Kahoolawe (Kaho'olawe): Unterschied zwischen den Versionen
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Kahoʻolawe ist die kleinste der acht Hauptinseln Hawaiis, unbewohnt und gilt als heiliger Ort (kinolau des Gottes Kanaloa), der früher als Ausbildungsort für polynesische Navigatoren diente. Von 1941 bis 1990 wurde sie vom US-Militär als Bombenübungsplatz genutzt, was zu starker Erosion und Verunreinigung durch nicht explodierte Munition führte; seit 1994 wird sie als Reserve restauriert mit Fokus auf kulturelle und ökologische Heilung. | Kahoʻolawe ist die kleinste der acht Hauptinseln Hawaiis, unbewohnt und gilt als heiliger Ort (kinolau des Gottes Kanaloa), der früher als Ausbildungsort für polynesische Navigatoren diente. Von 1941 bis 1990 wurde sie vom US-Militär als Bombenübungsplatz genutzt, was zu starker Erosion und Verunreinigung durch nicht explodierte Munition führte; seit 1994 wird sie als Reserve restauriert mit Fokus auf kulturelle und ökologische Heilung. | ||
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Aktuelle Version vom 24. Dezember 2025, 22:29 Uhr
Kahoʻolawe ist die kleinste der acht Hauptinseln Hawaiis, unbewohnt und gilt als heiliger Ort (kinolau des Gottes Kanaloa), der früher als Ausbildungsort für polynesische Navigatoren diente. Von 1941 bis 1990 wurde sie vom US-Militär als Bombenübungsplatz genutzt, was zu starker Erosion und Verunreinigung durch nicht explodierte Munition führte; seit 1994 wird sie als Reserve restauriert mit Fokus auf kulturelle und ökologische Heilung.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Kaho'olawe bzw. Kahoolawe |
| alternative Bezeichnungen | Kahulaui, Kohemālamalama o Kanaloa, Hineliʻi, Kahiki Moe (mythisch) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | echte Insel |
| Inselart | vulkanische Insel |
| Gewässer | Pazifischer Ozean (Pacific Ocean / Moananuiākea) |
| Inselgruppe | Hawaii-Inseln (Hawaiian Islands / Mokupuni o Hawaiʻi Nei) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Vereinigte Staaten von Amerika (United States of Amerika / Nā Hui Aloha ʻĀina o Amerika)<brh>Bundesstaat: Hawaii (State of Hawaii / Mokuʻāina o Hawaiʻi)<brh>Bezirk: Maui (Maui County / Kalana ‘o Maui) |
| Gliederung | 9 ’ili (traditionelle Selbstverwaltungseinheiten) |
| Status | Inselschutzgebiet (island reserve / pu'uhonua) |
| Koordinaten | 20°33‘ N, 156°36‘ W |
| Entfernung zur nächsten Insel | 10,7 km (Maui) |
| Entfernung zum Festland | 1390 km (Big Sur / Kalifornien / USA) |
| Fläche | 116,46 km² / 44,97 mi² |
| geschütztes Gebiet | 116,46 km² / 44,97 mi² (100 %) |
| maximale Länge | 16,0 km (NO-SW) |
| maximale Breite | 10,9 km (NW-SO) |
| Küstenlänge | 58 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Pazifischer Ozean) |
| höchste Stelle | 452 m (Puʻu Moaulanui) |
| relative Höhe | 452 m |
| mittlere Höhe | 187 m |
| maximaler Tidenhub | 0,9 bis 1,1 m |
| Zeitzone | HWST (Hawaii Aleutian Standard Time / Hawaii-Aleuten Standardzeit, UTC-10) |
| Realzeit | UTC minus 10 Stunden 26 bis 27 Minuten |
| Einwohnerzahl | 0 (2025) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 0,0 |
| Inselzentrum | Honokanai‘a |
Name
Der bekannteste und offizielle Name Kahoʻolawe, veraltet auch Kahulaui, modern Kahoolawe geschrieben, leitet sich aus dem Hawaiianischen ab und wird etymologisch oft mit ka hoʻolawe erklärt, was „das Wegtragen“ oder „das Erodierten“ bedeutet. Der Name setzt sich zusammen aus dem bestimmten Artikel ka und hoʻolawe - von hawaiianisch lawe „nehmen, tragen, wegtragen, erodieren“. Diese Bedeutung bezieht sich auf die starke Erosion der Insel durch Winde, Wellen und Strömungen – Kahoʻolawe ist trocken, wasserarm und ihre rote Erde wird ständig vom Ozean und dem Wind abgetragen.
Viel bedeutender ist jedoch die Verbindung zur hawaiianischen Kosmologie: Kahoʻolawe gilt als kinolau, sprich körperliche Manifestation, des Gottes Kanaloa, des hawaiianischen Gottes des Ozeans, der Heilung, der Unterwelt und der langen Seereisen. Aus diesem Grund wird die Insel oft als Kohemālamalama o Kanaloa bezeichnet, was etwa „das leuchtende Leben“ oder „der helle Schoß des Kanaloa“ bedeutet und auf ihre Rolle als Ort der Erneuerung und spirituellen Kraft hinweist. Weitere traditionelle Namen sind Hineliʻi und Kahiki Moe. In alten hawaiianischen Schöpfungsgesängen (wie dem Kumulipo oder dem Gesangsstück „Wākea Noho iā Papahānaumoku“) wird Kahoʻolawe als eine der Nachkommen der Urgötter Wākea und Papahānaumoku beschrieben, oft als „he ʻula aʻo Kahoʻolawe“, übersetzt „das Rote von Kahoʻolawe“, was auf ihre rote, erodierte Erde anspielt.
In der vorkolonialen Zeit war Kahoʻolawe ein heiliger Ort für Navigationstraining, Fischerei und spirituelle Praktiken, insbesondere für Voyages in den Südpazifik (zum Beispiel nach Tahiti). Der Kanal Kealaikahiki („der Weg nach Kahiki“) vor der Insel unterstreicht diese Rolle. Trotz ihrer Trockenheit war sie über Jahrhunderte besiedelt und diente als Zufluchts- und Trainingsort.
Die moderne Geschichte hat den Namen nicht verändert, aber die Insel stark geprägt: Ab 1941 wurde sie vom US-Militär als Bombenübungsplatz genutzt, was zu massiver Zerstörung führte. Nach Protesten hawaiianischer Aktivisten (unter anderem Protect Kahoʻolawe ʻOhana) endete die Bombardierung 1990, und 1994 wurde die Insel an den Staat Hawaii zurückgegeben. Heute ist sie als Kahoʻolawe Island Reserve geschützt und ausschließlich für kulturelle, spirituelle und restaurative Zwecke der Native Hawaiians reserviert – eine Rückkehr zu ihrer ursprünglichen Bedeutung als heiliger Körper des Kanaloa.

- international: Kahoolawe
- amharisch: ካሆኦላዌ [Kahoʻolawe]
- arabisch: كاهوولاوي [Kāhūlāwī]
- armenisch: Կահոոլավե [Kahoolave]
- bengalisch: কাহুওলাওয়ে [Kāhuolāoye]
- birmanisch: ကဟိုအိုလာဝေ [Kahoʻolāwe]
- bulgarisch: Кахоолауе [Kahoolaue]
- chinesisch: 卡霍奥拉韦 [Kǎhuò'àolāwéi]
- georgisch: კაჰოოლავე [Kʻahoolave]
- griechisch: Καχοόλαβε [Kachoólave]
- gudscheratisch: કાહુઓલાવે [Kāhuolāve]
- hebräisch: קאהואולאווה [Kahoʻolawe]
- hindi: काहूओलावे [Kāhūolāve]
- japanisch: カホオラウェ [Kahoʻorawe]
- kambodschanisch: កាហូអូឡាវេ [Kāhuʻolāvē]
- kanaresisch: ಕಹೋಓಲಾವೆ [Kahoʻolāve]
- kasachisch: Кахоолауе [Kahoolaue]
- koreanisch: 카호올라웨 [Kahollawae]
- laotisch: ກາຫູໂອລາເວ [Kāhūʻolāwē]
- lettisch: Kaholave
- litauisch: Kaholavė
- makedonisch: Кахоолаве [Kahoolave]
- malayalam: കഹോഓലാവെ [Kahoʻolāve]
- maldivisch: ކަހޯލަވެ [Kaholave]
- marathisch: काहूओलावे [Kāhūolāve]
- nepalesisch: काहूओलावे [Kāhūolāve]
- orissisch: କାହୁଓଲାୱେ [Kāhuolāwe]
- pandschabisch: ਕਾਹੂਓਲਾਵੇ [Kāhūolāve]
- paschtunisch: کاهوولاوه [Kāhowlāwa]
- persisch: کاهوئولاوه [Kāhoʻolāve]
- russisch: Кахоолаве [Kahoolave]
- serbisch: Кахолаве [Kaholave]
- singhalesisch: කහෝඕලවේ [Kahōolavē]
- tamilisch: கஹோஓலாவெ [Kahoʻolāve]
- telugu: కహోఓలావె [Kahoʻolāve]
- thai: คาโฮโอลาเว [Khā hō ʻolā wē]
- tibetisch: ཀ་ཧོ་འོ་ལ་ཝེ [Ka ho ʻo la we]
- ukrainisch: Кахоолаве [Kahoolave]
- urdu: کاہوولاوے [Kāhūlāwe]
- weißrussisch: Кахоолаве [Kahoolave]
Offizieller Name: Kaho‘olawe
- Bezeichnung der Bewohner: -
- adjektivisch: kahoolawean (kahoolawisch)
Kürzel:
- Code: KH / KHL
- Kfz: -
- ISO-Code: US.HI.KH
Lage
Kahoolawe liegt im Zentrum der Hawaii-Inseln, 11,2 km südwestlich von Maui, auf durchschnittlich 20°33‘ n.B. und 156°36‘ w.L..

