Mallorca (Majorca): Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 21. Mai 2026, 20:09 Uhr
Sonne, Alk und Ballermann, übervölkerte Strände und ökologische Überlastung - Mallorca hat nicht gerade den besten Ruf als touristische Destination. Entsprechenden Unmut gibt es auch unter der Bevölkerung. Die Einheimischen protestieren schon seit Längerem gegen den Massentourismus, fordern Begrenzungen der Besucherzahlen und strengere Regeln für touristische Vermietungen. Immer wieder kommt es zu Demonstrationen mit Slogans wie „Mallorca ist nicht zu verkaufen“. Tatsächlich gibt es auch ein Mallorca abseits des Tourismusbooms - eine Ruhestätte, vor allem im Winterhalbjahr, wenn der Massenandrang ausbleibt.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Majorca (katalanisch), Mallorca (spanisch) |
| alternative Bezeichnungen | Baliaris Maior, Insula Maior (lateinisch), Maiorica, Majorica (mittellateinisch), Māyūrka (arabisch), Malhòrca (okzitanisch), Majorwque (französisch), Maiorca (italienisch, portugiesisch) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | echte Insel |
| Inselart | tektonische Insel |
| Gewässer | Mittelmeer (Mar Mediterrani) |
| Inselgruppe | Balearen (Illes Balears) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Spanien (Regne d’Espanya / Reino de España) Region: Balearen (Comunitat Autònoma de les Illes Balears) Kreis Mallorca (Rodalia Majorca) |
| Gliederung | 3 partits (Gereichtsbezirke) 6 comarques (Regionen) 21 zones básiques (Zonen) 67 municipis (Gemeinden) 210 entitats (Ortschaften) 368 nuclis (Lokalitäten) |
| Status | Kreis (rodalia) |
| Koordinaten | 39°32' N, 3°00' O |
| Entfernung zur nächsten Insel | 170 m (Sa Mola), 36,5 km (Menorca |
| Entfernung zum Festland | 169 km (Port Franc / Barcelona / Katalonien / Spanien) |
| Fläche | 3.603,7155 km² / 1.391,396 mi² (Kreis 3.622,5448 km² / 1.398,666 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 725 km² / 280 mi² (20,1 %) |
| maximale Länge | 97,8 km (W-O) |
| maximale Breite | 79,5 km (N-S) |
| Küstenlänge | 416 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Mittelmeer) |
| höchste Stelle | 1445 m (Puig Mayor) |
| relative Höhe | 1445 m |
| mittlere Höhe | 105 m |
| maximaler Tidenhub | 0,1 bis 0,3 m (Palma de Mallorca 0,18 m) |
| Zeitzone | HCE (Hora Central Europea / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1) |
| Realzeit | UTC plus 9 bis 14 Minuten |
| Einwohnerzahl | 949.047 (2024) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 263,35 (bezogen auf den Kreis 261,98) |
| Inselzentrum | Palma de Mallorca (Palma) |
Name
Der Name Mallorca, der im Deutschen [maˈʎoɾka] ausgesprochen wird und im Katalanischen als Majorca, gesprochen [məˈʎɔɾkə], erscheint, hat eine lange und vielschichtige Geschichte, die eng mit der antiken Geografie und den wechselnden Herrschaften über die Balearen verbunden ist. Die Bezeichnung geht unmittelbar auf die römische Antike zurück. Die Römer nannten die Insel Insula Maior oder Baliaris Maior, was schlicht „die größere Insel“ bedeutet. Damit grenzten sie sie von ihrer kleineren Schwesterinsel ab, die entsprechend als Baliaris Minor oder Insula Minor bekannt war und heute Menorca heißt. Diese Unterscheidung nach Größe war naheliegend, da Mallorca mit einer Fläche von rund 3.640 Quadratkilometern tatsächlich deutlich umfangreicher ist als Menorca.
Schon in vorrömischer Zeit waren die Balearen den Seefahrern des Mittelmeers bekannt. Die Griechen bezeichneten die Inselgruppe als Gymnesiae oder Balearides, Namen, die möglicherweise auf die berühmten Steinschleuderer der Inseln anspielten – die Balearen leiten sich etymologisch oft von griechisch ballein "werfen" ab. Die Römer übernahmen und latinisierten diese Begriffe, integrierten die Inseln nach ihrer Eroberung im -2. Jahrhundert in ihr Reich und etablierten die klare Zweiteilung in die größere und die kleinere Insel. Aus der lateinischen Form Baliaris Maior entwickelte sich in der Spätantike und im frühen Mittelalter die mittellateinische Bezeichnung Maiorica oder Majorica. Diese Form wurde zur Grundlage für nahezu alle späteren Sprachvarianten in Europa.
Mit der arabischen Eroberung der Balearen im 10. Jahrhundert gelangte der Name in die islamische Welt. Die Mauren übernahmen die lateinische Wurzel und passten sie an ihre Sprache an, sodass die Insel als Māyūrka oder Mayurqa bekannt wurde. Unter muslimischer Herrschaft erlebte Mallorca eine Blütezeit als Handels- und Kulturzentrum, und der arabische Name fand Eingang in geographische Werke jener Epoche. Als die katalanisch-aragonesischen Truppen unter König Jakob I. von Aragon die Insel 1229 zurückeroberten, kehrte der lateinisch-romantische Name in seiner katalanischen Form Majorca wieder stärker in den Vordergrund. Die katalanische Sprache, die sich auf den Balearen fest etablierte, behielt die Aussprache und Schreibweise bei.
Von dieser mittelalterlichen Basis aus verbreitete sich der Name in die verschiedenen europäischen Sprachen. Im Französischen wurde daraus Majorque, im Okzitanischen Malhòrca, im Englischen Majorca und in vielen romanischen Sprachen wie dem Italienischen und Portugiesischen Maiorca. Diese Varianten spiegeln die engen Handels- und Kulturbeziehungen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit wider. Besonders im englischsprachigen Raum blieb Majorca lange die gängige Form, während im Deutschen Mallorca vorherrschte, eine Anpassung, die sich wahrscheinlich über katalanische und spanische Vermittlung durchsetzte.

- albanisch: Majorka
- amharisch: ማዎርካ [Maworka]
- arabisch: مايوركا [Māyūrka]
- armenisch: Մալյորկա [Malyorka]
- aserbaidschanisch: Malyorka
- baskisch: Mallorca
- bengalisch: মায়োর্কা [Māyorkā]
- birmanisch: မာလျော်ကာ [Ma-lyaw-ka]
- bretonisch: Mallorca
- bulgarisch: Майорка [Majorka]
- chinesisch: 马略卡 [Mǎluèkǎ]
- dänisch: Mallorca
- deutsch: Mallorca, Majorka (veraltet)
- englisch: Majorca
- esperanto: Majorko
- estnisch: Mallorca
- finnisch: Mallorca
- französisch: Majorque
- friesisch: Majorka
- friulanisch: Maiorche
- galizisch: Maiorca
- ghälisch: Mallarca
- georgisch: მალიორკა [Maliorka]
- griechisch: Μαγιόρκα [Magiòrka]
- gudscheratisch: મયોર્કા [Mayorkā]
- hebräisch: מיורקה [Mayorka]
- hindi: मयोर्का [Mayorka]
- indonesisch: Mallorca
- irisch: Mallorcach
- isländisch: Mallorca
- italienisch: Maiorca
- japanisch: マヨルカ [Mayoruka]
- kambodschanisch: ម៉ាយ៉ូរីកា [Mayorika]
- katalanisch: Majorca
- koreanisch: 마요르카 [Mayoreuka]
- korsisch: Maiorca
- kroatisch: Mallorca, Majorka
- ladino: Mayorka
- laotisch: ມາຍໍຣກາ [Māyorka]
- lateinisch: Insula Maior, Baliaris Maior
- lettisch: Malorka
- litauisch: Maljorka
- madegassisch: Mallorca
- makedonisch: Мајорка [Majorka]
- malaisch: Mallorca
- maldivisch: މަލޔޯރކާ [Malyorka]
- marathisch: मयॉर्का [Mayorkā]
- mittellateinisch: Maiorica, Majorica
- niederländisch: Mallorca, Majorca
- norwegisch: Mallorca
- okzitanisch: Malhòrca
- persisch: مایورکا [Māyūrka]
- polnisch: Majorka
- portugiesisch: Maiorca
- rätoromanisch: Mallorca
- rumänisch: Mallorca
- russisch: Мальорка [Maljorka]
- sardisch: Majorca
- schwedisch: Mallorca
- serbisch: Мајорка [Majorka]
- singalesisch: මයෝර්කා [Mayorḳā]
- sizilianisch: Majorca
- slowakisch: Malorka
- slowenisch: Majorka
- spanisch: Mallorca
- tamilisch: மயோர்கா [Mayorḳā]
- thai: มายอร์กา [Māyorka]
- türkisch: Mallorca
- ukrainisch: Майорка [Majorka]
- ungarisch: Mallorca, Majorka
- urdu: مایورکا [Māyūrka]
- walisisch: Mallorca
- weißrussisch: Мальёрка [Maljorka]
Offizieller Name: Majorca
- Bezeichnung der Bewohner: Mallorquins (Mallorquiner)
- adjektivisch: mallorquina (mallorquinisch)
Kürzel:
- Code: MJ / MAJ
- Kfz: -
- ISO-Code: ES.IB.MJ
Lage
Mallorca liegt im Zentrum der Balearen im Westen des Mittelmeers auf durchschnittlich 39°32‘ n.B. und 3°00‘ ö.L..

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 39°57‘40“ n.B. (Cap de Formentor)
- südlichster Punkt: 39°15‘40“ n.B. (Cap de Salines) bzw. 39°06‘42“ n.B. (Estells de Fora / Cabrera)
- östlichster Punkt: 3°28‘42“ ö.L. (Cap de Pera)
- westlichster Punkt: 2°19‘38“ ö.L. (Punta Negru) bzw. 2°21‘05“ ö.L. (Illa Sa Dragonera)
Entfernungen:
- Sa Mola 170 m
- Sa Dragonera 790 m
- Menorca / Balearen (Cap d’Artrutx) 36,5 km
- Ibiza / Balearen (Illa Tagomago) 80 km
- Formentera (Punta de ses Coves Noves) 106 km
- Barcelona 169 km
- Valencia 232 km
- Algier 274 km
- Sardinien 427 km
- Madrid 524 km
Zeitzone
In Mallorca gilt die Hora Central Europea bzw. Central European Time (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt HCE bzw. CET (MEZ). Die Realzeit liegt um 9 bis 14 Minuten vor der Koordinierten Weltzeit (UTC).
Fläche
Mallorca hat eine Fläche von 3.603,7155 km² bzw. 1.391,396 mi², nach älteren Angaben 3.589,808 km². Die Verwaltungseinheit mit Cabrera und Sa Dragonera umfasst 3.622,5448 km² bzw. 1.398,666 mi², nach älteren Angaben 3.620,425 km², alternativ 3.625,75 bis 3.640,11 km². Inklusive Gewässer und Flutbereiche ergeben sich 3.640,11 km². Von Westen nach Osten durchmisst die Insel zwischen Illa Sa Dragonera zum Cap de Pera 97,8 km, von Norden nach Süden zwischen Cap de Formentor und Estells de Fora 78,5 km. Die Küste der Insel hat eine Gesamtlänge von 416 km, mit Nebeninseln 445 km, inklusive Buchten 550 km. Davon sind 225 km Fels- und Steilküste und 212 km Sand- und Kiesstrand. 8 km entfallen auf Hafenbereiche. Der maximale Tidenhub beträgt 0,1 bis 0,3 m (Palma de Mallorca 0,18 m). Höchster Punkt ist der Puig Mayor mit 1445 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 105 m.
Flächenaufteilung 2001:
- Agrarland 2.096,665 km² (58,41 %)
- Wald- und Buschland 899,076 km² (25,05 %)
- Heideland 412,330 km² (11,49 %)
- Siedlungs- und Industriegebiet 142,005 km² (3,96 %)
- Gewässer 20,306 km² (5,66 %)
- Sand- und Felsgebiet 8,078 km² (2,25 %)
- Wiesen und Weiden 5,772 km² (1,61 %)
Geologie
Die Geologie Mallorcas ist eng mit der Entstehungsgeschichte des westlichen Mittelmeers und der alpidischen Gebirgsbildung verbunden. Wie die übrigen Baleareninseln stellt Mallorca geologisch eine Verlängerung der Betischen Kordillere dar und gehört damit zum Andalusischen Faltengebirge. Dieses alpidisch entstandene Massiv setzt sich überwiegend aus Gesteinsmaterialien zusammen, die während des Erdmittelalters als Sedimente im alten Tethys-Meer abgelagert wurden. Aufgrund dieser marinen Herkunft sind die Gesteine stark kalkreich und enthalten eine Fülle von Fossilien, die noch heute von der ehemaligen Meeresbedeckung zeugen.
Die Auffaltung der Betischen Kordillere und der mallorquinischen Gebirgszüge ist letztlich eine Folge der Kontinentaldrift. Seit mehr als 100 Millionen Jahren schiebt sich die Afrikanische Platte unter die Eurasische Platte, ein Prozess der Subduktion, der enorme tektonische Kräfte freisetzt. Diese Bewegungen führten im jüngeren Tertiär zu vielfältigen Hebungs- und Senkungszonen. Durch die unterschiedlichen vertikalen Verschiebungen und den derzeitigen Meeresspiegelstand ist die ehemalige Landverbindung zum spanischen Festland abgerissen, sodass die Balearen heute als Inselgruppe im Mittelmeer liegen.
Die auf ganz Mallorca vorherrschenden Kalkgesteine sind teilweise leicht wasserlöslich. Dies hat zur ausgeprägten Verkarstung der Insel geführt und besonders an den Felsküsten zu markanten Auskolkungen, Höhlen und anderen Lösungsverwitterungsformen beigetragen. In den beiden großen Gebirgsregionen Mallorcas, der Serra de Tramuntana im Nordwesten und den Serres de Llevant im Osten, tritt neben dem Kalkstein vor allem Dolomit auf. Während die Serra de Tramuntana durch ihre widerstandsfähigeren Gesteine zu imposanten Höhen aufragt, enthalten die Serres de Llevant zusätzlich größere Anteile an Mergel. Mergel ist ein Kalkstein mit hohem Tonmineralanteil, der wesentlich erosionsanfälliger ist. Deshalb erreicht dieser östliche Gebirgszug heute nur noch deutlich geringere Höhen als sein westliches Pendant.
Das erodierte Material wurde teils ins Meer gespült, teils lagerte es sich im zentralen Inselinneren, dem Plà de Mallorca, ab. Im Nordosten der Insel finden sich helle Mergelerden, während in der zentralen Region eisenhaltige Tone dominieren. Diese eisenreichen Ablagerungen verleihen dem Boden seine charakteristische rötliche Färbung, die besonders in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten Mallorcas auffällt. Die geologische Vielfalt der Insel – von harten Karstgebirgen über fruchtbare Ebenen bis hin zu dramatischen Küstenformen – ist somit unmittelbares Ergebnis ihrer langen marinen Vergangenheit und der tektonischen Kräfte, die das westliche Mittelmeer geformt haben. Diese Prozesse prägen bis heute nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die Böden, die Vegetation und die Wasserverfügbarkeit Mallorcas.
Landschaft
Mallorca wird in sechs Landschaftszonen (katalanisch comarques, Einzahl comarca) untergliedert: (Serra de) Tramuntana, Raiguer, Pa de Mallorca, Llevant und Migjorn.
An erster Stelle ist die Serra de Tramuntana zu nennen, ein bis zu 15 Kilometer breiter Gebirgszug mit 11 Gipfeln über 1000 Meter Höhe, der parallel zur Nordwestküste verläuft. Die Berge erstrecken sich auf über 90 Kilometer Länge von der Insel Sa Dragonera im Südwesten bis zum Cap Formentor im Norden. Der höchste Punkt etwa in der Mitte der Gebirgskette ist mit 1445 Metern der Puig Major. Am Nordwestabhang des Gebirges befinden sich steile und felsige Küstengebiete mit nur kleinen Buchten und steinigen Stränden. In der einzigen größeren Bucht entstand der Schutzhafen Port de Sóller.
Die Serra de Tramuntana ist nach den kalten Nord- und Westwinden Tramuntana benannt. Ihre Gebirgszüge bilden klimatisch eine Wetterscheide zu den niedrigeren Teilen der Insel, die damit in den Genuss milderer Winter, aber auch allgemein regenärmerer Tage kommt. In den Bergen sorgt der Steigungsregen für häufigere und stärkere Niederschläge als in den anderen Inselregionen.
An den Seitenhängen der Berge mit ihren Sturzbächen, den Torrents, haben sich fruchtbare Täler gebildet, auf deren Schuttkegeln in der Umgebung von Sóller Apfelsinen- und Zitronenbäume wachsen. Auf terrassierten Hängen werden Tomaten, Bohnen und Weintrauben angebaut (Estellencs, Banyalbufar, Deià, Valldemossa). Die Region der Serra de Tramuntana ist sehr unterschiedlich dünn besiedelt. Insgesamt beträgt die Einwohnerzahl 104.904 (Stand 2007), wobei die größten Gemeinden Calvià und Pollença am Süd- bzw. Nordende des Gebirges liegen.
An die Serra de Tramuntana angrenzend liegt am Südostabhang der Gebirgskette zwischen der Halbinsel La Victoria und der städtischen Region der Hauptstadt Palma die Region Es Raiguer. Sie ist eine Übergangszone vom Gebirge zur Ebene Es Plà in der Mitte Mallorcas. Hier gibt es reichlich Wasser, aber wenig flaches, kultivierbares Gelände.
Die Region des Raiguer und im Besonderen die Stadt Inca sind als Zentrum des Schuh- und Lederhandwerks auf Mallorca bekannt. In der Region leben 123.046 Bewohner (Stand 2007) und sie hat mit Inca auch eine Art Zentrum, wenngleich die Gemeinde Marratxi als Vorort von Palma etwas mehr Einwohner zählt. Drittgrößte Gemeinde ist die Stadt Alcúdia an der nach ihr benannten Bucht an der Nordküste.
Im zentralen Teil Mallorcas befindet sich die Ebene Plà de Mallorca oder Es Plà, die nur von kleineren Höhenzügen unterbrochen wird. Höchster Punkt ist an der Grenze zum Migjorn der 542 Meter hohe Tafelberg Puig de Randa.
Aus der Region Es Plà kommen die meisten landwirtschaftlichen Produkte der Insel für den täglichen Bedarf wie Kartoffeln, Reis, Mais und Gemüse. Zudem wird Wein angebaut und es gibt eine Vielzahl von Mandelbaumplantagen. Mit ihren ausgedehnten Feldern wird Es Plà auch als Kornkammer Mallorcas bezeichnet. Im Schutz der Berge des Nordwesten vor den winterlichen Nordwinden sind bis zu vier Ernten im Jahr möglich. Allerdings ist das Inselinnere im Sommer auch die heißeste Gegend Mallorcas.
Im Plà de Mallorca leben mit 51.636 Menschen (Stand 2007) die wenigsten Einwohner der sechs Comarques Mallorcas. Es gibt auch keinen zentralen Ort der Region. Am bevölkerungsreichsten ist mittlerweile der Touristenort Can Picafort an der Bucht von Alcúdia in der Gemeinde Santa Margalida. An der Bucht im Norden Mallorcas gibt es kilometerlange Sandstrände, das Hauptziel der meisten Urlauber. Der Tourismus gewinnt auch im Es Plà gegenüber der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Im Inneren Mallorcas wird dabei vermehrt auf den Agrotourismus gesetzt, Urlaub auf dem Lande im Schatten der vielen Windmühlen.
Llevant („Osten“) bezeichnet die östliche und nordöstliche Landschaftsregion Mallorcas. Sie wird durchzogen von den Serres de Llevant, einem Gebirgszug wesentlich niedriger als die Serra de Tramuntana im Westen. Hier gibt es nur drei Gipfel über 500 Meter Höhe. Der höchste ist mit 561 Meter der Puig Morei (auch Puig d'en Morell oder Talaia Freda) im Massiv von Artà (Massis d'Artà). Die Serres de Llevant ziehen sich von Süd nach Nord, steigen dabei etwas an und erweitern sich im Norden auf die gesamte Halbinsel von Artà.
Das Gebirge im Osten ist weniger geschlossen als die Serra de Tramuntana. Bei Manacor gibt es eine Art Durchlass von der Ebene des Inselinneren zur Ostküste. Dort reihen sich wie an einer Perlenkette viele kleine Naturhäfen und Sandstrände an der sonst felsigen Küste aneinander. An der Küste befinden sich auch die drei Naturhöhlen Coves del Drac, Coves dels Hams und Coves d’Artà. Mit der öffentlich nicht zugänglichen Cova de sa Gleda – Camp des Pou nahe der Ostküste bei Manacor besitzt Mallorca die längste Unterwasserhöhle Europas. Die weitesten Strände bieten Cala Millor an der Badia de Son Servera, Sa Coma an der Cala Moreia und Cala Rajada mit der Cala Agulla, alles heute Touristen-Hochburgen. Ruhig geht es hingegen auf der Nordwestseite des Gebirgszuges bei Colònia de Sant Pere und dessen Naturstrand S’Arenal de sa Canova sowie den naturgeschützten Buchten der Nordostküste zu.
Hauptort des Llevant ist Manacor. Hier leben mit 37.963 Menschen (Stand 2007) mehr als die Hälfte der 75.137 Einwohner der Region. Trotzdem ist die Stadt Manacor, in der 67 % der Bewohner der Gemeinde ansässig sind, wirtschaftlich mehr mit dem Landesinneren verbunden. Sie ist ein Zentrum der Kunstperlen- (Mallorquinische Imitationsperlen) und Möbelindustrie. Die Orte der Küste von Cala Rajada bis Cales de Mallorca haben sich hingegen dem Tourismus verschrieben, während die Gemeindesitze abseits des Meeres in Beschaulichkeit mit davon profitieren.
Migjorn ist im Grunde die südliche Fortsetzung der Ebene Plà de Mallorca. Trotz des eher flachen Charakters der Region besitzt die südlichste Landschaft Mallorcas auch eine Erhebung über 500 Meter Meereshöhe. Auf dem 509 Meter hohen Puig Sant Salvador in der Gemeinde Felanitx befindet sich das Kloster Santuari de Sant Salvador. Der Berg ist die höchste Erhebung im südlichen Bereic der Serra de Llevant.
Mit der Stadt Campos besitzt Migjorn ein Zentrum eher ländlichen Charakters. Die Landwirtschaft spielt hier auch heute noch eine große Rolle. Eine Besonderheit sind die rund um den Ort kultivierten Kapernsträucher. Einen Gegensatz dazu bildet der ehemalige Hafen von Campos, Colònia de Sant Jordi: Neben dem sechs Kilometer langen Strand von Es Trenc wurde hier ein Touristenzentrum mit über 3000 Fremdenbetten errichtet. Dass dem wilden Bauen inzwischen Einhalt geboten wurde, bezeugen die Bauruinen an der anderen Seite von Es Trenc in der Siedlung ses Covetes. Ein Gericht verfügte den Abriss der hier neben dem Strand ohne Genehmigung errichteten, halb fertiggestellten Häuser.
Die Küstenlinie des Migjorn reicht von s'Arenal im Westen, das zur Gemeinde Llucmajor gehört, bis nach Portocolom in der Gemeinde Felanitx. Jede Gemeinde der 75.899 Einwohner zählenden Region (Stand 2007) hat Anteil an der Küste. An dieser wechseln sich flache felsige Abschnitte mit sandigen Buchten ab. Einige Küstenabschnitte, vor allem am Südkap, dem Cap de ses Salines, sind schwer erreichbar. Private Landbesitzer haben hier die Durchfahrt für Fahrzeuge, auch aus Naturschutzgründen, gesperrt.
Im Südwesten Mallorcas öffnet sich die große Bucht von Palma, an der die alte Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Mallorca und das gegenwärtige politische und wirtschaftliche Zentrum der Autonomen Region der Balearen liegt. Palma ist eine römische Gründung aus der Zeit der Inbesitznahme der Insel durch das Römische Reich im Jahre -123. Heute leben in der Stadt 401.270 Menschen (Stand 2009), das sind fast die Hälfte (46,5 %) der Einwohner Mallorcas. Noch vor einhundert Jahren waren es nur 67.544 Bewohner (1910).
Da die Region Palma nur das Stadt- bzw. Gemeindegebiet umfasst, ist sie die flächenmäßig kleinste der Insel, hat aber die höchste Bevölkerungsdichte. Sie grenzt im Westen an die Region Serra de Tramuntana, im Norden an Raiguer, im Nordosten an Plà de Mallorca und im Südosten an Migjorn.
Südlich Mallorcas liegt der Felsinsel-Archipel um Cabrera, heute ein Meer- und Land-Nationalpark, und im Südwesten die Insel Sa Dragonera, die ebenfalls vom Inselrat Mallorcas zu einem Naturschutzgebiet erklärt wurde. Cabrera ist im weiteren Sinne eine südliche Fortsetzung des Migjorn, wird aber durch die Hauptstadt Palma verwaltet. Sa Dragonera bildet den südwestlichsten Ausläufer der Serra de Tramuntana.
Zwei Gebirgszüge rahmen die Insel ein, die weniger spektakulären Serres de Llevant im Osten und die bekannte, über weite Strecken nicht besiedelte Serra de Tramuntana im Nordwesten, in der die höchsten Berge der Insel, darunter elf mit über 1000 Meter über Meereshöhe, liegen. In den Serres de Llevant befinden sich hingegen nur drei Gipfel über 500 Meter. Diese Höhe erreicht außerhalb der beiden Gebirgsketten nur der Puig de Randa mit 540 Meter im Es Plà in der Mitte der Insel.
In der Serra de Tramuntana befinden sich auch der bekannte Canyon des Torrent de Pareis und die beiden Trinkwasser-Speicherseen Embassament de Cúber und Embassament des Gorg Blau. Die Stauseen sichern vor allem die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt Palma.
Flüsse und natürliche Seen besitzt Mallorca nicht. Die oftmals starken Regenfälle nehmen die vielen Torrents (Sturzbäche) auf, die das Wasser ins Meer ableiten. In Trockenzeiten bleiben in den Torrents Brackwasserseen zurück, die vielen Insektenarten Lebensraum bieten. Die meisten Sumpfgebiete Mallorcas wurden in der Vergangenheit trockengelegt. Zwei Ausnahmen bilden die heute unter Naturschutz stehenden S’Albufera und S’Albufereta in den Gemeinden Muro und Alcúdia.

Zu den viel besuchten Natursch önheiten der Insel gehören:
- Botanicactus – Botanischer (Kakteen-) Garten in der Nähe von Ses Salines
- Cap Formentor – Nördlichster Punkt Mallorcas
- Coves d’Artà – Höhlensystem in der Nähe von Artà bei Canyamel
- Coves de Campanet – Höhle im Nordwesten zwischen Inca und Alcúdia
- Coves del Drac – Tropfsteinhöhle mit großem unterirdischem See bei Porto Cristo
- Coves dels Hams – Tropfsteinhöhle bei Porto Cristo
- Coves de Gènova – Höhle nahe Palma
- Torrent de Pareis – Sturzbach durch einen Canyon an der Nordwestküste bei Sa Calobra, nördlich Sóller
Erhebungen
- Puig Mayor 1445 m (Serra de Tramuntana)
- Penyal del Migdia 1398 m (Serra de Tramuntana / Massís del Puig Major)
- Puig de Massanella 1364 m (Serra de Tramuntana)
- Puig de Bassetes 1215 m (Massis del Massanella)
- Puig d'en Galileu 1180 m (Massís del Massanella)
- Puig de Sa Rateta 1115 m (Serra de Tramuntana)
- Puig de les Vinyes 1105 m (Massís del Puig Major)
- Puig de Tomir 1103 m (Serra de Tramuntana)
- L’Ofre 1093 m Serra de Tramuntana)
- Puig de l‘Ofre 1090 m (Serra de Tramuntana)
- Serra d’Alfàbia 1069 m (Serra de Tramuntana)
- Puig de la Font (Escorca) 1069 m (Massís dels Tossals Verds)
- Na Franquesa 1067 m (Massís dels Tossals Verds)
- Es Teix (Puig del Teix) 1064 m (Serra de Tramuntana)
- Morro d’Almallutx 1058 m (Tossals Verds)
- El Frontó 1055 m (Massís del Massanella)
- Puig del Coll del Jou 1046 m (Sóller)
- Puig de n’Ali 1035 m (Serra de Tramuntana)
- Tossals Verds 1028 m (Serra de Tramuntana)
- Puig de Galatzó 1025 m (Serra de Tramuntana)
- Puig de Galatzó 1025 m (Puigpunyent)
- Puig Roig 1003 m (Serra de Tramuntana)
- Puig de la Font (Valldemossa) 967 m (Massís del Puig des Teix)
- Morro de Cúber 965 m (Massís dels Tossals Verds)
- Cornadors 956 m (Sóller)
- Puig de l’Alözinar 933 m (Massis del Puig Mayor)
- Mola de Planícia 932 m (Banyalbufar)
- Mola de l'Esclop 927 m (Andratx)
- Puig Caragoli 923 m (Massis del Puig des Teix)
- Puig Caragoler de Femenia 920 m (Escorca)
- La Galera 905 m (Massís del Puig des Teix)
- Puig de Ca 885 m (Massis del Tomir)
- Puig del Guix 881 m (Massís del Massanella)
- La Talaia Vella 867 m (Massís del Puig des Teix)
- Muntanya de Montcaire 859 m (Fornalutx)
- Penyal del Ratxó 853 m (Massís del Galatzó)
- Roca Roja 840 m (Massís del Puig Roig)
- Puig Gros de Ternelles 838 m (Pollença)
- Fita del Ram 833 m (Esporles)
- Puig del Castell d’Alaró 822 m (Alaró)
- Penyals d'Honor 819 m (Bunyola)
- Puig de l’Alcadena 817 m (Serra de Tramuntana)
- Puig de la Comuna 805 m (Fornalutx)
- Puig Ciuró 798 m (Massís del Puig Caragoler de Femenia)
- Puig del Moro 786 m (Massís del Puig des Teix)
- Puig del Frare 785 m (Massís del Massanella)
- Moleta de Pastoritx 748 m (Massís del Puig des Teix)
- Na Torta 732 m (Massís del Puig des Teix)
- Mola de la Comuna 714 m (Valldemossa)
- Mola de Son Pacs 713 m (Valldemossa)
- La Cucuia 712 m (Massís del Tomir)
- Puig de na Marit 666 m (Massís de la Comuna de Bunyola)
- Puig de Fàtima 650 m (Valldemossa)
- Puig Batiat 641 m (Capdellà)
- Puig dels Boixos 626 m (Mola de Son Pacs)
- Puig de l’Alqueria 608 m (Su Gúbia)
- Puig de Bàlitx 578 m (Sóller)
- Puig de Morel 562 m (Serres de Llevant)
- Talaia Freda 562 m (Artà)
- Puig de Randa 543 m (Massis de Randa)
- La Bombarda 538 m (Mola de Son Pacs)
- Bec de Ferrutx 519 m (Artà)
- Bec de Ferrutx 519 m (Serres de Llevant)
- Na Seca 514 m (Fornalutx)
- Puig de Sant Salvador 510 m (Serres de Llevant)
- Puig de Son Reus 502 m (Massís del Puig de Randa)
- Castell del Rei 492 m (Pollença)
- Puig d’Alpara 487 m (Serres de Llevant)
- Puig Gros de Bendinat 485 m (Palma)
- Puig de San Poc 467 m (Bunyola)
- Puig de Garrafa 461 m (Andratx)
- Talaia de la Vitória 444 m (Alcúdia)
- Puig de la Comuna 429 m (Felanitx)
- Puig de Galdent 420 m (Massis de Randa)
- Castell de Santueri 408 m (Felanit)
- Penya Roja 355 m (Alcúdia)
- Puig de Maria 345 m (Pollença)
- El Fumat 320 m (Pollença)
- Puig de les Bruixes 311 m (Llucmajor)
Flüsse
- Torrent de Sollerich 4,0 km
- Torrent de Pareis 3,3 km
Seen
- Lago Grande 0,42 km²
- Estanque de Ses Gambes 0,24 km²
Inseln
- Mallorca 3.603,72 km²
- Cabrera 11,55 km²
- Sa Dragonera 2,88 km²
- Illa Conejera 1,90 km²
- Illa des Conills 1,38 km²
Flora und Fauna
Mallorca besitzt eine reiche Flora mit etlichen endemischen Arten, mediterrane Wälder aus Kiefern und Steineichen sowie charakteristische Mandel-, Oliven- und Zitrusbäume. Die Fauna ist weniger artenreich, umfasst aber zahlreiche Vogelarten, einige Reptilien, Amphibien, verwilderte Ziegen und eine große Vielfalt an Insekten, wobei besonders die Vogelwelt in den Feuchtgebieten und Bergen hervorzuheben ist.
Flora
Die aus 1702 bestehende Vegetation Mallorcas ist geprägt von mediterranen Pflanzen wie der Aleppokiefer (Pinus halepensis), die etwa 70% des Baumbestandes ausmacht, sowie von kultivierten Bäumen wie Oliven-, Mandel- und Orangenbäumen. In den Bergen und im Tramuntana-Gebirge wachsen typische Arten wie Balearische Steineiche, Rosmarin, Lavendel, Thymian, Erdbeerbaum und Buchsbaum, während Feuchtgebiete von Schilf, Pfeifengras und Rohrkolben dominiert werden. Daneben findet man auch Zwergpalmen, Eiben und diverse Kräuter des Garrigue-Biotops
Mallorca verfügt über eine stark gegliederte Küstenlinie von 550 Kilometern Länge, wobei Sandstrände einen Anteil von unter 10 Prozent ausmachen. Der größte Teil der Küste wird von Steilküsten und Kieselstränden eingenommen. Unmittelbar am Spülsaum und dahinter liegenden Dünen oder Felsen siedeln vornehmlich Salzpflanzen (Halophyten), die an das salzhaltige Milieu angepasst sind. Am Spülsaum finden sich unter anderem Strand-Wolfsmilch (Euphorbia paralias), Meerfenchel (Crithmum maritimum) und Stranddistel (Eryngium maritimum).
Die Salzmarschen und Ufer der Feuchtgebiete in dem an die Bucht von Alcúdia grenzenden Parc natural de s’Albufera de Mallorca sind vornehmlich mit Gliedermelden (Arthrocnemum sp.), Soden und der Stechenden Binse (Juncus acutus) bewachsen. Die kilometerlangen Entwässerungskanäle säumt ein dichter Gürtel aus Pfahlrohr (Arundo donax), im Hinterland stehen große Kolonien von Breitblättrigem Klebalant (Dittrichia viscosa).
Auf den kalkhaltigen Plateaus an der Südküste bilden Küstenstrandstern (Pallensis maritima) und Geißkleeartiger Hornklee (Lotus cytisoides) kissenförmige Polster aus. In den Dünen von Cala Mesquida und dem als Naturpark ausgewiesenen Strand Es Trenc sind unter anderem Dünen-Trichternarzisse (Pancratium maritimum), Mittelmeer-Strohblume (Helichrysum stoechas) und verschiedene Strandfliederarten anzutreffen. Mancherorts reicht Phönizischer Wacholder (Juniperus phoenicea) bis dicht ans Wasser heran.
Vornehmlich an unbewirtschafteten Stränden bilden sich mitunter meterhohe Ablagerungen von angeschwemmtem Neptungras (Posidonia oceanica). Aus abgestorbenem und zusammengerolltem Material finden sich vielerorts an Stränden tennisballgroße Seebälle. Das wegen der Fähigkeit, CO2 zu speichern, für das Ökosystem immens wichtige submarine Wassergras (fälschlicherweise oft als Alge bezeichnet) wächst in den balearischen Küstengewässern in großen Kolonien. Ein geschütztes Gebiet von Neptungraswiesen liegt im zwischen Ibiza und Formentera ausgewiesenen Parc Natural de ses Salines, dieser Naturpark ist seit 1999 UNESCO-Weltnaturerbe.
Jenseits der Küste bedeckt eine teils bis zu fünf Meter hohe Macchie aus vornehmlich immergrünen Sträuchern und Hartlaubgewächsen weite Teile der nicht als Kulturland genutzten Fläche der Insel. Ein typischer Vertreter davon ist die Zwergpalme (Chamaerops humilis), sie steht oberhalb der Küsten und ist auch im Tramuntanagebirge und in der bis zu 561 Meter hohen Serres de Llevant im Bergland von Artà anzutreffen.
Eine der am weitesten verbreiteten Arten auf Mallorca ist der Diss (Ampelodesmos mauritanicus). Das invasive Süßgras besetzt mitunter zusammenhängende Flächen von mehreren Quadratkilometern und verdrängt dabei zunehmend lokale Arten. Es reicht von der Küste bis auf die Kammhöhen der Serra de Tramuntana hinauf. Eine Bekämpfung der ursprünglich als billige Futterpflanze eingeführten bis zu drei Meter hoch wachsenden Horste erwies sich bislang als wirkungslos.
Besonders artenreich zeigt sich die Garrigue, die außer küstennahen Flächen auch felsige Kammlagen der Serra de Tramuntana besetzt. Die Pflanzen dieser durch Überweidung und Brände entstandenen degradierten Strauchformation werden selten höher als eineinhalb Meter. Hier gedeihen etliche wilde Orchideen, neben der im westlichen Mittelmeerraum weit verbreiteten und auch nördlich der Alpen heimischen Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis) auch die endemische Balearen-Ragwurz (Ophrys balearica).
Die Baum-Wolfsmilch (Euphorbia dendroides) bildet an küstennahen Standorten große Kolonien aus, mancherorts ist sie landschaftsprägend. Ein toxischer Milchsaft schützt die sukkulente Pflanze vor Verbiss. Auch verschiedene Affodillgewächse, etwa der auf Mallorca allgegenwärtige Ästige Affodill (Asphodelus ramosus) sind durch einen giftigen Inhaltsstoff für Wild- und Weidetiere unattraktiv. Außer auf Felsfluren steht der Affodill häufig in Olivenhainen und auf Brachflächen. Relativ selten ist der endemische Balearen-Kreuzdorn (Rhamnus ludovici-salvatoris). Das immergrüne Kreuzdorngewächs ist nach Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich-Toskana benannt, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sich als Chronist Mallorcas einen Namen machte und viel über die mallorquinische Flora zu berichten wusste.
Verbreitete Wildblumen und Disteln in Macchie, Garrigue und auf Brachflächen:
- Weichhaariges Schwefelkörbchen
- Glöckchen-Lauch (Allium triquetrum)
- Spanische Golddistel (Scolymus hispanicus)
- Kronenwucherblume (Glebionis coronaria)
- Französischer Lavendel (Lavandula dentata)
- Wilde Malve (Malva sylvestris)
- Milchfleckdistel (Galactites tomentosus)
- Illyrische Siegwurz (Gladiolus illyricus)
- Weichhaariges Schwefelkörbchen (Urospermum dalechampii)
- Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis)
- Weißliche Zistrose (Cistus albidus)
- Immergrüner Wald
Einer der Charakterbäume Mallorcas ist die Steineiche (Quercus ilex). Vor der menschlichen Besiedlung waren weite Teile der Insel mit ausgedehnten Wäldern überzogen. Trotz der in den letzten Jahrhunderten durch Holzeinschlag und Köhlerei stark dezimierten Bestände blieben vornehmlich im Tramuntanagebirge größere zusammenhängende Wälder erhalten. Das Hartlaubgewächs bildet in Lagen zwischen 500 und 1000 Meter einen teils dichten „Steineichengürtel“. Prächtige Bestände stehen zum Beispiel im Gebiet rund um Santuari de Lluc und im Gemeindewald von Bunyola. Die dortigen Waldwege und Rastplätze sind ein beliebtes Ziel für Wanderer.[8] Das dichte Kronendach der Steineichen lässt nur wenig Licht hindurch, die Begleitflora fällt von daher weniger artenreich aus. Behaupten können sich unter anderem Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus), Spitzblättriger Spargel (Asparagus acutifolius), Zwergölbaum (Cneorum tricoccon) und das Balearen-Alpenveilchen (Cyclamen balearicum), das ungeachtet seines hübschen Erscheinungsbildes im Mallorquinischen pa porcí (deutsch Schweinebrot) genannt wird. Der Name wird auf die früher häufig in Steineichenwäldern weidenden Schweine zurückgeführt, die außer für Eicheln auch eine Vorliebe für die Knollen des Veilchens entwickelten.
Die vornehmlich im östlichen Mittelmeerraum anzutreffende Kermeseiche (Quercus coccifera) ist auf Mallorca nur wenig verbreitet. Der vorherrschende Nadelbaum ist die Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis). Sie steht bevorzugt in Küstennähe, kann jedoch auch bis in Lagen von 1000 Meter hinaufreichen. Die im ganzen Mittelmeerraum vorkommende Konifere wurde auf Mallorca vermutlich im 16. Jahrhundert in großem Stil aufgeforstet, um durch Waldbewuchs besser vor Piratenangriffen geschützt zu sein. Im Unterwuchs der Kiefern stehen unter anderem Stech-Wacholder (Juniperus oxycedrus), Mastixstrauch (Pistacia lentiscus) und verschiedene Zistrosen.
In lichten Wäldern sind Heidekrautgewächse wie Vielblütige Heide (Erica multiflora) und Baumheide (Erica arborea) verbreitet. Zu den Heidekrautgewächsen gehört auch der Westliche Erdbeerbaum (Arbutus unedo), an günstigen Standorten erreicht er eine Höhe von bis zu zehn Metern. Einzelne Individuen stehen unter anderem im Vorhof des Santuari de Lluc und am Eingang zum öffentlichen Landgut Raixa. Kleine Erdbeerwälder können entlang von Wanderwegen entdeckt werden, zum Beispiel bei Esporles am Aufstieg zur Ermita de Maristella und im Parc natural de la península de Llevant zwischen dem mit finanzieller Unterstützung eines Touristikunternehmens aufgeforstetem Bosc TUI und dem Refugi des Oguers. In Gesellschaft mit Heidekrautgewächsen findet sich die Myrte (Myrtus communis).
In Kiefern- und Buschwäldern sind Aronstabgewächse als Bodendecker zu sehen, der häufigste Vertreter davon ist der Krummstab (Arisarum vulgare). Seltener ist die Fliegenfressende Schlangenwurz (Helicodiceros muscivorus), die vornehmlich in schwer zugänglichen felsigen Hängen am Cap Formentor eine Nische gefunden hat.
Über dem Steineichengürtel dominiert in höheren Lagen des Tramuntanagebirges eine Garrigue mit Dornpolstersträuchern. Hiervon sei der endemische Balearen-Tragant (Astragalus baleariscus) genannt, der mit seinen kissenförmigen „Igelpolstern“ weite Teile der baumlosen Felsfluren besetzt. Außerhalb der Tramuntana findet man den Kleinstrauch auch in den Bergen von Artà. Weit verbreitet ist neben dem Rosmarinstrauch (Rosmarinus officinalis) das Balearen-Johanniskraut (Hypericum balearicus), das ausgenommen von Formentera auf allen anderen Baleareninseln vorkommt. Der reich verzweigte Strauch mit goldgelben Kronblättern kommt fast ohne Bodensubstrat aus.
Andere Endemiten in dem stark zerklüfteten und von etlichen Schluchten durchzogenen Kalkgebirge sind:
- Balearen-Brandkraut (Phlomis italica), ist ungeachtet des Artepitheton nur auf Mallorca und Menorca anzutreffen
- Balearen-Brennnessel (Urtica bianorii), steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten
- Balearen-Fingerhut (Digitalis minor), ein wie alle Fingerhüte hochgiftiges Wegerichgewächs, das im Unterschied zu verwandten Arten selten über eine Wuchshöhe von 30 cm hinauskommt
- Balearen-Hahnenfuß (Ranunculus weylerii), sehr seltene gelb blühende Wildblume
- Balearen-Hufeisenklee (Hypericum balearicum), ein gelb blühender Zwergstrauch, der ähnlich wie das Balearen-Johanniskraut in Felsritzen wurzelt
- Balearen-Kohl (Brassica balearica), ist ausschließlich auf das Gebiet der Serra de Tramuntana begrenzt
- Balearen-Pfingsrose (Paeonia cambessesdesii), wird oft als das botanische Aushängeschild der mallorquinischen Flora genannt
- Balearen-Reiherschnabel (Erodium reichardii), besticht durch von rotvioletten Adern durchzogene Kronblätter
- Glänzender Pastinak (Pastinaca lucida), eine Wildform der Kulturpastinake
- Mallorca-Veilchen (Viola jaubertiana), siedelt meist in schwer zugänglichen Schluchten und felsigem Terrain
- Stängellose Schlüsselblume (Primula acaulis subsp. balearica), liebt feuchte und schattige Standorte
- Gehölze und subtropische Ziergewächse
Neben mediterranen Gehölzen wie der Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) und der ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum und Kleinasien beheimateten Morgenländischen Platane (Platanus orientalis) stehen in Parks und als Alleebaum gepflanzt zahlreiche aus aller Welt eingeführte Arten. Auffällig sind unter anderem Norfolk-Araukarie (Araucaria heterophylla), Peruanischer Pfefferbaum (Schinus molle) und Zedrachbaum (Melia azedarach). Aus der Familie der Palmengewächse sind neben der Gattung Washingtonia Königspalmen (Roystonea regia) und Kanarische Dattelpalmen (Phoenix canariensis) zu nennen. Tausende Exemplare der Kanarenpalme fielen in den letzten Jahren allerdings der Palmrüsslerplage zum Opfer.
Subtropische Ziergewächsen gibt es in großer Zahl in öffentlichen Parks und Gärten, neben aus dem Mittelmeerraum stammenden Oleander (Nerium oleander), Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) und Gewöhnlichem Judasbaum (Cercis siliquastrum) viele aus Afrika und Übersee eingeführte Sträucher und Zierblumen. Weitverbreitete Arten sind:
- Rosa Trompetenwein (aus Südafrika stammend)
- Amerikanisches Pampasgras (Cortaderia selloana)
- Echte Aloe (Aloe vera)
- Bougainvillea (Bougainvillea glabra)
- Chinesischer Klebsame (Pittosporum tobira)
- Chinesischer Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis)
- Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii)
- Kap-Bleiwurz (Plumbago auriculata)
- Kap-Geißblatt (Tecoma capensis)
- Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae)
- Purpur-Prunkwinde (Ipomoea purpurea)
- Rosa Trompetenwein (Podranea ricasoliana)
Oliven-, Mandel- und Johannisbrothaine prägen weite Teile des Kulturlandes. Vor allem Olivenbäume werden auf Mallorca wie im gesamten Mittelmeerraum seit Tausenden von Jahren kultiviert. Manche Bäume sind uralt, etwa der Olivenbaum auf der Finca Can Det bei Fornalutx. Er wurde während der arabischen Herrschaft auf Mallorca vor über tausend Jahren gepflanzt. Ebenfalls eine lange Tradition hat die Kultur von Mandelbäumen. Die ersten Mandelhaine auf Mallorca legten die Römer vor etwa 2000 Jahre an. Schätzungen zufolge stehen heute etwa 15.000 ha unter Kultur, angesichts der starken Konkurrenz aus Kalifornien und dem spanischen Festland ist der Anbau jedoch seit Jahrzehnten rückläufig. In Gesellschaft mit Oliven- und Mandelbäumen findet sich der Johannisbrotbaum, dessen nahrhafte Schoten (Karoben) einst ein Grundnahrungsmittel waren. Heute werden Karoben überwiegend als Viehfutter verwendet.
An weiteren landwirtschaftlichen Erzeugnissen werden Weinreben und Südfrüchte angebaut, in kleinerem Umfang Granatäpfel, Feigen und Avocados, für den Eigenverbrauch auch Pfirsiche, Aprikosen Kaki und Japanische Wollmispeln. Im leicht hügeligen Pla de Mallorca gibt es in den Gemeinden Llucmajor, Llubí und Campos größere Anbauflächen mit Artischocken und Kapern. Der Kapernstrauch wächst vielerorts auch wild.
