Alsen (Als)
Als bzw. Alsen ist eine Insel im Süden Dänemarks nahe der deutschen Grenze. Sie bietet sanfte Hügel, Buchenwälder, fruchtbare Felder, über 150 km Küste mit Sandstränden und Klippen an der Ostküste. Und neuerdings Windräder - in wachsender Zahl, da die politisch Verantwortlichen die Insel zu einem Vorzeigemodell für „Klimaneutralität“ machen wollen (wobei „Klimaneutralität“ natürlich kein realer, sondern ein errechneter Wert ist, der bisweilen umweltschützenden Anliegen zwider läuft).
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Als |
| alternative Bezeichnungen | Alsø (1183), Alsæ (1231), Alsia (lateinisch), Alsen (deutsch) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | Brückeninsel (seit 1856) |
| Inselart | Moräneninsel |
| Gewässer | Kleiner Belt (Lillebælt), Alssund (Als Sund) und Flensburger Förde (Flensborg Fjord) |
| Inselgruppe | Alsen (Als) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Dänemark (Kongeriget Danmark) Region: Süd-Dänemark (Syddanmark) Gemeinde: Soinderburg (Sønderborg Kommune) |
| Gliederung | 4 tidligere kommuner (ehemalige Gemeinden) 2 steder (Städte) 24 byområder (Ortschaften) |
| Status | Gemeindeteil (del af kommune) |
| Koordinaten | 54°58‘ N, 9°51‘ O |
| Entfernung zur nächsten Insel | 70 m (Katholm), 10,5 km (Fünen) |
| Entfernung zum Festland | 170 m (Sønderborg) |
| Fläche | 311,31 km² / 120,2 mi² (mit Nebeninseln 327,25 km² / 120,5 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 30 km² / 12 mi² (9,6 %) |
| maximale Länge | 33,7 km (NW-SO) |
| maximale Breite | 20,0 km (NO-SW) |
| Küstenlänge | 165 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Kleiner Belt) |
| höchste Stelle | 81 m (Høgebjerg) |
| relative Höhe | 81 m |
| mittlere Höhe | 8 m |
| maximaler Tidenhub | 0,1 bis 0,2 m (Sønderborg 0,17 m) |
| Zeitzone | CET (Centraleuropæisk Tidszone / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1) |
| Realzeit | UTC plus 38 bis 40 Minuten |
| Einwohnerzahl | 49.373 (2025) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 158,60 |
| Inselzentrum | Sonderburg (Sønderborg) |
Name
Der Name Als wird bereits um 1183 als Alsø, 1231 als Alsæ und 1245 in latinisierter Form als Alsia überliefert. Im Deutschen heißt die Insel Alsen. Die genaue Etymologie des Toponyms ist nicht vollständig geklärt, doch die gängigsten und wissenschaftlich fundiertesten Erklärungen gehen in zwei Richtungen. Eine verbreitete Deutung sieht darin eine Ableitung vom altnordischen bzw. germanischen Verb ala „nähren, ernähren, hervorbringen“, was auf Reichtum, Fruchtbarkeit oder Üppigkeit hindeuten könnte – passend zu der fruchtbaren, fischreichen und landwirtschaftlich ergiebigen Insel. Eine ältere volkstümliche und in lokalen Quellen diskutierte Herleitung führt den Namen auf einen Personennamen Alf, altnordisch Álfr, übersetzt „Elf“, zurück, sodass Als ursprünglich etwa „Insel bzw. See des Alf“ bedeutet hätte. Weniger wahrscheinliche volksetymologische Ansätze verbinden es mit elle „Erle“, wegen der typischen Erlen an feuchten Küsten, doch diese gelten als unwahrscheinlicher.

- international: Als
- amharisch: አልስ [Als]
- arabisch: ألس [Als], ألز [Alz]
- armenisch: Ալս [Als]
- bengalisch: আলস [Als]
- birmanisch: အယ်လ်စ် [Als]
- bulgarisch: Алс [Als]
- chinesisch: 阿尔斯 [Ā‘ěrsī]
- deutsch: Alsen
- georgisch: ალს [Als]
- griechisch: Άλς [Als]
- gudscheratisch: અલ્સ [Als]
- hebräisch: אלס [Als]
- hindi: अल्स [Als]
- japanisch: アルス [Arusu]
- kambodschanisch: អាល់ស៍ [Als]
- kanaresisch: ಆಲ್ಸ್ [Als]
- kasachisch: Алс [Als]
- koreanisch: 알스 [Alseu]
- laotisch: ອັລສ [Als]
- lettisch: Alse
- litauisch: Alsas
- makedonisch: Алс [Als]
- malayalam: ആൽസ് [Āls]
- maldivisch: އަލްސް [Als]
- marathisch: अल्स [Als]
- nepalesisch: अल्स [Als]
- orissisch: ଆଲସ୍ [Als]
- pandschabisch: ਅਲਸ [Als]
- paschtunisch: الس [Als]
- persisch: الس [Als]
- russisch: Альс [Alʹs]
- serbisch: Алс [Als]
- singhalesisch: අල්ස් [Als]
- tamilisch: அல்ஸ் [Als]
- telugu: అల్స్ [Als]
- thai: อัลส์ [An] oder อัลส [Als]
- tibetisch: ཨལ་སི [Al si]
- ukrainisch: Альс [Al‘s]
- urdu: الس [Als]
- weißrussisch: Альс [Al‘s]
Offizieller Name: Als
- Bezeichnung der Bewohner: Alsinger
- adjektivisch: alsk (alsisch)
Kürzel:
- Landescode: AL / ALS
- Kfz: -
- ISO-Code: DK.SD.AL
Lage
Alsen ist eine dänische Insel in der Ostsee. Sie wird vom Kleinen Belt im Osten, dem Als Sund im Westen und der Flensburger Förde im Süden umschlossen. Sie liegt auf durchschnittlich 54°58‘ n.B. und 9°51‘ ö.L.. Sie befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie der Süden Dänemarks, die Insel Bornholm, der Norden der russischen Exklave Kaliningrad, der zentrale Süden Litauens mit Kaunas, Zentral-Russland mit Witebsk, die baschkirische Hautstadt Ufa, der äußerste Norden Kasachstans mit Petropawlowsk, der Süden Sibiriens, mit Omsk und Nowosibirsk, der Norden des Baikalsees, die ochotskische Insel Bolschoi Schantar, der Süden der Halbinsel Kamtschatka, deren vorgelagerte Komandor-Inseln, der äußerste Süden Aalaskas, Zentral-Kanada, der äußerste Norden Irlands und Nordirlands, der Süden Schottlands und der Norden Englands mit Newcastle. Die Küste des Festlandes ist weniger als 1 km entfernt. Die dänische Hauptstadt Kopenhagen liegt 180 km nordöstlich.

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 55°04‘58“ n.B. (Tontoft Nakke)
- südlichster Punkt: 54°51‘12“ n.B. (Kegnæs)
- östlichster Punkt: 10°04‘05“ ö.L. (Pølshuk)
- westlichster Punkt: 9°38‘00“ ö.L. (Holm Mark)
Entfernungen:
- Katholm 90 m
- Sønderborg 170 m
- Kegnæs 0,6 km
- Fünen 10,4 km
- Ärö 11 km
- Flensburg 26 km (Straße 46 km)
- Odense 51 km (Straße 164 km)
- Kiel 60 km (Straße 136 km)
- Kopenhagen 180 km (Straße 322 km)
Zeitzone
Auf Alsen gilt die Mellemeuropæisk Tid (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt MET (MEZ). Die Realzeit liegt um 38 bis 40 Minuten vor der Koordinierten Universalzeit (UTC).
Fläche
Die Fläche der Insel beträgt nach offiziellen Angaben 311,31 km² bzw. 120,2 mi² (Danmarks Statistik 2025), nach alternativen Angaben 312,22 km² bzw. 120,55 mi² (Danmarks Statistik 2009) über 321 km² bzw. 124 mi² (englischsprachige wikipedia) bis 327,25 km² bzw. 120,5 mi² (inklusive Nebeninseln). Alsen ist damit die siebtgrößte Insel Dänemarks. Sie ist von Nordwesten nach Südosten zwischen Holm Mark und Polshuk 33,7 km lang und zwischen Fynshav und Sønderborg 20,0 km breit. Die Küste ist insgesamt 165 km lang. Der maximale Tidenhub, sprich der Unterschied zwischen Ebbe und Flut, liegt bei 0,1 bis 0,2 m, in Sønderborg bei 0,17 m. Höchster Punkt der Insel ist der Høgebjerg auf 81 m, die mittlere Seehöhe liegt bei 8 m.
Geologie
Die Insel Als ist geologisch typisch für die östliche dänische Inselwelt und gehört vollständig zum jungquartären eiszeitlichen Formungsbereich. Sie entstand im Wesentlichen während der Weichsel-Eiszeit und der nachfolgenden Abschmelzphasen. Der Untergrund besteht aus präquartären Sedimenten, vor allem aus Kreide- und Tertiärschichten (darunter Kalkstein und Mergel aus der Oberkreide sowie tonige bis sandige Ablagerungen des Paläogens und Neogens), die jedoch nirgends an der Oberfläche aufgeschlossen sind, sondern tief unter dem quartären Deckmaterial liegen. Diese älteren Schichten gehören zum dänischen Becken und sind in der Region um den Kleinen Belt nur durch Bohrungen bekannt.
Die sichtbare Geologie der Insel wird fast ausschließlich von glazialen und postglazialen Ablagerungen bestimmt. Während der letzten Eisvorstöße (vor allem des Weichsel-Gletschers) wurde das Gebiet mehrmals von Eis überfahren, das Material aus Skandinavien, dem Ostseebecken und teilweise aus Norddeutschland transportierte. Dadurch entstanden mächtige Schichten aus Geschiebemergel, Geschiebelehm und Geschiebemergel, die den Großteil der Insel aufbauen. Diese Moränenablagerungen bilden die hügelige Grundmoränenlandschaft im Inneren der Insel mit typischen welligen bis leicht hügeligen Formen und Höhen bis etwa 81 Meter. Daneben finden sich glazifluviale Sande und Kiese in den Tälern sowie in manchen Bereichen Schmelzwassersande.
Nach dem Rückzug des Eises vor rund 15.000 bis 10.000 Jahren formten sich durch den Meeresspiegelanstieg (Litorina-Transgression) die heutigen Küstenlinien. Die Insel wurde durch Schmelzwasser und marine Prozesse teilweise umgeformt, wobei Strandwälle, Dünen und flache Küstenebenen entstanden, besonders im Süden auf der Halbinsel Kegnæs. Moore und Feuchtgebiete in Senken zeugen von der postglazialen Vegetation und Bodenbildung. Es gibt keine nennenswerten tektonischen Störungen oder vulkanischen Einflüsse auf Als; die Landschaft ist rein glazial-marin geprägt und relativ jung. Die Böden sind meist fruchtbar und lehmig-sandig, was die landwirtschaftliche Nutzung seit Jahrhunderten begünstigt.
Landschaft
Die Insel ist geprägt von einer sanft gewellten, überwiegend eiszeitlich geformten Landschaft, die ruhig, grün und stark vom Meer beeinflusst ist. Große Höhenunterschiede fehlen, stattdessen bestimmen flache bis leicht hügelige Moränenflächen das Inselinnere. Diese entstanden während der letzten Eiszeiten und verleihen der Insel ihr typisch weiches Relief.
Weite Teile Alsens werden landwirtschaftlich genutzt. Felder, Wiesen und kleine Waldstücke wechseln sich ab und sind häufig durch Hecken, Knicks und Baumreihen gegliedert, was der Landschaft eine kleinteilige, fast parkartige Struktur gibt. Die Böden sind fruchtbar, weshalb Ackerbau und Viehzucht seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielen.
Die Küstenlandschaft ist besonders vielfältig. Alsen besitzt zahlreiche Buchten, Förden und flache Strände, vor allem entlang des Als Sund und an der Ostküste zur Ostsee hin. Dort finden sich auch Steilküsten mit niedrigen Kliffs, die stellenweise Einblicke in die eiszeitlichen Ablagerungen geben. Andere Abschnitte sind von Schilfgürteln, Salzwiesen und flachen Uferzonen geprägt, die ökologisch wertvolle Lebensräume darstellen.
Im Inselinneren liegen vereinzelt kleine Seen, Moore und Feuchtgebiete, die oft nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen. Diese Bereiche verstärken den Eindruck einer ruhigen, wasserreichen Landschaft. Wälder wie der Nørreskov gehören zu den ältesten Waldgebieten Dänemarks und bringen mit alten Buchenbeständen Abwechslung in das sonst offene Land.
Erhebungen
- Høgebjerg 81 m
- Tandselle 67 m
- Egebjerg 63 m
Seen
- Nordborg Sjø 0,72 km²
- Bro Sjø 0,13 km²
Fluss
- Augustenborg Å 6,5 km
Flora und Fauna
Als ist zum Teil verbaut oder landwirtschaftlich genutzt. Alsen verfügt über einige der schönsten Waldgebiete Dänemarks. Der Nørreskov ist mit seinen 700 ha der größte Wald der Insel und eignet sich wunderbar für Wanderungen und Radtouren. Auf der Insel nisten fast 100 Vogelarten. Zudem gibt es noch einiges Wild.
Flora
Die Insel ist stark von der glazialen Vergangenheit geprägt, mit fruchtbaren lehmig-sandigen Böden, die intensive Landwirtschaft ermöglichen, aber auch Rückzugsräume für eine vielfältige Natur bieten. Besonders der Norden der Insel mit dem Naturpark Nordals stellt einen der wertvollsten Bereiche dar, wo seit Jahrzehnten Renaturierungsmaßnahmen erfolgt sind – Seen wie Mjels Sø und Bundsø wurden wiederhergestellt, Moore und Salzwiesen revitalisiert und Wälder naturnah belassen, sodass hier über 350 verschiedene Pflanzen- und Tierarten dokumentiert sind.
Die Vegetation ist geprägt von Laubmischwäldern, vor allem Buchenwäldern mit Eichen, Eschen, Erlen und Birken, die in Küstennähe oft feucht und sumpfig sind. In den Wäldern wie Skeldekobbel, Sønderskoven Als oder Nørreskoven wachsen typische Waldkräuter wie Waldmeister, Buschwindröschen, Leberblümchen, Maiglöckchen und verschiedene Farne. Auf den offenen Flächen dominieren artenreiche Wiesen und Weiden mit Gräsern, Kleearten, Margeriten, Glockenblumen und Orchideen, besonders in den Salzwiesen und Strandwiesen des Naturparks. Hier finden sich salztolerante Arten wie Strand-Beifuß, Queller, Strand-Dreizack und verschiedene Seggen. Feuchtgebiete und Moore beherbergen Torfmoose, Sonnentau, Wollgräser und seltene Orchideen wie das Sumpf- oder das Breitblättrige Knabenkraut. Die landwirtschaftlichen Felder bringen Obstplantagen (Äpfel, Beeren) und Getreide mit sich, was die Landschaft zusätzlich prägt, während Dünen und Strandbereiche mit Strandhafer, Dünenrose und Stranddistel bewachsen sind.
Fauna
Die Tierwelt ist reichhaltig und profitiert von der Küstennähe sowie den vielen Feuchtgebieten. Unter den Säugetieren sind Rehe, Rot- und Damhirsche sehr häufig, besonders in den Wäldern und auf offenen Flächen – die Rotwildpopulation ist in manchen Bereichen bemerkenswert stark. Füchse, Hasen, Igel, Eichhörnchen und verschiedene Marderarten sind alltäglich. Fledermäuse spielen eine große Rolle: In der Region Sønderborg/Als wurden neun Arten nachgewiesen, darunter Teichfledermaus, Wasserfledermaus, Braunes Langohr und Breitflügelfledermaus, die in alten Bäumen und Gebäuden Quartiere finden. Amphibien wie Grasfrosch, Erdkröte, Teichmolch und seltene Laubfrösche oder Knoblauchkröten kommen in den feuchten Wäldern und Tümpeln vor.
Die Vogelwelt ist besonders vielfältig, vor allem durch die Lage an der Ostsee und den Kleinen Belt. Brutvögel umfassen Singvögel wie Buchfink, Amsel, Rotkehlchen, Meisenarten und Spechte in den Wäldern. An Küsten und Seen brüten Enten (Stockente, Schellente), Gänse, Blässhühner, Haubentaucher und seltene Arten wie der Gänsesäger (Common Merganser), der entlang der Als-Küsten mehrere Brutpaare hat – eine Seltenheit in Dänemark. Greifvögel wie Mäusebussard, Habicht, Sperber und gelegentlich Seeadler (die in der Region zunehmen) jagen hier. Im Frühjahr und Herbst rasten Zugvögel in großen Schwärmen, darunter Gänse, Enten, Watvögel wie Goldregenpfeifer und Brachvögel. In den Salzwiesen und Schilfgürteln nisten Rohrsänger, Rohrammer und Bartmeisen. Küstenvögel wie Möwen (Sturm-, Silber-, Heringsmöwe), Seeschwalben und Kormorane sind allgegenwärtig.
Im Meer und den umliegenden Gewässern leben typische Ostsee-Fische wie Dorsch, Hering, Scholle, Flunder und Lachsforelle. Seehunde tauchen gelegentlich an den Küsten auf, und Quallen, Krebse sowie Muscheln prägen die Uferzone. Insgesamt ist Als kein Hotspot für extrem seltene Arten wie manche dänische Nationalparks, aber die Kombination aus restaurierter Natur im Norden, vielfältigen Lebensräumen und der Insellage macht die Flora und Fauna besonders attraktiv für Naturbeobachter – Wander- und Radwege im Naturpark Nordals ermöglichen es, das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren hautnah zu erleben.
Naturschutz
Das prominenteste und flächenmäßig bedeutendste Schutzgebiet ist der Naturpark Nordals im Norden der Insel. Dieser umfasst 19,28 km² und erstreckt sich über eine vielfältige Landschaft mit restaurierten Seen wie Mjels Sø und Bundsø, Mooren, Salzwiesen, Strandwiesen, Wäldern und Küstenbereichen. Der Park wurde in den letzten Jahrzehnten durch Renaturierungsprojekte (z. B. Wiedervernässung von Seen und Mooren) aufgewertet und bietet Wanderwege, Radwege und Informationszentren. Er ist kein strenges Reservat, sondern ein offener Naturpark mit Fokus auf Erholung, Bildung und sanften Naturschutz, in dem Landwirtschaft und Naturnutzung nebeneinander existieren.
Weitere wichtige geschützte Bereiche sind:
- Teile der Küsten und Salzwiesen, insbesondere um Dyvig, Mjels Vig, Kær Vig und Hørup Hav, die oft als §3-natur oder Habitatnaturtypen (Natura 2000) geschützt sind, mit salztoleranter Vegetation und Brutvogelhabitaten.
- Wälder wie Sønderskoven Als (Südwald, rund 400 Hektar) und Nørreskoven Als (Nordwald) entlang der Ostküste, die teilweise als fredskov (Schutzwald) oder durch Fredning geschützt sind und alte Baumbestände, Lindenalleen und Feuchtwälder beherbergen.
- Der Augustenborg Skov (Augustenborger Wald) mit historischen Lindenalleen und Eichen, der lokal geschützt ist und als Naherholungsgebiet dient.
- Kleinere Moore, Feuchtgebiete und Seen im Inneren der Insel, die unter §3-Beskyttelse fallen und seltene Pflanzen wie Orchideen oder Amphibien schützen.
- Küstenstreifen und Strandwälle, besonders im Süden auf Kegnæs, die teilweise als fredede områder oder durch kommunale Pläne geschützt sind.
Natura-2000-Gebiete (EU-Habitat- und Vogelschutzrichtlinie) überlappen sich mit diesen Arealen, vor allem im Norden und an den Küsten, und schützen prioritäre Lebensraumtypen wie Salzwiesen, Übergangsmoore oder Laubmischwälder. Die genaue Abgrenzung und Flächenanteile variieren je nach Quelle, aber sie decken insgesamt mehrere hundert Hektar ab.
Die Gesamtfläche der geschützten Gebiete auf Als lässt sich nicht exakt auf eine einzige Zahl reduzieren, da Überlappungen zwischen den Kategorien (Naturpark, Natura 2000, §3, Fredninger) bestehen und nicht alle kleineren Schutzflächen zentral erfasst sind. Schätzungen und offizielle Angaben deuten jedoch auf etwa 25 bis 35 km² geschützte oder stark geschützte Natur hin, wovon der Naturpark Nordals mit seinen 19,28 km² den größten zusammenhängenden Anteil ausmacht. Das entspricht ungefähr 8 bis 11 % der Gesamtfläche der Insel.
Klima
Das Klima der Insel Alsen ist ein gemäßigt-maritimes Klima, das stark von der Ostsee und den umliegenden Meeresflächen geprägt wird. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation gehört Alsen zum Klimatyp Cfb – warmgemäßigtes, vollhumides Klima mit warmen Sommern. Die Winter sind vergleichsweise mild. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist um 0 bis 2°C, strenge Fröste sind selten und von kurzer Dauer. Schnee fällt zwar gelegentlich, bleibt jedoch meist nicht lange liegen, da der maritime Einfluss für häufige Tauwetterperioden sorgt. Die Sommer sind mäßig warm, nicht heiß. Durchschnittliche Temperaturen bewegen sich meist zwischen 16 und 20°C, an einzelnen Tagen können auch Werte über 25°C erreicht werden, extreme Hitze ist jedoch ungewöhnlich. Die Nähe zum Meer wirkt temperaturausgleichend und sorgt für ein insgesamt angenehmes Sommerklima.
Die Niederschläge sind über das ganze Jahr relativ gleichmäßig verteilt, was typisch für den Köppen-Geiger-Typ Cfb ist. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei etwa 700–800 mm. Der Spätsommer und Herbst können etwas niederschlagsreicher sein, während das Frühjahr oft vergleichsweise trocken ausfällt. Ein weiteres prägendes Merkmal ist der Wind. Besonders im Herbst und Winter treten häufig westliche bis südwestliche Winde auf, die feuchte Meeresluft heranführen. Dadurch kann sich das Wetter rasch ändern, mit häufigen Wechseln zwischen Sonne, Wolken und kurzen Schauern.
Mythologie
Die nordische Mythologie mit Odin, Thor, Loki, Asgard und Ragnarök ist auf Als wie im gesamten dänischen Raum präsent, wird aber nicht spezifisch mit der Insel verknüpft – stattdessen dominieren Sagen, die sich um reale historische Ereignisse ranken, archäologische Funde mythisch aufladen oder typische skandinavische Motive wie Geister, versunkene Schätze und übernatürliche Wesen in die Landschaft einweben.
