Saint Vincent: Unterschied zwischen den Versionen

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Saint Vincent ist ein eher unscheinbares karibisches Eiland, das es bislang kaum ins internationale Rampenlichtb schaffte und deshalb umso paradiesischer wirkt. Der seit 1979 unabhängige Inselstaat besteht aus der Hauptinsel mit etlichen südlich vorgelagerten Satelliten, den Grenadinen.
Saint Vincent ist ein eher unscheinbares karibisches Eiland, das es bislang kaum ins internationale Rampenlichtb schaffte und deshalb umso paradiesischer wirkt. Der seit 1979 unabhängige Inselstaat besteht aus der Hauptinsel mit etlichen südlich vorgelagerten Satelliten, den Grenadinen.
{{Inselsteckbrief|offizieller Name=Saint Vincent (Insel), Saint Vincent and the Grenadines (Staat)|alternative Bezeichnungen=Youlou, Youloumain (arawak), Hairouna, Hairouné, Hairoûn, (kalinago), Isla de San Vincente (1498), San Vicente (16. Jahrhundert), Sain‘ Vincent, Vincy (kreolisch)|Inseltyp=echte Insel|Kategorie=Meeresinsel|Inselart=vulkanische Insel (Hot Spot)|Gewässer=Karibisches Meer (Caribbean Sea / Di Caribbean) und Atlantischer Ozean (Atlantic Ocean / Di Atlantic)|Inselgruppe=Kleine Antillen (Lesser Antilles / Di Small Antilles)|politische Zugehörigkeit=Staat: Saint Vincent und die Grenadinen (Saint Vincent and the Grenadines / Sain‘ Vincent an di Grenadines)|Gliederung=6 parishes (Bezirke bzw. Gemeinden)<br>13 constituencies (Verwaltungseinheiten), davon 11 auf Saint Vincent<br>1 city (Stadt)<br>54 villages (Dörfer), davon 45 auf Saint Vincent|Status=Inselstaat (island nation)|Koordinaten=13°15‘ N, 61°11’ W|Entfernung zur nächsten Insel=190 m (Miligan Cay bzw. Young Island), 8,5 km (Bequia)|Entfernung zum Festland=275 km (Punta POeñass / Venezuela)|Fläche=346,4 km² / 133,75 mi² (Staat 391,7 km² / 151,2 mi²)|geschütztes Gebiet=65 km² / 25 mi² (26,4 %)|maximale Länge=28,8 km (N-S)|maximale Breite=14,4 km (W-O)|Küstenlänge=84 km|tiefste Stelle=0 m (Karibisches Meer / Atlantischer Ozean)|höchste Stelle=1234 m (Soufrière)|relative Höhe=1234 m|mittlere Höhe=210 m|maximaler Tidenhub=0,5 bis 0,9 m (Kingstown 0,7 m)|Zeitzone=AST (Atlantic Standard Time / Atlantische Standardzeit, UTC-4)|Realzeit=UTC minus 4 Stunden 4 bis 5 Minuten|Einwohnerzahl=99.900, Staat 109.897 (2021)|Dichte=285,80, Staat 280,56|Inselzentrum=Kingstown}}


== '''Name''' ==
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=== '''Zeitzone''' ===
=== '''Zeitzone''' ===
In Saint Vincent gilt die '''Atlantic Standard Time''' (Atlantische Standard-Zeit), abgekürzt EST (OSZ), 5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC-4). Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 4 bis 6 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).
In Saint Vincent gilt die '''Atlantic Standard Time''' (Atlantische Standard-Zeit), abgekürzt EST (OSZ), 5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC-4). Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 4 bis 5, auf den Grenadinen bis 6 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).


== '''Fläche''' ==
== '''Fläche''' ==
Sankt Vincent und die Grenadinen sind insgesamt 391,7 km² bzw. 151,2 mi², nach älteren Angaben 389 km² bzw. 150 mi² groß. Davon entfallen 346,4 km² bzw. 133,75 mi² auf die Hauptinsel mit zwei kleinen Nebeneilanden und 45,3 km² bzw. 17,5 mi² auf die Grenadinen mit 5 Haupt- und 27 Nebeninseln. Von Norden nach Süden durchmisst die Inselgruppe 92 km, die Hauptinsel 28,8 km mit einer maximalen Ost-West-Breite von 14,4 km. Höchste Erhebung ist der Soufrière mit 1234 m. Die tiefste Stelle liegt auf Meeresniveau mit einem maximalen Tidenhub von 0,5 bis 1,1 m, bei Kingstown 0,7 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 160 m, auf Saint Vincent 210 m.
Sankt Vincent und die Grenadinen sind insgesamt 391,7 km² bzw. 151,2 mi², nach älteren Angaben 389 km² bzw. 150 mi² groß. Davon entfallen 346,4 km² bzw. 133,75 mi² auf die Hauptinsel mit zwei kleinen Nebeneilanden und 45,3 km² bzw. 17,5 mi² auf die Grenadinen mit 5 Haupt- und 27 Nebeninseln. Von Norden nach Süden durchmisst die Inselgruppe 92 km, die Hauptinsel 28,8 km mit einer maximalen Ost-West-Breite von 14,4 km. Die Küste der Hauptinsel ist 84 km lang, die aller Inseln 418 km. Höchste Erhebung ist der Soufrière mit 1234 m. Die tiefste Stelle liegt auf Meeresniveau mit einem maximalen Tidenhub von 0,5 bis 0,9 m, bei Kingstown 0,7 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 160 m, auf Saint Vincent 210 m.





Aktuelle Version vom 10. Dezember 2025, 14:05 Uhr

Saint Vincent ist ein eher unscheinbares karibisches Eiland, das es bislang kaum ins internationale Rampenlichtb schaffte und deshalb umso paradiesischer wirkt. Der seit 1979 unabhängige Inselstaat besteht aus der Hauptinsel mit etlichen südlich vorgelagerten Satelliten, den Grenadinen.

Inselsteckbrief
offizieller Name Saint Vincent (Insel), Saint Vincent and the Grenadines (Staat)
alternative Bezeichnungen Youlou, Youloumain (arawak), Hairouna, Hairouné, Hairoûn, (kalinago), Isla de San Vincente (1498), San Vicente (16. Jahrhundert), Sain‘ Vincent, Vincy (kreolisch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart vulkanische Insel (Hot Spot)
Gewässer Karibisches Meer (Caribbean Sea / Di Caribbean) und Atlantischer Ozean (Atlantic Ocean / Di Atlantic)
Inselgruppe Kleine Antillen (Lesser Antilles / Di Small Antilles)
politische Zugehörigkeit Staat: Saint Vincent und die Grenadinen (Saint Vincent and the Grenadines / Sain‘ Vincent an di Grenadines)
Gliederung 6 parishes (Bezirke bzw. Gemeinden)
13 constituencies (Verwaltungseinheiten), davon 11 auf Saint Vincent
1 city (Stadt)
54 villages (Dörfer), davon 45 auf Saint Vincent
Status Inselstaat (island nation)
Koordinaten 13°15‘ N, 61°11’ W
Entfernung zur nächsten Insel 190 m (Miligan Cay bzw. Young Island), 8,5 km (Bequia)
Entfernung zum Festland 275 km (Punta POeñass / Venezuela)
Fläche 346,4 km² / 133,75 mi² (Staat 391,7 km² / 151,2 mi²)
geschütztes Gebiet 65 km² / 25 mi² (26,4 %)
maximale Länge 28,8 km (N-S)
maximale Breite 14,4 km (W-O)
Küstenlänge 84 km
tiefste Stelle 0 m (Karibisches Meer / Atlantischer Ozean)
höchste Stelle 1234 m (Soufrière)
relative Höhe 1234 m
mittlere Höhe 210 m
maximaler Tidenhub 0,5 bis 0,9 m (Kingstown 0,7 m)
Zeitzone AST (Atlantic Standard Time / Atlantische Standardzeit, UTC-4)
Realzeit UTC minus 4 Stunden 4 bis 5 Minuten
Einwohnerzahl 99.900, Staat 109.897 (2021)
Dichte (Einwohner pro km²) 285,80, Staat 280,56
Inselzentrum Kingstown


Name

Lange bevor Europäer die Insel erblickten, lebten hier indianische Gemeinschaften. Zwischen dem 3. und 13. Jahrhundert waren dies die arawak-stämmigen Igneri. Sie nannten ihre Heimat Youlou, auch Youloumain, übersetzt „Heim der Götter“ oder auch „Heimat der Gesegneten“. Die nachfolgenden Kariben nannten sie Hairoun, auch Hairouna, Hairouné bzw. Hairoûn, was soviel wie „Insel des Nebels“ oder auch „Insel der Regenbögen“, „gesegnetes Land“ oder „fruchtbares Land“  bedeutet - genau lässt sich das nicht mehr klären.

Am 22. Januar 1498, dem Gedenktag des Heiligen Vinzenz von Saragossa (auch Vinzenz von Valencia genannt), entdeckte Christoph Kolumbus die Insel während seiner dritten Reise. Kolumbus war damals auf der Suche nach einer westlichen Route nach Indien und segelte durch die Kleinen Antillen. Als er die Insel am 22. Januar 1498 sichtete, benannte er sie sofort nach dem Heiligen des Tages: Isla de San Vincente, später San Vicente - spanisch für Sankt Vinzenz. In englischer und französischer Schreibweise wurde daraus Saint Vincent.

Der Heilige Vinzenz von Saragossa war ein frühchristlicher Märtyrer, der um das Jahr 304 unter Kaiser Diokletian in Spanien hingerichtet wurde. Er gilt als einer der wichtigsten Märtyrer der Iberischen Halbinsel und wird besonders in Spanien, Portugal und Frankreich verehrt. Kolumbus, der selbst tief gläubig war und seine Entdeckungen oft unter den Schutz von Heiligen stellte, wählte diesen Namen bewusst – ähnlich wie er viele andere Orte in der Karibik nach Heiligen oder kirchlichen Feiertagen benannte (zum Beispiel Trinidad, Dominica, Montserrat). Als Staat heißt das Eiland mit seinen Nebeninseln heute offiziell Saint Vincent and the Grenadines, deutsch Saint Vincent und die Grenadinen. Die heutigen Bewohneer nennen die Insel Sain’ Vincent oider kurz Vincy.

  • abchasisch: Сент-Винсент ле Гренадины [Sent-Vinsent le Grenadiny]
  • acehnesisch: Saint Vincent dan Grenadine
  • adygisch:  Сэнт-Винсент и Гренадины [Sent-Vinsent i Grenadinə]
  • afrikaans: Saint Vincent en die Grenadine
  • akan:  Sent Vinsent ne Grenadine
  • albanisch: Shën Vincenti dhe Grenadinet (auch Shën Vincenti i Grenadinëve)
  • altaisch:  Сент-Винсент ле Гренадины [Sent-Vinsent le Grenadiny]
  • amharisch: ሴንት ቪንሰንት ኤንድ ዘ ግረናዲንስ [Sent Vinsänt end zä Gränadins]
  • arabisch:  سانت فنسنت وجزر غرينادين [Sānt Finsant wa-Ğuzur Ġirīnādīn] (und Varianten)
  • aragonesisch: San Bizén e Granadinas
  • armenisch: Սենտ Վինսենտ և Գրենադիններ [Sent Vinsent yev Grenadinner]
  • aromunisch: Sfanta Vinzent si Grenadins
  • aserbaidschanisch: Sent-Vinsent və Qrenadin
  • assamesisch: চেইণ্ট ভিনচেণ্ট আৰু গ্ৰেনাডিনছ [Seinṭ Bhinsenṭ aru Grenāḍins]
  • asturisch: San Vicente y les Granadines
  • aymara:  San Vicente wan Granadinas
  • bambara:  Sɛn-Wɛnsɛn ani Girinadini
  • baschkirisch: Сент-Винсент һәм Гренадин утрауҙары [Sent-Vinsent häm Grenadin utrauz̧ary]
  • baskisch:  Saint Vincent eta Grenadinak
  • bengalisch: সেন্ট ভিনসেন্ট ও গ্রেনাডাইন্স [Senṭ Bʰinsenṭ o Grenāḍāins]
  • bhutanisch: སེནྟ་ཝིན་སེནྟ་ ཨེནཌ་ གྲི་ན་ཌིནས྄ [Sen.ta Win.sen.ta end Gri.na.ḍin]
  • biharisch: सेन्ट भिन्सेन्ट आ ग्रेनाडिन्स [Senṭ Bhinseṇṭ ā Grenāḍins] (praktisch identisch mit Hindi)
  • bikol:  San Vicente asin an Granadinas
  • birmanisch: စိန့်ဗင်းဆင့်နဂရိနေဒိုင်း [Sein Bhinsin Garenadein]
  • bislama:  Sent Vinsent mo Grenadins
  • bosnisch:  Sveti Vincent i Grenadini
  • bretonisch: Sant-Visant hag ar Grenadinez
  • bulgarisch: Сейнт Винсент и Гренадини [Sejnt Vinsent i Grenadini]
  • burjatisch: Сент-Винсент ба Гренадини [Sent-Vinsent ba Grenadini]
  • cebuano:  San Vicente ug ang Grenadines
  • chakassisch: Сент-Винсент паза Гренадиннер [Sent-Vinsent paza Grenadinner]
  • chavakano: San Vicente y las Granadinas
  • cherokee:  ᏎᏂᏘ ᏫᏂᏏ�ᏂᏘ ᎠᎴ ᎦᎴᎾᏗᏂ [Seniti Winiseniti ale Galenadini]
  • chinesisch: 圣文森特和格林纳丁斯 [Shèng Wénsēntè hé Gélínnàdīngsī]
  • dari:  سینت وینسینت و گرینادین [Sēnt Vīnsēnt va Grēnādīn]
  • dänisch:  Saint Vincent og Grenadinerne
  • deutsch:  Sankt Vincent und die Grenadinen
  • dine:  Séínt Vínśéńt dííłtéén [Séínt Vínśéńt dííłtéén]
  • englisch:  Saint Vincent and the Grenadines
  • esperanto: Sent-Vincento kaj la Grenadinoj
  • estnisch:  Saint Vincent ja Grenadiinid
  • färöisch:  Saint Vinsent og Grenadinoyggjar
  • fidschianisch: Saint Vincent kei na Grenadines
  • finnisch:  Saint Vincent ja Grenadiinit
  • franko-provenzalisch: Sant-Vincent et les Grenadenes
  • französisch: Saint-Vincent-et-les-Grenadines
  • friesisch, west:  Sint Finsint en de Grenadinen
  • friulanisch: San Vincent e Grenadine
  • ful:  See Weesaa e Garnadiin
  • gagausisch: Sent-Vinsent hem Grenadinler
  • galizisch: San Vicente e as Granadinas
  • ganda:  Senti Vinsenti ne Gurendadiini
  • gälisch:  Naomh Bhincens agus na Greanadain
  • georgisch: სენტ-ვინსენტი და გრენადინები [Sent-Vinsenti da Grenadinebi]
  • griechisch: Άγιος Βικέντιος και Γρεναδίνες [Ágios Vikéntios kai Grenadínes]
  • grönländisch: Saint Vincent aamma Grenadinat
  • guarani:  San Vicente ha Granadinas
  • gudscheratisch: સેન્ટ વિન્સેન્ટ અને ગ્રેનાડીન્સ [Senṭ Vinsenṭ ane Grenāḍīns]
  • guyanisch: Sent Vinsent ahn di Grenadiinz
  • haitianisch: Sen Vensan ak Grènadin
  • hakka:  Sṳn Vìn-sên-thi̍t lâu Kiet-lìm-nà-tên-sṳ̂
  • hausa:  San Binsan Da Girnadin
  • hawaiianisch: Mākā Vinikena me nā Kerenakina
  • hebräisch: סנט וינסנט והגרנדינים [Sant Vinsent ve-ha-Grenadinim] (und Varianten)
  • hindi:  सेंट विंसेंट और ग्रेनाडिंस [Seṃṭ Viṃseṃṭ aur Grenāḍiṃs]
  • ido:  Santa Vincent e Grenadini
  • igbo:  Saint Vincent na Grenadines
  • ilokano:  San Vicente ken dagiti Grenadines
  • indonesisch: Saint Vincent dan Grenadines
  • interlingua: Sancte Vincente e le Grenadinas
  • irisch:  Naomh Uinseann agus na Greanáidíní
  • isländisch: Sankti Vinsent og Grenadíneyjar
  • italienisch: Saint Vincent e Grenadine
  • jakutisch: Сент-Винсент уонна Гренадиннар [Sent-Vinsent uonna Grenadinnar]
  • jamaikanisch: Sin Vinsent ah di Grenadiinz
  • japanisch: セントビンセント・グレナディーン [Sento Binsento Gurenadīn]
  • jerseyanisch: Saint Vîncent et les Grénadinnes
  • jiddisch:  סײַינט װינצנט און די גרענאַדינען [Saynt Vintzent un di Grenadinen]
  • kabardisch: Сент-Винсент [Sent-Vinsent]
  • kabiye:  Sɛn Vɛnsɛnɩ na Gɩlɛnadɩ
  • kabylisch: Sent Vinsent d Grenadin
  • kalmückisch: Сенвинсентин болн Гренадин Орн [Senvinsentin boln Grenadin Orn]
  • kambodschanisch: សាំងវាំងសង់និងហ្គ្រីណាឌីន [Săng Vāngsăng niṅ Hgrīṇādīn]
  • kanaresisch: ಸೇಂಟ್ ವಿಂಸೆಂಟ್ ಮತ್ತು ಗ್ರೆನಡೀನ್ಸ್ [Sēṃṭ Viṃseṃṭ mattu Greṇaḍīns]
  • karakalpakisch: Сент-Винсент ҳәм Гренадины [Sent-Vinsent häm Grenadiny]
  • karatschai-balkarisch: Сент-Винсент эм Гренадинле [Sent-Vinsent em Grenadinle]
  • karelisch: Sent Vincent da Grenadinat
  • kasachisch: Сент-Винсент және Гренадин аралдары [Sent-Vinsent jäne Grenadin araldary]
  • kaschubisch: Swjãti Vincãt i Grenadini
  • katalanisch: Saint Vincent i les Grenadines
  • kikuyu:  Santavisenti na Grenadini
  • kirgisisch: Сент-Винсент жана Гренадин аралдары [Sent-Vinsent jana Grenadin araldary]
  • komi:  Сент-Винсент да Гренадинъяс [Sent-Vinsent da Grenadin’jas]
  • koreanisch: 세인트빈센트 그레나딘 [Seinteu Binseonteu Geurenadin]
  • kornisch:  Sen Vinsent ha’n Ynysow Grenadinek
  • korsisch:  San Vincenzu e Grenadine
  • kroatisch: Sveti Vincent i Grenadini
  • kumükisch: Сент-Винсент ва Гренадины [Sent-Vinsent va Grenadiny]
  • kurdisch-kurmandschisch: Saint Vincent û Grenadîn [Sênt Vînsent û Grenadîn]
  • ladino:  San Vicente i las Granadinas
  • lakisch:  Сент-Винсент ва Гренадины [Sent-Vinsent wa Grenadiny]
  • laotisch:  ເຊນວິນເຊນ ແລະ ເກຣນາດີນ [Sen Win Sen lae Krenadin]
  • lasisch:  სენტ-ვინსენტი დო გრენადინეფი [Sent-Vinsenti do Grenadinepi] (Mingrelisch ähnlich)
  • lateinisch: Insulae Sancti Vincentii et Granatinae
  • lesgisch:  Сент-Винсент ва Гренадиндин патав [Sent-Vinsent wa Grenadindin patav]
  • lettgallisch: Svātuo Vincenta Sola i Grenadinis
  • lettisch:  Sentvinsenta un Grenadīnas
  • litauisch: Šventasis Vincentas ir Grenadinai
  • livisch:  Pūoj Vincent ja Grenadīnid
  • lombardisch: San Vincenz e Grenadin
  • luba-katanga: Santu Vesa ne Ngelenadine
  • madagassisch: Saint-Vincent-et-les-Grenadines
  • makedonisch: Свети Винсент и Гренадини [Sveti Vinsent i Grenadini]
  • malaisch:  Saint Vincent dan Grenadines
  • malayalam: സെന്റ് വിൻസെന്റ് ആൻഡ് ഗ്രെനഡിൻസ് [Senṟ Vinseṇṭ āṇṭ Grenaḍiṇs]
  • maldivisch: ސެންޓް ވިންސެންޓް އާއި ގްރެނާޑީން [Sent Vinsenṭ adi Gurenāḍīn]
  • maltesisch: Saint Vincent u l-Grenadine
  • manx:  Ellan Noo Winsent as ny Grenadeenyn
  • marathisch: सेंट व्हिन्सेंट आणि ग्रेनेडीन्स [Seṇṭ Vhinseṇṭ āṇi Greneḍīns]
  • mari:  Сент-Винсент да Гренадин [Sent-Vinsent da Grenadin]
  • mindong:  Séng Ŭng-săng-dáik gà̤ Lìng-nà-dĭng
  • minnan:  Sèng Bin-seng-tat kap Ke-lîn-na-tîn
  • mirandesisch: San Vicente i las Granadinas
  • moldawisch: Sfântul Vincențiu și Grenadine
  • mongolisch: Сент-Винсент ба Гренадины арлууд [Sent-Vinsent ba Grenadini arluud]
  • mordwinisch: Сент-Винсент ды Гренадинят [Sent-Vinsent di Grenadiniat]
  • nahuatl:  San Vicente īhuān in Grenadinas
  • nauruanisch: Saint Vincent eo Grenadines
  • nepaliesisch: सेन्ट भिन्सेन्ट र ग्रेनाडिन्स [Senṭ Bhinsenṭ ra Grenāḍins]
  • niederländisch: Saint Vincent en de Grenadinen
  • norwegisch: Saint Vincent og Grenadinene
  • novial:  Sankte Vincent e li Grenadines
  • okzitanisch: Sant Vincenç e las Granadinas
  • orissisch: ସେଣ୍ଟ ଭିନସେଣ୍ଟ ଏବଂ ଗ୍ରେନାଡିନ୍ସ [Seṇṭ Bhinaseṇṭ ebaṃ Grenāḍins]
  • oromo:  Saint Vincent fi Grenadiins
  • ossetisch: Сент-Винсент æмæ Гренадинтæ [Sent-Vinsent ämä Grenadintä]
  • pampangan: Saint Vincent ampong Grenadines
  • pandschabisch: ਸੇਂਟ ਵਿੰਸੈਂਟ ਅਤੇ ਗ੍ਰੇਨਾਡੀਨਜ਼ [Seṇṭ Vīnsaiṇṭ ate Grenāḍīnz]
  • panganisan: San Vicente tan Grenadines
  • papiamentu: San Vicente i Grenadines
  • paschtunisch: سېنټ وینسنټ او ګرېنادین [Sēnṭ Winsenṭ aw Grenādin]
  • persisch:  سنت وینسنت و گرنادین‌ها [Sent Vinsen va Gerenādin-hā]
  • piemontesisch: San Vincenzo e Grenadine
  • pitkernisch: Saint Vincent a’ t’ Grenadines
  • polnisch:  Saint Vincent i Grenadyny
  • portugiesisch: São Vicente e Granadinas
  • quetschua: San Vicente Granadinakunapas
  • rätoromanisch: Son Vicenzi e las Grenadinas
  • romani:  Sveti Vincent thaj e Grenadine
  • rumänisch: Sfântul Vincențiu și Grenadine
  • rundi-rwandesisch: Sentivinsenti na Gerenadine
  • russisch:  Сент-Винсент и Гренадины [Sent-Vinsent i Grenadiny]
  • ruthenisch: Сент-Вінсент і Ґрэнадіны [Sent-Vinsent i Grenadiny]
  • samisch, nord:  Saint Vincent ja Grenadinat
  • samoanisch: Saint Vincent ma Grenadines
  • samogitisch: Šventos Vėncents ėr Grenadėnai
  • sango:  Sêse tî Vincent mpi Grenadines
  • sardisch:  Santu Bisente e Grenadinas
  • saterfriesisch: Sint Vincent un do Grenadinen
  • schwedisch: Saint Vincent och Grenadinerna
  • serbisch:  Свети Винсент и Гренадини [Sveti Vinsent i Grenadini]
  • sindhi:  سينٽ ونسنٽ اينڊ گريناڊائنس [Sainṭ Vinsenṭ ainḍ Grenāḍāins]
  • singhalesisch: ශ්‍රී වින්සන්ට් සහ ග්‍රෙනඩීන්ස් [Śrī Vinsenṭ saha Grenaḍīns]
  • sizilianisch: San Vincenzu e Granadini
  • slovio:  Sveti Vincent i Grenadinas
  • slowakisch: Svätý Vincent a Grenadíny
  • slowenisch: Sveti Vincent in Grenadini
  • somalisch: Saint Vincent iyo Grenadines
  • sorbisch:  Swjaty Wincent a Grenadiny
  • spanisch:  San Vicente y las Granadinas
  • sudovisch: Šv. Vincents un Grenadinas
  • sundanesisch: Saint Vincent jeung Grenadines
  • surinamesisch: Santu Vinsenti nanga Grenadini
  • swahili:  Saint Vincent na Grenadines
  • syrisch:  ܩܕܝܫܐ ܘܝܢܣܢܛ ܘܓܪܢܕܝܢܣ [Qaddiša Winsenṭ w-Grenadins]
  • tabassaranisch: Сент-Винсент ва Гренадин [Sent-Vinsent wa Grenadin]
  • tadschikisch: Сент-Винсент ва Ҷазираҳои Гренадин [Sent-Vinsent va Jazirahoi Grenadin]
  • tagalog:  San Vicente at Grenadines
  • tahitisch: ’E Fenua Vinivini e te mau motu Grenadine
  • tamilisch: செயின்ட் வின்சென்ட் மற்றும் கிரெனடைன்ஸ் [Ceyiṇṭ Viṉceṇṭ maṟṟum Kireṇaṭaiṉs]
  • tatarisch: Сент-Винсент һәм Гренадин утраулары [Sent-Vinsent häm Grenadin utrawları]
  • telugu:  సెయింట్ విన్సెంట్ మరియు గ్రెనడీన్స్ [Seyiṇṭ Vinseṇṭ mariyu Greṇaḍīns]
  • thai:  เซนต์วินเซนต์และเกรนาดีนส์ [Sen Win-sen læ Ke-ra-na-din]
  • tibetisch: སེན་ཊི་ཝིན་སེནཊ་དང་གྲེ་ན་ཌིན། [Sen ṭi win senṭ dang gre na ḍin]
  • tigrinisch: ሴንት ቪንሰንትን ግሬናዲንስን [Sent Vinsänt’n Grenadins’n]
  • timoresisch: São Vicente no Granadinas
  • tok pisin: Sent Vinsen na Grenadins
  • tonganisch: Seini Viniseni mo Kulenatini
  • tschechisch: Svatý Vincenc a Grenadiny
  • tschetschenisch: Сент-Винсент а Гренадинаш [Sent-Vinsent a Grenadinaš]
  • tschuwaschisch: Сент-Винсентпе Гренадин утравӗсем [Sent-Vinsentpe Grenadin utravĕsem]
  • turkmenisch: Sent-Winsent we Grenadinler
  • tuwinisch: Сент-Винсент болгаш Гренадиннер [Sent-Vinsent bolgaš Grenadinner]
  • türkisch:  Saint Vincent ve Grenadinler
  • udmurtisch: Сент-Винсент но Гренадин [Sent-Vinsent no Grenadin]
  • uigurisch: سەنت ۋىنسېنت ۋە گرېنادىن ئاراللىرى [Sent Winsent we Grenadin aralliri]
  • ukrainisch: Сент-Вінсент і Гренадини [Sent-Vinsent i Hrenadyny]
  • ungarisch: Saint Vincent és a Grenadine-szigetek
  • urdu:  سینٹ ونسنٹ و گریناڈین [Senṭ Winsanṭ va Grenāḍīn]
  • usbekisch: Sent-Vinsent va Grenadin orollari
  • vietnamesisch: Saint Vincent và Grenadines
  • visayan:  San Vicente ngan an Grenadines
  • volapük:  San Vincent e Grenadins
  • walisisch: Saint Vincent a’r Grenadines
  • wallonisch: Sint Vincint eyet les Grenadines
  • weißrussisch: Сент-Вінсент і Грэнадіны [Sent-Vinsent i Hrenadyny]
  • wepsisch:  Sent Vinsent da Grenadinad
  • winaray:  San Vicente ngan an Grenadines
  • wolof:  Saint Vincent ak Grenadines
  • yoruba:  Orílẹ́ède Senti Vinsenti ati Grenadini
  • yukatekisch: San Vicente yetel u Granadinaso’ob
  • zazaki:  Sent Vinsent û Grenadini
  • zhuang:  Swzveizvwnhswz aur Gwnhlwznadinh
  • zulu:  i-Saint Vincent ne-Grenadines


Offizieller Name: Saint Vincent and the Grenadines

  • Bezeichnung der Bewohner:  Vincentians (Vincentier)
  • adjektivisch: vincentian (vincentisch)


Kürzel:

  • Landescode:  VC / VCG
  • Deutsch:  STV
  • Alternativ:  SVG
  • Sport:  BWI (1960 bis 1988), VIN (seit 1988)
  • Kfz:  WV (seit 1932)
  • FIPS-Code:  VC
  • ISO-Code:  VC, VCT, 670
  • Internet:  .vc

Lage

Die Insel Saint Vincent und ihre Vorposten, die Grenadinen, gehören zu den Kleinen Antillen. Sie befinden sich in deren südlichem Bereich zwischen Saint Lucia im Norden und Grenada im Süden auf durchschnittlich 13°15'n.B. und 61°11’ w.L.. Sie liegen damit auf der gleichen geografischen Breite wie Barbados, Gambia, Bamako, die Hauptstadt Malis, das zentrale Burkina Faso, der äußerste Südwesten Nigers, Dokoto im Norden Nigerias, der zentrale Taschad und Sudan, Gonder im Norden Äthiopiens, der äußerste Süden Eritreas, Aden im Jemen, Mangalore, Bangalore und Kanchipuram in Indien, die Andamanen-Insel North Andaman, Mergui im Süden Birmas, Rayong und Chanthapuri in Thailand, das zentrale Kambodscha, Buon Me Thuot in Vietnam, die Philippinen-Insel Mindoro und das südliche Luzon, Guam und Chinandega in Nicaragua.


