Nantucket: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Insel Nantucket liegt südlich der zu Massachusetts gehörigen Halbinsel Cape Cod  Sie ist so etwas wie die kleine Schwester der größeren Nachbarinsel Martha’s Vineyard. Das ehemalige Walfangzentrum ist heute großteils naturgeschützt
Die Insel Nantucket liegt südlich der zu Massachusetts gehörigen Halbinsel Cape Cod  Sie ist so etwas wie die kleine Schwester der größeren Nachbarinsel Martha’s Vineyard. Das ehemalige Walfangzentrum ist heute großteils naturgeschützt.
 
{{Inselsteckbrief|offizieller Name=Nantucket|alternative Bezeichnungen=Canopache (wampanoag), Natocke, Nantaticu, Nantican, Nautica, Natockete, Natocke (16. bis 18. Jahrhundert), The Gray Lady, The Little Gray Lady of the Sea (poetisch)|Kategorie=Meeresinsel|Inseltyp=echte Insel|Inselart=Moräneninsel|Gewässer=Atlantischer Ozean (Atlantic Ocean) mit Nantucket-Sund (Nantucket Sound)|politische Zugehörigkeit=Staat: Vereinigte Staaten von Amerika (United States of America)<br>Bundesstaat: Massachusetts (Commonwealth of Massachusetts)<br>County: Nantucket County|Inselgruppe=Elisabeth-Inseln (Elizabeth Islands)|Gliederung=3 census-designated places (Zensusorte)<br>7 settlements (Siedlungen)|Status=County|Koordinaten=41°17‘ N, 70°05‘ W|Entfernung zur nächsten Insel=940 m (Tuckermuck), 23,5 km (Martha’s Vineyard)|Entfernung zum Festland=30,1 km (Egg Island / Cape Cod)|Fläche=123,8 km² / 47,8 mi² (mit Nebeninseln und Gewässern 272,6 km² / 105,25 mi²)|geschütztes Gebiet=62 km² / 24 mi² (50,2 %)|maximale Länge=20,5 (W-O)|maximale Breite=17,1 km (N-S)|Küstenlänge=132 km|tiefste Stelle=0 m (Atlantischer Ozean)|höchste Stelle=31 m (Saul's Hill)|relative Höhe=31 m|mittlere Höhe=5 m|maximaler Tidenhub=0,9 bis 1,3 m (Nantucket 1,11 m)|Zeitzone=EST (Eastern Standard Time / Östliche Standardzeit, UTC-5)|Realzeit=UTC minus 4 Stunden 40 bis 41 Minuten|Einwohnerzahl=14.670 (2024)|Dichte=118,50|Inselzentrum=Nantucket}}


== '''Name''' ==
== '''Name''' ==
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* russisch:  Нантакет [Nantaket]
* russisch:  Нантакет [Nantaket]
* serbisch:  Нантакет [Nantaket]
* serbisch:  Нантакет [Nantaket]
* syrisch (Syriac):  ܢܢܬܟܬ [Nantāket]
* syrisch:  ܢܢܬܟܬ [Nantāket]
* singhalesisch: නැන්ටකට් [Nænṭakaṭ]
* singhalesisch: නැන්ටකට් [Nænṭakaṭ]
* tamilisch:  நாந்தக்கெட் [Nāntakkeṭ]
* tamilisch:  நாந்தக்கெட் [Nāntakkeṭ]
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* Bezeichnung der Bewohner:  Nantucketers (Nantucketer)
* Bezeichnung der Bewohner:  Nantucketers (Nantucketer)
* adjektivisch: natucket bzw. nantucketian (nantucketisch)
* adjektivisch: nantucket bzw. nantucketian (nantucketisch)




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== '''Fläche''' ==
== '''Fläche''' ==
Nach Angaben des U.S. Census Bureau hat der Bezirk samt dem zugehörigen Meeresareal eine Gesamtfläche von 304 mi² bzw. 790 km². Zusammen mit der umgebenden Wasserflächen und zweier kleinerer Inseln bildet Nantucket die 272,6 km² umfassende gleichnamige Gemeinde. Die Hauptinsel selbst ist 123,8 km² groß, in Ost-West-Richtung 20,5 km lang und von Norden nach Süden 17,1 km breit. Die Küste ist insgesamt rund 50 km lang. Der Tidenhub beträgt 0,9 bis 1,3 m (Nantucket 1,11 m). Der höchste Punkt ist der Saul’s Hill mit 31 m. Die mittlere Seehöhe beträgt rund 5 m. Der maximale Tidenhub beträgt 1,0 bis 1,2 m, in Nantuckete 1,07 m. Der Hauptort Nantucket hat eine Gesamtfläche von 10,0 km² bzw. 3,9 mi², wovon 6,4 km² bzw. 2,5 mi² auf Land und 3,7 km² bzw. 1,4 mi² auf Wasser entfallen.
Nach Angaben des U.S. Census Bureau hat der Bezirk samt dem zugehörigen Meeresareal eine Gesamtfläche von 304 mi² bzw. 790 km². Zusammen mit der umgebenden Wasserflächen und zweier kleinerer Inseln bildet Nantucket die 272,6 km² umfassende gleichnamige Gemeinde. Die Hauptinsel selbst ist 123,8 km² bzw. 47,8 mi² groß, in Ost-West-Richtung 20,5 km lang und von Norden nach Süden 17,1 km breit. Die Küste ist insgesamt 132 km lang. Der Tidenhub beträgt 0,9 bis 1,3 m (Nantucket 1,11 m). Der höchste Punkt ist der Saul’s Hill mit 31 m. Die mittlere Seehöhe beträgt rund 5 m. Der maximale Tidenhub beträgt 1,0 bis 1,2 m, in Nantuckete 1,07 m. Der Hauptort Nantucket hat eine Gesamtfläche von 10,0 km² bzw. 3,9 mi², wovon 6,4 km² bzw. 2,5 mi² auf Land und 3,7 km² bzw. 1,4 mi² auf Wasser entfallen.


== '''Geologie''' ==
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== '''Naturschutz''' ==
== '''Naturschutz''' ==
Auf Nantucket gibt es insgesamt 57 Parks und Gärten. '''Coskata-Coatue Wildlife Refuge''' ist ein 1.117 Acres (4,5 km²) großes Naturschutzgebiet auf Nantucket. Es wird von der Organisation The Trustees of Reservations verwaltet.  Im 17. Jahrhundert trafen die ersten europäischen Siedler, die Nantucket erreichten, auf die dort bereits seit Jahrtausenden lebenden Wampanoag-Indianer, und übernahmen den indianischen Namen der Insel, der übersetzt etwa ''das Land weit draußen auf See'' bedeutet. Der Name ihres Häuptlings ''Wauwinet'' steht heute am Eingangstor zum Schutzgebiet. Die Wörter ''Coskata'' und ''Coatue'' stammen ebenfalls von Ortsbezeichnungen der Wampanoag ab und bedeuten übersetzt ''am weitläufigen Wald'' bzw. ''am Kiefernwald''. Da die Siedler die Nähe zum inneren Hafen bevorzugten, blieb dieser Landstrich weitgehend unberührt. 1974 wurden den Trustees die ersten Teilbereiche des Schutzgebiets geschenkt, weitere Übereignungen folgten in den 1980er Jahren. In den 1990er Jahren konnten ergänzende Flächen erworben werden.  
Auf Nantucket gibt es insgesamt 57 Parks und Gärten. Die Schutzgebiete werden verwaltet von:
 
* Nantucket Conservation Foundation (NCF): 36,4 km² (9.011 Acres) – das ist etwa ein Drittel der Insel und der größte Anteil.
* Nantucket Land Bank:13,7 km² (3.387 Acres) direkt im Besitz, plus weitere durch Restrictions.
* Mass Audubon: 4 km² (fast 1.000 Acres) in drei Sanctuaries.
* Linda Loring Nature Foundation (1,1 km² / 270 Acres), The Trustees of Reservations, ‘Sconset Trust und Conservation Restrictions
 
'''Coskata-Coatue Wildlife Refuge''' ist ein 1.117 Acres (4,5 km²) großes Naturschutzgebiet auf Nantucket. Es wird von der Organisation The Trustees of Reservations verwaltet.  Im 17. Jahrhundert trafen die ersten europäischen Siedler, die Nantucket erreichten, auf die dort bereits seit Jahrtausenden lebenden Wampanoag-Indianer, und übernahmen den indianischen Namen der Insel, der übersetzt etwa ''das Land weit draußen auf See'' bedeutet. Der Name ihres Häuptlings ''Wauwinet'' steht heute am Eingangstor zum Schutzgebiet. Die Wörter ''Coskata'' und ''Coatue'' stammen ebenfalls von Ortsbezeichnungen der Wampanoag ab und bedeuten übersetzt ''am weitläufigen Wald'' bzw. ''am Kiefernwald''. Da die Siedler die Nähe zum inneren Hafen bevorzugten, blieb dieser Landstrich weitgehend unberührt. 1974 wurden den Trustees die ersten Teilbereiche des Schutzgebiets geschenkt, weitere Übereignungen folgten in den 1980er Jahren. In den 1990er Jahren konnten ergänzende Flächen erworben werden.  


Das aus Sandstränden, Dünen und Waldflächen bestehende Schutzgebiet trennt den Nantucket Sound vom Atlantischen Ozean und ist am einfachsten über den Wasserweg oder über die Strände zugänglich und zieht regelmäßig Touristen sowie Naturliebhaber an, die Vögel beobachten, angeln oder den Leuchtturm Great Point Light besuchen wollen. Im Schutzgebiet gedeihen maritime Eichenwälder sowie Virginischer Wacholder, der dort das größte Vorkommen seiner Art in ganz Neuengland bildet. An der Küste können Pfeilschwanzkrebse und Seehunde beobachtet werden. Insgesamt stehen den Besuchern 16 mi (25,7 km) Wanderwege sowie mehrere Kilometer Küstenlinie zur Verfügung. Für Fußgänger ist das Schutzgebiet kostenfrei zugänglich.
Das aus Sandstränden, Dünen und Waldflächen bestehende Schutzgebiet trennt den Nantucket Sound vom Atlantischen Ozean und ist am einfachsten über den Wasserweg oder über die Strände zugänglich und zieht regelmäßig Touristen sowie Naturliebhaber an, die Vögel beobachten, angeln oder den Leuchtturm Great Point Light besuchen wollen. Im Schutzgebiet gedeihen maritime Eichenwälder sowie Virginischer Wacholder, der dort das größte Vorkommen seiner Art in ganz Neuengland bildet. An der Küste können Pfeilschwanzkrebse und Seehunde beobachtet werden. Insgesamt stehen den Besuchern 16 mi (25,7 km) Wanderwege sowie mehrere Kilometer Küstenlinie zur Verfügung. Für Fußgänger ist das Schutzgebiet kostenfrei zugänglich.


Das '''Sesachacha Heathlands Wildlife Sanctuary''' ist ein 875 Acres (3,5 qkm) umfassendes Schutzgebiet, das von der Massachusetts Audubon Society verwaltet wird. Es liegt an der Ostküste Nantuckets und umfasst Heidelandschaften sowie sandige Wiesen und Grünflächen, auf denen Präriegras (''Schizachyrium scoparium''), Myrica, Bärentrauben und Blaubeeren (''Vaccinium angustifolium'') dominieren. Der namensgebende ''Sesachacha Pond'' ist der größte Brackwassersee der Insel und zieht über 300 verschiedene Vogelarten an, darunter Kornweihen und Rötelgrundammern. Besuchern stehen 3 mi (4,8 km) Wanderwege zur Verfügung.
Das '''Sesachacha Heathlands Wildlife Sanctuary''' ist ein 875 Acres (3,5 km²) umfassendes Schutzgebiet, das von der Massachusetts Audubon Society verwaltet wird. Es liegt an der Ostküste Nantuckets und umfasst Heidelandschaften sowie sandige Wiesen und Grünflächen, auf denen Präriegras (''Schizachyrium scoparium''), Myrica, Bärentrauben und Blaubeeren (''Vaccinium angustifolium'') dominieren. Der namensgebende ''Sesachacha Pond'' ist der größte Brackwassersee der Insel und zieht über 300 verschiedene Vogelarten an, darunter Kornweihen und Rötelgrundammern. Besuchern stehen 3 mi (4,8 km) Wanderwege zur Verfügung.


== '''Klima''' ==
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Ein verheerender Großbrand 1846, Goldrausch und Bürgerkrieg hatten weitere, die Wirtschaft beeinträchtigende Folgen. Von 1840 bis 1870 ging die Bevölkerung von etwa 10.000 auf 1.000 Einwohner zurück.
Ein verheerender Großbrand 1846, Goldrausch und Bürgerkrieg hatten weitere, die Wirtschaft beeinträchtigende Folgen. Von 1840 bis 1870 ging die Bevölkerung von etwa 10.000 auf 1.000 Einwohner zurück.


==== '''Walfangära''' ====
=== '''Walfangära''' ===
Nantucket bildet den Ausgangspunkt der Entwicklung der US-amerikanischen Walfangindustrie im 17. Jahrhundert und war bis in die 1840er Jahre hinein der führende Walfangstützpunkt der USA. Bis heute hat die Stadt sowohl aus architektonischen als auch umweltbezogenen Gesichtspunkten ihren Charakter als typische Küstenstadt des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts in Neuengland erhalten. Von den kleineren ehemaligen Beobachtungsposten der Insel existiert nur noch Siasconset, wo mit dem ''Auld Lang Syne'' das wohl älteste noch erhaltene Bauwerk Nantuckets steht.  
Nantucket bildet den Ausgangspunkt der Entwicklung der US-amerikanischen Walfangindustrie im 17. Jahrhundert und war bis in die 1840er Jahre hinein der führende Walfangstützpunkt der USA. Bis heute hat die Stadt sowohl aus architektonischen als auch umweltbezogenen Gesichtspunkten ihren Charakter als typische Küstenstadt des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts in Neuengland erhalten. Von den kleineren ehemaligen Beobachtungsposten der Insel existiert nur noch Siasconset, wo mit dem ''Auld Lang Syne'' das wohl älteste noch erhaltene Bauwerk Nantuckets steht.  



Aktuelle Version vom 22. Dezember 2025, 19:41 Uhr

Die Insel Nantucket liegt südlich der zu Massachusetts gehörigen Halbinsel Cape Cod  Sie ist so etwas wie die kleine Schwester der größeren Nachbarinsel Martha’s Vineyard. Das ehemalige Walfangzentrum ist heute großteils naturgeschützt.

Inselsteckbrief
offizieller Name Nantucket
alternative Bezeichnungen Canopache (wampanoag), Natocke, Nantaticu, Nantican, Nautica, Natockete, Natocke (16. bis 18. Jahrhundert), The Gray Lady, The Little Gray Lady of the Sea (poetisch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart Moräneninsel
Gewässer Atlantischer Ozean (Atlantic Ocean) mit Nantucket-Sund (Nantucket Sound)
Inselgruppe Elisabeth-Inseln (Elizabeth Islands)
politische Zugehörigkeit Staat: Vereinigte Staaten von Amerika (United States of America)
Bundesstaat: Massachusetts (Commonwealth of Massachusetts)
County: Nantucket County
Gliederung 3 census-designated places (Zensusorte)
7 settlements (Siedlungen)
Status County
Koordinaten 41°17‘ N, 70°05‘ W
Entfernung zur nächsten Insel 940 m (Tuckermuck), 23,5 km (Martha’s Vineyard)
Entfernung zum Festland 30,1 km (Egg Island / Cape Cod)
Fläche 123,8 km² / 47,8 mi² (mit Nebeninseln und Gewässern 272,6 km² / 105,25 mi²)
geschütztes Gebiet 62 km² / 24 mi² (50,2 %)
maximale Länge 20,5 (W-O)
maximale Breite 17,1 km (N-S)
Küstenlänge 132 km
tiefste Stelle 0 m (Atlantischer Ozean)
höchste Stelle 31 m (Saul's Hill)
relative Höhe 31 m
mittlere Höhe 5 m
maximaler Tidenhub 0,9 bis 1,3 m (Nantucket 1,11 m)
Zeitzone EST (Eastern Standard Time / Östliche Standardzeit, UTC-5)
Realzeit UTC minus 4 Stunden 40 bis 41 Minuten
Einwohnerzahl 14.670 (2024)
Dichte (Einwohner pro km²) 118,50
Inselzentrum Nantucket


Name

Der Name der Insel Nantucket, englisch ausgesprochen [ˌnænˈtʌkɪt], stammt aus dem Wampanoag, einer Dialektvariante des Massachusett, der Sprache der Ureinwohner der Region. Der Name wird in historischen Quellen unterschiedlich transliteriert, etwa als Natocke, Nantaticu, Nantican, Nautica, Natockete oder Natocke. Diese Varianten spiegeln die Schwierigkeiten wider, algonkinische Laute in europäische Schriftsysteme zu übertragen.

Die genaue Bedeutung ist nicht eindeutig geklärt, da die orale Tradition der Wampanoag und frühe koloniale Aufzeichnungen keine einheitliche Übersetzung überliefern. Häufig genannte Interpretationen lauten „far away land“ oder „faraway island“, deuitsch „die weit entfernte Insel“, was die isolierte Lage Nantuckets etwa 50 Kilometer vor der Küste von Cape Cod treffend beschreibt, und „in the midst of waters“, deutsch „mitten im Wasser“, was auf die umgebende Meereslage hinweist. Eine weitere Theorie deutet den Namen als „sandy, sterile soil tempting no one“, deutsch „sandiger, unfruchtbarer Boden, der niemanden reizt“, eine mögliche Anspielung auf die karge, sandige Landschaft. Diese Deutungen basieren auf linguistischen Analysen und frühen Berichten englischer Siedler, die den Namen ab 1659 übernahmen, als die Insel von europäischen Kolonisten besiedelt wurde. Der Name ist eng verknüpft mit Wampanoag-Erzählungen zur Schöpfung der Inseln Martha’s Vineyard und Nantucket, in denen der Riese Maushop eine zentrale Rolle spielt.

Bei den Wampanoag selbst, den Ureinwohnern Nantuckets, die die Insel vor der Ankunft der Europäer bewohnten, wird in einigen Quellen ein alternativer Name Canopache genannt, der „place of peace“ oder „Ort des Friedens“ bedeuten soll. Diese Bezeichnung taucht in älteren historischen Texten und Sekundärquellen auf, ist jedoch nicht in allen primären Wampanoag-Traditionen eindeutig belegt und könnte eine spezifische Bezeichnung der lokalen Gemeinschaft gewesen sein.

Ein poetischer Spitzname, unter dem die Insel bis heute bekannt ist, lautet The Gray Lady, „die graue Dame“, oder genauer The Little Gray Lady of the Sea, „die kleine graue Dame des Meeres“. Dieser Name entstand bei Seeleuten und Walfängern des 18. und 19. Jahrhunderts und bezieht sich auf das häufige Auftreten dichter Nebelbänke, die vom Atlantik herüberziehen und die Insel in ein graues, mystisches Licht tauchen. Ergänzt wird dies durch die typischen grauen Schindelhäuser (cedar shingles), die durch Verwitterung eine silbergraue Patina annehmen.

  • international:  Nantucket
  • amharisch:  ናንቱኬት [Nantukēt]
  • arabisch:  نانتاکت [Nāntākit]
  • armenisch:  Նանթաքեթ [Nantʻakʻetʻ]
  • bengalisch:  ন্যানটাকেট [Nyānṭākeṭ]
  • birmanisch:  နန်တက်ကတ် [Nàɴtɛʔkaʔ]
  • bulgarisch:  Нантъкит [Nantǎkit]
  • cherokee:  ᎾᏂᏔᎩᏗ [Nanitakiti]
  • chinesisch:  南塔基特 [Nántǎjītè]
  • dine:  Nééłką́ą́ʼí
  • georgisch:  ნანტაკეტი [Nanṭakeṭi]
  • griechisch:  Ναντάκετ [Nantáket]
  • gudscheratisch: નેન્ટકેટ [Neṇṭakeṭ]
  • hebräisch:  ננטקט [Nantaket]
  • hindi:  नैन्टकेट [Naiṇṭakeṭ]
  • japanisch:  ナンタケット [Nantaketto]
  • kambodschanisch: ណាន់តាកិត [Năntakĭt]
  • kanaresisch:  ನ್ಯಾಂಟಕೆಟ್ [Nyāṇṭakeṭ]
  • kasachisch:  Нантакет [Nantaket]
  • koreanisch:  낸터킷 [Naenteokis]
  • laotisch:  ນັນຕັກເກັດ [Nantakket]
  • makedonisch:  Нантакет [Nantaket]
  • malayalam:  നാന്റക്കറ്റ് [Nāṇṭakkaṯ]
  • maldivisch:  ނޭންޓަކެޓް [Nēnṭakeṭ]
  • marathisch:  नॅन्टकेट [Nĕnṭakeṭ]
  • nepalesisch:  न्यान्टकेट [Nyānṭakeṭ]
  • orissisch:  ନ୍ୟାନଟକେଟ [Nyānaṭakeṭa]
  • pandschabisch: ਨੈਨਟਕੈਟ [Naiṇṭakaiṭ]
  • paschtunisch:  نانټکټ [Nānṭkaṭ]
  • persisch:  نانتاکت [Nāntāket]
  • russisch:  Нантакет [Nantaket]
  • serbisch:  Нантакет [Nantaket]
  • syrisch:  ܢܢܬܟܬ [Nantāket]
  • singhalesisch: නැන්ටකට් [Nænṭakaṭ]
  • tamilisch:  நாந்தக்கெட் [Nāntakkeṭ]
  • telugu:  నాంటకెట్ [Nāṇṭakeṭ]
  • thai:  นันทักเก็ต [Nanthakket]
  • tibetisch:  ནན་ཏུ་ཀེཊ [Nan tu keṭ]
  • ukrainisch:  Нантакет [Nantaket]
  • urdu:  نینٹکٹ [Nainṭakaṭ]
  • wampanoag:  Canopache
  • weißrussisch:  Нантакет [Nantaket]


Offizieller Name:  Nantucket

  • Bezeichnung der Bewohner:  Nantucketers (Nantucketer)
  • adjektivisch: nantucket bzw. nantucketian (nantucketisch)


Kürzel:

  • Code:  NT / NNT
  • Kfz:  -
  • FIPS-Code:  25-43790
  • GNIS-ID:  0619376
  • ISO-Code:  US.MS.NT

Lage

Nantucket liegt südlich von Cape Cod und östlich von Martha’s Vineyard vor der Nordost-Küste der Vereinigten Staaten. Die Insel gehört zu den Elizabeth Islands südlich der Halbinsel Cape Cod. Sie befindet sich auf durchschnittlich 41°17‘ n.B. und 70°05‘ w.L..