Ein zentraler Punkt der lokalen Überlieferung ist der Hjortspringfund aus dem Moor Hjortspring Mose im Norden der Insel, ein etwa -350 datiertes Boot mit Waffen und Ausrüstung, das als Opfergabe oder Siegesbeute nach einer Schlacht versenkt wurde. In der modernen Rezeption und in manchen populären Erzählungen wird dieser Fund mit mythischen Elementen aufgeladen: Man spricht von einer großen Schlacht gegen Eindringlinge aus dem Osten (möglicherweise aus dem heutigen Schweden oder weiter her), von tapferen Verteidigern der Insel, die das Boot rituell opferten, um die Götter zu ehren oder den Sieg zu besiegeln. Es entsteht so eine Art proto-mythische Heldensage um die frühen Bewohner Als', die ihre Heimat gegen fremde Krieger schützten – ähnlich wie in späteren Wikingererzählungen, nur viel älter und ohne schriftliche Quellen. Archäologen sehen hier eher einen realen Konflikt der Eisenzeit, doch in der regionalen Folklore wird der Fund manchmal als Beweis für uralte Heldenkämpfe oder sogar als Verbindung zu den Göttern interpretiert.
Weitere Legenden drehen sich um die vielen Grabhügel und Langbetten, besonders die große Konzentration in Blomeskobbel an der Ostküste. Diese bronze- und eisenzeitlichen Hügel werden in volkstümlichen Geschichten als Ruhestätten mächtiger Könige oder Krieger gesehen, unter denen Schätze verborgen liegen. Es gibt Erzählungen von nächtlichen Lichtern über den Hügeln, von Geistern der Toten, die umgehen, oder von Schatzsuchern, die von Flüchen oder spukenden Wächtern vertrieben werden – typische Motive der dänischen Sagn-Tradition, die auch auf Als vorkommen. Manche Hügel sollen von Trollen oder unterirdischen Wesen bewohnt sein, die bei Störungen Rache nehmen.
Historische Ereignisse mischen sich stark mit legendenhafter Überhöhung. Die Schlacht von Alsen 1864 gegen preußische Truppen wird in dänischer Erinnerung mythisch verklärt: Die Verteidiger als heldenhafte Kämpfer für die Nation, Dybbøl (nahe der Insel) als Symbol des dänischen Mutes. Auf Als selbst ranken sich Geschichten um die Zerstörung Sønderborgs durch Bombardements und um tapfere Einwohner, die trotz Niederlage Widerstand leisteten. Eine bekannte Anekdote betrifft Bruno Topff, der 1918 angeblich eine kurzlebige Republik Alsen ausgerufen haben soll – eine Mischung aus realer Revolution und volkstümlicher Heldenlegende, die bis heute gefeiert wird.
In den Küstengebieten und Buchten gibt es typische maritime Sagen - von versunkenen Schiffen mit Schätzen (besonders aus der Zeit der Wendenpiraten im Mittelalter), von Seegeistern oder Nixen-ähnlichen Wesen, die Fischer in die Tiefe locken, und von Stürmen, die als Strafe göttlicher Mächte gedeutet werden. Im Süden bei Kegnæs, mit seinem Leuchtturm, erzählen manche von Spuk in alten Häusern oder von verlorenen Seelen an den Klippen. Auch christlich geprägte Legenden spielen eine Rolle, etwa um Kirchenbauten: Manche Kirchen sollen an Stellen errichtet worden sein, wo heidnische Opferplätze waren, und Geister der alten Götter hätten versucht, den Bau zu verhindern.
Geschichte
Die Insel Als (auch Alsen), die größte Insel im Kleinen Belt südlich Dänemarks, war bereits in der Stein- und Bronzezeit besiedelt und entwickelte sich im Mittelalter als eigenständiges Gebiet innerhalb des Herzogtums Schleswig mit Verwaltungszentren in den Burgen Sønderborg und Nordborg. Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert wechselte sie mehrfach durch Erbteilungen zwischen dänischen Königen und Herzögen von Schleswig-Holstein-Sønderborg, wobei Johann der Jüngere im 16. Jahrhundert weitreichende Ländereien aufkaufte und die Insel wirtschaftlich prägte. Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde Als in der Schlacht am 29. Juni von preußischen Truppen erobert, gehörte bis 1920 zu Deutschland und kehrte nach der Volksabstimmung endgültig zu Dänemark zurück, was einen wirtschaftlichen Aufschwung einleitete.
Mesolithikum
Als war nach dem Ende der Weichseleiszeit (vor rund 12.000 Jahren) zunächst Teil einer sich rasch verändernden Landschaft mit steigendem Meeresspiegel, der die Ostsee formte und Als erst allmählich zu einer echten Insel machte – anfangs war sie noch über Landbrücken oder flache Bereiche mit Jütland verbunden. Die frühesten menschlichen Spuren fallen ins Mesolithikum (Mittelsteinzeit, um -9000 bis -3900), das hier in die Phasen Maglemose-, Kongemose- und vor allem Ertebølle-Kultur unterteilt wird.
Im Mesolithikum lebten die Bewohner als Jäger, Sammler und Fischer in mobilen oder semi-sesshaften Gruppen, die die reichen Küstenressourcen nutzten. Typisch sind Küstenfundplätze mit Muschelhaufen (Kjökkenmøddinger), die in der Ertebølle-Kultur (um -5400 bis -3950) besonders häufig waren – diese Kultur ist die letzte große mesolithische Phase in Dänemark und Norddeutschland, charakterisiert durch intensive Meeresnutzung, frühe Keramikherstellung (punktuelle dickwandige Gefäße), Pfeilspitzen aus Feuerstein, Knochengeräte, Harpunen und Angelhaken. Auf Als selbst sind keine großen, klassischen Kjökkenmøddinger wie in Ertebølle (Jütland) oder Tybrind Vig (Fünen) bekannt, aber vergleichbare Funde aus Küstennähe und Mooren deuten auf ähnliche Lebensweisen hin: Muscheln (vor allem Herzmuscheln), Fischreste (Hering, Dorsch), Robbenknochen, Wild (Rothirsch, Wildschwein) und gesammelte Pflanzen. Der berühmte Hjortspringfund aus dem Moor Hjortspring Mose (um -350 während der Eisenzeit) liegt zwar viel später, aber das Moor selbst enthielt organische Reste, die auf kontinuierliche Nutzung seit mesolithischen Zeiten hindeuten könnten – typisch für viele Moore auf Als, die durch Torfabbau und Drainage Funde freilegten.
Siedlungsplätze aus dem Mesolithikum sind auf Als meist klein und saisonal, oft an ehemaligen Küstenlinien oder in Senken gelegen, die heute inland liegen durch den postglazialen Meeresspiegelanstieg (Litorina-Transgression). Viele Küstenfundplätze der Ertebølle-Zeit sind heute submarin oder unter Sedimenten begraben, ähnlich wie in der näheren Umgebung (zum Beispiel Neustadt LA 156 in Schleswig-Holstein). Typische Artefakte umfassen Mikrolithen (kleine Feuersteinabschläge für Kompositwerkzeuge), Bohrer, Schaber, Äxte aus Hirschgeweih und erste grobe Keramik. Gräberfelder oder Bestattungen sind auf Als rar – im Gegensatz zu Vedbæk oder Skateholm in der Region –, aber isolierte Funde von Skelettteilen oder Brandbestattungen passen in das Bild der Zeit.
Neolithikum
Der Übergang zum Neolithikum (Jungsteinzeit, um -3900 bis -1700) markiert auf Als wie im Rest Dänemarks den Wandel zur Trichterbecherkultur (Funnel Beaker Culture, TRB, um -3900 bis -2800), die Ackerbau, Viehzucht, sesshafte Dörfer und Megalithgräber einführte. Der Übergang war fließend: In der frühen Phase (frühes Neolithikum A) mischen sich Ertebølle-Elemente (Fischerei, Jagd) mit neuen Techniken wie geschliffenen Feuersteinäxten, feiner Keramik (Trichterbecher) und ersten Getreideresten. Auf Als finden sich zahlreiche Streufunde und kleinere Siedlungsreste aus dieser Zeit, besonders im Norden und Osten der Insel. Typisch sind Dolmen und Ganggräber (Megalithanlagen), von denen einige Dutzend auf Als erhalten oder dokumentiert sind – oft in Gruppen wie in Blomeskobbel an der Ostküste, wo Langbetten und Hügelgräber aus der frühen und mittleren TRB-Zeit stehen. Diese Gräber enthielten Beigaben wie Amphoren, Flintdolche, Bernsteinperlen und Tierknochen, was auf rituelle Praktiken und soziale Differenzierung hinweist.
Die Siedlungen waren meist klein (5 bis 10 Langhäuser aus Pfosten und Lehm), mit Ackerflächen für Emmer, Einkorn und Gerste sowie Viehhaltung (Rinder, Schafe, Schweine). Die Böden auf Als – lehmig und fruchtbar durch glaziale Ablagerungen – begünstigten den Ackerbau früh. Im mittleren Neolithikum (um -3500 bis -2800) nehmen Megalithbauten zu, und es gibt Hinweise auf intensivere Landnutzung, möglicherweise mit ersten Waldrodungen. Spätere Phasen wie die Einzelgrabkultur ab etwa -2800 brachten Einzelbestattungen in Hügeln mit Streitäxten, was den Übergang zur Bronzezeit einleitet.
Bronzezeit
Die Bronzezeit (um -1700 bis -500) ist auf Als archäologisch durch eine hohe Dichte an Grabhügeln, Depotfunden und Streufunden gekennzeichnet, die in die nordische Bronzezeitkultur (Nordic Bronze Age) einzuordnen sind. Diese Phase folgt direkt auf das Neolithikum und bringt den Übergang zu Metallverarbeitung (zunächst Kupfer, dann Bronze), intensiverem Ackerbau, Viehzucht, sozialer Hierarchisierung und elaborierten Bestattungsriten mit sich. Als profitierte von fruchtbaren glazialen Böden, Küstennähe und Handelskontakten über die Ostsee, was zu Wohlstand in der Elite führte – typisch für Südskandinavien mit Verbindungen nach Mitteleuropa (Bernstein, Metalle, Salz).
Die Landschaft war in der frühen Bronzezeit (Periode I–II, um -1700 bis -1100) von großen Grabhügeln dominiert, die oft in Gruppen angelegt wurden und als Statussymbole dienten. Auf Als gibt es eine der höchsten Konzentrationen solcher Hügel in ganz Sønderjylland, besonders im Osten der Insel in Blomeskobbel an der Küste, wo Dutzende von Rundhügeln, Langbetten und Steinkisten aus der frühen und mittleren Bronzezeit erhalten sind. Diese Hügel enthielten reiche Beigaben: geschliffene Feuersteinäxte (Übergang), Bronzeschwerter, Dolche, Lanzenspitzen, Fibeln, Halsringe, Armringe, Spiralen, Bernsteinperlen und Keramikgefäße. Frauengräber zeichnen sich oft durch Schmuck aus (zum Beispiel dominante Armringe als Identitätsmarker), Männer durch Waffen – ein binäres Geschlechtssystem mit Variationen in sozialen Rollen. Viele Hügel wurden in der Eisenzeit wiedergenutzt oder überbaut.
Depotfunde (Opfergaben in Mooren oder Feldern) sind ebenfalls häufig: Bronzegeräte, Schmuck und Waffen, die rituell versenkt wurden – ein typisches Merkmal der nordischen Bronzezeit, das auf religiöse Praktiken, Statusdemonstration oder Krisenbewältigung hinweist. Solche Funde stammen aus Mooren wie Hjortspring Mose (obwohl der berühmte Hjortspringfund selbst aus der frühen Eisenzeit um -350 stammt und ein Boot mit Waffenopfer darstellt, das auf Konflikte verweist). Die Bronze kam über Fernhandel (aus den Karpaten oder Mitteleuropa), Bernstein als Exportgut floss in die Gegenrichtung.
In der mittleren und späten Bronzezeit (Periode III bis V, um -1100 bis -500) nehmen Hügelgrößen ab, Bestattungen werden flacher (Steinkisten, Brandgräber), und es gibt mehr Fokus auf Urnen und kleinere Gräberfelder. Siedlungen waren meist unbefestigt, mit Langhäusern aus Holz und Lehm, Ackerflächen für Gerste, Emmer und Vieh (Rinder, Schafe). Die Gesellschaft war hierarchisch: Elite mit reichen Gräbern, ion denen man importierte Luxusgütern fand, Bauern und Handwerker. Handelsnetze reichten bis in die Ägäis (Mykenische Einflüsse in Motiven wie Spiralen und Schiffsdarstellungen auf Felsritzungen, die auf Als rar sind, aber in der Region vorkommen).
Soziale und rituelle Aspekte zeigen sich in der Verwendung von Wasser in Bestattungen (zum Beispiel Strandkiesel, Muscheln, Seegras in Grabkonstruktionen) und in Opferpraktiken. Frauen hatten in der frühen Phase hohes Ansehen, mit vielfältigen Rollen (politisch, religiös), das sich später wandelte. Archäologische Funde von Als werden im Museum Sønderborg (Museum Sønderjylland – Sønderborg Slot) und im Nationalmuseum Kopenhagen ausgestellt; viele stammen aus Feldern, Mooren oder Bauarbeiten.
Eisenzeit
Die Eisenzeit (um -500 bis 800) umfasst die vorrömische Eisenzeit (Pre-Roman Iron Age, um -500 bis 1. Jahrhundert) und die römische Eisenzeit (1. bis 4. Jahrhundert), mit Übergang zur germanischen Eisenzeit. Diese Periode ist durch den Übergang von Bronze zu Eisen als Hauptmetall gekennzeichnet, zunehmende Siedlungsstabilität, intensivere Landwirtschaft, soziale Hierarchien und erste größere Konflikte, die durch Waffenopfer und Verteidigungsstrukturen sichtbar werden. Als war wie der Rest Südskandinaviens peripher, aber durch Küstenlage und Handelskontakte (Bernsteinexport, Import von Eisen und Luxusgütern) gut vernetzt – die Insel profitierte von fruchtbaren Böden und der strategischen Position im Als Sund.
Der prominenteste und international bekannteste Fund aus der Eisenzeit auf Als ist der Hjortspringfund aus dem Hjortspring Mose im Norden der Insel, datiert auf -350 bis -300 (frühe vorrömische Eisenzeit). Hier wurde 1880 bzw. 1921/22 ein etwa 19 Meter langes, geklinkertes Plankenboot (das älteste erhaltene in Skandinavien) mit über 100 Schilden, 138 Speerspitzen, 11 Schwertern, Lanzenspitzen, Kettenpanzern, Rüstungsteilen und Werkzeugen gefunden – alles rituell versenkt. Das Boot, aus Lindenholz gebaut, mit Paddeln und Seilkonstruktionen, konnte 20 bis 24 Krieger transportieren und war Teil einer Flotte von bis zu vier Booten mit etwa 80 Angreifern. Neuere Analysen (2025) von Harz, Seilen und einem Fingerabdruck im Teer deuten darauf hin, dass das Boot und die Krieger nicht aus Norddeutschland oder lokal stammten, sondern aus der östlichen Ostseeregion (möglicherweise Baltikum oder weiter östlich) – ein Beleg für weitreichende Seekriege und Mobilität schon lange vor den Wikingern. Die lokalen Bewohner besiegten die Invasoren und opferten das Boot als Dank oder Siegesgabe in das Moor, was auf organisierte Verteidigung und rituelle Praktiken hinweist.
Neben Hjortspring gibt es auch andere eisenzeitliche Funde. Grabhügel und Steinkisten aus der vorrömischen Phase, oft Wiedernutzung bronzezeitlicher Hügel, mit Beigaben wie Eisenwerkzeugen, Fibeln, Keramik und Waffen. In der römischen Eisenzeit (1. bis 4. Jahrhundert) nehmen Importe römischer Güter zu (zum Beispiel Glas, Bronzegefäße und Münzen über Fernhandel), was auf Kontakte zum Römischen Reich hinweist – ähnlich wie in benachbarten Fundorten wie etwa Nydam-Moor nahe Sønderborg mit Schiffen und Waffen. Siedlungen waren meist unbefestigte Dörfer mit Langhäusern aus Holz und Lehm, Viehzucht (Rinder, Schafe) und Ackerbau (Gerste, Roggen); Moore dienten weiter als Opferplätze. Es gibt Hinweise auf soziale Eliten durch reichere Gräber und auf Konflikte durch Waffenfunde.
Aus der jüngeren Eisenzeit (germanische Phase, um 400 bis 800) stammen Schiffssetzungen (Steinschiffe) auf Als, unter anderem bei Stolbro Næs an der Küste, sowie Gräber in Steinanordnungen in Schiffsform, die im Übergang zur Wikingerzeit entstanden. Diese sind typisch für die skandinavische Eisenzeit und symbolisieren die Reise ins Jenseits.
Archäologische Funde von Als werden hauptsächlich im Museum Sønderjylland – Sønderborg Slot ausgestellt, ergänzt durch das Nationalmuseum in Kopenhagen (Hjortspring-Boot). Die Eisenzeit auf Als zeigt eine Gesellschaft im Wandel: von lokalen Jäger-Sammler-Resten über bronzezeitliche Eliten zu eisenzeitlichen Kriegern mit Fernkontakten, Seekriegen und rituellen Opfern – ein Spiegel der dynamischen Entwicklungen in Nordeuropa vor der Wikingerzeit. Die Insel war kein zentraler Machtort, aber durch Funde wie Hjortspring ein Schlüsselplatz für das Verständnis früher Seefahrt und Konflikte.
Wikingerzeit
Die Wikingerzeit (Vikingetid, um 800 bis 1050) auf der Insel Als in Süddänemark ist archäologisch weniger spektakulär dokumentiert als in zentralen Wikingerregionen wie Jelling, Ribe, Haithabu oder auf Seeland/Fünen, wo große Ringburgen, Handelsplätze und reiche Gräberfelder liegen. Als lag etwas abseits der großen Handels- und Machtzentren, profitierte aber von seiner Küstenlage im Als Sund und im Kleinen Belt, was lokale Seefahrt, Fischerei, Landwirtschaft und kleinräumigen Handel begünstigte. Die Insel war Teil des dänischen Reiches unter Königen wie Harald Blauzahn und Sven Gabelbart, mit Verbindungen zur nahen Grenzregion Schleswig-Holstein (Haithabu liegt nur 40 bis 50 km entfernt).
Charakteristisch für Als sind vor allem Schiffssetzungen (Skibssætninger) als Grabdenkmäler, die symbolisch die Wikingertradition der Schiffsbestattung nachahmen. Eine der bekanntesten liegt bei Stolbro Næs an der Ostküste: Ein zirka 12 m langes und 4,5 m breites „Steinschiff“ aus 45 großen Steinen, das 1960 ausgegraben wurde und vorsichtig in das 8. Jahrhundert datiert wird – also den Übergang von der germanischen Eisenzeit zur frühen Wikingerzeit. Ursprünglich gab es hier eine Gruppe von vier solchen Schiffssetzungen und drei Grabhügeln, von denen heute nur noch einer und das erhaltene Steinschiff sichtbar sind. Diese Anlagen dienten als Bestattungsorte für Elitepersonen, oft ohne reiche Beigaben im Grab selbst, aber mit ritueller Bedeutung für die Jenseitsreise per Schiff. Ähnliche kleinere Schiffssetzungen oder Steinanordnungen sind auf Als sporadisch bekannt, passen aber in das süddänische Muster.
Siedlungsspuren aus der Wikingerzeit sind auf Als rar und meist unspektakulär: Es gibt keine großen befestigten Plätze oder Ringburgen (Trelleborg-Typ), wie sie in Jütland oder auf Fünen vorkommen. Stattdessen deuten Streufunde, Keramikscherben, Feuersteinwerkzeuge und vereinzelte Münzen auf kleinere Höfe und Dörfer hin, die von Ackerbau (Gerste, Roggen), Viehzucht und Küstennutzung lebten. Der Als Sund bot Schutz und Zugang zur Ostsee, was lokale Boote und kleineren Handel ermöglichte – möglicherweise mit Bernstein, Fellen oder Salz. Importfunde (zum Beispiel arabische Dirhams oder fränkische Keramik) sind selten, im Gegensatz zu Haithabu, das als Tor zur Welt diente.
Einige Hügelgräber aus der Übergangsphase (späte Eisenzeit/frühe Wikingerzeit) mit Waffen (Speere, Äxte), Schmuck (Fibeln, Perlen) oder Werkzeugen, oft Wiedernutzung älterer bronze- oder eisenzeitlicher Hügel. Keine großen Schiffsgräber oder reiche Kammergräber wie in Ladby (Fünen) oder Gokstad (Norwegen). Die Wikingerzeit auf Als war eher ruhig und agrarisch geprägt – die Insel diente vielleicht als Rückzugs- oder Versorgungsgebiet für die nahen Zentren.
Mittelalter
Der Übergang vom frühen Mittelalter begann mit dem Bau der beiden landesherrlichen Burgen: Um 1150 entstand im Norden zunächst Alsborg (später Nordborg) unter König Sven III. Grathe als Schutzburg gegen wendische Einfälle aus dem Osten. Kurz darauf, um 1158 unter König Valdemar dem Großen, folgte im Süden Søndre Borg (Sønderborg) als Gegenstück am südlichen Eingang des Als Sunds – die Burg wurde auf einer kleinen Insel im Sund errichtet, die später mit Als verbunden wurde. Beide Burgen dienten als königliche Festungen, Verwaltungszentren und Gefängnisse; Sønderborg beherbergte ab 1532–1549 den abgesetzten König Christian II. („Christian der Tyrann“) in langer Haft. Die Siedlungen wuchsen unter dem Schutz der Burgen: Købingsmark wurde zu Nordborg, und um Sønderborg entstand eine befestigte Stadt, die 1461 das Stadtrecht erhielt.
Politisch gehörte Als zunächst zum Bistum Odense (nicht zum Bistum Schleswig), was eine gewisse Eigenständigkeit andeutet, wurde aber Ende des 12. Jahrhunderts Teil des sich eben etablierenden Herzogtums Schleswig, das als Lehen des dänischen Königs entstand. Die Insel war in zwei Herreder (Bezirke) geteilt: Nørre Herred (mit Nordborg als Zentrum) und Sønder Herred (mit Sønderborg). Administrative Zentren waren die beiden landesherrlichen Burgen an den Enden der Insel in Nordborg und Sønderborg. Sønderborg erhielt im 14. Jahrhundert das Stadtrecht und bildete einen eigenständigen Distrikt.
