Amager: Unterschied zwischen den Versionen

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Amager ist ein Teil der dä-nischen Hauptstadt Kopenhagen, zugleich eine der am dichtesten besiedelten Inseln Europas. Hier befinden sich dicht gedrängte Siedlungen, die den Großteil der Insel überwuchern. Und dazu kommt als Krönung der internationale Flughafen von Kopenhagen.
Amager ist ein Teil der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, zugleich eine der am dichtesten besiedelten Inseln Europas. Hier befinden sich dicht gedrängte Siedlungen, die den Großteil der Insel überwuchern. Und dazu kommt als Krönung der internationale Flughafen von Kopenhagen.
 
{{Inselsteckbrief|offizieller Name=Amager|alternative Bezeichnungen=Amak (veraltet deutsch), Lorteøen (Spottname)|Kategorie=Meeresinsel|Inseltyp=Brückeninsel (seit 1690)|Inselart=Sedimentinsel|Gewässer=Öresund, Drogden und Inderhavnen|Inselgruppe=Innerer Dänischer Archipel (Den Indre Danske Øhav)|politische Zugehörigkeit=Staat: Dänemark (Kongeriget Danmark)<br>Region: Hauptstadt (Hovedstaden)|Gliederung=1 bydel (Stadtteil) <br>2 kommuner (Gemeinden)<br>
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== '''Name''' ==
== '''Name''' ==
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* Kopenhagen / Seeland  70 m
* Kopenhagen / Seeland  70 m
* Püeberholm  2,8 km
* Peberholm  2,8 km
* Saltholm  3,3 km
* Saltholm  3,3 km
* Malmö   13 km (Straße 19 km)
* Malmö  13 km (Straße 19 km)
* Møn  60 km (Straße 141 km)
* Møn  60 km (Straße 141 km)
* Rügfen  108 km
* Rügfen  108 km
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== '''Fläche''' ==
== '''Fläche''' ==
Die Fläche der Insel beträgt insgesamt 96,29 km² bzw. 31,18 mi². Von Norden nach Süden durchmisst sie 16,8 km, von Westen nach Osten maximal 10,6 km. Die Küste ist insgesamt 47 km lang bei einem maximalen Tidenhub von 0,1 bis 0,2 m, in Kastrup 0,1 m. Die höchste Stelle befindet sich bei Stzore Magleby auf 8 m, fir mittlere Seehöhe bei 2 m. Das höchste Bauwerk, Amager Bakke bzw. CopenHill, erreicht knapp 90 m.
Die Fläche der Insel beträgt insgesamt 96,29 km² bzw. 31,18 mi². Von Norden nach Süden durchmisst sie 16,8 km, von Westen nach Osten maximal 10,6 km. Die Küste ist insgesamt 47 km lang bei einem maximalen Tidenhub von 0,1 bis 0,2 m, in Kastrup 0,1 m. Die höchste Stelle befindet sich bei Store Magleby auf 8 m, fir mittlere Seehöhe bei 2 m. Das höchste Bauwerk, Amager Bakke bzw. CopenHill, erreicht knapp 90 m.


== '''Geologie''' ==
== '''Geologie''' ==
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=== '''Straßenverkehr''' ===
=== '''Straßenverkehr''' ===
Amager hat ein dichtes Straßennetz, das in den Kopenhagener Stadtverkehr eingebunden ist. Die wichtigsten Achsen sind die Amagermotorvejen (E20/Øresundmotorvejen), die Amager Strandvej, Amager Boulevard, Amagerbrogade und Amager Fælledvej, die als Hauptverbindungen vom Süden (Tårnby, Dragør, Flughafen) ins Zentrum dienen. Diese Straßen tragen täglich Tausende Fahrzeuge, besonders in den Stoßzeiten morgens und abends, wenn Pendler aus dem Umland oder vom Flughafen kommen.
Die erste feste Brücke zwischen Kopenhagen und Amager wurde bereits 1690 errichtet. Sie hieß damals '''Kalvebodbro''' (später als erste Langebro bekannt) und verband den Bereich beim heutigen H. C. Andersens Boulevard mit Christianshavn/Amager über den inneren Hafen. Diese hölzerne Brücke wurde mehrfach erneuert und 1875/76 verbreitert. 1903 folgte dann eine neue Drehbrücke (Swing Bridge) an leicht versetzter Stelle, die bis in die 1930er/40er Jahre bestand. Eine provisorische Brücke kam 1939/40 hinzu, bevor die heutige Langebro (Bascule-Brücke) zwischen 1949 und 1954 gebaut und am 27. Juni 1954 feierlich eröffnet wurde.
 
Heute ist Amager vollständig in den Kopenhagener Stadtverkehr eingebunden. Die wichtigsten Achsen sind die Amagermotorvejen (E20/Øresundmotorvejen), die Amager Strandvej, Amager Boulevard, Amagerbrogade und Amager Fælledvej, die als Hauptverbindungen vom Süden (Tårnby, Dragør, Flughafen) ins Zentrum dienen. Diese Straßen tragen täglich Tausende Fahrzeuge, besonders in den Stoßzeiten morgens und abends, wenn Pendler aus dem Umland oder vom Flughafen kommen.


Kopenhagen und damit Amager setzen stark auf nachhaltige Mobilität: Der Radverkehr ist extrem hoch – Kopenhagen gilt weltweit als Fahrradhauptstadt, und auf Amager nutzen viele Bewohner Fahrräder für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder in die Stadt. Es gibt ausgedehnte, oft getrennte Radwege entlang der Hauptstraßen, Brücken wie die Cykelslangen und spezielle Ampeln für Radfahrer. Der Anteil der Radfahrer ist in vielen Bereichen höher als der der Autofahrer, besonders in den nördlicheren Teilen wie Islands Brygge oder Amager Øst. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut: Metro-Linien (M2 zur Flughafen und M1/M2 in Ørestad), S-Bahnen, Busse (inklusive BRT-ähnlicher Linien) und regionale Züge verbinden Amager effizient mit dem Zentrum und darüber hinaus. Viele nutzen Kombinationen aus Rad und Metro.
Kopenhagen und damit Amager setzen stark auf nachhaltige Mobilität: Der Radverkehr ist extrem hoch – Kopenhagen gilt weltweit als Fahrradhauptstadt, und auf Amager nutzen viele Bewohner Fahrräder für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder in die Stadt. Es gibt ausgedehnte, oft getrennte Radwege entlang der Hauptstraßen, Brücken wie die Cykelslangen und spezielle Ampeln für Radfahrer. Der Anteil der Radfahrer ist in vielen Bereichen höher als der der Autofahrer, besonders in den nördlicheren Teilen wie Islands Brygge oder Amager Øst. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut: Metro-Linien (M2 zur Flughafen und M1/M2 in Ørestad), S-Bahnen, Busse (inklusive BRT-ähnlicher Linien) und regionale Züge verbinden Amager effizient mit dem Zentrum und darüber hinaus. Viele nutzen Kombinationen aus Rad und Metro.
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Aktuelle Entwicklungen zielen auf Entlastung: Pläne für die Eastern Ring Road (eine unterirdische Umgehungsstraße entlang der Ostküste Amagers) sollen den Durchgangsverkehr aus dem Zentrum fernhalten und bis zu 14 bis 25 Prozent weniger Verkehr in zentralen Bereichen und auf Brücken bringen, mit kürzeren Fahrzeiten für Pendler. Solche Projekte sind jedoch umstritten, teuer und stoßen auf Umweltbedenken (zum Beispiel in Amager Fælled). Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmern sind häufig: Autofahrer klagen über Radfahrer, die Regeln missachten, Radfahrer über enge oder blockierte Wege, und Fußgänger über parkende Autos oder aggressive Fahrer. In multikulturellen Vierteln mit höherem Migrantenanteil spielen manchmal unterschiedliche Verkehrsgewohnheiten eine Rolle, etwa bei E-Scootern oder Lieferdiensten.
Aktuelle Entwicklungen zielen auf Entlastung: Pläne für die Eastern Ring Road (eine unterirdische Umgehungsstraße entlang der Ostküste Amagers) sollen den Durchgangsverkehr aus dem Zentrum fernhalten und bis zu 14 bis 25 Prozent weniger Verkehr in zentralen Bereichen und auf Brücken bringen, mit kürzeren Fahrzeiten für Pendler. Solche Projekte sind jedoch umstritten, teuer und stoßen auf Umweltbedenken (zum Beispiel in Amager Fælled). Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmern sind häufig: Autofahrer klagen über Radfahrer, die Regeln missachten, Radfahrer über enge oder blockierte Wege, und Fußgänger über parkende Autos oder aggressive Fahrer. In multikulturellen Vierteln mit höherem Migrantenanteil spielen manchmal unterschiedliche Verkehrsgewohnheiten eine Rolle, etwa bei E-Scootern oder Lieferdiensten.
=== '''Bahnverkehr''' ===
Amager hat Anscgluss an zwei wichtige Linien des Kopenhagener S-Bahn-Systems sowie due Metro. Die wichtigste S-Bahn-Linie ist die Linie A (Køge – Hillerød), die Amager von Norden nach Süden durchquert. Sie fährt über die Stationen København H, Dybbølsbro, Islands Brygge, Amagerbro, Sundby, Tårnby und Kastrup bis zum Flughafen Kopenhagen (København Lufthavn). Von dort geht sie weiter nach Tårnby und Øresund, bevor sie in Køge endet. Die Linie A fährt tagsüber im 10-Minuten-Takt. Zusätzlich verkehrt die Linie Bx (Høje Taastrup – København Lufthavn) als Expressverbindung, die Amager allerdings nur am Flughafen berührt und davor keine weiteren Stationen auf der Insel bedient.
Seit 2007 ergänzt die Metro-Linie M2 (Vanløse – København Lufthavn) das Angebot auf Amager. Sie fährt unterirdisch durch die Stadtteile Islands Brygge, Amagerbro, Sundby und Tårnby und endet oberirdisch am Flughafen. Die Metro fährt meist im 4- bis 6-Minuten-Takt und ist besonders für den Weg vom Stadtzentrum zum Flughafen sehr wichtig.
Seit der Eröffnung der Cityringen-Linie M3 und der Verlängerung zur M4 gibt es an der Station Christianshavn einen guten Umstieg zwischen Metro und S-Bahn. Der Flughafen ist sowohl mit der Metro (M2) als auch mit der S-Bahn (Linie A) sehr gut angebunden.


=== '''Schiffsverkehr''' ===
=== '''Schiffsverkehr''' ===
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* ''Ost:'' Fracht- und Cateringservice, sowie die Flugzeughangars befinden sich im Ostteil. Gleichzeitig werden hier alle Helikopter abgefertigt.
* ''Ost:'' Fracht- und Cateringservice, sowie die Flugzeughangars befinden sich im Ostteil. Gleichzeitig werden hier alle Helikopter abgefertigt.
* ''West:'' Hier, im Teil des alten Flughafens, sind die Fluglotsen für Nordeuropa untergebracht. Der alte Tower wurde für Trainingszwecke umgebaut und heute nur noch im Extremfall produktiv geschaltet.
* ''West:'' Hier, im Teil des alten Flughafens, sind die Fluglotsen für Nordeuropa untergebracht. Der alte Tower wurde für Trainingszwecke umgebaut und heute nur noch im Extremfall produktiv geschaltet.


Der Flughafen Kopenhagen verfügt derzeit über drei Terminals, die unter anderem etwa 50 Ladengeschäfte, 15 Restaurants und Bars sowie mehrere Flughafenlounges und Konferenzbereiche bieten. Im Terminal 1 werden die Inlandsflüge abgefertigt. Von hier werden die Insel Bornholm und Jütland angeflogen. Grönland und die Färöer-Inseln, die beide autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark sind, werden nicht von diesem Terminal aus angeflogen, sondern von Terminal 2/3. Im Terminal 2 und 34 wird der internationale Flugverkehr abgefertigt. Kopenhagen bildet im nordeuropäischen Raum den größten Umschlag- und Knotenpunkt. Dadurch verlassen nur wenige Personen den Flughafen, was einige Firmen dazu veranlasst, ihre Verkaufsräume aus Kopenhagen in den Flughafen zu verlegen.
Der Flughafen Kopenhagen verfügt derzeit über drei Terminals, die unter anderem etwa 50 Ladengeschäfte, 15 Restaurants und Bars sowie mehrere Flughafenlounges und Konferenzbereiche bieten. Im Terminal 1 werden die Inlandsflüge abgefertigt. Von hier werden die Insel Bornholm und Jütland angeflogen. Grönland und die Färöer-Inseln, die beide autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark sind, werden nicht von diesem Terminal aus angeflogen, sondern von Terminal 2/3. Im Terminal 2 und 34 wird der internationale Flugverkehr abgefertigt. Kopenhagen bildet im nordeuropäischen Raum den größten Umschlag- und Knotenpunkt. Dadurch verlassen nur wenige Personen den Flughafen, was einige Firmen dazu veranlasst, ihre Verkaufsräume aus Kopenhagen in den Flughafen zu verlegen.

Aktuelle Version vom 20. Januar 2026, 15:13 Uhr

Amager ist ein Teil der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, zugleich eine der am dichtesten besiedelten Inseln Europas. Hier befinden sich dicht gedrängte Siedlungen, die den Großteil der Insel überwuchern. Und dazu kommt als Krönung der internationale Flughafen von Kopenhagen.

Inselsteckbrief
offizieller Name Amager
alternative Bezeichnungen Amak (veraltet deutsch), Lorteøen (Spottname)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp Brückeninsel (seit 1690)
Inselart Sedimentinsel
Gewässer Öresund, Drogden und Inderhavnen
Inselgruppe Innerer Dänischer Archipel (Den Indre Danske Øhav)
politische Zugehörigkeit Staat: Dänemark (Kongeriget Danmark)
Region: Hauptstadt (Hovedstaden)
Gliederung 1 bydel (Stadtteil)
2 kommuner (Gemeinden)

6 sogner (Kirchspiele)

Status Stadtteil (stadsdel)
Koordinaten 55°37‘ N, 12°31‘ O
Entfernung zur nächsten Insel 70 m (Seeland)
Entfernung zum Festland 13 km (Malmö / Schweden)
Fläche 96,29 km² / 31,18 mi²
geschütztes Gebiet 21,45 km² / 8,28 mi² (22,3 %)
maximale Länge 16,8 km (N-S)
maximale Breite 10,8 km (W-O)
Küstenlänge 47 km
tiefste Stelle 0 m (Öresund)
höchste Stelle 8 m (Store Magleby)
relative Höhe 8 m
mittlere Höhe 2 m
maximaler Tidenhub 0,1 bis 0,2 m (Kastrup 0,1 m)
Zeitzone CET (Centraleuropæisk Tidszone / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)
Realzeit UTC plus 49 bis 51 Minuten
Einwohnerzahl 225.746 (2025)
Dichte (Einwohner pro km²) 2.344,44
Inselzentrum Kopenhagen (København)


Name

Die Insel Amager, gesprochen [ˈɑmɑːˀ], ist deutsch auch als Amak bekannt. Der erste Teil des Namens stammt einer verbreiteten Theorie zufolge von ame, einer Bezeichnung für eine Meerenge zwischen Festland und Insel. Der zweite Namensbestandteil kommt aus dem Altdänischen haki (hage), verwandt mit deutsch Haken. So heißt die Südspitze Aflandshage („Amagerlands-Haken“). Die gängigste und plausibelste Erklärung leitet ihn vom altnordischen Wort amagr ab, das „groß“, „bedeutend“ oder „der Große“ bedeutet. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert wurde die Insel durch Aufschüttungen und Landgewinnung deutlich vergrößert. Bis in die 1970er Jahre wurde Amager teilweise als Müll- und Latrinen-Deponie Kopenhagens genutzt - daher der spöttische Spitzname Lorteøen „Scheiß-Insel“.

Amager ist in der dänischen Umgangssprache eine Interjektion, die eine Art Schwur ausdrückt: „Kannst du schwören, dass du das nicht warst?“ - „Amager!“, übersetzt „Wirklich! Ernsthaft!“ - verbunden mit der Geste einer ausgestreckten Hand, die den Kehlkopf streift. Das ist darauf zurückzuführen, dass früher auf Amager eine Hinrichtungsstätte war, wo die zum Tode Verurteilten geköpft wurden. Heute wird Amager umgangssprachlich ebenso wie im Kopenhagener Dialekt als Ama‘r ausgesprochen.

  • international: Amager
  • amharisch: አማገር [Amager]
  • arabisch: أماغر [Amāghir]
  • armenisch: Ամագեր [Amager]
  • bengalisch: আমাগের [Amāger]
  • birmanisch: အမေဂါ [Amegar]
  • bulgarisch: Амагер [Amager]
  • chinesisch: 阿马格 [Āmǎgé]
  • georgisch: ამაგერი [Amageri]
  • griechisch: Αμάγκερ [Amánger]
  • gudscheratisch: અમાગર [Amāgar]
  • hebräisch: אמאגר [Amager]
  • hindi: अमागर [Amāgar]
  • japanisch: アマガー [Amagā]
  • kambodschanisch: អាម៉ាហ្គេ [Amage]
  • kanaresisch: ಅಮಗರ [Amagara]
  • kasachisch: Амагер [Amager]
  • koreanisch: 아마게르 [Amagereu]
  • laotisch: ອາມາເກີ [Amakœ]
  • lettisch: Amagere
  • litauisch: Amageris
  • makedonisch: Амагер [Amager]
  • malayalam: അമഗർ [Amagar]
  • maldivisch: އަމާގެރު [Amāgeru]
  • marathisch: अमागेर [Amāger]
  • nepalesisch: अमागेर [Amāger]
  • orissisch: ଅମାଗର [Amāgara]
  • pandschabisch: ਅਮਾਗਰ [Amāgar]
  • paschtunisch: اماغر [Amāghar]
  • persisch: آماگر [Āmāger]
  • russisch: Амагер [Amager]
  • serbisch: Амагер [Amager]
  • singhalesisch: අමගේර් [Amagēr]
  • tamilisch: அமாகர் [Amākar]
  • telugu: అమాగర్ [Amāgar]
  • thai: อามาเกอร์ [Amākœ̄]
  • tibetisch: ཨ་མ་གེར་ [A ma ger]
  • ukrainisch: Амагер [Amager]
  • urdu: اماگر [Amāgar]
  • weißrussisch: Амагер [Amager]


Offizieller Name:  Amager

  • Bezeichnung der Bewohner:  Amagere (Amageraner)
  • adjektivisch:  amagerkansk (amagerisch)


Kürzel:

  • Code:  AM / AMG
  • Kfz:  -
  • ISO-Code:  DK.KB.AM

Lage

Amager liegt im südlichen Öresund, östlich der dänischen Insel Seeland auf durchschnittlich 55°37‘ n.B. und 12°31‘ ö.L.. Die Insel befindet sich unmittelbar südöstlich von Kopenhagen.


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  55°42‘11“ n.B. (Trekroner)
  • südlichster Punkt:  55°32‘30“ n.B. (Aflandshage)
  • östlichster Punkt:  12°41‘00“ ö.L. (Dragør)
  • westlichster Punkt:  12°22°10“ ö.L. (Kvalebod Fælled)


Entfernungen:

  • Kopenhagen / Seeland  70 m
  • Peberholm  2,8 km
  • Saltholm  3,3 km
  • Malmö  13 km (Straße 19 km)
  • Møn  60 km (Straße 141 km)
  • Rügfen  108 km
  • Zingst / Deutschland  125 km
  • Bornholm  137 km

Zeitzone

Auf Amager gilt wie in ganz Dänemark die Mellemeuropæisk Tid (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt MET (MEZ). Die Realzeit liegt um 49 bis 51 Minuten vor der Koordinierten Universalzeit (UTC).

Fläche

Die Fläche der Insel beträgt insgesamt 96,29 km² bzw. 31,18 mi². Von Norden nach Süden durchmisst sie 16,8 km, von Westen nach Osten maximal 10,6 km. Die Küste ist insgesamt 47 km lang bei einem maximalen Tidenhub von 0,1 bis 0,2 m, in Kastrup 0,1 m. Die höchste Stelle befindet sich bei Store Magleby auf 8 m, fir mittlere Seehöhe bei 2 m. Das höchste Bauwerk, Amager Bakke bzw. CopenHill, erreicht knapp 90 m.

Geologie

Die eiszeitliche Grundmoränenlanschaft von Amager ruht auf relativ hoch gelegenem Kalkstein, der aus Kreidekalkstein der Oberkreide (Maastricht) besteht. Die Insel ist geprägt von einer extrem flachen, jungen Landschaft, die weitgehend durch quartäre Prozesse und menschliche Eingriffe entstanden ist. Die Insel liegt im Übergangsbereich zwischen Sjælland und dem Øresund und gehört zum dänischen Becken, das von Sedimenten der Kreide- und Tertiärzeit unterlagert wird. Unter dem gesamten Gebiet Kopenhagens und Amagers befindet sich als Festgestein vor allem die danische Kalksteinformation (Danien-Kalkstein, auch København Limestone genannt), eine marine Ablagerung aus dem frühen Paläogen (Danien, vor etwa 66 bis 61 Millionen Jahren), die aus feinkörnigem Kalk mit Flintknollen besteht. Dieser Kalkstein ist in der Region sehr gleichmäßig und liegt meist 10 bis 30 Meter unter der Oberfläche, teilweise höher oder tiefer durch tektonische Verwerfungen wie die Carlsberg-Fault-Zone, die sich bis in den Süden Amagers zieht.

Darüber lagern quartäre Schichten aus der Eiszeit (Weichsel- und Saale-Glazial), die von Gletschern transportiert wurden. Diese bestehen hauptsächlich aus Geschiebemergel, Sand und Ton, die in dünnen Lagen (oft nur wenige Meter) die Oberfläche bilden. Der natürliche, ursprüngliche Teil Amagers (östlicher und südöstlicher Bereich) ist ein typisches postglaziales Küstengebiet mit leichten Erhebungen aus Moränenresten oder gehobenen Strandwällen. Die höchsten natürlichen Punkte erreichen nur etwa 7 bis 9 Meter über dem Meeresspiegel, vor allem in Store Magleby und Teilen der Kalvebod Fælled, wo kleine Hügel aus eiszeitlichem Material oder ehemaligen Inselkernen aufragen.