Fauna
Die Fauna ist weniger artenreich und umfasst nur wenige Säugetier-, jedoch sehr viele Vogel-Arten. Die einzigen wildlebenden größeren Säugetiere sind verwilderte Hausziegen in den Bergen der Serra de Tramuntana und den Serres de Llevant. Bemerkenswert sind der endemische Balearen-Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Purpur- und Seidenreiher, Zwergrohrdommel, Mönchsgeier sowie der Rosa-Flamingo. Darüber hinaus gibt es Reptilien und Amphibien, darunter die erst 1979 wiederentdeckte, endemische Mallorca-Geburtshelferkröte.
Auffällig sind die endemische Balearen-Ginsterkatze, das Boc Balear (eine rötlich gefärbte Bergziege) und der mallorquinische Igel. Weitere Säugetiere sind Hasen, Kaninchen, Steinmarder, Baummarder und Wiesel. Größere Tiere fehlen weitgehend.
Mallorca ist ein Paradies für Vogelbeobachter mit über 100 Brutvogelarten und mehr als 200 Zugvogelarten. Besonders erwähnenswert sind der Mönchsgeier (größter Greifvogel Europas, der erfolgreich wieder angesiedelt wurde), der Schwarzmilan, Rotmilan, Eleonorenfalke, Bussarde, Fischadler und Falken.
Auf der Insel gibt es mehrere Schildkrötenarten, darunter die seltene Griechische Landschildkröte und die Europäische Sumpfschildkröte. Die endemische Mallorca-Geburtshelferkröte ist besonders geschützt. Weitere Amphibien sind die Wechselkröte, der Iberische Wasserfrosch und der Mittelmeer-Laubfrosch. Mallorca beherbergt über 300 endemische Arten, vor allem Insekten und Schnecken, wie die Gehäuseschnecken Tudorella ferruginea und Allognathus graellsianus.
Die größte Artenvielfalt findet sich im Meer mit über 400 Fischarten. Besonders wichtig sind die Seegraswiesen der Posidonia oceanica, die zahlreichen Meeresbewohnern Schutz und Nahrung bieten. In den Meeresreservaten bei den Malgrats-Inseln und El Toro können Zackenbarsche, Thunfische, Barrakudas, Mantarochen und sogar Mönchsrobben beobachtet werden
Pflanzen- und Tierarten:
Flora
- Pflanzen 1702
Fauna
- Fischer über 400
- Vögel 290
Naturschutz
Auf Mallorca bestehen folgende Naturschutzgebiete miut einer Gesamtfläche von rund 725 km²:
Land- und Meeresnationalpark
- Parc nacional maritim-terrestre de l’Arxipèlag de Cabrera
Naturreservate
- Parc natural de s’Albufera de Mallorca (17,09 km²)
- Parc natural de Mondragó (7,86 km²)
- Parc natural de sa Dragonera (2,88 km²)
- Parc natural de la península de Llevant
- Reserva natural especial de s’Albufereta
Naturdenkmale
- Monument natural de ses Fonts Ufanes (0,502 km²)
- Monument natural dels torrents de Pareis, del Gorg Blau i de Lluc (4,4581 km²)
Im März 2007 erklärte die Regierung der Balearen in einem Raumordnungsplan der natürlichen Ressourcen (PORN) weitere fast 62.000 Hektar der Serra de Tramuntana zum Paraje Natural. Die Bezeichnung ist jedoch international nicht anerkannt, was Naturschutzorganisationen monierten. Kritisiert wurde auch, dass die Gemeinden Andratx und Calvià komplett von den Schutzauflagen ausgenommen wurden. Das Projekt unterteilt die Serra de Tramuntana in Zonen mit unterschiedlich strengen Schutzvorschriften.
Das Naturraumgesetz (ANEI / ARIP) bestimmt Maßnahmen zum Schutz des Bodens vor Verbauung:
- Area Natural Barrancs de Son Gual i Xorrigo
- Area Natural Serra de Tramuntana
- Area Natural Bonany
- Area Natural Cala Mesquida – Cala Agulla
- Area Natural Cales de Manacor
- Area Natural Sa Canova
- Area Natural Cap de Ses Salines
- Area Natural Cap Andritxol
- Area Natural Cap des Llamp
- Area Natural Cap de Cala Figuera – Refeubeig
- Area Natural Cap Enderrocat
- Area Natural Es Carnatge des Coll d’en Rabassa
- Area Natural Puig de sa Consolació
- Area Natural Cap Vermell
- Area Natural Sa Dragonera
- Area Natural S’Albufereta
- Area Natural Es Fangar
- Area Natural Dunes de Son Real
- Area Natural Garriga de Son Caulelles
- Area Natural S’Heretat
- Area Natural Massís de Randa
- Area Natural Marina de Llucmajor
- Area Natural Muntanyes d’Artà
- Area Natural Platja de Mitjorn de Tramuntana
- Area Natural Puig de Sant Martí
- Area Natural Puíg de María
- Area Natural Puig de Sant Miquel
- Area Natural Puig de Ses Donardes
- Area Natural Puig de Son Seguí
- Area Natural Punta de n’Amer
- Area Natural Puig Segué
- Area Natural Sa Punta Manresa
- Area Natural Sa Punta de Capdepera
- Area Natural Punta Prima
- Area Natural Es Saluet
- Area Natural Sant Salvador-Santuery
- Area Natural Santa Magdalena
- Area Natural Serra de Son Fe
- Area Natural Torrent de Canyamel
- Area Natural Son Nofre
- Area Natural Torrent de Na Borges
- Area Natural Es Trenc – Salobrar de Campos
- Area Natural La Victòria
Klima
Mallorca besitzt ein gemäßigt subtropisches Klima, das nach der Köppen-Klassifikation als Csa eingestuft wird. Dieses mediterrane Klima zeichnet sich durch milde, feuchte Winter und heiße, trockene Sommer aus. Die Insel profitiert von durchschnittlich 7,9 Sonnenstunden pro Tag, was sie zu einem der sonnenreichsten Gebiete Europas macht. Dennoch bestehen innerhalb der Insel deutliche klimatische Unterschiede, die vor allem durch die Gebirge und die Exposition zur See bestimmt werden. Während im Norden und in der Serra de Tramuntana Jahresniederschlagsmengen von bis zu 1400 Millimetern erreicht werden, fallen im Süden und auf dem zentralen Plà de Mallorca oft nur rund 400 Millimeter Regen pro Jahr.
Die Winter auf Mallorca sind kurz und aufgrund der umgebenden Meereslage besonders mild. Frosttage sind selten und beschränken sich meist auf die höheren Lagen der Berge. Gelegentlich kann es, vor allem in der Serra de Tramuntana, zu Schneefällen kommen, die jedoch in der Regel nicht lange liegen bleiben. Die feuchte Luft und die häufigeren Regenperioden sorgen in dieser Jahreszeit für ein grünes, frisches Erscheinungsbild der Insel. Besonders charakteristisch sind die windstillen, milden Hochdrucklagen zwischen Ende Dezember und Januar, die sogenannten Calmes. In diesen ruhigen Perioden steigen die Temperaturen oft schon auf frühlingshafte Werte, sodass bereits im Januar die Mandelblüte einsetzt. Die weiß und rosa blühenden Mandelbäume verwandeln die Insel dann in ein duftendes Blütenmeer, das einen starken Kontrast zur ausgetrockneten, braunen Landschaft des Hochsommers bildet.
Die Sommer hingegen sind ausgesprochen trocken und heiß. Von Juni bis August fallen nur vereinzelte Schauer, sodass die Vegetation vielerorts verdorrt. Im Inselinneren können die Temperaturen leicht über 40 °C klettern, während an der Küste die leichte Meeresbrise für etwas Abkühlung sorgt. Die Serra de Tramuntana wirkt als Wetterscheide und schützt den Süden und das Zentrum vor den kühleren Nordwinden. Ab Ende August ändert sich das Wetter allmählich. Kurze, aber intensive Regenfälle, oft begleitet von starken Stürmen und Gewittern, kündigen den Herbst an. Diese sogenannten Gotas Frías können innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen bringen. Der Oktober gilt statistisch als der niederschlagsreichste Monat des Jahres. Die Wassermassen fließen dann über die traditionellen Torrent-Schluchten ins Meer. Bei besonders starken Regenereignissen können diese Torrents die Wassermengen jedoch nicht schnell genug ableiten, was zu örtlichen Überschwemmungen führt.
Klimadaten für Palma de Mallorca (28 m, 1961 bis 1990)
| Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Mitteltemperatur (°C) | 10,1 | 10,5 | 12,2 | 14,5 | 17,4 | 21,4 | 24,1 | 24,5 | 22,6 | 18,4 | 14,3 | 11,6 | 16,8 |
| Niederschlag (mm) | 55 | 34 | 36 | 28 | 27 | 20 | 4 | 23 | 56 | 77 | 56 | 51 | 467 |
| Niederschlagstage > 0,1 mm | 8 | 6 | 8 | 5 | 5 | 3 | 1 | 3 | 5 | 9 | 8 | 9 | 71 |
| Potenzielle Verdunstung (mm) | 20 | 22 | 36 | 50 | 82 | 116 | 150 | 145 | 106 | 70 | 37 | 25 | 859 |
| Luftfeuchtigkeit (%) | 78 | 76 | 75 | 72 | 68 | 68 | 70 | 74 | 77 | 78 | 77 | 74 | 74 |
| Nebeltage | 11 | 10 | 13 | 11 | 11 | 7 | 6 | 7 | 8 | 8 | 9 | 11 | 112 |
| Sonnenstunden pro Tag | 5,1 | 6,0 | 6,4 | 7,3 | 9,5 | 10,2 | 11,4 | 10,8 | 8,1 | 6,2 | 5,2 | 4,7 | 7,6 |
| Mittlere Windgeschwindigkeit (km/h) | 9 | 10 | 11 | 11 | 10 | 10 | 9 | 9 | 9 | 9 | 10 | 10 | 10 |
Klimadaten für Mallorca (Flughafen Palma, 1971 bis 2000)
| Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Mitteltemperatur (°C) | 9,3 | 9,7 | 10,8 | 12,9 | 16,9 | 21,0 | 24,0 | 24,6 | 21,8 | 17,7 | 13,2 | 10,6 | 16,1 |
| Mittemaximum (°C) | 15,1 | 15,5 | 17,1 | 19,2 | 23,3 | 27,4 | 30,8 | 31,0 | 27,7 | 23,2 | 18,8 | 16,1 | 22,1 |
| Mittelminimum (°C) | 3,5 | 3,8 | 4,5 | 6,5 | 10,5 | 14,6 | 17,3 | 18,2 | 15,9 | 12,2 | 7,6 | 5,2 | 10 |
| Niederschlag (mm) | 36 | 32 | 28 | 34 | 27 | 16 | 7 | 16 | 48 | 68 | 48 | 46 | 406 |
| Niederschlagstage | 5 | 5 | 5 | 5 | 4 | 2 | 1 | 2 | 4 | 6 | 6 | 6 | 51 |
| Luftfeuchtigkeit (%) | 79 | 77 | 75 | 74 | 71 | 67 | 65 | 69 | 75 | 78 | 79 | 80 | 74,1 |
| Sonnenstunden pro Tag | 5,4 | 6,0 | 6,5 | 7,6 | 9,1 | 10,2 | 10,9 | 10,1 | 7,5 | 6,6 | 5,6 | 5,0 | 7,6 |
| Wassertemperatur (°C) | 14 | 13 | 14 | 15 | 17 | 21 | 24 | 25 | 24 | 21 | 18 | 15 | 18,4 |
Mythologie
Mallorca ist von zahlreichen Mythen und Legenden geprägt, die tief in der Kultur und Geschichte der Insel verwurzelt sind und weit über das gängige Bild von Sonne, Stränden und Tourismus hinausgehen. Diese Erzählungen verbinden antike Überlieferungen, christliche Wunder, maurische Einflüsse und mittelalterliche Schreckensgeschichten zu einem reichen kulturellen Teppich, der bis heute in Festen, Volksbräuchen und lokaler Folklore lebendig bleibt. Viele Legenden spiegeln die bewegte Vergangenheit der Insel wider – von Piratenüberfällen über Reconquista bis hin zu rätselhaften Naturphänomenen.
Eine der bekanntesten und farbigsten Legenden ist die des Drac de na Coca. Im 17. Jahrhundert sollen die Bewohner Palmas in ständiger Angst vor einem furchterregenden Drachen gelebt haben, der sich in den Kanälen und Abwassersystemen der Stadt versteckte und nachts hervorkam, um Opfer zu suchen. Der tapfere Hauptmann Bartomeu Coch, der seine Geliebte Catalina, genannt „na Coca“, besuchen wollte, stellte sich dem Ungeheuer entgegen und tötete es mit seinem Schwert. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass es sich nicht um einen mythischen Drachen, sondern um ein exotisches Krokodil handelte, das vermutlich als blinder Passagier auf einem Handelsschiff aus Afrika gekommen und in den feuchten Kanälen der Stadt groß geworden war. Das ausgestopfte Tier ist bis heute im Diözesanmuseum von Palma zu bewundern und wird bei den Festen zu Ehren des Stadtpatrons Sant Sebastià als feuerspeiende Figur durch die Straßen getragen. Die Geschichte vereint Heldentum, Liebe und die Erklärung eines realen, aber fremdartigen Tieres zu einer bleibenden volkstümlichen Erzählung.
Neben Drachen spielen dämonische Gestalten eine zentrale Rolle im mallorquinischen Brauchtum. Die sogenannten Dimonis, also Dämonen, sind fester Bestandteil vieler Feste und Umzüge. Sie verkörpern den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Dunkelheit, treten jedoch bei den Feierlichkeiten meist humorvoll, ausgelassen und fast karnevalesk auf. Mit Hörnern, Ketten und Feuerwerk ausgestattet, tanzen und springen sie durch die Menge, erschrecken die Kinder auf spielerische Weise und erinnern an alte Rituale, in denen das Böse gezähmt und in die Gemeinschaft integriert wird. Diese Figuren verbinden christliche Moral mit vorchristlichen und maurischen Einflüssen und machen die Feste zu einem lebendigen Theater der Inselidentität.
Besonders reich an Spukgeschichten ist die Burg Bellver, die imposante kreisrunde Festung oberhalb von Palma. Erbaut im 14. Jahrhundert unter König Jaume II., diente sie nicht nur als Residenz und Verteidigungsanlage, sondern auch als Gefängnis. Bis heute ranken sich Legenden um geheime unterirdische Gänge und Höhlen, deren Ursprung unbekannt bleibt. Manche erzählen von einem Fluchttunnel, der direkt zum Meer führen soll und dem König in Zeiten der Belagerung die Flucht ermöglichen sollte. Andere berichten von den ruhelosen Geistern ehemaliger Gefangener, die in den dunklen Korridoren und Türmen umgehen. Besucher wollen auf mondhellen Nächten eine bleiche Frauengestalt gesehen haben – die „Verzauberte Dame“ –, die aus unglücklicher, standesungleicher Liebe hier gefangen gehalten wurde und vor Gram starb. Die Kombination aus gotischer Architektur, isolierter Lage und düsterer Vergangenheit macht Bellver zu einem der mystischsten Orte der Insel.
Auch übernatürliche Wunder gehören untrennbar zur mallorquinischen Mythologie. In der Kathedrale von Palma, La Seu, soll eine Statue der Jungfrau Maria während eines Piratenüberfalls durch göttliches Eingreifen gerettet worden sein. Solche Marienwunder unterstreichen die tiefe Marienverehrung der Inselbewohner und die Rolle der Kirche als Schutz vor den ständigen Bedrohungen durch Seeräuber aus Nordafrika. Ähnlich lebendig ist die Legende vom Krokodil von Sa Pobla. In den Feuchtgebieten dieser Region im Norden Mallorcas soll einst ein weiteres exotisches Reptil gelebt haben, das zur lokalen Folklore wurde und Geschichten von nächtlichen Begegnungen und wundersamen Entkommen inspirierte. Es zeigt, wie reale Begegnungen mit fremden Tieren rasch in mythische Narrative übergingen.
Darüber hinaus gibt es zahllose weitere Sagen, die Dörfer, Höhlen und Berge prägen. Die Drachenhöhlen (Coves del Drac) verdanken ihren Namen nicht nur den beeindruckenden Tropfsteinformationen, sondern auch der Vorstellung eines Drachen, der dort einen unermesslichen Schatz bewacht. In Sóller erzählt man von der rachsüchtigen Braut, die als Geist im letzten Waggon des historischen Zuges untreue Ehemänner bestraft. Andere Legenden sprechen von versteckten Schätzen der Mauren, von Riesen, Hexen oder wundertätigen Heiligenfiguren, die bei Unwettern oder Krankheiten halfen.
Geschichte
Mallorca wurde in der Jungsteinzeit besiedelt und erlebte im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Herrschaften, darunter Römer, Mauren und Christen, die jeweils deutliche Spuren in Kultur und Architektur hinterließen. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Insel vom landwirtschaftlich geprägten Gebiet zu einem der beliebtesten Touristenziele Europas und ist heute Teil der autonomen Region der Balearen in Spanien.
Neolithikum
Bis vor nicht allzu langer Zeit war das Meer der wichtigste Kommunikationsweg. Daher waren die ersten Bewohner Mallorcas in der Jungsteinzeit Völker aus dem Raum des mare internum, des Mittelmeeres. Man nimmt an, dass die ersten Menschen vor ungefähr 6000 Jahren von der Iberischen Halbinsel oder dem heutigen Südfrankreich aus die Inseln der Balearen besiedelten. Sie ließen sich in den zahlreichen natürlichen Höhlen an den Küsten nieder. Andere Quellen gehen auch von einer früheren Besiedlung ab etwa -6500 aus. Belegt sind erste menschliche Fundstücke wie Feuersteinspitzen, Knochensplitter und menschliche Überreste allerdings erst für den Zeitraum von -4000 bis -2000, gefunden in Ablagerungen der Höhlen von Muleta (Sóller) und Son Matge (Valldemossa). Man bezeichnet diesen Zeitraum auf Mallorca auch als Vorkeramische Zeit oder Archaikum.
Aus der Zeit der Vor-Talaiotkultur ab -2000 werden die Fundgegenstände umfangreicher. Neben kleinen bearbeiteten Gegenständen aus Stein und Knochen bezeugen einfache und dekorierte Keramik sowie verschiedene Kupfer- und Bronzeutensilien eine Höherentwicklung der Kultur. Die Menschen legten artifizielle Höhlen an, wie in sa Marineta und Hospitalet Vell, die zumeist aber Begräbniszwecken dienten (Cova de Homonet auf Son Ribot, Mitjà de les Beies). Erst zwischen -1500 und -1300 wurden dickwandige Steinbauten mit hufeisenförmigem Grundriss, die Navetes, erbaut. Diese umgedrehten Schiffen ähnelnde Bauform ist die erste in Zyklopentechnik (Bautechnik mit sehr großen Steinquadern), einer in der Jungsteinzeit im gesamten Mittelmeer weit verbreiteten Bauweise. Da die Zyklopentechnik zuerst im östlichen Mittelmeerraum auftrat, nehmen einige Forscher für Mallorca deren Einführung durch Immigranten aus Korsika, Sardinien oder Malta an.
Vorgeschichtliche Fundplätze sind:
- Capocorb Vell (Gemeinde Llucmajor)
- Necròpolis de Son Real (Östlich von Can Picafort, Gemeinde Santa Margalida)
- Novetiforme Alemany (Magaluf, Gemeinde Calvià)
- Poblat Talaiòtic de S’Illot (S’Illot, Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar)
- Poblat Talaiòtic de Son Fornés (Gemeinde Montuïri)
- Talaiot del Puig Figuer (Gemeinde Artà)
- Sa Canova de Morell (Straße nach Colònia de Sant Pere, Gemeinde Artà)
- Talaiot de sa Cova de sa Nineta (Gemeinde Santa Margalida)
- Dolmen de s’Aigua Dolça (Gemeinde Artà)
- Ses Païsses (Gemeinde Artà)
- Ses Talaies de Can Jordi (Gemeinde Santanyí)
- Poblat prehistòric de s’Heretat (Straße nach Canyamel, Gemeinde Capdepera)
- Poblat prehistòric de s’Hospitalet Vell (Straße nach Cales de Mallorca, Gemeinde Manacor
Talaiotikum
Die Talaiots sind die charakteristischsten Zyklopen-Bauten Mallorcas. Sie prägen bis heute das Landschaftsbild der Insel und zeugen von einer hochentwickelten bronze- und eisenzeitlichen Kultur, die als Talaiotikum bekannt geworden ist. Der Name Talaiot leitet sich vom katalanischen Wort Talaia ab, das Beobachtungs- oder Wachturm bedeutet. Er gab dem gesamten Kulturzeitraum von etwa 1300 vor Christus bis zur Romanisierung der Insel im Jahr 123 vor Christus seinen Namen. Das Talaiotikum stellt die spezifisch balearische Ausprägung der Bronze- und Eisenzeit dar und unterscheidet sich durch seine monumentale Steinarchitektur deutlich von anderen zeitgleichen Kulturen des westlichen Mittelmeers.
Talaiots sind massive Türme, die auf einem runden oder quadratischen Grundriss errichtet wurden. Sie verfügen über einen Innenraum, der manchmal durch eine zentrale Mittelsäule gestützt wurde, und konnten mehrere Stockwerke umfassen. Die Mauern bestehen aus großen, unbehauenen oder nur grob bearbeiteten Steinblöcken, die ohne Mörtel aufeinandergeschichtet wurden – eine Bauweise, die an die mykenischen Zyklopenmauern erinnert. Ihr ursprünglicher Zweck ist bis heute nicht endgültig geklärt. Archäologen vermuten verschiedene Funktionen: Viele Forscher sehen in ihnen Verteidigungs- und Beobachtungstürme, die sowohl Schutz vor Angreifern als auch die Überwachung der Küsten und Handelsrouten ermöglichten. Andere Interpretationen deuten sie als Begräbnisstätten bedeutender Persönlichkeiten oder als Wohnsitze des Stammesoberhauptes. Oft standen sie im Zentrum von Siedlungen und waren von kleineren Gebäuden umgeben.
Die Entwicklung des Talaiotikum wird in vier Hauptabschnitte unterteilt. In der frühen Phase entstanden zunächst einzeln stehende Türme. Ab etwa 1000 vor Christus, im sogenannten Talaiotikum II, erhielten diese Türme zunehmend ummauerte Einfriedungen und Siedlungsstrukturen. Gleichzeitig nahm die Verbreitung von Bronzewaffen zu, was auf eine wachsende Bedeutung militärischer Auseinandersetzungen und sozialer Hierarchien hinweist. Mit dem Beginn der Eisenzeit um 800 vor Christus (Talaiotikum III) kam es zu weiteren Innovationen. Innerhalb der Siedlungen entstanden neue Bauformen wie die Hypostyloi – Säulenhallen mit mehreren Stützen. In dieser Zeit bildete sich ein ausgeprägter Stierkult heraus, der sich in zahlreichen Stierdarstellungen und rituellen Objekten widerspiegelt. Zudem setzte sich die Feuerbestattung durch, was einen deutlichen Wandel in den Bestattungsriten markiert.
Um das Jahr 654 vor Christus gründeten die Karthager auf Ibiza ihre Handelsniederlassung Ebusim (später Ebusus, heute Ibiza). Damit gerieten auch die übrigen Baleareninseln verstärkt in den Einflussbereich der punischen Macht, die von Karthago (Karchedon) ausging. Nach ersten vereinzelten Kontakten mit phönizischen und griechischen Händlern öffnete sich Mallorca ab etwa 500 vor Christus (Talaiotikum IV) stärker der mediterranen Welt. Punische und später römische Einflüsse zeigten sich nun deutlich in der Keramik: Die einheimischen Töpfer begannen, fremde Formen und Dekorationen nachzuahmen. Diese kulturelle Öffnung veränderte die bis dahin eher abgeschlossene Talaiot-Kultur nachhaltig.
Die enge Verbindung mit Karthago zog die Balearen schließlich in die großen machtpolitischen Konflikte des westlichen Mittelmeers hinein. Während der drei Punischen Kriege zwischen 264 und 146 vor Christus kämpften balearische Söldner auf Seiten Karthagos gegen Rom. Besonders gefürchtet und berühmt waren die Els Foners Balears – die Steinschleuderer der Balearen. Diese Krieger beherrschten die Kunst des Schleuderns mit einer Präzision und Wucht, die sie zu einer der gefürchtetsten Waffengattungen der antiken Welt machten. Ihre Fähigkeiten waren so außergewöhnlich, dass der Name der Inselgruppe selbst darauf zurückgeht: Balearen (im Altertum Balearides) leitet sich vom griechischen Wort „ballein“ (werfen, schleudern) ab. Der früher gebräuchliche Name Gymnesische Inseln (Gymnesiae), der möglicherweise auf die Nacktheit oder Leichtbekleidung der Bewohner anspielte, geriet fast vollständig in Vergessenheit.
Römische Antike
Nach dem Untergang Karthagos durch die Niederlage gegen Rom im dritten punischen Krieg (-149 bis -146) entstand auf Mallorca ein Machtvakuum, das durch die Bewohner der Insel für Piratenüberfälle, auch auf römische Schiffe, genutzt wurde. Dies beendete das erstarkende Römische Reich mit der Besetzung der Insel im Jahre -123 unter dem Kommando des Konsuls Quintus Caecilius Metellus (auch: Cecili Metel), der danach den Zusatznamen Balearicus erhielt. Mit römischen Siedlern wurden im Jahre -122 die Stadt Palmaria Palmensis (Palma) im Süden und um -70 die Stadt Pollentia (auch geschrieben: Poŀlèntia) beim heutigen Alcúdia im Norden gegründet. Insgesamt sollen nach der Eroberung Mallorcas etwa 3000 Neusiedler, meist aus der ab dem Jahre -206 römischen Provinz Hispania, auf die Insel gekommen sein.
Durch Vermischung der Römer mit der iberischen Urbevölkerung und Einführung des Lateinischen als Verwaltungssprache wurde Mallorca im Laufe der nächsten hundert Jahre romanisiert. Neben der ebenfalls vom spanischen Festland erfolgten Christianisierung zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert ist die Übernahme der Sprache der nachhaltigste Einfluss der Herrschaftszeit Roms, der bis heute in Form der katalanischen Sprache nachwirkt. Selbst der Inselname ist abgeleitet von der römischen Bezeichnung Insula Maior oder Maiorica für die „große“ Balearen-Insel, im Gegensatz zu Insula Minor für das „kleine“ Menorca. Der vorher auch gebräuchliche Name Columba für Mallorca hat sich nicht erhalten.
Unter der 588 Jahre währenden römischen Herrschaft erlebte Mallorca eine erste Blütezeit. Grund scheint die zentrale Lage im westlichen Mittelmeer gewesen zu sein. Nach der römischen Eroberung der nordafrikanischen Provinzen lag die Insel bis zur Völkerwanderung weit entfernt von den umkämpften Randprovinzen des Reiches. Auf Mallorca verloren die befestigten Talayot-Dörfer an Bedeutung. Die Neugründungen, darunter auch Sinium (wahrscheinlich Sineu) und Cunium nahe Manacor, wurden nach römischem Muster angelegt, mit allen Annehmlichkeiten der einziehenden Zivilisation wie Wasser- und Abwasserleitungen, Bädern, Theatern, Einkaufsstraßen und öffentlichen Plätzen. Pollentia war vor Palma die bedeutendste Stadt der Insel. Die Ruinen der ehemaligen Hauptstadt bei Alcúdia sind heute freigelegt und können besichtigt werden. Im immer wieder überbauten Palma sind hingegen kaum römische Spuren erhalten. Haupterwerbsquellen in römischer Zeit waren Landwirtschaft, Handel und Handwerk, hauptsächliche Handelsgüter Weizen, Wein und Olivenöl.
Nach der Reichsteilung im Jahre 395 gehörte Mallorca mit den Balearen zum Weströmischen Reich, das unter dem Druck der germanischen Völkerwanderung langsam zerfiel. Schon 426 plünderten und zerstörten die Vandalen unter ihrem König Geiserich das mallorquinische Pollentia. Die germanischen Vandalen (auch: Wandalen) hatten ab 409 neben den nichtgermanischen Alanen im Süden Spaniens, dem heutigen Andalusien, ein Reich gegründet, nachdem sie – durch die den Hunnen ausweichenden Goten 375 aus ihren angestammten Siedlungsgebieten an Oder und Theiß gedrängt – zwischenzeitlich plündernd durch Gallien gezogen waren. Im Jahre 429 setzten die etwa 80.000 Menschen zählenden Vandalen und Alanen nach Afrika über und eroberten 439 die Kornkammer des Weströmischen Reiches, die Provinz Africa Proconsularis mit der Hauptstadt Karthago. Dabei fiel ihnen im Hafen von Karthago auch die römische Flotte in die Hände, mit deren Hilfe die Vandalen 455 Rom besetzen und plündern sowie die Inseln des westlichen Mittelmeeres erobern konnten. Mallorca kam so 465 an das nun von Karthago aus regierte Vandalenreich.
Vandalische Zeit
Die Herrschaft der Vandalen über die Balearen ist gekennzeichnet durch mehrfache Katholikenverfolgungen. Die Vandalen waren zwar auch Christen, aber arianischer Glaubensrichtung, während sich auf den Balearen innerhalb des Weströmischen Reiches der katholische Zweig der christlichen Religion ausgebreitet hatte. Im Jahre 484 unter König Hunerich wurde im Vandalenreich sogar ein Dekret erlassen, das den Übertritt aller Katholiken zum Arianismus verlangte. Erst König Hilderich erlaubte 523 den Katholizismus, wurde aber 530 durch Gelimer gestürzt, unter dessen Königsherrschaft erneut Repressalien gegen die katholischen Christen zu verzeichnen waren. Diese endeten erst mit der Zerstörung des Vandalenreiches in Nordafrika im Jahre 534 durch das Oströmische Reich. Kulturell haben die Vandalen auf Mallorca keine Spuren hinterlassen. Auch eine Vermischung der germanischen Herrscher mit der alteingesessenen Bevölkerung fand nicht statt. Dazu waren wohl Kultur und Glaube zu unterschiedlich und die auf den Inseln siedelnden Vandalen zu gering an Volkszahl.
Byzantinische Zeit
Nachdem das Oströmische Reich, das von Konstantinopel aus regiert wurde und sich als legitimer Nachfolger des Römischen Reiches verstand, im Jahr 468 eine schwere militärische Niederlage gegen die Vandalen erlitten hatte, sah es sich 474 gezwungen, die Herrschaft des Vandalenreiches über die westlichen Mittelmeerinseln vertraglich anzuerkennen. Diese Anerkennung markierte vorerst das Ende oströmischer Ambitionen in der westlichen Mediterranean.
Der entscheidende Wandel kam unter dem ehrgeizigen Kaiser Justinian I., der eine umfassende Restaurationspolitik betrieb. Er nutzte innere Thronstreitigkeiten im Vandalenreich in Nordafrika. Im Jahr 533 entsandte er seinen fähigsten Feldherrn, Belisar, mit einer Flotte nach Afrika. Belisar landete erfolgreich, errang einen entscheidenden Sieg in der Schlacht bei Ad Decimum südlich von Karthago und besetzte die Stadt. Der von Justinian unterstützte vandale König Hilderich, der mit Ostrom verbündet war, konnte jedoch nicht mehr inthronisiert werden: Er war bereits im September 533 auf Befehl des rivalisierenden Königs Gelimer hingerichtet worden. Nach weiteren Kämpfen kapitulierte Gelimer schließlich 534 in der Schlacht von Tricamarum in Numidien. Daraufhin wurde das gesamte Vandalenreich dem Oströmischen Reich einverleibt. Mit der Rückeroberung Nordafrikas fielen auch die Baleareninseln, darunter Mallorca, unter byzantinische Oberhoheit – eine Herrschaft, die rund zweihundert Jahre Bestand haben sollte.
Zunächst wurden die Balearen der Provinz Sardinien zugeschlagen, später der Provinz Mauretanien II. Aufgrund ihrer Lage am westlichen Rand des Reiches genossen die Inseln eine gewisse Unabhängigkeit und Eigenständigkeit. Die Entfernung von Konstantinopel und die zunehmenden inneren und äußeren Probleme des Byzantinischen Reiches verstärkten diese Autonomie zusätzlich. Während das Reich sich immer stärker gräzisierte und von Slawen, Persern, Awaren und später Arabern bedroht wurde, entwickelten sich die Balearen zu einer relativ ruhigen und eigenständigen Region. Die Einführung des Griechischen als offizielle Verwaltungssprache durch Kaiser Herakleios (610 bis 641) blieb auf Mallorca ohne nennenswerte sprachliche Auswirkungen. Die Bevölkerung behielt ihren lateinisch-romanischen Sprachcharakter bei, und das Lateinische blieb neben dem lokalen Vulgärlatein weiterhin in Gebrauch.
Religiös erlebte die Insel unter byzantinischer Herrschaft eine Blütezeit. Der katholische Glaube, der unter den Vandalen teilweise unterdrückt oder arianisch beeinflusst worden war, konnte sich nun wieder frei entfalten. Byzantinische Verwaltung und Militärpräsenz sorgten für Stabilität, ohne die lokale kirchliche Autonomie stark einzuschränken. Besonders im 7. Jahrhundert gewannen die Balearen eine neue, tragische Bedeutung: Sie wurden zu einem wichtigen Zufluchtsort für Christen, die aus anderen Teilen des Mittelmeerraums vor der rasch voranschreitenden arabisch-islamischen Expansion flohen. Nachdem die Araber große Teile Nordafrikas, Spaniens und der Levante erobert hatten, suchten zahlreiche vertriebene Bischöfe, Mönche und Gläubige Schutz auf den Inseln. Mallorca und seine Nachbarinseln boten relative Sicherheit und ermöglichten die Bewahrung christlicher Traditionen, liturgischer Praktiken und theologischer Schriften in einer Zeit schwerer Umbrüche.
Frühmittelalter
Arabische Eroberer hatten die Insel bereits im Jahr 707 erstmals erreicht, doch es gelang ihnen damals nicht, sich dauerhaft festzusetzen. Die byzantinische Oberhoheit war zu dieser Zeit bereits stark geschwächt, sodass die Balearen ab der Mitte des 8. Jahrhunderts weitgehend unabhängig agierten. In diesem Machtvakuum trat das Frankenreich unter den Karolingern als neue Schutzmacht auf.
Zwischen 754 und 798 übte das Frankenreich eine Art Schutzherrschaft über die balearischen Inseln aus. Diese Verbindung bot den Insulanern Schutz vor den immer häufigeren arabischen Überfällen aus Nordafrika und Al-Andalus. Noch im Jahr 799 verteidigten fränkische Truppen die Inseln erfolgreich gegen arabische Angriffe. Die karolingische Präsenz erreichte einen weiteren Höhepunkt im Jahr 813, als der Graf von Apulien, ein Gefolgsmann König Bernhards von Italien – eines Enkels Karls des Großen –, mit einer Flotte eingriff. Er wehrte einen weiteren muslimischen Beutezug ab und befreite dabei rund 500 christliche Geiseln aus arabischer Gefangenschaft. Diese Episode zeigt, wie stark die Balearen in die machtpolitischen Interessen des karolingischen Reiches eingebunden waren, auch wenn die direkte Kontrolle aus dem fernen Aachen oder Italien begrenzt blieb.
Nach diesen Ereignissen kam es zu einem Nichtangriffspakt zwischen den muslimischen Mächten und den Bewohnern der Balearen. Die Inselbewohner hielten sich jedoch nicht lange an die Vereinbarung. Sie griffen muslimische Handelsschiffe an und machten dabei reiche Beute, was die ohnehin angespannten Beziehungen weiter verschlechterte. Als Reaktion darauf entsandte der Emir von Córdoba, Abd ar-Rahman II., im Jahr 848 eine Strafexpedition auf die Balearen. Die Kämpfe forderten hohe Verluste unter den Insulanern. Schließlich waren diese bereit, den Nichtangriffspakt einzuhalten und dem Emir von Córdoba einen regelmäßigen Tribut zu zahlen. Im Gegenzug durften sie ihre formelle Unabhängigkeit behalten. Diese Tributzahlungen markierten den Beginn einer Phase vorsichtiger Koexistenz, die jedoch stets fragil blieb.
Nur wenige Jahre später, im Jahr 859, ereilte die Inseln eine weitere Bedrohung aus dem Norden. Eine Wikingerflotte, die zuvor entlang der iberischen Atlantik- und Mittelmeerküste geplündert hatte, erreichte die Balearen. Die Normannen kamen von Murcia aus und landeten nacheinander auf Ibiza, Formentera, Mallorca und Menorca. Sie plünderten Siedlungen, raubten Vorräte und Wertgegenstände und richteten erhebliche Zerstörungen an. Im Gegensatz zu späteren normannischen Unternehmungen im Mittelmeer, bei denen es oft um dauerhafte Eroberungen oder Reichsgründungen ging, handelte es sich bei diesem Zug jedoch um einen klassischen Raubzug. Die Wikinger hatten keine Absicht, bleibende Stützpunkte zu errichten. Nachdem sie ihre Beute gesichert hatten, zogen sie weiter.
Muslimische Zeit
Nach mehr als 50 Jahren Waffenstillstand wurden die Balearischen Inseln dann doch dem muslimischen Machtbereich eingegliedert. Der Überlieferung nach geschah dies, als ein mächtiger Mann des Emirs von Córdoba, Isam al-Jaulani, mit mehreren Schiffen zu einer Pilgerfahrt nach Mekka unterwegs war. Der Emir und sein Gefolge gerieten in einen schweren Sturm und suchten Zuflucht auf Mallorca. Er entdeckte eine Insel, die er nicht kannte, und bei seiner Rückkehr von der Pilgerfahrt versuchte er, mehr über sie herauszufinden und seinen Herrn, Amir Abd-Allah, über die Verteidigungsbedingungen zu informieren. Der wiederum ermutigte ihn, einen Eroberungsfeldzug zu unternahmen.
Nach kurzem Kampf okkupierte General El Jaulani noch im selben Jahr die strategisch interessanten Inseln für das Emirat von Córdoba und wurde erster islamischer Statthalter von Mallorca in der nun Medina Mayurka genannten Stadt Palma. Die Mauren und Araber herrschten vom zehnten bis zum dreizehnten Jahrhundert, in dem Mallorca von den Christen wiedererobert wurde. Aus der Araberzeit ist die Errichtung von Trockenmauern (parets seques) zum Bau von Terrassen überliefert, stammen die Bewässerungsgräben und Brunnen, die für die Landwirtschaft gebraucht wurden. Es sind noch heute Ortsnamen erhalten, die auf arabischen oder Berber-Ursprung hinweisen.
Im Jahr 1115 griff ein pisanisch-katalanisches Geschwader Mallorca in einer Strafexpedition als Vergeltung für die von der Insel ausgehenden Piratenaktivitäten an. Nach der ersten Plünderung und Zerstörung von Madina Mayurqa und in Abwesenheit von Ramon Berenguer III. floh das pisanische Geschwader, als es das aus Afrika entsandte almoravidische Geschwader sah. Die Insel blieb in der Hand einer almoravidischen Familie, der Banu Ganiya, die gute Beziehungen zu den Mittelmeermächten unterhielt und sogar einen Nichtangriffsvertrag unterzeichnete. Später, im Jahr 1203, übernahmen die Almohaden die Kontrolle über Mallorca, bis sie Jahre später, im Jahr 1208, Abu Yahya zum Gouverneur ernannten, der ein halb unabhängiges Fürstentum bildete, das sich nur formell dem Almohaden-Emir unterordnete.
Aragonesische Zeit
Im Jahr 1229 drang Jaume I. von Aragón und Katalonien in Medina Mayurka ein und besiegte die Militärmacht der Mauren, die entweder fliehen oder sich mit den neuen Herren arrangieren mussten. Jaume gründete das Königreich Mallorca und kurze Zeit später wurde mit dem Bau der Kathedrale begonnen, die nach dem ausdrücklichen Willen des Königs der Jungfrau Maria geweiht ist. Sein Sohn, Jaume II. und König von Mallorca, ließ an vielen Orten Paläste und Residenzen bauen.
Nach der Eroberung der Insel durch König Jaume I. ließen sich einige nordafrikanische Juden dort nieder, da der König diese Gruppe schützte und ihnen bestimmte rechtliche Privilegien gewährte, und knüpften Handelsbeziehungen zu den Verwandten, die sie in Afrika zurückgelassen hatten, denn dank ihrer finanziellen und wirtschaftlichen Kompetenz erleichterten sie die Kauf- und Verkaufsgeschäfte, indem sie als Botschafter auftraten. Die Muslime, die nach der Eroberung Mallorcas sowohl in Freiheit als auch in Gefangenschaft blieben, verfügten nie über rechtliche Statuten, die ihnen den Besitz ihres Eigentums, ihrer Religion und ihrer Bräuche garantierten, sodass sie als autonome Gemeinschaft anerkannt wurden, die sich von der der Christen unterschied.
Jaume II. von Mallorca regierte mehr als zwei Jahrzehnte lang über die Inseln und bemühte sich, die Lebensfähigkeit des Königreichs zu gewährleisten. Er förderte eine umfassende landwirtschaftliche Kolonisierungspolitik mit der Schaffung ländlicher Siedlungen, erhöhte die königlichen Einnahmen, begünstigte die Einrichtung von Konsulaten in Nordafrika und im Königreich Granada, schuf ein neues Währungssystem für das Königreich, förderte die Schaffung von Textilindustrien, verstärkte die königliche Macht über den Adel und die Kirche und förderte den Bau von Palästen und Burgen wie dem Königspalast La Almudaina, der Kathedrale Santa Maria und der Burg Bellver. Die Eröffnung von Prozessen gegen die Tempelritter und die anschließende Unterdrückung des Ordens führten zur Beschlagnahmung ihrer Einkünfte auf den Inseln.
Jaume III., der Neffe des Königs, kam 1349 in der Schlacht von Llucmajor ums Leben. Sein Versuch, die Insel nach einer ersten Eroberung durch Peter IV. von Aragón (1343/44) zurückzuerobern, scheiterte. Mit seinem Tod und der Niederlage seiner Anhänger endete das unabhängige Königreich Mallorca endgültig, und die Insel wurde direkt von Aragón verwaltet. In der Folgezeit wurde Mallorca dauerhaft in die Krone von Aragón eingegliedert und wurde von Statthaltern oder Vizekönigen im Namen der jeweiligen Krone regiert. Mallorca behielt allerdings gewisse Sonderrechte und eine eigene Verwaltung, war aber politisch und militärisch abhängig. Die Insel profitierte weiterhin vom Mittelmeerhandel, doch ihre politische Bedeutung nahm ab.
Die Pestepidemie von 1348 hatte die Bevölkerung schwer getroffen und die wirtschaftliche Entwicklung gebremst. Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit blieb Mallorca landwirtschaftlich geprägt, mit wachsendem Seehandel, insbesondere mit Italien und Katalonien. Die katalanische Sprache und Kultur blieben prägend, auch wenn die spanische Krone zunehmend Einfluss nahm.
Die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts stand im Zeichen schwerer Krisen. Die Pestwellen, die Europa ab 1348 heimsuchten, trafen auch Mallorca hart und dezimierten die Bevölkerung erheblich. Wirtschaftliche Rückschläge, Arbeitskräftemangel und soziale Spannungen waren die Folge. Besonders dramatisch war das Jahr 1391, als pogromartige Ausschreitungen gegen die jüdische Gemeinde ausbrachen. In Palma und anderen Orten wurden zahlreiche Juden ermordet, ihre Viertel geplündert und viele Überlebende zwangsgetauft. Die großen jüdischen Gemeinden, die unter maurischer und früher aragonesischer Herrschaft eine wichtige Rolle in Handel und Handwerk gespielt hatten, wurden weitgehend zerstört oder in Conversos (Neuchristen) umgewandelt. Misstrauen und Diskriminierung gegenüber diesen Conversos prägten die folgende Jahrhunderte und führten zu anhaltenden sozialen Konflikten.
Im 15. Jahrhundert stabilisierte sich die Lage allmählich. Mallorca profitierte von seiner strategischen Lage im westlichen Mittelmeer und blieb ein wichtiger Knotenpunkt für den Handel mit Katalonien, Valencia, Italien und Nordafrika. Die Landwirtschaft, vor allem der Anbau von Oliven, Mandeln, Feigen und Wein, sowie die Salzgewinnung und Textilproduktion bildeten die wirtschaftliche Grundlage. Mit der Heirat von Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon 1469 und der späteren Vereinigung der Kronen entstand das spanische Gesamtreich, in das Mallorca nahtlos integriert wurde. Die Entdeckung Amerikas lenkte allerdings einen Teil des Handels um, sodass die Insel an Bedeutung verlor.
Frühe Neuzeit
Das 16. Jahrhundert brachte neue schwere Herausforderungen. Ab etwa 1520 litt Mallorca unter den Auswirkungen der Germanías, der Brüderschaftsaufstände. Inspiriert vom Aufstand in Valencia, erhoben sich 1521 die Handwerkerzünfte und Teile der Landbevölkerung gegen die städtische Oligarchie, den Adel und die königlichen Beamten. Die Rebellen, angeführt von Figuren wie Joan Crespí und Joannot Colom, forderten die Abschaffung drückender Schulden (censals), gerechtere Steuern und mehr Mitbestimmung. Sie übernahmen zeitweise die Kontrolle über Palma und große Teile der Insel. Der Aufstand wurde 1522/1523 durch königliche Truppen blutig niedergeschlagen. Die Repression verstärkte die sozialen Gegensätze und hinterließ tiefe Gräben in der Inselgesellschaft.
Noch gravierender war die ständige Bedrohung durch Barbarenkorsaren und osmanische Flotten. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die Balearen wiederholt von nordafrikanischen Piraten angegriffen. Dörfer wurden geplündert, Bewohner verschleppt und als Sklaven verkauft. Die Küsten entvölkerten sich teilweise, weil die Menschen ins Inselinnere flohen. Als Reaktion darauf entstand ein ausgeklügeltes System von Wachtürmen (Talaies) und befestigten Kirchen. Viele mallorquinische Küstenorte liegen noch heute etwas landeinwärts, weil die unmittelbare Küste zu unsicher war. Berühmte Korsaren wie Hayreddin Barbarossa oder Dragut machten die Gewässer um Mallorca unsicher. Die spanische Krone reagierte mit Flottenexpeditionen und Festungsbauten, doch die Bedrohung blieb bis ins 18. Jahrhundert bestehen.
Trotz aller Widrigkeiten erlebte Mallorca im 17. Jahrhundert auch Phasen des kulturellen und religiösen Lebens. Die Gegenreformation verstärkte die Rolle der Kirche. Prächtige Barockkirchen und Klöster entstanden, und die Volksfrömmigkeit mit ihren Prozessionen und Heiligenverehrungen gewann an Bedeutung. Gleichzeitig litt die Insel unter wiederkehrenden Pest- und Hungerkrisen, die die Bevölkerungszahl immer wieder dezimierten. Die Wirtschaft stagnierte, der Adel und die Kirche konzentrierten großen Landbesitz, während viele Bauern in Abhängigkeit lebten.
Spanische Zeit
Die Eroberung Mallorcas durch die Bourbonen war die letzte Episode des Spanischen Erbfolgekriegs. Sie fand am 2. Juli 1715 statt, als die Insel Mallorca - die letzte Hochburg des austrakischen Widerstands, der Karl VI. vom Heiligen Römischen Reich in seinen Ansprüchen auf den Thron der spanischen Monarchie unterstützte - vor der Ankunft einer bourbonischen Flotte kapitulierte, zehn Monate nach dem Fall Barcelonas an Philipp V. von Spanien. Ibiza wurde daraufhin besetzt, nicht aber die Insel Menorca, da sie gemäß dem Vertrag von Utrecht unter die Souveränität Großbritanniens fiel, unter der sie bis 1802 (Vertrag von Amiens) fast ununterbrochen bleiben sollte.