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  13°22‘42“ n.B. (Porter Point)
  • südlichster Punkt:  13°07‘17“ n.B. (Johnson Point) bzw. 12°31‘58“ n.B. (Cross Point / Petit Saint Vincent)
  • östlichster Punkt:  61°07‘16“ w.L. (Black Point)
  • westlichster Punkt:  61°16‘44“ w.L. (Bambaroo) bzw. 61°27‘55“ w.L. (Miss Irene Point / Union Island)


Entfernungen:

  • Milligan Cay  190 km
  • Young Island  190 m
  • Bequia  8,5 km
  • Saint Lucia  44 km
  • Carriacou  72 km
  • Grenada  110 km
  • Martinique  117 km
  • Barbados  159 km
  • Tobago  210 km
  • Trinidad  254 km
  • Punta Peñas / Venezuela  275 km
  • Guadeloupe 291 km
  • Anguilla 571 km
  • Puerto Rico 717 km

Zeitzone

In Saint Vincent gilt die Atlantic Standard Time (Atlantische Standard-Zeit), abgekürzt EST (OSZ), 5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC-4). Die Realzeit liegt um 4 Stunden und 4 bis 5, auf den Grenadinen bis 6 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Sankt Vincent und die Grenadinen sind insgesamt 391,7 km² bzw. 151,2 mi², nach älteren Angaben 389 km² bzw. 150 mi² groß. Davon entfallen 346,4 km² bzw. 133,75 mi² auf die Hauptinsel mit zwei kleinen Nebeneilanden und 45,3 km² bzw. 17,5 mi² auf die Grenadinen mit 5 Haupt- und 27 Nebeninseln. Von Norden nach Süden durchmisst die Inselgruppe 92 km, die Hauptinsel 28,8 km mit einer maximalen Ost-West-Breite von 14,4 km. Die Küste der Hauptinsel ist 84 km lang, die aller Inseln 418 km. Höchste Erhebung ist der Soufrière mit 1234 m. Die tiefste Stelle liegt auf Meeresniveau mit einem maximalen Tidenhub von 0,5 bis 0,9 m, bei Kingstown 0,7 m. Die mittlere Seehöhe beträgt 160 m, auf Saint Vincent 210 m.


Flächenaufteilung um 2015:

  • Wiesen und Sträucher  225 km² (57,8 %)
  • Weideland  65 km² (16,7 %)
  • Waldland  60 km² (15,4 %)
  • Agrarland  36 km² (9,3 %)
  • Verbautes Gelände  2 km² (0,5 %)
  • Gewässer  1 km² (0,3 %)

Geologie

Saint Vincent ist eine vulkanische Insel in den Kleinen Antillen (Windward Islands) und gehört zum inneren Bogen der Antillen-Inselkette. Sie liegt auf dem aktiven vulkanischen Bogen, der durch die Subduktion der Südamerikanischen Platte unter die Karibische Platte entstanden ist. Die Insel ist geologisch jung und besteht fast ausschließlich aus vulkanischem Gestein – vor allem Andesit, Dazit und Basalt – sowie aus pyroklastischen Ablagerungen und Lavadecken. Ihr Alter beträgt nur etwa 3 Millionen Jahre, womit sie zu den jüngeren Inseln der Kleinen Antillen zählt.

Der dominierende geologische Aufbau der Insel ist der Stratovulkan La Soufrière (auch La Soufrière de Saint Vincent genannt), der den nördlichen Teil der Insel einnimmt und mit 1.220 m Höhe der höchste Punkt ist. Dieser Vulkan ist ein klassischer Schichtvulkan: Er besteht aus abwechselnden Lagen von Lava, Asche, Lapilli und pyroklastischen Strömen, die sich über Hunderttausende von Jahren aufgebaut haben. Der Krater des La Soufrière ist ein etwa 1,6 km breiter Caldera-ähnlicher Kessel, in dem sich ein zentraler Lavadom befindet, der bei den letzten Eruptionen entstanden ist. Die Flanken des Vulkans sind von steilen Tälern (sogenannten „gills“) durchzogen, die durch starke Erosion und wiederholte Lahare (vulkanische Schlammströme) entstanden sind.

Die geologische Geschichte von Saint Vincent lässt sich in mehrere Phasen gliedern. In der frühen vulkanischen Phase vor 3 bis 0,5 Millionen Jahren bildeten sich mehrere ältere Vulkane im Süden und Zentrum der Insel, darunter der Morne Garu (südlich von Kingstown) und der Grand Bonhomme. Diese älteren Vulkane sind heute stark erodiert und teilweise von jüngeren Ablagerungen überdeckt. Ihre Gesteine bestehen hauptsächlich aus basischen bis intermediären Laven (Basalt und Andesit).

In der zweiten Phase vor 500.000 bis 100.000 Jahren begann der aktive Aufbau des großen Stratovulkans, der die nördliche Hälfte der Insel dominiert. Zahlreiche Eruptionen führten zur Bildung von Lavadecken, Aschelagen und pyroklastischen Strömen. Die ältesten datierten Ablagerungen des La Soufrière stammen aus dem späten Pleistozän. Vor etwa 4.000 Jahren ereignete sich eine große explosive Eruption, die eine Caldera von zirka 2 km Durchmesser schuf. Diese Explosion war eine der stärksten in der jüngeren Geschichte der Antillen. In der Folgezeit füllte sich die Caldera wieder teilweise mit einem neuen Lavadom und pyroklastischen Ablagerungen.

Die La Soufrière ist einer der aktivsten Vulkane der Karibik. Bekannte Ausbrüche fanden statt:

  • 1812: Starke Eruption mit Ascheauswurf und Laharen
  • 1902: Katastrophale Eruption am selben Tag wie die des Mont Pelée auf Martinique; zirka 1.680 Tote auf Saint Vincent durch pyroklastische Ströme und Asche
  • 1979: Mehrere Monate dauernde Serie von Eruptionen mit Lavaflüssen und Aschewolken; keine Toten, aber Evakuierung von rund 20.000 Menschen
  • 2021: Eine weitere explosive Eruption mit Ascheauswurf bis in 15 km Höhe und Evakuierung von rund 16.000 Personen


Neben dem La Soufrière gibt es auf der Insel keine weiteren aktiven Vulkane, aber zahlreiche alte Vulkankegel und Caldera-Reste. Die südlichen Teile der Insel bestehen aus älteren, stark erodierten vulkanischen Gesteinen, die durch tropische Verwitterung zu fruchtbaren Böden (Andosole) umgewandelt wurden. Diese Böden sind besonders für den Anbau von Bananen und anderen tropischen Früchten geeignet.

Die geologische Lage an einer Subduktionszone macht Saint Vincent zu einem klassischen Beispiel für vulkanische Aktivität in einem Inselbogen. Die Insel ist seismisch aktiv, und kleinere Erdbeben sind häufig. Der Vulkan La Soufrière wird vom Seismic Research Centre der University of the West Indies kontinuierlich überwacht. Aufgrund seiner Geschichte und aktuellen Aktivität zählt er zu den gefährlichsten Vulkanen der Karibik und steht unter ständiger Beobachtung durch internationale Vulkanologen.

Landschaft

Sankt Vincent und die Grenadinen gehören zu den Windward-Inseln und liegen südlich von St. Lucia. Wie alle Inseln dieser Gruppe ist St. Vincent vulkanischen Ursprungs. Die Landschaft ist gebirgig mit üppiger Vegetation und schwarzen Sandstränden. Der erloschene Vulkan La Soufrière (1234 m) ist die höchste Erhebung; tief unten im Krater befindet sich ein See. Die Inseln Bequia (Beckwi ausgesprochen), Petit Nevis, Isle à Quatre, Pigeon Island, Battowia, Baliceaux, Mustique, Petit Mustique, Savan, Canouan, Petit Canouan, Mayreau, die Tobago Cays, Union Island, Palm Island und Petit St. Vincent bilden die langgezogene Kette der Grenadinen. Alle Grenadinen haben weiße Sandstrände, klare Gewässer und üppige Vegetation.


Erhebungen 

  • La Soufrière  1234 m
  • Richmond Peak  1074 m
  • Grand Bonhomme  970 m
  • Mount Brisbane 932 m
  • Mount Saint Andrew  735 m


Flüsse

  • Cumberland River  9 km
  • Warrawarrow River  8 km
  • Buccament / Coco River  8 km


Inseln

  • Saint Vincent  346,30 km² (28,8 x 14,4 km, 1234 m)
  • Bequia  18,0 km² (10,5 x 3,9 km, 268 m)
  • Union Island 7,9 km² (5,5 x 3,2 km, 304 m)
  • Canouan 7,55 km² (6,0 x 3,3 km, 267 m)
  • Mustique  4,9 km² (4,6 x 2,2 km, 127 m)
  • Mayreau  2,45 km² (2,6 x 1,6 km, 87 m)
  • Baliceau  1,2 km² (2,2 x 1,0 km, 104 m)
  • Ile à Quatre  0,9 km² (2,8 x 0,9 km, 116 m)
  • Battowia  0,5 km² (1,1 x 0,7 km, 213 m)
  • Petit Mustique  0,46 km² (1,0 x 0,8 km, 106 m)
  • Palm Island  0,44 km² (1,1 x 0,6 km, 20 m)
  • Petit Saint Vincent  0,4 km² (1,1 x 0,4 km, 25 m)

Flora und Fauna

Die vulkanischen Böden des Inselstaates sind sehr fruchtbar. Die Berge auf der Hauptinsel Saint Vincent sind mit immergrünem tropischem Regenwald überzogen, in dem sich eine große Pflanzenvielfalt findet. Auf den Grenadinen wurde der Regenwald zum Großteil abgeholzt. In der Hauptstadt Kingstown befindet sich der älteste botanische Garten Amerikas, der 1765 angelegt wurde und in dem unter anderem Exemplare des 1793 eingeführten Brotfruchtbaums stehen.

Nur die Vogelwelt und die Unterwasserwelt in den Gewässern vor der Küste sind artenreich auf den Inseln. Die nur auf Saint Vincent lebende Königsamazone, von der schätzungsweise noch 400 Exemplare vorhanden sind, wurde zum Nationalvogel ernannt. Zum Schutz der als gefährdet geltenden Population ist die Einrichtung eines Reservates geplant.

Flora

Die Vegetation von Saint Vincent ist stark von den vulkanischen Böden (Andosole) und der hohen Niederschlagsmenge abhängig. Im Norden und im Inneren der Insel dominieren immergrüne tropische Regenwälder, die bis in Höhen von 1000 m reichen. Typische Baumarten sind Mahagoni (Swietenia macrophylla), Gommier (Dacryodes excelsa), Karibischer Zedernbaum (Cedrela odorata), Bambus (verschiedene Arten) und riesige Bärlappgewächse (Cyathea spp.) und Bromelien, Orchideen und Farne in den Baumkronen (Epiphyten).

Besonders charakteristisch sind die dichten Bestände des Saint Vincent Parrot (Amazona guildingii) – des Nationalvogels – und des Soufrière Tree (Dacryodes excelsa), der nur auf Saint Vincent vorkommt. In den höheren Lagen wachsen seltene endemische Pflanzen wie der Vincentian Palm (Roystonea oleracea) und verschiedene Orchideenarten.

An den Küsten und auf den trockeneren Grenadinen-Inseln herrschen trockene Wald- und Strauchvegetation vor, mit Arten wie Kokospalmen (Cocos nucifera), Seetraube (Coccoloba uvifera), Manchineel (Hippomane mancinella – giftig) und Kaktusarten und Agaven. Auf den Tobago Cays und anderen Koralleninseln wachsen Mangroven (Rhizophora mangle und Avicennia germinans), die wichtige Brutstätten für Fische und Vögel bilden.

Viele Nutzpflanzen wurden während der Kolonialzeit eingeführt. Bananen, das heutige Hauptexportgut des Inselstaats, Kakao, Zuckerrohr, Zitrusfrüchte, Gewürze (Muskatnuss, Zimt) und Arrowroot (Pfeilwurz) gedeihen hervorragend auf den fruchtbaren vulkanischen Böden.


Fauna

Saint Vincent beherbergt über 170 Vogelarten, darunter viele endemische oder karibische Spezialitäten. Der berühmteste ist der Saint Vincent Amazon (Amazona guildingii), ein farbenprächtiger Papagei, der nur hier vorkommt und auf der Roten Liste der IUCN als „gefährdet“ gilt. Weitere bemerkenswerte Arten sind Caribischer Stieglitz (Spinus cucullatus), der endemische, also nur hier vorkommende Whistling Warbler (Catharopeza bishopi), Rufous-throated Solitaire (Myadestes genibarbis) sowie karibische Tauben und Kolibris (zum Beispiel Antillean Crested Hummingbird). Auf den Grenadinen sind Seevögel wie Fregattvögel, Tölpel und Tropikvögel häufig.

Die Insel beherbergt mehrere endemische Reptilien- und Amfibienarten, darunter Saint Vincent Boa (Corallus cookii), eine der größten Boas der Karibik, Saint Vincent Anolis (Anolis vincentianus) und Saint Vincent Tree Frog (Hypsiboas crepitans). Meeresschildkröten (Grüne Meeresschildkröte, Karettschildkröte) brüten an den Stränden der Grenadinen

Einheimische Säugetiere gibtes nur sehr wenige, konkret Fledermäuse (zum Beispiel die endemische Vincentian Long-tongued Bat) und der Agouti (Dasyprocta leporina). Eingeführt wurden Mungos, Ratten und Ziegen (letztere verwildert und stellenweise problematisch).

Die Gewässer um Saint Vincent und die Grenadinen sind für ihre Artenvielfalt bekannt. Die Tobago Cays und die anderen Korallenriffe beherbergen über 400 Fischarten, darunter Papageienfische, Barrakudas, Riffhaie und Rochen. Meeresschildkröten, Delfine und gelegentlich Buckelwale (während der Wanderzeit) sind regelmäßige Besucher.


Pflanzen-und Tierarten:

Flora

  • Blütenpflanzen  1.166

Fauna

  • Fische  169
  • Vögel  28
  • Reptilien  20
  • Säugetiere  8
  • Amfibien  5

Naturschutz

Insgesamt 10,2 % der Landesfläche standen im Jahr 2000 unter Naturschutz. Mit Stand 2025 sind es auf der Hauptinsel rund 65 km², also 26,4 %. Der wichtigste terrestrische Schutzraum auf der Hauptinsel Saint Vincent ist das St. Vincent Parrot Reserve im Nordwesten der Insel (im Gebiet um Vermont und das Soufrière-Gebiet). Es umfasst etwa 1.200 Hektar und wurde 1990 gegründet, um den endemischen und stark gefährdeten Saint Vincent Amazon (Amazona guildingii) zu schützen. Das Gebiet besteht aus unberührtem tropischem Regenwald mit Höhenlagen von 300 bis über 1000 m und beherbergt neben dem Papagei auch viele andere endemische Arten wie den Whistling Warbler (Catharopeza bishopi), den Saint Vincent Boa und seltene Orchideen. Der Reserve ist über Wanderwege (Vermont Nature Trail) zugänglich und dient auch der Umweltbildung.

Der Soufrière National Park umfasst den gesamten nördlichen Teil der Hauptinsel rund um den aktiven Vulkan La Soufrière (40 bis 50 km²). Er wurde 2002 als Nationalpark ausgewiesen und schützt das vulkanische Hochland mit seiner einzigartigen Vegetation (zum Beispiel Elfin-Wald in Höhenlagen über 900 m) sowie geologische Besonderheiten wie den Kratersee und pyroklastische Ablagerungen. Der Park ist gleichzeitig ein wichtiges Wassereinzugsgebiet und ein Hotspot für endemische Pflanzen. Der Zugang ist eingeschränkt, da der Vulkan weiterhin aktiv ist; die letzte Eruption 2021 führte zu temporärer Schließung.

Der bekannteste und größte marine Schutzraum ist der Tobago Cays Marine Park (gegründet 1997), der etwa 1.200 ha umfasst und die fünf kleinen Tobago Cays (Petit Rameau, Petit Bateau, Baradel, Petit Tabac und Jamesby) sowie die umliegenden Korallenriffe, Seegraswiesen und Mangroven schützt. Der Park gilt als eines der schönsten und artenreichsten Korallenriffgebiete der Karibik. Er beherbergt über 400 Fischarten, Meeresschildkröten (Grüne und Karettschildkröte), Riffhaie, Rochen und gelegentlich Delfine und Buckelwale. Der Park ist streng geschützt: Ankern ist nur an bestimmten Stellen erlaubt, und es gibt Eintrittsgebühren sowie strenge Regeln gegen Korallenzerstörung.

Weitere wichtige Schutzgebiete sind:

  • Buccament Bay Marine Park (rund 200 ha) – Schutz von Mangroven und Korallen an der Westküste der Hauptinsel.
  • Mustique Marine Conservation Area – rund 1.000 ha um die Insel Mustique mit Fokus auf Schildkrötenbrutstätten.
  • Bequia Marine Protected Area – umfasst Teile der Küste von Bequia und schützt Seegraswiesen und Korallen.
  • Kingstown Forest Reserve – kleinerer Waldschutzraum im Süden der Hauptinsel (zirka 300 ha).
  • La Soufrière Forest Reserve – zusätzlich zum Nationalpark bestehender Waldschutz im Vulkanbereich.
  • Cumberland Bay Marine Park – Schutzgebiet an der Nordwestküste der Hauptinsel.

Klima

Auf St. Vincent (Saint Vincent und die Grenadinen) herrscht nach Köppen überwiegend ein tropisches Regenwaldklima der Klasse Af mit Übergängen zu einem tropischen Savannenklima Aw in den trockeneren südlichen und küstennahen Bereichen. Das bedeutet ganzjährig hohe Temperaturen, keine echte “kalte” Jahreszeit und meist ganzjährig ausreichende Niederschläge, mit etwas trockeneren Monaten im Lee der Berge.​ Der Großteil der Insel, insbesondere die höher gelegenen und windzugewandten Ost- und Nordhänge, weist ein immerfeuchtes tropisches Klima Af auf. Dort regnet es sehr häufig, teils mit deutlich über 2.000 mm Niederschlag pro Jahr und nur schwach ausgeprägten Unterschieden zwischen Regen- und Trockenzeit.​ Im südlichen Teil der Hauptinsel und besonders auf den Grenadineninseln ist das Klima etwas trockener und wird häufig als tropisches Savannenklima Aw klassifiziert. Hier bleibt es zwar ganzjährig warm, aber es gibt eine merklich trockenere Phase, meist etwa zwischen Januar und April, während der Gesamtniederschlag unter dem der feuchten Nord- und Höhenlagen bleibt.

Die Inseln liegen im Einfluss des Nordost-Passats, der von Januar bis Mai für etwas trockeneres Wetter mit weniger Niederschlägen sorgt. Feuchter wird es während der sogenannten Regenzeit von Juni bis September. Dann sind auch die Temperaturen höher, obwohl die Unterschiede nicht gravierend ausfallen.

Die durchschnittliche Höchsttemperaturen liegen im ganzen Jahr zwischen 28 und 30°C, die Tiefsttemperaturen liegen ganzjährig bei rund 22 bis 25°C. Allerdings kann es auf den südlicher gelegenen Grenadinen wärmer und trockener sein als auf St. Vincent. Dennoch sorgen die Passatwinde dafür, dass es insgesamt auf den Inseln kühler ist als auf den anderen Karibikinseln. Auf St. Vincent fallen im Jahresdurchschnitt rund 2300 mm Regen, in der Bergregion können aber durchaus Mengen von über 3500 mm erreicht werden. Der nasseste Monat ist der Juli mit rund 23 Regentagen, der trockenste ist der April mit rund 15 Regentagen. April ist der trockenste Monat mit durchschnittlich nur sechs Tagen Regen. Das Klima unterscheidet sich zwischen den Inseln ein wenig, die Grenadinen im Süden sind etwas trockener und wärmer als St. Vincent.


Klimadaten für für Kingstown (10 m, 1961 bis 1990)

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mitteltemperatur (°C) 25,2 25,2 25,9 26,6 27,7 27,.9 27,5 27,6 27,2 27,2 26,8 25,5 26,8
Niederschlag (mm) 68 52 46 56 93 157 203 217 206 201 177 107 1583
Niederschlagstage < 0,1 mm 16,1 11,1 10,9 10,2 14,1 17,9 19,6 19,4 17,6 16,0 16,7 16,9 185,5
Luftfeuchtigkeit (%) 76 76 76 76 71 78 82 81 80 82 78 80 78

Mythologie

Die Mythologie von Saint Vincent und den Grenadinen (kurz „Vincy“) ist ein reiches, vielschichtiges Geflecht aus indigenen karibischen Traditionen, afrikanischen spirituellen Überlieferungen der versklavten Vorfahren und vereinzelten europäischen Einflüssen. Sie hat sich über Jahrhunderte mündlich entwickelt, wurde durch Kolonialismus, Sklaverei und die Vertreibung der Garifuna (Black Caribs) geprägt und lebt bis heute in Geschichten, Liedern, Ritualen, beim Karneval und in der Alltagskultur fort.

Die Kariben nannten die Insel Hairoun oder Hairouna. Der Name bedeutet in ihrer Sprache etwa „gesegnetes Land“, „Land der fruchtbaren Erde“ oder „Land, das von den Göttern gesegnet ist“. Die Kalinago sahen Hairoun als ein von den Ahnen und Naturgeistern geschütztes Paradies. Ihre Mythologie war animistisch: Jeder Berg, Fluss, Baum und Wasserfall wurde von einem Geist („zemi“ oder „zemí“) bewohnt, der sowohl beschützen als auch strafen konnte. Wichtige Gottheiten waren Yocahu, der Schöpfergott und Herr des Maises und der Fruchtbarkeit, Atabey , die Muttergöttin der Erde und der Gewässer, und Juracán, der Sturmgeist, von dem das Wort „Hurrikan“ abstammt.

Die Kalinago glaubten, dass die Seelen der Verstorbenen in die Berge oder ins Meer zurückkehrten und als Geister weiterlebten. Opfergaben (zum Beispiel Tabak, Mais oder Tiere) wurden dargebracht, um die Geister gnädig zu stimmen.

Im 17. Jahrhundert strandeten zwei spanische Sklavenschiffe vor der Insel. Die überlebenden Afrikaner (hauptsächlich aus West- und Zentralafrika) vermischten sich mit den Kalinago. Aus dieser Verbindung entstand das Volk der Garifuna, das bis heute eine zentrale Rolle in der Kultur von St. Vincent spielt. Im Zentrum ihrer spirituellen Weltsicht steht die Ahnenverehrung. Die Garifuna glauben, dass die Seelen der Ahnen („gubida“ oder „ancestors“) aktiv in das Leben der Lebenden eingreifen. Bei Ritualen wie dem Dügü (einer mehrtägigen Zeremonie) werden die Ahnen durch Trommeln, Gesang und Tanz herbeigerufen, um Rat zu geben, zu heilen oder zu segnen.

Jumbies sind die Seelen Verstorbener, die nachts umgehen. Sie können gutartig oder bösartig sein. Besonders gefürchtet ist die Soucouyant (auch Soucougnant oder Old Hag): Eine alte Frau, die sich nachts in eine Feuerkugel verwandelt, ihre Haut ablegt und Menschen aussaugt. Um sie fernzuhalten, streut man Salz oder Reis aus – sie muss die Körner zählen und kann erst bei Sonnenaufgang zurückkehren.

Mama D’lo (Mama D’leau), die „Mutter des Wassers“, ist eine wunderschöne Frau mit Fischschwanz, die in Flüssen und Seen lebt. Sie lockt Männer mit ihrem Gesang und ihrer Schönheit an, um sie zu verführen oder zu ertränken. Gleichzeitig gilt sie als Beschützerin der Gewässer und wird heute oft als Symbol für die Kraft der Natur und weibliche Stärke interpretiert. Papa Bois, der „Vater des Waldes“, ist ein alter Mann mit Hörnern und Hufen, der die Tiere beschützt. Jäger, die zu viel töten oder die Wälder respektlos behandeln, werden von ihm bestraft – sie verirren sich, werden krank oder verschwinden. La Diablesse ist eine verführerische Frau, die meist in Weiß gekleidet ist und einen Huf statt eines Fußes hat. Sie lockt Männer in die Wälder und lässt sie für immer verschwinden. Die Legende warnt vor der Gefahr der Verführung und der Unachtsamkeit.

Obeah ist eine afrikanisch-karibische Magiepraxis, die sowohl zum Heilen als auch zum Schaden eingesetzt werden kann. Myal hingegen ist die „gute“ Form, die auf spirituelle Heilung und Schutz abzielt. Viele Geschichten erzählen von mächtigen Obeah-Praktizierenden, die Stürme heraufbeschwören, Krankheiten heilen oder Flüche aussprechen konnten.

Ein typisches Element der vincentianischen Mythologie sind die sogenannten Jumbie Trees – große, alte Bäume (meist Seidenbäume, Mahagoni oder Banyan-Bäume), die als Wohnort von Geistern gelten. Unter einem Jumbie Tree zu schlafen, gilt als gefährlich: Man wird von Albträumen geplagt oder von Geistern besessen. In vielen Dörfern gibt es strenge Tabus: Die Bäume dürfen nicht gefällt werden, ohne dass ein Ritual zur Besänftigung der Geister durchgeführt wird.