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  41°23‘25“ n.B. (Great Point)
  • südlichster Punkt:  41°14‘40“ n.B. (Miacomet Beach)
  • östlichster Punkt:  69°57‘50“ w.L. (Siaconset)
  • westlichster Punkt:  70°16‘35“ w.L. (Smith’s Point) bzw. 70°18‘15“ w.L. (Muskeget)


Entfernungen:

  • Tuckermuck Island  940 m
  • South Montgomery Island  17 km
  • Martha’s Vineyard  23,5 km
  • Egg Island / Cape Cod  30,1 km
  • New Bedford  70 km
  • Newport  91 km
  • Boston  145 km
  • New York City  320 km

Zeitzone

Auf Nantucket gilt die Eastern Standard Time Zone (EST, Östliche Standardzeit), die sechs Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC+5) liegt. Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 40 bis 41 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Nach Angaben des U.S. Census Bureau hat der Bezirk samt dem zugehörigen Meeresareal eine Gesamtfläche von 304 mi² bzw. 790 km². Zusammen mit der umgebenden Wasserflächen und zweier kleinerer Inseln bildet Nantucket die 272,6 km² umfassende gleichnamige Gemeinde. Die Hauptinsel selbst ist 123,8 km² bzw. 47,8 mi² groß, in Ost-West-Richtung 20,5 km lang und von Norden nach Süden 17,1 km breit. Die Küste ist insgesamt 132 km lang. Der Tidenhub beträgt 0,9 bis 1,3 m (Nantucket 1,11 m). Der höchste Punkt ist der Saul’s Hill mit 31 m. Die mittlere Seehöhe beträgt rund 5 m. Der maximale Tidenhub beträgt 1,0 bis 1,2 m, in Nantuckete 1,07 m. Der Hauptort Nantucket hat eine Gesamtfläche von 10,0 km² bzw. 3,9 mi², wovon 6,4 km² bzw. 2,5 mi² auf Land und 3,7 km² bzw. 1,4 mi² auf Wasser entfallen.

Geologie

Nantucket, eine Insel vor der Küste von Massachusetts, USA, verdankt ihre Entstehung hauptsächlich glazialen Prozessen während der letzten Eiszeit. Die Insel wurde durch den äußersten Bereich des Laurentide-Eisschilds während der Wisconsin-Vereisung (25.000 bis 18.000 Jahre vor heute) geformt und später durch den postglazialen Anstieg des Meeresspiegels weiter modelliert. Dieser Eisschild, der größte auf der Nordhalbkugel während des Pleistozäns, bedeckte weite Teile Nordamerikas und erreichte seinen südlichsten Punkt in der Region um Nantucket, Martha's Vineyard und Cape Cod. Im Folgenden werden die geologischen Prozesse detailliert erläutert, einschließlich Formation, morphologischer Merkmale, Zeitlinie und aktueller Entwicklungen.

Vor etwa 25.000 Jahren begann der Laurentide-Eisschild, ein massiver Gletscher mit einer Dicke von bis zu mehreren Kilometern, aus Kanada südwärts vorzudringen. Er schob enorme Mengen an Sedimenten – Sand, Kies, Lehm und Geröll – vor sich her, die er aus nördlicheren Regionen abgeschabt hatte. Um 21.000 Jahre vor heute erreichte der Eisschild seinen maximalen Südvorstoß in der Nähe der heutigen Position von Nantucket, wo er Lappen (Lobes) bildete, die in Buzards Bay, Cape Cod Bay und Nantucket Sound vordrangen. Diese Lappen hinterließen bei ihrem Stillstand und Rückzug charakteristische Ablagerungen.

Der niedrige Bergrücken (Ridge), der den nördlichen Teil der Insel durchzieht, ist eine Endmoräne (terminal moraine), die während einer Phase des Eisstillstands entstand. Hier schmolz der Gletscher an einer stationären Front, während weiteres Geröll (Till) ankam und abgelagert wurde. Diese Moräne besteht aus unsortiertem Material wie Steinen, Sand und Lehm und bildet die höchsten Punkte der Insel (bis zu ca. 30–40 Meter über dem Meeresspiegel). Sie ist Teil einer Kette von Moränen, die sich über Martha's Vineyard, Nantucket und Tuckernuck erstreckt und als "bemerkenswerteste terminale Moräne der Welt" gilt. Die Moränen sind stabiler und weniger erosionsanfällig als andere Teile der Insel, da sie aus kompaktem Till und groben stratifizierten Ablagerungen bestehen.

Der südliche Teil Nantuckets ist eine Auswaschebene (outwash plain), die aus Schmelzwasserströmen des schmelzenden Eisschilds entstand. Diese Ebenen fallen vom Moränenbogen ab und bestehen aus sortiertem Sand und Kies, der durch Flüsse und Deltas in proglazialen Seen abgelagert wurde. Die Ränder wurden durch Küstenströmungen (longshore drift) und Wellen sortiert und transportiert, was zu einer flachen, sandigen Topografie führte. Diese Ebenen sind oft "pitted" (mit Kesseln), entstanden durch schmelzende Eisblöcke, die in den Sedimenten eingebettet waren. Viele Täler in diesen Ebenen wurden durch "Spring Sapping" geformt – Grundwasserquellen, die durch hohe hydrostatische Drücke in glazialen Seen gespeist wurden und die Hänge unterspülten.

Nach dem Maximum der Vereisung begann der Eisschild um 18.000 Jahre vor heute zu schmelzen und sich nordwärts zurückzuziehen. Das freigesetzte Schmelzwasser führte zu einem globalen Anstieg des Meeresspiegels, der Nantucket vor etwa 5000 bis 6000 Jahren von Cape Cod und dem Festland trennte. Zuvor war Nantucket Teil einer kontinentalen Schelfebene; der steigende Ozean überschwemmte die Verbindungen und verwandelte Auswaschebenen in Buchten und Sounds (speziell Nantucket Sound). Dieser Prozess schuf auch die umliegenden Shoals und Barrieren, die durch Sedimentumlagerung entstanden.

In Nantucket Sound entwickelten sich Talfüllungen und flache Sequenzen als Reaktion auf den relativen Meeresspiegelanstieg, wobei Sedimente aus dem glazialen Outwash umgelagert wurden. Der Anstieg setzt sich bis heute fort, beeinflusst durch Klimawandel, und führt zu Erosion an den Küsten.

Landschaft

Nantucket ist der kleinste Bezirk in Massachusetts nach Landfläche und der zweitkleinste nach Gesamtfläche. Die dreieckige Region des Ozeans zwischen Nantucket, Martha's Vineyard und Cape Cod ist der Nantucket Sound. Altar Rock mit 30 m (100 Fuß), Saul‘s Hill mit 31 m (102 Fuß) und Sankaty Head mit 28 m (92 Fuß) sind einige der höchsten Punkte der Insel.

Die gesamte Insel sowie die angrenzenden Inseln Tuckernuck und Muskeget bilden die Town and County of Nantucket, die als konsolidierte Stadt- und Bezirksverwaltung geführt wird. Die Hauptsiedlung, die auch Nantucket genannt wird, befindet sich am westlichen Ende des Nantucket Harbor, wo dieser in den Nantucket Sound mündet.


Erhebungen

  • Saul’s Hill  31 m
  • Altar Rock  30 m
  • Sankaty Hill  28 m
  • Popsquatchet Hill  9 m

Flora und Fauna

Nantucket beherbergt eine vielfältige Flora mit Dünenpflanzen wie Strandhafer, Bayberry, Beach Plum und Heide sowie seltene Moore und Zedernwälder.​ Die Fauna umfasst Seevögel wie Sandregenpfeifer, Rosensternenten und Austernfischer, Robben (Grau- und Hafenrobben), Weißwedelhirsche sowie Greifvögel und Kleinsäuger wie Wühlmäuse.

Flora

Die Wälder von Nantucket haben eine ungewöhnliche Geschichte. Der ständige salzgesättigte Wind und die nährstoffarmen Böden setzten dem Baumwachstum und den Holzprodukten, die sowohl von den Ureinwohnern als auch von den Siedlern der Kolonialzeit genutzt werden konnten, enge Grenzen.

Die Insel Nantucket liegt 30 Meilen vor der Südküste von Cape Cod, Massachusetts. Im Jahr 1775 war Nantucket der größte Walfanghafen der Welt und der drittgrößte Hafen in Massachusetts. Die Vorherrschaft in diesem abenteuerlichsten, gefährlichsten und potenziell lukrativsten aller maritimen Gewerbe wurde jedoch nicht durch eine umfangreiche lokale Schiffsbauindustrie unterstützt. Die frühen Wälder von Nantucket waren ungewöhnlich und bestimmten den Umfang des einheimischen und kolonialen Holzschiffbaus auf Nantucket Island.

Trotz zahlreicher Behauptungen über die Wälder der Insel als Holzquelle kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Nantucket in den letzten 4.000 Jahren nicht bewaldet war, zumindest nicht im Sinne dessen, was man sich normalerweise unter einem Wald vorstellt - zahlreiche hohe Bäume von 50 oder mehr Fuß Höhe. Besucher, die Nantucket im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert besuchten, beschrieben die Insel als nahezu baumlos. In vielen Veröffentlichungen werden jedoch nacheiszeitliche Wälder erwähnt, die aus Eichen und einigen Buchen, Kiefern, Ahorn und Hickory bestehen. Diese Bäume waren zwar vorhanden, aber nur in geringer Zahl und in stark reduzierter Höhe. Sie wurden in den Jahrzehnten nach der Besiedlung im Jahr 1659 für Brennholz, Zaunpfähle und kurze Bauhölzer abgeholzt. Spekulationen, dass nach dem Abholzen der Bäume auf der Insel reicher Boden durch Erosion weggeschwemmt wurde, können nicht bestätigt werden. Nantucket hat viele kleine Trockentäler ohne Abfluss zum Meer, und reiche Lehmböden sind an diesen Orten nicht zu finden. Alte Wälder gab es in den letzten 2000 Jahren oder mehr nicht, es gibt keinen tiefen, reichen Laubschimmel, und der Boden ist nicht tief genug, um große Bäume zu verwurzeln.

Eichenholz für den Bau von Häusern und Schiffen konnte nicht aus Inselbäumen gewonnen werden. Nantucket Island ist eine niedrig gelegene Sanddünenlandschaft mit zahlreichen alten Torfmooren und ständigen Winden, die salzgesättigt sind. Die höchsten Punkte auf Nantucket Island sind Folger Hill mit 109 Fuß über dem Meeresspiegel und Altar Rock mit 108 Fuß. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es auf der Insel nur zwei kleine Streifen mit gutem Lehm, und beide waren flach. Es gibt Hinweise darauf, dass die letzten großen Waldbäume auf Nantucket vor mindestens 2000 Jahren abgestorben sind; Teile ihrer Stämme sind in alten Torfmooren erhalten geblieben. Es handelt sich dabei um Überreste von Baumstämmen, deren maximaler Durchmesser 12 inches betrug und deren Stammhöhe nur wenige Fuß über dem Boden lag. Es werden Bäume mit einer Höhe von 20 bis 25 Fuß angegeben, eine Höhe, die aufgrund der ständigen Einwirkung des salzgesättigten Windes nur selten überschritten werden kann. Die in diesen alten Torfmooren gefundenen Baumstammreste gehören zu den drei einzigen Arten, die in einer solchen Umgebung lange überleben können: Zypressen, rote Zedern und weiße Zedern. Diese Baumarten benötigen Süßwasser, sie wachsen nicht mehr auf Nantucket und waren nie für lange Bau- oder Schiffshölzer verfügbar oder geeignet. Häufige starke Winde und Salzverwehungen schränken die maximal mögliche Höhe sowohl von Laub- als auch von Nadelbaumarten stark ein. Ein Sturm mit salzgesättigten Winden von 60 bis 80 mph reißt die obersten Äste eines Baumes ab. Das verwehte Salz haftet auch an Rinde und Blättern und dringt unerbittlich in das Holz ein, was zu Fäulnis und Gewebetod führt. Bäume in geschützteren Lagen sind mehr als nur ein paar Zentimeter hoch. Dennoch werden sie durch den unerbittlichen, salzgesättigten Wind in ein verzerrtes Wachstumsmuster gezwungen. Die maximale Höhe ist stark reduziert, und ihr Profil ist sehr ausgeprägt, wie auf dem Gemälde von Theodore Robinson aus dem Jahr 1882 zu sehen ist.

Auf Nantucket können Eichen, Kiefern und Buchen eine Höhe von nur wenigen Metern erreichen, wenn auch mit verzerrten Stämmen, deren Breite einen großen Baum der üblichen Höhe vermuten lassen würde. Eine typische Schwarzeiche (Quercus velutina), die so geformt ist, könnte einen Stammdurchmesser von 20 inches haben, aber eine Morphologie, die durch „Windschnittigkeit“ stark eingeschränkt ist und dadurch weniger als einen Fuß hoch ist, wobei die Äste begraben sind oder am Boden wachsen; oder alternativ, viele Fuß breit an der Basis, aber weniger als zwei Fuß hoch bis zur Gabelung im Stamm, wo sich Äste bilden. Zedernwurzeln können sich am Boden ausbreiten und zusammenwachsen und eine große Holzmasse bilden, die fast keine Höhe hat und kein Baumstamm ist. Niedrige Hügel im nordöstlichen Teil der Insel boten in der Vergangenheit Schutz vor starkem Windwurf, aber die starke Erosion seit 1896 hat die Höhe dieser Hügel stark verringert. In einigen geschützten Nischen wuchsen Eichen und Buchen bis zu 20 bis 25 Fuß hoch und wurden oft im Alter von etwa 50 Jahren für Zaunpfähle und Brennholz gefällt. Im späten 19. Jahrhundert wurden die verbliebenen Eichen und Buchen dieser Größe und dieses Alters intensiv abgeholzt.

Eine konsequente Ausnahme von dieser Verzwergung von Baumarten ist die Japanische Schwarzkiefer. Sie hat sich in einer Umgebung entwickelt, die mit der von Nantucket fast identisch ist, und wurde im späten 19. Die Pechkiefer kann auch auf stark sauren Böden eine gewisse Höhe erreichen, war aber vor 1847, als sie als Windschutz eingeführt wurde, auf Nantucket wahrscheinlich nicht anzutreffen. „Kleine Flecken trockener Hochlandböden innerhalb dieser Wälder enthalten einige schöne, alte Exemplare von Amerikanischer Buche, Schwarzeiche, Weißeiche und Amerikanischer Stechpalme, Bäume, die heute auf Nantucket relativ selten sind.“

Fauna

Die Insel beherbergt eine hohe Konzentration bedrohter Arten – Nantucket County hat eine der höchsten Dichten seltener und gefährdeter Tierarten in Massachusetts. Die Abwesenheit vieler kontinentaler Prädatoren (wie Füchse, Waschbären oder Kojoten) begünstigt Bodenbrüter und kleine Säugetiere, während die Küstenlage migratory Vögel und marine Säugetiere anzieht.

Die Vogelwelt ist besonders reichhaltig: Über 300 Arten wurden dokumentiert, darunter viele Zugvögel, die Nantucket als Rastplatz nutzen. Zu den prominenten Brutvögeln gehören der bedrohte Piping Plover (Regenpfeifer), der American Oystercatcher (Austernfischer), verschiedene Ternarten wie der gefährdete Roseate Tern sowie der Least Tern. Greifvögel wie der Northern Harrier (Kornweihe) jagen in den offenen Grasslands über Wühlmäuse, während Ospreys (Fischadler) in Teichen und Buchten fischen. Im Herbst und Winter ziehen migratory Arten wie Peregrine Falcons, Merlins oder Snowy Owls durch. Die Strände und Dünen bieten Nahrung für Shorebirds wie Whimbrel, Black-bellied Plovers oder Ruddy Turnstones.

Marine Säugetiere prägen die Küsten: Gray Seals (Kegelrobben) und Harbor Seals (Seehunde) sind ganzjährig zu beobachten, oft beim Sonnenbaden an Stränden wie Great Point. Im Winter gebären Gray Seals ihre Jungen, und gelegentlich erscheinen Humpback Whales oder andere Cetaceen vor der Küste. Die Gewässer rund um Nantucket Sound dienen als Lebensraum für Fische wie Striped Bass, Bluefish oder Horseshoe Crabs, deren Eier wichtige Nahrung für Zugvögel darstellen.

An Land dominieren kleine Säugetiere aufgrund der insularen Isolation: Häufig sind Meadow Voles (Wühlmäuse), Shrews (Spitzmäuse) und der Eastern Cottontail (Kaninchen, eingeführt und dominant gegenüber dem seltenen New England Cottontail). Weißwedelhirsche (White-tailed Deer) sind weit verbreitet und werden gejagt, um Überpopulationen zu kontrollieren. Fledermäuse wie der bedrohte Northern Long-eared Bat kommen vor. Größere Prädatoren fehlen weitgehend, was die Biodiversität kleiner Arten fördert, aber auch zu höheren Populationsdichten führt.

Amphibien und Reptilien sind vertreten durch Arten wie Green Frogs (Grünfrosch), Spring Peepers, Eastern Red-backed Salamanders sowie Schlangen wie die Common Garter Snake oder Milk Snake. Schildkröten umfassen Snapping Turtles, Painted Turtles und den seltenen Eastern Box Turtle. Teiche beherbergen Fische wie Yellow Perch oder Pickerel sowie Northern Water Snakes.

Insekten und Wirbellose tragen zur hohen Biodiversität bei: Viele seltene Motten, Schmetterlinge, Libellen und Käfer (zum Beispiel Tiger Beetles) leben in den Heathlands und Grasslands. Die Nantucket Biodiversity Initiative dokumentiert und schützt diese Arten, darunter zahlreiche staatlich geschützte Invertebraten.

Naturschutz

Auf Nantucket gibt es insgesamt 57 Parks und Gärten. Die Schutzgebiete werden verwaltet von:

  • Nantucket Conservation Foundation (NCF): 36,4 km² (9.011 Acres) – das ist etwa ein Drittel der Insel und der größte Anteil.
  • Nantucket Land Bank:13,7 km² (3.387 Acres) direkt im Besitz, plus weitere durch Restrictions.
  • Mass Audubon: 4 km² (fast 1.000 Acres) in drei Sanctuaries.
  • Linda Loring Nature Foundation (1,1 km² / 270 Acres), The Trustees of Reservations, ‘Sconset Trust und Conservation Restrictions

Coskata-Coatue Wildlife Refuge ist ein 1.117 Acres (4,5 km²) großes Naturschutzgebiet auf Nantucket. Es wird von der Organisation The Trustees of Reservations verwaltet.  Im 17. Jahrhundert trafen die ersten europäischen Siedler, die Nantucket erreichten, auf die dort bereits seit Jahrtausenden lebenden Wampanoag-Indianer, und übernahmen den indianischen Namen der Insel, der übersetzt etwa das Land weit draußen auf See bedeutet. Der Name ihres Häuptlings Wauwinet steht heute am Eingangstor zum Schutzgebiet. Die Wörter Coskata und Coatue stammen ebenfalls von Ortsbezeichnungen der Wampanoag ab und bedeuten übersetzt am weitläufigen Wald bzw. am Kiefernwald. Da die Siedler die Nähe zum inneren Hafen bevorzugten, blieb dieser Landstrich weitgehend unberührt. 1974 wurden den Trustees die ersten Teilbereiche des Schutzgebiets geschenkt, weitere Übereignungen folgten in den 1980er Jahren. In den 1990er Jahren konnten ergänzende Flächen erworben werden.

Das aus Sandstränden, Dünen und Waldflächen bestehende Schutzgebiet trennt den Nantucket Sound vom Atlantischen Ozean und ist am einfachsten über den Wasserweg oder über die Strände zugänglich und zieht regelmäßig Touristen sowie Naturliebhaber an, die Vögel beobachten, angeln oder den Leuchtturm Great Point Light besuchen wollen. Im Schutzgebiet gedeihen maritime Eichenwälder sowie Virginischer Wacholder, der dort das größte Vorkommen seiner Art in ganz Neuengland bildet. An der Küste können Pfeilschwanzkrebse und Seehunde beobachtet werden. Insgesamt stehen den Besuchern 16 mi (25,7 km) Wanderwege sowie mehrere Kilometer Küstenlinie zur Verfügung. Für Fußgänger ist das Schutzgebiet kostenfrei zugänglich.

Das Sesachacha Heathlands Wildlife Sanctuary ist ein 875 Acres (3,5 km²) umfassendes Schutzgebiet, das von der Massachusetts Audubon Society verwaltet wird. Es liegt an der Ostküste Nantuckets und umfasst Heidelandschaften sowie sandige Wiesen und Grünflächen, auf denen Präriegras (Schizachyrium scoparium), Myrica, Bärentrauben und Blaubeeren (Vaccinium angustifolium) dominieren. Der namensgebende Sesachacha Pond ist der größte Brackwassersee der Insel und zieht über 300 verschiedene Vogelarten an, darunter Kornweihen und Rötelgrundammern. Besuchern stehen 3 mi (4,8 km) Wanderwege zur Verfügung.

Klima

Nach der Köppen-Klimaklassifikation liegt das Klima von Nantucket zwischen Dfb (feuchtes Kontinentalklima) und Cfb (ozeanisches Klima - Osthälfte der Insel, basierend auf dem Standort der Wetterstation), wobei letzteres ein Klimatyp ist, der an der Ostküste Nordamerikas nur selten vorkommt und nach der ursprünglichen Klassifizierung demselben am nächsten kommt. Das Klima von Nantucket wird stark vom Atlantischen Ozean beeinflusst, der dazu beiträgt, dass die Temperaturen in der Stadt im Laufe des Jahres gemäßigt sind. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen im kältesten Monat der Stadt (Januar) liegen bei 3°C (38°F), während die durchschnittlichen Höchsttemperaturen in den wärmsten Monaten der Stadt (Juli und August) bei 24°C (75°F) liegen. In Nantucket fallen jährlich durchschnittlich 1.000 mm (41 Zoll) Niederschlag, der sich relativ gleichmäßig über das Jahr verteilt. Wie in vielen anderen Städten mit ozeanischem Klima gibt es auch in Nantucket viele bewölkte oder bedeckte Tage, insbesondere außerhalb der Sommermonate. Die höchste Tageshöchsttemperatur lag am 2. August 1975 bei 38°C (100°F), die höchste Tagesminimaltemperatur betrug am selben Tag 24°C (76°F). Die niedrigste Tageshöchsttemperatur war 12°F (-11°C) am 8. Januar 1968, und die niedrigste Tagesminimaltemperatur war -3°F (-19°C) am 31. Dezember 1962 und am 16. Januar 2004.