Im Hochmittelalter (13./14. Jahrhundert) fiel Als unter den Einfluss verschiedener Adelsfamilien und Herzöge aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg, die Teile der Insel als Lehen erhielten. Die Burgen wurden zu Renaissanceschlössern umgebaut, und neue Residenzen entstanden, darunter Augustenborg (ab 1651 als Barockpalast durch Herzog Ernst Günther I. gegründet, als Sitz der Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg).
Wirtschaftlich dominierte die Landwirtschaft: Fruchtbare lehmige Böden ermöglichten Getreideanbau (Weizen, Gerste), Viehzucht und Obstplantagen; Fischerei und kleiner Küstenhandel spielten eine Rolle. Dörfer und Höfe gruppierten sich um Kirchen (zum Beispiel frühe romanische Steinkirchen in Nordborg, Augustenborg oder auf dem Land), die oft an heidnischen Plätzen errichtet wurden. Es gab keine großen Städte außer Sønderborg (als Købstad mit Handwerk und Markt), und die Bevölkerung lebte in kleinen Gemeinschaften mit feudaler Abhängigkeit von Burgherren oder Krone.
Im Spätmittelalter (15./16. Jahrhundert) wuchs der Einfluss der Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg, die die Insel teilweise als Apanage erhielten – dies führte zur Zersplitterung in kleinere Herzogtümer. Im Krieg zwischen dem dänischen König Erik VII. von Pommern und dem holsteinischen Grafen Adolf VIII. 1410 bis 1435 gehörte die Insel zu den letzten Bastionen des Königs im Herzogtum Schleswig, bis dieses unter die Herrschaft der Schauenburger geriet. Als Adolf 1459 kinderlos verstarb, wählten die Stände des Herzogtums Schleswig und der Grafschaft Holstein den seit 1448 regierenden dänischen König Christian I. zum gemeinsamen Landesherrn, was im Vertrag von Ripen (Ribe) 1460 beurkundet wurde. Bei den Landesteilungen 1490, 1523 und 1544 blieb Als beim königlichen Teil. Von den Landesteilungen ausgenommen waren die Besitzungen des Adels, des Schleswiger Bischofs und des Schleswiger Domkapitels, die trotz der Zugehörigkeit der Insel zu Odense auf Fyn (Fünen) hier einige Höfe besaßen.
Frühe Neuzeit
Ein neues Kapitel der Geschichte von Als begann, als bei einer erneuten Erbteilung der Herzogtümer Schleswig und Holstein, der jüngere Bruder von König Friedrich II. von Dänemark, Johann der Jüngere, Herrscher über die Insel wurde. Da die Stände keinen weiteren Landesherrn akzeptieren wollten, entstand das „abgeteilte“ Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg, das neben Als die westlich vorgelagerte Landschaft Sundeved (deutsch Sundewitt), die Insel Ærø und in Holstein ab 1581 auch das Gebiet um Plön und das des Rudeklosters südlich der Flensburger Förde umfasste. Johann kaufte sämtliche Adelsgüter auf der Insel auf und ließ zahlreiche Bauernstellen niederlegen.
Nach Johanns Tod im Jahre 1622 wurde das Herzogtum auf fünf seiner Söhne aufgeteilt. Auch Als bestand danach aus zwei Herzogtümern. Diese hatten finanziell einen schweren Stand, vor allem nach den Kriegswirren des 17. Jahrhunderts. Das südliche Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg ging 1667 in Konkurs, zwei Jahre später auch das nördliche Schleswig-Holstein-Sonderburg-Norburg. Ersteres fiel an den König, letzteres wurde dem Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön überlassen. Nach der Teilung von Norburg und Plön erlosch die Plön-Norburg Linie 1729, worauf die gesamte Insel wieder in königlich-dänischer Hand war. Die einzelnen Lehnesdistrikte wurden zu zwei Ämtern mit Nordborg und Sønderborg als Zentren zusammengefasst.
Mitte des 18. Jahrhunderts gelang es den Nachfahren der 1667 in Konkurs gegangenen Sonderburger Stammlinie, große Güter auf Südals zu erwerben. Zentrum des Distrikts wurde das Schloss Augustenborg, das ab 1651 auf dem Gebiet des ehemaligen Bischofsbesitzes errichtet worden war und nun zu einer prächtigen Residenz ausgebaut wurde. Damit war Als viergeteilt: Neben dem augustenburgischen Güterdistrikt bestand das Nordborg Amt, zu dem seit 1729 und 1749 auch Ærø gehörte. Die Stadt Sønderborg bildete nach wie vor einen eigenen Distrikt. Das Sønderborg Amt machten nur noch wenige Besitzungen im äußersten Süden der Insel aus, die aber 1779 mit dem größten Teil des Sundeved vereinigt wurden als das letzte der Sønderborger Herzogtümer mit dër älteren Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg erlosch und an den König gefallen war. 1819 wurden die beiden Propsteien auf Als (die Propstei Sønderborg mit der Stadt, den Resten des gleichnamigen Amtes und dem Sundeved gehörte zum Distrikt des Schleswiger General-Superintendenten), kirchlich von Odense getrennt und mit Ærø zu einem eigenen Stift umgewandelt, das bis 1864 bestand.
Preußische Zeit
Als der Konflikt zwischen Deutschland und Dänemark um 1840 ausbrach, schloss sich die Alser Bevölkerung weitgehend der dänischen Seite an. Der Herzog von Augustenborg unterstützte jedoch die schleswig-holsteinische Seite, weil er im Falle des absehbaren Erlöschens des seit 1460 regierenden oldenburgischen Königshauses Erbansprüche zumindest auf die Herzogtümer Schleswig und Holstein stellen konnte. Nach dem Bürgerkrieg 1848 bis 1850, in dem die Insel neben Ærø als einziger Teil des Herzogtums Schleswig vom Krieg verschont blieb, wurden die Augustenburger des Landes verwiesen und mussten ihren Besitz dem dänischen Staat verkaufen. Dadurch kam der Augustenburgische Güterdistrikt wieder an das Amt Sonderburg.
Nach der Niederlage Dänemarks im Krieg gegen Preußen und Österreich (Februar bis Oktober 1864) verlor das Königreich die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Die entscheidende militärische Niederlage fiel mit der Schlacht um Alsen (Slaget om Als) vom 29. Juni bis 1. Juli 1864. Preußische Truppen unter General Karl von Steinmann landeten in der Nacht zum 29. Juni mit Booten und Pontons über den Als Sund bei Sønderborg, überwältigten die dänischen Verteidiger trotz anfänglichen Widerstands und eroberten die gesamte Insel innerhalb weniger Stunden. Die Dänen zogen sich zurück, verloren rund 3.000 Gefangene und Tote, während preußische Verluste geringer waren. Der Wiener Frieden vom 30. Oktober 1864 besiegelte den Verlust. Preußen annektierte Schleswig (inklusive Als) de facto, zunächst gemeinsam mit Österreich verwaltet, ab 1866 nach dem Sieg über Österreich im Deutschen Krieg vollständig als preußische Provinz Schleswig-Holstein.
Unter preußischer Verwaltung wurde Als Teil des Kreises Sonderburg (Kreis Sønderborg), der die Insel und angrenzende Festlandteile umfasste. Die Hauptstadt Sønderborg (deutsch: Sonderburg) wurde stark zerstört – durch Bombardements und Kämpfe lag die Stadt 1864 in Trümmern –, aber unter preußischer Herrschaft wiederaufgebaut und modernisiert. Das Sønderborg Slot (Schloss Sonderburg), seit dem Mittelalter zentraler Punkt, diente ab 1867 als preußische Kaserne und Garnison, verlor seinen herzoglichen Charakter und wurde militärisch genutzt. Die dänische Sprache und Kultur wurden systematisch unterdrückt: Dänisch wurde in Schulen und Verwaltung verboten oder stark eingeschränkt, deutsche Beamte und Lehrer eingesetzt, und die Bevölkerung unterlag Germanisierungspolitik – ähnlich wie im restlichen Nordschleswig. Trotzdem blieb eine starke dänische Identität erhalten. Viele Einwohner optierten 1864 und 1870 für die dänische Staatsbürgerschaft (Optionsrecht nach Wiener Frieden), behielten aber oft ihren Wohnsitz und verloren politische Rechte.
Wirtschaftlich profitierte Als teilweise von der preußischen Infrastruktur: Der Als Sund blieb wichtig für Schifffahrt, die Alssund-Brücke existierte noch nicht (erst 1930), aber Fährverbindungen und kleinere Häfen wurden ausgebaut. Landwirtschaft und Fischerei dominierten weiter, mit preußischer Förderung von Modernisierung (zum Bewispiel Drainage, neue Höfe). Die Bevölkerung war gemischt, aber dänischsprachig dominiert. In Sønderborg gab es eine deutsche Minderheit durch Zuzug von Beamten, Militär und Händlern. Politisch war Als Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein, ab 1871 des Deutschen Reiches – ohne eigene Autonomie, unter preußischer Oberhoheit.
Die Phase endete mit dem Ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag (1919), der eine Volksabstimmung in Schleswig vorsah. Im Plebiszit vom 10. Februar 1920 (Zone 1, Nordschleswig inklusive Als) stimmten 74,9 % für Dänemark und 25,1 % für Deutschland. In Sønderborg selbst votierten 56,2 % für Deutschland und 43,8 % für Dänemark, doch die Gesamtzahl der Zone bestimmte: Als und Nordschleswig kehrten am 15. Juni 1920 zu Dänemark zurück (Genforeningen). Die preußische Zeit hinterließ tiefe Spuren – Denkmäler wie Dybbøl Mølle (Symbol dänischen Widerstands) und das Historiecenter Dybbøl Banke erinnern heute daran, während das Schloss-Museum die deutsche Periode (1864 bis 1920) als Kapitel der Besatzung und Germanisierung darstellt. Für viele Dänen gilt diese Epoche als nationale Demütigung, für die Region als Zeit der Spaltung und des kulturellen Drucks.
Weltkriegsära
Am 8. November 1918 wurde, noch bevor in anderen Teilen Deutschlands die Republik ausgerufen wurde, von einem Soldatenrat eine „Republik Alsen“ ausgerufen und der hungernden zum größten Teil dänisch gesinnten Bevölkerung der Zugang zu den Proviantlagern ermöglicht, weshalb die Bevölkerung noch Jahrzehnte später des Vorsitzenden des Soldatenrates Bruno Toppf dankbar gedenkt.
Nach der Volksabstimmung vom 10. Februar 1920 (Zone 1, Nordschleswig inklusive Als) kehrte die Insel am 15. Juni 1920 offiziell zu Dänemark zurück – ein Ereignis, das als Genforeningen (Wiedervereinigung) gefeiert wird und bis heute zentral für die nationale Identität in der Region ist. Die deutsche Minderheit blieb, und es entstanden Spannungen, die aber durch gegenseitige Rechte (Schulwesen, Vereine) gemildert wurden.
In den 1920er und 1930er Jahren erholte sich Als wirtschaftlich. Die Landwirtschaft (Getreide, Obstplantagen, Milchwirtschaft) blieb dominant, und die Industrie wuchs, besonders durch Unternehmen wie Danfoss, das 1943 in Nordborg gegründet wurde und schnell zu einem wichtigen Arbeitgeber avancierte. Sønderborg wurde modernisiert – neue Brücken (Alssundbroen 1930, Kong Christian Xs Bro schon früher), verbesserte Infrastruktur und Tourismus (Küsten, Schlösser) spielten eine Rolle. Die Bevölkerung blieb überwiegend dänischsprachig, mit einer kleinen deutschen Minderheit, die eigene Schulen und Vereine behielt. Kulturell und politisch war die Zeit von nationaler Euphorie geprägt. Denkmäler wie Dybbøl Mølle und Historiecenter Dybbøl Banke erinnerten an 1864 und 1920, und die Region profitierte von Dänemarks Neutralitätspolitik.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieb Dänemark zunächst neutral, doch am 9. April 1940 besetzte die Wehrmacht das Land in der Operation Weserübung innerhalb weniger Stunden – auch Als und Sønderborg wurden kampflos eingenommen. Die Besatzung dauerte bis zum 5. Mai 1945 und war im Vergleich zu anderen Ländern zunächst „moderat“: Die dänische Regierung kooperierte bis August 1943 (Politik der Zusammenarbeit), um Souveränität vorzutäuschen, und Dänemark lieferte Lebensmittel an Deutschland. Auf Als gab es Wehrmacht-Präsenz (Garnisonen, Flugplätze in der Nähe), aber keine großen Kämpfe. Die deutsche Minderheit in Nordschleswig (inklusive Als) stand unter Druck: Viele meldeten sich freiwillig zur Waffen-SS oder Wehrmacht (ca. 2.100 aus der Region, viele fielen), was später zu Vorwürfen führte.
Ab 1943 verschärfte sich die Lage: Nach dem Rücktritt der Regierung und der Verhängung des militärischen Ausnahmezustands (29. August 1943) übernahm die Wehrmacht direkte Kontrolle, und der dänische Widerstand (Sabotage, Streiks, illegale Presse) wuchs. Auf Als und in Sønderborg gab es vereinzelte Aktionen, aber nichts Großes – die Region blieb relativ ruhig. In den letzten Kriegstagen (Mai 1945) kam es zu einem dramatischen Vorfall: Eine Meuterei auf dem Minensuchboot M 612 führte dazu, dass elf junge deutsche Marinesoldaten (20 bis 24 Jahre) am 5. Mai 1945 wegen Fahnenflucht und Aufruhr in dänischen Gewässern vor Sønderborg hingerichtet und im Als Sund versenkt wurden – eine der letzten Exekutionen des Krieges in Dänemark. Das Schloss Sønderborg diente 1945/46 kurz als Internierungslager für Kollaborateure und Verdächtige.
Die Befreiung am 5. Mai 1945 erfolgte ohne direkte Kämpfe auf Als – die deutschen Truppen kapitulierten nach der alliierten Kapitulation. Die Besatzungszeit endete friedlich, mit Ausnahme vereinzelter Vorfälle, und hinterließ eine gemischte Bilanz: Wenig Zerstörung, aber psychische Belastung durch Okkupation, Kollaboration und Widerstand. Nach 1945 begann der Wiederaufbau, Danfoss expandierte stark, und die Region festigte ihre dänische Identität mit Fokus auf Versöhnung und europäische Integration.
Moderne Zeit
Nach der Befreiung am 5. Mai 1945 begann der Wiederaufbau schnell: Die Besatzung hatte auf Als nur geringe physische Zerstörungen hinterlassen, aber psychische Belastungen durch Okkupation, Kollaboration und den Minensuchboot-Vorfall. Internierungslager wie im Sønderborg Slot dienten kurz zur Abwicklung von Verdächtigen; die deutsche Minderheit blieb klein und integrierte sich allmählich, mit eigenen Schulen und Vereinen gemäß den Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955, die Minderheitenrechte sicherten.
In den 1950er und 1960er Jahren profitierte Als vom dänischen Wirtschaftswunder (velfærdsstaten): Landwirtschaft modernisierte sich (Mechanisierung, Milch- und Obstproduktion), und die Industrie gewann an Bedeutung. Der entscheidende Impuls kam 1943 mit der Gründung von Danfoss in Nordborg durch Mads Clausen – das Unternehmen wuchs explosionsartig zu einem globalen Konzern für Thermostate, Kompressoren und Automatisierungstechnik. Bis in die 1970er/80er Jahre wurde Danfoss zum größten privaten Arbeitgeber der Region (heute ca. 4.000 Beschäftigte in Dänemark, viele in Nordborg und Umgebung), zog Zuzug an, steigerte den Wohlstand und machte Als zu einem High-Tech-Standort. Die Kommune Sønderborg (seit 1970 eigenständig, 2007 zur Großkommune erweitert) profitierte von dieser Dynamik: Neue Wohnviertel, Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur entstanden.
Die Alssundbroen (1981 eröffnet) und verbesserte Straßenverbindungen reduzierten die Insellage, förderten Pendlerverkehr und Tourismus. Die Schlösser Sønderborg, Nordborg und Augustenborg wurden zu Museen und Kulturzentren umfunktioniert – Sønderborg Slot beherbergt seit den 1970er Jahren das Museum Sønderjylland mit Fokus auf 1864, 1920 und der Grenzgeschichte. Der 50. Jahrestag der Wiedervereinigung 1970 und der 100. 2020 (Genforeningen 100) wurden groß gefeiert: 2020 mit Ausstellungen, Konzerten und grenzüberschreitenden Veranstaltungen (trotz Corona-Einschränkungen), die die dänische Identität stärkten und die Versöhnung mit der deutschen Minderheit betonten.
In den 1990er und 2000er Jahren wuchs Sønderborg zu einer modernen Mittelstadt (heute ca. 30.000 Einwohner): Bildungseinrichtungen (Syddansk Universitet Campus Sønderborg seit 1990er), erneuerbare Energien (Projekte wie ProjectZero für CO₂-Neutralität bis 2029), Einkaufszentren und Freizeitangebote. Tourismus boomte durch Naturpark Nordals (Renaturierung ab 2000er), Küsten, Radwege und Schlösser. Die Kommune fusionierte 2007 zur heutigen Sønderborg Kommune (rund 74.000 Einwohner, gesamte Als plus Festlandteile), was Verwaltung und Infrastruktur effizienter machte.
Bis zur Coronazeit (2020) blieb Als eine prosperierende, sichere Region mit niedriger Arbeitslosigkeit, hoher Lebensqualität und starker lokaler Identität – geprägt von Danfoss als Wirtschaftsmotor, grenznaher Lage (guter Grenzhandel mit Deutschland), Tourismus und der Erinnerung an 1920 als nationales Symbol. Die Corona-Maßnahmenpolitik 2020 bis 2022 (Lockdowns, Grenzschließungen zu Deutschland im März bis Juni 2020) traf 2020 hart, aber Als erholte sich schnell – die Insel profitierte von Home-Office-Trends bei Danfoss und der Attraktivität als ruhiger Wohnort.
Verwaltung
Nach der Volksabstimmung 1920 gehört die Insel zu Dänemark. 1946 wurde die Insel eine Region im Kreis Südjütland (Amt Sønderjylland) des Königreichs Dänemark. 1970 ging das Sønderborg Amt in der Nachfolge des Landkreises in Sønderjyllands Amt auf. Gleichzeitig wurden die Kirchspielsgemeinden zu vier Großkommunen zusammengefasst. Seit Januar 2007 gehört sie zur Sønderborg Kommune in der Region Syddanmark.
Herrschaftsgeschichte
- -5. bis 8. Jahrhundert germanische Häuptlingstümer
- 8. Jahrhundert bis 958 dänische Häuptlingstümer
- 958 bis um 1200 Königreich der Dänen (Regnum Danorum)
- um 1200 bis 2. August 1380 Herzogtum Schleswig (Hertugdømmet Slesvig) im Königreich der Dänen (Regnum Danorum)
- 2. August 1380 bis 17. Juni 1397 Herzogtum Schleswig (Hertugdømmet Slesvig) im Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
- 17. Juni 1397 bis 6. Juni 1523 Herzogtum Schleswig (Hertugdømmet Slesvig) im Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge) als Teil der Kalmarer Union
- 6. Juni 1523 bis 14. Januar 1814 Herzogtum Schleswig (Hertugdømmet Slesvig) im Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
- 14. Januar 1814 bis 30. Oktober 1864 Herzogtum Schleswig (Hertugdømmet Slesvig) im Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 30. Oktober 1864 bis 15. Januar 1920 Provinz Schleswig-Holstein des Königreichs Preußen
- 15. Januar 1920 bis 9. April 1940 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 9. April 1940 bis 5. Mai 1945 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark) unter Besatzung durch das Deutsche Reich
- seit 5. Mai 1945 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
Legislative und Exekutive
Auf Als gibt es keine eigenständige legislative oder exekutive Gewalt, da die Insel politisch kein selbstständiges Verwaltungsgebiet ist. Stattdessen ist Als vollständig in die staatlichen und kommunalen Strukturen Dänemarks eingebunden. Gesetzgebung und Ausführung von Gesetzen erfolgen daher auf übergeordneten Ebenen.
Die Legislative liegt in erster Linie beim dänischen Folketing, dem nationalen Parlament. Dort werden die Gesetze beschlossen, die auch auf Als gelten. Ergänzend beschließt der Kommunalrat (Byråd) der Kommune Sønderborg kommunale Satzungen, Haushalte und lokale Regelungen, etwa in den Bereichen Schule, Bauplanung, Umwelt oder soziale Dienste. Diese kommunale Gesetzgebung ist jedoch auf den gesetzlich vorgegebenen Rahmen des Staates beschränkt.
Die Exekutive wird auf mehreren Ebenen ausgeübt. Auf staatlicher Ebene setzt die dänische Regierung mit ihren Ministerien die Gesetze um. Auf regionaler Ebene übernimmt die Region Syddanmark vor allem exekutive Aufgaben im Gesundheitswesen, insbesondere den Betrieb der Krankenhäuser. Auf lokaler Ebene ist die Verwaltung der Kommune Sønderborg für die praktische Umsetzung zuständig. Geleitet wird sie vom Bürgermeister, der gemeinsam mit der Kommunalverwaltung die Beschlüsse des Kommunalrats ausführt und die laufenden Verwaltungsaufgaben für die gesamte Kommune einschließlich der Insel Als wahrnimmt.
Inseloberhaupt
Das politische „Oberhaupt“ ist hier der Bürgermeister (borgmester) der Kommune Sønderborg, der auch für Als verantwortlich ist.
Politische Gruppierungen
Auf der Insel Als entspricht die Parteienlandschaft im Wesentlichen der dänischen Parteienstruktur, da es sich nicht um eine politisch eigenständige Einheit handelt, sondern um Teil der Kommune Sønderborg und der Region Syddanmark. Dennoch lassen sich typische regionale Schwerpunkte erkennen, die für Als und Südjütland insgesamt charakteristisch sind.
Traditionell stark vertreten ist Venstre (Liberale Partei Dänemarks). Sie hat auf Als – besonders in ländlichen Gebieten – eine feste Wählerschaft, da sie eng mit Landwirtschaft, Mittelstand und kommunaler Selbstverwaltung verbunden ist. Ebenfalls bedeutend ist die Socialdemokratiet (Sozialdemokraten), die vor allem in Sønderborg und anderen städtisch geprägten Orten Unterstützung findet, insbesondere bei Beschäftigten im öffentlichen Dienst und in der Industrie. Die Konservative Volkspartei (Det Konservative Folkeparti) spielt ebenfalls eine Rolle, wenn auch kleiner, oft getragen von wirtschaftlich liberal-konservativen Wählergruppen. Radikale Venstre (Sozialliberale) sind präsent, aber eher schwach, mit Zustimmung vor allem in bildungsnahen Milieus.
