalt des Turms ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee zuständig, die Funktion wird von der Verkehrszentrale Travemünde überwacht und ferngesteuert.
Auf dem Gelände befindet sich weiterhin eine Pegelmessstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes und eine ODL-Sonde zur Überwachung der Umweltradioaktivität vom Bundesamt für Strahlenschutz. In direkter Nachbarschaft des Leuchtturms befindet sich die Außenstelle der Marinefernmeldestelle 722 - Marienleuchte (Fehmarn) der Bundeswehr.
Leuchtturm Marienleuchte
- Standort: Ohlensborg Huk, 54°29‘42“ N, 11°14‘18“ O
- Listeneinträge: FED016 (ARLHS), C1284 (IHUK), 3188 (NGA)
- Bauzeit: 1831 bis 1832
- Inbetriebnahme: 1832 bzw. 1967
- Betreiber:
- Seehöhe: 7 m
- Turmhöhe: 33,1 m (18 m bis 1967)
- Feuerhöhe: 39,6 m (28 m bis 1967)
- Befeuerung: Linsenleuchte
- Betriebsart: elektrisch, gedoppelte Osram-Lampe TYP HQJ - T 400 W / 230 V
- Funktion: Quermarken- und Orientierungsfeuer
- Kennung: Blz (4) w. r. -15 s
- Tragweite: 32,8 km
Der Leuchtturm Staberhuk steht im Südosten der Insel, wenige Kilometer östlich der Fehmarnsundbrücke. Zusammen mit dem Leuchtturm Flügge markiert er den Fahrweg im Fehmarnsund. 1903 begann man mit den Arbeiten für den stämmigen Turm, der aus gelben Backsteinen gemauert ist und eine rote Laterne trägt. Neben dem Turm wurde auch aus gelben Steinen ein Wärterhaus errichtet. Die massive Bauweise des Turmes war wegen der geplanten technischen Ausstattung notwendig: Nach seiner Fertigstellung trug er die gusseiserne Laterne des alten Leuchtturmes von Helgoland. Die Konstruktion ist 2,5 m hoch, sie wurde von Helgoland nach Fehmarn geschafft und auf dem Turm montiert. Im Laufe der Zeit griff die Witterung besonders stark die Westseite des Turmes an. Auf dieser Seite wurden die gelben Backsteine gegen rote Ziegel ausgetauscht. Diese Charakteristik ist weltweit einmalig. Das Leuchtfeuer Staberhuk gehört in den Verantwortungsbereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee und wird von der Verkehrszentrale in Travemünde fernüberwacht. Durch eine Umlaufblende wird die Kennung Ubr. Grp. 2 weiß und grün = (1) + 3 +(1) + 11 = 16 s erzeugt.
Der Turm ist mit der Original-Gürtellinse (Baujahr 1870) des Englischen Leuchtturms auf Helgoland ausgestattet, der 1902 abgebaut wurde. Sie hat eine Höhe von 2,41 m und eine Brennweite von 925 mm. Eingesetzt ist eine HQJ-T-400-W-Halogenentladungslampe, die eine Helligkeit von 115680 cd erzeugt und eine Nenntragweite von ca. 19 sm hat. Bei Netzausfall steht ein Notstromaggregat zur Verfügung. Ernst Ludwig Kirchner bildete den Leuchtturm bei seinen Aufenthalten auf Fehmarn ab.
Leuchtturm Staberhuk
- Standort: Staberhuk, 54°24‘09“ N, 11°18‘39“ O
- Listeneinträge: FED226 (ARLHS), C1286 (IHUK), 3192 (NGA)
- Bauzeit: 1903
- Inbetriebnahme: 1903
- Betreiber:
- Seehöhe: 3 m
- Turmhöhe: 22,6 m
- Feuerhöhe: 25,5 m
- Befeuerung: Gürtelleuchte
- Betriebsart: elektrisch, 400 W - 230 V HQI-Lampe
- Funktion: Seefeuer
- Kennung: Ubr. Grp. 2 weiß und grün = (1) + 3 +(1) + 11 = 16 s
- Tragweite: 33,3 km
Der Leuchtturm Strukkamphuk befindet sich auf der Insel Fehmarn direkt westlich neben er Fehmarnsundbrücke. Er ist nur für Fußgänger von der Fehmarnsundbrücke aus oder für Campingplatznutzer vom Campingplatz am Strukkamphuk aus erreichbar. Das Innere des sehr kleinen Leuchtturms lässt sich nicht besichtigen. Zusammen mit dem Leuchtturm Flügge bildet er ein Richtfeuer für die Fahrwasser durch den Fehmarnsund.
Ein erstes Leuchtfeuer wurde 1872 auf einem drei Meter hohen Holzgerüst errichtet. 1896 folgte ein eisernes Laternenhaus, welches 1935 durch den heutigen Betonturm ersetzt wurde. Dessen Leuchtfeuer war mit einem Flüssiggaslicht bestückt. 1954 erfolgte die Elektrifizierung unter Einsatz einer 40-W-Glühlampe. Seit 2000 dient eine Halogenglühlampe als Lichtquelle, in der Lampenwechseleinrichtung befinden sich zusätzlich fünf Ersatzlampen.
Leuchtturm Strukkamp
- Standort: Strukkamphuk bei Flügge, 54°24‘34“ N, 11°04‘44“ O
- Listeneinträge: FED2234 (ARLHS), C1288 (IHUK), 3216 (NGA)
- Bauzeit: 1935
- Inbetriebnahme: 1935
- Betreiber:
- Seehöhe: 2 m
- Turmhöhe: 5 m
- Feuerhöhe: 7 m
- Befeuerung: Gürtelleuchte
- Betriebsart: elektrisch 24 V/150 W
- Funktion:
- Kennung: Iso WR 3s
- Tragweite: 14,8 km
Der Leuchtturm Westermarkelsdorf, manchmal auch als Leuchtfeuer am Hakenorth bezeichnet, ist ein denkmalgeschützter Leuchtturm auf der Insel. Er steht an der Nordwestecke der Insel und weist als Orientierungs- und Warnfeuer den Weg in den Fehmarnbelt. Der alte Leuchtturm wurde am 7. Juli 2021 durch einen neuen Turm ersetzt. Der alte Turm ist weiter vorhanden, nun jedoch ohne Funktion.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck ließ einen Neubau errichten, da der alte Leuchtturm nicht mehr den Anforderungen entsprach. Dieser wurde im Herbst 2020 im Abstand von 29,5 m nordöstlich des alten Leuchtturmes aufgestellt. Der weiße Turm hat ein rotes Laternenhaus und darüber ein weißes Betriebsgeschoss mit Radarantenne über dem Dach. Die Gesamthöhe beträgt 23,83 m, die Feuerhöhe liegt bei 16,5 Meter über mittlerem Wasserstand. Die Nenntragweite des Feuers in den weißen Sektoren liegt bei 17 Seemeilen, in den roten Sektoren bei 13 Seemeilen. In den drei inneren der fünf Sektoren des Leuchtfeuers befinden sich fünf Abschattungen. Der neue Turm wurde am 7. Juli 2021 vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee in Betrieb genommen.
Das Leuchtfeuer Westermarkelsdorf gehört in den Verantwortungsbereich des WSA Ostsee und wird von der Verkehrszentrale in Travemünde fernüberwacht. Durch eine Umlaufblende wird die Kennung Blk. 10 s = 2,5 s + (7,5) s erzeugt.
Der alte Leuchtturm ist achteckig und wurde aus Backsteinmauerwerk errichtet. Das Wohnhaus für den Leuchtturmwärter ist direkt angebaut und wie der Turm dunkelbeige gestrichen. Der ursprünglich gut zehn Meter hohe Turm wurde 1902 auf 17,7 Meter aufgestockt. Im Umfeld und im Leuchtturm selbst befindet sich eine Messstation des Deutschen Wetterdienstes (Messstation Westermarkelsdorf).
Die Lichtquelle war zunächst eine zweidochtige Petroleumlampe, die 1922 durch einen Benzol-Glühlichtbrenner ersetzt wurde. Seit 1924 wird das Leuchtfeuer elektrisch betrieben. Der Turm war bis zur Außerbetriebnahme mit der ursprünglichen Gürteloptik, Brennweite 250 Millimeter, aus dem Jahr 1924 ausgestattet. Ab 1999 wurde eine HQI-T-400-W-Halogen-Metalldampflampe eingesetzt, die eine Helligkeit von 33104 Candela erzeugte. Bei Netzausfall steht ein Notstromaggregat zur Verfügung.