Der westliche und südwestliche Teil der Insel (Kalvebod Fælled, Amager Fælled) ist hingegen künstlich: Zwischen den 1930er und 1950er Jahren wurde hier großer Meeresboden durch Eindeichung und Aufschüttung trockengelegt. Es handelt sich um marinen Vorlandboden, der aus feinem Sand, Schluff und Ton besteht, teilweise mit Resten von Muschelschalen und organischen Materialien aus dem ehemaligen Meeresboden der Kalveboderne. Diese Flächen sind extrem flach (meist 1 bis 4 Meter über NN), schlecht drainiert und salzhaltig, weshalb sie lange ungeeignet für intensive Landwirtschaft waren und heute größtenteils als Naturschutzgebiet dienen. Die Böden dort sind jung, nährstoffarm und von Vegetation wie Salzwiesen, Birkenwäldern und Feuchtgebieten geprägt.

Landschaft

Amager zeigt sich landschaftlich überraschend vielfältig und weitläufig. Die Insel ist geprägt von einem offenen Horizont, in dem sich Himmel, Wasser und Land scheinbar mühelos ineinanderfügen. Entlang der Ostküste breitet sich der Amager Strandpark aus, wo flache Sandstrände, Dünen und ruhige Lagunen ein maritimes Gefühl erzeugen, das zugleich naturnah und stadtnah wirkt. Das Licht spiegelt sich im Øresund, Möwen ziehen über das Wasser, und an klaren Tagen reicht der Blick bis zur schwedischen Küste.

Im Süden und Westen öffnet sich mit dem Naturpark Amager eine ganz andere Landschaft. Kalvebod Fælled mit seinen weiten Wiesen, Schilfflächen und Kanälen vermittelt ein fast unberührtes, stilles Bild. Hier dominieren Wind, Gras und Wasser, unterbrochen von schmalen Wegen und Deichen. Kühe und Vögel prägen das Bild, und die Landschaft verändert sich je nach Jahreszeit stark – vom satten Grün des Sommers bis zu den rauen, grauen Tönen des Winters.

Zwischen diesen offenen Naturräumen liegen Wohngebiete, alte Bauernhöfe und moderne Stadtstrukturen, die sich vergleichsweise behutsam in die Landschaft einfügen. Gerade dieser Kontrast macht Amager aus: eine Insel, auf der urbane Nähe und weite Naturflächen nebeneinander bestehen. Insgesamt wirken die Landschaften Amagers ruhig, lichtdurchflutet und bodenständig – geprägt von Wind, Wasser und einer spürbaren Weite, die man in einer Großstadt nur selten findet.

Fauna und Flora

Die Flora und Fauna von Amager zeichnen sich durch eine hohe Biodiversität aus, die vor allem in den großen Naturschutzgebieten wie Amager Fælled (Amager Common) und Kalvebod Fælled (Vestamager) konzentriert ist. Diese Bereiche machen zusammen mehr als ein Drittel der Insel aus und bieten aufgrund ihrer Entstehung aus ehemaligem Meeresboden, Feuchtgebieten, Salzwiesen, Birkenwäldern und offenen Wiesen eine einzigartige Mischung aus jungen, salztoleranten und typisch nordischen Lebensräumen. Die Abwesenheit von Düngung und Pestiziden fördert Insekten, Amphibien und seltene Pflanzen, während extensive Beweidung durch etwa 1200 Kühe, Pferde, Hirsche und Highland-Rinder verhindert, dass sich der Wald zu stark ausbreitet und die offenen Flächen erhalten bleiben.

Flora

Die Pflanzenwelt umfasst typische Küsten- und Feuchtgebietsarten: Salzwiesen mit Strandastern, Strand-Beifuß, Queller und Salz-Schwingel dominieren in den salzhaltigen Zonen. In den trockeneren Bereichen wachsen Birkenwälder (Pinseskoven), Heidekraut, Ginster und verschiedene Gräser. Seltene oder charakteristische Pflanzen sind Meerstrand-Binse, Strand-Milchkraut und diverse Orchideenarten in den Feuchtgebieten. Die jungen Böden sind nährstoffarm, was eine vielfältige, aber spezialisierte Vegetation begünstigt – insgesamt gilt Amager als einer der artenreichsten Orte in der Nähe von Kopenhagen.

Fauna

Die Tierwelt ist besonders vielfältig bei Vögeln, da die Insel auf einer wichtigen Zugroute zwischen Skandinavien und Südeuropa liegt. Zu den häufigsten und markantesten Arten gehören Rohrweihe (Western Marsh Harrier), Großer Brachvogel (Eurasian Curlew), Spießente (Northern Pintail), Alpenstrandläufer (Dunlin), Küstenseeschwalbe (Arctic Tern) und Waldohreule (Short-eared Owl). Weitere Vögel sind Singdrossel, Nachtigall, Feldlerche, Gänsesäger, Zwergtaucher, Seeadler (gelegentlich), verschiedene Entenarten und Zugvögel wie Kiebitz oder Goldregenpfeifer. Das Gebiet ist ein wichtiges Rast- und Brutgebiet, besonders für Watvögel und Greifvögel; Teile sind jagdfrei und als Natura-2000-Gebiet geschützt.

Bei Säugetieren leben hier Damhirsche (Fallow Deer), Rehe, Füchse und kleinere Arten wie Hasen. Die Beweidungstiere (Kühe, Pferde, Hirsche) sind halbwild und tragen aktiv zur Landschaftspflege bei. Amphibien sind reich vertreten: Erdkröte (European Toad), Moorfrosch (Moor Frog), Grasfrosch (European Common Frog), Springfrosch (Agile Frog) und Teichfrosch (Edible Frog) profitieren von den zahlreichen kleinen Teichen und Brackwasserzonen. Reptilien wie Waldeidechsen sind ebenfalls vorhanden.

Insekten und andere Wirbellose bilden einen Schwerpunkt der Biodiversität: Schmetterlinge wie Aurorafalter (Orange-tip), Libellen, Wildbienen, Heuschrecken und Käferarten sind zahlreich, da die ungedüngten Flächen ideale Bedingungen bieten. Das Gebiet gilt als Hotspot für Insektenvielfalt in urbaner Nähe.

In den urbaneren Teilen Amagers (zum Beispiel um Store Magleby oder Ørestad) dominiert Kulturlandschaft mit Gärten, Parks und dem holländisch geprägten Gemüseanbau, wo man typische Arten wie Amsel, Spatz, Kohlmeise oder Igel findet. Die Kombination aus wilder Natur im Westen und bewirtschafteter Fläche im Osten macht Amager zu einem faszinierenden Beispiel, wie urbane Nähe und hohe Artenvielfalt koexistieren können – ein echter „grüner Lunge“ für Kopenhagen.

Naturschutz

Das 21,45 km² große Kalvebod Fælled (auch Kalvebod Fælled oder Vestamager genannt) wurde von den 1940er Jahren bis 1983 militärisch genutzt. 1990 begann man mit den Aufräumarbeiten. Seit Oktober 2010 ist es Naturschutzgebiet. Es liegt im Südwesten der Insel, westlich von Ørestad und südlich des Kopenhagener Flughafens, und erstreckt sich bis zur Küste des Øresunds.

Kalvebod Fælled ist ein relativ junges Stück Dänemark – es entstand buchstäblich aus dem Meer. Bis in die 1940er Jahre war das Gebiet Teil des flachen Meeresbodens der Kalveboderne (die Gewässer zwischen Amager und Seeland). Der Name setzt sich zusammen aus kalv (kleine natürliche Insel) und bod (alter Begriff für unterseeischen Felsen) – also „Kalbsfelsen“ oder „kleine Insel-Felsen“ – plus Fælled, das alte dänische Wort für gemeinschaftlich genutztes Weideland um eine Stadt.

Während des Zweiten Weltkriegs (ab 1941/43) wurde das Gebiet als großes Beschäftigungsprojekt eingedeicht, aufgeschüttet und trockengelegt – teils um Arbeitsplätze zu schaffen, teils zur Landgewinnung und Hochwasserschutz. Zunächst diente es ab den 1940er Jahren bis 1983 als Militär-Übungsgelände (Artillerie-Trainingsbereich der dänischen Streitkräfte). Nach Ende der militärischen Nutzung wurde es schrittweise geräumt (inklusive Entminung von Blindgängern) und 1984 offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt. Am 15. Oktober 2010 wurde es vollständig für die Öffentlichkeit freigegeben.

Das Gebiet ist extrem flach (meist nur 1 bis 4 Meter über dem Meeresspiegel), besteht aus wieder angesalzenem, feuchtem Marschland, jungen Birkenwäldern (wie dem Pinseskoven), kleinen Teichen, Brackwasserzonen und offenen Wiesen. Es entstand aus ehemaligem Meeresboden, weshalb hier und da kleine, isolierte Hügel (ehemalige Inselchen) aufragen – die höchsten natürlichen Punkte Amagers außerhalb künstlicher Aufschüttungen liegen hier bei 7 bis 9 Metern (zum Beispiel in den ehemaligen Inselbereichen wie Nordre Klapper oder Svenskeholm).

Die Natur wird aktiv gepflegt. Rund 1.200 Kühe, Pferde und Hirsche weiden hier und verhindern, dass sich der Wald zu stark ausbreitet. Es gibt kein Düngen, kein Sprühen, Gebiet ist also ein idealer Lebensraum für Insekten, Kröten, Frösche, Molche und seltene Pflanzen. Es ist ein wichtiges Vogelreservat (besonders Watvögel, Zugvögel auf der Route Skandinavien–Südeuropa). Seltene Arten sind hier regelmäßig zu beobachten; die umliegende Seezone ist jagdfrei. Das Gebiet ist Teil des Naturparks Amager und gilt als Paradies für Ornithologen, Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber.

Klima

Das Klima von Amager entspricht vollständig dem von Kopenhagen, da die Insel unmittelbar angrenzt und teilweise in die Stadt integriert ist. Es handelt sich um ein typisches ozeanisches Klima, das durch die Nähe zur Ostsee und zum Atlantik geprägt ist – mild, feucht, wechselhaft und ohne extreme Temperaturschwankungen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation wird das Klima als Cfb (warm gemäßigt und feucht) eingestuft. Dieser Typ wird als ozeanisches Klima oder maritimes gemäßigtes Klima bezeichnet und ist charakteristisch für weite Teile Nordwesteuropas (unter anderem Großbritannien, Niederlande, Norddeutschland und Westdänemark). Amager profitiert von der dämpfenden Wirkung des umgebenden Wassers (Øresund im Osten, Kalveboderne im Westen), was Frostnächte mildert und extreme Hitze verhindert.

Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 9 bis 10°C. Der kälteste Monat ist Januar mit einem Durchschnitt von 0 bis 2°C (Nachtwerte oft um oder unter 0°C), der wärmste Juli mit 17 bis 19°C (Tageshöchstwerte selten über 28°C). Extreme Hitze über 30°C oder starker Frost unter –15°C sind sehr selten. Der Niederschlag beträgt jährlich 600 bis 750 mm, relativ gleichmäßig verteilt über das Jahr (kein klarer Trocken- oder Regenzeit), mit leichter Spitze im Herbst/Winter durch atlantische Tiefdrucksysteme. Schnee fällt meist nur wenige Tage im Winter (5 bis 15 Tage mit Schneedecke), bleibt selten lange liegen.

Wind ist ein ständiger Begleiter – durchschnittlich 5 bis 7 m/s, oft stärker im Herbst/Winter durch West- bis Südwestwinde. Die Sonnenscheindauer liegt bei rund 1600 bis 1800 Stunden pro Jahr, mit langen hellen Sommernächten (weiße Nächte) und kurzen, trüben Wintertagen. Die hohe Luftfeuchtigkeit (oft 80 bis 90 %) verstärkt das Gefühl von Kälte im Winter und Wärme im Sommer.

In den Naturschutzgebieten wie Kalvebod Fælled oder Amager Fælled wirkt sich das Klima besonders positiv auf die Biodiversität aus: Die milden, feuchten Bedingungen fördern Salzwiesen, Feuchtgebiete und Birkenwälder, während die küstennahen Winde salzhaltige Luft transportieren und spezialisierte Arten begünstigen. Urbanere Teile (zum Beispiel um den Flughafen) zeigen leichte Wärmeinseln, aber der Unterschied zum Umland ist gering.

Mythologie

Der zentrale „Mythos“ Amagers kreist um die holländische Kolonisation ab 1521. König Christian II. lud niederländische Bauern ein (oder „verschenkte“ Teile der Insel an sie, je nach Erzählung), damit sie Gemüse für den Hof und Kopenhagen anbauten – vor allem Kohl, Karotten, Zwiebeln und Kräuter. Diese Siedler ließen sich hauptsächlich in Store Magleby (der „Hollænderbyen“) nieder und brachten fortschrittliche Anbaumethoden, Deichbau und Drainage mit. Die Geschichte wurde schnell zur Legende: Die „Amager Hollændere“ galten als fleißig, eigenständig und etwas abgeschottet. Sie behielten lange ihre eigene Sprache (Amager Dutch, eine Mischung aus Niederländisch, Niederdeutsch und Dänisch), Trachten, Bräuche und heirateten untereinander (Mischehen waren verboten). Bis ins 19. Jahrhundert hielten sich diese Traditionen, und die Insel wurde als „Küche Kopenhagens“ mythisiert – ein Ort, wo der Boden durch holländische Magie besonders fruchtbar wurde.

Diese Erzählung hat folkloristische Züge angenommen: In lokalen Geschichten und im Amagermuseet wird sie oft romantisiert als Gründungsmythos einer einzigartigen „Amager-Kultur“ erzählt – weder ganz dänisch noch holländisch, sondern eine stolze Hybrid-Identität. Es gibt Anekdoten über „typische Amageraner“ als stur, direkt, geizig oder besonders geschäftstüchtig (manchmal neckisch als „Amagerkaner“ bezeichnet), was zu einem leichten Augenzwinkern-Mythos führte. Der Spitzname „Lorteøen“ (Scheiß-Insel) aus der Zeit, als Amager als Müll- und Latrinen-Deponie diente (bis in die 1970er), wurde ironisch in einen Stolz auf die „harte Arbeit“ umgedeutet.

In den Naturschutzgebieten wie Amager Fælled oder Kalvebod Fælled gibt es kaum überlieferte Sagen. Die flache, salzige Landschaft mit ihren Birkenwäldern und Salzwiesen inspiriert eher moderne Naturromantik als alte Mythen. Vereinzelt tauchen in dänischer Folklore allgemeine Motive auf (zum Beispiel Nisser als Haushaltsgeister, die in alten Höfen hausen könnten, oder Elfen in feuchten Wiesen), aber nichts Insel-spezifisches. Die Nähe zum Meer und zum Øresund bringt gelegentlich maritime Elemente ein – wie Warnungen vor Nebelgeistern oder Ertrunkenen (ähnlich dem dänischen Draug oder skandinavischen Havfrue-Motiven) –, doch das ist regional unspezifisch.

Geschichte

Die Insel wurde im Zweiten Weltkrieg durch größere Eindämmungsarbeiten im Westen der Insel wesentlich vergrößert. Das so gewonnene Land (Amagerfælled) wurde zunächst militärisch genutzt, heute ist es vor allem ein Naturschutz- und Naherholungsgebiet der Kopenhagener. Seit etwa 2000 entstand mit Ørestad ein neuer Stadtteil. Hier wurde im Gebäudekomplex DR Byen, dem Hauptsitz des dänischen Rundfunks, 2009 das nach Plänen des französischen Architekten Jean Nouvel gebaute neue Konzerthaus Kopenhagen (DR Koncerthuset) eröffnet. Seit 2000 führt auch die Öresundverbindung von Amager nach Malmö in Schweden. Somit besitzt die Insel eine zentrale Bedeutung für den internationalen Verkehr.

Größere Teile einer ursprünglich industriell-gewerblich dominierten Nutzung sind inzwischen Wohnsiedlungen gewichen. Ab 2007 wurde Amager durch die Fertigstellung der Metrolinien nach Vestamager und zum Flughafen sowie die der Insel am Øresund vorgelagerten künstlichen Aufschüttungen des Amager Strandparks als Naherholungsgebiet und als Wohngebiet aufgewertet. Am 22. März 2013 wurde südlich des Strandparks ein modernes neues Aquarium, Den Blå Planet, eröffnet, das größte Nordeuropas.

Mesolithikum

Im Mesolithikum, insbesondere während der Kongemose- und Ertebøllekultur zwischen -6400 und -3950, lagen zahlreiche Boplätze direkt an der damaligen Küstenlinie. Die Menschen lebten als Jäger, Fischer und Sammler und nutzten intensiv marine Ressourcen wie Fische, Muscheln, Krebse und Seevögel. Typisch für die Ertebøllekultur sind die oft großen Küchenabfälle mit vielen Austernschalen, die an vielen Stellen auf Amager nachgewiesen wurden. Solche Fundplätze finden sich vor allem entlang der damaligen Uferlinien, die durch den stetig steigenden Meeresspiegel heute teilweise unter Wasser oder überlagert liegen. Die Menschen fertigten Werkzeuge aus Feuerstein, Knochen und Geweih und nutzten bereits in der späten Phase einfache Keramikgefäße.

Neolithikum

Mit dem Übergang zum Neolithikum um etwa -3900 kam es zu einer allmählichen Veränderung. Die Trichterbecherkultur brachte Ackerbau und Viehzucht nach Amager, wobei der Übergang von den einheimischen Jäger-Sammler-Gruppen nicht abrupt, sondern über längere Zeit und mit Kontakten und Vermischung erfolgte. Es entstanden neue Siedlungsformen, und die Ernährung verschob sich zunehmend hin zu Getreide, Haustieren wie Rind, Schaf und Schwein. Streufunde und kleinere Siedlungsspuren gibt es unter anderem bei Tårnby südlich des heutigen Flughafens. Ausgrabungen dort förderten Langhäuser, Speichergruben mit Nahrungsresten und typische Keramik frühagrarischer Gemeinschaften zutage.​ Zu den Funden zählen Feuersteinaxt, Mahlsteine und Tierknochen, die auf gemischte Landwirtschaft und Viehzucht hinweisen. Diese Artefakte unterstreichen Amagers Rolle im Übergang Skandinaviens zum sesshaften Leben. Ähnliche TRB-Belege finden sich in benachbarten Femøren und Dragør, mit Radiokarbon-Daten für eine mittelneolithische Besiedlung.

Bronzezeit

Die Bronzezeit (um -1700 bis -500) markiert auf Amager einen deutlichen Wandel in der Lebensweise, im Vergleich zu den vorherigen Perioden. Während die Nordische Bronzezeit in Dänemark insgesamt als eine der reichsten und kulturell blühendsten Epochen der skandinavischen Vorgeschichte gilt – mit prächtigen Grabhügeln, reichen Bronzefunden, Sonnenkult und Fernhandel –, sind die Spuren auf Amager selbst vergleichsweise spärlich und weniger spektakulär als etwa auf Seeland, Fünen oder in Jütland.

Amager lag damals weiterhin strategisch günstig am Øresund, der schon in dieser Zeit eine wichtige Verkehrs- und Handelsader war. Dennoch finden sich nur wenige größere Siedlungen oder dauerhafte Höfe, die eindeutig der Bronzezeit zuzuordnen sind. Die meisten bekannten bronzezeitlichen Hinterlassenschaften bestehen aus Streufunden, einzelnen Depotfunden und vor allem Grabhügeln, von denen einige bis heute erhalten oder zumindest in alten Berichten dokumentiert sind.

Besonders bekannt ist der bronzezeitliche Grabhügel bei Petersdal (Tårnby Kommune), der 1921 untersucht wurde. In ihm wurde zwar erst viel später (im 8. Jahrhundert) ein Bootsgrab angelegt, doch der ursprüngliche Hügel selbst stammt aus der Bronzezeit und gehört zu den typischen großen Rundhügeln („rundhøje“), die in der älteren und mittleren Bronzezeit sehr häufig errichtet wurden. Solche Hügel dienten meist der Bestattung von Personen aus der Oberschicht, oft mit Bronzewaffen, Schmuck (Fibeln, Halsringe, Armringe) und manchmal mit Tongefäßen als Beigaben.

Charakteristisch für die Bronzezeit auf Amager sind auch einzelne hochwertige Bronzefunde, die auf Kontakte zur bronzeverarbeitenden Elite hinweisen. Dazu gehören etwa Schwerter, Lanzenspitzen, Beile und Schmuckstücke, die teils als Einzelfunde, teils als kleine Hortfunde auftauchen. Ein besonders schönes Beispiel aus der näheren Umgebung ist das sogenannte Frydenhøjsværdet (ein prächtiges Schwert aus der Zeit zwischen -1800 und -1100), das zwar nicht direkt auf Amager, aber in der näheren südseeländischen Region gefunden wurde und die Qualität der damaligen Handwerkskunst zeigt.

Die Wirtschaftsweise hatte sich gegenüber dem Neolithikum stark verändert: Ackerbau und Viehzucht blieben zentral, doch die Bedeutung von Getreide (Gerste, Emmer, Einkorn) nahm weiter zu. Gleichzeitig spielte der Fernhandel eine große Rolle – Bernstein aus der Ostsee, Bronze (Kupfer und Zinn aus Mitteleuropa bzw. den Alpen), Salz, Felle und wahrscheinlich auch Sklaven wurden über den Øresund gehandelt. Amager profitierte dabei von seiner Lage als Bindeglied zwischen dem skandinavischen Festland und den reichen bronzezeitlichen Zentren auf Seeland.

In der jüngeren Bronzezeit (Periode IV–VI, um -1100 bis -500) setzte sich die Verbrennungssitte immer stärker durch; die Toten wurden verbrannt und die Asche meist in Urnen beigesetzt, oft unter kleineren Hügeln oder in Flachgräberfeldern. Große monumentale Grabhügel wurden seltener. Gleichzeitig nahm die Zahl der Opferfunde in Mooren und Gewässern zu – rituell zerbrochene Waffen, Schmuck und Geräte wurden als Gaben an Götter oder Ahnen versenkt.

Eisenzeit

Die Eisenzeit (dänisch Jernalder, um -500 bis 8. Jahrhundert) umfasst auf Amager eine lange Periode mit mehreren Unterteilungen: die vorrömische Eisenzeit (um -500 bis 1. Jahrhundert), die römische Eisenzeit (1. bis 4. Jahrhundert), die germanische Eisenzeit (4. bis 8. Jahrhundert) und die späte Eisenzeit bzw. Wikingerzeit (8. bis 11. Jahrhundert). Im Vergleich zu den dramatischen Prunkfunden der Bronzezeit oder den reichen Wikingerzentren auf Seeland sind die eisenzeitlichen Spuren auf Amager eher bescheiden und fragmentarisch – die Insel war weiterhin besiedelt, aber kein zentraler Macht- oder Handelsort.

