Molokai (Moloka'i)
Molokai, die fünftgrößte Insel Hawaiis, gilt als die unberührteste und am stärksten hawaiianisch geprägte Insel, ohne Hochhäuser, Ampeln oder Massentourismus. Sie bewahrt einen starken Aloha-Geist nebst polynesischen Traditionen wie dem Ka Hula Piko Festival. Die Insel ist aber auch reich natürlichen Besonderheiten, so etwa den höchsten Meeresklippen der Welt an der Nordküste, das mit 40 km längste Korallenriff der USA an der Südküste, den 5 km langen Papohaku Beach, das Kalaupapa National Historical Park mit seiner Lepra-Geschichte sowie das Halawa Valley mit antiken Fischteichen und heiligen Stätten.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Molokai bzw. Moloka'i |
| alternative Bezeichnungen | Molokaʻi Nui a Hina, Molokaʻi ʻĀina Momona, Molokaʻi Pule Oʻo (mythisch), Morotoi, Morokoi (1779), The Friendly Isle, The Most Hawaiian Isle (poetisch) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | echte Insel |
| Inselart | vulkanische Insel |
| Gewässer | Pazifischer Ozean (Pacific Ocean / Moananuiākea) |
| Inselgruppe | Hawaii-Inseln (Hawaiian Islands / Mokupuni o Hawaiʻi Nei) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Vereinigte Staaten von Amerika (United States of Amerika / Nā Hui Aloha ʻĀina o Amerika) Bundesstaat: Hawaii (State of Hawaii / Mokuʻāina o Hawaiʻi) Bezirke: Maui (Maui County / Kalana ‘o Maui) und Kalawao (Kalawao County (Kalana ‘o Kalawao) |
| Gliederung | 2 counties (Bezirke) 3 traditional districts (Distrikte) 6 ahupuaʻa (Häuptlingstümer) |
| Status | Insel (island / moku) |
| Koordinaten | 21°08‘ N, 157°02‘ W |
| Entfernung zur nächsten Insel | 14 km (Maui) |
| Entfernung zum Festland | 3769 km (Bis Sur / Kalifornien) |
| Fläche | 673,4 km² / 260,0 mi² |
| geschütztes Gebiet | 130 km² / 50 mi² (19,3 %) |
| maximale Länge | 62,4 km (W-O) |
| maximale Breite | 16,0 km (N-S) |
| Küstenlänge | 171 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Pazifischer Ozean) |
| höchste Stelle | 1512 m (Mauna Kamakou) |
| relative Höhe | 1512 m |
| mittlere Höhe | 66 m |
| maximaler Tidenhub | 0,8 bis 1,0 m (Kaunakakai 0,83 m, Kalaupapa 0,8 m) |
| Zeitzone | HWST (Hawaii Aleutian Standard Time / Hawaii-Aleuten Standardzeit, UTC-10) |
| Realzeit | UTC minus 10 Stunden 26 bis 30 Minuten |
| Einwohnerzahl | 6.828 (2024) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 10,15 |
| Inselzentrum | Kaunakakai |
Name
Der Name der hawaiianischen Insel Molokaʻi - oft auch ohne ʻOkina, also Molokai, geschrieben - hat eine reiche kulturelle und mythologische Bedeutung, deren genaue etymologische Herleitung jedoch unsicher ist. Im Hawaiischen gibt es keine klare wörtliche Übersetzung, die aus bekannten Wortwurzeln abgeleitet werden kann.
Der bekannteste und poetischste Name der Insel ist Molokaʻi Nui a Hina, was „Großes Molokaʻi, Kind der Hina“ bedeutet. Dieser Beiname stammt aus einer alten hawaiianischen Legende: Die Insel soll von der Göttin Hina (der Mondgöttin und Weberin der Wolken) zusammen mit Wākea (dem Himmelsgott) „geboren“ worden sein. Hina wird seitdem als Mutter der Insel betrachtet, was Molokaʻi eine besondere spirituelle und fragile Bedeutung gibt – ähnlich wie ein Kind, das Schutz braucht. Diese Mythologie unterstreicht die enge Verbindung der Insel zur hawaiianischen Kosmologie und wird in vielen traditionellen Quellen, wie den Place Names of Hawaii von Mary Kawena Pukui und Samuel H. Elbert, hervorgehoben.
Weitere traditionelle Beinamen sind Molokaʻi ʻĀina Momona, übersetzt „Molokaʻi, das fruchtbare Land“, und Molokaʻi Pule Oʻo, „Molokaʻi der mächtigen Gebete“ - in Anspielung auf Legenden, wonach die Bewohner durch vereinte Gebete feindliche Invasionen abwehren konnten.
Zur Schreibweise und Aussprache gibt es eine anhaltende Debatte: Viele ältere hawaiianische Sprecher, besonders auf Molokaʻi selbst, verwenden Molokai, ausgesprochen Moh-loh-kī, ohne Glottisschlag. Diese Form findet sich in frühen Aufzeichnungen, zum Beispiel bei Captain Cook 1779 als Morotoi oder Morokoi, und wird von manchen als die ursprüngliche betrachtet. Die Variante Molokaʻi mit ʻOkina wurde ab den 1930er Jahren, möglicherweise durch Musiker beeinflusst, populär. Die berühmte Hawaiianistin Mary Kawena Pukui (1885 bis 1986) soll kurz vor ihrem Tod bestätigt haben, dass die Form ohne ʻOkina korrekt sei und der Name „the gathering of the ocean waters“, zu Deutsch „die Versammlung der Meereswasser“ bedeuten könne.
Der moderne Beiname der Insel Molokaʻ ist The Friendly Isle, Deutsch „Die Freundliche Insel“. Dieser Spitzname ist seit Jahrzehnten etabliert und wird in Tourismusmaterialien, offiziellen Hawaii-Quellen und lokalen Beschreibungen am häufigsten verwendet. Er spiegelt die herzliche, entspannte und gemeindeorientierte Atmosphäre wider, die von den Einwohnern ausgeht – trotz (oder gerade wegen) der geringen touristischen hEntwicklung. Zusätzlich wird Molokaʻi oft als The Most Hawaiian Island, „die hawaiianischste Insel“, bezeichnet, da hier der höchste Anteil an Native Hawaiians lebt (über 60 % der Bevölkerung haben hawaiianische Vorfahren) und Traditionen stark gepflegt werden.

- international: Molokai
- Amharisch: ሞሎካይ [Molokay]
- arabisch: مولوکای [Mūlūkāy], مولوكاي [Mūlūkāy]
- armenisch: Մոլոկայ [Molokay]
- bengalisch: মোলোকাই [Molokāi]
- birmanisch: မိုလိုကိုင် [Molokaiṅ]
- bulgarisch: Молокай [Molokaj]
- chinesisch: 莫洛凯 [Mòluòkǎi]
- georgisch: მოლოკაი [Molokai]
- griechisch: Μολοκάι [Molokái]
- gudscheratisch: મોલોકાઇ [Molokāi]
- hawaiianisch: Molokai, Moloka‘i
- hebräisch: מולוקאי [Molokay]
- hindi: मोलोकाई [Molokāī]
- japanisch: モロカイ [Morokai]
- kambodschanisch: ម៉ូឡូកៃ [Moluokai]
- kanaresisch: ಮೊಲೊಕೈ [Molokai]
- kasachisch: Молокай [Molokay]
- koreanisch: 몰로카이 [Mollokai]
- laotisch: ໂມໂລກາຍ [Mōlōkāi]
- lateinisch: Molocai
- litauisch: Molokajus
- makedonisch: Молокаи [Molokai]
- malayalam: മോലോകായി [Mōlōkāyi]
- maldivisch: މޯލޯކައި [Mōlōkaï]
- marathisch: मोलोकाई [Molokāī]
- nepalesisch: मोलोकाई [Molokāī]
- orissisch: ମୋଲୋକାଇ [Molokāi]
- pandschabisch: ਮੋਲੋਕਾਈ [Molokāī]
- paschtunisch: مولوکای [Mūlūkāy]
- persisch: مولوکایی [Mūlūkāyī]
- russisch: Молокаи [Molokai]
- serbisch: Молокај [Molokaj]
- singhalesisch: මොලොකායි [Molokāyi]
- tahitianisch: Morota’i, Molota‘i
- tamilisch: மொலோகாய் [Molokāy]
- telugu: మొలొకాయి [Molokāyi]
- thai: โมโลไก [Mōlōkai]
- tibetisch: མོ་ལོ་ཀའི [Mo lo ka'i]
- ukrainisch: Молокай [Molokay]
- urdu: مولوکائی [Mūlūkāī]
- weißrussisch: Малакой [Malakoj] oder Молокаі [Molokai]
Offizieller Name: Molokai
- Bezeichnung der Bewohner: Molokaians (Molokaier)
- adjektivisch: molokian (molokianisch)
Kürzel:
- Code: ML / MOL
- Kfz: -
- ISO-Code: US.HW.ML
Lage
Molokai liegt im Zentrum der Hawaii-Inseln, nordöstlich von Maui, auf durchschnittlich 21°08‘ n.B. und 157°02‘ w.L..

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 21°13‘35“ n.B. (Ilio Point)
- südlichster Punkt: 21°02‘47“ n.B. (Kamalo Harbor)
- östlichster Punkt: 156°42‘35“ w.L. (Cape Halawa)
- westlichster Punkt: 157°18‘46“ w.L. (Laau Point)
Entfernungen:
- Maui 14 km
- Lanai 14,5 km
- Oahu 41 km
- Kahoolawe 57 km
- Honolulu 61 km
- Hawaii 132 km
- Kauai 230 km
- Niihau 301 km
- Big Sur / Kalifornien 3769 km
- Tahiti 4360 km
Zeitzone
Auf Molokai gilt die Hawaii-Aleutian Standard Time (Hawaii-Aleutische Standard-Zeit), abgekürzt HAST (HASZ), 11 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC-10). Zwischen April und Oktober gilt die Hawaii Daylight Time (Hawaiische Sommerzeit), kurz HDT (HSZ). Die Realzeit liegt um 10 Stunden und 26 bis 30 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).
Fläche
Molokai hat eine Fläche von 673,4 km² bzw. 260 mi². Die Insel von West nach Ost ist 62,4 km lang und bis zu 16,0 km breit. Die Küstenlänge beträgt 171 km bei einem maximalen Tidenhub von 0,8 bis 1,0 m, bei Kaunakakai 0,83 m, bei Kalaupapa 0,8 m. Höchster Gipfel ist der Mauna Kamakou mit 1512 m. Die mittlere Seehöhe beträgt laut Digital Elevation Models 66 m.
Geologie
Molokai entstand durch den Aufbau zweier großer Schildvulkane über dem pazifischen Hotspot: dem East Molokai Volcano (auch Wailau genannt), der den östlichen Teil der Insel bildet, und dem West Molokai Volcano (auch Mauna Loa genannt), der den westlichen Teil umfasst. Beide Vulkane sind erloschen und gehörten einst zur größeren Landmasse Maui Nui, die Molokaʻi mit Lānaʻi, Maui und Kahoʻolawe verband, bevor Subsidenz und Erosion sie trennten.
Der West Molokai Volcano ist der ältere und niedrigere der beiden, mit einer Maximalhöhe von etwa 421 Metern. Er entstand in der Pliocän- und frühen Pleistozän-Zeit durch tholeiitische Basaltlava entlang zweier Riftzonen. Die Aktivität endete vor rund 1,8 Millionen Jahren, und Teile seines Flanks wurden später von Laven des East Molokai überlagert.
Der dominierende East Molokai Volcano bildet die östlichen zwei Drittel der Insel und erreichte einst eine viel größere Ausdehnung. Sein Schildstadium dauerte von etwa 2 bis 1,5 Millionen Jahren, gefolgt von einem Post-Schild-Stadium bis etwa 1,3 Millionen Jahre. Der höchste Punkt ist der Kamakou mit 1.512 Metern. Eine große Caldera existierte nahe dem Gipfel, deren Komplex heute durch Erosion freigelegt ist.
Das markanteste geologische Ereignis war der katastrophale Wailau-Landslide vor etwa 1,4 bis 1,5 Millionen Jahren. Der nördliche Teil des East Molokai Volcano brach abrupt ab und rutschte als gigantische Trümmermasse ins Meer, wobei Material bis zu 190 Kilometer weit verteilt wurde. Dieses Ereignis erzeugte einen Megatsunami und formte die heute spektakulären Nordküstenklippen, die zu den höchsten See-Klippen der Welt gehören (bis zu 1.100 Meter hoch, oft als die höchsten gilt). Nach dem Kollaps folgte eine Erneuerungsphase: Vor etwa 570.000 bis 350.000 Jahren bildete sich der kleine Kalaupapa-Schildvulkan, der die flache Halbinsel Kalaupapa am Fuß der Klippen aufbaute.
Erosion spielte eine entscheidende Rolle in der Gestaltung der Insel. Auf dem feuchteren Ostteil schnitten Flüsse tiefe, amphitheaterförmige Täler wie das Halawa Valley ein, während der trockenere Westen weniger erodiert ist. An der Südküste entstand durch Sedimentation und Korallenwachstum eines der längsten Saumriffe Hawaiis (über 40 Kilometer).
Landschaft
Molokaʻi zeichnet sich durch eine außergewöhnlich ursprüngliche und kontrastreiche Landschaft aus, die stark vom geringen Massentourismus geprägt ist. Die Insel wird von zwei großen vulkanischen Gebirgszügen dominiert. Im Osten erhebt sich das feuchte Hochland mit üppig grünen Tälern, dichten Regenwäldern und zahlreichen Wasserfällen. Diese Region gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten Hawaiis und wird von tief eingeschnittenen Tälern durchzogen, die sich steil bis zur Küste hin öffnen. Besonders markant sind die gewaltigen Meeresklippen an der Nordküste, die zu den höchsten der Welt zählen und der Insel ein dramatisches Erscheinungsbild verleihen.
Der Westen Molokaʻis präsentiert sich dagegen deutlich trockener und flacher. Hier dominieren weite Ebenen, niedrige Hügel und eine eher karge Vegetation, die an Savannenlandschaften erinnert. Diese Gegensätze zwischen dem grünen, feuchten Osten und dem trockenen Westen prägen das Landschaftsbild der Insel. Entlang der Südküste erstrecken sich flache Küstenebenen mit langen Sandstränden, Korallenriffen und ruhigen Lagunen, die traditionell für Fischerei und Landwirtschaft genutzt wurden.
Das Inselinnere verbindet diese unterschiedlichen Landschaftsräume mit sanften Höhenzügen, Weideflächen und landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Insgesamt wirkt Molokaʻi weitgehend unberührt und naturbelassen.
Erhebungen
- Mauna Kamakou 1512 m
- Oluku’i 1403 m
- Kaunuohua 1379 m
- Paku’i 1321 m
- Pepe‘opae 1310 m
- Pu’uali’i 1284 m
- Lehu’ula 1247 m
- Hanalilolilo 1237 m
- Pohaku’ula’ula 1206 m
- Pu‘uhaha 1130 m
- Kaulahuki 1128 m
- Ohi’alele 1066 m
- Mo’oloa 1063 m
- Pa’umakali’ili‘i 1002 m
- Kauluahauoni 991 m
| Insel | Fläche (km²) | Höhe (m) | Koordinaten |
| Moloka‘i | 673,4 | 1512 | 21° 08′ N, 157° 02′ W |
| Huelo | 0,01 | 61 | 21° 10′ N, 156° 55′ W |
| Kanahā | 0,005 | 30 | 21° 08′ N, 156° 42′ W |
| Mōkapu | 0,04 | 110 | 21° 11′ N, 156° 55′ W |
| Mokohola | 21° 10′ N, 156° 53′ W | ||
| Mokuhoʻoniki | 0,044 | 65 | 21° 08′ N, 156° 42′ W |
| Mokumanu | 0,01 | 45 | 21° 10′ N, 156° 53′ W |
| Okala | 0,008 | 120 | 21° 10′ N, 156° 56′ W |
| Pāʻūonuʻakea | 0,003 | 15 | 21° 10′ N, 156° 54′ W |
Flora und Fauna
Molokais Flora umfasst endemische Arten wie den gefährdeten Silberschwert (Argyroxiphium), einheimische Hibiskusblüten, Kokospalmen sowie diverse Farn- und Orchideenarten in den Regenwäldern des Kamakou-Gebirges und Halawa-Tals. Die Fauna zeichnet sich durch seltene Vögel wie den kritisch gefährdeten ʻĀmaui (Myadestes lanaiensis), tropische Rifffische, Grüne Meeresschildkröten sowie invasive Arten wie Geckos und Kröten aus, ergänzt durch Wale und Delfine in den Küstengewässern.
