Teneriffa (Tenerife): Unterschied zwischen den Versionen

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Teneriffa, die größte und bevölkerungsreichste der Kanarischen Inseln, bietet eine landschaftliche Vielfalt: von den schroffen Vulkanlandschaften rund um den Pico del Teide – Spaniens höchsten Berg – bis zu subtropischen Wäldern im Norden und sonnigen Stränden im Süden. Die Insel verfügt über ein ganzjährig mildes Klima, über 40 Naturschutzgebiete und ist ein Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Strandurlauber. Überall spürbar ist zudem das Erbe der Guanchen, der ursprünglichen Bewohner Teneriffas.
Teneriffa, die größte und bevölkerungsreichste der Kanarischen Inseln, bietet eine landschaftliche Vielfalt: von den schroffen Vulkanlandschaften rund um den Pico del Teide – Spaniens höchsten Berg – bis zu subtropischen Wäldern im Norden und sonnigen Stränden im Süden. Die Insel verfügt über ein ganzjährig mildes Klima, über 40 Naturschutzgebiete und ist ein Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Strandurlauber. Überall spürbar ist zudem das Erbe der Guanchen, der ursprünglichen Bewohner Teneriffas.


{{Inselsteckbrief|offizieller Name=Tenerife|alternative Bezeichnungen=Achinech, Achineche, Achinet, Aninechi, Chenech, Chinech, Chinechi, Chinet (guanchisch), Nivaria, Ninguaria (um 77), Insula del’Inmferno (14. Jahrhundert), Tenerfix, Tonerfiz, Tenerfe, Thenerfe, Theneref (16./17. Jahrhundert), Isla Fascinante, Isla Amable (poetisch), Tīnīrīfī (arabisch), Teneriffa (deutsch)|Kategorie=Meeresinsel|Inseltyp=echte Insel|Inselart=vulkanische Insel (Hot Spot)|Gewässer=Atlantischer Ozean (Oceano Atlantico)|Inselgruppe=Kanarische Inseln (Islas Canarias)|politische Zugehörigkeit=Staat: Spanien (Reino de España)<br>Region: Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias)<br>Provinz: Santa Cruz de Tenerife|Gliederung=31 ayuntamientos (Gemeinden)<br>307 barrios (Stadtteile), lugares (Dörfer) und caseríos (Weiler)|Status=Inselgemeinschaft (comunidad insular)|Koordinaten=28°18' N, 16°30' W|Entfernung zur nächsten Insel=250 m (Roque de Anaga), 26 km (Gomera)|Entfernung zum Festland=288 km (Cap Bojador / Westsahara)|Fläche=2.034,17 km² / 785,41 mi² (mit Nebeninseln 2.034,38 km² / 785,47 mi²)|geschütztes Gebiet=941,8 km² / 363,6 mi² (47,8 %)|maximale Länge=84,9 km (NO-SW)|maximale Breite=49,1 km (NW-SO)|Küstenlänge=354,1 km|tiefste Stelle=0 m (Atlantischer Ozean)|höchste Stelle=3715 m (Piso de Teide)|relative Höhe=3715 m|mittlere Höhe=650 m|maximaler Tidenhub=2,4 bis 2,6 m ( Los Cristianos 2,47 m, Santa Cruz 2,46 m)|Zeitzone=HCE (Hora Central Europea / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)|Realzeit=UTC minus 52 bis 55 Minuten|Einwohnerzahl=955.063 (2024)|Dichte=469,46|Inselzentrum=Santa Cruz de Tenerife}}
{{Inselsteckbrief|offizieller Name=Tenerife|alternative Bezeichnungen=Achinech, Achineche, Achinet, Aninechi, Chenech, Chinech, Chinechi, Chinet (guanchisch), Nivaria, Ninguaria (um 77), Insula del’Inmferno (14. Jahrhundert), Tenerfix, Tonerfiz, Tenerfe, Thenerfe, Theneref (16./17. Jahrhundert), Isla Fascinante, Isla Amable (poetisch), Tīnīrīfī (arabisch), Teneriffa (deutsch)|Kategorie=Meeresinsel|Inseltyp=echte Insel|Inselart=vulkanische Insel (Hot Spot)|Gewässer=Atlantischer Ozean (Oceano Atlantico)|Inselgruppe=Kanarische Inseln (Islas Canarias)|politische Zugehörigkeit=Staat: Spanien (Reino de España)<br>Region: Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias)<br>Provinz: Santa Cruz de Tenerife|Gliederung=31 ayuntamientos (Gemeinden)<br>307 barrios (Stadtteile), lugares (Dörfer) und caseríos (Weiler)|Status=Inselgemeinschaft (comunidad insular)|Koordinaten=28°18' N, 16°30' W|Entfernung zur nächsten Insel=250 m (Roque de Anaga), 26 km (Gomera)|Entfernung zum Festland=288 km (Cap Bojador / Westsahara)|Fläche=2.034,17 km² / 785,41 mi² (mit Nebeninseln 2.034,38 km² / 785,47 mi²)|geschütztes Gebiet=941,8 km² / 363,6 mi² (47,8 %)|maximale Länge=84,9 km (NO-SW)|maximale Breite=49,1 km (NW-SO)|Küstenlänge=354,1 km|tiefste Stelle=0 m (Atlantischer Ozean)|höchste Stelle=3715 m (Piso de Teide)|relative Höhe=3715 m|mittlere Höhe=650 m|maximaler Tidenhub=2,4 bis 2,6 m ( Los Cristianos 2,47 m, Santa Cruz 2,46 m)|Zeitzone=HCE (Hora Central Europea / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)|Realzeit=UTC minus 1 Stunde 4 bis 8 Minuten|Einwohnerzahl=955.063 (2024)|Dichte=469,46|Inselzentrum=Santa Cruz de Tenerife}}


== '''Name''' ==
== '''Name''' ==
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* japanisch: ネリフェ [Tenerife]
* japanisch: ネリフェ [Tenerife]
* kambodschanisch:  តេណេរីហ្វា [Tenerifa]
* kambodschanisch:  តេណេរីហ្វា [Tenerifa]
* kanaresisch:  ಟೆನೆರಿಫೆ [Tenerife]
* kasachisch: Тенерифе [Tenerife]
* kasachisch: Тенерифе [Tenerife]
* koreanisch: 테네리페 [Teneripe]
* koreanisch: 테네리페 [Teneripe]
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* malayalam: ടെനെരിഫ [Tenerifa]
* malayalam: ടെനെരിഫ [Tenerifa]
* maldivisch: ޓެނެރީފެ [Tenerife]
* maldivisch: ޓެނެރީފެ [Tenerife]
* marathisch:  टेनेरिफे [Tenerife]
* nepalesisch:  टेनेरिफे [Tenerife]
* mongolisch: Тенерифе [Tenerife]
* mongolisch: Тенерифе [Tenerife]
* nepalesisch: टेनेरीफ़ [Tenerif]
* nepalesisch: टेनेरीफ़ [Tenerif]
* pandschabisch: ਟੇਨੇਰੀਫ [Tenerif]
* pandschabisch: ਟੇਨੇਰੀਫ [Tenerif]
* paschtunisch:  ټینریف [Tenerif]
* persisch: تنریف [Tenerifa]
* persisch: تنریف [Tenerifa]
* russisch: Тенерифе [Tenerife]
* russisch: Тенерифе [Tenerife]
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* tamilisch: டெனரீஃப் [Tenerīf]
* tamilisch: டெனரீஃப் [Tenerīf]
* thai:  เตเนรีเฟ [Dtay-nee-ree-fay]
* thai:  เตเนรีเฟ [Dtay-nee-ree-fay]
* tibetisch:  ཏེ་ནེ་རི་ཕེ [Tenerife]
* ukrainisch: Тенерифе [Tenerife]
* ukrainisch: Тенерифе [Tenerife]
* urdu:  ٹینریفا [Tenerifa]
* urdu:  ٹینریفا [Tenerifa]
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* Gomera / Kanaren (Punta Llana)  26 km
* Gomera / Kanaren (Punta Llana)  26 km
* Gran Canaria / Kanaren (Punta de Sardina) 55 km
* Gran Canaria / Kanaren (Punta de Sardina) 61,7 km
* La Palma / Kanaren (Punta El Lajio)   85 km
* La Palma / Kanaren (Punta El Lajio)   85 km
* Hierro / Kanaren (Punta Caleta)  125 km
* Hierro / Kanaren (Punta Caleta)  125 km
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=== '''Zeitzone''' ===
=== '''Zeitzone''' ===
In Tenerife gilt die '''Hora Central Europea''' bzw. '''Central European Time''' (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt HCE bzw. CET (MEZ). Die Realzeit liegt um eine Stunde und 52 bis 55 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).
In Tenerife gilt die '''Hora Central Europea''' bzw. '''Central European Time''' (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt HCE bzw. CET (MEZ), eine Stunde vor der Koordinierten Weltzzeit (UTC+1). Die Realzeit liegt um eine Stunde und 4 bis 8 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit.


== '''Fläche''' ==
== '''Fläche''' ==
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'''Flächenaufteilung''' 2015:
'''Flächenaufteilung''' 2015:


Brach- und Ödland                1370,70 km²               67,38 %
* Brach- und Ödland  1.370,70 km² (67,38 %)
 
* Waldland  407,20 km² (20,02 %)
Waldland                                  407,20 km²               20,02 %
* Agrarland  256,31 km² (12,60 %)
 
* Gärten und Äcker  201,61 km²
Agrarland                                 256,31 km²               12,60 %
* Wiesen und Weiden  54,70 km²
 
davon  Gärten und Äcker                   201,61 km²
 
           Wiesen und Weiden                54,70 km²


== '''Geologie''' ==
== '''Geologie''' ==
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== '''Landschaft''' ==
== '''Landschaft''' ==
Teneriffa ist eine Vulkaninsel. Sie gehört – wie alle Kanarischen Inseln – topografisch zu Afrika, liegt rund 250 Kilometer vor der Küste Marokkos und der Westsahara und ist rund 1300 Kilometer von der Südküste des spanischen Mutterlandes entfernt.
Das landschaftliche Zentrum der Insel bildet der Teide-Nationalpark mit der Caldera de las Cañadas. Hier erhebt sich der Pico del Teide mit 3.718 Metern Höhe, der höchste Berg Spaniens und einer der höchsten Inselvulkane der Welt. Die Umgebung ist geprägt von einer weiten, kargen Hochgebirgslandschaft mit bizarren Felsformationen, erstarrten Lavaströmen und einer nahezu mondähnlichen Atmosphäre. Diese Zone ist nicht nur geologisch bedeutsam, sondern auch ein wichtiges UNESCO-Weltnaturerbe.
 
Im Nordosten der Insel liegt das Anaga-Gebirge, eine der ältesten Landschaftsformationen Teneriffas. Diese Region ist bekannt für ihre steilen Berghänge, tief eingeschnittenen Schluchten und besonders dichten Lorbeerwälder. Durch die feuchten Passatwinde entsteht hier sogenannter horizontaler Regen, der die üppige Vegetation begünstigt. Das Anaga-Gebirge gilt als eines der ökologisch wertvollsten Gebiete der Kanarischen Inseln und beherbergt zahlreiche endemische Pflanzen- und Tierarten.
 
Im Nordwesten befindet sich das Teno-Gebirge, das geologisch als einer der ältesten Teile der Insel gilt. Diese Region ist geprägt von schroffen Felslandschaften, steilen Küstenklippen und tiefen Schluchten wie der bekannten Masca-Schlucht. Von den Höhenlagen aus eröffnen sich weite Ausblicke über den Atlantik und die umliegenden Inseln. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit ist das Gebiet nur dünn besiedelt und weitgehend naturbelassen.


Die Insel unterteilt sich in folgende Landschaften:
Der Süden Teneriffas unterscheidet sich deutlich von den nördlichen Regionen. Er ist wärmer, trockener und deutlich stärker von Erosion und vulkanischen Ablagerungen geprägt. Charakteristisch sind hier schwarze Sandstrände vulkanischen Ursprungs, trockene Hügellandschaften und eine teilweise fast wüstenartige Vegetation. Diese klimatischen Bedingungen haben den Süden zu einem Zentrum des Tourismus gemacht.


* '''Teide-Nationalpark und Caldera de las Cañadas:''' Im Zentrum der Insel erhebt sich der Teide, mit 3.718 m der höchste Berg Spaniens. Der Nationalpark umfasst bizarre, farbenprächtige Gesteinsformationen und die weite, mondähnliche Caldera de las Cañadas.
Die Küstenlinie Teneriffas erstreckt sich über etwa 354 Kilometer und ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Sie umfasst sowohl steinige und felsige Abschnitte als auch schwarze Lavastrände. Natürliche weiße Sandstrände sind selten und meist künstlich angelegt. Die Küste ist stark vom Atlantik geprägt, was sich in hoher Brandung und markanten Küstenformationen äußert.
* '''Anaga-Gebirge:''' Im Nordosten Teneriffas liegt das Anaga-Gebirge mit dichten Lorbeerwäldern, tiefen Schluchten und üppiger Vegetation – bedingt durch feuchtes Klima und horizontalen Regen.
* '''Teno-Gebirge:''' Im Nordwesten befindet sich das Teno-Gebirge, geologisch der älteste Landstrich der Insel. Hier gibt es steile Klippen, die Masca-Schlucht und beeindruckende Aussichten auf den Atlantik.
* '''Süden:''' Der Süden Teneriffas ist wärmer und trockener, mit schwarzen Sandstränden vulkanischen Ursprungs und einer fast wüstenartigen Landschaft.
* '''Küsten:''' Teneriffa verfügt über eine 354 km lange Küstenlinie mit Kies- und schwarzen Sandstränden, teils felsigen Abschnitten und nur wenigen künstlich angelegten weißen Sandstränden.


Weitere Naturräume sind die Goldmohnwiesen bei Arico, der Mercedeswald und die Cumbre Dorsal mit Panoramablicken.
Weitere bedeutende Naturräume sind die Cumbre Dorsal, ein zentraler Gebirgsrücken mit weiten Panoramablicken über die Insel, der Mercedeswald im Nordosten mit dichtem Lorbeerwald sowie die Goldmohnwiesen bei Arico, die saisonal durch ihre besondere Blütenpracht auffallen.[[Datei:Teide.png|rechts]]




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=== '''Flora''' ===
=== '''Flora''' ===
Die Insel weist eine vielfältige Vegetation auf – zahlreiche Pflanzenarten sind nur auf den Kanaren oder sogar nur auf Teneriffa heimisch (endemisch). Die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) bildet große Wälder. Im trockenen Süden der Insel sind sukkulente Wolfsmilchgewächse (Euphorbia canariensis) beheimatet. Eine weitere charakteristische Pflanzenart ist der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco) – ein altes und eindrucksvolles Exemplar ist bei Icod de los Vinos zu finden. Neben den einheimischen Pflanzen prägen auch viele Pflanzen aus der ganzen Welt die Insel. Aus Amerika stammen verwilderte Kakteen, sowie die riesigen Sträucher des Weihnachtssterns, einer Pflanze, die in Mitteleuropa in Töpfen zum Advent verkauft wird. Die aparten Blütenstände der südafrikanischen Strelitzie sind ein beliebtes Souvenir für Touristen. Fast alle Pflanzenarten stehen heute unter strengem Artenschutz, die Ausfuhr von Pflanzen, Pflanzenteilen oder Samen ist daher verboten.
Die Vegetation Teneriffas gehört zu den vielfältigsten und ökologisch interessantesten in der gesamten Region des Atlantiks. Diese enorme pflanzliche Vielfalt ist das Ergebnis der vulkanischen Entstehung der Insel, der großen Höhenunterschiede, der unterschiedlichen Klimazonen sowie der isolierten Lage im Atlantischen Ozean. Dadurch konnten sich zahlreiche endemische Pflanzenarten entwickeln, die entweder nur auf den Kanarischen Inseln oder sogar ausschließlich auf Teneriffa vorkommen.
 
Eine der wichtigsten natürlichen Vegetationsformen ist der kanarische Kiefernwald, der von der Pinus canariensis dominiert wird. Diese Kiefernwälder erstrecken sich vor allem in mittleren bis höheren Lagen und bilden ausgedehnte Waldgebiete. Die kanarische Kiefer ist besonders an trockene Bedingungen, starke Sonneneinstrahlung und sogar Waldbrände angepasst. Sie besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, nach Bränden aus dem Stamm erneut auszutreiben, was sie zu einer zentralen Art im Ökosystem der Insel macht.
 
Im trockenen Süden Teneriffas dominiert eine ganz andere Vegetationsform. Dort finden sich vor allem sukkulente Pflanzen und trockenheitsresistente Arten, darunter insbesondere die kanarische Wolfsmilch Euphorbia canariensis. Diese Pflanzen bilden oft kaktusähnliche Strukturen und sind perfekt an die ariden Bedingungen des Südens angepasst. Sie speichern Wasser in ihren Geweben und kommen mit sehr geringen Niederschlägen aus, wodurch sie das Landschaftsbild der trockenen Zonen stark prägen.
 
Eine der bekanntesten und symbolträchtigsten Pflanzen der Kanaren ist der Dracaena draco. Dieser langsam wachsende Baum besitzt eine charakteristische Schirmkrone und einen dicken Stamm. Besonders bekannt ist ein jahrhundertealtes Exemplar in Icod de los Vinos, das als eines der ältesten und beeindruckendsten seiner Art gilt. Der Drachenbaum hat nicht nur botanische Bedeutung, sondern ist auch kulturell stark mit der Identität der Insel verbunden.
 
Neben den endemischen Arten spielt auch die eingeführte und verwilderte Vegetation eine wichtige Rolle im Landschaftsbild Teneriffas. Durch menschliche Besiedlung und Handel wurden zahlreiche Pflanzenarten aus anderen Kontinenten eingebracht. Aus Amerika stammen beispielsweise verschiedene Kakteenarten, die sich in trockenen Regionen teilweise stark verbreitet haben. Auch Zierpflanzen wie der Weihnachtsstern, der ursprünglich aus Mittelamerika stammt und in Europa als Adventspflanze bekannt ist, wachsen auf der Insel in größerer Form als Sträucher oder kleine Bäume.
 
Ebenfalls häufig anzutreffen ist die Strelitzia reginae, deren auffällige Blütenstände ursprünglich aus Südafrika stammen. Diese Pflanzen werden häufig in Gärten, Parks und touristischen Anlagen kultiviert und tragen zur tropisch-exotischen Wirkung vieler Landschaften bei. Sie sind ein typisches Beispiel für die Mischung aus einheimischer und eingeführter Flora auf der Insel.
 
Aufgrund der hohen ökologischen Bedeutung steht ein großer Teil der Vegetation unter strengem Schutz. Viele Pflanzenarten sind endemisch und daher besonders empfindlich gegenüber Umweltveränderungen. Aus diesem Grund ist die Ausfuhr von Pflanzen, Samen oder Pflanzenteilen gesetzlich verboten, um die einzigartige Biodiversität der Insel zu bewahren.


=== '''Fauna''' ===
=== '''Fauna''' ===
Die Tierwelt weist kaum Säugetiere auf – am Teide ist die Waldkatze zu Hause, es gibt außerdem ausgewilderte Kaninchen. Raubtiere oder giftige Schlangen hat es nie gegeben. Reich ist dagegen die Vogelwelt – es gibt auch einige für Teneriffa und für die Kanaren typische Arten, etwa den Teidefink oder die Wildform unseres Kanarienvogels, den Kanarengirlitz. Zu erwähnen sind ferner die Westkanareneidechsen, die in großer Zahl auf Teneriffa vorkommen und sich gerne füttern lassen.
Die Tierwelt Teneriffas ist – wie auf vielen ozeanischen Inseln relativ artenarm im Vergleich zu kontinentalen Regionen, zeichnet sich jedoch durch einen hohen Anteil endemischer Arten und eine große ökologische Besonderheit aus. Aufgrund der isolierten Lage der Insel im Atlantik haben sich über lange Zeit eigenständige Tierarten entwickelt, während andere Tiergruppen, insbesondere größere Säugetiere, nur in sehr begrenztem Umfang vorkommen.
 
Bei den Säugetieren ist die Vielfalt gering. Ursprünglich gab es auf Teneriffa keine größeren wildlebenden Raubtiere. Heute finden sich vor allem eingeschleppte oder verwilderte Arten wie Kaninchen sowie kleinere Raubtiere wie die verwilderte Hauskatze. Eine besondere Rolle spielt die sogenannte Waldkatze, die in bewaldeten und bergigen Regionen vorkommt. Insgesamt ist die Säugetierfauna jedoch deutlich weniger ausgeprägt als in kontinentalen Lebensräumen.
 
Sehr charakteristisch ist dagegen die Vogelwelt. Zu den bekannten endemischen oder regional typischen Arten gehören unter anderem der Kanarengirlitz, der als Vorfahre des domestizierten Kanarienvogels gilt, sowie der Teidefink, der in den Hochlagen rund um den Pico del Teide vorkommt. Diese Vogelarten sind gut an die unterschiedlichen Höhenstufen und klimatischen Bedingungen der Insel angepasst und stellen einen wichtigen Bestandteil des Ökosystems dar.
 
Auch Reptilien spielen eine wichtige Rolle in der Fauna Teneriffas. Besonders auffällig sind die Kanareneidechsen, die in großer Zahl vorkommen und in vielen Regionen der Insel leicht zu beobachten sind. Diese Tiere sind häufig zutraulich und lassen sich in touristischen Gebieten sogar füttern. Sie tragen wesentlich zum typischen Erscheinungsbild der Insel in trockenen und sonnigen Regionen bei.
 
Die Insektenwelt ist ebenfalls bemerkenswert vielfältig und umfasst mehrere endemische Schmetterlingsarten. Dazu gehören unter anderem der Kanaren-Weißling, der Kanarische Admiral sowie das Kanaren-Waldbrettspiel. Diese Arten sind eng an die spezifischen Pflanzen- und Klimabedingungen der Insel angepasst und kommen teilweise ausschließlich auf den Kanarischen Inseln vor.


Zu den auf den Kanarischen Inseln endemischen Schmetterlingsarten zählen der Kanaren-Weißling (''Pieris cheiranthi''), der Kanarische Admiral (''Vanessa vulcania'') und das Kanaren-Waldbrettspiel (''Pararge xiphioides'').
Eine besondere Bedeutung hat zudem die marine Tierwelt rund um Teneriffa. Zwischen Teneriffa und der Nachbarinsel La Gomera befindet sich eine tiefe Meerespassage, in der regelmäßig verschiedene Wal- und Delfinarten beobachtet werden können. Besonders bekannt ist das Vorkommen von Pilotwalen, die hier dauerhaft leben. Diese Region zählt weltweit zu den wenigen Orten, an denen Wale in unmittelbarer Küstennähe ganzjährig anzutreffen sind, was sie sowohl ökologisch als auch touristisch sehr bedeutend macht.


Eine Besonderheit sind die Pilotwale, die in großer Zahl in der bis zu 2000 Meter tiefen Meerenge zwischen Teneriffa und Gomera anzutreffen sind. An kaum einem anderen küstennahen Ort der Welt sind so viele Wale beheimatet.




'''Arten''':                         insgesamt        endemisch
'''Arten''':                         insgesamt        endemisch


'''''Pflanzen'''''
'''Pfllanzen'''


insgesamt                    1400                140
insgesamt                    1400                140


'''''Tiere'''''
'''Tiere'''


Wirbellose                   4000                350
Wirbellose                   4000                350
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== '''Naturschutz''' ==
== '''Naturschutz''' ==
Teneriffa verfügt über ein sehr dichtes Netz an Naturschutzgebieten, das große Teile der Insel abdeckt und die außergewöhnliche biologische und geologische Vielfalt bewahren soll. Aufgrund der starken landschaftlichen Kontraste – von Hochgebirgen über Lorbeerwälder bis hin zu ariden Küstenzonen – wurden zahlreiche Schutzkategorien eingerichtet, die sowohl terrestrische als auch marine Ökosysteme umfassen.
Das bedeutendste Schutzgebiet der Insel ist der Teide-Nationalpark, der sich im Zentrum Teneriffas erstreckt und die Hochgebirgslandschaft rund um den Pico del Teide sowie die Caldera de las Cañadas umfasst. Dieses Gebiet ist als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt und schützt eine einzigartige Vulkanlandschaft mit endemischen Pflanzenarten, Lavaströmen und geologischen Formationen. Der Park ist nicht nur ökologisch bedeutsam, sondern auch ein zentrales Forschungsgebiet für Vulkanologie und Biodiversität.
Im Nordosten der Insel liegt das Anaga-Gebirge, das als Biosphärenreservat ausgewiesen ist. Diese Region ist bekannt für ihre alten Lorbeerwälder, tiefen Schluchten und hohe Artenvielfalt. Aufgrund der feuchten Passatwinde entstehen hier besondere Klimabedingungen, die eine üppige Vegetation ermöglichen. Das Gebiet ist stark geschützt, um die empfindlichen Ökosysteme und endemischen Arten zu erhalten.
Ebenfalls geschützt ist das Teno-Gebirge im Nordwesten der Insel. Diese Region zeichnet sich durch steile Küstenklippen, zerklüftete Berge und abgelegene Täler aus. Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit hat sich hier eine weitgehend unberührte Natur erhalten, die zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergt. Auch dieses Gebiet steht unter besonderem Landschafts- und Naturschutz.
Entlang der Küsten existieren mehrere maritime Schutzgebiete, insbesondere in den Gewässern zwischen Teneriffa und La Gomera. Diese Meeresregion ist besonders bekannt für ihre Population von Pilotwalen und Delfinen und steht unter Schutz, um Störungen durch Schifffahrt und Tourismus zu begrenzen. Hier werden Maßnahmen zum Schutz der marinen Biodiversität und zur nachhaltigen Nutzung der Gewässer umgesetzt.
Zusätzlich gibt es zahlreiche kleinere Schutzgebiete, Naturparks und geschützte Landschaftsräume, die über die gesamte Insel verteilt sind. Dazu gehören Küstenzonen, Waldgebiete, Vulkanlandschaften und landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaften. Diese Schutzgebiete sind oft miteinander vernetzt und bilden ein ökologisches Gesamtsystem, das die biologische Vielfalt der Insel stabilisiert.
Ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes ist die Regulierung menschlicher Aktivitäten. Dazu zählen Besucherlenkung in sensiblen Gebieten, Einschränkungen beim Bau von Infrastruktur, Schutzprogramme für endemische Arten sowie Umweltbildung für Einheimische und Touristen. Besonders im Teide-Nationalpark und in den Lorbeerwaldgebieten wird großer Wert auf nachhaltigen Tourismus gelegt.
Die ganze Insel ist seit 1988 ein Lichtschutzgebiet (''Ley del Cielo'' 31/1988), insbesondere bezüglöich des ''Observatorio del Teide'' (Europäische Nordsternwarte). Seit 1996 bestehen insgesamt 32 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 971,8 km², was einem Anteil von 47,77 % an der Inselfläche enspricht.
Die ganze Insel ist seit 1988 ein Lichtschutzgebiet (''Ley del Cielo'' 31/1988), insbesondere bezüglöich des ''Observatorio del Teide'' (Europäische Nordsternwarte). Seit 1996 bestehen insgesamt 32 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 971,8 km², was einem Anteil von 47,77 % an der Inselfläche enspricht.


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== '''Klima''' ==
== '''Klima''' ==
Teneriffa wird nach der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation überwiegend dem Steppenklima (BSh) zugeordnet, insbesondere in den Küstenregionen wie Santa Cruz de Tenerife, was ein heißes, semiarides Klima mit ganzjährig hohen Temperaturen und wenig Niederschlag bedeutet. In höheren Lagen und im Norden der Insel findet man jedoch auch Bereiche mit anderen Klimatypen, teilweise wird für Teile der Insel auch das kühlere Steppenklima (BSk) genannt. Besonders auffällig ist die klimatische Vielfalt der Insel: Während der Norden von häufigeren Niederschlägen und höherer Luftfeuchtigkeit profitiert, ist der Süden trockener und sonniger.
Das Klima Teneriffas ist stark durch seine Lage im Atlantik, die Nähe zur Sahara und die ausgeprägte Reliefenergie der Insel geprägt. Insgesamt herrschen ganzjährig milde bis warme Temperaturen vor, jedoch zeigen sich deutliche regionale und höhenbedingte Unterschiede, die zu einer außergewöhnlichen klimatischen Vielfalt führen.


Die Insel besitzt wie alle anderen Inseln des Kanarenarchipels ganzjährig milde Temperaturen auf Grund der südlich der Rossbreiten entstehenden Nordost-Passatwinde. Diese tropischen Fallwinde sind auch für das sogenannte Azorenhoch verantwortlich, das sich im Winter über Madeira befindet, im Sommer jedoch weiter nach Norden zu den Azoren wandert. Besonders tagsüber steigt die vom Meer mit Wasserdampf gesättigte Luft am Teidemassiv hinauf. Es bilden sich in etwa 1000 bis 1500 Meter Höhe Wolken, die beim Kontakt mit den dortigen Lorbeer- und Kiefernwäldern einen feinen Nieselregen abgeben. Dieser Umstand bringt in den sonst ausgesprochen trockenen Sommermonaten der Landwirtschaft auf der Nordseite der Insel entscheidende Vorteile. Es gibt auch Hochtemperaturphasen mit mehr als 35°C.
In den tiefer gelegenen Küstenregionen, insbesondere im Süden und Südwesten der Insel, dominiert ein trockenes, semiarides Klima, das nach der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation häufig als Steppenklima (BSh) eingeordnet wird. Diese Gebiete zeichnen sich durch sehr geringe Niederschläge, viele Sonnenstunden und relativ hohe Durchschnittstemperaturen aus. Der Süden gilt daher als besonders stabiler und sonnensicherer Teil der Insel, was ihn auch zu einem Zentrum des Tourismus gemacht hat.


Der Norden Teneriffas weist dagegen ein deutlich feuchteres und gemäßigteres Klima auf. Hier führen die Nordost-Passatwinde feuchte Luftmassen vom Atlantik heran, die an den Gebirgsmassiven der Insel aufsteigen. Dadurch kommt es zu orographischen Niederschlägen und einer deutlich höheren Luftfeuchtigkeit als im Süden. Diese klimatische Differenzierung ist ein typisches Merkmal der Kanarischen Inseln und besonders ausgeprägt auf Teneriffa.


'''Klimastationsdaten''':
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Relief der Insel, insbesondere das Teidemassiv mit dem Pico del Teide. Wenn die feuchten Passatwinde auf die Insel treffen, steigen sie an den Hängen des Gebirges auf und kühlen dabei ab. In Höhenlagen zwischen etwa 1.000 und 1.500 Metern kondensiert die Feuchtigkeit häufig zu Wolken, die als sogenannter „horizontaler Regen“ oder Nebel auftreten. Dieses Phänomen ist besonders wichtig für die Vegetation der Lorbeer- und Kiefernwälder, da es auch in niederschlagsarmen Sommermonaten zusätzliche Feuchtigkeit liefert.


Aeropuerto Los Rodeos  - 28°29’ N, 16°20’ W, 420 m
Die Temperaturverhältnisse auf Teneriffa sind das ganze Jahr über relativ ausgeglichen. In den Küstenregionen liegen die Durchschnittswerte meist im milden bis warmen Bereich, während es in höheren Lagen deutlich kühler werden kann. In extremen Wetterlagen können im Sommer auch Hitzewellen auftreten, bei denen Temperaturen über 35 °C erreicht werden, insbesondere im Süden der Insel, wenn heiße Luftmassen aus der Sahara einströmen.
 
{| class="wikitable"
Aeropuerto Sur Reina Sofia  -  28°03’ N, 16°34’ W, 60 m
!
 
!Station
Güimar  -  28°18’ N, 16°28’ W, 290 m
!Jan
 
!Feb
Izaña / Observatorio del Teide -  28°18’ N, 16°31’ W, 2367 m
!Mär
 
!Apr
Puerto de la Cruz  -  28°22’ N, 16°34’ W, 55 m
!Mai
!Jun
!Jul
!Aug
!Sep
!Okt
!Nov
!Dez
!Jahr
|-
|Temperatur °C
|Reina Sofia
|17,2
|18,0
|18,9
|19,3
|20,6
|22,2
|23,5
|25,2
|24,4
|23,3
|21,7
|20,0
|'''21,5'''
|-
|Temperatur °C
|Santa Cruz
|17,4
|18,5
|18,3
|19,2
|20,4
|22,2
|24,3
|24,7
|24,1
|22,7
|20,5
|18,4
|'''20,8'''
|-
|Temperatur °C
|P. de la Cruz
|16,2
|16,6
|17,1
|17,8
|18,9
|20,7
|21,6
|22,4
|22,4
|21,5
|19,9
|17,3
|'''19,3'''
|-
|Temperatur °C
|Güimar
|15,8
|16,2
|17,1
|17,6
|18,3
|20,1
|22,1
|22,8
|22,1
|21,0
|19,3
|17,2
|'''19,1'''
|-
|Temperatur °C
|Los Rodeos
|12,2
|12,5
|13,2
|13,4
|14,6
|16,0
|18,5
|19,4
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|-
|Temperatur °C
|Izaña
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|Niederschlag mm
|Santa Cruz
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|Los Rodeos
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|Santa Cruz
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|Los Rodeos
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|Verdunstung mm
|Santa Cruz
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|Luftfeuchte %
|Reina Sofia
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|-
|Luftfeuchte %
|Santa Cruz
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|Luftfeuchte %
|Izaña
|55
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|Sonnenstunden
|Santa Cruz
|5,8
|6,6
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|8,4
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|-
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|Los Rodeos
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|Santa Cruz
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|22
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|'''20,1'''
|}


Santa Cruz de Tenerife  -  28°28’ N, 16°15’ W, 35 m
== '''Mythologie''' ==
Die Mythen und die Mythologie der Insel Teneriffa sind tief in den Überlieferungen der Guanchen, den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, verwurzelt und reichen bis in antike Vorstellungen von paradiesischen Gefilden und versunkenen Reichen zurück. Schon in der Antike galten die Kanarischen Inseln als mögliche Überreste von Atlantis oder als die Paradiesgärten, die Homer und andere Dichter in ihren Epen beschrieben hatten. Diese Vorstellungen von glückseligen, abgeschiedenen Inseln im Westen des Ozeans, den Inseln der Seligen oder Hesperiden, verbanden sich mit Berichten über fruchtbare Lande, milde Klimata und eine Welt jenseits der bekannten Horizonte. Viele Überlieferungen handeln zudem von einer Phantominsel namens San Borondón westlich der Kanaren, die immer wieder gesichtet wurde, aber nie gefunden werden konnte. Sie ist Thema zahlreicher Geschichten und sogar historischer Berichte von Seefahrern, die von einer schimmernden, paradiesischen Landmasse sprachen, die sich bei Annäherung auflöste, möglicherweise ein Spiegelbild optischer Phänomene oder ein Echo alter Mythen von unerreichbaren Inseln der Glückseligkeit.


Station            Jan  Feb   Mar  Apr  Mai   Jun   Jul  Aug   Sep  Okt  Nov  Dez  Jahr
Im Zentrum der Verehrung der Guanchen stand die Muttergöttin Chaxiraxi, die als Trägerin oder Stütze des Himmels und der Erde verstanden wurde. Sie verkörperte das weibliche Prinzip des Kosmos, eine schützende und lebensspendende Kraft, die oft mit der Sonne und dem Erhalt der Welt in Verbindung gebracht wurde. Später wurde sie mit der christlichen Jungfrau von Candelaria gleichgesetzt, deren Bildnis nach der Überlieferung bereits vor der spanischen Eroberung an der Küste von Güímar gefunden wurde und die Guanchen tief beeindruckte. Chaxiraxi gilt bis heute als Schutzpatronin der Kanarischen Inseln. Mit ihr verbunden ist die Sage von La niña de las peras, dem Birnenmädchen. Einer Überlieferung aus dem Barranco de Badajoz zufolge soll ein Mädchen, das von seinen Eltern ausgesandt wurde, um Früchte zu sammeln, eines Tages verschwunden sein. Zwanzig Jahre später, unverändert jung, kehrte es zurück. Es erzählte, es sei unter einem Birnbaum eingeschlafen, von einem großen, in Weiß gekleideten Wesen geweckt und in eine Höhle geführt worden, wo es in einem wundersamen Garten Zeit mit freundlichen Gestalten verbracht habe. Für das Mädchen waren nur wenige Augenblicke vergangen, doch draußen war eine Generation gealtert. Diese Legende spiegelt Motive von Zeitverzerrung, Feenwelten oder unterirdischen Paradiesen wider, die in vielen Kulturen vorkommen, und macht den Barranco de Badajoz zu einem Ort anhaltender mystischer Faszination.


Temperatur in °C:
Der wohl bekannteste Mythos dreht sich um Guayota und Achamán. Guayota, der böse Dämon oder Prinzip des Bösen, lebte im Inneren des Teide, des höchsten Berges der Insel, der von den Guanchen Echeyde genannt wurde und als Eingang zur Unterwelt galt. Guayota hatte den Sonnengott Magec gefangen genommen und in den Vulkan gesperrt, was die Welt in Dunkelheit hüllte. Die Guanchen, verzweifelt über den Verlust des Lichts, baten Achamán, den obersten Gott, den Schöpfer und Vater der Götter, um Hilfe. Achamán, dessen Name oft mit dem Himmel oder dem Erhaltenden assoziiert wird, besiegte Guayota in einem epischen Kampf, befreite Magec und verschloss den Krater des Teide mit dem sogenannten Pan de Azúcar, dem Zuckerbrot, jenem hellen Felsgipfel, der den Vulkan heute krönt. Dieser Mythos erklärt nicht nur die geologische Beschaffenheit des Teide, sondern auch das zyklische Spiel von Licht und Dunkelheit, Feuer und Fruchtbarkeit auf der Insel. Guayota wurde zudem mit weiteren dämonischen Wesen in Verbindung gebracht, wie schwarzen, wollenen Hunden oder Geistern, die nachts aus Höhlen kamen und Vieh oder Menschen bedrohten.


Reina Sofia     17,2  18,0 18,9  19,3  20,6 22,2  23,5  25,2 24,4  23,3  21,7 20,0  21,5
Die Guanche-Mythologie war polytheistisch und eng mit der Natur verbunden. Achamán repräsentierte das höchste männliche Prinzip, den Schöpfer und Bewahrer des Universums, während Chaxiraxi das weibliche Gegenstück bildete. Weitere Gottheiten umfassten Achguayo als Mondgott oder Achuhucanac, der mit Regen und Fruchtbarkeit assoziiert wurde. Die Guanchen verehrten ihre Götter in Höhlen, auf heiligen Plätzen und durch Rituale, darunter das Trennen von Lämmern von ihren Müttern in Trockenzeiten, um durch das Klagen der Tiere das Mitleid der Gottheit zu wecken. Berge wie der Teide waren zentrale Achsen der Welt, Orte der Macht und des Übergangs zwischen Diesseits und Jenseits. Idole aus Ton oder Stein, oft in Höhlen gefunden, dienten als Gegenstände der Verehrung. Nach der Eroberung durch die Spanier im 15. Jahrhundert verschmolzen viele dieser Elemente mit dem Christentum, was zu einem reichen synkretistischen Erbe führte, das in Festen wie der der Virgen de Candelaria weiterlebt.


Santa Cruz      17,4  18,5 18,3  19,2  20,4 22,2  24,3  24,7 24,1  22,7  20,5 18,4  20,8
== '''Geschichte''' ==
Teneriffa wurde vor etwa 3 Millionen Jahren durch Vulkanausbrüche geformt und ab dem -6. Jahrhundert von den Guanchen besiedelt, die bis zur spanischen Eroberung auf der Insel lebten. Nach erbittertem Widerstand der Ureinwohner wurde Teneriffa 1496 als letzte der Kanarischen Inseln von den Spaniern unterworfen und Teil des spanischen Königreichs. Seitdem entwickelte sich die Insel durch Landwirtschaft, Handel und später den Tourismus zu einem bedeutenden Zentrum der Kanaren, geprägt von spanischer Kultur und globalen Einflüssen.


P. de la Cruz   16,2  16,6 17,1  17,8  18,9 20,7  21,6  22,4 22,4  21,5  19,9 17,3  19,3
=== '''Zeit der Guanchen''' ===
Die früheste Besiedlung Teneriffas durch die Guanchen ist nicht exakt datierbar, wird jedoch archäologisch in die Zeit vor dem -5. Jahrhundert eingeordnet. Vermutlich gelangten die ersten Siedler aus dem nordafrikanischen Raum auf die Insel, wobei enge kulturelle Verbindungen zu Berberpopulationen angenommen werden. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahrtausenden entwickelten die Guanchen eine eigenständige Inselkultur, die sich an die isolierten und ressourcenarmen Bedingungen Teneriffas anpasste. Erst im Jahr 1496 wurde die Insel im Zuge der kastilischen Expansion endgültig unterworfen und in das spanische Herrschaftssystem integriert.


Güimar            15,8  16,2  17,1  17,6 18,3  20,1  22,1 22,8  22,1  21,0 19,3  17,2  19,1
Archäologische Funde, etwa aus der Cueva de los Guanches, liefern Hinweise auf eine sehr frühe Besiedlung und zählen zu den wichtigsten Quellen für die Rekonstruktion der guanchischen Kulturgeschichte. Die dort gefundenen Relikte werden teilweise auf das -6. Jahrhundert datiert und belegen eine frühe und kontinuierliche Nutzung der Insel durch menschliche Gruppen.


Los Rodeos    12,2 12,5  13,2  13,4 14,6  16,0  18,5 19,4  19,1  17,6 15,4  12,9  15,4
Lange Zeit wurden die Guanchen als einfache „Steinzeitkultur“ beschrieben, jedoch zeigen neuere archäologische und ethnologische Erkenntnisse, dass ihre Gesellschaft komplexer war als ursprünglich angenommen. Sie verfügten über ausgeprägte soziale Strukturen, religiöse Vorstellungen und vielfältige Wirtschaftsformen. Aufgrund des Mangels an metallischen Rohstoffen blieb ihre Technologie jedoch auf Stein-, Holz- und Knochenwerkzeuge beschränkt.


Izaña                4,0    4,3    5,7   6,7    9,5  13,4 17,5  17,5  14,0 10,1    7,2    4,3  9,5
Die wirtschaftliche Grundlage der guanchischen Gesellschaft bildete vor allem die Viehzucht, insbesondere von Ziegen und Schafen. Ergänzt wurde diese durch Sammelwirtschaft, einfachen Ackerbau, Fischfang sowie die Nutzung von Meeresressourcen wie Muscheln. Auch handwerkliche Tätigkeiten, etwa die Herstellung von Keramik und Werkzeugen, waren bekannt, wenn auch technisch begrenzt.


Niederschlagsmenge in mm:
Die Religion der Guanchen war polytheistisch und stark von astralen und natürlichen Elementen geprägt. Zentrale Gottheiten waren unter anderem Achamán als höchstes göttliches Wesen, Magec sowie Guayota. Ergänzt wurde dieses Pantheon durch Muttergottheiten wie Chaxiraxi, die später in der christlichen Tradition teilweise synkretistisch mit der Jungfrau von Candelaria verbunden wurde. Die Religion umfasste zudem animistische Elemente, bei denen Berge, Felsen und Naturorte als heilig galten.


Izaña                 63     92     59    26       7       2     2       2     18    31     95     47  434
Ein besonderes Merkmal der guanchischen Kultur war der ausgeprägte Totenkult, der auch Formen der Mumifizierung einschloss. Diese Praxis zeigt eine komplexe Vorstellung vom Leben nach dem Tod und weist auf differenzierte rituelle Traditionen hin. Zudem wurden zahlreiche kleine Figuren aus Stein und Ton gefunden, die vermutlich rituelle oder symbolische Funktionen hatten. Besonders bekannt ist das sogenannte Guatimac-Idol, dessen genaue Bedeutung bis heute nicht abschließend geklärt ist.


Santa Cruz        36     39     28    13       6       1     0       1       3    31     45     51  252
Die Gesellschaft der Guanchen war hierarchisch organisiert und in soziale Schichten gegliedert. Eine Elite, bestehend aus Adeligen, stand der übrigen Bevölkerung gegenüber. Politisch war die Insel in mehrere Teilherrschaften (Menceyatos) unterteilt, die jeweils von einem Mencey regiert wurden. Diese lokalen Herrscher übten die politische und militärische Kontrolle über ihre Gebiete aus.


Zahl der Tage mit mehr als 0,1 mm Niederschlag:
Kurz vor der spanischen Eroberung spielte der Herrscher Tinerfe der Große eine zentrale Rolle in der Inselgeschichte. Nach seinem Tod wurde das Gebiet unter seinen neun Söhnen aufgeteilt, wodurch mehrere konkurrierende Menceyatos entstanden. Diese politische Fragmentierung erleichterte letztlich die spätere kastilische Eroberung im späten 15. Jahrhundert.


Los Rodeos      19       8     11    12     13       8    10      4       7    11     14     15  132
=== '''Conquista''' ===
Teneriffa war die letzte Kanareninsel, die erobert wurde, und diejenige, die am längsten brauchte, um sich den kastilischen Truppen zu unterwerfen. Obwohl die traditionellen Daten für die Eroberung Teneriffas zwischen 1494 (Landung von Alonso Fernández de Lugo) und 1496 (Eroberung der Insel) angesetzt werden, ist zu berücksichtigen, dass die Versuche, die Insel Teneriffa der kastilischen Krone einzuverleiben, mindestens auf das Jahr 1464 zurückgehen. Zwischen dem ersten Versuch, die Insel zu erobern, im Jahr 1464 und der endgültigen Eroberung im Jahr 1496 vergingen 32 Jahre.


Santa Cruz          7       5       4      2       1       0     0       0       0      4       5       7   35
1464 fand in der Schlucht Barranco del Bufadero die symbolische Übernahme der Insel durch den Herrscher der Kanarischen Inseln, Diego García de Herrera, statt. Er unterzeichnete einen Friedensvertrag mit den Menceys, und kurz darauf erlaubte ihm der Mencey von Anaga, auf seinem Land einen Turm zu errichten, in dem die Guanchen und Europäer verkehrten, bis er um 1472 von den Guanchen selbst abgerissen wurde. 1483 ergaben sich die Einwohner von Gran Canaria den Spaniern. Als letzte europäische Station vor der Atlantiküberquerung gewannen die Kanarischen Inseln Ende des 15. Jahrhunderts enorme strategische Bedeutung. Und damit geriet speziell Teneriffa nun ins Visier der Kolonialstrategen.


Zahl der Tage mit mehr als 0,25 mm Niederschlag:
1492 unterzeichnete der Gouverneur von Gran Canaria, der Gouverneur von Anaga, einen Friedensvertrag mit den Menceys. Im gleichen Jahr organisierte der Gouverneur von Gran Canaria, Francisco Maldonado, einen Raubzug, der für die Europäer in einer Katastrophe endete, da sie von den Guanchen von Anaga besiegt wurden.


Reina Sofia         3       3       4      3       2       1     0       1       2      2       5       4   30
Im Dezember 1493 erhielt Alonso Fernández de Lugo von den Katholischen Königen die Bestätigung seiner Eroberungsrechte über die Insel Teneriffa. Im April 1494 landete der Eroberer von Gran Canaria kommend an der Küste des heutigen Santa Cruz de Tenerife mit einer Truppe aus Spaniern und Kanaren (hauptsächlich Gomeros und Gran Canarios), die etwa 2.000 Mann zu Fuß und 200 zu Pferd umfasste. Nachdem er eine Festung errichtet hatte, machte er sich auf den Weg ins Landesinnere. Am 25. Dezember 1495 unterlagen die Guanchen bei La Victoria de Acentejo endgültig den Spaniern. Der gesamte Archipel unterstand nun der spanischen Krone. Die überlebenden Guanchen vermischten sich mit den Eroberern vom Festland und verschwanden als eigene Ethnie. Hauptstadt wurde La Laguna. Von diesem Zeitpunkt an bildete Teneriffa einen wichtigen Stützpunkt des Schiffsverkehrs zwischen Spanien und seinen amerikanischen Kolonien.


Zahl der Nebeltage:
Die Menceys der Insel nahmen zur Zeit der Eroberung unterschiedliche Positionen ein. Es wurden eine Friedens- und eine Kriegsseite gebildet, wobei die erste aus den Menceys von Güímar, Abona und Adeje bestand und die zweite aus Anaga, Tegueste, Tacoronte, Taoro, Icoden und Daute. Die gegnerische Seite kämpfte hartnäckig gegen die Kastilier, so dass die Eroberung Teneriffas zwei Jahre dauerte. In der ersten Schlacht von Acentejo im Jahr 1494 erlitten die kastilischen Truppen eine Niederlage gegen die Guanchen. Doch die Guanchen, die von der Technik und neuen Krankheiten, gegen die sie nicht immun waren, überwältigt wurden, unterlagen den Truppen der kastilischen Krone in der Schlacht von Aguere und in der Zweiten Schlacht von Acentejo, die im September 1496 mit der Eroberung abgeschlossen wurde.


Los Rodeos        2       1       0      0       1       0     0       0       0      0       1       2     7
=== '''Kolonialzeit''' ===
Wie auf den übrigen Inseln wurden viele der Ureinwohner versklavt, vor allem diejenigen, die der kriegführenden Seite angehörten, während ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung an eingeschleppten Krankheiten wie der Grippe und wahrscheinlich den Pocken starb, Infektionskrankheiten, gegen die die insulare Gesellschaft aufgrund ihrer Isolation kein Immunsystem entwickelt hatte. Nach der Eroberung und vor allem im darauf folgenden Jahrhundert wurde die Insel nach und nach von Einwanderern aus verschiedenen Gebieten des beginnenden spanischen Reiches (Portugal, Flandern, Italien, Deutschland) neu besiedelt und kolonisiert.


Potenzielle Verdunstung in mm:
Die Wälder der Insel wurden nach und nach durch das Bevölkerungswachstum und den daraus resultierenden Bedarf an gerodetem Land für die landwirtschaftliche Nutzung für den Eigenbedarf und den Export beeinträchtigt. Dies war der Fall bei der Einführung des Zuckerrohranbaus zu Beginn des 16. Jahrhunderts, während sich die Wirtschaft der Insel in den folgenden Jahrhunderten auf die Nutzung anderer Kulturen wie Wein, Cochenille zur Herstellung von Farbstoffen und Bananen konzentrierte.


Santa Cruz        46     45     59    67     88   104  127   129   108    94     68     54  990
1657 versuchte der englische Admiral Robert Blake erfolglos, mit einer Flotte aus 36 Kriegsschiffen Santa Cruz de Tenerife zu erobern. Unter Admiral John Jennings unternahmen die Engländer 1706 einen erneuten Versuch, den Hafen Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Der Angriff scheiterte jedoch und damit auch das Vorhaben, das fruchtbare und günstig an der Atlantikroute gelegene Teneriffa für Großbritannien zu erobern.


Luftfeuchtigkeit in %:
In der Zwischenzeit entwickelte sich ab 1701 im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs auf den Kanarischen Inseln der sogenannte kanarisch-amerikanische Handel, der durch ein königliches Dekret von 1697 geregelt wurde. Dieses gestattete den Kanarischen Inseln den Handel mit Amerika für acht Jahre und beschränkte ihn auf 1.000 Tonnen. Teneriffa hatte Anspruch auf 600, La Palma auf 300 und Gran Canaria auf 100. Teneriffa war in diesem Sinne der Erbe der Kanarischen Inseln.


Reina Sofia       61     65     62    64     65     67    64     65     66    64     64     63   65
Teneriffa war in dieser Hinsicht die hegemoniale Insel, denn auf sie entfielen mehr als 50 % der Anzahl der Schiffe und 60 % der Tonnage. Auf den Inseln La Palma und Gran Canaria lag der Prozentsatz bei etwa 19 % für erstere und 7 % für letztere. Der Umfang des Verkehrs zwischen den Indischen Inseln und den Kanarischen Inseln ist nicht bekannt, aber er muss sehr bedeutend gewesen sein und konzentrierte sich fast ausschließlich auf Teneriffa. Bei den auf die Kanarischen Inseln exportierten Produkten war ein Anstieg der Anzahl der Schiffe und der Tonnage auf den Kanarischen Inseln zu verzeichnen, der etwa 30 % betrug.


Los Rodeos       78    66     66     72    72     73     72    68     73     73    72     78    72
Zu den exportierten Produkten gehörten Cochenille, Rum und Zuckerrohr, die hauptsächlich in den amerikanischen Häfen von La Guaira, Havanna, Campeche und Veracruz angelandet wurden. Die Bedeutung Teneriffas gab dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife einen entscheidenden Aufschwung, der zum einzigen Handelshafen der Insel wurde und die Häfen von Garachico und Puerto de la Cruz im Indianerhandel an Bedeutung übertraf.Viele Seeleute aus Teneriffa schlossen sich dem transkontinentalen Seehandel an, darunter der Korsar Amaro Rodríguez Felipe, besser bekannt als Amaro Pargo. Seine Teilnahme an der Indienfahrt begann in den Jahren 1703 bis 1705. Er war Kapitän der Fregatte El Ave María y las Ánimas, mit der er vom Hafen von Santa Cruz de Tenerife nach Havanna segelte. Andere wichtige Seeleute aus Teneriffa zu dieser Zeit waren Juan Pedro Dujardín und Bernardo de Espinosa, beide Gefährten von Amaro Pargo. Mit der allgemeinen Anwendung des Freihandels in den Indias begann die spanische Regierung 1703 den Freihandel in den Indias anzuwenden.


Santa Cruz         68    67     64     61    63     63     59    62     66     67    68     66    65
1778 erhielt Santa Cruz de Tenerife vom spanischen König Carlos III. das Vorrecht, freien Handel mit Amerika zu betreiben. Durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kam der Verkehr bis zum Frieden von 1783 jedoch völlig zum Erliegen. Von da an begann der Niedergang dieser Handelsroute. Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam der kanarisch-amerikanische Handel zum Erliegen, da es zu großen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Ländern kam, die den Handel für mehrere Jahre lähmten. Unterdessen wurde 1792 in La Laguna die erste und bis 1989 einzige Universität auf den Kanaren gegründet. Im Studienjahr 2011/12 hatte die ''Universidad de La Laguna'' (ULL) 22.491 Studierende.


Izaña                  55    38     37     40    41     21     23    34     46     56    62     54    48
Der englische Admiral Horatio Nelson verlor am 25. Juli 1797 bei einem neuerlichen Angriff auf Santa Cruz de Tenerife seinen rechten Arm und musste zudem die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.


Tägliche Sonnenstunden:
Am 25. Juli 1797 griff Admiral Horatio Nelson Santa Cruz de Tenerife, die Hauptstadt der Insel und Sitz der Generalkapitulation, an. Nach heftigen Kämplfen schlug die von General Gutiérrez organisierte Verteidigung die Briten zurück. Nelson verlor seinen rechten Arm durch eine Kanonenkugel (der Legende nach stammte sie aus der Kanone von Tigre), als er versuchte, am Ufer des Paso Alto zu landen. Nelson scheiterte und musste die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.


Santa Cruz       5,8    6,6    7,3   8,4    9,2  10,2  11,4  10,5   8,4   7,1   5, 8    5,5  8,0
Am 5. September wurde ein weiterer Landungsversuch in der Gegend von Puerto Santiago von den Bewohnern des Valle de Santiago del Teide abgewehrt, die die Briten von der Spitze der Klippen von Los Gigantes mit Steinen bewarfen.


Mittlere Windgeschwindigkeit in kmh:
=== '''Modernisierungszeit''' ===
Ein bedeutendes kulturelles Ereignis dieser Epoche war der Besuch von Alexander von Humboldt im Jahr 1799. Seine wissenschaftlichen Beobachtungen und Reiseberichte trugen wesentlich dazu bei, das internationale Interesse an den Kanarischen Inseln zu steigern. Gleichzeitig verbreiteten sich über Reisende und Intellektuelle zunehmend Ideen der Aufklärung auf der Insel, auch wenn diese nur langsam in die bestehende gesellschaftliche Ordnung eindrangen.


Los Rodeos      26     27     29    30     28     28    29     31     28    24     23     24   28
Trotz dieser intellektuellen Impulse blieb die soziale Struktur lange Zeit von feudalen und hierarchischen Systemen geprägt. Politische und wirtschaftliche Macht konzentrierte sich weiterhin in den Händen weniger privilegierter Gruppen, während große Teile der Bevölkerung in einfachen Lebensverhältnissen lebten. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts setzten allmählich Reformprozesse ein, die zu einer schrittweisen Auflösung traditioneller Strukturen führten.


Wassertemperatur in ^C:
Ein wichtiger institutioneller Schritt war die Bestätigung des Bistums Teneriffa im Jahr 1819 durch König Ferdinand VII., mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Diese kirchliche Neustrukturierung stärkte die regionale Bedeutung der Stadt und festigte ihre Rolle als religiöses Zentrum der Insel.


Santa Cruz        19     18     18    18     19     20    21     22     23    22     21     20   20,1
Im Jahr 1822 wurde Santa Cruz de Tenerife offiziell zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels erklärt. Dieser Status markierte einen entscheidenden Macht- und Verwaltungswechsel von San Cristóbal de La Laguna hin zur stärker wirtschaftlich geprägten Hafenstadt Santa Cruz. Die Hauptstadtfunktion blieb bis 1927 bestehen und trug wesentlich zur politischen und administrativen Zentralisierung der Inselgruppe bei.


== '''Mythologie''' ==
Ein entscheidender wirtschaftlicher Einschnitt erfolgte 1852, als die spanische Regierung die Kanarischen Inseln zur Freihandelszone erklärte. Diese Maßnahme führte zu einer deutlichen wirtschaftlichen Belebung, insbesondere in den Hafenstädten. Der erleichterte Handel mit Europa und Amerika stärkte die maritime Wirtschaft und förderte den Ausbau der Infrastruktur. Gleichzeitig entstanden jedoch starke soziale Unterschiede, da nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten.
Schon in der Antike galten die Kanarischen Inseln als mögliche Überreste von Atlantis oder als Paradiesgärten, wie sie von Homer und anderen beschrieben wurden. Viele Überlieferungen handeln von einer Phantominsel namens ''San Borondón'' westlich der Kanaren, die immer wieder gesichtet wurde, aber nie gefunden werden konnte. Sie ist Thema vieler Geschichten und sogar historischer Berichte


Im Zentrum der Verehrung der Guanchen stand die Muttergöttin ''Chaxiraxi''. Sie wurde später mit der christlichen Jungfrau von Candelaria gleichgesetzt und gilt als Schutzpatronin der Kanarischen Inseln. Mit ihr verbunden ist ''La niña de las peras'', das „Birnenmädchen“. Einer Sage aus Barranco de Badajoz zufolge soll sie eines Tages verschwunden und nach zwanzig unverändert wieder aufgetaucht sein.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Export landwirtschaftlicher Produkte zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor. Besonders der Bananenanbau gewann zunehmend an Bedeutung, nachdem der traditionelle Weinanbau durch eine Reblausplage stark geschädigt worden war. Die landwirtschaftliche Produktion wurde stärker auf den internationalen Markt ausgerichtet, insbesondere auf den Handel mit Europa.


Der Mythos von ''Guayota und Achamán'' erzählt, dass der böse Dämon Guayota im Teide lebte, dem höchsten Berg der Insel. Er hatte den Sonnengott Magec gefangen genommen, was die Welt in Dunkelheit hüllte. Die Guanchen, die Ureinwohner Teneriffas, baten Achamán, den obersten Gott, um Hilfe. Achamán besiegte Guayota, befreite Magec und verschloss den Krater des Teide mit dem sogenannten „Pan de Azúcar“ (Zuckerbrot).
Die Hafenstädte Santa Cruz de Tenerife und die Nachbarinsel Las Palmas de Gran Canaria entwickelten sich zu wichtigen Knotenpunkten im Atlantikhandel. Sie dienten als Zwischenstationen für Schifffahrtsrouten zwischen Europa, Afrika und Amerika. Die zunehmende Bedeutung der Häfen führte auch zu einer frühen technischen Modernisierung, etwa im Bereich der Kommunikation. Ein Beispiel dafür ist die Ankunft des ersten Telegramms im Jahr 1883, das eine direkte Verbindung zum spanischen Festland herstellte und die Informationswege erheblich beschleunigte.


== '''Geschichte''' ==
Gleichzeitig war das 19. Jahrhundert von wiederkehrenden Krisen geprägt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, Armut und Epidemien belasteten die Bevölkerung stark. Besonders die Choleraepidemie von 1893 führte zu zahlreichen Todesfällen und verdeutlichte die gesundheitlichen Herausforderungen der Zeit. Diese Faktoren trugen dazu bei, dass viele Einwohner Teneriffas aus wirtschaftlicher Not emigrierten, insbesondere nach Kuba, Venezuela sowie andere Regionen Mittel- und Südamerikas.
Teneriffa wurde vor etwa 3 Millionen Jahren durch Vulkanausbrüche geformt und ab dem -6. Jahrhundert von den Guanchen besiedelt, die bis zur spanischen Eroberung auf der Insel lebten. Nach erbittertem Widerstand der Ureinwohner wurde Teneriffa 1496 als letzte der Kanarischen Inseln von den Spaniern unterworfen und Teil des spanischen Königreichs. Seitdem entwickelte sich die Insel durch Landwirtschaft, Handel und später den Tourismus zu einem bedeutenden Zentrum der Kanaren, geprägt von spanischer Kultur und globalen Einflüssen.


=== '''Zeit der Guanchen''' ===
=== '''Weltkriegsära''' ===
Wann genau Tenberiffa erstmals besiedelt wurde, ist nicht eindeutig geklärt. Die Guanchen müssen schon vor dem -5. Jahrhundert auf die Insel gelangt sein. Fast 2000 Jahre lang bevölkerten sie die Insel und versuchten, sich an die Besonderheiten der Umwelt anzupassen, bis sie 1496 von spanischen Truppen unterworfen wurden. Die archäologische Fundstätte der Cueva de los Guanches in der Gemeinde Icod de los Vinos hat die ältesten Relikte geliefert - sie werden auf das -6. Jahrhundert datiert.
Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer fortschreitenden politischen Radikalisierung. Diese Entwicklung ist im Kontext der politischen und sozialen Reformen des späten 19. Jahrhunderts zu sehen, die zwar Modernisierung brachten, aber auch soziale Spannungen und Unzufriedenheit verstärkten. Die Radikalisierung drückte sich vor allem in einer Polarisierung der politischen Lager aus, die zunehmend grundlegende Veränderungen der gesellschaftlichen Ordnung forderten. Im Unterschied zu Ländern wie Frankreich oder Spanien (wo der Radikalismus stark antiklerikal und republikanisch geprägt war), sind für Teneriffa um 1900 keine spezifischen radikalen Parteien oder Massenbewegungen belegt. Die Insel war weiterhin stark von der spanischen Politik geprägt, und die Radikalisierung manifestierte sich eher in lokalen Konflikten, sozialen Unruhen und einer wachsenden Unzufriedenheit mit den bestehenden Machtverhältnissen


Die Guanchen wurden früher als „Steinzeitmenschen“ eingestuft, doch zeichnet sich ihre Kultur durch eine fortgeschrittene kulturelle Entwicklung aus, die möglicherweise mit den aus Nordafrika importierten kulturellen Merkmalen der Berber zusammenhängt. Die schwache technologische Entwicklung war durch die Knappheit an Rohstoffen, insbesondere an Mineralien für die Metallgewinnung, bedingt. Die Hauptbeschäftigung der Guanchen war die Viehzucht, aber sie betrieben auch das Sammeln von Früchten, Gartenbau, Fischfang, Muschelsammeln und Handwerk unterschiedlichster Art.  
Da die Kanarischen Inseln strategisch im Atlantik liegen und wichtige Handelsrouten passierten, kam es zu einer verstärkten Präsenz ausländischer Schiffe und zu gelegentlichen Blockaden. Dies beeinflusste den Handel und die Versorgung der Insel, insbesondere mit Lebensmitteln und Rohstoffen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung, da Importe teurer und knapper wurden.


Die Religion der Guanchen war polytheistisch, wobei die Astralverehrung weit verbreitet war. Es gab auch eine animistische Religiosität, die bestimmte Orte, vor allem Felsen und Berge, als heilig ansah. Zu den wichtigsten Göttern der Guanchen gehörten Achamán (Gott des Himmels und oberster Schöpfer), Chaxiraxi (Muttergöttin, die später mit der Jungfrau von Candelaria identifiziert wurde), Magec (Sonnengott) und Guayota (der Teufel), neben vielen anderen Göttern und Geistern der Vorfahren. Einzigartig war der Totenkult mit der Mumifizierung von Leichen. Auf der Insel wurden auch kleine anthropomorphe und zoomorphe Stein- und Tonfiguren gefunden, die mit Ritualen verbunden waren und als Idole interpretiert wurden. Das Guatimac-Idol, von dem man annimmt, dass es einen Flaschengeist oder einen Schutzgeist darstellt, sticht unter ihnen hervor.  
Francisco Franco spielte eine zentrale Rolle für Teneriffa am Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Nachdem Franco als Generalstabschef im Februar 1936 von der neuen republikanischen Regierung abgesetzt worden war, wurde er als Militärgouverneur auf die Kanarischen Inseln – nach Santa Cruz de Tenerife – „verbannt“. Dort bereitete er den Militärputsch gegen die Zweite Spanische Republik vor.


Die Gesellschaft der Guanchen war in Schichten unterteilt, die sich durch ihren Reichtum, vor allem in Form von Vieh, definierten, wobei der Adel auf der einen und das Volk auf der anderen Seite standen. Die Insel war in Territorien unterteilt, denen der Mencey (Name des Guanchen-Monarchen von Teneriffa, der über ein Menceyato oder Territorium herrschte) vorstand. Etwa hundert Jahre vor der Eroberung gab es einen Mencey namens Tinerfe, nachträglich „der Große“ betitelt, Sohn des Mencey Sunta. Tinerfe hatte seinen Hof in Adeje, von wo aus er über die ganze Insel herrschte. Als er starb, revoltierten seine neun Söhne und teilten die Insel unter sich auf.
Am 18. Juli 1936 ließ Franco seine ihm unterstellten Soldaten im Wald von La Esperanza auf Teneriffa antreten, um einen Eid auf ihn abzulegen – ein symbolisch bedeutsamer Akt, der als Beginn seiner Revolte gilt und den Startschuss für den Bürgerkrieg markierte32. Noch am selben Tag übernahm er die Kontrolle über die Kanarischen Inseln für die Aufständischen und reiste anschließend nach Marokko, um dort den Oberbefehl über die Truppen zu übernehmen und den Krieg gegen die Republik zu führen.


=== '''Conquista''' ===
Während des Bürgerkriegs wurde Teneriffa schnell von den Franquisten kontrolliert. In den ersten Monaten kam es auf der Insel zu massiven Repressionen gegen Republikaner; es gibt Berichte über Massengräber in den Cañadas, in denen bis zu 2.000 Menschen allein im ersten halben Jahr des Bürgerkriegs in der Provinz Teneriffa von Franco-Anhängern ermordet worden sein sollen. Die Insel La Palma leistete als einzige der Kanaren noch eine Woche lang Widerstand gegen die Putschisten. Nach dem Sieg Francos wurde Teneriffa Teil der Diktatur, die bis zu Francos Tod 1975 andauerte.
Teneriffa war die letzte Kanareninsel, die erobert wurde, und diejenige, die am längsten brauchte, um sich den kastilischen Truppen zu unterwerfen. Obwohl die traditionellen Daten für die Eroberung Teneriffas zwischen 1494 (Landung von Alonso Fernández de Lugo) und 1496 (Eroberung der Insel) angesetzt werden, ist zu berücksichtigen, dass die Versuche, die Insel Teneriffa der kastilischen Krone einzuverleiben, mindestens auf das Jahr 1464 zurückgehen. Zwischen dem ersten Versuch, die Insel zu erobern, im Jahr 1464 und der endgültigen Eroberung im Jahr 1496 vergingen 32 Jahre.


1464 fand in der Schlucht Barranco del Bufadero die symbolische Übernahme der Insel durch den Herrscher der Kanarischen Inseln, Diego García de Herrera, statt. Er unterzeichnete einen Friedensvertrag mit den Menceys, und kurz darauf erlaubte ihm der Mencey von Anaga, auf seinem Land einen Turm zu errichten, in dem die Guanchen und Europäer verkehrten, bis er um 1472 von den Guanchen selbst abgerissen wurde. 1483 ergaben sich die Einwohner von Gran Canaria den Spaniern. Als letzte europäische Station vor der Atlantiküberquerung gewannen die Kanarischen Inseln Ende des 15. Jahrhunderts enorme strategische Bedeutung. Und damit geriet speziell Teneriffa nun ins Visier der Kolonialstrategen.
Aufgrund der strategischen Lage im Atlantik befürchtete Franco ab 1939 eine mögliche Invasion der Alliierten, insbesondere Großbritanniens, sollte Spanien offen auf Seiten Deutschlands in den Krieg eintreten. Dies führte zum Bau zahlreicher Bunker und Verteidigungsanlagen an der Küste Teneriffas, etwa bei San Andrés und Santa Úrsula. Deutschland bot Franco an, gemeinsam Gibraltar einzunehmen („Unternehmen Felix“). Franco lehnte jedoch ab, da er einen britischen Gegenangriff auf die Kanaren befürchtete. Dennoch gab es geheime Kontakte und eine gewisse Unterstützung, etwa durch die Lieferung von Wolfram an Deutschland. Es wurden betonierte Bunker, Geschützstellungen und Tunnelsysteme errichtet, um eine mögliche Landung abzuwehren. Die Ausrüstung war jedoch meist veraltet, und die Logistik war schwierig, da viele Anlagen in unzugänglichen Gebieten lagen und die schweren Geschütze teilweise mit Kamelen transportiert werden mussten.


1492 unterzeichnete der Gouverneur von Gran Canaria, der Gouverneur von Anaga, einen Friedensvertrag mit den Menceys. Im gleichen Jahr organisierte der Gouverneur von Gran Canaria, Francisco Maldonado, einen Raubzug, der für die Europäer in einer Katastrophe endete, da sie von den Guanchen von Anaga besiegt wurden.
Der Krieg beeinträchtigte den Handel und die Versorgung der Insel. Importe wurden teurer und knapper, was zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen führte. Die Bevölkerung litt unter den wirtschaftlichen Problemen. Es gab jedoch keine direkten Kampfhandlungen oder Bombardements auf Teneriffa.


Im Dezember 1493 erhielt Alonso Fernández de Lugo von den Katholischen Königen die Bestätigung seiner Eroberungsrechte über die Insel Teneriffa. Im April 1494 landete der Eroberer von Gran Canaria kommend an der Küste des heutigen Santa Cruz de Tenerife mit einer Truppe aus Spaniern und Kanaren (hauptsächlich Gomeros und Gran Canarios), die etwa 2.000 Mann zu Fuß und 200 zu Pferd umfasste. Nachdem er eine Festung errichtet hatte, machte er sich auf den Weg ins Landesinnere. Am 25. Dezember 1495 unterlagen die Guanchen bei La Victoria de Acentejo endgültig den Spaniern. Der gesamte Archipel unterstand nun der spanischen Krone. Die überlebenden Guanchen vermischten sich mit den Eroberern vom Festland und verschwanden als eigene Ethnie. Hauptstadt wurde La Laguna. Von diesem Zeitpunkt an bildete Teneriffa einen wichtigen Stützpunkt des Schiffsverkehrs zwischen Spanien und seinen amerikanischen Kolonien.
=== '''Moderne Zeit''' ===
In der unmittelbaren Nachkriegszeit nach 1945 blieb die Landwirtschaft der dominierende Wirtschaftszweig. Allerdings war ihre Produktivität gering, da moderne Technik, ausreichende Investitionen und industrielle Strukturen weitgehend fehlten. Viele Teile der Bevölkerung lebten unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, was zu anhaltender Arbeitslosigkeit und sozialer Unsicherheit führte.


Die Menceys der Insel nahmen zur Zeit der Eroberung unterschiedliche Positionen ein. Es wurden eine Friedens- und eine Kriegsseite gebildet, wobei die erste aus den Menceys von Güímar, Abona und Adeje bestand und die zweite aus Anaga, Tegueste, Tacoronte, Taoro, Icoden und Daute. Die gegnerische Seite kämpfte hartnäckig gegen die Kastilier, so dass die Eroberung Teneriffas zwei Jahre dauerte. In der ersten Schlacht von Acentejo im Jahr 1494 erlitten die kastilischen Truppen eine Niederlage gegen die Guanchen. Doch die Guanchen, die von der Technik und neuen Krankheiten, gegen die sie nicht immun waren, überwältigt wurden, unterlagen den Truppen der kastilischen Krone in der Schlacht von Aguere und in der Zweiten Schlacht von Acentejo, die im September 1496 mit der Eroberung abgeschlossen wurde.
Während der Franco-Diktatur blieb die politische Lage autoritär und stark zentralisiert. Politische Freiheiten waren eingeschränkt, oppositionelle Bewegungen wurden unterdrückt, und regionale Selbstverwaltung existierte nur in sehr begrenztem Umfang. Diese politische Situation verstärkte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusätzlich, da strukturelle Reformen nur langsam umgesetzt wurden.


=== '''Kolonialzeit''' ===
In den 1950er und 1960er Jahren setzte eine erneute Auswanderungswelle ein. Viele Einwohner verließen Teneriffa in Richtung spanisches Festland oder nach Lateinamerika, insbesondere nach Venezuela, Kuba und andere Länder mit bestehenden kanarischen Diasporagemeinschaften. Diese Migration hatte erhebliche Auswirkungen auf die demografische Entwicklung der Insel und führte zu einer zeitweisen Entlastung des Arbeitsmarktes, aber auch zu einem Verlust von Arbeitskräften und sozialen Strukturen.
Wie auf den übrigen Inseln wurden viele der Ureinwohner versklavt, vor allem diejenigen, die der kriegführenden Seite angehörten, während ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung an eingeschleppten Krankheiten wie der Grippe und wahrscheinlich den Pocken starb, Infektionskrankheiten, gegen die die insulare Gesellschaft aufgrund ihrer Isolation kein Immunsystem entwickelt hatte. Nach der Eroberung und vor allem im darauf folgenden Jahrhundert wurde die Insel nach und nach von Einwanderern aus verschiedenen Gebieten des beginnenden spanischen Reiches (Portugal, Flandern, Italien, Deutschland) neu besiedelt und kolonisiert.


Die Wälder der Insel wurden nach und nach durch das Bevölkerungswachstum und den daraus resultierenden Bedarf an gerodetem Land für die landwirtschaftliche Nutzung für den Eigenbedarf und den Export beeinträchtigt. Dies war der Fall bei der Einführung des Zuckerrohranbaus zu Beginn des 16. Jahrhunderts, während sich die Wirtschaft der Insel in den folgenden Jahrhunderten auf die Nutzung anderer Kulturen wie Wein, Cochenille zur Herstellung von Farbstoffen und Bananen konzentrierte.
Ab den 1960er Jahren begann sich ein langsamer wirtschaftlicher Wandel abzuzeichnen. Der Tourismus entwickelte sich zunehmend zu einem neuen zentralen Wirtschaftsfaktor. Die natürlichen Standortvorteile der Insel – mildes Klima, Küstenlandschaften und gute Erreichbarkeit – wurden gezielt genutzt, um internationale Besucher anzuziehen. Gleichzeitig begann ein schrittweiser Ausbau der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Straßenbau, Energieversorgung, Flughäfen und Hotellerie. Dieser Prozess markierte den Beginn der wirtschaftlichen Neuorientierung der Insel.


1657 versuchte der englische Admiral Robert Blake erfolglos, mit einer Flotte aus 36 Kriegsschiffen Santa Cruz de Tenerife zu erobern. Unter Admiral John Jennings unternahmen die Engländer 1706 einen erneuten Versuch, den Hafen Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Der Angriff scheiterte jedoch und damit auch das Vorhaben, das fruchtbare und günstig an der Atlantikroute gelegene Teneriffa für Großbritannien zu erobern.  
Mit der schrittweisen Demokratisierung Spaniens ab Mitte der 1970er Jahre begann die sogenannte „Transición“, die auch auf Teneriffa tiefgreifende politische Veränderungen mit sich brachte. Die Kanarischen Inseln erhielten zunächst 1978 den Status einer Präautonomie und wurden 1982 offiziell zu einer autonomen Gemeinschaft innerhalb Spaniens erklärt. Damit wurde eine weitgehende Selbstverwaltung eingeführt, die es der Region ermöglichte, eigene politische und administrative Entscheidungen in vielen Bereichen zu treffen. In diesem Zusammenhang entwickelten sich die beiden Hauptstädte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria zu gemeinsam zentralen Verwaltungsstandorten der autonomen Region, wobei sich die Regierungseinrichtungen regelmäßig zwischen beiden Städten abwechseln.


In der Zwischenzeit entwickelte sich ab 1701 im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs auf den Kanarischen Inseln der sogenannte kanarisch-amerikanische Handel, der durch ein königliches Dekret von 1697 geregelt wurde. Dieses gestattete den Kanarischen Inseln den Handel mit Amerika für acht Jahre und beschränkte ihn auf 1.000 Tonnen. Teneriffa hatte Anspruch auf 600, La Palma auf 300 und Gran Canaria auf 100. Teneriffa war in diesem Sinne der Erbe der Kanarischen Inseln.
Ein tragisches Ereignis dieser Zeit war die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa am 27. März 1977 auf dem Flughafen Los Rodeos Airport. Dieses Unglück gilt bis heute als das schwerste Flugzeugunglück der zivilen Luftfahrtgeschichte. Auslöser der Ereignisse war unter anderem eine Bombenexplosion auf dem Flughafen Gran Canaria Airport, die zur Umleitung zahlreicher Flugzeuge nach Teneriffa führte. Dort herrschten zu diesem Zeitpunkt dichte Nebelbedingungen, die die Sicht stark einschränkten.