Im linken Spektrum sind die Socialistisk Folkeparti (SF) und die Enhedslisten (Einheitsliste) vertreten. Sie erzielen auf Als moderate Ergebnisse, häufig mit Schwerpunkten in Umwelt-, Sozial- und Bildungsthemen. Die Alternativet (Grünen) treten ebenfalls an, erreichen jedoch meist nur kleinere Stimmenanteile.
Rechtspopulistische bzw. migrationskritische Parteien wie die Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) oder neuere Gruppierungen (zum Beispiel Danmarksdemokraterne) finden auf Als ebenfalls Anhänger, besonders in ländlichen Gegenden, allerdings meist weniger stark als in einigen anderen Teilen Jütlands.
Eine Besonderheit der Region ist die deutsche Minderheit in Nordschleswig, die auch auf Als vertreten ist. Politisch organisiert ist sie vor allem im Sydslesvigsk Vælgerforening (SSW). Der SSW tritt auf kommunaler Ebene (auch in Sønderborg) an und vertritt kulturelle, sprachliche und bildungspolitische Interessen der Minderheit.
Justizwesen und Kriminalität
Als gehört administrativ zur Kommune Sønderborg in der Region Syddanmark und fällt damit in den Polizeidistrikt Syd- og Sønderjyllands Politi, der für die gesamte Süd- und Sønderjylland zuständig ist, einschließlich Esbjerg, Haderslev, Sønderborg, Tønder, Varde, Vejen, Aabenraa und Fanø. Die Polizeipräsenz auf der Insel selbst ist dezentral, mit einer Polizeistation in Sønderborg als zentralem Knotenpunkt für Als und die nähere Umgebung – hier werden Streifenwagen, Verkehrskontrollen, Alltagsdelikte und Notrufe koordiniert. Kleinere Vorfälle werden oft von lokalen Beamten oder mobilen Einheiten bearbeitet, während schwerere Fälle an die zentrale Polizeidirektion in Esbjerg oder an spezialisierte Einheiten weitergeleitet werden.
Das Gerichtswesen ist durch die Retten i Sønderborg repräsentiert, die Byret (Stadtgericht) für den gesamten Retskreds Sønderborg, der die Kommune Sønderborg und damit die ganze Insel Als abdeckt. Diese Instanz behandelt alle gängigen Fälle: Fogedsager (Zwangsvollstreckung), Skiftesager (Erbschafts- und Nachlasssachen), Familieretssager (Scheidungen, Sorgerecht, Unterhalt), Straffesager (Strafsachen bis zu einer gewissen Schwere) und Civile sager (Zivilstreitigkeiten). Schwere Straftaten wie Mord oder organisierte Kriminalität gehen an die höheren Instanzen wie das Vestre Landsret oder das Højesteret in Kopenhagen. Seit der großen Gerichtsreform 2007 ist Sønderborg die einzige verbliebene Byret in ganz Sønderjylland, was die zentrale Rolle der Stadt für die gesamte Region unterstreicht – Bewohner von Als pendeln daher regelmäßig dorthin für Gerichtstermine. Das System folgt dem dänischen Prinzip der Einheitsgerichtsbarkeit mit hoher Effizienz und Bürgernähe, ergänzt durch Mediatoren und außergerichtliche Streitbeilegung in vielen Fällen.
Die Kriminalität auf Als ist insgesamt sehr niedrig und typisch für eine kleine, wohlhabende, ländlich geprägte Insel mit starker sozialer Kontrolle und hoher Lebensqualität. Sønderborg als Hauptort weist laut Nutzerberichten und internationalen Vergleichen (zum Beispiel Numbeo) extrem niedrige Werte auf – Level of crime wird oft mit 12 bis 15 auf einer Skala von 100 bewertet, was auf minimale Gewaltkriminalität, Einbrüche oder Diebstähle hinweist. Die häufigsten Delikte sind Eigentumsdelikte wie Fahrraddiebstähle, kleinere Einbrüche in Ferienhäuser (besonders in der Sommersaison), Verkehrsverstöße (Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer) und gelegentliche Vandalismusakte durch Jugendliche. Personfarlig kriminalitet (Gewaltverbrechen) ist selten; Messerangriffe, Schießereien oder Bandenkonflikte kommen praktisch nicht vor – Dänemark insgesamt hat eine Mordrate von unter 1 pro 100.000 Einwohner, und in Regionen wie Syd- og Sønderjylland liegt sie noch darunter. Hadforbrydelser (Hasskriminalität) und it-relateret kriminalitet (Cyberdelikte) sind wie landesweit steigend, aber auf Als marginal. Die Insel profitiert von der geringen Bevölkerungsdichte, der starken Gemeinschaft und der Nähe zur Grenze, die zwar Schmuggel oder grenzüberschreitende Kleinkriminalität begünstigen kann, aber durch intensive Polizeikooperation mit Deutschland (Schleswig-Holstein) gut kontrolliert wird.
In der öffentlichen Wahrnehmung fühlen sich die Bewohner extrem sicher – landesweite Tryghedsundersøgelser zeigen, dass über 85 bis 90 % der Dänen sich grundsätzlich tryg (sicher) fühlen, und in ländlichen Gebieten wie Als ist dieser Wert noch höher. Die niedrige Kriminalitätsbelastung spiegelt sich auch in der geringen Zahl an Polizeieinsätzen wider; die meisten Anrufe betreffen Verkehr, Streitigkeiten unter Nachbarn oder hilfsbedürftige Personen.
Flagge und Wappen
Auf Als wird fast ausschließlich der Dannebrog verwendet, die dänische Nationalflagge mit dem weißen skandinavischen Kreuz auf rotem Grund. Diese Flagge dominiert alle offiziellen Anlässe, Feiern, Gebäude und Veranstaltungen auf der Insel. Die Sønderborg Kommune hisst den Dannebrog an festgelegten Flagdtagen (wie auf der kommunalen Website aufgelistet), und lokale Vereine, Schulen, Institutionen sowie private Haushalte folgen diesem Brauch. In der Region Syddanmark gibt es keine eigene Regionalflagge, die über den Dannebrog hinausgeht, und Als teilt diese Praxis. Gelegentlich sieht man inoffizielle oder touristische Darstellungen, die Elemente der lokalen Geschichte einbeziehen – etwa Motive mit dem Sønderborg Slot, der Alssund-Brücke oder historischen Bezügen zur Schlacht von 1864 –, aber diese haben keinen offiziellen Status und sind eher dekorativ oder identitätsstiftend in Heimatvereinen.
Das Wappen der übergeordneten Sønderborg Kommune (das auch für Als gilt) zeigt ein silbernes (weißes) Segelschiff auf blauem Grund, das an die maritime Lage und die historische Bedeutung des Alssunds als Schifffahrtsweg erinnert, kombiniert mit Elementen aus dem alten Sønderborg-Wappen (das wiederum auf das Schloss und die herzogliche Vergangenheit verweist). Früher führte Sønderborg als Købstad ein eigenes Wappen mit einem silbernen Turm oder ähnlichen Motiven, das teilweise in modernen Versionen weiterlebt. Auf Als selbst taucht dieses Wappen vor allem auf offiziellen Schildern, Briefköpfen der Kommune, Polizeifahrzeugen oder Gebäuden in Sønderborg auf, das ja größtenteils auf Als liegt. Es gibt keine separaten heraldischen Symbole für die Insel, wie sie etwa für Fanø oder andere Inseln mit starker lokaler Tradition existieren.
Historisch gesehen ranken sich um Flaggen und Symbole auf Als vor allem Ereignisse aus dem 19. Jahrhundert: Während der Schleswigschen Kriege (1848 bis 1851 und 1864) wurde der Dannebrog als Symbol des dänischen Widerstands hochgehalten, besonders nach der Niederlage bei Dybbøl und der Besetzung durch preußische Truppen. In der Folklore und bei Gedenkfeiern wird der Dannebrog mit dem Kampf um die nationale Identität verknüpft – etwa bei der Wiedervereinigung 1920, als Als mit großer Mehrheit für Dänemark stimmte. Eine kuriose Episode ist die angebliche „Republik Als“ von 1918/19 unter Bruno Topff, bei der kurzzeitig rote Flaggen (als Zeichen revolutionärer Stimmung) gehisst wurden, was aber schnell endete und heute eher als Anekdote gilt.
Hauptort
Der Hauptort der Insel ist seit Jahrhunderten Sønderborg (Sonderburg). Die Stadt liegt am Als Sund, der schmalen Meerenge, die Als vom jütländischen Festland trennt, und erstreckt sich heute teils auf die Insel, teils auf das Festland (Dybbøl-Seite). Sønderborg gilt als unumstrittener Hauptort der Insel in administrativer, wirtschaftlicher, kultureller und historischer Hinsicht – hier befinden sich die Kommune-Verwaltung der Sønderborg Kommune, das größte Schloss der Insel, der Haupt-Hafen, Einkaufsstraßen, Museen und die meisten Einrichtungen.
Sønderborg entstand als Siedlung erst nach dem Bau einer Burg um die Mitte des 12. Jahrhunderts (genaue Gründung der Burg um 1158 unter König Valdemar dem Großen oder etwas früher, erste urkundliche Erwähnung der Stadt 1256). Die Burg wurde als „Søndre Borg“ (südliche Burg) errichtet, um den südlichen Eingang des Als Sunds gegen wendische Einfälle zu schützen – im Kontrast zur älteren „Alsborg“ im Norden der Insel (später umbenannt in Nørreborg, heute Schloss Nordborg). Aus dieser Burg entwickelte sich im 13. Jahrhundert eine befestigte Siedlung, die 1461 das Stadtrecht erhielt. Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Burg zu einem prächtigen vierflügeligen Renaissanceschloss umgebaut, das bis heute das Wahrzeichen der Stadt ist.
Vor der Entstehung Sønderborgs gab es auf Als keine einzelne klare „Hauptstadt“ oder einen dominanten Hauptort im modernen Sinne. Die Insel war im Mittelalter politisch und administrativ oft zersplittert und von mehreren Adelsfamilien oder landesherrlichen Burgen beherrscht. Die beiden zentralen administrativen Zentren waren die landesherrlichen Burgen an den Enden der Insel: Im Norden Schloss Nordborg (ursprünglich Alsborg/Nørreborg, gegründet um 1150 als Schutzburg), das lange Zeit ein wichtiger herzoglicher Sitz war und zeitweise eine Siedlung (später die Stadt Nordborg) um sich scharte. Im Süden Sønderborg, das erst später aufkam und allmählich die Oberhand gewann.
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit teilten sich Nordborg und Sønderborg die Rolle als regionale Machtzentren, abhängig von den jeweiligen Herzögen und Königen. Die Insel selbst hatte keine einheitliche Hauptstadt, da sie oft unter verschiedenen Herrschaften stand (unter anderem als Teil des Herzogtums Schleswig). Andere Orte wie Augustenborg (mit seinem Renaissanceschloss aus dem 17. Jahrhundert) oder kleinere Dörfer spielten nur lokale Rollen.
Sønderborg wurde endgültig zum unangefochtenen Hauptort ab dem 19. Jahrhundert, besonders nach den Schleswigschen Kriegen (1848 bis 1851 und 1864), als die Stadt trotz Zerstörungen und preußischer Besatzung (1864 bis 1920) zum Symbol dänischer Identität avancierte. Nach der Wiedervereinigung 1920 und in der modernen Zeit festigte sich diese Position durch die Kommunalreformen: Seit 1970 war Sønderborg eine eigenständige Kommune, die 2007 zur Großkommune Sønderborg erweitert wurde, die die gesamte Insel Als umfasst. Heute ist Sønderborg nicht nur der bevölkerungsreichste Ort, sondern auch Sitz aller wichtigen Institutionen für Als – von der Kommune-Verwaltung über Gericht und Polizei bis hin zu Bildung und Kultur.
Verwaltungsgliederung
Die Insel Alsen ist in vier Gemeinden unetrteilt. Diese bestehen wiederum aus 2 Städten und 24 Dörfern.
| Kommune | Fläche (km²) | Einwohnere 2001 | Dichte (E/km²) |
| Augustenborg | 53,31 | 6.415 | 120,74 |
| Nordborg | 124,78 | 14.142 | 113,34 |
| Sydals | 94,66 | 6.482 | 68,48 |
| Sønderborg | 54,45 | 29.952 | 550,08 |
Verwaltungsgliederung:
4 tidligere kommuner (ehemalige Gemeinden)
2 steder (Städte)
24 byområder (Ortschaften)
Bevölkerung
Im Folgenden die Bevölkerungsentwicklung samt Dichte, bezogen auf die Fläche von 311,31 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1800 19 000 61,03
1840 21 408 68,77
1860 24 000 77,09
1900 27 500 88,34
1910 29 200 93,80
1921 25 759 82,77
1925 28 623 91,95
1930 28 379 91,14
1935 29 800 95,73
1940 31 445 101,02
1945 32 969 105,90
1950 35 478 113,96
1955 37 910 121,79
1960 43 755 140,56
1970 52 970 170,11
1976 53 209 170,94
1981 52 295 167,99
1986 50 718 162,93
1990 50 744 163,01
1995 51 268 164,71
1998 51 362 164,99
1999 51 620 165,78
2000 51 526 165,51
2001 51 437 165,24
2002 51 480 165,39
2003 51 533 165,58
2004 51 597 165,80
2005 51 718 166,17
2006 51 806 166,42
2007 52 052 167,22
2008 52 109 167,43
2009 51 892 166,70
2010 51 322 164,80
2011 51 166 164,34
2012 51 007 163,84
2013 50 682 162,84
2014 50 352 161,73
2015 50 154 161,14
2016 50 060 160,86
2017 49 976 160,64
2018 49 783 159,89
2019 49 684 159,62
2020 49 476 158,92
2021 49 199 158,04
2022 49 029 157,49
2023 49 518 159,06
2024 49 452 158,85
2025 49 373 158,60
Von 1981 bis 2001 sank die Einwohnerzahl um durchschnittlich 0,083 % pro Jahr. Die Bevölkerung der Insel ist etwas überaltert und mehrheitlich männlichen Geschlechts.
Volksgruppen
Die Bewohner der Insel sind überwiegend Dänen mit einer kleinen, aber historisch bedeutsamen deutschen Minderheit als einzig anerkannter nationaler Minderheit in der Region. Als gehört zur Sønderborg Kommune, die Teil von Nordschleswig (Sønderjylland) ist – dem Gebiet, das seit der Volksabstimmung 1920 zu Dänemark gehört. Die Bevölkerung der Kommune ist ethnisch und sprachlich fast ausschließlich dänisch (sønderjysk Dialekt mit Standarddänisch), ergänzt durch Zuzug aus anderen EU-Ländern, Deutschland und Drittländern (zum Beispiel Polen, Syrien, Ukraine in den letzten Jahrzehnten), die jedoch keine traditionelle Volksgruppe darstellen.
Die deutsche Volksgruppe (deutsche Nordschleswiger) ist die zentrale Minderheit: Sie umfasst in ganz Nordschleswig etwa 15.000 bis 20.000 Menschen (6 bis 9 % der regionalen Bevölkerung), organisiert im Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) mit ruind 3.500 bis 4.500 Mitgliedern. Auf Als und in Sønderborg ist ihr Anteil etwas geringer als in den südlicheren Teilen (zum Beispliel Tønder oder Aabenraa), aber spürbar: In der Kommune Sønderborg liegt er bei etwa 6 % oder etwas darunter, mit Schwerpunkten in der Stadt Sønderborg und umliegenden Dörfern. Viele gehören zur etablierten, seit Generationen ansässigen Bevölkerung, die nach 1920 die dänische Staatsbürgerschaft behielt, aber die deutsche Identität pflegt. Es gibt einen aktiven Ortsverein Sonderburg des BDN, der kulturelle, soziale und bildungspolitische Arbeit leistet.
Die Minderheit genießt durch die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 und dänisches Recht umfassenden Schutz: Eigene deutschsprachige Kindergärten, Schulen (zum Beispliel Duborg-Skolen in Sønderborg mit deutschem Zweig), Büchereien, Kirchen (deutsche Gemeinde), Vereine, Sport und Medien (Tageszeitung „Der Nordschleswiger“, Auflage rund 4.000). Das Deutsche Museum Nordschleswig in Sønderborg dokumentiert die Geschichte der Minderheit seit dem 19. Jahrhundert, inklusive der preußischen Zeit (1864 bis 1920), NS-Zeit (1933 bis 1945, als dunkles Kapitel mit starker NS-Durchdringung der Organisationen) und der Nachkriegsintegration. Heute betont die Minderheit „Zweiströmigkeit“ (dänisch-deutsche Identität), Regionalität (Schleswiger Bewusstsein) und europäische Werte statt Nationalismus – viele sehen sich als Brückenbauer in der Grenzregion.
Andere Gruppen spielen keine nennenswerte Rolle als traditionelle Volksgruppen: Es gibt keine friesische oder andere autochthone Minderheit auf Als. Neuere Zuwanderer aus Osteuropa oder dem Nahen Osten integrieren sich meist in die dänische Mehrheitsgesellschaft und bilden keine organisierte ethnische Struktur. Die dänische Mehrheit ist kulturell dominant, mit starkem Bewusstsein für die Grenzgeschichte (1864, 1920), das in Denkmälern, Museen und Feiern (zum Beispiel Genforeningen 100 im Jahr 2020) gepflegt wird.
Sprachen
Die dominierende und offizielle Sprache ist Standarddänisch (rigsdansk), das in Schule, Verwaltung, Medien, Kirche und offiziellen Kontexten verwendet wird. Es ist die Muttersprache der Mehrheit und wird von fast allen Bewohnern fließend gesprochen. Daneben ist der südjütische Dialekt (sønderjysk bzw. synnejysk) weit verbreitet und wird als Umgangssprache im Alltag, in Familien und unter Einheimischen gepflegt – besonders in ländlichen Gebieten und unter älteren Generationen. Auf Als selbst heißt die lokale Variante Alsisk (alsing), die als Untergruppe des sønderjysk gilt und historisch bis zu 62 feine lokale Varianten hatte, sodass man früher genau hören konnte, aus welchem Dorf oder welcher Ecke der Insel jemand kam. Alsisk zeichnet sich durch typische Merkmale aus: harte Aussprache (zum Beispiel ch-Laut statt g), Voranstellung des Artikels (wie in skandinavischen Sprachen üblich), nordische musikalische Akzente (besonders auf Als, Rømø und Sundeved), Einflüsse aus dem Altnordischen und deutschen Lehnwörtern. Beispiele sind „æ“ statt „jeg“ für „ich“, oder typische Ausdrücke wie „fikk“ (Tasche) oder „grander“ (klug). Viele Einwohner sind mindestens dreisprachig: alsisk/sønderjysk zu Hause oder mit Freunden, Standarddänisch in formellen Situationen und oft Englisch oder Deutsch durch Nähe zur Grenze und Tourismus.
Die deutsche Sprache spielt eine Rolle durch die deutsche Minderheit (deutsche Nordschleswiger), die etwa 6 % oder etwas weniger der Bevölkerung in der Sønderborg Kommune ausmacht. Für diese Gruppe ist Deutsch das Kultursprache und Identitätsmerkmal, obwohl viele zu Hause sønderjysk sprechen – die Minderheit ist also eine Bekenntnis-Minderheit, keine reine Sprachminderheit. Deutsch wird in eigenen Kindergärten, Schulen (zum Beispiel Duborg-Skolen in Sønderborg mit deutschem Zweig), Kirchen, Vereinen und Medien („Der Nordschleswiger“) gepflegt. Viele Minderheitsangehörige sind zweisprachig (Deutsch und Dänisch) oder dreisprachig (mit sønderjysk). Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 und neuere EU-Sprachrechte (zum Beispiel Vorschulunterricht auf Minderheitssprache seit jüngeren Jahren) sichern den Schutz und die Förderung. In Alltag und öffentlichem Leben ist Deutsch jedoch marginal – Schilder, Verwaltung und Medien sind rein dänisch.
Andere Sprachen sind marginal: Englisch ist weit verbreitet (viele sind fließend durch Schule, Arbeit bei Danfoss und Tourismus), und durch Zuzug gibt es kleinere Anteile von Polnisch, Ukrainisch, Arabisch oder anderen Migrationssprachen, die aber keine etablierte Volksgruppensprache darstellen. Historisch war die Sprachvielfalt größer (Plattdeutsch, Südjütisch als Alltagssprache), doch Nationalisierung, Grenzziehungen (1864, 1920) und Modernisierung haben zu einer Verarmung geführt – sønderjysk/alsisk ist heute das lebendigste regionale Element neben Standarddänisch.
Religion
Religiös ist die Insel von der Folkekirke (Evangelisch-Lutherische Volkskirche) geprägt, die die offizielle Staatskirche darstellt und in der Sønderborg Kommune (die Als fast vollständig umfasst) eine überdurchschnittlich hohe Mitgliederquote hat. Stand 2020 lag der Anteil der Mitglieder der Folkekirke in der Kommune bei etwa 79,9 %, deutlich über dem dänischen Landesdurchschnitt von 74,3 % – ein Wert, der sich in den 2020er Jahren nur langsam verringert hat, da Dänemark insgesamt eine der säkularsten Gesellschaften Europas ist. Viele Bewohner sind nominell Mitglieder (durch Taufe in der Kindheit), besuchen aber selten Gottesdienste; die Kirche dient vor allem als Rahmen für Hochzeiten, Taufen, Konfirmationen, Beerdigungen und Feiertage wie Weihnachten oder Ostern. Die praktische Religiosität ist niedrig: Weniger als ein Fünftel der Dänen bezeichnet sich als „sehr religiös“, und auf Als spiegelt sich das in einer ruhigen, traditionsbewussten, aber nicht dogmatischen Haltung wider.
Die Insel verfügt über zahlreiche historische Kirchen, die meist romanisch oder gotisch sind und seit der Christianisierung (um 1050 bis 1100) bestehen. Viele wurden im Mittelalter errichtet oder umgebaut, oft an Stellen früherer heidnischer Kultplätze. Zu den wichtigsten gehören die Sankt Nicolai Kirke in Købingsmark (Nordborg), die Augustenborg Slotskirke (Schlosskirche aus dem 17. Jahrhundert, barock), die Sønderborg Kirke in der Stadt (mit Ursprüngen im Mittelalter, mehrfach umgebaut), die Havnbjerg Kirke, Oksbøl Kirke, Svenstrup Kirke und die Als Kirke (Sankt Johannes Kirke) auf Kegnæs im Süden (um 1200, spätromanisch mit gotischen Ergänzungen). Diese Kirchen sind oft weiß getüncht, mit Fachwerk-Elementen, Freskenresten oder historischen Grabsteinen und dienen heute als kulturelle Wahrzeichen – viele sind für Besucher geöffnet und werden für Konzerte oder Führungen genutzt. Die Pfarreien (sogne) sind in Pastoraten organisiert, zum Beispiel Nordborg-Oksbøl oder Sønderborg, mit Pastoren, die oft mehrere Kirchen betreuen.