Rund 950 Meter südwestlich des Leuchtfeuers befindet sich 90 Meter vom Strand entfernt der sogenannte Ostseestöpsel, ein schiefer Stahldalben mit einem zehnkantigen Betonkranz (Koordinaten: ♁54° 31′ 26,6″ N, 11° 2′ 39,6″ O). Auf diesem Dalben war von 1935 bis 1942 ein Pegel mit einer Warnleuchte montiert, deren Stromversorgung vom Leuchtturm Westermarkelsdorf aus erfolgte. Sie wurde als Sicherheitsmaßnahme errichtet, nachdem Schiffe vor Westermarkelsdorf trotz des bestehenden Leuchtfeuers und des Feuerschiffs Fehmarnbelt auf eine Sandbank gelaufen waren. Der vier Meter tief im Meeresgrund verankerte Dalben wurde im Winter 1942 durch Packeis zur Seite gedrückt und danach außer Betrieb genommen. Wegen der Ähnlichkeit mit einem Badewannenstöpsel wird er seitdem im Volksmund „Ostseestöpsel“ genannt. Der Fehmaraner Legende zur Folge, die man besonders Kindern gern erzählt, würde das Ostseewasser im Abfluss verschwinden wie in einer Badewanne, wenn man ihn hinauszöge
Leuchtturm Westermarkelsdorf
- Standort: Westermarkelsdorf, 54°31‘39“ N, 11°03‘30“ O
- Listeneinträge: FED261 (ARLHS), C1280 (IHUK), 3164 (NGA)
- Bauzeit: 1880/81 bzw. 1920/21
- Inbetriebnahme: 1881 bzw. Juli 2021
- Betreiber:
- Seehöhe: 1 m
- Turmhöhe: 16,5 m
- Feuerhöhe: 23,83 m
- Befeuerung: Gürtelleuchte
- Betriebsart: elektrisch, 220 V/400 W
- Funktion: Orientierungs- und Warnfeuer
- Kennung: Blk. 10 s = 2,5 s + (7,5) s
- Tragweite: 31,5 km
Flugverkehr
Der Flugplatz Neujellingsdorf bezeichnet sich selbst gern als „kleinsten Flugplatz Deutschlands“, ohne jegliche feste Bebauung, obwohl es in Deutschland mehrere Plätze mit kürzeren Start- und Landebahnen gibt. Es handelt sich um einen Sonderlandeplatz. Das bedeutet, dass dort private Kleinflugzeuge nach Absprache mit dem Flugplatzhalter landen dürfen. Die Landebahn des Flugplatzes, der sich auf der schleswig-holsteinischen Ostseeinsel Fehmarn befindet, misst eine Länge von 590 m plus einer zusätzlichen Sicherheitszone von 60 m. Der hauptsächliche Zweck des Flugplatzes Fehmarn-Neujellingsdorf sind die von dort stattfindenden Inselrundflüge, die insbesondere zur Blütezeit des Rapses im Mai bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt sind. Gelegentlich werden auch die Kinofilme für das Burg-Filmtheater, das Kino der Insel, über den Luftweg hier angeliefert.
1963 suchte der Burgdorfer Unternehmer und Flugbegeisterte Heinz Lühmann (später bekannt als „der fliegende Kinomann“) einen Platz, um mit seiner einmotorigen Cessna 172 regelmäßig Kinofilme aus Hamburg auf die Insel zu holen. Das damalige Burg-Filmtheater (heute „Insel-Kino“) wollte aktuelle Filme schneller zeigen als mit der Fähre möglich war. Lühmann pachtete ein 600 m langes Rapsfeld zwischen Neujellingsdorf und Avendorf vom Bauern Hans-Peter Kröger. Die Wiese wurde einfach planiert, ein Windsack aufgestellt und eine kleine Holzplatte mit der Aufschrift „Flugplatz Fehmarn“ ans Feldrain genagelt – fertig. Es gab keine Halle, kein Tower, kein Asphalt, nur Gras und viel Wind. Am 12. April 1963 landete die erste Maschine offiziell: Heinz Lühmann selbst, mit der neuesten Kopie von „James Bond 007 – Liebesgrüße aus Moskau“ im Gepäck. Von da an flog er bis Ende der 1980er-Jahre fast jeden Freitag Filmmaterial an – bei jedem Wetter. Die Inselkinder standen am Zaun und winkten, wenn „de Filmflieger“ kam.
1968 wurde der Platz offiziell als Sonderlandeplatz (EDXF) zugelassen – mit der Auflage, dass Starts und Landungen nur nach vorheriger Telefonanmeldung beim Platzhalter erlaubt sind (bis heute so). Die Bahn wurde auf genau 590 m + 60 m Sicherheitszone festgelegt (Richtung 09/27). In den 1970er Jahren entdeckten Hamburger und Kieler Privatpiloten den Platz für Kurzbesuche – und vor allem für die legendären Raps-Rundflüge im Mai. Wenn die Insel gelb leuchtet, starten hier an schönen Wochenenden bis zu 40 Maschinen am Tag. Der Platz bekam schnell den Ruf als „kleinster Flugplatz Deutschlands“ – auch wenn das technisch nicht stimmt (es gibt kürzere Bahnen), aber keiner hat weniger Infrastruktur: kein Strom, kein Wasser, kein Klo, nur ein Telefon im nahegelegenen Bauernhof.
1989 übernahm der Luftsportverein Fehmarn e. V. den Platz. Die alte Holzplatte wurde durch ein richtiges Schild ersetzt, und seit 2003 steht sogar ein kleiner Container mit Feuerlöscher und Verbandskasten dort – Luxus! Die Filmflüge endeten 1992, als das Kino auf digitale Projektion umstellte. Aber die Raps-Rundflüge und die vielen Tagesbesucher aus ganz Norddeutschland tragen den Platz bis heute.
Fehmarn Airport:
- deutscher Name: Flugplatz Neujellingsdorf
- Code: - / -
- Lage: 54°27‘21“ N, 11°06‘33“ O
- Seehöhe: 10 m (33 ft)
- Entfernung: 1 km nordwestlich von Neujellingsdorf
- Inbetriebnahme:
- Betreiber: Klaus Skerra
- Terminal: 1
- Rollbahn: 1
- Länge der Rollbahn: 590 m (Gras)
- Fluggesellschaften: 0
- Flugzeug-Standplätze: ca. 5
- jährliche Passagierkapazität:
- jährliche Frachtkapazität:
Wirtschaft
Die Fehmarner leben vorwiegend von Dienstleistungen und vom Tourismus.
Landwirtschaft
Trotz der touristischen Prägung ist die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig, der über Jahrhunderte gewachsen ist und bis heute eine wichtige Grundlage für die regionale Identität darstellt. Die Insel verfügt über fruchtbare Böden, ein gemäßigtes Seeklima und vergleichsweise milde Winter, die den Anbau verschiedener Kulturpflanzen begünstigen. Traditionell werden auf Fehmarn vor allem Getreide, Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln angebaut. Auch der Obst- und Gemüsebau, insbesondere Erdbeeren, Äpfel und Kohlarten, spielt eine wichtige Rolle. Moderne landwirtschaftliche Betriebe kombinieren klassische Anbaumethoden mit innovativen Technologien wie computergestützten Bewässerungssystemen oder präziser Düngetechnik, um Erträge zu optimieren und die Umwelt zu schonen.
Neben dem Pflanzenbau ist die Tierhaltung auf Fehmarn weit verbreitet. Milchviehhaltung, Rinderzucht, Schweinemast und in geringerem Umfang Geflügelhaltung prägen das Bild der Insel. Viele Betriebe arbeiten nach hohen Tierwohlstandards und liefern ihre Produkte an regionale Molkereien, Schlachtereien oder Direktvermarktungsstellen. Direktvermarktung ist auf Fehmarn besonders ausgeprägt: Hofläden, Wochenmärkte, Abokisten und touristische Verkaufsstände bieten Einwohnern und Besuchern frische, regionale Lebensmittel an. Dies fördert die lokale Wirtschaft und stärkt gleichzeitig den Bezug zwischen Produzenten und Konsumenten.
Die Landwirtschaft auf Fehmarn steht zunehmend vor Herausforderungen, darunter Klimawandel, Fachkräftemangel und der Druck durch den touristischen Ausbau. Innovative Ansätze wie ökologische Bewirtschaftung, regenerative Energieproduktion (zum Beispiel Biogas oder Photovoltaik auf Hofdächern) und Kooperationen mit Forschungseinrichtungen sollen diese Herausforderungen abmildern. Zudem spielen Bildungs- und Informationsangebote, etwa durch landwirtschaftliche Lehrbetriebe, Kooperationen mit Schulen und Praktika, eine Rolle, um junge Menschen für die Landwirtschaft zu begeistern und Fachwissen weiterzugeben.
Fischerei
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Fehmarn einer der wichtigsten Heringplätze der gesamten Ostsee. Besonders Orth und Burgstaaken wurden zu regelrechten Hering-Metropolen. Jedes Jahr ab September kamen Tausende fremde Fischer aus Schonen, Dänemark und Flandern. Sie wohnten in temporären Budenreihen am Strand („Bohnen“ genannt) und fischten mit großen Stellnetzen. Der Hering wurde vor Ort gesalzen, in Tonnen gepackt und über Lübeck und Hamburg in ganz Europa verkauft. Die Insel zahlte einen Teil ihrer Steuern in Heringstonnen. Noch heute erinnern Straßennamen wie „Heringstraße“ in Orth oder der „Heringsmarkt“ in Burg an diese Zeit. Der Reichtum war so groß, dass man sagte: „Wer in der Heringszeit drei Netze voll hat, kann ein Haus bauen.“
Zwischen 1890 und 1910 verschwand der Hering fast vollständig aus dem Fehmarnbelt – eine Kombination aus Überfischung, Klimaveränderung und Strömungswechsel. Viele Fischerfamilien verloren über Nacht ihre Existenz. Ein Teil wanderte aus (vor allem nach Kanada und Australien), andere gingen auf Hochsee-Kutter aus Cuxhaven, Bremerhaven oder Büsum. In den 1920er- und 1930er-Jahren fuhren noch über 200 Fehmaraner als „Nordsee-Fahrer“ zur Herings- und Kabeljaufischerei auf großen Loggern und Dampfern.
Nach dem Krieg lebte die örtliche Fischerei wieder auf – aber nur noch im kleinen Stil. Berühmt waren vor allem die Aalfischer aus Orth und Burgstaaken. Mit Reusen und Stellnetzen fingen sie die „silbernen Schlangen“, räucherten sie in den eigenen kleinen Räuchereien und verkauften sie direkt vom Hof oder an die ersten Touristen. Daneben gab es Dorsch, Scholle, Plattfisch und im Herbst wieder etwas Hering. Die typischen Fehmaraner Boote waren 7 bis 9 Meter lange Eichenholz-Kutter mit Hilfsmotor („Pütt un Pann“). Fast jedes Dorf am Meer hatte noch eigene kleine Fischer: in Lemkenhafen, Altenteil, Puttgarden, Marienleuchte, Staberdorf und Westermarkelsdorf lagen Boote am Strand.