Nach dem Fall Barcelonas im September 1714 war das Königreich Mallorca, das sich seit 1706 wie die übrigen Staaten der Krone von Aragonien mit Erzherzog Karl verbündet hatte, der Ende 1711 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ausgerufen worden war, die letzte österreichische Hochburg. In den folgenden Monaten wurden Mallorca und Ibiza - Menorca war gemäß dem Vertrag von Utrecht unter britische Oberhoheit gefallen - von dem von Karl VI. ernannten Vizekönig, dem Marquis von Rubí, regiert, der von kaiserlichen Truppen und der Anwesenheit einiger Katalanen unterstützt wurde, die wegen der Niederlage der Austraker im Fürstentum dorthin geflüchtet waren. Der britische General, der Earl of Aragon, berichtete dem britischen General, dem Earl of Ibiza, und dem Marquis von Rubí im Jahr 1711.
Dem britischen General, dem Earl of Peterborough, zufolge baten die Mallorquiner um den Schutz des Königs von Großbritannien, „da sie in keiner Weise in der Lage waren, die Sklaverei der Spanier zu übernehmen und sich immer als Untertanen des Kaisers betrachteten“. Der britische Gesandte Matthew Prior teilte der französischen Regierung mit, dass es eine „unbegründete Fabel“ sei, dass Georg I. „den Mallorquinern angeboten habe, sich England zu ergeben“ oder dass er sie „aufnehmen würde, wenn sie sich ergeben wollten“. Im Mai 1715 war die französische Regierung bereits in den Händen des Königs von Großbritannien.
Im Mai 1715, als die Besetzung der Insel durch die Bourbonen unmittelbar bevorzustehen schien, versuchte ein Abgesandter von Kaiser Karl VI., der Austraker Juan Amor de Soria, in Paris die Bedingungen für die Kapitulation auszuhandeln, die die Aufrechterhaltung der „Freiheiten“ des Königreichs und der gesamten Krone von Aragonien beinhalten sollten. Doch die Gespräche blieben ergebnislos. „Begünstigt durch die Passivität der Briten, die nun mit den Whigs an der Regierung waren, besetzten die französischen und spanischen Armeen die Insel, die am 2. Juli kapitulierte.“ Am 11. Juli übergab Vizekönig Rubí dem französischen General Claude d'Asfeld die Schlüssel von Palma de Mallorca, nachdem er dem Vormarsch der bourbonischen Truppen mehr als dreißig Tage lang Widerstand geleistet hatte. Das Dekret der Nueva Planta des Königreichs Aragon, das von den Franzosen und Spaniern unterzeichnet wurde, wurde von den Franzosen und Spaniern unterzeichnet.
Im Gegensatz zu dem, was nach der Übernahme Mallorcas durch die Österreicher geschah, berief der Vertreter von Erzherzog Karl den Gran i General Consell ein, vor dem er „alle Privilegien, Praktiken und Rechte“ bestätigte, die der Stadt und dem Königreich zur Zeit Karls II. gewährt worden waren, Philipp V. von Bourbon erließ am 15. November 1715 ein Dekret der Nueva Planta, ähnlich dem Dekret der Nueva Planta von Valencia und Aragon im Jahr 1707, mit dem die Gesetze und Institutionen des Königreichs Mallorca aufgehoben wurden - was die Briten auf Menorca nicht taten. Wie Nuria Sales feststellte, hörte das Königreich Mallorca mit der Nueva Planta auf zu existieren und wurde zu einem reinen Ehrentitel. 1707 wurde der Gran i General Consell abgeschafft.
Der Gran i General Consell wurde abgeschafft, und seine Befugnisse gingen auf den Capitán General über, die neue höchste Autorität auf den Inseln mit größeren Befugnissen als der Vizekönig, den er ersetzte, und auf den Königlichen Hof, der an die Stelle der abgeschafften Audiencia trat. Das Insulatorsystem (de sac i sort) für die Wahl der Ämter wurde abgeschafft, und die Ämter wurden von nun an vom König oder vom Generalkapitän ernannt. Auch das öffentliche Recht wurde abgeschafft - nicht jedoch das Privatrecht, das wie im Königreich Aragonien nach dem zweiten Nueva Planta-Dekret von 1711 beibehalten wurde, im Gegensatz zu dem, was im Königreich Valencia geschah. Mallorca verlor auch das Recht, eigene Münzen zu prägen, und die lokale Ordnung wurde dem Königreich Mallorca aufgezwungen.
Was das lokale System anbelangt, so wurde das kastilische System des Corregidor und der Regidores durchgesetzt, wobei die Vertretung der Volksklasse verschwand. So setzte sich der Stadtrat von Palma de Mallorca 1718 aus 20 Ratsmitgliedern, 16 Rittern - Adeligen - und 4 Ehrenbürgern zusammen, ein System, das auch auf die übrigen Gemeinden der Insel angewendet wurde. In der Chronik von Campaner heißt es: „Obwohl die Ritter mit der wirtschaftlichen Verwaltung der Stadt allein sehr zufrieden waren, wurden sie bald desillusioniert, da sie sahen, dass ihre Autorität nicht der der Geschworenen entsprach“. Es stimmt zwar, dass der königliche Hof jede Vereinbarung der Gemeinden aufheben konnte, aber letztere hatten Befugnisse, zum Beispiel über die Löhne, was es dem Adel ermöglichte, sich gegenüber den Volksschichten, die in den Gemeinden nicht vertreten waren, durchzusetzen - im Gegensatz zu dem, was in der „foral-Ära“ geschah (die „foral-Ära“).
Weltkriegsära
Während des Ersten Weltkriegs blieb Mallorca – wie ganz Spanien – offiziell neutral und war nicht direkt in die Kampfhandlungen eingebunden. Die Insellage schützte sie vor den unmittelbaren Zerstörungen des Krieges in Europa. Dennoch spürte die Bevölkerung die Folgen deutlich. Deutsche U-Boote operierten intensiv im westlichen Mittelmeer und nutzten die Gewässer um die Balearen für Operationen gegen Handelsschiffe der Entente. Es kam wiederholt zu Vorfällen, bei denen deutsche Besatzungen Schiffe in mallorquinischen Hoheitsgewässern stoppten, durchsuchten oder plünderten. Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren spürbar: Der internationale Seehandel wurde stark behindert, Versorgungsengpässe traten auf, Preise für Lebensmittel und Importgüter stiegen rapide. Viele mallorquinische Familien litten unter Knappheit, während einige Händler und Reeder durch Schmuggel und neutrale Geschäfte vorübergehend profitierten. Der Tourismus, der sich vor 1914 zaghaft entwickelt hatte, kam weitgehend zum Erliegen.
In den 1920er und frühen 1930er Jahren kehrte eine gewisse Ruhe ein. Die Insel profitierte von der Erholung der spanischen Wirtschaft und einem wachsenden Interesse ausländischer Besucher, vor allem aus Großbritannien und Deutschland. Gleichzeitig wuchsen jedoch die sozialen Spannungen. Landlose Bauern und Landarbeiter forderten Reformen, während die traditionelle Oligarchie aus Großgrundbesitzern, Kirche und städtischem Bürgertum ihre Privilegien verteidigte. Die Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik 1931 führte auch auf Mallorca zu politischen Polarisierungen zwischen Linken, Republikanern, Anarchisten, Katalanisten und konservativ-monarchistischen Kräften.
Der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs im Juli 1936 veränderte die Lage dramatisch. Mallorca wurde rasch zu einer Hochburg der Nationalisten unter General Francisco Franco. Die republikanische Regierung erkannte die strategische Bedeutung der Insel und versuchte im August 1936, sie zurückzuerobern. Am 16. August 1936 erfolgte eine große amphibische Landung republikanischer Truppen, die zahlenmäßig deutlich überlegen waren. Die Republikaner konnten zunächst bis zu zwölf Kilometer ins Landesinnere vordringen. Doch die nationalistischen Verteidiger erhielten entscheidende Unterstützung von außen. Das faschistische Italien unter Benito Mussolini entsandte Flugzeuge, Piloten und Bodentruppen und errichtete faktisch eine italienische Besatzungszone auf der Insel. Die überlegene nationalistische Luftwaffe, verstärkt durch italienische Bomber und Jäger, zwang die Republikaner schließlich zum Rückzug. Am 12. September 1936 mussten die letzten republikanischen Einheiten die Insel verlassen. Diese Ereignisse gingen als Schlacht von Mallorca in die Geschichte ein und markierten einen frühen Propagandasieg für die Nationalisten sowie den Beginn der ausländischen Intervention auf Seiten Francos.
Ab 1937 verstärkte sich die Präsenz der Achsenmächte weiter. Die deutsche Luftwaffe, insbesondere die Legion Condor, nutzte Mallorca als wichtigen Stützpunkt. Der Fliegerhorst bei Pollença im Nordwesten der Insel wurde zu einer zentralen Basis für Wasserflugzeuge und Aufklärungsflugzeuge. Von hier aus starteten deutsche und italienische Maschinen Einsätze gegen republikanische Stellungen auf dem spanischen Festland, aber auch gegen Ziele auf den Balearen selbst. Die Legion Condor spielte eine entscheidende Rolle im Luftkrieg des Bürgerkriegs. Auf Mallorca selbst blieben die materiellen Zerstörungen im Vergleich zu Regionen wie Madrid, Barcelona oder dem Baskenland zwar begrenzt, doch Repression, Verhaftungen und Hinrichtungen politischer Gegner prägten das Alltagsleben. Viele Linke, Republikaner und Intellektuelle flohen oder wurden verfolgt.
Nach dem Sieg Francos 1939 und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs blieb Spanien offiziell neutral, verhielt sich jedoch bis 1945 weitgehend pro-achsig. Mallorca diente als strategisch wichtiger Stützpunkt für deutsche und italienische Einheiten. Häfen und Flugplätze wurden von der Achse genutzt, Schiffe versorgt und Aufklärungsflüge durchgeführt. Es gab konkrete Pläne und Befürchtungen auf alliierter Seite, Mallorca im Falle eines italienischen Kriegseintritts oder bei einer Ausweitung des Konflikts zu besetzen – eine Operation, die jedoch nie stattfand. Die Insel wurde zu einem Rückzugsort für deutsche Nationalsozialisten, Spione und Kollaborateure. Deutsche Agenten operierten von Mallorca aus, und es existierten enge Kontakte zwischen franquistischen Behörden und dem NS-Regime. Gleichzeitig litt die Zivilbevölkerung unter den Folgen des Weltkriegs: Rationierung, Schwarzmarkt, eingeschränkter Handel und die Isolation vom europäischen Tourismus bestimmten den Alltag.
Die Jahre 1939 bis 1945 waren für Mallorca geprägt von autoritärer Kontrolle, wirtschaftlicher Not und ideologischer Indoktrination. Das Franco-Regime festigte seine Macht durch Unterdrückung regionaler Identitäten – auch der katalanischen Sprache und Kultur auf den Balearen. Gleichzeitig begann in dieser Zeit eine schleichende Militarisierung der Insel, die sich in befestigten Anlagen und einer starken Garnisonspräsenz niederschlug.
Moderne Zeit
In den 1950er Jahren wurde Mallorca erneut zum Luxus-Reiseziel für Prominente und wohlhabende Europäer. Die Besucherzahlen stiegen von rund 100.000 im Jahr 1950 auf etwa 360.000 im Jahr 1960. Der eigentliche Tourismusboom setzte in den 1960er Jahren ein, als Flugreisen erschwinglicher wurden. Die Eröffnung und der Ausbau des Flughafens Son Sant Joan machten die Insel für den Massentourismus zugänglich. Bereits 1970 landeten zwei Millionen Touristen auf Mallorca, was einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Hotels, Ferienanlagen und touristische Infrastruktur schossen aus dem Boden, viele ruhige Dörfer verwandelten sich in pulsierende Ferienorte. Der Tourismus wurde zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Insel und sicherte vielen Mallorquinern Arbeit und Wohlstand.
Die rasante Entwicklung brachte nicht nur Wohlstand, sondern auch tiefgreifende Veränderungen im sozialen Gefüge und in der Landschaft. Traditionelle Strukturen wurden durch den Massentourismus und die damit verbundene Urbanisierung aufgebrochen. In den 1970er Jahren wurden die negativen Folgen des Massentourismus immer deutlicher: Überfüllte Strände, Umweltprobleme, der Verlust von Ursprünglichkeit und ein Bauboom, der das Erscheinungsbild vieler Küstenabschnitte prägte. Die mallorquinische Regierung begann in den 1970er Jahren, Maßnahmen zur Regulierung und zum Schutz der Insel zu ergreifen, darunter erste Ansätze für nachhaltigen Tourismus.
Deutsche Geschäftsleute und Investoren spielten ab den 1970er Jahren eine immer größere Rolle im Gastgewerbe und in der Freizeitindustrie. Es entstanden Diskotheken, Imbissbuden und die ersten „Ballermann“-Strandabschnitte, die Mallorca als Reiseziel für breite Bevölkerungsschichten prägten. Die touristische Entwicklung führte dazu, dass Mallorca bis Ende der 1970er Jahre als eines der beliebtesten Ferienziele Europas galt, mit jährlich mehreren Millionen Besuchern.
Der demokratische Übergang, der mit dem Tod Francos begann, ermöglichte den Balearen 1983 die Erlangung eines Autonomiestatuts, das Ausdruck ihrer historischen Identität ist und auf den Autonomiepakt der Balearen vom 4. Juni 1977 zurückgeht. Das Statut legt den doppelten offiziellen Status des Katalanischen, der eigenen Sprache der Inseln, und des Kastilischen, der offiziellen Sprache des Staates, fest.
Mit dem Statut erhielten die Balearen ihre eigenen Institutionen zurück: die drei Räte oder Inselregierungen, das Parlament und die Regierung der Balearischen Inseln. All dies ist das Ergebnis der Wiederherstellung der Demokratie in Spanien im Jahr 1977, mit der neuen Verfassung des Staates der Autonomien. So entstand eine demokratische Periode, in der eine enorme zivile Assoziation mit wichtigen alternativen Bewegungen auf den Inseln, wie dem Umweltschutz, dem Feminismus und dem Pazifismus, aufblühte.
Die touristische Entwicklung der Balearen war in diesen Jahren enorm, mit der Ankunft von Touristen aus West- und Mitteleuropa (Deutsche), die eine enorme Präsenz in dem Gebiet hatten. Die wirtschaftliche Entwicklung ist trotz der Debatte über die Auswirkungen auf das Gebiet oder die Steuerdefizite sehr positiv. Auch die Debatte über die Andersartigkeit der Balearen, die von einem großen Netzwerk von Einrichtungen und politischen Parteien vertreten wird, ist wieder aufgeflammt. Die Eingliederung der Balearen in die Europäische Union und die Gründung der Universität der Balearen sind weitere bemerkenswerte Ereignisse.
Die Balearen entwickelten ein starkes kulturelles und künstlerisches Selbstbewusstsein. Es wurden große Anstrengungen unternommen, um die Volks- und Traditionskultur wiederzubeleben, die immer noch sehr lebendig ist. Die kulturellen Beziehungen zu Katalonien wurden wiederhergestellt. Die Inselgruppe wurden aber auch immer wieder in Regionalkonflikte hineingezogen.
Bei einem Bombenanschlag am 30. Juli 2009 wurden um 13:45 Uhr vor einer Polizeikaserne in Palmanova in der Gemeinde Calvià die beiden Polizisten der Guardia Civil Diego Salvà Lezaun (27 Jahre) und Carlos Sáenz de Tejada García (29 Jahre) getötet sowie weitere Menschen verletzt. Der Anschlag wurde durch eine Haftbombe an einem Polizeifahrzeug verübt. Eine zweite Bombe konnte entdeckt und um 19:30 Uhr vor einem ehemaligen Gebäude der Guardia Civil kontrolliert gesprengt werden. Daraufhin wurden für die Terrorfahndung Flughäfen und Häfen auf der Insel vorübergehend geschlossen. Fast anderthalb Wochen nach dem Anschlag bekannte sich die baskische Terrororganisation ETA zu dem Anschlag. Am 9. August 2009 explodierten vier Sprengsätze in Palma, um 12:00 Uhr in der geschlossenen Cafetería Nica in der Innenstadt, um 14:25 Uhr in der Pizzeria La Rigoletta am Strand von Can Pere Antoni, um 16:03 Uhr im Café Enco am Strand von Portitxol und um 18:10 Uhr im Einkaufszentrum unter der Plaça Major im Zentrum der Stadt. Die Anschläge waren um 11:30 Uhr des Tages telefonisch angekündigt worden. Die Sprengsätze befanden sich sämtlich auf Damentoiletten. Bei den Anschlägen wurde niemand verletzt.
Während der Coronazeit ad dem Frühjahr 2020 galten auf Mallorca zunächst strenge Maßnahmen. Es gab Ausgangssperren, Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen und starke Einschränkungen im Tourismus, etwa bei Einreise, Gastronomie und Veranstaltungen. 2022 wurden die Corona-Regeln schrittweise aufgehoben.
Verwaltung
Mallorca gehört seit 1983 als Kreis („Rodalia Mallorca“) zur Autonomen Gemeinschaft der Balearen innerhalb des Königreichs Spanien. Die Insel ist die größte der Balearen und bildet gemeinsam mit den übrigen Inseln eine eigenständige spanische Region mit politischer Selbstverwaltung. Verwaltungssitz der Insel sowie Hauptstadt der Balearen ist Palma. Die Autonome Gemeinschaft verfügt über ein eigenes Parlament und eine Regionalregierung, während Mallorca gleichzeitig in das staatliche Verwaltungssystem Spaniens eingebunden bleibt.
Herrschaftsgeschichte
- um -1500 bis -4. Jahrhunder talaiotische Stammesgemeinschaften
- -4. Jahrhundert bis -201 Karthago (Qart-Hadašt) und talaiotische Stammesgemeinschaften
- -201 bis -123 talaiotische Stammesgemeinschaften
- -123 bis -27 Provinz Hispania (Provincia Hispania) der Römischen Republik (Res publica)
- -27 bis 369 Provinz Hispania (Provincia Hispania) im Römischen Reich (Imperium Rtomanum)
- 369 bis 465 Provinz Balearen (Provincia Balearica) im Römischen Riech (Imperium Romanum)
- 465 bis 534 Reich der Vandalen (Regnum Vandalorum)
- 534 bis um 650 Provinz Sardinien (Sardinia) im Byzantinischen Reich (Basileía tōn Rhōmaíōn)
- um 650 bis 754 Provinz Mauretanien II (Mauritania Secunda) im Byzantinischen Reich (Basileía tōn Rhōmaíōn)
- 754 bis 798 Herrschaft Mallorca unter dem Schutz des Frankrenreichs (Regnum Francorum)
- 798 bis 902 Herrschaft Mallorca als Tributär des Emirats Cordoba (Imārat Qurṭuba)
- 902 bis 1015 Emirat Cordoba (Imārat Qurṭuba)
- 1015 bis 1114 Kleinkönigreich von Denia (Ṭā’ifa Dāniya)
- 1114 bis um 1147 Reich der Almoraviden (ad-Dawla al-Murābiṭīya)
- um 1147 bis 31. Dezember 1229 Banu Ghaniya unter formaler Oberhoheit des Reichs der Almoraviden (ad-Dawla al-Murābiṭīya)
- 31. Dezember 1229 bis 27. Juli 1276 Königreich Aragon (Regne d’Aragó)
- 27. Juli 1276 bis 1286 Königreich Mallorca (Regne de Mallorca)
- 1286 bis 20. Juni 1295 Königreich Aragon (Regne d’Aragó)
- 20. Juni 1295 bis 27. Mai 1344 Königreich Mallorca (Regne de Mallorca)
- 27. Mai 1344 bis 28. September 1706 Königreich Aragon (Regne d’Aragó)
- 28. September 1706 bis 13. Juni 1715 Königreich Aragon (Regne d’Aragó) unter Kontrolle durch das Königreich Spanien (Reino de España)
- 13. Juni 1715 bis 30. Mai 1808 Königreich Spanien (Reino de España)
- 30. Mai 1808 bis 11. Dezember 1811 Königreich Spanien (Reino de España) unter Besatzung durch das Französische Kaiserreich (Empire français)
- 11. Dezember 1811 bis November 1833 Königreich Spanien (Reino de España)
- November 1833 bis 11. Februar 1873 Provinz Balearen (Islas Baleares) im Königreich Spanien (Reino de España)
- 11. Februar 1873 bis 29. Dezember 1874 Provinz Balearen (Islas Baleares) der Republik Spanien (República Española)
- 29. Dezember 1874 bis 14. April 1931 Provinz Balearen (Islas Baleares) im Königreich Spanien (Reino de España)
- 14. April 1931 bis 17. Juli 1936 Republik Spanien (República Española)
- 1936 bis 1. März 1983 Provinz Balearen (Islas Baleares) im Königreich Spanien (Reino de España)
- seit 1. März 1983 Kreis Mallorca (Rodalia Mallorca) der Autonomen Region Balrean (Comunitat Autònoma de les Illes Balears) im Königreich Spanien (Reino de España)
Legislative und Exekutive
Mallorca gehört zur Autonomen Gemeinschaft der Balearischen Inseln innerhalb des Königreichs Spanien und wird von deren Hauptstadt Palma aus durch den „Govern de les Illes Balears“ regiert. Diese balearische Landesregierung bildet die Exekutive der autonomen Region und ist für übergeordnete politische und verwaltungstechnische Aufgaben zuständig. Dazu zählen unter anderem Bildung, Gesundheitswesen, Verkehr, Wirtschaftspolitik und Teile der öffentlichen Sicherheit. Ergänzt wird die Landesregierung durch das Parlament der Balearen, das als legislative Institution Gesetze für die gesamte autonome Gemeinschaft erlässt.
Innerhalb dieses politischen Systems besitzt Mallorca zusätzlich eine eigene Inselverwaltung. Die Insel bildet neben Menorca und Ibiza einen der drei Inselräte („Consells Insulars“) der Balearen. Der „Consell de Mallorca“ ist ein direkt gewähltes Parlament mit eigener Regierung und einem Präsidenten an der Spitze. Er übernimmt zahlreiche regionale Aufgaben und fungiert als wichtigste politische Institution auf Insel-ebene. Zu seinen Zuständigkeitsbereichen gehören unter anderem die Wirtschaftsförderung und lokale Entwicklung, Tourismuspolitik, Raumplanung, Mobilität und Infrastruktur, soziale Angelegenheiten, Steuern und öffentliche Verwaltung sowie Nachhaltigkeit und Umweltpolitik. Darüber hinaus verantwortet der Inselrat kulturelle Aufgaben wie den Schutz des Kulturerbes und den Betrieb von Museen. Weitere Kompetenzen betreffen die Abfallwirtschaft, den Jugendschutz, Seniorenheime, den Brandschutz außerhalb der Stadt Palma, die Zusammenarbeit der Gemeinden sowie die Jagdregulierung.
Der Inselrat übernimmt zudem Aufgaben, die ihm von der balearischen Landesregierung übertragen werden. Besonders im Bereich des Tourismus besitzt Mallorca dadurch weitreichende Entscheidungsbefugnisse, da die Insel wirtschaftlich stark vom Fremdenverkehr geprägt ist. Der Consell de Mallorca arbeitet eng mit den insgesamt 53 Gemeinden der Insel zusammen. Diese Gemeinden sind für lokale Verwaltungsaufgaben zuständig, beispielsweise für Baugenehmigungen, Bürgerämter, kommunale Einrichtungen oder die örtliche Infrastruktur.
Trotz der weitreichenden Selbstverwaltung Mallorcas bleiben viele Bereiche in geteilter oder übergeordneter Zuständigkeit der balearischen Landesregierung beziehungsweise der spanischen Zentralregierung. Dies betrifft unter anderem das Steuerwesen, die Polizei, Häfen, Flughäfen sowie Teile der Verkehrs- und Sicherheitspolitik. Dadurch entsteht ein mehrstufiges Verwaltungssystem, in dem Gemeinde-, Insel-, Regional- und Zentralregierung eng miteinander verflochten sind.
Inseloberhaupt
Das Inseloberhaupt von Mallorca war zumeist auch Oberhaupt der Balearen insgesamt.
Al Mamlaka al-Mayurka (Königreich Mallorca):
Amrit (Emire von Denia und Mallorca, Dynastie der Mujahiden)
- 1018 - 1041/44 Mujahid
- 1041/44 - 1075 ‘Ali Iqbal-Ud-Dawlah
Mamalik (Könige von Mallorca)
Aghlabiden
- 1076 - 1093 Ibn Aglab al-Murtada
- 1093 - 1114 Mubassir
- 1114 - 1126 Abu-l-Rabi Sulayman „El Burabe“
Ghaniyiden
- 1126 - 1156 Mahmud I
- 1156 - 1183 Ishaq
- 1183 - 1184 Mahmud II
- 1184 - 1185 ‘Ali
- 1185 - 1187 Mahmud II
- 1187 Tasfin
- 1187 - 1203 Yahya
Almohaden
- 1203 - 1213 Mahmud al-Nasir
- 1213 - 1223 Yusuf
- 1223 - 1224 Abd al-Wahid
- 1224 - 1227 Adallah al-Adil
- 1227 - 1229 Yahya al-Mutasim
Regne de Majorca (Königreich Mallorca)
Reis de Mallorques (Könige von Mallorcaaus dem Haus Barcelona)
- 1229 - 1276 Jaume I
- 27 Jul 1276 - 1286 Jaume II “el Justo” (1243 - 1311)
- 1286 - 18 Jun 1291 Alfonso III “el Franc” (1265 - 1291)
- 18 Jun 1291 - 29 Mai 1311 Jaume II „el Justo“ [2]
- 29 Mai 1311 - 4 Sep 1324 Sanç I „el Pacifico“ (1277 - 1324)
- 4 Sep 1324 - 25 Okt 1349 Jaume III „el Temerario“ (Fernando, ab 27 Mai 1343 in Rebellion, 1315 - 1348)
- 25 Okt 1349 - 20 Jan 1375 Jaume IV (um 1336 - 1375) - zusammen mit -
- 20 Jan 1337 - 1404 Isabela (1337 - 1406)
Administració de Majorca (Verwaltung von Mallorca)
Procuradors o Lloctinents (Bevollmächtigte oder Stellvertreter)
- 1230 - 1231 Bernat de Santa Eugènia, Senyor de Torroella
- 1231 - 1232 Assalid de Gúdall
- 1234 - 1236 Pere Maça de Lçana
- 1236 - 1244 Pere Peris de Luècia
- 1244 - 1254 Balasc d’Alagó, Senyor de Sástago
- 1254 - 1256 Berenguer de Tornamira
- 1257 - 1267 Guillem de Montcada
- 1267 - 1276 Pere de Calders
- 1276 - 1284 Berenguer Arnau d’Illa
- 1284 - 1286 Ponç de Saguàrdia, Baró de Canet
- 1286 - 1288 Asbert de Mediona
- 1288 - 1292 Acard de Mur
- 1292 - 1293 Ramon de Cardona
- 1293 - 1296 Ramon Alemany
- 1296 - 1298 Ramon de Cardona
- 1298 - 1299 Ramon de Montcada
- 1299 - 1301 Berenguer de Sarrià
- 1301 Berenguer de Calders
- 1301 - 1304 Dalmau de Sagarriga
- 1305 - 1311 Pere de Bellcastell
- 1311 - 1316 Berenguer de Santjoan
- 1316 - 1319 Hug de Totxo
- 1319 - 1320 Guillem de Boadella
- 1320 - 1322 Dalmau de Banyuls
- 1322 - 1323 Francesc de Canet
- 1323 - 1325 Bernat de Tornamira
- 1325 - 1326 Guerau Adarró
- 1326 - 1330 Arnau de Cardellac
- 1330 - 1331 Berenguer de Santacília
- 1331 Hug de Parestortes
- 1331 - 1332 Berenguer Desbac
- 1332 - 1336 Pere de Bellcastell, Senyor de Vilallonga
- 1336 - 1343 Roger de Rovenac
- Governadors Generals del Regne de Mallorca (Generalgouverneure von Mallorca)
- 1343 - 1345 Arnau d’Erill i de Mur, Baró d’Erill
- 1345 - 1348 Felip de Boïl i de La Scala, Baró de Manises
- 1348 - 1359 Gilabert de Centelles i de Montcada, Baró de Centelles i de Nules
- 1355 - 1358 Artau de Foces i de Cabrera
- 1359 - 1367 Bernat de Tous
- 1367 - 1375 Olf de Pròixida i de Vidaure, Baró de Llutxent i de Benissanó
- 1375 - 1392 Francesc de Sagarriga i de Vilarig, Senyor de Creixell
- 1392 - 1393 Hug Alemany de Cervelló i de Queralt
- 1393 - 1397 Ramon d’Abella
- 1397 - 1398 Hug d’Anglesola i de Ribelles
- 1398 - 1400 Berenguer de Montagut
- 1401 - 1405 Roger de Montcada i de Lloria, Baró de Llagostera
- 1405 Jordí de Santjoan
- 1405 - 1413 Roger de Montcada i de Lloria
- 1416 - 1425 Olf de Pròixida i de Cervelló, Baró de Llutxent i de Benissanó
- 1425 - 1451 Berenguer d’Oms i de Santapau, Baró de Santa Pau
- 1452 - 1457 Francesc d’Erill i de Centelles & Arnau de Vilademany
Lloctinents Generals (Generalstellvertreter)
- 1458 - 1469 Vidal de Blanes i de Castellar d’Orís, Baró de Cotes
- 1469 - 1486 Francesc Berenguer i de Blanes, Baró de Canet
- 1486 - 1493 Eiximén Peres Escrivà de Romaní i Ram
- 1493 - 1512 Joan d’Eimeric i Saplana, Baró de Rubinat i Sant Antolí
- 1512 - 1525 Miguel de Gurrea y Cerdán, Baró de Gurrea
- 1525 - 1533 Carlos de Pomar
- 1534 - 1538 Eiximèn Peres de Figuerola
- 1538 - 1547 Felip de Cervelló i de Centelles
- 1547 - 1549 Miquel Sureda-Sanglada
- 1549 - 1557 Gaspar Marrades i Soler, Senyor de Sallent
- 1557 - 1558 Joan de Cardona
- 1558 - 1564 Guillem de Rocafull
- 1564 - 1575 Juan de Urríes
- 1575 - 1576 Felip Fuster
Virreyes (Vizekönige)
- 1576 - 1578 Miquel de Montcada i Bou, Baró de Vilamarxant (Miguel de Moncada)
- 1578 - 1582 Antoni d’Oms de Santapau i de Salvà
- 1582 - 1583 Miquel de Pacs
- 1583 - 1594 Lluís de Vic & Manrique de Lara, Comanador Major d’Aragó
- 1595 - 1606 Ferran Sanoguera
- 1606 - 1610 Joan Sanç de Vilaragut, Baró d’Olocau
- 1611 - 1617 Carles Coloma i de Saa, Marquès d’El Espinar
- 1618 - 1621 Francesc Joan de Torres
- 1622 - 1628 Jeroni Agustí, Cavaller de Calatrava
- 1629 - 1630 Josep de Montpaó
- 1630 - 1633 Pere Ramon Safortesa i de Vilallonga
- 1633 - 1640 Alfons de Cardona-Borja i Mila d’Aragó
- 1640 - 1644 Lope de Francia y de Gurrea
- 1644 - 1645 José de Torrez Pérez de Pomar y Mendoza
- 1646 - 1651 Vicente Ram de Montoro-Montserrat & Díez de Escorón, Comte de Montoro
- 1651 - 1657 Lorenzo Martínez de Marcilla & Ximeno de Lobera
- 1657 Fray Tomás de Rocamora, Obispo de Palma
- 1657 - 1663 Josep de Lanuza i de Rocabertí, Comte de Plasencia
- 1663 - 1667 Toderic de Borja-Llançol de Romaní i d’Olivera, Baró de San Petrillo ide Campo-Soberbe
- 1667 - 1671 Miquel de Salvà i de Vallgornera, Senyor i Desprès Marquès de Vilanant
- 1671 - 1675 Juan Francisco Cebriány Gómez-Bas, Comte Consort de Fuenclara
- 1675 - 1678 Baltasar Pardo de la Casta-Aguilar, Marquès de la Casta, Comte d’Alaquàs i Baró de Bolbait
- 1678 - 1681 Baltasar López de Gurrea y Turlán, Comte del Villar
- 1681 - 1688 Manuel de Sentmenat i de Lanuza
- 1688 - 1691 Gaspar Pardo de la Casta, Comte d‘Alaquàs
- 1691 - 1698 Josep de Castellví i d’Alagon, Marquès de Villatorcas
- 1698 - 1701 Josep Galceran de Cartellà, Baró de l’Albi i de Cervià, Marquès de Rafál (1651 - 1725)
- 1701 - 1704 Francisco Miquel de Pueyo y de Herrera (1634 - 1718)
- 1704 - 1706 Baltasar Escrivà d’Íxer i de Montsoriu, Comte de l‘Alcúdia (1673 - 1738)
- 1706 - 1709 Joan Antoni de Boixadors i de Pinós, Comte de Savallà (1672 - 1745)
- 1709 - 1713 Jaume Josep Rossell i de Rocamore, Marquès Consort del Rafál († 1727)
- 1713 Jaume Josep Rossell i de Rocamore, Marquès Consort del Rafál
- 1713 - 1715 Josep Antoni de Rubí i de Boixadors, Marquès de Rubí (1669 - 1740)
Capitans Generals de Mallorca (Generalhauptmänner von Mallorca)
- 1891 - 1892 Antoni Moltó i Díaz-Berrio
- 1892 - 1893 José Gamir y Maladeñ
- 1893 - 1896 Agustín Araoz y Balmaseda
- 1896 Miguel Correa y García
- 1896 - 1897 Joaquín de Ahumada y Centurión
- 1897 - 1901 Rosendo Moiño y Mendoza
- 1901 - 1902 Francisco Loño y Pérez
- 1902 - 1903 Enrique Zappino y Moreno
- 1903 - 1910 Rocardo Ortega y Díez
- 1910 - 1911 Emili March i Garcia
- 1911 - 1914 Venceslau de Molins i de Lemaur
- 1914 - 1916 Francisco María de Borbón y de Castellví
- 1916 - 1917 Francisco Pérez y Clemente
- 1917 - 1918 Ramón García y Menacho
- 1918 - 1921 Diego Muñoz-Cobo y Serrano
- 1921 - 1923 Leopoldo Heredia y Delgado
- 1923 - 1924 Ventura Fontán y Pérez de Santamaría
- 1924 - 1926 José Cavalcanti de Albuquerque y Padierna, Marquès de Cavalcanti
- 1926 - 1927 Luis Aizpuru y Mondéjar
- 1927 - 1930 Enrique Marzo y Balaguer
- 1930 Rafael Pérez y Herrera
- 1930 - 1931 Enrique Marzo y Balaguer
Comandants Militars (Militärkommandanten)
- 1931 - 1932 Virgili Cabanelles i Ferrer
- 1932 - 1933 Manuel Núñez de Prado y Susbielas
- 1933 - 1935 Francisco Franco Bahamonde
- 1935 Manuel Goded i Llopis
- 1935 Carlos Mesquelet y Lacaci
- 1936 Manuel Goded i Llopis
- 1936 Trinidad Benjumea y del Rey
Comandants Generals (Generalkommandanten)
- 1937 - 1939 Enríque Cánovas y Lacruz
- 1939 Miguel Ponte y Manso de Zúñiga
- 1939 Alfredo Kindelán y Duany
Capitans Generals de Mallorca (Generalhauptmänner von Mallorca)
- 1939 - 1941 Alfredo Kindelán y Duany
- 1941 Juan Bautista Sánchez y González
- 1941 - 1942 Eugenio Espinosa de los Monnteros y Bermejillo
- 1942 - 1945 Juan Bautista Sánchez y González
- 1945 Salvador Múgica y Buhigas
- 1945 - 1948 Carlos Asensio y Cabanillas
- 1948 - 1952 Eduardo Sáenz de Buruaga y Polanco
- 1952 Antonio Alcubilla y Pérez
- 1952 - 1954 Alejandro Utrilla y Bellbel
- 1954 - 1957 Antonio Castejón y Espinosa
- 1957 - 1959 José Cuesta y Monereo
- 1959 - 1961 José Sotelo y García
- 1961 - 1963 Mariano Alonso y Alonso
- 1963 Rafael Maria Cabanillas i Pròsper
- 1963 - 1965 Ramón Rodríguez y Vita
- 1965 - 1967 Benigno Cabrero y Lozano
- 1967 Vicente Blanco y Olleta
- 1968 - 1970 Iñigo de Arteaga y Falguera, Duc d’el Infantado
- 1970 - 1971 Mariano Fernández y Gavarrón
- 1971 - 1974 Juan Herrera López
- 1974 Fernando de Santiago y Díaz de Mendívil
- 1974 - 1976 Emilio de la Cierva y Miranda
Presidentes del Cabildo Insular de Mallorca
- 24 Apr 1979 - 27 Sep 1982 Jeroni Albertí i Picornell (* 1927) UCD
- 27 Sep 1982 - 23 Jun 1983 aximilià Morales i Gómez (1948 - 2017) UCD
- 23 Jun 1983 - 16 Jun 1987 Jeroni Albertí i Picornell [2] UM
- 16 Jun 1987 - 7 Jul 1995 Joan Verger i Pocoví (1944 - 2013) PPIB-PP
- 7 Jul 1995 - 29 Jun 2007 María Antònia Munar i Riutort [w] (* 1955) UM
- 29 Jun 2007 - 14 Jun 2011 Francesca „Francina“ Lluch Armengol Socias [w] (* 1971) PSIB-PSOE
- 14 Jun 2011 - 4 Jul 2015 María Salom Coll [[w] (* 1967) PPIB-PP
- 4 Jul 2015 - 6 Jul 2019 Miquel Ensenyat Riutort (* 1969) MES
- 6 Jul 2019 - 9 Jul 2023 Catalina Cladera Crespí [w] (* 1972) PSIB-PSOE
Politische Gruppierungen und Wahlen
Auf Mallorca sind folgende Parteien aktiv:
- Partido Popular (PP): konservativ, aktuell mit Marga Prohens an der Spitze der Balearen-Regierung
- Partido Socialista Obrero Español (PSOE): sozialdemokratisch, größte Oppositionspartei
- Vox – rechtspopulistisch, nationalkonservativ
- Podemos: linkspopulistisch
- Sumar: linkes Wahlbündnis
- Més per Mallorca: linkes, ökologisch-nationalistisches Bündnis
- El Pi – Proposta per les Illes: bürgerliche Regionalpartei
Justizwesen und Kriminalität
Das mallorquinische Justizsystem folgt dem vom spanischen Staat vorgegegeben Aufbau und den jeweiligen Zuständigkeiten. Die wichtigsten Instanzen sind:
- Juzgados de Instrucción (Ermittlungsgerichte) für strafrechtliche Ermittlungen.
- Juzgados de Primera Instancia (Erstinstanzgerichte) für Zivil- und Strafsachen.
- Audiencia Provincial (Provinzgericht) als Berufungsinstanz und für schwerwiegende Straftaten.
- Spezialgerichte wie Juzgados de Violencia sobre la Mujer für Fälle häuslicher Gewalt und Juzgados Mercantiles für wirtschaftsrechtliche Streitigkeiten.
Das mallorquinische Justizsystem ist von Langsamkeit, Intransparenz und mangelnder Effizienz geprägt. Prozesse können sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinziehen, wie etwa bei Arbeitsunfällen. Es gibt Berichte über Korruption, Vetternwirtschaft, mangelnde Ethik und fragwürdige Urteile. Die spanische Zentralregierung und die Justiz unterstützen die lokalen Behörden bei aktuellen Herausforderungen, etwa im Kampf gegen illegale Ferienvermietung.
Die Kriminalitätsrate liegt insgesamt auf einem moderaten Niveau, wobei der Großteil der Straftaten auf Eigentumsdelikte wie Taschendiebstahl, Fahrzeugaufbrüche oder kleinere Betrugsfälle entfällt. Besonders in touristisch stark frequentierten Gebieten wie Palma, an beliebten Stränden oder in Ausgehvierteln kommt es während der Hauptsaison häufiger zu Diebstählen. Täter nutzen dabei vor allem Menschenansammlungen, Unachtsamkeit und die hohe Zahl internationaler Besucher aus. Gewaltkriminalität gegenüber Touristen ist dagegen vergleichsweise selten.
Ein besonderes Augenmerk der Behörden liegt auf dem sogenannten Partytourismus, insbesondere in Orten wie El Arenal oder Magaluf. Dort führen Alkoholmissbrauch, nächtliche Feiern und große Menschenmengen regelmäßig zu Polizeieinsätzen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Ruhestörungen. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, haben die balearischen Behörden in den vergangenen Jahren strengere Regelungen eingeführt. Dazu zählen Einschränkungen beim Alkoholverkauf, höhere Geldstrafen bei öffentlichem Fehlverhalten sowie verstärkte Polizeikontrollen in touristischen Zentren.
Die Sicherheitsstruktur auf Mallorca basiert auf mehreren Ebenen. Für die allgemeine öffentliche Sicherheit sind sowohl die spanische Nationalpolizei („Policía Nacional“) als auch die paramilitärische Guardia Civil zuständig. Ergänzt werden sie durch kommunale Polizeikräfte der einzelnen Gemeinden. Während die Nationalpolizei vor allem in größeren Städten tätig ist, übernimmt die Guardia Civil häufig Aufgaben in ländlichen Regionen sowie im Bereich der Verkehrsüberwachung. Gerade während der Tourismussaison wird die Polizeipräsenz deutlich erhöht, um Straftaten vorzubeugen und die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.
Neben klassischer Alltagskriminalität spielt auch organisierte Kriminalität eine Rolle, wenn auch weniger sichtbar für Urlauber. Die Behörden beobachten insbesondere Geldwäsche im Immobiliensektor, internationale Betrugsnetzwerke sowie Drogendelikte im Zusammenhang mit dem Nachtleben. Aufgrund der internationalen Bedeutung Mallorcas als Tourismus- und Immobilienstandort arbeiten spanische Sicherheitsbehörden regelmäßig mit europäischen Polizeiorganisationen zusammen.
Flagge und Wappen
Die Flagge von Mallorca gehört zu den wichtigsten historischen Symbolen der Insel und verweist auf ihre enge Verbindung zur ehemaligen Krone von Aragón. Sie zeigt vier waagerechte rote Streifen auf gelbem Grund, die sogenannte „Senyera“. Dieses Motiv stammt aus dem Wappen des historischen Königreichs Aragón und ist bis heute in vielen Regionen des ehemaligen aragonesischen Herrschaftsgebietes verbreitet. Im linken oberen Viertel der Flagge, der sogenannten Gösch, befindet sich zusätzlich ein violettes Feld mit einer weißen Burg mit fünf Türmen. Diese Burg stellt den Königspalast La Almudaina in Palma dar und symbolisiert zugleich die Hauptstadt der Insel. Das Emblem erinnert an die historische Bedeutung Mallorcas innerhalb der Krone von Aragón sowie an die politische und militärische Rolle Palmas im Mittelmeerraum.
Auch das Wappen der Balearen, das zugleich häufig als Symbol für Mallorca verwendet wird, verweist auf diese historische Tradition. Es besteht aus einem goldenen Schild mit vier roten Balken, die ebenfalls auf Aragón zurückgehen. Ergänzt wird das Wappen durch einen blauen Schrägbalken, der das historische Herrschaftszeichen der Balearen darstellt. Das heutige Wappen der Autonomen Gemeinschaft der Balearen wurde offiziell am 21. November 1984 eingeführt, kurz nach der Entstehung der autonomen Selbstverwaltung Spaniens. Es verbindet die historischen Farben und Symbole der aragonesischen Krone mit den regionalen Traditionen der Balearen und unterstreicht damit die kulturelle und politische Eigenständigkeit der Inselgruppe innerhalb des spanischen Staates.
Hauptstadt
Palma (respektive Palma de Mallorca) ist die Hauptstadt der Insel und zugleich das politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum der gesamten Balearen. Die Stadt blickt auf eine über zweitausendjährige Geschichte zurück und entwickelte sich seit ihrer Gründung zur bedeutendsten Siedlung der Insel. Bereits im Jahr 123 v. Chr. wurde Palma von den Römern unter dem Namen „Palmaria Palmensis“ gegründet, nachdem der römische Konsul Quintus Caecilius Metellus die Balearen erobert hatte. Aufgrund ihrer geschützten Bucht und der strategisch günstigen Lage im westlichen Mittelmeer gewann die Stadt rasch an Bedeutung als Handels- und Militärstützpunkt des Römischen Reiches.
Nach dem Zerfall der römischen Herrschaft wurde Palma im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen Völkern und Reichen beherrscht. Zunächst übernahmen die Vandalen die Kontrolle über die Insel, später fiel Mallorca an das Byzantinische Reich. Einen besonders prägenden Einfluss hinterließ jedoch die arabische Herrschaft, die im frühen 10. Jahrhundert begann. Unter den Mauren entwickelte sich Palma zu einer wohlhabenden Stadt mit ausgebauten Bewässerungssystemen, Handelshäfen, Palästen und einer fortschrittlichen Stadtkultur. Viele Elemente der heutigen Stadtstruktur sowie zahlreiche Ortsnamen gehen noch auf diese Epoche zurück.
Einen entscheidenden Wendepunkt erlebte Palma im Jahr 1229, als König Jaume I. von Aragón die Insel im Zuge der christlichen Rückeroberung eroberte. Nach der Einnahme Palmas wurde die Stadt zur Hauptstadt des neu geschaffenen Königreichs Mallorca erhoben. Unter der Herrschaft der Krone von Aragón entwickelte sich Palma zu einem wichtigen Handelszentrum des Mittelmeerraums. In dieser Zeit entstanden zahlreiche bedeutende Bauwerke, darunter die berühmte Kathedrale La Seu sowie der Königspalast La Almudaina. Der Hafen Palmas spielte eine zentrale Rolle im Handel zwischen der Iberischen Halbinsel, Italien und Nordafrika.
Auch nach dem Ende des eigenständigen Königreichs Mallorca blieb Palma das politische Zentrum der Insel. Seit dem 18. Jahrhundert gilt die Stadt offiziell als Hauptstadt der Balearen. Mit der Entstehung der autonomen Gemeinschaft der Balearischen Inseln erhielt Palma zusätzlich ihre heutige Funktion als Sitz des balearischen Parlaments, der Regionalregierung sowie zahlreicher Verwaltungsbehörden. Heute leben in Palma mehr als die Hälfte aller Einwohner Mallorcas, wodurch die Stadt nicht nur das Verwaltungszentrum, sondern auch das wichtigste wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Insel darstellt.
Moderne Stadtviertel, historische Altstadtgassen, bedeutende Hafenanlagen und der internationale Flughafen machen Palma heute zu einer der wichtigsten Städte im westlichen Mittelmeerraum. Gleichzeitig prägen die unterschiedlichen historischen Epochen – von den Römern über die Araber bis zur aragonesischen Herrschaft – bis heute das Stadtbild und die kulturelle Identität Palmas.
Verwaltungsgliederung
Die sechs Reghionen bzw. Landschaftszonen Mallorcas bilden, mit Ausnahme der Stadtgemeinde Palma, keine Verwaltungseinheiten. Deren Grenzen stimmen aber mit den Gemeindegrenzen überein, wobei mehrere Gemeinden eine Landschaftszone bilden. Politisch ist die Insel in 67 Gemeinden (municipis) gegliedert.