In der vorrömischen und römischen Eisenzeit (um -500 bis um 400) setzte sich die landwirtschaftliche Wirtschaftsweise fort: Ackerbau mit Gerste, Weizen und Roggen, Viehzucht (Rinder, Schafe, Schweine, Pferde) und ergänzende Fischerei sowie Jagd. Die Siedlungen bestanden meist aus verstreuten Einzelhöfen oder kleinen Gehöftgruppen mit Langhäusern in Pfostenbauweise. Typisch sind Gruben mit Abfall (Kulturschichten), Feuerstellen und Vorratsgruben. Auf Amager gibt es nur wenige größere Grabfelder oder monumentale Gräber aus dieser Zeit; stattdessen dominieren kleine Urnengräber oder Nachbestattungen in älteren bronzezeitlichen Hügeln. Ein wichtiger Hinweis auf Kontakte ist der Fernhandel mit römischen Importen (Glasperlen, Bronzegefäße), die vereinzelt als Streufunde auftauchen, allerdings deutlich seltener als in den reichen Regionen Jütlands oder auf Fünen.

Ein besonders markanter Fund stammt aus der späten germanischen Eisenzeit (erste Hälfte des 8. Jahrhunderts): das berühmte Bootsgrab von Petersdal bei Tårnby. In einem bronzezeitlichen Grabhügel wurde 1921 eine sekundäre Bestattung entdeckt – ein etwa 10 bis 12 m langes klinkergebautes Boot, in dem ein Krieger mit reichem Grabgut beigesetzt wurde. Zu den Beigaben gehörten ein einschneidiges Schwert, eine Lanze, Reitzeug (Zaumzeug, Sporen), ein Kasten/Schrein und ein Eimer. Dieses Bootsgrab ist eines der wenigen bekannten Beispiele aus Südskandinavien in dieser Zeit und zeigt, dass auch auf Amager eine kriegerische Elite existierte, die mit den großen Gräbern in Vendel (Schweden) oder ähnlichen Funden vergleichbar ist.

Wikingerzeit

In der Wikingerzeit, etwa vom späten 8. bis zum 11. Jahrhundert, spielte die Insel Amager eine wichtige, wenn auch eher indirekte Rolle im Macht-, Handels- und Alltagsgefüge des frühen dänischen Reiches. Ihre Bedeutung ergab sich vor allem aus der strategischen Lage im Øresund, einer der zentralen Seehandelsrouten Nordeuropas, die die Ostsee mit der Nordsee verband. Obwohl Amager kein großes politisches Zentrum war, war die Insel eng mit der Entwicklung des frühen Kopenhagen und der Wikingerwelt verbunden.

Archäologische Funde zeigen, dass Amager bereits vor und während der Wikingerzeit besiedelt war. Die Siedlungen waren klein und verstreut und bestanden meist aus Höfen und Gehöften, die von Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei lebten. Der fruchtbare Boden im Westen der Insel eignete sich gut für Ackerbau, während die Küsten reich an Fisch und anderen Meeresressourcen waren. Diese Kombination machte Amager zu einem wichtigen Versorgungsgebiet für die umliegenden Siedlungen, insbesondere für das entstehende Handelszentrum Kopenhagen.

Kopenhagen selbst entwickelte sich in der Wikingerzeit aus einem kleinen Handels- und Hafenplatz, der unter dem Namen Havn bekannt war. Amager lag diesem Ort direkt vorgelagert und diente vermutlich als wirtschaftliches Hinterland. Lebensmittel, Holz und andere Güter konnten von Amager aus leicht per Boot oder über kurze Landwege nach Havn transportiert werden. Gleichzeitig bot die Insel Schutzräume und Ankerplätze für kleinere Schiffe, die den Øresund befuhren.

Der Øresund war in der Wikingerzeit von enormer strategischer Bedeutung. Wer diesen Seeweg kontrollierte, hatte Einfluss auf den Handel zwischen Ostsee und Nordsee. Auch wenn Amager selbst kein militärischer Stützpunkt war, lag die Insel in einem Gebiet, das von dänischen Königen und lokalen Machthabern genau beobachtet wurde. Wikinger nutzten die Gewässer rund um Amager für Handel, Fischfang und vermutlich auch für militärische Bewegungen. Spuren von Befestigungen wie an anderen Orten sind auf Amager jedoch kaum nachweisbar, was darauf hindeutet, dass die Insel eher eine unterstützende als eine militärische Funktion hatte.

Religiös befand sich Amager wie der Rest Dänemarks in der Wikingerzeit im Übergang vom nordischen Götterglauben zum Christentum, besonders gegen Ende des 10. und Anfang des 11. Jahrhunderts. Die Bewohner Amagers verehrten vermutlich Götter wie Odin, Thor und Frey, bevor sich christliche Einflüsse über Kopenhagen und die dänischen Könige ausbreiteten. Mit der Christianisierung verloren viele traditionelle Wikingerbräuche allmählich an Bedeutung.

Mittelalter

Vom 11. Jahrhundert bis zum Jahr 1537, dem endgültigen Durchbruch der Reformation in Dänemark, entwickelte sich die Insel von einem ländlich geprägten Versorgungsraum zu einem strategisch und wirtschaftlich wichtigen Bestandteil des sich festigenden Königreichs Dänemark und der wachsenden Stadt Kopenhagen.

Im Hochmittelalter (11. bis 13. Jahrhundert) verstärkte sich die Rolle Amagers als wirtschaftliches Hinterland Kopenhagens. Kopenhagen wuchs in dieser Zeit von einer kleinen Siedlung zu einer befestigten Stadt mit königlicher und kirchlicher Bedeutung heran. Amager lieferte der Stadt vor allem landwirtschaftliche Produkte wie Getreide, Gemüse, Milchprodukte und Fleisch. Die fruchtbaren Böden der Insel waren besonders wertvoll, da sie eine zuverlässige Versorgung der Stadtbevölkerung ermöglichten. Gleichzeitig blieb die Insel dünn besiedelt; das Leben konzentrierte sich auf kleine Dörfer, Einzelhöfe und Fischersiedlungen entlang der Küste.

Mit der Christianisierung im 11. Jahrhundert wurde Amager Teil der kirchlichen Struktur des mittelalterlichen Dänemarks. Kirchen entstanden in den größeren Siedlungen, und die Insel unterstand kirchlich dem Bistum Roskilde, einem der mächtigsten Bistümer des Landes. Die Kirche spielte eine zentrale Rolle im Alltag der Menschen: Sie regelte nicht nur religiöse Fragen, sondern war auch bedeutender Landbesitzer und politischer Akteur. Abgaben wie der Zehnt mussten von den Bauern Amagers regelmäßig entrichtet werden.

Einen tiefgreifenden Einschnitt erlebte Amager im 16. Jahrhundert, genauer gesagt im Jahr 1521, als der dänische König Christian II. niederländische Bauern aus den heutigen Niederlanden auf die Insel holte. Diese sogenannten Holländer von Amager wurden vor allem in Store Magleby angesiedelt. Ziel war es, die landwirtschaftliche Produktion weiter zu steigern, insbesondere den Anbau von Gemüse für die Versorgung Kopenhagens. Die niederländischen Siedler brachten fortschrittliche Anbaumethoden, neue Gemüsesorten und eine gut organisierte Dorfgemeinschaft mit. Sie erhielten weitreichende Privilegien, darunter eigene Gerichtsbarkeit, Sprachfreiheit und besondere wirtschaftliche Rechte. Diese Sonderstellung prägte Amager über Jahrhunderte hinweg und unterschied Teile der Insel kulturell deutlich vom übrigen Dänemark.

Frühe Neuzeit

Nach der Reformation 1537 ging der gesamte kirchliche Besitz in staatliches Eigentum über. Auf Amager bedeutete dies, dass große Flächen, die zuvor dem katholischen Bistum Roskilde gehört hatten, nun unter königliche Verwaltung fielen. Die lutherische Kirche wurde eingeführt, Klöster verloren ihre Bedeutung, und das religiöse Leben der Bevölkerung veränderte sich grundlegend. Für die Bauern änderte sich der Alltag weniger abrupt, doch Abgaben, Besitzverhältnisse und Verwaltung wurden zunehmend vom Staat geregelt.

Eine besondere Rolle spielten weiterhin die niederländischen Siedler in Store Magleby, die seit 1521 auf Amager lebten. Sie behielten auch in der frühen Neuzeit ihre Sonderrechte, darunter eigene Gerichte, ihre niederländische Sprache und weitgehende wirtschaftliche Autonomie. Ihre hochproduktive Landwirtschaft machte Amager zum wichtigsten Lieferanten von Gemüse und Frischwaren für Kopenhagen. Noch im 17. und 18. Jahrhundert galt „Amagergrün“ als Qualitätsbegriff auf den Märkten der Hauptstadt. Die kulturelle Eigenständigkeit dieser Gemeinschaft prägte die Insel bis ins 19. Jahrhundert hinein.

Militärisch gewann Amager in der frühen Neuzeit stark an Bedeutung. Kopenhagen entwickelte sich zur Festungsstadt, und Amager lag unmittelbar südlich dieses militärischen Zentrums. Die Insel wurde zwar selbst nur teilweise befestigt, diente jedoch als Aufmarsch-, Versorgungs- und Pufferzone. Während der zahlreichen Kriege Dänemarks – etwa gegen Schweden im 17. Jahrhundert – war Amager wiederholt von Truppendurchzügen, Einquartierungen und Verwüstungen betroffen. Besonders im Zusammenhang mit den Schwedischen Kriegen (1640er bis 1660er Jahre) litt die Bevölkerung unter Plünderungen, Ernteausfällen und Zwangsabgaben.

Ein einschneidendes Ereignis war die Einführung der absoluten Monarchie 1660, durch die der dänische König seine Macht stark ausbaute. Verwaltung, Steuern und Militärorganisation wurden zentralisiert. Für Amager bedeutete dies eine noch stärkere Einbindung in die staatlichen Strukturen Kopenhagens. Die Insel verlor weiter an Eigenständigkeit, auch wenn lokale Traditionen – insbesondere in Store Magleby und Dragør – erhalten blieben.

Die Fischerei, vor allem in Dragør, gewann im 17. und 18. Jahrhundert an Bedeutung. Dragør entwickelte sich zu einem wichtigen Hafen für den Heringsfang im Øresund und profitierte vom regionalen Handel. Die Seeleute und Fischer aus Dragør spielten eine wichtige Rolle in der Øresundschifffahrt und waren bekannt für ihre nautischen Kenntnisse. Gleichzeitig blieb die Landwirtschaft auf dem westlichen Teil der Insel der dominierende Wirtschaftszweig.

Im 18. Jahrhundert nahm der Einfluss Kopenhagens weiter zu. Die Stadt wuchs, benötigte mehr Nahrung, Baumaterial und Arbeitskräfte, und Amager rückte immer stärker in den wirtschaftlichen und sozialen Orbit der Hauptstadt. Dennoch blieb die Insel bis um 1800 überwiegend ländlich geprägt. Große Teile bestanden aus Feldern, Wiesen und kleinen Dörfern; eine geschlossene städtische Bebauung existierte noch nicht.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begannen erste Modernisierungstendenzen: Verbesserungen in der Landwirtschaft, eine langsam wachsende Bevölkerungszahl und eine stärkere staatliche Planung kündigten den Übergang zur industriellen und städtischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts an. Um 1800 stand Amager somit an der Schwelle eines tiefgreifenden Wandels – von einer traditionell agrarisch-maritimen Insel hin zu einem zunehmend urbanisierten Teil der expandierenden Hauptstadt Kopenhagen.

Modernisierungszeit

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Amager noch stark agrarisch strukturiert. Die Bauern, insbesondere in Store Magleby, produzierten weiterhin Lebensmittel für Kopenhagen, während Dragør als Fischer- und Seefahrtsort Bedeutung hatte. Gleichzeitig wuchs Kopenhagen rapide, was den Druck auf die umliegenden Gebiete erhöhte. Die Napoleonischen Kriege und insbesondere das britische Bombardement Kopenhagens 1807 hatten auch Auswirkungen auf Amager: Truppenbewegungen, Versorgungsengpässe und wirtschaftliche Unsicherheit prägten diese Jahre.

Ein entscheidender Wendepunkt war die Aufhebung der Kopenhagener Festungsanlagen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Solange die Stadt militärisch befestigt war, durfte in den umliegenden Gebieten – auch auf Amager – nur eingeschränkt gebaut werden. Mit dem schrittweisen Abbau dieser Beschränkungen ab den 1850er und 1860er Jahren wurde Amager erstmals in größerem Umfang für Wohn- und Industrieansiedlungen geöffnet. Dies leitete eine Phase intensiver Bautätigkeit ein.

Parallel dazu setzte die Industrialisierung ein. Entlang der Küsten und Verkehrsachsen entstanden Fabriken, Lagerhäuser und kleinere Gewerbebetriebe, die von der Nähe zum Hafen und zur Hauptstadt profitierten. Neue Arbeitsplätze zogen Menschen aus anderen Teilen Dänemarks an. Besonders in den späteren Stadtteilen Amagerbro und Sundby wuchsen dicht bebaute Arbeiterwohngebiete, oft mit einfachen Mietskasernen und wenig Infrastruktur. Die sozialen Gegensätze zwischen wohlhabender Innenstadt und einfachen Vorstädten wurden deutlich sichtbar.

In administrativer Hinsicht kam es zu wichtigen Veränderungen. Teile von Amager wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts schrittweise in die Stadt Kopenhagen eingemeindet, während andere Gebiete zunächst selbstständig blieben. Diese Eingemeindungen verstärkten die politische und wirtschaftliche Bindung an die Hauptstadt und führten zu einer Vereinheitlichung von Verwaltung, Schulwesen und Infrastruktur.

Die Verkehrsentwicklung spielte eine zentrale Rolle in der Urbanisierung Amagers. Neue Straßen, Brücken und Fährverbindungen verbesserten die Anbindung an Kopenhagen erheblich. Der Ausbau des Hafens und die zunehmende Nutzung von Dampfschiffen stärkten Handel und Industrie. Gleichzeitig veränderte sich das Alltagsleben der Bevölkerung: Immer mehr Menschen arbeiteten außerhalb der Landwirtschaft, Frauen und Kinder wurden Teil der industriellen Arbeitswelt, und neue soziale Bewegungen entstanden.

Gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich auf Amager auch ein politisch aktives Arbeitermilieu. Gewerkschaften, Genossenschaften und sozialdemokratische Organisationen gewannen an Einfluss. Die Lebensbedingungen in den dicht besiedelten Vierteln führten zu Forderungen nach besseren Wohnungen, Hygiene, Bildung und sozialer Absicherung. Amager wurde in dieser Zeit zu einem wichtigen Schauplatz der sozialen Frage in Kopenhagen.

Bis 1914 hatte sich Amager von einer Randzone der Hauptstadt zu einem integralen Bestandteil der modernen Großstadt Kopenhagen entwickelt. Landwirtschaft und Fischerei spielten zwar weiterhin eine Rolle, standen jedoch zunehmend neben Industrie, Wohnungsbau und städtischer Infrastruktur. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs war Amager geprägt von Dynamik, sozialem Wandel und wachsender Bedeutung – Entwicklungen, die durch den Krieg und das 20. Jahrhundert weiter beschleunigt werden sollten.

Weltkriegsära

Während des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) blieb Dänemark neutral, doch die Auswirkungen des Krieges waren auch auf Amager spürbar. Handelsbeschränkungen, Lebensmittelknappheit und steigende Preise belasteten die Bevölkerung, insbesondere die Arbeiterfamilien in den dicht besiedelten Vierteln. Die landwirtschaftlichen Betriebe auf Amager gewannen vorübergehend wieder an Bedeutung, da sie zur Versorgung der Hauptstadt beitrugen. Gleichzeitig kam es zu sozialen Spannungen und politischen Protesten, die den Einfluss der Arbeiterbewegung weiter stärkten.

In der Zwischenkriegszeit setzte sich die Urbanisierung Amagers fort. Neue Wohnsiedlungen entstanden, darunter auch erste geplante Wohnbauprojekte, die bessere hygienische Bedingungen, Grünflächen und soziale Einrichtungen boten. Die Stadt Kopenhagen investierte zunehmend in Infrastruktur wie Schulen, Straßen, öffentliche Verkehrsmittel und Versorgungsnetze. Dennoch blieb Amager sozial gespalten: Während einige Gebiete moderner wurden, herrschten in älteren Arbeiterquartieren weiterhin beengte Wohnverhältnisse und Armut.

Ein besonders prägendes Ereignis war die Weltwirtschaftskrise ab 1929, die auch Amager hart traf. Viele Industriebetriebe reduzierten ihre Produktion oder schlossen, Arbeitslosigkeit und Armut nahmen stark zu. In dieser Zeit gewann die Sozialdemokratie weiter an Einfluss, und staatliche sowie kommunale Maßnahmen zur sozialen Absicherung wurden ausgeweitet. Amager entwickelte sich zu einem wichtigen politischen Rückhalt für sozialdemokratische und linke Parteien.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung Dänemarks 1940 bis 1945 geriet auch Amager unter Kontrolle der deutschen Wehrmacht. Die Nähe zum Flughafen Kastrup, der strategisch wichtig war, machte die Insel militärisch besonders relevant. Deutsche Truppen nutzten Teile Amagers für militärische Einrichtungen, Transporte und Sicherungsmaßnahmen. Die Bevölkerung war mit Rationierung, Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der ständigen Präsenz der Besatzungsmacht konfrontiert.

Gegen Ende des Krieges wurde Amager auch Schauplatz des dänischen Widerstands. Sabotageakte, illegale Presse und geheime Netzwerke waren Teil des Alltags, insbesondere in den dicht besiedelten Wohngebieten. Die Repressionen nahmen zu, und einzelne Teile der Insel waren von Bombardierungen oder militärischen Aktionen in der Region betroffen, auch wenn Amager nicht im Zentrum der Zerstörung stand.

Die Befreiung Dänemarks im Mai 1945 markierte einen tiefen Einschnitt. Für Amager bedeutete das Ende der Besatzung den Beginn eines neuen Abschnitts, in dem Wiederaufbau, Wohnungsbau und soziale Reformen im Vordergrund standen. Bis 1945 hatte sich Amager endgültig von einer ehemals ländlichen Insel zu einem fest integrierten, industriell und sozial geprägten Stadtteil Kopenhagens entwickelt – bereit für die großen Umgestaltungen der Nachkriegszeit.

Moderne Zeit

Unmittelbar nach 1945 standen auf Amager – wie im übrigen Kopenhagen – Wohnungsnot, Wiederaufbau und soziale Stabilisierung im Vordergrund. Viele Gebäude waren überbelegt oder veraltet, und die Stadt setzte verstärkt auf den Bau neuer Wohnanlagen. In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden große Wohnsiedlungen, teils im funktionalistischen Stil, mit dem Ziel, Licht, Luft und Grün für breite Bevölkerungsschichten bereitzustellen. Gleichzeitig wurde die soziale Infrastruktur ausgebaut: Schulen, Kindergärten, Sportanlagen und Gesundheitsversorgung verbesserten die Lebensbedingungen deutlich.

Die Industrie, die Amager lange geprägt hatte, verlor ab den 1960er- und 1970er-Jahren zunehmend an Bedeutung. Fabriken schlossen oder verlagerten ihre Produktion, und ehemalige Industrieflächen wurden nach und nach umgenutzt. Dieser Strukturwandel brachte zunächst Arbeitslosigkeit und soziale Probleme mit sich, eröffnete langfristig jedoch neue Entwicklungsmöglichkeiten. Parallel dazu wuchs der Dienstleistungssektor, und immer mehr Bewohner pendelten zur Arbeit in andere Teile Kopenhagens.

Ein zentraler Einschnitt war der Ausbau des Flughafens Kopenhagen-Kastrup, der Amager international sichtbar machte. Der Flughafen entwickelte sich zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Nordeuropas und zu einem bedeutenden Arbeitgeber für die Region. Gleichzeitig wurde die Verkehrsinfrastruktur auf der Insel massiv verbessert, etwa durch neue Straßen, Brücken und später den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Ab den 1990er-Jahren begann eine Phase umfassender Stadterneuerung. Besonders prägend war die Entwicklung von Ørestad, einem neuen Stadtteil auf Amager Vest, der als modernes Stadtentwicklungsprojekt mit Wohnraum, Büros, Universitäten und kulturellen Einrichtungen konzipiert wurde. Die Eröffnung der Kopenhagener Metro ab 2002 band Amager noch enger an die Innenstadt an und machte die Insel für neue Bevölkerungsgruppen attraktiv. Gleichzeitig wurde der Amager Strandpark neu gestaltet und zu einem wichtigen Erholungsgebiet für die gesamte Stadt.

Sozial wandelte sich Amager in dieser Zeit stark. Neben traditionellen Arbeiterfamilien zogen zunehmend Studierende, Kreative, internationale Fachkräfte und Familien auf die Insel. Die Bevölkerung wurde vielfältiger, sowohl sozial als auch kulturell. Dieser Wandel brachte auch Gentrifizierungsprozesse mit sich: steigende Mieten, Aufwertung ehemaliger Problemviertel und neue Spannungen zwischen alten und neuen Bewohnergruppen.

In den 2010er Jahren rückten Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz und urbane Lebensqualität in den Vordergrund. Amager spielte dabei eine besondere Rolle, etwa durch moderne Energie- und Umweltprojekte sowie durch die Nähe zu großen Grün- und Naturflächen. Gleichzeitig blieb die Insel ein wichtiger Wohn- und Arbeitsort für breite Bevölkerungsschichten.

Die Corona-Maßnahmenpolitik ab 2020 stellte auch Amager vor große Herausforderungen. Öffentliche Einrichtungen, Schulen, Universitäten und Betriebe waren zeitweise geschlossen, das soziale Leben stark eingeschränkt. Gleichzeitig gewann die lokale Umgebung an Bedeutung: Parks, Strände und Wohnquartiere wurden zu zentralen Orten des Alltags. Mit dem Ende dr Maßnahmen 2022 erholte sich Amager allmählich wieder.

Verwaltung

Über die Insel erstreckt sich ein Teil der Stadt Kopenhagen mit den Stadtteilen Christianshavn, Vestamager und Sundbyøster und Sundbyvester (zusammen Sundbyerne). Im Süden der Insel liegen die Tårnby Kommune mit dem Flughafen Kopenhagen-Kastrup in Kastrup und die Dragør Kommune mit der Hafenstadt Dragør.