Die aktive Berufsfischerei ist auf Fehmarn fast verschwunden. 2024 gab es nur noch drei hauptberufliche Fischer auf der ganzen Insel: Peter Kruse aus Orth (hauptsächlich Aal und Dorsch), die Gebrüder Nissen aus Burgstaaken (Kutter „Femern“, vor allem Scholle und Hering) sowie ein einzelner Fischer in Lemkenhafen. Die meisten ehemaligen Fischerboote sind heute Ausflugs- oder Angelschiffe. In Burgstaaken und Orth liegen statt Kutter jetzt Charterschiffe für Hochseeangeln und „Kutterpullen“ (Touristenfahrten). Die traditionellen Räuchereien (zum Beispiel „Fischräucherei Kruse“ in Orth oder „Gösch“ in Burgstaaken) leben fast ausschließlich vom Verkauf an Urlauber – frischer Ostseefisch kommt meist aus Dänemark oder Polen. Die alten Fischerhäuser mit den Reetdächern und Netzkammern stehen noch, aber statt Netze hängen jetzt Surfbretter und Fahrräder darin.
Handwerk
Die Insel ist geprägt von einem vielfältigen Handwerkssektor. Kleine und mittelständische Betriebe spielen eine zentrale Rolle für die lokale Wirtschaft und die Versorgung der Bevölkerung. Handwerksbetriebe auf Fehmarn decken ein breites Spektrum ab: Bau- und Zimmererarbeiten, Elektro- und Sanitärinstallationen, Metall- und Holzverarbeitung, Kfz-Werkstätten, Maler- und Lackierbetriebe sowie spezialisierte Handwerke wie Bootsbau oder maritime Dienstleistungen. Viele dieser Betriebe bedienen sowohl den Bedarf der Inselbewohner als auch den touristischen Sektor, etwa durch Renovierungen, Instandhaltungen oder die Ausstattung von Ferienwohnungen und Hotels.
Industrie
Die Industrie auf Fehmarn ist im Vergleich zum Festland klein strukturiert und auf bestimmte Nischen spezialisiert. Es gibt vor allem Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte verarbeiten, Lebensmittel herstellen oder Baumaterialien produzieren. Dazu kommen kleinere Fertigungs- und Handwerksbetriebe, die industrielle Dienstleistungen anbieten, wie Metallbearbeitung, Holzverarbeitung oder Maschinenbau in kleinem Umfang. Große Industrieanlagen sucht man auf Fehmarn vergeblich, da die Insel primär durch Landwirtschaft, Tourismus und Dienstleistungsbetriebe geprägt ist.
Wasserwirtschaft
Aufgrund der Insellage ist die sichere Bewirtschaftung von Süß- und Salzwasser von besonderer Bedeutung. Die Insel liegt in der Ostsee und ist von Nord- und Ostseeküsten geprägt, wodurch Hochwasserschutz, Küstenerhaltung und der Schutz vor Sturmfluten zu den wichtigsten Aufgaben der Wasserwirtschaft zählen. Deiche, Schutzwälle und Wasserbauwerke verhindern Überflutungen und sichern die landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie Siedlungsgebiete.
Neben dem Hochwasserschutz umfasst die Wasserwirtschaft auf Fehmarn auch die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Die Insel verfügt über ein gut ausgebautes Netz von Wasserleitungen und Pumpwerken, das die Bevölkerung, Gewerbe und touristische Einrichtungen zuverlässig mit Trinkwasser versorgt. Gleichzeitig sorgen Kläranlagen, Regenwassermanagement und moderne Abwasseraufbereitung dafür, dass Umwelt und Gewässer geschützt werden. Insbesondere in den Sommermonaten, wenn zahlreiche Touristen die Insel besuchen, ist eine stabile und hygienische Wasserversorgung unerlässlich.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Umweltschutz und der nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen. Die Pflege von Feuchtgebieten, die Renaturierung kleiner Fließgewässer und der Schutz der Küstenökosysteme tragen dazu bei, dass Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhalten bleiben und die Wasserqualität hoch bleibt. Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Umweltverbänden fördern zudem innovative Maßnahmen zur Wasserspeicherung, zum Küstenschutz und zur Klimaanpassung.
Energiewirtschaft
Seit 1985 werden auf Fehmarn Windkraftanlagen errichtet. Bisher entstanden fünf Windparks; der „Windpark Fehmarn“ wurde mit 34 Windkraftanlagen ehemals in das Guinness-Buch der Rekorde als Deutschlands größter Windpark eingetragen.
Die Errichtung dieser Anlagen war unter den Bewohnern der Insel umstritten, da sie zum einen Arbeitsplätze sichern und hohe Gewerbesteuereinnahmen bringen, zum anderen jedoch die bisher landwirtschaftlich geprägte Umwelt Fehmarns beeinträchtigen und so möglicherweise dem Tourismus schaden. Allerdings steht die große Mehrheit der Einwohner den Anlagen positiv gegenüber.
Seit Mitte der 2000er Jahre werden die Windparks einem Repowering unterzogen, um bei gleichzeitiger Erhöhung von installierter Leistung und Stromertrag die Anzahl der Einzelanlagen zu reduzieren. Die Zahl der 144 Windräder soll durch das Aufstellen größerer und leistungsfähigerer Räder auf etwa 120 gesenkt werden. So wurden bis August 2010 112 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 50 MW durch 74 neue Anlagen mit einer Nennleistung von 166 MW ersetzt. Das Regelarbeitsvermögen stieg dabei von 104 auf 380 GWh jährlich, was dem Stromverbrauch von 109.000 Haushalten entspricht.
Rund 30 km nordöstlich von Fehmarn steht der dänische Offshore-Windpark Rødsand, der bei Errichtung der größte Offshore-Windpark der Welt war. Da außerdem überdurchschnittlich viele Solaranlagen pro Kopf existieren und zudem Energie in Biomassekraftwerken gewonnen wird, produziert Fehmarn aus erneuerbaren Energien ein Vielfaches des eigenen Stromverbrauchs.
Abfallwirtschaft
Die Insel Fehmarn verfügt über eine gut organisierte Abfallwirtschaft, die sowohl auf den Bedarf der Einwohnerinnen und Einwohner als auch auf den saisonalen Tourismus abgestimmt ist. Die kommunalen Entsorgungsstrukturen sorgen für regelmäßige Hausmüll-, Papier- und Bioabfallabholungen, während Wertstoffhöfe zusätzliche Möglichkeiten zur Entsorgung von Sperrmüll, Grünschnitt oder Elektroaltgeräten bieten. Besonders in den Sommermonaten, wenn zahlreiche Besucher auf die Insel kommen, wird die Abfalllogistik erhöht, um Strände, Campingplätze und öffentliche Bereiche sauber zu halten. Nachhaltigkeit und Müllvermeidung spielen mittlerweile eine wichtige Rolle, weshalb auf Fehmarn verstärkt auf getrennte Sammelsysteme und Informationsangebote gesetzt wird.
Handel
Der Handel auf Fehmarn ist geprägt von einer Mischung aus inhabergeführten Geschäften, Supermärkten und saisonalen Angeboten, die während der touristischen Hochzeiten das wirtschaftliche Bild der Insel prägen. In den größeren Orten wie Burg findet man ein breites Spektrum an Lebensmittelmärkten, Bekleidungsgeschäften, Fachhändlern und Dienstleistern. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Boutiquen, Souvenirshops, Hofläden und maritime Einzelhändler, die das typisch norddeutsche Inselprofil unterstreichen. In den Küstenorten ergänzen Cafés, Restaurants und touristische Verkaufsstände das Angebot, sodass sowohl Einheimische als auch Gäste eine gute Versorgung vorfinden.
Finanzwesen
Im Bereich des Finanzwesens ist Fehmarn durch mehrere Bankfilialen und regionale Kreditinstitute vertreten, die grundlegende Finanzdienstleistungen für Privatkunden, Gewerbetreibende und die Tourismuswirtschaft anbieten. Ergänzt wird dies durch moderne digitale Serviceangebote, sodass viele Bankgeschäfte inzwischen online abgewickelt werden können. Für Unternehmen der Insel – darunter Hotels, Gastronomiebetriebe, Handwerksfirmen oder landwirtschaftliche Betriebe – spielen Beratungsleistungen und regionale Förderprogramme eine wichtige Rolle. Insgesamt sorgt das Finanzwesen für eine stabile wirtschaftliche Basis und unterstützt die Entwicklung des Handels und des Tourismus, die beide maßgebliche Säulen der Inselwirtschaft darstellen.
Auf der Insel etabliert sind folgende Bankenb
- Sparkasse Holstein – mit mehreren Filialen auf Fehmarn (zum Beispiel „Am Markt 14, 23769 Fehmarn“ / „Bahnhofstraße 21“) Sparkasse_de+2kaufDA+2
- VR Bank zwischen den Meeren eG – regionales Kreditinstitut mit Filiale bzw. Geldautomaten auf Fehmarn. Gute Banken+1
- VR Bank Ostholstein Nord‑Plön eG – laut Bankverzeichnissen ebenfalls mit Sitz/Filiale auf Fehmarn. Bank Codes+1
- Deutsche Bank – zumindest Geldautomaten / Partner-Services sind auf Fehmarn verfügbar.
Soziales und Gesundheit
Das soziale Leben auf Fehmarn ist stark von der Gemeinschaftsorientierung einer Insel geprägt. Zahlreiche Vereine, soziale Einrichtungen und ehrenamtliche Initiativen tragen dazu bei, das gesellschaftliche Miteinander zu stärken. Angebote für Kinder und Jugendliche, wie Kindertagesstätten, Schulen, Jugendtreffs oder Sportvereine, leisten einen wichtigen Beitrag zur Betreuung und Freizeitgestaltung junger Menschen. Auch für ältere Bewohnerinnen und Bewohner stehen Unterstützungsstrukturen bereit – etwa Seniorentreffs, Pflegedienste und Nachbarschaftshilfen, die im Alltag entlasten und soziale Teilhabe ermöglichen. Darüber hinaus arbeiten auf der Insel verschiedene Wohlfahrtsverbände und soziale Träger, die Beratung, Integrationshilfen oder Unterstützung in besonderen Lebenslagen anbieten. Das soziale Netzwerk Fehmarns ist engmaschig und wird besonders durch das Zusammenspiel aus Kommune, Vereinen und ehrenamtlichem Engagement getragen.
Gesundheitswesen
Im Bereich der Gesundheitsversorgung verfügt Fehmarn über ein breites, auf die Insellage abgestimmtes Angebot. Hausarztpraxen, Fachärzte, therapeutische Einrichtungen sowie Apotheken sichern die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung. Ergänzt werden diese durch ambulante Pflege- und Rehabilitationsdienste, die vor allem für ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen wichtig sind. In Akutfällen stehen Notdienste und Rettungsdienste bereit, die eng mit Kliniken und medizinischen Zentren auf dem Festland zusammenarbeiten. Gerade während der touristischen Hauptsaison spielt die Gesundheitsinfrastruktur eine wichtige Rolle, da sie sowohl Einheimische als auch zahlreiche Gäste versorgt. Hinzu kommen Angebote im Bereich Prävention, Gesundheitserziehung und Wellness, die durch Kur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen unterstützt werden und einen Beitrag zur allgemeinen Lebensqualität auf Fehmarn leisten.
Gesundheitswesen (in Burg) 2002:
- Krankenhaus 1 (1)
- Kliniken 2 (2)
- Apotheken 3 (3)
- praktische Ärzte 9 (8, 1409,44 Personen pro Arzt)
- Badeärzte 6 (6)
- Fachärzte 7 (6)
- Zahnärzte 5 (5)
Krankheiten
Die häufigsten gesundheitlichen Probleme betreffen chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen und orthopädische Beschwerden. Auch psychische Erkrankungen, etwa Stress- oder Angststörungen, gewinnen zunehmend an Bedeutung, was auf die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen zurückzuführen ist.
Bildung
Bereits im frühkindlichen Bereich stehen mehrere Kindertagesstätten und Betreuungsangebote zur Verfügung, die den Übergang in die schulische Bildung erleichtern. Die Schulen auf Fehmarn decken unterschiedliche Bildungswege ab und ermöglichen sowohl eine wohnortnahe Grundbildung als auch weiterführende Abschlüsse. Moderne Unterrichtsräume, digitale Lernmittel und vielfältige Ganztagsangebote tragen dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler in einem zeitgemäßen Lernumfeld gefördert werden.
Besonderen Wert legen die Bildungseinrichtungen auf individuelle Unterstützung, soziale Integration und ein aktives Schulleben. Projekte zu Umweltschutz, Musik, Sport oder regionaler Kultur sind auf der Insel fest verankert und stärken die Verbundenheit zur Umgebung. Kooperationen mit örtlichen Vereinen, Betrieben und sozialen Einrichtungen bieten zusätzliche Lernanreize und eröffnen Einblicke in berufliche Perspektiven, die auf Fehmarn von Tourismus, Handwerk, Landwirtschaft und maritimen Tätigkeiten geprägt sind. Darüber hinaus unterstützen außerschulische Angebote wie Musikschulen, Volkshochschule oder Jugendzentren die persönliche und fachliche Entwicklung der jungen Menschen. Insgesamt verbindet das Bildungssystem der Insel regionale Verwurzelung mit modernen Lernformen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit Fehmarns.
Schulen auf Fehmarn:
- Inselschule Fehmarn in Burg: Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe und Förderzentrum, bietet alle Schulabschlüsse von Förderschulabschluss bis Abitur an. Die Schule hat ca. 1000 Schüler und zahlreiche Arbeitsgemeinschaften.
- Grundschule der Stadt Fehmarn in Burg: Grundschule mit etwa 249 Schülern.
- Grundschule Landkirchen: Grundschule mit rund 127 Schülern, gelegen in Landkirchen auf Fehmarn.
- Montessori-Schule Fehmarn: Schule in freier Trägerschaft in Burg. .
Höhere Bildung
Weiterführende Bildungsabschlüsse können in der Regel über kooperierende Schulen oder Bildungseinrichtungen auf dem Festland erreicht werden. Viele Schülerinnen und Schüler nutzen diese Verbindungen, um Fachhochschulreife, Abitur oder spezialisierte Berufsabschlüsse zu erwerben. Ein gut strukturierter öffentlicher Nahverkehr erleichtert dabei den Zugang zu weiterführenden Schulen in der Region.
Auch im Bereich der beruflichen Weiterbildung und Erwachsenenbildung bietet Fehmarn verschiedene Möglichkeiten. Die Volkshochschule, lokale Bildungsinitiativen und regionale Anbieter schaffen ein breites Spektrum an Kursen – von Sprachlehrgängen über berufliche Fortbildungen bis hin zu kreativen oder technischen Workshops. Zudem fördern Praktika und Kooperationen mit Unternehmen der Insel den Einstieg in Ausbildungsberufe oder berufliche Spezialisierungen. Für Hochschulstudien, duale Studiengänge oder umfassende Qualifizierungen stehen die Hochschulen und Universitäten der umliegenden Städte zur Verfügung, die von vielen jungen Fehmaranerinnen und Fehmaranern genutzt werden.
Bibliotheken und Archive
Die Stadtbücherei befindet sich in der Bahnhofstraße 47 in Burg. Das Medienangebot umfasst etwa 13.000 Medien — Romane, Sachbücher, Kinderbücher, Hörbücher, DVDs, CDs und Spiele. Neben der klassischen Ausleihe gibt es digitale Angebote: Über den Online‑Medienkatalog ist Recherche möglich, und mit der „Onleihe“ kann man eBooks, eAudios etc. 24/7 downloaden. Die Bibliothek bietet auch öffentliche Internet‑ und Kopierplätze, speziell zum Recherchieren oder für Ausdrucke. Darüber hinaus gibt es kulturelle bzw. bildungsbezogene Angebote. So finden regelmäßig Veranstaltungen statt etwa Vorlesezeiten für Kinder, Ferienprogramme, Buchkisten für Schulen/Kindergärten undsoweiter. Im Obergeschoss der Stadtbücherei befindet sich die Ausstellung des Ernst Ludwig Kirchner Verein Fehmarn. Dort werden Werke, Reproduktionen, Fotos und Dokumente des Malers Ernst Ludwig Kirchner gezeigt, die mit seiner Zeit auf Fehmarn verbunden sind.
Das Stadtarchiv befindet sich im Rathaus (Am Markt 1, 23769 Burg auf Fehmarn). Der Bestand umfasst rund 621 laufende Meter an Archivalien: darunter Verwaltungsakten aus dem 17. Jahrhundert bis in die Neuzeit, Amtsbücher, Nachlässe, Depositen, Fotografien, Karten, Zeitungen, Filme und weitere Dokumente. Das Archiv beinhaltet sowohl die früheren Bestände aus den einzelnen Gemeinden vor der Gebietsreform als auch die Bestände der heutigen Inselgemeinde. Nach der Fusion der drei Inselgemeinden und der Stadt Burg wurde eine neue Beständeübersicht erstellt. Die regulären Öffnungszeiten für Besucher sind dienstags von 14:00 bis 17:00 Uhr; weitere Besuche sind nach Vereinbarung möglich.
Kultur
Fehmarn bietet eine lebendige Kulturszene mit Museen wie dem Fehmarn-Museum, dem U-Boot-Museum und der E.L.-Kirchner-Dokumentation sowie mittelalterlichen Kirchen und Galerien, die Künstler wie Kirchner und Feininger ehren. Traditionelle Feste, Konzerte, Theater und historische Stätten wie die St.-Nikolai-Kirche in Burg ergänzen das Angebot und verbinden Inselgeschichte mit moderner Kunst.
Früher gab es etwa 15 Vetternschaften zwischen den verschiedenen Sippen. Diese Tradition haben wohl Einwanderer aus Dithmarschen mitgebracht, wo Vetternschaften bis zum Verbot 1550 üblich waren. Heute existiert nur noch die „Vetterschaft der Mackeprangen und Witten“, denen auch der ehemalige deutsche Bundespräsident Karl Carstens angehört, dessen Großmutter eine geborene Mackeprang war.
Museen
Das älteste Museen der Insel ist das Predigerwitwenhaus von 1581 in Burg, das heute als Peter-Wiepert-Heimatmuseum dient. Hier werden historische Wohn- und Alltagsgegenstände aus mehreren Jahrhunderten gezeigt, die einen Einblick in das frühere Inselleben und die Traditionen der Inselbewohner ermöglichen. Das Museum vermittelt die Geschichte Fehmarns auf anschauliche Weise und ist zugleich ein kulturelles Zentrum für Vorträge und Veranstaltungen.
Ein weiteres bedeutendes Museum ist der Katharinenhof, das vor allem Kunstliebhaber anspricht. Hier werden regelmäßig Ausstellungen gezeigt, die Werke regionaler Künstler präsentieren und die künstlerische Vielfalt Fehmarns sichtbar machen. Der Katharinenhof fördert zudem kulturelle Projekte und Bildungsangebote, die insbesondere die Verbindung von Kunst, Geschichte und Tourismus stärken.
Für Interessierte an Landwirtschaft und Technik bietet das Mühlen- und Landwirtschaftsmuseum in Lemkenhafen spannende Einblicke in die landwirtschaftliche Entwicklung der Insel. Historische Mühlen, landwirtschaftliche Geräte und Maschinen veranschaulichen, wie die Inselbewohner über Jahrhunderte hinweg Landwirtschaft betrieben und die Landschaft geprägt haben. Das Museum dokumentiert damit nicht nur die ökonomische, sondern auch die kulturelle Bedeutung der Landwirtschaft auf Fehmarn.