Neben der Folkekirke gibt es eine kleine deutsche evangelisch-lutherische Gemeinde als Teil der Nordschleswigschen Gemeinde (Nordschleswigsche Gemeinde), die zur deutschen Minderheit gehört. Diese Gemeinde nutzt deutschsprachige Gottesdienste in eigenen Räumen oder Kirchen (speziell in Sønderborg) und ist durch die Bonn-Kopenhagener Erklärungen geschützt. Sie ist klein (wenige hundert Mitglieder auf Als), aber vital und integriert in das Minderheitenleben mit eigener Seelsorge.
Andere Konfessionen sind nur marginal vorhanden. Es gibt eine kleine katholische Gemeinde in Sønderborg (mit der Katholischen Kirche Sankt Maria oder ähnlich, oft mit Bezug zum ehemaligen Kloster), die vor allem Zuzügler aus Polen, Kroatien oder anderen Ländern anspricht. Freikirchen (Baptisten, Pfingstler, Methodisten) oder andere protestantische Gruppen existieren in geringer Zahl, oft in Sønderborg. Muslimische, jüdische oder andere nicht-christliche Gemeinschaften sind auf Als praktisch nicht präsent – die Region ist eine der homogensten in Dänemark, mit sehr geringer Diversität jenseits der Folkekirke und der kleinen deutschen lutherischen Gruppe.
Siedlungen
Die Einwohnerzahlen der Ortschaften auf Als entwickelten sich wie folgt:
| Ortschaft | S 2006 | S 2011 | S 2016 | S 2021 | S 2025 |
| Asserballe | 320 | 321 | 285 | 284 | 252 |
| Augustenborg | 3.247 | 3.279 | 3.288 | 3.202 | 3.118 |
| Fynshav | 859 | 864 | 832 | 812 | 789 |
| Guderup | 2.501 | 2.600 | 2.548 | 2.394 | 2.392 |
| Holm | 427 | 423 | 396 | 371 | 380 |
| Høruphav | 2.503 | 2.640 | 2.611 | 2.641 | 2.758 |
| Hundslev | 335 | 415 | 387 | 393 | 371 |
| Kær | 334 | 327 | 303 | 296 | 317 |
| Kirke Hørup | 287 | 293 | 250 | 228 | 258 |
| Lysabild | 582 | 599 | 547 | 529 | 519 |
| Nordborg | 7.248 | 6.730 | 5.967 | 5.758 | 5.680 |
| Oksbøl | 460 | 460 | 408 | 398 | 364 |
| Skovby | 355 | 327 | 326 | 313 | 298 |
| Sønderborg | 27.391 | 27.237 | 27.595 | 27.702 | 28.333 |
| Stevning | 486 | 447 | 427 | 425 | 410 |
| Svenstrup | 769 | 722 | 693 | 615 | 605 |
| Tandslet | 658 | 663 | 633 | 620 | 607 |
Am Als Sund liegt Sønderborg (Sonderburg), mit 30.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel. Anfang des 12. Jahrhunderts entstand an der südlichen Einfahrt zum Sund eine Burg als Schutz gegen die Wenden, die Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem vierflügeligen Renaissanceschloss umgebaut wurde. Bekannt wurde das Schloss, weil König Christian II. hier gefangen war.
Rund 7 km nordöstlich von Sønderborg befindet sich der kleine Ort Augustenborg (Augustenburg) mit dem 1770 erbauten Rokokoschloss mit Stuckarbeiten des Italieners Michelangelo Taddei. Der Taufstein ist ein Geschenk des russischen Zaren Alexander I.
Das Städtchen Nordborg (Norburg) wird vom Schloss Nordborg dominiert und liegt bei einem Naturgebiet am Norburger See, einem Binnensee. Die ursprüngliche Burg wurde 1159 von Svend III. als Schutz gegen die von Rügen kommenden Wenden errichtet. Während der Schwedenkriege wurde die Burg zerstört und 1165 bis 1670 neu erbaut. In der Nähe von Norburg liegt die Lindewerft, die eine Rekonstruktion des Hjortspringboots zeigt. Das ursprüngliche Boot stammt aus dem Jahr -350 und wurde im Hjortspring Moor in der Nähe von Guderup gefunden. In Nordborg befindet sich auch der größte Industriebetrieb der Insel, die Firma Danfoss.
Verkehr
Die Insel ist durch die beiden Brücken Alssundbroen und Kong Christian den X's Bro mit dem dänischen Festland verbunden. Im Nordosten gibt es von Fynshav aus eine Fährverbindung zu der Insel Fyn (Fünen - Zweistunden Takt) und in Mommark eine nach Ærø. Bei Sønderborg gibt es einen kleinen nationalen Flughafen.
Straßenverkehr
Der Straßenverkehr ist gut ausgebaut, überschaubar, ruhig und stark von der Lage am Als Sund (Alssund) geprägt, der die Insel vom jütländischen Festland trennt. Die Verkehrsbelastung ist im Vergleich zu Großstädten oder Ferienhochburgen niedrig, mit Ausnahme von Pendlerverkehr nach Sønderborg, touristischen Spitzen im Sommer und saisonalen Fährverbindungen. Die Hauptverkehrsachse ist die dänische Primärrute 8 (Rute 8), die als Europastraße E45 geführt wird und die Insel mit dem Festland verbindet – sie trägt den Großteil des Durchgangs-, Pendler- und Güterverkehrs.
Die zentrale Verbindung ist die Alssundbroen (Alssund-Brücke), eine 662 Meter lange Balkenbrücke nördlich von Sønderborg, die 1981 eröffnet wurde. Sie ersetzte den früheren Fährverkehr über den Als Sund und entlastet seitdem die Innenstadt Sønderborgs massiv vom Durchgangsverkehr. Die Brücke hat zwei Fahrstreifen pro Richtung, ist mautfrei und führt den Verkehr hoch über dem Wasser (Durchfahrtshöhe zirka 33 Meter für Schiffe). Der durchschnittliche tägliche Verkehr (AADT) liegt bei etwa 29.000 bis 30.000 Fahrzeugen (Stand um 2020, mit leichten Schwankungen durch Pandemie und Tourismus), was für eine regionale Brücke moderat ist – Spitzenwerte im Sommer durch Urlauber, die nach Als oder weiter nach Fünen wollen. Südlich davon liegt die ältere Kong Christian Xs Bro (König-Christian-X.-Brücke), errichtet in den Jahren 1925 bis 1930, eine 331 Meter lange Bogenbrücke, die früher auch Schienen trug, heute aber nur noch für Straßenverkehr (einschließlich Rad- und Fußwege) genutzt wird und den südlichen Teil Sønderborgs mit dem Festland verbindet. Beide Brücken sind zentral für den gesamten Inselverkehr und werden von der Vejdirektoratet (Straßenbehörde) überwacht; Staus sind selten, außer bei Baustellen, Unfällen oder starkem Tourismusaufkommen.
Im Inneren der Insel ist das Straßennetz dicht und gut gepflegt: Primär- und Sekundärrouten (zum Beispiel Rute 8 quer durch die Insel nach Norden Richtung Fynshav, Rute 481/427 im Süden) verbinden Orte wie Nordborg, Augustenborg, Guderup, Høruphav und Kegnæs. Die Straßen sind meist zweispurig, asphaltiert, mit breiten Radwegen (oft getrennt) und guter Beschilderung – typisch dänisch mit Tempo 50/60/80 km/h innerorts/außerorts und 90 bis 100 km/h auf Hauptstrecken. Es gibt keine Autobahnen auf Als selbst, aber die E45 führt über die Brücken nahtlos weiter. Der Verkehr ist friedlich: Wenig Lkw-Verkehr (außer landwirtschaftlich oder touristisch), viele Fahrradfahrer (Als ist radfreundlich mit vielen Wegen, zum Beispiel im Naturpark Nordals), und Elektroautos nehmen zu durch die Nähe zu Deutschland und gute Ladeinfrastruktur in Sønderborg.
Neben den Brücken spielt die Fähre Fynshav–Bøjden eine große Rolle im überregionalen Verkehr: Die Autofähre (betrieben von Alslinjen) verkehrt mehrmals täglich (7 bis 8 Abfahrten pro Richtung) über den Lillebælt nach Fünen (Fahrtzeit 50 Minuten). Sie ist eine Alternative zur längeren Route über die Große-Belt-Brücke oder den Fehmarnbelt-Tunnel (der ab 2029/30 noch relevanter wird). Die Fähre entlastet die Straßen auf Als, besonders im Norden, und ist beliebt bei Urlaubern mit Wohnwagen oder Campern. Preise liegen bei zirka 130 bis 260 DKK für Auto + Fahrer, je nach Saison und Buchung.
Verkehrsregeln folgen dem dänischen Standard: Rechtsverkehr, Alkoholgrenze 0,5 Promille (streng kontrolliert), Anschnallpflicht, Handyverbot am Steuer, und hohe Bußgelder. Im Winter sind Straßen meist schneefrei (Salzung), aber Nebel an der Küste kann vorkommen. Unfälle sind gering, die Insel gilt als sicher – die niedrige Kriminalität erstreckt sich auch auf Verkehrsdelikte. Insgesamt ist der Straßenverkehr auf Als entspannt, landschaftlich reizvoll (viele Küstenstraßen mit Ausblick) und effizient organisiert, was die Insel für Autotouristen, Radfahrer und Pendler attraktiv macht, ohne die typischen Ballungsprobleme größerer Regionen.
Der lokale Busverekehr ist in das regionale Verkehrssystem Südjütlands eingebettet und wird überwiegend von Sydtrafik, der öffentlichen Verkehrsorganisation der Region Syddanmark, organisiert. Das Netz konzentriert sich auf Sønderborg als wichtigstes Verkehrs- und Umsteigezentrum der Insel. Von dort verkehren Buslinien in alle größeren Orte auf Als, darunter Nordborg, Augustenborg, Lysabild, Høruphav und Kegnæs. Die Busse verbinden Wohnorte mit Schulen, Einkaufszentren, Arbeitsplätzen und medizinischen Einrichtungen und übernehmen damit vor allem eine Grundversorgungsfunktion.
Die Taktfrequenz ist werktags in der Regel am dichtesten, insbesondere zu den Schul- und Berufsverkehrszeiten am Morgen und Nachmittag. Abends, an Wochenenden und in dünner besiedelten Gebieten ist das Angebot eingeschränkt, was typisch für ländlich geprägte Regionen ist. Dennoch bleibt die Insel durch regelmäßige Linien grundsätzlich erschlossen.
Eine wichtige Rolle spielt der Busverkehr auch für die Verbindung zwischen Insel und Festland. Über die Alssundbrücke fahren Linienbusse nach Sundeved und weiter ins südliche Jütland, sodass Als ohne Umstieg mit dem regionalen Verkehrsnetz verbunden ist. Ergänzend existieren in Randlagen Bedarfs- und Rufbusangebote, die flexibel eingesetzt werden und insbesondere für ältere Menschen oder wenig frequentierte Strecken wichtig sind.
Bahnverkehr
Von 1898 an existierte die meterspurige Kreisbahn auf Alsen, die 1933 teilweise auf Normalspur umgespurt und 1962 stillgelegt wurde. Die Kreisbahn auf Alsen (Amtsbanerne på Als, ABA) war ein Eigenbetrieb des ehemaligen Kreises Sonderburg in Nordschleswig. Dieser übertrug die Betriebsführung auf die Eisenbahnunternehmung Lenz & Co GmbH – Betriebsabteilung Altona. Das meterspurige Kleinbahnnetz auf der Insel Alsen umfasste ein Streckennetz von insgesamt mehr als 50 km Länge. Die Kilometrierung der einzelnen Strecken begann immer in Sonderborg und wurde dann auf den abzweigenden Strecken entsprechend weitergeführt.
- Sonderburg–Schauby (Sønderborg–Skovby): Die Strecke wurde am 6. Februar 1898 eröffnet, am 15. Juni 1933 teilweise auf 1435 mm umgespurt und am 27. Mai 1962 eingestellt.
- Klein Mummark–Mummark Fähre (Lille Mommark–Mommark Færge): Eröffnet 6. Februar 1898; 4,3 km
- Wollerup–Norburg (Vollerup–Nordborg): Eröffnet 1. Juli 1898; 26,4 km
- Hafenbahn Sonderburg: Sonderburg–Sonderburg Hafen 1,5 km – nur Güterverkehr
Die Hafenbahn war bis 1998 über die Kong Christian den X's Bro („König-Christian-X.-Brücke“) in Betrieb. Unter der Brücke befand sich eine Umsetzgrube, in der normalspurige Wagen auf schmalspurige Rollwagen gesetzt werden konnten. Diese Anlage wurde noch bis zur Einstellung der Gaswerk-Bahn benötigt. Ein Teil der Hafengleise war als Dreischienengleis ausgeführt.
Von Sønderborg Alssiden führte unter der Kong Christian den X's Bro am heutigen Stadthafen sowie hinter dem Schloss vorbei und entlang der Strandpromenade eine Anschlussbahn zum Gaswerk. Dieses meterspurige Gleis war von 1909 bis 1951 in Betrieb. Die Strecke wurde für Kohletransporte benutzt, der Verkehr von einer Werklokomotive besorgt.
Im Jahre 1914 fuhren laut Kursbuch (Strecke 102 S) von Sonderburg täglich sieben Zugpaare nach Schauby (Skovby) und sogar neun nach Norburg. Die Verbindung zur Fähre in Mommark wurde nur dienstags und sonntags je zweimal bedient. Der Fahrzeugpark umfasste damals 9 Dampfloks, 22 Personen- und 107 Güterwagen sowie 8 Post/Packwagen. Die Lok 42 ist im Greiffenberger Schmalspurbahnmuseum erhalten.
Nachdem Alsen 1920 dänisch wurde, übernahm am 29. März 1924 die Dänische Staatsbahn die Strecke Sønderborg–Mommark und spurte sie zum 15. Juni 1933 auf Regelspur um. Sie wurde am 27. Mai 1962 stillgelegt. Die übrigen Strecken waren bereits am 28. Februar 1933 stillgelegt worden.
Im Auslandskursbuch der DB Winter 1956 sind werktags 8 Zugpaare und sonn- und feiertags 7 Zugpaare zwischen Sønderborg H und Mommark Fg aufgeführt.
Schiffsverkehr
Die wichtigste maritime Verbindung ist die Autofähre Fynshav–Bøjden (betrieben von Alslinjen, Teil der Molslinjen-Gruppe), die vom nördlichen Ende der Insel (Fynshav) über den Lillebælt nach Bøjden auf Fünen führt. Die Überfahrt dauert etwa 45 bis 50 Minuten und dient als beliebte Alternative zur Große-Belt-Brücke oder zum künftigen Fehmarnbelt-Tunnel. Es gibt durchschnittlich 7 b is 8 Abfahrten pro Tag und Richtung (bis zu 50 wöchentlich in der Hochsaison), mit Fahrplänen, die sich saisonal anpassen – die Abfahrten erfolgen oft zu geraden Stunden von Fynshav und ungeraden von Bøjden. Die Fähren transportieren Autos, Lkw, Wohnmobile, Fahrräder und Fußgänger; Preise liegen je nach Fahrzeug und Saison bei 50 bis 180 Euro. Seit 2024/25 wird die Flotte teilweise auf elektrische Fähren (wie die Nerthus) umgestellt, was den Betrieb umweltfreundlicher und leiser macht. Diese Route entlastet die Straßen auf Als erheblich, besonders im Norden, und ist für Touristen und Pendler attraktiv.
Im Als Sund selbst ist der Schiffsverkehr durch die beiden Brücken stark eingeschränkt: Die Alssundbroen (nördliche Brücke, 1981) hat eine Durchfahrtshöhe von etwa 33 Metern für Schiffe, die Kong Christian Xs Bro (südliche, ältere Brücke) eine noch geringere. Dadurch passieren hier hauptsächlich kleinere Schiffe, Yachten, Sportboote, Fischerboote und gelegentlich Ausflugs- oder Dienstschiffe. Große Frachtschiffe oder Passagierfähren nutzen den Sund nicht; der Verkehr ist daher ruhig und hauptsächlich lokal. In Sønderborg selbst gibt es einen kleinen Hafen (Sønderborg Havn) direkt am Schloss und in der Innenstadt, der vor allem für Yachten, Segelboote und kleinere Motorboote dient – mit Liegeplätzen entlang der Kaianlagen, Blick auf das Schloss und die Brücke. Der Hafen hat begrenzte Frachtkapazitäten (rund 100.000 Tonnen General Cargo pro Jahr, hauptsächlich loser Stückgut oder lokale Lieferungen), aber keine großen Container- oder Bulk-Terminals. Es dominieren Freizeit- und Tourismusnutzung: Viele Yachten aus Deutschland (nahe Grenze) legen hier an, es gibt gute Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants in Laufnähe. Zusätzlich gibt es mehrere kleinere Yachthäfen und Anlegestellen rund um die Insel, zum Beispiel in Augustenborg, Høruphav, Dyvig oder am Naturpark Nordals, die beliebt für Segeltörns in der dänischen Südsee sind.
Flugverkehr
Bei Sønderborg befindet sich ein kleiner Flughafen. Sein Einzugsfeld umfasst hauptsächlich Süddänemark sowie den Norden Schleswig-Holsteins. Der Flughafen geht auf das Jahr 1950 zurück, als Ingolf Nielsen die Fläche des heutigen Flughafens als kleinen Landeplatz für Fotoflüge, die er mit der Fluggesellschaft Sønderjyllands Flyveselskab durchführte, eröffnete. Dieses Datum wird oftmals als Eröffnungsdatum des Flughafens definiert. Ingolf Nielsen nahm 1957 die Flugstrecke Sønderborg - Kopenhagen ins Programm auf, welche mit sehr kleinen Flugzeugen geflogen wurde.
In den 1960er Jahren wurde der Landeplatz zu einem Flughafen ausgebaut. So wurden 1960 Hangars gebaut und das Vorfeld asphaltiert. 1961 wurden Bauarbeiten für ein neue Start- und Landebahn aufgenommen, die 1964 mit einer Gesamtlänge von 900 m, davon auf 450 m in der Mitte asfaltiert, dem Betrieb übergeben wurde. 1965 wurde die asphaltierte Länge auf 800 m verlängert; 100 m blieben auf die beiden Start- und Landebahnenden verteilt unasphaltiert. Ab 1966 wurde der Flughafen mit regionalpolitischer Unterstützung zum Flughafen der Stadt Sønderborg ausgebaut. 1969 wurde der Flughafen nach diversen Ausbaumaßnahmen, darunter der Neubau vieler Flughafengebäude, offiziell als der Flughafen von Sønderborg mit einer Start- und Landebahnlänge von 1200 m eröffnet.
In den folgenden Jahrzehnten wurde der Flughafen vom zivilen Luftverkehr genutzt. Analog wurden immer wieder Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen unternommen. So wurde 1975 die Rollbahn um weitere 300 auf 1500 m erweitert und in den 1990er Jahren weitere Hangars und eine neue Feuerwache gebaut. Im Jahr 2000 wurde die Start- und Landebahn auf die heutigen 1797 Meter verlängert. In den Folgejahren wurde ebenfalls der Wartungsbereich durch weitere Hangars erweitert, die Vorfelder erweitert und neue Passagiereinrichtungen errichtet. Heute wird der Flughafen zum Teil kommunal gehalten. Die Wartungszentren am Flughafen befinden sich in der Hand diverser privaten Unternehmen.
Derzeit besteht ab dem Flughafen nur eine regelmäßige Linienflugverbindung, die von Sønderborg in die dänische Hauptstadt Kopenhagen führt. Die Strecke wird mehrmals täglich von Cimber Sterling geflogen, zumeist mit Flugzeugen des Typs ATR 72. Des Weiteren unterhält die Bedarfsfluggesellschaft Air Alsie hier ein Wartungszentrum. Freizeitlich wird der Flughafen zudem durch den Luftsportverein Alssund Flyveklub und dem Fallschirmspringerklub Faldskærmsklubben Sønderborg genutzt.
| Airline | Ziele |
| Alsie Express | Kopenhagen, saisonal: Bornholm, Charter: Alghero, Naples, Pisa |
Sønderborg Lufthavn
- dänischer Name: Sonderborg Airport
- Code: SGD / EKSB
- Lage: 54°57‘52“ N, 9°47‘30“ O
- Seehöhe: 7 m (24 ft)
- Inbetriebnahme: 1950/57
- Betreiber: Sønderborg Kommune
- Terminal: 1
- Rollbahn: 1
- Länge der Rollbahn: 1797 m (Asfaltbeton)
- Fluggesellschaft: 1
- Flugzeug-Standplätze: 2
- jährliche Passagierkapazität:
- jährliche Frachtkapazität:
- Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere
2016 56 106
2018 11 746 72 000
2024 4 648 58 142
Wirtschaft
Die Inselbevölkerung lebt meist von Landwirtschaft (Weizen, Obst- und Gemüseanbau) und Fischerei. Der wichtigste Industriebetrieb ist die Firma Danfoss in Nordborg. Als verfügt über gute Badestrände und liegt im beliebten Segelrevier der dänischen Südsee.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft spielt trotz der starken Industrialisierung (vor allem durch Danfoss in Nordborg) und des Tourismus eine wichtige Rolle. Die Insel gehört zur Sønderborg Kommune und profitiert von fruchtbaren glazialen Böden (lehmig-sandige Lößböden und Tonböden), mildem maritimem Klima und der Insellage, die eine gute Wasserversorgung und Schutz vor extremen Witterungen bietet. Etwa 60 bis 70 % der Fläche der Kommune (inklusive Als) werden landwirtschaftlich genutzt, wobei Als selbst den Großteil der Ackerflächen ausmacht – typisch für eine dänische Ostseeinsel mit intensiver, aber nachhaltiger Bewirtschaftung.
Die Landwirtschaft ist gemischt (mixed farming): Ackerbau dominiert, ergänzt durch Viehhaltung und spezialisierte Kulturen. Wichtige Pflanzenkulturen sind Getreide (vor allem Weizen, Gerste, Roggen und Hafer), Raps (als Winterraps weit verbreitet), Zuckerrüben und Kartoffeln. Obst- und Gemüseanbau spielen eine Rolle, besonders Äpfel, Beeren (speziell Himbeeren und Johannisbeeren) und teilweise Erdbeeren – früher war Als für ausgedehnte Obstplantagen bekannt, von denen einige noch existieren, oft als kleinere Familienbetriebe oder Direktvermarkter. Grünland und Futterpflanzen (Mais, Kleegras) dienen der Viehfütterung. Die Böden sind fruchtbar, aber durch intensive Nutzung und EU-Umweltauflagen (Nitratrichtlinie, Gewässerschutz) unter Druck – viele Betriebe setzen auf Precision Farming, reduzierte Düngung und Fruchtfolgen mit Leguminosen.