Teneriffa war in dieser Hinsicht die hegemoniale Insel, denn auf sie entfielen mehr als 50 % der Anzahl der Schiffe und 60 % der Tonnage. Auf den Inseln La Palma und Gran Canaria lag der Prozentsatz bei etwa 19 % für erstere und 7 % für letztere. Der Umfang des Verkehrs zwischen den Indischen Inseln und den Kanarischen Inseln ist nicht bekannt, aber er muss sehr bedeutend gewesen sein und konzentrierte sich fast ausschließlich auf Teneriffa. Bei den auf die Kanarischen Inseln exportierten Produkten war ein Anstieg der Anzahl der Schiffe und der Tonnage auf den Kanarischen Inseln zu verzeichnen, der etwa 30 % betrug.
In der Folge kam es zu einer Kollision zweier Großraumflugzeuge auf der Start- und Landebahn. Eine Boeing 747 der KLM sowie eine Boeing 747 der Pan American World Airways waren an dem Unglück beteiligt. Insgesamt befanden sich 644 Menschen an Bord der beiden Maschinen, von denen 583 ums Leben kamen. Dieses Ereignis hatte weltweit große Auswirkungen auf die Luftfahrtsicherheit und führte zu grundlegenden Änderungen in internationalen Flugverfahren, insbesondere im Bereich der Kommunikation zwischen Cockpit und Flugsicherung sowie in den standardisierten Funkprotokollen.


Zu den exportierten Produkten gehörten Cochenille, Rum und Zuckerrohr, die hauptsächlich in den amerikanischen Häfen von La Guaira, Havanna, Campeche und Veracruz angelandet wurden. Die Bedeutung Teneriffas gab dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife einen entscheidenden Aufschwung, der zum einzigen Handelshafen der Insel wurde und die Häfen von Garachico und Puerto de la Cruz im Indianerhandel an Bedeutung übertraf.Viele Seeleute aus Teneriffa schlossen sich dem transkontinentalen Seehandel an, darunter der Korsar Amaro Rodríguez Felipe, besser bekannt als Amaro Pargo. Seine Teilnahme an der Indienfahrt begann in den Jahren 1703 bis 1705. Er war Kapitän der Fregatte El Ave María y las Ánimas, mit der er vom Hafen von Santa Cruz de Tenerife nach Havanna segelte. Andere wichtige Seeleute aus Teneriffa zu dieser Zeit waren Juan Pedro Dujardín und Bernardo de Espinosa, beide Gefährten von Amaro Pargo. Mit der allgemeinen Anwendung des Freihandels in den Indias begann die spanische Regierung 1703 den Freihandel in den Indias anzuwenden.
Parallel zu diesen Entwicklungen setzte sich der wirtschaftliche Aufstieg durch den Tourismus in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren fort. Teneriffa entwickelte sich zu einem der wichtigsten Reiseziele Europas, insbesondere für Bade-, Natur- und Aktivtourismus. Große Hotelzonen im Süden der Insel wurden ausgebaut, während gleichzeitig auch die städtischen Zentren modernisiert wurden.


1778 erhielt Santa Cruz de Tenerife vom spanischen König Carlos III. das Vorrecht, freien Handel mit Amerika zu betreiben. Durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kam der Verkehr bis zum Frieden von 1783 jedoch völlig zum Erliegen. Von da an begann der Niedergang dieser Handelsroute. Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam der kanarisch-amerikanische Handel zum Erliegen, da es zu großen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Ländern kam, die den Handel für mehrere Jahre lähmten. Unterdessen wurde 1792 in La Laguna die erste und bis 1989 einzige Universität auf den Kanaren gegründet. Im Studienjahr 2011/12 hatte die ''Universidad de La Laguna'' (ULL) 22.491 Studierende.
Die zunehmende touristische Bedeutung brachte wirtschaftlichen Wohlstand, führte jedoch auch zu neuen Herausforderungen. Dazu gehörten Umweltbelastungen, steigende Immobilienpreise, infrastrukturelle Überlastungen in Spitzenzeiten sowie soziale Spannungen zwischen touristisch geprägten Regionen und weniger entwickelten Gebieten.


Der englische Admiral Horatio Nelson verlor am 25. Juli 1797 bei einem neuerlichen Angriff auf Santa Cruz de Tenerife seinen rechten Arm und musste zudem die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.
Während der Coronazeit ab dem Frühjahr 2020 wurde Teneriffa, wie der Rest der Kanarischen Inseln, von verschiedenen Maßnahmen betroffen. In mehreren Phasen gab es nächtliche Ausgangssperren, die je nach Alarmstufe zwischen 22:00 und 6:00 Uhr galten. Diese wurden jedoch nach juristischen Entscheidungen teilweise wieder aufgehoben. Restaurants, Cafés und Bars durften zeitweise nur auf den Außenterrassen öffnen, Innenbereiche waren geschlossen. Die Kapazität war auf 40 bis 50 % begrenzt, abhängig von der Phase. Auch der Einzelhandel durfte nur mit reduzierter Kapazität öffnen. Treffen waren auf maximal 10 bis 15 Personen beschränkt, abhängig von der aktuellen Phase. Nur Personen aus demselben Haushalt durften gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten. In der Öffentlichkeit und in Geschäften bestand Maskenpflicht. In Supermärkten wurden Handschuhe verteilt und es gab Warteschlangen mit Sicherheitsabstand vor den Läden. Die Kapazität von Bussen und Straßenbahnen wurde auf 50 % reduziert. Schulen blieben bis September 2020 geschlossen. Kinos, Theater und Museen durften nur mit stark reduzierter Kapazität öffnen. Um Weihnachten und Neujahr sowie während der Osterwoche galten verschärfte Maßnahmen, darunter Ausgangssperren und weitere Einschränkungen für Gastronomie und Einzelhandel. Im Zuge der Impfkampagne erhielten rund zwei Drittel der Einwohner mit mRNA-Impfstoffe. Seit dem 26. März 2022 sind alle Corona-Maßnahmen auf Teneriffa, nachdem sie zuvor schon vom Obersten Gerichtshof großteils rückgängig gemacht worden waren, aufgehoben. Eine Aufarbeitung der Maßnahmenpolitik fand nicht statt.


Am 25. Juli 1797 griff Admiral Horatio Nelson Santa Cruz de Tenerife, die Hauptstadt der Insel und Sitz der Generalkapitulation, an. Nach heftigen Kämplfen schlug die von General Gutiérrez organisierte Verteidigung die Briten zurück. Nelson verlor seinen rechten Arm durch eine Kanonenkugel (der Legende nach stammte sie aus der Kanone von Tigre), als er versuchte, am Ufer des Paso Alto zu landen. Nelson scheiterte und musste die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.  
Ein schon seit Längerem anstehendes Problem eskalierte im Frühjahr 2025, als ruchbar wurde, dass Unmengen Abwässer ungefiltert ins Meer geleitet wurden. Diesmal wurde ein Defekt an der Abwasser-Aufbereitungsanlage EDAR Adeje-Arona als Ursache ausgemacht. Tatsächlich aber mussten auch früher schon mehrfach Strände wegen Abwasserverschmutzung geschlossen werden. Der beliebte Playa Jardin in Puerto de la Cruz zum Beispiel wurde bereits im August und September 2024 kurzfristig gesperrt. Es folgten Playa Teresitas (November 2024), die Strände von Los Guanches und Olegario im Februar 2025 sowie San Marcos, Troya, El Puertito und Jaquita im Mai 2025. "Die Verschmutzung des Meeres hat", wie 5. Mai 2025 berichtet wurde, "nicht nur ökologische, sondern zunehmend auch wirtschaftliche Konsequenzen." Die Costa Adeje ist immerhin "eines der beliebtesten Touristenziele Teneriffas. Das Vertrauen in die Wasserqualität spielt eine entscheidende Rolle für den Wirtschaftszweig." (https://www.teneriffa-news.com/news/teneriffa/abwasser-probleme-ploetzlich-ist-das-meer-vor-teneriffa-braun-und-stinkt_36301.html<nowiki/>(


Am 5. September wurde ein weiterer Landungsversuch in der Gegend von Puerto Santiago von den Bewohnern des Valle de Santiago del Teide abgewehrt, die die Briten von der Spitze der Klippen von Los Gigantes mit Steinen bewarfen.
== '''Verwaltung''' ==
Teneriffa ist seit 1927 selbstverwaltete Isla (Insel) der Provincia Santa Cruz de Tenerife (Provinz Santa Cruz), die seit 1983 Teil der Region Autonoma de los Canares (Autonome Region der Kanarischen Inseln) des Königreichs Spanien (Reino de España) ist.


=== '''Zeit der Modernisierung''' ===
Abseits kriegerischer Auseinandersetzungen erlebte Teneriffa um 1800 eine kulturelle Blütezeit. Bedeutende Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt (1799) besuchten die Insel. Trot des von den Gästen auf der Insel verbreiteten Ideenguts der Aufklärung konnte sich Teneriffa nicht von der vorherrschenden feudalistischen Gesellschaftsordnung lösen. Nur langsam kam es im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu politischen Reformen kam. Allmählich löste sich die Insel von alten Strukturen, auch wenn die Macht weiterhin bei den Spaniern lag.


1819 bestätigte König Ferdinand VII. die Gründung des Bistums Teneriffa mit Sitz in La Laguna. 1822 wurde Santa Cruz de Tenerife offiziell zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels ernannt und behielt diesen Status bis 1927. Damit löste sie San Cristóbal de La Laguna als Verwaltungszentrum ab.
'''Herrschaftsgeschichte'''


1852 erklärte die spanische Regierung die Kanarischen Inseln zur Freihandelszone, was einen wirtschaftlichen Aufschwung auslöste, insbesondere für die Hafenstädte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria. Armut und wirtschaftliche Krisen führten zu einer starken Auswanderungswelle.
* um -600 bis 25. Dezember 1495 eigenständige Häuptlingstümer („Königreiche“) der Guanchen
* 25. Dezember 1495 bis 27. Juli 1496 Gouvernement Tenerife (''Gobernación de Tenerife'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'')
* 27. Juli 1496 bis 27. Januar 1822 Tenerife als Teil der Kronolonie Kanarische Inseln (''Islas Canarias de Realengo'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'')
* 27. Januar 1822 bis 17. März 1852 Provinz Kanarische Inseln (''Provincia de Canarias'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'')
* 17. März 1852 bis 3. März 1854 Provinz Westliche Kanaren (''Provincia des Canarias Occidentales'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'')
* 3. März 1854 bis 16. März 1913 Provinz Santa Cruz de Tenerife (''Provincia de Santa Cruz de Tenerife'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'')
* 16. März 1913 bis 23. September 1927 Inselgemeinschaft Tenereiffa (''Comunidad Insular de Tenerife'') innerhalb der gesamtkanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife (''Provincia de Santa Cruz de Tenerife'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'')
* 23. September 1927 bis 16. August 1982 Inselgemeinschaft Tenereiffa (''Comunidad Insular de Tenerife'') innerhalb der westkanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife (''Provincia de Santa Cruz de Tenerife'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'')
* seit 16. August 1982 Inselgemeinschaft Tenereiffa (''Comunidad Insular de Tenerife'') innerhalb der Provinz Santa Cruz de Tenerife (''Provincia de Santa Cruz de Tenerife'') der Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln (''Comunidad Autónoma de Canarias'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'')


Die Produktion von Bananen für den Export entwickelte sich zum wichtigsten Wirtschaftszweig, nachdem eine Reblausplage große Teile des Weinanbaus zerstört hatte. Das Handelsprivileg mit Amerika wurde durch die Freihandelszone weiter gestärkt. Die Häfen gewannen an Bedeutung für den Handel und die Verbindung mit Übersee. 1883 traf in Santa Cruz das erste Telegramm ein, das von Cádiz aus gesendet worden war. Dies markierte einen wichtigen Schritt in der Kommunikation der Insel mit dem spanischen Festland. Die politischen Reformen des 19. Jahrhunderts führten zu einer allmählichen Modernisierung der Gesellschaft, auch wenn die Lebensbedingungen für viele Bewohner hart blieben.
===  '''Legislative und Exekutive''' ===
Die politische und administrative Struktur Teneriffas ist in das spanische Staats- und Autonomiesystem eingebettet. Spanien ist ein parlamentarischer Zentralstaat mit weitreichender regionaler Selbstverwaltung, sodass die Kanarischen Inseln als autonome Gemeinschaft eigene gesetzgebende und exekutive Institutionen besitzen. Teneriffa selbst verfügt zusätzlich über eine inselbezogene Verwaltungsebene, die eine zentrale Rolle in der lokalen Politik spielt.


Im 19. Jahrhundert kam es zu mehreren Choleraepidemien, insbesondere 1893, als ein italienisches Schiff eine neue Welle der Krankheit auf die Insel brachte, die Hunderte Todesopfer forderte. Aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der Armut auf der Insel wanderten viele Bewohner Teneriffas nach Kuba, Venezuela und in andere Länder Mittel- und Südamerikas aus. Dies veränderte das soziale Gefüge Teneriffas nachhaltig.
Auf regionaler Ebene bildet das Parlament der Kanarischen Inseln die gesetzgebende Gewalt der Autonomen Gemeinschaft. Es beschließt Gesetze in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Umwelt, Raumplanung und wirtschaftlicher Entwicklung, soweit diese Kompetenzen nicht dem spanischen Zentralstaat vorbehalten sind. Die Exekutive auf dieser Ebene liegt bei der Regierung der Kanarischen Inseln, die von einem Präsidenten oder einer Präsidentin geleitet wird und die Umsetzung der Gesetze sowie die Verwaltung der autonomen Zuständigkeiten übernimmt.


=== '''Weltkriegsära''' ===
Unterhalb dieser regionalen Ebene kommt auf jeder Insel eine besondere Verwaltungsstruktur zum Tragen: das sogenannte Cabildo Insular. Diese Institution wurde im Zuge der spanischen Verwaltungsreformen des frühen 20. Jahrhunderts geschaffen (im Zusammenhang mit dem Ley de Cabildos) und stellt eine eigenständige Inselregierung dar. Für Teneriffa ist dies das Cabildo de Tenerife. Dieses Organ nimmt eine Zwischenstellung zwischen der regionalen Regierung und den Gemeinden (Municipios) ein und ist für zahlreiche Aufgaben der Inselverwaltung zuständig.
Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer fortschreitenden politischen Radikalisierung. Diese Entwicklung ist im Kontext der politischen und sozialen Reformen des späten 19. Jahrhunderts zu sehen, die zwar Modernisierung brachten, aber auch soziale Spannungen und Unzufriedenheit verstärkten. Die Radikalisierung drückte sich vor allem in einer Polarisierung der politischen Lager aus, die zunehmend grundlegende Veränderungen der gesellschaftlichen Ordnung forderten. Im Unterschied zu Ländern wie Frankreich oder Spanien (wo der Radikalismus stark antiklerikal und republikanisch geprägt war), sind für Teneriffa um 1900 keine spezifischen radikalen Parteien oder Massenbewegungen belegt. Die Insel war weiterhin stark von der spanischen Politik geprägt, und die Radikalisierung manifestierte sich eher in lokalen Konflikten, sozialen Unruhen und einer wachsenden Unzufriedenheit mit den bestehenden Machtverhältnissen


Da die Kanarischen Inseln strategisch im Atlantik liegen und wichtige Handelsrouten passierten, kam es zu einer verstärkten Präsenz ausländischer Schiffe und zu gelegentlichen Blockaden. Dies beeinflusste den Handel und die Versorgung der Insel, insbesondere mit Lebensmitteln und Rohstoffen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung, da Importe teurer und knapper wurden.
Das Cabildo de Tenerife übernimmt insbesondere Kompetenzen in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr, Umwelt- und Naturschutz, Abfallwirtschaft, Wassermanagement, Kulturförderung sowie wirtschaftliche Entwicklung der Insel. Es ist damit eine zentrale Institution für die praktische Umsetzung politischer Entscheidungen auf Inselniveau. Das politische Organ besteht aus gewählten Abgeordneten (Consejeros), die in allgemeinen Wahlen bestimmt werden. An der Spitze steht ein Präsident oder eine Präsidentin des Cabildos, der bzw. die die Exekutive des Inselrates leitet und die Verwaltung koordiniert.


Francisco Franco spielte eine zentrale Rolle für Teneriffa am Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Nachdem Franco als Generalstabschef im Februar 1936 von der neuen republikanischen Regierung abgesetzt worden war, wurde er als Militärgouverneur auf die Kanarischen Inseln – nach Santa Cruz de Tenerife – „verbannt“. Dort bereitete er den Militärputsch gegen die Zweite Spanische Republik vor.
Auf lokaler Ebene existieren die Gemeinden (Municipios), die für die unmittelbare kommunale Verwaltung zuständig sind. Dazu gehören Aufgaben wie Stadtplanung, lokale Infrastruktur, soziale Dienste, Kulturangebote sowie die Verwaltung öffentlicher Einrichtungen im Gemeindegebiet. Jede Gemeinde wird von einem Gemeinderat (Ayuntamiento) mit einem Bürgermeister oder einer Bürgermeisterin geführt.


Am 18. Juli 1936 ließ Franco seine ihm unterstellten Soldaten im Wald von La Esperanza auf Teneriffa antreten, um einen Eid auf ihn abzulegen – ein symbolisch bedeutsamer Akt, der als Beginn seiner Revolte gilt und den Startschuss für den Bürgerkrieg markierte32. Noch am selben Tag übernahm er die Kontrolle über die Kanarischen Inseln für die Aufständischen und reiste anschließend nach Marokko, um dort den Oberbefehl über die Truppen zu übernehmen und den Krieg gegen die Republik zu führen.
Die wichtigsten politischen und administrativen Zentren der Insel konzentrieren sich in Santa Cruz de Tenerife, das sowohl Sitz der Inselverwaltung als auch ein bedeutender Standort der regionalen Regierung ist. Gleichzeitig spielt auch San Cristóbal de La Laguna eine wichtige Rolle als historisches Verwaltungs- und Kulturzentrum.


Während des Bürgerkriegs wurde Teneriffa schnell von den Franquisten kontrolliert. In den ersten Monaten kam es auf der Insel zu massiven Repressionen gegen Republikaner; es gibt Berichte über Massengräber in den Cañadas, in denen bis zu 2.000 Menschen allein im ersten halben Jahr des Bürgerkriegs in der Provinz Teneriffa von Franco-Anhängern ermordet worden sein sollen. Die Insel La Palma leistete als einzige der Kanaren noch eine Woche lang Widerstand gegen die Putschisten. Nach dem Sieg Francos wurde Teneriffa Teil der Diktatur, die bis zu Francos Tod 1975 andauerte.
Die Exekutive auf regionaler Ebene arbeitet eng mit den Insel-Cabildos zusammen, da viele Kompetenzen gemeinsam ausgeübt oder abgestimmt werden müssen. Dieses mehrstufige System aus Staat, Autonomer Gemeinschaft, Inselregierung und Gemeinden führt zu einer relativ dezentralisierten Verwaltung, die auf die geografische Besonderheit der Inselarchitektur der Kanaren abgestimmt ist.


Aufgrund der strategischen Lage im Atlantik befürchtete Franco ab 1939 eine mögliche Invasion der Alliierten, insbesondere Großbritanniens, sollte Spanien offen auf Seiten Deutschlands in den Krieg eintreten. Dies führte zum Bau zahlreicher Bunker und Verteidigungsanlagen an der Küste Teneriffas, etwa bei San Andrés und Santa Úrsula. Deutschland bot Franco an, gemeinsam Gibraltar einzunehmen („Unternehmen Felix“). Franco lehnte jedoch ab, da er einen britischen Gegenangriff auf die Kanaren befürchtete. Dennoch gab es geheime Kontakte und eine gewisse Unterstützung, etwa durch die Lieferung von Wolfram an Deutschland. Es wurden betonierte Bunker, Geschützstellungen und Tunnelsysteme errichtet, um eine mögliche Landung abzuwehren. Die Ausrüstung war jedoch meist veraltet, und die Logistik war schwierig, da viele Anlagen in unzugänglichen Gebieten lagen und die schweren Geschütze teilweise mit Kamelen transportiert werden mussten.
=== '''Inseloberhaupt''' ===
Höchster Repräsentant der Insel ist der Präsident der Inselregierung (''Presidentne del Cabildo Insular de Tenerife'')..


Der Krieg beeinträchtigte den Handel und die Versorgung der Insel. Importe wurden teurer und knapper, was zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen führte. Die Bevölkerung litt unter den wirtschaftlichen Problemen. Es gab jedoch keine direkten Kampfhandlungen oder Bombardements auf Teneriffa.


=== '''Moderne Zeit''' ===
'''Gobernadores''' (Gouverneure)
Nach 1945 litt die Insel weiterhin unter Armut, Arbeitslosigkeit und fehlender Infrastruktur. Die Landwirtschaft blieb der wichtigste Wirtschaftszweig, doch die Produktivität war gering. Viele Menschen verließen Teneriffa, um auf dem spanischen Festland oder in Lateinamerika Arbeit zu suchen. Besonders in den 1950er und 1960er Jahren kam es zu einer neuen Auswanderungswelle. Die Franco-Diktatur setzte ihre autoritäre Politik fort. Oppositionelle Kräfte wurden unterdrückt, und politische Freiheiten blieben stark eingeschränkt. Erst in den 1960er Jahren begann eine zaghafter Aufschwung, als der Tourismus als neuer Wirtschaftsfaktor an Bedeutung gewann. Die Infrastruktur wurde schrittweise verbessert, und die Insel wurde für ausländische Besucher attraktiver.


Im Zuge der Demokratisierung („Transición“) erhielten Teneriffa und alle anderen Inseln des Archipels mehr Autonomie; der Tourismus gewann immer mehr an Bedeutung. Innerhalb Spaniens erhielten die Kanarischen Inseln 1978 die Präautonomie und 1982 den Status einer autonomen Region mit weitgehender Selbstverwaltung. Die Hauptstädte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria wechseln sich alle vier Jahre als Regierungssitz ab.
* 1495 - 1525  Alonso Fernández de Lugo
 
* 1525 - 1538  Pedro Fernández de Lugo
Am 27. März 1977 kollidierten auf dem Flughafen „Los Rodeos“ zwei Jumbo-Jets der Fluglinien KLM und PanAm. Die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa ist bis heute mit 583 Toten das größte Flugzeugunglück der Luftfahrtgeschichte.
* 1538 - 1540 Alfonso Yáñez Dávila
 
* 1540 - 1543  Juan Verdugo
Während der Coronazeit ab dem Frühjahr 2020 wurde Teneriffa, wie der Rest der Kanarischen Inseln, von verschiedenen Maßnahmen betroffen. In mehreren Phasen gab es nächtliche Ausgangssperren, die je nach Alarmstufe zwischen 22:00 und 6:00 Uhr galten. Diese wurden jedoch nach juristischen Entscheidungen teilweise wieder aufgehoben. Restaurants, Cafés und Bars durften zeitweise nur auf den Außenterrassen öffnen, Innenbereiche waren geschlossen. Die Kapazität war auf 40 bis 50 % begrenzt, abhängig von der Phase. Auch der Einzelhandel durfte nur mit reduzierter Kapazität öffnen. Treffen waren auf maximal 10 bis 15 Personen beschränkt, abhängig von der aktuellen Phase. Nur Personen aus demselben Haushalt durften gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten. In der Öffentlichkeit und in Geschäften bestand Maskenpflicht. In Supermärkten wurden Handschuhe verteilt und es gab Warteschlangen mit Sicherheitsabstand vor den Läden. Die Kapazität von Bussen und Straßenbahnen wurde auf 50 % reduziert. Schulen blieben bis September 2020 geschlossen. Kinos, Theater und Museen durften nur mit stark reduzierter Kapazität öffnen. Um Weihnachten und Neujahr sowie während der Osterwoche galten verschärfte Maßnahmen, darunter Ausgangssperren und weitere Einschränkungen für Gastronomie und Einzelhandel. Im Zuge der Impfkampagne erhielten rund zwei Drittel der Einwohner mit mRNA-Impfstoffe. Seit dem 26. März 2022 sind alle Corona-Maßnahmen auf Teneriffa, nachdem sie zuvor schon vom Obersten Gerichtshof großteils rückgängig gemacht worden waren, aufgehoben. Eine Aufarbeitung der Maßnahmenpolitik fand nicht statt.
* 1543 - 1546  Jerónimo Álvarez de Sotomayor, Señor de Arenalejo
 
* 1546 - 1548  Diego de Figueroa
== '''Verwaltung''' ==
Teneriffa ist seit 1927 selbstverwaltete Isla (Insel) der Provincia Santa Cruz de Tenerife (Provinz Santa Cruz), die seit 1983 Teil der Region Autonoma de los Canares (Autonome Region der Kanarischen Inseln) des Königreichs Spanien (Reino de España) ist.
 
 
'''Herrschaftsgeschichte'''
 
* um -600 bis 25. Dezember 1495 eigenständige Häuptlingstümer („Königreiche“) der Guanchen
* 25. Dezember 1495 bis 27. Juli 1496 Gouvernement Tenerife (Gobernación de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
* 27. Juli 1496 bis 30. November 1833 Tenerife als Teil der Kronolonie Kanarische Inseln (Islas Canarias de Realengo) des Königreichs Spanien (Reino de España)
* 30. November 1833 bis 17. März 1852 und 3. März 1854 bis 23. November 1927 Provinz Kanarische Inseln (Provincia des Islas Canarias) des Königreichs Spanien (Reino de España)
* 17. März 1852 bis 3. März 1854 Provinz Westliche Kanaren (Provincia de Canarias Occidentales) des Königreichs Spanien (Reino de España)
* 3. März 1854 bis 23. September 1927 gesamtkanarische Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
* 23. September 1927 bis 16. August 1982 westkanarische Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
* seit 16. August 1982 Inselgemeinschaft (Comunidad insular de Tenerife) innerhalb der Provinz (Provincia) Santa Cruz de Tenerife der Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias) des Königreichs Spanien (Reino de España)
 
 
'''Legislative und Exekutive'''
 
Lokale Verwaltungsbehörde ist seit dem Inkrafttreten der Ley de Cabildos (Cabildo-Gesetz) im Jahr 1913 das so genannte Cabildo Insular, welches unterhalb der Ebene der Provinzen und oberhalb der Ebene der Municipios (Stadtverwaltungen) eigene Aufgaben wahrnimmt.
 
=== '''Inseloberhaupt''' ===
Höchster Repräsentant der Insel ist der Präsident der Inselregierung (''Presidentne del Cabildo Insular de Tenerife'')..
 
 
'''Gobernadores''' (Gouverneure)
 
* 1495 - 1525  Alonso Fernández de Lugo
* 1525 - 1538  Pedro Fernández de Lugo
* 1538 - 1540 Alfonso Yáñez Dávila
* 1540 - 1543  Juan Verdugo
* 1543 - 1546  Jerónimo Álvarez de Sotomayor, Señor de Arenalejo
* 1546 - 1548  Diego de Figueroa
* 1548 - 1550  Juan Bautista de Ayora
* 1548 - 1550  Juan Bautista de Ayora
* 1550 - 1551 Hernán, duque de Estrada
* 1550 - 1551 Hernán, duque de Estrada
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* '''Partido Popular (PP)''': Die christlich-konservative Volkspartei Spaniens, die auch auf Teneriffa eine wichtige Rolle spielt.
* '''Partido Popular (PP)''': Die christlich-konservative Volkspartei Spaniens, die auch auf Teneriffa eine wichtige Rolle spielt.
* '''Partido Socialista Obrero Español (PSOE)''': Die sozialdemokratische Partei Spaniens, die ebenfalls auf Teneriffa aktiv ist und regelmäßig Mandate gewinnt.
* '''Partido Socialista Obrero Español (PSOE)''': Die sozialdemokratische Partei Spaniens, die ebenfalls auf Teneriffa aktiv ist und regelmäßig Mandate gewinnt.


Zusätzlich zu diesen Hauptparteien sind auf Teneriffa und den gesamten Kanaren weitere regionale und kleinere Parteien aktiv, darunter:
Zusätzlich zu diesen Hauptparteien sind auf Teneriffa und den gesamten Kanaren weitere regionale und kleinere Parteien aktiv, darunter:
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* '''Agrupación Socialista Gomera (ASG)''': Eine Regionalpartei, die sich auf die Nachbarinsel La Gomera konzentriert, aber im Kanaren-Parlament vertreten ist und bei Koalitionsbildungen eine Rolle spielt.
* '''Agrupación Socialista Gomera (ASG)''': Eine Regionalpartei, die sich auf die Nachbarinsel La Gomera konzentriert, aber im Kanaren-Parlament vertreten ist und bei Koalitionsbildungen eine Rolle spielt.
* '''VOX''': Die rechtspopulistische Partei ist seit den letzten Wahlen auch auf den Kanaren und damit auf Teneriffa mit Sitzen im Regionalparlament vertreten.
* '''VOX''': Die rechtspopulistische Partei ist seit den letzten Wahlen auch auf den Kanaren und damit auf Teneriffa mit Sitzen im Regionalparlament vertreten.


Im spanischen Parlament sind die wichtigsten Parteien für Teneriffa weiterhin PSOE, PP und Coalición Canaria, wobei CC einen Sitz für Santa Cruz de Tenerife hält.
Im spanischen Parlament sind die wichtigsten Parteien für Teneriffa weiterhin PSOE, PP und Coalición Canaria, wobei CC einen Sitz für Santa Cruz de Tenerife hält.


=== '''Justizwesen und Kriminalität''' ===
=== '''Justizwesen und Kriminalität''' ===
Das Justizwesen auf Teneriffa ist Teil des spanischen Rechtssystems und gliedert sich in Instanzen vor Ort. Die erstinstanzlichen Gerichte (Juzgados de Primera Instancia) sind für Zivil-, Straf- und Verwaltungssachen zuständig. Die zweite Instanz ist das Berufungsgericht (Audiencia Provincial) in Santa Cruz de Tenerife. Für Revisionen ist die dritte Instanz in Madrid verantwortlich1. Typische Rechtsfälle betreffen Immobilienrecht, Scheidungen, Erbschaften, Strafverfahren und Verwaltungsstreitigkeiten.
Das Justizwesen auf Teneriffa ist vollständig in das spanische Staatssystem integriert und unterliegt damit dem einheitlichen Recht Spaniens. Es gibt keine eigenständige inselweite Gerichtsbarkeit, sondern eine hierarchisch aufgebaute Struktur, die von lokalen Gerichten bis zum obersten Gerichtshof in Madrid reicht.
 
Auf der untersten Ebene stehen die erstinstanzlichen Gerichte (Juzgados de Primera Instancia und Juzgados de Instrucción), die auf Teneriffa für Zivil-, Straf- und Ermittlungsverfahren zuständig sind. Sie behandeln eine breite Palette von Fällen, darunter Familienrecht (Scheidungen, Sorgerecht), Vertrags- und Immobilienstreitigkeiten, Erbschaftsangelegenheiten sowie strafrechtliche Ermittlungen bei kleineren und mittleren Delikten.
 
Die nächsthöhere Instanz auf Provinzebene ist die Audiencia Provincial de Santa Cruz de Tenerife. Dieses Gericht übernimmt Berufungsverfahren sowie schwerere Strafsachen und fungiert als wichtige Schaltstelle zwischen den lokalen Gerichten und den höheren Instanzen.
 
Die höchste gerichtliche Instanz innerhalb der Kanarischen Inseln ist der Tribunal Superior de Justicia de Canarias. Dieser hat seinen Sitz in Santa Cruz de Tenerife sowie in Las Palmas de Gran Canaria und ist für die letzte gerichtliche Kontrolle auf regionaler Ebene zuständig. Revisionen und letztinstanzliche Entscheidungen in besonders bedeutenden Fällen können anschließend vor den spanischen Obersten Gerichtshof in Madrid gebracht werden.
 
Das Justizsystem ist somit stark zentralisiert organisiert, gewährleistet jedoch durch regionale Gerichte eine funktionierende rechtliche Infrastruktur auf Insel- und Provinzebene.
 
Die Kriminalitätslage auf Teneriffa zeigt ein differenziertes Bild. Insgesamt gilt die Insel im internationalen Vergleich weiterhin als relativ sicher, insbesondere im Bereich schwerer Gewaltkriminalität. Gleichzeitig haben sich jedoch bestimmte Deliktsformen in den letzten Jahren deutlich verändert und teilweise zugenommen.
 
Besonders sichtbar ist der Anstieg von Eigentumsdelikten wie Diebstählen und Einbrüchen, die häufig in touristischen Zentren auftreten. Auch die Cyberkriminalität hat stark an Bedeutung gewonnen, da digitale Straftaten zunehmend sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen. Dieser Bereich gehört zu den am schnellsten wachsenden Kriminalitätsfeldern der Insel.


Die Kriminalität auf Teneriffa ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Im ersten Quartal 2025 lag die Kriminalitätsrate in der Provinz Teneriffa bei 14,6% über dem Vorjahreszeitraum, deutlich höher als der spanische Durchschnitt von 3,2 %. Besonders zugenommen haben Diebstähle (+17,4 %), Vergewaltigungen (+14,9 %) und Cyberkriminalität (+13,5 %). Die Behörden führen die gestiegene Zahl an Sexualstraftaten auch auf eine erhöhte Anzeigebereitschaft zurück. Cyberkriminalität ist ein relativ neues, aber schnell wachsendes Problem, mit einem Anstieg um mehr als 500 % seit 2016.
Bei Sexualdelikten wird in offiziellen Statistiken teilweise ein Anstieg registriert, der jedoch auch mit einer erhöhten Anzeigebereitschaft und gesellschaftlichen Sensibilisierung in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig zeigen andere Kriminalitätsbereiche stabile oder leicht rückläufige Werte, was auf eine insgesamt komplexe Entwicklung der Kriminalitätsstruktur hinweist.


Zugleich gibt es Berichte, dass zwar weniger kleine, aber mehr schwere Straftaten (wie Morde) registriert werden. Die Gesamtzahl der Straftaten auf Teneriffa sank im ersten Quartal 2025 um 3,8% auf 12.398 Fälle, wobei jedoch die Schwere der Delikte zunahm.
Ein weiterer problematischer Bereich sind Hausbesetzungen („Okupas“), die in einigen urbanen Zonen vorkommen. Diese Fälle stellen die Justiz und Sicherheitsbehörden vor Herausforderungen, da zivilrechtliche Räumungsverfahren in Spanien häufig zeitaufwendig sind und rechtliche Schutzmechanismen genutzt werden können, um Räumungen zu verzögern.


Hausbesetzungen (Okupas) sind ebenfalls ein zunehmendes Problem. Die Räumung besetzter Gebäude ist oft langwierig, da das spanische Recht Lücken aufweist, die von Besetzern genutzt werden. Die Justiz reagiert auf Anzeigen von Anwohnern mit Räumungsbefehlen, aber die Gruppen bleiben häufig in der Stadt aktiv und besetzen weitere Gebäude.
Die Sicherheitsbehörden auf Teneriffa bestehen aus der spanischen Nationalpolizei, der Guardia Civil sowie lokalen Polizeikräften, die jeweils unterschiedliche Zuständigkeiten haben. Während die Nationalpolizei vor allem in Städten und touristischen Zentren aktiv ist, übernimmt die Guardia Civil Aufgaben im ländlichen Raum und auf Verkehrsachsen.


=== '''Flagge und Wappen''' ===
=== '''Flagge und Wappen''' ===
Das Wappen von Teneriffa wurde am 23. März 1510 durch Königin Juana (die Wahnsinnige von Kastilien) als Siegel bewilligt. Da die Stadt La Laguna, in der ersten Zeit nach der Eroberung die Hauptstadt der Insel war, wurde es später das Wappen dieser Stadt. Bei der Gründung des Inselrates (Cabildo Insular) im Jahre 1912 nahm diese Einrichtung dasselbe Wappen an.
Das Wappen von Teneriffa wurde am 23. März 1510 durch Königin Juana I. von Kastilien offiziell bestätigt. In der frühen Kolonialzeit diente es zunächst als Siegel der Insel und wurde insbesondere mit der damaligen Hauptstadt San Cristóbal de La Laguna verbunden, die nach der Eroberung eine zentrale politische und administrative Rolle spielte. Mit der Einrichtung des Cabildo de Tenerife im Jahr 1912 wurde dieses historische Wappen erneut als offizielles Symbol der Inselverwaltung übernommen.
 
Das Wappen zeigt auf goldenem Grund eine grüne Insel, die Teneriffa symbolisiert. Darauf befindet sich ein feuerspeiender Vulkan in natürlicher Darstellung, der auf die vulkanische Entstehung der Insel verweist. Unterhalb dieser Darstellung befinden sich blaue und silberne Wellen, die das Meer und die Insellage im Atlantik repräsentieren.


Auf goldenem Grund eine grüne Insel, darauf ein feuerspeiender Vulkan in natürlicher Farbe, das Ganze über blauen und silbernen Wellen, rechts eine rote Burg, links ein Löwe in gleicher Farbe. Die Burg überhöht vom Erzengel Michael in natürlicher Farbe mit Speer, einem Schild mit Kreuz und rotem Banner. Das gesamte Schild ist umgeben von einem roten Rand mit der Inschrift >Thenerife Me Fecit. Cabildo Insular de Tenerife<
Im oberen Bereich des Wappens sind zwei zentrale heraldische Figuren dargestellt: rechts eine rote Burg als Symbol für Kastilien, links ein roter Löwe als Zeichen für León. Diese beiden Elemente verweisen auf die historische Vereinigung der Königreiche Kastilien und León, unter deren Herrschaft die Kanarischen Inseln im 15. Jahrhundert erobert und in das spanische Reich integriert wurden.


Die Schildfiguren versinnbildlichen die Übernahme der Insel Teneriffa durch die Krone von Kastilien, symbolisiert durch die Burg, und Leon den Löwen, sowie die Missionierung unter dem Schutz des heiligen Michael.
Ergänzt wird die Darstellung durch die Figur des Erzengels Michael, der über der Burg erscheint. Er ist mit Speer, Schild und rotem Banner dargestellt und symbolisiert den göttlichen Schutz sowie die religiöse Missionierung im Zuge der spanischen Eroberung. Die gesamte Komposition wird von einem roten Wappenrand umgeben, der die Inschrift „Tenerife Me Fecit. Cabildo Insular de Tenerife“ trägt. Diese lateinische Formel verweist auf die historische Selbstrepräsentation der Insel und ihre institutionelle Identität.
 
Die Flagge Teneriffas basiert auf einem schlichten, aber symbolisch aufgeladenen Design. Sie zeigt ein weißes Kreuz auf blauem Grund, das an die maritime Tradition der Insel sowie ihre christlich geprägte Geschichte erinnert. Das Blau steht für den Atlantik, während das Weiß Reinheit und die historische Verbundenheit mit der Seefahrt symbolisiert.


=== '''Hymne''' ===
=== '''Hymne''' ===
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=== '''Hauptstadt''' ===
=== '''Hauptstadt''' ===
Das ursprüngliche politisches und administratives Zentrum der spanischen Besitzung Tenerife war '''San Cristóbal de La Laguna''' (kurz ''La Laguna''). Im Jahr 1723 wurde '''Santa Cruz de Tenerife''' zum Verwaltungssitz erklärt. 1822 bekam es zudem die Funktion einer Hauptstadt des gesamten Kanarischen Archipels und behielt diesen Status bis zur Teilung der Provinzen im Jahr 1927. Seither fungiert Santa Cruz de Tenerife als Verwaltungszentrum der gleichnamigen, die westlichen Kanaren umfassenden Provinz.
Die Hauptstadtfrage Teneriffas ist historisch eng mit der politischen und administrativen Entwicklung der gesamten Kanarischen Inseln verbunden und hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Ursprünglich war das wichtigste politische und administrative Zentrum der Insel die Stadt '''San Cristóbal de La Laguna''', die nach der kastilischen Eroberung im späten 15. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielte. Aufgrund ihrer früh geplanten Stadtstruktur und ihrer Funktion als Sitz kirchlicher und administrativer Institutionen entwickelte sie sich zunächst zum politischen Mittelpunkt der Insel.
 
Im frühen 18. Jahrhundert begann jedoch ein schrittweiser Machttransfer an die Küste. Im Jahr 1723 wurde '''Santa Cruz de Tenerife''' offiziell zum Verwaltungssitz der Insel erklärt. Diese Entwicklung war vor allem durch die wachsende Bedeutung des Hafens und des Seehandels bedingt. Santa Cruz entwickelte sich rasch zu einem wirtschaftlichen Zentrum, während La Laguna ihre Rolle als kulturelles und religiöses Zentrum teilweise beibehielt.
 
Ein entscheidender Schritt erfolgte im Jahr 1822, als Santa Cruz de Tenerife zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels erklärt wurde. Dieser Status bedeutete, dass die Stadt nicht nur die Insel Teneriffa, sondern die gesamte Inselgruppe administrativ repräsentierte. Diese Funktion behielt Santa Cruz bis zur administrativen Neuordnung Spaniens im Jahr 1927 bei, als die Kanarischen Inseln in zwei Provinzen geteilt wurden.
 
Seit dieser Teilung fungiert Santa Cruz de Tenerife als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die die westlichen Kanarischen Inseln umfasst. Gleichzeitig besteht bis heute ein duales Hauptstadtsystem innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln, in dem sich Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria bestimmte Regierungsfunktionen teilen.


=== '''Verwaltungsgliederung''' ===
=== '''Verwaltungsgliederung''' ===
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== '''Bevölkerung''' ==
== '''Bevölkerung''' ==
           Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 2.034,38 km².
Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 2.034,38 km².




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           2023                948 815                      466,39
           2023                948 815                      466,39


           2023                955 063                      469,46
           2023                958 834                      469,46
 
           2024               955 063                      471,32


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,677 % pro Jahr.
Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,677 % pro Jahr.


'''Bevölkerungsaufteilung''' 1991:


 
* Bevölkerungszahl insgesamt    623 823
'''Bevölkerungsaufteilung:'''
* weiblich 317.023 (50,82 %)
 
* männlich  306.800 (49,18 %)
Bevölkerungszahl 1991 insgesamt    623 823
* unter 15jährig  138.177 (22,15 %)
 
* 15 bis 64 Jahre alt  424.763 (68,09 %)
           davon  weiblich                      317 023                       50,82 %
* über 64jährig  60.883 (9,76 %)
 
* städtisch  380.401 (60,98 %)
                       männlich                     306 800                       49,18 %
* ländlich  243.422 (39,02 %)
 
* Tinerfenier 504.970 (80,95 %)
           davon  unter 15jährig             138 177                       22,15 %
* Kanaren  87.178 (13,97 %)
 
* Ausländer 31.675 (5,08 %)
                       15 bis 64 Jahre alt       424 763                       68,09 %
 
                       über 64jährig                 60 883                         9,76 %
 
           davon  städtisch                     380 401                       60,98 %
 
                       ländlich                       243 422                       39,02 %
 
           davon  Tinerfenier                  504 970                       80,95 %
 
                       Kanaren                        87 178                       13,97 %
 
                       Ausländer                     31 675                         5,08 %
 


'''Haushalte''':
'''Haushalte''':
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Gebäude 1990:
Gebäude 1990:


           Gesamtzahl der Gebäude       142 766
* Gesamtzahl der Gebäude 142.766
 
* davon Einfamilienhäuser  134 996
           davon Einfamilienhäuser        134 996
* Personen pro Gebäude  4,646
 
           Personen pro Gebäude             4,646


Wohnungen 1990:
Wohnungen 1990:


           Gesamtzahl                                        260 204
* Gesamtzahl  260.204
* Personen pro Wohnung  2,549


           Personen pro Wohnung                        2,549
Familien 1991:


Familien 1991:
* Gesamtzahl der Familien  175.689  
* Personen pro Familie  3,551


           Gesamtzahl der Familien                   175 689                                 
=== '''Volksgruppen''' ===
Die heutige Bevölkerung Teneriffas ist ethnisch und kulturell vielfältig, wobei sich im Laufe der Jahrhunderte eine überwiegend spanisch geprägte Inselgesellschaft herausgebildet hat. Eine eigenständige, klar abgrenzbare indigene Volksgruppe im Sinne einer fortbestehenden „Guanchen“-Ethnie existiert heute nicht mehr.


           Personen pro Familie                            3,551
Die Guanchen waren die ursprünglichen Bewohner Teneriffas und lebten bereits vor der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert auf der Insel, vermutlich seit spätestens dem ersten Jahrtausend v. Chr. Sie entwickelten eine eigenständige Kultur, die sich über mehrere Jahrhunderte hinweg in relativer Isolation formte. Ihre Gesellschaft war politisch in mehrere voneinander getrennte Herrschaftsgebiete gegliedert, die sogenannten Menceyatos, die jeweils von einem Mencey als Stammeshäuptling regiert wurden.


=== '''Volksgruppen''' ===
Mit der kastilischen Eroberung am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die politische und gesellschaftliche Struktur der Guanchen schrittweise aufgelöst. Ein großer Teil der indigenen Bevölkerung wurde in die neue koloniale Gesellschaft integriert, während kulturelle Elemente teilweise verloren gingen oder mit spanischen Einflüssen verschmolzen. Dadurch entstand langfristig eine neue, gemischte Bevölkerung.
Auf Teneriffa existiert heute keine eigenständige Volksgruppe mehr, die als „Guanchen“ bezeichnet wird. Die Guanchen waren die Ureinwohner Teneriffas und lebten dort spätestens seit dem -10. Jahrhundert . Sie bildeten eine eigene, isolierte Kultur, deren gesellschaftliche Struktur aus neun politisch und räumlich getrennten Bezirken (Menceyatos) bestand, die jeweils von einem Mencey (Stammeshäuptling) regiert wurden.


Mit der spanischen Eroberung im späten 15. Jahrhundert wurde die Kultur und Gesellschaft der Guanchen weitgehend zerstört. Die Nachkommen der Guanchen wurden in die neue, christlich geprägte und von Europäern dominierte Gesellschaft integriert, sodass die Volksgruppe als solche ausgelöscht wurde. Heute bezeichnen sich viele Bewohner Teneriffas stolz als Nachfahren der Guanchen, doch eine eigenständige, ethnisch abgegrenzte Volksgruppe gibt es nicht mehr.
Heute identifiziert sich die Bevölkerung Teneriffas überwiegend als Teil der spanischen Nation innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln. Historisch betrachtet besteht die Bevölkerung aus einer Mischung verschiedener Herkunftsgruppen, darunter Nachfahren der Guanchen, spanische Siedler aus verschiedenen Regionen der Iberischen Halbinsel, insbesondere Kastilien und Andalusien, sowie Einflüsse aus Portugal und Nordafrika. Zusätzlich kamen im Laufe der Neuzeit weitere Migrationsbewegungen hinzu, insbesondere aus Lateinamerika und anderen Teilen Europas.


Die heutige Bevölkerung Teneriffas besteht aus einer Mischung aus Nachkommen der Ureinwohner, Europäern (vor allem Spaniern und Portugiesen), Berbern und weiteren Zuwanderern, wobei die soziale Herkunft wichtiger wurde als die ethnische Abstammung.




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=== '''Sprachen''' ===
==== '''Guanchen''' ====
Auf Teneriffa wird ein kanarischer Dialekt des Spanischen gesprochen. Dieser ist durch eine Reihe von Besonderheiten gekennzeichnet:
Das Volk der '''Guanchen''' waren die Ureinwohner der Insel Teneriffa, ein berberisches Volk mit nordafrikanischen Wurzeln, das über Jahrhunderte hinweg eine einzigartige Kultur auf den Kanarischen Inseln entwickelte. Die Guanchen (auch Guanches oder Tinerfeños genannt) besiedelten Teneriffa wahrscheinlich ab dem 1. oder 2. Jahrhundert v. Chr., möglicherweise in mehreren Wellen aus dem nordwestafrikanischen Raum (heutiges Marokko und Algerien). Sie gehörten zur großen Familie der Berbervölker (Amazigh) und brachten eine Lebensweise mit, die perfekt an die vulkanische, gebirgige Insel angepasst war.
 
Die Guanchen lebten in einer stark gegliederten Stammesgesellschaft. Teneriffa war in mehrere Königreiche („Menceyatos“) unterteilt, die jeweils von einem Mencey (König) regiert wurden. Der bekannteste war der Mencey von Taoro im Norden. Sie wohnten in Höhlen (wie in Chinamada oder den berühmten Höhlen von Anaga), betrieben Viehzucht (vor allem Ziegen und Schafe), Ackerbau (Gerste, Weizen) und sammelten Früchte und Kräuter. Ihre Kleidung bestand aus Ziegenfellen, sie kannten einfache Werkzeuge aus Stein, Holz und Knochen und pflegten eine reiche mündliche Überlieferung mit Mythen über Götter wie Achaman (Himmelsgott) und die heilige Bergwelt des Teide.


* Seseo: Es gibt keinen Unterschied in der Aussprache zwischen „c“, „z“ und „s“ alle werden wie ein „s“ ausgesprochen.
Kulturell waren die Guanchen hoch entwickelt. Sie praktizierten Mumifizierung ihrer Toten, hatten ein eigenes Zahlensystem und eine reiche Folklore mit Tänzen, Gesängen und dem Silbo einer pfeifenden Kommunikationsform, die in gefährlichem Gelände eingesetzt wurde. Ihre Sprache, das Guanche, war berberisch und bildete die Grundlage vieler heutiger Ortsnamen (Teide, Anaga, Teno, Güímar) und Lehnwörter im kanarischen Spanisch. Die Gesellschaft kannte strenge soziale Regeln, Gastfreundschaft und ein ausgeprägtes Ehrgefühl. Frauen genossen teilweise eine respektierte Stellung, und es gab spezielle Priesterinnen („Magos“ oder „Harimaguadas“).
* Yeísmo: Die Laute „ll“ und „y“ werden gleich ausgesprochen, meist wie ein „y“.
* Schwächung oder Aspiration des „s“: Am Wortende oder vor Konsonanten wird das „s“ oft abgeschwächt oder wie ein „h“ ausgesprochen.
* Vokabular: Es gibt viele Wörter, die nur auf den Kanaren verwendet werden, darunter Lehnwörter aus dem Guanchischen (z.B. „baifo“ für Zicklein) und dem Portugiesischen (z.B. „gavete“ für Schublade).
* Betonung und Melodie: Der Akzent ist weicher und melodischer als auf dem spanischen Festland und ähnelt eher dem lateinamerikanischen Spanisch, insbesondere dem aus Kuba oder Venezuela.
* Ustedes statt vosotros: Für die Anrede der zweiten Person Plural wird „ustedes“ verwendet, nicht „vosotros“.


=== '''Religion''' ===
Die Ankunft der Kastilier unter Alonso Fernández de Lugo 1494–1496 markierte das Ende der unabhängigen Guanchen-Gesellschaft. Nach erbitterten Kämpfen (die Schlacht von Acentejo ist bis heute legendär) wurde Teneriffa 1496 erobert. Viele Guanchen fielen im Kampf, wurden versklavt, starben an eingeschleppten Krankheiten oder mischten sich mit den spanischen Siedlern. Die reine guanchische Kultur und Sprache verschwand innerhalb weniger Generationen, doch das Volk selbst lebte genetisch und kulturell weiter.
Die Religionslandschaft auf Teneriffa entspricht weitgehend der in ganz Spanien: Die Mehrheit der Bevölkerung ist römisch-katholisch, auch wenn der Anteil der Katholiken in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Laut aktuellen Daten lag der Anteil der Katholiken in Spanien 2022 bei etwa 58 % der Bevölkerung, während der Anteil der Konfessionsfreien auf etwa 38 % gestiegen ist.


Durch die zunehmenden Migrationsströme (Tourismus, Einwanderung undsoweiter) steigt jedoch die Zahl der Anhänger anderer Religionen auf der Insel, wie Islam, Hinduismus, Buddhismus, evangelikale christliche Konfessionen, Judentum und Judaismus. Durch die zunehmenden Migrationsströme (Tourismus, Einwanderung undsoweiter) steigt jedoch die Zahl der Anhänger anderer Religionen auf der Insel, wie des Islam, des Hinduismus, des Buddhismus, evangelikaler christlicher Konfessionen, des Judentums und afroamerikanischer Religionen. Bemerkenswerte Minderheitenreligionen auf der Insel sind unter anderem chinesische Religionen, das Bahaismus und eine Form des einheimischen Neuheidentums, die Kirche des Guanchenvolkes,
Heutige Teneriffaner tragen in ihren Genen einen deutlichen guanchischen Anteil. Moderne DNA-Studien zeigen, dass viele Inselbewohner nordafrikanische Vorfahren haben. Kulturell lebt das Erbe der Guanchen in Festen (wie dem Romería), traditioneller Musik, Küche, Ortsnamen und dem Stolz auf die „insularidad“ fort. In Museen wie dem Museo de la Naturaleza y el Hombre in Santa Cruz oder in ethnographischen Stätten wird ihre Geschichte lebendig gehalten.


==== '''Römisch-Katholische Kirche''' ====
=== '''Sprachen''' ===
Das '''Bistum San Cristóbal de La Laguna''', auch ''Bistum Tenerife'' oder ''Bistum Nivariense'' genannt, (''Dioecesis Sancti Christophori de Laguna'' oder ''Dioecesis Nivariensis'') ist eine in Spanien gelegene römisch-katholische Diözese mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Es umfasst die westlichen Inseln des kanarischen Archipels. Schutzpatronin des Bistums ist Nuestra Señora de los Remedios. Die kleinen Schutzheiligen sind: Hl. Ferdinand von Kastilien und Hl. Elisabeth von Portugal.
Die offizielle und mit Abstand wichtigste Sprache ist das Spanische. Auf Teneriffa wird dabei nicht das neutrale Standardspanisch gesprochen, sondern eine regionale Varietät, das sogenannte kanarische Spanisch. Diese Sprachform gehört zum andalusisch-atlantischen Dialektkontinuum und weist typische phonologische, grammatische und lexikalische Besonderheiten auf. Dazu gehören unter anderem die Abschwächung oder das Wegfallen von Endkonsonanten, insbesondere des „s“, eine weichere Aussprache sowie eine geringere Unterscheidung zwischen bestimmten Lauten als im kastilischen Standardspanisch. Auch im Wortschatz finden sich zahlreiche regionaltypische Begriffe, die teilweise aus dem Portugiesischen, dem lateinamerikanischen Spanisch oder aus älteren historischen Sprachschichten stammen.
 
Das kanarische Spanisch ist die Alltagssprache der gesamten Bevölkerung und wird in Verwaltung, Bildung, Medien und öffentlichem Leben verwendet. Es ist vollständig mit dem standardisierten Spanisch Spaniens kompatibel, weist jedoch eine starke regionale Identität auf und ist ein wichtiges kulturelles Merkmal der Insel.
 
Neben dem Spanischen spielen weitere Sprachen eine zunehmende Rolle, vor allem durch Tourismus und Migration. In touristischen Zentren wie Küstenorten und städtischen Gebieten werden häufig Englisch und Deutsch verwendet, da viele Besucher aus dem europäischen Ausland stammen. Auch andere europäische Sprachen wie Italienisch oder Französisch sind im touristischen und wirtschaftlichen Kontext präsent. Diese Sprachen haben jedoch keinen offiziellen Status, sondern dienen ausschließlich der Kommunikation im internationalen Umfeld.
 
Historisch gesehen wurde auf Teneriffa vor der spanischen Eroberung eine indigene Sprache gesprochen, die heute als Guanche language bezeichnet wird. Diese Sprache der Guanchen ist vollständig ausgestorben und nur fragmentarisch überliefert. Sie wurde nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert rasch vom Spanischen verdrängt, da die indigene Bevölkerung schrittweise in die koloniale Gesellschaft integriert wurde. Heute existieren lediglich einzelne überlieferte Wörter, Ortsnamen und mögliche sprachliche Spuren in der Toponymie der Insel.
 
Die Spanish language ist somit die einzige lebendige und institutionell verankerte Sprache auf Teneriffa. Sie bildet die Grundlage für Bildung, Verwaltung, Rechtssystem und Medienlandschaft. Alle offiziellen Dokumente, Schulunterricht und staatlichen Institutionen verwenden ausschließlich Spanisch.
 
==== '''Guanchisch''' ====
Die Sprache der Guanchen auf Teneriffa war die ursprüngliche Sprache der Ureinwohner der Insel, die Guanche (oder Tinerfeño-Guanche) genannt wird. Sie gehörte zum berberischen (amazighischen) Sprachzweig der afroasiatischen Sprachfamilie und stand damit in enger Verwandtschaft zu den Sprachen Nordafrikas, besonders den Berberdialekten der Kanarischen Inseln und des Atlas-Gebirges.
 
Vor der kastilischen Eroberung Ende des 15. Jahrhunderts war das Guanche auf Teneriffa die alleinige Sprache der einheimischen Bevölkerung. Die Guanchen lebten als Hirten und Ackerbauern in einer stark gegliederten Gesellschaft mit Menceys (Königen) an der Spitze. Ihre Sprache diente nicht nur der Alltagskommunikation, sondern auch der Überlieferung von Mythen, Gesetzen und dem Wissen über die vulkanische Inselwelt. Ortsnamen wie ''Achinech'' oder ''Chenerife'' (alte Bezeichnungen für Teneriffa), ''Teide'', ''Anaga'' oder ''Teno'' stammen größtenteils aus dem Guanche und zeugen bis heute von dieser Epoche.
 
Das Guanche war keine einheitliche Sprache, sondern wies regionale Varianten auf den verschiedenen Inseln auf. Auf Teneriffa war sie besonders gut dokumentiert durch spanische Chronisten wie fray Alonso de Espinosa oder Leonardo Torriani, die nach der Eroberung Wörterlisten und Beschreibungen anlegten. Typische Merkmale waren ein reicher Konsonantismus mit vielen Kehl- und Zischlauten, ein einfaches Vokalsystem und eine agglutinierende Struktur, bei der Präfixe und Suffixe Bedeutungen veränderten. Viele Wörter begannen mit „T“ oder „Ch“, und es gab spezielle Begriffe für die Bergwelt, Tiere (z. B. ''baifo'' für Zicklein) und Alltagsgegenstände wie ''tenique'' (die drei Herdsteine).
 
Nach der Eroberung 1496 starb das Guanche als gesprochene Sprache relativ schnell aus. Die Überlebenden wurden hispanisiert, viele wurden versklavt oder flohen in unzugängliche Gebiete. Dennoch überlebten zahlreiche Wörter im heutigen kanarischen Spanisch Teneriffas: landwirtschaftliche und geographische Begriffe, Pflanzennamen und Ausdrücke des täglichen Lebens. Beispiele sind ''goro'' (Höhle oder Stall), ''chácara'' (ein Musikinstrument) oder ''sorullo'' (einfältig). Auch in der Toponymie (Ortsnamen) ist der guanchische Einfluss bis heute dominant.
 
Heute gibt es keine Muttersprachler des Guanche mehr. Es handelt sich um eine ausgestorbene Sprache, die jedoch durch linguistische Forschung, Wörterbücher und kulturelle Revitalisierungsbestrebungen rekonstruiert wird. Auf Teneriffa und anderen Inseln wird das kulturelle Erbe in Museen, Festen und der lokalen Identität gepflegt. Moderne Initiativen versuchen, guanchische Wörter und Elemente in die kanarische Identität einzubinden, ohne jedoch die Sprache als lebendiges Idiom wiederzubeleben.
 
==== '''Tinferfenisch''' ====
Der Dialekt der Insel Teneriffa, auch Tinerfeño oder Español tinerfeño genannt, ist eine lebendige Variante des kanarischen Spanisch (''español canario''). Er wird von den etwa 900.000 Einwohnern Teneriffas gesprochen und bildet zusammen mit den anderen Inselvarianten eine eigene atlantische Sprachgruppe, die dem Spanisch der Karibik sehr nahesteht. Diese Nähe entstand historisch, weil viele Kanarier im 15. bis 17. Jahrhundert nach Amerika auswanderten und dort die Grundlagen für das lateinamerikanische Spanisch mitprägten.


Das Bistum wurde am 1. Februar 1819 von Papst Pius VII. durch Teilung des Bistums Kanarische Inseln errichtet und dem Erzbistum Sevilla als Suffraganbistum unterstellt. Das unter dem alten Namen weiter bestehende Bistum Kanarische Inseln erstreckt sich auf die östlichen Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Das neue Bistum San Cristóbal de La Laguna besteht hingegen aus den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Die Teilung des Gebietes der Kanarischen Inseln in zwei Diözesen wurde zum 21. Dezember 1819 gültig. Die treibende Kraft bei der Gründung des Bistums war ein katholischer Bischof und Beichtvater König Ferdinands VII. von Spanien, Cristóbal Bencomo y Rodríguez.
Nach der kastilischen Eroberung Teneriffas Ende des 15. Jahrhunderts setzte sich das Spanische durch. Die alte Sprache der Guanchen verschwand weitgehend, hinterließ jedoch Spuren im Wortschatz, vor allem bei Bezeichnungen für Geländeformen, Pflanzen und traditionelle Gegenstände. Starke Einflüsse kamen zudem aus dem Portugiesischen durch Siedler von Madeira und den Azoren sowie aus dem Andalusischen. Heute unterscheidet sich das Tinerfeño je nach Region: Im Norden um La Laguna oder La Orotava und in abgelegenen Tälern wie Anaga, Teno oder Güímar sind traditionelle Merkmale stärker erhalten, während im touristischen Süden mehr Standardspanisch einfließt.


Aufgrund der politischen Wirren in Madrid konnte der erste Bischof von San Cristóbal de La Laguna, Luis Folgueras y Sion, sein Amt erst am 12. Juli 1825 antreten. Die Diözese wurde in der Zwischenzeit durch verschiedene Kapitularvikare geleitet. Nachdem Bischof Folgueras y Sion im Jahr 1848 zum Erzbischof von Granada ernannt worden war, blieb der Bischofsstuhl vakant. Das Konkordat von 1851 sah vor, dass für die Diözese der westlichen Kanarischen Inseln ein Weihbischof ernannt werden sollte, was jedoch nie geschah. Im August 1859 wurde der Bischof der (östlichen) Kanarischen Inseln mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria als Apostolischer Administrator bestellt. Es folgten weitere Administratoren. Als sich mit dem Regierungsbeginn des Königs Alfons XII. die Beziehungen zwischen Spanien und dem Heiligen Stuhl besserten, wurde eine Neubesetzung des Bischofsstuhls geplant. Am 18. März 1877 ernannte Pius IX. den Benediktinermönch Ildefonso Infante y Macias zum zweiten Bischof von San Cristóbal de la Laguna Der letzte Bischof, Bernardo Álvarez Afonso, wurde am 29. Juni 2005 von Benedikt XVI. in das Amt berufen. Seinen Rücktritt hat der Papst Franziskus am 16. September 2024 angenommen.
Phonetisch zeichnet sich der Dialekt durch einen weichen, melodischen Klang aus. Typisch ist der Seseo, bei dem ''c'' (vor e/i) und ''z'' wie ''s'' ausgesprochen werden. Das /s/ am Silben- oder Wortende wird häufig aspiriert (zu einem leichten Hauch) oder ganz ausgelassen, was dem Sprechrhythmus eine fließende, karibisch anmutende Qualität verleiht. Die Intonation ist variabel und musikalisch, mit einer eher aufsteigenden oder sanften Kadenz. Grammatikalisch fällt auf, dass statt ''vosotros'' (ihr) fast immer ''ustedes'' verwendet wird, ähnlich wie in Lateinamerika. Das einfache Präteritum wird bevorzugt, und Diminutive sind sehr beliebt, oft in verkürzter Form.


Der Wortschatz bereichert das Spanische mit lokalen Ausdrücken: Guanchismen wie ''baifo'' (Zicklein) oder ''tenique/chénique'' (die drei Herdsteine), portugiesische Lehnwörter wie ''rego'' (Furche) und typisch kanarische Begriffe wie ''guagua'' für Bus oder ''tenderete'' für ein Fest mit Essen und Folklore. Viele Wörter beziehen sich auf das Inselleben, die Landwirtschaft, das Meer oder die vulkanische Landschaft.


'''Bischöfe von San Cristobal de La Laguna'''
Sprachliche Besonderheiten des Dialekts sind:


* Pedro Jose Bencomo Rodríguez (1819 bis 1822), Kapitularvikar
* Seseo: Es gibt keinen Unterschied in der Aussprache zwischen „c“, „z“ und „s“ – alle werden wie ein „s“ ausgesprochen.
* José Hilario Martinón (1822 bis 1824), Kapitularvikar
* Yeísmo: Die Laute „ll“ und „y“ werden gleich ausgesprochen, meist wie ein „y“.
* Pedro José Bencomo Rodríguez (1824 bis 1825), Kapitularvikar
* Schwächung oder Aspiration des „s“: Am Wortende oder vor Konsonanten wird das „s“ oft abgeschwächt oder wie ein „h“ ausgesprochen.
* Luis Folgueras y Sión (1825 bis 1848), auch Erzbischof von Granada
* Vokabular: Es gibt viele Wörter, die nur auf den Kanaren verwendet werden, darunter Lehnwörter aus dem Guanchischen (z.B. „baifo“ für Zicklein) und dem Portugiesischen (z.B. „gavete“ für Schublade).
* Domingo Morales Guedes (1848 bis 1853), Kapitularvikar
* Betonung und Melodie: Der Akzent ist weicher und melodischer als auf dem spanischen Festland und ähnelt eher dem lateinamerikanischen Spanisch, insbesondere dem aus Kuba oder Venezuela.
* Andrés Gutiérrez Dávila (1853 bis 1859), Kapitularvikar
* Ustedes statt vosotros: Für die Anrede der zweiten Person Plural wird „ustedes“ verwendet, nicht „vosotros“.
* Joaquín Lluch y Garriga (1859 bis 1868), Apostolischer Administrator, auch Bischof von Salamanca
* Vicente Santamaría y López (1868 bis 1869), Kapitularvikar und Apostolischer Administrator
* José María Urquinaona y Bidot (1869 bis 1877), Apostolischer Administrator
* Ildefonso Infante y Macias, OSB (1877 bis 1882)
* Silverio Alonso del Castillo (1882), Kapitularvikar
* Jacinto María Cervera y Cervera (1882 bis 1885)
* Silverio Alonso del Castillo (1885 bis 1888), Kapitularvikar
* Ramón Torrijos y Gómez (1888 bis 1894)
* Nicolás Rey Redondo (1894 bis 1917)
* Santiago Beyro Martín (1917 bis 1918), Kapitularvikar
* Gabriel Llompart y Jaume (1918 bis 1922)
* Santiago Beyro Martín (1922 bis 1925), Kapitularvikar
* Albino González y Menéndez-Reigada (1925 bis 1947)
* Domingo Pérez Cáceres (1946 bis 1947)
* Ricardo Pereira Díaz (1961 bis 1962), Kapitularvikar
* Fray Luis Franco Cascón, C. Ss.R. (1962 bis 1983)
* Damián Iguacén Borau (1984 bis 1991)
* Felipe Fernández García (1991 bis 2004)
* Bernardo Álvarez Afonso (2005 bis 2024)
* Antonio Manuel Pérez (2024 bis 2025), Diözesanadministrator
* Eloy Alberto Santiago Santiago (seit 2025)


== '''Siedlungen''' ==
=== '''Religion''' ===
Die Inselhauptstadt '''Santa Cruz de Tenerife''' liegt an der nordöstlichen Küste der Insel. Mit rund 211.000 Einwohnern (Stand: 2024) ist sie eine der größten Städte des Archipels und bildet gemeinsam mit den Nachbarstädten La Laguna, Tegueste und El Rosario einen bedeutenden Ballungsraum. Die Stadt hat sich von einem kleinen Fischerdorf, das 1494 gegründet wurde, zu einer modernen Hafen- und Wirtschaftsmetropole entwickelt. Ihr Hafen zählt zu den wichtigsten des Atlantiks und empfängt regelmäßig große Kreuzfahrtschiffe, was die internationale Bedeutung Santa Cruz’ unterstreicht.
Seit der kastilischen Eroberung Teneriffas im Jahr 1496 prägt die römisch-katholische Kirche das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Insel. Zahlreiche Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte entstanden in den folgenden Jahrhunderten und bilden bis heute einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes. Bedeutende religiöse Feste wie die Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau von Candelaria, der Schutzpatronin der Kanarischen Inseln, sowie die Osterprozessionen und zahlreiche Patronatsfeste der Gemeinden gehören zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres. Viele Traditionen, Bräuche und Feiertage haben ihren Ursprung im katholischen Glauben.


Das Stadtbild ist geprägt von einem Mix aus historischer Architektur und modernen Bauwerken. Im Zentrum befindet sich der historische Stadtkern, der von der Calle de La Noria, der Plaza de España und der Plaza de Candelaria eingerahmt wird. Hier finden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Kirche La Concepción, die Kirche San Francisco, der Markt Nuestra Señora de África und der García Sanabria-Park. Ein besonderes Wahrzeichen der Stadt ist das Auditorio de Tenerife, eine spektakuläre Konzert- und Kongresshalle, die vom Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde und mit ihrer markanten Dachkonstruktion das moderne Gesicht der Stadt symbolisiert.
Wie im übrigen Spanien ist jedoch auch auf Teneriffa der Anteil praktizierender Katholiken in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Nach aktuellen Erhebungen bezeichnen sich in Spanien noch rund 58 % der Bevölkerung als katholisch, während der Anteil konfessionsloser Menschen auf etwa 38 % gestiegen ist. Dieser gesellschaftliche Wandel zeigt sich auch auf Teneriffa, insbesondere in den größeren Städten und unter jüngeren Generationen.


Historisch war Santa Cruz lange Zeit nur der Hafen der eigentlichen Hauptstadt '''La Laguna''', bis ein Vulkanausbruch im Jahr 1706 den Hafen von Garachico zerstörte und Santa Cruz zur wichtigsten Hafenstadt der Insel aufstieg. Ein weiteres Schlüsselereignis war die erfolgreiche Abwehr des Angriffs durch den britischen Admiral Horatio Nelson im Jahr 1797, der dem Ort hohes Ansehen verschaffte und dessen Verteidigungsleistung bis heute gefeiert wird.  
Durch Einwanderung, internationale Arbeitsmigration und den ganzjährigen Tourismus hat sich die religiöse Vielfalt der Insel deutlich erweitert. Der Islam stellt heute die größte nichtchristliche Religionsgemeinschaft dar. Muslimische Gemeinden bestehen insbesondere in den größeren Städten sowie in Regionen mit einem höheren Anteil nordafrikanischer und anderer internationaler Einwanderer. Mehrere Moscheen und islamische Kulturzentren dienen als religiöse und soziale Treffpunkte.


San Cristóbal de La Laguna, meist einfach La Laguna genannt, ist eine der bedeutendsten Städte auf Teneriffa und liegt im Norden der Insel, nur wenige Kilometer westlich von Santa Cruz de Tenerife. Die Stadt wurde 1496 gegründet und war bis 1822 die erste Hauptstadt Teneriffas sowie das geistige, politische und religiöse Zentrum der Insel. Mit rund 160.000 Einwohnern ist La Laguna heute die zweitgrößte Stadt Teneriffas und bildet gemeinsam mit Santa Cruz einen großen Ballungsraum.
Der Hinduismus besitzt auf Teneriffa ebenfalls eine sichtbare Präsenz. Vor allem durch die aus Indien stammende Händlergemeinschaft entstanden hinduistische Gemeinden, die eigene Tempel unterhalten und traditionelle religiöse Feste feiern. Die indischstämmige Bevölkerung trägt seit Jahrzehnten zum Wirtschafts- und Kulturleben der Insel bei.


La Laguna ist berühmt für ihren historischen Stadtkern, der mit seinen schachbrettartig angelegten Straßen, den farbenfrohen Fassaden und zahlreichen prächtigen Herrenhäusern und Palästen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert beeindruckt. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gilt als eines der schönsten Beispiele für eine kolonial geprägte Stadtlandschaft in Spanien. Besonders sehenswert sind unter anderem die Kathedrale, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Museen und historische Plätze.
Auch verschiedene evangelische Kirchen sind vertreten. Hierzu gehören unter anderem lutherische, anglikanische, baptistische, pfingstkirchliche und freikirchliche Gemeinden. Viele dieser Gemeinden entstanden zunächst für ausländische Einwohner und Touristen, stehen heute jedoch allen Interessierten offen.


Die Stadt liegt auf etwa 550 Metern über dem Meeresspiegel, was ihr ein für Teneriffa ungewöhnlich mildes und feuchtes Klima beschert – geprägt vom Nordostpassatwind, der für kühle Temperaturen und häufige Regenschauer sorgt. Diese Höhenlage machte La Laguna einst auch vor Piratenüberfällen sicher und begünstigte die Landwirtschaft in der fruchtbaren Senke von Aguere7. Bis heute gilt La Laguna als kulturelles und religiöses Zentrum der Kanaren, nicht zuletzt durch die renommierte Universität und den Bischofssitz.
Der Buddhismus ist durch verschiedene Zentren und Meditationsgemeinschaften vertreten. Neben tibetisch-buddhistischen Gruppen existieren auch Zen- und andere buddhistische Richtungen. Sie richten sich sowohl an Einheimische als auch an internationale Bewohner und Besucher der Insel.


'''Güímar''' befindet sich im Nordosten Teneriffas mit etwa 21.700 Einwohnern (Stand 2024) und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 289 Metern über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das Valle de Güímar, eine fruchtbare Ebene, die durch vulkanische Aktivitäten und das Abrutschen von Material ins Meer entstanden ist. Die Gemeinde grenzt an Santa Cruz de Tenerife im Osten, Arafo im Norden, Fasnia im Süden und La Orotava im Westen und ist sowohl über die Südautobahn TF-1 als auch über die alte Küstenstraße mit Santa Cruz verbunden.
Das Judentum besitzt auf Teneriffa eine kleine, aber historisch verwurzelte Gemeinde. Bereits seit der frühen Neuzeit lebten vereinzelt Juden auf der Insel; heute besteht eine organisierte jüdische Gemeinschaft, die vor allem im Raum Santa Cruz de Tenerife angesiedelt ist.


Der historische Ortskern von Güímar besticht durch sehenswerte Gebäude wie die Kapelle San Pedro de Arriba, das Rathaus (ehemaliges Dominikanerkloster mit schönem Kreuzgang) und die Kirche San Pedro Apóstol, die unter Denkmalschutz steht. Die Architektur spiegelt die koloniale Vergangenheit wider, und zahlreiche Bürgerhäuser sowie Kirchen aus dem 17. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Besonders hervorzuheben ist die Marienfigur Virgen de las Aguas in der Kapelle San Pedro de Arriba sowie die barocke Kirche San Pedro Apóstol mit ihrem kunstvoll verzierten Portal und dem ziselierten Hochaltar.
Darüber hinaus existieren zahlreiche kleinere Religionsgemeinschaften. Dazu zählen die Bahá'í-Religion, chinesische Religionen, Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), verschiedene afrikanische und afroamerikanische Religionsformen sowie weitere christliche Freikirchen.


Neben dem historischen Zentrum ist Güímar vor allem für die weltbekannten Pyramiden von Güímar bekannt, sechs rechteckige Terrassenbauten aus Lavastein, deren genaue Herkunft und Funktion noch immer Rätsel aufgeben. Die Pyramiden sind heute Teil eines archäologischen Parks mit Museum, das die verschiedenen Theorien zur Entstehung präsentiert. In der Umgebung locken das Naturschutzgebiet Malpaís de Güímar mit beeindruckenden Lavalandschaften und die landschaftlich reizvolle Schlucht Barranco de Badajoz Besucher an.
Eine besondere Stellung nimmt die sogenannte Kirche des Volkes der Guanchen ein. Dabei handelt es sich um eine kleine neuheidnische Bewegung, die versucht, religiöse Elemente der vorspanischen Kultur der Guanchen symbolisch wiederzubeleben. Diese Gemeinschaft versteht sich nicht als direkte Fortsetzung der ursprünglichen Religion der Ureinwohner, sondern als moderne Rekonstruktion und kulturelle Wiederbelebung altkanarischer Glaubensvorstellungen. Ihre Anhängerschaft ist sehr klein, sie trägt jedoch zur religiösen Vielfalt Teneriffas bei.


'''Puerto de la Cruz''' ist das wichtigste touristische Zentrum an der Nordküste Teneriffas und liegt im fruchtbaren Orotava-Tal, südwestlich der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Mit rund 30.500 Einwohnern ist sie zwar die achtgrößte Gemeinde der Insel, aber mit nur etwa 8,7 Quadratkilometern Fläche zugleich die am dichtesten besiedelte und kleinste Gemeinde Teneriffas. Das Klima ist ganzjährig mild und feucht, geprägt vom Nordostpassat, was für eine üppige Vegetation und eine abwechslungsreiche Landschaft aus Bananenplantagen, Weinbergen und subtropischen Gärten sorgt.
Neben den organisierten Religionsgemeinschaften gewinnen auch alternative spirituelle Richtungen zunehmend an Bedeutung. Esoterik, Yoga, Meditation, schamanische Praktiken sowie naturspirituelle und ganzheitliche Lebenskonzepte erfreuen sich insbesondere in touristischen Regionen wachsender Beliebtheit und ergänzen die religiöse Landschaft um weitere Ausdrucksformen individueller Spiritualität.


Das Stadtbild von Puerto de la Cruz verbindet Tradition und Moderne: Die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, dem zentralen Plaza del Charco und den schattigen Plätzen lädt zum Flanieren ein und bewahrt den Charme des ehemaligen Fischerdorfes. Zu den Highlights zählen die Kirche La Peña de Francia, die alte Hafenmole, das Fischerviertel sowie die berühmten Meerwasserschwimmbecken Lago Martiánez, die von César Manrique entworfen wurden. Im Stadtteil Punta Brava befindet sich der bekannte Loro Parque, einer der meistbesuchten Tierparks Europas.
==== '''Traditionelle Religion''' ====
Neben den etablierten Weltreligionen und der wachsenden Zahl konfessionsfreier Menschen existieren auf Teneriffa auch kleinere Strömungen im Bereich traditioneller Religionen, Rekonstruktionismus und Neuheidentum. Diese Gruppen sind zahlenmäßig sehr klein und organisatorisch meist lose strukturiert, stellen jedoch einen interessanten Teil der modernen spirituellen Vielfalt der Insel dar.


Neben dem Strandleben und den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen wie dem Internationalen Straßenkunstfestival MUECA, der Semana Bávara oder dem Karneval bietet Puerto de la Cruz auch vielfältige Möglichkeiten für Aktivurlauber – von Wanderungen entlang der Küste oder zum Teide bis hin zu Wassersportarten wie Tauchen und Stand-Up-Paddling. Die Stadt bleibt dabei authentisch und lebendig, mit einem pulsierenden Nachtleben und einer großen Auswahl an Restaurants, Bars und Cafés.
Historisch betrachtet ist die vorchristliche Religion der Guanchen vollständig verschwunden. Sie war polytheistisch und stark natur- sowie astralbezogen, mit Gottheiten wie dem Himmelsgott und Sonnenverehrung sowie einem ausgeprägten Kult um Naturorte wie Berge und Höhlen. Diese ursprüngliche Religion wurde nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert durch das Christentum ersetzt und ist nur noch durch archäologische Funde und historische Berichte rekonstruierbar.


'''Los Realejos''' ist eine charmante Stadt etwa 12 Kilometer nördlich von Puerto de la Cruz gelegen, mit rund 37.000 Einwohnern. Sie breitet sich über das untere Orotava-Tal aus und ist bekannt für ihre fruchtbaren Landschaften, die von Bananenplantagen, Weinreben und subtropischen Gärten geprägt werden. Los Realejos besteht aus mehreren Ortsteilen, darunter Realejo Alto und Realejo Bajo, die sich entlang der alten Königsstraße „Camino Real“ erstrecken und von einer langen Geschichte als bedeutende Siedlungszentren zeugen.
Das heutige Neuheidentum auf Teneriffa steht in keinem direkten kontinuierlichen Zusammenhang mit dieser alten guanchischen Religion, sondern ist eine moderne Wiederaneignung oder Neudeutung vorspanischer kultureller Elemente. Dabei werden historische Motive, archäologische Stätten und symbolische Elemente der Inselgeschichte teilweise spirituell interpretiert und in neue Glaubens- oder Weltanschauungssysteme integriert.


Historisch gesehen war Los Realejos Schauplatz eines wichtigen Kapitels der kanarischen Geschichte: Im Jahr 1496 fand hier die Unterwerfung der letzten Guanchen unter die spanischen Eroberer statt, was das Ende des Widerstands der Ureinwohner markierte. In der Altstadt finden sich zahlreiche historische Gebäude, darunter die Kirche Santiago Apóstol, eine der ältesten Kirchen Teneriffas, sowie das Kloster Santa Lucía und viele traditionelle kanarische Häuser mit Holzbalkonen. Die malerischen Gassen und Plätze laden zum Entdecken ein und bieten einen Einblick in die koloniale Vergangenheit der Gemeinde.
Ein Teil dieser Strömungen bezieht sich symbolisch auf die Guanchen und versucht, Elemente ihrer Kultur in ritueller oder spiritueller Form zu rekonstruieren. Diese Bewegungen sind jedoch wissenschaftlich nicht als direkte Fortsetzung der ursprünglichen Religion zu verstehen, sondern als moderne Konstruktionen, die aus kulturellem Interesse, Identitätssuche oder spiritueller Orientierung entstehen.


Heute ist Los Realejos ein beliebtes Ziel für Besucher, die die Natur, die Geschichte und das authentische kanarische Leben schätzen. Die Gemeinde bietet zahlreiche Wanderwege, etwa durch das Naturschutzgebiet Rambla de Castro oder entlang der beeindruckenden Steilküste. Auch kulturell ist Los Realejos aktiv: Besonders hervorzuheben sind die traditionellen Feste wie die Fronleichnamsprozessionen und das Fest zu Ehren des Schutzpatrons Santiago Apóstol, die jedes Jahr zahlreiche Gäste anziehen.
Typische Formen des Neuheidentums auf Teneriffa umfassen naturspirituelle Rituale, Jahreskreisfeste, Meditation in der Natur sowie symbolische Bezugnahmen auf Elemente wie Berge, Vulkanlandschaften oder den Atlantik. Diese Praktiken überschneiden sich teilweise mit esoterischen und alternativen spirituellen Bewegungen, bleiben jedoch meist individuell oder in kleinen Gruppen organisiert.


'''La Orotava''' ist eine malerische Stadt im Norden Teneriffas mit rund 42.500 Einwohnern und liegt etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das fruchtbare Orotava-Tal, das schon vor der spanischen Eroberung von den Guanchen besiedelt war und nach 1496 zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Insel wurde. Die Stadt ist bekannt für ihren historischen Stadtkern, der zahlreiche gut erhaltene Herrenhäuser, Paläste und Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufweist und als Ensemble unter Denkmalschutz steht.
Die gesellschaftliche Bedeutung dieser Bewegungen ist insgesamt gering, da die Mehrheit der Bevölkerung Teneriffas entweder säkular oder christlich geprägt ist. Neuheidentum wird daher eher als kulturelles Randphänomen wahrgenommen, das vor allem im Kontext von Tourismus, alternativer Spiritualität und individueller Sinnsuche sichtbar wird.


Das Herz der Altstadt bildet die Plaza de la Constitución, ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucher, umgeben von bedeutenden Bauwerken wie der Kirche San Augustín und dem Rathaus. Besonders sehenswert sind die barocke Kirche Nuestra Señora de la Concepción mit ihrem markanten Zwiebelturm, das Casa de los Balcones – ein typisches Beispiel für kanarische Architektur mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen – sowie die Jardines del Marquesado de la Quinta Roja, eine beeindruckende Gartenanlage mit Terrassen und Springbrunnen. Die Altstadt lädt zum Flanieren ein, denn an jeder Ecke finden sich historische Details und ein besonderes Flair.
==== '''Römisch-Katholische Kirche''' ====
Das '''Bistum San Cristóbal de La Laguna''', auch ''Bistum Tenerife'' oder ''Bistum Nivariense'' genannt, (''Dioecesis Sancti Christophori de Laguna'' oder ''Dioecesis Nivariensis'') ist eine in Spanien gelegene römisch-katholische Diözese mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Es umfasst die westlichen Inseln des kanarischen Archipels. Schutzpatronin des Bistums ist Nuestra Señora de los Remedios. Die kleinen Schutzheiligen sind: Hl. Ferdinand von Kastilien und Hl. Elisabeth von Portugal.


Heute ist La Orotava ein beliebtes Ziel für Touristen, die sowohl die reiche Geschichte als auch die landschaftliche Schönheit des Tals schätzen. Neben dem Tourismus spielen der Bananenanbau und der Weinbau (Valle de la Orotava) eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft. Die Stadt verbindet Tradition und Moderne und bietet ihren Besuchern ein authentisches kanarisches Erlebnis mit kulturellem Charme und landschaftlicher Vielfalt.
Das Bistum wurde am 1. Februar 1819 von Papst Pius VII. durch Teilung des Bistums Kanarische Inseln errichtet und dem Erzbistum Sevilla als Suffraganbistum unterstellt. Das unter dem alten Namen weiter bestehende Bistum Kanarische Inseln erstreckt sich auf die östlichen Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Das neue Bistum San Cristóbal de La Laguna besteht hingegen aus den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Die Teilung des Gebietes der Kanarischen Inseln in zwei Diözesen wurde zum 21. Dezember 1819 gültig. Die treibende Kraft bei der Gründung des Bistums war ein katholischer Bischof und Beichtvater König Ferdinands VII. von Spanien, Cristóbal Bencomo y Rodríguez.


'''Icod de los Vinos''' ist eine historische Stadt im Nordwesten Teneriffas mit rund 24.300 Einwohnern und liegt eingebettet in ein fruchtbares, schmales Tal direkt oberhalb der Nordküste, etwa 15 Kilometer von Puerto de la Cruz entfernt. Die Stadt ist von terrassierten Weinbergen und üppigen Pinienwäldern umgeben, was ihr ein mildes Klima und eine grüne, landschaftlich reizvolle Umgebung verleiht. Der Name „de los Vinos“ verweist auf die lange Tradition des Weinbaus, der seit dem 16. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der lokalen Wirtschaft spielt.
Aufgrund der politischen Wirren in Madrid konnte der erste Bischof von San Cristóbal de La Laguna, Luis Folgueras y Sion, sein Amt erst am 12. Juli 1825 antreten. Die Diözese wurde in der Zwischenzeit durch verschiedene Kapitularvikare geleitet. Nachdem Bischof Folgueras y Sion im Jahr 1848 zum Erzbischof von Granada ernannt worden war, blieb der Bischofsstuhl vakant. Das Konkordat von 1851 sah vor, dass für die Diözese der westlichen Kanarischen Inseln ein Weihbischof ernannt werden sollte, was jedoch nie geschah. Im August 1859 wurde der Bischof der (östlichen) Kanarischen Inseln mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria als Apostolischer Administrator bestellt. Es folgten weitere Administratoren. Als sich mit dem Regierungsbeginn des Königs Alfons XII. die Beziehungen zwischen Spanien und dem Heiligen Stuhl besserten, wurde eine Neubesetzung des Bischofsstuhls geplant. Am 18. März 1877 ernannte Pius IX. den Benediktinermönch Ildefonso Infante y Macias zum zweiten Bischof von San Cristóbal de la Laguna Der letzte Bischof, Bernardo Álvarez Afonso, wurde am 29. Juni 2005 von Benedikt XVI. in das Amt berufen. Seinen Rücktritt hat der Papst Franziskus am 16. September 2024 angenommen.


Der historische Stadtkern von Icod de los Vinos ist besonders gut erhalten und lädt mit seinen verwinkelten Gassen, schattigen Plätzen und zahlreichen kanarischen Herrenhäusern mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen zum Flanieren ein. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche San Marcos aus dem 16. Jahrhundert, die Plaza de la Pila als lebendiger Treffpunkt der Einheimischen sowie das Kloster San Francisco. Die Stadt ist außerdem bekannt für ihre zahlreichen Souvenir- und Likörgeschäfte, in denen lokale Spezialitäten wie Honigrum, Mojo und Käse angeboten werden.


Die größte Attraktion ist jedoch der berühmte „Drago Milenario“, ein beeindruckender Drachenbaum, dessen Alter auf über 800 Jahre geschätzt wird und der als Nationaldenkmal gilt. Rund um den Baum erstreckt sich ein schöner Park, der zum Spazierengehen und Entspannen einlädt. Für Naturliebhaber bietet zudem die nahegelegene Cueva del Viento, eine der längsten Lavahöhlen der Welt, ein spannendes Ausflugsziel.
'''Bischöfe von San Cristobal de La Laguna'''


Die Einwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt:
* Pedro Jose Bencomo Rodríguez (1819 bis 1822), Kapitularvikar
 
* José Hilario Martinón (1822 bis 1824), Kapitularvikar
 
* Pedro José Bencomo Rodríguez (1824 bis 1825), Kapitularvikar
'''Municipios'''                             1900           1910          1920          1930          1940
* Luis Folgueras y Sión (1825 bis 1848), auch Erzbischof von Granada
 
* Domingo Morales Guedes (1848 bis 1853), Kapitularvikar
Adeje                                        1 705         2 263         2 444         2 951         4 634
* Andrés Gutiérrez Dávila (1853 bis 1859), Kapitularvikar
 
* Joaquín Lluch y Garriga (1859 bis 1868), Apostolischer Administrator, auch Bischof von Salamanca
Arafo                                        1 604         1 837         1 790         2 711         2 830
* Vicente Santamaría y López (1868 bis 1869), Kapitularvikar und Apostolischer Administrator
 
* José María Urquinaona y Bidot (1869 bis 1877), Apostolischer Administrator
Arico                                        3 724         3 496         3 576         4 083         4 433
* Ildefonso Infante y Macias, OSB (1877 bis 1882)
 
* Silverio Alonso del Castillo (1882), Kapitularvikar
Arona                                       1 971         2 311         2 523         3 482         3 611
* Jacinto María Cervera y Cervera (1882 bis 1885)
 
* Silverio Alonso del Castillo (1885 bis 1888), Kapitularvikar
Buenavista del Norte               2 113         2 245         2 341        3 327         3 504
* Ramón Torrijos y Gómez (1888 bis 1894)
 
* Nicolás Rey Redondo (1894 bis 1917)
Candelaria                                2 345         2 857         2 596         3 379         3 889
* Santiago Beyro Martín (1917 bis 1918), Kapitularvikar
* Gabriel Llompart y Jaume (1918 bis 1922)
* Santiago Beyro Martín (1922 bis 1925), Kapitularvikar
* Albino González y Menéndez-Reigada (1925 bis 1947)
* Domingo Pérez Cáceres (1946 bis 1947)
* Ricardo Pereira Díaz (1961 bis 1962), Kapitularvikar
* Fray Luis Franco Cascón, C. Ss.R. (1962 bis 1983)
* Damián Iguacén Borau (1984 bis 1991)
* Felipe Fernández García (1991 bis 2004)
* Bernardo Álvarez Afonso (2005 bis 2024)
* Antonio Manuel Pérez (2024 bis 2025), Diözesanadministrator
* Eloy Alberto Santiago Santiago (seit 2025)


Fasnia                                       1 796         2 713         2 929         2 671         3 274
==== '''Judentum''' ====
Jüdisches Leben auf den Kanarischen Inseln l#sst sich bis in die Zeit nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Viele Juden auf der Iberischen Halbinsel waren nach der Vertreibung und Zwangskonversion durch die spanische Krone gezwungen, ihre Religion im Verborgenen auszuüben oder auszuwandern. Teile dieser sefardischen Diaspora gelangten im Laufe der frühen Neuzeit auch auf die Kanarischen Inseln, darunter Teneriffa, wo sie sich teilweise in Handel und städtischem Leben integrierten.


Garachico                                 2 929         3 464         3 608         4 098         4 780
Im Laufe der folgenden Jahrhunderte blieb die jüdische Präsenz auf Teneriffa klein und stark schwankend, abhängig von wirtschaftlichen Bedingungen und politischen Entwicklungen. Erst in der Neuzeit, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert, kam es erneut zu einer sichtbaren jüdischen Gemeinde, vor allem durch Migration aus Europa, Nordafrika und später auch aus anderen Teilen der Welt.


Granadilla de Abona                3 376         3 513         3 493         4 174         5 810
Heute konzentriert sich das jüdische Leben auf Teneriffa vor allem auf städtische Zentren, insbesondere auf Santa Cruz de Tenerife sowie touristisch geprägte Gebiete. Die Gemeinde ist klein, aber organisiert und umfasst sowohl dauerhaft ansässige Familien als auch zeitweise auf der Insel lebende Personen, etwa im Zusammenhang mit Tourismus oder beruflicher Migration.


La Guancha                              1 699         1 949         2 051         2 375         2 808
Religiöses Leben findet in Form kleiner Gemeinden, privater Treffen und gelegentlicher Gottesdienste statt. Aufgrund der begrenzten Größe gibt es keine große Anzahl an Synagogen oder religiösen Einrichtungen, jedoch bestehen Kontakte zu jüdischen Organisationen auf dem spanischen Festland.


Guía de Isora                            3 323         4 329         4 620         4 794         4 903
Die heutige jüdische Bevölkerung auf Teneriffa ist ethnisch und kulturell vielfältig und besteht überwiegend aus Menschen mit europäischem, nordafrikanischem oder lateinamerikanischem Hintergrund. Sie ist vollständig in die multikulturelle Gesellschaft der Insel eingebettet und nimmt am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil.


Güímar                                     5 120         5 897         6 305         8 815       10 374
==== '''Esoterik''' ====


Icod de los Vinos                     6 706         7 517         9 028       11 027       13 263
== '''Siedlungen''' ==
[[Datei:Tenerife Landschaft.png|rechts]]


La Laguna                              13 074      16 322       16 871       24 228       33 042
Die Einwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt:


La Matanza de Acentejo          2 030         2 336         2 199       2 591          2 979


La Orotava                               9 182       11 242       12 208      14 436       17 682
{| class="wikitable"
 
!Municipio
Puerto de la Cruz                     5 562         6 553         7 036         8 818       10 695
!1900
 
!1910
Los Realejos                             7 035         8 497         9 601       12 601       13 917
!1920
 
!1930
El Rosario                                 2 767         3 588         3 509         4 421         5 602
!1940
 
!1950
San Juan de la Rambla             2 024         2 277         2 317         2 757         3 064
!1960
 
!1970
San Miguel                               1 785         1 943         2 023         2 047         2 241
!1981
 
!1992
Santa Cruz de Tenerife           38 419      63 004       52 432       62 087       72 358
|-
 
|Adeje
Santa Ursula                             2 113         2 372         2 433         3 217         3 794
|1.705
 
|2.263
Santiago del Teide                   1 432         1 514         1 753         1 734         1 895
|2.444
 
|2.951
El Sauzal                                  1 478         1 645         1 765         2 284         2 828
|4.634
 
|3.907
Los Silos                                   1 452         1 736         2 003         3 475         4 172
|5.259
 
|6.688
Tacoronte                                 4 204         5 071         5 258         6 402         7 911
|11.932
 
|11.047
El Tanque                                 1 189         1 422         1 618         1 804         1 804
|-
 
|Arafo
Tegueste                                   1 859         2 237         2 368         3 048         3 048
|1.604
 
|1.837
La Victoria de Acetejo             2 787         3 010         2 930         3 490         3 490
|1.790
 
|2.711
Vilaflor                                     1 191         1 147         1 360         1 550         1 672
|2.830
 
|3.184
'''Municipios'''                                 1950        1960          1970            1981         1992
|3.176
 
|3.684
Adeje                                          3 907       5 259         6 688       11 932       11 047
|3.609
 
|4.232
Arafo                                          3 184       3 176         3 684          3 609         4 232
|-
 
|Arico
Arico                                          5 391       5 336         4 189          4 228         4 697
|3.724
 
|3.496
Arona                                         4 690       6 469       10 942       17 739       23 434
|3.576
 
|4.083
Buenavista del Norte                 3 640       4 464         4 764          4 538         5 582
|4.433
 
|5.391
Candelaria                                  4 405       4 795         5 831          7 307       10 915
|5.336
 
|4.189
Fasnia                                         3 404       3 197         2 530          2 230         2 224
|4.228
 
|4.697
Garachico                                   4 617       4 869         4 487          4 677         5 983
|-
 
|Arona
Granadilla de Abona                  6 053       8 552       10 118       13 873       17 019
|1.971
 
|2.311
La Guancha                                3 462       3 630         4 249          4 878         5 230
|2.523
 
|3.482
Guía de Isora                              4 618       7 858         9 678       10 020       12 020
|3.611
 
|4.690
Güímar                                     10 898     10 972       12 131       13 485       14 587
|6.469
 
|10.942
Icod de los Vinos                     13 477     15 042       15 042       18 612       21 553
|17.739
 
|23.434
La Laguna                                41 731     57 344       79 963     112 635     112 917
|-
 
|Buenavista del Norte
La Matanza de Acentejo            3 451       3 686         4 318          5 323         5 997
|2.113
 
|2.245
La Orotava                               20 218     22 371       26 840       31 394       35 303
|2.341
 
|3.327
Puerto de la Cruz                     12 109     15 248       45 970       39 241       25 769
|3.504
 
|3.640
Los Realejos                             15 541     17 777       21 741       25 721       30 022
|4.464
 
|4.764
El Rosario                                   6 159       8 118       15 783          5 570         8 428
|4.538
 
|5.582
San Juan de la Rambla               3 786       4 271         4 765          4 464         4 525
|-
 
|Candelaria
San Miguel                                 2 383       3 117         4 939          3 834         5 325
|2.345
 
|2.857
Santa Cruz de Tenerife           103 446    133 100     151 361      190 784     200 172
|2.596
|3.379
|3.889
|4.405
|4.795
|5.831
|7.307
|10.915
|-
|Fasnia
|1.796
|2.713
|2.929
|2.671
|3.274
|3.404
|3.197
|2.530
|2.230
|2.224
|-
|Garachico
|2.929
|3.464
|3.608
|4.098
|4.780
|4.617
|4.869
|4.487
|4.677
|5.983
|-
|Granadilla de Abona
|3.376
|3.513
|3.493
|4.174
|5.810
|6.053
|8.552
|10.118
|13.873
|17.019
|-
|La Guancha
|1.699
|1.949
|2.051
|2.375
|2.808
|3.462
|3.630
|4.249
|4.878
|5.230
|-
|Guía de Isora
|3.323
|4.329
|4.620
|4.794
|4.903
|4.618
|7.858
|9.678
|10.020
|12.020
|-
|Güímar
|5.120
|5.897
|6.305
|8.815
|10.374
|10.898
|10.972
|12.131
|13.485
|14.587
|-
|Icod de los Vinos
|6.706
|7.517
|9.028
|11.027
|13.263
|13.477
|15.042
|15.042
|18.612
|21.553
|-
|La Laguna
|13.074
|16.322
|16.871
|24.228
|33.042
|41.731
|57.344
|79.963
|112.635
|112.917
|-
|La Matanza de Acentejo
|2.030
|2.336
|2.199
|2.591
|2.979
|3.451
|3.686
|4.318
|5.323
|5.997
|-
|La Orotava
|9.182
|11.242
|12.208
|14.436
|17.682
|20.218
|22.371
|26.840
|31.394
|35.303
|-
|Puerto de la Cruz
|5.562
|6.553
|7.036
|8.818
|10.695
|12.109
|15.248
|45.970
|39.241
|25.769
|-
|Los Realejos
|7.035
|8.497
|9.601
|12.601
|13.917
|15.541
|17.777
|21.741
|25.721
|30.022
|-
|El Rosario
|2.767
|3.588
|3.509
|4.421
|5.602
|6.159
|8.118
|15.783
|5.570
|8.428
|-
|San Juan de la Rambla
|2.024
|2.277
|2.317
|2.757
|3.064
|3.786
|4.271
|4.765
|4.464
|4.525
|-
|San Miguel
|1.785
|1.943
|2.023
|2.047
|2.241
|2.383
|3.117
|4.939
|3.834
|5.325
|-
|Santa Cruz de Tenerife
|38.419
|63.004
|52.432
|62.087
|72.358
|103.446
|133.100
|151.361
|190.784
|200.172
|-
|Santa Ursula
|2.113
|2.372
|2.433
|3.217
|3.794
|4.448
|4.814
|6.223
|7.821
|8.766
|-
|Santiago del Teide
|1.432
|1.514
|1.753
|1.734
|1.895
|1.841
|2.253
|3.414
|3.969
|6.057
|-
|El Sauzal
|1.478
|1.645
|1.765
|2.284
|2.828
|3.220
|3.677
|4.795
|5.034
|6.349
|-
|Los Silos
|1.452
|1.736
|2.003
|3.475
|4.172
|4.404
|4.773
|4.994
|5.148
|5.377
|-
|Tacoronte
|4.204
|5.071
|5.258
|6.402
|7.911
|9.930
|10.282
|12.025
|15.640
|17.299
|-
|El Tanque
|1.189
|1.422
|1.618
|1.804
|1.804
|2.263
|2.240
|2.199
|2.273
|3.074
|-
|Tegueste
|1.859
|2.237
|2.368
|3.048
|3.048
|3.870
|4.217
|5.312
|6.504
|8.135
|-
|La Victoria de Acentejo
|2.787
|3.010
|2.930
|3.490
|3.490
|5.247
|5.169
|6.132
|7.030
|7.443
|-
|Vilaflor
|1.191
|1.147
|1.360
|1.550
|1.672
|1.934
|1.691
|1.429
|1.450
|1.554
|}
Die Inselhauptstadt '''Santa Cruz de Tenerife''' liegt an der nordöstlichen Küste der Insel. Mit rund 211.000 Einwohnern (Stand: 2024) ist sie eine der größten Städte des Archipels und bildet gemeinsam mit den Nachbarstädten La Laguna, Tegueste und El Rosario einen bedeutenden Ballungsraum. Die Stadt hat sich von einem kleinen Fischerdorf, das 1494 gegründet wurde, zu einer modernen Hafen- und Wirtschaftsmetropole entwickelt. Ihr Hafen zählt zu den wichtigsten des Atlantiks und empfängt regelmäßig große Kreuzfahrtschiffe, was die internationale Bedeutung Santa Cruz’ unterstreicht.


Santa Ursula                               4 448       4 814         6 223          7 821         8 766
Das Stadtbild ist geprägt von einem Mix aus historischer Architektur und modernen Bauwerken. Im Zentrum befindet sich der historische Stadtkern, der von der Calle de La Noria, der Plaza de España und der Plaza de Candelaria eingerahmt wird. Hier finden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Kirche La Concepción, die Kirche San Francisco, der Markt Nuestra Señora de África und der García Sanabria-Park. Ein besonderes Wahrzeichen der Stadt ist das Auditorio de Tenerife, eine spektakuläre Konzert- und Kongresshalle, die vom Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde und mit ihrer markanten Dachkonstruktion das moderne Gesicht der Stadt symbolisiert.


Santiago del Teide                     1 841       2 253         3 414          3 969         6 057
Historisch war Santa Cruz lange Zeit nur der Hafen der eigentlichen Hauptstadt '''La Laguna''', bis ein Vulkanausbruch im Jahr 1706 den Hafen von Garachico zerstörte und Santa Cruz zur wichtigsten Hafenstadt der Insel aufstieg. Ein weiteres Schlüsselereignis war die erfolgreiche Abwehr des Angriffs durch den britischen Admiral Horatio Nelson im Jahr 1797, der dem Ort hohes Ansehen verschaffte und dessen Verteidigungsleistung bis heute gefeiert wird.


El Sauzal                                    3 220       3 677         4 795          5 034         6 349
San Cristóbal de La Laguna, meist einfach La Laguna genannt, ist eine der bedeutendsten Städte auf Teneriffa und liegt im Norden der Insel, nur wenige Kilometer westlich von Santa Cruz de Tenerife. Die Stadt wurde 1496 gegründet und war bis 1822 die erste Hauptstadt Teneriffas sowie das geistige, politische und religiöse Zentrum der Insel. Mit rund 160.000 Einwohnern ist La Laguna heute die zweitgrößte Stadt Teneriffas und bildet gemeinsam mit Santa Cruz einen großen Ballungsraum.


Los Silos                                     4 404       4 773         4 994          5 148         5 377
La Laguna ist berühmt für ihren historischen Stadtkern, der mit seinen schachbrettartig angelegten Straßen, den farbenfrohen Fassaden und zahlreichen prächtigen Herrenhäusern und Palästen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert beeindruckt. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gilt als eines der schönsten Beispiele für eine kolonial geprägte Stadtlandschaft in Spanien. Besonders sehenswert sind unter anderem die Kathedrale, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Museen und historische Plätze.


Tacoronte                                   9 930     10 282       12 025       15 640       17 299
Die Stadt liegt auf etwa 550 Metern über dem Meeresspiegel, was ihr ein für Teneriffa ungewöhnlich mildes und feuchtes Klima beschert – geprägt vom Nordostpassatwind, der für kühle Temperaturen und häufige Regenschauer sorgt. Diese Höhenlage machte La Laguna einst auch vor Piratenüberfällen sicher und begünstigte die Landwirtschaft in der fruchtbaren Senke von Aguere7. Bis heute gilt La Laguna als kulturelles und religiöses Zentrum der Kanaren, nicht zuletzt durch die renommierte Universität und den Bischofssitz.


El Tanque                                   2 263       2 240         2 199          2 273         3 074
'''Güímar''' befindet sich im Nordosten Teneriffas mit etwa 21.700 Einwohnern (Stand 2024) und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 289 Metern über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das Valle de Güímar, eine fruchtbare Ebene, die durch vulkanische Aktivitäten und das Abrutschen von Material ins Meer entstanden ist. Die Gemeinde grenzt an Santa Cruz de Tenerife im Osten, Arafo im Norden, Fasnia im Süden und La Orotava im Westen und ist sowohl über die Südautobahn TF-1 als auch über die alte Küstenstraße mit Santa Cruz verbunden.


Tegueste                                     3 870       4 217         5 312          6 504         8 135
Der historische Ortskern von Güímar besticht durch sehenswerte Gebäude wie die Kapelle San Pedro de Arriba, das Rathaus (ehemaliges Dominikanerkloster mit schönem Kreuzgang) und die Kirche San Pedro Apóstol, die unter Denkmalschutz steht. Die Architektur spiegelt die koloniale Vergangenheit wider, und zahlreiche Bürgerhäuser sowie Kirchen aus dem 17. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Besonders hervorzuheben ist die Marienfigur Virgen de las Aguas in der Kapelle San Pedro de Arriba sowie die barocke Kirche San Pedro Apóstol mit ihrem kunstvoll verzierten Portal und dem ziselierten Hochaltar.


La Victoria de Acetejo               5 247        5 169         6 132          7 030         7 443
Neben dem historischen Zentrum ist Güímar vor allem für die weltbekannten Pyramiden von Güímar bekannt, sechs rechteckige Terrassenbauten aus Lavastein, deren genaue Herkunft und Funktion noch immer Rätsel aufgeben. Die Pyramiden sind heute Teil eines archäologischen Parks mit Museum, das die verschiedenen Theorien zur Entstehung präsentiert. In der Umgebung locken das Naturschutzgebiet Malpaís de Güímar mit beeindruckenden Lavalandschaften und die landschaftlich reizvolle Schlucht Barranco de Badajoz Besucher an.


Vilaflor                                       1 934       1 691         1 429          1 450         1 554
'''Puerto de la Cruz''' ist das wichtigste touristische Zentrum an der Nordküste Teneriffas und liegt im fruchtbaren Orotava-Tal, südwestlich der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Mit rund 30.500 Einwohnern ist sie zwar die achtgrößte Gemeinde der Insel, aber mit nur etwa 8,7 Quadratkilometern Fläche zugleich die am dichtesten besiedelte und kleinste Gemeinde Teneriffas. Das Klima ist ganzjährig mild und feucht, geprägt vom Nordostpassat, was für eine üppige Vegetation und eine abwechslungsreiche Landschaft aus Bananenplantagen, Weinbergen und subtropischen Gärten sorgt.


== '''Verkehr''' ==
Das Stadtbild von Puerto de la Cruz verbindet Tradition und Moderne: Die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, dem zentralen Plaza del Charco und den schattigen Plätzen lädt zum Flanieren ein und bewahrt den Charme des ehemaligen Fischerdorfes. Zu den Highlights zählen die Kirche La Peña de Francia, die alte Hafenmole, das Fischerviertel sowie die berühmten Meerwasserschwimmbecken Lago Martiánez, die von César Manrique entworfen wurden. Im Stadtteil Punta Brava befindet sich der bekannte Loro Parque, einer der meistbesuchten Tierparks Europas.
Die Insel ist international vernetzt und verfügt über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz.
 
Neben dem Strandleben und den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen wie dem Internationalen Straßenkunstfestival MUECA, der Semana Bávara oder dem Karneval bietet Puerto de la Cruz auch vielfältige Möglichkeiten für Aktivurlauber – von Wanderungen entlang der Küste oder zum Teide bis hin zu Wassersportarten wie Tauchen und Stand-Up-Paddling. Die Stadt bleibt dabei authentisch und lebendig, mit einem pulsierenden Nachtleben und einer großen Auswahl an Restaurants, Bars und Cafés.
 
'''Los Realejos''' ist eine charmante Stadt etwa 12 Kilometer nördlich von Puerto de la Cruz gelegen, mit rund 37.000 Einwohnern. Sie breitet sich über das untere Orotava-Tal aus und ist bekannt für ihre fruchtbaren Landschaften, die von Bananenplantagen, Weinreben und subtropischen Gärten geprägt werden. Los Realejos besteht aus mehreren Ortsteilen, darunter Realejo Alto und Realejo Bajo, die sich entlang der alten Königsstraße „Camino Real“ erstrecken und von einer langen Geschichte als bedeutende Siedlungszentren zeugen.
 
Historisch gesehen war Los Realejos Schauplatz eines wichtigen Kapitels der kanarischen Geschichte: Im Jahr 1496 fand hier die Unterwerfung der letzten Guanchen unter die spanischen Eroberer statt, was das Ende des Widerstands der Ureinwohner markierte. In der Altstadt finden sich zahlreiche historische Gebäude, darunter die Kirche Santiago Apóstol, eine der ältesten Kirchen Teneriffas, sowie das Kloster Santa Lucía und viele traditionelle kanarische Häuser mit Holzbalkonen. Die malerischen Gassen und Plätze laden zum Entdecken ein und bieten einen Einblick in die koloniale Vergangenheit der Gemeinde.
 
Heute ist Los Realejos ein beliebtes Ziel für Besucher, die die Natur, die Geschichte und das authentische kanarische Leben schätzen. Die Gemeinde bietet zahlreiche Wanderwege, etwa durch das Naturschutzgebiet Rambla de Castro oder entlang der beeindruckenden Steilküste. Auch kulturell ist Los Realejos aktiv: Besonders hervorzuheben sind die traditionellen Feste wie die Fronleichnamsprozessionen und das Fest zu Ehren des Schutzpatrons Santiago Apóstol, die jedes Jahr zahlreiche Gäste anziehen.
 
'''La Orotava''' ist eine malerische Stadt im Norden Teneriffas mit rund 42.500 Einwohnern und liegt etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das fruchtbare Orotava-Tal, das schon vor der spanischen Eroberung von den Guanchen besiedelt war und nach 1496 zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Insel wurde. Die Stadt ist bekannt für ihren historischen Stadtkern, der zahlreiche gut erhaltene Herrenhäuser, Paläste und Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufweist und als Ensemble unter Denkmalschutz steht.
 
Das Herz der Altstadt bildet die Plaza de la Constitución, ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucher, umgeben von bedeutenden Bauwerken wie der Kirche San Augustín und dem Rathaus. Besonders sehenswert sind die barocke Kirche Nuestra Señora de la Concepción mit ihrem markanten Zwiebelturm, das Casa de los Balcones – ein typisches Beispiel für kanarische Architektur mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen – sowie die Jardines del Marquesado de la Quinta Roja, eine beeindruckende Gartenanlage mit Terrassen und Springbrunnen. Die Altstadt lädt zum Flanieren ein, denn an jeder Ecke finden sich historische Details und ein besonderes Flair.
 
Heute ist La Orotava ein beliebtes Ziel für Touristen, die sowohl die reiche Geschichte als auch die landschaftliche Schönheit des Tals schätzen. Neben dem Tourismus spielen der Bananenanbau und der Weinbau (Valle de la Orotava) eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft. Die Stadt verbindet Tradition und Moderne und bietet ihren Besuchern ein authentisches kanarisches Erlebnis mit kulturellem Charme und landschaftlicher Vielfalt.
 
'''Icod de los Vinos''' ist eine historische Stadt im Nordwesten Teneriffas mit rund 24.300 Einwohnern und liegt eingebettet in ein fruchtbares, schmales Tal direkt oberhalb der Nordküste, etwa 15 Kilometer von Puerto de la Cruz entfernt. Die Stadt ist von terrassierten Weinbergen und üppigen Pinienwäldern umgeben, was ihr ein mildes Klima und eine grüne, landschaftlich reizvolle Umgebung verleiht. Der Name „de los Vinos“ verweist auf die lange Tradition des Weinbaus, der seit dem 16. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der lokalen Wirtschaft spielt.
 
Der historische Stadtkern von Icod de los Vinos ist besonders gut erhalten und lädt mit seinen verwinkelten Gassen, schattigen Plätzen und zahlreichen kanarischen Herrenhäusern mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen zum Flanieren ein. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche San Marcos aus dem 16. Jahrhundert, die Plaza de la Pila als lebendiger Treffpunkt der Einheimischen sowie das Kloster San Francisco. Die Stadt ist außerdem bekannt für ihre zahlreichen Souvenir- und Likörgeschäfte, in denen lokale Spezialitäten wie Honigrum, Mojo und Käse angeboten werden.
 
Die größte Attraktion ist jedoch der berühmte „Drago Milenario“, ein beeindruckender Drachenbaum, dessen Alter auf über 800 Jahre geschätzt wird und der als Nationaldenkmal gilt. Rund um den Baum erstreckt sich ein schöner Park, der zum Spazierengehen und Entspannen einlädt. Für Naturliebhaber bietet zudem die nahegelegene Cueva del Viento, eine der längsten Lavahöhlen der Welt, ein spannendes Ausflugsziel.
== '''Verkehr''' ==
Die Insel ist international vernetzt und verfügt über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz.


=== '''Straßenverkehr''' ===
=== '''Straßenverkehr''' ===
Die Nordautobahn TF-5 führt von der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife in das Ferienzentrum Puerto de la Cruz. Sie endet in Los Realejos und führt als Landstraße weiter bis Icod de los Vinos.
Das Straßen- und Bussystem Teneriffas ist gut ausgebaut und stellt die wichtigste Grundlage für Mobilität innerhalb der Insel dar. Aufgrund der geografischen Struktur mit Gebirgen, Tälern und Küstenregionen ist das Verkehrsnetz stark auf einige Hauptachsen konzentriert, die die wichtigsten Städte, touristischen Zentren und Flughäfen miteinander verbinden.


Die Südautobahn TF-1 führt von Santa Cruz nach Los Cristianos, Costa Adeje und Playa de Las Américas und endet in Adeje. Der Bau der TF-1 und des Flughafens Teneriffa Süd trieb die Entwicklung im Süden Teneriffas enorm voran und ermöglichte die Entwicklung vieler Orte an der Südostküste (zum Beispiel Abades).
Die zentrale Verkehrsachse im Norden ist die Autopista TF-5. Sie verbindet Santa Cruz de Tenerife mit dem nördlichen Ballungsraum, insbesondere Richtung La Laguna und Puerto de la Cruz. Die Autobahn endet im Bereich von Los Realejos und geht anschließend in das regionale Straßennetz über, das weiter in Richtung Icod de los Vinos führt. Diese Achse ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken der Insel und stark frequentiert.


Besonderheit: Ein Sonderfahrstreifen für Busse führt auf der Nordautobahn zwischen einem Fahrbahnteiler und der Mittelleitplanke stadteinwärts durch einen Tunnel direkt zum Busbahnhof Santa Cruz (Intercambiador de Transportes), während der übrige Verkehr in eine andere Richtung geführt wird.
Im Süden verläuft die Autopista TF-1. Sie verbindet die Hauptstadt mit den touristisch stark entwickelten Regionen im Süden, darunter Los Cristianos, Playa de las Américas und Costa Adeje. Die TF-1 endet im Bereich von Adeje und bildet die zentrale Lebensader des südlichen Tourismusgebiets. Der Bau dieser Autobahn sowie die Entwicklung des Teneriffa Süd Flughafen haben die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region entscheidend beschleunigt.


Als preiswertes und zuverlässiges Verkehrsmittel gelten die grünen Linienbusse der TITSA (örtliche Bezeichnung: Guagua), die fast jede Ortschaft auf der Insel bedienen. Die Hauptrouten über die Südautobahn von Las Americas beziehungsweise Los Cristianos im Süden der Insel nach Santa Cruz und die Nordautobahn nach Puerto de la Cruz im Norden werden von modernen klimatisierten Bussen mit Gepäckfächern gefahren. Zu den beiden Flughäfen Teneriffa Nord (Los Rodeos) und Süd (Reina Sofía) verkehren mindestens stündlich Busse.
Eine besondere verkehrstechnische Lösung stellt auf der Nordautobahn ein separater Busfahrstreifen dar, der den öffentlichen Verkehr beschleunigt. Dieser führt teilweise zwischen Fahrbahntrennung und Leitplanke hindurch und ermöglicht eine direkte und schnelle Anbindung an den zentralen Verkehrsknotenpunkt in Santa Cruz de Tenerife, insbesondere zum großen Busbahnhof (Intercambiador de Transportes). Dadurch wird der öffentliche Verkehr gegenüber dem Individualverkehr deutlich bevorzugt.


Der öffentliche Busverkehr wird auf der gesamten Insel von der Gesellschaft TITSA betrieben. Die Busse werden im Alltag als „guagua“ bezeichnet und bilden das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Das Streckennetz ist sehr dicht und verbindet nahezu alle Ortschaften der Insel miteinander. Besonders wichtig sind die Hauptlinien zwischen Nord und Süd, die sowohl die touristischen Zentren als auch die Wohngebiete effizient anbinden.


'''Straßen''':
Zwischen den beiden internationalen Flughäfen der Insel bestehen regelmäßige Busverbindungen. Der Teneriffa Nord Flughafen und der Teneriffa Süd Flughafen werden mindestens im Stundentakt durch öffentliche Buslinien verbunden. Diese Verbindungen sind besonders wichtig für Touristen und Pendler und tragen wesentlich zur Erreichbarkeit der Insel bei.


insgesamt                    3836 km


davon asphaltiert                    1 376 km                    0,713 km/km²


Fahrzeugbestand 1991:
'''Straßen''':


insgesamt                                315 694                      0,506 pro Person
* insgesamt  38.36 km
* davon aspfaltiert 1.376 km (0,713 km/km²)


           davon  Pkw                                        236 055
Fahrzeugbestand 1991:


                       Mopeds und Motorräder         59 017
* insgesamt   315.694 (0,506 pro Person)
* Pkw  236.055
* Mopeds und Motorräder 59.017
* Lkw  15.844
* Autobusse  1.782
* Nutzfahrzeuge  548
* sonstige  2.448


                       Lkw                                          15 844
=== '''Straßenbahn''' ===
Die Straßenbahn auf Teneriffa („Tranvía de Tenerife“) ist das einzige schienengebundene Nahverkehrssystem der Insel und spielt insbesondere im Großraum zwischen der Hauptstadt und der Universitätsstadt eine wichtige Rolle im öffentlichen Verkehr. Sie wurde im 21. Jahrhundert neu eingeführt, um die stark belasteten Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten urbanen Zentren zu entlasten und eine umweltfreundliche Alternative zum Autoverkehr zu schaffen.


                       Autobusse                                  1 782
Die erste Linie wurde am 2. Juni 2007 in Betrieb genommen und verbindet Santa Cruz de Tenerife mit San Cristóbal de La Laguna. Diese Strecke verläuft durch stark besiedelte Stadtgebiete und ist besonders für Pendler, Studierende und Beschäftigte im öffentlichen Dienst von großer Bedeutung. Sie stellt eine schnelle Verbindung zwischen dem Verwaltungszentrum und dem Bildungs- und Wohnzentrum im Norden dar.


                       Nutzfahrzeuge                               548
Eine zweite Linie wurde 2009 eröffnet und erschließt zusätzliche Stadtteile im Großraum Santa Cruz–La Laguna. Dadurch wurde das Netz verdichtet und die Erreichbarkeit wichtiger Wohn- und Arbeitsgebiete weiter verbessert. Die Straßenbahn ist vollständig barrierefrei und wird in kurzen Taktzeiten betrieben, wodurch sie eine hohe Nutzerfreundlichkeit erreicht.


                       sonstige                                      2 448
Die Straßenbahn ist in das größere Verkehrsnetz der Insel integriert, das von der Busgesellschaft TITSA betrieben wird. Umsteigepunkte an zentralen Knoten wie dem Intercambiador in Santa Cruz ermöglichen eine Kombination aus Bus- und Bahnverkehr und verbessern die regionale Mobilität erheblich.


=== '''Straßenbahn''' ===
Langfristig gab und gibt es Pläne zur Erweiterung des Schienennetzes, unter anderem in Richtung Teneriffa Nord Flughafen sowie mögliche Verbindungen in den Süden der Insel. Diese Projekte wurden jedoch bisher nur teilweise oder noch nicht umgesetzt, da sie hohe Investitionen und komplexe topografische Anpassungen erfordern würden.
Eine rund zwölf Kilometer lange Straßenbahnlinie („Tranvía“) verbindet seit dem 2. Juni 2007 Santa Cruz mit den nördlichen Vororten, der Universität und der Innenstadt von La Laguna. Eine zweite Linie besteht seit dem 30. Mai 2009 zwischen den Ortsteilen La Cuesta und Tincer. Eine Verlängerung zum Flughafen Teneriffa Nord wird (Stand 2009) diskutiert; ebenso der Bau einer Eisenbahnlinie, die Santa Cruz mit dem Inselsüden und dem Flughafen Tenerife Sur Reina Sofía verbinden soll.


=== '''Seilbahn''' ===
=== '''Seilbahn''' ===
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=== '''Schiffsverkehr''' ===
=== '''Schiffsverkehr''' ===
Fähren (zum Beispiel Fred. Olsen Express) verbinden Los Cristianos mit San Sebastián de la Gomera, El Hierro (Puerto de Estaca), Santa Cruz de La Palma sowie Agaete auf Gran Canaria.
Der wichtigste Hafen der Insel ist der Hafen von Santa Cruz de Tenerife. Er gehört zu den bedeutendsten Häfen der Kanarischen Inseln und ist ein zentraler Knotenpunkt für Handelsschifffahrt, Containerumschlag, Kreuzfahrttourismus und Fährverkehr. Aufgrund seiner strategischen Lage im Atlantik dient er zudem als Zwischenstopp für Schiffe auf transatlantischen Routen zwischen Europa, Afrika und Amerika.
 
Ein zweiter wichtiger Hafen befindet sich im Nordwesten der Insel in Puerto de la Cruz-Region sowie insbesondere im nahegelegenen Hafen von Los Cristianos im Süden, der eine zentrale Rolle im interinsularen Fährverkehr spielt. Von hier aus bestehen regelmäßige Verbindungen zu anderen Inseln des Archipels, insbesondere nach Gran Canaria, La Gomera, La Palma und El Hierro. Diese Fährverbindungen werden sowohl von Passagieren als auch für den Gütertransport genutzt und sind ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Mobilität.
 
Der Hafen von Santa Cruz ist stark in den internationalen Kreuzfahrttourismus eingebunden. Jährlich laufen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe die Insel an, was einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor für den lokalen Tourismussektor darstellt. Passagiere nutzen die Insel häufig als Zwischenstopp für Ausflüge in die Hauptstadt oder in die Naturräume der Insel.
 
Neben dem Passagierverkehr spielt der Frachtverkehr eine ebenso wichtige Rolle. Über den Hafen werden Lebensmittel, Baustoffe, Maschinen und Konsumgüter importiert, da Teneriffa stark von Importen abhängig ist. Gleichzeitig werden regionale Produkte wie Agrarwaren und verarbeitete Güter exportiert, allerdings in deutlich geringerem Umfang.


Der Fährverkehr zwischen den Inseln wird von mehreren Reedereien betrieben und ist gut ausgebaut. Schnellfähren verbinden die wichtigsten Inseln in kurzen Zeitintervallen, wodurch sowohl Pendlerverkehr als auch Tourismus erleichtert werden. Besonders die Verbindung zwischen Teneriffa und Gran Canaria gehört zu den meistfrequentierten Seerouten der Kanaren.


'''Leuchttürme:'''
'''Leuchttürme:'''
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* Befeuerung:  
* Befeuerung:  
* Tragweite:  33 km
* Tragweite:  33 km
*


=== '''Flugverkehr''' ===
=== '''Flugverkehr''' ===
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=== '''Landwirtschaft''' ===
=== '''Landwirtschaft''' ===
Die Landwirtschaft auf Teneriffa spielt trotz des starken Tourismussektors nach wie vor eine wichtige wirtschaftliche und kulturelle Rolle für die Insel. Etwa 20% der Fläche Teneriffas werden landwirtschaftlich genutzt, und rund 20.000 Menschen sind in diesem Bereich beschäftigt. Hauptkulturen und Produkte sind:
Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist trotz der dominierenden Rolle von Tourismus und Dienstleistungen weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Inselwirtschaft und prägt vor allem die ländlichen Regionen sowie die Kulturlandschaft nachhaltig. Sie ist stark von den unterschiedlichen Klimazonen, Höhenstufen und der vulkanischen Bodenstruktur der Insel abhängig.


* Der Bananenanbau ist die bedeutendste landwirtschaftliche Tätigkeit auf Teneriffa. Die Insel ist innerhalb des Kanarischen Archipels der größte Bananenproduzent. Die jährliche Produktion liegt bei etwa 150.000 Tonnen, wobei über 90% für den nationalen Markt bestimmt sind. Bananenplantagen finden sich vor allem an der Nordküste, etwa im Valle de La Orotava und Valle de Guerra.
Ein zentraler Schwerpunkt ist der Bananenanbau, der als wichtigste landwirtschaftliche Tätigkeit gilt. Teneriffa ist innerhalb des Kanarischen Archipels einer der größten Produzenten dieser Frucht. Die Produktion konzentriert sich vor allem auf die feuchteren und fruchtbaren Gebiete im Norden der Insel, insbesondere in den Tälern von La Orotava und Güímar sowie in weiteren Küstenzonen mit geeigneter Bewässerung. Der Großteil der Bananen wird auf den spanischen Binnenmarkt exportiert. Der Anbau ist stark arbeitsintensiv und erfordert intensive Bewässerung sowie Schutzmaßnahmen gegen Wind und Erosion.
* Tomaten werden hauptsächlich im südlichen Küstenbereich angebaut, oft unter Plastikplanen, um die Pflanzen vor Wind und Wetter zu schützen.
* Kartoffeln sind ebenfalls ein wichtiges Produkt. Sie werden insbesondere in den mittleren Höhenlagen angebaut und haben sich an die klimatischen Bedingungen Teneriffas angepasst.
* Neben Bananen und Tomaten werden viele weitere Früchte und Gemüsearten angebaut, darunter Orangen, Mangos, Zitronen, Erdbeeren, Kiwis, Ananas, Papayas, Avocados, Gurken und verschiedene Gemüsesorten.
* Anbau von Zierpflanzen, insbesondere Strelizien, Sukkulenten, Kakteen und Palmen, hat an Bedeutung gewonnen und ist ein wichtiger Exportzweig.


Im Süden der Insel dominiert der Gemüse- und Tomatenanbau. Diese Kulturen werden häufig unter Plastik- oder Gewächshausstrukturen angebaut, um die Pflanzen vor Trockenheit, Wind und unregelmäßigen Niederschlägen zu schützen. Diese Form der intensiven Landwirtschaft ist stark exportorientiert und war historisch besonders auf den europäischen Markt ausgerichtet.


Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist auf ausgeklügelte Bewässerungssysteme angewiesen. Die Böden sind durch intensive Nutzung teils ausgelaugt, was zu Versalzung führen kann. Künstliche Mauern schützen die Bananenpflanzen vor den Passatwinden.
In den mittleren Höhenlagen Teneriffas spielt der Anbau von Kartoffeln eine wichtige Rolle. Diese haben sich gut an die klimatischen Bedingungen angepasst und sind ein traditionelles Grundnahrungsmittel der Inselbevölkerung. Ergänzt wird der landwirtschaftliche Sektor durch den Anbau einer Vielzahl weiterer Obst- und Gemüsesorten, darunter Zitrusfrüchte, Avocados, Mangos, Papayas, Ananas sowie verschiedene Hülsenfrüchte und lokale Gemüsesorten.


Im Hochland zwischen 400 und 1.200 Metern gibt es eine große Vielfalt an traditionell angebauten Sorten, darunter Kastanien, Birnen, Feigen, Hülsenfrüchte, Süßkartoffeln, Gemüse und Getreide. Immer mehr Betriebe setzen auf nachhaltige und ökologische Anbaumethoden, wie Permakultur und Bio-Anbau. Die Landwirtschaft auf Teneriffa steht im harten Wettbewerb mit Produkten aus Südamerika und Afrika. Der Beitritt Spaniens zur EU hat die wirtschaftliche Lage der Bananenbauern zusätzlich erschwert.
Ein wachsender Bereich ist der Anbau von Zierpflanzen und Exportblumen. Dazu gehören insbesondere Strelitzien, Sukkulenten, Kakteen und Palmenarten, die aufgrund des milden Klimas und der vielfältigen Mikroklimata gut gedeihen und international vermarktet werden.


Die Viehzucht ist auf Teneriffa von geringerer wirtschaftlicher Bedeutung als der Pflanzenbau, spielt aber kulturell und territorial eine wichtige Rolle. Ziegenzucht ist besonders traditionell und symbolträchtig, auch wenn der Geflügelbestand größer ist.
Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist stark von Bewässerungssystemen abhängig, da die natürlichen Niederschläge regional sehr unterschiedlich verteilt sind. Besonders im Süden besteht ein struktureller Wassermangel, der durch Stauseen, Wasserleitungen und teilweise auch Entsalzungsanlagen ausgeglichen wird. Gleichzeitig führen intensive Nutzung und Bewässerung in einigen Gebieten zu Problemen wie Bodenerosion oder Versalzung.


In den höher gelegenen Regionen zwischen etwa 400 und 1.200 Metern findet eine eher traditionelle und diversifizierte Landwirtschaft statt. Dort werden unter anderem Kastanien, Feigen, Weinreben, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte und verschiedene Getreidearten angebaut. Diese kleinstrukturierte Landwirtschaft ist oft stark mit lokalen Traditionen verbunden und weniger exportorientiert.


'''Nutzfläche''' 1989 in ha:
Die Viehzucht spielt im Vergleich zum Pflanzenbau eine geringere wirtschaftliche Rolle, hat jedoch eine hohe kulturelle Bedeutung. Besonders die Ziegenhaltung ist traditionell tief in der ländlichen Lebensweise verwurzelt und liefert unter anderem Milchprodukte wie den bekannten kanarischen Käse. Auch Geflügelhaltung ist verbreitet, während größere Rinderbestände eher selten sind.


Gemeingut                  24 262            


Privatbesitz                 20 482


Pachtgrund                   1 482
'''Nutzfläche''' 1989 in ha:
 
Teilpachtgrund            1 034
 
sonstiges                       1 264


* Gemeingut  24.262
* Privatbesitz  20.482
* Pachtgrund  1.482
* Teilpachtgrund  1.034
* sonstiges  1.264


'''Agrarbetriebe''' 1989:
'''Agrarbetriebe''' 1989:


Betriebe insgesamt     28 060
* Betriebe insgesamt  28.060
 
* Parzellen   5.166
Parzellen                     65 166
* Parzellen pro Betrieb  2,322
 
Parzellen pro Betrieb   2,322  


'''Viehbestand''':               1972                           1986                                1991
'''Viehbestand''':               1972                           1986                                1991
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Bodega Frontos steht für nachhaltigen Weinbau in höheren Lagen und bietet eine breite Palette an Weinen, die die Besonderheiten des Südens von Teneriffa widerspiegeln. Das Weingut ist für seine Authentizität und die Nähe zur Natur bekannt.
Bodega Frontos steht für nachhaltigen Weinbau in höheren Lagen und bietet eine breite Palette an Weinen, die die Besonderheiten des Südens von Teneriffa widerspiegeln. Das Weingut ist für seine Authentizität und die Nähe zur Natur bekannt.
=== '''Forstwirtschaft''' ===
Die Forstwirtschaft auf Teneriffa ist eng mit den natürlichen Waldökosystemen der Insel verbunden und spielt weniger eine klassische wirtschaftliche Rolle als vielmehr eine ökologische und landschaftsschützende Funktion. Aufgrund der vulkanischen Topografie, der starken Höhenunterschiede und der klimatischen Vielfalt besitzt Teneriffa mehrere deutlich voneinander abgegrenzte Waldzonen.
Die wichtigste Baumart ist die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), die großflächige Waldgebiete im mittleren und höheren Inselbereich bildet. Diese Baumart ist besonders widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und sogar Feuer, da sie in der Lage ist, sich nach Bränden relativ schnell zu regenerieren. Diese Eigenschaft macht sie ökologisch besonders wertvoll und prägt große Teile der Landschaft, insbesondere im Inselinneren und an den Hängen des Teide-Massivs.
Neben den Kiefernwäldern existieren im Norden Teneriffas bedeutende Lorbeerwaldreste, die sogenannten „Laurisilva“-Wälder. Diese Relikte eines subtropischen Urwaldtyps sind besonders in feuchten, wolkenreichen Höhenlagen des Anaga-Gebirges und teilweise im Teno-Gebirge zu finden. Sie stehen unter strengem Schutz, da sie eine hohe Biodiversität aufweisen und viele endemische Pflanzen- und Tierarten beherbergen.
Die wirtschaftliche Nutzung der Wälder ist heute stark eingeschränkt. Holzgewinnung spielt nur noch eine untergeordnete Rolle und beschränkt sich meist auf lokale, kleine Nutzungen. Historisch wurden Holz und Waldressourcen jedoch stärker genutzt, etwa für Bauholz, Brennmaterial oder die Herstellung von Werkzeugen und Alltagsgegenständen. Diese Nutzung wurde im Laufe der Zeit aufgrund von Naturschutzmaßnahmen deutlich reduziert.
Eine wichtige Funktion der Forstwirtschaft auf Teneriffa ist der Schutz vor Erosion und die Stabilisierung der Böden. Aufgrund der steilen Hänge und der teilweise intensiven Niederschläge im Norden sind die Wälder entscheidend für den Erhalt der Landschaft und die Regulierung des Wasserhaushalts. Sie tragen dazu bei, Regenwasser zu speichern und langsam in den Boden abzugeben, was wiederum die Landwirtschaft und die Wasserversorgung unterstützt.


=== '''Fischerei''' ===
=== '''Fischerei''' ===
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'''Fischereiwirtschaft''' 1992:
'''Fischereiwirtschaft''' 1992:


Fischer                                                754
* Fischer  754
 
* Fischereiboote  410
Fischereiboote                                    410
* Fischerbetriebe  385


Fischerbetriebe                       385     




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1990                 5 539,6
1990                 5 539,6
=== '''Bergbau''' ===
Historisch gab es auf Teneriffa lediglich kleinräumige Gewinnung von Baumaterialien und mineralischen Rohstoffen. Dazu gehörten vor allem Basalt, Tuffstein und andere vulkanische Gesteine, die im lokalen Bauwesen verwendet wurden. Diese Materialien wurden traditionell für Häuser, Kirchen, Straßenpflaster und Mauern genutzt und prägten die charakteristische Architektur vieler Orte der Insel.
Ein weiterer wichtiger Rohstoff war und ist bis heute der sogenannte „Picón“, ein vulkanisches Lapilli-Material, das als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Es speichert Feuchtigkeit und wird insbesondere im trockeneren Süden der Insel genutzt, um die Bewässerung effizienter zu gestalten.
Größere Bergbauaktivitäten im Sinne von Erzabbau, Kohleförderung oder industrieller Rohstoffgewinnung haben auf Teneriffa nie eine bedeutende Rolle gespielt. Die Insel verfügt weder über große Metalllagerstätten noch über fossile Brennstoffe in wirtschaftlich relevanten Mengen.
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden gelegentlich kleinere Steinbrüche betrieben, die Baumaterial für den lokalen Bedarf lieferten. Diese Aktivitäten waren jedoch stark lokal begrenzt und wurden im Laufe der Zeit zunehmend durch importierte Baustoffe und moderne Bauindustrie ersetzt.
Heute beschränkt sich die Nutzung mineralischer Ressourcen fast ausschließlich auf den Abbau von Gestein für Bauzwecke sowie auf die Gewinnung von Materialien für Infrastrukturprojekte. Diese Tätigkeiten unterliegen strengen Umweltauflagen, da große Teile der Insel unter Naturschutz stehen oder landschaftlich besonders sensibel sind.


=== '''Handwerk''' ===
=== '''Handwerk''' ===
Teneriffa verfügt über ein vielfältiges, traditionsreiches Handwerk, das tief in der Kultur der Insel verwurzelt ist und oft auf die Zeit der Ureinwohner, der Guanchen, zurückgeht. Traditionelle Handwerksarten auf Teneriffa sind:
Eine der ältesten Handwerksformen ist das Töpferhandwerk. Es wird in verschiedenen Orten der Insel weiterhin mit traditionellen Methoden ausgeübt, oft ohne Töpferscheibe und mit einfachen Werkzeugen. Historisch war dieses Handwerk besonders im Zusammenhang mit der guanchischen Kultur bedeutend und wurde vor allem von Frauen getragen, die sowohl Produktion als auch Handel organisierten. Regionen wie Arguayo im Süden Teneriffas sind bis heute für diese Tradition bekannt.
 
Das Holzhandwerk gehört ebenfalls zu den wichtigsten traditionellen Gewerben. Tischler und Schreiner fertigen seit Jahrhunderten kunstvolle Bauelemente wie Balkone, Geländer, Türen, Treppen sowie Möbel und Alltagsgegenstände. Besonders im Norden der Insel sind diese Techniken stark verbreitet und prägen das architektonische Erscheinungsbild historischer Orte wie San Cristóbal de La Laguna.
 
Die Korbflechterei ist eine weitere alte Handwerkskunst, die auf natürlichen Rohstoffen wie Palmblättern, Schilf, Stroh oder Weiden basiert. Sie war früher ein wichtiger Bestandteil der Alltagswirtschaft und wird heute vor allem in ländlichen Regionen und im Rahmen von Kulturinitiativen weitergeführt.
 
Im Textilbereich besitzt Teneriffa ebenfalls eine ausgeprägte Tradition. Besonders bekannt sind Sticktechniken wie „calado“ (Lochstickerei) und „roseta“ (spitzenartige Handarbeit). Diese Techniken werden vor allem in Orten wie La Orotava und Vilaflor gepflegt und finden Anwendung in Kleidung, Heimtextilien und traditionellen Trachten.


*
Auch Lederhandwerk hat historische Wurzeln auf der Insel. Daraus entstanden unter anderem Hirtentaschen, Weinschläuche und andere Gebrauchsgegenstände. Dieses Handwerk geht teilweise auf Techniken zurück, die bereits in der Zeit der Guanchen genutzt wurden.
* '''Töpferhandwerk:''' Besonders im Süden und Südosten (zum Beispiel Candelaria, Santiago del Teide) sowie in einigen Orten im Norden (La Guancha, La Victoria) wird das Töpferhandwerk mit alten Techniken der Guanchen gepflegt. In Arguayo war bis ins 20. Jahrhundert die Töpferei besonders bedeutend; Frauen spielten dabei eine zentrale Rolle.
* '''Holzarbeiten:''' Die Tischler und Schreiner Teneriffas sind für ihre kunstvollen Arbeiten bekannt – von Balkonen, Treppen und Geländern bis zu Möbeln, Truhen und Küchenutensilien. Besonders im Norden der Insel werden diese Traditionen hochgehalten.
* '''Korbflechterei:''' Das Flechten von Körben aus verschiedenen Pflanzenfasern ist eine der ältesten Handwerkskünste. Je nach Region werden unterschiedliche Materialien wie Stroh, Schilfrohr, Weiden oder Palmblätter verwendet.
* '''Textilhandwerk:''' In Orten wie La Orotava und San Cristóbal de La Laguna werden traditionelle Textiltechniken wie Stickereien („calado“ und „roseta“) weitergeführt. Die „calado“-Stickerei ist eine Lochstickerei, die „roseta“ wird vor allem in Vilaflor hergestellt.
* '''Ledermanufaktur:''' Traditionelle Hirtentaschen, Weinschläuche und Trommelfelle werden aus Leder gefertigt, ein Erbe der Guanchen.
* '''Schmiedehandwerk & Messerherstellung:''' Auch das Schmieden und die Herstellung von Messern haben auf Teneriffa Tradition.
* '''Lebensmittelhandwerk:''' Dazu gehören Metzgerei, Wurstwaren, Soßen, Teigtaschen, Marmelade, Zuckerwaren, Nougat und Brot. Das Konditorhandwerk ist für seine vielfältigen, süßen Backwaren berühmt.


Das Metallhandwerk, insbesondere Schmiede- und Messerherstellung, ist ebenfalls ein traditioneller Bestandteil der Handwerkskultur. Kunstvoll gefertigte Messer gelten als typische regionale Produkte und werden bis heute hergestellt.


In La Guancha (Avenida Hipólito Sinforiano 4) gibt es ein Kunsthandwerkszentrum mit Ausstellungen zu verschiedenen Handwerken, einschließlich Töpferarbeiten, Stickereien und Trachten. Die Kunsthandwerksmesse Feria de Pinolere in La Orotava, Märkte in Tegueste und Garachico sowie die Handwerksmesse El Sauzal bieten regelmäßig Einblicke in das lokale Handwerk und ermöglichen den Kauf handgefertigter Produkte. Dazu kommen Schulen und Workshops, in denen Besucher traditionelle Techniken wie Korbflechten erlernen können.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Lebensmittelhandwerk. Dazu gehören traditionelle Backwaren, Süßspeisen, Marmeladen, Fleisch- und Wurstwaren sowie regionale Spezialitäten, die stark mit Festen und lokalen Traditionen verbunden sind. Dieses Handwerk verbindet kulinarische Kultur mit handwerklicher Produktion und ist eng in das soziale Leben der Insel eingebettet.


Insbesondere im Töpferhandwerk waren und sind Frauen die Hauptakteurinnen, wie etwa in Arguayo, wo sie für Herstellung, Verkauf und Tausch der Waren verantwortlich waren. Viele Handwerke werden bis heute ohne moderne Maschinen, sondern mit traditionellen Methoden ausgeübt, etwa die Herstellung von Töpferwaren mit der Hand und ohne Töpferscheibe.
Zur Förderung und Erhaltung dieser Traditionen gibt es auf Teneriffa zahlreiche Märkte, Messen und Zentren für Kunsthandwerk. Besonders bekannt sind Veranstaltungen wie die Feria de Pinolere in der Region La Orotava sowie regionale Märkte in Orten wie Tegueste, Garachico und El Sauzal. Dort werden handgefertigte Produkte präsentiert und verkauft, oft direkt von den Handwerkerinnen und Handwerkern selbst.


=== '''Industrie''' ===
=== '''Industrie''' ===
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Der Großteil des Wassers stammt aus Grundwasser (bis zu 75 %), das aus Stollen und Brunnen gefördert wird. Es enthält oft erhöhte Mineralstoffgehalte und muss aufbereitet werden. Zudem werden Entsalzungsanlagen eingesetzt, die jedoch energieintensiv sind und Abfallstoffe produzieren. Kläranlagen und Membrantechnologien werden ausgebaut, um die Wasserqualität zu verbessern und die Verfügbarkeit zu erhöhen. Nach Fertigstellung aktueller Projekte können pro Tag bis zu 20.000 Kubikmeter zusätzliches Wasser aufbereitet werden. Die Inselregierung investiert laufend in die Modernisierung der Wasserinfrastruktur, um Verluste zu minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten'''.'''
Der Großteil des Wassers stammt aus Grundwasser (bis zu 75 %), das aus Stollen und Brunnen gefördert wird. Es enthält oft erhöhte Mineralstoffgehalte und muss aufbereitet werden. Zudem werden Entsalzungsanlagen eingesetzt, die jedoch energieintensiv sind und Abfallstoffe produzieren. Kläranlagen und Membrantechnologien werden ausgebaut, um die Wasserqualität zu verbessern und die Verfügbarkeit zu erhöhen. Nach Fertigstellung aktueller Projekte können pro Tag bis zu 20.000 Kubikmeter zusätzliches Wasser aufbereitet werden. Die Inselregierung investiert laufend in die Modernisierung der Wasserinfrastruktur, um Verluste zu minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten'''.'''
Teneriffa hat seit Jahren massive Abwasserprobleme, die Umwelt, Gesundheit und Tourismus beeinträchtigen. Hauptursachen sind eine unzureichende und veraltete Abwasserinfrastruktur, überlastete oder fehlende Kläranlagen sowie zahlreiche nicht an die Kanalisation angeschlossene Gebäude. Täglich werden rund 50 Millionen Liter teils ungeklärtes Abwasser ins Meer geleitet, an über 351 Stellen – davon sind 240 nicht autorisiert.
Zu den gravierendsten Problemen zählen:
* von Abwasser ins Meer, oft durch „unbekannte Rohre“ und alte Senkgruben, die das verschmutzte Wasser direkt an die Küste bringen.
* wie Rohrbrüche und eine heillos überforderte Kläranlage, die den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht.
* mehrfacheSperrungen von Stränden wie Playa Jardín in Puerto de la Cruz, weil die Wasserwerte regelmäßig außerhalb des akzeptablen Bereichs liegen.
* für Badegäste und Surfer, die über Magen-Darm-Erkrankungen, Hautausschläge und Augenentzündungen berichten.
* Verstöße gegen EU-Richtlinien, die zu hohen Strafzahlungen führen – allein 2024 über 1,3 Millionen Euro.
Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt, wurden aber von Behörden und Politik lange vernachlässigt, was zu wachsendem Protest der Bevölkerung führt. Erst in den letzten Jahren wurden größere Investitionen und der Bau neuer Kläranlagen angekündigt


=== '''Energiewirtschaft''' ===
=== '''Energiewirtschaft''' ===
Die Stromerzeugung erfolgt durch öl- und erdgasbefeuerte Gasturbinen, Dampfkessel mit Dampfturbinen, Windkraft und Photovoltaik. 2022 stammten 42 % des Stroms auf Teneriffa aus Windkraft, insbesondere im Südosten (Industriezone C.T.C.C. Granadilla).
Die Stromerzeugung erfolgt durch einen Energiemix aus öl- und erdgasbefeuerten Gasturbinen, Dampfkesseln mit Dampfturbinen sowie Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Die thermischen Kraftwerke bilden nach wie vor das Rückgrat der Stromversorgung, da sie jederzeit regelbar sind und Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien ausgleichen können. Gleichzeitig wächst jedoch der Anteil regenerativer Energiequellen kontinuierlich. Bereits 2022 stammten rund 42 % des auf Teneriffa erzeugten Stroms aus Windenergie. Die bedeutendsten Windparks befinden sich vor allem im Südosten der Insel, insbesondere in der Industriezone C.T.C.C. Granadilla, wo die günstigen Windverhältnisse eine besonders effiziente Stromerzeugung ermöglichen.
 
Neben der Windenergie gewinnt auch die Photovoltaik zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung bietet Teneriffa hervorragende Voraussetzungen für Solarenergie. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Photovoltaikanlagen auf privaten Gebäuden, öffentlichen Einrichtungen und Gewerbeflächen errichtet. Die Inselregierung fördert den Ausbau dezentraler Solaranlagen sowie Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch zu erhöhen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren.
 
Eine besondere Herausforderung für die Energieversorgung Teneriffas stellt die Meerwasserentsalzung dar. Da natürliche Süßwasserressourcen begrenzt sind, wird ein erheblicher Teil des Trink- und Brauchwassers in Entsalzungsanlagen gewonnen. Diese Anlagen gehören zu den größten Stromverbrauchern der Insel. Die Produktionskosten des entsalzten Wassers hängen deshalb unmittelbar von den Energiepreisen ab. Um die Wasserversorgung nachhaltiger zu gestalten, wird der Ausbau erneuerbarer Energien gezielt vorangetrieben. Langfristig ist vorgesehen, den gesamten Energiebedarf der Entsalzungsanlagen durch Wind- und Solarenergie zu decken und dadurch sowohl die Betriebskosten als auch die CO₂-Emissionen deutlich zu senken.
 
Darüber hinaus investiert Teneriffa verstärkt in intelligente Stromnetze, Energiespeicher und moderne Netzsteuerungssysteme. Da erneuerbare Energien wetterabhängig sind, gewinnen Batteriespeicher und andere Speichertechnologien zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es, überschüssigen Strom zwischenzuspeichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen, wodurch die Versorgungssicherheit verbessert wird.
 
Auch im Verkehrssektor soll der Energieverbrauch schrittweise nachhaltiger gestaltet werden. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs sind Bestandteile der langfristigen Energie- und Klimastrategie der Insel. Gleichzeitig werden Programme zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten und Unternehmen gefördert.


Die Meerwasserentsalzung ist ein bedeutender Energieverbraucher. Die Kosten hängen stark von den Energiepreisen ab, weshalb die Umstellung auf erneuerbare Energien forciert wird. Ziel ist es, die Energieversorgung zunehmend auf erneuerbare Quellen umzustellen. In naher Zukunft soll der gesamte Energiebedarf der Entsalzungsanlagen aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.




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Kraftwerksbetrieb 1992:
Kraftwerksbetrieb 1992:


           Kraftwerke                                         .                                  
* Transformatoren 1989    70
* installierte Leistung  418,1 mwh
* Energieproduktion   1.516 496 mwh
 
Elektrische Anschlüsse 1992:


           Transformatoren 1989                                   70
* insgesamt  287.693
* Energieverbrauch  1.305.085 mwh


           installierte Leistung                           418,1 mwh
=== '''Abfallwirtschaft''' ===
Der überwiegende Teil der Abfälle entsteht in den Ballungsräumen rund um Santa Cruz de Tenerife, La Laguna sowie in den großen Tourismuszentren im Süden der Insel. Hotels, Restaurants, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen erzeugen erhebliche Mengen an Verpackungen, Lebensmittelabfällen und Restmüll. Hinzu kommen Bauabfälle, Grünabfälle sowie Sperrmüll aus privaten Haushalten und Unternehmen.


           Energieproduktion                             1 516 496 mwh
Derzeit werden lediglich etwa 12 Prozent des gesamten Abfalls recycelt. Damit liegt Teneriffa deutlich hinter anderen Kanarischen Inseln wie Gran Canaria zurück, wo bereits Recyclingquoten von über 30 Prozent erreicht werden. Mehr als die Hälfte des gesamten Müllaufkommens besteht aus organischen Abfällen. Dennoch werden lediglich rund drei Prozent der Bioabfälle getrennt gesammelt und verwertet. Dies stellt den niedrigsten Wert innerhalb des Kanarischen Archipels dar und erschwert die Herstellung von Kompost sowie die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe erheblich.


Elektrische Anschlüsse 1992:
Nach dem spanischen Abfallgesetz und den Vorgaben der Europäischen Union müssen bis 2025 mindestens 55 Prozent aller Siedlungsabfälle recycelt werden. Bis zum Jahr 2035 soll die Recyclingquote sogar auf 65 Prozent steigen. Von diesen Zielwerten ist Teneriffa derzeit noch weit entfernt, weshalb umfangreiche Modernisierungsprogramme umgesetzt werden.


           insgesamt                                           287 693
Für die Mülltrennung stehen auf der Insel verschiedene Sammelbehälter zur Verfügung. Die blauen Container dienen der Sammlung von Papier und Karton, die gelben Container sind für Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen vorgesehen, während grüne Container Glas aufnehmen. Zusätzlich werden zunehmend braune Tonnen für organische Abfälle eingeführt. Allerdings verfügen bislang nur wenige Gemeinden über ein flächendeckendes Bioabfallsystem, wodurch ein großer Teil der organischen Abfälle weiterhin im Restmüll landet.


           Energieverbrauch                               1 305 085 mwh
Eine wichtige Rolle spielen die sogenannten Puntos Limpios, die Wertstoffhöfe der Insel. Dort können Bürger kostenlos Sperrmüll, Elektrogeräte, Batterien, Farben, Altöl, Reifen, Bauschutt, Gartenabfälle sowie andere Problemstoffe abgeben. In den vergangenen Jahren wurden mehrere neue Wertstoffhöfe eröffnet beziehungsweise bestehende Anlagen erweitert, um die Entsorgung zu erleichtern und die Recyclingquote zu erhöhen.


=== '''Abfallwirtschaft''' ===
Das Zentrum der Abfallwirtschaft bildet der Umweltkomplex von Teneriffa in Arico im Südosten der Insel. Dort werden täglich rund 100 Lastkraftwagen mit etwa 1.600 Tonnen Abfällen angeliefert. Die Anlage umfasst Sortier- und Recyclinganlagen, Kompostierungsbereiche sowie Deponien für nicht verwertbare Reststoffe. Moderne Maschinen trennen Wertstoffe voneinander, während organische Materialien teilweise biologisch behandelt werden. Dennoch gelangt nach wie vor ein erheblicher Anteil des Mülls auf Deponien, da die getrennte Sammlung vieler Wertstoffe unzureichend funktioniert.
Teneriffa ist die kanarische Insel mit dem höchsten jährlichen Abfallaufkommen – rund 557.000 Tonnen pro Jahr. Hiervon werden jedoch nur etwa 12 % recycelt, was im Vergleich zu anderen Inseln wie Gran Canaria (über 30% Recyclingquote) sehr niedrig ist. Mehr als die Hälfte des Abfalls besteht aus organischen Stoffen. Die Recyclingquote für Bioabfälle liegt auf Teneriffa bei nur etwa 3%, dem niedrigsten Wert aller Kanaren. Bis 2025 müssen laut neuem spanischen Abfallgesetz 55% des Abfalls recycelt werden, bis 2035 sogar 65 %. Teneriffa ist von diesen Zielen noch weit entfernt.


Es gibt verschiedene Mülltonnen für unterschiedliche Abfallarten, zum Beispiel braun für organische Stoffe und grün für Glas. Auf der Insel existieren mehrere Wertstoffhöfe (''puntos limpios''), die für die Annahme von Sondermüll und Wertstoffen zuständig sind. In den letzten Jahren wurde die Zahl dieser Annahmestellen erhöht und bestehende Standorte ausgebaut, um die Recyclingquote zu verbessern. Der Großteil des Mülls wird zum Umweltkomplex von Teneriffa in Arico gebracht, wo täglich rund 100 LKWs etwa 1.600 Tonnen Abfall anliefern.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Haushalte ihren Müll nicht konsequent trennen. Vor allem Bioabfälle, Verpackungen und Restmüll werden häufig gemeinsam entsorgt, wodurch die nachträgliche Sortierung erschwert und die Qualität der wiedergewonnenen Rohstoffe vermindert wird. Die Inselregierung führt deshalb regelmäßig Informationskampagnen an Schulen, in Gemeinden und in den Medien durch, um das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu stärken und die Mülltrennung zu verbessern.


Viele Bewohner trennen ihren Müll nicht korrekt, insbesondere beim organischen Abfall. Nur wenige Gemeinden haben die zusätzliche braune Tonne für Bioabfälle eingeführt. Die Inselregierung investiert in neue Recyclinghöfe, bessere Infrastruktur und Sensibilisierungskampagnen, um die Recyclingquote zu erhöhen und die Abfallwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Für Bau- und Abbruchabfälle gibt es spezialisierte Anlagen, die eine nachhaltige Behandlung und Wiederverwertung ermöglichen.
Auch Bau- und Abbruchabfälle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der umfangreichen Bautätigkeit im Tourismus- und Wohnungssektor entstehen große Mengen an Beton, Asphalt, Holz und Metallschrott. Spezialisierte Recyclinganlagen bereiten diese Materialien auf, sodass sie im Straßenbau oder bei neuen Bauprojekten wiederverwendet werden können.


=== '''Handel''' ===
=== '''Handel''' ===
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=== '''Finanzwesen''' ===
=== '''Finanzwesen''' ===
Auf Teneriffa gilt der Euro als offizielle Währung. Münzen und Banknoten werden wie im übrigen Euro-Raum verwendet. Kreditkarten (Visa, MasterCard) werden in Hotels, Restaurants und vielen Geschäften akzeptiert, insbesondere in touristischen Gebieten. Dennoch empfiehlt sich das Mitführen von Bargeld, da kleinere Läden oder abgelegene Orte oft nur Bargeld akzeptieren. Geldautomaten sind weit verbreitet und akzeptieren internationale Karten. Es fallen jedoch oft Gebühren für das Abheben von Bargeld an. Die deutsche EC-Karte (Girocard) funktioniert in vielen Supermärkten, jedoch nicht überall. Für Geldautomaten empfiehlt sich die Nutzung einer internationalen Kredit- oder Debitkarte.
Das Finanzwesen auf Teneriffa entspricht grundsätzlich dem spanischen Bank- und Währungssystem, weist jedoch aufgrund des besonderen steuerlichen Status der Kanarischen Inseln einige Besonderheiten auf. Als Teil Spaniens und der Europäischen Union verwendet Teneriffa den Euro (€) als offizielles Zahlungsmittel. Sämtliche Euro-Banknoten und -Münzen sind uneingeschränkt gültig und werden im gesamten öffentlichen und privaten Zahlungsverkehr verwendet.


Auf Teneriffa sind zahlreiche Banken vertreten, darunter auch internationale Institute. Die Kontoführungsgebühren sind im Vergleich zu Deutschland oft höher, und jede Transaktion wird separat abgerechnet. Für Nicht-Residenten ist die Kontoeröffnung möglich, allerdings werden für Nicht-Residentenkonten oft höhere Gebühren erhoben. Die Identität des Kontoinhabers muss regelmäßig nachgewiesen werden.  
Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist auf Teneriffa weit verbreitet. Kreditkarten wie Visa und MasterCard sowie Debitkarten werden in Hotels, Restaurants, Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren und den meisten Geschäften problemlos akzeptiert. Kontaktloses Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch gewinnt ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Dennoch empfiehlt es sich, insbesondere in kleineren Ortschaften, auf Wochenmärkten oder in ländlichen Gebieten etwas Bargeld mitzuführen, da dort nicht überall Kartenzahlung möglich ist.


Auf Teneriffa wird statt der Mehrwertsteuer (IVA) die „Impuesto General Indirecto Canario“ (IGIC) erhoben. Der Regelsteuersatz liegt aktuell bei 7 % (Stand 2024), ist also deutlich niedriger als auf dem spanischen Festland. Touristen können auf Teneriffa keine Mehrwertsteuer zurückfordern, da die Mehrwertsteuer (IVA) nicht erhoben wird. Unternehmen können von Steuerprivilegien profitieren, etwa beim Kauf von Immobilien oder bei Importen. In der ZEC entfallen Grunderwerbsteuer, Stempelsteuer und für bestimmte Transaktionen auch die IGIC.
Geldautomaten sind auf der gesamten Insel zahlreich vorhanden und befinden sich in Bankfilialen, Einkaufszentren, Flughäfen, Touristengebieten sowie größeren Ortschaften. Internationale Kredit- und Debitkarten werden in der Regel problemlos akzeptiert. Für Bargeldabhebungen können jedoch Gebühren anfallen, insbesondere wenn Karten ausländischer Banken verwendet werden. Die deutsche Girocard (EC-Karte) funktioniert in vielen Supermärkten und an zahlreichen Geldautomaten, allerdings nicht flächendeckend. Für Reisende empfiehlt sich daher die Nutzung einer internationalen Kredit- oder Debitkarte.
 
Auf Teneriffa sind zahlreiche spanische und internationale Banken vertreten. Zu den größten Kreditinstituten gehören Banco Santander, CaixaBank, BBVA, Banco Sabadell, Unicaja Banco sowie Cajasiete, die besonders auf den Kanarischen Inseln stark vertreten ist. Darüber hinaus besitzen verschiedene internationale Banken und Finanzdienstleister Niederlassungen oder Kooperationspartner auf der Insel, um insbesondere die Bedürfnisse ausländischer Einwohner und Touristen zu bedienen.
 
Die Banken bieten sämtliche üblichen Finanzdienstleistungen an, darunter Giro- und Sparkonten, Hypotheken, Unternehmenskredite, Online-Banking, Vermögensverwaltung sowie internationale Überweisungen. Das elektronische Bankwesen ist weit entwickelt und ermöglicht nahezu alle Bankgeschäfte über Internet oder Smartphone. Viele Filialen verfügen zusätzlich über mehrsprachiges Personal, insbesondere in den touristisch geprägten Regionen.
 
Auch Nicht-Residenten können auf Teneriffa ein Bankkonto eröffnen. Hierfür werden in der Regel ein gültiger Reisepass oder Personalausweis, eine spanische Steueridentifikationsnummer (NIE) beziehungsweise entsprechende Nachweise sowie Dokumente über Wohnsitz oder Einkommen verlangt. Nicht-Residentenkonten sind häufig mit höheren Kontoführungsgebühren verbunden als Konten spanischer Einwohner. Zudem verlangen die Banken regelmäßig einen Nachweis, dass der Kontoinhaber weiterhin den Status eines Nicht-Residenten besitzt.
 
Ein wesentlicher Unterschied zum spanischen Festland besteht im Steuerrecht. Auf Teneriffa wird nicht die spanische Mehrwertsteuer (IVA), sondern die kanarische Verbrauchssteuer Impuesto General Indirecto Canario (IGIC) erhoben. Der allgemeine Steuersatz beträgt derzeit sieben Prozent und liegt damit deutlich unter der Mehrwertsteuer auf dem spanischen Festland. Daneben existieren verschiedene ermäßigte oder erhöhte Steuersätze für bestimmte Waren und Dienstleistungen. Durch den niedrigeren IGIC sind zahlreiche Produkte und Dienstleistungen auf Teneriffa günstiger als in anderen Regionen Spaniens.
 
Da auf den Kanarischen Inseln keine spanische Mehrwertsteuer erhoben wird, besteht für Touristen auch kein Anspruch auf eine Mehrwertsteuererstattung beim Verlassen des Landes. Stattdessen profitieren Verbraucher bereits beim Kauf von den niedrigeren Steuersätzen.
 
Für Unternehmen bietet Teneriffa attraktive steuerliche Rahmenbedingungen. Die Insel gehört zur Kanarischen Sonderwirtschaftszone (Zona Especial Canaria, ZEC), die Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen erhebliche Steuervergünstigungen gewährt. Dazu gehören ein deutlich reduzierter Körperschaftsteuersatz sowie Befreiungen oder Vergünstigungen bei bestimmten indirekten Steuern, der Grunderwerbsteuer und der Stempelsteuer. Ziel dieser Sonderregelungen ist es, Investitionen anzuziehen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft der Kanarischen Inseln zu diversifizieren.
 
Der Finanzsektor spielt insbesondere für den Tourismus, den Immobilienmarkt sowie den internationalen Handel eine wichtige Rolle. Viele Ausländer erwerben Immobilien auf Teneriffa oder verbringen dort ihren Ruhestand, wodurch grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen, Währungsüberweisungen und internationale Vermögensverwaltung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig unterstützt das moderne Bankensystem die wirtschaftliche Entwicklung der Insel durch die Finanzierung von Unternehmen, Infrastrukturprojekten und Investitionen in erneuerbare Energien, Tourismus sowie den Dienstleistungssektor.


== '''Soziales und Gesundheit''' ==
== '''Soziales und Gesundheit''' ==
Teneriffa verfügt über ein modernes, gut ausgebautes Gesundheitssystem mit einer hohen Dichte an Kliniken, Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten. Die medizinische Versorgung ist sowohl durch öffentliche als auch private Einrichtungen gewährleistet und für Einwohner sowie Besucher aus der EU mit der Europäischen Krankenversichertenkarte (EHIC) in staatlichen Einrichtungen kostenlos oder kostengünstig zugänglich.
Die Grundlage es Sozialsystems Teneriffas bildet das spanische System der sozialen Sicherheit (Seguridad Social), das Leistungen in den Bereichen Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Mutterschaft, Invalidität sowie Pflege umfasst. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen hierfür Sozialversicherungsbeiträge, während Selbstständige eigene Beiträge entrichten. Personen mit geringem Einkommen oder ohne ausreichende Versicherungszeiten können unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Sozialleistungen erhalten.


EU-Bürger können mit der EHIC in staatlichen Krankenhäusern und Gesundheitszentren kostenlos behandelt werden. Ausnahmen bilden Zahnbehandlungen (außer Notfälle) und die Zuzahlung für verschreibungspflichtige Medikamente. Notfälle werden auch in privaten Kliniken kostenlos behandelt, wenn diese über eine Notaufnahme verfügen. In staatlichen Einrichtungen sind längere Wartezeiten möglich, da das System stark ausgelastet ist und Personal fehlt. Der Notruf 112 ist 24/7 erreichbar und spricht auch Deutsch.
Eine wichtige Aufgabe übernehmen die kommunalen Sozialdienste (Servicios Sociales Municipales). Sie beraten Familien, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Arbeitslose, Obdachlose sowie Personen in sozialen Notlagen. Die Sozialarbeiter helfen unter anderem bei der Beantragung finanzieller Hilfen, der Vermittlung von Pflegeleistungen, der Wohnraumsuche sowie bei familiären oder psychischen Problemen. Auch Integrationsprogramme für Migranten und Flüchtlinge gehören zu ihren Aufgaben.


Private Kliniken bieten schnellere Termine und eine personalisierte Betreuung. Private Behandlungen müssen selbst bezahlt oder über eine private Krankenversicherung abgerechnet werden. Die Kosten für eine private Krankenversicherung liegen meist zwischen 50 und 100 Euro pro Monat. Beliebte Anbieter sind Sanitas, Adeslas und Cigna sind gängige private Versicherungsanbieter.
Für einkommensschwache Haushalte stehen verschiedene finanzielle Unterstützungen zur Verfügung. Hierzu gehören unter anderem das staatliche Mindesteinkommen (Ingreso Mínimo Vital), regionale Sozialhilfen der Kanarischen Inseln sowie kommunale Beihilfen für Miete, Strom, Wasser oder Lebensmittel. Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen können zusätzliche Unterstützungsleistungen erhalten.


=== '''Krankheiten''' ===
Die Rentenversicherung umfasst Alters-, Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wächst auch auf Teneriffa der Anteil älterer Menschen kontinuierlich. Deshalb werden ambulante Pflegedienste, Tagespflegeeinrichtungen, Seniorenheime sowie Programme für ein möglichst langes selbstständiges Leben kontinuierlich ausgebaut. Das spanische Pflegegesetz gewährt pflegebedürftigen Menschen je nach Pflegegrad finanzielle Leistungen oder professionelle Unterstützung im Alltag.
Häufige Krankheiten sind:


* '''Akute Erkrankungen:''' In Urlaubsregionen treten häufig Magen-Darm-Infekte, Sonnenstich oder Hitzschlag auf. Auch Unfälle durch Freizeitaktivitäten sind möglich.
Menschen mit Behinderungen werden durch zahlreiche öffentliche Programme gefördert. Dazu gehören Frühförderung, Integrationsmaßnahmen, barrierefreie Infrastruktur, spezielle Bildungseinrichtungen sowie berufliche Qualifizierungsprogramme. Viele öffentliche Gebäude, Verkehrsmittel und touristische Einrichtungen wurden in den vergangenen Jahren barrierefrei gestaltet.
* '''Chronische Erkrankungen:''' Es gibt spezialisierte Zentren, zum Beispiel für Dialyse.
* '''Allergien und Hauterkrankungen:''' Durch das Klima können Hautprobleme oder Allergien auftreten.
* '''Infektionskrankheiten:''' Standardimpfungen wie Tetanus, Diphterie und Hepatitis sind wie in Deutschland empfohlen. Besondere tropische Krankheiten sind auf Teneriffa selten.


== '''Bildung''' ==
Die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gehört zu den größten Herausforderungen der Insel. Trotz des wirtschaftlich bedeutenden Tourismus leben viele Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen mit niedrigen Einkommen oder saisonaler Arbeit. Besonders junge Erwachsene sowie Alleinerziehende sind häufiger von Arbeitslosigkeit und finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Gleichzeitig führen steigende Immobilienpreise und Wohnungsknappheit dazu, dass bezahlbarer Wohnraum insbesondere in den touristischen Regionen immer schwerer verfügbar ist.
Tenerife verfügt über Schulen aller Kategorien.


Zur Unterstützung wohnungsloser Menschen bestehen Notunterkünfte, Tageszentren sowie Einrichtungen karitativer Organisationen. Neben staatlichen Stellen engagieren sich zahlreiche kirchliche und gemeinnützige Organisationen bei der Versorgung Bedürftiger mit Lebensmitteln, Kleidung, medizinischer Hilfe und sozialer Beratung. Besonders die Caritas, das Rote Kreuz und verschiedene lokale Hilfsorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Unterstützung.


'''Schulen''', Lehrer und Schüler 1992:
Auch die Integration von Einwanderern besitzt auf Teneriffa eine große Bedeutung. Die Insel verzeichnet seit vielen Jahren Zuwanderung aus Lateinamerika, Afrika und anderen europäischen Ländern. Sprachkurse, Beratungsangebote, Integrationsprogramme und Hilfen beim Zugang zum Arbeitsmarkt sollen die gesellschaftliche Eingliederung erleichtern und soziale Benachteiligungen abbauen.


insgesamt                    429                  8 351               151 072
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Kinder- und Jugendhilfe. Jugendämter und soziale Einrichtungen kümmern sich um den Schutz gefährdeter Kinder, unterstützen Familien in schwierigen Lebenssituationen und organisieren Freizeit-, Bildungs- und Präventionsprogramme. Gleichzeitig bestehen Angebote zur Bekämpfung von Schulabbrüchen, Jugendkriminalität und Drogenmissbrauch.


Vorschulen                   39                     687                 17 351
=== '''Gesundheitswesen''' ===
Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird vom Servicio Canario de la Salud (Kanarischer Gesundheitsdienst) organisiert und finanziert. Einwohner mit Wohnsitz in Spanien erhalten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung eine weitgehend kostenfreie medizinische Versorgung. Für Besucher aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union besteht mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) Anspruch auf medizinisch notwendige Behandlungen in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zu denselben Bedingungen wie für spanische Versicherte.


Grundschulen             316                  4 497                 89 159
EU-Bürger können sich mit der EHIC in staatlichen Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Notaufnahmen kostenlos beziehungsweise gegen die in Spanien üblichen geringen Eigenbeteiligungen behandeln lassen. Ausgenommen sind in der Regel Zahnbehandlungen, sofern es sich nicht um einen akuten Notfall handelt. Für verschreibungspflichtige Medikamente ist häufig eine gesetzlich geregelte Zuzahlung zu leisten. Der europaweit gültige Notruf 112 ist rund um die Uhr erreichbar. Die Leitstellen verfügen über mehrsprachiges Personal und können unter anderem auch Hilfe in deutscher Sprache vermitteln.


Höhere Schulen           44                  1 756                26 812
Zu den wichtigsten öffentlichen Krankenhäusern der Insel gehören das Universitätskrankenhaus Hospital Universitario de Canarias in San Cristóbal de La Laguna sowie das Hospital Universitario Nuestra Señora de Candelaria in Santa Cruz de Tenerife. Beide Kliniken verfügen über zahlreiche Fachabteilungen, moderne Diagnose- und Operationszentren, Intensivstationen sowie spezialisierte Einrichtungen für Herzmedizin, Onkologie, Neurologie, Unfallchirurgie und Organtransplantationen. Ergänzt werden sie durch kleinere Krankenhäuser sowie zahlreiche Gesundheitszentren (Centros de Salud), die die medizinische Grundversorgung in den Gemeinden sicherstellen.


Hochschulen                30                  1 411                21 455
Neben dem öffentlichen Gesundheitswesen besitzt Teneriffa einen gut entwickelten privaten Gesundheitssektor. Private Krankenhäuser und Fachkliniken bieten häufig kürzere Wartezeiten, moderne Ausstattung und eine individuellere Betreuung. Gerade in den touristischen Regionen stehen mehrsprachige Ärzte und medizinisches Personal zur Verfügung, sodass sich internationale Patienten problemlos verständigen können. Private Kliniken werden sowohl von Einheimischen als auch von ausländischen Residenten und Urlaubern genutzt.


=== '''Höhere Bildung''' ===
Die Kosten für private Behandlungen müssen grundsätzlich selbst getragen oder über eine private Krankenversicherung abgerechnet werden. Je nach Alter, Leistungsumfang und Versicherungsunternehmen liegen die Beiträge für eine private Krankenversicherung meist zwischen etwa 50 und 100 Euro pro Monat. Zu den bekanntesten privaten Krankenversicherern gehören Sanitas, Adeslas und Cigna. Viele ausländische Residenten entscheiden sich zusätzlich zur gesetzlichen Absicherung für eine private Versicherung, um schnelleren Zugang zu Fachärzten und Diagnostik zu erhalten.
Die '''Universität La Laguna''' (spanisch: Universidad de La Laguna, ULL) ist eine staatliche Universität in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa. Sie wurde offiziell 1922 gegründet, baut aber auf einer langen akademischen Tradition auf, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Heute studieren an der ULL rund 24.000 Studierende an 16 Fakultäten und 64 Instituten.


Der Hauptsitz und die meisten Campusse befinden sich in San Cristóbal de La Laguna, darunter der Campus Central (südöstlich der Altstadt), der Campus de Anchieta (naturwissenschaftliche Fakultäten), der Campus de Guajara (größter Campus, geisteswissenschaftliche Fakultäten) und der Campus de Ofra (Universitätskliniken). Weitere Standorte gibt es in Santa Cruz de Tenerife (z.B. Kunsthochschule, Nautikschule) und im Süden der Insel (Campus del Sur in Adeje). Die Universität ist international vernetzt und bietet zahlreiche Studienprogramme, darunter viele auf Spanisch, aber auch englischsprachige Kurse im Rahmen von Austauschprogrammen. Die Semesterzeiten sind: Wintersemester Mitte September bis Ende Januar, Sommersemester Ende Januar bis Ende Juli.
Die Insel verfügt über zahlreiche Facharztpraxen nahezu aller medizinischen Fachrichtungen, darunter Kardiologie, Orthopädie, Dermatologie, Augenheilkunde, Gynäkologie, Zahnmedizin sowie Psychiatrie und Psychologie. Darüber hinaus existieren moderne Rehabilitationszentren, Dialysekliniken und Einrichtungen für die Behandlung chronischer Erkrankungen.


=== '''Archive und Bibliotheken''' ===
Ein dichtes Netz von Apotheken gewährleistet die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Die Apotheken sind durch das grüne Kreuz leicht erkennbar und wechseln sich im Bereitschaftsdienst ab, sodass auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen jederzeit eine Notdienstapotheke erreichbar ist. Viele Medikamente sind rezeptfrei erhältlich, während verschreibungspflichtige Arzneimittel nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts abgegeben werden.
Die '''Biblioteca Municipal de Santa Cruz de Tenerife''' im Tenerife Espacio de las Artes (TEA) richtet sich besonders an wissenschaftlich Interessierte, bietet aber auch eine große Auswahl an Medien, moderne Arbeitsplätze, 24/7-Zugang und spezielle Bereiche für Kinder und Jugendliche. Sie ist Teil des kanarischen Bibliotheksnetzwerks und überzeugt durch ihre umfassenden Bestände und barrierefreien Zugangsmöglichkeiten.


Das historische Provinzarchiv '''Archivo Histórico Provincial de Santa Cruz de Tenerife''' ist die erste Adresse für alle, die sich für die Geschichte Teneriffas interessieren. Es bietet umfangreiche Sammlungen an Originaldokumenten, ist LGBTQ+ freundlich, barrierefrei und verfügt über vielfältige Parkmöglichkeiten – ideal für Forschende und Geschichtsinteressierte.
Aufgrund der Bedeutung des Tourismus ist Teneriffa gut auf die Behandlung ausländischer Patienten vorbereitet. In vielen Krankenhäusern, Privatkliniken und Arztpraxen wird neben Spanisch auch Englisch gesprochen; in den touristischen Zentren stehen häufig deutschsprachige Ärzte oder Dolmetscherdienste zur Verfügung. Reiseversicherungen arbeiten mit zahlreichen medizinischen Einrichtungen der Insel zusammen, wodurch die Behandlung internationaler Gäste erleichtert wird.


Die '''Public Library''' der Hauptstadt  bietet ein familienfreundliches Angebot, inklusive Kinderbereich und Aktivitäten, sowie einen barrierefreien Zugang. Sie eignet sich besonders für Freizeitlesende und Familien mit Kindern.
Trotz des hohen medizinischen Standards steht das öffentliche Gesundheitswesen vor Herausforderungen. Die wachsende Bevölkerung, der zunehmende Anteil älterer Menschen sowie der starke Tourismus führen in einigen Regionen zu einer hohen Auslastung der Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Insbesondere bei Facharztterminen und nicht dringenden Operationen können längere Wartezeiten auftreten. Die kanarische Regierung investiert deshalb kontinuierlich in neue medizinische Einrichtungen, zusätzliche Fachkräfte sowie den Ausbau der digitalen Gesundheitsversorgung.


Die '''Biblioteca de Arte''' im TEA ist spezialisiert auf Kunst und Design und spricht damit vor allem Kunst- und Kulturinteressierte an. Sie bietet ein inspirierendes Umfeld in einem modernen Museumsgebäude.
=== '''Krankheiten''' ===
Aufgrund des milden subtropischen Klimas, der guten medizinischen Versorgung und des hohen Hygienestandards bestehen für Einwohner und Besucher nur wenige außergewöhnliche Gesundheitsrisiken. Tropische Infektionskrankheiten spielen auf der Insel praktisch keine Rolle, dennoch gibt es einige Erkrankungen und gesundheitliche Probleme, die aufgrund der klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen häufiger auftreten.


Die '''Biblioteca Publica Municipal de La Orotava''' m Norden der Insel ist besonders für ihre Sprachunterstützung, barrierefreie Ausstattung und ihr kinderfreundliches Angebot bekannt. Sie eignet sich gut für Familien und Menschen, die Unterstützung beim Zugang zu Medien benötigen.
Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Atemwegsinfektionen wie Erkältungen, Grippe und COVID-19, die insbesondere in den Wintermonaten auftreten. Obwohl das Klima ganzjährig mild ist, können sich Viruserkrankungen durch den internationalen Tourismus und die hohe Bevölkerungsdichte rasch verbreiten. Die Gesundheitsbehörden empfehlen deshalb insbesondere älteren Menschen sowie chronisch Kranken die jährliche Grippeschutzimpfung und gegebenenfalls Auffrischungsimpfungen gegen COVID-19.


Die '''English Library''' in Puerto de la Cruz ist eine kleine, sehr gut bewertete Bibliothek mit englischsprachigem Bestand – ein Geheimtipp für englischsprachige Leser und Expats auf Teneriffa.
Während der heißen Sommermonate treten regelmäßig hitzebedingte Gesundheitsprobleme auf. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können unter Hitzeschlag, Kreislaufproblemen oder Flüssigkeitsmangel leiden. Bei Saharastaubereignissen, die auf den Kanaren als Calima bezeichnet werden, steigen Temperaturen und Feinstaubbelastung häufig deutlich an. Während solcher Wetterlagen wird empfindlichen Personen empfohlen, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden und ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.


Die '''Bibliothek der Deutschen Schule''' (Colegio Alemán) bietet ein vielfältiges Medienangebot auf Deutsch und ist ein wichtiger Treffpunkt für die deutschsprachige Community, insbesondere für Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter.
Die intensive Sonneneinstrahlung stellt eines der größten Gesundheitsrisiken auf Teneriffa dar. Aufgrund der südlichen Lage und der hohen UV-Belastung kommt es regelmäßig zu Sonnenbrand, Hautschäden und langfristig zu einem erhöhten Risiko für Hautkrebs. Besonders in den Höhenlagen des Teide-Nationalparks ist die UV-Strahlung erheblich stärker als an den Küsten. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckungen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr werden daher ganzjährig empfohlen.


== '''Kultur''' ==
Allergische Erkrankungen treten ebenfalls relativ häufig auf. Blütenpollen, Gräser sowie bestimmte Zierpflanzen können saisonale Allergien auslösen. Hinzu kommen allergische Reaktionen auf Hausstaubmilben, die sich aufgrund des ganzjährig milden Klimas dauerhaft vermehren können. Während der Calima gelangen zusätzlich große Mengen mineralischer Staubpartikel aus der Sahara auf die Insel, wodurch sich Beschwerden bei Menschen mit Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder anderen Atemwegserkrankungen verschlechtern können.
Teneriffa vereint eine lebendige Mischung aus altkanarischen Traditionen, spanischen Einflüssen und moderner Kultur: Das kulturelle Leben auf der Insel ist geprägt von farbenfrohen Festen wie dem weltberühmten Karneval in Santa Cruz, traditionellen Romerías (Wallfahrten mit Volksfestcharakter), Musikfestivals und künstlerischen Veranstaltungen in Museen, Galerien und Theatern. In fast jedem Ort gibt es aktive Folkloregruppen, die Tänze und Musik pflegen, während Städte wie Santa Cruz de Tenerife und La Laguna mit ihrem reichen historischen Erbe, zahlreichen Museen und einer pulsierenden Kulturszene als kulturelle Zentren fungieren. Die Kultur Teneriffas ist tief in den Traditionen der Guanchen verwurzelt, wird jedoch auch von südamerikanischen Einflüssen und internationalen Trends bereichert, was sie besonders vielfältig und offen macht.


=== '''Museen''' ===
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören wie in ganz Spanien zu den häufigsten Todesursachen. Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall treten insbesondere bei älteren Menschen auf. Daneben nehmen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Übergewicht und erhöhte Cholesterinwerte aufgrund veränderter Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu. Die Gesundheitsbehörden fördern daher Programme zur Prävention, gesunden Ernährung und regelmäßigen Bewegung.
''Organismo Autónomo de Museos y Centros de Tenerife'' (OAMC), seit 2011 '''Museos de Tenerife''' genannt, ist eine lokale autonome Einrichtung, die zum Cabildo Insular de Tenerife gehört. Sie koordiniert sieben Ausstellungseinrichtungen und ist das umfassendste Museumsnetz der Kanarischen Inseln. Ihr Sitz befindet sich derzeit im Museum für Natur und Archäologie von Santa Cruz de Tenerife.


Im Jahr 1990 gründete das Cabildo von Teneriffa die Autonome Körperschaft für Museen und Zentren, die als lokale autonome Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit und voller Handlungsfähigkeit strukturiert ist. Zu ihren Zielen gehören die Erforschung, die Katalogisierung, der Schutz und die Erhaltung des kulturellen Erbes der Insel und im weiteren Sinne des kanarischen und makaronesischen Raums sowie anderer geografischer Gebiete von Interesse, sowie die Verbreitung und Förderung von Kultur, Wissenschaft und Bildung.  Zum Verband gehören:
Auch Krebserkrankungen spielen eine bedeutende Rolle im Gesundheitswesen Teneriffas. Zu den häufigsten Krebsarten zählen Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs sowie Lungenkrebs. Durch Vorsorgeprogramme und moderne Diagnoseverfahren konnten die Heilungschancen vieler Erkrankungen in den vergangenen Jahren verbessert werden.


* Museo de la Naturaleza y la Arqueología (Santa Cruz de Tenerife), bestehend aus El Museo Arqueológico de Tenerife, El Museo de Ciencias Naturales de Tenerife und El Instituto Canario de Bioantropología
Infektionskrankheiten wie Denguefieber, Malaria oder Gelbfieber kommen auf Teneriffa nicht dauerhaft vor. Gelegentlich werden einzelne eingeschleppte Fälle registriert, eine lokale Übertragung findet jedoch praktisch nicht statt. Das Leitungswasser erfüllt hohe hygienische Standards und ist grundsätzlich trinkbar, weist jedoch aufgrund der Meerwasserentsalzung und Mineralisierung häufig einen erhöhten Chlor- und Mineralstoffgehalt auf. Viele Einheimische und Touristen bevorzugen deshalb abgefülltes Mineralwasser.
* Museo de Historia y Antropología de Tenerife (San Cristóbal de La Laguna), mit El Museo de Historia de Tenerife (Casa Lercaro) (San Cristóbal de La Laguna) und El Museo de Antropología de Tenerife (Casa de Carta)
 
* Museo de la Ciencia y el Cosmos (San Cristóbal de La Laguna)
Giftige Tiere oder gefährliche Krankheitserreger sind auf Teneriffa kaum vorhanden. Es gibt keine giftigen Schlangen oder Skorpione von medizinischer Bedeutung. Mücken können zwar lästig sein, übertragen jedoch normalerweise keine tropischen Krankheiten. Auch Tollwut kommt auf der Insel nicht vor.
* Centro de Documentación Canarias y América (San Cristóbal de La Laguna)
 
* Centro de Interpretación Castillo de San Cristóbal (Santa Cruz de Tenerife)
Psychische Erkrankungen gewinnen wie in anderen europäischen Regionen zunehmend an Bedeutung. Depressionen, Angststörungen und Stressbelastungen werden häufiger diagnostiziert, weshalb das öffentliche Gesundheitswesen seine psychologischen und psychiatrischen Angebote kontinuierlich ausbaut.
* Centro de Interpretación Cueva del Viento (Icod de los Vinos)
 
== '''Bildung''' ==
Das Bildungswesen auf Teneriffa ist vollständig in das spanische Bildungssystem integriert und zählt zu den am besten ausgebauten im Kanarischen Archipel. Die Zuständigkeit liegt überwiegend bei der Regierung der Kanarischen Inseln, während der spanische Staat die grundlegenden gesetzlichen Rahmenbedingungen festlegt. Das Bildungssystem umfasst Vorschulerziehung, Grundschule, Sekundarstufe, berufliche Ausbildung, Hochschulbildung sowie Angebote der Erwachsenenbildung und des lebenslangen Lernens. Aufgrund der hohen Einwohnerzahl verfügt Teneriffa über eine große Zahl öffentlicher, privater und halbprivater Bildungseinrichtungen.
 
Die frühkindliche Bildung beginnt mit der Educación Infantil und gliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste umfasst Kinder bis zum Alter von drei Jahren und ist freiwillig. Der zweite Abschnitt für Kinder zwischen drei und sechs Jahren wird nahezu flächendeckend angeboten und bereitet auf den Eintritt in die Grundschule vor. Neben öffentlichen Kindergärten bestehen zahlreiche private Einrichtungen.
 
Mit sechs Jahren beginnt die sechsjährige Grundschule (Educación Primaria). Hier erwerben die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kenntnisse in den Fächern Spanisch, Mathematik, Natur- und Sozialwissenschaften, Fremdsprachen, Kunst, Musik sowie Sport. Englisch wird bereits in den unteren Klassen unterrichtet und gewinnt durch die internationale Ausrichtung der Insel zunehmend an Bedeutung.
 
An die Grundschule schließt sich die vierjährige obligatorische Sekundarstufe (Educación Secundaria Obligatoria – ESO) an, die bis zum Alter von 16 Jahren besucht wird. Nach erfolgreichem Abschluss können die Jugendlichen entweder das zweijährige Bachillerato absolvieren, das auf ein Hochschulstudium vorbereitet, oder eine berufliche Ausbildung (Formación Profesional) beginnen.
 
Die berufliche Bildung besitzt auf Teneriffa einen hohen Stellenwert. Die Berufsschulen bieten eine große Zahl praxisnaher Ausbildungsgänge in Bereichen wie Tourismus, Hotellerie, Gastronomie, Informatik, Gesundheitswesen, Verwaltung, Handel, Elektrotechnik, Bauwesen, Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Industrie an. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus existieren zahlreiche spezialisierte Ausbildungsprogramme für Hotelmanagement, Fremdsprachen, Reiseverkehr und Gastronomie. Viele Bildungseinrichtungen arbeiten eng mit Unternehmen zusammen und ermöglichen betriebliche Praktika.
 
Teneriffa verfügt über ein dichtes Netz öffentlicher und privater Schulen. Neben staatlichen Schulen bestehen zahlreiche kirchliche sowie internationale Bildungseinrichtungen. Besonders in den touristischen Regionen gibt es internationale Schulen mit Unterricht in englischer, deutscher oder französischer Sprache. Diese werden sowohl von ausländischen Familien als auch von Einheimischen genutzt, die ihren Kindern eine internationale Ausbildung ermöglichen möchten.
 
Ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems ist die Erwachsenenbildung. Zahlreiche Einrichtungen bieten Abendkurse, Fernunterricht sowie Programme zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen an. Sprachschulen vermitteln Spanisch für Ausländer sowie Fremdsprachen wie Englisch, Deutsch und Französisch. Darüber hinaus existieren zahlreiche Fortbildungsangebote für Berufstätige.
 
Auch die Digitalisierung des Bildungswesens wurde in den vergangenen Jahren deutlich vorangetrieben. Schulen und Hochschulen verfügen zunehmend über digitale Lernplattformen, moderne Computerausstattung und interaktive Unterrichtsmethoden. Während der COVID-19-Pandemie wurden Online-Unterricht und digitale Lehrformen erheblich ausgebaut und anschließend dauerhaft in den Unterricht integriert.
 
Die Inselregierung investiert kontinuierlich in die Modernisierung von Schulgebäuden, die Verbesserung der digitalen Infrastruktur, die Förderung naturwissenschaftlicher Fächer sowie Programme gegen Schulabbrüche. Gleichzeitig gewinnen Umweltbildung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz aufgrund der besonderen Natur- und Vulkanlandschaft Teneriffas zunehmend an Bedeutung im Unterricht.
 
 
'''Schulen''', Lehrer und Schüler 1992:
 
insgesamt                    429                  8 351               151 072
 
Vorschulen                   39                     687                 17 351
 
Grundschulen             316                  4 497                 89 159
 
Höhere Schulen           44                  1 756                26 812
 
Hochschulen                30                  1 411                21 455
 
=== '''Höhere Bildung''' ===
Den Mittelpunkt der Hochschulbildung bildet die Universidad de La Laguna (ULL), die im Jahr 1792 gegründet wurde und zu den ältesten Universitäten Spaniens zählt. Sie befindet sich überwiegend in San Cristóbal de La Laguna und gilt als wichtigste wissenschaftliche Einrichtung der Kanarischen Inseln. An ihren Fakultäten werden Studiengänge unter anderem in Medizin, Pharmazie, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Rechtswissenschaften, Geisteswissenschaften, Sprachwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie, Informatik sowie Sozialwissenschaften angeboten. Die Universität betreibt zahlreiche Forschungszentren und arbeitet eng mit internationalen Hochschulen zusammen.
 
Die '''Universität La Laguna''' (spanisch: Universidad de La Laguna, ULL) ist eine staatliche Universität in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa. Sie wurde offiziell 1922 gegründet, baut aber auf einer langen akademischen Tradition auf, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Heute studieren an der ULL rund 24.000 Studierende an 16 Fakultäten und 64 Instituten.
 
Der Hauptsitz und die meisten Campusse befinden sich in San Cristóbal de La Laguna, darunter der Campus Central (südöstlich der Altstadt), der Campus de Anchieta (naturwissenschaftliche Fakultäten), der Campus de Guajara (größter Campus, geisteswissenschaftliche Fakultäten) und der Campus de Ofra (Universitätskliniken). Weitere Standorte gibt es in Santa Cruz de Tenerife (z.B. Kunsthochschule, Nautikschule) und im Süden der Insel (Campus del Sur in Adeje). Die Universität ist international vernetzt und bietet zahlreiche Studienprogramme, darunter viele auf Spanisch, aber auch englischsprachige Kurse im Rahmen von Austauschprogrammen. Die Semesterzeiten sind: Wintersemester Mitte September bis Ende Januar, Sommersemester Ende Januar bis Ende Juli.
 
Ergänzt wird das Hochschulangebot durch verschiedene Fachhochschulen, Kunsthochschulen, Musikschulen sowie Forschungsinstitute. Besonders bedeutend sind Forschungseinrichtungen in den Bereichen Vulkanologie, Meereswissenschaften, Astrophysik, Klimaforschung, Umweltwissenschaften und erneuerbare Energien. Durch die Nähe zum Teide und die hervorragenden astronomischen Beobachtungsbedingungen besitzt Teneriffa internationale Bedeutung für die Astrophysik.
 
Internationale Austauschprogramme wie Erasmus+ ermöglichen Studierenden und Lehrkräften den Austausch mit Bildungseinrichtungen in ganz Europa. Aufgrund der attraktiven Lebensbedingungen und des milden Klimas entscheiden sich zudem viele ausländische Studierende für ein Studium oder einen Forschungsaufenthalt auf Teneriffa.
 
=== '''Archive und Bibliotheken''' ===
Die '''Biblioteca Municipal de Santa Cruz de Tenerife''' im Tenerife Espacio de las Artes (TEA) richtet sich besonders an wissenschaftlich Interessierte, bietet aber auch eine große Auswahl an Medien, moderne Arbeitsplätze, 24/7-Zugang und spezielle Bereiche für Kinder und Jugendliche. Sie ist Teil des kanarischen Bibliotheksnetzwerks und überzeugt durch ihre umfassenden Bestände und barrierefreien Zugangsmöglichkeiten.
 
Das historische Provinzarchiv '''Archivo Histórico Provincial de Santa Cruz de Tenerife''' ist die erste Adresse für alle, die sich für die Geschichte Teneriffas interessieren. Es bietet umfangreiche Sammlungen an Originaldokumenten, ist LGBTQ+ freundlich, barrierefrei und verfügt über vielfältige Parkmöglichkeiten – ideal für Forschende und Geschichtsinteressierte.
 
Die '''Public Library''' der Hauptstadt  bietet ein familienfreundliches Angebot, inklusive Kinderbereich und Aktivitäten, sowie einen barrierefreien Zugang. Sie eignet sich besonders für Freizeitlesende und Familien mit Kindern.
 
Die '''Biblioteca de Arte''' im TEA ist spezialisiert auf Kunst und Design und spricht damit vor allem Kunst- und Kulturinteressierte an. Sie bietet ein inspirierendes Umfeld in einem modernen Museumsgebäude.
 
Die '''Biblioteca Publica Municipal de La Orotava''' m Norden der Insel ist besonders für ihre Sprachunterstützung, barrierefreie Ausstattung und ihr kinderfreundliches Angebot bekannt. Sie eignet sich gut für Familien und Menschen, die Unterstützung beim Zugang zu Medien benötigen.
 
Die '''English Library''' in Puerto de la Cruz ist eine kleine, sehr gut bewertete Bibliothek mit englischsprachigem Bestand – ein Geheimtipp für englischsprachige Leser und Expats auf Teneriffa.
 
Die '''Bibliothek der Deutschen Schule''' (Colegio Alemán) bietet ein vielfältiges Medienangebot auf Deutsch und ist ein wichtiger Treffpunkt für die deutschsprachige Community, insbesondere für Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter.
 
== '''Kultur''' ==
Teneriffa vereint eine lebendige Mischung aus altkanarischen Traditionen, spanischen Einflüssen und moderner Kultur: Das kulturelle Leben auf der Insel ist geprägt von farbenfrohen Festen wie dem weltberühmten Karneval in Santa Cruz, traditionellen Romerías (Wallfahrten mit Volksfestcharakter), Musikfestivals und künstlerischen Veranstaltungen in Museen, Galerien und Theatern. In fast jedem Ort gibt es aktive Folkloregruppen, die Tänze und Musik pflegen, während Städte wie Santa Cruz de Tenerife und La Laguna mit ihrem reichen historischen Erbe, zahlreichen Museen und einer pulsierenden Kulturszene als kulturelle Zentren fungieren. Die Kultur Teneriffas ist tief in den Traditionen der Guanchen verwurzelt, wird jedoch auch von südamerikanischen Einflüssen und internationalen Trends bereichert, was sie besonders vielfältig und offen macht.
 
=== '''Museen''' ===
''Organismo Autónomo de Museos y Centros de Tenerife'' (OAMC), seit 2011 '''Museos de Tenerife''' genannt, ist eine lokale autonome Einrichtung, die zum Cabildo Insular de Tenerife gehört. Sie koordiniert sieben Ausstellungseinrichtungen und ist das umfassendste Museumsnetz der Kanarischen Inseln. Ihr Sitz befindet sich derzeit im Museum für Natur und Archäologie von Santa Cruz de Tenerife.
 
Im Jahr 1990 gründete das Cabildo von Teneriffa die Autonome Körperschaft für Museen und Zentren, die als lokale autonome Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit und voller Handlungsfähigkeit strukturiert ist. Zu ihren Zielen gehören die Erforschung, die Katalogisierung, der Schutz und die Erhaltung des kulturellen Erbes der Insel und im weiteren Sinne des kanarischen und makaronesischen Raums sowie anderer geografischer Gebiete von Interesse, sowie die Verbreitung und Förderung von Kultur, Wissenschaft und Bildung.  Zum Verband gehören:
 
* Museo de la Naturaleza y la Arqueología (Santa Cruz de Tenerife), bestehend aus El Museo Arqueológico de Tenerife, El Museo de Ciencias Naturales de Tenerife und El Instituto Canario de Bioantropología
* Museo de Historia y Antropología de Tenerife (San Cristóbal de La Laguna), mit El Museo de Historia de Tenerife (Casa Lercaro) (San Cristóbal de La Laguna) und El Museo de Antropología de Tenerife (Casa de Carta)
* Museo de la Ciencia y el Cosmos (San Cristóbal de La Laguna)
* Centro de Documentación Canarias y América (San Cristóbal de La Laguna)
* Centro de Interpretación Castillo de San Cristóbal (Santa Cruz de Tenerife)
* Centro de Interpretación Cueva del Viento (Icod de los Vinos)
 
=== '''Architektur''' ===
Die Architektur Teneriffas spiegelt die wechselvolle Geschichte der Insel wider und vereint Einflüsse der Ureinwohner, der spanischen Kolonialzeit sowie moderner internationaler Architektur. Historische Stadtkerne mit prächtigen Bürgerhäusern, Klöstern und Kirchen stehen ebenso für das architektonische Erbe der Insel wie avantgardistische Bauwerke des 20. und 21. Jahrhunderts. Vulkanischer Basalt, Tuffstein und kanarisches Kiefernholz zählen seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Baumaterialien. Charakteristisch für die traditionelle kanarische Architektur sind weiß getünchte Häuser, Innenhöfe (Patios), kunstvoll geschnitzte Holzbalkone, massive Holztüren sowie Dächer mit roten Ziegeln. Die Bauweise wurde den klimatischen Bedingungen angepasst und sorgt für natürliche Belüftung sowie Schutz vor Sonne und Feuchtigkeit.
 
Als bedeutendstes architektonisches Ensemble der Insel gilt die Altstadt von San Cristóbal de La Laguna. Sie wurde im Jahr 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gehört zu den am besten erhaltenen Kolonialstädten Spaniens. Die im späten 15. Jahrhundert gegründete Stadt war die erste nicht befestigte Kolonialstadt nach einem geometrischen Straßenraster und diente später zahlreichen Städten in Lateinamerika als Vorbild. Breite rechtwinklige Straßen, großzügige Plätze sowie zahlreiche Adelspaläste, Klöster und Kirchen prägen das historische Stadtbild. Besonders sehenswert sind die Casa de los Capitanes Generales, das ehemalige Kloster Santo Domingo, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Herrenhäuser mit ihren typischen hölzernen Balkonen und Innenhöfen.
 
Auch die historische Altstadt von La Orotava zählt zu den schönsten Beispielen kanarischer Kolonialarchitektur. Die wohlhabende Stadt entwickelte sich während der Blüte des Zuckerrohr- und später des Weinhandels zu einem bedeutenden Zentrum des Nordens. Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster führen vorbei an prachtvollen Bürgerhäusern, reich verzierten Holzbalkonen und kunstvollen Innenhöfen. Besonders bekannt ist die Casa de los Balcones aus dem 17. Jahrhundert, deren aufwendig geschnitzte Holzbalkone als Meisterwerke kanarischer Holzarchitektur gelten. Zahlreiche Kirchen, Klöster und öffentliche Gebäude aus der Renaissance und dem Barock ergänzen das historische Stadtbild.
 
Eine besondere Stellung nimmt der Jardín de Aclimatación de La Orotava, besser bekannt als Botanischer Garten von Puerto de la Cruz, ein. Er wurde bereits 1788 im Auftrag von König Karl III. angelegt, um tropische Pflanzen aus Amerika, Afrika und Asien an das europäische Klima zu gewöhnen. Neben seiner botanischen Bedeutung besitzt der Garten auch einen hohen architektonischen Wert. Historische Gewächshäuser, Brunnen, Natursteinmauern, Treppenanlagen und Gartenpavillons bilden gemeinsam mit der exotischen Vegetation ein harmonisches Gesamtkunstwerk der Gartenarchitektur.
 
Zu den rätselhaftesten Bauwerken Teneriffas gehören die Pyramiden von Güímar. Dabei handelt es sich um sechs stufenförmige Steinbauten aus Lavagestein, deren Ursprung lange Zeit umstritten war. Heute geht man überwiegend davon aus, dass sie im 19. Jahrhundert beim Anlegen landwirtschaftlicher Terrassen entstanden. Dennoch weisen ihre präzise Ausrichtung nach astronomischen Gesichtspunkten und ihre ungewöhnliche Bauweise interessante architektonische Besonderheiten auf. Der norwegische Forscher Thor Heyerdahl machte die Anlage international bekannt. Heute gehört sie zu einem archäologischen Freilichtmuseum mit umfangreichen Ausstellungen.
 
Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife verbindet historische Architektur mit moderner Stadtentwicklung. Rund um den Hafen entstanden seit dem 18. Jahrhundert repräsentative Verwaltungsgebäude, Handelshäuser und Plätze. Zu den bedeutendsten Bauwerken zählen die Plaza de España, die Iglesia de la Concepción, das Teatro Guimerá sowie zahlreiche Jugendstil- und Kolonialbauten entlang der Einkaufsstraßen. Moderne Bürogebäude, Hotels und Einkaufszentren ergänzen heute das historische Stadtbild. Auch das Gebäude des kanarischen Parlaments gehört zu den markanten öffentlichen Bauwerken der Hauptstadt.
 
Das bekannteste moderne Bauwerk Teneriffas ist das Auditorio de Tenerife in Santa Cruz. Die futuristische Konzerthalle wurde nach Plänen des spanischen Architekten Santiago Calatrava errichtet und 2003 eröffnet. Das Gebäude gilt als Wahrzeichen der Insel und zählt zu den bedeutendsten Beispielen zeitgenössischer Architektur Spaniens. Charakteristisch ist das riesige geschwungene Dach aus Stahlbeton, das wie eine Welle oder ein Segel über dem Gebäude schwebt. Das Auditorio beherbergt einen großen Konzertsaal mit hervorragender Akustik und dient als Spielstätte des Sinfonieorchesters von Teneriffa sowie zahlreicher internationaler Musik- und Kulturveranstaltungen.
 
Der Loro Parque in Puerto de la Cruz ist zwar vor allem als zoologischer Garten bekannt, besitzt jedoch ebenfalls bemerkenswerte architektonische Anlagen. Orientalisch gestaltete Tempel, großzügige Gartenanlagen, Wasserfälle und kunstvoll gestaltete Gebäude bilden eine außergewöhnliche Kombination aus Landschafts- und Themenarchitektur. Besonders beeindruckend sind die im Thai-Stil errichteten Eingangsgebäude sowie die aufwendig gestalteten Tierhäuser.
 
Eine architektonische Besonderheit stellt die Modellanlage Pueblo Chico im Valle de La Orotava dar. Auf einer großen Freifläche wurden zahlreiche historische Gebäude, Kirchen, Plätze und Landschaften der Kanarischen Inseln detailgetreu im Maßstab nachgebildet. Die Anlage vermittelt einen umfassenden Überblick über die Architektur und Stadtentwicklung des Archipels.
 
Zu den bedeutendsten Museumsgebäuden gehört das Museo de la Naturaleza y Arqueología in Santa Cruz de Tenerife. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Zivilhospital des 18. Jahrhunderts, das später umfassend restauriert wurde. Es beherbergt bedeutende archäologische Sammlungen zur Geschichte der Guanchen, darunter zahlreiche Mumien, Grabbeigaben sowie naturkundliche Ausstellungen über die Entstehung der Kanarischen Inseln.
 
Die Basilika Nuestra Señora de Candelaria zählt zu den wichtigsten Sakralbauten der Kanarischen Inseln. Sie wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts im neoklassizistischen Stil errichtet und ist der Schutzpatronin der Kanaren, der Virgen de Candelaria, geweiht. Der monumentale Glockenturm, die weitläufige Platzanlage mit den Bronzestatuen der Guanchenfürsten sowie die schlichte, helle Innenarchitektur machen die Basilika zu einem bedeutenden Wallfahrtsort und einem Wahrzeichen der Insel.
 
Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Kathedrale von San Cristóbal de La Laguna. Sie entstand auf den Fundamenten einer älteren Kirche und erhielt Anfang des 20. Jahrhunderts ihre heutige Gestalt im neogotischen Stil. Die imposante Kuppel, die hohen Gewölbe, kunstvollen Glasfenster sowie zahlreiche Gemälde und Altäre verleihen dem Bauwerk große architektonische Eleganz. Als Sitz des Bischofs der Diözese San Cristóbal de La Laguna ist sie das wichtigste katholische Gotteshaus der Insel.
 
Neben diesen berühmten Bauwerken prägen zahlreiche kleinere Dorfkirchen, historische Klöster, Gutshäuser, Windmühlen, Herrenhäuser sowie traditionelle Bauernhöfe das Landschaftsbild Teneriffas. Besonders in den Bergdörfern sind viele historische Gebäude aus Naturstein und kanarischem Kiefernholz erhalten geblieben. Moderne Architektur findet sich vor allem in den Tourismuszentren im Süden, wo Hotels, Apartmentanlagen und Freizeiteinrichtungen nach internationalen Standards errichtet wurden und häufig Elemente der kanarischen Bauweise mit zeitgenössischem Design verbinden.
 
=== '''Bildende Kunst''' ===
Teneriffa ist ein lebendiges Zentrum für bildende Kunst, das sowohl die lokale als auch die internationale Kunstszene fördert und präsentiert. '''Tenerife Espacio de las Artes (TEA)''', ein modernes Kunst- und Kulturzentrum im Herzen von Santa Cruz de Tenerife, präsentiert zeitgenössische Kunst, Fotografie, Film und neue Medien und beherbergt die Inselbibliothek, Ausstellungsräume, ein Kino und ein Café.
 
Das '''Städtische Museum der Schönen Künste (Museo de Bellas Artes)''' liegt in einem klassizistischen Gebäude in Santa Cruz de Tenerife. Es bietet eine Ausstellung von Gemälden, Skulpturen und Kleinkunst vom 16. bis 20. Jahrhundert. Bedeutende Werke sind Triptychon „Anbetung der Könige“ (Pieter Coecke), „San Andrés“ (José de Ribera), „Orfeo“ (Brueghel), Porträt der Königin Isabel II. (Federico de Madrazo), Werke von Joaquín Sorolla und kanarischen Künstlern wie Gaspar de Quevedo, Cristóbal Hernández de Quintana und González Méndez.
 
Das '''Museum für zeitgenössische Kunst Eduardo Westerdahl''' in Puerto de la Cruz präsentioert Dauer- und Wechselausstellungen mit nationaler und internationaler Kunst des 20. Jahrhunderts mit Werken unter anderem von Óscar Domínguez (Surrealismus), Manolo Millares, Lola Massieu (Avantgarde), Wolfgang Paalen, Luc Peire, Eduardo Úrculo und Angel Ferrant.
 
Die '''Fundación Cristino de Vera-Espacio Cultural CajaCanarias''' in La Laguna widmet sich dem Werk des kanarischen Malers Cristino de Vera und zeigt Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler.
 
Die wichtigsten  Stilrichtungen sind Landschaftsmalerei, religiöse Motive, Porträts im Stile des Surrealismus, Avantgarde und Pop-Art samt experimenteller Medien. Die bekanntesten Künstlere sind Óscar Domínguez (Surrealist), Manolo Millares, Lola Massieu, Cristino de Vera, Eduardo Úrculo (Pop-Art).
 
Weitere kulturelle Institutionen sind
 
* MAIT – Museum für Iberoamerikanisches Kunsthandwerk (Santa Cruz)
* Casa Tafuriaste – Keramikmuseum (La Orotava)
* Centro Alfarero – Töpfermuseum (Arguayo)
 
=== '''Literatur''' ===
Die Literatur Teneriffas ist eng mit der Geschichte, Landschaft und kulturellen Entwicklung der Insel verbunden und reicht von den ersten Chroniken nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert bis in die internationale Gegenwartsliteratur. Früheste Texte wurden von Geistlichen und Chronisten verfasst, die die Eroberung der Insel, das Leben der Guanchen und die Christianisierung dokumentierten. Werke von Autoren wie Alonso de Espinosa und Juan de Abreu Galindo sind dabei zentrale historische Quellen, da sie frühe Überlieferungen mit religiösen und ethnografischen Beobachtungen verbinden.
 
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich auf Teneriffa eine stärker eigenständige literarische Kultur, die von den Ideen der Aufklärung, aber auch von Romantik und Realismus geprägt war. Natur und Landschaft rückten zunehmend in den Mittelpunkt literarischer Darstellungen, ebenso wie soziale Fragen, Armut und die Auswanderung vieler Inselbewohner nach Amerika.
 
Im 20. Jahrhundert entstand eine moderne kanarische Literatur, die stark von Identitätssuche, politischer Erfahrung und der Inselsituation geprägt ist. Bedeutende Autoren wie Pedro García Cabrera, Agustín Espinosa und Isaac de Vega entwickelten unterschiedliche literarische Formen zwischen Lyrik, Surrealismus und existenzialistischer Prosa. Besonders prägend war auch Rafael Arozarena, dessen Roman „Mararía“ zu den wichtigsten Werken der kanarischen Literatur zählt und das Leben, die Einsamkeit und die sozialen Spannungen der Inselgesellschaft beschreibt.
 
Die Gegenwartsliteratur ist vielfältig und international vernetzt. Autorinnen wie Elsa López oder Alicia Llarena beschäftigen sich mit Erinnerung, Identität und kultureller Zugehörigkeit, während jüngere Stimmen wie Andrea Abreu mit Werken wie „Panza de burro“ (deutsch: „So forsch, so furchtlos“) große internationale Aufmerksamkeit erlangt haben. Auch der deutsche Roman „Archipel“ von Inger-Maria Mahlke verarbeitet die Geschichte der Insel literarisch und verbindet verschiedene Zeitebenen und Perspektiven.
 
Neben der kanarischen Literatur haben zahlreiche internationale Schriftsteller Teneriffa als Inspirationsort genutzt. Alexander von Humboldt beschrieb die Natur des Teide und machte die Insel europaweit bekannt, während Autoren wie Jules Verne oder Agatha Christie die exotische Atmosphäre literarisch aufgriffen.
 
=== '''Theater''' ===
Teneriffa bietet eine lebendige Theaterszene mit historischen Häusern, modernen Bühnen und vielfältigen Aufführungen für jeden Geschmack.
 
Das '''Teatro Leal San Criustóbal de La Laguna''' ist eines der architektonisch beeindruckendsten und traditionsreichsten Theater der Insel, bekannt für seine prachtvolle Fassade, aufwendige Innenmalereien und ein vielseitiges Programm von Musik, Theater und Film bis hin zu Festivals. Die zentrale Lage in La Laguna und die moderne Bühnentechnik machen es zu einem kulturellen Hotspot auf Teneriffa.
 
'''Teatro Guimerá''', das älteste Theater der Kanarischen Inseln, bietet ein breites Spektrum an hochwertigen Aufführungen – von klassischen Stücken über Oper bis zu modernen Inszenierungen – und ist für seine gute Akustik und das vielfältige Programm bekannt.
 
Das '''Teatro Victoria''' ist ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance, das besonders für innovative Produktionen, Workshops und Festivals geschätzt wird und eine wichtige Rolle in der Förderung junger Künstler spielt.
 
'''Timaginas Teatro''' ist eine engagierte Theatergruppe und Spielstätte, die sich auf klassische und moderne Stücke spezialisiert hat und durch ihre Nähe zum Publikum und familiäre Atmosphäre hervorsticht.
 
Das trendige Dinner-Theater '''El Desleal Teatro Cuerpo Imagen''' bietet neben klassischen Aufführungen auch Live-Musik, Karaoke und ein geselliges Ambiente – ideal für einen unterhaltsamen Abend mit Freunden oder Familie.


=== '''Architektur''' ===
'''Zalatta Teatro S.L.''' ist für seine kreativen Inszenierungen und Theaterpädagogik bekannt und richtet sich mit einem abwechslungsreichen Programm auch an Kinder und Familien.
Die wichtigsten architektonischen  Sehenswürdigkeiten der Insel sind:


* Altstadt von La Laguna, (Weltkulturerbe der UNESCO)
=== '''Film''' ===
* Altstadt von La Orotava
Teneriffa bietet eine lebendige Kinolandschaft mit modernen Multiplexen, charmanten Stadtkinos und regelmäßigen Filmreihen – ergänzt durch zahlreiche internationale Filmproduktionen, die auf der Insel gedreht wurden.
* Jardín de Aclimatación de la Orotava ''(Botánico)'', der Botanische Garten in Puerto de la Cruz
* Pyramiden von Güímar
* Hafen und Altstadt von Santa Cruz de Tenerife mit einer Vielzahl historischer Bauten, Einkaufsvierteln und dem architektonisch interessanten kanarischen Parlament
* Auditorio in Santa Cruz de Tenerife: futuristische Konzerthalle des Architekten Santiago Calatrava
* Loro Parque mit unter anderem der größten Papageiensammlung der Welt
* Modellanlage Pueblo Chico in Valle de La Orotava
* Museo de la Naturaleza y el Hombre, Naturkundemuseum in Santa Cruz de Tenerife mit Geschichte der Guanchen und Mumien.
* Basilika von Candelaria: die größte der Jungfrau Maria gewidmete Kirche der Kanarischen Inseln. Die Basilika ist in der Gemeinde von Candelaria.
* Kathedrale von La Laguna: Sitz des Bischofs von San Cristóbal de La Laguna.


=== '''Bildende Kunst''' ===
Das moderne Multiplex-Kino '''Yelmo Cines''' im Einkaufszentrum La Villa in La Orotava ist für seine große Auswahl an aktuellen internationalen und spanischen Filmen, komfortable Ausstattung und barrierefreien Zugang bekannt. Es hebt sich durch 3D-Vorführungen und familienfreundliche Atmosphäre hervor.
Teneriffa ist ein lebendiges Zentrum für bildende Kunst, das sowohl die lokale als auch die internationale Kunstszene fördert und präsentiert. '''Tenerife Espacio de las Artes (TEA)''', ein modernes Kunst- und Kulturzentrum im Herzen von Santa Cruz de Tenerife, präsentiert zeitgenössische Kunst, Fotografie, Film und neue Medien und beherbergt die Inselbibliothek, Ausstellungsräume, ein Kino und ein Café.


Das '''Städtische Museum der Schönen Künste (Museo de Bellas Artes)''' liegt in einem klassizistischen Gebäude in Santa Cruz de Tenerife. Es bietet eine Ausstellung von Gemälden, Skulpturen und Kleinkunst vom 16. bis 20. Jahrhundert. Bedeutende Werke sind Triptychon „Anbetung der Könige“ (Pieter Coecke), „San Andrés“ (José de Ribera), „Orfeo“ (Brueghel), Porträt der Königin Isabel II. (Federico de Madrazo), Werke von Joaquín Sorolla und kanarischen Künstlern wie Gaspar de Quevedo, Cristóbal Hernández de Quintana und González Méndez.
Das beliebte '''Cines Price Prime''' im Zentrum von Santa Cruz bietet eine hochwertige Filmauswahl, moderne Technik und ist besonders bei Filmliebhabern für sein gepflegtes Ambiente und die gute Filmauswahl geschätzt.


Das '''Museum für zeitgenössische Kunst Eduardo Westerdahl''' in Puerto de la Cruz präsentioert Dauer- und Wechselausstellungen mit nationaler und internationaler Kunst des 20. Jahrhunderts mit Werken unter anderem von Óscar Domínguez (Surrealismus), Manolo Millares, Lola Massieu (Avantgarde), Wolfgang Paalen, Luc Peire, Eduardo Úrculo und Angel Ferrant.
Das '''X-Sur Cine''' (Muilticines Gran Sur) im Einkaufszentrum X-Sur in Costa Adeje punktet mit großzügigen, barrierefreien Räumen, familienfreundlicher Atmosphäre und einer breiten Auswahl an internationalen Blockbustern, oft auch in Originalsprache.


Die '''Fundación Cristino de Vera-Espacio Cultural CajaCanarias''' in La Laguna widmet sich dem Werk des kanarischen Malers Cristino de Vera und zeigt Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler.
Das Kino '''iMulticines Tenerife''' m Einkaufszentrum Alcampo in La Laguna ist für Live-Events, Opernübertragungen und ein abwechslungsreiches Filmprogramm bekannt und eignet sich besonders für Familien und Kulturinteressierte.


Die wichtigsten  Stilrichtungen sind Landschaftsmalerei, religiöse Motive, Porträts im Stile des Surrealismus, Avantgarde und Pop-Art samt experimenteller Medien. Die bekanntesten Künstlere sind Óscar Domínguez (Surrealist), Manolo Millares, Lola Massieu, Cristino de Vera, Eduardo Úrculo (Pop-Art).
Das Kino im Zentral Center ist ideal für Urlauber im Süden der Insel, bietet mehrere Säle, Snacks und ein familienfreundliches Umfeld – perfekt für einen entspannten Kinoabend nach dem Strand.


Weitere kulturelle Institutionen sind
Das Deutsche Kino in der Stiftung Cristino de Vera (La Laguna) veranstaltet regelmäßig Filmreihen mit beliebten deutschen Filmen, was besonders für deutschsprachige Besucher und Cineasten mit Interesse an europäischem Kino attraktiv ist.


* MAIT – Museum für Iberoamerikanisches Kunsthandwerk (Santa Cruz)
Teneriffa ist ein beliebter Drehort für internationale Produktionen wie 'Fast & Furious 6', 'Doctor Who', 'The Witcher' und 'Jason Bourne'. Die spektakulären Landschaften bieten Filmtouristen und Fans die Möglichkeit, berühmte Kulissen zu entdecken und die Insel aus einer neuen Perspektive zu erleben.
* Casa Tafuriaste – Keramikmuseum (La Orotava)
* Centro Alfarero – Töpfermuseum (Arguayo)


=== '''Literatur''' ===
=== '''Musik und Tanz''' ===
Die Literatur auf Teneriffa ist geprägt von einer lebendigen Literaturszene, die sowohl kanarische als auch internationale Einflüsse vereint. Die wichtigsten Autoren sind Cristóbal de la Laguna, bekannt für seine Schriften zur Philosophie und Theologie (Renaissance) und Alonso de Espinosa, ein wichtiger Chronist des 16. Jahrhunderts, der über die Ureinwohner (Guanchen) schrieb. Moderne und zeitgenössische kanarische Schriftsteller sind Autoren wie Agustín Espinosa, Pedro García Cabrera, Isaac de Vega, Rafael Arozarena und Domingo-Luis Hernández greifen Themen wie Identität, Migration und Inselleben auf. Frauen in der kanarischen Literatur wie Alicia Llarena, Elsa López und andere prägen die aktuelle Szene. Viele spanische Autoren verbrachten Zeit auf Teneriffa oder ließen sich von der Insel inspirieren, unter anderem Miguel de Unamuno und Rafael Alberti.
Die frühesten musikalischen Wurzeln reichen in die Zeit der Guanchen zurück, der vorkolonialen Bevölkerung der Insel. Auch wenn ihre Musik nicht schriftlich überliefert ist, gelten rhythmische Gesänge, Trommeln und einfache Tanzformen als Teil einer archaischen Kultur, die stark mit Ritualen, Naturverehrung und gemeinschaftlichen Zeremonien verbunden war. Diese Elemente wirken in einigen heutigen Tanzformen wie dem '''Tajaraste''' nach, der als einer der ältesten überlieferten kanarischen Tänze gilt und durch Trommelrhythmen, einfache Schritte und rituelle Bewegungen geprägt ist.


Zahlreiche Reiseberichte und Romane von internationalen Autoren beschreiben Teneriffa und die Kanaren, zum Beispiel Alexander von Humboldt, Jules Verne und Agatha Christie. Gerbrand Bakkers Roman „Der Sohn des Friseurs“ spielt auf Teneriffa. Andrea Abreus Roman „So forsch, so furchtlos“ hat eine starke kanarische Prägung. Inger-Maria Mahlkes Roman „Archipel“ verbindet kanarische Geschichte mit Gegenwart. Und Hans Pleschinskis Roman „Wiesenstein“ hat Bezüge zu deutschen Exilanten auf den Kanaren.
Mit der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert kamen neue musikalische Formen auf die Insel, insbesondere aus Andalusien. Daraus entwickelten sich typische kanarische Volksmusikstile wie '''Isas''', '''Folías''', '''Malagueñas''' und '''Seguidillas'''. Diese Lieder- und Tanzformen sind bis heute ein Kernbestandteil der Folklore. Sie werden häufig bei Volksfesten, religiösen Prozessionen und Dorffeiern aufgeführt und zeichnen sich durch Gesang, Gitarrenbegleitung und rhythmische Struktur aus. Die Texte handeln oft von Liebe, Alltag, Sehnsucht, Natur und dem Leben auf der Insel.


Literarische Institutionen und Veranstaltungen sind:
Ein zentrales Instrument der kanarischen Musik ist die '''Timple''', ein kleines, fünfsaitiges Zupfinstrument, das als Symbol der Inselmusik gilt. Sie wird sowohl solistisch als auch in Ensembles eingesetzt und prägt den typischen Klang der traditionellen Musik. Ergänzt wird sie durch klassische Gitarren, Trommeln (wie Bombo oder Tambor), Kastagnetten (Chácaras) sowie gelegentlich Flöten oder andere traditionelle Instrumente.


* '''Festival Internacional de Música de Canarias:''' Auch literarische Veranstaltungen und Lesungen finden im Rahmen des Festivals statt.
Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich eine stärker organisierte Musikszene. Komponisten wie '''Teobaldo Power y Lugo Viña''' aus Santa Cruz de Tenerife trugen zur Verbindung von klassischer Musik und kanarischer Folklore bei. Seine Werke sind bis heute Teil des musikalischen Kulturerbes der Insel.
* '''Tenerife Noir:''' Krimifestival mit Lesungen und Diskussionen.


=== '''Theater''' ===
Besonders bedeutend für die Bewahrung und Popularisierung der traditionellen Musik ist die Gruppe '''Los Sabandeños''', die 1966 gegründet wurde. Sie gilt als eine der wichtigsten Folkloregruppen der Kanarischen Inseln und verbindet traditionelle Lieder mit modernen Arrangements. Daneben existieren zahlreiche weitere Gruppen und „parrandas“, also musikalische Volksensembles, die regional sehr aktiv sind und das musikalische Erbe lebendig halten.
Teneriffa bietet eine lebendige Theaterszene mit historischen Häusern, modernen Bühnen und vielfältigen Aufführungen für jeden Geschmack.


Das '''Teatro Leal San Criustóbal de La Laguna''' ist eines der architektonisch beeindruckendsten und traditionsreichsten Theater der Insel, bekannt für seine prachtvolle Fassade, aufwendige Innenmalereien und ein vielseitiges Programm von Musik, Theater und Film bis hin zu Festivals. Die zentrale Lage in La Laguna und die moderne Bühnentechnik machen es zu einem kulturellen Hotspot auf Teneriffa.
Neben der traditionellen Musik ist Teneriffa heute auch in moderne Musikrichtungen eingebunden. Pop, Rock, Jazz und klassische Musik sind fest in der Kulturszene verankert. Internationale Bedeutung hat das '''Festival Internacional de Música de Canarias''', bei dem auf Teneriffa regelmäßig hochkarätige klassische Konzerte stattfinden und internationale Orchester auftreten.


'''Teatro Guimerá''', das älteste Theater der Kanarischen Inseln, bietet ein breites Spektrum an hochwertigen Aufführungen – von klassischen Stücken über Oper bis zu modernen Inszenierungen – und ist für seine gute Akustik und das vielfältige Programm bekannt.
=== '''Kleidung''' ===
Die traditionelle Kleidung und Tracht auf Teneriffa ist ein lebendiger Ausdruck der Inselkultur und spielt bei Festen, Romerías, Bailes de Magos und anderen traditionellen Anlässen eine zentrale Rolle. Zur Frauenkleidung gehört ein auf dem Webstuhl gefertigter Wollrock, meist mit roter oder schwarzer Basis und bunten Längsstreifen. Darüber wird eine bestickte Schürze getragen. Unter dem Rock befindet sich ein bestickter Unterrock. Das Hemd ist aus Baumwolle oder Leinen, oft mit einem bestickten Mieder. Ein Hut mit Schal ist typisch. Schmuck, filigrane Haarnadeln und farbenfrohe Schärpen ergänzen das Outfit.


Das '''Teatro Victoria''' ist ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance, das besonders für innovative Produktionen, Workshops und Festivals geschätzt wird und eine wichtige Rolle in der Förderung junger Künstler spielt.
Die Männerkleidung besteht aus einer schwarzen Wollhose, bestickten Leinengamaschen, einer roten Schärpe um die Taille, einem weißen, mit Baumwolle oder Leinen bestickten Hemd und einer aus Wolle gefertigten, manchmal mit einem typischen „Esperancera“-Umhang versehenen Weste.


'''Timaginas Teatro''' ist eine engagierte Theatergruppe und Spielstätte, die sich auf klassische und moderne Stücke spezialisiert hat und durch ihre Nähe zum Publikum und familiäre Atmosphäre hervorsticht.
Die Tracht von La Orotava ist besonders elegant und detailreich – langer, farbenfroher Rock, weiße Bluse mit aufwendiger Stickerei, kunstvolle Schärpe, oft mit handgefertigtem Schmuck und filigranen Haarnadeln. Die Tracht von El Rosario ist einfacher und ländlicher – knielanger Rock, weiße Bluse, bunter Schal, traditionelle Kopfbedeckungen mit Blumen oder Schleifen. Santa Cruz de Tenerife bietet eine Mischung aus urbanem Chic und traditionellen Elementen – elegante Kleider mit modernen Schnitten und traditionellen Stickereien, Männer tragen traditionelle Jacken mit handgewebten Gürteln.


Das trendige Dinner-Theater '''El Desleal Teatro Cuerpo Imagen''' bietet neben klassischen Aufführungen auch Live-Musik, Karaoke und ein geselliges Ambiente – ideal für einen unterhaltsamen Abend mit Freunden oder Familie.
Trajes tradicionales sind historisch gewachsene, traditionelle Trachten mit regionalen Unterschieden, oft über Generationen weitergegeben. Trajes típicos sind standardisierte Modelle, die als Symbol für die Insel oder das Fest dienen, wie die bekannte Tracht von La Orotava.


'''Zalatta Teatro S.L.''' ist für seine kreativen Inszenierungen und Theaterpädagogik bekannt und richtet sich mit einem abwechslungsreichen Programm auch an Kinder und Familien.
Die Trachten werden üblicherweise mit großem Stolz getragen und sind Ausdruck der Verbundenheit mit der Heimat und der Pflege alter Traditionen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Inselidentität und werden besonders bei Festen und Feierlichkeiten sichtbar


=== '''Film''' ===
=== '''Kulinarik und Gastronomie''' ===
Teneriffa bietet eine lebendige Kinolandschaft mit modernen Multiplexen, charmanten Stadtkinos und regelmäßigen Filmreihen – ergänzt durch zahlreiche internationale Filmproduktionen, die auf der Insel gedreht wurden.
Die tinerfenische Küche ist vergleichsweise einfach, aber sehr aromatisch und basiert stark auf regionalen Zutaten wie Kartoffeln, Mais, Fisch, Ziegenfleisch, Hülsenfrüchten und verschiedenen lokalen Soßen und Gewürzen. Ein Grundnahrungsmittel ist die kanarische Kartoffel, die besonders als „Papas arrugadas“ (Runzelkartoffeln) berühmt ist. Sie werden in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis sich eine typische Salzkruste bildet, und traditionell mit „Mojo“ serviert einer typischen Sauce, die es in grüner (Koriander- oder Petersilienbasis) und roter Variante (Paprika, Knoblauch, Chili) gibt. Diese Kombination gilt als eines der bekanntesten Gerichte der gesamten Kanarischen Inseln.
 
Das moderne Multiplex-Kino '''Yelmo Cines''' im Einkaufszentrum La Villa in La Orotava ist für seine große Auswahl an aktuellen internationalen und spanischen Filmen, komfortable Ausstattung und barrierefreien Zugang bekannt. Es hebt sich durch 3D-Vorführungen und familienfreundliche Atmosphäre hervor.
 
Das beliebte '''Cines Price Prime''' im Zentrum von Santa Cruz bietet eine hochwertige Filmauswahl, moderne Technik und ist besonders bei Filmliebhabern für sein gepflegtes Ambiente und die gute Filmauswahl geschätzt.
 
Das '''X-Sur Cine''' (Muilticines Gran Sur) im Einkaufszentrum X-Sur in Costa Adeje punktet mit großzügigen, barrierefreien Räumen, familienfreundlicher Atmosphäre und einer breiten Auswahl an internationalen Blockbustern, oft auch in Originalsprache.
 
Das Kino '''iMulticines Tenerife''' m Einkaufszentrum Alcampo in La Laguna ist für Live-Events, Opernübertragungen und ein abwechslungsreiches Filmprogramm bekannt und eignet sich besonders für Familien und Kulturinteressierte.
 
Das Kino im Zentral Center ist ideal für Urlauber im Süden der Insel, bietet mehrere Säle, Snacks und ein familienfreundliches Umfeld perfekt für einen entspannten Kinoabend nach dem Strand.
 
Das Deutsche Kino in der Stiftung Cristino de Vera (La Laguna) veranstaltet regelmäßig Filmreihen mit beliebten deutschen Filmen, was besonders für deutschsprachige Besucher und Cineasten mit Interesse an europäischem Kino attraktiv ist.
 
Teneriffa ist ein beliebter Drehort für internationale Produktionen wie 'Fast & Furious 6', 'Doctor Who', 'The Witcher' und 'Jason Bourne'. Die spektakulären Landschaften bieten Filmtouristen und Fans die Möglichkeit, berühmte Kulissen zu entdecken und die Insel aus einer neuen Perspektive zu erleben.
 
=== '''Musik''' ===
Die Musik auf Teneriffa ist vielfältig und tief in der Inselkultur verwurzelt. Sie spiegelt die Geschichte, Traditionen und kulturellen Einflüsse der Kanarischen Inseln wider. Die Musik Teneriffas ist geprägt von den Ureinwohnern (Guanchen), spanischen, afrikanischen, karibischen und lateinamerikanischen Einflüssen. Historisch reichen die Wurzeln bis zu den archaischen Gesängen und Tänzen der Guanchen zurück.
 
Typische Musikgenres sind:
 
* '''Isas und Folías:''' Fröhliche, lebhafte Tänze und Lieder, oft mit Gitarre und Timple begleitet, fester Bestandteil der lokalen Feste.
* '''Malagueñas und Seguidillas:''' Rhythmusbetonte Stücke mit starkem Gesang, ursprünglich aus dem südlichen Spanien, auf Teneriffa adaptiert und weiterentwickelt.
* '''Tajaraste:''' Einzigartiger, von den Guanchen überlieferter Tanz, getanzt zu Trommelrhythmen.


Eine weitere traditionelle Spezialität ist „Gofio“, ein geröstetes Getreidemehl, das bereits von den Guanchen verwendet wurde. Es wird sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten genutzt, etwa als Beilage, in Suppen oder als „Gofio escaldado“, bei dem es mit Fischbrühe zu einer dicken Masse verarbeitet wird. Gofio gilt bis heute als Symbol der kanarischen Ernährungsgeschichte.


Zu den tinerfenischen Musikinstrumenten gehört an erster Stelle die Timple, eine kleine fünfsaitige Gitarre, Symbol der kanarischen Musik, die oft als Solo- oder Begleitinstrument gespielt wird. Gitarre, Trommeln (Bombo, Tambor), Flöten, Chácaras (Kastagnetten) ergänzen die Ensembles und sorgen für charakteristische Klänge. Die Lieder erzählen von Liebe, Leid, dem Leben auf der Insel und der Schönheit der Landschaft. Häufig werden traditionelle Melodien improvisiert und weitergegeben.
Die Inselküche ist stark von Fisch und Meeresfrüchten geprägt, da Teneriffa eine lange Küstenlinie besitzt und der Atlantik eine wichtige Nahrungsquelle darstellt. Typische Fischarten sind Thunfisch, Sardinen, Sama oder Vieja (Papageifisch). Fisch wird häufig gegrillt, gebraten oder in Salzteig gegart und meist sehr schlicht mit Kartoffeln oder Mojo serviert, um den Eigengeschmack zu erhalten.
 
Die bekannteste folklorische Musikgruppe Teneriffas sind Los Sabandeños, gegründet 1966, bringt traditionelle Musik mit modernen Elementen zusammen und ist international bekannt. Weitere Gruppen sind La Parranda de los Buches, Los Gofiones, José María Millares, Néstor Álamo – alle tragen zur lebendigen Folkloreszene bei.
 
Neben traditioneller Musik gibt es auf Teneriffa auch moderne Genres wie Pop, Rock, Jazz und Klassik. Das Festival Internacional de Música de Canarias ist ein internationales Musikfestival mit Konzerten klassischer Musik im Januar und Februar. Teobaldo Power y Lugo Viña (1848 bis 1884), ein bekannter Komponist aus Santa Cruz de Tenerife, ist eine wichtige Figur der kanarischen Musikgeschichte.
 
=== '''Kleidung''' ===
Die traditionelle Kleidung und Tracht auf Teneriffa ist ein lebendiger Ausdruck der Inselkultur und spielt bei Festen, Romerías, Bailes de Magos und anderen traditionellen Anlässen eine zentrale Rolle. Zur Frauenkleidung gehört ein auf dem Webstuhl gefertigter Wollrock, meist mit roter oder schwarzer Basis und bunten Längsstreifen. Darüber wird eine bestickte Schürze getragen. Unter dem Rock befindet sich ein bestickter Unterrock. Das Hemd ist aus Baumwolle oder Leinen, oft mit einem bestickten Mieder. Ein Hut mit Schal ist typisch. Schmuck, filigrane Haarnadeln und farbenfrohe Schärpen ergänzen das Outfit.


Die Männerkleidung besteht aus einer schwarzen Wollhose, bestickten Leinengamaschen, einer roten Schärpe um die Taille, einem weißen, mit Baumwolle oder Leinen bestickten Hemd und einer aus Wolle gefertigten, manchmal mit einem typischen „Esperancera“-Umhang versehenen Weste.
Auch Fleischgerichte spielen eine wichtige Rolle, insbesondere Ziegenfleisch (Cabrito) und Schweinefleisch. Beliebt sind Gerichte wie „Ropa vieja“, ein Eintopf aus Fleischresten, Kichererbsen und Gemüse, sowie „Carne de fiesta“, mariniertes und gebratenes Schweinefleisch. In ländlichen Regionen ist die traditionelle Küche besonders stark erhalten geblieben und wird oft noch in großen Familienportionen zubereitet.


Die Tracht von La Orotava ist besonders elegant und detailreich – langer, farbenfroher Rock, weiße Bluse mit aufwendiger Stickerei, kunstvolle Schärpe, oft mit handgefertigtem Schmuck und filigranen Haarnadeln. Die Tracht von El Rosario ist einfacher und ländlicher – knielanger Rock, weiße Bluse, bunter Schal, traditionelle Kopfbedeckungen mit Blumen oder Schleifen. Santa Cruz de Tenerife bietet eine Mischung aus urbanem Chic und traditionellen Elementen – elegante Kleider mit modernen Schnitten und traditionellen Stickereien, Männer tragen traditionelle Jacken mit handgewebten Gürteln.
Ein charakteristisches Element der Gastronomie ist die Verwendung lokaler Käsesorten, insbesondere Ziegenkäse, der oft geräuchert oder leicht gereift angeboten wird. Er ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaft und wird sowohl pur als auch in Gerichten oder als Tapas serviert.


Trajes tradicionales sind historisch gewachsene, traditionelle Trachten mit regionalen Unterschieden, oft über Generationen weitergegeben. Trajes típicos sind standardisierte Modelle, die als Symbol für die Insel oder das Fest dienen, wie die bekannte Tracht von La Orotava.
Auch Süßspeisen haben eine lange Tradition. Typische Desserts sind „Bienmesabe“ (eine süße Creme aus Mandeln, Honig und Eigelb), „Frangollo“ (ein Pudding aus Maismehl, Milch und Zitrusnoten) oder „Truchas de Navidad“, gefüllte Teigtaschen, die besonders zur Weihnachtszeit beliebt sind.


Die Trachten werden üblicherweise mit großem Stolz getragen und sind Ausdruck der Verbundenheit mit der Heimat und der Pflege alter Traditionen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Inselidentität und werden besonders bei Festen und Feierlichkeiten sichtbar
Die Gastronomie Teneriffas ist stark von der Tapas-Kultur geprägt. In Bars und kleinen Restaurants werden viele kleine Gerichte serviert, die gemeinsam gegessen werden und eine große Vielfalt der Inselküche zeigen. Wein spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Teneriffa besitzt mehrere kleine, aber qualitativ hochwertige Weinregionen, die vor allem autochthone Rebsorten wie Listán Negro oder Malvasía kultivieren.


=== '''Kulinarik und Gastronomie''' ===
Typische Gerichte und Spezialitäten sind:
Die lokale Küche nutzt frische, regionale Zutaten und verbindet Land und Meer auf besondere Weise. Typische Gerichte und Spezialitäten sind:


* '''Papas Arrugadas mit Mojo''': Kleine, in Salzwasser gekochte Kartoffeln mit runzeliger Schale, serviert mit Mojo verde (grün, mit Koriander) oder Mojo rojo (rot, mit Paprika und Chili)..
* '''Papas Arrugadas mit Mojo''': Kleine, in Salzwasser gekochte Kartoffeln mit runzeliger Schale, serviert mit Mojo verde (grün, mit Koriander) oder Mojo rojo (rot, mit Paprika und Chili)..
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* '''Gebackener Käse mit Mojo''': Geräucherter kanarischer Käse, gebacken und mit Mojo-Sauce serviert.
* '''Gebackener Käse mit Mojo''': Geräucherter kanarischer Käse, gebacken und mit Mojo-Sauce serviert.
* '''Pulpo a la Gallega''': Zubereitet nach galicischer Art, aber auch auf Teneriffa weit verbreitet: gegarter Tintenfisch mit Paprika und Olivenöl.
* '''Pulpo a la Gallega''': Zubereitet nach galicischer Art, aber auch auf Teneriffa weit verbreitet: gegarter Tintenfisch mit Paprika und Olivenöl.


Lokale Getränke sind:
Lokale Getränke sind:
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* '''Ron Miel''': Honigrum, ein aromatischer Likör, der gerne als Digestif serviert wird.
* '''Ron Miel''': Honigrum, ein aromatischer Likör, der gerne als Digestif serviert wird.
* '''Barraquito''': Typischer kanarischer Kaffee mit Kondensmilch, Likör und Zimt.
* '''Barraquito''': Typischer kanarischer Kaffee mit Kondensmilch, Likör und Zimt.


Die Gastronomie auf Teneriffa reicht von gemütlichen Guachinches (traditionelle Lokale mit lokalem Wein und Hausmannskost) bis hin zu gehobenen Restaurants mit moderner Küche. Besonders in Santa Cruz, La Laguna und Puerto de la Cruz findet man eine große Auswahl an authentischen und internationalen Restaurants. Teneriffa bietet somit eine reiche und abwechslungsreiche Küche, die sowohl traditionelle als auch moderne Einflüsse vereint und bei jedem Besuch kulinarische Entdeckungen ermöglicht.
Die Gastronomie auf Teneriffa reicht von gemütlichen Guachinches (traditionelle Lokale mit lokalem Wein und Hausmannskost) bis hin zu gehobenen Restaurants mit moderner Küche. Besonders in Santa Cruz, La Laguna und Puerto de la Cruz findet man eine große Auswahl an authentischen und internationalen Restaurants. Teneriffa bietet somit eine reiche und abwechslungsreiche Küche, die sowohl traditionelle als auch moderne Einflüsse vereint und bei jedem Besuch kulinarische Entdeckungen ermöglicht.
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* 25. Dezember -  Navidad (Weihnachten)
* 25. Dezember -  Navidad (Weihnachten)
* 31. Dezember -  Noche del Año Viejo (Altjahrstag)
* 31. Dezember -  Noche del Año Viejo (Altjahrstag)


Teneriffa ist bekannt für seine lebendige Festkultur mit zahlreichen traditionellen und modernen Festen, die das ganze Jahr über stattfinden. Hier sind die wichtigsten und beliebtesten Feste auf der Insel:
Teneriffa ist bekannt für seine lebendige Festkultur mit zahlreichen traditionellen und modernen Festen, die das ganze Jahr über stattfinden. Hier sind die wichtigsten und beliebtesten Feste auf der Insel:
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* '''Feste zu Ehren der Virgen de Candelaria''' sind religiöse Feierlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin der Kanaren im August. Pilger aus ganz Teneriffa besuchen die Basilika in Candelaria.
* '''Feste zu Ehren der Virgen de Candelaria''' sind religiöse Feierlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin der Kanaren im August. Pilger aus ganz Teneriffa besuchen die Basilika in Candelaria.
* '''Feste zu Ehren lokaler Schutzheiliger''': Fast jede Gemeinde feiert jährlich ihr Patronatsfest mit Prozessionen, Musik und regionalen Spezialitäten.
* '''Feste zu Ehren lokaler Schutzheiliger''': Fast jede Gemeinde feiert jährlich ihr Patronatsfest mit Prozessionen, Musik und regionalen Spezialitäten.
* '''Festival Internacional de Música de Canarias''' ist ein internationales Musikfestival im Januar und Februar mit Konzerten auf Teneriffa und Gran Canaria.
 
* '''Festiv'''bis '''al Internacional de Música de Canarias''' ist ein int bis rnationales Musikfestival im Januar '''bis''' und Februar mit Konzerten auf Teneriffa und Gran Can bis ria.


== '''Medien''' ==
== '''Medien''' ==
Die wichtigsten Printmedien auf Teneriffa sind  bis egionale Zeitungen, die sowohl lokale als auch überregionale  bis chrichten abdecken. Besonders bedeutend ist „El Día bis , eine traditionsreiche Tageszeitung mit Sitz in Santa Cruz de Ten bis rife, die lange Zeit als wichtigste Stimme der Insel g bis lt und stark auf lokale Politik, Gesellschaft und Wirtschaf bis  fokussiert ist. Daneben spielen auch bis kanarienweite Medien wie „Diario de Avisos“ eine  bis ichtige Rolle, das als eine der ältesten Zeitungen Spaniens gilt und sowohl kulturelle als auch politische Themen behandelt. Ergänzt wird  b is ie Printlandschaft durch kostenlose Wochenzeitungen und Stadtmagazine, die sich häufig auf Touri bis mus, Veranstaltungen und lokale Kultur konzentrieren.
Im Bereich Radio ist Teneriffa durch ein dichtes Netz öffentlich-rechtlicher und privater Sender geprägt. Wichtige nationale Sender wie RNE (Radio Nacional de España) und große private Ketten wie Cadena SER, COPE oder Onda Cero betreiben regionale Studios auf der Insel. Diese liefern tägliche Nachrichten aus Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur mit starkem Bezug zu den Kanaren. Ergänzt wird das Angebot durch lokale Radiosender, die oft Musik, lokale Ereignisse und Gemeindeinformationen in den Mittelpunkt stellen.
Das Fernsehen wird sowohl durch nationale spanische Sender als auch durch regionale Kanäle geprägt. Besonders wichtig ist der öffentlich-rechtliche Regionalsender Telspeziell für die Kanarischen Inseln produziert. Er berichtet über lokale Politik, Kultur, Wirtschaft und gesellschaftliche Themen und spielt eine zentrale Rolle bei der regionalen Identitätsbildung. Daneben sind auch die großen spanischen Sendergruppen wie RTVE, Antena 3 und Telecinco präsent und werden auf der Insel umfassend empfangen.
Auf Teneriffa erscheinen folgende Zeitungen:
Auf Teneriffa erscheinen folgende Zeitungen:


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* '''Teneriffa News:''' Online-Portal mit aktuellen Nachrichten, Urlaubstipps, Wetter und mehr für Teneriffa und die Kanaren.
* '''Teneriffa News:''' Online-Portal mit aktuellen Nachrichten, Urlaubstipps, Wetter und mehr für Teneriffa und die Kanaren.
* '''Kanarenmarkt:''' Führendes Online-Nachrichtenportal in deutscher Sprache mit täglichen Updates von allen Kanarischen Inseln.
* '''Kanarenmarkt:''' Führendes Online-Nachrichtenportal in deutscher Sprache mit täglichen Updates von allen Kanarischen Inseln.


Radiosender auf Tenerife sind unter anderem:
Radiosender auf Tenerife sind unter anderem:
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* '''Sunshine Radio:''' 101.5 MHz in Adeje.
* '''Sunshine Radio:''' 101.5 MHz in Adeje.
* '''Power FM Tenerife:''' 91.1–91.9 MHz in Los Gigantes.
* '''Power FM Tenerife:''' 91.1–91.9 MHz in Los Gigantes.


Dazu kommen zahlreiche lokale spanischsprachige Radiostationen auf der Insel. Deutsche Fernsehsender können über Satellit empfangen werden, was in vielen Ferienwohnungen und -häusern Standard ist. Die wichtigsten spanischen Sender (RTVE, Antena 3, Telecinco, Canal Sur, etc.) sind ebenfalls über Kabel oder Satellit verfügbar.
Dazu kommen zahlreiche lokale spanischsprachige Radiostationen auf der Insel. Deutsche Fernsehsender können über Satellit empfangen werden, was in vielen Ferienwohnungen und -häusern Standard ist. Die wichtigsten spanischen Sender (RTVE, Antena 3, Telecinco, Canal Sur, etc.) sind ebenfalls über Kabel oder Satellit verfügbar.
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* '''Tauchen und Schnorcheln:''' Klare Sicht, artenreiche Meereswelt und zahlreiche Tauchschulen machen Teneriffa ideal für Unterwassersport.
* '''Tauchen und Schnorcheln:''' Klare Sicht, artenreiche Meereswelt und zahlreiche Tauchschulen machen Teneriffa ideal für Unterwassersport.
* '''Segeln, Kajakfahren, Hochseeangeln:''' Viele Möglichkeiten für Segeltörns, Kajaktouren und Angelausflüge.
* '''Segeln, Kajakfahren, Hochseeangeln:''' Viele Möglichkeiten für Segeltörns, Kajaktouren und Angelausflüge.
* '''Wandern:''' Zahlreiche Wanderwege durch Nationalparks (z.B. Teide, Anaga), Schluchten und Küsten.
* '''Wandern:''' Zahlreiche Wanderwege durch Nationalparks (zum Beispiel Teide, Anaga), Schluchten und Küsten.
* '''Mountainbiken und Radfahren:''' Herausfordernde Strecken durch Berge und Täler, auch mit E-Bikes möglich.
* '''Mountainbiken und Radfahren:''' Herausfordernde Strecken durch Berge und Täler, auch mit E-Bikes möglich.
* '''Klettern, Canyoning, Gleitschirmfliegen:''' Vielfältige Angebote für Kletterer, Abenteurer und Paraglider.
* '''Klettern, Canyoning, Gleitschirmfliegen:''' Vielfältige Angebote für Kletterer, Abenteurer und Paraglider.
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=== '''Fußball''' ===
=== '''Fußball''' ===
Fußball ist auf Teneriffa sehr beliebt und wird vor allem durch den '''Club Deportivo Tenerife (CD Teneriffa)''' repräsentiert. Der Verein wurde 1922 gegründet und spielt aktuell in der '''Segunda División''', der zweithöchsten spanischen Liga. Die Heimspiele finden im '''Estadio Heliodoro Rodríguez López''' in Santa Cruz de Tenerife statt, das rund 24.000 Zuschauer fasst.
Fußball ist auf Teneriffa sehr beliebt und wird vor allem durch den '''Club Deportivo Tenerife''' (CD Teneriffa) repräsentiert. Der Verein wurde 1922 gegründet und spielt aktuell in der Segunda División, der zweithöchsten spanischen Liga. Die Heimspiele finden im '''Estadio Heliodoro Rodríguez López''' in Santa Cruz de Tenerife statt, das rund 24.000 Zuschauer fasst.


CD Teneriffa hat in seiner Geschichte insgesamt 13 Spielzeiten in der '''Primera División''' (der ersten spanischen Liga) absolviert. Besonders erfolgreich waren die 1990er-Jahre, als der Verein unter anderem das Halbfinale im UEFA-Pokal erreichte und dabei gegen europäische Spitzenklubs wie Lazio Rom, Feyenoord Rotterdam und Brøndby IF gewann. Seit dem Abstieg 1999 konnte der Verein nicht mehr in die erste Liga zurückkehren, gehört aber weiterhin zu den wichtigsten Fußballvereinen der Kanaren.
CD Teneriffa hat in seiner Geschichte insgesamt 13 Spielzeiten in der '''Primera División''' (der ersten spanischen Liga) absolviert. Besonders erfolgreich waren die 1990er-Jahre, als der Verein unter anderem das Halbfinale im UEFA-Pokal erreichte und dabei gegen europäische Spitzenklubs wie Lazio Rom, Feyenoord Rotterdam und Brøndby IF gewann. Seit dem Abstieg 1999 konnte der Verein nicht mehr in die erste Liga zurückkehren, gehört aber weiterhin zu den wichtigsten Fußballvereinen der Kanaren.
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Die Federación de Lucha Canaria de Tenerife organisiert die Wettkämpfe und Meisterschaften. Die Geschäftsstelle befindet sich in La Laguna (C/ Adán Martín, 15, 38208). Es gibt das ganze Jahr über regelmäßige Wettkämpfe in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen, oft im Rahmen von Dorffesten oder bei speziellen Events. Besonders bekannte Veranstaltungen sind „La Luchada del Año“ (zum Beispiel in Puerto de la Cruz) und die Finals der Liga CaixaBank in Santa Úrsula. Lucha Canaria ist fest in der kanarischen Kultur verankert und bietet ein einzigartiges Erlebnis für Zuschauer und Teilnehmer.
Die Federación de Lucha Canaria de Tenerife organisiert die Wettkämpfe und Meisterschaften. Die Geschäftsstelle befindet sich in La Laguna (C/ Adán Martín, 15, 38208). Es gibt das ganze Jahr über regelmäßige Wettkämpfe in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen, oft im Rahmen von Dorffesten oder bei speziellen Events. Besonders bekannte Veranstaltungen sind „La Luchada del Año“ (zum Beispiel in Puerto de la Cruz) und die Finals der Liga CaixaBank in Santa Úrsula. Lucha Canaria ist fest in der kanarischen Kultur verankert und bietet ein einzigartiges Erlebnis für Zuschauer und Teilnehmer.


Neben Lucha Canaria gibt es auf Teneriffa weitere traditionelle Sportarten wie das Spiel des Stocks (Juego del Palo), das Heben von Steinen und das kanarische Kegeln.
Neben Lucha Canaria gibt es auf Teneriffa weitere traditionelle Sportarten wie das Spiel des Stocks (Juego del Palo), das Heben von Steinen und das kanarische Kegeln.
 
 
== '''Persönlichkeiten''' ==
== '''Persönlichkeiten''' ==
Die wichtigsten mit Tenerife verbundenen Persönlichkeiten sind:
Die wichtigsten mit Teneriffa verbundenen Persönlichkeiten sind:
 
 
* Juan de Abreu
* José de Anchieta (1534 bis 1597), Missionar, Jesuit, Heiliger und Sprachforscher
* Acaimo
* Antonio de Viana (1578 bis 1650), Dichter und Historiker
* Toni Acosta
* Juan Núñez de la Peña (1641 bis 1721), Historiker
* Yanet Acosta
* Amaro Pargo (1678 bis 1747), Kaperfahrer und Händler
* Adjoña
* Juan de Iriarte (1702 bis 1771), Bibliothekar und Gelehrter
* Graciliano Afonso
* José de Viera y Clavijo (1731 bis 1813), Historiker und Naturforscher
* Francisco Aguilar y Leal
* Bernardo de Iriarte (1735 bis 814), Diplomat und Politiker
* Airam López Cabrera
* Tomás de Iriarte (1750 bis 1791), Fabeldichter und Schriftsteller
* María Rosa Alonso
* Agustín de Betancourt (1758 bis 1824), Ingenieur und Erfinder
* Juan Álvarez Delgado
* Domingo Monteverde (1773 bis 1832), Militär und Kolonialverwalter
* David Amaral
* Fernando Estévez (1788 bis 1854), Bildhauer
* José de Anchieta
* Teobaldo Power (1848 bis 1884), Komponist und Pianist
* Vitolo Añino
* Mercedes Pinto (1883 bis 1976), Schriftstellerin und Frauenrechtlerin
* Juan Bautista Antequera y Bobadilla
* Óscar Domínguez, Maler (Surrealismus)
* Carla Antonelli
* Pedro García Cabrera, Dichter
* Antonia Tejera Reyes
* Domingo Pérez Minik (1903 b is 1989), Literaturkritiker und Essayist
* Alfonso Arizmendi
* Luis Molowny, Fußballspieler und Trainer
* Alberto de Armas García
* Adán Martín (1943 bis 2010), Politiker und Präsident der Kanaren
* Carlos Armas
* Cristina García Ramos, Journalistin und Fernsehmoderatorin
* Ángel Arocha
* Caco Senante, Sänger und Liedermacher
* Rafael Arozarena
 
* Añaterve
== '''Fremdenverkehr''' ==
 
Der Fremdenverkehr ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel und prägt sowohl das Landschaftsbild als auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Teneriffa in hohem Maße. Die Insel gehört zu den bedeutendsten Reisezielen im Atlantikraum und zieht jährlich mehrere Millionen Besucher aus ganz Europa und zunehmend auch aus Übersee an. Besonders stark vertreten sind Gäste aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den nordischen Ländern, die das ganzjährig milde Klima, die Strände, die Vulkanlandschaften und die gut ausgebaute touristische Infrastruktur nutzen.
* Francisco Bahamonde de Lugo
Der Tourismus ist eng mit der regionalen Wirtschaft verflochten und schafft einen großen Teil der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, insbesondere in Hotellerie, Gastronomie, Transport und Freizeitindustrie. Gleichzeitig führt die starke touristische Entwicklung zu erheblichen strukturellen Herausforderungen. Dazu gehören steigende Immobilien- und Mietpreise, eine wachsende Belastung der Verkehrs- und Wasserversorgungssysteme sowie ökologische Probleme in besonders stark frequentierten Regionen. Diese Entwicklungen haben in den letzten Jahren zu gesellschaftlichen Debatten und Protestbewegungen geführt, die eine stärkere Regulierung des Tourismus und einen besseren Schutz der natürlichen Ressourcen fordern.
* Balbina Rivero
* Carolina Bang
* María de León Bello y Delgado
* Domingo Bello y Espinosa
* Bencomo
* Beneharo
* Benito Cabrera
* Bentor
* José Manuel Bermúdez Esparza
* Antonio Betancor
* Agustín de Betancourt
* Juan Bethencourt Alfonso
* Francisco Bonnín Guerín
* Francisco Borges Sala
* Telesforo Bravo Expósito
 
* Cabeza de Perro
* José Cabrera Díaz
* Fernando Cabrera
* Manuel de Cámara y Cruz
* David Cánovas
* Bernabé de las Casas
* José Carlos Cataño
* José Manuel Cervino
* Fernando Clavijo Batlle
* Mercedes Coello
* Bernardo Cólogan Fallon
* Tomás Correa
* Luis de la Cruz y Ríos
* Hermógenes Afonso de la Cruz
* Juan Cruz
* Antonio Cubillo
* Domingo Cullen
 
* Dámaso Rodríguez Martín
* Manuel Darias
* David Carpenter
* Luis Delgado Vargas
* Secundino Delgado
* Iván Déniz
* Ayoze Díaz
* José Díaz Herrera
* Agustín Díaz Pacheco
* Rafael-José Díaz
* Gustavo Díaz-Jerez
 
* Eduardo Domínguez-Alfonso
* Óscar Domínguez
* Dorta
* Dácil
* Juan Díaz Sánchez (futbolista)
 
* Enrique González Bethencourt
* Agustín Espinosa García
* Fernando Estévez
 
* Diego Fajardo
* Jaime Falero
* Ignatius Farray
* Pedro Febles
* Luis Feria
* Sebastián Fernández Méndez
* Fernando Key Muñoz
* Franco de Medina
* Fray Juan de Jesús
* Juan Carlos Fresnadillo
 
* José Miguel Galván Bello
* Álex García Fernández
* Alfonso García Ramos
* Cristina García Ramos
* Juan Manuel García Ramos
* Ayoze García
* Patricio García
* Fernando Garcíarramos
* Rosendo    García-Ramos y Bretillard
* Ramón Gil Roldán
* Gilberto Rodríguez Pérez
* Isabel Gómez Pérez
* Lázaro González de Ocampo
* Fernando González Delgado
* Justo    Gilberto González Expósito
* Antonio    González y González (químico)
* Iriome González González
* Guillermo González    Hernández
* Julio    Alberto González Hormiga
* Guacimara
* Guadameñe
* Guajara
* Pedro Guerra Cabrera
* Pedro Guerra
* Ricardo Guillén
* Emeterio Gutiérrez Albelo
 
* Rafael Hardisson y Espou
* Hermanos Ríos
* Manuel Hermoso
* Yasmina Hernández
* Tom Hernández
* Laura Herrera
 
* Ichasagua
* Idaira
* Bernardo de Iriarte
* Juan de Iriarte
* Tomás de Iriarte
* Isidro Barrada Valdés
* Pedro Izquierdo
 
* Javier de Loño Pérez
* José de Vera Perdomo
* José Manuel    Hernández Hernández
* Juan Antonio Padrón    Albornoz
* Juan López Arguto
* Julián Santana
 
* K-Narias
* Kiko Ratón
 
* Francisco de Asís La-Roche y    Aguilar
* Antonio Lara Zárate
 
* Ricardo León Brito
* Francisco    León (autor español)
* Catalina Lercaro
* Ángel Llanos
* Américo López Méndez
 
* Felipe Machado del Hoyo    Solórzano
* Dailos Manuel Díaz
* Manuel Suarez Delgado
* Carlos Marichal
* Juan Marichal (escritor)
* Pedro Mario Álvarez    Abrante
* Cristo Marrero Henríquez
* José Enrique Marrero    Regalado
* Manuel Martín González
* Adán Martín
* Herminia Martínez
* Omar Mascarell
* Pablo Matos
* Mauricio Torres Fernández
* Ricardo Melchior Navarro
* Mencey
* Jesús Mendoza González
* Camilo Menéndez Tolosa
* Mercedes Pinto
* Bruno Mesa
* Miguel G. Morales
* Nicolás Mingorance Camacho
* Luis Molowny
* Domingo de Monteverde
* José Murphy y Meade
* Ricardo Murphy y Meade
 
* Natividad Barroso
* Alonso de Nava y Grimón
* Juan Núñez de la Peña
 
* Leopoldo O'Donnell
* Tarek Ode
* David Olivera
* Ana Oramas
* Andrés Orozco Batista
 
* Manuel Padorno
* Sebastián Padrón Acosta
* Paola Bontempi
* Pedro de San José Betancur
* Pedro Schwartz y Mattos
* Pelicar
* Pelinor
* Juan Perea Capulino
* Antonio Pérez Arnay
* Domingo Pérez Cáceres
* Santiago Pérez García
* Domingo Pérez Minik
* José Pérez García
* Mario Pestano
* Petrus Gonsalvus
* Pituka de Foronda
* Pedro de Ponte y Llerena
* Teobaldo Power
* Princesa Cathaysa
* Leonor Pérez Cabrera
 
* Rafael Santana
* Omar Ramos
* Antonio Ravelo
* José Ravelo
* Victoriano Ríos Pérez
* Paulino Rivero
* Ángel Luis Rodríguez Díaz
* Amaro Pargo
 
* Luis Rodríguez Figueroa
* Sergio Rodríguez Gómez
* Pedro Rodríguez Ledesma
* Iván Rodríguez Ramallo
* Alfonso Rodríguez Salas
* Diego Rodríguez Fernández
* Juanito Rodríguez
* Romen
* Carlos Romero (escritor)
* Antonio Rumeu de Armas
 
* Sabas Martín
* Fernando Salazar y Bethencourt
* Domingo Salazar y Cólogan
* Agustín Sánchez Quesada
* José Plácido Sansón
* Eloy Sansón y Pons
 
* Eleuterio Santos
* Tony Santos
* José Carlos Schwartz
* Carlos A. Schwartz
* Caco Senante
* Sandro Sierra
* Antonio Socías Carrillo
* Sor Úrsula de San Pedro
* Valentín Jorge Sosa
* Sunta
 
* Raúl Tabares Tejera
* Tegueste (Mencey)
* Tegueste II
* Tinerfe
* Tinguaro
* Titañe
* Toni
 
* Juan Manuel Trujillo
* Francisco    Javier Ucelay Sabina
 
* Alberto Vázquez-Figueroa
* Mariano Vega
* Isaac de Vega
* Miguel Velázquez
* Cristino de Vera
* Antonio de Viana
* José de Viera y Clavijo
* Miguel Villalba Hervás
 
* Eduardo Westerdahl


* José Antonio Yáñez
Die wichtigsten touristischen Regionen liegen im Süden und Norden der Insel. Im Süden dominieren sonnensichere Bade- und Feriengebiete wie Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos, die durch große Hotelanlagen, Apartmentkomplexe und ein breites Freizeitangebot geprägt sind. Diese Region ist besonders auf Pauschal- und Strandtourismus ausgerichtet.
* Patricia Yurena


* Miguel Zerolo
Der Norden, insbesondere rund um Puerto de la Cruz, bietet hingegen einen stärker kulturell und landschaftlich geprägten Tourismus mit historischer Architektur, botanischen Gärten und Nähe zum grünen Orotava-Tal. Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife spielt zusätzlich eine wichtige Rolle im Kreuzfahrt- und Städtetourismus.
* Martín Zerolo


* Àngel Guimerà
Die Insel verfügt über eine sehr breite Palette an Unterkunftsformen, die verschiedene Zielgruppen bedienen:


== '''Fremdenverkehr''' ==
* Luxushotels und Resorts: Vor allem im Süden angesiedelt, häufig mit All-Inclusive-Angeboten, großen Poolanlagen, Wellnessbereichen und direkter Strandlage.
Teneriffa ist das touristische Zentrum der Kanarischen Inseln und verzeichnet seit Jahren kontinuierlich steigende Besucherzahlen. Im Jahr 2024 knackte die Insel erstmals die Marke von zehn Millionen ausländischen Gästen und ist damit die wichtigste Destination des Archipels – noch vor Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura. Die Besucher kommen vor allem aus Großbritannien, Deutschland und anderen europäischen Ländern, aber auch aus anderen Teilen der Welt.
* Mittelklassehotels: In nahezu allen touristischen Zentren verbreitet, oft mit Halbpension oder Frühstücksangeboten.
* Apartmentanlagen und Ferienwohnungen: Eine der wichtigsten Unterkunftsformen, besonders für Individualtouristen und Langzeiturlauber.
* Landhäuser (Casas rurales): Vor allem im Inselinneren und in ländlichen Gebieten verbreitet, oft in restaurierten traditionellen Gebäuden mit Fokus auf Natur- und Aktivurlaub.
* Campingplätze und ökologische Unterkünfte: Zwar weniger zahlreich, aber zunehmend beliebt im Rahmen nachhaltiger Tourismusformen.


Der Tourismus ist für die Wirtschaft Teneriffas von zentraler Bedeutung und sorgt für einen erheblichen Teil der Einnahmen sowie Arbeitsplätze. Gleichzeitig führt der anhaltende Boom zu Herausforderungen: Die Inselbewohner beklagen steigende Mieten, Überlastung der Infrastruktur und Umweltprobleme. In der Folge gab es zahlreiche Proteste, bei denen Einheimische eine Begrenzung der Touristenzahlen, strengere Regulierung beim Bau neuer Ferienwohnungen und besseren Schutz der Umwelt forderten.
Die touristische Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Zwei internationale Flughäfen – Teneriffa Süd (Reina Sofía) und Teneriffa Nord (Los Rodeos) – verbinden die Insel mit vielen europäischen Städten. Ein dichtes Straßennetz sowie Busverbindungen (Guaguas) ermöglichen eine gute Erreichbarkeit der touristischen Regionen.


Als Reaktion wurden inzwischen Maßnahmen wie Besuchsobergrenzen für Naturparks, Einführung von Touristensteuern und nachhaltigen Mobilitätskonzepten beschlossen, um die Natur und Lebensqualität auf Teneriffa zu schützen.
In den letzten Jahren wurde zunehmend versucht, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehören Maßnahmen wie die Regulierung von Besucherströmen in Naturschutzgebieten, Umweltabgaben in sensiblen Regionen sowie Programme zur Förderung von umweltfreundlicher Mobilität und energieeffizienten Hotels.


== '''Literatur''' ==
== '''Literatur''' ==
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=== '''Reiseberichte''' ===
=== '''Reiseberichte''' ===


 
* Marcel Hüneken: Teneriffa - eine Insel mit zwei Gesichtern, 8.2.2023 = https://www.derpart.com/marcelhueneken/experten-blog/teneriffa-eine-insel-mit-zwei-gesichtern
* Bettinas Reisetipps: Teneriffa-Urlaub = https://www.bettinas-reisetipps.de/reiseziele-in-europa-urlaub-kanarische-inseln-tipps-teneriffa/
* 1000 miles: Teneriffa ist eine langweilige Touristeninsel. Oder?  https://www.1000miles.at/places/teneriffa/
* Part-Time Travel: Teneriffa Reiseblog = https://parttimetravel.ch/teneriffa-reiseblog/


=== '''Videos''' ===
=== '''Videos''' ===


 
* Tenerife. 4 hour drone aerial = https://www.youtube.com/watch?v=xrFvGrTyHcA&list=RDxrFvGrTyHcA&start_radio
* Flying over Tenerife = https://www.youtube.com/watch?v=kaeekBKhecE&list=RDkaeekBKhecE&start_radio
* Teneriffa - Im Reich des Feuers (arte) = https://www.youtube.com/watch?v=DJsUKLoRIMA
* Grenzenlos - Die Welt entdecken in Tenerife = https://www.youtube.com/watch?v=2Hoeb39vgwg
* Kanaren: Inseln der Arbeitslosen = https://www.youtube.com/watch?v=sSjkKeO1FHQ&t
* Teneriffa hautnah und nachhaltig = https://www.youtube.com/watch?v=zY7NQsFHY6k


=== '''Atlas''' ===
=== '''Atlas''' ===

Aktuelle Version vom 30. Juni 2026, 13:51 Uhr

Teneriffa, die größte und bevölkerungsreichste der Kanarischen Inseln, bietet eine landschaftliche Vielfalt: von den schroffen Vulkanlandschaften rund um den Pico del Teide – Spaniens höchsten Berg – bis zu subtropischen Wäldern im Norden und sonnigen Stränden im Süden. Die Insel verfügt über ein ganzjährig mildes Klima, über 40 Naturschutzgebiete und ist ein Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Strandurlauber. Überall spürbar ist zudem das Erbe der Guanchen, der ursprünglichen Bewohner Teneriffas.

Inselsteckbrief
offizieller Name Tenerife
alternative Bezeichnungen Achinech, Achineche, Achinet, Aninechi, Chenech, Chinech, Chinechi, Chinet (guanchisch), Nivaria, Ninguaria (um 77), Insula del’Inmferno (14. Jahrhundert), Tenerfix, Tonerfiz, Tenerfe, Thenerfe, Theneref (16./17. Jahrhundert), Isla Fascinante, Isla Amable (poetisch), Tīnīrīfī (arabisch), Teneriffa (deutsch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart vulkanische Insel (Hot Spot)
Gewässer Atlantischer Ozean (Oceano Atlantico)
Inselgruppe Kanarische Inseln (Islas Canarias)
politische Zugehörigkeit Staat: Spanien (Reino de España)
Region: Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias)
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Gliederung 31 ayuntamientos (Gemeinden)
307 barrios (Stadtteile), lugares (Dörfer) und caseríos (Weiler)
Status Inselgemeinschaft (comunidad insular)
Koordinaten 28°18' N, 16°30' W
Entfernung zur nächsten Insel 250 m (Roque de Anaga), 26 km (Gomera)
Entfernung zum Festland 288 km (Cap Bojador / Westsahara)
Fläche 2.034,17 km² / 785,41 mi² (mit Nebeninseln 2.034,38 km² / 785,47 mi²)
geschütztes Gebiet 941,8 km² / 363,6 mi² (47,8 %)
maximale Länge 84,9 km (NO-SW)
maximale Breite 49,1 km (NW-SO)
Küstenlänge 354,1 km
tiefste Stelle 0 m (Atlantischer Ozean)
höchste Stelle 3715 m (Piso de Teide)
relative Höhe 3715 m
mittlere Höhe 650 m
maximaler Tidenhub 2,4 bis 2,6 m ( Los Cristianos 2,47 m, Santa Cruz 2,46 m)
Zeitzone HCE (Hora Central Europea / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1)
Realzeit UTC minus 1 Stunde 4 bis 8 Minuten
Einwohnerzahl 955.063 (2024)
Dichte (Einwohner pro km²) 469,46
Inselzentrum Santa Cruz de Tenerife


Name

Die Insel Teneriffa hat im Laufe der Geschichte eine Vielzahl von Namen erhalten. Die ursprünglich hier heimischen Guanchen nannten sie Achinech, was von verschiedenen Autoren in unterschiedlichsten Vasrianten wiedergegeben wurde - als Achineche, Achinet, Aninechi, Chenech, Chinech, Chinechi oder Chinet. Dem Philologen Ignacio Reyes geht diese Bezeichnung zurück auf den guanchischen Ausdruck (w)a-zenzen mit der Bedeutung „Resonanz, Summen, Rumpeln“, während für Juan Álvarez Delgado der dem Namen zugrunde liegende Ausdruck -at-ti-ney- „ein liebevoller oder affektiver Ausdruck“ ist, der sich mit „hier ist mein“ oder „mein“ im Sinn von „mein Land“ übersetzen lässt.

In den Beschreibungen der Insulae Fortunatae, wie sie bei Plinius dem Älteren in seinem Werk Naturalis Historia (verfasst um 77) zu finden ist, wird eine der Inseln Nivaria oder Ninguaria - von lateinisch nix bzw. nivis für „Schnee“ -, was mit Hinweis auf den Schnee, der oft den Vulkan Teide bedeckt, auf Teneriffa bezogen wird. Aprositos, griechisch für „unerreichbar“, ist ebenfalls eine antike Bezeichnung, die auf eine schwer zugängliche Insel hinweist. Sie taucht in verschiedenen historischen Beschreibungen auf, wird aber nicht spezifisch mit Teneriffa in Verbindung gebracht.

Auf portugiesischen Karten aus dem 14. und 15. Jahrhundert wird die Insel häufig als Insula del‘inferno, übersetzt „Insel des Infernos“ oder auch „Hölleninsel“, bezeichnet, was wahrscheinlich vermutlich auf Ausbrüche des Teide hindeutet. Laut Fray Alonso de Espinosa, Leonardo Torriani und anderen Historikern der frühen Kolonialzeitz wurde das Wort Tenerife bzw. Teneriffa, in divergierender Schreibweise Tenerfix, Tonerfiz, Tenerfe, Thenerfe und Theneref, von den kastilischen Siedlern aus dem Namen übernommen, den die Eingeborenen von La Palma für die Insel verwendeten. Der Name leitet sich von den Begriffen tener „Schnee“ und fe „Berg“, nach alternativer Auslegung duna „Berg“ und er-efez „weiß“. ab. Der sich wiederum auf den Teide beziehende Name kann demnach als „Schneeberg“ oder „Schneeberg“ übersetzt werden. Heute nennen die Einheimischen Teneriffa auch liebevoll Isla Fascinante „faszinierende Insel“ oder Isla Amable „liebenswerte Insel“.

  • international: Tenerife
  • arabisch: تينيريفي [Tīnīrīfī]
  • armenisch: Տեներիֆա [Tenerifa]
  • bengalisch: টেনেরিফ [Tenerif]
  • birmanisch: တန်နရီဖ [Tannarif]
  • bulgarisch:  Тенерифе [Tenerife]
  • chinesisch: 特内里费 [Tènèilǐfèi]
  • deutsch: Teneriffa
  • esperanto: Tenerifo
  • finnisch: Teneriffa
  • friesisch: Teneryf
  • georgisch: ტენერიფე [T‘enerife]
  • griechisch: Τενερίφη [Tenerífi]
  • gudscheratisch: ટેનેરિફ [Tenerif]
  • hawaiianisch: Heūeke
  • hebräisch: טנריף [Tenerif]
  • hindi:  टेनेरीफ़ [Tenerif]
  • japanisch: ネリフェ [Tenerife]
  • kambodschanisch:  តេណេរីហ្វា [Tenerifa]
  • kanaresisch: ಟೆನೆರಿಫೆ [Tenerife]
  • kasachisch: Тенерифе [Tenerife]
  • koreanisch: 테네리페 [Teneripe]
  • laotisch: ເຕເນຣິຟ [Tēnērif]
  • lateinisch: Nivaria, Ninguaria
  • makedonisch: Тенерифе [Tenerife]
  • malayalam: ടെനെരിഫ [Tenerifa]
  • maldivisch: ޓެނެރީފެ [Tenerife]
  • marathisch: टेनेरिफे [Tenerife]
  • nepalesisch: टेनेरिफे [Tenerife]
  • mongolisch: Тенерифе [Tenerife]
  • nepalesisch: टेनेरीफ़ [Tenerif]
  • pandschabisch: ਟੇਨੇਰੀਫ [Tenerif]
  • paschtunisch: ټینریف [Tenerif]
  • persisch: تنریف [Tenerifa]
  • russisch: Тенерифе [Tenerife]
  • schwedisch: Teneriffa
  • serbisch: Тенерифе [Tenerife]
  • tamilisch: டெனரீஃப் [Tenerīf]
  • thai:  เตเนรีเฟ [Dtay-nee-ree-fay]
  • tibetisch: ཏེ་ནེ་རི་ཕེ [Tenerife]
  • ukrainisch: Тенерифе [Tenerife]
  • urdu:  ٹینریفا [Tenerifa]
  • weißrussisch: Тэнэрыфэ [Tënëryfë]


Offizieller Name:  Tenerife

  • Bezeichnung der Bewohner:  Tinerfeños (Tinerfenier)
  • adjektivisch: tinerfeño (tinerfenisch)


Kürzel:

  • Code:  TN / TEN
  • Kfz:  -
  • ISO-Code:  ES.IC.TN

Lage

Tenerife liegt im westlichen Zentrum der Kanarischen Inseln, 285 km vor der sahrauischen bzw. marokkanischen Küste und fast 1300 km südwestlich der Iberischen Halbinsel auf durchschnittlich 28°18‘ n.B. und 16°30‘ w.L..


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  28°36’10“ n.B. (Roque de Fuera)
  • südlichster Punkt:  27°59’58“ n.B. (Punta Salerna)
  • östlichster Punkt:  16°05’27“ w.L. (Punta de Anaga)
  • westlichster Punkt:  16°55’04“ w.L. (Punta de Teno)

Entfernungen:

  • Gomera / Kanaren (Punta Llana)  26 km
  • Gran Canaria / Kanaren (Punta de Sardina) 61,7 km
  • La Palma / Kanaren (Punta El Lajio)   85 km
  • Hierro / Kanaren (Punta Caleta)  125 km
  • Fuerteventura / Kanaren (Punta Cotillo) 166 km
  • Lanzarote / Kanaren (Punta Gines) 220 km
  • Westsahara / Marokko (Cap Bojador)  288 km
  • Madeira (Ponta da Cruz)  430 km
  • Santa Maria / Azoren (Punta do Castelo) 1210 km
  • Algarve / Portugal (Cabo de São Vicente) 1270 km
  • Spanien (Cap Trafalgar)  1365 km
  • Santo Antão / Kapverden (Ponta do Sol) 1425 km
  • Bermuda (Great Head)  4600 km

Zeitzone

In Tenerife gilt die Hora Central Europea bzw. Central European Time (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt HCE bzw. CET (MEZ), eine Stunde vor der Koordinierten Weltzzeit (UTC+1). Die Realzeit liegt um eine Stunde und 4 bis 8 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit.

Fläche

Tenerife hat eine Fläche von 2.034,38 km² bzw. 785,47 mi², nach alternativen Angaben 2.034,21 km², wobei 0,21 km² auf rund 200 kleine Felsinseln entfallen. Inklusive Flutbereich ergeben sich 2.036 km². Von Nordosten nach Südwesten durchmisst die Insel zwischen Roque Bermejo und Cala Mimar 84,9 km, von Nordwesten nach Südosten zwischen Punta de Teno und Punta Roja 49,1 km. Die Küste ist insgesamt 354,1 km lang, wovon 256 km auf Felsküste, 35 km auf Steilküste, 25 km auf Sandstrand, 23 km auf Kiesstrand und 13 km auf Hafenanlagen entfallen. Der maximale Tidenhub beträgt 2,4 bis 2,6 m (Santa Cruz 2,46 m, in Los Cristianos 2,47 m). Höchster Punkt ist der Pico de Teide mit 3715 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 650 m.


Flächenaufteilung 2015:

  • Brach- und Ödland  1.370,70 km² (67,38 %)
  • Waldland  407,20 km² (20,02 %)
  • Agrarland  256,31 km² (12,60 %)
  • Gärten und Äcker  201,61 km²
  • Wiesen und Weiden  54,70 km²

Geologie

Die Insel Teneriffa entstand vor etwa 12 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Diese ist auf einen Hot Spot im Erdmantel zurückzuführen, der durch seine Aktivität eine Inselkette aufwölbt, während die Afrikanische Platte über diesen Punkt im Erdinneren nach Osten driftet. Die geologisch ältesten Teile der Insel sind das Anaga-Gebirge im äußersten Nordosten, das Teno-Gebirge im Nordwesten sowie kleine Gebiete (Bandas del Sur) im äußersten Süden. Jünger ist das Vulkanmassiv im Zentrum der Insel, das in der Mitte von einer 12 mal 17 Kilometer großen Caldera namens Las Cañadas eingenommen wird. Aus ihr erhebt sich der höchste Berg Spaniens, der 3718 Meter hohe Pico del Teide. Von oben betrachtet haben diese Gebirgszonen zusammen die Form des Buchstabens „Y“. Dass die Insel vulkanisch noch sehr aktiv ist, zeigen die nachgewiesenen Vulkanausbrüche zwischen dem Teide-Massiv und dem Teno-Gebirge in den Jahren 1706, 1798 und 1909.

Nach einer der derzeit in der Wissenschaft am weitesten verbreiteten Theorien (Theorie der angehobenen Blöcke) erfolgte der Aufstieg von Magma aus dem Erdmantel in Zeiten tektonischer Aktivität aus Verwerfungen oder Brüchen, die im Meeresboden vorhanden sind. Diese folgen den strukturellen Achsen der Insel und entstanden während der alpinen Orogenese im Tertiär durch die Bewegung der afrikanischen Platte. Bei diesen unterseeischen Eruptionen entstehen die so genannten Pillow Lavas oder Kissenlaven, die durch die schnelle Abkühlung des Magmas beim Kontakt mit dem Wasser entstehen und dadurch eine sehr charakteristische Form erhalten. Diese Materialien sammelten sich an und bildeten das Inselgebäude unter dem Meer. Als sich das Meer der Oberfläche näherte, wurden aufgrund der Abnahme des Umgebungsdrucks Gase aus dem Magma freigesetzt, und die vulkanologischen Episoden gingen von einem ruhigen zu einem ausgesprochen explosiven Charakter über, wobei sich bruchstückhaftes Material bildete. Nach einer langen Zeit der Materialansammlung war der Vulkanausbruch im Meer ein sehr wichtiges Ereignis in der Entwicklung des Inselvulkans.

Nach einer langen Zeit der Materialanhäufung fand die Entstehung der Insel am Ende des Miozäns (Tertiär) statt. Vor sieben Millionen Jahren entstanden die Gebiete von Teno, Anaga und Macizo de Adeje in der so genannten Alten Basaltserie oder Serie I. Auf diese Weise entstanden drei chronologisch und stratigraphisch getrennte Inseln am westlichen, östlichen und südlichen Ende des heutigen Teneriffa.

Ein zweiter vulkanischer Zyklus (postmiozäne Formationen oder rezente Serien II, III und IV) begann vor etwa 3 Millionen Jahren, der viel intensiver war und Elemente im zentralen Bereich der Insel, vor allem das Adeje-Massiv, mit einbezog, die ebenfalls entstanden und die drei oben beschriebenen Gebäude zu einem einzigen vereinten. Die zu dieser Zeit entstandene Struktur ist als Vor-Cañadas-Gebäude bekannt, auf dessen Überresten später das Cañadas-I-Gebäude errichtet wurde. Letzteres stürzte mehrmals ein und setzte eine Vielzahl explosiver Materialien frei, aus denen die so genannten Bandas del sur (der heutige Süd-Südosten) entstanden. Später kam es auf den Ruinen des Gebäudes Cañadas I zu einem explosiven Ausbruch des Gebäudes Cañadas I.

Später entstand auf den Ruinen dieses Komplexes das Gebäude Cañadas II, oberhalb von 2500 Metern, ebenfalls mit intensiven explosiven Prozessen. Vor etwa einer Million Jahren begann der Aufbau der Cordillera Dorsal mit einem spaltförmigen Vulkanismus aus den Überresten der bereits teilweise abgebauten Gebäude der Serie I. Die Cordillera Dorsal ist mit einer Höhe von 1600 Metern und einer Länge von 25 km das am weitesten entwickelte Höhen- und Längsgebirge des kanarischen Archipels. Im gleichen Zeitraum (vor 800.000 Jahren) kam es zu zwei gravitativen Erdrutschen, die zur Entstehung der Täler von La Orotava und Güímar führten. In jüngerer Zeit (vor 800.000 Jahren) bildeten sich schließlich die Täler von La Orotava und Güímar. Die Cordillera Dorsal ist das am weitesten entwickelte Gebirge der Kanarischen Inseln. In jüngerer Zeit (vor 200.000 Jahren) schließlich begannen die Eruptionen, die den Pico Viejo-Teide im Zentrum der Insel über der Caldera de Las Cañadas anheben sollten.

Landschaft

Das landschaftliche Zentrum der Insel bildet der Teide-Nationalpark mit der Caldera de las Cañadas. Hier erhebt sich der Pico del Teide mit 3.718 Metern Höhe, der höchste Berg Spaniens und einer der höchsten Inselvulkane der Welt. Die Umgebung ist geprägt von einer weiten, kargen Hochgebirgslandschaft mit bizarren Felsformationen, erstarrten Lavaströmen und einer nahezu mondähnlichen Atmosphäre. Diese Zone ist nicht nur geologisch bedeutsam, sondern auch ein wichtiges UNESCO-Weltnaturerbe.

Im Nordosten der Insel liegt das Anaga-Gebirge, eine der ältesten Landschaftsformationen Teneriffas. Diese Region ist bekannt für ihre steilen Berghänge, tief eingeschnittenen Schluchten und besonders dichten Lorbeerwälder. Durch die feuchten Passatwinde entsteht hier sogenannter horizontaler Regen, der die üppige Vegetation begünstigt. Das Anaga-Gebirge gilt als eines der ökologisch wertvollsten Gebiete der Kanarischen Inseln und beherbergt zahlreiche endemische Pflanzen- und Tierarten.

Im Nordwesten befindet sich das Teno-Gebirge, das geologisch als einer der ältesten Teile der Insel gilt. Diese Region ist geprägt von schroffen Felslandschaften, steilen Küstenklippen und tiefen Schluchten wie der bekannten Masca-Schlucht. Von den Höhenlagen aus eröffnen sich weite Ausblicke über den Atlantik und die umliegenden Inseln. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit ist das Gebiet nur dünn besiedelt und weitgehend naturbelassen.

Der Süden Teneriffas unterscheidet sich deutlich von den nördlichen Regionen. Er ist wärmer, trockener und deutlich stärker von Erosion und vulkanischen Ablagerungen geprägt. Charakteristisch sind hier schwarze Sandstrände vulkanischen Ursprungs, trockene Hügellandschaften und eine teilweise fast wüstenartige Vegetation. Diese klimatischen Bedingungen haben den Süden zu einem Zentrum des Tourismus gemacht.

Die Küstenlinie Teneriffas erstreckt sich über etwa 354 Kilometer und ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Sie umfasst sowohl steinige und felsige Abschnitte als auch schwarze Lavastrände. Natürliche weiße Sandstrände sind selten und meist künstlich angelegt. Die Küste ist stark vom Atlantik geprägt, was sich in hoher Brandung und markanten Küstenformationen äußert.

Weitere bedeutende Naturräume sind die Cumbre Dorsal, ein zentraler Gebirgsrücken mit weiten Panoramablicken über die Insel, der Mercedeswald im Nordosten mit dichtem Lorbeerwald sowie die Goldmohnwiesen bei Arico, die saisonal durch ihre besondere Blütenpracht auffallen.


Erhebungen

  • Pico de Teide  3715 m
  • Teleferico (Teide)  3555 m
  • Pico Viejo (Teide)  3134 m
  • Pico Sur (Teide)  3100 m
  • Montaña Blanca  2748 m
  • Guajara  2718 m
  • El Sombrero  2532 m
  • Montaña Colorada  2422 m
  • Montaña Abreu  2406 m
  • Izaña  2383 m
  • Montaña de Maja  2365 m
  • Montaña de las Arenas  2364 m
  • Echicere  2362 m
  • Montaña de Emmedio  2362 m
  • Montaña de los Maliorquines  2316 m
  • Montaña de las Lajas  2296 m
  • Morro las Brujas  2289 m
  • Montaña Yegua Blanca  2251 m
  • Montaña Negra o de Volcán  2251 m
  • Montaña de las Cuevas  2061 m
  • Pico de las Flores  1313 m
  • Cruz de Taborno  1024 m
  • Baracán  1002 m

Seen

  • Embalse de los Campitos  7,5 ha, Seehöhe 270 m, Tiefe 10 m

Fluss

  • Barranco de los Erales  28 km

Flora und Fauna

Teneriffa hat eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Rund 140 Pflanzen- und über 350 Tierarten sind hier endemisch.

Flora

Die Vegetation Teneriffas gehört zu den vielfältigsten und ökologisch interessantesten in der gesamten Region des Atlantiks. Diese enorme pflanzliche Vielfalt ist das Ergebnis der vulkanischen Entstehung der Insel, der großen Höhenunterschiede, der unterschiedlichen Klimazonen sowie der isolierten Lage im Atlantischen Ozean. Dadurch konnten sich zahlreiche endemische Pflanzenarten entwickeln, die entweder nur auf den Kanarischen Inseln oder sogar ausschließlich auf Teneriffa vorkommen.

Eine der wichtigsten natürlichen Vegetationsformen ist der kanarische Kiefernwald, der von der Pinus canariensis dominiert wird. Diese Kiefernwälder erstrecken sich vor allem in mittleren bis höheren Lagen und bilden ausgedehnte Waldgebiete. Die kanarische Kiefer ist besonders an trockene Bedingungen, starke Sonneneinstrahlung und sogar Waldbrände angepasst. Sie besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, nach Bränden aus dem Stamm erneut auszutreiben, was sie zu einer zentralen Art im Ökosystem der Insel macht.

Im trockenen Süden Teneriffas dominiert eine ganz andere Vegetationsform. Dort finden sich vor allem sukkulente Pflanzen und trockenheitsresistente Arten, darunter insbesondere die kanarische Wolfsmilch Euphorbia canariensis. Diese Pflanzen bilden oft kaktusähnliche Strukturen und sind perfekt an die ariden Bedingungen des Südens angepasst. Sie speichern Wasser in ihren Geweben und kommen mit sehr geringen Niederschlägen aus, wodurch sie das Landschaftsbild der trockenen Zonen stark prägen.

Eine der bekanntesten und symbolträchtigsten Pflanzen der Kanaren ist der Dracaena draco. Dieser langsam wachsende Baum besitzt eine charakteristische Schirmkrone und einen dicken Stamm. Besonders bekannt ist ein jahrhundertealtes Exemplar in Icod de los Vinos, das als eines der ältesten und beeindruckendsten seiner Art gilt. Der Drachenbaum hat nicht nur botanische Bedeutung, sondern ist auch kulturell stark mit der Identität der Insel verbunden.

Neben den endemischen Arten spielt auch die eingeführte und verwilderte Vegetation eine wichtige Rolle im Landschaftsbild Teneriffas. Durch menschliche Besiedlung und Handel wurden zahlreiche Pflanzenarten aus anderen Kontinenten eingebracht. Aus Amerika stammen beispielsweise verschiedene Kakteenarten, die sich in trockenen Regionen teilweise stark verbreitet haben. Auch Zierpflanzen wie der Weihnachtsstern, der ursprünglich aus Mittelamerika stammt und in Europa als Adventspflanze bekannt ist, wachsen auf der Insel in größerer Form als Sträucher oder kleine Bäume.

Ebenfalls häufig anzutreffen ist die Strelitzia reginae, deren auffällige Blütenstände ursprünglich aus Südafrika stammen. Diese Pflanzen werden häufig in Gärten, Parks und touristischen Anlagen kultiviert und tragen zur tropisch-exotischen Wirkung vieler Landschaften bei. Sie sind ein typisches Beispiel für die Mischung aus einheimischer und eingeführter Flora auf der Insel.

Aufgrund der hohen ökologischen Bedeutung steht ein großer Teil der Vegetation unter strengem Schutz. Viele Pflanzenarten sind endemisch und daher besonders empfindlich gegenüber Umweltveränderungen. Aus diesem Grund ist die Ausfuhr von Pflanzen, Samen oder Pflanzenteilen gesetzlich verboten, um die einzigartige Biodiversität der Insel zu bewahren.

Fauna

Die Tierwelt Teneriffas ist – wie auf vielen ozeanischen Inseln – relativ artenarm im Vergleich zu kontinentalen Regionen, zeichnet sich jedoch durch einen hohen Anteil endemischer Arten und eine große ökologische Besonderheit aus. Aufgrund der isolierten Lage der Insel im Atlantik haben sich über lange Zeit eigenständige Tierarten entwickelt, während andere Tiergruppen, insbesondere größere Säugetiere, nur in sehr begrenztem Umfang vorkommen.

Bei den Säugetieren ist die Vielfalt gering. Ursprünglich gab es auf Teneriffa keine größeren wildlebenden Raubtiere. Heute finden sich vor allem eingeschleppte oder verwilderte Arten wie Kaninchen sowie kleinere Raubtiere wie die verwilderte Hauskatze. Eine besondere Rolle spielt die sogenannte Waldkatze, die in bewaldeten und bergigen Regionen vorkommt. Insgesamt ist die Säugetierfauna jedoch deutlich weniger ausgeprägt als in kontinentalen Lebensräumen.

Sehr charakteristisch ist dagegen die Vogelwelt. Zu den bekannten endemischen oder regional typischen Arten gehören unter anderem der Kanarengirlitz, der als Vorfahre des domestizierten Kanarienvogels gilt, sowie der Teidefink, der in den Hochlagen rund um den Pico del Teide vorkommt. Diese Vogelarten sind gut an die unterschiedlichen Höhenstufen und klimatischen Bedingungen der Insel angepasst und stellen einen wichtigen Bestandteil des Ökosystems dar.

Auch Reptilien spielen eine wichtige Rolle in der Fauna Teneriffas. Besonders auffällig sind die Kanareneidechsen, die in großer Zahl vorkommen und in vielen Regionen der Insel leicht zu beobachten sind. Diese Tiere sind häufig zutraulich und lassen sich in touristischen Gebieten sogar füttern. Sie tragen wesentlich zum typischen Erscheinungsbild der Insel in trockenen und sonnigen Regionen bei.

Die Insektenwelt ist ebenfalls bemerkenswert vielfältig und umfasst mehrere endemische Schmetterlingsarten. Dazu gehören unter anderem der Kanaren-Weißling, der Kanarische Admiral sowie das Kanaren-Waldbrettspiel. Diese Arten sind eng an die spezifischen Pflanzen- und Klimabedingungen der Insel angepasst und kommen teilweise ausschließlich auf den Kanarischen Inseln vor.

Eine besondere Bedeutung hat zudem die marine Tierwelt rund um Teneriffa. Zwischen Teneriffa und der Nachbarinsel La Gomera befindet sich eine tiefe Meerespassage, in der regelmäßig verschiedene Wal- und Delfinarten beobachtet werden können. Besonders bekannt ist das Vorkommen von Pilotwalen, die hier dauerhaft leben. Diese Region zählt weltweit zu den wenigen Orten, an denen Wale in unmittelbarer Küstennähe ganzjährig anzutreffen sind, was sie sowohl ökologisch als auch touristisch sehr bedeutend macht.


Arten:                         insgesamt        endemisch

Pfllanzen

insgesamt                    1400                140

Tiere

Wirbellose                   4000                350

Fische                           400                    0

Vögel                              56                    3

Meeressäuger                 29                    0

Landsäugetiere              13                    2

Reptilien                           6                    1

Amfibien                          2                    0

Naturschutz

Teneriffa verfügt über ein sehr dichtes Netz an Naturschutzgebieten, das große Teile der Insel abdeckt und die außergewöhnliche biologische und geologische Vielfalt bewahren soll. Aufgrund der starken landschaftlichen Kontraste – von Hochgebirgen über Lorbeerwälder bis hin zu ariden Küstenzonen – wurden zahlreiche Schutzkategorien eingerichtet, die sowohl terrestrische als auch marine Ökosysteme umfassen.

Das bedeutendste Schutzgebiet der Insel ist der Teide-Nationalpark, der sich im Zentrum Teneriffas erstreckt und die Hochgebirgslandschaft rund um den Pico del Teide sowie die Caldera de las Cañadas umfasst. Dieses Gebiet ist als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt und schützt eine einzigartige Vulkanlandschaft mit endemischen Pflanzenarten, Lavaströmen und geologischen Formationen. Der Park ist nicht nur ökologisch bedeutsam, sondern auch ein zentrales Forschungsgebiet für Vulkanologie und Biodiversität.

Im Nordosten der Insel liegt das Anaga-Gebirge, das als Biosphärenreservat ausgewiesen ist. Diese Region ist bekannt für ihre alten Lorbeerwälder, tiefen Schluchten und hohe Artenvielfalt. Aufgrund der feuchten Passatwinde entstehen hier besondere Klimabedingungen, die eine üppige Vegetation ermöglichen. Das Gebiet ist stark geschützt, um die empfindlichen Ökosysteme und endemischen Arten zu erhalten.

Ebenfalls geschützt ist das Teno-Gebirge im Nordwesten der Insel. Diese Region zeichnet sich durch steile Küstenklippen, zerklüftete Berge und abgelegene Täler aus. Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit hat sich hier eine weitgehend unberührte Natur erhalten, die zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergt. Auch dieses Gebiet steht unter besonderem Landschafts- und Naturschutz.

Entlang der Küsten existieren mehrere maritime Schutzgebiete, insbesondere in den Gewässern zwischen Teneriffa und La Gomera. Diese Meeresregion ist besonders bekannt für ihre Population von Pilotwalen und Delfinen und steht unter Schutz, um Störungen durch Schifffahrt und Tourismus zu begrenzen. Hier werden Maßnahmen zum Schutz der marinen Biodiversität und zur nachhaltigen Nutzung der Gewässer umgesetzt.

Zusätzlich gibt es zahlreiche kleinere Schutzgebiete, Naturparks und geschützte Landschaftsräume, die über die gesamte Insel verteilt sind. Dazu gehören Küstenzonen, Waldgebiete, Vulkanlandschaften und landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaften. Diese Schutzgebiete sind oft miteinander vernetzt und bilden ein ökologisches Gesamtsystem, das die biologische Vielfalt der Insel stabilisiert.

Ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes ist die Regulierung menschlicher Aktivitäten. Dazu zählen Besucherlenkung in sensiblen Gebieten, Einschränkungen beim Bau von Infrastruktur, Schutzprogramme für endemische Arten sowie Umweltbildung für Einheimische und Touristen. Besonders im Teide-Nationalpark und in den Lorbeerwaldgebieten wird großer Wert auf nachhaltigen Tourismus gelegt.

Die ganze Insel ist seit 1988 ein Lichtschutzgebiet (Ley del Cielo 31/1988), insbesondere bezüglöich des Observatorio del Teide (Europäische Nordsternwarte). Seit 1996 bestehen insgesamt 32 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 971,8 km², was einem Anteil von 47,77 % an der Inselfläche enspricht.

  • Corona Forestal 371,7 km²
  • Anaga  141,2 km²
  • Cañadas del Teide  137,8 km²
  • Santa Ursula y Güimar  121,1 km²
  • Teno  76,5 km²
  • Macizo de Adeje y Barranco del Infierno 20,6 km²
  • Salto de las Hiedras  17,8 km²
  • Tigaiga  17,4 km²
  • Barranco del Rio  7,7 km²
  • Montaña de Guaza  7,6 km²
  • Barranco de Erques y Acantilado  7,2 km²
  • Acantilado de los Silos, El Tanque, Garachico e Icod  5,8 km²
  • Barranco de Herques  5,7 km²
  • Montaña de las Coloradas  5,2 km²
  • Acantilados del Sauzal y Tacoronte 4,7 km²
  • Malpaís de la Rasca  3,2 km²
  • Malpaís de Güimar  2,9 km²
  • Montaña de Ifara y Montaña de los Riscos 2,5 km²
  • Los Derriscaderos  2,4 km²
  • Caldera del Rey  2,2 km²
  • Montaña Tejina  2,0 km²
  • Montaña Pelada  1,6 km²
  • Montaña Roja  1,6 km²
  • Montaña de la Centinela  1,5 km²
  • Roque de Jama  1,0 km²
  • sonstige  3,0 km²

Klima

Das Klima Teneriffas ist stark durch seine Lage im Atlantik, die Nähe zur Sahara und die ausgeprägte Reliefenergie der Insel geprägt. Insgesamt herrschen ganzjährig milde bis warme Temperaturen vor, jedoch zeigen sich deutliche regionale und höhenbedingte Unterschiede, die zu einer außergewöhnlichen klimatischen Vielfalt führen.

In den tiefer gelegenen Küstenregionen, insbesondere im Süden und Südwesten der Insel, dominiert ein trockenes, semiarides Klima, das nach der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation häufig als Steppenklima (BSh) eingeordnet wird. Diese Gebiete zeichnen sich durch sehr geringe Niederschläge, viele Sonnenstunden und relativ hohe Durchschnittstemperaturen aus. Der Süden gilt daher als besonders stabiler und sonnensicherer Teil der Insel, was ihn auch zu einem Zentrum des Tourismus gemacht hat.

Der Norden Teneriffas weist dagegen ein deutlich feuchteres und gemäßigteres Klima auf. Hier führen die Nordost-Passatwinde feuchte Luftmassen vom Atlantik heran, die an den Gebirgsmassiven der Insel aufsteigen. Dadurch kommt es zu orographischen Niederschlägen und einer deutlich höheren Luftfeuchtigkeit als im Süden. Diese klimatische Differenzierung ist ein typisches Merkmal der Kanarischen Inseln und besonders ausgeprägt auf Teneriffa.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Relief der Insel, insbesondere das Teidemassiv mit dem Pico del Teide. Wenn die feuchten Passatwinde auf die Insel treffen, steigen sie an den Hängen des Gebirges auf und kühlen dabei ab. In Höhenlagen zwischen etwa 1.000 und 1.500 Metern kondensiert die Feuchtigkeit häufig zu Wolken, die als sogenannter „horizontaler Regen“ oder Nebel auftreten. Dieses Phänomen ist besonders wichtig für die Vegetation der Lorbeer- und Kiefernwälder, da es auch in niederschlagsarmen Sommermonaten zusätzliche Feuchtigkeit liefert.

Die Temperaturverhältnisse auf Teneriffa sind das ganze Jahr über relativ ausgeglichen. In den Küstenregionen liegen die Durchschnittswerte meist im milden bis warmen Bereich, während es in höheren Lagen deutlich kühler werden kann. In extremen Wetterlagen können im Sommer auch Hitzewellen auftreten, bei denen Temperaturen über 35 °C erreicht werden, insbesondere im Süden der Insel, wenn heiße Luftmassen aus der Sahara einströmen.

Station Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Temperatur °C Reina Sofia 17,2 18,0 18,9 19,3 20,6 22,2 23,5 25,2 24,4 23,3 21,7 20,0 21,5
Temperatur °C Santa Cruz 17,4 18,5 18,3 19,2 20,4 22,2 24,3 24,7 24,1 22,7 20,5 18,4 20,8
Temperatur °C P. de la Cruz 16,2 16,6 17,1 17,8 18,9 20,7 21,6 22,4 22,4 21,5 19,9 17,3 19,3
Temperatur °C Güimar 15,8 16,2 17,1 17,6 18,3 20,1 22,1 22,8 22,1 21,0 19,3 17,2 19,1
Temperatur °C Los Rodeos 12,2 12,5 13,2 13,4 14,6 16,0 18,5 19,4 19,1 17,6 15,4 12,9 15,4
Temperatur °C Izaña 4,0 4,3 5,7 6,7 9,5 13,4 17,5 17,5 14,0 10,1 7,2 4,3 9,5
Niederschlag mm Izaña 63 92 59 26 7 2 2 2 18 31 95 47 434
Niederschlag mm Santa Cruz 36 39 28 13 6 1 0 1 3 31 45 51 252
Tage >0,1 mm Los Rodeos 19 8 11 12 13 8 10 4 7 11 14 15 132
Tage >0,1 mm Santa Cruz 7 5 4 2 1 0 0 0 0 4 5 7 35
Tage >0,25 mm Reina Sofia 3 3 4 3 2 1 0 1 2 2 5 4 30
Nebeltage Los Rodeos 2 1 0 0 1 0 0 0 0 0 1 2 7
Verdunstung mm Santa Cruz 46 45 59 67 88 104 127 129 108 94 68 54 990
Luftfeuchte % Reina Sofia 61 65 62 64 65 67 64 65 66 64 64 63 65
Luftfeuchte % Los Rodeos 78 66 66 72 72 73 72 68 73 73 72 78 72
Luftfeuchte % Santa Cruz 68 67 64 61 63 63 59 62 66 67 68 66 65
Luftfeuchte % Izaña 55 38 37 40 41 21 23 34 46 56 62 54 48
Sonnenstunden Santa Cruz 5,8 6,6 7,3 8,4 9,2 10,2 11,4 10,5 8,4 7,1 5,8 5,5 8,0
Wind km/h Los Rodeos 26 27 29 30 28 28 29 31 28 24 23 24 28
Wassertemp. °C Santa Cruz 19 18 18 18 19 20 21 22 23 22 21 20 20,1

Mythologie

Die Mythen und die Mythologie der Insel Teneriffa sind tief in den Überlieferungen der Guanchen, den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, verwurzelt und reichen bis in antike Vorstellungen von paradiesischen Gefilden und versunkenen Reichen zurück. Schon in der Antike galten die Kanarischen Inseln als mögliche Überreste von Atlantis oder als die Paradiesgärten, die Homer und andere Dichter in ihren Epen beschrieben hatten. Diese Vorstellungen von glückseligen, abgeschiedenen Inseln im Westen des Ozeans, den Inseln der Seligen oder Hesperiden, verbanden sich mit Berichten über fruchtbare Lande, milde Klimata und eine Welt jenseits der bekannten Horizonte. Viele Überlieferungen handeln zudem von einer Phantominsel namens San Borondón westlich der Kanaren, die immer wieder gesichtet wurde, aber nie gefunden werden konnte. Sie ist Thema zahlreicher Geschichten und sogar historischer Berichte von Seefahrern, die von einer schimmernden, paradiesischen Landmasse sprachen, die sich bei Annäherung auflöste, möglicherweise ein Spiegelbild optischer Phänomene oder ein Echo alter Mythen von unerreichbaren Inseln der Glückseligkeit.

Im Zentrum der Verehrung der Guanchen stand die Muttergöttin Chaxiraxi, die als Trägerin oder Stütze des Himmels und der Erde verstanden wurde. Sie verkörperte das weibliche Prinzip des Kosmos, eine schützende und lebensspendende Kraft, die oft mit der Sonne und dem Erhalt der Welt in Verbindung gebracht wurde. Später wurde sie mit der christlichen Jungfrau von Candelaria gleichgesetzt, deren Bildnis nach der Überlieferung bereits vor der spanischen Eroberung an der Küste von Güímar gefunden wurde und die Guanchen tief beeindruckte. Chaxiraxi gilt bis heute als Schutzpatronin der Kanarischen Inseln. Mit ihr verbunden ist die Sage von La niña de las peras, dem Birnenmädchen. Einer Überlieferung aus dem Barranco de Badajoz zufolge soll ein Mädchen, das von seinen Eltern ausgesandt wurde, um Früchte zu sammeln, eines Tages verschwunden sein. Zwanzig Jahre später, unverändert jung, kehrte es zurück. Es erzählte, es sei unter einem Birnbaum eingeschlafen, von einem großen, in Weiß gekleideten Wesen geweckt und in eine Höhle geführt worden, wo es in einem wundersamen Garten Zeit mit freundlichen Gestalten verbracht habe. Für das Mädchen waren nur wenige Augenblicke vergangen, doch draußen war eine Generation gealtert. Diese Legende spiegelt Motive von Zeitverzerrung, Feenwelten oder unterirdischen Paradiesen wider, die in vielen Kulturen vorkommen, und macht den Barranco de Badajoz zu einem Ort anhaltender mystischer Faszination.

Der wohl bekannteste Mythos dreht sich um Guayota und Achamán. Guayota, der böse Dämon oder Prinzip des Bösen, lebte im Inneren des Teide, des höchsten Berges der Insel, der von den Guanchen Echeyde genannt wurde und als Eingang zur Unterwelt galt. Guayota hatte den Sonnengott Magec gefangen genommen und in den Vulkan gesperrt, was die Welt in Dunkelheit hüllte. Die Guanchen, verzweifelt über den Verlust des Lichts, baten Achamán, den obersten Gott, den Schöpfer und Vater der Götter, um Hilfe. Achamán, dessen Name oft mit dem Himmel oder dem Erhaltenden assoziiert wird, besiegte Guayota in einem epischen Kampf, befreite Magec und verschloss den Krater des Teide mit dem sogenannten Pan de Azúcar, dem Zuckerbrot, jenem hellen Felsgipfel, der den Vulkan heute krönt. Dieser Mythos erklärt nicht nur die geologische Beschaffenheit des Teide, sondern auch das zyklische Spiel von Licht und Dunkelheit, Feuer und Fruchtbarkeit auf der Insel. Guayota wurde zudem mit weiteren dämonischen Wesen in Verbindung gebracht, wie schwarzen, wollenen Hunden oder Geistern, die nachts aus Höhlen kamen und Vieh oder Menschen bedrohten.

Die Guanche-Mythologie war polytheistisch und eng mit der Natur verbunden. Achamán repräsentierte das höchste männliche Prinzip, den Schöpfer und Bewahrer des Universums, während Chaxiraxi das weibliche Gegenstück bildete. Weitere Gottheiten umfassten Achguayo als Mondgott oder Achuhucanac, der mit Regen und Fruchtbarkeit assoziiert wurde. Die Guanchen verehrten ihre Götter in Höhlen, auf heiligen Plätzen und durch Rituale, darunter das Trennen von Lämmern von ihren Müttern in Trockenzeiten, um durch das Klagen der Tiere das Mitleid der Gottheit zu wecken. Berge wie der Teide waren zentrale Achsen der Welt, Orte der Macht und des Übergangs zwischen Diesseits und Jenseits. Idole aus Ton oder Stein, oft in Höhlen gefunden, dienten als Gegenstände der Verehrung. Nach der Eroberung durch die Spanier im 15. Jahrhundert verschmolzen viele dieser Elemente mit dem Christentum, was zu einem reichen synkretistischen Erbe führte, das in Festen wie der der Virgen de Candelaria weiterlebt.

Geschichte

Teneriffa wurde vor etwa 3 Millionen Jahren durch Vulkanausbrüche geformt und ab dem -6. Jahrhundert von den Guanchen besiedelt, die bis zur spanischen Eroberung auf der Insel lebten. Nach erbittertem Widerstand der Ureinwohner wurde Teneriffa 1496 als letzte der Kanarischen Inseln von den Spaniern unterworfen und Teil des spanischen Königreichs. Seitdem entwickelte sich die Insel durch Landwirtschaft, Handel und später den Tourismus zu einem bedeutenden Zentrum der Kanaren, geprägt von spanischer Kultur und globalen Einflüssen.

Zeit der Guanchen

Die früheste Besiedlung Teneriffas durch die Guanchen ist nicht exakt datierbar, wird jedoch archäologisch in die Zeit vor dem -5. Jahrhundert eingeordnet. Vermutlich gelangten die ersten Siedler aus dem nordafrikanischen Raum auf die Insel, wobei enge kulturelle Verbindungen zu Berberpopulationen angenommen werden. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahrtausenden entwickelten die Guanchen eine eigenständige Inselkultur, die sich an die isolierten und ressourcenarmen Bedingungen Teneriffas anpasste. Erst im Jahr 1496 wurde die Insel im Zuge der kastilischen Expansion endgültig unterworfen und in das spanische Herrschaftssystem integriert.

Archäologische Funde, etwa aus der Cueva de los Guanches, liefern Hinweise auf eine sehr frühe Besiedlung und zählen zu den wichtigsten Quellen für die Rekonstruktion der guanchischen Kulturgeschichte. Die dort gefundenen Relikte werden teilweise auf das -6. Jahrhundert datiert und belegen eine frühe und kontinuierliche Nutzung der Insel durch menschliche Gruppen.

Lange Zeit wurden die Guanchen als einfache „Steinzeitkultur“ beschrieben, jedoch zeigen neuere archäologische und ethnologische Erkenntnisse, dass ihre Gesellschaft komplexer war als ursprünglich angenommen. Sie verfügten über ausgeprägte soziale Strukturen, religiöse Vorstellungen und vielfältige Wirtschaftsformen. Aufgrund des Mangels an metallischen Rohstoffen blieb ihre Technologie jedoch auf Stein-, Holz- und Knochenwerkzeuge beschränkt.

Die wirtschaftliche Grundlage der guanchischen Gesellschaft bildete vor allem die Viehzucht, insbesondere von Ziegen und Schafen. Ergänzt wurde diese durch Sammelwirtschaft, einfachen Ackerbau, Fischfang sowie die Nutzung von Meeresressourcen wie Muscheln. Auch handwerkliche Tätigkeiten, etwa die Herstellung von Keramik und Werkzeugen, waren bekannt, wenn auch technisch begrenzt.

Die Religion der Guanchen war polytheistisch und stark von astralen und natürlichen Elementen geprägt. Zentrale Gottheiten waren unter anderem Achamán als höchstes göttliches Wesen, Magec sowie Guayota. Ergänzt wurde dieses Pantheon durch Muttergottheiten wie Chaxiraxi, die später in der christlichen Tradition teilweise synkretistisch mit der Jungfrau von Candelaria verbunden wurde. Die Religion umfasste zudem animistische Elemente, bei denen Berge, Felsen und Naturorte als heilig galten.

Ein besonderes Merkmal der guanchischen Kultur war der ausgeprägte Totenkult, der auch Formen der Mumifizierung einschloss. Diese Praxis zeigt eine komplexe Vorstellung vom Leben nach dem Tod und weist auf differenzierte rituelle Traditionen hin. Zudem wurden zahlreiche kleine Figuren aus Stein und Ton gefunden, die vermutlich rituelle oder symbolische Funktionen hatten. Besonders bekannt ist das sogenannte Guatimac-Idol, dessen genaue Bedeutung bis heute nicht abschließend geklärt ist.

Die Gesellschaft der Guanchen war hierarchisch organisiert und in soziale Schichten gegliedert. Eine Elite, bestehend aus Adeligen, stand der übrigen Bevölkerung gegenüber. Politisch war die Insel in mehrere Teilherrschaften (Menceyatos) unterteilt, die jeweils von einem Mencey regiert wurden. Diese lokalen Herrscher übten die politische und militärische Kontrolle über ihre Gebiete aus.

Kurz vor der spanischen Eroberung spielte der Herrscher Tinerfe der Große eine zentrale Rolle in der Inselgeschichte. Nach seinem Tod wurde das Gebiet unter seinen neun Söhnen aufgeteilt, wodurch mehrere konkurrierende Menceyatos entstanden. Diese politische Fragmentierung erleichterte letztlich die spätere kastilische Eroberung im späten 15. Jahrhundert.

Conquista

Teneriffa war die letzte Kanareninsel, die erobert wurde, und diejenige, die am längsten brauchte, um sich den kastilischen Truppen zu unterwerfen. Obwohl die traditionellen Daten für die Eroberung Teneriffas zwischen 1494 (Landung von Alonso Fernández de Lugo) und 1496 (Eroberung der Insel) angesetzt werden, ist zu berücksichtigen, dass die Versuche, die Insel Teneriffa der kastilischen Krone einzuverleiben, mindestens auf das Jahr 1464 zurückgehen. Zwischen dem ersten Versuch, die Insel zu erobern, im Jahr 1464 und der endgültigen Eroberung im Jahr 1496 vergingen 32 Jahre.

1464 fand in der Schlucht Barranco del Bufadero die symbolische Übernahme der Insel durch den Herrscher der Kanarischen Inseln, Diego García de Herrera, statt. Er unterzeichnete einen Friedensvertrag mit den Menceys, und kurz darauf erlaubte ihm der Mencey von Anaga, auf seinem Land einen Turm zu errichten, in dem die Guanchen und Europäer verkehrten, bis er um 1472 von den Guanchen selbst abgerissen wurde. 1483 ergaben sich die Einwohner von Gran Canaria den Spaniern. Als letzte europäische Station vor der Atlantiküberquerung gewannen die Kanarischen Inseln Ende des 15. Jahrhunderts enorme strategische Bedeutung. Und damit geriet speziell Teneriffa nun ins Visier der Kolonialstrategen.

1492 unterzeichnete der Gouverneur von Gran Canaria, der Gouverneur von Anaga, einen Friedensvertrag mit den Menceys. Im gleichen Jahr organisierte der Gouverneur von Gran Canaria, Francisco Maldonado, einen Raubzug, der für die Europäer in einer Katastrophe endete, da sie von den Guanchen von Anaga besiegt wurden.

Im Dezember 1493 erhielt Alonso Fernández de Lugo von den Katholischen Königen die Bestätigung seiner Eroberungsrechte über die Insel Teneriffa. Im April 1494 landete der Eroberer von Gran Canaria kommend an der Küste des heutigen Santa Cruz de Tenerife mit einer Truppe aus Spaniern und Kanaren (hauptsächlich Gomeros und Gran Canarios), die etwa 2.000 Mann zu Fuß und 200 zu Pferd umfasste. Nachdem er eine Festung errichtet hatte, machte er sich auf den Weg ins Landesinnere. Am 25. Dezember 1495 unterlagen die Guanchen bei La Victoria de Acentejo endgültig den Spaniern. Der gesamte Archipel unterstand nun der spanischen Krone. Die überlebenden Guanchen vermischten sich mit den Eroberern vom Festland und verschwanden als eigene Ethnie. Hauptstadt wurde La Laguna. Von diesem Zeitpunkt an bildete Teneriffa einen wichtigen Stützpunkt des Schiffsverkehrs zwischen Spanien und seinen amerikanischen Kolonien.

Die Menceys der Insel nahmen zur Zeit der Eroberung unterschiedliche Positionen ein. Es wurden eine Friedens- und eine Kriegsseite gebildet, wobei die erste aus den Menceys von Güímar, Abona und Adeje bestand und die zweite aus Anaga, Tegueste, Tacoronte, Taoro, Icoden und Daute. Die gegnerische Seite kämpfte hartnäckig gegen die Kastilier, so dass die Eroberung Teneriffas zwei Jahre dauerte. In der ersten Schlacht von Acentejo im Jahr 1494 erlitten die kastilischen Truppen eine Niederlage gegen die Guanchen. Doch die Guanchen, die von der Technik und neuen Krankheiten, gegen die sie nicht immun waren, überwältigt wurden, unterlagen den Truppen der kastilischen Krone in der Schlacht von Aguere und in der Zweiten Schlacht von Acentejo, die im September 1496 mit der Eroberung abgeschlossen wurde.

Kolonialzeit

Wie auf den übrigen Inseln wurden viele der Ureinwohner versklavt, vor allem diejenigen, die der kriegführenden Seite angehörten, während ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung an eingeschleppten Krankheiten wie der Grippe und wahrscheinlich den Pocken starb, Infektionskrankheiten, gegen die die insulare Gesellschaft aufgrund ihrer Isolation kein Immunsystem entwickelt hatte. Nach der Eroberung und vor allem im darauf folgenden Jahrhundert wurde die Insel nach und nach von Einwanderern aus verschiedenen Gebieten des beginnenden spanischen Reiches (Portugal, Flandern, Italien, Deutschland) neu besiedelt und kolonisiert.

Die Wälder der Insel wurden nach und nach durch das Bevölkerungswachstum und den daraus resultierenden Bedarf an gerodetem Land für die landwirtschaftliche Nutzung für den Eigenbedarf und den Export beeinträchtigt. Dies war der Fall bei der Einführung des Zuckerrohranbaus zu Beginn des 16. Jahrhunderts, während sich die Wirtschaft der Insel in den folgenden Jahrhunderten auf die Nutzung anderer Kulturen wie Wein, Cochenille zur Herstellung von Farbstoffen und Bananen konzentrierte.

1657 versuchte der englische Admiral Robert Blake erfolglos, mit einer Flotte aus 36 Kriegsschiffen Santa Cruz de Tenerife zu erobern. Unter Admiral John Jennings unternahmen die Engländer 1706 einen erneuten Versuch, den Hafen Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Der Angriff scheiterte jedoch und damit auch das Vorhaben, das fruchtbare und günstig an der Atlantikroute gelegene Teneriffa für Großbritannien zu erobern.

In der Zwischenzeit entwickelte sich ab 1701 im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs auf den Kanarischen Inseln der sogenannte kanarisch-amerikanische Handel, der durch ein königliches Dekret von 1697 geregelt wurde. Dieses gestattete den Kanarischen Inseln den Handel mit Amerika für acht Jahre und beschränkte ihn auf 1.000 Tonnen. Teneriffa hatte Anspruch auf 600, La Palma auf 300 und Gran Canaria auf 100. Teneriffa war in diesem Sinne der Erbe der Kanarischen Inseln.

Teneriffa war in dieser Hinsicht die hegemoniale Insel, denn auf sie entfielen mehr als 50 % der Anzahl der Schiffe und 60 % der Tonnage. Auf den Inseln La Palma und Gran Canaria lag der Prozentsatz bei etwa 19 % für erstere und 7 % für letztere. Der Umfang des Verkehrs zwischen den Indischen Inseln und den Kanarischen Inseln ist nicht bekannt, aber er muss sehr bedeutend gewesen sein und konzentrierte sich fast ausschließlich auf Teneriffa. Bei den auf die Kanarischen Inseln exportierten Produkten war ein Anstieg der Anzahl der Schiffe und der Tonnage auf den Kanarischen Inseln zu verzeichnen, der etwa 30 % betrug.

Zu den exportierten Produkten gehörten Cochenille, Rum und Zuckerrohr, die hauptsächlich in den amerikanischen Häfen von La Guaira, Havanna, Campeche und Veracruz angelandet wurden. Die Bedeutung Teneriffas gab dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife einen entscheidenden Aufschwung, der zum einzigen Handelshafen der Insel wurde und die Häfen von Garachico und Puerto de la Cruz im Indianerhandel an Bedeutung übertraf.Viele Seeleute aus Teneriffa schlossen sich dem transkontinentalen Seehandel an, darunter der Korsar Amaro Rodríguez Felipe, besser bekannt als Amaro Pargo. Seine Teilnahme an der Indienfahrt begann in den Jahren 1703 bis 1705. Er war Kapitän der Fregatte El Ave María y las Ánimas, mit der er vom Hafen von Santa Cruz de Tenerife nach Havanna segelte. Andere wichtige Seeleute aus Teneriffa zu dieser Zeit waren Juan Pedro Dujardín und Bernardo de Espinosa, beide Gefährten von Amaro Pargo. Mit der allgemeinen Anwendung des Freihandels in den Indias begann die spanische Regierung 1703 den Freihandel in den Indias anzuwenden.

1778 erhielt Santa Cruz de Tenerife vom spanischen König Carlos III. das Vorrecht, freien Handel mit Amerika zu betreiben. Durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kam der Verkehr bis zum Frieden von 1783 jedoch völlig zum Erliegen. Von da an begann der Niedergang dieser Handelsroute. Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam der kanarisch-amerikanische Handel zum Erliegen, da es zu großen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Ländern kam, die den Handel für mehrere Jahre lähmten. Unterdessen wurde 1792 in La Laguna die erste und bis 1989 einzige Universität auf den Kanaren gegründet. Im Studienjahr 2011/12 hatte die Universidad de La Laguna (ULL) 22.491 Studierende.

Der englische Admiral Horatio Nelson verlor am 25. Juli 1797 bei einem neuerlichen Angriff auf Santa Cruz de Tenerife seinen rechten Arm und musste zudem die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.

Am 25. Juli 1797 griff Admiral Horatio Nelson Santa Cruz de Tenerife, die Hauptstadt der Insel und Sitz der Generalkapitulation, an. Nach heftigen Kämplfen schlug die von General Gutiérrez organisierte Verteidigung die Briten zurück. Nelson verlor seinen rechten Arm durch eine Kanonenkugel (der Legende nach stammte sie aus der Kanone von Tigre), als er versuchte, am Ufer des Paso Alto zu landen. Nelson scheiterte und musste die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.

Am 5. September wurde ein weiterer Landungsversuch in der Gegend von Puerto Santiago von den Bewohnern des Valle de Santiago del Teide abgewehrt, die die Briten von der Spitze der Klippen von Los Gigantes mit Steinen bewarfen.

Modernisierungszeit

Ein bedeutendes kulturelles Ereignis dieser Epoche war der Besuch von Alexander von Humboldt im Jahr 1799. Seine wissenschaftlichen Beobachtungen und Reiseberichte trugen wesentlich dazu bei, das internationale Interesse an den Kanarischen Inseln zu steigern. Gleichzeitig verbreiteten sich über Reisende und Intellektuelle zunehmend Ideen der Aufklärung auf der Insel, auch wenn diese nur langsam in die bestehende gesellschaftliche Ordnung eindrangen.

Trotz dieser intellektuellen Impulse blieb die soziale Struktur lange Zeit von feudalen und hierarchischen Systemen geprägt. Politische und wirtschaftliche Macht konzentrierte sich weiterhin in den Händen weniger privilegierter Gruppen, während große Teile der Bevölkerung in einfachen Lebensverhältnissen lebten. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts setzten allmählich Reformprozesse ein, die zu einer schrittweisen Auflösung traditioneller Strukturen führten.

Ein wichtiger institutioneller Schritt war die Bestätigung des Bistums Teneriffa im Jahr 1819 durch König Ferdinand VII., mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Diese kirchliche Neustrukturierung stärkte die regionale Bedeutung der Stadt und festigte ihre Rolle als religiöses Zentrum der Insel.

Im Jahr 1822 wurde Santa Cruz de Tenerife offiziell zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels erklärt. Dieser Status markierte einen entscheidenden Macht- und Verwaltungswechsel von San Cristóbal de La Laguna hin zur stärker wirtschaftlich geprägten Hafenstadt Santa Cruz. Die Hauptstadtfunktion blieb bis 1927 bestehen und trug wesentlich zur politischen und administrativen Zentralisierung der Inselgruppe bei.

Ein entscheidender wirtschaftlicher Einschnitt erfolgte 1852, als die spanische Regierung die Kanarischen Inseln zur Freihandelszone erklärte. Diese Maßnahme führte zu einer deutlichen wirtschaftlichen Belebung, insbesondere in den Hafenstädten. Der erleichterte Handel mit Europa und Amerika stärkte die maritime Wirtschaft und förderte den Ausbau der Infrastruktur. Gleichzeitig entstanden jedoch starke soziale Unterschiede, da nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Export landwirtschaftlicher Produkte zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor. Besonders der Bananenanbau gewann zunehmend an Bedeutung, nachdem der traditionelle Weinanbau durch eine Reblausplage stark geschädigt worden war. Die landwirtschaftliche Produktion wurde stärker auf den internationalen Markt ausgerichtet, insbesondere auf den Handel mit Europa.

Die Hafenstädte Santa Cruz de Tenerife und die Nachbarinsel Las Palmas de Gran Canaria entwickelten sich zu wichtigen Knotenpunkten im Atlantikhandel. Sie dienten als Zwischenstationen für Schifffahrtsrouten zwischen Europa, Afrika und Amerika. Die zunehmende Bedeutung der Häfen führte auch zu einer frühen technischen Modernisierung, etwa im Bereich der Kommunikation. Ein Beispiel dafür ist die Ankunft des ersten Telegramms im Jahr 1883, das eine direkte Verbindung zum spanischen Festland herstellte und die Informationswege erheblich beschleunigte.

Gleichzeitig war das 19. Jahrhundert von wiederkehrenden Krisen geprägt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, Armut und Epidemien belasteten die Bevölkerung stark. Besonders die Choleraepidemie von 1893 führte zu zahlreichen Todesfällen und verdeutlichte die gesundheitlichen Herausforderungen der Zeit. Diese Faktoren trugen dazu bei, dass viele Einwohner Teneriffas aus wirtschaftlicher Not emigrierten, insbesondere nach Kuba, Venezuela sowie andere Regionen Mittel- und Südamerikas.

Weltkriegsära

Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer fortschreitenden politischen Radikalisierung. Diese Entwicklung ist im Kontext der politischen und sozialen Reformen des späten 19. Jahrhunderts zu sehen, die zwar Modernisierung brachten, aber auch soziale Spannungen und Unzufriedenheit verstärkten. Die Radikalisierung drückte sich vor allem in einer Polarisierung der politischen Lager aus, die zunehmend grundlegende Veränderungen der gesellschaftlichen Ordnung forderten. Im Unterschied zu Ländern wie Frankreich oder Spanien (wo der Radikalismus stark antiklerikal und republikanisch geprägt war), sind für Teneriffa um 1900 keine spezifischen radikalen Parteien oder Massenbewegungen belegt. Die Insel war weiterhin stark von der spanischen Politik geprägt, und die Radikalisierung manifestierte sich eher in lokalen Konflikten, sozialen Unruhen und einer wachsenden Unzufriedenheit mit den bestehenden Machtverhältnissen

Da die Kanarischen Inseln strategisch im Atlantik liegen und wichtige Handelsrouten passierten, kam es zu einer verstärkten Präsenz ausländischer Schiffe und zu gelegentlichen Blockaden. Dies beeinflusste den Handel und die Versorgung der Insel, insbesondere mit Lebensmitteln und Rohstoffen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung, da Importe teurer und knapper wurden.

Francisco Franco spielte eine zentrale Rolle für Teneriffa am Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Nachdem Franco als Generalstabschef im Februar 1936 von der neuen republikanischen Regierung abgesetzt worden war, wurde er als Militärgouverneur auf die Kanarischen Inseln – nach Santa Cruz de Tenerife – „verbannt“. Dort bereitete er den Militärputsch gegen die Zweite Spanische Republik vor.

Am 18. Juli 1936 ließ Franco seine ihm unterstellten Soldaten im Wald von La Esperanza auf Teneriffa antreten, um einen Eid auf ihn abzulegen – ein symbolisch bedeutsamer Akt, der als Beginn seiner Revolte gilt und den Startschuss für den Bürgerkrieg markierte32. Noch am selben Tag übernahm er die Kontrolle über die Kanarischen Inseln für die Aufständischen und reiste anschließend nach Marokko, um dort den Oberbefehl über die Truppen zu übernehmen und den Krieg gegen die Republik zu führen.

Während des Bürgerkriegs wurde Teneriffa schnell von den Franquisten kontrolliert. In den ersten Monaten kam es auf der Insel zu massiven Repressionen gegen Republikaner; es gibt Berichte über Massengräber in den Cañadas, in denen bis zu 2.000 Menschen allein im ersten halben Jahr des Bürgerkriegs in der Provinz Teneriffa von Franco-Anhängern ermordet worden sein sollen. Die Insel La Palma leistete als einzige der Kanaren noch eine Woche lang Widerstand gegen die Putschisten. Nach dem Sieg Francos wurde Teneriffa Teil der Diktatur, die bis zu Francos Tod 1975 andauerte.

Aufgrund der strategischen Lage im Atlantik befürchtete Franco ab 1939 eine mögliche Invasion der Alliierten, insbesondere Großbritanniens, sollte Spanien offen auf Seiten Deutschlands in den Krieg eintreten. Dies führte zum Bau zahlreicher Bunker und Verteidigungsanlagen an der Küste Teneriffas, etwa bei San Andrés und Santa Úrsula. Deutschland bot Franco an, gemeinsam Gibraltar einzunehmen („Unternehmen Felix“). Franco lehnte jedoch ab, da er einen britischen Gegenangriff auf die Kanaren befürchtete. Dennoch gab es geheime Kontakte und eine gewisse Unterstützung, etwa durch die Lieferung von Wolfram an Deutschland. Es wurden betonierte Bunker, Geschützstellungen und Tunnelsysteme errichtet, um eine mögliche Landung abzuwehren. Die Ausrüstung war jedoch meist veraltet, und die Logistik war schwierig, da viele Anlagen in unzugänglichen Gebieten lagen und die schweren Geschütze teilweise mit Kamelen transportiert werden mussten.

Der Krieg beeinträchtigte den Handel und die Versorgung der Insel. Importe wurden teurer und knapper, was zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen führte. Die Bevölkerung litt unter den wirtschaftlichen Problemen. Es gab jedoch keine direkten Kampfhandlungen oder Bombardements auf Teneriffa.

Moderne Zeit

In der unmittelbaren Nachkriegszeit nach 1945 blieb die Landwirtschaft der dominierende Wirtschaftszweig. Allerdings war ihre Produktivität gering, da moderne Technik, ausreichende Investitionen und industrielle Strukturen weitgehend fehlten. Viele Teile der Bevölkerung lebten unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, was zu anhaltender Arbeitslosigkeit und sozialer Unsicherheit führte.

Während der Franco-Diktatur blieb die politische Lage autoritär und stark zentralisiert. Politische Freiheiten waren eingeschränkt, oppositionelle Bewegungen wurden unterdrückt, und regionale Selbstverwaltung existierte nur in sehr begrenztem Umfang. Diese politische Situation verstärkte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusätzlich, da strukturelle Reformen nur langsam umgesetzt wurden.

In den 1950er und 1960er Jahren setzte eine erneute Auswanderungswelle ein. Viele Einwohner verließen Teneriffa in Richtung spanisches Festland oder nach Lateinamerika, insbesondere nach Venezuela, Kuba und andere Länder mit bestehenden kanarischen Diasporagemeinschaften. Diese Migration hatte erhebliche Auswirkungen auf die demografische Entwicklung der Insel und führte zu einer zeitweisen Entlastung des Arbeitsmarktes, aber auch zu einem Verlust von Arbeitskräften und sozialen Strukturen.

Ab den 1960er Jahren begann sich ein langsamer wirtschaftlicher Wandel abzuzeichnen. Der Tourismus entwickelte sich zunehmend zu einem neuen zentralen Wirtschaftsfaktor. Die natürlichen Standortvorteile der Insel – mildes Klima, Küstenlandschaften und gute Erreichbarkeit – wurden gezielt genutzt, um internationale Besucher anzuziehen. Gleichzeitig begann ein schrittweiser Ausbau der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Straßenbau, Energieversorgung, Flughäfen und Hotellerie. Dieser Prozess markierte den Beginn der wirtschaftlichen Neuorientierung der Insel.

Mit der schrittweisen Demokratisierung Spaniens ab Mitte der 1970er Jahre begann die sogenannte „Transición“, die auch auf Teneriffa tiefgreifende politische Veränderungen mit sich brachte. Die Kanarischen Inseln erhielten zunächst 1978 den Status einer Präautonomie und wurden 1982 offiziell zu einer autonomen Gemeinschaft innerhalb Spaniens erklärt. Damit wurde eine weitgehende Selbstverwaltung eingeführt, die es der Region ermöglichte, eigene politische und administrative Entscheidungen in vielen Bereichen zu treffen. In diesem Zusammenhang entwickelten sich die beiden Hauptstädte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria zu gemeinsam zentralen Verwaltungsstandorten der autonomen Region, wobei sich die Regierungseinrichtungen regelmäßig zwischen beiden Städten abwechseln.

Ein tragisches Ereignis dieser Zeit war die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa am 27. März 1977 auf dem Flughafen Los Rodeos Airport. Dieses Unglück gilt bis heute als das schwerste Flugzeugunglück der zivilen Luftfahrtgeschichte. Auslöser der Ereignisse war unter anderem eine Bombenexplosion auf dem Flughafen Gran Canaria Airport, die zur Umleitung zahlreicher Flugzeuge nach Teneriffa führte. Dort herrschten zu diesem Zeitpunkt dichte Nebelbedingungen, die die Sicht stark einschränkten.

In der Folge kam es zu einer Kollision zweier Großraumflugzeuge auf der Start- und Landebahn. Eine Boeing 747 der KLM sowie eine Boeing 747 der Pan American World Airways waren an dem Unglück beteiligt. Insgesamt befanden sich 644 Menschen an Bord der beiden Maschinen, von denen 583 ums Leben kamen. Dieses Ereignis hatte weltweit große Auswirkungen auf die Luftfahrtsicherheit und führte zu grundlegenden Änderungen in internationalen Flugverfahren, insbesondere im Bereich der Kommunikation zwischen Cockpit und Flugsicherung sowie in den standardisierten Funkprotokollen.

Parallel zu diesen Entwicklungen setzte sich der wirtschaftliche Aufstieg durch den Tourismus in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren fort. Teneriffa entwickelte sich zu einem der wichtigsten Reiseziele Europas, insbesondere für Bade-, Natur- und Aktivtourismus. Große Hotelzonen im Süden der Insel wurden ausgebaut, während gleichzeitig auch die städtischen Zentren modernisiert wurden.

Die zunehmende touristische Bedeutung brachte wirtschaftlichen Wohlstand, führte jedoch auch zu neuen Herausforderungen. Dazu gehörten Umweltbelastungen, steigende Immobilienpreise, infrastrukturelle Überlastungen in Spitzenzeiten sowie soziale Spannungen zwischen touristisch geprägten Regionen und weniger entwickelten Gebieten.

Während der Coronazeit ab dem Frühjahr 2020 wurde Teneriffa, wie der Rest der Kanarischen Inseln, von verschiedenen Maßnahmen betroffen. In mehreren Phasen gab es nächtliche Ausgangssperren, die je nach Alarmstufe zwischen 22:00 und 6:00 Uhr galten. Diese wurden jedoch nach juristischen Entscheidungen teilweise wieder aufgehoben. Restaurants, Cafés und Bars durften zeitweise nur auf den Außenterrassen öffnen, Innenbereiche waren geschlossen. Die Kapazität war auf 40 bis 50 % begrenzt, abhängig von der Phase. Auch der Einzelhandel durfte nur mit reduzierter Kapazität öffnen. Treffen waren auf maximal 10 bis 15 Personen beschränkt, abhängig von der aktuellen Phase. Nur Personen aus demselben Haushalt durften gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten. In der Öffentlichkeit und in Geschäften bestand Maskenpflicht. In Supermärkten wurden Handschuhe verteilt und es gab Warteschlangen mit Sicherheitsabstand vor den Läden. Die Kapazität von Bussen und Straßenbahnen wurde auf 50 % reduziert. Schulen blieben bis September 2020 geschlossen. Kinos, Theater und Museen durften nur mit stark reduzierter Kapazität öffnen. Um Weihnachten und Neujahr sowie während der Osterwoche galten verschärfte Maßnahmen, darunter Ausgangssperren und weitere Einschränkungen für Gastronomie und Einzelhandel. Im Zuge der Impfkampagne erhielten rund zwei Drittel der Einwohner mit mRNA-Impfstoffe. Seit dem 26. März 2022 sind alle Corona-Maßnahmen auf Teneriffa, nachdem sie zuvor schon vom Obersten Gerichtshof großteils rückgängig gemacht worden waren, aufgehoben. Eine Aufarbeitung der Maßnahmenpolitik fand nicht statt.

Ein schon seit Längerem anstehendes Problem eskalierte im Frühjahr 2025, als ruchbar wurde, dass Unmengen Abwässer ungefiltert ins Meer geleitet wurden. Diesmal wurde ein Defekt an der Abwasser-Aufbereitungsanlage EDAR Adeje-Arona als Ursache ausgemacht. Tatsächlich aber mussten auch früher schon mehrfach Strände wegen Abwasserverschmutzung geschlossen werden. Der beliebte Playa Jardin in Puerto de la Cruz zum Beispiel wurde bereits im August und September 2024 kurzfristig gesperrt. Es folgten Playa Teresitas (November 2024), die Strände von Los Guanches und Olegario im Februar 2025 sowie San Marcos, Troya, El Puertito und Jaquita im Mai 2025. "Die Verschmutzung des Meeres hat", wie 5. Mai 2025 berichtet wurde, "nicht nur ökologische, sondern zunehmend auch wirtschaftliche Konsequenzen." Die Costa Adeje ist immerhin "eines der beliebtesten Touristenziele Teneriffas. Das Vertrauen in die Wasserqualität spielt eine entscheidende Rolle für den Wirtschaftszweig." (https://www.teneriffa-news.com/news/teneriffa/abwasser-probleme-ploetzlich-ist-das-meer-vor-teneriffa-braun-und-stinkt_36301.html(

Verwaltung

Teneriffa ist seit 1927 selbstverwaltete Isla (Insel) der Provincia Santa Cruz de Tenerife (Provinz Santa Cruz), die seit 1983 Teil der Region Autonoma de los Canares (Autonome Region der Kanarischen Inseln) des Königreichs Spanien (Reino de España) ist.


Herrschaftsgeschichte

  • um -600 bis 25. Dezember 1495 eigenständige Häuptlingstümer („Königreiche“) der Guanchen
  • 25. Dezember 1495 bis 27. Juli 1496 Gouvernement Tenerife (Gobernación de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 27. Juli 1496 bis 27. Januar 1822 Tenerife als Teil der Kronolonie Kanarische Inseln (Islas Canarias de Realengo) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 27. Januar 1822 bis 17. März 1852 Provinz Kanarische Inseln (Provincia de Canarias) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 17. März 1852 bis 3. März 1854 Provinz Westliche Kanaren (Provincia des Canarias Occidentales) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 3. März 1854 bis 16. März 1913 Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 16. März 1913 bis 23. September 1927 Inselgemeinschaft Tenereiffa (Comunidad Insular de Tenerife) innerhalb der gesamtkanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • 23. September 1927 bis 16. August 1982 Inselgemeinschaft Tenereiffa (Comunidad Insular de Tenerife) innerhalb der westkanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
  • seit 16. August 1982 Inselgemeinschaft Tenereiffa (Comunidad Insular de Tenerife) innerhalb der Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) der Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias) des Königreichs Spanien (Reino de España)

Legislative und Exekutive

Die politische und administrative Struktur Teneriffas ist in das spanische Staats- und Autonomiesystem eingebettet. Spanien ist ein parlamentarischer Zentralstaat mit weitreichender regionaler Selbstverwaltung, sodass die Kanarischen Inseln als autonome Gemeinschaft eigene gesetzgebende und exekutive Institutionen besitzen. Teneriffa selbst verfügt zusätzlich über eine inselbezogene Verwaltungsebene, die eine zentrale Rolle in der lokalen Politik spielt.

Auf regionaler Ebene bildet das Parlament der Kanarischen Inseln die gesetzgebende Gewalt der Autonomen Gemeinschaft. Es beschließt Gesetze in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Umwelt, Raumplanung und wirtschaftlicher Entwicklung, soweit diese Kompetenzen nicht dem spanischen Zentralstaat vorbehalten sind. Die Exekutive auf dieser Ebene liegt bei der Regierung der Kanarischen Inseln, die von einem Präsidenten oder einer Präsidentin geleitet wird und die Umsetzung der Gesetze sowie die Verwaltung der autonomen Zuständigkeiten übernimmt.

Unterhalb dieser regionalen Ebene kommt auf jeder Insel eine besondere Verwaltungsstruktur zum Tragen: das sogenannte Cabildo Insular. Diese Institution wurde im Zuge der spanischen Verwaltungsreformen des frühen 20. Jahrhunderts geschaffen (im Zusammenhang mit dem Ley de Cabildos) und stellt eine eigenständige Inselregierung dar. Für Teneriffa ist dies das Cabildo de Tenerife. Dieses Organ nimmt eine Zwischenstellung zwischen der regionalen Regierung und den Gemeinden (Municipios) ein und ist für zahlreiche Aufgaben der Inselverwaltung zuständig.

Das Cabildo de Tenerife übernimmt insbesondere Kompetenzen in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr, Umwelt- und Naturschutz, Abfallwirtschaft, Wassermanagement, Kulturförderung sowie wirtschaftliche Entwicklung der Insel. Es ist damit eine zentrale Institution für die praktische Umsetzung politischer Entscheidungen auf Inselniveau. Das politische Organ besteht aus gewählten Abgeordneten (Consejeros), die in allgemeinen Wahlen bestimmt werden. An der Spitze steht ein Präsident oder eine Präsidentin des Cabildos, der bzw. die die Exekutive des Inselrates leitet und die Verwaltung koordiniert.

Auf lokaler Ebene existieren die Gemeinden (Municipios), die für die unmittelbare kommunale Verwaltung zuständig sind. Dazu gehören Aufgaben wie Stadtplanung, lokale Infrastruktur, soziale Dienste, Kulturangebote sowie die Verwaltung öffentlicher Einrichtungen im Gemeindegebiet. Jede Gemeinde wird von einem Gemeinderat (Ayuntamiento) mit einem Bürgermeister oder einer Bürgermeisterin geführt.

Die wichtigsten politischen und administrativen Zentren der Insel konzentrieren sich in Santa Cruz de Tenerife, das sowohl Sitz der Inselverwaltung als auch ein bedeutender Standort der regionalen Regierung ist. Gleichzeitig spielt auch San Cristóbal de La Laguna eine wichtige Rolle als historisches Verwaltungs- und Kulturzentrum.

Die Exekutive auf regionaler Ebene arbeitet eng mit den Insel-Cabildos zusammen, da viele Kompetenzen gemeinsam ausgeübt oder abgestimmt werden müssen. Dieses mehrstufige System aus Staat, Autonomer Gemeinschaft, Inselregierung und Gemeinden führt zu einer relativ dezentralisierten Verwaltung, die auf die geografische Besonderheit der Inselarchitektur der Kanaren abgestimmt ist.

Inseloberhaupt

Höchster Repräsentant der Insel ist der Präsident der Inselregierung (Presidentne del Cabildo Insular de Tenerife)..


Gobernadores (Gouverneure)

  • 1495 - 1525  Alonso Fernández de Lugo
  • 1525 - 1538  Pedro Fernández de Lugo
  • 1538 - 1540 Alfonso Yáñez Dávila
  • 1540 - 1543  Juan Verdugo
  • 1543 - 1546  Jerónimo Álvarez de Sotomayor, Señor de Arenalejo
  • 1546 - 1548  Diego de Figueroa
  • 1548 - 1550  Juan Bautista de Ayora
  • 1550 - 1551 Hernán, duque de Estrada
  • 1551 - 1554  Juan Ruíz de Miranda
  • 1554 - 1557  Juan López de Cepeda
  • 1557 - 1558 Bartolomé de Fonseca [amtierend]
  • 1558 - Jun 1559 Hernando de Cañizares
  • 1559  Alonso de Llerena [amtierend]
  • 1559 - Okt 1561 Plaza
  • 1561 - 1562  Alonso de Llarena [2, amtierend]
  • 1562  Pedro de Ponte, Señor de Adexe
  • 1562 - 1565 Armenteros de Paz
  • 1565 - 1567  Juan Vélez de Guevara
  • 1567 - 1570 Eugenio de Salázar
  • 1570 - 1573  Juan Gante del Campo
  • 1573 - 1577  Juan Álvarez de Fonseca
  • 1577 - 1579  Juan de Leiva
  • 1579 - 1582  Juan Álvarez de Fonseca [2]
  • 1582 - 1584 Lázanro Moreno de León
  • 1584 - 1589  Juan Núñez de la Fuente
  • 1589 - 1597  Tomás de Cangas
  • 1597 - 1601  Pedro Lasso de la Vega
  • 1601 - 1603  Luis Manuel Gudiel y Ortiz
  • 1603 - 1608 Francisco de Benavides
  • 1608 - 1615  Juan de Espinosa
  • 1615 - 1618 Melchor Ruíz de Pereda
  • 1618 - 1621  Diego de Vega Bazán
  • 1621 - 1624 Rodrigo Álvarez de Bohorques
  • 1624 - 1625  Diego de Álvarado Bracamonte

Subgobernado de Tenerife (Zivilgouverneur des Westlichen Kanaren)

  • 1852 - 1854  José Joaquín de Monteverde y Bethenbcourt (1803 - 1873)

Gobernadores de Santa Cruz de Tenerife (Gouverneure von Santa Cruz)

  • 26 Okt 1927 - 12 Feb 1930 Buenaventura Benito Quintero (1878 - nach 1930)
  • 6 Mar 1930 - 14 Jan 1931 Ángel Guinea León
  • 21 Jan 1931 - 14 Apr 1931 Gustavo Morales de las Pozas (1852 - 1940)
  • 14 Apr 1931 - 15 Apr 1931 José Ramón Fernández Díaz Valcarce y Herbón [amtierend] (1886 - 1935)
  • 15 Apr 1931 - 22 Apr 1931 Antonio Lara Zárate (1881 - 1956) PRR
  • 29 Apr 1931 - 18 Jul 1931 Enrique Izquierdo Jiménez PRR
  • 29 Jul 1931 - 7 Jan 1933 Rafael Rubio Carrión (1882 - 1941) AR
  • 10 Jan 1933 - 7 Aug 1933 Vidal Facundo Gil Tirado (1879 - 1939) PRRS
  • 29 Aug 1933 - 13 Sep 1933 Juan C. González Quesada (1897 - 1961) PRRS
  • 14 Sep 1933 - 1933 Rufino Blanco Fombona (1874 - 1944) PRR
  • 27 Sep 1933 - 1 Nov 1935 Rafael de Pina Milán (1888 - 1966) PRR
  • 1 Nov 1935 - Nov 1935 Enrique Malboison Ponce PRR-PURA
  • 27 Nov 1935 - 20 Dez 1935 José Nofre Jesús (1894 - 1945) LC
  • 21 Dez 1935 - 4 Mar 1936 Tomás Salgado Pérez PRR
  • 14 Mar 1936 - 18 Jul 1936 Manuel Vázquez Moro (1901 - 1936) IR
  • 18 Jul 1936 - 3 Aug 1937 Julio Fuentes Serrano
  • 3 Aug 1937 - 7 Okt 1937 Daniel Arraiza Goñi (1880 - 1952)
  • 7 Okt 1937 - 11 Dez 1937 Juan Sánchez Real
  • 11 Dez 1937 - 7 Mar 1938 Antonio Espejo Hinojosa
  • 7 Mar 1938 - 17 Apr 1940 Vicente Sergio Orbaneja y Castro (1902 - nach 1946)Mil
  • 17 Apr 1940 - 11 Dez 1942 Javier Saldaña Sanmartín
  • 21 Jan 1943 - 6 Okt 1943 José Clavero Núñez (1915 - 2006)
  • 9 Okt 1943 - 5 Nov 1946 Julio Pérez Pérez (1895 - nach 1950)
  • 5 Nov 1946 - 22 Feb 1950 Emilio de Aspe y Vaamonde (1883 - 1964) Mil
  • 9 Mar 1950 - 24 Okt 1951 Luis Rosón Pérez (1918 - 1995) Mil
  • 11 Nov 1951- 23 Nov 1954 Carlos Arias Navarro (1908 - 1989)
  • 23 Nov 1954 - 20 Mai 1958 Andrés Marín Martín
  • 26 Mai 1958 - 14 Mar 1960 Santiago Galindo Herrero (1920 - 1977)
  • 25 Apr 1960 - 15 Mar 1963 Manuel Balleretos Gaibrois (1911 - 2002)
  • 16 Mar 1963 - 18 Feb 1964 José María Quiroga de Abarca (1920 - 1999)
  • 16 Mar 1964 - 23 Apr 1966 Juan Pablos Abril (1918 - 1991)
  • 6 Mai 1966 - 11 Nov 1969 Mariano Nicolás García (1932 - 2001)
  • 5 Dez 1969 - 17 Mai 1971 Gabriel Elorriaga Fernández (1930 - 2025)
  • 4 Jun 1971 - 23 Jul 1973 Antonio del Valle Menéndez (1923 - 2016)
  • 17 Aug 1973 - 8 Nov 1974 Rafael González Echegaray (1923 - 1985)
  • 30 Nov 1974 - 24 Jul 1976 Modesto Fraile Poujade (1935 - 1994)
  • 18 Aug 1976 - 4 Mar 1977 Rafael Mombiedro de la Torre (1920 - 1992)
  • 4 Mar 1977 - 23 Jul 1977 Antonio de Oyarzábal y Marchesi (1935)
  • 29 Jul 1977 - 28 Apr 1979 Luis Mardones Sevilla (1938 - 2018)
  • 23 Jun 1979 - 17 Dez 1982 Jesús Javier Rebollo y Álvarez-Amandi († 2007)

Presidentes del Cabildo Insular de Tenerife (Präsidenten des Inselrats von Teneriffa)

  • 16 Mar 1913 - 1 Jan 1916  Eduardo Domínguez Alfonso
  • 1 Jan 1916 - 3 Jan 1918  Antonio José Melo y Novo
  • 3 Jan 1918 - 3 Apr 1920  Eladio Alfonso y González
  • 3 Apr 1920 - 29 Jan 1924  Domingo Salazar y Cólogan
  • 29 Jan 1924 - 1 Dez 1927  Estanislao Brotons y Poveda
  • 1 Dez 1927 - 9 Apr 1930  Francisco La-Roche Aguilar
  • 9 Apr - 12 Mai 1930  Ignacio Llarena Monteverde
  • 12 Mai 1930 bis 27 Apr 1931  Américo López Méndez
  • 27 Apr 1931 - 9 Jan 1936  Maximino Acea Perdomo
  • 9 Jan - 2 Mar 1936  José Peña Hernández
  • 2 Mar - 23 Jul 1936  Fernando Arozena Quintero
  • 23 Jul - 3 Sep 1936  Joaquín García Pallasar
  • 3 Sep - 5 Nov 1936  Anatolio de Fuentes García
  • 5 - 23 Nov 1936  Casiano García Feo
  • 23 Nov 1936 - 16 Nov 1937  José Maldonado Dugour
  • 16 Nov  1937 - 25 Mai 1930  Américo López Méndez [2]
  • 25 Mai 1939 - 3 Apr 1943  Francisco La-Roche Aguilar [2]
  • 24 Apr - 28 Nov 1943  Fernando Beautell Meléndez
  • 28 Nov 1943 - 24 Sep 1955  Antonio Lecuona Hardisson
  • 24 Sep 1955 - 27 Nov 1958  Heliodoro Rodríguez González
  • 27 Nov 1958 - 15 Nov 1962  Juan Ravina Méndez
  • 15 Nov 1962 - 30 Jul 1964  Isidoro Luz Carpenter
  • 30 Jul 1964 - 31 Mar 1971  José Miguel Galván Bello
  • 1 Apr 1971 - 8 Jan 1974  Andrés Miranda Hernández
  • 2 Feb 1974 - 20 Apr 1979 Rafael Clavijo García (1924 - 1999) UCD
  • 20 Apr 1979 - 24 Mai 1983 José Miguel Galván Bello [2] (1913 - 1990) AIC
  • 24 Mai 1983 - 30 Jun 1987 José Segura Clavell (* 1944) PSOE
  • 30 Jun 1987 - 9 Jul 1999 Adán Martín Menis (1943 - 2010) CC
  • 9 Jul 1999 - 16 Sep 2013 Ricardo Melchior Navarro (* 1947) CC
  • 16 Sep 2013 - 24 Jul 2019 Carlos Enrique Alonso Rodríguez (* 1970) CC
  • 24 Jul 2019 - 3 Jul 2023 Pedro Manuel Martín Domínguez (* 1965) PSOE
  • seit 3 Jul 2023 Rosa Elena Dávila Mamely [w] (* 1970) CC

Politische Gruppierungen und Wahlen

Auf Teneriffa sind mehrere politische Parteien aktiv, die sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene eine Rolle spielen. Die wichtigsten Parteien auf der Insel sind:

  • Coalición Canaria (CC): Eine konservativ-liberale Regionalpartei, die sich für die Interessen der Kanarischen Inseln einsetzt und auf Teneriffa stark vertreten ist.
  • Partido Popular (PP): Die christlich-konservative Volkspartei Spaniens, die auch auf Teneriffa eine wichtige Rolle spielt.
  • Partido Socialista Obrero Español (PSOE): Die sozialdemokratische Partei Spaniens, die ebenfalls auf Teneriffa aktiv ist und regelmäßig Mandate gewinnt.

Zusätzlich zu diesen Hauptparteien sind auf Teneriffa und den gesamten Kanaren weitere regionale und kleinere Parteien aktiv, darunter:

  • Nueva Canarias (NC): Eine Mitte-links-Regionalpartei, die 2005 aus der Coalición Canaria hervorging und auf den Kanaren aktiv ist.
  • Podemos: Eine linksgerichtete Partei, die auf den Kanaren vertreten ist, aber nach den letzten Wahlen an Bedeutung verloren hat.
  • Ciudadanos: Eine liberale Partei, die auf den Kanaren und damit auch auf Teneriffa aktiv ist, aber momentan weniger Sitze hat.
  • Agrupación Socialista Gomera (ASG): Eine Regionalpartei, die sich auf die Nachbarinsel La Gomera konzentriert, aber im Kanaren-Parlament vertreten ist und bei Koalitionsbildungen eine Rolle spielt.
  • VOX: Die rechtspopulistische Partei ist seit den letzten Wahlen auch auf den Kanaren und damit auf Teneriffa mit Sitzen im Regionalparlament vertreten.

Im spanischen Parlament sind die wichtigsten Parteien für Teneriffa weiterhin PSOE, PP und Coalición Canaria, wobei CC einen Sitz für Santa Cruz de Tenerife hält.

Justizwesen und Kriminalität

Das Justizwesen auf Teneriffa ist vollständig in das spanische Staatssystem integriert und unterliegt damit dem einheitlichen Recht Spaniens. Es gibt keine eigenständige inselweite Gerichtsbarkeit, sondern eine hierarchisch aufgebaute Struktur, die von lokalen Gerichten bis zum obersten Gerichtshof in Madrid reicht.

Auf der untersten Ebene stehen die erstinstanzlichen Gerichte (Juzgados de Primera Instancia und Juzgados de Instrucción), die auf Teneriffa für Zivil-, Straf- und Ermittlungsverfahren zuständig sind. Sie behandeln eine breite Palette von Fällen, darunter Familienrecht (Scheidungen, Sorgerecht), Vertrags- und Immobilienstreitigkeiten, Erbschaftsangelegenheiten sowie strafrechtliche Ermittlungen bei kleineren und mittleren Delikten.

Die nächsthöhere Instanz auf Provinzebene ist die Audiencia Provincial de Santa Cruz de Tenerife. Dieses Gericht übernimmt Berufungsverfahren sowie schwerere Strafsachen und fungiert als wichtige Schaltstelle zwischen den lokalen Gerichten und den höheren Instanzen.

Die höchste gerichtliche Instanz innerhalb der Kanarischen Inseln ist der Tribunal Superior de Justicia de Canarias. Dieser hat seinen Sitz in Santa Cruz de Tenerife sowie in Las Palmas de Gran Canaria und ist für die letzte gerichtliche Kontrolle auf regionaler Ebene zuständig. Revisionen und letztinstanzliche Entscheidungen in besonders bedeutenden Fällen können anschließend vor den spanischen Obersten Gerichtshof in Madrid gebracht werden.

Das Justizsystem ist somit stark zentralisiert organisiert, gewährleistet jedoch durch regionale Gerichte eine funktionierende rechtliche Infrastruktur auf Insel- und Provinzebene.

Die Kriminalitätslage auf Teneriffa zeigt ein differenziertes Bild. Insgesamt gilt die Insel im internationalen Vergleich weiterhin als relativ sicher, insbesondere im Bereich schwerer Gewaltkriminalität. Gleichzeitig haben sich jedoch bestimmte Deliktsformen in den letzten Jahren deutlich verändert und teilweise zugenommen.

Besonders sichtbar ist der Anstieg von Eigentumsdelikten wie Diebstählen und Einbrüchen, die häufig in touristischen Zentren auftreten. Auch die Cyberkriminalität hat stark an Bedeutung gewonnen, da digitale Straftaten zunehmend sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen. Dieser Bereich gehört zu den am schnellsten wachsenden Kriminalitätsfeldern der Insel.

Bei Sexualdelikten wird in offiziellen Statistiken teilweise ein Anstieg registriert, der jedoch auch mit einer erhöhten Anzeigebereitschaft und gesellschaftlichen Sensibilisierung in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig zeigen andere Kriminalitätsbereiche stabile oder leicht rückläufige Werte, was auf eine insgesamt komplexe Entwicklung der Kriminalitätsstruktur hinweist.

Ein weiterer problematischer Bereich sind Hausbesetzungen („Okupas“), die in einigen urbanen Zonen vorkommen. Diese Fälle stellen die Justiz und Sicherheitsbehörden vor Herausforderungen, da zivilrechtliche Räumungsverfahren in Spanien häufig zeitaufwendig sind und rechtliche Schutzmechanismen genutzt werden können, um Räumungen zu verzögern.

Die Sicherheitsbehörden auf Teneriffa bestehen aus der spanischen Nationalpolizei, der Guardia Civil sowie lokalen Polizeikräften, die jeweils unterschiedliche Zuständigkeiten haben. Während die Nationalpolizei vor allem in Städten und touristischen Zentren aktiv ist, übernimmt die Guardia Civil Aufgaben im ländlichen Raum und auf Verkehrsachsen.

Flagge und Wappen

Das Wappen von Teneriffa wurde am 23. März 1510 durch Königin Juana I. von Kastilien offiziell bestätigt. In der frühen Kolonialzeit diente es zunächst als Siegel der Insel und wurde insbesondere mit der damaligen Hauptstadt San Cristóbal de La Laguna verbunden, die nach der Eroberung eine zentrale politische und administrative Rolle spielte. Mit der Einrichtung des Cabildo de Tenerife im Jahr 1912 wurde dieses historische Wappen erneut als offizielles Symbol der Inselverwaltung übernommen.

Das Wappen zeigt auf goldenem Grund eine grüne Insel, die Teneriffa symbolisiert. Darauf befindet sich ein feuerspeiender Vulkan in natürlicher Darstellung, der auf die vulkanische Entstehung der Insel verweist. Unterhalb dieser Darstellung befinden sich blaue und silberne Wellen, die das Meer und die Insellage im Atlantik repräsentieren.

Im oberen Bereich des Wappens sind zwei zentrale heraldische Figuren dargestellt: rechts eine rote Burg als Symbol für Kastilien, links ein roter Löwe als Zeichen für León. Diese beiden Elemente verweisen auf die historische Vereinigung der Königreiche Kastilien und León, unter deren Herrschaft die Kanarischen Inseln im 15. Jahrhundert erobert und in das spanische Reich integriert wurden.

Ergänzt wird die Darstellung durch die Figur des Erzengels Michael, der über der Burg erscheint. Er ist mit Speer, Schild und rotem Banner dargestellt und symbolisiert den göttlichen Schutz sowie die religiöse Missionierung im Zuge der spanischen Eroberung. Die gesamte Komposition wird von einem roten Wappenrand umgeben, der die Inschrift „Tenerife Me Fecit. Cabildo Insular de Tenerife“ trägt. Diese lateinische Formel verweist auf die historische Selbstrepräsentation der Insel und ihre institutionelle Identität.

Die Flagge Teneriffas basiert auf einem schlichten, aber symbolisch aufgeladenen Design. Sie zeigt ein weißes Kreuz auf blauem Grund, das an die maritime Tradition der Insel sowie ihre christlich geprägte Geschichte erinnert. Das Blau steht für den Atlantik, während das Weiß Reinheit und die historische Verbundenheit mit der Seefahrt symbolisiert.

Hymne

Teneriffa hat keine eigene, offizielle Inselhymne. Die gesamte Inselgruppe der Kanaren besitzt jedoch eine offizielle Hymne, den sogenannten „Himno de Canarias“ oder „Arrorró“, der 2003 offiziell angenommen wurde. Die Melodie stammt von Teobaldo Power, der Text von Benito Cabrera.

Es gibt zwar Werke wie das „Himno a Canarias“ mit Text von Fernando García Ramos und Musik von Juan José Falcón Sanabria, doch dieses ist nicht die offizielle Hymne, sondern ein weiteres künstlerisches Werk. Für Teneriffa selbst sind bekannte Volkslieder wie „La Farola del Mar“ sehr beliebt, doch handelt es sich dabei nicht um eine offizielle Hymne, sondern um ein traditionelles Lied der Insel.

Hauptstadt

Die Hauptstadtfrage Teneriffas ist historisch eng mit der politischen und administrativen Entwicklung der gesamten Kanarischen Inseln verbunden und hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Ursprünglich war das wichtigste politische und administrative Zentrum der Insel die Stadt San Cristóbal de La Laguna, die nach der kastilischen Eroberung im späten 15. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielte. Aufgrund ihrer früh geplanten Stadtstruktur und ihrer Funktion als Sitz kirchlicher und administrativer Institutionen entwickelte sie sich zunächst zum politischen Mittelpunkt der Insel.

Im frühen 18. Jahrhundert begann jedoch ein schrittweiser Machttransfer an die Küste. Im Jahr 1723 wurde Santa Cruz de Tenerife offiziell zum Verwaltungssitz der Insel erklärt. Diese Entwicklung war vor allem durch die wachsende Bedeutung des Hafens und des Seehandels bedingt. Santa Cruz entwickelte sich rasch zu einem wirtschaftlichen Zentrum, während La Laguna ihre Rolle als kulturelles und religiöses Zentrum teilweise beibehielt.

Ein entscheidender Schritt erfolgte im Jahr 1822, als Santa Cruz de Tenerife zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels erklärt wurde. Dieser Status bedeutete, dass die Stadt nicht nur die Insel Teneriffa, sondern die gesamte Inselgruppe administrativ repräsentierte. Diese Funktion behielt Santa Cruz bis zur administrativen Neuordnung Spaniens im Jahr 1927 bei, als die Kanarischen Inseln in zwei Provinzen geteilt wurden.

Seit dieser Teilung fungiert Santa Cruz de Tenerife als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die die westlichen Kanarischen Inseln umfasst. Gleichzeitig besteht bis heute ein duales Hauptstadtsystem innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln, in dem sich Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria bestimmte Regierungsfunktionen teilen.

Verwaltungsgliederung

Teneriffa ist in 31 Gemeinden unterteilt.

Name Fläche (km²) Z 2001 Z 2011 Z 2021 S 2023
Adeje 105,95 20.255 42.886 48.822 50.523
Arafo 33,92 4.995 5.509 5.593 5.760
Arico 178,76 5.824 7.688 8.343 9.049
Arona 81,79 40.826 75.484 83.097 86.497
Buenavista del Norte 67,42 4.972 4.827 4.765 4.720
Candelaria 49,18 14.247 25.928 28.614 28.876
Fasnia 45,11 2.407 2.961 2.821 2.991
Garachico 29,28 5.307 5.035 4.921 4.975
Granadilla de Abona 162,40 21.135 41.209 52.401 55.505
La Guancha 23,77 5.193 5.422 5.528 5.562
Guía de Isora 143,40 14.982 19.734 21.871 22.478
Güímar 102,90 15.271 18.244 21.001 21.558
Icod de los Vinos 95,90 21.748 23.314 23.492 24.117
La Matanza de Acentejo 14,11 7.053 8.677 9.134 9.114
La Orotava 207,31 37.738 41.552 42.546 42.667
Puerto de la Cruz 8,73 26.441 31.349 30.326 31.396
Los Realejos 57,08 33.438 37.517 37.256 37.543
El Rosario 39,43 13.462 17.247 17.559 17.905
San Cristóbal de La Laguna 102,60 128.822 152.025 158.117 159.576
San Juan de la Rambla 20,67 4.782 5.042 4.892 4.939
San Miguel de Abona 42,04 8.398 16.465 22.057 23.007
Santa Cruz de Tenerife 150,56 188.477 204.476 208.103 208.906
Santa Úrsula 22,59 10.803 14.079 15.043 15.282
Santiago del Teide 52,21 9.303 10.689 11.101 12.072
El Sauzal 18,31 7.689 8.988 8.938 9.161
Los Silos 24,23 5.150 4.909 4.694 4.677
Tacoronte 30,09 20.295 23.623 24.365 24.701
El Tanque 23,65 2.966 2.814 2.862 2.810
Tegueste 26,41 9.417 10.908 11.346 11.375
La Victoria de Acentejo 18,36 7.920 8.947 9.172 9.223
Vilaflor de Chasna 56,26 1.718 1.785 1.790 1.850
Tenerife 2.034,42 701.034 879.303 930.570 948.815


           Verwaltungseinheiten:

           altkanarisch 4 Viertel mit 10 Herrschaftsbezirken

                       31 ayuntamientos (Gemeinden)

                                   307 barrios (Stadtteile), lugares (Dörfer) und caseríos (Weiler)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 2.034,38 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner                  Dichte (E/km²)

           1000                  25 000                        12,29

           1150                  30 000                        14,74

           1300                  40 000                        19,66

           1490                  45 000                        22,12

           1510                  15 000                          7,37

           1552                  13 600                          6,69

           1561                  17 600                          8,65

           1587                    4 070                          2,00

           1650                  11 000                          5,41

           1725                  15 529                          7,63

           1787                  63 451                        31,19

           1824                  72 131                        35,46

           1850                  90 000                        44,24

           1900                138 008                         67,84

           1910                180 307                         88,64

           1920                189 931                         93,37

           1930                218 877                       107,60

           1940                261 817                       128,71

           1950                317 727                       156,19

           1960                387 767                       190,62

           1965                457 335                       224,82

           1970                500 381                       245,98

           1975                589 887                       289,98

           1979                602 984                       296,42

           1981                557 191                       273,91

           1982                572 951                       281,66

           1983                581 643                       286,21

           1984                587 836                       288,98

           1985                590 495                       290,28

           1986                610 047                       299,89

           1987                614 807                       302,23

           1988                632 406                       310,89

           1989                647 647                       318,38

           1990                663 306                       326,08

           1991                623 823                       306,67

           1992                631 035                       310,21

           1993                646 361                      317,75

           1994                669 271                       329,01

           1995                680 190                       334,38

           1996                665 611                       327,21

           1997                671 000                       329,86

           1998                677 485                       333,05

           1999                692 366                       340,36

           2000                709 365                       348,72

           2001                744 076                       365,78

           2002                770 000                      378,49

           2003                795 000                      390,78

           2004                820 000                      403,07

           2005                838 677                       412,25

           2006                850 000                      417,82

           2007                865 000                      425,19

           2008                880 000                      432,56

           2009                895 000                      439,94

           2010                906 854                       445,76

           2011                908 555                       446,60

           2012                898 680                       441,75

           2013                897 582                      441,21

           2014                889 936                      437,45

           2015                888 184                      436,59

           2016                891 111                      438,03

           2017                894 636                      439,76

           2018                904 713                      444,71

           2019                917 841                      451,16

           2020                928 604                      456,46

           2021                927 993                      456,16

           2022                931 646                      457,95

           2023                948 815                      466,39

           2023                958 834                     469,46

           2024               955 063                     471,32

Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,677 % pro Jahr.

Bevölkerungsaufteilung 1991:

  • Bevölkerungszahl insgesamt    623 823
  • weiblich 317.023 (50,82 %)
  • männlich  306.800 (49,18 %)
  • unter 15jährig  138.177 (22,15 %)
  • 15 bis 64 Jahre alt  424.763 (68,09 %)
  • über 64jährig  60.883 (9,76 %)
  • städtisch  380.401 (60,98 %)
  • ländlich  243.422 (39,02 %)
  • Tinerfenier 504.970 (80,95 %)
  • Kanaren  87.178 (13,97 %)
  • Ausländer 31.675 (5,08 %)

Haushalte:

Gebäude 1990:

  • Gesamtzahl der Gebäude 142.766
  • davon Einfamilienhäuser  134 996
  • Personen pro Gebäude  4,646

Wohnungen 1990:

  • Gesamtzahl  260.204
  • Personen pro Wohnung  2,549

Familien 1991:

  • Gesamtzahl der Familien  175.689  
  • Personen pro Familie  3,551

Volksgruppen

Die heutige Bevölkerung Teneriffas ist ethnisch und kulturell vielfältig, wobei sich im Laufe der Jahrhunderte eine überwiegend spanisch geprägte Inselgesellschaft herausgebildet hat. Eine eigenständige, klar abgrenzbare indigene Volksgruppe im Sinne einer fortbestehenden „Guanchen“-Ethnie existiert heute nicht mehr.

Die Guanchen waren die ursprünglichen Bewohner Teneriffas und lebten bereits vor der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert auf der Insel, vermutlich seit spätestens dem ersten Jahrtausend v. Chr. Sie entwickelten eine eigenständige Kultur, die sich über mehrere Jahrhunderte hinweg in relativer Isolation formte. Ihre Gesellschaft war politisch in mehrere voneinander getrennte Herrschaftsgebiete gegliedert, die sogenannten Menceyatos, die jeweils von einem Mencey als Stammeshäuptling regiert wurden.

Mit der kastilischen Eroberung am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die politische und gesellschaftliche Struktur der Guanchen schrittweise aufgelöst. Ein großer Teil der indigenen Bevölkerung wurde in die neue koloniale Gesellschaft integriert, während kulturelle Elemente teilweise verloren gingen oder mit spanischen Einflüssen verschmolzen. Dadurch entstand langfristig eine neue, gemischte Bevölkerung.

Heute identifiziert sich die Bevölkerung Teneriffas überwiegend als Teil der spanischen Nation innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln. Historisch betrachtet besteht die Bevölkerung aus einer Mischung verschiedener Herkunftsgruppen, darunter Nachfahren der Guanchen, spanische Siedler aus verschiedenen Regionen der Iberischen Halbinsel, insbesondere Kastilien und Andalusien, sowie Einflüsse aus Portugal und Nordafrika. Zusätzlich kamen im Laufe der Neuzeit weitere Migrationsbewegungen hinzu, insbesondere aus Lateinamerika und anderen Teilen Europas.


Ausländer 2011:

Nacionalidad Anzahl
Venezuela 35.161
Großbritannien 23.829
Deutschland 18.551
Cuba 11.540
Italien 11.214
Argentinien 9.488
Kolumbien 7.279
Uruguay 5.529
Marokko 4.947
Frankreich 4.881
Belgien 3.349
Rumänien 3.005
China 2.987

Guanchen

Das Volk der Guanchen waren die Ureinwohner der Insel Teneriffa, ein berberisches Volk mit nordafrikanischen Wurzeln, das über Jahrhunderte hinweg eine einzigartige Kultur auf den Kanarischen Inseln entwickelte. Die Guanchen (auch Guanches oder Tinerfeños genannt) besiedelten Teneriffa wahrscheinlich ab dem 1. oder 2. Jahrhundert v. Chr., möglicherweise in mehreren Wellen aus dem nordwestafrikanischen Raum (heutiges Marokko und Algerien). Sie gehörten zur großen Familie der Berbervölker (Amazigh) und brachten eine Lebensweise mit, die perfekt an die vulkanische, gebirgige Insel angepasst war.

Die Guanchen lebten in einer stark gegliederten Stammesgesellschaft. Teneriffa war in mehrere Königreiche („Menceyatos“) unterteilt, die jeweils von einem Mencey (König) regiert wurden. Der bekannteste war der Mencey von Taoro im Norden. Sie wohnten in Höhlen (wie in Chinamada oder den berühmten Höhlen von Anaga), betrieben Viehzucht (vor allem Ziegen und Schafe), Ackerbau (Gerste, Weizen) und sammelten Früchte und Kräuter. Ihre Kleidung bestand aus Ziegenfellen, sie kannten einfache Werkzeuge aus Stein, Holz und Knochen und pflegten eine reiche mündliche Überlieferung mit Mythen über Götter wie Achaman (Himmelsgott) und die heilige Bergwelt des Teide.

Kulturell waren die Guanchen hoch entwickelt. Sie praktizierten Mumifizierung ihrer Toten, hatten ein eigenes Zahlensystem und eine reiche Folklore mit Tänzen, Gesängen und dem Silbo – einer pfeifenden Kommunikationsform, die in gefährlichem Gelände eingesetzt wurde. Ihre Sprache, das Guanche, war berberisch und bildete die Grundlage vieler heutiger Ortsnamen (Teide, Anaga, Teno, Güímar) und Lehnwörter im kanarischen Spanisch. Die Gesellschaft kannte strenge soziale Regeln, Gastfreundschaft und ein ausgeprägtes Ehrgefühl. Frauen genossen teilweise eine respektierte Stellung, und es gab spezielle Priesterinnen („Magos“ oder „Harimaguadas“).

Die Ankunft der Kastilier unter Alonso Fernández de Lugo 1494–1496 markierte das Ende der unabhängigen Guanchen-Gesellschaft. Nach erbitterten Kämpfen (die Schlacht von Acentejo ist bis heute legendär) wurde Teneriffa 1496 erobert. Viele Guanchen fielen im Kampf, wurden versklavt, starben an eingeschleppten Krankheiten oder mischten sich mit den spanischen Siedlern. Die reine guanchische Kultur und Sprache verschwand innerhalb weniger Generationen, doch das Volk selbst lebte genetisch und kulturell weiter.

Heutige Teneriffaner tragen in ihren Genen einen deutlichen guanchischen Anteil. Moderne DNA-Studien zeigen, dass viele Inselbewohner nordafrikanische Vorfahren haben. Kulturell lebt das Erbe der Guanchen in Festen (wie dem Romería), traditioneller Musik, Küche, Ortsnamen und dem Stolz auf die „insularidad“ fort. In Museen wie dem Museo de la Naturaleza y el Hombre in Santa Cruz oder in ethnographischen Stätten wird ihre Geschichte lebendig gehalten.

Sprachen

Die offizielle und mit Abstand wichtigste Sprache ist das Spanische. Auf Teneriffa wird dabei nicht das neutrale Standardspanisch gesprochen, sondern eine regionale Varietät, das sogenannte kanarische Spanisch. Diese Sprachform gehört zum andalusisch-atlantischen Dialektkontinuum und weist typische phonologische, grammatische und lexikalische Besonderheiten auf. Dazu gehören unter anderem die Abschwächung oder das Wegfallen von Endkonsonanten, insbesondere des „s“, eine weichere Aussprache sowie eine geringere Unterscheidung zwischen bestimmten Lauten als im kastilischen Standardspanisch. Auch im Wortschatz finden sich zahlreiche regionaltypische Begriffe, die teilweise aus dem Portugiesischen, dem lateinamerikanischen Spanisch oder aus älteren historischen Sprachschichten stammen.

Das kanarische Spanisch ist die Alltagssprache der gesamten Bevölkerung und wird in Verwaltung, Bildung, Medien und öffentlichem Leben verwendet. Es ist vollständig mit dem standardisierten Spanisch Spaniens kompatibel, weist jedoch eine starke regionale Identität auf und ist ein wichtiges kulturelles Merkmal der Insel.

Neben dem Spanischen spielen weitere Sprachen eine zunehmende Rolle, vor allem durch Tourismus und Migration. In touristischen Zentren wie Küstenorten und städtischen Gebieten werden häufig Englisch und Deutsch verwendet, da viele Besucher aus dem europäischen Ausland stammen. Auch andere europäische Sprachen wie Italienisch oder Französisch sind im touristischen und wirtschaftlichen Kontext präsent. Diese Sprachen haben jedoch keinen offiziellen Status, sondern dienen ausschließlich der Kommunikation im internationalen Umfeld.

Historisch gesehen wurde auf Teneriffa vor der spanischen Eroberung eine indigene Sprache gesprochen, die heute als Guanche language bezeichnet wird. Diese Sprache der Guanchen ist vollständig ausgestorben und nur fragmentarisch überliefert. Sie wurde nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert rasch vom Spanischen verdrängt, da die indigene Bevölkerung schrittweise in die koloniale Gesellschaft integriert wurde. Heute existieren lediglich einzelne überlieferte Wörter, Ortsnamen und mögliche sprachliche Spuren in der Toponymie der Insel.

Die Spanish language ist somit die einzige lebendige und institutionell verankerte Sprache auf Teneriffa. Sie bildet die Grundlage für Bildung, Verwaltung, Rechtssystem und Medienlandschaft. Alle offiziellen Dokumente, Schulunterricht und staatlichen Institutionen verwenden ausschließlich Spanisch.

Guanchisch

Die Sprache der Guanchen auf Teneriffa war die ursprüngliche Sprache der Ureinwohner der Insel, die Guanche (oder Tinerfeño-Guanche) genannt wird. Sie gehörte zum berberischen (amazighischen) Sprachzweig der afroasiatischen Sprachfamilie und stand damit in enger Verwandtschaft zu den Sprachen Nordafrikas, besonders den Berberdialekten der Kanarischen Inseln und des Atlas-Gebirges.

Vor der kastilischen Eroberung Ende des 15. Jahrhunderts war das Guanche auf Teneriffa die alleinige Sprache der einheimischen Bevölkerung. Die Guanchen lebten als Hirten und Ackerbauern in einer stark gegliederten Gesellschaft mit Menceys (Königen) an der Spitze. Ihre Sprache diente nicht nur der Alltagskommunikation, sondern auch der Überlieferung von Mythen, Gesetzen und dem Wissen über die vulkanische Inselwelt. Ortsnamen wie Achinech oder Chenerife (alte Bezeichnungen für Teneriffa), Teide, Anaga oder Teno stammen größtenteils aus dem Guanche und zeugen bis heute von dieser Epoche.

Das Guanche war keine einheitliche Sprache, sondern wies regionale Varianten auf den verschiedenen Inseln auf. Auf Teneriffa war sie besonders gut dokumentiert durch spanische Chronisten wie fray Alonso de Espinosa oder Leonardo Torriani, die nach der Eroberung Wörterlisten und Beschreibungen anlegten. Typische Merkmale waren ein reicher Konsonantismus mit vielen Kehl- und Zischlauten, ein einfaches Vokalsystem und eine agglutinierende Struktur, bei der Präfixe und Suffixe Bedeutungen veränderten. Viele Wörter begannen mit „T“ oder „Ch“, und es gab spezielle Begriffe für die Bergwelt, Tiere (z. B. baifo für Zicklein) und Alltagsgegenstände wie tenique (die drei Herdsteine).

Nach der Eroberung 1496 starb das Guanche als gesprochene Sprache relativ schnell aus. Die Überlebenden wurden hispanisiert, viele wurden versklavt oder flohen in unzugängliche Gebiete. Dennoch überlebten zahlreiche Wörter im heutigen kanarischen Spanisch Teneriffas: landwirtschaftliche und geographische Begriffe, Pflanzennamen und Ausdrücke des täglichen Lebens. Beispiele sind goro (Höhle oder Stall), chácara (ein Musikinstrument) oder sorullo (einfältig). Auch in der Toponymie (Ortsnamen) ist der guanchische Einfluss bis heute dominant.

Heute gibt es keine Muttersprachler des Guanche mehr. Es handelt sich um eine ausgestorbene Sprache, die jedoch durch linguistische Forschung, Wörterbücher und kulturelle Revitalisierungsbestrebungen rekonstruiert wird. Auf Teneriffa und anderen Inseln wird das kulturelle Erbe in Museen, Festen und der lokalen Identität gepflegt. Moderne Initiativen versuchen, guanchische Wörter und Elemente in die kanarische Identität einzubinden, ohne jedoch die Sprache als lebendiges Idiom wiederzubeleben.

Tinferfenisch

Der Dialekt der Insel Teneriffa, auch Tinerfeño oder Español tinerfeño genannt, ist eine lebendige Variante des kanarischen Spanisch (español canario). Er wird von den etwa 900.000 Einwohnern Teneriffas gesprochen und bildet zusammen mit den anderen Inselvarianten eine eigene atlantische Sprachgruppe, die dem Spanisch der Karibik sehr nahesteht. Diese Nähe entstand historisch, weil viele Kanarier im 15. bis 17. Jahrhundert nach Amerika auswanderten und dort die Grundlagen für das lateinamerikanische Spanisch mitprägten.

Nach der kastilischen Eroberung Teneriffas Ende des 15. Jahrhunderts setzte sich das Spanische durch. Die alte Sprache der Guanchen verschwand weitgehend, hinterließ jedoch Spuren im Wortschatz, vor allem bei Bezeichnungen für Geländeformen, Pflanzen und traditionelle Gegenstände. Starke Einflüsse kamen zudem aus dem Portugiesischen durch Siedler von Madeira und den Azoren sowie aus dem Andalusischen. Heute unterscheidet sich das Tinerfeño je nach Region: Im Norden um La Laguna oder La Orotava und in abgelegenen Tälern wie Anaga, Teno oder Güímar sind traditionelle Merkmale stärker erhalten, während im touristischen Süden mehr Standardspanisch einfließt.

Phonetisch zeichnet sich der Dialekt durch einen weichen, melodischen Klang aus. Typisch ist der Seseo, bei dem c (vor e/i) und z wie s ausgesprochen werden. Das /s/ am Silben- oder Wortende wird häufig aspiriert (zu einem leichten Hauch) oder ganz ausgelassen, was dem Sprechrhythmus eine fließende, karibisch anmutende Qualität verleiht. Die Intonation ist variabel und musikalisch, mit einer eher aufsteigenden oder sanften Kadenz. Grammatikalisch fällt auf, dass statt vosotros (ihr) fast immer ustedes verwendet wird, ähnlich wie in Lateinamerika. Das einfache Präteritum wird bevorzugt, und Diminutive sind sehr beliebt, oft in verkürzter Form.

Der Wortschatz bereichert das Spanische mit lokalen Ausdrücken: Guanchismen wie baifo (Zicklein) oder tenique/chénique (die drei Herdsteine), portugiesische Lehnwörter wie rego (Furche) und typisch kanarische Begriffe wie guagua für Bus oder tenderete für ein Fest mit Essen und Folklore. Viele Wörter beziehen sich auf das Inselleben, die Landwirtschaft, das Meer oder die vulkanische Landschaft.

Sprachliche Besonderheiten des Dialekts sind:

  • Seseo: Es gibt keinen Unterschied in der Aussprache zwischen „c“, „z“ und „s“ – alle werden wie ein „s“ ausgesprochen.
  • Yeísmo: Die Laute „ll“ und „y“ werden gleich ausgesprochen, meist wie ein „y“.
  • Schwächung oder Aspiration des „s“: Am Wortende oder vor Konsonanten wird das „s“ oft abgeschwächt oder wie ein „h“ ausgesprochen.
  • Vokabular: Es gibt viele Wörter, die nur auf den Kanaren verwendet werden, darunter Lehnwörter aus dem Guanchischen (z.B. „baifo“ für Zicklein) und dem Portugiesischen (z.B. „gavete“ für Schublade).
  • Betonung und Melodie: Der Akzent ist weicher und melodischer als auf dem spanischen Festland und ähnelt eher dem lateinamerikanischen Spanisch, insbesondere dem aus Kuba oder Venezuela.
  • Ustedes statt vosotros: Für die Anrede der zweiten Person Plural wird „ustedes“ verwendet, nicht „vosotros“.

Religion

Seit der kastilischen Eroberung Teneriffas im Jahr 1496 prägt die römisch-katholische Kirche das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Insel. Zahlreiche Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte entstanden in den folgenden Jahrhunderten und bilden bis heute einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes. Bedeutende religiöse Feste wie die Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau von Candelaria, der Schutzpatronin der Kanarischen Inseln, sowie die Osterprozessionen und zahlreiche Patronatsfeste der Gemeinden gehören zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres. Viele Traditionen, Bräuche und Feiertage haben ihren Ursprung im katholischen Glauben.

Wie im übrigen Spanien ist jedoch auch auf Teneriffa der Anteil praktizierender Katholiken in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Nach aktuellen Erhebungen bezeichnen sich in Spanien noch rund 58 % der Bevölkerung als katholisch, während der Anteil konfessionsloser Menschen auf etwa 38 % gestiegen ist. Dieser gesellschaftliche Wandel zeigt sich auch auf Teneriffa, insbesondere in den größeren Städten und unter jüngeren Generationen.

Durch Einwanderung, internationale Arbeitsmigration und den ganzjährigen Tourismus hat sich die religiöse Vielfalt der Insel deutlich erweitert. Der Islam stellt heute die größte nichtchristliche Religionsgemeinschaft dar. Muslimische Gemeinden bestehen insbesondere in den größeren Städten sowie in Regionen mit einem höheren Anteil nordafrikanischer und anderer internationaler Einwanderer. Mehrere Moscheen und islamische Kulturzentren dienen als religiöse und soziale Treffpunkte.

Der Hinduismus besitzt auf Teneriffa ebenfalls eine sichtbare Präsenz. Vor allem durch die aus Indien stammende Händlergemeinschaft entstanden hinduistische Gemeinden, die eigene Tempel unterhalten und traditionelle religiöse Feste feiern. Die indischstämmige Bevölkerung trägt seit Jahrzehnten zum Wirtschafts- und Kulturleben der Insel bei.

Auch verschiedene evangelische Kirchen sind vertreten. Hierzu gehören unter anderem lutherische, anglikanische, baptistische, pfingstkirchliche und freikirchliche Gemeinden. Viele dieser Gemeinden entstanden zunächst für ausländische Einwohner und Touristen, stehen heute jedoch allen Interessierten offen.

Der Buddhismus ist durch verschiedene Zentren und Meditationsgemeinschaften vertreten. Neben tibetisch-buddhistischen Gruppen existieren auch Zen- und andere buddhistische Richtungen. Sie richten sich sowohl an Einheimische als auch an internationale Bewohner und Besucher der Insel.

Das Judentum besitzt auf Teneriffa eine kleine, aber historisch verwurzelte Gemeinde. Bereits seit der frühen Neuzeit lebten vereinzelt Juden auf der Insel; heute besteht eine organisierte jüdische Gemeinschaft, die vor allem im Raum Santa Cruz de Tenerife angesiedelt ist.

Darüber hinaus existieren zahlreiche kleinere Religionsgemeinschaften. Dazu zählen die Bahá'í-Religion, chinesische Religionen, Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), verschiedene afrikanische und afroamerikanische Religionsformen sowie weitere christliche Freikirchen.

Eine besondere Stellung nimmt die sogenannte Kirche des Volkes der Guanchen ein. Dabei handelt es sich um eine kleine neuheidnische Bewegung, die versucht, religiöse Elemente der vorspanischen Kultur der Guanchen symbolisch wiederzubeleben. Diese Gemeinschaft versteht sich nicht als direkte Fortsetzung der ursprünglichen Religion der Ureinwohner, sondern als moderne Rekonstruktion und kulturelle Wiederbelebung altkanarischer Glaubensvorstellungen. Ihre Anhängerschaft ist sehr klein, sie trägt jedoch zur religiösen Vielfalt Teneriffas bei.

Neben den organisierten Religionsgemeinschaften gewinnen auch alternative spirituelle Richtungen zunehmend an Bedeutung. Esoterik, Yoga, Meditation, schamanische Praktiken sowie naturspirituelle und ganzheitliche Lebenskonzepte erfreuen sich insbesondere in touristischen Regionen wachsender Beliebtheit und ergänzen die religiöse Landschaft um weitere Ausdrucksformen individueller Spiritualität.

Traditionelle Religion

Neben den etablierten Weltreligionen und der wachsenden Zahl konfessionsfreier Menschen existieren auf Teneriffa auch kleinere Strömungen im Bereich traditioneller Religionen, Rekonstruktionismus und Neuheidentum. Diese Gruppen sind zahlenmäßig sehr klein und organisatorisch meist lose strukturiert, stellen jedoch einen interessanten Teil der modernen spirituellen Vielfalt der Insel dar.

Historisch betrachtet ist die vorchristliche Religion der Guanchen vollständig verschwunden. Sie war polytheistisch und stark natur- sowie astralbezogen, mit Gottheiten wie dem Himmelsgott und Sonnenverehrung sowie einem ausgeprägten Kult um Naturorte wie Berge und Höhlen. Diese ursprüngliche Religion wurde nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert durch das Christentum ersetzt und ist nur noch durch archäologische Funde und historische Berichte rekonstruierbar.

Das heutige Neuheidentum auf Teneriffa steht in keinem direkten kontinuierlichen Zusammenhang mit dieser alten guanchischen Religion, sondern ist eine moderne Wiederaneignung oder Neudeutung vorspanischer kultureller Elemente. Dabei werden historische Motive, archäologische Stätten und symbolische Elemente der Inselgeschichte teilweise spirituell interpretiert und in neue Glaubens- oder Weltanschauungssysteme integriert.

Ein Teil dieser Strömungen bezieht sich symbolisch auf die Guanchen und versucht, Elemente ihrer Kultur in ritueller oder spiritueller Form zu rekonstruieren. Diese Bewegungen sind jedoch wissenschaftlich nicht als direkte Fortsetzung der ursprünglichen Religion zu verstehen, sondern als moderne Konstruktionen, die aus kulturellem Interesse, Identitätssuche oder spiritueller Orientierung entstehen.

Typische Formen des Neuheidentums auf Teneriffa umfassen naturspirituelle Rituale, Jahreskreisfeste, Meditation in der Natur sowie symbolische Bezugnahmen auf Elemente wie Berge, Vulkanlandschaften oder den Atlantik. Diese Praktiken überschneiden sich teilweise mit esoterischen und alternativen spirituellen Bewegungen, bleiben jedoch meist individuell oder in kleinen Gruppen organisiert.

Die gesellschaftliche Bedeutung dieser Bewegungen ist insgesamt gering, da die Mehrheit der Bevölkerung Teneriffas entweder säkular oder christlich geprägt ist. Neuheidentum wird daher eher als kulturelles Randphänomen wahrgenommen, das vor allem im Kontext von Tourismus, alternativer Spiritualität und individueller Sinnsuche sichtbar wird.

Römisch-Katholische Kirche

Das Bistum San Cristóbal de La Laguna, auch Bistum Tenerife oder Bistum Nivariense genannt, (Dioecesis Sancti Christophori de Laguna oder Dioecesis Nivariensis) ist eine in Spanien gelegene römisch-katholische Diözese mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Es umfasst die westlichen Inseln des kanarischen Archipels. Schutzpatronin des Bistums ist Nuestra Señora de los Remedios. Die kleinen Schutzheiligen sind: Hl. Ferdinand von Kastilien und Hl. Elisabeth von Portugal.

Das Bistum wurde am 1. Februar 1819 von Papst Pius VII. durch Teilung des Bistums Kanarische Inseln errichtet und dem Erzbistum Sevilla als Suffraganbistum unterstellt. Das unter dem alten Namen weiter bestehende Bistum Kanarische Inseln erstreckt sich auf die östlichen Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Das neue Bistum San Cristóbal de La Laguna besteht hingegen aus den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Die Teilung des Gebietes der Kanarischen Inseln in zwei Diözesen wurde zum 21. Dezember 1819 gültig. Die treibende Kraft bei der Gründung des Bistums war ein katholischer Bischof und Beichtvater König Ferdinands VII. von Spanien, Cristóbal Bencomo y Rodríguez.

Aufgrund der politischen Wirren in Madrid konnte der erste Bischof von San Cristóbal de La Laguna, Luis Folgueras y Sion, sein Amt erst am 12. Juli 1825 antreten. Die Diözese wurde in der Zwischenzeit durch verschiedene Kapitularvikare geleitet. Nachdem Bischof Folgueras y Sion im Jahr 1848 zum Erzbischof von Granada ernannt worden war, blieb der Bischofsstuhl vakant. Das Konkordat von 1851 sah vor, dass für die Diözese der westlichen Kanarischen Inseln ein Weihbischof ernannt werden sollte, was jedoch nie geschah. Im August 1859 wurde der Bischof der (östlichen) Kanarischen Inseln mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria als Apostolischer Administrator bestellt. Es folgten weitere Administratoren. Als sich mit dem Regierungsbeginn des Königs Alfons XII. die Beziehungen zwischen Spanien und dem Heiligen Stuhl besserten, wurde eine Neubesetzung des Bischofsstuhls geplant. Am 18. März 1877 ernannte Pius IX. den Benediktinermönch Ildefonso Infante y Macias zum zweiten Bischof von San Cristóbal de la Laguna Der letzte Bischof, Bernardo Álvarez Afonso, wurde am 29. Juni 2005 von Benedikt XVI. in das Amt berufen. Seinen Rücktritt hat der Papst Franziskus am 16. September 2024 angenommen.


Bischöfe von San Cristobal de La Laguna

  • Pedro Jose Bencomo Rodríguez (1819 bis 1822), Kapitularvikar
  • José Hilario Martinón (1822 bis 1824), Kapitularvikar
  • Pedro José Bencomo Rodríguez (1824 bis 1825), Kapitularvikar
  • Luis Folgueras y Sión (1825 bis 1848), auch Erzbischof von Granada
  • Domingo Morales Guedes (1848 bis 1853), Kapitularvikar
  • Andrés Gutiérrez Dávila (1853 bis 1859), Kapitularvikar
  • Joaquín Lluch y Garriga (1859 bis 1868), Apostolischer Administrator, auch Bischof von Salamanca
  • Vicente Santamaría y López (1868 bis 1869), Kapitularvikar und Apostolischer Administrator
  • José María Urquinaona y Bidot (1869 bis 1877), Apostolischer Administrator
  • Ildefonso Infante y Macias, OSB (1877 bis 1882)
  • Silverio Alonso del Castillo (1882), Kapitularvikar
  • Jacinto María Cervera y Cervera (1882 bis 1885)
  • Silverio Alonso del Castillo (1885 bis 1888), Kapitularvikar
  • Ramón Torrijos y Gómez (1888 bis 1894)
  • Nicolás Rey Redondo (1894 bis 1917)
  • Santiago Beyro Martín (1917 bis 1918), Kapitularvikar
  • Gabriel Llompart y Jaume (1918 bis 1922)
  • Santiago Beyro Martín (1922 bis 1925), Kapitularvikar
  • Albino González y Menéndez-Reigada (1925 bis 1947)
  • Domingo Pérez Cáceres (1946 bis 1947)
  • Ricardo Pereira Díaz (1961 bis 1962), Kapitularvikar
  • Fray Luis Franco Cascón, C. Ss.R. (1962 bis 1983)
  • Damián Iguacén Borau (1984 bis 1991)
  • Felipe Fernández García (1991 bis 2004)
  • Bernardo Álvarez Afonso (2005 bis 2024)
  • Antonio Manuel Pérez (2024 bis 2025), Diözesanadministrator
  • Eloy Alberto Santiago Santiago (seit 2025)

Judentum

Jüdisches Leben auf den Kanarischen Inseln l#sst sich bis in die Zeit nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Viele Juden auf der Iberischen Halbinsel waren nach der Vertreibung und Zwangskonversion durch die spanische Krone gezwungen, ihre Religion im Verborgenen auszuüben oder auszuwandern. Teile dieser sefardischen Diaspora gelangten im Laufe der frühen Neuzeit auch auf die Kanarischen Inseln, darunter Teneriffa, wo sie sich teilweise in Handel und städtischem Leben integrierten.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte blieb die jüdische Präsenz auf Teneriffa klein und stark schwankend, abhängig von wirtschaftlichen Bedingungen und politischen Entwicklungen. Erst in der Neuzeit, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert, kam es erneut zu einer sichtbaren jüdischen Gemeinde, vor allem durch Migration aus Europa, Nordafrika und später auch aus anderen Teilen der Welt.

Heute konzentriert sich das jüdische Leben auf Teneriffa vor allem auf städtische Zentren, insbesondere auf Santa Cruz de Tenerife sowie touristisch geprägte Gebiete. Die Gemeinde ist klein, aber organisiert und umfasst sowohl dauerhaft ansässige Familien als auch zeitweise auf der Insel lebende Personen, etwa im Zusammenhang mit Tourismus oder beruflicher Migration.

Religiöses Leben findet in Form kleiner Gemeinden, privater Treffen und gelegentlicher Gottesdienste statt. Aufgrund der begrenzten Größe gibt es keine große Anzahl an Synagogen oder religiösen Einrichtungen, jedoch bestehen Kontakte zu jüdischen Organisationen auf dem spanischen Festland.

Die heutige jüdische Bevölkerung auf Teneriffa ist ethnisch und kulturell vielfältig und besteht überwiegend aus Menschen mit europäischem, nordafrikanischem oder lateinamerikanischem Hintergrund. Sie ist vollständig in die multikulturelle Gesellschaft der Insel eingebettet und nimmt am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil.

Esoterik

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt:


Municipio 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1992
Adeje 1.705 2.263 2.444 2.951 4.634 3.907 5.259 6.688 11.932 11.047
Arafo 1.604 1.837 1.790 2.711 2.830 3.184 3.176 3.684 3.609 4.232
Arico 3.724 3.496 3.576 4.083 4.433 5.391 5.336 4.189 4.228 4.697
Arona 1.971 2.311 2.523 3.482 3.611 4.690 6.469 10.942 17.739 23.434
Buenavista del Norte 2.113 2.245 2.341 3.327 3.504 3.640 4.464 4.764 4.538 5.582
Candelaria 2.345 2.857 2.596 3.379 3.889 4.405 4.795 5.831 7.307 10.915
Fasnia 1.796 2.713 2.929 2.671 3.274 3.404 3.197 2.530 2.230 2.224
Garachico 2.929 3.464 3.608 4.098 4.780 4.617 4.869 4.487 4.677 5.983
Granadilla de Abona 3.376 3.513 3.493 4.174 5.810 6.053 8.552 10.118 13.873 17.019
La Guancha 1.699 1.949 2.051 2.375 2.808 3.462 3.630 4.249 4.878 5.230
Guía de Isora 3.323 4.329 4.620 4.794 4.903 4.618 7.858 9.678 10.020 12.020
Güímar 5.120 5.897 6.305 8.815 10.374 10.898 10.972 12.131 13.485 14.587
Icod de los Vinos 6.706 7.517 9.028 11.027 13.263 13.477 15.042 15.042 18.612 21.553
La Laguna 13.074 16.322 16.871 24.228 33.042 41.731 57.344 79.963 112.635 112.917
La Matanza de Acentejo 2.030 2.336 2.199 2.591 2.979 3.451 3.686 4.318 5.323 5.997
La Orotava 9.182 11.242 12.208 14.436 17.682 20.218 22.371 26.840 31.394 35.303
Puerto de la Cruz 5.562 6.553 7.036 8.818 10.695 12.109 15.248 45.970 39.241 25.769
Los Realejos 7.035 8.497 9.601 12.601 13.917 15.541 17.777 21.741 25.721 30.022
El Rosario 2.767 3.588 3.509 4.421 5.602 6.159 8.118 15.783 5.570 8.428
San Juan de la Rambla 2.024 2.277 2.317 2.757 3.064 3.786 4.271 4.765 4.464 4.525
San Miguel 1.785 1.943 2.023 2.047 2.241 2.383 3.117 4.939 3.834 5.325
Santa Cruz de Tenerife 38.419 63.004 52.432 62.087 72.358 103.446 133.100 151.361 190.784 200.172
Santa Ursula 2.113 2.372 2.433 3.217 3.794 4.448 4.814 6.223 7.821 8.766
Santiago del Teide 1.432 1.514 1.753 1.734 1.895 1.841 2.253 3.414 3.969 6.057
El Sauzal 1.478 1.645 1.765 2.284 2.828 3.220 3.677 4.795 5.034 6.349
Los Silos 1.452 1.736 2.003 3.475 4.172 4.404 4.773 4.994 5.148 5.377
Tacoronte 4.204 5.071 5.258 6.402 7.911 9.930 10.282 12.025 15.640 17.299
El Tanque 1.189 1.422 1.618 1.804 1.804 2.263 2.240 2.199 2.273 3.074
Tegueste 1.859 2.237 2.368 3.048 3.048 3.870 4.217 5.312 6.504 8.135
La Victoria de Acentejo 2.787 3.010 2.930 3.490 3.490 5.247 5.169 6.132 7.030 7.443
Vilaflor 1.191 1.147 1.360 1.550 1.672 1.934 1.691 1.429 1.450 1.554

Die Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife liegt an der nordöstlichen Küste der Insel. Mit rund 211.000 Einwohnern (Stand: 2024) ist sie eine der größten Städte des Archipels und bildet gemeinsam mit den Nachbarstädten La Laguna, Tegueste und El Rosario einen bedeutenden Ballungsraum. Die Stadt hat sich von einem kleinen Fischerdorf, das 1494 gegründet wurde, zu einer modernen Hafen- und Wirtschaftsmetropole entwickelt. Ihr Hafen zählt zu den wichtigsten des Atlantiks und empfängt regelmäßig große Kreuzfahrtschiffe, was die internationale Bedeutung Santa Cruz’ unterstreicht.

Das Stadtbild ist geprägt von einem Mix aus historischer Architektur und modernen Bauwerken. Im Zentrum befindet sich der historische Stadtkern, der von der Calle de La Noria, der Plaza de España und der Plaza de Candelaria eingerahmt wird. Hier finden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Kirche La Concepción, die Kirche San Francisco, der Markt Nuestra Señora de África und der García Sanabria-Park. Ein besonderes Wahrzeichen der Stadt ist das Auditorio de Tenerife, eine spektakuläre Konzert- und Kongresshalle, die vom Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde und mit ihrer markanten Dachkonstruktion das moderne Gesicht der Stadt symbolisiert.

Historisch war Santa Cruz lange Zeit nur der Hafen der eigentlichen Hauptstadt La Laguna, bis ein Vulkanausbruch im Jahr 1706 den Hafen von Garachico zerstörte und Santa Cruz zur wichtigsten Hafenstadt der Insel aufstieg. Ein weiteres Schlüsselereignis war die erfolgreiche Abwehr des Angriffs durch den britischen Admiral Horatio Nelson im Jahr 1797, der dem Ort hohes Ansehen verschaffte und dessen Verteidigungsleistung bis heute gefeiert wird.

San Cristóbal de La Laguna, meist einfach La Laguna genannt, ist eine der bedeutendsten Städte auf Teneriffa und liegt im Norden der Insel, nur wenige Kilometer westlich von Santa Cruz de Tenerife. Die Stadt wurde 1496 gegründet und war bis 1822 die erste Hauptstadt Teneriffas sowie das geistige, politische und religiöse Zentrum der Insel. Mit rund 160.000 Einwohnern ist La Laguna heute die zweitgrößte Stadt Teneriffas und bildet gemeinsam mit Santa Cruz einen großen Ballungsraum.

La Laguna ist berühmt für ihren historischen Stadtkern, der mit seinen schachbrettartig angelegten Straßen, den farbenfrohen Fassaden und zahlreichen prächtigen Herrenhäusern und Palästen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert beeindruckt. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gilt als eines der schönsten Beispiele für eine kolonial geprägte Stadtlandschaft in Spanien. Besonders sehenswert sind unter anderem die Kathedrale, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Museen und historische Plätze.

Die Stadt liegt auf etwa 550 Metern über dem Meeresspiegel, was ihr ein für Teneriffa ungewöhnlich mildes und feuchtes Klima beschert – geprägt vom Nordostpassatwind, der für kühle Temperaturen und häufige Regenschauer sorgt. Diese Höhenlage machte La Laguna einst auch vor Piratenüberfällen sicher und begünstigte die Landwirtschaft in der fruchtbaren Senke von Aguere7. Bis heute gilt La Laguna als kulturelles und religiöses Zentrum der Kanaren, nicht zuletzt durch die renommierte Universität und den Bischofssitz.

Güímar befindet sich im Nordosten Teneriffas mit etwa 21.700 Einwohnern (Stand 2024) und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 289 Metern über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das Valle de Güímar, eine fruchtbare Ebene, die durch vulkanische Aktivitäten und das Abrutschen von Material ins Meer entstanden ist. Die Gemeinde grenzt an Santa Cruz de Tenerife im Osten, Arafo im Norden, Fasnia im Süden und La Orotava im Westen und ist sowohl über die Südautobahn TF-1 als auch über die alte Küstenstraße mit Santa Cruz verbunden.

Der historische Ortskern von Güímar besticht durch sehenswerte Gebäude wie die Kapelle San Pedro de Arriba, das Rathaus (ehemaliges Dominikanerkloster mit schönem Kreuzgang) und die Kirche San Pedro Apóstol, die unter Denkmalschutz steht. Die Architektur spiegelt die koloniale Vergangenheit wider, und zahlreiche Bürgerhäuser sowie Kirchen aus dem 17. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Besonders hervorzuheben ist die Marienfigur Virgen de las Aguas in der Kapelle San Pedro de Arriba sowie die barocke Kirche San Pedro Apóstol mit ihrem kunstvoll verzierten Portal und dem ziselierten Hochaltar.

Neben dem historischen Zentrum ist Güímar vor allem für die weltbekannten Pyramiden von Güímar bekannt, sechs rechteckige Terrassenbauten aus Lavastein, deren genaue Herkunft und Funktion noch immer Rätsel aufgeben. Die Pyramiden sind heute Teil eines archäologischen Parks mit Museum, das die verschiedenen Theorien zur Entstehung präsentiert. In der Umgebung locken das Naturschutzgebiet Malpaís de Güímar mit beeindruckenden Lavalandschaften und die landschaftlich reizvolle Schlucht Barranco de Badajoz Besucher an.

Puerto de la Cruz ist das wichtigste touristische Zentrum an der Nordküste Teneriffas und liegt im fruchtbaren Orotava-Tal, südwestlich der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Mit rund 30.500 Einwohnern ist sie zwar die achtgrößte Gemeinde der Insel, aber mit nur etwa 8,7 Quadratkilometern Fläche zugleich die am dichtesten besiedelte und kleinste Gemeinde Teneriffas. Das Klima ist ganzjährig mild und feucht, geprägt vom Nordostpassat, was für eine üppige Vegetation und eine abwechslungsreiche Landschaft aus Bananenplantagen, Weinbergen und subtropischen Gärten sorgt.

Das Stadtbild von Puerto de la Cruz verbindet Tradition und Moderne: Die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, dem zentralen Plaza del Charco und den schattigen Plätzen lädt zum Flanieren ein und bewahrt den Charme des ehemaligen Fischerdorfes. Zu den Highlights zählen die Kirche La Peña de Francia, die alte Hafenmole, das Fischerviertel sowie die berühmten Meerwasserschwimmbecken Lago Martiánez, die von César Manrique entworfen wurden. Im Stadtteil Punta Brava befindet sich der bekannte Loro Parque, einer der meistbesuchten Tierparks Europas.

Neben dem Strandleben und den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen wie dem Internationalen Straßenkunstfestival MUECA, der Semana Bávara oder dem Karneval bietet Puerto de la Cruz auch vielfältige Möglichkeiten für Aktivurlauber – von Wanderungen entlang der Küste oder zum Teide bis hin zu Wassersportarten wie Tauchen und Stand-Up-Paddling. Die Stadt bleibt dabei authentisch und lebendig, mit einem pulsierenden Nachtleben und einer großen Auswahl an Restaurants, Bars und Cafés.

Los Realejos ist eine charmante Stadt etwa 12 Kilometer nördlich von Puerto de la Cruz gelegen, mit rund 37.000 Einwohnern. Sie breitet sich über das untere Orotava-Tal aus und ist bekannt für ihre fruchtbaren Landschaften, die von Bananenplantagen, Weinreben und subtropischen Gärten geprägt werden. Los Realejos besteht aus mehreren Ortsteilen, darunter Realejo Alto und Realejo Bajo, die sich entlang der alten Königsstraße „Camino Real“ erstrecken und von einer langen Geschichte als bedeutende Siedlungszentren zeugen.

Historisch gesehen war Los Realejos Schauplatz eines wichtigen Kapitels der kanarischen Geschichte: Im Jahr 1496 fand hier die Unterwerfung der letzten Guanchen unter die spanischen Eroberer statt, was das Ende des Widerstands der Ureinwohner markierte. In der Altstadt finden sich zahlreiche historische Gebäude, darunter die Kirche Santiago Apóstol, eine der ältesten Kirchen Teneriffas, sowie das Kloster Santa Lucía und viele traditionelle kanarische Häuser mit Holzbalkonen. Die malerischen Gassen und Plätze laden zum Entdecken ein und bieten einen Einblick in die koloniale Vergangenheit der Gemeinde.

Heute ist Los Realejos ein beliebtes Ziel für Besucher, die die Natur, die Geschichte und das authentische kanarische Leben schätzen. Die Gemeinde bietet zahlreiche Wanderwege, etwa durch das Naturschutzgebiet Rambla de Castro oder entlang der beeindruckenden Steilküste. Auch kulturell ist Los Realejos aktiv: Besonders hervorzuheben sind die traditionellen Feste wie die Fronleichnamsprozessionen und das Fest zu Ehren des Schutzpatrons Santiago Apóstol, die jedes Jahr zahlreiche Gäste anziehen.

La Orotava ist eine malerische Stadt im Norden Teneriffas mit rund 42.500 Einwohnern und liegt etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das fruchtbare Orotava-Tal, das schon vor der spanischen Eroberung von den Guanchen besiedelt war und nach 1496 zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Insel wurde. Die Stadt ist bekannt für ihren historischen Stadtkern, der zahlreiche gut erhaltene Herrenhäuser, Paläste und Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufweist und als Ensemble unter Denkmalschutz steht.

Das Herz der Altstadt bildet die Plaza de la Constitución, ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucher, umgeben von bedeutenden Bauwerken wie der Kirche San Augustín und dem Rathaus. Besonders sehenswert sind die barocke Kirche Nuestra Señora de la Concepción mit ihrem markanten Zwiebelturm, das Casa de los Balcones – ein typisches Beispiel für kanarische Architektur mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen – sowie die Jardines del Marquesado de la Quinta Roja, eine beeindruckende Gartenanlage mit Terrassen und Springbrunnen. Die Altstadt lädt zum Flanieren ein, denn an jeder Ecke finden sich historische Details und ein besonderes Flair.

Heute ist La Orotava ein beliebtes Ziel für Touristen, die sowohl die reiche Geschichte als auch die landschaftliche Schönheit des Tals schätzen. Neben dem Tourismus spielen der Bananenanbau und der Weinbau (Valle de la Orotava) eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft. Die Stadt verbindet Tradition und Moderne und bietet ihren Besuchern ein authentisches kanarisches Erlebnis mit kulturellem Charme und landschaftlicher Vielfalt.

Icod de los Vinos ist eine historische Stadt im Nordwesten Teneriffas mit rund 24.300 Einwohnern und liegt eingebettet in ein fruchtbares, schmales Tal direkt oberhalb der Nordküste, etwa 15 Kilometer von Puerto de la Cruz entfernt. Die Stadt ist von terrassierten Weinbergen und üppigen Pinienwäldern umgeben, was ihr ein mildes Klima und eine grüne, landschaftlich reizvolle Umgebung verleiht. Der Name „de los Vinos“ verweist auf die lange Tradition des Weinbaus, der seit dem 16. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der lokalen Wirtschaft spielt.

Der historische Stadtkern von Icod de los Vinos ist besonders gut erhalten und lädt mit seinen verwinkelten Gassen, schattigen Plätzen und zahlreichen kanarischen Herrenhäusern mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen zum Flanieren ein. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche San Marcos aus dem 16. Jahrhundert, die Plaza de la Pila als lebendiger Treffpunkt der Einheimischen sowie das Kloster San Francisco. Die Stadt ist außerdem bekannt für ihre zahlreichen Souvenir- und Likörgeschäfte, in denen lokale Spezialitäten wie Honigrum, Mojo und Käse angeboten werden.

Die größte Attraktion ist jedoch der berühmte „Drago Milenario“, ein beeindruckender Drachenbaum, dessen Alter auf über 800 Jahre geschätzt wird und der als Nationaldenkmal gilt. Rund um den Baum erstreckt sich ein schöner Park, der zum Spazierengehen und Entspannen einlädt. Für Naturliebhaber bietet zudem die nahegelegene Cueva del Viento, eine der längsten Lavahöhlen der Welt, ein spannendes Ausflugsziel.

Verkehr

Die Insel ist international vernetzt und verfügt über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz.

Straßenverkehr

Das Straßen- und Bussystem Teneriffas ist gut ausgebaut und stellt die wichtigste Grundlage für Mobilität innerhalb der Insel dar. Aufgrund der geografischen Struktur mit Gebirgen, Tälern und Küstenregionen ist das Verkehrsnetz stark auf einige Hauptachsen konzentriert, die die wichtigsten Städte, touristischen Zentren und Flughäfen miteinander verbinden.

Die zentrale Verkehrsachse im Norden ist die Autopista TF-5. Sie verbindet Santa Cruz de Tenerife mit dem nördlichen Ballungsraum, insbesondere Richtung La Laguna und Puerto de la Cruz. Die Autobahn endet im Bereich von Los Realejos und geht anschließend in das regionale Straßennetz über, das weiter in Richtung Icod de los Vinos führt. Diese Achse ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken der Insel und stark frequentiert.

Im Süden verläuft die Autopista TF-1. Sie verbindet die Hauptstadt mit den touristisch stark entwickelten Regionen im Süden, darunter Los Cristianos, Playa de las Américas und Costa Adeje. Die TF-1 endet im Bereich von Adeje und bildet die zentrale Lebensader des südlichen Tourismusgebiets. Der Bau dieser Autobahn sowie die Entwicklung des Teneriffa Süd Flughafen haben die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region entscheidend beschleunigt.

Eine besondere verkehrstechnische Lösung stellt auf der Nordautobahn ein separater Busfahrstreifen dar, der den öffentlichen Verkehr beschleunigt. Dieser führt teilweise zwischen Fahrbahntrennung und Leitplanke hindurch und ermöglicht eine direkte und schnelle Anbindung an den zentralen Verkehrsknotenpunkt in Santa Cruz de Tenerife, insbesondere zum großen Busbahnhof (Intercambiador de Transportes). Dadurch wird der öffentliche Verkehr gegenüber dem Individualverkehr deutlich bevorzugt.

Der öffentliche Busverkehr wird auf der gesamten Insel von der Gesellschaft TITSA betrieben. Die Busse werden im Alltag als „guagua“ bezeichnet und bilden das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Das Streckennetz ist sehr dicht und verbindet nahezu alle Ortschaften der Insel miteinander. Besonders wichtig sind die Hauptlinien zwischen Nord und Süd, die sowohl die touristischen Zentren als auch die Wohngebiete effizient anbinden.

Zwischen den beiden internationalen Flughäfen der Insel bestehen regelmäßige Busverbindungen. Der Teneriffa Nord Flughafen und der Teneriffa Süd Flughafen werden mindestens im Stundentakt durch öffentliche Buslinien verbunden. Diese Verbindungen sind besonders wichtig für Touristen und Pendler und tragen wesentlich zur Erreichbarkeit der Insel bei.


Straßen:

  • insgesamt  38.36 km
  • davon aspfaltiert 1.376 km (0,713 km/km²)

Fahrzeugbestand 1991:

  • insgesamt   315.694 (0,506 pro Person)
  • Pkw  236.055
  • Mopeds und Motorräder 59.017
  • Lkw  15.844
  • Autobusse  1.782
  • Nutzfahrzeuge  548
  • sonstige  2.448

Straßenbahn

Die Straßenbahn auf Teneriffa („Tranvía de Tenerife“) ist das einzige schienengebundene Nahverkehrssystem der Insel und spielt insbesondere im Großraum zwischen der Hauptstadt und der Universitätsstadt eine wichtige Rolle im öffentlichen Verkehr. Sie wurde im 21. Jahrhundert neu eingeführt, um die stark belasteten Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten urbanen Zentren zu entlasten und eine umweltfreundliche Alternative zum Autoverkehr zu schaffen.

Die erste Linie wurde am 2. Juni 2007 in Betrieb genommen und verbindet Santa Cruz de Tenerife mit San Cristóbal de La Laguna. Diese Strecke verläuft durch stark besiedelte Stadtgebiete und ist besonders für Pendler, Studierende und Beschäftigte im öffentlichen Dienst von großer Bedeutung. Sie stellt eine schnelle Verbindung zwischen dem Verwaltungszentrum und dem Bildungs- und Wohnzentrum im Norden dar.

Eine zweite Linie wurde 2009 eröffnet und erschließt zusätzliche Stadtteile im Großraum Santa Cruz–La Laguna. Dadurch wurde das Netz verdichtet und die Erreichbarkeit wichtiger Wohn- und Arbeitsgebiete weiter verbessert. Die Straßenbahn ist vollständig barrierefrei und wird in kurzen Taktzeiten betrieben, wodurch sie eine hohe Nutzerfreundlichkeit erreicht.

Die Straßenbahn ist in das größere Verkehrsnetz der Insel integriert, das von der Busgesellschaft TITSA betrieben wird. Umsteigepunkte an zentralen Knoten wie dem Intercambiador in Santa Cruz ermöglichen eine Kombination aus Bus- und Bahnverkehr und verbessern die regionale Mobilität erheblich.

Langfristig gab und gibt es Pläne zur Erweiterung des Schienennetzes, unter anderem in Richtung Teneriffa Nord Flughafen sowie mögliche Verbindungen in den Süden der Insel. Diese Projekte wurden jedoch bisher nur teilweise oder noch nicht umgesetzt, da sie hohe Investitionen und komplexe topografische Anpassungen erfordern würden.

Seilbahn

Der Teleférico del Teide ist die höchste Luftseilbahn Spaniens. Sie führt von der Talstation auf 2356 Meter bis auf 3555 Meter über dem Meeresspiegel, 163 Höhenmeter unterhalb des Teide-Gipfels. Die Strecke von 2,482 Kilometern und 1199 Meter Höhenunterschied bewältigt die Seilbahn in acht Minuten. Die Kabinen haben eine Kapazität von bis zu 44 Personen. Die Seilbahn wurde 1971 von der italienischen Firma Ceretti&Tanfani erbaut und im Jahr 1999 von Doppelmayr modernisiert. Der Motor, der die Seilbahn auf eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 8 m/s antreibt, verfügt über eine Leistung von rund 880 kW. Aus Sicherheitsgründen wird die Bahn bei starkem Wind und bei Vereisung nicht betrieben.

Schiffsverkehr

Der wichtigste Hafen der Insel ist der Hafen von Santa Cruz de Tenerife. Er gehört zu den bedeutendsten Häfen der Kanarischen Inseln und ist ein zentraler Knotenpunkt für Handelsschifffahrt, Containerumschlag, Kreuzfahrttourismus und Fährverkehr. Aufgrund seiner strategischen Lage im Atlantik dient er zudem als Zwischenstopp für Schiffe auf transatlantischen Routen zwischen Europa, Afrika und Amerika.

Ein zweiter wichtiger Hafen befindet sich im Nordwesten der Insel in Puerto de la Cruz-Region sowie insbesondere im nahegelegenen Hafen von Los Cristianos im Süden, der eine zentrale Rolle im interinsularen Fährverkehr spielt. Von hier aus bestehen regelmäßige Verbindungen zu anderen Inseln des Archipels, insbesondere nach Gran Canaria, La Gomera, La Palma und El Hierro. Diese Fährverbindungen werden sowohl von Passagieren als auch für den Gütertransport genutzt und sind ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Mobilität.

Der Hafen von Santa Cruz ist stark in den internationalen Kreuzfahrttourismus eingebunden. Jährlich laufen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe die Insel an, was einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor für den lokalen Tourismussektor darstellt. Passagiere nutzen die Insel häufig als Zwischenstopp für Ausflüge in die Hauptstadt oder in die Naturräume der Insel.

Neben dem Passagierverkehr spielt der Frachtverkehr eine ebenso wichtige Rolle. Über den Hafen werden Lebensmittel, Baustoffe, Maschinen und Konsumgüter importiert, da Teneriffa stark von Importen abhängig ist. Gleichzeitig werden regionale Produkte wie Agrarwaren und verarbeitete Güter exportiert, allerdings in deutlich geringerem Umfang.

Der Fährverkehr zwischen den Inseln wird von mehreren Reedereien betrieben und ist gut ausgebaut. Schnellfähren verbinden die wichtigsten Inseln in kurzen Zeitintervallen, wodurch sowohl Pendlerverkehr als auch Tourismus erleichtert werden. Besonders die Verbindung zwischen Teneriffa und Gran Canaria gehört zu den meistfrequentierten Seerouten der Kanaren.

Leuchttürme:

Faro de Abona:

  • Standort:  Punta de Abona, 28°25‘ N, 16°25‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 39 m
  • Feuerhöhe: 54 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite: 31 km


Faro de Anaga:

  • Standort:  Punta de Anaga, 28°34‘ N, 16°08‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 12 m
  • Feuerhöhe: 241 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite: 51 km


Faro de Buenavista:

  • Standort: Buenavista, 28°23‘ N, 16°50‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 48 m
  • Feuerhöhe: 84 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite: 37 km


Faro de Puerto de la Cruz:

  • Standort: Puerto de la Cruz, 28°25‘ N, 16°33‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe: 27 m
  • Feuerhöhe:  31 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite:  30 km


Faro de Punta de Hidalgo:

  • Standort:  Punta de Hidalgo, 28°34‘ N, 16°19‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe:  50 m
  • Feuerhöhe:  52 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite:  30 km


Faro de Punta de Rasca:

  • Standort:  Punta de Rasca, 28°00‘ N, 16°41‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe:  32 m
  • Feuerhöhe:  51 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite:  31 km


Faro de la Punta de Teno:

  • Standort:  Punta de Teno, 28°20‘ N, 16°55‘ W
  • Inbetriebnahme:
  • Turmhöhe:  20 m
  • Feuerhöhe:  60 m
  • Befeuerung:
  • Tragweite:  33 km

Flugverkehr

Es gibt zwei Flughäfen – den älteren Flughafen Teneriffa Nord (Los Rodeos) bei La Laguna sowie den 1978 eröffneten Airport Reina Sofía (Teneriffa Süd). Dieser ist von den wichtigsten Badeorten aus schnell erreichbar.

Der Flughafen Teneriffa Süd (Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía) ist ein internationaler Verkehrsflughafen auf der zu Spanien gehörenden Insel Teneriffa. Über den 1978 eröffneten Flughafen Reina Sofía werden etwa 70 Prozent (2006) des Passagierverkehrs und 30 Prozent des Frachtverkehrs der Kanareninsel abgewickelt. Der Flughafen liegt im Süden der Insel in den Gemeinden San Miguel de Abona und Granadilla de Abona.

Der Name Reina Sofía verweist auf die spanische Königin Sophia, die den Flughafen 1978 eröffnet hat. Er ist der jüngere der beiden Insel-Flughäfen und wurde gezielt für den Urlauberverkehr gebaut, da der über 30 Jahre ältere Flughafen Teneriffa Nord häufig in den Passatwolken liegt.

Ende der 1970er Jahre wurde durch den Flughafen und den Bau der Autopista del Sur de Tenerife (Südautobahn TF-1) die Entwicklung im Süden Teneriffas vorangetrieben und die Expansion vieler Orte an der Südostküste, wie Abades, erst ermöglicht.

Im Charterverkehr werden hauptsächlich spanische, deutsche, britische und skandinavische Ziele bedient. Seit 2007 gibt es auch Direktverbindungen zu osteuropäischen Flugzielen. Im Linienverkehr wird das spanische Drehkreuz Madrid von Iberia bedient.

Im Juli 2007 hat das spanische Förderungsministerium für den Flugverkehr rund eine Milliarde Euro für den Ausbau des Flughafens bis zum Jahr 2020 zugesagt. Um die geplanten 11 Millionen Passagiere jährlich abfertigen zu können und damit den Flugverkehr auf Teneriffa um 40 Prozent steigern zu können, ist neben einer Vorfelderweiterung eine neue Ankunftshalle für Passagiere und eine neue Wartungshalle für Flugzeuge geplant.

Linienbusse verbinden den Flughafen mit dem Südosten der Insel, zur etwa 50 km entfernten Inselmetropole Santa Cruz de Tenerife im Norden besteht eine direkte Schnellverbindung über die Südautobahn.

Airlines Ziele
Aeroflot Moskau–Scheremetjewo
Aer Lingus Dublin, saisonal: Cork
Air Europa Alicante, Asturias, Manchester, Paris–Orly, Santiago de Compostela, saisonal: Valencia, Bilbao
Austrian Airlines Wien
Azur Air saisonal (Charter): Moskau–Domodedowo
Belavia saisonal (Charter): Minsk
Binter Canarias Gran Canaria
British Airways London–Gatwick, London–Heathrow
Brussels Airlines Brüssel
Condor Berlin–Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle, Manchester, München, Stuttgart, saisonal: Köln/Bonn
Corendon Dutch Airlines Amsterdam, Fuerteventura
easyJet Berlin–Schönefeld, Bristol, Edinburgh, London–Gatwick, London–Luton, Manchester, Mailand–Malpensa, Nantes, Nice, saisonal: Amsterdam, London–Southend, Neapel, Newcastle upon Tyne, Paris–Charles de Gaulle
easyJet Switzerland Basel/Mulhouse, Genf
Edelweiss Air Zürich
Enter Air Katowice, Poznań, Warschau–Chopin
Eurowings Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, saisonal: Hamburg, Hannover
Evelop Airlines saisonal: Lissabon, Porto
Finnair saisonal: Helsinki
Germania Berlin–Tegel, Bremen, Dresden, Erfurt/Weimar, Friedrichshafen, Münster/Osnabrück, saisonal: Berlin–Schönefeld, Karlsruhe/Baden-Baden, Rostock
Germania Flug saisonal: Zurich
Iberia Madrid
Iberia Express Madrid, saisonal: Lyon
Jet2.com Belfast–International, Birmingham, East Midlands, Edinburgh, Glasgow, Leeds/Bradford, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne
Jet Time saisonal: Växjö (Charter)
Laudamotion saisonal: Düsseldorf
Lufthansa saisonal: München
Luxair Luxemburg
Neos Bologna, Mailand–Malpensa, Rom-Fiumicino, Verona, saisonal: Catania, Neapel
Norwegian Air Shuttle Düsseldorf, Edinburgh, London–Gatwick, Málaga, Rom–Fiumicino, saisonal: Berlin–Schönefeld, Bilbao, Köln/Bonn, Kopenhagen, Göteborg, Helsinki, Oslo–Gardermoen, Oulu, Stockholm–Arlanda
Privilege Style Charter: Lissabon, Porto
Ryanair Barcelona, Beauvais, Belfast–International, Bergamo, Billund, Birmingham, Bologna, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Cork, Charleroi, Köln/Bonn, Dublin, East Midlands, Edinburgh, Eindhoven, Frankfurt, Hahn, Kraków, Leeds/Bradford, Liverpool, London–Luton, London–Stansted, Madrid, Manchester, Memmingen, Newcastle, Pisa, Prestwick, Santander, Santiago de Compostela, Sevilla, Sandefjord, Shannon, Valencia, Warschau–Modlin, Weeze, Wrocław, Treviso, saisonal: Kopenhagen, Knock, Stockholm–Skavsta, Porto
S7 Airlines Moskau–Domodedowo
SmartWings Prag, Tel Aviv–Ben Gurion, saisonal: Lille, Warschau–Chopin
SkyUp saisonal: Kiew–Zhuliany
TAP Air Portugal Lissabon
TAROM saisonal: Bukarest
Thomas Cook Airlines Belfast–International, Birmingham, Bristol, East Midlands, Glasgow, London–Gatwick, Manchester, Newcastle upon Tyne, saisonal: Cardiff, London–Stansted
Thomas Cook Airlines Scandinavia saional: Billund, Kopenhagen, Helsinki, Malmö, Örebro, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda (alle Charter)
Transavia Amsterdam, Eindhoven, Rotterdam, saisonal: Groningen
Transavia France Paris–Orly
Travel Service saisonal: Brno (Charter)
TUI Airways Aberdeen, Birmingham, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Doncaster/Sheffield, East Midlands, Edinburgh, Exeter, Glasgow, London–Gatwick, London–Luton, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne, Norwich, saisonal: Belfast–International, Dublin (Charter)
TUI fly Belgium Brüssel, Charleroi, Liège, Ostend/Bruges
TUI fly Deutschland Basel/Mulhouse, Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Saarbrücken, Stuttgart
TUI fly Netherlands Amsterdam, saisonal: Eindhoven, Rotterdam
Ukraine International Airlines saisonal (Charter): Kiew–Boryspil
Ural Airlines saisonal: Sankt Petersburg
Volotea Bordeaux, Nantes, Toulouse
Vueling Barcelona, Lyon, Nantes, Paris–Orly, Rom–Fiumicino, saisonal: A Coruña, Alicante, Granada, Málaga, Sevilla, Valencia, Zaragoza
Windrose Airlines saisonal (Charter): Kiew–Boryspil
Wizz Air Bukarest, Budapest, Katowice, Wien
WOW air saisonal: Reykjavík–Keflav


Tenerife South Airport

  • spanischer Name:  Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía
  • Code:  TFS / GCTS
  • Lage:  28°02‘40“ N, 16°34‘21“ W
  • Seehöhe: 64 m (209 ft)
  • Entfernung: 15 km südöstlich von Playa de Las Americas, 57 km südwestlich von Santa Cruz
  • Inbetriebnahme:  6. November 1978
  • Betreiber: Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (AENA)
  • Rollbahn: 1
  • Länge der Rollbahn:  3200 m
  • Fluggesellschaften:  52
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 150
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 
  • Flughafen-Statistik:  Jahr Flugbewegungen Passagiere                   Fracht in t

                       2000                62 096               8 849 129                  12 020

                       2001                61 055               9 111 065                  11 469

                       2002                63 527               8 980 465                  10 770

                       2003                62 506               8 853 036                    8 775

                       2004                62 824               8 632 178                    9 218

                       2005                63 649               8 631 923                    9 770

                       2006                65 774               8 845 668                    9 415

                       2007                66 036              8 639 341                    9 168

                       2008                60 779               8 251 989                    8 567

                       2009                49 779               7 108 055                    5 371

                       2010                51 858               7 358 986                    4 294

                       2011                58 093               8 656 487                    4 480

                       2012                56 210               8 530 729                    3 906

                       2013                55 987               8 701 728                    3 394

                       2014                60 290               9 176 235                    3 378

                       2015                58 462               9 117 514                    2 844

                       2016                65 882             10 472 713                    2 809

                       2017                69 846             11 248 882                    2 797

                       2018                69 910             11 042 412                    2 483

                       2019                70 277             11 168 707                    2 193

                       2020                29 925              3 392 527                       806

                       2021                41 770              4 606 91                         700

                       2022                75 606             10 821 476                       894

                       2023                83 598             12 337 325                       788

                       2024                90 508             13 740 411                       776


Der Flughafen Los Rodeos, der auch als Tenerife Norte bezeichnet wird, liegt auf dem westlichen Stadtgebiet von La Laguna. Im März 1977 erlangte er durch die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa mit 583 Toten traurige Berühmtheit. Der Flughafen ist heute mit allen notwendigen Einrichtungen wie Bodenradar sowie Start- und Landehilfen ausgerüstet. Über diesen Flughafen wird in erster Linie der Flugverkehr mit den anderen Inseln und mit dem spanischen Festland abgewickelt.

Der Flughafen Teneriffa Nord (spanisch Aeropuerto de Tenerife Norte, früher auch Aeropuerto Internacional de los Rodeos, englisch Tenerife North Airport) ist nach dem Flughafen Teneriffa Süd der kleinere der beiden internationalen Verkehrsflughäfen der spanischen Insel Teneriffa. Das spanische Heer nutzt den Platz als Base de Los Rodeos als Stationierungsort des Batallón de Helicópteros de Canarias (BHELMA VI) seiner Heeresflieger Fuerzas Aeromóviles del Ejército de Tierra (FAMET).

Der Flughafen wurde im Jahr 1946 eröffnet. Im Laufe seiner Geschichte kam es, nicht zuletzt bedingt durch seine Lage, die häufig Scherwinde und dichten Nebel bedingt, zu mehreren schweren Unfällen. Hervorzuheben ist hier die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa vom 27. März 1977, die den schwersten Unglücksfall in der Geschichte der Luftfahrt darstellt. Im Jahr 1978 wurde etwa 65 km entfernt bei El Médano der neue Flughafen Teneriffa Süd eröffnet, der seither einen größeren Teil des Flugverkehrs der Insel bewältigt. 2006 wurden noch etwa 30 Prozent des Passagierverkehrs und 70 Prozent des Frachtverkehrs der Insel in Teneriffa Nord abgewickelt. Er ist zwischenzeitlich auch mit Flugleittechnik auf aktuellem technischem Stand ausgerüstet.Der Airport liegt auf einem Hochplateau etwa 10 Kilometer westlich der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife im Gebiet der Gemeinde La Laguna.

Teneriffa Nord wird aus deutschsprachigen Ländern nicht direkt bedient. Es gibt Umsteigeverbindungen mit Iberia via Madrid und mit Binter Canarias via Gran Canaria. Weitere Ziele sind Bilbao, León und Fuerteventura. Einzige Ziele außerhalb Spaniens sind Helsinki mit Finnair sowie die einzige Langstreckenverbindung mit Santa Barbara Airlines nach Caracas.

Seit dem 7. Dezember 1965 (32 Opfer) kamen durch mehrere Unfälle über 900 Menschen ums Leben. Beim schwersten Unfall mit einer Convair CV 990 kamen am 3. Dezember 1972 alle 155 Insassen ums Leben. Der Unfall war zugleich auch der schwerste der Fluggesellschaft Spantax. Am 27. März 1977 forderte die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa 583 Menschenleben durch die Kollision einer startenden Boeing 747-200 der KLM mit einer Pan Am-Maschine desselben Typs, die sich noch auf der Startbahn befand. Mitverursacht wurde die bislang schwerste Katastrophe der zivilen Luftfahrt ohne terroristische Beteiligung unter anderem durch das damals fehlende Bodenradar und Störungen in der Funk-Kommunikation. Am 25. April 1980 starben alle 146 Menschen an Bord, als die Boeing 727-64 G-BDAN der britischen Dan-Air Services im Landeanflug in 1600 Metern Höhe gegen einen Berg prallte.

Airlines Ziele
Air Europa Barcelona, Bilbao, Madrid, Málaga, Sevilla, saisonal: Alicante, Santiago de Compostela
Air Europa Express Gran Canaria, La Palma
Alitalia saisonal: Rom-Fiumicino
Binter Canarias Dakar–Diass, El Hierro, Fuerteventura, Gran Canaria, La Gomera, La Palma, Lanzarote, Lissabon, Marrakesch, Palma de Mallorca, saisonal: Agadir, Funchal
Bulgaria Air saisonal (Charter): Sofia
CanaryFly El Hierro, Gran Canaria, La Palma, Lanzarote
Finnair saisonal: Helsinki
Iberia Express Asturias, Madrid, saisonal: Vigo
Iberia Regional saisonal: Pamplona, Santiago de Compostela, Valencia
Norwegian Air Shuttle Barcelona, Madrid, Alicante
Plus Ultra Líneas Aéreas saisonal: Caracas
Royal Air Maroc Casablanca
Ryanair Barcelona, Madrid
Vueling Alicante, Barcelona, Bilbao, Málaga, Paris-Orly, Santiago de Compostela, Sevilla, Zaragoza


Tenerife North Airport

  • spanischer Name:  Aeropuerto de Tenerife Norte
  • Code:  TFN / GCXO
  • Lage:  28°28‘58“ N, 16°20‘30“ W
  • Seehöhe:  632,5 m (2.077 ft)
  • Entfernung:  2 km westlich von La Laguna, 10 km westlich von Santa Cruz
  • Inbetriebnahme:  3. Mai 1946
  • Betreiber:  Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (AENA)
  • Terminal:  1
  • Rollbahn:  1
  • Länge der Rollbahn: 3400 m (Asfalt)
  • Fluggesellschaften: 14
  • Flugzeug-Standplätze: ca. 60
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 
  • Flughafen-Statistik: Jahr  Flugbewegungen Passagiere                   Fracht in t

                       2000                48 902             2 411 100                    22 463

                       2001                49 132             2 511 277                    21 060

                       2002                48 785             2 486 227                    21 148

                       2003                53 718             2 919 087                    23 842

                       2004                56 592             3 368 988                    23 647

                       2005                60 235             3 754 513                    22 163

                       2006                65 297             4 025 601                    23 194

                       2007                65 843             4 125 131                    25 169

                       2008                67 800             4 236 615                    20 782

                       2009                62 776             4 054 147                    18 305

                       2010                61 605             4 051 356                    15 938

                       2011                62 604             4 095 103                    15 745

                       2012                55 789             3 717 944                    14 778

                       2013                49 289             3 524 470                    13 494

                       2014                52 694             3 633 030                    13 991

                       2015                53 260             3 815 316                    12 819

                       2016                55 669             4 219 191                    20 724

                       2017                61 102             4 706 827                    13 233

                       2018                73 236             5 492 324                    12 689

                       2019                75 388             5 839 638                    12 596

                       2020                46 103             2 796 788                      9 648

                       2021                54 581             3 840 160                    11 884

                       2022                68 988             5 566 245                    13 166

                       2023                75 199             6 120 505                    11 561

                       2024                82 063             6 762 702                    12 862

Wirtschaft

Teneriffa ist seit Jahrzehnten eine typische Urlaubsinsel; Wirtschaft und Infrastruktur sind dadurch geprägt. 1885 besuchten zum ersten Mal 350 Touristen aus England die Insel. Sechs Jahre später kamen schon 5000 Gäste im Jahr, und 2001 waren es 4,8 Millionen. Der Fremdenverkehr konzentriert sich vor allem auf die Nordküste um Puerto de la Cruz und den Süden bei Los Cristianos. In der Landwirtschaft werden Kartoffeln, Bananen, Tomaten und Wein angebaut.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist trotz der dominierenden Rolle von Tourismus und Dienstleistungen weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Inselwirtschaft und prägt vor allem die ländlichen Regionen sowie die Kulturlandschaft nachhaltig. Sie ist stark von den unterschiedlichen Klimazonen, Höhenstufen und der vulkanischen Bodenstruktur der Insel abhängig.

Ein zentraler Schwerpunkt ist der Bananenanbau, der als wichtigste landwirtschaftliche Tätigkeit gilt. Teneriffa ist innerhalb des Kanarischen Archipels einer der größten Produzenten dieser Frucht. Die Produktion konzentriert sich vor allem auf die feuchteren und fruchtbaren Gebiete im Norden der Insel, insbesondere in den Tälern von La Orotava und Güímar sowie in weiteren Küstenzonen mit geeigneter Bewässerung. Der Großteil der Bananen wird auf den spanischen Binnenmarkt exportiert. Der Anbau ist stark arbeitsintensiv und erfordert intensive Bewässerung sowie Schutzmaßnahmen gegen Wind und Erosion.

Im Süden der Insel dominiert der Gemüse- und Tomatenanbau. Diese Kulturen werden häufig unter Plastik- oder Gewächshausstrukturen angebaut, um die Pflanzen vor Trockenheit, Wind und unregelmäßigen Niederschlägen zu schützen. Diese Form der intensiven Landwirtschaft ist stark exportorientiert und war historisch besonders auf den europäischen Markt ausgerichtet.

In den mittleren Höhenlagen Teneriffas spielt der Anbau von Kartoffeln eine wichtige Rolle. Diese haben sich gut an die klimatischen Bedingungen angepasst und sind ein traditionelles Grundnahrungsmittel der Inselbevölkerung. Ergänzt wird der landwirtschaftliche Sektor durch den Anbau einer Vielzahl weiterer Obst- und Gemüsesorten, darunter Zitrusfrüchte, Avocados, Mangos, Papayas, Ananas sowie verschiedene Hülsenfrüchte und lokale Gemüsesorten.

Ein wachsender Bereich ist der Anbau von Zierpflanzen und Exportblumen. Dazu gehören insbesondere Strelitzien, Sukkulenten, Kakteen und Palmenarten, die aufgrund des milden Klimas und der vielfältigen Mikroklimata gut gedeihen und international vermarktet werden.

Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist stark von Bewässerungssystemen abhängig, da die natürlichen Niederschläge regional sehr unterschiedlich verteilt sind. Besonders im Süden besteht ein struktureller Wassermangel, der durch Stauseen, Wasserleitungen und teilweise auch Entsalzungsanlagen ausgeglichen wird. Gleichzeitig führen intensive Nutzung und Bewässerung in einigen Gebieten zu Problemen wie Bodenerosion oder Versalzung.

In den höher gelegenen Regionen zwischen etwa 400 und 1.200 Metern findet eine eher traditionelle und diversifizierte Landwirtschaft statt. Dort werden unter anderem Kastanien, Feigen, Weinreben, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte und verschiedene Getreidearten angebaut. Diese kleinstrukturierte Landwirtschaft ist oft stark mit lokalen Traditionen verbunden und weniger exportorientiert.

Die Viehzucht spielt im Vergleich zum Pflanzenbau eine geringere wirtschaftliche Rolle, hat jedoch eine hohe kulturelle Bedeutung. Besonders die Ziegenhaltung ist traditionell tief in der ländlichen Lebensweise verwurzelt und liefert unter anderem Milchprodukte wie den bekannten kanarischen Käse. Auch Geflügelhaltung ist verbreitet, während größere Rinderbestände eher selten sind.


Nutzfläche 1989 in ha:

  • Gemeingut  24.262
  • Privatbesitz 20.482
  • Pachtgrund  1.482
  • Teilpachtgrund  1.034
  • sonstiges  1.264

Agrarbetriebe 1989:

  • Betriebe insgesamt  28.060
  • Parzellen   5.166
  • Parzellen pro Betrieb  2,322

Viehbestand:               1972                           1986                                1991

Geflügel                      450 000                      820 346                       1 605 500

Kaninchen                    10 000                        26 942                          148 400

Ziegen                           29 428                        32 285                            32 290

Schweine                        5 636                        20 204                            20 501

Rinder                           11 439                          5 610                              5 312

Esel und Maultiere         4 500                          2 200                              1 765

Pferde                             1 000                             900                              1 500

Schafe                           12 872                          1 199                              1 026

Weinbau

Der Weinanbau hat eine lange Tradition auf der Insel. Heute werden über 8.000 Hektar in mehreren Bezirken, wie Tegueste, Tacoronte und El Sauzal, bewirtschaftet. Teneriffa ist bekannt für seine besonderen Weine, die auf fruchtbaren Lavaböden gedeihen.

Das Weinmuseum Casa del Vino in einem historischen Gutshaus bietet nicht nur eine spannende Reise durch die Geschichte des Weinbaus auf Teneriffa, sondern auch Verkostungen regionaler Weine und eine hervorragende Gastronomie. Es ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Vielfalt und Tradition des lokalen Weinbaus kennenzulernen.

Weine aus der D.O. Tacoronte-Acentejo

Die D.O. Tacoronte-Acentejo war die erste geschützte Herkunftsbezeichnung auf Teneriffa und steht für Qualitätsweine, die auf mineralischen Vulkanböden und in Höhenlagen bis 1700 Meter angebaut werden. Diese Weine sind bekannt für ihren intensiven Charakter, ihre Frische und ihre aromatische Vielfalt.

Die Malvasía-Traube ist ein historisches Aushängeschild des kanarischen Weinbaus und war bereits im 16. Jahrhundert international berühmt. Malvasía-Weine zeichnen sich durch ihre Eleganz, Süße und ausgeprägte Mineralität aus, die sie zu einer Besonderheit machen.

Das familiengeführte Weingut Bodegasa Monje verbindet traditionelle Methoden mit moderner Innovation und bietet neben ausgezeichneten Weinen ein Restaurant sowie eine Terrasse mit spektakulärem Blick auf Meer und Berge. Es ist besonders für Besucher interessant, die Weinverkostungen mit einem kulinarischen Erlebnis verbinden möchten.

Bodega Frontos steht für nachhaltigen Weinbau in höheren Lagen und bietet eine breite Palette an Weinen, die die Besonderheiten des Südens von Teneriffa widerspiegeln. Das Weingut ist für seine Authentizität und die Nähe zur Natur bekannt.

Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft auf Teneriffa ist eng mit den natürlichen Waldökosystemen der Insel verbunden und spielt weniger eine klassische wirtschaftliche Rolle als vielmehr eine ökologische und landschaftsschützende Funktion. Aufgrund der vulkanischen Topografie, der starken Höhenunterschiede und der klimatischen Vielfalt besitzt Teneriffa mehrere deutlich voneinander abgegrenzte Waldzonen.

Die wichtigste Baumart ist die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), die großflächige Waldgebiete im mittleren und höheren Inselbereich bildet. Diese Baumart ist besonders widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und sogar Feuer, da sie in der Lage ist, sich nach Bränden relativ schnell zu regenerieren. Diese Eigenschaft macht sie ökologisch besonders wertvoll und prägt große Teile der Landschaft, insbesondere im Inselinneren und an den Hängen des Teide-Massivs.

Neben den Kiefernwäldern existieren im Norden Teneriffas bedeutende Lorbeerwaldreste, die sogenannten „Laurisilva“-Wälder. Diese Relikte eines subtropischen Urwaldtyps sind besonders in feuchten, wolkenreichen Höhenlagen des Anaga-Gebirges und teilweise im Teno-Gebirge zu finden. Sie stehen unter strengem Schutz, da sie eine hohe Biodiversität aufweisen und viele endemische Pflanzen- und Tierarten beherbergen.

Die wirtschaftliche Nutzung der Wälder ist heute stark eingeschränkt. Holzgewinnung spielt nur noch eine untergeordnete Rolle und beschränkt sich meist auf lokale, kleine Nutzungen. Historisch wurden Holz und Waldressourcen jedoch stärker genutzt, etwa für Bauholz, Brennmaterial oder die Herstellung von Werkzeugen und Alltagsgegenständen. Diese Nutzung wurde im Laufe der Zeit aufgrund von Naturschutzmaßnahmen deutlich reduziert.

Eine wichtige Funktion der Forstwirtschaft auf Teneriffa ist der Schutz vor Erosion und die Stabilisierung der Böden. Aufgrund der steilen Hänge und der teilweise intensiven Niederschläge im Norden sind die Wälder entscheidend für den Erhalt der Landschaft und die Regulierung des Wasserhaushalts. Sie tragen dazu bei, Regenwasser zu speichern und langsam in den Boden abzugeben, was wiederum die Landwirtschaft und die Wasserversorgung unterstützt.

Fischerei

Die Fischerei auf Teneriffa blickt auf eine lange Tradition zurück und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig und Bestandteil der lokalen Kultur. Allerdings stehen Fischer vor großen Herausforderungen, insbesondere durch Überfischung, sinkende Bestände und einen Mangel an Nachwuchs.

Die Ureinwohner Teneriffas, die Guanchen, fischten nicht auf dem Meer, sondern betäubten Fische an der Küste mit der Milch von Wolfsmilchgewächsen und sammelten sie ein. Nach der spanischen Eroberung entwickelte sich die professionelle Fischerei, die bis heute einen bedeutenden Teil der Wirtschaft ausmacht.

Rund um Teneriffa gibt es etwa 150 Fisch- und Meeresfrüchtearten, darunter Küsten- und Hochseefische wie Echter Bonito und Roter Thunfisch. Die meisten Fischerboote sind klein und bleiben in Küstennähe. Die Fänge werden morgens in den Häfen angeliefert und schnell an Händler, Restaurants und Einheimische verteilt. Die Küstenpopulationen sind stark überfischt, insbesondere durch den Einsatz großer Schleppnetze und unzureichende Kontrollen. Der Rote Thun ist bereits vom Aussterben bedroht. Die Branche altert, da kaum junge Menschen in den Beruf einsteigen. Rund 72 % der Fischer sind über 40 Jahre alt, nur 9 % unter.

Für das Angeln (Freizeitfischerei) ist eine Lizenz erforderlich, die für drei Jahre ausgestellt wird. Touristen benötigen ebenfalls eine Genehmigung. Die Sportfischerei macht einen erheblichen Teil der Fänge aus, trägt aber auch zu den Überfischungsproblemen bei.

Aufgrund schrumpfender Wildfischbestände nimmt die Aquakultur an Bedeutung zu. Besonders Goldbrasse und Wolfsbarsch werden gezüchtet und exportiert. Die guten klimatischen Bedingungen und die Wasserqualität begünstigen die Fischzucht.

Politiker fordern eine nachhaltige Modernisierung der Flotte und eine Förderung des Fischkonsums, um die Branche für junge Menschen attraktiver zu machen. Kritisiert wird die europäische Fischereipolitik, die eine Reduzierung der Flotten vorsieht, aber nicht ausreichend gegen industrielle Schleppnetzfischerei vorgeht.


Fischereiwirtschaft 1992:

  • Fischer  754
  • Fischereiboote  410
  • Fischerbetriebe  385


Anlandungen in t:

1940                 8 607

1973                25 100

1982                 7 622

1990                 5 539,6

Bergbau

Historisch gab es auf Teneriffa lediglich kleinräumige Gewinnung von Baumaterialien und mineralischen Rohstoffen. Dazu gehörten vor allem Basalt, Tuffstein und andere vulkanische Gesteine, die im lokalen Bauwesen verwendet wurden. Diese Materialien wurden traditionell für Häuser, Kirchen, Straßenpflaster und Mauern genutzt und prägten die charakteristische Architektur vieler Orte der Insel.

Ein weiterer wichtiger Rohstoff war und ist bis heute der sogenannte „Picón“, ein vulkanisches Lapilli-Material, das als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Es speichert Feuchtigkeit und wird insbesondere im trockeneren Süden der Insel genutzt, um die Bewässerung effizienter zu gestalten.

Größere Bergbauaktivitäten im Sinne von Erzabbau, Kohleförderung oder industrieller Rohstoffgewinnung haben auf Teneriffa nie eine bedeutende Rolle gespielt. Die Insel verfügt weder über große Metalllagerstätten noch über fossile Brennstoffe in wirtschaftlich relevanten Mengen.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden gelegentlich kleinere Steinbrüche betrieben, die Baumaterial für den lokalen Bedarf lieferten. Diese Aktivitäten waren jedoch stark lokal begrenzt und wurden im Laufe der Zeit zunehmend durch importierte Baustoffe und moderne Bauindustrie ersetzt.

Heute beschränkt sich die Nutzung mineralischer Ressourcen fast ausschließlich auf den Abbau von Gestein für Bauzwecke sowie auf die Gewinnung von Materialien für Infrastrukturprojekte. Diese Tätigkeiten unterliegen strengen Umweltauflagen, da große Teile der Insel unter Naturschutz stehen oder landschaftlich besonders sensibel sind.

Handwerk

Eine der ältesten Handwerksformen ist das Töpferhandwerk. Es wird in verschiedenen Orten der Insel weiterhin mit traditionellen Methoden ausgeübt, oft ohne Töpferscheibe und mit einfachen Werkzeugen. Historisch war dieses Handwerk besonders im Zusammenhang mit der guanchischen Kultur bedeutend und wurde vor allem von Frauen getragen, die sowohl Produktion als auch Handel organisierten. Regionen wie Arguayo im Süden Teneriffas sind bis heute für diese Tradition bekannt.

Das Holzhandwerk gehört ebenfalls zu den wichtigsten traditionellen Gewerben. Tischler und Schreiner fertigen seit Jahrhunderten kunstvolle Bauelemente wie Balkone, Geländer, Türen, Treppen sowie Möbel und Alltagsgegenstände. Besonders im Norden der Insel sind diese Techniken stark verbreitet und prägen das architektonische Erscheinungsbild historischer Orte wie San Cristóbal de La Laguna.

Die Korbflechterei ist eine weitere alte Handwerkskunst, die auf natürlichen Rohstoffen wie Palmblättern, Schilf, Stroh oder Weiden basiert. Sie war früher ein wichtiger Bestandteil der Alltagswirtschaft und wird heute vor allem in ländlichen Regionen und im Rahmen von Kulturinitiativen weitergeführt.

Im Textilbereich besitzt Teneriffa ebenfalls eine ausgeprägte Tradition. Besonders bekannt sind Sticktechniken wie „calado“ (Lochstickerei) und „roseta“ (spitzenartige Handarbeit). Diese Techniken werden vor allem in Orten wie La Orotava und Vilaflor gepflegt und finden Anwendung in Kleidung, Heimtextilien und traditionellen Trachten.

Auch Lederhandwerk hat historische Wurzeln auf der Insel. Daraus entstanden unter anderem Hirtentaschen, Weinschläuche und andere Gebrauchsgegenstände. Dieses Handwerk geht teilweise auf Techniken zurück, die bereits in der Zeit der Guanchen genutzt wurden.

Das Metallhandwerk, insbesondere Schmiede- und Messerherstellung, ist ebenfalls ein traditioneller Bestandteil der Handwerkskultur. Kunstvoll gefertigte Messer gelten als typische regionale Produkte und werden bis heute hergestellt.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Lebensmittelhandwerk. Dazu gehören traditionelle Backwaren, Süßspeisen, Marmeladen, Fleisch- und Wurstwaren sowie regionale Spezialitäten, die stark mit Festen und lokalen Traditionen verbunden sind. Dieses Handwerk verbindet kulinarische Kultur mit handwerklicher Produktion und ist eng in das soziale Leben der Insel eingebettet.

Zur Förderung und Erhaltung dieser Traditionen gibt es auf Teneriffa zahlreiche Märkte, Messen und Zentren für Kunsthandwerk. Besonders bekannt sind Veranstaltungen wie die Feria de Pinolere in der Region La Orotava sowie regionale Märkte in Orten wie Tegueste, Garachico und El Sauzal. Dort werden handgefertigte Produkte präsentiert und verkauft, oft direkt von den Handwerkerinnen und Handwerkern selbst.

Industrie

Teneriffa verfügt über einen vergleichsweise kleinen, aber modernisierungswilligen Industriesektor, der sich durch die Insellage und die Entfernung zum spanischen Festland besonderen Herausforderungen gegenübersieht. Der industrielle Sektor trägt aktuell nur rund 9,8% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Insel bei, während der Handel mit über 16,6% einen größeren Anteil ausmacht. Dennoch ist die Industrie für die wirtschaftliche Diversifizierung und die Schaffung qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze von wachsender Bedeutung.

Nach dem Tourismus ist das Baugewerbe einer der wichtigsten Sektoren auf dem Arbeitsmarkt der Kanaren, auch auf Teneriffa. Die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wie Bananen, Tomaten, Wein und Kartoffeln spielt eine wichtige Rolle.

Die Regierung der Kanarischen Inseln investiert gezielt in die Modernisierung und Digitalisierung der Industrie. Ein aktuelles Förderprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro unterstützt kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen bei Investitionen in Infrastruktur, nachhaltige und digitale Geschäftsmodelle sowie die Schaffung moderner Produktionsräume. Die Strategie bis 2027 zielt darauf ab, eine Industrie zu fördern, die digitaler, nachhaltiger und innovativer ist und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze – insbesondere für junge Erwachsene – schafft.

Die Industrie auf den Kanaren verzeichnete zuletzt ein Wachstum von 2,3 %, lag damit aber unter dem Dienstleistungssektor (3,2 %). Der Tourismus bleibt der wichtigste Wirtschaftsfaktor, beeinflusst aber auch die Entwicklung der Industrie, da viele Maßnahmen auf Nachhaltigkeit und die Verbindung mit Wissenschaft und Innovation abzielen.


Industrie und Bauwesen:

  • Gewerbebetriebe 1990: 66 822
  • davon Industriebetriebe   390

Wasserwirtschaft

Teneriffa verfügt über ein rund 4.000 Kilometer langes Netz aus Kanälen und Rohren zur Wasserverteilung. Geklärte Abwässer werden im Süden der Insel für die Landwirtschaft genutzt, während im Norden traditionell mehr natürliche Wasserquellen verfügbar sind. Die Insel steht regelmäßig vor Wasserknappheit, insbesondere durch Trockenheit und Klimawandel. Bis zu 40 % des Trinkwassers gehen durch undichte Leitungen verloren, vor allem im öffentlichen Netz.

Der Großteil des Wassers stammt aus Grundwasser (bis zu 75 %), das aus Stollen und Brunnen gefördert wird. Es enthält oft erhöhte Mineralstoffgehalte und muss aufbereitet werden. Zudem werden Entsalzungsanlagen eingesetzt, die jedoch energieintensiv sind und Abfallstoffe produzieren. Kläranlagen und Membrantechnologien werden ausgebaut, um die Wasserqualität zu verbessern und die Verfügbarkeit zu erhöhen. Nach Fertigstellung aktueller Projekte können pro Tag bis zu 20.000 Kubikmeter zusätzliches Wasser aufbereitet werden. Die Inselregierung investiert laufend in die Modernisierung der Wasserinfrastruktur, um Verluste zu minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Teneriffa hat seit Jahren massive Abwasserprobleme, die Umwelt, Gesundheit und Tourismus beeinträchtigen. Hauptursachen sind eine unzureichende und veraltete Abwasserinfrastruktur, überlastete oder fehlende Kläranlagen sowie zahlreiche nicht an die Kanalisation angeschlossene Gebäude. Täglich werden rund 50 Millionen Liter teils ungeklärtes Abwasser ins Meer geleitet, an über 351 Stellen – davon sind 240 nicht autorisiert.

Zu den gravierendsten Problemen zählen:

  • von Abwasser ins Meer, oft durch „unbekannte Rohre“ und alte Senkgruben, die das verschmutzte Wasser direkt an die Küste bringen.
  • wie Rohrbrüche und eine heillos überforderte Kläranlage, die den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht.
  • mehrfacheSperrungen von Stränden wie Playa Jardín in Puerto de la Cruz, weil die Wasserwerte regelmäßig außerhalb des akzeptablen Bereichs liegen.
  • für Badegäste und Surfer, die über Magen-Darm-Erkrankungen, Hautausschläge und Augenentzündungen berichten.
  • Verstöße gegen EU-Richtlinien, die zu hohen Strafzahlungen führen – allein 2024 über 1,3 Millionen Euro.

Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt, wurden aber von Behörden und Politik lange vernachlässigt, was zu wachsendem Protest der Bevölkerung führt. Erst in den letzten Jahren wurden größere Investitionen und der Bau neuer Kläranlagen angekündigt

Energiewirtschaft

Die Stromerzeugung erfolgt durch einen Energiemix aus öl- und erdgasbefeuerten Gasturbinen, Dampfkesseln mit Dampfturbinen sowie Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Die thermischen Kraftwerke bilden nach wie vor das Rückgrat der Stromversorgung, da sie jederzeit regelbar sind und Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien ausgleichen können. Gleichzeitig wächst jedoch der Anteil regenerativer Energiequellen kontinuierlich. Bereits 2022 stammten rund 42 % des auf Teneriffa erzeugten Stroms aus Windenergie. Die bedeutendsten Windparks befinden sich vor allem im Südosten der Insel, insbesondere in der Industriezone C.T.C.C. Granadilla, wo die günstigen Windverhältnisse eine besonders effiziente Stromerzeugung ermöglichen.

Neben der Windenergie gewinnt auch die Photovoltaik zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung bietet Teneriffa hervorragende Voraussetzungen für Solarenergie. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Photovoltaikanlagen auf privaten Gebäuden, öffentlichen Einrichtungen und Gewerbeflächen errichtet. Die Inselregierung fördert den Ausbau dezentraler Solaranlagen sowie Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch zu erhöhen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren.

Eine besondere Herausforderung für die Energieversorgung Teneriffas stellt die Meerwasserentsalzung dar. Da natürliche Süßwasserressourcen begrenzt sind, wird ein erheblicher Teil des Trink- und Brauchwassers in Entsalzungsanlagen gewonnen. Diese Anlagen gehören zu den größten Stromverbrauchern der Insel. Die Produktionskosten des entsalzten Wassers hängen deshalb unmittelbar von den Energiepreisen ab. Um die Wasserversorgung nachhaltiger zu gestalten, wird der Ausbau erneuerbarer Energien gezielt vorangetrieben. Langfristig ist vorgesehen, den gesamten Energiebedarf der Entsalzungsanlagen durch Wind- und Solarenergie zu decken und dadurch sowohl die Betriebskosten als auch die CO₂-Emissionen deutlich zu senken.

Darüber hinaus investiert Teneriffa verstärkt in intelligente Stromnetze, Energiespeicher und moderne Netzsteuerungssysteme. Da erneuerbare Energien wetterabhängig sind, gewinnen Batteriespeicher und andere Speichertechnologien zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es, überschüssigen Strom zwischenzuspeichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen, wodurch die Versorgungssicherheit verbessert wird.

Auch im Verkehrssektor soll der Energieverbrauch schrittweise nachhaltiger gestaltet werden. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs sind Bestandteile der langfristigen Energie- und Klimastrategie der Insel. Gleichzeitig werden Programme zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten und Unternehmen gefördert.


Energiewirtschaft:

Kraftwerksbetrieb 1992:

  • Transformatoren 1989    70
  • installierte Leistung  418,1 mwh
  • Energieproduktion   1.516 496 mwh

Elektrische Anschlüsse 1992:

  • insgesamt  287.693
  • Energieverbrauch  1.305.085 mwh

Abfallwirtschaft

Der überwiegende Teil der Abfälle entsteht in den Ballungsräumen rund um Santa Cruz de Tenerife, La Laguna sowie in den großen Tourismuszentren im Süden der Insel. Hotels, Restaurants, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen erzeugen erhebliche Mengen an Verpackungen, Lebensmittelabfällen und Restmüll. Hinzu kommen Bauabfälle, Grünabfälle sowie Sperrmüll aus privaten Haushalten und Unternehmen.

Derzeit werden lediglich etwa 12 Prozent des gesamten Abfalls recycelt. Damit liegt Teneriffa deutlich hinter anderen Kanarischen Inseln wie Gran Canaria zurück, wo bereits Recyclingquoten von über 30 Prozent erreicht werden. Mehr als die Hälfte des gesamten Müllaufkommens besteht aus organischen Abfällen. Dennoch werden lediglich rund drei Prozent der Bioabfälle getrennt gesammelt und verwertet. Dies stellt den niedrigsten Wert innerhalb des Kanarischen Archipels dar und erschwert die Herstellung von Kompost sowie die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe erheblich.

Nach dem spanischen Abfallgesetz und den Vorgaben der Europäischen Union müssen bis 2025 mindestens 55 Prozent aller Siedlungsabfälle recycelt werden. Bis zum Jahr 2035 soll die Recyclingquote sogar auf 65 Prozent steigen. Von diesen Zielwerten ist Teneriffa derzeit noch weit entfernt, weshalb umfangreiche Modernisierungsprogramme umgesetzt werden.

Für die Mülltrennung stehen auf der Insel verschiedene Sammelbehälter zur Verfügung. Die blauen Container dienen der Sammlung von Papier und Karton, die gelben Container sind für Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen vorgesehen, während grüne Container Glas aufnehmen. Zusätzlich werden zunehmend braune Tonnen für organische Abfälle eingeführt. Allerdings verfügen bislang nur wenige Gemeinden über ein flächendeckendes Bioabfallsystem, wodurch ein großer Teil der organischen Abfälle weiterhin im Restmüll landet.

Eine wichtige Rolle spielen die sogenannten Puntos Limpios, die Wertstoffhöfe der Insel. Dort können Bürger kostenlos Sperrmüll, Elektrogeräte, Batterien, Farben, Altöl, Reifen, Bauschutt, Gartenabfälle sowie andere Problemstoffe abgeben. In den vergangenen Jahren wurden mehrere neue Wertstoffhöfe eröffnet beziehungsweise bestehende Anlagen erweitert, um die Entsorgung zu erleichtern und die Recyclingquote zu erhöhen.

Das Zentrum der Abfallwirtschaft bildet der Umweltkomplex von Teneriffa in Arico im Südosten der Insel. Dort werden täglich rund 100 Lastkraftwagen mit etwa 1.600 Tonnen Abfällen angeliefert. Die Anlage umfasst Sortier- und Recyclinganlagen, Kompostierungsbereiche sowie Deponien für nicht verwertbare Reststoffe. Moderne Maschinen trennen Wertstoffe voneinander, während organische Materialien teilweise biologisch behandelt werden. Dennoch gelangt nach wie vor ein erheblicher Anteil des Mülls auf Deponien, da die getrennte Sammlung vieler Wertstoffe unzureichend funktioniert.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Haushalte ihren Müll nicht konsequent trennen. Vor allem Bioabfälle, Verpackungen und Restmüll werden häufig gemeinsam entsorgt, wodurch die nachträgliche Sortierung erschwert und die Qualität der wiedergewonnenen Rohstoffe vermindert wird. Die Inselregierung führt deshalb regelmäßig Informationskampagnen an Schulen, in Gemeinden und in den Medien durch, um das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu stärken und die Mülltrennung zu verbessern.

Auch Bau- und Abbruchabfälle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der umfangreichen Bautätigkeit im Tourismus- und Wohnungssektor entstehen große Mengen an Beton, Asphalt, Holz und Metallschrott. Spezialisierte Recyclinganlagen bereiten diese Materialien auf, sodass sie im Straßenbau oder bei neuen Bauprojekten wiederverwendet werden können.

Handel

Teneriffa bietet eine vielfältige Handelslandschaft mit modernen Einkaufszentren, die sowohl internationale Marken als auch lokale Besonderheiten für jeden Geschmack bereithalten.

  • Siam Mall Costa Adeje ist das beliebteste Einkaufszentrum im Süden Teneriffas und bietet über 70 Geschäfte, internationale Modemarken, Gastronomie und ein entspanntes Open-Air-Shopping-Erlebnis – ideal für Familien und Modebegeisterte.
  • Das Meridiano ist das größte Shoppingcenter der Hauptstadt, punktet mit über 100 Geschäften, einem Carrefour-Hypermarkt, Kino und exklusiven Marken – perfekt für ein umfassendes Einkaufserlebnis in Santa Cruz.
  • Als renommiertes spanisches Kaufhaus bietet El Corte Inglés Santa Cruz de Tenerife eine riesige Auswahl an Mode, Technik, Haushaltswaren und Gourmetprodukten – besonders attraktiv für anspruchsvolle Käufer und Markenliebhaber.
  • Plaza del Duque Costa Adeje ist ein luxuriöses Einkaufszentrum, das sich durch High-End-Boutiquen, exklusive Kosmetik und erstklassige Restaurants hervorhebt.
  • Das Centro Comercial El Mirador bietet eine elegante Mischung aus internationalen Marken, handverlesenen Boutiquen, einem großen Supermarkt und Restaurants mit Meerblick – ideal für entspanntes Shoppen direkt an der Strandpromenade.
  • The Duke Shops überzeugen mit einer Auswahl an gehobenen Boutiquen, internationalen Restaurants und einem Supermarkt – ein lebendiger Treffpunkt für stilbewusste Besucher in Costa Adeje.
  • Das Multicentro Comercial El Trompo ist ein familienfreundliches Zentrum im Norden mit vielfältigen Geschäften, Gastronomie und großem Kinderbereich – besonders geeignet für Familien und Besucher der Nordinsel.
  • Das Centro Comercial La Laguna nahe La Laguna bietet bekannte Marken, einen Supermarkt, Restaurants und ein Kino – ideal für einen Einkaufsbummel im Nordosten der Insel.

Das Centro Comercial Añaza Carrefour bietet eine große Auswahl an Mode, Elektronik und Haushaltswaren sowie einem Carrefour-Hypermarkt – praktisch für den täglichen Bedarf und großeinkäufe.

Finanzwesen

Das Finanzwesen auf Teneriffa entspricht grundsätzlich dem spanischen Bank- und Währungssystem, weist jedoch aufgrund des besonderen steuerlichen Status der Kanarischen Inseln einige Besonderheiten auf. Als Teil Spaniens und der Europäischen Union verwendet Teneriffa den Euro (€) als offizielles Zahlungsmittel. Sämtliche Euro-Banknoten und -Münzen sind uneingeschränkt gültig und werden im gesamten öffentlichen und privaten Zahlungsverkehr verwendet.

Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist auf Teneriffa weit verbreitet. Kreditkarten wie Visa und MasterCard sowie Debitkarten werden in Hotels, Restaurants, Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren und den meisten Geschäften problemlos akzeptiert. Kontaktloses Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch gewinnt ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Dennoch empfiehlt es sich, insbesondere in kleineren Ortschaften, auf Wochenmärkten oder in ländlichen Gebieten etwas Bargeld mitzuführen, da dort nicht überall Kartenzahlung möglich ist.

Geldautomaten sind auf der gesamten Insel zahlreich vorhanden und befinden sich in Bankfilialen, Einkaufszentren, Flughäfen, Touristengebieten sowie größeren Ortschaften. Internationale Kredit- und Debitkarten werden in der Regel problemlos akzeptiert. Für Bargeldabhebungen können jedoch Gebühren anfallen, insbesondere wenn Karten ausländischer Banken verwendet werden. Die deutsche Girocard (EC-Karte) funktioniert in vielen Supermärkten und an zahlreichen Geldautomaten, allerdings nicht flächendeckend. Für Reisende empfiehlt sich daher die Nutzung einer internationalen Kredit- oder Debitkarte.

Auf Teneriffa sind zahlreiche spanische und internationale Banken vertreten. Zu den größten Kreditinstituten gehören Banco Santander, CaixaBank, BBVA, Banco Sabadell, Unicaja Banco sowie Cajasiete, die besonders auf den Kanarischen Inseln stark vertreten ist. Darüber hinaus besitzen verschiedene internationale Banken und Finanzdienstleister Niederlassungen oder Kooperationspartner auf der Insel, um insbesondere die Bedürfnisse ausländischer Einwohner und Touristen zu bedienen.

Die Banken bieten sämtliche üblichen Finanzdienstleistungen an, darunter Giro- und Sparkonten, Hypotheken, Unternehmenskredite, Online-Banking, Vermögensverwaltung sowie internationale Überweisungen. Das elektronische Bankwesen ist weit entwickelt und ermöglicht nahezu alle Bankgeschäfte über Internet oder Smartphone. Viele Filialen verfügen zusätzlich über mehrsprachiges Personal, insbesondere in den touristisch geprägten Regionen.

Auch Nicht-Residenten können auf Teneriffa ein Bankkonto eröffnen. Hierfür werden in der Regel ein gültiger Reisepass oder Personalausweis, eine spanische Steueridentifikationsnummer (NIE) beziehungsweise entsprechende Nachweise sowie Dokumente über Wohnsitz oder Einkommen verlangt. Nicht-Residentenkonten sind häufig mit höheren Kontoführungsgebühren verbunden als Konten spanischer Einwohner. Zudem verlangen die Banken regelmäßig einen Nachweis, dass der Kontoinhaber weiterhin den Status eines Nicht-Residenten besitzt.

Ein wesentlicher Unterschied zum spanischen Festland besteht im Steuerrecht. Auf Teneriffa wird nicht die spanische Mehrwertsteuer (IVA), sondern die kanarische Verbrauchssteuer Impuesto General Indirecto Canario (IGIC) erhoben. Der allgemeine Steuersatz beträgt derzeit sieben Prozent und liegt damit deutlich unter der Mehrwertsteuer auf dem spanischen Festland. Daneben existieren verschiedene ermäßigte oder erhöhte Steuersätze für bestimmte Waren und Dienstleistungen. Durch den niedrigeren IGIC sind zahlreiche Produkte und Dienstleistungen auf Teneriffa günstiger als in anderen Regionen Spaniens.

Da auf den Kanarischen Inseln keine spanische Mehrwertsteuer erhoben wird, besteht für Touristen auch kein Anspruch auf eine Mehrwertsteuererstattung beim Verlassen des Landes. Stattdessen profitieren Verbraucher bereits beim Kauf von den niedrigeren Steuersätzen.

Für Unternehmen bietet Teneriffa attraktive steuerliche Rahmenbedingungen. Die Insel gehört zur Kanarischen Sonderwirtschaftszone (Zona Especial Canaria, ZEC), die Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen erhebliche Steuervergünstigungen gewährt. Dazu gehören ein deutlich reduzierter Körperschaftsteuersatz sowie Befreiungen oder Vergünstigungen bei bestimmten indirekten Steuern, der Grunderwerbsteuer und der Stempelsteuer. Ziel dieser Sonderregelungen ist es, Investitionen anzuziehen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft der Kanarischen Inseln zu diversifizieren.

Der Finanzsektor spielt insbesondere für den Tourismus, den Immobilienmarkt sowie den internationalen Handel eine wichtige Rolle. Viele Ausländer erwerben Immobilien auf Teneriffa oder verbringen dort ihren Ruhestand, wodurch grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen, Währungsüberweisungen und internationale Vermögensverwaltung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig unterstützt das moderne Bankensystem die wirtschaftliche Entwicklung der Insel durch die Finanzierung von Unternehmen, Infrastrukturprojekten und Investitionen in erneuerbare Energien, Tourismus sowie den Dienstleistungssektor.

Soziales und Gesundheit

Die Grundlage es Sozialsystems Teneriffas bildet das spanische System der sozialen Sicherheit (Seguridad Social), das Leistungen in den Bereichen Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Mutterschaft, Invalidität sowie Pflege umfasst. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen hierfür Sozialversicherungsbeiträge, während Selbstständige eigene Beiträge entrichten. Personen mit geringem Einkommen oder ohne ausreichende Versicherungszeiten können unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Sozialleistungen erhalten.

Eine wichtige Aufgabe übernehmen die kommunalen Sozialdienste (Servicios Sociales Municipales). Sie beraten Familien, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Arbeitslose, Obdachlose sowie Personen in sozialen Notlagen. Die Sozialarbeiter helfen unter anderem bei der Beantragung finanzieller Hilfen, der Vermittlung von Pflegeleistungen, der Wohnraumsuche sowie bei familiären oder psychischen Problemen. Auch Integrationsprogramme für Migranten und Flüchtlinge gehören zu ihren Aufgaben.

Für einkommensschwache Haushalte stehen verschiedene finanzielle Unterstützungen zur Verfügung. Hierzu gehören unter anderem das staatliche Mindesteinkommen (Ingreso Mínimo Vital), regionale Sozialhilfen der Kanarischen Inseln sowie kommunale Beihilfen für Miete, Strom, Wasser oder Lebensmittel. Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen können zusätzliche Unterstützungsleistungen erhalten.

Die Rentenversicherung umfasst Alters-, Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wächst auch auf Teneriffa der Anteil älterer Menschen kontinuierlich. Deshalb werden ambulante Pflegedienste, Tagespflegeeinrichtungen, Seniorenheime sowie Programme für ein möglichst langes selbstständiges Leben kontinuierlich ausgebaut. Das spanische Pflegegesetz gewährt pflegebedürftigen Menschen je nach Pflegegrad finanzielle Leistungen oder professionelle Unterstützung im Alltag.

Menschen mit Behinderungen werden durch zahlreiche öffentliche Programme gefördert. Dazu gehören Frühförderung, Integrationsmaßnahmen, barrierefreie Infrastruktur, spezielle Bildungseinrichtungen sowie berufliche Qualifizierungsprogramme. Viele öffentliche Gebäude, Verkehrsmittel und touristische Einrichtungen wurden in den vergangenen Jahren barrierefrei gestaltet.

Die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gehört zu den größten Herausforderungen der Insel. Trotz des wirtschaftlich bedeutenden Tourismus leben viele Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen mit niedrigen Einkommen oder saisonaler Arbeit. Besonders junge Erwachsene sowie Alleinerziehende sind häufiger von Arbeitslosigkeit und finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Gleichzeitig führen steigende Immobilienpreise und Wohnungsknappheit dazu, dass bezahlbarer Wohnraum insbesondere in den touristischen Regionen immer schwerer verfügbar ist.

Zur Unterstützung wohnungsloser Menschen bestehen Notunterkünfte, Tageszentren sowie Einrichtungen karitativer Organisationen. Neben staatlichen Stellen engagieren sich zahlreiche kirchliche und gemeinnützige Organisationen bei der Versorgung Bedürftiger mit Lebensmitteln, Kleidung, medizinischer Hilfe und sozialer Beratung. Besonders die Caritas, das Rote Kreuz und verschiedene lokale Hilfsorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Unterstützung.

Auch die Integration von Einwanderern besitzt auf Teneriffa eine große Bedeutung. Die Insel verzeichnet seit vielen Jahren Zuwanderung aus Lateinamerika, Afrika und anderen europäischen Ländern. Sprachkurse, Beratungsangebote, Integrationsprogramme und Hilfen beim Zugang zum Arbeitsmarkt sollen die gesellschaftliche Eingliederung erleichtern und soziale Benachteiligungen abbauen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Kinder- und Jugendhilfe. Jugendämter und soziale Einrichtungen kümmern sich um den Schutz gefährdeter Kinder, unterstützen Familien in schwierigen Lebenssituationen und organisieren Freizeit-, Bildungs- und Präventionsprogramme. Gleichzeitig bestehen Angebote zur Bekämpfung von Schulabbrüchen, Jugendkriminalität und Drogenmissbrauch.

Gesundheitswesen

Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird vom Servicio Canario de la Salud (Kanarischer Gesundheitsdienst) organisiert und finanziert. Einwohner mit Wohnsitz in Spanien erhalten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung eine weitgehend kostenfreie medizinische Versorgung. Für Besucher aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union besteht mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) Anspruch auf medizinisch notwendige Behandlungen in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zu denselben Bedingungen wie für spanische Versicherte.

EU-Bürger können sich mit der EHIC in staatlichen Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Notaufnahmen kostenlos beziehungsweise gegen die in Spanien üblichen geringen Eigenbeteiligungen behandeln lassen. Ausgenommen sind in der Regel Zahnbehandlungen, sofern es sich nicht um einen akuten Notfall handelt. Für verschreibungspflichtige Medikamente ist häufig eine gesetzlich geregelte Zuzahlung zu leisten. Der europaweit gültige Notruf 112 ist rund um die Uhr erreichbar. Die Leitstellen verfügen über mehrsprachiges Personal und können unter anderem auch Hilfe in deutscher Sprache vermitteln.

Zu den wichtigsten öffentlichen Krankenhäusern der Insel gehören das Universitätskrankenhaus Hospital Universitario de Canarias in San Cristóbal de La Laguna sowie das Hospital Universitario Nuestra Señora de Candelaria in Santa Cruz de Tenerife. Beide Kliniken verfügen über zahlreiche Fachabteilungen, moderne Diagnose- und Operationszentren, Intensivstationen sowie spezialisierte Einrichtungen für Herzmedizin, Onkologie, Neurologie, Unfallchirurgie und Organtransplantationen. Ergänzt werden sie durch kleinere Krankenhäuser sowie zahlreiche Gesundheitszentren (Centros de Salud), die die medizinische Grundversorgung in den Gemeinden sicherstellen.

Neben dem öffentlichen Gesundheitswesen besitzt Teneriffa einen gut entwickelten privaten Gesundheitssektor. Private Krankenhäuser und Fachkliniken bieten häufig kürzere Wartezeiten, moderne Ausstattung und eine individuellere Betreuung. Gerade in den touristischen Regionen stehen mehrsprachige Ärzte und medizinisches Personal zur Verfügung, sodass sich internationale Patienten problemlos verständigen können. Private Kliniken werden sowohl von Einheimischen als auch von ausländischen Residenten und Urlaubern genutzt.

Die Kosten für private Behandlungen müssen grundsätzlich selbst getragen oder über eine private Krankenversicherung abgerechnet werden. Je nach Alter, Leistungsumfang und Versicherungsunternehmen liegen die Beiträge für eine private Krankenversicherung meist zwischen etwa 50 und 100 Euro pro Monat. Zu den bekanntesten privaten Krankenversicherern gehören Sanitas, Adeslas und Cigna. Viele ausländische Residenten entscheiden sich zusätzlich zur gesetzlichen Absicherung für eine private Versicherung, um schnelleren Zugang zu Fachärzten und Diagnostik zu erhalten.

Die Insel verfügt über zahlreiche Facharztpraxen nahezu aller medizinischen Fachrichtungen, darunter Kardiologie, Orthopädie, Dermatologie, Augenheilkunde, Gynäkologie, Zahnmedizin sowie Psychiatrie und Psychologie. Darüber hinaus existieren moderne Rehabilitationszentren, Dialysekliniken und Einrichtungen für die Behandlung chronischer Erkrankungen.

Ein dichtes Netz von Apotheken gewährleistet die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Die Apotheken sind durch das grüne Kreuz leicht erkennbar und wechseln sich im Bereitschaftsdienst ab, sodass auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen jederzeit eine Notdienstapotheke erreichbar ist. Viele Medikamente sind rezeptfrei erhältlich, während verschreibungspflichtige Arzneimittel nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts abgegeben werden.

Aufgrund der Bedeutung des Tourismus ist Teneriffa gut auf die Behandlung ausländischer Patienten vorbereitet. In vielen Krankenhäusern, Privatkliniken und Arztpraxen wird neben Spanisch auch Englisch gesprochen; in den touristischen Zentren stehen häufig deutschsprachige Ärzte oder Dolmetscherdienste zur Verfügung. Reiseversicherungen arbeiten mit zahlreichen medizinischen Einrichtungen der Insel zusammen, wodurch die Behandlung internationaler Gäste erleichtert wird.

Trotz des hohen medizinischen Standards steht das öffentliche Gesundheitswesen vor Herausforderungen. Die wachsende Bevölkerung, der zunehmende Anteil älterer Menschen sowie der starke Tourismus führen in einigen Regionen zu einer hohen Auslastung der Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Insbesondere bei Facharztterminen und nicht dringenden Operationen können längere Wartezeiten auftreten. Die kanarische Regierung investiert deshalb kontinuierlich in neue medizinische Einrichtungen, zusätzliche Fachkräfte sowie den Ausbau der digitalen Gesundheitsversorgung.

Krankheiten

Aufgrund des milden subtropischen Klimas, der guten medizinischen Versorgung und des hohen Hygienestandards bestehen für Einwohner und Besucher nur wenige außergewöhnliche Gesundheitsrisiken. Tropische Infektionskrankheiten spielen auf der Insel praktisch keine Rolle, dennoch gibt es einige Erkrankungen und gesundheitliche Probleme, die aufgrund der klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen häufiger auftreten.

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Atemwegsinfektionen wie Erkältungen, Grippe und COVID-19, die insbesondere in den Wintermonaten auftreten. Obwohl das Klima ganzjährig mild ist, können sich Viruserkrankungen durch den internationalen Tourismus und die hohe Bevölkerungsdichte rasch verbreiten. Die Gesundheitsbehörden empfehlen deshalb insbesondere älteren Menschen sowie chronisch Kranken die jährliche Grippeschutzimpfung und gegebenenfalls Auffrischungsimpfungen gegen COVID-19.

Während der heißen Sommermonate treten regelmäßig hitzebedingte Gesundheitsprobleme auf. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können unter Hitzeschlag, Kreislaufproblemen oder Flüssigkeitsmangel leiden. Bei Saharastaubereignissen, die auf den Kanaren als Calima bezeichnet werden, steigen Temperaturen und Feinstaubbelastung häufig deutlich an. Während solcher Wetterlagen wird empfindlichen Personen empfohlen, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden und ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.

Die intensive Sonneneinstrahlung stellt eines der größten Gesundheitsrisiken auf Teneriffa dar. Aufgrund der südlichen Lage und der hohen UV-Belastung kommt es regelmäßig zu Sonnenbrand, Hautschäden und langfristig zu einem erhöhten Risiko für Hautkrebs. Besonders in den Höhenlagen des Teide-Nationalparks ist die UV-Strahlung erheblich stärker als an den Küsten. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckungen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr werden daher ganzjährig empfohlen.

Allergische Erkrankungen treten ebenfalls relativ häufig auf. Blütenpollen, Gräser sowie bestimmte Zierpflanzen können saisonale Allergien auslösen. Hinzu kommen allergische Reaktionen auf Hausstaubmilben, die sich aufgrund des ganzjährig milden Klimas dauerhaft vermehren können. Während der Calima gelangen zusätzlich große Mengen mineralischer Staubpartikel aus der Sahara auf die Insel, wodurch sich Beschwerden bei Menschen mit Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder anderen Atemwegserkrankungen verschlechtern können.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören wie in ganz Spanien zu den häufigsten Todesursachen. Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall treten insbesondere bei älteren Menschen auf. Daneben nehmen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Übergewicht und erhöhte Cholesterinwerte aufgrund veränderter Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu. Die Gesundheitsbehörden fördern daher Programme zur Prävention, gesunden Ernährung und regelmäßigen Bewegung.

Auch Krebserkrankungen spielen eine bedeutende Rolle im Gesundheitswesen Teneriffas. Zu den häufigsten Krebsarten zählen Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs sowie Lungenkrebs. Durch Vorsorgeprogramme und moderne Diagnoseverfahren konnten die Heilungschancen vieler Erkrankungen in den vergangenen Jahren verbessert werden.

Infektionskrankheiten wie Denguefieber, Malaria oder Gelbfieber kommen auf Teneriffa nicht dauerhaft vor. Gelegentlich werden einzelne eingeschleppte Fälle registriert, eine lokale Übertragung findet jedoch praktisch nicht statt. Das Leitungswasser erfüllt hohe hygienische Standards und ist grundsätzlich trinkbar, weist jedoch aufgrund der Meerwasserentsalzung und Mineralisierung häufig einen erhöhten Chlor- und Mineralstoffgehalt auf. Viele Einheimische und Touristen bevorzugen deshalb abgefülltes Mineralwasser.

Giftige Tiere oder gefährliche Krankheitserreger sind auf Teneriffa kaum vorhanden. Es gibt keine giftigen Schlangen oder Skorpione von medizinischer Bedeutung. Mücken können zwar lästig sein, übertragen jedoch normalerweise keine tropischen Krankheiten. Auch Tollwut kommt auf der Insel nicht vor.

Psychische Erkrankungen gewinnen wie in anderen europäischen Regionen zunehmend an Bedeutung. Depressionen, Angststörungen und Stressbelastungen werden häufiger diagnostiziert, weshalb das öffentliche Gesundheitswesen seine psychologischen und psychiatrischen Angebote kontinuierlich ausbaut.

Bildung

Das Bildungswesen auf Teneriffa ist vollständig in das spanische Bildungssystem integriert und zählt zu den am besten ausgebauten im Kanarischen Archipel. Die Zuständigkeit liegt überwiegend bei der Regierung der Kanarischen Inseln, während der spanische Staat die grundlegenden gesetzlichen Rahmenbedingungen festlegt. Das Bildungssystem umfasst Vorschulerziehung, Grundschule, Sekundarstufe, berufliche Ausbildung, Hochschulbildung sowie Angebote der Erwachsenenbildung und des lebenslangen Lernens. Aufgrund der hohen Einwohnerzahl verfügt Teneriffa über eine große Zahl öffentlicher, privater und halbprivater Bildungseinrichtungen.

Die frühkindliche Bildung beginnt mit der Educación Infantil und gliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste umfasst Kinder bis zum Alter von drei Jahren und ist freiwillig. Der zweite Abschnitt für Kinder zwischen drei und sechs Jahren wird nahezu flächendeckend angeboten und bereitet auf den Eintritt in die Grundschule vor. Neben öffentlichen Kindergärten bestehen zahlreiche private Einrichtungen.

Mit sechs Jahren beginnt die sechsjährige Grundschule (Educación Primaria). Hier erwerben die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kenntnisse in den Fächern Spanisch, Mathematik, Natur- und Sozialwissenschaften, Fremdsprachen, Kunst, Musik sowie Sport. Englisch wird bereits in den unteren Klassen unterrichtet und gewinnt durch die internationale Ausrichtung der Insel zunehmend an Bedeutung.

An die Grundschule schließt sich die vierjährige obligatorische Sekundarstufe (Educación Secundaria Obligatoria – ESO) an, die bis zum Alter von 16 Jahren besucht wird. Nach erfolgreichem Abschluss können die Jugendlichen entweder das zweijährige Bachillerato absolvieren, das auf ein Hochschulstudium vorbereitet, oder eine berufliche Ausbildung (Formación Profesional) beginnen.

Die berufliche Bildung besitzt auf Teneriffa einen hohen Stellenwert. Die Berufsschulen bieten eine große Zahl praxisnaher Ausbildungsgänge in Bereichen wie Tourismus, Hotellerie, Gastronomie, Informatik, Gesundheitswesen, Verwaltung, Handel, Elektrotechnik, Bauwesen, Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Industrie an. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus existieren zahlreiche spezialisierte Ausbildungsprogramme für Hotelmanagement, Fremdsprachen, Reiseverkehr und Gastronomie. Viele Bildungseinrichtungen arbeiten eng mit Unternehmen zusammen und ermöglichen betriebliche Praktika.

Teneriffa verfügt über ein dichtes Netz öffentlicher und privater Schulen. Neben staatlichen Schulen bestehen zahlreiche kirchliche sowie internationale Bildungseinrichtungen. Besonders in den touristischen Regionen gibt es internationale Schulen mit Unterricht in englischer, deutscher oder französischer Sprache. Diese werden sowohl von ausländischen Familien als auch von Einheimischen genutzt, die ihren Kindern eine internationale Ausbildung ermöglichen möchten.

Ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems ist die Erwachsenenbildung. Zahlreiche Einrichtungen bieten Abendkurse, Fernunterricht sowie Programme zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen an. Sprachschulen vermitteln Spanisch für Ausländer sowie Fremdsprachen wie Englisch, Deutsch und Französisch. Darüber hinaus existieren zahlreiche Fortbildungsangebote für Berufstätige.

Auch die Digitalisierung des Bildungswesens wurde in den vergangenen Jahren deutlich vorangetrieben. Schulen und Hochschulen verfügen zunehmend über digitale Lernplattformen, moderne Computerausstattung und interaktive Unterrichtsmethoden. Während der COVID-19-Pandemie wurden Online-Unterricht und digitale Lehrformen erheblich ausgebaut und anschließend dauerhaft in den Unterricht integriert.

Die Inselregierung investiert kontinuierlich in die Modernisierung von Schulgebäuden, die Verbesserung der digitalen Infrastruktur, die Förderung naturwissenschaftlicher Fächer sowie Programme gegen Schulabbrüche. Gleichzeitig gewinnen Umweltbildung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz aufgrund der besonderen Natur- und Vulkanlandschaft Teneriffas zunehmend an Bedeutung im Unterricht.


Schulen, Lehrer und Schüler 1992:

insgesamt                    429                  8 351               151 072

Vorschulen                   39                     687                 17 351

Grundschulen             316                  4 497                 89 159

Höhere Schulen           44                  1 756                26 812

Hochschulen                30                  1 411                21 455

Höhere Bildung

Den Mittelpunkt der Hochschulbildung bildet die Universidad de La Laguna (ULL), die im Jahr 1792 gegründet wurde und zu den ältesten Universitäten Spaniens zählt. Sie befindet sich überwiegend in San Cristóbal de La Laguna und gilt als wichtigste wissenschaftliche Einrichtung der Kanarischen Inseln. An ihren Fakultäten werden Studiengänge unter anderem in Medizin, Pharmazie, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Rechtswissenschaften, Geisteswissenschaften, Sprachwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie, Informatik sowie Sozialwissenschaften angeboten. Die Universität betreibt zahlreiche Forschungszentren und arbeitet eng mit internationalen Hochschulen zusammen.

Die Universität La Laguna (spanisch: Universidad de La Laguna, ULL) ist eine staatliche Universität in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa. Sie wurde offiziell 1922 gegründet, baut aber auf einer langen akademischen Tradition auf, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Heute studieren an der ULL rund 24.000 Studierende an 16 Fakultäten und 64 Instituten.

Der Hauptsitz und die meisten Campusse befinden sich in San Cristóbal de La Laguna, darunter der Campus Central (südöstlich der Altstadt), der Campus de Anchieta (naturwissenschaftliche Fakultäten), der Campus de Guajara (größter Campus, geisteswissenschaftliche Fakultäten) und der Campus de Ofra (Universitätskliniken). Weitere Standorte gibt es in Santa Cruz de Tenerife (z.B. Kunsthochschule, Nautikschule) und im Süden der Insel (Campus del Sur in Adeje). Die Universität ist international vernetzt und bietet zahlreiche Studienprogramme, darunter viele auf Spanisch, aber auch englischsprachige Kurse im Rahmen von Austauschprogrammen. Die Semesterzeiten sind: Wintersemester Mitte September bis Ende Januar, Sommersemester Ende Januar bis Ende Juli.

Ergänzt wird das Hochschulangebot durch verschiedene Fachhochschulen, Kunsthochschulen, Musikschulen sowie Forschungsinstitute. Besonders bedeutend sind Forschungseinrichtungen in den Bereichen Vulkanologie, Meereswissenschaften, Astrophysik, Klimaforschung, Umweltwissenschaften und erneuerbare Energien. Durch die Nähe zum Teide und die hervorragenden astronomischen Beobachtungsbedingungen besitzt Teneriffa internationale Bedeutung für die Astrophysik.

Internationale Austauschprogramme wie Erasmus+ ermöglichen Studierenden und Lehrkräften den Austausch mit Bildungseinrichtungen in ganz Europa. Aufgrund der attraktiven Lebensbedingungen und des milden Klimas entscheiden sich zudem viele ausländische Studierende für ein Studium oder einen Forschungsaufenthalt auf Teneriffa.

Archive und Bibliotheken

Die Biblioteca Municipal de Santa Cruz de Tenerife im Tenerife Espacio de las Artes (TEA) richtet sich besonders an wissenschaftlich Interessierte, bietet aber auch eine große Auswahl an Medien, moderne Arbeitsplätze, 24/7-Zugang und spezielle Bereiche für Kinder und Jugendliche. Sie ist Teil des kanarischen Bibliotheksnetzwerks und überzeugt durch ihre umfassenden Bestände und barrierefreien Zugangsmöglichkeiten.

Das historische Provinzarchiv Archivo Histórico Provincial de Santa Cruz de Tenerife ist die erste Adresse für alle, die sich für die Geschichte Teneriffas interessieren. Es bietet umfangreiche Sammlungen an Originaldokumenten, ist LGBTQ+ freundlich, barrierefrei und verfügt über vielfältige Parkmöglichkeiten – ideal für Forschende und Geschichtsinteressierte.

Die Public Library der Hauptstadt  bietet ein familienfreundliches Angebot, inklusive Kinderbereich und Aktivitäten, sowie einen barrierefreien Zugang. Sie eignet sich besonders für Freizeitlesende und Familien mit Kindern.

Die Biblioteca de Arte im TEA ist spezialisiert auf Kunst und Design und spricht damit vor allem Kunst- und Kulturinteressierte an. Sie bietet ein inspirierendes Umfeld in einem modernen Museumsgebäude.

Die Biblioteca Publica Municipal de La Orotava m Norden der Insel ist besonders für ihre Sprachunterstützung, barrierefreie Ausstattung und ihr kinderfreundliches Angebot bekannt. Sie eignet sich gut für Familien und Menschen, die Unterstützung beim Zugang zu Medien benötigen.

Die English Library in Puerto de la Cruz ist eine kleine, sehr gut bewertete Bibliothek mit englischsprachigem Bestand – ein Geheimtipp für englischsprachige Leser und Expats auf Teneriffa.

Die Bibliothek der Deutschen Schule (Colegio Alemán) bietet ein vielfältiges Medienangebot auf Deutsch und ist ein wichtiger Treffpunkt für die deutschsprachige Community, insbesondere für Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter.

Kultur

Teneriffa vereint eine lebendige Mischung aus altkanarischen Traditionen, spanischen Einflüssen und moderner Kultur: Das kulturelle Leben auf der Insel ist geprägt von farbenfrohen Festen wie dem weltberühmten Karneval in Santa Cruz, traditionellen Romerías (Wallfahrten mit Volksfestcharakter), Musikfestivals und künstlerischen Veranstaltungen in Museen, Galerien und Theatern. In fast jedem Ort gibt es aktive Folkloregruppen, die Tänze und Musik pflegen, während Städte wie Santa Cruz de Tenerife und La Laguna mit ihrem reichen historischen Erbe, zahlreichen Museen und einer pulsierenden Kulturszene als kulturelle Zentren fungieren. Die Kultur Teneriffas ist tief in den Traditionen der Guanchen verwurzelt, wird jedoch auch von südamerikanischen Einflüssen und internationalen Trends bereichert, was sie besonders vielfältig und offen macht.

Museen

Organismo Autónomo de Museos y Centros de Tenerife (OAMC), seit 2011 Museos de Tenerife genannt, ist eine lokale autonome Einrichtung, die zum Cabildo Insular de Tenerife gehört. Sie koordiniert sieben Ausstellungseinrichtungen und ist das umfassendste Museumsnetz der Kanarischen Inseln. Ihr Sitz befindet sich derzeit im Museum für Natur und Archäologie von Santa Cruz de Tenerife.

Im Jahr 1990 gründete das Cabildo von Teneriffa die Autonome Körperschaft für Museen und Zentren, die als lokale autonome Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit und voller Handlungsfähigkeit strukturiert ist. Zu ihren Zielen gehören die Erforschung, die Katalogisierung, der Schutz und die Erhaltung des kulturellen Erbes der Insel und im weiteren Sinne des kanarischen und makaronesischen Raums sowie anderer geografischer Gebiete von Interesse, sowie die Verbreitung und Förderung von Kultur, Wissenschaft und Bildung.  Zum Verband gehören:

  • Museo de la Naturaleza y la Arqueología (Santa Cruz de Tenerife), bestehend aus El Museo Arqueológico de Tenerife, El Museo de Ciencias Naturales de Tenerife und El Instituto Canario de Bioantropología
  • Museo de Historia y Antropología de Tenerife (San Cristóbal de La Laguna), mit El Museo de Historia de Tenerife (Casa Lercaro) (San Cristóbal de La Laguna) und El Museo de Antropología de Tenerife (Casa de Carta)
  • Museo de la Ciencia y el Cosmos (San Cristóbal de La Laguna)
  • Centro de Documentación Canarias y América (San Cristóbal de La Laguna)
  • Centro de Interpretación Castillo de San Cristóbal (Santa Cruz de Tenerife)
  • Centro de Interpretación Cueva del Viento (Icod de los Vinos)

Architektur

Die Architektur Teneriffas spiegelt die wechselvolle Geschichte der Insel wider und vereint Einflüsse der Ureinwohner, der spanischen Kolonialzeit sowie moderner internationaler Architektur. Historische Stadtkerne mit prächtigen Bürgerhäusern, Klöstern und Kirchen stehen ebenso für das architektonische Erbe der Insel wie avantgardistische Bauwerke des 20. und 21. Jahrhunderts. Vulkanischer Basalt, Tuffstein und kanarisches Kiefernholz zählen seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Baumaterialien. Charakteristisch für die traditionelle kanarische Architektur sind weiß getünchte Häuser, Innenhöfe (Patios), kunstvoll geschnitzte Holzbalkone, massive Holztüren sowie Dächer mit roten Ziegeln. Die Bauweise wurde den klimatischen Bedingungen angepasst und sorgt für natürliche Belüftung sowie Schutz vor Sonne und Feuchtigkeit.

Als bedeutendstes architektonisches Ensemble der Insel gilt die Altstadt von San Cristóbal de La Laguna. Sie wurde im Jahr 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gehört zu den am besten erhaltenen Kolonialstädten Spaniens. Die im späten 15. Jahrhundert gegründete Stadt war die erste nicht befestigte Kolonialstadt nach einem geometrischen Straßenraster und diente später zahlreichen Städten in Lateinamerika als Vorbild. Breite rechtwinklige Straßen, großzügige Plätze sowie zahlreiche Adelspaläste, Klöster und Kirchen prägen das historische Stadtbild. Besonders sehenswert sind die Casa de los Capitanes Generales, das ehemalige Kloster Santo Domingo, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Herrenhäuser mit ihren typischen hölzernen Balkonen und Innenhöfen.

Auch die historische Altstadt von La Orotava zählt zu den schönsten Beispielen kanarischer Kolonialarchitektur. Die wohlhabende Stadt entwickelte sich während der Blüte des Zuckerrohr- und später des Weinhandels zu einem bedeutenden Zentrum des Nordens. Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster führen vorbei an prachtvollen Bürgerhäusern, reich verzierten Holzbalkonen und kunstvollen Innenhöfen. Besonders bekannt ist die Casa de los Balcones aus dem 17. Jahrhundert, deren aufwendig geschnitzte Holzbalkone als Meisterwerke kanarischer Holzarchitektur gelten. Zahlreiche Kirchen, Klöster und öffentliche Gebäude aus der Renaissance und dem Barock ergänzen das historische Stadtbild.

Eine besondere Stellung nimmt der Jardín de Aclimatación de La Orotava, besser bekannt als Botanischer Garten von Puerto de la Cruz, ein. Er wurde bereits 1788 im Auftrag von König Karl III. angelegt, um tropische Pflanzen aus Amerika, Afrika und Asien an das europäische Klima zu gewöhnen. Neben seiner botanischen Bedeutung besitzt der Garten auch einen hohen architektonischen Wert. Historische Gewächshäuser, Brunnen, Natursteinmauern, Treppenanlagen und Gartenpavillons bilden gemeinsam mit der exotischen Vegetation ein harmonisches Gesamtkunstwerk der Gartenarchitektur.

Zu den rätselhaftesten Bauwerken Teneriffas gehören die Pyramiden von Güímar. Dabei handelt es sich um sechs stufenförmige Steinbauten aus Lavagestein, deren Ursprung lange Zeit umstritten war. Heute geht man überwiegend davon aus, dass sie im 19. Jahrhundert beim Anlegen landwirtschaftlicher Terrassen entstanden. Dennoch weisen ihre präzise Ausrichtung nach astronomischen Gesichtspunkten und ihre ungewöhnliche Bauweise interessante architektonische Besonderheiten auf. Der norwegische Forscher Thor Heyerdahl machte die Anlage international bekannt. Heute gehört sie zu einem archäologischen Freilichtmuseum mit umfangreichen Ausstellungen.

Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife verbindet historische Architektur mit moderner Stadtentwicklung. Rund um den Hafen entstanden seit dem 18. Jahrhundert repräsentative Verwaltungsgebäude, Handelshäuser und Plätze. Zu den bedeutendsten Bauwerken zählen die Plaza de España, die Iglesia de la Concepción, das Teatro Guimerá sowie zahlreiche Jugendstil- und Kolonialbauten entlang der Einkaufsstraßen. Moderne Bürogebäude, Hotels und Einkaufszentren ergänzen heute das historische Stadtbild. Auch das Gebäude des kanarischen Parlaments gehört zu den markanten öffentlichen Bauwerken der Hauptstadt.

Das bekannteste moderne Bauwerk Teneriffas ist das Auditorio de Tenerife in Santa Cruz. Die futuristische Konzerthalle wurde nach Plänen des spanischen Architekten Santiago Calatrava errichtet und 2003 eröffnet. Das Gebäude gilt als Wahrzeichen der Insel und zählt zu den bedeutendsten Beispielen zeitgenössischer Architektur Spaniens. Charakteristisch ist das riesige geschwungene Dach aus Stahlbeton, das wie eine Welle oder ein Segel über dem Gebäude schwebt. Das Auditorio beherbergt einen großen Konzertsaal mit hervorragender Akustik und dient als Spielstätte des Sinfonieorchesters von Teneriffa sowie zahlreicher internationaler Musik- und Kulturveranstaltungen.

Der Loro Parque in Puerto de la Cruz ist zwar vor allem als zoologischer Garten bekannt, besitzt jedoch ebenfalls bemerkenswerte architektonische Anlagen. Orientalisch gestaltete Tempel, großzügige Gartenanlagen, Wasserfälle und kunstvoll gestaltete Gebäude bilden eine außergewöhnliche Kombination aus Landschafts- und Themenarchitektur. Besonders beeindruckend sind die im Thai-Stil errichteten Eingangsgebäude sowie die aufwendig gestalteten Tierhäuser.

Eine architektonische Besonderheit stellt die Modellanlage Pueblo Chico im Valle de La Orotava dar. Auf einer großen Freifläche wurden zahlreiche historische Gebäude, Kirchen, Plätze und Landschaften der Kanarischen Inseln detailgetreu im Maßstab nachgebildet. Die Anlage vermittelt einen umfassenden Überblick über die Architektur und Stadtentwicklung des Archipels.

Zu den bedeutendsten Museumsgebäuden gehört das Museo de la Naturaleza y Arqueología in Santa Cruz de Tenerife. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Zivilhospital des 18. Jahrhunderts, das später umfassend restauriert wurde. Es beherbergt bedeutende archäologische Sammlungen zur Geschichte der Guanchen, darunter zahlreiche Mumien, Grabbeigaben sowie naturkundliche Ausstellungen über die Entstehung der Kanarischen Inseln.

Die Basilika Nuestra Señora de Candelaria zählt zu den wichtigsten Sakralbauten der Kanarischen Inseln. Sie wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts im neoklassizistischen Stil errichtet und ist der Schutzpatronin der Kanaren, der Virgen de Candelaria, geweiht. Der monumentale Glockenturm, die weitläufige Platzanlage mit den Bronzestatuen der Guanchenfürsten sowie die schlichte, helle Innenarchitektur machen die Basilika zu einem bedeutenden Wallfahrtsort und einem Wahrzeichen der Insel.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Kathedrale von San Cristóbal de La Laguna. Sie entstand auf den Fundamenten einer älteren Kirche und erhielt Anfang des 20. Jahrhunderts ihre heutige Gestalt im neogotischen Stil. Die imposante Kuppel, die hohen Gewölbe, kunstvollen Glasfenster sowie zahlreiche Gemälde und Altäre verleihen dem Bauwerk große architektonische Eleganz. Als Sitz des Bischofs der Diözese San Cristóbal de La Laguna ist sie das wichtigste katholische Gotteshaus der Insel.

Neben diesen berühmten Bauwerken prägen zahlreiche kleinere Dorfkirchen, historische Klöster, Gutshäuser, Windmühlen, Herrenhäuser sowie traditionelle Bauernhöfe das Landschaftsbild Teneriffas. Besonders in den Bergdörfern sind viele historische Gebäude aus Naturstein und kanarischem Kiefernholz erhalten geblieben. Moderne Architektur findet sich vor allem in den Tourismuszentren im Süden, wo Hotels, Apartmentanlagen und Freizeiteinrichtungen nach internationalen Standards errichtet wurden und häufig Elemente der kanarischen Bauweise mit zeitgenössischem Design verbinden.

Bildende Kunst

Teneriffa ist ein lebendiges Zentrum für bildende Kunst, das sowohl die lokale als auch die internationale Kunstszene fördert und präsentiert. Tenerife Espacio de las Artes (TEA), ein modernes Kunst- und Kulturzentrum im Herzen von Santa Cruz de Tenerife, präsentiert zeitgenössische Kunst, Fotografie, Film und neue Medien und beherbergt die Inselbibliothek, Ausstellungsräume, ein Kino und ein Café.

Das Städtische Museum der Schönen Künste (Museo de Bellas Artes) liegt in einem klassizistischen Gebäude in Santa Cruz de Tenerife. Es bietet eine Ausstellung von Gemälden, Skulpturen und Kleinkunst vom 16. bis 20. Jahrhundert. Bedeutende Werke sind Triptychon „Anbetung der Könige“ (Pieter Coecke), „San Andrés“ (José de Ribera), „Orfeo“ (Brueghel), Porträt der Königin Isabel II. (Federico de Madrazo), Werke von Joaquín Sorolla und kanarischen Künstlern wie Gaspar de Quevedo, Cristóbal Hernández de Quintana und González Méndez.

Das Museum für zeitgenössische Kunst Eduardo Westerdahl in Puerto de la Cruz präsentioert Dauer- und Wechselausstellungen mit nationaler und internationaler Kunst des 20. Jahrhunderts mit Werken unter anderem von Óscar Domínguez (Surrealismus), Manolo Millares, Lola Massieu (Avantgarde), Wolfgang Paalen, Luc Peire, Eduardo Úrculo und Angel Ferrant.

Die Fundación Cristino de Vera-Espacio Cultural CajaCanarias in La Laguna widmet sich dem Werk des kanarischen Malers Cristino de Vera und zeigt Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler.

Die wichtigsten  Stilrichtungen sind Landschaftsmalerei, religiöse Motive, Porträts im Stile des Surrealismus, Avantgarde und Pop-Art samt experimenteller Medien. Die bekanntesten Künstlere sind Óscar Domínguez (Surrealist), Manolo Millares, Lola Massieu, Cristino de Vera, Eduardo Úrculo (Pop-Art).

Weitere kulturelle Institutionen sind

  • MAIT – Museum für Iberoamerikanisches Kunsthandwerk (Santa Cruz)
  • Casa Tafuriaste – Keramikmuseum (La Orotava)
  • Centro Alfarero – Töpfermuseum (Arguayo)

Literatur

Die Literatur Teneriffas ist eng mit der Geschichte, Landschaft und kulturellen Entwicklung der Insel verbunden und reicht von den ersten Chroniken nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert bis in die internationale Gegenwartsliteratur. Früheste Texte wurden von Geistlichen und Chronisten verfasst, die die Eroberung der Insel, das Leben der Guanchen und die Christianisierung dokumentierten. Werke von Autoren wie Alonso de Espinosa und Juan de Abreu Galindo sind dabei zentrale historische Quellen, da sie frühe Überlieferungen mit religiösen und ethnografischen Beobachtungen verbinden.

Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich auf Teneriffa eine stärker eigenständige literarische Kultur, die von den Ideen der Aufklärung, aber auch von Romantik und Realismus geprägt war. Natur und Landschaft rückten zunehmend in den Mittelpunkt literarischer Darstellungen, ebenso wie soziale Fragen, Armut und die Auswanderung vieler Inselbewohner nach Amerika.

Im 20. Jahrhundert entstand eine moderne kanarische Literatur, die stark von Identitätssuche, politischer Erfahrung und der Inselsituation geprägt ist. Bedeutende Autoren wie Pedro García Cabrera, Agustín Espinosa und Isaac de Vega entwickelten unterschiedliche literarische Formen zwischen Lyrik, Surrealismus und existenzialistischer Prosa. Besonders prägend war auch Rafael Arozarena, dessen Roman „Mararía“ zu den wichtigsten Werken der kanarischen Literatur zählt und das Leben, die Einsamkeit und die sozialen Spannungen der Inselgesellschaft beschreibt.

Die Gegenwartsliteratur ist vielfältig und international vernetzt. Autorinnen wie Elsa López oder Alicia Llarena beschäftigen sich mit Erinnerung, Identität und kultureller Zugehörigkeit, während jüngere Stimmen wie Andrea Abreu mit Werken wie „Panza de burro“ (deutsch: „So forsch, so furchtlos“) große internationale Aufmerksamkeit erlangt haben. Auch der deutsche Roman „Archipel“ von Inger-Maria Mahlke verarbeitet die Geschichte der Insel literarisch und verbindet verschiedene Zeitebenen und Perspektiven.

Neben der kanarischen Literatur haben zahlreiche internationale Schriftsteller Teneriffa als Inspirationsort genutzt. Alexander von Humboldt beschrieb die Natur des Teide und machte die Insel europaweit bekannt, während Autoren wie Jules Verne oder Agatha Christie die exotische Atmosphäre literarisch aufgriffen.

Theater

Teneriffa bietet eine lebendige Theaterszene mit historischen Häusern, modernen Bühnen und vielfältigen Aufführungen für jeden Geschmack.

Das Teatro Leal San Criustóbal de La Laguna ist eines der architektonisch beeindruckendsten und traditionsreichsten Theater der Insel, bekannt für seine prachtvolle Fassade, aufwendige Innenmalereien und ein vielseitiges Programm von Musik, Theater und Film bis hin zu Festivals. Die zentrale Lage in La Laguna und die moderne Bühnentechnik machen es zu einem kulturellen Hotspot auf Teneriffa.

Teatro Guimerá, das älteste Theater der Kanarischen Inseln, bietet ein breites Spektrum an hochwertigen Aufführungen – von klassischen Stücken über Oper bis zu modernen Inszenierungen – und ist für seine gute Akustik und das vielfältige Programm bekannt.

Das Teatro Victoria ist ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance, das besonders für innovative Produktionen, Workshops und Festivals geschätzt wird und eine wichtige Rolle in der Förderung junger Künstler spielt.

Timaginas Teatro ist eine engagierte Theatergruppe und Spielstätte, die sich auf klassische und moderne Stücke spezialisiert hat und durch ihre Nähe zum Publikum und familiäre Atmosphäre hervorsticht.

Das trendige Dinner-Theater El Desleal Teatro Cuerpo Imagen bietet neben klassischen Aufführungen auch Live-Musik, Karaoke und ein geselliges Ambiente – ideal für einen unterhaltsamen Abend mit Freunden oder Familie.

Zalatta Teatro S.L. ist für seine kreativen Inszenierungen und Theaterpädagogik bekannt und richtet sich mit einem abwechslungsreichen Programm auch an Kinder und Familien.

Film

Teneriffa bietet eine lebendige Kinolandschaft mit modernen Multiplexen, charmanten Stadtkinos und regelmäßigen Filmreihen – ergänzt durch zahlreiche internationale Filmproduktionen, die auf der Insel gedreht wurden.

Das moderne Multiplex-Kino Yelmo Cines im Einkaufszentrum La Villa in La Orotava ist für seine große Auswahl an aktuellen internationalen und spanischen Filmen, komfortable Ausstattung und barrierefreien Zugang bekannt. Es hebt sich durch 3D-Vorführungen und familienfreundliche Atmosphäre hervor.

Das beliebte Cines Price Prime im Zentrum von Santa Cruz bietet eine hochwertige Filmauswahl, moderne Technik und ist besonders bei Filmliebhabern für sein gepflegtes Ambiente und die gute Filmauswahl geschätzt.

Das X-Sur Cine (Muilticines Gran Sur) im Einkaufszentrum X-Sur in Costa Adeje punktet mit großzügigen, barrierefreien Räumen, familienfreundlicher Atmosphäre und einer breiten Auswahl an internationalen Blockbustern, oft auch in Originalsprache.

Das Kino iMulticines Tenerife m Einkaufszentrum Alcampo in La Laguna ist für Live-Events, Opernübertragungen und ein abwechslungsreiches Filmprogramm bekannt und eignet sich besonders für Familien und Kulturinteressierte.

Das Kino im Zentral Center ist ideal für Urlauber im Süden der Insel, bietet mehrere Säle, Snacks und ein familienfreundliches Umfeld – perfekt für einen entspannten Kinoabend nach dem Strand.

Das Deutsche Kino in der Stiftung Cristino de Vera (La Laguna) veranstaltet regelmäßig Filmreihen mit beliebten deutschen Filmen, was besonders für deutschsprachige Besucher und Cineasten mit Interesse an europäischem Kino attraktiv ist.

Teneriffa ist ein beliebter Drehort für internationale Produktionen wie 'Fast & Furious 6', 'Doctor Who', 'The Witcher' und 'Jason Bourne'. Die spektakulären Landschaften bieten Filmtouristen und Fans die Möglichkeit, berühmte Kulissen zu entdecken und die Insel aus einer neuen Perspektive zu erleben.

Musik und Tanz

Die frühesten musikalischen Wurzeln reichen in die Zeit der Guanchen zurück, der vorkolonialen Bevölkerung der Insel. Auch wenn ihre Musik nicht schriftlich überliefert ist, gelten rhythmische Gesänge, Trommeln und einfache Tanzformen als Teil einer archaischen Kultur, die stark mit Ritualen, Naturverehrung und gemeinschaftlichen Zeremonien verbunden war. Diese Elemente wirken in einigen heutigen Tanzformen wie dem Tajaraste nach, der als einer der ältesten überlieferten kanarischen Tänze gilt und durch Trommelrhythmen, einfache Schritte und rituelle Bewegungen geprägt ist.

Mit der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert kamen neue musikalische Formen auf die Insel, insbesondere aus Andalusien. Daraus entwickelten sich typische kanarische Volksmusikstile wie Isas, Folías, Malagueñas und Seguidillas. Diese Lieder- und Tanzformen sind bis heute ein Kernbestandteil der Folklore. Sie werden häufig bei Volksfesten, religiösen Prozessionen und Dorffeiern aufgeführt und zeichnen sich durch Gesang, Gitarrenbegleitung und rhythmische Struktur aus. Die Texte handeln oft von Liebe, Alltag, Sehnsucht, Natur und dem Leben auf der Insel.

Ein zentrales Instrument der kanarischen Musik ist die Timple, ein kleines, fünfsaitiges Zupfinstrument, das als Symbol der Inselmusik gilt. Sie wird sowohl solistisch als auch in Ensembles eingesetzt und prägt den typischen Klang der traditionellen Musik. Ergänzt wird sie durch klassische Gitarren, Trommeln (wie Bombo oder Tambor), Kastagnetten (Chácaras) sowie gelegentlich Flöten oder andere traditionelle Instrumente.

Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich eine stärker organisierte Musikszene. Komponisten wie Teobaldo Power y Lugo Viña aus Santa Cruz de Tenerife trugen zur Verbindung von klassischer Musik und kanarischer Folklore bei. Seine Werke sind bis heute Teil des musikalischen Kulturerbes der Insel.

Besonders bedeutend für die Bewahrung und Popularisierung der traditionellen Musik ist die Gruppe Los Sabandeños, die 1966 gegründet wurde. Sie gilt als eine der wichtigsten Folkloregruppen der Kanarischen Inseln und verbindet traditionelle Lieder mit modernen Arrangements. Daneben existieren zahlreiche weitere Gruppen und „parrandas“, also musikalische Volksensembles, die regional sehr aktiv sind und das musikalische Erbe lebendig halten.

Neben der traditionellen Musik ist Teneriffa heute auch in moderne Musikrichtungen eingebunden. Pop, Rock, Jazz und klassische Musik sind fest in der Kulturszene verankert. Internationale Bedeutung hat das Festival Internacional de Música de Canarias, bei dem auf Teneriffa regelmäßig hochkarätige klassische Konzerte stattfinden und internationale Orchester auftreten.

Kleidung

Die traditionelle Kleidung und Tracht auf Teneriffa ist ein lebendiger Ausdruck der Inselkultur und spielt bei Festen, Romerías, Bailes de Magos und anderen traditionellen Anlässen eine zentrale Rolle. Zur Frauenkleidung gehört ein auf dem Webstuhl gefertigter Wollrock, meist mit roter oder schwarzer Basis und bunten Längsstreifen. Darüber wird eine bestickte Schürze getragen. Unter dem Rock befindet sich ein bestickter Unterrock. Das Hemd ist aus Baumwolle oder Leinen, oft mit einem bestickten Mieder. Ein Hut mit Schal ist typisch. Schmuck, filigrane Haarnadeln und farbenfrohe Schärpen ergänzen das Outfit.

Die Männerkleidung besteht aus einer schwarzen Wollhose, bestickten Leinengamaschen, einer roten Schärpe um die Taille, einem weißen, mit Baumwolle oder Leinen bestickten Hemd und einer aus Wolle gefertigten, manchmal mit einem typischen „Esperancera“-Umhang versehenen Weste.

Die Tracht von La Orotava ist besonders elegant und detailreich – langer, farbenfroher Rock, weiße Bluse mit aufwendiger Stickerei, kunstvolle Schärpe, oft mit handgefertigtem Schmuck und filigranen Haarnadeln. Die Tracht von El Rosario ist einfacher und ländlicher – knielanger Rock, weiße Bluse, bunter Schal, traditionelle Kopfbedeckungen mit Blumen oder Schleifen. Santa Cruz de Tenerife bietet eine Mischung aus urbanem Chic und traditionellen Elementen – elegante Kleider mit modernen Schnitten und traditionellen Stickereien, Männer tragen traditionelle Jacken mit handgewebten Gürteln.

Trajes tradicionales sind historisch gewachsene, traditionelle Trachten mit regionalen Unterschieden, oft über Generationen weitergegeben. Trajes típicos sind standardisierte Modelle, die als Symbol für die Insel oder das Fest dienen, wie die bekannte Tracht von La Orotava.

Die Trachten werden üblicherweise mit großem Stolz getragen und sind Ausdruck der Verbundenheit mit der Heimat und der Pflege alter Traditionen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Inselidentität und werden besonders bei Festen und Feierlichkeiten sichtbar

Kulinarik und Gastronomie

Die tinerfenische Küche ist vergleichsweise einfach, aber sehr aromatisch und basiert stark auf regionalen Zutaten wie Kartoffeln, Mais, Fisch, Ziegenfleisch, Hülsenfrüchten und verschiedenen lokalen Soßen und Gewürzen. Ein Grundnahrungsmittel ist die kanarische Kartoffel, die besonders als „Papas arrugadas“ (Runzelkartoffeln) berühmt ist. Sie werden in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis sich eine typische Salzkruste bildet, und traditionell mit „Mojo“ serviert – einer typischen Sauce, die es in grüner (Koriander- oder Petersilienbasis) und roter Variante (Paprika, Knoblauch, Chili) gibt. Diese Kombination gilt als eines der bekanntesten Gerichte der gesamten Kanarischen Inseln.

Eine weitere traditionelle Spezialität ist „Gofio“, ein geröstetes Getreidemehl, das bereits von den Guanchen verwendet wurde. Es wird sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten genutzt, etwa als Beilage, in Suppen oder als „Gofio escaldado“, bei dem es mit Fischbrühe zu einer dicken Masse verarbeitet wird. Gofio gilt bis heute als Symbol der kanarischen Ernährungsgeschichte.

Die Inselküche ist stark von Fisch und Meeresfrüchten geprägt, da Teneriffa eine lange Küstenlinie besitzt und der Atlantik eine wichtige Nahrungsquelle darstellt. Typische Fischarten sind Thunfisch, Sardinen, Sama oder Vieja (Papageifisch). Fisch wird häufig gegrillt, gebraten oder in Salzteig gegart und meist sehr schlicht mit Kartoffeln oder Mojo serviert, um den Eigengeschmack zu erhalten.

Auch Fleischgerichte spielen eine wichtige Rolle, insbesondere Ziegenfleisch (Cabrito) und Schweinefleisch. Beliebt sind Gerichte wie „Ropa vieja“, ein Eintopf aus Fleischresten, Kichererbsen und Gemüse, sowie „Carne de fiesta“, mariniertes und gebratenes Schweinefleisch. In ländlichen Regionen ist die traditionelle Küche besonders stark erhalten geblieben und wird oft noch in großen Familienportionen zubereitet.

Ein charakteristisches Element der Gastronomie ist die Verwendung lokaler Käsesorten, insbesondere Ziegenkäse, der oft geräuchert oder leicht gereift angeboten wird. Er ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaft und wird sowohl pur als auch in Gerichten oder als Tapas serviert.

Auch Süßspeisen haben eine lange Tradition. Typische Desserts sind „Bienmesabe“ (eine süße Creme aus Mandeln, Honig und Eigelb), „Frangollo“ (ein Pudding aus Maismehl, Milch und Zitrusnoten) oder „Truchas de Navidad“, gefüllte Teigtaschen, die besonders zur Weihnachtszeit beliebt sind.

Die Gastronomie Teneriffas ist stark von der Tapas-Kultur geprägt. In Bars und kleinen Restaurants werden viele kleine Gerichte serviert, die gemeinsam gegessen werden und eine große Vielfalt der Inselküche zeigen. Wein spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Teneriffa besitzt mehrere kleine, aber qualitativ hochwertige Weinregionen, die vor allem autochthone Rebsorten wie Listán Negro oder Malvasía kultivieren.

Typische Gerichte und Spezialitäten sind:

  • Papas Arrugadas mit Mojo: Kleine, in Salzwasser gekochte Kartoffeln mit runzeliger Schale, serviert mit Mojo verde (grün, mit Koriander) oder Mojo rojo (rot, mit Paprika und Chili)..
  • Gofio: Geröstetes Mehl aus Mais oder Weizen, das als Grundlage für viele Gerichte dient, zum Beispiel als Beilage, in Suppen oder als Dessert.
  • Conejo en Salmorejo: Mariniertes Kaninchenfleisch, gebraten und mit Papas Arrugadas serviert, typisch für den Norden der Insel.
  • Ropa Vieja: Eintopf aus zerrissenem Fleisch, Kichererbsen und Gemüse, der ursprünglich aus Resten zubereitet wurde.
  • Puchero Canario: Herzhafter Eintopf mit Kichererbsen, Gemüse und verschiedenen Fleischsorten.
  • Carne de Fiesta: Mariniertes und gebratenes Schweinefleisch, serviert mit Bratkartoffeln, oft bei Festen angeboten.
  • Sancocho: Gesalzener Fisch, meist mit Kartoffeln und Süßkartoffeln gekocht, serviert mit Mojo und Gofio.
  • Escaldón de Gofio: Gofio mit Brühe vermengt, bis eine breiige Konsistenz entsteht, oft mit Zwiebeln und Käse serviert.
  • Frangollo: Süßer Maisgrießpudding mit Zitronenschale, Zimt und Mandeln, ein traditionelles Dessert.
  • Arepas: Kleine Fladen aus Maismehl, gefüllt mit Käse, Fleisch oder Gemüse, ursprünglich aus Venezuela, aber auf Teneriffa sehr beliebt.
  • Gebackener Käse mit Mojo: Geräucherter kanarischer Käse, gebacken und mit Mojo-Sauce serviert.
  • Pulpo a la Gallega: Zubereitet nach galicischer Art, aber auch auf Teneriffa weit verbreitet: gegarter Tintenfisch mit Paprika und Olivenöl.

Lokale Getränke sind:

  • Weine aus Teneriffa: Die Insel ist bekannt für ihre eigenen Weine, besonders aus dem Anbaugebiet Tacoronte-Acentejo und dem Valle de Güímar.
  • Ron Miel: Honigrum, ein aromatischer Likör, der gerne als Digestif serviert wird.
  • Barraquito: Typischer kanarischer Kaffee mit Kondensmilch, Likör und Zimt.

Die Gastronomie auf Teneriffa reicht von gemütlichen Guachinches (traditionelle Lokale mit lokalem Wein und Hausmannskost) bis hin zu gehobenen Restaurants mit moderner Küche. Besonders in Santa Cruz, La Laguna und Puerto de la Cruz findet man eine große Auswahl an authentischen und internationalen Restaurants. Teneriffa bietet somit eine reiche und abwechslungsreiche Küche, die sowohl traditionelle als auch moderne Einflüsse vereint und bei jedem Besuch kulinarische Entdeckungen ermöglicht.

Festkultur

Offizielle Feiertage sind:

  • 1. Januar -  Año Nuevo (Neujahr)
  • 6. Januar -  Los Reyes (Heilige Drei Könige)
  • 2. Februar  -  La Candelaria (Lichtmess)
  • April -  Semana Santa (Karwoche) und Pascua (Ostern)
  • 1. Mai -  Día del Trabajo (Tag der Arbeit)
  • 1. Maisonntag  -  Día de la Madre (Muttertag)
  • Ende Mai -  Corpus Christi (Fronleichnam)
  • 30. Mai -  Día del Canarios (Tag der Kanaren): Regionalfeiertag
  • Anfang Juni -  Pentecostés (Pfingsten)
  • 24. Juni -  Fiesta San Juan Bautista (Johannistag): Sonnwendfeiern
  • 29. Juni -  Pedro y Paulo (Peter und Paul)
  • 25. Juli -  Santiago (Jakobstag): Fest des Schutzpatrons Spaniens
  • 15. August -  Asunción (Mariae Himmelfahrt)
  • 12. Oktober -  Día de la Hispanidad (Spanischer Nationalfeiertag) zur Erinnerung an die „Entdeckung Amerikas“ durch Kolumbus
  • 1. November -  Todos los Santos (Allerheiligen)
  • 6. Dezember -  Día de la Constitución (Tag der spanischen Verfassung)
  • 8. Dezember -  Inmaculada Concepción (Unbefleckte Empfängnis Marias)
  • 25. Dezember -  Navidad (Weihnachten)
  • 31. Dezember -  Noche del Año Viejo (Altjahrstag)

Teneriffa ist bekannt für seine lebendige Festkultur mit zahlreichen traditionellen und modernen Festen, die das ganze Jahr über stattfinden. Hier sind die wichtigsten und beliebtesten Feste auf der Insel:

  • Karneval von Santa Cruz de Tenerife: Das größte und bekannteste Fest der Insel, das international als einer der wichtigsten Karnevals weltweit gilt. Es findet im Februar statt und zieht Besucher aus aller Welt an. Highlights sind große Umzüge (Cabalgata Anunciadora), Wahl der Karnevalskönigin, Musikwettbewerbe und bunte Kostüme.
  • Romerías (Wallfahrten): Dabei handelt es sich um religiöse Prozessionen mit Volksfestcharakter, bei denen Einheimische in traditionellen Trachten teilnehmen. Besonders bekannt sind die Romería de San Benito in La Laguna und die Romería de la Cruz in Santa Cruz. Beginn ist meist im März in Candelaria, weitere Romerías folgen im Jahresverlauf in verschiedenen Orten.
  • Semana Santa (Karwoche): Im Mittelpunkt stehen religiöse Feierlichkeiten mit beeindruckenden Prozessionen, besonders in La Laguna und La Orotava. Die Veranstaltungen sind eine Kombination aus Spiritualität, Musik, regionaler Küche und Freizeitaktivitäten.
  • Fronleichnam wird auf Teneriffa sogar zweimal gefeiert. Besonders in La Orotava werden kunstvolle Sand- und Blumenteppiche angefertigt, die als Weg für die Prozession dienen. Die Tradition der Teppichkunst geht bis ins Jahr 1847 zurück.
  • Maifeste in Santa Cruz sind Feiern zum Stadtgründungsjubiläum mit Prozessionen, Musik, Tanz, Wettbewerben und kulinarischen Angeboten. Die Romería de la Cruz ist ein zentrales Ereignis.
  • Noche de San Juan (Johannisfeuer) sind Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende am 23./24. Juni. Im Nordwesten entzündet man Feuer, in Puerto de la Cruz wird das traditionelle Ziegenbad am Strand durchgeführt.
  • Fiestas de San Andrés finden am 29. November in Icod de los Vinos statt. Es ist eijn einzigartiges Spektakel: Teilnehmer rutschen auf Holzbrettern die steilen Straßen hinunter.
  • Fiestas del Cacharros in Puerto de la Cruz. Einheimische ziehen alte Küchenutensilien durch die Straßen – Erinnerung an die Reinigung der Weinfässer.
  • Corazones de Tejina um den 24. August. Es ist ein einzigartiges Fest mit riesigen, kunstvoll gestalteten Herzen aus Papier, die durch das Dorf getragen werden.
  • Feste zu Ehren der Virgen de Candelaria sind religiöse Feierlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin der Kanaren im August. Pilger aus ganz Teneriffa besuchen die Basilika in Candelaria.
  • Feste zu Ehren lokaler Schutzheiliger: Fast jede Gemeinde feiert jährlich ihr Patronatsfest mit Prozessionen, Musik und regionalen Spezialitäten.
  • Festivbis al Internacional de Música de Canarias ist ein int bis rnationales Musikfestival im Januar bis und Februar mit Konzerten auf Teneriffa und Gran Can bis ria.

Medien

Die wichtigsten Printmedien auf Teneriffa sind bis egionale Zeitungen, die sowohl lokale als auch überregionale bis chrichten abdecken. Besonders bedeutend ist „El Día bis , eine traditionsreiche Tageszeitung mit Sitz in Santa Cruz de Ten bis rife, die lange Zeit als wichtigste Stimme der Insel g bis lt und stark auf lokale Politik, Gesellschaft und Wirtschaf bis fokussiert ist. Daneben spielen auch bis kanarienweite Medien wie „Diario de Avisos“ eine bis ichtige Rolle, das als eine der ältesten Zeitungen Spaniens gilt und sowohl kulturelle als auch politische Themen behandelt. Ergänzt wird b is ie Printlandschaft durch kostenlose Wochenzeitungen und Stadtmagazine, die sich häufig auf Touri bis mus, Veranstaltungen und lokale Kultur konzentrieren.

Im Bereich Radio ist Teneriffa durch ein dichtes Netz öffentlich-rechtlicher und privater Sender geprägt. Wichtige nationale Sender wie RNE (Radio Nacional de España) und große private Ketten wie Cadena SER, COPE oder Onda Cero betreiben regionale Studios auf der Insel. Diese liefern tägliche Nachrichten aus Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur mit starkem Bezug zu den Kanaren. Ergänzt wird das Angebot durch lokale Radiosender, die oft Musik, lokale Ereignisse und Gemeindeinformationen in den Mittelpunkt stellen.

Das Fernsehen wird sowohl durch nationale spanische Sender als auch durch regionale Kanäle geprägt. Besonders wichtig ist der öffentlich-rechtliche Regionalsender Telspeziell für die Kanarischen Inseln produziert. Er berichtet über lokale Politik, Kultur, Wirtschaft und gesellschaftliche Themen und spielt eine zentrale Rolle bei der regionalen Identitätsbildung. Daneben sind auch die großen spanischen Sendergruppen wie RTVE, Antena 3 und Telecinco präsent und werden auf der Insel umfassend empfangen.

Auf Teneriffa erscheinen folgende Zeitungen:

  • Diario de Avisos: Die älteste Zeitung der Kanarischen Inseln, erscheint täglich und ist eine der wichtigsten lokalen Tageszeitungen auf Teneriffa.
  • El Día: Weitere bedeutende Tageszeitung mit Fokus auf lokale und regionale Nachrichten.
  • Wochenblatt: Zeitung der Kanarischen Inseln, erscheint regelmäßig online und als Printausgabe, mit Fokus auf aktuelle Nachrichten, Kultur und Veranstaltungen.
  • Inselmagazin: Monatsmagazin komplett auf Deutsch, mit Nachrichten, Hintergrundwissen und Tipps zu Teneriffa und den Kanaren. Kostenlos an vielen Standorten und als E-Paper verfügbar.
  • Teneriffa News: Online-Portal mit aktuellen Nachrichten, Urlaubstipps, Wetter und mehr für Teneriffa und die Kanaren.
  • Kanarenmarkt: Führendes Online-Nachrichtenportal in deutscher Sprache mit täglichen Updates von allen Kanarischen Inseln.

Radiosender auf Tenerife sind unter anderem:

  • Radio Europa FM: Tägliche Nachrichten und Musik auf Deutsch. Im Norden auf 102.3 & 98.7 FM, im Süden auf 106.8 & 88.5 FM.
  • Schlager Welle (Radio Europa): Musik und Nachrichten auf Deutsch. Im Norden auf 89.6 FM, im Süden auf 87.9 FM.
  • Ofm Jazz Radio: 94.3 MHz im Süden von Teneriffa.
  • Sunshine Radio: 101.5 MHz in Adeje.
  • Power FM Tenerife: 91.1–91.9 MHz in Los Gigantes.

Dazu kommen zahlreiche lokale spanischsprachige Radiostationen auf der Insel. Deutsche Fernsehsender können über Satellit empfangen werden, was in vielen Ferienwohnungen und -häusern Standard ist. Die wichtigsten spanischen Sender (RTVE, Antena 3, Telecinco, Canal Sur, etc.) sind ebenfalls über Kabel oder Satellit verfügbar.

Kommunikation

Teneriffa hat die Telefonvorwahl 0(039)922. Die fünfstelligen Postleitzahlen beginnen mit 38.

Sport

Teneriffa bietet eine außergewöhnliche Vielfalt an Sportmöglichkeiten, die von Wassersport über Outdoor-Abenteuer bis hin zu klassischen Ballsportarten reichen. Dank des ganzjährig milden Klimas ist die Insel ein Paradies für Sportbegeisterte. Beliebte Sportarten auf Teneriffa sind:

  • Surfen, Wellenreiten, Bodyboarden: Über 32 Surfgebiete mit unterschiedlichen Wellen für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Windsurfen und Kitesurfen: Besonders beliebt an Stränden wie El Médano, Playa de las Américas und Los Cristianos.
  • Tauchen und Schnorcheln: Klare Sicht, artenreiche Meereswelt und zahlreiche Tauchschulen machen Teneriffa ideal für Unterwassersport.
  • Segeln, Kajakfahren, Hochseeangeln: Viele Möglichkeiten für Segeltörns, Kajaktouren und Angelausflüge.
  • Wandern: Zahlreiche Wanderwege durch Nationalparks (zum Beispiel Teide, Anaga), Schluchten und Küsten.
  • Mountainbiken und Radfahren: Herausfordernde Strecken durch Berge und Täler, auch mit E-Bikes möglich.
  • Klettern, Canyoning, Gleitschirmfliegen: Vielfältige Angebote für Kletterer, Abenteurer und Paraglider.
  • Gokartfahren: Besonders an der Südküste gibt es Rennstrecken für Kinder und Erwachsene.
  • Golf: Viele erstklassige Golfplätze mit Blick auf Meer und Teide.
  • Tennis: Zahlreiche Tennisplätze, vor allem an der Costa Adeje und in Hotels.
  • Schwimmen: Trainingscamps und Wettkämpfe, zum Beispiel im Tenerife Top Training in Adeje.
  • Reiten: Reitställe und Ausritte durch die Natur.
  • Caving: Höhlenforschung in vulkanischen Höhlensystemen.

Fußball

Fußball ist auf Teneriffa sehr beliebt und wird vor allem durch den Club Deportivo Tenerife (CD Teneriffa) repräsentiert. Der Verein wurde 1922 gegründet und spielt aktuell in der Segunda División, der zweithöchsten spanischen Liga. Die Heimspiele finden im Estadio Heliodoro Rodríguez López in Santa Cruz de Tenerife statt, das rund 24.000 Zuschauer fasst.

CD Teneriffa hat in seiner Geschichte insgesamt 13 Spielzeiten in der Primera División (der ersten spanischen Liga) absolviert. Besonders erfolgreich waren die 1990er-Jahre, als der Verein unter anderem das Halbfinale im UEFA-Pokal erreichte und dabei gegen europäische Spitzenklubs wie Lazio Rom, Feyenoord Rotterdam und Brøndby IF gewann. Seit dem Abstieg 1999 konnte der Verein nicht mehr in die erste Liga zurückkehren, gehört aber weiterhin zu den wichtigsten Fußballvereinen der Kanaren.

Neben dem Profifußball gibt es auf Teneriffa zahlreiche Amateurvereine und auch einen Damenfußballverein. Fußball ist fester Bestandteil der Sportlandschaft der Insel und zieht regelmäßig viele Zuschauer an.

Lucha Canaria

Lucha Canaria ist der traditionelle kanarische Ringkampf und auf Teneriffa eine der beliebtesten und authentischsten Sportarten mit einer großen Fangemeinde und breiter Vereinslandschaft. Die Ursprünge gehen auf die Guanchen, die Ureinwohner der Kanaren, zurück. Zwei Mannschaften mit je zwölf Ringern treten gegeneinander an. Ziel ist es, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, sodass er mit einem anderen Körperteil als den Füßen den Sand berührt. Es gibt etwa 40 erlaubte Griffe, Schläge und Tritte sind verboten. Die Kämpfe finden auf runden Sandflächen, den sogenannten „Terreros“, statt. Ein Kampf besteht aus maximal drei Runden à drei Minuten. Inzwischen nehmen auch Frauen offiziell teil.

Die Federación de Lucha Canaria de Tenerife organisiert die Wettkämpfe und Meisterschaften. Die Geschäftsstelle befindet sich in La Laguna (C/ Adán Martín, 15, 38208). Es gibt das ganze Jahr über regelmäßige Wettkämpfe in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen, oft im Rahmen von Dorffesten oder bei speziellen Events. Besonders bekannte Veranstaltungen sind „La Luchada del Año“ (zum Beispiel in Puerto de la Cruz) und die Finals der Liga CaixaBank in Santa Úrsula. Lucha Canaria ist fest in der kanarischen Kultur verankert und bietet ein einzigartiges Erlebnis für Zuschauer und Teilnehmer.

Neben Lucha Canaria gibt es auf Teneriffa weitere traditionelle Sportarten wie das Spiel des Stocks (Juego del Palo), das Heben von Steinen und das kanarische Kegeln.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten mit Teneriffa verbundenen Persönlichkeiten sind:

  • José de Anchieta (1534 bis 1597), Missionar, Jesuit, Heiliger und Sprachforscher
  • Antonio de Viana (1578 bis 1650), Dichter und Historiker
  • Juan Núñez de la Peña (1641 bis 1721), Historiker
  • Amaro Pargo (1678 bis 1747), Kaperfahrer und Händler
  • Juan de Iriarte (1702 bis 1771), Bibliothekar und Gelehrter
  • José de Viera y Clavijo (1731 bis 1813), Historiker und Naturforscher
  • Bernardo de Iriarte (1735 bis 814), Diplomat und Politiker
  • Tomás de Iriarte (1750 bis 1791), Fabeldichter und Schriftsteller
  • Agustín de Betancourt (1758 bis 1824), Ingenieur und Erfinder
  • Domingo Monteverde (1773 bis 1832), Militär und Kolonialverwalter
  • Fernando Estévez (1788 bis 1854), Bildhauer
  • Teobaldo Power (1848 bis 1884), Komponist und Pianist
  • Mercedes Pinto (1883 bis 1976), Schriftstellerin und Frauenrechtlerin
  • Óscar Domínguez, Maler (Surrealismus)
  • Pedro García Cabrera, Dichter
  • Domingo Pérez Minik (1903 b is 1989), Literaturkritiker und Essayist
  • Luis Molowny, Fußballspieler und Trainer
  • Adán Martín (1943 bis 2010), Politiker und Präsident der Kanaren
  • Cristina García Ramos, Journalistin und Fernsehmoderatorin
  • Caco Senante, Sänger und Liedermacher

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel und prägt sowohl das Landschaftsbild als auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Teneriffa in hohem Maße. Die Insel gehört zu den bedeutendsten Reisezielen im Atlantikraum und zieht jährlich mehrere Millionen Besucher aus ganz Europa und zunehmend auch aus Übersee an. Besonders stark vertreten sind Gäste aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den nordischen Ländern, die das ganzjährig milde Klima, die Strände, die Vulkanlandschaften und die gut ausgebaute touristische Infrastruktur nutzen. Der Tourismus ist eng mit der regionalen Wirtschaft verflochten und schafft einen großen Teil der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, insbesondere in Hotellerie, Gastronomie, Transport und Freizeitindustrie. Gleichzeitig führt die starke touristische Entwicklung zu erheblichen strukturellen Herausforderungen. Dazu gehören steigende Immobilien- und Mietpreise, eine wachsende Belastung der Verkehrs- und Wasserversorgungssysteme sowie ökologische Probleme in besonders stark frequentierten Regionen. Diese Entwicklungen haben in den letzten Jahren zu gesellschaftlichen Debatten und Protestbewegungen geführt, die eine stärkere Regulierung des Tourismus und einen besseren Schutz der natürlichen Ressourcen fordern.

Die wichtigsten touristischen Regionen liegen im Süden und Norden der Insel. Im Süden dominieren sonnensichere Bade- und Feriengebiete wie Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos, die durch große Hotelanlagen, Apartmentkomplexe und ein breites Freizeitangebot geprägt sind. Diese Region ist besonders auf Pauschal- und Strandtourismus ausgerichtet.

Der Norden, insbesondere rund um Puerto de la Cruz, bietet hingegen einen stärker kulturell und landschaftlich geprägten Tourismus mit historischer Architektur, botanischen Gärten und Nähe zum grünen Orotava-Tal. Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife spielt zusätzlich eine wichtige Rolle im Kreuzfahrt- und Städtetourismus.

Die Insel verfügt über eine sehr breite Palette an Unterkunftsformen, die verschiedene Zielgruppen bedienen:

  • Luxushotels und Resorts: Vor allem im Süden angesiedelt, häufig mit All-Inclusive-Angeboten, großen Poolanlagen, Wellnessbereichen und direkter Strandlage.
  • Mittelklassehotels: In nahezu allen touristischen Zentren verbreitet, oft mit Halbpension oder Frühstücksangeboten.
  • Apartmentanlagen und Ferienwohnungen: Eine der wichtigsten Unterkunftsformen, besonders für Individualtouristen und Langzeiturlauber.
  • Landhäuser (Casas rurales): Vor allem im Inselinneren und in ländlichen Gebieten verbreitet, oft in restaurierten traditionellen Gebäuden mit Fokus auf Natur- und Aktivurlaub.
  • Campingplätze und ökologische Unterkünfte: Zwar weniger zahlreich, aber zunehmend beliebt im Rahmen nachhaltiger Tourismusformen.

Die touristische Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Zwei internationale Flughäfen – Teneriffa Süd (Reina Sofía) und Teneriffa Nord (Los Rodeos) – verbinden die Insel mit vielen europäischen Städten. Ein dichtes Straßennetz sowie Busverbindungen (Guaguas) ermöglichen eine gute Erreichbarkeit der touristischen Regionen.

In den letzten Jahren wurde zunehmend versucht, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehören Maßnahmen wie die Regulierung von Besucherströmen in Naturschutzgebieten, Umweltabgaben in sensiblen Regionen sowie Programme zur Förderung von umweltfreundlicher Mobilität und energieeffizienten Hotels.

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Zeitungen und Zeitschriften

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  • Diario de Avisos, Santa Cruz de Tenerife seit 1890
  • El Auxiliar, Santa Cruz 1860/1900
  • El Día, Santa Cruz de Tenerife
  • El Obrero, Santa Cruz 1900/05
  • El Tiempo, Santa Cruz 1903/11
  • Museo Canario, Las Palmas seit 1893
  • Wochenspiegel, Santa Cruz de la Palma

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Studiosus-Reisen Teneriffa = https://www.studiosus.com/reisefinder?searchValue=Teneriffa

Teneriffa und Gomera, multiaktiv reisen = https://www.frosch-sportreisen.de/wanderreisen/teneriffa-multiaktiv

Wikinger-Reisen: Das ist Teneriffa = https://www.wikinger-reisen.de/wanderreisen/spanien/kanaren/teneriffa/62262.php

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