Seeland (Sjælland): Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „Seeland ist neben Jütland das Kerngebiet des Königreichs Dänemark. Hier befindet sich die Hauptstadt des in Wikingerzeiten wurzelnden Staates. Seit 1998 ist die Insel über Brücken mit Fünen und dem dänischen Festland, seit dem Jahr 2000 auch mit Schweden verbunden. == '''Name''' == Der Name der Insel wurde im Laufe der Jahrhunderte mi.t verschiedenen Deutungen versehen, wobei volksetymologische Erklärungen und wissenschaftliche Hypothesen deutlic…“ |
|||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
Seeland ist neben Jütland das Kerngebiet des Königreichs Dänemark. Hier befindet sich die Hauptstadt des in Wikingerzeiten wurzelnden Staates. Seit 1998 ist die Insel über Brücken mit Fünen und dem dänischen Festland, seit dem Jahr 2000 auch mit Schweden verbunden. | Seeland ist neben Jütland das Kerngebiet des Königreichs Dänemark. Hier befindet sich die Hauptstadt des in Wikingerzeiten wurzelnden Staates. Seit 1998 ist die Insel über Brücken mit Fünen und dem dänischen Festland, seit dem Jahr 2000 auch mit Schweden verbunden. | ||
{{Inselsteckbrief|offizieller Name=Sjælland|alternative Bezeichnungen=Siâland, Sialand (10. Jahrhundert), Selund, Sælund (11./12. Jahrhundert), Själland (schwedisch), Seeland (deutsch), Zealand (englisch), Djævleøen (lokal)|Kategorie=Meeresinsel|Inseltyp=Brückeninsel (seit 1997)|Inselart=Moräneninsel|Gewässer=Ostsee (Østersøen) mit Kattegat|Inselgruppe=Innerer Dänischer Archipel (Den Indre Danske Øhav)|politische Zugehörigkeit=Staat: Dänemark (Kongeriget Danmark)<br>Regionen: Hauptstadt (Hovedstaden) und Seeland (Sjælland)|Gliederung=2 regioner (Regionen)<br>42 kommuner (Gemeinden)<br>340 byområder (Ortschaften)|Status=Landesteil (landsdel)|Koordinaten=54°56‘ N, 10°46‘ O|Entfernung zur nächsten Insel=70 m (Amager), 800 m (Møn)|Entfernung zum Festland=15,5 km (Landskrona / Schweden)|Fläche=7.031,02 km² / 2.714,68 mi² (Verwaltungsbereich 9.784 km² / 3.778 mi²)|geschütztes Gebiet=568,27 km² / 219,41 mi² (8,1 %)|maximale Länge=130,7 km (N-S)|maximale Breite=109,0 km (W-O)|Küstenlänge=7.314 km|tiefste Stelle=0 m (Ostsee)|höchste Stelle=125,5 m (Gyldenløves Høj)|relative Höhe=125,5 m|mittlere Höhe=30 m|maximaler Tidenhub=0,1 bis 0,2 m (Kalundborg 0,18 m, Kopenhagen 0,11 m)|Zeitzone=CET (Centraleuropæisk Tidszone / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)|Realzeit=UTC plus 43 bis 51 Minuten|Einwohnerzahl=2.409.950, Verwaltungsgebiet 2.785.695 (2025)|Dichte=342,76, Verwaltungsgebiet 284,72|Inselzentrum=Kopenhagen (København)}} | |||
== '''Name''' == | == '''Name''' == | ||
| Zeile 203: | Zeile 205: | ||
== '''Fläche''' == | == '''Fläche''' == | ||
Die Fläche der Insel beträgt insgesamt 7.031,02 km² bzw. 2.714,68 mi², die | Die Fläche der Insel beträgt insgesamt 7.031,02 km² bzw. 2.714,68 mi², die Regionen Sjælland und Hovedstaden sind zusammen 9.784 km² bzw. 3.778 mi² groß. Die Insel durchmisst von Norden nach Süden 130,7 km, von Westen nach Osten maximal 109,0 km, von Nordosten nach Südwesten 121,2 km. Die Küste ist insgesamt nach unterschiedlijchen Angaben 7.314 bis 8.750 km lang bei einem Tidenhub von nur 0,1 bis 0,2 m, bei Kopenhagen 0,11 m, bei Kalundborg 0,18 m. Höchste natürliche Erhebung ist der Kobanke mit 122,9 m, höchste Erebung inklusive menschlicher Aufbauten ist die Gyldenløves Høj mit 125,5 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei etwa 30 m - die Angaben schwanken zwischen 10 und 33 m.. | ||
== '''Geologie''' == | == '''Geologie''' == | ||
| Zeile 283: | Zeile 285: | ||
== '''Naturschutz''' == | == '''Naturschutz''' == | ||
Auf der | Auf Seeland besteht ein vielfältiges Netz von Landschaften, Habitaten und geschützten Biotopen, die für den Erhalt der Artenvielfalt, für ökologische Prozesse und für Erholung in der Natur von großer Bedeutung sind. Diese Schutzgebiete umfassen staatlich ausgewiesene Naturschutzflächen, Natura‑2000‑Gebiete, regionale Naturparks und größere, zusammenhängende Schutzlandschaften, die gemeinsam einen bedeutenden Anteil der natürlichen Flächen Seelands ausmachen. | ||
Ein zentrales Schutzgebiet auf Seeland ist der Nationalpark '''Kongernes Nordsjælland''' (dänisch ''Nationalpark Kongernes Nordsjælland''). Er ist einer der fünf Nationalparks in Dänemark und deckt eine Fläche von etwa 26 250 Hektar (262,5 km²) ab. Der Park umfasst große Waldgebiete wie den Gribskov, Seen wie den Esrum Sø und ausgedehnte Heide‑ und Dünenlandschaften. Hier werden seltene Pflanzen‑ und Tierarten geschützt, und das Gebiet dient zugleich als wichtige Wander‑ und Erholungslandschaft. Ein großer Teil des Nationalparks besteht aus EU‑geschützten Natura‑2000‑Flächen gemäß der Fauna‑Flora‑Habitatrichtlinie und der Vogelschutzrichtlinie, die dem Erhalt gefährdeter Lebensräume und Arten dienen. | |||
Ein weiteres bedeutendes Schutzgebiet ist der Naturpark '''Åmosen''', der sich über rund 8 000 Hektar (80 km²) erstreckt und weite Feuchtgebiete, Moore, Seen und Wiesen im westlichen Seeland umfasst. Der Park ist offiziell als Naturpark anerkannt und besteht überwiegend aus Schutzgebieten des Natura‑2000‑Netzwerks, das seltene Lebensräume wie Moore, Feuchtwiesen und offene Wasserflächen schützt. Åmosen ist auch kulturgeschichtlich bedeutend und wichtig für Vogelarten, Amphibien und andere Arten der Feuchtlandschaften. | |||
Ein exemplarisches einzelnes Naturschutzgebiet ist das '''Gundsømagle Lake & Bird Reserve''', ein Vogelschutzgebiet mit ausgedehnten Schilf‑ und Feuchtgebieten, das etwa 300 Hektar umfasst. Dieses Gebiet ist ein bedeutender Rast‑ und Brutplatz für zahlreiche Vogelarten und ein wichtiges Habitat für Amphibien, Insekten und Feuchtpflanzen. In Feddet im Südosten der Insel ist die ganze angrenzende Region ein Vogelschutzgebiet, sowie der gesamte Küstenbereich zwischen der Insel Nyord und der Südostküste Seelands. In '''Holmegaard''' nördlich von Naestved, ist ein großes Feuchtgebiet das abhängig vom Regen ist, und unter Naturschutz steht. Im Norden der Insel befinden sich '''Gibskov''', der größte Wald der Insel, der auch unter Naturschutz steht, sowie der '''Arresø''', der größte See der Insel. Ein anderes, sehr großes und beeindruckendes Naturschutzgebiet auf Seeland ist die ganze Region des Roskilde Fjords im Norden der Insel. Hier handelt es sich um ein Vogelschutzgebiet. Vogelarten wie der Kormoran oder die Reiherente sind hier keine Seltenheit. | |||
Neben diesen größeren Flächen gibt es auf Seeland zahlreiche kleinere, formal geschützte Gebiete, die oft unter nationaler Gesetzgebung (§ 3 des dänischen Nature Protection Act) stehen. Dazu gehören Moore, Heideflächen und Feuchtgebiete, deren Schutz dem Erhalt typischer dänischer Landschaftstypen dient. Beispiele hierfür sind kleinere Hochmoor‑ oder Feuchtgebietsflächen, die individuell ausgewiesen sind, teilweise nur einige Dutzend Hektar groß, aber ökologisch wertvoll sind. Ein Beispiel ist Sømosen, ein kleines Hochmoorgebiet mit rund 23 Hektar Fläche im Großraum Kopenhagen. | |||
Darüber hinaus gehören zu den Naturschutzflächen entlang der Küste bedeutende Ramsar‑Gebiete (international geschützte Feuchtgebiete), etwa die Gewässer südlich von Seeland inklusive Skælskør Fjord, Glænø und angrenzende Feuchtgebiete mit einer Fläche von 18 577 Hektar (185,77 km²). Diese internationalen Schutzgebiete sind wichtig für Zug‑ und Watvögel sowie marine Lebensräume. | |||
Die gesamte geschützte Fläche aller Naturschutz‑ und Schutzkategorien (Nationalparks, Natura‑2000‑Gebiete, Ramsar‑Gebiete, staatliche Naturschutzflächen, regional ausgewiesene Schutzgebiete) auf Seeland lässt sich schwer exakt beziffern, da sich Schutzkategorien überlagern und internationale, nationale und regionale Flächen unterschiedlich ausgewiesen werden. Allein der Nationalpark Kongernes Nordsjælland mit 262,5 km², der Naturpark Åmosen mit 80 km² sowie das große Ramsar‑Feuchtgebiet mit 185,77 km² machen jedoch zusammen bereits mehrere hundert Quadratkilometer aus – und darüber hinaus kommen zahlreiche weitere kleinere Schutzflächen hinzu. | |||
== '''Klima''' == | == '''Klima''' == | ||
| Zeile 1.310: | Zeile 1.318: | ||
2 regioner (Regionen) | 2 regioner (Regionen) | ||
42 kommuner (Gemeinden) | |||
340 byområder (Ortschaften) | |||
== '''Bevölkerung''' == | == '''Bevölkerung''' == | ||
| Zeile 1.418: | Zeile 1.428: | ||
Die Einwohnerzahl wuchs von 1981 bis 2001 im Jahresdurchschnitt um 0,23 %. | Die Einwohnerzahl wuchs von 1981 bis 2001 im Jahresdurchschnitt um 0,23 %. | ||
=== '''Volksgruppen''' === | |||
'''Volksgruppen''' | |||
Die mit Abstand größte und dominante Bevölkerungsgruppe sind die ethnischen '''Dänen''' (''dansk oprindelse''), also Personen mit mindestens einem in Dänemark geborenen Elternteil mit dänischer Staatsbürgerschaft. Sie machen landesweit etwa 85 bis 86 % der Bevölkerung aus, auf Seeland liegt der Anteil in etwa im gleichen Bereich, tendenziell sogar etwas höher. Seeland gilt als das historische und kulturelle Kernland Dänemarks – hier liegen die ältesten Königsgräber, die wichtigsten mittelalterlichen Zentren (Roskilde, Lejre) und die Hauptstadt Kopenhagen. Es existieren auf der Insel keine anerkannten indigenen Volksgruppen mit historischer Präsenz. Die einzigen offiziell anerkannten indigenen Völker im gesamten Königreich Dänemark sind die Inuit (Kalaallit, Inughuit, Tunumiit) aus Grönland und die Sámi im Norden Norwegens, Schwedens und Finnlands. Beide Gruppen sind auf Seeland nur als kleine Minderheit durch Zuzug vertreten: In ganz Dänemark leben etwa 17.000 bis 20.000 Menschen grönländischer Herkunft, von denen ein bedeutender Teil in Kopenhagen wohnt. | Die mit Abstand größte und dominante Bevölkerungsgruppe sind die ethnischen '''Dänen''' (''dansk oprindelse''), also Personen mit mindestens einem in Dänemark geborenen Elternteil mit dänischer Staatsbürgerschaft. Sie machen landesweit etwa 85 bis 86 % der Bevölkerung aus, auf Seeland liegt der Anteil in etwa im gleichen Bereich, tendenziell sogar etwas höher. Seeland gilt als das historische und kulturelle Kernland Dänemarks – hier liegen die ältesten Königsgräber, die wichtigsten mittelalterlichen Zentren (Roskilde, Lejre) und die Hauptstadt Kopenhagen. Es existieren auf der Insel keine anerkannten indigenen Volksgruppen mit historischer Präsenz. Die einzigen offiziell anerkannten indigenen Völker im gesamten Königreich Dänemark sind die Inuit (Kalaallit, Inughuit, Tunumiit) aus Grönland und die Sámi im Norden Norwegens, Schwedens und Finnlands. Beide Gruppen sind auf Seeland nur als kleine Minderheit durch Zuzug vertreten: In ganz Dänemark leben etwa 17.000 bis 20.000 Menschen grönländischer Herkunft, von denen ein bedeutender Teil in Kopenhagen wohnt. | ||
| Zeile 4.141: | Zeile 4.149: | ||
|543 | |543 | ||
|- | |- | ||
|Nørre | |Nørre Jernløse | ||
|Urbane Siedlung | |Urbane Siedlung | ||
|Holbæk | |Holbæk | ||
Version vom 12. Januar 2026, 10:18 Uhr
Seeland ist neben Jütland das Kerngebiet des Königreichs Dänemark. Hier befindet sich die Hauptstadt des in Wikingerzeiten wurzelnden Staates. Seit 1998 ist die Insel über Brücken mit Fünen und dem dänischen Festland, seit dem Jahr 2000 auch mit Schweden verbunden.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Sjælland |
| alternative Bezeichnungen | Siâland, Sialand (10. Jahrhundert), Selund, Sælund (11./12. Jahrhundert), Själland (schwedisch), Seeland (deutsch), Zealand (englisch), Djævleøen (lokal) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | Brückeninsel (seit 1997) |
| Inselart | Moräneninsel |
| Gewässer | Ostsee (Østersøen) mit Kattegat |
| Inselgruppe | Innerer Dänischer Archipel (Den Indre Danske Øhav) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Dänemark (Kongeriget Danmark) Regionen: Hauptstadt (Hovedstaden) und Seeland (Sjælland) |
| Gliederung | 2 regioner (Regionen) 42 kommuner (Gemeinden) 340 byområder (Ortschaften) |
| Status | Landesteil (landsdel) |
| Koordinaten | 54°56‘ N, 10°46‘ O |
| Entfernung zur nächsten Insel | 70 m (Amager), 800 m (Møn) |
| Entfernung zum Festland | 15,5 km (Landskrona / Schweden) |
| Fläche | 7.031,02 km² / 2.714,68 mi² (Verwaltungsbereich 9.784 km² / 3.778 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 568,27 km² / 219,41 mi² (8,1 %) |
| maximale Länge | 130,7 km (N-S) |
| maximale Breite | 109,0 km (W-O) |
| Küstenlänge | 7.314 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Ostsee) |
| höchste Stelle | 125,5 m (Gyldenløves Høj) |
| relative Höhe | 125,5 m |
| mittlere Höhe | 30 m |
| maximaler Tidenhub | 0,1 bis 0,2 m (Kalundborg 0,18 m, Kopenhagen 0,11 m) |
| Zeitzone | CET (Centraleuropæisk Tidszone / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1) |
| Realzeit | UTC plus 43 bis 51 Minuten |
| Einwohnerzahl | 2.409.950, Verwaltungsgebiet 2.785.695 (2025) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 342,76, Verwaltungsgebiet 284,72 |
| Inselzentrum | Kopenhagen (København) |
Name
Der Name der Insel wurde im Laufe der Jahrhunderte mi.t verschiedenen Deutungen versehen, wobei volksetymologische Erklärungen und wissenschaftliche Hypothesen deutlich auseinandergehen. Im modernen Dänisch bedeutet sjæl „Seele“, weshalb der Name Sjælland auf den ersten Blick wie „Seelenland“ wirken könnte. Diese Deutung wird jedoch aufgrund älterer Sprachzeugnisse eindeutig ausgeschlossen. Ebenso wenig haltbar ist heute die früher verbreitete Annahme, der Name leite sich direkt von siô bzw. sæ für „See“ im Sinne von „Meer“ oder „Binnengewässer“ ab. Die Insel wäre demnach Seeland bzw. „Meerland“ im deutschen Sinne, vergleichbar mit der niederländischen Provinz Zeeland. Diese Interpretation wurde lange Zeit auch von dänischen Forschern vertreten und ist vermutlich der Grund, warum im Deutschen bis heute die Bezeichnung Seeland üblich blieb.
Die heute vorherrschende wissenschaftliche Auffassung geht von einer altdänischen Form Siâland aus, die sich aus zwei Elementen zusammensetzt: dem Wortstamm selha- und der Ableitungsendung -wundia- bzw. -undia. Letztere bedeutet in etwa „versehen mit, ähnlich wie“ oder „gekennzeichnet durch“. Der Stamm selha- (verwandt mit dem heutigen dänischen sæl „Seehund“) hatte im Altnordischen und Altdänischen zwei mögliche Bedeutungen: „Seehund“ (die Robbe, das Meeressäugetier), was die Deutung „Robbenland“ oder „Land der Seehunde“ ergibt, und „tiefe Bucht, Förde“ oder „schmale, verzweigte Meeresbucht“.
Die letztere Bedeutung gilt derzeit als die wahrscheinlichere. Sie wird vor allem mit der geografischen Lage des historisch bedeutendsten Ortes auf der Insel in Verbindung gebracht: Roskilde, das lange Zeit das politische und religiöse Zentrum Dänemarks war. Die Stadt war in der Wikinger- und frühen Mittelalterzeit nur über den engen, stark verzweigten Roskildefjord auf dem Seeweg erreichbar. Seefahrer und Reisende haben die Insel daher vermutlich nach dieser charakteristischen tiefen Förde benannt – also etwa „das Land mit/bei der tiefen Förde“ oder „Fördenland“.
Die frühesten namentlichen Erwähnungen finden sich in dänischen und lateinischen Quellen des 11./12. Jahrhunderts. In den Runeninschriften der Wikingerzeit (um 900 bis 1100) wird Sjælland als Landschafts- oder Herkunftsbezeichnung gelegentlich erwähnt, allerdings meist in der Form Selund oder Sælund (zum Beispiel auf Runensteinen aus Dänemark und Schweden, die Personen „von Sjælland“ nennen). Die ältesten solchen Belege datieren ins späte 10. oder frühe 11. Jahrhundert. Eine der frühesten expliziten Nennungen in erzählender Form findet sich in der „Gesta Danorum“ („Taten der Dänen“) des Saxo Grammaticus, verfasst um 1200. Saxo verwendet den Namen bereits in der vertrauten Form und setzt ihn in den Kontext der frühen dänischen Könige. In königlichen Urkunden und Kirchenregistern taucht der Name Sialand ab dem späten 11. Jahrhundert regelmäßig auf, besonders im Zusammenhang mit Roskilde als Bischofssitz (Roskilde wird schon 1020 als bedeutender Ort erwähnt, der Name der Insel selbst folgt kurz darauf in Dokumenten).
Interessanterweise trägt Sjælland im dänischen Volksmund auch den Beinamen Djævleøen, übersetzt „Teufelsinsel“. Diese Bezeichnung ist vor allem außerhalb der Insel selbst verbreitet (insbesondere in Jütland und auf Fünen) und hat meist einen eher scherzhaften bis abwertenden Unterton. Sie spiegelt vermutlich alte regionale Rivalitäten wider – etwa zwischen den „fleißigen“ Jüten und den vermeintlich „hochnäsigen“ oder „teuflisch schlauen“ Bewohnern der Hauptinsel mit ihrer Hauptstadt Kopenhagen.

- afrikaans: Seeland
- albanisch: Zelandë
- amharisch: ዜላንድ [Zēlānidi]
- arabisch: زيلاند [Zīlānd]
- armenisch: Զելանդիա [Zelandia]
- aserbaidschanisch: Zelandiya
- baschkirisch: Зеландия [Zelandiya]
- baskisch: Seelandia
- bengalisch: জিল্যান্ড [Jilyāṇḍ]
- birmanisch: ဇီလန် [Zīlan]
- bretonisch: Sjaelland
- bulgarisch: Шеланд [Šeland]
- cebuano: Selandiya
- cherokee: ᏏᎳᏂᏗᏯ [Silanidiya]
- chinesisch: 西兰岛 [Xīlán dǎo]
- dänisch: Sjælland
- deutsch: Seeland
- englisch: Zealand
- esperanto: Zelando
- estnisch: Sjaelland
- färingisch: Sæland
- finnisch: Sjaellanti
- französisch: Seeland, Zeeland
- friesisch: Seelân
- friulanisch: Zelanda
- galizisch: Selandia
- gälisch: Sealainn
- georgisch: ზელანდია [zelandia]
- griechisch: Σέλαν [Sélan]
- grönländisch: Sjaelland
- gudscheratisch: ઝિલેન્ડ [Jhilenḍ]
- haitianisch: Zeland
- hawaiianisch: Kēlani
- hebräisch: שלן [Šēlān]
- hindi: ज़ीलैंड [Zīlaiṇḍ]
- irisch: An tSéalainn
- isländisch: Sjáland
- italienisch: Zelanda
- jamaikanisch: Ziilan
- japanisch: シェラン島 [Sheran-tō]
- kabylisch: Ziland
- kambodschanisch: ហ្សេឡង់ [Zelang]
- kanaresisch: ಝೀಲ್ಯಾಂಡ್ [Jhīlyāṇḍ]
- karakalpakisch: Zelandiya
- kasachisch: Зеландия [Zelandiya]
- katalanisch: Selàndia
- kirgisisch: Зеландия [Zelandiya]
- koreanisch: 셸란섬 [Syellan-seom]
- korsisch: Zelanda
- kroatisch: Zeland
- kurdisch: Sjêlland, Zeland
- laotisch: ເກາະຊີແລນ [Kǭ Sī Lǣn]
- lateinisch: Selandia
- lettisch: Zēlande
- litauisch: Zelandija
- madagassisch: Seland
- makedonisch: Зеланд [Zeland]
- malayalam: സീലാൻഡ് [Sīlāṇḍ]
- maldivisch: ޒީލޭންޑް [Zīlēnḍ]
- maltesisch: Żelandja
- manx: Sheelann
- maori: Tirana
- marathisch: स्यीलंड [Syīlaṇḍ]
- mongolisch: Селанд [Seland]
- nepalesisch: जिल्याण्ड [Jilyāṇḍ]
- niederländisch: Seeland
- norwegisch: Sjælland
- okzitanisch: Selandia
- orissisch: ଜିଲ୍ୟାଣ୍ଡ [Jilyāṇḍ]
- pandschabisch: ਜ਼ੀਲੈਂਡ [Zīlaiṇḍ]
- paschtunisch: زیلاند [Zīlānd]
- persisch: شیلند [Šīland]
- polnisch: Zelandia
- rätoromanisch: Selandia
- romani: Zelandi
- rumänisch: Zeelanda
- russisch: Зеландия [Zelandiya]
- ruthenisch: Зеландія [Zelandija]
- samisch: Sjællánda, Sjællándde
- sardisch: Selandia
- schwedisch: Själland
- serbisch: Селанд [Seland]
- singhalesisch: සීලන්ඩ් [Sīlanḍ]
- sizilianisch: Zelanda, Seelanda
- slowakisch: Sjaelland
- slowenisch: Zelandija
- somalisch: Siiland
- sorbisch: Zelandija
- spanisch: Selandia
- swahili: Selandi
- syrisch: ܙܝܠܢܕ [Zīland]
- tadschikisch: Зеландия [Zelandiya]
- tagalog: Selandiya
- tamilisch: ஜிலாந்து [Jilāntu]
- tatarisch: Зеландия [Zelandiya]
- telugu: జీలాండ్ [Jīlāṇḍ]
- thai: เกาะเชลลันด์ [Ko Chellan]
- tibetisch: ཟེ་ལན་ཌི། [Ze lan di]
- tok pisin: Silan
- tschechisch: Sjaelland
- tschetschenisch: Зеланди [Zelandi]
- tschuwaschisch: Зеланди [Zelandi]
- turkmenisch: Zelandiýa
- türkisch: Sjaelland
- ukrainisch: Зеландія [Zelandiya]
- ungarisch: Sellan
- urdu: زیلینڈ [Zīlainḍ]
- usbekisch: Zelandiya
- walisisch: Zealöand
- weißrussisch: Зеландыя [Zelandya]
Offizieller Name: Sjælland
- Bezeichnung der Bewohner: Sjællændere (Seeländer)
- adjektivisch: sjællandsk (seeländisch)
Kürzel:
- Code: SJ / SJL
- Kfz: -
- ISO-Code: DK-SJ
Lage
Die Insel Seeland liegt auf durchschnittlich 54°56‘ n.B. und 10°46‘ ö.L.. Sie ist 16,5 km von der nächsten größeren Insel Fünen (Fyn) im Westen und nur 5 km von der schwedischen Küste im Osten entfernt.

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 56°07‘04“ n.B. (Gilleleje)
- südlichster Punkt: 54°56‘40“ n.B. (Stammenakke)
- östlichster Punkt: 12°39‘50“ ö.L. (Hafen / Kopenhagen)
- westlichster Punkt: 10°53‘50“ ö.L. (Rosnæs)
Entfernungen:
- Amager 70 m
- Møn 0,8 km
- Falster 3,9 km
- Saltholm 9,5 km
- Læsø 15,4 km
- Landskrona / Schweden 15,5 km
- Fünen 16,5 km
- Hou / Jütland 43,1 km
- Zingst / Mecklenburg-Vorpommern 61 km
- Bornholm 136 km
Für Kopenhagen werden folgende Entfernungszahlen angegeben:
Entfernungen: Luft Straße
Malmö 28 km 41 km
Roskilde 31 km 35 km
Köge 35 km 43 km
Helsingborg 42 km 56 km
Næstved 75 km 85 km
Slagelse 82 km 92 km
Odense 141 km 164 km
Aarhus 156 km 218 km
Kolding 195 km 230 km
Aalborg 223 km 304 km
Göteborg 229 km 272 km
Esbjerg 260 km 295 km
Hamburg 288 km 331 km
Berlin 429 km 559 km
Stockholm 523 km 610 km
Zeitzone
Auf Seeland gilt wie in ganz Dänemark die Mellemeuropæisk Tid (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt MET (MEZ). Die Realzeit liegt um 43 bis 51 Minuten vor der Koordinierten Universalzeit (UTC).
Fläche
Die Fläche der Insel beträgt insgesamt 7.031,02 km² bzw. 2.714,68 mi², die Regionen Sjælland und Hovedstaden sind zusammen 9.784 km² bzw. 3.778 mi² groß. Die Insel durchmisst von Norden nach Süden 130,7 km, von Westen nach Osten maximal 109,0 km, von Nordosten nach Südwesten 121,2 km. Die Küste ist insgesamt nach unterschiedlijchen Angaben 7.314 bis 8.750 km lang bei einem Tidenhub von nur 0,1 bis 0,2 m, bei Kopenhagen 0,11 m, bei Kalundborg 0,18 m. Höchste natürliche Erhebung ist der Kobanke mit 122,9 m, höchste Erebung inklusive menschlicher Aufbauten ist die Gyldenløves Høj mit 125,5 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei etwa 30 m - die Angaben schwanken zwischen 10 und 33 m..
Geologie
Die ältesten Gesteine unter Seeland stammen aus dem Präkambrium und Paläozoikum. Diese Grundgebirgsgesteine bestehen überwiegend aus Granit, Gneis und anderen kristallinen Gesteinen, die vor hunderten von Millionen Jahren gebildet wurden. Sie liegen tief unter den Sedimenten und sind nur an wenigen Aufschlüssen oder durch Bohrungen zu erkennen. Dieses Grundgebirge bildet die stabile geologische Basis der Insel und beeinflusst das hydrogeologische Verhalten, insbesondere die Grundwasserstauung.
Auf dem Grundgebirge liegen ausgedehnte tertiare Sedimente, die vor rund 65 bis 2,6 Millionen Jahren entstanden. Diese bestehen vor allem aus Mergel, Sand, Ton und Kalk, die durch Ablagerungen in flachen Meeren und Seen gebildet wurden. Besonders verbreitet ist der miozäne Sand und Ton, der für die Landwirtschaft von Bedeutung ist, da er relativ fruchtbare Böden ermöglicht. Kalkhaltige Schichten kommen regional vor, beispielsweise in Roskilde, und wurden historisch für Bau- und Düngemittel genutzt.
Das prägende geologische Merkmal Seelands ist jedoch die Quartärzeit, insbesondere die Weichseleiszeit, als die skandinavischen Gletscher wiederholt über die Insel vorrückten und dabei große Mengen an Moränen, Sanden, Kiesen und Geschiebematerial ablagerten. Diese Eiszeitablagerungen formen heute das Relief Seelands: sanfte Hügel, Moränenzüge, Endmoränen und breite, flache Täler. Die Moränen bestehen aus einer Mischung von Ton, Sand, Kies und Geschiebe, darunter Granite, Gneise, Sandsteine, Quarze und Porphyre, die oft aus Skandinavien transportiert wurden. Diese Geschiebe sind charakteristisch für die Geologie Seelands und bilden die Grundlage für die lokale Baustoffgewinnung.
Flächenhafte Sander und Schmelzwasserebenen aus Sand und Kies prägen die nord- und ostseeseitigen Küstenbereiche. Diese Sedimente sind sehr durchlässig und spielen eine wichtige Rolle für die Grundwasseranreicherung. Kies und Sand werden zudem intensiv als Baustoffe genutzt, etwa für Beton, Straßenbau und Fundamente. Tonvorkommen, die teilweise in der Nähe von Seen und Mooren auftreten, dienten historisch der Ziegelproduktion.
Kalkstein kommt auf Seeland lokal vor, besonders in der Region um Roskilde, und gehört zur tertiären Ablagerungsschicht. Er wurde bereits in früheren Jahrhunderten für Bauwerke und als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft abgebaut. Daneben existieren kleinere Vorkommen von Mergel, der insbesondere in der historischen Landwirtschaft und im Bauwesen genutzt wurde.
Die Küstengeologie Seelands ist durch jüngere postglaziale Ablagerungen geprägt, darunter Strand- und Dünenbereiche, Marschen und Moorböden. Diese jungen Sedimente bestehen vor allem aus Sand, Schlick und Torf und prägen die heutigen Küstenlandschaften, Feuchtgebiete und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Besonders an der Ostküste sind Sandstrände und Dünen charakteristisch, während an der Westküste Marschen entstehen, die durch Eindeichungen landwirtschaftlich nutzbar gemacht wurden.
Das Erscheinungsbild Seelands ist geprägt durch die Eiszeit dem Weichselglazial (vor 80.000 bis 15.000 Jahren). Der Untergrund besteht hauptsächlich aus Kalk, Lehm und Kreide. Gesteine wie der Granit, der Gneis oder der Diabas sind hier häufig anzutreffen. Die großen Eismassen aus Skandinavien drangen südwärts und lagerten Schutt und Gesteinsmassen ab, so dass sich hier schließlich ein Jungmoränenland bildete. Zeugen älterer Vereisungen sind meist von jüngeren zerstört wurden und somit werden heute die Spuren der jüngsten Vereisung auf Seeland gefunden (Weichselglazial). So können heute verschiedene geologische Landformen auf Seeland gesehen werden.
Moränen sind alle vom Gletscher bewegten und abgelagerten Schuttmassen. Sie zeigen an, wie weit das Eis einmal verbreitet war. Toteislöcher waren Teile des Gletschers die von der Hauptmasse isoliert wurden aber lange erhalten blieben, dann abschmolzen und sogenannte Löcher im Boden hinterliessen. Zwischen den Moränen und den zurück schmelzenden Gletschern bildeten sich Eisstauseen, die die vom Gletscher geformten Becken ausfüllten. Der Tissø im Westen Seelands ist zum Beispiel so entstanden.
Rund um Seeland sind hauptsächlich Boddenküsten zu finden, doch südlich von Kopenhagen befindet sich Sevns Klint, eine Steilküste die 14 km lang ist. Steilküsten entstanden durch den transgressiven Meeresspiegelanstieg. Die Steilküste Stevns Klint erstreckt sich fast von Bøgeskov Havn im Norden bis Rødvig im Süden. Die höchste Stelle des Kliffs befindet sich bei Stevns Fyr (Leuchtfeuer), wo das Kliff 41 m hoch ist. Unten besteht die Küste aus Tafelkreide, gebildet aus kleinen Kalkschalen in einem warmen tropischen Meer. Während einer Periode von 40 Millionen Jahren wurde eine 400m dicke Schicht Tafelkreide abgelagert. Als sich vor 65 Millionen Jahren das Klima plötzlich fast zum Polarklima änderte, verschwand das Meer. In einer Periode von 5000 Jahren wurde in einer flachen kalten See Fischlehm abgelagert. Zirka 75 % aller Tier- (unter anderem Dinosaurier) und 60 % aller Pflanzenarten starben dabei aus. Das Klima stabilisierte sich wieder, es wurde etwas wärmer als heute und das Meer wurde 40 m tief. In dieser Zeit wurde Kalk abgelagert, besonders von der Tierart der Bryozoen. Die Schichten in der Steilküste sind recht unberührt, so ist es relativ leicht in den einzelnen Blöcken Versteinerungen und Fossilien zu finden.
Landschaft
Seeland ist eine weitgehend flache Insel. Höchste natürliche Erhebung Seelands ist der Kobanke mit 122,9 m. Gyldenløves Høj ist mit 125,5 m zwar höher, aber seine natürliche Höhe beträgt nur 121,3 m. Im Nordteil der Insel ist der Maglebjerg mit 91 m die höchste Erhebung. Er liegt im Rudewald (Rude Skov) unmittelbar östlich von Ebberødgård.
Die Insel hat eine vielfältige und zugleich sanft geformte Landschaft, die stark vom Meer und der letzten Eiszeit geprägt ist. Weite Küstenlinien mit flachen Stränden, Steilküsten und zahlreichen Buchten umgeben die Insel und geben ihr ein offenes, maritimes Gepräge. Besonders im Norden und Osten finden sich eindrucksvolle Klippen und bewaldete Küstenabschnitte, während der Süden und Westen von ruhigeren, flach abfallenden Ufern bestimmt sind.
Im Inneren Seelands dominieren leicht hügelige Landschaften, die aus Moränen entstanden sind. Fruchtbare Ackerflächen wechseln sich mit Wiesen, Hecken und kleinen Waldgebieten ab und prägen das typische Bild der seeländischen Kulturlandschaft. Zahlreiche Seen und Feuchtgebiete, wie etwa der Arresø, der größte See Dänemarks, lockern das Landschaftsbild auf und bieten Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.
Wälder wie der Gribskov oder der Dyrehave verleihen der Insel stellenweise einen fast parkartigen Charakter und bilden einen starken Kontrast zu den offenen Feldern. Insgesamt wirkt die Landschaft Seelands ruhig und ausgewogen, geprägt von weiten Horizonten, sanften Höhenzügen und der ständigen Nähe zum Meer, die der Insel ihren besonderen landschaftlichen Reiz verleiht.

Erhebungen
- Gyldenløves Høj 125,5 m
- Kobanke 122,9 m
- Aborrebjerg 121 m
- Vejrhøj 121 m
- Herstedhøje 110 m
- Mørkemose Bjerg 105 m
- Maglebjerg 105 m
- Maglebjerg 91,0 m
Seen
- Arresø 40,7 km²
- Esrum Sø 17,3 km²
- Tissø 12,3 km²
- Furesø 9,4 km²
Flüsse
- Suså 97 km
- Roskilde Å 35 km
- Tryggevælde Å 30 km
Flora und Fauna
Der Naturraum Seelands gliedert sich wie folgt in: 60 % landwirtschaftlicher Anbau, 14 % Wald, 14 % Weidelandschaften, 10 % städtische Bebauungen und die restlichen 2% bestehen aus Busch- und Heidekrautlandschaften. Alte Waldbestände sind eher selten. Es handelt sich größtenteils um Laubwald, in dem Buche und Eiche vorherrschen. Außerdem findet man Ulmen, Haselsträucher, Ahornbäume, Kiefern, Birken, Espen, Linden und Kastanien.
Zur Tierwelt Seelands gehören Hirsch, Reh, Damhirsche, Hasen, Eichhörnchen und Igel. Zu den landbewohnenden Raubtieren gehören Füchse, Dachse, Marder, Waschbären und Marderhund. An den Küsten von Nord- und Ostsee leben Seehunde. In Dänemark gibt es fast 400 Vogelarten, von denen Elstern, Tauben, Blässhühner, Gänse und Enten am weitesten verbreitet sind. Durch die lange Küstenlinie ist auch die wasserbewohnende Vogelwelt mit Möwen, Seetauchern und Seeschwalben äußerst vielfältig.
Flora
Die natürliche potenzielle Vegetation Seelands wäre ein ausgedehnter Laubmischwald mit dominierenden Arten wie Buche (Fagus sylvatica), Stieleiche (Quercus robur), Traubeneiche, Esche (Fraxinus excelsior), Spitzahorn, Ulme (Ulmus), Linde (Tilia cordata) und Hainbuche. Heute sind nur noch etwa 10 bis 15 % der Insel bewaldet – deutlich weniger als in prähistorischer Zeit –, da die meisten Flächen seit der Wikinger- und Mittelalterzeit für Ackerbau und Viehzucht gerodet wurden. Die größten und wertvollsten Waldreste liegen im Norden der Insel. Gribskov (rund 5.600 ha, Dänemarks zweitgrößter Wald) ist ein alter Buchen-Eichen-Wald mit reichem Krautschicht aus Waldmeister, Buschwindröschen, Maiglöckchen, Bärlauch, Wald-Sauerklee, Farnen und Moosen. Hier finden sich auch seltene Orchideen und alte, totholzreiche Bestände, die vielen Pilz- und Insektenarten Lebensraum bieten. Tisvilde Hegn und kleinere Wälder im Nordensind eine Mischung aus naturnahen Laubwäldern und aufgeforsteten Nadelbaumkulturen (vor allem Fichte und Kiefer seit dem 19. Jahrhundert).
Offene Landschaften wie Wiesen, Weiden und Äcker prägen das Bild. Typische Wiesenpflanzen sind Rot-Schwingel (Festuca rubra), Wiesen-Rispe, Wiesen-Margerite, Kleearten (Trifolium), Wiesen-Salbei und auf mageren Böden viele Orchideenarten. Feuchtgebiete und Moore – etwa um den größten See Arresø, Esrum Sø, Gundsømagle Sø, Roskildefjord oder kleinere Moore wie Salpetermosen – sind reich an Schilf (Phragmites australis), Rohrkolben, Wasser-Schwertlilie, Teichsimse, Wasserpest, Torfmoosen und seltenen Arten wie Sumpf-Veilchen oder Sumpf-Orchideen.
Die Küsten Seelands (insbesondere die Ostküste mit Fjorden und die Südküste) beherbergen salztolerante Vegetation: Strandhafer (Ammophila arenaria) stabilisiert Dünen, daneben Strand-Beifuß, Quendel, Stranddistel, Meeresstrand-Binse und seltene Kalkmagerrasen-Arten wie Enziane, Küchenschellen oder Orchideen. Steilküsten wie Stevns Klint zeigen eine typische Kreideflora mit spezialisierten Arten.
Viele Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste, insbesondere solche magerer, ungedüngter Standorte (Trockenrasen, Kalkmagerrasen, Moore), da Düngung und Drainage ihre Habitate zerstören. Positiv wirken Naturschutzmaßnahmen wie Natura-2000-Gebiete und der Nationalpark „Kongernes Nordsjælland“, die Renaturierungen fördern.
Fauna
Die Fauna Seelands ist vielfältig und umfasst über 300 Vogelarten (davon rund 200 Brutvögel), zahlreiche Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Insekten und aquatische Arten. Häufigste größere Arten sind Reh (überall sehr zahlreich, Population steigt), Rothirsch (starke Bestände besonders in Gribskov und anderen großen Wäldern), Damhirsch und Sikahirsch (eingeführt, lokal häufig). Raubtiere wie Rotfuchs, Dachs, Steinmarder, Iltis und Baummarder sind weit verbreitet. Kleinsäuger umfassen Feldhase, Braunhase, Igel, Rotes Eichhörnchen (Nationalsymbol), verschiedene Mäuse, Spitzmäuse und zahlreiche Fledermausarten (unter anderem Graues Langohr). Seit den 1990er Jahren kehren Biber durch Wiederansiedlung zurück und verändern lokale Feuchtgebiete. Sehr selten sind Durchzügler wie Wolf oder Goldjackal. An den Küsten leben Seehunde (gewöhnlicher Seehund und Kegelrobbe) sowie gelegentlich Schweinswale.
Seeland gilt als eines der besten Vogelbeobachtungsgebiete Nordeuropas. Feuchtgebiete und Seen (zum Beispiel Vestamager, Arresø, Roskildefjord, Gundsømagle Sø) beherbergen Brutvögel wie Rohrdommel, Rohrweihe, Seeadler (stark zugenommen), Rohrammel, Teichralle, Blässhuhn, diverse Enten (Stockente, Schnatterente, Löffelente), Mute Swan, Graugans und Kranich. In Wäldern brüten Buntspecht, Grünspecht, Schwarzspecht, Hohltaube, Waldkauz, Habicht und Sperber. Offenland und Küsten bieten Lebensraum für Feldlerche, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Nachtigall (berühmt in Vestamager) und Großer Brachvogel. Greifvögel wie Mäusebussard, Rotmilan und Fischadler sind präsent. Im Frühjahr und Herbst ziehen Tausende Zugvögel (Gänse, Enten, Limikolen) durch.
Amphibien und Reptilien sind mit Grasfrosch, Erdkröte, Teichmolch, Waldeidechse und sehr selten Ringelnatter vertreten. Die Insektenwelt ist extrem artenreich: Tagfalter (Aurorafalter, C-Falter), Libellen in Feuchtgebieten, Wildbienen, Hummeln und viele Käfer. In Gewässern dominieren Fische wie Barsch, Hecht, Zander, Plötze, Aal (Seen/Fjorde) sowie Hering, Dorsch und Scholle (Küsten).
Naturschutz
Auf Seeland besteht ein vielfältiges Netz von Landschaften, Habitaten und geschützten Biotopen, die für den Erhalt der Artenvielfalt, für ökologische Prozesse und für Erholung in der Natur von großer Bedeutung sind. Diese Schutzgebiete umfassen staatlich ausgewiesene Naturschutzflächen, Natura‑2000‑Gebiete, regionale Naturparks und größere, zusammenhängende Schutzlandschaften, die gemeinsam einen bedeutenden Anteil der natürlichen Flächen Seelands ausmachen.
Ein zentrales Schutzgebiet auf Seeland ist der Nationalpark Kongernes Nordsjælland (dänisch Nationalpark Kongernes Nordsjælland). Er ist einer der fünf Nationalparks in Dänemark und deckt eine Fläche von etwa 26 250 Hektar (262,5 km²) ab. Der Park umfasst große Waldgebiete wie den Gribskov, Seen wie den Esrum Sø und ausgedehnte Heide‑ und Dünenlandschaften. Hier werden seltene Pflanzen‑ und Tierarten geschützt, und das Gebiet dient zugleich als wichtige Wander‑ und Erholungslandschaft. Ein großer Teil des Nationalparks besteht aus EU‑geschützten Natura‑2000‑Flächen gemäß der Fauna‑Flora‑Habitatrichtlinie und der Vogelschutzrichtlinie, die dem Erhalt gefährdeter Lebensräume und Arten dienen.
Ein weiteres bedeutendes Schutzgebiet ist der Naturpark Åmosen, der sich über rund 8 000 Hektar (80 km²) erstreckt und weite Feuchtgebiete, Moore, Seen und Wiesen im westlichen Seeland umfasst. Der Park ist offiziell als Naturpark anerkannt und besteht überwiegend aus Schutzgebieten des Natura‑2000‑Netzwerks, das seltene Lebensräume wie Moore, Feuchtwiesen und offene Wasserflächen schützt. Åmosen ist auch kulturgeschichtlich bedeutend und wichtig für Vogelarten, Amphibien und andere Arten der Feuchtlandschaften.
Ein exemplarisches einzelnes Naturschutzgebiet ist das Gundsømagle Lake & Bird Reserve, ein Vogelschutzgebiet mit ausgedehnten Schilf‑ und Feuchtgebieten, das etwa 300 Hektar umfasst. Dieses Gebiet ist ein bedeutender Rast‑ und Brutplatz für zahlreiche Vogelarten und ein wichtiges Habitat für Amphibien, Insekten und Feuchtpflanzen. In Feddet im Südosten der Insel ist die ganze angrenzende Region ein Vogelschutzgebiet, sowie der gesamte Küstenbereich zwischen der Insel Nyord und der Südostküste Seelands. In Holmegaard nördlich von Naestved, ist ein großes Feuchtgebiet das abhängig vom Regen ist, und unter Naturschutz steht. Im Norden der Insel befinden sich Gibskov, der größte Wald der Insel, der auch unter Naturschutz steht, sowie der Arresø, der größte See der Insel. Ein anderes, sehr großes und beeindruckendes Naturschutzgebiet auf Seeland ist die ganze Region des Roskilde Fjords im Norden der Insel. Hier handelt es sich um ein Vogelschutzgebiet. Vogelarten wie der Kormoran oder die Reiherente sind hier keine Seltenheit.
Neben diesen größeren Flächen gibt es auf Seeland zahlreiche kleinere, formal geschützte Gebiete, die oft unter nationaler Gesetzgebung (§ 3 des dänischen Nature Protection Act) stehen. Dazu gehören Moore, Heideflächen und Feuchtgebiete, deren Schutz dem Erhalt typischer dänischer Landschaftstypen dient. Beispiele hierfür sind kleinere Hochmoor‑ oder Feuchtgebietsflächen, die individuell ausgewiesen sind, teilweise nur einige Dutzend Hektar groß, aber ökologisch wertvoll sind. Ein Beispiel ist Sømosen, ein kleines Hochmoorgebiet mit rund 23 Hektar Fläche im Großraum Kopenhagen.
Darüber hinaus gehören zu den Naturschutzflächen entlang der Küste bedeutende Ramsar‑Gebiete (international geschützte Feuchtgebiete), etwa die Gewässer südlich von Seeland inklusive Skælskør Fjord, Glænø und angrenzende Feuchtgebiete mit einer Fläche von 18 577 Hektar (185,77 km²). Diese internationalen Schutzgebiete sind wichtig für Zug‑ und Watvögel sowie marine Lebensräume.
Die gesamte geschützte Fläche aller Naturschutz‑ und Schutzkategorien (Nationalparks, Natura‑2000‑Gebiete, Ramsar‑Gebiete, staatliche Naturschutzflächen, regional ausgewiesene Schutzgebiete) auf Seeland lässt sich schwer exakt beziffern, da sich Schutzkategorien überlagern und internationale, nationale und regionale Flächen unterschiedlich ausgewiesen werden. Allein der Nationalpark Kongernes Nordsjælland mit 262,5 km², der Naturpark Åmosen mit 80 km² sowie das große Ramsar‑Feuchtgebiet mit 185,77 km² machen jedoch zusammen bereits mehrere hundert Quadratkilometer aus – und darüber hinaus kommen zahlreiche weitere kleinere Schutzflächen hinzu.
Klima
Das Klima Seelands ist mild und feucht. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation wird es als Cfb klassifiziert. Dieses ozeanische, feuchtgemäßigte Klima (auch Gemäßigtes Ozeanklima oder Buchenklima genannt) zeichnet sich durch ganzjährig ausreichende Niederschläge (keine Trockenzeit, trockenster Monat unter 30 mm) und milde Temperaturen aus.
Auf der Insel herrschen überwiegend die Westwinde und beschehren der Insel ein maritimes Klima. Im Sommer sind die Winde schwach bis mäßig, im Winter können auch Windstärken bis zu 8Bf vorkommen. Die Niederschlagsmengen auf Seeland sind mäßig. Schneefall kommt dabei allerdings weniger häufig vor. Die Temperaturen sind im Vergleich zum östlichen Teil Dänemarks (Festland) recht hoch, und auch die Niederschlagsmengen sind hierzu geringer, da sich die Winde auf ihrem Weg Richtung Osten schon etwas über dem Dänischen Festland abgeregnet haben.
Auf Seeland ist, wie auch in anderen Regionen dieser Breiten, der Juli der wärmste Monat, in dem die durchschnittlichen Temperaturen bei rund 20°C liegen. Der Februar hingegen ist der kälteste Monat, hier liegen die durchschnittlichen Temperaturen bei um die 0°C. In den Sommermonaten gibt es lange und helle Tage, in den Wintermonaten dagegen nur eine kurze Helligkeit. Sonnenaufgang Ende Juni: zirka 04:20 Uhr, Sonnenuntergang: zirka 22:00 Uhr. Die Sonnenscheindauer liegt hierbei meistens bei zirka 10 Stunden.
Klimadaten für Kopenhagen (1981 bis 2010, Extreme seit 1768)
| Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
| Höchstrekord (°C) | 11,8 | 15,8 | 20,8 | 26,2 | 28,5 | 32,7 | 33,0 | 33,8 | 29,8 | 23,2 | 16,6 | 12,8 | 33,8 |
| Mittelmaximum (°C) | 3,4 | 3,6 | 6,5 | 11,8 | 16,7 | 19,6 | 22,2 | 21,8 | 17,5 | 12,6 | 7,6 | 4,4 | 12,3 |
| Mitteltemperatur (°C) | 1,4 | 1,4 | 3,5 | 7,7 | 12,5 | 15,6 | 18,1 | 17,7 | 13,9 | 9,8 | 5,5 | 2,5 | 9,1 |
| Mittelminimum (°C) | −0,7 | −0,8 | 0,7 | 4,2 | 8,6 | 11,9 | 14,3 | 14,1 | 10,8 | 7,1 | 3,3 | 0,5 | 6,2 |
| Tiefstrekord (°C) | −26,3 | −20,0 | −18,5 | −8,8 | −3,4 | 1,0 | 0,7 | 0,6 | −3,2 | −7,0 | −15,2 | −16,0 | −26,3 |
| Niederschlag (mm) | 53,0 | 36,9 | 42,3 | 35,8 | 47,2 | 63,9 | 60,9 | 67,5 | 61,0 | 63,3 | 56,4 | 57,4 | 645,7 |
| Niederschlagstage (≥ 0,1 mm) | 14,9 | 11,4 | 13,5 | 11,5 | 10,8 | 12,0 | 12,4 | 12,0 | 13,6 | 14,5 | 15,4 | 15,4 | 157,4 |
| Schneetage | 5,9 | 4,4 | 4,1 | 1,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,2 | 1,7 | 3,9 | 21,4 |
| Luftfeuchtigkeit (%) | 86 | 84 | 82 | 76 | 72 | 72 | 73 | 75 | 78 | 83 | 84 | 85 | 79 |
| Sonnenstunden | 51,5 | 68,1 | 119,7 | 180,9 | 230,2 | 213,3 | 228,1 | 198,9 | 141,9 | 100,9 | 55,3 | 40,6 | 1629,7 |
| Ultraviolettindex | 0 | 1 | 2 | 3 | 5 | 6 | 5 | 5 | 3 | 1 | 1 | 0 | 3 |
Mythologie
Die Mythologie der Insel Seeland (dänisch Sjælland) ist vor allem durch einen zentralen Mythos aus der nordischen Überlieferung geprägt, der in Snorris Gylfaginning (Teil der Prosa-Edda, um 1220) erzählt wird. Dieser Mythos erklärt nicht nur die Entstehung der Insel, sondern verknüpft sie auch mit der Göttin Gefjun (auch Gefjon geschrieben), einer Asin, die als Göttin der Jungfräulichkeit, Fruchtbarkeit und des Pflügens gilt.