Flora
Molokaʻi beherbergt eine der höchsten Konzentrationen nativer hawaiianischer Pflanzenarten im Archipel, insbesondere in den feuchten Bergwäldern des Ostens. Aufgrund der isolierten Lage und vielfältigen Habitate – von trockenen Küstendünen über mesische Wälder bis zu montanen Regenwäldern und Mooren – weist die Insel einen hohen Grad an Endemismus auf. Etwa 90 % der hawaiianischen Gefäßpflanzen sind endemisch, und Molokaʻi trägt einen bedeutenden Anteil daran bei, mit über 250 nativen Arten allein im Kamakou Preserve.
Der dominierende Baum in den höheren Lagen ist der ʻŌhiʻa lehua (Metrosideros polymorpha), der das Rückgrat der feuchten Wälder bildet und Nektar für Vögel liefert. Begleitet wird er von Koa (Acacia koa), einem wertvollen Holzbaum, sowie zahlreichen Farnen, Moosen und Zwergformen in den Hochmooren wie dem Pepeʻōpae Bog. Typische endemische oder seltene Arten umfassen Unterarten des Māʻohiʻohi (Hibiscus brackenridgei subsp. molokaiana), verschiedene Bidens-Arten (zum Beispiel Bidens wiebkei), Dubautia-Hybriden, Clermontia- und Cyanea-Arten (Lobelieen mit röhrenförmigen Blüten) sowie seltene Farne wie Diplazium molokaiense. In den trockeneren West- und Küstenbereichen wachsen indigene Arten wie Naupaka (Scaevola spp.), ʻAʻaliʻi (Dodonaea viscosa) und Pōhinahina (Vitex rotundifolia).
Viele dieser Pflanzen sind durch invasive Arten (unter anderem Strawberry Guava, Axis-Hirsche und Schweine), Habitatverlust und Klimawandel bedroht. Schutzgebiete wie das Kamakou- und Pelekunu-Preserve der Nature Conservancy sowie der Molokaʻi Forest Reserve spielen eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung dieser einzigartigen Flora, die oft nur in unzugänglichen Tälern und auf Plateaus überlebt.
Fauna
Die Fauna Molokaʻis ist geprägt von einer hohen Endemismus-Rate, insbesondere bei Vögeln und Wirbellosen, doch viele Arten sind stark bedroht oder bereits ausgestorben. Vor der menschlichen Besiedlung gab es keine landlebenden Säugetiere außer der Hawaiischen Fledermaus (ʻŌpeʻapeʻa, Lasiurus semotus), die noch heute in Wäldern vorkommt. Endemische Landvögel dominierten die Wälder, doch durch eingeführte Prädatoren (Ratten, Katzen, Mungos), Habitatzerstörung und vor allem vogelübertragene Krankheiten wie Aviäre Malaria haben massive Verluste eingesetzt.
Zu den verbliebenen nativen Vögeln gehören Hawaiian Honeycreepers wie der seltene ʻIʻiwi (Drepanis coccinea), der in höheren Lagen noch vorkommt, sowie ʻApapane und ʻAmakihi. Der Olomaʻo (Myadestes lanaiensis), ein Drosselartiger, gilt als möglicherweise ausgestorben (letzte sichere Sichtung 1980), ebenso der Kākāwahie (Molokaʻi Creeper, Paroreomyza flammea, letzte Sichtung 1963). Andere Arten wie der Hawaiische Falke (ʻIo) oder die Nēnē-Gans kommen vor, letztere durch Wiederansiedlung. Küstenvögel umfassen den Hawaiischen Mönchsrobbe (Monachus schauinslandi), eine bedrohte endemische Robbenart, die an Stränden ruht.
Die Invertebratenfauna ist besonders artenreich: Tausende endemische Insekten, Schnecken (zum Beispiel Achatinellinae-Baumschnecken) und Spinnen bevölkern die Wälder, oft spezialisiert auf native Pflanzen. In den unzugänglichen Tälern wie Pelekunu finden sich intakte Populationen seltener Schnecken und Fliegen. Marine Fauna rund um die Insel umfasst Korallenriffe mit endemischen Fischen, doch der Fokus liegt auf terrestrischen Arten.
Naturschutz
Molokaʻi beherbergt einige der am besten erhaltenen nativen Ökosysteme Hawaiis, mit einem starken Fokus auf den Schutz von Regenwäldern, Küstendünen, Feuchtgebieten und Watersheds. Die ruind 130 km² bzw. 50 mi² umfassenden Schutzgebiete werden hauptsächlich von der staatlichen Division of Forestry and Wildlife (DOFAW) des Department of Land and Natural Resources (DLNR), The Nature Conservancy (TNC) sowie dem National Park Service verwaltet. Viele dieser Areas sind Teil des Natural Area Reserves System (NARS) oder gehören zu Partnerschaften wie der East Molokai Watershed Partnership, die den Wasserschutz und die Bekämpfung invasiver Arten priorisieren.
Das größte staatliche Schutzgebiet ist der Molokaʻi Forest Reserve, der sich über mehrere nicht zusammenhängende Flächen im Osten der Insel erstreckt und insgesamt rund 11.690 Acres (47,3 km²) umfasst. Er wurde 1912 eingerichtet, um die Bergwälder und damit die Wasserversorgung zu schützen. Die Ökosysteme reichen von trockenen westlichen Abschnitten mit Zugangsmöglichkeiten bis zu feuchten, bergigen östlichen Teilen mit hochwertigen nativen Wäldern. Hier sind Jagd und Wandern erlaubt, allerdings nur in zugänglichen Bereichen.
Im Natural Area Reserves System gibt es auf Molokaʻi zwei besonders geschützte Gebiete: Puʻu Aliʻi Natural Area Reserve und Olokuʻi Natural Area Reserve. Diese liegen in den nördlichen Bergen und auf dem Olokuʻi-Plateau und dienen dem Schutz seltener endemischer Arten, feuchter Summit-Plateaus und unberührter Küstenabschnitte. Sie sind extrem abgelegen und nur schwer zugänglich, um die empfindlichen Ökosysteme zu bewahren.
The Nature Conservancy betreibt mehrere Preserves, die zu den ökologisch wertvollsten der Insel gehören. Das Kamakou Preserve umfasst etwa 2.774 Acres montanen Regenwalds am höchsten Punkt der Insel (Kamakou) und schützt über 250 native Pflanzenarten sowie seltene Vögel. Es ist bekannt für den Pepeʻōpae Bog, ein uraltes Moor, und bietet begrenzten Zugang über einen Boardwalk-Trail (vorherige Anmeldung erforderlich). Das Pelekunu Preserve liegt an der rauen Nordküste mit den höchsten Seeklippen der Welt und ist fast unzugänglich, um das intakte Tal zu erhalten. Das Moʻomomi Preserve an der Nordwestküste schützt eines der letzten intakten Küstendünen-Ökosysteme der Hauptinseln mit seltenen Pflanzen und potenziellen Brutplätzen für bedrohte Arten wie die Hawaiische Mönchsrobbe.
Weitere wichtige Gebiete sind der Kalaupapa National Historical Park an der Nordküste, der neben seiner historischen Bedeutung (ehemalige Leprakolonie) auch natürliche Ressourcen schützt, sowie kleinere private oder partnerschaftliche Areas wie das Mokio Preserve des Molokai Land Trust.
Klima
Das Klima von Molokaʻi ist ganzjährig warm und wird stark von den nordöstlichen Passatwinden geprägt. Nach der Köppen-Klimaklassifikation weist die Insel mehrere Klimazonen auf, die sich aus der ausgeprägten Topografie ergeben. Die trockeneren Küsten- und Tieflandbereiche, vor allem im Westen und entlang der Südküste, gehören überwiegend zum tropischen Savannenklima (Aw) mit geringen Niederschlägen und ausgeprägten Trockenphasen.
Der östliche Teil Molokaʻis und das dortige Hochland liegen hingegen im Einfluss feuchter Passatwinde und weisen Übergänge zum tropischen Regenwaldklima (Af) sowie zum monsunalen Tropenklima (Am) auf. Hier fallen deutlich höhere Niederschlagsmengen, die eine üppige Vegetation mit Regenwäldern, Tälern und Wasserfällen ermöglichen.
Die Temperaturen bewegen sich das ganze Jahr über meist zwischen 23 und 29 Grad Celsius, mit nur geringen jahreszeitlichen Schwankungen. In den höher gelegenen Regionen ist es etwas kühler, während die Küstengebiete ganzjährig warm bleiben. Die regenreichere Jahreszeit liegt überwiegend zwischen November und März, doch auch außerhalb dieser Monate treten lokale Schauer auf, besonders im Osten der Insel.
Mythologie
Die Insel wird oft als Molokaʻi Nui a Hina bezeichnet – „Großes Molokaʻi, Kind der Hina“. Die Göttin Hina, Mondgöttin, Schutzherrin des Webens, der Fruchtbarkeit und der Frauen, gilt als Mutter der Insel. In der Schöpfungslegende wurde Molokaʻi von Hina und dem Himmelsgott Wākea geboren. Diese göttliche Herkunft verleiht der Insel eine sanfte, schutzbedürftige Aura, als wäre sie ein Kind, das besondere Fürsorge braucht.
Ein zentraler Mythos erzählt vom Konflikt zwischen der Feuergöttin Pele und dem Schweinegott Kamapuaʻa, einem mächtigen, halbgöttlichen Krieger, der sich in ein wildes Schwein verwandeln konnte. Pele, die von Kahiki (einem mythischen Ursprungsland, oft mit Tahiti assoziiert) kam, suchte eine neue Heimat für ihre Vulkane und traf auf Molokaʻi auf erbitterten Widerstand von Kamapuaʻa, der die üppigen, regnerischen Wälder und die Fruchtbarkeit repräsentierte. Ihr Kampf symbolisiert den ewigen Gegensatz zwischen Feuer und Wasser, Lava und Vegetation. Am Ende teilten sie die Insel: Der trockene Westen fiel Pele zu, der feuchte, grüne Osten Kamapuaʻa. Diese Legende erklärt die stark kontrastierende Topografie Molokaʻis – den ariden Westen und den regenreichen Osten.
Molokaʻi ist auch eng mit den Menehune verbunden, mythischen kleinen Wesen, die als geschickte Baumeister galten und nachts arbeiteten. Sie sollen zahlreiche alte Fischteiche (loko iʻa), Bewässerungskanäle und Steinstrukturen wie Heiaus (Tempel) errichtet haben, darunter angeblich Anlagen im Halawa Valley. Die Menehune verschwinden bei Sonnenaufgang und meiden den Kontakt mit Menschen.
Ein weiterer bekannter Beiname ist Molokaʻi Pule Oʻo – „Molokaʻi der mächtigen Gebete“. Der Legende nach drohten in alter Zeit Krieger von anderen Inseln einzufallen. Die Kahuna (Priester) und das gesamte Volk vereinten sich in intensiven Gebeten und Chantings. Durch diese spirituelle Kraft (mana) entfesselte sich ein gewaltiger Sturm, der die Invasoren abwehrte und die Insel rettete.
Nicht zu vergessen sind die Huakaʻi pō, die „Nachtmarschierer“ – geisterhafte Prozessionen verstorbener Aliʻi (Häuptlinge) und Krieger, die nachts mit Fackeln, Trommeln und Gesängen durch Täler und über alte Pfade ziehen. Auf Molokaʻi werden sie besonders im Halawa Valley oder in abgelegenen Bergregionen gesichtet. Wer ihnen begegnet, muss sich respektvoll niederlegen, den Blick senken und keinen Laut von sich geben, um nicht von den Geistern mitgerissen zu werden.
Geschichte
Im Jahre 1795 unterwarf König Kamehameha I. sich die Insel in einer blutigen Schlacht. In späteren Jahren mussten die Inselbewohner in harter Fronarbeit für den König die Sandelholzwälder fällen und diese dann auf die Schiffe transportieren. 1866 wurde die abgelegene Halbinsel Kalaupapa zur Quarantänestation für Leprakranke erklärt. Dieses vom Rest der Insel schwer erreichbare Gebiet bildete später das Kalawao County. Der belgische Missionar Pater Damian de Veuster kümmerte sich hingebungsvoll um die Ausgestoßenen, bis er 1889 selbst an Lepra starb. Der Missionar, der 2009 heiliggesprochen wurde, wird heute noch von den Einheimischen verehrt.
Auf der Insel starb auch der damals 52-jährige Polynesier Keanu an einer tödlichen Leprainfektion durch den deutsch-englischen Dermatologen Eduard Arning. Arning hatte Keanu am 28. September 1884 infiziert, um den Nachweis der Ansteckung, der ihm schon in Tierversuchen gelungen war, auch an gesunden Menschen zu erbringen. Am 22. Mai 1889 besuchte der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson die Leprastation und berichtete darüber in einem Brief an seine Ehefrau.
Durch big grandma Kailiʻohe Kamaʻekua (1816 bis 1931) von der Insel Molokaʻi wurden Beschreibungen aus dem Alltagsleben der alten Hawaiier gegeben. Sie erhielt seinerzeit von der dortigen Prophetin Makaweliweli den Ehrennamen Kiha Wahine Lulu o na Moku („Gesegnete bzw. Heilige Frau – Wächter der Inseln“). Hafenanlagen und die Ruine einer Zuckerrohrfabrik zeugen von der jüngeren Geschichte.
Polynesische Zeit
Die Besiedlung der hawaiianischen Inseln, einschließlich Molokaʻi, begann mit polynesischen Seefahrern aus den südlichen Pazifikinseln (vermutlich Marquesas oder Gesellschaftsinseln) zwischen etwa 940 und 1200, wobei frühere Schätzungen auf 600 bis 650 hindeuten. Diese Siedler erreichten die Inseln in doppelrümpfigen Kanus und brachten Pflanzen wie Taro (Kalo), Süßkartoffeln, Bananen und Kokosnüsse sowie Tiere mit, um eine nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen. Eine der ältesten bekannten Siedlungen auf Molokaʻi befand sich im Halawa Valley am östlichen Ende der Insel, wo archäologische Funde auf intensive Taro-Anbau, Fischerei und frühe Gemeinschaften hinweisen. Die polynesische Gesellschaft auf Molokaʻi war streng hierarchisch organisiert: Aliʻi (Häuptlinge), Kahuna (Priester), Makaʻāinana (Gemeine) und Kauwā (niedrigste Klasse) lebten unter dem Kapu-System (Tabus), das soziale Ordnung, Ressourcennutzung und Verhalten regelte. Die Religion war polytheistisch, mit Göttern wie Kāne, Kū, Lono und Kanaloa, sowie ʻAumākua (Familiengeistern). Land wurde in Ahupuaʻa unterteilt – von den Bergen bis zum Meer reichende Streifen, die von Konohiki (Landverwaltern) verwaltet wurden, um Ressourcen wie Wasser, Fisch und Wald nachhaltig zu nutzen. Werte wie Aloha (Respekt), Laulima (Zusammenarbeit) und Mālama (Pflege) prägten das Leben.
Bis zum 18. Jahrhundert war Molokaʻi ein unabhängiges Chiefdom mit eigenen Aliʻi nui (Hohen Häuptlingen), die von mythischen Vorfahren abstammten. Die Insel war bekannt für ihre mächtigen Kahuna und Propheten, wie Lanikaula im 16. Jahrhundert, dessen spirituelle Kraft (Mana) und Zauberei Pilger aus dem gesamten Archipel anzog. Aufgrund begrenzter Ressourcen und Größe war Molokaʻi oft von mächtigeren Nachbarinseln abhängig oder Ziel von Invasionen. Im 17. und 18. Jahrhundert litt die Insel unter Kriegen: Zuerst eroberte Oʻahu Teile, dann teilten Krieger von Maui (unter Kahekili II) und Hawaiʻi Island die Kontrolle um 1785. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts fiel Molokaʻi vollständig unter Mauis Herrschaft, als Kahekili II ein Reich schuf, das Maui, Lānaʻi, Molokaʻi und Oʻahu umfasste. Der erste dokumentierte europäische Kontakt mit Hawaii erfolgte 1778 durch Captain James Cook, der Kauai, Maui und Hawaiʻi Island ansteuerte; Molokaʻi wurde 1786 von Captain George Dixon gesichtet. Diese Kontakte brachten Krankheiten wie Syphilis ein, die die Bevölkerung dezimierten.