Klimadaten für Nantucket Airport (1991 bis 2020, Extreme seit 1948)

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Höchstrekord (°C) 17 15 19 28 29 33 33 38 30 28 23 17 38
Mittelmaximum (°C) 4,2 4,5 6,8 11,2 15,9 20,4 24,1 24,3 21,3 16,6 11,6 7,3 14,0
Mitteltemperatur (°C) 0,6 0,8 3,3 7,5 12,1 16,8 20,6 20,6 17,6 12,9 8,0 3,7 10,4
Mittelminimum (°C) −3,0 −2,8 −0,3 3,8 8,3 13,2 17,0 16,9 13,9 9,2 4,4 0,1 6,7
Tiefstrekord (°C) −19 −19 −14 −7 −2 2 8 4 1 −6 −9 −19 −19
Niederschlag (mm) 81 72 98 91 76 76 69 76 91 112 96 100 1038
Schneefall (cm) 19 22 17 2,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,5 15 75
Niederschlagstage (≥ 0,01 in) 11,6 10,2 10,5 11,9 11,7 11,6 11,9 13,1 12,5 13,1 10,9 12,4 141,4

Mythologie

Nantucket ist eng verbunden mit der Mythologie der Wampanoag, der indigenen Ureinwohner der Region. Der zentrale Figur in diesen Erzählungen ist der Riese Maushop (auch Moshup, Maushup oder Maushope geschrieben), ein wohlwollender Kulturheld und Transformer, der als Schutzgeist und Lehrer der Wampanoag gilt. Maushop wird als gigantischer, übernatürlich starker Wesen beschrieben, das eng mit dem Meer und den Walen verbunden ist. Er lebte ursprünglich auf dem Festland oder auf Cape Cod, zog später nach Martha’s Vineyard und prägte durch seine Handlungen die Landschaft der gesamten Region, einschließlich Nantucket.

In den meisten Varianten der Legende entstand Nantucket durch Maushops alltägliche oder absichtliche Handlungen: Er rauchte eine riesige Pfeife mit Tabak, den ihm die Wampanoag als Dank für seine Hilfe schenkten, und schüttete die Asche ins Meer – daraus bildete sich die Insel Nantucket. Eine andere Version erzählt, dass Maushop Sand aus seinen Mokassins schüttelte oder sie ins Wasser kickte, wodurch zuerst Martha’s Vineyard und dann, weiter entfernt, Nantucket entstand. Maushop fing Wale mit bloßen Händen, warf sie an Land und teilte sie mit den Menschen, um ihnen das Jagen und Fischen beizubringen. Er warf Steine ins Wasser als Trittsteine zum Waljagen und hinterließ Fußabdrücke in Felsen, die noch heute sichtbar sein sollen.

Maushop hatte eine Frau namens Squant (oder Granny Squannit), eine mächtige Medizinfrau aus dem Volk der Kleinen Leute, und Begleiter wie einen riesigen Frosch. Streitigkeiten zwischen Maushop und Squant sollen schlechtes Wetter verursachen. Viele Legenden enden damit, dass Maushop die Ankunft der Europäer voraussieht und die Wampanoag warnt. Als die Menschen zu abhängig von ihm werden oder die Weißen kommen, verlässt er die Region: Er und seine Familie verwandeln sich in weiße Wale und schwimmen davon. Sein Freund, der Riesenfrosch, trauert und wird vom Schöpfer Kehtannit zu einem Stein an den Klippen von Gay Head (Aquinnah) auf Martha’s Vineyard verwandelt, wo er ewig aufs Meer schaut.

Ein weiteres Wesen in der Wampanoag-Mythologie sind die Pukwudgies, kleine, goblinartige Kreaturen, die zunächst freundlich waren, aber eifersüchtig auf Maushops Beliebtheit wurden. Sie wurden bösartig, spielten Streiche, die tödlich endeten, und sollen sogar für den Tod von Maushops Söhnen verantwortlich sein. Maushop verbannte sie, doch sie kehrten zurück und terrorisierten die Menschen.

Diese Mythen erklären nicht nur die Entstehung von Nantucket und benachbarten Inseln, sondern vermitteln auch Werte wie Selbstständigkeit, Respekt vor der Natur und die Verbindung zwischen Land, Meer und Menschen. Sie spiegeln die tiefe Beziehung der Wampanoag zu Walen wider und betonen den Kreislauf des Lebens.

Aus der späteren Kolonial- und Walfangzeit (18./19. Jahrhundert) stammen eher Folklore und Geistergeschichten als große Mythen. Nantucket, als Zentrum des Walfangs, ist reich an Erzählungen von Geistern in alten Häusern: Viele Berichte beschreiben Erscheinungen in kolonialen Gebäuden, wie wandernde Seelen verstorbener Walfänger, schützende oder unruhige Geister. Bücher wie „The Ghosts of Nantucket“ von Blue Balliett sammeln echte Augenzeugenberichte von Inselbewohnern über paranormale Phänomene – von harmlosen Präsenzen bis zu erschreckenden Begegnungen. Spezifische Legenden umfassen Geisterwhalemen (gespenstische Walfänger) oder Figuren wie den „Mann mit dem langen Kinn“. Aberglauben aus der Walfangära, wie Vorzeichen vor Unglück auf See, mischen sich ein, doch dominieren hier individuelle Geistergeschichten statt einer einheitlichen Mythologie.

Geschichte

Vor der „Entdeckung“ 1602 durch den englischen Kapitän Bartholomew Gosnold war Nantucket von zirka 3000 Indianern des Stamms der Wampanoag bevölkert. 1641 nahm Thomas Mayhew die Insel in Besitz und ließ dort bis ins Jahr 1659 Schafe weiden. 1692 wurde Nantucket durch einen Verwaltungsakt Teil des Neuengland-Staates Massachusetts. Um 1700 lebten etwa 300 Weiße und 800 Indianer dort.

Vorkolumbische Zeit

Die indigenen Völker hatten wahrscheinlich erst Zugang zu Neuengland, als sich die Wisconsin-Vereisung -16.000 zurückzuziehen begann. Als die großen Eisschilde am weitesten vorangeschritten waren, hatten sie Nantucket und die Martha's Vinyard-Inseln erreicht. Es gibt Hinweise darauf, dass Paläo-Indianer auf Nantucket siedelten, also jene Menschen, die am Ende der letzten Eiszeit in ganz Nordamerika lebten. Radiokarbondatierungen deuten auf ein erstes Auftauchen in Neuengland um -10.000 hin. Wasser war für den Fischfang und den Fernhandel unerlässlich. Die Kulturen der frühen Woodland-Periode hielten sich bis um die Zeitenwende. Auf Nantucket hatten die indigenen Stämme Zugang zu Waldbäumen, die groß genug waren, um lange Baumstämme für Kanus und die Hütte zu liefern, wie oben erwähnt.

Nach dem Kontakt mit den Europäern dominierten die Wampanoag unter den Ureinwohnern von Nantucket. Sie erhielten diese Identität von John Smith im Jahr 1616. Zu dieser Zeit lebten etwa 12.000 Wampanoag im Südosten von Massachusetts und Rhode Island, auf Martha's Vinyard, Nantucket und Elizabeth Island. Aufgrund ihrer Sprache werden sie zur Familie der Algonquin (Algonkin) gezählt. Die Ressourcenbeschaffung der Wampanoag basierte auf den jahreszeitlichen Zyklen der pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittel.

Über die Wasserfahrzeuge der Wampanoag gibt es nur wenige Informationen. Ihre Boote waren klein und wurden mit Sicherheit häufig auf Küstengewässern, Flüssen und Bächen eingesetzt, wenn die Wampanoag fischten und jagten. Kanus wurden auch für gelegentliche Handelsfahrten zu anderen Inseln und dem Festland verwendet. Die kurzen Bäume von Nantucket konnten Stämme liefern, aus denen man ein kleines Kanu bauen konnte. Birkenholz war sehr selten, wenn überhaupt, und wenn es Kanus aus Birkenrinde auf Nantucket gab, wurden sie importiert.

Das größte Gebäude in der Dorfarchitektur der Wampanoag war das Langhaus, in dem mehrere Familien im Winter in geschützten Tälern wohnten. Der Bau von Langhäusern erforderte nicht die großen Bauhölzer, die für den Bau von Häusern und Stadtgebäuden im englischen Stil notwendig waren. Wie bei allen indigenen Völkern, die sowohl Jäger und Sammler als auch Landwirte waren, wurde mit den Ressourcen in allen ökologischen Nischen, die Nahrung lieferten, sorgfältig umgegangen, um den Lebensraum und die Zuchtpopulationen langfristig zu erhalten. Die sehr alten Wälder von Nantucket mit ihren hohen Bäumen verschwanden aus Gründen, die nichts mit der Nutzung des Waldes durch die Vorfahren der Wampanoag zu tun hatten. Der indianischen Gemeinschaft, die das ganze Jahr über in den küstennahen Gewässern, Flüssen und Bächen jagte und fischte,stand kein Bau- und Schiffsholz von großem Umfang zur Verfügung.

Europäische Kontaktzeit

Die europäische Entdeckung Nantuckets erfolgte im frühen 16. Jahrhundert durch Seefahrer, die die nordamerikanische Küste erkundeten, während die Insel bereits seit Tausenden von Jahren von den Wampanoag bewohnt war. Spekulationen über frühere Sichtungen durch Wikinger im 10. oder 11. Jahrhundert oder durch Fischer vor 1600 lassen sich archäologisch oder dokumentarisch nicht belegen.

Der erste gesicherte europäische Kontakt mit der Region um Nantucket geht auf den italienischen Entdecksreisenden Giovanni da Verrazzano zurück, der 1524 im Auftrag des französischen Königs Franz I. die Ostküste Nordamerikas erkundete. Verrazzano segelte entlang der Küste von North Carolina bis Nova Scotia und passierte dabei die Shoals östlich von Nantucket (die er „Armellini“ nannte). Er folgte der Küste südlich von Martha’s Vineyard und Nantucket, ohne jedoch explizit die Insel selbst zu landen oder detailliert zu beschreiben. Dennoch gilt dies als mögliche erste dokumentierte Sichtung der Nantucket-Region durch einen Europäer.

Die traditionell anerkannte Entdeckung Nantuckets wird jedoch dem englischen Kapitän Bartholomew Gosnold zugeschrieben. Im Jahr 1602 segelte Gosnold mit der kleinen Bark Concord von England aus direkt westlich über den Atlantik (eine kürzere Route als üblich) und erreichte zunächst die Küste von Maine. Er fuhr südwärts, benannte Cape Cod nach den reichen Kabeljauvorkommen und erkundete Nantucket Sound. Gosnold sichtete Nantucket von See aus, segelte an der Insel vorbei und kartierte sie als eine der ersten Engländer, ohne jedoch an Land zu gehen. Er versuchte anschließend eine kleine Kolonie auf den Elizabeth Islands (bei Cuttyhunk) zu gründen, die jedoch scheiterte. Gosnolds Berichte und Karten (u. a. von John Brereton dokumentiert) machten die Region in England bekannt und beeinflussten spätere Kolonisierungspläne, einschließlich der Route der Mayflower 1620.

Weitere frühe Erwähnungen stammen von französischen und englischen Fischern, die ab dem frühen 17. Jahrhundert die reichen Fischgründe vor Nantucket nutzten, doch keine dauerhafte Präsenz etablierten. Die erste dauerhafte europäische Besiedlung begann erst 1659, als englische Siedler unter Führung von Tristram Coffin und Thomas Macy die Insel von Thomas Mayhew erwarben und von den Wampanoag kauften.

Kolonialzeit

Die früheste europäische Siedlung in der Region wurde auf der Nachbarinsel Martha's Vineyard von dem in England geborenen Kaufmann Thomas Mayhew gegründet. Im Jahr 1641 sicherte sich Thomas von Sir Ferdinando Gorges und dem Earl of Sterling Martha's Vineyard, Nantucket, die Elizabeth-Inseln und andere Inseln in der Region als Eigentumskolonie. Thomas führte mehrere Familien zur Besiedlung der Region und schloss mehrere Verträge mit den Ureinwohnern von Nantucket, den Wampanoag. Diese Verträge trugen dazu bei, dass die Region nicht in den Krieg mit König Philip verwickelt wurde. Die wachsende Zahl der Siedler hieß saisonale Gruppen anderer Indianerstämme willkommen, die auf die Insel kamen, um zu fischen und später Wale zu fangen, die an der Küste angespült wurden. Nantucket gehörte bis 1691 zu Dukes County, New York, und wurde dann der neu gegründeten Provinz Massachusetts Bay zugeschlagen und in Nantucket County umgewandelt.

Im Oktober 1641 übertrug William Alexander, der Earl of Stirling, die Insel an Thomas Mayhew aus Watertown, Massachusetts. Im Jahr 1659 verkaufte Mayhew einen Anteil an der Insel an neun andere Käufer, wobei er sich selbst ein Zehntel eines Anteils vorbehielt, „für die Summe von dreißig Pfund ... und außerdem zwei Biberhüte, einen für mich und einen für meine Frau“.

Jeder der zehn ursprünglichen Eigentümer durfte einen Partner einladen. Über die Identität der ersten zwanzig Eigentümer herrscht Unklarheit, was zum Teil daran liegt, dass William Pile keinen Partner wählte und seinen Anteil an Richard Swain verkaufte, der später zwischen John Bishop und den Kindern von George Bunker aufgeteilt wurde.

In dem Bestreben, ihre Zahl zu erhöhen und Kaufleute auf die Insel zu locken, wurde die Gesamtzahl der Anteile auf siebenundzwanzig erhöht. Die ursprünglichen Käufer brauchten die Unterstützung von Handwerkern, die in der Weberei, im Müllereiwesen, im Baugewerbe und in anderen Bereichen qualifiziert waren, und wählten Männer aus, die eine halbe Aktie erhielten, sofern sie auf Nantucket lebten und ihr Gewerbe mindestens drei Jahre lang ausübten. Bis 1667 waren 27 Anteile unter 31 Eigentümern aufgeteilt worden.

Die europäische Besiedlung von Nantucket begann erst 1659, als Thomas Mayhew seine Anteile an eine Gruppe von Investoren unter der Leitung von Tristram Coffin verkaufte. Die „neun Erstkäufer“ waren Tristram Coffin, Peter Coffin, Thomas Macy, Christopher Hussey, Richard Swain, Thomas Barnard, Stephen Greenleaf, John Swain und William Pile. Diese Männer gelten als die Gründerväter von Nantucket, und viele Inselbewohner sind mit diesen Familien verwandt. Seeleute und Händler begannen, Nantucket zu bevölkern, wie Richard Gardner (Ankunft 1667) und Kapitän John Gardner (Ankunft 1672), Söhne von Thomas Gardner. Die ersten Siedler konzentrierten sich auf die Landwirtschaft und die Schafzucht, aber die Überweidung und die wachsende Zahl von Bauernhöfen machten diese Tätigkeiten unhaltbar, und die Inselbewohner begannen bald, ihren Lebensunterhalt auf dem Meer zu verdienen.

Vor 1795 hieß die Stadt auf der Insel Sherburne. Die ursprüngliche Siedlung lag in der Nähe von Capaum Pond. Damals war der Teich ein kleiner Hafen, dessen Einfahrt verschlammte, so dass die Siedler gezwungen waren, ihre Häuser abzubauen und zwei Meilen nordöstlich an den heutigen Standort zu verlegen. Am 8. Juni 1795 wurde der von Micajah Coffin vorgeschlagene Gesetzesentwurf zur Änderung des Stadtnamens in „Town of Nantucket“ von Gouverneur Samuel Adams gebilligt und unterzeichnet, um den Stadtnamen offiziell zu ändern

Die weitgehend auf Pottwale spezialisierte typische Fangweise Nantucketer Walfänger gegen Ende des 18. Jahrhunderts führte aus dem Nordatlantik um Kap Hoorn herum in den Pazifik bis vor die japanische Küste und dauerte zwei bis vier Jahre.

Die Wirtschaft der Insel wandte sich von da an zunehmend dem Handel mit Tran und Walrat sowie dem Bau und Unterhalt der Walfangschiffe zu. Die Stadt Nantucket nahm dabei einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und war vom frühen 18. Jahrhundert bis etwa 1830 die „Walfang-Hauptstadt“ der Welt.

Weltweite Erdöl-Funde ab 1830 beeinträchtigten den Absatz von Waltran als Schmiermittel und Lampenbrennstoff. Dies leitete den Niedergang der Nantucket-Ökonomie ein. Beschleunigt wurde dies durch immer längere Fangreisen in leergejagte Meere. Die „Nantucket-Untiefen“ vor dem Hafen behinderten zudem die größer werdenden Walfangschiffe, die daher ins benachbarte New Bedford und Salem (Massachusetts) mit ihren direkten Eisenbahn-Anschlüssen auswichen.

Ein verheerender Großbrand 1846, Goldrausch und Bürgerkrieg hatten weitere, die Wirtschaft beeinträchtigende Folgen. Von 1840 bis 1870 ging die Bevölkerung von etwa 10.000 auf 1.000 Einwohner zurück.

Walfangära

Nantucket bildet den Ausgangspunkt der Entwicklung der US-amerikanischen Walfangindustrie im 17. Jahrhundert und war bis in die 1840er Jahre hinein der führende Walfangstützpunkt der USA. Bis heute hat die Stadt sowohl aus architektonischen als auch umweltbezogenen Gesichtspunkten ihren Charakter als typische Küstenstadt des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts in Neuengland erhalten. Von den kleineren ehemaligen Beobachtungsposten der Insel existiert nur noch Siasconset, wo mit dem Auld Lang Syne das wohl älteste noch erhaltene Bauwerk Nantuckets steht.

Ursprünglich wurde Nantucket von Menschen besiedelt, die sich nach religiöser Freiheit sehnten. Eine von Tristram Coffin angeführte Gruppe von 18 Personen erwarb den Großteil der Insel von Thomas Mayhew und wurde gemeinsam mit ihm und seinem Sohn zu den ersten 20 Siedlern auf der Insel. Bei ihrem ersten Treffen 1661 teilte die Gruppe die Insel unter sich auf und legte fest, wer sich an welcher Stelle niederlassen durfte. 1671 wurden alle Siedlungen der Insel unter der Bezeichnung Nantucket zusammengefasst. 1673 änderte der Gouverneur Francis Lovelace den Namen zu Sherburne, nachdem die Insel Teil der Provinz New York geworden war.

Die zum Großteil aus Mooren bestehende Insel war nur unzureichend für die Landwirtschaft geeignet, sodass die Grundstücke im Wesentlichen als Schafweide sowie in kleinerem Umfang für den Ackerbau genutzt wurden. Die Einwohner waren daher bestrebt, ihren Lebensunterhalt durch Fisch- und Walfang zu verdienen. Bereits 1672 wurde das erste Walfangunternehmen auf Nantucket gegründet, jedoch waren die unerfahrenen Seeleute wenig erfolgreich. 1690 wurde daher der vom Cape Cod stammende Icabod Paddock auf die Insel eingeladen, um als Lehrer für Walfangmethoden zu arbeiten. Dies bildete den Ausgangspunkt für ein erhebliches Wachstum der Walfangindustrie auf Nantucket; 1712 verfügte die Walfangflotte bereits über fünf Schiffe, zwei Jahre später stieg die Anzahl auf neun. Bereits 1715 brachten die Walfänger 600 Fässer Tran an Land. 1727 verfügte die Insel über 28 Walfangschiffe, die Wale entlang der Küste der Insel jagten. Zu ihrer Unterstützung wurden unter anderem mit Cisco, Sesachacha und Siasconset Beobachtungsstationen an den Stränden errichtet.

Die küstennahe Waljagd wurde 1760 im Zuge der Verlagerung der Hochseejagd auf Pottwale aufgegeben, und die meisten Gebäude des bis dahin größten Fischereihafens Sesachacha Beach wurden 1820 nach Siasconset verlegt. Bis zur Amerikanischen Revolution florierte die Walfangindustrie auf Nantucket und wuchs beständig an; 1766 segelten 118 Schiffe unter der Flagge der Insel und landeten 11.969 Tranfässer an, die nicht nur nach Boston, sondern auch bis nach London verkauft wurden. 1774 umfasste die Walfangflotte Nantuckets 150 der insgesamt 250 Fangschiffe Neuenglands. Mit dem Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs litt die Wirtschaft der Insel erheblich; während des Kriegs gingen nicht nur 134 Schiffe der Inselflotte verloren, sondern es verloren auch mehr als 1200 Seeleute ihr Leben oder wurden gefangen genommen.

1795 wurde der Name der Stadt wieder in Nantucket geändert, und sowohl die Insel als auch die Stadt wurden zum Synonym für das Zeitalter des Walfangs in Neuengland. Nach dem Ende des Kriegs erholte sich Nantucket und führte den Walfang erfolgreich bis in die frühen 1840er Jahre fort. Auf ihrem Höhepunkt umfasste die Einwohnerzahl Nantuckets rund 10.000 Personen, und die Stadt verfügte über fünf Kais, 36 Kerzenfabriken sowie eine Vielzahl von Werften. Die Walfänger der Insel waren führend in der Entdeckung neuer Fanggebiete und in der Weiterentwicklung der Jagdmethoden. Sie besaßen als erste weitreichende Kenntnisse über den Golfstrom, der von Captain Timothy Folger für den damaligen United States Postmaster General Benjamin Franklin kartiert wurde.

Während des Britisch-Amerikanischen Kriegs 1812 verlor die Inselflotte erneut 38 Schiffe, jedoch konnte die Anzahl bis 1822 wieder auf mehr als 80 Schiffe erhöht werden. Nantucket behauptete sich zunächst im Wettstreit mit New Bedford, das über eine noch größere Flotte verfügte, musste aber Mitte der 1840er Jahre erste Einbußen hinnehmen. Die Walfangindustrie der Insel wurde 1846 durch ein Großfeuer im Stadtzentrum schwer getroffen, zudem verlockte 1849 der Kalifornische Goldrausch mehr als 400 junge Leute, Nantucket zu verlassen.

Der größte wirtschaftliche Schaden wurde jedoch durch die zunehmende Versandung des Hafenbeckens verursacht, was es zu Beginn des 19. Jahrhunderts den immer größer werdenden Schiffen unmöglich machte, Nantucket anzulaufen. 1803 und 1806 bat die Inselverwaltung erfolglos den Kongress der Vereinigten Staaten um Unterstützung zur Ausbaggerung des Hafens, sodass die Walfangschiffe auf den Hafen von Edgartown auf Martha’s Vineyard ausweichen mussten. In ihrer Not versuchten die Einwohner Nantuckets im Jahr 1839, zurückkehrende Fangschiffe mit Hilfe eines als steam camel bezeichneten Trockendocks in das Hafenbecken zu transportieren, doch selbst dafür war der Hafen mittlerweile zu flach. 1869 verließ mit der Bark Oak das letzte Walfangschiff den Hafen Nantuckets, und 1874 wurde der Name aus der Liste der US-amerikanischen Walfangstützpunkte gestrichen.