Die Gerichtsbezirke sind mit den Daten des Jahres 2024:
| Gerichtsbezirk | Fläche (km²) | Einwohner | Dichte (E/km²) | Hauptort | Gemeinden |
| Inca | 1.014,83 | 164.234 | 162 | Inca | 21 |
| Manacor | 1.346,84 | 158.995 | 118 | Manacor | 15 |
| Palma | 1.278,54 | 625.818 | 489 | Palma | 17 |
| Provinz Mallorca | 3.640,21 | 949.047 | 261 | Palma | 53 |
Die Regionen sind mit den Daten des Jahres 2ß24:
| Comarca | Fläche (km²) | Einwohner | Dichte (E/km²) | Hauptort | Gemeinden |
| Llevant | 579,66 | 90.616 | 156 | Manacor | 5 |
| Migjorn | 810,79 | 88.941 | 110 | Llucmajor | 5 |
| Palma | 208,63 | 431.521 | 2.068 | Palma | 1 |
| Pla de Mallorca | 737,72 | 65.838 | 89 | Petra | 16 |
| Raiguer | 471,66 | 155.861 | 330 | Inca | 13 |
| Serra de Tramuntana | 831,75 | 116.270 | 140 | Sóller | 13 |
| Mallorca | 3.640,21 | 949.047 | 261 | Palma | 53 |
Die Gemeinden der Insel sind mit den Daten des Jahres 2022:
| katalanischer Name | spanischer Name | Fläche (km²) | Einwohner |
| Alaró | Alaró | 45,72 | 5.811 |
| Alayor | Alaior | 109,86 | 9.606 |
| Alcudia | Alcúdia | 60,01 | 20.717 |
| Algaida | Algaida | 89,77 | 6.075 |
| Andrach | Andratx | 81,45 | 11.735 |
| Ariañy | Ariany | 23,14 | 912 |
| Artá | Artà | 139,79 | 8.062 |
| Bañalbufar | Banyalbufar | 18,05 | 566 |
| Binisalem | Binissalem | 29,77 | 9.027 |
| Búger | Búger | 8,28 | 1.111 |
| Buñola | Bunyola | 84,69 | 7.121 |
| Calviá | Calvià | 145,02 | 52.458 |
| Campanet | Campanet | 34,65 | 2.719 |
| Campos | Campos | 149,69 | 11.618 |
| Capdepera | Capdepera | 54,91 | 12.081 |
| Ciudadela | Ciutadella de Menorca | 186,34 | 30.811 |
| Consell | Consell | 13,70 | 4.230 |
| Costich | Costitx | 15,36 | 1.446 |
| Deyá | Deià | 15,20 | 674 |
| Escorca | Escorca | 139,38 | 187 |
| Esporlas | Esporles | 35,29 | 5.182 |
| Estellenchs | Estellencs | 13,43 | 336 |
| Felanich | Felanitx | 169,79 | 18.357 |
| Ferrerías | Ferreries | 66,08 | 4.944 |
| Formentera | Formentera | 83,24 | 11.418 |
| Fornaluch | Fornalutx | 19,48 | 710 |
| Ibiza | Eivissa | 11,14 | 50.715 |
| Inca | Inca | 58,33 | 34.093 |
| La Puebla | Sa Pobla | 48,58 | 14.005 |
| Las Salinas | Ses Salines | 39,11 | 5.039 |
| Lloret de Vista Alegre | Lloret de Vistalegre | 17,44 | 1.514 |
| Lloseta | Lloseta | 12,09 | 6.312 |
| Llubí | Llubí | 34,92 | 2.392 |
| Lluchmayor | Llucmajor | 327,33 | 38.722 |
| Mahón | Maó | 117,31 | 29.445 |
| Manacor | Manacor | 260,30 | 45.352 |
| Mancor del Valle | Mancor de la Vall | 19,89 | 1.596 |
| María de la Salud | Maria de la Salut | 30,52 | 2.273 |
| Marrachí | Marratxí | 54,21 | 38.902 |
| Mercadal | Es Mercadal | 138,33 | 5.676 |
| Montuiri | Montuïri | 41,12 | 3.119 |
| Muro | Muro | 58,60 | 7.667 |
| Palma de Mallorca | Palma | 208,6 | 415.940 |
| Petra | Petra | 70,03 | 3.067 |
| Pollensa | Pollença | 151,65 | 17.126 |
| Porreras | Porreres | 86,91 | 5.645 |
| Puigpuñent | Puigpunyent | 42,31 | 2.075 |
| San Antonio Abad | Sant Antoni de Portmany | 126,79 | 27.341 |
| San Cristóbal | Es Migjorn Gran | 3,1 | 1.507 |
| San José | Sant Josep de sa Talaia | 159,38 | 28.813 |
| San Juan | Sant Joan | 38,53 | 2.179 |
| San Juan Bautista | Sant Joan de Labritja | 121,65 | 6.703 |
| San Lorenzo del Cardezar | Sant Llorenç des Cardassar | 82,08 | 9.035 |
| San Luis | Sant Lluís | 34,68 | 6.953 |
| Sancellas | Sencelles | 52,85 | 3.695 |
| Santa Eugenia | Santa Eugènia | 20,25 | 1.771 |
| Santa Eulalia del Río | Santa Eulària des Riu | 153,58 | 40.548 |
| Santa Margarita | Santa Margalida | 86,50 | 12.776 |
| Santa María del Camino | Santa María del Camí | 37,61 | 7.483 |
| Santañí | Santanyí | 124,86 | 12.321 |
| Selva | Selva | 48,74 | 4.243 |
| Sinéu | Sineu | 47,73 | 4.232 |
| Sóller | Sóller | 42,79 | 13.454 |
| Son Servera | Son Servera | 42,56 | 11.752 |
| Valldemosa | Valldemossa | 42,92 | 2.085 |
| Villacarlos | Es Castell | 11,63 | 7.525 |
| Villafranca de Bonany | Vilafranca de Bonany | 23,95 | 3.600 |
Verwaltungseinheiten:
3 partits (Gereichtsbezirke)
6 comarques (Regionen)
21 zones básiques (Zonen)
67 municipis (Gemeinden)
210 entitats (Ortschaften)
368 nuclis (Lokalitäten)
Bevölkerung
Mallorca hat 876.147 gemeldete Einwohner (Stand 2012), davon leben 407.648 in der Hauptstadt Palma. Die nächstgrößeren Gemeinden sind Calvià (51.114), Manacor (40.831), Llucmajor (36.994), Marratxi (34.583), Inca (30.066), Alcúdia (19.586), Felanitx (18.388), Pollença (16.191) und Sóller (14.150). Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 3.603,7 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1573 58 000 16,09
1668 99 192 27,52
1750 119 620 33,19
1787 137 232 38,08
1842 173 987 48,28
1857 203 993 56,61
1877 232 148 64,42
1897 248 259 68,89
1900 250 481 69,51
1920 278 686 77,33
1940 330 569 91,73
1950 339 966 94,33
1960 362 202 100,51
1970 438 656 121,72
1981 534 567 148,34
1986 550 849 152,86
1991 568 187 157,67
1993 613 831 170,33
1994 622 447 172,72
1995 629 445 174,67
1998 637 510 176,93
1999 658 043 182,62
2000 677 014 187,87
2001 702 122 194,83
2002 730 778 202,79
2003 753 584 209,11
2004 758 822 210,57
2005 777 821 215,84
2006 790 763 219,43
2007 813 729 226,64
2008 846 210 234,82
2009 862 379 239,30
2010 869 067 241,16
2011 873 414 242,37
2012 876 147 243,12
2013 866 573 240,47
2014 864 763 239,97
2015 859 289 238,45
2016 889 398 246,80
2017 894 897 248,33
2018 895 500 248,49
2019 896 038 248,64
2020 912 171 253,12
2021 914 564 253,78
2022 923 250 256,22
2023 940 332 260,94
2024 949 047 263,35
Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,57 % pro Jahr.
Bevölkerungsaufteilung 2001:
- Bevölkerungszahl insgesamt 702 122
- weiblich 353.872 (50,40 %)
- männlich 348.250 (49,60 %)
- unter 15jährig 105.755 (15,06 %)
- 15 bis 64 Jahre alt 490.596 (69,87 %)
- über 64jährig 105.771 (15,07 %)
Volksgruppen
Die Bevölkerung von Mallorca setzt sich aus verschiedenen ethnischen und kulturellen Gruppen zusammen, die die Geschichte und Entwicklung der Insel über viele Jahrhunderte geprägt haben. Die Mehrheit der Einwohner bilden heute Mallorquiner beziehungsweise Spanier, deren kulturelle Wurzeln vor allem auf die katalanisch-aragonesische Besiedlung nach der Eroberung durch König Jaume I. im Jahr 1229 zurückgehen. Mit den neuen christlichen Siedlern gelangten die katalanische Sprache und zahlreiche kulturelle Traditionen auf die Insel. Aus diesem historischen Einfluss entwickelte sich die mallorquinische Kultur, die bis heute eng mit der katalanischen Sprach- und Kulturfamilie verbunden ist.
Die offizielle Landessprache neben Spanisch ist Katalanisch in seiner regionalen Variante Mallorquí. Diese Sprache wird im Alltag, in Schulen, Medien und Behörden verwendet und gilt als wichtiger Bestandteil der regionalen Identität. Viele Einwohner sprechen sowohl Spanisch als auch Mallorquí fließend. Besonders in ländlichen Regionen besitzt die mallorquinische Sprachkultur weiterhin eine große Bedeutung.
Neben der einheimischen Bevölkerung leben auf Mallorca zahlreiche Menschen aus anderen europäischen Ländern. Seit dem starken Ausbau des Tourismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Insel zu einem internationalen Wohn- und Arbeitsort. Besonders groß ist die Gemeinschaft deutscher Einwohner, weshalb Mallorca im deutschsprachigen Raum oft als „17. Bundesland“ bezeichnet wird. Hinzu kommen viele Briten, Italiener, Franzosen sowie Einwohner aus Skandinavien und anderen Teilen Europas. Viele dieser Zuwanderer arbeiten im Tourismus, besitzen Ferienimmobilien oder haben ihren dauerhaften Wohnsitz auf der Insel eingerichtet.
Darüber hinaus leben auf Mallorca auch Menschen aus Lateinamerika, Nordafrika und Osteuropa. Besonders Arbeitsmigration aus Marokko, Kolumbien oder Rumänien spielt in Bereichen wie Gastronomie, Bauwesen, Landwirtschaft oder Dienstleistungssektor eine wichtige Rolle. Durch diese internationale Bevölkerungsstruktur entstand auf Mallorca eine vergleichsweise vielfältige und multikulturelle Gesellschaft.
Historisch wurde die Bevölkerung der Insel außerdem von zahlreichen früheren Kulturen beeinflusst. Bereits in der Antike lebten auf Mallorca talayotische Ureinwohner, bevor die Römer die Insel eroberten. Später hinterließen Vandalen, Byzantiner und vor allem die arabisch-maurische Bevölkerung kulturelle Spuren. Die arabische Herrschaft zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert beeinflusste insbesondere Landwirtschaft, Architektur, Bewässerungssysteme und Ortsnamen nachhaltig. Nach der christlichen Rückeroberung wurden große Teile der muslimischen Bevölkerung verdrängt oder zwangschristianisiert, dennoch blieben viele kulturelle Einflüsse erhalten.
Die Voilksgruppen auf Mallorca sind im Einbzelnen:
- Mallorquins (einheimische Mallorquiner): Die ursprüngliche Bevölkerung, meist katalanischer Abstammung, spricht überwiegend Mallorquinisch (ein katalanischer Dialekt) und Spanisch (Kastilisch) als Amtssprachen.
- Peninsulares (Zuwanderer vom spanischen Festland): Eine bedeutende Gruppe, die oft Spanisch als Hauptsprache nutzt. Ihr Anteil ist schwer genau zu beziffern, da sie in vielen Statistiken nicht separat aufgeführt werden, aber sie prägen das gesellschaftliche Leben stark.
- Sudamericans (Südamerikaner): In den letzten Jahren stellen Zuwanderer aus Südamerika, insbesondere aus Kolumbien, Argentinien und Ecuador, die größte Einwanderungsgruppe. Allein aus Kolumbien leben über 37.000 Menschen auf Mallorca, aus Argentinien rund 35.600 und aus Ecuador etwa 17.200.
- Marroquies (Marokkaner): Ebenfalls eine sehr große Gruppe, mit über 32.500 Menschen. Arabisch ist mittlerweile häufiger als Deutsch die meistgesprochene Fremdsprache auf der Insel.
- Alemanes (Deutsche): Traditionell eine der größten ausländischen Gruppen, aktuell etwa 10.000 Menschen, die ihre Sprache innerhalb der Familien pflegen. In einigen Gemeinden machen Deutsche bis zu 15% der Bevölkerung aus.
- Británicos (Briten): Ebenfalls eine bedeutende Einwanderergruppe, mit etwa 18.700 Personen.
Dazu kommen kleinere, aber sichtbare Gemeinschaften aus Italien, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Kuba und anderen Ländern. Der Ausländeranteil an der Bevölkerung betrug im Jahr 2012 mit 185.824 Personen etwa 21,2 %. Neben 31.025 Deutschen (3,54 %) waren 18.142 Marokkaner (2,07 %) und 16.163 Briten (1,84 %) auf der Insel gemeldet. Größere Zuwanderergruppen aus Südamerika stammen aus Argentinien und Ecuador. Die einheimische Bevölkerung wird Mallorquiner genannt.
Bevölkerungsaufteilung 2001:
- Balearenser 442:193 (62,98 %)
- Spanier 202:980 (28,91 %)
- Europäer 35:412 (5,04 %)
- Nichteuropäer 21:537 (3,07 %)
Mallorquiner
Die ersten bekannten Bewohner der Insel lebten bereits in der Jungsteinzeit. Archäologische Funde belegen, dass Mallorca schon mehrere Jahrtausende vor Christus dauerhaft besiedelt war. Besonders bedeutend war später die sogenannte Talayot-Kultur, die etwa ab dem zweiten Jahrtausend v. Chr. entstand. Diese frühe Inselkultur erhielt ihren Namen von den „Talayots“, großen steinernen Turmbauten, die vermutlich als Wach- oder Verteidigungsanlagen dienten. Die Talayot-Kultur war geprägt von Ackerbau, Viehzucht und kleinen befestigten Siedlungen. Lange Zeit galten diese frühen Bewohner als abgeschottete Inselbevölkerung, doch inzwischen geht die Forschung davon aus, dass auch sie Handelskontakte zu anderen Mittelmeerregionen unterhielten. Dadurch entwickelte sich Mallorca schon früh zu einem kulturellen Begegnungsraum.
Mit der römischen Eroberung im Jahr 123 v. Chr. begann eine neue Phase der Inselgeschichte. Die Römer integrierten Mallorca in ihr Reich, gründeten Städte wie Palma und führten neue Verwaltungsstrukturen, Handelswege sowie landwirtschaftliche Techniken ein. Latein wurde zur wichtigsten Sprache und bildete die Grundlage für die spätere sprachliche Entwicklung der Insel. Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches folgten mehrere Herrschaften, darunter die Vandalen und Byzantiner, ehe Mallorca im frühen Mittelalter unter islamischen Einfluss geriet.
Die arabisch-islamische Epoche zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert hinterließ besonders tiefe Spuren in der Entwicklung der Inselgesellschaft. Unter den Mauren entstanden ausgeklügelte Bewässerungssysteme, neue landwirtschaftliche Methoden und eine hochentwickelte Stadtkultur. Viele Ortsnamen, Terrassenlandschaften und Elemente der Landwirtschaft gehen bis heute auf diese Zeit zurück. Die Insel war damals Teil eines weitreichenden Handelsnetzes im Mittelmeerraum und kulturell eng mit Nordafrika verbunden.
Ein entscheidender Einschnitt erfolgte 1229 mit der Eroberung Mallorcas durch Jaume I.. Mit der christlichen Rückeroberung begann eine umfassende Neubesiedlung durch katalanisch-aragonesische Siedler. Diese brachten ihre Sprache, ihre Rechtsordnung und ihre kulturellen Traditionen mit auf die Insel. Aus dieser Entwicklung entstand das heutige Mallorquí, eine regionale Variante des Katalanischen, die bis heute ein zentraler Bestandteil der mallorquinischen Identität geblieben ist. Neben Spanisch wird Mallorquí in Schulen, Behörden und Medien verwendet und besitzt für viele Einwohner eine hohe emotionale Bedeutung, da es als Ausdruck regionaler Eigenständigkeit verstanden wird.
Die mallorquinische Gesellschaft entwickelte im Laufe der Jahrhunderte eine starke Bindung an Familie, Dorfgemeinschaft und regionale Traditionen. Besonders in den ländlichen Gebieten spielten persönliche Beziehungen, gegenseitige Unterstützung und lokale Feste eine wichtige Rolle im sozialen Leben. Viele traditionelle Feierlichkeiten, religiöse Prozessionen und Dorffeste prägen noch heute den Jahresrhythmus auf der Insel. Die katholische Religion hatte dabei über lange Zeit großen Einfluss auf Alltag, Wertevorstellungen und gesellschaftliche Ordnung.
Oft werden Mallorquiner als eher ruhig, gelassen und zurückhaltend beschrieben. Gleichzeitig gelten sie als gastfreundlich, gesellig und eng mit ihrer Heimat verbunden. Solche Zuschreibungen beruhen vor allem auf Beobachtungen des traditionellen Insellebens und sollten nicht verallgemeinert werden, dennoch wird häufig betont, dass Vertrauen, persönliche Bekanntschaften und familiäre Netzwerke im Alltag eine wichtige Rolle spielen. Die lange Insellage führte historisch zu einer vergleichsweise engen Gemeinschaft, in der soziale Beziehungen und regionale Zugehörigkeit einen hohen Stellenwert besaßen.
Auch der Lebensrhythmus auf Mallorca unterscheidet sich teilweise von dem vieler mitteleuropäischer Regionen. Aufgrund des mediterranen Klimas entwickelte sich ein Tagesablauf mit späteren Essenszeiten, Ruhephasen am Nachmittag und stärkerem gesellschaftlichem Leben am Abend. Die traditionelle Siesta war ursprünglich eng mit den klimatischen Bedingungen und der landwirtschaftlichen Arbeit verbunden. Bis heute prägt eine vergleichsweise entspannte Alltagskultur das öffentliche Leben vieler Orte auf der Insel.
Gleichzeitig hat sich Mallorca im 20. und 21. Jahrhundert stark verändert. Mit dem Aufstieg des internationalen Tourismus wurde die Insel zu einem der wichtigsten Reiseziele Europas. Millionen Besucher aus aller Welt beeinflussten Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur nachhaltig. Besonders die starke Zuwanderung aus Deutschland, Großbritannien und anderen europäischen Ländern führte zu einer zunehmend internationalen Bevölkerung. Dadurch entstand eine moderne und kulturell vielfältige Inselgesellschaft, in der traditionelle mallorquinische Werte neben globalen Einflüssen bestehen.
Sprachen
Amtssprachen auf den Balearischen Inseln sind Katalanisch und Spanisch (Kastilisch). Das auf Mallorca gesprochene Mallorquinisch (mallorquí) ist ein Dialekt der katalanischen Sprache und zählt mit Menorquinisch und Ibizenkisch zum Balearischen oder Inselkatalanischen. Letzteres gehört wie Zentral- und Nordkatalanisch zur ostkatalanischen Dialektgruppe. Das Katalanische setzte sich nach der Eroberung der Insel durch Jakob I. im Zuge der Reconquista der Krone Aragon ab 1229 auf Mallorca durch. Der Mallorquiner Ramon Llull (lateinisch Raimundus Lullus) wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum Begründer der katalanischen Literatur. Auf diese Literaturtradition gründet sich unter anderem die relative Einheitlichkeit der katalanischen Schrift.
Nach der Vereinigung Spaniens Anfang des 16. Jahrhunderts gelangte die Sprache des dichter besiedelten und ökonomisch stärkeren Kastilien zur Vorherrschaft innerhalb des Staates und das Katalanische verfiel zu einem nur noch gesprochenen Idiom. Dies verstärkte sich seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts im zentralisierten spanischen Staat, als Kastilisch (castellano) als Spanisch (español) Amtssprache und verbindliche Unterrichtssprache wurde. Der Zeit der sogenannten decadència folgte die als renaixença bezeichnete Wiedergeburt der Literatursprache des Katalanischen im 19. Jahrhundert, hauptsächlich in Katalonien, jedoch kaum in Valencia und auf den Balearen. Die Zeit der decadència wie auch die Unterdrückung des Katalanischen während der Franco-Diktatur führte auf Mallorca zum Verlust des Bewusstseins der sprachlichen Einheit, so dass vielfach das Mallorquinische nicht mehr als Teil der katalanischen Sprache wahrgenommen wurde.
Seit 1983 ist Katalanisch auf Grund des Autonomiestatuts der Balearischen Inseln neben Spanisch (Kastilisch) Amtssprache auf Mallorca. Am 29. April 1986 trat das Gesetz zu sprachlichen Normalisierung (Llei de normalització lingüística de les Illes Balears) in Kraft, das die Verwendung des Katalanischen gegenüber dem Spanischen stärken sollte. Da viele Zuwanderer vom spanischen Festland auf Mallorca leben, kommt es immer wieder zu Konflikten bezüglich der Präferierung des Katalanischen oder Spanischen, vor allem in der Schulpolitik. Bei den Ortsnamen haben sich mittlerweile die Bezeichnungen des mallorquinischen Dialekts etabliert, wenn auch nicht ausschließlich und flächendeckend. So findet man auch weiterhin unterschiedliche Hinweisschilder, von Mallorquinisch über Standard-Katalanisch bis Spanisch/Kastilisch.
In den touristischen Zentren der Insel wird größtenteils auch die Sprache der jeweils größten Touristengruppe (meist Deutsch oder Englisch) gesprochen. Einige Gemeinden weisen mittlerweile auch einen hohen Anteil fremdsprachiger Einwohner auf. Die Gemeinden mit dem prozentual größten Anteil deutscher Einwanderer (gemeldeter Residenten) an der Gesamtbevölkerung sind Andratx (15,1 %), Capdepera (13,8 %), Santanyí (12,9 %) und Sant Llorenç des Cardassar (11,1 %).
Mallorquinisch
Das Mallorquinische, auf Katalanisch mallorquí genannt, gehört zum balearischen Zweig des Katalanischen und wird von der Mehrheit der einheimischen Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Obwohl es sich um keinen eigenständigen Sprache, sondern um einen Dialekt des Katalanischen handelt, weist es so deutliche phonetische, lexikalische und grammatikalische Besonderheiten auf, dass es von Sprechern des Festlandkatalanischen manchmal als eigenständig wahrgenommen wird. Zusammen mit dem Spanischen (Kastilischen) ist das Katalanische seit der Rückkehr zur Demokratie offizielle Sprache der Balearen und genießt in Verwaltung, Bildung und Medien gleichberechtigten Status.
Die Wurzeln des Mallorquinischen reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Mit der katalanisch-aragonesischen Eroberung Mallorcas durch König Jaume I. im Jahr 1229 wurde die katalanische Sprache zur dominanten Verkehrs- und Verwaltungssprache der Insel. Sie verdrängte weitgehend das arabisch geprägte Romanisch der maurischen Zeit und das Lateinische. Über die Jahrhunderte entwickelte sich auf Mallorca eine eigene Ausprägung, die durch die Insellage und den Kontakt mit anderen Sprachen – vor allem dem Spanischen, aber auch italienischen und französischen Einflüssen durch Handel und Seefahrt – geformt wurde. Während der Franco-Diktatur (1939–1975) wurde das Katalanische stark unterdrückt, Schulunterricht und öffentlicher Gebrauch waren verboten. Erst nach dem Ende der Diktatur erlebte die Sprache eine kräftige Renaissance, die bis heute anhält.
Linguistisch zeichnet sich das Mallorquinische durch mehrere markante Merkmale aus. Besonders auffällig ist der sogenannte „Artikel salat“, eine archaische Form des bestimmten Artikels: statt „el“, „la“, „els“ und „les“ verwendet man „es“, „sa“, „es“ und „ses“. Man sagt also „es cotxe“ statt „el cotxe“ oder „sa casa“ statt „la casa“. Diese Besonderheit teilt das Mallorquinische mit dem Menorquinischen und teilweise dem Ibizenkischen. In der Aussprache fallen die typisch balearischen Vokale auf, vor allem die Reduktion unbetonter Vokale und die charakteristische Intonation. Viele Wörter unterscheiden sich vom Standardkatalanisch: So sagt man auf Mallorquinisch „xoriguer“ für Falke, „al·lot“ für Junge, „ca“ für Hund oder „quin temps fa?“ statt der festländischen Variante. Der Wortschatz enthält zahlreiche Erbwörter aus dem Arabischen sowie Lehnwörter aus dem Kastilischen, die im Laufe der Jahrhunderte integriert wurden.
Trotz der Dominanz des Spanischen im Alltag, besonders in touristischen Gebieten, hat das Mallorquinische in den letzten Jahrzehnten an Boden gewonnen. Es ist Unterrichtssprache an vielen Schulen, wird in den Medien (IB3, lokalen Radiosendern und Zeitungen) intensiv gepflegt und ist in der Literatur, im Theater und in der Popmusik stark vertreten. Autoren wie Llorenç Villalonga, Maria Antònia Oliver oder der Dichter Miquel Àngel Riera haben maßgeblich zur mallorquinischen Literatur beigetragen. Viele junge Menschen engagieren sich heute bewusst für den Erhalt ihrer Sprache, was sich auch in sozialen Netzwerken und lokalen Initiativen zeigt.
Dennoch steht das Mallorquinische vor Herausforderungen. Der Massentourismus und die Zuwanderung aus anderen Teilen Spaniens und Europas führen dazu, dass in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens weiterhin überwiegend Spanisch gesprochen wird. Viele Kinder wachsen zweisprachig auf, wobei Spanisch oft die dominante Sprache im Freundeskreis wird. Gleichzeitig hat der verstärkte Gebrauch des Katalanischen in der Verwaltung und die Förderung durch die balearische Regierung zu einer deutlichen Stabilisierung geführt. Die Sprache wird zunehmend als wichtiges Identitätsmerkmal wahrgenommen, das die Mallorquiner von der übrigen spanischen Bevölkerung und vom reinen Tourismusgeschäft abgrenzt.
Religion
Bereits in der Antike brachten die Römer ihre religiösen Vorstellungen nach Mallorca. Mit der Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich entstanden auf der Insel erste christliche Gemeinden. Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft blieb das Christentum unter byzantinischem Einfluss weiterhin präsent. Einen tiefgreifenden Wandel erlebte Mallorca jedoch während der islamischen Herrschaft, die ab dem frühen 10. Jahrhundert begann. In dieser Zeit war die Insel Teil der muslimischen Welt des westlichen Mittelmeerraums. Der Islam prägte Gesellschaft, Kultur, Architektur und Landwirtschaft nachhaltig. Moscheen, arabische Bewässerungssysteme und islamische Stadtstrukturen bestimmten damals das Bild vieler Orte, besonders der späteren Hauptstadt Palma.
Mit der Eroberung Mallorcas durch Jaume I. im Jahr 1229 begann die erneute Christianisierung der Insel. Moscheen wurden vielfach in Kirchen umgewandelt, christliche Orden siedelten sich an, und die katholische Kirche entwickelte sich zu einer zentralen gesellschaftlichen Institution. Im Mittelalter entstanden zahlreiche Klöster, Kirchen und Wallfahrtsorte, die bis heute das Landschaftsbild Mallorcas prägen. Besonders bedeutend ist die Kathedrale La Seu in Palma, die als eines der wichtigsten religiösen Bauwerke der Balearen gilt und zugleich Symbol der christlichen Rückeroberung war.
Über viele Jahrhunderte beeinflusste die katholische Kirche nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Religiöse Feiertage, Prozessionen und Heiligenfeste bestimmten den Jahresrhythmus der Bevölkerung. Viele traditionelle Feste auf Mallorca besitzen bis heute einen religiösen Ursprung, selbst wenn sie inzwischen oft auch touristischen Charakter angenommen haben. Besonders die Feierlichkeiten während der Karwoche („Semana Santa“) haben auf der Insel weiterhin große Bedeutung. Prozessionen mit religiösen Figuren und Bruderschaften finden dabei in vielen Städten und Dörfern statt.
Neben dem Katholizismus existierten auf Mallorca historisch auch kleinere jüdische Gemeinschaften. Bereits im Mittelalter lebten Juden vor allem in Palma und spielten eine wichtige Rolle im Handel und Handwerk. Während der Spanischen Inquisition wurden jedoch viele Juden verfolgt, vertrieben oder zur Konversion gezwungen. Nachfahren dieser zwangskonvertierten Juden, die sogenannten „Xuetes“, sind bis heute Teil der mallorquinischen Geschichte und Identität.
In der modernen Zeit wurde die Gesellschaft Mallorcas zunehmend vielfältiger. Durch Tourismus und internationale Zuwanderung entstanden neue religiöse Gemeinschaften auf der Insel. Heute leben neben katholischen Christen auch Protestanten, orthodoxe Christen, Muslime, Juden sowie Angehörige anderer Religionsgemeinschaften auf Mallorca. Besonders in touristischen Regionen gibt es internationale Kirchengemeinden und religiöse Zentren verschiedener Konfessionen.
Gleichzeitig ist – wie in vielen Teilen Europas – auch auf Mallorca eine fortschreitende Säkularisierung zu beobachten. Viele Menschen betrachten Religion heute eher als kulturellen Bestandteil der Tradition denn als festen Bestandteil ihres Alltagslebens. Dennoch besitzt die katholische Kirche weiterhin sichtbaren Einfluss auf Kultur, Feiertage, Architektur und gesellschaftliche Bräuche der Insel.
Im Jahr 2001 waren 488.543 Mallorkiner, 83,8 % der Gesamtbevölkerung, der Inselbewohner Katholiken. Daneben gibt es existieren deutschsprachige evangelische Gemeinden, die regelmäßig Gottesdienste abhalten, zum Beispiel in Cala Murada und Palma. Diese Gemeinden sind oft klein und bestehen aus Residenten sowie Touristen, die sich zum Gottesdienst und zu gemeinsamen Aktivitäten treffen. Die Església Nova in Son Servera ist eine unvollendete Kirche, die heute für Open-Air-Gottesdienste und Veranstaltungen verschiedener Gruppen genutzt wird. Auf der Insel besteht auch eine bedeutende muslimische Gemeinschaft. Über 30.000 Muslime leben auf Mallorca, die hier recht aktiv ihre religiösen Feste wie das Ende des Ramadans (Zuckerfest) begehen.
Römisch-Katholische Kirche
Das Bistum Mallorca (Dioecesis Maioricensis) wurde bereits im 5. Jahrhundert als eigenständige Diözese errichtet und gehört heute als Suffraganbistum zur Kirchenprovinz des Erzbistums Valencia. Damit ist das Bistum Mallorca fest in die katholische Kirchenorganisation Spaniens eingebunden, besitzt jedoch gleichzeitig eine eigenständige regionale Struktur, die sich über die gesamte Insel erstreckt.
Zentrum des Bistums ist die berühmte Kathedrale von Palma, die auf Katalanisch „La Seu“ genannt wird. Der Begriff bedeutet „der Bischofssitz“ und verweist direkt auf ihre Funktion als Hauptkirche der Diözese. Die Kathedrale zählt zu den bedeutendsten gotischen Bauwerken im westlichen Mittelmeerraum und ist nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch ein kulturelles und architektonisches Wahrzeichen Mallorcas. Über Jahrhunderte hinweg wurde sie erweitert und prägt bis heute das Stadtbild Palmas sowie die religiöse Identität der Insel.
Das Bistum Mallorca umfasst das gesamte Gebiet der Insel und ist für die seelsorgerische Betreuung der Bevölkerung zuständig. Historisch spielte die katholische Kirche auf Mallorca eine zentrale Rolle in Bildung, Sozialwesen und gesellschaftlichem Leben. Auch heute noch ist die Kirche in vielen Bereichen aktiv, etwa in der Seelsorge, im karitativen Bereich, in Schulen sowie in der Organisation religiöser Feste und Traditionen, die auf der Insel eine große kulturelle Bedeutung besitzen.
Neben der spanischsprachigen Mehrheit betreut das Bistum auch zahlreiche internationale Gemeinden. Durch den starken Tourismus und die hohe Zahl ausländischer Einwohner gibt es auf Mallorca eigene Gottesdienste und pastorale Angebote für verschiedene Sprachgruppen, darunter auch deutschsprachige Katholiken. Diese internationalen Strukturen spiegeln die heutige gesellschaftliche Vielfalt der Insel wider, in der sich traditionelle katholische Prägung und moderne multikulturelle Realität miteinander verbinden.
Bisbes de Mallorca (Bischöfe von Mallorca)
- 480 - 484 Elias
- 1238 - 1266 Ramón de Torrelles
- 1266 - 1282 Pedro de Morella (Pere de Morella)
- 1283 - 1303 Ponce de Jardí (Ponç de Jardi)
- 1304 - 1318 Guillermo de Vilanova (Guillem de Vilanova)
- 1318 - 1321 Ramón de Cortsaví
- 1321 - 1332 Guido de Terrena (Guiu de Terrena)
- 1332 - 1349 Berenguer Batle
- 1349 - 1363 Antonio de Collell (Antoni de Colell)
- 1363 - 1375 Antonio de Galiana
- 1377 - 1390 Pedro Cima (Pere Cima)
- 1390 - 1403 Luis de Pradés y de Arenós (Lluís de Prudes i d’Arenós)
- 1403 - Elekt Francisco Clemente Pérez Capera
- 1407 - 1429 Luis de Pradés y de Árenós (Lluís de Prudes i d’Arenós)
- 1429 - 1447 Gil Sánchez Muñoz y Carbón (Gil Sanxis Munyós, nachmals Papst Clemens VIII)
- 1447 - 1450 Juan García
- 1460 - 1464 Arnaldo de Marí y de Santacília (Arnau de Marí i de Santacília)
- 1465 - 1466 Pedro de Santángel
- 1467 - 1475 Francisco Ferrer (Francesc Ferrer)
- 1475 - 1488 Diego de Avellaneda
- 1489 - 1492 Rodrigo de Borja (Roderic de Borca, nachmals Papst Alexander VI)
- 1492 - 1493 Juan Bautista de Salelles (Cardenal Joan Baptista de Sabelli)
- 1493 - 1504 Guillermo Ramón de Moncada (Guillem Ramon de Montcada i de Vilaragut)
- 1496 - 1507 Antonio de Rojas
- 1507 - 1511 Diego Ribera de Toledo (auch Bischof von Segovia)
- 1511 - 1530 Rodrigo Sánchez Mercado (Rodrigo Sans del Mercado, auch Bischof von Ávila)
- 1530 - 1532 Agostino de Grimaldi
- 1539 - 1558 Juan Bautista Campeggio (Gian Battista Campeggio)
- 1561 - 1572 Diego de Arnedo (auch Bischof von Huesca)
- 1573 - 1604 Joan de Vic i Manrique (Juan Vich Manrique de Lara, auch Erzbischof von Tarragona)
- 1604 - 1607 Alfonso Laso y Sedeño
- 1608 - 1623 Simón Bauzá, O.P. (Simó Baucà)
- 1625 - 1625 Félix Guzmán
- 1625 - 1630 Baltasar Borja (Baltasar de Borja i de Velasco)
- 1631 - 1644 Juan de Santander, O.F.M.
- 1644 - 1653 Tomás de Rocamora, O.P.
- 1655 - 1656 Miguel Pérez de Nueros
- 1656 - 1660 Diego de Escolano y Ledesma (Diego Escolano y Ledesme)
- 1660 - 1670 Pedro Ferrando Manjarrés de Heredia (Pedro Fernando Manjarrés y de Heredia)
- 1671 - 1684 Bernardo Cotoner (Bernat Lluís Cotoner i d’Olesa)
- 1684 - 1701 Pedro de Alagó y de Cardona
- 1702 - 1711 Francisco Antonio de la Portilla, O.F.M.
- 1712 - 1721 Atanasio Esterriga Trajanáuregui (Atanasio de Esterripa y Tranajaurreguí)
- 1722 - 1729 Juan Fernández Zapata (auch Bischof von León)
- 1730 - 1743 Benito Panelles Escardó, O.S.B. (Benet Panyelles i Escardó)
- 1744 - 1750 José Cepeda (José de Cepeda y Castro)
- 1750 - 1763 Lorenzo Despuig Cotoner (Llorenç Despuig i Cotoner, auch Erzbischof von Tarragona)
- 1763 - 1772 Francisco Garrido de la Vega (auch Bischof von Córdoba)
- 1772 - 1777 Juan Díaz de La Guerra (auch Bischof von Sigüenza)
- 1778 - 1794 Pedro Rubio Benedicto y Herrero (auch Bischof von Jaén)
- 1794 - 1818 Bernardo Nadal Crespí (Bernat Nadal i Crespí)
- 1819 - 1825 Pedro González y Vallejo
- 1825 - 1842 Antonio Pérez de Hirias
- 1847 - 1851 Rafael Manso (auch Bischof von Zamora)
- 1851 - 1857 Miguel Salvá y Munar
- 1875 - 1886 Mateo Jaume y Garau
- 1886 - 1897 Jacinto María Cervera y Cervera
- 1898 - 1915 Pedro Juan Campins y Barceló
- 1916 - 1924 Rigoberto Domenech y Valls (Rigobert Domènech i Valls, auch Erzbischof von Saragossa)
- 1925 - 1928 Gabriel Llompart i Jaume Santandreu
- 1930 - 1947 José Miralles i Sbert
- 1947 - 1955 Joan Hervás i Benet
- 1955 - 1964 Jesús Enciso Viana
- 1965 - 1973 Rafael Alvarez i Lara
- 1973 - 2003 Teodoro Ubeda i Gramage
- 2003 - 2012 Jesús Murgui Soriano (danach Bischof von Orihuela-Alicante)
- 2012 - 2016 Javier Salinas Viñals
- seit 19 Sep 2017 Sebastián Taltavall Anglada
Judentum
Die jüdische Präsenz auf der Insel reicht mindestens bis in die römische Zeit zurück, erlebte unter maurischer Herrschaft eine erste Blüte und erreichte im 13. und 14. Jahrhundert unter katalanisch-aragonesischer Herrschaft eine bemerkenswerte wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Juden waren als Händler, Handwerker, Ärzte, Finanziers und Gelehrte tätig und prägten das wirtschaftliche Leben der Insel maßgeblich. In Palma entstand das jüdische Viertel „El Call“, ein eigenständiges, befestigtes Quartier mit Synagogen, Schulen, Bädern und einem eigenen Gerichtswesen.
Der dramatische Wendepunkt kam im Jahr 1391. In einem der schwersten Pogrome der iberischen Geschichte wurden die jüdischen Gemeinden Mallorcas fast vollständig zerstört. In Palma und anderen Orten wie Inca kam es zu Massakern, Plünderungen und Zwangstaufen. Viele Juden wurden ermordet, andere flohen oder konvertierten äußerlich zum Christentum, um ihr Leben zu retten. Diese Zwangskonvertierten und ihre Nachkommen bildeten die Grundlage für die bis heute existierende besondere Gruppe der Xuetes (auch Chuetas oder Xoetes genannt). Der Begriff leitet sich wahrscheinlich von „xuia“ (Schweinefleisch) ab – eine ironische oder beleidigende Bezeichnung, weil die Xuetes öffentlich als Christen lebten, aber heimlich jüdische Bräuche bewahrten und angeblich Schweinefleisch mieden. Über Jahrhunderte hinweg bildeten die Xuetes eine endogame Gemeinschaft mit eigenen Straßenzügen in Palma, vor allem in der ehemaligen Calle de los Plateros (Goldschmiedestraße). Sie waren vor allem im Goldschmiede- und Silberhandwerk tätig und unterlagen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein sozialer Diskriminierung und Stigmatisierung, obwohl sie offiziell katholisch waren.
Die spanische Inquisition überwachte die Xuetes besonders streng. Noch im 17. Jahrhundert kam es zu großen Prozessen gegen mutmaßliche „Judaisten“. Viele Familien wurden verfolgt, enteignet oder mussten öffentliche Demütigungen ertragen. Dennoch gelang es einigen Xueta-Familien, ihren Reichtum und Einfluss zu bewahren. Die vollständige gesellschaftliche Integration der Xuetes vollzog sich erst im 20. Jahrhundert, doch das Bewusstsein der besonderen Herkunft ist bei vielen Familien bis heute lebendig. Manche haben sich in den letzten Jahrzehnten wieder dem Judentum angenähert oder sind offiziell zum Judentum zurückgekehrt.
Die heutige jüdische Gemeinde Mallorcas ist klein, aber lebendig und kosmopolitisch. Schätzungen gehen von etwa 300 bis 900 Juden auf der Insel aus, wobei die meisten Angaben zwischen 300 und 500 Personen liegen. Die Mitglieder stammen aus ganz unterschiedlichen Ländern, darunter Spanien, Deutschland, Argentinien, Großbritannien, Israel und anderen Staaten. Viele sind Zuwanderer, die sich aus beruflichen, touristischen oder persönlichen Gründen auf Mallorca niedergelassen haben. Die moderne jüdische Gemeinde wurde 1971 wiedergegründet. Seit 1987 verfügt sie über eine eigene Synagoge in Palma, ein emotional bedeutsamer Meilenstein – nach fast 500 Jahren war das Judentum damit erstmals wieder offiziell und öffentlich auf der Insel präsent. Die Gemeinde betreibt kulturelle, religiöse und soziale Aktivitäten, feiert die jüdischen Feste und bietet Bildungsangebote an. Sie trägt den Namen Comunidad Judía de las Islas Baleares.
Neben der aktiven Gemeinde gibt es weiterhin die Gruppe der Xuetes, von denen sich einige der Synagoge angeschlossen haben, während andere eine synkretistische Form des „Xueta-Christentums“ pflegen oder ihre jüdischen Wurzeln eher kulturell verstehen. Das jüdische Erbe ist besonders im historischen Viertel „El Call“ in Palma sichtbar, wo enge Gassen, alte Gebäude und Informationstafeln an die lange Geschichte erinnern. Auch in anderen Orten wie Inca gab es früher bedeutende jüdische Gemeinden, deren Spuren teilweise noch erhalten sind.
Islam
Der Islam spielte in der Geschichte von Mallorca eine prägende Rolle, insbesondere während der islamischen Epoche zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert. Diese Zeit begann, nachdem die Insel zuvor bereits von Römern, Vandalen und Byzantinern beherrscht worden war. Unter muslimischer Herrschaft wurde Mallorca Teil der islamischen Welt des westlichen Mittelmeerraums und erlebte eine Phase intensiver kultureller, wirtschaftlicher und technischer Entwicklung.
Die muslimische Herrschaft auf Mallorca begann dauerhaft im frühen 10. Jahrhundert, als die Insel in das Emirat und später Kalifat von Córdoba integriert wurde. In dieser Zeit entstanden auf der Insel neue Verwaltungsstrukturen, und die Stadt Palma, damals als „Madina Mayurqa“ bekannt, entwickelte sich zu einem wichtigen städtischen Zentrum. Die arabisch-islamische Kultur brachte fortschrittliche Techniken in Landwirtschaft und Wasserwirtschaft mit sich, die besonders auf einer eher trockenen Mittelmeerinsel von großer Bedeutung waren.
Ein zentrales Element der islamischen Zeit war die Einführung ausgeklügelter Bewässerungssysteme. Durch den Bau von Kanälen, Zisternen und Terrassensystemen konnten zuvor schwer nutzbare Flächen landwirtschaftlich erschlossen werden. Viele dieser Strukturen beeinflussen noch heute die Landschaft Mallorcas. Auch neue Nutzpflanzen wie Zitrusfrüchte, Mandeln und bestimmte Gemüsesorten wurden in dieser Zeit eingeführt und prägen die Landwirtschaft der Insel bis in die Gegenwart.
Die islamische Gesellschaft auf Mallorca war zudem stark in das Handelsnetz des Mittelmeerraums eingebunden. Die Insel diente als Knotenpunkt zwischen Nordafrika, Al-Andalus und anderen Regionen des islamischen Reiches. Dadurch kam es zu einem regen Austausch von Waren, Wissen und kulturellen Einflüssen. Architektur und Stadtplanung wurden ebenfalls stark geprägt: enge Gassen, Innenhöfe (Patios) und die Nutzung von Wasser als gestalterisches Element gehen teilweise auf diese Epoche zurück.
Die Bevölkerung bestand in dieser Zeit aus muslimischen Arabern und Berbern sowie aus konvertierten Einheimischen. Neben dem Islam gab es auch weiterhin kleinere christliche und jüdische Gemeinschaften, die unter islamischer Herrschaft in einem gewissen Maß religiöse Toleranz genossen. Diese Vielfalt trug zu einer komplexen und kulturell reichen Gesellschaft bei.
Im Jahr 1229 endete die islamische Herrschaft mit der Eroberung Mallorcas durch Jaume I. im Zuge der christlichen Reconquista. Die muslimische Bevölkerung wurde teilweise vertrieben, teilweise zwangschristianisiert oder in die neue Gesellschaft integriert. Viele kulturelle und technische Errungenschaften der islamischen Zeit blieben jedoch erhalten und prägten die Entwicklung der Insel nachhaltig weiter.
Heute ist der Islam auf Mallorca wieder präsent, allerdings nicht mehr als historische Mehrheitsreligion, sondern als Teil einer multikulturellen Gesellschaft, in der es immer wieder auch zu Konflikten kommt. Durch Migration und internationale Arbeitskräfte gibt es auf der Insel eine muslimische Minderheit, die vor allem aus Nordafrika, dem Nahen Osten und anderen europäischen Ländern stammt. In Palma existieren Moscheen und Gebetsräume, die als religiöse Zentren dieser Gemeinschaft dienen.
Esoterik
Mallorca hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Esoterik- und spirituellen Zentren Europas entwickelt. Die Insel übt auf Menschen, die nach spiritueller Tiefe, Heilung und alternativen Lebensweisen suchen, eine besondere Anziehungskraft aus. Die Kombination aus kraftvoller Natur, mediterraner Ruhe, alter Geschichte und einer gewissen kosmopolitischen Offenheit schafft ein ideales Umfeld für esoterische Strömungen aller Art.
Die esoterische Tradition Mallorcas reicht weit zurück. Bereits in prähistorischer Zeit galten bestimmte Höhlen, Quellen und Berge als heilige Orte. Später überlagerten sich maurische Mystik, christliche Volksfrömmigkeit, jüdische Kabbala und katalanische Volksmagie. Besonders die Serra de Tramuntana mit ihren alten Steinsetzungen, verborgenen Quellen und dramatischen Landschaften wird von vielen als „energetisch aufgeladen“ wahrgenommen. Orte wie die Höhlen von Artà, die Drachenhöhlen oder der Berg Puig de Randa gelten bis heute als Kraftplätze.
Seit den 1970er Jahren entwickelte sich Mallorca zu einem regelrechten Magneten für Esoteriker, Aussteiger und spirituelle Sucher aus Nordeuropa. Viele kamen zunächst als Hippies oder Alternativlebende und blieben. Heute existiert eine lebendige, internationale esoterische Szene, die von Yoga-Lehrern, Schamanen, Heilern, Astrologen, Tarot-Experten und Geistheilern geprägt wird. Zentren wie Es Baluard oder private Retreat-Höfe in der Tramuntana bieten ganzjährig Seminare zu Themen wie Meditation, Schamanismus, Reiki, Quantenheilung, Tantra oder Channeling an.
Besonders stark vertreten sind ganzheitliche Heilmethoden. Viele Menschen kommen wegen Burnout, Depressionen oder Lebenskrisen auf die Insel und suchen Unterstützung bei Klangschalentherapien, Ayahuasca-Zeremonien (die allerdings halblegal oder im Graubereich stattfinden), Atemtherapien oder systemischen Aufstellungen. Die Zahl der Yoga-Retreats ist enorm – Mallorca gilt neben Ibiza als eines der Yoga-Hotspots Europas. Viele Finca-Hotels und Agroturismen haben sich komplett auf spirituelle Gäste spezialisiert und bieten Detox-Programme, Fastenwochen und Schweige-Retreats an.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die „New Age“-Szene mit starkem Fokus auf Kristalle, Engelarbeit und Sternensaat-Theorien. Manche Esoteriker sehen Mallorca als Teil eines globalen Energienetzes und schreiben bestimmten Orten (wie dem Kloster Lluc oder der Halbinsel Formentor) besondere geomantische Bedeutung zu. Es gibt regelmäßig Vollmond- und Sonnenwendfeiern, bei denen Hunderte von Menschen an abgelegenen Stränden oder in den Bergen zusammenkommen.
Die esoterische Gemeinschaft auf Mallorca ist sehr international und kosmopolitisch. Deutsche, Schweizer, Österreicher, Skandinavier, Briten und zunehmend auch Spanier bilden das Publikum. Viele leben ganzjährig auf der Insel und arbeiten als Therapeuten, Coaches oder Online-Lehrer. Es existieren mehrere esoterische Buchläden, regelmäßige Märkte (wie der Esoterik-Markt in Palma oder Inca) und Online-Communities, die Veranstaltungen koordinieren.
Kritiker werfen der Szene Kommerzialisierung und Oberflächlichkeit vor – vor allem, wenn teure „Spirituelle Luxus-Retreats“ für wohlhabende Klientel angeboten werden. Dennoch gibt es auch einen ernsthaften, tiefgehenden Zweig, der sich mit traditioneller mallorquinischer Volksheilkunde („Remedios caseros“), Kräuterwissen und alter katalanischer Mystik beschäftigt.
Siedlungen
Die Einwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt:
Bevölkerungsentwicklung der Municipis:
1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1991
Alaró 5 976 6 033 5 925 4 238 3 895 3 801 3 710 3 656 3 250 3 601
Alcúdia 2 703 2 998 3 305 3 500 4 172 3 556 3 442 4 039 5 439 8 004
Algaida 4 084 4 092 3 918 4 096 3 854 3 892 3 666 3 224 2 794 3 157
Andratx 6 516 6 262 6 113 5 778 5 077 3 768 4 113 6 043 6 336 6 869
Ariany . . . . . . . . . 853
Artà 5 831 5 689 5 870 5 779 6 005 5 481 5 401 5 459 5 620 5 671
Banyalbufar 707 744 868 913 738 658 574 511 498 440
Binissalem 3 930 4 128 4 134 4 205 4 231 4 091 4 147 4 267 5 017 4 676
Búger 1 146 1 185 1 129 1 190 1 083 994 1 020 1 017 1 024 892
Bunyola 2 303 2 442 2 468 2 587 2 584 2 670 2 599 2 762 3 262 4 045
Calvià 2 567 2 688 2 570 2 617 2 804 2 335 3 005 4 890 22 016 37 173
Campanet 2 984 3 016 3 117 2 957 2 761 2 782 2 578 2 312 2 120 2 182
Campos 4 611 4 682 5 326 6 191 6 614 6 573 6 820 6 662 6 478 6 477
Capdepera 2 712 2 951 2 914 2 997 3 057 2 895 2 944 4 463 5 605 7 017
Consell . . . 1 762 1 634 1 808 1 770 1 970 2 016 2 012
Costitx 1 293 1 295 1 291 1 261 1 136 1 056 892 749 692 807
Deyá 842 724 627 602 513 461 442 423 559 616
Escorca 355 344 328 336 355 359 596 210 244 402
Esporles 2 953 3 055 2 845 3 098 2 965 2 677 2 710 2 748 2 573 2 971
Estellencs 668 658 581 581 640 473 470 411 381 411
Felanitx 11 294 11 028 11 353 11 666 11 759 11 771 11 797 12 946 12 542 14 176
Fornalutx 793 702 655 682 628 534 635 555 511 549
Inca 7 579 8 353 9 439 10 398 12 176 12 522 13 816 16 930 20 721 20 415
Lloret de Vistalegre . . . 1 197 1 066 1 062 917 893 824 813
Lloseta 1 883 2 136 2 231 2 398 2 575 2 541 2 956 3 778 4 246 4 422
Llubí 2 685 2 792 2 968 2 751 2 812 2 657 2 370 2 187 2 081 1 962
Llucmajor 8 859 9 663 9 790 9 890 10 249 10 094 10 664 13 646 14 733 19 579
Manacor 12 408 12 436 13 033 15 721 19 060 18 956 19 224 23 278 24 153 26 021
Mancor de la Vall . . . 1 262 1 124 998 826 820 833 874
Maria de la Salut 1 966 1 951 2 098 2 454 2 491 2 444 2 082 2 027 1 786 1 785
Marratxí 3 815 4 305 4 337 4 641 5 108 4 951 5 447 6 873 7 790 11 585
Montuïri 2 727 2 973 2 857 2 966 2 943 2 873 2 710 2 546 2 191 2 045
Muro 4 557 4 627 4 990 5 651 5 740 5 989 5 829 5 944 5 972 5 934
Palma 63 937 67 544 77 418 88 262 114 405 136 814 159 084 234 098 304 422 308 616
Petra 3 957 4 375 4 564 4 981 4 855 4 774 4 230 3 967 3 658 2 629
Pobla (Sa) 5 999 6 894 7 851 8 813 10 147 10 217 9 931 9 923 10 016 10 052
Pollença 8 308 8 450 8 174 8 771 8 984 8 552 8 975 9 963 11 617 11 256
Porreres 4 907 4 917 4 872 5 457 5 294 5 303 5 068 4 650 4 930 4 335
Puigpunyent 1 669 1 804 1 561 1 599 1 333 1 160 1 032 1 005 1 022 1 153
Salines (Ses) . . . 1 510 1 691 1 886 2 021 2 233 2 537 3 009
Sant Joan 2 431 2 421 2 555 2 324 2 288 2 321 2 168 2 040 1 964 1 661
Sant Llorenç 2 440 2 883 2 994 3 646 3 691 3 830 3 630 4 143 5 278 7 225
Santa Eugènia 1 537 1 465 1 305 1 328 1 128 1 120 1 011 1 024 888 921
Santa Margalida 4 159 4 053 4 033 4 216 4 218 4 342 3 961 4 128 4 994 5 241
Santa María 3 083 3 155 2 966 3 319 3 318 2 981 3 112 3 905 3 803 3 972
Santanyí 6 692 6 551 6 809 5 582 6 295 5 203 5 082 5 415 6 059 6 951
Selva 4 875 4 911 5 289 4 056 3 864 3 422 3 173 3 104 2 835 2 840
Sencelles 3 266 3 243 2 986 2 829 2 716 2 387 2 048 2 014 1 624 1 667
Sineu 5 139 4 871 4 808 3 942 3 814 3 682 3 130 3 070 3 018 2 581
Sóller 8 026 8 627 8 752 8 830 10 586 9 377 9 473 10 145 9 693 10 021
| Municipis | 1991 | 1996 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 |
| Mallorca | 568 187 | 609 150 | 637 510 | 658 043 | 677 014 | 702 122 | 730 778 | 753 584 |
| Alaró | 3 601 | 3 840 | 3 834 | 3 834 | 4 032 | 4 121 | 4 320 | 4 540 |
| Alcúdia | 8 004 | 10 284 | 10 581 | 11 435 | 12 152 | 12 942 | 13 824 | 14 690 |
| Algaida | 3 157 | 3 461 | 3 542 | 3 661 | 3 753 | 3 868 | 3 902 | 3 997 |
| Andratx | 6 869 | 8 098 | 8 333 | 8 477 | 8 655 | 9 034 | 9 454 | 9 841 |
| Ariany | 853 | 801 | 772 | 774 | 790 | 782 | 782 | 783 |
| Artà | 5 671 | 5 971 | 5 936 | 6 065 | 6 140 | 6 228 | 6 305 | 6 578 |
| Banyalbufar | 440 | 520 | 503 | 504 | 520 | 534 | 558 | 584 |
| Binissalem | 4 676 | 4 885 | 5 019 | 5 097 | 5 193 | 5 424 | 5 618 | 5 874 |
| Búger | 892 | 926 | 951 | 938 | 932 | 946 | 982 | 984 |
| Bunyola | 4 045 | 4 332 | 4 338 | 4 530 | 4 745 | 4 910 | 5 114 | 5 237 |
| Calvià | 37 173 | 28 748 | 32 587 | 35 376 | 37 419 | 38 841 | 40 979 | 42 983 |
| Campanet | 2 182 | 2 255 | 2 277 | 2 333 | 2 346 | 2 366 | 2 412 | 2 437 |
| Campos | 6 477 | 6 735 | 6 944 | 7 040 | 7 074 | 7 132 | 7 330 | 7 625 |
| Capdepera | 7 017 | 6 321 | 6 752 | 7 380 | 8 008 | 8 672 | 9 166 | 9 561 |
| Consell | 2 012 | 2 172 | 2 210 | 2 254 | 2 327 | 2 403 | 2 494 | 2 586 |
| Costitx | 807 | 824 | 849 | 876 | 903 | 931 | 971 | 973 |
| Deià | 616 | 583 | 625 | 644 | 652 | 677 | 731 | 749 |
| Escorca | 402 | 302 | 275 | 308 | 318 | 306 | 312 | 307 |
| Esporles | 2 971 | 3 507 | 3 811 | 3 875 | 3 993 | 4 082 | 4 197 | 4 322 |
| Estellencs | 411 | 354 | 338 | 343 | 357 | 371 | 376 | 388 |
| Felanitx | 14 176 | 14 123 | 14 600 | 14 900 | 15 238 | 15 533 | 16 049 | 16 459 |
| Fornalutx | 549 | 507 | 580 | 590 | 627 | 624 | 656 | 678 |
| Inca | 20 415 | 21 129 | 21 103 | 21 974 | 22 402 | 23 361 | 24 467 | 25 362 |
| Lloret de Vistalegre | 813 | 818 | 837 | 877 | 933 | 966 | 1 017 | 1 058 |
| Lloseta | 4 422 | 4 544 | 4 529 | 4 523 | 4 630 | 4 736 | 4 909 | 5 119 |
| Llubí | 1 962 | 1 904 | 1 893 | 1 883 | 1 909 | 1 931 | 1 964 | 1 955 |
| Llucmajor | 19 579 | 20 474 | 21 771 | 22 811 | 23 723 | 24 750 | 26 466 | 27 759 |
| Manacor | 26 021 | 30 018 | 30 177 | 30 154 | 30 923 | 31 575 | 33 326 | 34 335 |
| Mancor de la Vall | 874 | 903 | 936 | 932 | 914 | 924 | 943 | 963 |
| Maria de la Salut | 1 785 | 1 763 | 1 733 | 1 800 | 1 819 | 1 861 | 1 975 | 1 990 |
| Marratxí | 11 585 | 16 180 | 18 084 | 19 451 | 20 924 | 22 275 | 23 953 | 25 799 |
| Montuïri | 2 045 | 2 190 | 2 235 | 2 250 | 2 317 | 2 406 | 2 510 | 2 521 |
| Muro | 5 934 | 6 060 | 6 028 | 6 174 | 6 340 | 6 359 | 6 478 | 6 572 |
| Palma de Mallorca | 308 616 | 304 250 | 319 181 | 326 993 | 333 925 | 346 720 | 358 462 | 367 277 |
| Petra | 2 629 | 2 592 | 2 571 | 2 566 | 2 600 | 2 634 | 2 662 | 2 697 |
| Pobla (Sa) | 10 052 | 10 213 | 10 064 | 10 188 | 10 347 | 10 736 | 11 103 | 11 446 |
| Pollença | 11 256 | 12 945 | 13 450 | 13 976 | 14 358 | 14 647 | 15 074 | 15 566 |
| Porreres | 4 335 | 4 217 | 4 226 | 4 261 | 4 283 | 4 363 | 4 450 | 4 568 |
| Puigpunyent | 1 153 | 1 084 | 1 163 | 1 223 | 1 249 | 1 314 | 1 399 | 1 477 |
| Salines (Ses) | 3 009 | 3 009 | 3 240 | 3 370 | 3 528 | 3 478 | 3 930 | 4 116 |
| Sant Joan | 1 661 | 1 655 | 1 662 | 1 683 | 1 686 | 1 691 | 1 737 | 1 803 |
| Sant Llorenç des Cardassar | 7 225 | 5 282 | 5 594 | 5 854 | 6 211 | 6 692 | 6 951 | 7 246 |
| Santa Eugènia | 921 | 1 033 | 1 114 | 1 143 | 1 228 | 1 265 | 1 328 | 1 358 |
| Santa Margalida | 5 241 | 6 789 | 7 107 | 7 493 | 7 943 | 8 306 | 8 776 | 9 074 |
| Santa Maria del Camí | 3 972 | 4 394 | 4 558 | 4 672 | 4 740 | 4 937 | 4 998 | 5 074 |
| Santanyí | 6 951 | 7 702 | 7 974 | 8 467 | 8 957 | 9 405 | 10 020 | 10 253 |
| Selva | 2 840 | 2 901 | 2 918 | 2 909 | 2 983 | 2 975 | 3 055 | 3 096 |
| Sencelles | 1 667 | 1 896 | 1 969 | 2 057 | 2 125 | 2 214 | 2 341 | 2 464 |
| Sineu | 2 581 | 2 568 | 2 616 | 2 675 | 2 724 | 2 789 | 2 843 | 2 868 |
| Sóller | 10 021 | 10 515 | 11 207 | 11 464 | 11 521 | 11 705 | 12 118 | 12 472 |
| Son Servera | 6 002 | 6 872 | 8 065 | 9 009 | 9 562 | 10 179 | 10 643 | 10 750 |
| Valldemossa | 1 370 | 1 511 | 1 599 | 1 651 | 1 670 | 1 770 | 1 830 | 1 820 |
| Vilafranca de Bonany | 2 136 | 2 190 | 2 249 | 2 326 | 2 366 | 2 431 | 2 518 | 2 550 |
| Municipi | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2011 | 2012 |
| Alaró | 4 607 | 4 707 | 4 869 | 5 018 | 5 178 | 5 438 | 5 508 |
| Alcúdia | 15 057 | 15 897 | 16 176 | 17 435 | 18 327 | 19 243 | 19 586 |
| Algaida | 4 149 | 4 258 | 4 339 | 4 527 | 4 827 | 5 273 | 5 367 |
| Andratx | 9 404 | 9 906 | 10 410 | 10 939 | 11 348 | 11 919 | 12 149 |
| Ariany | 771 | 750 | 766 | 799 | 839 | 883 | 877 |
| Artà | 6 524 | 6 649 | 6 730 | 6 802 | 7 113 | 7 553 | 7 629 |
| Banyalbufar | 570 | 568 | 575 | 591 | 627 | 592 | 560 |
| Binissalem | 6 051 | 6 326 | 6 475 | 6 773 | 7 030 | 7 601 | 7 795 |
| Búger | 993 | 1 016 | 1 063 | 1 062 | 1 066 | 1 047 | 1 015 |
| Bunyola | 5 291 | 5 475 | 5 574 | 5 792 | 5 910 | 6 232 | 6 276 |
| Calvià | 42 614 | 43 499 | 45 284 | 47 934 | 50 777 | 52 451 | 51 114 |
| Campanet | 2 420 | 2 420 | 2 507 | 2 562 | 2 601 | 2 612 | 2 590 |
| Campos | 7 898 | 8 122 | 8 296 | 8 759 | 9 294 | 9 862 | 9 964 |
| Capdepera | 9 297 | 10 245 | 11 074 | 10 885 | 11 446 | 11 858 | 11 421 |
| Consell | 2 727 | 2 877 | 3 045 | 3 252 | 3 413 | 3 789 | 3 861 |
| Costitx | 986 | 1 016 | 976 | 967 | 1 023 | 1 133 | 1 159 |
| Deià | 689 | 708 | 708 | 718 | 754 | 752 | 747 |
| Escorca | 295 | 293 | 307 | 290 | 276 | 284 | 267 |
| Esporles | 4 363 | 4 457 | 4 546 | 4 640 | 4 696 | 4 956 | 4 915 |
| Estellencs | 374 | 386 | 399 | 382 | 388 | 402 | 380 |
| Felanitx | 16 153 | 16 566 | 16 948 | 17 443 | 17 969 | 18 482 | 18 388 |
| Fornalutx | 679 | 698 | 717 | 722 | 732 | 698 | 692 |
| Inca | 25 900 | 26 504 | 27 301 | 28 306 | 29 450 | 29 966 | 30 066 |
| Lloret de Vistalegre | 1 107 | 1 134 | 1 149 | 1 182 | 1 249 | 1 290 | 1 340 |
| Lloseta | 5 180 | 5 295 | 5 375 | 5 493 | 5 655 | 5 703 | 5 674 |
| Llubí | 1 967 | 2 030 | 2 042 | 2 128 | 2 202 | 2 299 | 2 294 |
| Llucmajor | 28 591 | 29 891 | 31 381 | 33 222 | 35 092 | 36 959 | 36 994 |
| Manacor | 35 512 | 35 908 | 37 165 | 37 963 | 39 434 | 40 873 | 40 831 |
| Mancor de la Vall | 947 | 980 | 991 | 1 074 | 1 146 | 1 324 | 1 330 |
| Maria de la Salut | 2 043 | 2 118 | 2 141 | 2 095 | 2 161 | 2 204 | 2 152 |
| Marratxí | 27 145 | 28 237 | 29 742 | 31 120 | 32 380 | 34 385 | 34 583 |
| Montuïri | 2 510 | 2 594 | 2 576 | 2 619 | 2 749 | 2 872 | 2 855 |
| Muro | 6 487 | 6 610 | 6 717 | 6 741 | 7 058 | 6 970 | 6 993 |
| Palma | 368 974 | 375 773 | 375 048 | 383 107 | 396 570 | 405 318 | 407 648 |
| Petra | 2 643 | 2 707 | 2 744 | 2 787 | 2 856 | 2 919 | 2 908 |
| Sa Pobla | 11 442 | 11 767 | 12 122 | 12 141 | 12 455 | 12 881 | 12 871 |
| Pollença | 15 513 | 15 987 | 16 398 | 16 570 | 16 997 | 16 114 | 16 191 |
| Porreres | 4 519 | 4 597 | 4 848 | 5 052 | 5 272 | 5 544 | 5 486 |
| Puigpunyent | 1 446 | 1 513 | 1 631 | 1 702 | 1 763 | 1 970 | 1 886 |
| Ses Salines | 4 151 | 4 290 | 4 502 | 4 755 | 5 049 | 5 272 | 5 227 |
| Sant Joan | 1 821 | 1 847 | 1 853 | 1 866 | 1 956 | 1 985 | 2 047 |
| Sant Llorenç des Cardassar | 7 280 | 7 498 | 7 738 | 8 095 | 8 467 | 8 963 | 8 993 |
| Santa Eugènia | 1 384 | 1 420 | 1 439 | 1 489 | 1 562 | 1 640 | 1 702 |
| Santa Margalida | 9 266 | 9 719 | 10 204 | 10 608 | 11 207 | 11 718 | 11 922 |
| Santa Maria del Camí | 5 103 | 5 175 | 5 323 | 5 497 | 5 672 | 6 270 | 6 473 |
| Santanyí | 10 337 | 10 673 | 11 172 | 11 720 | 12 303 | 13 095 | 13 384 |
| Selva | 3 112 | 3 205 | 3 203 | 3 313 | 3 370 | 3 697 | 3 798 |
| Sencelles | 2 559 | 2 656 | 2 743 | 2 903 | 3 006 | 3 155 | 3 187 |
| Sineu | 2 927 | 3 053 | 3 133 | 3 248 | 3 398 | 3 687 | 3 763 |
| Sóller | 12 140 | 12 521 | 12 847 | 13 194 | 13 625 | 14 148 | 14 150 |
| Son Servera | 10 519 | 10 766 | 10 951 | 11 392 | 11 713 | 12 195 | 12 165 |
| Valldemossa | 1 822 | 1 910 | 1 930 | 1 976 | 1 977 | 2 007 | 2 027 |
| Vilafranca de Bonany | 2 563 | 2 521 | 2 573 | 2 625 | 2 782 | 2 958 | 2 971 |
Palma de Mallorca ist die Hauptstadt der Baleareninsel Mallorca und das wirtschaftliche, kulturelle sowie politische Zentrum der Insel. Die Stadt liegt an der südwestlichen Küste Mallorcas und zählt heute rund 400.000 Einwohner, was etwa die Hälfte der gesamten Inselbevölkerung ausmacht. Palma wurde -123 von den Römern unter dem Namen Palmaria Palmensis gegründet, nachdem sie die Insel erobert hatten. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches verfiel die Stadt zunächst, erlebte aber ab 903 unter arabischer Herrschaft als Medina Mayurqa eine neue Blütezeit. Die Araber führten fortschrittliche Bewässerungssysteme ein und machten Palma zu einem bedeutenden Handelszentrum. 1229 wurde die Stadt von den christlichen Truppen Jaume I. von Aragón erobert und zur Hauptstadt des neuen Königreichs Mallorca ausgebaut. Bedeutende Bauwerke wie die gotische Kathedrale La Seu und die Stadtmauern entstanden in dieser Zeit. Nach der Eingliederung in die Krone Aragóns (1343/49) und später in das spanische Königreich blieb Palma das Zentrum der Insel.
Das historische Zentrum von Palma ist geprägt von engen, verwinkelten Gassen, imposanten Adelspalästen, Innenhöfen (Patios) und zahlreichen Kirchen. Die herausragende Sehenswürdigkeit ist die Kathedrale La Seu, ein Meisterwerk der gotischen Architektur, das direkt am Meer thront. Ebenfalls bedeutend sind der Königspalast Almudaina und die arabischen Bäder, ein seltenes Zeugnis der maurischen Zeit. „Die Aragonier bauten die Stadt aus, unter anderem durch die Errichtung der Kathedrale La Seu und der Stadtbefestigung, sodass sie zu ihrer Blütezeit im 16. Jahrhundert etwa 40.000 Einwohner zählte.“
Im 20. Jahrhundert erlebte Palma einen erneuten Aufschwung, als der Massentourismus einsetzte und zahlreiche Bauwerke im Stil des Modernisme entstanden. Die Stadt bietet heute ein vielfältiges Kulturleben mit Museen, Theatern, Galerien und einem lebendigen Nachtleben.
Palma ist das wirtschaftliche Herz Mallorcas. Der internationale Flughafen Son Sant Joan zählt zu den größten Spaniens und ist das wichtigste Eingangstor für Touristen. Der Hafen von Palma ist einer der größten Kreuzfahrthäfen im Mittelmeerraum. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig, daneben spielen Handel, Dienstleistungen und zunehmend auch die Kreativwirtschaft eine Rolle.
Palma vereint mediterrane Lebensart mit internationalem Flair. Die Stadt ist bekannt für ihre Gastronomie, das bunte Markttreiben (zum Beispiel Mercat de l’Olivar), zahlreiche Feste und ein reges Nachtleben. Die Amtssprachen sind Katalanisch bzw. Mallorquinisch und Spanisch, wobei viele Einwohner auch Englisch und Deutsch sprechen. Palma ist von Stränden, Buchten und der Serra de Tramuntana umgeben. Die Stadt selbst bietet eine lange Strandpromenade, den Parc de la Mar und zahlreiche Möglichkeiten für Wassersport und Freizeitaktivitäten.
Sóller ist eine malerische Kleinstadt im Nordwesten Mallorcas, eingebettet in das Tal der Serra de Tramuntana, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Gemeinde zählt rund 13.700 Einwohner (2024) und ist bekannt für ihre üppigen Orangen- und Zitronenhaine, weshalb das Tal auch als „Goldenes Tal“ oder „Tal der Orangen“ bezeichnet wird. Das Stadtbild von Sóller ist geprägt von einer charmanten Altstadt mit modernistischer Architektur, engen Gassen und dem zentralen Plaza de la Constitución, an dem sich die imposante Kirche Sant Bartomeu und zahlreiche Cafés befinden.
Sóller ist durch eine historische Straßenbahn mit dem nahegelegenen Hafen Port de Sóller verbunden, der direkten Zugang zum Mittelmeer bietet. Die Stadt ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Naturliebhaber und Radfahrer, da sie von den höchsten Bergen Mallorcas wie dem Puig Major umgeben ist. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche Sant Bartomeu mit ihrer markanten Jugendstil-Fassade und der Botanische Garten (Jardí Botànic de Sóller). Der historische Zug "Tren de Sóller" ist als "Orangenexpress“ bekannt und fährt nach Palma.
Felanitx ist eine fast idyllisch wirkende Kleinstadt im Osten Mallorcas, am Rand der Serra de Llevant, etwa 50 Kilometer von Palma entfernt. Sie wurde im 11. Jahrhundert von den Mauren gegründet, ihre Ursprünge reichen jedoch bis in die Bronzezeit zurück. Felanitx war historisch ein Zentrum für die Herstellung von Azulejos (Fliesen und Kacheln) und ist bis heute bekannt für ihre Keramik- und Glasmanufakturen sowie für den Weinbau und die Spirituosenherstellung. Bereits im 18. Jahrhundert war Felanitx das erste große Weinanbaugebiet Mallorcas; heute stammen etwa 75% des mallorquinischen Weißweins aus dieser Region. Auch Kapern, Aprikosen und Mandeln sind wichtige Agrarprodukte.
Das Stadtbild ist geprägt von traditionellen Sandsteinhäusern, engen Gassen und der barocken Kirche Sant Miquel, die zu den ältesten Kirchen der Insel zählt und deren imposante Freitreppe jeden Sonntag Schauplatz des lebhaften Wochenmarkts ist. Eine Gedenktafel an der Kirchenfassade erinnert an eine Tragödie von 1844, als bei einer Osterprozession die Hauptmauer einstürzte und über 400 Menschen ums Leben kamen.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Kloster Santuari de Sant Salvador auf einem nahegelegenen Berggipfel mit spektakulärer Aussicht, die Burgruine Castell de Santueri sowie zahlreiche Windmühlen, die an die landwirtschaftliche Vergangenheit erinnern. Die Umgebung bietet eine der reizvollsten Landschaften Mallorcas mit vielen Möglichkeiten zum Wandern und Entdecken ursprünglicher Natur. Felanitx ist bis heute vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben und bewahrt ein authentisches, mallorquinisches Lebensgefühl.
Manacor ist die zweitgrößte Stadt auf Mallorca und liegt im Osten der Insel. Mit etwa 41.000 Einwohnern und einer Fläche von rund 260 km² ist sie zugleich der wirtschaftliche Mittelpunkt des östlichen Teils Mallorcas. Der Name Manacor bedeutet „Hand am Herz“, was sich auch im Stadtwappen mit einer Hand, die ein Herz umfasst, widerspiegelt.
Historisch ist Manacor schon seit der Römerzeit besiedelt. Die Stadt erhielt im Jahr 1300 die Rechte einer Kleinstadt („vila“) und entwickelte sich im Mittelalter weiter, unter anderem durch die Gründung eines Dominikanerklosters im 16. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wandelte sich Manacor von einer Agrar- zu einer Industriestadt, bekannt vor allem für Möbelherstellung und die Produktion von Kunstperlen (Majòricas), die seit 1902 dort gefertigt werden.
Manacor ist auch kulturell interessant: Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Kirche Església Senyora del Dolors, das Historische Museum im Torre dels Enagistes (einem Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert), die prähistorische Talaiotsiedlung S’Hospitalet Vell sowie die frühchristliche Kirche Son Peretó. In der Nähe liegen auch die berühmten Höhlensysteme Coves del Drac und Coves dels Hams mit dem großen unterirdischen Martelsee, der für Konzerte genutzt wird. Das Klima in Manacor ist gemäßigt mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von etwa 18 Grad Celsius. Die Landschaft ist geprägt von Kiefernwäldern im bergigen Hinterland und typisch mediterraner Vegetation an der Küste.
Inca ist die drittgrößte Stadt Mallorcas mit über 30.000 Einwohnern und liegt zentral im Inselinneren, in der Region Raiguer am Fuße der Serra de Tramuntana, etwa 20 bis 30 Kilometer von Palma entfernt. Die Stadt ist vor allem als wirtschaftliches Zentrum der Schuh- und Lederindustrie bekannt, was ihr den Beinamen „Lederstadt“ eingebracht hat. Diese Tradition reicht mehrere Jahrhunderte zurück und prägt bis heute das Stadtbild und die Wirtschaft.
Das Stadtzentrum von Inca besticht durch eine charmante Altstadt mit einer Fußgängerzone, einem romantischen Kirchplatz mit Springbrunnen sowie zahlreichen Cafés und Restaurants. Die Innenstadt ist autofrei, was zur angenehmen Atmosphäre beiträgt. Besonders bekannt ist der Wochenmarkt am Donnerstag, einer der größten und lebendigsten auf Mallorca, der frische regionale Produkte wie Obst, Gemüse und Lederwaren anbietet und viele Besucher anzieht.
Kulturell bietet Inca mehrere sehenswerte Bauwerke, darunter das Kloster Santo Domingo (heute Kulturzentrum), die Kirche Santa María la Major sowie die Klöster Sant Francesc und Sant Bartomeu. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, mit Siedlungen aus der Talayot-Zeit, römischer Besiedlung und maurischem Einfluss. Während der maurischen Zeit hieß die Stadt „Inkán“. Die Stadt ist gut an das Straßennetz angebunden, liegt an der Autobahn Ma-13 zwischen Palma und Alcúdia und verfügt über einen modernen Bahnhof mit regelmäßigen Verbindungen
Die Stadt Llucmajor liegt etwa 15 km von der Küste entfernt am Fuße des Puig de Randa und ist nicht vom Massentourismus geprägt, sondern gilt als Synonym für Ruhe und Gelassenheit. Das Stadtbild ist geprägt von traditionellen Sandsteinhäusern, engen Gassen, einer idyllischen Altstadt und schönen Plätzen wie der Plaça d’Espanya, dem Mittelpunkt des Ortes mit Rathaus, Cafés und Restaurants. Besonders sehenswert sind die Pfarrkirche San Miguel aus dem 18. Jahrhundert, das Kloster San Bonaventura sowie die historische Fischmarkthalle von 1915, die heute Teile der Gemeindeverwaltung beherbergt.
Historisch ist Llucmajor bedeutsam: Bereits 1300 erhielt die Stadt ihre Stadtrechte, und 1349 fand hier die entscheidende Schlacht zwischen Jaume III. von Mallorca und Pedro IV. von Aragon statt, die das Ende der Unabhängigkeit Mallorcas bedeutete. Ein Denkmal für Jaume III. erinnert an dieses Ereignis.
Wirtschaftlich war Llucmajor lange Zeit vom Schuhmacherhandwerk und der Landwirtschaft geprägt – daran erinnert noch heute ein Denkmal für die Schuhmacher. Die Umgebung ist von Feldern mit Mandel- und Aprikosenbäumen sowie einer weitgehend unberührten Natur mit geschützten Abschnitten geprägt. Llucmajor ist bekannt für seine Wochenmärkte (mittwochs, freitags und sonntags), auf denen frisches Gemüse, Blumen, Textilien und regionale Produkte angeboten werden. Im Herbst finden die traditionellen „Fires de Llucmajor“ mit kulturellen Veranstaltungen und Ausstellungen statt
Das Dorf Calvià liegt idyllisch am Fuß der Tramuntana-Berge und besticht durch seinen ursprünglichen mallorquinischen Charme, traditionelle Bauwerke und eine ruhige Atmosphäre abseits des Massentourismus. Das Wahrzeichen des Ortes ist die Kirche Sant Joan Bautista, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen und die durch ihre neugotischen Elemente und zwei markante Glockentürme auffällt. Calvià ist bekannt für seine vielfältigen Freizeitmöglichkeiten: Neben den Stränden und Buchten bietet die Umgebung zahlreiche Wanderwege, Naturerlebnisse und archäologische Fundstätten aus prähistorischer und römischer Zeit, wie etwa die Villa Romana. Der wöchentliche Markt am Montag auf der Calle Mayor ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Historisch spielt Calvià eine wichtige Rolle: Hier landete 1229 König Jaume I. von Aragon, was zur Rückeroberung Mallorcas von den Mauren führte – ein Ereignis, das bis heute mit Festen gefeiert wird.
Verkehr
Mallorca ist durch ein dichtes Straßen- und Wegenetz erschlossen. Die Insel ist zudem im Schiffs- und Flugverkehr an internationale Verkehrsnetze angebunden.
Straßenverkehr
Mallorca verfügt über ein gut ausgebautes, aber sehr unterschiedlich belastetes Straßennetz, das die gesamte Insel erschließt und maßgeblich von der Topografie sowie dem enormen Tourismusaufkommen geprägt ist. Das Straßenverkehrsnetz umfasst rund 1.400 Kilometer asphaltierte Straßen, davon etwa 240 Kilometer Schnellstraßen und Autobahnen. Das Rückgrat des Verkehrs bilden die drei großen Achsen: die Ma-1 von Palma nach Andratx und weiter in den Westen, die Ma-13 nach Alcúdia und Pollença im Norden sowie die Ma-19 in Richtung Llucmajor und Campos im Südosten. Diese Schnellstraßen sind modern ausgebaut, meist vierspurig und mit hohem Standard, und bewältigen den Großteil des Durchgangs- und Pendlerverkehrs.
Die Geschichte des modernen Straßenverkehrs auf Mallorca begann erst relativ spät. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren viele Verbindungen zwischen den Dörfern unbefestigte Wege oder Karrenpfade. Erst unter Franco und vor allem seit den 1960er Jahren mit dem Boom des Massentourismus wurde das Netz systematisch ausgebaut. Viele Bergstraßen in der Serra de Tramuntana wurden in den 1970er und 1980er Jahren erheblich verbessert, teilweise neu trassiert und mit Tunneln versehen. Besonders markant ist die dramatische Straße über den Coll de Sóller mit ihrem alten und neuen Tunnel, die das Tal von Sóller mit Palma verbindet. Die kurvenreichen, oft einspurigen Bergstraßen in der Tramuntana gehören zu den schönsten, aber auch anspruchsvollsten Routen Europas und ziehen jährlich Zehntausende Motorradfahrer und Sportradfahrer an.
Der Straßenverkehr auf Mallorca ist stark saisonal geprägt. In den Wintermonaten herrscht meist ruhiger Verkehr, doch von Mai bis Oktober, besonders in den Hochsommermonaten Juli und August, kommt es regelmäßig zu erheblichen Staus. Die Zufahrtsstraßen zu den großen Touristenzentren wie Palma, Alcúdia, Cala Millor, Magaluf oder Playa de Palma sind dann oft überlastet. Viele Ortschaften im Inselinneren und an der Küste leiden unter dem Durchgangsverkehr, da es nur wenige Umgehungsstraßen gibt. Hinzu kommt der enorme Mietwagenverkehr: Mallorca hat eine der höchsten Dichten an Mietwagen pro Einwohner in Europa. Tausende Touristen sind täglich mit dem Auto unterwegs, was zu erhöhtem Verkehrsaufkommen, Parkproblemen und teilweise riskanten Fahrweisen führt.
Die Fahrkultur auf der Insel ist mediterran entspannt, aber nicht immer regelkonform. Viele Einheimische fahren defensiv und kennen die Straßen genau, während unerfahrene Touristen gelegentlich durch zu langsame Fahrweise auf engen Bergstraßen oder plötzliche Bremsmanöver auffallen. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden unterschiedlich streng eingehalten, und besonders auf Landstraßen kommt es immer wieder zu gefährlichen Überholmanövern. Die Unfallstatistik zeigt, dass Motorrad- und Rollerunfälle überdurchschnittlich häufig sind – vor allem auf den kurvenreichen Strecken der Tramuntana und im Osten der Insel. Die Guardia Civil und die lokale Polizei führen daher intensive Verkehrskontrollen durch, besonders in der Hochsaison.
In den letzten Jahren hat die balearische Regierung erheblich in die Modernisierung des Straßennetzes investiert. Neue Kreisverkehre ersetzen gefährliche Kreuzungen, digitale Verkehrsleitsysteme wurden eingeführt, und mehrere Abschnitte wurden verbreitert oder mit Lärmschutzwänden versehen. Dennoch bleibt das Parken in Palma und den großen Ferienorten ein Dauerproblem. Viele Gemeinden fördern deshalb bewusst den öffentlichen Nahverkehr – Busse und die beiden Eisenbahnlinien (nach Inca/Sa Pobla und nach Sóller) – um den Druck vom Individualverkehr zu nehmen.
Busse verbinden Städte, Dörfer, Küstenorte sowie den Flughafen miteinander und ergänzt das kleinere Bahnnetz im Inselinneren. Im Großraum Palma wird der Stadtverkehr hauptsächlich von der städtischen Busgesellschaft EMT Palma betrieben. Dieses Netz umfasst zahlreiche Linien, die die Innenstadt, Wohngebiete, Strände und wichtige Verkehrsknotenpunkte miteinander verbinden. Besonders in Palma ist der Bus ein wichtiges Verkehrsmittel, da die Stadt stark vom Autoverkehr belastet ist und Parkplätze begrenzt sind. Moderne Busse, häufige Taktungen auf Hauptlinien und ein gut ausgebautes Streckennetz machen den Stadtverkehr vergleichsweise effizient.
Für den regionalen und überregionalen Verkehr ist auf Mallorca vor allem das Busnetz „TIB“ (Transport de les Illes Balears) zuständig. Dieses System verbindet Palma mit nahezu allen größeren Orten der Insel, darunter Küstenregionen wie Alcúdia, Pollença, Manacor, Santanyí oder Sóller. Besonders in der Tourismussaison wird das Netz stark ausgebaut, da viele Besucher ohne Mietwagen reisen und Strände, Hotels und Sehenswürdigkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen möchten. Auch der Flughafen von Palma ist gut in das Netz eingebunden.
Der Busverkehr auf Mallorca ist stark saisonabhängig. In den Sommermonaten werden zusätzliche Linien eingesetzt, und die Frequenz vieler Verbindungen wird erhöht, um den großen Zustrom an Touristen zu bewältigen. In der Nebensaison hingegen fahren manche Linien seltener oder werden reduziert, da das Verkehrsaufkommen deutlich geringer ist. Diese Flexibilität ist typisch für eine Insel, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt.
Die Fahrzeuge im Busnetz sind in den letzten Jahren modernisiert worden und verfügen häufig über Klimaanlagen, digitale Anzeigen und barrierefreien Zugang. Auch Ticketing-Systeme wurden digitalisiert: Fahrkarten können direkt im Bus, an Automaten oder über mobile Anwendungen gekauft werden. Es gibt außerdem verschiedene Zeitkarten und Touristentickets, die insbesondere für Besucher attraktiv sind.
Bahnverkehr
Der Schienenverkehr auf Mallorca umfasst heute ein Streckennetz von rund 109 km. Dieses wird von zwei Bahngesellschaften, der staatlichen Serveis Ferroviaris de Mallorca und der privaten Ferrocarril de Sóller betrieben. Daneben gibt es noch eine 8,5 Kilometer lange U-Bahn zwischen dem Stadtzentrum von Palma und dem Universitätsgelände.
Die erste Eisenbahn wurde vom mallorquinischen Ingenieur Eusebi Estada i Sureda (1843 bis 1917) geplant und am 24. Februar 1875 eröffnet. Die in einer Spurweite von 914 mm (3 englische Fuß) angelegte Strecke der Ferrocarriles de Mallorca führte von Palma nach Inca. Bis 1927 erweiterte man das Streckennetz über Manacor nach Artà, nach Sa Pobla, von Santa Maria an der Strecke Palma–Inca nach Felanitx und von Palma nach Santanyí. 1941 legte man einen ersten Streckenabschnitt still, 1964 und 1977 folgten weitere Abschnitte. Seit Mitte der 1990er Jahre läuft ein Modernisierungsprogramm. So wurden die noch vorhandenen Strecken auf eine Spurweite von 1000 mm umgebaut und stillgelegte Strecken wieder eröffnet. In den Jahren 2005 bis 2007 errichtete man einen neuen Hauptbahnhof in Palma. Im März 2010 begannen die Arbeiten zur Streckenverlängerung von Manacor nach Artà, diese soll als sogenannte Tren-Tram entstehen. Bereits im Frühjahr 2011 wurden sechs dreiteilige Stadtbahnfahrzeuge von Vossloh für die geplante Inbetriebnahme geliefert. Aufgrund ungeklärter Finanzierung wurde Ende Juli 2011 ein Baustopp für den Streckenneubau verhängt. Vorhandene Baumaßnahmen (Hallen, Trassen, Unterführungen, Verkehrsumleitungen) liegen brach. Im April 2013 ließ die amtierende Regionalregierung verlauten, dass die Strecke nach Arta nicht mehr ausgebaut werden wird. Der Abschnitt Palma–Inca–Enllac wurde mit 1500 V Gleichstrom elektrifiziert, die Strecke wurde am 16. Februar 2012 in Betrieb genommen.
Die private Ferrocarril de Sóller wurde am 5. November 1905 gegründet. Die Strecke mit einer Spurweite von 914 Millimeter verbindet Palma und Sóller. Die 27 Kilometer lange Bahnstrecke mit 13 Tunneln und dem 52 Meter langen Viadukt Cinc Ponts wurde am 16. April 1912 eröffnet. Eine elektrische Straßenbahn, auch mit 914 mm Spurweite, von Sóller nach Port de Sóller wurde angeschlossen und im darauf folgenden Jahr eröffnet; darüber lief Güterverkehr bis in die Marinebasis in Port de Sóller. Die Hauptstrecke wurde 1929 von Siemens-Schuckert elektrifiziert. Das holzverkleidete Rollmaterial aus dem Eröffnungsjahr ist heute noch in Betrieb und wird in deutschsprachigen Touristenkreisen »Roter Blitz« genannt. Die Einheimischen verwenden diesen Begriff nicht. Triebwagen, Wagen sowie die Streckenführung erinnern an die frühen Tage der Chur–Arosa-Bahn und der Berninabahn, beide heute Teile der Rhätischen Bahn (RhB) in der Schweiz.
Die Metro de Palma wurde am 25. April 2007 eröffnet. Die Strecke mit einer Spurweite von 1000 mm verbindet das Stadtzentrum mit dem Gelände der Universität der Balearen.
Das Streckennetz der Serveis Ferroviaris de Mallorca hat heute eine Länge von rund 77 Kilometer. Bis zum Beginn der Streckenstilllegungen betrug die Länge rund 236 Kilometer. Der Abschnitt Palma–Inca ist seit 1931 zweigleisig.
| Streckenabschnitt | Länge
(km) |
Eröffnet | Eingestellt | Bemerkungen |
| Palma–Inca | 28,60 | 1875 | - | in Betrieb durch Serveis Ferroviaris de Mallorca |
| Palma–Hafen | 2,90 | 1877 | 1931 | |
| Inca–Sinéu | 13,84 | 1878 | 1977 | 2002 grundsaniert - wieder in Betrieb durch Serveis Ferroviaris de Mallorca |
| Inca–Sa Pobla | 13,10 | 1878 | 1981 | 2001 grundsaniert - wieder in Betrieb durch Serveis Ferroviaris de Mallorca |
| Sinéu–Manacor | 21,31 | 1879 | 1977 | 2003 grundsaniert - wieder in Betrieb durch Serveis Ferroviaris de Mallorca |
| Consell–Alaró | 3,72 | 1881 | 1941 | |
| Santa Maria–Felanitx | 42,79 | 1897 | 1964 | |
| Palma–Llucmajor | 30,72 | 1916 | 1964 | |
| Llucmajor–Campos | 17,50 | 1917 | 1964 | |
| Manacor– Artà | 30,35 | 1921 | 1977 | Strecke sollte erneut betrieben werden. Aus finanziellen Gründen wurde dieses - kurz vor Abschluss der Bauarbeiten - wieder verworfen (Frühjahr/Sommer 2013) |
| Inca–Palma (2. Gleis) | 28,60 | 1931 | - | in Betrieb durch Serveis Ferroviaris de Mallorca |
| Palma–Hafen (Stadttunnel) | 2,13 | 1931 | 1964 | |
| Plaça d’Espanya – Universitat des Illes Balears (Metro Palma) | 8,5 | 2007 | - | in Betrieb durch Serveis Ferroviaris de Mallorca |
| Inca–Empalme (zweites Gleis) | ? | 2009 | - | in Betrieb durch Serveis Ferroviaris de Mallorca |
| Palma–Inca (Elektrifizierung) | 28,60 | 2012 | - | in Betrieb durch Serveis Ferroviaris de Mallorca |
Die Strecke der Ferrocarril de Sóller führt an die Nordküste. Sie muss dabei die Berge der Serra de Tramuntana überwinden. Auf der 27 Kilometer langen Strecken mussten 13 Tunnel, unter anderem auch ein Kehrtunnel, sowie ein 52 Meter langes Viadukt Cinc Ponts errichtet werden.
Die U-Bahn hat in Son Costa-Son Fortesa eine Verbindung zum Streckennetz der Serveis Ferroviaris de Mallorca.
Die Aufsicht über den Verkehr auf den Balearen untersteht dem Govern de les Illes Balears, genauer dem Ministerium für Verkehr- und Bauwesen. Die Transport de Illes Balears (TIB) koordiniert als Zentralgesellschaft den Autobus-, Bahn-, Flug- und Schiffsverkehr.
Schiffsverkehr
Mallorca verfügt über Insgesamt 43 Hafenanlagen mit 14.280 Liegeplätzen. Der wichtigste Hafen der Insel ist der Hafen von Palma (Port de Palma). Er zählt zu den größten und modernsten Kreuzfahrt- und Fährhäfen des Mittelmeers. Jährlich legen hier mehrere hundert Kreuzfahrtschiffe an und bringen hunderttausende Passagiere auf die Insel. Besonders in den Sommermonaten ist der Hafen von riesigen Kreuzfahrtschiffen geprägt, die Palma als beliebten Stopp auf Routen durch das westliche Mittelmeer anlaufen. Neben dem Kreuzfahrtterminal gibt es einen großen Fährhafen mit regelmäßigen Verbindungen nach Barcelona, Valencia, Denia, Ibiza und Menorca. Die Reedereien Trasmediterránea und Baleària betreiben ganzjährig Fährlinien, die für den Güter- und Personenverkehr von großer Bedeutung sind.
Weitere wichtige Häfen sind Alcúdia im Norden, Port de Sóller an der Westküste, Portocolom und Cala Rajada im Osten sowie Andratx. Diese kleineren Häfen dienen vor allem dem regionalen Schiffsverkehr, der Fischerei und dem wachsenden Yacht- und Freizeitbootverkehr. Mallorca verfügt über eine der höchsten Dichten an Luxusyachten im Mittelmeer. Zahlreiche exklusive Marinas, allen voran die Puerto Portals bei Palma und die Marina Alcúdia, ziehen wohlhabende Eigner und Chartergäste an. Der Freizeitschifffahrtssektor hat sich zu einem wichtigen eigenen Wirtschaftszweig entwickelt.
Der Güterverkehr über See ist für die Versorgung der Insel unverzichtbar. Da Mallorca nur einen geringen Teil ihrer Lebensmittel und Güter selbst produziert, kommen täglich Tanker, Containerschiffe und Ro-Ro-Fähren mit Treibstoff, Baustoffen, Fahrzeugen und Konsumgütern an. Der Schiffsverkehr trägt damit maßgeblich zur Aufrechterhaltung des hohen Lebensstandards der Insel bei.
Die größten Häfen der Insel sind:
- Cala d’Or (Jachthafen)
- Cala Figuera (Fischereihafen, Jachthafen)
- Cala Major (Sporthafen)
- Can Picafort (Jachthafen)
- Cala Rajada (Fischereihafen)
- Colònia de Sant Jordi (Jachthafen, Fischereihafen)
- Colònia de Sant Pere (Fischereihafen)
- Palma (Seehafen, Jachthafen, Fischereihafen)
- Portals Nous / Puerto Portals (Jachthafen)
- Port d’Alcúdia (Jachthafen, Fischereihafen)
- Port d’Andratx (Jachthafen, Fischereihafen)
- Port de Pollença (Jachthafen, Fischereihafen)
- Port de Sóller (Jachthafen, Fischereihafen)
- Portocolom (Fischereihafen)
- Porto Cristo (Fischereihafen)
- Portopetro (Jachthafen, Fischereihafen)
- S’Arenal (Jachthafen)
Flugverkehr
Der Flughafen Palma de Mallorca auf der Insel Mallorca ist einer von drei internationalen Verkehrsflughäfen auf den Balearen (neben Ibiza und Menorca). Er liegt acht Kilometer östlich der Inselhauptstadt Palma de Mallorca und ist nach Madrid-Barajas und Barcelona-El Prat der drittgrößte Flughafen in Spanien.
Der Flughafen verfügt über zwei etwa drei Kilometer lange und 45 m breite Start- und Landebahnen. Die maximale Kapazität beträgt zurzeit 32 Millionen Fluggäste pro Jahr. Es können bis zu 18.000 Fluggäste pro Stunde beziehungsweise 400.000 pro Tag abgefertigt werden.
Es stehen 88 Parkpositionen mit 70.000 m² für Passagierflugzeuge zur Verfügung. Davon sind 34 über Fluggastbrücken direkt mit dem Terminal verbunden. Das Frachtzentrum hat eine Fläche von 6.000 m². 4.800 Parkplätze für Kraftfahrzeuge sind vorhanden.