Herrschaftsgeschichte

  • -5. bis 8. Jahrhundert germanische Häuptlingstümer
  • 8. Jahrhundert bis 958 dänische Häuptlingstümer
  • 958 bis 2. August 1380 Königreich der Dänen (Regnum Danorum)
  • 2. August 1380 bis 17. Juni 1397 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 17. Juni 1397 bis 6. Juni 1523 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge) als Teil der Kalmarer Union
  • 6. Juni 1523 bis 16. Februar 1658 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 16. Februar 1658 bis 27. Mai 1660 Königreich Schweden (Konungariket Sverige) und Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 27.Mai 1660 bis 14. Januar 1814 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
  • 14. Januar 1814 bis 9. April 1940 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
  • 9. April 1940 bis 5. Mai 1945 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark) unter Besatzung durch das Deutsche Reich
  • seit 5. Mai 1945 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)

Legislative und Exekutive

Amager verfügt über keine eigene Legislative oder Exekutive, da die Insel kein selbstständiges politisches Gebiet ist, sondern zur Stadt Kopenhagen gehört. Die gesetzgebende Gewalt wird daher auf übergeordneter Ebene ausgeübt. Auf kommunaler Ebene ist die Bürgerschaft der Stadt Kopenhagen das zuständige gesetzgebende Organ; sie beschließt kommunale Regelungen, Haushaltspläne und Entwicklungsstrategien, die auch für Amager gelten. Auf staatlicher Ebene liegt die Legislative beim dänischen Parlament, dem Folketing, dessen Gesetze für das gesamte Staatsgebiet und somit ebenfalls für Amager verbindlich sind. Die ausführende Gewalt liegt bei der Stadtverwaltung Kopenhagens, dem sogenannten Magistrat, der vom Oberbürgermeister und mehreren Fachbürgermeistern geleitet wird. Diese setzen die politischen Beschlüsse in der Praxis um, etwa in den Bereichen Stadtplanung, Verkehr, Umwelt, Bildung oder Soziales. Zusätzlich nehmen staatliche Behörden wie Polizei, Gerichte und Ministerien ihre Aufgaben auf Amager wahr. Zwar ist Amager in die Stadtteile Amager Øst und Amager Vest gegliedert, doch besitzen diese keine eigene politische Entscheidungsgewalt; die dort bestehenden lokalen Ausschüsse haben lediglich eine beratende Funktion.

Inseloberhaupt

Höchster Repräsentant der Insel ist der Bürgermeister von Kopenhagen.

Politische Gruppierungen

Zu den wichtigsten politischen Parteien, die auch auf Amager aktiv sind, gehören die Socialdemokratiet (Sozialdemokraten), die traditionell eine starke Stellung in Kopenhagen haben und viele Stadtteile Amagers prägen. Ebenfalls bedeutend ist Enhedslisten (Einheitsliste), eine linke Partei mit besonderem Fokus auf soziale Gerechtigkeit, Umwelt- und Wohnungspolitik, die auf Amager vergleichsweise viele Unterstützer hat. Die Socialistisk Folkeparti (Sozialistische Volkspartei) spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, vor allem in Fragen des Klimaschutzes und der Stadtentwicklung.

Auf der bürgerlichen Seite sind Parteien wie Venstre (Liberale), Det Konservative Folkeparti (Konservative Volkspartei) und Liberal Alliance vertreten, die sich unter anderem für wirtschaftliche Freiheit, private Initiativen und eine zurückhaltendere kommunale Regulierung einsetzen. Ergänzt wird das politische Spektrum durch Radikale Venstre (Sozialliberale), die besonders in urbanen Gebieten wie Amager Unterstützung finden, sowie durch die Dansk Folkeparti, die in geringerem Maße präsent ist.

Justizwesen und Kriminalität

Das Justizwesen auf Amager folgt den allgemeinen dänischen Strukturen. Zuständig sind die staatlichen Gerichte, insbesondere das Kopenhagener Stadtgericht (Københavns Byret), das für Straf- und Zivilverfahren auch mit Bezug zu Amager verantwortlich ist. Darüber hinaus sind Staatsanwaltschaft, Bewährungshilfe und weitere Justizbehörden zentral organisiert und arbeiten stadtweit. Die Polizei ist Teil der Kopenhagener Polizei (Københavns Politi), die Amager über mehrere Polizeistationen und mobile Einheiten abdeckt. Historisch gab es auf Amager keine eigene Gerichtsbarkeit; bereits seit dem Mittelalter unterstand die Insel königlichen oder städtischen Gerichten in Kopenhagen, auch wenn einzelne Dorfgemeinschaften früher begrenzte lokale Regelungsrechte hatten.

In der Frühen Neuzeit und im 19. Jahrhundert war Kriminalität auf Amager überwiegend kleinteilig und ländlich geprägt. Typische Delikte waren Diebstahl, Schmuggel, Konflikte um Landnutzung, Alkoholmissbrauch und Verstöße gegen Markt- oder Zollbestimmungen. In Küstenorten wie Dragør spielte zeitweise auch Schmuggel im Zusammenhang mit dem Øresundhandel eine Rolle. Mit der Industrialisierung und dem starken Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert nahm die soziale Problematik zu, was sich auch in steigenden Zahlen von Eigentums- und Gewaltkriminalität äußerte.

Im 20. Jahrhundert, insbesondere in der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg, entwickelte sich Amager zu einem typischen Arbeiter- und Vorstadtgebiet. Kriminalität war hier – ähnlich wie in anderen dicht besiedelten Stadtteilen – häufig sozial bedingt. Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholprobleme und beengte Wohnverhältnisse führten zu Konflikten, Jugendkriminalität und kleineren Delikten. Schwerkriminalität spielte im Vergleich zu innerstädtischen Brennpunkten jedoch lange eine untergeordnete Rolle.

Ab den 1970er- und 1980er-Jahren traten neue Formen von Kriminalität auf, darunter Drogenhandel, organisierte Bandenkriminalität und gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen. Bestimmte Wohngebiete auf Amager gerieten zeitweise in den Fokus von Polizei und Medien. Der Staat reagierte mit verstärkter Polizeipräsenz, sozialer Präventionsarbeit und städtebaulichen Maßnahmen, etwa durch Quartierserneuerung und bessere soziale Infrastruktur.

In der Gegenwart ist Amager kriminalstatistisch ein heterogenes Gebiet. Einige Viertel weisen erhöhte Zahlen bei Eigentumsdelikten, Drogenkriminalität oder Gewalt auf, während andere als sehr sicher gelten. Die Polizei verfolgt einen kombinierten Ansatz aus Strafverfolgung, Prävention und Zusammenarbeit mit Schulen, Sozialdiensten und lokalen Initiativen. Videoüberwachung, Quartiersarbeit und gezielte Einsätze gegen organisierte Kriminalität gehören ebenso dazu wie Programme zur Jugendprävention.

Flagge und Wappen

Amager besitzt keine eigene offizielle Flagge und kein eigenes Wappen, da die Insel keine selbstständige politische oder administrative Einheit ist. Historisch und bis heute ist Amager entweder Teil der Stadt Kopenhagen oder gehört verwaltungsmäßig zu einzelnen Kommunen, weshalb heraldische Symbole stets auf höherer Ebene angesiedelt waren.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde Amager nicht als einheitliches Territorium verstanden, sondern als eine Insel mit mehreren Dörfern, Kirchspielen und später Gemeinden, die jeweils unterschiedlichen Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen unterstanden. Entsprechend entwickelte sich kein gemeinsames Inselwappen, wie es etwa bei Herzogtümern oder selbstständigen Städten der Fall war. Stattdessen galten die Symbole des dänischen Königreichs beziehungsweise der zuständigen Stadt oder Gemeinde.

Mit der zunehmenden Einbindung Amagers in Kopenhagen übernahmen die auf der Insel liegenden Stadtteile die städtischen Symbole Kopenhagens. Das Wappen der Stadt Kopenhagen – mit den drei Türmen, dem Wellenbalken und dem goldenen Schild – ist daher das maßgebliche heraldische Zeichen für große Teile Amagers. Eine eigene Flagge für Amager als Insel existiert nicht; im öffentlichen Raum werden die dänische Nationalflagge (Dannebrog) oder kommunale Flaggen verwendet.

Auf lokaler Ebene entwickelten jedoch einzelne Gemeinden eigene Wappen. Besonders hervorzuheben sind Dragør und Tårnby, die jeweils eigene kommunale Wappen besitzen. Das Wappen von Dragør verweist auf die maritime Geschichte des Ortes, insbesondere auf Fischerei und Seefahrt im Øresund. Tårnbys Wappen nimmt Bezug auf lokale historische und geografische Merkmale. Diese Wappen gelten jedoch ausschließlich für die jeweilige Kommune, nicht für Amager als Ganzes.

In kulturellen oder touristischen Kontexten tauchen gelegentlich inoffizielle Symbole für Amager auf, etwa Darstellungen mit landwirtschaftlichen Motiven, dem Meer, dem Strandpark oder Anspielungen auf die niederländischen Siedler von Store Magleby. Diese haben jedoch keinen amtlichen Status und dienen eher der Identifikation oder Vermarktung als der offiziellen Repräsentation.

Hauptort

Kopenhagen (København) ist seit dem Mittelalter das wichtigste Zentrum der Region und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer stärker mit Amager verbunden. Die eigentliche Eingemeindung Amagers nach Kopenhagen erfolgte schrittweise, vor allem im 20. Jahrhundert, als die Stadt wuchs und Amager immer stärker urbanisiert wurde. Mit dem Ausbau der Infrastruktur (Straßen, Brücken, später Metro) wurde Amager immer mehr Teil der Hauptstadt, sodass Kopenhagen heute als „Hauptort“ der Insel gilt – auch wenn es keinen offiziellen Status dafür gibt.

Verwaltungsgliederung

Amager besteht aus 2 Gemeinden sowie einem Teil der Stadt Kopenhagen. Die Verwaltungseinheiten der Insel Amager sind mit den Daten des Jahres 2011:

Gemeinde Fläche (km²) Einwohner
Dragør 18,14 13.717
Tårnby 64,95 40.835
Kopenhagen 13,20 119.627


           Verwaltungsgliederung:

           1 bydel (Stadtteil)

           2 kommuner (Gemeinden)

                       6 sogner (Kirchspiele)

Bevölkerung

Im Folgenden die Bevölkerungsentwicklung samt Dichte, bezogen auf die Fläche von 96,29 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner                 Dichte (E/km²)

           1901                 48 615                        504,88

           1906                 57 989                        602,23

           1911                 67 331                        699,25

           1916                 87 200                        905,60

           1921                 99 333                      1031,60

           1925                110 115                      1143,58

           1930                120 827                      1254,82

           1935                133 848                      1390,05

           1940                145 499                      1511,05

           1945                150 775                      1565,84

           1950                164 401                      1707,35

           1955                174 822                      1815,58

           1960                178 184                      1850,49

           1965                177 818                      1846,69

           1970                174 926                      1816,66

           1976                162 606                      1688,71

           1981                155 435                      1614,24

           1986                150 637                      1564,41

           1990                148 890                      1546,27

           1995                150 016                      1557,96

           1998                152 457                      1583,31

           1999                153 479                      1593,92

           2000                154 207                      1601,49

           2001                155 544                      1615,37

           2002                156 268                      1622,89

           2003                156 377                      1624,02

           2004                157 237                      2643,95

           2005                158 224                      1643,20

           2006                160 064                      1662,31

           2007                162 578                      168,,42

           2008                166 030                      1724,27

           2009                169 157                      1756,75

           2010                171 210                      1778,07

           2011                174 179                      1808,90

           2012                176 904                      1837,20

           2013                180 657                      1876,18

           2014                183 750                      1908,30

           2015                188 762                      1960,35

           2016                192 709                      2001,34

           2017                196 047                      2035,01

           2018                199 789                      2074,87

           2019                204 827                      2127,63

           2020                209 462                      2175,32

           2021                212 611                      2208,55

           2022                216 262                      2245,94

           2023                219 763                      2282,30

           2024                222 920                      2315,09

           2025                225 746                      2344,44


Die Einwohnerzahl wuchs von 1981 bis 2001 im Jahresdurchschnitt um 0,013 %.


Bevölkerungsaufteilung 2001:

  • Bevölkerungszahl insgesamt  14.563
  • weiblich  7.386 (50,72 % )
  • männlich  7.177 (49,28 %)

Volksgruppen

Die ursprüngliche dänische Bevölkerung wurde im 16. Jahrhundert durch eine gezielte Einwanderung ergänzt, als König Christian II. etwa 184 niederländische Bauernfamilien aus der Region Waterland holte, um die Gemüseproduktion für den Hof in Kopenhagen zu verbessern. Diese Niederländer erhielten besondere Privilegien und siedelten vor allem in Dörfern wie Store Magleby an. Ihre Nachkommen behielten über Jahrhunderte eigene Traditionen, Trachten und Dialekte bei und prägten besonders den südlichen und östlichen Teil Amagers kulturell stark, auch wenn der niederländische Einfluss heute nur noch in Spuren und im lokalen Bewusstsein vorhanden ist.

Im 20. und besonders im 21. Jahrhundert wurde Amager durch die Nähe zu Kopenhagen und den Flughafen zu einem Gebiet mit hoher Zuwanderung. Die Bevölkerung besteht heute mehrheitlich aus Personen dänischer Herkunft, aber der Anteil von Einwanderern und ihren Nachkommen liegt in Teilen Amagers (besonders Amager Vest und Amager Øst) deutlich über dem dänischen Durchschnitt. In Kopenhagen insgesamt machen diese Gruppen etwa ein Viertel bis knapp 30 Prozent aus, auf Amager ist der Wert ähnlich oder lokal etwas höher. Unter den westlichen Zuwanderern finden sich viele aus Polen, Deutschland, Großbritannien, Rumänien, Schweden und Norwegen. Die größte Gruppe unter den nicht-westlichen Herkunftsgruppen stammt aus Ländern wie Türkei, Pakistan, Irak, Iran, Syrien, China und Indien, ergänzt durch Menschen aus anderen Teilen des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens. Diese Vielfalt entstand vor allem durch Arbeitsmigration seit den 1960er Jahren, Familiennachzug und Fluchtbewegungen in den letzten Jahrzehnten.

Sprachen

Amager ist eine Insel und ein Stadtteil von Kopenhagen, wo Dänisch die dominierende Sprache bleibt, die von der großen Mehrheit der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird. Historisch wurde die Insel im 16. Jahrhundert von niederländischen Bauernfamilien besiedelt, die ein eigenes Amager Dutch (Amager-Hollands) mitbrachten – einen Dialekt, der durch dänische und niederdeutsche Einflüsse geprägt war. Dieser hielt sich in Dörfern wie Store Magleby bis ins 19. Jahrhundert und verschwand erst um 1858 durch Assimilation vollständig.

Heute ist die Sprachlandschaft auf Amager durch die Nähe zu Kopenhagen und den internationalen Flughafen stark geprägt. Dänisch ist die offizielle und alltägliche Verkehrssprache, die in Schule, Verwaltung, Medien und im öffentlichen Leben überall verwendet wird. Englisch ist weit verbreitet, besonders unter jüngeren Menschen und in beruflichen Kontexten, da Dänemark zu den Ländern mit der höchsten Englischkenntnis weltweit gehört. Viele Einwohner sprechen auch Schwedisch oder Deutsch als Fremdsprachen, was durch die geografische Lage und den Tourismus begünstigt wird.

Durch die hohe Zuwanderung seit den 1960er Jahren – verstärkt in den letzten Jahrzehnten – hat sich die sprachliche Vielfalt deutlich erhöht. In Amager Vest und Amager Øst liegt der Anteil von Einwanderern und ihren Nachkommen bei etwa 25–30 Prozent, ähnlich wie im Rest von Kopenhagen. Die größte Gruppe nicht-westlicher Herkunft stammt aus Ländern wie Türkei, Pakistan, Irak, Syrien, Iran, Somalia oder Afghanistan, weshalb Sprachen wie Arabisch, Türkisch, Urdu, Paschtu, Persisch (Farsi/Dari), Somali und Kurdisch in vielen Haushalten und Vierteln zu hören sind. Daneben sprechen Einwanderer aus Polen, Rumänien, Deutschland, Großbritannien oder den nordischen Ländern ihre Muttersprachen wie Polnisch, Rumänisch, Deutsch, Englisch oder Schwedisch zu Hause.

Religion

Dominierende Religion ist das Christentum in Form der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche Dänemarks (Folkekirken), der landesweit etwa 71 bis 72 Prozent der Bevölkerung angehören, wobei der Anteil in Kopenhagen und damit auch auf Amager etwas niedriger liegt, oft um die 58 bis 65 Prozent in städtischen Bezirken. Viele Mitglieder sind nominell registriert, zahlen Kirchensteuer und nutzen die Kirche für Rituale wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung, identifizieren sich aber persönlich oft als säkular oder wenig religiös – weniger als ein Fünftel der Dänen sieht sich als sehr religiös.

Historisch gab es auf Amager durch die niederländischen Siedler im 16. Jahrhundert in Store Magleby und Umgebung reformierte calvinistische Einflüsse neben dem lutherischen Dänemark, doch diese wurden im Laufe der Jahrhunderte assimiliert, und die Folkekirche wurde zur einheitlichen Institution. Heute finden sich auf Amager zahlreiche lutherische Kirchen, wie in Tårnby, Dragør oder den Kopenhagener Bezirken Amager Vest und Amager Øst, die weiterhin zentrale Orte für die dänische Mehrheitsbevölkerung sind.

Durch Immigration seit den 1960er Jahren hat sich die religiöse Vielfalt verstärkt, insbesondere in Gebieten mit höherem Migrantenanteil wie Teilen von Amager Øst, Islands Brygge oder Sundby. Islam ist die zweitgrößte Religion in Kopenhagen und damit auch auf Amager, mit einem Anteil von etwa 10 Prozent in der Stadt insgesamt und lokal höher in bestimmten Vierteln. Muslime stammen hauptsächlich aus Ländern wie Türkei, Pakistan, Irak, Syrien, Somalia oder dem Libanon, und es gibt Moscheen in der Nähe oder auf Amager selbst, ergänzt durch Gebetshäuser und kulturelle Zentren. Andere Minderheiten umfassen kleinere Gruppen von Katholiken (oft aus Polen oder anderen EU-Ländern), orthodoxen Christen (aus Osteuropa), Hindus, Buddhisten und vereinzelt Juden, wobei die jüdische Gemeinde traditionell eher im zentralen Kopenhagen konzentriert ist.

Islam

Auf Amager, vor allem in den Bezirken Amager Vest, Amager Øst, Sundby und angrenzenden Gebieten wie Teilen von Islands Brygge, liegt der Anteil oft höher als im Landesdurchschnitt, da hier viele Einwanderer und ihre Nachkommen aus Ländern wie Türkei, Pakistan, Irak, Syrien, Somalia, Libanon oder Afghanistan angesiedelt sind. Diese Gruppen bilden die Hauptbasis der muslimischen Gemeinde auf der Insel. Es existieren kleinere Moscheen, Gebetshäuser und kulturelle Zentren, die den Alltag von Gebet, Ramadan, Festen und Gemeindearbeit organisieren. Für eine große repräsentative Moschee in der Nähe von Amager wurde in der Vergangenheit Land reserviert, doch Finanzierung und Umsetzung bleiben bis heute unklar und umstritten.

Der Islam auf Amager umfasst sunnitische, schiitische und andere Strömungen, mit unterschiedlichen Ausprägungen von liberal bis konservativ. Viele Muslime sind gut integriert, sprechen Dänisch, arbeiten in typischen Berufen und beteiligen sich am gesellschaftlichen Leben. Es gibt Initiativen für einen dänisch geprägten Islam, etwa durch progressive Imame oder Gemeinden, die den Glauben mit westlichen Werten verbinden wollen.

Es gibt allerdings auch spürbare Probleme und Spannungen, die den Islam auf Amager und in Kopenhagen betreffen. In Vierteln mit hohem Migrantenanteil treten Probleme auf wie höhere Jugendarbeitslosigkeit, soziale Segregation, schlechtere Schulleistungen in manchen Gruppen und gelegentliche Parallelgesellschaften, in denen dänische Normen infrage gestellt werden. Kriminalität, insbesondere Bandenkriminalität und Gewalt in bestimmten Wohnblocks, hat großteisls migrantische und muslimische Hintergründe, was zu Polarisierung führt – auch wenn die Mehrheit der Muslime friedlich lebt. Debatten um Parallelgesellschaften, Ehrenkultur, Zwangsheiraten oder konservative Geschlechterrollen in Teilen der Gemeinden sorgen für Konflikte mit der säkularen dänischen Mehrheitsgesellschaft.

Judentum

Die jüdische Geschichte in Dänemark reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Sepharden und Ashkenasim zugelassen wurden, und konzentrierte sich früh auf Kopenhagen. Die Große Synagoge in Krystalgade (erbaut 1833) und weitere Einrichtungen wie das Jüdische Gemeindezentrum, Schulen, Altersheime und ein Friedhof liegen zentral in Kopenhagen oder in Vororten, nicht auf Amager. Dennoch leben einzelne jüdische Familien oder Personen auf Amager, oft in gemischten Vierteln wie Amager Vest oder Øst, und nutzen die zentralen Einrichtungen in der Stadt. Es gibt Berichte über jüdische Bewohner, etwa in Verbindung mit privaten oder beruflichen Aktivitäten, und vereinzelt taucht Amager in persönlichen Geschichten auf, wie bei einem früheren Vorsitzenden von Det Jødiske Samfund, der familiäre Bindungen dorthin hatte.

Das Judentum auf Amager ist somit vor allem durch die Nähe zu Kopenhagens lebendiger jüdischer Infrastruktur präsent: Viele besuchen Synagogen, Feiertage, koschere Geschäfte oder kulturelle Veranstaltungen in der Innenstadt. Es existieren liberale, orthodoxe und chabadische Strömungen in der Gesamtgemeinde, mit einem Fokus auf Tradition, Bildung und Gemeinschaftsleben. Historisch profitierte die dänische Judenheit von der berühmten Rettungsaktion 1943 während der NS-Besatzung, bei der fast alle Juden nach Schweden evakuiert wurden – ein Ereignis, das bis heute Stolz und Identität prägt.