Nach dem Höhepunkt der Walfangindustrie in der Mitte des Jahrhunderts – Nantucket war einst die Walfanghauptstadt der Welt – führte eine Kombination aus Faktoren zum raschen Niedergang: Die Entdeckung von Petroleum in Pennsylvania 1859 machte Walöl als Leucht- und Schmiermittel überflüssig, Überfischung dezimierte die Walbestände, und der Bürgerkrieg (1861 bis 1865) zerstörte viele Schiffe durch konföderierte Angriffe. Viele Nantucketer wanderten ab, darunter Hunderte in den California Gold Rush 1849, was zu einem Bevölkerungsrückgang führte – die Inselbevölkerung sank auf ein historisches Tief. Zahlreiche Häuser standen leer, und die Wirtschaft stagnierte. Diese „vergessene“ Periode hatte jedoch einen positiven Nebeneffekt: Die prächtigen Kapitänshäuser und kolonialen Gebäude aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert blieben weitgehend unverändert und überdauerten durch Vernachlässigung.

Ab den 1870er und 1880er Jahren begann eine langsame Erholung durch den aufkommenden Tourismus. Reiche Familien aus Boston und New York entdeckten die Insel als Sommerrefugium – angezogen von der ruhigen Isolation, den Stränden, dem milden Klima und der historischen Atmosphäre. Frühe Werbung pries „Sea Bathing“ als gesundheitsfördernd, und große Hotels sowie Gästehäuser entstanden. Eine Schmalspurbahn (Nantucket Railroad, 1881 bis 1917) verband die Stadt mit Stränden wie Surfside und Siasconset und förderte den Tourismus. Dampfschiffe wurden zur Hauptverbindung zum Festland. Künstlerkolonien bildeten sich, inspiriert von der natürlichen Schönheit und dem Licht der Insel. Der Tourismus rettete Nantucket vor dem vollständigen Verfall und legte den Grundstein für seine heutige Identität als exklusives Ferienziel.

Weltkriegsära

Im frühen 20. Jahrhundert wuchs der Tourismus stetig, unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg, der jedoch weniger direkte Auswirkungen hatte. Die 1920er und 1930er Jahre brachten weitere Sommerbesucher, doch die Great Depression (ab 1929) traf die Insel hart: Viele verloren Einkünfte, und der Tourismus ging zurück. Dennoch blieb die Bevölkerung stabil, und die Isolation schützte vor den schlimmsten Kontinentaleffekten. In den 1930er Jahren entstanden erste systematische Erhaltungsinitiativen, beeinflusst vom New Deal und dem Historic American Buildings Survey, der historische Gebäude dokumentierte.

Der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachte Nantucket erneut in die Nähe des Kriegsgeschehens. 1942 operierten deutsche U-Boote vor der Küste; mehrere Schiffe wurden versenkt, Überlebende auf die Insel gebracht, was Angst vor Invasionen schürte. Die Navy etablierte 1943 die Naval Auxiliary Air Facility Nantucket (ein Flugplatz für Trainingszwecke), der bis 1945 genutzt wurde. Viele Inselbewohner dienten in den Streitkräften, und lokale Organisationen wie die American Legion unterstützten Kriegsanstrengungen durch Sammelaktionen und Zivilschutz. Der Krieg unterbrach den Tourismus stark, doch nach 1945 beschleunigte er den Boom: Die erhaltene historische Substanz zog vermehrt Besucher an.

Moderne Zeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg erholte sich Nantucket rasch von den Kriegsjahren und entwickelte sich zu einem der exklusivsten Touristenziele Neuenglands. Der Tourismus, der bereits in den Jahrzehnten davor an Fahrt aufgenommen hatte, wurde zur dominierenden Wirtschaftsquelle und ersetzte endgültig die vergangene Walfangära. Die erhaltene historische Bausubstanz – durch den früheren wirtschaftlichen Niedergang unberührt – zog zunehmend wohlhabende Sommergäste an, die die ruhige Isolation, die Strände und das charmante Inselambiente schätzten.

In den 1950er und 1960er Jahren setzten intensive Erhaltungsbemühungen ein: 1955 wurde Nantucket einer der ersten Orte in den USA mit einem lokalen Historic District, der zunächst die Altstadt und Siasconset umfasste und 1971 auf die gesamte Insel erweitert wurde. 1966 erhielt es den Status eines National Historic Landmark. Die Nantucket Conservation Foundation, gegründet 1963, begann systematisch Land zu erwerben und zu schützen; heute besitzt sie über 9.000 Acres und trägt dazu bei, dass mehr als die Hälfte der Insel unter Naturschutz steht. Diese Maßnahmen schützten nicht nur die natürliche Schönheit – Moore, Sandplain Grasslands und Küsten – sondern förderten auch den Tourismus, indem sie Nantuckets einzigartigen Charakter bewahrten.

Ein markantes Ereignis war der gescheiterte Abspaltungsversuch 1977: Nantucket und die Städte auf Martha’s Vineyard (sowie die Elizabeth Islands) erwogen auf verschiedenen Town Meetings die Sezession vom Commonwealth of Massachusetts. Auslöser war eine Verfassungsänderung, die das Repräsentantenhaus von 240 auf 160 Sitze verkleinern und damit die separate Vertretung der Inseln im Staatsparlament (und indirekt im Obersten Gerichtshof) gefährden sollte. Die Inselbewohner fühlten sich benachteiligt, da sie künftig mit Teilen von Cape Cod einen gemeinsamen Distrikt bilden würden. In Abstimmungen votierten die meisten Towns – darunter Nantucket mit großer Mehrheit – für die Abspaltung, es wurden sogar Flaggen entworfen und Angebote anderer Staaten (wie Vermont oder Hawaii) diskutiert. Der Plan scheiterte jedoch, da eine Sezession die Zustimmung des Staatsparlaments, des Gouverneurs und des US-Kongresses erfordert hätte. Die Bewegung erregte nationale Aufmerksamkeit, blieb aber symbolisch und unterstrich die starke Inselidentität.

In den 1980er bis 2000er Jahren boomte der Tourismus weiter: Die ganzjährige Bevölkerung wuchs von etwa 5.000 bis 6.000 in den 1970er Jahren auf über 10.000 um die Jahrtausendwende und erreichte 2020 rund 14.255 Einwohner. Im Sommer schwoll die Population durch Touristen und Saisonbewohner auf bis zu 80.000 an. Der Immobilienmarkt explodierte, Nantucket wurde zu einem Symbol für Luxus und Exklusivität, mit steigenden Hauspreisen und zunehmender Zweitwohnsitz-Nutzung. Gleichzeitig verstärkten sich Naturschutzbemühungen gegen Überentwicklung und Küstenerosion, unterstützt durch Organisationen wie die Nantucket Land Bank und weitere Land Trusts.

Bis in die 2010er Jahre blieb der Tourismus der Wirtschaftsmotor, ergänzt durch Bau- und Dienstleistungsbranchen. Herausforderungen wie steigender Meeresspiegel, Erosion und Overtourism wurden durch strenge Regulierungen und Community-Engagement gemanagt, um den Charakter der „Gray Lady“ zu erhalten.

Die Corona-Maßnahmenpolitik ab 2020 traf die tourismusabhängige Insel zunächst hart. Viele Betriebe fürchteten massive Einbußen, und es kam zu lokalen Ausbrüchen, oft importiert durch Sommergäste. Dennoch fiel der Sommer 2020 besser aus als erwartet – viele wohlhabende Familien flohen aus Städten auf die Insel, was zu einem Boom am Immobilienmarkt und stabileren Einnahmen führte. Gegenüber dem Festland gab es Erleichterungen durch lokale Maßnahmen wie frühe Testmöglichkeiten und Regulierungen (zum Beispiel frühere Schließzeiten für Bars). Wirtschaftsstudien zeigten, dass die Unternehmen anpassungsfähig waren und der Tourismus sich schneller erholte als prognostiziert, wenngleich mit Veränderungen wie stärkerer Fokussierung auf lokale und saisonale Besucher.

Verwaltung

Die Inselgemeinde ist gebietsgleich mit dem Nantucket County und bildet auch dessen Verwaltungssitz (County Seat). Sie befindet sich im Bundesstaat Massachusetts der Vereinigten Staaten von Amerika.


Herrschaftsgeschichte:

  • um -1000 bis 1641 Stammesgebiet der Wampanoag
  • 1641 bis 1664 Kolonie Massachusetts Bay (Massachusetts Bay Colony) des Königreichs England (Kingdom of England)
  • 1664 bis 1. November 1683 Provinz New York (Province of New York) des Königreichs England (Kingdom of England)
  • 1. November 1683 bis 7. Oktober 1691 Dukes County innerhalb der Provinz New York (Province of New York) des Königreichs England (Kingdom of England)
  • 7. Oktober 1691 bis 22. Juni 1695 Dukes County innerhalb der Provinz Massachusetts Bay (Province of Massachusetts Bay) des Königreichs England (Kingdom of England)
  • 22. Juni 1695 bis 1. Mai 1707 Nantucket County innerhalb der Provinz Massachusetts Bay (Province of Massachusetts Bay) des Königreichs England (Kingdom of England)
  • 1. Mai 1707 bis 1. Mai 1776 Nantucket County innerhalb der Provinz Massachusetts Bay (Province of Massachusetts Bay) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 1. Mai 1776 bis 16.Juni 1780 Dukes County im Staat Massachusetts Bay (State of Massachusetts Bay)
  • seit 16. Juni 1780 Nantucket County innerhalb des Bundeststaates Massachusetts (State of Massachusetts) der Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America)

Legislative und Exekutive

In Nantucket sind Stadt- und Kreisverwaltung zusammengelegt. Die gewählte gesetzgebende Körperschaft von Nantucket ist das Select Board (2018 umbenannt in Board of Selectmen, deutsch „Verordnetenversammlung“), das für die Ziele und die Politik der Stadtverwaltung verantwortlich ist. Sie wird von einem Stadtmanager verwaltet, der für alle Abteilungen mit Ausnahme der Schul-, Flughafen- und Wasserabteilung zuständig ist.

Nantucket wird im Repräsentantenhaus von Massachusetts von dem Demokraten Dylan Fernandes aus Woods Hole vertreten, der die Wahlbezirke 1, 2, 5 und 6 von Falmouth in Barnstable County, Chilmark, Edgartown, Aquinnah, Gosnold, Oak Bluffs, Tisbury und West Tisbury, alle in Dukes County, sowie Nantucket vertritt. Der Abgeordnete Fernandes ist seit dem 4. Januar 2017 im Amt. Nantucket wird im Senat von Massachusetts von Julian Cyr, Demokrat, aus Truro vertreten, der ebenfalls seit dem 4. Januar 2017 im Amt ist.

Nantucket liegt im 9. Kongressdistrikt von Massachusetts, der seit 2013 besteht. Ab 2013 wurde er im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten von Bill Keating, einem Demokraten aus Bourne, vertreten. Massachusetts wird derzeit im Senat der Vereinigten Staaten von der Senatorin Elizabeth Warren (Demokratin) und dem Senator Ed Markey (Demokrat) vertreten.

Inseloberhaupt

Höchster Repräsentant ist der Vorsitzende des Board of Selectmen.

Politische Gruppierungen

Am 1. Februar 2019 verteilten sich die registrierten Stimmen wie folgt:

Partei Wähler Anteil
parteilos 4.972 55,74 %
Democratic 2.688 30,13 %
Republican 1.141 12,79 %
sonstige 67 0,75 %
Libertarian 38 0,43 %
Green-Rainbow Party 14 0,16 %
insgesamt 8.920 100 %

Justizwesen und Kriminalität

Nantucket ist als konsolidierte Town and County einzigartig in Massachusetts: Die Town of Nantucket und das Nantucket County sind geografisch und administrativ identisch, was ein kompaktes und auf die Inselbedürfnisse abgestimmtes Justizsystem ermöglicht. Die Isolation der Insel (ca. 50 km vor dem Festland) beeinflusst alle Bereiche der Strafverfolgung und Gerichtsbarkeit – Transporte zu Festlandgerichten oder Gefängnissen erfolgen per Fähre oder Flugzeug.

Die primäre Polizeibehörde ist die Nantucket Police Department (NPD) mit etwa 45 Officers. Sie übernimmt Patrol, Ermittlungen, Verkehrsüberwachung und Notrufbearbeitung. Das Nantucket County Sheriff's Office konzentriert sich auf Gerichtssicherheit, Zustellung von Zivilprozessen und Häftlingstransporte. Seit 2010 gibt es keine eigene Haftanstalt mehr auf der Insel; Inhaftierte werden ins Barnstable County Correctional Facility auf dem Festland gebracht.

Gerichtlich ist Nantucket Teil des Massachusetts Court Systems. Der Nantucket District Court (Broad Street) bearbeitet die meisten Alltagsfälle: Misdemeanors, kleinere Zivilsachen, Jugendgericht und Bewährung. Schwere Straftaten (Felonies) und größere Zivilklagen fallen in die Zuständigkeit des Nantucket Superior Court, der im selben Gebäude tagt. Höhere Instanzen erfordern Verlegung nach Barnstable oder Boston.

Die Kriminalitätsrate auf Nantucket liegt insgesamt niedrig und deutlich unter dem US-Durchschnitt, wenngleich sie saisonal stark schwankt. Die ganzjährige Bevölkerung von rund 14.000 Einwohnern verdoppelt sich im Sommer durch Touristen und Saisonarbeiter auf bis zu 80.000 Personen – entsprechend steigen vor allem Eigentumsdelikte und Alkohol-bezogene Vergehen.

Gewaltkriminalität ist selten: Morde kommen nur alle paar Jahrzehnte vor. Häufigste Delikte sind Einbrüche, Diebstähle (besonders aus Autos oder Ferienhäusern), Trunkenheit am Steuer (DUI) und einfache Körperverletzungen, oft im Nachtleben. Drogenvergehen (vor allem Cannabis und härtere Substanzen) nehmen seit den 2010er Jahren zu, bleiben aber überschaubar. Die Insel gilt als sicher – viele Bewohner lassen Türen unverschlossen, und die NPD betont Community Policing.

Die niedrige Kriminalität resultiert aus der insularen Gemeinschaft („jeder kennt jeden“), strengen lokalen Regulierungen und der Abwesenheit größerer sozialer Problemlagen wie in städtischen Gebieten. Dennoch stellen Overtourism, steigende Immobilienpreise und saisonale Arbeitsmigration Herausforderungen dar, die zu kleineren Deliktspitzen führen können. Die Justiz profitiert von der engen Vernetzung: Viele Fälle werden informell oder durch Mediation gelöst, bevor sie vor Gericht landen.

Flagge und Wappen

Im Jahr 1974 führte die Stadtversammlung von Nantucket eine offizielle Flagge ein, die auf einem Entwurf von Edward B. Swain basierte, der der Stadt vorgelegt wurde. Das blaue Feld der burgeiförmigen Flagge steht für den Himmel und das Meer, die weiße Farbe für die Strände der Insel. Der Wal, umrahmt von einem Seilkreis, „symbolisiert sowohl den Globus, den die Walfangschiffe von Nantucket umrunden, als auch die Kompassrose, die ihnen den Weg durch die ozeanischen Jagdgründe weist. Eine Harpune oder ein Waleisen wurde hinzugefügt, das auf den magnetischen Nordpol zeigt, der von Nantucket aus gesehen wird.“ (Dave Martucci, 22. Januar 1997)

Hauptstadt

Die gesamte Insel (einschließlich der kleinen Nebeninseln Tuckernuck und Muskeget) bildet gleichzeitig die Town of Nantucket und das Nantucket County. Es gibt daher keine separate County-Hauptstadt im klassischen Sinne. Verwaltungssitz ist die Town of Nantucket mit dere gleichnamigen Ortschaft Nantucket (oft einfach „Nantucket Town“ oder „downtown Nantucket“ genannt) als Zentrum.

Diese Siedlung am nördlichen Hafen der Insel ist seit der ersten dauerhaften europäischen Besiedlung im Jahr 1659 der zentrale Ort und Verwaltungssitz. Die ersten Siedler unter Tristram Coffin und Thomas Macy legten hier ihre Häuser an, bauten den Hafen aus und etablierten die Verwaltung. Von Anfang an war dieser Ort der politische, wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt der Insel, zunächst unter dem Namen Sherburne (benannt nach Sherborne in Dorset, England). Im Jahr 1795 wurde der Name der Town offiziell von Sherburne in Nantucket geändert, um Verwechslungen mit anderen Orten zu vermeiden und den indigenen Namen der gesamten Insel zu übernehmen. Seitdem heißt sowohl die Insel, das County als auch die Hauptort Nantucket.

Verwaltungsgliederung

Die Inselgemeinde besteht aus einem Hauptort und sechs Weilern.


           Verwaltungseinheiten:

           3 census-designated places (Zensusorte)

                       7 settlements (Siedlungen)

Bevölkerung

Nantucket ist heute ein Seebad und Erholungsort mit über zehntausend festen Einwohnern; im Sommer kann sich die Bewohnerzahl durch die dann anwesenden Besitzer von Ferienhäusern nahezu verfünffachen. Dies trägt dazu bei, dass Nantucket das County mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Massachusetts ist. Das Einkommen zwischen 2006 und 2010 Pro-Kopf betrug 53.410 USD (Massachusetts: 33.966 USD), das Haushaltseinkommen im Schnitt 83.347 USD (64.509 USD) und das Familieneinkommen 89.728 USD (81.165 USD). Die geringe Bevölkerungszahl gekoppelt mit dem Tourismus dürfte einer der Gründe sein.

Bei der Volkszählung 2010 lebten 10.172 Menschen, 4.229 Haushalte und 2.429 Familien im Bezirk, die Bevölkerungsdichte betrug 226,2 Einwohner pro Quadratmeile (87,3 pro km²). Es gab 11.618 Wohneinheiten mit einer durchschnittlichen Dichte von 258,4 pro Quadratmeile (99,8 pro km²). Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 123,8 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1790                  4 555               36,79

           1800                  5 617               45,37

           1810                  6 807               54,98

           1820                  7 266               58,69

           1830                  7 202               58,17

           1840                  9 012               72,79

           1850                 8 452              68,27

           1860                 6 094              49,22

           1870                 4 123              33,30

           1880                 3 727              30,11

           1890                 3 268              26,40

           1900                 3 006              24,28

           1910                 2 962              23,93

           1920                 2 797              22,59

           1930                 3 678              29,71

           1940                 3 401              27,47

           1950                 3 484              28,14

           1960                 3 559              28,75

           1970                 3 774              30,48

           1980                 5 087              41,09

           1990                 6 012              48,56

           2000                 9 520              76,90

           2001                 9 742              78,69

           2002                10 076               81,39

           2003                10 305               83,24

           2004                10 536               85,11

           2005                10 608               85,69

           2006                10 803               87,26

           2007                11 060               89,34

           2008                11 272               91,05

           2009                11 322               91,45

           2010                10 172               82,16

           2011                10 107               81,64

           2012                10 241               82,72

           2013                10 399               84,00

           2014                10 856               87,69

           2015                10 925               88,25

           2016                11 008              88,92

           2017                11 229              90,70

           2018                11 327              91,49

           2019                11 399              92,08

           2020                14 255             115,15

           2021                14 506             117,17

           2022                14 443             116,66

           2023                14 444             116,67

           2024                14 670             118,50


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 4,357 % pro Jahr. Im Jahr 2000 lebten 9.520 Menschen in 3 699 Haushalten und 2.104 Familien. In 28,7 % der 4.229 Haushalte lebten 2010 Kinder unter 18 Jahren, 44,8 % waren verheiratete Paare, die zusammenlebten, 8,3 % hatten einen weiblichen Haushaltsvorstand ohne Ehemann, 42,6 % waren Nicht-Familien und 29,7 % aller Haushalte bestanden aus Einzelpersonen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße lag bei 2,39 und die durchschnittliche Familiengröße bei 2,93. Das Durchschnittsalter lag bei 39,4 Jahren.

Das Medianeinkommen für einen Haushalt im Bezirk lag bei 83.347 $ und das Medianeinkommen für eine Familie bei 129.728 $. Das Medianeinkommen der Männer lag bei 82.959 $, das der Frauen bei 46.577 $. Das Pro-Kopf-Einkommen für den Bezirk betrug 53.410 $. Etwa 3,6 % der Familien und 7,2 % der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze, darunter 6,9 % der unter Achtzehnjährigen und 8,2 % der über 65jährigen.

Volksgruppen

Die Bevölkerung der Insel bestand im Jahr 2000 zu 87,85 % aus Weißen, zu 8,29 % aus Schwarzen, zu 0,64 % aus Asiaten, zu 1.65 % aus anderen und zu 1,58 % aus mehreren Rassen. Ihrer Herkunft nach waren 19,9 % Iren, 17,1 % Engländer, 7,2 % Italiener, 6,1 % Portugiesen, 6,0 % Deutsche und 5,1 %  Franzosen.

Im Jahr 2010 waren 87,6 % der Bevölkerung weiß, 6,8 % schwarz, 1,2 % asiatisch, 0,1 % indianisch, 2,6 % gehörten anderen Rassen an und 1,8 % hatten zwei oder mehr Rassen. Der Anteil der Einwohner hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft betrug 9,4 %. 20,9 % der Bevölkerung waren englischer, 18,8 % irischer, 11,5 % amerikanischer, 10,9 % deutscher und 6,4 % italienischer Abstammung.

Race 2020
White 6.898
Black/African American 806
Indigenous 78
Asian 209
Pacific Islander 5
sonstige 1.135
Mixed 1.035
Hispanics / Latinos 1.953

Sprachen

92,6 % der Einwohner sprachen 2011 Englisch, 4,1 % Spanisch und 1,6 % Französisch als Erstsprache. Die vorherrschende Sprache auf Nantucket ist also Englisch, das von der überwiegenden Mehrheit der ganzjährigen Bewohner und der Sommergäste als Muttersprache oder Alltagssprache gesprochen wird. Englisch ist die einzige offizielle Sprache der Verwaltung, Schulen, Gerichte und des öffentlichen Lebens.

Aufgrund der insularen Geschichte und der indigenen Vergangenheit spielte früher eine weitere Sprache eine Rolle. Wampanoag (Massachusett) war die Sprache der Ureinwohner, die die Insel vor der europäischen Besiedlung bewohnten. Diese algonkinische Sprache war bis ins frühe 18. Jahrhundert auf Nantucket in Gebrauch, starb jedoch auf der Insel aus, als die Wampanoag-Bevölkerung durch Krankheiten, Missionierung und Abwanderung stark dezimiert wurde. Heute wird Wampanoag in Revitalisierungsprojekten auf dem Festland (zum Beispiel durch die Wampanoag Tribe of Gay Head/Aquinnah und das Wôpanâak Language Reclamation Project) wiederbelebt, aber auf Nantucket selbst wird sie nicht mehr aktiv gesprochen.