Laut der Erzählung reiste Gefjun in Gestalt einer schönen Magd zum Hof des schwedischen Königs Gylfi. Als Belohnung für ihre Unterhaltung (oder nach manchen Versionen für eine Nacht mit ihm) gewährte Gylfi ihr so viel Land, wie sie mit vier Ochsen in einem Tag umpflügen konnte. Gefjun jedoch hatte einen Plan: Sie hatte vier riesenstarke Ochsen – ihre eigenen Söhne, die sie mit einem Riesen gezeugt hatte – und pflügte mit ihnen ein gewaltiges Stück fruchtbares Land aus dem Gebiet des Königs heraus. Anschließend spannte sie die Ochsen vor einen Pflug, riss das Land los und warf es ins Meer westlich von Schweden. So entstand die Insel Seeland, die als besonders fruchtbar und schön galt. Der entstandene See in Schweden, aus dem das Land herausgerissen wurde, ist nach der gängigsten Deutung der Mälaren (Lake Mälaren) bei Stockholm.
Es gibt jedoch eine alternative, volkstümliche Interpretation: Manche Forscher und Laien behaupten, das herausgerissene Stück Land sei vielmehr der Vänern (der größte See Schwedens) gewesen. Der Grund liegt in der verblüffenden Ähnlichkeit der Küstenlinien: Die Umrisse von Seeland und Vänern passen fast wie Puzzleteile zusammen, während die des Mälaren deutlich weniger ähnlich sind. Diese Idee wurde vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert populär und wird bis heute in manchen dänischen und schwedischen Folklore-Kreisen wiederholt, auch wenn sie wissenschaftlich nicht haltbar ist – der Mythos selbst nennt in der Edda explizit den Mälaren (oder einen See in „Svitjod“, dem alten Namen für Schweden).
Der Gefjun-Mythos hat auch eine tiefere symbolische Bedeutung: Er zeigt die Überlegenheit der Asen-Götter über die Menschen (Gylfi wird als naiver, aber gastfreundlicher König dargestellt), unterstreicht die Macht der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus und erklärt zugleich, warum Seeland als besonders reich und üppig gilt. Gefjun selbst wird in der Edda als „jungfräuliche Göttin“ beschrieben, die alle unverheirateten Frauen nach ihrem Tod zu sich nimmt – ähnlich wie Freyja die Gefallenen in Sessrúmnir.
Neben diesem zentralen Schöpfungsmythos gibt es auf Seeland keine weiteren großen nordischen Mythen, die die gesamte Insel betreffen. Lokale Sagen und Folklore ranken sich eher um einzelne Orte (zum Beispiel die Legende der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen oder Geschichten um Roskilde und die Wikingergräber), doch diese sind meist jünger und weniger mit der klassischen Edda verbunden.
Geschichte
Um -4000 bildeten sich auf den dänischen Inseln Dörfer. Die Bauerngesellschaften waren von festeren Strukturen geprägt als der bisher lose Zusammenschluss von Jägern und Sammlern. Damit kam es auch auf Seeland langsam zur Bildung kleiner Ortschaften. Die genaue Besiedlungs- und Entwicklungsgeschichte von Seeland läßt sich allerdings nur bis um 900 zurückdatieren, vorherige Kenntnisse beruhen hauptsächlich auf Sagen und/oder geologischen Funden. Auch Wikinger gab es viele auf Seeland, denn aufgrund der geografischen Lage zwischen dem Öresund und dem Großen Belt ist die Insel sehr zentral gelegen. Aber auch die Nähe zu anderen Inseln und die vielen und bedeutsamen Häfen auf Seeland machten die Insel zu einer Attraktion für die Wikinger. Reich an Schlössern, Burgen und Herrenhöfen, lässt Seeland auf eine großrahmige und vielfältige Geschichte schließen, bei der vor allem die Geschichte des Königtums und die Entstehung der Städte eine interessante Rolle spielen.
1043 tauchte das Dorf Kopenhagen erstmals in einer Sage auf; ein unbelebter Fleck an Seelands Ostküste, wo ein paar Fischerfamilien lebten. Im 12. Jahrhundert wurde auf Seeland eine Burg errichtet die den kleinen Handelshafen nach Schweden sichern sollte. Entsprechend erhielt auch die mit der Burg neugegründete Siedlung den Namen Købmandens Havn (Kaufmannshafen) der dann zu København wurde. 1254 erhielt das junge Kopenhagen Stadtrecht, jedoch wurde es 1369 als ungemochter Konkurrent zur Hanse zusammen mit der Burg zertört. Die Entwicklung ließ sich jedoch nicht hemmen; 1416 wurde die wiederaufgebaute Stadt Residenz des Königs und 1443 übernahm sie von Roskilde die Hauptstadtfunkion. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts blühte Kopenhagen unter Christian IV. auf. Mitte des 19. Jahrhunderts zwangen Industrialisierung und der Zuzug tausender Menschen die Stadtoberen, die alten Wälle schleifen zu lassen um Wohnraum zu schaffen. 1996 trug Kopenhagen den Titel Europas Kulturhauptstadt.
Mesolithikum
Die Geschichte der dänischen Insel Seeland während der Steinzeit ist geprägt von dramatischen Umweltveränderungen, menschlichen Anpassungen und kulturellen Transformationen, die durch archäologische Funde wie Werkzeuge, Gräber und Siedlungen gut dokumentiert sind. Die größte Insel Dänemarks eine zentrale Rolle in der prähistorischen Besiedlung Skandinaviens, da sie durch ihre Lage an der Ostsee und den Sund eine Brücke zwischen Kontinentaleuropa und dem Norden bildete. Die Steinzeit auf Seeland umfasst das Mesolithikum (Mittelsteinzeit, um -12.500 bis -3900) und das Neolithikum (Jungsteinzeit, um -3900 bis -1700), Perioden, in denen sich die menschliche Gesellschaft von mobilen Jäger-Sammlern zu sesshaften Ackerbauern wandelte. Diese Entwicklung wird durch stabile Isotopenanalysen, genetische Studien und Ausgrabungen beleuchtet, die zeigen, wie Klimaveränderungen, Migrationen und technologische Innovationen das Leben prägten.
Das Mesolithikum auf Seeland begann mit dem Rückzug der Gletscher der letzten Eiszeit um etwa -12.500, als die Insel noch Teil eines trockenen, tundraähnlichen Landes war, das von der schmelzenden Eismasse geformt wurde. Die Meeresspiegel stiegen allmählich, was die Küstenlinien veränderte und viele frühe Siedlungen heute unter Wasser liegen lässt – Dänemark, einschließlich Seelands, weist die reichste Konzentration an unterwasserarchäologischen Steinzeitfunden weltweit auf, bedingt durch günstige Erhaltungsbedingungen in Mooren und Fjorden. Die ersten Bewohner waren nomadische Jäger-Sammler, die den Rentieren folgten, die in die neu entstandenen Landschaften einwanderten. Diese Gruppen lebten in kleinen, saisonalen Lagern und nutzten Feuersteinwerkzeuge wie Pfeilspitzen, Schaber und Äxte, die aus lokalen Vorkommen gewonnen wurden. Auf Seeland sind Funde aus dieser frühen Phase rar, da viele durch den steigenden Meeresspiegel überflutet wurden, doch Beispiele wie der Aurochs (Wildrind) von Vig im Nordwesten der Insel zeugen von der Jagd auf Großwild: Ein Tier, das vor etwa 9000 Jahren Jägern entkam und in einem Moor versank, wurde später mit Pfeilwunden entdeckt, was auf intensive Jagdpraktiken hinweist.
Im Mittleren Mesolithikum (um -8000 bis -5400) wandelte sich die Umwelt durch wärmeres Klima: Dichte Wälder aus Birke, Kiefer und später Eiche breiteten sich aus, und die Fauna diversifizierte sich mit Hirschen, Wildschweinen und Vögeln. Die Kulturen, die sich hier entwickelten, wie die Maglemose- und Kongemose-Kultur, zeichneten sich durch fortschrittliche Steinbearbeitung aus – Mikrolithen (kleine Klingen) wurden zu Kompositwerkzeugen kombiniert. Auf Seeland finden sich Spuren dieser Kulturen in Mooren und an Küsten, wo Menschen Kanus aus Baumstämmen bauten und Fischfang betrieben. Ein markantes Beispiel ist die Siedlung bei Vedbæk nördlich von Kopenhagen, wo Ausgrabungen ein Mikrokosmos mesolithischen Lebens enthüllten: Hier lebten Gruppen in runden Hütten aus Holz und Rinde, ernährten sich von Wild, Beeren und Nüssen und beerdigten ihre Toten in Gräbern mit Beigaben wie Bernsteinamulette, die auf schamanistische Glaubenssysteme hindeuten. Das Doppelgrab von Gøngehusvej, in dem eine Frau und ein Kind gemeinsam bestattet wurden, unterstreicht soziale Bindungen und rituelle Praktiken. Die Menschen dieser Zeit waren hochmobil, zogen saisonal zwischen Inland und Küste und nutzten die reichen Ressourcen der Insel, darunter Flüsse und Seen für den Fischfang mit Harpunen und Netzen.
Der Späte Mesolithikum (um -5400 bis -3900) wird durch die Ertebølle-Kultur dominiert, eine küstenorientierte Gesellschaft, die auf Seeland besonders gut vertreten ist. Diese Kultur profitierte vom höheren Meeresspiegel, der Buchten und Fjorde schuf, und spezialisierte sich auf marine Ressourcen: Muscheln, Fische und Seevögel bildeten die Basis der Ernährung, wie riesige Muschelhaufen (Køkkenmøddinger) bei Ertebølle und auf Seeland belegen. Stabile Isotopenanalysen von Knochenfunden zeigen einen hohen Anteil mariner Nahrung, was auf eine semi-sesshafte Lebensweise hinweist – Gruppen siedelten länger an Küstenplätzen und ergänzten ihre Diät durch Jagd im Inland. Auf Seeland, insbesondere im Nordwesten, gibt es Landschaftsanalysen, die eine dichte Besiedlung nahelegen, mit Hütten aus Holzpfosten und Werkstätten für Keramik (obwohl echte Töpferei erst im Neolithikum einsetzte, experimentierten Ertebølle-Menschen mit gebranntem Ton). Soziale Aspekte werden in Gräbern sichtbar, wie in Vedbæk, wo Unterschiede in Beigaben auf Hierarchien hindeuten könnten. Der Übergang zum Neolithikum war graduell: Ab um -4000 kamen durch Kontakte mit südlichen Kulturen erste domestizierte Tiere und Pflanzen nach Seeland, doch die lokalen Jäger-Sammler integrierten diese langsam, ohne sofortige Revolution.
Neolithikum
Das Neolithikum markiert ab etwa -3900 den entscheidenden Wandel zur Landwirtschaft auf Seeland, eingeleitet durch die Trichterbecherkultur (Funnel Beaker Culture, FBC), die aus Mitteleuropa einwanderte. Genetische Studien aus den letzten Jahren, basierend auf über 100 antiken Genomen, enthüllen einen signifikanten Populationsturnover: Neue Gruppen mit anatolischer Herkunft mischten sich mit lokalen Mesolithikern, was zu einer hybriden Gesellschaft führte. Das Frühe Neolithikum I (EN I, um -3900 bis -3500) brachte Ackerbau mit Weizen, Gerste und Linsen, sowie Viehzucht (Rinder, Schafe, Ziegen). Auf Seeland, wo fruchtbare Böden und Mildklima begünstigten, entstanden erste sesshafte Dörfer mit Langhäusern aus Holzpfosten, wie die zweischiffigen Häuser um den Roskilde-Fjord, die bis zu 15 Meter lang waren und Familien beherbergten. Keramik in Form von Trichterbechern diente zur Lagerung, und Werkzeuge wie polierte Steinäxte ermöglichten Rodung der Wälder.
Im Frühen Neolithikum II und Mittleren Neolithikum (um -3500 bis -2800) intensivierte sich der Monumentalbau: Seeland ist reich an Megalithgräbern wie Dolmen und Ganggräbern, die kollektive Bestattungen für Dutzende Personen enthielten und als territoriale Marker dienten. Orte wie Northern Zealand weisen auf rituelle Deponierungen an Quellen hin, möglicherweise Opfergaben oder Wasserkontrollrituale. Die Gesellschaft wurde komplexer, mit Spezialisierung in Handwerk und Handel – Bernstein und Feuerstein aus Seeland wurden exportiert. Subsistenzstudien zeigen einen Übergang von mariner zu terrestrischer Ernährung, ergänzt durch Jagd.
Das Spoäte Neolithikum (um -2350 bis -1700) sah weitere Innovationen: Monumentale Häuser wie das in Vinge im Nordosten Seelands, ein zweischiffiges Gebäude von beeindruckender Größe, deuten auf zentrale Autoritäten hin. Expansion in zuvor ungenutzte Gebiete, wie Hochlagen, erfolgte durch verbesserte Techniken. Funde wie der Vittrup Man, ein rituell getöteter Fremder in einem Moor, beleuchten Gewalt und Migration – genetisch ein "genetischer Fremder" mit mesolithischer Herkunft, der in neolithische Kontexte geriet. Die Periode endete mit dem Aufkommen von Metall (Bronzezeit), doch auf Seeland blieb der Fokus auf Ackerbau und Megalithkultur.
Bronzezeit
Die Bronzezeit auf der dänischen Insel Seeland (Sjælland) stellt eine der reichsten und am besten dokumentierten Epochen der prähistorischen Geschichte Skandinaviens dar. Sie umfasst den Zeitraum von etwa -1700 bis -500 und wird in der nordischen Archäologie nach dem System von Oscar Montelius in sechs Perioden unterteilt: Die frühe Bronzezeit (Perioden I bis III, um -1700 bis -1100) und die späte Bronzezeit (Perioden IV bis VI, um -1100 bis -500). Seeland, als größte und zentral gelegene Insel Dänemarks, profitierte von ihrer strategischen Position an der Ostsee und dem Sund, was Handel, kulturelle Austausche und wirtschaftliche Prosperität förderte. Archäologische Funde – darunter Hügelgräber, Hortdepots, Siedlungen und prächtige Metallartefakte – zeugen von einer komplexen Gesellschaft, die durch Importe von Kupfer und Zinn aus Mitteleuropa und dem atlantischen Raum bronzezeitliche Innovationen ermöglichte. Da Dänemark selbst keine nennenswerten Metallvorkommen besaß, basierte die Bronzeproduktion auf intensivem Fernhandel, der Bernstein, Felle und andere Rohstoffe im Tausch anbot. Neuere Forschungen bis 2026, einschließlich genetischer Analysen und Isotopenstudien, haben gezeigt, dass Migrationen und soziale Hierarchien eine zentrale Rolle spielten, während Klimaveränderungen – wie mildere Temperaturen und steigende Meeresspiegel – die Landschaft prägten.
Der Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit um -1700 war auf Seeland fließend und geprägt durch die Einführung metallener Werkzeuge und Waffen, die die landwirtschaftliche Produktivität steigerten. In der frühen Bronzezeit (Periode I, um -1700 bis -1500) dominierten zunächst Stein- und Flintartefakte, doch allmählich setzten sich Bronzeschwerter, Äxte und Schmuck durch. Siedlungen konzentrierten sich auf fruchtbare Böden im Inland, wie um den Roskilde-Fjord oder im Norden der Insel, wo Langhäuser aus Holzpfosten – oft 20 bis 30 Meter lang – Familien und Vieh beherbergten. Diese Häuser, wie Ausgrabungen in Orten wie Værløse oder Kirke Hyllinge zeigen, waren dreischiffig und dienten als multifunktionale Einheiten für Wohnen, Lagerung und Handwerk. Die Wirtschaft basierte auf Ackerbau (Gerste, Weizen, Linsen) und Viehzucht (Rinder, Schafe, Schweine), ergänzt durch Jagd und Fischfang. Genetische Studien aus Gräbern deuten auf eine kontinuierliche Bevölkerung mit Einflüssen aus der Glockenbecherkultur Mitteleuropas hin, die neue Techniken wie die verlorene Wachsausschmelztechnik für Bronzeguss einführten.
In der Periode II (um -1500 bis -1300) erreichte die Bronzezeit auf Seeland ihren ersten Höhepunkt. Hügelgräber (Tumuli) wurden zu markanten Landschaftselementen: Über 40.000 solcher Gräber sind in Dänemark bekannt, viele davon auf Seeland, wo sie oft in Linien oder Gruppen angeordnet sind und territoriale Ansprüche signalisieren. Ein ikonisches Beispiel ist das Grab der Ølby-Frau aus der Region um Køge im Südosten Seelands, datiert auf etwa -1370. Diese junge Frau wurde in einem Eichensarg unter einem großen Grabhügel bestattet, bekleidet mit einer bronzenen Scheibe, einem Gürtel und Schmuck, was auf hohe soziale Stellung hinweist. Dendrochronologische Analysen (Baumringdatierung) haben gezeigt, dass der Sarg aus Eichenstämmen gefällt wurde, die im Sommer 1370 geschlagen wurden – ein Beleg für die Präzision moderner Methoden. Die Gräber enthielten oft reiche Beigaben: Bronzeschwerter mit verzierten Griffen, Dolche und Schmuck aus Gold und Bernstein. Handel spielte eine Schlüsselrolle; Seeland war Knotenpunkt für Routen nach Süden, wo Kupfer aus den Alpen und Zinn aus Cornwall importiert wurde. Isotopenanalysen von Knochenfunden aus Gräbern bei Lejre oder Tårnby deuten auf Mobilität hin: Einige Individuen stammten aus fernen Regionen, was auf Heiratsallianzen oder Handelsreisen schließen lässt.
Die Periode III (um -1300 bis -1100) markierte eine Intensivierung der Metallproduktion und sozialen Differenzierung. Auf Seeland entstanden Werkstätten für Bronzeguss, wie Spuren in Siedlungen bei Slagelse oder Holbæk belegen, wo Gussformen und Schmelzreste gefunden wurden. Die Gesellschaft war hierarchisch strukturiert: Elitegräber mit Wagenbestattungen und prächtigen Waffen zeugen von Häuptlingen oder Kriegereliten, die durch Kontrolle über Handel Reichtum anhäuften. Religiöse Praktiken umfassten Opferdepots in Mooren und Seen; ein berühmtes Beispiel ist der Fund von Boeslunde im Westen Seelands, wo 2015 über 2000 winzige Goldspiralen – jeweils 2 bis 3 cm lang und aus purem Gold – ausgegraben wurden. Diese Spiralen, datiert auf um -1400 bis -1100, könnten rituelle Zwecke gehabt haben, etwa als Haar- oder Kleiderschmuck für Priesterinnen oder als Opfergaben an Gottheiten. Archäologen rätseln bis heute über ihre Funktion, doch sie unterstreichen die spirituelle Dimension der bronzezeitlichen Kultur, die Sonnenkulte und Fruchtbarkeitsrituale einschloss. Klimatisch war diese Phase stabil, mit ausgedehnten Wäldern und fruchtbaren Ebenen, die eine Bevölkerungsdichte von schätzungsweise 5 bis 10 Personen pro Quadratkilometer ermöglichten.
Der Übergang zur Späten Bronzezeit um -1100 (Periode IV) brachte Veränderungen: Klimaverschlechterungen mit kühleren, feuchteren Bedingungen führten zu vermehrten Moorbildungen und möglichen Ernteausfällen, was Migrationen und Konflikte auslöste. Auf Seeland verschob sich der Fokus von Hügelgräbern zu Urnenbestattungen in Flachgräbern, oft unter Steinkreisen. Hortfunde – absichtliche Depots von Metallobjekten – nahmen zu, wie die umfangreichen Sammlungen in der Region Sjælland belegen. Diese Horte, analysiert in Studien wie denen von Kristian Kristiansen, dienten möglicherweise als rituelle Opfer oder als Verstecke in unsicheren Zeiten. In Periode V (um -920 bis -750) intensivierte sich der Handel mit dem Lausitzer Kulturkreis in Osteuropa, was zu neuen Stilen in Bronzeschmuck führte, wie Halskragen und Armreifen. Siedlungen wurden befestigt; Beispiele wie die palisadenumwehrten Dörfer bei Næstved zeigen Verteidigungsstrukturen, die auf wachsende Konkurrenz um Ressourcen hindeuten. Die Wirtschaft diversifizierte sich: Neben Landwirtschaft gewann der Bernsteinhandel an Bedeutung, da Seeland reiche Vorkommen hatte, die nach Süden exportiert wurden.
In der abschließenden Periode VI (um -750 bis -500) erreichte die späte Bronzezeit auf Seeland ihren Höhepunkt in künstlerischer und technischer Raffinesse. Artefakte wie die Luren (bronzenen Blasinstrumente) aus Mooren bei Brudevælte im Norden Seelands – datiert auf das -8. Jahrhundert – deuten auf rituelle Musik und Zeremonien hin. Diese gebogenen Hörner, oft paarweise gefunden, symbolisieren eine reiche Kultlandschaft mit Prozessionen und Opferritualen. Genetische Forschungen aus Gräbern bei Kopenhagen haben gezeigt, dass die Bevölkerung eine Mischung aus lokalen Linien und Einwanderern aus dem Süden war, was kulturelle Hybridität förderte. Gesellschaftlich dominierten Kriegereliten, wie Waffenfunde in Horten bei Vordingborg belegen, doch es gab auch Anzeichen für Gleichberechtigung: Frauengräber mit reichen Beigaben, wie in Ølby, unterstreichen matrilineare Elemente. Der Übergang zur Eisenzeit um -500 war graduell; Eisenimporte aus dem Hallstatt-Kreis ersetzten allmählich Bronze, doch auf Seeland blieben bronzezeitliche Traditionen lange erhalten.
Eisenzeit
Die seeländische Eisenzeit wird in der nordischen Archäologie in die vorromische Eisenzeit (um -500 bis -1. Jahrhundert), die römische Eisenzeit (1. bis 4. Jahrhundert) und die germanische Eisenzeit (5. bis 8. Jahrhundert, auch Völkerwanderungszeit und Vendelzeit genannt) unterteilt. Seeland, als größte und zentral gelegene Insel Dänemarks, spielte eine Schlüsselrolle in dieser Entwicklung: Hier entstanden größere Siedlungen, komplexere Gesellschaften und erste Anzeichen proto-staatlicher Strukturen, die später in der Wikingerzeit kulminierten. Der Übergang zur Eisenzeit war graduell und wurde durch Klimaverschlechterungen (kühler und feuchter), den Verlust alter Handelsrouten und die Einführung lokaler Eisenproduktion aus Moorerz (bog iron) geprägt – eine Ressource, die in Dänemarks Mooren reichlich vorkam und die Abhängigkeit von importiertem Zinn und Kupfer reduzierte.
In der vorromischen Eisenzeit (um -500 bis -1. Jahrhundert) setzte sich Eisen langsam durch. Frühe Funde, wie zwei goldverzierte Eisenspeere aus Boeslunde im Südwesten Seelands (datiert auf -900 bis -830) entdeckt 2025), zeigen, dass Eisen bereits in der späten Bronzezeit sporadisch genutzt wurde – allerdings als Rarität und oft rituell mit Gold kombiniert. Ab etwa -500 wurde Eisen systematisch aus Moorerz gewonnen: Einfache Schachtöfen (zum Beispiel Espevej- oder Skovmark-Typ) produzierten poröse Eisenklumpen (Luppen), die zu Barren geschmiedet wurden. Die Wirtschaft basierte weiter auf intensiver Landwirtschaft: Gerste, Emmer und Hirse wurden mit neuen Pflügen (Muldfjælsplov ab ca. 200) bearbeitet, Viehzucht (Rinder, Schafe, Schweine) dominierte, und Stallhaltung ermöglichte besseren Dünger. Siedlungen wuchsen zu Dörfern mit 3 bis 20 Höfen; typisch sind dreischiffige Langhäuser aus Holzpfosten mit Lehmbewurf, oft mit Stall im Osten und Wohnteil im Westen. Beispiele finden sich um Roskilde oder Lejre, wo experimentelle Rekonstruktionen im Sagnlandet Lejre (Land der Legenden) das Alltagsleben um -200 bis 200 zeigen: Umzäunte Dörfer, kleine Felder und rituelle Moore. Gräber waren meist Brandbestattungen in Urnen, oft unter kleinen Hügeln oder in Flachgräbern; reiche Beigaben wie Fibeln, Messer oder Keramik deuten auf soziale Differenzierung hin, wenngleich Hierarchien noch schwach ausgeprägt waren.
Die römische Eisenzeit (1. bis 4. Jahrhundert) brachte durch indirekten Kontakt mit dem Römischen Reich (über Handel und Kriege) Importe wie Glas, Bronzegefäße und Münzen nach Seeland. Dies förderte Elitenbildung: Reiche Gräber mit römischen Luxusgütern (zum Beispiel in Himlingøje oder Vallø) zeugen von Häuptlingen, die Status durch Fernhandel demonstrierten. Siedlungen wurden größer und organisierter. Dörfer wie Vestervang bei Kirke Hyllinge (späte Eisenzeit) umfassen Langhäuser und Speicher. Opfer in Mooren nahmen zu – Waffen, Tiere und selten Menschen (Bog Bodies) als mögliche Menschenopfer. Die Gesellschaft war kriegerisch: Konflikte um Ressourcen und Territorien spiegeln sich in Hortfunden und Befestigungen wider. Seeland profitierte von seiner Lage; Bernstein und Eisen wurden exportiert, römische Einflüsse prägten Kunst und Technik.
In der germanischen Eisenzeit (5. bis 8. Jahrhundert) intensivierte sich die Entwicklung. Die Völkerwanderungszeit (400 bis 550) brachte Tierornamentik (Style I und II), Runeninschriften und erste Bilder nordischer Götter. Machtzentren entstanden: Lejre (bei Roskilde) gilt als früher Sitz der legendären Skjöldunge-Dynastie, mit großen Hallen ab etwa 550(älteste Halle um 550). Hier fanden sich reiche Funde wie Goldobjekte und Fragmente prächtiger Helme. Andere Zentren wie Tissø im Westen Seelands zeigen königliche Komplexe mit Handwerk, Handel und Religion. Siedlungen hatten nun oft feste Gehöfte mit rechteckigen Höfen; neue Tiere (Katzen, Hühner) und Techniken (Drehmühlen) verbesserten das Leben. Gräber wurden vielfältiger: Brand- und Körperbestattungen, oft mit Waffen für Männer und Schmuck/Werkzeugen für Frauen. Rituale in Mooren hielten an; Holzschnitzereien wie die 42 cm hohe Götterfigur aus Rude Eskildstrup (Zentral-Seeland, 6. Jahrhundert) deuten auf kultische Praktiken hin.
Wikingerzeit
Die Wikingerzeit (Vikingetid) auf der dänischen Insel Seeland umfasst den Zeitraum von etwa 790/800 bis etwa 1050 und stellt den Höhepunkt der Entwicklung von der germanischen Eisenzeit hin zur frühmittelalterlichen Staatsbildung dar. Seeland war in dieser Epoche eines der zentralen Macht- und Kulturzentren Skandinaviens: Hier lagen bedeutende Magnatensitze, rituelle Plätze, Handelskontakte und die Keimzelle des dänischen Königtums. Archäologische Funde, ergänzt durch Sagas, Chroniken und Runeninschriften, zeichnen ein Bild von einer hierarchischen, kriegerischen und maritim ausgerichteten Gesellschaft, in der Könige, Jarle und Magnaten durch Hallen, Opferrituale und Fernhandel Macht demonstrierten. Im Gegensatz zu Jütland oder Schonen war Seeland weniger auf große Handelsstädte wie Ribe oder Hedeby fokussiert, sondern auf ländliche Elitezentren und strategische Positionen an Buchten und Fjorden.
Der Beginn der Wikingerzeit wird traditionell mit den ersten großen Raubzügen assoziiert (zum Beispiel Lindisfarne 793), doch auf Seeland setzte die Entwicklung früher ein. Ab dem 8. Jahrhundert intensivierte sich die Zentralisierung: Große Hallenkomplexe entstanden als Sitze von Häuptlingen und frühen Königen. Das prominenteste Zentrum war Lejre (Gl. Lejre), etwa 10 km westlich von Roskilde. Archäologische Ausgrabungen seit den 1980er Jahren (unter anderem unter Tom Christensen) legten mehrere aufeinanderfolgende Hallen frei: Die größte, aus dem 8. Jahrhundert (zirka 60 m lang, 5 bis 10 m breit, bis zu 10 m hoch), gilt als die größte bekannte Wikingerhalle Dänemarks. Sie stand auf einer erhöhten Plattform, mit Rampen zum Eingang, und war Teil eines umfangreichen Komplexes mit kleineren Gebäuden, Werkstätten und möglicherweise einem heiligen Bezirk („temple“ oder hørg). Lejre wird in mittelalterlichen Quellen wie etwa Thietmar von Merseburg (1015) als Hauptstadt („caput regni“) und heidnischer Kultort beschrieben, wo alle neun Jahre Massenopfer (99 Menschen, Pferde, Hunde, Falken) stattfanden. Die Sage verbindet Lejre mit der mythischen Skjöldungendynastie (Skjold, Roar, Rolf Krake), was die Kontinuität von der Eisenzeit (Migration Period) bis ins 10. Jahrhundert unterstreicht. Rekonstruktionen im Freilichtmuseum Sagnlandet Lejre (Land of Legends) machen diese Halle heute erlebbar und zeigen, wie sie als politisches, religiöses und festliches Zentrum diente – mit Thron, zentralem Herd und privaten Kammern für den Herrscher.
Ein weiteres Schlüsselzentrum war Tissø am Westufer des gleichnamigen Sees in Westseeland (Kalundborg Kommune). Seit den 1990er Jahren ausgegraben, erstreckte sich der Magnatensitz über rund 500.000 m² und existierte in mehreren Phasen von etwa 550 bis ins 11. Jahrhundert. Die Anlage umfasste eine große Halle, Werkstätten, Stallungen, Handwerksbereiche und rituelle Plätze – inklusive Opferungen in den See (Waffen, Schmuck, Tiere). Ein spektakulärer Fund war ein 1,8 kg schwerer Goldhalsring aus dem 10. Jahrhundert. Tissø fungierte als Elite- und Handelszentrum mit internationalen Kontakten (zum Beispiel arabische Silbermünzen, fränkische Importe), wo Magnaten Versammlungen abhielten, Steuern eintrieben und militärische Gefolgschaften unterhielten. Es zeigt die typische Wikingerzeit-Struktur: Keine befestigte Stadt, sondern ein offenes, aber kontrolliertes Areal mit saisonalen Märkten und rituellen Aktivitäten.
Weitere wichtige Siedlungen und Machtzentren auf Seeland umfassten: Strøby Toftegård (südöstlich von Køge), ein magnatenähnlicher Hof aus dem 8. bis 10. Jahrhundert mit Hallen und Handwerk, frühe Handels- und Schiffsbauplätze in der Roskilde-Fjord-Region, die später zur mittelalterlichen Bischofsstadt Roskilde führten, sowie Borgring (östlich von Køge, eine der fünf dänischen Ringburgen (Trelleborg-Typ), erbaut um 980 unter Harald Blauzahn als Teil der Reichseinigung – ein militärischer Stützpunkt zur Kontrolle von See- und Landrouten.
Wirtschaftlich war Seeland landwirtschaftlich geprägt: Ackerbau (Gerste, Roggen), Viehzucht und ergänzende Fischerei/Fang. Doch der Fernhandel boomte – Bernstein, Felle, Sklaven und Eisen gegen Silber, Glas, Gewürze und Waffen aus dem Frankenreich, Byzanz und dem arabischen Raum. Wikinger aus Seeland nahmen an Raubzügen teil (zum Beispiel nach England, Frankreich), doch die Insel selbst blieb weitgehend friedlich, abgesehen von internen Machtkämpfen. Die Christianisierung setzte ab dem späten 10. Jahrhundert ein: Harald Blauzahn (um 958 bis 986) und Sven Gabelbart (986 bis 1014) festigten das Königtum; Roskilde wurde ab etwa 1020 Bischofssitz und neue Residenz, was Lejre allmählich ablöste.
Die Gesellschaft war stark stratifiziert: Oben Könige und Jarle mit Gefolgschaften (thingmen), darunter freie Bauern (bóndi), Handwerker und Unfreie (thræll). Frauen hatten relativ hohe Rechte (Eigentum, Scheidung), wie Gräber mit reichem Schmuck zeigen. Religiös dominierte der nordische Polytheismus mit Opferungen (Blót) in Mooren, Seen und Hallen – bis zur Taufe unter Harald Blauzahn (Jellingstein als Symbol).
Mittelalter
Das Mittelalter auf Seeland erstreckt sich vom Ende der Wikingerzeit um 1050 bis etwa 1523 (Ende der Kalmar-Union und Beginn der Reformation) und markiert eine Phase der Konsolidierung des dänischen Königreichs, der Christianisierung, des Aufstiegs und Falls von Machtzentren sowie intensiver politischer und wirtschaftlicher Verflechtungen in Nordeuropa. Seeland, als fruchtbarste und zentral gelegene Insel Dänemarks, wurde zum Kernland des Reiches: Hier lagen die wichtigsten Bischofssitze, königlichen Residenzen, Kathedralen und später Städte, die Handel, Kirche und Krone vereinten. Die Periode lässt sich grob in Hochmittelalter (11. bis 13. Jahrhuzndert), Spätmittelalter (14. bis 15. Jahrhundert) und den Übergang zur frühen Neuzeit (bis 1523) unterteilen.
Der Übergang vom Wikingerzeitalter zum christlichen Mittelalter vollzog sich unter Harald Blauzahn und seinen Nachfolgern. Harald, der bereits in der späten Wikingerzeit Dänemark vereinte und das Christentum einführte (Taufe um 965, Jelling-Steine als Symbol), machte Roskilde zur neuen Residenz und Hauptstadt. Um 980/85 gründete er dort eine Pfalz mit Holzkirche, in der er bestattet wurde – der Keim des späteren Doms. Roskilde löste damit die alten Zentren wie Lejre ab und wurde ab dem 11. Jahrhundert (genauer ab ca. 1020 unter Sven Gabelbart und Knut dem Großen) zum unumstrittenen politischen und kirchlichen Zentrum Seelands. Der Ort entwickelte sich rasch: Bischofssitz ab 991 (erster namentlich bekannter Bischof Gerbrand 1022), mit weitreichendem Landbesitz bis zur Ostsee. Die Stadt profitierte von Handelsprivilegien, Fischerei und Landwirtschaft; sie war Knotenpunkt für See- und Landrouten.
Im Hochmittelalter (11. bis 13. Jahrhundert) blühte Roskilde auf. Der heutige Dom zu Roskilde (Backsteingotik, Bau ab 1170/80, Fertigstellung 1275) ersetzte die Holzkirche und wurde zur Grablege fast aller dänischen Könige und Königinnen – bis heute UNESCO-Welterbe mit über 40 Königsgräbern. Die Stadt galt als eine der wichtigsten in Skandinavien, mit zahlreichen Kirchen, Klöstern (zum Beispiel Dominikaner- und Franziskanerklöster) und als Sitz des Bischofs von Seeland, der enorme Ländereien kontrollierte. Könige wie Waldemar der Große (Regfieerungszeit 1157 bis 1182) und Waldemar II. (Regierungszeit 1202 bis 1241) residierten oft in Roskilde oder nutzten es als Reisekönigtums-Station neben anderen Burgen wie Søborg Slot, Vordingborg, Kalundborg oder Slagelse. Seeland war das Herz des Reiches: Fruchtbare Böden ermöglichten intensive Landwirtschaft (Getreide, Vieh), während der Øresund-Handel (Fisch, Salz, Bernstein) Wohlstand brachte. Die Hanse gewann Einfluss, doch Dänemark blieb souverän.
Das Spätmittelalter (14. bis frühes 16. Jahrhundert) war geprägt von Krisen und Wiederaufstieg. Nach inneren Kämpfen und Fremdherrschaft (Holstein-Grafen 1326 bis 1340) gelang Valdemar IV. Atterdag (Regierungszeit 1340 bis 1375) die Rekonsolidierung: Durch Steuern, Verkauf Estlands (1346) und Kriege holte er verpfändete Gebiete zurück, eroberte Skåne (1360) und Gotland (1361). Trotz Niederlage gegen die Hanse (Vertrag von Stralsund 1370) blieb das Reich intakt. Seine Tochter Margarethe I. (Regiereungszeit de facto 1375 bis 1412) heiratete den norwegischen König und schuf durch geschickte Diplomatie die Kalmar-Union (1397): Unter ihrem Großneffen Erik von Pommern (gekrönt 1397 in Kalmar) vereinten sich Dänemark, Norwegen und Schweden (inkl. Finnland) in Personalunion – das größte skandinavische Reich der Geschichte. Seeland profitierte: Roskilde blieb bis 1443 Hauptstadt, mit königlichen Aufenthalten, Thing-Versammlungen und kirchlicher Macht.
Doch die Union war instabil: Schwedische Aufstände, Hanse-Kriege und innere Konflikte schwächten sie. Erik von Pommern wurde 1439/42 abgesetzt; nachfolgende Könige wie Christoph von Bayern und Christian I. (ab 1448) regierten, doch Schweden löste sich endgültig 1523. Roskilde verlor 1443 die Hauptstadtfunktion an Kopenhagen (unter Christoph von Bayern), das durch seine Lage am Sund und als Handelsplatz aufstieg – ein Schicksalswechsel, der Seeland bis heute prägt.
Wirtschaftlich und gesellschaftlich wandelte sich Seeland: Feudale Strukturen mit Adel und Kirche dominierten, Bauern leisteten Abgaben, Städte wie Roskilde, Køge oder Slagelse erhielten Marktrechte. Die Pest (1348 bis 1350) reduzierte die Bevölkerung stark, führte zu Landflucht und Lohnsteigerungen. Kulturell blühte die Gotik: Backsteinbauten, Klöster und der Dom symbolisierten den Triumph des Christentums über das Heidentum.
Frühe Neuzeit
Die Frühe Neuzeit auf Seeland umfasst den Zeitraum von 1523 (Ende der Kalmar-Union und Absetzung Christians II.) bis etwa 1660 (Einführung des Absolutismus nach den verheerenden Kriegen mit Schweden) und stellt eine Phase tiefgreifender religiöser, politischer und wirtschaftlicher Umwälzungen dar. Seeland, als fruchtbarste und bevölkerungsreichste Insel Dänemarks mit dem aufstrebenden Zentrum Kopenhagen, wurde zum Kern des dänisch-norwegischen Reiches: Hier konzentrierten sich Reformation, Königsresidenzen, Verwaltung und Kriegsfolgen, während Roskilde allmählich an Bedeutung verlor.
Der Ausgangspunkt war die Absetzung Christians II. 1523 durch den Adel, der seinen Onkel Friedrich I. (Regiereungszeit 1523 bis 1533) wählte. Dies markierte das faktische Ende der Kalmar-Union mit Schweden (das 1523 endgültig ausschied) und leitete eine Phase der Instabilität ein. Friedrich I. tolerierte lutherische Prediger wie Hans Tausen (den „dänischen Luther“), der ab 1526 in Viborg und später in Kopenhagen wirkte und Massen anzog. Kopenhagen entwickelte sich zum Hotspot der Reformation: 1530 kam es in der Vor Frue Kirke (Church of Our Lady) zu ikonoklastischen Ausschreitungen, bei denen katholische Altäre und Bilder zerstört wurden. Nach Friedrichs Tod 1533 brach der Grafenfehde (Grevens Fejde, 1534 bis 1536) aus – ein Bürgerkrieg zwischen katholisch-konservativen Kräften (unterstützt von Lübeck und Graf Christoph von Oldenburg) und lutherischen Anhängern von Christian III. (Regierungszeit 1534/36 bis 1559). Seeland war Schauplatz heftiger Kämpfe: Lübecker Truppen landeten auf der Insel, belagerten Kopenhagen (das bis 1536 aushielt), während Johan Rantzau Jütland und Fünen unterwarf. Christian III. siegte schließlich, ließ die katholischen Bischöfe verhaften und konfiszierte 1536/37 den gesamten Kirchenbesitz – ein enormer Machtzuwachs für die Krone (Kirchenland machte rund 30 bis 40 % des Reiches aus). Die Reformation wurde offiziell eingeführt: Lutheranismus als Staatsreligion, Abschaffung der Klöster, neue Kirchenordnung 1537/39 nach lutherischem Vorbild. Auf Seeland schloss man Klöster wie Sorø und Esrom, verteilte Ländereien an Adel und Krone und etablierte Superintendenten statt Bischöfe.
Unter Christian III. (der „fromme König“) und seinem Sohn Friedrich II. (Regierungszeit 1559 bis 1588) festigte sich der lutherische Staat. Die Verwaltung zentralisierte sich in Kopenhagen, das nun endgültig Hauptstadt und Residenz war (seit dem offiziellen Wechsel 1443, aber nun mit voller administrativer Dominanz). Der Rigsråd (Reichsrat) aus Hochadel behielt Einfluss, doch die Krone stärkte sich durch Kirchenkonfiskationen und Zölle (Sundzoll). Seeland profitierte von stabiler Landwirtschaft und Handel, doch die Nordischen Siebenjährigen Krieg (1563 bis 1570) gegen Schweden belastete die Insel durch Truppendurchzüge und Steuern.
Der Höhepunkt der Frühen Neuzeit war die lange Regierung Christians IV. (Regierungszeit 1588 bis 1648, ab 1596 persönlich), des „Baukönigs“ und vielleicht berühmtesten dänischen Herrschers der Epoche. Christian IV. machte Kopenhagen zur prächtigen Renaissance-Hauptstadt: Er ließ Befestigungen erweitern (Bastionen, Kastellet), baute die Børsen (Börse), Rundetårn, Rosenborg Slot und erweiterte Christianshavn. Auf Seeland entstanden weitere Schlösser wie Frederiksborg (Hillerød, ab 1602) – ein Meisterwerk der nordischen Renaissance. Wirtschaftlich förderte er Handelskompanien (zuzm Beispiel Ostindien-Kompanie), Gründung neuer Städte und Kolonien (Tranquebar in Indien). Doch seine ambitionierte Außenpolitik scheiterte: Intervention im Dreißigjährigen Krieg (1625 bis 1629) führte zu katastrophalen Niederlagen, Besetzung Jütlands durch kaiserliche Truppen und hohen Tributen. Der Torstensson-Krieg (1643 bis 1645) und der Zweite Nordische Krieg (1657 bis 1660) brachten den Tiefpunkt: Schwedische Armeen unter Karl X. Gustav marschierten 1658 über das zugefrorene Meer („Marsch über die Belte“) direkt auf Seeland, belagerten Kopenhagen (das heldenhaft widerstand, unterstützt von niederländischen Schiffen) und zwangen Dänemark zum Frieden von Roskilde (1658): Verlust von Schonen, Halland, Blekinge, Bornholm (später zurückerobert), Bohuslän und Teilen Norwegens. Der Frieden von Kopenhagen 1660 milderte dies etwas (Bornholm blieb dänisch), doch die Verluste waren irreversibel.
Diese Demütigungen führten direkt zur Einführung des Absolutismus 1660: In Kopenhagen versammelten sich Stände und Bürger, um den Adel zu entmachten; Friedrich III. (Regierungszeit 1648 bis 1670) wurde zum erblichen absoluten Monarchen erklärt (Kongeloven 1665 kodifizierte dies). Der Rigsråd wurde abgeschafft, die Macht zentralisiert in Kopenhagen – Seeland wurde zum administrativen und symbolischen Herzen des absolutistischen Dänemark-Norwegen.
Absolutistische Zeit
Die späte Frühe Neuzeit und der Übergang zur Moderne auf Seeland von 1660 bis 1814/15 war eine Epoche des Absolutismus, wirtschaftlicher Reformen, schwerer Kriege und territorialer Verluste, die das dänische Königreich grundlegend veränderten. Seeland, mit Kopenhagen als unumstrittener Hauptstadt und administrativem Zentrum, trug die Hauptlast der zentralisierten Herrschaft, der Kriegsfolgen und der Napoleonischen Kriege – während Roskilde und andere Orte allmählich zu Provinzstädten wurden.
Nach der Einführung des Absolutismus 1660 (Kongeloven 1665) regierten die Könige uneingeschränkt: Der Reichsrat (Rigsråd) wurde abgeschafft, die Macht lag bei der Krone in Kopenhagen. Friedrich III. (Regierungszeit 1648 bis 1670) und seine Nachfolger bauten eine bürokratische Verwaltung auf; Seeland profitierte von der Zentralisierung, da Ministerien, Hof und Armee hier konzentriert waren. Die Insel blieb das wirtschaftliche Herz: Fruchtbare Böden ermöglichten Getreideexport, der Sundzoll (Øresundzoll) brachte Einnahmen, und Kopenhagen wuchs zur prächtigen Barockstadt mit Schlössern wie Amalienborg (ab 1750er) und Frederiksborg.
Unter Christian V. (Regierungszeit 1670 bis 1699) und Friedrich IV. (Regierungszeit 1699 bis 1730) gab es weitere Kriege gegen Schweden (Schonenkriege 1675 bis 1679 und 1700 bis 1721), die Seeland verschonten, doch Steuern und Rekrutierungen belasteten die Bevölkerung. Die Aufklärung ab Mitte des 18. Jahrhunderts brachte Reformen: Unter Johann Friedrich Struensee (1770 bis 1772) und später Andreas Bernstorff und Christian Ditlev Reventlow wurden Leibeigenschaft abgeschafft (Stavnsbånd 1788 aufgehoben), Bauernrechte gestärkt, Schulpflicht eingeführt (1814 flächendeckend) und Landreformen durchgeführt – Seeland sah eine Welle von Gutshöfen und freien Bauernhöfen, was die Produktivität steigerte.
Die Napoleonischen Kriege (1801 bis 1814) wurden zur Katastrophe für Dänemark und Seeland. 1801 bombardierte die britische Flotte Kopenhagen in der Schlacht von Kopenhagen (unter Nelson), um die dänische Neutralität zu erzwingen – ein Vorspiel. 1807, als Dänemark neutral bleiben wollte, landeten britische Truppen auf Seeland (2. August), belagerten Kopenhagen und bombardierten die Stadt vom 2. bis 5. September mit Brandbomben: Über 1.000 Gebäude zerstört, Tausende Tote und Verletzte, die Flotte (fast die gesamte Marine) von den Briten erbeutet und abtransportiert. Dies zwang Dänemark zum Bündnis mit Napoleon (Vertrag von Fontainebleau 1807), was die Kontinentalsperre gegen England durchsetzte. Seeland litt unter Besatzung, Blockade, Hungersnot und wirtschaftlichem Ruin; Kopenhagen brannte teilweise ab und musste wiederaufgebaut werden.
Der Höhepunkt kam 1813/14: Dänemark, als letzter Verbündeter Napoleons, wurde von den Alliierten (Schweden unter Bernadotte, Russland, Preußen) angegriffen. Schwedische Truppen marschierten in Holstein und Jütland ein; der Kosakenwinter 1813/14 brachte alliierte Truppen bis in die Herzogtümer. Im Frieden von Kiel (14. Januar 1814) musste König Friedrich VI. (Regierungszeit 1808 bis 1839) Norwegen an Schweden abtreten – ein Verlust von fast einem Drittel des Reiches und der Personalunion seit 1380. Als Kompensation erhielt Dänemark Schwedisch-Pommern (das 1815 gegen Lauenburg getauscht wurde), und Helgoland ging an Großbritannien. Norwegen (ohne Grönland, Island, Färöer) wurde nicht konsultiert und wehrte sich mit einer eigenen Verfassung (Eidsvoll 1814) und kurzer Unabhängigkeit, bevor es in Union mit Schweden gezwungen wurde.
Der Wiener Kongress 1814/15 bestätigte diese Neuordnung; Dänemark trat der antinapoleonischen Koalition bei und schickte Truppen gegen Frankreich. Seeland blieb verschont von direkten Kämpfen nach 1807, doch der Staatsbankrott 1813 (durch Kriege, Blockade und Flottenverlust) führte zu Hyperinflation, Armut und sozialen Unruhen. Kopenhagen, zerstört und verschuldet, verlor an Glanz; die Bevölkerung schrumpfte, der Handel brach ein.
Modernisierungszeit
Als zentrale Insel mit der Hauptstadt Kopenhagen im Nordosten blieb Seeland nach 1814 das administrative, wirtschaftliche und kulturelle Herz des Landes. Nach den Verlusten der Napoleonischen Kriege (Verlust Norwegens 1814) konzentrierte sich Dänemark auf innere Reformen und Neutralität, doch Konflikte um Schleswig-Holstein führten zu territorialen Verlusten.
Von 1815 bis 1847 stand Seeland unter dem Zeichen der postnapoleonischen Erholung und des fortbestehenden Absolutismus. Nach dem Wiener Kongress 1815 und dem Kieler Frieden 1814, der Norwegen an Schweden abtrat, behielt Dänemark seine Kerngebiete inklusive Seelands, Jütlands sowie abhängiger Territorien wie Färöer, Grönland und Island. Die Insel Seeland, mit ihrer Bevölkerung von etwa einer Million im frühen 19. Jahrhundert, war das Zentrum der monarchischen Macht unter König Friedrich VI. (Regierungszeit 1808 bis 1839). Kopenhagen, das nach den britischen Bombardements von 1801 und 1807 langsam wiederaufgebaut wurde, diente als Residenz und Verwaltungssitz. Politisch herrschte strenge Zentralisierung: Der Reichsrat war suspendiert, und die Administration war hierarchisch organisiert, mit Fokus auf Kopenhagen. Reformen umfassten die Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1814, die in Seelands ländlichen Regionen (wie Roskilde oder Næstved) die Alphabetisierung förderte. Wirtschaftlich erholte sich die Insel durch Ausbau der Landwirtschaft: Die Abschaffung der Leibeigenschaft (Stavnsbånd, schrittweise ab 1788 vollzogen) befreite Bauern in Sjælland, was zu effizienterer Produktion von Getreide und Fisch (insbesondere Hering) führte. Der Sundzoll (Øresundzoll) brachte Einnahmen in Kopenhagen, das als Hafenstadt prosperierte, obwohl die Kriegsverschuldung drückte. Kulturell begann das „Goldene Zeitalter“: In Kopenhagen wirkten Intellektuelle wie Hans Christian Andersen (geboren 1805 in Odense, aber ab 1819 in der Hauptstadt) und Søren Kierkegaard (1813 bis 1855, geboren und gestorben in Kopenhagen), die Philosophie, Literatur und Kunst prägten. Nationalismus wuchs, mit Betonung der dänischen Sprache und Kultur, oft in Abgrenzung zu deutschen Einflüssen am Hof. Militärisch blieb Seeland friedlich; Dänemark mied Kriege, konzentrierte sich auf die Erneuerung der Marine in Kopenhagen, ohne größere Konflikte.