Probleme und Spannungen im Zusammenhang mit dem Judentum betreffen Amager nur indirekt, da die kleine Präsenz hier keine großen Konflikte erzeugt, aber die Gesamtsituation in Kopenhagen strahlt aus. Antisemitismus ist in Dänemark seit den 2010er Jahren und besonders nach dem 7. Oktober 2023 spürbar gestiegen, mit Vorfällen wie verbaler Gewalt, Vandalismus, Brandanschlägen oder Hasskriminalität gegen jüdische Einrichtungen und Personen. In Kopenhagen gab es Angriffe auf Synagogen oder jüdische Symbole, und Berichte über Mobbing gegen jüdische oder israelischstämmige Kinder in Schulen, teils mit antiisraelischer Rhetorik, die in antisemitische Äußerungen umschlägt. Auf Amager wurde ein Fall eines Brandanschlags auf die Wohnung einer jüdischen Frau im Mai 2024 gemeldet, der mit antisemitischen Motiven in Verbindung gebracht wurde und zu Verhaftungen führte. Solche Ereignisse verstärken das Sicherheitsgefühl in der Gemeinde und führen zu Debatten über Auswanderung nach Israel oder verstärkte Schutzmaßnahmen.

Siedlungen

Auf der Insel befinden sich die Siedlungsbereiche von Ørestad, Dragør, Kastrup und Tårnby. Ørestad ist der jüngste Stadtteil der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Er entsteht seit 1992 nach dem New Town-Prinzip. Ørestad untergliedert sich in die vier Teile Universitetskvarteret, Amager Fælled kvarteret, Ørestad City und Vestamagerkvarteret (von Nord nach Süd). Der Stadtteil erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über etwa 600 m Breite und rund 5 km Länge (310 Hektar). Er liegt auf dem Gebiet der Kommune Kopenhagen, unmittelbar an der Grenze zur Kommune Tårnby, das zum Amt Kopenhagen gehört.

Im nördlichen Teil befindet sich das neue Konzerthaus Kopenhagen (DR Koncerthuset), erbaut nach Plänen des französischen Architekten Jean Nouvel. Das Konzerthaus wurde im Januar 2009 eröffnet. Weiter südlich befindet sich das Bella Center, in dem vom 7. bis zum 18. Dezember 2009 die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen stattfand. Vom dänischen Architekten Bjarke Ingels kreiert befinden sich außerdem drei weitere Projekte in unmittelbarer Umgebung: das VM Haus, Mountain Dwelling und das 8 Haus. Im Süden schließt sich das Naturschutzgebiet Pinseskoven an. Das ursprünglich ebenfalls als Naturschutzgebiet ausgewiesene Kalvebod Fælled ist nun zur Hälfte ein Teil des Stadtteils.

Bis zur kompletten Fertigstellung von Ørestad werden 20 bis 30 Jahre vergehen, geplant sind Wohnungen für 20.000 Einwohner. Dieselbe Anzahl Menschen wird Ørestad zum Studium oder zur Ausbildung aufsuchen. Insgesamt soll der Stadtteil 60.000 Arbeitsplätze bieten. Für die Entwicklung des Stadtteils wurde die Ørestadsselskab (Ørestad-Gesellschaft) am 11. März 1993 gegründet, deren Hauptaufgabe der Aufbau der Infrastruktur ist. Dazu verkauft sie den Grund an Investoren, um mit den Erlösen den Aufbau der Infrastruktur zu finanzieren. Die Gesellschaft befindet sich komplett im Besitz der öffentlichen Hand (55 % Kommune Kopenhagen, 45 % Staat Dänemark). Die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur betragen 1,3 Milliarden DKK (etwa 175 Millionen Euro).

Ein wesentliches Merkmal der Stadtteilentwicklung von Ørestad ist die Tatsache, dass hier erstmals in Dänemark die Verkehrsinfrastruktur vor dem Gebäude-Bau entstand, denn eng verbunden mit Ørestad ist der Bau der Metro. Sie verbindet innerhalb des Stadtteils den Bahnhof Ørestad an das Zentrum von Kopenhagen. Der Bahnhof im Süden des Stadtteils ist Teil der Øresundstrecke. Die Eisenbahnstrecke verläuft parallel zur Europastraße 20. Beide sorgen für eine gute Anbindung über den Øresund nach Schweden sowie des Zentrums Kopenhagens mit dem Flughafen - Kastrup.

Amager Strandpark (auch Amager Strand) ist ein geschütztes Naherholungsgebiet, das an der Ostküste der dänischen Insel Amager liegt. Der rund 60 Hektar große Park am Öresund ist mit etwa fünf Kilometer Entfernung vom Kopenhagener Rådhuspladsen der nächstliegende Strand vom Zentrum der Metropole. Das Gelände besteht aus einer vorgelagerten künstlichen Insel, die 2005 fertiggestellt wurde. Mit einem 4,6 km langen Badestrand rund um die Insel hat der Park den größten Strand der dänischen Hauptstadt.

Der Amager Strandpark befindet sich im Besitz der Københavns Kommune und der Frederiksberg Kommune, die zusammen mit dem ehemaligen Københavns Amt 2003 die Betreibergesellschaft Amager Strandpark I/S gründeten.

Während der nördliche Teil der Insel einer Dünenlandschaft gleicht, wurde im Süden ein Park angelegt, an dem eine Promenade bis zu einem kleinen Gasthafen an die Südspitze führt. Die Insel wird vom Festland durch einen Kanal und eine künstliche Lagune mit flacherem Wasser getrennt, über die drei Brücken führen. Entlang der Straße Amager Strandvej auf dem Festland befinden sich neben einem weiteren, knapp 1,5 km langen Strandabschnitt die beiden Parks Tiøren sowie Femøren, der im Sommer oft Spielstätte für Rockkonzerte ist. Über drei Haltestellen der M2 (Öresund, Amager Strand und Femøren) ist der Strandpark an das U-Bahn-Netz der Kopenhagener Metro angeschlossen.

Die Ostküste Amagers bestand ursprünglich aus einem Sumpfgebiet, durch das 1780 das dänische Militär einen Weg, den heutigen Amager Strandvej, anlegte. 1915 wurde im Norden die Seebadeanstalt Helgoland errichtet. Mit der Zeit kamen ein Yachthafen und Badebrücken hinzu und Garten- und Fischereivereine wurden gegründet. Um die Küste als Erholungsgebiet weiter auszubauen, wurde 1934 der Abschnitt zwischen Øresundsvej im Norden und Kastrup Fort im Süden als Strand angelegt. Der Gezeitenstrom führte den Sand jedoch immer wieder zurück in den Öresund, so dass bis 1948 rund 95.000 m3 Sand an die Küste gespült werden musste. Danach diente bis 1962 neben weiteren Sandvorspülungen eine Spundwand dem Küstenschutz. Doch auch sie konnte die Abtragungen nicht verhindern, sodass im Laufe der Zeit Forderungen nach einem neuen Strand immer lauter wurden. Erste Planungen aus den 1980er Jahren endeten schließlich mit dem ersten Spatenstich im Mai 2004, und nach etwa 15 Monaten Bauzeit konnte der neue Strand am 18. August 2005 vom dänischen Kronprinzenpaar Mary und Frederik eingeweiht werden. Dabei wurde im Verlauf der Arbeiten die alte Badeanstalt Helgoland abgerissen und durch eine neue ersetzt. Die Baukosten beliefen sich auf rund 200 Mio. Dänische Kronen.

Verkehr

Der trennende Kanal zum Zentrum Kopenhagens ist der Inderhavnen, über den die Straßenbrücken Knippelsbro und Langebro führen. Weitere Brücken, die die Insel mit Seeland verbinden, sind die Sjællandsbroen sowie die Kalvebodbroen und die Sorterendebroen weiter südlich.

Straßenverkehr

Die erste feste Brücke zwischen Kopenhagen und Amager wurde bereits 1690 errichtet. Sie hieß damals Kalvebodbro (später als erste Langebro bekannt) und verband den Bereich beim heutigen H. C. Andersens Boulevard mit Christianshavn/Amager über den inneren Hafen. Diese hölzerne Brücke wurde mehrfach erneuert und 1875/76 verbreitert. 1903 folgte dann eine neue Drehbrücke (Swing Bridge) an leicht versetzter Stelle, die bis in die 1930er/40er Jahre bestand. Eine provisorische Brücke kam 1939/40 hinzu, bevor die heutige Langebro (Bascule-Brücke) zwischen 1949 und 1954 gebaut und am 27. Juni 1954 feierlich eröffnet wurde.

Heute ist Amager vollständig in den Kopenhagener Stadtverkehr eingebunden. Die wichtigsten Achsen sind die Amagermotorvejen (E20/Øresundmotorvejen), die Amager Strandvej, Amager Boulevard, Amagerbrogade und Amager Fælledvej, die als Hauptverbindungen vom Süden (Tårnby, Dragør, Flughafen) ins Zentrum dienen. Diese Straßen tragen täglich Tausende Fahrzeuge, besonders in den Stoßzeiten morgens und abends, wenn Pendler aus dem Umland oder vom Flughafen kommen.

Kopenhagen und damit Amager setzen stark auf nachhaltige Mobilität: Der Radverkehr ist extrem hoch – Kopenhagen gilt weltweit als Fahrradhauptstadt, und auf Amager nutzen viele Bewohner Fahrräder für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder in die Stadt. Es gibt ausgedehnte, oft getrennte Radwege entlang der Hauptstraßen, Brücken wie die Cykelslangen und spezielle Ampeln für Radfahrer. Der Anteil der Radfahrer ist in vielen Bereichen höher als der der Autofahrer, besonders in den nördlicheren Teilen wie Islands Brygge oder Amager Øst. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut: Metro-Linien (M2 zur Flughafen und M1/M2 in Ørestad), S-Bahnen, Busse (inklusive BRT-ähnlicher Linien) und regionale Züge verbinden Amager effizient mit dem Zentrum und darüber hinaus. Viele nutzen Kombinationen aus Rad und Metro.

Trotzdem gibt es erhebliche Probleme im Straßenverkehr. Staus treten regelmäßig auf den Hauptachsen auf, besonders auf der Amagermotorvejen, Amager Boulevard und bei den Brückenverbindungen (Knippelsbro, Langebro) ins Zentrum – oft durch hohes Verkehrsaufkommen, Unfälle, Baustellen oder Pendlerverkehr. In den Stoßzeiten verlängern sich Fahrzeiten spürbar, und Engpässe entstehen an Kreuzungen oder bei den Zugängen zur Innenstadt. Der wachsende Verkehr durch Bevölkerungszuwachs, Tourismus und Flughafennähe verschärft die Situation, obwohl die Stadt seit Jahren Maßnahmen ergreift, um Autoverkehr zu reduzieren. Luftverschmutzung durch Abgase bleibt ein Thema, besonders an stark befahrenen Straßen, und Lärmbelastung betrifft viele Wohngebiete entlang der Hauptverkehrsstraßen.

Aktuelle Entwicklungen zielen auf Entlastung: Pläne für die Eastern Ring Road (eine unterirdische Umgehungsstraße entlang der Ostküste Amagers) sollen den Durchgangsverkehr aus dem Zentrum fernhalten und bis zu 14 bis 25 Prozent weniger Verkehr in zentralen Bereichen und auf Brücken bringen, mit kürzeren Fahrzeiten für Pendler. Solche Projekte sind jedoch umstritten, teuer und stoßen auf Umweltbedenken (zum Beispiel in Amager Fælled). Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmern sind häufig: Autofahrer klagen über Radfahrer, die Regeln missachten, Radfahrer über enge oder blockierte Wege, und Fußgänger über parkende Autos oder aggressive Fahrer. In multikulturellen Vierteln mit höherem Migrantenanteil spielen manchmal unterschiedliche Verkehrsgewohnheiten eine Rolle, etwa bei E-Scootern oder Lieferdiensten.

Bahnverkehr

Amager hat Anscgluss an zwei wichtige Linien des Kopenhagener S-Bahn-Systems sowie due Metro. Die wichtigste S-Bahn-Linie ist die Linie A (Køge – Hillerød), die Amager von Norden nach Süden durchquert. Sie fährt über die Stationen København H, Dybbølsbro, Islands Brygge, Amagerbro, Sundby, Tårnby und Kastrup bis zum Flughafen Kopenhagen (København Lufthavn). Von dort geht sie weiter nach Tårnby und Øresund, bevor sie in Køge endet. Die Linie A fährt tagsüber im 10-Minuten-Takt. Zusätzlich verkehrt die Linie Bx (Høje Taastrup – København Lufthavn) als Expressverbindung, die Amager allerdings nur am Flughafen berührt und davor keine weiteren Stationen auf der Insel bedient.

Seit 2007 ergänzt die Metro-Linie M2 (Vanløse – København Lufthavn) das Angebot auf Amager. Sie fährt unterirdisch durch die Stadtteile Islands Brygge, Amagerbro, Sundby und Tårnby und endet oberirdisch am Flughafen. Die Metro fährt meist im 4- bis 6-Minuten-Takt und ist besonders für den Weg vom Stadtzentrum zum Flughafen sehr wichtig.

Seit der Eröffnung der Cityringen-Linie M3 und der Verlängerung zur M4 gibt es an der Station Christianshavn einen guten Umstieg zwischen Metro und S-Bahn. Der Flughafen ist sowohl mit der Metro (M2) als auch mit der S-Bahn (Linie A) sehr gut angebunden.

Schiffsverkehr

Der maritime Verkehr umfasst eine Mischung aus Fährverbindungen, Frachtschiffen, Kreuzfahrtschiffen und Freizeitbooten, wobei Amager selbst keine großen Häfen beherbergt, aber stark von den umliegenden Einrichtungen abhängt. Die wichtigsten Routen laufen über den Öresund zu Schweden, mit der großen Øresundbrücke als Symbol, aber auch Fähren von Havneholmen oder Nyhavn in Kopenhagen aus. Amager dient vor allem als Durchgangsroute für Schiffe, die den Sund passieren, und als Anlaufpunkt für kleinere Boote in den Kanälen oder an den Stränden.

Der kommerzielle Schiffsverkehr ist auf Amager begrenzt: In der Nähe liegt der Kopenhagener Hafen mit Containerterminals, Autoterminals und Kreuzfahrtschiffen, die Güter und Passagiere transportieren. Frachtschiffe bringen Waren aus aller Welt an, darunter Elektronik, Lebensmittel und Industriegüter, die dann per Lkw oder Bahn weiterverteilt werden. Fährverbindungen zu Schweden, Norwegen oder anderen Regionen starten meist von der dänischen Seite, und Amager profitiert indirekt durch den Pendlerverkehr und Tourismus. Freizeitschifffahrt ist stark: Yachthäfen in Dragør, Kalvebod Fælled oder an der Amager Strandvej bieten Liegeplätze für Segelboote, Motorboote und Kajaks. Viele Kopenhagener nutzen Kanäle und die Küste für Wassersport, Angeln oder Ausflüge, und es gibt regelmäßige Regatten oder Events.

Probleme im Schiffsverkehr betreffen vor allem Umwelt und Sicherheit. Der Öresund ist einer der belebtesten Schifffahrtswege Europas, was zu hoher Verkehrsintensität führt: Tausende Schiffe jährlich passieren, darunter Öltanker, Frachter und Fähren, was das Risiko von Kollisionen oder Unfällen erhöht. Es gab in der Vergangenheit Vorfälle wie Schiffsunglücke oder Grundberührungen, die zu Umweltkatastrophen führen könnten, obwohl strenge Vorschriften und Verkehrskontrollen (z. B. durch Lotsen) das minimieren. Umweltbelastung ist ein zentrales Thema: Abgase von Schiffsmotoren tragen zur Luftverschmutzung bei, besonders in windstillen Perioden, und Ballastwasser kann invasive Arten einführen. Lärm von Schiffen und Motoren stört Küstenvögel und Erholungsräume. In Amager selbst, mit seinen Naturschutzgebieten wie Amager Fælled oder Kalvebod Strand, gibt es Konflikte zwischen Schifffahrt und Naturschutz: Schiffe können Küstenerosion verursachen oder Wildtiere stören.

Flugverkehr

Im zentralen Osten der Insel, zwischen Kastrup und Dragør, befindet sich der internationale Flughafen von Kopenhagen. Er ist 8 km von deren zentrum entfernt. Der Flughafen Kopenhagen wurde am 20. April 1925 als einer der ersten privaten Flughäfen auf der Welt noch mit einer Graspiste als Start- und Landebahn eröffnet. Bereits im Jahr 1932 erfolgten hier insgesamt 6000 Starts und Landungen. 1939 wurde das von Vilhelm Lauritzen entworfene neue Terminal fertiggestellt und eröffnet. 1948 zählte der Flughafen bereits 150 Starts und Landungen sowie 3000 Passagiere täglich, im Jahr 1956 wurden erstmals eine Million Passagiere abgefertigt und der Flughafen zum weltweit besten gekürt. Am 10. Mai 1960 wurde das neue Terminal 2 eingeweiht, im selben Jahr wurde der neue Tower fertiggestellt.

1982 wurde der neue Frachtbereich eröffnet, 1986 erfolgte ein Parkhaus für 2400 Fahrzeuge. Im Jahr 2000 wurden über 20 Millionen Passagiere abgefertigt, im selben Jahr wurde nahe dem Flughafen mit der Öresundquerung die erste feste Auto- und Zugverbindung nach Schweden fertiggestellt. Im Jahr 2001 eröffnete Hilton ein Luxushotel mit 382 Betten auf dem Flughafengelände und man zählte insgesamt 267.000 Starts und Landungen. Im September 2007 wurde der Flughafen an die Linie M2 der Metro Kopenhagen angebunden. Das 11 km² große Areal des Flughafens teilt sich in fünf Bereiche:

  • Vorfeld: Es gibt zwei parallele Runways (04L-22R [CAT1 - 3300 m]; 04R-22L [CAT2 - 3500 m]). Diese wurden parallel zum Fahrwasser der Schiffe angelegt. Dadurch erreichte man, dass die Lärmbelästigung im Zentrum Kopenhagens und in dessen Vororten abnahm. Zusätzlich dazu gibt es eine Runway, die beide anderen kreuzt (12-30 [CAT3]). Hauptsächlich wird diese als 'Taxiway' für Flugzeuge verwendet, die seeseitig landen. Lande- oder Startverkehr (landwärts) auf der dritten Runway darf nicht bei Schlechtwetter stattfinden. Das Gefahrenpotential für die angrenzende Bevölkerung wäre durch die Besiedelungsdichte zu hoch. Ebenfalls dürfen keine Nachtflüge über diese Runway stattfinden. Das Vorfeld verfügt über insgesamt 54 Parkpositionen, davon neun für Inlandsflüge und 43 für internationale Verbindungen, die über Fluggastbrücken verfügen, sowie zwei Helipads.
  • Nord: Hier befinden sich öffentliche Geschäfte, die von allen Personen innerhalb des Flughafens erreicht werden können. Die Ankunfts- und Abflughallen, Verwaltung, sowie der Tower befinden sich im Nordareal.
  • Süd: Für die Logistik sind im Südteil alle Nachschub- und Umschlagdepots untergebracht.
  • Ost: Fracht- und Cateringservice, sowie die Flugzeughangars befinden sich im Ostteil. Gleichzeitig werden hier alle Helikopter abgefertigt.
  • West: Hier, im Teil des alten Flughafens, sind die Fluglotsen für Nordeuropa untergebracht. Der alte Tower wurde für Trainingszwecke umgebaut und heute nur noch im Extremfall produktiv geschaltet.

Der Flughafen Kopenhagen verfügt derzeit über drei Terminals, die unter anderem etwa 50 Ladengeschäfte, 15 Restaurants und Bars sowie mehrere Flughafenlounges und Konferenzbereiche bieten. Im Terminal 1 werden die Inlandsflüge abgefertigt. Von hier werden die Insel Bornholm und Jütland angeflogen. Grönland und die Färöer-Inseln, die beide autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark sind, werden nicht von diesem Terminal aus angeflogen, sondern von Terminal 2/3. Im Terminal 2 und 34 wird der internationale Flugverkehr abgefertigt. Kopenhagen bildet im nordeuropäischen Raum den größten Umschlag- und Knotenpunkt. Dadurch verlassen nur wenige Personen den Flughafen, was einige Firmen dazu veranlasst, ihre Verkaufsräume aus Kopenhagen in den Flughafen zu verlegen.

Der Flughafen liegt im Ortsteil Kastrup auf Amager, etwa acht Kilometer vom Stadtzentrum von Kopenhagen entfernt, unmittelbar südlich der Autobahn und der Eisenbahnstrecke, die zur Öresundverbindung führen. Eben wegen des Flughafens ist die Öresundverbindung in ihrem westlichen Teil als Tunnel ausgeführt, der direkt am Flughafen beginnt.

Der Flughafen hat mit dem Bahnhof Københavns Lufthavn, Kastrup einen direkten Anschluss an die Öresundverbindung. Durch die Zugverbindung nach Schweden stellt der Flughafen nicht nur einen großen Knotenpunkt für den skandinavischen Luftverkehr dar, sondern ist auch eine wichtige Stelle für die dänisch-schwedische Verkehrsanbindung. Mit der Station Lufthavnen ist der Flughafen ebenso an das Metro-System der dänischen Hauptstadt angebunden.

Mit dem Zug erreicht man den Flughafen in fünf Stunden von Stockholm, 3,5 Stunden von Göteborg und Aarhus bis zum Terminal 3. Von Malmö benötigt er sogar nur 20 Minuten und zwölf Minuten vom Zentrum Kopenhagens. Die Entfernung vom Bahnhof bis zu den Check-in-Schaltern beträgt lediglich etwa 100 Meter.

Die schlimmsten Zwischenfälle waren:


26. Januar 1947: Eine Douglas DC-3 „Dakota“ der niederländischen Fluggesellschaft KLM (Kennzeichen: PH-TCR) stürzt kurz nach dem Start zum Weiterflug nach Stockholm ab. Alle 22 Insassen werden getötet, darunter der schwedische Erbprinz Gustav Adolf und die US-amerikanische Opernsängerin und Schauspielerin Grace Moore.

15. August 1957: Eine Iljuschin Il-14 der Aeroflot (CCCP-L1874) kollidiert beim Endanflug mit einem Schornstein des Kraftwerks H.C. Ørsted Værket und stürzt ins südliche Hafenbecken von Kopenhagen. Alle 23 Insassen kommen ums Leben.

17. November 1957: Nach dem Ausfall von drei ihrer vier Motoren stürzt eine sich im Endanflug befindliche Vickers Viscount der British European Airways (G-AOHP) bei Ballerup ab. Als Ursache wurde eine Fehlfunktion im Enteisungssystems der Frachtmaschine festgestellt.