In der Gegenwart sind weitere Sprachen vor allem durch saisonale Arbeitskräfte und internationale Sommerbesucher präsent. Die am häufigsten gehörte Zweitsprache ist Spanisch, gesprochen von vielen saisonalen Arbeitern aus Mittel- und Südamerika (vor allem aus Jamaika, El Salvador, Guatemala und der Dominikanischen Republik), die in Hotellerie, Gastronomie, Bau und Landschaftspflege tätig sind. Portugiesisch und Kreolisch kam durch Arbeitskräfte aus Brasilien und von den Kapverden auf die Insel. Französisch, Deutsch, Italienisch und andere europäische Sprachen findet sich gelegentlich bei Touristen aus Europa. In den Schulen (Nantucket Public Schools) werden Fremdsprachen wie Spanisch und Französisch unterrichtet, aber es gibt keine nennenswerte bilingualen Programme oder Gemeinschaften, die eine andere Sprache als Englisch dauerhaft pflegen.


Religion

Die religiöse Landschaft Nantuckets ist historisch tief von der Quäker-Tradition (Religious Society of Friends) geprägt, die im 18. und frühen 19. Jahrhundert die Insel dominierte. Ab etwa 1702, beeinflusst durch Besuche von Quäker-Missionaren wie John Richardson und die Bekehrung der einflussreichen Mary Coffin Starbuck, wurde der Quäkerismus zur vorherrschenden Religion. Bis in die 1830er Jahre gehörten die meisten Nantucketer den Friends an, was die Walfangwirtschaft, Abolitionismus und Pazifismus stark prägte. Viele prominente Familien wie Coffin, Starbuck, Macy oder Rotch waren Quäker. Mit dem Niedergang des Walfangs und Abwanderung sank die Quäker-Gemeinde; heute gibt es keine aktive Quäker-Versammlung mehr auf der Insel, doch das historische Quaker Meeting House (heute Museum der Nantucket Historical Association) erinnert daran.

Vor der Quäker-Zeit waren die frühen Siedler (ab 1659) größtenteils Baptisten oder ohne feste Konfession; es gab auch Einflüsse von Presbyterianern und Methodisten. Im 19. Jahrhundert entstanden weitere Denominationen: Die First Congregational Church (gegründet um 1725) ist eine der ältesten und bleibt aktiv und inklusiv. Das Unitarian Universalist Meeting House (erbaut 1809, mit goldener Kuppel) war ursprünglich kongregationalistisch, wurde unitarisch und ist seit 1959 Unitarian Universalist – eine liberale, weltoffene Gemeinde. Weitere Kirchen umfassen die katholische St. Mary’s Our Lady of the Isle, die episkopale St. Paul’s Church, die Nantucket United Methodist Church, die Summer Street Church (evangelikal, ehemals baptistisch) und kleinere Gruppen.

Eine besondere Rolle spielte die afroamerikanische Gemeinde: Im 19. Jahrhundert gab es die African Baptist Church und Zion Methodist Episcopal Church in der historischen „New Guinea“-Nachbarschaft, die Abolitionismus und Bildung förderten.

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der Zensusorte entwickelten sich wie folgt:

Ort Z 1990 Z 2000 Z 2010 Z 2020
Madaket 177 260 236 377
Nantucket 4.198 6.701 7.446 10.166
Siasconset 287 230 205 505


Die Stadt Nantucket (auch Nantucket Town oder einfach „Town“ genannt) ist der Hauptort und das administrative Zentrum der gesamten Insel Nantucket, die gleichzeitig Town und County bildet. Sie liegt am nördlichen Hafen der Insel (Nantucket Harbor) und ist der bei weitem größte und bevölkerungsreichste Siedlungsort. Der Census-Designated Place (CDP) Nantucket umfasst den Kern der Stadt und hatte beim Zensus 2010 etwa 7.446 Einwohner, während die ganzjährige Bevölkerung der gesamten Insel (Stand 2020) bei rund 14.255 liegt – der Großteil davon konzentriert sich in und um die Stadt Nantucket. Im Sommer schwillt die Population durch Touristen und Saisonbewohner auf bis zu 80.000 an.

Nantucket Town ist geprägt von seiner historischen Architektur: Kopfsteinpflasterstraßen (cobblestone streets), graue Schindelhäuser aus der Walfangzeit (18./19. Jahrhundert) und ein kompakter, fußgängerfreundlicher Kern mit Boutiquen, Galerien, Restaurants, Cafés und Museen wie dem Whaling Museum der Nantucket Historical Association. Der Hafen ist lebendig mit Yachten, Fähren und Fischerbooten. Die Stadt gilt als National Historic Landmark District und verkörpert den klassischen Neuengland-Charme – ein Mix aus kosmopolitischer Eleganz und kleinstädtischer Gemütlichkeit. Hier finden sich die meisten Geschäfte, Hotels, Inns und kulturellen Einrichtungen; es ist das wirtschaftliche und soziale Herz der Insel, mit einem ausgedehnten Netz an Radwegen und Nähe zu Stränden wie Children's Beach oder Jetties Beach.

Der zweitgrößte Ort auf Nantucket ist Siasconset (kurz ’Sconset, offiziell Siasconset), ein kleines Dorf am östlichen Ende der Insel mit Blick auf den offenen Atlantik. Als Census-Designated Place hatte es 2010 nur 205 ganzjährige Einwohner (neuere Schätzungen um 190–350), was es zu einer ruhigen, idyllischen Siedlung macht – oft als „zweite Stadt“ der Insel bezeichnet, da es den einzigen anderen eigenen ZIP-Code (02564) besitzt. Siasconset entstand im 17. Jahrhundert als Fischerdorf und entwickelte sich ab dem späten 19. Jahrhundert zu einem Sommerrefugium mit charmanten, oft erweiterten Cottages aus der Fischerzeit, umgeben von Rosenhecken und blumigen Gärten. Es wirkt wie ein „Patchwork-Village“ – malerisch, zeitentrapped und noch authentischer als die Hauptstadt.

Bekannt für seine dramatischen Klippen, den Sankaty Head Lighthouse, Golfplätze (zum Beispiel Sankaty Head Golf Club) und Strände mit starkem Surf, strahlt ’Sconset eine entspannte, künstlerische Atmosphäre aus. Es gibt ein Postamt, ein kleines Café/Restaurant und Wanderwege, aber keine großen Geschäfte – die Abgeschiedenheit macht seinen Reiz aus. Berühmte Bewohner wie der ehemalige Football-Coach Bill Belichick unterstreichen den exklusiven Charakter. Im Vergleich zur lebhaften Hauptstadt ist Siasconset ruhiger und naturverbundener, ideal für Spaziergänge und Sonnenaufgänge über dem Ozean.

Die anderen Siedlungen - Madaket (Westende, 236 bis 378 Einwohner) Surfside, Polpis, Wauwinet und Miacomet - sind kleiner und weniger als eigenständige „Orte“ wahrgenommen.

Verkehr

Nantucket ist autofrei für viele Besucher, da Fähren (Steamship Authority oder Hy-Line Cruises aus Hyannis) der Hauptzugang sind und Autos teuer mitzunehmen sind.​ Auf der Insel dominiert der NRTA-Shuttlebus („The Wave“), der kostenlos fährt, ergänzt durch Taxis, Fahrräder und Roller-Mieten.

Straßenverkehr

Der Straßenverkehr auf Nantucket ist geprägt von der insularen Isolation und einer langen Tradition der Zurückhaltung gegenüber dem Automobil. Von etwa 1900 bis 1918 war Nantucket eines der wenigen Gebiete in den Vereinigten Staaten, in denen das Autofahren weitgehend verboten war – zunächst durch lokale Regelungen mit strengen Geschwindigkeitslimits und Straßenbeschränkungen, später durch ein saisonales Verbot (Mai bis September) ab 1908 und schließlich ein nahezu vollständiges bis zur Aufhebung am 15. Mai 1918. Die Inselbewohner fürchteten Lärm, Staub und die Gefahr für Pferdegespanne; das Verbot wurde erst nach anhaltendem Druck und dem Schließen der Nantucket Railroad aufgehoben, als der Nutzen von Autos für den Tourismus und den Alltag überwog.

Bis heute sind die Straßen der Insel nur wenig befahren: Es gibt keine Ampeln, keine Autobahnen und ein Netz von rund 400 Meilen Straßen, von denen viele privat und unpaved sind. Der Verkehr bleibt ruhig, mit Fokus auf Fußgänger, Radfahrer (über 35 Meilen Bike Paths) und öffentliche Alternativen, um die historische Atmosphäre und die Umwelt zu schützen. Im Sommer kann es jedoch zu Staus kommen, besonders in der Nähe des Hafens, am Flughafen oder an Kreuzungen wie Milestone Road, wo Tourismus und Saisonarbeiter den Verkehr verdichten.

Die Hauptstraßen verlaufen sternförmig vom Zentrum (Nantucket Town) aus: Die zentrale Achse ist die Milestone Road (im Südosten beginnend), die über die Old South Road und Orange Street durch die Stadt führt und westwärts als Madaket Road weitergeht. Weitere wichtige Routen sind die Polpis Road (nach Osten zu Siasconset), die Surfside Road (zum Süden) und die Cliff Road (nördlich entlang der Küste). Diese Straßen verbinden die Hauptorte und Strände, sind aber schmal und oft von Naturschutzgebieten umgeben.

Eine wichtige Alternative zum Individualverkehr bietet die Nantucket Regional Transit Authority (NRTA) mit ihrem Shuttle-System „The Wave“. Sie betreibt ganzjährig einige feste Routen und saisonal (Mai/Juni bis September/Oktober) weitere, die die gesamte Insel abdecken – zu Zielen wie Surfside Beach, Siasconset, Madaket, dem Nantucket Memorial Airport und dem Hafen. Die Busse sind barrierefrei, und seit 2024 sind alle Fahrten kostenlos (dank staatlicher Förderung, verlängert bis Ende 2025), was die Nutzung stark steigert und den Verkehr entlastet. Ergänzt wird dies durch Paratransit-Dienste für Ältere und Behinderte sowie Taxis und Ride-Sharing (begrenzt).

Bahnverkehr

Die Nantucket Railroad (später Nantucket Central Railroad Company) war eine 14 km (zmirka 9 Meilen) lange Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 3 Fuß (914 mm), die von 1881 bis 1917 auf Nantucket verkehrte. Sie stellte die einzige Eisenbahnverbindung der Insel dar und spielte eine wichtige Rolle bei der Erschließung des Tourismus im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Die Strecke verlief von der Stadt Nantucket (dem Hauptort am Hafen) ostwärts nach Siasconset (’Sconset), dem malerischen Fischerdorf an der Atlantikküste. Die Trasse folgte größtenteils der heutigen Milestone Road und Polpis Road, führte durch Moore, Sandplain Grasslands und vorbei an Teichen wie Tom Nevers Pond. Sie diente vor allem dem Personentransport: Sommergäste aus Boston und New York konnten bequem zu den Stränden und Hotels in Siasconset gelangen, wo sich ab den 1870er Jahren eine exklusive Sommerkolonie entwickelte. Zusätzlich wurden Post, Lebensmittel und leichte Güter befördert.

Die Bahn wurde 1881 von einer Gruppe lokaler Investoren unter dem Namen Nantucket Railroad gegründet und im selben Jahr in Betrieb genommen. Der Bau war relativ einfach: flaches Gelände, keine größeren Brücken oder Tunnel. Die Flotte bestand aus kleinen Dampflokomotiven (z. B. der berühmten „Dion“) und offenen Personenwagen, die im Sommer besonders beliebt waren, da sie frische Luft und Ausblicke boten. In der Hochsaison verkehrten mehrere Züge täglich; Fahrpreise waren moderat, und die Fahrt dauerte etwa 45 bis 60 Minuten. Finanzielle Schwierigkeiten führten 1895 zu einem Bankrott. Die Bahn wurde reorganisiert und firmierte fortan als Nantucket Central Railroad Company mit Sitz in Siasconset. Trotz der Umstrukturierung blieb der Betrieb saisonal und stark vom Tourismus abhängig.

Der Erste Weltkrieg besiegelte das Ende: 1917 wurden die Lokomotiven und die meisten Wagen für den Kriegsdienst nach Frankreich verschifft, wo sie auf Schmalspurnetzen an der Front eingesetzt wurden. Die Strecke wurde stillgelegt, die Schienen später entfernt. Ein Grund für die Nicht-Wiederaufnahme war der aufkommende Autoverkehr: Nantucket hob 1918 sein langjähriges Autofahrverbot auf, und Autos erschienen als flexiblere Alternative.

Ein Stück Eisenbahngeschichte blieb jedoch erhalten: Ein auf der Insel verbliebener Personenwagen wurde in den 1920er oder 1930er Jahren zu einem beliebten Restaurant umgebaut – dem Nantucket Railroad Car Diner oder „The Club Car“, der zunächst in Siasconset stand und später nach Nantucket Town verlegt wurde. Heute ist The Club Car ein ikonisches Restaurant und Bar in einem originalen, restaurierten Eisenbahnwagen direkt am Hafen, ein lebendiges Relikt der Schmalspurbahn-Zeit.

Die Trasse ist heute größtenteils als Rad- und Wanderweg (zum Beispiel Teile des Polpis Bike Path) nutzbar, und historische Marker erinnern an die Bahn. Die Nantucket Railroad bleibt ein Symbol für die Übergangszeit vom Walfang- zum Tourismuszeitalter und zeigt, wie Nantucket früh versuchte, seine Isolation zu überwinden – letztlich jedoch den Charme der autoarmen Insel bewahrte.

Schiffsverkehr

Der Schiffsverkehr ist für Nantucket als isolierte Insel lebenswichtig: Er dient dem Personen- und Gütertransport, dem Tourismus und der Versorgung der Bevölkerung. Der Haupt- und Fährhafen befindet sich im Inselhauptort Nantucket (Nantucket Town) am Nantucket Harbor, wo alle kommerziellen Fähren anlegen – entweder am Straight Wharf oder am Steamship Authority Terminal. Der Hafen ist ganzjährig aktiv, mit saisonalen Spitzen im Sommer, wenn Tausende Touristen täglich ankommen. Die Insel kann auf dem Seeweg vom Festland aus primär mit drei großen Anbietern erreicht werden:

  • Steamship Authority: Der einzige Betreiber, der Fahrzeuge (Autos) transportiert – ausschließlich auf der traditionellen Fähre von Hyannis (ca. 2¼ Stunden). High-Speed-Passagierfähren (rund eine Stunde) ergänzen das Angebot ganzjährig. Die Steamship Authority hat ein gesetzliches Monopol auf Fahrzeugtransporte und reguliert private Anbieter.
  • Hy-Line Cruises: Bietet ganzjährig High-Speed-Passagierfähren (nur Passagiere und Fahrräder) von Hyannis (rund eine Stunde). Im Sommer bis zu neun Abfahrten täglich; saisonale Inter-Island-Verbindungen zu Martha’s Vineyard. Hy-Line plant für 2028 einen neuen High-Speed-Katamaran, um die Flotte zu erweitern.
  • Freedom Cruise Line: Saisonale (Mai–Oktober) High-Speed-Fähre von Harwich Port (zirka 80 Minuten), passagieronly.


Zusätzlich gibt es Seastreak mit saisonalen Verbindungen von New Bedford, New York City oder New Jersey – ebenfalls nur Passagiere. Private Boote nutzen Marinas und Moorings im Nantucket Harbor oder kleinere Anlagen wie in Madaket; der Hafen bietet Plätze für Yachten und Freizeitboote.

Der Schiffsverkehr ist stark saisonal: Im Winter reduziert, im Sommer intensiv mit hunderten Abfahrten pro Woche. Wetterbedingte Verspätungen oder Ausfälle sind häufig. Aktuelle Entwicklungen (Stand 2025) umfassen Personalmangel bei der Steamship Authority, der zu reduzierten High-Speed-Fahrplänen führt, sowie Lizenzverlängerungen für private Anbieter unter Aufsicht der Steamship Authority.

Im Jahr 2002 wurde eine Arbeitsgruppe (Traffic Congestion Plan Work Group) gebildet, die die Anzahl der Fahrzeuge auf der Insel begrenzen sollte, um den starken Verkehr während der Sommermonate zu bekämpfen. Der Plan sah ein Permit-System vor (z. B. ca. 28.000 Genehmigungen), scheiterte jedoch an rechtlichen Hürden (Home Rule Petition nicht genehmigt) und wurde nie umgesetzt. Stattdessen setzen moderne Maßnahmen auf Alternativen wie kostenlose Shuttles (NRTA Wave), Fahrradwege und Park-and-Ride, um den Autoverkehr indirekt zu reduzieren und die Umwelt zu schonen.

Brant Point Light ist ein historischer Leuchtturm auf Nantucket. Das Gebäude wurde 1987 im Rahmen der Multiple Property Submission Lighthouses of Massachusetts MPS in das National Register of Historic Places aufgenommen. Er ist nach dem Boston Light – und bezogen auf das erste Bauwerk an diesem Standort – der zweitälteste Leuchtturm der Vereinigten Staaten. In den 1740er Jahren war die Walfangindustrie auf Nantucket im Aufschwung, sodass zur Absicherung des Schiffsverkehrs am namensgebenden Brant Point ein Leuchtturm errichtet wurde. Dafür wurden 200 Britische Pfund (heute rund 31.800 Pfund) genehmigt. Dieses erste Bauwerk brannte 1757 nieder. Der nachfolgende Turm wurde 1774 durch einen Sturm zerstört, der auch viele Gebäude auf der Insel in Mitleidenschaft zog. Um den dritten Leuchtturm zu finanzieren, wurde von jedem Schiff für die erste Ein- und Ausfahrt im Jahr eine Steuer in Höhe von sechs Schilling erhoben.

Im September 1781 griffen Freibeuter der Loyalisten den Hafen von Nantucket an. US-amerikanische Streitkräfte wurden von Cape Cod nach Brant Point verlegt und installierten dort Kanonen, mit deren Hilfe sie die Angreifer vertreiben konnten. 1783 brannte der Leuchtturm erneut nieder. Der Neubau bestand aus nicht viel mehr als einer Laterne zwischen zwei Pfählen und brannte 1786 ebenfalls ab. Das mittlerweile fünfte Bauwerk wurde bereits zwei Jahre nach seiner Errichtung von einem weiteren Sturm zerstört. 1788 errichtete der Commonwealth of Massachusetts einen weiteren Leuchtturm, der 1795 in das Eigentum der Bundesregierung der Vereinigten Staaten überging.

1825 wurde das Brant Point Light für 1600 US-Dollar (heute zirka 42.600 Dollar) erneuert, um dem auf mehr als 200 Walfangschiffe angewachsenen Schiffsverkehr gerecht werden zu können. 1856 folgte ein weiterer Neubau, der 15.000 US-Dollar (heute zirka 465.700 Dollar) kostete. Er war 47 ft (14,3 m) hoch, bestand aus Ziegelsteinen und erhielt eine Fresnel-Linse vierter Ordnung. Dieses Bauwerk existiert noch heute und befindet sich als Teil des örtlichen Stützpunkts der Küstenwache de r Vereinigten Staaten westlich des heute als Brant Point Light bezeichneten Turms.

1901 wurde der heute noch in Betrieb befindliche Leuchtturm 596 ft (181,7 m) östlich des Vorgängerbauwerks errichtet und mit einer Fresnel-Linse fünfter Ordnung ausgestattet. Es verfügte ursprünglich über eine 1000 Pfund schwere Nebelglocke. 1933 wurde das ursprünglich weiße Licht auf rot geändert, um Verwechslungen mit den nahestehenden Häusern auszuschließen. 1983 erfolgte eine vollständige Renovierung, und im Herbst 2000 wurde der Leuchtturm im Rahmen eines sechs Wochen dauernden Projekts grundlegend überholt. Heute zählt der Leuchtturm mit rund 8 m Höhe zu den niedrigsten in Neuengland. Er ist von den Fähren, die Nantucket anfahren, gut zu sehen.Am 28. September 1987 wurde der Leuchtturm als Brant Point Light Station unter der Nummer 87002029 in das National Register of Historic Places eingetragen.  Der 26 ft (7,9 m) hohe Turm wurde aus Holz errichtet. Sein rotes Dauerlicht, das eine Reichweite von 10 sm (18,5 km) besitzt, wird alle 4 Sekunden unterbrochen (occulting). Der Turm verfügt zudem über ein Nebelhorn, das alle 10 Sekunden ein einsekündiges Tonsignal aussendet (1s bl).

Great Point Light (auch Nantucket Light) ist ein Leuchtturm an der Nordspitze der Insel. Er wird von der Küstenwache der Vereinigten Staaten verwaltet. Von 1982 bis 1986 war der Leuchtturm im National Register of Historic Places eingetragen. Die Stadtväter von Nantucket beauftragten im Jahr 1770 ihren Repräsentanten beim Massachusetts General Court, seinen dortigen Einfluss geltend zu machen und sich um die Errichtung eines Leuchtturms auf der Insel zu bemühen. Tatsächlich erließ das Gericht am 5. Februar 1784 eine entsprechende Resolution, um so schnell wie möglich an der vorgesehenen Stelle einen Leuchtturm zu errichten. Am 11. November desselben Jahres bewilligte der Bundesstaat Finanzmittel in Höhe von knapp 1.090 Britischen Pfund (dies entspricht einem heutigen Gegenwert von ca. 140.000 Pfund), und der Leuchtturm wurde noch im selben Jahr gebaut. Am 10. Juni 1790 wurde das Bauwerk auf der Basis eines entsprechenden Gesetzes vom 7. August 1789 in das Eigentum der Vereinigten Staaten überschrieben.

Im November 1816 wurde der Leuchtturm durch ein Feuer vollständig zerstört, wobei die Ursache nie aufgeklärt werden konnte. Am 3. März 1817 bewilligte der Kongress der Vereinigten Staaten Finanzmittel in Höhe on 7.500 US-Dollar (heute ca. 150.000 Dollar), um einen Neubau zu finanzieren, der 1818 fertiggestellt werden konnte. 1857 wurde eine Fresnel-Linse 3. Ordnung installiert, 1882 ersetzte Mineralöl das bislang verwendete Schweinefett als Brennstoff.

Zwischen 1863 und 1890 kam es innerhalb der Reichweite des Leuchtturms zu insgesamt 43 Schiffsunglücken, da viele Kapitäne den Leuchtturm mit dem Feuerschiff verwechselten, das vor den Cross Rip-Untiefen warnte, und auf Grund liefen. 1889 wurde der Linse des Great Point Light schließlich ein roter Sektor hinzugefügt, um vor den Untiefen bei Cross Rip sowie bei Tuckernuck zu warnen und um es vom Feuerschiff unterscheidbar zu machen.

1982 wurde das Bauwerk als Nantucket Light unter der Nummer 82005272 als National Historic Landmark in das National Register of Historic Places (NRHP) eingetragen. Im März 1984 wurde der Leuchtturm bei einem Sturm vollständig zerstört und 1986 durch einen Neubau ersetzt; im gleichen Zuge wurde der Eintrag im NRHP gelöscht. Mit der Unterstützung des damaligen Senators Edward Kennedy wurden 2 Millionen US-Dollar bereitgestellt, um den Leuchtturm neu bauen zu können. Der Neubau wurde auf Grundlage der Originalpläne aus dem Jahr 1818 als Nachbildung errichtet und kostete über eine Million US-Dollar. Die restlichen Gelder wurden für den Wiederaufbau des Cape Poge Light und des Monomoy Point Light verwendet. Heute gehört der Leuchtturm zum Schutzgebiet Coskata-Coatue Wildlife Refuge. Der Leuchtturm ist zylindrisch aufgebaut und verjüngt sich konisch nach oben. Die aktuell verwendete Linse des Typs VRB-25 erzeugt alle fünf Sekunden einen weißen Lichtblitz, der 14 sm (25,9 km) weit zu sehen ist. Im Sektor von 84° bis 106° wird ein roter Blitz mit einer Reichweite von 12 sm (22,2 km) generiert. Der Leuchtturm verfügt nicht über ein Nebelhorn.

Sankaty Head Light ist ein historischer Leuchtturm auf Nantucket. Er befindet sich rund 1,5 km nördlich von Siasconset bzw. 9 mi (14,5 km) vom Great Point Light entfernt und wird von der Küstenwache der Vereinigten Staaten verwaltet. Das Gebäude wurde 1987 im Rahmen der Multiple Property Submission Lighthouses of Massachusetts MPS in das National Register of Historic Places aufgenommen.

Bereits in den 1780er Jahren wurden auf Nantucket mit dem Brant Point Light und dem Great Point Light zwei Leuchttürme an Gefahrenpunkten errichtet, sodass die Walfangschiffe sicher die Häfen anlaufen und verlassen konnten. Die Ost- und Südküste der Insel jedoch mussten trotz bekannter Untiefen und immer stärker zunehmendem Schiffsverkehr bis weit in das 19. Jahrhundert hinein ohne Leuchttürme auskommen.

Nachdem bei Untersuchungen im Jahr 1847 neue, bisher unbekannte Untiefen entdeckt worden waren, bewilligte der Kongress der Vereinigten Staaten am 14. August 1848 Finanzmittel in Höhe von 12.000 US-Dollar (heute rund 400.000 Dollar) für den Bau eines Leuchtturms auf den namensgebenden Felsen Sankaty Head. Für die erforderlichen Nebengebäude wurden zusätzlich 10 Acres (4 ha) Land für 250 Dollar (heute zirka 8.300 Dollar) von George Myrick erworben. 1849 errichtete das Unternehmen Cabet King den heute noch aktiven Leuchtturm zu Baukosten von 10.333 Dollar (heute zirka 360.000 Dollar). Das Lampenhaus selbst ist 9 ft (2,7 m) hoch und besteht aus Gusseisen. Für den Kauf und die Installation einer in Paris angefertigten Fresnel-Linse 2. Ordnung bewilligte der Kongress weitere Mittel von zunächst 6000 Dollar (heute ca. 200.000 Dollar) im Jahr 1848 und im Jahr 1850 noch einmal 2000 Dollar (heute etwa 70.000 Dollar). Das Sankaty Head Light war damit der erste Leuchtturm in Massachusetts, der über eine Fresnel-Linse verfügte. Zugleich war er der erste Leuchtturm der Vereinigten Staaten, der bereits bei seiner erstmaligen Inbetriebnahme am 1. Februar 1850 mit einer solchen Optik ausgestattet war.

Mit der Umwandlung der Insel vom Walfangzentrum zu einer Erholungs- und Urlaubsinsel wurde der Leuchtturm zu einer populären Attraktion für Besucher. 1888 wurden die Nebengebäude zu Kosten von 6700 Dollar (heute ca. 190.000 Dollar) abgerissen und neu errichtet. Im selben Jahr wurde auch der obere Teil des Turms erneuert, was seine Höhe um 10 ft (3 m) auf nunmehr 70 ft (21,3 m) anwachsen ließ. 1950 wurde die Fresnel-Linse durch eine modernere Optik ersetzt und kann heute im Nantucket Whaling Museum besichtigt werden. 1965 wurde der Leuchtturm vollständig automatisiert.

1990 gab das United States Army Corps of Engineers bekannt, dass der Leuchtturm aufgrund von Bodenerosion wahrscheinlich innerhalb der nächsten zehn Jahre die Klippen hinunterstürzen würde. Die Kosten zum Versetzen des Turms wurden auf 840.000 Dollar (heute ca. 1.640.000 Dollar) geschätzt. Daraufhin gründeten Inselbewohner die gemeinnützige Organisation Save Our Sankaty (SOS), um Spendengelder für die Umsetzung des Turms zu sammeln. Zugleich wurden technische Maßnahmen ergriffen, um die Erosion zu verzögern. Nachdem die Nebengebäude bereits lange zuvor versetzt worden waren, erwarb der ’Sconset Trust im Jahr 2007 den Leuchtturm von der Nantucket Historical Association und ließ ihn im November desselben Jahres an seinen heutigen Standort versetzen. Er befindet sich nun am fünften Loch des Sankaty Head Golf Course, etwa 390 ft (118,9 m) nordwestlich seiner alten Position und 250 ft (76,2 m) von den Klippen entfernt. Am 15. Oktober 1987 wurde der Leuchtturm gemeinsam mit einem 10 Acres (4 ha) umfassenden Grundstück unter der Nummer 87002028 in das National Register of Historic Places eingetragen.

Der 70 ft (21,3 m) hohe Turm ruht auf einem 5 ft (1,5 m) in die Tiefe reichenden Fundament und besteht im unteren Teil aus Ziegelsteinen, während die oberen 6 ft (1,8 m) aus Granit errichtet wurden. Er sendet alle 7,5 Sekunden einen weißen Lichtblitz aus, der eine Reichweite von 24 sm (44,4 km) besitzt.

Flugverkehr

Der Nantucket Memorial Airport ist ein öffentlicher Flughafen an der Südküste der Insel Nantucket im US-amerikanischen Bundesstaat Massachusetts. Der Flughafen wird durch die Gemeinde Nantucket betrieben, von welcher er 5 km in südöstlicher Richtung entfernt liegt. Nach dem Flughafen Boston-Logan ist er der Flughafen mit den meisten Flugbewegungen in Massachusetts.

Entstanden ist der Flugplatz Ende der 1930er Jahre auf dem Gelände der Holm’s Farm. Im Jahre 2009 wurde der Terminal für insgesamt 28 Millionen USD ausgebaut. Der Flughafen hat acht Parkplätze für die Cessna 402 der Cape Air, außerdem gibt es auch größere Parkplätze für die E190 der Jetblue Airways, die CRJ200 der US Airways und der Delta Air Lines, und für die Dash 8 Q-200 der United Airlines.

Fluggesellschaft Flugziele
American Eagle saisonal: Charlotte, Chicao O’Hare, New York-LaGuardia, Philadelpühia, Washington-National
Cape Air Boston-Logan, Hyannis, Martha's Vineyard, New Bedford, saisonal: Providence, White Plains
Delta Connection bzw. Endeavor Air saisonal: New York-JFK, New York-LaGuardia
Island Airlines Hyannis, Martha’s Vineyard
Jetblue Airways saisonal: Boston-Logan, New York-JFK
Nantucket Airlines Boston-Logan, Hyannis
Southern Airways Express Lancaster, New Bedford, Norwood, Providence, saisonal: Bedford
Tradewind Aviation saisonal (Charter): Tweterboro, White Plains
United Express bzw. CommutAir saisonal: Newark
US Airways Express bzw. Air Wisconsin saisonal: Washington-National


Nantucket Memorial Airport

  • Code:  ACK / KACK
  • Lage:  41°15‘10“ N, 70°03‘32“ W
  • Seehöhe: 15 m (48 ft)
  • Entfernung: 5 km südöstlich der Stadt Nuntucket
  • Inbetriebnahme:  1939
  • Betreiber: Town of Nantucket
  • Fläche: 490 ha
  • Terminal: 1
  • Rollbahnen: 3
  • Länge der Rollbahnen:  1921 m, 1219 m und 822 m (alle Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  10
  • Flugzeug-Standplätze:  33
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 

Wirtschaft

Die Insulaner leben von der Landwirtschaft, vom Fischfang, von verarbeitender Industrie und vom Tourismus.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft auf Nantucket ist aufgrund der sandigen, nährstoffarmen Böden, des rauen Klimas und des hohen Naturschutzanteils (über 50 % der Insel stehen unter Schutz) stark eingeschränkt und eher kleinstrukturiert. Es gibt keine großflächige kommerzielle Landwirtschaft, sondern vor allem kleine Familienbetriebe und Community-Farmen, die lokale Märkte und Restaurants beliefern. Die bekannteste ist Bartlett’s Farm (33 Bartlett Farm Road), der größte und älteste Betrieb der Insel (seit 1842). Er kultiviert auf etwa 100 Acres Gemüse, Kräuter, Beeren, Blumen und Mais, betreibt einen beliebten Farmstand mit frischen Produkten, Bakery und Café und versorgt viele Restaurants. Weitere kleinere Farmen wie Moors End Farm, Pumpkin Pond Farm und Far Away Farm produzieren biologisches Gemüse, Eier, Honig und Blumen. Cranberries (Moosbeeren) wachsen wild in den Mooren und werden teilweise geerntet – Nantucket war einst ein bedeutender Produzent, heute nur noch marginal. Viehzucht ist minimal; es gibt wenige Schafe und Hühner, aber keine nennenswerte Rinder- oder Schweinehaltung. Die Landwirtschaft dient vor allem der Selbstversorgung, dem Tourismus (Farm-to-Table) und der Erhaltung offener Landschaften.

Forstwirtschaft

Forstwirtschaft existiert auf Nantucket praktisch nicht in kommerziellem Sinne. Die Insel ist von Natur aus waldfrei – der glaziale Boden und starke Winde begünstigen Heide, Graslandschaften und niedriges Gestrüpp statt Bäume. Es gibt kleine Wäldchen (zum Beispiel mit Eichen, Kiefern oder Tupelo), vor allem in geschützten Gebieten wie dem State Forest oder auf Land der Nantucket Conservation Foundation, doch diese dienen ausschließlich dem Naturschutz, der Erosionsbekämpfung und der Biodiversität. Holzernte findet nicht statt; Bäume werden gepflanzt, um Dünen zu stabilisieren oder Lebensräume zu schaffen, aber nicht genutzt.

Fischerei

Die Fischerei hingegen hat eine lange Tradition und bleibt wirtschaftlich relevant. Historisch lebten die Wampanoag und frühen Siedler vom Fischfang; im 19. Jahrhundert dominierte der Walfang. Heute ist die kommerzielle Fischerei klein, aber aktiv: Die Flotte besteht aus etwa 20 bis 30 Booten, die hauptsächlich im Nantucket Harbor stationiert sind. Wichtigste Fangarten sind Bay Scallops (Jakobsmuscheln aus der Bucht, eine geschützte Delikatesse mit strenger Saison von Oktober bis März), Striped Bass, Bluefish, Fluke (Sommerflunder) und Conch (Wellhornschnecke). Austern- und Muschelzucht (Aquakultur) gewinnt an Bedeutung – mehrere Farmen wie die Nantucket Oyster betreiben nachhaltige Kulturen in den Buchten. Der Fang wird lokal verkauft (z. B. bei Sayle’s Seafood oder auf dem Markt) oder an Restaurants geliefert. Freizeitangeln ist beliebt, mit Charterbooten für Sportfischer. Die Fischerei unterliegt strengen Regulierungen des Staates und der NOAA, um Überfischung zu vermeiden.

Bergbau

Die Insel ist geologisch eine glaziale Formation aus Sand, Kies und Moränenmaterial ohne wirtschaftlich abbauwürdige Rohstofflagerstätten. Über die Hälfte der Fläche steht unter Naturschutz, was industrielle Abbauaktivitäten stark einschränkt oder unmöglich macht. Einmalig war ein Projekt in den 2000er Jahren, bei dem der alte Landfill (Mülldeponie) „gemined“ wurde. Müll wurde ausgegraben, recycelt und der Sand als Füllmaterial wiederverwendet, um Platz zu schaffen.

Handwerk

Das Handwerk auf Nantucket ist tief in der maritimen und kulturellen Tradition der Insel verwurzelt und heute vor allem eine lebendige, touristisch orientierte Szene. Das berühmteste Handwerk sind die Nantucket Lightship Baskets – kunstvoll geflochtene Körbe aus Rattan mit geschnitztem Elfenbein- oder Holzdeckel und Griff. Ursprünglich in den 1850er Jahren von Seeleuten auf den Lightships (Schwimmenden Leuchttürmen) vor der Küste als Zeitvertreib entwickelt, wurden sie später zu einem Symbol der Insel. Heute fertigen zahlreiche Künstler und Handwerker diese Taschen, Schmuckdosen oder Dekorationsobjekte, die in Galerien wie dem Nantucket Lightship Basket Museum oder spezialisierten Shops verkauft werden. Viele Stücke sind Unikate und erreichen hohe Preise.

Weitere traditionelle Handwerke umfassen Scrimshaw (die Kunst, Walzähne oder Knochen mit feinen Motiven zu gravieren), die jedoch heute meist auf legalen Materialien wie Kunstharz oder fossilem Elfenbein basiert, da der Handel mit echtem Walprodukten verboten ist. Schmuck aus Muscheln, Seeglas oder Treibholz, Segeltuch-Taschen, handbemalte Schilder und Keramik mit maritimen Motiven sind ebenfalls weit verbreitet. Viele Handwerker verkaufen in eigenen Ateliers, auf dem Artists Association of Nantucket oder bei Märkten wie dem Nantucket Farmers & Artisans Market.

Moderne Handwerksbereiche wie Tischlerei, Bootsbau (kleine Reparaturen und Custom-Yachten), Segelmacherei und Textilgestaltung (z. B. Quilts) existieren ebenfalls, oft in kleinen Werkstätten. Die Nantucket Island School of Design and the Arts und die Artists Association bieten Workshops und Residencies, die das Handwerk fördern.

Industrie

Industrie im klassischen Sinne gibt es auf Nantucket praktisch nicht. Die Insel hat keine Fabriken, keine Schwerindustrie und keine nennenswerte Fertigung. Gründe sind die begrenzte Fläche, der hohe Naturschutzanteil (über 50 % der Landfläche), strenge Bau- und Umweltvorschriften sowie die wirtschaftliche Ausrichtung auf Tourismus, Dienstleistungen und Naturschutz. Früher gab es kleinere Industrieansätze – Kerzen- und Seifenfabriken aus Walfangzeiten, eine Ziegelei oder eine Schmalspurbahn – doch diese verschwanden im 20. Jahrhundert.

Heute beschränkt sich „industrielle“ Aktivität auf handwerkliche Kleinbetriebe: Brauereien wie Cisco Brewers (Craft Beer, Gin, Vodka), die Triple Eight Distillery und kleine Lebensmittelproduzenten (zum Beispiel Marmeladen und Käse). Auch Bauunternehmen, Bootswerften und Recyclinganlagen fallen darunter, bleiben aber klein und lokal. Größere industrielle Projekte sind durch Zoning und Community-Widerstand ausgeschlossen.

Wasserwirtschaft

Die Wasserwirtschaft Nantuckets ist aufgrund der insularen Lage und der Abhängigkeit von Grundwasserressourcen eine der größten Herausforderungen der Insel. Nantucket verfügt über keine Flüsse oder Seen – die Trinkwasserversorgung basiert ausschließlich auf dem Wannacomet Lens, einem Süßwasser-Aquifer unter der Insel, der durch Niederschläge gespeist wird. Das Wannacomet Water Company (ein privates, reguliertes Unternehmen) betreibt die Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung für die gesamte Insel. Es gibt mehrere Brunnenfelder (unter anderem in der Nähe von Quaise und Tom Nevers), Pumpstationen und ein Speicherreservoir. Die Kapazität ist begrenzt: Im Sommer steigt der Verbrauch durch Tourismus und Rasenbewässerung dramatisch an, was zu saisonalen Restriktionen führt – oft werden Outdoor-Bewässerungen verboten oder stark eingeschränkt.

Abwasser wird dezentral behandelt: Die meisten Haushalte haben private Septicsysteme, die streng reguliert sind, um das Grundwasser nicht zu kontaminieren. Die Town betreibt eine kleine Kläranlage für Teile von Nantucket Town und Siasconset; ein großes Upgrade-Projekt (Surfside Wastewater Treatment Facility) wurde in den 2010er Jahren realisiert, um Nährstoffeinträge in die Buchten zu reduzieren und Algenblüten zu verhindern. Salzwasserintrusion und Überpumpung bedrohen den Aquifer langfristig; daher gibt es strenge Wasserschutzvorschriften (Wannacomet Water Protection District) und Aufklärungskampagnen. Entsalzungsanlagen wurden diskutiert, aber bisher nicht umgesetzt – zu teuer und energieintensiv.

Energiewirtschaft

Die Energiewirtschaft der Insel ist ebenfalls insular geprägt und stark abhängig vom Festland. Strom wird über zwei Unterseekabel (von National Grid) aus Hyannis bezogen – diese 23-Mile-Verbindung ist die einzige Versorgungsleitung und anfällig für Ausfälle (zum Beispiel bei Stürmen). Die Insel hat keine eigene Kraftwerke; früher gab es Diesel-Generatoren als Backup, heute übernimmt National Grid die Notversorgung. Der Verbrauch steigt im Sommer enorm durch Klimaanlagen und Tourismus.

Das Vineyard Wind 1-Projekt (rund 60 km südlich) begann 2024/25 mit der Stromproduktion und liefert teilweise über Kabel nach Massachusetts, wobei Nantucket indirekt profitiert. Lokale Solaranlagen (auf Dächern, Farmen und Parkplätzen) sind weit verbreitet, unterstützt durch Incentives und Net-Metering. Die Town und Organisationen wie die Nantucket Energy Office fördern Energieeffizienz, Elektrofahrzeuge und Mikrogrids. Es gibt keine fossilen Brennstoffförderung oder -produktion auf der Insel selbst.

Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft auf Nantucket ist aufgrund der Insellage eine besondere Herausforderung und nimmt einen wichtigen Stellenwert im kommunalen Umweltmanagement ein. Da die Insel nur begrenzte Flächen für Deponien besitzt und keine direkte Anbindung an das Festland hat, ist Nantucket darauf angewiesen, Abfälle möglichst effizient zu sammeln, zu trennen und zu reduzieren. Ziel ist es, die Umwelt zu schützen und den Abfallanfall, insbesondere durch den starken saisonalen Tourismus, so gering wie möglich zu halten.

Die Organisation der Abfallwirtschaft liegt in der Verantwortung der Gemeinde Nantucket. Haushaltsabfälle werden regelmäßig eingesammelt, wobei viele Bewohner und Betriebe zur Trennung von Müll angehalten sind. Ein zentraler Bestandteil des Systems ist das Nantucket Recycling Center, in dem Wertstoffe wie Papier, Glas, Metalle und bestimmte Kunststoffe gesammelt und für den Weitertransport vorbereitet werden. Ein großer Teil der recycelbaren Materialien sowie Restabfälle wird per Fähre oder Schiff auf das Festland gebracht, da auf der Insel selbst nur begrenzte Entsorgungsmöglichkeiten bestehen.

Besonderes Augenmerk liegt auf Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit. Die Gemeinde fördert Recyclingprogramme, Kompostierung von organischen Abfällen und den bewussten Umgang mit Verpackungen. In Restaurants, Hotels und Ferienunterkünften wird zunehmend auf Mehrwegsysteme und umweltfreundliche Alternativen gesetzt. Zudem gibt es spezielle Sammelstellen für Problemstoffe wie Elektroschrott, Batterien, Farben oder Altöl, um Umweltbelastungen zu vermeiden.

Handel

Der Handel auf Nantucket konzentriert sich vor allem auf die Versorgung der Einwohner sowie auf die Bedürfnisse der zahlreichen Besucher, die insbesondere in den Sommermonaten auf die Insel kommen. Zentrum des Handels ist Nantucket Town mit seinen historischen Straßen, kleinen Läden und Boutiquen, die das typische Stadtbild prägen.

Ein Großteil des Einzelhandels besteht aus kleinen, unabhängigen Geschäften. Dazu zählen Modeboutiquen, Souvenirläden, Kunstgalerien, Buchhandlungen und Fachgeschäfte für maritime Artikel. Viele dieser Läden setzen auf hochwertige, oft lokal hergestellte Produkte wie Kleidung im typischen Nantucket-Stil, Kunsthandwerk, Schmuck oder Dekorationsartikel mit maritimem Bezug. Große Einkaufszentren oder internationale Einzelhandelsketten sind auf der Insel kaum vertreten, was den besonderen, individuellen Charakter des Handels unterstreicht.

Daneben spielt der Lebensmittelhandel eine wichtige Rolle. Es gibt Supermärkte, kleinere Lebensmittelgeschäfte und Feinkostläden, die sowohl Alltagsprodukte als auch regionale Spezialitäten anbieten. Da Nantucket keine direkte Landverbindung zum Festland hat, müssen viele Waren per Fähre oder Flugzeug importiert werden. Dies führt zu höheren Transportkosten, die sich häufig in höheren Preisen widerspiegeln. Gleichzeitig fördert die Insellage das Bewusstsein für regionale und saisonale Produkte, etwa Fisch, Meeresfrüchte oder Erzeugnisse kleiner lokaler Betriebe.

Der Handel ist eng mit dem Tourismus verbunden. In der Hauptsaison richten sich viele Geschäfte gezielt an Urlauber, etwa durch verlängerte Öffnungszeiten, saisonale Angebote und ein auf Feriengäste zugeschnittenes Sortiment. In den Wintermonaten hingegen nimmt die wirtschaftliche Aktivität deutlich ab, und einige Läden schließen zeitweise oder reduzieren ihr Angebot. Insgesamt ist der Handel auf Nantucket kleinteilig, qualitätsorientiert und stark vom saisonalen Rhythmus sowie vom besonderen Charakter der Insel geprägt.

Finanzwesen

Auf Nantucket sind vor allem Filialen regionaler und nationaler Banken vertreten. Dazu zählen große US-Banken ebenso wie kleinere, regional verankerte Institute aus Neuengland. Diese Banken bieten die üblichen Dienstleistungen an, wie Giro- und Sparkonten, Kredite, Hypotheken, Zahlungsverkehr sowie Online-Banking. Geldautomaten (ATMs) sind über die Insel verteilt, besonders im Bereich von Nantucket Town, sodass sowohl Einheimische als auch Besucher problemlos Bargeld abheben können. Spezielle internationale Banken oder Investmenthäuser sind auf der Insel hingegen kaum vertreten; für komplexere Finanzgeschäfte wenden sich viele Kunden an Niederlassungen auf dem Festland, etwa in Boston.