Um 1795 markierte die Vereinigung unter Kamehameha I (dem Großen) eine Wende. Nach der Eroberung von Hawaiʻi Island griff er Maui an (Schlacht von ʻĪao Valley) und nahm Molokaʻi größtenteils kampflos ein, oft durch Verhandlungen mit lokalen Häuptlingen in Kaunakakai. Bis 1810 vereinigte Kamehameha alle Hauptinseln (außer Kauai, das friedlich beitrat), wodurch Molokaʻi Teil des neuen Königreichs Hawaii wurde.
Königreich Hawaii
Das Königreich Hawaii, gegründet 1795 unter Kamehameha I, war eine zentralisierte Monarchie mit westlichen Einflüssen durch europäische Berater und Waffen. Kamehameha I regierte bis 1819 und etablierte Gesetze, Handel und die Residenz in Lahaina. Sein Nachfolger Kamehameha II (Liholiho) und Co-Regentin Kaʻahumanu brachen 1819 das Kapu-System (ʻAi Noa), zerstörten Tempel (Heiau) und öffneten das Land für Missionare, die 1820 eintrafen und das Christentum verbreiteten. Kamehameha III (Kauikeaouli, 1825 bis 1854) erließ 1840 die erste Verfassung, führte das Great Māhele (1848) ein, das Land私有isierte, und wehrte ausländische Bedrohungen ab (konkret speziell britische Okkupation 1843). Die Bevölkerung der Ureinwohner sank dramatisch von ca. 300.000 (vor 1778) auf 37.000 bis 1900 durch Krankheiten.
Kamehameha IV (Alexander Liholiho, 1855 bis 1863) und Kamehameha V (Lot Kapuāiwa, 1863 bis 1872) fokussierten auf Gesundheit und Unabhängigkeit; Kamehameha V führte 1864 eine neue Verfassung ein und machte Molokaʻi 1866 zur Leprakolonie (Kalaupapa), um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Nach seinem Tod folgte Lunalilo (1873/74), dann Kalākaua (1874 bis 1891), der den Reciprocity Treaty (1875) mit den USA unterzeichnete, der Zuckerzölle abschaffte, aber Pearl Harbor an die USA abtrat. Die 1887 erzwungene Bayonet-Verfassung reduzierte die monarchische Macht, entmachtete viele Hawaiianer und begünstigte Ausländer.
Queen Liliʻuokalani (1891 bis 1893) versuchte 1893 eine neue Verfassung, um die Macht wiederherzustellen, was zu einem Putsch am 17. Januar 1893 durch das Committee of Safety (meist US-Bürger und Europäer, unterstützt von US-Marines) führte. Sie wurde abgesetzt, und die Republik Hawaii wurde 1894 ausgerufen. Amid des Spanisch-Amerikanischen Kriegs annexierten die USA Hawaii 1898 durch die Newlands Resolution, unterzeichnet von Präsident McKinley, um Pearl Harbor strategisch zu sichern. Dies markierte das Ende der Unabhängigkeit; Hawaii wurde Territorium der USA. Molokaʻi blieb während des Königreichs eine ländliche Insel mit starker hawaiianischer Tradition, die durch die Leprakolonie und wirtschaftliche Abhängigkeit geprägt war.
Amerikanische Territorialzeit
Nach der Annexion Hawaiis durch die USA im Juli 1898 wurde die ehemalige Republik Hawaii zu einem US-Territorium umgewandelt. Die Annexion erfolgte durch die Newlands Resolution, die vom Kongress am 4. Juli 1898 verabschiedet und von Präsident William McKinley unterzeichnet wurde, vor dem Hintergrund des Spanisch-Amerikanischen Kriegs und der strategischen Bedeutung von Pearl Harbor. Molokaʻi, als eine der kleineren Inseln, blieb zunächst wirtschaftlich und administrativ abhängig von den Entwicklungen auf den größeren Inseln wie Oʻahu und Maui. Die Insel war Teil des neuen Territoriums und unterstand der US-Regierung, die einen Gouverneur ernannte. Sanford B. Dole, ehemaliger Präsident der Republik Hawaii, wurde der erste territoriale Gouverneur.
Der Organic Act von 1900 etablierte die formelle Regierungsstruktur des Territoriums Hawaii und integrierte es in das US-Rechtssystem. Er gewährte US-Bürgerrechte an die Bewohner (mit Einschränkungen für Asiaten aufgrund rassistischer Einwanderungsgesetze) und schuf eine territoriale Legislative mit gewähltem Senat und Repräsentantenhaus, die jedoch vom US-Kongress überstimmt werden konnte. Auf Molokaʻi hatte dies direkte Auswirkungen: Die Insel wurde administrativ Maui County zugeordnet (außer der Kalaupapa-Halbinsel, die als separater Kalawao County blieb), und die Landverteilung aus der Māhele-Ära wurde fortgesetzt, was große Plantagenbesitzer begünstigte. Die Wirtschaft boomte durch den Zucker- und Ananasanbau; auf Molokaʻi entstanden große Plantagen wie die von der American Factors Company, die Tausende Hektar für Ananas nutzten. Dies zog Immigranten an, darunter Japaner, Filipinos, Portugiesen und Chinesen, die als Kontraktarbeiter auf den Feldern schuften mussten. Die Bevölkerung Molokaʻis stieg von etwa 2.500 im Jahr 1900 auf über 5.000 in den 1920er Jahren, getrieben durch diese Arbeitsmigration.
Die Leprakolonie in Kalaupapa, die bereits 1866 unter dem Königreich eingerichtet worden war, wurde unter US-Verwaltung fortgeführt und ausgebaut. Das Board of Health des Territoriums isolierte Betroffene (meist Hawaiianer) auf der abgelegenen Halbinsel, wo sie unter strengen Quarantänebedingungen lebten. Vater Damien (später heiliggesprochen) und Schwester Marianne Cope leiteten die Pflege; bis 1949 wurden über 8.000 Menschen dorthin deportiert. Die Kolonie symbolisierte die sozialen Herausforderungen des Territoriums, einschließlich Diskriminierung und medizinischer Fortschritte (Sulfa-Medikamente ab den 1940er Jahren machten Lepra heilbar). Molokaʻi blieb ansonsten ländlich und isoliert, mit begrenzter Infrastruktur – der erste Flughafen (Hoʻolehua Airport) entstand erst in den 1920er Jahren.
In den 1920er und 1930er Jahren wuchs der Einfluss der "Big Five" – fünf mächtige Unternehmen (zum Beispiel Alexander & Baldwin, C. Brewer), die Plantagen, Banken und Handel kontrollierten. Auf Molokaʻi dominierten Ananasplantagen die Westseite, was zu Arbeitskämpfen führte, wie Streiks japanischer Arbeiter 1924. Die Große Depression traf die Insel hart, mit Schließungen von Farmen und Abwanderung. Politisch gab es Spannungen: Hawaiianer und Asiaten kämpften für mehr Rechte; der Massie-Fall 1931 (ein Mordprozess mit rassistischen Untertönen) unterstrich die Ungleichheiten.
Der Zweite Weltkrieg veränderte Hawaii dramatisch. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 wurde das Territorium unter Martial Law gestellt (bis 1944), mit Zensur, Rationierung und Militärregierung. Auf Molokaʻi dienten Teile der Insel als Trainingsgelände für US-Truppen; die Nordküste wurde bombardiert, um Klippenkriegsführung zu üben. Viele Einwohner, einschließlich japanischstämmiger, wurden interniert oder überwacht, obwohl Hawaii die massenhafte Internierung wie auf dem Festland vermied. Der Krieg steigerte die Wirtschaft durch Militärausgaben, aber auch die Abhängigkeit von den USA.
Moderne Zeit
Nach dem Krieg wuchs die Statehood-Bewegung. Hawaiianer und Immigranten-Nachkommen (viele nun US-Bürger) forderten volle Rechte, einschließlich Wahlrecht für Kongressabgeordnete. John A. Burns, ein einflussreicher Politiker, führte die Kampagne; 1946 wurde der erste asiatischstämmige Delegierte (Daniel Inouye) gewählt. Opposition kam aus dem Süden der USA (Rassismus gegen Asiaten) und von einigen Hawaiianern, die Souveränität forderten. Ein Plebiszit 1940 ergab 67 % für Statehood; weitere Abstimmungen folgten.
Der Hawaii Admission Act wurde am 18. März 1959 vom Kongress verabschiedet und von Präsident Eisenhower unterzeichnet. Am 21. August 1959 wurde Hawaii offiziell der 50. Bundesstaat. Für Molokaʻi bedeutete dies bessere Infrastruktur (zum Beispiel die Erweiterung des Flughafens), aber auch anhaltende Kämpfe um Landrechte und kulturelle Erhaltung, da Plantagen schlossen und Tourismus zunahm. Die Insel behielt ihren ruhigen Charakter, mit Fokus auf Subsistenzlandwirtschaft und dem Erhalt der Leprakolonie (heute National Historical Park).
Nach dem Erreichen der Bundesstaatlichkeit erlebte das Archipel einen wirtschaftlichen Aufschwung durch Tourismus, Militärausbau und Landwirtschaft, doch Molokaʻi blieb als eine der kleinsten und am wenigsten entwickelten Inseln größtenteils abseits des Massentourismus. Die Insel profitierte zunächst von der Ananasindustrie, die in den 1960er und 1970er Jahren ihren Höhepunkt erreichte; große Plantagen wie die von Dole und Del Monte beschäftigten Tausende und machten Molokaʻi zu einem der weltweit größten Ananasproduzenten. Der Tourismus setzte zögerlich ein: 1968 bildete Louisiana Land & Exploration eine Joint Venture mit der Molokaʻi Ranch, die zur Gründung der Kaluakoi Corporation führte, und 1977 eröffnete das Kaluakoi Hotel & Golf Resort an der Westküste, das erste große Resort der Insel. Dies brachte Jobs, aber auch Bedenken hinsichtlich kultureller Verdrängung und Umweltschäden. Die Bevölkerung wuchs von etwa 5.000 in den 1950er Jahren auf über 6.000 in den 1980er Jahren, getrieben durch Zuzug von Festlandsarbeitern und Rückkehrer.
Die 1970er Jahre markierten die Hawaiian Renaissance, eine kulturelle Wiederbelebung, die auch Molokaʻi stark prägte. Native Hawaiianer forderten die Rückgabe von Land (z. B. durch das Hawaiian Homelands Program) und die Revitalisierung von Sprache, Hula, Navigation und Traditionen. Auf Molokaʻi, wo über 60 % der Bevölkerung hawaiianischer Abstammung sind, entstanden Initiativen wie die Erhaltung alter Fischteiche (loko iʻa) und Heiaus. Die Leprakolonie in Kalaupapa, die seit 1866 existierte, wurde 1980 zum Kalaupapa National Historical Park erklärt, um die Geschichte der über 8.000 Exilierten zu ehren; die Quarantäne endete offiziell 1969, doch viele Bewohner blieben freiwillig. In den 1980er Jahren schlossen erste Plantagen aufgrund globaler Konkurrenz, was zu Arbeitslosigkeit führte und die Insel zwang, alternative Einnahmequellen zu suchen.
Die 1990er und 2000er Jahre waren geprägt von wirtschaftlichen Umbrüchen und Landkonflikten. Die Ananasproduktion endete 2007 mit der Schließung der letzten Dole-Plantage, was Hunderte Jobs kostete und zu Abwanderung beitrug. Die Molokaʻi Ranch, die seit 1848 existierte und große Teile der Westseite kontrollierte, wurde Schauplatz intensiver Debatten: 2006 plante der Eigentümer Brierly Hill ein Luxusresort mit Villen, was zu massiven Protesten der Gemeinde führte, die Wassermangel und Umweltschäden befürchtete. Die Ranch schloss 2008 vorübergehend, entließ 120 Arbeiter und sperrte Wege zu, was die Insel teilte. Im Jahr 2017 kaufte die Singapore-based Brierly Hill die Ranch zurück, und 2021 wurde ein Deal mit dem Staat Hawaii geschlossen, der 26.200 Acres (ca. 10.600 Hektar) für Naturschutz sicherte, während der Rest für nachhaltige Landwirtschaft genutzt werden soll. Der Tourismus blieb klein: Das Kaluakoi Resort schloss 2008, und Molokaʻi positionierte sich als Ökotourismus-Destination mit Fokus auf Wandern, Paddeln und kulturelle Erlebnisse wie das Molokaʻi Hoe Kanurennen.
In den 2010er Jahren verstärkte sich der Fokus auf Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Organisationen wie The Nature Conservancy erweiterten Preserves im Osten, um native Wälder und bedrohte Arten zu schützen. Die Bevölkerung stabilisierte sich bei etwa 7.000, mit hohem Anteil an Native Hawaiianern, die Programme wie das Department of Hawaiian Home Lands nutzten, um Land zu beanspruchen. Herausforderungen wie Wassermangel (durch Klimawandel und frühere Plantagen) und begrenzte Infrastruktur prägten das Leben; Molokaʻi blieb ohne Ampeln oder Fast-Food-Ketten, was seinen Ruf als "The Friendly Isle" festigte. Politisch engagierte sich die Insel in der Souveränitätsbewegung, die die Annexion von 1898 als illegal ansieht, und in Umweltkämpfen gegen GVO-Anbau.
Die Coronapolitik ab 2020 traf Molokaʻi hart. Hawaii führte strenge Maßnahmen ein: Lockdowns, Reiserestriktionen und Maskenpflichten. Auf Molokaʻi schlossen alle drei Supermärkte vorübergehend, was zu Versorgungsengpässen führte, und der Tourismus brach ein, was lokale Unternehmen ruinierte. Indigene Hawaiianer waren disproportional betroffen durch höhere Infektionsraten aufgrund sozioökonomischer Faktoren und begrenzter Gesundheitsversorgung. In Kalaupapa, wo die letzten überlebenden Lepra-Patienten lebten, verstärkten Isolationsregeln die Einsamkeit. Besuche von Familie und Freunden waren verboten, was die psychische Belastung erhöhte. Der Medikamentenmissbrauch stieg, insbesondere Methamphetamin, da Isolation und Arbeitslosigkeit psychische Probleme verschärften. Bis 2023 normalisierte sich das Leben, doch wirtschaftliche Narben blieben.
An der Westküste, einst für privatbesitzliche Nutzung verplant, gab es anhaltende Proteste gegen Großprojekte. Der Konflikt geht zurück bis in die 1970er Jahre. 1976 wurde das spätere Kaluakoi Resort als Sheraton Molokaʻi Hotel eröffnet, ein 198-Zimmer-Hotel mit Golfplatz, Condo-Komplexen (zum Beispiel Ke Nani Kai, Kepuhi Beach Villas, Paniolo Hale) und Plänen für luxuriöse Weitereentwicklung. Es war der erste große Tourismusversuch auf der Insel, doch schon in den 1980er Jahren geriet es in Schwierigkeiten – durch finanzielle Probleme, Wassermangel und erste lokale Opposition gegen "Überentwicklung". Das Hotel schloss 2001 endgültig, der Golfplatz wurde vernachlässigt, und Teile verfielen zu Ruinen (verwilderte Palmen, eingestürzte Treppen, überwucherte Gebäude).
Der Höhepunkt der Proteste kam in den 2000er Jahren unter dem Eigentümer Molokai Properties Ltd. (Tochter eines singapurisch-hongkongischen Konzerns, Guoco Group/GL Ltd.). 2006 bis 2008 präsentierte die Ranch den Laʻau Point Master Plan: Ein "Community-Based" Projekt, das 200 Luxus-Häuser und Condos (zu Preisen ab 600.000 USD) auf 500 Acres am abgelegenen, malerischen Laʻau Point (südwestliche Spitze) vorsah. Im Gegenzug versprach man, das verfallene Kaluakoi Resort wiederzueröffnen, 55.000 Acres für Naturschutz freizugeben und Jobs zu schaffen. Da das nicht geschah, flammten in Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen die Proteste wieder auf.
Verwaltung
Molokai gehört zum US-Bundesstaat Hawai’i. Es ist die einzige hawaiianische Insel, die zu zwei Countys gehört, dem Maui County sowie dem kleinen Kalawao County.