Die Jahre 1848 bis 1863 brachten Revolution und Konstitutionalisierung, die Seeland stark prägten. Die Märzrevolution 1848, inspiriert von europäischen Unruhen, führte in Kopenhagen zu Massendemonstrationen: Am 21. März marschierten Bürger zum Christiansborg-Palast und forderten eine liberale Verfassung. König Friedrich VII. (Regierungszeit 1848 bis 1863) gab nach, was zur Gründung einer konstitutionellen Monarchie führte. Die Juniverfassung von 1849 trennte Gewalten, gewährte Männerwahlrecht und schuf das Folketing (nach Bevölkerung gewählt) sowie das Landsting (nach Grundbesitz). Kopenhagen beherbergte die Verfassungsversammlung und wurde zum Symbol liberaler Reformen. Die Schleswig-Holstein-Frage eskalierte: Nationalisten in Kopenhagen sahen Schleswig als dänisch, Holstein als deutsch; der Erste Schleswigsche Krieg (1848 bis 1851) gegen preußische und deutsche Truppen endete mit britischer Intervention und Status-quo-Wiederherstellung. Seeland blieb von Kämpfen verschont, stellte aber Truppen und Ressourcen. Wirtschaftlich setzte die Industrialisierung ein: Eisenbahnen (ab 1847, erste Linie Kopenhagen–Roskilde) verbanden Sjælland, förderten Handel und Urbanisierung. Landwirtschaftliche Kooperativen entstanden in ländlichen Gebieten wie Holbæk oder Slagelse. Kulturell blühte der Nationalismus: Kopenhagen war Zentrum für Theater, Museen und die Universität (gegr. 1479, erweitert). Sklaverei in den dänischen Westindischen Inseln wurde 1848 abgeschafft, was indirekt Seelands Handel beeinflusste. Militärisch diente die Insel als Basis; Kopenhagen verstärkte Befestigungen, doch der Fokus lag auf Schleswig.
Der Zweite Schleswigsche Krieg 1864 markierte einen Tiefpunkt für Dänemark und Seeland. Unter Christian IX. (Regierungszeit 1863 bis 1906) versuchte Dänemark, Schleswig enger an das Reich zu binden, was Preußen und Österreich provozierte. Der Krieg begann im Februar 1864; dänische Truppen, teils aus Seeland rekrutiert, kämpften in Schleswig, doch die Niederlage bei Dybbøl (April) und der Wiener Frieden (Oktober) führten zum Verlust Schleswigs und Holsteins. Dieses Trauma – Dänemark verlor ein Drittel seines Territoriums und 40 % der Bevölkerung – verschob den Fokus nach innen, auf Seeland und Jütland. In Kopenhagen löste es Schock und Nationalismus aus, mit Slogans wie „Was äußerlich verloren, muss innerlich gewonnen werden“. Wirtschaftlich litt Sjælland unter Handelsverlusten, doch die Landwirtschaft passte sich an: Exporte von Milchprodukten und Fleisch nach Großbritannien stiegen, unterstützt durch Kooperativen in Region Sjælland. Kulturell betonte man die „kleine“ dänische Identität, mit Fokus auf ländliches Sjælland-Leben.
Von 1864 bis 1914 folgte eine Phase der Industrialisierung, parlamentarischen Entwicklung und Neutralität. Politisch festigte sich die Demokratie: Bis 1901 dominierte die Højre-Partei, doch die Venstre-Partei (Liberale) erzwang 1901 eine parlamentarische Regierung unter Deuntzer. Frauenwahlrecht kam 1915 (nach 1914), doch Vorläuferbewegungen in Kopenhagen wuchsen. Die Skandinavische Währungsunion (1873) stabilisierte die Krone, förderte Kopenhagens Handel. Wirtschaftlich boomte Seeland: Industrialisierung ab den 1870er Jahren brachte Fabriken in Kopenhagen (zum Beispiel Burmeister & Wain-Schiffswerft), Eisenbahnen erweiterten Netze (zum Beispiel nach Næstved), und Urbanisierung ließ die Hauptstadt auf über 500.000 Einwohner wachsen (1911). Ländliche Sjælland profitierte von Agrarreformen: Kooperativen und moderne Düngung machten Dänemark zum „Butterland“. Auswanderung (rund 300.000 Dänen nach USA bis 1914) betraf auch Seeland, doch der Wohlstand stieg. Kulturell setzte das Goldene Zeitalter fort: Kopenhagen war Zentrum für Maler wie P.S. Krøyer und Schriftsteller wie Georg Brandes (1842 bis 1927), der den „Modernen Durchbruch“ initiierte. Die Sozialdemokratie wuchs, mit Gewerkschaften ab 1870er Jahren. Militärisch hielt Dänemark Neutralität: Keine Kriege auf Seeland, doch Befestigungen um Kopenhagen (zum Beispiel Trekroner-Fort) wurden modernisiert. Während des Deutsch-Französischen Kriegs (1870/71) blieb Dänemark außen vor.
Weltkriegsära
Als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, erklärte Dänemark unter König Christian X. (reg. 1912–1947) sofortige Neutralität, eine Politik, die auf der geographischen Lage als Brücke zwischen Nord- und Ostsee basierte und von allen Parteien respektiert wurde. Seeland, als Kern des Landes mit etwa der Hälfte der dänischen Bevölkerung (rund 1,5 Millionen Einwohner zu Kriegsbeginn), litt jedoch unter den wirtschaftlichen Konsequenzen. Kopenhagen, die pulsierende Hauptstadt mit ihrem Hafen und der Börse, war besonders betroffen: Der U-Boot-Krieg der Deutschen und die britische Seeblockade unterbrachen den Handel, was zu Lebensmittelknappheit, Inflation und Arbeitslosigkeit führte. Dänemark exportierte traditionell Agrarprodukte wie Butter und Speck nach Großbritannien und Deutschland, doch Minefelder in der Ostsee und dem Skagerrak machten Schifffahrt riskant – allein 1917 sanken 63 dänische Schiffe durch Minen oder Torpedos, viele davon in Gewässern nahe Seeland. Die Insel selbst blieb von direkten Kampfhandlungen verschont, doch die Neutralitätspolitik forderte harte Verhandlungen: 1916 schloss Dänemark ein Abkommen mit Deutschland, das den Export von Vieh regelte, um Hungersnöte zu vermeiden. In Kopenhagen entstanden Rationierungen; Brot und Kohle wurden knapp, was zu Unruhen führte, wie den "Kartoffelstreik" 1917 in der Hauptstadt, bei dem Arbeiter gegen steigende Preise protestierten. Politisch stärkte der Krieg den Sozialdemokraten: Unter Premierminister Carl Theodor Zahle (1913 bis 1920) wurde das Parlament (Folketing) in Kopenhagen zu einem Forum für Reformen, einschließlich des Frauenwahlrechts 1915. Kulturell blühte Seeland auf: Intellektuelle in Kopenhagen diskutierten Pazifismus, und Künstler wie die Maler der Skagen-Gruppe (obwohl nicht direkt auf Seeland) reflektierten den Krieg in ihren Werken. Die Insel profitierte indirekt von der Neutralität: Als "Schweiz des Nordens" wurde Kopenhagen zu einem Zufluchtsort für Flüchtlinge und Spione, was den Handel mit neutralen Ländern wie den USA ankurbelte. Am Kriegsende 1918 hatte Seeland wirtschaftliche Verluste erlitten, doch die Bevölkerung blieb intakt – im Gegensatz zu den 6.000 nordschleswigschen Dänen, die in der deutschen Armee starben, was zu Spannungen in Südjütland führte, das 1920 durch Plebiszit teilweise an Dänemark zurückfiel.
Nach dem Versailler Vertrag 1919 und der Rückgliederung Nordschleswigs (Sønderjylland) 1920 erlebte Seeland eine Phase der Stabilisierung und Modernisierung. Kopenhagen wuchs rasant: Die Bevölkerung der Hauptstadt stieg von 560.000 (1911) auf über 800.000 (1930), getrieben durch Industrialisierung und Zuzug aus ländlichen Gebieten. Seeland wurde zum Motor der dänischen Wirtschaft: Fabriken in Kopenhagen produzierten Maschinen und Schiffe (zum Beispiel Burmeister & Wain), während das Umland in Region Sjælland (mit Städten wie Roskilde und Næstved) auf Kooperativen-Landwirtschaft setzte. Die Sozialdemokraten dominierten die Politik: Unter Thorvald Stauning (Premierminister 1924 bis 1926 und 1929 bis 1942) wurde in Kopenhagen ein Wohlfahrtsstaat aufgebaut, mit Sozialversicherungen und Arbeitsmarktreformen.
Die Große Depression ab 1929 traf Seeland hart: Arbeitslosigkeit erreichte 1932 über 40 % in Kopenhagen, was zu Streiks und Demonstrationen führte, wie dem "Blutigen Dienstag" 1932, bei dem Polizisten auf Arbeiter schossen. Die Insel litt unter sinkenden Exporten – Butterpreise halbierten sich –, doch Staunings "Kanslergade-Abkommen" 1933 (Kompromiss mit Liberalen) stabilisierte die Wirtschaft durch Devisenkontrollen und öffentliche Arbeiten, wie den Bau der Storstrømsbroen-Brücke 1937, die Seeland mit Falster verband. Politisch blieb Dänemark neutral: Nach dem Aufstieg Hitlers 1933 schloss man 1939 einen Nichtangriffspakt mit Deutschland, um Seelands vulnerablen Sund zu schützen. Kulturell war die Zwischenkriegszeit golden: Kopenhagen beherbergte Avantgarde-Künstler wie die COBRA-Gruppe-Vorläufer und Wissenschaftler wie Niels Bohr (Nobelpreis 1922), der am Institut für Theoretische Physik arbeitete. Soziale Reformen verbesserten das Leben: Schulen und Krankenhäuser in Sjælland expandierten, doch wachsende Antisemitismus-Wellen in Europa warfen Schatten – Seeland beherbergte 1939 etwa 7.500 Juden, meist in Kopenhagen. Die Insel bereitete sich unbewusst auf den Krieg vor: Befestigungen um Kopenhagen wurden verstärkt, doch die Armee war schwach (nur 14.500 Mann 1939).
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 blieb Dänemark zunächst neutral, doch am 9. April 1940 änderte sich alles: In der "Operation Weserübung" überfielen deutsche Truppen Dänemark und Norwegen. Auf Seeland landeten Fallschirmjäger in Kopenhagen und Roskilde, während Schiffe den Hafen einnahmen – die Invasion dauerte nur Stunden. König Christian X. kapitulierte, um Blutvergießen zu vermeiden, und Dänemark wurde als "Musterprotektorat" besetzt: Die Regierung blieb formal im Amt, doch Wehrmacht und Gestapo kontrollierten die Insel. Seeland, mit Kopenhagen als Zentrum, wurde zum Verwaltungssitz der Besatzer unter Generalmajor Kurt von Briesen (später Cecil von Renthe-Fink als Reichsbevollmächtigter). Die Besatzung war zunächst "mild": Dänen behielten ihre Freiheit, und die Wirtschaft lief weiter – Seeland exportierte Lebensmittel nach Deutschland, was Hungersnöte in Dänemark vermied, aber Ressourcenknappheit verursachte. In Kopenhagen patrouillierten deutsche Soldaten, doch das Leben ging weiter: Das Tivoli-Vergnügungspark blieb offen, symbolisch für die "friedliche Besatzung". Kollaboration gab es: Die Dänische Nationalsozialistische Partei (DNSAP) gewann Anhänger, und Firmen wie in Sjælland kooperierten mit der Wehrmacht.
Doch der Widerstand wuchs. Ab 1941 organisierten sich Gruppen wie die "Churchill-Klub" in Aalborg (aber mit Verbindungen nach Seeland) und die "Frit Danmark"-Bewegung in Kopenhagen, die Sabotageakte verübten. Die Insel wurde Schauplatz von Streiks: Im August 1943, nach wachsenden Unruhen in Esbjerg und Odense, brach in Kopenhagen ein Generalstreik aus, der zu Ausrufung des Ausnahmezustands führte – die Regierung trat zurück, und die Deutschen übernahmen direkte Kontrolle. Ein Höhepunkt war die Rettung der dänischen Juden im Oktober 1943: Als Deportationen drohten, halfen Fischer und Widerständler in Sjælland (unter anderem aus Helsingør) über 7.200 Juden über den Øresund nach Schweden zu fliehen – eine humanitäre Heldentat, die Seelands Küsten zu Symbolen des Widerstands machte. Bombenanschläge und Sabotagen nahmen zu:
Die Royal Air Force (RAF) bombardierte 1944/45 Ziele in Kopenhagen, wie das Gestapo-Hauptquartier Shellhuset (21. März 1945), bei dem versehentlich eine Schule getroffen wurde und 125 Zivilisten starben. Seeland litt unter Rationierungen und Repressalien. Bis 1945 starben 1.200 Dänen im Widerstand, viele in KZs deportiert. Im letzten Kriegsjahr flohen 250.000 deutsche Flüchtlinge aus Ostpreußen nach Dänemark, viele landeten auf Seeland, wo sie in Lagern untergebracht wurden – eine ambivalente Situation zwischen Hass und Mitleid. Die Befreiung kam am 5. Mai 1945: Britische Truppen unter Montgomery nahmen die Kapitulation der Wehrmacht in Kopenhagen an, während sowjetische Kräfte Bornholm besetzten (bis 1946). Seeland feierte euphorisch: Straßenfeste in Kopenhagen markierten das Ende der Besatzung, doch die Insel trug Narben – zerstörte Infrastruktur und eine geteilte Gesellschaft.
Moderne Zeit
Die unmittelbare Nachkriegszeit ab 1945 stand im Zeichen des Wiederaufbaus und der Abrechnung mit der Besatzungszeit. Nach der Befreiung am 5. Mai 1945 durch britische Truppen feierte Seeland euphorisch das Ende der deutschen Okkupation, die seit 1940 die Insel dominiert hatte. Kopenhagen, das unter der "milden Besatzung" gelitten, aber nicht zerstört worden war, wurde Schauplatz von Prozessen gegen Kollaborateure: Bis 1949 wurden etwa 13.500 Dänen verurteilt, darunter viele in der Hauptstadtregion. Die Insel profitierte von der Marshall-Plan-Hilfe (ab 1948), die Infrastrukturprojekte finanzierte, wie den Ausbau des Hafens in Kopenhagen. Politisch orientierte sich Dänemark westlich: 1949 wurde es Gründungsmitglied der NATO, was Seeland zu einem strategischen Vorposten im Kalten Krieg machte – mit US-Militärhilfe und Übungen in der Region Sjælland. Die Sowjetunion besetzte bis 1946 die Insel Bornholm (Teil der Hauptstadtregion), was Spannungen schürte, doch Seeland blieb friedlich. Wirtschaftlich erholte sich die Insel rasch: Die Landwirtschaft in der Region Sjælland (mit Kommunen wie Roskilde, Næstved und Holbæk) boomte durch Exporte von Milchprodukten und Getreide, während Kopenhagen als Handelszentrum wuchs. Die Bevölkerung stieg: Von 1945 bis 1960 nahm Sjælland Zehntausende Flüchtlinge aus Osteuropa auf, was zu sozialen Herausforderungen führte, aber auch Innovationen in der Wohnungsbaupolitik anregte. Kulturell setzte eine "Entnazifizierung" ein: Museen wie das Frihedsmuseet (Freiheitsmuseum) in Kopenhagen, eröffnet 1957, dokumentierten den Widerstand und prägten die nationale Erinnerung. Unter Premierminister Hans Hedtoft (1947–1950) und Hans Hansen (1950–1953) wurde der Wohlfahrtsstaat ausgebaut: Krankenkassen und Rentensysteme in Seeland verbesserten das Leben, doch die 1950er waren auch von Spionageaffären geprägt, wie dem Fall des sowjetischen Spions in Kopenhagen.
Die 1960er bis 1980er Jahre markierten das "Goldene Zeitalter" des dänischen Wohlfahrtsstaats, in dem Seeland wirtschaftlich und sozial aufblühte. Unter sozialdemokratischen Regierungen wie Jens Otto Krag (1962–1968, 1971–1972) und Anker Jørgensen (1972–1982) wuchs der öffentliche Sektor: Steuern stiegen auf über 40 %, um Bildung, Gesundheit und Sozialhilfe zu finanzieren. In Kopenhagen entstanden moderne Universitäten und Krankenhäuser, während die Region Sjælland von Infrastrukturprojekten profitierte, wie dem Bau der Farø-Brücken 1985, die Seeland mit Lolland-Falster verband. Die Ölkrisen 1973 und 1979 trafen die Insel hart: Energiepreise explodierten, was zu Arbeitslosigkeit in der Industrie (z. B. Schiffbau in Kopenhagen) führte, doch Dänemark diversifizierte: Windenergie-Pioniere wie Vestas (gegründet 1945, Expansion in den 1970er) testeten Turbinen in Sjælland. Politisch trat Dänemark 1973 der EG (heute EU) bei, was Seeland durch Zuschüsse und Freihandel nutzte – Kopenhagen wurde zu einem EU-Hub. Die Insel sah soziale Veränderungen: Die Frauenbewegung der 1970er führte zu Gleichberechtigungsgesetzen, und Immigration aus der Türkei und Jugoslawien bereicherte Viertel wie Nørrebro in Kopenhagen. Kulturell boomte Seeland: Die Rockfestival-Szene in Roskilde (erstmals 1971) wurde weltberühmt, und Künstler wie die Band Gasolin' prägten die 1970er. Die 1980er unter Poul Schlüter (1982–1993, erste konservative Regierung seit 1901) brachten Deregulierung: Privatisierungen in der Telekommunikation, doch der Wohlfahrtsstaat blieb intakt. Seeland profitierte von der IT-Revolution: Firmen wie Maersk (Hauptsitz Kopenhagen) expandierten global.
Die 1990er bis 2010er Jahre standen im Zeichen der Globalisierung, EU-Integration und gesellschaftlicher Herausforderungen. Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 öffnete sich Dänemark ostwärts: Seeland wurde Brücke zur Ostsee, kulminierend im Bau der Øresund-Brücke (eröffnet 2000), die Kopenhagen mit Malmö (Schweden) verband und die Region zu einem transnationalen Wirtschaftsraum machte. Unter Poul Nyrup Rasmussen (1993–2001) und Anders Fogh Rasmussen (2001–2009) wuchs die Wirtschaft: Das BIP pro Kopf in der Hauptstadtregion stieg auf über 60.000 Euro, getrieben durch Biotech (Novo Nordisk in Bagsværd) und IT. Die EU-Referenden prägten Seeland: 1992 lehnte Dänemark den Maastricht-Vertrag ab, doch 1993 stimmte es zu – mit Opt-outs für Euro und Justiz. Immigration wurde kontrovers: Die 2000er sahen Debatten über Integration, verstärkt durch die Mohammed-Karikaturen-Krise 2005 in der Jyllands-Posten (Kopenhagen), die globale Proteste auslöste und Seeland zu einem Symbol für Pressefreiheit machte. Die Finanzkrise 2008 traf die Insel: Banken in Kopenhagen kollabierten, Arbeitslosigkeit stieg auf 7 %, doch Bailouts und der starke Sozialstaat milderten den Schock. Unter Lars Løkke Rasmussen (2009–2011, 2015–2019) und Helle Thorning-Schmidt (2011–2015, erste weibliche Premierministerin) fokussierte man auf Nachhaltigkeit: Seeland wurde Pionier in grüner Energie, mit Windparks vor der Küste und dem Kopenhagener Ziel, bis 2025 CO2-neutral zu sein. Kulturell strahlte die Insel: Serien wie "The Bridge" (2011) und das New Nordic Cuisine (Noma in Kopenhagen, eröffnet 2003) machten Seeland weltbekannt. Soziale Ungleichheit wuchs jedoch: Gentrifizierung in Kopenhagen verdrängte Arbeiterklassen, während ländliches Sjælland von Abwanderung betroffen war. Die 2010er brachten Populismus: Die Dansk Folkeparti gewann Einfluss, und die Flüchtlingskrise 2015 führte zu strengeren Grenzkontrollen am Øresund.
Der Einstieg in die Coronazeit ab 2020 traf Seeland hart, doch Dänemark handhabte die Pandemie radikal. Der erste COVID-19-Fall wurde am 27. Februar 2020 auf Seeland gemeldet (ein Reisender aus Italien in Roskilde). Premierministerin Mette Frederiksen (seit 2019) kündigte am 11. März erstmals einen Lockdown an. Schulen, Grenzen und Geschäfte schlossen, was Kopenhagen in eine Geisterstadt verwandelte. Auch die Spitälere waren nicht so überfüllt wie prognostiziert. Die Wirtschaft litt - der Tourismus in Kopenhagen brach ein (das Tivoli blieb monatelang geschlossen), und Arbeitslosigkeit stieg auf 5 %. Die mRNA-Impfungen starteten im Dezember 2020, und die Lockdowns wurden nachfolgend schrittweise gelockert. Der Begriff "Samfundssind" (Gemeinschaftsgeist) wurde seitens der Regierenden propagiert - er sollte „dänische Solidarität“ symbolisieren und Ungeimpfte ausschließen.
Gegen die Corona-Maßnahmenpolitik gab es immer wieder Proteste. Einer der größten Proteste auf Seeland – etwa 500 Traktoren fuhren durch Kopenhagen gegen die Entscheidung der Regierung, alle Nerze (über 15 Millionen) keulen zu lassen, weil eine mutierte Variante bei Nerzen entdeckt wurde. Die Bauern forderten sogar den Rücktritt der Regierung. Dies war jedoch eher ein wirtschaftlicher als ein reiner Anti-Lockdown-Protest.
Eine anonyme Protestgruppe organisierte von Januar bis März 2021 mehrere Kundgebungen in den drei größten Städten (Kopenhagen, Aarhus, Odense). In Kopenhagen versammelten sich Tausende Menschen zum Protest gegen Lockdowns, Corona-Pass und Impfpflicht-ähnliche Regelungen. Die Proteste bliebenfriedlich. Im März 2021 demonstrierten Tausende in Kopenhagen gegen das umstrittene Gesetz, das der Regierung weitreichende Befugnisse gab (zum Beispiel Zwangstests und Quarantäne). Sie sahen hier eine Bedrohung der Freiheitsrechte.
2022 hob Dänemark als eines der ersten Länder alle Restriktionen auf, doch Seeland trug Narben davon. Die mentalen Gesundheitsprobleme stiegen, und die Pandemie verstärkte Digitalisierung (zum Beispiel Online-Handel in Kopenhagen). Eine breitere Aufarbeitung oder Entschuldigung für die gesamte Corona-Politik (wie zum Beispiel in Schweden oder Großbritannien diskutiert) fand nicht statt. Medial gab es zwar kritische Stimmen (zum Beispiel zu den anfänglichen Versammlungsverboten ohne sofortige parlamentarische Zustimmung 2020 oder zur Pressefreiheit während der ersten Pressemeldungen), aber diese blieben marginal und führten nicht zu einer breiten „Aufarbeitungskampagne“ oder Entschuldigungsforderung in den Mainstream-Medien.
Verwaltung
Mit den umliegenden Orten bildet Kopenhagen die Region Hovedstaden (Hauptstadtregion), eine der fünf Verwaltungsregionen Dänemarks. Die 2007 geschaffene Region Sjælland (deutsch Region Seeland) umfasst einen Großteil der Insel Sjælland und die Inseln Lolland, Falster und Møn. Verwaltungssitz ist Sorø. Der südlichste Punkt Dänemarks befindet sich in dieser Region in der Kommune Guldborgsund und nicht - wie der Regionsname suggeriert - in der Region Süddänemark.
Herrschaftsgeschichte
- -5. bis 8. Jahrhundert germanische Fürstentümer
- 8. Jahrhundert bis 958 dänische Königreiche
- 958 bis 2. August 1380 Königreich der Dänen (Regnum Danorum)
- 2. August 1380 bis 17. Juni 1397 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
- 17. Juni 1397 bis 6. Juni 1523 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge) als Teil der Kalmarer Union
- 6. Juni 1523 bis 16. Februar 1658 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
- 16. Februar 1658 bis 27. Mai 1660 Königreich Schweden (Konungariket Sverige) und Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
- 27.Mai 1660 bis 14. Januar 1814 Königreich Dänemark-Norwegen (Kongeriget Danmark-Norge)
- 14. Januar 1814 bis 9. April 1940 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 9. April 1940 bis 5. Mai 1945 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark) unter Besatzung durch das Deutsche Reich
- seit 5. Mai 1945 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
Legislative und Exekutive
Die dänische Insel Seeland (Sjælland) besitzt – wie der gesamte Rest Dänemarks – keine eigene Legislative oder voll ausgebaute Exekutive auf Insel-Ebene. Dänemark ist ein sehr stark zentralistisch organisierter Einheitsstaat. Die alleinige gesetzgebende Gewalt (Legislative) liegt beim Folketing, dem dänischen Parlament, und die ausführende Gewalt (Exekutive) bei der dänischen Regierung. Beide Institutionen haben ihren Sitz in Kopenhagen – also mitten auf Seeland.
Die Insel Seeland selbst ist seit der großen Kommunal- und Regionsreform von 2007 verwaltungstechnisch in zwei verschiedene Regionen aufgeteilt: Der weitaus größte Teil der Insel gehört zur Region Sjælland (Region Zealand). Diese Region umfasst 17 Kommunen (unter anderem Roskilde, Næstved, Holbæk, Slagelse, Kalundborg, Vordingborg, Lolland und Guldborgsund). Verwaltungssitz ist Sorø. Die Region wird von einem direkt gewählten Regionsrat (41 Mitglieder) geleitet, an dessen Spitze der Regionsrådsformand steht. Wichtig: Die Region hat keine Gesetzgebungskompetenz. upltaufgaben sind der Betrieb und die Finanzierung der meisten Krankenhäuser, regionaler öffentlicher Personennahverkehr, regionale Wirtschaftsförderung, Tourismus und Entwicklung sowie einige spezialisierte soziale Einrichtungen
Der Nordosten der Insel (Großraum Kopenhagen mit Vororten) gehört zur Region Hovedstaden (Hauptstadtregion). Hier sitzen zwar das Parlament und die Regierung, aber auch diese Region hat – genau wie Region Sjælland – keine eigene legislative Gewalt.
Darunter gibt es auf lokaler Ebene die 17 Kommunen der Region Sjælland (plus die vielen Kommunen der Hauptstadtregion). Jede Kommune verfügt über einen direkt gewählten Kommunalrat und einen hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunen sind in Dänemark sehr stark und zuständig für Kindergarten, Schulen, Älterenpflege, Sozialhilfe, lokale Straßen, Müllentsorgung, Baugenehmigungen, Kultur und vieles mehr.
Inseloberhaupt
Das Landesoberhaupt von Dänemark ist der König, da das Land eine konstitutionelle Monarchie ist. Aktuell ist dies König Frederik X. Die Insel Seeland besitzt kein eigenes Landesoberhaupt, da sie keine eigenständige politische Einheit darstellt, sondern ein Teil des dänischen Staatsgebiets ist. Seeland ist verwaltungstechnisch in Regionen gegliedert, unter anderem in die Region Hovedstaden und die Region Sjælland, die jeweils von gewählten Regionalräten verwaltet werden. Diese haben jedoch lediglich administrative Aufgaben und stellen kein Landes- oder Staatsoberhaupt im politischen oder staatsrechtlichen Sinn dar.
Konger (Könige)
- um 800 - 810 Godafrid (Gudfred, † 810)
- 810 - 812 Heming († 812)
- 812 Sigifridus II (Sigfred, † 812)
- 812 - 813 Harald "klak" Halfdanarson (um 785 - 852)
- 812 - 813 Reginfredus Halfdanarson († 814)
- 813 - 814 Sigifridus Godafridson († 814)
- 813 - 854 Rørik Godafridson (Horik I, † 854)
- 819 - 827 Harald "klak" Halfdanarson [2]
- 854 - nach 860 Rørik (Horik II, † nach 860)
- nach 860 - 891 Sigifridus III (Sigfred, † 891)
- um 900 Helghi (Helge)
- nach 900 - um 934 Gnupa Olafsson (nach 860 - um 934)
- um 934 - um 936 Sigtryggr Gnupuson (nach 890 - um 936)
- nach 910 - nach 930 Hardeknud Svendsen (nach 890 - nach 930)
- 93. - 958 Gorm Hardeknudsen "de Gamle" (nach 910 - 958)
- 958 - 1 Nov 986 Harald I "Blåtand" Gormsen (um 935 - 986)
- 1 Nov 986 - 2 Feb 1014 Svend I Haraldsen "Tveskaeg" (Sweyn, um 960 - 1014)
- 3 Feb 1014 - 1018 Harald II Svendsen (um 989 - 1018)
- 1018 - 12 Nov 1035 Knud I Svendsen "den Store" (Cnut, um 995 - 1035)
- Aug 1020 - 25 Dez 1026 Ulf Thorgilsson [amtierend] (um 993 - 1026)
- 25 Dez 1026 - 12 Nov 1035 Knud III Knudsen Hardeknud (Cnut, Mitregent, 1018 - 1042)
- 12 Nov 1035 - 8 Jun 1042 Knud III Knudsen Hardeknud
- 8 Jun 1042 - 25 Okt 1047 Magnus I Olavsson "den Gode" (um 1024 - 1047)
- 25 Okt 1047 - 28 Apr 1076 Svend II Estridsen (Sweyn II)
- 28 Apr 1076 - 17 Apr 1080 Harald III (um 1041 - 1080)
- 17 Apr 1080 - 10 Jul 1086 Knud IV Svendsen "den Hellige" (Cnut, um 1043 - 1086)
- 10 Jul 1086 - 18 Aug 1095 Oluf I Svendsen (um 1052 - 1095)
- 18 Aug 1095 - 10 Jul 1103 Erik I Svendsen Ejegod (um 1056 - 1103)
- 1102 - 1104 Harald Eriksen Kesja [amtierend] (1080 - 1135)
- 1104 - 25 Jun 1134 Niels Svendsen (um 1064 - 1134)
- 4 Jun 1134 - 18 Sep 1137 Erik II Eriksen Emune (in Opposition bis 25 Jun 1134, um 1090 - 1137)
- 18 Sep 1137 - 27 Aug 1146 Erik III Hakunsen "Lam"("the Lame")(112. - 1147)
- 27 Aug 1146 - 23 Okt 1154 Svend III Eriksen Grathe (1131 - 1157)
- 1154 - 9 Aug 1157 Valdemar I Knudsen "den Store" (1131 - 1182)
- 9 Aug 1157 - 23 Okt 1157 Swen III Eriksen Grathe [2]
- 23 Okt 1157 - 12 Mai 1182 Valdemar I Knudsen "den Store" [2]
- 25 Jun 1170 - 12 Nov 1202 Knud VI Valdemarsen (Mitregent bis 12 Mai 1182, 1162? - 1202)
- 12 Nov 1202 - 28 Mar 1241 Valdemar II Valdemarsen "Sejr" (1170 - 1241)
- 24 Jun 1218 - 28 Nov 1231 Valdemar Valdemarsen "den Unge" (Mitregent, 1209 - 1231)
- 30 Mai 1232 - 10 Aug 1250 Erik IV Valdemarsen (Mitregent bis 28 Mar 1241, 1216 - 1250)
- 10 Aug 1250 - 29 Jun 1252 Abel Valdemarsen [amtierend bis 1 Nov 1250] (1218 - 1252)
- 29 Jun 1252 - 29 Mai 1259 Christoffer I Valdemarsen (1219 - 1259)
- 28 Mai 1259 - 22 Nov 1286 Erik V Christoffersen (1249 - 1286)
- 29 Mai 1259 - 1266 Margareta Sambiria [w] (Regentin, 1230 - 1282)
- 22 Nov 1286 - 13 Nov 1319 Erik VI Christoffersen (1274 - 1319)
- 22 Nov 1286 - 1293 Agnes zu Brandenburg [w] (Regentin, um 1259 - 1304)
- 13 Nov 1319 - 7 Jun 1326 Christoffer II Eriksen (1276 - 1332)
- 7 Jun 1326 - 23 Feb 1330 Valdemar III Eriksen (1315 - 1364)
- 7 Jun 1326 - 23 Feb 1330 Gerhard Graf zu Holstein und Stormarn (1292 - 1340)
- 23 Feb 1330 - 2 Aug 1332 Christoffer II Eriksen [2]
- 2 Aug 1332 - 24 Jun 1340 Herren - Gerhard Graf zu Holstein und Stormarn (in Nørrejylland und Fyn, bis 1 Apr 1340) & Johan Graf zu Holstein und Stormarn (in Skane, Sjaelland und Laaland, 1297? - 1359)
- 24 Jun 1340 - 24 Okt 1375 Valdemar IV Christoffersen (1320 - 1375)
- 24 Okt 1375 - 3 Mai 1376 Niels Jønsson Bild, Ärkebiskop i Lund (Regent, Vorsitzender des Staatsrats, nach 1310 - 1379)
- 3 Mai 1376 - 3 Aug 1387 Oluf II Haakonsen (1370 - 1387)
- 3 Mai 1376 - 12 Sep 1380 King Haakon VI Magnusson den yngre af Norge (Regent, 1340 - 1380)
- 3 Mai 1376 - 3 Aug 1387 Margrethe Valdemarsdatter [w] (Regentin, 1353 - 1412)
- 3 - 10 Aug 1387 Mogens (Magnus) Nielsen Nielsen, Ärkebniskop i Lund (Vorsitzender des Staatsrats, nach 1320 - 1390)
- 10 Aug 1387 - 23 Jan 1396 Margrethe I [w] (Königin)
- 23 Jan 1396 - 24 Jun 1439 Erik VII (1382 - 1459)
- 23 Jan 1396 - 28 Okt 1412 Margrethe Valdemarsdatter [2, w] (Regentin)
- 24 Jun 1439 - 25 Jul 1439 Hans Laksmand, Ärkebiskop i Lund (Laxmand, Regent, nach 1380 - 1443)
- 25 Jul 1439 - 9 Apr 1440 Christoffer af Bayern (Regent, 1416 - 1448)
- 9 Apr 1440 - 6 Jan 1448 Christoffer III (Christoffer af Bayern)
- 6 Jan - 28 Sep 1448 Tuve Nielsen Juul, Ärkebiskop i Lund (Regent, Vorsitzender des Staatsrats, nach 1410 - 1472)
- 28 Sep 1448 - 21 Mai 1481 Christian I (Christiern I, gewählt 1 Sep 1448, 01426 - 1481)
- 22 Mai 1481 - 3 Feb 1483 Jens Henningsen Brostrup, Ärkebiskop i Lund (um 1425 - 1497)
- 3 Feb 1483 - 20 Feb 1513 Hans (Hans Christensen) (1455 - 1513)
- 20 Feb - 22 Jul 1513 Birger (Byrge) Gunnersen, Ärkebniskop i Lund (Regent, Vorsitzender des Staatsrats, 1440 - 1519)
- 22 Jul 1513 - 13 Apr 1523 Christian II (Christian Hansen, 1481 - 1559)
- 13 Apr 1523 - 10 Apr 1533 Frederik I (1471 - 1533)
- 10 Apr 1533 - 6 Aug 1536 Torbern Steensen Bille, Ärkebioskop i Lund (Regent, Vorsitzender des Staatsrats, um 1470 - 1552)
- 18 Aug 1534 - 6 Aug 1536 Christof Graf zu Oldenburg (Gouverneur, 1504 - 1566)
- 6 Aug 1536 - 1 Jan 1559 Christian III (dissident ab 4 Jul 1534, 1503 - 1559)
- 1 Jan 1559 - 14 Apr 1588 Frederik II (1534 - 1588)
- 14 Apr 1588 - 9 Mar 1648 Christian IV (1577 - 1648)
- 14 Apr 1588 - 29 Aug 1596 Regentschaft - Niels Kaas til Taarupgaard (bis 9 Jul 1594, 1534 - 1594), Jørgen Rosenkrantz til Rosenholm (bis 19 Aspr 1596, 1523 - 1596), Christoffer Valkendorff til Glorup (1525 - 1601) & Peder Munk til Estvadgaard (1534 - 1623)
- 9 Mar 1648 - 16 Jul 1648 Christen Thomesen Sehested til Stougaard (Regent, 1590 - 1657)
- 9 Mar 1648 - 18 Mai 1648 Corfitz, Greve af Ulfeld (Regent, 1606 - 1664)
- 16 Jul 1648 - 19 Feb 1670 Frederik III (1609 - 1670)
- 19 Feb 1670 - 4 Sep 1699 Christian V (1646 - 1699)
- 4 Sep 1699 - 12 Okt 1730 Frederik IV (1671 - 1730)
- 12 Okt 1730 - 6 Aug 1746 Christian VI (1699 - 1746)
- 6 Aug 1746 - 14 Jan 1766 Frederik V (1723 - 1766)
- 14 Jan 1766 - 13 Mar 1808 Christian VII (1749 - 1808)
- 16 Jan 1772 - 14 Apr 1784 Juliane von Braunschweig-Wolffenbüttel [w] (1729 - 1796)
- 14 Apr 1784 - 13 Mar 1808 Kronprinz Frederik (Regent, 1768 - 1839)
- 13 Mar 1808 - 3 Dez 1839 Frederik VI
- 3 Dez 1839 - 20 Jan 1848 Christian VIII (1786 - 1848)
- 20 Jan 1848 - 15 Nov 1863 Frederik VII (1808 - 1863)
- 15 Nov 1863 - 29 Jan 1906 Christian IX (1818 - 1906)
- 29 Jan 1906 - 14 Mai 1912 Frederik VIII (1843 - 1912)
- 14 Mai 1912 - 20 Apr 1947 Christian X (unter deutscher Okkupation 9 Apr 1940 - 5 Mai 1945, 1870 - 1947)
- 19 Okt 1942 - 15 Mai 1943 Kronprinz Frederik (Regent, 1899 - 1972)
- 7 Apr 1947 - 20 Apr 1947 Kronprinz Frederik (Regent)
- 20 Apr 1947 - 14 Jan 1972 Frederik IX
- 3 - 14 Jan 1972 Kronprinzessin Margrethe [w] (Regentin, * 1940)
- 14 Jan 1972 - 14 Jan 2024 Margrethe II [w]
- 21 Feb 2023 - 15 Apr 2023 Kronprinz Frederik (Regent, * 1968)
- seit 14 Jan 2024 Frederik X
Rigshofmester (Reichsverweser)
- 1373 Frentzel
- 1385 Degenhard Buggenhagen
- 1387 Bent Byg Grubbe († 1391)
- 1397 Mikkel Rud til Skjoldnaes († nach 1401)
- 1400 - 1409 Jens Due († nach 1419)
- 1412 - 1413 Anders Jacobsen Lunge (1363 - 1429)
- 1414 - 1416 Jens Due [2]
- 1417 - 1423 Anders Jacobsen Lunge [2]
- 1424 Erik Segebodsen Krummedige († 1439)
- 1439 - 1440 Albrecht Morer
- 1441 - 1442 Erik Nielsen Gyldenstjerne († 1455)
- 1445 - 1452 Otte Nielsen Rosenkrantz (1395 - 1477)
- 1453 - 1456 Niels Eriksen Gyldenstjerne (1484)
- 1456 - 1480 Erik Ottesen Rosenkrantz (um 1427 - 1503)
- 1482 - 1487 Strange Nielsen Strangesen Bild (1405 - 1489)
- 1489 - 22 Jun 1502 Poul Laxmand († 1502)
- 22 Jul 1513 - 2 Nov 1516 Niels Rosenkrantz til Bjørnholm (nach 1460 - 1516)
- 2 Nov 1516 - 5 Apr 1544 Mogens Gjøe til Krenkerup [amtierend bis 26 Mai 1523] (nach 1470 - 1544)
- 5 Ap 1544 - 1547 Johan Friis til Hesselager [amtierend] (1494 - 1570)
- 1547 - 9 Feb 1552 Eske Bilde (Bille) til Svanholm (um 1480 - 1552)
- 9 Feb 1552 - 7 Jan 1559 Johan Friis til Hesselager [2, amtierend]
- 7 Jan 1559 - 3 Jul 1565 Eyler Hardenberg til Mattrup og Widtoft (nach 1500 - 1565)
- 3 Jul 1565 - 17 Aug 1567 Johan Friis til Hesselager [2, amtierend]
- 17 Aug 1567 - 24 Okt 1575 Peder Oxe til Gisselfeld (1520 - 1575)
- 24 Okt 1575 - 29 Jun 1594 Niels Kaas til Taarupgaard [amtierend]
- 29 Jun 1594 - 17 Jan 1601 Christoffer Valkendorff til Glorup [amtierend bis 7 Jun 1596] (1525 - 1601)
- 17 Jan 1601 - 29 Jul 1616 Christian Friis til Borreby [amtierend] (1556 - 1616)
- 1 Dez 1616 - 5 Apr 1632 Christian Friis til Kragerup [2, amtierend] (1581 - 1639)
- 5 Apr - 5 Nov 1632 Frands Rantzau til Rantzausholm (1604 - 1632)
- 5 Nov 1632 - 1 Okt 1639 Christian Friis til Kragerup [2, amtierend]
- 1 Okt 1639 - Mai 1640 Jørgen Urne til Alslev [amtierend] (1598 - 1642)
- Mai 1640 - 1 Apr 1643 Christian Thomesen Sehested til Stougaard [amtierend]
- 1 Apr 1643 - 13 Jul 1651 Corfitz, Greve af Ulfeld til Ulfeldsholm
- 13 Jul 1651 - 29 Okt 1652 Christian Thomesen Sehested til Stougaard [2, amtierend]
- 29 Okt 1652 - 26 Okt 1660 Joachim Gersdorff til Tunbyholm (1611 - 1661)
Praesides i Statscollegio (Präsidenten des Staatskollegiums)
- 26 Okt 1660 - 19 Apr 1661 Joachim Gersdorff til Tunbyholm
- 19 Apr - 23 Aug 1661 Peder Reetz til Tygestrup [amtierend] (1614 - 1674)
- 23 Aug 1661 - 8 Nov 1663 Christian Rantzau, Greve von Rantzau (1614 - 1663)
- 8 Nov 1663 - 10 Jul 1674 Peder Reetz til Tygestrup (1614 - 1674)
- 26 Nov 1673 - 3 Aug 1674 Peder, Greve af Griffenfeld [amtierend] (1635 - 1699)
Storcantzlere (Großkanzler)
- 3 Aug 1674 - 11 Mar 1676 Peder, Greve af Griffenfeld til Samøe
- 11 Mar - 13 Mai 1676 Ove Juel til Willestrup [amtierend] (1615 - 1686)
- 13 Mai 1676 - 7 Jul 1686 Friderich, Greve Ahlefeldt til Søgaard (1623 - 1686)
- 7 Jul 1686 - 1 Mai 1690 Michael Wibe til Freienfeld [amtierend] (1627 - 1690)
Praesides i Statscollegio (Präsidenten des Staatskollegiums)
- 1 Mai 1690 - 25 Aug 1699 Ulrich Friderich, Greve Gyldenløve til Laurwig (1638 - 1704)
- 26 Jul - 31 Dez 1690 Jens Juel til Førslevgaard, Friherre til Juellinge [amtierend] (1631 - 1700)
Storcantzlere (Großkanzler)
- 26 Aug 1699 - 21 Jul 1708 Conrad, greve von Reventlow til Clausholm (1644 - 1708)
Formænder for det hemmelige råd (Vorsitzende des Geheimen Rats)
- 31 Jul 1708 - 17 Mai 1710 Christian von Lenthe zu Zarlhausen (1649 - 1725)
- 17 Mai 1710 - 8 Jul 1717 Otto Krabbe til Egholm og Holmegaard (1641 - 1719)
- 8 Jul 1717 - 20 Jun 1721 Christian Sehested til Ravnholt (1666 - 1740)
Storcantzlere (Großkanzler)
- 20 Jun 1721 - 11 Okt 1730 Ulrich Adolf, Greve Holstein zu Holsteinborg (1664 - 1737)
Formænder for det hemmelige råd (Vorsitzende des Geheimen Rats)
- 11 Okt - 26 Dez 1730 Johan Georg von Holstein zu Møllenhagen (1662 - 1730)
- 26 Dez 1730 - 18 Jan 1734 Christian Ludwig von Plessen zu Glorup (1676 - 1752)
- 18 Jan 1734 - 27 Apr 1740 Ivar Rosencrantz til Rosenholm (1674 - 1745)
- 27 Apr 1740 - 29 Jan 1763 Johan Ludwig Holstein zu Ledreborg (ab 31 Mar 1750 Greve Holstein zu Ledreborg, 1694 - 1763)
- 29 Jan 1763 - 16 Sep 1770 Johann Hartwig Ernst von Bernstorf (ab 14 Feb 1767 Greve von Bernstorff, 1712 - 1772)
- 16 Sep - 10 Dez 1770 Otto, Greve Thott til Gavnøe (1703 - 1785)
Gehejmecabinetsminister (Geheimkabinettsminister)
- 14 Jul 1771 - 17 Jan 1772 Johann Fridrich Struensee, Greve Struensee (1737 - 1772)
Praeides i Gehejmestatsraadet (Vorsitzende des Geheimen Staatsrats)
- 18 Jan 1772 - 10 Sep 1785 Otto, Greve Thott til Gavnøe
- 1 Dez 1780 - 14 Jun 1784 Ove Høegh-Guldberg [amtierend] (1731 - 1808)
- 10 Sep 1785 - 3 Jun 1788 Joachim Otto Schack-Rathlou til Sneumgaard (1728 - 1800)
- 3 Jun 1788 - 21 Jun 1797 Andreas Peter, Greve von Bernstorff (1735 - 1797)
- 21 Jun 1797 - 7 Dez 1813 Ernst Heinrich, Greve von Schimmelmann (1747 - 1831)
- 7 Dez 1813 - 24 Aug 1818 Joachim Godske, Greve von Moltke til Bregentved (1746 - 1818)
- 5 Okt 1818 - 7 Jan 1824 Niels Rosenkrantz til Ryegaard (1757 - 1824)
- 7 Jan 1824 - 11 Jan 1827 Fredrik Julius von Kaas (1758 - 1827)
- 11 Jan 1827 - 26 Feb 1842 Johan Sigismund von Møsting (1759 - 1843)
- 26 Feb - 30 Mar 1842 Otto Joachim, Greve Moltke til Espe (1770 - 1853)
- 30 Mar 1842 - 22 Mar 1848 Poul Christian Stemann (1764 - 1855)
Premierminister, 1855 - 1918 Konseilspraesident, danach Statsminister (Ministerpräsidenten)
- 22 Mar 1848 - 27 Jan 1852 Adam Wilhelm, greve Moltke til Bregentved (1785 - 1864)
- 27 Jan 1852 - 21 Apr 1853 Christian Albrecht Bluhme (1794 - 1866) Con
- 21 Apr 1853 - 12 Dez 1854 Anders Sandøe Ørsted (1788 - 1860) Con
- 12 Dez 1854 - 18 Okt 1856 Peder Georg Bang [amtierend bis 5 Jan 1855] (1797 - 1861) Con
- 24 Jun - 4 Aug 1855 Ludvig Nicolaus Scheele [amtierend] (1796 - 1874) Con
- 11 Jul - 22 Aug 1856 Ludvig Nicolaus Scheele []amtierend[ Con
- 18 Okt 1856 - 13 Mai 1857 Carl Christopher Georg Andrae (1812 - 1893)
- 13 Mai 1857 - 2 Dez 1859 Carl Christian Hall (1812 - 1888) NL
- 2 Dez 1859 - 8 Feb 1860 Carl Edvard Rotwitt (1812 - 1860) FF
- 8 - 24 Feb 1860 Carl Frederik Axel Bror, Baron Blixen-Finecke [amtierend] (1822 - 1873) Con
- 24 Feb 1860 - 31 Dez 1863 Carl Christian Hall [2] NL
- 31 Dez 1863 - 11 Jul 1864 Ditlev Gothard Monrad (1811 - 1887) NL
- 11 Jul 1864 - 6 Nov 1865 Christian Albrecht Bluhme [2] Con
- 6 Nov 1865 - 28 Mai 1870 Christian Emil, Greve Krag (ab 8 Jul 1867 Krag-Juel-Vind-Frijs, 1817 - 1896) Con
- 28 Mai 1870 - 14 Jul 1874 Ludvig Henrik Carl Herman, Greve Holsteijn (1815 - 1892) Con
- 14 Jul 1874 - 11 Jun 1875 Christen Andreas Fonnesbech (1817 - 1880) Con
- 11 Jun 1875 - 7 Aug 1894 Jakob Brønnum Scavenius Estrup (1825 - 1913) Rp
- 7 Aug 1894 - 23 Mai 1897 Kjeld Thor Tage Otto, Baron Reedtz-Thott (1839 - 1923) Rp
- 23 Mai 1897 - 27 Apr 1900 Hugo Egmont Hørring (1842 - 1909) Rp
- 27 Apr 1900 - 24 Jul 1901 Hannibal Sehested til Broholm (1842 - 1924) Rp
- 24 Jul 1901 - 15 Jan 1905 Johan Hendrik Deuntzer (1845 - 1918) LP-V
- 15 Jan 1905 - 11 Okt 1908 Jens Christian Christensen (1856 - 1930) LP-V
- 11 Okt 1908 - 16 Aug 1909 Niels Thomasius Neergaard (1854 - 1936) LP-V
- 16 Aug - 28 Okt 1909 Johan Ludvig Carl Christian, Greve Holstein-Ledreborg (1839 - 1912) LP-V
- 28 Okt 1909 - 4 Jul 1910 Carl Theodor Zahle (1866 - 1946) RV
- 4 Jul 1910 - 21 Jun 1913 Klaus Berntsen (1844 - 1927) LP-V
- 21 Jun 1913 - 30 Mar 1920 Carl Theodor Zahle [2] RV
- 30 Mar - 5 Apr 1920 Carl Julius Otto Liebe (1860 - 1929)
- 5 Apr - 5 Mai 1920 Michael Petersen Friis (1857 - 1949)
- 5 Mai 1920 - 23 Apr 1924 Niels Thomasius Neergaard [2] LP-V
- 23 Apr 1924 - 13 Dez 1926 Thorvald August Marinus Stauning (1873 - 1942) SD
- 13 Dez 1926 - 28 Apr 1929 Thomas Madsen-Mygdal (1876 - 1943) KF
- 28 Apr 1929 - 1 Mai 1942 Thorvald August Marinus Stauning [2] SP
- 1 Mai - 10 Nov 1942 Vilhelm Buhl [amtierend bios 4 Mai 1942] (1881 - 1954) SD
- 10 Nov 1942 - 5 Mai 1945 Erik Julius Christian Scavenius (1877 - 1962)
- 5 Mai - 8 Nov 1945 Vilhelm Buhl [2] SD
- 8 Nov 1945 - 13 Nov 1947 Knud Kristensen (1880 - 1962) LP-V
- 13 Nov 1947 - 27 Okt 1950 Hans Hedtoft (1903 - 1955) SD
- 27 Okt 1950 - 30 Sep 1953 Erik Eriksen (1902 - 1972) LP-V
- 30 Sep 1953 - 29 Jan 1955 Hans Hedtoft [2] SD
- 29 Jan 1955 - 19 Feb 1960 Hans Christian Svane Hansen [amtierend bis 1 Feb 1955] (1906 - 1960) SD
- 19 Feb 1960 - 3 Sep 1962 Olfert Viggo Fischer Kampmann [amtierend bis 21 Feb 1960] (1910 - 1976) SD
- 6 Mai 1962 - 15 Aug 1962 Jens Otto Krag [amtierend] (1914 - 1978) SD
- 28 Aug 1962 - 18 Feb 1968 Jens Otto Krag [amtierend bis 3 Sep 1962] SD
- 18 Feb 1968 - 9 Okt 1971 Hilmar Tormod Ingolf Baunsgaard (1920 - 1989) RV
- 9 Okt 1971 - 5 Okt 1972 Jens Otto Krag [2] SD
- 5 Okt 1972 - 18 Dez 1973 Anker Henrik Jørgensen (1922 - 2016) SD
- 18 Dez 1973 - 13 Feb 1975 Poul Hartling (1914 - 2000) LP-V
- 13 Feb 1975 - 10 Sep 1982 Anker Henrik Jørgensen [2] SD
- 10 Sep 1982 - 25 Jan 1993 Poul Holmskov Schlüter (1929 - 2021) KF
- 25 Jan 1993 - 27 Nov 2001 Poul Nyrup Rasmussen (* 1943) SD
- 27 Nov 2001 - 5 Apr 2009 Anders Fogh Rasmussen (* 1953) LP-V
- 5 Apr 2009 - 3 Okt 2011 Lars Løkke Rasmussen (* 1964) LP-V
- 3 Okt 2011 - 28 Jun 2015 Helle Thorning-Schmidt [w] (* 1966) SD
- 28 Jun 2015 - 27 Jun 2019 Lars Løkke Rasmussen [2] LP-V
- seit 27 Jun 2019 Mette Frederiksen [w] (* 1977) SD
Deutsche Befehlshaber
- 9 Apr 1940 - 5 Nov 1942 Cecil von Renthe-Fink (1885 - 1964) NSDAP
- 5 Nov 1942 - 5 Mai 1945 Werner Best (1903 - 1989) NSDAP
Deutsche Truppenkommandanten
- 9 Apr - 31 Mai 1940 Leonhard Kaupisch (1878 - 1945)
- 1 Jun 1940 - 26 Sep 1942 Erich Lüdke (1882 - 1946)
- 27 Sep 1942 - 26 Jan 1945 Hermann von Hanneken (1890 - 1981)
- 27 Jan - 5 Mai 1945 Georg Lindemann (1884 - 1963)
Head, Supreme Headquarters, Allied Expeditionary Force (SHAEF) Mission to Denmark
- 5 Mai - Jul 1945 Richard Henry Dewing [Großbritannien] (1891 - 1981)
Stiftamtmaender af Sjçlland (Stiftsverwalter von Seeland)
- 1660 - 1661 Ove Skade til Kjaerbygaard (1604 - 1664)
- 1662 - 20 Aug 1682 Johan Kristoffer Körbitz til Hellerup (1612 - 1682)
- 1 Okt 1682 - 5 Jul 1717 Otto Krabbe til Holmegaard (1641 – 1719)
- 5 Jul 1717 - 1 Aug 1721 Frederik Kristian Adeler til Dragsholm (1668 – 1726)
- 30 Aug 1721 - 11 Sep 1729 Rudolf Gersdorff (1660 - 1729)
- 19 Okt 1729 - 27 Okt 1730 Kristian Frederik Holstein (1678 – 1747)
- 28 Okt 1730 - 1 Jun 1735 Johan Ludvig Holstein (1694 – 1763)
- 6 Jul 1735 - 17 Dez 1748 Nikolaus Gersdorff (1668 - 1748)
- 29 Jan 1749 - 24 Jul 1750 Konrad Ditlev Reventlow (1704 - 1750)
- 5 - 18 Okt 1750 Adolph Andreas von der Lühe (1695 - 1750)
- 27 Okt 1750 - 9 Mar 1764 Holger Skeel (1699 - 1764)
- 27 Mar 1764 - 26 Feb 1776 Eggert Kristoffer Knuth (1722 - 1776)
- 11 Mar 1776 - 1 Apr 1787 Henrik Adam Brockenhuus (1720 – 1803)
- 1 Apr 1787 - 26 Mai 1790 Gregers Kristian Haxthausen (1733 – 1802)
- 26 Mai 1790 - 6 Jul 1802 Johan Heinrich Knuth (1746 - 1802)
- 23 Jul 1802 - 12 Nov 1810 Frederik Hauch (1754 - 1839)
- 12 Nov 1810 - 22 Mai 1816 Werner Jasper Andreas Moltke (1755 – 1835)
- 6 Jul 1816 - 5 Mar 1821 Christopher Schøller Bülow (1770 - 1830)
- 24 Mar 1821 - 2 Mar 1831 Frederik von Lowzow (1788 - 1869)
- 12 Mar 1831 - 21 Jul 1850 Frederik Kristian Julius Knuth (1787 – 1852)
Lensmand af Københavns Amt
- 8 Mai 1658 - 20 Aug 1682 Johan Kristoffer Körbitz (1612 - 1682)
Amtmaender af København
- 1 Okt 1682 - 13 Jan 1699 Adam Levin Knnth (1648 - 1699)
- 24 Jan 1699 - 10 Jan 1709 Knud Juel (1665 - 1709)
- 8 Jun 1709 - 30 Aug 1723 Iver Rosenkrantz (1674 - 1745)
- 24 Jan 1724 - 27 Okt 1730 Hans Seidelin til Hagestedgaard (1665 - 1740)
- 28 Okt 1730 - 1 Jun 1735 Johan Ludvig Greve Holstein (1694 - 1763)
- 6 Jul 1735 - 17 Dez 1748 Niels Gersdorff (1688 - 1748)
- 29 Jan 1749 - 24 Jul 1750 Conrad Ditlev Reventlow (1704 - 1750)
- 5 Okt 1750 - 22 Sep 1752 Kristian Sigfried von Plessen (1716 - 1755)
- 7 Nov 1752 - 15 Okt 1756 Christian Ulrik von Nissen (1691 - 1756)
- 27 Okt 1756 - 15 Dez 1769 Jens Juel-Vind Friherre til Juellinge (1723 - 1776)
- 19 Dez 1769 - 2 Mai 1771 Christian Leberecht friherre von Pröck (1718 – 1780)
- 2 Mai 1771 - 31 Dez 1799 Kristian Ludvig Scheel-Plessen (1741 - 1801)
- 1 Jan 1800 - 6 Jul 1802 Johan Heinrich Knuth (1746 - 1802)
- 23 Jul 1802 - 12 Nov 1810 Frederik Hauch (1754 - 1839)
- 12 Nov 1810 - 22 Mai 1816 Werner Jasper Andreas Moltke (1755 - 1835)
- 6 Jul 1816 - 5 Mar 1821 Christopher Schøller Bülow (1770 - 1830)
- 24 Mar 1821 - 2 Mar 1831 Frederik von Lowsow (1788 - 1869)
- 12 Mar 1831 - 1 Okt 1845 Frederik Julius greve Knuth (1787 - 1852)
- 1 Okt 1845 - 16 Jan 1847 Henrik Moltke til Mullerup (1799 - 1847)
- 18 Feb 1847 - 9 Okt 1859 Peter Jakobsen Tetens (1797 - 1859)
- 1 Jan 1860 - 30 Nov 1872 Carl Frederik Simony (1806 - 1872)
- 1 Apr 1873 - 30 Sep 1889 Johan Christian Bille-Brahe (1819 - 1899)
- 1 Okt 1889 - 3 Mar 1909 Christian Peter Mathias Bache (1830 - 1910)
- 1 Mai 1909 - 31 Dez 1910 Frederik de Jonquières (1854 - 1925)
- 1 Apr 1911 - 4 Feb 1915 Anders Dybdal (1852 - 1915)
- 4 Feb - 1 Nov 1915 Ove Christopher Høegh-Guldberg Koefoed [amtierend] (1871 - 1933)
- 1 Nov 1915 - 31 Okt 1932 Christian Emil Anker Ammentorp (1862 - 1947)
- 1 Nov 1932 - 19 Feb 1935 Frederik Martensen-Larsen (1872 - 1935)
- 1 Sep 1935 - 31 Mar 1952 Kristian Haugen-Johansen (1880 - 1955)
- 1 Apr 1952 - 31 Mar 1965 Ove Kristian Larsen (1895 - 1975)
- 1 Apr 1965 - 30 Sep 1980 Børge Hancke Rossel (1910 - 2002)
Præsidenter af København (Bürgermeister von Kopenhagen)
- 1660 - 1667 Hans Nansen "den aeldre" (1598 - 1667)
- 1667 - 1671 Peter Bülche (1605 - 1671)
- 1672 - 1688 Peder Hansen Resen (1625 - 1688)
- 1688 - 1713 Hans Nansen "den yngre" (1635 - 1713)
- 1713 - 1724 Johannes Christensen Meller (um 1650 - 1724)
- 1724 - 1736 Johan Schrader (1663 - 1736)
- 1736 - 1747 Christian Braem (1683 - 1752)
Overpræsidenter af København (Oberbürgermeister von Kopenhagen)
- 1747 - 1750 Jacob Benzon (1688 - 1775)
- 1750 - 1754 Frederik Otto von Rappe (1675 - 1758)
- 1754 - 1771 Volrad August von der Lühe (1705 - 1778)
- 1771 - 1772 Ulrik Adolf Holstein (1731 - 1789)
- 1772 - 1788 Gotthardt Albrecht Braem (1710 - 1788)
- 1788 - 1794 Adolph Sigfried von der Osten (1726 - 1797)
- 1794 - 1809 Christian Urne (1749 - 1821)
- 1809 - 1816 Frederik Adeler (1764 - 1816)
- 1816 - 1834 Werner Jasper Andreas Moltke (1755 - 1835)
- 1834 - 1846 Andreas Christian Kierulff (1782 - 1946)
- 1846 - 20 Mar 1856 Michael Lange (1788 - 1856)
- 1857 - 1864 Hans Helmuth von Lüttichau (1794 - 1869)
- 1864 - 1870 Cosmus Braestrup (1789 - 1870)
- 1870 - 1883 Ernst Emil Rosenørn (1810 - 1894)
- 1883 - 1886 Hilmar Finsen (1824 - 1886)
- 1886 - 29 Dez 1891 Carl Ludvig Adolph Benzon (1823 - 1891)
- 1892 - 1899 Christian Sophus Klein (1824 - 1900)
- 1900 - 1910 Valdemar Oldenburg (1834 - 1918)
- 1911 - 1924 Frederik de Jonquières (1854 - 1925)
- 1924 - 16 Mar 1928 Jens Jensen (1859 - 1928)
- 1928 - 6 Dez 1945 Johan Keller Bülow (1885 - 1945)
- 7 Dez 1945 - 1977 Carl Adam Christian Moltke [amtierend bis 1946] (1907 - 1985)
Overborgmestre af København (Oberbürgermeister von Kopenhagen)
- 1 Apr 1938 - 25 Apr 1946 Viggo Christensen (1880 - 1967) SD
- 25 Apr 1946 - 31 Mai 1956 Hans Peter Sørensen (1886 - 1962) SD
- 1 Jun 1956 - 24 Apr 1962 Sigvard Munk (1891 - 1983) SD
- 26 Apr 1962 - 31 Mar 1976 Urban Willy Tage Hansen (1908 - 1986) SD
- 1 Aspr 1976 - 14 Feb 1989 Egon Weidekamp (1921 - 2000) SD
- 15 Feb 1989 - 24 Okt 2004 Jens Kramer Mikkelsen (* 1951) SG
- 25 - 26 Okt 2004 Hellen Hedemann [w]
- 27 Okt 2004 - 31 Dez 2005 Lars Engberg (1943 - 2017) SD
- 1 Jan 2006 - 31 Dez 2009 Ritt Bjerregaard [w] (1941 - 2023) SD
- 1 Jan 2010 - 19 Okt 2020 Frank Jensen (* 1961) SD
- 19 Okt 2020 - 31 Dez 2021 Lars Weiss [amtierend] (* 1971) SD
- 1 Jan 2022 - 29 Aug 2024 Sophie Hæstorp Andersen [w] (* 1974) SD
- 31 Aug 2024 - 31 Dez 2025 Lars Weiss [2, amtierend]
- seit 1 Jan 2026 Sisse Marie Welling (* 1986) SD
Politische Gruppierungen
Auf Seeland sind im Prinzip alle landesweit aktiven dänischen Parteien präsent, da die Insel den Großraum Kopenhagen umfasst und damit das politische Zentrum Dänemarks bildet. Seeland ist die bevölkerungsreichste dänische Insel und Sitz der Hauptstadtregion (Kopenhagen), in der alle relevanten gesamtstaatlichen Parteien organisatorisch vertreten sind und zu Wahlen antreten. Die wichtigsten Parteien, die landesweit aktiv sind und damit auch auf Seeland Strukturen und Wählerschaft haben, sind die im Folketing vertretenen Parteien sowie einige kleinere landesweite Parteien.