Eine wichtige Rolle im Finanzwesen Nantuckets spielen Immobilienfinanzierung und Vermögensverwaltung. Aufgrund der hohen Immobilienpreise und der großen Zahl wohlhabender Zweitwohnsitzbesitzer besteht eine starke Nachfrage nach Hypotheken, Treuhanddienstleistungen und individueller Finanzberatung. Viele Banken und Finanzberater sind auf diese Kundengruppe spezialisiert. Auch Versicherungen, insbesondere für Immobilien, Boote und den maritimen Bereich, haben große Bedeutung, da die Insellage besondere Risiken wie Stürme oder Überschwemmungen mit sich bringt.

Soziales und Gesundheit

Das Sozial- und Gesundheitswesen Nantuckets ist durch die Isolation der Insel geprägt und kombiniert lokale Einrichtungen mit enger Anbindung an das Festland. Die ganzjährige Bevölkerung von etwa 14.000 Einwohnern und die starke saisonale Zunahme im Sommer stellen besondere Herausforderungen dar – von Personalmangel bis zu Notfalltransporten per Flug oder Fähre.

Das Sozialwesen wird von mehreren Non-Profit-Organisationen getragen: A Safe Place bietet Unterstützung bei häuslicher Gewalt, Housing Nantucket und Nantucket Food Pantry helfen bei Wohnungs- und Ernährungssicherheit, Fairwinds ist Nantuckets größtes Beratungszentrum für mentale Gesundheit und Sucht. Die Nantucket Council on Aging unterstützt Senioren mit Mahlzeiten, Transport und Aktivitäten. Die Family Resource Center und Small Friends bieten Kinder- und Familienhilfe. Viele Dienste sind ehrenamtlich organisiert und stark community-basiert.

Gesundheitswesen

Das zentrale Krankenhaus ist das Nantucket Cottage Hospital (57 Prospect Street), ein kleines, aber modernes Akutkrankenhaus mit 19 Betten, das zum Mass General Brigham-Netzwerk gehört. Es bietet eine 24/7-Notaufnahme, Geburtshilfe, Chirurgie, Radiologie, Labor, Physiotherapie und eine Dialyse-Einheit. Schwere Fälle wie etwa Herzinfarkte, Traumata oder komplexe Operationen werden per Air Ambulance oder Fähre nach Boston (unter anderem Massachusetts General Hospital) verlegt. Das Hospital hat in den letzten Jahren erweitert und modernisiert, um die wachsende Bevölkerung und den Tourismus zu bewältigen.

Primärversorgung und Spezialambulanzen werden durch mehrere Praxen ergänzt, darunter Nantucket Physicians Organization und unabhängige Ärzte für Innere Medizin, Pädiatrie, Gynäkologie und Dermatologie. Zahnärzte und Optiker sind vor Ort, ebenso Apotheken (CVS und eine unabhängige). Psychische Gesundheit wird durch Nantucket Behavioral Health Services und das Hospital abgedeckt; es gibt Beratungsstellen und eine kleine stationäre Einheit, schwere psychiatrische Fälle werden jedoch meist aufs Festland verlegt.

Krankheiten

Krankheiten auf Nantucket entsprechen weitgehend dem US-Durchschnitt, mit einigen inselspezifischen Besonderheiten:

  • Zeckenübertragene Krankheiten sind ein großes Thema: Lyme-Borreliose, Babesiose und Anaplasmose kommen häufig vor, da die Insel viele Rehe und Zecken hat. Das Hospital und die Gesundheitsbehörde führen intensive Aufklärungskampagnen durch.
  • Krebsraten liegen leicht über dem Staatsdurchschnitt, was teils auf ältere Bevölkerung und frühere Umwelteinflüsse zurückgeführt wird.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sind wie überall verbreitet.
  • Psychische Erkrankungen und Sucht (vor allem Alkohol und Opioide) haben in den letzten Jahren zugenommen, beeinflusst durch Saisonalität, Tourismusdruck und Isolation.

Bildung

Der öffentliche Schulbezirk von Nantucket ist Nantucket Public Schools. Das Schulsystem von Nantucket hatte im Jahr 2017 1.583 Schüler und 137 Lehrer. Im Jahr 2011 waren es insgesamt 117 Lehrer 1289 Schüler. Die acht Schulen der Insel sind:

  • Nantucket Lighthouse School (privat)
  • Nantucket New School (privat)
  • Nantucket Elementary School (öffentlich)
  • Nantucket Intermediate School (öffentlich)
  • Cyrus Peirce Middle School (öffentlich)
  • Nantucket High School (öffentlich)
  • Nantucket Community School (öffentlich, extracurricular)
  • Nantucket High School (öffentlich)


Ein großer Museumsverband, die Maria Mitchell Association, bietet Bildungsprogramme für die öffentlichen Schulen von Nantucket an, ebenso wie die Nantucket Historical Association, obwohl die beiden nicht miteinander verbunden sind.

Höhere Bildung

Die prominenteste höhere Bildungseinrichtung ist die Nantucket Field Station der University of Massachusetts Boston (UMass Boston), eine Außenstelle der School for the Environment. Auf einem 107 Acre (43 Hektar) großen Gelände in Polpis (mit Salzmarschen, Hügeln und Hafenblick) dient sie als Forschungs- und Lehrstätte für Umweltwissenschaften, Küstenökologie, Marinebiologie und Biodiversität. Die Station bietet kreditierten Universitätskurse (unter anderem Field Courses im Sommer), das immersive Nantucket Semester-Programm für Undergraduates (interdisziplinär, mit Fokus auf Umweltforschung) sowie Möglichkeiten für Forschungsprojekte, Konferenzen und Community-Programme. Sie ist ganzjährig geöffnet, verfügt über Labore, ein Dormitory (bis 16 Plätze) und kooperiert mit lokalen Organisationen wie der Nantucket Conservation Foundation. Die Field Station ist kein voller Campus, sondern ein „living laboratory“ für praktische Feldarbeit, das Studierende und Forscher aus dem UMass-System und darüber hinaus anzieht.

Eine weitere wichtige Institution ist die Nantucket Island School of Design and the Arts (NISDA), eine unabhängige Non-Profit-Kunstschule in Wauwinet (Seaview Farm Arts Center). Sie wurde in den 1970er Jahren als Kooperation mit der Rhode Island School of Design und dem Massachusetts College of Art and Design (MassArt) gegründet und hatte früher engere Verbindungen zu MassArt (z. B. Graduate-Seminare für Lehrer). Heute ist sie eigenständig, bietet aber weiterhin college-level Kurse, Workshops und Programme in Malerei, Fotografie, Keramik, Textilien, Schreiben, Performance und interdisziplinärer Kunst. NISDA richtet sich an Jugendliche (Sommer- und Jugendkurse), Erwachsene, professionelle Künstler und bietet Artist-in-Residence-Programme (Offshore Artist Residency) mit Studios und Unterkunft. Der Fokus liegt auf der Verbindung von Kunst, Umwelt, Kultur und Humanities – es gibt keine vollen Bachelor- oder Postgraduate-Studiengänge, sondern kreditfähige oder zertifizierte Kurse, oft saisonal im Sommer.

Weitere höhere Bildungsangebote sind begrenzt: Die Maria Mitchell Association bietet wissenschaftliche Workshops und Kurse (unter anderem für Astronomie), und gelegentlich kooperieren lokale Organisationen mit Festland-Universitäten für spezielle Programme. Viele Nantucket-Absolventen der High School studieren später an Colleges auf dem Festland (zum Beispiel UMass, Cape Cod Community College oder Privatuniversitäten).

Bibliotheken und Archive

Die wichtigste Einrichtung der Insel ist das Nantucket Atheneum, die öffentliche Bibliothek der Insel in einem imposanten griechisch-revivalistischen Gebäude aus dem Jahr 1847 in der Nantucket Town (1 India Street). Sie ist eine der ältesten kontinuierlich betriebenen Bibliotheken der USA und bietet eine umfangreiche Sammlung von Büchern, E-Books, Zeitschriften, DVDs und digitalen Ressourcen. Besonders stark ist der Bestand zu lokaler Geschichte, Walfang, Nautik und Neuengland-Literatur. Die Atheneum veranstaltet ganzjährig kulturelle Programme: Autorenlesungen, Konzerte, Vorträge, Kinderprogramme und das beliebte „Cold Turkey Plunge“-Event. Der prächtige Great Hall dient als Veranstaltungsort, und der Garten im Sommer als Open-Air-Leseraum.

Die Nantucket Historical Association (NHA) betreibt das wichtigste Archiv der Insel in der NHA Research Library (im selben Komplex wie das Whaling Museum, 7 Fair Street). Diese Spezialbibliothek und Archivsammlung ist eine der bedeutendsten Quellen zur Walfanggeschichte weltweit. Sie umfasst über 5.000 Bände seltener Bücher, 75.000 Fotografien, Logbücher von Walfangschiffen, Scrimshaw, Karten, Manuskripte, Genealogien und orale Geschichten. Forscher aus aller Welt nutzen die Sammlung für Studien zu Maritime History, Quäkertum, Abolitionismus und Inselgenealogie. Der Zugang ist öffentlich (mit Termin), und Digitalisierungsprojekte machen Teile online verfügbar.

Weitere kleinere Bibliotheken ergänzen das Angebot: Die Nantucket Community School und die Nantucket Public Schools unterhalten Schulbibliotheken, die auch der Öffentlichkeit teilweise zugänglich sind. Die Maria Mitchell Association hat eine wissenschaftliche Bibliothek mit Fokus auf Astronomie, Naturgeschichte und Werken von Maria Mitchell selbst. Die Unitarian Universalist Meeting House und einige Kirchen besitzen historische Bibel- und Gemeindearchive.

Kultur

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts beherrschten die Quäker das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben auf der Insel. Ralph Waldo Emerson sprach dazu von der „Nation Nantucket“.

Museen

Nantucket verfügt über eine beeindruckende Dichte an Museen für eine so kleine Insel – die meisten werden von der Nantucket Historical Association (NHA) betrieben und widmen sich der reichen maritimen, whaling- und Kulturgeschichte. Die Museen sind ganzjährig oder saisonal geöffnet und ergänzen sich zu einem umfassenden Bild der Inselvergangenheit.

Das Herzstück ist das Nantucket Whaling Museum in der Nantucket Town (13 Broad Street). Es gilt als eines der besten Walfangmuseen der Welt und befindet sich in einer ehemaligen Kerzenfabrik aus dem 19. Jahrhundert. Highlights sind ein 14 Meter langes Skelett eines Pottwals, Harpunen, Scrimshaw-Kunstwerke (gravierte Walzähne), Logbücher, Gemälde und eine originale Lens des Sankaty Head Leuchtturms auf dem Dach mit Panoramablick. Interaktive Ausstellungen erzählen die Geschichte des goldenen Zeitalters des Walfangs, als Nantucket die „Whaling Capital of the World“ war.

Das Historic Quaker Meeting House aus dem Jahr 1800 ist ein schlichtes Beispiel quäkerischer Architektur und Spiritualität, das die dominante Rolle der Friends im 18. und 19. Jahrhundert zeigt. Das Oldest House (Jethro Coffin House, 1686) ist das älteste erhaltene Gebäude der Insel und gibt Einblicke in das Leben der ersten Siedler. Das Old Mill (1746) ist eine funktionierende Getreidemühle aus Holz, die noch heute mahlen kann. Das Greater Light und Hadwen House präsentieren viktorianische Innenausstattung und Kunstsammlungen.

Das Maria Mitchell Association betreibt mehrere wissenschaftliche Museen zu Ehren der ersten amerikanischen Astronomin Maria Mitchell (1818–1889), die auf Nantucket geboren wurde. Dazu gehören das Maria Mitchell Aquarium am Hafen mit lokalen Meeresbewohnern, das Natural Science Museum mit Präparaten und Exponaten zur Inselökologie, das Vestel Telescope und das Loines Observatory für Sternbeobachtung sowie ihr Geburtshaus als Museum.

Weitere sehenswerte Museen sind das Nantucket Lightship Basket Museum in der Town, das die traditionelle Handwerkskunst der berühmten Nantucket Lightship Baskets (geflochtene Körbe mit Elfenbein- und Holzverzierungen) zeigt – ein ikonisches Souvenir der Insel. Das Nantucket Shipwreck & Lifesaving Museum (außerhalb der Town in Richtung Siasconset) dokumentiert die gefährliche Küste und die Heldentaten der U.S. Life-Saving Service. Kleinere oder temporäre Ausstellungen finden sich im Artists Association of Nantucket (Galerie mit lokaler Kunst) oder im Egan Maritime Institute, das maritime Geschichte und Nautik vermittelt.

Architektur

Der Nantucket Historic District ist ein National Historic Landmark District, der die gesamte Insel Nantucket, Massachusetts, umfasst. Die ursprüngliche Eintragung in das National Register of Historic Places am 13. Dezember 1966 umfasste nur den historischen Stadtkern und das Dorf Siasconset, wurde aber 1975 auf die gesamte Insel sowie die Inseln Tuckernuck und Muskeget ausgeweitet. Mit über 30.000 Hektar ist er der flächenmäßig größte konventionelle historische National Historic Landmark District in den zusammenhängenden Vereinigten Staaten.

Ein Großteil des Distrikts wurde ursprünglich 1955 als lokaler historischer Distrikt ausgewiesen und ist damit neben dem Charleston Historic District in Charleston, South Carolina, und dem Vieux Carre Historic District in New Orleans einer der ersten historischen Distrikte in den Vereinigten Staaten. Seit 1955 ist die Nantucket Historic District Commission die Behörde, die für den Erhalt der Insel zuständig ist.

Nantucket ist eine einzigartig erhaltene Hafenstadt in Neuengland, die sich vor allem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert entwickelte, als die Walfangindustrie die Wirtschaft der Stadt dominierte. Bis 1774 stellte Nantucket etwa sechzig Prozent der Walfangflotte von Neuengland. Im Jahr 1840 erreichte die Einwohnerzahl der Stadt mit etwa 9.000 ihren Höhepunkt. In den darauffolgenden Jahren kam es jedoch zu mehreren Ereignissen, die zu einem dramatischen Abschwung der Insel führten. Zu dieser Zeit hatte der nahegelegene Festlandhafen von New Bedford, Massachusetts, Nantucket als führenden Walfanghafen der Nation abgelöst. Außerdem verhinderten in dieser Zeit Sandbänke die Einfahrt der immer größeren Schiffe in den Hafen von Nantucket und zwangen die Walfangindustrie, in das nahe gelegene Edgartown auf Martha‘s Vineyard auszuweichen. Ein weiterer Schicksalsschlag ereignete sich 1846, als ein großes Feuer einen Großteil des Handelszentrums und der Werften der Stadt zerstörte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als ein Großteil des Landes ein dramatisches Wachstum erlebte, war die Einwohnerzahl von Nantucket auf nur noch 3.000 gesunken. Die Existenz der historischen Gebäude von Nantucket ist also größtenteils darauf zurückzuführen, dass die Insel mehr als ein halbes Jahrhundert lang in Vergessenheit geraten war und ihre Architektur durch Vernachlässigung überlebte. Im Jahr 1894 gab es die ersten Bemühungen um den Erhalt der "Old Mill", einer 1746 von Nathan Wilbur erbauten Windmühle, auf Nantucket. Im Jahr 1897 wurde die Mühle ersteigert und der Nantucket Historical Association geschenkt. In dieser Zeit begannen Neubauten, den historischen Charakter der Insel widerzuspiegeln.

Die ältesten Gebäude im historischen Bezirk stammen aus dem späten 17. Jahrhundert. Jahrhundert. Sie sind meist aus Holz gebaut und weisen einen utilitaristischen Stil mit wenig Verzierungen oder Details auf. In der Zeit nach der Amerikanischen Revolution, als der Reichtum des Walfangs zunahm, errichteten Kapitäne und Kaufleute kunstvollere Gebäude im Federal Style. Dazu gehört auch das Second Congressional Meetinghouse, das 1809 erbaut wurde. Die herausragendsten Gebäude befinden sich in der Main und Orange Street, wie zum Beispiel das Hadwen-Wright House in der Main Street 94. Unmittelbar nach dem verheerenden Brand von 1846 wurde das gesamte Geschäftsviertel mit neuen zwei- und dreistöckigen Backsteingebäuden wiederaufgebaut. Das wiederaufgebaute Gebiet wird vom vorherrschenden Greek Revival-Stil der 1840er Jahre dominiert.

Erst in den 1990er Jahren übertraf die Einwohnerzahl von Nantucket den Höchststand von 9.000 im Jahr 1840. Die Wirtschaft der Insel basiert heute hauptsächlich auf dem saisonalen Tourismus, was den Druck auf die historischen Gebäude erhöht hat. Im Jahr 2000 setzte der National Trust for Historic Preservation Nantucket auf seine Liste der 11 am stärksten gefährdeten historischen Stätten Amerikas und stellte fest, dass „Nantucket zwar eine lange Geschichte des Engagements für den Denkmalschutz hat, aber ein Anstieg der zerstörerischen Praktiken von „Abrissarbeiten“ und „Kernsanierungen“ zusammen mit der unangemessenen Größe und Lage neuer Häuser das Erbe, die Kulturlandschaft und die Qualität des Gemeinschaftslebens auf der Insel dramatisch verändert.“

Hervorzuehebende Gebäude sind:

  • The Old Mill (1746)
  • Old Gaol (1806)
  • Quaker (Friends) Meeting House (1838)
  • Nantucket Atheneum (1847)
  • St. Paul's Church (1901)


Das Jethro Coffin House (auch Oldest House) ist ein historisches Wohnhaus. Es wurde 1968 als National Historic Landmark in das National Register of Historic Places eingetragen und wird heute von der Nantucket Historical Association als Museum betrieben.  Das Haus wurde als sogenannte Saltbox errichtet und verfügt über eineinhalb Stockwerke, die um einen zentralen Kamin herum aufgebaut sind. Das Dach ist mit Holzschindeln gedeckt, die ebenso als äußere Wandverkleidung dienen. Auf dem Kamin bilden hervorstehende Ziegelsteine eine ungewöhnliche Form, deren genaue Bedeutung bis heute unklar ist. Jethro Coffin war Schmied von Beruf, und so könnte es sich um ein Hufeisen handeln; dies hätte man aber nicht mit der Öffnung nach unten platziert, da dies dem Aberglauben nach Unglück bringt. Es könnte daher auch ein Schutztalisman gegen in den Kamin eindringende Hexen sein. Ebenso ist denkbar, dass es sich um einen Querlenker oder auch einfach nur um einen jakobinischen Kaminbogen in provinzieller Ausführung handelt.

Das Gebäude steht auf einer als Sunset Hill bekannten Erhebung nordwestlich des Stadtzentrums. Das Haus wurde höchstwahrscheinlich als Hochzeitsgeschenk für Jethro und Mary Coffin geb. Gardner um 1686 errichtet. Die dazu erforderlichen Baumaterialien stammten aus Exeter in New Hampshire, wo Jethros Vater Wälder und ein Sägewerk besaß. 1708 verkauften die Coffins das Haus an die Paddock-Familie, in deren Eigentum es bis 1840 blieb. Die Aufzeichnungen sind ab hier lückenhaft, bis es 1881 der aus Poughkeepsie in New York stammende Tristram Coffin kaufte, der ein direkter Nachfahre von Jethro Coffin war. Er ließ Reparaturen durchführen und das Dach erneuern. 1923 erwarb die Nantucket Historical Association das Haus und nahm 1927 eine vollständige Rekonstruktion vor.

Das Haus zählt zu den am besten erhaltenen Saltbox-Häusern aus dem 17. Jahrhundert in ganz Neuengland und ist das einzige seiner Art auf Nantucket. Speziell für Nantucket ist es untypisch, dass es nie versetzt wurde und noch heute an seinem ursprünglichen Bauplatz steht. Obwohl es aufgrund der umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten 1927 erhebliche bauliche Veränderungen erfuhr und damit heute kaum noch seinem Original – weder im Hinblick auf das Baumaterial noch auf das Design – entspricht, dient es heute als Lehrbuch-Beispiel für das Aussehen einer Saltbox.

Bildende Kunst

Nantucket ist ein Zentrum der bildenden Kunst. Die Insel ist seit den 1920er Jahren eine Kunstkolonie, deren Künstler die natürliche Schönheit der Landschaften und des Meeres, einschließlich der Flora und Fauna, einfangen. Zu den bekannten Künstlern, die auf Nantucket gelebt oder gemalt haben, gehören Frank Swift Chase und Theodore Robinson. Der Künstler Rodney Charman wurde beauftragt, eine Reihe von Gemälden zur Geschichte der Seefahrt auf Nantucket zu malen, die in dem Buch Portrait of Nantucket, 1659 bis 1890 zusammengefasst wurden: „The Paintings of Rodney Charman“ (1989) veröffentlicht wurden. Herman Melville stützte seine Erzählung Moby Dick auf die Walfangindustrie von Nantucket.

Das Zentrum der heutigen Kunstszene ist die Artists Association of Nantucket (AAN), gegründet 1945. Sie betreibt die Visual Arts Center Gallery (24 Amelia Drive) und die historische Big Gallery (12 Straight Wharf), wo ganzjährig Ausstellungen lokaler und gastierender Künstler gezeigt werden. Die AAN organisiert jährlich über 20 Shows, darunter Juried Exhibitions, die Werke in Malerei, Fotografie, Skulptur, Druckgrafik und Mixed Media präsentieren. Sie bietet auch Workshops, Artist Residencies und das beliebte Summer Art Program für Kinder und Erwachsene.

Historisch bedeutsam ist die 1800 House (früher Cecelia Cottage), wo Eastman Johnson und andere Künstler des 19. Jahrhunderts arbeiteten. Johnson, ein bekannter Genremaler, verbrachte Sommer auf Nantucket und schuf ikonische Werke wie The Cranberry Harvest. Weitere Pioniere waren die Impressionistin Anne Ramsdell Congdon und der Fotograf Edward Emerson Barnard.

Heute leben und arbeiten zahlreiche zeitgenössische Künstler auf der Insel. Viele Galerien in Nantucket Town – wie die Robert Wilson Galleries, Cavalier Ebanks Galleries, Sailor’s Valentine Gallery oder Joyce & Seward Johnson Gallery – zeigen lokale Malerei (Landschaften, Seestücke, Porträts), Fotografie und die berühmte Lightship Basket-Kunst (traditionelle geflochtene Körbe, oft als Schmuck oder Dekoration). Die Nantucket Arts Council fördert interdisziplinäre Projekte und vergibt Stipendien.

Events wie der Annual Wet Paint Sale (Künstler malen live und verkaufen frische Werke) oder das Nantucket Plein Air Festival ziehen im Sommer Kunstliebhaber an. Viele Ateliers öffnen ihre Türen während des Artists Open Studios-Wochenendes.

Literatur

Die Insel dient als Schauplatz zahlreicher Romane, insbesondere Sommerlektüre (Beach Reads), und zieht Autoren, Leser und Buchliebhaber an. Viele Werke spielen direkt auf Nantucket und fangen die Atmosphäre von Stränden, Nebel, historischen Häusern und der exklusiven Sommergesellschaft ein. Literarisch ausführlich verewigt wurde Nantucket 1852 auch in Herman Melvilles „Moby Dick“ – hier beginnt die Romanfigur Ismael ihre schicksalhafte Reise auf der Pequod. Schon Edgar Allan Poes 1838 erschienener Roman „Der Bericht des Arthur Gordon Pym aus Nantucket“, der ebenfalls den Walfang thematisiert, führte Nantucket im Titel. Auch im Roman „Im Dutzend billiger“ von Frank B. Gilbreth und Ernestine Gilbreth Carey spielt Nantucket eine wichtige Rolle. Dort verbrachte die Familie Gilbreth regelmäßig den Sommerurlaub in ihrem eigenen Ferienhaus.

Die unumstrittene „Queen of the Beach Reads“ ist Elin Hilderbrand, die seit Jahrzehnten auf der Insel lebt und über 30 Romane geschrieben hat, die fast alle hier angesiedelt sind. Ihre Bestseller wie The Hotel Nantucket, 28 Summers, The Perfect Couple oder Swan Song (ihr Abschiedsroman 2024) beschreiben Liebe, Intrigen, Familiengeheimnisse und das Insel-Leben mit detailreicher Lokalkolorit – von Restaurants bis zu Stränden. Hilderbrands Bücher haben Millionen Leser und machen Nantucket weltweit als romantischen, dramatischen Ort bekannt.

Ähnlich populär ist Nancy Thayer, eine weitere residente Autorin, deren Romane wie A Nantucket Wedding oder Summer Love Themen von Familie, Neuanfängen und Sommerromantik behandeln. Weitere bekannte Werke, die auf Nantucket spielen, stammen von Autoren wie Nan Rossiter (Nantucket), Michelle Gable (The Book of Summer) oder in der Science-Fiction von S. M. Stirling (die Nantucket-Trilogie, in der die Insel in die Bronzezeit versetzt wird). Historische oder maritime Literatur umfasst Klassiker wie Nathaniel Philbricks Non-Fiction über Walfang (In the Heart of the Sea) oder Edgar Allan Poes einziger Roman The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket.

Das Zentrum des literarischen Lebens ist die Nantucket Atheneum, die historische öffentliche Bibliothek (gegründet 1834), die ganzjährig Lesungen, Autorenbesuche und Programme anbietet. Sie organisiert Events wie das „Weekend at the Library“ mit prominenten Gästen und Konzerten. Unabhängige Buchhandlungen wie Mitchell’s Book Corner und Nantucket Bookworks sind Treffpunkte für Signierstunden und Empfehlungen.

Höhepunkt ist das jährliche Nantucket Book Festival (meist im Juni), organisiert von der Nantucket Book Foundation. Es bringt renommierte Autoren wie Bob Woodward, Geraldine Brooks, Ocean Vuong oder Alice Hoffman auf die Insel – mit Lesungen, Panels, Workshops und meist kostenlosen Veranstaltungen. Das Festival fördert auch lokale Autoren und Jugendliteratur durch Schulprogramme.

Theater

Das wichtigste Theater der Insel ist das Nantucket Dreamland Theatre in der Nantucket Town. Das historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde 2012 nach einer umfangreichen Renovierung wiedereröffnet und dient als Multifunktionshaus: Es zeigt aktuelle Blockbuster und Independent-Filme auf der großen Leinwand, veranstaltet Live-Theaterproduktionen, Opern- und Ballettübertragungen (zum Beispiel aus der Met), Konzerte und Vorträge. Das Dreamland ist das einzige echte Kino der Insel und ein zentraler Treffpunkt für Filmfans – im Sommer mit täglichen Vorstellungen, im Winter mit ausgewählten Highlights.

Lokales Theater wird vor allem vom Theatre Workshop of Nantucket (TWN) getragen, der ältesten Theatergruppe der Insel (gegründet 1956). TWN produziert jährlich mehrere Stücke – von Klassikern wie Shakespeare oder Musical-Hits bis zu zeitgenössischen Dramen und eigenen Inszenierungen. Aufführungen finden im Bennett Hall (am Dreamland) oder in anderen Venues statt. Das jährliche Nantucket Theatre Workshop Summer Program bietet Kindern und Jugendlichen Kurse und führt zu öffentlichen Vorstellungen. Ergänzt wird dies durch Gastproduktionen, Lesungen und das Nantucket Short Play Festival.

Weitere Theater- und Performance-Orte sind die Unitarian Universalist Meeting House (mit goldener Kuppel), die für Lesungen, Ein-Personen-Shows und kleine Konzerte genutzt wird, sowie das Nantucket Atheneum, das regelmäßig Autorenlesungen, Filmvorführungen und kulturelle Events veranstaltet. Das Actors Theatre of Nantucket und gelegentliche Pop-up-Gruppen bringen zusätzliche Vielfalt.

Film

Filmisch steht Nantucket auch als Drehort im Rampenlicht: Die Insel diente als Kulisse für Filme wie The Witch (2015), Teile von The Perfect Storm oder Dokumentationen über Walfang und Naturschutz. Das Nantucket Film Festival (meist im Juni) war früher ein Highlight, ist jedoch nicht mehr aktiv; stattdessen zeigt das Dreamland gelegentlich unabhängige Filme und Special Screenings.

Musik und Tanz

Die Musik- und Tanzszene Nantuckets ist geprägt von einer Mischung aus lokaler Tradition, sommerlichem Tourismus und einer entspannten Insel-Atmosphäre. Aufgrund der geringen ganzjährigen Bevölkerung ist das Angebot saisonal stark ausgeprägt – im Winter ruhiger und community-orientiert, im Sommer lebendig mit Konzerten, Festivals und spontanen Auftritten.

Ein zentraler Ort für Live-Musik ist Cisco Brewers, die beliebteste Brauerei der Insel. Fast täglich im Sommer treten dort lokale und regionale Bands auf – von Folk, Rock und Blues bis zu Reggae und Indie. Die Open-Air-Bühne mit Food Trucks und Biergarten zieht große Menschenmengen an und gilt als informeller Treffpunkt der Inseljugend und Touristen. Ähnlich lebendig ist The Chicken Box, eine legendäre Bar in Nantucket Town, die seit den 1970er Jahren als „Nantucket’s Rock Club“ bekannt ist. Hier spielen vor allem Rock-, Cover- und Partybands, oft bis spät in die Nacht, und es gibt regelmäßig Tanzabende.

Klassische Musik und hochwertige Konzerte bietet die Nantucket Musical Arts Society sowie das Nantucket Arts Council. Im Sommer finden im Dreamland Theater oder in der Unitarian Universalist Meeting House Kammerkonzerte, Jazz-Abende und Chorauftritte statt. Das Nantucket Dance Festival (meist im Juli) bringt professionelle Tänzer aus New York und Boston auf die Insel und präsentiert zeitgenössischen Tanz, Ballett und Workshops – oft open-air oder in historischen Venen.

Traditionelle Elemente finden sich in der Folk- und Seefahrer-Musik: Sea Shanties und maritime Lieder werden beim Nantucket Atheneum oder bei Veranstaltungen der Nantucket Historical Association gesungen. Lokale Musiker wie Sean Lee oder die Band Maxxtone mischen Folk mit Insel-Themen.

Nantucket spielt aber auch in der Popszene eine  gewisse Rolle. Die Rockband Mountain veröffentlichte 1971 einen ihrer größten Erfolge, die LP „Nantucket Sleighride“, in dem ebenfalls der Walfang thematisiert wird.

Tanz ist vor allem im Sommer präsent: Von Square Dance und Contra Dance in Gemeindehallen über Salsa- und Swing-Abende bis zu spontanen Strandpartys. Das Nantucket Community Music Center bietet ganzjährig Unterricht in Instrumenten und Tanz, während Clubs wie The Gaslight oder The Rose & Crown gelegentlich DJ-Nächte mit Tanzfläche veranstalten.

Kleidung

Eine eigenständige traditionelle Tracht im europäischen Sinn gibt es auf Nantucket nicht. Dennoch hat sich im Laufe der Zeit ein charakteristischer Kleidungsstil entwickelt, der eng mit der Geschichte, dem Klima und dem gesellschaftlichen Leben der Insel verbunden ist. Dieser Stil ist stark von der maritimen Tradition, der früheren Walfangwirtschaft und später vom Sommer- und Ferienleben wohlhabender Familien aus Neuengland geprägt.

Historisch trugen die Bewohner Nantuckets im 18. und 19. Jahrhundert vor allem zweckmäßige Kleidung. Seeleute und Walfänger kleideten sich in robuste Wollstoffe, Leinenhemden und wetterfeste Mäntel, die vor Wind und Kälte schützten. Frauen trugen schlichte, meist dunkle Kleider mit Schürzen und Hauben, was dem Einfluss der Quäker entsprach, die auf Nantucket lange Zeit eine wichtige Rolle spielten und Wert auf Bescheidenheit und Zurückhaltung legten. Schmuck und auffällige Farben waren daher eher unüblich.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus ein bis heute typischer „Nantucket-Stil“, der häufig mit dem sogenannten Preppy-Look Neuenglands in Verbindung gebracht wird. Dieser Kleidungsstil ist klassisch, elegant und zugleich praktisch. Typisch sind helle Farben, Naturmaterialien und zeitlose Schnitte. Männer tragen oft Chinos, Poloshirts, Button-down-Hemden, Pullover über den Schultern und Bootsschuhe. Frauen bevorzugen Sommerkleider, Blusen, Strickjacken, Röcke und Sandalen. Ein bekanntes Kleidungsstück sind die „Nantucket Reds“, rosafarbene Hosen, die durch Sonne und Salzwasser ausbleichen und zu einem Markenzeichen der Insel geworden sind. Auch Accessoires spielen eine Rolle: Strohhüte, Segeltuchtaschen, leichte Schals und Sonnenbrillen passen zum maritimen Inselbild.

Kulinarik und Gastronomie

Die Küche Nantuckets ist geprägt von frischen Meeresfrüchten, lokalen Zutaten und einer Mischung aus klassischer Neuengland-Küche, gehobener Fine Dining und entspannter Insel-Atmosphäre. Die Nähe zum Atlantik macht die Insel zu einem Paradies für Fisch- und Schalentier-Liebhaber – frische Scallops (Jakobsmuscheln), Oysters (Austern), Clams (Muscheln), Lobster (Hummer) und Striped Bass dominieren viele Speisekarten. Nantucket Bay Scallops gelten als eine der besten Delikatessen der USA: klein, süß und nur in der Saison von Oktober bis März verfügbar, oft roh, gegrillt oder in Chowder serviert.

Die kulinarische Szene spiegelt die Geschichte und den Charakter der Insel wider. Traditionelle Gerichte wie Clam Chowder (cremige Muschelsuppe im Neuengland-Stil), Lobster Rolls (kalt oder warm mit Butter) und Cranberry-Spezialitäten (die Beere wächst in den Mooren der Insel) finden sich in vielen Lokalen. Historische Tavernen wie die Brotherhood of Thieves oder The Club Car (im umgebauten Eisenbahnwagen) bieten Pub-Food mit Insel-Flair.

In den letzten Jahrzehnten hat sich Nantucket zu einem Hotspot für gehobene Gastronomie entwickelt. Sterne-Köche und renommierte Restaurants ziehen Feinschmecker an: Orte wie The Chanticleer in Siasconset (klassisch französisch), Proprietors Bar & Table (kreative New-American-Küche) oder TOPPER’S am Wauwinet (Fine Dining mit Blick aufs Meer) bieten mehrgängige Menüs mit lokalen Produkten. Viele Köche arbeiten eng mit regionalen Lieferanten zusammen – Gemüse von Bartlett’s Farm, Käse von lokalen Produzenten und Kräuter aus eigenen Gärten.

Die Saison beeinflusst die Szene stark: Im Sommer öffnen zahlreiche Pop-up-Restaurants, Food Trucks und Beach-Bars; beliebt sind Picknicks mit Take-away von Cisco Brewers (Brauerei mit Food Trucks und Live-Musik) oder Essen am Strand von Something Natural (legendäre Sandwiches). Im Winter reduzieren viele Betriebe die Öffnungszeiten, doch die ganzjährigen Lokale wie Black-Eyed Susan’s (berühmtes Frühstück) oder Nautilus (asiatisch inspirierte Tapas) bleiben Treffpunkte für Einheimische.

Besonders ausgeprägt ist die Wein- und Cocktail-Kultur. Viele Restaurants haben umfangreiche Weinkarten, und Bars wie The Gaslight oder Ventuno servieren kreative Cocktails. Craft Beer von Cisco Brewers und Triple Eight Distillery (bekannt für Blueberry Vodka) ergänzen das Angebot.


Festkultur

  • Auf Nantucket gelten die US-amerikanischen Feiertage:
  • 1. Januar Neujahr (New Year’s Day)– Beginn des neuen Jahres
  • Dritter Montag im Januar Martin Luther King Jr. Day – Ehrung des Bürgerrechtlers.
  • Dritter Montag im  Februar Washington’s Birthday (President’s Day) – Gedenken an George Washington und weitere Präsidenten.
  • Dritter Montag im April Patriots’ Day – Gedenktag an die Schlachten von Lexington und Concord
  • Letzter Montag im Mai Memorial Day – Gedenktag für gefallene Soldaten
  • 19. Juni Independence Day – Gedenkt den Abschluss der Sklavenbefreiung in den USA; staatlich anerkannt in Massachusetts
  • 4. Juli Nationalfeiertag (Independence Day – Unabhängigkeitstag der USA
  • Erster Montag im Septrember Labor Day – Tag der Arbeit
  • Zweiter Montag im Oktobere Columbus Day / Indigenous Peoples’ Day – traditioneller Columbus Day; in manchen Regionen oft als Indigenous Peoples’ Day anerkannt.
  • 11. November Veterans Day – Ehrentag für Kriegsveteranen
  • Vierter Donnerstag im November Thanksgiving Day – traditionelles Erntedankfest
  • 25. Dezember Christmas Day – Weihnachten


Die Insel ist Schauplatz zahlreicher Festivals, darunter ein Buchfestival, ein Wein- und Essensfestival, ein Comedy-Festival, ein Narzissenfestival und ein Preiselbeerfestival.

Medien

Die traditionsreichste Publikation ist The Inquirer and Mirror (oft „I&M“ oder „ack.net“ genannt), die älteste Zeitung Nantuckets seit 1821. Sie erscheint wöchentlich (donnerstags) in Print und täglich online mit Nachrichten, Sport, Wetter und Community-Artikeln. Als „newspaper of record“ berichtet sie ausführlich über Town Meetings, Umweltfragen und lokale Ereignisse.

Moderne digitale Medien ergänzen das Angebot: Nantucket Current (nantucketcurrent.com) ist eine führende Online-Nachrichtenseite mit täglichen Updates, investigativen Berichten und einem Newsletter (Montag, Mittwoch, Freitag). Sie entstand aus dem Team von N Magazine und erreicht Tausende Leser. Yesterday’s Island/Today’s Nantucket ist eine saisonale Publikation (Sommer) mit Fokus auf Events, Restaurant-Reviews, Kunst und Tourismus, ergänzt durch eine ganzjährige Website. N Magazine ist ein luxuriöses Lifestyle-Magazin mit Geschichten über Kultur, Prominente und die Schönheit der Insel.

Im Radio-Bereich dominiert True Island Digital: Der Sender betreibt mehrere Stationen – 97.7 ACK-FM (Pop/Rock, lokale Nachrichten und Wetter), 89.5 Quahog Country (moderne Country-Musik) und seit 2025 88.1 El Pingüino FM (Latin-Musik und multilingualer Content für die wachsende hispanische Community). Es gibt auch WNAN 91.1 FM, eine NPR-Station mit Public Radio-Programmen.

Fernsehen wird durch Nantucket Community Television (NCTV) abgedeckt, den einzigen lokalen TV-Sender (Nonprofit). NCTV sendet öffentliche, bildende und Regierungsprogramme: Live-Übertragungen von Town Meetings, Sportevents (z. B. Whalers-Spiele), kulturelle Veranstaltungen und eigene Produktionen. Als Media Arts Center bietet es Kurse, Produktionshilfe und dokumentiert das Insel-Leben.

Social Media und Apps spielen eine große Rolle: Viele Medien (z. B. Nantucket Current mit über 125.000 Instagram-Followern) nutzen Plattformen für Echtzeit-Nachrichten. Der tägliche Newsletter DayBreak Nantucket fasst Headlines zusammen.

Kommunikation

Nantucket hat die Postleitzahlen 02554, 02564 und 02584. Die Telefonvorwahl lautet 0(01)508.

Sport

Beliebte Sportarten sind vor allem Wasser- und Outdoorsportarten. Sowohl Einheimische als auch Besucher nutzen die guten Windbedingungen und die geschützten Gewässer der Nantucket Sound für Segelregatten, Segelkurse und Freizeittouren. Auch Windsurfen und Kitesurfen haben sich etabliert, insbesondere an den offenen Stränden der Insel, wo konstante Winde herrschen. Schwimmen, Surfen und Stand-up-Paddling sind weitere wichtige Wassersportarten, die vor allem in den Sommermonaten viele Menschen anziehen.

Neben dem Wassersport spielt auch der Landsport eine große Rolle. Nantucket verfügt über zahlreiche Rad- und Wanderwege, die sich durch Dünenlandschaften, Heideland und entlang der Küste ziehen. Radfahren ist besonders beliebt, da die Insel relativ flach ist und sich viele Orte gut mit dem Fahrrad erreichen lassen. Golf ist ebenfalls von Bedeutung: Der Nantucket Golf Club und weitere Anlagen bieten hochwertige Plätze, die sowohl sportliche Herausforderungen als auch landschaftlich reizvolle Ausblicke bieten. Tennis, Fitnesssport und Jogging sind ebenfalls weit verbreitet, wobei Strände und Küstenwege häufig als natürliche Trainingsorte genutzt werden.

Auch der organisierte Mannschaftssport hat auf Nantucket einen festen Platz, vor allem im schulischen und lokalen Bereich. Sportarten wie Baseball, Basketball, Fußball und Lacrosse werden in Schulen und Vereinen aktiv betrieben. Besonders Baseball hat in den USA eine lange Tradition und ist auch auf Nantucket bei Jugendlichen und Erwachsenen beliebt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche saisonale Sportveranstaltungen, Läufe und Wettkämpfe, etwa Triathlons, Straßenläufe oder Segelregatten, die sportliche Aktivität mit dem Gemeinschaftsleben der Insel verbinden.

Golf

Der Siasconset Golf Club, auch bekannt als Siasconset Golf Course oder Sconset Golf Course, ist einer der östlichsten Golfplätze in Massachusetts und liegt am Rande der Insel Nantucket in Siasconset, Massachusetts. Er ist der älteste noch aktive Golfplatz auf Nantucket und einer der ältesten Golfplätze in Amerika. Er galt einst als der älteste Golfplatz des Landes in Privatbesitz, der noch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, aber seit dem 1. Mai 2012 befindet er sich nicht mehr in Privatbesitz. Er wird von den Inselbewohnern immer noch „Skinner's Golf Club“ oder „Skinner's“ genannt, weil Robert „Skinner“ Coffin viele Jahre lang Miteigentümer und Platzwart des Platzes war und in den Jahren 1977 bis 2011 ein Freizeit-Golfturnier mit dem Namen „The Skinner Open“ veranstaltete. Derzeit ist er als öffentlicher 9-Loch-Platz in Betrieb. Dieser Platz wurde auch im Artikel des Links Magazine mit dem Titel „The Top 10 Old Courses You Can Play“ aufgeführt. Am 24. Oktober 2019 wurde dieser Platz von der New England Golf Course Owners Association zum „Golfplatz von Neuengland“ für 2020 ernannt.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten auf der Insel geborenen Persönlichkeiten sind:

  • Lucretia Mott (1793 bis 1880), Frauenrechtlerin
  • Owen Chase (1797 bis 1869), Erster Offizier des Walfängers Essex
  • Charles J. Folger (1818 bis 1884), Jurist und Politiker
  • Maria Mitchell (1818 bis 1889), Astronomin und Frauenrechtlerin
  • Rowland Hussey Macy (1822 bis 1877), Gründer der Kaufhauskette Macy’s
  • Allison Mleczko (* 1975), Eishockeyspielerin
  • Meghan Trainor (* 1993), Sängerin und Songwriterin

Persönlichkeiten, die auf Nantucket gewirkt haben, waren unter anderem:

  • Elizabeth Coffin (1850 bis 1930), Malerin und Pädagogin
  • Willie Wright (* 1939), Musiker

Der österreichisch-US-amerikanische Nobelpreisträger für Medizin, Karl Landsteiner (1868 bis 1943), und seine Frau lebten in einem kleinen Haus nahe dem Leuchtturm Sankaty Head Light. Sie verstarben beide Im Jahre 1943 und wurden im Friedhof Prospect Hill Cemetery von Nantucket beerdigt.

Fremdenverkehr

Nantucket ist heute ein Seebad und Erholungsort. Im Sommer kann sich die Bewohnerzahl durch die dann anwesenden Besitzer von Ferienhäusern nahezu verfünffachen. Der Fremdenverkehr spielt eine zentrale Rolle für die Inselwirtschaft. Besucher werden vor allem von den weitläufigen Sandstränden, den Dünenlandschaften, dem maritimen Klima und dem gut erhaltenen historischen Stadtbild angezogen. Nantucket ist bekannt für seine Walfanggeschichte, Kopfsteinpflasterstraßen, Leuchttürme und Museen, die einen Einblick in die Vergangenheit der Insel geben. Neben Badeurlaub und Erholung bieten sich zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Segeln, Angeln, Radfahren, Wandern und Vogelbeobachtung an. In den Sommermonaten finden außerdem kulturelle Veranstaltungen, Festivals und Kunstausstellungen statt, die viele Gäste anziehen.

Die Unterbringungsmöglichkeiten auf Nantucket sind vielfältig, aber überwiegend hochwertig. Es gibt zahlreiche Hotels, Boutique-Hotels und historische Gasthäuser, die oft in liebevoll restaurierten Gebäuden untergebracht sind. Daneben spielen Ferienhäuser und -wohnungen eine große Rolle, da viele Besucher für längere Zeit bleiben oder mit Familien anreisen. Bed-and-Breakfast-Unterkünfte sind ebenfalls verbreitet und bieten eine persönliche Atmosphäre. Aufgrund der begrenzten Fläche der Insel und der hohen Nachfrage, besonders in der Hauptsaison im Sommer, sind Unterkünfte häufig teuer und frühzeitig ausgebucht. Insgesamt ist der Fremdenverkehr auf Nantucket stark auf Qualität, Exklusivität und Nachhaltigkeit ausgerichtet, um den besonderen Charakter der Insel zu bewahren.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Nantucket Visitor Information = https://nantucket-ma.gov/854/Visitor-Information

Nantucket Island Travel Guide = https://nantucket.net/

Forum

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