Joseph Chatoyer (auch Chatoyé) war der letzte große Garifuna-Häuptling, der 1796 im Kampf gegen die Briten fiel. In der volkstümlichen Mythologie wird er als fast übermenschliche Figur verehrt: Er soll unbesiegbar gewesen sein und erst durch Verrat (ein britischer Soldat soll ihm von hinten erstochen haben) getötet worden sein. Viele glauben, dass seine Seele noch heute in den Bergen von St. Vincent lebt und das Volk beschützt. Chatoyer ist zum Nationalhelden geworden und wird jährlich am 14. März (Chatoyer Day) geehrt.

Geschichte

Schon Jahrhunderte bevor Christoph Kolumbus im Jahr 1498 zum Sankt-Vinzenz-Tag die Insel St. Vincent erreichte, war die Insel von Indios, den so genannten Arawak, bewohnt. Die Arawak siedelten ab etwa -700 hier, wurden aber um 800 von den Kariben vertrieben. Kolumbus fand die Insel von Kariben beherrscht vor, die sie Hairoun, die „Heimat der Gesegneten“ nannten. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die Insel sowohl von Großbritannien als auch von Frankreich beansprucht. Die Herrschaft über die Insel wechselte in den folgenden Jahrzehnten immer wieder zwischen den beiden Königreichen und den Kariben. Im Jahr 1783 trat Frankreich St. Vincent dann an Großbritannien ab.

Europäische Kolonisten begannen bald überall in der Karibik mit dem Anbau von Zuckerrohr, wobei der größte Teil der Arbeit von afrikanischen Sklaven geleistet wurde. 1635 lief ein Sklavenschiff vor St. Vincent auf Grund. Aus den Nachfahren der Überlebenden und der einheimischen „gelben“ Kariben bildeten sich die „schwarzen“ Kariben. Mit der Zeit wurden immer mehr Afrikaner zur Arbeit in den Plantagen auf die Insel gebracht. Bald stellten die Afrikaner und nicht mehr die Europäer oder Kariben die Bevölkerungsmehrheit. Um die stark anwachsende Bevölkerung zur ernähren, wurden neue Pflanzen auf der Insel eingeführt, wie etwa die Brotfrucht, die von William Bligh, vorher Kommandant der berühmten Bounty, auf seiner „zweiten Brotfruchtreise“ 1793 auf die Insel gebracht wurde.

Im Jahr 1838 wurde die Sklaverei auf St. Vincent abgeschafft und es entwickelte sich eine neue Gesellschaft, in der die nun freien Nachkommen der Sklaven die überwiegende Bevölkerungsmehrheit bildeten. Die Großgrundbesitzer holten indische Vertragsarbeiter auf die Insel, Mitte des 19. Jahrhunderts wanderte eine Anzahl Portugiesen ein. Durch die Vermischung der vielen Kulturen bildeten sich die heutigen Vincentianer. St. Vincent blieb bis 1969 britische Kolonie, bevor es weitreichende Autonomie erhielt. Von 1958 bis 1962 war St. Vincent Mitglied der Westindischen Föderation. 1975 wurde das Land ein assoziierter Staat und am 27. Oktober 1979 unter dem neuen Namen St. Vincent und die Grenadinen unabhängig, verblieb aber im Commonwealth.

Vorkolumbische Zeit

Archäologische Funde wie Petroglyphen, Keramikartefakte und Siedlungsreste in Orten wie Layou und Yambou zeugen von einer reichen, aber oft nomadischen oder semi-sesshaften Lebensweise, die eng mit der natürlichen Umwelt verbunden war. Die Insel bot dank ihrer vulkanischen Böden, dichten Wälder und umliegenden Gewässer ideale Bedingungen für Jagd, Fischfang und Ackerbau.

Die frühesten Spuren menschlicher Präsenz auf Saint Vincent reichen bis etwa -5000 zurück und werden den Ciboney zugeschrieben, einer Gruppe von Meso-Indians, die aus Mittelamerika migrierten. Die Ciboney waren primär nomadische Jäger, Sammler und Fischer, die in kleinen Gruppen lebten und sich auf natürliche Ressourcen wie Muscheln, Fische, Wildtiere und Früchte stützten. Sie stellten einfache Werkzeuge aus Stein, Knochen und Muscheln her, bauten aber keine dauerhaften Siedlungen und betrieben keinen systematischen Ackerbau. Ihre Kultur war archaisch und anpassungsfähig, angepasst an die karibischen Inseln, die sie per Kanu erreichten. Archäologische Evidenz, wie Muschelhaufen (Middens) und Steinwerkzeuge, deutet darauf hin, dass sie die Insel sporadisch nutzten, möglicherweise als Zwischenstation auf ihren Wanderungen durch die Antillen. Im Laufe der Zeit wurden die Ciboney allmählich von nachfolgenden Gruppen verdrängt oder assimiliert, da sie technologisch und organisatorisch unterlegen waren.

Ab etwa -200 wanderten die Arawak (auch als Taino bekannt) ein, eine sesshafte, landwirtschaftlich orientierte Kultur aus dem Orinoco-Tal in Südamerika. Diese Migration erfolgte in Wellen über Trinidad und die südlichen Antillen, wobei die Arawak ihre Kanus nutzten, um neue Territorien zu erschließen. Auf Saint Vincent etablierten sie dauerhafte Dörfer, oft in Küstennähe oder an Flussmündungen, wo sie Ackerbau betrieben. Sie kultivierten Maniok (als Hauptnahrungsmittel), Mais, Süßkartoffeln, Bohnen, Baumwolle und Tabak, ergänzt durch Fischfang mit Netzen und Harpunen sowie Jagd auf Vögel und Kleintiere. Die Arawak waren geschickte Töpfer; ihre Keramik, oft mit geometrischen Mustern verziert, ist ein häufiger Fund in archäologischen Stätten. Ihre Gesellschaft war hierarchisch organisiert, mit Häuptlingen (Caciques) an der Spitze, die über Dörfer herrschten, und Schamanen (Bohiques), die spirituelle Rituale leiteten. Religion spielte eine zentrale Rolle: Sie verehrten Zemi-Geister, die in Idolen aus Holz, Stein oder Keramik dargestellt wurden und für Fruchtbarkeit, Wetter und Gesundheit zuständig waren. Die Arawak lebten in runden Hütten aus Palmenblättern und Holz, organisiert in matrilinearen Clans, und handelten mit benachbarten Inseln. Ihre Präsenz markierte den Übergang zu einer stabileren, agrarischen Gesellschaft auf der Insel, die die Landschaft durch Rodung und Terrassierung veränderte.

Ab dem 13. Jahrhundert, kurz vor der europäischen Ankunft, wurden die Arawak von den kriegerischen Carib (Kalinago) verdrängt oder erobert, die ebenfalls aus dem südamerikanischen Festland stammten. Die Carib waren bekannt für ihre Seefahrtkünste und aggressiven Expansionstendenzen; sie übernahmen viele Elemente der Arawak-Kultur, wie Ackerbau und Keramik, integrierten aber ihre eigenen Traditionen. Auf Saint Vincent dominierten sie die Insel vollständig zur Zeit der Entdeckung durch Kolumbus und nannten sie Hairoun, was ihre Wertschätzung für die fruchtbare Vulkanerde und die natürliche Schönheit unterstrich.

Die karibische Gesellschaft war dezentral und kriegerisch, mit unabhängigen Dörfern unter Häuptlingen (Ubutu), die durch Tapferkeit und Führungsqualitäten gewählt wurden. Männer waren für Jagd und Krieg verantwortlich, Frauen für Landwirtschaft und Haushalt, in einer matrilinearen Struktur. Ihre Ernährung basierte auf Maniok (verarbeitet zu Cassava-Brot, um Giftstoffe zu entfernen), Fisch, Krabben, Schildkröten und Wild, ergänzt durch Sammeln von Früchten und Nüssen. Handwerk umfasste die Herstellung von Kanus (bis zu 20 Meter lang), Bögen, Pfeilen und Körben. Spirituell waren die Carib Animisten: Sie glaubten an eine Vielzahl von Geistern in der Natur, die durch Schamanen (Boyez) besänftigt wurden, oft mit Tabakrauch, Tanz und Opfergaben. Petroglyphen – Felsgravuren mit Symbolen von Geistern, Tieren und abstrakten Mustern – in Höhlen und an Flüssen dienen als bleibende Zeugnisse ihrer Mythologie, die Elemente von Schöpfungsgeschichten und Ahnenverehrung enthielt. Konflikte mit Nachbarvölkern waren häufig, doch interne Allianzen stärkten ihre Position. Es gibt keine signifikanten Beweise für präkolumbische afrikanische Kontakte; solche Einflüsse kamen erst im 16. Jahrhundert durch schiffbrüchige Sklaven.

Europäische Kontaktzeit

Die europäische Entdeckung markierte den Übergang zur kolonialen Ära. Am 22. Januar 1498, dem Gedenktag des Heiligen Vinzenz von Saragossa, sichtete Christoph Kolumbus während seiner dritten Reise die Insel und benannte sie San Vicente (später Saint Vincent). Es ist jedoch umstritten, ob Kolumbus tatsächlich an Land ging; einige Quellen deuten darauf hin, dass er die Insel lediglich von seinem Schiff aus erblickte, während er durch die Kleinen Antillen segelte, auf der Suche nach einer westlichen Route nach Indien. Zu dieser Zeit war sie von Carib (Kalinago) bewohnt, die Kolumbus' Landung widerstanden – falls es überhaupt zu einer solchen kam. Die Carib, ein kriegerisches Volk aus Südamerika, hatten die Insel zuvor von den Arawak (Taino) erobert und nannten sie Hairoun, was "gesegnetes Land" oder "Land der fruchtbaren Erde" bedeutete. Die Spanier ignorierten die Insel zunächst, da sie arm an Gold und Silber war, und konzentrierten sich auf reichere Gebiete in Mittel- und Südamerika wie Mexiko oder Peru. Ab 1511 unternahmen sie jedoch Sklavenjagden, die die Kariben in das bergige Innere trieben. Diese Raubzüge, oft von benachbarten Inseln wie Puerto Rico aus, zielten darauf ab, indigene Arbeitskräfte für Plantagen in anderen Kolonien zu verschleppen, was zu erheblichen Bevölkerungsrückgängen und zunehmendem Widerstand unter den Carib führte.

Im 16. Jahrhundert suchten schiffbrüchige oder entflohene afrikanische Sklaven aus benachbarten Inseln wie St. Lucia und Grenada Zuflucht auf Saint Vincent. Ein entscheidender Moment war um 1635 der Schiffbruch eines spanischen Sklavenschiffs vor der Küste, bei dem überlebende Afrikaner – hauptsächlich aus Westafrika, einschließlich Regionen wie Angola und dem Kongo – an Land gingen und von den Carib aufgenommen wurden. Diese Afrikaner vermischten sich mit den Carib, was zur Entstehung der "Black Caribs" (später Garifuna) führte – eine hybride Kultur mit afrikanischen und karibischen Elementen, einschließlich Sprachenmischung (eine Kreolsprache mit karibischen und afrikanischen Wurzeln), Trommelritualen (wie Dügü-Zeremonien zur Ahnenverehrung) und Widerstandsstrategien (Guerilla-Taktiken und Allianzen). Die Black Caribs, die sich selbst als Garifuna bezeichneten, wurden zu einer dominanten Gruppe auf der Windward-Seite der Insel (der östlichen, windzugewandten Seite), wo sie unabhängige Dörfer errichteten und eine matrilineare Gesellschaftsstruktur beibehielten. Sie integrierten afrikanische Elemente wie Obeah-Magie und Trommelmusik mit caribischen Traditionen, was zu einer einzigartigen kulturellen Identität führte, die bis heute in Honduras und Belize überlebt. Die "Yellow Caribs" (rein indigene Carib) blieben auf der Leeseite (westlichen Seite) und waren kooperativer gegenüber Europäern.

Europäische Pionierzeit

Frühe europäische Siedlungsversuche scheiterten an Carib-Widerstand; die Engländer erhoben 1627 Anspruch, doch erst die Franzosen etablierten 1719 eine Kolonie in Barrouallie auf der Leeseite, angetrieben von Siedlern aus Martinique. Dieser Anspruch der Engländer basierte auf einem Patent von König Charles I., doch mangelnde Ressourcen und der Widerstand der Black Caribs verhinderten eine effektive Besiedlung. Die Franzosen, die bereits Kolonien in Martinique und Guadeloupe hatten, nutzten Saint Vincent als Erweiterung ihres karibischen Imperiums und etablierten ab 1719 kleine Siedlungen, beginnend in Barrouallie, wo sie mit den Yellow Caribs kooperierten. Sie bauten Plantagen für Kaffee, Tabak, Indigo, Mais und Zucker auf, die von afrikanischen Sklaven bewirtschaftet wurden. Diese Plantagenwirtschaft führte zu einer rapiden Veränderung der Landschaft: Wälder wurden gerodet, Terrassen angelegt und eine hierarchische Gesellschaft etabliert, in der europäische Plantagenbesitzer (oft Absentees) über Sklaven und indigene Verbündete herrschten. Diese Periode war geprägt von sporadischen Konflikten und der Etablierung einer Plantagenwirtschaft, die die soziale Struktur veränderte – von einer indigenen, egalitären Gesellschaft zu einer sklavenbasierten Kolonialökonomie. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts wuchs die französische Präsenz, doch der Siebenjährige Krieg (1756 bis 1763) änderte alles: Britische Truppen eroberten die Insel 1762, und durch den Vertrag von Paris 1763 wurde Saint Vincent offiziell britisch. Dies löste den Ersten Carib-Krieg (1769 bis 1773) aus, als die Briten versuchten, Black-Carib-Land für Plantagen zu enteignen. Unter Häuptling Joseph Chatoyer wehrten sich die Garifuna erfolgreich mit Guerilla-Taktiken, unterstützt von französischen Siedlern, was zu einem Patt führte und einem Friedensvertrag 1773, der Grenzen zwischen britischen und Garifuna-Territorien festlegte.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg (1775 bis 1783) brachte weitere Unruhen. Französische Truppen und Garifuna-Allianzen eroberten 1779 die Insel zurück, doch der Vertrag von Versailles 1783 gab sie an Großbritannien zurück. Die Briten, nun fest entschlossen, die Kontrolle zu sichern, intensivierten die Enteignungen, was zum Zweiten Kariben-Krieg (1795 bis 1797) führte. Inspiriert von der Französischen Revolution und unterstützt von Victor Hugues aus Guadeloupe, rebellierten die Garifuna unter Chatoyer und seinem Bruder Duvalle. Sie eroberten große Teile der Insel, einschließlich Plantagen, und töteten britische Siedler. Chatoyer fiel 1795 in einer Schlacht bei Dorsetshire Hill, doch der Krieg dauerte an, bis britische Verstärkungen unter General Ralph Abercromby 1796 die Garifuna besiegten. Über 5.000 Garifuna wurden 1797 deportiert: Zuerst auf die kleine Insel Baliceaux, wo Tausende an Krankheiten und Unterernährung starben, dann nach Roatán vor Honduras, wo sie die Grundlage für die moderne Garifuna-Kultur legten. Mit dieser Deportation endete die indigene Widerstandsepoche; Saint Vincent war nun vollständig unter britischer Kontrolle, mit einer expandierenden Zuckerplantagenwirtschaft, die auf importierten afrikanischen Sklaven basierte. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich die Insel zu einer typischen karibischen Kolonie entwickelt, geprägt von wirtschaftlichem Boom durch Zucker, sozialer Ungleichheit und der Unterdrückung indigener und afrikanischer Kulturen, was den Grundstein für spätere Emanzipationsbewegungen legte.

Britische Kolonialzeit

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts festigte sich die britische Herrschaft über Saint Vincent, die durch den Vertrag von Paris 1763 und den Vertrag von Versailles 1783 bestätigt worden war. Die Insel war in eine typische karibische Plantagenkolonie umgewandelt worden, mit einer kleinen Elite weißer Plantagenbesitzer (oft absentee landlords in Großbritannien), die die Wirtschaft kontrollierten. Die Hauptexporte waren Zucker und seine Derivate wie Rum und Melasse, ergänzt durch Kaffee, Kakao und Baumwolle. Die Arbeitskraft stammte hauptsächlich von versklavten Afrikanern, deren Zahl durch den transatlantischen Sklavenhandel weiter anstieg, bis Großbritannien diesen 1807 verbot. Schätzungen gehen von Tausenden Sklaven aus, die unter harten Bedingungen auf den Plantagen schuften mussten, was zu sozialen Spannungen führte.

Naturkatastrophen prägten bereits diese Zeit: Der Vulkan La Soufrière erupierte 1812 katastrophal, was zu massiven Zerstörungen führte. Asche und Lavaflüsse bedeckten weite Teile der Insel, zerstörten Plantagen und verursachten Hungersnöte. Hunderte Menschen starben, und die Wirtschaft erlitt einen schweren Rückschlag, da Ackerland unfruchtbar wurde. Diese Eruption verstärkte die wirtschaftliche Abhängigkeit von Großbritannien, das Hilfsgelder schickte. Sozial gesehen wuchs der Einfluss der Haitianischen Revolution (1791–1804), die Sklavenaufstände in der Karibik inspirierte, obwohl auf Saint Vincent keine großen Rebellionen ausbrachen. Stattdessen gab es kleinere Unruhen und Fluchtversuche, die von der Kolonialmiliz unterdrückt wurden. Politisch blieb die Insel unter einem Gouverneur und einem Legislative Council, der von Plantagenbesitzern dominiert wurde, was lokale Interessen priorisierte.

Der entscheidende Wendepunkt kam mit der Abschaffung der Sklaverei im Britischen Empire durch den Slavery Abolition Act von 1833, der ab 1. August 1834 in Kraft trat. Auf Saint Vincent führte dies zu einer "Lehrlingszeit" (Apprenticeship), in der ehemalige Sklaven noch vier Jahre lang unentgeltlich für ihre früheren Herren arbeiten mussten, bevor die volle Emanzipation 1838 erfolgte. Diese Reform war eine Reaktion auf abolitionistische Bewegungen in Großbritannien und wirtschaftliche Druckfaktoren, wie sinkende Zuckerpreise durch Konkurrenz aus Kuba und Brasilien. Viele Plantagenbesitzer verließen die Insel, da sie ohne Zwangsarbeit unwirtschaftlich wurden, was zu einem Zusammenbruch der Zuckerproduktion führte. Ehemalige Sklaven übernahmen kleine Parzellen als Subsistenzbauern oder arbeiteten als Lohnarbeiter, was die soziale Struktur veränderte und eine schwarze Mittelschicht entstehen ließ.

Der Arbeitsmangel auf den verbleibenden Plantagen wurde durch Immigration behoben. Ab den 1840er Jahren wurden portugiesische Arbeiter aus Madeira rekrutiert – insgesamt etwa 2.000 bis 1850 –, die unter indentured labour-Verträgen (zeitlich befristete Knechtschaft) kamen. Sie arbeiteten hauptsächlich in der Zuckerindustrie, brachten aber auch kulturelle Einflüsse wie Weinbau und katholische Traditionen mit. Wirtschaftlich blieb die Insel stagniert: Zuckerpreise fielen weiter, und die Plantagenökonomie konnte sich nicht erholen. Soziale Unruhen kulminierten in Aufständen wie dem Brot-Aufstand von 1862, bei dem Arbeiter gegen hohe Lebensmittelpreise und Armut protestierten, was zu britischen Militäreinsätzen führte. Politisch wurde die Kolonie Teil der Windward Islands Administration, was eine lose Föderation mit Grenada und St. Lucia darstellte.

In den 1860er Jahren verschärfte sich der Arbeitsmangel, was zur Einführung von ostindischen Immigranten (Indentured Labourers) führte. Zwischen 1861 und 1880 kamen etwa 2.472 Inder, hauptsächlich aus Nordindien, auf die Insel, um auf Plantagen zu arbeiten. Sie unterzeichneten Fünf-Jahres-Verträge, die oft mit harten Bedingungen einhergingen, einschließlich niedriger Löhne und schlechter Unterkünfte. Viele blieben nach Vertragsende und gründeten Communities, die heute etwa 6% der Bevölkerung ausmachen und hinduistische und muslimische Traditionen beibehalten. Diese Immigration diversifizierte die Gesellschaft weiter und trug zur Entwicklung einer multiethnischen Identität bei, obwohl Spannungen zwischen Gruppen auftraten.

Wirtschaftlich begann ein langsamer Wandel: Neben Zucker gewann Arrowroot (eine Stärke aus der Pfeilwurzpflanze) an Bedeutung, das als Exportgut diente und die Insel zu einem der weltweit führenden Produzenten machte. Politisch kulminierte die Periode 1877 mit der Einführung des Crown Colony Systems, das die lokale Legislative Assembly abschaffte und die Macht vollständig an einen britischen Gouverneur übertrug. Dies war eine Reaktion auf Korruption und Ineffizienz in der alten Struktur und integrierte Saint Vincent stärker in das britische Kolonialsystem, mit Fokus auf zentrale Kontrolle und Reformen.

Die späten 1880er und 1890er Jahre waren von anhaltender wirtschaftlicher Stagnation geprägt. Die Zuckerindustrie litt unter globaler Überproduktion und sinkenden Preisen, was viele Plantagen in den Ruin trieb. Arrowroot und Kokosnüsse wurden zu Alternativen, aber die Insel blieb arm und abhängig von britischen Subventionen. Sozial gesehen verbesserten sich die Bedingungen für Arbeiter langsam durch Bildungsreformen und Missionsarbeit, doch Armut und Analphabetismus blieben weit verbreitet.

Naturkatastrophen verschärften die Lage: Ein verheerender Hurrikan traf die Insel am 11. September 1898 (manchmal als 1899 datiert), der besonders Barrouallie zerstörte, Hunderte tötete und die Landwirtschaft verwüstete. Dieser Sturm, Teil einer Serie karibischer Hurrikane, führte zu Hungersnöten und Emigration.

Der Höhepunkt der Katastrophen war die Eruption des La Soufrière am 7. Mai 1902, eine der verheerendsten in der karibischen Geschichte. Der Ausbruch tötete etwa 1.680 Menschen, hauptsächlich in den nördlichen Dörfern, und bedeckte die Insel mit Asche, was Ackerland für Jahre unfruchtbar machte. Plantagen wurden zerstört, und Tausende wurden obdachlos, was zu internationaler Hilfsaktionen führte, einschließlich Spenden aus Großbritannien und den USA. Die Eruption löste auch soziale Veränderungen aus, da viele Überlebende in den Süden zogen und die Garifuna-Nachkommen weiter marginalisiert wurden.

Umbruckszeit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nach der verheerenden Eruption des Vulkans La Soufrière im Jahr 1902, die etwa 2.000 Menschenleben gefordert und weite Teile des Ackerlands zerstört hatte, blieb die Wirtschaft der Inseln stark von der Landwirtschaft abhängig, insbesondere vom Anbau von Arrowroot (Pfeilwurz), Bananen und Kokosnüssen, die den Zucker als Hauptexportgut allmählich ablösten. Die Kolonie war seit 1877 als Crown Colony organisiert, was eine direkte Kontrolle durch einen britischen Gouverneur bedeutete, und 1925 wurde ein Legislative Council eingerichtet, der eine begrenzte Repräsentation ermöglichte, wenngleich die Macht weiterhin bei der Kolonialelite lag. Der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) hatte indirekte Auswirkungen: Viele Vincentianer dienten in britischen Streitkräften, und die globale Wirtschaftskrise der 1930er Jahre verschärfte die Armut auf der Insel, da Exportpreise für Agrarprodukte einbrachen und Arbeitslosigkeit zunahm.

In den 1930er und 1940er Jahren wuchsen soziale Unruhen, beeinflusst durch die globale Arbeiterbewegung und die Große Depression. Streiks und Aufstände, wie der Arbeiteraufstand von 1935 in Kingstown, forderten bessere Löhne und Arbeitsbedingungen auf den Plantagen, was zu Reformen führte, einschließlich der Gründung von Gewerkschaften. Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) brachte weitere Veränderungen: Die Inseln dienten als Stützpunkt für alliierte Schiffe, und der Krieg steigerte die Nachfrage nach lokalen Produkten, half aber nicht langfristig gegen die wirtschaftliche Stagnation.

Nach dem Krieg, in den 1950er Jahren, markierte die Einführung des universalen Erwachsenenwahlrechts im Jahr 1951 einen entscheidenden Schritt zur Demokratisierung, der es der Mehrheit der schwarzen Bevölkerung ermöglichte, an Wahlen teilzunehmen und politische Parteien zu formen. Die britische Kolonialverwaltung versuchte, Saint Vincent in regionale Verbünde zu integrieren, darunter die West Indies Federation von 1958 bis 1962, die jedoch aufgrund interner Konflikte scheiterte und die Inseln in einer lockeren Windward Islands Administration beließ.

Die 1960er Jahre waren von wachsendem Nationalismus und Forderungen nach Unabhängigkeit geprägt. Politische Parteien wie die St. Vincent Labour Party (SVLP) unter Milton Cato und die People's Political Party (PPP) unter Ebenezer Joshua trieben die Agenda voran. Im Jahr 1969 erlangte Saint Vincent den Status eines assoziierten Staates (Associated State), was volle innere Autonomie bedeutete, während Großbritannien die Außen- und Verteidigungspolitik behielt. Diese Übergangsphase war von wirtschaftlichen Reformen begleitet, einschließlich der Diversifikation der Landwirtschaft und des Aufbaus eines Tourismussektors, doch Naturkatastrophen behinderten den Fortschritt: Hurrikane in den 1950er und 1960er Jahren zerstörten Plantagen, und die Eruption des La Soufrière im April 1979, kurz vor der Unabhängigkeit, führte zur Evakuierung Tausender und verursachte massive Schäden an der Landwirtschaft, ohne jedoch Todesopfer zu fordern. Politisch kulminierte die Periode in Verhandlungen mit Großbritannien, die zu einem Referendum führten, in dem die Bevölkerung für die Unabhängigkeit stimmte. Am 27. Oktober 1979 erlangte Saint Vincent und die Grenadines schließlich die volle Souveränität als letzter der Windward Islands, blieb jedoch Mitglied des Commonwealth of Nations. Diese Epoche spiegelte den allmählichen Wandel von einer kolonialen Plantagenökonomie zu einer autonomen Nation wider, getrieben von sozialen Bewegungen, wirtschaftlichen Krisen und dem globalen Dekolonisierungsprozess.

Unabhängigkeitszeit

Nach der Unabhängigkeit am 27. Oktober 1979 trat Saint Vincent und die Grenadinen in eine Ära der Souveränität ein, die von politischer Stabilität, wirtschaftlicher Diversifikation, anhaltenden Naturkatastrophen und sozialen Herausforderungen geprägt war, während das Land seine Identität als unabhängiger Staat im Commonwealth festigte. Milton Cato von der St. Vincent Labour Party (SVLP) wurde der erste Premierminister und führte eine Politik der wirtschaftlichen Stabilisierung, die auf Bananenexporten, Tourismus und leichter Industrie basierte. Doch bereits 1980 traf ein verheerender Hurrikan die Inseln, der Bananen- und Kokosplantagen zerstörte und die fragile Wirtschaft belastete. In den 1980er Jahren dominierten politische Wechsel: James Mitchell von der New Democratic Party (NDP) gewann die Wahlen 1984 und regierte bis 2000, mit Fokus auf Infrastruktur, Bildung und Tourismusförderung, was zu einem moderaten Wachstum führte. Ein weiterer Hurrikan 1987 verursachte erneute Schäden, doch internationale Hilfe, insbesondere aus dem Commonwealth und den USA, half beim Wiederaufbau.

Die 1990er Jahre brachten weitere Herausforderungen durch globale Wirtschaftsveränderungen: Der Verlust präferentieller EU-Handelsabkommen für Bananen ab 1993 führte zu einem Rückgang der Exporte und steigender Arbeitslosigkeit, was soziale Unruhen auslöste. Hurrikane wie 1998 und Lenny 1999 verursachten massive Küstenschäden, insbesondere an der Westküste, und forderten Investitionen in Katastrophenschutz. Politisch stabilisierte sich das Land unter Mitchells Führung, der Allianzen mit karibischen Nachbarn stärkte und die Mitgliedschaft in der Organisation of Eastern Caribbean States (OECS) und der CARICOM nutzte, um regionale Integration voranzutreiben. Im Jahr 2001 übernahm Ralph Gonsalves von der Unity Labour Party (ULP) die Macht und regierte bis 2025, mit Schwerpunkten auf Bildung (Einführung kostenloser Sekundarbildung), Gesundheitswesen und Armutsbekämpfung. Seine Amtszeit sah wirtschaftliches Wachstum durch Tourismus und Offshore-Finanzdienstleistungen, doch Korruptionsvorwürfe und Opposition von der NDP prägten die Politik.

In den 2000er und 2010er Jahren diversifizierte sich die Wirtschaft weiter: Der Tourismussektor boomte mit dem Bau des Argyle International Airport (eröffnet 2017), der den Zugang zu den Grenadinen erleichterte und Investitionen anzog. Soziale Fortschritte umfassten Verbesserungen im Gesundheits- und Bildungssystem, doch Armut und Jugendarbeitslosigkeit blieben Probleme. Internationale Beziehungen intensivierten sich: Saint Vincent pflegte enge Bande zu Venezuela (durch Petrocaribe-Ölhilfe), Kuba (medizinische Kooperation) und Taiwan (bis 2019, dann Wechsel zu China), was zu Kontroversen führte. Naturkatastrophen setzten sich fort, mit Überschwemmungen und Stürmen, die die Vulnerabilität der Inseln unterstrichen. Politisch gewann Gonsalves mehrere Wahlen (2005, 2010, 2015, 2020), doch die 2020-Wahl war von Protesten überschattet, die auf Vorwürfe von Wahlmanipulationen zurückgingen. Bis 2020 hatte das Land eine stabile Demokratie etabliert, mit Fokus auf nachhaltige Entwicklung, doch wirtschaftliche Abhängigkeit von Tourismus und Landwirtschaft machte es anfällig für globale Krisen.

Im Frühjahr 2020 begann eine radikale Maßnahmenpolitik mit Lockdowns und wirtschaftlichem Einbruch, insbesondere im Tourismus. Wie auch andernorts in der Karibik gab es auch hier Proteste. Die mRNA-Impfkampagne fand wenig Anklang. Nur 24,6 % der Bevölkerung erhielten zumindest eine Dosis. Die wirtschaftliche Erholung nach dem Ende der Maßnahmen 2023 erfolgte nur sehr langsam.

Verwaltung

Am 22. Januar 1498 reklamierte Cristoforo Colón die damals von indianischen Gemeinschaften bewohnte Insel für Spanien. Von 1627 bis 1636 und erneut 1672 beanspruchte England die Inselgruppe für sich. Von 1673 bis 1762 war sie neutrales Territorium, ehe die Briten sie okkupierten. 1763 wurde Saint Vincent eine britische Kolonie, 1776 Kronkolonie. Von 1779 bis 3. September 1783 besetzten die Franzosen die Insel. Von 1833 bis 1. Januar 1960 war Saint Vincent Teil der britischen Kolonie Windward Islands, von 3. Januar 1958 bis 31. Mai 1962 Teil der Federation of the West Indies. Am 27. Oktober 1969 wurde Saint Vincent ein assoziierter Staat Großbritanniens. Seit 27. Oktober 1979 ist Saint Vincent and the Grenadines unabhängig. Das Territorium von  Saint Vincent und den Grenadines besteht in seiner heutigen Form seit 31. Mai 1962.


Herrschaftsgeschichte

  • um -200 bis 9. Jahrhundert Stammesgemeinschaften der Arawak
  • 9. Jahrhundert bis 2. Juli 1627 Stammesgemeinschaften der Kalinago
  • 2. Juli 1627 bis 1673 Königreich England (Kingdom of England)
  • 1673 bis Februar 1762 Neutrales Territorium
  • Februar 1762 bis 10. Februar 1763 Königreich Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 10. Februar 1763 bis 16. Juli 1779 Kolonie Saint Vincent (Colony of Saint Vincent) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 16. Juli 1779 bis 3. September 1783 Königreich Frankreich (Royaume de France)
  • 3. September 1778 bis 31. Dezember 1800 Kolonie Saint Vincent (Colony of Saint Vincent) des Königreichs Großbritannien (Kingdom of Great Britain)
  • 1. Januar 1801 bis 1877 Kolonie Saint Vincent (Colony of Saint Vincent) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • 1877 bis 3. Januar 1958 Kronkolonie Saint Vincent (Colony of Saint Vincent) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Ireland, ab 27. April 1927 United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 3. Januar 1958 bis 31. Mai 1962 Westindische Föderation (West Indies Federation bzw. Federation of the West Indies) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 31. Mai 1962 bis 27. Februar 1967 Kronkolonie Saint Vincent und die Grenadinen (Colony of Saint Vincent and the Grenadines) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 27. Oktober 1969 bis 27. Oktober 1979 Assoziierter Staat Saint Vincent und die Grenadinen (Associated State of Saint Vincent and the Grenadines) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • seit 27. Oktober 1979 Saint Vincent und die Grenadinen (Saint Vincent and the Grenadines)

Verfassung

Der Staat ist Mitglied des Commonwealth. Als britische Kolonie wurde das Land auf der Grundlage der Regency Acts der Jahre 1937 bis 1953 verwaltet. Die gegenwärtig gültige Verfassung (Constitution of Saint Vincent and the Grenadines) des Landes wurde am 29. Juli 1979 fertiggestellt und mit der Unabhängigkeitserklärung am 27. Oktober gleichen Jahres in Kraft gesetzt.

Legislative und Exekutive

Saint Vincent und die Grenadinen ist eine parlamentarische Demokratie und zugleich eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt ist der britische Monarch Charles III., der im Land durch die Generalgouverneurin vertreten wird. Die Generalgouverneurin übernimmt dabei überwiegend repräsentative Aufgaben, wie die Einberufung oder Auflösung des Parlaments, die formelle Zustimmung zu Gesetzen und die Ernennung von Minister:innen auf Vorschlag des Premierministers.

Die Legislative wird durch das House of Assembly gebildet, ein Einkammerparlament. Es besteht aus 15 direkt gewählten Abgeordneten („Representatives“), die in Wahlbezirken nach dem Mehrheitswahlprinzip gewählt werden, sowie aus bis zu 6 ernannten Mitgliedern („Senators“), die der Generalgouverneur bestellt — vier auf Vorschlag der Regierungspartei und zwei auf Vorschlag der Opposition. Hinzu kommen in der Regel zwei Ex‑officio-Mitglieder, der Attorney General und der Speaker. Das Parlament erlässt Gesetze, kontrolliert die Regierung und repräsentiert die Bevölkerung. Die Abgeordneten haben eine Legislaturperiode von maximal fünf Jahren.

Die Exekutive wird vom Premierminister und seinem Kabinett gebildet. Der Premierminister ist üblicherweise der oder die Vorsitzende der Partei mit der Mehrheit im House of Assembly. Das Kabinett wird von der Generalgouverneurin auf Vorschlag des Premierministers ernannt und ist für die tägliche Verwaltung und Umsetzung der Gesetze verantwortlich. Die Regierung ist dem Parlament gegenüber rechenschaftspflichtig und muss dessen Vertrauen genießen, um handlungsfähig zu sein.

Inseloberhaupt

Staatsoberhaupt von St. Vincent und den Grenadinen ist die britische Königin, die durch einen Generalgouverneur (derzeit Sir Frederick Ballantyne) vertreten wird, der hauptsächlich protokollarische Aufgaben hat.


Commandants (Französische Kommandanten)

  • 1745 - 1761 Prévost
  • 1761 - vor 1770  Dupont

Governors (Gouverneure)

  • 1762  Robert Monckton (1726 - 1782)
  • 1762 - 1763  Robert Melville (1723 - 1809)

Lieutenant governors (Vizegouverneure)

  • 1763 - 1764  George Maddison (1747 - 1783)
  • 1764 - 1766  Joseph Higginson
  • 1766  Lauchlin McLean
  • 2 D ez 1766 - 31 Aug 1772 Ulysses FitzMaurice († 1774)
  • 1772 - 1776  Valentine Morris (1727 - 1789)

Governors (Gouverneure)

  • 17 Jul 1776 - 16 Jun 1779 Valentine Morris
  • 16 - 21 Jun 1779  Charles Marie de Trolong du Rumain (französischer Kommandant, 1743 - 1780)
  • 1779  Marie-Charles, Marquis du Chilleau (1734 - 1794)
  • 1779 - Dez 1780  Antoine Dumontet
  • 5 Dez 1780 - Mai 1781  Philibet François Rouxel de Blanchelande (1733 - 1793)
  • Mai 1781 - Mar 1782 Jean-Baptiste Vigoureux Duplessis (1735 - 1825)
  • Mar - 21 Sep 1782  Pierre Jean François de Feydeau [interimistisch] (1735 - 1782)
  • Nov 1782 - 1 Jan 1784  Édouard Hilaire Louis de Tilly (1738 - 1785)
  • 1 Jan 1784 - 23 Nov 1786  Edmund Lincoln [amtierend bis 4 Feb 1784] († 1786)
  • 23 Nov 1786 - 16 Jul 1787  Robert Wynne [amtierend] († 1795)
  • 16 Jul 1787 - 2 Mar 1798  James Seton (1726 - 1802)
  • 2 Mar 1798 - 27 Apr 1799  Henry William Bentinck (1764 - 1813)
  • 27Apr 1799 - 11 Jun 1802  Drewry Ottley [amtierend] (1754 - 1805)
  • 11 Jun 1802 - 29 Mar 1805  Henry William Bentinck (1765 - 1820)
  • 29 Mar - 3 Jul 1805  Sir George Beckwith (1753 - 1823)
  • 3 Jul - 17 Sep 1805  Drewry Ottley [2, amtierend]
  • 17 Sep 1805 - Apr 1806  Robert Paul [amtierend]
  • Apr 1806 - 31 Okt 1807  Sir George Beckwith [3]
  • 31 Okt 1807 - 1807  Robert Paul [2, amtierend]
  • 1807 - 13 Nov 1808  Sir George Beckwith [3]
  • 13 Nov 1808 - 23 Feb 1809  Robert Paul [3, amtierend]
  • 23 Feb 1809 - 1810  Charles Brisbane (1769 - 1829)
  • 20 Jul 1810 - 7 Aug 1812  Robert Paul [3, amtierend]
  • 7 Aug 1812 - 1816  Charles Brisbane [2]
  • 15 Jul 1816 - 22 Dez 1817  Robert Paul [4, amtierend]
  • 22 Dez 1817 - 15 Nov 1829 Charles Brisbane [3]
  • 15 Nov 1829 - 12 Jan 1831 William John Struth [amtierend]
  • 12 Jan 1831 - 1833  George Fitzgerald Hill (1763 - 1839)
  • 13 Apr - 4 Mai 1833  James Grant [amtierend]

Lieutenant governors (Vizegouverneure)

  • 4 Mai 1833 - 1842  Sir George Tyler (1795 - 1862)
  • 3 Jan 1842 - 1844  Sir Richard Doherty (1785 - 1862)
  • 26 Apr 1844 - 11 Okt 1845 William John Struth [amtierend] (1763 - 1850)
  • 15 Okt 1845 - 1853  John Campbell (1807 - 1853)
  • 10 Jan 1853 - 1854  Richard Graves MacDonell (1814 - 1881)
  • 25 Okt 1854 - 1854  William Laborde [amtierend]
  • 29 Dez 1854 - 1857  Edward John Eyre (1815 - 1901)
  • 24 Mar -  7 Mai 1857  William Laborde [2, amtierend]
  • 7 Mai - 26 Dez 1857  James Walker [amtierend] (1809 - 1885)
  • 26 Dez 1857 - 12 Jan 1858 William Laborde [3, amtierend]
  • 12 - 24 Jan 1858  Alexander McLeod [amtierend] (1789 - 1861)
  • 24 Jan 1858 - 28 Apr 1859  Edward John Eyre [2]
  • 28 Apr -  9 Mai 1859  Alexander McLeod [2, amtierend]
  • 9 Mai 1859 -  9 Mai 1860  William Charles Sargeaunt [amtierend] (1829 - 1888)
  • 9 Mai 1860 - 20 Mai 1861  Charles Rogers Nesbitt [amtierend] (U1799 - 1876)
  • 20 Mai 1861 - 1864  Anthony Musgrave [amtierend bis 10 Mai 1862] (1828 - 1888)
  • 9 Feb 1864 - 1864  John James Hughes [amtierend]
  • 9 Mar 1864 - 1864  Anthony Musgrave [2]
  • 25 Jun 1864 - 1864  John James Hughes [2, amtierend]
  • 6 Sep 1864 - 1871  George Berkeley (1819 - 1905)
  • 3 Jun 1871 - 18 Seo 1874  William Hepburn Rennie (1829 - 1874)
  • 2 Jul 1872 - 2 Mai 1874  Edward Laborde [amtierend  für Rennie]
  • 2 Mai - 26 Oikt 1874  Augustus Frederick Gore [amtierend  für Rennie] (1826 - 1887)
  • 3 Feb 1875 - 1880  George Dundas (1819 - 1880)
  • 28 May 1878 - 21 Mar 1879  Edward Daniel Laborde [amtierend für Dundas] (1826 - 1898)
  • 10 Jul 1880 - 1885  Augustus Frederick Gore [2]
  • Mai 1885 - Mar 1888 George Chardin Denton [amtierend] (1851 - 1928)

Administrators (Verwalter)

  • Apr 1888 - 1889  Robert Baxter Llewelyn (1845 - 1919)
  • 11 Jul 1889 - 1893  Irwin Charles Maling (1841 - 1918)
  • 4 Jul 1893 - 1895  John Hartley Sandwith (1846 - 1895)
  • 12 Mar 1895 - 1900  Harry Langhorne Thompson (ab 23 Mai 1900 Sir, 1857 - 1902)
  • 1900 - Apr 1901  Edward Rawle Drayton [amtierend] (1859 -1927)
  • 14 Mai 1901 - 1909  Edward John Cameron (1858 - 1947)
  • Jun -. Dez 1904  Edward Danielk Laborde [amtierend für Cameron]
  • 24 Jan - 6 Feb 1909  Anthony De Freitas [amtierend für Cameron] (1869 - 1940)
  • 27 Mai 1909 - 1915  Charles Gideon Murray (1877 - 1951)
  • 1915  Anthony De Freitas [2, amtierend]
  • 8 Jun 1915 - 1923  Reginald Popham Lobb (1874 - 1950)
  • 13 Apr 1923 - 1929  Robert Walter (1873? - 1959)
  • 3 Apr 1929 - 3 Mai 1933  Herbert Walter Peebles (1877 - 1955)
  • 3 Mai - 6 Jul 1933  J.H. Ottaway [amtierend]
  • 6 Jul 1933 - 1936  Arthur Francis Grimble (1888 - 1956)
  • 18 Jun 1936 - 1938  Arthur Alban Wright (1887 - 1967)
  • 2 Jul 1938 - 1941  William Bain Gray (1886 - 1949)
  • 19 Nov 1941 - 1943 Alexander Elder Beattie (1888 - 1951)
  • 23 Dez 1943 - 1948  Ronald Herbert Garvey (1903 - 1991)
  • 1949 - 1955  Walter Fleming Coutts (1912 - 1988)
  • 28 Mar 1952 - 7 Mai 1953  Cyprian Bernard Gibbs [amtierend für Coutts] (1910 - 2016)
  • 4 Feb - 4 Mar 1954  Osmond Randolph Kelsick [amtierend für Courrs] (1922 - 1992)
  • 29 Jul 1955 - 1961  Alexander Falconer Giles (1915 - 1989)
  • 1961 - 1966  Samuel Horatio Graham (ab 23 Okt 1964 Sir, 1912 - 1999)
  • 17 Mai 1966 - Jan 1967  John Lionel Chapman (1910 - 1997)
  • 4 Jan 1967 - 27 Okt 1969  Hywel George (* 1924)

Governors (Gouverneure)

  • 27 Okt 1969 - Okt 1970  Hywel George
  • Okt 1970 - Jan 1977  Rupert John (from 1971, Sir Rupert John, 1916 - 1996)
  • Jan 1977 - 27 Okt 1979  Sidney Douglas Gun-Munro (ab 1977 Sir Sidney Douglas Gun-Munro, 1916 - 2007)

Queen and King (Königin und König)

  • 27 Okt 1979 - 8 Sep 2022 Elizabeth
  • seit 8 Sep 2022  Charles


Governors-general (Generalgouverneure als Repräsentanten der britischen Krone)

  • 27 Okt 1979 - 28 Feb 1985  Sir Sidney Douglas Gun-Munro
  • 28 Feb 1985 - 29 Feb 1988  Sir Joseph Lambert Eustace (1908 - 1996)
  • 29 Feb 1988 - 20 Sep 1989  Henry Harvey Williams [amtierend] (1917 - 2004)
  • 20 Sep 1989 - 1 Jun 1996  David Emmanuel Jack (ab 1991 Sir,     1918 - 1998)  
  • 1 Jun 1996 - 3 Jun 2002  Sir Charles James Antrobus (1933 - 2002)
  • 3 Jun - 2 Sep 2002  Monica Jessie Dacon [w, amtierend] (* 1934)
  • 2 Sep 2002 - 1 Aug 2019 Frederick Nathaniel Ballantyne (ab 30 Okt 2002 Sir,1936 - 2020)
  • seit 1 Aug 2019  Susan Dilya Dougan [w] (ab 30 Mar 2020 Dame, * 1955)


Leader of the Government (Regierungschef)

  • 1956 - 9 Jan 1960  Ebenezer Theodore Joshua (1908 - 1991)   PPP

Chief ministers (Chefminister)

  • 9 Jan 1960 - Mai 1967  Ebenezer Theodore Joshua   PPP
  • 19 Mai 1967 - 27 Okt 1969  Robert Milton Cato (1915 - 1997)   ULP

Premiers (Premier)

  • 27 Okt 1969 - 14 Apr 1972  Robert Milton Cato    ULP
  • 14 Apr 1972 - 8 Dez 1974  James Fitz-Allen Mitchell (1931 - 2021)   NDP
  • 8 Dez 1974 - 27 Okt 1979  Robert Milton Cato [2]   ULP

Prime ministers (Premierminister)

  • 27 Okt 1979 - 30 Jul 1984  Robert Milton Cato [2]   ULP
  • 30 Jul 1984 - 27 Okt 2000  James Fitz-Allen Mitchell (ab Jan 1995 Sir James Fitz-Allen Mitchell) [2]  NDP
  • 27 Okt 2000 - 29 Mar 2001  Arnhim Ulric Eustace (* 1945?)   NDP
  • 29 Mar 2001 - 28 Nov 2025  Ralph Everard Gonsalves (* 1946)   ULP
  • seit 28 Nov 2025  Godwin Elliot Loraine Friday (* 1959)   NDP

Politische Gruppierungen

In Sankt Vincent gibt es derzeit nur drei aktive politische Gruppierungen, die Arbeiterpartei (Unity Labour Party), die Konservativen (New Democratic Party) und die Grünen (Saint Vincent and the Grenadines Green Party).


Politische Gruppierungen:

  • NDP = New Democratic Party (Neue Demokratische Partei, konservativ)
  • NRP = National Reform Party (Nationale Reformpartei, liberal)
  • PLP = Progressive Labour Party (Progressive Arbeiterpartei, sozialistisch)
  • PPM = People’s Progressive Movement (Fortschrittliche Volksbewegung, liberal-progressiv)
  • PPP = People's Political Party (Politische Volkspartei, vor der Unabhängigkeit aktiv)
  • SVGGP = Saint Vincent and the Grenadines Green Party (Grüne Partei, ökologisch)
  • ULP = Unity Labour Party (Einheitliche Arbeiterpartei, sozialdemokratisch)
  • UPM = United People’s Movement (Vereinte Volksbewegung, liberal-konservativ)


Gewählt wird in Sankt Vincent nach dem Majoritätsprinzip alle fünf Jahre. Wahlberechtigt sind alle Bürger des Landes über 18 Jahren, Frauen seit 1951.

Justizwesen und Kriminalität

Das Justizsystem von Saint Vincent and the Grenadines ist tief in der britischen Kolonialtradition verwurzelt und basiert auf dem englischen Common Law, ergänzt durch lokale Gesetze und internationale Verpflichtungen als Mitglied des Commonwealth. Das Land verfügt über ein dreistufiges Gerichtssystem: An der Basis stehen elf Magistratsgerichte, die für kleinere Zivil- und Strafsachen zuständig sind, einschließlich Verkehrsdelikten, Familienrecht und geringfügigen Verbrechen. Diese Gerichte sind in drei Distrikten organisiert und handhaben auch Registrierungen wie Geburten, Tode, Ehen, Adoptionen und Scheidungen. Darüber steht der High Court, der für schwerwiegendere Fälle wie Mordprozesse (Assizes), Zivilstreitigkeiten und Scheidungen verantwortlich ist, sowie das Court of Appeal. Das oberste Gericht ist der Eastern Caribbean Supreme Court (ECSC), ein regionales Gericht, das für neun karibische Staaten – darunter Antigua und Barbuda, Dominica, Grenada, St. Kitts und Nevis, St. Lucia und Saint Vincent – fungiert und seinen Sitz in St. Lucia hat. Endgültige Appelle gehen an den Judicial Committee of the Privy Council in London, was die Bindung an britische Rechtstraditionen unterstreicht. Das Justizwesen wird durch die Judiciary of Saint Vincent and the Grenadines verwaltet, mit einer offiziellen Website, die aktuelle Ernennungen und Verfahren dokumentiert, wie die jüngste Ernennung des ehemaligen Magistrats Rickie Burnett zum High Court Judge im April 2023. Trotz dieser Struktur gibt es Kritik an der Effizienz, insbesondere bei der Bekämpfung von Korruption und der Sicherstellung von Grundrechten, wie in Berichten zur Rechtsstaatlichkeit hervorgehoben wird, die Themen wie Autoritarismus, Freiheitsrechte und Vertrauen in die Justiz beleuchten.

Die Kriminalität in Saint Vincent and the Grenadines stellt eine erhebliche Herausforderung für das Justizsystem dar, da das Land trotz seiner kleinen Größe eine der höchsten Mordraten in der Karibik aufweist. Im Jahr 2024 wurden 54 Morde verzeichnet, was bei einer Bevölkerung von etwa 100.000 Einwohnern eine Rate von rund 54 pro 100.000 ergibt – eine der höchsten in der Region. Bis August 2025 hatte das Land bereits 23 Morde zu beklagen, was auf eine anhaltende Eskalation hinweist, oft verbunden mit Ganggewalt, Waffenschmuggel und Drogenhandel. Historisch gesehen lag die Mordrate 2021 bei 30,67 pro 100.000, mit einem leichten Rückgang in den Folgejahren, doch die Gesamtkriminalität umfasst auch Einbrüche, Diebstähle und Gewaltverbrechen. Organisierte Kriminalität spielt eine Rolle, insbesondere im Bereich des Menschenhandels, der hauptsächlich kommerzielle Sexausbeutung und Zwangsarbeit betrifft. Offizielle Statistiken des Statistical Office zeigen, dass zwischen 2011 und 2020 die Kriminalitätsraten pro 10.000 Einwohner variierten, mit Schwerpunkten auf Eigentumsdelikten und Gewalt. Trotz hoher Raten gilt Saint Vincent in einigen Rankings als eines der sichereren karibischen Reiseziele, basierend auf Tourismusstatistiken 2025, doch für Einheimische bleibt die Gewalt ein drängendes Problem, das durch Armut, Jugendarbeitslosigkeit und illegale Waffen verstärkt wird. Das Justizsystem kämpft mit Überlastung, was zu Verzögerungen bei Prozessen führt, und internationale Berichte wie der Organized Crime Index heben Schwächen in der Strafverfolgung hervor.

Streitkräfte

Der Inselstaat keine regulären Armee oder formellen Militärstreitkräfte, was typisch für viele kleine karibische Nationen ist. Stattdessen übernimmt die Royal Saint Vincent and the Grenadines Police Force (RSVGPF) die Verteidigungsaufgaben, inklusive einer paramilitärischen Special Service Unit (SSU) und einer Coast Guard. Die SSU ist für Spezialeinsätze wie Anti-Terrorismus, Geiselbefreiung und Unterstützung bei Naturkatastrophen zuständig, während die Coast Guard die maritimen Grenzen schützt, Drogen- und Waffenschmuggel bekämpft und Such- und Rettungsoperationen durchführt.

Das Land rangiert in globalen Militärstärken-Rankings wie dem 2025 Military Power Rankings auf Platz 131, da es keine stehenden Truppen hat und sich auf regionale Kooperationen wie die Regional Security System (RSS) der Karibik stützt. Die RSVGPF, die unter dem Ministerium für Nationale Sicherheit fällt, hat eine Personalstärke von etwa 700–800 Mitgliedern und kooperiert international, etwa mit den USA oder Kanada, für Ausbildung und Ausrüstung. Militärrecht und Disziplin fallen unter die allgemeinen Gesetze, da es kein separates Militärjustizsystem gibt. Insgesamt dient diese Struktur der inneren Sicherheit und Katastrophenhilfe, was eng mit der Bekämpfung von Kriminalität verknüpft ist, da Polizei und Justiz zusammenarbeiten, um die hohen Gewaltraten zu adressieren.

Internationale Beziehungen

Als kleines Land verfolgt Sankt Vincent seine Interessen hauptsächlich in regionalen und internationalen Organisationen. Das Land ist aktives und engagiertes Mitglied der Organisation of Eastern Caribbean States (OECS) wie der Caribbean Community () und gehört den Vereinten Nationen sowie der Organisation Amerikanischer Staaten an. Enge Beziehungen bestehen zu Großbritannien, Kanada und den USA. Das Land unterhält diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Zur Volksrepublik China bestehen keine diplomatischen Beziehungen.


Internationale Mitgliedschaften:

  • African, Caribbean, and Pacific Group of States (ACP)
  • Agency for the Prohibition of Nuclear Weapons in Latin America and the Caribbean (OPANAL)
  • Caribbean Community and Common Market (Caricom)
  • Caribbean Development Bank (CDB)
  • Commonwealth of Nations
  • Food and Agriculture Organization (FAO)
  • Group of 77 (G77)
  • International Bank for Reconstruction and Development (IBRD)
  • International Civil Aviation Organization (ICAO)
  • International Criminal Court (ICCt) (signatory)
  • International Criminal Police Organization (Interpol)
  • International Development Association (IDA)
  • International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRCS)
  • International Fund for Agricultural Development (IFAD)
  • International Labour Organization (ILO)
  • International Maritime Organization (IMO)
  • International Monetary Fund (IMF)
  • International Olympic Committee (IOC)
  • International Organization for Standardization (ISO) - subskribiertes Mitglied
  • International Red Cross and Red Crescent Movement (ICRM)
  • International Telecommunication Union (ITU)
  • International Trade Union Confederation (ITUC)
  • Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA)
  • Nonaligned Movement (NAM)
  • Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW)
  • Organization of American States (OAS)
  • Organization of Eastern Caribbean States (OECS)
  • United Nations (UN) seit 16. September 1980
  • United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD)
  • United Nations Educational, Scientific, and Cultural Organization (UNESCO)
  • United Nations Industrial Development Organization (UNIDO)
  • Universal Postal Union (UPU)
  • World Confederation of Labour (WCL)
  • World Federation of Trade Unions (WFTU)
  • World Health Organization (WHO)
  • World Intellectual Property Organization (WIPO)
  • World Trade Organization (WTO)

Flagge und Wappen

Die heutige Flagge von St. Vincent wurde am 21. Oktober 1985 eingeführt. Sie zeigt drei senkrechte Streifen in Blau, Gelb und Grün, im Verhältnis 1:2:1. Im breiten gelben Mittelstreifen bilden drei stilisierte grüne Diamanten ein "V". Die Farbe Blau repräsentiert den Ozean, Gelb die Naturreichtümer und Grün die Vegetation der Insel und deren Fruchtbarkeit. Nach einer anderen Auslegung steht Blau für den Himmel, Gelb für die Sonne und Grün für die üppige Vegetation auf der Insel. Die drei grünen Diamanten in V-Formation stehen für "Vincent", und verkörpern den Spitznamen der Inseln: "Edelsteine der Antillen", allerdings erinnern sie auch an das Blatt des Brotfruchtbaumes auf der vorher gültigen Flagge.

Zwischen 1833 und 1960 gehörte St. Vincent zur britischen Kolonie der Windward-Inseln und wurde dann eine eigenständige Kolonie. Die Nationalflagge war in dieser Zeit ein so genannter Blue Ensign, ein dunkelblaues Flaggentuch mit einer Flaggendarstellung – dem britischen Union Jack – in der Oberecke. Der Union Jack wies auf die Verbindungen zu Großbritannien hin.

Zwischen 1877 und 1979 zeigte das Badge zwei klassisch gekleidete allegorische Frauengestalten (Friede und Gerechtigkeit), die an einem Altar opfern. Darunter ab 1907 der Wahlspruch der Kolonie: Pax et Justitia „Friede und Gerechtigkeit“. Vorher war stand dort der Name der Kolonie: St. Vincent.

Am 27. Oktober 1969 wurde durch Großbritannien innere Selbstverwaltung gewährt, und St. Vincent wurde ein autonomer, mit Großbritannien assoziierter Staat. In diesem Zusammenhang sollte eine neue Flagge eingeführt werden, welche die Tradition der Blue Ensigns beendet hätte. Darauf wurde verzichtet, obwohl der Entwurf jener Flagge bereits fertig gestellt war.

Die anlässlich der Unabhängigkeit eingeführte Flagge war durch einen einheimischen Künstler entworfen worden, und zeigte die selben Farben wie die heutige Flagge, ebenfalls in senkrechter Anordnung, jedoch waren die Streifen gleich breit. Das englische College of Arms fügte noch schmale weiße Trennstreifen hinzu. In der Mitte des gelben Streifens befand sich das Wappen der Insel auf einem großen Brotfruchtblatt, um an Kapitän William Bligh zu erinnern, der von Tahiti einige Brotfruchtbäume als Nahrungsmittel für die Sklaven auf die Inseln brachte. Da diese für karibische Verhältnisse sehr schöne Flagge bei der Bevölkerung keine Zustimmung fand, wurden im März 1985 die weißen Trennstreifen entfernt. In einem weiteren Schritt wurde die Flagge zum 21. Oktober 1985 trotz rechtlicher Bedenken durch einen schweizerischen Heraldiker in die heutige Version abgeändert. Blatt und Wappen wurden entfernt und durch drei stilisierte Diamanten ersetzt, und der gelbe Streifen wurde verbreitert.

Das Staatswappen wurde am 12. November 1912 verliehen (nach anderen Quellen am 29. Dezember 1912) und seit damals unverändert beibehalten. Es zeigt das Blatt eines Brotfruchtbaumes und darauf eine Schild mit zwei klassisch gekleidete allegorische Frauengestalten (Friede und Gerechtigkeit), die an einem Altar opfern. Das Blatt soll an Kapitän William Bligh erinnern, der von Tahiti einige Brotfruchtbäume als Nahrungsmittel für die Sklaven auf die Inseln brachte. Oberhalb des Schildes eine blühende Baumwollpflanze, unterhalb des Schildes der Wahlspruch des Landes: Pax et Justitia, übersetzt „Friede und Gerechtigkeit“.


Nationale Symbole:

  • Farben:  blau-gelb-grün
  • Pflanze:  soufriere tree (Soufrierebaum, spachea perforatais)
  • Tier:  Saint Vincent parrot (Saint Vincent-Amazon, amazona guildingii)
  • Motto:  Pax et Justitia („Friede und Gerechtigkeit“)
  • Held:  Joseph Chatoyer (gestorben 1795), Kariben-Führer

Hymne

Die Landeshymne Saint Vincent! Land so beautiful („Sankt Vincent, du schönes Land”) ist seit 1967 in Gebrauch, wird aber erst seit 1979 offiziell verwendet. Der Text stammt von Mrs. Phyllis Punnett, die Musik von Joel Miguel.


           Originaltext (englisch)

           Saint Vincent! Land so beautiful,

           With joyful hearts we pledge to thee,

           Our loyalty and love, and vow,

           To keep you ever free.


           Refrain:

           Whate’er the future brings,

           Our faith will see us through,

           May peace reign from shore to shore,

           And God bless and keep us true.


           Hairoun! Our fair and blessed isle,

           Your mountains high, so clear and green,

           Are home to me, though I may stray,

           A haven, calm serene.

           Refrain


           Our little sister islands are,

           Those gems, the lovely Grenadines,

           Upon their seas and golden sands,

           The sunshine ever beams.

           Refrain

Hauptstadt

Während der französischen Herrschaftszeit 1719 bis 1763 war Barrouallie an der Westküste, nördlich von Kingstown, der wichtigste Verwaltungssitz der Franzosen. Die Franzosen hatten dort 1719 ihre erste dauerhafte Siedlung gegründet und Barrouallie als Hauptort der Kolonie genutzt. Als die Briten durch den Vertrag von Paris 1763 die Insel von Frankreich übernahmen, machten sie Kingstown zum Verwaltungssitz ihrer neuen Kolonie und begannen mit dem Ausbau der 1722 von französischen Siedleren gegründeten Stadt als Hafen und Regierungssitz. Seitdem ist Kingstown ununterbrochen Hauptstadt geblieben – auch nach der Unabhängigkeit 1979.

Verwaltungsgliederung

Die Inselgruppe glieder sich in sechs parishes (Gemeinden), fünfg davon auf der Hauptinsel Saint Vincent. Die alten constituencies (Verwaltungseinheiten) waren nach dem Zensus des Jahres 1994:

Constituency Fläche (km²) Einwohner
Barrouaillie 36,8 5 400
Bridgetown 18,6 7 800
Calliaqua 30,6 20 900
Chateaubelair 80,0 6 200
Colonarie 34,7 8 100
Georgetown 57,5 7 500
Kingstown (city) 4,9 15 900
Kingstown (suburbs) 16,6 11 100
Layou 28,7 6 200
Marriaqua 24,3 9 100
Sandy Bay 13,7 2 900
Saint Vincent 346,4 101 000
Northern Grenadines 23,3 5 700
Southern Grenadines 19,4 2 900
Grenadines 42,7 8 600
Saint Vincent und die Grenadinen 389,1 109 700


Die aktuellen parishes sind nach Angaben des Jahres 200:

Parish HASC FIPS Einwohner Fläche (km²) Fläche (mi²) Hauptstadt
Charlotte VC.CH VC01 38 000 148,8 57 Georgetown
Grenadines VC.GT VC06 9 200 45,3 16 Port Elizabeth
Saint Andrew VC.AN VC02 6 700 28,7 11 Layou
Saint David VC.DA VC03 6 700 80,0 31 Chateaubelair
Saint George VC.GE VC04 51 400 52,1 20 Kingstown
Saint Patrick VC.PA VC05 5 800 36,8 14 Barrouallie
Saint Vincent 117 800 391,7 150


           Verwaltungseinheiten:

           6 parishes (Bezirke bzw. Gemeinden)

                       13 constituencies (Verwaltungseinheiten)

                                   1 city (Stadt)

                                   54 villages (Dörfer)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 391,7 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Hauptinsel      Staat               Dichte (E/km²)

           1700                13 500               15 000                         38,29

           1750                18 500               20 000                         51,06

           1800                21 000               23 000                         58,72

           1825                23 000               25 000                         63,82

           1834                25 500               27 100                         69,19

           1851                25 500               27 200                         69,44

           1861                30 000               31 800                         81,18

           1871                34 000               35 700                         91,14

           1881                38 500               40 500                       103,40

           1891                39 000               41 100                       104,93

           1896                41 800               45 000                       114,88

           1901                42 000               45 500                       116,16

           1906                46 000               51 000                       130,20

           1911                39 500               41 900                       106,97

           1916                46 000               48 300                       123,31

           1921                42 500               44 400                       113,34

           1926                45 000               47 000                       119,99

           1931                46 000               48 000                       122,54

           1935                51 000               53 000                       135,31

           1940                55 000               57 000                       145,52

           1946                59 300               61 700                       157,52

           1949                63 500               66 000                       168,50

           1950                64 500               67 000                       171,05

           1951                65 500               68 000                       173,60

           1952                66 500               69 000                       176,16

           1953                67 500               70 000                       178,71

           1954                68 500               71 000                       181.26

           1955                69 500               72 000                       183,81

           1956                71 500               74 000                       188,92

           1957                73 500               76 000                       194,03

           1958                74 500               77 000                       196,58

           1959                76 000               78 500                       200,41

           1960                77 000               79 948                       204,11

           1961                78 000               81 000                       206,79

           1962                80 000               83 000                       211,90

           1963                82 000               85 000                       217,00

           1964                83 000               87 000                       222,11

           1965                84 000               88 000                       224,66

           1966                84 200               88 300                       225,43

           1967                84 400               88 500                       225,94

           1968                84 600               88 700                       226,45

           1969                84 800               88 900                       226,96

           1970                85 000               89 100                       227,47

           1971                85 400               89 600                       228,75

           1972                85 800               90 000                       220,77

           1973                86 600               91 000                       232,32

           1974                87 400               92 000                       234,87

           1975                88 200               93 000                       237,43

           1976                89 000              94 000                       239,98

           1977                89 500              95 000                       242,53

           1978                90 000              96 000                       245,08

           1979                90 300              97 000                       247,73

           1980                90 600              97 845                       249,80

           1981                90 800               98 280                       250,91

           1982                91 000              98 800                       252,23

           1983                91 400              99 300                       253,51

           1984                91 800             100 000                       255,30

           1985                92 500             101 000                       257,85

           1986                93 000             102 000                       260,40

           1987                94 000             103 000                       262,96

           1988                95 000             104 000                       265,51

           1987                96 000             105 000                       268,06

           1988                97 000             106 000                       270,61

           1989                98 000             106 499                       271,89

           1990                98 842             107 598                       274,69

           1991                98 800             107 250                       273,81

           1992                98 900             107 600                       274,71

           1993                99 000             108 000                       275,72

           1994                99 200             108 500                       277,00

           1995                99 300             108 965                       278,18

           1996                99 400             109 000                       278,27

           1997                99 500             109 000                       278,27

           1998                99 600             109 000                       278,27

           1999                99 700             109 000                       278,27

           2000                99 750             109 000                       278,27

           2001                99 786             109 022                       278,33

           2002                99 800             109 050                       278,40

           2003                99 780             109 100                       278,53

           2004                99 750             109 150                       278,66

           2005                99 720             109 100                       278,53

           2006                99 700             109 050                       278,40

           2007                99 710             109 100                       278,53

           2008                99 720             109 150                       278,66

           2009                99 730             109 200                       278,78

           2010                99 740             109 250                       278,91

           2011                99 750             109 334                       279,13

           2012                99 757             109 991                       280,80

           2013                99 770             109 327                       279,12

           2014                99 780             109 360                       279,19

           2015                99 790             109 462                       279,45

           2016                99 800             109 644                       279,92

           2017                99 850             109 897                       280,56

           2018                99 900             110 431                       281,93

           2019                99 950             110 589                       282,33

           2020                99 950             110 940                       283,23

           2021                99 900             109 897                       280,56

           2022                99 900             110 000                       280,83


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,051 % pro Jahr. Die Fruchtbarkeitsrate lag 2008 bei 1,98 Kindern pro gebärfähiger Frau, das Durchschnittsalter bei 28,9 Jahren. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei fast 74 Jahren.


Lebenserwartung in Jahren: 2009

  • insgesamt  73,65
  • Männer  71,82
  • Frauen  75,54

Volksgruppen

Über zwei Drittel der Bevölkerung sind Schwarze und Nachkommen der von Afrika verschleppten Sklaven. Zweitgrößte Bevölkerungsgruppe mit zirka 20 % sind Mulatten (Mischlinge aus Schwarzen und Europäern). Etwa 6 % sind Nachfahren der indischen Vertragsarbeiter, die nach der Abschaffung der Sklaverei auf die Inseln kamen. Weiße meist britischer Herkunft haben einen Bevölkerungsanteil von etwa 3 %, knapp 1 % sind Nachkommen der indianischen Urbevölkerung (Kariben und Black Caribs) und leben vorwiegend im Norden der Insel Saint Vincent im Landesinneren.

Die Bevölkerung ist überwiegend afrikanischer Herkunft, doch die koloniale Geschichte, Sklaverei, Einwanderung und die indigene Vergangenheit haben eine vielfältige ethnische Zusammensetzung geschaffen. Die größte Bevölkerungsgruppe sind die Afro-Caribbeans bzw. Black Vincentians, die etwa 66 bis 70 % der Bevölkerung ausmachen. Sie sind die Nachkommen der versklavten Afrikaner, die vor allem aus West- und Zentralafrika (Regionen wie Ghana, Nigeria, Benin und Angola) zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden. Nach der Abschaffung der Sklaverei 1838 übernahmen viele ehemalige Sklaven kleine Parzellen und bildeten die Basis der heutigen schwarzen Mehrheitsgesellschaft. Diese Gruppe prägt die Kultur, Musik (Calypso, Soca, Reggae), Küche und den Vincentian Creole stark.

Die zweitgrößte Gruppe sind die Mixed bzw. Multiracial (oft als „Coloured“ bezeichnet), die etwa 19 bis 23 % ausmachen. Sie entstanden aus der Vermischung von Afrikanern mit Europäern (vor allem Briten und Franzosen) während der Kolonialzeit und später auch mit anderen Gruppen. Diese Mischbevölkerung ist in allen sozialen Schichten vertreten und bildet oft die Mittelschicht.

Die Indo-Vincentians (Ostinder) machen etwa 6 % der Bevölkerung aus. Sie sind die Nachkommen von etwa 2.500 indischen Vertragsarbeitern (hauptsächlich aus Nordindien), die zwischen 1861 und 1880 nach der Abschaffung der Sklaverei auf die Insel kamen, um auf den Plantagen zu arbeiten. Viele blieben nach Ablauf ihrer Verträge und gründeten Familien. Heute leben sie vor allem in ländlichen Gebieten und pflegen hinduistische und muslimische Traditionen, obwohl die meisten heute christlich sind.

Die portugiesischstämmigen Vincentianer, sogenannte „Madeira-Portugiesen“ stellen etwa 3 % dar. Sie stammen von rund 2.000 Arbeitern ab, die in den 1840er und 1850er Jahren aus Madeira (Portugal) rekrutiert wurden. Viele arbeiteten zunächst auf den Zuckerplantagen und ließen sich später als Händler und Kleingewerbetreibende nieder. Heute sind sie vor allem in Kingstown und in der Geschäftswelt präsent.

Die indigene Bevölkerung ist heute sehr klein. Die bei Akunft der Europäer auf der Insel lebenden Kalinago (Carib) wurden im 18. Jahrhundert fast vollständig vertrieben oder assimiliert. Nur wenige direkte Nachfahren leben noch in den nördlichen Dörfern (zum Beispiel Owia und Fancy). Die Garifuna (Black Caribs) – eine Mischung aus afrikanischen und Kalinago-Vorfahren – bilden eine eigene ethnische Gruppe von etwa 2 bis 3 %. Sie sind kulturell sehr aktiv und bewahren ihre eigene Sprache, Musik (Trommelrituale, Dügü-Zeremonien) und Traditionen. Die Garifuna wurden 1797 größtenteils deportiert, doch einige Gemeinden blieben auf Saint Vincent und bilden heute eine stolze Minderheit.

Weitere kleine Gruppen sind Europäer (hauptsächlich Briten und Franzosen, meist Nachkommen von Plantagenbesitzern oder Expats), Chinesen (sehr geringe Zahl) und Syrer/Libanesen (kleine Händlerfamilien).


Volksgruppen 2001:

  • Black  65,5 %
  • Mixed  19,5 %
  • Indian  5,5 %
  • White  3,5 %
  • American Indian 1,0 %
  • sonstige  5,0 %

Sprachen

Die offizielle Sprache des Landes ist Englisch, das in Verwaltung, Bildung, Justiz, Medien und im offiziellen Schriftverkehr verwendet wird. Es handelt sich um Standard-British English, das jedoch durch lokale Akzente und Ausdrücke geprägt ist. Neben dem Englischen ist die wichtigste und am weitesten verbreitete Alltagssprache Vincentian Creole (auch Vincy Creole oder Saint Vincent Creole English genannt). Dieses englisch-basierte Kreol ist die Muttersprache der großen Mehrheit der Bevölkerung (90 bis 95 %) und wird in allen informellen Situationen, im Familienleben, auf der Straße, im Markt und in der Musik (Calypso, Soca, Reggae) gesprochen. Vincentian Creole hat eine vereinfachte Grammatik (keine Verbkonjugation nach Person oder Zeit, Verwendung von Partikeln wie „bin“ für Vergangenheit, „a“ für progressiven Aspekt, „go“ für Zukunft), starke afrikanische Einflüsse im Wortschatz und eine charakteristische Aussprache (zum Beispiel „tink“ statt „think“, „tree“ statt „three“). Es ist eng verwandt mit den Kreolsprachen von Grenada, Trinidad und Barbados.

In der Praxis herrscht ein ständiges Code-Switching zwischen Standard-Englisch und Vincentian Creole: In der Schule und bei offiziellen Anlässen wird Englisch gesprochen, zu Hause und unter Freunden dominiert das Kreol. Viele Vincentianer sind zweisprachig und wechseln je nach Situation fließend zwischen beiden Sprachen.

Neben diesen beiden Hauptsprachen gibt es kleinere Sprachgemeinschaften:

  • Garifuna (auch Black Carib) wird von einer kleinen Minderheit der Nachkommen der Garifuna (Black Caribs) gesprochen, vor allem in den nördlichen Dörfern wie Owia und Fancy. Es handelt sich um eine Arawak-Sprache mit starken karibischen und afrikanischen Einflüssen. Die Sprache ist jedoch stark gefährdet und wird nur noch von wenigen Älteren aktiv gesprochen.
  • Französische Einflüsse sind in einigen Wörtern des Kreols und in Ortsnamen (zum Beispliel Barrouallie, Calliaqua) spürbar, da die Insel im 18. Jahrhundert französisch war. Einige ältere Vincentianer kennen noch französische Redewendungen.
  • Indische Sprachen (Hindi, Tamil) wurden von den indischen Vertragsarbeitern im 19. Jahrhundert mitgebracht, sind aber heute fast vollständig verloren gegangen; nur wenige religiöse Ausdrücke und Lieder haben überlebt.
  • Portugiesisch und andere europäische Sprachen sind nur noch in sehr geringem Umfang vorhanden (durch die portugiesischen Arbeiter aus Madeira im 19. Jahrhundert).


Im Tourismus und in der internationalen Kommunikation wird fast ausschließlich Englisch verwendet, während Vincentian Creole die Sprache der kulturellen Identität und des alltäglichen Lebens bleibt. Es gibt keine nennenswerte Sprachpolitik zur Förderung des Kreols als Schriftsprache, obwohl es in Liedtexten, Literatur und sozialen Medien zunehmend geschrieben wird.


Sprachen auf Saint V incent und den Grenadinen (nach ethnologue):

  • Englisch [eng] 400 in Saint Vincent und den Grenadinen (2004).  Einordnung: Indo-European, Germanic, West, English
  • Vincentianisch [svc] 138.000 (Holm 1989). Im gesamten Bereich von Saint Vincent und den Grenadinen. Alternativbezeichnungen: Vincy Twang.  Dialekte: Ähnlich den Kreolsprachen von Guyana und Tobago. Zum Standard Englisch existiert ein Kontinuum, das sich von der Hauptstadt Kingstown als ähnlichstem Dialekt (acrolect) und den Abkömmlingen der Inselkariben, die nördlich des Dry River leben.  Einordnung: Creole, English based, Atlantic, Eastern, Southern

Vincentian Creole

Die Inselsprache Vincentian Creole, auch Vincentian Creole English, Saint Vincent Creole oder einfach Vincy Creole genannt, ist eine kreolische Sprache, die vor allem in Saint Vincent und den Grenadinen gesprochen wird. Sie gehört zur Gruppe der englisch-basierten Kreolsprachen der Ostkaribik und ist eng verwandt mit den Kreolsprachen in Grenada, Trinidad und Tobago, Barbados und Guyana. Die Sprache entstand im 17. und 18. Jahrhundert aus dem Kontakt zwischen westafrikanischen Sprachen (vor allem aus der Region des heutigen Ghana, Nigeria und Benin) und dem Englischen der britischen Kolonisatoren, ergänzt durch Einflüsse aus Französisch, Spanisch und Portugiesisch.

Typische Merkmale sind:


Phonetik und Aussprache

  • Kein „th“-Laut: „think“ wird zu „tink“, „three“ zu „tree“.
  • Starke Reduktion von Konsonanten: „ask“ wird oft zu „aks“ oder „aks“.
  • Vokale werden häufiger zu einem offenen „a“ oder „e“ verschoben.


Grammatik

  • Keine Flexion von Verben nach Person, Zeit oder Zahl: „I go“, „he go“, „we go“ (statt „I go, he goes, we go“).
  • Zeit und Aspekt werden durch Partikeln ausgedrückt: „bin“ oder „did“ für Vergangenheit („Mi bin go“ = „Ich bin gegangen“), „go“ oder „a go“ für Zukunft („Mi a go go“ = „Ich werde gehen“), „a“ oder „de“ für den progressiven Aspekt („Mi a eat“ = „Ich esse gerade“).
  • Kein „to be“-Verb in vielen Kontexten: „Di man big“ = „Der Mann ist groß“.
  • Possessivkonstruktionen mit „fu“ oder „fo“: „di book fu di man“ = „das Buch des Mannes“.


Der Wortschatz ist stark englisch-basiert, aber mit vielen Wörtern afrikanischen Ursprungs (zum Beispiel „nyam“ für „essen“, übernommen von westafrikanischen Sprachen). Dazu kommen viele französische Lehnwörter durch die frühere französische Präsenz: „patois“ bedeutet „selbst“, „madras“ steht für „Kopftuch“ und „jumbie“ für „Geist“. Typische Kreol-Ausdrücke sind „wey“ für „wo“,  „dem“ als Pluralmarkierung (zum Beispiel „di man dem“ für „die Männer“) und „nah“ als Negation (etwa „Mi nah go“ für „Ich gehe nicht“.

Die Betonung liegt meist auf der vorletzten Silbe, was dem Kreolischen einen charakteristischen Rhythmus verleiht. Der Stil ist sehr ausdrucksstark und kontextabhängig mit vielen Redewendungen und Sprichwörtern. Enenfalls typiosch ist das sogenannte Code-Switching zwischen Kreol und Standardenglisch, insbesondere in formellen Situationen. Die Sprache hat einen lebendigen, rhythmischen Klang, der oft als „singend“ empfunden wird.

Religion

Saint Vincent und die Grenadinen sind ein überwiegend christliches Land, in dem etwa 95 % der Bevölkerung einer christlichen Konfession angehören. Die größte christliche Gruppe sind die Protestanten, die zusammen etwa 70 bis 75 % der Bevölkerung ausmachen. Unter ihnen sind die Methodisten die stärkste Denomination (20 b is 25 %), gefolgt von den Siebenten-Tags-Adventisten (10 bis 12 %), der Pfingstbewegung (inklusive Assemblies of God und anderer charismatischer Gemeinden, 10 bis 15 %) und den Anglikanern (8 bis 10 %). Die Anglikanische Kirche hat historisch eine besondere Rolle gespielt, da sie während der britischen Kolonialzeit die offizielle Staatskirche war; die Kathedrale St. Mary’s in Kingstown ist bis heute ein wichtiges Wahrzeichen.

Die Katholiken sind mit etwa 10 bis 12 % die zweitgrößte christliche Gemeinschaft. Sie hat ihre Wurzeln in der französischen Kolonialzeit (1719 bis 1763) und wurde später durch irische und französische Missionare gestärkt. Die Diözese Kingstown umfasst die gesamte Inselnation und unterhält mehrere Kirchen, darunter die Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis.

Neben den großen christlichen Kirchen gibt es kleinere, aber aktive Gruppen wie die Baptisten, Salvation Army, Jehovas Zeugen und die Church of God. In den letzten Jahrzehnten haben charismatische und neupfingstliche Gemeinden stark zugenommen, die oft lebhafte Gottesdienste mit Musik und Gebeten anbieten.

Nicht-christliche Religionen sind zahlenmäßig klein, aber kulturell sichtbar. Die Gemein schaft der Hindus (1 bis 2 %) besteht aus Nachkommen der indischen Vertragsarbeiter des 19. Jahrhunderts. Es gibt einen kleinen Hindu-Tempel in Kingstown und einige Familien praktizieren weiterhin hinduistische Rituale. Die Muslime (ebenfalls 1 bis 2 %) stammen ebenfalls aus der indischen Einwanderung und unterhalten eine Moschee in Kingstown. Die Rastafari-Bewegung ist in der jüngeren Generation präsent, besonders unter jungen Männern, die oft dreadlocks tragen und Reggae-Musik hören; sie ist jedoch keine formelle Religionsgemeinschaft.

Die Garifuna (Black Caribs) pflegen in kleinen Gemeinden im Norden der Insel (zum Beispiel Owia und Fancy) traditionelle afrikanisch-karibische spirituelle Praktiken, darunter Ahnenverehrung, Trommelrituale (Dügü) und Obeah-Elemente. Diese Praktiken sind meist mit dem Christentum vermischt und werden nicht als eigene Religion gezählt.

Religiöse Toleranz ist tief verwurzelt: Es gibt keine nennenswerten Konflikte zwischen den Glaubensrichtungen, und viele Vincentianer besuchen sowohl christliche Gottesdienste als auch kulturelle Veranstaltungen anderer Religionen. Weihnachten, Ostern und Erntedankfeste (Harvest Festivals) sind wichtige gesellschaftliche Ereignisse, bei denen Kirchen und Gemeinden zusammenkommen.

Römisch-Katholische Kirche

Das Bistum Kingstown (lateinisch Dioecesis Regalitana, englisch Diocese of Kingstown) umfasst den gesamten Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen. Papst Johannes Paul II. errichtete am 23. Oktober 1989 das Bistum Kingstown durch Teilung des Bistums Bridgetown-Kingstown in das Bistum Bridgetown und Bistum Kingstown und unterstellte es dem Erzbistum Castries als Suffraganbistum. Das Bistum betreibt fünf Vorschulen, drei Grundschulen und zwei weiterführende Schulen. Der Gründungsbischof war Robert Rivas OP bis 2007, der seitdem Erzbischof von Castries ist. Seit dem 19. Juli 2007 bis 2011 war die Cathedra unbesetzt. Erzbischof Rivas war Apostolischer Administrator bis zur Ernennung des neuen Bischofs. Er ernannte Pater Pio Atonio MF zum Apostolischen Delegaten, der den täglichen Betrieb der Diözese überwachte. Von 2011 bis 2015 war Charles Jason Gordon in Personalunion Bischof von Bridgetown und Bischof von Kingstown. Im Jahr 2015 bestand das Bistum aus 6 Pfarreien, die von 10 Diözesanpriestern, 6 ständigen Diakonen und 7 Ordensschwesteern betreut wurden bei einem Gläubigenanteil von 7,3 %.


Bischöfe von Kingstown

  • 1989 - 2007  Robert Rivas OP
  • 2011 - 2015  Charles Jason Gordon
  • seit 2015  Gerard County CSSp

Judentum

Die jüdische Gemeinde auf Saint Vincent und den Grenadinen ist extrem klein und historisch fast nicht mehr präsent. Im Gegensatz zu anderen karibischen Inseln wie Curaçao, Barbados, Jamaika oder St. Thomas, wo bereits im 17. und 18. Jahrhundert bedeutende sephardische Gemeinden aus Holland und Portugal entstanden, gibt es auf Saint Vincent keine dokumentierte jüdische Siedlungsgeschichte während der Kolonialzeit.

Die Insel war zunächst französisch (1719 bis 1763) und dann britisch, und es gibt keine Hinweise auf jüdische Händler, Plantagenbesitzer oder Synagogen aus dieser Epoche. Die ersten Juden, die überhaupt in nennenswerter Zahl in die Karibik kamen, waren meist sephardische Flüchtlinge aus Brasilien oder Europa, die sich vor allem auf den niederländischen, dänischen oder britischen Inseln niederließen – Saint Vincent gehörte jedoch nicht zu diesen bevorzugten Zielen. Im 19. und 20. Jahrhundert kamen vereinzelt jüdische Händler oder Familien aus anderen karibischen Ländern oder aus Europa auf die Insel, meist als Teil der kleinen levantinischen oder syrisch-libanesischen Kaufmannsschicht. Diese Familien assimilierten sich jedoch schnell und traten oft zum Christentum über. Eine organisierte jüdische Gemeinde oder Synagoge hat es nie gegeben.

Heute (Stand 2025) leben auf Saint Vincent und den Grenadinen nur noch wenige Dutzend Personen jüdischer Herkunft – Schätzungen liegen bei unter 50 Personen, die meisten davon sind Nachkommen von Familien, die sich vor Generationen hier niedergelassen haben. Es gibt keine aktive jüdische Gemeinde, keine Synagoge und keine regelmäßigen Gottesdienste. Jüdische Feiertage werden nur privat gefeiert, wenn überhaupt.

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der parishes entwickelten sich wie folgt:

Parish Z 1980 Z 1991 Z 2001 Z 2012
Barrouallie (St. Patrick) 4.667 5.222 5.463 5.884
Bridgetown 6.762 7.528 6.779 6.568
Calliaqua 17.440 20.689 22.706 24.205
Chateaubelair (St. David) 6.101 6.056 6.081 5.756
Colonarie 7.210 7.864 7.491 6.849
Georgetown 6.494 7.347 6.985 7.061
Kingstown 16.532 15.670 13.857 12.909
Layou (St. Andrew) 5.510 5.949 6.338 6.339
Marriaqua 8.408 8.843 8.254 7.798
Sandy Bay 2.867 2.802 2.805 2.576
Suburbs of Kingstown 8.609 10.872 13.027 13.812
St. Vincent 90.600 98.842 99.786 99.757
Northern Grenadines 4.740 5.830 5.647 6.184
Southern Grenadines 2.505 2.926 3.589 4.050
Grenadines 7.245 8.756 9.236 10.234
St. Vincent and the Grenadines 97.845 107.598 109.022 109.991


Die mit Abstand größte Agglomeration in St. Vincent und den Grenadinen ist Kingstown mit einer Einwohnerzahl von 24.518 (Stand Januar 2005). Damit konzentriert sich 20 Prozent der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadtregion. In der folgenden Tabelle sind die Städte und Orte über 500 Einwohner sowie der Distrikt, zu dem die Stadt gehört, aufgeführt. Die Einwohnerzahlen der größten Ortschaften entwickelten sich wie folgt:

Ortschaft S 1965 Z b1970 Z 1991 B 2005 B 2012 S 2022 Parish
Barroualie 2.500 1.298 1. 400 1.902 2.500 5.000 Saint Patrick
Biabou 1.050 884 1.500 Charlotte
Byera 600 1.365 1.149 1.500 Charlotte
Calliaqua 627 636 1.000 1.500 Grenadines
Chateaubelair 735 619 2.000 Saint David
Dovers 525 475 800 Grenadines
Georgetown 2.600 1.100 1.300 1.708 1.414 7.000 Charlotte
Hamilton 630 570 500 Grenadines
Kingstown 17.300 17.117 15.466 17.995 16.416 20.000 Saint George
Layou 3.100 1.147 1.200 1.609 Saint Andrew
Port Elizabeth 839 760 800 Grenadines


Kingstown ist seit 1763 die Hauptstadt und das politische, wirtschaftliche und kulturelle Herz der Insel. Mit etwa 25.000 bis 30.000 Einwohnern (inklusive Vororten) ist sie die größte Siedlung des Landes. Die Stadt liegt in einer geschützten Bucht an der Südwestküste und wird von grünen Hügeln umgeben. Das Zentrum ist kompakt und geprägt von kolonialer Architektur: Die St. Mary’s Cathedral (1823, mit romanischen und maurischen Elementen), das Court House (1790er Jahre) und das Parliament Building stehen neben modernen Bürogebäuden und dem Financial Complex (das höchste Gebäude der Insel). Kingstown ist der wichtigste Hafen des Landes, mit einem lebhaften Fischmarkt, dem Kingstown Fish Market und dem Central Market, wo frisches Obst, Gemüse, Gewürze und Handwerk verkauft werden. Die Stadt ist das Zentrum für Verwaltung, Bildung (inklusive des Community College) und Gesundheitsversorgung (das Milton Cato Memorial Hospital). Trotz ihrer Größe wirkt Kingstown eher wie eine große Kleinstadt – mit engen Gassen, bunten Holzhäusern und viel Verkehr. Die umliegenden Hügel bieten spektakuläre Ausblicke auf die Bucht und die Grenadinen.

Calliaqua liegt etwa 5 km südlich von Kingstown und gilt als zweitgrößte Siedlung der Insel. Es ist ein lebendiges Küstenstädtchen mit einer langen Tradition als Fischer- und Bootsbauort. Der Ort ist bekannt für seine Calliaqua Bay und die Villa Beach, die beliebt bei Einheimischen und Touristen ist. Calliaqua hat einen kleinen Hafen, mehrere Restaurants, Supermärkte und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt (Busse nach Kingstown und in den Süden). Hier befinden sich auch das Calliaqua Playing Field (für Cricket und Fußball) und einige der besten Strände der Westküste. Die Atmosphäre ist entspannter als in Kingstown, mit vielen Holzhäusern und einer starken Gemeinschaft.

Georgetown liegt etwa 25 km nördlich von Kingstown und ist die größte Ortschaft im Norden der Insel. Der Ort liegt in einer fruchtbaren Ebene am Fuße des Vulkans La Soufrière und ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der nördlichen Region. Georgetown ist bekannt für seine Arrowroot-Fabriken (die Pfeilwurzstärke wird hier verarbeitet) und die traditionelle Landwirtschaft (Bananen, Gemüse). Die Stadt hat einen kleinen Markt, eine Kirche, Schulen und das Georgetown Hospital. Von hier aus führen Wanderwege zum La Soufrière und zum Richmond Beach. Georgetown wirkt ländlicher und ruhiger als die südlichen Orte und ist stark von der Landwirtschaft und dem Tourismus (Vulkan-Touren) geprägt.

Layou liegt etwa 15 km nordwestlich von Kingstown. Der Ort ist für seine malerische Layou Bay und den Layou River bekannt, der eine der schönsten Flussmündungen der Insel bildet. Layou ist ein wichtiges Zentrum für die Fischerei und den Bootsbau. Die Stadt hat einen kleinen Hafen, einen Markt und ist Ausgangspunkt für Bootsausflüge zu den nördlichen Stränden und dem Black Point Tunnel (ein historischer Tunnel aus dem 19. Jahrhundert). Layou ist bekannt für seine entspannte Atmosphäre, die vielen Holzhäuser mit bunten Veranden und die Nähe zu den Petroglyphen (Kalinago-Felsgravuren) in der Umgebung.

Barrouallie ist eine der historisch und kulturell bedeutendsten Ortschaften der Insel. Der Ort liegt an der Westküste etwa 12 km nördlich von Kingstown. Er gilt als eines der ältesten kontinuierlich bewohnten europäischen Siedlungsgebiete der Insel und war von 1719 bis 1763 die erste und wichtigste französische Kolonialstadt auf Saint Vincent – damals hieß der Ort Barrouallie oder Barrouaille und diente als Verwaltungssitz und Hafen der französischen Siedler aus Martinique. Der Ort liegt in einer geschützten Bucht, umgeben von grünen Hügeln und vulkanischen Bergen. Der Ort erstreckt sich entlang einer schmalen Küstenebene, die sich schnell zu steilen Hängen erhebt. Die Bucht bietet einen der schönsten Naturhäfen der Westküste, der schon in der Kolonialzeit als sicherer Ankerplatz geschätzt wurde. Direkt hinter dem Ort erheben sich die Ausläufer des La Soufrière-Vulkans, und die Landschaft ist geprägt von tropischem Regenwald, Bananenplantagen und kleinen Flüssen.

Barrouallie war von 1719 bis 1763 die Hauptstadt der französischen Kolonie Saint Vincent. Hier entstanden die ersten Plantagen für Kaffee, Tabak, Indigo und Zucker. Die Franzosen bauten eine kleine Festung (Fort du Barrouallie) und eine Kirche. Nach dem Vertrag von Paris 1763, der die Insel an Großbritannien übergab, verlor Barrouallie seinen Status als Hauptstadt an Kingstown, behielt aber seine Bedeutung als regionales Zentrum. Die alte französische Präsenz ist noch heute in vielen Orts- und Straßennamen (zum Beispiel „Rue de France“) und in der Architektur erkennbar. Der Ort hat ein typisch karibisches Flair mit vielen bunten Holzhäusern auf Stelzen, Wellblechdächern und Veranden. Die St. Michael’s Anglican Church (erbaut im 19. Jahrhundert) und die Catholic Church sind markante Gebäude. Ein wichtiges historisches Bauwerk ist das Fort Charlotte (eigentlich oberhalb von Kingstown, aber Barrouallie war Teil der alten französischen Verteidigungsanlagen). Der Barrouallie Jetty und der kleine Hafen sind zentral für die lokale Fischerei und den Bootsverkehr. In der Umgebung gibt es mehrere alte Plantagenhäuser und Ruinen aus der Kolonialzeit.

Verkehr

Auf St. Vincent herrscht Linksverkehr mit einem gut ausgebauten, aber kurvenreichen und teils löchrigen Straßennetz, das Minibusse als Route-Taxis nutzt – diese farbenfrohen, günstigen und flexibel haltenden Fahrzeuge verbinden Kingstown mit allen Orten und sind das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs. Taxis ohne Taxameter (mit festen Preisen) sowie Mietwagen sind verfügbar, wobei für Letztere ein lokaler Führerschein empfohlen wird, ergänzt durch Fähren zu den Grenadineninseln.

Straßenverkehr

Das Straßennetz auf der Hauptinsel Saint Vincent umfasst insgesamt rund 1040 km, davon mehr als 900 km auf der Hauptinsel. Rund ein Drittel, konkret 320 km, ist asfaltiert. Das Straßennetz ist im Vergleich zu größeren Ländern klein, jedoch gut ausgebaut und verbindet die Hauptstadt Kingstown mit den wichtigsten Städten, Dörfern und Küstenregionen. Die Straßen sind größtenteils asphaltiert, auf dem Land gibt es jedoch immer wieder schmale, kurvenreiche Passagen, besonders in bergigen Gebieten, die Vorsicht beim Fahren erfordern.

Gefahren wird auf der linken Straßenseite, da Saint Vincent ein ehemaliges britisches Kolonialgebiet ist. Fahrzeuge sind daher meist mit rechtsgelenkten Lenkrädern ausgestattet. Auf den Straßen sind verschiedene Verkehrsmittel unterwegs: private PKWs, Minibusse, Taxis und Motorräder. Minibusse spielen eine zentrale Rolle im öffentlichen Nahverkehr, da sie die Hauptverbindungen zwischen Städten, Dörfern und ländlichen Gebieten herstellen. Sie verkehren häufig nach Fahrplan, sind aber auch flexibel und halten auf Zuruf.

Taxis sind sowohl für Einheimische als auch für Touristen ein gängiges Verkehrsmittel. Viele Fahrer bieten auch Inseltouren an und kennen die besten Routen zu Stränden, Aussichtspunkten und touristischen Attraktionen. Der individuelle Autoverkehr nimmt ebenfalls zu, besonders in städtischen Gebieten, wo Stoßzeiten zu kleineren Staus führen können.

Die Straßenverkehrsregeln orientieren sich weitgehend an britischen Standards: Geschwindigkeitsbegrenzungen, Anschnallpflicht und Verkehrszeichen sind vorhanden, doch aufgrund der kurvenreichen Straßen und gelegentlicher Wetterbedingungen ist defensive Fahrweise sehr wichtig. Fußgänger und Radfahrer nutzen die Straßen ebenfalls, insbesondere in ländlichen Regionen, was zusätzliche Vorsicht erfordert.

Das öffentliche Verkehrssystem basiert überwiegend auf Minibussen, die regelmäßig die Städte, Dörfer und ländlichen Gebiete miteinander verbinden. Die Busse sind in der Regel kleinere Fahrzeuge mit Platz für 12 bis 20 Passagiere, oft mit einem Fahrer und einem Schaffner, der beim Ein- und Aussteigen hilft und die Fahrpreise einsammelt.

Die Busse bedienen feste Strecken zwischen Kingstown, den Küstenstädten und den Dörfern im Inselinneren. Es gibt jedoch keine streng festgelegten Fahrpläne; die Busse fahren meist los, sobald sie voll sind („Fill-and-go“-Prinzip). Die Kosten sind günstig und werden in bar direkt beim Schaffner oder Fahrer bezahlt. Oft gibt es keine Ticketkontrolle, was das System sehr flexibel macht. Offizielle Haltestellen existieren, doch die Busse halten häufig auf Zuruf oder an bekannten Treffpunkten entlang der Strecke.

Schiffsverkehr

spielt eine zentrale Rolle für Wirtschaft, Tourismus und den interinsularen Transport. Aufgrund der Insellage ist die maritime Infrastruktur essenziell, um Personen, Waren und Touristen zwischen den Hauptinseln und den kleineren Grenadinen zu befördern. Der wichtigste Hafen befindet sich in Kingstown, der Hauptstadt, wo sowohl kommerzielle Frachtschiffe als auch Passagier- und Fährenverbindungen abgewickelt werden. Kingstown dient als zentraler Umschlagplatz für Importe und Exporte, darunter landwirtschaftliche Produkte, Lebensmittel, Bau- und Konsumgüter.

Neben dem Handel ist der Tourismus ein entscheidender Faktor für den Schiffsverkehr. Fähren verbinden Saint Vincent mit den Grenadinen und anderen karibischen Inseln wie Bequia, Mustique, Union Island oder Grenada. Diese Passagierverbindungen sind sowohl für Einheimische als auch für Urlauber von großer Bedeutung. Zusätzlich gibt es private Boots- und Yachtcharter, da Saint Vincent und die Grenadinen ein beliebtes Ziel für Segler und Kreuzfahrttouristen sind. Besonders die Grenadinen sind für ihre sicheren Ankerplätze und kristallklaren Buchten bekannt, die den Schiffsverkehr im Tourismussektor stark fördern.

Flugverkehr

Der südöstlich der Stadt in der Ortschaft Arnos Vale gelegene Flughafen E.T. Joshua Airport ist die Basis der SVG Air. Bis 2017 bestanden regelmäßige Verbindungen zu den Nachbarstaaten Barbados, Saint Lucia, Grenada, Trinidad und Martinique mit ihren interkontinentalen Flughäfen sowie Verbindungen zu Inseln der Grenadinen wie Bequia, Mustique, Canouan und Union Island. Am 14. Februar 2017 wurde der Flughafen geschlossen.


E.T. Joshua Airport

  • alte Bezeichnung:  Arnos Vale Airport
  • Code:  SVD / TVSV
  • Lage: 13°08‘40“ W, 61°12‘39“ W
  • Seehöhe: 20 m (66 ft)
  • Entfernung: Arnos Vale, 1 km südwestlich von Kingstown
  • Betrieb:  bis 14. Februar 2017
  • Betreiber:  Government of Saint Vincent and the Grenadines
  • Terminal:  1
  • Rollbahn: 1
  • Länge der Rollbahn:  1401 m (Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  0
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 20
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 


Der Argyle International Airport wurde am 23. Januar 2017 eröffnet. Seit 14. Februar 2017 ist er der einzige internationale Flughafen der Insel. Er ermöglicht den direkten internationalen Flugverkehr, insbesondere nach Nordamerika, Europa und in andere karibische Staaten, und hat die Erreichbarkeit der Insel für Touristen und Geschäftsreisende erheblich verbessert. Neben internationalen Flügen spielt der Inlands- und Regionalflugverkehr eine wichtige Rolle. Kleinere Fluggesellschaften bieten regelmäßige Verbindungen zu den Grenadinen und angrenzenden Inseln wie Bequia, Mustique oder Union Island an. Diese kurzen Flüge sind besonders für Einheimische, Touristen und Geschäftsreisende praktisch, da die maritime Verbindung manchmal wetterabhängig und zeitaufwendig sein kann.

Der Flughafen Argyle ist modern ausgestattet, verfügt über Start- und Landebahnen, die auch größere Verkehrsflugzeuge aufnehmen können, sowie über Passagierterminals, die internationale Sicherheits- und Zollstandards erfüllen. Durch den Ausbau der Flugverbindungen konnte der Tourismus auf Saint Vincent gestärkt werden, da nun mehr Reisende aus Übersee direkt anreisen können, ohne Zwischenstopps auf benachbarten Inseln einlegen zu müssen.

Airlines Ziele
Air Canada Rouge saisonal: Toronto–Pearson
American Airlines Miami
Caribbean Airlines New York–JFK, Port of Spain
LIAT Antigua, Barbados, Port of Spain, Saint Lucia
Sunwing Airlines saisonal: Toronto–Pearson


Argyle International Airport

  • Code:  SVT / TVSA
  • Lage: 13°09‘23“ W, 61°09‘01“ W
  • Seehöhe: 41 m (136 ft)
  • Entfernung: Argyle, 8 km östlich von Kingstown
  • Inbetriebnahme:  23. Januar 2017
  • Betreiber:  Government of Saint Vincent and the Grenadines
  • Terminal:  1
  • Rollbahn: 1
  • Länge der Rollbahn:  2743 m (Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  5
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 40
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 

Wirtschaft

Das marktwirtschaftlich orientierte St. Vincent und die Grenadinen gehört zu den weniger entwickelten und hoch verschuldeten Staaten der Region. Es hat eine wenig diversifizierte Wirtschaft und kaum natürliche Ressourcen. Entsprechend stark ist die Abhängigkeit von Importen, internationalen Preisschwankungen und Präferenzregelungen. Die wichtigsten Bereiche der Wirtschaft sind Landwirtschaft und Tourismus. Nach einem außergewöhnlich hohen Wirtschaftswachstum in den Jahren 2006 (9,6 %) und 2007 (7,7 %), wurde 2008 nur noch ein Wachstum von 1,0 % erreicht.

Sankt Vincent setzt große Hoffnungen auf eine vertiefte regionale wirtschaftliche Integration, insbesondere die Einrichtung der CSME (Caribbean Single Market Economy) verbunden werden. Als Unterzeichner des Petrocaribe-Abkommens erhält das Land Unterstützung durch Venezuela. Im April 2009 trat es darüber hinaus der „Bolivarianischen Alternative für die Völker unseres Amerika“ (ALBA) bei.

Landwirtschaft

Ackerbau und Viehzucht bilden wichtige Einnahmequellen der Insulaner. Im Jahr 1986 gab  es insgesamt 8381 landwirtschaftliche Betriebe. Heute beschäftigt die Landwirtschaft etwa 15 bis 20 % der Erwerbstätigen und trägt rund 8 bis 10 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die vulkanischen Böden (Andosole) sind besonders fruchtbar und eignen sich hervorragend für tropische Kulturen. Der traditionelle und bis heute wichtigste Exportartikel ist die Banane (Musa spp.). Saint Vincent war lange Zeit einer der größten Bananenproduzenten der Karibik. In den 1990er und 2000er Jahren exportierte das Land jährlich 30.000 bis 50.000 Tonnen Bananen, vor allem nach Großbritannien und in die EU. Seit dem Wegfall der EU-Preisgarantien 2005 ist die Bananenproduktion jedoch stark zurückgegangen; heute liegt sie bei etwa 10.000–15.000 Tonnen pro Jahr, und viele Bauern haben auf andere Kulturen umgestellt.

Neben Bananen ist Arrowroot (Maranta arundinacea) ein traditionelles Exportgut, mit dem Saint Vincent weltweit zu den größten Produzenten gehört. Die Pfeilwurzel wird zu hochwertiger Stärke verarbeitet, die vor allem in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie verwendet wird. Weitere wichtige Anbauprodukte sind Kokosnüsse und Kopra, Kakao, Gewürze (Muskatnuss, Zimt, Nelken), Zitrusfrüchte (Orangen, Grapefruits, Limetten), Gemüse (Tomaten, Paprika, Gurken, Wurzelgemüse) und Früchte (Mango, Papaya, Ananas, Avocado). Für den Eigenbedarf der Bevölkerung werden unter anderem Knollenfrüchte, Gemüse, Mais und Zuckerrohr kultiviert. Nahrungsmittel müssen zusätzlich importiert werden.

Die Landwirtschaft ist überwiegend kleinbäuerlich organisiert: Die meisten Betriebe sind unter 5 Hektar groß und werden von Familien bewirtschaftet. Viele Bauern betreiben Mischkulturen oder Agroforstwirtschaft, bei der Bäume (speziell Kokospalmen) mit anderen Pflanzen kombiniert werden. In den letzten Jahren hat die Regierung den Übergang zu ökologischem Anbau und Bio-Produkten gefördert, um neue Märkte zu erschließen. Es gibt allerdings auch Probleme. Die Einkünfte aus dem Bananenverkauf sind aufgrund von hohen Produktionskosten und Qualitätsproblemen rückläufig. Hurrikane (besonders heftig 1994, 1995, 2020 und 2021) zerstören regelmäßig Plantagen, und die Konkurrenz durch billige Importe (insbesondere aus Mittel- und Südamerika) drückt die Preise.


Viehbestand 1986

  • Geflügel  42.086
  • Schafe  10.587
  • Ziegen  6.616
  • Rinder  4.368
  • Schweine  1.851

Fischerei

Die Fischerei ist der zweitwichtigste primäre Wirtschaftszweig und versorgt die Bevölkerung mit hochwertigem Eiweiß. Sie umfasst sowohl die Küstenfischerei als auch die Hochseefischerei. Die wichtigsten Fischarten sind Thunfisch (Gelbfinnen- und Großaugen-Thun), Schwertfisch, Marline, Buntbarsche (zum Beispiel Snapper, Grouper), Fliegende Fische (wichtig für lokale Küche) und Hummer und Langusten (vor allem in den Grenadinen).

Die meisten Fischer nutzen kleine offene Holzboote („pirogues“) oder Fiberglas-Boote mit Außenbordmotoren. In den Grenadinen-Inseln (Bequia, Canouan, Union Island) gibt es eine lange Tradition des Bootsbaus und der Fischerei mit Handlinien, Netzen und Fallen. Die Tobago Cays und andere Riffe sind wichtige Fanggebiete, doch der Schutz der Korallenriffe (Tobago Cays Marine Park) schränkt die Nutzung ein.

Die Fischerei trägt etwa 2 bis 3 % zum BIP bei und beschäftigt mehrere Tausend Menschen direkt oder indirekt. Der Export von Thunfisch und anderen Hochseefischen (vor allem nach Europa und die USA) ist ein wichtiger Devisenbringer. Die Regierung hat moderne Kühl- und Verarbeitungsanlagen gefördert, um die Qualität zu verbessern.

Bergbau

Der Bergbau spielt auf Saint Vincent eine untergeordnete Rolle und ist wirtschaftlich unbedeutend. Die Inseln bestehen fast ausschließlich aus vulkanischem Gestein (Andesit, Basalt und pyroklastische Ablagerungen), das sich nur schwer für einen gewinnbringenden Abbau eignet. Die einzigen nennenswerten bergbaulichen Aktivitäten sind der Abbau von vulkanischer Asche und Bimsstein (Pumice) sowie von Sand und Kies für den lokalen Bau- und Straßenbau. Diese Materialien werden hauptsächlich im Norden der Hauptinsel (im Gebiet um den Vulkan La Soufrière) und in einigen Flussbetten gewonnen. Der Abbau erfolgt in kleinem Maßstab durch lokale Unternehmen oder sogar informell durch Kleinunternehmer. Eine weitere Ressource ist Schwarzer Sand (Magnetit-reicher Vulkansand), der gelegentlich für den Bau oder als Strandsand exportiert wird, allerdings in sehr geringen Mengen.

In den vergangenen Jahrzehnten gab es wiederholt Spekulationen über mögliche Edelmetallvorkommen (zum Beispiel Gold in der Nähe des Vulkans), doch keine dieser Erkundungen hat zu kommerzieller Förderung geführt. Die Regierung hat bisher keine großen Bergbaukonzessionen vergeben, da die Umweltbelastung (Erosion, Wasserverschmutzung) und die Gefahr von Vulkanausbrüchen die Risiken deutlich überwiegen. Der Bergbau trägt daher weniger als 0,5 % zum Bruttoinlandsprodukt bei und ist weit entfernt von der Bedeutung, die er in anderen karibischen Ländern hat.

Handwerk

Das Handwerk ist stark in der karibischen Tradition verwurzelt und eng mit der Kultur verbunden. Vor allem auf den Grenadinen-Inseln (Bequia, Canouan, Union Island) gibt es eine lange Tradition des traditionellen Holzbootsbaus. Die sogenannten „pirogues“ und „whalers“ (Fischereiboote) werden handwerklich aus einheimischen Hölzern gefertigt und sind bis heute gefragt. Von Bedeutung sind darüber hinaus:

  • Korbflechterei und Weberei – Aus Palmenblättern und anderen Pflanzenfasern werden Körbe, Taschen, Hüte und Matten hergestellt, die an Touristen verkauft werden.
  • Töpferei – Auf der Hauptinsel gibt es traditionelle Töpfereien, die einfache Keramik für den Haushalt und dekorative Gegenstände produzieren.
  • Holzschnitzerei und Malerei – Viele Künstler fertigen Holzschnitzereien (zum Beispiel von Fischen, Vögeln oder dem Saint Vincent Parrot) und Gemälde mit karibischen Motiven an.
  • Schmuck und Batik – Aus Muscheln, Korallen und Stoffen werden Schmuckstücke und Batik-Kleidung gefertigt.

Industrie

Der industrielle Sektor ist klein und überwiegend auf lokale Bedürfnisse sowie den Tourismus ausgerichtet. Es gibt keine Schwerindustrie, keine großen Fabriken und keine nennenswerten Exporte von Industrieprodukten. Der Sektor beschäftigt nur etwa 10 bis 12 % der Erwerbstätigen und trägt rund 10 bis 12 % zum BIP bei.

Die Industrie ist klein und konzentriert sich auf die Weiterverarbeitung lokaler Rohstoffe. Die größte Industriebranche umfasst die Verarbeitung von Arrowroot-Stärke (Pfeilwurz), Kokosprodukten (Öl, Kopra), Bananen (Trockenfrüchte, Chips), Gewürzen und Fruchtsäften. Es gibt kleine Fabriken in Kingstown und Calliaqua.

Ein wichtiger Bereich ist die Getränkeerzeugung. Bier (zum Beispiel Hairoun Beer), Rum und alkoholfreie Getränke werden lokal produziert. Kleinere Betriebe stellen Zementblöcke, Sand und Kies her; es gibt eine Zementverarbeitungsanlage. Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist sehr klein. Meist handelt es sich dabei um Lohnverarbeitung für den lokalen Markt und Tourismus (T-Shirts, Uniformen).

In den letzten Jahren hat die Regierung versucht, die Industrie durch die Schaffung von Industrial Estates (zum Beispiel in Calliaqua und Arnos Vale) und Steueranreizen anzukurbeln. Der Fokus liegt auf leichter Industrie, Tourismus-bezogenen Dienstleistungen und nachhaltigen Projekten. Dennoch bleibt die Wirtschaft stark vom Tourismus, der Landwirtschaft und der Fischerei abhängig – Industrie und Handwerk dienen vor allem der lokalen Versorgung und dem Tourismusmarkt.

Wasserwirtschaft

Die Wasserwirtschaft auf Saint Vincent ist stark von der vulkanischen Geologie und dem tropischen Klima geprägt. Die Insel verfügt über zahlreiche Flüsse und Bäche, die von den hohen Niederschlägen (bis zu 4.000 mm/Jahr im Norden) und den vulkanischen Böden gespeist werden. Das Land hat keine großen Grundwasserleiter, weshalb die Trinkwasserversorgung fast ausschließlich auf Oberflächenwasser aus Flüssen und Quellen beruht.

Die zentrale Behörde ist die Central Water and Sewerage Authority (CWSA), die die gesamte Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung betreibt. Die wichtigsten Wasserfassungen liegen im Norden der Insel (zum Beispiel Richmond River, Buccament River, Montreal River) und werden über Stauanlagen und Rohrleitungen in die Verbrauchsgebiete geleitet. Die Gesamtkapazität der Trinkwasserproduktion liegt bei etwa 25 bis 30 Millionen Gallonen pro Tag, wobei rund 70–80 % der Bevölkerung eine zuverlässige Versorgung haben. In den trockeneren Monaten (Januar–Mai) kommt es jedoch regelmäßig zu Wasserknappheit, besonders auf den kleineren Grenadinen-Inseln (Bequia, Mustique, Canouan), die oft auf Entsalzungsanlagen oder Regenwasserspeicher angewiesen sind.

Die Abwasserentsorgung ist nur in Kingstown und wenigen anderen Orten zentral organisiert (über Kläranlagen). Auf dem Land und auf den Grenadinen dominieren Sickergruben und Klärgruben. Die CWSA arbeitet seit Jahren an der Verbesserung der Infrastruktur, unterstützt durch internationale Kredite (zum Beispiel von der Weltbank und der Karibischen Entwicklungsbank). Herausforderungen sind der Klimawandel (unregelmäßige Regenfälle), Hurrikanschäden an Leitungen und die Verschmutzung von Flüssen durch Landwirtschaft und illegale Abfallentsorgung.

Energiewirtschaft

Die Energiewirtschaft von Saint Vincent und den Grenadinen ist stark auf importierte fossile Brennstoffe angewiesen, wobei die Regierung seit Jahren den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreibt. Der Stromverbrauch liegt bei etwa 120 bis 130 GWh pro Jahr, und der Pro-Kopf-Verbrauch gehört zu den niedrigsten in der Karibik.

Bis etwa 2020 stammte fast der gesamte Strom aus Diesel- und Schwerölkraftwerken der St. Vincent Electricity Services Limited (VINLEC). Die Hauptwerke stehen in Kingstown (Lowmans Bay und Cane Garden). Seit 2016/2017 betreibt das Land jedoch ein 1,5-MW-Solarfeld in Georgetown und ein kleines Windkraftprojekt auf Canouan. Der größte Schritt war die Fertigstellung des Geothermal-Projekts La Soufrière im Jahr 2024/25: Ein 3-MW-Geothermiekraftwerk nutzt die heiße Wärme des Vulkans La Soufrière und soll langfristig bis zu 30 MW liefern – das entspricht etwa 30 bis 40 % des Strombedarfs des Landes.

Die Regierung hat das Ziel, bis 2030 mindestens 50 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen (Geothermie, Solar, Wind, Kleinwasserkraft) zu erzeugen. Auf den Grenadinen-Inseln (zum Beispiel Bequia, Union Island) gibt es bereits Solar-Mikro-Netze und Hybrid-Systeme, die die Abhängigkeit von Dieselgeneratoren reduzieren. Der Strompreis ist relativ hoch (rund 0,40 bis 0,50 USD/kWh), was teilweise durch Subventionen gedämpft wird.


Energieproduktion 2004/05:

  • Produktion 115 mio.kWh
  • Verbrauch 106 mio. kWh
  • Verbrauch pro Person pro Jahr  906 kWh

Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft ist eine der größten Herausforderungen des Landes. Pro Jahr entstehen etwa 50.000 bis 60.000 Tonnen fester Abfälle (1,2 bis 1,5 kg pro Person und Tag). Die Entsorgung erfolgt größtenteils über die Kingstown Landfill (eine offene Deponie im Süden der Insel), die seit Jahrzehnten überlastet ist und Umweltprobleme (Geruch, Methanemissionen, Grundwasserverschmutzung) verursacht.

Es gibt keine flächendeckende Mülltrennung oder Recycling-Systeme. Nur wenige Initiativen existieren: Glas, Plastikflaschen und Aluminiumdosen werden teilweise gesammelt und exportiert, vor allem durch NGOs und Schulen. Auf den Grenadinen-Inseln ist die Situation noch schwieriger – viele Abfälle werden verbrannt oder ins Meer entsorgt, was die Korallenriffe bedroht.

Die Regierung arbeitet seit 2015 an einem Integrated Solid Waste Management Plan, unterstützt durch internationale Partner (zum Beispiel Japan International Cooperation Agency). Geplant ist eine moderne Verbrennungsanlage mit Energiegewinnung (Waste-to-Energy) sowie ein verbessertes Sammelsystem und Recyclinghöfe. Bislang ist der Fortschritt jedoch langsam, und die Deponie in Kingstown bleibt das Hauptproblem.

Handel

Ein großer Teil der Exporterlöse des Landes stammt aus dem Bananenverkauf. Gerade hier macht sich allerdings immer wieder die Verletzlichkeit des Landes gegenüber Naturkatastrophen bemerkbar. So vernichteten tropische Wirbelstürme 1994, 1995 und 2002 große Teile der Ernte. Die ausgelaufenen Präferenzregelungen für den europäischen Markt stellen St. Vincent und die Grenadinen vor zusätzliche Probleme. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird daher die weitere Entwicklung der Handelsbeziehungen zur EU vor dem Hintergrund des im Oktober 2008 unterzeichneten Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (Economic Partnership Agreement, EPA) beobachtet. Eingeführt werden neben Nahrungsmitteln vor allem Maschinen, Fahrzeuge und Fertigprodukte. Haupthandelspartner sind die USA und die anderen Karibikstaaten.


Handelspartner - Export und Import 2010

Frankreich                   43,6 %            Singapur                     23,3 %

Griechenland                9,8 %            Trinidad und Tobago  17,0 %

Trinidad und Tobago    7,4 %            USA                           14,5 %

Saint Lucia                   6,6 %            China                          12,4 %

Barbados                      5,4 %            Frankreich                     5,2 %

Dominica                      4,3 %            Italien                           3,5 %

Grenada                        4,1 %            Norwegen                     3,0 %


Die lokale Handelslandschaft besteht aus einer Mischung aus kleinen Geschäften, Märkten, Supermärkten und spezialisierten Einzelhandelsbetrieben, die sowohl Einheimische als auch Touristen versorgen. In der Hauptstadt Kingstown konzentrieren sich die meisten größeren Geschäfte und Einkaufszentren, darunter Supermarktketten, Bekleidungsgeschäfte, Elektronikläden und Baumärkte. Hier finden Verbraucher ein breites Sortiment an Waren, von Lebensmitteln über Haushaltsartikel bis hin zu Mode und Elektronik. Kleinere Städte und Dörfer verfügen dagegen über lokale Geschäfte, Tante-Emma-Läden und Kioske, die vor allem Alltagsbedarf wie Lebensmittel, Getränke, Haushaltswaren und Hygieneartikel anbieten.

Eine besondere Rolle spielen die Straßenmärkte, die regelmäßig stattfinden und frische Produkte, Obst, Gemüse, Fisch, Gewürze und handgefertigte Waren anbieten. Diese Märkte sind nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch soziale Treffpunkte, an denen Einheimische zusammenkommen, Neuigkeiten austauschen und lokale Spezialitäten verkaufen.

Neben den traditionellen Geschäften gewinnen touristisch orientierte Läden zunehmend an Bedeutung. Souvenirshops, Kunsthandwerksläden und Boutiquen bieten Produkte an, die speziell auf Besucher zugeschnitten sind, wie karibische Kleidung, Schmuck, Holzschnitzereien und lokale Kunstwerke. Auch Gastronomiebetriebe wie Bäckereien, Cafés und kleine Restaurants tragen zum Handelsleben bei, da sie sowohl Einheimische als auch Touristen ansprechen.

Finanzwesen

Sankt Vincent ist Mitglied der OECS (Organisation der Ostkaribischen Staaten) und Mitglied der OECS-Währungsunion, die durch die ostkaribische Zentralbank (ECCB) koordiniert wird. Alle OECS-Staaten haben den EC-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel.


Währung:  1 Ostkaribischer Dollar (East Caribbean Dollar) = 100 Cent

           Kürzel:  EC$

           ISO-Code:  XCD

Wechselkurs:

           17.3.2009        1 EUR = 3,4943 XCD           1 XCD = 0,28618 EUR

           24.12.2010      1 EUR = 3,5367 XCD           1 XCD = 0,28275 EUR

           12.10.2011      1 EUR = 3,7168 XCD           1 XCD = 0,26905 EUR

           31.5.2012        1 EUR = 3,3488 XCD           1 XCD = 0,29861 EUR

           12.7.2016        1 EUR = 2,9948 XCD           1 XCD = 0,33391 EUR

           1.3.2019          1 EUR = 3,0734 XCD           1 XCD = 0,32537 EUR

           30.,8.2019       1 EUR = 2,9797 XCD           1 XCD = 0,3356 EUR

           19.1.2021        1 EUR = 3,2756 XCD           1 XCD = 0,30528 EUR

           5.12.2025        1 EUR = 3,1442 XCD           1 XCD = 0,31805 EUR


Saint Vincent verfügt über mehrere lokale und internationale Banken, die klassische Bankdienstleistungen anbieten: Einlagen und Girokonten, Kredite und Hypotheken, Devisenhandel und Unternehmensfinanzierungen. Die Banken sind überwiegend in der Hauptstadt Kingstown angesiedelt, einige haben auch Filialen in anderen größeren Städten. Bekannte Institute vor Ort sind unter anderem Bank of St. Vincent & the Grenadines, Republic Bank (SVG) Limited, FirstCaribbean International Bank und Scotiabank SVG. Diese Banken sind reguliert durch die Eastern Caribbean Central Bank (ECCB), die als Zentralbank der Mitgliedsstaaten der Eastern Caribbean Currency Union fungiert und die einheitliche Währung Eastern Caribbean Dollar (XCD) ausgibt.

Saint Vincent hat sich zudem als Offshore-Finanzzentrum positioniert. Zahlreiche internationale Banken und Finanzdienstleister nutzen die Insel für Dienstleistungen wie Unternehmensgründungen, Trusts und Investmentfonds. Diese Offshore-Dienste werden streng reguliert und unterliegen internationalen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Neben Banken existiert ein wachsender Versicherungssektor, der Lebens-, Kranken- und Sachversicherungen anbietet. Auch Pensionsfonds und private Altersvorsorgesysteme gewinnen an Bedeutung, insbesondere für Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor und in größeren Unternehmen. In den letzten Jahren gewinnen digitale Zahlungsmethoden, Online-Banking und Mobile Banking an Bedeutung.

Soziales und Gesundheit

Das soziale System auf Saint Vincent zielt darauf ab, benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu unterstützen, Armut zu reduzieren und soziale Stabilität zu fördern. Es umfasst Sozialhilfe und finanzielle Unterstützung für einkommensschwache Familien, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, Bildungs- und Berufsprogramme, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, Wohnungsbau- und Infrastrukturprogramme, besonders für ländliche und benachteiligte Gemeinden sowie Programme zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Unterstützung von Frauen- und Kinderrechten.

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen auf Saint Vincent basiert auf einem öffentlich finanzierten System, das allen Einwohnern Zugang zu medizinischer Grundversorgung ermöglicht. Das Milton Cato Memorial Hospital in Kingstown ist das größte Krankenhaus des Landes und bietet sowohl Notfallversorgung als auch spezialisierte medizinische Leistungen. Ergänzt wird es durch mehrere Regionalkrankenhäuser, Gesundheitszentren und Kliniken auf den größeren Inseln und in ländlichen Gebieten.

Die medizinische Versorgung umfasst allgemeinmedizinische Betreuung, chirurgische und geburtshilfliche Leistungen, Präventivmedizin und Impfprogramme, Zahn- und Augenheilkunde sowie öffentliche Gesundheitskampagnen zu Hygiene, Ernährung und Infektionskrankheiten. Private Kliniken und Arztpraxen ergänzen das öffentliche System, vor allem in urbanen Gebieten, und bieten häufig spezialisierte Behandlungen an. Zudem besteht ein wachsender Medizintourismus im kleinen Rahmen, da einige spezialisierte Dienste für Patienten aus der Karibik interessant sind.

Krankheiten

Auf den Inseln gibt es zwar mitunter hygienische Probleme, aber keine größeren gesundheitlichen Gefährdungen.


Krankheiten:

  • Bilharziose: im Süßwasser , Schutz: Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)
  • Dengue-Fieber: landesweit, Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze
  • Diverse Darminfektionen: landesweit, Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien), Schutz: Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene

Bildung

In Sankt Vincent herrscht Schulpflicht bis zum 16. Labensjahr. Das Bildungssystem entspricht dem Großbritanniens. Im Jahr 1998 besuchten allerdings nur 90,5 % der Kinder tatsächlich eine Schule. Von den 77 Schulen des Jahres 2013 befinden sich 16 in Kingstown, darunter als wichtigste dier Saint Vincent Grammar School (gegründet 1908) and the Saint Vincent Girls' High School (gegründet 1911).

Die Grundschulbildung beginnt in der Regel im Alter von fünf Jahren und dauert sechs bis sieben Jahre. Der Lehrplan umfasst grundlegende Fächer wie Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Sozialkunde und Kunst. Nach der Grundschule wechseln die Schülerinnen und Schüler in die Sekundarstufe, die etwa fünf bis sieben Jahre dauert und sowohl akademische als auch berufsvorbereitende Bildung bietet. Wichtige Abschlussprüfungen wie die Caribbean Secondary Education Certificate (CSEC)-Prüfungen der Caribbean Examinations Council (CXC) sind Voraussetzung für den Zugang zu tertiären Bildungseinrichtungen.

Die Regierung investiert kontinuierlich in die Verbesserung der Bildungsinfrastruktur, Lehrerfortbildung und Programme zur Förderung von Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik (MINT). Auch Sonderprogramme für benachteiligte Kinder und Initiativen zur Gleichstellung der Geschlechter sind Teil der Bildungsstrategie.

Höhere Bildung

Für die tertiäre Ausbildung stehen mehrere Einrichtungen zur Verfügung, darunter das St. Vincent and the Grenadines Community College sowie die University of the West Indies Open Campus, die Fern- und Präsenzstudiengänge anbietet. Die tertiäre Bildung umfasst Studiengänge in Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Technik und den Sozialwissenschaften und ermöglicht den Absolventen, sowohl lokal als auch international tätig zu werden.

Bibliotheken und Archive

Die National Public Library (auch als Kingstown Public Library bekannt) in Kingstown ist Teil des National Public Library, Archives and Documentation Services (NPLADS). Sie beherbergt umfangreiche Bestände an Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und digitalen Medien, die sich sowohl mit lokalen Themen als auch mit internationaler Literatur befassen. Die Bibliothek dient nicht nur der Ausleihe von Medien, sondern auch als Bildungs- und Informationszentrum, das Lese- und Lernprogramme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbietet.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Schul- und Universitätsbibliotheken, darunter die Einrichtungen des St. Vincent and the Grenadines Community College. Diese Bibliotheken unterstützen Studierende und Lehrende mit Fachliteratur, Datenbanken und elektronischen Ressourcen und fördern wissenschaftliches Arbeiten und Forschung auf akademischem Niveau.

Neben Bibliotheken sind Archive auf der Insel von besonderer Bedeutung für die Bewahrung der Geschichte und Kultur. Das National Archives Department sammelt, katalogisiert und sichert offizielle Dokumente, historische Aufzeichnungen, Fotos und andere Materialien, die die Entwicklung der Insel und ihrer Bevölkerung dokumentieren. Forscher, Studenten und die interessierte Öffentlichkeit können hier Einblick in die koloniale Geschichte, die indigenen Kulturen, die Unabhängigkeitsbewegung und die gesellschaftliche Entwicklung Saint Vincents erhalten.

Kultur

Die Kultur auf St. Vincent ist stark afrokaribisch geprägt, mit Musikstilen wie Calypso, Reggae und Steelpan, lebendigen Straßenfesten sowie wichtigen Feiern wie dem Karneval „Vincy Mas“ und den Weihnachtsbräuchen „Nine Mornings“ und „Nine Nights of Lights“. Sie beruht auf einer Mischung afrikanischer, europäischer und indigener Einflüsse, was sich in Religion, Alltagsbräuchen, Küche und der als herzlich und gelassen beschriebenen Lebensweise der Bevölkerung widerspiegelt.​

Museen

Das National Museum of Saint Vincent and the Grenadines (SVG National Trust – National Trust Museum / Heritage Museum) in Kingstown ist das bedeutendste Museum des Landes. Es beherbergt Sammlungen zur Archäologie, Ethnographie und Geschichte der Inseln, darunter Artefakte der Arawak- und Karib-Kulturen, koloniale Dokumente, historische Karten und Exponate aus der Zeit der Sklaverei. Das Museum vermittelt sowohl Einheimischen als auch Touristen ein Verständnis für die historische Entwicklung und die kulturelle Vielfalt Saint Vincents.

Neben dem Nationalmuseum gibt es spezialisierte Museen und historische Stätten, die sich verschiedenen Themen widmen. Dazu gehören kleinere Einrichtungen, die das Leben der Garifuna (Kariben), die koloniale Architektur, die maritime Geschichte und die lokale Kunst dokumentieren:

  • Youlou Arts Centre (YAC / Youlou Arts Foundation Gallery) in Kingstown (Indian Bay / Villa Beach): Galerie für zeitgenössische Kunst, Workshops und lokale Künstler.
  • Fort Charlotte westlich oberhalb von Kingstown: Festung aus dem 18. Jahrhundert, historische Exponate, Panoramablick, kulturelle Bedeutung.
  • St. Vincent Botanical Gardens in Kingstown: Botanischer Garten mit gelegentlichen Kunstausstellungen und kulturellen Programmen.
  • Heritage Museum and Science Centre am Stadtrand von Kingstown: Interaktives Museum mit historischen, naturwissenschaftlichen und Handwerks‑Displays.
  • Bequia Maritime Museum auf der Insel Bequia: Geschichte der Insel, maritime Vergangenheit, Schifffahrts- und Walfanggeschichte.


Viele dieser Museen sind in historischen Gebäuden untergebracht, die selbst Teil des kulturellen Erbes der Insel sind. Darüber hinaus sind Freilichtmuseen und historische Gedenkstätten von Bedeutung. Plantagenhäuser zum Beispiel bieten Besuchern die Möglichkeit, die Geschichte des Landes hautnah zu erleben und mehr über die koloniale Vergangenheit, Verteidigungsanlagen und das tägliche Leben früherer Generationen zu erfahren.

Architektur

Die Architektur von Saint Vincent und den Grenadinen ist geprägt von der kolonialen Vergangenheit und den natürlichen Gegebenheiten der Inseln. Historisch dominieren britische und französische Stile, die sich in den Gebäuden der Hauptstadt Kingstown widerspiegeln. Die früheste europäische Architektur stammt aus der französischen Periode (1719 bis 1763), mit einfachen Holzhäusern und Plantagengebäuden in Barrouallie. Nach der britischen Übernahme 1763 entwickelte sich Kingstown zu einem Zentrum mit georgianischen Elementen: Symmetrische Fassaden, Bogenarkaden und Steingebäude aus lokalem Vulkangestein. Ein ikonisches Beispiel ist Fort Charlotte (erbaut 1806), eine Festung auf einem Hügel westlich von Kingstown, die mit ihren Kanonen und Bastionen die Verteidigungsarchitektur der Kolonialzeit verkörpert und heute als Museum dient. In Kingstown finden sich Gebäude wie die St. Mary's Cathedral (erbaut 1823, umgebaut im 19. Jahrhundert), die eine Mischung aus romanischen, byzantinischen und maurischen Stilen zeigt, oder das Financial Complex (das höchste Gebäude der Stadt mit zirka 18 Metern), das moderne Elemente einführt.

Traditionelle Häuser sind oft aus Holz gebaut, mit Veranden und Wellblechdächern, um den tropischen Regen abzuleiten – ein Stil, der in ländlichen Gebieten und auf den Grenadinen-Inseln (z. B. Bequia) überwiegt. Indigene Einflüsse sind in Petroglyphen (Felsgravuren der Kalinago) sichtbar, die in Höhlen wie Yambou und Layou gefunden werden und spirituelle Motive darstellen. Moderne Herausforderungen umfassen den Erhalt historischer Gebäude vor Hurrikanen und Vulkanausbrüchen, sowie den Einfluss des Tourismus, der zu neuen Resorts in karibischem Stil führt. Probleme wie mangelnde Regulierungen und Ressourcen behindern die Entwicklung einer zeitgenössischen Architektur. Insgesamt verbindet die Architektur Funktionalität mit kolonialem Erbe, wobei der Black Point Tunnel (1815 erbaut) ein weiteres Highlight ist: Ein 90 Meter langer Tunnel, der einst für den Zuckertransport genutzt wurde und heute als historisches Monument dient.

Bildende Kunst

Die bildende Kunst auf Saint Vincent und den Grenadinen ist eine dynamische Mischung aus traditionellen Handwerken, indigenem Erbe und moderner Kreativität, die oft die natürliche Schönheit der Inseln, soziale Themen und kulturelle Identität thematisiert. Die Szene ist klein, aber lebendig, mit einer neuen Generation von Künstlern, die von folkloristischen Traditionen inspiriert werden. Indigene Rock Art (Petroglyphen) der Kalinago, wie in Layou und Yambou, stellen Zeremonien und Rituale dar und gelten als älteste Kunstform der Inseln – sie sind UNESCO-Tentativlistenkandidaten. Traditionelles Handwerk umfasst Korbflechterei aus Palmenblättern, Töpferei und Holzschnitzerei, die bei Festivals und Märkten präsentiert werden.

Ein prominenter Künstler ist Nzimbu Browne, bekannt für seine Batik-Arbeiten und Gemälde, die karibische Landschaften und soziale Themen einfangen. Weitere bekannte Vertreter sind Shari Ollivierre (Beadwork, Blockdruck, Stickerei für Accessoires), Rupert Da Silva (Grafikdesign aus Rose Bank) und Künstler wie Vonnie Roudette oder Camille Alexander, die in Malerei und Skulptur tätig sind. Die Kunstszene profitiert von Ausstellungen beim Carnival und in Galerien wie der National Trust oder dem Carnegie Building. Einflüsse aus der Karibik, Afrika und Europa (zum Beispliel haitianische Malerei) prägen die Werke, die oft lebendige Farben und Motive wie das Meer, Vulkane oder Alltagsleben verwenden. Die Regierung fördert die Kunst durch das Department of Culture, doch Herausforderungen wie begrenzte Ressourcen und der Einfluss des Tourismus (zum Beispliel Souvenir-Kunst) bestehen.

Literatur

Die Literatur von Saint Vincent und den Grenadinen ist geprägt von Themen wie Kolonialismus, Identität, Natur und sozialer Ungleichheit, oft in Form von Romanen, Gedichten und Essays. Bekannte Autoren sind Cecil Browne („The Moon is Following Me“, „Journal of a Superfluous Woman“), der humorvolle und kritische Geschichten über das Inselleben schreibt, und Edgar Adams, ein Historiker und Autor von Werken wie „The History of St. Vincent“. Shake Keane (Poet und Musiker) ist für seine Jazz-inspirierten Gedichte bekannt, während Philip Nanton Essays und Biografien schreibt (zum Beispiel über Canute Calvert).

Dazu kommen Autoren wie Kenneth John (historische Texte), Inga Rhonda King („Memoirs of a Vincentian“) und Peggy Carr (Natur- und Umweltthemen). Die Literatur ist oft in Englisch oder Vincentian Creole verfasst und thematisiert die karibische Diaspora. Förderung erfolgt durch lokale Verlage und das Department of Culture, doch die Szene ist klein und international wenig bekannt.

Theater

Das Theater auf Saint Vincent hat seine Wurzeln in der Kolonialzeit und afro-karibischen Traditionen. Die Hairoun Theatre Company (gegründet 1993) ist eine der führenden Gruppen und feiert 2023 ihr 30-jähriges Jubiläum mit Stücken zu lokalen Themen. Die Urban Expression Theatre Company ist bekannt für moderne Produktionen.

Jährliche Festivals wie der National Theatre Arts Festival (November, organisiert vom SVG National Performing Arts Guild) bringen Schulen, Gemeinden und Theatergruppen zusammen. Der Carnival integriert Theater-Elemente in Mas-Paraden. Historisch beeinflussten britische und französische Einflüsse das Theater, das heute soziale Themen wie Armut und Identität behandelt.

Film

St. Vincent war einer der Drehorte für Fluch der Karibik. Man ließ zusätzliche Bootsstege und Gebäude fertigen, die für die Dreharbeiten als Szenerie nötig waren. Für die Dreharbeiten konnten mehrere 100 Einheimische als Unterstützung für die Filmmannschaft bei den Dreharbeiten eingestellt werden.

Die Filmindustrie ist jung und wachsend, mit dem Hairouna Film Festival (HFF, seit 2021) als zentralem Event, das lokale und internationale Filme zeigt. Bekannte Filmemacher sind Aiko (Gründerin des HFF) und Akley Olton („Island Rebel“-Projekte). Internationale Produktionen wie Pirates of the Caribbean (Teile in St. Vincent gedreht) haben die Inseln bekannt gemacht. Die Regierung plant eine National Film Commission für Förderung. Herausforderungen sind fehlende Infrastruktur, doch das Potenzial als Drehort wächst.

Musik und Tanz

Zu den typischen Musikstilen der Insel gehören Big drum, Calypso, Soca, Steelpan und Reggae. String band Musik, Quadrille und Bele sowie traditionelles musikalisch untermalten Geschichtenerzählen gehören ebenfalls dazu..

Die Wurzeln der vincentianischen Musik liegen in den afro-karibischen Traditionen der versklavten Afrikaner und der Garifuna (Black Caribs). Die Trommelmusik ist das Herzstück: Die Garifuna pflegen bis heute die Dügü-Zeremonie (auch „Ancestral Dance“ genannt), eine mehrtägige spirituelle Feier, bei der die Ahnen durch intensive Trommelrhythmen, Gesang und Tanz herbeigerufen werden. Die Trommeln – darunter die tiefe Gumbe-Trommel, die Bass Drum und die Bamboo-Trommel – dienen als „sprechende Trommeln“ und übermitteln Botschaften. Diese Rituale finden vor allem in den nördlichen Dörfern wie Owia und Fancy statt und sind eine der letzten lebendigen Verbindungen zur afrikanisch-karibischen Vergangenheit.

Ein weiteres Erbe ist der Bele (oder Bélé), ein sinnlicher Partner- und Gruppentanz mit schnellen Hüftbewegungen, der von den Sklaven aus afrikanischen und französischen Elementen entwickelt wurde. Ebenso verbreitet ist der Quadrille – ein europäisch-kolonialer Gesellschaftstanz, der von den Plantagenarbeitern übernommen und mit karibischen Rhythmen aufgepeppt wurde. Beide Tänze werden heute noch bei Hochzeiten, Familienfesten und kulturellen Veranstaltungen getanzt.

Seit den 1950er Jahren ist der Calypso die wichtigste populäre Musikform. Calypso-Texte sind oft satirisch, politisch, humorvoll oder sozialkritisch und kommentieren aktuelle Ereignisse. Der bekannteste vincentianische Calypsonianer ist Becket (Becket L. D. A. L. Becket), der viele Jahre lang den nationalen Calypso-Wettbewerb dominierte. Jährlich findet im Rahmen des Vincy Mas Carnival ein großer Calypso-Wettbewerb statt, bei dem die „Calypso Monarch“ gekürt wird. Klassische Calypso-Instrumente sind Steelpan, Gitarre, Bass und Trommeln.

In den 1980er und 1990er Jahren löste Soca („Soul Calypso“) den klassischen Calypso weitgehend ab. Soca ist schneller, tanzbarer und energiegeladener, oft mit elektronischen Beats und starkem Bass. Die größten Stars sind Nacho (Nacho King), Skar, Fireman (Fireman Wayne) und Tallpree. Soca ist die dominierende Musik beim Carnival: Tausende Menschen tanzen in farbenfrohen Kostümen („Mas Bands“) zu den „Road Marches“ durch die Straßen von Kingstown und anderen Orten.

Reggae und Dancehall sind bei der jüngeren Generation sehr beliebt. Vincentianische Reggae-Künstler wie Rasta Road und internationale Stars wie Sizzla treten regelmäßig auf. Die Rastafari-Bewegung ist stark vertreten – viele junge Menschen tragen Dreadlocks, hören Reggae und leben nach Rastafari-Prinzipien. Reggae-Festivals und Konzerte sind fester Bestandteil des kulturellen Lebens.

Typische Instrumente sind:

  • Steelpan (Steel Drum) – vor allem aus Trinidad importiert, aber in Vincentian Bands sehr beliebt
  • Trommeln (Gumbe, Bass Drum, Snare)
  • Bamboo- und Konch-Muscheln
  • Maracas, Agogo-Glocken und Shakers
  • Gitarre, Bass und Synthesizer in modernen Bands


Heute nutzen viele Künstler digitale Studios und Plattformen wie YouTube, TikTok und lokale Radiosender (WE FM, Hill FM), um ihre Musik zu verbreiten. Der Vincy Mas Carnival (Juni/Juli) ist das wichtigste kulturelle Ereignis des Jahres. Er beginnt mit dem Nine Mornings (neun Tage vor Weihnachten) und kulminiert im Carnival Tuesday mit dem großen Straßenumzug („J’Ouvert“ und „Mas Parade“). Tausende Menschen tanzen zu Soca, Calypso und Reggae, begleitet von farbenprächtigen Kostümen, die oft afrikanische, karibische oder fantasievolle Motive zeigen.

Weitere auf der Insel verbreitete Stilrichtungen sind Ringbang, eine Mischung aus Soca, Reggae und Dancehall, Chutney Soca, eine Fusion aus indischer Musik und Soca, vor allem in der indischen Gemeinschaft, sowie Gospel und Contemporary Christian Music, beide weit verbreitet in den Kirchen.

Der populärste Interpret vincentischer Musik ist Marlon Roudette, Leadsänger der Band Mattafix. Deren Hit Big City Life war Nummer eins der Charts von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Italien und Neuseeland. Andere bekannte Sänger sind Kevin Lyttle (Turn Me On), Alston „Becket“ Cyrus (Teaser), Bomani, Maddzart, Skarpyon und Jamesy P. Im Juli 2007 wurde Problem Child Gewinner des Road March mit dem Song Party Animal. Wichtigste Aufnahmestudios sind Skakes Studio, JR Studios, Sky studio und Non-fiction Recordings.

Kleidung

Die Kleidung auf Saint Vincent und den Grenadinen ist eine Mischung aus modernen westlichen Stilen und traditionellen Elementen, die vor allem bei kulturellen Anlässen sichtbar werden. Im Alltag tragen die Menschen leichte Baumwollkleidung wie T-Shirts, Shorts, Sommerkleider und Sandalen, angepasst an das tropische Klima der Insel. In Städten und touristischen Gebieten ist internationale Mode weit verbreitet, während in ländlichen Regionen eher praktische Kleidung bevorzugt wird.

Traditionelle Trachten spiegeln die afrikanischen Wurzeln, karibischen Einflüsse und britische Kolonialgeschichte wider. Frauen tragen oft farbenfrohe Röcke, Blusen und Kopftücher, während Männer Hemden aus bunten Stoffen mit Hosen oder Leinenhosen kombinieren. Bei festlichen Anlässen kommen aufwendigere Kostüme und Westen zum Einsatz, die afrikanische Muster und karibische Designs aufgreifen.

Besonders auffällig sind die Trachten beim Vincy Mas Carnival und anderen kulturellen Festivals, bei denen bunte Kostüme mit Perlen, Federn, Pailletten, Masken und Hüten getragen werden. Diese Kostüme sind Ausdruck von Kreativität, kulturellem Stolz und nationaler Identität. Auch Schulen und traditionelle Tanzgruppen nutzen oft historische Kostüme, die koloniale Kleidung mit afrikanischen Elementen verbinden. Insgesamt zeigt die Kleidung auf Saint Vincent eine lebendige Verbindung von Alltagstauglichkeit und kultureller Tradition, die besonders bei Festen und Zeremonien sichtbar wird.

Kulinarik und Gastronomie

Zahlreiche Fischspezialitäten wie Red Snapper oder Lambi (eine Meermuschelart, ähnlich wie Abalone) stehen auf der Speisekarte. Die ausgezeichnete Calaloo-Suppe und Souse (eine Soße aus Schweinsfüßen) sollten ebenso probiert werden wie das Sea-moss-Getränk. Zu bestimmten Jahreszeiten wird auch einheimischer Hummer angeboten. Man trinkt dazu einheimisches Bier und Rum (oft als Punsch und in Cocktails) und diverse exotische Fruchtsäfte.

Zu den wichtigsten Lebensmitteln zählen Wurzelgemüse wie Yams, Kassava, Süßkartoffeln und Brotfrucht, Reis, Bohnen sowie verschiedene tropische Früchte wie Mango, Papaya, Ananas, Bananen und Guaven. Fisch und Meeresfrüchte wie Lobster, Garnelen, Krabben, Thunfisch und Schnapper sind besonders beliebt, da sie frisch aus den umliegenden Gewässern stammen. Hühnchen, Rind- und Ziegenfleisch werden ebenfalls häufig verwendet, insbesondere in Eintöpfen, gegrillt oder als Teil von Festtagsgerichten.


Typische Gerichte

Callaloo: Ein Gericht aus Blattgemüse (ähnlich Spinat), oft mit Kokosmilch und Gewürzen gekocht.

Roast Breadfruit: Gebackene oder gegrillte Brotfrucht, die als Beilage zu Fisch oder Fleisch serviert wird.

Fried Jackfish oder Flying Fish: Fischgerichte, die meist frittiert und mit lokalen Saucen kombiniert werden.

Pelau: Ein Reisgericht mit Fleisch, Bohnen, Gemüse und Kokosmilch, das besonders beliebt bei Festen ist.

Pepperpot oder Stew: Eintöpfe aus Fleisch oder Fisch mit Wurzelgemüse, oft kräftig gewürzt.

Straßenmärkte und Garküchen bieten schnelle, preiswerte Speisen wie Fried Fish, Bake and Saltfish, frittierte Teigbällchen oder Süßkartoffelpommes. Auch Tropenfruchtsäfte und frische Smoothies sind weit verbreitet. Diese Angebote sind nicht nur für Einheimische praktisch, sondern auch für Touristen eine Gelegenheit, die Aromen der Insel direkt zu erleben.

Die Gastronomie spielt eine zentrale Rolle bei Festen wie dem Vincy Mas Carnival, Nationalfeiertagen oder kirchlichen Feierlichkeiten. Spezielle Gerichte wie Roast Pig, Jerk Chicken oder Festival Bread werden traditionell zubereitet und sind Ausdruck von Gemeinschaft, Kultur und karibischer Lebensfreude.

Neben traditionellen Gerichten hat sich die gehobene Gastronomie auf Saint Vincent entwickelt, insbesondere in Hotels, Resorts und Restaurants, die internationalen Standards entsprechen. Hier werden lokale Zutaten kreativ mit internationalen Kochtechniken kombiniert, wodurch eine Fusion-Küche entsteht, die sowohl Einheimische als auch Besucher anspricht.

Festkultur

Das wichtigste Fest des Jahres ist der Carnival. Nationalfeiertag ist der 27. Oktober zur Erinnerung an die Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1979.


Feiertage:

1. Januar New Year's Day Neujahr
Anfang April Good Friday Karfreitag, vor dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond
Anfang April Easter Ostern
1. Mai Labour Day Tag der Arbeit
Anfang Juni Pentecost Pfingsten
Anfang Juni Corpus Christi Fronleichnam
7. August Liberation Day Tag der Sklavenbefreiung
27. Oktober Independence Day Unabhängigkeitstag
25. Dezember Christmas Day Weihnachtstag
26. Dezember Boxing Day Stefanitag


Der Vincy Mas Carnival findet jedes Jahr in den Monaten Juli und August statt. Als Ausdruck karibischer Lebensfreude kombiniert der Carnival Musik, Tanz, farbenprächtige Kostüme und eine Vielzahl von gesellschaftlichen Veranstaltungen. Die Wurzeln des Vincy Mas liegen in den Feierlichkeiten der Sklavenbefreiung und den britischen Kolonialfesten, doch im Laufe der Zeit hat er sich zu einem modernen Festival entwickelt, das die kulturelle Identität der Inselbewohner feiert.

Zentrales Element des Vincy Mas sind die farbenfrohen Paraden, bei denen Bands und Gruppen in aufwendigen Kostümen durch die Straßen ziehen. Diese Kostüme sind reich verziert mit Federn, Perlen, Pailletten und bunten Stoffen und spiegeln sowohl afrikanische als auch karibische Einflüsse wider. Musik spielt eine entscheidende Rolle: Soca, Calypso und Steelband-Klänge bestimmen den Rhythmus der Feierlichkeiten und laden Einheimische und Besucher gleichermaßen zum Tanzen ein.

Neben den Paraden gehören Wettbewerbe, Musikshows, Straßenfeste und Schönheitswahlen zu den festen Programmpunkten des Festivals. Der Vincy Mas Carnival bietet nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Plattform für lokale Künstler, Musiker und Tänzer, ihr Können zu präsentieren. Darüber hinaus trägt das Festival zur Förderung des Tourismus bei, da Besucher aus der gesamten Karibik und international die Gelegenheit nutzen, die lebendige Kultur Saint Vincents hautnah zu erleben.

Medien

Saint Vincent hat eine eher kleine Medienszene. Im Bereich Rundfunk spielen Radiosender eine besonders wichtige Rolle, da sie auch abgelegene Gebiete zuverlässig erreichen. Zu den bekanntesten gehören NBC Radio, Hot 97 und WE FM, die Nachrichten, Musikprogramme, kulturelle Beiträge und Live-Diskussionen anbieten. Fernsehen ist weniger dominant, doch die staatliche SVG Broadcasting Corporation betreibt lokale TV-Programme, die nationale Nachrichten, politische Debatten, Sportereignisse und Bildungsinhalte ausstrahlen.

Die Printmedien bestehen hauptsächlich aus wenigen lokalen Zeitungen und Wochenblättern. Die traditionsreichsten sind The Vincentian, The News und The Searchlight, die sowohl gedruckt als auch online erscheinen und regionale Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport abdecken. Ergänzt werden sie von kleineren Publikationen und Kirchenblättern, die eine eher spezialisierte Leserschaft bedienen.

In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Online-Medien stark zugenommen. Viele Einwohner informieren sich inzwischen über digitale Nachrichtenseiten, soziale Netzwerke oder Livestreams der Radiosender. Plattformen wie iWitness News oder News784 bieten schnelle, ortsunabhängige Berichterstattung und haben insbesondere für die jüngere Bevölkerung eine zentrale Rolle übernommen. Insgesamt präsentiert sich die Medienlandschaft des Landes als Mischung aus traditionellen und modernen Formaten, die gemeinsam ein breites Spektrum an Informations- und Unterhaltungsangeboten für die Bevölkerung bereitstellen.


Zeitungen:

  • The News (wöchentlich, Auflage 6.000)
  • Searchlight (wöchentlich, Auflage 5.000)
  • The Vincentian (wöchentlich, Auflage 4.000)


Fernsehen:

  • SVG Broadcasting Corporation (staatlich)
  • private Kabelgesellschaft Karib Cable


Radio:

  • Radio 705 (staatlich)
  • Cross Country Media, HITZ FM, Hot 97, HE FM, Nice Radio (privat)

Kommunikation

Briefmarken sind in den Läden erhältlich, in denen Postkarten gekauft werden können. Hotelrezeptionen nehmen Briefsendungen für ein Trinkgeld von ca. 1 US$ entgegen. Öffnungszeiten der Postämter sind Mo-Fr 08.30-15.00 Uhr, Sa 08.30-11.30 Uhr. Mobil telefoniert wird über GSM 850/900/1800. Netzbetreiber sind Cable & Wireless Caribbean Cellular und Wireless Ventures (St. Vincent) Ltd.


Postdaten:

  • Postanschrift:  Saint Vincent
  • Telefon-Vorwahl:  001784


Hauptanbieter im Internet-Bereich ist Caribsurf (Internet: www.caribsurf.com). Internet-Cafes gibt es nur in der Hauptstadt. Im Juni 2011 nutzten rund 40.000 Einwohner das Facebook.

Sport

Sport nimmt auf Saint Vincent and the Grenadines einen wichtigen Platz im gesellschaftlichen Leben ein und ist eng mit Schule, Gemeinschaft und nationalem Stolz verbunden. Die am weitesten verbreitete Sportart ist Cricket, das wie in vielen Teilen der englischsprachigen Karibik eine lange Tradition hat. Viele Gemeinden verfügen über eigene Cricketfelder, und talentierte Spieler nehmen an regionalen Turnieren teil oder schaffen sogar den Sprung in die Auswahlmannschaften der West Indies. Cricket dient nicht nur als Freizeitbeschäftigung, sondern oft auch als wichtiges soziales Ereignis, bei dem ganze Dörfer zusammenkommen.

Neben Cricket spielt Fußball eine immer größere Rolle. Der Fußballverband des Landes organisiert Ligen und Nachwuchswettbewerbe, und der Sport erfreut sich besonders bei Jugendlichen großer Beliebtheit. Nationale Spiele im Arnos Vale Stadium ziehen regelmäßig viele Zuschauer an. Auch Leichtathletik ist von Bedeutung, vor allem durch die Teilnahme vincentischer Sportler an internationalen Wettbewerben, einschließlich der Olympischen Spiele. Auf Schul- und College-Ebene werden jährlich Leichtathletik-Wettkämpfe veranstaltet, die hohes Engagement von Schülern und Lehrern zeigen.

Weitere populäre Sportarten sind Netzball, der vor allem unter Mädchen und Frauen weit verbreitet ist, sowie Basketball, das in den städtischen Gebieten zunehmend Anhänger gewinnt. Besonders hervorzuheben ist auch die Rolle des Segel- und Wassersports, der aufgrund der Insellage besondere Chancen bietet. In den Grenadinen sind Segelregatten, Tauchen, Schwimmen und Wassersportfestivals feste Bestandteile der lokalen Kultur und des Tourismus.

Olympische Spiele

The St. Vincent and the Grenadines National Olympic Committee wurde 1982 gegründet und 1987 offiziell anerkannt. Von 1988 an nahm das Land an insgesamt neun Olympischen Sommerspielen teil. Bislang konnten keine Medaillen errungen werden.

Cricket

Cricket ist die dominierende Sportart auf Saint Vincent und nimmt eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Insel ein. Wie in vielen karibischen Staaten hat das Spiel hier historische Wurzeln, die bis in die britische Kolonialzeit zurückreichen. Damals wurde Cricket von den Kolonialherren eingeführt und entwickelte sich schnell zu einer beliebten Freizeitaktivität unter der lokalen Bevölkerung. Heute gilt Cricket nicht nur als Sport, sondern auch als soziales und kulturelles Ereignis, das Generationen miteinander verbindet.

Die Organisation des Crickets auf Saint Vincent erfolgt hauptsächlich über den Saint Vincent and the Grenadines Cricket Association (SVGCA), die sowohl Ligen, Turniere als auch Nachwuchsprogramme koordiniert. Die Insel verfügt über mehrere Cricketplätze, von denen das Arnos Vale Stadium in der Hauptstadt Kingstown der bekannteste und modernste ist. Hier finden sowohl nationale als auch regionale Wettkämpfe statt, einschließlich der Spiele der Windward Islands, die Teil der westindischen Cricketliga sind.

Cricket wird auf der Insel auf verschiedenen Ebenen gespielt: von der Schule über lokale Vereinsmannschaften bis hin zu nationalen Auswahlteams. Schulturniere und Jugendwettbewerbe fördern nicht nur sportliche Talente, sondern dienen auch der sozialen Integration und der Förderung von Disziplin und Teamgeist. Viele Kinder und Jugendliche träumen davon, eines Tages in den westindischen Auswahlmannschaften zu spielen oder sogar international Karriere zu machen.

Auf der Insel selbst genießt Cricket besonders während regionaler Turniere und internationaler Begegnungen enorme Popularität. Spiele ziehen zahlreiche Zuschauer an, die nicht nur das Spiel verfolgen, sondern auch die damit verbundenen gesellschaftlichen Ereignisse genießen, wie Musik, Essen und gemeinschaftliches Feiern. Lokale Cricketclubs wie der Derrick Ricardo Cricket Club oder der Ratho Mill Cricket Club haben historische Bedeutung und sind oft das Herzstück ihrer Gemeinden.

Darüber hinaus ist Cricket auf Saint Vincent ein Instrument der nationalen Identität. Spieler wie Sunil Ambris und Obed McCoy, die in regionalen und internationalen Wettbewerben erfolgreich sind, werden zu Vorbildern und tragen das Ansehen der Insel weit über die karibischen Grenzen hinaus. Das Spiel fördert nicht nur sportliche Exzellenz, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Stolz auf die eigene Kultur und Geschichte.

Fußball

Der Fußball des Landes wird durch die Saint Vincent and the Grenadines Football Federation organisiert. Sie wurde 1979 gegründet und trat 1988 der FIFA und CONCACAF bei. Um die nationale Meisterschaft kämpfen 12 Mannschaften. Die NLA Premier League wurde 1998 geschaffen und 2009 neu gegründet. Die wichtigsten Fußballvereine sind:

  • Avenues United (Kingstown)
  • Bequia United
  • BESCO Pastures
  • Camdonia Chelsea
  • Digicel Jebelle
  • Dove
  • Greggs
  • Hope International
  • Parkside Rollers
  • Prospect United
  • Sion Hill
  • SV United
  • System 3
  • Toni Store Jugglers


Die bisherigen Meister waren:

  • 1998/99: Camdonia Chelsea SC (Lowmans)
  • 2003/04: Hope International FC
  • 2004/05: Universal Mufflers Samba FC
  • 2005/06: Hope International FC
  • 2009/10: Avenues United FC (Kingstown)
  • 2010/11: Avenues United FC (Kingstown)
  • 2012: Avenues United FC (Kingstown)
  • 2013/14: BESCO Pastures
  • 2014: Hope International FC
  • 2016: System 3
  • 2017: Avenues United FC (Kingstown)
  • 2018/19: BESCO Pastures
  • 2019/20: Hope International FC
  • 2022/23: Jebelle FC
  • 2024/25: North Leeward Predatorts


Meistertitel:

Club Meisterjahre Anzahl
Hope International FC 2003/04, 2005/06, 2014/15, 2019/20 4
Avenues United FC 2009/10, 2010/11, 2012, 2017 4
Pastures United FC 2013/14, 2018/19 2
Camdonia Chelsea SC 1998/99 1
Universal Mufflers Samba FC 2004/05 1
System 3 FC 2016 1
Jebelle FC 2022/23 1
North Leeward Predatorts 2024/25 1


Die vincentische Fußballnationalmannschaft hat den Spitzznamen Vincy Heat. Sie gehört zu den besseren der kleinen karibischen Nationalmannschaften des Kontinentalverbandes CONCACAF. Bisher ist es der Mannschaft noch nicht gelungen, sich für die Fußball-Weltmeisterschaft zu qualifizieren. 1996 konnte man sich jedoch einmal für den CONCACAF Gold Cup qualifizieren, kam jedoch nicht über die Vorrunde hinaus.

Im Rahmen der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika trifft das Team in der zweiten Runde der CONCACAF-Zone auf die Nationalmannschaft Kanadas. Das Hinspiel am 15. Juni 2008 fand in Kingstown (St. Vincent und die Grenadinen), das Rückspiel am 20. Juni in Montreal (Kanada) statt. Beide Spiele gingen deutlich (0:3 und 1:4) verloren. Somit schied die Mannschaft aus.

Die Gesamtstatistik hat mit Stand 2025 folgendes Aussehen:

Gegner Sp S U N T+ T-
Anguilla 4 4 0 0 15 1
Antigua und Barbuda 10 3 2 5 17 13
Aruba 2 1 0 1 3 2
Bahamas 3 1 1 1 4 4
Barbados 16 5 5 6 21 25
Belize 4 2 1 1 6 4
Bermuda 4 2 1 1 11 9
Bonaire 3 2 1 0 6 3
Britische Jungferninseln 5 4 1 0 21 1
Cayman Inseln 3 1 2 0 7 3
Costa Rica 3 0 0 3 1 13
Curacao 3 2 0 1 5 5
Dominica 15 8 3 4 18 13
Dominikanische Republik 2 1 0 1 1 2
El Salvador 5 1 0 4 7 16
Französisch Guyana 4 2 0 2 7 8
Grenada 24 9 7 8 38 33
Guadeloupe 4 1 0 3 2 5
Guatemala 6 0 0 6 3 33
Guyana 8 3 3 2 13 12
Haiti 5 0 1 4 4 18
Honduras 6 0 0 6 4 36
Jamaika 11 1 2 8 8 26
Kanada 3 0 0 3 2 9
Kuba 7 1 1 5 4 11
Martinique 9 4 1 4 12 20
Mexico 7 0 0 7 1 36
Montserrat 5 5 0 0 31 1
Niederländijsche Antillen 2 0 2 0 3 3
Nicaragua 7 2 3 2 11 12
Puerto Rico 3 2 0 1 10 3
Saint Kitts und Nevis 12 4 4 4 16 16
Saint Lucia 16 8 2 6 38 21
Sint Maarten 1 0 0 1 2 4
Suriname 8 3 2 3 10 12
Trinidad und Tobago 16 5 1 10 16 43
Turks und Caicos Inseln 1 0 0 1 2 3
US Jungferninseln 2 2 0 0 14 1
USA 2 0 0 2 1 12

Persönlichkeiten

Die wichtigsten Persönlichkeiten des Inselstaats waren bzw. sind:

  • Joseph Chatoyer (gestorben 1795), Garifuna/Kariben-Anführer, Nationalheld
  • Ebenezar Joshua (1908 bis 1991), Politiker, erster Chief Minister
  • Gertrude Isabel Blackman Protain (1914 bis 2005), Lehrerin, Politikerin, Frauenrechts-Pionierin
  • Shake Keane (1927 bis 1997), Jazzmusiker und Dichter
  • Sir James Mitchell (1931 bis 2021), Politiker, ehemaliger Premierminister
  • Sir Frederick Nathaniel Ballantyne (1936 bis 2020), Arzt, Kardiologe, Governor-General
  • Parnel Campbell (* 1940), Jurist, ehemaliger Generalstaatsanwalt
  • Ralph Gonsalves (* 1946), Politiker, Premierminister
  • Lucien “Saluche” Small (1948 bis 2007), Komiker und Radiopersönlichkeit
  • Frankie Lucas (1953 bis 2023), Boxer, Commonwealth-Meister
  • H.E. Susan Dougan (* 1955), Diplomatin, Governor-General
  • Adonal Foyle (* 1975), Basketballspieler (NBA)
  • Alison “Alaine” Cox (* 1983), Leichtathletin, Olympionikin
  • Alexis Rivera (* 1991), Musiker / Sänger (Soca/Kalypso)

Fremdenverkehr

Eine wichtige Einnahmequelle des Landes ist der Tourismus, insbesondere der Kreuzfahrt- und Yachttourismus. St. Vincent und die Grenadinen plant den Bau eines internationalen Flughafens, der dem Tourismussektor weiteren Auftrieb verleihen könnte. Zudem verfügt das Land über einen kleinen Finanzdienstleistungssektor.

Saint Vincent bietet eine vielfältige Auswahl an Unterbringungsmöglichkeiten für den Fremdenverkehr, die von einfachen Gästehäusern bis hin zu komfortablen Hotels und hochwertigen Resorts reicht. Viele Besucher entscheiden sich für mittelgroße Hotels oder Resorts an der Küste, die häufig über Pools, Restaurantservice und teilweise auch eine eigene Marina verfügen. Beispiele hierfür sind das Blue Lagoon Hotel & Marina oder das Mariners Hotel, die besonders für Reisende geeignet sind, die einen angenehmen Standard zu moderaten Preisen wünschen.

Für Gäste, die es ruhiger oder persönlicher mögen, gibt es zahlreiche Gästehäuser und kleinere Pensionen, die meist familiengeführt sind und eine preiswerte, authentische Unterkunft ermöglichen. Diese eignen sich vor allem für Individualreisende, Backpacker oder Touristen, die Wert auf direkten Kontakt zur lokalen Bevölkerung legen. Darüber hinaus stehen Ferienwohnungen, Apartments und Villen zur Verfügung, die sich vor allem für Familien, Langzeitreisende und Gruppen anbieten. Sie bieten oft eine Küche, mehrere Zimmer und mehr Privatsphäre, was sie besonders flexibel macht.


Ein- und Ausreise:

  • Reisedokumente: Für die Einreise nach St. Vincent und die Grenadinen und einer Aufenthaltsdauer von bis zu 90 Tagen benötigen deutsche und österreichische Staatsangehörige kein Visum, bloß einen gültigen Reisepass. Flugreisende sollten im Besitz eines Weiter- oder Rückflugtickets sein.
  • Impfungen: Bei der direkten Einreise aus Europa sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen. Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird für alle Reisenden älter als 12 Monate bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet gefordert. Empfohlen wird ein Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder bei besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B. und Typhus.
  • Zollbestimmungen: Die Einfuhr von Waffen (auch Schreckschusspistolen, Taucher- und Bootssignalpistolen) ist nur mit vorheriger, besonderer Einfuhrgenehmigung erlaubt.
  • Reisen mit Kfz: Das Fahren von Kfz ist nur mit einem lokalen Führerschein gestattet, der gegen Vorlage des deutschen Führerscheines bei der Einreise am Flughafen erworben werden kann. Die Gebühr hierfür beträgt zurzeit zirka 50,00 XCD.
  • Umgangsformen: Die Inselbewohner lieben den althergebrachten einfachen, ruhigen Lebensstil und heißen Besucher herzlich willkommen.
  • Trinkgeld: 10 % Trinkgeld ist angemessen.
  • Reisezeit: Die milde Temperatur auf St. Vincent zeigt ganzjährig kaum Veränderungen. Januar bis Mai sind die trockensten Monate und die beste Zeit zu reisen, allerdings sind sie auch der Höhepunkt der touristischen Saison. Die feuchteren Monate können ebenfalls schön sein, vor allem da die Inseln zu dieser Zeit üppig grün sind.

Literatur

Reisebereichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Discover SVG (Saint Vincent Tourismus) = https://discoversvg.com/

Minimalist Journeys: Discover Saint Vincent and the Grenadines = https://www.minimalistjourneys.com/st-vincent-and-the-grenedines-highlights/

Forum

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