Viehhaltung konzentriert sich auf Schweine (Schweinehaltung ist in Dänemark und auf Als stark, oft als Mastbetriebe mit Getreidefutter aus eigener Produktion) und Rinder (Milch- und Fleischvieh, mit Fokus auf Milchproduktion in kleineren Herden). Schafe und Geflügel sind marginaler. Die Zahl der Betriebe ist rückläufig (Strukturwandel zu größeren, effizienteren Höfen), wie landesweit in Dänemark: Viele Vollerwerbsbetriebe haben sich spezialisiert, während Nebenerwerbslandwirte (oft mit Tourismus oder anderen Jobs kombiniert) erhalten bleiben. Die Kommune beaufsichtigt Umweltauflagen streng (Güllelagerung, Feldmiststapel, Gewässerschutz), und es gibt Vorschriften gegen offene Verbrennung von Stroh oder Resten.
Ökologischer Landbau gewinnt an Bedeutung, aber bleibt Nische – einige Höfe produzieren bio-Getreide, Gemüse oder Fleisch und vermarkten direkt (Hofladen, Märkte in Sønderborg). Die Nähe zur Grenze fördert Export (zum Beispliel nach Deutschland), und EU-Subventionen (Gemeinsame Agrarpolitik) unterstützen Umweltschutzmaßnahmen wie Heckenanpflanzung, Blühstreifen oder Renaturierung (unter anderem im Naturpark Nordals, wo Feuchtgebiete und Wiesen revitalisiert wurden). Traditionell prägen lebende Hecken (levende hegn), Buchenwälder und Wallhecken das Landschaftsbild – ein Erbe der bäuerlichen Kultur seit dem 18./19. Jahrhundert.
Weinbau
Als liegt in der Region Süddänemark (Syddanmark), einem der vier anerkannten dänischen Weinanbaugebiete (neben Jütland, Fünen und Seeland/Bornholm), und profitiert von dem milden maritimen Klima der Ostsee mit langen Sommertagen, kühlen Nächten und relativ geschützten Lagen. Die Böden sind meist lehmig-sandig und glazial geformt, was für kühle, aromatische Weine geeignet ist, aber der Weinbau bleibt aufgrund der nördlichen Breite (ca. 55° N) und des wechselhaften Wetters herausfordernd und kleinräumig.
Der kommerzielle Weinbau auf Als begann erst in den 2000er Jahren, als Pioniere wie Jan Lorenzen und Jørn Rørholm 2007 der Fjelby Vingård auf Sydals (Süd-Als, Fjelby 14, 6470 Sydals) anlegten. Dieser Hobby- und Kleinbetrieb mit etwa 200 Rebstöcken (hauptsächlich blaue Sorten für Rotwein) ist typisch für den frühen dänischen Weinbau: klein, experimentell und oft nebenberuflich betrieben. Ähnlich arbeitet OddeKystVineri (Petersborgvej 15, bei Als Odde/Mariager Fjord-Region, aber mit Bezug zu Als) mit Rot-, Weiß-, Rosé- und Schaumweinen sowie Likören und Traubenbränden aus Trester. Es gibt weitere kleine Anlagen oder Hobbyvingårde auf Als, die sich auf kühle, fruchtige Weine (oft aus Hybridsorten wie Rondo, Regent, Solaris, Johanniter oder Phoenix) spezialisieren – Sorten, die frostresistent und früh reif sind.
Die Produktion ist sehr gering (meist einige hundert bis wenige tausend Flaschen pro Jahr und Betrieb) und dient vor allem der Direktvermarktung, Hofläden, lokalen Märkten und Weintourismus. Viele Winzer laden zu vinsmagninger (Weinproben), Rundvisninger (Führungen) und Events ein, besonders im Sommer (Juli bis August). Die Weine sind frisch, säurebetont und oft mit Noten von grünen Äpfeln, Beeren, Zitrus und leichter Mineralik – typisch für nördliche Weinregionen. Rotweine sind eher leicht und beerig, Weißweine knackig-fruchtig, Schaumweine (oft prickelnde Fruchtweine oder Sekt-ähnlich) gewinnen an Beliebtheit.
Forstwirtschaft
Die Forstwirtschaft ist auf Als ein kleiner, aber wichtiger und zunehmend naturschutzorientierter Wirtschaftszweig, der die hügelige, eiszeitlich geformte Landschaft prägt und mit der Landwirtschaft, dem Tourismus sowie dem Grundwasserschutz verknüpft ist. Die bewaldete Fläche der Insel beträgt etwa 10 bis 15 % der Gesamtfläche (32 bis 48 km² bei 321 km² Inselgebiet), was über dem dänischen Durchschnitt liegt – Dänemark insgesamt ist nur zu zirka 15 % bewaldet, und Als gehört zu den waldreicheren Regionen Südjütlands durch seine glazialen Böden und die historische Waldnutzung.
Die größten und bekanntesten Waldgebiete sind:
- Nørreskoven Als (Nørreskov) an der Ostküste: Ein zirka 9 km langer Küstenwald mit hohen, alten Buchen, Eichen und Laubmischwald, der zu den längsten zusammenhängenden Küstenwäldern Dänemarks zählt. Er erstreckt sich über mehrere hundert Hektar, enthält Dolmen und Grabhügel aus der Bronzezeit und ist seit Jahren als Naturwald (natur skov) deklariert – das bedeutet minimale forstwirtschaftliche Eingriffe, natürliche Verjüngung, Totholzbelassung und Fokus auf Biodiversität (Insekten, Vögel, Pilze). Dennoch wird selektiv Holz geerntet (zum Beispiel für Sägewerke), um die Artenvielfalt zu fördern und Überalterung zu vermeiden.
- Sønderskoven Als (Sønderskov) am Rand von Sønderborg: Eine stadtnahe Buchenwaldfläche mit steilen Hängen zur Sønderborg Bugt, alten Bäumen und hoher Erholungsfunktion (Wanderwege, Aussichtspunkte).
- Augustenborg Skov mit historischen Lindenalleen und alten Eichen, oft als Schlosspark genutzt.
- Oksbøl Skov im Norden (Nordals): Ein neueres Projekt (seit 2016), zirka 187 ha Naturareal, davon 120 ha neu aufgeforstet – entstanden aus einem Grundwasserschutzabkommen zwischen Sønderborg Kommune, Vandsamarbejdet und Naturstyrelsen. Hier wird ökologisch bewirtschaftet, mit Fokus auf Trinkwasserschutz, Biodiversität und offene Flächen (Gräser, Weiden).
- Kleinere Wälder wie Blomeskobbel (mit Megalithgräbern) oder neue Aufforstungen (zum Beispiel Trympellyng Klimaskov oder Bokmose Nyskov seit 2020er Jahren, finanziert durch Klimaskovfonden).
Die Forstwirtschaft wird größtenteils von der Naturstyrelsen (Staatsforstbehörde) und privaten Eigentümern betrieben: Staatliche Wälder (wie Nørreskov, Oksbøl) folgen strengen Nachhaltigkeitskriterien – naturnahe Bewirtschaftung, FSC-ähnliche Standards, Übergang zu artenreichen Mischwäldern (LIFE Open Woods-Projekte). Private Wälder (oft Familienbesitz) produzieren Qualitätsholz (Buche, Eiche für Möbel, Bauholz), aber der Holzertrag ist gering im Vergleich zu Plantagen in Mitteljütland. Der Fokus liegt auf Multifunktionalität: Holzproduktion, CO₂-Speicherung (Klimaziele der Kommune: mehr Wald für Klimaneutralität bis 2029), Grundwasserschutz (viele Wälder über sensiblen Aquifern), Erholung (Wanderwege, Radtouren) und Biodiversität (Totholz, Sträucher, Lichtungen).
Die Kommune Sønderborg ist mit ihren Klimazielen hinterher – es wurden in den 2020er Jahren neue Wälder gepflanzt (zultezt 2024 Trympellyng Klimaskov), um die Waldfläche zu erhöhen, aber der Strukturwandel (weniger intensive Nutzung, mehr Schutz) ist spürbar. Wirtschaftlich ist die Forstwirtschaft marginal (wenige Vollzeitjobs, Holzverkauf an regionale Sägewerke), aber sie sichert Landschaftsbild, Tourismus (Naturpark Nordals mit Wäldern, Seen und Küsten) und Ökosystemleistungen. Herausforderungen sind Klimawandel (Trockenstress für Buchen, Sturmrisiken), Wildverbiss und der Konflikt zwischen Nutzung und Schutz – viele Wälder werden bewusst „naturnah“ geführt, was die Erträge senkt, aber Artenvielfalt steigert.
Fischerei
Die Fischerei ist vor allem eine Freizeit- und Sportfischerei (lystfiskeri), die durch die günstige Lage an Ostsee, Kleinem Belt, Als Sund und Fjorden zu einem der attraktivsten Angelreviere in Südjütland zählt. Die kommerzielle Fischerei (erhvervsfiskeri) spielt nur eine marginale Rolle – es gibt keinen großen Hafen mit Trawlern oder Industriefischerei wie in Esbjerg oder Thyborøn; stattdessen dominieren kleine Boote, lokale Fischer und Freizeitnutzer. Die 258 km lange Küstenlinie (inklusive Fjorde und Sund) bietet abwechslungsreiche Bedingungen: tiefe Strömungen im Kleinen Belt, flache Buchten, Brackwasserzonen und steile Küstenabschnitte.
Die Sport- und Küstenfischerei ist das Herzstück: Als gilt als eine der besten Inseln Dänemarks für Meerforelle (havørred), besonders im Frühjahr (März–Mai) und Herbst (September–November), wenn die Fische in die flachen Küstengewässer ziehen. Typische Methoden sind Spinnfischen, Fliegenfischen oder Wobbler vom Ufer aus – bekannte Spots sind Kegnæs (Süden, mit Drejet und Fyr), Als Odde, Dyvig, Hørup Hav, Kær Vig, Augustenborg Fjord und die Ostküste (zum Beispiel Nørreskoven-Bereich). Im Sommer dominieren Plattfische (fladfisk wie Scholle, Flunder), Dorsch (torsk), Hering und gelegentlich Makrele oder Hornhecht. Brandungsangeln vom Strand oder Pier, Kleinbootangeln und das Angeln unter der Alssundbroen (starke Strömungen, tiefe Stellen) sind beliebt. Viele Plätze sind leicht zugänglich per Auto oder Rad, mit Parkplätzen direkt am Wasser.
Regeln sind streng geregelt: Für Rutenangeln (Sportfiskeri) braucht man den nationalen Fisketegn (Angelschein, online über fisketegn.dk, günstig für Touristen), außer für Kinder unter 18 und Rentner über 65/67. Für Netze, Reusen oder passive Geräte gilt der Freizeitangelschein. Es gibt Mindestmaße, Schonzeiten (zum Beispiel weibliche Flunder 1. Januar bis 15. Mai) und Schutzzonen um Flussmündungen oder Natura-2000-Gebiete. Fanglimits sind moderat (zum Beispiel 3 Meerforellen pro Tag in manchen Zonen), und der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit. Der lokale Verein Sportsfiskerforeningen ALS (und Syddanske Lystfiskere) ist sehr aktiv: Sie organisieren Wettbewerbe, Putzaktionen, Jugendförderung und teilen Tipps zu Plätzen – Als wird als „eine große Havørred-Ø“ beschrieben, mit über 40 bekannten Spots.
Kommerzielle Fischerei ist gering: Es gibt einen kleinen Fischereihafen in Sønderborg (Sønderborg Havn), der hauptsächlich Freizeitboote und wenige lokale Fischer bedient – keine große Flotte. Einige kleine Boote fischen auf Dorsch, Hering oder Plattfisch für den lokalen Markt oder Direktverkauf (zum Beispiel Räucherfischstände). Die Ostsee- und Belt-Gewässer unterliegen EU-Quoten und nationalen Regulierungen, die die kommerzielle Nutzung stark einschränken – der Fokus liegt auf Erhaltung der Bestände.
Bergbau
Die geologische Struktur der Insel (glaziale Ablagerungen, Kreide- und Tertiärschichten in größerer Tiefe) bietet keine abbauwürdigen Erzlagerstätten, Kohle oder andere Bodenschätze. Historisch wurde in einigen Mooren (zum Beispiel Hjortspring Mose) Torf abgebaut, vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert für Heizmaterial und als Streu in der Landwirtschaft. Dieser Abbau endete jedoch weitgehend nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute gibt es nur noch wenige kleine Sand- und Kiesgruben, die Baustoffe für die lokale Bauwirtschaft liefern. Größere Abbauvorhaben sind nicht bekannt und würden aufgrund strenger Naturschutz- und Grundwasserschutzvorschriften kaum genehmigt werden.
Handwerk
Das Handwerk auf Als ist traditionell stark und unterstützt sowohl die Industrie als auch den Tourismus und die Landwirtschaft. Wichtige traditionelle Handwerksberufe sind Metallbau, Schlosser, Schmiede, Tischler, Bootsbauer, Elektriker, Sanitär- und Heizungsbauer sowie Maler und Lackierer. Viele Betriebe arbeiten als Zulieferer für Danfoss oder führen Reparaturen und Modernisierungen in der Industrie aus. Im maritimen Bereich gibt es noch kleine Bootsbau- und Reparaturwerkstätten, vor allem für Freizeit- und Sportboote.
Das Kunsthandwerk ist gut vertreten: Glasbläserei (Dansk Glaskunst), Töpfereien, Schmuckherstellung und Möbeltischlereien produzieren hochwertige Einzelstücke, die oft in Galerien und Hofläden verkauft werden. Die Ausbildung erfolgt überwiegend über das EUC Syd in Sønderborg, das eine breite Palette an Handwerkslehren (EUD) anbietet. Viele Handwerksbetriebe sind Familienunternehmen mit langer Tradition und profitieren von der hohen Qualitätsanforderung der Industrie und der wachsenden Nachfrage durch Tourismus und Renovierungsarbeiten an historischen Gebäuden.
Industrie
Die Industrie auf der Insel Als wird vollständig von einem einzigen großen Unternehmen dominiert: Danfoss in Nordborg. Das 1943 von Mads Clausen gegründete Unternehmen hat sich vom kleinen Hersteller von Thermostaten zu einem globalen Technologiekonzern mit rund 40.000 Mitarbeitern weltweit entwickelt. Auf Als selbst arbeiten heute etwa 3.500 bis 4.000 Menschen direkt bei Danfoss oder in unmittelbar verbundenen Bereichen. Die Hauptprodukte sind Kälte- und Klimatechnik, Hydrauliksysteme, elektrische Antriebe, Ventile, Frequenzumrichter und digitale Lösungen für Industrie 4.0. Der Konzern unterhält in Nordborg mehrere große Werke, ein großes Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie den Danfoss Universe Campus, der auch als Erlebnispark und Ausbildungszentrum dient. Danfoss ist der mit Abstand größte private Arbeitgeber der Region und prägt die gesamte Wirtschaftsstruktur – viele kleinere Zulieferfirmen und Dienstleister sind direkt von ihm abhängig.
Neben Danfoss existieren vor allem kleinere und mittlere Industriebetriebe. Dazu gehören Zulieferer für die Kältetechnik und Hydraulik, Metallverarbeitungsbetriebe, Kunststoffverarbeiter und Elektrotechnikfirmen. In Sønderborg und Umgebung gibt es Lebensmittelindustrie (Fleischverarbeitung, Molkereiprodukte und Backwaren), Verpackungsindustrie und kleinere Produktionsstätten für Möbel und Einrichtungsgegenstände. Die Kommune verfolgt seit Jahren die ProjectZero-Strategie mit dem Ziel, Sønderborg bis 2029 CO₂-neutral zu machen. Dies hat zur Ansiedlung von Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien, Wasserstofftechnologie, Wärmepumpen und Energieeffizienz geführt. Die Nähe zur deutschen Grenze und der gute Fähranschluss nach Fünen begünstigen Export und Logistik.
Wasserwirtschaft
Die Wasserwirtschaft auf Als ist - über die Sønderborg Kommune organisiert - modern und stark auf Trinkwasserschutz, Abwasserreinigung und Gewässerökologie ausgerichtet. Die Versorgung mit Trinkwasser erfolgt fast ausschließlich über kommunale Wasserwerke (Sønderborg Forsyning), die Grundwasser aus geschützten Bohrungen fördern – vor allem aus tieferen Aquifern in Mooren und Wäldern wie Oksbøl Skov oder Mjang Dam. Seit 2022 gibt es langfristige Abkommen mit Landwirten (zum Beispiel bei Mjang Dam), die Landnutzung einschränken, um Nitrat- und Pestizideinträge zu minimieren – ein Modellprojekt für Grundwasserschutz in landwirtschaftlich intensiven Gebieten. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet und entspricht EU-Standards; gelegentliche Spuren von Pestiziden (wie in ganz Dänemark) werden streng überwacht und behandelt (Aktivkohlefilter, UV-Desinfektion). Die Kommune investiert in neue Bohrungen und Schutzzonen, um die Versorgung für die wachsende Bevölkerung und Industrie (Danfoss) langfristig zu sichern.
Abwasserwirtschaft ist ebenfalls zentralisiert: Das gesamte Abwasser (Haushalte, Industrie, Landwirtschaft) wird über ein weit verzweigtes Kanalnetz zu Kläranlagen geleitet, hauptsächlich zur Sønderborg Centralrenseanlæg (Zentralkläranlage) und kleineren Anlagen. Die Reinigung erfolgt biologisch-mechanisch mit Stickstoff- und Phosphorentfernung, bevor das gereinigte Wasser in den Als Sund oder Fjorde eingeleitet wird – strenge Auflagen schützen die Ostsee vor Eutrophierung. Regenwasser wird zunehmend getrennt (Trennsysteme in Neubaugebieten), um Überlastungen zu vermeiden; in ländlichen Bereichen gibt es dezentrale Lösungen wie Versickerung oder kleine Teiche. Die Kommune fördert Regenwassernutzung (unter anderem für Toilettenspülung) und begrünte Dächer zur Reduktion von Starkregenabfluss. Gewässerläufe (kleine Bäche, Gräben) sind anfällig für Verschmutzung und Trockenheit, daher gibt es Renaturierungsprojekte im Naturpark Nordals (Wiedervernässung von Mooren, Feuchtgebieten und Seen wie Mjels Sø und Bundsø), die Biodiversität und Wasserhaushalt verbessern. Die Wasserwirtschaft ist eng mit dem Grundwasserschutz verknüpft – Wälder und Aufforstungen (zum Beispiel Oksbøl Skov) dienen als natürliche Filter.
Energiewirtschaft
Die Energiewirtschaft auf Als ist ein internationales Vorbild durch die ProjectZero-Initiative der Sønderborg Kommune, die seit 2007 das Ziel verfolgt, die gesamte Region bis 2029 „CO₂-neutral“ zu machen (sprich fossile Brennstoffe gänzlich einzustellen und nur noch erneuerbare Energie einzusetzen, ohne Rücksicht auf dadurch verursachte Umweltschäden). ProjectZero ist eine öffentlich-private Partnerschaft (Kommune, Unternehmen wie Danfoss, Bürger, Versorger), die den „Masterplan 2029“ umsetzt: Reduktion der Emissionen um 50 % bis 2020 (erreicht), 70 bis 80 % bis 2025 und vollständige Neutralität bis 2029 durch Kompensation (Biogas-Überschuss, CO₂-Abscheidung). Der Fokus liegt auf vier Sektoren: Gebäude, Verkehr, Industrie und Energie.
Im Energiesektor dominiert der Ausbau erneuerbarer Quellen. Windkraft (Onshore-Windparks in der Kommune und Offshore im Kleinen Belt), Solarenergie (viele Dächer und Freiflächenanlagen, Danfoss produziert Wechselrichter), Biogas (aus Gülle und Abfall landwirtschaftlicher Betriebe, große Anlagen in der Region) und Fernwärme (district heating). Die Fernwärmeversorgung (Sønderborg Forsyning) wird schrittweise dekarbonisiert – Umstellung von Gas/Kohle auf Großwärmepumpen, Biomasse, Abwärme von Industrie (Danfoss) und Solarthermie. Elektromobilität und Power-to-X (Wasserstoff, E-Fuels) werden vorangetrieben, mit Pilotprojekten in der Industrie (ZERO Industry: Dekarbonisierung energieintensiver Prozesse durch Elektrifizierung und Fernwärme). Danfoss als globaler Player in Energieeffizienz (Thermostate, Wärmepumpen, Frequenzumrichter) treibt Innovationen voran und spart selbst massiv Energie.
Die Kommune hat eigene Energiepläne (Heat Plan, Energy Plan), investiert in Speicher, Smart Grids und Bürgerbeteiligung (zum Beispiel Genossenschaften für Solar/Wind). Herausforderungen sind Netzausbau, Kosten für Industrieumstellung und Abhängigkeit von Importstrom in Übergangsphasen, aber Sønderborg gilt als „Global Capital of Energy Efficiency“ und teilt Rezepte international (zum Beispiel über IEA, EU-Projekte). Auf Als selbst ist die Energiewirtschaft unsichtbar integriert: Keine großen Kraftwerke, aber viele kleine Anlagen, smarte Gebäude und eine grüne Industrie – ein Modell für nachhaltige, wachsende Regionen.
Abfallwirtschaft
Die Abfallwirtschaft wird über die Kommune Sønderborg sowie regionale Entsorgungsstrukturen organisiert. Dabei folgt die Insel dem typischen dänischen Modell: die Abfallentsorgung ist hochmodular, getrennt nach Wertstoffen, und stark auf Recycling und umweltgerechte Verwertung ausgerichtet. In der Praxis bedeutet das, dass Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ihren Müll nicht einfach in eine Restmülltonne werfen, sondern ihn systematisch trennen.
Für private Haushalte ist die Abholung von Restmüll, Papier, Verpackungen und Bioabfall in der Regel regelmäßig organisiert. Viele Haushalte nutzen zudem separate Behälter oder Sammelsysteme für Glas, Metall, Kunststoff und andere Wertstoffe. In den Orten gibt es oft Sammelstellen (Genbrugsstationer), an denen größere Gegenstände, Elektroschrott, Sperrmüll oder problematische Abfälle wie Farben und Batterien abgegeben werden können. Diese Sammelstellen sind zentral für eine Inselregion, weil sie die Möglichkeit bieten, auch sperrige oder gefährliche Abfälle korrekt zu entsorgen.