Im Mai 2010 wurde ein neuer Abflugbereich im Terminal C eröffnet, womit die Kapazität des Airports von 25 Millionen auf 32 Millionen Passagiere gestiegen ist. In Planung ist die Erweiterung der Kapazität auf 38 Millionen Fluggäste bis 2015.
Der Aeródromo de Son Bonet ist ein Flugplatz auf dem Gemeindegebiet von Marratxí im Ortsteil Es Pont d’Inca auf der Baleareninsel Mallorca. Er befindet sich vier Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt Palma entfernt an der Straße von Palma nach Inca. Heute wird der Flugplatz Son Bonet mit verschiedenen Hangars von der Zivilluftfahrt genutzt. Unter anderem befindet sich dort der erste Aero Club de Mallorca (ACM) mit Flugschule, Hubschrauberstaffel und Löschflugzeugen zur Waldbrandbekämpfung sowie ein Unternehmen zur Hubschrauberpilotenausbildung.
| Airlines | Ziele |
| Aer Lingus | saisonal: Cork, Dublin |
| Air Algérie | Algier |
| airBaltic | saisonal: Riga |
| Air Europa | Alicante, Almeria, Asturias, Barcelona, Bilbao, Granada, Madrid, Menorca, Paris–Orly, Santiago de Compostela, Sevilla, Valencia, Valladolid, Zaragoza, saisonal: Ibiza, Málaga, Salamanca, Charter: Åre/Östersund, Borlänge, Halmstad, Haugesund, Humberside, Jönköping, Molde, Sandefjord, Shannon, Skellefteå, Sundsvall, Tel Aviv–Ben Gurion, Umeå |
| Air France | Paris–Charles de Gaulle |
| Air Arabia Maroc | saisonal: Nador |
| Aviolet | saisonal (Charter): Belgrad |
| AlbaStar | Tangier, saisonal (Charter): Bergamo, Birmingham, Bologna, Cork, Leeds/Bradford, Mailand–Malpensa, Tel Aviv–Ben Gurion, Verona, Venedig |
| Alitalia | saisonal: Mailand–Linate, Rom–Fiumicino, Bologna (Charter) |
| Binter Canarias | Gran Canaria, Tenerife-Nord |
| Blue Air | saisonal: Bukarest, Liverpool, Turin, Timișoara (Charter) |
| Blu-express | saisonal (Charter): Bologna, Catania, Mailand–Malpensa, Rom–Fiumicino, Turin |
| British Airways | London–City, London–Heathrow, saisonal: Birmingham, Bristol, Edinburgh, London-Gatwick, London–Stansted, Manchester, Aberdeen, Glasgow (beide Charter) |
| Brussels Airlines | saisonal: Brüssel |
| Bulgaria Air | Sofia |
| Cello Aviation | saisonal (Charter): Derry |
| Condor | Düsseldorf, Frankfurt, saisonal: Berlin–Schönefeld, Köln/Bonn, Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle, München, Stuttgart |
| Corendon Dutch Airlines | saisonal: Amsterdam, Maastricht/Aachen |
| Czech Airlines | Prag |
| easyJet | Berlin–Schönefeld, Berlin–Tegel, Bristol, Liverpool, London–Gatwick, London–Luton, London–Stansted, Manchester, saisonal: Amsterdam, Belfast–International, Bordeaux, Edinburgh, Glasgow, London–Southend, Lyon, Mailand–Malpensa, Neapel, Newcastle upon Tyne, Nice, Paris–Charles de Gaulle, Rom–Fiumicino, Stuttgart, Toulouse, Venedig |
| easyJet Switzerland | Basel/Mulhouse, Genf |
| Edelweiss Air | Zürich |
| Enter Air | saisonal (Charter): Gdańsk, Katowice, Poznań, Warschau-Chopin, Wrocław |
| Ernest Airlines | saisonal (Charter): Bergamo |
| Eurowings | Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Paderborn/Lippstadt, Salzburg, Stuttgart, Wien, saisonal: Basel/Mulhouse, Bremen, Dresden, Graz, Karlsruhe/Baden-Baden, Leipzig/Halle, Saarbrücken, Cardiff (Charter) |
| Evelop Airlines | saisonal: Lissabon, Porto |
| Finnair | saisonal: Helsinki, Kemi |
| Flybe | saisonal: Exeter, Southampton |
| Germania | Berlin–Tegel, Bremen, saisonal: Berlin–Schönefeld, Dresden, Erfurt/Weimar, Friedrichshafen, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Rostock |
| Germania Flug | saisonal: Zürich |
| Hahn Air | saisonal: Düsseldorf |
| Helvetic Airways | saisonal: Bern, Sion |
| Iberia | Alicante, Lleida, Ibiza, Menorca, Santiago de Compostela, Valencia, saisonal: Badajoz, Pamplona, Salamanca, Bilbao, Vitoria (Charter) |
| Iberia Express | Madrid |
| Jet2.com | saisonal: Belfast–International, Birmingham, East Midlands, Edinburgh, Glasgow, Leeds/Bradford, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne |
| Jet Time | saisonal (Charter): Aalborg, Billund, Helsinki, Norrköping, Örebro, Växjö |
| Laudamotion | Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Wien, saisonal: Basel/Mulhouse, Graz, Hannover, Innsbruck, Linz, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Paderborn/Lippstadt, Salzburg, Stuttgart |
| Level | saisonal: Wien |
| Lufthansa | saisonal: Frankfurt, München |
| Luxair | Luxemburg, saisonal (Charter): Dole |
| Neos | saisonal: Bergamo, Bologna, Mailand–Malpensa, Verona |
| Norwegian Air Shuttle | Kopenhagen, Göteborg, Helsinki, London–Gatwick, Madrid, Munich, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda, saisonal: Aalborg, Bergen, Düsseldorf, Hannover, Charter: Bodø, Luleå, Stavanger, Trondheim |
| Orbest | saisonal (Charter): Lissabon, Porto |
| Ryanair | Barcelona, Berlin–Schönefeld, Bremen, Charleroi, Köln/Bonn, Dortmund, Eindhoven, Frankfurt, Hahn, Hamburg, Karlsruhe/Baden-Baden, London–Stansted, London–Southend, Madrid, Málaga, Manchester, Memmingen, Santiago de Compostela, Seville, Valencia, Warschau–Modlin, Weeze, saisonal: Beauvais, Bergamo, Berlin–Tegel, Billund, Birmingham, Bologna, Bournemouth, Bratislava, Bristol, Brüssel, Cork, Dublin, Düsseldorf, East Midlands, Edinburgh, Girona, Göteborg, Kaunas, Kraków, Leeds/Bradford, Liverpool, Luxemburg, Marseille, Newcastle, Nürnberg, Porto, Poznań, Prestwick, Reus, Rom–Ciampino, Santander, Shannon, Stockholm–Skavsta, Strasbourg, Stuttgart, Wrocław |
| Ryanair Sun | saisonal (Charter): Katowice, Warschau-Chopin, Wrocław |
| S7 Airlines | Moskau–Domodedowo |
| Scandinavian Airlines | Aarhus, Kopenhagen, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda, saisonal: Göteborg, Bergen, Trondheim (Charter) |
| Small Planet Airlines | saisonal (Charter): Vilnius |
| Small Planet Airlines Germany | saisonal: Amsterdam, Berlin-Tegel, Bremen, Dresden, Hamburg, Karlsruhe/Baden-Baden, München, Nürnberg, Paderborn/Lippstadt (alle Charter) |
| Small Planet Airlines Poland | saisonal (Charter): Katowice, Paris-Charles de Gaulle, Warschau-Chopin |
| SmartWings | Prag, saisonal: Bratislava, Brno, Košice, Ostrava |
| SunExpress Deutschland | Frankfurt, München, Nürnberg, saisonal: Düsseldorf, Hannover, Leipzig/Halle |
| Swiss International Air Lines | Genf, Zürich |
| TAROM | saisonal: Bukarest |
| Thomas Cook Airlines | saisonal: Belfast–International, Birmingham, Bristol, Cardiff, East Midlands, Glasgow, London–Gatwick, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne |
| Thomas Cook Airlines Scandinavia | saisonal (Charter): Aalborg, Bergen, Billund, Borlänge, Kopenhagen, Göteborg, Helsinki, Karlstad, Malmö, Örebro, Oslo–Gardermoen, Oulu, Stockholm–Arlanda, Trondheim |
| Transavia | saisonal: Amsterdam, Eindhoven, Groningen, Rotterdam/The Hague |
| Transavia France | saisonal: Nantes, Metz/Nancy (Charter) |
| Travel Service Polska | saisonal (Charter): Katowice |
| Travel Service Hungary | saisonal (Charter): Budapest |
| TUI Airways | saisonal: Aberdeen, Belfast–International, Birmingham, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Doncaster/Sheffield, East Midlands, Edinburgh, Exeter, Glasgow, Humberside, Leeds/Bradford, Liverpool, London–Gatwick, London–Luton, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne, Norwich, Dublin, Göteborg, Stockholm–Arlanda (die letzten drei Charter) |
| TUI fly Belgium | Charleroi, Paris–Charles de Gaulle, saisonal: Brüssel, Liège, Ostend/Bruges |
| TUI fly Deutschland | saisonal: Basel/Mulhouse, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Karlsruhe/Baden-Baden, München, Saarbrücken, Stuttgart |
| TUI fly Netherlands | saisonal: Amsterdam, Rotterdam |
| TUI fly Nordic | saisonal (Charter): Kopenhagen, Malmö, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda |
| Ukraine International Airlines | saisonal: Kiew–Boryspil |
| Ural Airlines | saisonal: Moskau–Domodedowo |
| Volotea | saisonal: Asturias, Bari, Bilbao, Bordeaux, Genua, Lille, Lyon, Marseille, Nantes, Palermo, Pisa, Toulouse, Turin, Venedig, Verona, Vigo, Zaragoza, Cork, London–Southend, Southampton (die letzten drei Charter) |
| Vueling | A Coruña, Alicante, Barcelona, Bilbao, Granada, Jerez de la Frontera, Lissabon, Málaga, München, Paris-Orly, Santiago de Compostela, Seville, Stuttgart, Valencia, Wien, Zaragoza, Zürich, saisonal: Amsterdam, Asturias, Bordeaux, Cardiff, Florenz, Lille, Lyon, Marseille, Rennes, Rom–Fiumicino, Toulouse |
| Wizz Air | saisonal: Budapest, Cluj–Napoca, Debrecen |
Palma Airport:
- katalanischer Name: Aeroport de Son Sant Joan
- spanischer Name: Aeropuerto de Son San Juan
- Code: PMI / LEPA bzw. LESJ
- Lage: 39°33‘06“ N, 2°44‘20“ O
- Seehöhe: 7,5 m (24 ft)
- Entfernung: 8 km östlich von Palma de Mallorca
- Inbetriebnahme: 1960
- Betreiber: AENA
- Fläche: 630 ha
- Terminal: 1
- Rollbahnen: 2
- Länge der Rollbahnen: 3270 m und 3000 m (beide Asfalt)
- Fluggesellschaften: 70
- Flugzeug-Standplätze: ca. 200
- jährliche Passagierkapazität:
- jährliche Frachtkapazität:
- Flughafen-Statistik: Flugbewegungen Passagiere Fracht in t
2000 25 157 19 424 243 176 997
2001 23 069 19 206 964 169 603
2002 20 413 17 832 558 160 329
2003 19 935 19 185 919 168 988
2004 20 408 20 416 083 177 859
2005 21 026 21 240 736 182 028
2006 22 444 22 408 427 190 304
2007 22 834 23 228 879 197 384
2008 21 396 22 832 857 193 379
2009 17 086 21 203 041 177 502
2010 17 292 21 117 417 174 635
2011 15 777 22 726 707 180 152
2012 13 712 22 666 858 173 966
2013 12 237 22 768 032 170 140
2014 11 463 23 115 622 172 630
2015 11 374 23 745 023 178 254
2016 10 453 26 254 110 197 640
2017 10 191 27 970 656 208 788
2018 10 018 29 081 446 220 332
2019 9 022 29 721 142 217 222
2020 6 733 6 108 514 76 852
2021 6 755 14 497 159 141 197
2022 7 592 28 573 364 220 690
2023 7 184 31 105 987 228 920
2024 6 756 33 298 164 243 200
Wirtschaft
Die Mallorquiner erwirtschaften eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Spaniens. Haupteinkommensquelle ist mit 75 Prozent der Dienstleistungsbereich Tourismus gefolgt von der Bauindustrie mit rund 10 Prozent. Fast drei Viertel der Insel sind landwirtschaftliche Nutzflächen. Die Landwirtschaft stellt 11 Prozent der Arbeitsplätze der Insel, trägt aber nur 2,5 Prozent zum Bruttonationaleinkommen bei. Daneben sind Bergbau (vor allem Marmorabbau), Leichtindustrie (Leder, Keramik, Imitationsperlen, Glas) sowie Fischerei bedeutende Wirtschaftszweige.
Landwirtschaft
Mallorca wird bis heute maßgeblich durch seine Landwirtschaft geprägt. Fast drei Viertel der Inselfläche werden landwirtschaftlich genutzt, und der Sektor stellt trotz des dominierenden Tourismus immer noch etwa elf Prozent der Arbeitsplätze. Die mallorquinische Landwirtschaft ist keine reine Erwerbsquelle, sondern ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität, des Landschaftsbildes und der traditionellen Lebensweise der Insel. Sie verbindet antike, maurische und katalanische Einflüsse zu einer charakteristischen mediterranen Kulturlandschaft, die von terrassierten Hängen, ausgedehnten Olivenhainen, Mandelbaumplantagen und fruchtbaren Ebenen geprägt ist.
Die Ursprünge der heutigen Landwirtschaft reichen weit zurück. Bereits die Talaiotiker, Phönizier, Römer und vor allem die Mauren legten die Grundlagen für eine hochentwickelte Agrarwirtschaft. Die Araber brachten nicht nur neue Kulturpflanzen wie Zitrusfrüchte, Mandeln, Aprikosen und Johannisbrot, sondern auch fortschrittliche Bewässerungstechniken. Viele der historischen Qanats (unterirdische Wasserleitungen) und Aljibes (große Regenwasserspeicher) aus maurischer Zeit sind bis heute in Betrieb und ermöglichen eine effiziente Nutzung der knappen Wasserressourcen. Diese traditionellen Systeme wurden in der Serra de Tramuntana besonders perfektioniert, wo Trockensteinmauern Terrassen sichern und Wasser über komplexe Kanalsysteme verteilt wird.
Unter den Kulturpflanzen nimmt die Mandel eine herausragende Stellung ein. Die mallorquinische Mandel gilt als eine der aromatischsten der Welt und trägt ein geschütztes Gütesiegel. Im Februar verwandelt die Mandelblüte große Teile der Insel, besonders im Inselinneren und in den Übergangszonen zu den Bergen, in ein duftendes weiß-rosa Blütenmeer – ein Symbol für den beginnenden Frühling und ein beliebtes Motiv für Besucher. Die robusten Mandelbäume gedeihen auch auf kargen Böden und haben jahrhundertelang als wichtige Einnahmequelle gedient.
Noch charakteristischer sind die Olivenhaine, die vor allem die Hänge der Serra de Tramuntana prägen. Die alten, knorrigen Olivenbäume, manche mehrere hundert Jahre alt, bilden zusammen mit Trockensteinmauern eine einzigartige Kulturlandschaft, die 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Das daraus gewonnene Olivenöl „Oli de Mallorca“ genießt internationale Anerkennung. Es wird traditionell durch schonende Kaltextraktion hergestellt und zeichnet sich durch einen intensiven, fruchtigen Geschmack aus. Die Olivenkultur verbindet wirtschaftliche Bedeutung mit landschaftlicher und ökologischer Funktion.
Das Tal von Sóller im Nordwesten ist seit Jahrhunderten für seine Zitrusfrüchte berühmt. Die dort angebauten Orangen und Zitronen gelten als besonders aromatisch und saftig, da sie vom milden Mikroklima und den fruchtbaren Böden profitieren. Früher wurden die Zitrusfrüchte mit dem historischen Tren de Sóller nach Palma transportiert und von dort exportiert. Heute sind sie ein wichtiges Element des Qualitätstourismus.
Neben diesen Leitprodukten gibt es eine große Vielfalt weiterer Erzeugnisse. Typisch sind Kartoffeln, Wassermelonen, Honigmelonen, Aprikosen, Tomaten – darunter die besonders geschätzte „Tomàtiga de Ramellet“, eine kleine, aromatische Sorte, die sich hervorragend zum Trocknen eignet –, Paprika wie die kräftige „Tap de Cortí“, alte Getreidesorten wie die „Xeixa“, Johannisbrotbäume sowie eine breite Palette an Gemüse. Der Johannisbrotbaum liefert nicht nur Futter und Süßstoff, sondern war lange Zeit ein wichtiges Exportgut. Viele dieser traditionellen Sorten werden heute im Rahmen von Erhaltungsprogrammen wieder verstärkt angebaut.
Die Tierhaltung ergänzt die pflanzliche Produktion traditionell. Vor allem Schafe und Ziegen werden extensiv gehalten, oft in Kombination mit Wald- und Buschweiden. Aus ihrer Milch entstehen bekannte Käsesorten wie der Mahón-Menorca-ähnliche mallorquinische Käse oder handwerkliche Ziegenkäse. Schweinehaltung spielt ebenfalls eine Rolle, unter anderem für die Herstellung lokaler Wurstspezialitäten wie Sobrassada und Botifarró.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Landwirtschaft stark gewandelt. Viele der traditionellen großen Landgüter, die „Possessions“, haben sich auf Agrotourismus spezialisiert. Gäste können dort wohnen, bei der Ernte mithelfen, Olivenöl pressen, Käse herstellen oder Kochkurse besuchen. Diese Entwicklung trägt zur wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit der Höfe bei und hilft, traditionelles Wissen und Kulturlandschaften zu erhalten. Gleichzeitig gewinnt die ökologische Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Viele Betriebe stellen auf biologischen Anbau um, um den hohen Qualitätsansprüchen anspruchsvoller Kunden gerecht zu werden und den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren.
Weinbau
Der Weinanbau auf Mallorca hat eine sehr lange Tradition, die eng mit der Geschichte der Insel und ihren wechselnden Kulturen verbunden ist. Bereits in der Antike wurde der Weinbau durch die Römer systematisch eingeführt und weiterentwickelt. Ab dem -2. Jahrhundert entstanden erste größere Weinplantagen, da das mediterrane Klima Mallorcas mit seinen warmen Sommern und milden Wintern ideale Bedingungen bot. Antike Schriftsteller wie Plinius der Ältere lobten die Qualität der mallorquinischen Weine und beschrieben sie als konkurrenzfähig mit den renommierten Weinen Italiens. Damit gehörte Mallorca schon früh zu den bedeutenden Weinregionen des westlichen Mittelmeerraums.
Auch nach dem Ende der römischen Herrschaft blieb der Weinbau auf der Insel erhalten. Während der islamischen Epoche wurde er zwar teilweise eingeschränkt, jedoch nicht vollständig aufgegeben, insbesondere in christlich geprägten oder ländlichen Gebieten. Einen neuen Aufschwung erlebte der Weinbau im Mittelalter nach der Eroberung durch Jaume I. im Jahr 1229. In dieser Zeit spielten vor allem Klöster, kirchliche Orden und Adelsfamilien eine zentrale Rolle beim Ausbau der Weinproduktion. Wein war nicht nur ein wichtiges Handelsgut, sondern auch ein bedeutendes Alltags- und Kulturgut, das in religiösen Zeremonien und im täglichen Leben fest verankert war.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Weinbau zu einem wichtigen Wirtschaftszweig der Insel. Besonders im 19. Jahrhundert erlebte Mallorca eine regelrechte Blütezeit des Weinexports. Die Rebflächen wuchsen zeitweise auf bis zu etwa 30.000 Hektar an, was einen historischen Höchststand darstellte. Der mallorquinische Wein wurde in großen Mengen exportiert, insbesondere nach Frankreich, wo er als Ersatz für durch die Reblauskrise geschädigte Weine diente. Diese Phase brachte der Insel wirtschaftlichen Wohlstand und machte den Weinbau zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen Sektoren.
Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch Mallorca stark von der Reblauskatastrophe getroffen. Die aus Amerika eingeschleppte Reblaus zerstörte große Teile der Weinberge, was zu einem fast vollständigen Zusammenbruch der Weinwirtschaft führte. Viele Weinbauflächen wurden aufgegeben oder in andere landwirtschaftliche Nutzungen umgewandelt, und der Sektor verlor über Jahrzehnte hinweg seine frühere Bedeutung.
Erst ab den 1980er Jahren begann eine gezielte Wiederbelebung des mallorquinischen Weinbaus. Neue Winzer setzten auf eine Kombination aus traditionellen autochthonen Rebsorten und moderner Kellertechnik. Besonders wichtig wurden dabei einheimische Sorten wie Manto Negro, Callet und Prensal Blanc, die optimal an das Klima und die Böden der Insel angepasst sind. Gleichzeitig wurden internationale Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah, Chardonnay und Sauvignon Blanc eingeführt, um die Weine auch auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu machen.
Heute verfügt Mallorca über zwei offiziell anerkannte Herkunftsbezeichnungen („Denominación de Origen“): Binissalem (seit 1991) und Pla i Llevant (seit 1999). Diese D.O.-Gebiete garantieren die Qualität und Herkunft der Weine und legen strenge Produktionsregeln fest. Insgesamt umfasst der Weinbau heute rund 2.500 Hektar Rebfläche, mit einer jährlichen Produktion von etwa 40.000 Hektolitern Wein.
Charakteristisch für den mallorquinischen Weinbau ist die starke Orientierung an Qualität statt Quantität. Viele Weingüter sind familiengeführt und setzen auf handwerkliche Produktion, niedrige Erträge und sorgfältige Verarbeitung. Ein besonderes Merkmal ist zudem der Anbau in hügeligen oder leicht terrassierten Lagen, der oft viel Handarbeit erfordert. Die kalkhaltigen Böden, das maritime Klima und die starke Sonneneinstrahlung tragen zu einer ausgeprägten Aromatik der Weine bei.
Forstwirtschaft
Aufgrund des mediterranen Klimas, der kalkreichen Böden und der jahrhundertelangen menschlichen Einflüsse ist die Insel nur zu einem relativ geringen Teil bewaldet. Die bewaldeten Flächen umfassen je nach Definition zwischen 120.000 und 150.000 Hektar, was etwa einem Drittel der Inseloberfläche entspricht. Der mit Abstand wichtigste Waldraum ist die Serra de Tramuntana im Nordwesten, wo sich die letzten größeren zusammenhängenden Waldgebiete erhalten haben. Hier dominieren vor allem die Steineiche (Quercus ilex) und die Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis).
Historisch waren die Wälder Mallorcas weit ausgedehnter. Bereits in der Talaiot-Zeit, unter phönizischer, römischer und besonders unter maurischer und christlicher Herrschaft, wurden große Teile der ursprünglichen Wälder für Landwirtschaft, Schiffbau, Holzkohleproduktion und Viehweide gerodet. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit diente das Holz der Pinien und Eichen als Brenn- und Bauholz, während die Köhlerei in den Bergen eine wichtige Rolle spielte. Die intensive Nutzung und wiederkehrende Waldbrände führten zu einer starken Degradation der Wälder. Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert nahm der Holzeinschlag zu, sodass viele Flächen in Macchia (Garrigue) oder offenes Buschland übergingen.
Heute besteht die mallorquinische Forstwirtschaft nur noch in sehr bescheidenem Umfang. Die kommerzielle Holznutzung spielt kaum eine Rolle, da die Bestände meist schutzwürdig sind und die Erträge aufgrund langsamen Wachstums unter mediterranen Bedingungen gering ausfallen. Stattdessen stehen Schutzwald-Funktionen im Vordergrund: Erosionsschutz an steilen Hängen, Wasserrückhaltung, Erhalt der Biodiversität und Erholungsfunktion für den Tourismus. Die Serra de Tramuntana, seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe, wird als Kulturlandschaft geschützt, in der traditionelle Olivenkulturen, Trockensteinmauern und verstreute Waldflächen eine Einheit bilden.
Die vorherrschenden Baumarten sind die immergrüne Steineiche, die in mittleren Höhenlagen dichte, eher niedrige Wälder bildet, sowie die Aleppo-Kiefer in tieferen Lagen und an sonnigen Hängen. Daneben kommen vereinzelt Pinienarten, Wildolive und verschiedene Straucharten vor. In den letzten Jahrzehnten gab es gezielte Aufforstungsprojekte, bei denen einheimische, feuerresistente Arten gepflanzt wurden. Initiativen wie das TUI-Forest-Projekt oder Programme der Balearen-Regierung zielen darauf ab, degradierte Flächen mit einheimischen Bäumen aufzuforsten und die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber dem Klimawandel zu stärken.
Waldbrände stellen die größte Bedrohung für die mallorquinischen Wälder dar. Aufgrund trockener Sommer, starker Winde und zunehmender Trockenheit durch den Klimawandel kommt es regelmäßig zu Bränden, die vor allem durch menschliche Einflüsse (Fahrlässigkeit, Brandstiftung) ausgelöst werden. Die Aufgabe traditioneller Landnutzung hat zu einer Verbuschung und Ansammlung von Brennmaterial geführt, was die Feuerintensität erhöht. Moderne Forstverwaltung setzt daher auf vorbeugende Maßnahmen: gezielte Durchforstung, Schaffung von Feuerbremsen, Förderung von Laubbaumarten und Sensibilisierung der Bevölkerung.
Die Forstwirtschaft Mallorcas ist heute eng mit Naturschutz, Tourismus und Landwirtschaft verknüpft. Viele ehemalige Possessions (Landgüter) in der Tramuntana kombinieren Olivenanbau mit Waldbewirtschaftung und extensiver Weidehaltung. Wanderwege, Mountainbike-Routen und Naturerlebnisangebote machen die Wälder zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor im sanften Tourismus. Gleichzeitig dient der Wald als Kohlenstoffspeicher und wichtiger Rückzugsraum für die reiche balearische Flora und Fauna.
Fischerei
Historisch erlebte die mallorquinische Fischerei ihren Höhepunkt im 19. und frühen 20. Jahrhundert, als sie einen wichtigen Teil der lokalen Ernährung und des Handels darstellte. Mit der Industrialisierung, dem Ausbau des Tourismus und der Veränderung der Wirtschaft verlor sie jedoch zunehmend an wirtschaftlichem Gewicht. Heute arbeiten auf der Insel nur noch rund 300 bis 2.000 Menschen direkt oder indirekt in der Fischerei – darunter Fischer, Händler, Verarbeiter und Personen in verwandten Tätigkeiten. Trotz dieser sinkenden Zahlen bleibt die Fischerei ein identitätsstiftender Bestandteil vieler Küstengemeinden.
Die Fischerei auf Mallorca ist überwiegend kleinstrukturiert und küstennah organisiert. Die Flotte besteht aus mehreren hundert Booten, meist traditionellen Llaüts, die typisch für die Balearen sind. Diese kleinen Holz- oder Fiberglasboote werden häufig von Familienbetrieben geführt, die seit Generationen im Fischfang tätig sind. Daneben existieren auch größere Fangschiffe, die weiter hinaus auf das Meer fahren. Insgesamt ist die Struktur stark handwerklich geprägt und unterscheidet sich deutlich von industrieller Hochseefischerei.
Die wichtigsten Fischereihäfen der Insel sind unter anderem Palma, Alcúdia, Port de Sóller, Portocolom und Cala Rajada. Insgesamt gibt es rund ein Dutzend bis knapp zwanzig aktive Fischereihäfen, die als zentrale Stützpunkte der lokalen Fischerei dienen. Besonders wichtig sind auch die sogenannten „Lonjas“, die Fischversteigerungshallen in den Häfen, in denen der fangfrische Fisch täglich direkt verkauft wird. Dort treffen Fischer, Händler und Restaurantbesitzer aufeinander, um die Ware zu versteigern, oft noch am frühen Morgen nach der Rückkehr der Boote.
Die Fangmethoden auf Mallorca sind vielfältig und reichen von traditionellen bis zu modernen Techniken. Dazu gehören Netze, Reusen, Langleinen sowie die Grundfischerei mit Schleppnetzen. In kleineren Betrieben werden häufig noch sehr traditionelle Methoden verwendet, die auf Erfahrung und lokaler Kenntnis der Küstengewässer beruhen. Die Fischerei konzentriert sich vor allem auf küstennahe Gewässer, da die Insel von einer stark strukturierten Küstenlandschaft mit Felsen, Seegraswiesen und Buchten geprägt ist.
Zu den wichtigsten Fangarten zählen Rotbarben, Wolfsbarsche, Meerbrassen, Doraden, Meeräschen, Tintenfische, Calamari, Seehechte, Barrakudas sowie verschiedene Garnelenarten. In tieferen Gewässern werden gelegentlich auch Thunfische oder Schwertfische gefangen, während in küstennahen Bereichen kleinere Arten dominieren. Besonders geschätzt sind auf Mallorca auch Hummer und Langusten, die in der traditionellen Inselküche eine wichtige Rolle spielen.
Der Fischmarkt in Palma, insbesondere der „Mercat de l’Olivar“, ist ein zentraler Ort für den Verkauf und die Präsentation von Meeresprodukten. Dort werden täglich frische Fische, Schalentiere und Meeresfrüchte angeboten, die sowohl von Einheimischen als auch von Touristen gekauft werden. Der Markt ist gleichzeitig ein wirtschaftliches Zentrum und ein kulinarischer Anziehungspunkt, an dem die maritime Tradition der Insel besonders sichtbar wird.
Die Fischerei auf Mallorca steht jedoch vor erheblichen Herausforderungen. Dazu gehören Überfischung in den Küstengewässern, strenge EU-Fangquoten, steigende Betriebskosten sowie die Konkurrenz durch industrielle Fischerei außerhalb der Insel. Zusätzlich hat der Tourismus viele Veränderungen ausgelöst: Einige Fischer haben ihre Tätigkeit teilweise aufgegeben oder ihre Boote auf touristische Angebote wie Ausflugsfahrten, Glasbodenboote oder Angelcharter umgestellt, da diese wirtschaftlich oft rentabler sind.
Auch ökologische Veränderungen spielen eine wichtige Rolle. Der Klimawandel führt zu steigenden Wassertemperaturen, veränderten Meeresströmungen und einer Verschiebung von Fischbeständen. Dadurch verändern sich Fangmengen und Artenvielfalt, was die traditionelle Fischerei zusätzlich belastet. Gleichzeitig nimmt die Verschmutzung der Meere durch Plastik und Schiffsverkehr zu, was das marine Ökosystem weiter unter Druck setzt.
Als Reaktion darauf fördern die balearischen Behörden zunehmend nachhaltige Fischereimethoden. Dazu gehören Schutzgebiete im Meer, zeitweise Fangverbote, die Förderung von Aquakultur sowie Programme zur Unterstützung lokaler Fischerkooperativen. Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu erhalten und gleichzeitig die wirtschaftliche Existenz der traditionellen Fischerei zu sichern. Auch Zertifizierungen für nachhaltige Fischprodukte gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Bergbau
Der bedeutendste Rohstoff der Insel ist der sogenannte Marès, ein weicher, hellgelber bis rötlicher Sandstein, der sich leicht bearbeiten lässt und traditionell als Hauptbaustein für Häuser, Kirchen, Wehrtürme und Possessions verwendet wurde. Marès-Steinbrüche finden sich vor allem im Zentrum und Osten der Insel, etwa bei Santanyí, Felanitx, Inca und Binissalem. Viele der charakteristischen goldenen Fassaden Palomas und der Dörfer bestehen aus diesem Material. Der Abbau erfolgt bis heute in kleineren Steinbrüchen, wenngleich in stark reduziertem Umfang. Moderne Maschinen haben die frühere Handarbeit weitgehend ersetzt, doch der Marès bleibt ein geschätztes, regionales Baumaterial.
Eine weitere wichtige Phase des Bergbaus war die Förderung von Braunkohle (Lignit) im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Besonders in den Gebieten um Alaró, Consell, Binissalem, Selva und im Raiguer-Gebiet am Fuße der Serra de Tramuntana gab es mehrere Kohlebergwerke. Der Abbau begann intensiv in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung und die Dampfschifffahrt einen steigenden Energiebedarf erzeugten. Die mallorquinische Braunkohle war von eher geringer Qualität, wurde aber lokal in Kraftwerken und für den Hausbrand verwendet. Der Bergbau schuf zeitweise mehrere hundert Arbeitsplätze und führte zu einer kleinen industriellen Ansiedlung im Inselinneren. Mit der Einführung von billiger importierter Steinkohle und später Öl und Gas verlor dieser Zweig jedoch rasch an Bedeutung. Die letzten Gruben wurden in den 1950er und 1960er Jahren geschlossen. Heute zeugen noch einige verfallene Stolleneingänge, Halden und alte Bergwerksgebäude von dieser Epoche.
Neben Marès und Braunkohle wurde an verschiedenen Stellen Ton und Mergel abgebaut, die für die traditionelle Keramik- und Ziegelproduktion von großer Bedeutung waren. Besonders die Töpfereien in Inca, Marratxí und Campos basierten auf lokalen Tonvorkommen. In der Serra de Tramuntana und den Serres de Llevant gab es außerdem kleinere Vorkommen von Eisen, Blei und Kupfer, die jedoch meist nur in sehr bescheidenem Umfang und unrentabel abgebaut wurden. In der Antike und maurischen Zeit dürfte es punktuell auch Abbau von Kupfer und Silber gegeben haben, archäologische Belege dafür sind allerdings spärlich.
Die Gewinnung von Salz in den großen Salinen von Es Trenc und Campos sowie in kleineren Anlagen gehört streng genommen nicht zum Bergbau, wird aber oft in diesem Zusammenhang erwähnt. Diese Salinen existieren seit römischer und maurischer Zeit und liefern bis heute hochwertiges Meersalz, das teilweise sogar mit geschützter Herkunftsbezeichnung vermarktet wird.
Seit den 1980er Jahren ist der Bergbau auf Mallorca stark rückläufig. Strenge Umweltauflagen, der Schutz der Serra de Tramuntana als UNESCO-Weltkulturerbe und der Vorrang des Tourismus haben zu zahlreichen Stilllegungen und Rekultivierungen geführt. Heute beschränkt sich der aktive Abbau weitgehend auf wenige Steinbrüche für Marès, Ziersteine und Schotter für den Straßenbau sowie auf Tongewinnung für die verbliebene Keramikindustrie. Die meisten ehemaligen Abbaugebiete wurden renaturiert oder in Kulturlandschaften zurückverwandelt.
Handwerk
Eine der ältesten und typischsten Handwerksformen ist das Palmflechten („llata“). Dabei werden pflanzliche Fasern – vor allem die Blätter der Zwergpalme sowie Espartogras und andere Naturmaterialien – zu funktionalen und dekorativen Gegenständen verarbeitet. Entstanden sind daraus Körbe, Hüte, Matten, Taschen und auch Möbelstücke wie Stühle. Besonders bekannt für diese Tradition sind Orte wie Artà und Capdepera, wo das Handwerk teilweise noch in Gemeinschaftswerkstätten oder kleinen Familienbetrieben ausgeübt wird. Die Technik erfordert viel Geduld und handwerkliches Geschick, da die Fasern sorgfältig getrocknet, vorbereitet und anschließend in komplexen Flechtmustern verarbeitet werden.
Ein weiteres bedeutendes Handwerksfeld ist die Verarbeitung von Olivenholz. Der Olivenbaum ist auf Mallorca weit verbreitet und symbolisiert Beständigkeit und mediterrane Naturverbundenheit. Aus dem harten, langlebigen Holz entstehen Küchenutensilien wie Löffel, Schalen und Schneidebretter, aber auch kunstvolle Dekorationsobjekte. Jedes Stück ist aufgrund der natürlichen Maserung ein Unikat und verbindet Funktionalität mit ästhetischem Anspruch.
Die Keramik- und Töpferkunst gehört ebenfalls zu den wichtigsten traditionellen Handwerken der Insel. Besonders bekannte Zentren sind Felanitx, Marratxí und Santanyí. Hier wird lokaler Ton verarbeitet, der sich durch seine gute Qualität und Verarbeitbarkeit auszeichnet. Eine besondere Form ist die „gerreta felanitxera“, eine kunstvoll verzierte, oft barock inspirierte Keramik, die als Symbol für die Stadt Felanitx gilt. Ebenfalls sehr bekannt sind die „Siurells“ – kleine, meist weiß getünchte Tonfiguren mit bunten Details und einer eingebauten Pfeife. Diese Figuren haben sowohl spielerischen als auch symbolischen Charakter und gelten heute als eines der bekanntesten Souvenirs Mallorcas.
Auch die Schreinerei und das traditionelle Stuhlgeflecht besitzen eine lange Geschichte. Besonders in Manacor und Son Macià hat sich dieses Handwerk bis heute erhalten. Dabei werden Holzrahmen oft mit geflochtenen Naturmaterialien kombiniert, um typische mallorquinische Stühle und Möbel herzustellen. Diese Möbelstücke zeichnen sich durch ihre Leichtigkeit, Stabilität und ihr traditionelles Design aus. Viele Werkstätten arbeiten noch immer in Handarbeit und setzen bewusst auf lokale Materialien.
Ein weiteres charakteristisches Handwerksprodukt ist das Textilgewerbe, insbesondere die Herstellung des sogenannten „roba de llengos“. Dieses Ikat-Gewebe ist durch seine farbigen, geometrischen Muster sofort erkennbar und gehört zu den bekanntesten visuellen Symbolen Mallorcas. Die Technik des Ikat-Webens ist arbeitsintensiv, da die Fäden vor dem Weben gefärbt und exakt ausgerichtet werden müssen, um das charakteristische Muster zu erzeugen. Traditionelle Webereien in Orten wie Lloseta oder Pollença bewahren diese Technik bis heute und produzieren Stoffe für Kleidung, Heimtextilien und touristische Produkte.
Das Lederhandwerk ist ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig, insbesondere in Manacor, das historisch ein Zentrum der Leder- und Schuhproduktion war. Hier entstehen hochwertige Lederwaren wie Taschen, Gürtel, Schuhe und Accessoires, die oft in traditioneller Handarbeit gefertigt werden. Die Kombination aus Handwerkskunst und moderner Designentwicklung hat Mallorca auch international einen Ruf für hochwertige Lederprodukte eingebracht.
Ergänzt wird das traditionelle Handwerk durch die Schmiedekunst, die vor allem in früheren Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielte. Schmiede stellten Werkzeuge, landwirtschaftliche Geräte, Messer und Haushaltsgegenstände her, die für das tägliche Leben unverzichtbar waren. Auch wenn die industrielle Produktion viele dieser Aufgaben übernommen hat, existieren noch heute Werkstätten, die traditionelle Techniken bewahren und künstlerisch weiterentwickeln.
Industrie
La Asociación de Industriales de Mallorca, bekannt als ASIMA, ist ein Verband zur Förderung der Industrie auf der Baleareninsel Mallorca. Die ASIMA wurde 1964 als erster Industrie-Verband mit Sitz in Spanien nach dem Spanischen Bürgerkrieg gegründet. Den Anstoß für die Gründung gab die private Initiative des katalanischen Politikers, Unternehmers und Professors am Instituto de Estudios Superiores de la Empresa IESE, Ramón Esteban Fabra (1927 bis 1983).
Gründungsmitglieder 1964 waren Armando Esteban Fabra, Ramón Esteban Fabra von der Textilmaschinenfabrik Bordados Mallorca, Juan Pons vom Transportunternehmen Transportes Pons, Francisco Garí von Metallwerk Industrias metalúrgicas Garí, Bartolomé und Antonio Buades von der Armaturenfabrik Grifería Casa Buades, sowie die Kleinunternehmer Jaime Ramón Fiol, Juan Salvá, Pascual Moragón und Jaime Canudas.
Das Ziel der ASIMA war die Einrichtung von Industriegebieten außerhalb des Stadtzentrums von Palma de Mallorca, um Dienstleistungswesen und Infrastruktur der Inselwirtschaft auszubauen. Es entstanden unter Mitwirkung der ASIMA die ersten Industriegebiete (Poligono) Son Castelló (Nutzfläche; 1.666.461 m²) und Can Valero (mit 257.085 m²) am Stadtrand von Palma.
In diesen beiden Industriegebieten konzentriert sich heute die Hälfte aller Industriebetriebe von Mallorca. Die Arbeitskräfte sind überwiegend in kleinen Betrieben tätig. Rund 80 % der ansässigen Unternehmen beschäftigen weniger als 10 Mitarbeiter, und 1 % mehr als 50 Mitarbeiter. Vier Betriebe haben mehr als 250 Angestellte.
Traditionelle Industriezweige sind Schuhe, Textilien, Baugewerbe, Metall, Maschinenbau, Holz, Nahrung und Transport sowie zahlreiche kleine Zulieferbetriebe.
ASIMA wurde als Non-Profit-Organisation durch das Gesetz 19/1977 vom 1. April 1977, und durch das Königliche Dekret 873/1977 vom 22. April 1977, zugelassen und bestätigt.
Wasserwirtschaft
Die Wasserressourcen Mallorcas speisen sich hauptsächlich aus Grundwasserleitern, Stauseen und zunehmend aus entsalztem Meerwasser. Historisch haben die Mallorquiner seit maurischer Zeit ausgeklügelte Systeme entwickelt, um mit dem knappen Wasser umzugehen: Qanats (unterirdische Wasserstollen), Aljibes (große Regenwasserspeicher), Torrents (Sturzbäche) und ausgefeilte Terrassenbewässerung in der Serra de Tramuntana. Viele dieser traditionellen Anlagen sind bis heute in Betrieb und ergänzen die moderne Infrastruktur.
Die aktuelle Lage ist jedoch kritisch. Ende 2024 waren die Wasserreserven der Insel auf nur noch 46 Prozent gesunken. Der Klimawandel mit längeren Trockenperioden, stärkeren Hitzewellen und unregelmäßigeren Regenfällen verschärft das Problem zusätzlich. Gleichzeitig steigt der Verbrauch durch den Massentourismus dramatisch an: In den Sommermonaten vervielfacht sich der Wasserbedarf durch Hotels, Pools, Golfplätze und die Versorgung von Millionen von Gästen. Auch die Landwirtschaft, insbesondere der intensive Obst- und Gemüseanbau, benötigt große Mengen Wasser.
Um die Versorgungssicherheit langfristig zu verbessern, investiert die Balearenregierung bis 2025 rund 57,7 Millionen Euro in die Modernisierung der Wasserinfrastruktur. Zu den zentralen Projekten gehört der Bau einer neuen großen Meerwasserentsalzungsanlage im Osten der Insel, die die Abhängigkeit von den begrenzten Grundwasservorräten deutlich verringern soll. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Modernisierung und dem Ausbau von Kläranlagen sowie der Sanierung des teilweise veralteten Leitungsnetzes, um Wasserverluste durch Lecks zu minimieren. Gleichzeitig werden die Sturzbäche (Torrents) besser gepflegt und renaturiert, um Hochwasserrisiken bei Starkregenereignissen zu reduzieren und mehr Wasser in den Untergrund versickern zu lassen.
Ein charakteristisches Problem des mallorquinischen Wassers ist der hohe Kalkgehalt des Grundwassers. Viele Haushalte, Hotels und Betriebe sind daher auf Enthärtungsanlagen angewiesen. Moderne Technologien wie BIOCAT-Kalkschutzanlagen, die ohne Chemikalien arbeiten, und innovative wassersparende Systeme gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dazu gehören beispielsweise Orbital-Duschen mit integrierter Wasserrecycling-Funktion, die den Verbrauch bei gleichem Komfort erheblich senken.
Angesichts der zunehmenden Knappheit haben zahlreiche Gemeinden bereits strenge Verbrauchsregeln eingeführt. In Orten wie Puigpunyent, Estellencs, Pollença und Esporles ist es zeitweise verboten, Pools mit Trinkwasser zu befüllen, Gärten zu bewässern oder Tiere mit Leitungswasser zu versorgen. Solche Maßnahmen werden vor allem in trockenen Wintern oder bei besonders niedrigen Pegelständen verhängt. Zusätzlich werben Kampagnen für bewussten Umgang mit Wasser, und viele Hotels setzen auf Zertifizierungen für nachhaltigen Wasserverbrauch.
Energiewirtschaft
Die Energiewirtschaft auf Mallorca ist stark durch die Insellage geprägt und unterscheidet sich deshalb deutlich von kontinentalen Energiesystemen. Da Mallorca nicht vollständig autonom in der Energieversorgung ist, basiert die Stromerzeugung auf einer Kombination aus lokalen Kraftwerken und Importen vom spanischen Festland. Gleichzeitig befindet sich das Energiesystem in einem strukturellen Wandel hin zu mehr Effizienz und erneuerbaren Energien.
Ein großer Teil der Stromversorgung wird weiterhin durch konventionelle Kraftwerke auf der Insel selbst gedeckt. Diese Anlagen bestehen überwiegend aus fossilen Gas- und Dampfkraftwerken, die sowohl Dampf- als auch Gasturbinen zur Stromerzeugung nutzen. Die wichtigsten Standorte sind Son Reus und Cas Tresorer in der Nähe von Palma sowie das Kraftwerk Es Murterar im Norden der Insel bei Alcúdia. Diese Kraftwerke sind über ein 220-kV-Höchstspannungsnetz miteinander verbunden, das die zentrale Infrastruktur der innerinsularen Stromverteilung bildet.
Historisch wurde die Energieerzeugung auf Mallorca stark von fossilen Brennstoffen geprägt. Bis zur Inbetriebnahme der Erdgas-Pipeline „Península–Illes Balears“ im Jahr 2010 wurden vor allem Kohle und Heizöl zur Stromproduktion eingesetzt. Diese Brennstoffe waren jedoch sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht nachteilig. Mit der Einführung von Erdgas konnte die Stromerzeugung effizienter und emissionsärmer gestaltet werden, was einen wichtigen Schritt in der Modernisierung des Energiesektors darstellte.
Ein besonders bedeutender Wandel erfolgte ab etwa 2020 mit der schrittweisen Stilllegung bzw. Reduzierung der Kohleverstromung im Kraftwerk Es Murterar. Dieses Kraftwerk war lange Zeit eines der wichtigsten, aber auch umstrittensten Energieanlagen der Insel, da es erheblich zur Luftverschmutzung beitrug. Durch die Reduzierung der Kohlenutzung wurde der Anteil fossiler Emissionen auf Mallorca deutlich gesenkt, auch wenn das Kraftwerk weiterhin teilweise im Betrieb ist und auf andere Brennstoffe umgestellt wurde.
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Energieversorgung ist die Verbindung zum spanischen Festland über Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Seit 2011 ist Mallorca über die sogenannte HGÜ Romulo mit dem kontinentalen Stromnetz verbunden. Die Einspeisung und Entnahme erfolgt über die Umrichterstation in Santa Ponça. Diese Verbindung ermöglicht es, Stromimport und -export flexibel zu steuern und die Versorgungssicherheit der Insel zu erhöhen. Gerade in Spitzenzeiten, etwa während der Tourismussaison mit stark erhöhtem Energiebedarf, ist diese Verbindung von großer Bedeutung.
Die Stromimporte vom Festland dienen zunehmend dazu, die lokale Stromproduktion zu ergänzen oder teilweise zu ersetzen. Besonders die modernen Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke in Son Reus und Cas Tresorer übernehmen heute eine stabilisierende Rolle im Energiesystem, da sie flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren können. Sie sind deutlich effizienter als ältere Anlagen und tragen zur Reduzierung von Emissionen bei.
Parallel dazu befindet sich die Energiewirtschaft Mallorcas in einem Übergang hin zu erneuerbaren Energien. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung besitzt die Insel ein großes Potenzial für Photovoltaik-Anlagen. Solaranlagen auf Dächern, Freiflächen und landwirtschaftlichen Betrieben werden zunehmend ausgebaut. Auch Windenergie spielt eine Rolle, ist jedoch aufgrund von Landschaftsschutz und begrenzten geeigneten Standorten weniger stark verbreitet als in anderen Regionen Spaniens.