28. August 1971: Eine Iljuschin Il-18 der ungarischen Fluggesellschaft Malév (HA-MOC) stürzt beim Endanflug nach Instrumentenflugregeln nahe der Insel Saltholm ins Meer. Das Flugzeug war von einer schweren Fallböe getroffen worden. Von den 34 Insassen überleben zwei Passagiere das Unglück. Flugzeugführer war der bekannte ungarische Weltkriegsflieger Dezső Szentgyörgyi.


Der Flughafen Kopenhagen-Kastrup betreibt als einer der wenigen Flughäfen ein eigenes Rettungsboot („CPH Airport Rescue“). Am Rande des Landefeldes besteht mit dem Imbissstand Flyvergrillen (Flieger-Grill) ein beliebter Treffpunkt von Flugzeugspottern, der von der Behörde Kulturarvsstyrelsen zu einem Kulturgut Dänemarks erklärt wurde. (nach wiukipedia)

Airlines Ziele
Adria Airways Ljubljana
Aegean Airlines Athen, saisonal: Heraklion, Kalamata, Rhodos
Aeroflot Moskau–Sheremetyevo
Air Arabia Maroc Agadir
airBaltic Riga
Air Cairo saisonal: Sharm el-Sheikh
Air Canada Toronto–Pearson
Air Europa saisonal: Madrid
Air France Paris–Charles de Gaulle, saisonal: Bordeaux
Air Greenland Kangerlussuaq, saisonal: Narsarsuaq
Air India Delhi
Air Serbia Belgrad
Alitalia Mailand–Linate, Rom–Fiumicino
Alsie Express Sønderborg
Atlantic Airways Vágar, saisonal: Bastia, Innsbruck (Charter)
AtlasGlobal Istanbul–Atatürk
Austrian Airlines Wien, saisonal: Innsbruck
BH Air saisonal: Burgas (C harter)
Blue Air Bukarest, Turin
BRA Braathens Regional Airlines saisonal: Tirana (Charter)
British Airways London–Heathrow
Brussels Airlines Brüssel
Bulgarian Air Charter saisonal (Charter): Varna
Cathay Pacific saisonal: Hong Kong
Croatia Airlines Zagreb, saisonal: Split
Czech Airlines Prag
Danish Air Transport Bornholm, Karup, saisonal: Sharm el-Sheikh, saisonal (Charter): Burgas, Chania, Kefalonia, Larnaca, Sitia
Delta Air Lines saisonal: New York–JFK
easyJet Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel, Bristol, Edinburgh, London–Gatwick, Lyon, Manchester, Mailand–Malpensa, Paris–Charles de Gaulle, saisonal: Venedig, Åre Östersund
easyJet Switzerland Basel/Mulhouse, Genf
EgyptAir Kairo
Emirates Dubai–International
Eurowings Düsseldorf
Finnair Helsinki
Germania Pristina, Pristina
Iberia Express Madrid
Icelandair Reykjavík–Keflavík
Iraqi Airways Baghdad, Basra, Najaf
Jet2.com saisonal: Leeds Bradford, Newcastle
Jet Time Charter: Antalya, Aqaba, Bodrum, Bourgas, Chambéry, Chania, Korfu, Dalaman, Dubrovnik, Fuerteventura, Gazipasa, Gran Canaria, Grenoble, Heraklion, Hurghada, Innsbruck, Izmir, Kangerlussuaq, Kefalonia, Kos, Lanzarote, Larnaca, Málaga, Malta, Marsa Alam, Palma de Mallorca, Ponta Delgada, Rhodos, Salzburg, Samos, Sharm el-Sheikh, Skiathos, Tenerife–Süd
KLM Amsterdam
Laudamotion Wien
LOT Polish Airlines Warschau–Chopin, Groningen
Lufthansa Frankfurt, München
Luxair Luxembourg
Middle East Airlines saisonal: Beirut
Montenegro Airlines saisonal: Podgorica
Nordica Groningen, Örebro (PSO), Tallinn
Norwegian Air Shuttle Aalborg, Alicante, Amsterdam, Amman–Queen Alia, Bangkok–Suvarnabhumi, Barcelona, Bergen, Berlin-Schönefeld, Budapest, Dublin, Edinburgh, Fort Lauderdale, Funchal, Gran Canaria, Helsinki, Kraków, Lissabon, London–Gatwick, Los Angeles, Madrid, Málaga, Marrakesch, Mailand–Malpensa, New York–JFK, Nice, Oslo–Gardermoen, Orlando, Paris–Orly, Prag, Pristina, Riga, Rome–Fiumicino, Stockholm–Arlanda, Tel Aviv–Ben Gurion, Zagreb, saisonal: Agadir, Athens, Bastia, Belgrad, Burgas, Catania, Chania, Korfu, Dubai–International, Dubrovnik, Faro, Genf, Grenoble, Heraklion, Ibiza, Kos, Larnaka, Las Vegas, Malta, Marseille, Montpellier, Oakland, Olbia, Palma de Mallorca, Pisa, Rhodos, Salzburg, Sarajevo, Split, Tenerife–Süd, Varna, Venedig
Nouvelair saisonal: Monastir
Pakistan International Airlines Islamabad, Lahore
Pegasus Airlines Istanbul-Sabiha Gökcen, saisonal: Antalya
Primera Air Málaga, saisonal: Antalya, Athen, Barcelona, Chania, Faro, Fuerteventura, Gran Canaria, La Palma, Lamezia Terme, Lanzarote, Palma de Mallorca, Ponta Delgada, Rhodos, Tenerife–Süd, Varna
Qatar Airways Doha
Royal Air Maroc Casablanca
Ryanair Alicante, Bergamo, Bologna, Budapest, Charleroi, Köln/Bonn, Dublin, Edinburgh, Kaunas, London–Luton, London–Stansted, Madrid, Málaga, Porto, Rom–Ciampino, saisonal: Neapel, Thessaloniki, Tenerife–Süd, Valencia, Zadar
S7 Airlines saisonal: Sankt Petersburg
Scandinavian Airlines Aalborg, Aarhus, Aberdeen, Amsterdam, Athen, Beijing–Capital, Beirut, Bergen, Berlin–Tegel, Billund, Birmingham, Bologna, Brüssel, Bukarest-Otopeni, Chicago–O’Hare, Dublin, Düsseldorf, Faro, Frankfurt, Gazipaşa, Gdańsk, Genf, Göteborg, Hamburg, Hanover, Helsinki, Krakau, London–Heathrow, Málaga, Manchester, Miami, Mailand–Malpensa, München, Newark, Nice, Oslo–Gardermoen, Palanga, Palma de Mallorca, Paris–Charles de Gaulle, Poznań, Prag, Reykjavík–Keflavík, Riga, Rome–Fiumicino, San Francisco, Shanghai–Pudong, Stavanger, Stockholm–Arlanda, Stuttgart, Tallinn, Tokyo–Narita, Trondheim, Vagar, Venedig, Wien, Vilnius, Warschau–Chopin, Washington–Dulles, Wrocław, Zürich, saisonal: Ålesund, Alicante, Barcelona, Biarritz, Boston, Chania, Dubrovnik, Edinburgh, Fuerteventura, Genoa, Gran Canaria, Lissabon, Malta, Montpellier, Neapel, Olbia, Palermo, Pisa, Pristina, Pula, Sankt Petersburg, Salzburg, Sarajevo, Split, Tenerife–Süd, Thessaloniki, Toulon, Tromsø
Singapore Airlines Singapur
SunExpress saisonal: Antalya
Swiss International Air Lines Zürich
Small Planet Airlines saisonal (Charter): Ioannina
TAP Air Portugal Lissabon
Thai Airways Bangkok–Suvarnabhumi, saisonal: Phuket
Thomas Cook Airlines Scandinavia Charter: Antalya, Banjul, Bodrum, Cancún, Chania, Dalaman, Funchal, Gran Canaria, Heraklion, Hurghada, Ibiza, Kos, Larnaka, Mytilene, Palma de Mallorca, Preveza, Punta Cana, Rhodos, Sal, Sharm El Sheikh, Skiathos, Tenerife, Varadero
Transavia Eindhoven
TUI Airways saisonal (Charter): Cancun, Krabi, Mauritius, Phuket, Phu Quoc
TUI fly Nordic Charter: Antalya, Burgas, Gran Canaria, Izmir, Krabi, Lanzarote, Larnaka, Phuket, Puerto Plata, Pula
Turkish Airlines Istanbul–Atatürk, saisonal: Ankara, Istanbul-Sabiha Gökcen, Konya
Ukraine International Airlines Kiew–Boryspil
Vueling Barcelona, Málaga, Paris–Orly, saisonal: Florenz
Widerøe Haugesund, Kristiansand, Sandefjord
Wizz Air Kiew-Zhuliany, Sibiu, Skopje, Sofia
WOW air Reykjavík–Keflavík


Copenhagen Airport

  • dänischer Name:  Københavns Lufthavn, Kastrup
  • Code:  CPH / EKCH
  • Lage:  55°37‘05“ N, 12°39‘22“ O
  • Seehöhe:  5 m (17 ft)
  • Entfernung:  8 km östlich des Stadtzentrums von Kopenhagen
  • Inbetriebnahme: 20. April 1925
  • Betreiber: Copenhagen Airports A/S
  • Fläche:  1100 ha
  • Terminals:  2
  • Rollbahnen:  3
  • Länge der Rollbahnen: 3600 m, 3300 m (beide Asfalt) und 2800 m (Beton)
  • Fluggesellschaften: 77
  • Flugzeug-Standplätze: ca. 200
  • jährliche Passagierkapazität:  ca. 30 mio.
  • jährliche Frachtkapazität:  ca. 100.000 t
  • Flughafen-Statistik: Jahr  Flugbewegungen             Passagiere                   Fracht in t

                       2000                303 713                      19 119 752                 

                       2005                268 655                      19 981 872                 

                       2006                258 356                      20 877 496                 

                       2007                257 591                      21 409 528                 

                       2008                264 101                      21 530 016                 

                       2009                236 172                      19 715 451                  312 179

                       2010                245 640                      21 501 750                  309 236

                       2011                253 762                      22 725 517                  332 877

                       2012                242 992                      23 336 187                  354 270

                       2013                244 942                      24 067 030                  360 990

                       2014                251 799                      25 627 093                  390 210

                       2015                254 838                      26 610 332                  372 748

                       2016                265 784                      29 043 287                  432 042

                       2017                259 243                      29 177 833                 

                       2018                266 096                      30 298 531                 

                       2019                263 411                      30 256 703                  291 287

                       2020                 98 239                        7 525 441                  223 243

                       2021                109 925                        9 179 654                 

                       2022                202 232                      22 143 135                 

                       2023                227 343                      26 785 446                 

                       2024                240 680                      29 882 553                 

Wirtschaft

In Amager befinden sich etliche Industriebetriebe und Banken der Stadt Kopenhagen. Die Insel ist eine Art Handelszentrum der dänischen Metropole.

Landwirtschaft

Traditionell war Amager ein wichtiges Agrarland für Kopenhagen. Im 16. Jahrhundert holten die dänischen Könige niederländische Bauern nach Store Magleby und Umgebung, um hochwertiges Gemüse (wie Kohl, Rüben, Zwiebeln und Kräuter) für den Hof und die Stadt zu produzieren. Diese Amager-Gemüsebauern (Amagerbønder) entwickelten spezielle Anbaumethoden, hielten Kühe für Milch und Dünger und prägten die südliche und östliche Insel über Jahrhunderte. Das Amagermuseet in Store Magleby zeigt heute noch diese Geschichte mit einem historischen Bauerngarten, in dem traditionelle Pflanzen wie Dahlien, Wurzelgemüse und Kohl wachsen, sowie mit Tieren wie Schweinen, Hühnern, Schafen und Ziegen im Sommer.

Heute ist kommerzielle Landwirtschaft auf Amager stark zurückgegangen. Große Teile der Insel sind urbanisiert, bebaut oder als Naturschutzgebiet geschützt, wie die ausgedehnte Amager Fælled (Kalvebod Fælled und Vestamager), wo einst Weideland war, aber nie intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde. Hier grasen heute etwa 1200 Rinder (darunter Highland Cattle), Hirsche und Pferde extensiv, um den Wald fernzuhalten, die Feuchtgebiete offen zu halten und die Biodiversität zu fördern – eine Art moderne Beweidung im Naturschutz. Im Süden zwischen Dragør und dem Flughafen gibt es noch hochwertiges Ackerland mit konventionellem oder ökologischem Anbau, vor allem Gemüse, Getreide und Kartoffeln. Urban farming und Gemeinschaftsgärten (Byhave) sind in den letzten Jahren stark gewachsen, etwa Bella Byhave in Ørestad, Nabohaven in Sundholm oder kleine Stadtgärten, wo Freiwillige Gemüse, Kräuter, Blumen und Honig produzieren – oft bio oder regenerativ, mit Fokus auf Lokales und Gemeinschaft.

Forstwirtschaft

Forstwirtschaft im klassischen Sinne gibt es auf Amager praktisch nicht. Die Insel hat nur wenige echte Wälder, stattdessen finden sich kleinere Baumgruppen, Plantagen oder angelegte Wälder wie Kongelunden (Königswald) in Dragør mit Eichen, Buchen, Fichten und Birken, die eher Erholungs- und Naturschutzwald sind. Die Amager Fælled und umliegende Gebiete sind offene Wiesen, Moore und Feuchtgebiete, die bewusst baumarm gehalten werden, um Vögel, Insekten und Amphibien zu schützen. Es gibt keine nennenswerte Holzproduktion oder kommerzielle Forstwirtschaft; der Fokus liegt auf Naturschutz und Freizeit.

Fischerei

In der Vergangenheit spielte die Fischerei eine Rolle, besonders in Orten wie Dragør, das als traditionelles Fischerdorf mit kleinem Hafen entstand und bis heute einen alten Fischerhafen mit kleineren Booten und Erholungsnutzung bewahrt hat. Früher fischten lokale Bewohner und Bauern im Sund auf Hering, Dorsch, Plattfisch und andere Arten, oft als Nebenerwerb zur Landwirtschaft. Heute ist kommerzielle Fischerei auf Amager selbst minimal bis nicht existent: Es gibt keine nennenswerten Fischereihäfen oder aktive Flotte direkt auf der Insel. Der Öresund insgesamt hat noch ein kleines kommerzielles Fischerei mit etwa 160 Booten (meist unter 12 Meter) aus dänischen und schwedischen Häfen, die mit Garnen, Reusen und passiven Methoden fischen – vor allem Dorsch (ca. die Hälfte der Fangmenge), Hering, Aal, Scholle und Flunder. Die Gesamtfänge liegen bei rund 2400 Tonnen pro Jahr, mit Fokus auf frische, lokale Landungen. Amager selbst ist jedoch kein Zentrum dafür; die Aktivitäten konzentrieren sich eher auf andere Teile des Sunds.

Die dominante Form der Fischerei auf Amager ist heute das Freizeit- und Angeln (lystfiskeri). Der Öresund gilt als einer der besten Angelreviere Dänemarks, besonders für Dorsch im Frühling, Herbst und Winter in tieferem Wasser, Meerforelle (havørred) entlang der Küste im Frühling, Hornhecht, Makrele und Hering im Sommer sowie Plattfische wie Scholle. Beliebte Plätze auf oder nahe Amager sind Amager Strandpark mit steinigem Meeresboden und guten Winterbedingungen für Dorsch, Amager Kystvej für Meerforelle und saisonale Arten wie Sandaale, sowie Bereiche um den Hafen von Dragør oder die Küste bei Kalvebod Fælled. Viele Kopenhagener und Besucher angeln vom Ufer aus, von Piers, mit Kajak oder kleinen Booten. Es gibt Angelguides, Ausrüstungsverleih und Events, und der Sund zieht wegen seiner Vielfalt (über 100 Fischarten) und guten Bestände viele Freizeitangler an. Um legal zu angeln, braucht man in Dänemark einen staatlichen Angelschein (fisketegn), dessen Einnahmen in Bestandspflege fließen.

Probleme in der Fischerei betreffen den Öresund als Ganzes und strahlen auf Amager aus. Die Dorschbestände sind seit Jahrzehnten stark belastet durch Überfischung, Umweltveränderungen und Sauerstoffmangel in der westlichen Ostsee, was zu Fangbeschränkungen, Schonzeiten und Verboten für kommerzielles Dorschfischen führt – auch wenn der lokale Öresund-Dorsch robuster ist. Umwelteinflüsse wie Nährstoffeintrag, Klimawandel, invasive Arten und Sandsaugung (Rohstoffgewinnung) schädigen Habitate, besonders flache Laich- und Aufwuchsgebiete. In Naturschutzgebieten wie Amager Fælled/Kalvebod Fælled (Natura 2000) ist Angeln erlaubt, aber die Natur ist geschützt, und es gibt Konflikte zwischen Freizeitnutzung und Schutz von Vögeln, Seehunden oder Marsvin. Lärm von Booten, Müll und Übernutzung mancher Spots belasten die Küste.

Handwerk

Handwerk hat auf Amager eine lange historische Tradition, vor allem durch die niederländischen Siedler im 16. Jahrhundert in Store Magleby und Umgebung. Diese Amagerbønder brachten nicht nur Gemüseanbau, sondern auch handwerkliche Fertigkeiten mit, darunter Weberei, Stickerei, Trachtenherstellung und spezielle Formen von Volkskunst wie bemalte Möbel oder Keramik. Die Amager-Tracht mit ihren reichen, farbigen Mustern und Hauben gilt bis heute als eine der aufwendigsten dänischen Volkstrachten und wird in Museen wie dem Amagermuseet gepflegt. Moderne Handwerksszene ist auf Amager lebendig, aber eher urban und kreativ: Es gibt Ateliers für Keramik, Schmuck, Textilien und Design in Vierteln wie Refshaleøen oder Islands Brygge, oft in umgenutzten Industriehallen. Lokale Märkte, Pop-up-Shops und Initiativen fördern handgefertigte Produkte, von Kerzenziehen über Bernsteinschmuck bis zu nachhaltigem Design. Traditionelles Handwerk ist jedoch weitgehend museal oder touristisch geworden, während zeitgenössisches Kunsthandwerk in der Metropolregion blüht.

Industrie

Die Industrie auf Amager hat eine starke historische Präsenz, die sich jedoch radikal gewandelt hat. Früher war die Insel ein wichtiger Industriestandort für Kopenhagen: Im Norden, besonders auf Refshaleøen, lag die große Werft Burmeister & Wain (B&W) von 1872 bis 1996, die Schiffe baute, Motoren produzierte und Tausende beschäftigte – ein Herzstück der dänischen Schwerindustrie. Weitere Fabriken gab es für Maschinenbau, Lebensmittelverarbeitung und kleinere Produktion. Seit den 1990er Jahren ist dieser Sektor weitgehend verschwunden: Die Werft schloss, Hallen wurden abgerissen oder umgenutzt, und Refshaleøen entwickelte sich zu einem hippen Viertel mit Streetfood, Kunst, Brauereien, Kreativagenturen und Events – ein Paradebeispiel für Postindustrie-Wandel. Heute dominieren moderne, grüne Industrien und Energieanlagen. Das prominenteste Beispiel ist Amager Bakke (auch Copenhill genannt), eine hochmoderne Müllverbrennungsanlage (waste-to-energy) aus 2017, die Abfall von Hunderttausenden Haushalten in Strom und Fernwärme umwandelt, mit extrem sauberer Abgasreinigung und einem künstlichen Hügel mit Skislope, Kletterwand und Wanderwegen obendrauf. Daneben steht das benachbarte Amagerværket, ein Heizkraftwerk, das von Kohle auf Biomasse umgestellt wurde. Weitere Industriebereiche umfassen Logistik, kleinere Produktionsstätten und Tech-Start-ups in Ørestad oder am Flughafen.

Probleme in diesem Bereich betreffen vor allem den Strukturwandel und Umweltaspekte. Der Verlust traditioneller Industriearbeitsplätze führte zu sozialen Umbrüchen in manchen Vierteln, während neue Jobs oft qualifizierter und weniger zahlreich sind. Amager Bakke ist ikonisch und effizient, stößt aber auf Kritik: Es wurde teurer als geplant, produziert mehr Energie als benötigt und importiert teils Müll aus dem Ausland, was Recyclingziele behindert und zu Debatten über Überkapazitäten führt. Luftqualität und Emissionen sind trotz modernster Technik ein Thema, besonders in der Nähe von Wohngebieten. Der Wandel von Schwerindustrie zu grüner Energie und Kreativwirtschaft ist erfolgreich, birgt aber Konflikte zwischen Wirtschaft, Umweltschutz und lokaler Akzeptanz.

Wasserwirtschaft

Eine zentrale Rolle in der Wasserwirtschaft spielt HOFOR (Greater Copenhagen Utility). Kopenhagen und damit Amager beziehen ihr Wasser aus Grundwasserquellen in der Umgebung, das zu den saubersten und besten der Welt zählt – ohne Chlorung oder Zusatzstoffe, mit strengen täglichen Kontrollen. Es gibt über 60 öffentliche Trinkwasserbrunnen in der Stadt, viele davon auf oder nahe Amager, um Plastikflaschen zu reduzieren und CO2-Einsparungen zu fördern. Das Wasser ist so qualitativ hochwertig, dass es direkt aus dem Hahn getrunken wird und als Symbol für Umweltschutz gilt. Abwasser wird zentral behandelt, mit modernen Kläranlagen in der Region, die Nährstoffe entfernen und das gereinigte Wasser in den Öresund ableiten – mit Fokus auf Reduzierung von Nährstoffeinträgen, um die Ostsee zu schützen.

Regenwassermanagement und Hochwasserschutz gewinnen durch den Klimawandel an Bedeutung: Amager ist flach und teils niedrig gelegen, mit Risiken durch Starkregen, steigenden Meeresspiegel und Sturmfluten. Es gibt angepasste Systeme mit Retentionsteichen, grünen Dächern, permeablen Belägen und Pumpstationen, besonders in neuen Gebieten wie Ørestad. Der Amager Strandpark dient als natürlicher Puffer mit Dünen und Lagunen, die Küstenerosion mildern und Erholung bieten. Probleme entstehen durch Starkregen-Ereignisse, die zu lokalen Überschwemmungen in tieferen Vierteln führen können, sowie durch hohe Kalkgehalte im Grundwasser, die Kühl- oder Industrieanlagen belasten. Anpassungsmaßnahmen zielen auf resiliente Infrastruktur ab, inklusive grüner Lösungen wie Feuchtgebiete in der Amager Fælled.