Ein besonderes Highlight für Kunstinteressierte ist die E. L. Kirchner-Dokumentation, die Werke und Materialien des expressionistischen Malers Ernst Ludwig Kirchner zeigt. Kirchner verbrachte mehrere Sommer auf Fehmarn, und seine Arbeiten dokumentieren die besondere Verbindung zwischen Künstler und Landschaft. Die Ausstellung bietet Einblicke in Leben, Schaffen und Wirkung des Künstlers und verknüpft damit lokale Geschichte mit internationaler Kunstgeschichte.
Architektur
Auf Fehmarn finden sich slawische Spuren, gotische Backsteinkirchen, reetgedeckte Fischerkaten, klassizistische Gutshöfe, preußische Backsteinbauten und moderne Brückenbauwerke friedlich nebeneinander. Hier stehen steinzeitliche Großsteingräber neben gotischen Feldsteinkirchen, reetgedeckte Fischerkaten neben preußischen Backsteinvillen und der filigrane Bogen der Fehmarnsundbrücke neben einem echten Typ-VII-C-U-Boot. Alles ist klein genug, um es an einem Tag zu umrunden, und doch so dicht gepackt, dass jeder Kilometer eine andere Epoche erzählt.
Die ältesten Bauten sind die Megalithgräber der Trichterbecherkultur. Das gewaltige Hünenbett Alversteen bei Albertsdorf und das rekonstruierte Langbett in Wulfen zeigen, dass hier schon vor 5.500 Jahren Menschen riesige Steine aufeinander wuchteten. In der gleichen Gegend liegt der geheimnisvolle Dodelstein, ein Findling mit mittelalterlichen Hausmarken, die bis heute nicht vollständig entschlüsselt sind.
Die Christianisierung ab dem 12. Jahrhundert brachte die fünf großen Feldsteinkirchen, die zu den schönsten Schleswig-Holsteins gehören. Sankt Petri in Landkirchen (um 1230) ist die älteste, St. Johannes in Petersdorf war einst Johanniter-Klosterkirche, Sankt Johannis in Bannesdorf die kleinste und besterhaltene, und Sankt Nikolai in Burg (13. Jahrhundert) wurde mit ihrem 53 Meter hohen neugotischen Turm von 1878 zum weithin sichtbaren Inselsymbol. Die winzige Sankt-Jürgen-Kapelle in Burg (14. Jahrhundert), außerhalb der ehemaligen Stadtmauer, erinnert an Pestzeiten. Seit 1963 steht daneben die moderne katholische Sankt-Franziskus-Xaverius-Kirche, ein klarer Betonbau mit segelförmigem Glockenträger, der sich bewusst von der Gotik absetzt.
Die eigentliche Seele Fehmarns aber sind die reetgedeckten Fischer- und Bauernhäuser. In Orth, Lemkenhafen und Staberdorf stehen sie noch in geschlossenen Reihen direkt am Wasser: weiß gekalkt, mit blauen oder grünen Türen, tiefen Reetdächern und kleinen Butzenfenstern. Dazwischen die Häfen: der winzige, romantische Naturhafen Orth, der touristische Burgstaaken mit dem Museums-U-Boot U-995, der moderne Yachthafen Burgtiefe und der ehemalige Fährhafen Fehmarnsund, der heute friedlich unter der 1963 eröffneten Fehmarnsundbrücke liegt, damals die längste Schrägseilbrücke Europas. Im Norden dominiert der nüchterne Fährhafen Puttgarden mit seinen riesigen Betonmolen der Vogelfluglinie.
Die Gutshöfe und Windmühlen erzählen vom 18. und 19. Jahrhundert. Prächtige klassizistische Herrenhäuser wie Klausdorf, Meeschendorf oder Wulfen stehen in parkartigen Anlagen. Von den einst über zwanzig Windmühlen drehen sich noch die Südermühle in Petersdorf (1893) und die Flinke Laura in Dänschendorf (1889). Das Rathaus Burg von 1912 ist ein stattlicher neobarocker Backsteinbau, typisch preußisch und gleichzeitig das politische Herz der Insel.
Erinnerung und Mahnung prägen weitere Orte: die Reste der slawischen Burgruine Glambek in Burgtiefe, das Niobe-Denkmal am Gammendorfer Strand für die 69 ertrunkenen Segelschüler von 1932, der düstere Galgenberg mit dem Teich Ratssoll bei Petersdorf und die Gedenkstätte Kriegssoll bei Landkirchen.
Die jüngste Architektur ist touristisch geprägt: das riesige Meereszentrum mit seinem Haibecken, die gigantische Modellbahn Fehmarn in einem ehemaligen Supermarkt, die Leuchttürme Flügge, Staberhuk und Marienleuchte, und nicht zuletzt die kilometerlangen Strandkorbreihen an den weißen Sandstränden von Bojendorf bis Grüner Brink.
Bildende Kunst
Die Insel besitzt eine lebendige Tradition in der bildenden Kunst, die sowohl historische als auch moderne Ausdrucksformen umfasst. Besonders bekannt ist die Verbindung der Insel zur Kunst des Expressionismus, da der berühmte Maler Ernst Ludwig Kirchner mehrere Sommer auf Fehmarn verbrachte. Seine Werke zeigen eindrucksvoll die besondere Atmosphäre der Insel, ihre Küstenlandschaften, das Meer, die Natur und das Alltagsleben der Bewohner. Die E. L. Kirchner-Dokumentation auf Fehmarn bewahrt und präsentiert diese Arbeiten und bietet Besuchern Einblicke in das Leben und Schaffen des Künstlers.
Neben Kirchner haben auch andere Künstler die Insel als Inspirationsquelle genutzt, da das Zusammenspiel von Licht, Meer und Landschaft besondere kreative Impulse bietet. Die Insel beherbergt Ateliers, Galerien und Ausstellungsräume, in denen Werke regionaler und überregionaler Künstler gezeigt werden. Der Katharinenhof ist ein prominentes Beispiel für einen Ort, an dem regelmäßig Kunstausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Workshops stattfinden.
Die bildende Kunst auf Fehmarn ist eng mit Kultur, Tourismus und Bildung verknüpft. Museen, Kunstvereine und Bildungseinrichtungen bieten Möglichkeiten für Kunstunterricht, kreative Workshops und Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Kunstwerke sind nicht nur als ästhetische Objekte präsent, sondern dienen auch als Mittel der kulturellen Identität, der Inspiration und der Auseinandersetzung mit Natur, Geschichte und Gesellschaft.
Darüber hinaus ist die bildende Kunst auf Fehmarn ein wesentlicher Bestandteil der touristischen Attraktivität. Besucher können in Museen, Galerien oder bei Ausstellungen die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen erleben und gleichzeitig die besondere Verbindung zwischen Kunst, Landschaft und Inselkultur nachvollziehen.
Literatur
Die Insel Fehmarn hat im Laufe der Geschichte immer wieder literarische Aufmerksamkeit erfahren, sowohl durch regionale Autorinnen und Autoren als auch durch überregionale Werke, die die Insel thematisieren. Literarische Werke auf Fehmarn beschäftigen sich häufig mit der maritimen Kultur, dem ländlichen Leben, der Natur und den Traditionen der Inselbewohner. Historische Chroniken, Tagebücher, Briefe und Reiseführer dokumentieren das Alltagsleben, die Landwirtschaft, Fischerei und das gesellschaftliche Miteinander auf Fehmarn über mehrere Jahrhunderte.
Neben dokumentarischen Texten gibt es fiktionale Werke, die von der Insel inspiriert wurden. Romane, Kurzgeschichten und Gedichte greifen Motive wie die Küstenlandschaften, das Inselleben, das Meer oder die Eigenheiten der Dorfgemeinschaften auf. Diese Werke verbinden literarische Gestaltung mit regionalem Bezug und vermitteln sowohl historischen als auch aktuellen Einblick in das Leben auf Fehmarn.
Besonders relevant für die Literatur auf der Insel ist die Vermittlung und Zugänglichkeit literarischer Werke über die Stadtbücherei Burg und weitere Bibliotheken. Hier finden Leserinnen und Leser nicht nur klassische und moderne Werke über die Insel, sondern auch literarische Programme wie Lesungen, Schreibworkshops und Autorenabende, die regionale Literatur aktiv fördern.
Darüber hinaus finden sich literarische Spuren in Museen und kulturellen Einrichtungen, die Texte, Manuskripte oder Briefe von Fehmarn-bezogenen Persönlichkeiten ausstellen. Dies stärkt den Zusammenhang zwischen Literatur, Kulturgeschichte und Alltagsleben auf der Insel.
Theater
Die „Theatergruppe DRK Petersdorf“ (Westfehmarn) ist eine Amateurgruppe, die unter dem Dach des DRK auf Fehmarn agiert. Sie führt Theaterstücke und Wohltätigkeitsveranstaltungen auf. Zwischendurch werden auf der Insel Aufführungen speziell für Kinder angeboten; so gab es zum Beispiel ein Puppentheaterstück nach dem Buch Der Grüffelo. Im Burg Filmtheater giubt es neben Filmen auch Veranstaltungen wie Lesungen, Festivals, Livemusik, Kleinkunst‑Events und potenziell auch Theateraufführungen
Film
Fehmarn wars Drehort für folgende Filme:
- „Hanna“: Für den Action‑Thriller mit Cate Blanchett wurden Szenen an der Küste (u.a. rund um den Bereich Graswarder / Heiligenhafen) sowie auf Fehmarn selbst gedreht.
- „Halbe Brüder“: Diese deutsche Filmkomödie von 2014 wurde „teilweise auf Fehmarn“ gedreht.
- „Wann wird es endlich wieder so wie es nie war“ (Verfilmung des Romans von Joachim Meyerhoff): Diese Verfilmung entstand u.a. 2021 mit Dreharbeiten auf Fehmarn.
- „Nord bei Nordwest“ (ARD‑Krimiserie): Fehmarn dient regelmäßig als Kulisse für diese Serie: Verschiedene Orte auf der Insel - beispielsweise der Hafen in Orth, der Südstrand oder Orte wie Petersdorf oder Flügge - werden als fiktives „Schwanitz“ genutzt.
- „Jimi - Das Fehmarn‑Festival“: Der Dokumentarfilm über das legendäre Festival 1970 auf Fehmarn zeigt historische Aufnahmen und erinnert an die damalige Zeit.
Das Burg Filmtheater in Burg (Breite Straße 13a, 23769 Burg auf Fehmarn) ist das zentrale Kino der Insel. Es handelt sich um ein klassisches „Verzehrkino“ im Stil der 1970er Jahre — mit nostalgischer, gemütlicher Einrichtung, Tischen an den Plätzen und gleichzeitig moderner Technik (Digitalprojektion, 3D‑fähig, DTS‑Soundsystem). Der Kinosaal bietet etwa 150 bis 170 Sitzplätze.
Musik und Tanz
Historisch ist Fehmarn geprägt von norddeutschen Volksmusiken, die eng mit der Landwirtschaft, Fischerei und Seefahrt verbunden sind. Typische Instrumente waren Akkordeon, Geige, Flöte, Trommel und Zither, die sowohl bei Festen als auch in geselligen Runden zum Einsatz kamen. Volkslieder, Shantys und regionale Melodien begleiteten Arbeitsabläufe, Erntefeste, Hochzeiten und kirchliche Feiern. Viele dieser Traditionen wurden mündlich weitergegeben und prägen bis heute das musikalische Erbe der Insel.
Tanz ist auf Fehmarn eng mit Gemeinschaft und Brauchtum verbunden. Volkstänze, Paartänze und Gruppenaufführungen werden auf Dorffesten, Schützenfesten, Hochzeiten und kulturellen Veranstaltungen gepflegt. Traditionelle Tanzformen wie der Plattdeutsche Reigentanz oder einfache Kreistänze gehören ebenso dazu wie moderne Tanzangebote, die vor allem in Vereinen und Jugendgruppen stattfinden. Das gemeinsame Tanzen stärkt die soziale Bindung innerhalb der Dorfgemeinschaften und verbindet Generationen.
In der modernen Musikkultur Fehmarns spielen Musikvereine, Chöre, Bands und Festivals eine wichtige Rolle. Zahlreiche örtliche Musikvereine, sowohl Blasorchester als auch Gitarren- oder Jazzensembles, bieten regelmäßige Auftritte, Proben und Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Die Kirchengemeinden, Kulturzentren und Schulen organisieren Konzerte, Musicals und musikalische Workshops, sodass Musik auf Fehmarn eine breite Bevölkerungsschicht erreicht.
Besondere Veranstaltungen wie Sommerfeste, Hafenkonzerte oder Dorffeste verbinden traditionelles Liedgut mit modernen Musikrichtungen und schaffen so ein lebendiges Kulturangebot für Einheimische und Touristen. Musik und Tanz auf Fehmarn sind daher nicht nur Ausdruck künstlerischer Kreativität, sondern auch ein Mittel, Tradition zu bewahren, Gemeinschaft zu fördern und kulturelle Identität erlebbar zu machen.
Der US-amerikanische Musiker Jimi Hendrix gab auf der Insel beim Love-and-Peace-Festival vom 4. bis zum 6. September 1970 auf Fehmarn zwischen Flügge und Püttsee sein letztes Konzert. Die Band Ton Steine Scherben gab dort ihr erstes großes Konzert.
Kleidung
Historisch war die Tracht vor allem ein Ausdruck von Herkunft, sozialem Stand und beruflicher Tätigkeit. Typisch für Fehmarn waren einfache, funktionale Kleidungsstücke, die für den Alltag auf einer landwirtschaftlich und fischereilich geprägten Insel geeignet waren. Bei Männern dominierten robuste Hosen, Westen, Hemden und wetterfeste Jacken aus Wolle oder Leinen, während Frauen lange Kleider, Schürzen und Kopfbedeckungen trugen, die sowohl praktisch als auch Ausdruck regionaler Identität waren.
Besonders auffällig war die Kopfbedeckung der Frauen, die oft kunstvoll gefaltet oder bestickt war und damit gesellschaftlichen Status oder Herkunftszusammenhänge signalisierte. Farben, Stoffe und Verzierungen variierten je nach Anlass, Alter oder familiärem Hintergrund. Festtags- und Hochzeitskleidung war oft aufwändiger gestaltet, mit bunten Stoffen, Spitzen oder Stickereien, während die Alltagskleidung schlicht und robust gehalten wurde.
Heute wird die traditionelle Fehmarnscher Tracht vor allem bei kulturellen Veranstaltungen, Festen und in Museen wie dem Peter-Wiepert-Heimatmuseum gepflegt und präsentiert. Sie dient als Symbol für die regionale Identität, das Brauchtum und die Verbundenheit der Inselbewohner mit ihrer Geschichte. Gleichzeitig findet die Tracht als Inspiration in moderner Mode oder touristischen Souvenirs Niederschlag, wodurch kulturelles Erbe und Gegenwart auf Fehmarn sichtbar verbunden werden.
Kulinarik und Gastronomie
In der fehmarn’schen Küche stehen frische, lokale Produkte im Vordergrund: Fisch, insbesondere Hering, Dorsch, Scholle und Krabben, prägt die Küche ebenso wie regionale Milch-, Fleisch- und Gemüseprodukte aus der Landwirtschaft. Die Inselbewohner legen großen Wert auf traditionelle Zubereitungsweisen, die den Geschmack und die Qualität der Zutaten betonen.
Besonders charakteristisch sind typische Bräuche bei Festen und gemeinsamen Mahlzeiten. So wird auf Fehmarn Kuchen traditionell nicht vorgeschnitten, sondern jeder Gast schneidet sich sein Stück selbst ab und reicht den Kuchen an seinen Nachbarn weiter. Auch beim Hauptgericht größerer Festessen wird das Essen zweimal gereicht, sodass jeder Gast genau die Menge an Fleisch, Beilage und Soße nehmen kann, die er möchte. Diese Praxis betont Gemeinschaft, Fairness und das Teilen von Speisen und ist Ausdruck der starken sozialen Bindungen auf der Insel.
Typische Fehmarnschen Spezialitäten sind unter anderem die Kröpel, ein Gebäck, das nur während der Weizenernte zubereitet wird, sowie der Kranzkuchen, der ausschließlich bei Hochzeiten gebacken wird. Beim Kranzkuchen zerbricht das Brautpaar das Gebäck in kleine Stücke, die dann den Hochzeitsgästen als Nachspeise gereicht werden. Diese Traditionen verbinden kulinarische Genüsse mit sozialer und kultureller Bedeutung und werden auf Fehmarn liebevoll gepflegt.
Die Gastronomieszene der Insel umfasst eine Mischung aus traditionellen Restaurants, Fischimbissen, Cafés, Hofläden und touristischen Lokalen. Besonders in den Küstenorten finden Gäste frisch zubereiteten Fisch, regionale Spezialitäten und saisonale Gerichte. Gleichzeitig werden moderne gastronomische Konzepte umgesetzt, die Touristen wie Einheimischen eine abwechslungsreiche Auswahl bieten. So entsteht auf Fehmarn ein Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation, das die kulinarische Vielfalt der Insel erlebbar macht.
Festkultur
In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai werden die Maifeuer abgebrannt. Eines der größten dürfte das Feuer der Landjugend Fehmarn in Westermarkelsdorf sein, das weit über die Insel hinaus bekannt ist. Auch diese Tradition stammt wohl ursprünglich aus Dithmarschen. Auf der Insel werden ansonsten die üblichen deutschen Festtage gefeiert:
- 1. Januar - Neujahr
- Februar - Inselkarneval
- Anfang April - Ostern
- 1. Mai - Tag der Arbeit
- Mitte Mai - Rapsblütenfest (Petersdorf)
- Ende Mai - Pfingsten
- Mitte August - Fest der tausend Lichter (Burg)
- 1. November - Allerheiligen
- 25./26. Dezember - Weihnachten
Medien
In Burg erscheinen die Inselzeitungen Fehmarnsches Tageblatt, der „reporter“ und der „Urlaubs-Kurier“. Außerdem sind die Lübecker Nachrichten mit der Lokalausgabe „Ostholstein-Nord“ vertreten.
Das Fehmarnsche Tageblatt ist eine werktäglich erscheinende Tageszeitung für die Insel Fehmarn. Die verkaufte Auflage beträgt 2027 Exemplare, ein Minus von 12,7 Prozent seit 1998. Schon 1815 wurde eine erste Zeitung für Fehmarn herausgebracht. Der Fehmarnschen Korrespondenz, einer zweimal im Monat erscheinenden zweiseitigen Zeitung, war jedoch wenig Erfolg beschieden. Sie ging bald darauf wieder ein. 1820 gab es einen erneuten Anlauf, eine Zeitung auf Fehmarn ins Leben zu rufen. Die Fehmarnsche Wochenzeitung des Rechtsanwaltes Jes Greger musste ebenfalls kurze Zeit später eingestellt werden.
Erst 1856 kam es zu einer erfolgreichen Zeitungsgründung. Der Verleger O.L. Rathje brachte das Fehmarnsche Wochenblatt bei anfangs 157 Abonnenten heraus. Ab 1900 konnte es zweimal, ab 1912 dreimal in der Woche erscheinen. Ab 1924 erschien die Zeitung nun als Fehmarnsches Tageblatt täglich. Zwischen Ende 1944 und November 1949 kam das Tageblatt nicht heraus, erst danach erhielt es von der britischen Besatzungsmacht eine Lizenz. 1958 erwarb der nach 11-jähriger Kriegsgefangenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg von den Bundesministern Jakob Kaiser und Thomas Dehler befreite märkische Verleger Hans Wolff von Gallus Huber den Verlag und die Druckerei des Tageblattes und modernisierte den Zeitungsbetrieb mit der ersten Typensetz- wie Rotationsmaschine. 1965 zog die Zeitung in den technischen Verlagsneubau des nördlichen Marktes, Bahnhofstraße 1, einstmals hier das alte dänische Zollhaus des Amtmanns Broder Knudsen. Eine moderne Generation von Setz- wie Zweifarbenrotationsmaschinen stellte die Heimatzeitung fast auf Großstadtniveau. 1975 starb Hans Wolff und sein seit 1958 in der Redaktionsleitung führender, journalistisch stark heimatkundlich-verbundener wie deutschlandpolitisch engagierter Sohn Henning übernahm die Aufgaben des Verlegers und der Herausgabe des FT. 1989 übergab der weiterhin als Herausgeber und zunächst auch Redaktionsleiter tätige Henning Wolff dem Ippen-Verlag als Mehrheitsverleger den „Burg-Verlag“ mit dem „Fehmarnschen Tageblatt“. Hiermit ist eine eigenständige Existenz der renommierten und einzigen insularen Tageszeitung mit einer zukunftsorientierten technischen Entwicklung gewährleistet. 1989 kaufte der Verleger Dirk Ippen den Burg-Verlag, in dem die Zeitung weiterhin erscheint.
Das Fehmarnsches Tageblatt hat in den vergangenen Jahren leicht an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 12,7 Prozent gesunken. Sie beträgt gegenwärtig 2027 Exemplare. Das entspricht einem Rückgang von 296 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 90,9 Prozent. (nach wikipedia)
Eine wichtige Rolle in der lokalen Medienlandschaft spielt abseits des Fehmarnschen Tageblattes die Medien Agentur Czellnik. Diese Agentur unterstützt durch verkaufsfördernde Maßnahmen verschiedene Branchen wie Tourismus, Handwerk und Einzelhandel. Sie gestaltet Konzeptionen und setzt Projekte um, die zur Sichtbarkeit von Angeboten auf der Insel beitragen.
Zusätzlich zu Printmedien und Agenturlösungen sind auch Onlineangebote und soziale Medien relevant. Der Tourismusservice Fehmarn nutzt soziale Medien aktiv, um mit schönen Impressionen und praktischen Urlaubstipps die Insel bekannter zu machen. Auch lokale Nachrichtenportale berichten aktuell über Ereignisse auf Fehmarn, wodurch die Medienpräsenz sowohl traditionell als auch digital breit aufgestellt ist.
Kommunikation
Auf Fehmarn gibt es insgesamt vier Postämter.
Postdaten:
- Postämter: insgesamt 4 (Hauptpostamt Burg, Bahnhofstraße 34, tel. 4371-86240)
- Postanschrift: 23769 bis 23772
- Telefon-Vorwahl: 00494371
Sport
Auf Fehmarn gib t es zahlreiche Möglichkeiten für Wassersport, Fehmarn ist das beste deutsche Windsurf- und Kiterevier. Am gebührenpflichtigen Südstrand in Burgtiefe kann man auch den Segel- und Surfschein machen und sich Motorboote ausleihen, für die nur ein PKW-Führerschein benötigt wird. Dort gibt es auch mehrere Spielplätze, einen Minigolfplatz und ein Vitarium, in dem allerlei Essen, Spiele und Shopping angeboten wird.
Wassersport
Die 78 km lange Küstenlinie der Insel bietet 20 feine Sandstrände, Naturstrände und sogar Steilküste. Wer ins Meer will, dem sollte klar sein, dass die Ostsee ein recht kühles Gewässer ist. Otto-Normalschwimmer wird sich auf die wenigen Wochen im Hochsommer beschränken. Infos zu den aktuellen Wassertemperaturen siehe Abschnitt Klima. Die Badewasserqualität ist an allen Stränden Fehmarns sehr gut. Der EU-Badegewässerbericht hat den Badeorten an Nord- und Ostsee saubere Küsten wie seit 20 Jahren nicht mehr bescheinigt. Als kleiner Beachevent findet seit 2004 jährlich in Burgtiefe ein Beachbasketballturnier statt. Auch die Kitesurf Trophy, die deutsche Meisterschaft im Kitesurfen, hat sich hier etabliert.
Jedes Jahr findet Ende Juni, Anfang Juli ein großes Reitturnier auf der Anlage des Fehmarnschen Ringreitervereins am Grünen Weg statt. Hier sind viele bekannte Spring- und Dressurreiter am Start. Darüber hinaus finden noch drei kleinere Reitturniere statt.
Fehmarn ist bei Kitesurfern bekannt als „Hawaii Deutschlands“. Die Bedingungen rund um die Insel, besonders in der Orther Reede (bei Westwind) und am Grünen Brink (bei Nordostwind) sind ideal. Es gibt mehr als zehn mögliche Surfreviere zum Kitesurfen und Windsurfen.
Die Zwillinge Manfred und Jürgen Charchulla (* 30. Januar 1939 in Kahlberg, Ostpreußen, „Surftwins“) haben schon 1975 am Burger Binnensee eine Surfschule gegründet. Diese und auch ein Surfmuseum gibt es nach wie vor. Heute gibt es an Fehmarns Stränden etwa 20 Surf- und Kitespots, die für jede Windrichtung und für jede Könnensstufe die richtigen Bedingungen bieten.
Bis 2009 fand am Wulfener Hals das Surf-Festival statt, bei dem es auch ein „Race around Fehmarn“ gibt, bei dem Windsurfer gegen Kiter und Katamaran antreten. Den Rekord hält mit 2 Stunden 54 Minuten Björn Dunkerbeck Die Regatta Fehmarn Rund ist die größte Katamaranregatta Deutschlands. Ausrichter ist die Stadt Heiligenhafen.
Die Strände auf Fehmarn sind:
- Altenteil
- Bojendorfer Strand
- Burgtiefe (Südstrand)
- Fehmarnsund
- Flügge
- Gammendorfer Strand
- Gold
- Gollendorfer Strand
- Grüner Brink
- Katharinhof
- Marienleuchte
- Meeschendorfer Strand
- Presen
- Puttgardener Strand
- Wallnau
- Wenkendorfer Strand (Teichhof)
- Westermarkelsdorfer Strand
Fußball
Fußball genießt auf der Insel Fehmarn große Beliebtheit, insbesondere im Freizeit- und Familienkontext. Die Jugendsportgemeinschaft Fehmarn e.V. (JSG Fehmarn) organisiert lokale Aktivitäten und das Großevent Fehmarn Cup, das Jugendmannschaften aus der Region zusammenbringt. Seit 2004 findet das internationale Fußballturnier der Fehmarn-Cup statt. 2007 nahmen 64 Mannschaften teil.
Viele Ferienunterkünfte bieten Bolzplätze für spontane Matches, wie auf dem Ferienhof Paulsen zwischen Obstbäumen, wo Familien und Gäste gemischt spielen und neue Freundschaften knüpfen. Am Flügger Strand gibt es eine große Fußballwiese neben Spielplätzen und Beachvolleyballfeldern, ideal für Urlauber jeden Alters.
Der Dachverein SG Insel Fehmarn koordiniert fußballbezogene Initiativen, ergänzt durch einen Förderverein Inselkicker e.V. Saisonale Events wie Public Viewings zu großen Turnieren finden auf Campingplätzen statt und fördern den Insel-Sportsgeist.
Radsport
Für ausdauernde Radfahrer ist eine Umrundung der Insel überwiegend auf dem Deich möglich. Das Fahrrad sollte breite Reifen tragen und nicht zu labil sein, auf den Deichen wird man arg durchgeschüttelt. Wer sein eigenes Rad nicht dabei hat, kann sich ein geeignetes Rad an diversen Stationen ausleihen, siehe Abschnitt Mobilität. Auf Fehmarn ist viel für Fahrradfahrer getan worden. Inzwischen sind 8 nummerierte Rundtouren von jeweils 20 bis 30 km ausgewiesen. So sind an pfeilgerichteten Wegweisern die Nummern der einzelnen Touren mit Einschubsymbolen (OH 1 bis OH 8) gekennzeichnet. Alle Dörfer und befahrbaren Küstenabschnitte sind in das Radwegenetz eingebunden. Es gibt aber auf der ganzen Insel sehr viele Möglichkeiten zu Laufen und Radtouren zu unternehmen. Die Fahrradvermieter helfen gern mit Routenvorschlägen.
Reitsport
Fehmarn ist ein Paradies für Pferdefreunde - sowohl für Reiter mit eigenem Pferd wie auch für Urlauber, die ohne eigenen Vierbeiner anreisen. Gästen, die den Reitsport testen möchten, steht eine Vielzahl an Gestüten, Pony- und Ferienhöfen zur Auswahl, die Schnupperstunden, Kurse und auch Ausritte in der Gruppe anbieten.
Jedes Jahr findet Ende Juni, Anfang Juli ein großes Reitturnier auf der Anlage des Fehmarnschen Ringreitervereins am Grünen Weg statt. Hier sind viele bekannte Spring- und Dressurreiter am Start. Darüber hinaus finden noch drei kleinere Reitturniere statt.
Golf
Der Golfpark Fehmarn bei Wulfen ist eine erste Adresse für geübte Golfer und solche, die es noch werden wollen. Die 18-Loch Anlage (Par 72) ist ganzjährig bespielbar, und das ganz ohne strikte Kleiderordnung. Auf dem Kurzlochplatz (Par 56) können Einsteiger ihre ersten Runden auch ohne Platzreife spielen, die öffentliche Driving Range steht allen Golfinteressierten kostenlos zur Verfügung.
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten, die auf Fehmarn gelebt und gewirkt haben oder durch ihre Familie der Insel verbunden sind:
- Christian Calenus (1529 bis 1617), Mathematiker, Mediziner, Historiker und Dichter, auf Fehmarn geboren
- David Gloxin (1597 bis 1671), Bürgermeister und Diplomat der Hansestadt Lübeck, in Burg auf Fehmarn geboren
- Christian Kortholt der Ältere (1633 bis 1694), protestantischer Theologe, in Burg auf Fehmarn geboren
- Peter Witte (1641 bis 1713), Landvogt von Fehmarn und Stifter der Johannigebet, im Lemkenhafen auf Fehmarn geboren
- Ludwig von Moltke (1790 bis 1864), dänischer Amtmann auf Fehmarn
- Amalie Schoppe (1791 bis 1858), Dichterin, in Burg auf Fehmarn geboren
- Peter Otzen (1810 bis 1891), Propst und Präsident der Schleswigschen Ständeversammlung, 1851 bis 1881 in Burg tätig
- Leonhard Selle (1816 bis 1884), Organist, 1843 bis 1855 auf Fehmarn tätig
- Klaus Groth (1819 bis 1899), Schriftsteller niederdeutscher Sprache, schrieb auf Fehmarn den „Quickborn“
- Gustav Kröhnke (1826 bis 1904), Zivilingenieur und Landvermesser, hatte als erster die Idee der Vogelfluglinie als kürzester Verbindung zwischen Skandinavien und Deutschland
- Xaver Edmund Karl von Mellenthin (1827 bis 1915), preußischer Offizier, besetzte Fehmarn 1864 im Zuge des Deutsch-Dänischen Krieges
- Benedikt Niese (1849 bis 1910), Klassischer Philologe und Althistoriker, in Burg auf Fehmarn geboren
- Charlotte Niese (1854 bis 1935), Schriftstellerin, in Burg auf Fehmarn geboren
- Wilhelm Mildenstein (1870 bis 1933), führte als Pastor den niederdeutschen Gottesdienst ein, in Burg auf Fehmarn geboren
- Ernst Ludwig Kirchner (1880 bis 1938), Maler des Expressionismus, lebte auf Fehmarn
- Peter Wiepert (1890 bis 1980), Heimatforscher, in Bisdorf auf Fehmarn geborn
- Jep Nissen Andersen (1896 bis 1974), Heimatdichter, Volksschullehrer auf Fehmarn
- Hans Hansen Palmus (1901 bis 1989), Heimatdichter, Dorflehrer in Vadersdorf
- Lina Heydrich (1911 bis 1985), Ehefrau des Kriegsverbrechers Reinhard Heydrich, auf Fehmarn geboren
- Arwed Imiela (1929 bis 1982), Frauenmörder, auch bekannt als „Der Blaubart“, verscharrte auf Fehmarn mehrere seiner Opfer
- Diether Trede (1932 bis 2008), Fußballer und Studienrat, in Burg auf Fehmarn geboren
- Helmut Frenz (1933 bis 2011), Bischof und Menschenrechtsaktivist, fünf Jahre Gemeindepfarrer auf Fehmarn
- Jürgen Blin (1943 bis 2022), Schwergewichtsboxer (unter anderem gegen Muhammad Ali), in Burg auf Fehmarn geboren
- Irmgard Riessen (* 1944), Schauspielerin, in Burg auf Fehmarn geboren
- Roger Handt (* 1945), Radiomoderator des WDR, auf Fehmarn geboren
- Dora Heyenn (* 1949), 2008 bis 2015 Fraktionsvorsitzende der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft, in Kopendorf auf Fehmarn geboren
- Nick Wilder (eigentlich Klaus Wilder, * 1952), Schauspieler, auf Fehmarn geboren
- Gisela Hoffmann (* 1963), Künstlerin, auf Fehmarn geboren
- Birger Schmidt (* 1964), Träger des Bundesverdienstkreuzes, auf Fehmarn aufgewachsen
- Axel Hager (* 1969), Beach-Volleyballspieler, Bronzemedaillengewinner in Sydney 2000, in Burg auf Fehmarn geboren
- Dirk Weetendorf (* 1972), ehemaliger Fußballprofi und -trainer, in Burg auf Fehmarn geboren
- Jens-Uwe Beyer alias Popnoname (* 1978), Musiker, auf Fehmarn aufgewachsen
- Ronny Marcos (* 1993), Fußballspieler, auf Fehmarn aufgewachsen
Zudem hat Fehmarn einige bekannte Reiter hervorgebracht. Aktuell sind Inga Czwalina, sowie Hans-Thorben und Kai Rüder (Weltmeister Vielseitigkeit 2009) zu nennen.
Fremdenverkehr
Dadurch begünstigt, dass Fehmarn mit rund 2152 Sonnenstunden im Jahr (gemessen an der Wetterstation in Wulfen im Jahre 2009) zu den sonnenreichsten Flecken Deutschlands gehört, strömen jedes Jahr rund 300.000 Besucher, Tagesgäste nicht mitgerechnet, auf die Insel.
Besonders in der Ferienzeit wird das Erholungsangebot des Heilbades Burg auf Fehmarn genutzt, so dass in der Regel alle Schlafstätten ausgebucht sind. Hier liegt auch das Ferienzentrum der IFA. Im sonstigen liegen in der ganzen Burgtiefener Anlage Spielplätze, Minigolfplätze, Boulespielfelder und sonstige Sportaktivitäten. Das Wellen- und Erlebnisbad FehMare wurde am 28. Februar 2009 eröffnet.
Stark geschätzt wird das Angebot des Urlaubes auf Fehmarn seit der Errichtung der Fehmarnsundbrücke. So wurde es für die Bewohner des Festlandes leichter und schneller, nach Fehmarn überzusetzen. Die bis dahin stark auf die Landwirtschaft ausgerichteten Fehmaraner nutzten die Chance und boten den Großstädtern den bis dahin unbekannten und heute kommerziell wichtigen „Urlaub auf dem Bauernhof“ an.
Fehmarn ist ein Paradies für Angler. Am Fehmarnsund kann man Plattfisch fangen, ein Dorsch am Haken ist hier auch keine Seltenheit. Die Top-Fangplätze für Meerforellen sind Westermarkelsdorf und die Ostküste. Wer auf die Jagd nach Hornhecht gehen möchte, kann dies in Flügge, Marienleuchte und Presen tun. Die besten Plätze für das Brandungsangeln befinden sich in Westermarkelsdorf und an der Nord- und Ostküste. An der Nordküste gelten Altenteil, Teichhof und Niobe als gute Plattfischreviere. Marienleuchte, Presen und Staberhuk an der Ostküste der Insel sind als gute Dorschfanggründe bekannt. Als Spinnfischer ist man an der Ostküste sowie in Westermarkelsdorf und Flügge genau richtig.
Auf Fehmarn gibt es eine vielfältige Auswahl an Unterkünften, die sowohl für Familien, Paare als auch Individualreisende geeignet sind. Die Insel bietet zahlreiche Hotels, von komfortablen Mittelklassehäusern bis hin zu gehobenen Wellnesshotels direkt an der Ostsee. Besonders beliebt sind die vielen Ferienwohnungen und Ferienhäuser, die sich entlang der Küste und im Inselinneren befinden und Selbstversorgern flexible Urlaubsoptionen bieten. Für Reisende, die naturnah übernachten möchten, gibt es gemütliche Pensionen, Bauernhofunterkünfte und kleinere Gasthöfe, oft mit regionaler Küche. Campingfreunde finden auf Fehmarn eine Vielzahl von Campingplätzen, sowohl für Wohnmobile als auch für Zelte, teils direkt am Strand oder in der Nähe von Seen und Naturschutzgebieten. Zudem gibt es Jugendherbergen und Hostels, die vor allem bei Gruppen und jungen Reisenden beliebt sind. Durch diese breite Auswahl an Unterkünften kann jeder Besucher die passende Option für seinen Aufenthalt auf Fehmarn finden, sei es ein erholsamer Strandurlaub, ein aktiver Naturaufenthalt oder ein kulturreicher Städtetrip.
Literatur
- wikipedia = https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Fehmarn
- wikitravel = https://wikitravel.org/de/Fehmarn
- wikivoyage = https://de.wikivoyage.org/wiki/Fehmarn
Reiseberichte
- Reisebericht Fehmarn August 2024 = https://www.birdingtours.de/fileadmin/Files/Reiseberichte/FEH01/Reisebericht_2024.pdf
- Eberhardt: Singlereise auf der Insel Fehmarn (März 2023) = https://www.eberhardt-travel.de/reisebericht/deutschland/schleswig-holstein/go-fehma/38148
Videos
- Fehmarn 4k drone fly = https://www.youtube.com/watch?v=a7Uc7nhFBtE
- Fehmarn, die Insel hoch im Norden = https://www.youtube.com/watch?v=iyJpZZwhANY
- Inselträume auf Fehmarn (ARD) = https://www.ardmediathek.de/video/die-nordstory/inseltraeume-auf-fehmarn/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8xNDk1XzIwMjItMDktMDktMjAtMzU
- Landpartie Fehmarn (ARD) = https://www.ardmediathek.de/video/landpartie/fehmarn/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjMzMDk5OV9nYW56ZVNlbmR1bmc
- Fehmarn: Sonnenreiche Ostseeinsel mit langen Stränden (NDR) = https://www.ndr.de/ratgeber/reise/ostseekueste_sh/fehmarn-sonnige-ostseeinsel-mit-langen-straenden,fehmarn114.html
Atlas
- Fehmarn, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=12/54.4688/11.0986
- Fehmarn, ADAC = https://maps.adac.de/show/fehmarn
- Fehmarn, Satellit = https://satellites.pro/Fehmarn_map
Reiseangebote
Fehmarn Tourismus = https://www.fehmarn.de/
Fehmarn Studienreisen = https://at.studienreisen.de/studienreise_281594.html
Forum
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