Herrschaftsgeschichte
- 6. Jahrhundert bis 1795 hawaiianische Häuptlingstümer (Ali’i)
- 1795 bis 1. Februar 1893 Königreich Hawaii (Mōʻī Aupuni o Hawaiʻi)
- 1. Februar 1893 bis 4. Juli 1894 Protektorat Hawaii (Protectorate of Hawaii) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
- 4. Juli 1894 bis 12. August 1898 Republik Hawaii (Republic of Hawaii bzw. Lepupalika o Hawaiʻi)
- 12. August 1898 bis 23. Juni 1905 Territorium Hawaii (Territory of Hawai’i) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
- 23. Juni 1905 bis 21. August 1959 Bezirk Maui (Maui County bzw. Kalana ‘o Maui) und Bezirk Kalawao (Kalana Kalawao) im Territorium Hawaii (Territory of Hawai’i) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
- seit 21. August 1959 Bezirk Maui (Maui County bzw. Kalana ‘o Maui) und Bezirk Kalawao (Kalana Kalawao) im Bundesstaat Hawaii (State of Hawai’i bzw. Mokuʻāina o Hawaiʻi) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
Legislative und Exekutive
Molokaʻi besitzt keine eigene unabhängige legislative oder exekutive Regierung, sondern ist politisch und administrativ in das County of Maui eingebunden. Zu diesem Verwaltungsbezirk gehören neben Molokaʻi auch die Inseln Maui, Lānaʻi und Kahoʻolawe. Die politischen Entscheidungsstrukturen für Molokaʻi werden daher überwiegend auf County-Ebene wahrgenommen.
Die legislative Gewalt liegt beim Maui County Council, einem gewählten Gremium, das Gesetze, Verordnungen und Haushaltspläne für das gesamte County erlässt. Molokaʻi ist im County Council durch gewählte Vertreter repräsentiert, die die Interessen der Inselbevölkerung einbringen, allerdings gelten die Beschlüsse immer für das gesamte County und nicht ausschließlich für Molokaʻi.
Die exekutive Gewalt wird vom Bürgermeister (Mayor) des County of Maui ausgeübt. Er ist der höchste Verwaltungsvertreter auch für Molokaʻi und verantwortlich für die Umsetzung der Gesetze, die Leitung der Verwaltung, öffentliche Dienstleistungen, Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen und Katastrophenschutz. Auf Molokaʻi selbst gibt es lokale Verwaltungsstellen und Beamte, die alltägliche Aufgaben übernehmen, diese unterstehen jedoch der County-Verwaltung.
Zusätzlich verfügt Molokaʻi über besondere lokale Beratungsorgane, wie das Molokaʻi Community Plan Area Advisory Committee, die die Anliegen der Bevölkerung sammeln und an County-Rat und Bürgermeister weiterleiten. Insgesamt ist Molokaʻi politisch Teil einer zentralisierten Verwaltungsstruktur, in der Legislative und Exekutive nicht auf Insel-, sondern auf County-Ebene angesiedelt sind.
Inseloberhaupt
Der Mayor des County of Maui ist der höchste offizielle Repräsentant Molokaʻis.
Politische Gruppierungen
Die politischen Gruppen auf Molokaʻi sind weniger durch formale Parteienstrukturen als durch lokale Interessenbewegungen, Bürgerinitiativen und kulturell geprägte Gemeinschaften bestimmt. Aufgrund der kleinen Bevölkerung und der starken Verwurzelung in traditionellen Werten spielen nationale Parteien wie die Demokratische oder Republikanische Partei zwar bei Wahlen eine Rolle, prägen den politischen Alltag auf der Insel jedoch nur am Rande. Stattdessen steht die Gemeinschaftspolitik im Vordergrund.
Eine zentrale Rolle nehmen native-hawaiianische Bewegungen ein, die sich für den Schutz von Land, Kultur und Selbstbestimmung einsetzen. Diese Gruppen treten häufig gegen großflächige Entwicklungsprojekte auf und befürworten eine nachhaltige, gemeinschaftsorientierte Nutzung der natürlichen Ressourcen. Eng damit verbunden sind Organisationen, die sich dem Erhalt der hawaiianischen Sprache, traditioneller Landwirtschaft und Fischerei sowie heiliger Stätten widmen.
Daneben existieren Bürger- und Nachbarschaftsgruppen, die sich mit konkreten lokalen Themen beschäftigen, etwa Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Bildung oder Umweltschutz. Diese Gruppen wirken oft beratend auf die Verwaltung des Maui County ein und nehmen Einfluss über öffentliche Anhörungen, lokale Foren und beratende Ausschüsse.
Wirtschaftlich orientierte Interessengruppen, etwa aus den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei oder kleiner Tourismusbetriebe, bilden eine weitere politische Kraft. Sie setzen sich für wirtschaftliche Stabilität ein, treten jedoch meist für eine begrenzte und kontrollierte Entwicklung ein, um die soziale Struktur der Insel nicht zu gefährden.
Justizwesen und Kriminalität
Molokaʻi gilt als eine der sichersten und ruhigsten Inseln Hawaiis, was sich sowohl in der niedrigen Kriminalitätsrate als auch in der überschaubaren Struktur des Justizwesens widerspiegelt. Mit etwa 7.000 Einwohnern und einer stark ländlich geprägten Gemeinschaft ist die Insel weit entfernt von den urbanen Problemen größerer Orte wie Honolulu. Gewaltkriminalität ist extrem selten – Morde, Raubüberfälle oder schwere Körperverletzungen kommen nur in Ausnahmefällen vor, oft gar nicht in einem Jahr. Die häufigsten Delikte sind Eigentumsverbrechen wie Einbrüche, Diebstähle aus Fahrzeugen oder Vandalismus, die jedoch ebenfalls unter dem Landesdurchschnitt liegen und meist in Wellen auftreten. Viele dieser Vorfälle stehen im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch, insbesondere Methamphetamin (lokal „Ice“ genannt), das ein anhaltendes soziales Problem darstellt und oft zu Diebstählen führt, um den Konsum zu finanzieren.
Das Justizwesen auf Molokaʻi ist vollständig in das System des Bundesstaates Hawaii integriert und gehört zum Second Judicial Circuit, der Maui County umfasst. Die Insel verfügt über keine eigenen großen Gerichte oder Gefängnisse – alles ist auf Effizienz und Nähe zur Gemeinde ausgelegt. Die örtliche Polizei wird vom Maui Police Department (MPD) betreut, mit einer kleinen Station in Kaunakakai, dem Hauptort der Insel. Die Beamten setzen stark auf Community Policing: Sie kennen viele Bewohner persönlich, lösen Konflikte oft informell und profitieren von lokalen Tipps, was die Aufklärungsrate hoch hält. Für Gerichtsverfahren gibt es ein District Court, das jedoch nicht permanent besetzt ist: Ein Richter kommt zweimal im Monat aus Maui und hält Sitzungen in Kaunakakai ab, meist für kleinere Zivil- und Strafsachen wie Verkehrsdelikte, Mieterstreitigkeiten oder leichte Vergehen. Schwere Fälle (Felonies) werden ans Circuit Court in Wailuku auf Maui verlegt, was für Betroffene Reisen und Wartezeiten bedeutet. Inhaftierte werden ebenfalls nicht auf Molokaʻi gehalten, sondern nach Maui oder Oʻahu gebracht. Es gibt ein Self-Help-Center mit telefonischer Unterstützung für Inselbewohner, um den Zugang zur Justiz zu erleichtern.
Die niedrige Kriminalitätsrate ergibt sich aus mehreren Faktoren: Die Isolation der Insel erschwert organisierte Kriminalität, die starke Gemeinschaftskontrolle und der hohe Anteil an Native Hawaiianern fördern ein Gefühl der Verantwortung, und viele Probleme werden intern in der Familie oder durch lokale Initiativen gelöst, bevor sie polizeilich werden. Dennoch gibt es Herausforderungen: Hohe Arbeitslosigkeit (oft die höchste in Hawaii), Abwanderung junger Menschen und begrenzte Präventionsprogramme verstärken Drogenprobleme. Die Gemeinde fordert regelmäßig mehr Ressourcen für Behandlung und Jugendprogramme. Insgesamt bleibt Molokaʻi ein Ort, an dem man sich sicher fühlt – Besucher und Einwohner berichten oft, dass sie Autos offen lassen oder Häuser nicht abschließen, ohne dass etwas passiert. Die Kombination aus geringer Bevölkerungsdichte, starker Sozialkontrolle und effizientem, aber dezentralem Justizsystem macht die Insel zu einem der friedlichsten Teile Hawaiis.
Flagge und Wappen
Die Insel besitzt weder eine eigene offizielle Flagge noch ein eigenes Wappen oder Coat of Arms. Als Teil des US-Bundesstaates Hawaii und des Maui County (mit Ausnahme der Kalaupapa-Halbinsel, die zum separaten Kalawao County gehört) teilt Molokaʻi die übergeordneten Symbole des Staates und des Countys. Dies ist typisch für die kleineren Inseln Hawaiis, die keine unabhängigen administrativen Einheiten mit eigenen heraldischen Symbolen sind.
Die Staatsflagge von Hawaii (Ka Hae Hawaiʻi) gilt für alle Inseln, einschließlich Molokaʻi. Sie besteht aus acht horizontalen Streifen in Weiß, Rot und Blau, die die acht Hauptinseln des Archipels symbolisieren – eine davon steht für Molokaʻi. Im oberen linken Eck (Kanton) befindet sich der Union Jack des Vereinigten Königreichs, der an historische Beziehungen zu Großbritannien erinnert. Diese Flagge wurde 1845 offiziell angenommen und repräsentiert die Einheit des gesamten Staates.
Auf County-Ebene verwendet Maui County, zu dem Molokaʻi gehört, eine eigene Flagge. Diese zeigt ein zentrales Emblem mit einem Silberschwert (Ahinahina), umgeben von einer Maile-Kranz, sowie Silhouetten der vier Inseln (Maui, Molokaʻi, Lānaʻi und Kahoʻolawe) in ihren offiziellen Farben. Molokaʻi wird hier in Grün dargestellt, was die offizielle Insel farbe gemäß hawaiianischem Gesetz (§5-16.5 Hawaii Revised Statutes) ist und die üppigen, feuchten Wälder des Ostteils symbolisiert.
Ein separates Wappen existiert für Molokaʻi nicht; das historische Wappen des Königreichs Hawaii (mit Schild, königlichen Zwillingen und dem Motto „Ua Mau ke Ea o ka ʻĀina i ka Pono“) oder das Staatssiegel Hawaiis werden staatsweit verwendet, beziehen sich aber nicht spezifisch auf einzelne Inseln. Inoffizielle oder kulturelle Symbole, wie traditionelle Motive aus der hawaiianischen Mythologie (im Konkreten Bezüge zur Göttin Hina als „Mutter“ der Insel), werden gelegentlich in lokalen Kontexten genutzt, haben jedoch keinen offiziellen Status.
Hauptort
Molokaʻi hat keine offizielle Hauptstadt im administrativen Sinne, da die Insel kein eigenes County bildet, sondern größtenteils zu Maui County gehört (mit Ausnahme der Kalaupapa-Halbinsel, die den separaten Kalawao County darstellt). Der County Seat (Verwaltungssitz) von Maui County liegt in Wailuku auf der Insel Maui. Dennoch wird Kaunakakai (auch Kaunakakai geschrieben) als der größte und zentrale Ort Molokaʻis inoffiziell als „Hauptstadt“ oder „main town“ der Insel bezeichnet. Hier befinden sich der wichtigste Hafen (Kaunakakai Wharf, der längste Pier Hawaiis), das Krankenhaus, die meisten Geschäfte, das Postamt und administrative Einrichtungen der Insel.
Kaunakakai entwickelte sich ab den 1920er und 1930er Jahren zum wirtschaftlichen und administrativen Zentrum Molokaʻis, vor allem durch seine zentrale Lage an der Südküste, den Ausbau des Hafens für den Export von Zucker und später Ananas sowie die Ansiedlung von Plantagenarbeiterfamilien. Bereits im 19. Jahrhundert gewann der Ort an Bedeutung: König Kamehameha V. verbrachte in den 1860er und 1870er Jahren Sommer in einem Ferienhaus in Kaunakakai und ließ den Kapuaiwa Coconut Grove pflanzen, was den Ort royal aufwertete. Die Hauptstraße Ala Malama Avenue ist nach diesem königlichen Anwesen benannt.
Vorher gab es keinen vergleichbaren zentralen Ort. In der polynesischen Zeit und unter dem Königreich Hawaii war Molokaʻi in Ahupuaʻa (Landabschnitte) unterteilt, mit lokalen Häuptlingen und bedeutenden spirituellen Zentren (z. B. im Osten, wo mächtige Kahuna wie Lanikaula wirkten). Wichtige Siedlungen lagen in fruchtbaren Tälern wie Halawa Valley (eine der ältesten Besiedlungen) oder an der Ostküste, etwa in der Region um Pukoʻo, das als alter Hafen und Fischgrund bekannt war. Pukoʻo hatte historische Bedeutung durch traditionelle Fischteiche und Legenden, war aber nie ein „Hauptort“. Die Insel war dezentral organisiert, und der Fokus lag auf Landwirtschaft und Fischerei in den jeweiligen Regionen.
Verwaltungsgliederung
Die Insel ist in drei traditionelle Distrikte gegliedert: East-, Central- und West Molokai. Die traditionellen Häuptlingstümer (ahupua'a) der Insel sind: Kaluakoi, Koolau, Palaau, Halawa und Kona sowie Kalawao, das ein eigenes County bildet.
Verwaltungsgliederung:
2 counties (Bezirke)
3 traditional districts (Distrikte) 6 ahupuaʻa (Häuptlingstümer)
Bevölkerung
Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 673,4 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1900 3 681 5,47
1910 2 576 3,83
1920 5 637 9,37
1930 5 932 8,81
1940 5 786 8,59
1950 5 280 7,84
1960 5 023 7,46
1970 5 261 7,82
1980 6 049 8,98
1990 6 717 9,97
2000 7 404 10,99
2001 7 350 10,92
2002 7 250 10,77
2003 7 200 10,69
2004 7 150 10,62
2005 7 127 10,58
2006 7 150 10,62
2007 7 200 10,69
2008 7 250 10,77
2009 7 300 10,84
2010 7 345 10,91
2011 7 350 10,91
2012 7 350 10,91
2013 7 350 10,91
2014 7 350 10,91
2015 7 350 10,91
2016 7 350 10,91
2017 7 360 10,93
2018 7 360 10,93
2019 7 360 10,93
2020 7 369 10,94
2021 7 300 10,84
2022 7 100 10,54
2023 6 941 10,31
2024 6 828 10,15
Volksgruppen
Molokaʻi ist die hawaiianische Hauptinsel mit dem höchsten Anteil an Native Hawaiians (kanaka maoli). Etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Einwohner identifizieren sich ganz oder teilweise als Ureinwohner Hawaiʻis – deutlich mehr als auf den meisten anderen Inseln. Die größte Bevölkerungsgruppe sind somit die ethnischen Hawaiianer. Viele stammen von Familien ab, die seit Generationen auf der Insel leben (sogenannte kamaʻāina-Familien). Sie sind besonders stark in den ländlichen Gebieten im Osten (Koʻolau-Seite) und im zentralen/südlichen Teil der Insel vertreten und pflegen traditionelle Praktiken wie Taro-Anbau (kalo), Fischerei, hula, Gesang und die hawaiianische Sprache.
Die zweitgrößte Gruppe bilden asiatischstämmige Amerikaner, vor allem Filipinos. Viele Familien sind Nachkommen von Plantagenarbeitern, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts für die Zuckerrohr- und Ananasplantagen nach Molokaʻi kamen. Filipinos arbeiten heute oft weiterhin in der Landwirtschaft oder im Dienstleistungssektor. Kleinere Anteile gibt es auch von japanischer, chinesischer oder koreanischer Herkunft.
Weiße Amerikaner (im lokalen Sprachgebrauch oft „haole“ genannt) bilden eine deutlich kleinere Minderheit. Die meisten sind entweder Nachkommen früherer Missionare und Rancher oder Zugezogene, die seit den 1970er Jahren auf die Insel kamen. Sehr verbreitet sind Menschen gemischter Herkunft („hapa“). Typische Kombinationen sind Hawaiianisch-Filipino, Hawaiianisch-Japanisch, Hawaiianisch-Weiß oder Hawaiianisch-Samoanisch. Viele Einwohner haben daher mehrere ethnische Wurzeln.
Neben diesen Hauptgruppen leben auf Molokaʻi kleinere Gemeinschaften von Samoanern und Tonganern (meist seit den letzten 20–30 Jahren zugezogen), sowie einige Hispanics bzw. Latinos (vor allem mexikanischer Herkunft), die oft in der Landwirtschaft tätig sind. Schwarze Amerikaner und amerikanische Ureinwohner vom Festland sind nur in sehr geringer Zahl vertreten.
Sprachen
Molokaʻi ist die hawaiianische Hauptinsel, auf der die hawaiianische Sprache (ʻŌlelo Hawaiʻi) am lebendigsten und am häufigsten im Alltag zu hören ist. Sie gilt hier als die dominierende Sprache in vielen Familien, besonders in den ländlichen Gebieten im Osten (Koʻolau-Seite) und in den hawaiianischen Homesteads wie Hoʻolehua oder Kualapuʻu. Viele Einwohner sprechen Hawaiianisch als Muttersprache oder zumindest fließend, oft parallel zu Englisch.
Fast alle Bewohner Molokaʻis sind zweisprachig: Englisch dient als Amtssprache, Verkehrssprache und Medium in Schulen, Geschäften, Behörden und den meisten öffentlichen Kontexten. Hawaiianisch wird jedoch aktiv in Haushalten, bei kulturellen Veranstaltungen, in Kirchen, auf dem Markt und in der Gemeinschaft gepflegt. Es gibt mehrere Immersionsschulen (z. B. an der Kualapuʻu School und in anderen Programmen), in denen der Unterricht komplett oder weitgehend auf Hawaiianisch stattfindet. Dadurch wächst eine neue Generation von Muttersprachlern heran.
Neben Hawaiianisch und Englisch sind andere Sprachen nur in geringem Umfang präsent. In Familien mit philippinischen Wurzeln wird zu Hause oft Tagalog oder Ilokano gesprochen, besonders bei der älteren Generation. Japanisch und Chinesisch (meist Kantonesisch) sind fast nur noch bei sehr wenigen älteren Menschen zu hören. Samoanisch und Tongaisch werden in den Haushalten neuerer Zuwanderer aus Samoa und Tonga verwendet, bleiben aber meist auf den privaten Bereich beschränkt. Spanisch kommt vereinzelt in Familien hispanischer Herkunft vor, die in der Landwirtschaft arbeiten, ist jedoch im öffentlichen Leben kaum hörbar.
Religion
Die religiöse Landschaft Molokaʻis ist eng mit der Geschichte der Insel, ihrer Gemeinschaft und den Erfahrungen von Isolation, Krankheit und Zusammenhalt verbunden. Ursprünglich war Molokaʻi von der traditionellen hawaiianischen Religion geprägt, die auf der Verehrung von Göttern wie Kāne, Lono, Kanaloa und Kū beruhte. Diese Glaubensvorstellungen waren eng mit der Natur verbunden, mit heiligen Orten (Heiau), Ahnenverehrung und dem Prinzip des Gleichgewichts zwischen Mensch, Land und Meer. Elemente dieses traditionellen Glaubens sind bis heute in kulturellen Praktiken und Zeremonien lebendig.
Mit der Ankunft europäischer Missionare im 19. Jahrhundert gewann das Christentum rasch an Bedeutung. Besonders stark vertreten sind bis heute römisch-katholische und protestantische Kirchen. Die katholische Kirche spielt auf Molokaʻi eine herausragende Rolle, vor allem durch das Wirken von Pater Damien und Mutter Marianne Cope in der ehemaligen Leprakolonie Kalaupapa. Diese Geschichte hat den katholischen Glauben tief im kollektiven Gedächtnis der Insel verankert. Auch protestantische Gemeinden, insbesondere aus der Tradition der Congregationalisten, sind fest im Gemeindeleben verankert.
Durch die Einwanderung von Arbeitskräften im 19. und frühen 20. Jahrhundert kamen weitere Religionsgemeinschaften hinzu. Dazu zählen Buddhismus und Shintō, die vor allem von japanischen Einwanderern praktiziert wurden, sowie kleinere christliche Konfessionen. Diese Gemeinschaften sind heute meist klein, prägen jedoch weiterhin bestimmte kulturelle und familiäre Traditionen.
Siedlungen
Die größten Ortschaften der Insel sind Kaunakakai und Kamalo an der Südküste6, Kalaupapa an der Nordküste sowie Kalae, Kualapuu, Hoolehua und Maunaloa im Inselinnern.
| Ort | Z 1990 | Z 2000 | Z 2010 | Z 2020 | S 2024 |
| Kalawao | 130 | 147 | 90 | 80 | 81 |
| Kaunakakai | 3.183 | 3.581 | 3.425 | 3.419 | 3.430 |
| Kualapuu | 1.509 | 1.936 | 2.027 | 2.110 | 2.357 |
| Manele | ... | ... | 29 | 7 | 51 |
| Maunaloa | 408 | 476 | 376 | 435 | 420 |
| Ualapue | 344 | 234 | 425 | 393 | 489 |
Kaunakakai ist der größte und wichtigste Ort auf Molokaʻi und fungiert als inoffizielle „Hauptstadt“ der Insel. Er liegt an der Südküste im zentralen Teil der Insel und hat etwa 3.400 Einwohner, was rund die Hälfte der gesamten Inselbevölkerung ausmacht. Der Ort ist das wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentrum Molokaʻis. Die Hauptstraße, Ala Malama Avenue, ist das Herz des Ortes: Hier finden sich kleine Geschäfte, Supermärkte, Banken, das Postamt, Restaurants, ein Krankenhaus (Molokaʻi General Hospital) und der einzige größere Hafen der Insel, Kaunakakai Wharf. Der historische Kai, ursprünglich für den Export von Ananas und Zucker gebaut, ist heute vor allem Ausgangspunkt für Angeltouren und Versorgungsschiffe. Am Freitagabend belebt sich die Straße durch den lokalen Markt mit Essenständen, Handwerk und Livemusik.
Kaunakakai hat eine stark hawaiianisch geprägte Atmosphäre – viele Einwohner sind Native Hawaiianer, und die Lebensweise ist entspannt und ländlich. Der Ort ist bekannt für seine Freundlichkeit („The Friendly Isle“) und den Widerstand gegen Massentourismus und große Resorts. Es gibt keine Ampeln, keine Hochhäuser und kaum Kettenrestaurants. Stattdessen prägen kleine Familienbetriebe, Kirchen und Gemeinschaftsveranstaltungen das Bild. In der Nähe liegen der Kaunakakai Ballpark und das One Aliʻi Beach Park, beliebte Treffpunkte für Familien. Der Ort dient auch als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Osten (zum Beispiel Halawa Valley) oder Westen der Insel.
Kualapuʻu (oft auch Kualapuu geschrieben) ist eine kleine Siedlung im Inland der Insel, etwa 10 Kilometer nördlich von Kaunakakai und auf einer Höhe von rund 300 Metern. Mit über 2.000 Einwohnern ist es der zweitgrößte Ort auf Molokaʻi. Der Ort entstand in den 1920er und 1930er Jahren als Plantagenarbeiter-Siedlung der Del Monte Pineapple Company (später Dole). Die ehemalige Ananasplantage prägte lange die Wirtschaft; heute erinnern noch der alte Kualapuʻu Cannery-Komplex und verlassene Felder daran. Nach dem Ende der großflächigen Ananasproduktion in den 1980e und 1990er Jahren wandelte sich die Region zu einer Wohn- und Landwirtschaftsgemeinde.
Kualapuʻu liegt in einer kühleren, grüneren Hochebene mit fruchtbarem Boden. Viele Bewohner betreiben kleine Farmen, zum Beispiel Kaffeeanbau (berühmt ist der Molokaʻi Coffee), Gemüse, Blumen oder Viehzucht. Der Ort hat eine Grundschule, eine Kirche, einen kleinen Laden und das Kualapuʻu Cookhouse, ein beliebtes lokales Restaurant. Von Kualapuʻu aus führt die Straße weiter in die bergigen Wälder des Molokaʻi Forest Reserve und zu Aussichtspunkten mit Blick auf die Nordküste. Die Siedlung ist ruhig, familienorientiert und stark von hawaiianischer und philippinischer Kultur geprägt, da viele Plantagenarbeiter aus den Philippinen stammten.
Verkehr
Molokai wird hauptsächlich über den Flughafen Hoʻolehua (MKK) mit kurzen Inselflügen von Oʻahu oder Maui erreicht, da keine Fähren mehr verkehren und öffentliche Verkehrsmittel fehlen. Auf der Insel dominiert der Mietwagenverkehr auf dem einzigen zweispurigen Highway (Kamehameha V Highway), ergänzt durch Taxis für Transfers, wobei Geländewagen für Nebenstrecken empfohlen werden.
Straßenverkehr
Der Straßenverkehr auf Molokaʻi ist geprägt von der ländlichen, entspannten und dünn besiedelten Natur der Insel. Das Straßennetz umfasst nur etwa 200 Kilometer Asphaltstraßen, von denen die wichtigsten State Highways sind: Der Highway 450 (Kamehameha V Highway) führt entlang der Südküste vom Osten (Halawa Valley) bis Kaunakakai und weiter westlich, der Highway 460 verbindet Kaunakakai mit dem Flughafen Hoʻolehua und dem Westen, und der Highway 470 steigt in den Osten hinauf zum Molokaʻi Forest Reserve. Viele Nebenstraßen sind schmal, einspurig oder unbefestigt, besonders in den bergigen Regionen und an der Nordküste, wo sie oft nur mit Allradfahrzeugen befahrbar sind.
Der Verkehr ist extrem gering – es gibt keine Ampeln auf der gesamten Insel, keine Staus und selten mehr als eine Handvoll Autos auf der Straße. Die Höchstgeschwindigkeit liegt meist bei 35–45 mph (55 bis 70 km/h), und die Einheimischen fahren entspannt und rücksichtsvoll. Viele Bewohner nutzen Pick-up-Trucks, da sie für Farmarbeit, Jagd oder den Transport von Ausrüstung ideal sind. Mietwagen sind für Touristen üblich, aber es gibt nur wenige Verleihfirmen (meist in Kaunakakai oder am Flughafen). Wildtiere wie Axis-Hirsche oder freilaufende Rinder kreuzen oft die Straßen, besonders nachts, weshalb Vorsicht geboten ist. Der Zustand der Straßen ist meist gut, aber nach Regen können Abschnitte im Osten rutschig oder überschwemmt sein. Öffentlicher Nahverkehr existiert kaum – es gibt einen kleinen Shuttle-Service (Maui County Transit), der Kaunakakai mit Kualapuʻu und dem Flughafen verbindet, aber die Insel ist primär auf private Fahrzeuge angewiesen.
Schiffsverkehr
Der Schiffsverkehr spielt eine traditionell wichtige Rolle, da Molokaʻi keine Brücken zu anderen Inseln hat und der Hafen der Hauptzugang für Fracht ist. Der Kaunakakai Wharf im Zentrum von Kaunakakai ist der einzige bedeutende Hafen der Insel – ein langer Pier (über 500 Meter), der ursprünglich für den Export von Zucker und Ananas gebaut wurde. Heute legt hier wöchentlich die Frachtbarge der Young Brothers an, die Lebensmittel, Baumaterialien, Fahrzeuge und andere Güter von Honolulu bringt. Dies ist die Lebensader der Insel, da fast alles importiert werden muss. Passagierfähren gibt es nicht mehr regelmäßig: Früher verkehrte die Molokaʻi Princess zwischen Kaunakakai und Lahaina (Maui), doch der Service wurde 2016 eingestellt und nicht wieder aufgenommen. Aktuell gibt es keine öffentlichen Fährverbindungen zu Nachbarinseln; Touristen und Einheimische nutzen stattdessen Flüge oder private Boote.
Kleinere Boote und Ausflugsboote starten vom Kaunakakai Wharf oder von privaten Anlegestellen für Angeltouren, Whale-Watching (in der Saison) oder Ausflüge zur Kalaupapa-Halbinsel (per Boot, da der Landweg eingeschränkt ist). Die Nordküste ist aufgrund hoher Klippen und starker Strömungen kaum schiffbar. Insgesamt ist der Schiffsverkehr auf Versorgung und kleine Tourismusaktivitäten beschränkt, was die Isolation und den ruhigen Charakter Molokaʻis unterstreicht.
Flugverkehr
Der Inselflughafen befindet sich im Zentrum der Insel. Er umfasst eine Fläche von 117 ha und liegt 138 Meter über dem Meer auf dem Hauptplateau der Insel Molokai. Der Flughafen besitzt zwei asphaltierte Start- und Landebahnen, auf welchen sowohl zivile, als auch militärische Flüge gestartet oder beendet werden. Der Passagierterminal und die übrigen Flughafeneinrichtungen befinden sich nördlich der Kreuzung der beiden Pisten. Die Erreichbarkeit des Gebäudes wird durch separate Straßen sichergestellt, von denenn jede mit der Keonelele Avenue verbunden ist. Zwischen Mai 2010 und April 2011 verzeichnete der Flughafen insgesamt 49.804 Flugbewegungen (136 pro Tag): 59 % General Aviation, 40 % Lufttaxi und 1 % Militär. Zu diesem Zeitpunkt waren vier einmotorige Flugzeuge im Molokai stationiert.
| Fluggesellschaft | Ziele |
| Island Air | Honolulu, Kapalua |
| Makani Kai Air Charters | Kalaupapa |
| Mokulele Airlines | Honolulu, Kahului |
| Pacific Wings | Honolulu, Kalaupapa |
Molokai Airport
- Code: MKK / PHMK
- Lage: 21°09‘10“ N, 157°05‘47“ W
- Seehöhe: 138 m (454 ft)
- Entfernung: 12,3 km nordwestlich von Kaunakakai
- Inbetriebnahme: Betreiber: Hawaii Department of Transportation
- Fläche: 117 ha
- Terminal: 1
- Rollbahnen: 2
- Länge der Rollbahnen: 1370 m und 950 m (beide Asfalt)
- Fluggesellschaften: 4
- Flugzeug-Standplätze: ca. 10
- jährliche Passagierkapazität:
- jährliche Frachtkapazität:
- Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere Fracht in t
2016 38 933 290 588 993
Wirtschaft
Die traditionell wichtigsten Wirtschaftszweige sind Vieh- und Landwirtschaft. Die größten Arbeitgeber sind die Molokaʻi Ranch (rund 54.000 Acres, heute haupächlich im Besitz von Privatfirmen) und kleinere Ranchbetriebe, die Rinder, Ziegen und Schafe halten. Daneben gibt es kleinflächige Landwirtschaft, die sich auf den Anbau von Taro (Kalo), Süßkartoffeln, Papaya, Bananen, Kokosnüssen, Honig, Kaffee und Gemüse konzentriert. Einige Betriebe produzieren hochwertige Spezialitäten wie rohen Honig (zum Beispiel Molokaʻi Wildflower Honey) oder verarbeitete Produkte wie Taro-Chips und -Mehl. Die ehemalige große Ananasplantage (Del Monte) wurde in den 1980er und 1990er Jahren stillgelegt; heute gibt es nur noch vereinzelt kleinere Ananasfelder.
Landwirtschaft
Die größten Flächen werden nach wie vor für Viehzucht genutzt. Die Molokaʻi Ranch, die etwa 54.000 Acres (rund 22.000 Hektar) umfasst und damit fast ein Drittel der gesamten Insel bedeckt, ist der bedeutendste Betrieb. Hier werden vor allem Rinder gehalten, daneben Ziegen, Schafe und Pferde. Die Ranch produziert Fleisch für den lokalen Markt und exportiert teilweise nach Oʻahu. Kleinere private Ranches ergänzen das Bild und versorgen die Insel mit Rindfleisch, Ziegenfleisch und Lamm.
Neben der Viehzucht spielt die kleinbäuerliche Pflanzenproduktion eine wichtige Rolle. Auf kleineren Parzellen (oft 1 bis 50 Acres) bauen Familien und lokale Betriebe traditionelle und marktfähige Kulturen an:
- Taro (Kalo) – die wichtigste traditionelle hawaiianische Nutzpflanze, vor allem in bewässerten Taro-Feldern (loʻi) im Osten und Zentrum der Insel
- Süßkartoffeln (ʻuala)
- Gemüse (Kopfsalat, Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis, Zwiebeln, Kräuter)
- Früchte (Papaya, Bananen, Kokosnüsse, Avocados, Zitrusfrüchte, Ananas in kleinem Maßstab)
- Kaffee (vor allem im Hochland um Kualapuʻu)
- Honig (von lokalen Imkern, oft aus Wildblumen oder Macadamia-Blüten)
Einige Betriebe haben sich auf hochwertige Spezialitäten spezialisiert, wie zum Beispiel rohen, ungefilterten Wildblumenhonig oder verarbeitete Taro-Produkte (Taro-Chips, Taro-Mehl, Poi in kleinen Mengen). Die große Ära der kommerziellen Plantagenwirtschaft ist auf Molokaʻi weitgehend vorbei. Die ehemals riesige Del Monte-Ananasplantage, die in den 1960er bis 1980er Jahren Tausende Arbeiter beschäftigte und große Flächen im Westen und Zentrum der Insel nutzte, wurde in den 1990er-Jahren stillgelegt. Die alten Bewässerungssysteme und Felder sind teilweise verwildert oder werden heute extensiv als Weideland genutzt. Versuche, die Ananasproduktion wiederzubeleben, blieben bisher klein und lokal.