Zu den bedeutenden Parteien, die auch auf Seeland aktiv sind, gehören unter anderem:
- Socialdemokratiet (Sozialdemokraten, sozialdemokratisch).
- Venstre – Danmarks Liberale Parti (rechtsliberal, agrarisch geprägt).
- Det Konservative Folkeparti (konservativ, wirtschaftsliberal).
- Radikale Venstre (linksliberal, sozialliberal).
- Socialistisk Folkeparti (links, ökologisch-sozialdemokratisch).
- Enhedslisten – De Rød-Grønne (linkssozialistisch, ökosozialistisch).
- Liberal Alliance (wirtschaftsliberal).
- Dansk Folkeparti (rechtspopulistisch, nationalkonservativ).
- Nye Borgerlige (rechts bis rechtspopulistisch).
- Alternativet (grün, postmaterialistisch).
- Danmarksdemokraterne (bürgerlich, rechter Block, Fokus auf Provinz/Land).
- Moderaterne (zentristisch, sozialliberal).
Daneben existieren weitere kleinere oder nicht (mehr) im Folketing vertretene Parteien mit landesweiter Organisation, die ebenfalls lokale Aktivitäten auf Seeland entfalten können, etwa kommunistische, christdemokratische oder andere Kleinparteien.
Justizwesen und Kriminalität
Das Justizwesen auf Seeland (Sjælland) ist – wie im gesamten Königreich Dänemark – zentral organisiert und einheitlich geregelt. Es gibt keine eigene „Insel-Justiz“. Das dänische Gerichtssystem gilt flächendeckend und wird von der Domstolsstyrelsen (Gerichtsverwaltung) in Kopenhagen zentral gesteuert. Die wichtigsten Instanzen für Seeland sind:
- Die 24 byretter (Amtsgerichte) behandeln in erster Instanz die allermeisten Zivil-, Familien-, Straf- und Zwangssachen. Auf Seeland und den dazugehörigen Inseln (Lolland-Falster, Møn etc.) gibt es mehrere solcher Amtsgerichte, unter anderem Retten i Roskilde, Retten i Næstved, Retten i Holbæk, Retten i Slagelse, Retten i Nykøbing Falster und Retten i Helsingør.
- Die Østre Landsret (Östliches Landgericht) mit Sitz in Kopenhagen ist für den größten Teil von Seeland sowie Bornholm zuständig. Sie entscheidet in Berufungsfällen und in schwereren Strafsachen als erste Instanz (zum Beispiel bei besonders schweren Verbrechen mit Geschworenen – nævningesager).
- Der Højesteret (Oberster Gerichtshof) in Kopenhagen ist die oberste Instanz für das ganze Land.
- Das Sø- og Handelsretten (See- und Handelsgericht) in Kopenhagen bearbeitet spezielle Handels- und Insolvenzsachen.
Staatsanwaltschaft und Polizei sind ebenfalls landesweit organisiert. Die meisten Strafsachen auf Seeland fallen in den Zuständigkeitsbereich der Statsadvokaten i København bzw. der regionalen Polizeidirektionen (zum Beispiel Sydsjællands og Lolland-Falsters Politi, Midt- og Vestsjællands Politi).
Dänemark gilt international weiterhin als eines der sichersten Länder Europas – das gilt auch für Seeland. Die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Straftaten ist seit etwa 2012 tendenziell rückläufig oder stabil, liegt 2024/25 landesweit bei etwa 450.000 bis 480.000 Anzeigen pro Jahr.
Die Region Sjælland (der ländlichere Teil der Insel ohne den Großraum Kopenhagen) weist in der Regel eine etwas niedrigere Kriminalitätsbelastung auf als der Landesdurchschnitt und deutlich niedriger als die Region Hovedstaden (Groß-Kopenhagen). Eigentumsdelikte (Einbruch, Diebstahl aus Kraftfahrzeugen, Fahrraddiebstahl) sind in den städtischen Gebieten um Kopenhagen und in den größeren Provinzstädten (Roskilde, Næstved, Slagelse, Holbæk) deutlich häufiger als in den kleinen Orten und auf dem Land.
Die Gewaltkriminalität (einfache Körperverletzung, schwere Gewalt, Raub) ist auf Seeland insgesamt sehr niedrig. Schwerste Gewaltverbrechen (Tötungsdelikte) kommen pro Jahr nur in einstelligen oder niedrigen zweistelligen Zahlen vor. Drogenkriminalität und damit verbundene Bandenkriminalität konzentrieren sich fast ausschließlich auf den Großraum Kopenhagen und einzelne Problemviertel (zum Beispiel Nørrebro, Gellerup bei Aarhus – aber nicht primär auf dem restlichen Seeland). Jugendkriminalität und Verkehrsdelikte sind in den Provinzstädten der Region Sjælland etwas stärker vertreten als auf dem flachen Land.
Zahlenmäßig liegt die Kriminalitätsrate (Straftaten pro 100.000 Einwohner) in der Region Sjælland meist 10 bis 25 % unter dem Landesdurchschnitt, während der Großraum Kopenhagen (Region Hovedstaden) deutlich darüber liegt. Besonders sicher sind ländliche Kommunen wie Odsherred, Stevns, Sorø oder Teile von Lolland-Falster.
Flagge und Wappen
Die Region Sjælland (Region Zealand) umfasst den größten Teil der Insel Seeland (ohne den Großraum Kopenhagen) sowie die Inseln Lolland, Falster und Møn. Sie nutzt als „Flagge“ ein dunkelblaues Tuch, auf dem zentral das offizielle Regionslogo in Weiß abgebildet ist. Dieses Logo ist eine abstrakte, moderne Gestaltung mit wellenförmigen Linien und Formen, die Wasser, Inseln und Landschaft symbolisieren sollen. Ein traditionelles Wappen im heraldischen Sinne existiert nicht, da die Regionen per Gesetz keine historischen Wappen führen dürfen.
Die Region Hovedstaden (Hauptstadtregion / Capital Region of Denmark) umfasst den Nordosten Seelands einschließlich Kopenhagen, Frederiksberg, die nördlichen Vororte sowie die Insel Bornholm. Auch hier dient als quasi-Flagge ein dunkelblaues Banner mit dem weißen, geometrisch-abstrakten Logo der Region in der Mitte. Das Design symbolisiert in stilisierter Form Stadt, Wasser und Verbindungen (Zum Beispiel Brücken). Wie bei allen dänischen Regionen gibt es auch hier kein echtes Wappen.
Hauptstadt
Vor Kopenhagen war Roskilde (etwa 30 km westlich von Kopenhagen) das Machtzentrum Seelands und die Hauptstadt des mittelalterlichen Dänemark. Die Stadt diente vom 11. Jahrhundert bis ins 15. Jahrhundert als politisches, religiöses und monarchisches Zentrum. Hier befanden sich die Königsgräber im Dom, wichtige Versammlungen und der Bischofssitz. Roskilde war lange Zeit
Seit dem frühen 15. Jahrhundert ist Kopenhagen (København) im Nordosten Seelands (mit einem kleineren Teil auf der benachbarten Insel Amager) das politische Zentrum der Insel und ganz Dänemarks. Die Stadt entwickelte sich ursprünglich aus einem Wikinger-Fischerdorf, das bereits im 10. Jahrhundert existierte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1043 als „Havn“ (Hafen). Im Jahr 1167 gründete Bischof Absalon eine Burg auf der kleinen Insel Slotsholmen im heutigen Stadtzentrum – dies gilt als eigentliche Gründung der befestigten Stadt.
Der Wechsel zur Hauptstadt Kopenhagen vollzog sich schrittweise im frühen 15. Jahrhundert. Ab 1416/17 machte König Erik von Pommern (Erik VII.) Kopenhagen zu seiner ständigen Residenz, indem er in die dortige Burg einzog. Dies markiert den entscheidenden Moment, ab dem die Stadt de facto als Hauptstadt galt. Im Jahr 1443 (manchmal wird auch 1445 genannt) wurde der Wechsel endgültig vollzogen. Roskilde verlor damals offiziell die Hauptstadtfunktion an Kopenhagen.
Die Gründe dafür lagen vor allem in der strategischen und wirtschaftlichen Bedeutung Kopenhagens: Der ausgezeichnete natürliche Hafen, die zentrale Lage an der Øresund-Meerenge (wichtig für den Ostsee-Handel) sowie die Nähe zu den damals dänischen Gebieten in Südschweden (Schonen, Halland, Blekinge) machten die Stadt zum idealen Macht- und Handelszentrum. Unter späteren Königen wie Christian IV. (Regierungszeit 1588 bis 1648) wuchs Kopenhagen massiv aus und festigte seine Rolle als unumstrittene Hauptstadt.
Verwaltungsgliederung
Zur Hauptstadtregion (Hovedstaden) gehören auch Amager, Bornholm, Ertholmene und andere kleinere Nebeninseln:
| Kommune | Fläche (2015) in km² | Einwohner 2025 |
| Albertslund Kommune | 23,2 | 28.117 |
| Allerød Kommune | 67,4 | 26.128 |
| Ballerup Kommune | 34 | 52.939 |
| Bornholms Regionskommune | 588,3 | 38.966 |
| Brøndby Kommune | 21 | 40.401 |
| Dragør Kommune | 18,3 | 14.450 |
| Egedal Kommune | 125,9 | 45.563 |
| Fredensborg Kommune | 112,1 | 42.186 |
| Frederiksberg Kommune | 8,7 | 105.840 |
| Frederikssund Kommune | 247,1 | 47.052 |
| Furesø Kommune | 56,8 | 42.540 |
| Gentofte Kommune | 25,6 | 75.076 |
| Gladsaxe Kommune | 24,9 | 70.958 |
| Glostrup Kommune | 13,3 | 24.869 |
| Gribskov Kommune | 279,5 | 41.797 |
| Halsnæs Kommune | 121,9 | 31.633 |
| Helsingør Kommune | 118,9 | 63.953 |
| Herlev Kommune | 12,1 | 30.784 |
| Hillerød Kommune | 214,8 | 54.855 |
| Hvidovre Kommune | 22,9 | 53.760 |
| Høje-Taastrup Kommune | 78,3 | 59.059 |
| Hørsholm Kommune | 31,3 | 25.168 |
| Ishøj Kommune | 26,5 | 24.365 |
| Kopenhagen | 86,2 | 667.099 |
| Lyngby-Taarbæk Kommune | 38,8 | 58.713 |
| Rudersdal Kommune | 73,3 | 57.342 |
| Rødovre Kommune | 12,2 | 44.734 |
| Tårnby Kommune | 66,1 | 44.034 |
| Vallensbæk Kommune | 9,5 | 18.322 |
Die Region Seeland (Sjælland) umfasst neben der Hauptinsel auch Amager, Møn, Falster und Lolland sowie zahlreiche kleinere Nebeninseln:
| Gemeinde | Fläche (2014) in km² | Einwohner 2025 |
| Faxe | 404,9 | 37.820 |
| Greve | 60,4 | 53.536 |
| Guldborgsund (Ost-Lolland und Falster) | 900,6 | 59.350 |
| Holbæk | 577,2 | 74.490 |
| Kalundborg | 575,1 | 48.103 |
| Køge | 256,5 | 63.335 |
| Lejre | 238,9 | 29.594 |
| Lolland (West-Lolland) | 886,1 | 39.122 |
| Næstved | 676,4 | 84.895 |
| Odsherred | 354,1 | 32.225 |
| Ringsted | 294,6 | 36.286 |
| Roskilde | 211,8 | 91.623 |
| Slagelse | 568 | 80.481 |
| Solrød | 40,1 | 24.732 |
| Sorø | 308,3 | 30.641 |
| Stevns | 250,1 | 23.612 |
| Vordingborg (mit Møn) | 619,6 | 45.057 |
Verwaltungsgliederung:
2 regioner (Regionen)
42 kommuner (Gemeinden)
340 byområder (Ortschaften)
Bevölkerung
Im Folgenden die Bevölkerungsentwicklung samt Dichte, bezogen auf die Fläche von 7.031,02 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1901 886 426 126,07
1906 941 867 133,96
1911 1 003 076 142,66
1916 1 076 094 153,05
1921 1 144 105 162,72
1925 1 202 769 171,07
1930 1 251 661 178,02
1935 1 338 839 190,42
1940 1 406 232 200,00
1945 1 482 978 210,92
1950 1 610 123 229,00
1955 1 693 447 240,85
1960 1 771 557 251,96
1965 1 855 500 263,90
1970 1 949 607 277,29
1976 1 987 549 282,68
1981 1 987 090 282,62
1986 1 973 621 280,70
1990 1 972 711 280,57
1995 2 005 431 285,30
1998 2 044 970 290,85
1999 2 056 488 292,49
2000 2 067 606 294,07
2001 2 079 128 295,71
2002 2 088 963 297,11
2003 2 096 449 298,17
2004 2 101 919 298,95
2005 2 108 877 299,94
2006 2 115 317 300,85
2007 2 120 475 301,59
2008 2 130 970 303,08
2009 2 147 281 305,40
2010 2 164 217 307,81
2011 2 181 252 310,23
2012 2 194 138 312,07
2013 2 288 348 325,46
2014 2 224 773 316,42
2015 2 243 297 319,06
2016 2 267 659 322,52
2017 2 287 740 325,38
2018 2 302 074 327,41
2019 2 312 385 328,88
2020 2 319 705 329,92
2021 2 327 923 331,09
2022 2 342 353 333,15
2023 2 369 347 336,98
2024 2 389 663 339,87
2025 2 409 950 342,76
Die Einwohnerzahl wuchs von 1981 bis 2001 im Jahresdurchschnitt um 0,23 %.
Volksgruppen
Die mit Abstand größte und dominante Bevölkerungsgruppe sind die ethnischen Dänen (dansk oprindelse), also Personen mit mindestens einem in Dänemark geborenen Elternteil mit dänischer Staatsbürgerschaft. Sie machen landesweit etwa 85 bis 86 % der Bevölkerung aus, auf Seeland liegt der Anteil in etwa im gleichen Bereich, tendenziell sogar etwas höher. Seeland gilt als das historische und kulturelle Kernland Dänemarks – hier liegen die ältesten Königsgräber, die wichtigsten mittelalterlichen Zentren (Roskilde, Lejre) und die Hauptstadt Kopenhagen. Es existieren auf der Insel keine anerkannten indigenen Volksgruppen mit historischer Präsenz. Die einzigen offiziell anerkannten indigenen Völker im gesamten Königreich Dänemark sind die Inuit (Kalaallit, Inughuit, Tunumiit) aus Grönland und die Sámi im Norden Norwegens, Schwedens und Finnlands. Beide Gruppen sind auf Seeland nur als kleine Minderheit durch Zuzug vertreten: In ganz Dänemark leben etwa 17.000 bis 20.000 Menschen grönländischer Herkunft, von denen ein bedeutender Teil in Kopenhagen wohnt.
Historische nationale Minderheiten, wie sie etwa in Nordschleswig (Sønderjylland) existieren (deutsche Minderheit mit rund 15.000 Personen), gibt es auf Seeland praktisch nicht. Auch die kleine jüdische Gemeinde (seit dem 17. Jahrhundert in Kopenhagen ansässig, heute etwa 6.000 bis 8.000 Personen im ganzen Land) oder Roma-Familien sind stark integriert und zahlenmäßig unbedeutend. Seeland war nie Schauplatz größerer historischer Siedlungen anderer Völkergruppen wie in Grenzregionen oder auf Bornholm.
Die moderne Vielfalt entstand vor allem durch Arbeitsmigration (ab den 1960er Jahren), Flüchtlingszuzug (seit den 1990er Jahren) und EU-Freizügigkeit (ab 2004). Landesweit beträgt der Anteil an Immigranten und deren Nachkommen etwa 14 bis 15 %, auf Seeland – insbesondere in der Region Hovedstaden – liegt er deutlich höher und erreicht in manchen Stadtteilen Kopenhagens (Nørrebro, Vesterbro, Amager, Tingbjerg) 30–50 %. In der ländlicheren Region Sjælland (Roskilde, Næstved, Holbæk, Slagelse, Kalundborg, Lolland-Falster) ist der Anteil mit 8 bis 12 % deutlich niedriger und konzentriert sich meist auf Arbeitsmigranten.
Die größten und einflussreichsten Einwanderergruppen auf Seeland (basierend auf Herkunftsland und Abstammung, Daten von Statistics Denmark 2025) sind:
- Polen – die größte Gruppe, vor allem seit dem EU-Beitritt 2004 durch Arbeitsmigration (Bau, Landwirtschaft, Dienstleistungen)
- Türken – seit den 1960er/70er Jahren als Gastarbeiter gekommen, heute eine etablierte Gemeinschaft mit eigener Kultur und Moscheen in Kopenhagen
- Syrer – starker Zuzug seit dem Bürgerkrieg ab 2015/16, vor allem in Kopenhagen und Vororten
- Iraker, Libanesen, Palästinenser und andere arabische Gruppen
- Rumänen und andere Osteuropäer (seit EU-Osterweiterung)
- Deutsche – oft Pendler oder Zuzügler nach Kopenhagen (besonders aus Norddeutschland)
- Ukrainer – seit dem russischen Angriff 2022 sehr starker Zuzug (Tausende allein in Kopenhagen und Umgebung)
- Weitere nennenswerte Gruppen: Somalier, Afghanen, Iraner, Pakistani, Thailänder, Chinesen, Vietnamesen und Inder
In der Region Sjælland (außerhalb der Hauptstadt) dominieren Polen, Rumänen und Syrer, oft in ländlichen Kommunen als Arbeitskräfte in Landwirtschaft, Gartenbau und Industrie. In Kopenhagen und Umgebung ist die Vielfalt am stärksten: Hier leben Menschen aus über 180 Nationalitäten nebeneinander, was sich in multikulturellen Stadtteilen, internationalen Schulen, Moscheen, Tempeln und Restaurants widerspiegelt.
Sprachen
Die Haupt- und Alltagssprache auf Seeland ist Dänisch. Genauer gesagt wird dort überwiegend Reichsdänisch (Rigsdansk) gesprochen, das als Standardform der dänischen Sprache gilt. Diese Variante bildet die Grundlage für das Dänisch in Schulen, Medien, Verwaltung und Literatur. Da sich auf Seeland mit Kopenhagen die Hauptstadt befindet, hat sich der dortige Sprachgebrauch stark normbildend auf das gesamte Land ausgewirkt. Viele Dänen empfinden das Seeländische daher als „akzentfreies“ oder neutrales Dänisch, obwohl es natürlich regionale Besonderheiten in Aussprache und Intonation gibt.
Historisch gesehen entwickelten sich auf Seeland verschiedene ostdänische Dialekte, die sich von den Dialekten Jütlands deutlich unterschieden. Diese seeländischen Dialekte waren Teil des größeren ostdänischen Sprachraums, zu dem früher auch die heutigen südschwedischen Gebiete (Skåne, Halland, Blekinge) gehörten. Charakteristisch waren unter anderem eine weichere Aussprache bestimmter Konsonanten und eigene Wortformen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts sind diese traditionellen Dialekte jedoch stark zurückgegangen. Urbanisierung, Schulbildung, Rundfunk und Fernsehen haben dazu geführt, dass heute vor allem das Standarddänisch dominiert, während echte Dialektformen meist nur noch bei älteren Menschen oder in ländlicheren Gegenden vorkommen.
Neben dem Dänischen spielt Englisch auf Seeland eine sehr wichtige Rolle. Es wird fast durchgängig als erste Fremdsprache beherrscht und ist besonders in Kopenhagen im Alltag, in der Wirtschaft, an Universitäten und im Tourismus allgegenwärtig. Viele Bewohner wechseln problemlos zwischen Dänisch und Englisch, sodass englische Gespräche im öffentlichen Raum völlig normal sind. In internationalen Unternehmen oder akademischen Einrichtungen ist Englisch oft sogar Arbeitssprache.
Darüber hinaus sind auf Seeland auch weitere Sprachen präsent, was vor allem auf Migration und Globalisierung zurückzuführen ist. Häufig zu hören sind unter anderem Arabisch, Türkisch, Urdu, Polnisch und Somali, besonders in städtischen Gebieten. Diese Sprachen werden meist innerhalb von Familien und Gemeinschaften gesprochen, während Dänisch die verbindende Sprache im öffentlichen Leben bleibt. Dadurch ist Seeland heute sprachlich vielfältiger als viele andere Regionen Dänemarks.
Religion
Historisch war Seeland, wie ganz Dänemark, zunächst von nordischen, vorchristlichen Religionen geprägt. Die Menschen verehrten Götter wie Odin, Thor und Freya, und religiöse Rituale waren eng mit Natur, Jahreszeiten und Gemeinschaft verbunden. Mit der Christianisierung im 10. und 11. Jahrhundert, die besonders durch Könige wie Harald Blauzahn vorangetrieben wurde, setzte sich das Christentum allmählich durch. Kirchen und Klöster entstanden, und das Christentum wurde zur prägenden Religion auf Seeland.
Seit der Reformation im Jahr 1536 ist der evangelisch-lutherische Glaube die dominierende Konfession. Die Dänische Volkskirche (Folkekirken) hat bis heute ihren institutionellen und geistlichen Schwerpunkt auf Seeland, insbesondere in Kopenhagen. Viele der bedeutendsten Kirchen des Landes, darunter der Dom zu Roskilde, befinden sich auf der Insel. Obwohl ein Großteil der Bevölkerung formal Mitglied der Volkskirche ist, spielt Religion für viele Menschen im Alltag eine eher kulturelle als strikt religiöse Rolle. Kirchliche Feste wie Weihnachten, Ostern oder Konfirmationen haben dennoch eine große gesellschaftliche Bedeutung.
Neben der lutherischen Mehrheitskirche existieren auf Seeland auch andere christliche Gemeinschaften. Dazu zählen katholische Gemeinden, orthodoxe Kirchen sowie verschiedene freikirchliche Bewegungen. Diese sind zahlenmäßig kleiner, aber besonders in den Städten aktiv und sichtbar. Historisch wichtig ist auch die jüdische Gemeinde, die seit dem 17. Jahrhundert vor allem in Kopenhagen ansässig ist und einen festen Platz in der Religionsgeschichte Seelands hat.
In der Gegenwart ist Seeland durch religiöse Vielfalt gekennzeichnet. Durch Migration haben sich insbesondere muslimische Gemeinden etabliert, die heute eine der größten religiösen Minderheiten darstellen. Moscheen und islamische Kulturzentren sind vor allem im Großraum Kopenhagen zu finden. Daneben gibt es Anhänger des Buddhismus, Hinduismus und anderer Weltreligionen, die das religiöse Leben der Insel weiter bereichern.
Gleichzeitig ist Seeland, wie ganz Dänemark, stark von Säkularisierung geprägt. Viele Menschen bezeichnen sich zwar als religiös zugehörig, praktizieren ihren Glauben jedoch nur selten. Religion wird häufig als persönliche Angelegenheit verstanden und tritt im öffentlichen Leben eher zurückhaltend auf.
Evangelisch-Lutherische Kirche
Das Bistum Kopenhagen (Københavns Stift) ist die oberste Verwaltungseinheit der evangelisch-lutherischen Dänischen Volkskirche. Der Bischof von Kopenhagen hat unter den dänischen Bischöfen die Funktion als primus inter pares. Administratives Haupt der Kirche ist jedoch der Kirchenminister und formal die Königin. Die Zentralkirche des Bistums Kopenhagen ist die Kopenhagener Frauenkirche, auch Dom zu Kopenhagen genannt. Zum Gebiet des Bistums gehören neben der Stadt Kopenhagen die benachbarten Kommunen Frederiksberg, Tårnby und Dragør sowie die Insel Bornholm. Das Bistum ist in neun Propsteien eingeteilt.
Anstelle des 991 errichteten Bistums Roskilde wurde in der Reformation 1537 das lutherische Bistum Seeland errichtet. Die Superintendenten (erst im 17. Jahrhundert nahmen sie wieder den Bischofstitel an) residierten zwar (wie zumeist auch ihre Vorgänger) in Kopenhagen, weil sie auch als Professoren an der Universität lehren mussten, hatten aber den Dom zu Roskilde als Hauptkirche. Sie hatten die Funktion eines primus inter pares unter den dänischen Bischöfen.
Das Bistumsgebiet umfasste die Ostseeinseln Seeland und Møn, nicht mehr jedoch das seit langem pommersche Rügen. 1660 kam die Insel Bornholm dazu, die bis dahin zum Bistum Lund gehört hatte. Auch die Färöer (bis 1990), Grönland (bis 1993) und weitere Überseegebiete gehörten zum Bistum.
Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts hatte es Pläne gegeben, das Bistum Seeland zu teilen, dessen Bevölkerung stark gestiegen war. Seit 1920 betrieb Kultusminister Jens Christian Christensen die Errichtung eines neuen Bistums. Nach längeren Auseinandersetzungen im Folketing wurde am 22. November 1922 auf königliche Anordnung das flächenmäßig größere, aber geringer bevölkerte Bistum Roskilde gegründet. Zugleich wurde das Bistum Seeland zum Bistum Kopenhagen. Der letzte seeländische Bischof Harald Ostenfeld amtierte bis 1934 weiter als Bischof von Kopenhagen. 1961 wurde der nördliche Teil der Hauptstadtregion aus dem Bistum herausgenommen, um das Bistum Helsingør zu schaffen.
Bischöfe von Kopenhagen
- 1922 - 1934 Harald Ostenfeld
- 1934 - 1960 Hans Fuglsang-Damgaard
- 1960 - 1975 Willy Westergaard Madsen
- 1975 - 1992 Ole Bertelsen
- 1992 - 2009 Erik Norman Svendsen
- seit 2009 Peter Skov-Jakobsen
Römisch-Katholische Kirche
Das Bistum Kopenhagen (lateinisch Dioecesis Hafniae) ist die einzige katholische Diözese Dänemarks und umfasst das gesamte Königreich Dänemark, einschließlich der Färöer und Grönlands. Es ist flächenmäßig eines der größten Bistümer der Welt. Als exemte („unmittelbare“) Diözese ist es direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt. Der Bischofssitz befindet sich in Kopenhagen. Diözesanpatron ist der Heilige Ansgar, der Apostel Skandinaviens.
Das Königreich Dänemark führte 1536 die Reformation ein. Die katholischen Bischöfe wurden abgesetzt und durch neue lutherische Superintendenten ersetzt worden (die im 17. Jahrhundert wieder den Bischofstitel annahmen). Erst im 19. Jahrhundert kamen wieder katholische Missionare des Apostolischen Vikariat des Nordens ins Land und gründeten am 7. August 1868 das Apostolische Vikariat Nordmission, das direkt dem Heiligen Stuhl unterstand und das Gebiet Dänemark umfasste. Dazu kam die Insel Bornholm vom schwedischen Vikariat und Island, Grönland und Färöer aus der Nordpolmission. Schon ein Jahr später wurde es zur Apostolischen Präfektur Dänemark herabgestuft um am 15. März 1892 zum Apostolischen Vikariat Dänemark erhoben zu werden. 1920 kam Nordschleswig von der Apostolischen Präfektur Schleswig-Holstein mit dem Breve Quae catholico an das dänische Vikariat. Am 12. Juni 1923 gab es Island zur Gründung der Apostolischen Präfektur Island ab. Am 29. April 1953 wurde mit der Bulle Certiores facti durch Pius XII. das Bistum Kopenhagen gegründet. Die rund 35.000 Diözesanen sind überwiegend Einwanderer und deren Nachkommen.
Nach der Chronik des Adam von Bremen von 1076 war Grönland damals schon christlich. Im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts existierte ein Bischofssitz in Gardar (heute Igaliku). Das Bistum Gardar wurde 1126 errichtet und 1378 aufgelöst, aber 1996 wiedererrichtet als Titularbistum Gardar. Die Ankunft der Inuit auf Grönland scheint ab 1400 der katholischen Kirche auf der Insel ein Ende gesetzt zu haben. Ab dem 18. Jahrhundert fand eine Neumissionierung durch protestantische Prediger statt. Die rund 300 Katholiken auf Grönland gehören heute zur einzigen katholischen Pfarrei Grönlands, der 1958 gegründeten Pfarrei Christ König in Nuuk. Sie ist die flächenmäßig größte katholische Pfarrei der Welt. Auf den Färöern leben ungefähr 150 Gläubige aus 23 Nationen. Ihr Gotteshaus ist die von dem färöischen Architekten Arni Winther entworfene Marienkirche (Mariukirkjan) in Tórshavn.
Repräsentanten des Bistums Kopenhagen
- 1869 - 1883 Hermann Grüder (Präfekt von Dänemark)
- 1883 bis 1922 Johannes Von Euch (1883 - 1894 Präfekt von Dänemark, 1894 - 1922 Apostolischer Vikar)
- 1922 - 1938 Josef Ludwig Brems, O.Praem (Apostolischer Vikar)
- 1953 - 1964 Johannes Theodor Suhr, O.S.B. (Apostolischer Vikar)
- 1965 - 1995 Hans Ludvig Martensen, S.J. (Bischof)
- seit 1995 Czeslaw Kozon (Bischof)
Judentum
Seeland ist seit mehr als 400 Jahren das Zentrum des jüdischen Lebens in Dänemark. Hier lebt der weitaus größte Teil der dänischen jüdischen Bevölkerung, und die Hauptstadt Kopenhagen ist seit den 1680er Jahren der Mittelpunkt der organisierten jüdischen Gemeinde des Landes.
Bereits 1622 lud Christian IV. sephardische (spanisch-portugiesische) Juden nach Dänemark ein, um Handel und Wirtschaft zu fördern. Die ersten siedelten sich vor allem in Glückstadt (damals dänisch) und später in Fredericia an, doch bald entstand auch in Kopenhagen ein jüdisches Viertel. Ab 1684 durften auch aschkenasische (osteuropäische) Juden sich in der Hauptstadt niederlassen. 1833 wurde die prächtige Kopenhagener Synagoge in der Krystalgade eingeweiht – im ägyptisierenden Stil erbaut, ist sie bis heute das geistliche Zentrum des dänischen Judentums.
Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts wuchs die jüdische Gemeinde auf Seeland stetig. Viele Juden arbeiteten als Kaufleute, Bankiers, Ärzte, Rechtsanwälte oder Künstler. 1814 erhielten die Juden bürgerliche Rechte, und mit der Verfassung von 1849 wurden sie vollständig gleichberechtigt. Trotz zeitweiliger Antisemitismus-Wellen (vor allem die sogenannte Judenfehde 1813 bis 1817) wurden die Juden nach und nach ein fester Bestandteil der dänischen Gesellschaft.
Die dramatischste Episode der jüdischen Geschichte Seelands spielte sich während des Zweiten Weltkriegs ab. Im Oktober 1943 versuchten die Nationalsozialisten, alle etwa 7.800 dänischen Juden zu deportieren. Dank einer einzigartigen Rettungsaktion gelang es jedoch, fast alle über den Öresund ins neutrale Schweden zu bringen – die meisten von den nordseeländischen Küsten bei Gilleleje, Helsingør, Hornbæk und Humlebæk aus. Tausende ganz normale Dänen – Fischer, Pfarrer, Widerstandskämpfer und Familien – versteckten Juden in Dachböden, Kirchen und Bauernhöfen, bevor sie sie nachts in kleinen Booten übersetzten. Nur etwa 470 Personen wurden gefasst und nach Theresienstadt verschleppt; die meisten von ihnen überlebten.
Heute leben in Dänemark etwa 6.000 bis 7.000 Juden, von denen rund 90 % auf Seeland, vor allem im Großraum Kopenhagen, wohnen. Das Mosaiske Trossamfund (Jüdische Gemeinde Dänemarks) hat seinen Sitz in Kopenhagen und betreibt die Synagoge in der Krystalgade, die jüdische Schule (Carolineskolen), ein Altenheim, ein Kulturzentrum sowie das Jüdische Museum. Neben der orthodoxen Hauptströmung gibt es auch kleine reformjüdische und konservative Gruppierungen. Das jüdische Leben auf Seeland ist heute von Tradition und moderner Integration zugleich geprägt. Feste wie Pessach, Jom Kippur und Chanukka werden gefeiert, während viele Juden gleichzeitig vollständig in die dänische Gesellschaft eingebunden sind.
In den letzten Jahren lebt allerdings, vorangetrieben durch linke Aktivisten in Kooperation mit islamischen Radikalen, der Antisemitismus wieder auf. Bei sogenannten Palästina-Demonstrationen wird immer wieder die Auslöschung des „jüdischen Staates“ Israel gefordert. Seit Sommer 2025 bewegen sich die größeren Demonstrationen in Kopenhagen typischerweise im Bereich von 5.000 bis 15.000 Teilnehmern. Eine große Kundgebung gab es am 24. August 2025 mit über 10.000 Menschen, die ein Ende des Krieges und die Anerkennung Palästinas durch Dänemark forderte. Kleinere wöchentliche oder spontane Aktionen liegen bei 500 bis 2.000 Personen.
Dänemark hat seit Ende 2023 eine sehr harte Haltung gegenüber Antisemitismus (neuer Aktionsplan 2026 bis 2029 mit 120 Mio. DKK), was die Debatte zusätzlich polarisiert. Gleichzeitig bleibt die Regierung (Sozialdemokraten unter Mette Frederiksen) ein klarer Unterstützer Israels – was wiederum die Proteste antreibt.
Islam
Bereits seit dem 19. Jahrhundert sind einzelne Muslime nachweisbar, und in den 1920er-Jahren konvertierten erste Dänen. Die eigentliche Geschichte des organisierten Islams begann jedoch in den 1960er Jahren, als Dänemark Gastarbeiter aus der Türkei, Pakistan, Marokko und anderen Ländern anwarb. Ab den 1970er und 1980er Jahren kamen Flüchtlinge sowie deren Familiennachzug aus Krisengebieten wie dem Libanon, dem Iran und Irak, dem zerfallenden Jugoslawien, Somalia, Afghanistan, Irak und später Syrien hinzu. 1967 eröffnete die Ahmadiyya-Gemeinde die erste Moschee Dänemarks (Nusrat Djahan-Moschee in Hvidovre bei Kopenhagen).
Heute leben in Dänemark schätzungsweise zirka 300.000 bis 320.000 Muslime (etwa 5 bis 5,5 % der Bevölkerung), von denen der weitaus größte Teil (rund 70 bis 80 %) auf Seeland, vor allem im Großraum Kopenhagen, konzentriert ist. Die muslimische Gemeinde ist sehr vielfältig: etwa 85 % Sunniten, 10 bis 15 % Schiiten, dazu kleinere Gruppen wie Ahmadiyya und Alawiten. Die Herkunftsländer reichen von der Türkei über Syrien, Irak, Pakistan, Somalia bis Afghanistan und Marokko.
In Kopenhagen entstanden im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Moscheen – viele zunächst in umgebauten Kellern, Lagerhallen oder Wohnungen. Seit 2014 markieren jedoch zwei große, repräsentative Bauten die Etablierung: das Hamad Bin Khalifa Civilisation Center (auch „Große Moschee von Kopenhagen“ genannt) auf Nørrebro – eine der größten Moscheen Skandinaviens mit Minarett, finanziert unter anderem durch Katar – und die schiitische Imam Ali-Moschee im Nordvestkvarter. Weitere bekannte Einrichtungen sind das Dansk Islamisk Center (seit 2007 die erste Moschee, in der alles auf Dänisch abläuft), die Mariam-Moskee (von Frauen gegründet und geleitet) sowie zahlreiche ethnisch geprägte Moscheen (türkisch, pakistanisch, arabisch undsoweiter). Insgesamt gibt es in Dänemark etwa 170 Moscheen (Stand 2017, Tendenz steigend), der Großteil davon auf Seeland.
Neben den fünf täglichen Gebeten, dem Freitagsgebet und den großen Festen (Eid al-Fitr, Eid al-Adha, Ashura bei Schiiten) gibt es muslimische Privatschulen, Halal-Lebensmittel, Jugendvereine, Beerdigungsvereine und islamische Friedhofsabschnitte (unter anderem in Brøndby). Eine neue Generation dänischsprachiger Muslime – oft in zweiter oder dritter Generation – setzt sich für einen dänisch-muslimischen Islam ein, der dänische Werte mit islamischer Praxis verbindet. Gleichzeitig aber gibt es auch hier einen fradikalen Islamismus, der die „westliche Kultur radikal ablehnt.
Der dänische Sicherheits- und Nachrichtendienst PET (Politiets Efterretningstjeneste) stufte Anfang 2026 zusammen mit dem Center for Terroranalyse (CTA) die terroristische Bedrohung für Dänemark weiterhin als alvorlig („ernst“) ein – das entspricht Stufe 4 von 5. Diese Bewertung gilt seit mehreren Jahren stabil und wurde in der letzten großen „Vurdering af terrortruslen mod Danmark 2025“ (veröffentlicht im April 2025) ausdrücklich bestätigt.
Die mit Abstand größte und konkreteste Gefahr geht nach wie vor vom militanten Islamismus aus – ebenfalls auf Stufe 4 (alvorlig). Das Bedrohungsbild hat sich seit 2023/24 sogar etwas verschärft und ist fragmentierter sowie unvorhersehbarer geworden. Der andauernde Nahost-Konflikt (insbesondere Gaza seit dem 7. Oktober 2023) wirkt weiterhin als extrem starkes Mobilisierungspotenzial für radikale Akteure. Propaganda von Islamischer Staat (IS) und al-Qaida ruft nach wie vor zu Anschlägen im Westen auf. Es treten zunehmend neue, bisher unbekannte oder lose vernetzte Einzeltäter und Kleingruppen in Erscheinung. Die Online-Radicalisierung hat massiv zugenommen: Virtuelle Netzwerke (z. B. verschlüsselte Telegram-Gruppen wie die 2025 kurzzeitig sehr aktive und später geschlossene „Rise O Muslim“) sind heute der wichtigste Treffpunkt militanter Islamisten im Westen – weit mehr als physische Moscheen oder Treffen.