Energiewirtschaft

Die Energiewirtschaft auf Amager ist innovativ und ikonisch, mit Schwerpunkt auf erneuerbare und kreislaufbasierte Produktion. Das prominenteste Projekt ist Amager Bakke (auch Copenhill), eine hochmoderne Waste-to-Energy-Anlage seit 2017, die jährlich bis zu 400.000–560.000 Tonnen nicht-recycelbaren Abfall aus Haushalten und Unternehmen verbrennt. Sie erzeugt Strom für Zehntausende Haushalte und Fernwärme für Hunderttausende Wohnungen in der Region – mit einer Energieeffizienz von über 100 % durch Kraft-Wärme-Kopplung. Die Anlage ist extrem sauber, mit fortschrittlicher Abgasreinigung, und dient als Modell für niedrige Emissionen. Obenauf liegt eine künstliche Ski- und Wanderpiste, Kletterwand und Grünfläche, die Industrie mit Freizeit verbindet.

Nebenan steht das Amagerværket, ein Heizkraftwerk, das von Kohle auf Biomasse (Holzpellets, Biogas) umgestellt wurde, um Fernwärme für das großkopenhagener Netz zu liefern. Beide Anlagen werden als bedeutsam für die dänische Energiewende und Kopenhagens Ziel, bis 2025/30 „CO2-neutral“ zu werden, erachtet. Es gibt Pläne für CO2-Abscheidung (Carbon Capture) an Amager Bakke, mit Ambitionen, Hunderttausende Tonnen CO2 jährlich zu speichern oder zu nutzen, um den „Fußabdruck“ massiv zu reduzieren – trotz Hindernissen bei Finanzierung und Genehmigungen. Weitere Problembereiche in der Energiewirtschaft sind Überkapazitäten (die Anlage importiert zum Teil Müll aus dem Ausland, was das Recycling behindert), hohe Baukosten und Debatten über die Nachhaltigkeit von Biomasse.

Abfallwirtschaft

Im Zentrum der Abfallwirtschaft steht die kommunale Abfallentsorgung, die für Haushalte, öffentliche Einrichtungen und viele Unternehmen zuständig ist. Der Müll wird systematisch getrennt gesammelt, unter anderem in Restmüll, Bioabfälle, Papier und Pappe, Glas, Metall, Kunststoff sowie Sonderabfälle. In Wohngebieten prägen Sammelcontainer, Müllräume und unterirdische Abfallsysteme das Stadtbild. Ziel ist es, möglichst viele Wertstoffe wiederzuverwerten und die Menge des nicht recycelbaren Abfalls zu reduzieren.

Eine besondere Bedeutung hat auf Amager die Abfallverwertung und Energiegewinnung. Die Insel ist Standort einer der bekanntesten Anlagen Kopenhagens: der modernen Müllverbrennungsanlage Amager Bakke (CopenHill). Dort wird nicht recycelbarer Abfall verbrannt und in Fernwärme sowie Strom umgewandelt. Diese Anlage versorgt einen großen Teil der Hauptstadtregion mit Energie und steht symbolisch für den dänischen Ansatz, Abfall nicht nur zu entsorgen, sondern als Ressource zu nutzen. Gleichzeitig erfüllt sie hohe Umweltstandards zur Reduzierung von Schadstoffemissionen.

Neben der Haushaltsentsorgung spielen auch Recyclinghöfe eine wichtige Rolle. Auf Amager können Bürgerinnen und Bürger Sperrmüll, Elektrogeräte, Problemstoffe, Gartenabfälle und wiederverwertbare Materialien gezielt abgeben. Diese Höfe tragen dazu bei, illegale Müllentsorgung zu vermeiden und wertvolle Rohstoffe in den Recyclingkreislauf zurückzuführen.

Seit einiger Zeit wird versucht, Umweltbewusstsein und Bürgerbeteiligung zu entwickeln (vor allem in migrantisch dominierten Arealen). Informationskampagnen, klare Kennzeichnungen und digitale Angebote unterstützen die richtige Mülltrennung. Schulen, Wohnungsbaugesellschaften und lokale Initiativen fördern ein nachhaltiges Verhalten und sensibilisieren für Themen wie Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft.

Handel

Im Mittelpunkt des lokalen Handels stehen die Einkaufsstraßen und Stadtteilzentren, vor allem entlang der Amagerbrogade. Diese Straße bildet eine der wichtigsten Geschäftsachsen der Insel und ist geprägt von Supermärkten, Bäckereien, Apotheken, Bekleidungsgeschäften, Elektronikläden sowie kleinen Fachgeschäften. Viele dieser Läden werden von inhabergeführten Betrieben geführt und sind fest im Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner verankert. Sie tragen zur Nahversorgung bei und stärken das soziale Gefüge der Stadtteile.

Ergänzt wird dieser kleinteilige Handel durch große Einkaufszentren, allen voran das Field’s in Ørestad. Als eines der größten Einkaufszentren Dänemarks vereint es zahlreiche internationale und nationale Marken, Gastronomieangebote, Dienstleistungsbetriebe und Freizeiteinrichtungen. Field’s zieht nicht nur Kundschaft aus Amager an, sondern auch aus anderen Teilen Kopenhagens und dem Umland. Damit hat es eine überregionale wirtschaftliche Bedeutung und schafft viele Arbeitsplätze.

Neben dem klassischen Einzelhandel spielt auch der Dienstleistungssektor eine wichtige Rolle. Friseure, Reparaturwerkstätten, Reisebüros, Fitnessstudios, Cafés und Restaurants sind über die gesamte Insel verteilt und prägen das Straßenbild. Besonders die gastronomische Vielfalt ist auffällig: Auf Amager finden sich traditionelle dänische Lokale ebenso wie internationale Restaurants, Imbisse und Cafés, was die kulturelle Vielfalt der Insel widerspiegelt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der internationale und spezialisierte Handel. Durch die Nähe zum Flughafen Kopenhagen-Kastrup, zu Verkehrsknotenpunkten und zu neuen Stadtentwicklungsgebieten haben sich auf Amager auch größere Handels- und Gewerbebetriebe angesiedelt, darunter Großmärkte, Möbelhäuser und spezialisierte Fachhändler. Diese ergänzen das Angebot der kleineren Geschäfte und machen Amager zu einem wichtigen Handelsstandort innerhalb der Hauptstadtregion.

Finanzwesen

Als Teil der Hauptstadtregion verfügt Amager nicht über ein eigenständiges Finanzzentrum, ist jedoch vollständig in die nationalen und internationalen Finanzströme eingebunden. Für Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen stehen alle wichtigen Finanzdienstleistungen direkt vor Ort oder in unmittelbarer Nähe zur Verfügung.

Im Mittelpunkt stehen die großen dänischen Banken, die auch auf Amager mit Filialen, Beratungszentren oder Selbstbedienungsstandorten vertreten sind. Dazu gehören vor allem Danske Bank, Nordea, Jyske Bank und Sydbank. Diese Institute bieten klassische Bankdienstleistungen wie Giro- und Sparkonten, Kredite, Baufinanzierungen, Vermögensverwaltung sowie digitale Zahlungs- und Onlinebanking-Lösungen an. Für die meisten Bewohnerinnen und Bewohner Amagers erfolgt der tägliche Bankkontakt heute überwiegend digital, während persönliche Beratung vor allem bei größeren finanziellen Entscheidungen genutzt wird.

Neben den Geschäftsbanken spielen auch Hypothekenbanken eine wichtige Rolle, insbesondere im Zusammenhang mit dem Wohnungsmarkt. Amager ist ein Gebiet mit intensiver Stadtentwicklung, etwa in Ørestad oder entlang der Küste, weshalb Immobilienfinanzierungen, Hypothekendarlehen und Investitionen in Wohnraum eine große Bedeutung haben. Dänische Realkreditinstitute sind dabei eng mit den Banken verknüpft und prägen das Finanzwesen auch auf lokaler Ebene.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Finanzwesens auf Amager ist die Nähe zu Unternehmen, Start-ups und öffentlichen Einrichtungen. Durch die Lage im Großraum Kopenhagen, die gute Infrastruktur und die Nähe zum Flughafen Kopenhagen-Kastrup sind viele Firmen angesiedelt, die auf funktionierende Bank- und Finanzdienstleistungen angewiesen sind. Banken unterstützen diese Unternehmen mit Firmenkonten, Investitionsfinanzierungen, Leasingmodellen und internationalem Zahlungsverkehr. Gerade für international tätige Unternehmen ist Amager aufgrund seiner globalen Anbindung attraktiv.

Darüber hinaus ist das Finanzwesen auf Amager stark von der Digitalisierung geprägt. Mobile Banking, bargeldloses Bezahlen und digitale Identifikationssysteme sind im Alltag selbstverständlich. Physische Bankfilialen haben dadurch zwar an Bedeutung verloren, bleiben aber wichtige Anlaufstellen für Beratung, komplexe Finanzfragen und bestimmte Dienstleistungen.

Soziales und Gesundheit

Sozial gesehen profitiert Amager vom dänischen Wohlfahrtssystem mit universellem Zugang zu Bildung, Kinderbetreuung, Arbeitslosenhilfe und sozialen Diensten. Es gibt zahlreiche Initiativen für Integration, Jugendarbeit, Seniorenbetreuung und Unterstützung vulnerabler Gruppen durch die Kopenhagener Kommune. Dennoch existieren soziale Probleme, insbesondere in Teilen mit höherem Anteil sozial benachteiligter oder migrantischer Bewohner: Höhere Jugendarbeitslosigkeit, Armut in manchen Haushalten, Einsamkeit unter Älteren, psychische Belastungen und gelegentliche Konflikte in Wohnvierteln. Multikulturelle Gebiete zeigen manchmal Segregation, wo dänische Normen weniger dominant sind, was zu Spannungen oder Parallelstrukturen führen kann. Obdachlosigkeit und Drogenprobleme sind in Kopenhagen präsent, erreichen aber auf Amager nicht die Intensität wie in zentraleren Bezirken; es gibt jedoch Unterstützungsangebote wie Shelter oder Beratungsstellen.

Gesundheitswesen

Im Gesundheitsbereich ist der Zugang zur Versorgung gut. Es gibt mehrere Kliniken, Hausärzte, Spezialisten und das nahegelegene Amager Hospital (Teil des Region Hovedstaden), ergänzt durch Präventionsprogramme, Zahnärzte und Physiotherapie. Die allgemeine Gesundheit auf Amager entspricht weitgehend dem Kopenhagener Durchschnitt, mit einer jüngeren Bevölkerung (Durchschnittsalter um 35/36 Jahre in vielen Teilen) und guter Lebenserwartung. Häufige Themen sind Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum und Stress, die in städtischen Gebieten verbreitet sind. Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme, Krebs und Atemwegserkrankungen treten auf, oft mit sozialer Ungleichheit verbunden: Niedrigere Bildung und Einkommen korrelieren mit höherem Risiko für Multimorbidität, früherem Krankheitsbeginn und schlechteren Outcomes.

Krankheiten

Spezifische Gesundheitsprobleme auf Amager umfassen eine höhere Belastung durch psychische Erkrankungen in vulnerablen Gruppen, darunter Depressionen, Angststörungen und Suizidversuche, wie in Studien aus Kopenhagen und Amager dokumentiert. In marginalisierten oder obdachlosen Gruppen (die in der Region existieren) sind Infektionskrankheiten, chronische Schmerzen, Suchterkrankungen und eine deutlich reduzierte Lebenserwartung (oft 10-20 Jahre unter dem Durchschnitt) häufig. Soziale Ungleichheit in der Gesundheit zeigt sich landesweit und lokal: Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status erkranken früher, sterben früher und haben schlechteren Zugang zu Prävention oder Behandlung. Auf Amager verstärkt sich das in Vierteln mit höherem Anteil nicht-westlicher Einwanderer oder sozial benachteiligter Familien durch Faktoren wie Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede oder Misstrauen gegenüber dem System.

Bildung

Die Grund- und weiterführende Schulbildung (Folkeskole) ist flächendeckend vorhanden, mit zahlreichen öffentlichen Schulen in den Bezirken Amager Vest, Amager Øst, Tårnby und Dragør. Viele Folkeskoler sind modernisiert oder neu gebaut, etwa in wachsenden Gebieten wie Ørestad oder Islands Brygge, wo neue Schulen mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Inklusion und digitale Lernumgebungen entstanden sind. Es gibt auch Privatschulen und internationale Schulen, die besonders von Familien mit ausländischem Hintergrund genutzt werden. Der Übergang zu gymnasialen Bildungsgängen (STX, HF, HHX, HTX) ist gut organisiert, mit mehreren Gymnasien und HF-Kursen auf oder nahe Amager, die eine breite Palette an Fächern und Profilen anbieten, von naturwissenschaftlich-technisch bis humanistisch oder wirtschaftlich.

Probleme im Bildungsbereich auf Amager spiegeln oft die sozialen Unterschiede wider: In Gebieten mit höherem Migrantenanteil oder niedrigerem sozioökonomischem Status treten Herausforderungen wie Sprachbarrieren, geringere Schulleistungen in manchen Gruppen, höhere Dropout-Raten oder Segregation auf. Die Kommune investiert in Integrationsprogramme, Sprachförderung und Inklusion, doch Ungleichheiten in den PISA-ähnlichen Ergebnissen oder im Zugang zu höherer Bildung bleiben spürbar. Der starke Zuzug und das Wachstum führen zu Kapazitätsengpässen in Schulen und Kindergärten, was zu Wartelisten oder größeren Klassen führen kann. Dennoch bleibt das dänische System inklusiv und qualitativ hoch, mit Fokus auf Chancengleichheit.

Höhere Bildung

Die höhere Bildung ist auf Amager besonders stark vertreten durch den South Campus der Københavns Universitet (Universität Kopenhagen), der sich in Amager Øst befindet. Hier sind große Teile der Geisteswissenschaften (Humaniora), Rechtswissenschaften und Teile der IT-Universität (ITU) angesiedelt, mit Tausenden von Studierenden, die täglich pendeln oder vor Ort wohnen. Der Campus umfasst moderne Gebäude, Vorlesungssäle, Labore und eine lebendige Studentenszene. Weitere höhere Einrichtungen in der Nähe oder mit Einfluss auf Amager sind die Copenhagen Business School (CBS) oder DTU (Technische Universität Dänemarks) in Lyngby, die viele Studierende aus Amager anziehen. Die Universität Kopenhagen bietet ein breites Spektrum an Bachelor-, Master- und PhD-Programmen, mit starkem internationalem Profil und vielen englischsprachigen Studiengängen, was den Zuzug von Studierenden aus dem Ausland fördert.

Bibliotheken und Archive

Öffentliche Bibliotheken der Københavns Biblioteker sind auch auf Amager vertreten. Die Sundby Bibliotek im Kvarterhuset in Amagerbro bietet ein breites Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit Leseförderung, Veranstaltungen und digitalen Ressourcen; Bibliotekshuset auf Amager ist ein kleines, aktives Nachbarschaftsbibliothek mit Fokus auf lokale Gemeinschaft und Leseaktivitäten. Diese Bibliotheken dienen als Treffpunkte, Lernorte und Orte für kulturelle Events.

Für höhere Bildung ist die Copenhagen University Library (KUB) von Bedeutung. Der South Campus beherbergt die Faculty Library of Humanities, eine der größten und modernsten Bibliotheken der Universität, mit umfangreichen Sammlungen zu Geisteswissenschaften, Archiven, digitalen Ressourcen und speziellen Sammlungen. Die Royal Library (Det Kongelige Bibliotek) mit ihrem Black Diamond in der Innenstadt ist national zugänglich und ergänzt das Angebot, inklusive historischer Archive und Sonderbestände.

Kultur

Amager ist kulturell eng mit Kopenhagen verbunden. Hier befinden sich unter anderem das neue Konzerthaus (Amager Bio), das Amagermuseum sowie etliche Veranstaltungszentren.

Museen

Das bedeutendste Museum ist das Amagermuseet (Amager Museum) in Store Magleby, das in zwei erhaltenen, historischen Vierseitenhöfen aus dem 18. und 19. Jahrhundert untergebracht ist. Es widmet sich der Geschichte der niederländischen Einwanderer, die ab dem 16. Jahrhundert von Christian II. geholt wurden, um Gemüse für den königlichen Hof anzubauen. Besucher erleben authentisch eingerichtete Bauernstuben, eine große Sammlung der berühmten Amager-Trachten mit exotischen Mustern, einen historischen Bauerngarten mit traditionellen Pflanzen wie Dahlien, Kohl und Kräutern sowie im Sommer Tiere wie Schweine, Hühner, Schafe und Ziegen. Das Museum vermittelt das Leben der Amagerbønder (Amager-Bauern) und ihre einzigartige dänisch-niederländische Mischkultur, die weder rein dänisch noch niederländisch ist. Es ist saisonal geöffnet (oft April bis September oder bis Dezember mit Sonderausstellungen) und zieht jährlich Zehntausende Besucher an, die die idyllische, grüne Umgebung genießen.

Weitere Standorte des Museum Amager sind das Dragør Museum im alten Rathaus und Lagerhaus am Hafen von Dragør, das die maritime Geschichte des Fischerdorfs erzählt – mit Schiffsmodellen, Navigationsgeräten, Gemälden und Interieurs zur Seefahrt, Handel und Alltag. Dazu gehören das Danmarks Lodsmuseum (Dänisches Lotsenmuseum), das die Lotsen- und Schifffahrtsgeschichte beleuchtet, und das Mølsted Museum, das sich auf maritime Malerei und das Werk des Künstlers Christian Mølsted konzentriert. Es gibt auch die Museumskutter Elisabeth K571 als schwimmendes Exponat. Diese Museen ergänzen sich thematisch und bieten Einblicke in die Seefahrer- und Handelsvergangenheit der Küstenorte.

In den nördlicheren, urbaneren Teilen von Amager (wie Amager Øst oder Vest) gibt es keine großen klassischen Museen, aber kleinere kulturelle Einrichtungen oder temporäre Ausstellungen, etwa in Verbindung mit Copenhagen Contemporary (in Refshaleøen, das teils als Amager-Nahbereich gilt) oder naturbezogene Zentren wie das Naturcenter Amager Strand. Die Nähe zu Kopenhagens großen Museen (Nationalmuseum, Glyptotek usw.) macht Amager zu einem ergänzenden Ort für lokale Spezialisierung.

Architektur

Die Architektur reicht von traditionellen niederländisch-dänischen Bauernhöfen im Süden bis zu ikonischen zeitgenössischen Bauten im Norden, die oft Nachhaltigkeit, Funktionalität und öffentliche Nutzung verbinden. Historisch dominiert im südlichen Amager, besonders in Store Magleby und Dragør, die niederländische Einwandererarchitektur des 16. bis 19. Jahrhunderts: Typische Vierseitenhöfe mit reetgedeckten Dächern, weißen Wänden und bunten Türen, die für Gemüsebau und Viehhaltung optimiert waren. Diese Gebäude sind oft erhalten und bilden das Herz des Amagermuseet. In Dragør steht die traditionelle Fischer- und Kaufmannsarchitektur mit engen Gassen, gelben und roten Häusern sowie dem alten Hafen – ein malerisches, denkmalgeschütztes Ensemble, das den Charme eines alten dänischen Küstendorfs bewahrt.

Im modernen, nördlichen und zentralen Amager (besonders Amager Øst, Ørestad und Refshaleøen) steht zeitgenössische Architektur im Vordergrund, oft von international renommierten dänischen Büros wie Bjarke Ingels Group (BIG). Das prominenteste Beispiel ist Amager Bakke (CopenHill), eine Waste-to-Energy-Anlage aus 2017/19 mit künstlicher Skipiste, Kletterwand, Wanderwegen und Grünfläche auf dem Dach – ein hybrides Wahrzeichen, das Industrie, Erholung und Umweltschutz vereint und weltweit als innovatives Modell gilt. In Ørestad finden sich weitere BIG-Projekte wie das 8Tallet, ein figurenachtförmiger Wohnkomplex mit integrierten Wegen, Höfen und Gemeinschaftsflächen, der soziale Interaktion fördert. Weitere moderne Bauten umfassen VM-Bjerget (VM Mountain), ein wellenförmiges Wohngebäude, oder die Bella Sky (heute AC Hotel Bella Sky), ein futuristisches Kongresshotel. In der Amager Nature Park (Kalvebod Fælled und Vestamager) ergänzen subtile, kontextsensitive Interventionen von ADEPT und LYTT Architecture das Bild: Verkohlte Holzpavillons, Aussichtspunkte, Stege und Übergänge zwischen Land und Wasser, die die Natur betonen, ohne sie zu dominieren – sieben neue Landmarks schaffen Orte für Kontemplation, Spiel und Naturerlebnis.

In der Vergangenheit standen auf Amager mehrere Windmühlen, die vor allem im 17. bis 19. Jahrhundert Mehl für die wachsende Stadt Kopenhagen und die lokale Bevölkerung mahlen. Besonders im nördlichen Teil nahe Christianshavn und Amagerbro lagen vier bekannte Mühlen direkt außerhalb der alten Festungswälle, die alle im 18. und 19. Jahrhundert an den Industriellen L. P. Holmblad verkauft und später abgerissen wurden. Eine der prominentesten war die Store Mølle (Große Mühle), ursprünglich eine Stubmølle (Pfahlmühle), die bis etwa 1789 auf Christianshavns Vold stand und später umgesetzt oder ersetzt wurde. Diese Mühlen waren typische dänische Holländer- oder Bockwindmühlen, die vom Wind angetrieben Getreide verarbeiteten und ein charakteristisches Bild der flachen, windreichen Insel prägten. Wassermühlen gab es auf Amager kaum, da die Insel flach ist und nur wenige geeignete Bäche oder Flüsse für Wasserräder bot; die Energie kam fast ausschließlich vom Wind.

Heute existieren auf Amager keine funktionsfähigen oder erhaltenen historischen Mühlen mehr. Die Industrialisierung, der Übergang zu Dampf- und Elektromühlen sowie die starke Urbanisierung seit dem 19. Jahrhundert führten zum Abriss aller alten Mühlen. Es gibt keine Wind- oder Wassermühlen als aktive Bauten oder Museen direkt auf der Insel; die nächste erhaltene Mühle oder Mühlenattraktion liegt außerhalb, etwa in Dragør oder auf Seeland. Spuren der Mühlen finden sich nur noch in Ortsnamen wie Store Møllevej in Amagerbro, das an die ehemalige Große Mühle erinnert, oder in historischen Plänen und Fotos. Der Name Christmas Møllers Plads in Sundby bezieht sich hingegen nicht auf eine Mühle, sondern auf den Politiker John Christmas Møller und hat keine Verbindung zur Mahltechnik.