Die Landwirtschaft auf Molokaʻi ist stark von der Native Hawaiian-Kultur geprägt. Viele Bauern praktizieren traditionelle Anbaumethoden, wie den Anbau in Loʻi-Feldern oder die Nutzung von Ahupuaʻa-Prinzipien (vertikale Landnutzung von Berg bis Meer). Es gibt auch eine wachsende Bewegung hin zu Permakultur, regenerativer Landwirtschaft und organischem Anbau, unterstützt durch lokale Kooperativen und gemeinnützige Organisationen wie die Molokaʻi Farmers Association.
Forstwirtschaft
Die Forstwirtschaft auf Molokai ist vor allem auf Schutz und Erhalt der Wälder ausgerichtet, nicht auf kommerzielle Holznutzung. Bereits 1912 wurde die Molokaʻi Forest Reserve durch eine Proklamation des Gouverneurs gegründet, um die Bergwälder im Osten der Insel dauerhaft zu schützen. Das Ziel war und ist die Sicherung des regelmäßigen Wasserflusses und der Wasserressourcen für die Inselbevölkerung. Das Naturreservat umfasst heute mehrere nicht zusammenhängende Flächen, vor allem in den höheren Lagen des Ostteils, und wird vom Department of Land and Natural Resources (DLNR), Division of Forestry and Wildlife, verwaltet. Dort stehen Maßnahmen wie die Kontrolle invasiver Arten (zum Beispiel verwilderte Schweine, Ziegen und Hirsche), die Entfernung nicht-heimischer Pflanzen und die Wiederaufforstung mit einheimischen Bäumen im Vordergrund. Historisch gab es in den 1960er- und 1970er-Jahren Inventuren von Plantagenhölzern (z. B. nicht-einheimische Arten wie Eukalyptus oder Kiefern), die als potenzielle Biomasse- oder Holzressource untersucht wurden, doch eine großflächige kommerzielle Forstwirtschaft hat sich nie entwickelt. Stattdessen dominieren Naturschutzprojekte, etwa in Kooperation mit Organisationen wie The Nature Conservancy (Kamakou Preserve) oder dem Molokai Land Trust. In den letzten Jahren wurden zusätzliche Flächen (z. B. 2022 über 1.000 Acres) erworben, um „Summit-to-Sea“-Korridore für bedrohte Arten zu schaffen und Erosion zu bekämpfen.
Fischerei
Die Fischerei auf Molokai ist traditionell sehr wichtig und umfasst sowohl Subsistenzfischerei (für den Eigenbedarf der lokalen Bevölkerung) als auch Sport- und Charterfischerei für Touristen. Die Insel verfügt über das längste Korallenriff Hawaiis (Molokai Reef) und ist bekannt für große Bestände an Bonefish (besonders auf den Flachgewässern), Mahimahi, Ono, Ahi (Thunfisch), Marlin und anderen pelagischen Fischen. Viele Einwohner betreiben traditionelle Methoden wie das Fischen von der Küste oder mit kleinen Booten, während Charterunternehmen (zum Beispiel Hallelujah Hou Fishing oder Captain T Charters) Deep-Sea-Angeln und Fly-Fishing anbieten. Die Gewässer gelten als besonders fischreich und relativ unberührt, was Molokai zu einem Top-Ziel für Angler macht. Es gibt keine große industrielle Fischereiindustrie; die Aktivitäten bleiben kleinräumig und nachhaltigkeitsorientiert. Historisch spielten Fischteiche (loko iʻa) eine große Rolle, die heute jedoch durch Verschlammung und Vernachlässigung weitgehend ungenutzt sind.
Bergbau
Auf Moloka’i gab es keine nennenswerte industrielle Erzgewinnung (wie Gold, Silber oder Metalle). Stattdessen fand im 20. Jahrhundert kleinräumiger Abbau von Sand, Kies, Basalt und Stein statt. Besonders bekannt ist der Sandabbau am Westende (uznter anderem bei Papohaku Beach) in den 1960er- und 1970er Jahren, dessen Material größtenteils nach Oʻahu (zum Beispiel Waikiki) verschifft wurde, um Strände aufzufüllen oder Beton herzustellen. Basalt wurde historisch für Straßenbau, Gebäude und Steinmauern verwendet, teilweise auch für den Export. In der Vorzeit nutzten die Hawaiianer Steinbrüche (zum Beispiel Adze-Quarries im Kaluakoi-Gebiet) für die Herstellung von Steinwerkzeugen. Heute ist der Abbau stark eingeschränkt oder eingestellt, da Umweltschutz und Gemeindeinteressen Vorrang haben.
Handwerk
Das Handwerk auf Molokaʻi ist stark von der hawaiianischen Kultur und der ländlichen Lebensweise geprägt. Viele Einheimische sind in traditionellen Handwerken tätig, darunter:
- Herstellung von kapa (traditioneller Rindenstoff), lauhala-Flechtwaren (aus Pandanusblättern), feather work (Federarbeiten), pāʻina (Muschel- und Knochenarbeiten)
- Schnitzen von kiʻi (Holzfiguren) und canoe building (Kanubau)
- Herstellung von lei (Blumen- und Muschelkränzen)
- Hula-Kostüme, Instrumente (ʻukulele, ipu, pahu) und andere kulturelle Gegenstände
Viele dieser Arbeiten werden von Einzelpersonen oder kleinen Familienbetrieben ausgeführt und vor allem auf lokalen Märkten, Kunsthandwerksmessen oder über Online-Verkauf (Etsy, eigene Websites) vertrieben. Es gibt kein großes Handwerkszentrum oder eine organisierte Manufaktur.
Moderne handwerkliche Betriebe sind selten. Es existieren einige kleine Werkstätten für Holzbearbeitung, Möbelbau, Autoreparaturen, Elektroinstallationen und Sanitärarbeiten, die meist von selbstständigen Handwerkern betrieben werden. Größere Bauunternehmen gibt es kaum; die meisten Bauprojekte (Häuser, Straßen, öffentliche Gebäude) werden von Firmen aus Maui oder Oʻahu ausgeführt.
Industrie
Auf der Insel gibt es keine verarbeitende Industrie, keine Lebensmittelfabriken (außer kleinen lokalen Verarbeitern), keine Textil- oder Elektronikproduktion. Die einzige größere „industrielle“ Anlage war in der Vergangenheit die Ananasverarbeitungsfabrik in Kualapuʻu, die seit Jahrzehnten stillgelegt ist. Der größte Arbeitgeber neben der Molokaʻi Ranch ist der staatliche Sektor (Hawaii Department of Education, County of Maui, Gesundheitswesen, Post). Viele Einwohner arbeiten auch in kleinen Dienstleistungsberufen (Supermärkte, Tankstellen, Restaurants) oder pendeln zeitweise nach Maui für Saisonjobs.
Wasserwirtschaft
Die Insel verfügt über keine großen Stauseen, sondern nutzt vor allem Quellen, Grundwasser und Regenwasserauffangsysteme. Das Wasser wird über ein Netz von Leitungen und Reservoirs in die Siedlungen und landwirtschaftlich genutzten Bereiche transportiert. Insbesoindere im trockeneren Westen der Insel ist die Wasserversorgung durch die geringe Niederschlagsmenge und die begrenzten natürlichen Quellen eine Herausforderung. Hier werden Wasserressourcen streng verwaltet, oft durch Rationierung, effiziente Bewässerungssysteme und lokale Speicheranlagen. In den feuchteren Hochlandregionen kann Regenwasser direkt gesammelt und genutzt werden, während in trockenen Küstenzonen auf Bohrungen und Reservoirs zurückgegriffen wird.
Die Wasserwirtschaft verfolgt auf Molokaʻi ein starkes Nachhaltigkeitsprinzip, um die knappen Ressourcen zu schonen, die landwirtschaftliche Nutzung zu sichern und die Ökosysteme zu erhalten. Insbesondere die Traditionen der Hawaiianer, Wasser als Lebensquelle zu respektieren, fließen in moderne Bewirtschaftungspraktiken ein.
Energiewirtschaft
In der Vergangenheit wurde die Stromversorgung überwiegend über dieselbetriebene Generatoren sichergestellt, die den Grundbedarf von Haushalten, Schulen, kleinen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen deckten. Diese Energieform war jedoch teuer, abhängig von Importkraftstoffen und ökologisch belastend.
Seit den 2010er Jahren setzt die Insel verstärkt auf erneuerbare Energiequellen, insbesondere Solar- und Windkraft. Solarparks mit Batteriespeichern sichern eine stabile Stromversorgung auch bei wechselnden Wetterbedingungen, während kleinere Windkraftanlagen ergänzend eingesetzt werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen. Privatinitiativen, insbesondere durch lokale Unternehmen und Resorts, tragen erheblich zur Umsetzung nachhaltiger Energieprojekte bei.
Abfallwirtschaft
Die Abfallwirtschaft auf Molokaʻi ist einfach strukturiert und stark von den geografischen Gegebenheiten sowie dem begrenzten infrastrukturellen Ausbau der Insel geprägt. Sie wird vom County of Maui organisiert und verwaltet, das für Sammlung, Transport und Entsorgung der Abfälle verantwortlich ist. Aufgrund der isolierten Lage Molokaʻis stehen Effizienz, Kostenkontrolle und Umweltschutz im Vordergrund.
Der Hausmüll wird regelmäßig eingesammelt und zu einer zentralen Deponie auf der Insel gebracht. Diese erfüllt eine wichtige Funktion, da der Abtransport großer Abfallmengen auf andere Inseln mit hohen Kosten verbunden wäre. Recyclingmöglichkeiten bestehen in begrenztem Umfang und konzentrieren sich vor allem auf Glas, Metall, Papier und bestimmte Kunststoffe. Zusätzlich gibt es Sammelstellen für Sonderabfälle wie Batterien, Elektroschrott, Altöl und gefährliche Haushaltsstoffe.
Die Bevölkerung wird zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung angehalten, was auch kulturell verankert ist. Traditionell spielte ein sparsamer Umgang mit Ressourcen auf Molokaʻi eine große Rolle, und diese Haltung spiegelt sich bis heute im Alltag wider. Kompostierung von organischen Abfällen, insbesondere in landwirtschaftlichen Haushalten, ist verbreitet.
Handel
Der Handel auf Molokaʻi ist stark lokal geprägt und auf die Grundversorgung der Bevölkerung ausgerichtet. Aufgrund der abgeschiedenen Lage der Insel, der geringen Einwohnerzahl und der bewussten Ablehnung von Massentourismus existiert kein ausgeprägter Einzelhandelssektor mit großen Einkaufszentren oder internationalen Ketten. Stattdessen dominieren kleine, familiengeführte Geschäfte, die eng mit der Gemeinschaft verbunden sind.
Zentrale Anlaufstellen sind Supermärkte und Gemischtwarenläden, die Lebensmittel, Haushaltswaren und Dinge des täglichen Bedarfs anbieten. Ein großer Teil der Waren wird vom Festland der USA oder von anderen hawaiianischen Inseln importiert, was sich in höheren Preisen und begrenzter Auswahl widerspiegelt. Ergänzt wird das Angebot durch lokale Märkte, auf denen landwirtschaftliche Erzeugnisse, Fisch, handwerkliche Produkte und traditionelle Speisen verkauft werden.
Weitere wichtige Bestandteile des Handels sind Baumärkte, Tankstellen, kleine Restaurants, Imbisse und Dienstleistungsbetriebe wie Reparaturwerkstätten oder Friseure. Touristisch orientierte Geschäfte wie Souvenirläden existieren nur in sehr begrenztem Umfang und richten sich meist an Besucher, die gezielt die Kultur und Geschichte der Insel kennenlernen möchten.
Finanzwesen
Aufgrund der geringen Einwohnerzahl und der bewusst begrenzten wirtschaftlichen Entwicklung gibt es keinen ausgeprägten Finanzsektor. Stattdessen stützt sich die Insel auf wenige, aber wichtige Einrichtungen, die den alltäglichen Zahlungsverkehr, Spar- und Kreditmöglichkeiten sicherstellen.
Zentral sind vor allem lokale Filialen regionaler Banken und Kreditgenossenschaften, die meist eng mit dem Bundesstaat Hawaii verbunden sind. Dazu zählen insbesondere Credit Unions, die eine bedeutende Rolle spielen, da sie gemeinschaftsorientiert arbeiten und häufig günstigere Konditionen für Einheimische, kleine Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe anbieten. Ergänzt wird dieses Angebot durch begrenzte Filial- oder Serviceangebote größerer hawaiianischer Banken, die ihren Hauptsitz meist auf Oʻahu oder Maui haben.
Für viele Finanzdienstleistungen, etwa komplexere Kredite, Investitionen oder größere geschäftliche Transaktionen, sind die Bewohner Molokaʻis auf Online-Banking oder auf persönliche Besuche auf Maui oder Oʻahu angewiesen. Geldautomaten sind vorhanden, jedoch nur in begrenzter Zahl in beiden Hauptsiedlungen.
Soziales und Gesundheit
Rund 60 bis 65 % der Bevölkerung sind Native Hawaiian oder teilweise hawaiianischer Herkunft, was die Insel zu einer der am stärksten von hawaiianischer Kultur geprägten Orte im Archipel macht. Das soziale Leben dreht sich stark um die Großfamilie (ʻohana), gegenseitige Unterstützung und traditionelle Werte. Der Alltag verläuft bewusst langsam – oft als „Molokaʻi time“ bezeichnet –, und die Gemeinschaft ist eng verbunden durch Kirche, Familienfeiern, hula, hoʻolauleʻa (Feste) und Kanu-Wettbewerbe. Gleichzeitig kämpfen viele Haushalte mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, da die Insel kaum Tourismus, nur begrenzte Arbeitsplätze (Ranching, kleine Landwirtschaft, staatlicher Dienst) und hohe Lebenshaltungskosten bietet.
Die Kombination aus Armut (etwa 15 bis 20 % der Familien leben unter der Armutsgrenze), begrenzter medizinischer Infrastruktur und einer alternden Bevölkerung verschärft die gesundheitlichen Herausforderungen. Viele junge Menschen ziehen auf andere Inseln, um Arbeit und bessere Versorgung zu finden. Dennoch stützt die starke ʻohana-Tradition sowie die Arbeit gemeinnütziger Organisationen die Gemeinschaft erheblich.
Gesundheitswesen
Die Gesundheitsversorgung auf Molokaʻi ist sehr eingeschränkt und gehört zu den schwächsten im Bundesstaat Hawaiʻi. Das einzige Krankenhaus, das Molokaʻi General Hospital in Kaunakakai, ist ein kleines Critical Access Hospital mit 15 Betten. Es verfügt über eine Notaufnahme rund um die Uhr, eine Geburtsstation sowie grundlegende Diagnostik wie Röntgen, Labor und Ultraschall. Für Operationen, Intensivbehandlungen oder schwere Erkrankungen werden Patienten per Hubschrauber oder Flugzeug nach Maui oder Oʻahu verlegt. Niedergelassene Ärzte sind rar; die wichtigsten Anlaufstellen sind das gemeinnützige Kōkua Kalihi Valley Molokaʻi Community Health Center und das Molokaʻi Community Health Center, die Grundversorgung, Zahnmedizin, Kinderheilkunde und Verhaltensgesundheit anbieten. Spezialisten kommen nur selten für begrenzte Sprechstunden auf die Insel. Apotheken gibt es lediglich zwei in Kaunakakai, und Medikamentenlieferungen können wegen der abgelegenen Lage verzögert sein.
Krankheiten
Häufige Gesundheitsprobleme spiegeln die Situation vieler ländlicher hawaiianischer Gemeinschaften wider. Typ-2-Diabetes, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck treten überdurchschnittlich häufig auf. Auch Brust- und Lungenkrebs sind verbreitet, wobei die Sterblichkeit oft höher liegt als anderswo, weil Diagnosen verspätet gestellt und Behandlungen erschwert werden. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Suchtprobleme (vor allem Alkohol und Methamphetamin) sind ein großes Thema, doch Therapeuten und Psychiater sind kaum verfügbar. Infektionskrankheiten wie Dengue-Fieber oder Leptospirose treten vereinzelt auf, während die historische Leprakolonie Kalaupapa (1873 bis 1969) bis heute ein kulturelles Trauma darstellt.
Bildung
Das gesamte Schulsystem der Insel wird vom Hawaii Department of Education (DOE) betrieben und gehört zum Maui District (Public School District). Es gibt vier öffentliche Grundschulen auf Molokaʻi:
- Kaunakakai Elementary School in Kaunakakai mit 200 bis 250 Schülern, Schwerpunkt ist hawaiianische Kultur.
- Kualapuʻu Elementary School in Kualapuʻu mit 1509 bis 180 Schülern; die Schule liegt in der Nähe des ehemaligen Del Monte-Ananasplantagen-Gebiets und fördert vor allem Umweltbewusstsein.
- Kilohana Elementary School in Hoʻolehua im zentralen Teil der Insel mit 80 bis 100 Schülern, die Schule ist eingebunden in die lokale hawaiianische Kultur.
- Kamehameha Schools – Molokaʻi Campus (Princess Ruth Keʻelikōlani Campus) in Hoʻolehua mit 150 bis 200 Schülern, eine Privatschule (nicht DOE) nur für Kinder mit nachweisbarer hawaiianischer Abstammung; die Schule gehört zum Kamehameha Schools-System.
Höhere Bildung
Eine eigenständige vierjährige Universität oder ein vollwertiges Community College existiert auf Molokaʻi nicht. Die nächstgelegene und für die Inselbewohner wichtigste Hochschuleinrichtung ist das University of Hawaiʻi Maui College (UHMC) auf der Nachbarinsel Maui. Für Molokaʻi gibt es jedoch das kleine Molokaʻi Education Center in Kaunakakai, das als Außenstelle von UHMC fungiert. Dort werden vor allem Grundkurse (General Education), berufliche Weiterbildungsprogramme und erste Kurse angeboten, die auf Associate Degrees angerechnet werden können. Viele Veranstaltungen finden hybrid oder online statt, um den Studierenden die häufige Überfahrt nach Maui zu ersparen. Typische Angebote umfassen Kurse in Pflegeassistenz, Early Childhood Education, Business Basics, Hawaiian Studies und allgemeinen Liberal Arts.
Für weiterführende Abschlüsse (Bachelor oder Master) sind die meisten Molokaʻi-Bewohner auf Fernstudium oder Online-Programme des gesamten University of Hawaiʻi Systems angewiesen, insbesondere von UH Mānoa, UH Hilo, UH West Oʻahu oder UH Maui College. Programme mit starkem Bezug zur hawaiianischen Kultur und Sprache, wie etwa Teile der Lehrerbildung oder Hawaiian Studies, werden teilweise in Kooperation mit lokalen Organisationen angeboten.
Bibliotheken und Archive
Die einzige öffentliche Bibliothek der Insel ist die Molokaʻi Public Library in Kaunakakai (15 Alamalama Street). Sie gehört zum Hawaii State Public Library System und verfügt über einen Bestand von etwa 40.000 bis 50.000 Medien, darunter eine eigene Hawaiian Collection, lokale Geschichtsmaterialien sowie einen gut ausgestatteten Kinder- und Jugendbereich. Die Bibliothek bietet öffentliche Computer, WLAN, Druckmöglichkeiten und regelmäßige Veranstaltungen wie Vorlesestunden oder Computer-Kurse. Kleinere Schulbibliotheken finden sich an den öffentlichen Schulen der Insel, etwa an der Molokai High & Intermediate School.
Ein eigenes großes öffentliches Archiv gibt es auf Molokaʻi nicht. Historisch bedeutsame Dokumente und Sammlungen zur Inselgeschichte werden hauptsächlich auf Oʻahu oder Maui verwahrt, etwa im Bernice Pauahi Bishop Museum (Honolulu), im Hawaii State Archives oder in der Maui Historical Society. Besonders die umfangreichen Materialien zur ehemaligen Leprakolonie Kalaupapa werden im Kalaupapa National Historical Park und im National Archives gepflegt. Auf Molokaʻi selbst bewahren lokale Initiativen wie das Molokai Museum and Cultural Center in Kualapuʻu oder gemeinnützige Organisationen (zum Beispiel Hui Hoʻolana) kleinere Sammlungen, Fotos, mündliche Überlieferungen und Dokumente zur einheimischen hawaiianischen Geschichte und zur Ranching-Vergangenheit der Insel.
Kultur
Molokais Kultur gilt als die am stärksten hawaiianisch geprägte auf den Inseln, mit Ursprung des traditionellen Hula-Tanzes (Hula Kahiko) im heiligen Kaana bei Maunaloa und jährlichen Festen wie dem Ka Hula Piko im Mai sowie Ka Molokai Makahiki im Januar, die Tänze, Chants und polynesische Bräuche feiern. Ergänzt wird sie durch antike Fischteiche (loʻi kalo), heilige Stätten im Halawa Valley, den starken Aloha-Geist und Erhalt indigener Traditionen durch hohe Anteile an Kanaka Maoli.
Museen
Molokaʻi, die fünftgrößte Insel Hawaiis, ist bekannt für ihre unberührte Natur und authentische hawaiianische Kultur, weniger für eine Vielzahl großer Museen. Aufgrund der geringen touristischen Entwicklung gibt es nur wenige klassische Museen, dafür aber bedeutende kulturelle Zentren, die einen tiefen Einblick in die Geschichte der Insel bieten.
Das wichtigste und bekannteste Museum ist das Molokaʻi Museum and Cultural Center (auch bekannt als R.W. Meyer Sugar Mill Museum) in Kualapuu, nördlich von Kaunakakai auf dem Weg zum Kalaupapa Lookout. Dieses kleine, aber informative Zentrum befindet sich auf dem Gelände einer restaurierten Zuckermühle aus dem Jahr 1878, die von dem Deutschen Rudolph W. Meyer und seiner hawaiianischen Frau Kalama betrieben wurde. Besucher können die historische Mühle besichtigen, darunter einen dampfbetriebenen Motor, einen von Maultieren angetriebenen Zuckerrohrbrecher und andere Artefakte aus der Plantagenzeit. Im Museum selbst werden durch Fotos, Videos, Zeitungen und persönliche Erzählungen die letzten 150 Jahre der Inselgeschichte dargestellt – von der Landwirtschaft über Petroglyphen bis hin zu Möbeln aus der Plantagenära. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der tragischen Geschichte der Kalaupapa-Siedlung, der ehemaligen Lepra-Kolonie (Hansen-Krankheit), mit eindrucksvollen Fotoausstellungen wie „Reflections of Kalaupapa“. Der Eintritt ist günstig (oft nur Bargeld akzeptiert), und es gibt einen charmanten Giftshop mit lokalen Produkten wie Lilikoi-Butter und handgefertigten Kunstwerken. Viele Besucher schätzen die freundlichen Guides, die gerne persönliche Geschichten teilen.
Ein weiteres, neueres Highlight ist ein kleines Geschichtsmuseum in Kaunakakai (oft als Molokai History Museum oder ähnlich bezeichnet), das sich auf regionale Exponate konzentriert. Es präsentiert die Inselgeschichte nach Regionen gegliedert: Westend, Zentralbereich und Ostend. Themen reichen von der Ananasplantagen-Ära über historische Ereignisse wie Flugzeugabstürze bis hin zu Alltagsgegenständen wie alten Zeitungsautomaten oder Schildern lokaler Lokale. Rotierende Ausstellungen zeigen Fotos von Gemeindemitgliedern, Events wie Rodeos oder Makahiki-Festen und betonen die „Faces and Places of Molokai“.
Andere kulturelle Stätten wie der Kalaupapa National Historical Park oder historische Heiaus (Tempel) ergänzen das Angebot, sind aber keine Museen im klassischen Sinne, bieten aber Einblicke in die traditionelle hawaiianische Kultur.
Architektur
Die Architektur spiegelt die Übergänge von präkontaktzeitlichen Strukturen über Plantagen- und Missionsbauten bis hin zu wenigen modernen Elementen wider. Besonders beeindruckend sind die alten Heiau, traditionelle hawaiianische Tempel aus Lavastein. Das Iliʻiliʻōpae Heiau in Kawela gilt als eines der größten im gesamten Pazifik und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Es war ein bedeutender Ort für religiöse Zeremonien und symbolisiert die spirituelle Tiefe der alten Hawaiianer. Weitere Heiau finden sich verteilt auf der Insel, oft inmitten der Natur, und erinnern an die vorwestliche Architektur mit Plattformen, Mauern und offenen Strukturen, die den Himmel einbeziehen.
Aus der Plantagenzeit stammen gut erhaltene Beispiele wie die R.W. Meyer Sugar Mill (Teil des Molokaʻi Museum and Cultural Center) aus dem Jahr 1878, eine restaurierte Zuckermühle mit dampfbetriebenen Maschinen und Maultierantrieb. Die Insel beherbergt eine hohe Konzentration intakter Pineapple-Plantagen-Architektur, darunter Arbeiterhäuser und Lager aus der Blütezeit der Ananasproduktion. Historische Kirchen, wie solche in der Kalaupapa-Siedlung, zeigen Einflüsse der Missionszeit mit einfachen, funktionalen Designs aus Korallenstein oder Holz.
Moderne Architektur ist rar; Beispiele sind das Hotel Molokai mit polynesisch inspirierten A-Frame-Dächern oder das ehemalige Molokai Lodge im neo-viktorianischen Stil. Insgesamt dominiert eine rustikale, naturnahe Bauweise, die den Aloha-Spirit und die Resilienz der Inselbewohner unterstreicht – ohne Massentourismus oder Hochhäuser.
Bildende Kunst
Die Szene der bildenden Kunst auf Molokaʻi ist ebenfalls authentisch und gemeindebasiert, geprägt von lokalen Künstlern, die die Inselnatur, hawaiianische Traditionen und Alltagsleben darstellen. Es gibt keine großen kommerziellen Galerien, dafür aber kleine, persönliche Ausstellungsorte und Künstlergemeinschaften.
Ein zentraler Ort ist das Molokai Arts Center in Kualapuu, das Kurse in Keramik, Malerei, Schmuckherstellung und anderen Formen anbietet und Ausstellungen lokaler Werke zeigt. Hier entstehen Skulpturen, Töpferei und Gemälde, oft mit Bezug zur hawaiianischen Kultur.
Die Galerie Molokai Art From The Heart präsentiert ausschließlich Werke von Künstlern, die auf der Insel leben: Ölgemälde und Acryl-Arbeiten mit Motiven wie Sonnenuntergängen, Landschaften und hawaiianischen Szenen (z. B. von Anna Fuernsteiner oder Steve Legare), Fotografien, Holzarbeiten und Drucke. Viele Künstler malen plein air, um die leuchtenden Farben und die Ruhe Molokaʻis einzufangen.
Bekannte lokale Künstler wie Dale Zarrella (bekannt für Holzskulpturen, darunter eine lebensgroße Darstellung von Father Damien in Kalaupapa) oder Teilnehmer an Ausstellungen wie „No Stop Light: Molokai“ (mit Skulpturen, Keramik, Malerei und Schmuck) betonen traditionelle und zeitgenössische hawaiianische Themen.
Literatur
Molokaʻi, die authentische und ruhige Insel Hawaiis, hat keine blühende professionelle Szene in Literatur, Theater oder Film, dafür aber tiefe Verbindungen zu diesen Bereichen durch ihre tragische Geschichte, insbesondere die Lepra-Siedlung in Kalaupapa und die Arbeit von Father Damien.
Die Literatur über Molokaʻi dreht sich vor allem um historische Romane und Biografien zur Kalaupapa-Zeit. Das bekannteste Werk ist Molokaʻi von Alan Brennert (2003), ein Bestseller, der das Leben der fiktiven Rachel Kalama von ihrer Diagnose mit Lepra als Kind bis ins hohe Alter schildert – emotional, recherchiert und ein Spiegel der Inselgeschichte von 1890 bis 1970. Die Fortsetzung Daughter of Molokaʻi (2019) erzählt von ihrer Tochter. Älter ist Molokai von O.A. Bushnell, ein Klassiker der hawaiianischen Historienliteratur. Non-Fiction-Highlights sind The Colony von John Tayman (die Exilgeschichte) sowie Biografien wie Holy Man: Father Damien of Molokai von Gavan Daws oder Leper Priest of Molokai von Richard Stewart. Lokale Autoren oder moderne Literatur aus der Community sind rar; die Insel inspiriert eher externe Schriftsteller zu Themen von Resilienz, Isolation und Aloha.
Theater
Auf Molokai gibt es keine festen Bühnen oder professionellen Ensembles, stattdessen community-basierte, kinder- und kulturorientierte Initiativen. Das Hokulani Children’s Theatre of Molokai (seit 2023) ist ein diesbezügliches Vorzeigeprojekt. Keiki im Alter von 4 bis 16 führen Stücke wie „The Legend of Mulan“, „Christmas Peter Pan“ oder hawaiianische Legenden auf, oft mit Fokus auf Selbstvertrauen, Disziplin und kultureller Erhaltung. Die Immersionsschule in Kualapuʻu präsentiert jährlich Hana Keaka (hawaiianisches Theater) mit traditionellen Geschichten. Das Molokai Arts Center unterstützt solche Projekte und plant gelegentlich Events in Performing Arts. Professionelles Theater fehlt – es geht um Bildung und Gemeinschaft, nicht um Kommerz.
Film
Die Insel diente als Drehort für die Biografie Molokai: „The Story of Father Damien“ (1999, Regie Paul Cox, mit David Wenham als Damien). Der Film wurde größtenteils in Kalaupapa gedreht, mit Beteiligung lokaler Bewohner, und erzählt von Damens Opfer für die Lepra-Patienten. Andere Produktionen sind selten; Teile von Filmen wie Jurassic Park III nutzten Molokaʻi kurz. Seit 2025 gibt es das Mango Theater in Kaunakakai – ein kleines, 45-plätziges Kino, das aktuelle Filme zeigt und als Veranstaltungsort für Performances oder Events dienen könnte. Es ist der erste Kinosaal seit fast 20 Jahren und ein neuer Treffpunkt für die Community.
Musik und Tanz
Molokaʻi gilt nach hawaiianischen Legenden als Geburtsort des Hula, wo die Göttin Laka den Tanz erstmals an einem heiligen Hügel in Kaʻana schuf. Die Insel pflegt daher eine besonders tiefe und authentische Tradition in Musik und Tanz, geprägt von alten Chants (Oli), traditionellem Hula und hawaiianischer Instrumentalmusik wie Slack-Key-Gitarre und Ukulele. Kommerzielle Shows oder tägliche Auftritte gibt es kaum – stattdessen erleben Besucher die Kultur bei community-basierten Events, Festivals und gelegentlichen Live-Musik in Restaurants.
Der Hula auf Molokaʻi ist spirituell und erzählend: Hula Kahiko (alter Stil) wird mit Chants und traditionellen Instrumenten wie Pahu-Trommeln oder Ipu performed, während Hula ʻAuana moderner mit Ukulele oder Gitarre begleitet wird. Lokale Hālau (Hula-Schulen) wie Moana’s Hula Halau (geleitet von Kumu Hula Raquel Dudoit, kostenlos und für alle Altersgruppen) oder historische Linien wie Halau Hula O Kukunaokala erhalten die Tradition. Gelegentlich organisieren Hālau Fundraiser mit Dinner und Performances, oft unter freiem Himmel.
Höhepunkt der musikalischen Saison ist das jährliche Molokaʻi Ka Hula Piko Festival (meist im Mai oder Frühling), eine mehrtägige Feier des Hula-Ursprungs. Es beginnt mit einer Zeremonie am Puʻu Nana, gefolgt von Hoʻolauleʻa mit Auftritten von Hālau aus ganz Hawaiʻi, selten gezeigten Tänzen, Lectures, Crafts und lokalen Food-Booths – alles ohne Wettbewerb, rein zur Ehre der Kultur. Weitere Events mit Hula sind das Ka Molokaʻi Makahiki (Januar, mit alten Spielen, Zeremonien und Tänzen) sowie Bon-Dances (japanisch-hawaiianisch inspiriert) oder Festivals of Aloha (Oktober, mit Paraden und Musik).