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 20°36‘15“ n.B. (Lae o Kukui Point)
- südlichster Punkt: 20°30‘05“ n.B. (Wai Kahalulu)
- östlichster Punkt: 156°31‘55“ w.L. (Lae o Halona Point)
- westlichster Punkt: 156°42‘02“ w.L. (Lae o Kealaikahiki Point)
Entfernungen:
- Maui 10,7 km
- Lanai 28,5 km
- Molokai 57 km
- Hawaii 74 km
- Oahu 129 km
- Honolulu 148 km
- Big Sur / Kalifornien 3790 m
Zeitzone
Auf Kahoolawe gilt die Hawaii-Aleutian Standard Time (Hawaii-Aleutische Standard-Zeit), abgekürzt HAST (HASZ), 11 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC-10). Zwischen April und Oktober gilt die Hawaii Daylight Time (Hawaiische Sommerzeit), kurz HDT (HSZ). Die Realzeit liegt um 10 Stunden und 26 bis 27 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).
Fläche
Kahoolawe hat eine Fläche von 116,46 km² bzw. 44,97 mi², nach alternativen Angaben 115,5 km². Die Insel ist von Nordosten nach Südwesten 16,0 km lang und bis zu 10,9 km breit. Die Küstenlänge beträgt 58 km bei einem maximalen Tidenhub von 0,9 bis 1,1 m. Höchster Gipfel ist der Puʻu Moaulanui mit 452 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 187 m.
Geologie
Die Geologie von Kahoʻolawe, der kleinsten der acht Hauptinseln Hawaiis, ist typisch für einen erloschenen hawaiianischen Schildvulkan aus dem Pleistozän. Die Insel entstand als breiter, niedriger Schildvulkan durch vulkanische Aktivität entlang einer Riftzone, die südwestlich von einer etwa 5 km breiten Caldera ausgeht, die heute größtenteils vergraben ist und deren östlicher Rand unter dem Wasser der Kanapou Bay liegt. Die höchste Erhebung ist der Lua Makika mit 450 Metern, und die Insel besteht hauptsächlich aus basaltischen Lavaströmen.
Die vulkanische Geschichte gliedert sich in mehrere Phasen: Zunächst dominierten tholeiitische Basalte in der Schildbauphase, die den Hauptteil des Vulkans aufbauten. Gegen Ende der Caldera-Füllungsphase differenzierte das Magma, was zu basaltischen Andesiten führte, die mit normalen Basalten verschachtelt sind. Die post-Caldera-Laven bestehen größtenteils aus basaltischen Andesiten und Andesiten. Nach einer langen Periode intensiver Erosion folgten jüngere Eruptionen von Olivin-Basalten, ähnlich den frühen prä-Caldera-Laven. Die letzten bestätigten vulkanischen Aktivitäten ereigneten sich vor etwa einer Million Jahren, wobei dünne Lavaströme und Aschenkegel an den Klippen der Kanapou Bay sichtbar sind.
Kahoʻolawe ist seit fast einer Million Jahren erloschen und befindet sich in einer fortgeschrittenen Erosionsphase. Aufgrund ihrer geringen Höhe, des Regenschattens durch Haleakalā auf Maui und der ariden Bedingungen (jährlicher Niederschlag unter 650 mm) ist die Insel stark erodiert. Mehr als ein Viertel der Oberfläche ist bis auf saprolithischen Hardpan-Boden abgetragen, insbesondere am Gipfelbereich. Die rote, erodierte Erde wird durch starke Passatwinde und Regenfälle ständig abgetragen, was tiefe Gullies und eine karge Landschaft schuf. Diese Erosion wurde durch historische Überweidung (Ziegen, Schafe, Rinder) und militärische Nutzung verstärkt, die die Vegetation zerstörten und den Bodenabtrag beschleunigten.
Landschaft
Die Landschaften auf Kahoʻolawe sind stark von Trockenheit, Vulkanismus und menschlichen Eingriffen geprägt. Die Insel wirkt insgesamt karg und offen, mit weiten, vegetationsarmen Flächen, was sie deutlich von den üppig grünen Nachbarinseln Hawaiis unterscheidet.
Große Teile der Insel bestehen aus trockenen Ebenen und sanften Hügeln, die von lockerem Vulkangestein, Asche und stark erodierten Böden bedeckt sind. Aufgrund der geringen Niederschläge und der historischen Überweidung sowie militärischen Nutzung konnte sich nur eine spärliche Trockenvegetation entwickeln. Vorherrschend sind niedrige Gräser, Sträucher und vereinzelte einheimische Pflanzenarten, die an aride Bedingungen angepasst sind.
Das Inselinnere ist geprägt von vulkanischen Formen, darunter alte Krater, Lavafelder und erkaltete Lavaströme. Diese Reliefformen erinnern an den vulkanischen Ursprung der Insel, auch wenn heute kein aktiver Vulkanismus mehr vorhanden ist. Die Böden sind vielerorts dünn oder fehlen ganz, was die Landschaft stellenweise steinig und nahezu wüstenartig erscheinen lässt.
An den Küsten dominieren steile Klippen, felsige Ufer und schmale Buchten. Sandstrände sind selten und meist klein. Die Küstenlandschaft wirkt rau und unverstellt, mit starkem Wellengang und wenig natürlichem Schutz durch Korallenriffe. Besonders im Süden und Westen fallen die Küsten abrupt zum Meer hin ab.
Infolge der intensiven Bombardierungen im 20. Jahrhundert sind in der Landschaft noch heute Krater, Trichter und gestörte Bodenstrukturen sichtbar. Diese anthropogenen Spuren verstärken die Erosionsanfälligkeit der Insel und prägen ihr heutiges Erscheinungsbild. Aktuelle Renaturierungsmaßnahmen versuchen, durch Wiederbepflanzung und Bodenschutz die Landschaft langfristig zu stabilisieren.
Erhebungen
- Puʻu Moaulanui 452 m
| Insel | Fläche (km²) | Höhe (m) | Koordinaten |
| Kahoʻolawe | 115,5 | 452 | ♁20° 33′ N, 156° 36′ W |
| ʻAleʻale | 0,012 | ♁20° 31′ N, 156° 36′ W | |
| Puʻukoaʻe | 0,053 | 100 | ♁20° 31′ N, 156° 37′ W |
Flora und Fauna
Das trockene Klima hat die natürliche Vegetation stark begrenzt und macht Kahoʻolawe anfällig für Erosion, insbesondere nachdem durch frühere militärische Nutzung große Teile der schützenden Pflanzendecke zerstört wurden. Heute ist die Biodiversität stark reduziert, mit vielen nativen Arten auf Reste in geschützten Schluchten und Klippen beschränkt, während invasive Pflanzen und Tiere dominieren. Die Insel gilt als eine der am stärksten degradierten in Hawaii, doch intensive Restaurierungsprojekte der Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC) zielen auf eine Wiederherstellung ab.
Flora
Die native Vegetation umfasst trockenangepasste Arten wie ʻaʻaliʻi (Dodonaea viscosa), ʻāheahea (Chenopodium oahuense), kuluʻī (Nototrichium sandwicense), ʻūlei (Osteomeles anthyllidifolia), kāmanomano (Cenchrus agrimonioides), koaiʻa (Acacia koaia), alaheʻe (Psydrax odorata), maʻo (Hawaiian cotton, Gossypium tomentosum), ʻakiʻaki (Sporobolus virginicus), hao (Rauvolfia sandwicensis), kou (Cordia subcordata) und milo (Thespesia populnea). Besonders bemerkenswert ist Ka palupalu o Kanaloa (Kanaloa kahoolawensis), eine extrem seltene, endemische Pflanze, die 1992 wiederentdeckt wurde und als eine der bedrohtesten Arten der Welt gilt – sie war zeitweise als in der Wildnis ausgestorben erklärt, wird aber nun kultiviert und restauriert.
Invasive Arten wie bufflegrass (Cenchrus ciliaris), koa haole (Leucaena leucocephala) und kiawe (Prosopis pallida) haben große Teile der Insel überwachsen und den Boden weiter destabilisiert. Restaurierungsarbeiten entfernen diese Invasiven und pflanzen Tausende native Arten nach, um Erosion zu bekämpfen und Feuchtgebiete (sogenannte saisonale Wetlands) wiederherzustellen.