Klassische organisierte Strukturen wie die Grimhøj-Moschee in Aarhus (einst ein zentraler salafistischer Knotenpunkt) oder Teile des Muslimsk Ungdomscenter haben durch jahrelange Überwachung, Finanzierungsverbote aus dem Ausland und Präventivmaßnahmen deutlich an Einfluss verloren.
Hizb ut-Tahrir Denmark bleibt jedoch präsent. Die pan-islamistische Organisation, die offen ein weltweites Kalifat fordert und Demokratie ablehnt, ist in Dänemark weiter aktiv – trotz wiederholter Verurteilungen einzelner Sprecher (zum Beispiel wegen Aufrufen gegen Israel). Im November 2025 brachten mehrere rechte Parteien (unter anderem Danmarksdemokraterne und Nye Borgerlige) einen Vorschlag ins Folketing ein, Hizb ut-Tahrir nach dem Vorbild von Banden- und Rockergruppen gerichtlich auflösen zu lassen (§ 78 Grundgesetz). Ob das gelingt, ist Anfang 2026 noch offen – bisher scheiterten solche Versuche an Beweisproblemen.
Dänemark verfolgt seit Jahren eine der härtesten und konsequentesten Anti-Islamismus-Politiken in ganz Europa:
- Verbot von Burka und Niqab im öffentlichen Raum (seit 2018)
- Gesetz gegen „unangemessene Behandlung“ religiöser Schriften (seit Ende 2023 – Hintergrund: Koranverbrennungen)
- Sehr strenge „Ghettogesetze“ mit Zwangsumsiedlungen in besonders belasteten Stadtteilen
- Verbot ausländischer Moschee-Finanzierungen
- Historisch niedrige Asylzahlen (2025 unter 1.000 positive Entscheidungen erwartet)
Diese Maßnahmen haben die physische Organisation militanter und legalistischer islamistischer Milieus deutlich geschwächt. Sie versuchen sichm zu wehren, indem sie den Proponenten dieser Politik Islamophobie vorwerfen.
Die massive Bedrohung, die von islamistischen Gruppierungen ausgeht, wurde am Fall der Mohammed-Karikaturen deutlich. Am 30. September 2005 veröffentlichte die dänische Zeitung Jyllands-Posten zwölf redaktionelle Karikaturen des Propheten Mohammed unter dem Titel „Muhammeds ansigt“ (Das Gesicht Mohammeds). Die Zeichnungen sollten eine Debatte über Selbstzensur, Kritik am Islam und die Grenzen der Meinungsfreiheit anstoßen – ausgelöst durch Schwierigkeiten, Illustratoren für ein Kinderbuch über Mohammed zu finden.
Die Veröffentlichung führte zu einer der schwersten internationalen Krisen in der dänischen Geschichte. Es gab weltweite Proteste, gewaltsame Ausschreitungen (vor allem im Nahen Osten und in Afrika), über 200 Tote, Brandanschläge auf dänische Botschaften (unter anderem in Damaskus und Beirut) und ein Boykott dänischer Produkte. Dänemark erlebte die größte außenpolitische Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.
Im September/Oktober 2025 jährte sich die Veröffentlichung zum 20. Mal. Medien wie tagesschau, Deutschlandfunk, Spiked und Cato Institute zogen Bilanz – mit ernüchterndem Tenor. Viele Kommentatoren sehen die Krise als Wendepunkt: Der Westen habe den Test der freien Meinungsäußerung nicht bestanden. Statt einer klaren Verteidigung der Pressefreiheit habe sich vielerorts eine Art de-facto-Blasphemiegesetz durchgesetzt – getrieben von Angst vor Gewalt und Rücksicht auf religiöse Gefühle.
Im Dezember 2023 führte die dänische Regierung (unter sozialdemokratischer Führung von Mette Frederiksen) ein neues Gesetz ein, das die „unangemessene Behandlung“ religiöser Schriften unter Strafe stellt – umgangssprachlich als „Koran-Gesetz“ bekannt.
Hintergrund waren wiederholte Koranverbrennungen durch den rechtsextremen Aktivisten Rasmus Paludan und andere, die 2022/23 zu diplomatischen Spannungen mit mehreren muslimischen Ländern führten - so blockierte unter anderem die Türkei den NATO-Beitritt Schwedens).
Das Gesetz verbietet öffentliche Verbrennungen, Zerreißen oder Beschädigung heiliger Texte (Koran, Bibel undsoweiter) – mit Geldstrafen oder bis zu 2 Jahren Haft. Kritiker (unter anderem Flemming Rose, der damalige Kulturchef von Jyllands-Posten) nennen es einen Rückschritt und indirekte Kapitulation vor islamistischen Forderungen nach Blasphemie-Verboten. Im Sommer 2025 kam es zu den ersten Verurteilungen nach diesem Gesetz: Zwei Personen wurden zu Geldstrafen von je 10.000 Kronen (zirka 1.340 €) verurteilt.
Die ursprünglichen 12 Karikaturen von 2005 werden in Dänemark heute praktisch nicht mehr öffentlich gezeigt oder nachgedruckt – aus Angst vor Gewalt und juristischen Konsequenzen. Die Debatte um Meinungsfreiheit vs. Religionsschutz ist weiterhin hoch emotional und polarisierend. Viele dänische Intellektuelle und Liberale sehen im Koran-Gesetz einen Sieg der Gewaltandrohung, einen Bruch mit der Tradition der skandinavischen Pressefreiheit und eine Kapitulation des Staates vor einer gewalttätignen Religionsgemeinschaft. Gleichzeitig verteidigt die Regierung das Gesetz als notwendigen Schutz der nationalen Sicherheit und diplomatischer Beziehungen in einer angespannten Weltlage (speziell bezüglich des Nahost-Konflikts und islamistischer Radikalisierung).
Siedlungen
Die Einwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt:

Seeland
| Gemeinde | S 2006 | S 2011 | S 2016 | S 2021 | S 2025 |
| Faxe | 34.661 | 35.277 | 35.614 | 36.713 | 37.820 |
| Greve | 47.968 | 47.978 | 49.518 | 50.514 | 53.536 |
| Guldborgsund | 63.451 | 62.583 | 60.979 | 60.328 | 59.350 |
| Holbæk | 67.621 | 69.521 | 69.972 | 71.913 | 74.490 |
| Kalundborg | 48.944 | 49.088 | 48.660 | 48.487 | 48.103 |
| Køge | 55.718 | 57.271 | 59.868 | 61.475 | 63.335 |
| Lejre | 26.132 | 26.764 | 27.317 | 28.173 | 29.594 |
| Lolland | 48.967 | 46.111 | 42.638 | 40.539 | 39.122 |
| Næstved | 79.284 | 80.963 | 82.342 | 83.181 | 84.895 |
| Odsherred | 32.890 | 32.845 | 32.816 | 32.923 | 32.225 |
| Ringsted | 31.094 | 32.890 | 34.031 | 34.847 | 36.286 |
| Roskilde | 80.455 | 82.542 | 86.207 | 88.889 | 91.623 |
| Slagelse | 76.519 | 77.442 | 78.140 | 79.122 | 80.481 |
| Solrød | 20.877 | 20.964 | 21.788 | 23.441 | 24.732 |
| Sorø | 28.686 | 29.499 | 29.543 | 29.993 | 30.641 |
| Stevns | 21.834 | 21.855 | 22.260 | 23.034 | 23.612 |
| Vordingborg | 46.410 | 46.170 | 45.806 | 45.268 | 45.057 |
Hauptstadtregion
| Gemeinde | S 2006 | S 2011 | S 2016 | S 2021 | S 2025 |
| Albertslund | 27.853 | 27.800 | 27.880 | 27.366 | 28.117 |
| Allerød | 23.498 | 24.096 | 24.732 | 25.893 | 26.128 |
| Ballerup | 46.654 | 47.930 | 48.224 | 49.310 | 52.939 |
| Bornholm | 43.245 | 41.802 | 39.756 | 39.570 | 38.966 |
| Brøndby | 34.247 | 34.021 | 35.322 | 35.232 | 40.401 |
| Christiansø (Ertholmene) | 92 | 94 | 91 | 90 | 90 |
| Dragør | 13.154 | 13.717 | 14.142 | 14.569 | 14.450 |
| Egedal | 39.948 | 41.614 | 42.773 | 43.696 | 45.563 |
| Fredensborg | 39.131 | 39.341 | 40.112 | 40.998 | 42.186 |
| Frederiksberg | 91.855 | 98.782 | 104.481 | 103.677 | 105.840 |
| Frederikssund | 43.702 | 44.307 | 44.725 | 45.439 | 47.052 |
| Furesø | 37.370 | 38.286 | 40.156 | 41.001 | 42.540 |
| Gentofte | 68.623 | 71.714 | 75.350 | 74.550 | 75.076 |
| Gladsaxe | 61.735 | 64.951 | 67.914 | 69.200 | 70.958 |
| Glostrup | 20.699 | 21.384 | 22.461 | 23.380 | 24.869 |
| Gribskov | 40.360 | 40.700 | 41.107 | 40.971 | 41.797 |
| Halsnæs | 30.513 | 31.056 | 31.049 | 31.420 | 31.633 |
| Helsingør | 61.340 | 61.368 | 62.092 | 63.000 | 63.953 |
| Herlev | 27.023 | 26.597 | 28.423 | 28.913 | 30.784 |
| Hillerød | 45.616 | 47.916 | 49.672 | 51.528 | 54.855 |
| Høje-Taastrup | 46.257 | 47.753 | 49.960 | 51.729 | 59.059 |
| Hørsholm | 24.317 | 24.415 | 24.965 | 24.917 | 25.168 |
| Hvidovre | 49.762 | 50.081 | 52.831 | 53.451 | 53.760 |
| Ishøj | 20.820 | 20.797 | 22.358 | 23.131 | 24.365 |
| København | 501.158 | 539.542 | 591.481 | 638.117 | 667.099 |
| Lyngby-Taarbæk | 51.908 | 52.754 | 55.097 | 56.614 | 58.713 |
| Rødovre | 36.506 | 36.524 | 38.002 | 41.113 | 44.734 |
| Rudersdal | 54.241 | 54.765 | 55.739 | 57.024 | 57.342 |
| Tårnby | 39.708 | 40.835 | 42.860 | 42.670 | 44.034 |
| Vallensbæk | 12.230 | 14.445 | 15.419 | 16.515 | 18.322 |
Die Einwohnerzahlen der wichtigsten Siedlungen der Hauptstadtregion entwickelten sich wie folgt:
| Siedlung | Status | Gemeinde | S 2006 | S 2011 | S 2016 | S 2021 | S 2025 |
| Alsønderup | Urbane Siedlung | Hillerød | 443 | 504 | 549 | 562 | 592 |
| Annisse | Urbane Siedlung | Gribskov | 313 | 315 | 293 | 302 | 315 |
| Annisse Nord | Urbane Siedlung | Gribskov | 1.442 | 1.441 | 1.494 | 1.531 | 1.576 |
| Birkerød | Urbane Siedlung | Rudersdal / Allerød / Furesø | 19.786 | 20.041 | 20.416 | 20.908 | 20.976 |
| Blistrup | Urbane Siedlung | Gribskov | 1.026 | 1.152 | 1.193 | 1.177 | 1.156 |
| Blovstrød | Urbane Siedlung | Allerød | 2.163 | 2.226 | 2.202 | 2.938 | 3.043 |
| Buresø | Ferienhaussiedlung | Egedal | 600 | 541 | 511 | 477 | 466 |
| Dalby | Urbane Siedlung | Frederikssund | 321 | 314 | 311 | 284 | 300 |
| Dalby Huse | Ferienhaussiedlung | Frederikssund | 297 | 261 | 271 | 306 | 295 |
| Esbønderup | Urbane Siedlung | Gribskov | 1.055 | 1.170 | 1.189 | 1.119 | 1.413 |
| Esrum | Urbane Siedlung | Gribskov | 491 | 530 | 527 | 531 | 486 |
| Evetofte | Ferienhaussiedlung | Halsnæs | 429 | 368 | 354 | 361 | 366 |
| Farum | Urbane Siedlung | Furesø | 18.105 | 18.521 | 19.664 | 20.199 | 20.369 |
| Ferslev | Urbane Siedlung | Frederikssund | 251 | 263 | 255 | 226 | 282 |
| Fredensborg | Urbane Siedlung | Fredensborg | 8.291 | 8.377 | 8.423 | 8.792 | 8.968 |
| Frederikssund | Urbane Siedlung | Frederikssund | 15.160 | 15.468 | 16.016 | 16.614 | 17.583 |
| Frederiksværk | Urbane Siedlung | Halsnæs | 12.151 | 12.257 | 12.282 | 12.680 | 12.837 |
| Gadevang | Urbane Siedlung | Hillerød | 1.091 | 1.116 | 1.109 | 1.138 | 1.128 |
| Ganløse | Urbane Siedlung | Egedal | 2.810 | 2.936 | 2.882 | 2.899 | 2.879 |
| Gerlev | Urbane Siedlung | Frederikssund | 751 | 783 | 773 | 977 | 1.057 |
| Gilleleje | Urbane Siedlung | Gribskov | 6.301 | 6.491 | 6.566 | 6.662 | 6.596 |
| Gørløse | Urbane Siedlung | Hillerød | 966 | 1.058 | 1.110 | 1.198 | 1.234 |
| Græse | Urbane Siedlung | Frederikssund | 206 | 204 | ... | 206 | 207 |
| Græse Bakkeby | Urbane Siedlung | Frederikssund | 2.173 | 2.368 | 2.337 | 2.229 | 2.312 |
| Græsted | Urbane Siedlung | Gribskov | 3.294 | 3.526 | 3.621 | 3.621 | 3.662 |
| Gurre | Urbane Siedlung | Helsingør | 292 | 391 | 420 | 396 | 410 |
| Hasle | Urbane Siedlung | Bornholm | 1.796 | 1.722 | 1.652 | 1.645 | 1.635 |
| Hedehusene | Urbane Siedlung | Høje-Taastrup | 11.339 | 11.421 | 11.825 | 12.874 | 16.731 |
| Hellebæk | Urbane Siedlung | Helsingør | 5.405 | 5.578 | 5.510 | 5.754 | 5.775 |
| Helsinge | Urbane Siedlung | Gribskov | 7.671 | 7.881 | 8.117 | 8.343 | 9.719 |
| Helsingør | Urbane Siedlung | Helsingør / Fredensborg | 46.546 | 46.349 | 46.829 | 47.483 | 48.134 |
| Hillerød | Urbane Siedlung | Hillerød / Fredensborg | 28.941 | 30.350 | 31.897 | 33.703 | 36.604 |
| Holløse | Urbane Siedlung | Gribskov | 262 | 341 | 348 | 349 | 314 |
| Holløselund | Ferienhaussiedlung | Gribskov | 391 | 399 | 397 | 377 | 340 |
| Hornbæk-Dronningmølle | Urbane Siedlung | Helsingør / Gribskov | ... | 5.205 | 5.256 | 5.310 | 5.185 |
| Hørsholm | Urbane Siedlung | Hørsholm / Rudersdal / Fredensborg | ... | 45.873 | 47.000 | 47.869 | 48.349 |
| Høsterkøb | Urbane Siedlung | Rudersdal | 268 | 298 | 329 | 321 | 310 |
| Humlebæk | Urbane Siedlung | Fredensborg | 8.933 | 9.283 | 9.601 | 9.728 | 9.742 |
| Hundested | Urbane Siedlung | Halsnæs | 8.892 | 8.861 | 8.595 | 8.660 | 8.590 |
| Ishøj Landsby | Urbane Siedlung | Ishøj | 1.022 | 1.039 | 1.097 | 1.139 | 1.328 |
| Jægerspris | Urbane Siedlung | Frederikssund | 3.874 | 4.065 | 4.099 | 4.043 | 4.156 |
| Jørlunde | Urbane Siedlung | Frederikssund | 318 | 311 | 319 | 290 | 288 |
| Kagerup | Urbane Siedlung | Gribskov | 417 | 412 | 408 | 400 | 392 |
| Karlebo | Urbane Siedlung | Fredensborg | ... | 233 | 220 | 220 | 253 |
| Kirke Værløse | Urbane Siedlung | Furesø | 1.039 | 1.000 | 1.007 | 982 | 983 |
| Kobenhavn (Hovedstadsområdet) | Urbanes Gebiet | København | 1.145.028 | 1.199.224 | 1.280.371 | 1.336.982 | 1.396.508 |
| Kulhuse | Ferienhaussiedlung | Frederikssund | 1.002 | 912 | 918 | 909 | 872 |
| Kvistgård | Urbane Siedlung | Helsingør | 867 | 1.029 | 1.137 | 1.127 | 1.214 |
| Kyndby | Urbane Siedlung | Frederikssund | 280 | 269 | 261 | 266 | 258 |
| Kyndby Huse | Urbane Siedlung | Frederikssund | 390 | 329 | 307 | 304 | 291 |
| Laanshøj | Urbane Siedlung | Furesø | ... | ... | 549 | 657 | 957 |
| Landerslev | Urbane Siedlung | Frederikssund | 254 | 249 | 246 | 259 | 255 |
| Langesø | Urbane Siedlung | Helsingør | 299 | ... | ... | 288 | 356 |
| Ledøje | Urbane Siedlung | Egedal | 798 | 756 | 815 | 755 | 781 |
| Lillerød | Urbane Siedlung | Allerød | 15.302 | 15.775 | 16.567 | 16.762 | 16.756 |
| Liseleje | Urbane Siedlung | Halsnæs | 2.491 | 2.580 | 2.550 | 2.496 | 2.420 |
| Lynge | Urbane Siedlung | Allerød | 4.030 | 4.072 | 4.053 | 4.172 | 4.139 |
| Lyngerup | Urbane Siedlung | Frederikssund | 251 | 234 | 227 | 213 | 228 |
| Melby | Urbane Siedlung | Halsnæs | 710 | 792 | 814 | 790 | 783 |
| Meløse | Urbane Siedlung | Hillerød | 692 | 681 | 667 | 608 | 635 |
| Nivå | Urbane Siedlung | Fredensborg | 7.932 | 7.869 | 7.816 | 7.991 | 8.769 |
| Nødebo | Urbane Siedlung | Hillerød | 1.900 | 1.891 | 2.021 | 2.082 | 2.042 |
| Nørre Herlev | Urbane Siedlung | Hillerød | 429 | 426 | 440 | 414 | 425 |
| Ny Hammersholt | Urbane Siedlung | Hillerød | 1.455 | 1.355 | 1.314 | 1.270 | 1.264 |
| Nymølle | Urbane Siedlung | Allerød | ... | 385 | 375 | 344 | 356 |
| Ølsted | Urbane Siedlung | Halsnæs | 1.488 | 1.863 | 1.943 | 1.906 | 1.944 |
| Ølsted Strandhuse | Ferienhaussiedlung | Halsnæs | 222 | 220 | 216 | 208 | 204 |
| Ølsted Sydstrand | Ferienhaussiedlung | Halsnæs | 278 | 250 | 286 | 291 | 328 |
| Ølstykke-Stenløse | Urbane Siedlung | Egedal | ... | 20.665 | 21.966 | 22.147 | 23.382 |
| Ørby | Urbane Siedlung | Gribskov | 319 | 326 | 307 | 308 | 300 |
| Over Dråby Strand | Ferienhaussiedlung | Frederikssund | 548 | 442 | 419 | 456 | 451 |
| Rågeleje | Ferienhaussiedlung | Gribskov | 718 | 817 | 802 | 739 | 702 |
| Ramløse | Urbane Siedlung | Gribskov | 1.583 | 1.636 | 1.604 | 1.572 | 1.529 |
| Ravnsnæs | Urbane Siedlung | Rudersdal | 667 | 682 | 615 | 576 | 575 |
| Reerslev | Urbane Siedlung | Høje-Taastrup | 640 | 644 | 626 | 685 | 717 |
| Saunte (Stenstrup) | Urbane Siedlung | Helsingør | 1.063 | 1.125 | 1.248 | 1.273 | 1.371 |
| Sengeløse | Urbane Siedlung | Høje-Taastrup | 1.261 | 1.374 | 1.560 | 1.491 | 1.494 |
| Skævinge | Urbane Siedlung | Hillerød | 1.961 | 2.546 | 2.577 | 2.617 | 3.014 |
| Skibby | Urbane Siedlung | Frederikssund | 2.904 | 3.185 | 3.129 | 3.148 | 3.135 |
| Skodsborg | Urbane Siedlung | Rudersdal | 1.237 | 1.169 | 1.208 | 1.244 | 1.228 |
| Skuldelev | Urbane Siedlung | Frederikssund | 881 | 905 | 939 | 847 | 840 |
| Slagslunde | Urbane Siedlung | Egedal | 894 | 938 | 901 | 899 | 921 |
| Slangerup | Urbane Siedlung | Frederikssund | 6.755 | 6.822 | 6.801 | 6.791 | 6.933 |
| Smidstrup | Urbane Siedlung | Gribskov | 1.335 | 1.333 | 1.315 | 1.238 | 1.156 |
| Smørumnedre | Urbane Siedlung | Egedal / Ballerup / Furesø | 17.940 | 19.059 | 19.737 | 20.253 | 21.768 |
| Smørumovre | Urbane Siedlung | Egedal | ... | ... | 203 | 214 | 227 |
| Snogebæk | Urbane Siedlung | Bornholm | 793 | 736 | 711 | 696 | 682 |
| Søborg | Urbane Siedlung | Gribskov | 285 | 217 | 248 | 254 | 237 |
| Sønderby | Urbane Siedlung | Frederikssund | 331 | 301 | 292 | 262 | 268 |
| Sørup | Urbane Siedlung | Fredensborg | 561 | 563 | 559 | 555 | 550 |
| Søsum | Urbane Siedlung | Egedal | 311 | 307 | 303 | 304 | 321 |
| Store Lyngby | Urbane Siedlung | Hillerød | 792 | 847 | 844 | 812 | 818 |
| Store Rørbæk | Urbane Siedlung | Frederikssund | 589 | 570 | 578 | 574 | 573 |
| Strand Esbønderup | Ferienhaussiedlung | Gribskov | 342 | 320 | 303 | 280 | 268 |
| Taastrup | Urbane Siedlung | Høje-Taastrup | 31.068 | 32.406 | 33.971 | 34.698 | 38.178 |
| Tangbjerg | Urbane Siedlung | Egedal | 597 | 608 | 573 | 587 | 597 |
| Tikøb | Urbane Siedlung | Helsingør | 698 | 712 | 714 | 666 | 698 |
| Tisvilde | Urbane Siedlung | Gribskov | 1.600 | 1.531 | 1.500 | 1.430 | 1.369 |
| Torslunde | Urbane Siedlung | Ishøj | 239 | 245 | 302 | 322 | 308 |
| Torup | Urbane Siedlung | Halsnæs | 291 | 321 | 335 | 358 | 401 |
| Tulstrup | Urbane Siedlung | Hillerød | 1.256 | 1.249 | 1.224 | 1.193 | 1.185 |
| Udsholt Strand | Ferienhaussiedlung | Gribskov | 1.227 | 1.161 | 1.138 | 1.085 | 952 |
| Uvelse | Urbane Siedlung | Hillerød | 900 | 983 | 974 | 1.029 | 1.062 |
| Vallensbæk Landsby | Urbane Siedlung | Vallensbæk | ... | 490 | 438 | 441 | 446 |
| Værløse | Urbane Siedlung | Furesø | 12.485 | 12.849 | 13.024 | 13.022 | 13.200 |
| Vejby | Urbane Siedlung | Gribskov | 1.060 | 1.045 | 1.102 | 1.071 | 1.042 |
| Vejby Strand | Ferienhaussiedlung | Gribskov | 285 | 347 | 426 | 388 | 341 |
| Veksø | Urbane Siedlung | Egedal | 1.903 | 1.900 | 1.908 | 1.802 | 1.799 |
| Venslev | Urbane Siedlung | Frederikssund | 255 | 254 | 247 | 235 | 229 |
| Vinderød | Urbane Siedlung | Halsnæs | 696 | 1.033 | 1.058 | 1.064 | 1.046 |
| Vridsløsemagle | Urbane Siedlung | Høje-Taastrup | 304 | 283 | 272 | 267 | 289 |
Im Bereich der Region Seeland befinden sich folgende Ortschaften:
| Siedlung | Status | Gemeinde | S 2006 | S 2011 | S 2016 | S 2021 | S 2015 |
| Ågerup | Urbane Siedlung | Roskilde | 1.366 | 1.370 | 1.461 | 1.569 | 1.737 |
| Algestrup | Urbane Siedlung | Køge | 883 | 899 | 907 | 888 | 951 |
| Allerslev | Urbane Siedlung | Vordingborg | 260 | 261 | 233 | 239 | 262 |
| Årby | Urbane Siedlung | Kalundborg | 360 | 365 | 422 | 420 | 414 |
| Arnakke | Urbane Siedlung | Holbæk | 393 | 394 | 396 | 392 | 388 |
| Asnæs | Urbane Siedlung | Odsherred | 2.759 | 2.914 | 2.931 | 3.028 | 3.073 |
| Bårse | Urbane Siedlung | Vordingborg | 555 | 535 | 540 | 494 | 518 |
| Bisserup | Urbane Siedlung | Slagelse | 557 | 551 | 520 | 524 | 499 |
| Bjæverskov | Urbane Siedlung | Køge | 2.775 | 2.842 | 2.980 | 3.014 | 3.236 |
| Bjerge | Urbane Siedlung | Kalundborg | 258 | 268 | 264 | 242 | 219 |
| Boeslunde | Urbane Siedlung | Slagelse | 767 | 784 | 787 | 759 | 759 |
| Boestofte | Urbane Siedlung | Stevns | ... | 275 | 255 | 248 | 221 |
| Borup | Urbane Siedlung | Køge | 3.220 | 4.228 | 4.608 | 4.699 | 5.049 |
| Branderslev | Urbane Siedlung | Lolland | 242 | 232 | 229 | 202 | 207 |
| Broby Overdrev | Urbane Siedlung | Sorø | 226 | 215 | 212 | 205 | 223 |
| Bybjerg | Urbane Siedlung | Holbæk | 296 | 250 | 253 | 267 | 276 |
| Dalby | Urbane Siedlung | Faxe | 2.102 | 2.144 | 2.040 | 2.213 | 2.460 |
| Dalmose | Urbane Siedlung | Slagelse | 946 | 1.007 | 1.002 | 959 | 963 |
| Dianalund | Urbane Siedlung | Sorø | 3.763 | 3.925 | 4.038 | 4.127 | 4.111 |
| Egebjerg | Urbane Siedlung | Odsherred | 378 | 402 | 390 | 405 | 407 |
| Ejby | Urbane Siedlung | Køge | 2.624 | 2.806 | 3.154 | 3.131 | 3.155 |
| Ejby | Urbane Siedlung | Lejre | 1.922 | 1.876 | 1.935 | 1.957 | 1.971 |
| Ellinge Lyng | Ferienhaussiedlung | Odsherred | ... | ... | 343 | 356 | 331 |
| Englerup | Urbane Siedlung | Lejre | 305 | 316 | 305 | 291 | 285 |
| Enø By | Ferienhaussiedlung | Næstved | 241 | 245 | 321 | 357 | 363 |
| Eskebjerg | Urbane Siedlung | Kalundborg | 276 | 274 | 248 | 235 | 243 |
| Everdrup | Urbane Siedlung | Næstved | 268 | 246 | 250 | 244 | 256 |
| Farendløse | Urbane Siedlung | Ringsted | 345 | 362 | 358 | 348 | 345 |
| Fårevejle Kirkeby | Urbane Siedlung | Odsherred | 752 | 717 | 731 | 713 | 720 |
| Fårevejle Stationsby | Urbane Siedlung | Odsherred | 1.808 | 1.794 | 1.813 | 1.856 | 1.836 |
| Faxe | Urbane Siedlung | Faxe | 3.886 | 3.868 | 3.950 | 4.184 | 4.139 |
| Faxe Ladeplads | Urbane Siedlung | Faxe | 2.822 | 2.900 | 2.843 | 2.874 | 2.501 |
| Fensmark | Urbane Siedlung | Næstved | 4.483 | 4.868 | 4.969 | 5.046 | 5.190 |
| Fjællebro | Urbane Siedlung | Ringsted | 250 | 235 | 229 | 233 | 224 |
| Fjenneslev | Urbane Siedlung | Sorø | 776 | 817 | 821 | 804 | 791 |
| Flakkebjerg | Urbane Siedlung | Slagelse | 387 | 453 | 444 | 448 | 442 |
| Føllenslev | Urbane Siedlung | Kalundborg | 408 | 384 | 351 | 364 | 336 |
| Forlev | Urbane Siedlung | Slagelse | 2.164 | 2.541 | 2.498 | 2.542 | 2.551 |
| Førslev | Urbane Siedlung | Faxe | 258 | 324 | 328 | 340 | 346 |
| Frederiksberg | Urbane Siedlung | Sorø | 3.241 | 3.410 | 3.463 | 3.804 | 4.183 |
| Frølunde Fed | Ferienhaussiedlung | Slagelse | ... | ... | 205 | 266 | 301 |
| Fuglebjerg | Urbane Siedlung | Næstved | 1.959 | 2.189 | 2.184 | 2.287 | 2.275 |
| Gadstrup | Urbane Siedlung | Roskilde | 1.777 | 1.922 | 1.928 | 2.016 | 2.022 |
| Gamløse | Ferienhaussiedlung | Holbæk | ... | ... | ... | 215 | 221 |
| Gammel Kalvehave | Urbane Siedlung | Vordingborg | 840 | 844 | 767 | 751 | 705 |
| Gammel Tølløse | Urbane Siedlung | Holbæk | 262 | 289 | 258 | 266 | 257 |
| Gelsted | Urbane Siedlung | Næstved | 1.344 | 1.307 | 1.264 | 1.174 | 1.180 |
| Gershøj | Urbane Siedlung | Lejre | 716 | 688 | 669 | 708 | 704 |
| Gevninge | Urbane Siedlung | Lejre | 1.384 | 1.711 | 1.685 | 1.662 | 1.636 |
| Gislinge | Urbane Siedlung | Holbæk | 1.234 | 1.442 | 1.488 | 1.574 | 1.582 |
| Glumsø | Urbane Siedlung | Næstved | 1.987 | 2.098 | 2.181 | 2.131 | 2.249 |
| Gørlev | Urbane Siedlung | Kalundborg | 2.406 | 2.482 | 2.452 | 2.422 | 2.396 |
| Greve Landsby | Urbane Siedlung | Greve | 681 | 740 | 715 | 744 | 742 |
| Grevinge | Urbane Siedlung | Odsherred | 677 | 640 | 631 | 586 | 596 |
| Grevinge Lammefjord | Ferienhaussiedlung | Odsherred | ... | ... | 219 | 301 | 245 |
| Gundsølille | Urbane Siedlung | Roskilde | 248 | 247 | 274 | 247 | 253 |
| Gundsømagle | Urbane Siedlung | Roskilde | 2.195 | 2.288 | 2.488 | 2.743 | 2.775 |
| Gyrstinge | Urbane Siedlung | Ringsted | 335 | 348 | 333 | 340 | 343 |
| Hagested | Urbane Siedlung | Holbæk | 289 | 438 | 460 | 438 | 449 |
| Hårlev | Urbane Siedlung | Stevns | 2.451 | 2.533 | 2.598 | 2.780 | 2.905 |
| Haslev | Urbane Siedlung | Faxe | 10.860 | 11.088 | 11.653 | 12.040 | 12.634 |
| Havdrup | Urbane Siedlung | Solrød / Roskilde | 3.941 | 3.964 | 4.085 | 4.398 | 4.531 |
| Havnebyen | Urbane Siedlung | Odsherred | 673 | 648 | 655 | 614 | 594 |
| Havnsø | Urbane Siedlung | Kalundborg | 742 | 1.012 | 970 | 946 | 917 |
| Havrebjerg | Urbane Siedlung | Slagelse | 391 | 429 | 407 | 397 | 386 |
| Hellested | Urbane Siedlung | Stevns | 606 | 587 | 564 | 571 | 569 |
| Herlufmagle | Urbane Siedlung | Næstved | 1.177 | 1.295 | 1.413 | 1.460 | 1.457 |
| Herrestrup | Urbane Siedlung | Odsherred | 287 | 267 | 253 | 236 | 232 |
| Herringløse | Urbane Siedlung | Roskilde | 419 | 426 | 410 | 402 | 390 |
| Herslev | Urbane Siedlung | Lejre | 229 | 209 | 222 | 221 | 228 |
| Højby | Urbane Siedlung | Odsherred | 1.511 | 1.462 | 1.446 | 1.450 | 1.394 |
| Holbæk | Urbane Siedlung | Holbæk | 26.053 | 27.055 | 27.579 | 29.226 | 30.903 |
| Holme-Olstrup | Urbane Siedlung | Næstved | 1.189 | 1.189 | 1.180 | 1.239 | 1.278 |
| Holtug | Urbane Siedlung | Stevns | 284 | 255 | 261 | 244 | 243 |
| Høm | Urbane Siedlung | Ringsted | 470 | 472 | 468 | 475 | 468 |
| Høng | Urbane Siedlung | Kalundborg | 4.050 | 4.357 | 4.328 | 4.305 | 4.304 |
| Hønsinge Lyng | Ferienhaussiedlung | Odsherred | ... | ... | 281 | 316 | 267 |
| Hørve | Urbane Siedlung | Odsherred | 2.380 | 2.394 | 2.493 | 2.422 | 2.378 |
| Hyllinge | Urbane Siedlung | Næstved | 477 | 451 | 448 | 460 | 439 |
| Jersie | Urbane Siedlung | Solrød | 564 | 557 | 503 | 510 | 531 |
| Jyderup | Urbane Siedlung | Holbæk | 3.922 | 3.937 | 4.231 | 4.303 | 4.300 |
| Jyllinge | Urbane Siedlung | Roskilde | 10.011 | 10.153 | 10.145 | 10.287 | 10.801 |
| Jystrup | Urbane Siedlung | Ringsted | 638 | 744 | 741 | 747 | 875 |
| Kaldred | Ferienhaussiedlung | Kalundborg | 344 | 316 | 363 | 428 | 407 |
| Kalundborg | Urbane Siedlung | Kalundborg | 16.250 | 16.434 | 16.431 | 16.268 | 16.659 |
| Kalvehave | Urbane Siedlung | Vordingborg | 704 | 669 | 658 | 590 | 577 |
| Karise | Urbane Siedlung | Faxe | 1.988 | 2.187 | 2.187 | 2.417 | 2.443 |
| Karrebæksminde | Urbane Siedlung | Næstved | 1.530 | 1.700 | 1.751 | 1.790 | 1.811 |
| Kelstrup | Urbane Siedlung | Odsherred | 219 | 238 | 234 | 226 | 212 |
| Kildebrønde | Urbane Siedlung | Greve | 311 | 362 | 361 | 365 | 384 |
| Kirke Eskilstrup | Urbane Siedlung | Holbæk | 721 | 731 | 724 | 660 | 661 |
| Kirke Helsinge | Urbane Siedlung | Kalundborg | 563 | 560 | 532 | 519 | 515 |
| Kirke Hvalsø | Urbane Siedlung | Lejre | 3.742 | 3.941 | 4.119 | 4.222 | 4.877 |
| Kirke Hyllinge | Urbane Siedlung | Lejre | 1.842 | 1.984 | 2.127 | 2.228 | 2.436 |
| Kirke Såby | Urbane Siedlung | Lejre | 1.733 | 1.676 | 1.696 | 1.702 | 1.649 |
| Kirke Sonnerup | Urbane Siedlung | Lejre | 999 | 965 | 945 | 956 | 945 |
| Kirke Stillinge | Urbane Siedlung | Slagelse | 505 | 713 | 701 | 672 | 738 |
| Klarskov | Urbane Siedlung | Vordingborg | 248 | 229 | 236 | 211 | 207 |
| Klint | Ferienhaussiedlung | Odsherred | ... | ... | 269 | 288 | 263 |
| Klippinge | Urbane Siedlung | Stevns | 494 | 502 | 553 | 489 | 490 |
| Knabstrup | Urbane Siedlung | Holbæk | 975 | 1.072 | 1.061 | 1.053 | 1.103 |
| Køge | Urbane Siedlung | Køge | 34.476 | 35.104 | 36.831 | 38.155 | 38.506 |
| Køng | Urbane Siedlung | Vordingborg | 1.024 | 1.010 | 934 | 925 | 920 |
| Kongsmark Strand | Ferienhaussiedlung | Slagelse | ... | 205 | 225 | 250 | 232 |
| Korsør | Urbane Siedlung | Slagelse | 14.850 | 14.412 | 14.603 | 14.516 | 14.323 |
| Kundby | Urbane Siedlung | Holbæk | 682 | 734 | 717 | 776 | 706 |
| Kvanløse | Urbane Siedlung | Holbæk | 226 | 251 | 255 | 255 | 244 |
| Kværkeby | Urbane Siedlung | Ringsted | 618 | 598 | 612 | 584 | 585 |
| Kyndeløse Sydmark | Ferienhaussiedlung | Lejre | 473 | 456 | 450 | 516 | 538 |
| Langebæk | Urbane Siedlung | Vordingborg | 269 | 265 | 246 | 246 | 257 |
| Lejre | Urbane Siedlung | Lejre | 2.203 | 2.343 | 2.382 | 2.834 | 3.347 |
| Lellinge | Urbane Siedlung | Køge | 693 | 692 | 688 | 699 | 764 |
| Lille Skensved | Urbane Siedlung | Køge / Solrød | 1.442 | 1.503 | 1.599 | 1.577 | 1.676 |
| Lindenborg | Urbane Siedlung | Lejre | ... | 201 | 207 | 218 | 267 |
| Lov | Urbane Siedlung | Næstved | 607 | 604 | 543 | 575 | 577 |
| Løve | Urbane Siedlung | Kalundborg | 276 | 289 | 289 | 282 | 296 |
| Lundby | Urbane Siedlung | Vordingborg | 980 | 818 | 818 | 829 | 819 |
| Lyderslev | Urbane Siedlung | Stevns | 339 | 324 | 340 | 336 | 316 |
| Lyndby | Urbane Siedlung | Lejre | 505 | 561 | 559 | 559 | 586 |
| Lynge | Urbane Siedlung | Sorø | ... | 205 | ... | 214 | 228 |
| Magleby | Urbane Siedlung | Stevns | 315 | 315 | 326 | 332 | 313 |
| Markeslev (Hørby) | Urbane Siedlung | Holbæk | 417 | 433 | 422 | 405 | 383 |
| Mårsø | Urbane Siedlung | Holbæk | 294 | 286 | 277 | 304 | 305 |
| Menstrup | Urbane Siedlung | Næstved | 218 | 230 | 236 | 256 | 217 |
| Mern | Urbane Siedlung | Vordingborg | 977 | 998 | 1.041 | 992 | 969 |
| Mogenstrup | Urbane Siedlung | Næstved | 1.539 | 1.828 | 1.844 | 2.011 | 2.106 |
| Mørkøv | Urbane Siedlung | Holbæk | 1.793 | 1.806 | 1.805 | 1.808 | 1.862 |
| Moseby | Urbane Siedlung | Odsherred | 258 | 318 | 298 | 350 | 431 |
| Munke Bjergby | Urbane Siedlung | Sorø | 321 | 336 | 309 | 302 | 325 |
| Næstved | Urbane Siedlung | Næstved | 41.158 | 41.667 | 42.979 | 43.890 | 45.199 |
| Niløse | Urbane Siedlung | Sorø | 228 | 218 | 219 | 225 | 225 |
| Nordrup | Urbane Siedlung | Ringsted | 249 | 221 | 228 | 244 | 325 |
| Nørre Asmindrup (Svinninge) | Urbane Siedlung | Odsherred | 599 | 599 | 634 | 636 | 637 |
| Nørre Dalby | Urbane Siedlung | Køge | 580 | 544 | 542 | 537 | 543 |
| Nørre Jernløse | Urbane Siedlung | Holbæk | ... | ... | ... | ... | 344 |
| Ny Hagested | Urbane Siedlung | Holbæk | ... | 205 | 202 | ... | 214 |
| Nykøbing (Sjælland) | Urbane Siedlung | Odsherred | 5.317 | 5.212 | 5.243 | 5.041 | 5.016 |
| Nyråd | Urbane Siedlung | Vordingborg | 2.237 | 2.465 | 2.507 | 2.472 | 2.524 |
| Nyrup | Urbane Siedlung | Sorø | 467 | 452 | 450 | 437 | 411 |
| Nyrup | Ferienhaussiedlung | Odsherred | ... | ... | 279 | 298 | 247 |
| Ølsemagle | Urbane Siedlung | Køge | ... | ... | ... | ... | 658 |
| Øm | Urbane Siedlung | Lejre | 443 | 470 | 477 | 448 | 445 |
| Ørslev | Urbane Siedlung | Ringsted | 643 | 672 | 672 | 665 | 675 |
| Ørslev | Urbane Siedlung | Vordingborg | 1.886 | 1.849 | 1.865 | 1.870 | 1.979 |
| Ortved | Urbane Siedlung | Ringsted | 247 | 260 | 252 | 253 | 244 |
| Osted | Urbane Siedlung | Lejre | 2.014 | 2.073 | 2.156 | 2.172 | 2.316 |
| Øster Lyng | Ferienhaussiedlung | Odsherred | 239 | 296 | 305 | 299 | 274 |
| Præstø | Urbane Siedlung | Vordingborg | 3.863 | 3.884 | 3.835 | 3.834 | 3.939 |
| Reersø | Urbane Siedlung | Kalundborg | 535 | 528 | 518 | 546 | 504 |
| Regstrup | Urbane Siedlung | Holbæk | ... | ... | ... | ... | 1.643 |
| Ringsted | Urbane Siedlung | Ringsted | 19.234 | 21.151 | 22.231 | 22.941 | 24.094 |
| Rødvig | Urbane Siedlung | Stevns | 1.468 | 1.649 | 1.741 | 1.874 | 1.844 |
| Rønnebæk | Urbane Siedlung | Næstved | 520 | 578 | 556 | 557 | 592 |
| Rønnede | Urbane Siedlung | Faxe | 2.287 | 2.491 | 2.398 | 2.540 | 2.945 |
| Rørby | Urbane Siedlung | Kalundborg | 736 | 783 | 759 | 742 | 719 |
| Rørvig | Urbane Siedlung | Odsherred | 1.017 | 1.056 | 1.032 | 1.041 | 993 |
| Roskilde | Urbane Siedlung | Roskilde | 45.807 | 47.117 | 50.046 | 51.793 | 53.354 |
| Rude | Urbane Siedlung | Slagelse | 278 | 295 | 271 | 276 | 288 |
| Ruds Vedby | Urbane Siedlung | Sorø | 1.480 | 1.740 | 1.724 | 1.726 | 1.670 |
| Sæby | Urbane Siedlung | Lejre | 337 | 341 | 357 | 333 | 327 |
| Sæby | Urbane Siedlung | Kalundborg | 337 | 343 | 365 | 368 | 337 |
| Sandved | Urbane Siedlung | Næstved | 749 | 722 | 729 | 704 | 671 |
| Skælskør | Urbane Siedlung | Slagelse | 6.373 | 6.358 | 6.510 | 6.440 | 6.304 |
| Skelby | Urbane Siedlung | Næstved | 282 | 285 | 297 | 303 | 274 |
| Skibinge | Urbane Siedlung | Vordingborg | 350 | 351 | 373 | 349 | 338 |
| Skraverup | Urbane Siedlung | Næstved | 235 | 218 | 221 | 210 | 231 |
| Skuderløse | Urbane Siedlung | Faxe | 204 | 220 | 205 | 203 | 207 |
| Slagelse | Urbane Siedlung | Slagelse | 31.778 | 31.979 | 33.000 | 34.118 | 35.817 |
| Slimminge | Urbane Siedlung | Køge | 443 | 466 | 462 | 497 | 487 |
| Slots Bjergby | Urbane Siedlung | Slagelse | 555 | 723 | 792 | 864 | 1.019 |
| Snertinge | Urbane Siedlung | Kalundborg | 918 | 967 | 937 | 917 | 885 |
| Sneslev | Urbane Siedlung | Ringsted | 360 | 390 | 413 | 408 | 415 |
| Snoldelev | Urbane Siedlung | Roskilde | 644 | 657 | 627 | 602 | 616 |
| Søllested | Urbane Siedlung | Lolland | 1.529 | 1.474 | 1.431 | 1.345 | 1.356 |
| Solrød | Urbane Siedlung | Solrød | 497 | 462 | 488 | 506 | 507 |
| Solrød Strand | Urbane Siedlung | Solrød | 14.977 | 15.020 | 15.679 | 17.002 | 17.951 |
| Sønder Jernløse | Urbane Siedlung | Holbæk | 277 | 273 | 278 | 274 | 265 |
| Sørbymagle | Urbane Siedlung | Slagelse | 1.029 | 1.174 | 1.113 | 1.099 | 1.111 |
| Sorø | Urbane Siedlung | Sorø | 7.398 | 7.805 | 7.866 | 8.035 | 8.433 |
| Søstrup | Urbane Siedlung | Holbæk | 315 | 346 | 352 | 350 | 347 |
| Spangsbro | Urbane Siedlung | Kalundborg | 693 | 783 | 777 | 751 | 749 |
| Stenlille | Urbane Siedlung | Sorø | 1.960 | 2.023 | 2.074 | 2.025 | 2.087 |
| Stensved | Urbane Siedlung | Vordingborg | 1.436 | 1.548 | 1.566 | 1.527 | 1.522 |
| Stigs Bjergby | Urbane Siedlung | Holbæk | 334 | 307 | 332 | 294 | 314 |
| Stillinge Strand | Ferienhaussiedlung | Slagelse | ... | 211 | 325 | 363 | 367 |
| Store Heddinge | Urbane Siedlung | Stevns | 3.419 | 3.448 | 3.406 | 3.513 | 3.633 |
| Store Merløse | Urbane Siedlung | Holbæk | 1.261 | 1.197 | 1.216 | 1.178 | 1.193 |
| Store Spjellerup | Urbane Siedlung | Faxe | ... | 227 | 239 | 236 | 214 |
| Store Valby | Urbane Siedlung | Roskilde | 403 | 398 | 419 | 437 | 394 |
| Strandhuse | Urbane Siedlung | Odsherred | 244 | 234 | 218 | 218 | 230 |
| Strøby | Urbane Siedlung | Stevns | 704 | 672 | 696 | 725 | 685 |
| Strøby Egede | Urbane Siedlung | Stevns | 3.649 | 3.840 | 4.096 | 4.578 | 5.108 |
| Svallerup | Urbane Siedlung | Kalundborg | 247 | 256 | 266 | 263 | 251 |
| Svebølle | Urbane Siedlung | Kalundborg | 2.290 | 2.201 | 2.251 | 2.255 | 2.288 |
| Svenstrup | Urbane Siedlung | Slagelse | 1.949 | 2.002 | 1.930 | 1.906 | 1.844 |
| Svinninge | Urbane Siedlung | Holbæk | 2.550 | 2.741 | 2.795 | 2.808 | 2.894 |
| Svogerslev | Urbane Siedlung | Roskilde | 4.310 | 4.267 | 4.317 | 4.261 | 4.273 |
| Tappernøje | Urbane Siedlung | Næstved | 1.443 | 1.559 | 1.655 | 1.663 | 1.704 |
| Teestrup | Urbane Siedlung | Faxe | 232 | 236 | 216 | 228 | 226 |
| Terslev | Urbane Siedlung | Faxe | 704 | 883 | 888 | 938 | 939 |
| Tersløse | Urbane Siedlung | Sorø | 223 | 230 | 236 | 225 | 227 |
| Toksværd | Urbane Siedlung | Næstved | 608 | 800 | 833 | 828 | 844 |
| Tølløse | Urbane Siedlung | Holbæk | 3.624 | 3.797 | 3.699 | 3.763 | 4.007 |
| Torkilstrup | Urbane Siedlung | Lejre | 260 | 253 | 248 | 247 | 247 |
| Tornemark | Urbane Siedlung | Næstved | 282 | 306 | 302 | 313 | 296 |
| Tune | Urbane Siedlung | Greve | 5.093 | 5.068 | 5.173 | 5.226 | 5.609 |
| Tuse | Urbane Siedlung | Holbæk | 871 | 862 | 860 | 1.076 | 1.380 |
| Tybjerglille Bakker | Urbane Siedlung | Næstved | 376 | 360 | 341 | 342 | 322 |
| Ubby | Urbane Siedlung | Kalundborg | 1.957 | 1.943 | 1.920 | 1.931 | 1.865 |
| Udby | Urbane Siedlung | Holbæk | 464 | 475 | 508 | 524 | 512 |
| Ugerløse | Urbane Siedlung | Holbæk | 893 | 965 | 964 | 921 | 909 |
| Ugerløse | Urbane Siedlung | Kalundborg | ... | 275 | 269 | 264 | 258 |
| Ulstrup | Urbane Siedlung | Kalundborg | 458 | 475 | 426 | 415 | 389 |
| Undløse | Urbane Siedlung | Holbæk | 1.071 | 1.149 | 1.126 | 1.136 | 1.128 |
| Vallensved | Urbane Siedlung | Næstved | ... | 220 | 213 | 214 | 259 |
| Valløby | Urbane Siedlung | Stevns | 705 | 743 | 729 | 752 | 748 |
| Vedde | Urbane Siedlung | Sorø | 305 | 294 | 283 | 273 | 241 |
| Veddelev | Urbane Siedlung | Roskilde | 1.146 | 1.169 | 1.153 | 1.148 | 1.131 |
| Vedskølle | Urbane Siedlung | Køge / Stevns | 276 | 295 | 285 | 280 | 254 |
| Vemmedrup | Urbane Siedlung | Køge | 1.712 | 1.718 | 1.667 | 1.639 | 1.633 |
| Vester Såby | Urbane Siedlung | Lejre | 510 | 494 | 467 | 463 | 446 |
| Vetterslev | Urbane Siedlung | Ringsted | 596 | 562 | 555 | 577 | 650 |
| Viby | Urbane Siedlung | Roskilde | 4.547 | 4.580 | 4.581 | 4.727 | 5.113 |
| Vig | Urbane Siedlung | Odsherred | 1.462 | 1.514 | 1.509 | 1.603 | 1.751 |
| Vigersted | Urbane Siedlung | Ringsted | 455 | 470 | 503 | 534 | 555 |
| Vindinge | Urbane Siedlung | Roskilde | 2.029 | 2.094 | 2.341 | 2.896 | 3.171 |
| Vipperød | Urbane Siedlung | Holbæk | 2.317 | 2.253 | 2.267 | 2.210 | 2.673 |
| Vordingborg | Urbane Siedlung | Vordingborg | 11.077 | 11.612 | 11.908 | 11.973 | 12.093 |
| Vor Frue | Urbane Siedlung | Roskilde | 648 | 672 | 725 | 697 | 726 |
Kopenhagen (København) im Nordosten Seelands (teilweise auf Amager) ist die Hauptstadt Dänemarks. Als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes vereint sie historische Altstadt mit moderner Architektur. Bekannte Wahrzeichen sind Nyhavn, Tivoli Gardens, die Kleine Meerjungfrau und die Marmorkirche. Die Stadt ist stark fahrradfreundlich, hat ein dichtes U-Bahn- und S-Bahn-Netz und ist Ausgangspunkt für Pendlerverbindungen in alle Richtungen. Der Großraum umfasst viele Vororte und Satellitenstädte.