Die Musikszene ist entspannt und lokal: Slack-Key-Gitarre (Ki Hoʻalu) und Ukulele dominieren, oft mit Falsetto-Gesang und Geschichten aus dem Inselalltag. Live-Musik gibt es in Lokalen wie Paddlers Restaurant & Bar oder beim Hotel Molokai, wo lokale Musiker hawaiianische Klassiker spielen. Ukulele-Festivals oder Jams sind seltener, aber die Insel hat eine starke Verbindung zu traditionellen Mele (Liedern), die Natur, Genealogie und Aloha besingen.
Kleidung
Die Kleidung auf Molokaʻi ist stark geprägt von den tropischen Klimabedingungen, der praktischen Notwendigkeit im Alltag und der Bewahrung kultureller Traditionen. Im täglichen Leben tragen die Bewohner leichte, luftige Kleidung, die Bewegungsfreiheit und Sonnenschutz bietet. Typisch sind T-Shirts, Hemden, Shorts, Sommerkleider, Sandalen oder Flip-Flops, während in höher gelegenen oder windigen Regionen leichte Jacken oder Pullover getragen werden.
Traditionelle hawaiianische Tracht spielt vor allem bei kulturellen, religiösen und gemeinschaftlichen Anlässen eine Rolle. Dazu gehören das Aloha-Hemd für Männer, das Muʻumuʻu für Frauen sowie Hula-Röcke (Pāʻū) und Lei-Ketten, die bei Festen, Zeremonien oder Hula-Vorführungen getragen werden. Diese Kleidung symbolisiert Verbundenheit mit der hawaiianischen Kultur, der Natur und den Ahnen.
Kulinarik und Gastronomie
Molokaʻi, die „Friendly Isle“, bietet eine authentische und bodenständige Kulinarik, die stark von lokalen Zutaten, hawaiianischen Traditionen und Einflüssen aus Asien (Japan, Philippinen, Korea) geprägt ist. Im Gegensatz zu den touristischen Hotspots auf anderen Inseln gibt es hier keine Luxusrestaurants oder Ketten – stattdessen dominieren familiengeführte Lokale, Food Trucks, Plate Lunches und frische Produkte aus dem Meer und der eigenen Landwirtschaft. Viele Gerichte basieren auf frischem Fisch, Wild (wie Axis-Hirsch, der auf der Insel frei lebt) und lokalen Spezialitäten wie Poi, Kalua Pork oder Poke.
Das Herzstück der insularen Gastronomie sind Plate Lunches: großzügige Portionen mit zwei Scoops Reis, Macaroni Salad und einem Hauptgericht wie Kalua Pork (im Erdofen gegartes Schweinefleisch), Chicken Katsu, Teriyaki Beef, gegrilltem Mahimahi oder Lau Lau (Fleisch in Taroblättern gedämpft). Diese einfachen, herzhaften Mahlzeiten finden sich in vielen kleinen Eateries und spiegeln die multikulturelle Geschichte der Plantagenzeit wider.
Ein absolutes Highlight ist die Kanemitsu Bakery in Kaunakakai, eine Institution seit 1935. Tagsüber gibt es frisches Brot, Malasadas und Loco Moco, nachts den berühmten „Hot Bread Run“: abends frisch gebackenes Brot mit Aufstrichen wie Cream Cheese, Strawberry oder Cinnamon-Butter – ein Ritual, das Locals und Besucher gleichermaßen anzieht.
Für frischen Fisch und Poke sind Orte wie Maka’s Korner, Molokai Burger (mit saftigen Burgern aus lokalem Fleisch) oder Food Trucks wie STR8CHEFIN beliebt. Paddlers Restaurant & Bar in Kaunakakai bietet eine etwas gehobenere Variante mit lokalen Zutaten, Live-Musik und Gerichten wie Ahi Melt oder Kalbi Ribs, oft mit Blick auf den Sonnenuntergang. Das Hiro’s Ohana Grill am Hotel Molokai kombiniert hawaiianische Klassiker mit internationalen Einflüssen und Meerblick – ideal für ein romantisches Dinner mit frischem Seafood.
Süßes kommt nicht zu kurz: Kamoi Snack-n-Go lockt mit über 30 Sorten Dave’s Hawaiian Ice Cream, darunter Geschmacksrichtungen wie Haupia (Kokos), Kulolo (Taro-Kokos) oder Ube. Coffee-Liebhaber schätzen die Plantage von Coffees of Hawaii oder kleine Cafés wie Hula Bean Cafe mit starkem, lokal angebautem Kaffee.
Der Saturday Market in Kaunakakai (oder am Molokai Arts Center) ist perfekt, um frisches Obst, Gemüse, Poi, Jams, Plate Lunches und handgemachte Snacks direkt von Produzenten zu kaufen – ein lebendiger Treffpunkt mit Aloha-Atmosphäre.
Festkultur
Auf der Insel gelten die offiziellen hawaiianischen bzw. US-amerikanischen Feiertage.
Gesetzliche Feiertage (USA & Hawaii)
- Neujahr – 1. Januar
- Martin Luther King Jr. Day – dritter Montag im Januar
- President’s Day (Washington’s Birthday) – dritter Montag im Februar
- Memorial Day – letzter Montag im Mai
- Unabhängigkeitstag (Independence Day) – 4. Juli
- Labor Day – erster Montag im September
- Veterans Day – 11. November
- Thanksgiving – vierter Donnerstag im November
- Weihnachten – 25. Dezember
Spezifische Feiertage des Bundesstaates Hawaii
- Prince Kūhiō Day – 26. März
- King Kamehameha Day – 11. Juni
- Statehood Day (Admission Day) – dritter Freitag im August
Kulturelle und lokal bedeutende Gedenktage auf Molokaʻi
- Lei Day – 1. Mai (kultureller Feiertag, kein arbeitsfreier Tag)
- Hoʻokupu / lokale Gedenk- und Gemeindetage – je nach Ort und Anlass
- Gedenktage in Kalaupapa (speziell zu Ehren von Pater Damien und Mutter Marianne Cope) – lokal bedeutsam, nicht offiziell arbeitsfrei
Medien
Das wichtigste und einflussreichste Medium ist die wöchentliche Zeitung „The Molokai Dispatch“. Sie erscheint jeden Mittwoch, wird gedruckt und kostenlos verteilt und ist die einzige regelmäßig erscheinende Print-Publikation der Insel. Der Dispatch berichtet über lokale Nachrichten, Gemeinderatssitzungen, Schulen, Sport, Veranstaltungen, Landwirtschaft, kulturelle Themen und hawaiianische Angelegenheiten. Viele Artikel sind zweisprachig (Englisch und Hawaiianisch), und die Zeitung wird von der Gemeinschaft sehr geschätzt. Die Online-Ausgabe (molokaidispatch.com) ist seit Jahren die wichtigste digitale Nachrichtenquelle für Molokaʻi.
Neben dem Dispatch gibt es Radio Molokai (KPUA-FM 88.1 MHz), ein kleiner, von der Gemeinde getragener Sender, der von der University of Hawaiʻi betrieben wird. Der Sender sendet eine Mischung aus lokalen Nachrichten, hawaiianischer Musik, Talkshows, kulturellen Programmen und Musik aus dem Pazifik. Radio Molokai ist besonders wichtig für ältere Bewohner und für diejenigen, die in abgelegenen Gebieten leben, wo Internetverbindungen schwach sind.
Es gibt keine eigene Fernsehstation auf Molokaʻi. Die meisten Haushalte empfangen über Kabel oder Satellit die großen Sender aus Honolulu (Oʻahu), also Programme von KITV, KHNL, KGMB, KHON und Hawaii News Now. Lokale Nachrichten aus Molokaʻi werden in den Honolulu-Sendungen nur sehr selten und kurz erwähnt, meist nur bei großen Ereignissen.
Soziale Medien spielen eine wachsende Rolle, vor allem Facebook. Es gibt mehrere private und halb-öffentliche Gruppen wie „Molokai Community News“ oder „Molokai Local News“, in denen Bewohner schnell Informationen austauschen – von verlorenen Hunden über Stromausfälle bis zu politischen Diskussionen. Diese Gruppen sind für viele die erste Anlaufstelle für aktuelle Infos.
Zusätzlich gibt es vereinzelt Podcasts oder YouTube-Kanäle von Einzelpersonen oder Organisationen (zum Beispiel von der Molokai Community Service, der Molokai Land Trust oder von hawaiianischen Aktivisten), die sich mit Themen wie Landnutzung, Wasserrechten, Kultur oder Umweltschutz beschäftigen. Diese Kanäle erreichen jedoch meist nur ein kleines Publikum.
Kommunikation
Die Insel hat die Telefonvorwahl 0(01)808.
Sport
Der Sport auf Molokaʻi ist eng mit der natürlichen Umgebung, der Kultur und dem starken Gemeinschaftssinn der Insel verbunden. Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl und des bewusst zurückhaltenden Tourismus stehen nicht kommerzielle, gemeinschaftsorientierte Sportarten im Vordergrund. Viele sportliche Aktivitäten haben einen direkten Bezug zum Meer, zur Landschaft und zu traditionellen hawaiianischen Praktiken.
Besonders bekannt ist Molokaʻi weltweit für den Outrigger-Kanusport. Die Insel ist Austragungsort des legendären Molokaʻi Hoe, eines der anspruchsvollsten Hochsee-Kanurennen der Welt, das Molokaʻi mit Oʻahu verbindet. Dieses Rennen hat große kulturelle Bedeutung und zieht internationale Teams an, während es zugleich tief in der hawaiianischen Seefahrtstradition verwurzelt ist.
Auch Wassersportarten wie Surfen, Stand-up-Paddling, Schwimmen und traditionelles Fischen spielen eine wichtige Rolle, vor allem an der Südküste mit ihren geschützten Lagunen. Die Nordküste mit ihren starken Winden und Wellen ist weniger zugänglich, wird aber von erfahrenen Sportlern genutzt.
An Land sind Baseball, Basketball, Fußball und Volleyball wichtige Gemeinschaftssportarten, die vor allem in Schulen und Dorfgemeinschaften gepflegt werden. Leichtathletik, Crosslauf und Outdoor-Aktivitäten wie Wandern oder Reiten ergänzen das sportliche Angebot. Viele sportliche Veranstaltungen haben zugleich einen sozialen Charakter und stärken den Zusammenhalt der Inselgemeinschaft.
Persönlichkeiten
Eine der bekanntesten historischen Figuren ist König Kamehameha V (Lot Kapuāiwa), der Molokaʻi zeitweise als persönlichen Rückzugsort nutzte und dort königliche Ländereien besaß. Die Insel spielte in seiner Regierungszeit eine wichtige Rolle für Landwirtschaft und traditionelle hawaiianische Lebensweisen.
Von herausragender Bedeutung für die Geschichte Molokaʻis ist Pater Damien (Joseph De Veuster). Der belgische Missionar wirkte ab 1873 in der Lepra-Kolonie von Kalaupapa und widmete sein Leben der Pflege und seelsorgerischen Betreuung der Kranken. Er starb selbst an Lepra und wurde später heiliggesprochen. Ebenfalls eng mit Kalaupapa verbunden ist Mutter Marianne Cope, die mit Ordensschwestern die medizinische Versorgung und Betreuung der Kranken unterstützte und ebenfalls als Heilige verehrt wird.
Aus der modernen Zeit stammt George Helm, ein aus Molokaʻi stammender Musiker, Aktivist und Kulturkämpfer. Er setzte sich in den 1970er Jahren leidenschaftlich für den Schutz hawaiianischen Landes, insbesondere gegen die militärische Nutzung von Kahoʻolawe, ein. Helm gilt bis heute als Symbolfigur des hawaiianischen Widerstands und kulturellen Selbstbewusstseins.
Auch im Bereich der traditionellen Navigation und Kultur ist Molokaʻi bedeutend, etwa durch Persönlichkeiten wie Nainoa Thompson, der zwar nicht auf Molokaʻi geboren wurde, aber eng mit der Insel und der Wiederbelebung polynesischer Seefahrtstraditionen verbunden ist und dort wirkte.
Fremdenverkehr
Die Bevölkerung versucht den Tourismus einzudämmen und auf die Westküste zu beschränken. Eine vierstündige Führung durch die alte Leprakolonie zeigt das Leben und Wirken des bekannten Missionars Pater Damian de Veuster. An der Südküste ist das Meer, bedingt durch ein vorgelagertes Riff, sehr ruhig und seicht. An der Ostküste, entlang des Highway 450, findet man schöne Badebuchten, die auch zum Schnorcheln geeignet sind. Die schönsten Strände befinden sich im Westen Molokaʻis, unter anderem sind dies Kawakiu Beach und Papohaku Beach, allerdings sind hier der Wellengang und die Strömung sehr stark ausgeprägt. Der zwischen Molokaʻi und Oʻahu verlaufende „Molokaʻi Express“ gilt als eine der stärksten Meeresströmungen und ist bei Wassersportlern berüchtigt. In der Nähe von Maunaloa, im Westen der Insel, wird in einem Park, in dem afrikanische und fernöstliche Tierarten gezüchtet werden, eine Molokaʻi Ranch Wildlife Park Safari angeboten. Den Molokaʻi Forest Reserve kann man per Fuß oder Geländewagen erkunden und auf der Main Forest Road gelangt man schließlich auf den 1512 m hohen Mt. Kamakou und den 1000 m hohen Waikolu Lookout. Das Hālawa Valley erreicht man über den Highway 450. Ein kurzer Wanderweg führt durch das grüne Tal zu den 75 m hohen Moaula Falls.
Der Fremdenverkehr auf Molokaʻi ist bewusst sehr zurückhaltend entwickelt und unterscheidet sich deutlich von dem Massentourismus anderer hawaiianischer Inseln. Die Insel versteht sich selbst als „The Friendly Isle“ und legt großen Wert auf den Erhalt ihrer natürlichen Landschaft, ihrer kulturellen Identität und ihrer engen Dorfgemeinschaften. Großflächige Hotelanlagen, Kreuzfahrttourismus und intensive touristische Infrastruktur werden von der lokalen Bevölkerung überwiegend abgelehnt. Der Tourismus richtet sich daher vor allem an Reisende, die Ruhe, Natur und kulturelle Authentizität suchen.
Die Unterbringungsmöglichkeiten auf Molokaʻi sind entsprechend begrenzt und überschaubar. Es gibt nur wenige kleinere Hotels und Resorts, die sich vor allem an der Südküste befinden. Diese bieten einfachen bis gehobenen Komfort, jedoch ohne den Luxus und die Größe typischer Ferienresorts anderer Inseln. Eine wichtige Rolle spielen zudem Ferienwohnungen, Condominiums und private Gästehäuser, die meist in Familienbesitz sind und Besuchern einen direkten Einblick in das Inselleben ermöglichen. Diese Unterkünfte eignen sich besonders für längere Aufenthalte und selbstständige Reisende.
Daneben existieren vereinzelt Bed-and-Breakfast-Angebote sowie sehr einfache Unterkünfte für naturverbundene Besucher. Camping ist nur eingeschränkt und meist genehmigungspflichtig möglich. Das Angebot an Restaurants, Freizeit- und Unterhaltungsangeboten ist begrenzt, was den Charakter eines ruhigen, entschleunigten Reiseziels unterstreicht.
Literatur
- wikipedia =https://en.wikipedia.org/wiki/Category:Molokai
- wikitravel = https://wikitravel.org/en/Molokai
- wikivoyage = https://en.wikivoyage.org/wiki/Molokai
Reiseberichte
- Dreamteam around the world: Warum Molokai eine gute Idee ist (4.3.2020) = https://www.dreamteamaroundtheworld.de/2020/03/04/warum-molokai-eine-gute-idee-ist/
- Little America: Hawaii - MolokaI Island = https://www.dreamteamaroundtheworld.de/2020/03/04/warum-molokai-eine-gute-idee-ist/
- Spirit of the West: Moloka'i, die freundliche Insel = https://www.spiritofthewestmagazine.com/molokai-die-freundliche-insel/
Videos
- Molokai Hawaii, Forgotten Paradise, drone footage = https://www.youtube.com/watch?v=-ulfD4IeIfo
- Hawaiian Legends: Molokai`s Sacred Stones - Full Length = https://www.youtube.com/watch?v=ZjESLiCYn_0
- Exploring Molokai Hawaii and Budget = https://www.youtube.com/watch?v=DM5Lpttc0zc
Atlas
- Molokai, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=11/21.1345/-157.1299
- Molokai, Satellit = https://satellites.pro/Molokai_Street.Kehena_map#
Reiseangebote
Molokai - Visitor Information = https://www.gohawaii.com/islands/molokai
CAN USA: Molokai, Hawaiis ruhigste Insel = https://www.canusa.de/hawaii-reisen/molokai
Forum
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