Abfallwirtschaft
Jährlich fallen etwa 500.000 bis 696.000 Tonnen Müll an, wobei rund die Hälfte aus dem Tourismussektor stammt. Pro Kopf liegt das Abfallaufkommen mit 1,5 Kilo pro Tag deutlich über dem spanischen Durchschnitt.
Seit 2021 gilt auf Mallorca ein strenges Abfallgesetz. Es sieht unter anderem vor, das Müllaufkommen bis 2030 um 20 % zu senken und die Recyclingquote auf 65 % zu erhöhen. Einwegplastikprodukte wie Geschirr, Besteck, Trinkhalme und Ohrenstäbchen sind verboten oder müssen durch biologisch abbaubare Alternativen ersetzt werden. Im Handel dürfen nur noch biologisch abbaubare Kaffeekapseln angeboten werden. Öffentliche Einrichtungen und Veranstaltungen sollen auf Plastikwasserflaschen verzichten und stattdessen Trinkwasserquellen bereitstellen. Lebensmittelverschwendung soll reduziert werden: Mindestens 50 % der Lebensmittelabfälle aus Gastronomie und Handel müssen an soziale Einrichtungen weitergegeben werden.
Mülltrennung ist Pflicht und erfolgt nach internationalem System. In ländlichen Gebieten müssen Bewohner und Urlauber ihren Müll selbst zu Sammelstellen (Containern oder „Punto Verde“/„Punt Verd“) bringen, da die Müllabfuhr nur innerorts fährt. Für Sondermüll wie Elektrogeräte, Farben oder Sperrmüll gibt es spezielle Recyclinghöfe („Punto Verde“).
Der Großteil des Mülls wird im Umwelttechnologiepark TIRME in Son Reus bei Palma verarbeitet. Dort gibt es Anlagen zur Sortierung, Methanisierung, Kompostierung, Müllverbrennung mit Energierückgewinnung und ein Umweltbildungszentrum. Trotz aller Bemühungen werden bislang nur etwa 20 % des Plastikmülls tatsächlich recycelt.
Einzelne Gemeinden wie Andratx haben 2025 ein neues, haushaltsnahes Müllsammelsystem eingeführt, das sich am deutschen Vorbild orientiert: Müll wird direkt vor der Haustür abgeholt, und es gibt zusätzliche Sammelkategorien für Baumschnitt, Textilien und Sperrmüll. Die hohe Müllmenge, insbesondere an Plastik, bleibt ein großes Problem. Ein erheblicher Teil des Mülls landet weiterhin im Meer oder wird illegal entsorgt. Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben und die Sensibilisierung der Bevölkerung und Touristen sind zentrale Aufgaben für die kommenden Jahre
Handel
Ein zentrales Merkmal des Handels auf Mallorca ist die starke Konzentration auf touristische Nachfrage. Besonders in und um Palma sowie in stark frequentierten Feriengebieten finden sich zahlreiche Geschäfte, die auf internationale Kundschaft ausgerichtet sind. Neben Mode-, Elektronik- und Souvenirgeschäften sind vor allem Gastronomie, Freizeit- und Dienstleistungsbetriebe ein wesentlicher Bestandteil der lokalen Wirtschaft. Viele Betriebe arbeiten saisonabhängig und erzielen den Großteil ihres Jahresumsatzes während der Sommermonate.
Zu den wichtigsten modernen Einkaufszentren der Insel gehören das „Porto Pi Centro Comercial“ in Palma, das „Fan Mallorca Shopping“ in der Nähe des Flughafens sowie das „Mallorca Fashion Outlet“ bei Marratxí. Diese Zentren bündeln internationale Marken, Restaurants, Kinos und Freizeitangebote und fungieren als zentrale Konsumstandorte für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Besonders das Outlet-Zentrum ist auf preisbewussten Einkauf und Markenrabatte spezialisiert und zieht auch viele Besucher aus dem Ausland an.
Gleichzeitig gibt es auf Mallorca eine starke Tradition kleiner, lokaler Geschäfte. In vielen Stadtteilen und Dörfern existieren familiengeführte Läden, Bäckereien, Metzgereien, Handwerksbetriebe und spezialisierte Fachgeschäfte. Diese Strukturen stehen oft im Wettbewerb mit großen Ketten und Einkaufszentren, sind aber für die lokale Versorgung und das soziale Leben weiterhin von großer Bedeutung. Besonders Wochenmärkte in Orten auf der ganzen Insel spielen eine wichtige Rolle beim Verkauf regionaler Produkte wie Obst, Gemüse, Käse, Olivenöl und handwerklicher Waren.
Ein besonderes Beispiel für die Herausforderungen im Einzelhandel ist ein großes unterirdisches Einkaufszentrum in der Altstadt von Palma nahe der Plaça Major. Dieses Center mit zahlreichen Ladenflächen steht seit 2019 leer und gilt mittlerweile als sogenannter „Lost Place“. Der Leerstand ist das Ergebnis eines langanhaltenden Konflikts zwischen privaten Eigentümern und der Stadtverwaltung. Während einige Ladenbesitzer hohe Entschädigungen fordern, bleibt die Wiedereröffnung bislang blockiert. Dieser Fall zeigt exemplarisch die Probleme urbaner Handelsflächen in historisch gewachsenen Stadtzentren, insbesondere unter den Bedingungen steigender Mieten und struktureller Veränderungen im Einzelhandel.
Neben dem stationären Handel gewinnt auch Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Viele größere Einkaufszentren und Unternehmen auf Mallorca setzen inzwischen auf umweltfreundliche Maßnahmen wie Recyclingprogramme, Mülltrennungssysteme, Energieeffizienz und Wasserspartechnik. Das „Mallorca Fashion Outlet“ etwa integriert nachhaltige Konzepte in seine Betriebsführung, um Umweltbelastungen zu reduzieren und gleichzeitig moderne Konsumstandorte attraktiv zu gestalten.
Auch gesetzliche Vorgaben haben den Handel auf der Insel verändert. Im Rahmen spanischer und europäischer Umweltpolitik wurden zahlreiche Regelungen eingeführt, die den Einsatz von Einwegplastik stark einschränken. Viele Plastikprodukte wie Besteck, Teller oder Trinkhalme sind verboten oder müssen durch biologisch abbaubare Alternativen ersetzt werden. Ebenso werden zunehmend nachhaltige Verpackungen gefördert, etwa bei Kaffeekapseln oder To-go-Produkten.
Darüber hinaus haben viele Supermärkte und Handelsketten auf Mallorca Sammel- und Recyclingstellen eingerichtet. Dort können Verpackungen, Glas, Batterien oder Kleidung getrennt entsorgt werden. Organisationen wie Caritas betreiben zusätzlich Altkleidercontainer, die sowohl soziale als auch ökologische Funktionen erfüllen. Diese Systeme sind Teil eines breiteren Umweltbewusstseins, das in den letzten Jahren sowohl durch gesetzliche Vorgaben als auch durch gesellschaftlichen Druck gewachsen ist.
Finanzwesen
Auf Mallorca sind große spanische Banken wie Santander, Banca March, La Caixa und Sabadell präsent. Diese bieten umfassende Dienstleistungen für Einheimische, Ausländer und Unternehmen an und sind für ihre Stabilität und Zuverlässigkeit bekannt. Für wohlhabende Privatkunden und internationale Investoren gibt es spezialisierte Finanzdienstleister und Hypothekenmakler wie Lionsgate Capital oder die Mallorca Mortgage Consultancy, die Zugang zu über 30 Banken bieten und maßgeschneiderte Finanzierungslösungen vermitteln.
Immobilienkäufe auf Mallorca werden häufig über spanische Banken finanziert, die meist variable Zinssätze (aktuell zirka 1,5 bis 4 %, abhängig vom Euribor) anbieten. Feste Zinssätze liegen bei etwa 4 bis 6 % und werden jährlich angepasst. Auch deutsche Banken wie die PSD Bank Rhein-Ruhr bieten Immobiliendarlehen für Mallorca an, oft mit Annuitätendarlehen und festen Zinssätzen. In der Regel wird dabei entweder die Immobilie auf Mallorca selbst oder eine schuldenfreie Immobilie in Deutschland als Sicherheit genutzt. Bei deutschen Banken ist die direkte Finanzierung von Mallorca-Immobilien seltener, da ihnen oft lokale Netzwerke und Marktkenntnisse fehlen. Sie bevorzugen daher Sicherheiten in Deutschland oder arbeiten mit lokalen Finanzbrokern zusammen.
Das spanische Finanzwesen setzt verstärkt auf digitale Transformation. Moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Blockchain und fortschrittliche Automatisierung werden zunehmend in Bankprozesse integriert, um Effizienz, Sicherheit und Kundenerlebnis zu verbessern. Die Einhaltung neuer EU-Standards für digitale Identitäten und der Schutz vor Cyberbedrohungen sind zentrale Themen der Branche.
Ausländische Käufer, insbesondere Deutsche, greifen häufig auf spezialisierte Finanzberater zurück, um die besten Konditionen und eine reibungslose Abwicklung zu erhalten. Die Anforderungen und Gebühren bei der Finanzierung unterscheiden sich zwischen spanischen und deutschen Banken, etwa bei Nebenkosten und der Art der Zinsbindung.
Soziales und Gesundheit
Das spanische Sozialsystem basiert auf drei zentralen Säulen: Sozialversicherung (Seguridad Social), öffentliche Gesundheitsversorgung und soziale Unterstützungsleistungen. Die Sozialversicherung deckt unter anderem Renten, Arbeitslosengeld, Krankengeld sowie Leistungen bei Invalidität ab. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen gemeinsam in dieses System ein, wodurch ein solidarisch finanziertes Modell entsteht. Auch Selbstständige sind verpflichtet, Beiträge zu leisten, die ihnen später entsprechende Leistungen sichern.
Ein zentraler Bestandteil ist die öffentliche Gesundheitsversorgung, die auf Mallorca durch das regionale Gesundheitssystem der Balearen organisiert wird. Bewohner haben Zugang zu staatlichen Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Notfalldiensten. Die medizinische Grundversorgung ist für alle registrierten Einwohner kostenlos oder stark subventioniert. In Palma befinden sich die größten Krankenhäuser der Insel, die auch spezialisierte medizinische Versorgung anbieten. Ergänzend existiert ein privater Gesundheitssektor, der vor allem von Touristen, Expats und Personen mit Zusatzversicherungen genutzt wird.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Personen ohne Einkommen können unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Unterstützung erhalten. Dazu gehören Arbeitslosengeld, Sozialhilfeprogramme sowie spezielle Hilfen für Familien, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung. Diese Leistungen werden sowohl vom spanischen Staat als auch von den autonomen Gemeinschaften verwaltet.
Auf regionaler Ebene spielt die Regierung der Balearen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung sozialer Programme. Dazu gehören Maßnahmen im Bereich Wohnungsbau, Armutsbekämpfung, Integration von Migranten sowie Unterstützung von Familien und sozial benachteiligten Gruppen. Gerade auf einer touristisch geprägten Insel wie Mallorca ist der Wohnungsmarkt ein zentrales soziales Thema, da hohe Mietpreise und saisonale Arbeitsverhältnisse zu sozialen Ungleichheiten führen können.
Auch die Gemeinden auf Mallorca übernehmen wichtige Aufgaben im sozialen Bereich. Sie betreiben Sozialdienste, kümmern sich um lokale Unterstützungsprogramme, Jugendhilfe, Seniorenbetreuung und Notfallhilfen. Besonders kleinere Gemeinden arbeiten eng mit regionalen Stellen zusammen, um soziale Leistungen direkt vor Ort bereitzustellen.
Eine besondere Rolle spielt die starke saisonale Wirtschaft der Insel. Viele Arbeitsplätze auf Mallorca sind vom Tourismus abhängig und daher befristet oder saisonal. Dies führt dazu, dass ein Teil der Bevölkerung nur zeitweise beschäftigt ist und in der Nebensaison auf staatliche Unterstützung angewiesen sein kann. Um diese Schwankungen abzufedern, gibt es flexible Sozial- und Arbeitslosenregelungen, die auf temporäre Arbeitslosigkeit reagieren.
Zusätzlich tragen verschiedene nichtstaatliche Organisationen zum Sozialsystem bei. Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen wie Caritas bieten Unterstützung für Obdachlose, Migranten und sozial schwächere Gruppen. Diese Einrichtungen ergänzen das staatliche System und sind besonders in touristischen Zentren wie Palma aktiv.
Gesundheitssystem
Das mnallorquinische Gesundheitssystemn basiert auf dem spanischen Modell und umfasst sowohl öffentliche als auch private Einrichtungen. Die medizinische Versorgung gilt als modern und qualitativ hochwertig, mit gut ausgebildetem Personal und moderner Ausstattung. Das öffentliche System wird über die Seguridad Social verwaltet. Zugang erhalten Einwohner über die Tarjeta Sanitaria Individual (SIP), die mit einer Sozialversicherungsnummer beantragt wird. Anspruch auf kostenlose medizinische Grundversorgung haben alle, die in Spanien arbeiten, Beiträge zahlen oder als Rentner gemeldet sind. Auch Familienangehörige sind mitversichert. Notfallversorgung ist für alle – auch Touristen – kostenlos und wird in öffentlichen Krankenhäusern gewährleistet. Für vorübergehende Aufenthalte reicht die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), die Notfallbehandlungen abdeckt.
Viele Residenten und Expats entscheiden sich zusätzlich für eine private Krankenversicherung, um Wartezeiten zu vermeiden und Zugang zu erweiterten Leistungen sowie mehr Komfort zu erhalten. Private Kliniken bieten eine breite Palette an spezialisierten Behandlungen, allerdings gegen Gebühr.
Die medizinische Versorgung deckt alle wichtigen Fachbereiche ab, von der Grundversorgung bis hin zu spezialisierten Disziplinen wie Kardiologie, Onkologie und Chirurgie. Öffentliche Krankenhäuser und viele Privatkliniken verfügen über mehrsprachiges Personal, oft auch deutsch- und englischsprachig, was die Kommunikation für internationale Patienten erleichtert. Die Organisation der Versorgung erfolgt über ein Hausarzt-System: Jeder Versicherte wird einem Hausarzt im lokalen Gesundheitszentrum (Centro de Salud) zugewiesen. Überweisungen zu Fachärzten laufen ebenfalls über diese Zentren.
Bei längeren Aufenthalten oder Wohnsitz auf Mallorca ist eine Anmeldung bei der spanischen Sozialversicherung verpflichtend. Für Touristen empfiehlt sich eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung, um alle Eventualitäten abzudecken.
| Krankenhaus | Standort | Typ |
| Hospital Universitari Son Espases | Palma de Mallorca | Öffentlich |
| Hospital Son Llàtzer | Palma de Mallorca | Öffentlich |
| Hospital Manacor | Manacor | Öffentlich |
| Hospital Comarcal d’Inca | Inca | Öffentlich |
| Clínica Juaneda | Palma de Mallorca | Privat |
| Hospital Juaneda Miramar | Palma de Mallorca | Privat |
| Hospital Quirónsalud Palmaplanas | Palma de Mallorca | Privat |
| Clínica Rotger | Palma de Mallorca | Privat |
| Hospital Quirónsalud Son Verí | Llucmajor | Privat |
| Hospital de Llevant | Porto Cristo | Privat |
| Clínica Juaneda Muro | Playa de Muro | Privat |
Krankheiten
Auf Mallorca treten verschiedene Krankheiten auf, die sowohl für Einheimische als auch für Touristen relevant sind. Im Jahr 2025 stehen insbesondere durch Zecken übertragene Erkrankungen im Fokus. Aufgrund eines feuchten Frühjahrs gibt es 2025 eine außergewöhnlich hohe Zeckenpopulation auf Mallorca, insbesondere der Gattung Hyalomma. Diese Zeckenart ist aggressiver als andere und kann Menschen aktiv verfolgen. Insgesamt wurden auf Mallorca bis zu 17 Zeckenarten nachgewiesen.
Die größte Sorge gilt dem Krim-Kongo-Fieber, einer Virusinfektion, die durch Hyalomma-Zecken übertragen werden kann. Diese Krankheit ist potenziell tödlich, eine Impfung oder wirksame Therapie existiert bislang nicht. In Spanien wurden bisher keine Fälle gemeldet, Experten warnen aber vor unerkannten Infektionen, die mit grippeähnlichen Symptomen verlaufen können.
Auch die durch Sandmücken übertragene Leishmaniose kommt auf Mallorca vor. Sie kann insbesondere bei längeren Aufenthalten im ländlichen Raum auftreten und schwere Verläufe verursachen.
In den letzten Jahren ist auf den Balearen ein starker Anstieg krankheitsbedingter Arbeitsausfälle zu beobachten, insbesondere in der Hotel- und Gastronomiebranche. Dies betrifft auch andere Sektoren wie Transport, Bau und Handel. Die genauen Ursachen werden nicht näher benannt, könnten aber mit Infektionskrankheiten und hoher Arbeitsbelastung zusammenhängen.
Bildung
Das Bildungssystem auf Mallorca ist vielfältig und orientiert sich am spanischen Modell, bietet aber auch internationale und deutsche Alternativen.
- Öffentliche Schulen (Colegio Público): Kostenfrei, Unterricht meist auf Spanisch und Katalanisch. Klassen sind oft groß, der Anteil katalanischsprachiger Fächer übersteigt häufig 50 %.
- Halböffentliche Schulen (Colegios Concertados): Früher Privatschulen, heute staatlich bezuschusst und mit geringen Kosten verbunden. Sie sind bei Einheimischen sehr beliebt, bieten oft ein hohes Bildungsniveau und haben lange Wartelisten.
- Private Schulen (Colegio Privado): Unabhängig vom Staat, mit eigenen Lehrplänen und meist höheren Gebühren.
- Internationale Schulen: Unterricht in verschiedenen Sprachen, darunter Englisch, Deutsch oder Französisch. Sie richten sich an ausländische Familien und Expats. Die Eurocampus Deutsche Schule Palma ist die einzige offiziell anerkannte deutsche Auslandsschule auf den Balearen. Sie bietet deutsche Abschlüsse bis zum Abitur und unterrichtet nach deutschen Lehrplänen. Spanisch und Englisch werden ab der ersten Klasse, Katalanisch als Fremdsprache unterrichtet.
Die Einschulung richtet sich nach dem Geburtsjahr, nicht nach einem Stichtag. Kinder, die 2019 geboren wurden, starten im September 2025 in die erste Klasse. Vorschulplätze (bis 3 Jahre) sind seit 2023 an öffentlichen Einrichtungen kostenlos. Ein Schuljahr umfasst 176 Schultage. Ferienzeiten sind: Weihnachtsferien (22. Dezember bis 6. Januar) und Osterferien (April), dazu kommen weitere schulfreie Tage je nach Gemeinde.
Die balearische Regierung investiert 2025 verstärkt in Schulneubauten und Erweiterungen, um dem Zuzug von EU-Ausländern und dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Neue Schulen entstehen in Caimari, Santa Margalida und Palma. Das Punktesystem für die Platzvergabe an beliebten Schulen berücksichtigt Wohnort, Arbeitsplatz der Eltern und Geschwister an der Schule. Nach der Sekundarstufe können Schüler entweder das Abitur (Bachillerato) oder eine berufliche Ausbildung (título de técnico) absolvieren.
Höhere Bildung
Die wichtigste Institution des höheren Bildungswesens ist die öffentliche Universität der Balearen, die als wichtigste Universität der Inselgruppe fungiert und ihren Hauptsitz in Palma hat. Sie bildet das akademische Zentrum der Balearen und ist für die Ausbildung eines Großteils der lokalen akademischen Fachkräfte verantwortlich.
Die Universität wurde 1978 gegründet und entstand im Zuge der Demokratisierung Spaniens sowie der Ausweitung regionaler Bildungsstrukturen nach dem Ende der Franco-Diktatur. Sie ist heute in mehrere Fakultäten gegliedert, darunter Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften sowie Gesundheits- und Sportwissenschaften. Insgesamt bietet die Universität rund 50 Studiengänge an, wodurch ein breites akademisches Spektrum abgedeckt wird. Die Zahl der Studierenden liegt bei über 13.000, während mehrere hundert wissenschaftliche Mitarbeiter in Forschung und Lehre tätig sind.
Der Hauptcampus der Universität befindet sich etwa 7,5 Kilometer außerhalb von Palma und ist architektonisch modern gestaltet. Er vereint Lehrgebäude, Forschungsinstitute, Bibliotheken und studentische Einrichtungen auf einem zusammenhängenden Gelände. Zusätzlich verfügt die Universität über angeschlossene Studien- und Forschungseinrichtungen auf den Nachbarinseln Menorca und Ibiza, wodurch sie als regionale Hochschulstruktur für die gesamte Balearen-Archipel fungiert.
Ein besonderes Merkmal der Universität der Balearen ist ihre sprachliche und kulturelle Ausrichtung. Neben Spanisch spielt Katalanisch (in seiner regionalen Form Mallorquí) eine wichtige Rolle in Lehre und Verwaltung. Die Universität ist Teil des Netzwerks „Institut Joan Lluís Vives“, einem Zusammenschluss katalanischsprachiger Hochschulen im Mittelmeerraum. Dieses Netzwerk fördert wissenschaftliche Zusammenarbeit, studentischen Austausch und die Stärkung der katalanischen Sprache im akademischen Kontext.
Neben der öffentlichen Universität existieren auf Mallorca auch private Hochschul- und Bildungseinrichtungen, die sich vor allem auf spezialisierte Studiengänge und internationale Programme konzentrieren. Diese Einrichtungen richten sich häufig an internationale Studierende oder an Berufstätige, die praxisorientierte Ausbildungen in Bereichen wie Tourismusmanagement, Wirtschaft, Design oder Gastronomie absolvieren.
Ein zentraler Bestandteil der höheren Bildung auf Mallorca ist zudem die enge Verbindung zur regionalen Wirtschaft. Besonders der Tourismussektor spielt eine wichtige Rolle, weshalb Studiengänge in Hotelmanagement, Tourismuswissenschaften und Betriebswirtschaft stark nachgefragt sind. Praktika und Kooperationen mit Hotels, Reiseunternehmen und Dienstleistern sind ein fester Bestandteil vieler Studienprogramme.
Die Universität und andere Bildungseinrichtungen tragen auch zur Forschung über regionale Themen bei, etwa zur Umwelt der Balearen, zur Meeresbiologie, zur Tourismusentwicklung oder zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen. Dadurch besitzt die höhere Bildung auf Mallorca nicht nur eine akademische, sondern auch eine wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Funktion.
Bibliotheken und Archive
Mallorca bietet eine vielfältige Bibliothekslandschaft mit öffentlichen, spezialisierten und kulturell bedeutenden Einrichtungen sowie interessanten Archiven:
- Als größte öffentliche Bibliothek Mallorcas bietet die Biblioteca de Palma-Can Sales ein umfassendes Medienangebot, moderne Arbeitsplätze und regelmäßige kulturelle Veranstaltungen. Sie ist zentral gelegen und ein wichtiger Treffpunkt für Studenten und Forscher.
- Die Biblioteca Lluís Alemany ist Teil des Kulturzentrums La Misericordia und spezialisiert sich auf mallorquinische und balearische Literatur sowie historische Bestände.
- Die Biblioteca de Cultura Artesana ist auf Kunst, Handwerk und Kultur spezialisiert und bietet eine einzigartige Sammlung für Kreative, Kunsthistoriker und Kulturschaffende. Sie ist ebenfalls barrierefrei und im Kulturzentrum La Misericordia Die Insel war und ist eine Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler. Die wichtigsten sind: untergebracht.
- Die moderne, barrierefreie Biblioteca Municipal de Ca’n Picafort im Norden Mallorcas bietet ein breites Angebot an Medien für alle Altersgruppen.
- Im Herzen von Palma gelegen, gilt die Biblioteca de Cort als kultureller Schatz und ist für ihre ruhige Atmosphäre und ihre historischen Bestände bekannt.
- La Biblioteca de Babel ist eine Kombination aus Buchhandlung, Café und Weinbar ist ein Geheimtipp in Palma. Sie bietet eine große Auswahl an Büchern in verschiedenen Sprachen und ist ein beliebter Treffpunkt für Literaturfreunde und Kreative.
- Das Planas-Archiv (Casa Planas) ist ein bedeutendes kulturelles und künstlerisches Archiv auf Mallorca, das insbesondere durch Residenzprogramme und Kooperationen mit dem Goethe-Institut internationale Aufmerksamkeit genießt.
Kultur
Lange vor den Stränden haben sich die Besucher der Insel für die zahlreichen Denkmäler, bedeutenden Gebäude, Museen, Kunstgalerien und die Literatur Mallorcas interessiert. Aber nicht nur die Monumente und Sehenswürdigkeiten von Palma – die Kathedrale, das Schloss von Bellver, der Palacio Real, die Lonja, das Gran Hotel, das Museo de Mallorca, Patrizierhäuser wie Can Vivot, Can Oleza, Casal Solleric und etwa zwanzig Galerien für moderne Kunst-, sondern auch die Klöster, die Verteidigungstürme, Kirchen, Rathäuser und Museen der 52 anderen Städte Mallorcas bilden den architektonischen und künstlerischen Reichtum Mallorcas.
Die jährlich sich wiederholende Spielzeit der Oper, die Abonnementskonzerte des Sinfonieorchesters Ciutat de Palma oder das Programm Un invierno en Mallorca bereichern das kulturelle Leben in den Wintermonaten, und im Sommer sind es die Festivals für klassische Musik im Freien oder die Konzerte für moderne Musik, Jazz sowie Ballett- und Theateraufführungen.
Die öffentlichen Stiftungen tragen ihren Teil bei, Kunst zu verbreiten und sich an ihr zu erfreuen. Die Stiftungen Pilar und Joan Miró, la Caixa, Sa Nostra und March erweitern das Angebot an Ausstellungen, die regelmäßig in den staatlichen Ausstellungszentren Sa Llotja, Casal Solleric, Ses Voltes, Bellas Artes oder Casa de Cultura besichtigt werden können.
Die literarischen und pädagogischen Zyklen, die von oder Universität der Balearen zusammen mit privaten Institutionen durchgeführt werden, finden in den komfortablen und technisch gut ausgerüsteten Veranstaltungssälen in und außerhalb der Hauptstadt statt.
Museen
Die wichtigsten Museen der Insel sind:
- Regionalmuseum von Artà
- Es Baluard
- Els Calderers
- Museu Ca’n Prunera
- Historisches Museum von Manacor
- Museu Etnològic Muro
- Fortalesa de Sant Carles
- Son Marroig
- Kartause von Valldemossa
Architektur
Mallorca besitzt eine reiche und vielschichtige Architekturgeschichte, die wie ein offenes Buch die verschiedenen Epochen und Kulturen widerspiegelt, die auf der Insel gewirkt haben. Von den prähistorischen Monumenten über maurische Einflüsse, katalanische Gotik und barocke Pracht bis hin zur modernen Tourismusarchitektur erzählt die Baukunst Mallorcas von Kontinuität und Wandel, von Verteidigung und Repräsentation sowie von der Anpassung an die mediterrane Landschaft und das knappe Wasser.
Die ältesten erhaltenen Bauwerke sind die Talaiots der Bronze- und Eisenzeit. Diese monumentalen Zyklopenbauten aus großen, unbehauenen Steinblöcken prägen noch heute das Landschaftsbild, besonders bei Siedlungen wie Ses Païsses, Capocorb Vell oder Son Fornés. Sie zeugen von einer hochentwickelten Gesellschaft, die ohne Mörtel massive Türme und Mauern errichten konnte.
Mit der arabischen Herrschaft ab dem 10. Jahrhundert kamen neue Bautechniken und ästhetische Prinzipien auf die Insel. Die Mauren führten den typischen Marès-Stein als bevorzugtes Baumaterial ein, legten Gärten mit Bewässerungssystemen an und errichteten Bäder, Zisternen und befestigte Landhäuser. Obwohl die meisten maurischen Bauwerke nach der christlichen Rückeroberung 1229 zerstört oder überbaut wurden, blieben Spuren in Form von Aljibes (Regenwasserspeichern), Qanats und Gartenanlagen erhalten.
Die katalanisch-gotische Epoche hinterließ die bedeutendsten sakralen Bauwerke. Die Kathedrale von Palma, La Seu, ist das herausragendste Beispiel. Mit ihrem imposanten Kirchenschiff, den filigranen Fenstern und der einzigartigen Rosette gilt sie als eines der schönsten gotischen Bauwerke am Mittelmeer. Weitere bedeutende gotische Kirchen finden sich in Manacor, Llucmajor und Inca. Typisch für diese Zeit sind die wehrhaften Kirchburgen und Klöster, die sowohl spirituellen als auch defensiven Zwecken dienten.
Charakteristisch für die ländliche Architektur Mallorcas sind die großen Landgüter, die sogenannten Possessions. Diese weitläufigen Höfe bestehen aus einem herrschaftlichen Wohnhaus, Wirtschaftsgebäuden, Ölmühlen, Ställen und oft einer eigenen Kapelle. Dicke Mauern aus Marès-Stein, kleine Fenster zur Abwehr der Sommerhitze, flache Dächer mit Regenrinnen und große Innenhöfe prägen ihr Erscheinungsbild. Viele dieser Possessions in der Serra de Tramuntana sind heute als luxuriöse Agrotourismus-Unterkünfte genutzt.
In den Dörfern und Städten entwickelte sich eine dichte, organisch gewachsene Bebauung. Enge Gassen, hohe Häuser mit typischen „Casals“ (Stadthäusern) des Bürgertums, schmiedeeisernen Gittern vor den Fenstern und grünen Fensterläden bestimmen das Ortsbild. Besonders schön sind die Altstädte von Palma, Pollença, Sóller und Alcúdia mit ihren Renaissance- und Barockfassaden. Der Barock erreichte auf Mallorca eine eigene, etwas zurückhaltendere Ausprägung, die sich vor allem in reich verzierten Kirchenportalen, Altaraufbauten und Klöstern zeigt.
Ein besonderes Merkmal mallorquinischer Architektur sind die Trockensteinmauern (Marges), die besonders in der Serra de Tramuntana terrassierte Landschaften schaffen. Diese 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Kulturlandschaften verbinden Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Ästhetik auf vollkommene Weise.
Im 20. Jahrhundert brachte der Tourismusboom eine neue Bauphase. Die 1960er und 1970er Jahre waren von teilweise chaotischer, massiver Hotelarchitektur in Magaluf, Arenal und Cala Millor geprägt. Ab den 1990er Jahren setzte jedoch eine Qualitätswende ein. Architekten wie Rafael Moneo, Álvaro Siza oder einheimische Büros entwickelten zeitgenössische Projekte, die moderne Formen mit traditionellen Elementen verbinden – etwa durch die Verwendung von Marès-Stein, großen Schattenspendern und offenen Innenhöfen. Nachhaltige Architektur mit passiver Kühlung, Photovoltaik und Integration in die Landschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Heute steht die Architektur Mallorcas vor der Herausforderung, zwischen Erhalt des historischen Erbes, modernen Wohnbedürfnissen und den Anforderungen eines weiter wachsenden Tourismus zu vermitteln. Die behutsame Restaurierung alter Possessions, die Revitalisierung von Ortskernen und der verantwortungsvolle Neubau von Hotels und Villen prägen die aktuelle Entwicklung.
Wichige architektonischen Sehenswürdigkeiten:
- Castell de Bellver – Festungsanlage in Palma
- Castell d’Alaró – Burgruine in 825 Meter Höhe auf dem Puig d’Alaró bei Alaró
- Castell del Rei – In 476 Meter Höhe bei Pollença
- Castell de Capdepera – Innerhalb des Ortes Capdepera
- Castell de Santueri – In 320 Meter Höhe bei Felanitx
- Castell de sa Punta de n’Amer – Wehrturm zwischen Cala Millor und Sa Coma
- Es Baluard – Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst Palma
- Ferrocarril de Sóller – Eine historische Eisenbahn von Palma nach Sóller
- La Granja – Weingut und Museum für mallorquinisches Leben
- La Seu – Kathedrale von Palma
- Planetarium Mallorca in Costitx
- Santuari de Lluc – Kloster bei Escorca im Nordwesten
- Ses Païsses – Talaiot-Siedlung bei Artà
- Son Marroig – Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert zwischen Deià und Valldemossa
Klöster und Einsiedeleien:
- Cartoixa de Valldemossa
- Ermita de Betlem (Artà)
- Ermita de Bonany (Petra, in 317 m Höhe)
- Ermita de la Trinitat (Valldemossa, in 540 m Höhe)
- Ermita de la Victòria (bei Alcúdia, in 400 m Höhe)
- Ermita de Santa Magdalena (Inca, in 304 m Höhe)
- Ermita de Sant Miquel (Montuiri, in 246 m Höhe
- La Trapa (bei Sant Elm)
- Santuari de Cura (Puig de Randa, Algaida, in 540 m Höhe)
- Santuari de Lluc (Escorca/Lluc in 550 m Höhe)
- Santuari de Montision (Porreres, in 263 m Höhe)
- Santuari de Sant Salvador (Felanitx, in 510 m Höhe)
- Santuari des Puig de Maria (Pollença, in 333 m Höhe)
Bildende Kunst
- Joan Miró: Der katalanische Surrealist verbrachte ab 1956 einen Großteil seines Lebens auf Mallorca. Seine Werke, geprägt von leuchtenden Farben und abstrakten Formen, sind in der Fundació Pilar i Joan Miró in Palma zu sehen. Die Stiftung bewahrt sein Atelier und eine umfangreiche Sammlung seiner Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen.
- Miquel Barceló: Geboren 1957 in Felanitx, zählt Barceló zu den international bekanntesten zeitgenössischen Künstlern Spaniens. Seine Arbeiten umfassen Malerei, Skulptur und Keramik und sind durch innovative Materialverwendung sowie mediterrane Themen gekennzeichnet. Barceló vertritt Mallorca weltweit, etwa mit seiner Installation im UN-Menschenrechtsrat in Genf.
- Hermenegildo Anglada-Camarasa: Ein Pionier der Moderne, der Anfang des 20. Jahrhunderts nach Mallorca zog. Seine Werke, beeinflusst von Jugendstil und Modernismus, zeigen oft mallorquinische Landschaften und Feste. Sie sind im Museu Fundación Juan March in Palma ausgestellt.
- Pilar Montaner de Sureda: Eine bedeutende Malerin des frühen 20. Jahrhunderts, deren impressionistische Werke das tägliche Leben und die Landschaft Mallorcas einfangen.
- Francesca Martí: In Sóller geboren, arbeitet sie international mit verschiedensten Medien wie Malerei, Skulptur, Fotografie und Performance. Ihre Werke sind oft gesellschaftskritisch und politisch aufgeladen.
- Joan Àvila: Bekannt für großflächige, farbenfrohe Gemälde auf Holz, die Graffiti-Elemente und Letterismus verbinden. Viele seiner Werke sind in Palma zu sehen.
- Rolf Schaffner: Der deutsche Bildhauer prägte vor allem Santanyí mit monumentalen Steinskulpturen und öffentlichen Installationen. Sein Werk „Equilibrio“ ist Teil eines europaweiten Kunstprojekts, das Frieden und Demokratie symbolisiert.
- Gustavo: Ein Maler, der seit seiner Kindheit auf Mallorca lebt und von Joan Miró beeinflusst wurde.
Mallorca bietet zahlreiche Museen, Galerien und Kunstzentren, darunter die Fundació Pilar i Joan Miró, das Museu Fundación Juan March und viele zeitgenössische Galerien in Palma. Die Insel ist auch für ihre Kunstfestivals und eine aktive lokale Kunstszene bekannt.
Literatur
Die Entwicklung der mallorquinischen Literatur ist eng mit der historischen Entwicklung der Insel verbunden. In der frühen Zeit war schriftliche Literatur stark religiös geprägt und wurde vor allem in Klöstern und kirchlichen Kontexten produziert. Nach der Eroberung durch Jaume I. im Jahr 1229 setzte sich zunehmend die katalanische Sprache als Literatursprache durch. Über Jahrhunderte blieb die literarische Produktion jedoch vergleichsweise begrenzt und konzentrierte sich auf religiöse Texte, Chroniken und juristische Schriften. Erst im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich eine eigenständige moderne Literatur auf Mallorca.
Ein zentraler Bestandteil der heutigen mallorquinischen Literatur ist die starke Verwendung der katalanischen Sprache, die nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch Ausdruck kultureller Identität ist. Viele Autorinnen und Autoren nutzen bewusst Mallorquí, um die Besonderheit der Inselkultur zu betonen und sich von der zentralspanischen Literatur abzugrenzen. Gleichzeitig schreiben einige auch auf Spanisch, um ein breiteres Publikum zu erreichen.
Zu den bedeutendsten Autoren gehört Llorenç Villalonga, dessen Werk „Das Puppenkabinett des Senyor Bearn“ (original „Bearn o la sala de les nines“) als Klassiker der modernen katalanischen Literatur gilt. In seinen Romanen beschreibt er den Niedergang der traditionellen mallorquinischen Aristokratie und den gesellschaftlichen Wandel der Insel im 20. Jahrhundert. Ebenso international bekannt ist Carme Riera, die als eine der wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen der Insel gilt und sowohl auf Katalanisch als auch auf Spanisch schreibt. Ihre Werke thematisieren häufig Erinnerung, weibliche Identität und historische Brüche.
Weitere bedeutende Stimmen der modernen mallorquinischen Literatur sind Autoren wie Baltasar Porcel, Blai Bonet, Biel Mesquida, Miquel Bauçà, Antònia Vicens, Maria de la Pau Janer, José Carlos Llop sowie zahlreiche zeitgenössische Lyriker und Essayisten. Besonders auffällig ist die Vielfalt der Genres: Neben Romanen spielen auch Lyrik, Kriminalliteratur, Essays und experimentelle Texte eine wichtige Rolle.
Die Themen der mallorquinischen Literatur sind stark mit der Insel verbunden. Häufig stehen Landschaft, Meer, ländliche Strukturen und soziale Veränderungen im Mittelpunkt. Ein zentrales Motiv ist der Übergang von einer agrarisch geprägten Gesellschaft zu einer modernen, vom Tourismus dominierten Wirtschaft. Viele Werke setzen sich kritisch mit diesem Wandel auseinander und reflektieren die Auswirkungen auf Identität, Sprache und Lebensweise. Auch historische Ereignisse wie der Spanische Bürgerkrieg oder die Franco-Diktatur sind wiederkehrende Themen, oft dargestellt durch familiäre Erzählungen und individuelle Schicksale.
Neben der einheimischen Literatur haben auch ausländische Autoren das literarische Bild Mallorcas geprägt. Besonders bekannt ist George Sand, die mit ihrem Werk „Ein Winter auf Mallorca“ im 19. Jahrhundert ein eindrucksvolles literarisches Porträt der Insel schuf. Auch Robert Graves, der lange in Deià lebte, trug wesentlich zur internationalen Wahrnehmung Mallorcas als Ort künstlerischer Inspiration bei.
Theater
Mallorca verfügt über eine lebendige Theaterszene, die von großen historischen Spielstätten in Palma bis zu einzigartigen Dinnershows und lokalen Kulturzentren auf der ganzen Insel reicht. Das Teatre Principal de Palma ist das bekannteste und historischste Theater in Palma. Es bietet das Teatre Principal ein reichhaltiges Programm an Opern, Ballett, Schauspiel und Konzerten in einem wunderschön restaurierten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.
Das Auditòrium de Palma ist ein wichtiger Veranstaltungsort für Live-Musik, Theater und große Aufführungen und zeichnet sich durch seine geräumigen, modernen Einrichtungen, seine familienfreundliche Atmosphäre und sein vielfältiges Programm aus, auch wenn es aufgrund seiner Größe weniger intim wirkt als andere historische Theater.
Das Pirates Adventure Theater, Magaluf ist berühmt für seine energiegeladenen akrobatischen Dinnershows, ist das Pirates Adventure Theater ein einzigartiges Mallorca-Erlebnis.
Das Teatre del Mar ist für sein innovatives Programm und seine Lage am Meer bekannt. Es bietet eine Mischung aus zeitgenössischem Theater, Konzerten und Gemeinschaftsveranstaltungen in einem intimeren Rahmen.
Das Teatre d‘Artà in der Stadt Artà ist bekannt für sein gemeinschaftsorientiertes Programm und sein zugängliches Design.
Als kulturelles Zentrum wird das Teatro de Manacor für seine einladende Atmosphäre, seine Zugänglichkeit und seine abwechslungsreichen Aufführungen gelobt, die einen Einblick in die lokale Kunstszene der Insel außerhalb der Hauptstadt bieten.
Als modernes Stadttheater in Palma ist das Xesc Forteza dafür bekannt, lokale Talente zu unterstützen und eine breite Palette von Produktionen zu veranstalten, die von Theaterstücken bis hin zu Festivals reichen und vor allem diejenigen ansprechen, die sich für die zeitgenössische mallorquinische Kultur interessieren.
Als einziges erhaltenes römisches Theater auf der Insel bietet das Teatre Pollentia in Alcúdia eine einzigartige Mischung aus Geschichte und Kultur, perfekt für Besucher, die sich für archäologische Stätten und Freilichtaufführungen interessieren, auch wenn das Programm im Vergleich zu modernen Spielstätten eher begrenzt ist.
Film
Das unabhängige Cineciutat in Palma ist bekannt für sein abwechslungsreiches Programm, darunter viele Filme in Originalsprache (auch Deutsch und Englisch) sowie Arthouse-Produktionen. Cineciutat hebt sich durch seine kulturelle Vielfalt, familien-freundliche Atmosphäre und regelmäßige Sonderveranstaltungen ab. Einziger Nachteil: Das Kino liegt im Stadtgebiet und ist mittwochs geschlossen.
Das Kino im Mallorca Fashion Outlet bietet moderne Säle, ein familienfreundliches Umfeld und ist besonders gut zugänglich (inklusive Wickelräume und Spielplatz). Hier laufen aktuelle Blockbuster und gelegentlich Filme in Originalversion.
Das Cines Artesiete Fan im Einkaufszentrum Fan in Palma bietet 3D-Technik, familienfreundliche Atmosphäre und ein breites Snackangebot. Es ist ideal für Familien und Gruppen, die aktuelle Filme in moderner Umgebung genießen möchten. Die Filmauswahl ist vielfältig, aber vorrangig auf Blockbuster ausgerichtet.
Multicines Manacor ist ein großes, barrierefreies Kino im Osten der Insel, das regelmäßig aktuelle Filme zeigt und besonders während Kino-Aktionstagen mit günstigen Tickets punktet. Das Kino ist ideal für Besucher außerhalb Palmas, das Programm ist aber meist auf spanische und internationale Mainstream-Filme fokussiert.
Musik und Tanz
Die Wurzeln der mallorquinischen Musik reichen bis in die Antike zurück, doch ihre heutige Form entstand vor allem im Mittelalter. Nach der Eroberung durch Jaume I. im Jahr 1229 wurden katalanische Musiktraditionen auf die Insel gebracht, die sich mit bereits vorhandenen arabisch-islamischen und mediterranen Einflüssen vermischten. Besonders die arabische Epoche hinterließ Spuren in Rhythmik, Instrumentenbau und melodischen Strukturen, auch wenn viele dieser Einflüsse heute nur indirekt erkennbar sind.
Ein zentrales Element der traditionellen Musik ist der „Ball de Bot“, eine Gruppe volkstümlicher Tänze, die eng mit Musik verbunden sind. Dazu gehören verschiedene Tanzformen wie „Jota“, „Fandango“ oder „Bolero“. Diese Tänze werden traditionell bei Dorffesten, religiösen Feierlichkeiten und öffentlichen Veranstaltungen aufgeführt. Die Musik dazu wird meist von kleinen Ensembles gespielt, die typische Instrumente verwenden und eine lebhafte, rhythmische Begleitung erzeugen.
Zu den charakteristischen traditionellen Instrumenten gehört vor allem die „xeremia“ (eine Art Dudelsack), die besonders auf Mallorca und den übrigen Balearen verbreitet ist. Daneben spielen Flöten, Trommeln, Gitarren und kleine Saiteninstrumente eine wichtige Rolle. Die „xeremia“ hat einen kräftigen, durchdringenden Klang und ist besonders bei Festumzügen und religiösen Prozessionen zu hören. Sie gilt als eines der wichtigsten Symbole der traditionellen Musik der Insel.
Religiöse Musik spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle in der musikalischen Tradition Mallorcas. In Kirchen und Klöstern wurden über Jahrhunderte gregorianische Gesänge, liturgische Musik und mehrstimmige Chorwerke gepflegt. Besonders während der Semana Santa (Karwoche) in Palma sind traditionelle religiöse Gesänge und Prozessionen ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens.
Neben der ländlichen Volksmusik existiert auch eine starke maritime Musiktradition. Fischer und Seeleute entwickelten eigene Lieder, die sogenannte „cançó de la mar“ (Meereslieder), die oft von Arbeit, Gefahr auf See und dem Leben an der Küste erzählen. Diese Lieder wurden häufig spontan gesungen und dienten sowohl der Unterhaltung als auch der gemeinsamen Rhythmusgebung bei der Arbeit.
Im 19. und 20. Jahrhundert begann die traditionelle Musik zunehmend in den Hintergrund zu treten, da moderne Musikformen und der Einfluss des Festlandes zunahmen. Dennoch blieb sie in vielen Dörfern erhalten und wurde durch Volksmusikgruppen, Kulturvereine und lokale Festivals bewahrt. Seit dem späten 20. Jahrhundert erlebt sie eine erneute Aufwertung im Zuge der kulturellen Identitätsbewegung der Balearen.
Heute wird traditionelle Musik auf Mallorca vor allem bei Festen, folkloristischen Veranstaltungen und kulturellen Events gepflegt. Gruppen in Trachten führen „Ball de Bot“-Tänze auf, während traditionelle Instrumente weiterhin gelehrt und gespielt werden. Gleichzeitig verbinden viele moderne Musiker traditionelle Elemente mit zeitgenössischen Stilen wie Pop, Rock oder Jazz, wodurch eine lebendige Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart entsteht.
Die wichtigen traditionellen Instrumente sind:
- Xeremies: Eine Art Dudelsack, der aus einem Ledersack (sarró) besteht, in den Luft geblasen wird. Er hat eine Melodiepfeife (grall) und mehrere Bordune (trompa und fillols), die den typischen hellen, durchdringenden Klang erzeugen. Die Xeremies begleiten seit Jahrhunderten Feste und Lebensereignisse auf Mallorca und sind ein Symbol der lokalen Musiktradition.
- Flabiol: Eine kleine 5-Loch-Flöte, die oft zusammen mit der Xeremia und der kleinen Trommel (tamborí) gespielt wird. Dieses Trio ist typisch für traditionelle mallorquinische Musikensembles.
- Tamborí: Eine kleine Trommel, die den Rhythmus vorgibt und zusammen mit Flabiol und Xeremies ein klassisches Klangbild schafft.
- Ximbomba: Ein Reibtrommel-Instrument, das vor allem bei der Fiesta von Sant Antoni im Januar eine wichtige Rolle spielt. Es erzeugt durch Reiben an einem Stab einen tiefen, vibrierenden Ton und ist eng mit folkloristischen Ritualen verbunden.
- Bandúrria, Guitarrós, Violinen, Kastagnetten und Triangeln: Ergänzen die traditionelle Instrumentierung und bereichern das Klangspektrum der mallorquinischen Musik.
Die Musik begleitet viele traditionelle Tänze und Feste, darunter die danzas de los cossiers (Tänze der Cossiers) aus Orten wie Montuïri und Pollença, die Cavallets (Pferdetänze) und weitere Tänze zu Festen wie Sant Joan Pelós. Diese Tänze sind oft mit spezifischen Melodien verbunden, die von den traditionellen Instrumenten gespielt werden. Die Musiktradition ist lebendig und wird heute von Folkloregruppen gepflegt, die das kulturelle Erbe Mallorcas bewahren und weiterentwickeln.
Während der Sommersaison bietet Mallorca ein vielfältiges Musikangebot mit großen Festivals, Konzerten und speziellen Events für unterschiedliche Musikgeschmäcker:
- Mallorca Live Festival (12. bis 14. Juni 2025, Calvià): Das größte Musikfestival der Balearen mit internationalen Top-Acts wie Massive Attack, Iggy Pop, Bad Gyal und vielen weiteren. Es zieht jährlich über 65.000 Besucher an und findet im ehemaligen Aquapark Calvià statt.