Helsingør liegt etwa 45 km nördlich von Kopenhagen direkt am Øresund und ist vor allem durch das berühmte Kronborg Slot bekannt, das Shakespeares Hamlet-Schauplatz inspiriert hat. Die Stadt besitzt einen historischen Kern mit vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern, einer mittelalterlichen Karmeliterkirche (Sankt Olai Kirke) und dem Marienlyst Slot. Als Fährhafen nach Helsingborg (Schweden) hat Helsingør eine lange maritime Tradition. Heute ist die Stadt ein wichtiger Pendlerort für Kopenhagen, kombiniert mit Tourismus, Kultur (unter anderem Hamlet-Festspiele) und einem ruhigen, kleinstädtischen Charakter.
Hillerød, rund 30 bis 35 km nordwestlich von Kopenhagen, ist Verwaltungssitz der Region Hovedstaden und vor allem für das prächtige Schloss Frederiksborg bekannt – eines der bedeutendsten Renaissance-Schlösser Nordeuropas mit Park, Museum und Kapelle. Die Stadt hat einen überschaubaren, grünen Charakter, gute Bahnanbindung nach Kopenhagen (S-Bahn) und dient vielen als attraktiver Wohnort im Speckgürtel der Hauptstadt. Neben dem Schloss ziehen der weitläufige Slotssøen-See und mehrere große Firmen (unter anderem Novo Nordisk in der Nähe) Bewohner an.
Roskilde liegt etwa 30 km westlich von Kopenhagen und gilt als eine der ältesten Städte Dänemarks. Die Stadt ist weltberühmt für die UNESCO-Welterbe-Domkirche (Roskilde Domkirke), in der fast alle dänischen Könige seit dem Mittelalter bestattet sind. Daneben ist Roskilde durch das Roskilde Festival (eines der größten Musikfestivals Europas) und das Wikinger-Schiffsmuseum am Roskilde Fjord international bekannt. Die Stadt verbindet mittelalterliche Geschichte mit moderner Jugendkultur und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt (Hauptbahnhof an der Hauptstrecke nach Jütland).
Greve bzw. Greve Strand liegt zirka 25 km südlich von Kopenhagen an der Køge Bugt und ist eine typische Vorort-/Satellitenstadt der Hauptstadt. Der Großteil der Bevölkerung lebt in modernen Wohnvierteln nahe dem Strand (Greve Strand). Die Stadt hat eine sehr gute S-Bahn-Anbindung (Linie A), große Einkaufszentren (Waves Shoppingcenter) und dient fast ausschließlich als Pendlerwohnort. Historische Substanz ist gering; Greve steht für funktionale, familienfreundliche dänische Vorstadtplanung der 1960er und 1980er Jahre.
Køge liegt etwa 40 km südlich von Kopenhagen und bewahrt einen der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Dänemarks mit hunderten Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Der alte Marktplatz, die Nikolaikirche und das Køge Museum sind zentrale Sehenswürdigkeiten. Der Hafen und die lange Strandpromenade machen Køge zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Stadt profitiert von der S-Bahn-Verbindung und ist gleichzeitig regionales Zentrum für den südöstlichen Teil Seelands.
Næstved befindet sich etwa 80 bis 90 km südwestlich von Kopenhagen im südlichen Seeland und ist das größte städtische Zentrum der Region Sjælland außerhalb des Großraums Kopenhagen. Die Stadt hat einen historischen Kern mit der Sankt Mortens Kirke, dem alten Rathaus und mehreren Fachwerkhäusern. Næstved ist wichtiger Handels- und Schulstandort für Südseeland, besitzt mehrere große Industrie- und Gewerbegebiete und dient als regionales Versorgungszentrum für die umliegenden Gemeinden. Die Bahnanbindung nach Kopenhagen dauert etwa eine Stunde.
Slagelse liegt weniger als 100 km westlich von Kopenhagen und ist Verwaltungs- und Bildungszentrum Westseelands. Die Stadt besitzt eine lange Geschichte als Handelsort und ist heute vor allem durch das Antvorskov Kloster (Ruine) sowie moderne Einkaufs- und Bildungseinrichtungen (unter anderem Professionshøjskole) bekannt. Slagelse ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt an der Hauptstrecke Kopenhagen–Jütland und hat ein eher funktionales, mittelgroßstädtisches Gepräge mit vielen Pendlerinnen und Pendlern.
Holbæk befindet sich etwa 60 km westnordwestlich von Kopenhagen an der Nordküste Seelands. Die Stadt hat einen hübschen alten Hafen, eine gut erhaltene Innenstadt mit Fachwerkhäusern und dient als regionales Zentrum für Nordwestseeland. Holbæk ist bekannt für seine gute Lage zwischen Isefjord und ländlicher Umgebung, hat eine aktive Kulturszene und profitiert von der Bahnverbindung nach Kopenhagen (weniger als eine Stunde).
Verkehr
Zur westlichen Nachbarinsel Fyn (deutsch Fünen), ihrerseits durch zwei Brücken im Nordwesten mit dem dänischen Festland verbunden, führt die Storebælt-Brücke. Mit der südlichen Nachbarinsel Falster ist Seeland durch die Brücken Farøbroerne und Storstrømsbroen verbunden und mit Møn über die Dronning Alexandrines Bro. Seit 2000 hat Seeland über die Öresundverbindung, einer Brücken- und Tunnelkombination, direkten Anschluss an die schwedische Provinz Schonen.
Straßenverkehr
Seeland ist das verkehrsreichste und am dichtesten besiedelte Gebiet Dänemarks, mit dem Großraum Kopenhagen als zentralem Knotenpunkt. Der Straßenverkehr umfasst ein gut ausgebautes Netz aus Autobahnen (motorveje), Motortrafikveje (vierspurige Schnellstraßen ohne Kreuzungen) und Landstraßen, ergänzt durch ein dichtes Busnetz. Trotz hoher Fahrradnutzung und öffentlichem Nahverkehr bleibt der Individualverkehr dominant, besonders im Pendlerverkehr. Das staatliche Straßennetz (Vejdirektoratet) auf Seeland umfasst mehrere hundert Kilometer hochwertige Verbindungen. Die zentralen Autobahnen sind:
- E20 (Øresundsforbindelsen und Vestmotorvejen): Von Kopenhagen über die Øresundbrücke nach Schweden und westwärts Richtung Storebælt und Jütland.
- E47/E55 (Sydmotorvejen): Von Kopenhagen südwärts über Køge, Næstved bis Rødby (Fehmarnbelt-Übergang).
- Motorring 3 und Motorring 4: Ringautobahnen um Kopenhagen, die den Transit- und Pendlerverkehr bündeln. Weitere wichtige Verbindungen sind die Frederikssundmotorvejen (nach Nordwestseeland), Kalundborgmotorvejen (im Ausbau) und die Helsingørmotorvejen (nach Norden). In den letzten Jahren laufen oder starten Ausbauprojekte, zum Beispiel Erweiterungen der Frederikssund- und Kalundborg-Autobahn sowie eine neue mittelseeländische Autobahn (Route 54 zwischen Næstved und Rønnede, geplant ab 2026). Ziel ist die Erhöhung der Kapazität, Reduzierung von Staus und Verbesserung der Verkehrssicherheit. Das Gesamtinvestitionsvolumen für Straßen in Dänemark (2022 bis 2035) liegt bei zirka 8,6 Milliarden Euro, wovon ein großer Teil Seeland zugutekommt.
Im Großraum Kopenhagen (Greater Copenhagen) ist der Straßenverkehr trotz starker Fahrrad- und ÖPNV-Nutzung belastet. Laut aktuellen Daten (TomTom Traffic Index) beträgt die durchschnittliche Fahrzeit für 10 km in der Stadt zirka 26 Minuten, mit einer Stauquote von rund 26 %. Der Verkehr ist mittwochs und freitags nachmittags (Rush-Hour um 16 Uhr) am höchsten. Copenhagen gilt im skandinavischen Vergleich als relativ wenig verstopft (weniger als Stockholm oder Oslo), dank exzellenter Fahrradinfrastruktur (über 60 % Pendler mit dem Rad) und der S-Bahn/Metro. Dennoch wächst die Verkehrsmenge weiter: Über die Øresundbrücke gab es 2025 fast 8 Millionen Fahrzeuge (Rekord). Staus treten vor allem auf den Ringautobahnen, der E20 und in den Vororten (unter anderem Motorring 3) auf. Diskussionen über Road Pricing (Maut nach Zeit, Ort und Fahrzeugtyp) laufen seit Jahren, um Staus zu reduzieren, Einnahmen für Infrastruktur zu generieren und Emissionen zu senken – eine Einführung für Pkw wird ernsthaft geprüft.
Der Busverkehr auf Seeland wird fast vollständig von Movia organisiert, dem größten Verkehrsverbund Dänemarks (Region Hovedstaden und Sjælland). Movia betreibt zirka 1.400 Busse auf Hunderten von Linien – von Stadtbussen in Kopenhagen über regionale Verbindungen bis hin zu lokalen Linien in kleineren Städten wie Roskilde, Næstved, Slagelse oder Holbæk. Im Januar 2026 hat Movia einen Meilenstein erreicht: 50 % der Flotte sind emissionsfrei (elektrisch), sechs Jahre früher als das ursprüngliche Ziel für 2030. Im Dezember 2024/25 wurden 66 neue E-Busse in Betrieb genommen, die auf 33 Linien in acht Kommunen fahren. Das neue Ziel lautet 94 % emissionsfreie Busse bis 2030, der Rest mit fossilfreien Kraftstoffen. Betreiber wie Keolis und Nobina setzen verstärkt auf vollelektrische Flotten (unter anderem 125 neue E-Busse ab Dezember 2026 in Greater Copenhagen). Das Netz umfasst Expressbusse (zum Beispiel 200S und 400S als Vorläufer von BRT-Linien), Nachtbusse und lokale Routen. In Kopenhagen ergänzen die Busse Metro und S-tog perfekt, mit hoher Taktung (oft 5 bis 10 Minuten). Die Elektrifizierung wird durch moderne Ladestationen (Pantograph-Top-Down-Systeme) unterstützt. Movia plant weitere BRT-Linien (Bus Rapid Transit) bis 2030/32, um Radialverbindungen zu stärken.
Bahnverkehr
Seeland (Sjælland) ist das Herzstück des dänischen Schienennetzes. Mit Kopenhagen als zentralem Knotenpunkt und einem der dichtesten Bahnnetze Nordeuropas verbindet der Bahnverkehr hier die Hauptstadt mit dem Rest der Insel, Dänemark und Skandinavien. DSB (Danske Statsbaner) ist der dominierende Betreiber, ergänzt durch private und internationale Anbieter. Das Netz umfasst S-Bahn, Regionalzüge, InterCity- und Fernverbindungen sowie grenzüberschreitende Linien. Trotz der Øresundbrücke und Storebæltsbrücke bleibt die Bahn das Rückgrat für Pendler, Fernreisende und Güterverkehr.
Das Kopenhagener S-Bahn-System (S-toget) ist eines der effizientesten in Europa und bedient den gesamten Großraum Kopenhagen mit rund 170 Bahnhöfen und Haltepunkten. Es besteht aus sieben Hauptlinien (A, B, Bx, C, E, F, H), die sternförmig vom Hauptbahnhof København H ausgehen:
- Linie A: Richtung Vestegnen (Roskilde, Høje Taastrup) und Frederikssund.
- Linie B/Bx: Ballerup/Farum und Høje Taastrup.
- Linie C: Klampenborg und Frederikssund.
- Linie E: Køge und Hillerød.
- Linie F: Ringbahn (Ringbanen), die die Innenstadt umrundet.
- Linie H: Frederiksberg und Ballerup. Züge fahren tagsüber alle 3 bis 10 Minuten, nachts stündlich (Nachtbusse ergänzen). Die S-Bahn transportiert täglich Hunderttausende Pendler, ist elektrifiziert (25 kV Wechselstrom) und integriert sich nahtlos mit Metro und Bussen. Seit 2024/25 laufen Modernisierungen: neue Züge (Litra SA/SB) und Signaltechnik (CBTC) verbessern Pünktlichkeit und Kapazität.
Neben der S-Bahn decken Regionalzüge (Regionaltog) die gesamte Insel ab. Wichtige Linien:
- Kystbanen (Küstenbahn): Kopenhagen – Helsingør (zirka 45 Minuten, alle 20 Minuten). Sie führt entlang des Øresund mit Halt in Klampenborg, Humlebæk, Nivå und Helsingør. Beliebt bei Touristen und Pendlern.
- Nordvestbanen: Kopenhagen – Hillerød – Tisvildeleje/Hundested.
- Tølløsebanen und Nordbanen: Kopenhagen – Hillerød – Gilleleje.
- Østbanen: Kopenhagen – Køge – Næstved – Vordingborg (weiter nach Lolland/Falster).
- Sydbanen: Kopenhagen – Køge – Næstved – Vordingborg.
- Midtbanen: Roskilde – Køge – Næstved. Diese Linien werden meist mit elektrischen oder Dieselzügen (Litra IC3/IC4) betrieben. Alle 30–60 Minuten fahren Züge, viele mit direkter Durchbindung nach Kopenhagen.
Der Fernverkehr startet fast immer in København H (Hauptbahnhof), dem größten Bahnhof Dänemarks mit über 100.000 Reisenden täglich. Wichtigste Achsen:
- København – Odense – Aarhus – Aalborg (über Storebæltsbroen): IC/IC-Lyn-Züge alle 30 bis 60 Minuten, Fahrzeit Kopenhagen–Aarhus ca. 3 Stunden.
- København – Roskilde – Ringsted – Odense (neue Schnellfahrstrecke seit 2019): Verkürzt Fahrzeiten erheblich.
- Kystbanen-Verlängerung: Helsingør – Malmö – Göteborg (über Øresundståg). Seit 2025 verkehren neue Doppelstockzüge (Litra EB) auf vielen Fernstrecken, mit WLAN, Steckdosen und Komfortklassen.
Seeland ist Tor zu Skandinavien und Mitteleuropa:
- Øresundståg: Kopenhagen – Malmö – Göteborg (stündlich, rund 4 Stunden nach Göteborg). Auch nach Kalmar und Karlskrona.
- EuroCity: Kopenhagen – Hamburg (über Rødby–Puttgarden-Fähre oder künftig Tunnel): 2–3 Züge täglich, Fahrzeit ca. 4,5–5 Stunden.
- SJ X2000 und Snälltåget: Nachtzüge nach Berlin, Stockholm, Oslo (saisonal).
- Ab 2029 wird der Fehmarnbelt-Tunnel den direkten Schienenverkehr Kopenhagen–Hamburg auf zirka 2,5 Stunden verkürzen – derzeit noch Fährübergang Rødby–Puttgarden mit Zugfähren.
Neben København H sind wichtige Knoten: Roskilde (Verbindung nach Jütland), Ringsted (neuer Hochgeschwindigkeitsknoten seit 2019), Næstved, Slagelse, Holbæk, Hillerød und Helsingør. Das Netz ist weitgehend elektrifiziert (außer Nebenstrecken). DSB investiert stark in Digitalisierung: E-Tickets via Rejseplanen-App, Echtzeit-Informationen und hohe Pünktlichkeit (90 bis 95 %). Güterverkehr (vor allem Container) nutzt die Hauptstrecken, vor allem nachts.
Schiffsverkehr
Die lebhafteste und bekannteste Fährroute ist die Helsingør–Helsingborg-Linie über den schmalsten Teil des Øresund. Betreiber Øresundslinjen (ForSea) setzt moderne Doppelendfähren ein, die alle 15–20 Minuten fahren – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Die Überfahrt dauert nur 20 Minuten und transportiert täglich Tausende von Pendlern, Touristen, Autos und LKWs. Diese Route ist eine der frequentiertesten Kurzstreckenfähren Europas und ergänzt die Øresundbrücke ideal für diejenigen, die keine Maut zahlen wollen.
Im Süden Seelands ist die Rødby–Puttgarden-Verbindung (Fehmarnbelt) die zentrale Achse zwischen Skandinavien und Mitteleuropa. Scandlines betreibt hier große RoPax-Fähren (Roll-on/Roll-off-Passagierfähren), die alle 30 Minuten ablegen und die 18 km lange Strecke in 45 Minuten überwinden. Bis zu 45 Abfahrten pro Tag und Richtung machen diese Linie zu einer der stärksten europäischen Fährverbindungen. Sie ist besonders für LKW-Transitverkehr (Deutschland–Skandinavien) essenziell. Kombi-Tickets mit der Helsingør–Helsingborg-Fähre sind weit verbreitet.
Der Hafen von Kopenhagen Malmö Port (CMP), ein gemeinsames dänisch-schwedisches Unternehmen, zählt zu den führenden Kreuzfahrthäfen Europas. Für 2025 wurde bereits über 1 Million Kreuzfahrtpassagiere erwartet (rund 850.000 allein in Kopenhagen bei rund 300 Anläufen). Kopenhagen gilt als einer der Top-Start- und Zielhäfen Nordeuropas für Ostsee- und Norwegen-Kreuzfahrten. Große Schiffe legen im Zentrum (Langelinie, Frihavnen) oder in Østerbro an. Daneben gibt es Fährverbindungen nach Oslo (Color Line) und nach Bornholm (Bornholmslinjen).
Der Frachtumschlag konzentriert sich auf CMP (Kopenhagen und Malmö), wo Container, RoRo-Ladung (Autos, Trailer), Stückgut und Bulk-Ware umgeschlagen werden. Der Containerumschlag ist im Ostseeraum zwar kleiner als in Göteborg oder St. Petersburg, aber stabil und spezialisiert auf Nordeuropa-Verkehr. Der Hafen profitiert von seiner strategischen Lage am Eingang zur Ostsee. In den letzten Jahren wächst der Anteil grüner Schifffahrt (LNG, Methanol, Elektrifizierung) stark.
Der Storebælt (Großer Belt) ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt. Tausende Schiffe passieren jährlich die enge Durchfahrt unter der Storebæltsbrücke (Freiraum ca. 65 m). Der Verkehr umfasst Tanker, Containerschiffe, Massengutfrachter und Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg in die Ostsee oder aus ihr heraus. Der Øresund ist ebenfalls stark frequentiert, wobei die Brücke den größten Teil des Straßen- und Schienenverkehrs übernimmt (Rekordverkehr 2025: fast 8 Millionen Fahrzeuge, Durchschnitt mehr als 22.000 pro Tag). Dennoch bleibt der Schiffsverkehr im Sund intensiv, besonders für kleinere Küstenschiffe und Freizeitboote.
Innerhalb Seelands gibt es zahlreiche kleinere Fährverbindungen, vor allem in den Fjorden:
Im Isefjord und Roskilde Fjord verkehren Personen- und Autofähren (zum Beispiel zur Insel Hven, zwischen Jyllinge und Skibby oder touristische Rundfahrten).
Im Roskilde Fjord dient die Fähre zur Wikinger-Schiffs-Nachbildung und für lokale Verbindungen.
Weitere Linien gibt es zum Beispiel zwischen Hundested und Rørvig (über den Isefjord) oder zu kleineren Inseln wie Samsø (von Kalundborg/Hou). Diese Verbindungen sind meist touristisch oder regional bedeutsam und werden von kleineren Reedereien wie Molslinjen oder lokalen Betreibern gefahren.
Der Schiffsverkehr auf und um Seeland wächst weiter, getrieben durch steigenden Tourismus (Kreuzfahrten), Pendlerverkehr (Øresund-Region) und den Transit nach Skandinavien. Gleichzeitig forciert Dänemark die Dekarbonisierung: Viele Fähren werden auf Hybrid- oder Elektroantrieb umgestellt, und CMP investiert in Landstromversorgung für Kreuzfahrtschiffe. Die geplante Fehmarnbelt-Querung (Tunnel, Fertigstellung voraussichtlich 2029) wird den Fährverkehr Rødby–Puttgarden langfristig stark reduzieren, doch bis dahin bleibt er unverzichtbar.
Flugverkehr
Der mit Abstand wichtigste und größte Flughafen auf Seeland ist der Københavns Lufthavn, Kastrup (Copenhagen Airport) in Kastrup auf der Insel Amager, die administrativ und geografisch eng mit Seeland verbunden ist (direkt über die Öresund-Brücke und Metro erreichbar). Er ist der größte Flughafen Skandinaviens und dient als Drehkreuz für ganz Dänemark, Südschweden und Teile Nordeuropas. Mit über 30 Millionen Passagieren pro Jahr (Stand vor 2020, mit Erholung danach) wickelt er fast den gesamten internationalen und innerdänischen Linienverkehr ab. Airlines wie SAS, Norwegian, Ryanair, easyJet und viele andere fliegen hierher. Von Kopenhagen aus erreicht man das Zentrum Seelands (zum Beispiel Roskilde, Køge oder Næstved) in 30 bis 60 Minuten per Auto, Zug oder Bus.
Der Kopenhagen Airport, Roskilde (auch Roskilde Lufthavn genannt) liegt etwa 30 km westlich von Kopenhagen in der Nähe von Tune/Roskilde. Er wurde 1973 als Entlastung für Kastrup eröffnet, dient heute aber fast ausschließlich der General Aviation (Privatflugzeuge, Flugschulen, Business-Jets, Charter). Es gibt keine regulären Linienflüge mehr für Passagiere, stattdessen ist er Dänemarks zweitgrößter Flughafen gemessen an Starts und Landungen (viele Trainingsflüge). Er ist beliebt für schnelle Transitzeiten nach Kopenhagen (rund 30 Minuten ins Zentrum) und beherbergt Events wie das jährliche Roskilde Airshow (zum Beispiel geplant für August 2025). Der Flughafen bleibt aktiv und wird gut genutzt.
| Airlines | Ziele |
| Copenhagen Air Taxi | Anholt, Læsø |
| Starling Air | Ærø, Ringsted, Svendborg |
Copenhagen-Roskilde Airport
- dänischer Name: Københavns Lufthavn Roskilde
- Code: RKE / EKRK
- Lage: 55°35‘08“ N, 12°07‘53“ O
- Seehöhe: 45 m (146 ft)
- Entfernung: 6 km südöstlich von Roskilde, 43 km westlich von Kopenhagen
- Inbetriebnahme: 1973
- Betreiber: Copenhagen Airports A/S
- Terminal: 1
- Rollbahnen: 2
- Länge der Rollbahnen: 1740 m und 1500 m (beide Asfalt)
- Fluggesellschaften: 2
- Flugzeug-Standplätze: ca. 50
- jährliche Passagierkapazität:
- jährliche Frachtkapazität:
Neben den beiden großen gibt es mehrere kleine, meist private oder kommunale Flyvepladser (Flugplätze), die für Sportfliegerei, Segelflug, Ultraleicht und lokale Aktivitäten genutzt werden:
- Lolland Falster Airport (Maribo Lufthavn, MRW / EKMB) – Auf Lolland-Falster (Süd-Seeland), der einzige kleine internationale/regionaler Platz in der Region Sjælland; dient vor allem Charter, Privat und gelegentlichen Linienflügen.
- Kalundborg Airport (EKKL) – Kleiner Platz im Westen Seelands, für lokale GA.
- Ringsted Airfield (EKRS) – In der Mitte Seelands, Sport- und Trainingsfliegerei.
- Holbæk Flyveplads (EKHK, Hagested) – Im Norden, kleiner lokaler Flugplatz.
Wirtschaft
Die Wirtschaft auf der dänischen Insel Seeland ist stark vom Großraum Kopenhagen geprägt, wo Dienstleistungen, Pharmaindustrie, Logistik und Hightech-Branchen dominieren. Außerhalb der Hauptstadt spielt Landwirtschaft mit Getreide- und Viehzucht sowie Tourismus und Lebensmittelverarbeitung eine wichtige Rolle.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft spielt auf Seeland, der größten und bevölkerungsreichsten Insel Dänemarks, eine wichtige – wenn auch im Vergleich zum Landesdurchschnitt etwas geringere – Rolle. Während in ganz Dänemark etwa 60 bis 61 % der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt werden, liegt der Anteil auf Seeland bei rund 11,5 %. Das erklärt sich vor allem durch die starke Urbanisierung und Industrialisierung rund um die Hauptstadtregion Kopenhagen sowie durch ausgedehnte Waldgebiete, Naturschutzflächen und Küstenstreifen. Dennoch schaffen das milde ozeanische Klima, die hohe Niederschlagsmenge und vor allem die sehr fruchtbaren Böden ideale Voraussetzungen für eine intensive und ertragreiche Landwirtschaft auf den verfügbaren Flächen.
Die Böden Seelands gehören zu den fruchtbarsten in ganz Nordeuropa. Sie bestehen größtenteils aus lehmigen bis sandig-lehmigen Moränenböden der Weichsel-Eiszeit, die reich an Nährstoffen sind und eine hohe Wasserhaltefähigkeit besitzen. Dadurch entstehen weite, offene Landschaften mit zahlreichen großen Feldern, die typisch für die Insel sind – besonders im östlichen und mittleren Teil Seelands.
Im östlichen Seeland (etwa von Køge über Roskilde bis nach Næstved und in die Region Stevns) dominiert der Ackerbau. Hier werden vor allem verschiedene Getreidesorten (Weizen, Gerste, Hafer, Roggen und zunehmend auch Triticale) angebaut, ergänzt durch Kartoffeln, Zuckerrüben und in neuerer Zeit auch Raps sowie Futterpflanzen wie Mais und Kleegras-Mischungen. Diese Kulturen profitieren stark von den guten Böden und dem vergleichsweise milden Klima mit langen Wachstumsperioden.
Im westlichen und südwestlichen Seeland (besonders in den Regionen um Slagelse, Sorø, Holbæk und Kalundborg) nimmt die Viehzucht einen deutlich größeren Stellenwert ein. Hier finden sich viele Milchviehbetriebe mit Kühen (die dänische Milchproduktion ist weltweit hoch angesehen), intensive Schweinemastbetriebe und Geflügelhaltung (vor allem Hühner für Eier und Fleisch). Die Viehzucht hat auf Seeland eine sehr lange Tradition: Schon in der Wikingerzeit spielte die Haltung von Rindern, Schafen und Schweinen eine zentrale Rolle in der Subsistenzwirtschaft, und diese Linie setzt sich bis heute fort – wenn auch hochmodernisiert und industrialisiert.
Ein entscheidender Faktor für die heutige Landwirtschaft auf Seeland (wie im gesamten Königreich) ist der Export. Dänemark gehört zu den weltweit führenden Exportnationen bei Agrarprodukten, und Seeland trägt dazu bei, insbesondere durch den enormen Schweineexport. Dänemark produziert jährlich Millionen von Schlachtschweinen und Ferkeln; ein großer Teil davon wird lebend oder als Fleisch in die EU und darüber hinaus exportiert (vor allem nach Deutschland, Großbritannien, China und Osteuropa). Auch Milchprodukte, Käse und in geringerem Maße Getreide sowie Rapsöl spielen eine Rolle im Außenhandel.
Insgesamt ist die Landwirtschaft trotz des relativ geringen Flächenanteils von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Seeland. Sie sichert Arbeitsplätze (direkt auf Höfen und in vor- und nachgelagerten Bereichen wie Futtermittel, Landmaschinen, Schlachthöfen und Molkereien), trägt zur Ernährungssicherheit bei und generiert durch den Export Devisen. Gleichzeitig steht sie vor modernen Herausforderungen: Umweltschutz (Nitratbelastung von Gewässern, Ammoniakemissionen), Klimawandelanpassung, Tierschutzdebatten und der Wunsch nach mehr Ökolandbau und Biodiversität. Viele Betriebe auf Seeland haben sich daher in den letzten Jahrzehnten professionalisiert und angepasst – etwa durch Direktvermarktung, Agrotourismus oder Umstellung auf biologische Produktion.
Forstwirtschaft
Die Forstwirtschaft auf Seeland spielt eine deutlich größere Rolle als in vielen anderen Teilen Dänemarks, obwohl die Insel insgesamt stark von Urbanisierung, Landwirtschaft und Küstennähe geprägt ist. Im Gegensatz zum landesweiten Waldanteil von etwa 14 bis 16 % der Landfläche (je nach Quelle und Definition, Stand 2023/24 rund 15 bis 16 %) liegt der Waldanteil auf Seeland selbst bei etwa 10 bis 12 %, mit regionalen Unterschieden: Besonders im nördlichen Seeland (Nordseeland) und in Teilen der Capital Region (Hovedstadsregionen) erreicht er deutlich höhere Werte – teilweise über 17 % in manchen Kommunen. Im Süden und Westen der Insel ist er hingegen geringer, oft unter 5 bis 8 %, da dort intensiver Ackerbau und Viehzucht dominieren.
Die Wälder Seelands bestehen hauptsächlich aus Laubwäldern, vor allem Buche (Bøg), die in Dänemark insgesamt dominiert und hier besonders gut gedeiht, ergänzt durch Eiche, Esche, Ahorn und andere Harthölzer. Nadelbäume wie Fichte und Kiefer spielen eine untergeordnete Rolle – im Gegensatz zu Jütland, wo Koniferen häufiger für schnelles Wachstum und Holzproduktion gepflanzt werden. Die Böden Seelands (meist lehmige Moränenböden) und das milde, feuchte Klima mit ausreichend Niederschlag schaffen optimale Bedingungen für Laubwald, der hier oft naturnah und artenreich ist.
Historisch war Seeland im Mittelalter und in der Neuzeit weitgehend entwaldet – durch Rodung für Ackerbau, Schiffbau (besonders für die dänische Marine) und Brennholz. Der Waldanteil lag um 1800 bei nur etwa 2 bis 4 % landesweit, und Seeland war damals eine der am stärksten entwaldeten Regionen. Seit dem 19. Jahrhundert (besonders ab den 1800er-Jahren durch staatliche Aufforstungsprogramme) und verstärkt im 20. Jahrhundert hat sich der Waldanteil stark erholt: Von unter 5 % auf heute über 10 % auf Seeland. Viele Wälder sind staatlich oder privat (oft adelig oder genossenschaftlich) bewirtschaftet, mit Schwerpunkt auf nachhaltiger Forstwirtschaft – also naturnahe Bewirtschaftung, Naturschutz und Erholungsnutzung.
Wirtschaftlich ist die Forstwirtschaft auf Seeland weniger intensiv als auf Jütland, wo mehr schnellwachsende Plantagen für Export-Holz (zum Beispiel nach Deutschland oder Schweden) stehen. Auf Seeland dominiert die multifunktionale Nutzung:
- Holzproduktion (vor allem hochwertiges Buchen- und Eichenholz für Möbel, Furnier, Bauholz und Energie),
- Erholung und Tourismus (viele Wälder sind öffentlich zugänglich, mit Wanderwegen, Picknickplätzen und Radwegen – zum Beispiel Gribskov, Tisvilde Hegn, Jægersborg Dyrehave oder Rold Skov-ähnliche Gebiete im Norden),
- Naturschutz und Biodiversität (viele Wälder sind Natura-2000-Gebiete, Schutz von alten Bäumen, Biotopen für Vögel, Insekten und Wildtiere),
- Kohlenstoffspeicherung und Klimaschutz (Laubwälder binden CO₂ langfristig).
Bekannte und große Waldgebiete auf Seeland sind unter anderem Gribskov (einer der größten zusammenhängenden Wälder Dänemarks, nördlich von Hillerød), Tisvilde Hegn (mit Dünenwald-Charakter), Jægersborg Dyrehave (historischer Jagdforst nahe Kopenhagen, beliebt für Ausflüge) sowie Bosætere Skov und Wälder um Hareskoven, Rude Skov oder im Skjoldungernes Land Nationalpark-Gebiet.
Die Forstwirtschaft ist auf Seeland eng mit dem Naturschutz verknüpft: Viele Flächen werden extensiv bewirtschaftet, mit natürlicher Verjüngung statt Kahlschlag, und es gibt starken Fokus auf Laubholzanreicherung und Biodiversitätsförderung. Der Export von Holz ist vorhanden, aber nicht so dominant wie bei Agrarprodukten; stattdessen profitieren lokale Sägewerke, Möbelindustrie und Energieerzeugung (Holzpellets, Hackschnitzel) davon.
Fischerei
Während Dänemarks kommerzielle Hochseefischerei und industrielle Fangflotte (vor allem für Fischmehl und -öl) hauptsächlich in Nordjütland (zum Beispiel Häfen wie Hirtshals, Hanstholm, Skagen, Thyborøn) und Westjütland konzentriert ist, dominiert auf Seeland die Küsten- und Kleinfischerei sowie die Nutzung der umliegenden Gewässer wie Öresund, Großer Belt, Isefjord, Roskilde Fjord und Kattegat. Die Insel hat eine Küstenlinie von etwa 400 bis 500 km (je nach Zählung der Buchten und Fjorde), was zahlreiche Möglichkeiten für kleine und mittlere Fischereibetriebe bietet – besonders im Norden (Nordseeland um Helsingør, Gilleleje, Hornbæk, Tisvildeleje) und im Osten (um Køge Bucht, Stevns, Faxe).
Viele Fischereibetriebe auf Seeland sind kleinere Familien- oder Küstenbetriebe mit Kuttern und Booten, die täglich oder mehrtägig Netze (vor allem Stellnetze/Gillnets, Schleppnetze für Bodenfische, Reusen) ausbringen und einsammeln. Die Netze sind rund um die Insel verteilt – vom Öresund im Osten über den Großen Belt im Westen bis zum Kattegat im Norden. Typisch ist der tägliche oder wöchentliche Einsatz: Morgens werden die Netze kontrolliert und geleert, abends oder am nächsten Tag neu ausgelegt. Diese intensive, ortsnahe Fischerei sorgt für frischen Fang, der oft direkt an lokalen Häfen, Märkten oder über Händler in Kopenhagen und Umgebung verkauft wird.
Die wichtigsten kommerziell gefangenen Arten in den Gewässern um Seeland sind vor allem Meeresfische wie Dorsch (Kabeljau), Plattfisch (zum Beispiel Scholle/Flunder, Kliesche), Meerforelle (sehr beliebt bei Anglern und kommerziell), Hornhecht, Makrele (saisonal), Hering, Meeräsche und Sandaal (teilweise). In den Fjorden und Brackwasserbereichen (unter anderem Isefjord, Roskilde Fjord, Lammefjord) kommen Süß- und Brackwasserarten hinzu: Barsch, Hecht, Zander, Plötze, Brassen und Aal. Forelle (vor allem Regenbogenforelle) und Barsch spielen in der kommerziellen Fischerei um Seeland eine untergeordnete Rolle – sie sind stärker in der Angelfischerei, Put&Take-Seen und der Aquakultur relevant. Die intensive industrielle Fischerei auf Forelle findet hauptsächlich in dänischen Teichanlagen statt (nicht wild gefangen), und Barsch ist eher ein Beifang oder Ziel der Freizeitfischerei.
Die Gesamtfangmengen Dänemarks liegen in den letzten Jahren bei etwa 500.000–800.000 Tonnen pro Jahr (je nach Quelle und Einbeziehung von Aquakultur/Industriefisch), wobei der Großteil aus der Nordsee und dem Kattegat kommt – Seeland trägt nur einen kleinen Bruchteil bei (oft unter 5–10 % des nationalen Fangs). Die Angabe von 1,47 Millionen Tonnen für 2002 war eine Ausnahme- oder Fehlangabe (möglicherweise inklusive Aquakultur oder alter Daten); aktuelle Fangmengen (2020–2025) für Dänemark insgesamt liegen deutlich niedriger, mit Rückgängen durch Quoten, Nachhaltigkeitsregeln und Bestandsrückgänge (zum Beispiel bei Dorsch). Seelands Beitrag ist vor allem qualitativ: frischer, hochwertiger Fisch für den lokalen und Kopenhagener Markt, Export von Speisefischen und Ergänzung durch Aquakultur (zum Beispiel Muscheln, Forellen in Teichen).
Wirtschaftlich ist die Fischerei auf Seeland von großer lokaler Bedeutung: Sie sichert Arbeitsplätze in kleinen Häfen (unter anderem Rørvig, Hundested, Gilleleje, Køge, Nykøbing Sjælland), in der Verarbeitung, im Fischhandel und im Tourismus (Angeltourismus boomt stark – Seeland gilt als Top-Destination für Meerforellen- und Küstenangeln). Der Export spielt eine Rolle (zum Beispiel frischer Fisch nach Deutschland/Schweden), aber weniger dominant als bei der jütländischen Flotte.
Handwerk
Historisch gesehen war Handwerk auf Seeland eng mit landwirtschaftlichen und städtischen Zentren verknüpft. In mittelalterlichen Städten wie Roskilde, Køge, Helsingør oder Kopenhagen entwickelten sich Handwerkszünfte, die die Produktion von Waren, Bauarbeiten und Dienstleistungen organisierten. Typische Berufe waren Schmiede, Zimmerleute, Maurer, Töpfer, Weber, Schuhmacher oder Schuster. Diese Zünfte regelten Ausbildung, Qualitätsstandards und Preise und sicherten gleichzeitig soziale Absicherung für die Mitglieder. Besonders im städtischen Kontext prägte das Handwerk das Stadtbild, von Fachwerkhäusern bis zu verzierten Fassaden, und trug entscheidend zur wirtschaftlichen Stabilität bei.
Ein Schwerpunkt des Handwerks auf Seeland lag schon früh im Bau- und Holzhandwerk. Die Region verfügte über ausgedehnte Waldflächen und hochwertige Lehm- und Kalkvorkommen, was den Bau von Fachwerkhäusern, Kirchen, Schlössern und öffentlichen Gebäuden ermöglichte. Zimmerleute, Maurer und Steinmetze waren über Jahrhunderte gefragt, insbesondere für die Errichtung bedeutender Bauwerke wie des Doms zu Roskilde, der Schlösser Frederiksborg, Kronborg oder Rosenborg und zahlreicher Landhäuser und Herrenhöfe. Die Handwerker trugen dabei nicht nur zur Konstruktion bei, sondern auch zur kunstvollen Gestaltung, etwa durch Holzschnitzereien, Steinreliefs oder schmiedeeiserne Elemente.
Neben dem Bauwesen spielte das traditionelle Kunsthandwerk eine bedeutende Rolle. Seeland war bekannt für Töpfereien, Glasbläsereien, Textilproduktion, Korbflechterei und die Herstellung von Möbeln. Diese Produkte wurden nicht nur lokal genutzt, sondern auch über Handelswege auf dem Festland und international vertrieben. Insbesondere die dänische Möbel- und Designtradition, die im 20. Jahrhundert weltweite Bedeutung erlangte, hat ihre Wurzeln stark im traditionellen Handwerk Seelands. Handwerker entwickelten dabei eine besondere Verbindung von Funktionalität, Qualität und ästhetischem Anspruch, die bis heute charakteristisch für dänisches Design ist.
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert veränderte sich das Handwerk auf Seeland durch Industrialisierung und Urbanisierung. Maschinenfertigung und Fabriken übernahmen viele Produktionsschritte, während Handwerksbetriebe sich auf spezialisierte, hochwertige oder künstlerische Produkte konzentrierten. Gleichzeitig entstand ein stärkerer Fokus auf Ausbildung und Meisterprüfung, was die Qualität des Handwerks sicherte. Auch das Bauhandwerk blieb zentral, insbesondere beim Städtebau in Kopenhagen und den wachsenden Industriestädten Seelands.
Heute ist das Handwerk auf Seeland eine Mischung aus traditioneller Kunstfertigkeit und moderner Innovation. Viele kleine und mittelständische Betriebe beschäftigen sich mit Bauhandwerk, Möbelherstellung, Restaurierung historischer Gebäude, Textil- oder Keramikkunst. Parallel dazu haben sich spezialisierte Manufakturen etabliert, die Luxus- und Designprodukte herstellen oder traditionelle Techniken mit zeitgenössischem Design verbinden. Zudem spielt das Handwerk in der Ausbildung eine zentrale Rolle: Handwerksbetriebe arbeiten eng mit Berufsschulen zusammen und sichern die Weitergabe von Fachwissen an die nächste Generation.
Das Handwerk auf Seeland hat darüber hinaus eine kulturelle Dimension. Historische Handwerkskunst wird in Museen, bei Festivals und in Freilichtmuseen gezeigt. Veranstaltungen wie Kunsthandwerksmärkte oder Restaurierungsprojekte verbinden Tradition mit Öffentlichkeit und tragen zur Identität der Insel bei. Insbesondere die Verbindung von Funktionalität, Qualität und ästhetischem Anspruch ist ein charakteristisches Merkmal seeländischen Handwerks, das sowohl die lokale Bevölkerung als auch internationale Besucher anspricht.
Industrie
Die industrielle Entwicklung auf Seeland begann im 19. Jahrhundert, parallel zur Industrialisierung Dänemarks. Zunächst konzentrierte sich die Industrie auf Lebensmittelverarbeitung, Textil- und Maschinenbau, wobei die Nähe zu landwirtschaftlichen Flächen und Häfen entscheidend war. Kopenhagen und andere städtische Zentren profitierten von einer gut ausgebauten Infrastruktur, darunter Eisenbahnlinien, Straßenverbindungen und Häfen, die den Transport von Rohstoffen und Fertigprodukten erleichterten. Besonders Lebensmittelbetriebe, Brauereien, Zuckerfabriken und Molkereien prägten das industrielle Bild Seelands und trugen zur Versorgung der wachsenden Stadtbevölkerung bei.
Ein wesentlicher Sektor war und ist die Nahrungsmittelindustrie. Seeland, mit seiner fruchtbaren Landschaft, bildet die Grundlage für die Verarbeitung von Milch, Getreide, Fleisch, Zucker und Bier. Große Unternehmen wie Carlsberg, dessen Hauptsitz in Kopenhagen liegt, haben internationale Bedeutung erlangt und verbinden industrielle Produktion mit Markenbildung und Export. Auch kleinere Betriebe und Manufakturen tragen zur Vielfalt der Nahrungsmittelproduktion bei, wobei oft regionale Spezialitäten und handwerkliche Qualität eine Rolle spielen.
Die Verarbeitende Industrie auf Seeland ist breit gefächert. Neben Lebensmittelverarbeitung existieren Betriebe in den Bereichen Metallverarbeitung, Maschinenbau, chemische Industrie, Kunststoffproduktion und Elektronik. Viele dieser Unternehmen sind in Gewerbegebieten rund um Kopenhagen, Roskilde, Køge und Næstved angesiedelt. Sie bedienen nationale Märkte, beliefern aber auch internationale Kunden, insbesondere in Nordeuropa. Die Industrie zeichnet sich dabei durch eine Kombination aus mittelständischen Unternehmen und größeren Konzernen aus, die oft hoch spezialisiert sind und auf technologische Innovation setzen.
Ein wachsender Bereich ist die High-Tech- und Umwelttechnologie-Industrie. Seeland hat sich in den letzten Jahrzehnten als Standort für erneuerbare Energien, Wasseraufbereitung, intelligente Energienetze und Umwelttechnik etabliert. Unternehmen entwickeln Windkraftanlagen, Biogasanlagen, Abwasser- und Recyclingtechnologien und tragen so zu den Klimazielen Dänemarks bei. Der Hafen von København, die Öresundregion und die Nähe zu Forschungseinrichtungen und Universitäten fördern Innovation und Wissenstransfer zwischen Industrie und Wissenschaft.
Die Baustoff- und Bauindustrie ist ebenfalls stark vertreten. Aufgrund der kontinuierlichen Urbanisierung und der Modernisierung von Städten entstehen zahlreiche Fertigungsbetriebe für Beton, Ziegel, Dämmmaterialien, Holzprodukte und Metallkonstruktionen. Diese Industrie ist eng mit Infrastrukturprojekten, Wohnungsbau und städtischer Entwicklung verknüpft. Besonders Kopenhagen ist ein Zentrum für nachhaltige Bauprojekte, die moderne Architektur, Energieeffizienz und industrielle Vorfertigung verbinden.
Die industrielle Struktur Seelands ist auch eng mit der Logistik und dem Export verknüpft. Die geografische Lage zwischen Festland, Øresund und der Ostsee macht die Insel zu einem Knotenpunkt für Transport, Distribution und internationale Handelsbeziehungen. Häfen wie Kopenhagen-Malmö, Køge und Kalundborg dienen sowohl der Versorgung der Insel als auch der Einbindung in europäische Lieferketten. Dies stärkt den Standort für Industrieunternehmen, die auf schnelle und effiziente Liefermöglichkeiten angewiesen sind.
Arbeitsmarkt und Wirtschaftspolitik auf Seeland fördern die Verknüpfung von Industrie, Forschung und Dienstleistung. Moderne Industrieunternehmen arbeiten oft eng mit Universitäten, technischen Hochschulen und Forschungsinstituten zusammen, etwa in Bereichen wie Materialforschung, nachhaltige Produktion oder digitale Fertigung. Diese enge Verzahnung ermöglicht Innovationen, Effizienzsteigerungen und eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Wasserwirtschaft
Aufgrund der vergleichsweise geringen natürlichen Süßwasserressourcen, der hohen Bevölkerungsdichte – insbesondere im Raum Kopenhagen – sowie der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung kommt der nachhaltigen Nutzung und dem Schutz der Wasserressourcen auf Seeland eine besondere Bedeutung zu. Die Trinkwasserversorgung basiert fast ausschließlich auf Grundwasser. Oberflächenwasser aus Seen oder Flüssen wird kaum genutzt, da Grundwasser in Dänemark von Natur aus eine hohe Qualität besitzt. Das Wasser wird in Wasserwerken gefördert, aufbereitet und anschließend an Haushalte, Industrie und Gewerbe verteilt. Die Aufbereitung ist im internationalen Vergleich gering, da das Grundwasser meist nur belüftet und gefiltert werden muss. Diese Praxis setzt jedoch einen konsequenten Schutz der Grundwasservorkommen voraus.
Ein zentraler Aspekt der Wasserwirtschaft auf Seeland ist daher der Grundwasserschutz. Große Teile der Insel sind als Wasserschutzgebiete ausgewiesen, in denen strenge Vorschriften für Landwirtschaft, Industrie und Bebauung gelten. Der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden wird reguliert, um Nitrat- und Schadstoffeinträge zu verhindern. Besonders in landwirtschaftlich geprägten Regionen stellt dies eine Herausforderung dar, die durch staatliche Vorgaben, Beratung und Ausgleichsmaßnahmen begleitet wird.
Die Abwasserwirtschaft ist eng mit der Wasserwirtschaft verbunden. Haushalts- und Industrieabwässer werden über ein weit verzweigtes Kanalsystem zu modernen Kläranlagen geleitet. Diese Anlagen reinigen das Abwasser in mehreren Stufen und entfernen organische Stoffe, Nährstoffe und Schadstoffe, bevor das gereinigte Wasser in Flüsse, Seen oder das Meer eingeleitet wird. Auf Seeland sind die Anforderungen an die Abwasserreinigung besonders hoch, da die umliegenden Meeresgebiete wie der Øresund und die Ostsee ökologisch empfindlich sind.
Ein weiteres wichtiges Thema ist das Regenwassermanagement. Durch den Klimawandel nehmen Starkregenereignisse auch auf Seeland zu, insbesondere in städtischen Gebieten. Städte wie Kopenhagen setzen daher verstärkt auf nachhaltige Lösungen, etwa auf offene Regenwassersysteme, begrünte Dächer, Rückhaltebecken und Versickerungsflächen. Diese Maßnahmen entlasten die Kanalisation, reduzieren Überschwemmungsrisiken und verbessern zugleich das Stadtklima.
Auch die Küsten- und Gewässerbewirtschaftung spielt eine große Rolle. Seeland ist von Meeren, Fjorden und Buchten umgeben, die wirtschaftlich und ökologisch bedeutend sind. Maßnahmen zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen, zur Renaturierung von Fließgewässern und zum Schutz von Feuchtgebieten dienen dem Erhalt der Biodiversität und der Wasserqualität. Gleichzeitig müssen Hochwasserschutz und Küstensicherung berücksichtigt werden, insbesondere angesichts steigender Meeresspiegel.
Die Organisation der Wasserwirtschaft auf Seeland liegt überwiegend bei kommunalen Versorgungsunternehmen, die nach dem Kostendeckungsprinzip arbeiten. Der Staat setzt rechtliche Rahmenbedingungen und überwacht die Einhaltung von Umweltstandards. Die Bevölkerung ist stark in das System eingebunden, etwa durch einen bewussten Umgang mit Wasser, wassersparende Technologien und transparente Gebührenstrukturen.
Energieproduktion
Traditionell war die Energieversorgung auf Seeland stark von fossilen Energieträgern abhängig, insbesondere von Kohle, Öl und Erdgas. Kraftwerke und Heizsysteme nutzten diese Ressourcen vor allem zur Strom- und Wärmeerzeugung. Seit den 1990er Jahren vollzieht sich jedoch ein tiefgreifender Strukturwandel. Fossile Brennstoffe werden schrittweise ersetzt, und Seeland ist heute ein zentraler Schauplatz der dänischen Dekarbonisierungsstrategie.
Ein prägendes Element der Energiewirtschaft auf Seeland ist das Fernwärmesystem. In Städten und größeren Gemeinden, allen voran in Kopenhagen, werden große Teile der Haushalte über Fernwärme versorgt. Die Wärme stammt aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Müllverbrennungsanlagen, Biomassekraftwerken sowie zunehmend aus erneuerbaren Quellen wie Großwärmepumpen und Geothermie. Dieses System gilt als besonders effizient, da Abwärme genutzt und Energieverluste minimiert werden.
Die Stromerzeugung auf Seeland basiert heute zu einem erheblichen Teil auf erneuerbaren Energien. Windenergie spielt dabei eine zentrale Rolle. Zwar befinden sich viele der großen Offshore-Windparks vor den Küsten Seelands, doch ihre Einspeisung ist eng mit der regionalen Infrastruktur verbunden. Ergänzt wird die Windkraft durch Solarenergie, die vor allem auf Dächern von Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden und Gewerbebetrieben installiert ist. Auch wenn Seeland nicht zu den sonnenreichsten Regionen Europas zählt, leistet Photovoltaik einen wachsenden Beitrag zur Stromversorgung.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Energiewirtschaft ist die Biomasse. Biomassekraftwerke und umgerüstete ehemalige Kohlekraftwerke nutzen Holzpellets, Hackschnitzel und andere biogene Brennstoffe zur Strom- und Wärmeerzeugung. Diese Umstellung hat den CO₂-Ausstoß deutlich reduziert, ist jedoch zugleich Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Diskussionen über Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung.