Fauna
Terrestrisch fehlen native Säugetiere oder Amphibien vollständig, die Biodiversität konzentriert sich auf Vögel, Invertebraten und marine Arten. Wichtige native Vögel sind der Pueo (Hawaiian Short-eared Owl, Asio flammeus sandwichensis), migrierende Arten wie ʻakekeke (Ruddy Turnstone) und kioea (Bristle-thighed Curlew), sowie potenziell der ʻōpeʻapeʻa (Hawaiian Hoary Bat). Seevögel wie der Hawaiian Petrel (ʻuaʻu) und Newell’s Shearwater (ʻaʻo) waren einst häufig, sind aber durch invasive Prädatoren (feral cats, Ratten) stark dezimiert. Das Offshore-Islet Puʻu Koae beherbergt noch einige Brutkolonien.
Eingeführte Tiere wie Hauskatzen, Ratten und früher Huftiere haben die native Fauna stark geschädigt. Pläne zur Entfernung dieser Prädatoren sollen Seevögel und Invertebraten (z. B. Blackburn’s Sphinx Moth) wieder ansiedeln. Marine Leben ist reichhaltig: Die geschützten Gewässer der Reserve beherbergen Korallenriffe, Fische, Honu (Green Sea Turtles), Haie und andere Meeresbewohner, die von der Insel aus replenished werden.
Naturschutz
1993 richtete die hawaiische Regierung das Kahoʻolawe Island Reserve ein, welches aus der gesamten Insel und dem umgebenden Ozean im Umkreis von 3 km besteht. Nach dem Gesetz dürfen die Insel und ihre Gewässer nur für kulturelle, spirituelle und existenzielle Absichten der indigenen Bevölkerung sowie zum Fischen, zur ökologischen Restauration, zur historischen Erhaltung und zur Ausbildung verwendet werden. Eine kommerzielle Nutzung ist verboten.
Die Regierung rief auch die Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC) ins Leben, um das Gebiet zu verwalten. Die Restauration der Insel braucht eine Strategie zur Kontrolle der Erosion, zur Wiederherstellung der Vegetation sowie zur Wiederanhebung des Grundwasserspiegels. Die Pläne enthalten Methoden zur Dämmung der Wasserrinnen und Reduzierung des Regenwasserabflusses. In einigen Gebieten werden eingeführte Pflanzen zur Bodenstabilsierung Anwendung finden, bevor einheimische Pflanzen gepflanzt werden können.
Klima
Kahoʻolawe besitzt ein trockenes, warmes Klima, das stark vom Regenschatten der benachbarten Insel Maui geprägt ist. Die Insel liegt südwestlich von Maui und erhält durch die vorherrschenden nordöstlichen Passatwinde nur sehr wenig Niederschlag, da die feuchten Luftmassen bereits an den hohen Vulkanen Mauis abregnen. Dadurch gehört Kahoʻolawe zu den trockensten Gebieten Hawaiis.
Nach der Köppen-Klimaklassifikation wird das Klima Kahoʻolawe überwiegend als heißes Steppenklima (BSh) eingeordnet, stellenweise mit Übergängen zum Wüstenklima. Die Jahresniederschläge sind gering und liegen meist deutlich unter 500 mm, in manchen Jahren sogar erheblich darunter. Regen fällt unregelmäßig und konzentriert sich vor allem auf die Wintermonate; längere Trockenperioden sind typisch.
Die Temperaturen sind ganzjährig warm und ausgeglichen. Die durchschnittlichen Tageshöchstwerte bewegen sich meist zwischen 24 und 30°C, während die Nächte nur wenig abkühlen. Jahreszeitliche Temperaturschwankungen sind gering, was für tropennahe Regionen charakteristisch ist. Die intensive Sonneneinstrahlung, kombiniert mit wenig Vegetation und trockenen Böden, verstärkt die Verdunstung und trägt zur Aridität der Insel bei.
Mythologie
Die Mythen und Mythologie von Kahoʻolawe sind eng mit der hawaiianischen Kosmologie und dem Gott Kanaloa verbunden, einem der vier großen Götter (neben Kāne, Kū und Lono). Die Insel gilt als kinolau (körperliche Manifestation oder heilige Verkörperung) dieses Ozeangottes, der für den tiefen Ozean, lange Seereisen, Navigation, Heilung und teilweise die Unterwelt steht. Kahoʻolawe trägt daher alternative Namen wie Kanaloa, Kohemālamalama o Kanaloa (das leuchtende Licht oder der helle Schoß des Kanaloa, symbolisch für Erneuerung und spirituelles Leben) sowie Hineliʻi und Kahiki Moe. Diese Namen unterstreichen ihre Rolle als heiliger Ort der Erneuerung, des Lichts und der Verbindung zum Meer.
In der hawaiianischen Schöpfungsmythologie wird Kahoʻolawe in alten Gesängen wie dem Kumulipo (dem großen hawaiianischen Schöpfungsepos) als Nachkomme der Urgötter Wākea (Himmelvater) und Papahānaumoku (Erdmutter) beschrieben. Sie erscheint oft als „he ʻula a Kahoʻolawe“ (das Rote von Kahoʻolawe), eine Anspielung auf ihre rote, erodierte Erde und ihre Geburt aus der kosmischen Dunkelheit (pō) hin zum Licht (ao). Kanaloa selbst manifestiert sich in vielen Formen (kinolau), darunter der Heʻe (Oktopus oder Tintenfisch), der Naiʻa (Delfin), der Koholā (Wal) und der Ozean selbst – die Insel ist somit eine direkte Verkörperung seiner Essenz.
Traditionelle Legenden porträtieren Kanaloa oft als Begleiter von Kāne (Gott des Lebens und frischen Wassers), mit dem er durch die Inseln reist, Quellen erschließt und ʻAwa trinkt. Auf Kahoʻolawe diente die Insel präkolonial als wichtiger Ort für Navigationstraining und spirituelle Praktiken, insbesondere für Voyages in den Südpazifik (nach Kahiki/Tahiti). Der Kanal Kealaikahiki („der Weg nach Kahiki“) vor der Insel symbolisiert diese Rolle als Tor zu fernen Meeren und als heiliger Trainingsplatz für Wayfinder, die Sterne, Wellen und Winde lasen – alles unter dem Schutz Kanaloas.
Weniger prominent, aber in einigen Überlieferungen vorhanden, ist Kanaloas Assoziation mit der Unterwelt oder rebellischen Geistern, doch auf Kahoʻolawe dominiert die positive, erneuernde Seite: Die Insel als puʻuhonua (Zufluchtsort) und wahi pana (heiliger, legendärer Platz) für Heilung, Fischerei und kulturelle Erneuerung. Heute verbinden Restaurierungsprojekte diese alten Mythen mit moderner Heilung der Insel – eine Rückkehr zu ihrer Rolle als lebendiger Körper Kanaloas, wo spirituelle Praktiken und aloha ʻāina (Liebe zum Land) die mythologische Bedeutung wiederbeleben. Kahoʻolawe verkörpert somit die tiefe hawaiianische Verbindung zwischen Land, Meer, Göttern und Menschen.
Geschichte
Kahoolawe wurde vor der ersten Jahrtausendwende von Polynesiern besiedelt, später als Strafkolonie des Königreichs Hawaiʻi genutzt und im 20. Jahrhundert vor allem als Bomben- und Schießübungsgebiet des US-Militärs stark zerstört. Seit den 1990er Jahren ist die unbewohnte Insel als „Kahoʻolawe Island Reserve“ ein Schutzgebiet, das ausschließlich kulturellen, spirituellen und ökologischen Zwecken der indigenen Bevölkerung vorbehalten ist.
Polynesische Zeit
Irgendwann zwischen 400 und 1000 wurde die Insel besiedelt und kleine, vorübergehende Fischergemeinden wurden entlang der Küste aufgebaut. Einige inländische Gebiete wurden kultiviert und feinkörniger Basalt wurde für Steinwerkzeuge verwendet. Ursprünglich war das Land ein trockener, flacher Wald mit einigen Bächen, aber es wurde zu einer offenen Savanne aufgrund der Vegetationsbeseitigung für Feuerholz und Ackerbau. Die Leute bauten Steinplattformen für religiöse Zeremonien, stellten Steine als Schreine für erfolgreiche Fischfänge auf und ritzten Petroglyphen oder Zeichnungen in die flache Oberfläche der Felsen. Diese Hinweise auf die frühe Zeit können noch heute gefunden werden.
Kahoʻolawe (auch Kanaloa oder Kohemālamalama o Kanaloa genannt) galt als heiliger Ort, verbunden mit dem Ozeangott Kanaloa. Sie diente als wichtiger Ausbildungsort für Navigatoren („Rwegfinder“) und Kahuna (Priester bzw. Heiler), die hier Sternenbeobachtung, Ozeanströmungen und Navigation für weite Reisen lernten.
Es ist nicht bekannt, wie viele Einwohner auf der Insel lebten, allerdings begrenzte der Mangel an Trinkwasser die Bevölkerung wahrscheinlich auf ein paar Hundert. 100 oder mehr Leute könnten einmal in Hakioawa, der größten Siedlung am Nordostende der Insel, gelebt haben.
Gewalttätige Kriege zwischen den konkurrierenden Häuptlingen verwüsteten das Land und führten zu einer Abnahme der Bevölkerung. Während des Kriegs von Kamokuhi überfiel und plünderte Kalaniopuʻu, der Herrscher der Insel Hawaiʻi, Kahoʻolawe in einem erfolglosen Versuch, Maui von Kamalalawalu, dem König von Maui, zu erobern. Von 1778 bis in die frühen 1800er Jahre berichteten Beobachter auf vorbeifahrenden Schiffen, dass die Insel unbewohnt und öde war, arm sowohl an Wasser als auch an Holz. Nach der Ankunft von Missionaren aus New England ersetzte die hawaiische Regierung von König Kamehameha III. die Todesstrafe durch das Exil und Kahoʻolawe wurde um 1830 zu einer Strafkolonie. Nahrung und Wasser waren knapp. Dies führte dazu, dass angeblich einige Gefangene verhungerten, was wiederum manche dazu veranlasste, durch den Kanal nach Maui zu schwimmen, um dort Nahrung zu finden. 1853 wurde das Gesetz, das die Insel zu einer Strafkolonie machte, aufgehoben.
1857 berichtete eine Untersuchung von ungefähr 50 Einwohner, ungefähr 5000 Morgen (12,5 km²) mit Büschen besetztem Land und einem Feld mit Zuckerrohr auf Kahoolawe. Entlang der Küste wuchsen Tabak, Ananas, Kürbisse, Piligras (pee-lee) und Büsche. 1858 begann die hawaiianische Regierung, Kahoʻolawe an Viehzuchtunternehmen zu verpachten. Einige erwiesen sich erfolgreicher als andere, aber der Mangel an Süßwasser blieb ein Hauptproblem. In den folgenden 80 Jahren veränderte sich die Landschaft dramatisch – Dürre und unkontrollierte Überweidung entblößten einen Großteil der Insel und ein starker Passatwind blies zudem den Oberboden weg.
Weltkriegsära
Von 1910 bis 1918 bestimmte die hawaiische Territorialregierung Kahoʻolawe als ein Waldschutzgebiet in der Hoffnung, die Fauna mit einem Wiederbepflanzungsprogramm wiederherzustellen. Das Programm versagte und Landpachten wurden wieder verfügbar. 1918 pachtete der qualifizierte Viehzüchter Angus MacPhee aus Wyoming mit der Hilfe des Maui-Landbesitzers Harry Baldwin 21 Jahre lang, um eine Rinderfarm zu bauen. 1932 genoss der Viehzuchtbetrieb moderaten Erfolg. Nach zeitweise schweren Regenfällen sah es so aus, als würden einheimische Gräser und blühende Pflanzen keimen, aber die Dürre kehrte stets nach kurzem wieder zurück. 1941 verpachtete MacPhee einen Teil der Insel an die US-Armee weiter. Noch im gleichen Jahr verließ McPhee mit seinen Rindern aufgrund der fortwährenden Dürre die Insel.
Am 8. Oktober 1941, nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor, erklärte die US-Armee das Kriegsrecht in ganz Hawaiʻi und übernahm die Kontrolle von Kahoʻolawe. Bald fand die Insel dafür Verwendung, Amerikaner für den Krieg im Pazifik zu trainieren beziehungsweise vorzubereiten. Die Verwendung von Kahoolawe als Trainingsgebiet wurde als unabdingbar für das Überleben vieler junger Amerikaner angesehen. Die USA führten eine neue Art des Krieges im Pazifik durch. Der Erfolg hing großteils von präzisem, schwerem Geschützfeuer der Schiffe ab, welche feindliche Positionen unter Beschuss nahmen, während sich Marines und Soldaten darum bemühten, Land unter ihre Kontrolle zu bekommen. Tausende Soldaten, Matrosen, Marines und Flieger bereiteten sich auf Kahoʻolawe auf die brutalen und kostspieligen Angriffe auf Inseln wie die Gilbert-Inseln, die Marianen und Iwo Jima vor.
Moderne Zeit
Das militärische Training auf Kahoʻolawe wurde nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt. Während des Koreakrieges spielten trägergestützte Flugzeuge eine wichtige Rolle beim Angriff auf feindliche Flugplätze, Konvois und Truppensammelpunkte. Attrappen von Flugplätzen, Fahrzeugen und anderen Lagern wurden auf Kahoʻolawe errichtet, und während sich Piloten Bereitschaftsinspektionen in der nahen Barbers Point Naval Air Station unterzogen, übten sie, die aufgestellten Attrappen auf Kahoʻolawe ausfindig zu machen und zu treffen. Ein ähnliches Training kam im Kalten Krieg und im Vietnamkrieg zum Einsatz, als Attrappen von Flugzeugen und Radaranlagen für Piloten aufgestellt wurden.
1976 reichte eine Gruppierung, die sich „Protect Kahoʻolawe ʻOhana„ (PKO) nannte, Klage beim Bundesgerichtshof ein, um die Verwendung der Insel für militärisches Training der Navy zu stoppen. Dieser Gruppierung ging es darum, die Einhaltung einer Anzahl von neuen ökologischen Gesetzen zu fordern und den Schutz der kulturellen Reichtümer von Kahoʻolawe zu sichern. 1977 erlaubte das Federal District Court des Districts Hawaiʻi der Navy die Verwendung der Insel für militärische Zwecke fortzusetzen, aber das Gericht wies die Navy an, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen, um den Bestand der historischen Plätze zu gewährleisten. 1980 traten die Navy und die Protect Kahoʻolawe ʻOhana in ein Consent Decree ein, das die Fortsetzung des Militärtrainings, Oberflächensäuberung auf einem Teil der Insel, Bodenschutz, Ziegenausrottung und eine archäologische Begutachtung vorsah.
Am 18. Mai 1981 wurde die gesamte Insel dem National Register of Historic Places unterstellt. In dieser Zeit hatte Kahoʻolawe Archaeological District 544 archäologische und historische Plätze und über 2000 individuelle Merkmale verzeichnet. Als Teil des Bodenschutzes legten Arbeiter Linien von Sprengladungen, um die harte Grundschicht zu brechen und Baumsetzlinge zu pflanzen. Gebrauchte Reifen wurden auf die Insel gebracht und in tiefen Rinnen platziert, um die Erosion der roten Erde vom öden Hochland zu den umgebenden Ufern zu verlangsamen.
1990 befahl Präsident George H. W. Bush das Training auf Kahoʻolawe zu beenden. 1991 wurde die Kahoʻolawe Island Conveyance Commission eingerichtet, um Bedingungen für die Übergabe Kahoʻolawes von der Bundesregierung an den Staat Hawaiʻi zu empfehlen.
1993 förderte Senator Daniel K. Inouye von Hawaiʻi den Titel X des Fiscal Year 1994 Department of Defense Appropriations Act, damit die USA Kahoʻolawe und die umgebenden Gewässer an Hawaiʻi abtreten. Titel X ist auch bekannt als „Aufräumen oder Beseitigung von Blindgänger“ und ökologische Restaurierung der Insel, um „eine sinnvolle, sichere Verwendung der Insel für entsprechende kulturelle, historische, archäologische und aufklärerische Zwecke, wie es vom Staat Hawaiʻi bestimmt wurde“, zu erreichen. Danach gründete der Staat die Kahoʻolawe Island Reserve Commission um Politik und Management des Kahoʻolawe-Naturschutzgebiets auszuüben. Wie vom Titel X angewiesen, und in Übereinstimmung mit der erforderlichen Navy/ State of Hawaii Memorandum of Understanding, übergab die Navy den Anspruch auf die Insel am 9. Mai 1994 an den Staat Hawaiʻi.
Wie vom Titel X vorgeschrieben, behielt die Navy Zutrittskontrolle zur Insel, bis die Beseitigung und ökologische Restauration abgeschlossen waren, oder bis zum 11. November 2003, je nachdem, was früher kam. Der Staat war einverstanden, einen Nutzungsplan für Kahoʻolawe aufzustellen, und die Navy erklärte sich bereit, einen Aufräumungsplan, basierend auf dem Nutzungsplan, im Kongress durchzusetzen.
Im Juli 1997 vergab die Navy einen Auftrag an das Parsons / UXB Joint Venture, die Geschütze von der Insel zu entsorgen. Nach der staatlichen und öffentlichen Überprüfung des Navy-Aufräumungsplans begann Parsons/UXB im November 1998 seine Arbeit. Die Navy unternahm Aufräumarbeiten an den Blindgängern auf der Insel, viele davon sind aber immer noch vergraben oder an der Oberfläche vorhanden. Andere wurden die Wasserrinnen hinuntergespült, und wieder andere liegen vor der Küste unter Wasser.
Verwaltung
Kahoolawe gehört zum Maui County im US-Bundesstaat Hawai’i.
Herrschaftsgeschichte
- 6. Jahrhundert bis 1795 hawaiianische Häuptlingstümer (Ali’i)
- 1795 bis 1. Februar 1893 Königreich Hawaii (Mōʻī Aupuni o Hawaiʻi)
- 1. Februar 1893 bis 4. Juli 1894 Protektorat Hawaii (Protectorate of Hawaii) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
- 4. Juli 1894 bis 12. August 1898 Republik Hawaii (Republic of Hawaii bzw. Lepupalika o Hawaiʻi)
- 12. August 1898 bis 23. Juni 1905 Territorium Hawaii (Territory of Hawai’i) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
- 23. Juni 1905 bis 21. August 1959 Bezirk Maui (Maui County bzw. Kalana ‘o Maui) und Bezirk Kalawao (Kalana Kalawao) im Territorium Hawaii (Territory of Hawai’i) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
- seit 21. August 1959 Bezirk Maui (Maui County bzw. Kalana ‘o Maui) und Bezirk Kalawao (Kalana Kalawao) im Bundesstaat Hawaii (State of Hawai’i bzw. Mokuʻāina o Hawaiʻi) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)
Hauptort
In dere Vergangenheit war Hakioawa (an der nordöstlichen Küste, gegenüber von Maui) die größte Siedlung der Insel. In präkolonialer Zeit lebten dort schätzungsweise bis zu 120 Menschen in einem Fischerdorf; es war das bevölkerungsreichste Zentrum aufgrund der relativ günstigen Lage. Heute ist Hakioawa ein wichtiger Landeplatz und archäologischer Komplex mit historischen Stätten, der oft als Einstiegspunkt für Restaurierungsarbeiten dient. Der aktuelle Hauptstützpunkt (Base Camp) für Restaurierungs- und Zugangsaktivitäten liegt in Honokanaiʻa (auch Honokanaiʻa Bay) an der südwestlichen Küste. Dort befinden sich temporäre Einrichtungen für Freiwillige und Mitarbeiter.
Verwaltungsgliederung
Traditionell war Kahoʻolawe ein ahupuaʻa von Honuaʻula (Makawao), eines der 12 moku von Maui. Heute ist Kahoʻolawe Teil des Distrikts Makawao, einer der sechs Distrikte von Maui County. Es war in zwölf ʻili (traditionelle Selbstverwaltungs- und Selbstversorgungseinheiten der untersten Ebene) untergliedert, die später zu acht zusammengefasst wurden. Die acht ʻili sind nachstehend wiedergegeben, mit Reihenfolge gegen den Uhrzeigersinn, und Original-Flächenangaben in acres, beginnend im Nordosten der Insel:
| Nr. | ʻili | Fläche (acres) | Fläche (km²) |
| 1 | Hakioawa | 2283 | 9,24 |
| 2 | Pāpākā | 1443 | 5,84 |
| 3 | Kuheia-Kaulana | 3429 | 13,88 |
| 4 | Ahupū | 4351 | 17,61 |
| 5 | Honokoʻa | 1701 | 6,88 |
| 6 | Kealaikahiki | 3276 | 13,26 |
| 7 | Kūnaka-Naʻalapa | 9626 | 38,96 |
| 8 | Kanapou | 2511 | 10,16 |
| 9 | (Lua Makika) | 156 | 0,63 |
| Kahoʻolawe | 28776 | 116,45 |
Mit Ausnahme der beiden westlichsten ʻili Kealaikahiki und Honokoʻa laufen deren Grenzen zum Rand des Vulkankraters Lua Makika zusammen. Der Krater jedoch gehört zu keinem der ʻili, und gilt auch nicht als ʻili.
Verwaltungsgliederung:
12 ’ili (Selbstverwaltungseinheiten)
Bevölkerung
Kahoʻolawe hatte bis zum 19. Jahrhundert eine größere Bevölkerung. Seit der Nutzung der Insel als Ranch nahm die Bevölkerung stark ab. Seit dem Zensus von 1950 wurde keine ständige Bevölkerung mehr nachgewiesen. Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 116,46 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1805 160 1,37
1828 28 0,24
1831 32 0,27
1836 80 0,69
1837 20 0,17
1840 80 0,69
1857 15 0,13
1866 18 0,15
1875 12 0,10
1900 0 0,00
1910 2 0,02
1920 3 0,02
1930 2 0,02
1939 1 0,01
seit 1950 0 0,00
Volksgruppen
Früher war die Insel spärlich besiedelt (einige hundert Menschen in alter Zeit), aber seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist sie unbewohnt. Auf Kahoʻolawe lebten vor dem europäischen Kontakt ausschließlich Native Hawaiians (Kānaka Maoli oder Kānaka ʻŌiwi), also die indigenen Polynesier Hawaiis. Diese Menschen stammten von polynesischen Seefahrern ab, die aus dem südlichen Pazifik (vermutlich Marquesas oder Gesellschaftsinseln) kamen und die hawaiianischen Inseln besiedelten. Die frühesten Belege für eine Besiedlung auf Kahoʻolawe datieren auf 400 bis 1000, mit archäologischen Funden wie Radiokohlenstoff-Datierungen ab 1027.
Die Insel war aufgrund der hier herrschenden Trockenheit und begrenzten Süßwasserquellen immer nur spärlich besiedelt – Schätzungen gehen von einigen hundert Menschen insgesamt aus, mit der größten Siedlung Hakioawa (bis zu 120 Bewohner).
Sprachen
Die Sprachen auf Kahoʻolawe sind durch die besondere Situation der Insel geprägt: Sie ist seit 1994 unbewohnt und als Kahoʻolawe Island Reserve geschützt, mit streng reguliertem Zugang ausschließlich für native hawaiianische kulturelle, spirituelle, restaurative und bildende Zwecke. Es gibt keine permanente Bevölkerung, daher werden keine Sprachen im Alltag gesprochen. Bei temporären Besuchen durch autorisierte Freiwillige, Mitarbeiter der Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC) oder Teilnehmer an kulturellen Programmen dominiert Englisch als Kommunikationssprache.
Das Hawaiianische (ʻŌlelo Hawaiʻi) spielt jedoch eine zentrale Rolle in Zeremonien, Protokollen (oli und pule), Gesängen, Namen von Orten und traditionellen Praktiken – es dient der Wiederbelebung und Pflege der hawaiianischen Kultur. Viele Aktivitäten integrieren Hawaiianisch bewusst, um die Sprache als Teil der spirituellen und kulturellen Heilung der Insel zu stärken.
Religion
Kahoʻolawe ist tief in der traditionellen hawaiianischen Spiritualität verwurzelt, die polytheistisch-animistisch ist und die Insel als heiligen Ort betrachtet. Kahoʻolawe gilt als kinolau (körperliche Manifestation) des Gottes Kanaloa, des Herrn über den Ozean, Navigation, Heilung und Erneuerung. Sie trägt Namen wie Kohemālamalama o Kanaloa (das leuchtende Licht des Kanaloa) und war präkolonial ein wichtiger Ort für Navigationstraining, Fischerei und spirituelle Rituale.
Heute ist die Insel gesetzlich ausschließlich für native hawaiianische kulturelle und spirituelle Praktiken reserviert. Dazu gehören Zeremonien, Oli (Gesänge), Pule (Gebete), die Wiederbelebung alter Heiligtümer (heiau), Makahiki-Feiern (zu Ehren von Lono) und Protokolle zur Begrüßung der Akua (Götterformen). Die Restaurierungsarbeiten verbinden ökologische Heilung mit aloha ʻāina (Liebe zum Land) und sehen die Insel als puʻuhonua (Zufluchtsort) für die Wiederbelebung traditioneller Glaubenspraktiken. Die Bewegung zum Schutz der Insel in den 1970er Jahren (Protect Kahoʻolawe ʻOhana) markierte eine Renaissance der hawaiianischen Religion, die Unterdrückung nach dem Kontakt mit dem Westen überwand und spirituelle Praktiken wieder ins Zentrum stellte.
Siedlung
Die Siedlungen auf Kahoʻolawe waren immer spärlich und klein, bedingt durch die aride Umwelt, den Mangel an Süßwasser und die isolierte Lage. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung ab etwa 400, mit kleinen küstennahen Fischerdörfern, landwirtschaftlichen Terrassen, Heiligtümern (heiau) und Stätten für Navigationstraining. Die Bevölkerung dürfte nie mehr als ein paar Hundert Personen betragen haben. Über die gesamte Insel verteilt gibt es mehr als 544 registrierte archäologische Stätten und über 2.000 individuelle Merkmale, darunter Wohnhäuser, Schreine, Steinbrüche und Petroglyphen.
Die größte und bedeutendste historische Siedlung war Hakioawa an der nordöstlichen Küste (gegenüber von Maui), wo bis zu 120 Menschen in einem Fischerdorf lebten – es war das bevölkerungsreichste Zentrum der Insel. Weitere bekannte Orte sind Kaulana (an der Kaulana Bay), das im 19. Jahrhundert als Strafkolonie diente: Ab etwa 1830 wurde Kahoʻolawe unter König Kamehameha III. zur Männerstrafkolonie, mit Berichten über 8–15 Hütten, eine unvollendete Adobe-Kirche und bis zu 50 Bewohnern in den 1850er Jahren. Nach der Aufhebung der Strafkolonie ab 1858 wurde die Insel für Ranching genutzt, mit temporären Unterkünften für Rancher und Arbeiter, doch keine dauerhaften Dörfer entstanden.
Ab 1941 übernahm das US-Militär die Insel als Bombenübungsplatz, was alle zivilen Aktivitäten beendete und die verbleibenden Strukturen zerstörte oder überlagerte. Nach dem Ende der Bombardements 1990 und der Rückgabe an den Staat Hawaii 1994 wurde Kahoʻolawe zur Kahoʻolawe Island Reserve erklärt – sie ist heute unbewohnt und hat keine permanenten Siedlungen oder Bevölkerung.
Der Zugang ist streng reguliert und nur für autorisierte Personen (zum Beispiel Freiwillige der Kahoʻolawe Island Reserve Commission – KIRC) erlaubt, ausschließlich für kulturelle, spirituelle, restaurative und bildende Zwecke. Es gibt temporäre Einrichtungen: Das Base Camp in Honokanaiʻa (Honokanaiʻa Bay an der südwestlichen Küste) dient als Hauptstützpunkt mit Unterkünften, Küche und Infrastruktur für Freiwillige und Mitarbeiter. Hakioawa bleibt ein wichtiger Landeplatz und archäologischer Komplex, wird aber nicht bewohnt. Die Insel bleibt bewusst leer von dauerhaften Siedlungen, um ihre Heilung und den Schutz der historischen Stätten zu gewährleisten.
Verkehr
Kahoolawe ist unbewohnt und für die Öffentlichkeit gesperrt. Der einzige Verkehr erfolgt per Boot oder Helikopter für autorisierte Native Hawaiian-Zwecke wie kulturelle Rituale und Sanierungsarbeiten.
Straßenverkehr
Auf Kahoʻolawe gibt es keine asfaltierten Straßen, keinen öffentlichen Verkehr und keine privaten Fahrzeuge. Die Insel verfügt lediglich über ein Netz aus unbefestigten Dirt Roads, Tracks und Trails, die teilweise aus der Zeit der militärischen Nutzung stammen oder für Restaurierungsarbeiten angelegt wurden. Diese Wege dienen ausschließlich internen Zwecken: Freiwillige und Mitarbeiter der Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC) nutzen geländegängige Fahrzeuge wie Pick-up-Trucks (zum Beispiel Dualies mit Sitzbänken) oder Allradfahrzeuge, um Materialien, Pflanzen und Personen zu transportieren, Erosion zu bekämpfen oder archäologische Stätten zu erreichen. Der „Verkehr“ beschränkt sich auf seltene, organisierte Einsätze – es gibt keine täglichen Pendler, keinen Tourismusverkehr und keine Verkehrsregeln wie auf dem Festland. Aufgrund verbliebener nicht explodierter Munition (UXO) sind viele Bereiche nur eingeschränkt zugänglich, und Wege werden sorgfältig gepflegt, um weitere Erosion zu vermeiden.
Schiffsverkehr
Der Schiffsverkehr zu und um Kahoʻolawe ist ebenfalls stark reguliert und minimal, da die Insel und ihre umliegenden Gewässer (bis zwei Seemeilen) zur Reserve gehören und der Zugang nur mit Genehmigung der KIRC erlaubt ist. Es gibt keinen kommerziellen Schiffsverkehr, keine Fähren, Kreuzfahrtschiffe oder Frachttransporte.
Der primäre Zugang erfolgt per Boot von Maui aus, meist vom Kīhei Boat Ramp oder Makena aus, mit dem KIRC-eigenen Versorgungsboot ʻOhua (ein Ponton-Boot) oder anderen autorisierten kleinen Schiffen. Diese Fahrten finden nur bei geplanten Volunteereinsätzen, kulturellen Zeremonien oder Restaurierungsarbeiten statt – typischerweise mehrmals im Monat, wetterabhängig und mit strengen Sicherheitsprotokollen (zum Beispiel Schwimmen ans Ufer bei rauem Seegang). Häufige Landeplätze sind Honokanaiʻa Bay (für das Base Camp) und Hakioawa. Der umliegende Ozean ist reich an marinem Leben, aber Fischerei und andere Aktivitäten sind beschränkt. Es gibt keine Häfen oder Docks; Anlandungen erfolgen oft direkt am Strand. Der Schiffsverkehr dient ausschließlich der kulturellen und ökologischen Heilung der Insel als kinolau von Kanaloa.
Wirtschaft
Die früheren Bewohner lebten von Fischfang, etwas Landwirtschaft (speziell Anbau von Süßkartoffeln), Sammeln und spirituellen Praktiken.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft auf Kahoʻolawe war historisch immer begrenzt und kleinräumig, bedingt durch die aride Klimazone, den Wassermangel und die erosionsanfälligen Böden. In der präkolonialen Zeit (ab etwa 1000) betrieben die hawaiianischen Bewohner Dryland Farming mit kleinen Anbauflächen für Süßkartoffeln (ʻuala), Taro in trockenen Varianten und andere Kulturen; archäologische Funde zeigen Terrassen und bewässerte Parzellen in geschützten Gebieten. Die Vegetation wurde für Brennholz und Landgewinnung gerodet, was die Insel von einem trockenen Wald in eine offene Savanne verwandelte.
Im 19. Jahrhundert gab es kurzzeitig Versuche mit Zuckerrohr, Tabak, Ananas und Kürbissen, doch ab 1858 dominierte das Ranching: Die hawaiianische Regierung verpachtete die Insel an Rancher, die Schafe, Ziegen und Rinder einführten. Diese extensive Viehzucht führte zu massiver Überweidung, Vegetationsverlust und beschleunigter Erosion – rote Staubwolken wehten bis nach Maui. Bis in die 1940er Jahre blieb Viehzucht die Hauptaktivität, endete jedoch mit der militärischen Übernahme 1941.
Heute gibt es auf Kahoʻolawe keine kommerzielle oder extensive Landwirtschaft. Als geschützte Reserve dient die Insel ausschließlich kulturellen, spirituellen und restaurativen Zwecken; Freiwillige pflanzen native Arten zur Erosionsbekämpfung und Vegetationswiederherstellung, aber kein Anbau für Ernährung oder Handel.
Fischerei
Die Fischerei spielte historisch eine zentrale Rolle: Präkoloniale Siedlungen waren vor allem küstennah und temporär, mit Fischerdörfern und koʻa (Fischerschreinen) für erfolgreiche Fänge. Die Insel galt als reich an marinen Ressourcen, ergänzt durch Subsistenzfischerei für die kleine Bevölkerung.
Heute ist Subsistenzfischerei erlaubt, aber streng reguliert: Die Reserve umfasst Gewässer bis zwei Seemeilen um die Insel und dient native hawaiianischen traditionellen Praktiken. Kommerzielle Fischerei ist verboten; erlaubte Aktivitäten beschränken sich auf kulturelle und subsistenzielle Zwecke durch autorisierte Personen. Die geschützten Gewässer helfen bei der Wiederauffüllung von Fischbeständen in der Region (zum Beispiel für Maui und Lānaʻi), mit Monitoring-Programmen zur Überwachung von Populationen und Entfernung invasiver Arten.
Bergbau
Ein bedeutender Bergbau existierte historisch in Form eines großen Basalt-Steinbruchs am Puʻu Moiwi (zweitgrößter in Hawaii), wo präkoloniale Hawaiier Basalt für Werkzeuge wie koʻi (Äxte) abbauten – ein wichtiger Export nach Maui.
Modernen industriellen Bergbau gab es nie; heute ist jeglicher Abbau verboten, da die Insel für Schutz und Restaurierung reserviert ist. Die archäologischen Stätten, inklusive des Steinbruchs, werden als historische Ressourcen erhalten.
Wasserwirtschaft
Der Wasserverbrauch ist durch die extreme Trockenheit der Insel stark eingeschränkt. Die Insel erhält jährlich weniger als 650 mm Niederschlag, liegt im Regenschatten von Haleakalā und besitzt keine permanenten Süßwasserquellen oder Grundwasserreserven in nennenswertem Umfang. Historisch nutzten präkoloniale Bewohner saisonale Regenfälle, kleine Quellen und Wassersammlung in natürlichen Vertiefungen für Subsistenz. Die militärische Nutzung ab 1941 verschärfte den Wassermangel durch Zerstörung der Vegetation und Erosion. Heute, als unbewohnte Reserve, gibt es keine öffentliche Wasserversorgung – für temporäre Restaurierungsarbeiten und das Base Camp in Honokanaiʻa wird Trink- und Nutzwasser per Boot von Maui importiert. Projekte der Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC) fokussieren auf Erosionskontrolle, Vegetationswiederherstellung und Watershed-Management, um Regenwasser besser zu halten und saisonale Feuchtgebiete zu schützen, ohne jedoch eine dauerhafte Infrastruktur aufzubauen.
Energiewirtschaft
Die Energiewirtschaft ist minimal und autark, da die Insel keinen Anschluss an das Stromnetz hat und unbewohnt bleibt. Historisch gab es keine Energieinfrastruktur; während der Ranching-Zeit und militärischen Nutzung wurden Dieselgeneratoren eingesetzt. Aktuell versorgen für Freiwillige und das Base Camp Dieselgeneratoren und zunehmend alternative Systeme wie Solaranlagen die temporären Einrichtungen mit Strom – dies entspricht dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Minimierung von Umweltbelastungen. Die KIRC plant und implementiert erneuerbare Energien, um den Betrieb (z. B. Beleuchtung, Werkzeuge, Kommunikation) zu sichern, ohne fossile Brennstoffe langfristig zu dominieren.
Abfallwirtschaft
Die Abfallwirtschaft konzentriert sich auf Vermeidung, Minimierung und Rücktransport, ergänzt durch das historische Erbe nicht explodierter Munition (UXO). Präkolonial und während Ranching entstand wenig Abfall; die militärische Phase hinterließ massive Kontamination durch Bombenreste und Schutt. Zwischen 1998 und 2003 entfernte die US-Navy in einem 400-Millionen-Dollar-Projekt Millionen Pfund UXO und Schrott, doch Reste verbleiben und machen Teile der Insel gefährlich. Heute gilt ein striktes „Pack-in-Pack-out“-Prinzip: Alle Abfälle (einschließlich organischer Reste und temporärer Materialien) werden per Boot nach Maui gebracht und dort entsorgt. Es gibt Pläne für Liquid- und Solid-Waste-Management, aber keine Deponien oder Verarbeitung vor Ort – der Fokus liegt auf Null-Abfall und Schutz der sensiblen Ökologie.
Handel und Finanzwesen
Bis ins frühe 20. Jahrhundert gab es begrenzten Subsistenzhandel (Fischerei, Basaltwerkzeuge) und später Ranching-Leasing, doch seit 1994 dient sie ausschließlich kulturellen, spirituellen und restaurativen Zwecken. Es gibt keinen Handel, keine Geschäfte, keine Banken oder Finanztransaktionen vor Ort. Die KIRC finanziert sich durch Staatshaushalt, Grants (zum Beispiel von Maui Office of Economic Development oder Bundesmitteln) und Spenden; Betriebskosten decken Transport, Restaurierung und Personal. Die Insel generiert keine Einnahmen und bleibt bewusst außerhalb marktwirtschaftlicher Nut
Soziales und Gesundheit
Die sozialen Aspekte auf Kahoʻolawe sind eng mit der hawaiianischen Kultur, Gemeinschaft und der Bewegung zur Heilung der Insel verbunden. Da die Insel seit 1994 unbewohnt ist und als Kahoʻolawe Island Reserve ausschließlich für native hawaiianische kulturelle, spirituelle, subsistenzielle und restaurative Zwecke genutzt wird, gibt es keine permanente Gesellschaft oder soziale Strukturen wie auf bewohnten Inseln. Stattdessen bilden temporäre Gruppen von autorisierten Freiwilligen und Besuchern (meist organisiert durch die Kahoʻolawe Island Reserve Commission – KIRC und die Protect Kahoʻolawe ʻOhana – PKO) eine dynamische Gemeinschaft. Diese Volunteer-Einsätze fördern ein starkes Gemeinschaftsgefühl (ʻohana), basierend auf aloha ʻāina (Liebe zum Land), Zusammenarbeit bei Pflanzarbeiten, Erosionskontrolle und Zeremonien. Die PKO-Bewegung der 1970er Jahre, die den Bombenstopp erkämpfte, gilt als Katalysator der hawaiianischen Renaissance und stärkte das Bewusstsein für indigene Rechte, Selbstbestimmung und kulturelle Identität – ein sozialer Impact, der bis heute nachwirkt und Gemeinschaften auf allen Inseln verbindet. Bildungsprogramme und Zugänge dienen der Weitergabe traditionellen Wissens an nächste Generationen, mit Fokus auf kollektiver Verantwortung und Heilung traumatischer Geschichte.
Gesundheitswesen
Gesundheit wird hier primär spirituell und kulturell verstanden, da keine medizinische Infrastruktur existiert. Die Insel als kinolau (körperliche Manifestation) des Gottes Kanaloa symbolisiert Erneuerung und Heilung; Aufenthalte dienen der spirituellen Reinigung, Verbindung zur ʻāina und emotionaler Stärkung. Viele Teilnehmer berichten von tiefgreifender Heilung durch Protokolle, Oli (Gesänge), Pule (Gebete) und Arbeit am Land – eine Form der ganzheitlichen Gesundheit, die physische Aktivität mit mentaler und spiritueller Erneuerung verbindet.
Krankheiten
Physische Gesundheitsrisiken bestehen durch verbliebene nicht explodierte Munition (UXO), weshalb strenge Sicherheitsprotokolle (zum Beispiel begrenzte Zugangszonen, Briefings) gelten; die KIRC managt Risiken, um sichere Nutzung für kulturelle Praktiken zu gewährleisten. Es gibt keine klinischen Gesundheitsdienste vor Ort – medizinische Versorgung erfolgt auf Maui. Die Restaurierungsarbeit selbst wird als Beitrag zur „Gesundheit des Landes und der Menschen“ gesehen, im Sinne von aloha ʻāina als Grundlage für kollektives Wohlbefinden.
Andere typische hawaiianische Krankheiten wie Rat Lungworm Disease (Angiostrongylus cantonensis) oder Leptospirose sind theoretisch möglich, da Ratten und Schnecken/Nacktschnecken auf der Insel vorkommen könnten, aber es gibt keine dokumentierten Fälle auf Kahoʻolawe. Diese Krankheiten sind in Hawaii endemisch (vor allem auf feuchteren Inseln wie Big Island oder Maui), werden durch verunreinigtes Gemüse/Wasser oder Kontakt mit infiziertem Tierurin übertragen und verursachen Symptome wie starke Kopfschmerzen, Meningitis oder Organschäden. Auf der trockenen, vegetationsarmen Insel ist das Risiko jedoch minimal.
Bildung
Bildung ist eng mit der kulturellen, spirituellen und ökologischen Heilung der Insel verknüpft und dient ausschließlich native hawaiianischen Praktiken sowie der Wiederbelebung traditionellen Wissens. Da die Insel seit 1994 unbewohnt ist und als Kahoʻolawe Island Reserve geschützt wird, gibt es keine Schulen, Universitäten oder formale Bildungseinrichtungen vor Ort. Stattdessen steht Bildung im Zentrum der gesetzlich festgelegten Nutzung: Neben kulturellen, spirituellen und subsistenzielen Zwecken sowie Umweltschutz und historischer Erhaltung ist die Insel explizit für education reserviert.
Der Zugang erfolgt ausschließlich durch autorisierte Programme der Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC), oft in Kooperation mit der Protect Kahoʻolawe ʻOhana (PKO). Volunteer-Einsätze und Huakaʻi (Besuche) kombinieren praktische Arbeit (zum Beispiel Pflanzen von nativen Arten, Erosionskontrolle) mit intensiver Bildung: Teilnehmer lernen durch kulturelle Protokolle (Oli-Gesänge, Pule-Gebete), Vorträge zu Geschichte, Mythologie und Navigation, sowie traditionelle Praktiken wie Wayfinding (Sternennavigation) am historischen Ort Laeʻo Kealaikahiki. Diese Erfahrungen fördern aloha ʻāina (Liebe zum Land) und tragen zur hawaiianischen Renaissance bei – viele Besucher beschreiben sie als lebensverändernd.
Spezielle Programme umfassen das Hui Kāpehe Program (Karriere- und technische Bildung für Native Hawaiians), das Kanu Waʻa (Paddeln und Pflanzen) sowie Schulungen in traditioneller Navigation. Auf Maui ergänzen Einrichtungen wie der Kahoʻolawe Educational Walking Trail in Kihei oder Ausstellungen (unter anderem im Maui Ocean Center) die Bildung. Curricula wie das der Pacific American Foundation integrieren Kahoʻolawe in Schulunterricht, um Schülern Themen wie Aloha ʻĀina und historische Bewegungen nahezubringen.
Kultur
Die Kultur auf Kahoʻolawe ist ausschließlich native hawaiianisch und steht im Zentrum der gesetzlichen Bestimmung der Insel. Als kinolau (körperliche Manifestation) des Gottes Kanaloa gilt sie als einer der heiligsten Orte Hawaiis und wird bewusst für die Pflege und Wiederbelebung traditioneller hawaiianischer Kultur genutzt.
Zentrale kulturelle Elemente sind:
- Spirituelle Praktiken: Jeder Zugang beginnt und endet mit strengen Protokollen (Oli kāhea zur Erlaubnisersuche, Oli komo zur Begrüßung, Pule). Die Insel dient als Ort für Heilung, Meditation und Verbindung zu den Akua (Göttern).
- Traditionelle Navigation: Kahoʻolawe war präkolonial ein wichtiger Trainingsort für Wayfinder. Heute werden hier wieder Kurse in Sternennavigation, Wellenlesen und traditionellem Segeln abgehalten, oft in Verbindung mit dem Kanal Kealaikahiki („Weg nach Kahiki“).
- Hula und Mele: Gesänge und Tänze, die speziell Kahoʻolawe und Kanaloa gewidmet sind, werden bei Zeremonien aufgeführt.
- Heiau und andere archäologische Stätten: Über 2.000 Kultstätten (Fischer-Schreine, Petroglyphen, der große Adze-Steinbruch Puʻu Moiwi) werden gepflegt und als lebendige Lehrmittel genutzt.
- Aloha ʻĀina in der Praxis: Die Restaurierungsarbeit selbst ist kultureller Akt – das Pflanzen nativer Arten, die Erosionsbekämpfung und die Entfernung invasiver Spezies werden als Ausdruck von Liebe und Verantwortung gegenüber dem Land verstanden.
Historische Stätten
Die historischen Stätten auf Kahoʻolawe sind zahlreich und von enormer kultureller Bedeutung, da die gesamte Insel seit 1981 im National Register of Historic Places als Kahoʻolawe Archaeological District eingetragen ist. Archäologische Untersuchungen dokumentieren über 544 registrierte Stätten mit mehr als 2.000 bis 3.000 individuellen Merkmalen, die eine Besiedlung seit etwa 400–1000 n. Chr. belegen. Diese umfassen heilige Tempel, Siedlungen, Fischerschreine und Ressourcengewinnungsorte, die die Rolle der Insel als spiritueller und navigationsbezogener Ort unterstreichen.
Besonders hervorzuheben sind:
- Heiau (Stein-Tempel und Plattformen): Zahlreiche heilige Stätten für Zeremonien, oft mit dem Gott Kanaloa verbunden. Viele wurden in den 1980er Jahren von Aktivisten restauriert, nachdem der Zugang erkämpft worden war.
- Koʻa (Fischerschreine): Küstennahe Schreine, die für erfolgreiche Fischerei errichtet wurden und die Subsistenzwirtschaft der präkolonialen Bewohner widerspiegeln.
- Petroglyphen: Seltene Felszeichnungen, vor allem am Loaa-Site (südwestlicher Hang des Puʻu Moaulanui), mit anthropomorphen Figuren, Linien und Cupules (kleine Vertiefungen). Diese gelten als mana-geladen und spirituell mächtig.
- Puʻu Moiwi Adze Quarry: Der zweitgrößte Basalt-Steinbruch Hawaiis (nach Mauna Kea), wo präkoloniale Hawaiier hochwertigen Basalt für koʻi (Äxte und Beile) abbauten – ein wichtiger Exportort für Werkzeuge nach anderen Inseln.
Weitere wichtige Stätten umfassen Wohnhäuser und Siedlungsreste (z. B. in Hakioawa), landwirtschaftliche Terrassen, Begräbnishöhlen, astronomisch ausgerichtete Steinarrangements sowie Stätten für Navigationstraining (z. B. nahe dem Kanal Kealaikahiki).
Festkultur
Auf Kahoʻolawe werden aufgrund des Status als unbewohnte, geschützte Reserve keine regelmäßigen öffentlichen Feste oder Feiern im klassischen Sinne abgehalten. Stattdessen finden bei autorisierten Zugängen der Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC) und der Protect Kahoʻolawe ʻOhana (PKO) zeremonielle und kulturelle Veranstaltungen statt, die festartigen Charakter haben und tief in der hawaiianischen Tradition verwurzelt sind. Die wichtigsten „Feste“ sind:
- Makahiki-Zeremonien: Während der traditionellen Makahiki-Saison (ca. November bis Februar, zur Ehre des Gottes Lono) werden auf der Insel Zeremonien mit Oli (Gesängen), Pule (Gebeten), Hula und dem Aufstellen des Makahiki-Banners durchgeführt. Diese Rituale markieren Frieden, Ernte und Erneuerung und dienen der spirituellen Reinigung der Insel.
- Jährliche Zugangs-Huakaʻi mit festlichem Charakter: Besondere Volunteer-Einsätze, oft um den Earth Day, den Ocean Day oder den Jahrestag der Rückgabe der Insel (11. Mai 1994), beinhalten gemeinsame Mahlzeiten, Gesänge, Geschichtenerzählen und kollektive Arbeit, die ein festliches Gemeinschaftsgefühl erzeugen.
- Gedenk- und Heilungszeremonien: An Tagen wie dem Jahrestag des Endes der Bombardements (1990) oder bei besonderen Projekten (zum Beispiel Wiederbepflanzung) finden emotionale Zusammenkünfte statt, die Trauer, Dankbarkeit und Hoffnung verbinden.
Diese Veranstaltungen sind keine touristischen Feste, sondern intime, protokollgebundene Rituale mit strenger Zugangskontrolle – sie dienen der Wiederbelebung der Insel als heiliger Ort.
Medien
Auf der Insel gibt es weder Zeitungen, Radio- oder Fernsehsender, noch Internetprovider oder Mobilfunkmasten. Kahoʻolawe wird in hawaiianischen und internationalen Medien vor allem im Kontext der historischen Bombardierung, der Protect Kahoʻolawe ʻOhana-Bewegung, der Räumung von UXO und der laufenden Restaurierung thematisiert. Dokumentarfilme (z. B. „Kahoʻolawe Aloha ʻĀina“), Bücher (wie „Kahoʻolawe“ von Rowland B. Reeve) und Berichte in Medien wie Honolulu Star-Advertiser oder Hawaii Public Radio halten die Geschichte und Bedeutung der Insel lebendig. Die KIRC und PKO nutzen eigene Websites, Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram) und Newsletter, um über Projekte, Volunteer-Möglichkeiten und kulturelle Ereignisse zu informieren – diese Medienproduktion erfolgt jedoch von Maui oder Oʻahu aus.
Kommunikation
Die Kommunikation während Aufenthalten ist rudimentär und funktional:
- Funkgeräte (Handheld Radios) und Satellitentelefone dienen der Sicherheit und Koordination zwischen Base Camp (Honokanaiʻa), Freiwilligen-Gruppen und dem Versorgungsboot ʻOhua.
- Mobilfunkempfang ist sporadisch bis nicht vorhanden; es gibt keine festen Antennen.
- Für Notfälle steht eine Verbindung zur US Coast Guard oder zu Maui-Einrichtungen bereit.
- Internetzugang existiert nicht; Teilnehmer sind bewusst von digitaler Kommunikation abgeschnitten, um die spirituelle und kulturelle Immersion zu fördern.
Sport
In der Vergangenheit l gab es traditionelle hawaiianische Aktivitäten, die sportliche Elemente enthielten: Holua-Schlittenfahren (auf Lavasteinen), Bogenschießen, Speerwerfen oder körperliche Übungen im Rahmen von Navigationstraining und Kriegsvorbereitung. Diese Praktiken waren jedoch rituell und funktional eingebunden und keine Freizeitsportarten.
Heute finden bei autorisierten Besuchen (Huakaʻi) der Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC) und Protect Kahoʻolawe ʻOhana körperlich anspruchsvolle Aktivitäten statt, die als „Sport“ wahrgenommen werden können, aber primär restaurative und kulturelle Zwecke haben:
- Outrigger-Kanu-Paddeln (waʻa): Gruppen paddeln traditionelle Kanus von Maui zur Insel – eine intensive Ausdauer- und Teamsportart, die Teil von Programmen wie Kanu Waʻa ist und traditionelle Navigation trainiert.
- Wandern und Trekking: Freiwillige durchqueren die Insel auf Trails, um Pflanzarbeiten oder Zeremonien zu erreichen – oft stundenlange, anstrengende Märsche über erosionsgeprägtes Gelände.
- Schwimmen: Bei Anlandungen in Buchten wie Honokanaiʻa oder Hakioawa schwimmen Teilnehmer oft vom Boot ans Ufer, besonders bei rauem Seegang.
Fremdenverkehr
Im Gegensatz zu den meisten anderen hawaiischen Inseln ist Kahoʻolawe keine touristisch erschlossene Insel und für den allgemeinen Tourismus nicht frei zugänglich. Der Hauptgrund dafür liegt in der besonderen Geschichte und Funktion der Insel. Kahoʻolawe wurde über Jahrzehnte als militärisches Übungs- und Bombardierungsgebiet genutzt. Obwohl große Teile inzwischen geräumt wurden, befinden sich bis heute nicht explodierte Kampfmittel im Boden. Aus Sicherheitsgründen ist ein freier Besuch daher nicht erlaubt.
Heute steht die Insel unter der Verwaltung der Kahoʻolawe Island Reserve Commission (KIRC) und gilt als kulturelles Schutzgebiet. Sie hat für die hawaiische Urbevölkerung eine hohe spirituelle und historische Bedeutung. Statt Massentourismus sind nur streng kontrollierte Aufenthalte möglich, etwa für wissenschaftliche Forschung, kulturelle Zeremonien oder ökologische Renaturierungsprojekte. Diese Besuche erfolgen meist im Rahmen von genehmigten Freiwilligenprogrammen, an denen nur eine begrenzte Zahl von Personen teilnehmen darf.
Es gibt keine touristische Infrastruktur auf der Insel: keine Hotels, keine Restaurants, keine Straßen für Besucher und keinen öffentlichen Fährverkehr. Übernachtungen sind nur im Rahmen offizieller Programme und unter einfachen Bedingungen möglich. Ziel ist nicht wirtschaftlicher Nutzen, sondern der Schutz, die Wiederherstellung der Natur und die Bewahrung der kulturellen Identität.
Literatur
- wikipedia = https://en.wikipedia.org/wiki/Kaho%CA%BBolawe
Videos
- The Island of Kaho'olawe = https://www.youtube.com/watch?v=DRkzHrmCvl8 bzw. ttps://www.youtube.com/watch?v=4jn0QhN6DaY
- Reclaiming Kahoolawe - History = https://www.youtube.com/watch?v=aOLu_astmYM
Atlas
- Kaho'olawe, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=13/20.55244/-156.64616
- Kaho'olawe, Satellit = https://www.usgs.gov/media/images/kahoolawe
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