Bildende Kunst

Die bildende Kunst auf Amager ist vielfältig, aber dezentral: Im Süden dominiert traditionelle Volkskunst im Amagermuseet mit Amager-Trachten, bemalten Möbeln, Keramik und historischen Gemälden zur Siedlerkultur. Im Norden blüht die zeitgenössische Szene, besonders in Refshaleøen, dem ehemaligen Industriegebiet, das zu einem kreativen Hotspot wurde. Copenhagen Contemporary (CC) in der alten B&W-Schweißhalle zeigt große Installationen, Performances, Video- und Lichtkunst internationaler Künstler und aufstrebender Talente – ein Zentrum für monumentale zeitgenössische Kunst mit rotierenden Ausstellungen. Street Art und Graffiti sind in Refshaleøen und angrenzenden Vierteln präsent, mit Murals und temporären Werken in der urbanen Umgebung. Kleinere Galerien oder Pop-ups ergänzen das Angebot, oft in umgenutzten Hallen, während Streetfood-Märkte wie Reffen künstlerische Events und Performances integrieren.

Literatur

In der Literatur hat Amager eine besondere Bedeutung durch bekannte dänische Autoren, die hier aufwuchsen oder deren Werke die Insel thematisieren. Der prominenteste ist Klaus Rifbjerg (1931–2015), einer der wichtigsten modernen dänischen Schriftsteller, geboren auf Amager und geprägt von seiner Kindheit in den 1930er Jahren dort – seine „Amagerdigte“ (1965) und viele Prosawerke spiegeln die flache, windige Insel, die Vorstadtentwicklung und das Alltagsleben wider. In jüngerer Zeit hat Morten Pape mit seiner Amager-Trilogie („Planen“, „Guds bedste børn“, „I ruiner“) internationale Aufmerksamkeit erregt: Seine realistischen, teils autobiografischen Romane schildern das Aufwachsen in der Urbanplanen-Ghetto auf Amager Øst, mit Themen wie Gewalt, Rassismus, Multikulturalismus und sozialer Mobilität. Weitere Werke wie Anna Grues „Italiensvej“ oder Hans-Jørgen Nielsens „Fodboldenglen“ greifen Amager als Schauplatz auf. Die Insel inspiriert somit eine rohe, urbane Gegenwartsliteratur, die oft die Kontraste zwischen alter dänischer Tradition und moderner Einwanderungsgesellschaft beleuchtet.

Theater

Das Theater auf Amager ist vielfältig und oft auf Kinder, Jugendliche oder lokale Gemeinschaften ausgerichtet. ZeBU ist eines der führenden dänischen Bühnen für Kinder- und Jugendtheater, mit stationärer Szene auf Amager – es präsentiert markante, zeitgenössische Stücke in verschiedenen Genres, oft im Klassenzimmer oder auf der Bühne, mit Fokus auf relevante Themen und innovative Formen. Teater Play in Amagerbro ist eine aktive Kultur- und Comedyscene mit Stand-up, Comedy, Testshows und kleineren Theaterproduktionen. Teaterskolen Amager bietet Schauspielausbildung und Aufführungen für Jung und Alt.

Zusätzlich gibt es Veanstaltungen wie Teatermagi Amager (ehemals Amager Børneteaterfestival) in den Herbstferien mit Theater, Tanz und kreativen Aktivitäten für Familien. Amager Bio, ursprünglich ein Kino aus den 1940er Jahren, zeigt heute neben Konzerten auch Theateraufführungen, Performances, Tanz, Marionettentheater und gelegentlich Filme oder Opern in seinem intimen Saal mit exzellenter Akustik.

Film

Das prominenteste Kino ist Nordisk Film Biografer Field‘s in Ørestad, ein großes, luxuriöses Kino im Einkaufszentrum Field's mit mehreren Sälen, bequemen Sesseln, Dolby-Atmos-Sound und aktuellem Blockbuster-Programm – es zieht viele Besucher aus der ganzen Region an. Weitere Optionen in der Nähe sind Kinos in Kastrup (Kulturhuset Kastrup Bio) oder zentrale Kopenhagener wie Imperial, Grand Teatret oder Cinemateket für Arthouse und Klassiker. Amager Bio selbst hat seine Kinovergangenheit (bis 1986) nicht vergessen und integriert gelegentlich Filmvorführungen in sein Programm. Die Szene profitiert von der Nähe zu Kopenhagens Filmfestival (CPH PIX) und der dänischen Filmindustrie, mit vielen Einwohnern, die in Produktion, Festivals oder als Zuschauer aktiv sind.

Musik und Tanz

Das zentrale Herz der Musikszene auf Amager ist Amager Bio, eine der bekanntesten und vielseitigsten Konzerthallen Kopenhagens mit etwa 1000 Plätzen. Hier finden jährlich Hunderte Veranstaltungen statt, darunter Rock, Pop, Metal, Blues, Urban, Jazz, Indie, elektronische Musik und sogar Oper oder Chorkonzerte. Internationale und dänische Acts treten regelmäßig auf, von etablierten Namen bis zu aufstrebenden Talenten, und das Programm ist breit gefächert – von harten Metal-Shows bis zu tanzbaren Pop- oder Elektronikabenden. Direkt daneben liegt BETA, der kleinere Club im selben Komplex, der sich stärker auf intime Konzerte, DJ-Sets und elektronische Musik konzentriert. Beide Venues sind zentral in Amager Øst gelegen und ziehen Publikum aus der ganzen Stadt an.

In Refshaleøen, dem ehemaligen Industriegebiet im Norden Amagers, ist eine kreative, alternative Szene im Entstehen. Hier finden sich temporäre Events, DJ-Partys und Live-Musik in umgenutzten Hallen, oft kombiniert mit Streetfood oder Kunst. Orte wie Reffen oder angrenzende Locations hosten Sommerpartys, elektronische Nächte und Tanz-Events mit House, Techno oder Afrohouse. Gravity Copenhagen organisiert hochkarätige elektronische Events in der Region, teils in ikonischen Venues wie TAP1 oder sogar Royal Arena, mit Fokus auf Techno, Melodic Techno und Raves. Amager Bakke (CopenHill) wird gelegentlich für Rooftop-Dance-Partys oder Events mit DJs genutzt, wo das Dach als Tanzfläche dient.

Tanz ist auf Amager stark vertreten, oft verbunden mit Musik: Es gibt regelmäßige Salsa-, Bachata- oder Latin-Dance-Abende in Studios oder Community-Centern, sowie moderne Tanzprojekte wie "Dance with me" von GLiMT AMAGER, bei denen Live-Musik, Text und physische Ausdrucksformen zusammenkommen und Gäste gemeinsam tanzen. In den Kulturhäusern und Bibliotheken finden Festivals statt, etwa die Amager Børnemusik-festival in der Winterferie mit Musik, Tanz, Konzerten und kreativen Aktivitäten für Kinder und Familien. Im Sommer gibt es Outdoor-Events am Strand (zum Beispiel Amager Strandpark oder Bølgen Beach-Partys) mit Beats, Tanz und Sommer-Vibes.

Die Szene ist multikulturell: Viele Einflüsse aus nicht-westlichen Communities bringen afrikanische Rhythmen, orientalische Sounds oder urbane Genres ein, die in Konzerten, Clubs oder Community-Events auftauchen. Dänische Folk-, Indie- oder Elektronik-Szene mischt sich mit internationalen Gästen, und die Nähe zu Christiania (mit Loppen) oder zentralen Venues wie Vega ergänzt das Angebot.

Kleidung

Historisch war Amager lange von Landwirtschaft und einer eigenständigen bäuerlichen Kultur geprägt, was sich auch in der traditionellen Kleidung widerspiegelte. Gleichzeitig ist die Insel heute ein Teil der modernen Hauptstadtregion, in der zeitgenössische Mode und internationale Trends den Alltag bestimmen. Besonders bekannt ist die Amager Tracht, die zu den markantesten Regionaltrachten Dänemarks zählt. Sie entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert und wurde vor allem von der ländlichen Bevölkerung getragen. Charakteristisch für die Frauentracht sind ein dunkler Rock, eine Schürze, ein Mieder sowie ein auffälliges Kopftuch, das oft kunstvoll gebunden wurde. Die Tracht galt nicht nur als Alltagskleidung, sondern hatte auch eine soziale Bedeutung: Farben, Stoffe und Schmuck konnten Rückschlüsse auf Familienstand, Wohlstand oder besondere Anlässe zulassen. Die Männertracht bestand meist aus Kniehosen, Weste, Hemd und Jacke in gedeckten Farben.

Mit der fortschreitenden Industrialisierung und der Eingliederung Amagers in das Stadtgebiet Kopenhagens verlor die traditionelle Tracht im Alltag zunehmend an Bedeutung. Dennoch blieb sie als kulturelles Symbol erhalten. Heute wird die Amager Tracht vor allem bei historischen Festen, Volkstanzveranstaltungen, kulturellen Aufführungen und in Museen getragen und gezeigt. Sie steht für die eigenständige Geschichte der Insel und das Bewusstsein für regionale Traditionen.

Im heutigen Alltag ist Amager stark von moderner, urbaner Kleidung geprägt. Die Nähe zur Kopenhagener Modeszene, zu Designschulen und zu internationalen Marken spiegelt sich im Kleidungsstil wider. Funktionale, schlichte und nachhaltige Mode ist besonders verbreitet, was gut zu den dänischen Designtraditionen passt. Secondhand-Läden, nachhaltige Modelabels und bewusster Konsum spielen eine immer größere Rolle.

Kulinarik und Gastronomie

Historisch hat die niederländische Einwanderung im 16. Jahrhundert in Store Magleby und Umgebung die Küche stark beeinflusst. Die Amagerbønder (Amager-Bauern) brachten Gemüseanbau mit, was zu einer reichen Tradition bei frischem Kohl, Rüben, Zwiebeln, Kräutern und Wurzelgemüse führte. Typische Gerichte waren herzhafte Eintöpfe, Suppen und Beilagen aus diesen Zutaten, oft kombiniert mit Milchprodukten von eigenen Kühen oder lokalen Fischen aus dem Öresund. Diese Einflüsse sind heute noch spürbar, etwa in regionalen Rezepten oder im Amagermuseet, wo traditionelle Bauerngärten und Kochvorführungen die alte Küche lebendig halten. Klassische dänische Elemente dominieren weiterhin: Smørrebrød (offene Sandwiches mit Hering, Roastbeef oder Käse), frikadeller (Fleischbällchen), flæskesteg (Schweinebraten mit Kruste) oder frischer Fisch wie Dorsch und Hering, oft mit Remoulade und Kartoffeln.

Heute ist die Gastronomie auf Amager multikulturell, insbesondere in den nördlichen und zentralen Teilen wie Islands Brygge, Amager Øst, Ørestad und Refshaleøen. Es gibt eine breite Palette: Italienische Osterias wie Pirlo Vin | Osteria mit Pasta, Antipasti und guter Wein, burgerbasierte Lokale wie Fatty's Burger mit saftigen Smash-Burgers, indische Restaurants wie Rasoi, asiatische Küche (Thai, Wok, Ramen) und moderne dänische Bistros mit Fokus auf lokale, saisonale Zutaten. Fischrestaurants wie H3 Amager Fiskehus oder kleinere Küstenlokale bieten frischen Fang direkt vom Sund, oft mit Meerblick. Cafés und Bäckereien servieren dänische Klassiker wie wienerbrød (Gebäck), kanelsnegle (Zimtschnecken) oder is (Eis) bei Ismageriet Amager. In Dragør und Store Magleby finden sich gemütliche, traditionelle Lokale mit dänisch inspirierten Gerichten und Meerblick.

Die Hauptattraktion der Amager-Gastronomie ist Streetfood, vor allem in Refshaleøen: Reffen, Nordeuropas größtes Streetfood-Markt in umgenutzten Industriehallen und Containern am Wasser, bietet über 35 Stände mit globaler Küche – von Bao Buns, Tacos, Dumplings, Halloumi Gyros, argentinischer Grillware bis zu dänischen Favorites wie Hot Dogs oder Smørrebrød. Es gibt Bars, Craft-Bier, Live-Musik und Events, was Reffen zu einem kulturellen Hotspot macht, besonders im Sommer und bei Winter-Events wie Skøjteøen (Eislaufen mit Food). Andere Märkte oder Food-Halls in der Nähe ergänzen das Angebot mit internationalen und lokalen Speisen.

Festkultur

Auf der Insel werden die üblichen dänischen Festtage gefeiert:

  • 1. Januar  -  Nytår (Neujahr)
  • Ende MSamsz/Anfang April -  Påske (Ostern)
  • 16. April  -  National Festdag (Nationalfeiertag, Geburtstag der Königin)
  • Ende Mai/Anfang Juni -  Pinse (Pfingsten)
  • um 21. Juni  -  Fanø Dragefest (größtes Drachenfest der Welt)
  • 2. Juli-Wochenende -  Fannikerdager (Fannikertage mit Musik, Theater und Umzügen)
  • 3. Juli-Sonntag -  Sønderhodag (Sönderho-Tag mit Trachtenfest und Musik)
  • 1. November  -  Allehelgensdag (Allerheiligen)
  • 25./26. Dezember -  Jul (Weihnachten)
  • 31. Dezember -  Nytårsaftensdag (Silvester)

Medien

Die wichtigste lokale Zeitung ist Amager Bladet. Sie deckt Nachrichten aus dem Stadtteil und Umgebung ab. Ein Online-Nachrichtenportal für Kopenhagen mit überregionalen Seiten, die auch Amager-Themen berücksichtigen, ist The Copenhagen Post, ein englischsprachiges Nachrichtenmedium aus Kopenhagen, das oft auch lokale Ereignisse rund um Amager anspricht.

Amager Lands Lokalradio / Station Amager liefert lokale Radioprogramme mit Community-Inhalten für Amager und Umgebung. Station Øresund TV ist ein regionaler Fernsehsender, der Nachrichten und lokale Berichte aus Kopenhagen und dem Øresund-Raum sendet (inklusive Amager).

Weitere relevante Medien sind das Nachrichtenportal DR.dk - es beinhaltet Online-Nachrichten des dänischen Rundfunks - und TV2 Nyheder, ein dänischer Nachrichtenkanal mit Regionalberichten aus Kopenhagen und Seeland.

Kommunikation

Amager ist postalisch und telefonisch ein Teil von Kopenhagen.

Sport

Auf Amager gibt es zahlreiche Sportvereine, die vor allem im Fußball, Handball, Badminton und Basketball aktiv sind. Viele Kinder und Jugendliche wachsen mit dem Vereinssport auf, der nicht nur körperliche Bewegung, sondern auch Gemeinschaft, Teamgeist und soziale Integration fördert. Besonders der Fußball hat eine lange Tradition: Lokale Vereine sind fest in den Stadtteilen verankert und verfügen über eigene Sportanlagen und Trainingsplätze. Auch der Schulsport ist eng mit den Vereinen verknüpft, sodass Talente früh gefördert werden können.

Neben dem klassischen Vereinssport ist Amager stark vom Freizeit- und Outdoorsport geprägt. Die Nähe zum Wasser macht Wassersportarten wie Schwimmen, Kajakfahren, Rudern und Stand-up-Paddling sehr beliebt. Entlang der Küste und an Orten wie Amager Strandpark treffen sich das ganze Jahr über Menschen zum Laufen, Radfahren, Skaten oder Beachvolleyball. Besonders im Sommer wird der Strandpark zu einem sportlichen Treffpunkt, an dem Bewegung, Erholung und soziales Leben ineinander übergehen.

Auch der Ausdauersport ist auf Amager stark vertreten. Große Grünflächen wie Amager Fælled bieten Raum für Jogging, Nordic Walking oder Outdoor-Fitness. Viele Menschen nutzen diese Gebiete für individuelles Training fernab von Fitnessstudios. Gleichzeitig gibt es moderne Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnesszentren, die sowohl von Vereinen als auch privat genutzt werden.

Fußball

Fußball hat auf der Insel Amager eine lange Tradition und nimmt bis heute einen wichtigen Platz im gesellschaftlichen und sportlichen Leben ein. Als dicht besiedelter und zugleich vielfältiger Teil Kopenhagens bietet Amager ideale Voraussetzungen für den Fußballsport: zahlreiche Sportplätze, engagierte Vereine und eine starke Verankerung in den einzelnen Stadtteilen. Für viele Kinder und Jugendliche ist Fußball der erste Kontakt mit organisiertem Sport und ein wichtiger Bestandteil des Aufwachsens.

Zentral für den Fußball auf Amager sind die lokalen Vereine, die überwiegend im Breiten- und Nachwuchsbereich aktiv sind. Sie bieten Trainings- und Spielmöglichkeiten für alle Altersklassen und Leistungsniveaus und erfüllen eine wichtige soziale Funktion. Neben der sportlichen Ausbildung stehen Gemeinschaft, Fairplay und Integration im Vordergrund. Besonders in einem kulturell vielfältigen Stadtteil wie Amager trägt der Fußball dazu bei, Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen.

Eine besondere Rolle spielt BK Amager, einer der bekanntesten Fußballvereine der Insel. Der Verein blickt auf eine lange Geschichte zurück und war zeitweise auch im höherklassigen dänischen Fußball vertreten. Obwohl der Profifußball heute keine dominante Rolle mehr auf Amager spielt, bleibt BK Amager ein wichtiges Symbol für die lokale Fußballkultur und den sportlichen Ehrgeiz der Region. Daneben existieren zahlreiche kleinere Vereine, die fest in ihren Quartieren verankert sind und den Spielbetrieb im Amateur- und Jugendbereich aufrechterhalten.

Die Sportanlagen auf Amager sind ein weiterer wichtiger Faktor. Über die Insel verteilt befinden sich Fußballplätze, Sportparks und Vereinsanlagen, die intensiv genutzt werden. Viele dieser Plätze sind öffentlich zugänglich oder eng mit Schulen verbunden, sodass Fußball nicht nur im Vereinsrahmen, sondern auch informell gespielt wird. Besonders in den wärmeren Monaten prägen spielende Kinder, Jugendliche und Hobbygruppen das Bild der Grünflächen und Sportplätze.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten mit der Insel verbundenen Persölichkeiten sind:

  • Hans Tausen (1494 bis 1561), Theologe und Reformator, eine der wichtigsten Figuren der dänischen Reformation; wirkte zeitweise auf Amager.
  • Johan Lorentz (1603 bis 1670), Ingenieur und Wasserbaumeister, beteiligt an frühen Infrastrukturprojekten im Raum Kopenhagen/Amager.
  • Elisabeth Jerichau-Baumann (1819 bis 1881), Malerin; lebte und arbeitete zeitweise in Kopenhagen, mit starkem Bezug zu Amager.
  • Jensenius Nielsen (1836 bis 1901), Politiker und Landwirt aus dem Amager-Raum, Vertreter der bäuerlichen Bevölkerung.
  • Tove Ditlevsen (1917 bis 1976), Schriftstellerin und Lyrikerin; geboren und aufgewachsen in Kopenhagen (Vesterbro), thematisierte Amager und angrenzende Stadtteile häufig sozialliterarisch.
  • Poul Henningsen (PH, 1894 bis 1967), Architekt, Designer und Autor; lebte zeitweise auf Amager, bekannt für die PH-Lampen.
  • Svend Asmussen (1916 bis 2017), Jazzmusiker (Violine); geboren in Kopenhagen, mit enger Verbindung zu Amager.
  • Lars Mikkelsen (*1964), Schauspieler; geboren in Kopenhagen, wohnhaft auf Amager.
  • Pilou Asbæk (*1982), Schauspieler; geboren in Kopenhagen, auf Amager aufgewachsen.
  • Natasja Saad (1974 bis 2007), Sängerin und Rapperin; geboren in Kopenhagen, auf Amager groß geworden.
  • Oh Land (Nanna Øland Fabricius) (*1985), Sängerin, Songwriterin und Produzentin; geboren in Kopenhagen, lebt auf Amager.

Fremdenverkehr

Amager bietet eine große Auswahl an touristischen Unterbringungsmöglichkeiten für unterschiedliche Bedürfnisse und Budgets. Auf der Insel selbst sowie in unmittelbarer Umgebung finden sich zahlreiche Hotels – von einfachen, preiswerten Unterkünften bis hin zu modernen Komfort- und Designhotels. Besonders in Stadtteilen wie Ørestad, Amagerbro oder entlang des Amager Strandparks gibt es gut angebundene Hotels mit Metro-Anschluss, Strandnähe oder Blick auf das Wasser. Für preisbewusste Reisende stehen Hostels, einfache Hotels und Gästehäuser zur Verfügung, die sich vor allem für Kurzaufenthalte eignen. Darüber hinaus sind Ferienwohnungen und Apartments auf Amager sehr verbreitet, was besonders für Familien, Gruppen oder längere Aufenthalte attraktiv ist, da diese Unterkünfte oft über Küchen, mehr Platz und eine wohnliche Atmosphäre verfügen. Insgesamt ist Amager aufgrund seiner guten Verkehrsanbindung an die Kopenhagener Innenstadt, der Nähe zum Flughafen sowie der Kombination aus Stadtleben und Natur ein vielseitiger Standort für touristische Übernachtungen.


Hotels

  • Crowne Plaza Copenhagen Towers by IHG – modernes, gut bewertetes Hotel nahe Ørestad (Metro-Anbindung).
  • AC Hotel Bella Sky Copenhagen – großes Hotel mit moderner Ausstattung.
  • Ibis Styles Copenhagen Orestad – stilvolles Hotel mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Scandic CPH Strandpark – Hotel direkt am Amager Strandvej mit Strandlage.
  • Radisson Blu Scandinavia Hotel Copenhagen – großes, komfortables Hotel direkt auf Amager Boulevard.
  • Bryggen Guldsmeden Hotel – charmantes, etwas gehobeneres Hotel.
  • CPH Studio Hotel – günstigeres, modernes Hotel.
  • Hotel Amager – einfaches Hotel direkt im Amager-Stadtteil.


Hostels & Budget-Optionen in Kopenhagen (leicht zu erreichen)

  • CABINN Metro Hotel – simple, günstige Zimmer am Metro-Knotenpunkt Ørestad/Amager.
  • CABINN Apartments – Apartments mit flexibler Länge des Aufenthalts.
  • Rent a Room Copenhagen – Gästehaus/kleines B&B-ähnliches Angebot.
  • Home (Bed & Breakfast) – gemütliches B&B in Kastrup nahe Strand und Flughafen.
  • Danhostel Copenhagen Amager – Hostel auf Amager.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Expedia: Amager 2026 = https://www.expedia.at/Amager.dx6051851

Exploring Copenhagen: Amager Ost = https://www.exploringcopenhagen.dk/de/amagereast-de/


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