- Festival de Música de Deià (4. Juni bis 24. September 2025): Hochkarätige klassische Konzerte an außergewöhnlichen Orten wie Son Marroig und Fundació Miró Mallorca mit internationalen Künstlern und Orchestern.
- Port Adriano Music Festival (August 2025): Konzerte mit bekannten Künstlern wie Los Secretos, Boney M. und Bonnie Tyler in Port Adriano, Calvià.
- Danzû FSTVL (Juli bis September 2025): Elektronische Musik mit Top-DJs wie Carl Cox und Richie Hawtin, ideal für Fans von Techno und Hard-Techno.
- Reggaeton Beach Festival (12. und 13. Juli 2025, Son Fusteret): Festival mit internationalen Reggaeton-Stars wie El Alfa, Blessd und Sech.
Weitere Konzerte und Events in Palma und Umgebung finden regelmäßig in Locations wie Es Gremi, Sala Esgremi, Purobeach Illetas und Son Fusteret statt, darunter auch Auftritte von Künstlern wie Marc Anthony, Pastora Soler und Alejandro Fernández. Zusätzlich gibt es zahlreiche lokale Festivals im Juli, die traditionelle Feste und Musik feiern.
Kleidung
Die traditionelle Kleidung auf Mallorca ist unter dem Begriff „Vestit de pagès“ bekannt und stellt einen wichtigen Teil der kulturellen Identität der Insel dar. Sie geht auf die ländliche Bevölkerung zurück und spiegelt deren Lebensweise, soziale Struktur und historische Entwicklung wider. Ursprünglich war diese Kleidung Alltagskleidung der Bauernschaft, entwickelte sich jedoch im Laufe der Zeit zu einem Symbol für Tradition, Identität und folkloristische Darstellung.
Die Entstehung der mallorquinischen Tracht ist eng mit der agrarisch geprägten Gesellschaft verbunden. Über Jahrhunderte orientierte sich die ländliche Bevölkerung zwar an modischen Einflüssen der städtischen Oberschicht, passte diese jedoch an praktische Bedürfnisse wie Feldarbeit, Klima und soziale Stellung an. Dadurch entstand eine funktionale, aber zugleich ästhetisch vielfältige Kleidung, die regionale Unterschiede, Wohlstand und familiäre Traditionen sichtbar machte.
Die Frauentracht ist besonders komplex aufgebaut und besteht aus mehreren Schichten. Grundlage bildet ein langes Trägerkleid, das je nach Jahreszeit mit unterschiedlich warmen oder leichten Röcken („Faldetes“) kombiniert wird. Darunter tragen Frauen Unterröcke sowie teilweise einen Reifrock, der dem Kleid Volumen verleiht. Darüber kommt eine Korsage oder ein eng anliegendes Mieder, das die Körperform betont und zugleich Halt bietet. Die Schultern und der Oberkörper werden häufig durch feine Stoffe, Tücher oder die traditionelle Kopfbedeckung ergänzt.
Ein charakteristisches Element ist der sogenannte „Rebosillo“, eine Kombination aus Haube und Kopftuch, das das Haar vollständig oder teilweise bedeckt. Diese Kopfbedeckung hatte nicht nur praktische Gründe, etwa Schutz vor Sonne und Staub, sondern auch soziale Bedeutung, da sie den Familienstand und die soziale Stellung der Trägerin anzeigen konnte. Auffällig sind zudem die kunstvoll gestalteten Knöpfe an Ärmeln und Mieder. Diese waren nicht nur dekorativ, sondern auch ein Symbol für Wohlstand, da hochwertige Materialien und aufwendige Verarbeitung teuer waren. Da durch die Kopfbedeckung kaum Schmuck sichtbar war, wurden besondere Verzierungen oft direkt in die Kleidung integriert.
Die Stoffe der Frauentracht variieren stark je nach sozialem Status und Anlass. Während einfache Bauernkleidung aus Leinen oder grober Wolle bestand, wurden für festliche Anlässe auch Seide und feine Baumwollstoffe verwendet. Schürzen, Röcke und Mieder konnten reich bestickt oder mit dekorativen Mustern versehen sein. Ergänzt wurde die Kleidung häufig durch religiöse Symbole wie Rosenkränze, kleine Kreuze oder Medaillons, die sowohl Glauben als auch Schutz symbolisierten.
Die Männertracht ist im Vergleich funktionaler, aber ebenfalls vielschichtig aufgebaut. Sie besteht traditionell aus weiten Pluderhosen oder Kniehosen, die mit Kordeln oder Bändern am Körper fixiert werden. Dazu kommen ein Hemd aus Leinen oder Baumwolle, eine Weste oder kurze Jacke sowie ein breiter Hüftgürtel, der den Rücken stützen sollte, insbesondere bei körperlich schwerer Arbeit auf dem Feld. In kälteren Jahreszeiten wurde zusätzlich ein Umhang („Capa“) getragen, der Schutz vor Wind und Regen bot.
Das Schuhwerk bestand häufig aus einfachen Espadrilles oder traditionellen Leder- und Holzsandalen, den sogenannten „Albarcas“. Diese waren robust und für die Arbeit auf unebenem Gelände geeignet. Kopfbedeckungen wie Hüte oder Tücher waren ebenfalls üblich und hatten sowohl praktischen als auch sozialen Charakter. Besonders in ländlichen Regionen konnte die Kleidung Hinweise auf Herkunft, Beruf oder Vermögensverhältnisse geben.
Im Alltag wurde die traditionelle Kleidung im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend durch moderne Mode ersetzt. Besonders mit der wirtschaftlichen Modernisierung und dem Aufstieg des Tourismus in den 1950er- und 1960er-Jahren verschwand die Tracht weitgehend aus dem täglichen Leben. Heute wird sie hauptsächlich bei folkloristischen Veranstaltungen, religiösen Festen, Dorffeiern und touristischen Darbietungen getragen.
Kulinarik und Gastronomie
Mallorcas Küche ist nicht identisch mit der spanischen. Wohl haben Paella und gazpacho, Riojaweine und Sangria längst auch die Gaumen der Insulaner erobert, und selbstverständlich wird auch auf den Balearen mit Olivenöl gekocht. Doch obwohl das Gros der Hotelküchen, der cafeterías und der Restaurants mehr Internationales als Regionales anbietet, gibt es eine eigenständige cuina mallorquina, die jedoch immer fremden Einflüssen ausgesetzt war und ist. Waren es einst Römer und Araber, so sind es heute eben die Nordländer, die zu Veränderungen von Rezepten und Essgewohnheiten beitragen.
Auf jeden Fall wird man der Inselküche nicht gerecht, wenn man sie - wie häufig zu hören und zu lesen ist - mit Attributen wie simpel und deftig abtut. Mallorquinisch kochen heißt auf frische Zutaten zurückgreifen und besondere Sorgfalt auf ihre Zubereitung legen. Mit Zackzack kommt man ihr nicht bei, schon gar nicht mit Büchsen und Tiefgefrorenem. Das Tausend-Betten-Hotel mit All-inclusive-Angebot und Schichtessen im riesigen Speisesaal kann der Inselküche nicht einmal annähernd gerecht werden.
Ein anderer, scharfer Konkurrent ist der Grill. Sein Siegeszug durch die Insellokale scheint unaufhaltsam, denn nicht nur Fremde, sondern auch Einheimische lieben zunehmend Fleisch und Fisch à la planxa/plancha.
Wo sich verstärkt Prominenz, Schickeria und geltungsbedürftige Neureiche niederlassen, dürfen namhafte Meisterköche nicht fehlen. Ein halbes Dutzend klingender Namen wie Joseph Sauerschell (Es Racó des Teix), Koldo Royo (Palma) und Gerhard Schwaiger (Tristan, Port de Portals) stehen für eine internationale Haute Cuisine. Ihre Kreationen können wohl mediterran genannt werden, mallorquinisch jedoch kaum. Zudem geht ein Besuch in diesen zum Teil mit Michelinsternen ausgezeichneten Etablissements naturgemäß tüchtig ins Geld. Aber bei der kolossalen Menge von 2600 cafeterías und 2800 Restaurants kommen auch normal verdienende Feriengäste zu einem leckeren Essen. Der Einfluss der Inselgäste hat auf die Essenszeiten der Einheimischen abgefärbt; früher als in anderen spanischen Regionen, nämlich mittags schon ab 13 Uhr, abends ab 20 Uhr, geht man essen, vor allem in kleineren Städten und im Winter.
Selbstverständlich ist Mallorca als spanische Region ein Weinland, wenngleich das Bier (cerveza) immer beliebter wird. In den letzten Jahren konnten Mallorcaweine ihren guten Ruf zurückgewinnen, den sie über Jahrhunderte hatten, bevor ihn die Reblausplage am Ende des 19. Jhs. ruinierte. Die meisten mallorquinischen Rotweine werden aus der Manto-Negro-Traube gekeltert. Das Gütesiegel für kontrollierte Herkunftsbezeichnung Denominació d'Origen tragen die Weine aus der Region Binissalem und dem Llevant. Weinkenner schätzen Tropfen aus den Bodegas Franja Roja der Brüder Ferrer in Binissalem, den Bodegas Jaume Mesquida in Porreres, den Bodegues Miquel Oliver in Petra, von Vins Miguel Gelabert in Manacor und Macía Batle aus Santa Maria. Mallorquiner trinken Wein in Maßen zum Mittag- und zum Abendessen, dazu steht meistens eine Flasche Wasser (aigo/agua) mit (amb/con) oder ohne (sense/sin) Kohlensäure (gas) auf dem Tisch. Erfrischendes Getränk in den Sommermonaten ist die horchata d'Ametla (Mandelmilch). Einheimische trinken zum Frühstück einen café con leche (Milchkaffee), nach dem Essen einen café (Espresso) oder einen cortado (Espresso mit Milch). Der Sekt firmiert als cava. Liköre bestellt man als chupito. Salut! Sowohl in cafeterías wie in Restaurants werden fast immer unverlangt Brot und Oliven auf den Tisch gestellt. Sie tauchen - wie auch das cubierto, Besteck - später meist auf der Rechnung auf, pro Person mit 50 Cent bis 1,50 Euro.
Die wichtigsten malloquinischen Speisen sind:
- albergínies farcides: mit Hack gefüllte Auberginen
- arròs brut („schmutziger Reis“) heißt so wegen seiner Safranfärbung; Reiseintopf mit drei Sorten Fleisch
- arròs de peix i marísc: Suppe aus dem Sud kleiner Mittelmeerfische mit Reis, Fisch und Meeresfrüchten
- conill amb cebes: Kaninchenstücke im Sud von Zwiebelgemüse
- ensaimada: Hefeteigschnecke, mit Puderzucker überstreut - oft kopiert, nur auf den Balearen erreicht
- frit mallorquí. klein geschnittene Innereien und Gemüse mit viel Knoblauch und Fenchel
- gató amb gelat d‘Ametla: der beliebteste Inselnachtisch: lockerer Mandelkuchen mit Mandeleis
- llom (colóm) amb col: mallorquinische Kohlroulade mit Schweinefleisch oder Täubchen in einem Sud aus Wein, Speck, Rosinen und Pinienkernen
- pa amb oli („pambóli“ gesprochen): mit dem Mark der hartschaligen remallet-Tomate wird die Brotscheibe eingerieben, Öl und Salz darüber - fertig. Obendrauf kommt jamón serrano (luftgetrockneter Schinken), Käse oder sobrasada (paprikarote Schweinemettwurst)
- panades: Pasteten mit Lammfleischfüllung (vor allem zu Ostern)
- porcella: Spanferkel, das am besten schmeckt, wenn es frisch vom selben Tag ist
- sopas mallorquines: keine Suppe, sondern ein Kohl-Schweinefleisch-Topf auf dünnen Brotscheiben, den sopas, die zuvor in der Sonne getrocknet wurden
- torró: Pasteten aus Mandelmasse, Schokolade oder Nüssen
- trempó: typischer Sommersalat aus Tomaten-, Zwiebel- und grünen Paprikawürfeln in Olivenöl
Festkultur
In Mallorca gelten die folgenden Feiertage:
| Datum | Feiertag / Fest | Beschreibung / Ort |
| 1. Januar | Neujahr (Cap d'Any / Año Nuevo) | Inselweit, Beginn des neuen Jahres |
| 6. Januar | Dreikönigstag (Els Reis Mags) | Inselweit, traditionell mit Umzügen |
| 17. Januar | Sant Antoni | In vielen Gemeinden, z.B. Artà, Manacor |
| 1. März | Tag der Balearen (Dia de les Illes Balears) | Regionaler Feiertag zu Ehren der Balearen |
| 17. April | Gründonnerstag (Dijous Sant) | Kirchliche Feier, Teil der Semana Santa |
| 18. April | Karfreitag (Divendres Sant) | Teil der Osterfeierlichkeiten |
| 20./21. April | Ostersonntag und Ostermontag | In Palma ist Ostermontag ein besonderer Feiertag |
| 1. Mai | Tag der Arbeit (Dia del Traball) | Inselweit, gesetzlicher Feiertag |
| 15. August | Mariä Himmelfahrt (L'Assumpció) | Inselweit, großes religiöses Fest |
| 12. Oktober | Spanischer Nationalfeiertag (Día de la Hispanidad) | Inselweit, Nationalfeiertag Spaniens |
| 1. November | Allerheiligen (Dia de Todos los Santos) | Inselweit, Gedenken an Verstorbene |
| 6. Dezember | Tag der spanischen Verfassung (Día de la Constitución) | Inselweit, gesetzlicher Feiertag |
| 8. Dezember | Mariä Empfängnis (Inmaculada Concepción) | Inselweit, religiöser Feiertag |
| 25./26. Dezember | Weihnachten (Día de Navidad) | Inselweit, Weihnachtsfeiertage |
Traditionelle Feste und Bräuche sind:
- Sant Antoni (17. Januar): Besonders gefeiert in vielen Gemeinden mit Lagerfeuern, Umzügen und Festen zu Ehren des Schutzheiligen der Tiere.
- Balearen-Tag (1. März): Feier der balearischen Kultur und Traditionen.
- Semana Santa (Osterwoche): Mit Prozessionen und religiösen Veranstaltungen in vielen Orten.
- Nit de Sant Joan (Johannisnacht, 23./24. Juni): Traditionelles Fest mit Feuer und Feiern zur Sommersonnenwende.
- Es Firó in Sóller (Mai): Historisches Fest mit Nachstellung von Schlachten und Umzügen.
- Ball de Bot: Traditioneller mallorquinischer Volkstanz, der oft an Feiertagen aufgeführt wird.
Zusätzlich hat jede Gemeinde das Recht, eigene lokale Feiertage zu bestimmen, wie zum Beispiel in Palma der 20. Januar (Sant Sebastià) und der 21. April (Ostermontag).
Medien
Ein zentraler Bestandteil der Medienstruktur ist die regionale Presse. Tageszeitungen und Wochenblätter berichten sowohl über lokale Ereignisse auf Mallorca als auch über nationale und internationale Themen. Besonders wichtig sind dabei regionale Nachrichten zu Politik, Tourismus, Wirtschaft, Umwelt und gesellschaftlichen Entwicklungen. Viele Medien richten sich zugleich an die große internationale Bevölkerung der Insel und veröffentlichen Inhalte teilweise auch in Englisch oder Deutsch, da Mallorca ein starkes Ziel für Auswanderer und Touristen ist.
Die öffentliche Rundfunkversorgung wird in Spanien zentral durch staatliche und regionale Sender organisiert. Auf den Balearen existieren eigene regionale Medienangebote, die Nachrichten und Programme mit lokalem Bezug produzieren. Diese berichten insbesondere über politische Entscheidungen der autonomen Regierung der Balearen sowie über Ereignisse in Gemeinden wie Palma. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung der katalanischen Sprache und der regionalen Kultur.
Neben den öffentlichen Medien gibt es eine Vielzahl privater Radiosender auf Mallorca. Diese bieten ein breites Programm von Musik über Unterhaltung bis hin zu lokalen Nachrichten. Radiosender sind auf der Insel besonders wichtig, da sie schnelle Informationen über Verkehr, Wetter, Tourismus und Veranstaltungen liefern. Auch hier wird häufig zwischen Spanisch und Katalanisch gewechselt, je nach Zielgruppe und Format.
Das Fernsehen auf Mallorca ist ebenfalls Teil des spanischen Gesamtsystems, wird jedoch durch regionale Inhalte ergänzt. Neben nationalen Sendern wie RTVE existieren regionale Programme, die sich speziell an die Bevölkerung der Balearen richten. Diese Sender berichten über politische Entwicklungen, kulturelle Veranstaltungen, lokale Wirtschaft und gesellschaftliche Themen der Inselgruppe. Besonders in der touristischen Hochsaison spielen auch Wetterberichte und Sicherheitsinformationen eine wichtige Rolle.
In den letzten Jahrzehnten hat die digitale Medienlandschaft stark an Bedeutung gewonnen. Online-Nachrichtenportale, soziale Netzwerke und digitale Magazine sind heute zentrale Informationsquellen für Einwohner und Besucher. Viele traditionelle Medien haben ihre Inhalte ins Internet verlagert und bieten aktuelle Nachrichten, Videos und Livestreams an. Auch Tourismusunternehmen und öffentliche Institutionen nutzen digitale Kanäle intensiv zur Kommunikation.
Ein besonderes Merkmal der Medien auf Mallorca ist ihre starke Abhängigkeit vom Tourismus. Viele Medien berichten regelmäßig über Reiseinformationen, Flugverbindungen, Hotelpreise, Wetterbedingungen und Veranstaltungen. Gleichzeitig existieren auch Medien, die sich speziell an internationale Communities richten, etwa deutsch- oder englischsprachige Zeitungen und Onlineportale, die auf die große Zahl ausländischer Residenten und Urlauber auf der Insel reagieren.
Die sprachliche Situation ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Katalanisch (Mallorquí) ist neben Spanisch offizielle Amtssprache, was sich auch in den Medien widerspiegelt. Viele Programme, Zeitungen und Radiosendungen sind zweisprachig gestaltet. Diese sprachliche Vielfalt trägt zur kulturellen Identität der Insel bei, führt aber auch dazu, dass Medienangebote stark segmentiert sind.
Zeitungen
- Última Hora (spanisch/kastilisch) – gegründet 1893, Verlagsgruppe Grup Serra / Grupo Serra
- Diario de Mallorca (spanisch/kastilisch) – Verlagsgruppe Editorial Prensa Ibérica
- Diari de Balears (katalanisch) – gegründet 1923, Verlagsgruppe Grup Serra / Grupo Serra
- El Mundo Ausgabe: Baleares (kastilisch/katalanisch), Verlagsgruppe RCS MediaGroup.
- Majorca Daily Bulletin (englisch) – gegründet 1962, Verlagsgruppe Grup Serra / Grupo Serra
- Mallorca Zeitung (deutsch) – Verlagsgruppe Editorial Prensa Ibérica
- Mallorca Magazin (deutsch) – gegründet 1971, Verlagsgruppe Grup Serra / Grupo Serra
- EL AVISO (deutsch) – gegründet 1998, kostenloses Anzeigenblatt der EL AVISO de Mallorca S.L.
- Associació de la Premsa Forana de Mallorca (katalanisch), gegründet 1978, Verlagsgruppe mit 46 Regionale Zeitschriften.
Radiosender
- Cadena Dial (103,9 MHz)
- Cope (99,2 MHz)
- Europa FM (102,6 MHz)
- Flaix FM (100,6 MHz)
- IB3-Radio (Alcúdia/Andratx/Sóller 89,2 MHz, Calvià 92,7 MHz, Capdepera 96,4 MHz, Palma 106,8 MHz, Pollença 89,7 MHz)
- Inselradio (95,8 MHz, deutsch)
- Kiss (Palma 89,5 MHz)
- Los 40 Principales (94,1 MHz)
- M80 (Palma 102,3 MHz)
- Maxima FM (Palma 106.1 MHz)
- Muro Radio (Muro 107,1 MHz)
- Onda Melodia (95,1 MHz)
- Radio Artà (Artà 107,9 MHz)
- Radio Balear (Alcúdia 101,9 MHz, Inca 101,4 MHz, Palma 99,9 MHz)
- Radio Calvià (Calvià 107,4 MHz)
- Radio Clásica (Palma 87,9 MHz, Pollença 95,4 MHz)
- Radio Diario (103,9 MHz)
- Radio 3 (92,3 MHz)
- Radio 3, Alfabia (Pollença 97,4 MHz)
- Radio 5 Todo Noticias (Palma 104,5 MHz, Pollença 99,7 MHz)
- Radio GlobalFM Mallorca (90,4 MHz)
- Radio Mallorca – Cadena Ser (103,2 MHz)
- Ràdio Murta (Montuïri 88,4 oder 91,8 MHz)
- Radio Nacional de España (90,1 MHz, Palma 93,2 MHz)
- Radio Última Hora Punto Radio (98,8 MHz, im Norden der Insel 100,2 MHz)
Der terrestrische Fernsehempfang ist auf Mallorca seit dem 11. Januar 2010 vollständig auf den digitalen Fernsehempfang umgestellt und nur noch über einen DVB-T-Empfänger möglich. Bisher gab es nur 12 analoge Fernsehprogramme. Insgesamt 36 Kanäle werden durch den neuen digitalen Fernseh-Empfang unterstützt, davon werden acht der neuen Sender in katalanischer Sprache ausgestrahlt.
- IB 3
- T.V.E. Balear
- M-7
- Canal 4
- TV 3
- Deutsches Mallorca TV
Kommunikation
Die Telefonvorwahl für Mallorca lautet 0(34)971. Die Postleitzahlen beginnen mit 07xxx:
| Ort | Postleitzahl (PLZ) |
|---|---|
| Palma | 07001 – 07015 |
| Alcúdia | 07400 |
| Manacor | 07500 |
| Inca | 07300 |
| Calvià | 07181 – 07184 |
| Sóller | 07100 |
Sport
Auf Mallorca domoniert der Wassersport. Als Insel ist Mallorca naturgemäß stark auf Aktivitäten im und auf dem Meer ausgerichtet. Entlang der Küsten gibt es zahlreiche Angebote für Segeln, Windsurfen, Kitesurfen, Tauchen, Schnorcheln, Kajakfahren und Wasserski. Viele Küstenorte verfügen über professionelle Schulen und Sporthäfen, in denen sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene trainieren können. Besonders die geschützten Buchten im Süden und Osten sowie die offenen Gewässer im Norden bieten ideale Bedingungen für unterschiedliche Disziplinen. Auch das Hochsee-Segeln spielt eine wichtige Rolle, da Mallorca im westlichen Mittelmeer ein bedeutender Ausgangspunkt für Regatten und Segelveranstaltungen ist.
Ein weiterer zentraler Bereich ist der Radsport, der auf Mallorca international bekannt ist. Die Insel gilt als eines der wichtigsten Wintertrainingsziele für Profi-Radteams aus ganz Europa. Besonders im Winterhalbjahr nutzen viele Mannschaften die ruhigen Straßen und das milde Klima für Trainingslager. Die Kombination aus flachen Strecken im Inselinneren und anspruchsvollen Anstiegen in der Serra de Tramuntana macht Mallorca ideal für Ausdauer- und Bergtraining. Auch der Breitensport hat stark zugenommen, da viele Hobbyradfahrer die gut ausgebauten Routen und die landschaftliche Vielfalt schätzen.
Die Gebirgsregion der Serra de Tramuntana ist ein Zentrum für Outdoor- und Bergsportarten. Hier werden vor allem Wandern (Trekking), Klettern, Trailrunning und Mountainbiking betrieben. Zahlreiche markierte Wanderwege, darunter historische Pfade und alte Verbindungswege zwischen Dörfern, machen die Region zu einem beliebten Ziel für Natur- und Sportsportler. Die Kombination aus steilen Felsformationen, Meerblick und mediterraner Vegetation schafft dabei ein einzigartiges sportliches Umfeld.
Auch der Golfsport ist auf Mallorca stark verbreitet und zählt zu den wichtigsten Premium-Sportarten der Insel. Es gibt über 20 Golfplätze, die über die gesamte Insel verteilt sind, darunter Anlagen wie Golf Son Gual, Son Muntaner, Son Vida, Alcanada oder Pula Golf. Viele dieser Plätze sind landschaftlich besonders attraktiv gelegen und ziehen sowohl internationale Touristen als auch professionelle Spieler an. Golf ist eng mit dem Luxustourismus auf Mallorca verbunden und spielt wirtschaftlich eine bedeutende Rolle.
Tennis hat ebenfalls eine lange Tradition auf der Insel. In Orten wie Paguera, Son Vida, Santa Ponsa und Portals Nous existieren größere Tennisanlagen, die sowohl Trainings- als auch Wettkampfmöglichkeiten bieten. Aufgrund des milden Klimas kann Tennis fast ganzjährig im Freien gespielt werden, was die Insel auch für internationale Trainingscamps attraktiv macht.
Im Bereich Pferdesport sind insbesondere Trabrennen (Hippodrom-Sport) verbreitet. In Städten wie Palma und Manacor finden regelmäßig Rennen auf speziellen Rennbahnen statt. Diese Veranstaltungen sind nicht nur sportliche Wettkämpfe, sondern auch gesellschaftliche Ereignisse, die Besucher aus der gesamten Region anziehen.
Die Infrastruktur für Schwimmen und Wassersport wird durch moderne Sportzentren ergänzt. In Palma gibt es mehrere große Anlagen mit Schwimmhallen, Fitnessbereichen und Trainingsmöglichkeiten. Ein bedeutendes Zentrum ist das Schwimm- und Sportkomplex Son Hugo, das im Zuge der Universiade 1999 modernisiert wurde und seither für nationale und internationale Wettkämpfe genutzt wird.
Auch der Fußball spielt eine wichtige Rolle im sportlichen Leben der Insel. Der wichtigste Verein ist der Fußballclub RCD Mallorca, der im Stadion Son Moix in Palma seine Heimspiele austrägt. Der Club ist regelmäßig in den spanischen Profiligen vertreten und besitzt eine große lokale Fangemeinde. Fußball ist insgesamt die populärste Mannschaftssportart auf der Insel, ergänzt durch zahlreiche Amateurvereine in den Gemeinden.
Fußball
Der wichtigste Fußballverein auf Mallorca ist der RCD Mallorca, der als sportliches Aushängeschild der Insel gilt und eng mit der Identität und dem gesellschaftlichen Leben der Inselhauptstadt Palma verbunden ist. Der Verein spielt in der höchsten spanischen Spielklasse, der Primera División (La Liga), und gehört damit zur Elite des spanischen Profifußballs, in dem auch internationale Spitzenklubs wie der FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid vertreten sind.
Gegründet wurde der Verein ursprünglich im frühen 20. Jahrhundert und hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil des spanischen Profifußballs entwickelt. Seine Heimspiele trägt der Klub im modernen Stadion Estadi Mallorca Son Moix aus, das in Palma liegt und mehrere zehntausend Zuschauer fasst. Das Stadion ist nicht nur Sportstätte, sondern auch ein wichtiger Veranstaltungsort für große Events auf der Insel und symbolisiert die Professionalisierung des Fußballs auf Mallorca.
Der Verein ist unter mehreren Spitznamen bekannt, die seine Geschichte und regionale Identität widerspiegeln. Dazu gehören „Els Barralets“, „Bermellones“ und „Rojinegros“. Diese Bezeichnungen beziehen sich vor allem auf die traditionellen Vereinsfarben Rot und Schwarz und werden von Fans und Medien gleichermaßen verwendet. Die starke emotionale Bindung zwischen Verein und Anhängerschaft zeigt sich besonders bei Heimspielen, die regelmäßig eine sehr lebendige Atmosphäre erzeugen.
Sportlich hat sich der RCD Mallorca in den letzten Jahren als stabiler Erstligist etabliert, nachdem der Verein zuvor mehrfach zwischen erster und zweiter Liga gewechselt war. Die Teilnahme an der La Liga bedeutet für den Klub regelmäßige Begegnungen mit den größten Mannschaften Spaniens. Spiele gegen den FC Barcelona, Real Madrid oder Atlético Madrid zählen zu den sportlichen Höhepunkten jeder Saison und ziehen sowohl lokale Fans als auch internationale Besucher an.
Für die Saison 2025/26 wurde der Kader gezielt verstärkt, um die Wettbewerbsfähigkeit in der Liga zu sichern. Zu den bekannten Zugängen zählen unter anderem der japanische Stürmer Takuma Asano, der vom VfL Bochum kam, sowie der Verteidiger Mateu Morey, der zuvor bei Borussia Dortmund spielte. Solche Transfers zeigen die internationale Ausrichtung des Vereins und seine Fähigkeit, Spieler aus verschiedenen europäischen Ligen zu integrieren.
Auch der Spielplan der Saison unterstreicht die Bedeutung des Vereins im spanischen Fußball. Bereits zum Saisonauftakt trifft der RCD Mallorca auf den FC Barcelona, wobei das Spiel am 16. oder 17. August 2025 in Palma ausgetragen wird. Solche Begegnungen sind sportlich und medial besonders bedeutend und werden international verfolgt.
Der RCD Mallorca ist jedoch weit mehr als nur ein Sportverein. Er spielt eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben der Insel. Heimspiele im Estadi Mallorca Son Moix sind regelmäßige Treffpunkte für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und werden sowohl von Einheimischen als auch von Touristen besucht. Besonders in der Hauptsaison tragen Fußballspiele zur touristischen Attraktivität der Insel bei und verbinden Sport mit Freizeit- und Erlebniswert.
Persönlichkeiten
Die wichtigsten auf Mallorca geborenen Persönlichkeiten sind:
- Al-Humaydi (1029 bis nach 1070), maurischer Historiker, auf Mallorca geboren
- Ramon Llull (um 1232 bis 1316), Theologe und Philosoph, Seliger der katholischen Kirche
- Abraham Cresques (1325 bis um 1387), Kartograf jüdischer Abstammung, zeichnete 1375 den katalanischen Weltatlas
- Catalina Thomás (1531 bis 1574), Nonne, Heilige der katholischen Kirche
- Junípero Serra (1713 bis 1784), Franziskaner, als Missionar Gründer von u. a. San Diego und Los Angeles, Heiliger der katholischen Kirche
- Francinaina Cirer Carbonell (1781 bis 1855), Ordensschwester, Selige der katholischen Kirche
- George Sand (1804 bis 1876), französische Schriftstellerin (Reisebericht „Ein Winter auf Mallorca“)
- Heinrich Moritz Willkomm (1821 bis 1895), Botaniker und Reiseschriftsteller (Reisebericht „Spanien und die Balearen. Reiseerlebnisse und Naturschilderungen nebst wissenschaftlichen Zusätzen und Erläuterungen“)
- Alexander Pagenstecher (1825 bis 1889), deutscher Arzt und Zoologe (Reisebericht „Die Insel Mallorka“)
- Valeriano Weyler y Nicolau (1838 bis 1930), General und Gouverneur
- Ricardo Anckermann (1842 bis 1907), Maler
- Eusebi Estada (1843 bis 1907), Bauingenieur und Autor
- Antonio Maura Montaner (1853 bis 1925), um 1900 der bedeutendste Politiker Spaniens, mehrfach Ministerpräsident Spaniens
- Miquel Costa i Llobera (1854 bis 1922), Theologe, Schriftsteller und Dichter
- Joan Alcover i Maspons (1854 bis 1926), Dichter, Essayist und Politiker
- Santiago Rusiñol (1861 bis 1931), spanischer Maler und Autor (Essay „Die Insel der Ruhe“)
- Hermenegildo Anglada Camarasa (1871 bis 1959), spanischer Maler
- Juan March (1880 bis 1962), Unternehmer und Bankier, der zum reichsten Mann Spaniens aufstieg
- Georges Bernanos (1888 bis 1948), französischer Schriftsteller (Pamphlet „Die großen Friedhöfe unter dem Mond“)
- Karl Otten (1889 bis 1963), deutscher Schriftsteller (Roman „Torquemadas Schatten“)
- Robert Graves (1895 bis 1985), britischer Schriftsteller
- Llorenç Villalonga (1897 bis 1980), Schriftsteller und Psychiater
- Antonio Parietti (1899 bis 1979), Bauingenieur
- Albert Vigoleis Thelen (1903 bis 1989), deutscher Schriftsteller (Roman „Die Insel des zweiten Gesichts“)
- Anton Zischka (1904 bis 1997), österreichischer Sachbuchautor
- Hasso Schützendorf (1924 bis 2003), deutscher Unternehmer
- Jürgen Drews (* 1945), deutscher Schlagersänger
- Miquel Barceló (* 1957), Maler und Bildhauer
- Frank Hanebuth (* 1964), ehemaliger Präsident des mittlerweile aufgelösten Hells-Angels-Charters von Hannover
- Oliver Flesch (* 1969), ehemaliger Hamburger Foto-Reporter, nun neurechter Youtuber
- Holger Apfel (* 1970), ehemaliger Bundesvorsitzender der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), 2014 bis 2017 Kneipier auf Mallorca
- Rafael Nadal (* 1986), Tennisspieler
- Bartolomé Salvá Vidal (* 1986), Tennisspieler
- Daniela Katzenberger (* 1986), deutsche Reality-Show-Darstellerin
- Jorge Lorenzo (* 1987), mehrfacher Moto-GP-Weltmeister
- Marco Asensio (* 1996), Fußballspieler bei Real Madrid
- Richard David Precht (* 1964), Philosoph und Buchautor. (Zweitwohnsitz)
- Guillermo Timoner (1926 bis 2023), Radrennfahrer, sechsfacher Weltmeister und erfolgreichster Steher aller Zeiten
Fremdenverkehr
Der Tourismus bildet das Rückgrat der balearischen wie auch der mallorquinischen Wirtschaft. 1960 besuchten rund 360.000 Besucher die Insel, 1970 waren es bereits mehr als 2 Millionen. Im Jahr 2007 kamen rund 9,91 Millionen Touristen, von denen etwa 35,8 % (3,548 Millionen) Deutsche, 23,2 % (2,3 Millionen) Briten und 21,6 % (2,14 Millionen) Festlandsspanier waren. Damit liegt die Insel deutlich vor der zweitwichtigsten Touristenregion Spaniens, Katalonien. Schweizer und Österreicher bildeten einen Anteil von 2,3 % (230.700) bzw. 1,5 % (146.564) an den Touristen auf Mallorca.
Der Flughafen Son Sant Joan fertigte 2007 rund 23 Millionen Fluggäste ab, wovon 9,9 Millionen auf die touristischen Besucher der Insel entfallen. Damit reisten gut 98 % der Mallorca-Touristen mit dem Flugzeug an, nur 203.000 kamen per Schiff auf die Insel. Insgesamt stehen den Gästen 287.438 gemeldete Hotelbetten in 1.603 Hotelanlagen zur Verfügung (die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Betten wird nach Schätzungen mit rund 80.000 angenommen). Die 2002 begonnene Belegung des Tourismus' mit einer Sonderabgabe („Ökotaxe“, ecotasa) wurde 2003 wieder eingestellt.
| Jahr | Hotels / Pensionen | Bettenanzahl |
| 1989 | 1.711 | 241.730 |
| 1990 | 1.802 | 268.134 |
| 1991 | 1.708 | 267.198 |
| 1992 | 1.677 | 268.021 |
| 1993 | 1.471 | 259.175 |
| 1994 | 1.429 | 258.948 |
| 1995 | 1.425 | 260.180 |
| 1996 | 1.429 | 261.826 |
| 1997 | 1.426 | 265.720 |
| 1998 | 1.452 | 268.564 |
| 1999 | 1.480 | 273.637 |
| 2000 | 1.491 | 276.661 |
| 2001 | 1.517 | 279.797 |
| 2002 | 1.543 | 281.316 |
| 2003 | 1.559 | 283.436 |
| 2004 | 1.586 | 285.718 |
| 2005 | 1.596 | 286.048 |
| 2006 | 1.604 | 286.231 |
| 2007 | 1.603 | 287.438 |
| 2008 | 1.587 | 285.370 |
| 2009 | 1.592 | 285.065 |
Die Mehrzahl der Touristen stammt aus Deutschland und Großbritannien. Geradezu zum Symbol für den deutschen Massentourismus, der jedoch weite Teile der Insel nicht berührt, ist der Ort S’Arenal geworden. Für den englischen Tourismus hat Magaluf eine ähnliche Bedeutung. Es gibt aber auch eine nicht geringe Zahl von Individualtouristen, die etwa in der Serra de Tramuntana wandern oder Rad fahren und etwa 35.000 ausländische Residenten, die sich auf Mallorca niedergelassen haben und sich zum Teil auch in die dortige Gesellschaft integrieren.
Die Entwicklung des Tourismus auf Mallorca ist derzeit einem Wandel unterworfen. Die massive Expansion des Fremdenverkehrs hat auf Mallorca zu massiven Umweltproblemen und einem sinkenden Qualitätsstandard vieler Ferienresorts geführt: Die Wasserversorgung auf Mallorca ist an ihre Grenzen gestoßen. Die natürliche Wasserarmut der Insel wurde durch den Massentourismus noch verschärft und bedroht seither die heimische Flora und Fauna. Nur über den Betrieb von kostspieligen Wasseraufbereitungsanlagen und dem Import von Wasserreserven kann der hohe Bedarf der Hotel- und Golfanlagen gedeckt werden. Gleichzeitig gelangen aufgrund von saisonalen Überlastungen der Kläranlagen Abwässer ungefiltert in die Badebuchten und bringen das sensible Ökosystem der Unterwasserwelt aus dem Gleichgewicht. Schwächen in der Abfallentsorgung und nicht mehr genutzte Hotels stellen ein weiteres Problem der Tourismushochburgen dar, deren Bebauungsstruktur zudem die Zersiedlung vorantreibt und so die ursprüngliche Landschaft zerstört.
Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, sollen zum Beispiel im Bereich der Playa de Palma, die als ein wichtiges Zentrum des Massentourismus gilt, drei Milliarden Euro investiert werden: Abbau oder Modernisierung veralteter Hotelanlagen und die Verbesserung und Schaffung von Park- und Grünanlagen sollen den Stadtteil als ersten in Europa klimaneutral machen und langfristig als Urlaubsregion für Touristen mit gehobenen Ansprüchen attraktiver machen.
Gästezahlen:
| Rang | Herkunftsland | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 |
| 1 | Deutschland | 2.224.709 | 3.308.604 | 3.450.687 | 3.710.313 | 3.710.313 | 3.450.687 | 3.308.604 | 2.224.709 |
| 2 | Großbritannien | 1.324.294 | 1.898.838 | 1.986.354 | 2.105.981 | 2.105.981 | 1.986.354 | 1.898.838 | 1.324.294 |
| 3 | Spanien | 759.825 | 1.195.822 | 1.192.033 | 985.557 | 985.557 | 1.192.033 | 1.195.822 | 759.825 |
| 4 | Skandinavien | 387.875 | 572.041 | 668.328 | 758.637 | 758.637 | 668.328 | 572.041 | 387.875 |
| 5 | Benelux | 284.845 | 368.930 | 360.973 | 363.911 | 363.911 | 360.973 | 368.930 | 284.845 |
| 6 | Frankreich | 187.589 | 316.124 | 349.712 | 337.891 | 337.891 | 349.712 | 316.124 | 187.589 |
| 7 | Schweiz | 188.826 | 280.401 | 292,226 | 312.491 | 312.491 | 292,226 | 280.401 | 188.826 |
| 8 | Österreich | 107.991 | 181.993 | 138.287 | 160.890 | 160.890 | 138.287 | 181.993 | 107.991 |
| 9 | Italien | 135.535 | 200.851 | 173.680 | 154.227 | 154.227 | 173.680 | 200.851 | 135.535 |
| 10 | Irland | 68.456 | 158.646 | 115.164 | 104.827 | 104.827 | 115.164 | 158.646 | 68.456 |
Die Infrastruktur für den Tourismus in fast allen touristischen Zentren der Insel ist stark ausgebaut worden. Reisebüros organisieren Tagesausflüge, bei denen man unter anderem die Höhlen von Porto Cristo und Artà, die römischen Ruinen von Pollentia in Alcúdia, den Strand von Formentor, die Kartause von Valldemossa, den Hafen von Cala Figuera und die Inseln Dragonera und Cabrera besuchen kann.
Andere Möglichkeiten bieten Aquaparks, Auto-Safaris, Delphinarium, Anlagen mit exotischen Vögeln, historische Gärten, oder der Naturpark s’Albufera bei Alcúdia. Das Nachtleben zeigt sich in den touristischen Zentren von Palma und anderen Orten auf Mallorca an ganzen Straßen, wo sich Bars, Pubs und Diskotheken aneinanderreihen. Ein Spielcasino besteht 20 km von Palma entfernt. Mallorca ist auch berühmt für seine Mandelblüte, die jedes Jahr eine Vielzahl von Touristen anlockt.
Die Unterbringungsmöglichkeiten auf Mallorca sind äußerst vielfältig und spiegeln die starke touristische Prägung der Insel wider. Als eine der wichtigsten Ferienregionen Europas verfügt Mallorca über ein breit ausgebautes Beherbergungssystem, das von einfachen Hostels über familiengeführte Hotels bis hin zu internationalen Luxusanlagen reicht. Die Unterkünfte sind dabei eng an die Küstenregionen, touristischen Zentren und die Inselhauptstadt Palma gebunden.
Ein zentraler Bestandteil der Unterbringung ist die klassische Hotellerie. In den großen Tourismusgebieten entlang der Küsten – etwa in Palma, Magaluf, Alcúdia, Cala d’Or oder Cala Millor – finden sich zahlreiche Hotels verschiedener Kategorien. Diese reichen von einfachen Zwei- und Drei-Sterne-Hotels für preisbewusste Reisende bis hin zu exklusiven Fünf-Sterne-Resorts mit Wellness-, Spa- und All-Inclusive-Angeboten. Viele dieser Hotels sind saisonal ausgerichtet und öffnen vor allem in den Sommermonaten, wenn die touristische Nachfrage besonders hoch ist.
Eine besonders wichtige Rolle spielen auf Mallorca Ferienwohnungen und Ferienhäuser (sogenannte „Villas“ oder „Fincas“). Diese Unterbringungsform hat in den letzten Jahren stark zugenommen und richtet sich sowohl an Individualtouristen als auch an Familien und Langzeiturlauber. Besonders im Inselinneren und in ländlichen Regionen werden traditionelle Bauernhäuser, sogenannte Fincas, zu Ferienunterkünften umgebaut. Diese bieten oft viel Privatsphäre, große Grundstücke und einen direkten Bezug zur mallorquinischen Landschaft.
Gleichzeitig ist der Bereich der ländlichen Unterkünfte stark reguliert worden. Aufgrund der steigenden Nachfrage und der Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt wurden gesetzliche Regelungen eingeführt, die die Vermietung von Ferienwohnungen einschränken und lizenzpflichtig machen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Wohnraum für Einheimische zu schützen und eine nachhaltigere touristische Entwicklung zu fördern.
Neben Hotels und Ferienwohnungen existiert auf Mallorca auch ein Netzwerk von Hostels und Budget-Unterkünften, die besonders bei jungen Reisenden, Rucksacktouristen und digitalen Nomaden beliebt sind. Diese Unterkünfte bieten meist Mehrbettzimmer, Gemeinschaftsküchen und soziale Treffpunkte und befinden sich häufig in urbanen Zentren oder nahe an Stränden.
Ein weiteres wichtiges Segment ist der Agrotourismus. Dabei handelt es sich um Unterkünfte auf landwirtschaftlichen Anwesen, die Besuchern Einblicke in das ländliche Leben Mallorcas ermöglichen. Gäste wohnen dabei oft in restaurierten Landgütern und können regionale Produkte, traditionelle Landwirtschaft und die Natur der Insel erleben. Diese Form des Tourismus verbindet Erholung mit kultureller Authentizität und Nachhaltigkeit.
Luxusunterkünfte spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle, insbesondere im Westen und Südwesten der Insel sowie in exklusiven Wohngegenden rund um Palma. Hier finden sich hochwertige Resorts, Boutique-Hotels, Villenanlagen und private Anwesen, die oft international vermarktet werden und prominente Gäste anziehen. Diese Unterkünfte sind eng mit dem gehobenen Tourismussegment verbunden, das einen wichtigen Teil der Inselwirtschaft ausmacht.
Auch Camping- und Naturunterkünfte existieren, wenn auch in deutlich begrenzter Form. Aufgrund strenger Umwelt- und Naturschutzgesetze ist wildes Camping auf Mallorca stark eingeschränkt. Offizielle Campingplätze bieten jedoch einfache Übernachtungsmöglichkeiten für naturverbundene Reisende, oft in Küstennähe oder in Gebieten mit landschaftlicher Attraktivität.
Literatur
- wikipedia = https://es.wikipedia.org/wiki/Categor%C3%ADa:Mallorca
- wikitravel = https://wikitravel.org/de/Mallorca
- wikivoyage = https://de.wikivoyage.org/wiki/Mallorca
- Harald Braem: Die Balearen. Auf den Spuren von Hirten, Kriegern und Piraten, München 1989
- Elvira Distler (hg.): Mallorca - Insel des Lichts. Ein Lesebuch, München 1999
- Felix Karlinger / Ulrike Ehrgott (hg.): Märchen aus Mallorca, Reinbek bei Hamburg 1994
- Alexander Märker (hg.): Märchen aus Mallorca, Frankfurt am Main 1992
- Hans Strelocke: Mallorca, Menorca. Kulturelle Stätten und landschaftliche Schönheiten der großen Balearen-Inseln, 9. Auflage, Köln 1994
Reiseberichte
- Mallorca Blog = https://viel-unterwegs.de/reiseziele/spanien/mallorca/
- Bremis Reisewelt: Mallorca, die wilde wunderschöne Insel = https://www.michaela-brennahl.de/reisebericht/europa/mallorca-10-2014/
- Immerreisen: Mandelblüte vor See-uind Bergkulisse = https://www.immerreisen.de/reiseziele/europa/spanien/mallorca/
- Sommertage: Unser Road Trip auf Mallorca = https://www.sommertage.com/road-trip-auf-mallorca-highlights-video/
- Urlaubsgeschichten - Mallorca = https://urlaubsgeschichten.at/category/europa/spanien/mallorca/
Videos
- Mallorca im Sommer (ARD) = https://www.ardmediathek.de/video/expedition-in-die-heimat/mallorca-im-sommer/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE3MjI0OTI
- Mallorca 2025 via Drone = https://www.youtube.com/watch?v=iqy8ylanb0A
- Beautiful Mallorca, Aerial Drone = https://www.youtube.com/watch?v=0lmbW6elpxQ
- Mallorca - Spanische Insel der Sehnsucht = https://www.youtube.com/watch?v=WBKmZ0vIhH4
- Mallorca - Insel vor dem Kollaps = https://www.youtube.com/watch?v=IMUsBmSUPCI
- Grenzenlos - Die Welt entdecken auf Mallorca ? https://www.youtube.com/watch?v=XdLHumiapoc
- World Travel Guide - Mallorca 2024 = https://www.youtube.com/watch?v=fk7BVIYny_g
- Palma de Mallorca (WDR) = https://www.youtube.com/watch?v=PV2Nz9y862U
Atlas
- Mallorca, openstreetmap = htthttps://www.openstreetmap.org/#map=10/39.5432/2.6505
- Mallorca, ADAC = https://maps.adac.de/show/mallorca
- Mallorca, zoom = https://zoom.earth/places/balearic-islands/mallorca/
- Mallorca, Satellit = https://satellites.pro/Sol_de_Mallorca_map
- Mallorca, interaktiv = https://www.mallorca.es/en/interactive-map
Reiseangebote
Studienreisen - Palma de Mallorca = https://at.studienreisen.de/stadtdetails/palma-de-mallorca-spanien
Studiosus: Mallorca - Insel mit vielen Gesichtern = https://www.studiosus.com/Spanien/0962--Mallorca-Insel-mit-vielen-Gesichtern--Fluganreise
SRD: Mallorca, Entdeckung neuer Facetten einer fast bekannten Insel = https://www.srd-reisen.de/reiseangebot/mallorca/
Studienreisen Mallorca = https://at.studienreisen.de/studienreise_280224.html
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