Wichtig ist auf Als auch die Bedeutung von saisonalen Abfällen, etwa aus dem Tourismus. In den Sommermonaten steigt die Müllmenge durch Ferienhausnutzung, Campingplätze und Besucherströme. Deshalb sind viele Sammelstellen und Entsorgungsdienste so ausgelegt, dass sie auch saisonale Spitzen abdecken können. Gleichzeitig gibt es auf der Insel in Küsten- und Naturgebieten ein Bewusstsein für Sauberkeit und Umweltschutz, sodass etwa Strandsäuberungen und Initiativen zur Müllvermeidung eine Rolle spielen.
Die Abfallwirtschaft auf Als ist zudem eng mit regionalen Entsorgungs- und Verwertungsanlagen verbunden. Viele der getrennten Wertstoffe werden nicht vor Ort verarbeitet, sondern in regionalen oder nationalen Anlagen sortiert, recycelt oder energetisch verwertet. Das dänische System setzt dabei auf hohe Recyclingquoten und auf die Reduktion von Deponien, weshalb Abfalltrennung und ordnungsgemäße Abgabe für die Bewohner eine Selbstverständlichkeit sind.
Handel
In Sønderborg konzentrieren sich die wichtigsten Einkaufsstraßen, Supermärkte, Fachgeschäfte, Apotheken und Dienstleister. Hier finden sich sowohl dänische Filialketten als auch lokale Läden, die den Alltag der Bewohner abdecken. Die Innenstadt ist zugleich der wichtigste Anlaufpunkt für Gastronomie, Mode, Elektronik, Bücher und Haushaltswaren. In den Nebenorten wie Nordborg, Augustenborg, Høruphav oder Kegnæs gibt es kleinere Ortskerne mit Bäckereien, Lebensmittelläden, kleinen Boutiquen, Handwerksbetrieben und lokalen Dienstleistern, die die tägliche Grundversorgung sicherstellen.
Der Handel auf Als ist stark regional verankert. Viele Geschäfte setzen auf persönliche Beratung und ein vertrautes Miteinander, was besonders in ländlichen Regionen wichtig ist. Gleichzeitig haben sich auch auf der Insel moderne Konzepte wie Online-Bestellungen mit Abholung, Lieferservices und lokale Kooperationen zwischen Einzelhandel und Gastronomie etabliert. Besonders in touristischen Bereichen spielt der Handel eine Rolle, indem er regionale Produkte, Souvenirs, Kunsthandwerk und Lebensmittel aus der Region anbietet.
Ein bedeutender Wirtschaftszweig ist auch der Handel rund um den Tourismus. In Küstenorten und in der Nähe von Stränden gibt es saisonal geöffnete Läden, die Strandbedarf, Outdoor-Ausrüstung oder lokale Spezialitäten verkaufen. In vielen Orten sind außerdem Marinas, Angelgeschäfte und Fahrradverleihe zu finden, die den Freizeit- und Aktivurlaub unterstützen.
Finanzwesen
In den größeren Orten wie Sønderborg, Nordborg und Augustenborg befinden sich die wichtigsten Bankfilialen und Finanzdienstleister. Dort sind klassische Bankdienstleistungen wie Kontoführung, Kreditvergabe, Beratung, Zahlungsverkehr und Geldwechsel verfügbar. Für viele Menschen auf Als ist die lokale Filiale auch ein wichtiger Anlaufpunkt für persönliche Beratung, besonders bei größeren Finanzentscheidungen wie Immobilienkauf, Unternehmensgründung oder Investitionen. Gleichzeitig hat die Nutzung digitaler Bankangebote stark zugenommen, sodass viele alltägliche Transaktionen mittlerweile über Online-Banking oder mobile Apps abgewickelt werden.
Neben den großen, landesweit tätigen Banken gibt es auf Als auch genossenschaftlich organisierte oder lokal verankerte Kreditinstitute, die häufig eine starke Verbindung zur Region und zur Landwirtschaft haben. Diese Institute unterstützen insbesondere den ländlichen Raum, indem sie auf die speziellen Bedürfnisse von Landwirten, kleinen Unternehmen und Familienbetrieben eingehen. Auch wenn die Anzahl dieser Häuser begrenzt ist, tragen sie zur wirtschaftlichen Stabilität der Insel bei und stärken die lokale Gemeinschaft.
Für den Zahlungsverkehr spielt die hohe Verbreitung von Karten- und mobilen Zahlungssystemen in Dänemark eine große Rolle. Viele Geschäfte, Restaurants und Dienstleister auf Als akzeptieren Karten und kontaktlose Zahlungen, sodass Bargeld zunehmend seltener genutzt wird. Dennoch gibt es in den größeren Orten Geldautomaten, die auch von Touristen genutzt werden, und in manchen Fällen bieten Banken weiterhin Bargeldservice und Wechselmöglichkeiten an.
Soziales und Gesundheit
Das soziale System ist steuerfinanziert und umfassend: Alle Einwohner haben Zugang zu kostenlosen oder stark subventionierten Leistungen wie Kindergeld (børnecheck), Arbeitslosenunterstützung (dagpenge), Altersrente (folkepension), Pflege (hjemmepleje, plejehjem), Behindertenhilfe und Sozialhilfe (kontanthjælp). In der Sønderborg Kommune gibt es ein starkes Netz aus kommunalen Angeboten: Seniorenzentren, Tagespflege, Aktivitätszentren für Ältere und psychisch vulnerable Menschen (unter anderem „Sammen om Sundhed“ mit individuellen Gesprächen und Gruppencafés für psychisch Belastete), Integrationsprogramme für Zuzügler und Präventionsprojekte. Die Kommune hat eine Sundhedspolitik 2023–2026 und Sundhedsplaner, die Lebensqualität, Prävention und Inklusion betonen – mit Fokus auf mentale Gesundheit, Bewegung und Gemeinschaft. Soziale Ungleichheit ist geringer als in vielen Ländern, aber es gibt Unterschiede zwischen Stadt (Sønderborg) und Land (zum Beispiel Kegnæs), wobei die hohe Beschäftigungsquote (durch Industrie) Armut minimiert.
Gesundheitswesen
Das Gesundheitswesen ist dezentral und qualitativ hoch. Die Primärversorgung erfolgt durch Hausärzte (praktiserende læger), die in Sønderborg und Umgebung gut vertreten sind; Spezialisten in Sønderborg Sygehus (Krankenhaus mit Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Orthopädie, Psychiatrie undsoweiter) und Notfallversorgung. Das Universitätskrankenhaus in Odense (OUH) ist für komplexe Fälle nah (rund 1 Stunde). Alle Bürger haben eine gelbe sundhedskort für kostenlose Behandlung (nur geringe Zuzahlungen bei Medikamenten, Zahnarzt, Physiotherapie). Präventive Programme (zum Beispiel Screening auf Krebs, Impfungen, Geburtsvorsorge) sind Standard. Mentale Gesundheit wird zunehmend priorisiert: Angebote gegen Stress, Depressionen und Einsamkeit (besonders bei Älteren), mit Fokus auf Früherkennung und Community-basierte Hilfe. Die Kommune kooperiert mit Region Syddanmark für regionale Initiativen.
Krankheiten
Bezüglich Krankheiten und Gesundheitsstatistik (basierend auf der Nationale Sundhedsprofil 2021 und neueren regionalen Daten bis 2025) ist die Lage in Sønderborg/Als ähnlich dem dänischen Durchschnitt oder leicht besser. Zirka 83 % der Erwachsenen bewerten ihr Gesundheitszustand als gut bis sehr gut (nahe am Landesdurchschnitt von 83,3 %). Die Lebenserwartung bei Geburt lag 2024 bei 81,8 Jahren (leicht über Landesdurchschnitt 81,5). Häufige Probleme sind:
- Übergewicht und Adipositas – rund 20 % schwer übergewichtig (jeder Fünfte), Tendenz steigend; ca. 63 % erreichen moderate körperliche Aktivität (ähnlich national).
- Mentale Gesundheit – Zunahme von Stress, Einsamkeit und leichten Depressionen, besonders bei Jugendlichen und Älteren; die Kommune hat Programme zur Reduktion schlechter mentaler Trivsel.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Krebs – typisch für alternde Bevölkerung (mittleres Alter 42 bis 43 Jahre), aber durch gute Versorgung kontrollierbar.
Bildung
Im Bereich der Grund- und Sekundarbildung folgt Als dem standardmäßigen dänischen Modell: Folkeskole (Grundschule, Klasse 0 bis 9, 10 Jahre) ab 6 Jahren, mit Fokus auf breite Allgemeinbildung, Sprachen (Dänisch, Englisch früh, oft Deutsch als Option in Grenznähe) und kreative Fächer. In der Sønderborg Kommune gibt es zahlreiche Folkeskoler (öffentliche Schulen) auf Als, konkret in Sønderborg, Nordborg, Augustenborg, Høruphav oder Guderup, sowie Privatschulen und internationale Optionen. Nach der Folkeskole wählen die meisten eine weiterführende Ausbildung: Gymnasium (STX, HF, HHX, HTX – 3 Jahre, akademisch oder berufsorientiert), Erhvervsuddannelse (berufliche Ausbildung, EUD) oder EUC Syd (Handelsschule mit technischen und kaufmännischen Linien). Besonders relevant sind technische und ingenieurbezogene Programme durch die Industrie. Es gibt auch eine Sønderborg International School (englischsprachig, Cambridge-basiert) für internationale Familien. Die deutsche Minderheit hat eigene Schulen mit deutschem Zweig (zum Beispiel Duborg-Skolen in Sønderborg), die bilingual unterrichten und den Minderheitenschutz nutzen.
Höhere Bildung
Die höhere Bildung konzentriert sich auf den SDU Sønderborg Campus (Syddansk Universitet, University of Southern Denmark) im Gebäude Alsion direkt am Als Sund in Sønderborg. Dieser Campus ist international ausgerichtet (über 1.000 Studierende aus mehr als 50 Ländern), praxisnah und eng mit lokaler Industrie verknüpft – viele Programme beinhalten Praktika, Projekte und Studentenjobs bei Firmen wie Danfoss. Angeboten werden vor allem Ingenieurstudiengänge (BEng/MSc in Maschinenbau, Elektronik, Software Engineering, Mechatronics, Innovation and Business undsowewiter), Wirtschaftswissenschaften (Business Economics, European Studies) und kombinierten Fächer etwa mit Sprachen. Viele Kurse sind englischsprachig, was den Campus zu einem der internationalsten in Dänemark macht. Der Fokus liegt auf Ingenieurwesen, Technologie und Grenzregion-Studien; Absolventen haben hohe Beschäftigungsquoten durch Kooperationen. Daneben gibt es Business Academy SouthWest (Erhvervsakademi) mit kurzen berufsqualifizierenden Programmen (AP Degree, Top-up Bachelor) in Bereichen wie Handel, Marketing und Technik.
Bibliotheken und Archive
Die Biblioteket Sønderborg (öffentliche Bibliothek) in der Nørre Havnegade ist das Hauptzentrum – ein modernes Gebäude mit umfangreichem Bestand an Büchern, E-Medien, Zeitungen, Lernplätzen, Veranstaltungen (Lesungen, Workshops, Kinderprogramme) und digitalen Diensten. Es dient als Treffpunkt für Bildung und Kultur, mit Zweigstellen in anderen Ortsteilen. Auf dem SDU-Campus gibt es die SDU Bibliothek Sønderborg (im Alsion-Gebäude), spezialisiert auf Ingenieur- und Wirtschaftsliteratur, mit digitalem Zugriff, Lernzonen und Unterstützung für Studierende. Für die deutsche Minderheit existiert die Deutsche Bücherei Sonderburg mit deutschsprachigem Bestand, Veranstaltungen und kulturellem Angebot.
Archive sind stark geschichtsbezogen: Das Historiecenter Dybbøl Banke (nahe Sønderborg auf dem Festland, aber eng mit Als verbunden) beherbergt das 1864-Arkivet mit Tausenden digitalisierter Originaldokumente, Briefe, Karten und Fotos zum Krieg 1864, der Schlacht um Als und der Grenzgeschichte – frei zugänglich online und vor Ort. Das Museum Sønderjylland – Sønderborg Slot hat umfangreiche Archive zur Regionalgeschichte (Mittelalter bis 1920, preußische Zeit, Wiedervereinigung), inklusive Fotosammlungen und Dokumenten. Lokale Archive (z. B. Sønderborg Lokalhistoriske Arkiv) ergänzen mit Material zu Als-spezifischer Geschichte (Höfe, Familien, Ortsentwicklung). Viele sind digitalisiert und über arkiv.dk oder die Einrichtungen recherchierbar.
Kultur
Die Kultur der Insel Als ist von traditionellen Festen wie dem Ringreiten und zahlreichen Sommerveranstaltungen geprägt. Historische Schlösser (etwa in Sønderborg, Nordborg und Augustenborg), Gedenkstätten zu den Deutsch-Dänischen Kriegen und vorzeitliche Grabmale wie Dolmen und Ganggräber sind zentrale kulturelle Bezugspunkte.
Museen
Die wichtigste museale Einrichtung der Insel ist das Geschichtszentrum Dybbøl Banke, das sich mit dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 befasst. In modernen Ausstellungen werden die historischen Ereignisse, ihre Ursachen und Folgen anschaulich dargestellt, ergänzt durch Freigelände mit Schanzen und Aussichtspunkten.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist das Sønderborg Slot (Schloss Sønderborg), das heute ein Museum zur Regionalgeschichte beherbergt. Die Ausstellungen reichen von der Wikingerzeit über das Mittelalter bis in die Neuzeit und beleuchten insbesondere die wechselvolle deutsch-dänische Geschichte der Grenzregion. Das Schloss selbst, malerisch am Als Sund gelegen, ist eines der bekanntesten historischen Bauwerke der Insel.
Einblicke in das Alltagsleben früherer Zeiten bietet das Augustiana Kunstpark & Kunsthal in Sønderborg, das sich auf moderne und zeitgenössische Kunst konzentriert und kulturelle Akzente setzt. Ein spezielles Kulturerbe-Museum ist das Deutsche Museum Nordschleswig in Sønderborg. Es beschäftigt sich mit der Geschichte und Identität der deutschen Minderheit in Nordschleswig, mit Ausstellungen zu Sprache, Kultur und Alltag dieser Volksgruppe im deutsch-dänischen Grenzland.
Dazu kommen mehrere kleine Initiativen und Sammlungen, die oft ehrenamtlich betrieben werden und lokale Themen oder historische Objekte zeigen. So etwa die Jørgen Riecks Arkæologiske Samling, eine private archäologische Sammlung aus lokalen Funden, Vagns SAAB-Museum in Nordborg, eine kleine Autofreunde-Sammlung mit historischen Saab-Fahrzeugen, das Musse’s Landbrugsmuseum in Kegnæs, ein Landwirtschaftshaus mit historischen Werkzeugen und Geräten aus dem ländlichen Alltag, sowie die Elstrup Mühle und Vibæk Wassermühle, traditionelle Mühlen mit Vorführungen und teils museumshistorischer Bedeutung (meist bei speziellen Öffnungstagen).
Weitere museale Einrichtungen sind die Jollmands Farm, ein historischer Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert, der Einblicke in das Landleben früherer Zeiten gibt und das Munkegård Tractor Museum in Pøl, ein Museum mit historischen Traktoren und landwirtschaftlicher Technik. Für natur- und technikinteressierte Besucher ist das Universe Science Park in Nordals eine besondere Attraktion. Auch wenn es kein klassisches Museum ist, vermittelt es auf interaktive Weise naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge und spielt eine wichtige Rolle in der Bildungslandschaft der Insel.
Architektur
Als ist besonders reich an Dolmen (insgesamt gibt es 250 auf der Insel), Ganggräbern, Schalensteinen und Schiffsetzungen aus der Vorgeschichte.
- Blomeskobbel, Dolmen
- Brandsbøl Skov, Dolmen
- Dyndved Strand, Schiffssetzung
- Havrekobbel Dolmen
- Klintinghøjdysse Dolmen
- Nygård, Grabhügel, Dolmen und Schalenstein (Den grønne Bro)
- Oleskobbel, Dolmen
- Sønderskoven, Grabhügel
- Stenkobbel, Dolmen
- Trodsten oder Thorstenen bei Katry, Runddolmen
- in der Lysabild Kirke ist ein Schalenstein mit 108 Schälchen eingemauert.
Die Architektur der Insel wird dominiert von den drei großen Schlössern, die als Wahrzeichen der Insel gelten. Das prominenteste ist Sønderborg Slot (Schloss Sønderborg) direkt am Als Sund in der Stadtmitte: Ursprünglich um 1158 als Wehrturm auf einer kleinen Insel errichtet (später mit dem Festland verbunden), entwickelte es sich im 16. Jahrhundert unter Hercules von Oberberg zu einem vierflügeligen Renaissanceschloss mit Innenhof, Treppentürmen und dekorativen Giebeln. Spätere Umbauten brachten barocke Elemente hinzu, doch die Kernstruktur blieb erhalten. Heute beherbergt es das Museum Sønderjylland mit Ausstellungen zur Regionalgeschichte. Schloss Nordborg (ursprünglich Alsborg/Nørreborg, um 1150 gegründet) im Norden ist ein klassischer Renaissancesitz mit Park und Seeblick, heute Bildungseinrichtung. Schloss Augustenborg (ab 1665 als Barockresidenz erbaut, stark um 1770 bis 1780 umgestaltet) im Osten zeigt reiche Rokoko- und Neoklassizismus-Elemente mit symmetrischen Fassaden, Orangerie und Schlosskirche – heute teils Kulturzentrum mit Kunstpark.
Moderne Architektur prägt Sønderborg seit den 2000er Jahren: Das Alsion-Gebäude (2007 eröffnet, entworfen von 3XN Architects) ist ein markantes, würfelförmiges Ensemble aus Glas und Beton am Sund – mit Konzertsaal, Universitätscampus, Bibliothek und Promenade. Es verkörpert zeitgenössische skandinavische Klarheit und Nachhaltigkeit. Weitere Beispiele sind das renovierte Kultur- und Veranstaltungszentrum Sønderborghus oder kleinere Bauten wie die Alssundbroen (1981, funktionale Ingenieurbaukunst). In der Stadt finden sich Spuren von Jugendstil/Art Nouveau (1905 bis 1915), mit geschwungenen Formen und geometrischen Wiener Einflüssen in Wohnhäusern und Fassaden. Die preußische Zeit (1864 bis 1920) hinterließ militärische und funktionale Bauten, die teils erhalten sind.
Der älteste noch existierende Bauernhof von Als, Lundsbjerggård, liegt in Holm an der Nordspitze der Insel und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Er ist der einzige Vierkanthof der noch existiert. Eine andere große Hofanlage, wenige Kilometer südöstlich gelegen, ist der 1863 erbaute Alsingergården. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Bol, eine Bezeichnung für größere Hofanlagen. Die Reetdachmühle von Havnbjerg wurde 1835 erbaut und kürzlich restauriert. Nicht weit entfernt befindet sich in Elstrup die letzte dänische Mühle des Typs „Galerie Holländer“. Sie ist seit 1970 außer Betrieb.
Die Südspitze der Insel wird von dem Leuchtturm von Kegnæs dominiert. Er liegt auf dem Naturdamm Drejet, der die Halbinsel Kegnæs mit Als verbindet und das Hørup Hav von der Ostsee trennt. Die Kirche von Kegnæs in Sonderby ist die kleinste der Insel. Herzog Hans der Jüngere ließ sie 1615 zur Buße errichten, da er im vorangegangenen Winter zehn unschuldige Bauern hatte irrtümlich hinrichten lassen.
Bildende Kunst
Die bildende Kunst ist auf Als dezentral und oft ortsbezogen: Im Museum Sønderjylland – Sønderborg Slot gibt es Sammlungen zu Regionalkunst, Geschichte und Archäologie, mit Werken aus Mittelalter bis Moderne. Das Deutsche Museum Nordschleswig in Sønderborg widmet sich der Minderheitengeschichte mit Kunst- und Dokumentenobjekten. In Augustenborg steht die Augustiana Kunsthal (zeitgenössische Kunst) mit wechselnden Ausstellungen, Skulpturenpark und Projekten im Freien – ein Highlight für moderne Kunst. Kleinere Galerien wie Galleri Mindedahl, Galleri Skovby Mølle, Galleri Mosaik oder Dansk Glaskunst zeigen zeitgenössische Malerei, Keramik, Glas und Skulptur, oft mit lokalen Künstlern. Öffentliche Kunst im Raum (Skulpturen, Installationen) bereichert Parks, Promenaden und Plätze – zum Beispiel Werke zu Grenzthemen oder Naturmotiven. Die Sønderborg Musikskole und SDU integrieren Kunst in Bildungsprogramme.
Literatur
Die Literatur wird auf Als durch lokale Geschichtsschreibung, Minderheitenliteratur und Veranstaltungen der Bibliothek repräsentiert. Die Sønderborg Bibliotek organisiert regelmäßig Lesungen, Autorenabende und Literaturcafés, oft mit dänischen Gegenwartsautoren oder regionalen Themen wie etwa die Grenzgeschichte oder die Wiedervereinigung 1920).
Die deutsche Minderheit pflegt eigene literarische Traditionen. Die Deutsche Bücherei Sonderburg veranstaltet Lesungen und Diskussionen, die Brücken zwischen dänischer und deutscher Literatur schlagen – unter anderem Abende zu Autoren wie Herman Bang (geboren 1857 in Sønderborg, einer der bedeutendsten dänischen Impressionisten des 19. Jahrhunderts, dessen Werke wie „Tine“ oder „Ved Vejen“ die Region thematisieren) oder modernen Stimmen aus Nordschleswig. Es gibt keine große literarische Tradition speziell für Als, aber lokale Autoren und Heimatdichter schreiben über die Inselgeschichte, die Schlösser oder den Alltag – oft in sønderjysk Dialekt oder als Mundartlyrik. Die Bibliothek und Kulturvereine fördern auch Kinder- und Jugendliteratur mit Vorlesestunden und Schreibworkshops. In den letzten Jahren haben grenzüberschreitende Projekte (zum Beispiel im Rahmen der Kulturaftale Sønderjylland-Schleswig) literarische Wanderungen oder Lesungen organisiert, die die Region als Brücke zwischen Dänemark und Deutschland betonen.
Theater
Das Sønderborg Teater (im Zentrum der Stadt) ist eine der größten Tourneebühnen Dänemarks außerhalb der Metropolen und bietet ein breites Repertoire – von klassischen Dramen über Musicals, Komödien und Familienstücken bis zu experimentellen Produktionen. Die Sønderborg Teaterforening organisiert jährlich 40 bis 50 Gastspiele und Eigenproduktionen, darunter große Tourneetheater aus Kopenhagen (zum Beispiel Folketeatret, Det Kongelige Teater).
Höhepunkt ist die Sønderborg Sommer Revy („Sonderburg Sommer-Revue“, seit Jahrzehnten eine Institution), eine klassische dänische Sommerrevue mit Sketchen, Gesang, Tanz und satirischen Texten zu aktuellen Themen – oft mit prominenten Revykünstlern wie Leif Maibom (ehemaliger Revydirektor und mehrfach preisgekrönter Textautor), Trine Gadeberg, Jeanne Boel oder Flemming Jensen. Die Revue wird im Sommer im Theater oder Open Air aufgeführt und zieht Tausende Besucher an. Weitere Venues sind das Lille Teater i Gråsten (intimeres Ambiente für kleinere Stücke) und Hallen wie Sønderborghus für Comedy, Stand-up und kleinere Tourneen. Es gibt auch Amateurtheater und Schultheater (zum Beispiel über die Musikskole oder SDU), sowie inklusive Projekte für Menschen mit Behinderungen. Die Szene ist vielfältig: Von Shakespeare-Inszenierungen über moderne dänische Dramen bis zu humorvollen Revuen, die oft die Grenzregion oder Alltagsabsurditäten aufgreifen.
Film
Das Kino Kinorama Sønderborg ist ein modernes, kleines Programmkino in der Innenstadt mit mehreren Sälen, das aktuelle Blockbuster, dänische und internationale Arthouse-Filme, Dokumentationen und Klassiker zeigt. Filme laufen meist im Original mit dänischen Untertiteln (typisch dänisch), und es gibt spezielle Programme wie SeniorBio (vormittags), BabyBio (für Eltern mit Kleinkindern), Begynderbio (für Erstbesucher) und Filmklubber (monatliche Themenabende). Kinorama ist beliebt für Kulturama-Veranstaltungen (Film + Gespräch) und Kooperationen mit Bibliothek oder Debatfestival (zum Beispliel Vorführungen wie „Stille Hjerte“ von Bille August mit anschließender Diskussion). Es gibt keine großen Filmfestivals auf Als, aber regionale Events wie SDB:DOX (Dokumentarfilmreihe in der Koncertsalen Alsion) oder grenzüberschreitende Filmabende bringen Abwechslung. Die Nähe zu Deutschland ermöglicht gelegentliche deutsch-dänische Filmkooperationen oder Vorführungen mit Untertiteln in beiden Sprachen. Streamingdienste dominieren den Alltag, aber das Kino bleibt ein sozialer Treffpunkt für Filmliebhaber.
Musik und Tanz
Die Musikszene dreht sich um die Koncertsalen Alsion im Gebäude Alsion (Teil der SDU-Universität am Als Sund), einen der akustisch besten Konzertsäle Europas für klassische und symphonische Musik. Hier residiert das Sønderjyllands Symfoniorkester (Südjütländisches Sinfonieorchester), das regelmäßig Konzerte gibt – von großen Symphonien über Kammerkonzerte bis zu Opern- und Ballettaufführungen. Die Alsion ist Gastort für das Schleswig-Holstein Musik Festival und andere Gastspiele (unter anderem internationale Solisten, Chöre oder Jazz-Ensembles). Im Sommer finden Open-Air-Konzerte im Mølleparken statt (organisiert von Kultur i Syd), mit dänischen und internationalen Acts – von Pop über Rock bis Folk. Weitere Venues sind Sønderborghus (kleinere Konzerte, Stand-up, Comedy) und lokale Bühnen. Das Nordals Musikfestival (zweites Juni-Wochenende) im Norden der Insel (Naturpark Nordals) ist ein jährliches Highlight mit bekannten und neuen Künstlern, oft in entspannter Festival-Atmosphäre mit Camping und Essen. Weitere Events umfassen Gospel-Konzerte (zum Beispiel Sønderborg Gospel Choir), Revuen (Sønderborg Revyen) und kleinere Live-Musik-Abende in Cafés oder Pubs. Die Sønderborg Musikskole (Musikschule Sønderborg) ist zentral: Sie bietet Unterricht in Instrumenten (Geige, Klavier, Gitarre, Blasinstrumente), Gesang, Chor, Band und Ensemble für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – oft mit Auftritten und Kooperationen mit der SDU oder lokalen Vereinen.
Tanz ist ebenso aktiv und breit gefächert: Die Sønderjyllands Danseakademi (Südjütländische Tanzakademie), an die Musikschule angeschlossen, ist das professionelle Zentrum mit ca. 100 Schülern – sie unterrichtet klassisches Ballett, modernen Tanz, Jazz, Hip-Hop und zeitgenössischen Tanz, mit Aufführungen und Shows. Es gibt Pläne oder Umsetzungen für einen Neubau neben der Musikschule, um Sønderborg zu einem Tanz-Kraftzentrum zu machen. Breitensport-Tanz ist stark: Vereine bieten Folkedans (Volkstanz, zum Beispiel Sønderborg-Polka, Schottis, Vals, Polonäs oder traditionelle Paartänze), Lindy Hop (Sønderborg Lindy Hoppers mit regelmäßigen Social Dances), Standard- und Lateintänze, Line Dance oder Freizeittanz. Viele Gruppen treffen sich in Hallen (zum Beispiel Nordals Hallen, Skansen) oder bei Events. Die Musikskole integriert Tanz in ihr Angebot (Theater, Tanz, Kunst), und es gibt Kurse für Kinder und Erwachsene. In der Sommermusik und Festivals mischen sich oft Tanzflächen mit Livemusik.
Kleidung
Auf der Insel Als ist die Kleidung heute überwiegend modern und an den üblichen skandinavischen Stil angelehnt: praktisch, schlicht und funktional. Das maritime Klima mit häufig wechselndem Wetter führt dazu, dass wetterfeste Jacken, robuste Schuhe und schichtweise Kleidung im Alltag sehr verbreitet sind. In den Städten wie Sønderborg tragen viele Menschen einen eher urbanen, nordischen Stil, während in den Dörfern und ländlichen Gegenden oft ein etwas zurückhaltenderes, pragmatisches Erscheinungsbild zu sehen ist.
Neben der modernen Alltagskleidung spielt auf Als die traditionelle Tracht eine kulturell wichtige Rolle, besonders bei Festtagen, regionalen Veranstaltungen und kulturellen Feierlichkeiten. Die Trachten in Südjütland und Nordschleswig sind Teil der regionalen Identität und zeigen Einflüsse aus der dänischen und der deutschen Tradition. Typisch sind dabei für Frauen oft reich verzierte Blusen, bestickte Mieder oder Westen und Röcke, kombiniert mit Schürzen und gelegentlich Kopfbedeckungen wie Hauben oder Tücher. Bei Männern sind Weste, Jacke und Kniebundhosen sowie bestimmte Hüte und traditionelle Schuhe charakteristisch. Die Farben und Muster können je nach Ort und Anlass variieren, wobei viele Trachten auf historische Stoffe und regional typische Verzierungen zurückgehen.
Wichtig ist, dass die Tracht auf Als nicht alltäglich getragen wird, sondern eher bei kulturellen Anlässen, Festen, Vereinsveranstaltungen oder in Verbindung mit der regionalen Minderheitenkultur. Sie ist ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit der Region und wird von Trachtenvereinen, kulturellen Gruppen und bei lokalen Festen gepflegt. Insgesamt zeigt sich auf Als damit ein Nebeneinander von moderner Alltagskleidung und einer lebendigen, historisch verwurzelten Trachtkultur, die die besondere Grenzlage und die lokale Geschichte widerspiegelt.
Kulinarik und Gastronomie
Die Insel Als bietet eine Mischung aus klassischer dänischer Basis, regionalen sønderjysken Spezialitäten, maritimen Einflüssen und moderner, internationaler Vielfalt, zentriert um Sønderborg als gastronomisches Herz der Insel. Die Küche ist bodenständig, saisonal und qualitativ hochwertig, mit Fokus auf frische Zutaten aus der Umgebung: Fisch und Meeresfrüchte aus dem Als Sund und der Ostsee, Fleisch von lokalen Höfen, Gemüse und Obst aus der fruchtbaren Landschaft sowie Milchprodukte und Backwaren. Typisch dänisch sind smørrebrød (belegte Butterbrote, oft mit Hering, Roastbeef, Leverpostej oder remoulade), frikadeller (Fleischklopse aus Schweine-/Rindfleisch mit Kartoffeln, Soße und Rotkohl), flæskesteg (Knuspriger Schweinebraten mit Kruste), stegt flæsk med persillesovs (gebratener Speck mit Petersiliensauce) und æbleskiver (Apfelküchlein mit Puderzucker und Marmelade, besonders zur Weihnachtszeit). In der Region Sønderjylland/Als gibt es besondere Akzente: sønderjysk kagebord (reich gedeckter Kuchentisch mit vielen Sorten wie æblekage, hindbærsnitter, wienerbrød und cremige Torten), frischer Fisch (zum Beispiel havneskud – ein lokales Gericht mit paniertem Fisch, Garnelen, Lachsrogen und Spargel) oder Gerichte mit regionalem Wild und Beeren. Die Nähe zur Grenze bringt leichte deutsche Einflüsse (unter anderem in Wurst- oder Sauerkraut-Varianten), aber die Küche bleibt klar dänisch.
Die Gastronomieszene ist vielfältig und qualitativ stark: Sønderborg hat eine der höchsten Restaurantdichten in Süddänemark, von gemütlichen Cafés und Bistros bis zu Michelin-Niveau. Das Hauptattraktion ist Syttende im 17. Stock des Alsik Hotel & Spa – ein Michelin-Stern-Restaurant (seit Jahren ausgezeichnet). Andere empfehlenswerte Orte sind Restaurant Alsik (im selben Hotel, internationale und skandinavische Küche mit Aussicht), Restaurant Colosseum (traditionelle dänische Gerichte wie smørrebrød und havneskud, historisches Ambiente am Wasser), Bistro Grand-Mère (slow-cooked Eintöpfe à la Oma, entspannte Hafenatmosphäre), Torve-Hallen (Markthalle mit frischen Spezialitäten, Café und Restaurant, oft mit lokalen Produkten), Fox and Hounds (britisch inspirierter Pub mit Craft-Bier und guter Küche), Curry Leaves (beliebtes indisches Restaurant mit hoher Bewertung) oder Bella Italia (authentische italienische Gerichte). Für Buffets und Grill gibt es Flammen oder Mongolian Barbecue. Viele Orte betonen lokale Zutaten, Saisonalität und Nachhaltigkeit – passend zum ProjectZero-Ziel der Kommune (CO₂-neutral bis 2029).
Cafés und Bäckereien spielen eine große Rolle. Lagkagehuset oder lokale Bagerier bieten frisches wienerbrød, kanelsnegle, rugbrød und Kaffee – typisch für die dänische hygge-Kultur. Im Sommer dominieren Strandcafés, Picknick-Spots am Wasser und Food-Trucks mit Fischbrötchen oder is (Eis). Im Naturpark Nordals oder auf Kegnæs finden sich kleine Hofläden mit Honig, Beeren, Käse oder selbstgemachten Produkten. Die Gastronomie auf Als ist zugänglich, familienfreundlich und qualitativ hoch – von günstigen smørrebrød bis zu Fine Dining –, mit starkem Fokus auf Frische, Regionalität und gemütlicher Atmosphäre. Die Insel ist kein reiner Food-Hotspot wie Kopenhagen, aber durch Danfoss-Mitarbeiter, Touristen und die Grenznähe vielfältig und lebendig.
Festkultur
Auf der Insel gelten die dänischen Feiertage:
- 1. Januar - Nytår (Neujahr)
- Ende März/Anfang April - Påske (Ostern)
- 16. April - National Festdag (Nationalfeiertag, Geburtstag der Königin)
- Ende Mai/Anfang Juni - Pinse (Pfingsten)
- um 21. Juni - Fanø Dragefest (größtes Drachenfest der Welt)
- 2. Juli-Wochenende - Fannikerdager (Fannikertage mit Musik, Theater und Umzügen)
- 3. Juli-Sonntag - Sønderhodag (Sönderho-Tag mit Trachtenfest und Musik)
- 1. November - Allehelgensdag (Allerheiligen)
- 25./26. Dezember - Jul (Weihnachten)
- 31. Dezember - Nytårsaftensdag (Silvester)
Medien
Die wichtigste lokale Tageszeitung ist JydskeVestkysten (JV), die in Sønderborg eine eigene Redaktion unterhält und täglich eine regionale Ausgabe „JydskeVestkysten Sønderborg“ produziert. Diese enthält lokale Seiten mit Nachrichten von Als und Umgebung (zum Beispiel Kommuneentscheidungen, Veranstaltungen, Sport, Unfälle), oft mit Fokus auf Themen wie Danfoss, Tourismus, Naturpark Nordals oder die Grenzregion. JV ist Teil der Jysk Fynske Medier-Gruppe und digital stark vertreten über jv.dk mit Paywall für viele Inhalte.
Für die deutsche Minderheit ist Der Nordschleswiger das zentrale Medium: eine deutschsprachige Tageszeitung (online hauptsächlich, mit Print-Ausgabe), herausgegeben vom Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN). Sie berichtet ausführlich über Nordschleswig, inklusive Sønderborg/Als (zum Beispiel lokale Ereignisse, Minderheitenkultur, Geschichte seit 1864/1920). Die Redaktion sitzt in Aabenraa, aber es gibt Korrespondenten und Berichterstattung aus Sønderborg. Die Auflage ist klein (rund 4.000), aber einflussreich in der Minderheit; online (nordschleswiger.dk) frei zugänglich und bilingual ergänzt.
Lokales Radio ist stark vertreten durch Radio Als, eine echte Community-Station, die 2024/25 neu gestartet wurde (nach einer Pause und Frequenzverlust). Sie sendet aus Sønderborg/Als mit lokalen Nachrichten, Interviews, Musik (populär, dänisch) und Beiträgen rund um die Insel – oft mit bekannten Moderatoren wie Flemming Nissen. Kooperationen mit SønderborgNYT (lokales Online-Portal) verstärken die Nachrichtenabdeckung. Radio Als ist über UKW/FM (ehemals), DAB+ und online (radioals.dk) empfangbar, mit Podcasts und Livestream. Weitere Sender wie Skala FM (regional) oder TV Syd (Fernsehen) decken Sønderborg/Als ab: TV Syd (Regionalsender für Südjütland) berichtet regelmäßig über Als (zum Beispiel Fährverbindungen, Wetter, lokale Events, Kriminalfälle) und ist über TV 2 PLAY oder Kabel zugänglich.
Digitale und soziale Medien dominieren zunehmend: SønderborgNYT (sonderborgnyt.dk) ist ein reines Online-Nachrichtenportal mit täglichen Updates zu Als-Themen (Verkehr, Kultur, Politik), oft in Kooperation mit Radio Als. Facebook-Gruppen (unter anderem „Als og Sønderborg“ oder lokale Vereinsseiten) und Instagram-Kanäle der Kommune, Danfoss oder Tourismusorganisationen spielen eine große Rolle für Community-Nachrichten. Nationale Medien wie DR (Danmarks Radio) oder TV 2 haben regionale Studios in Südjütland, berichten aber nur bei großen Ereignissen (zum Beispiel Genforeningen-Feiern, Unwetter) detailliert über Als.
Kommunikation
Die Postleitzahl der Insel lautet 6400, die Telefonvorwahl 0(0945)88.
Sport
Die Sport auf der Insel Als in Süddänemark ist vielfältig, breit aufgestellt und stark vereinsbasiert, typisch für eine dänische Region mit hoher Beteiligung am Breitensport und guter Infrastruktur. Die Sønderborg Kommune (die Als fast vollständig umfasst) fördert aktiv Vereine und Anlagen durch die Idræts- og Fritidsudvalg (Sport- und Freizeitausschuss), mit Fokus auf Inklusion, Gesundheit und Jugendförderung. Viele Einwohner sind in Vereinen organisiert, und die Nähe zur Natur (Ostsee, Naturpark Nordals) begünstigt Outdoor-Aktivitäten. Populäre Sportarten sind Handball, Fußball, Badminton, Schwimmen, Fitness und Radsport – oft mit starkem lokalen Engagement.
Handball ist eine der dominanten Sportarten: Viele Vereine bieten Handball für alle Altersklassen an, zum Beispiel in Hallen wie Nordals Hallen in Nordborg oder Skansen in Sønderborg (mit Handball, Badminton und Krafttraining). Die Region profitiert von der Nähe zu SønderjyskE (ehemals SønderjyskE Håndbold, jetzt Teil größerer Strukturen), das in der 1. Division oder höher spielt und regionale Talente anzieht. Jugendmannschaften und Breitensport sind stark vertreten.
Fußball ist ebenfalls weit verbreitet: Lokale Klubs wie Sønderborg Boldklub (mit Vereinsheim und Plätzen), FC Sønderborg (Talentförderung in Kooperation mit Muttervereinen) und FBS ALS (ein Pilotprojekt des DBU für Jugendförderung, das mehrere Klubs auf Als vereint) bieten Ligen von Kleinkind- bis Seniorenfußball. Es gibt viele Kunstrasenplätze und Turniere, oft mit Fokus auf Inklusion (zum Beispiel für Menschen mit Behinderungen via „Med på Holdet“).
Badminton und Hallensportarten sind beliebt: Vereine wie Nordborg Badminton Club oder in Skansen bieten Training und Turniere; viele Hallen wie das Nordals Sportzentrum haben Badmintonfelder, Tischtennis und Gymnastik. Rhönradturnen oder Fitnessgruppen ergänzen das Angebot in kleineren Vereinen.
Outdoor- und Natursport profitiert enorm vom Naturpark Nordals im Norden der Insel: Hier gibt es hervorragende Möglichkeiten für Laufen (Laufstrecken um Seen wie Mjels Sø und Bundsø, mit markierten Trails), Cycling (variiertes Terrain auf Alsstien, robuste Mountainbike-Routen und Touren wie „Tour de France“-inspirierte Events), Kajakfahren, Rudern, Kanufahren (Einstiege bei Dyvig oder Küstenstellen) und Reiten (Pferdewege und Ställe). Der Park ist ideal für Wandern, Joggen und Freizeitsport, mit vielen Events wie Radtouren oder Naturführungen. Minigolf (Nord-Als Minigolf Klub), Bogenschießen oder Schießen (Nordals Skyttekreds) sind weitere Nischensportarten.
Weitere Sportarten umfassen Schwimmen (Nord-Als Svømmeklub), Bowling (Nordals Bowling Club), E-Sport (Als eSport Sydals), Volleyball, Tennis/Padel (in Schulen wie International Handball School Sønderborg oder lokalen Anlagen), Golf (nahe Plätze) und Extremsport-Elemente. Inklusionsprojekte wie „Med på Holdet“ integrieren Menschen mit Behinderungen in Vereine (Badminton, Bowling, Schießen undsowewiter). Die International Handball School (IHS) in Sønderborg bietet sportliche Ausbildung mit Fächern wie Handball, Fußball, Volleyball, Fitness und Adrenalin-Sport.
Zur sportlichen Infrastruktur gehören Hallen in Sønderborg, Nordborg und Augustenborg, Kunstrasenplätze, Sportzentren und der Naturpark. Viele Vereine sind in der Kommune-Liste (folkeoplysende foreninger) registriert und erhalten Förderung. Sport auf Als ist zugänglich, familienfreundlich und gesundheitsorientiert – mit hoher Beteiligung (viele Dänen treiben regelmäßig Sport), Events und der typischen dänischen Vereinskultur, die Gemeinschaft und Bewegung verbindet.
Fremdenverkehr
Die Insel verfügt über gute Badestrände und liegt im beliebten Segelrevier der dänischen Südsee. Alljährlich im Sommer finden auf der Insel traditionsreiche Ringreiterfeste statt, ansonsten ist Schloss Augustenborg auch über die Grenzen der Insel bekannter Veranstalter klassischer und moderner Konzerte sowie eines Rockfestivals.
Vielfältig, aber überschaubar sind die Unterbringungsmöglichkeiten, die sich an Erholungssuchende, Familien, Aktivurlauber und Kulturinteressierte richten. Eine große Bedeutung haben Ferienhäuser und Ferienwohnungen, die über die gesamte Insel verteilt sind, besonders in Küstennähe und in ländlichen Gegenden. Sie reichen von einfachen Sommerhäusern bis zu gut ausgestatteten Unterkünften und ermöglichen einen individuellen Urlaub mit viel Nähe zur Natur. Gerade für Familien und längere Aufenthalte sind sie die wichtigste Übernachtungsform.
Daneben gibt es Hotels und Gasthöfe, vor allem in Sønderborg, Nordborg und Augustenborg. Diese bieten klassische Hotelzimmer, oft kombiniert mit Gastronomie, und richten sich sowohl an Urlaubsgäste als auch an Geschäftsreisende. Kleinere Pensionen und Bed & Breakfasts ergänzen das Angebot und zeichnen sich häufig durch persönlichen Kontakt und regionale Prägung aus.
Für natur- und preisbewusste Gäste sind Campingplätze von großer Bedeutung. Sie liegen meist landschaftlich reizvoll an Stränden, Förden oder in Waldnähe und bieten Stellplätze für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile sowie teilweise Hütten und einfache Mietunterkünfte. Auch Marinas mit Übernachtungsmöglichkeiten für Segler tragen zum touristischen Angebot bei.
Ergänzt wird das Spektrum durch Bauernhofurlaub und private Zimmervermietungen, die besonders im Inselinneren verbreitet sind. Diese Unterkünfte vermitteln Einblicke in das ländliche Leben und werden oft saisonal betrieben. Jugendgruppen und Schulklassen nutzen zudem Gruppenunterkünfte und einfache Herbergen, die vor allem für Bildungs- und Freizeitaufenthalte geeignet sind.
Literatur
- wikipedia = https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Als_(Insel)
- wikivoyage = https://de.wikivoyage.org/wiki/Als_(D%C3%A4nemark)
Reiseberichte
- Insel Alsen: Fahrradurlaub im Süden Dänemarks = https://radtouren.de/radreise-berichte/insel-alsen
- Als, ein Paradies f ür Naturliebhaber = https://www.meerart.de/als-ein-paradies-fuer-naturliebhaber/
Videos
- A little tour on Isle of Als = https://www.youtube.com/watch?v=sGDJ_sEgKtU
- Dänemark - Insel Als via Drohne = https://www.youtube.com/watch?v=zGVIEpEkPPY
- Dänemark - Insel Als = https://www.youtube.com/watch?v=DAwP_qasvJo
- Insel Als, der erste Stopp auf unserer Däönemark Vantoiur = https://www.youtube.com/watch?v=XAdfvGtQgyY
Atlas
- Als, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=11/54.9520/9.9213
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Als Tourismus =
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