Die Energiewirtschaft auf Seeland ist zudem stark von Innovation und Digitalisierung geprägt. Intelligente Stromnetze (Smart Grids), digitale Zähler und flexible Tarifsysteme ermöglichen es, Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen. Dies ist besonders wichtig angesichts der schwankenden Einspeisung aus Wind- und Solarenergie. Verbraucherinnen und Verbraucher werden zunehmend aktiv in das Energiesystem eingebunden, etwa durch Eigenstromerzeugung oder flexible Nutzung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energieeffizienz. Gebäudesanierungen, moderne Baustandards und energieeffiziente Technologien sind zentrale Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs. Auf Seeland, insbesondere in Kopenhagen, entstehen zahlreiche Neubaugebiete, die konsequent nach klimafreundlichen Prinzipien geplant sind und erneuerbare Energiequellen integrieren.
Abfallwirtschaft
Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte, vor allem im Großraum Kopenhagen, kommt der effizienten Sammlung, Verwertung und Entsorgung von Abfällen auf Seeland eine große Bedeutung zu. Ziel ist es, Abfälle möglichst zu vermeiden, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten und die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten.
Die Organisation der Abfallwirtschaft auf Seeland liegt überwiegend in der Verantwortung der Kommunen, die eng miteinander sowie mit regionalen Entsorgungsunternehmen zusammenarbeiten. Haushaltsabfälle werden flächendeckend getrennt gesammelt. In den meisten Gemeinden erfolgt die Mülltrennung nach mehreren Fraktionen, darunter Restmüll, Bioabfall, Papier und Karton, Glas, Metall, Kunststoff sowie Problemstoffe wie Batterien oder Elektroschrott. Die Bevölkerung ist an dieses System gewöhnt und beteiligt sich in hohem Maße an der Abfalltrennung, was die Recyclingquoten deutlich erhöht.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Abfallwirtschaft auf Seeland ist das Recycling. Wertstoffe wie Papier, Glas, Metalle und Kunststoffe werden in Sortieranlagen aufbereitet und anschließend der Wiederverwertung zugeführt. Bioabfälle werden kompostiert oder in Biogasanlagen vergoren, wobei sowohl erneuerbare Energie als auch nährstoffreicher Dünger entsteht. Dadurch leistet die Abfallwirtschaft einen direkten Beitrag zur Energieversorgung und zur Reduzierung von Treibhausgasen.
Nicht recycelbare Abfälle werden auf Seeland überwiegend in modernen Müllverbrennungsanlagen behandelt. Diese Anlagen sind ein charakteristisches Element des dänischen Abfallsystems. Besonders bekannt ist die Anlage Amager Bakke (CopenHill) auf der Nachbarinsel Amager, die Abfallverwertung mit Energieerzeugung kombiniert. Bei der Verbrennung entsteht Fernwärme und Strom, die große Teile der städtischen Haushalte versorgen. Gleichzeitig werden strenge Umweltauflagen eingehalten, um Emissionen so gering wie möglich zu halten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Abfallvermeidung. Auf Seeland wird großer Wert auf Aufklärung, Bildung und Prävention gelegt. Kampagnen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, zur Wiederverwendung von Produkten und zur Reparatur statt Neuanschaffung sind weit verbreitet. Recyclinghöfe (dänisch: „Genbrugsstationer“) stehen der Bevölkerung zur Verfügung, um sperrige Abfälle, Baustoffe, Elektronik oder gefährliche Stoffe fachgerecht zu entsorgen und teilweise wiederzuverwenden.
Auch Unternehmen und Gewerbebetriebe sind in das System eingebunden. Für sie gelten spezifische Vorschriften zur Trennung und Entsorgung von Abfällen, insbesondere bei Industrie-, Bau- und Sonderabfällen. Durch gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Anreize werden Betriebe dazu motiviert, Abfallmengen zu reduzieren und recyclingfähige Materialien einzusetzen.
Handel
Der Handel und die Geschäftslandschaft auf Seeland sind äußerst vielfältig und spiegeln die wirtschaftliche, kulturelle und demografische Bedeutung dieser Region wider. Als größte Insel Dänemarks und Standort der Hauptstadt Kopenhagen ist Seeland das wichtigste Handelszentrum des Landes und zugleich ein Knotenpunkt für den nationalen und internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr.
Im Zentrum des Handels auf Seeland steht der Einzelhandel, der vor allem in den urbanen Räumen stark ausgeprägt ist. In Kopenhagen finden sich große Einkaufsstraßen wie die Strøget, eine der längsten Fußgängerzonen Europas, auf der internationale Modeketten, dänische Designmarken, Kaufhäuser und spezialisierte Fachgeschäfte vertreten sind. Ergänzt wird das Angebot durch moderne Einkaufszentren wie Field’s, Fisketorvet oder Illum, die Shopping, Gastronomie und Freizeitangebote miteinander verbinden. Diese Handelsstrukturen ziehen nicht nur die lokale Bevölkerung an, sondern auch zahlreiche Touristinnen und Touristen aus dem In- und Ausland.
Außerhalb der Hauptstadt prägen Mittelstädte und regionale Zentren wie Roskilde, Helsingør, Køge, Næstved oder Slagelse den Handel. Dort dominieren kleinere Einkaufsstraßen, lokale Fachgeschäfte, Supermärkte und Dienstleistungsbetriebe. Diese Geschäfte erfüllen eine wichtige Versorgungsfunktion für das Umland und tragen zur wirtschaftlichen Stabilität der Regionen bei. Besonders traditionelle Bäckereien, Metzgereien, Blumenläden und Handwerksbetriebe haben hier einen hohen Stellenwert und sind oft eng mit der lokalen Identität verbunden.
Ein bedeutender Teil der Handelslandschaft auf Seeland ist der Großhandel und die Logistik. Dank der günstigen geografischen Lage, insbesondere der Nähe zu Deutschland und Schweden sowie der Anbindung über Brücken, Häfen und Autobahnen, hat sich Seeland zu einem wichtigen Umschlagplatz für Waren entwickelt. Der Øresundraum mit der Öresundbrücke verbindet Seeland direkt mit Südschweden und fördert den grenzüberschreitenden Handel erheblich. Häfen wie Kopenhagen-Malmö, Køge oder Kalundborg spielen eine zentrale Rolle im Import und Export von Gütern.
Neben dem klassischen stationären Handel gewinnt der Onlinehandel auf Seeland zunehmend an Bedeutung. Dänemark gehört zu den digital fortschrittlichsten Ländern Europas, und viele Handelsunternehmen auf Seeland haben frühzeitig auf E-Commerce gesetzt. Große Handelsketten betreiben leistungsfähige Online-Shops, während kleinere Geschäfte zunehmend Omnichannel-Strategien nutzen, um stationären Verkauf mit digitalen Angeboten zu verbinden. Der Onlinehandel verändert dabei nicht nur das Konsumverhalten, sondern auch die Struktur der Innenstädte.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Dienstleistungs- und Spezialhandel, etwa mit Designprodukten, Möbeln, Lebensmitteln in Bio-Qualität oder nachhaltigen Konsumgütern. Seeland, insbesondere Kopenhagen, gilt als Zentrum für dänisches Design und nachhaltige Lebensstile. Viele Geschäfte setzen bewusst auf ökologische Produkte, faire Lieferketten und regionale Herstellung. Wochenmärkte und Markthallen, wie die Torvehallerne in Kopenhagen, verbinden Handel mit sozialem Leben und kulinarischer Vielfalt.
Finanzwesen
Seeland beherbergt mit Kopenhagen nicht nur die Hauptstadt, sondern auch das finanzielle Zentrum des Landes. Dadurch konzentrieren sich dort die wichtigsten Finanzinstitutionen, Banken, Börsen und Aufsichtsbehörden. Im Mittelpunkt des Bankensektors auf Seeland steht Kopenhagen als Sitz der größten dänischen Banken. Dazu gehören insbesondere Danske Bank, Nordea Danmark, Jyske Bank und Nykredit. Diese Institute sind universelle Banken, die ein breites Spektrum an Dienstleistungen anbieten, darunter Privatkundengeschäft, Firmenkundengeschäft, Immobilienfinanzierung, Vermögensverwaltung sowie Investmentbanking. Vor allem Danske Bank, deren Hauptsitz sich in Kopenhagen befindet, hat eine herausragende Bedeutung und ist auch international tätig, insbesondere im nordischen und baltischen Raum.
Neben den Großbanken existiert auf Seeland ein dichtes Netz aus Regional- und Genossenschaftsbanken (sogenannte „Sparekassen“). Diese Institute sind oft lokal verwurzelt und spielen eine wichtige Rolle bei der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie privater Haushalte. Sie zeichnen sich durch eine vergleichsweise konservative Geschäftspolitik aus, die auf langfristige Kundenbeziehungen und regionale Stabilität ausgerichtet ist. Gerade außerhalb des Großraums Kopenhagen tragen diese Banken wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei.
Ein besonderes Merkmal des dänischen Finanzsystems, das auch auf Seeland stark ausgeprägt ist, ist das Hypothekenbanksystem. Dänemark verfügt über eines der ältesten und effizientesten Systeme zur Immobilienfinanzierung weltweit. Spezialisierte Hypothekenbanken, wie Realkredit Danmark oder Nykredit Realkredit, vergeben langfristige Immobilienkredite, die durch die Emission von gedeckten Anleihen refinanziert werden. Dieses System sorgt für hohe Transparenz, vergleichsweise niedrige Zinsen und eine enge Verbindung zwischen Kreditnehmern und Kapitalmarkt.
Die Dänische Nationalbank, ebenfalls in Kopenhagen ansässig, bildet das Herz der geldpolitischen Steuerung. Sie ist verantwortlich für die Stabilität der dänischen Krone und verfolgt eine feste Wechselkurspolitik gegenüber dem Euro. Obwohl Dänemark kein Mitglied der Eurozone ist, orientiert sich die Geldpolitik stark an der Europäischen Zentralbank. Die Nationalbank überwacht zudem die Stabilität des Finanzsystems und arbeitet eng mit der dänischen Finanzaufsichtsbehörde (Finanstilsynet) zusammen, die ebenfalls auf Seeland ihren Sitz hat.
In den letzten Jahren hat sich das Finanzwesen auf Seeland stark digitalisiert. Dänische Banken gelten als Vorreiter im Bereich Online-Banking, Mobile Payment und digitaler Identität. Systeme wie MobilePay oder die digitale Identifikationslösung MitID sind fest im Alltag der Bevölkerung verankert. Diese technologische Entwicklung hat zu einer Reduktion klassischer Bankfilialen geführt, gleichzeitig aber Effizienz und Kundenfreundlichkeit erhöht.
Gesundheit und Soziales
Die Kommunen übernehmen die meisten sozialen Aufgaben: Sozialhilfe (kontanthjælp), Früh- und Altersrenten, häusliche Pflege, Altenheime, Hilfen für Menschen mit Behinderungen, psychosoziale Unterstützung, Kinder- und Jugendhilfe sowie Schutzmaßnahmen bei häuslicher Gewalt oder Sucht. In Kopenhagen ist die Socialforvaltningen eine der größten Verwaltungen ihrer Art in Skandinavien. Besonders in der Hauptstadtregion gibt es ein dichtes Netz an Tageszentren, Aktivitätsangeboten und Wohnformen für Senioren sowie umfangreiche Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Autismus-Spektrum-Störungen.
Gesundheitswesen
Das Gesundheitssystem folgt dem klassischen nordischen Modell: Es ist universell, steuerfinanziert und bietet allen rechtmäßig in Dänemark lebenden Personen weitgehend kostenlosen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die fünf dänischen Regionen sind für Krankenhäuser und Spezialbehandlungen verantwortlich, während die 98 Kommunen die Primärversorgung, Prävention, Rehabilitation und Langzeitpflege organisieren. Auf Seeland dominiert die Region Hovedstaden mit den größten und leistungsfähigsten Kliniken: Das Rigshospitalet in Kopenhagen gilt als eines der besten Universitätskrankenhäuser Nordeuropas und ist führend in Onkologie, Transplantationsmedizin, Herzchirurgie und pädiatrischer Intensivmedizin. Ergänzt wird es durch moderne Großkrankenhäuser wie Herlev, Hvidovre, Bispebjerg, Glostrup und das neue Mary Elizabeth’s Hospital für Kinder und Jugendliche (seit 2025/2026 voll in Betrieb). In der Region Sjælland bilden das Sjællands Universitetshospital (Roskilde/Køge), das Næstved Sygehus und das Holbæk Sygehus die wichtigsten Standorte.
Die hausärztliche Versorgung erfolgt über ein dichtes Netz von praktiserende læger (Hausärzten), die als Gatekeeper zu Fachärzten und Krankenhäusern fungieren. Jeder Einwohner hat einen fest zugeteilten Hausarzt, zu dem der Zugang schnell und meist ohne lange Wartezeiten möglich ist. Zahnbehandlung ist für Erwachsene nur teilweise subventioniert, für Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre jedoch komplett kostenlos. Mentale Gesundheit erfährt seit Jahren starke Ausweitung: Es gibt zahlreiche regionale Psychiatriezentren, Kriseninterventionsdienste und spezialisierte Angebote für Kinder und Jugendliche.
Krankheiten
Die Lebenserwartung auf Seeland liegt leicht über dem dänischen Durchschnitt von etwa 82,3 Jahren, wobei Frauen im Schnitt deutlich älter werden als Männer. Die häufigsten Todesursachen sind Krebs (vor allem Brust-, Lungen-, Darm- und Prostatakrebs) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Ischämische Herzkrankheit, Schlaganfall). Chronische Erkrankungen sind weit verbreitet: Etwa jeder vierte Erwachsene leidet unter Bluthochdruck, jeder fünfte unter Atemwegsallergien oder Asthma, und Depressionen betreffen rund zehn Prozent der Bevölkerung. Typ-2-Diabetes, COPD, Arthrose und Rückenschmerzen nehmen durch Alterung und Lebensstilfaktoren weiter zu. In den letzten Jahren gab es zudem wiederholt Wellen von Atemwegsinfektionen (wie Mycoplasma pneumoniae 2024/2025). Präventive Maßnahmen – Krebs-Screenings, Impfprogramme, Raucherentwöhnung und Ernährungsberatung – sind gut etabliert und tragen zu einer relativ guten Gesundheit der Bevölkerung bei, auch wenn soziale Unterschiede spürbar bleiben: Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer Bildung haben eine schlechtere Gesundheit und eine geringere Lebenserwartung.
Bildung
Das dänische Bildungssystem ist national einheitlich organisiert und gilt international als vorbildlich – es betont Inklusion, Gleichberechtigung und lebenslanges Lernen. Es gibt keine signifikanten regionalen Abweichungen, da die Bildungspolitik zentral vom dänischen Bildungsministerium gesteuert wird. Dennoch konzentrieren sich auf Seeland aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und der urbanen Struktur viele der renommiertesten Einrichtungen, darunter Universitäten, Gymnasien und Berufsschulen. Im Folgenden gebe ich eine kohärente und detaillierte Darstellung des Systems, beginnend bei der frühen Kindheit bis hin zur Erwachsenenbildung, ergänzt um spezifische Aspekte und Institutionen auf Seeland. Die Beschreibung basiert auf der Struktur des Systems, seinen Kernprinzipien und aktuellen Entwicklungen bis 2026.
Dänemark investiert erheblich in Bildung: Etwa 7 bis 8 % des Bruttoinlandsprodukts fließen in diesen Bereich, was über dem OECD-Durchschnitt liegt. Bildung ist weitgehend kostenlos, inklusive Studiengebühren an öffentlichen Einrichtungen, und wird durch staatliche Zuschüsse (wie das SU-Stipendium für Studierende) unterstützt. Ein zentrales Merkmal ist die "Bildungspflicht" (undervisningspligt) statt einer strengen Schulpflicht: Kinder müssen gebildet werden, aber Eltern haben Flexibilität, zum Beispiel durch Homeschooling oder private Alternativen. Das System fördert Dialog, Kreativität und soziale Kompetenzen, beeinflusst von Denkern wie Nikolai Frederik Severin Grundtvig, der für volkstümliche Bildung eintrat. Es gibt eine späte Differenzierung – Schüler werden nicht früh nach Leistung getrennt –, was Inklusion begünstigt. Internationale Vergleiche wie PISA (2018: Dänemark auf Platz 18 weltweit) zeigen Stärken in Mathematik und Lesen, wenngleich Herausforderungen in der Integration von Migrantenkindern bestehen. Auf Seeland, wo rund 40 % der dänischen Bevölkerung lebt, profitieren Institutionen von der Nähe zu Wirtschaftszentren wie Kopenhagen, was Kooperationen mit Unternehmen erleichtert.
Die Bildung beginnt früh: Ab dem Alter von 1 bis 6 Jahren besuchen viele Kinder Kindergärten (børnehave) oder integrierte Einrichtungen, die spielerisches Lernen fördern. Seit 2009 ist ein Jahr Vorschulklasse (klasse 0) obligatorisch, um soziale Fähigkeiten und Grundkenntnisse zu vermitteln. Auf Seeland gibt es eine hohe Dichte solcher Einrichtungen, oft mit bilingualen Programmen in städtischen Gebieten wie Kopenhagen, wo internationale Familien leben.
Die eigentliche Pflichtbildung umfasst die neunjährige Folkeskole (Volksschule), die von Klasse 1 bis 9 reicht und als Gesamtschule ohne frühe Trennung funktioniert. Der Unterricht ist dialogorientiert, mit Fokus auf Projektarbeit, Gruppenlernen und praktischen Fähigkeiten. Fächer umfassen Dänisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichte, Englisch (ab Klasse 3) und optionale Sprachen wie Deutsch oder Französisch. Es gibt keine Noten bis Klasse 8; stattdessen Feedback und Förderung. Am Ende der 9. Klasse absolvieren Schüler die Folkeskolens Afgangsprøve (FSA), eine Abschlussprüfung, die dem deutschen Hauptschulabschluss entspricht. Viele wählen eine optionale 10. Klasse (FS10), die auf höhere Bildung vorbereitet und mit einer erweiterten Prüfung endet.
Auf Seeland sind Folkeskoler besonders vielfältig: In Kopenhagen und Umgebung gibt es internationale Schulen wie die International School of Copenhagen, die den International Baccalaureate (IB) anbieten und auf Englisch unterrichten. Private Schulen (friskoler) machen etwa 17 % aus und sind staatlich subventioniert – sie reichen von progressiven Modellen (unter anderem Rudolf-Steiner-Schulen) bis zu religiösen oder migrantenspezifischen Einrichtungen. Ein Beispiel ist die Sorø Akademi in Sorø, eine der ältesten Schulen Dänemarks (gegründet 1586), die heute als Gymnasium und Internat fungiert und eine Brücke zwischen Grund- und Sekundarstufe schlägt. Inklusion ist stark: Kinder mit Behinderungen werden in regulären Klassen integriert, mit Unterstützung durch Speziallehrer.
Nach der Folkeskole teilt sich der Weg: Etwa 50 % der Jugendlichen wählen ein Gymnasium (upper secondary education), das drei Jahre dauert und zur Studentereksamen (Abitur-Äquivalent) führt. Es gibt drei Varianten:
- STX (allgemeinbildend): Fokus auf Sprachen, Mathe und Wissenschaften; obligatorische Fächer wie Dänisch und Geschichte auf hohem Niveau.
- HHX (kaufmännisch): Vorbereitung auf Wirtschaftsberufe.
- HTX (technisch): Ausrichtung auf Ingenieurwesen und Naturwissenschaften.
Das Bewertungssystem verwendet eine 7-Stufen-Skala (-3 bis 12), die international vergleichbar ist. Prüfungen sind zentralisiert, mit mündlichen und schriftlichen Teilen. Auf Seeland befinden sich viele Gymnasien, zum Beispiel in Roskilde oder Kopenhagen, wo historische Einrichtungen wie die Domschule in Roskilde (um 1020 gegründet) Wurzeln haben.
Parallel dazu steht die berufliche Ausbildung (erhvervsfaglig uddannelse), die 1,5 bis 5,5 Jahre dauert und Theorie mit Praxis verbindet. Branchen wie IT, Gesundheit, Bau oder Handel sind abgedeckt. Ein Beispiel auf Seeland ist das Selandia - Center for Erhvervsrettet Uddannelse in Slagelse, das Ausbildungen in Landwirtschaft, Mechanik und Handel anbietet. Viele Jugendliche besuchen Efterskoler – Internate mit Fokus auf Sport, Kunst oder Soziales –, die besonders auf Seeland populär sind und als Übergang dienen.
Höhere Bildung
Die tertiäre Bildung ist zugänglich: Die Studentereksamen berechtigt zum Studium, wobei Numerus Clausus für beliebte Fächer wie Medizin gilt. Bachelor-Studien dauern 3 bis 4 Jahre, Master 1 bis 2 Jahre. Studierende ab 18 erhalten das SU-Stipendium (800 bis 900 € monatlich), unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das System ist praxisnah, mit starkem Fokus auf Forschung und Internationalität.
Seeland eine Vielzahl von Universitäten und Hochschulen, die sowohl nationale als auch internationale Studierende anziehen. Diese Einrichtungen profitieren von der Nähe zu Kopenhagen, das als innovatives Zentrum für Forschung, Wirtschaft und Kultur gilt. Die höhere Bildung auf Seeland umfasst klassische Universitäten mit Fokus auf Forschung und Lehre sowie praxisorientierte Hochschulen (Professionshøjskoler und Erhvervsakademier), die auf berufliche Qualifikationen abzielen. Insgesamt gibt es hier über ein Dutzend Institutionen, die ein breites Spektrum an Studiengängen anbieten, von Geisteswissenschaften über Ingenieurwesen bis hin zu Wirtschaft und Gesundheit.
Die führende Universität auf Seeland ist die Københavns Universitet (University of Copenhagen, KU), gegründet 1479 und damit die älteste und größte des Landes. Mit über 38.000 Studierenden und Campussen in Kopenhagen verteilt, bietet sie mehr als 200 Bachelor- und Masterprogramme in Bereichen wie Medizin, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Theologie. Die KU ist international renommiert für ihre Forschung, etwa in Quantenphysik, Klimawandel und Public Health, und kooperiert eng mit Institutionen wie dem CERN oder der WHO. Ihre Fakultäten sind über die Stadt verteilt, darunter der Hauptcampus in der Innenstadt und der Frederiksberg-Campus für Veterinärmedizin und Lebenswissenschaften. Daneben steht die Copenhagen Business School (CBS), eine der besten Business Schools Europas, die sich auf Wirtschaftswissenschaften, Management und Finanzen spezialisiert hat. Mit rund 20.000 Studierenden in Frederiksberg, einem Vorort Kopenhagens, betont sie Nachhaltigkeit und Digitalisierung in ihren Programmen und ist bekannt für ihre starken Verbindungen zur Wirtschaft, einschließlich Partnerschaften mit Unternehmen wie Maersk oder Novo Nordisk.
Weiter nördlich auf Seeland liegt die Danmarks Tekniske Universitet (Technical University of Denmark, DTU) in Lyngby. Als führende technische Universität Skandinaviens mit etwa 12.000 Studierenden konzentriert sie sich auf Ingenieurwesen, IT, Biotechnologie und erneuerbare Energien. Die DTU ist ein Innovationshub, der eng mit der Industrie zusammenarbeitet und Projekte wie die Entwicklung nachhaltiger Energielösungen vorantreibt. Ihr moderner Campus umfasst Labore, Forschungszentren und sogar einen Windkanal für Aerodynamik-Studien. Die Roskilde Universitet (RUC) in Roskilde, westlich von Kopenhagen, ist eine jüngere Institution (gegründet 1972) mit Fokus auf interdisziplinäre Studien. Mit rund 9.000 Studierenden bietet sie Programme in Sozialwissenschaften, Umweltwissenschaften und Kommunikation, die oft projektbasiert und gesellschaftsrelevant sind, etwa zu Migration oder Klimapolitik. Ergänzt wird das Angebot durch die IT-Universitetet i København (IT University of Copenhagen, ITU), die sich auf Informatik, Digital Design und Games spezialisiert hat und mit 2.500 Studierenden in Kopenhagen innovative Programme wie Data Science und Software Development anbietet.
Neben den Universitäten spielen praxisorientierte Hochschulen eine wichtige Rolle. Die Professionshøjskolen Absalon (ehemals University College Sjælland, UCSJ) ist eine der größten mit Campussen in Sorø, Roskilde, Næstved und anderen Orten auf Seeland. Sie bietet Bachelor-Programme in Pädagogik, Pflege, Sozialarbeit und Ingenieurwesen für über 10.000 Studierende und legt Wert auf berufliche Praxis und Praktika. Ähnlich ausgerichtet ist das Erhvervsakademi Sjælland (Business Academy Zealand, EASJ) mit Standorten in Roskilde und Næstved, das sich auf wirtschaftliche und technische Ausbildungen konzentriert, wie Marketing, IT-Management und Logistik. Das Zealand Business College (ZBC, früher Handelsskolen Sjælland Syd) in Roskilde, Ringsted und Næstved bietet berufliche Ausbildungen in Handel, IT und Design für jüngere Studierende und ist Teil des dualen Systems Dänemarks. Diese Institutionen machen Seeland zu einem attraktiven Ort für Studierende, die eine Balance zwischen Theorie und Praxis suchen, und tragen zur hohen Beschäftigungsrate der Absolventen bei.
Bibliotheken und Archive
Seeland ist reich an Bibliotheken und Archiven, die als Wissensspeicher und Forschungszentren dienen. Diese Einrichtungen unterstützen nicht nur Studierende und Forscher, sondern sind oft öffentlich zugänglich und bewahren das kulturelle Erbe Dänemarks. Die wichtigste Institution ist Det Kongelige Bibliotek (Royal Danish Library) in Kopenhagen, die nationale Bibliothek, die über 35 Millionen Bücher, Manuskripte und digitale Ressourcen beherbergt. Bekannt als "Den Sorte Diamant" (Der Schwarze Diamant) durch ihren modernen Erweiterungsbau am Hafen, umfasst sie Sammlungen von mittelalterlichen Handschriften bis zu zeitgenössischen Medien und dient als zentrale Anlaufstelle für akademische Recherche. Eng verbunden ist die Københavns Universitetsbibliotek (Copenhagen University Library), die Teil der KU ist und spezialisierte Sammlungen in allen Fakultätsbereichen bietet, mit Fokus auf digitale Archive und Open-Access-Ressourcen.
Für historische Forschung ist das Rigsarkivet (Danish National Archives) in Kopenhagen unverzichtbar. Als zentrale nationale Archivbehörde bewahrt es Dokumente vom 12. Jahrhundert bis heute, einschließlich Regierungsakten, Kirchenbüchern und privaten Sammlungen, und ist ein Schlüsselort für Genealogie und Geschichtsforschung. Das Landsarkivet for Sjælland, Lolland-Falster & Bornholm in Kopenhagen dient als regionales Archiv für Seeland und umliegende Inseln. Es archiviert lokale Behördenunterlagen wie Polizeiakten, Gerichtsdokumente und Kirchenregister, die für regionale Historiker essenziell sind. Weitere bedeutende Bibliotheken auf Seeland sind die Frederiksberg Kommunebibliotek, die lokale Geschichten und Karten sammelt, sowie zahlreiche Stadtbibliotheken in Roskilde oder Næstved, die moderne Medien und Veranstaltungen anbieten. Digitale Initiativen wie das Danish Family Search oder das Portal des Rigsarkivet ermöglichen online Zugang zu Millionen von Dokumenten, was die Archive noch zugänglicher macht. Insgesamt bilden diese Bibliotheken und Archive auf Seeland ein dichtes Netz, das Bildung, Forschung und kulturelle Bewahrung unterstützt und die Region zu einem intellektuellen Zentrum macht.
Kultur
Seeland ist das kulturelle Zentrum Dänemarks. Zahlreiche Schlösser, Museen, aber auch Freitzeitparks und Theater befinden sich auf dieser Insel. Speziell Kopenhagen als Hauptstadt des Landes hat ein sehr vielfältiges Kulturprogramm zu bieten. Der Tivoli ist ein Freitzeitpark der mitten in der Großstadt liegt. Er ist 1841 von Georg Carstensen gegründet worden und sollte dem Volk zur Unterhaltung und zum Vergnügen dienen. Dies hat sich bis heute fortgesetzt, denn der Tivoli wird jährlich von einigen Millionen Besuchern besucht. Schließlich gibt es hier ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist; Jazzmusikaufführungen, Festivals, Theateraufführungen, speziell Pantomimentheater, Restaurants, Losbuden, Achterbahn und vieles mehr. Nachts wird der Park von tausenden Lichtern erleuchtet und sorgt für ein strahlendes Erscheinungsbild. Geöffnet ist der Park im Sommer und an Weihnachten. Eine weitere Attraktion in Kopenhagen ist der Strøget, die Fussgängerzone der Stadt, die mit 1,8 km die längste Fußgängerzone Europas sein soll. Sie beginnt am Rathaus und endet am Bahnhof.
Museen
In Kopenhagen befindet sich das Nationalmuseet (Nationalmuseum), das wichtigste kulturhistorische Museum Dänemarks. Es vermittelt einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Landes von der Steinzeit über die Wikingerzeit und das Mittelalter bis in die Neuzeit. Besonders bekannt sind die Sammlungen zur Wikingerkultur, prähistorische Funde wie der Sonnenwagen von Trundholm sowie umfangreiche ethnografische Bestände aus aller Welt. Das Nationalmuseum erfüllt zugleich eine wissenschaftliche und pädagogische Funktion und ist ein zentraler Ort der historischen Forschung.
Ebenfalls in Kopenhagen liegt die Ny Carlsberg Glyptotek, eines der bedeutendsten Kunstmuseen Nordeuropas. Sie beherbergt eine außergewöhnliche Sammlung antiker Skulpturen aus Griechenland, Rom und Ägypten sowie Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, darunter Werke französischer Impressionisten und dänischer Bildhauer. Das Gebäude selbst mit seinem Wintergarten ist ein wichtiger Bestandteil des Museumserlebnisses und verbindet Architektur und Kunst auf besondere Weise.
Ein weiterer kultureller Schwerpunkt ist das Statens Museum for Kunst, die Nationalgalerie Dänemarks. Hier werden dänische und internationale Kunstwerke vom Mittelalter bis zur Gegenwart gezeigt. Die Sammlung reicht von Altären und Gemälden der Renaissance über die Kunst des Goldenen Zeitalters bis hin zu moderner und zeitgenössischer Kunst. Das Museum versteht sich als Ort des kulturellen Dialogs und verbindet klassische Ausstellungen mit aktuellen Themen.
Neben diesen großen Institutionen besitzt Seeland zahlreiche Spezial- und Themenmuseen. Das Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, nördlich von Kopenhagen, genießt weltweiten Ruf. Es verbindet moderne Kunst mit Landschaft und Architektur und zeigt Werke internationaler Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Museum ist nicht nur Ausstellungsort, sondern auch ein kulturelles Zentrum mit Konzerten, Vorträgen und einem starken Bildungsangebot.
Historische Museen spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Das Kronborg Schlossmuseum in Helsingør, untergebracht in dem berühmten Renaissance-Schloss Kronborg (UNESCO-Welterbe), thematisiert die Geschichte der dänischen Monarchie, der Seefahrt und der strategischen Bedeutung des Øresunds. In Roskilde widmet sich das Wikingerschiffsmuseum der maritimen Kultur der Wikingerzeit. Originale Schiffe, archäologische Forschung und rekonstruierte Boote machen Geschichte anschaulich und lebendig.
In Helsingør im Nodosten der Insel befindet sich neben vielen anderen Museen das Handels- og Søfartsmuseet (Handels- und Seefahrtsmuseum). Es ist Dänemarks größtes und imposantestes maritimes Museum. Das Museum ist 1915 gegründet worden und befindet sich in der ersten Etage des Schloss Kronsborg. Es verfügt über einige Modellschiffe, sowie 1000 Bilder und Fotosammlungen vom 15. Jahrhundert bis heute. Es gibt fast von jedem dänischen Schiff seit 1880 ein Bild. Die Themen der Bilder beinhalten unter anderem den Krieg mit Napoleon, die Sklavenschiffe von Afrika nach Amerika, das allgemeine Seemannsleben und vieles mehr. Außerdem gibt es im Museum eine große Bibliothek mit zahlzeichen Werken aus der Seefahrt die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene ist das Spielzeugmuseum Legetøjsmuseum in Helsingör sehr interessant, das eine große Vielfalt von Spielzeug bietet. Ebenfalls sehenswert ist das Öresundsakvariet in Helsingör, ein Aquarium in dem eine Vielfalt bunter Fische aus allen Meeren gezeigt wird.
In Roskilde ist das Wikingermuseum eines der interessantesten Kulturangebote der Satdt; es ist das größte und eindruckvollste Wikingermuseum von ganz Dänemark. Es zeigt Bilder und Bauten aus dem Altertum und dem Mittelalter. Hier befindet sich sogar eine Werft auf der viele Schiffe nachgebaut werden. In der Wikingerschiffshalle werden die fünf Wikingerschiffe aus dem 11. Jahrhundert, die 1962 aus dem Roskilde-Fjord ausgegraben wurden, gezeigt. In Zusammenarbeit mit anderen dänischen Museen untersucht das Wikingerschiffsmuseeum Schiffsfunde und andere marine Fundstellen an der Küste Seelands und in weiteren Ostseebecken. Auch ganz andere interessante Dinge wie eine Bierbrauerei können auf Seeland besichtigt werden. In Naesteved, der Stadt im Süden der Insel, befindet sich zum Beispiel die Faxe Brauerei.
Architektur
Die frühesten architektonischen Zeugnisse auf Seeland reichen bis in die Vor- und Wikingerzeit zurück. Zwar sind Wohnbauten aus Holz kaum erhalten, doch archäologische Funde belegen dörfliche Strukturen, Langhäuser und Befestigungen. Sichtbar erhalten geblieben sind vor allem monumentale Grabanlagen und spätere steinerne Kirchenbauten, die den Übergang zur Christianisierung markieren. Bereits im frühen Mittelalter begann der systematische Bau von Kirchen aus Feldstein und Backstein, die bis heute das Landschaftsbild prägen.
Im Mittelalter entwickelte sich auf Seeland eine ausgeprägte Backsteingotik, die typisch für den Ostseeraum ist. Zahlreiche Dorf- und Stadtkirchen, etwa in Roskilde, Køge oder Kalundborg, zeigen hohe Türme, Spitzbögen und reich gegliederte Fassaden aus rotem Backstein. Der Dom zu Roskilde, UNESCO-Weltkulturerbe, ist das bedeutendste Bauwerk dieser Epoche. Er gilt als eines der frühesten gotischen Backsteinbauwerke Nordeuropas und dient zugleich als Grablege der dänischen Könige. Die Architektur verbindet sakrale Funktion mit dynastischer Repräsentation und beeinflusste den Kirchenbau weit über Dänemark hinaus.
Mit der Renaissance im 16. Jahrhundert gewann die Architektur auf Seeland eine neue repräsentative Dimension. Vor allem der Adel und die Krone errichteten prächtige Schlösser und Herrenhäuser. Das Schloss Kronborg in Helsingør ist das bekannteste Beispiel: eine monumentale Vierflügelanlage mit Bastionen, reich geschmückten Fassaden und großzügigen Innenhöfen. Es symbolisiert Macht, Kontrolle über den Øresund und den Aufstieg Dänemarks zur europäischen Großmacht. Weitere bedeutende Renaissance- und Frühbarockanlagen sind Schloss Frederiksborg in Hillerød und Schloss Rosenborg in Kopenhagen.
Im 17. und 18. Jahrhundert prägten Barock und Rokoko das architektonische Erscheinungsbild Seelands, insbesondere in Kopenhagen. Unter absolutistischer Herrschaft wurde die Stadt gezielt erweitert und neu geordnet. Breite Straßen, symmetrische Platzanlagen und repräsentative Gebäude entstanden. Das Viertel Frederiksstaden mit den vier Palais rund um Schloss Amalienborg gilt als herausragendes Beispiel des Rokoko in Nordeuropa. Hier zeigt sich Architektur als Ausdruck von Ordnung, Macht und höfischer Kultur.
Das 19. Jahrhundert brachte tiefgreifende Veränderungen. Mit der Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum wandelte sich die Architektur von einer höfisch geprägten zu einer bürgerlichen und funktionalen Bauweise. Mietshäuser, Fabriken, Bahnhöfe und Infrastrukturbauten entstanden in großer Zahl. Historismus und Nationalromantik bestimmten viele Fassaden, während gleichzeitig neue Baumaterialien wie Eisen und später Beton Einzug hielten. Stadtviertel wie Vesterbro und Nørrebro in Kopenhagen zeugen bis heute von dieser Phase urbaner Verdichtung.
Im 20. Jahrhundert wurde Seeland zu einem zentralen Schauplatz der modernen Architektur. Dänische Architekten entwickelten eine eigenständige Form des Funktionalismus, die Sachlichkeit mit menschlichem Maß verband. Klare Linien, einfache Materialien und soziale Verantwortung standen im Mittelpunkt. Wohnsiedlungen, Schulen und öffentliche Gebäude wurden so geplant, dass Licht, Luft und Gemeinschaft eine zentrale Rolle spielten. Diese Tradition setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in großflächigen Wohnbauprojekten fort, die jedoch später kritisch hinterfragt und teilweise umgestaltet wurden.
Seit dem späten 20. und frühen 21. Jahrhundert ist Seeland – insbesondere Kopenhagen – international bekannt für zeitgenössische Architektur. Moderne Wahrzeichen wie die Oper Kopenhagen, die Königliche Bibliothek (der „Schwarze Diamant“), die Øresundbrücke oder innovative Wohn- und Hafenquartiere verbinden technologische Innovation mit ästhetischem Anspruch. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und soziale Nutzung stehen im Vordergrund. Architektur wird dabei als integraler Bestandteil des öffentlichen Raums verstanden.
Bildende Kunst
Die frühesten Zeugnisse bildender Kunst auf Seeland stammen aus der Vor- und Wikingerzeit. Kunst war damals eng mit Kult, Mythologie und Alltagsleben verknüpft. Runensteine, verzierte Waffen, Schmuckstücke und Holzschnitzereien zeigen eine stark ornamentale Formensprache mit Tiermotiven, Flechtmustern und symbolischen Darstellungen. Diese Kunst war weniger auf individuelle Künstler als auf handwerkliche Traditionen ausgerichtet, besaß jedoch eine hohe gestalterische Qualität und symbolische Tiefe.
Mit der Christianisierung im Mittelalter verlagerte sich der Schwerpunkt der bildenden Kunst auf den kirchlichen Bereich. Auf Seeland entstanden zahlreiche Wandmalereien (Kalkmalerier) in Kirchen, die biblische Szenen, Heilige und moralische Lehrbilder darstellten. Diese Malereien gehören heute zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kunstschätzen Dänemarks. Ergänzt wurden sie durch Skulpturen aus Holz und Stein, etwa Altäre, Kruzifixe und Heiligenfiguren. Die Bildhauerei diente vor allem der religiösen Unterweisung und war stark stilisiert, zugleich aber ausdrucksstark und erzählerisch.
In der Renaissance und im Barock gewann die bildende Kunst auf Seeland zunehmend repräsentativen Charakter. Der königliche Hof und der Adel förderten Maler und Bildhauer, die Porträts, Historienbilder und dekorative Skulpturen schufen. Besonders die Porträtmalerei erlebte einen Aufschwung, da sie Macht, Status und dynastische Kontinuität sichtbar machte. Skulpturen und Reliefs schmückten Schlösser, Kirchen und öffentliche Gebäude und verbanden Kunst mit Architektur.
Das 19. Jahrhundert markiert einen entscheidenden Höhepunkt der bildenden Kunst auf Seeland und in ganz Dänemark. In dieser Zeit entstand das sogenannte Goldene Zeitalter der dänischen Malerei, dessen Zentrum Kopenhagen war. Künstler wie C. W. Eckersberg, Christen Købke, Wilhelm Marstrand oder Martinus Rørbye entwickelten eine realistische, lichtdurchflutete Malweise, die Alltagsszenen, Stadtansichten, Landschaften und historische Motive darstellte. Seeland, insbesondere Kopenhagen und seine Umgebung, wurde zu einem bevorzugten Motiv dieser Künstler. Die Kunst dieser Epoche zeichnete sich durch Klarheit, Ausgewogenheit und eine tiefe Verbundenheit mit der nationalen Identität aus.
Parallel dazu entwickelte sich im 19. Jahrhundert auch die Bildhauerei weiter. Skulpturen wurden nicht mehr nur als religiöse oder dekorative Elemente verstanden, sondern zunehmend als eigenständige Kunstwerke im öffentlichen Raum. Denkmäler, Brunnen und Statuen prägten Plätze und Parks, vor allem in Kopenhagen. Die Bildhauerei bewegte sich zwischen klassizistischen Idealen und nationalromantischen Themen.
Im 20. Jahrhundert erlebte die bildende Kunst auf Seeland eine starke Öffnung hin zur Moderne. Expressionismus, Kubismus und abstrakte Kunst fanden Eingang in die dänische Kunstszene. Künstler experimentierten mit Form, Farbe und Material und lösten sich zunehmend von der gegenständlichen Darstellung. Gleichzeitig entwickelte sich eine starke Tradition der modernen Skulptur, die oft im öffentlichen Raum verankert ist und den Dialog zwischen Kunst, Architektur und Gesellschaft sucht.
In der Gegenwart ist Seeland – insbesondere durch Museen, Galerien und Kunsthochschulen in Kopenhagen – ein Zentrum zeitgenössischer Kunst. Malerei, Bildhauerei, Installation, Fotografie und digitale Kunst existieren gleichberechtigt nebeneinander. Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit Themen wie Identität, Umwelt, Urbanität und Globalisierung auseinander. Internationale Einflüsse verbinden sich mit skandinavischer Zurückhaltung und konzeptueller Klarheit.
Literatur
Kopenhagen ist das Zentrum der dänischen Literaturgeschichte. Viele der bekanntesten dänischen Autoren sind entweder auf Seeland geboren, haben hier den Großteil ihres Lebens verbracht oder haben die Insel (insbesondere Kopenhagen und Umgebung) bewusst oder unbewusst zum zentralen Schauplatz ihrer Werke gemacht.
Obwohl Andersen in Odense auf Fünen geboren wurde, kam er mit 14 Jahren allein nach Kopenhagen und lebte fast sein gesamtes Erwachsenenleben auf Seeland. Die Stadt Kopenhagen ist der reale und symbolische Hintergrund vieler seiner Märchen und Romane. In „Das hässliche Entlein“, „Die kleine Meerjungfrau“ oder „Das Feuerzeug“ spürt man die Atmosphäre der engen Gassen, der Kanäle und der königlichen Prachtbauten. Sein Roman „Improvisatoren“ (1835) spielt zwar hauptsächlich in Italien, doch der dänische Blick darauf ist unverkennbar von Kopenhagen geprägt. Andersen beschreibt Seeland oft indirekt als den Ort, von dem man aufbricht – in die Welt oder in die Fantasie.
Kierkegaard wurde 1813 in Kopenhagen geboren und starb dort 1855 – er hat die Stadt fast nie länger verlassen. Seine gesamte Philosophie und Literatur ist durchdrungen von den Straßen, Kirchen und dem gesellschaftlichen Leben Kopenhagens. Werke wie „Entweder – Oder“, „Furcht und Zittern“, „Der Begriff Angst“ oder „Stadien auf dem Lebensweg“ spielen zwar nicht immer explizit „auf der Straße X“, doch die Enge der bürgerlichen Gesellschaft, die Kopenhagener Salons, die Kirchen (insbesondere die Frauenkirche) und die Spaziergänge am Hafen oder im Frederiksberg Have sind der reale Untergrund seiner Gedankenwelt. Kierkegaard ist die literarische Stimme des früh-urbanen Seelands des 19. Jahrhunderts.
Karen Blixen (Pseudonym Isak Dinesen, 1885 bis 1962) stammt aus einer alten Seeland-Familie. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend auf dem Gut Rungstedlund nördlich von Kopenhagen (heute Museum), verbrachte Sommer auf anderen Gutshöfen wie Kragerup Gods im Süden Seelands. Obwohl ihr weltberühmtestes Buch „Afrika im Herzen“ (Out of Africa) in Kenia spielt, sind viele ihrer dänischen Erzählungen tief in der seeländischen Landschaft und Gesellschaft verwurzelt wie etwa „Sieben phantastische Geschichten“ (1934), das teilweise in dänischen Landschlössern und Gutshöfen angesiedelt ist. „Wintergeschichten“ und „Letzte Erzählungen“ enthalten oft die melancholische, etwas verfallende Atmosphäre der alten seeländischen Herrenhäuser. Ihr autobiografisch gefärbtes Spätwerk „Jenseits von Afrika“ kontrastiert stark mit der kühlen, disziplinierten Welt Seelands, in die sie zurückkehrte Rungstedlund selbst ist heute ein Literaturmuseum – ein Ort, an dem man Blixens Seeland spüren kann.
Tove Ditlevsen (1917 bis 1976) ist eine der wichtigsten Stimmen der dänischen Nachkriegsliteratur. Sie wurde in Kopenhagen geboren, wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Vesterbro und Nørrebro auf. Ihre Kopenhagener Tetralogie („Kindheit“, „Jugend“, „Gift“, „Vilhelms Zimmer“) gehört zu den schonungslosesten Selbstporträts der dänischen Literatur – und ist fast vollständig auf Seeland/Kopenhagen angesiedelt. Die grauen Hinterhöfe, die engen Wohnungen, die Kneipen, die Arbeitslosigkeit und die Abtreibungsfrage der 1930er bis 1960er Jahre sind hier greifbar. Ditlevsen zeigt Seeland als Ort der sozialen Enge und der persönlichen Befreiungsversuche.
Weitere wichtige Seeland-Autoren und Werke sind:
- Martin Andersen Nexø – „Pelle der Eroberer“ (1906/10): erster Teil spielt teilweise in Kopenhagen, zeigt den Aufstieg aus Armut in der Hauptstadt
- Peter Høeg – „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ (1992): Thriller, der stark in Kopenhagen beginnt (Christianshavn, Islands Brygge) bevor er nach Grönland führt
- Inger Christensen – Lyrik (zum Beispiel „det“, „alfabet“): abstrakt, doch tief verbunden mit der seeländischen Landschaft und Lichtstimmung
- Henrik Pontoppidan – Nobelpreisträger 1917, Roman „Glückliche Peter“ (Lykke-Per): spielt teilweise in Kopenhagen und auf Seeland, Gesellschaftskritik am dänischen Bürgertum um 1900
- H. C. Branner, William Heinesen (obwohl Färöer), Klaus Rifbjerg – alle haben wichtige Kopenhagen-Romane geschrieben
Theater
Die Geschichte beginnt 1748, als König Friedrich V. das erste königliche Theater am heutigen Kongens Nytorv gründete. Es war zunächst ausschließlich Hofbühne, öffnete sich aber schnell einem bürgerlichen Publikum. Das heutige prächtige Gebäude, die Alte Bühne (Gamle Scene), wurde 1874 nach Plänen von Vilhelm Dahlerup im neobarocken Stil errichtet und gilt bis heute als eines der schönsten historischen Theaterhäuser Nordeuropas: goldene Ränge, bemalte Decken, Kronleuchter, roter Samt und eine Akustik, die vor allem für Ballett und Oper ideal ist.
Seit 2005 gehört zum Det Kongelige Teater ein ganzes Ensemble von Spielstätten:
- Gamle Scene (Kongens Nytorv), hauptsächlich Ballett (Royal Danish Ballet, eine der weltweit ältesten und renommiertesten Kompanien) und große Schauspielklassiker
- Opernhaus (Holmen, seit 2005), das architektonisch spektakuläre Opernhaus von Henning Larsen am Wasser, fast ausschließlich für Oper und große Konzerte
- Skuespilhuset (Playhouse, seit 2008 am Kvæsthusbroen), modernes Schauspielhaus für zeitgenössisches Drama, neue dänische Stücke und experimentellere Inszenierungen
Das Königliche Theater ist nicht nur die wichtigste Bühne, sondern auch Arbeitgeber für Hunderte Künstler und Techniker und bildet seit dem 18. Jahrhundert die Grundlage des professionellen dänischen Theaterbetriebs. Neben dem Königlichen Theater hat sich seit den 1970er Jahren eine lebendige, vielfältige Theaterszene entwickelt:
- Betty Nansen Teatret (seit 2000 im ehemaligen Glasalen-Freilicht-Theatergelände) – eines der führenden Privattheater, bekannt für mutige, oft internationale Koproduktionen und musikalische Großinszenierungen
- Republique (seit 2013 im ehemaligen Østerbro Theater) – experimentelles, politisches und internationales Theater, oft mit starkem Fokus auf neue Texte und performative Formen
- Folketeatret (seit 1848, heute vor allem im alten Gebäude am Nørreport) – das älteste private Volkstheater, beliebt für Komödien, Musicals und Boulevard
- Teater Republik / Teatret ved Sorte Hest / Husets Teater / Teater Grob – kleinere, aber künstlerisch einflussreiche Off-Bühnen im Zentrum und in den Stadtteilen Nørrebro, Vesterbro und Østerbro
- Aveny-T (Frederiksberg) – seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Adressen für zeitgenössisches dänisches Drama
Kopenhagen hat damit eine der höchsten Theaterdichten Europas – pro Einwohner gibt es mehr Bühnenplätze als in den meisten anderen europäischen Hauptstädten. Obwohl der Großteil des professionellen Theaters in der Hauptstadt konzentriert ist, gibt es auch außerhalb wichtige und traditionsreiche Spielstätten. Folketeatret hat lange eine Zweigstelle in Helsingør (Kronborg-Region) betrieben. Heute gibt es dort das Kulturhavn und kleinere Sommer-Open-Air-Veranstaltungen. Das Hamlet Sommerfestival auf Schloss Kronborg in Helsingør ist seit 1816 (mit Unterbrechungen) die berühmteste Freilicht-Inszenierung von Shakespeares Hamlet weltweit, seit den 1990er Jahren internationaler und oft mit prominenten Regisseuren und Schauspielern. Das Teatret Svalegangen hatte lange eine Dependance in Roskilde. Heute ist die Stadt vor allem durch das Roskilde Teater und kleinere Gruppen präsent. Das Odsherred Teater (in Nykøbing Sjælland) ist eines der erfolgreichsten Sommertheater Dänemarks, das seit Jahrzehnten große Publikumserfolge mit leichten Komödien und Musicals feiert. Das Grønnegårds Teatret ist Open-Air-Theater im Rosenborg-Schlossgarten in Kopenhagen, aber auch Gastspiele in anderen seeländischen Parks und Gärten.
Seeland war schon im 18. Jahrhundert Schauplatz der ersten professionellen dänischsprachigen Theaterstücke (vorher dominierte französisches und deutsches Repertoire). Ludvig Holberg, der „dänische Molière“, schrieb seine Komödien explizit für das Kopenhagener Publikum. Im 19. Jahrhundert wurde das Königliche Theater zur Plattform für die nationale Romantik (Adam Oehlenschläger, Henrik Hertz), im 20. Jahrhundert für die Moderne (Kjeld Abell, Kaj Munk) und seit den 1970er Jahren für experimentelles und postdramatisches Theater.
Film
Viele dänische und internationale Produktionen nutzen Seeland als Kulisse:
- Die Olsenbande-Reihe (fast alle Filme 1968 bis 1981): Große Teile entstanden in und um Kopenhagen, zum Beispiel im alten Nordisk-Film-Studio in Valby, in Albertslund (Gefängnis-Szenen), Frederiksberg, auf Amager und an vielen anderen typischen Kopenhagener Orten.
- Die Jagd (Jagten, 2012, Regie Thomas Vinterberg mit Mads Mikkelsen): Gedreht vor allem in kleinen Orten auf Seeland wie Gadstrup bei Roskilde, in Wäldern bei Tappernøje und in der Region um Fakse.
- Another Round (Druk, 2020, Thomas Vinterberg mit Mads Mikkelsen): Sehr viele Szenen in und um Kopenhagen – Schule in Gentofte (Aurehøj Gymnasium), Bars und Straßen in der Innenstadt, Toldboden und Lumskebugten als Drehorte für die Feier-Szenen.
- The Danish Girl (2015): Historische Szenen in Kopenhagen – Nyhavn, Rådhuspladsen, Nyboder und andere klassische Stadtteile wurden für die 1920er-Jahre-Kulisse genutzt.
- Festen (Das Fest, 1998, Thomas Vinterberg): Das große Familienhaus steht auf Seeland – konkret wurde das Skjoldenæsholm Slot (Schloss) bei Ringsted als zentrale Location benutzt.
- Serien wie Die Brücke (Broen/Bron, 2011 bis 2018): Die Öresundbrücke selbst + sehr viele Szenen in Kopenhagen und Umgebung auf Seeland.
- Königreich (Riget, Lars von Trier): Das alte Rigshospital in Kopenhagen ist der Hauptdrehort.
- Weitere bekannte Beispiele auf Seeland: Teile von Pusher-Trilogie (Kopenhagen), Szenen aus Melancholia (Lars von Trier, Schlosspark auf Seeland), The Idiots (von Trier), diverse Dogma-95-Filme und aktuelle Produktionen wie Teile von Borgen oder The Rain.
Seeland mit Kopenhagen als kulturellem Zentrum ist nicht nur Standort zahlreicher Filmproduktionsfirmen und Ausbildungsstätten, sondern auch das Herz der dänischen Kinokultur. Die Kinolandschaft reicht von historischen Lichtspielhäusern über moderne Multiplexkinos bis hin zu kleinen Programm- und Arthouse-Kinos.
Die Anfänge des Kinos auf Seeland reichen bis in die frühe Filmgeschichte zurück. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in Kopenhagen erste feste Kinosäle. Dänemark spielte damals international eine bedeutende Rolle im Stummfilm, und Kopenhagen entwickelte sich früh zu einem Zentrum der Filmvorführung. Viele der älteren Kinos auf Seeland waren architektonisch aufwendig gestaltet und galten als wichtige Treffpunkte des städtischen Lebens.
Bis heute ist Kopenhagen das Zentrum der Kinolandschaft auf Seeland. Hier finden sich sowohl große kommerzielle Kinos als auch renommierte Programmkinos. Historische Kinos wie das Dagmar Teatret, eines der ältesten noch betriebenen Kinos der Welt, verbinden Tradition mit moderner Technik und zeigen eine Mischung aus internationalen Produktionen, dänischen Filmen und anspruchsvollem Autorenkino. Solche Kinos haben eine wichtige kulturelle Funktion, da sie Film nicht nur als Unterhaltung, sondern als Kunstform vermitteln.
Neben den traditionellen Einzelkinos prägen moderne Multiplexkinos die Kinokultur auf Seeland. Diese befinden sich häufig in Einkaufszentren oder städtischen Entwicklungsgebieten und bieten mehrere Säle, digitale Projektion und ein breites kommerzielles Filmangebot. Sie sprechen ein breites Publikum an und sind besonders für aktuelle Blockbuster, Familienfilme und internationale Produktionen wichtig. In Städten wie Roskilde, Køge oder Næstved ergänzen solche Kinos das kulturelle Angebot außerhalb der Hauptstadt.
Eine besondere Rolle spielen auf Seeland die Programm- und Arthouse-Kinos. Sie zeigen europäische, unabhängige und dokumentarische Filme sowie Klassiker der Filmgeschichte. Oft werden die Vorführungen von Diskussionen, Filmreihen oder Einführungen begleitet. Diese Kinos richten sich an ein kulturinteressiertes Publikum und tragen maßgeblich zur filmischen Bildung bei. Auch Filmfestivals und thematische Filmwochen finden hier regelmäßig statt.
Darüber hinaus ist Seeland eng mit der dänischen Filmkultur und -förderung verbunden. In Kopenhagen haben wichtige Institutionen wie das Dänische Filminstitut ihren Sitz. Sie unterstützen die Produktion, Verbreitung und Aufführung dänischer Filme und arbeiten eng mit Kinos zusammen. Dadurch erhalten dänische Produktionen auf Seeland eine besonders hohe Präsenz im Kinoprogramm.
Auch neue Formen des Kinobesuchs haben sich etabliert. Open-Air-Kinos, Sondervorführungen in ungewöhnlichen Räumen sowie Veranstaltungen mit Live-Musik oder Regiegesprächen erweitern das klassische Kinoerlebnis. Trotz der zunehmenden Bedeutung von Streamingdiensten bleiben Kinos auf Seeland wichtige Orte gemeinschaftlicher Kultur und sozialer Begegnung.
Musik und Tanz
Die traditionelle dänische Volksmusik (spillemandsmusik oder folkedansmusik) und der damit verbundene Folkedans (Volkstanz) sind auf der Insel Seeland (Sjælland) heute eine relativ kleine, aber gepflegte Nische innerhalb der dänischen Kulturlandschaft. Im Gegensatz zu Regionen wie Fanø, Læsø, Ærø oder Teilen Westjütlands, wo lebendige, teilweise bis ins 20. Jahrhundert kontinuierlich gepflegte lokale Tanz- und Musiktraditionen existieren, hat Seeland keine besonders starke, eigenständige regionale Volksmusik-Tradition bewahrt. Die Musik und Tänze, die hier praktiziert werden, sind weitgehend standardisiert und stammen aus dem nationalen dänischen Repertoire, das im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch Tanzvereine vereinheitlicht wurde.
Die traditionelle dänische Volksmusik ist vor allem Tanzmusik. Sie basiert typischerweise auf Geige (fiddle/violin), Akkordeon, Kontrabass und manchmal Flöte oder Gitarre. Die Rhythmen sind meist einfach und treibend, mit gängigen Formen wie Polka, Vals (Waltz), Mazurka, Schottisch, Hambo oder Menuett-ähnlichen Figuren. Im Vergleich zu den pols- oder halling-lastigen norwegischen oder schwedischen Traditionen ist die dänische Volksmusik rhythmisch weniger komplex und eher gesellig als virtuos. Viele Melodien stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, oft überliefert durch handschriftliche Notenbücher von Spillemænd (Spielmännern) oder aus Sammlungen des 20. Jahrhunderts.
Der dänische Folkedans ist sozial und für Gruppen konzipiert: Kreistänze, Ketten, Paartänze und Quadrillen (kvadriller). Bekannte Standardtänze im nationalen Repertoire sind unter anderem Sønderborg Dobbeltkvadrille, Syv Spring (Sieben Sprünge – ein beliebter Kindertanz), Fandango, verschiedene Polka- und Walzer-Varianten (polka- & vals-varianter) sowie Menuet-Figuren. Die Tänze sind relativ einfach zu erlernen, was sie für gesellige Veranstaltungen, Feste und Familienfeiern geeignet macht. Im Unterschied zu vielen anderen Ländern gibt es in Dänemark kaum spektakuläre Solotänze oder akrobatische Elemente – der Fokus liegt auf Gemeinschaft und Freude am gemeinsamen Tanzen.
Auf Seeland konzentriert sich die Pflege der Volksmusik und des Folkedans fast ausschließlich auf Vereine, die dem Dachverband Dans Danmark (ehemals Dansk Folkedans Sammenslutning und andere) angehören. Es gibt mehrere aktive Gruppen, vor allem im Großraum Kopenhagen und in mittelgroßen Städten:
- Herlev Folkedanserforening (Herlev bei Kopenhagen) – eine der bekanntesten, mit Kursen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Baldans (Balltänze) und Auftritten.
- Holbækegnens Folkedansere (um Holbæk) – regelmäßige Übungsabende und Saison von September bis März.
- Dansegruppen 12tur – eine Gruppe älterer Tänzer und Musiker von Seeland, die sich auf Tänze aus der Zeit ca. 1750–1850 spezialisiert hat und seit Jahren zusammen auftritt (unter anderem in Tivoli Gardens).
- Weitere lokale Vereine in Orten wie Køge, Roskilde, Næstved oder Helsingør.
Viele Gruppen bieten wöchentliche Kurse an, organisieren interne Bälle (baldans), Treffen mit anderen Vereinen und gelegentliche öffentliche Auftritte, etwa in Tivoli Gardens (Kopenhagen), bei Kulturfesten oder in Seniorenzentren. Die Saison läuft meist von September bis April/Mai, mit Sommerpausen.
Die größte regelmäßige Zusammenkunft für Folkedans und Spillemandsmusik in Dänemark ist das Landsstævne (Nationaltreffen), das alle paar Jahre stattfindet, so etwa von 13. bis 17. Juli 2026 in Kalundborg - konzipieret als fünftägiges Event mit Tausenden Teilnehmern aus dem ganzen Land, Workshops, Bällen, Konzerten und Familienprogramm. Es wird gemeinsam mit Spillemandskredsen organisiert und gilt als das zentrale Ereignis der Szene. Weitere Aktivitäten umfassen regionale Treffen der Region Hovedstaden (Groß-Kopenhagen) und Sjælland, DM i Folkedans (Dänische Meisterschaften im Folkedans), jährlich veröffentlicht, sowie offene Dansecaféer und Legestuer (Spielabende) in verschiedenen Orten.
Trotz dieser Aktivitäten bleibt Folkedans auf Seeland eine Nischenaktivität. Die Teilnehmer sind überwiegend Menschen über 50, oft Rentner oder langjährige Hobbytänzer; jüngere Generationen sind deutlich unterrepräsentiert. Die Szene ist klein, engagiert und sehr sozial, aber weit entfernt von der Massenpopularität moderner Musikgenres oder internationaler Folk-Szenen in Schweden oder Norwegen. Es gibt keine nennenswerten lebendigen lokalen Dialekte oder einzigartigen Seeland-spezifischen Tänze mehr – fast alles folgt dem national standardisierten Repertoire.
Klassische Musik konzentriert sich fast vollständig auf die Hauptstadt, wo zwei große Institutionen dominieren: das Det Kongelige Teater (Königliches Theater) für Ballett und Oper sowie das DR Koncerthuset (Konzertsaal des Dänischen Rundfunks) für sinfonische klassische Musik. Beide Einrichtungen bieten ganzjährig Programme mit internationalen Gastdirigenten, Solisten und Ensembles, wobei die Saison 2025/2026 durch eine Mischung aus Klassikern, Neuproduktionen und thematischen Reihen geprägt ist. Außerhalb Kopenhagens gibt es nur vereinzelte Konzerte oder Gastspiele in kleineren Städten wie Roskilde oder Helsingør.
Das führende Orchester ist das DR Symfoniorkestret (Danish National Symphony Orchestra), das im modernen DR Koncerthuset in Ørestad residiert. Das Gebäude, entworfen von Jean Nouvel, gilt als eines der architektonisch beeindruckendsten Konzerthäuser Europas und bietet rund 1.800 Plätze in der Haupthalle (Koncertsalen). Das Orchester spielt jährlich über 100 Konzerte, darunter sinfonische Programme, Kammermusik, Chorwerke und thematische Abende. Die Saison 2025/26 umfasst Aktivitäten wie Konzerte mit Werken von Stravinsky (zum Beispiel Le Sacre du Printemps), Elgar (Cello-Konzert), Wagner und Debussy unter Dirigenten wie Alondra de la Parra (5. Februar 2026: Turnage, Stravinsky, Elgar), Serien wie „Klassisk fredag“ (klassischer Freitag) mit großen sinfonischen Werken, thematische Programme wie „Sports in Symphony“ (Sport in der Symphonie) oder „Ballroom Dreams – Music & Dancing“ (mit Big Band und Vokalensemble, wo das Publikum teilweise mittanzt) sowie Kooperationen mit dem DR Vokalensemblet und dem DR Big Band.
Weitere wichtige Ensembles sind:
- Das Kongelige Kapel (Royal Danish Orchestra), das hauptsächlich das Det Kongelige Teater bei Opern- und Ballettvorstellungen begleitet und gelegentlich eigene Sinfoniekonzerte in der Oper gibt.
- Das Copenhagen Philharmonic (Københavns Philharmoniske), das in der Saison Winterkonzerte im Konservatorium und anderen Venues spielt.
- Die Royal Danish Academy of Music (RDAM) mit über 200 studentischen Konzerten pro Jahr in ihren sechs Sälen, inklusive Orchesterkonzerten und Kammermusik.
- Barockensembles wie Concerto Copenhagen, die sich auf Alte Musik spezialisieren und Programme für 2026 ankündigen (zum Beispiel mit „Eine Kleine Festmusik“).
Klassische Konzerte finden auch in historischen Räumen statt, wie der Gamle Scene (Alte Bühne) des Königlichen Theaters, der Tivoli Concert Hall oder Kirchen in Kopenhagen. Die Szene ist professionell und international orientiert, mit Gastauftritten von Dirigenten und Solisten aus aller Welt, aber auch mit starkem Fokus auf dänische Komponisten wie Carl Nielsen oder Per Nørgård.
Das Royal Danish Ballet (Det Kongelige Ballet), gegründet 1748, ist eine der ältesten und renommiertesten Ballettkompanien der Welt. Es ist fest am Det Kongelige Teater verankert und nutzt drei Hauptbühnen, die Gamle Scene (Alte Bühne am Kongens Nytorv), das historische Haus für viele klassische Produktionen, Operaen (die moderne Oper am Hafen) für größere, spektakuläre Inszenierungen sowie Skuespilhuset (Schauspielhaus) gelegentlich für zeitgenössische Werke. Die Kompanie besteht aus etwa 100 Tänzern und ist bekannt für ihre reine Bournonville-Stilistik (elegant, leicht, musikalisch), die international geschätzt wird. Zusätzlich gibt es Gastspiele und Tourneen.
Außerhalb des Königlichen Balletts gibt es sommerliche Veranstaltungen wie Verdensballetten (Weltballett im Juli/August) undi Open-Air-Aufführungen mit Solisten aus Top-Kompanien (zum Beispiel Royal Ballet, Bolshoi) an spektakulären Orten in Dänemark, oft kombiniert mit klassischer Musik und Opernarien.
Klassische Musik und Ballett sind in Kopenhagen gut besucht, aber teuer (Tickets oft 300 bis 1.200 DKK). Viele Veranstaltungen werden aufgezeichnet und gestreamt (unter anderem über DR Koncerthuset YouTube). Die Szene profitiert von staatlicher Förderung, was hohe Qualität ermöglicht, ist aber auf ein gebildetes, älteres Publikum ausgerichtet. Jüngere Zuschauer werden durch thematische Programme oder günstigere Studentenangebote angesprochen.
Festivals sind der Motor der modernen Musik auf Seeland und ziehen jährlich Hunderttausende Besucher an. Das mit Abstand größte und ikonischste ist das Roskilde Festival, das Ende Juni/Anfang Juli südlich von Roskilde stattfindet und als eines der ältesten (seit 1971) und größten Rock- und Pop-Festivals Europas mit rund 130.000 Besuchern gilt. Die Line-up-Ankündigungen umfassen bereits internationale Headliner wie The Cure (auf der legendären Orange Stage), Gorillaz, Zara Larsson, David Byrne, Little Simz, Kneecap sowie ein rares Double-Bill mit Yung Lean & Bladee. Das non-profit-Event, bei dem alle Gewinne an wohltätige Zwecke für Kinder und Jugendliche gehen, kombiniert Pop, Rock, Hip-Hop, Elektronik und Weltmusik mit Kunst, Aktivismus und einem riesigen Volunteer-Programm (über 27.000 Freiwillige). Es ist mehr als ein Festival – es ist ein kulturelles Phänomen, das Seeland international auf die Karte setzt.
Ein weiteres Highlight ist das Copenhagen Distortion, das als größte Straßenparty Europas bekannt ist und sich auf elektronische Musik, House, Techno und Hip-Hop konzentriert. Es findet typischerweise Anfang Juni statt und verwandelt Stadtteile wie Vesterbro oder Nørrebro in Open-Air-Partys mit Hunderten von DJs, Live-Acts und Street-Art. Mit bis zu 300.000 Teilnehmern ist es chaotisch, energiegeladen und kostenlos in den Straßen, ergänzt durch Club-Events in der Nacht. Für Pop und Indie-Fans gibt es das NorthSide Festival (obwohl in Aarhus, zieht viele aus Seeland an), aber auf der Insel selbst das Copenhell für Metal und Hardrock (Ende Juni) und das O Days auf Refshaleøen (Ende Juli / Anfang August), ein dreitägiges Event mit Fokus auf Musik, Kunst und Community.
Jazz hat eine eigene, etablierte Festivaltradition: Das Copenhagen Jazz Festival im Juli dauert zehn Tage und bietet über 1.200 Konzerte in mehr als 100 Venues, von intimen Clubs bis zur Royal Theatre, der Opera und dem DR Koncerthuset. Es präsentiert eine Mischung aus internationalen Stars, lokalen Talenten und experimentellem Jazz, mit Fokus auf Improvisation und Crossover-Elementen zu Pop oder Elektronik. Die Winterausgabe, Vinterjazz, findet im Januar/Februar statt und hält die Szene auch in der kalten Jahreszeit am Laufen. Weitere Festivals wie das Smukfest oder Tomorrowland (letzteres in Belgien, aber mit dänischen Acts) beeinflussen die Szene indirekt, während lokale Events in Roskilde oder Kalundborg kleinere Pop- und Jazz-Auftritte bieten.
Kopenhagen beherbergt eine Vielzahl von Venues, die moderne Musik zugänglich machen. Für Pop und Rock ist Vega in Vesterbro eines der besten Konzerthäuser Europas, mit drei Sälen für Acts wie Indie-Bands, Pop-Stars und Elektronik-DJs. Die Royal Arena (bis 16.000 Zuschauer) und das Forum hosten große internationale Touren, zum Beispiel von Taylor Swift oder Ed Sheeran in vergangenen Jahren. Kleinere, intime Spots wie Pumpehuset, Loppen (auf Christiania) oder Rust bieten Platz für aufstrebende Pop- und Hip-Hop-Künstler, mit Fokus auf lokale Szene und Underground.
Jazz-Enthusiasten finden im Jazzhouse (ehemals Montmartre) oder im Paradise Jazz perfekte Locations für Impro-Sessions und Live-Jams. Das DR Koncerthuset mischt Jazz mit Pop-Crossover, etwa in Serien wie "Jazz i Koncerthuset". Elektronik und Club-Musik blühen in Orten wie Culture Box (Techno/House), KB3 oder dem Mayhem auf, wo DJs wie Amelie Lens oder lokale Talente auflegen. Refshaleøen, ein ehemaliges Industriegebiet, hat sich zu einem Hotspot für Raves und Pop-Ups entwickelt, mit temporären Events im Sommer.
Außerhalb Kopenhagens ist die Szene ruhiger. Roskilde hat das Gimle für Indie und Pop-Konzerte, Helsingør das Kulturværftet mit Jazz- und Pop-Abenden. Næstved oder Kalundborg bieten lokale Bands in Bars oder bei Kleinfestivals.
Die dänische Pop-Szene auf Seeland produziert globale Erfolge: Acts wie Aqua (aus den 90ern), Volbeat (Rock/Metal) oder aktuelle Stars wie Christopher und Scarlet Pleasure dominieren Charts. Im Jazz-Bereich glänzen Musiker wie Ibrahim Electric oder die Sängerin Cæcilie Norby, oft mit Crossover zu Pop. Hip-Hop wächst stark, mit Künstlern wie Gilli oder Kesi, die arabische Einflüsse einbringen. Trends 2026: Nachhaltigkeit (grüne Festivals wie Roskilde), Digitalisierung (Livestreams) und Inklusion (mehr weibliche und diverse Acts).
Kleidung
In der historischen Alltagskleidung spielte das gemäßigte, oft windige und feuchte Klima Seelands eine wichtige Rolle. Die Menschen trugen überwiegend Kleidung aus Wolle und Leinen, da diese Materialien wärmeisolierend, robust und gut verfügbar waren. Bauern und Fischer kleideten sich funktional: Männer trugen wollene Hosen, Hemden, Westen und grobe Jacken, während Frauen lange Röcke, Schürzen, Blusen und Schultertücher anzogen. Farben waren meist gedämpft – Grau-, Braun- und Blautöne dominierten –, da sie sich leicht herstellen ließen und weniger schmutzanfällig waren.
Eine einheitliche Nationaltracht für Seeland existiert – wie in ganz Dänemark – nicht in dem Maße wie in einigen anderen europäischen Ländern. Stattdessen gab es früher zahlreiche regionale Trachten, die sich von Dorf zu Dorf leicht unterschieden. Auf Seeland waren diese Trachten im 18. und 19. Jahrhundert verbreitet. Die Frauentrachten bestanden typischerweise aus einem langen Rock, einem Mieder oder einer Weste, einer weißen Bluse sowie einer Haube oder einem Tuch. Männer trugen Kniehosen, Strümpfe, Hemden, Westen und Mäntel. Die Kleidung konnte je nach Anlass variieren: Festtrachten waren farbenfroher und reichhaltiger verziert als die schlichte Arbeitskleidung.
Mit der Industrialisierung und Urbanisierung, insbesondere durch das Wachstum Kopenhagens, verloren die traditionellen Trachten auf Seeland im 19. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Modische Einflüsse aus anderen Teilen Europas setzten sich durch, und Kleidung wurde stärker von städtischen Trends geprägt. Trachten verschwanden aus dem Alltag und wurden vor allem bei besonderen Anlässen oder in ländlichen Regionen getragen.
Heute spielt die Tracht auf Seeland vor allem eine kulturelle und symbolische Rolle. Sie ist bei Volksfesten, historischen Veranstaltungen, Museumsaufführungen und Tanzgruppen zu sehen. Organisationen und Trachtenvereine bemühen sich, die alten Kleidungsformen zu rekonstruieren und zu bewahren. Museen wie das Nationalmuseum in Kopenhagen dokumentieren und präsentieren historische Kleidung aus Seeland und anderen Regionen Dänemarks.
Im modernen Alltag ist die Kleidung auf Seeland überwiegend zeitgemäß und international geprägt. Besonders in Kopenhagen zeigt sich ein klarer Fokus auf skandinavisches Design, das für schlichte Schnitte, funktionale Eleganz und hochwertige Materialien bekannt ist. Typisch sind gedeckte Farben, praktische Kleidung für wechselhaftes Wetter sowie ein hoher Stellenwert von Nachhaltigkeit. Viele Menschen legen Wert auf langlebige, umweltfreundlich produzierte Mode, was sich in der starken Präsenz dänischer Modemarken widerspiegelt.
Kulinarik und Gastronomie
Die Esskultur auf Seeland, die größte Insel Dänemarks mit Kopenhagen als zentralem Ort, umfasst eine breite Palette von traditionellen Gerichten bis hin zu einer international beachteten Spitzengastronomie. Im Alltag der Bevölkerung dominiert jedoch eine pragmatische, kalorienreiche Ernährung, die auf einfachen Zutaten basiert und gesundheitlich nicht immer unproblematisch ist. Die Entwicklung in den Jahren 2025 und 2026 zeigt eine Fortsetzung etablierter Trends, wie die Betonung lokaler Produkte und Nachhaltigkeit, wobei die Kluft zwischen der teuren Elitegastronomie und dem täglichen Essen der Mehrheit weiterhin groß bleibt. Laut Berichten aus dem Michelin Guide für die nordischen Länder, der 2025 in Odsherred auf Seeland und 2026 in Kopenhagen stattfindet, hat Dänemark insgesamt 52 Michelin-Sterne erhalten, was die Konzentration auf hochwertige Restaurants unterstreicht, aber auch die Exklusivität dieser Szene betont.
Die Basis der dänischen Kulinarik stammt aus einer bäuerlichen Tradition, die auf haltbare, nährstoffreiche Lebensmittel setzt, um kalte Winter zu überstehen. Typische Zutaten sind Roggenbrot, Kartoffeln, Schweinefleisch, Milchprodukte und Fisch wie Hering. Gerichte wie smørrebrød – offene Brote mit Belägen wie Leberwurst, Remoulade, eingelegtem Hering, kaltem Aufschnitt oder gekochtem Ei – sind weit verbreitet und werden oft mittags gegessen. Sie sind kalorienreich und fettlastig, was zu einer hohen Aufnahme von gesättigten Fettsäuren führt. Andere Klassiker umfassen frikadeller (Fleischklopse aus gemischtem Hackfleisch, serviert mit Kartoffeln, Erbsen und brauner Soße), flæskesteg (Schweinebraten mit knuspriger Schwarte, typisch für Feiertage) und stegt flæsk med persillesovs (gebratener Speck mit Petersiliensauce und Kartoffeln), das 2014 zum Nationalgericht gewählt wurde. Fischgerichte wie eingelegter Hering (sild) in Varianten mit Curry, Dill oder Zwiebeln sind üblich, aber frischer Fisch wird seltener konsumiert als paniert oder frittiert.
Im täglichen Leben auf Seeland essen die meisten Menschen unkompliziert: Das Mittagessen besteht häufig aus einer madpakke (mitgebrachten Broten) oder Kantinenessen in Arbeit oder Schule. Abendessen zu Hause sind einfach, mit Fokus auf sättigende Mahlzeiten wie Würstchen, Kartoffeln und Gemüse wie Kohl oder Rote Bete. Fast Food – Burger, Pizza, Döner oder Pommes – ist populär und leicht zugänglich, besonders in Kopenhagen. Supermärkte wie Netto, Føtex oder Irma bieten Convenience-Produkte an, die den Großteil der Ernährung ausmachen. Diese Gewohnheiten tragen zu gesundheitlichen Herausforderungen bei, wie einem hohen Anteil an Übergewicht in Dänemark, da der Verzehr von Fleisch und Fetten hoch ist, während frisches Gemüse und Obst weniger priorisiert werden. Regionale Produkte aus Seeland, wie Kartoffeln aus dem Norden oder Äpfel aus dem Süden, spielen eine Rolle, werden aber oft industriell verarbeitet.
Die gehobene Gastronomie in Kopenhagen und Umgebung hat sich seit den 2000er Jahren durch die New Nordic Cuisine etabliert, die lokale, saisonale Zutaten, Fermentation und minimale Verschwendung betont. Diese Bewegung, initiiert von Restaurants wie Noma, hat zu einer hohen Dichte an Michelin-Sternen geführt – 2025 wurden in den nordischen Ländern 96 Sterne vergeben, davon 52 an dänische Restaurants, mit zwei neuen Zwei-Stern- und zehn neuen Ein-Stern-Auszeichnungen. Allerdings bleibt diese Szene exklusiv: Menüs kosten oft 2.000 bis 5.000 DKK pro Person (ohne Getränke), was sie für die Mehrheit der Dänen unzugänglich macht. Kritiker bemängeln, dass die Gerichte überkompliziert und entfernt von der realen dänischen Esskultur sind, und der Hype um New Nordic hat in den letzten Jahren nachgelassen.
Aktuelle Michelin-Sterne-Restaurants auf Seeland (Stand 2025, mit Ausblick auf 2026) umfassen:
- Geranium in Kopenhagen (3 Sterne): Pflanzenbetonte Küche mit fermentierten Elementen, geführt von Rasmus Kofoed; es ist das einzige Drei-Sterne-Restaurant in Dänemark und erfordert monatelange Vorbuchungen.
- Alchemist in Refshaleøen (2 Sterne, plus Grüner Stern für Nachhaltigkeit): 50-Gänge-Menü mit thematischen Elementen wie Klimawandel; provokativ und technisch anspruchsvoll.
- Kadeau in Kopenhagen (2 Sterne): Beeinflusst von Bornholm-Zutaten, mit Fokus auf Fermentation und Rauch.
- Jordnær in Hellerup (2 Sterne): Spezialisiert auf Meeresfrüchte und nordische Aromen.
- Ein-Sterne-Restaurants wie Søllerød Kro nördlich von Kopenhagen (traditionelle dänische Küche in moderner Form), Kokkeriet, AOC, Marchal, Pluto und Relæ (wiedereröffnet 2025).
Neue Bib-Gourmand-Auszeichnungen 2025 gingen an Restaurants wie Calma, Restaurant Koefoed, VIE, Démodé, Radio und Rebel in Kopenhagen, die für gutes Preis-Leistungs-Verhältnis stehen. Trends in 2025/2026 beinhalten eine stärkere Integration asiatischer Einflüsse, mehr pflanzliche Menüs und No-Waste-Konzepte, wie in Restaurants wie Amass. Die Michelin-Zeremonie 2026 in Kopenhagen wird voraussichtlich weitere Entwicklungen hervorheben, aber die Szene bleibt von Tourismus und Geschäftsreisenden abhängig.
In Kopenhagen gibt es eine wachsende Streetfood-Szene, die internationale und dänische Elemente mischt. Märkte wie Torvehallerne in der Innenstadt bieten Stände mit Smørrebrød, Käse und internationalem Essen zu Preisen von 150 bis 300 DKK pro Gericht. Reffen auf Refshaleøen ist ein ehemaliges Industriegebiet mit über 30 Food-Ständen, das Nachhaltigkeit betont, aber oft als überteuert kritisiert wird. Andere Orte wie Food-Hallen oder die Madklubben-Kette servieren moderne dänische Gerichte zu moderaten Preisen. Außerhalb Kopenhagens, in Orten wie Roskilde oder Næstved, finden sich Landgasthöfe wie Søllerød Kro oder Restaurant Kähler, die regionale Zutaten verwenden, aber ebenfalls nicht günstig sind.
Vegetarische und vegane Optionen haben zugenommen, mit Restaurants wie Gro Spiseri (auf einem Dachgarten), das hauptsächlich pflanzlich kocht. Dennoch bleibt Fleisch in der breiten Gastronomie dominant. Craft-Biere von Brauereien wie Mikkeller oder To Øl sind populär, tragen aber zu höheren Kosten bei.
Auf Seeland außerhalb Kopenhagens ist die Gastronomie ländlicher: Kleine Höfe liefern Produkte wie Käse, Äpfel oder Beeren, die in lokalen Restaurants verarbeitet werden. In Helsingør oder Præstø gibt es traditionelle Gerichte in Altstadt-Lokalen, aber die Auswahl ist begrenzt. Die Kulinarik spiegelt soziale Ungleichheiten wider: Während die Spitzenszene international gelobt wird, bleibt sie ein Luxus für Wenige, und der Alltagskonsum ist von industriellen Produkten geprägt.
Festkultur
Auf der Insel werden die üblichen dänischen Festtage gefeiert:
- 1. Januar - Nytår (Neujahr)
- Ende Määrz / Anfang April - Påske (Ostern)
- 16. April - National Festdag (Nationalfeiertag, Geburtstag der Königin)
- Ende Mai/Anfang Juni - Pinse (Pfingsten)
- um 21. Juni - Fanø Dragefest (größtes Drachenfest der Welt)
- 2. Juli-Wochenende - Fannikerdager (Fannikertage mit Musik, Theater und Umzügen)
- 3. Juli-Sonntag - Sønderhodag (Sönderho-Tag mit Trachtenfest und Musik)
- 1. November - Allehelgensdag (Allerheiligen)
- 25./26. Dezember - Jul (Weihnachten)
- 31. Dezember - Nytårsaftensdag (Silvester)
Der Jahresbeginn auf Seeland steht im Zeichen von Weihnachts- und Neujahrsfeiern, die in Kopenhagen besonders prächtig ausfallen: Der Tivoli Gardens bleibt bis Anfang Januar als Weihnachtsmarkt geöffnet, mit Lichtern, Glühwein (Gløgg) und traditionellem Gebäck. Ab Ende Januar / Anfang Februar (im Jahr 2026 von 6. Februar bis 1. März) erhellt das Copenhagen Light Festival die dunkle Jahreszeit mit spektakulären Lichtinstallationen in der ganzen Innenstadt. Im Januar/Februar folgt Vinterjazz (Winterjazz), ein landesweites, aber stark kopenhagendominiertes Jazzfestival mit Konzerten in Clubs und Bars. Im Frühjahr lockt der Copenhagen Marathon (meist Mai) Tausende Läufer durch die Straßen, während das Copenhagen Sakura Festival (Kirschblütenfest, April) japanische Traditionen am Langelinie-Park feiert. Der Höhepunkt des Frühsommers ist Copenhagen Distortion (meist erste Juniwoche) – Kopenhagens wildeste Straßenparty: Fünf Tage lang übernehmen elektronische Musik, Street-Partys, Clubnächte und riesige Open-Air-Events in Vierteln wie Nørrebro, Vesterbro und auf Refshaleøen (Distortion Ø) die Stadt. Bis zu 100.000 Menschen feiern hier täglich – ein chaotisches, lautes Fest der Club- und Street-Culture.
Der Sommer gehört den Mega-Events. Das weltberühmte Roskilde Festival (Ende Juni / Anfang Juli) in Roskilde (30 km westlich von Kopenhagen) ist das größte Musik- und Kulturfestival Nordeuropas: Acht Bühnen, über 175 Acts, 130.000 Besucher, Camping und starkes soziales/ökologisches Engagement – seit 1971 ein Mekka für Rock, Pop, Hip-Hop und Alternative. Im Juli folgt das Copenhagen Jazz Festival (meist Mitte Juli), eines der größten Jazzfestivals der Welt: Über zehn Tage spielen Hunderte Künstler kostenlos auf Straßen, Plätzen, in Kirchen und Clubs – von Weltstars bis Newcomern. Weitere Sommer-Highlights sind das Copenhagen Summer Festival (klassische Musik, Juli) und kleinere regionale Feste wie das Mackerel Festival (Makrelenfest) auf Sjællands Odde (Hafenparty mit Angeln und Essen) oder der Ovnhus Market (Handwerksmarkt) in Nykøbing Sjælland.
Im August feiert Copenhagen Pride Week (meist Mitte August) die LGBTQ+-Community mit Paraden, Partys und kulturellen Events – eine der inklusivsten und fröhlichsten Veranstaltungen Skandinaviens. Der Herbst bringt kleinere Food- und Kulturfeste, bevor ab November die Weihnachtszeit beginnt: J-Day (erster Freitag im November) markiert den Verkaufsstart des Weihnachtsbiers – massive Partys in Bars, besonders in Kopenhagen. Von Ende November bis Anfang Januar verwandelt sich der Tivoli wieder in einen magischen Weihnachtsmarkt mit Lichtern, Karussells und traditionellen Ständen. Dazu kommen regionale Feste wie das Hundested Sandskulptur Festival (Sandskulpturen am Strand) oder lokale Erntedank- und Handwerksmärkte.
Neben den großen Events prägen dänische Feiertage das Leben: Neujahr (1. Januar), Karfreitag und Ostern (März/April), Großer Gebetstag (Store Bededag, meist April/Mai), Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Grundlovsdag (Verfassungstag, 5. Juni – Picknicks und Flaggen überall) sowie Weihnachten (24.–26. Dezember) mit Familienfeiern, Gänsebraten und Hygge. Diese Tage sind meist frei und werden oft mit lokalen Märkten oder kleinen Festen kombiniert.
Medien
Seeland ist das unbestrittene Medienzentrum Dänemarks. Fast alle landesweiten Medienhäuser, Sender, Verlage und digitalen Plattformen haben ihren Hauptsitz oder ihre zentrale Redaktion im Großraum Kopenhagen. Die Insel beherbergt damit rund 90 % der dänischen Medienproduktion. Der größte und einflussreichste Akteur ist DR (Danmarks Radio), der öffentlich-rechtliche Rundfunk. DR hat seinen Hauptsitz im modernen DR Byen auf Amager (Teil des Großraums Kopenhagen). Dort entstehen die wichtigsten Fernsehprogramme (DR1, DR2, DR Ramasjang, DR Ultra), das Hörfunkprogramm P1 bis P8 sowie die umfangreichen digitalen Angebote (dr.dk). DR produziert auch die meisten dänischen Dokumentationen, Serien und Nachrichtenformate.
Der kommerzielle Fernsehmarkt wird vor allem von TV 2 dominiert, dessen Hauptsitz zwar in Odense (Fünen) liegt, dessen Nachrichtenredaktion und große Produktionsabteilungen jedoch seit Jahren stark in Kopenhagen angesiedelt sind (TV 2 Kosmopol, TV 2 News). Ebenfalls in Kopenhagen produzieren die Privatsender TV3, TV3 Sport, TV3 Max und TV Danmark (Discovery Networks/ Warner Bros. Discovery).
Im Printbereich führen die großen überregionalen Tageszeitungen:
- Politiken (liberal, gegründet 1884)
- Berlingske (konservativ, älteste noch erscheinende Zeitung Dänemarks, gegründet 1749)
- Jyllands-Posten (bürgerlich-konservativ) – alle drei gehören heute zur Mediengruppe JP/Politikens Hus mit Sitz in Kopenhagen.
- Ekstra Bladet (Boulevard- und Sensationsblatt) gehört ebenfalls zur JP/Politikens-Familie.
- Information (links-intellektuell, Qualitätszeitung) hat ihren Sitz in der Innenstadt.
Die auflagenstärkste kostenlose Tageszeitung metroxpress (heute meist Metro oder MX) und die Gratiszeitung B.T. (ebenfalls Boulevard) erscheinen ebenfalls aus Kopenhagen.
Der Radiomarkt ist ebenfalls kopenhagendominiert: Neben den DR-Wellen senden kommerzielle Sender wie Nova FM, POP FM, Radio24syv (wiederbelebt), Radio ABC und viele lokale Stationen aus Studios in der Hauptstadt. Digital und online ist Kopenhagen das Zentrum des dänischen Journalismus:
- TV 2 Play, DR TV, Viaplay (Streaming)
- Nachrichtenportale wie bt.dk, politiken.dk, berlingske.dk, ekstrabladet.dk, version2.dk (IT Nachrichten), finans.dk
- Influencer-Agenturen, Podcast-Produktionen und Social-Media-Redaktionen der meisten großen Medienhäuser sitzen fast ausschließlich im Großraum Kopenhagen.
Außerhalb des Hauptstadtbereichs gibt es auf Seeland nur noch wenige nennenswerte regionale Medien:
- Sjællandske Medier (Sitz in Næstved) mit Lokalzeitungen wie Sjællandske, Frederiksborg Amts Avis (Hillerød), Dagbladet Køge/Ringsted/Roskilde
- Nordvestnyt (Holbæk, Kalundborg)
- Faxe Avis und kleinere Blätter in Køge und Næstved. Diese Regionalmedien haben jedoch nur begrenzte Reichweite und sind redaktionell und wirtschaftlich stark vom Kopenhagener Markt abhängig.
Kommunikation
Das Kommunikationsnetz ist auf Seeland bestens ausgebaut. In allen größeren Orten gibt es Poststellen und Internet in fast allen Haushalten.
Sport
Aufgrund der großen Küstenlänge und den vielen Seen kann auf Seeland sehr viel Wassersport betrieben werden. Für Segeln, Surfen und Tauchen sind ideale Bedingungen an der Küste geschaffen.
Auch Kajaktouren sind auf der Insel an vielen Stellen gut zu machen; in Kopenhagen werden Kajaktouren durch die Kanäle rund um die Stadt zwischen dem 1.Mai und 1.Oktober angeboten. Der Leiter erzählt bei den Touren über die Geschichte der Hauptstadt und der Kanäle. Die Touren können auch im Dunkeln gemacht werden, wobei jeder Teilnehmer eine Stirnlampe erhält und die Atmosphäre sehr gemütlich wird. Vorkenntnisse werden für die Teilnahme an einer Kajaktour nicht erwartet. Viele weitere Kajak- und Kanufahrten können auch ganz individuell auf den verschiedenen Seen der Insel gemacht werden, Wasser gibt es hierfür genug.
Als weitere Freizeitmöglichkeit biete Seeland viele Angelmöglichkeiten: zum Beispiel in einer der Seen wie der Furesee oder sogar in den Küstennahen Gebieten. Forelle ist dabei der meist gefangene Fisch. Beim Angeln im Meer an der Küste ist eine Regenhose erforderlich. Auf Seeland gibt es außerdem sehr viele Rad- und Wanderwege die alle sehr gut ausgeschildert sind und durch wunderschöne Natur führen.
Auch Golfplätze gibt es auf Seeland und bereits sechs der besten Golfplätze Dänemarks liegen in Nordseeland. Aber auch im restlichen Teil der Insel findet man zahlreiche Golf- und Minigolfplätze. Sorö hat einen sehr großen Golfplatz mit 18 Löchern in herrlicher Lage um den Tystrupsee. Kopenhagen verfügt über ein sehr großes Indoor-Golfcenter. Und auch in Helsingör und Umgebung sind sehr gute und große Golfplätze zu finden.
Fußball
Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Fußball auf Seeland eingeführt, vor allem durch internationale Kontakte in Kopenhagen. Englische Seeleute, Kaufleute und Studenten brachten den Sport mit, der sich rasch in Schulen, Vereinen und Arbeiterquartieren verbreitete. Viele der ältesten und traditionsreichsten dänischen Fußballvereine wurden auf Seeland gegründet, und über Jahrzehnte dominierten seeländische Klubs die nationalen Wettbewerbe. Kopenhagen entwickelte sich früh zu einem organisatorischen Zentrum des dänischen Fußballs, sowohl auf Vereinsebene als auch im Verbandswesen.
In der Gegenwart wird der Fußball auf Seeland vor allem durch einige große Vereine geprägt, allen voran den FC København und Brøndby IF. Der FC København, entstanden 1992 aus der Fusion zweier traditionsreicher Kopenhagener Klubs, ist der erfolgreichste Verein der jüngeren dänischen Fußballgeschichte. Mit dem Parken Stadion als Heimstätte, das zugleich das Nationalstadion Dänemarks ist, verfügt der Klub über moderne Infrastruktur und nimmt regelmäßig an europäischen Wettbewerben teil. Brøndby IF, im Westen der Hauptstadtregion beheimatet, steht für eine starke lokale Identität und eine besonders leidenschaftliche Fankultur. Die Rivalität zwischen Brøndby und dem FC København, bekannt als das „New Firm“-Derby, ist das bedeutendste und emotionalste Duell im dänischen Vereinsfußball und spiegelt soziale, kulturelle und regionale Gegensätze wider.
Neben diesen beiden Großklubs spielen weitere Vereine eine wichtige Rolle im Fußballgefüge Seelands. Der FC Nordsjælland aus dem nördlichen Teil der Insel hat sich international einen Namen als moderner Ausbildungsverein gemacht. In enger Zusammenarbeit mit der „Right to Dream“-Akademie setzt der Klub konsequent auf junge Talente, eine progressive Spielphilosophie und internationale Nachwuchsförderung. Traditionsvereine wie Lyngby Boldklub, B.93 Kopenhagen, Fremad Amager oder HB Køge bewegen sich häufig zwischen erster, zweiter und dritter Liga, tragen aber entscheidend zur Breite, Stabilität und Nachwuchsentwicklung des seeländischen Fußballs bei.
Auch unterhalb des Profifußballs besitzt Seeland eine ausgeprägte Vereinsstruktur. Zahlreiche Amateur- und Jugendvereine sorgen für eine breite Basis, aus der immer wieder Talente hervorgehen. Die Nachwuchsförderung ist eng mit Schulen, Leistungszentren und regionalen Förderprogrammen verzahnt. Viele spätere Nationalspieler begannen ihre Laufbahn in kleinen seeländischen Klubs, bevor sie den Sprung in größere Vereine oder ins Ausland schafften. In diesem Zusammenhang spielt Seeland eine Schlüsselrolle für den dänischen Nationalfußball, nicht zuletzt, weil viele Länderspiele im Parken Stadion ausgetragen werden.
Der Frauenfußball ist auf Seeland ebenfalls stark vertreten. Besonders Brøndby IF zählt seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Frauenmannschaften Dänemarks und hat maßgeblich zur Entwicklung des Frauenfußballs beigetragen. Auch hier profitieren Spielerinnen von guten Trainingsbedingungen, professionellen Strukturen und einer wachsenden öffentlichen Anerkennung.
Persönlichkeiten
Die bekanntesten von der Insel Seeland kommenden Persönlichkeiten sind:
- Absalon von Lund (1128 bis 1201), Bischof, Staatsmann, Mitbegründer Kopenhagens
- Margarethe I. von Dänemark (1353 bis 1412), Königin von Dänemark, Norwegen und Schweden
- Christian IV. (1577 bis 1648), König von Dänemark und Norwegen, bedeutender Bauherr
- Thomas Kingo (1634 bis 1703), Dichter, Bischof, Kirchenlieddichter
- Ludvig Holberg (1684 bis 1754), Schriftsteller, Historiker, Aufklärer
- Johann Friedrich Struensee (1737 bis 1772), Arzt, Staatsmann, Reformpolitiker
- Bertel Thorvaldsen (1770 bis 1844), Bildhauer
- N. F. S. Grundtvig (1783 bis 1872), Theologe, Dichter, Philosoph
- Hans Christian Ørsted (1777 bis 1851), Physiker, Entdecker des Elektromagnetismus
- Søren Kierkegaard (1813 bis 1855), Philosoph, Theologe
- Hans Christian Andersen (1805 bis 1875), Schriftsteller, Märchendichter
- J. P. E. Hartmann (1805 bis 1900), Komponist
- Georg Brandes (1842 bis 1927), Literaturkritiker, Kulturhistoriker
- Vilhelm Hammershøi (1864 bis 1916), Maler
- Carl Nielsen (1865 bis 1931), Komponist, Dirigent
- Karen Blixen (1885 bis 1962), Schriftstellerin
- Niels Bohr (1885 bis 1962), Physiker, Nobelpreisträger
- Kaj Munk (1898 bis 1944), Pfarrer, Dramatiker, Widerstandskämpfer
- Arne Jacobsen (1902 bis 1971), Architekt, Designer
- Poul Henningsen (1894 bis 1967), Architekt, Designer, Kulturkritiker
- Tove Ditlevsen (1917 bis 1976), Schriftstellerin
- Lise Nørgaard (1917 bis 2023), Journalistin, Schriftstellerin
- Jørn Utzon (1918 bis 2008), Architekt (Sydney Opera House)
- Bjørn Nørgaard (* 1947), Bildhauer, Aktionskünstler
- Lars von Trier (* 1956), Filmregisseur
- Mads Mikkelsen (* 1965), Schauspieler
- Nikolaj Coster-Waldau (* 1970), Schauspieler
Fremdenverkehr
Der Tourismus auf Seeland konzentriert sich auf Kopenhagen, das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Insel. Sehenswürdigkeiten wie der Tivoli, die Kleine Meerjungfrau, Schlösser, Museen und moderne Architektur machen die Stadt zu einem ganzjährigen Reiseziel. Darüber hinaus sind auch andere Regionen Seelands touristisch attraktiv, etwa die Schlösser Nordseelands wie Kronborg in Helsingør, die Küstenlandschaften entlang der Ostsee, die Kreidefelsen von Stevns Klint (UNESCO-Welterbe) sowie kleinere Hafenstädte und Badeorte. Naturtourismus, Radfahren, Wandern und Küstenurlaub spielen dabei eine immer größere Rolle.
Entsprechend vielfältig sind die Unterbringungsmöglichkeiten auf Seeland. In den Städten, vor allem in Kopenhagen, gibt es eine große Auswahl an Hotels aller Kategorien, von luxuriösen Fünf-Sterne-Hotels bis hin zu preisgünstigen Budgethotels. Ergänzt wird dieses Angebot durch Hostels und Jugendherbergen, die besonders bei jungen Reisenden, Schulklassen und Rucksacktouristen beliebt sind. Viele dieser Unterkünfte liegen zentral und sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.
Außerhalb der großen Städte finden sich zahlreiche Ferienhäuser und Ferienwohnungen, die vor allem in Küstenregionen sehr verbreitet sind. Diese Form der Unterkunft ist typisch für Dänemark und eignet sich besonders für Familien oder längere Aufenthalte. Auch Campingplätze sind auf Seeland weit verbreitet und gut ausgestattet; sie reichen von einfachen Naturplätzen bis zu komfortablen Anlagen mit Hütten, Freizeitangeboten und direktem Zugang zum Meer.
Eine weitere wichtige Rolle spielen Pensionen, Bed-and-Breakfast-Angebote und kleine Gasthöfe, die vor allem in ländlichen Gegenden und kleineren Orten zu finden sind. Sie bieten eine persönlichere Atmosphäre und ermöglichen Gästen, Land und Leute näher kennenzulernen. In den letzten Jahren haben zudem nachhaltige und alternative Unterkünfte wie Öko-Hotels, Bauernhofübernachtungen oder Glamping-Angebote an Bedeutung gewonnen.
Literatur
- wikipedia = https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Seeland_(D%C3%A4nemark)
- wikitravel = https://wikitravel.org/de/Sj%C3%A6lland
- wikivoyage = https://de.wikivoyage.org/wiki/Seeland_(D%C3%A4nemark)
Reiseberichte
- Kate reist: Viel zu se(e)hen auf Seeland = https://www.kate-reist.at/reiseziele/daenemark/seeland/
- Lovelymine Blog: Unser Sommerurlaub auf Sjælland (10.8.2020) = https://lovelymineblog.com/2020/08/10/unser-sommerurlaub-auf-sjaelland-seeland-in-danemark/
- Flowers on my plate: Dänemark Teil 1 - Seeland = https://flowersonmyplate.de/daenemark-seeland/
- Wolle 3.0 - Fazit Seeland 2023 = https://www.koelln.org/fazit-seeland/
Videos
- Seeland via Drohne = https://www.youtube.com/watch?v=uoFelU2DNkM
- Sjælland. Die Insel der Könige = https://www.youtube.com/watch?v=Pp5rfJZ0Y28
- Die Geschichte der Dänemark. Von Wikingern zum glücklichsten Land der Welt = https://www.youtube.com/watch?v=VVbGofX8fw0
Atlas
- Seeland, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=9/55.550/11.275
- Seeland, Adac = https://skipper.adac.de/revier/revier-seeland-daenemark
- Seeland, Satellit = https://www.latlong.net/place/zealand-islands-denmark-24343.html
Reiseangebote
Visit Denmark: Seeland = https://www.visitdenmark.de/daenemark/regionen/seeland
Kulturtours: Schlösser und Kulturerbe in Dänemark = https://drp-kulturtours.de/reisen/daenemark-schloesser-und-kulturerbe
Forum
Hier geht’s zum Forum: