Guernsey (Dgèrnésy): Unterschied zwischen den Versionen

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* schottisch:  Guernsey
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* schwedisch:  Guernsey
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* serbisch:  Гернси [Gernsi]
* serbisch:  Гернси [Gernsi]
* sindhi:  گورنسی [Guernsi]
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* singalesisch: ග්වර්න්සි [Gwārnsi]
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* sizilianisch:  Gernsei
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* slowakisch:  Guernsey
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=== '''Zeitzone''' ===
=== '''Zeitzone''' ===
In Guernsey gilt die '''Universal Standard Time''' (Universalzeit), kurz UTC, veraltet '''''Greenwich Mean Time''''' (Westeuropäische Zeit), abgekürzt GMT (WEZ), eine Stunde hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ). Die Realzeit liegt um 10 bis 11 Minuten hinter der UTC.
In Guernsey gilt die '''Universal Standard Time''' (Universalzeit), kurz UTC, ehemals ''Greenwich Mean Time'' (Westeuropäische Zeit), abgekürzt GMT (WEZ), eine Stunde hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ). Die Realzeit liegt um 10 bis 11 Minuten hinter der UTC.


== '''Fläche''' ==
== '''Fläche''' ==
Das Bailiwick Guernsey hat eine Gesamtfläche von 78,1 km² bzw. 30,1 mi², nach neueren Messungen 77,82 km² bzw. 30,05 mi². Die 63,4 km² bzw. 24,48 mi², nach älteren Angaben 62,75 km²  umfassende Hauptinsel durchmisst von Nordosten nach Südwesten zwischen Fort Doyle und La Pointe de Pleinmont 14,9 km bei einer maximalen Breite zwischen Fort Hommet und Jerbourg von 8,4 km. Die Küstenblä#nbge beträgt 56 km. Die höchste Erhebung des Bailiwicks ist La Rondellerie auf der Insel Sark bei 114 m. Der höchste Punkt auf der Hauptinsel ist Hautnez im parish Castel mit 111 m (verschiedentlich werden auch 110 m angegeben). Die tiefste Stelle liegt auf Meeresniveau, die mittlere Seehöhe bei 29 m. Der maximale Tidenhub beträgt 8,8 bis 9,9 m, bei Saint Peter Port 9,2 m. Die Küstenlänge beträgt insgesamt 94 km, davon Guernsey mit 58 km, Sark mit 21 km und Alderney mit 15 km.
Das Bailiwick Guernsey hat eine Gesamtfläche von 78,1 km² bzw. 30,1 mi², nach neueren Messungen 77,82 km² bzw. 30,05 mi². Die 63,4 km² bzw. 24,48 mi², nach älteren Angaben 62,75 km²  umfassende Hauptinsel durchmisst von Nordosten nach Südwesten zwischen Fort Doyle und La Pointe de Pleinmont 14,9 km bei einer maximalen Breite zwischen Fort Hommet und Jerbourg von 8,4 km. Die Küstenblä#nbge beträgt 56 km. Die höchste Erhebung des Bailiwicks ist La Rondellerie auf der Insel Sark bei 114 m. Der höchste Punkt auf der Hauptinsel ist Hautnez im parish Castel mit 111 m (verschiedentlich werden auch 110 m angegeben). Die tiefste Stelle liegt auf Meeresniveau, die mittlere Seehöhe bei 29 m. Der maximale Tidenhub beträgt 8,8 bis 9,9 m, bei Saint Peter Port 9,2 m. Die Küstenlänge beträgt insgesamt 94 km, davon Guernsey mit 58 km, Sark mit 21 km und Alderney mit 15 km.


'''Flächenaufteilung''' 2011:
'''Flächenaufteilung''' 2011:


Wiesen und Sträucher            50,5 km²         64,7 %
* Wiesen und Sträucher 50,5 km² (64,7 %)
 
* Agrarland  19,5 km² (25,0 %)
Agrarland                               19,5 km²         25,0 %
* Verbautes Gelände  4,8 km² (6,1 %)
 
* Waldland 3,0 km² (3,8 %)
Verbautes Gelände                   4,8 km²           6,1 %
* Gewässer  0,3 km² (0,4 %)
 
== '''Geologie''' ==
Waldland                                  3,0 km²           3,8 %
Guernsey ist geologisch Teil der armorikanischen Masse in Nordwestfrankreich und gehört damit zu einer der ältesten und stabilsten Krustenregionen Europas. Die Insel zeigt eine markante Zweiteilung: Im Süden dominiert der metamorphe Komplex mit sehr alten Gesteinen, während im Norden ein jüngerer magmatischer Komplex liegt, der tiefer positioniert und landschaftlich flacher ist. Der südliche Metamorphosekomplex liegt tektonisch über dem nördlichen Bereich und besteht hauptsächlich aus hochgradig deformierten und metamorphosierten Gesteinen, die mehrere Phasen von Intrusion, Deformation und Metamorphose durchlaufen haben.
 
Gewässer                                  0,3 km²           0,4 %


== '''Geologie''' ==
Die Gesteine Guernseys umfassen insgesamt neun Hauptgesteinstypen, von denen nur zwei echte Granite sind, während der Großteil aus verschiedenen Gneisen besteht. Der Süden der Hauptinsel wird vor allem vom Icart-Gneis aufgebaut, einem augenführenden granitischen Orthogneis, dessen Protolith vor etwa 2061 Millionen Jahren als Granit intrudierte und später metamorph überprägt wurde. In diesen alten Komplex sind jüngere Einheiten eingebettet, darunter der Perelle-Gneis, ein foliierter Quarz-Diorit, der um etwa 600 Millionen Jahre alt ist und seine Foliation während der cadomischen Orogenese erhielt. Ebenfalls bemerkenswert ist der Cobo-Granite in der Cobo Bay, der ungefähr 570 Millionen Jahre alt ist. Im Norden finden sich vor allem unfoliierte calc-alkaline Plutonite wie Diorite, Tonalite und Granodiorite des Bordeaux-Diorit-Komplexes, die ebenfalls um 570 Millionen Jahre datiert werden.
Guernsey ist Teil der geologischen Provinz Frankreichs, konkret des Armorikanisches Massivs. Auffallend ist die breite geologische Trennung zwischen dem Norden und dem Süden der Insel. Der Südliche Metamorphosekomplex liegt über dem geologisch jüngeren, tiefer liegenden Nördlichen Vulkankomplex. Guernsey hat eine komplexe geologische Entwicklung durchlaufen (insbesondere die Gesteine des südlichen Komplexes), wobei mehrere Phasen der Intrusion und Deformation erkennbar sind. Guernsey setzt sich aus neun Hauptgesteinstypen zusammen; zwei davon sind Granite und der Rest Gneis.


Der Süden der Hauptinsel besteht hauptsächlich aus Icart Gneiss, der vor 2,018 Millionen Jahren entstand. In diese Schicht eingebettet ist Perelle Gneiss, der vor rund 600 Millionen Jahren geformt wurde. Der Cobo Gneiss der Cobo Bay ist etwa 570 Millionen Jahre alt. Bis etwa -5000 war die Hauotinsel mit dem Festland verbunden.
Diese geologische Vielfalt spiegelt eine lange und komplexe Entwicklung wider, bei der alte präkambrische Basementgesteine während der Cadomischen Orogenese umgearbeitet und mit jüngeren magmatischen Intrusionen überlagert wurden. Bis etwa 5000 v. Chr. war die Hauptinsel im Holozän noch mit dem europäischen Festland verbunden, erst durch den postglazialen Meeresspiegelanstieg wurde Guernsey zur Insel.


== '''Landschaft''' ==
== '''Landschaft''' ==
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Die Flora der Insel ist vielfältig und weist einige seltene und auf die Kanalinseln beschränkte Pflanzenarten auf, die anderswo in Großbritannien kaum oder gar nicht vorkommen. Die Insel gilt wegen ihrer südlichen Lage im britischen Raum als Heimat besonderer Pflanzenarten und seltener Farnarten.
Die Flora der Insel ist vielfältig und weist einige seltene und auf die Kanalinseln beschränkte Pflanzenarten auf, die anderswo in Großbritannien kaum oder gar nicht vorkommen. Die Insel gilt wegen ihrer südlichen Lage im britischen Raum als Heimat besonderer Pflanzenarten und seltener Farnarten.


Guernsey beherbergt primitive Pflanzen wie '''Quillworts (''Isoetes histrix'')''' und seltene Adder’s-tongues (Ophioglossum-Arten), die an wenigen Standorten wie Fort Hommet vorkommen. Diese Pflanzen sind für das britische Gebiet außergewöhnlich und teilweise in ihrer Zahl stark zurückgegangen.
Guernsey beherbergt primitive Pflanzen wie Quillworts (''Isoetes histrix'') und seltene Adder’s-tongues (Ophioglossum-Arten), die an wenigen Standorten wie Fort Hommet vorkommen. Diese Pflanzen sind für das britische Gebiet außergewöhnlich und teilweise in ihrer Zahl stark zurückgegangen. Es gibt einzigartige Farnhybriden wie den Guernsey Spleenwort (''Asplenium x microdon'') und die Guernsey Fern (''Asplenium x sarniense''), die nur sehr lokal vorkommen und Schutz genießen.
 
Es gibt einzigartige Farnhybriden wie den '''Guernsey Spleenwort (''Asplenium x microdon'')''' und die '''Guernsey Fern (''Asplenium x sarniense'')''', die nur sehr lokal vorkommen und Schutz genießen.
 
Unter den Blütenpflanzen ist die '''Zwerg-Veilchenart „Dwarf Pansy“ (''Viola kitaibeliana'')''' hervorgehoben, die nur auf Guernsey, Jersey und den Scilly-Inseln in der britischen Region vorkommt, aber selten und auf wenige Standorte beschränkt ist.


Guernsey ist reich an typischen Küstenpflanzen, darunter '''Sand-Krokusse (''Romulea columnae'')''', '''Mossy Stonecrop (''Crassula tillaea'')''' und seltene Gräser wie das '''Early Sand-grass (''Mibora minima'')'''.
Unter den Blütenpflanzen ist die Zwerg-Veilchenart „Dwarf Pansy“ (''Viola kitaibeliana'') hervorgehoben, die nur auf Guernsey, Jersey und den Scilly-Inseln in der britischen Region vorkommt, aber selten und auf wenige Standorte beschränkt ist. Guernsey ist reich an typischen Küstenpflanzen, darunter Sand-Krokusse (''Romulea columnae''), Mossy Stonecrop (''Crassula tillaea'') und seltene Gräser wie das Early Sand-grass (''Mibora minima'').


Die Insel verfügt über ausgedehnte Hecken- und Erdwallbiotope (Earthbanks), die über 800 km lang sind und als vielfältige Lebensräume für über hundert Pflanzenarten dienen. Darüber hinaus gibt es spektakuläre Orchideenfelder, wie die '''Bridget Ozanne Orchid Fields''', mit mehreren wilden Orchideenarten.
Die Insel verfügt über ausgedehnte Hecken- und Erdwallbiotope (Earthbanks), die über 800 km lang sind und als vielfältige Lebensräume für über hundert Pflanzenarten dienen. Darüber hinaus gibt es spektakuläre Orchideenfelder, wie die Bridget Ozanne Orchid Fields, mit mehreren wilden Orchideenarten.


Guernsey verfügt auch über typische Küstenblumen wie die '''Sea Thrift''', '''Yellow Flag Iris''', '''St John’s Wort''' und andere seltene Gehölze und Blumen, die durch das milde ozeanische Klima begünstigt werden.
Guernsey verfügt auch über typische Küstenblumen wie die Sea Thrift, Yellow Flag Iris, St John’s Wort und andere seltene Gehölze und Blumen, die durch das milde ozeanische Klima begünstigt werden.


=== '''Fauna''' ===
=== '''Fauna''' ===
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'''Pflanzen-und Tierarten'''        
'''Pflanzen-und Tierarten'''        


'''''Flora'''''
'''Flora'''


* Blütenpflanzen  1950
* Blütenpflanzen  1950


'''''Fauna'''''
'''Fauna'''


* Vögel   359
* Vögel   359
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Die Meerestemperaturen sind in den letzten Jahrzehnten leicht gestiegen und schwanken jetzt zwischen 8°C im Februar und 20°C im August. Die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten schwanken zwischen 20 km/h und 40 km/h mit Böen von über 60 km/h alle 4 bis 5 Jahre.
Die Meerestemperaturen sind in den letzten Jahrzehnten leicht gestiegen und schwanken jetzt zwischen 8°C im Februar und 20°C im August. Die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten schwanken zwischen 20 km/h und 40 km/h mit Böen von über 60 km/h alle 4 bis 5 Jahre.


'''Klimadatenn für Forest''' (15 m, 1961 bis 1990)
{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
| colspan="14" |'''Klimadatenn für Forest (15 m, 1961 bis 1990)'''
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|'''Monat'''
|'''Jan'''  
|'''Jan'''  
|'''Feb'''  
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|'''10,8'''
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|'''Niederschlag (mm)'''  
|'''Niederschlag (mm)'''  
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|102
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|'''Tage mkit mehr als 0,1 mm Niederschlag'''  
|'''Tage mkit mehr als 0,1 mm Niederschlag'''  
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|'''Tägliche Sonnenstunden'''  
|'''Tägliche Sonnenstunden'''  
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|2,4
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|'''4,94'''
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'''Klimadatenn für Guernsey Airport''' (1991 bis 2020, Extreme seit 1947)
{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
| colspan="14" |'''Klimadatenn für Guernsey Airport (1991 bis 2020, Extreme seit 1947)'''
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|'''Monat'''
|'''Jan'''  
|'''Jan'''  
|'''Feb'''  
|'''Feb'''  
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|'''Jahr'''  
|'''Jahr'''  
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|'''Höchstrekord °C (°F)'''  
|'''Höchstrekord (°C)'''  
|13,3
|13,3
(55,9)
|16,1
|16,1
(61,0)
|19,6
|19,6
(67,3)
|24,5
|24,5
(76,1)
|25,9
|25,9
(78,6)
|30,8
|30,8
(87,4)
|34,2
|34,2
(93,6)
|34,3
|34,3
(93,7)
|30,6
|30,6
(87,1)
|24,3
|24,3
(75,7)
|18,0
|18,0
(64,4)
|15,6
|15,6
 
|'''34,3'''
(60,1)
|34,3
 
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|-
|-
|'''Mittelmaximum °C (°F)'''  
|'''Mittelmaximum (°C)'''  
|9,0
|9,0
(48,2)
|8,8
|8,8
(47,8)
|10,2
|10,2
(50,4)
|12,4
|12,4
(54,3)
|15,1
|15,1
(59,2)
|17,7
|17,7
(63,9)
|19,6
|19,6
(67,3)
|19,9
|19,9
(67,8)
|18,2
|18,2
(64,8)
|15,3
|15,3
(59,5)
|12,1
|12,1
(53,8)
|9,9
|9,9
 
|'''14,0'''
(49,8)
|14,0
 
(57,2)
|-
|-
|'''Mitteltemperatur °C (°F)'''  
|'''Mitteltemperatur (°C)'''  
|7,2
|7,2
(45,0)
|6,9
|6,9
(44,4)
|8,0
|8,0
(46,4)
|9,7
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(49,5)
|12,3
|12,3
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|14,8
|14,8
(58,6)
|16,7
|16,7
(62,1)
|17,1
|17,1
(62,8)
|15,7
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|13,2
|13,2
(55,8)
|10,3
|10,3
(50,5)
|8,1
|8,1
 
|'''11,7'''
(46,6)
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(53,0)
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|-
|'''Mittelminimum °C (°F)'''  
|'''Mittelminimum (°C)'''  
|5,4
|5,4
(41,7)
|4,9
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|5,8
|5,8
(42,4)
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|9,4
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|11,8
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|13,8
|13,8
(56,8)
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|14,2
(57,6)
|13,1
|13,1
(55,6)
|11,1
|11,1
(52,0)
|8,4
|8,4
(47,1)
|6,3
|6,3
 
|'''9,3'''
(43,3)
|9,3
 
(48,7)
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|'''Tiefstrekord °C (°F)'''  
|'''Tiefstrekord (°C)'''  
|−7,8
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(18,0)
|−7,2
|−7,2
(19,0)
|−2,2
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(28,0)
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|−1,4
(29,5)
|0,1
|0,1
(32,2)
|5,4
|5,4
(41,7)
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|8,3
(46,9)
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|9,2
(48,6)
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(42,4)
|3,5
|3,5
(38,3)
|−0,8
|−0,8
(30,6)
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|−3,8
 
|'''−7,8'''
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|'''Niederschlag mm (inches)'''  
|'''Niederschlag (mm)'''  
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|63,3
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|56,6
|56,6
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|97,9
|97,9
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|'''860,9'''
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|'''Niederschlagstage (≥ 0,2 mm)'''  
|'''Niederschlagstage (≥ 0,2 mm)'''  
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|'''Schneetage'''  
|'''Schneetage'''  
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|'''Sonnenstunden'''  
|'''Sonnenstunden'''  
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|'''Anteil in %'''  
|'''Sonnenstundenanteil in %'''  
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|23,2  
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|28,3  
|22,9  
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|'''42,4'''
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== '''Mythologie''' ==
== '''Mythologie''' ==
Es gibt zahlreiche Geschichten über übernatürliche Wesen wie die ''Varou'', eine Art Dämon oder Werwolf-Figur, der menschliche Gestalt annehmen konnte. Auf Guernsey gab es den Glauben an Hexen, die sich freitags zur nächtlichen Sabbat trafen. Deshalb gilt Freitag als Unglückstag, an dem man keine neuen Unternehmungen beginnen, keine Haare schneiden oder neue Werkzeuge benutzen sollte. An einigen Häusern gibt es Sitzplätze, die für Hexen gebaut wurden, damit diese dort rasten konnten und keine Unruhe stifteten.
Die Mythologie und Folklore von Guernsey ist tief verwurzelt in einer Mischung aus keltischen, normannischen und christlichen Einflüssen und spiegelt die enge Verbundenheit der Inselbewohner mit der Natur, prähistorischen Stätten und dem Übernatürlichen wider. Die Bewohner gelten traditionell als besonders abergläubisch, und viele Bräuche und Verbote dienten dazu, Unglück abzuwenden oder Harmonie mit unsichtbaren Mächten zu wahren.
 
Zu den prominentesten übernatürlichen Wesen zählen die Pouques, kleine, hässliche und listige Feenwesen, die als zwergenhafte, oft bösartige Kreaturen beschrieben werden. Sie leben tagsüber unterirdisch in Höhlen, Dolmen oder alten Grabkammern und kommen nachts hervor, um Streiche zu spielen oder Menschen zu beeinflussen. Orte wie Le Creux es Faies, eine neolithische Passage Grave an der Westküste bei L'Erée, gelten als Eingang zur Unterwelt der Feen. Diese Höhle wird mit Legenden verbunden, wonach die Feen freitags nachts herauskommen, um sich mit Hexen zu treffen. In der Nähe liegt der berühmte Feenring bei Pleinmont, wo man dreimal im Kreis laufen und dabei einen Wunsch äußern soll, damit er in Erfüllung geht – eine Praxis, die bis heute in Erzählungen und Tourismus lebendig gehalten wird. Solche Ringe oder alte Steinkreise werden als Treffpunkte der Pouques betrachtet, und es heißt, dass man sie nicht stören darf, um keinen Fluch heraufzubeschwören.
 
Hexen spielen eine zentrale Rolle in der Guernsey-Folklore. Man glaubte, dass sie freitags nachts zu geheimen Sabbaten zusammenkamen, oft am Catioroc-Kap oder anderen abgelegenen Orten. Freitag galt deshalb als Unglückstag: An diesem Tag begann man keine neuen Vorhaben, schnitt keine Haare, benutzte keine neuen Werkzeuge und vermied riskante Tätigkeiten, da die Hexen besonders aktiv waren. Um Hexen gnädig zu stimmen und sie davon abzuhalten, Unheil über Häuser zu bringen, baute man an manchen Gebäuden spezielle "Witch's Seats" oder "Hexensitze" – kleine steinerne Vorsprünge oder Bänke an Außenwänden. Die Hexen sollten dort rasten können, statt durch Schornsteine oder Türen einzudringen und Chaos zu stiften. Solche Sitze sind heute noch an alten Häusern oder Pubs wie dem Longfrie Inn zu sehen und werden als kulturelles Erbe präsentiert.


''Pouques'' sind kleine, hässliche Feenwesen, die unsichtbar sind, tagsüber unterirdisch leben und nachts in die Welt kommen. Sie werden oft mit bestimmten Orten wie Höhlen oder Dolmen verbunden. Die Feen sind allgegenwärtig, insbesondere an der Westküste mit Orten wie der ''Feenhöhle'' (Le Creux es Faies) oder dem ''Feenring'' bei Pleinmont, wo man dreimal um den Ring laufen soll und dabei einen Wunsch äußern kann, der dann in Erfüllung geht. Zu den übernatürlichen Wesen gehört auch ein riesiger schwarzer Hund, ''Lé Tchico'' oder ''La Bête'', der als unheilvoller Geist und Wächter alter Stätten gilt.
Eine weitere dämonische Figur ist der Varou, eine Art Werwolf oder Gestaltwandler-Dämon, der menschliche Form annehmen konnte und als bedrohlich galt. Er verkörpert die Angst vor dem Ungezähmten und Übernatürlichen in der Nacht.


Die Inselbewohner haben den Ruf, besonders „abergläubisch“ zu sein. Zum Beispiel vermeiden Fischer, zu sagen, sie gehen „fischen“, aus Angst, die Fische könnten das hören und verschwinden. Familien informieren die Bienen über wichtige Neuigkeiten, da Bienen und Honig traditionell sehr geschätzt werden. Das Abweichen von Aberglauben galt als riskant für Gesundheit und Glück.
Besonders unheilverkündend ist Lé Tchico oder La Bête, ein riesiger schwarzer Hund, der als Geist oder Omen erscheint. Dieser kopflose oder kettenrasselnde Phantomhund, oft mit glühenden Augen, gilt als Todesbote – sein Erscheinen prophezeit den Tod des Zeugen oder eines Angehörigen. Er wird mit alten Stätten, Kreuzwegen oder Türmen wie Tower Hill assoziiert, wo "la Bête de la Tour" nur gehört, aber nie gesehen wird. Eine Variante verbindet ihn mit dem Geist des ehemaligen Bailiffs Gaultier de la Salle, der 1320 hingerichtet wurde. Solche schwarzen Hunde sind ein weit verbreitetes Motiv in der europäischen Folklore, auf Guernsey aber besonders stark mit Tod und alter Schuld verknüpft.


Um Mitternacht an Heiligabend, so heißt es, sol das Vieh knien und das Christkind anbeten, und alle Wasser verwandeln sich zu Wein. Wer dem neugierig zuschauen wollte, wurde angeblich mit Todesstrafe bedroht. Außerdem gibt es Rituale wie das ''Wassail'', bei dem man im Winter Apfelwein trinkt und mit Lärm böse Geister vertreibt, um die Apfelbäume zu schützen.
Der Aberglaube erstreckt sich auf den Alltag. Fischer vermieden es, laut "fischen" zu sagen, aus Furcht, die Fische könnten mithören und fliehen – stattdessen verwendete man Umschreibungen. Eine besonders charmante Tradition ist das "Telling the Bees": Bei wichtigen Familienereignissen wie Geburten, Hochzeiten oder Todesfällen informierte man die Bienen, da diese als Boten zwischen den Welten galten und Honig hohe Wertschätzung genoss. Das Ignorieren solcher Rituale konnte Krankheit oder Unglück bringen.


Diese Geschichten spiegeln eine enge Verbindung der Inselbewohner zur Natur, alten Kultplätzen und zum Übernatürlichen wider. Die Mythen und Sagen sind zu einem wichtigen Bestandteil der kulturellen Identität Guernseys geworden und werden in Museen und auf Führungen gepflegt und vorgestellt.
Christliche Elemente mischen sich mit heidnischen Bräuchen. An Heiligabend um Mitternacht sollen die Tiere – insbesondere das Vieh – knien und das Christkind anbeten, während alle Wasser sich in Wein verwandeln. Wer neugierig zuschauen wollte, riskierte angeblich den Tod. Im Winter praktizierte man das Wassailing: Man zog mit Lärm, Gesang und Apfelwein durch die Obstgärten, um böse Geister zu vertreiben und die Apfelbäume für eine gute Ernte zu segnen.


== '''Geschichte''' ==
== '''Geschichte''' ==
Die Inseln wurden durch den Heiligen Samson von Dol christianisiert und waren ursprünglich Teil des Herzogtums Bretagne, fielen dann aber an den Herzog der Normandie. Im Jahre 1066 eroberte der Herzog der Normandie Wilhelm der Eroberer England und wurde englischer König. Die Kanalinseln blieben aufgrund der Personalunion in königlichem Besitz, wurden aber nie Teil des Vereinigten Königreiches.
Guernsey wurde durch den Heiligen Samson von Dol christianisiert und waren ursprünglich Teil des Herzogtums Bretagne, fielen dann aber an den Herzog der Normandie. Im Jahre 1066 eroberte der Herzog der Normandie Wilhelm der Eroberer England und wurde englischer König. Die Kanalinseln blieben aufgrund der Personalunion in königlichem Besitz, wurden aber nie Teil des Vereinigten Königreiches.


=== '''Mesolithikum''' ===
=== '''Mesolithikum''' ===
Guernsey wurde durch den eustatischen Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit um -4000 vom französischen Festland getrennt. Eine Besiedlung ist bereits seit dem Mesolithikum (Jethou) nachgewiesen, altsteinzeitliche Funde, wie auf Jersey, fehlen bisher. Die Insel besitzt keine eigenen Feuersteinvorkommen, jedoch wurden offenbar angespülte Kiesel aus submarinen Vorkommen nördlich von Alderney genutzt. Die bisher älteste neolithische Fundstelle ist Les Fouaillages im Norden der Insel, in den 1790er Jahren durch Ian Kinnes vom British Museum ausgegraben. Die Insel weist zahlreiche Gang- und Galeriegräber aus der Jungsteinzeit sowie teilweise anthropomorphe Menhire auf. Der bedeutendste steht heute auf dem Friedhof der Kirche von Câtel. Auch zahlreiche Funde der Glockenbecherkultur sind bekannt.  
Das Mesolithikum auf Guernsey stellt den Beginn der nachweisbaren menschlichen Präsenz in der Region dar und ist eng verknüpft mit den dramatischen Umweltveränderungen am Ende der letzten Eiszeit. Guernsey wurde durch den eustatischen Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit um etwa -4000 endgültig vom französischen Festland getrennt – ein Prozess, der bereits früher einsetzte und die Inselgruppe schrittweise isolierte. Während Jersey noch bis ins späte Mesolithikum teilweise mit dem Kontinent verbunden blieb, war Guernsey bereits früh eine eigenständige Insel. Im Gegensatz zu Jersey, wo bedeutende altsteinzeitliche (paläolithische) Funde wie in La Cotte de St Brelade vorliegen, fehlen auf Guernsey bisher solche Artefakte auf dem Trockenen. Lediglich unterwasser vor Jethou wurden paläolithische Feuersteinklingen entdeckt, die auf eine mögliche frühe Präsenz hinweisen, jedoch keine dauerhafte Landbesiedlung belegen.
 
Eine kontinuierliche Besiedlung ist jedoch bereits seit dem Mesolithikum nachgewiesen, und zwar besonders markant auf der kleinen Nachbarinsel Jethou. Hier fanden Archäologen in einem nur bei Ebbe zugänglichen intertidalen Bereich zwischen Jethou und Crevichon deutliche Spuren einer Feuersteinbearbeitung, die auf eine Besiedlung um etwa -10.000 datiert wird. Diese Funde markieren einen der frühesten Belege für menschliche Aktivität in der Bailiwick of Guernsey und zeigen, dass Jäger-Sammler-Gruppen bereits in dieser Phase die entstehenden Inseln nutzten. Weitere wichtige mesolithische Stätten ergänzen das Bild: Auf Lihou (einer tidal island westlich von Guernsey) wurde seit den 1990er Jahren ein bedeutender Fundplatz monitoriert und teilweise ausgegraben. Die dortigen Flintartefakte, kombiniert mit Resten von Haselnüssen, Fisch (vermutlich mit Harpunen erlegt), Kleintieren und wilden Beeren, zeugen von einer typischen Jäger-Sammler-Wirtschaft in einer bewaldeten Landschaft um -7500. Ähnliche Hinweise gibt es am Royal Hotel in St. Peter Port sowie an weiteren Fundpunkten, die eine maritime Anpassung der Bevölkerung belegen.
 
Ein zentrales Merkmal der mesolithischen Kultur auf Guernsey ist der vollständige Mangel an eigenen Feuersteinvorkommen auf der Insel. Die Bewohner nutzten stattdessen offenbar angespülte Kiesel aus submarinen Vorkommen nördlich von Alderney, die durch Strömungen und Gezeiten an die Küsten gespült wurden. Diese Strandkiesel dienten als Rohmaterial für Klingen, Schaber und andere Werkzeuge – eine Ressourcennutzung, die auf eine hohe Mobilität und Kenntnis der maritimen Umwelt hinweist. Der steigende Meeresspiegel zwang die Menschen früh zur Bootsnutzung: Als Lihou von Guernsey abgetrennt wurde, mussten sie bereits über offenes Wasser paddeln, um die Ressourcen der Inseln zu erschließen. Die mesolithischen Gemeinschaften lebten somit in einer dynamischen, sich verändernden Insellandschaft, in der Jagd, Sammeln und zunehmend marine Ressourcen (Fisch, Muscheln) die Ernährung sicherten. Im Vergleich zum kontinentalen Frankreich oder Jersey erscheint die Besiedlungsdichte geringer, doch die Funde zeigen eine kontinuierliche Präsenz trotz Isolation.
 
Der Übergang zum Neolithikum vollzog sich fließend und markiert den Beginn der Agrarwirtschaft. Die bisher älteste neolithische Fundstelle ist Les Fouaillages im Norden der Insel, die in den 1970er Jahren (genauer ab 1979) durch Ian Kinnes vom British Museum ausgegraben wurde. Dieser langgestreckte Hügel mit früher Keramik (BVSG-Typ) gilt als eines der ältesten megalithischen Denkmäler der Kanalinseln und verbindet die mesolithische Tradition mit neuen Praktiken wie Ackerbau und Viehzucht. Ab diesem Zeitpunkt prägen zahlreiche Gang- und Galeriegräber (passage graves) die Jungsteinzeit auf Guernsey, ergänzt durch teilweise anthropomorphe Menhire. Der bedeutendste davon steht heute auf dem Friedhof der Kirche von Câtel und verkörpert die symbolische und rituelle Entwicklung der Gesellschaft. Auch zahlreiche Funde der Glockenbecherkultur (Beaker culture) aus dem späten Neolithikum/Chalcolithikum sind bekannt und belegen Handelskontakte sowie kulturellen Austausch mit dem Kontinent.


=== '''Megalithikum''' ===
=== '''Megalithikum''' ===
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* '''La Gran'mère du Chimquière''', ein etwa 4000 Jahre alter Menhir vor der Kirche von St Martin, mit einer eingemeißelten weiblichen Figur, der als Fruchtbarkeits- und Glücksstein gilt.
* '''La Gran'mère du Chimquière''', ein etwa 4000 Jahre alter Menhir vor der Kirche von St Martin, mit einer eingemeißelten weiblichen Figur, der als Fruchtbarkeits- und Glücksstein gilt.
* '''La Longue Rocque''', der mit 3,5 Metern höchste Menhir der Kanalinseln, der zwischen -3000 und -1500 aufgestellt wurde und eine lokale Bedeutung in der Folklore besitzt.
* '''La Longue Rocque''', der mit 3,5 Metern höchste Menhir der Kanalinseln, der zwischen -3000 und -1500 aufgestellt wurde und eine lokale Bedeutung in der Folklore besitzt.


Diese Monumente lagen oft in Rundhügeln und verfügten über Gänge und Seitenkammern, typische Merkmale neolithischer Grabarchitektur in der Region. Die Megalithanlagen sind Ausdruck der sozialen und ideologischen Entwicklung frühzeitlicher Gemeinschaften auf Guernsey, die bis ins frühe -4. Jahrtausend zurückreicht.
Diese Monumente lagen oft in Rundhügeln und verfügten über Gänge und Seitenkammern, typische Merkmale neolithischer Grabarchitektur in der Region. Die Megalithanlagen sind Ausdruck der sozialen und ideologischen Entwicklung frühzeitlicher Gemeinschaften auf Guernsey, die bis ins frühe -4. Jahrtausend zurückreicht.


Es wird angenommen, dass die Besiedlung und der Bau der Megalithanlagen kurz nach dem Anstieg des Meeresspiegels begann, als die Insel durch den Abstieg des Wassers vom französischen Festland getrennt wurde. Zusätzlich gibt es Anzeichen für ehemalige Steinreihen und wahrscheinlich auch Stein- oder Kreisstrukturen, die jedoch über die Jahrtausende meist zerstört wurden.
Es wird angenommen, dass die Besiedlung und der Bau der Megalithanlagen kurz nach dem Anstieg des Meeresspiegels begann, als die Insel durch den Abstieg des Wassers vom französischen Festland getrennt wurde. Zusätzlich gibt es Anzeichen für ehemalige Steinreihen und wahrscheinlich auch Stein- oder Kreisstrukturen, die jedoch über die Jahrtausende meist zerstört wurden.
=== '''Bronzezeit''' ===
Die Bronzezeit begann auf Guernsey um etwa -2000, als Kupfer und Zinn – die für Bronze notwendigen Metalle – erstmals importiert werden. Da weder Kupfer noch Zinn natürlich auf der Insel vorkommen, erfolgte der Import vermutlich durch Händler aus der Bretagne oder Cornwall per Schiff. Archäologen betonen, dass der Übergang fließend war: Viele bronzezeitliche Funde stammen aus Wiedernutzung neolithischer Stätten, und es gibt keine abrupte kulturelle Zäsur. Typisch sind Keramikformen wie die sogenannten „Jersey Bowls“ (flache Schalen mit charakteristischer Verzierung), die auf Guernsey und Jersey verbreitet sind und Verbindungen zur Bretagne zeigen. Weitere Keramik umfasst Vases à anses (Henkelvasen) und „Flowerpot“-Urnen, die auf kontinentale Einflüsse hinweisen.
Bronzeobjekte sind relativ selten auf Guernsey selbst – im Gegensatz zu Jersey, wo mehr Hortfunde bekannt sind –, doch bedeutende Entdeckungen stammen aus der Bailiwick. Der wichtigste Fund ist der Alderney-Hort (entdeckt 1832), ein Depot mit Schrottmetall, alten Axtköpfen, Speerspitzen und anderen Fragmenten, das fast vollständig im Guernsey Museum ausgestellt ist. Weitere Einzelstücke wie eine feine Halberd (eine bronzezeitliche Waffe) stammen ebenfalls von Alderney. Auf Guernsey selbst gibt es Siedlungsspuren, etwa bei L'Erée (Westküste), wo Ausgrabungen (zuletzt 2010) neolithische bis frühbronzezeitliche Strukturen, Postlöcher von Rundhäusern, Gruben und Keramik freilegten, die auf Chalcolithikum/frühe Bronzezeit (um -2500 bis -2000) datieren. Weitere Hinweise auf bronzezeitliche Aktivitäten kommen aus Delancey Park oder der Nähe des Flughafens (2008/10), wo Siedlungsreste, Keramik und Quernsteine (Getreidemühlen) gefunden wurden. Viele Megalithgräber wie La Varde (größtes auf Guernsey), Le Déhus, La Rocque Qui Sonne oder Le Trepied wurden in der Bronzezeit weiter genutzt – oft für Nachbestattungen, Flintpfeilspitzen oder Keramik –, was auf rituelle Kontinuität hinweist, wenngleich neue Monumenttypen (zum Beispiel Tumuli) seltener sind. Die bronzezeitliche Gesellschaft lebte von Ackerbau, Viehzucht und maritimen Ressourcen; der Handel mit Metall förderte soziale Differenzierung, wie Hortdepots als mögliche Opfergaben oder Rohstofflager andeuten.
=== '''Eisenzeit''' ===
Der Übergang zur Eisenzeit (ab etwa -800) bringt Eisenverarbeitung, intensivere Landnutzung und kriegerische Elemente. Guernsey ist reich an eisenzeitlichen Bestattungen, insbesondere Kriegergräbern aus dem 19. Jahrhundert und modernen Ausgrabungen. Ein Schlüsselort ist King's Road in St. Peter Port, wo ein eisenzeitliches Gräberfeld und Siedlungsreste freigelegt wurden – mit Waffen, Schmuck und Keramik. Weitere Kriegerbestattungen mit Langschwertern, Speerspitzen und Perlen stammen aus verschiedenen Fundstellen. Eisenzeitliche Siedlungen zeigen Rundhäuser (roundhouses), oft mit Trockenmauern, Herden und Feuergruben. Ein Beispiel ist ein eisenzeitlicher Fundort mit einer 9 m Durchmesser messenden Trockenmauer um einen Herd (radiokarbondatiert um -490), der mit Keramikproduktion assoziiert wird – möglicherweise spätbronze- bis früheisenzeitlich. Salzsiederei (Briquetage) und Quernsteine deuten auf Subsistenzwirtschaft hin, ergänzt durch Glasperlen und importierte Güter.
Im Vergleich zu Jersey (mit großen Promontory-Forts wie Le Câtel de Rozel oder enormen Hortfunden wie Le Câtillon) erscheint Guernsey weniger befestigt, doch es gibt Hinweise auf Erdwälle und maritime Orientierung. Kontakte zur Armorica (Bretagne) und Britannien blieben stark, wie Keramik und Metallfunde zeigen. Die Eisenzeit endet mit der römischen Einflussnahme (ab dem -1. Jahrhundert), doch Guernsey zeigt keine intensive römische Präsenz wie Jersey oder Alderney (wo Gallo-römische Strukturen über eisenzeitlichen liegen).


=== '''Antike''' ===
=== '''Antike''' ===
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Die Franzosen und die Piraterie stellten im 16. Jahrhundert ein Problem für den Handel mit Guernsey dar, so dass englische Marineschiffe erforderlich waren, um sie in Schach zu halten. Guernsey und Jersey erhielten bestimmte Privilegien, da die englische Krone die Loyalität der Inseln benötigte, nicht zuletzt die Neutralität der Inseln, die den Handel mit Frankreich und England erlaubte, selbst wenn diese sich im Krieg befanden. Der Handel schuf Steuereinnahmen, um die Inselgarnisonen zu bezahlen.
Die Franzosen und die Piraterie stellten im 16. Jahrhundert ein Problem für den Handel mit Guernsey dar, so dass englische Marineschiffe erforderlich waren, um sie in Schach zu halten. Guernsey und Jersey erhielten bestimmte Privilegien, da die englische Krone die Loyalität der Inseln benötigte, nicht zuletzt die Neutralität der Inseln, die den Handel mit Frankreich und England erlaubte, selbst wenn diese sich im Krieg befanden. Der Handel schuf Steuereinnahmen, um die Inselgarnisonen zu bezahlen.


=== '''Neuzeit''' ===
=== '''Frühe Neuzeit''' ===
Im 17. Jahrhundert fanden auf der Insel zahlreiche Hexenprozesse statt. So gestand - unter welchen Umständen auch immer - 1617 Collette du Mond, an einem Sabbath bei dem Chateau de Rocquaine teilgenommen zu haben. Im frühen 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Küstenbefestigungen gegen die Gefahr eines französischen Angriffs errichtet (Martello-Türme). Außerdem ließ Sir John Doyle, Vizegouverneur von Guernsey den Kanal, der die beiden Inseln, die Guernsey bildeten, trennte, zuschütten. Auf ihn geht auch Fort Grey zurück, in dem heute ein Schiffswrack-Museum untergebracht ist.
Im 17. Jahrhundert fanden auf der Insel zahlreiche Hexenprozesse statt. So gestand - unter welchen Umständen auch immer - 1617 Collette du Mond, an einem Sabbath bei dem Chateau de Rocquaine teilgenommen zu haben. Im frühen 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Küstenbefestigungen gegen die Gefahr eines französischen Angriffs errichtet (Martello-Türme). Außerdem ließ Sir John Doyle, Vizegouverneur von Guernsey den Kanal, der die beiden Inseln, die Guernsey bildeten, trennte, zuschütten. Auf ihn geht auch Fort Grey zurück, in dem heute ein Schiffswrack-Museum untergebracht ist.


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Die Insel wurde deshalb vielfach auf internationalen „Steueroasen-Listen“ genannt und stand insbesondere von Seiten der EU und OECD unter Druck, ihre Transparenzregeln dem internationalen Standard anzupassen. Seit 2008 wurden daher einzelne Reformen (zum Beispiel „Null-Zehn“-Modell für Körperschaften) und Informationsaustauschabkommen umgesetzt, um die Konformität mit internationalen Anforderungen zu gewährleisten.
Die Insel wurde deshalb vielfach auf internationalen „Steueroasen-Listen“ genannt und stand insbesondere von Seiten der EU und OECD unter Druck, ihre Transparenzregeln dem internationalen Standard anzupassen. Seit 2008 wurden daher einzelne Reformen (zum Beispiel „Null-Zehn“-Modell für Körperschaften) und Informationsaustauschabkommen umgesetzt, um die Konformität mit internationalen Anforderungen zu gewährleisten.


Während der Coronazeit führte Guernsey früh und eigenständig Maßnahmen ein, die an Schärfe andere britische Regionen deutlich übertrafen. Nach dem ersten auf der Insel registrierten „Fall“ im März 2020 wurde umgehend ein umfassender Lockdown angeordnet, der die Bewegungsfreiheit einschränkte und nicht essentielle Geschäfte schloss. Die Maßnahmen beinhalteten auch strenge Besuchsverbote in Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie die Umwandlung von Krankenhausbereichen zur intensivmedizinischen Versorgung. Erste Lockerungen erfolgten stufenweise ab Mai 2020, nachdem die Insel für mehrere Wochen keine neuen Fälle meldete. Phasenweise wurden Geschäfte, Schulen und Restaurants unter Einhaltung von Abstandsregeln wieder geöffnet. Die Insel setzte auf eine koordinierte Antwort durch die Civil Contingencies Authority (CCA) und hatte mit einem gut ausgestatteten Krankenhaus (Princess Elizabeth Hospital) eine vorteilhafte medizinische Infrastruktur. Die Corona-Vorschriften wurden im Verlauf je nach Infektionsgeschehen angepasst, wobei strenge Quarantänevorschriften für Einreisende über längere Zeit bestanden blieben. Bis 2025 gab es Booster-Impfprogramme und angepasste Maßnahmen, allerdings traten in der Zwischenzeit sukzessive Lockerungen bei Reise- und Isolationspflichten ein.
Während der Coronazeit führte Guernsey früh und eigenständig Maßnahmen ein, die an Schärfe andere britische Regionen deutlich übertrafen. Nach dem ersten auf der Insel registrierten „Fall“ im März 2020 wurde umgehend ein umfassender Lockdown angeordnet, der die Bewegungsfreiheit einschränkte und nicht essentielle Geschäfte schloss. Die Maßnahmen beinhalteten auch strenge Besuchsverbote in Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie die Umwandlung von Krankenhausbereichen zur intensivmedizinischen Versorgung. Erste Lockerungen erfolgten stufenweise ab Mai 2020, nachdem die Insel für mehrere Wochen keine neuen Fälle meldete. Phasenweise wurden Geschäfte, Schulen und Restaurants unter Einhaltung von Abstandsregeln wieder geöffnet. Die Insel setzte auf eine koordinierte Antwort durch die Civil Contingencies Authority (CCA) und hatte mit einem gut ausgestatteten Krankenhaus (Princess Elizabeth Hospital) eine vorteilhafte medizinische Infrastruktur. Die Corona-Vorschriften wurden im Verlauf je nach Infektionsgeschehen angepasst, wobei strenge Quarantänevorschriften für Einreisende über längere Zeit bestanden blieben. Bis 2025 gab es Booster-Impfprogramme und angepasste Maßnahmen, allerdings traten in der Zwischenzeit sukzessive Lockerungen bei Reise- und Isolationspflichten ein.  


== '''Verwaltung''' ==
Guernsey ist die zweitgrößte der britischen Kanalinseln. Die Kanalinseln sind weder ein Teil des Vereinigten Königreiches noch eine Kronkolonie, sondern sind als Kronbesitz (englisch ''crown dependency'') direkt der britischen Krone unterstellt. Sie sind gesonderte Rechtssubjekte und nicht Teil der Europäischen Union.


'''Chronologie:'''
Erstmals historisch belegt ist Guernsey im Jahr 867 als Teil der Bretagne. 933 wurde es dem Herzogtum Normandie angeschlossen. 1050 kam die Insel zur Diözese von Coutances. Im Jahr 1198 wurde die Lordship of the Isles eingerichtet, zu der alle Kanalinseln gehörten. Am 24. Juni 1204 wurde Guernsey ein englisches fiefdom (Lehen). 1205 und 1206 besetzten die Franzosen mehrmals die Insel. 1279 wurde das bis heute bestehende Bailiwick Guernsey geschaffen. Die Franzosen fanden sich damit jedoch nicht ab. Sie attackierten die Insel 1294 und okkupierten sie 1338 bis 1340. Auch Owen von Wales versuchte 1372 vergeblich die Insel zu unterjochen. 1481 garantierte eine päpstliche Bulle die Unabhängigkeit Guernseys, und die Grand Charter vom 15. März 1560 verlieh Guernsey einen autonomen Status. Während des Bürgerkriegs von 1642 bis 1660 stand die Insel auf Seiten des Parlaments. Von 30. Juni 1940 bis 9. Mai 1945 war Guernsey von deutschen Truppen besetzt. Anschließend stand die Insel von 12. Mai bis 25. August 1945 unter britischer Militärverwaltung, ehe der ursprüngliche Status wiederhergestellt wurde.


um -6500    Jäger, Fischer und Sammlerinnen lassen sich auf Guernsey nieder


um -4500    Höfe und erste permanente Siedlungen entstehen auf der Insel
'''Herrschaftsgeschichte'''


vor -2000   Megalithische Bauwerke entstehen
* um -400 bis -54 keltische Stammesgemeinschaft
 
* -56 bis -27 Römische Republik (''Res publica'')
um -400     Eisenzeitliche Stammesgemeinschaften der Kelten siedeln auf Guernsey
* -27 bis September 260 Provinz Gallia Lugdunensis im Römischen Reich (''Imperium Romanum'')
 
* September 260 bis Februar/März 274 Gallisches Reich (''Imperium Galliarum'')
um -130          Beginn der Handelsbeziehungen mit Rom
* März 274 bis 464 Provinz Gallia Lugdunensis im Römischen Reich (''Imperium Romanum'')
 
* 464 bis 486 Reich des Syagrius in Nord-Gallien (''Regnum Romanorum'')
1. Jh.               Enge Handelsbeziehungen mit den Römern
* 486 bis 867 Königreich der Franken (''Regnum Francorum'')
 
* 867 bis 933 Herzogtum Bretagne (''Ducatus Britanniae'') innerhalb des Königreichs Frankreich (''Regnum Franciae'' bzw. ''Royaume des Francs'')
um 150      Römer siedeln sich auf der Insel an
* 933 bis 8. Februar 1198 Herzogtum Normandie (''Ducatus Normanniae'') innerhalb des Königreichs Frankreich (''Regnum Franciae'' bzw. ''Royaume des Francs'')
 
* 8. Februar 1198 bis 24. Juni 1204 Herrschaft über die Inseln (''Lordship of the Isles'') im Herzogtum Normandie (''Ducatus Normanniae'') innerhalb des Königreichs Frankreich (''Regnum Franciae'' bzw. ''Royaume des Francs'')
525         Der „heilige“ Sampson besucht Guernsey und bringt das Christentum auf die Insel
* 24. Juni 1204 bis 1279 Lehen Guernsey (''Fiefdom Guernsey'') innerhalb des Königreichs England (''Kingdom of England'')
 
* 1279 bis 13. Dezember 1487 Vogtei Guernsey (''Bailiwick Guernsey'') innerhalb des Königreichs England (''Kingdom of England'')
867         Die Insel wird der Herrschaft der Bretagne unterstellt
* 13. Dezember 1487 bis 19 Mai 1649 Vogtei Guernsey (''Bailiwick Guernsey'') als Besitzung der britischen Krone (''Crown Dependency'')
* 19. Mai 1649 bis 8. Mai 1660 Guernsey eigenständig innerhalb der Englischen Gemeinschaft (''Commonwealth of England'')
* 8 Mai 1660 bis 2. Juli 1940 Vogtei Guernsey (''Bailiwick Guernsey'') als Besitzung der britischen Krone (''Crown Dependency'')
* 1. Juli 1940 bis 9. Mai 1945 Besatzungsgebiet Britische Kanalinseln des Deutschen Reiches
* 9. Mai bis 24. August 1945 Britische Militärverwaltung (''British military administration'')
* seit 24. August 1945 Vogtei Guernsey (''Bailiwick Guernsey'') als Besitzung der britischen Krone (''Crown Dependency'')


933                  Guernsey wird Teil des Herzogtum Normandie
=== '''Verfassung''' ===
Die Verfassung des Bailiwick of Guernsey ist keine kodifizierte Einzelverfassung im modernen Sinne, sondern ein komplexes Gefüge aus historischen Privilegien, königlichen Chartas, Gewohnheitsrecht und modernen Gesetzen, das seit 1204 besteht. Guernsey (einschließlich der abhängigen Inseln wie Alderney und Sark) ist eine Crown Dependency der britischen Krone, autonom in inneren Angelegenheiten, doch unter der Oberhoheit des britischen Monarchen (als Nachfolger des Herzogs der Normandie). Die Verfassung basiert auf der Kontinuität seit der normannischen Zeit und wurde durch Schlüsselreformen schrittweise modernisiert.


1048                Ersterwähnung der Kirche von Saint Peter Port
Der Ursprung liegt im Jahr 1204, als König Johann (King John) die kontinentalen Teile des Herzogtums Normandie an Philipp II. August von Frankreich verlor. Die Kanalinseln blieben jedoch loyal zur englischen Krone und wurden nie Teil des Königreichs Frankreich. Dies markiert den Beginn der besonderen verfassungsrechtlichen Stellung: Die Inseln behielten ihre normannischen Rechte, Bräuche und Institutionen (zum Beispiel Royal Court mit Bailiff und Jurats), während sie dem englischen König als Herzog der Normandie unterstanden. Frühe Dokumente wie die Constitutions of King John (um 1210 bis 1220) und das Précepte d'Assize (Guernsey, 13. Jahrhundert) sicherten lokale Gerichtsbarkeit, Verbot von Appellationen nach Rouen oder London in den meisten Fällen und die Beibehaltung alter Freiheiten. Spätere königliche Chartas (von Heinrich III., Eduard I. und anderen) bestätigten und erweiterten diese Privilegien, insbesondere die Autonomie in Justiz, Gesetzgebung und Steuern.


1050                Guernsey wird Teil der Diözese von Coutances
Bis ins 20. Jahrhundert blieb vieles auf Gewohnheitsrecht und Praxis basierend. Die States of Deliberation (das Parlament) entwickelten sich ab dem 15. Jahrhundert (möglicherweise früher) als beratendes und gesetzgebendes Gremium, bestehend aus Bailiff (als Präsident), Jurats, Rektoren und gewählten Deputies. Gesetze wurden als Projets de Loi verabschiedet, vom Bailiff promulgiert und zur Ratifizierung an den britischen Monarchen (via Privy Council) gesandt.


1158                In einer päpstlichen Urkunde wird die Kirche Sainte Marie du Castro, heute Castel Church, erwähnt
Eine zentrale Modernisierung erfolgte mit der Reform (Guernsey) Law, 1948, deren Projet de Loi am 28. August 1948 ratifiziert wurde (manchmal auch als Enactment am 18. August datiert, aber die königliche Sanktion erfolgte später). Dieses Gesetz kodifizierte erstmals detailliert die Struktur der States of Deliberation, Wahlverfahren, Deputies-Zahlen pro Parish (St Peter Port 13, Vale 5 undsoweiter), Wahlberechtigung und viele seit normannischer Zeit übliche Praktiken. Es war eine Reaktion auf den wachsenden Bedarf an klaren Regeln nach dem Zweiten Weltkrieg und formalisierte die parlamentarische Demokratie auf Guernsey. Die Reform Law von 1948 gilt bis heute als zentrales Verfassungsgesetz (mit zahlreichen Änderungen) und regelt unter anderem die Zusammensetzung der States (aktuell 38 Deputies von Guernsey + 2 Alderney-Repräsentanten = 40 Mitglieder), den Presiding Officer (Bailiff oder Deputy Bailiff) und Verfahrensregeln.


1170                Das Chateau des Marais dient Flüchtlingen und Piraten als Stützpunkt
Die letzte tiefgreifende Verfassungsreform fand im Jahr 2004 statt. Durch die States of Guernsey (Reform) Law (bzw. Änderungen zur Reform Law 1948) wurde das Wahlsystem grundlegend umgestellt: Statt parish-basierter Vertretung (mit stark ungleicher Deputies-Verteilung) wurde Guernsey in sieben Wahlbezirke (constituencies) eingeteilt – St Peter Port North, St Peter Port South, Vale, Castel, St Sampson, West und South East – mit je 6 oder 7 Deputies (insgesamt 45 Deputies bis zu späteren Anpassungen; aktuell 38). Diese Reform zielte auf fairere Repräsentation ab, reduzierte die parish-Überrepräsentation und modernisierte das System für eine wachsende Bevölkerung. Sie trat mit der General Election 2004 in Kraft.


1198                Einrichtung der Herrschaft über die Inseln Guernsey, Jersey, Alderney, Brechou, Herm, Jethou and Sark
Seit 2004 gab es weitere Anpassungen, zum Beispiel die States Reform (Guernsey) Law, 2015, die Komitees (Ausschüsse) neu strukturierte, Delegationsregeln festlegte und die Zahl der Deputies auf 38 reduzierte (plus Alderney-Repräsentanten). Die States Committees (Constitution and Amendment) Law, 1991 (mit Änderungen) regelt die Bildung und Änderung von Komitees. Aktuelle Entwicklungen umfassen zum Beispiel die Reform (Guernsey) (Amendment) Law, 2024 oder die Publication of Official Notices Law, 2024, die kleinere Aspekte betreffen. Im Jahr 2026 wurde eine Bailiwick Commission eingerichtet (von Guernsey, Alderney und Sark gemeinsam), um die Beziehungen innerhalb der Bailiwick zu modernisieren – ein Hinweis darauf, dass die Verfassungsdebatte (z. B. zu Alderney-Integration oder zukünftiger Autonomie) weitergeht.


1200        Pierre de Preaux wird Lehensherr über die Inseln
=== '''Legislative und Exekutive''' ===
Das Parlament des Bailiwick, ''États de Guernesey'' bzw. ''States of Guernsey'', setzte sich bis 2004 zusammen aus dem Bailiff (Landvogt), der vom britischen König ernannt wird und das bürgerliche Oberhaupt Guernseys darstellt, ferner 12 Conseillers (Räte), die von einer komplexen Körperschaft aus 98 Personen in ihr Amt eingesetzt werden, 33 People's Deputies (Abgeordnete), die vom Volk gewählt werden, 10 ''Douzaines'' (Gemeindevertreter), die von den zehn Gemeinden bestimmt werden, und 2 Abgeordneten von Alderney. Seit 2004 besteht es aus 45 Delegierten, die alle vier Jahre in direkter Wahl gewählt werden. Zwei davon stellt die Insel Alderney.


24.6.1204        Guernsey wird englisches „fiefdom” (Bailiwick of Guernsey)
Der ''Chief Minister'' ist Vorsitzender des ''Policy Council'', der so etwas wie die Regierung von Guernsey bildet. Ausschüsse der States (''States Committees'') ersetzen Ministerien, wie sie andernortsc üblich sind.


1204/05     Französische Truppen besetzen mehrmals die Insel
=== '''Inseloberhaupt''' ===
Vertrete des formalen Staatsoberhaupts, des britischen Königs, ist der ''Lieutenant Governor'' (Vizegouverneur). Die tatsächliche Regierungsgewalt liegt in den Händen des ''Bailiff'', worunter ein "Vogt" bzw. "Verwalter, Amtmann“ zu verstehen ist.


1244        Das Chateau des Marais wird zu einer Verteidigungsfestung ausgebaut


1275        In Sain t Peter Port wird ein Pier errichtet, an dem auch größere Schiffe ankern können
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1279        Formierung des Bailiwick of Guernsey mit Herm, Jethou, Sark und Alderney
* um 1154 Sir Walter Dunker
* um 1167 Sir Peter Cornet
* um 1180 Robert de Haverlant
* um 1199 Sir William Orseth


1294        Bei einem französischen Überfall wird ein Viertel der Bevölkerung Saint Peter Ports getötet, der Hafen wird zerstört
'''Lord of the Isles''' (Herr der Insel)


1305        Die Einwohner Guernseys finanzieren per separater Steuer den Wiederaufbau des Hafens von Saint Peter Port
* 1198 - 1199 John Plantagenet, Count of Mortian (1166 - 1216)


1309        Der zentrale Inselmarkt wird von Castel nach Saint Peter Port verlegt
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1335        Schaffung einer Inselverteidigungstruppe
* 1203 - 1206 Gregory Balizan (Balizon)
 
* 1206 - 1207 Pierre de Préaux (um 1129 - 1212)
1338/40     Besetzung durch französische Truppen
* Aug 1207 - 1212 Philippe d’Aubigné I (Philippe d’Albini, † 1236)
 
* 1220 - 1223 Philippe d’Aubigny II (Philippe d’Albini)
1372        Die Truppen des in französischen Diensten stehenden Owen of Wales überfallen und verwüsten Guernsey
* 1223 - 1226 Geoffrey de Lucy
 
* 1226 - 1227  Richard, Baron Grey of Codnor
1375        Bau der Kirche von Saint Pierre du Bois
* 1227 - 1229  Guillaume de St. Jean
* 1229 - 1230  Richard, Baron Grey of Codnor [2] & John de Grey
* 1230 - 1234  Philippe de Carteret & Amaury de Saint-Amand (1190 - 1241)
* 1232 - 1234 Guillaume de St. Jean & Philippe d’Aubigné


1394        Bau der Saint Apolline Chapel
'''Connetable''' (Gemeindevorsteher)


1462/75     Bau der neuen Kirche „Sancti Petri de Portu“
* um 1232  Jean de Lambersard


1463        Margaret d’Anjou bietet den Franzosen Guernsey als Gegenleistung für deren Unterstützung im Lancaster-Konflikt an
'''Lord''' (Herr)


1468        Guernsey unterstützt Jersey und erhält im Gegenzug von der englischen Kroneper „Royal Grant“ vorteilshafte Handelsrechte
* 1234 - 1240  Henry de Trubleville


1481        Eine päpstliche Bulle garantiert Guernsey Neutralität im Falle von Kriegen
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1535        Umwandlung der römischen Kirche zur Staatskirche
* 1234 - 1235 Nicholas de Meules
* 1235  Gerard de Lampersand, Guillaume de Dampierre & William Blom
* 1235 - 1240  Drew de Baretin
* 1240 - 1241  William Boeles
* 1241 - 1252  Drew de Baretin
* 1252 - 1254  Richard, Baron Grey of Codnor


1548        Die Kalvinisten beginnen Guernsey zu missionieren
'''Lord''' (Herr)


1556        Catherine Cauches wird als Hexe verurteilt und mitsamt ihrer Familie in Saint Peter Port verbrannt
* 1254 - 1271  Prince Edward (1239 - 1307)


1560        Per Charter wird Guernsey das Recht freien Handels mit England garantiert
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1563        Gründung des Elizabeth College
* 1258 - 1260  Drew de Baretin [2]
* 1262 - 1267  Sir Gilbert Talbot & Thomas Boulton
* 1267 - 1269  William de Baretin
* 1269 - 1270  Hugh de Trubleville
* 1270 - 1274  Richard (warden)
* 1271 - 1274  Arnaud Jean de Contivo
* 1274  Jean Wyger
* 1275 - 1277  Sir Otto de Grandison (warden, um 1245 - 1328)
* 1275 - 1276  Raoul de Broughton
* 1276 - 1278  Philippe Burnel


1570        Unter Sir Thomas Leighton wird das Castle Cornet verstärkt
'''Lord''' (Herr)


1576        Die Grundsätze der Calvinisten werden in allen parishes von Guernsey eingeführt
* 1277 - 1294  Sir Otto de Grandison


1598        Die Piraten von Guernsey erhalten das durch Queen Elizabeth verbriefte Recht, französische Schiffe zu überfallen
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1642/60     Guernsey stellt sich im englischen Bürgerkrieg auf die Seite des Parlament, lediglich das Castle Cornet bleibt königstreu   
* 1278 - 1281  Guillaume de St. Remi & Denis de Tilbury
* 1282 - 1288  Renaut d’Ashwell
* 1288 - 1290  Sir Stephen Wallard
* 1290 - 1293  Guillaume de St. Remi [2]
* 1294  Sir William Grandison & Henri de Bonvillars
* 1294 - 1297  Henry de Cobham (1260 - 1339)
* 1297 - 1298  Sir Nicholas de Cheney


1651                Das Castle Cornet kapituliert vor den parlamentarischen Truppen
'''Lord''' (Herr)


1661                Sir John Lambert, einer von Cromwells Stellvertretern, wird im Castle Cornet interniert
* 1298 - 1328  Otto de Grandison [2]


1672                Teile des Castle Cornet werden durch eine Explosion zerstört, dabei kommen auch Mitglieder der Gouverneursfamilie ums Leben
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1680                Im Legge Report werden die Geschütze der Insel inventarisiert
* 1298  Henri de Bonvillars
* 1299 - 1302  Denis de Tilbury & Guillaume de Cosignton
* 1302 - 1307  John Newent
* 1306 - 1309  John de Ditton
* 1309  Massey de la Court
* 1309 - 1319  Drew Barentin & Sir Pierre de Petitfeu
* 1319 - 1321  Pierre de Balmes
* 1321 - 1324  Sir Gerard d’Oron
* 1324 - 1326  Jean de Clyvedon
* 1326 - 1327  Raoul Basset de Drayton & Jean de Roches
* 1328 - 1330  Jean de Roches
* 1330 - 1331  Pierre Bernard de Pynesole & Laurens de Gaillard
* Aug 1331  Sir William Cheney
* 1331 - 1333  Thomas, Baron Wake of Liddell
* 1333 - 1337  Thomas Ferrers (um 1299 - 1353) & William, Baron Montacute
* 1337 - 1340  Thomas Ferrers [2]
* 1334 - 1336  Gautier de Weston (Walter de Weston)
* 1338 Gautier de Weston [2]


1689                Die Neutralität wird formal aufgegeben, damit beginnt das Zeitalter der Freibeuterei
'''Commandant''' (Französischer Kommandant)


1740                Philip Saumarez aus Guernsey schließt sich Ansons Reise um die Welt an und hilft bei der Aufbringung eines spanischen Schatzschiffes mit
* Sep 1338 - Jul 1340  Nicholas Béluchet de Musy de La Lupe d‘Escrignolles (1288 - 1340)


1743                Eröffnung des Town Hospital für die Armen und Bedürftigen
'''Lord of Guernsey''' (Herr von Guernsey)


1780                Das als Gefängnis dienende Fort George wird fertiggestellt
* 8 Sep 1338 - 29 Okt 1340  Robert Viii Betrand de Briquebec, Baron de Briquebec (um 1273 - 1348)


1787                Die Kommission des Duke of Richmond beendet ihre Vermessungsarbeiten und erstellt eine erste genaue Inselkarte
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1789                Bau der La Chapelle de la Trinite, heute Holy Trinity
* 1340  Gautier de Weston [3]
* 1341 - 1343  Thomas de Hampton
* 1343 - 1348  Thomas Ferrers [3]
* 1343 - 1347  Gautier de Weston [4]
* 1347 - 1348  Sir Ralph de Harmesthorpe
* 1348 - 1349  Robert Wyville & Thomas Clifford


1799                Russische Truppen werden während der napoleonischen Kriege im Vale Castle untergebracht
'''Lords''' (Herren)


1803                Unter der Leitung Sir John Doyles werden neue Straßen angelegt und Türme zur Verteidigung gegen die Franzosen erbaut
* 1349 - 1354  John, Baron Mautravers
* 1354 - 1356  William Stury
* 1356 - 1357  Sir Thomas de Holland
* 1358 - 1366  Sir Edmund de Cheney


1804                Das Chateau de Rosquaine wird durch das neue Fort Grey ersetzt
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1806                Trockenlegung des Braye du Valle
* 1356 - 1358  Sir Otto de Holland (sub-warden bis 1357)
* 1357  Thomas de Langhurst
* 1363  Guillaume de Birketon (William de Birketon)
* 1364 John Le Marchant
* 1365 Nicholas de Cheney (Chaeney)
* 1367 - 1372  Walter Hewet
* 1368 - 1371  Guillaume d’Asthorp (Wiliam Asthorpe)


1807                Beim Schiffbruch der HMS Boreas kommen 127 Menschen ums Leben
'''Lords''' (Herren)


1810                Der Granitabbau wird zum profitträchtigen Hauptwirtschaftszweig der Insel
* 1368 - 1371  Guillaume d‘Asthorp (William Asthorpe, † 1399)
* 1371  John Coke


1811                F.C. legt nach einem Besuch von Les Verdes den Grundstein zur archäologischen Forschung auf Guernsey
'''Commandant'''  (französischer Kommandant)


1815                Der Schiffsbau wird zu einem neuen wichtigen Wirtschaftszweig
Jun - Jul 1372  Yvon de Galles (Owain Lawgoch ap Tomas [Owen of Wales], französischer Kommandant)


1816                Einführung der ersten papierenen Inselwährung; Bau der neuen Torteval Church
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1830                Die ersten Münzen, so genannte „doubles“, werden ausgegeben
* 1372 - 1374  Sir Edmund Rose
* 1372 - 1373  Ralph de Harmesthrope (sub-warden)
* 1373 - 1374  Guillaume d‘Asthorp (William Asthorpe)
* 1374  John Coke (sub-warden) [2]
* 12 Aug 1374 - 1376  Thomas de Beauchamp, Earl of Warwick (1338/39 - 1401)
* 1376 - 1393  Sir Hugh de Calverley
* 1378  Jacques de Calverley
* 1378 - 1382  Henri Rider (Ryther, Lieutenant)
* 1384 - 1385  Roger Walden
* 1393  Jacques de Golafre
* 1393 - 1396  Sir John de Golafre of Langley
* 1396 - 1405  Edward, Earl of Rutland (ab 1401 Edward, Duke of York, † 1415)
* 11 Mai 1405 - 1405  Sir Jean de Lisle (1366 - 1408)
* 1405  John Peraunt (sub-warden)
* 1407 - 1415  Edward, Duke of York [2]
* 1409 - 1412  Richard, Earl of Cambridge


1832                Bei einer Choleraepidemie kommen 99 Menschen binnen drei Wochen ums Leben
Lords (Herren)


1834                Das erste touristische Buch über Guernsey erscheint
1415 - 1435  John, Duke of Bedford


1836                Bau der Saint John’s Church in Saint Peter Port
1437 - 23 Feb 1447  Humphrey, Duke of Gloucester (1390 - 1447)


1846                Queen Victoria und Prince Albert besuchen zum ersten Mal die Insel
1447 - 1449  Lady Anne de Beauchamp [w] (um 1446 - 1449)


1848                Bau des Victoria Tower, Beginn des organisierten Fremdenverkehrs
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1853                Anbringung der ersten Briefkästen
* 1416  Henry Mulso (sub-warden)
* 1436 - 1442  Sir John Bernard (warden)
* 1444  Sir John Bernard (sub-warden)
* 1447  John, Viscount Beaumont & Ralph Botiller, Lord Sudeley
* 1448  William de la Pole, Duke of Suffolk
* 1448  William Bertram (sub-warden)


1855                Der französische Schriftsteller Victor Hugo kommt auf der Insel an
'''Lord''' (Herr)


1856                Erweiterung des Hafens von Saint Peter Port
* 1449 - 1459  Richard Neville, Earl of Warwick („the King-Maker”, 1428 - 1471)


1860                In den Grapes etabliert sich ein international gerühmter Gartenbau
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


1862                Bau de Hanois Lighthouse
* 1460  Druet Le Marchant
 
* 1466  Thomas de la Court (Lieutenant)
1866                Der berühmte Maler Thomas de la Rue stirbt auf Guernsey
* 1468 - 14 Apr 1471  Geoffrey Walsh, Seigneur de Hanoid (Captain)
* 1452 - 1456  John Nanfan
* 1456  Colin Otis
* 1457  John Nanfan [2]
* 1466  Thomad de la Court
* 1468  Geoffrey Wallish
* 1460  Druet Le Marchant
* 1466 Thomas de la Court (Lieutenant, † 1470)
* 1468 - 14 Apr 1471  Geoffrey Walsh, Seigneur de Handois (Captain, † 1471)


1883                Der Künstler Pierre-Auguste Renoir besucht die Insel
'''Lady''' (Herrin)


1884                Erstmals werden Tomaten nach England exportiert
* 1471 - 1487  Anne Beauchamp, Countess of Warwick [w]


1899                Der Untergang der Stella fordert 105 Todesopfer
'''Governors of Guernsey''' (Gouverneure von Guernsey)


1905                Erstes Muratti-Fußballmatch zwischen Guernsey und Jersey
* 1476 - 1477  Edward de Courtney
* 4 Nov 1477 - 1478  William de Courtney
* 11 Feb 1478 - 1482  Sir John Ditchfield (Dichefeld, Sire Jean d'Ichfiled)
* 24 Aug 1482 - 1485  Sir Edward Brampton (1444 - 1508)
* 25 Jan 1485 - 1485  Thomas Rydley (Ridley)
* 28 Nov 1485 - 1486  Edmund Weston (um 1436 - 1509) & Thomas de Saint-Martin († 1515)


ab 1914           Zahlreiche Rekruten aus Guernsey werden an die Fronten des Ersten Weltkriegs geschickt
'''Governors and Captains of Guernsey and Jersey''' (Gouverneure und Kapitäne von Guernsey und Jersey)


1918                Die Royal Guernsey Light Infantry wird in Frankreich beinahe aufgerieben
* 5 Apr 1486 - 23 Jul 1487  Matthew Baker & David Phelps (Philips, † 1503/10)


1923                Baubeginn an der Little Chapel in Les Vauxbelets
'''Governors of Guernsey''' (Gouverneure von Guernsey)


1935                Kinos entwickeln sich auf Guernsey zu einem Publikumsrenner
* Jul 1487 - 1505/06 David Phelps (Philips, ab 1503 Sir)
 
* 1509 - 7 Aug 1541  Sir Richard Weston (1465 - 1541)
1939                Eröffnung des Guernsey Airport
* 1522 - 1533  Thomas Oglander
 
* Okt 1533 - 1541  Sir Francis Weston (1511? - 1536)
Juni 1940        Zahlreiche Inselbewohner flüchten nach England
* 7 Aug 1541 - 1545  Sir Richard Long (1474 - 1546)
 
* Mar 1545 - 1553 Sir Peter Mewtas (Mewtis, † 1562)
1.7.1940          Nazideutsche Truppen besetzen die Insel
* 25 Sep 1553 - 22 Mai 1560  Sir Leonard Chamberlain (um 1520 - 1560)
 
* 25 Sep 1561 - 1570 Sir Francis Chamberlain (um 1542 - 1570)
Juli 1940         Einrichtung einer NS-Kommandantur, die zusammen mit Jersey dem Kammandanten für das besetzte Frankreich unterstellt ist
* 14 Apr 1570 - Feb 1610  Sir Thomas Leighton (1528 - 1610)
 
* Feb 1610 - Mar 1621 George, Lord Carew of Clopton, Earl of Totnes (1555 - 1629)
9.5.1945          Alliierte Truppen befreien Guernsey
* 1 Jul 1621 - 20 Jan 1644  Henry Danvers, Lord Danvers (ab 5 Feb 1626 Earl of Danby, 1573 - 1644)
 
* 29 Aug 1643 - 1649  Robert Rich, Earl of Warwick(e) [ernannt durch das Parlament] (1587 - 1658)
Mai 1945        Das britische Militär besetzt die Insel
* 20 Jan 1644 - Mai 1646  Sir Peter Osborne (Royalist, 1584 - 1653)
 
* 29 Mai 1646 - Mai 1649  Sir Baldwin ake [amtierend] (Royalist, im Castle Cornet)
25.8.1945        Das britische Militär zieht wieder ab
* 1647 - 1649 James Harrison [amtierend, ernannt durch das Parlament]
 
* Okt 1649 - 15 Dez 1651  Henry, Lord Percy, Baron percy of Alnwick (Royalist, um 1604 - 1659)
1947                Das Castle Cornet wird vom Staat Guernsey übernommen
* 22 Okt 1649 - 1650  Alban Coxe [ernannt durch das Parlament]
 
* 26 Okt 1649 - 15 Dez 1651  Sir Roger Burgess [amtierend] (Royalist, im Castle Cornet)
1950                Forcierung der englischen Sprache als Bildungs- und Alltagtsidiom
* 1650 - Apr 1651  Henry Sharp [ernannt durch das Parlament]
 
* Apr 1651 - 1653 John Bingham [ernannt durch das Parlament] (1615 - 1673)
1951                Etablierung des Tomato Marketing Board
* 1653 - 1654  John Clark [ernannt durch das Parlament]
 
* 1654 - 1659  Charles Weaterhouse [amtierend, ernannt durch das Parlament]
1962                Erste Sendung des inseleigenen Channel TV
* 1659 - 28 Feb 1660  John Weaver [ernannt durch das Parlament]
 
* 28 Feb 1660 - 2 Mai 1661  Henry Wansey(e) [amtierend, ernannt durch das Parlament]
1976                In Fort Grey wird das Shipwreck Museum eingerichtet
* 2 Mai 1661 - 22 Mai 1662  Sir Hugh Pollard (1603 - 1666)
 
* 2 Mai 1661 - 1665  Christopher Lord Hatton of Kirby, Baron Hatton (1605 - 1670)
1978                In den Candie Gardens wird das Guernsey Museum & Art Gallery eröffnet
* Feb 1665 - 4 Jul 1670  Sir Jonathan Atkins [amtierend] (1603 - 1702)
 
* 4 Jul 1670 - Sep 1706     Christopher Hatton, Viscount Hatton of Gretton (1632 - 1706)
1982                Umfangreiche Forschung zur Römerzeit auf Guernsey
* 21 Dez 1706 - 1711 Charles Churchill (1656 - 1714)
 
* 17 Jun 1715 - 6 Sep 1732  Daniel Harvey, Lord Harvey (1664 - 1732)
1985                Guernsey erhält eine neue Flagge
* 9 Okt 1732 - 7 Mai 1733  George Cholmondeley, Earl of Cholmondeley (1666 - 1733)
 
* 18 Aug 1733 - 23 Jul 1737  Richard Sutton (1674 - 1737)
2003                Die Island Games auf Guernsey bringen dem Heimteam die meisten Medaillen
* 6 Okt 1737 - 9 Aug 1739  Francis de la Rochefoucauld, Marquis de Montandre (1672 - 1739)
 
* 9 Aug 1739 - 12 Mar 1742  John Graham [amtierend]
1.5.2004          Laurence „Laurie“ Charles Morgan wird zum ersten Ministerpräsidenten von Guernsey ernannt
* 12 Mar 1742 - 7 Feb 1750  Algernon Seymour, Lord Percy, Duke of Somerset (1684 - 1750)
 
* 6 Apr 1750 - 13 Jun 1752  Sir John Louis Ligonier (1680 - 1770)
== '''Verwaltung''' ==
* 13 Jun 1752 - 16 Mar 1766  John West, Earl de la Warr (1693 - 1766)
Guernsey ist die zweitgrößte der britischen Kanalinseln. Die Kanalinseln sind weder ein Teil des Vereinigten Königreiches noch eine Kronkolonie, sondern sind als Kronbesitz (englisch ''crown dependency'') direkt der britischen Krone unterstellt. Sie sind gesonderte Rechtssubjekte und nicht Teil der Europäischen Union.
* 17 Mar 1766 - 1 Okt 1770  Sir Richard Lyttelton (1718 - 1770)
* Okt 1770 - 3 Aug 1797  Sir Jeffrey Amherst (ab 20 Mai 1776 Baron Amherst, 1717 - 1797)
* 4 Okt 1797 - 14 Nov 1807  Charles Grey, Earl Grey of Howick (1729 - 1807)
* 25 Nov 1807 - 26 Okt 1827  George Augustus Herbert Pembroke, Earl of Pembroke (1759 - 1827)
* 5 Nov 1827 - 11 Dez 1834  Sir William Keppell (1752 - 1834)


Erstmals historisch belegt ist Guernsey im Jahr 867 als Teil der Bretagne. 933 wurde es dem Herzogtum Normandie angeschlossen. 1050 kam die Insel zur Diözese von Coutances. Im Jahr 1198 wurde die Lordship of the Isles eingerichtet, zu der alle Kanalinseln gehörten. Am 24. Juni 1204 wurde Guernsey ein englisches fiefdom (Lehen). 1205 und 1206 besetzten die Franzosen mehrmals die Insel. 1279 wurde das bis heute bestehende Bailiwick Guernsey geschaffen. Die Franzosen fanden sich damit jedoch nicht ab. Sie attackierten die Insel 1294 und okkupierten sie 1338 bis 1340. Auch Owen von Wales versuchte 1372 vergeblich die Insel zu unterjochen. 1481 garantierte eine päpstliche Bulle die Unabhängigkeit Guernseys, und die Grand Charter vom 15. März 1560 verlieh Guernsey einen autonomen Status. Während des Bürgerkriegs von 1642 bis 1660 stand die Insel auf Seiten des Parlaments. Von 30. Juni 1940 bis 9. Mai 1945 war Guernsey von deutschen Truppen besetzt. Anschließend stand die Insel von 12. Mai bis 25. August 1945 unter britischer Militärverwaltung, ehe der ursprüngliche Status wiederhergestellt wurde.
'''Lieutenant governors''' (Vizegouverneure, amtierend für die jeweiligen Gouverneure bis 1834)


* 1488 - 1490   John Apris
* 1503  David Philip
* 1509 - 1522  Oliver Oglander († 1536)
* 1522 - 1533  Thomas Oglander
* 1551 - 1570  Thomas Compton
* 1580 - 1588  Thomas Wigmore
* 1591  George Paulet
* 1600  Edward la Zouche, Baron Zouche (1556 - 1625)
* 1605 - 1608  Peter Carey
* 1610 - 1620  Sir Amice de Carteret (1559 - 1631)
* 1620  Thomas Andros
* 1621 - 20 Jan 1644  Sir Peter Osborne
* 1632  Peter de Beauvoir (stellvertretender Vizegouverneur)
* 1643 - 1649  Robert Russell [ernannt durch das Parlament]
* 1644 - 1646  Nathaniel Darrell [ernannt durch die Königstreuen]
* 28 Mai 1646 - Mai 1649  Sir Baldwin Drake [ernannt durch die Königstreuen]
* 1647 - 1650  James Harrison [ernannt durch das Parlament]
* 26 Okt 1649 - 15 Dez 1651  Sir Roger Burgess [ernannt durch die Königstreuen]
* 1650  Henry Sharp [ernannt durch das Parlament]
* 1653 - 1654  John Clark
* 1654 - 1659  Charles Waterhouse [ernannt durch das Parlament]
* 1659 - 28 Feb 1660 John Weaver (stellvertretender Gouverneur)
* 28 Feb - 24 Apr 1660  Henry Wanseye (stellvertretender Gouverneur)
* 24 Apr 1660 - 2 Mai 1661  Henry Sharp [2]
* 1661 - 1664  Nathaniel Darrell, Jr.
* 1664 - 1680  William Sheldon (1609 - 1680)
* 1681  George Lyttleton
* 1684  Charles Hatton
* 1685  Charles Macarty
* 1687 - 1688  John Legge
* 1688  Sidney Godolphin (1652 - 1732)
* 1689 - Dez 1703 Bernard Ellis († 1703)
* 1704 - 1706  Sir Edmund Andros (1637 - 1714)
* 1707  Oliver Hetherington
* 1711 - 1726  Giles Spicer (1647 - um 1735)
* 1726 - 1735  Louis Dollon
* 1735 - 1745  John Graham
* 1745 - 1756  Charles Strahan († 1757)
* 1756 - 1776  Sir John Mylne (um 1701 - 1791)
* 1776 - 1783  Paulus Aemilius Irving (1751 - 1828)
* Feb 1784 - Jun 1793  William Brown
* Jun - Okt 1793 Thomas Dundas (1741 - 1820)
* Okt - Dez 1793 James Henry Craig (1748 - 1812)
* 24 Dez 1793 - 17 Mar 1796  John Small (1726 - 1796)
* Mar 1796 - 1802 Sir Hew Whitefoord Dalrymple (1750 - 1830)
* 29 Jul 1803 - 1816 Sir John Doyle (1750 - 1834)
* Apr 1816 - 1821 Henry Bayley (Bailey, 1769 - 1846
* 23 Jul 1821 - Aug 1828  John Colborne, Baron Seaton (1778 - 1863)
* 14 Aug 1828 - 1837 John Dawes Ross (1769 - 1843)


'''Herrschaftsgeschichte'''
'''Lieutenant Governiors and Colonels of the Staff''' (Vizegouverneure und Truppenkommandanten)
 
* um -400 bis -54 keltische Stammesgemeinschaft
* -56 bis -27 Römische Republik (''Res publica'')
* -27 bis September 260 Provinz Gallia Lugdunensis im Römischen Reich (''Imperium Romanum'')
* September 260 bis Februar/März 274 Gallisches Reich (''Imperium Galliarum'')
* März 274 bis 464 Provinz Gallia Lugdunensis im Römischen Reich (''Imperium Romanum'')
* 464 bis 486 Reich des Syagrius in Nord-Gallien (''Regnum Romanorum'')
* 486 bis 867 Königreich der Franken (''Regnum Francorum'')
* 867 bis 933 Herzogtum Bretagne (''Ducatus Britanniae'') innerhalb des Königreichs Frankreich (''Regnum Franciae'' bzw. ''Royaume des Francs'')
* 933 bis 8. Februar 1198 Herzogtum Normandie (''Ducatus Normanniae'') innerhalb des Königreichs Frankreich (''Regnum Franciae'' bzw. ''Royaume des Francs'')
* 8. Februar 1198 bis 24. Juni 1204 Herrschaft über die Inseln (''Lordship of the Isles'') im Herzogtum Normandie (''Ducatus Normanniae'') innerhalb des Königreichs Frankreich (''Regnum Franciae'' bzw. ''Royaume des Francs'')
* 24. Juni 1204 bis 1279 Lehen Guernsey (''Fiefdom Guernsey'') innerhalb des Königreichs England (''Kingdom of England'')
* 1279 bis 13. Dezember 1487 Vogtei Guernsey (''Bailiwick Guernsey'') innerhalb des Königreichs England (''Kingdom of England'')
* 13. Dezember 1487 bis 19 Mai 1649 Vogtei Guernsey (''Bailiwick Guernsey'') als Besitzung der britischen Krone (''Crown Dependency'')
* 19. Mai 1649 bis 8. Mai 1660 Guernsey eigenständig innerhalb der Englischen Gemeinschaft (''Commonwealth of England'')
* 8 Mai 1660 bis 2. Juli 1940 Vogtei Guernsey (''Bailiwick Guernsey'') als Besitzung der britischen Krone (''Crown Dependency'')
* 1. Juli 1940 bis 9. Mai 1945 Besatzungsgebiet Britische Kanalinseln des Deutschen Reiches
* 9. Mai bis 24. August 1945 Britische Militärverwaltung (''British military administration'')
* seit 24. August 1945 Vogtei Guernsey (''Bailiwick Guernsey'') als Besitzung der britischen Krone (''Crown Dependency'')
 
=== '''Verfassung''' ===
Das Bailiwick Guernsey besteht seit 1204. Am 28. August 1948 wurde das ''Projet de Loi'' ratifiziert. Die letzte tiefgreifende Verfassungsreform erfolgte im Jahr 2004.


=== '''Legislative und Exekutive''' ===
* 1 Apr 1837 - 1842  Sir James Dawes Douglas (1785 - 1862)
Das Parlament des Bailiwick, ''États de Guernesey'' bzw. ''States of Guernsey'', setzte sich bis 2004 zusammen aus dem Bailiff (Landvogt), der vom britischen König ernannt wird und das bürgerliche Oberhaupt Guernseys darstellt, ferner 12 Conseillers (Räte), die von einer komplexen Körperschaft aus 98 Personen in ihr Amt eingesetzt werden, 33 People's Deputies (Abgeordnete), die vom Volk gewählt werden, 10 ''Douzaines'' (Gemeindevertreter), die von den zehn Gemeinden bestimmt werden, und 2 Abgeordneten von Alderney. Seit 2004 besteht es aus 45 Delegierten, die alle vier Jahre in direkter Wahl gewählt werden. Zwei davon stellt die Insel Alderney.
* Feb 1842 - Dez 1847 Sir William Francis Patrick Napier (1785 - 1860)
* 24 Jan 1848 - 30 Jun 1854  Sir John Bell (1782 - 1876)
* 1 Aug 1854 - 10 Mai 1855  William Thomas Knollys (1797 - 1883)
* 22 Nov 1855 - 1 Apr 1859  George Judd Harding (1788? - 1860)
* 1 Apr 1859 - 1 Apr 1864  Marcus John Slade (1801 - 1872)
* 1 Apr 1864 - 1 Mai 1869  Charles Rochfort Scott (um 1795 - 1872)
* 1 Mai 1869 - 1 Mai 1874  Edward Charles Frome (1802 - 1890)
* 1 Mai 1874 - 30 Apr 1879  Saint George Gerald Foley (1814 - 1897)
* 1 Mai 1879 - 10 Okt 1883  Alexander Abercromby Nelson (1816 - 1893)
* 10 Okt 1883 - 1 Nov 1885  Henry Andrew Sarel (1823 - 1887)
* 1 Nov 1885 - 21 Feb 1889  John Henry Ford Elkington (1830 - 1889)
* 21 Mar 1889 - 1894  Edward Gascoyne Bulwer (1829 - 1910)


Der ''Chief Minister'' ist Vorsitzender des ''Policy Council'', der so etwas wie die Regierung von Guernsey bildet. Ausschüsse der States (''States Committees'') ersetzen Ministerien, wie sie andernortsc üblich sind.
'''Lieutenant Governiors and Commanding the Troops''' (Vizegouverneure und Truppenkommandanten)


=== '''Inseloberhaupt''' ===
* 16 Mar 1894 - 1899  Nathaniel Stevenson (1840 - 1911)
Vertrete des formalen Staatsoberhaupts, des britischen Königs, ist der ''Lieutenant Governor'' (Vizegouverneur). Die tatsächliche Regierungsgewalt liegt in den Händen des ''Bailiff'', worunter ein "Vogt" bzw. "Verwalter, Amtmann“ zu verstehen ist.
* 16 Mar 1899 - 1903  Michael Henry Saward (1840 - 1928)
 
* 1 Apr 1903 - 1908  Barrington Bulkeley Douglas Campbell (1845 - 1918)
 
* 1 Apr 1908 - 1911  Robert Auld (1848 - 1911)
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
* 10 Mai 1911 - 1914  Edward Owen Fisher Hamilton (1854 - 1944)
 
* 8 Apr 1914 - 1914  Henry Merrick Lawson (1859 - 1933)
* um 1154 Sir Walter Dunker
* 18 Nov 1914 - 1918  Reginald Clare Hart (1848 - 1931)
* um 1167 Sir Peter Cornet
* 8 Jun 1918 - 1920  Launcelot Edward Kiggell (1862 - 1954)
* um 1180 Robert de Haverlant
* 23 Jun 1920 - 1925  John Edward Capper (1861 - 1955)
* um 1199 Sir William Orseth
* 1 Jul 1925 - 1929  Sir Charles John Sackville-West (ab 1928 Baron Sackville, 1870 - 1962)
* 5 Jun 1929 - 1934  Sir Edward Henry Willis (1870 - 1961)
* 5 Jun 1934 - 1939  Edward Nicholson Broadbent (1875 - 1944)
* 5 Jun 1939 - 7 Jun 1940  Alexander Patrick Drummond Telfer-Smollet (1884 - 1954)
* 7 - 21 Jun 1940  John Randle Minshull-Ford (1881 - 1948)
* 21 - 25 Jun 1940  Victor Gosselin Carey [amtierend] (1871 - 1957)


'''Lord of the Isles''' (Herr der Insel)
'''Presidents of the Controlling Committee of the States of Guernsey''' (Präsidenten des Kontrollkomitees des Parlamentns vokn Guernsey)


* 1198 - 1199 John Plantagenet, Count of Mortian (1166 - 1216)
* 25 Jun - 21 Okt 1940  Ambrose James Sherwill (1890 - 1968)
* 21 Okt 1940 - 25 Aug 1945  John Leale [amtierend bis 30 Dez 1940] (1892 - 1969)


'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
'''Inselkommandanten'''


* 1203 - 1206 Gregory Balizan (Balizon)
* 30 Jun - 1 Jul 1940 Friedrich Hessel
* 1206 - 1207 Pierre de Préaux (um 1129 - 1212)
* 1 Jul - 15 Sep 1940 Albrecht Lanz (1898 - 1942)
* Aug 1207 - 1212 Philippe d’Aubigné I (Philippe d’Albini, † 1236)
* 15 Sep 1940 - 1 Apr 1941  Friedrich Eduard Hellmuth Bandelow
* 1220 - 1223 Philippe d’Aubigny II (Philippe d’Albini)
* 28 Jun 1941 - 31 Aug 1943  Erich Reinhard Müller (1889 - 1960)
* 1223 - 1226 Geoffrey de Lucy
* 1 Sep 1943 - 5 Mar 1944  Rudolf Graf von Schmettow (1891 - 1970)
* 1226 - 1227  Richard, Baron Grey of Codnor
* 5 Mar - 9 Mai 1945  Rudolf Wulf (1905 - 1972)
* 1227 - 1229  Guillaume de St. Jean
* 1229 - 1230  Richard, Baron Grey of Codnor [2] & John de Grey
* 1230 - 1234  Philippe de Carteret & Amaury de Saint-Amand (1190 - 1241)
* 1232 - 1234 Guillaume de St. Jean & Philippe d’Aubigné


'''Connetable''' (Gemeindevorsteher)
'''Festungskommandanten'''


* um 1232  Jean de Lambersard
* 9 Aug - 18 Sep 1940     Wilhelm Kratzer
* 18 Sep 1940 - 5 Mar 1944  Fritz Bandelow
* 13 Mar - 9 Mai 1945  Siegfried Ludwig August Friedrich Johann Paul Heine (1883 - 1975)


'''Lord''' (Herr)
'''Platzkommandanten Guernsey'''


* 1234 - 1240  Henry de Trubleville
* 1940 - 1945  Richard Brosch (1897? - 1949)
* 1945 - 9 Mai 1945 Rudolf Reich


'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
'''Head of the British Military Government of Guernsey''' (Oberhaupt der britischen Militärverwaltung von Guernsey)


* 1234 - 1235 Nicholas de Meules
* 12 Mai - 25 Aug 1945  Charles Gage Stuart (1887 - 1970)
* 1235  Gerard de Lampersand, Guillaume de Dampierre & William Blom
* 1235 - 1240  Drew de Baretin
* 1240 - 1241  William Boeles
* 1241 - 1252  Drew de Baretin
* 1252 - 1254  Richard, Baron Grey of Codnor


'''Lord''' (Herr)
'''Lieutenant governors and Commanders-in-Chief of the Island of Guernsey and its Dependencies''' (Vize-Gouverneure)


* 1254 - 1271  Prince Edward (1239 - 1307)
* 25 Aug 1945 - 1953  Philip Neame (1888 - 1978)
 
* 16 Okt 1953 - 1958  Thomas Walker Elmhirst (1895 - 1982)
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
* 11 Dez 1958 - 1964  Sir William Geoffrey Arthur Robson (1902 - 1989)
* 16 Jan 1964 - 1969  Sir Cyril Frederick Charles Coleman (1903 - 1974)
* 30 Mai 1969 - 1974  Sir Charles Piercy Mills (1914 - 2006)
* 4 Okt 1974 - 1980  Sir John Edward Ludgate Martin (1918 - 2011)
* 22 Apr 1980 - 1985  Sir Peter de Lacey Le Cheminant (1920 - 2018)
* 2 Aug 1985 - 1990  Sir Alexander Crawford Simpson Boswell (* 1928)
* 22 Okt 1990 - 25 Apr 1994  Sir Michael Compton Lockwood Wilkins (1933 - 1994)
* 6 Sep 1994 - Apr 2000  Sir John Francis Coward (1937 - 2020)
* 25 Apr 2000 - 28 Sep 2005  Sir John Paul Foley (* 1939)
* 28 Sep - 18 Okt 2005 Geoffrey Robert Rowland [amtierend] (* 1948)
* 18 Okt 2006 - 23 Feb 2011  Sir Fabian Malbon (* 1946)
* 23 Feb - 15 Apr 2011 Geoffrey Robert Rowland [2, amtierend]
* 15 Apr 2011 - 6 Sep 2015  Peter Brett Walker (1949 - 2015)
* 6 Sep 2015 - 14 Mar 2016  Sir Richard John Collas [amtierend] (* 1953)
* 14 Mr 2016 - 24 Nov 2021  Ian Fergus Corder (* 1960)
* 24 Nov 2021 - 15 Feb 2022  Richard James McMahon [amtierend] (* 1962)
* seit 15 Feb 2022  Richard John Cripwell (* 1962)


* 1258 - 1260  Drew de Baretin [2]
'''Bailiffs''' (Vögte)
* 1262 - 1267  Sir Gilbert Talbot & Thomas Boulton
* 1267 - 1269  William de Baretin
* 1269 - 1270  Hugh de Trubleville
* 1270 - 1274  Richard (warden)
* 1271 - 1274  Arnaud Jean de Contivo
* 1274  Jean Wyger
* 1275 - 1277  Sir Otto de Grandison (warden, um 1245 - 1328)
* 1275 - 1276  Raoul de Broughton
* 1276 - 1278  Philippe Burnel


'''Lord''' (Herr)
* 1264  Gautier de la Salle
 
* 1270 - 1277  Hugh de Trubleville
* 1277 - 1294  Sir Otto de Grandison
* 1278 - 1281  Guillaume de St. Remi († 1295)
 
* 1282 - 1288/89 Renaut de Ashwell
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
* 1288/89 - 1296 Guillaume de St. Remi [2]
 
* 1278 - 1281  Guillaume de St. Remi & Denis de Tilbury
* 1282 - 1288  Renaut d’Ashwell
* 1288 - 1290  Sir Stephen Wallard
* 1290 - 1293  Guillaume de St. Remi [2]
* 1294  Sir William Grandison & Henri de Bonvillars
* 1294 - 1297  Henry de Cobham (1260 - 1339)
* 1297 - 1298  Sir Nicholas de Cheney
* 1297 - 1298  Sir Nicholas de Cheney
* 1298 - 1299  Pierre Le Marchant
* 1299 - 1300  Radulphus De Gand
* 1300 - 1301  Robert Comberwell
* 1301 - 1302  Radulph de Haverland
* 1302 - 1303  John de Newent
* 1303 - 1304  Radulphus Gaultier
* 1304 - 1305  Pierre Le Marchant
* 1305 - 1310  Massey de la Court
* 1310 - 1311  James de Vinchelez
* 1311 - 1313  Robert Le Gay
* 1313 - 1315  Gaultier de la Hogue
* 1315 - 1317  Massey de la Court [2]
* 1317 - 1318  Pierre Le Marchant [2]
* 1318 - 1319  Massey de la Court [3]
* 1319 - 1320  Robert Le Gay [2]
* 1320 - 1321  Radulphus Gaultier
* 1321 - 1322  John Le Marchant
* 1322 - 1323  James de Vinchelez [2]
* 1323 - 1324  William Le Petit
* 1324 - 1325  Guillaume de Souslemont
* 1325 - 1325/26  William Le Petit [2]
* 1325/26 - 1327  Pierre de Garis
* 1327 - 1328  Henry de St. Martin
* 1328 - 1329  Radulphus Le Gay
* 1329 - 1330  Radulphus Cokerel
* 1330 - 1331  Geoffrey de la Hogue
* 1331 - 1331/32  Thomas d’Esterfield
* 1331/32 - 1340  Radulphus Le Gay [2]
* 1340 - 1356  Jean de la Lande
* 1357 - 1383  John Le Marchant
* 1384 - 1387  John Nicholas (Nicolle)
* 1387 - 1411  Gervais de Clermont
* 1412 - 1432  James Coquerel
* 1433 - 1445  Thomas de la Court
* 1446 - 1447  John Henry
* 1447 - 1465  Guillaume Cartier
* 1466 - 1470  Thomas de la Court [2]
* 1470 - 1479  Pierre de Beauvoir
* 1480 - 1481  Edmund de Cheney
* 1481 - 1482  Nicholas Fouaschin (Fashion)
* 1483 - 1498  John Blondel
* 1499 - 1510  John Martin
* 1511 - 1537  James Guille
* 1538 - 1544  Thomas Compton
* 1545 - 1549  John Haryvell
* 1549 - Okt 1563  Helier Gosselin (1505 - 1580)
* Okt 1563 - 1570  Thomas Compton [2]
* 1571 - 1581  Guillaume de Beauvoir
* 1581 - 1588  Thomas Wigmore
* 1588 - 1601  Louis de Vic (um 1540 - 1607)
* 1601 - 1631  Sir Amice de Carteret
* 1631 - 1644  John de Quetteville (1643 als Royalist entmachtet; in Opposition Feb-Dez 1647, 1574 - um 1648)
* 24 Dez 1644 - 1651  Pierre de Beauvoir, Seigneur des Granges (1599 - 1678)
* 1652 - Okt 1653  Pierre de Beauvior, Seigneur des Granges [2]
* Nov 1653 - 11 Feb 1656  Jurats (jeweils für einen Monat)
** John (Jean) Faurtrart (Nov 1653, Sep 1654)
** Peter (Pierre) Carey (Dez 1653, Nov 1654, Okt 1655)
** John (Jean) Bonamy (Jan 1654, Dez 1654, Nov 1655)
** James (Jacques) le Marchant (Feb 1654, Jan 1655)
** James de Havilland (Mar 1654, Feb 1655, 1612 - 1674)
** John (Jean) de Sausmarez (Apr 1654, Mar 1655, Dez 1655)
** John (Jean) de Quetteville (Mai 1654, Apr 1655, Jan 1656)
** Andrew (André) Monamy (Jun 1654, Mai 1655, Feb - 11 Feb 1656, 1612 - 1680)
** John (Jean) le Mesurier (Jul 1654, Jun 1655)
** James (Jacques) Guille (Aug 1654, Jul 1655)
** Josué Gosselin (Okt 1654)
** Philip Baudain (Aug 1655)
** Pierre de Beauvoir (Sep 1655)
* 11 Feb 1656 - 1660  Pierre de Beauvoir [3]
* 1660 - 1661  Josué Gosselin [amtierend]
* 1661 - 1674  Amias Andros (1610 - 1674)
* 1674 - 24 Feb 1714  Sir Edmund Andros
* 1714 - 1728  Jean de Sausmarez (1706 - 1773)
* 1728 - 13 Sep 1751  Josué Le Marchant (um 1678 - 1751)
* 1752 - Dez 1757  Eleazar Le Marchant (1680/87 - 1757)
* 1758 - 1771  Samuel Bonamy († 1771)
* 1771 - 19 Nov 1800 William Le Marchant (1721 - 1800)
* Nov 1800 - 1810 Robert Porrett Le Marchant (um 1749 - 1840)
* 7 Apr 1810 - 14 Apr 1821  Sir Peter de Havilland (1747 - 1821)
* 27 Apr 1821 - 24 Sep 1842  Daniel de Lisle Brock (1762 - 1842)
* 28 Nov 1842 - 3 Jun 1845  Jean Guille (1788 - 1845)
* 28 Jun 1845 - Mai 1883  Sir Peter Stafford Carey (1803 - 1886)
* 23 Jul 1883 -19 Jun 1884  John de Havilland Utermarck (1818 - 1884)
* 19 Jun 1884 - 1895  Sir Edgar McCulloch [amtierend bis 26 Sep 1884] (ab 8 Mai 1886 Sir, 1808 - 1896)
* 22 Jul 1895 - 1902 Thomas Godfrey Carey (ab 27 Jun 1900 Sir, 1832 - 1906)
* 1 Feb 1902 - 1908 Sir Henry Alexander Giffard (1838 - 1927)
* 23 Mai 1908 - 27 Jul 1915  William Carey (ab 1 Jan 1915 Sir, 1853 - 1915)
* 25 Okt 1915 - 15 Dez 1922  Sir Edward Chepmell Ozanne (1852 - 1929)
* 15 Dez 1922 - 1 Okt 1929  Sir Havilland Walter de Sausmarez (1861 - 1941)
* 1 Okt 1929 - 12 Jul 1935  Arthur William Bell (1868 - 1935)
* 12 Jul 1935 - 27 Feb 1946  Victor Gosselin Carey (ab 1945 Sir, Aug 1940 - Mai 1945 unter deutscher Okkupöationsverwaltung)
* 27 Feb 1946 - 13 Feb 1959  Ambrose James Sherwill (ab 1949 Sir)
* 13 Feb 1959 - 27 Jul 1973  William Henry Arnold (ab 1963 Sir, 1903 - 1973)
* 27 Jul 1973 - 6 Aug 1982  John Henry Loveridge (ab 1975. Sir, 1912 - 1994)
* 6 Aug 1982 - 18 Feb 1992  Charles Keith Frossard (ab 20 Jul 1983 Sir, 1922 - 2012)
* 18 Feb 1992 - 28 Mar 1999  Graham Martyn Dorey (ab 28 Okt 1992 Sir, 1932 - 2015)
* 28 Mar 1999 - 15 Jun 2005  de Vic Graham Carey (ab 1 Jan 2002 Sir, * 1940)
* 16 Jun 2005 - 23 Mar 2012  Geoffrey Robert Rowland (ab 13 Jun 2009 Sir)
* 23 Mar 2012 - 9 Mai 2020  Richard John Collas (ab 14 Jun 2014 Sir, * 1958)
* seit 9 Mai 2020  Richard James McMahon [amtierend bis 11 Mai 2020] (* 1962)


'''Lord''' (Herr)
'''Chief ministers''' (Oberste Minister)
 
* 1298 - 1328  Otto de Grandison [2]
 
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
 
* 1298  Henri de Bonvillars
* 1299 - 1302  Denis de Tilbury & Guillaume de Cosignton
* 1302 - 1307  John Newent
* 1306 - 1309  John de Ditton
* 1309  Massey de la Court
* 1309 - 1319  Drew Barentin & Sir Pierre de Petitfeu
* 1319 - 1321  Pierre de Balmes
* 1321 - 1324  Sir Gerard d’Oron
* 1324 - 1326  Jean de Clyvedon
* 1326 - 1327  Raoul Basset de Drayton & Jean de Roches
* 1328 - 1330  Jean de Roches
* 1330 - 1331  Pierre Bernard de Pynesole & Laurens de Gaillard
* Aug 1331  Sir William Cheney
* 1331 - 1333  Thomas, Baron Wake of Liddell
* 1333 - 1337  Thomas Ferrers (um 1299 - 1353) & William, Baron Montacute
* 1337 - 1340  Thomas Ferrers [2]
* 1334 - 1336  Gautier de Weston (Walter de Weston)
* 1338 Gautier de Weston [2]
 
'''Commandant''' (Französischer Kommandant)
 
* Sep 1338 - Jul 1340  Nicholas Béluchet de Musy de La Lupe d‘Escrignolles (1288 - 1340)
 
'''Lord of Guernsey''' (Herr von Guernsey)
 
* 8 Sep 1338 - 29 Okt 1340  Robert Viii Betrand de Briquebec, Baron de Briquebec (um 1273 - 1348)
 
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
 
* 1340  Gautier de Weston [3]
* 1341 - 1343  Thomas de Hampton
* 1343 - 1348  Thomas Ferrers [3]
* 1343 - 1347  Gautier de Weston [4]
* 1347 - 1348  Sir Ralph de Harmesthorpe
* 1348 - 1349  Robert Wyville & Thomas Clifford
 
'''Lords''' (Herren)
 
* 1349 - 1354  John, Baron Mautravers
* 1354 - 1356  William Stury
* 1356 - 1357  Sir Thomas de Holland
* 1358 - 1366  Sir Edmund de Cheney
 
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
 
* 1356 - 1358  Sir Otto de Holland (sub-warden bis 1357)
* 1357  Thomas de Langhurst
* 1363  Guillaume de Birketon (William de Birketon)
* 1364 John Le Marchant
* 1365 Nicholas de Cheney (Chaeney)
* 1367 - 1372  Walter Hewet
* 1368 - 1371  Guillaume d’Asthorp (Wiliam Asthorpe)
 
'''Lords''' (Herren)
 
* 1368 - 1371  Guillaume d‘Asthorp (William Asthorpe, † 1399)
* 1371  John Coke
 
'''Commandant'''  (französischer Kommandant)
 
Jun - Jul 1372  Yvon de Galles (Owain Lawgoch ap Tomas [Owen of Wales], französischer Kommandant)
 
'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)


* 1372 - 1374  Sir Edmund Rose
* 1 Mai 2004 - 5 Mar 2007  Laurence „Laurie“ Charles Morgan (1930 - 2018)
* 1372 - 1373  Ralph de Harmesthrope (sub-warden)
* 5 Mar 2007 - 1 Mai 2008  Michael „Mike“ W. Torode (1941? - 2024)
* 1373 - 1374  Guillaume d‘Asthorp (William Asthorpe)
* 1 Mai 2008 - 1 Mai 2012  Lyndon Sean Trott (* 1964)
* 1374  John Coke (sub-warden) [2]
* 1 Mai 2012 - 12 Mar 2014  Peter Harwood (* 1947)
* 12 Aug 1374 - 1376  Thomas de Beauchamp, Earl of Warwick (1338/39 - 1401)
* 12 Mar 2014 - 4 Mai 2016  Jonathan Paul Kle Tocq (* 1964)
* 1376 - 1393  Sir Hugh de Calverley
* 1378  Jacques de Calverley
* 1378 - 1382  Henri Rider (Ryther, Lieutenant)
* 1384 - 1385  Roger Walden
* 1393  Jacques de Golafre
* 1393 - 1396  Sir John de Golafre of Langley
* 1396 - 1405  Edward, Earl of Rutland (ab 1401 Edward, Duke of York, † 1415)
* 11 Mai 1405 - 1405  Sir Jean de Lisle (1366 - 1408)
* 1405  John Peraunt (sub-warden)
* 1407 - 1415  Edward, Duke of York [2]
* 1409 - 1412  Richard, Earl of Cambridge


Lords (Herren)
'''Presidents of the Policy and Resources Committee''' (seit 26 Mai 2016 Chief minister)


1415 - 1435  John, Duke of Bedford
* 4 Mai 2016 - 16 Okt 2020  Gavin St. Pier (* 1967)
* 16 Okt 2020 - 13 Dez 2023  Peter Ferbrache (* 1951)
* 13 Dez 2023 - 2 Jul 2025  Lyndon Sean Trott
* seit 2 Jul 2025 Lindsay de Sausmarez [w] (* 1978?)


1437 - 23 Feb 1447  Humphrey, Duke of Gloucester (1390 - 1447)
=== '''Politische Gruppierungen''' ===
Auf Guernsey existieren keine politischen Parteien; jeder Kandidat macht seine eigene Wahlpropaganda. Das Fehlen einer offiziellen Opposition ist von aussenstehenden Kritikern schon als Zeichen politischer Unreife ausgelegt worden. Die Inselbewohner schliessen sich aber dieser Meinung keineswegs an: Politik ohne Parteien hat Guernsey ungewöhnliche politische Stabilität beschert, denn so besteht keine Gefahr, dass eine Wahl einen Regierungsumschwung oder einen Wechsel von rechts nach links bringen könnte.


1447 - 1449  Lady Anne de Beauchamp [w] (um 1446 - 1449)
Alle vier Jahre werden die Mitglieder des Parlaments gewählt. Wahlberechtigt sind alle Bürger über 18 Jahrne. Die letzten Wahlen fanden am were held in 23. April 2008 statt. Angegeben wurden insgesamt 18.576 Stimmen, was eine Wahlbeteiligung von 40,58 % ergibt. Gültig waren 45.772 Stimmzettel. Insgesamt 26 von 28 Delegierten wurden wieder, 19 neu gewählt.


'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
Das Wappen Guernseys ist ein rotes Schild mit drei englischen Löwen auf einem roten Schild, welches von einem kleinen Blätterzweig überragt wird. Das Wappen Guernseys ist denen der Normandie, Jerseys und Englands sehr ähnlich.


* 1416  Henry Mulso (sub-warden)
=== '''Justizwesen und Kriminalität''' ===
* 1436 - 1442  Sir John Bernard (warden)
Guernsey besitzt die volle Gerichtshoheit. Die Justiz ist ein eigenständiges System mit Wurzeln im normannischen Gewohnheitsrecht, ergänzt durch Prinzipien aus dem englischen Common Law und französischem Recht. Es umfasst mehrere Gerichte, deren wichtigste der Royal Court of Guernsey ist, der sowohl Zivil- als auch Strafsachen oberster Instanz behandelt.
* 1444  Sir John Bernard (sub-warden)
* 1447  John, Viscount Beaumont & Ralph Botiller, Lord Sudeley
* 1448  William de la Pole, Duke of Suffolk
* 1448  William Bertram (sub-warden)


'''Lord''' (Herr)
Der Bailiff ist der höchste Richter und Gerichtspräsident, zugleich auch Vorsitzender des Parlaments der Insel (States of Guernsey) und hat sowohl richterliche als auch repräsentative Aufgaben. Er wird von einem Deputy Bailiff unterstützt. Die Positionen sind vom britischen Kronbesitz ernannt.


1449 - 1459  Richard Neville, Earl of Warwick („the King-Maker”, 1428 - 1471)
Hauptgericht der Insel, zuständig für alle ernsten Strafsachen (Mord, Raub, schwere Vergehen) und wichtige Zivilfälle. Der Royal Court setzt sich zusammen aus dem Bailiff (bzw. dessen Stellvertreter) und 12 ''Jurats'' („Geschworene“). Letztere sind ehrenamtliche Laienrichter ohne spezifische juristische Ausbildung, gewählt von der States of Election. Sie agieren als Geschworene (richterliche Beurteiler von Tatsachen) und stellen auch das Strafmaß bei Strafsachen fest. Jurats entscheiden mit einfacher Mehrheit.


'''Wardens''' bzw. '''Guardians''' (Verwalter)
Das Magistrates' Court (Bezirksgericht) behandelt weniger schwere Straftaten. Es gibt spezielle Tribunale für Kinder-, Planungs-, Steuer-, Sozial- und Gesundheitsangelegenheiten. Die Guernsey Court of Appeal behandelt Rechtsmittel, danach ist noch die Judicial Committee of the Privy Council in London die letzte Instanz.


* 1460  Druet Le Marchant
Die Crown Law Officers (H.M. Procureur, H.M. Comptroller) sind zuständig für Strafverfolgung und Rechtsberatung der Regierung. Der staatliche Rechtshilfedienst stellt in bestimmten Fällen kostenlosen oder vergünstigten Rechtsbeistand bereit.
* 1466  Thomas de la Court (Lieutenant)
* 1468 - 14 Apr 1471  Geoffrey Walsh, Seigneur de Hanoid (Captain)
* 1452 - 1456  John Nanfan
* 1456  Colin Otis
* 1457  John Nanfan [2]
* 1466  Thomad de la Court
* 1468  Geoffrey Wallish
* 1460  Druet Le Marchant
* 1466 Thomas de la Court (Lieutenant, † 1470)
* 1468 - 14 Apr 1471  Geoffrey Walsh, Seigneur de Handois (Captain, † 1471)


'''Lady''' (Herrin)
Guernsey verzeichnet generell eine niedrige Kriminalitätsrate, die Polizei ist für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit zuständig und arbeitet eng mit den Gerichten zusammen. Das Strafvollzugssystem (Guernsey Prison) legt Wert auf Resozialisierung und Verhaltensänderung.


* 1471 - 1487  Anne Beauchamp, Countess of Warwick [w]
=== '''Internationale Beziehungen''' ===
Guernsey ist eng mit Großbritannien und Frankreich verbunden, aber nicht Mitglied der Europäischen Union. Es pflegt besondere Verbindungen zu Jersey und zur Isle of Man. Seit 1997 betreibt der Inselstaat eine Städtepartnerschaft mit Biberach an der Riß (Baden-Württemberg) in Deutschland.
 
=== '''Flagge und Wappen''' ===
Die Flagge und das Wappen des Bailiwick of Guernsey sind zentrale Symbole der Identität der Kanalinsel und spiegeln ihre einzigartige historische Position wider: als Überbleibsel des Herzogtums Normandie, loyal der englischen Krone seit 1204, und als autonome Crown Dependency. Beide Embleme verbinden normannisches Erbe mit der Bindung an England bzw. Großbritannien und wurden erst relativ spät offiziell festgelegt, um Verwechslungen (insbesondere mit England) zu vermeiden.
 
Die Flagge von Guernsey ist seit 1985 das offizielle nationale Symbol der Bailiwick. Sie wurde am 30. April 1985 durch einen Order in Council (mit Royal Warrant von Königin Elizabeth II.) angenommen und erstmals am 9. Mai 1985 – dem 40. Jahrestag der Befreiung von der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg – gehisst. Vor 1985 gab es keine eigenständige offizielle Flagge; stattdessen wurde der rote St.-Georgs-Kreuz (Cross of St George) auf weißem Grund verwendet, der identisch mit der Flagge Englands ist. Dies führte zu Verwechslungen, etwa bei internationalen Sportveranstaltungen wie den Commonwealth Games oder Island Games, wo England und Guernsey nebeneinander auftraten.
 
Das Design der heutigen Flagge besteht aus:
 
* Einem weißen Grund (Argent),
* einem durchgehenden roten St.-Georgs-Kreuz (Cross Gules), das die verfassungsrechtliche Bindung an die englische Krone symbolisiert (Guernsey ist seit 1204 dem englischen Monarchen als Herzog der Normandie unterstellt),
* einem goldenen normannischen Kreuz (Guernsey Cross) darübergelegt, das die historische Verbindung zum Herzogtum Normandie darstellt. Dieses goldene Kreuz ist eine stilisierte Darstellung des Kreuzes auf dem Banner (Gonfanon) von Wilhelm dem Eroberer (William the Conqueror), wie es auf dem Bayeux-Teppich abgebildet ist – ein Artefakt, das die normannische Eroberung Englands 1066 dokumentiert.
 
Das goldene Kreuz hat typischerweise leicht ausgestellte (pattée-ähnliche) Enden und ist zentriert auf dem roten Kreuz platziert, ohne die Ränder zu berühren. Das Verhältnis der Flagge beträgt meist 2:3 oder 3:5 (je nach Quelle). Es gab Überlegungen, das Wappen der Bailiwick auf das St.-Georgs-Kreuz zu setzen, doch dies wurde verworfen, da das Wappen aus der Ferne nicht erkennbar gewesen wäre. Die Flagge wird stolz auf öffentlichen Gebäuden, bei offiziellen Anlässen und von Guernsey-registrierten Schiffen (als Zivilflagge oder Red Ensign-Variante mit dem goldenen Kreuz im Flugteil) geführt. Sie unterstreicht die doppelte Identität: normannisch und britisch.
 
Das Wappen (Coat of Arms) der Bailiwick of Guernsey ist ein offizielles Symbol, das noch älter ist und stark an die Wappen von England, Jersey und der Normandie angelehnt ist. Es zeigt:


'''Governors of Guernsey''' (Gouverneure von Guernsey)
* Einen roten Schild (Gules),
* drei goldene Leoparden (oder Löwen passant guardant, also schreitend und frontal blickend; Or, armed and langued Azure – mit blauen Zungen und Krallen),
* darüber einen grünen Zweig (Sprig oder Rameau, oft als Ginster- oder Besenginsterzweig interpretiert).


* 1476 - 1477  Edward de Courtney
Die drei Leoparden stammen ursprünglich aus den königlichen Armen Englands (seit Richard Löwenherz) und gehen auf normannische Wurzeln zurück (ursprünglich zwei Leoparden in der Normandie, später drei). Guernsey erhielt dieses Design bereits 1279 durch König Eduard I., der ein einheitliches Siegel für die Kanalinseln sandte, das die drei Löwen zeigte. Ab 1290/91 gibt es Belege für ein eigenes Siegel der Insel mit diesem Motiv, ergänzt um eine Umschrift „S'Ballivie Insule De Gernereye“ (Das Bailiwick der Insel Guernsey). Der grüne Zweig oben auf dem Schild unterscheidet es von den englischen und den Jersey-Wappen: Er diente ursprünglich als Trennzeichen (Stop) zwischen Anfang und Ende der Umschrift auf dem Siegel und wurde später als fester Bestandteil übernommen. König Eduard VII. genehmigte 1906 die Nutzung des Schildes ohne Umschrift als offizielle Arms der Bailiwick. Im Gegensatz zur Flagge ist das Wappen traditionell und wird auf offiziellen Dokumenten, Siegeln, Gebäuden (z. B. Royal Court) und in repräsentativen Kontexten verwendet. Es symbolisiert die Kontinuität seit der normannischen Zeit und die königliche Autorität.
* 4 Nov 1477 - 1478  William de Courtney
* 11 Feb 1478 - 1482  Sir John Ditchfield (Dichefeld, Sire Jean d'Ichfiled)
* 24 Aug 1482 - 1485  Sir Edward Brampton (1444 - 1508)
* 25 Jan 1485 - 1485  Thomas Rydley (Ridley)
* 28 Nov 1485 - 1486  Edmund Weston (um 1436 - 1509) & Thomas de Saint-Martin († 1515)


'''Governors and Captains of Guernsey and Jersey''' (Gouverneure und Kapitäne von Guernsey und Jersey)


* 5 Apr 1486 - 23 Jul 1487  Matthew Baker & David Phelps (Philips, † 1503/10)


'''Governors of Guernsey''' (Gouverneure von Guernsey)
'''Nationale Symbole''':


* Jul 1487 - 1505/06 David Phelps (Philips, ab 1503 Sir)
* Farbe:  rot
* 1509 - 7 Aug 1541  Sir Richard Weston (1465 - 1541)
* Pflanze:  Guernsey lily (Guernsey-Lilie, nerine sarniensis)
* 1522 - 1533  Thomas Oglander
* Tier:  lion (Löwe, panthera leo)
* Okt 1533 - 1541  Sir Francis Weston (1511? - 1536)
* Motto:  Dieu et mon droit („Gott und mein Recht“)
* 7 Aug 1541 - 1545  Sir Richard Long (1474 - 1546)
* Held:  -
* Mar 1545 - 1553 Sir Peter Mewtas (Mewtis, † 1562)
 
* 25 Sep 1553 - 22 Mai 1560  Sir Leonard Chamberlain (um 1520 - 1560)
=== '''Hymne''' ===
* 25 Sep 1561 - 1570 Sir Francis Chamberlain (um 1542 - 1570)
 
* 14 Apr 1570 - Feb 1610  Sir Thomas Leighton (1528 - 1610)
Die Hymne von Guernsey heißt '''Sarnia Cherie''' („Liebes Guernsey“ oder „Guernsey, meine Liebe“). „Sarnia“ ist der traditionelle lateinische Name der Insel Guernsey, der bereits in römischen Zeiten verwendet wurde und bis heute als poetische Bezeichnung für die Insel steht. Der Text wurde 1911 von George Deighton verfasst, einem Engländer, der als Theatermanager nach Guernsey gezogen war und die Worte als gefühlvollen Abschied schrieb, bevor er die Insel vorübergehend verließ. Im selben Jahr komponierte der italienische Musiker Domenico Santangelo die melancholisch-romantische Melodie im Walzertakt, die dem Lied seinen charakteristischen, sehnsuchtsvollen Klang verleiht. Das Stück wurde erstmals Ende 1911 im Theater aufgeführt und gewann schnell an Popularität.
* Feb 1610 - Mar 1621 George, Lord Carew of Clopton, Earl of Totnes (1555 - 1629)
 
* 1 Jul 1621 - 20 Jan 1644  Henry Danvers, Lord Danvers (ab 5 Feb 1626 Earl of Danby, 1573 - 1644)
Sarnia Cherie drückt eine tiefe emotionale Verbundenheit mit der Heimatinsel aus – die Schönheit der Landschaft, das Meer, die Kindheitserinnerungen und eine fast schmerzliche Sehnsucht, wenn man fern der Insel ist. Es handelt sich weniger um eine offizielle Nationalhymne im strengen Sinne (Guernsey als britische Kronbesitzung hat offiziell „God Save the King/Queen“ als Hymne), sondern um eine inoffizielle, aber stark emotional verankerte National- und Volksweise, die von der Bevölkerung als ihre wahre Hymne betrachtet wird.
* 29 Aug 1643 - 1649  Robert Rich, Earl of Warwick(e) [ernannt durch das Parlament] (1587 - 1658)
 
* 20 Jan 1644 - Mai 1646  Sir Peter Osborne (Royalist, 1584 - 1653)
Das Lied wird bei zahlreichen offiziellen und kulturellen Anlässen gesungen, darunter:
* 29 Mai 1646 - Mai 1649  Sir Baldwin ake [amtierend] (Royalist, im Castle Cornet)
 
* 1647 - 1649 James Harrison [amtierend, ernannt durch das Parlament]
* Liberation Day am 9. Mai (Jahrestag der Befreiung von der deutschen Besatzung 1945),
* Okt 1649 - 15 Dez 1651  Henry, Lord Percy, Baron percy of Alnwick (Royalist, um 1604 - 1659)
* den Island Games,
* 22 Okt 1649 - 1650  Alban Coxe [ernannt durch das Parlament]
* lokalen Festen,
* 26 Okt 1649 - 15 Dez 1651  Sir Roger Burgess [amtierend] (Royalist, im Castle Cornet)
* Sportveranstaltungen,
* 1650 - Apr 1651  Henry Sharp [ernannt durch das Parlament]
* Schulfeiern und
* Apr 1651 - 1653 John Bingham [ernannt durch das Parlament] (1615 - 1673)
* vielen anderen Gelegenheiten, bei denen Guernsey-Identität gefeiert wird.
* 1653 - 1654  John Clark [ernannt durch das Parlament]
 
* 1654 - 1659  Charles Weaterhouse [amtierend, ernannt durch das Parlament]
Besonders während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung (1940 bis 1945) gewann „Sarnia Cherie“ symbolische Bedeutung. Viele Inselbewohner, die evakuiert worden waren, sangen es in England als Ausdruck von Heimweh und Hoffnung. Auf der besetzten Insel selbst wurde es heimlich gesungen oder im Gedächtnis bewahrt – es stand für Widerstand, Zusammenhalt und die unzerbrechliche Bindung an die Heimat.
* 1659 - 28 Feb 1660  John Weaver [ernannt durch das Parlament]
 
* 28 Feb 1660 - 2 Mai 1661  Henry Wansey(e) [amtierend, ernannt durch das Parlament]
Der bekannteste und meistgesungene Teil ist der Refrain (Chorus), der in etwa so lautet:
* 2 Mai 1661 - 22 Mai 1662  Sir Hugh Pollard (1603 - 1666)
 
* 2 Mai 1661 - 1665  Christopher Lord Hatton of Kirby, Baron Hatton (1605 - 1670)
* Sarnia Cherie, Gem of the sea, Home of my childhood, my heart longs for thee. Thy voice calls me ever, forget thee I'll never, Island of beauty, Sarnia Cherie.
* Feb 1665 - 4 Jul 1670  Sir Jonathan Atkins [amtierend] (1603 - 1702)
 
* 4 Jul 1670 - Sep 1706     Christopher Hatton, Viscount Hatton of Gretton (1632 - 1706)
Die vollständigen englischen Strophen beschreiben unter anderem, wie der Autor die Insel zunächst unterschätzte, fortging, in der Ferne ihren wahren Wert erkannte und nun mit schmerzlichem Heimweh zurückkehrt.
* 21 Dez 1706 - 1711 Charles Churchill (1656 - 1714)
 
* 17 Jun 1715 - 6 Sep 1732  Daniel Harvey, Lord Harvey (1664 - 1732)
Das Lied ist ursprünglich vollständig auf Englisch verfasst – der dominanten Sprache auf Guernsey. Erst deutlich später, nämlich 2012, entstand eine offizielle Version in Guernésiais (auch Dgèrnésiais geschrieben), dem traditionellen normannischen Dialekt der Insel, der vom Aussterben bedroht ist. Diese Guernésiais-Fassung wurde geschaffen, um das kulturelle Erbe und die lokale Sprache zu stärken und zu bewahren. Sie wird heute bei manchen Anlässen parallel oder alternativ gesungen, besonders wenn der Fokus auf der normannischen Identität liegt.
* 9 Okt 1732 - 7 Mai 1733  George Cholmondeley, Earl of Cholmondeley (1666 - 1733)
 
* 18 Aug 1733 - 23 Jul 1737  Richard Sutton (1674 - 1737)
Eine Passage aus der Guernésiais-Version lautet beispielsweise sinngemäß ähnlich wie der Refrain
* 6 Okt 1737 - 9 Aug 1739  Francis de la Rochefoucauld, Marquis de Montandre (1672 - 1739)
 
* 9 Aug 1739 - 12 Mar 1742  John Graham [amtierend]
* Sarnia Chérie, ma chière patrie, D’l’île dé ma nèissance, mon tcheur a envie. Ta vouaix m’appeule terjours, et j’pense à té chaque jour, Ile plloinne dé biautai, Sarnia Chérie.
* 12 Mar 1742 - 7 Feb 1750  Algernon Seymour, Lord Percy, Duke of Somerset (1684 - 1750)
 
* 6 Apr 1750 - 13 Jun 1752  Sir John Louis Ligonier (1680 - 1770)
=== '''Hauptstadt''' ===
* 13 Jun 1752 - 16 Mar 1766  John West, Earl de la Warr (1693 - 1766)
Ursprünglich war '''Castel''' (heute die Pfarrei Castel im Nordwesten der Insel) der wichtigste administrative und wirtschaftliche Mittelpunkt der Insel. Dies hing mit der mittelalterlichen Struktur zusammen: Castel besaß eine zentrale Lage, eine große Pfarrkirche (Notre-Dame de la Délivrance / St Marie de Castel, geweiht 1203) und war vermutlich schon in früheren Zeiten ein zentraler Treffpunkt. Es wird vermutet, dass der Name „Castel“ auf ein römisches ''castellum'' oder eine frühmittelalterliche Befestigung hinweist – archäologische Funde römischer Ziegel und Keramik in der Gegend unterstützen diese These. In der Frühzeit der normannischen Herrschaft (nach 1066) diente Castel wahrscheinlich als Hauptort für Märkte, Versammlungen und lokale Verwaltung, da die Insel damals noch stark landwirtschaftlich und dezentral organisiert war.
* 17 Mar 1766 - 1 Okt 1770  Sir Richard Lyttelton (1718 - 1770)
 
* Okt 1770 - 3 Aug 1797  Sir Jeffrey Amherst (ab 20 Mai 1776 Baron Amherst, 1717 - 1797)
Der entscheidende Wandel kam im Hochmittelalter, als der Handel – besonders der Weinhandel mit der Gascogne und England – zunahm. Guernsey lag strategisch günstig im Ärmelkanal, und der natürliche, geschützte Hafen an der Ostküste (die heutige Bucht von Saint Peter Port) wurde immer wichtiger. Bereits im 13. Jahrhundert begann man, den Hafen auszubauen: Ende des 13. Jahrhunderts entstand ein erster Kai (quay), und Castle Cornet – die mächtige Festung auf dem vorgelagerten Felsen – wurde ab 1204/06 errichtet, um den Hafen und den Handel zu schützen (zunächst gegen französische Angriffe nach dem Verlust der Normandie 1204).
* 4 Okt 1797 - 14 Nov 1807  Charles Grey, Earl Grey of Howick (1729 - 1807)
 
* 25 Nov 1807 - 26 Okt 1827  George Augustus Herbert Pembroke, Earl of Pembroke (1759 - 1827)
Der Schlüsselzeitpunkt war 1309. In diesem Jahr wurde der Hauptmarkt der gesamten Insel offiziell von Castel nach '''Saint Peter Port''' verlegt. Diese Entscheidung markierte den endgültigen Übergang der wirtschaftlichen und administrativen Dominanz. Der Markt war damals das zentrale wirtschaftliche und soziale Herz der Insel – hier wurden Güter gehandelt, Steuern eingezogen und Gericht gehalten. Mit dem Markt kamen automatisch mehr Menschen, mehr Handel, mehr königliche Beamte und mehr Infrastruktur nach Saint Peter Port. Seit diesem Zeitpunkt – also seit über 700 Jahren – ist Saint Peter Port die unangefochtene Hauptstadt (Hauptort / chief town) der Bailiwick of Guernsey.
* 5 Nov 1827 - 11 Dez 1834  Sir William Keppell (1752 - 1834)
 
Es gab keine andere Hauptstadt, die Saint Peter Port je abgelöst hätte. Die Stadt wuchs kontinuierlich: Der Hafen wurde im 16., 18. und besonders im 19. Jahrhundert (1853–1874) massiv erweitert, became zur modernen Hafenanlage mit mehreren Becken. Politische Institutionen wie die Royal Court, das Royal Court House (1799) und andere Verwaltungsgebäude siedelten sich dort an. Castle Cornet diente jahrhundertelang als militärischer und administrativer Stützpunkt direkt vor den Toren der Stadt.


'''Lieutenant governors''' (Vizegouverneure, amtierend für die jeweiligen Gouverneure bis 1834)
=== '''Verwaltungsgliederung''' ===
Das Bailiwick Guernsey besteht aus der Hauptinsel mit 10 ''parishes'' bzw. ''paroesses'' (Gemeinden) und drei Außengebieten: der ''tenancy'' (Pachtgebiet) Herm and Jethou, der ''seigneurie'' (Lehensherrschaft) Sark und dem ''governorate'' (Gouvernorat) Alderney. Die Verwaltungseinheiten Guernseys sind nach dem Zensus von 2001:


* 1488 - 1490   John Apris
{| class="wikitable"
* 1503  David Philip
|'''Name'''
* 1509 - 1522  Oliver Oglander († 1536)
|'''Kürzel'''
* 1522 - 1533  Thomas Oglander
|'''Status'''
* 1551 - 1570  Thomas Compton
|'''Fläche (km²)'''
* 1580 - 1588  Thomas Wigmore
|'''Einwohner'''
* 1591  George Paulet
|-
* 1600  Edward la Zouche, Baron Zouche (1556 - 1625)
|Castel
* 1605 - 1608  Peter Carey
|CAS
* 1610 - 1620  Sir Amice de Carteret (1559 - 1631)
|Par
* 1620  Thomas Andros
|10,1
* 1621 - 20 Jan 1644  Sir Peter Osborne
|8 975
* 1632  Peter de Beauvoir (stellvertretender Vizegouverneur)
|-
* 1643 - 1649  Robert Russell [ernannt durch das Parlament]
|Forest
* 1644 - 1646  Nathaniel Darrell [ernannt durch die Königstreuen]
|FOR
* 28 Mai 1646 - Mai 1649  Sir Baldwin Drake [ernannt durch die Königstreuen]
|Par
* 1647 - 1650  James Harrison [ernannt durch das Parlament]
|4,1
* 26 Okt 1649 - 15 Dez 1651  Sir Roger Burgess [ernannt durch die Königstreuen]
|1 549
* 1650  Henry Sharp [ernannt durch das Parlament]
|-
* 1653 - 1654  John Clark
|St. Andrew
* 1654 - 1659  Charles Waterhouse [ernannt durch das Parlament]
|AND
* 1659 - 28 Feb 1660 John Weaver (stellvertretender Gouverneur)
|Par
* 28 Feb - 24 Apr 1660  Henry Wanseye (stellvertretender Gouverneur)
|4,5
* 24 Apr 1660 - 2 Mai 1661  Henry Sharp [2]
|2 409
* 1661 - 1664  Nathaniel Darrell, Jr.
|-
* 1664 - 1680  William Sheldon (1609 - 1680)
|St. Martin
* 1681  George Lyttleton
|MAR
* 1684  Charles Hatton
|Par
* 1685  Charles Macarty
|7,3
* 1687 - 1688  John Legge
|6 267
* 1688  Sidney Godolphin (1652 - 1732)
|-
* 1689 - Dez 1703 Bernard Ellis († 1703)
|St. Peter Port
* 1704 - 1706  Sir Edmund Andros (1637 - 1714)
|PRP
* 1707  Oliver Hetherington
|Par
* 1711 - 1726  Giles Spicer (1647 - um 1735)
|6,6
* 1726 - 1735  Louis Dollon
|16 488
* 1735 - 1745  John Graham
|-
* 1745 - 1756  Charles Strahan († 1757)
|St. Pierre du  Bois
* 1756 - 1776  Sir John Mylne (um 1701 - 1791)
|PDB
* 1776 - 1783  Paulus Aemilius Irving (1751 - 1828)
|Par
* Feb 1784 - Jun 1793  William Brown
|6,2
* Jun - Okt 1793 Thomas Dundas (1741 - 1820)
|2 188
* Okt - Dez 1793 James Henry Craig (1748 - 1812)
|-
* 24 Dez 1793 - 17 Mar 1796  John Small (1726 - 1796)
|St. Sampson
* Mar 1796 - 1802 Sir Hew Whitefoord Dalrymple (1750 - 1830)
|SAM
* 29 Jul 1803 - 1816 Sir John Doyle (1750 - 1834)
|Par
* Apr 1816 - 1821 Henry Bayley (Bailey, 1769 - 1846
|6,0
* 23 Jul 1821 - Aug 1828  John Colborne, Baron Seaton (1778 - 1863)
|8 592
* 14 Aug 1828 - 1837 John Dawes Ross (1769 - 1843)
|-
 
|St. Saviour
'''Lieutenant Governiors and Colonels of the Staff''' (Vizegouverneure und Truppenkommandanten)
|SAV
|Par
|6,3
|2 696
|-
|Torteval
|TOR
|Par
|3,1
|973
|-
|Vale
|VAL
|Par
|8,8
|9 573
|-
|'''Guernsey'''
|'''GGY'''
|'''Isl'''
|'''63,0'''
|'''59 710'''
|}
 
 
Die Parishes auf Guernsey sind jeweils von einem gewählten Rat namens Douzaine verwaltet. In den meisten Parishes besteht die Douzaine aus 12 Mitgliedern (Douzeniers), was sich vom französischen Wort für zwölf ("douze") ableitet. Diese Douzeniers werden für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt, wobei jährlich jeweils ein Viertel der Sitze (also meist 3 Douzeniers) neu gewählt wird. Es gibt zwei Ausnahmen:


* 1 Apr 1837 - 1842  Sir James Dawes Douglas (1785 - 1862)
* St Peter Port, die größte Pfarrei, hat 20 Douzeniers (jährlich werden 5 neu gewählt).
* Feb 1842 - Dez 1847 Sir William Francis Patrick Napier (1785 - 1860)
* Vale, die ehemals aus zwei Parishes entstand, hat 16 Douzeniers (jährlich werden 4 neu gewählt).
* 24 Jan 1848 - 30 Jun 1854  Sir John Bell (1782 - 1876)
* 1 Aug 1854 - 10 Mai 1855  William Thomas Knollys (1797 - 1883)
* 22 Nov 1855 - 1 Apr 1859  George Judd Harding (1788? - 1860)
* 1 Apr 1859 - 1 Apr 1864  Marcus John Slade (1801 - 1872)
* 1 Apr 1864 - 1 Mai 1869  Charles Rochfort Scott (um 1795 - 1872)
* 1 Mai 1869 - 1 Mai 1874  Edward Charles Frome (1802 - 1890)
* 1 Mai 1874 - 30 Apr 1879  Saint George Gerald Foley (1814 - 1897)
* 1 Mai 1879 - 10 Okt 1883  Alexander Abercromby Nelson (1816 - 1893)
* 10 Okt 1883 - 1 Nov 1885  Henry Andrew Sarel (1823 - 1887)
* 1 Nov 1885 - 21 Feb 1889  John Henry Ford Elkington (1830 - 1889)
* 21 Mar 1889 - 1894  Edward Gascoyne Bulwer (1829 - 1910)


'''Lieutenant Governiors and Commanding the Troops''' (Vizegouverneure und Truppenkommandanten)


* 16 Mar 1894 - 1899  Nathaniel Stevenson (1840 - 1911)
Zusätzlich zur Douzaine gibt es in jedem Parish zwei gewählte Constables (Connétables), die als ausführende Organe die Entscheidungen der Douzaine umsetzen und für die tägliche Verwaltung zuständig sind. Die Douzaine trifft sich in der Regel einmal im Monat, um die Angelegenheiten der Gemeinde zu besprechen.
* 16 Mar 1899 - 1903  Michael Henry Saward (1840 - 1928)
* 1 Apr 1903 - 1908  Barrington Bulkeley Douglas Campbell (1845 - 1918)
* 1 Apr 1908 - 1911  Robert Auld (1848 - 1911)
* 10 Mai 1911 - 1914  Edward Owen Fisher Hamilton (1854 - 1944)
* 8 Apr 1914 - 1914  Henry Merrick Lawson (1859 - 1933)
* 18 Nov 1914 - 1918  Reginald Clare Hart (1848 - 1931)
* 8 Jun 1918 - 1920  Launcelot Edward Kiggell (1862 - 1954)
* 23 Jun 1920 - 1925  John Edward Capper (1861 - 1955)
* 1 Jul 1925 - 1929  Sir Charles John Sackville-West (ab 1928 Baron Sackville, 1870 - 1962)
* 5 Jun 1929 - 1934  Sir Edward Henry Willis (1870 - 1961)
* 5 Jun 1934 - 1939  Edward Nicholson Broadbent (1875 - 1944)
* 5 Jun 1939 - 7 Jun 1940  Alexander Patrick Drummond Telfer-Smollet (1884 - 1954)
* 7 - 21 Jun 1940  John Randle Minshull-Ford (1881 - 1948)
* 21 - 25 Jun 1940  Victor Gosselin Carey [amtierend] (1871 - 1957)


'''Presidents of the Controlling Committee of the States of Guernsey''' (Präsidenten des Kontrollkomitees des Parlamentns vokn Guernsey)
Zum Bailiwick Guernsey gehören zudem vier weitere „Islands“, nämlich


* 25 Jun - 21 Okt 1940  Ambrose James Sherwill (1890 - 1968)
* Guernsey  63,40 km²
* 21 Okt 1940 - 25 Aug 1945  John Leale [amtierend bis 30 Dez 1940] (1892 - 1969)
* Alderney  7,94 km²
* Sark mit 36 Inseln  5,46 km²
* Herm mit 15 Inseln  1,48 km²
* Lihou und 20 Inseln  0,19 km²


'''Inselkommandanten'''


* 30 Jun - 1 Jul 1940 Friedrich Hessel
           '''Verwaltungseinheiten''':
* 1 Jul - 15 Sep 1940 Albrecht Lanz (1898 - 1942)
* 15 Sep 1940 - 1 Apr 1941  Friedrich Eduard Hellmuth Bandelow
* 28 Jun 1941 - 31 Aug 1943  Erich Reinhard Müller (1889 - 1960)
* 1 Sep 1943 - 5 Mar 1944  Rudolf Graf von Schmettow (1891 - 1970)
* 5 Mar - 9 Mai 1945  Rudolf Wulf (1905 - 1972)


'''Festungskommandanten'''
           1 island (Insel)


* 9 Aug - 18 Sep 1940     Wilhelm Kratzer
                       10 paroesses / parishes (Gemeinden)
* 18 Sep 1940 - 5 Mar 1944  Fritz Bandelow
* 13 Mar - 9 Mai 1945  Siegfried Ludwig August Friedrich Johann Paul Heine (1883 - 1975)


'''Platzkommandanten Guernsey'''
           1 tenancy (Pachtgebiet)


* 1940 - 1945  Richard Brosch (1897? - 1949)
           1 governorate (Gouvernorat)
* 1945 - 9 Mai 1945 Rudolf Reich


'''Head of the British Military Government of Guernsey''' (Oberhaupt der britischen Militärverwaltung von Guernsey)
           1 seigneurie (Lehensherrschaft)


* 12 Mai - 25 Aug 1945  Charles Gage Stuart (1887 - 1970)
== '''Bevölkerung''' ==
Im Bailiwick Guernsey leben mehr als 60.000 Menschen mit leicht wachsender Tendenz. Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die Gesamtfläche von 78,1 km².


'''Lieutenant governors and Commanders-in-Chief of the Island of Guernsey and its Dependencies''' (Vize-Gouverneure)


* 25 Aug 1945 - 1953  Philip Neame (1888 - 1978)
           '''Bevölkerungsentwicklung''':
* 16 Okt 1953 - 1958  Thomas Walker Elmhirst (1895 - 1982)
 
* 11 Dez 1958 - 1964  Sir William Geoffrey Arthur Robson (1902 - 1989)
           Jahr                 Einwohner                  Dichte (E/km²)
* 16 Jan 1964 - 1969  Sir Cyril Frederick Charles Coleman (1903 - 1974)
 
* 30 Mai 1969 - 1974  Sir Charles Piercy Mills (1914 - 2006)
           1800                21 000                        268,89
* 4 Okt 1974 - 1980  Sir John Edward Ludgate Martin (1918 - 2011)
* 22 Apr 1980 - 1985  Sir Peter de Lacey Le Cheminant (1920 - 2018)
* 2 Aug 1985 - 1990  Sir Alexander Crawford Simpson Boswell (* 1928)
* 22 Okt 1990 - 25 Apr 1994  Sir Michael Compton Lockwood Wilkins (1933 - 1994)
* 6 Sep 1994 - Apr 2000  Sir John Francis Coward (1937 - 2020)
* 25 Apr 2000 - 28 Sep 2005  Sir John Paul Foley (* 1939)
* 28 Sep - 18 Okt 2005 Geoffrey Robert Rowland [amtierend] (* 1948)
* 18 Okt 2006 - 23 Feb 2011  Sir Fabian Malbon (* 1946)
* 23 Feb - 15 Apr 2011 Geoffrey Robert Rowland [2, amtierend]
* 15 Apr 2011 - 6 Sep 2015  Peter Brett Walker (1949 - 2015)
* 6 Sep 2015 - 14 Mar 2016  Sir Richard John Collas [amtierend] (* 1953)
* 14 Mr 2016 - 24 Nov 2021  Ian Fergus Corder (* 1960)
* 24 Nov 2021 - 15 Feb 2022  Richard James McMahon [amtierend] (* 1962)
* seit 15 Feb 2022  Richard John Cripwell (* 1962)


'''Bailiffs''' (Vögte)
           1821                21 941                        280,93


* 1264  Gautier de la Salle
           1831                26 128                        334,55
* 1270 - 1277  Hugh de Trubleville
 
* 1278 - 1281  Guillaume de St. Remi († 1295)
           1841                28 521                        365,19
* 1282 - 1288/89 Renaut de Ashwell
 
* 1288/89 - 1296 Guillaume de St. Remi [2]
           1851                33 720                        431,75
* 1297 - 1298  Sir Nicholas de Cheney
 
* 1298 - 1299  Pierre Le Marchant
           1861                35 365                        452,82
* 1299 - 1300  Radulphus De Gand
 
* 1300 - 1301  Robert Comberwell
           1871                33 969                        434,94
* 1301 - 1302  Radulph de Haverland
 
* 1302 - 1303  John de Newent
           1881                35 257                        451,43
* 1303 - 1304  Radulphus Gaultier
 
* 1304 - 1305  Pierre Le Marchant
           1891                37 716                        482,92
* 1305 - 1310  Massey de la Court
 
* 1310 - 1311  James de Vinchelez
           1901                43 080                        551,60
* 1311 - 1313  Robert Le Gay
 
* 1313 - 1315  Gaultier de la Hogue
           1911                44 998                        576,16
* 1315 - 1317  Massey de la Court [2]
 
* 1317 - 1318  Pierre Le Marchant [2]
           1921                40 527                        518,91
* 1318 - 1319  Massey de la Court [3]
 
* 1319 - 1320  Robert Le Gay [2]
           1931                42 741                        547,26
* 1320 - 1321  Radulphus Gaultier
 
* 1321 - 1322  John Le Marchant
           1939                45 692                        585,04
* 1322 - 1323  James de Vinchelez [2]
 
* 1323 - 1324  William Le Petit
           1945                45 000                        576,18
* 1324 - 1325  Guillaume de Souslemont
 
* 1325 - 1325/26  William Le Petit [2]
           1951                45 545                        583,16
* 1325/26 - 1327  Pierre de Garis
 
* 1327 - 1328  Henry de St. Martin
           1952                45 800                        586,43
* 1328 - 1329  Radulphus Le Gay
 
* 1329 - 1330  Radulphus Cokerel
           1953                46 000                        588,99
* 1330 - 1331  Geoffrey de la Hogue
 
* 1331 - 1331/32  Thomas d’Esterfield
           1954                46 100                        590,27
* 1331/32 - 1340  Radulphus Le Gay [2]
 
* 1340 - 1356  Jean de la Lande
           1955                46 200                        591,55
* 1357 - 1383  John Le Marchant
 
* 1384 - 1387  John Nicholas (Nicolle)
           1956                46 300                        592,83
* 1387 - 1411  Gervais de Clermont
 
* 1412 - 1432  James Coquerel
           1957                46 500                        595,39
* 1433 - 1445  Thomas de la Court
 
* 1446 - 1447  John Henry
           1958                46 600                        596,67
* 1447 - 1465  Guillaume Cartier
 
* 1466 - 1470  Thomas de la Court [2]
           1959                46 800                        599,23
* 1470 - 1479  Pierre de Beauvoir
 
* 1480 - 1481  Edmund de Cheney
           1960                47 000                        601,79
* 1481 - 1482  Nicholas Fouaschin (Fashion)
 
* 1483 - 1498  John Blondel
           1961                47 101                        603,09
* 1499 - 1510  John Martin
 
* 1511 - 1537  James Guille
           1962                47 800                        612,04
* 1538 - 1544  Thomas Compton
 
* 1545 - 1549  John Haryvell
           1963                48 400                        619,72
* 1549 - Okt 1563  Helier Gosselin (1505 - 1580)
 
* Okt 1563 - 1570  Thomas Compton [2]
           1964                49 000                        627,40
* 1571 - 1581  Guillaume de Beauvoir
 
* 1581 - 1588  Thomas Wigmore
           1965                49 500                        633,80
* 1588 - 1601  Louis de Vic (um 1540 - 1607)
 
* 1601 - 1631  Sir Amice de Carteret
           1966                49 900                        638,92
* 1631 - 1644  John de Quetteville (1643 als Royalist entmachtet; in Opposition Feb-Dez 1647, 1574 - um 1648)
 
* 24 Dez 1644 - 1651  Pierre de Beauvoir, Seigneur des Granges (1599 - 1678)
           1967                50 500                        646,61
* 1652 - Okt 1653  Pierre de Beauvior, Seigneur des Granges [2]
 
* Nov 1653 - 11 Feb 1656  Jurats (jeweils für einen Monat)
           1968                51 000                        653,01
** John (Jean) Faurtrart (Nov 1653, Sep 1654)
 
** Peter (Pierre) Carey (Dez 1653, Nov 1654, Okt 1655)
           1969                52 000                        665,81
** John (Jean) Bonamy (Jan 1654, Dez 1654, Nov 1655)
 
** James (Jacques) le Marchant (Feb 1654, Jan 1655)
           1970                53 000                        678,61
** James de Havilland (Mar 1654, Feb 1655, 1612 - 1674)
 
** John (Jean) de Sausmarez (Apr 1654, Mar 1655, Dez 1655)
           1971                53 734                        688,02
** John (Jean) de Quetteville (Mai 1654, Apr 1655, Jan 1656)
 
** Andrew (André) Monamy (Jun 1654, Mai 1655, Feb - 11 Feb 1656, 1612 - 1680)
           1972                54 000                        691,42
** John (Jean) le Mesurier (Jul 1654, Jun 1655)
 
** James (Jacques) Guille (Aug 1654, Jul 1655)
           1973                54 500                        697,82
** Josué Gosselin (Okt 1654)
 
** Philip Baudain (Aug 1655)
           1974                55 000                        704,22
** Pierre de Beauvoir (Sep 1655)
 
* 11 Feb 1656 - 1660  Pierre de Beauvoir [3]
           1975                55 500                        710,62
* 1660 - 1661  Josué Gosselin [amtierend]
 
* 1661 - 1674  Amias Andros (1610 - 1674)
           1976                56 041                        717,55
* 1674 - 24 Feb 1714  Sir Edmund Andros
 
* 1714 - 1728  Jean de Sausmarez (1706 - 1773)
           1977                56 100                        718,31
* 1728 - 13 Sep 1751  Josué Le Marchant (um 1678 - 1751)
 
* 1752 - Dez 1757  Eleazar Le Marchant (1680/87 - 1757)
           1978                56 000                        717,03
* 1758 - 1771  Samuel Bonamy († 1771)
* 1771 - 19 Nov 1800 William Le Marchant (1721 - 1800)
* Nov 1800 - 1810 Robert Porrett Le Marchant (um 1749 - 1840)
* 7 Apr 1810 - 14 Apr 1821  Sir Peter de Havilland (1747 - 1821)
* 27 Apr 1821 - 24 Sep 1842  Daniel de Lisle Brock (1762 - 1842)
* 28 Nov 1842 - 3 Jun 1845  Jean Guille (1788 - 1845)
* 28 Jun 1845 - Mai 1883  Sir Peter Stafford Carey (1803 - 1886)
* 23 Jul 1883 -19 Jun 1884  John de Havilland Utermarck (1818 - 1884)
* 19 Jun 1884 - 1895  Sir Edgar McCulloch [amtierend bis 26 Sep 1884] (ab 8 Mai 1886 Sir, 1808 - 1896)
* 22 Jul 1895 - 1902 Thomas Godfrey Carey (ab 27 Jun 1900 Sir, 1832 - 1906)
* 1 Feb 1902 - 1908 Sir Henry Alexander Giffard (1838 - 1927)
* 23 Mai 1908 - 27 Jul 1915  William Carey (ab 1 Jan 1915 Sir, 1853 - 1915)
* 25 Okt 1915 - 15 Dez 1922  Sir Edward Chepmell Ozanne (1852 - 1929)
* 15 Dez 1922 - 1 Okt 1929  Sir Havilland Walter de Sausmarez (1861 - 1941)
* 1 Okt 1929 - 12 Jul 1935  Arthur William Bell (1868 - 1935)
* 12 Jul 1935 - 27 Feb 1946  Victor Gosselin Carey (ab 1945 Sir, Aug 1940 - Mai 1945       unter deutscher Okkupöationsverwaltung)
* 27 Feb 1946 - 13 Feb 1959  Ambrose James Sherwill (ab 1949 Sir)
* 13 Feb 1959 - 27 Jul 1973  William Henry Arnold (ab 1963 Sir, 1903 - 1973)
* 27 Jul 1973 - 6 Aug 1982  John Henry Loveridge (ab 1975. Sir, 1912 - 1994)
* 6 Aug 1982 - 18 Feb 1992  Charles Keith Frossard (ab 20 Jul 1983 Sir, 1922 - 2012)
* 18 Feb 1992 - 28 Mar 1999  Graham Martyn Dorey (ab 28 Okt 1992 Sir, 1932 - 2015)
* 28 Mar 1999 - 15 Jun 2005  de Vic Graham Carey (ab 1 Jan 2002 Sir, * 1940)
* 16 Jun 2005 - 23 Mar 2012  Geoffrey Robert Rowland (ab 13 Jun 2009 Sir)
* 23 Mar 2012 - 9 Mai 2020  Richard John Collas (ab 14 Jun 2014 Sir, * 1958)
* seit 9 Mai 2020  Richard James McMahon [amtierend bis 11 Mai 2020] (* 1962)


'''Chief ministers''' (Oberste Minister)
           1979                56 000                        717,03


* 1 Mai 2004 - 5 Mar 2007  Laurence „Laurie“ Charles Morgan (1930 - 2018)
           1980                56 000                        717,03
* 5 Mar 2007 - 1 Mai 2008  Michael „Mike“ W. Torode (1941? - 2024)
* 1 Mai 2008 - 1 Mai 2012  Lyndon Sean Trott (* 1964)
* 1 Mai 2012 - 12 Mar 2014  Peter Harwood (* 1947)
* 12 Mar 2014 - 4 Mai 2016  Jonathan Paul Kle Tocq (* 1964)


'''Presidents of the Policy and Resources Committee''' (seit 26 Mai 2016 Chief minister)
           1981                56 003                        717,07


* 4 Mai 2016 - 16 Okt 2020  Gavin St. Pier (* 1967)
           1982                56 500                        723,43
* 16 Okt 2020 - 13 Dez 2023  Peter Ferbrache (* 1951)
* 13 Dez 2023 - 2 Jul 2025  Lyndon Sean Trott
* seit 2 Jul 2025 Lindsay de Sausmarez [w] (* 1978?)


=== '''Politische Gruppierungen''' ===
           1983                57 000                        729,83
Auf Guernsey existieren keine politischen Parteien; jeder Kandidat macht seine eigene Wahlpropaganda. Das Fehlen einer offiziellen Opposition ist von aussenstehenden Kritikern schon als Zeichen politischer Unreife ausgelegt worden. Die Inselbewohner schliessen sich aber dieser Meinung keineswegs an: Politik ohne Parteien hat Guernsey ungewöhnliche politische Stabilität beschert, denn so besteht keine Gefahr, dass eine Wahl einen Regierungsumschwung oder einen Wechsel von rechts nach links bringen könnte.


Alle vier Jahre werden die Mitglieder des Parlaments gewählt. Wahlberechtigt sind alle Bürger über 18 Jahrne. Die letzten Wahlen fanden am were held in 23. April 2008 statt. Angegeben wurden insgesamt 18.576 Stimmen, was eine Wahlbeteiligung von 40,58 % ergibt. Gültig waren 45.772 Stimmzettel. Insgesamt 26 von 28 Delegierten wurden wieder, 19 neu gewählt.
           1984                57 500                        736,24


Das Wappen Guernseys ist ein rotes Schild mit drei englischen Löwen auf einem roten Schild, welches von einem kleinen Blätterzweig überragt wird. Das Wappen Guernseys ist denen der Normandie, Jerseys und Englands sehr ähnlich.
           1985                58 000                        742,64


=== '''Justizwesen und Kriminalität''' ===
           1986                58 212                        745,35
Guernsey besitzt die volle Gerichtshoheit. Die Justiz ist ein eigenständiges System mit Wurzeln im normannischen Gewohnheitsrecht, ergänzt durch Prinzipien aus dem englischen Common Law und französischem Recht. Es umfasst mehrere Gerichte, deren wichtigste der Royal Court of Guernsey ist, der sowohl Zivil- als auch Strafsachen oberster Instanz behandelt.


Der Bailiff ist der höchste Richter und Gerichtspräsident, zugleich auch Vorsitzender des Parlaments der Insel (States of Guernsey) und hat sowohl richterliche als auch repräsentative Aufgaben. Er wird von einem Deputy Bailiff unterstützt. Die Positionen sind vom britischen Kronbesitz ernannt.
           1987                58 500                        749,04


Hauptgericht der Insel, zuständig für alle ernsten Strafsachen (Mord, Raub, schwere Vergehen) und wichtige Zivilfälle. Der Royal Court setzt sich zusammen aus dem Bailiff (bzw. dessen Stellvertreter) und 12 ''Jurats'' („Geschworene“). Letztere sind ehrenamtliche Laienrichter ohne spezifische juristische Ausbildung, gewählt von der States of Election. Sie agieren als Geschworene (richterliche Beurteiler von Tatsachen) und stellen auch das Strafmaß bei Strafsachen fest. Jurats entscheiden mit einfacher Mehrheit.
           1988                59 000                        755,44


Das Magistrates' Court (Bezirksgericht) behandelt weniger schwere Straftaten. Es gibt spezielle Tribunale für Kinder-, Planungs-, Steuer-, Sozial- und Gesundheitsangelegenheiten. Die Guernsey Court of Appeal behandelt Rechtsmittel, danach ist noch die Judicial Committee of the Privy Council in London die letzte Instanz.
           1989                60 000                        768,25


Die Crown Law Officers (H.M. Procureur, H.M. Comptroller) sind zuständig für Strafverfolgung und Rechtsberatung der Regierung. Der staatliche Rechtshilfedienst stellt in bestimmten Fällen kostenlosen oder vergünstigten Rechtsbeistand bereit.
           1990                61 000                        781,05


Guernsey verzeichnet generell eine niedrige Kriminalitätsrate, die Polizei ist für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit zuständig und arbeitet eng mit den Gerichten zusammen. Das Strafvollzugssystem (Guernsey Prison) legt Wert auf Resozialisierung und Verhaltensänderung.
           1991                61 714                        790,19


=== '''Internationale Beziehungen''' ===
           1992                61 800                        791,29
Guernsey ist eng mit Großbritannien und Frankreich verbunden, aber nicht Mitglied der Europäischen Union. Es pflegt besondere Verbindungen zu Jersey und zur Isle of Man. Seit 1997 betreibt der Inselstaat eine Städtepartnerschaft mit Biberach an der Riß (Baden-Württemberg) in Deutschland.


=== '''Flagge und Wappen''' ===
           1993                61 850                        791,93
Die aktuelle Flagge Guernsey wurde 1985 angenommen. Sie zeigt das rote Georgskreuz auf weißem Grund mit einem darüberliegendem goldenen Kreuz, welches an Wilhelm den Eroberer erinnert, der während der Schlacht von Hastings am 14. Oktober 1066 ein solches Kreuz in seiner Flagge trug.


Das Wappen Guernseys ist ein rotes Schild mit drei englischen Löwen auf einem roten Schild, welches von einem kleinen Blätterzweig überragt wird. Das Wappen Guernseys ist denen der Normandie, Jerseys und Englands sehr ähnlich.
           1994                61 850                        791,93


           1995                61 900                        792,57


'''Nationale Symbole''':
           1996                61 928                        792,93


* Farbe:  rot
           1997                62 200                        796,41
* Pflanze:  Guernsey lily (Guernsey-Lilie, nerine sarniensis)
* Tier:  lion (Löwe, panthera leo)
* Motto:  Dieu et mon droit („Gott und mein Recht“)
* Held:  -


=== '''Hymne''' ===
           1998                62 500                        800,26
Die Hymne von Guernsey heißt '''Sarnia Cherie'''. „Sarnia“ ist der traditionelle lateinische Name der Insel Guernsey. Der Text wurde 1911 von George Deighton geschrieben, während die Musik im selben Jahr von Domenico Santangelo komponiert wurde.


Die Hymne drückt eine tiefe Verbundenheit und Sehnsucht nach der Heimatinsel aus und wird bei vielen offiziellen Anlässen wie dem Liberation Day am 9. Mai, den Island Games und anderen lokalen Festen gesungen. Während des Zweiten Weltkriegs erlangte "Sarnia Cherie" besondere Bedeutung als Symbol des Widerstands und der Verbundenheit mit Guernsey während der deutschen Besatzung. Der Refrain lautet zum Beispiel auf Englisch:
           1999                62 800                        804,10


''Sarnia Cherie, Gem of the sea.''
           2000                63 000                        806,66


''Home of my childhood, my heart longs for thee.''
           2001                63 124                        808,25


''Thy voice calls me ever, forget thee I'll never,''
           2002                63 000                        806,66


''Island of beauty. Sarnia Cherie.''
           2003                62 900                        805,38


           2004                62 800                        804,10


Die Hymne ist in englischer Sprache verfasst, es gibt aber auch eine Version in Guernésiais, einem lokalen normannischen Dialekt, die 2012 entstand.
           2005                62 716                        803,02


=== '''Hauptstadt''' ===
           2006                62 832                        804,51
Der ursprüngliche Verwaltungssitz der Insel war '''Castel'''. Seit 1309 ist '''Saint Peter Port''' die Hauptstadt Guernseys. Bereits im Hochmittelalter war Saint Peter Port der wichtigste Ort auf der Insel. Es gab keine andere Hauptstadt auf Guernsey, die Saint Peter Port als Zentrum abgelöst hätte. Saint Peter Port ist heute nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die wichtigste Hafenstadt der Insel mit rund einem Drittel der Gesamtbevölkerung Guernseys.


=== '''Verwaltungsgliederung''' ===
           2007                63 908                        818,28
Das Bailiwick Guernsey besteht aus der Hauptinsel mit 10 ''parishes'' bzw. ''paroesses'' (Gemeinden) und drei Außengebieten: der ''tenancy'' (Pachtgebiet) Herm and Jethou, der ''seigneurie'' (Lehensherrschaft) Sark und dem ''governorate'' (Gouvernorat) Alderney. Die Verwaltungseinheiten Guernseys sind nach dem Zensus von 2001:


{| class="wikitable"
           2008                64 131                        821,14
|'''Name'''
 
|'''Kürzel'''
           2009                64 330                        823,69
|'''Status'''
 
|'''Fläche (km²)'''
           2010                64 565                        826,70
|'''Einwohner'''
 
|-
           2011                64 760                        829,19
|Castel
 
|CAS
           2012                64 978                        831,98
|Par
 
|10,1
           2013                65 345                        836,68
|8 975
 
|-
           2014                65 849                        843,14
|Forest
 
|FOR
           2015                65 124                        833,85
|Par
 
|4,1
 
|1 549
Die Einwohnerzahlen der Insel Guernsey mit einer Fläche von 63,4 km² entwickelten sich wie folgt:
|-
 
|St. Andrew
 
|AND
           2016                62 377                           983,86
|Par
 
|4,5
           2017                62 350                          983,44
|2 409
 
|-
           2018                62 307                          982,76
|St. Martin
 
|MAR
           2019                62 500                          985,80
|Par
 
|7,3
           2020                63 000                          993,69
|6 267
 
|-
           2021                63 500                        1001,58
|St. Peter Port
 
|PRP
           2022                63 711                        1004,91
|Par
 
|6,6
           2023                64 008                        1009,59
|16 488
 
|-
           2024                64 781                        1021,78
|St. Pierre du  Bois
 
|PDB
 
|Par
Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,61 % pro Jahr.
|6,2
 
|2 188
 
|-
'''Bevölkerungsaufteilung:'''
|St. Sampson
 
|SAM
Bevölkerungszahl 2001 insgesamt    59 807
|Par
 
|6,0
           davon  weiblich                      30 669             51,28 %
|8 592
 
|-
                       männlich                     29 138             48,72 %
|St. Saviour
|SAV
|Par
|6,3
|2 696
|-
|Torteval
|TOR
|Par
|3,1
|973
|-
|Vale
|VAL
|Par
|8,8
|9 573
|-
|'''Guernsey'''
|'''GGY'''
|'''Isl'''
|'''63,0'''
|'''59 710'''
|}


           davon  unter 15jährig             10 300             17,22 %


Die Parishes auf Guernsey sind jeweils von einem gewählten Rat namens Douzaine verwaltet. In den meisten Parishes besteht die Douzaine aus 12 Mitgliedern (Douzeniers), was sich vom französischen Wort für zwölf ("douze") ableitet. Diese Douzeniers werden für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt, wobei jährlich jeweils ein Viertel der Sitze (also meist 3 Douzeniers) neu gewählt wird. Es gibt zwei Ausnahmen:
                       15 bis 64 Jahre alt       40 141             67,12 %


* St Peter Port, die größte Pfarrei, hat 20 Douzeniers (jährlich werden 5 neu gewählt).
                       über 64jährig                9 366             15,66 %
* Vale, die ehemals aus zwei Parishes entstand, hat 16 Douzeniers (jährlich werden 4 neu gewählt).


           davon  städtisch                     49 895             83,43 %


Zusätzlich zur Douzaine gibt es in jedem Parish zwei gewählte Constables (Connétables), die als ausführende Organe die Entscheidungen der Douzaine umsetzen und für die tägliche Verwaltung zuständig sind. Die Douzaine trifft sich in der Regel einmal im Monat, um die Angelegenheiten der Gemeinde zu besprechen.
                       ländlich                         9 912             16,57 %


Zum Bailiwick Guernsey gehören zudem vier weitere „Islands“, nämlich


* Guernsey  63,40 km²
Die Fruchtbarkeitsrate beträgt 1,37 Kinder pro gebärfähiger Frau (Stand 2006). Das Durchschnittsalter lag 2008 bei 40,2 Jahren. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa 80 Jahren.
* Alderney  7,94 km²
* Sark mit 36 Inseln  5,46 km²
* Herm mit 15 Inseln  1,48 km²
* Lihou und 20 Inseln  0,19 km²




           '''Verwaltungseinheiten''':
'''Lebenserwartung''' in Jahren:  


           1 island (Insel)
Jahr                 insgesamt        Männer           Frauen


                       10 paroesses / parishes (Gemeinden)
1996                78,34               75,63               81,07


           1 tenancy (Pachtgebiet)
2001                79,90               76,91               83,01


           1 governorate (Gouvernorat)
2003                80,04               77,04               83,13


           1 seigneurie (Lehensherrschaft)
2023                83,50               82,00               86,00


== '''Bevölkerung''' ==
Im Bailiwick Guernsey leben mehr als 60.000 Menschen mit leicht wachsender Tendenz. Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die Gesamtfläche von 78,1 km².


Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt etwa 24.000.


           '''Bevölkerungsentwicklung''':


           Jahr                 Einwohner                  Dichte (E/km²)
'''Haushalte''': Haushalte und Personen pro Haushalt:


           1800                21 000                        268,89
1961                13 873             3,249


           1821                21 941                        280,93
1971                16 446             3,129


           1831                26 128                        334,55
1976                18 146             2,956


           1841                28 521                        365,19
1981                18 719             2,848


           1851                33 720                        431,75
1986                19 660             2,822


           1861                35 365                        452,82
1991                21 647             2,719


           1871                33 969                        434,94
1996                22 216             2,641


           1881                35 257                        451,43
2001                23 068             2,593


           1891                37 716                        482,92
=== '''Volksgruppen''' ===
Die Volksgruppen auf Guernsey sind historisch hauptsächlich keltischer Herkunft, da die Insel vor der römischen Eroberung von keltischen Völkern bewohnt wurde, die Kultur, Sprache und Technologie der Kelten hatten. Archäologische Funde wie Begräbnisstätten und Siedlungen belegen diese keltische Vergangenheit, beispielsweise am King's Road bei St. Peter Port. Es ist bekannt, dass die Kelten auf Guernsey bereits vor der römischen Eroberung im -1. Jahrhundert siedelten und Handel trieben, auch mit den Römern, wie römische Fundstücke zeigen.


           1901                43 080                        551,60
Die heutige Bevölkerung von Guernsey besteht vor allem aus Englischsprachigen. Neben Englisch wird auch Französisch und ein normannisch-französischer Dialekt, vor allem in ländlichen Gegenden, gesprochen. Die Insel gehört politisch als Kronbesitz direkt der britischen Krone und ist keine Kronkolonie oder Teil des Vereinigten Königreichs, was auch einen gewissen Einfluss auf die ethnische Zusammensetzung hat.


           1911                44 998                        576,16
=== '''Sprachen''' ===
Offizielle Amtssprachen sind Englisch und Französisch. Neben diesen wird auf der Insel auch eine regionale Variante der normannischen Sprache gesprochen, genannt '''Guernésiais''' (auch ''Dgèrnésiais''), eine normannische Sprache mit französischen und englischen Einflüssen. Guernésiais wird heute nur noch von einem kleinen Teil der Bevölkerung, vor allem älteren Menschen, fließend gesprochen – zirka 2 % der Einwohner können die Sprache sprechen, etwa 3% verstehen sie vollständig. Unter der jüngeren Bevölkerung ist der Gebrauch sehr selten (0,1 % sprechen es perfekt). Die Sprache hat kulturelle Bedeutung und wird in Vereinen, Schulen und bei Wettbewerben gepflegt. Guernésiais ist eng verwandt mit dem Jèrriais auf der Nachbarinsel Jersey und gilt als regionale Sprache mit Wurzeln im Lateinischen und starken Einflüssen aus Altnordisch und Englischem. Auffallend sind vor allem einige lautliche Eigenschaften, die im Standardfranzösisch verloren gingen, zum Beispiel den stimmlosen glottalen Frikativ [h].0


           1921                40 527                        518,91
'''Sprachen''' 2001:


           1931                42 741                        547,26
* channel-english (kanal-englisch)  58.100 (97,15 %)
* français (französisch)  8.900 (14,88 %)
* guerniais (guernsey-französisch)  1.327 (2,22 %)


           1939                45 692                        585,04
==== '''Guerniais''' ====
'''Guernésiais''', auch Dgèrnésiais oder Guernsey French genannt, ist eine Varietät der normannischen Sprache, die auf der Kanalinsel Guernsey gesprochen wird. Auf der Insel selbst bezeichnen Sprecher sie oft einfach als Patois. Als eine der langues d'oïl hat sie ihre Wurzeln im Vulgärlatein der römischen Provinz Gallia, wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte stark von Altnordisch und Englisch beeinflusst.


           1945                45 000                        576,18
Guernsey gehörte bis zur normannischen Eroberung durch die französischen Könige zum Herzogtum Normandie, wo sich eine Form des Normannischen entwickelte, die auf den Kanalinseln überdauerte. Nach der Trennung von der Normandie flohen französische Protestanten vor Verfolgung auf die Insel und übernahmen einflussreiche Positionen in Bildung, Religion und Verwaltung, was zu einer Diglossie führte: Französisch galt als Prestigesprache, während Guernésiais den Alltag dominierte.


           1951                45 545                        583,16
Ab den Napoleonischen Kriegen breitete sich Englisch aus, verstärkt durch Soldaten, Touristen und Einwanderer. Die deutsche Besatzung von 1940 bis 1945 beschleunigte den Niedergang, da viele Kinder evakuiert wurden und die Sprache nicht weitervermittelt wurde. Laut Zensus 2001 sprechen nur etwa 2 Prozent der Bevölkerung – 1.327 Personen, meist über 64 Jahre alt – fließend Guernésiais, weitere 3 Prozent verstehen es vollständig, und 14 Prozent haben rudimentäres Verständnis. Unter Jugendlichen ist die Fließendigkeit auf 0,1 Prozent gesunken, was den Status als stark gefährdete Sprache erklärt.


           1952                45 800                        586,43
Die Sprache ist gegenseitig verständlich mit Jèrriais von Jersey und Cotentinais aus der Normandie, weist aber weniger französische und mehr englische Einflüsse auf, wie in Lehnwörtern für moderne Konzepte: le bike oder le gas-cooker. Phonetisch zeigt sie Metathese des r-Lauts (zum Beispiel kérouaïe für croix), ein komplexes Vokalsystem mit nasalisierten Vokalen und Konsonanten wie /tʃ/, /dʒ/ oder /ɲ/. Das Alphabet basiert auf dem Lateinischen mit Diakritika, Digraphen und Trigraphen.


           1953                46 000                        588,99
Literarisch blühte Guernésiais im 19. Jahrhundert auf: George Métivier (1790 bis 1881), der „Burns von Guernsey“, schuf Rimes Guernesiaises (1831) und das erste Wörterbuch Dictionnaire Franco-Normand (1870), das eine Standardorthographie etablierte. Denys Corbet (1826 bis 1910), der „letzte Poet“, verfasste Epen wie L'Touar de Guernesy. Spätere Autoren wie Thomas Martin übersetzten Shakespeare und die Bibel, Thomas Henry Mahy schrieb Kolumnen, Marjorie Ozanne Geschichten. Marie de Garis' Dictiounnaire Angllais-Guernésiais (1967, rev. 1982) ist das aktuelle Standardwerk.​


           1954                46 100                        590,27
Während der Besatzung erlebte die Sprache einen Mini-Revival, da sie vor den Deutschen schützte. Heute gibt es Revitalisierungsmaßnahmen: L’Assembllaïe d'Guernesiais und Les Ravigoteurs fördern Vereine, Eisteddfod-Festivals, Schulkurse und Medienbeiträge bei BBC Radio Guernsey. Die Guernsey Language Commission (seit 2013) koordiniert Erhaltungsbemühungen, inklusive Chöre wie La Guaine du Vouest. Trotz fehlendem offiziellem Status wird Guernésiais vom British-Irish Council als regionale Sprache anerkannt.


           1955                46 200                        591,55
=== '''Religion''' ===
Die vorherrschende Religion auf Guernsey ist traditionell das Christentum, besonders in Form der Church of England (anglikanisch), die auch als etablierte Kirche fungiert. Neben der anglikanischen Kirche gibt es auf der Insel auch katholische Gemeinden sowie kleinere Gruppen anderer christlicher Konfessionen.


           1956                46 300                        592,83
Die Geschichte von Religion auf den Kanalinseln ist von der Reformation geprägt, durch die sich starke calvinistische Einflüsse etablierten. Auch katholische Einflüsse kamen durch Einwanderung, etwa von Hugenotten, hinzu. Neben dem Christentum gibt es heute eine Vielfalt kleinerer Glaubensgemeinschaften, darunter Methodisten, Orthodoxe, Baptisten, Zeugen Jehovas und vereinzelte Angehörige von jüdischen, muslimischen und anderen Glaubensgemeinschaften.


           1957                46 500                        595,39
'''Religionsbekenntnisse''' 2001:


           1958                46 600                        596,67
* Anglikaner  38.900 (65,0 %)
* Katholiken  11.000 (18,4 %)
* Protestanten  6.000 (10,0 %)
* sonstige und Bekenntnislose  3.900 (6,6 %)
== '''Siedlungen''' ==
'''Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Guernseys entwickelten sich wie folgt:'''


           1959                46 800                        599,23
{| class="wikitable"
 
|'''Parishes'''
           1960                47 000                        601,79
|'''1901'''
 
|'''1911'''
           1961                47 101                        603,09
|'''1921'''
 
|'''1931'''
           1962                47 800                        612,04
|'''1951'''
 
|'''1961'''
           1963                48 400                        619,72
|'''1971'''
 
|-
           1964                49 000                        627,40
|'''Castel'''
 
|'''2 802        '''
           1965                49 500                        633,80
|'''3 086'''
 
|'''2 968       '''
           1966                49 900                        638,92
|'''3 210'''
 
|'''3 763'''
           1967                50 500                        646,61
|'''4 781'''
 
|'''6 317'''
           1968                51 000                        653,01
|-
 
|Forest
           1969                52 000                        665,81
|    843            
 
|910
           1970                53 000                        678,61
|1 117
 
|1 117
           1971                53 734                        688,02
|1 133
 
|1 061
           1972                54 000                        691,42
|1 460
 
|-
           1973                54 500                        697,82
|Saint Andrew
 
|1 552          
           1974                55 000                        704,22
|1 751
 
|1 800
           1975                55 500                        710,62
|1 800
 
|1 850
           1976                56 041                        717,55
|1 964
 
|2 232
           1977                56 100                        718,31
|-
 
|Saint Martin
           1978                56 000                        717,03
|3 202          
 
|3 437
           1979                56 000                        717,03
|3 678
 
|3 678
           1980                56 000                        717,03
|4 587
 
|5 223
           1981                56 003                        717,07
|6 161
 
|-
           1982                56 500                        723,43
|Saint Peter Port
 
|18 264        
           1983                57 000                        729,83
|18 018
 
|16 720
           1984                57 500                        736,24
|16 720
 
|16 849
           1985                58 000                        742,64
|15 804
 
|16 303
           1986                58 212                        745,35
|-
 
|Saint Peter in the Wood
           1987                58 500                        749,04
|1 577          
 
|1 609
           1988                59 000                        755,44
|1 567         
 
|1 653
           1989                60 000                        768,25
|1 638
 
|1 698
           1990                61 000                        781,05
|1 829
 
|-
           1991                61 714                        790,19
|Saint Sampson
 
|5 614          
           1992                61 800                        791,29
|5 952
 
|5 192         
           1993                61 850                        791,93
|5 333
 
|5 675
           1994                61 850                        791,93
|5 916
 
|6 534
           1995                61 900                        792,57
|-
 
|Saint Saviour
           1996                61 928                        792,93
|1 062          
 
|1 075
           1997                62 200                        796,41
|1 086         
 
|      1 230
           1998                62 500                        800,26
|1 531
 
|1 792
           1999                62 800                        804,10
|2 116
 
|-
           2000                63 000                        806,66
|Torteval
 
|    448            
           2001                63 124                        808,25
|499
 
|    568
           2002                63 000                        806,66
|    634
 
|634
           2003                62 900                        805,38
|716
 
|841
           2004                62 800                        804,10
|-
 
|Vale
           2005                62 716                        803,02
|5 082          
 
|5 486
           2006                62 832                        804,51
|4 792         
 
|    5 279
           2007                63 908                        818,28
|5 943
 
|6 113
           2008                64 131                        821,14
|7 558
 
|}
           2009                64 330                        823,69
{| class="wikitable"
 
|'''Name'''
           2010                64 565                        826,70
|'''Z 1976'''
 
|'''Z 1981'''
           2011                64 760                        829,19
|'''Z 1986'''
 
|'''Z 1991'''
           2012                64 978                        831,98
|'''Z 1996'''
 
|'''Z 2001'''
           2013                65 345                        836,68
|'''S 2016'''
 
|'''S 2019'''
           2014                65 849                        843,14
|'''S 2023'''
 
|-
           2015                65 124                        833,85
|Castel
 
|7 309
 
|7 727
Die Einwohnerzahlen der Insel Guernsey mit einer Fläche von 63,4 km² entwickelten sich wie folgt:
|8 260
 
|9 068
 
|8 922
           2016                62 377                           983,86
|8 975
 
|8.739
           2017                62 350                          983,44
|8.795
 
|8.711
           2018                62 307                          982,76
|-
 
|Forest
           2019                62 500                          985,80
|1 383
 
|1 288
           2020                63 000                          993,69
|1 293
 
|1 386
           2021                63 500                        1001,58
|1 423
 
|1 549
           2022                63 711                        1004,91
|1.578
 
|1.546
           2023                64 008                        1009,59
|1.624
 
|-
           2024                64 781                        1021,78
|St. Andrew
 
|2 295
 
|2 230
Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,61 % pro Jahr.
|2 281
 
|2 357
 
|2 342
'''Bevölkerungsaufteilung:'''
|2 409
 
|2.348
Bevölkerungszahl 2001 insgesamt    59 807
|2.295
 
|2.328
           davon  weiblich                      30 669             51,28 %
|-
 
|St. Martin
                       männlich                     29 138             48,72 %
|6 072
 
|5 842
           davon  unter 15jährig             10 300             17,22 %
|5 876
 
|6 082
                       15 bis 64 Jahre alt       40 141             67,12 %
|6 082
 
|6 267
                       über 64jährig                9 366             15,66 %
|6.581
 
|6.593
           davon  städtisch                     49 895             83,43 %
|6.648
 
|-
                       ländlich                         9 912             16,57 %
|St. Peter Port
 
|16 279
 
|15 587
Die Fruchtbarkeitsrate beträgt 1,37 Kinder pro gebärfähiger Frau (Stand 2006). Das Durchschnittsalter lag 2008 bei 40,2 Jahren. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa 80 Jahren.
|16 085
 
|16 648
 
|16 194
'''Lebenserwartung''' in Jahren:
|16 488
 
|18.798
Jahr                 insgesamt        Männer           Frauen
|18.958
 
|19.676
1996                78,34               75,63               81,07
|-
 
|St. Pierre du  Bois
2001                79,90               76,91               83,01
|1 934
 
|2 018
2003                80,04               77,04               83,13
|2 057
 
|2 242
2023                83,50               82,00               86,00
|2 151
 
|2 188
 
|2.099
Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt etwa 24.000.
|2.036
|2.001
|-
|St. Sampson
|6 802
|6 947
|7 475
|8 045
|8 540
|8 592
|8.948
|8.966
|9.118
|-
|St. Saviour
|2 321
|2 432
|2 404
|2 419
|2 469
|2 696
|2.749
|2.765
|2.829
|-
|Torteval
|914
|881
|926
|976
|954
|973
|1.013
|1.017
|1.026
|-
|Vale
|8 251
|8 316
|8 764
|9 530
|9 504
|9 573
|9.524
|9.514
|9.646
|}
'''Saint Peter Port''' ist die Hauptstadt und wichtigste Hafenstadt der Insel. Sie liegt an der Ostküste der Insel in einer schmalen Bucht, eingebettet zwischen mäßig hohen Klippen. Mit etwa 19.000 Einwohnern (Stand 2019) lebt rund ein Drittel der Bevölkerung Guernseys hier. Historisch war Saint Peter Port bereits vor der römischen Zeit ein Handelsplatz. Im 13. Jahrhundert wurde das Castle Cornet auf einer vorgelagerten Felseninsel errichtet, das gemeinsam mit La Tour Beauregard die Hafenbucht schützte. Der Hafen entwickelte sich im Mittelalter dank seiner geschützten Lage zu einem wichtigen Zufluchtsort und Umschlagplatz für den Handel, beispielsweise im Weinhandel mit der Region Gascony. Der Hafen wurde im Laufe der Jahrhunderte erweitert und umgebaut, zuletzt im 19. Jahrhundert.


Die Stadt gliedert sich in vier Wahlbezirke (Cantons) und ist Sitz verschiedener wichtiger Institutionen wie der Wertpapierbörse „The International Stock Exchange“, Behörden und kulturellen Einrichtungen. Der Hafen ist nicht nur Anlaufstelle für Fährverkehr, sondern auch ein lebendiger Yachthafen mit einem bunten maritime Flair. Es gibt zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte, insbesondere in den kleinen engen Straßen mit viktorianischer Architektur, die das Stadtbild prägen. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem Castle Cornet, die historische Festungsanlage auf der vorgelagerten Insel, das Guernsey Museum mit Informationen über die Geschichte der Insel, La Vallette Underground Military Museum und Hauteville House, das ehemalige Wohnhaus von Victor Hugo, das heute der Stadt Paris gehört.


'''Haushalte''': Haushalte und Personen pro Haushalt:
Die Stadt ist auch ein kulturelles Zentrum mit Märkten, insbesondere einem Wochenmarkt am Donnerstag, und gewissen jährlichen Festen. Zudem bietet Saint Peter Port durch seine Lage und Ausstattung mit Geschäften, Büros, Banken und Fähranlegern eine Mischung aus Tradition, Geschichte und modernem Leben.


1961                13 873             3,249
'''Castel''' im Norden Guernseys ist die flächenmäßig größte Gemeinde der Insel. Die Ortschaft bietet eine Mischung aus ländlichen und küstennahen Gebieten mit einem vielfältigen Landschaftsbild, das sowohl landwirtschaftlich genutzte Flächen als auch schöne Strände und Küstenabschnitte umfasst. Die Ortschaft ist bekannt für seine schönen Sandstrände, besonders die Bucht von Cobo und Vazon Bay, die bei Surfern beliebt sind. Die Küstenabschnitte sind malerisch mit Stränden, Dünen und Felsen, etwa an den Grandes Rocques (Saline Bay), wo pinkfarbener Granit und Grasflächen eine idyllische Atmosphäre schaffen.


1971                16 446             3,129
Castel beherbergt die Pfarrkirche St Marie de Castel (Notre Dame de la Délivrance), geweiht 1203, die für ihre mittelalterlichen Fresken bekannt ist. Im Kirchenhof findet sich ein neolithischer Menhir, ein prähistorisches Steindenkmal, das als Fruchtbarkeitssymbol angesehen wird. Der Name Castel könnte vom lateinischen ''Castellum'' (militärisches Fort) stammen, was auf eine römische oder alte Befestigung hindeutet; darunter wurden auch römische Dachziegel und Keramiken gefunden.


1976                18 146             2,956
Castel ist Gastgeber für traditionelle Veranstaltungen wie das ''Le Viaër Marchi'' und die ''North Show'' mit der jährlichen ''Battle of Flowers''. Es gibt auch eine lokale Zeitschrift namens ''Castel Matters''. Der Saumarez Park mit dem Guernsey Folk and Costume Museum bietet Einblicke in die Inselgeschichte und Kultur. Das historische Fort Hommet aus der viktorianischen Zeit, das auch während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg genutzt wurde, liegt ebenfalls in der Nähe.


1981                18 719             2,848
Die Ortschaft '''Saint Sampson''' liegt ebenfalls an der Nordküste der Insel. Sie ist aufgeteilt in zwei Teile an der Nord-West- und Nord-Ostküste, getrennt durch das Gebiet Vale. Der Ort ist vor allem bekannt für seinen Hafen, der zweitgrößte von Guernsey, mit einer reichen maritimen Geschichte. St. Sampson wurde nach dem heiligen Samson von Dol benannt, einem walisischen Missionar aus dem 6. Jahrhundert, der hier eine christliche Gemeinschaft gründete. Die Pfarrkirche St. Sampson, vermutlich die älteste auf der Insel, steht nahe dem Landungsort des Heiligen und stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert; sie ist mit ihrer romanischen Architektur ein Wahrzeichen der Gemeinde.


1986                19 660             2,822
Die Ortschaft besticht durch einen lebendigen Hafen, der traditionell ein Zentrum für Schiffbau, Fischerei und Handel war. Heute konzentriert sich der Hafen auf den Bau von Luxus-Motorbooten und bietet Dienste für Freizeit- und Berufsschiffe. Der Ort verbindet eine maritime Atmosphäre mit einem entspannten, charmanten Alltag und beherbergt Pubs, Restaurants sowie eine vielfältige kleine Einkaufsszene entlang der Straße „The Bridge“, die an eine historische Verbindung zwischen zwei einstigen Inselteilen erinnert.


1991                21 647             2,719
Naturliebhaber schätzen in St. Sampson die nahegelegenen Küstenpfade mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und die Nachbarinseln Herm und Jethou. Die Landschaft bietet außerdem kleine Feuchtgebiete hinter der Kirche, wo man Wasservögel beobachten kann. Historisch war die Gegend auch ein Zentrum des Granitabbaus im 19. Jahrhundert, der die lokale Wirtschaft lange prägte. Die Spuren der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg sind an den Festungen und Bunkeranlagen in und um St. Sampson noch sichtbar


1996                22 216             2,641
Die Ortschaft '''Saint Martin''' im Südosten der Insel ist landschaftlich geprägt durch hügelige Küstenabschnitte, dramatische Klippen, sandige Strände und idyllische Buchten. Mit etwa 6.600 Einwohnern vereint St. Martin sowohl naturnahe Ruhe als auch eine gewisse Nähe zu Stadt und Flughafen, da es zwischen dem Guernsey Airport und der Hauptstadt St. Peter Port liegt.


2001                23 068             2,593
St. Martin ist die nach Höhe zweitgrößte Pfarrei Guernseys mit etwa 110 Metern bei Carmel, mit sanft abfallenden Hängen zur Küste. Die Küstenlinie umfasst schöne Strände wie Moulin Huet, Petit Bot Bay, Saint’s Bay sowie felsige Buchten und Klippen – ideal für Spaziergänge und Wassersport. Das Gebiet bietet auch spektakuläre Ausblicke vom Jerbourg Point, dem südöstlichsten Punkt Guernseys, mit Blicken auf umliegende Kanalinseln und sogar die französische Küste.


=== '''Volksgruppen''' ===
St. Martin ist reich an historischen Spuren, darunter neolithische Steinstatuen wie die berühmte ''La Gran’ Mère du Chimquière'' am Kirchhof der 1199 geweihten Pfarrkirche. Der Ort trägt eine lange Geschichte mit Relikten aus verschiedenen Epochen, darunter die Festungen der napoleonischen Kriege und deutsche Befestigungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Das German Occupation Museum nahe dem Flughafen erinnert ebenfalls an die Besatzungszeit. Zudem war die Gegend historisch Schauplatz von Piraterie – beispielsweise wurde am St. Martin’s Point 1566 ein Pirat hingerichtet.
Die Volksgruppen auf Guernsey sind historisch hauptsächlich keltischer Herkunft, da die Insel vor der römischen Eroberung von keltischen Völkern bewohnt wurde, die Kultur, Sprache und Technologie der Kelten hatten. Archäologische Funde wie Begräbnisstätten und Siedlungen belegen diese keltische Vergangenheit, beispielsweise am King's Road bei St. Peter Port. Es ist bekannt, dass die Kelten auf Guernsey bereits vor der römischen Eroberung im -1. Jahrhundert siedelten und Handel trieben, auch mit den Römern, wie römische Fundstücke zeigen.


Die heutige Bevölkerung von Guernsey besteht vor allem aus Englischsprachigen. Neben Englisch wird auch Französisch und ein normannisch-französischer Dialekt, vor allem in ländlichen Gegenden, gesprochen. Die Insel gehört politisch als Kronbesitz direkt der britischen Krone und ist keine Kronkolonie oder Teil des Vereinigten Königreichs, was auch einen gewissen Einfluss auf die ethnische Zusammensetzung hat.
Zu den Hauptattraktionen gehört Sausmarez Manor mit seinen weitläufigen Gärten und einem Skulpturenpark sowie der malerische Küstenweg, der zahlreiche Buchten verbindet. Die Strände Petit Bot und Moulin Huet sind beliebt bei Familien und Sonnenanbetern. Die Landschaft und das maritime Flair bieten vielfältige Freizeitmöglichkeiten, etwa Wandern, Schwimmen oder Tauchen. St. Martin hat eine lebendige Dorfgemeinschaft mit eigenen Geschäften, Supermärkten, guten Schulen (zum Beispiel Les Beaucamps High School) und einer Kirche. Die Gemeinde gilt als einer der begehrtesten Wohnorte auf Guernsey, da sie ländliche Idylle mit guter Erreichbarkeit verbindet.


=== '''Sprachen''' ===
== '''Verkehr''' ==
Offizielle Amtssprachen sind Englisch und Französisch. Neben diesen wird auf der Insel auch eine regionale Variante der normannischen Sprache gesprochen, genannt '''Guernésiais''' (auch ''Dgèrnésiais''), eine normannische Sprache mit französischen und englischen Einflüssen. Guernésiais wird heute nur noch von einem kleinen Teil der Bevölkerung, vor allem älteren Menschen, fließend gesprochen – zirka 2 % der Einwohner können die Sprache sprechen, etwa 3% verstehen sie vollständig. Unter der jüngeren Bevölkerung ist der Gebrauch sehr selten (0,1 % sprechen es perfekt). Die Sprache hat kulturelle Bedeutung und wird in Vereinen, Schulen und bei Wettbewerben gepflegt. Guernésiais ist eng verwandt mit dem Jèrriais auf der Nachbarinsel Jersey und gilt als regionale Sprache mit Wurzeln im Lateinischen und starken Einflüssen aus Altnordisch und Englischem. Auffallend sind vor allem einige lautliche Eigenschaften, die im Standardfranzösisch verloren gingen, zum Beispiel den stimmlosen glottalen Frikativ [h].0
Guernsey ist mit einem dichten Straßen- und Wegenetz versehen. Internationalen Anschluss bieten der Hafen von Saint Peter Port und der Flughafen in Forest.


=== '''Straßenverkehr''' ===
Auf Guernsey gibt es rund 120 km Straßen. Der Autoverkehr auf der Insel - man fä#hrt hier auf der linken Seite - ist zeitweise infernalisch. Die Straßen sind sehr eng und es gibt kaum Bürgersteige. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist 56 kmh, im Ortsgebiet 40 kmh, allerdings halten sich Einheimische nicht wirklich daran. Kreuzungen sind hier durch „Filter in turn“ in etwa nach dem Kreisverkehrssystem geregelt. Der Frühling und Sommer sind üblicherweise eine Zeit verstärkter Straßenwartung und Bauarbeiten auf Guernsey, um die Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern. Hier wird es dann besonders eng.


'''Sprachen''' 2001:
An einigen Küstenstraßen der Insel gelten im Sommer zeitlich begrenzte Geschwindigkeitsbeschränkungen. So wurden etliche Küstenstraßen von 35 mph auf 25 mph reduziert, und dies bleibt bis zum 30. September 2025 gültig. Straßenabschnitte wie entlang der Bucht von Vazon und im Bereich Petit Bot Road sind davon betroffen. Zudem sind einige Straßen tagsüber als Einbahnstraßen eingerichtet, um den Verkehrsfluss zu regeln und den Küstenverkehr zu entlasten.


channel-english (kanal-englisch)        58 100             97,15 %


français (französisch)                           8 900             14,88 %
'''Fahrzeugbestand''' 1999:


guerniais (guernsey-französisch)         1 327               2,22 %
* insgesamt  45.915
* private Pkw & Lkw  34.460
* öffentlichte Pkw & Lkw  7.247
* Mopeds und Motorräder  4.208


=== '''Religion''' ===
=== '''Schiffsverkahr''' ===
Die vorherrschende Religion auf Guernsey ist traditionell das Christentum, besonders in Form der Church of England (anglikanisch), die auch als etablierte Kirche fungiert. Neben der anglikanischen Kirche gibt es auf der Insel auch katholische Gemeinden sowie kleinere Gruppen anderer christlicher Konfessionen.
Saint Peter Port ist der Haupt- und Handelshafen der Insel mit einem lebendigen Yachthafen und Fährterminal. Der Hafen dient sowohl dem Personentransport als auch dem Güterverkehr. Daneben gibt es noch einen zweiten bedeutenden Hafen in St. Sampson, spezialisiert auf Boots- und Schiffsbau sowie Fischerei.


Die Geschichte von Religion auf den Kanalinseln ist von der Reformation geprägt, durch die sich starke calvinistische Einflüsse etablierten. Auch katholische Einflüsse kamen durch Einwanderung, etwa von Hugenotten, hinzu. Neben dem Christentum gibt es heute eine Vielfalt kleinerer Glaubensgemeinschaften, darunter Methodisten, Orthodoxe, Baptisten, Zeugen Jehovas und vereinzelte Angehörige von jüdischen, muslimischen und anderen Glaubensgemeinschaften.
Ab Sommer 2025 wird Brittany Ferries täglich Verbindungen zwischen Guernsey und Großbritannien (Poole, Southampton, Portsmouth) sowie Frankreich (St. Malo) anbieten. Condor Ferries, nun mehrheitlich unter Brittany Ferries, betreibt ganzjährig sechs Tage pro Woche Verbindungen zwischen Guernsey und Portsmouth sowie saisonale Fahrten nach St. Malo und Poole. Diese Verbindungen sind entscheidend für Personenverkehr, Handel und Tourismus. Das neue 15-Jahres-Betriebsabkommen mit Brittany Ferries signalisiert eine stabile Zukunft für den Fährverkehr der Insel.


Entscheidungen zur Schiffsverbindung zwischen Kanalinseln (zum Beispiel Guernsey und Jersey) sind für Anfang 2025 vorgesehen. Es gibt Verhandlungen zwischen unterschiedlichen Fähranbietern (zum Beispiel Brittany Ferries/Condor und DFDS Seaways), wobei die Zusammenarbeit noch nicht endgültig geregelt ist. Interinsuläre Fährfahrten mit Fahrzeugtransport sind dabei ein wichtiger Aspekt für Insulaner und den Handel.


'''Religionsbekenntnisse''' 2001:
Guernsey, vor allem der Hafen von St. Peter Port, wird regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Für 2025 und 2026 gibt es gut gepflegte Kreuzfahrtrouten, die St. Peter Port als Ziel und Ausgangspunkt beinhalten. Die Stadt als Hafen bietet touristisch attraktive Landausflüge und ist ein wichtiger Knotenpunkt für Kreuzfahrtreisende.


Anglikaner                              38 900             65,0 %


Katholiken                              11 000             18,4 %
'''Saint Peter Port'''


Protestanten                             6 000             10,0 %
* Lage:  49°27‘ N, 2°32‘ W
* maximaler Tidenhub:  9,7 m
* Hafenerrichtung:
* Funktionen: Fähr-, Fischer-, Handels-, Jachthafen
* Hafenfläche: 50 ha
* Zahl der Piers:  4
* Kai- und Pierlänge:  1100 m
* Anlegestellen:
* maximaler Tiefgang:  ca. 2,2 m
* Leuchtfeuer: 3


sonstige und Bekenntnislose    3 900               6,6 %


== '''Siedlungen''' ==
Rund um die Insel befinden sich zwei Leuchttürme und fünf Leuchtfeuer.
'''Saint Peter Port''' ist die Hauptstadt und wichtigste Hafenstadt der Insel. Sie liegt an der Ostküste der Insel in einer schmalen Bucht, eingebettet zwischen mäßig hohen Klippen. Mit etwa 19.000 Einwohnern (Stand 2019) lebt rund ein Drittel der Bevölkerung Guernseys hier. Historisch war Saint Peter Port bereits vor der römischen Zeit ein Handelsplatz. Im 13. Jahrhundert wurde das Castle Cornet auf einer vorgelagerten Felseninsel errichtet, das gemeinsam mit La Tour Beauregard die Hafenbucht schützte. Der Hafen entwickelte sich im Mittelalter dank seiner geschützten Lage zu einem wichtigen Zufluchtsort und Umschlagplatz für den Handel, beispielsweise im Weinhandel mit der Region Gascony. Der Hafen wurde im Laufe der Jahrhunderte erweitert und umgebaut, zuletzt im 19. Jahrhundert.


Die Stadt gliedert sich in vier Wahlbezirke (Cantons) und ist Sitz verschiedener wichtiger Institutionen wie der Wertpapierbörse „The International Stock Exchange“, Behörden und kulturellen Einrichtungen. Der Hafen ist nicht nur Anlaufstelle für Fährverkehr, sondern auch ein lebendiger Yachthafen mit einem bunten maritime Flair. Es gibt zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte, insbesondere in den kleinen engen Straßen mit viktorianischer Architektur, die das Stadtbild prägen. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem Castle Cornet, die historische Festungsanlage auf der vorgelagerten Insel, das Guernsey Museum mit Informationen über die Geschichte der Insel, La Vallette Underground Military Museum und Hauteville House, das ehemalige Wohnhaus von Victor Hugo, das heute der Stadt Paris gehört.


Die Stadt ist auch ein kulturelles Zentrum mit Märkten, insbesondere einem Wochenmarkt am Donnerstag, und gewissen jährlichen Festen. Zudem bietet Saint Peter Port durch seine Lage und Ausstattung mit Geschäften, Büros, Banken und Fähranlegern eine Mischung aus Tradition, Geschichte und modernem Leben.
'''Les Hanois Lighthouse''':


'''Castel''' im Norden Guernseys ist die flächenmäßig größte Gemeinde der Insel. Die Ortschaft bietet eine Mischung aus ländlichen und küstennahen Gebieten mit einem vielfältigen Landschaftsbild, das sowohl landwirtschaftlich genutzte Flächen als auch schöne Strände und Küstenabschnitte umfasst. Die Ortschaft ist bekannt für seine schönen Sandstrände, besonders die Bucht von Cobo und Vazon Bay, die bei Surfern beliebt sind. Die Küstenabschnitte sind malerisch mit Stränden, Dünen und Felsen, etwa an den Grandes Rocques (Saline Bay), wo pinkfarbener Granit und Grasflächen eine idyllische Atmosphäre schaffen.
* Standort:  Les Hanois, 49°26‘06“ N, 2°42‘1“ W
 
* Listeneinträge:  GUE-001 (ARLHS), A1560 (IHUK), 8180 (NGA)
Castel beherbergt die Pfarrkirche St Marie de Castel (Notre Dame de la Délivrance), geweiht 1203, die für ihre mittelalterlichen Fresken bekannt ist. Im Kirchenhof findet sich ein neolithischer Menhir, ein prähistorisches Steindenkmal, das als Fruchtbarkeitssymbol angesehen wird. Der Name Castel könnte vom lateinischen ''Castellum'' (militärisches Fort) stammen, was auf eine römische oder alte Befestigung hindeutet; darunter wurden auch römische Dachziegel und Keramiken gefunden.
* Bauzeit: 1860 bis 1862
* Inbetriebnahme:  1863
* Betreiber:
* Seehöhe: 0,5 m
* Turmhöhe: 36 m
* Feuerhöhe: 34,1 m
* Befeuerung:
* Betriebsart: elektrisch, seit 1996 automatisiert
* Funktion: Seefeuer
* Kennung: Fl(2.W.13s)
* Tragweite: 37 km


Castel ist Gastgeber für traditionelle Veranstaltungen wie das ''Le Viaër Marchi'' und die ''North Show'' mit der jährlichen ''Battle of Flowers''. Es gibt auch eine lokale Zeitschrift namens ''Castel Matters''. Der Saumarez Park mit dem Guernsey Folk and Costume Museum bietet Einblicke in die Inselgeschichte und Kultur. Das historische Fort Hommet aus der viktorianischen Zeit, das auch während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg genutzt wurde, liegt ebenfalls in der Nähe.


Die Ortschaft '''Saint Sampson''' liegt ebenfalls an der Nordküste der Insel. Sie ist aufgeteilt in zwei Teile an der Nord-West- und Nord-Ostküste, getrennt durch das Gebiet Vale. Der Ort ist vor allem bekannt für seinen Hafen, der zweitgrößte von Guernsey, mit einer reichen maritimen Geschichte. St. Sampson wurde nach dem heiligen Samson von Dol benannt, einem walisischen Missionar aus dem 6. Jahrhundert, der hier eine christliche Gemeinschaft gründete. Die Pfarrkirche St. Sampson, vermutlich die älteste auf der Insel, steht nahe dem Landungsort des Heiligen und stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert; sie ist mit ihrer romanischen Architektur ein Wahrzeichen der Gemeinde.
'''Platte Fougere Lighthouse''':


Die Ortschaft besticht durch einen lebendigen Hafen, der traditionell ein Zentrum für Schiffbau, Fischerei und Handel war. Heute konzentriert sich der Hafen auf den Bau von Luxus-Motorbooten und bietet Dienste für Freizeit- und Berufsschiffe. Der Ort verbindet eine maritime Atmosphäre mit einem entspannten, charmanten Alltag und beherbergt Pubs, Restaurants sowie eine vielfältige kleine Einkaufsszene entlang der Straße „The Bridge“, die an eine historische Verbindung zwischen zwei einstigen Inselteilen erinnert.
* Standort:  Platte Fougère, Saint Sampüson, 49°30‘51“ N, 2°29‘07“ W
* Listeneinträge:  A1548 (IHUK)
* Bauzeit: 1910
* Inbetriebnahme:  1910
* Betreiber:
* Seehöhe: 0,5 m
* Turmhöhe: 25 m
* Feuerhöhe: 25 m
* Befeuerung:
* Betriebsart:
* Funktion:
* Kennung:
* Tragweite:


Naturliebhaber schätzen in St. Sampson die nahegelegenen Küstenpfade mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und die Nachbarinseln Herm und Jethou. Die Landschaft bietet außerdem kleine Feuchtgebiete hinter der Kirche, wo man Wasservögel beobachten kann. Historisch war die Gegend auch ein Zentrum des Granitabbaus im 19. Jahrhundert, der die lokale Wirtschaft lange prägte. Die Spuren der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg sind an den Festungen und Bunkeranlagen in und um St. Sampson noch sichtbar


Die Ortschaft '''Saint Martin''' im Südosten der Insel ist landschaftlich geprägt durch hügelige Küstenabschnitte, dramatische Klippen, sandige Strände und idyllische Buchten. Mit etwa 6.600 Einwohnern vereint St. Martin sowohl naturnahe Ruhe als auch eine gewisse Nähe zu Stadt und Flughafen, da es zwischen dem Guernsey Airport und der Hauptstadt St. Peter Port liegt.
'''Leuchtfeuer''':
 
Saint Martin’s Point                           49°25‘ N, 2°32‘ W
 
Saint Peter Port - Castle Pier             49°27‘ N, 2°31‘ W
 
Saint Peter Port - Victoria Marina     49°27‘ N, 2°32‘ W
 
Saint Peter Port - White Rock Pier    49°27‘ N, 2°32‘ W
 
Saint Sampson                                   49°29‘ N, 2°31‘ W
 
=== '''Luftverkehr''' ===
Der Flughafen von Guernsey wurde ursprünglich am 5. Mai 1939 als Flugplatz mit einfachen Graspisten eröffnet und wurde erst ab Oktober 1946 regelmäßig von Zivilflügen genutzt. 1960 nahm der Flughafen eine befestigte Piste in Betrieb, die noch heute als Hauptbahn fungiert. 2004 nahm man ein neues Terminal in Betrieb. Der Flughafen wird durch die Lokalregierung unterhalten und betrieben.
 
Von 2002 bis 2004 wurde der Flughafen samt Terminal umgebaut und erweitert. Er wird heute ausschließlich zivil genutzt und hat wegen der Bedeutung der Kanalinseln für britische Touristen zahlreiche Linienflugverbindungen zu diversen Zielen in Großbritannien. Derzeit wird der Flughafen von den auf den Kanalinseln heimischen Fluggesellschaften Aurigny Air Services, Blue Islands und flybe sowie den Fluggesellschaften Eurowings, flyVLM und Eastern Airways angeflogen, die den Airport mit vielen Zielen im Vereinigten Königreich und anderen Kanalinseln sowie in Festlandeuropa mit Genf, Zürich, Düsseldorf und Rotterdam regelmäßig verbinden. Zudem bilden auch Privatmaschinen einen wesentlichen Anteil der Flugbewegungen am Flughafen.
 
Am 1. November 1961 geriet eine vom Flughafen Cherbourg-Maupertus kommende Bristol 170 Mk.32 der Silver City Airways (Luftfahrzeugkennzeichen ''G-ANWL'') beim Durchstartversuch am Flughafen Guernsey außer Kontrolle, berührte den Boden mit der rechten Tragfläche und überschlug sich. Der Kontrollverlust war durch ein Versagen der Propellerverstellung des rechten Triebwerks bedingt. Von den 10 Insassen kamen 2 Besatzungsmitglieder um, alle anderen überlebten.
 
Am 24. September 1963 kam es mit einer Bristol 170 Mk.32 der British United Air Ferries ''(G-AMWA)'' beim Start vom Flughafen Guernsey zu einer Triebwerksstörung. Die Maschine sollte nach Bournemouth fliegen und beförderte überwiegend Fracht und einen Pkw. Der Start wurde bei einer Geschwindigkeit von etwa 80 Knoten abgebrochen. Als die Piloten erkannten, dass die verbleibende Startbahnlänge nicht mehr ausreichen und es zu einer Kollision mit Hindernissen kommen würde, steuerten sie das Flugzeug nach links, woraufhin die Maschine kurz abhob, dann durch einen Zaun und über eine Straße rollte und schließlich 200 bis 400 Meter hinter dem Startbahnende zum Stehen kam. Alle drei Besatzungsmitglieder und der einzige Passagier überlebten, das Flugzeug war jedoch schrottreif.  


St. Martin ist die nach Höhe zweitgrößte Pfarrei Guernseys mit etwa 110 Metern bei Carmel, mit sanft abfallenden Hängen zur Küste. Die Küstenlinie umfasst schöne Strände wie Moulin Huet, Petit Bot Bay, Saint’s Bay sowie felsige Buchten und Klippen – ideal für Spaziergänge und Wassersport. Das Gebiet bietet auch spektakuläre Ausblicke vom Jerbourg Point, dem südöstlichsten Punkt Guernseys, mit Blicken auf umliegende Kanalinseln und sogar die französische Küste.
Am 18. September 1981 fielen bei einer Britten-Norman BN-2 Islander der Jersey European Airways ''(G-BDNP)'' aufgrund einer Fehlbedienung der Treibstoffzufuhr beim Anflug auf den Flughafen Guernsey beide Triebwerke aus. Bei der nachfolgenden Bruchlandung auf einem Feld nahe dem Flughafen erlitt der Pilot schwere Verletzungen, während die acht Passagiere den Unfall mit leichten Verletzungen überstanden. Das Flugzeug wurde dabei irreparabel beschädigt. Anlässlich der Untersuchung dieses Vorfalls wurden gravierende Mängel in der technischen Ausrüstung zur Kommunikation der Rettungskräfte aufgedeckt und in der Folge behoben.


St. Martin ist reich an historischen Spuren, darunter neolithische Steinstatuen wie die berühmte ''La Gran’ Mère du Chimquière'' am Kirchhof der 1199 geweihten Pfarrkirche. Der Ort trägt eine lange Geschichte mit Relikten aus verschiedenen Epochen, darunter die Festungen der napoleonischen Kriege und deutsche Befestigungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Das German Occupation Museum nahe dem Flughafen erinnert ebenfalls an die Besatzungszeit. Zudem war die Gegend historisch Schauplatz von Piraterie – beispielsweise wurde am St. Martin’s Point 1566 ein Pirat hingerichtet.
Am 7. Dezember 1997 überrollte eine Fokker F-27-500F der Air UK ''(G-BNCY)'' bei einer Landung unter böigem Seitenwind das Ende der Landebahn und kam erst in einem angrenzenden Feld zum Stehen. Dabei wurden vier der 54 Flugzeuginsassen leicht verletzt; das Flugzeug musste als wirtschaftlicher Totalschaden abgeschrieben werden.  


Zu den Hauptattraktionen gehört Sausmarez Manor mit seinen weitläufigen Gärten und einem Skulpturenpark sowie der malerische Küstenweg, der zahlreiche Buchten verbindet. Die Strände Petit Bot und Moulin Huet sind beliebt bei Familien und Sonnenanbetern. Die Landschaft und das maritime Flair bieten vielfältige Freizeitmöglichkeiten, etwa Wandern, Schwimmen oder Tauchen. St. Martin hat eine lebendige Dorfgemeinschaft mit eigenen Geschäften, Supermärkten, guten Schulen (zum Beispiel Les Beaucamps High School) und einer Kirche. Die Gemeinde gilt als einer der begehrtesten Wohnorte auf Guernsey, da sie ländliche Idylle mit guter Erreichbarkeit verbindet.
Am 12. Januar 1999 kamen beim Absturz einer als Frachtflugzeug genutzten Fokker F-27-600 der Fluggesellschaft Channel Express ''(G-CHNL)'' beide Piloten ums Leben. Die unsachgemäß verstaute Ladung hatte dazu geführt, dass das Flugzeug beim Landeanflug auf den Flughafen Guernsey unkontrollierbar wurde, wodurch es auf ein nahegelegenes Haus stürzte und in Flammen aufging.  


Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Guernseys entwickelten sich wie folgt:
Am 17. Juni 2014 stürzte eine private Socata TB 10 ''(G-POPI)'' kurz nach dem Start wegen eines technischen Defekts in ein Gewächshaus. Das Flugzeug wurde dabei komplett zerstört; die beiden Insassen überlebten mit leichten Verletzungen.


{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
|'''Parishes'''
|'''Airlines'''
|'''1901'''
|'''Ziele'''
|'''1911'''
|'''1921'''
|'''1931'''
|'''1951'''
|'''1961'''
|'''1971'''
|-
|-
|Castel
|Aurigny
|2 802        
|Alderney,  Bristol, Dinard,  East Midlands,  London–Gatwick,  London–Stansted,  Manchester, saisonal: Grenoble, Leeds/Bradford,  Norwich
|3 086
|2 968       
|3 210
|3 763
|4 781
|6 317
|-
|-
|Forest
|Eurowings
|    843          
|saisonal: Düsseldorf
|910
|1 117
|1 117
|1 133
|1 061
|1 460
|-
|-
|Saint Andrew
|Flybe
|1 552        
|Birmingham, Exeter, Jersey, Southampton, saisonal: Cardiff, Zürich
|1 751
|1 800
|1 800
|1 850
|1 964
|2 232
|-
|-
|Saint Martin
|Loganair
|3 202        
|saisonal: Glasgow 
|3 437
|}
|3 678
 
|3 678
 
|4 587
'''Guernsey Airport'''
|5 223
 
|6 161
* Code: GCI / EGJB
|-
* Lage:  49°26’06“ N, 2°36’07“ W
|Saint Peter Port
* Seehöhe:  102 m (336 ft)
|18 264        
* Entfernung:  Forest, 4,6 km westsüdwestlich von Saint Peter Port
|18 018
* Inbetriebnahme:  5. Mai 1939, zivil Oktober 1946
|16 720
* Betreiber: States of Guernsey
|16 720
* Rollbahnen: 2
|16 849
* Länge der Rollbahnen:  1463 m (Asfalt) und 914 m (Gras)
|15 804
* Fluggesellschaften:  4
|16 303
* Flugzeug-Standplätze:  ca. 30
|-
* jährliche Passagierkapazität:  1,25 mio.
|Saint Peter in the Wood
* jährliche Frachtkapazität:  ca. 10.000 t
|1 577          
* Flughafen-Statistik: Jahr   Flugbewegungen Passagiere                   Fracht in t
|1 609
 
|1 567         
                       1995                        .               807 959                       7 381
|1 653
 
|1 638
                       2000                        .               884 284                             .
|1 698
 
|1 829
                       2001                56 812             918 629                       7 339
|-
 
|Saint Sampson
                       2008                59 494             945 441                            .
|5 614          
 
|5 952
                       2011                55 987             933 721                            .
|5 192         
 
|5 333
                       2016                39 717             874 118                       4 813
|5 675
 
|5 916
                       2021                18 253             250 526                          812
|6 534
 
|-
                       2022                16 127             654 446                             .
|Saint Saviour
 
|1 062          
== '''Wirtschaft''' ==
|1 075
Etwa 32 % des Bruttosozialprodukts werden durch Finanzdienstleister (Banken, Versicherungen, Fondsmanagement) erwirtschaftet. Traditionelle Einnahmequellen wie Tourismus, Maschinenbau und Gartenbau, hauptsächlich Tomaten und Schnittblumen, hier insbesondere Freesien, sind eher im Rückgang begriffen. Niedrige Steuern haben Guernsey als Steueroase für Private Equity Fonds populär werden lassen. Obwohl Guernsey kein EU-Mitglied ist, wird es von dieser jedoch gezwungen, sich ihren Regularien zu unterwerfen. Wie auch andere Offshore-Finanzzentren, gerät Guernsey immer mehr unter Druck durch größere Nationen, seine Gesetze an deren Wünsche, insbesondere was die Transparenz von Finanzströmen anbetrifft, anzupassen. Derzeit wird das Steuerrecht reformiert, um die Regularien der EU und der OECD zu erfüllen. Seit dem 1. Januar 2008 gilt ein neues Null-Zehn Körperschaftsteuergesetz, nach dem die meisten Körperschaften keine Körperschaftsteuer zahlen, das Anbieten bestimmter Bankdienstleistungen aber mit 10 % besteuert wird. Aufgrund dieses Umstandes entsteht ein Fehlbetrag von zirka 45 Millionen Pfund, der durch wirtschaftliches Wachstum und indirekte Besteuerung ausgeglichen werden soll.
|1 086       
 
|      1 230
=== '''Landwirtschaft''' ===
|1 531
Traditionsgemäss versorgt Guernsey England mit seinen erstklassigen landwirtschaftlichen Produkten, seien es nun Erdbeeren, Kartoffeln, Lilien oder Sahne. Bei weitem wichtigstes Ausfuhrgut waren bis in jüngster Zeit die begehrten Guernsey-Tomaten, welche auf der Insel in Treibhäusern gezogen werden. Letztere bedecken etwa 18 Prozent der Inselfläche; an einem sonnigen Tag lassen ihre spiegelnden Scheiben Guernsey vom Flugzeug aus wie einen einzigen Kristallpalast erscheinen.
|1 792
 
|2 116
1865 hatten Fischer die ersten Tomatenpflanzen aus Spanien auf die Insel gebracht. Aber die Hausfrauen auf Guernsey wollten zunächst nichts mit dem fremden Gemüse zu tun haben. Sie befürchteten, dass Tomaten giftig sein könnten. Zudem vermuteten sie hinter dem damals gängigem Namen «Liebesapfel» geheime Kräfte, die ihnen nicht geheuer waren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten aber kaufmännischer Erwerbssinn und nicht zuletzt die traditionelle Konkurrenz mit Jersey jeglichen Zweifel zerstreut. Die meisten Treibhäuser, die man ab 1805 vor allem für die Traubenzucht gebaut hatte, waren für die Tomatenzucht umgerüstet, und viele weitere kamen im Laufe der Zeit hinzu. Die Tomatenzucht entwickelte sich mehr und mehr zum bedeutendsten Wirtschaftszweig, aus dem zeitweise 75 % des Einkommens der Bevölkerung stammten. In den siebziger Jahren betrug der jährliche Ernteertrag von «Guernsey Toms» bis 60 Millionen Kilogramm, und der englische Marktbedarf an Tomaten wurde im wesentlichen durch Guernsey gedeckt.
|-
 
|Torteval
Ende der 1970er Jahre begann der Niedergang der Tomatenzucht: Anfänglich konnten die Bauern auf Guernsey mit ihren niederländischen Konkurrenten nicht mehr mithalten. Dann traten Spanien und Portugal der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EG) bei, und damit waren die Tage der ''Guernsey Toms'' endgültig gezählt. 1986 exportierte Guernsey bereits nur noch 7,5 Millionen Kilogramm Tomaten, und die Tendenz ist weiterhin rückläufig. Noch immer spiegeln die vielen hundert Treibhäuser auf Guernsey das Sonnenlicht, doch drinnen sind die Tomaten von allerlei „Exoten“ wie Kiwifrüchten oder farbenprächtigen Orchideen verdrängt worden, die auf dem englischen Markt eine bessere Absatzchance haben. Dass man fast jedes Objekt zum Gegenstand eines Museums machen kann, beweist im übrigen das ''Guernsey Tomato Centre'' in der Gemeinde Castel, das eine ständige Ausstellung über die Geschichte der Tomatenzucht auf Guernsey enthält.
|    448            
 
|499
Eine andere „Berühmtheit“ Guernseys ist die Guernsey-Kuh, die man in Fachkreisen als „Goldene Guernsey“ kennt und die ausser durch ihr goldbraunes Fell durch ihren kleinen Wuchs, nach innen gebogene Hörner, einen schmalen Kopf und eine schlanke Schnauze mit rosa Nasenspiegel gekennzeichnet ist.
|    568
 
|    634
Die Guernsey-Kuh ist aus einer Kreuzung zwischen der ''Froment de Leon'' aus der Bretagne und der ''Isigny'' aus der Normandie hervorgegangen, die bereits im 6. Jahrhundert von Mönchen auf die Insel gebracht worden waren. Durch sorgfältige Zucht entwickelte sie sich im Laufe der Zeit zu einer der besten Rassen der Welt. Sie zeichnet sich aus durch ein sanftes und gutmütiges Wesen, ist leicht mästbar und gibt überdurchschnittlich viel Milch mit hohem Fettgehalt. Ausserdem gewöhnt sie sich leicht an ein anderes Klima und fremde Lebensbedingungen, seien es nun die strengen Winter in Kanada oder die Hitze und Krankheiten in Indien. Aus diesem Grund wurde die Guernsey-Kuh ursprünglich vor allem für den Export gezüchtet; die Viehschauen auf Guernsey, an denen die begehrten Tiere zum Verkauf gelangten, wurden zu einem Magnet für Züchter aus aller Welt.
|634
|716
|841
|-
|Vale
|5 082          
|5 486
|4 792         
|    5 279
|5 943
|6 113
|7 558
|}
{| class="wikitable"
|'''Name'''
|'''Z 1976'''
|'''Z 1981'''
|'''Z 1986'''
|'''Z 1991'''
|'''Z 1996'''
|'''Z 2001'''
|'''S 2016'''
|'''S 2019'''
|'''S 2023'''
|-
|Castel
|7 309
|7 727
|8 260
|9 068
|8 922
|8 975
|8.739
|8.795
|8.711
|-
|Forest
|1 383
|1 288
|1 293
|1 386
|1 423
|1 549
|1.578
|1.546
|1.624
|-
|St. Andrew
|2 295
|2 230
|2 281
|2 357
|2 342
|2 409
|2.348
|2.295
|2.328
|-
|St. Martin
|6 072
|5 842
|5 876
|6 082
|6 082
|6 267
|6.581
|6.593
|6.648
|-
|St. Peter Port
|16 279
|15 587
|16 085
|16 648
|16 194
|16 488
|18.798
|18.958
|19.676
|-
|St. Pierre du  Bois
|1 934
|2 018
|2 057
|2 242
|2 151
|2 188
|2.099
|2.036
|2.001
|-
|St. Sampson
|6 802
|6 947
|7 475
|8 045
|8 540
|8 592
|8.948
|8.966
|9.118
|-
|St. Saviour
|2 321
|2 432
|2 404
|2 419
|2 469
|2 696
|2.749
|2.765
|2.829
|-
|Torteval
|914
|881
|926
|976
|954
|973
|1.013
|1.017
|1.026
|-
|Vale
|8 251
|8 316
|8 764
|9 530
|9 504
|9 573
|9.524
|9.514
|9.646
|}
 
== '''Verkehr''' ==
Guernsey ist mit einem dichten Straßen- und Wegenetz versehen. Internationalen Anschluss bieten der Hafen von Saint Peter Port und der Flughafen in Forest.
 
=== '''Straßenverkehr''' ===
Auf Guernsey gibt es rund 120 km Straßen. Der Autoverkehr auf der Insel - man fä#hrt hier auf der linken Seite - ist zeitweise infernalisch. Die Straßen sind sehr eng und es gibt kaum Bürgersteige. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist 56 kmh, im Ortsgebiet 40 kmh, allerdings halten sich Einheimische nicht wirklich daran. Kreuzungen sind hier durch „Filter in turn“ in etwa nach dem Kreisverkehrssystem geregelt. Der Frühling und Sommer sind üblicherweise eine Zeit verstärkter Straßenwartung und Bauarbeiten auf Guernsey, um die Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern. Hier wird es dann besonders eng.
 
An einigen Küstenstraßen der Insel gelten im Sommer zeitlich begrenzte Geschwindigkeitsbeschränkungen. So wurden etliche Küstenstraßen von 35 mph auf 25 mph reduziert, und dies bleibt bis zum 30. September 2025 gültig. Straßenabschnitte wie entlang der Bucht von Vazon und im Bereich Petit Bot Road sind davon betroffen. Zudem sind einige Straßen tagsüber als Einbahnstraßen eingerichtet, um den Verkehrsfluss zu regeln und den Küstenverkehr zu entlasten.
 
 
'''Fahrzeugbestand''' 1999:
 
insgesamt                    45 915
 
           private Pkw & Lkw                34 460
 
           öffentlichte Pkw & Lkw         7 247
 
           Mopeds und Motorräder         4 208
 
=== '''Schiffsverkahr''' ===
Saint Peter Port ist der Haupt- und Handelshafen der Insel mit einem lebendigen Yachthafen und Fährterminal. Der Hafen dient sowohl dem Personentransport als auch dem Güterverkehr. Daneben gibt es noch einen zweiten bedeutenden Hafen in St. Sampson, spezialisiert auf Boots- und Schiffsbau sowie Fischerei.
 
Ab Sommer 2025 wird Brittany Ferries täglich Verbindungen zwischen Guernsey und Großbritannien (Poole, Southampton, Portsmouth) sowie Frankreich (St. Malo) anbieten. Condor Ferries, nun mehrheitlich unter Brittany Ferries, betreibt ganzjährig sechs Tage pro Woche Verbindungen zwischen Guernsey und Portsmouth sowie saisonale Fahrten nach St. Malo und Poole. Diese Verbindungen sind entscheidend für Personenverkehr, Handel und Tourismus. Das neue 15-Jahres-Betriebsabkommen mit Brittany Ferries signalisiert eine stabile Zukunft für den Fährverkehr der Insel.
 
Entscheidungen zur Schiffsverbindung zwischen Kanalinseln (zum Beispiel Guernsey und Jersey) sind für Anfang 2025 vorgesehen. Es gibt Verhandlungen zwischen unterschiedlichen Fähranbietern (zum Beispiel Brittany Ferries/Condor und DFDS Seaways), wobei die Zusammenarbeit noch nicht endgültig geregelt ist. Interinsuläre Fährfahrten mit Fahrzeugtransport sind dabei ein wichtiger Aspekt für Insulaner und den Handel.
 
Guernsey, vor allem der Hafen von St. Peter Port, wird regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Für 2025 und 2026 gibt es gut gepflegte Kreuzfahrtrouten, die St. Peter Port als Ziel und Ausgangspunkt beinhalten. Die Stadt als Hafen bietet touristisch attraktive Landausflüge und ist ein wichtiger Knotenpunkt für Kreuzfahrtreisende.
 
 
'''Saint Peter Port'''
 
* Lage:  49°27‘ N, 2°32‘ W
* maximaler Tidenhub:  9,7 m
* Hafenerrichtung:
* Funktionen: Fähr-, Fischer-, Handels-, Jachthafen
* Hafenfläche: 50 ha
* Zahl der Piers:  4
* Kai- und Pierlänge:  1100 m
* Anlegestellen:
* maximaler Tiefgang:  ca. 2,2 m
* Leuchtfeuer: 3
 
 
Rund um die Insel befinden sich zwei Leuchttürme und fünf Leuchtfeuer.
 
 
'''Les Hanois Lighthouse''':
 
* Standort:  Les Hanois, 49°26‘06“ N, 2°42‘1“ W
* Listeneinträge:  GUE-001 (ARLHS), A1560 (IHUK), 8180 (NGA)
* Bauzeit: 1860 bis 1862
* Inbetriebnahme:  1863
* Betreiber:
* Seehöhe: 0,5 m
* Turmhöhe: 36 m
* Feuerhöhe: 34,1 m
* Befeuerung:
* Betriebsart: elektrisch, seit 1996 automatisiert
* Funktion: Seefeuer
* Kennung: Fl(2.W.13s)
* Tragweite: 37 km
 
 
'''Platte Fougere Lighthouse''':


* Standort:  Platte Fougère, Saint Sampüson, 49°30‘51“ N, 2°29‘07“ W
Heute werden die Guernsey-Kühe - es leben ungefähr 4000 Tiere auf der Insel - hauptsächlich für die Milchproduktion gezüchtet, kaum mehr für den Export. Denn infolge der Ausweitung des Tourismus in den letzten Jahrzehnten ist der Milchbedarf auf Guernsey enorm angestiegen. Butter, Sahne, Yoghurt und natürlich Milch in verschiedenen Fettstufen werden in den leistungsfähigen Molkereien Guernseys in grossen Mengen hergestellt. So oder so hat die „Goldene Guernsey“ über viele Jahrzehnte hinweg einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Inselwohlstands geleistet.
* Listeneinträge:  A1548 (IHUK)
* Bauzeit: 1910
* Inbetriebnahme:  1910
* Betreiber:
* Seehöhe: 0,5 m
* Turmhöhe: 25 m
* Feuerhöhe: 25 m
* Befeuerung:
* Betriebsart:
* Funktion:
* Kennung:
* Tragweite:




'''Leuchtfeuer''':
'''Holdings''' (Höfe):
 
Saint Martin’s Point                           49°25‘ N, 2°32‘ W
 
Saint Peter Port - Castle Pier             49°27‘ N, 2°31‘ W
 
Saint Peter Port - Victoria Marina     49°27‘ N, 2°32‘ W
 
Saint Peter Port - White Rock Pier    49°27‘ N, 2°32‘ W
 
Saint Sampson                                   49°29‘ N, 2°31‘ W
 
=== '''Luftverkehr''' ===
Der Flughafen von Guernsey wurde ursprünglich am 5. Mai 1939 als Flugplatz mit einfachen Graspisten eröffnet und wurde erst ab Oktober 1946 regelmäßig von Zivilflügen genutzt. 1960 nahm der Flughafen eine befestigte Piste in Betrieb, die noch heute als Hauptbahn fungiert. 2004 nahm man ein neues Terminal in Betrieb. Der Flughafen wird durch die Lokalregierung unterhalten und betrieben.
 
Von 2002 bis 2004 wurde der Flughafen samt Terminal umgebaut und erweitert. Er wird heute ausschließlich zivil genutzt und hat wegen der Bedeutung der Kanalinseln für britische Touristen zahlreiche Linienflugverbindungen zu diversen Zielen in Großbritannien. Derzeit wird der Flughafen von den auf den Kanalinseln heimischen Fluggesellschaften Aurigny Air Services, Blue Islands und flybe sowie den Fluggesellschaften Eurowings, flyVLM und Eastern Airways angeflogen, die den Airport mit vielen Zielen im Vereinigten Königreich und anderen Kanalinseln sowie in Festlandeuropa mit Genf, Zürich, Düsseldorf und Rotterdam regelmäßig verbinden. Zudem bilden auch Privatmaschinen einen wesentlichen Anteil der Flugbewegungen am Flughafen.


Am 1. November 1961 geriet eine vom Flughafen Cherbourg-Maupertus kommende Bristol 170 Mk.32 der Silver City Airways (Luftfahrzeugkennzeichen ''G-ANWL'') beim Durchstartversuch am Flughafen Guernsey außer Kontrolle, berührte den Boden mit der rechten Tragfläche und überschlug sich. Der Kontrollverlust war durch ein Versagen der Propellerverstellung des rechten Triebwerks bedingt. Von den 10 Insassen kamen 2 Besatzungsmitglieder um, alle anderen überlebten.
1981                134


Am 24. September 1963 kam es mit einer Bristol 170 Mk.32 der British United Air Ferries ''(G-AMWA)'' beim Start vom Flughafen Guernsey zu einer Triebwerksstörung. Die Maschine sollte nach Bournemouth fliegen und beförderte überwiegend Fracht und einen Pkw. Der Start wurde bei einer Geschwindigkeit von etwa 80 Knoten abgebrochen. Als die Piloten erkannten, dass die verbleibende Startbahnlänge nicht mehr ausreichen und es zu einer Kollision mit Hindernissen kommen würde, steuerten sie das Flugzeug nach links, woraufhin die Maschine kurz abhob, dann durch einen Zaun und über eine Straße rollte und schließlich 200 bis 400 Meter hinter dem Startbahnende zum Stehen kam. Alle drei Besatzungsmitglieder und der einzige Passagier überlebten, das Flugzeug war jedoch schrottreif.
1986                116


Am 18. September 1981 fielen bei einer Britten-Norman BN-2 Islander der Jersey European Airways ''(G-BDNP)'' aufgrund einer Fehlbedienung der Treibstoffzufuhr beim Anflug auf den Flughafen Guernsey beide Triebwerke aus. Bei der nachfolgenden Bruchlandung auf einem Feld nahe dem Flughafen erlitt der Pilot schwere Verletzungen, während die acht Passagiere den Unfall mit leichten Verletzungen überstanden. Das Flugzeug wurde dabei irreparabel beschädigt. Anlässlich der Untersuchung dieses Vorfalls wurden gravierende Mängel in der technischen Ausrüstung zur Kommunikation der Rettungskräfte aufgedeckt und in der Folge behoben.
1992                 98


Am 7. Dezember 1997 überrollte eine Fokker F-27-500F der Air UK ''(G-BNCY)'' bei einer Landung unter böigem Seitenwind das Ende der Landebahn und kam erst in einem angrenzenden Feld zum Stehen. Dabei wurden vier der 54 Flugzeuginsassen leicht verletzt; das Flugzeug musste als wirtschaftlicher Totalschaden abgeschrieben werden.
1996                 88


Am 12. Januar 1999 kamen beim Absturz einer als Frachtflugzeug genutzten Fokker F-27-600 der Fluggesellschaft Channel Express ''(G-CHNL)'' beide Piloten ums Leben. Die unsachgemäß verstaute Ladung hatte dazu geführt, dass das Flugzeug beim Landeanflug auf den Flughafen Guernsey unkontrollierbar wurde, wodurch es auf ein nahegelegenes Haus stürzte und in Flammen aufging.
2000                 63


Am 17. Juni 2014 stürzte eine private Socata TB 10 ''(G-POPI)'' kurz nach dem Start wegen eines technischen Defekts in ein Gewächshaus. Das Flugzeug wurde dabei komplett zerstört; die beiden Insassen überlebten mit leichten Verletzungen.


{| class="wikitable"
'''Agrarfläche''' 1993 in ha:
|'''Airlines'''
|'''Ziele'''
|-
|Aurigny
|Alderney,  Bristol, Dinard,  East Midlands,  London–Gatwick,  London–Stansted,  Manchester, saisonal: Grenoble, Leeds/Bradford,  Norwich
|-
|Eurowings
|saisonal: Düsseldorf
|-
|Flybe
|Birmingham, Exeter, Jersey, Southampton, saisonal: Cardiff, Zürich
|-
|Loganair
|saisonal: Glasgow 
|}
 
 
'''Guernsey Airport'''


* Code: GCI / EGJB
* Wiesen und Weiden   1411,32
* Lage:  49°26’06“ N, 2°36’07“ W
* Ackerland   246,65
* Seehöhe:  102 m (336 ft)
* Gärten  242,82
* Entfernung:  Forest, 4,6 km westsüdwestlich von Saint Peter Port
* Inbetriebnahme:  5. Mai 1939, zivil Oktober 1946
* Betreiber: States of Guernsey
* Rollbahnen: 2
* Länge der Rollbahnen:  1463 m (Asfalt) und 914 m (Gras)
* Fluggesellschaften:  4
* Flugzeug-Standplätze:  ca. 30
* jährliche Passagierkapazität:  1,25 mio.
* jährliche Frachtkapazität:  ca. 10.000 t
* Flughafen-Statistik: Jahr   Flugbewegungen Passagiere                   Fracht in t


                       1995                        .               807 959                       7 381


                       2000                        .               884 284                             .


                       2001                56 812             918 629                       7 339
'''Viehbestand''':  1981   1995   2000


                       2008                59 494             945 441                            .
Rinder             3 903   3 868   2 922
 
                       2011                55 987             933 721                            .
 
                       2016                39 717             874 118                       4 813
 
                       2021                18 253             250 526                          812
 
                       2022                16 127             654 446                             .
 
== '''Wirtschaft''' ==
Etwa 32 % des Bruttosozialprodukts werden durch Finanzdienstleister (Banken, Versicherungen, Fondsmanagement) erwirtschaftet. Traditionelle Einnahmequellen wie Tourismus, Maschinenbau und Gartenbau, hauptsächlich Tomaten und Schnittblumen, hier insbesondere Freesien, sind eher im Rückgang begriffen. Niedrige Steuern haben Guernsey als Steueroase für Private Equity Fonds populär werden lassen. Obwohl Guernsey kein EU-Mitglied ist, wird es von dieser jedoch gezwungen, sich ihren Regularien zu unterwerfen. Wie auch andere Offshore-Finanzzentren, gerät Guernsey immer mehr unter Druck durch größere Nationen, seine Gesetze an deren Wünsche, insbesondere was die Transparenz von Finanzströmen anbetrifft, anzupassen. Derzeit wird das Steuerrecht reformiert, um die Regularien der EU und der OECD zu erfüllen. Seit dem 1. Januar 2008 gilt ein neues Null-Zehn Körperschaftsteuergesetz, nach dem die meisten Körperschaften keine Körperschaftsteuer zahlen, das Anbieten bestimmter Bankdienstleistungen aber mit 10 % besteuert wird. Aufgrund dieses Umstandes entsteht ein Fehlbetrag von zirka 45 Millionen Pfund, der durch wirtschaftliches Wachstum und indirekte Besteuerung ausgeglichen werden soll.
 
=== '''Landwirtschaft''' ===
Traditionsgemäss versorgt Guernsey England mit seinen erstklassigen landwirtschaftlichen Produkten, seien es nun Erdbeeren, Kartoffeln, Lilien oder Sahne. Bei weitem wichtigstes Ausfuhrgut waren bis in jüngster Zeit die begehrten Guernsey-Tomaten, welche auf der Insel in Treibhäusern gezogen werden. Letztere bedecken etwa 18 Prozent der Inselfläche; an einem sonnigen Tag lassen ihre spiegelnden Scheiben Guernsey vom Flugzeug aus wie einen einzigen Kristallpalast erscheinen.
 
1865 hatten Fischer die ersten Tomatenpflanzen aus Spanien auf die Insel gebracht. Aber die Hausfrauen auf Guernsey wollten zunächst nichts mit dem fremden Gemüse zu tun haben. Sie befürchteten, dass Tomaten giftig sein könnten. Zudem vermuteten sie hinter dem damals gängigem Namen «Liebesapfel» geheime Kräfte, die ihnen nicht geheuer waren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten aber kaufmännischer Erwerbssinn und nicht zuletzt die traditionelle Konkurrenz mit Jersey jeglichen Zweifel zerstreut. Die meisten Treibhäuser, die man ab 1805 vor allem für die Traubenzucht gebaut hatte, waren für die Tomatenzucht umgerüstet, und viele weitere kamen im Laufe der Zeit hinzu. Die Tomatenzucht entwickelte sich mehr und mehr zum bedeutendsten Wirtschaftszweig, aus dem zeitweise 75 % des Einkommens der Bevölkerung stammten. In den siebziger Jahren betrug der jährliche Ernteertrag von «Guernsey Toms» bis 60 Millionen Kilogramm, und der englische Marktbedarf an Tomaten wurde im wesentlichen durch Guernsey gedeckt.
 
Ende der 1970er Jahre begann der Niedergang der Tomatenzucht: Anfänglich konnten die Bauern auf Guernsey mit ihren niederländischen Konkurrenten nicht mehr mithalten. Dann traten Spanien und Portugal der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EG) bei, und damit waren die Tage der ''Guernsey Toms'' endgültig gezählt. 1986 exportierte Guernsey bereits nur noch 7,5 Millionen Kilogramm Tomaten, und die Tendenz ist weiterhin rückläufig. Noch immer spiegeln die vielen hundert Treibhäuser auf Guernsey das Sonnenlicht, doch drinnen sind die Tomaten von allerlei „Exoten“ wie Kiwifrüchten oder farbenprächtigen Orchideen verdrängt worden, die auf dem englischen Markt eine bessere Absatzchance haben. Dass man fast jedes Objekt zum Gegenstand eines Museums machen kann, beweist im übrigen das ''Guernsey Tomato Centre'' in der Gemeinde Castel, das eine ständige Ausstellung über die Geschichte der Tomatenzucht auf Guernsey enthält.
 
Eine andere „Berühmtheit“ Guernseys ist die Guernsey-Kuh, die man in Fachkreisen als „Goldene Guernsey“ kennt und die ausser durch ihr goldbraunes Fell durch ihren kleinen Wuchs, nach innen gebogene Hörner, einen schmalen Kopf und eine schlanke Schnauze mit rosa Nasenspiegel gekennzeichnet ist.
 
Die Guernsey-Kuh ist aus einer Kreuzung zwischen der ''Froment de Leon'' aus der Bretagne und der ''Isigny'' aus der Normandie hervorgegangen, die bereits im 6. Jahrhundert von Mönchen auf die Insel gebracht worden waren. Durch sorgfältige Zucht entwickelte sie sich im Laufe der Zeit zu einer der besten Rassen der Welt. Sie zeichnet sich aus durch ein sanftes und gutmütiges Wesen, ist leicht mästbar und gibt überdurchschnittlich viel Milch mit hohem Fettgehalt. Ausserdem gewöhnt sie sich leicht an ein anderes Klima und fremde Lebensbedingungen, seien es nun die strengen Winter in Kanada oder die Hitze und Krankheiten in Indien. Aus diesem Grund wurde die Guernsey-Kuh ursprünglich vor allem für den Export gezüchtet; die Viehschauen auf Guernsey, an denen die begehrten Tiere zum Verkauf gelangten, wurden zu einem Magnet für Züchter aus aller Welt.


Heute werden die Guernsey-Kühe - es leben ungefähr 4000 Tiere auf der Insel - hauptsächlich für die Milchproduktion gezüchtet, kaum mehr für den Export. Denn infolge der Ausweitung des Tourismus in den letzten Jahrzehnten ist der Milchbedarf auf Guernsey enorm angestiegen. Butter, Sahne, Yoghurt und natürlich Milch in verschiedenen Fettstufen werden in den leistungsfähigen Molkereien Guernseys in grossen Mengen hergestellt. So oder so hat die „Goldene Guernsey“ über viele Jahrzehnte hinweg einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Inselwohlstands geleistet.
=== '''Weinbau''' ===
Im späten 18. Jahrhundert begann der systematische Anbau von Tafeltrauben (table grapes) als Exportkultur, lange vor dem Tomatenboom. Lokale Zimmerleute bauten „lean-tos“ – sonnenbeschienene Glashäuser an Hauswänden (30 bis 100 ft lang, Granitbasis, Holzrahmen), zunächst unbeheizt, später mit Gusseisen-Heizrohren (Hot-Water-System). Reben (Vitis vinifera-Tafeltrauben wie Black Hamburg, Muscat of Alexandria) wurden draußen gepflanzt und durch Löcher in der Mauer hereingewachsen. Dies ermöglichte ganzjährige Produktion trotz kühler Schultermonate.


=== '''Forstwirtschaft''' ===
Guernsey war in der Steinzeit bewaldet, doch intensive landwirtschaftliche Nutzung (Felder, Weiden) führte zur fast vollständigen Entwaldung bis zum Mittelalter. Normannische Könige jagten in Restwäldern wie dem „Forest of Guernsey“ (heute 109 ha in St. Martin), das als nationales Erbe geschützt ist. Mittelalterliche Holznutzung für Schiffbau und Befestigungen führte zu Regulierungen, doch Übernutzung und Invasive Arten bedrohten die Bestände.


'''Holdings''' (Höfe):
Heute bedecken Bäume 7,9% der Landfläche (ohne Gezeitenbereich), verteilt auf private und öffentliche kleine Wälder. Es existiert keine nationale Forstinventur; der Phase-1-Habitat-Survey 2018 (Guernsey + Herm) dokumentiert Gehölze, Plantagen (meist Obstgärten) und minimale Bioenergieflächen (3 ha Pappel für Biokraftstoff). Keine nennenswerte Holzindustrie: Holzimporte decken Bedarf; lokale Produktion dient Erhaltung.​


1981                134
Dominante Baumarten sind Sycamore (Berg-Ahorn), Eiche (Oak) und Esche (Ash) in naturnahen Bereichen; ergänzt durch Monterey Pine, Sweet Chestnut, Holly (Stechpalme), Linde (Lime), Erle (Alder) und Steineiche. Plantagen enthalten Pappeln. Diese Mischbestände dienen der CO₂-Speicherung, dem Erosions- und Wildschutz (Rotsquirrel, Guernsey Bank Vole, Vögel wie Buzzards).


1986                116
Forstmanagement fällt unter Agriculture, Countryside & Land Management Services (ACLMS). Ziele: Naturschutz, Klimaschutz, Freizeitnutzung (Wanderwege, Birdwatching). Mittelalterliche Vorschriften evolvierten zu modernen Schutzmaßnahmen (19./20. Jahrhundert): Designated protected areas, Invasive-Arten-Kontrolle. Keine kommerzielle Holzwirtschaft, sondern nachhaltige Pflege durch Gemeinden und Trusts wie Alderney Wildlife Trust.​


1992                 98
Kulturell ist „Guernsey’s Forest“ ein Symbol: Neolithische Spuren, mittelalterliche Jagdgründe, Folklore (zum Beispiel „Tchian d’Bouôlées“-Sprite). Feste wie „Lé Viaer Marchi“ feiern Waldprodukte; Kunst und Literatur romantisieren es. Herausforderungen: Klimawandel, Urbanisierung, Krankheiten (z.B. Ash Dieback). Zukunft: Erweiterte Schutzinitiativen, Bildung für nachhaltige Nutzung.
 
1996                 88
 
2000                 63
 
 
'''Agrarfläche''' 1993 in ha:
 
Wiesen und Weiden   1411,32
 
Ackerland                     246,65
 
Gärten                           242,82
 
 
'''Viehbestand''':  1981   1995    2000
 
Rinder             3 903   3 868   2 922


=== '''Fischerei''' ===
=== '''Fischerei''' ===

Aktuelle Version vom 20. März 2026, 11:16 Uhr

Guernsey gehört zu den Kanalinseln zwischen England und Frankreich. Es ist ein kleiner Rest des feudalen Mittelalters, der sich hier in Umrissen erhalten hat. Die Insel ist reich an Relikten aus jener Zeit und untersteht direkt der britischen Krone.

Inselsteckbrief
offizieller Name Guernsey (englisch), Dgèrnésy (guerniais)
alternative Bezeichnungen Lisia, Lesia, Sarmia, Sarnia, Armia (lateinisch), Lenur (um 600), Guernesey (französisch), La Sarnia Cherie (poetisch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart Kontinentalinsel
Gewässer Ämelkanal (English Channel / La Manche)
Inselgruppe Kanalinsel (Channel Islands / Les Îles de La Manche)
politische Zugehörigkeit Staat: Bailiwick Guernsey (Bailliage Dgèrnésy)
Gliederung 10 parishes / paroesses (Gemeinden)
Status Besitz der britischen Krone (Crown Dependency)
Koordinaten 49°27’ N, 2°15’ W
Entfernung zur nächsten Insel 460 m (Lihou), 11,2 km (Sark)
Entfernung zum Festland 44,6 km (Flamanville / Normandie / Frankreich)
Fläche 63,4 km² / 24,48 mi² (Bailiwick 78,1 km² / 30,1 mi²)
geschütztes Gebiet 10 km² / 3,9 mi² (15,8 %)
maximale Länge 14,9 km (NO-SW)
maximale Breite 8,4 km (NW-SO)
Küstenlänge 56 km
tiefste Stelle 0 m (Ärmelkanal)
höchste Stelle 111 m (Hautnez)
relative Höhe 111 m
mittlere Höhe 29 m
maximaler Tidenhub 8,8 bis 9,9 m (Saint Peter Port 9,2 m)
Zeitzone UTC (Universal Time Coordinated)
Realzeit UTC minus 10 bis 11 Minuten
Einwohnerzahl 64.781 (2024)
Dichte (Einwohner pro km²) 1021,78
Inselzentrum Saint Peter Port


Name

Guernsey, gesprochen [’gɜːnzī], hieß in der Antike Lisia, später mittellateinisch Lesia. Möglicherweise beziehen sich auch die aus dem 1. bis 3. Jahrhundert überlieferten Bezeichnungen Sarmia, Sarnia und Armia auf diese Insel - sie werden heute aber meist mit dem kleineren Nachbareiland Sark verbunden. Nichtsdestotrotz hält sich bis heute der Spitzname La Sarnia Cherie. Auch das um 600 verwendete Toponym Lenur wird verschiedentlich mit Guernsey assoziiert.

Den heutigen - normannischen - Namen erhielt die Insel, landessprachlich Dgèrnésy, englisch Guernsey und französisch Guernesey , erhielt die Insel im 10. Jahrhundert. In dieser Bezeichnung steckt vermutlich keltisch cairn „Hügel”, verbunden mit dem altnordischen Ausdruck ey „Insel”. Guernsey bedeutet also „hügelige Insel“, was die ansatzweise die Inselnatur wiedergibt. Der erste Namensbestandteil Guern- könnte Aber auch auf einen Personennamen der Wikinger wie Grani oder Warinn zurückgehen, oder sich womöglich vom Wort gron für die Baumart „Kiefer“ ableiten. Eine verbreitete volkstümliche Erklärung ist die sprachliche Verballhornung des englischen Green Island „grüne Insel“, was sich jedoch etymologisch nicht belegen lässt

  • abchasisch: Гернси [Gernsi]
  • afrikaans: Guernsey
  • albanisch: Guernsey
  • altaisch:  Гернси [Gernsi]
  • amharisch: ጉርነሴ  [Gurnesé]
  • angelsächsisch:  Guernsey
  • arabisch:  غيرنسي [Ghurnasi]
  • aragonesisch:  Guernsey
  • armenisch:  գուերնզի [Guernzi]
  • aromunisch:  Gernsi
  • aserbaidschanisch:  Гернси [Gernsi]
  • assamesisch: ग्वर्नसी [Gwarnsī]
  • awarisch:  Гернси [Gernsi]
  • aymara:  Gernsei
  • bambara:  Guernsey
  • baschkirisch:  Гернси [Gernsi]
  • baskisch:  Guernsey
  • bengalisch:  গুয়েনসের [Guẏēnasēra], গের্নসী [Gowansee]
  • bhutanisch:  གུརན་སི། [Gurun-si]
  • biharisch: गर्न्सी  [Gwarnsi]
  • bikol:  Guernsey
  • birmanisch: ဂါဇီး [Ga-zi]
  • bislama:  Gernsi
  • bosnisch:  Гернси [Gernsi]
  • bretonisch:  Gwernenez
  • bulgarisch:  Гернси [Gernsi]
  • burjatisch:  Гернси [Gernsi]
  • cebuano:  Guernsey
  • chakassisch:  Гернси [Gernsi]
  • chavakano:  Guernsey
  • cherokee:  ᎬᏂᏏ [Gunisi]
  • chinesisch:  Gelenesei
  • dari:  گورنزی [Gurnzi]
  • dänisch:  Guernsey
  • deutsch:  Guernsey
  • englisch:  Guernsey
  • esperanto:  Guernseio
  • estnisch:  Guernsey
  • färingisch:  Guernsey
  • finnisch:  Guernsey
  • flämisch:  Guernsey
  • franko-provenzalisch:  Guernesey
  • französisch:  Guernesey
  • friesisch:  Guernsey
  • friulanisch:  Guernsey
  • gagausisch:  Гернси [Gernsi]
  • galizisch:  Guernsey
  • gälisch:  Gàirnsaidh
  • georgisch:  გერნსი [Gernsi]
  • griechisch:  Γκέρνσεϊ [Gkérnsei]
  • grönländisch:  Gernsi
  • guarani:  Gernsi
  • guernseisch:  Dgèrnésy
  • gudscheratisch:  ગુઆર્નસી [Guārnsi[, ગુએર્નસી [Gueransi]
  • guyanisch:  Gernsi
  • haitianisch:  Gernsi
  • hausa:  Gernsei
  • hebräisch: גארנסי [Garnsi]
  • hindi:  ग्वर्नसी [Gwarnsī]
  • ilokano:  Guernsey
  • indonesisch: Guernsey
  • interlingua: Guernsey
  • irisch:  Gairnéais
  • isländisch:  Guernsey
  • italienisch:  Guernsey
  • jakutisch:  Гернси [Gernsi]
  • jamaikanisch:  Guernsey
  • japanisch:  ガーンジー [Gān-jī]
  • javanisch:  Gernsei
  • jerseyanisch:  Guernési
  • jiddisch:  גרנזי [Gernsi]
  • kabardisch:  Гернси [Gernsi]
  • kabylisch:  Gernsei
  • kalmükisch:  Гернсин Арал [Gernsin Aral]
  • kambodschanisch:  ហ្គេនស៊ី [Hke n sai], គ័នស៊ី [Kun-si]
  • kanaresisch:  ಗುಯಿರ್ನ್ಸಿ [Guyarnsi]
  • kapverdisch:  Guernsey
  • karakalpakisch:  Гернси [Gernsi]
  • karatschai-balkarisch:  Гернси [Gernsi]
  • karelisch:  Гернси [Gernsi]
  • kasachisch:  Гернси [Gernsi]
  • kaschubisch:  Guernsey
  • katalanisch:  Guernsey
  • kirgisisch:  Гернси [Gernsi]
  • komi:  Гернси [Gernsi]
  • konkani:  गर्न्सी हें नांव [Garnsī heṁ nāv]
  • koreanisch: 거언시 [Geo-eon-si]
  • kornisch:  Gernsi
  • korsisch:  Guernsey
  • krimtatarisch:  Гернси [Gernsi]
  • kroatisch:  Guernsey
  • kumükisch: Гернси [Gernsi]
  • kurdisch:  Gernsi
  • ladinisch:  Guernsey
  • laotisch:  ກເອນຊີ [Kēn-sī]
  • lasisch:  გერნსი [Gernsi]
  • lateinisch:  Lisia, Lesia
  • lesgisch:  Гернси [Gernsi]
  • lettgallisch:  Gernsija
  • lettisch:  Gērnsija
  • letzeburgisch:  Guernsey
  • ligurisch:  Gernsi
  • limburgisch: Guernsey
  • lingala:  Gernsi
  • litauisch:  Gernsis
  • lombardisch: Gernsi
  • luba-katanga:  Guernsey
  • madegassisch:  Guernsey
  • makedonisch: Гернси [Gernsi]
  • malaisch:  Gernsi
  • malayalam:  ഗ്വേൺസി [Gvēṉsi]
  • maldivisch:  ގައުރންސީ [Gaurnsee]
  • maltesisch: Guernsey
  • manx:  yn Guernsey
  • marathisch: ग्वेर्नसे [Gernsi]
  • mari:  Гернси [Gernsi]
  • meithei:  ꯒꯔꯅꯁꯤꯗꯥ ꯂꯩꯕꯥ ꯌꯨ.ꯑꯦꯁ
  • moldawisch: Гернси [Gernsi]
  • mongolisch: Гернси [Gernsi]
  • mordwinisch: Гернси [Gernsi]
  • nahuatl:  Gernsi
  • nauruanisch: Guernsey
  • nepalesisch: ग्वेर्नसे [Gvērnasē]
  • niederländisch:  Guernsey
  • niedersächsisch:  Gernsi
  • normannisch:  Guernési
  • norwegisch:  Guernsey
  • novial:  Guernsey
  • okzitanisch:  Guernsey
  • orissisch:  ଗୁଆର୍ନସି [Guārnasi], ଗୁଅର୍ନସି [Guarnasi]
  • oromo:  Guernsii
  • ossetisch:  Гернси [Gernsi]
  • pampangan:  Guernsey
  • pandschabisch:  ਗਰਨਸੀ [Garanasī]
  • panganisan:  Guernsey
  • papiamentu:  Guernsey
  • paschtunisch:  ګېرنسي" [Gērnsī]
  • persisch:  گورنزی [Gurnzi]
  • piemontesisch:  Guernsey
  • pikardisch:  Guernesey
  • pitkernisch:  Gernsei
  • polnisch:  Guernsey
  • portugiesisch:  Guernsey
  • quetschua:  Gernsi
  • rätoromanisch:  Guernsey
  • romani:  Guernsey
  • rumänisch:  Guernsey
  • rundi-rwandesisch:  Guernsey
  • russisch:  Гернси [Gernsi]
  • ruthenisch:  Гернси [Gernsi]
  • samisch:  Guernsey
  • sardisch:  Guernsey
  • schottisch:  Guernsey
  • schwedisch:  Guernsey
  • serbisch:  Гернси [Gernsi]
  • sindhi:  گورنسی [Guernsi]
  • singhalesisch: ග්වර්න්සි [Gwārnsi]
  • sizilianisch:  Gernsei
  • slowakisch:  Guernsey
  • slowenisch:  Guernsey
  • somalisch:  Gernsii, Garnsi
  • sorbisch:  Guernsey
  • spanisch:  Guernsey
  • sundanesisch:  Gernsei
  • swahili:  Guernsey
  • tadschikisch:  Гернси [Gernsi]
  • tagalog:  Guernsey
  • tamilisch:  குயெர்ன்சி [Kerṉci]
  • tatarisch:  Гернси [Gernsi]
  • telugu:  གུརན་སི། [Gurun-si]
  • thai:  กูร์นซีย์ [Guun-see]
  • tibetisch:  གུརན་སི། [Gurun-si]
  • tigrinisch: ገርንዚ [Gernsi]
  • timoresisch: Gernsei
  • tschechisch:  Guernsey
  • tschetschenisch:  Гернси [Gernsi]
  • tschuwaschisch:  Гернси [Gernsi]
  • turkmenisch:  Гернси [Gernsi]
  • tuwinisch:  Гернси [Gernsi]
  • türkisch:  Guernsey
  • udmurtisch:  Гернси [Gernsi]
  • uigurisch:  گۇئرناسىي [Guernasy]
  • ukrainisch:  Гернсі [Gernsi]
  • ungarisch:  Guernsey
  • urdu:  گورنسی [Guernsi]
  • usbekisch:  Гернси [Gernsi]
  • vietnamesisch:  Du kích
  • visayan:  Guernsey
  • volapük:  Gernsiän
  • walisisch:  Ynys y Garn
  • wallonisch:  Guernesey
  • weißrussisch:  Гернсі [Gernsi]
  • wepsisch:  Gernsi
  • winaray:  Guernsey
  • xhosa:  Eguensey
  • yoruba:  Gernsei
  • zulu:  iGernsei


Offizieller Name:

  • guernseisch:  Bailliage Dgèrnésy
  • französisch: Bailliage de Guernesey
  • englisch:  Bailiwick of Guernsey
  • Bezeichnung der Bewohner:  Guerniais (Guernseyer)
  • adjektivisch: guerniais (guernseyisch)


Kürzel:

  • Landescode:  GG / GGY
  • Deutsch:  GUE
  • Sport:  -
  • Kfz:  GG (bis 1924), GBG (seit 1924)
  • FIPS-Code:  GL
  • ISO-Code:  GG / GGY
  • Internet:  .gg

Lage

Guernsey gehört zu den Kanal-Inseln zwischen Frankreich und England auf durchschnittlich 49°27’ n.B. und 2°15’ w.L.. Die Insel befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie Cotentin in der Normandie, Rouen im Norden Frankreichs, der Süden Luxemburgs, Mannheim und Nürnberg in Deutschland, Plzen (Pilsen) in Tschechien, der äußerste Norden der Slowakei, der äußerste Süden Polens, Chmelnitzky, Tscherkassy und Poltava in der zentralen Ukraine, der nördliche Vorortebereich von Wolgograd im Süden Russlands, das nördliche Zentrum Kasachstans zwischen Schubarkudul und Georgijevka, Darhan in der nördlichen Mongolei, Hailar in der chinesischen Mandschurei, Vanino im äußersten Osten Sibiriens, Zentral-Sachalin, die Kurilen-Insel Onekotan, die nördlichen Vortorte von Vancouver in British Columbia, Nipigon in Ontario, Lac Saint-Jean in Quebec, die Insel Anticosti und der zentrale Bereich Neufundlands. Guernsey liegt 33 km vor der Küste der Normandie.


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  49°30’45“ n.B. (Fort Le Marchant) bzw. 49°45’10“ n.B. (Renonquet)
  • südlichster Punkt:  49°24’50“ n.B. (Icart Point)
  • östlichster Punkt:  2°25’55“ w.L. (Caquorobert / Herm) bzw. 2°08’53“ w.L. (Fort Houmet / Alderney)
  • westlichster Punkt:  2°43’30“ w.L.  (Les Hanois)


Entfernungen:

  • Sark / Kanalinseln (Brecqhou)  11,2 km
  • Jersey / Kanalinseln (Grosnez Point)  22 km
  • Alderney / Kanalinseln (Puits Jervais)  25 km
  • Normandie / Frankreich (Cap de Flamanville)  44,6 km
  • Bretagne / Frankreich (Sillon de Talbert)  55 km
  • Devon / England (Start Point)  92 km
  • London / England  284 km
  • Paris / Frankreich  364 km

Zeitzone

In Guernsey gilt die Universal Standard Time (Universalzeit), kurz UTC, ehemals Greenwich Mean Time (Westeuropäische Zeit), abgekürzt GMT (WEZ), eine Stunde hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ). Die Realzeit liegt um 10 bis 11 Minuten hinter der UTC.

Fläche

Das Bailiwick Guernsey hat eine Gesamtfläche von 78,1 km² bzw. 30,1 mi², nach neueren Messungen 77,82 km² bzw. 30,05 mi². Die 63,4 km² bzw. 24,48 mi², nach älteren Angaben 62,75 km²  umfassende Hauptinsel durchmisst von Nordosten nach Südwesten zwischen Fort Doyle und La Pointe de Pleinmont 14,9 km bei einer maximalen Breite zwischen Fort Hommet und Jerbourg von 8,4 km. Die Küstenblä#nbge beträgt 56 km. Die höchste Erhebung des Bailiwicks ist La Rondellerie auf der Insel Sark bei 114 m. Der höchste Punkt auf der Hauptinsel ist Hautnez im parish Castel mit 111 m (verschiedentlich werden auch 110 m angegeben). Die tiefste Stelle liegt auf Meeresniveau, die mittlere Seehöhe bei 29 m. Der maximale Tidenhub beträgt 8,8 bis 9,9 m, bei Saint Peter Port 9,2 m. Die Küstenlänge beträgt insgesamt 94 km, davon Guernsey mit 58 km, Sark mit 21 km und Alderney mit 15 km.

Flächenaufteilung 2011:

  • Wiesen und Sträucher 50,5 km² (64,7 %)
  • Agrarland  19,5 km² (25,0 %)
  • Verbautes Gelände  4,8 km² (6,1 %)
  • Waldland 3,0 km² (3,8 %)
  • Gewässer  0,3 km² (0,4 %)

Geologie

Guernsey ist geologisch Teil der armorikanischen Masse in Nordwestfrankreich und gehört damit zu einer der ältesten und stabilsten Krustenregionen Europas. Die Insel zeigt eine markante Zweiteilung: Im Süden dominiert der metamorphe Komplex mit sehr alten Gesteinen, während im Norden ein jüngerer magmatischer Komplex liegt, der tiefer positioniert und landschaftlich flacher ist. Der südliche Metamorphosekomplex liegt tektonisch über dem nördlichen Bereich und besteht hauptsächlich aus hochgradig deformierten und metamorphosierten Gesteinen, die mehrere Phasen von Intrusion, Deformation und Metamorphose durchlaufen haben.

Die Gesteine Guernseys umfassen insgesamt neun Hauptgesteinstypen, von denen nur zwei echte Granite sind, während der Großteil aus verschiedenen Gneisen besteht. Der Süden der Hauptinsel wird vor allem vom Icart-Gneis aufgebaut, einem augenführenden granitischen Orthogneis, dessen Protolith vor etwa 2061 Millionen Jahren als Granit intrudierte und später metamorph überprägt wurde. In diesen alten Komplex sind jüngere Einheiten eingebettet, darunter der Perelle-Gneis, ein foliierter Quarz-Diorit, der um etwa 600 Millionen Jahre alt ist und seine Foliation während der cadomischen Orogenese erhielt. Ebenfalls bemerkenswert ist der Cobo-Granite in der Cobo Bay, der ungefähr 570 Millionen Jahre alt ist. Im Norden finden sich vor allem unfoliierte calc-alkaline Plutonite wie Diorite, Tonalite und Granodiorite des Bordeaux-Diorit-Komplexes, die ebenfalls um 570 Millionen Jahre datiert werden.

Diese geologische Vielfalt spiegelt eine lange und komplexe Entwicklung wider, bei der alte präkambrische Basementgesteine während der Cadomischen Orogenese umgearbeitet und mit jüngeren magmatischen Intrusionen überlagert wurden. Bis etwa 5000 v. Chr. war die Hauptinsel im Holozän noch mit dem europäischen Festland verbunden, erst durch den postglazialen Meeresspiegelanstieg wurde Guernsey zur Insel.

Landschaft

Die Insel Guernsey ist ein Hügelland mit Steilküsten, besonders im Süden. Zur Vogtei gehören neben der Hauptinsel Guernsey zusätzlich noch die Inseln Alderney, Sark, Herm, Jethou, Brecqhou, Burhou sowie weitere kleine Eilande.

Die Landschaft Guernseys ist hügelig mit Landungsstufen aus Granit. Entlang der Küste, die sich mit ihren verschlungenen Buchten über mehr als 160 km erstreckt, finden sich Strände und Dünen mit feinem Sand, versteckte kleine Buchten, bei Ebbe erscheinende Felstümpel und endlose, wunderbare Klippenwege. Im Inland einer jeden Insel folgt das ländliche Leben dem Rhythmus der Jahreszeiten.


Erhebungen

  • Hautnez 111 m
  • Saint Pierre du Bois  107 m
  • Guernsey Heights  82 m


Teich

  • Saint Saviour Reservoir  0,15 km², Tiefe 4 m


Fluss

  • Talbot River  4,5 km


Inseln                                     Fläche             Ausmaße                     Seehöhe

Guernsey                                62,75 km²       14,5 x  8,3 km              82 m

Alderney                                  7,71 km²         6,0 x  2,2 km            101 m

Sark                                          4,70 km²         4,6 x  2,3 km            114 m

Herm                                        1,30 km²         2,3 x  0,8 km              70 m

Brecqhou                                  0,64 km²         1,1 x  0,7 km              65 m

Burhou                                     0,34 km²         1,1 x  0,4 km              45 m

Jethou                                       0,18 km²         0,6 x  0,5 km              75 m

Lihou                                        0,16 km²         0,7 x  0,5 km              50 m

Flora und Fauna

Fast 2000 Blütenpflanzenarten machen Guernsey zu einer blühenden Insel. In zahlreichen Gärten werden spezielle Arten gepflegt. Verschlungene Landstraßen, private Gärten, Naturschutzgebiete und Zugvögel sind nur einige der Schätze der Natur, die die Insel zu bieten hat, und mit 449 blühenden Pflanzen allein im Januar stehen die Inseln ganzjährig in Blüte.

Flora

Die Flora der Insel ist vielfältig und weist einige seltene und auf die Kanalinseln beschränkte Pflanzenarten auf, die anderswo in Großbritannien kaum oder gar nicht vorkommen. Die Insel gilt wegen ihrer südlichen Lage im britischen Raum als Heimat besonderer Pflanzenarten und seltener Farnarten.

Guernsey beherbergt primitive Pflanzen wie Quillworts (Isoetes histrix) und seltene Adder’s-tongues (Ophioglossum-Arten), die an wenigen Standorten wie Fort Hommet vorkommen. Diese Pflanzen sind für das britische Gebiet außergewöhnlich und teilweise in ihrer Zahl stark zurückgegangen. Es gibt einzigartige Farnhybriden wie den Guernsey Spleenwort (Asplenium x microdon) und die Guernsey Fern (Asplenium x sarniense), die nur sehr lokal vorkommen und Schutz genießen.

Unter den Blütenpflanzen ist die Zwerg-Veilchenart „Dwarf Pansy“ (Viola kitaibeliana) hervorgehoben, die nur auf Guernsey, Jersey und den Scilly-Inseln in der britischen Region vorkommt, aber selten und auf wenige Standorte beschränkt ist. Guernsey ist reich an typischen Küstenpflanzen, darunter Sand-Krokusse (Romulea columnae), Mossy Stonecrop (Crassula tillaea) und seltene Gräser wie das Early Sand-grass (Mibora minima).

Die Insel verfügt über ausgedehnte Hecken- und Erdwallbiotope (Earthbanks), die über 800 km lang sind und als vielfältige Lebensräume für über hundert Pflanzenarten dienen. Darüber hinaus gibt es spektakuläre Orchideenfelder, wie die Bridget Ozanne Orchid Fields, mit mehreren wilden Orchideenarten.

Guernsey verfügt auch über typische Küstenblumen wie die Sea Thrift, Yellow Flag Iris, St John’s Wort und andere seltene Gehölze und Blumen, die durch das milde ozeanische Klima begünstigt werden.

Fauna

Diese Tierwelt ist geprägt durch die insulare Lage, das maritime Umfeld, die milden ozeanischen Klima- und Schutzmaßnahmen in bestimmten Gebieten. Die Insel hat eine interessante Auswahl an Tieren, darunter einige einzigartige Arten und wichtige Vogelpopulationen.

In den Gewässern um Guernsey gibt es fünf Delfinarten, darunter den häufig gesichteten Großen Tümmler (Bottlenose Dolphin) und den Gewöhnlichen Delfin (Common Dolphin). Auch Schweinswale (Harbour Porpoises), Risso-Delfine und sogar Buckelwale sind gesichtet worden.

Graue Robben (Grey Seals) sind in den Küstengewässern zunehmend häufig und können an mehreren Buchten rund um Guernsey beobachtet werden. Seehunde (Common Seals) sind seltener.

Guernsey ist bedeutsam für Vogelbeobachter mit 359 registrierten Arten. In der Brutzeit von März bis Juli sind Seevögel wie die Papageitaucher (Puffins) häufig zu sehen. Weitere wichtige Arten sind Basstölpel (Gannets) und diverse Watvögel. Das Ramsar-Gebiet L’Eree Shingle Bank ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet.

Die Insel beherbergt die einzigartige Guernsey-Wühlmaus (Guernsey Vole) und diverse andere kleine Säugetiere wie Haus- und Waldmäuse sowie Igel (eingeführt). Das invasive Vorkommen der Rattenarten führt zu Herausforderungen für heimische Tierarten. Größere Landraubtiere fehlen. Hasen und Kaninchen sind weit verbreitet, letztere wurden vermutlich von den Normannen eingeführt.

Das Fauna-Spektrum umfasst auch diverse Reptilien, Amphibien, Insekten und weitere Kleintiere in den vielfältigen Lebensräumen von Guernsey.


Pflanzen-und Tierarten      

Flora

  • Blütenpflanzen  1950

Fauna

  • Vögel  359
  • Säugetiere  25
  • Reptilien und Amfibien  10

Naturschutz

Die geografische Lage Guernseys und die großen Gezeitenunterschiede schaffen und unterstützen ein vielfältiges Spektrum an Lebensräumen. Das Zusammentreffen von kalten (borealen) und warmen (lusitanischen) biogeografischen Regionen begünstigt eine Vielzahl von Arten, darunter reiche Planktonströme, die vom Atlantik nach Osten in die Nordsee fließen. Am 1. März 2006 hat Guernsey sein erstes Ramsar-Gebiet ausgewiesen. Dieses 426 Hektar große Gebiet umfasst die Insel Lihou, das Naturreservat La Claire Mare und das Naturreservat Colin Best sowie die Gezeitenzone und die vorgelagerten Riffe und Felsen. Am 19. Oktober 2015 wurden Herm, Jethou und die Buckel als zweites Ramsar-Gebiet der Vogtei ausgewiesen.


Naturschutzgebiete auf Guernsey

  • Charles David Reserve at Pleinmont
  • Silbe
  • Bridget Ozanne Orchid Fields
  • Rue Rocheuse
  • La Claire Mare
  • Pre d'Enfer Reserve
  • La Garenne d’Anneville
  • Colin McCathie Nature Reserve - Vale Pond
  • Le Grand Pré
  • La Marette (Bougourd Orchard)
  • Jardin de Lorette
  • Bluebell Wood
  • Bordeaux Nature Reserve
  • Château des Marais

Klima

Die Insel hat wegen des Einflusses des Golfstroms und aufgrund ihrer geschützten Lage im Golf von Saint Malo ein mildes, fast mediterranes Klima - nach Köppen Cfb, warmgemäßigt ozeanisch - mit milden Wintern und milden, sonnigen Sommern. Es wird als ozeanisches Klima eingestuft, mit einer Tendenz zu trockenen Sommern, die allerdings etwas feuchter sind als die mediterranen Sommer. Die wärmsten Monate sind Juli und August, in denen die Temperaturen im Allgemeinen um die 20°C liegen, wobei es gelegentlich auch Tage mit über 24°C gibt. Der durchschnittlich kälteste Monat ist der Februar mit einer durchschnittlichen Lufttemperatur von 6,9°C. Die durchschnittliche Lufttemperatur erreicht im August 17,1°C (62,8°F). Schnee fällt selten und setzt sich wahrscheinlich nicht fest, am ehesten im Februar. Die Temperatur sinkt selten unter den Gefrierpunkt, auch wenn die starken arktischen Winde es manchmal so aussehen lassen. Die regenreichsten Monate sind Dezember (durchschnittlich 119 mm), November (durchschnittlich 107 mm) und Januar (durchschnittlich 92 mm). Der Juli ist mit durchschnittlich 253 Sonnenstunden der sonnigste Monat, der Dezember mit 58 Stunden der am wenigsten sonnige.

Die Meerestemperaturen sind in den letzten Jahrzehnten leicht gestiegen und schwanken jetzt zwischen 8°C im Februar und 20°C im August. Die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten schwanken zwischen 20 km/h und 40 km/h mit Böen von über 60 km/h alle 4 bis 5 Jahre.


Klimadatenn für Forest (15 m, 1961 bis 1990)

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mitteltemperatur (°C) 6,2 5,9 7,0 8,5 11,2 13,9 15,9 16,2 15,0 12,6 9,3 7,4 10,8
Niederschlag (mm) 96 79 70 51 51 46 37 46 64 85 102 105 833
Tage mkit mehr als 0,1 mm Niederschlag 25 20 23 18 19 17 18 17 20 22 24 24 247
Tägliche Sonnenstunden 1,7 2,8 4,2 6,1 7,6 8,0 8,1 7,3 5,6 3,8 2,4 1,6 4,94


Klimadatenn für Guernsey Airport (1991 bis 2020, Extreme seit 1947)

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Höchstrekord (°C) 13,3 16,1 19,6 24,5 25,9 30,8 34,2 34,3 30,6 24,3 18,0 15,6 34,3
Mittelmaximum (°C) 9,0 8,8 10,2 12,4 15,1 17,7 19,6 19,9 18,2 15,3 12,1 9,9 14,0
Mitteltemperatur (°C) 7,2 6,9 8,0 9,7 12,3 14,8 16,7 17,1 15,7 13,2 10,3 8,1 11,7
Mittelminimum (°C) 5,4 4,9 5,8 7,0 9,4 11,8 13,8 14,2 13,1 11,1 8,4 6,3 9,3
Tiefstrekord (°C) −7,8 −7,2 −2,2 −1,4 0,1 5,4 8,3 9,2 5,8 3,5 −0,8 −3,8 −7,8
Niederschlag (mm) 92,0 75,8 63,3 54,0 49,0 47,9 43,2 56,6 55,2 97,9 106,7 119,3 860,9
Niederschlagstage (≥ 0,2 mm) 19,1 16,5 14,8 12,9 11,3 10,8 10,8 11,6 11,9 17,8 19,5 19,5 176,5
Schneetage 2,0 3,0 1,4 0,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,4 1,3 8,5
Sonnenstunden 62,6 87,0 135,3 200,7 238,9 245,9 253,3 226,8 183,9 120,1 76,8 58,3 1889,6
Sonnenstundenanteil in % 23,2 29,5 36,8 49,1 50,5 51,1 52,3 51,2 48,8 36,2 28,3 22,9 42,4

Mythologie

Die Mythologie und Folklore von Guernsey ist tief verwurzelt in einer Mischung aus keltischen, normannischen und christlichen Einflüssen und spiegelt die enge Verbundenheit der Inselbewohner mit der Natur, prähistorischen Stätten und dem Übernatürlichen wider. Die Bewohner gelten traditionell als besonders abergläubisch, und viele Bräuche und Verbote dienten dazu, Unglück abzuwenden oder Harmonie mit unsichtbaren Mächten zu wahren.

Zu den prominentesten übernatürlichen Wesen zählen die Pouques, kleine, hässliche und listige Feenwesen, die als zwergenhafte, oft bösartige Kreaturen beschrieben werden. Sie leben tagsüber unterirdisch in Höhlen, Dolmen oder alten Grabkammern und kommen nachts hervor, um Streiche zu spielen oder Menschen zu beeinflussen. Orte wie Le Creux es Faies, eine neolithische Passage Grave an der Westküste bei L'Erée, gelten als Eingang zur Unterwelt der Feen. Diese Höhle wird mit Legenden verbunden, wonach die Feen freitags nachts herauskommen, um sich mit Hexen zu treffen. In der Nähe liegt der berühmte Feenring bei Pleinmont, wo man dreimal im Kreis laufen und dabei einen Wunsch äußern soll, damit er in Erfüllung geht – eine Praxis, die bis heute in Erzählungen und Tourismus lebendig gehalten wird. Solche Ringe oder alte Steinkreise werden als Treffpunkte der Pouques betrachtet, und es heißt, dass man sie nicht stören darf, um keinen Fluch heraufzubeschwören.

Hexen spielen eine zentrale Rolle in der Guernsey-Folklore. Man glaubte, dass sie freitags nachts zu geheimen Sabbaten zusammenkamen, oft am Catioroc-Kap oder anderen abgelegenen Orten. Freitag galt deshalb als Unglückstag: An diesem Tag begann man keine neuen Vorhaben, schnitt keine Haare, benutzte keine neuen Werkzeuge und vermied riskante Tätigkeiten, da die Hexen besonders aktiv waren. Um Hexen gnädig zu stimmen und sie davon abzuhalten, Unheil über Häuser zu bringen, baute man an manchen Gebäuden spezielle "Witch's Seats" oder "Hexensitze" – kleine steinerne Vorsprünge oder Bänke an Außenwänden. Die Hexen sollten dort rasten können, statt durch Schornsteine oder Türen einzudringen und Chaos zu stiften. Solche Sitze sind heute noch an alten Häusern oder Pubs wie dem Longfrie Inn zu sehen und werden als kulturelles Erbe präsentiert.

Eine weitere dämonische Figur ist der Varou, eine Art Werwolf oder Gestaltwandler-Dämon, der menschliche Form annehmen konnte und als bedrohlich galt. Er verkörpert die Angst vor dem Ungezähmten und Übernatürlichen in der Nacht.

Besonders unheilverkündend ist Lé Tchico oder La Bête, ein riesiger schwarzer Hund, der als Geist oder Omen erscheint. Dieser kopflose oder kettenrasselnde Phantomhund, oft mit glühenden Augen, gilt als Todesbote – sein Erscheinen prophezeit den Tod des Zeugen oder eines Angehörigen. Er wird mit alten Stätten, Kreuzwegen oder Türmen wie Tower Hill assoziiert, wo "la Bête de la Tour" nur gehört, aber nie gesehen wird. Eine Variante verbindet ihn mit dem Geist des ehemaligen Bailiffs Gaultier de la Salle, der 1320 hingerichtet wurde. Solche schwarzen Hunde sind ein weit verbreitetes Motiv in der europäischen Folklore, auf Guernsey aber besonders stark mit Tod und alter Schuld verknüpft.

Der Aberglaube erstreckt sich auf den Alltag. Fischer vermieden es, laut "fischen" zu sagen, aus Furcht, die Fische könnten mithören und fliehen – stattdessen verwendete man Umschreibungen. Eine besonders charmante Tradition ist das "Telling the Bees": Bei wichtigen Familienereignissen wie Geburten, Hochzeiten oder Todesfällen informierte man die Bienen, da diese als Boten zwischen den Welten galten und Honig hohe Wertschätzung genoss. Das Ignorieren solcher Rituale konnte Krankheit oder Unglück bringen.

Christliche Elemente mischen sich mit heidnischen Bräuchen. An Heiligabend um Mitternacht sollen die Tiere – insbesondere das Vieh – knien und das Christkind anbeten, während alle Wasser sich in Wein verwandeln. Wer neugierig zuschauen wollte, riskierte angeblich den Tod. Im Winter praktizierte man das Wassailing: Man zog mit Lärm, Gesang und Apfelwein durch die Obstgärten, um böse Geister zu vertreiben und die Apfelbäume für eine gute Ernte zu segnen.

Geschichte

Guernsey wurde durch den Heiligen Samson von Dol christianisiert und waren ursprünglich Teil des Herzogtums Bretagne, fielen dann aber an den Herzog der Normandie. Im Jahre 1066 eroberte der Herzog der Normandie Wilhelm der Eroberer England und wurde englischer König. Die Kanalinseln blieben aufgrund der Personalunion in königlichem Besitz, wurden aber nie Teil des Vereinigten Königreiches.

Mesolithikum

Das Mesolithikum auf Guernsey stellt den Beginn der nachweisbaren menschlichen Präsenz in der Region dar und ist eng verknüpft mit den dramatischen Umweltveränderungen am Ende der letzten Eiszeit. Guernsey wurde durch den eustatischen Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit um etwa -4000 endgültig vom französischen Festland getrennt – ein Prozess, der bereits früher einsetzte und die Inselgruppe schrittweise isolierte. Während Jersey noch bis ins späte Mesolithikum teilweise mit dem Kontinent verbunden blieb, war Guernsey bereits früh eine eigenständige Insel. Im Gegensatz zu Jersey, wo bedeutende altsteinzeitliche (paläolithische) Funde wie in La Cotte de St Brelade vorliegen, fehlen auf Guernsey bisher solche Artefakte auf dem Trockenen. Lediglich unterwasser vor Jethou wurden paläolithische Feuersteinklingen entdeckt, die auf eine mögliche frühe Präsenz hinweisen, jedoch keine dauerhafte Landbesiedlung belegen.

Eine kontinuierliche Besiedlung ist jedoch bereits seit dem Mesolithikum nachgewiesen, und zwar besonders markant auf der kleinen Nachbarinsel Jethou. Hier fanden Archäologen in einem nur bei Ebbe zugänglichen intertidalen Bereich zwischen Jethou und Crevichon deutliche Spuren einer Feuersteinbearbeitung, die auf eine Besiedlung um etwa -10.000 datiert wird. Diese Funde markieren einen der frühesten Belege für menschliche Aktivität in der Bailiwick of Guernsey und zeigen, dass Jäger-Sammler-Gruppen bereits in dieser Phase die entstehenden Inseln nutzten. Weitere wichtige mesolithische Stätten ergänzen das Bild: Auf Lihou (einer tidal island westlich von Guernsey) wurde seit den 1990er Jahren ein bedeutender Fundplatz monitoriert und teilweise ausgegraben. Die dortigen Flintartefakte, kombiniert mit Resten von Haselnüssen, Fisch (vermutlich mit Harpunen erlegt), Kleintieren und wilden Beeren, zeugen von einer typischen Jäger-Sammler-Wirtschaft in einer bewaldeten Landschaft um -7500. Ähnliche Hinweise gibt es am Royal Hotel in St. Peter Port sowie an weiteren Fundpunkten, die eine maritime Anpassung der Bevölkerung belegen.

Ein zentrales Merkmal der mesolithischen Kultur auf Guernsey ist der vollständige Mangel an eigenen Feuersteinvorkommen auf der Insel. Die Bewohner nutzten stattdessen offenbar angespülte Kiesel aus submarinen Vorkommen nördlich von Alderney, die durch Strömungen und Gezeiten an die Küsten gespült wurden. Diese Strandkiesel dienten als Rohmaterial für Klingen, Schaber und andere Werkzeuge – eine Ressourcennutzung, die auf eine hohe Mobilität und Kenntnis der maritimen Umwelt hinweist. Der steigende Meeresspiegel zwang die Menschen früh zur Bootsnutzung: Als Lihou von Guernsey abgetrennt wurde, mussten sie bereits über offenes Wasser paddeln, um die Ressourcen der Inseln zu erschließen. Die mesolithischen Gemeinschaften lebten somit in einer dynamischen, sich verändernden Insellandschaft, in der Jagd, Sammeln und zunehmend marine Ressourcen (Fisch, Muscheln) die Ernährung sicherten. Im Vergleich zum kontinentalen Frankreich oder Jersey erscheint die Besiedlungsdichte geringer, doch die Funde zeigen eine kontinuierliche Präsenz trotz Isolation.

Der Übergang zum Neolithikum vollzog sich fließend und markiert den Beginn der Agrarwirtschaft. Die bisher älteste neolithische Fundstelle ist Les Fouaillages im Norden der Insel, die in den 1970er Jahren (genauer ab 1979) durch Ian Kinnes vom British Museum ausgegraben wurde. Dieser langgestreckte Hügel mit früher Keramik (BVSG-Typ) gilt als eines der ältesten megalithischen Denkmäler der Kanalinseln und verbindet die mesolithische Tradition mit neuen Praktiken wie Ackerbau und Viehzucht. Ab diesem Zeitpunkt prägen zahlreiche Gang- und Galeriegräber (passage graves) die Jungsteinzeit auf Guernsey, ergänzt durch teilweise anthropomorphe Menhire. Der bedeutendste davon steht heute auf dem Friedhof der Kirche von Câtel und verkörpert die symbolische und rituelle Entwicklung der Gesellschaft. Auch zahlreiche Funde der Glockenbecherkultur (Beaker culture) aus dem späten Neolithikum/Chalcolithikum sind bekannt und belegen Handelskontakte sowie kulturellen Austausch mit dem Kontinent.

Megalithikum

Im -4. Jahrtausend ließen sich Vertreter des Megalithikums hier nieder. Guernsey verfügt über mehrere bedeutende megalithische Stätten aus der Jungsteinzeit (Neolithikum), darunter Dolmen (Ganggräber), Menhire (stehende Steine) und Steinkisten. Insgesamt gibt es auf den Kanalinseln etwa 25 gut erhaltene Großsteingräber, von denen drei auf Guernsey liegen; weitere sind beschädigt oder rekonstruiert. Wichtige Megalithanlagen auf Guernsey sind unter anderem:

  • Le Dehus Dolmen, ein eindrucksvolles Ganggrab mit bekannten Steinschnitzereien wie „Le Gardien du Tombeau“; archäologische Funde zeugen von komplexen Bestattungsritualen, darunter zwei männliche Skelette.
  • La Gran'mère du Chimquière, ein etwa 4000 Jahre alter Menhir vor der Kirche von St Martin, mit einer eingemeißelten weiblichen Figur, der als Fruchtbarkeits- und Glücksstein gilt.
  • La Longue Rocque, der mit 3,5 Metern höchste Menhir der Kanalinseln, der zwischen -3000 und -1500 aufgestellt wurde und eine lokale Bedeutung in der Folklore besitzt.

Diese Monumente lagen oft in Rundhügeln und verfügten über Gänge und Seitenkammern, typische Merkmale neolithischer Grabarchitektur in der Region. Die Megalithanlagen sind Ausdruck der sozialen und ideologischen Entwicklung frühzeitlicher Gemeinschaften auf Guernsey, die bis ins frühe -4. Jahrtausend zurückreicht.

Es wird angenommen, dass die Besiedlung und der Bau der Megalithanlagen kurz nach dem Anstieg des Meeresspiegels begann, als die Insel durch den Abstieg des Wassers vom französischen Festland getrennt wurde. Zusätzlich gibt es Anzeichen für ehemalige Steinreihen und wahrscheinlich auch Stein- oder Kreisstrukturen, die jedoch über die Jahrtausende meist zerstört wurden.

Bronzezeit

Die Bronzezeit begann auf Guernsey um etwa -2000, als Kupfer und Zinn – die für Bronze notwendigen Metalle – erstmals importiert werden. Da weder Kupfer noch Zinn natürlich auf der Insel vorkommen, erfolgte der Import vermutlich durch Händler aus der Bretagne oder Cornwall per Schiff. Archäologen betonen, dass der Übergang fließend war: Viele bronzezeitliche Funde stammen aus Wiedernutzung neolithischer Stätten, und es gibt keine abrupte kulturelle Zäsur. Typisch sind Keramikformen wie die sogenannten „Jersey Bowls“ (flache Schalen mit charakteristischer Verzierung), die auf Guernsey und Jersey verbreitet sind und Verbindungen zur Bretagne zeigen. Weitere Keramik umfasst Vases à anses (Henkelvasen) und „Flowerpot“-Urnen, die auf kontinentale Einflüsse hinweisen.

Bronzeobjekte sind relativ selten auf Guernsey selbst – im Gegensatz zu Jersey, wo mehr Hortfunde bekannt sind –, doch bedeutende Entdeckungen stammen aus der Bailiwick. Der wichtigste Fund ist der Alderney-Hort (entdeckt 1832), ein Depot mit Schrottmetall, alten Axtköpfen, Speerspitzen und anderen Fragmenten, das fast vollständig im Guernsey Museum ausgestellt ist. Weitere Einzelstücke wie eine feine Halberd (eine bronzezeitliche Waffe) stammen ebenfalls von Alderney. Auf Guernsey selbst gibt es Siedlungsspuren, etwa bei L'Erée (Westküste), wo Ausgrabungen (zuletzt 2010) neolithische bis frühbronzezeitliche Strukturen, Postlöcher von Rundhäusern, Gruben und Keramik freilegten, die auf Chalcolithikum/frühe Bronzezeit (um -2500 bis -2000) datieren. Weitere Hinweise auf bronzezeitliche Aktivitäten kommen aus Delancey Park oder der Nähe des Flughafens (2008/10), wo Siedlungsreste, Keramik und Quernsteine (Getreidemühlen) gefunden wurden. Viele Megalithgräber wie La Varde (größtes auf Guernsey), Le Déhus, La Rocque Qui Sonne oder Le Trepied wurden in der Bronzezeit weiter genutzt – oft für Nachbestattungen, Flintpfeilspitzen oder Keramik –, was auf rituelle Kontinuität hinweist, wenngleich neue Monumenttypen (zum Beispiel Tumuli) seltener sind. Die bronzezeitliche Gesellschaft lebte von Ackerbau, Viehzucht und maritimen Ressourcen; der Handel mit Metall förderte soziale Differenzierung, wie Hortdepots als mögliche Opfergaben oder Rohstofflager andeuten.

Eisenzeit

Der Übergang zur Eisenzeit (ab etwa -800) bringt Eisenverarbeitung, intensivere Landnutzung und kriegerische Elemente. Guernsey ist reich an eisenzeitlichen Bestattungen, insbesondere Kriegergräbern aus dem 19. Jahrhundert und modernen Ausgrabungen. Ein Schlüsselort ist King's Road in St. Peter Port, wo ein eisenzeitliches Gräberfeld und Siedlungsreste freigelegt wurden – mit Waffen, Schmuck und Keramik. Weitere Kriegerbestattungen mit Langschwertern, Speerspitzen und Perlen stammen aus verschiedenen Fundstellen. Eisenzeitliche Siedlungen zeigen Rundhäuser (roundhouses), oft mit Trockenmauern, Herden und Feuergruben. Ein Beispiel ist ein eisenzeitlicher Fundort mit einer 9 m Durchmesser messenden Trockenmauer um einen Herd (radiokarbondatiert um -490), der mit Keramikproduktion assoziiert wird – möglicherweise spätbronze- bis früheisenzeitlich. Salzsiederei (Briquetage) und Quernsteine deuten auf Subsistenzwirtschaft hin, ergänzt durch Glasperlen und importierte Güter.

Im Vergleich zu Jersey (mit großen Promontory-Forts wie Le Câtel de Rozel oder enormen Hortfunden wie Le Câtillon) erscheint Guernsey weniger befestigt, doch es gibt Hinweise auf Erdwälle und maritime Orientierung. Kontakte zur Armorica (Bretagne) und Britannien blieben stark, wie Keramik und Metallfunde zeigen. Die Eisenzeit endet mit der römischen Einflussnahme (ab dem -1. Jahrhundert), doch Guernsey zeigt keine intensive römische Präsenz wie Jersey oder Alderney (wo Gallo-römische Strukturen über eisenzeitlichen liegen).

Antike

Ab etwa -400 siedelten sich keltische Vertreter der Eisenzeit auf Guernsey an. Archäologische Spuren sind allerdings hier weniger umfangreich als auf der Nachbarinsel Jersey, die einen der größten Funde keltischer Münzen weltweit vorweisen kann. Die Kelten aus der späten Eisenzeit (etwa um -50 bis -40) könnten in die Kanalinseln geflohen sein, als Julius Cäsar in Gallien einmarschierte. Auf Jersey fand man zum Beispiel große keltische Münzschätze, die auf diese Zeit zurückgehen und nahelegen, dass keltische Stämme dort Schutz suchten. Diese kulturellen Verbindungen gelten wahrscheinlich auch für Guernsey, da die Kanalinseln eng mit dem nordwestlichen Frankreich kulturell und wirtschaftlich verbunden waren.

Zur Römerzeit war Guernsey unter dem antiken Namen „Sarnia“ bekannt. Die Insel war damals ein wichtiger Handelsplatz, trotz der navigativen Herausforderungen durch den starken Tidenhub. Archäologische Funde belegen römische Präsenz und Handelstätigkeiten: So wurden in der Hafeneinfahrt von St. Peter Port ein römisches Schiffwrack aus dem 2. Jahrhundert entdeckt, und es finden sich römische Artefakte wie Silber aus England, bretonische Keramik und Amphoren für Wein aus der Römerzeit. Diese Relikte deuten auf regen Handel entlang der Westküste Europas hin.

Es gibt Hinweise darauf, dass in römischer Zeit Menschen nach Guernsey flüchteten, was durch Funde von Geldschätzen (wie dem Grouville-Hort) belegt ist. Die Geschichte zeigt auch, dass die Kanalinseln, einschließlich Guernsey, in römischer Zeit durch Kontakt zum römischen Reich standen, was Handel und kulturellen Austausch ermöglichte.

Frühmittelalter

Während ihrer Wanderung in die Bretagne besetzten die Briten die Lenur-Inseln (der frühere Name der Kanalinseln), darunter Sarnia oder Lisia (Guernsey) und Angia (Jersey). Früher nahm man an, dass der ursprüngliche Name der Insel Sarnia war, aber neuere Forschungen deuten darauf hin, dass es sich dabei um den lateinischen Namen für Sark handeln könnte (Sarnia bleibt jedoch die traditionelle Bezeichnung der Insel). Der aus dem Königreich Gwent stammende Heilige Sampson, der spätere Abt von Dol in der Bretagne, wird für die Einführung des Christentums auf Guernsey verantwortlich gemacht.

Im Vale stand eine Kapelle, die dem Heiligen Magloire geweiht war. St. Magloire war ein Neffe des Heiligen Samson von Dol und wurde um das Jahr 535 geboren. Die ihm geweihte Kapelle wurde in einer Bulle von Papst Adrian IV. als Patronat des Mont Saint-Michel in der Normandie erwähnt; alle Spuren der Kapelle sind verschwunden. Während die Kapelle wahrscheinlich aus einer viel späteren Zeit stammt, könnte St. Magloire, der britische Missionar, ein Zentrum christlicher Anbetung vor 600 errichtet haben.

Etwa um das Jahr 968 kamen Mönche aus dem Benediktinerkloster Mont Saint-Michel nach Guernsey, um eine Gemeinschaft im Norden der Insel zu gründen. Das Priorat von Mont Saint-Michel war eine Dependance der berühmten Abtei von Mont Saint-Michel.

Hochmittelalter

Die Geschichte der Vogtei Guernsey geht auf das Jahr 933 zurück, als die Inseln unter die Kontrolle von Wilhelm Langschwert, dem Sohn von Rollo, dem ersten Herzog der Normandie, kamen, nachdem sie vom Herzogtum Bretagne an das Herzogtum Normandie angegliedert worden waren. Die Insel Guernsey und die anderen Kanalinseln sind die letzten Überreste des mittelalterlichen Herzogtums Normandie. Auf den Inseln war der traditionelle Titel von Elisabeth II. als Staatsoberhaupt der Herzog der Normandie (die männliche Bezeichnung „Herzog“ wird auch dann beibehalten, wenn der Monarch weiblich ist).

Im Jahr 1020 teilte Herzog Richard II. die Insel Guernsey in zwei Hälften: die Vicomte von Cotentin und die Vicomte von Bessin. Als jedoch einer der Vorfahren der ersteren um 1137 ohne Erben starb, fiel das Lehen an den Herzog zurück, weshalb es auch Fief le Roi (Lehen des Königs) genannt wird.

Der Überlieferung nach war Robert I., Herzog der Normandie (der Vater von Wilhelm dem Eroberer), im Jahr 1032 auf dem Weg nach England, um Eduard dem Bekenner zu helfen. Er war gezwungen, auf Guernsey Zuflucht zu suchen und schenkte den Mönchen Land, das heute als Clos du Valle bekannt ist. Als im Jahr 1061 Piraten die Insel angriffen und plünderten, wurde eine Beschwerde an Herzog Wilhelm gerichtet. Dieser schickte Sampson d'Anneville, dem es mit Hilfe der Mönche gelang, die Piraten zu vertreiben. Für diesen Dienst wurden Sampson d'Anneville und die Mönche mit einer Schenkung der Hälfte der Insel belohnt. Der Teil, der an das Kloster ging, wurde Le Fief St. Michel genannt und umfasste die Pfarreien St. Saviour, St. Pierre du Bois, Ste. Marie du Catel und das Vale. Der Teil von Sampson wurde als Lehen von Anneville bezeichnet. Eine andere Version besagt, dass Sampson dem Herzog Wilhelm folgte und gegen Neel de Saint Saveur Nigel de Saint-Sauveur kämpfte, der das Lehen von de Bessin auf Guernsey innehatte. Die Rebellen wurden schließlich in der entscheidenden Schlacht von Val-ès-Dunes (1047) besiegt, und bei dieser Gelegenheit floh Nèel, der Vicomte von Cotentin, in die Bretagne und büßte sein Lehen auf Guernsey ein. Diese Schlacht wird von Wace in seinem Gedicht „Roman du Rou“ beschrieben. Auf jeden Fall steht auch in dieser Version Sampson d‘Anneville am Anfang der eigentlichen feudalen Besiedlung der Insel. Sampson errichtete einen Herrensitz namens Manor d'Anneville und hatte zwei Söhne. Die Gründung der Seigneurie und des Lehens d‘Anneville in einem Viertel der Insel, gefolgt von der Ansiedlung verschiedener normannischer Herren, bedeutet, dass die feudale Besiedlung und Organisation der Insel bereits vor der Eroberung stattgefunden hatte. Diese Tradition unterstreicht natürlich den besonderen Charakter von Guernsey. Andere Historiker, wie James Marr, gehen davon aus, dass diese zweite Phase der Entwicklung länger dauerte und nach dem Tod Wilhelms im Jahr 1087 und dem Aufstieg von Geoffrey von Anjou fortgesetzt wurde.

Im Jahr 1066 besiegte der Herzog Wilhelm der Eroberer Harold Godwinson bei Hastings und wurde König von England; seine französischen Besitzungen, darunter auch Guernsey, regierte er jedoch weiterhin als eigenständige Einheit, da er dem französischen König Lehnstreue schuldete. Diese anfängliche Zugehörigkeit Guernseys zu England währte nicht lange, da William seine Besitztümer unter seinen Söhnen aufteilte: Robert Curthose wurde Herzog der Normandie und William Rufus erhielt die englische Krone. Der Bruder von William Rufus, Heinrich I., eroberte 1106 die Normandie für England zurück. Die Insel gehörte nun zum Reich des englischen Königs (obwohl sie immer noch zur Normandie und zu Frankreich gehörte). Um 1142 wurde Guernsey unter die Kontrolle des Grafen von Anjou gestellt, der die Normandie für den Herzog verwaltete.

Spätmittelalter

Der Verlust der Normandie durch König Johann im Jahr 1204 isolierte die Kanalinseln vom europäischen Festland. Jedes Mal, wenn England und Frankreich in den folgenden Jahrhunderten in den Krieg zogen, wurde der Handel von und zu den Kanalinseln eingeschränkt oder verboten, und selbst wenn sie sich nicht offiziell im Krieg befanden, wurde die Insel wiederholt von Piraten und Seestreitkräften des Kontinents angegriffen.

Die Befestigungen auf den Kanalinseln wurden ausgebaut und mit Berufssoldaten und der Miliz von Guernsey besetzt, die die Insel in den nächsten 600 Jahren verteidigen sollten. Der Dienst in der Miliz war für alle Inselbewohner obligatorisch. Die Überfälle auf Guernsey in den Jahren 1336 und 1337 durch den im Exil lebenden David Bruce standen am Anfang des Hundertjährigen Krieges, gefolgt von der Eroberung von Sark, das als Stützpunkt diente, und dem Jahr darauf, als Guernsey ab 1339 von den Kapetingern besetzt wurde, die die Insel zwei Jahre lang und Castle Cornet sieben Jahre lang hielten. Die Angriffe wiederholten sich mehrmals.

Im Jahr 1348 erreichte der Schwarze Tod die Insel und verwüstete die Bevölkerung. Im Jahr 1372 wurde die Insel von aragonesischen Söldnern unter dem Kommando von Owain Lawgoch (auch bekannt als Yvon de Galles) angegriffen, der im Sold des französischen Königs stand. Lawgoch und seine dunkelhaarigen Söldner wurden später in die Legende von Guernsey als eine Invasion von Feen von jenseits des Meeres aufgenommen.

1394 erteilte Richard II. von England den Inseln eine neue Charta, die sie aufgrund ihrer großen Loyalität gegenüber der Krone für immer von englischen Mauten, Zöllen und Abgaben befreite.

Die Fertigkeiten im Schiffsbau verbesserten sich, und der Handel von und nach Guernsey nahm mit einer wachsenden Zahl von Häfen zu, wobei manchmal Handelsverträge genutzt und manchmal die Zahlung von Zöllen vermieden wurde. Im 14. Jahrhundert waren die Schiffe auf Guernsey klein. 12-80 Tonnen mit einer Besatzung von 8-20 Mann[4]: 35 In Kriegszeiten konnten Schiffe als Beute beschlagnahmt werden; in Friedenszeiten wurde diese Praxis als Piraterie gegen alle Nationalitäten fortgesetzt. 1441 wurden die Freiheiten, Sitten und Gebräuche Guernseys in Le Précepte d'Assise festgelegt.

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Insel von calvinistischen Reformatoren aus der Normandie beeinflusst. Während der Marienverfolgungen wurden 1556 drei einheimische Frauen, die Guernsey-Märtyrerinnen, wegen ihres protestantischen Glaubens auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zwei Jahre später bestieg Elisabeth I. den Thron und der Katholizismus auf Guernsey verschwand.

Die Franzosen und die Piraterie stellten im 16. Jahrhundert ein Problem für den Handel mit Guernsey dar, so dass englische Marineschiffe erforderlich waren, um sie in Schach zu halten. Guernsey und Jersey erhielten bestimmte Privilegien, da die englische Krone die Loyalität der Inseln benötigte, nicht zuletzt die Neutralität der Inseln, die den Handel mit Frankreich und England erlaubte, selbst wenn diese sich im Krieg befanden. Der Handel schuf Steuereinnahmen, um die Inselgarnisonen zu bezahlen.

Frühe Neuzeit

Im 17. Jahrhundert fanden auf der Insel zahlreiche Hexenprozesse statt. So gestand - unter welchen Umständen auch immer - 1617 Collette du Mond, an einem Sabbath bei dem Chateau de Rocquaine teilgenommen zu haben. Im frühen 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Küstenbefestigungen gegen die Gefahr eines französischen Angriffs errichtet (Martello-Türme). Außerdem ließ Sir John Doyle, Vizegouverneur von Guernsey den Kanal, der die beiden Inseln, die Guernsey bildeten, trennte, zuschütten. Auf ihn geht auch Fort Grey zurück, in dem heute ein Schiffswrack-Museum untergebracht ist.

Während des Englischen Bürgerkriegs schlug sich Guernsey auf die Seite der Parlamentarier, während Jersey Royalist blieb. Die Entscheidung Guernseys hing vor allem mit dem höheren Anteil an Calvinisten und anderen reformierten Kirchen zusammen sowie mit der Weigerung Karls I., den Fall einiger Seeleute von Guernsey zu übernehmen, die von den Korsaren auf den Barbary-Inseln gefangen genommen worden waren. Die Loyalität war jedoch nicht uneingeschränkt; im Südwesten der Insel kam es zu einigen Aufständen der Royalisten, während Castle Cornet vom Gouverneur Sir Peter Osborne und royalistischen Truppen besetzt wurde. Castle Cornet, das zum Schutz Guernseys errichtet worden war, wurde von der Stadt St. Peter Port angegriffen und ständig bombardiert. Es war die vorletzte royalistische Festung, die kapitulierte (1651).

Der Handel mit neufundländischem Kabeljau war für Guernsey bis etwa 1700 wichtig, als die kleinen Guernsey-Schiffe feststellten, dass der Schmuggelhandel profitabler war. Auf der Insel wurden Unternehmen gegründet, die Waren für den Verkauf an Schmuggler aufkauften, bis der Schmuggel gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Die Kriege gegen Frankreich und Spanien im 17. und 18. Jahrhundert boten den Reedern und Kapitänen Guernseys die Möglichkeit, die Nähe der Insel zum europäischen Festland auszunutzen, indem sie Kaperbriefe beantragten und ihre Handelsschiffe in lizenzierte Freibeuter verwandelten. Das war sehr profitabel. In den ersten zehn Jahren des 18. Jahrhunderts, dem Spanischen Erbfolgekrieg, erbeuteten die Freibeuter von Guernsey 608 Schiffe. Allerdings gab es auch eine Kehrseite: Etwa 50 Schiffe gingen verloren. Um das Risiko zu streuen, kaufte man einen Anteil an einem Schiff und erhielt im Erfolgsfall einen Teil des Preisgeldes nach Kosten. Viele Inselbewohner wurden reich, ohne jemals einen Fuß auf ein Segelschiff gesetzt zu haben. Die Schiffe wurden größer, hatten mehr Besatzung und waren besser bewaffnet, da mehr Geld investiert wurde. Ende des 18. Jahrhunderts, während des Amerikanischen Revolutionskriegs, der acht Jahre dauerte, erbeuteten Freibeuter von Guernsey und Alderney 221 Preise im Wert von 981.300 £ (nach heutigen Maßstäben etwa 100 Millionen Pfund). Die Inseln und insbesondere Guernsey spielten eine wichtige Rolle bei der Blockade von Feinden Großbritanniens.

Auswanderungszeit

Ende des 17. Jahrhunderts vermachte König Charles II. von England George Carteret, dem Vogt von Jersey, eine Insel, die in New Jersey umbenannt wurde, und die Handelsschiffe der Kanalinseln, die Neuengland ansteuerten, führten dazu, dass Inselbewohner Unternehmen gründeten und sich in Übersee niederließen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wanderten viele Einwohner Guernseys nach Nordamerika aus. 1810 wurde Guernsey County in Ohio gegründet.

Die auf der Insel verbliebenen Guernseyaner lebten vor allem vom Handel und der Fischerei. Die Strickerei war eine wichtige heimische Industrie, und die Überseeschifffahrt transportierte so unterschiedliche Waren wie Holz, Zucker, Rum, Kohle, Tabak, Salz, Textilien, Fertigwaren, Glas, Auswanderer und Wein. Sie handelte hauptsächlich mit Europa, den Westindischen Inseln und Amerika.

Die Kaperfahrten während der Napoleonischen Kriege brachten mehr Gewinne ein und knüpften an die französischen Revolutionskriege an. London stellte 5.632 Kaperbriefe aus, von denen die Kapitäne von Guernsey 602 erhielten, darunter etwa 70 Schiffe mit einer Größe von 5 bis 500 Tonnen. Die Kaperbriefe legten fest, welche Schiffe welcher Länder mit welchen Schiffen im Besitz welcher Personen gekapert werden konnten. Die Schiffe wurden auch stärker und besser bewaffnet. Während des Krieges wurden im Vereinigten Königreich eine Reihe von Privateer Acts eingeführt, in denen Regeln für die Bewertung von Beutezügen festgelegt wurden, um Streitigkeiten vor Gericht zu vermeiden.

Fort George war eine ehemalige Garnison der britischen Armee. Mit dem Bau wurde 1780 begonnen, und er wurde 1812 abgeschlossen. Es wurde gebaut, um die Erhöhung der Zahl der auf der Insel stationierten Truppen in Erwartung einer französischen Invasion während der napoleonischen Kriege unterzubringen. Le Braye du Valle war ein Gezeitenkanal, der die nördliche Spitze von Guernsey, Le Clos du Valle, zu einer Gezeiteninsel machte. Le Braye du Valle wurde 1806 von der britischen Regierung als Verteidigungsmaßnahme trockengelegt und zurückerobert. Das östliche Ende des ehemaligen Kanals wurde zur Stadt und zum Hafen (ab 1820) von St. Sampson's, heute der zweitgrößte Hafen Guernseys. Das westliche Ende von La Braye ist heute Le Grand Havre. Die „The Bridge“ genannte Straße über das Ende des Hafens von St. Sampson's erinnert an die Brücke, die früher die beiden Teile Guernseys bei Flut verband. Neue Straßen wurden gebaut und die Hauptstraßen mit Metallen versehen, um die Nutzung durch das Militär zu erleichtern.

1813 beantragten die Staaten beim Privy Council die Genehmigung zur Ausgabe von Münzen aus Guernsey. Der Rat stimmte unter der Bedingung zu, dass die Münzen in der königlichen Münzanstalt geprägt wurden. Als die ersten Münzen 1830 ausgegeben wurden, waren sie jedoch nicht in der Königlichen Münze, sondern von R. Boulton & Co. in Birmingham geprägt worden. Wahrscheinlich ist dies der Grund dafür, dass auf den Münzen des Pfunds von Guernsey traditionell nicht der Sovereign abgebildet war. Die französische Währung blieb bis 1921 gesetzliches Zahlungsmittel auf der Insel. Guernsey schuf 1815 schuldenfreies Geld für den Straßenbau.

Im Jahre 1815 gab es auf der Insel Guernsey ein Freigeldexperiment. Die Folgen der Napoleonischen Kriege machten sich in ganz Europa bemerkbar, auch auf dieser Insel. Die Inselbewohner produzierten Lebensmittel weit über den Eigenbedarf hinaus, doch die eingetriebenen Steuern und Zinszahlungen an Londoner Banken brachten den Zahlungsverkehr schließlich ganz zum Erliegen. Der in dieser Zeit amtierende Gouverneur von Guernsey, Daniel de Lisle Brock, schlug den Bau einer Markthalle für 4.000 Pfund Sterling vor, die der Wirtschaft neuen Auftrieb geben würde. Diese 4.000 Pfund sollten einfach selber gedruckt und als eine Art Zweitwährung im Umlauf gebracht werden. Nach fünf Jahren hatte sich die Halle voll amortisiert und die 4000 Pfund wurden wieder verbrannt. Nach diesem Prinzip wurden so nacheinander mehrere Bauvorhaben mit selbstgedrucktem und später wieder vernichtetem Geld verwirklicht. Jedoch kam bis 1835 durch den Eingriff fremder Banken und eine reduzierte Geldmenge die Freigeldwirtschaft wieder zum Erliegen.

Im 19. Jahrhundert erlebte die Insel einen dramatischen Wohlstandsanstieg, der auf ihren Erfolg im weltweiten Seehandel und den Aufstieg der Steinindustrie zurückzuführen war. Schiffe fuhren weiter, um Handel zu treiben, und ein bemerkenswerter Guernseyman, William Le Lacheur, begründete den costaricanischen Kaffeehandel mit Europa und die Familie Corbet, die die Fruit Export Company gründete. Auch der Schiffbau nahm in der Zeit von 1840-70 zu und ging zurück, als Eisenschiffe gefragt waren.

Die Steinbruchindustrie war im 19. Jahrhundert ein wichtiger Arbeitgeber, da der Granit von Guernsey sehr geschätzt wurde und die London Bridge und viele wichtige Londoner Straßen mit Granit aus Guernsey gepflastert wurden, was dazu führte, dass in den nördlichen Gemeinden Hunderte von Steinbrüchen entstanden. Der Gartenbau entwickelte sich von der Verwendung von Gewächshäusern für den Weinanbau bis hin zum Anbau von Tomaten und wurde ab den 1860er Jahren zu einem sehr wichtigen Wirtschaftszweig. Der Tourismus während der viktorianischen Ära und die Nutzung Guernseys als Zufluchtsort oder Ruhesitz brachten Geld auf die Insel, wobei Victor Hugo einer der bedeutendsten Flüchtlinge war.

Regelmäßig entstanden Unternehmen der Leichtindustrie, die nach einigen Jahrzehnten wieder abwanderten, wie die Firma James Keiller aus Dundee, die sich 1857 auf Guernsey niederließ und bis 1879 blieb, um die hohen Zuckersteuern im Vereinigten Königreich zu umgehen, wobei die auf Guernsey hergestellte Marmelade in die ganze Welt exportiert wurde..

Auf der Insel war es üblich, Landstreicher, Kriminelle und alle in Not geratenen Personen, die nicht von hier stammten, zu deportieren. Zwischen 1842 und 1880 wurden 10.000 Menschen deportiert. Darunter befanden sich auch einheimische Witwen und einheimische Kinder „ausländischer“ Männer sowie Personen, die zwar nicht auf Guernsey geboren waren, aber seit über 50 Jahren auf Guernsey wohnten. Dies verringerte die Belastung für die Gemeinde, die sich um ihre Armen kümmern musste, und hielt Frankreich, England und Irland davon ab, ihre Armen zur Auswanderung nach Guernsey zu ermutigen.

Der französische Dichter Victor Hugo wurde 1851 in Frankreich inhaftiert und musste ins Exil. Er ließ sich erst auf der Kanalinsel Jersey und dann auf Guernsey nieder, wo er bis 1871 in St. Peter Port im Hauteville House, das heute als Museum dient und besichtigt werden kann, lebte.

Am Ende des 19. Jahrhunderts war nach langem Widerstand die Zeit für Veränderungen gekommen, in den Schulen, wo Englisch als Sprache unterrichtet wurde, in der Regierung, einschließlich der Verwendung von Englisch als Sprache vor Gericht zusammen mit einer Wahlreform, und einige Änderungen in Bezug auf die ungerechte Behandlung von Nicht-Einheimischen in Bezug auf ihre Abschiebung, wenn sie unerwünscht sind, und ihre summarische Verhaftung und Inhaftierung wegen geringfügiger Schulddelikte, da es für einen Einwanderer fast unmöglich war, jemals als Einheimischer anerkannt zu werden, unabhängig von seinem Wohlstand und der Anzahl der Jahrzehnte, die er auf Guernsey lebte.

Weltkriegsära

Während des Ersten Weltkriegs dienten etwa 3.000 Inselbewohner in der British Expeditionary Force. Davon dienten etwa 1.000 im Regiment der Royal Guernsey Light Infantry, das 1916 aus der Royal Guernsey Militia hervorgegangen war. Im August 1917 beherbergte Guernsey ein französisches Flugbootgeschwader zur U-Boot-Abwehr, das in der Nähe von Castle Cornet Hangars errichtete. Dem Stützpunkt wird die Zerstörung von 25 deutschen U-Booten zugeschrieben. Auf der Guernsey Roll of Honour sind 1.343 Personen aufgeführt, die der Vogtei Guernsey angehörten oder in der Royal Guernsey Light Infantry dienten.

Die wirtschaftliche Depression in den 1930er Jahren betraf auch Guernsey. Arbeitslose Arbeiter wurden unter anderem mit dem Bau von Seeverteidigungsanlagen und Straßen beauftragt, darunter das 1935 von Le Prince de Galles eröffnete Le Val des Terres.

Im Zweiten Weltkrieg, nach der Eroberung Frankreichs, befürchtete man einen deutschen Angriff. Die auf Guernsey ansässigen Deutschen und Österreicher wurden interniert. Am 20. Mai 1940 verließ die SS Biarritz mit 1000 Soldaten, dem Vizegouverneur und seiner Familie sowie französischen Soldaten und britischem Verwaltungspersonal die Insel, die damit vollständig demilitarisiert war. Zahlreiche Kinder wurden nach England evakuiert. Am 30. Mai 1940 landeten fünf Junkers-Truppentransporter, und die Insel wurde von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die nicht auf Guernsey geborenen britischen Staatsangehörigen wurden im Lager Lindele in Biberach an der Riß interniert. Zu Biberach an der Riß besteht heute eine offizielle Partnerschaft. Die Insel wurde von der deutschen Besatzungsmacht mit Befestigungsanlagen versehen und sollte als Ausgangspunkt für die Angriffe gegen England dienen. Auf Alderney wurde als Außenstelle von Neuengamme das Konzentrationslager Aurigny („Lager Sylt“) gebaut, in dem vor allem osteuropäische Zwangsarbeiter gefangen gehalten wurden. Der Befreiungstag am 9. Mai wird jedes Jahr feierlich begangen. Es existiert auch ein Besatzungsmuseum in Les Houards, Forest, das 1966 durch Richard Heaume gegründet wurde.

Die deutschen Besatzungstruppen deportierten einen Teil der Bewohner der Vogtei in Lager im Südwesten Deutschlands, insbesondere in das Lager Lindele bei Biberach an der Riß. Unter den Deportierten befand sich auch Ambrose (später Sir Ambrose) Sherwill, der als Präsident des States Controlling Committee de facto das Oberhaupt der Zivilbevölkerung war. Der auf Guernsey geborene Sir Ambrose hatte während des Ersten Weltkriegs in der britischen Armee gedient und wurde später Gerichtsvollzieher von Guernsey. Drei Inselbewohner jüdischer Abstammung wurden nach Frankreich und von dort nach Auschwitz deportiert, wo sie im Holocaust ermordet wurden.[30] Auf Alderney wurden vier Lager zur Unterbringung von Zwangsarbeitern, meist aus Osteuropa, errichtet, von denen zwei der SS zur Verwaltung übergeben wurden. Sie waren die einzigen Konzentrationslager auf britischem Boden und werden in Gedenkstätten unter Alderneys französischem Namen Aurigny erwähnt.

Die Besatzungsgesetze wurden von der deutschen Garnison durchgesetzt. So wurden beispielsweise Belohnungen für Informanten ausgesetzt, die jemanden anzeigten, der "V for Victory"-Schilder an Wände und Gebäude malte; eine Praxis, die bei den Inselbewohnern, die ihre Loyalität zu Großbritannien zum Ausdruck bringen wollten, beliebt geworden war.

Guernsey wurde während des Zweiten Weltkriegs sehr stark befestigt, was in keinem Verhältnis zum strategischen Wert der Insel stand. So wurden beispielsweise vier erbeutete russische 305-mm-Schiffskanonen in der Batterie Mirus installiert. Die deutschen Verteidigungsanlagen und Umbauten sind noch immer sichtbar, darunter Anbauten an Castle Cornet und eine Windmühle. Hitler war von der Vorstellung besessen, dass die Alliierten um jeden Preis versuchen würden, die Inseln zurückzuerobern, und so wurden mehr als 20 % des Materials für den Bau des "Atlantikwalls" (der Versuch der Nazis, das europäische Festland gegen eine Invasion von See aus zu verteidigen) auf den Kanalinseln verbaut, darunter 47 000 m³ Beton für Geschützstellungen. Die meisten der deutschen Befestigungsanlagen sind noch intakt, und obwohl die meisten von ihnen auf Privatgrundstücken stehen, sind einige für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ende 1944 drohte der Insel der Hungertod, nachdem die deutschen Streitkräfte abgeschnitten waren und keine Nachschublieferungen aus Frankreich mehr eintreffen konnten. Die vom Roten Kreuz gecharterte SS Vega brachte Lebensmittelpakete des Roten Kreuzes und andere lebenswichtige Güter auf die Insel.

Moderne Zeit

Nach 1945 mussten die Inselbewohner ihr Leben wieder aufbauen, die Rückkehr der Evakuierten, insbesondere der Kinder, die sich kaum an ihre Verwandten erinnern konnten. Viele Häuser waren beschädigt, weil das Holz für die Brennstoffe abgeholzt worden war, die Insel hatte eine enorme Verschuldung, der Tourismus war zerstört, und die wachsende Industrie war geschädigt. Die Menge des gesammelten Schrotts wird heute bedauert. Die Rationierung wurde, wie im Vereinigten Königreich, bis Mitte der 1950er Jahre fortgesetzt.

Viele traditionelle Wirtschaftszweige wie die Fischerei und die Steinbrüche konnten nicht wieder aufgebaut werden. Daher suchten die Inselbewohner nach anderen Möglichkeiten. Der physische Import/Export von Waren war schwierig, da die Häfen zu klein und die Frachtkosten zu teuer waren, daher wurde die Kontrolle des Handels in Betracht gezogen. Das Recht, Mateus Rosé nach Großbritannien zu liefern, wurde von einem Unternehmen auf Guernsey kontrolliert, und er wurde zum meistverkauften Wein der Welt.

In den 1960er Jahren hatte sich die Insel erholt, der Tourismus war wieder wichtig, der Gartenbau boomte, und jährlich wurden 500 Millionen Tomaten exportiert. Billiger Nordseetreibstoff ermöglichte es den Niederlanden, ihre Erzeuger billig zu beheizen, und die Industrie auf Guernsey wurde preislich unterboten, was in Verbindung mit den steigenden Treibstoffpreisen Ende der 1970er Jahre zum völligen Niedergang der Tomatenindustrie nach 100 Jahren führte. Es wurden Beschränkungen eingeführt, um den Zuzug von Menschen auf die Insel zu erschweren und zu verteuern, da ein massiver Bevölkerungsanstieg befürchtet wurde.

In den 1970er und 1980er Jahren erlebte die Insel einen Boom in der Finanzindustrie. Für die Menschen war es nicht leicht, aus der wachsenden Industrie in eine Büroumgebung zu wechseln. Die Gewinne und Gehälter waren gut, und die Insel verfügte über Einnahmen, mit denen langfristige Investitionspläne unterstützt werden konnten. Auch in den 1990er Jahren konnte die Arbeitslosigkeit durch die Verlagerung auf verwandte Branchen wie die firmeneigene Versicherung und die Fondsverwaltung niedrig gehalten werden. Der Tourismus ging in den 1980er Jahren zurück, als ein Urlaub in Spanien viel billiger wurde als ein Besuch auf Guernsey, so dass sich die Insel darauf konzentrierte, das obere Ende des Marktes anzuziehen. Unternehmen der Leichtindustrie waren einige Jahrzehnte lang auf Guernsey tätig, darunter die Elektronikindustrie (Tektronix von 1957 bis in die 1980er Jahre) und das heutige Specsavers, das 1984 gegründet wurde.

Ab den 1960er Jahren etablierte sich Guernsey als Offshore-Finanzplatz. Das Steuersystem setzt auf niedrige direkte Steuern: Für natürliche Personen gibt es eine pauschale Einkommensteuer von 20 % (mit Obergrenzen für Vermögende), es existieren keine Erbschaft-, Schenkungs-, Kapitalertrag- oder Mehrwertsteuer. Unternehmen zahlen in den meisten Branchen 0 % Körperschaftsteuer, Banken und Versorger 10 bis 20 %. Diese Politik zielte darauf ab, internationale Unternehmen, Privatbanken und Fonds anzuziehen. Aktuell erwirtschaftet die Finanzwirtschaft rund 40 % des BIP von Guernsey.

Die Insel wurde deshalb vielfach auf internationalen „Steueroasen-Listen“ genannt und stand insbesondere von Seiten der EU und OECD unter Druck, ihre Transparenzregeln dem internationalen Standard anzupassen. Seit 2008 wurden daher einzelne Reformen (zum Beispiel „Null-Zehn“-Modell für Körperschaften) und Informationsaustauschabkommen umgesetzt, um die Konformität mit internationalen Anforderungen zu gewährleisten.

Während der Coronazeit führte Guernsey früh und eigenständig Maßnahmen ein, die an Schärfe andere britische Regionen deutlich übertrafen. Nach dem ersten auf der Insel registrierten „Fall“ im März 2020 wurde umgehend ein umfassender Lockdown angeordnet, der die Bewegungsfreiheit einschränkte und nicht essentielle Geschäfte schloss. Die Maßnahmen beinhalteten auch strenge Besuchsverbote in Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie die Umwandlung von Krankenhausbereichen zur intensivmedizinischen Versorgung. Erste Lockerungen erfolgten stufenweise ab Mai 2020, nachdem die Insel für mehrere Wochen keine neuen Fälle meldete. Phasenweise wurden Geschäfte, Schulen und Restaurants unter Einhaltung von Abstandsregeln wieder geöffnet. Die Insel setzte auf eine koordinierte Antwort durch die Civil Contingencies Authority (CCA) und hatte mit einem gut ausgestatteten Krankenhaus (Princess Elizabeth Hospital) eine vorteilhafte medizinische Infrastruktur. Die Corona-Vorschriften wurden im Verlauf je nach Infektionsgeschehen angepasst, wobei strenge Quarantänevorschriften für Einreisende über längere Zeit bestanden blieben. Bis 2025 gab es Booster-Impfprogramme und angepasste Maßnahmen, allerdings traten in der Zwischenzeit sukzessive Lockerungen bei Reise- und Isolationspflichten ein.

Verwaltung

Guernsey ist die zweitgrößte der britischen Kanalinseln. Die Kanalinseln sind weder ein Teil des Vereinigten Königreiches noch eine Kronkolonie, sondern sind als Kronbesitz (englisch crown dependency) direkt der britischen Krone unterstellt. Sie sind gesonderte Rechtssubjekte und nicht Teil der Europäischen Union.

Erstmals historisch belegt ist Guernsey im Jahr 867 als Teil der Bretagne. 933 wurde es dem Herzogtum Normandie angeschlossen. 1050 kam die Insel zur Diözese von Coutances. Im Jahr 1198 wurde die Lordship of the Isles eingerichtet, zu der alle Kanalinseln gehörten. Am 24. Juni 1204 wurde Guernsey ein englisches fiefdom (Lehen). 1205 und 1206 besetzten die Franzosen mehrmals die Insel. 1279 wurde das bis heute bestehende Bailiwick Guernsey geschaffen. Die Franzosen fanden sich damit jedoch nicht ab. Sie attackierten die Insel 1294 und okkupierten sie 1338 bis 1340. Auch Owen von Wales versuchte 1372 vergeblich die Insel zu unterjochen. 1481 garantierte eine päpstliche Bulle die Unabhängigkeit Guernseys, und die Grand Charter vom 15. März 1560 verlieh Guernsey einen autonomen Status. Während des Bürgerkriegs von 1642 bis 1660 stand die Insel auf Seiten des Parlaments. Von 30. Juni 1940 bis 9. Mai 1945 war Guernsey von deutschen Truppen besetzt. Anschließend stand die Insel von 12. Mai bis 25. August 1945 unter britischer Militärverwaltung, ehe der ursprüngliche Status wiederhergestellt wurde.


Herrschaftsgeschichte

  • um -400 bis -54 keltische Stammesgemeinschaft
  • -56 bis -27 Römische Republik (Res publica)
  • -27 bis September 260 Provinz Gallia Lugdunensis im Römischen Reich (Imperium Romanum)
  • September 260 bis Februar/März 274 Gallisches Reich (Imperium Galliarum)
  • März 274 bis 464 Provinz Gallia Lugdunensis im Römischen Reich (Imperium Romanum)
  • 464 bis 486 Reich des Syagrius in Nord-Gallien (Regnum Romanorum)
  • 486 bis 867 Königreich der Franken (Regnum Francorum)
  • 867 bis 933 Herzogtum Bretagne (Ducatus Britanniae) innerhalb des Königreichs Frankreich (Regnum Franciae bzw. Royaume des Francs)
  • 933 bis 8. Februar 1198 Herzogtum Normandie (Ducatus Normanniae) innerhalb des Königreichs Frankreich (Regnum Franciae bzw. Royaume des Francs)
  • 8. Februar 1198 bis 24. Juni 1204 Herrschaft über die Inseln (Lordship of the Isles) im Herzogtum Normandie (Ducatus Normanniae) innerhalb des Königreichs Frankreich (Regnum Franciae bzw. Royaume des Francs)
  • 24. Juni 1204 bis 1279 Lehen Guernsey (Fiefdom Guernsey) innerhalb des Königreichs England (Kingdom of England)
  • 1279 bis 13. Dezember 1487 Vogtei Guernsey (Bailiwick Guernsey) innerhalb des Königreichs England (Kingdom of England)
  • 13. Dezember 1487 bis 19 Mai 1649 Vogtei Guernsey (Bailiwick Guernsey) als Besitzung der britischen Krone (Crown Dependency)
  • 19. Mai 1649 bis 8. Mai 1660 Guernsey eigenständig innerhalb der Englischen Gemeinschaft (Commonwealth of England)
  • 8 Mai 1660 bis 2. Juli 1940 Vogtei Guernsey (Bailiwick Guernsey) als Besitzung der britischen Krone (Crown Dependency)
  • 1. Juli 1940 bis 9. Mai 1945 Besatzungsgebiet Britische Kanalinseln des Deutschen Reiches
  • 9. Mai bis 24. August 1945 Britische Militärverwaltung (British military administration)
  • seit 24. August 1945 Vogtei Guernsey (Bailiwick Guernsey) als Besitzung der britischen Krone (Crown Dependency)

Verfassung

Die Verfassung des Bailiwick of Guernsey ist keine kodifizierte Einzelverfassung im modernen Sinne, sondern ein komplexes Gefüge aus historischen Privilegien, königlichen Chartas, Gewohnheitsrecht und modernen Gesetzen, das seit 1204 besteht. Guernsey (einschließlich der abhängigen Inseln wie Alderney und Sark) ist eine Crown Dependency der britischen Krone, autonom in inneren Angelegenheiten, doch unter der Oberhoheit des britischen Monarchen (als Nachfolger des Herzogs der Normandie). Die Verfassung basiert auf der Kontinuität seit der normannischen Zeit und wurde durch Schlüsselreformen schrittweise modernisiert.

Der Ursprung liegt im Jahr 1204, als König Johann (King John) die kontinentalen Teile des Herzogtums Normandie an Philipp II. August von Frankreich verlor. Die Kanalinseln blieben jedoch loyal zur englischen Krone und wurden nie Teil des Königreichs Frankreich. Dies markiert den Beginn der besonderen verfassungsrechtlichen Stellung: Die Inseln behielten ihre normannischen Rechte, Bräuche und Institutionen (zum Beispiel Royal Court mit Bailiff und Jurats), während sie dem englischen König als Herzog der Normandie unterstanden. Frühe Dokumente wie die Constitutions of King John (um 1210 bis 1220) und das Précepte d'Assize (Guernsey, 13. Jahrhundert) sicherten lokale Gerichtsbarkeit, Verbot von Appellationen nach Rouen oder London in den meisten Fällen und die Beibehaltung alter Freiheiten. Spätere königliche Chartas (von Heinrich III., Eduard I. und anderen) bestätigten und erweiterten diese Privilegien, insbesondere die Autonomie in Justiz, Gesetzgebung und Steuern.

Bis ins 20. Jahrhundert blieb vieles auf Gewohnheitsrecht und Praxis basierend. Die States of Deliberation (das Parlament) entwickelten sich ab dem 15. Jahrhundert (möglicherweise früher) als beratendes und gesetzgebendes Gremium, bestehend aus Bailiff (als Präsident), Jurats, Rektoren und gewählten Deputies. Gesetze wurden als Projets de Loi verabschiedet, vom Bailiff promulgiert und zur Ratifizierung an den britischen Monarchen (via Privy Council) gesandt.

Eine zentrale Modernisierung erfolgte mit der Reform (Guernsey) Law, 1948, deren Projet de Loi am 28. August 1948 ratifiziert wurde (manchmal auch als Enactment am 18. August datiert, aber die königliche Sanktion erfolgte später). Dieses Gesetz kodifizierte erstmals detailliert die Struktur der States of Deliberation, Wahlverfahren, Deputies-Zahlen pro Parish (St Peter Port 13, Vale 5 undsoweiter), Wahlberechtigung und viele seit normannischer Zeit übliche Praktiken. Es war eine Reaktion auf den wachsenden Bedarf an klaren Regeln nach dem Zweiten Weltkrieg und formalisierte die parlamentarische Demokratie auf Guernsey. Die Reform Law von 1948 gilt bis heute als zentrales Verfassungsgesetz (mit zahlreichen Änderungen) und regelt unter anderem die Zusammensetzung der States (aktuell 38 Deputies von Guernsey + 2 Alderney-Repräsentanten = 40 Mitglieder), den Presiding Officer (Bailiff oder Deputy Bailiff) und Verfahrensregeln.

Die letzte tiefgreifende Verfassungsreform fand im Jahr 2004 statt. Durch die States of Guernsey (Reform) Law (bzw. Änderungen zur Reform Law 1948) wurde das Wahlsystem grundlegend umgestellt: Statt parish-basierter Vertretung (mit stark ungleicher Deputies-Verteilung) wurde Guernsey in sieben Wahlbezirke (constituencies) eingeteilt – St Peter Port North, St Peter Port South, Vale, Castel, St Sampson, West und South East – mit je 6 oder 7 Deputies (insgesamt 45 Deputies bis zu späteren Anpassungen; aktuell 38). Diese Reform zielte auf fairere Repräsentation ab, reduzierte die parish-Überrepräsentation und modernisierte das System für eine wachsende Bevölkerung. Sie trat mit der General Election 2004 in Kraft.

Seit 2004 gab es weitere Anpassungen, zum Beispiel die States Reform (Guernsey) Law, 2015, die Komitees (Ausschüsse) neu strukturierte, Delegationsregeln festlegte und die Zahl der Deputies auf 38 reduzierte (plus Alderney-Repräsentanten). Die States Committees (Constitution and Amendment) Law, 1991 (mit Änderungen) regelt die Bildung und Änderung von Komitees. Aktuelle Entwicklungen umfassen zum Beispiel die Reform (Guernsey) (Amendment) Law, 2024 oder die Publication of Official Notices Law, 2024, die kleinere Aspekte betreffen. Im Jahr 2026 wurde eine Bailiwick Commission eingerichtet (von Guernsey, Alderney und Sark gemeinsam), um die Beziehungen innerhalb der Bailiwick zu modernisieren – ein Hinweis darauf, dass die Verfassungsdebatte (z. B. zu Alderney-Integration oder zukünftiger Autonomie) weitergeht.

Legislative und Exekutive

Das Parlament des Bailiwick, États de Guernesey bzw. States of Guernsey, setzte sich bis 2004 zusammen aus dem Bailiff (Landvogt), der vom britischen König ernannt wird und das bürgerliche Oberhaupt Guernseys darstellt, ferner 12 Conseillers (Räte), die von einer komplexen Körperschaft aus 98 Personen in ihr Amt eingesetzt werden, 33 People's Deputies (Abgeordnete), die vom Volk gewählt werden, 10 Douzaines (Gemeindevertreter), die von den zehn Gemeinden bestimmt werden, und 2 Abgeordneten von Alderney. Seit 2004 besteht es aus 45 Delegierten, die alle vier Jahre in direkter Wahl gewählt werden. Zwei davon stellt die Insel Alderney.

Der Chief Minister ist Vorsitzender des Policy Council, der so etwas wie die Regierung von Guernsey bildet. Ausschüsse der States (States Committees) ersetzen Ministerien, wie sie andernortsc üblich sind.

Inseloberhaupt

Vertrete des formalen Staatsoberhaupts, des britischen Königs, ist der Lieutenant Governor (Vizegouverneur). Die tatsächliche Regierungsgewalt liegt in den Händen des Bailiff, worunter ein "Vogt" bzw. "Verwalter, Amtmann“ zu verstehen ist.


Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • um 1154 Sir Walter Dunker
  • um 1167 Sir Peter Cornet
  • um 1180 Robert de Haverlant
  • um 1199 Sir William Orseth

Lord of the Isles (Herr der Insel)

  • 1198 - 1199 John Plantagenet, Count of Mortian (1166 - 1216)

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1203 - 1206 Gregory Balizan (Balizon)
  • 1206 - 1207 Pierre de Préaux (um 1129 - 1212)
  • Aug 1207 - 1212 Philippe d’Aubigné I (Philippe d’Albini, † 1236)
  • 1220 - 1223 Philippe d’Aubigny II (Philippe d’Albini)
  • 1223 - 1226 Geoffrey de Lucy
  • 1226 - 1227  Richard, Baron Grey of Codnor
  • 1227 - 1229  Guillaume de St. Jean
  • 1229 - 1230  Richard, Baron Grey of Codnor [2] & John de Grey
  • 1230 - 1234  Philippe de Carteret & Amaury de Saint-Amand (1190 - 1241)
  • 1232 - 1234 Guillaume de St. Jean & Philippe d’Aubigné

Connetable (Gemeindevorsteher)

  • um 1232  Jean de Lambersard

Lord (Herr)

  • 1234 - 1240  Henry de Trubleville

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1234 - 1235 Nicholas de Meules
  • 1235  Gerard de Lampersand, Guillaume de Dampierre & William Blom
  • 1235 - 1240  Drew de Baretin
  • 1240 - 1241  William Boeles
  • 1241 - 1252  Drew de Baretin
  • 1252 - 1254  Richard, Baron Grey of Codnor

Lord (Herr)

  • 1254 - 1271  Prince Edward (1239 - 1307)

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1258 - 1260  Drew de Baretin [2]
  • 1262 - 1267  Sir Gilbert Talbot & Thomas Boulton
  • 1267 - 1269  William de Baretin
  • 1269 - 1270  Hugh de Trubleville
  • 1270 - 1274  Richard (warden)
  • 1271 - 1274  Arnaud Jean de Contivo
  • 1274  Jean Wyger
  • 1275 - 1277  Sir Otto de Grandison (warden, um 1245 - 1328)
  • 1275 - 1276  Raoul de Broughton
  • 1276 - 1278  Philippe Burnel

Lord (Herr)

  • 1277 - 1294  Sir Otto de Grandison

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1278 - 1281  Guillaume de St. Remi & Denis de Tilbury
  • 1282 - 1288  Renaut d’Ashwell
  • 1288 - 1290  Sir Stephen Wallard
  • 1290 - 1293  Guillaume de St. Remi [2]
  • 1294  Sir William Grandison & Henri de Bonvillars
  • 1294 - 1297  Henry de Cobham (1260 - 1339)
  • 1297 - 1298  Sir Nicholas de Cheney

Lord (Herr)

  • 1298 - 1328  Otto de Grandison [2]

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1298  Henri de Bonvillars
  • 1299 - 1302  Denis de Tilbury & Guillaume de Cosignton
  • 1302 - 1307  John Newent
  • 1306 - 1309  John de Ditton
  • 1309  Massey de la Court
  • 1309 - 1319  Drew Barentin & Sir Pierre de Petitfeu
  • 1319 - 1321  Pierre de Balmes
  • 1321 - 1324  Sir Gerard d’Oron
  • 1324 - 1326  Jean de Clyvedon
  • 1326 - 1327  Raoul Basset de Drayton & Jean de Roches
  • 1328 - 1330  Jean de Roches
  • 1330 - 1331  Pierre Bernard de Pynesole & Laurens de Gaillard
  • Aug 1331  Sir William Cheney
  • 1331 - 1333  Thomas, Baron Wake of Liddell
  • 1333 - 1337  Thomas Ferrers (um 1299 - 1353) & William, Baron Montacute
  • 1337 - 1340  Thomas Ferrers [2]
  • 1334 - 1336  Gautier de Weston (Walter de Weston)
  • 1338 Gautier de Weston [2]

Commandant (Französischer Kommandant)

  • Sep 1338 - Jul 1340  Nicholas Béluchet de Musy de La Lupe d‘Escrignolles (1288 - 1340)

Lord of Guernsey (Herr von Guernsey)

  • 8 Sep 1338 - 29 Okt 1340  Robert Viii Betrand de Briquebec, Baron de Briquebec (um 1273 - 1348)

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1340  Gautier de Weston [3]
  • 1341 - 1343  Thomas de Hampton
  • 1343 - 1348  Thomas Ferrers [3]
  • 1343 - 1347  Gautier de Weston [4]
  • 1347 - 1348  Sir Ralph de Harmesthorpe
  • 1348 - 1349  Robert Wyville & Thomas Clifford

Lords (Herren)

  • 1349 - 1354  John, Baron Mautravers
  • 1354 - 1356  William Stury
  • 1356 - 1357  Sir Thomas de Holland
  • 1358 - 1366  Sir Edmund de Cheney

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1356 - 1358  Sir Otto de Holland (sub-warden bis 1357)
  • 1357  Thomas de Langhurst
  • 1363  Guillaume de Birketon (William de Birketon)
  • 1364 John Le Marchant
  • 1365 Nicholas de Cheney (Chaeney)
  • 1367 - 1372  Walter Hewet
  • 1368 - 1371  Guillaume d’Asthorp (Wiliam Asthorpe)

Lords (Herren)

  • 1368 - 1371  Guillaume d‘Asthorp (William Asthorpe, † 1399)
  • 1371  John Coke

Commandant (französischer Kommandant)

Jun - Jul 1372  Yvon de Galles (Owain Lawgoch ap Tomas [Owen of Wales], französischer Kommandant)

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1372 - 1374  Sir Edmund Rose
  • 1372 - 1373  Ralph de Harmesthrope (sub-warden)
  • 1373 - 1374  Guillaume d‘Asthorp (William Asthorpe)
  • 1374  John Coke (sub-warden) [2]
  • 12 Aug 1374 - 1376  Thomas de Beauchamp, Earl of Warwick (1338/39 - 1401)
  • 1376 - 1393  Sir Hugh de Calverley
  • 1378  Jacques de Calverley
  • 1378 - 1382  Henri Rider (Ryther, Lieutenant)
  • 1384 - 1385  Roger Walden
  • 1393  Jacques de Golafre
  • 1393 - 1396  Sir John de Golafre of Langley
  • 1396 - 1405  Edward, Earl of Rutland (ab 1401 Edward, Duke of York, † 1415)
  • 11 Mai 1405 - 1405  Sir Jean de Lisle (1366 - 1408)
  • 1405  John Peraunt (sub-warden)
  • 1407 - 1415  Edward, Duke of York [2]
  • 1409 - 1412  Richard, Earl of Cambridge

Lords (Herren)

1415 - 1435  John, Duke of Bedford

1437 - 23 Feb 1447  Humphrey, Duke of Gloucester (1390 - 1447)

1447 - 1449  Lady Anne de Beauchamp [w] (um 1446 - 1449)

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1416  Henry Mulso (sub-warden)
  • 1436 - 1442  Sir John Bernard (warden)
  • 1444  Sir John Bernard (sub-warden)
  • 1447  John, Viscount Beaumont & Ralph Botiller, Lord Sudeley
  • 1448  William de la Pole, Duke of Suffolk
  • 1448  William Bertram (sub-warden)

Lord (Herr)

  • 1449 - 1459  Richard Neville, Earl of Warwick („the King-Maker”, 1428 - 1471)

Wardens bzw. Guardians (Verwalter)

  • 1460  Druet Le Marchant
  • 1466  Thomas de la Court (Lieutenant)
  • 1468 - 14 Apr 1471  Geoffrey Walsh, Seigneur de Hanoid (Captain)
  • 1452 - 1456  John Nanfan
  • 1456  Colin Otis
  • 1457  John Nanfan [2]
  • 1466  Thomad de la Court
  • 1468  Geoffrey Wallish
  • 1460  Druet Le Marchant
  • 1466 Thomas de la Court (Lieutenant, † 1470)
  • 1468 - 14 Apr 1471  Geoffrey Walsh, Seigneur de Handois (Captain, † 1471)

Lady (Herrin)

  • 1471 - 1487  Anne Beauchamp, Countess of Warwick [w]

Governors of Guernsey (Gouverneure von Guernsey)

  • 1476 - 1477  Edward de Courtney
  • 4 Nov 1477 - 1478  William de Courtney
  • 11 Feb 1478 - 1482  Sir John Ditchfield (Dichefeld, Sire Jean d'Ichfiled)
  • 24 Aug 1482 - 1485  Sir Edward Brampton (1444 - 1508)
  • 25 Jan 1485 - 1485  Thomas Rydley (Ridley)
  • 28 Nov 1485 - 1486  Edmund Weston (um 1436 - 1509) & Thomas de Saint-Martin († 1515)

Governors and Captains of Guernsey and Jersey (Gouverneure und Kapitäne von Guernsey und Jersey)

  • 5 Apr 1486 - 23 Jul 1487  Matthew Baker & David Phelps (Philips, † 1503/10)

Governors of Guernsey (Gouverneure von Guernsey)

  • Jul 1487 - 1505/06 David Phelps (Philips, ab 1503 Sir)
  • 1509 - 7 Aug 1541  Sir Richard Weston (1465 - 1541)
  • 1522 - 1533  Thomas Oglander
  • Okt 1533 - 1541  Sir Francis Weston (1511? - 1536)
  • 7 Aug 1541 - 1545  Sir Richard Long (1474 - 1546)
  • Mar 1545 - 1553 Sir Peter Mewtas (Mewtis, † 1562)
  • 25 Sep 1553 - 22 Mai 1560  Sir Leonard Chamberlain (um 1520 - 1560)
  • 25 Sep 1561 - 1570 Sir Francis Chamberlain (um 1542 - 1570)
  • 14 Apr 1570 - Feb 1610  Sir Thomas Leighton (1528 - 1610)
  • Feb 1610 - Mar 1621 George, Lord Carew of Clopton, Earl of Totnes (1555 - 1629)
  • 1 Jul 1621 - 20 Jan 1644  Henry Danvers, Lord Danvers (ab 5 Feb 1626 Earl of Danby, 1573 - 1644)
  • 29 Aug 1643 - 1649  Robert Rich, Earl of Warwick(e) [ernannt durch das Parlament] (1587 - 1658)
  • 20 Jan 1644 - Mai 1646  Sir Peter Osborne (Royalist, 1584 - 1653)
  • 29 Mai 1646 - Mai 1649  Sir Baldwin ake [amtierend] (Royalist, im Castle Cornet)
  • 1647 - 1649 James Harrison [amtierend, ernannt durch das Parlament]
  • Okt 1649 - 15 Dez 1651  Henry, Lord Percy, Baron percy of Alnwick (Royalist, um 1604 - 1659)
  • 22 Okt 1649 - 1650  Alban Coxe [ernannt durch das Parlament]
  • 26 Okt 1649 - 15 Dez 1651  Sir Roger Burgess [amtierend] (Royalist, im Castle Cornet)
  • 1650 - Apr 1651  Henry Sharp [ernannt durch das Parlament]
  • Apr 1651 - 1653 John Bingham [ernannt durch das Parlament] (1615 - 1673)
  • 1653 - 1654  John Clark [ernannt durch das Parlament]
  • 1654 - 1659  Charles Weaterhouse [amtierend, ernannt durch das Parlament]
  • 1659 - 28 Feb 1660  John Weaver [ernannt durch das Parlament]
  • 28 Feb 1660 - 2 Mai 1661  Henry Wansey(e) [amtierend, ernannt durch das Parlament]
  • 2 Mai 1661 - 22 Mai 1662  Sir Hugh Pollard (1603 - 1666)
  • 2 Mai 1661 - 1665  Christopher Lord Hatton of Kirby, Baron Hatton (1605 - 1670)
  • Feb 1665 - 4 Jul 1670  Sir Jonathan Atkins [amtierend] (1603 - 1702)
  • 4 Jul 1670 - Sep 1706     Christopher Hatton, Viscount Hatton of Gretton (1632 - 1706)
  • 21 Dez 1706 - 1711 Charles Churchill (1656 - 1714)
  • 17 Jun 1715 - 6 Sep 1732  Daniel Harvey, Lord Harvey (1664 - 1732)
  • 9 Okt 1732 - 7 Mai 1733  George Cholmondeley, Earl of Cholmondeley (1666 - 1733)
  • 18 Aug 1733 - 23 Jul 1737  Richard Sutton (1674 - 1737)
  • 6 Okt 1737 - 9 Aug 1739  Francis de la Rochefoucauld, Marquis de Montandre (1672 - 1739)
  • 9 Aug 1739 - 12 Mar 1742  John Graham [amtierend]
  • 12 Mar 1742 - 7 Feb 1750  Algernon Seymour, Lord Percy, Duke of Somerset (1684 - 1750)
  • 6 Apr 1750 - 13 Jun 1752  Sir John Louis Ligonier (1680 - 1770)
  • 13 Jun 1752 - 16 Mar 1766  John West, Earl de la Warr (1693 - 1766)
  • 17 Mar 1766 - 1 Okt 1770  Sir Richard Lyttelton (1718 - 1770)
  • Okt 1770 - 3 Aug 1797  Sir Jeffrey Amherst (ab 20 Mai 1776 Baron Amherst, 1717 - 1797)
  • 4 Okt 1797 - 14 Nov 1807  Charles Grey, Earl Grey of Howick (1729 - 1807)
  • 25 Nov 1807 - 26 Okt 1827  George Augustus Herbert Pembroke, Earl of Pembroke (1759 - 1827)
  • 5 Nov 1827 - 11 Dez 1834  Sir William Keppell (1752 - 1834)

Lieutenant governors (Vizegouverneure, amtierend für die jeweiligen Gouverneure bis 1834)

  • 1488 - 1490   John Apris
  • 1503  David Philip
  • 1509 - 1522  Oliver Oglander († 1536)
  • 1522 - 1533  Thomas Oglander
  • 1551 - 1570  Thomas Compton
  • 1580 - 1588  Thomas Wigmore
  • 1591  George Paulet
  • 1600  Edward la Zouche, Baron Zouche (1556 - 1625)
  • 1605 - 1608  Peter Carey
  • 1610 - 1620  Sir Amice de Carteret (1559 - 1631)
  • 1620  Thomas Andros
  • 1621 - 20 Jan 1644  Sir Peter Osborne
  • 1632  Peter de Beauvoir (stellvertretender Vizegouverneur)
  • 1643 - 1649  Robert Russell [ernannt durch das Parlament]
  • 1644 - 1646  Nathaniel Darrell [ernannt durch die Königstreuen]
  • 28 Mai 1646 - Mai 1649  Sir Baldwin Drake [ernannt durch die Königstreuen]
  • 1647 - 1650  James Harrison [ernannt durch das Parlament]
  • 26 Okt 1649 - 15 Dez 1651  Sir Roger Burgess [ernannt durch die Königstreuen]
  • 1650  Henry Sharp [ernannt durch das Parlament]
  • 1653 - 1654  John Clark
  • 1654 - 1659  Charles Waterhouse [ernannt durch das Parlament]
  • 1659 - 28 Feb 1660 John Weaver (stellvertretender Gouverneur)
  • 28 Feb - 24 Apr 1660  Henry Wanseye (stellvertretender Gouverneur)
  • 24 Apr 1660 - 2 Mai 1661  Henry Sharp [2]
  • 1661 - 1664  Nathaniel Darrell, Jr.
  • 1664 - 1680  William Sheldon (1609 - 1680)
  • 1681  George Lyttleton
  • 1684  Charles Hatton
  • 1685  Charles Macarty
  • 1687 - 1688  John Legge
  • 1688  Sidney Godolphin (1652 - 1732)
  • 1689 - Dez 1703 Bernard Ellis († 1703)
  • 1704 - 1706  Sir Edmund Andros (1637 - 1714)
  • 1707  Oliver Hetherington
  • 1711 - 1726  Giles Spicer (1647 - um 1735)
  • 1726 - 1735  Louis Dollon
  • 1735 - 1745  John Graham
  • 1745 - 1756  Charles Strahan († 1757)
  • 1756 - 1776  Sir John Mylne (um 1701 - 1791)
  • 1776 - 1783  Paulus Aemilius Irving (1751 - 1828)
  • Feb 1784 - Jun 1793  William Brown
  • Jun - Okt 1793 Thomas Dundas (1741 - 1820)
  • Okt - Dez 1793 James Henry Craig (1748 - 1812)
  • 24 Dez 1793 - 17 Mar 1796  John Small (1726 - 1796)
  • Mar 1796 - 1802 Sir Hew Whitefoord Dalrymple (1750 - 1830)
  • 29 Jul 1803 - 1816 Sir John Doyle (1750 - 1834)
  • Apr 1816 - 1821 Henry Bayley (Bailey, 1769 - 1846
  • 23 Jul 1821 - Aug 1828  John Colborne, Baron Seaton (1778 - 1863)
  • 14 Aug 1828 - 1837 John Dawes Ross (1769 - 1843)

Lieutenant Governiors and Colonels of the Staff (Vizegouverneure und Truppenkommandanten)

  • 1 Apr 1837 - 1842  Sir James Dawes Douglas (1785 - 1862)
  • Feb 1842 - Dez 1847 Sir William Francis Patrick Napier (1785 - 1860)
  • 24 Jan 1848 - 30 Jun 1854  Sir John Bell (1782 - 1876)
  • 1 Aug 1854 - 10 Mai 1855  William Thomas Knollys (1797 - 1883)
  • 22 Nov 1855 - 1 Apr 1859  George Judd Harding (1788? - 1860)
  • 1 Apr 1859 - 1 Apr 1864  Marcus John Slade (1801 - 1872)
  • 1 Apr 1864 - 1 Mai 1869  Charles Rochfort Scott (um 1795 - 1872)
  • 1 Mai 1869 - 1 Mai 1874  Edward Charles Frome (1802 - 1890)
  • 1 Mai 1874 - 30 Apr 1879  Saint George Gerald Foley (1814 - 1897)
  • 1 Mai 1879 - 10 Okt 1883  Alexander Abercromby Nelson (1816 - 1893)
  • 10 Okt 1883 - 1 Nov 1885  Henry Andrew Sarel (1823 - 1887)
  • 1 Nov 1885 - 21 Feb 1889  John Henry Ford Elkington (1830 - 1889)
  • 21 Mar 1889 - 1894  Edward Gascoyne Bulwer (1829 - 1910)

Lieutenant Governiors and Commanding the Troops (Vizegouverneure und Truppenkommandanten)

  • 16 Mar 1894 - 1899  Nathaniel Stevenson (1840 - 1911)
  • 16 Mar 1899 - 1903  Michael Henry Saward (1840 - 1928)
  • 1 Apr 1903 - 1908  Barrington Bulkeley Douglas Campbell (1845 - 1918)
  • 1 Apr 1908 - 1911  Robert Auld (1848 - 1911)
  • 10 Mai 1911 - 1914  Edward Owen Fisher Hamilton (1854 - 1944)
  • 8 Apr 1914 - 1914  Henry Merrick Lawson (1859 - 1933)
  • 18 Nov 1914 - 1918  Reginald Clare Hart (1848 - 1931)
  • 8 Jun 1918 - 1920  Launcelot Edward Kiggell (1862 - 1954)
  • 23 Jun 1920 - 1925  John Edward Capper (1861 - 1955)
  • 1 Jul 1925 - 1929  Sir Charles John Sackville-West (ab 1928 Baron Sackville, 1870 - 1962)
  • 5 Jun 1929 - 1934  Sir Edward Henry Willis (1870 - 1961)
  • 5 Jun 1934 - 1939  Edward Nicholson Broadbent (1875 - 1944)
  • 5 Jun 1939 - 7 Jun 1940  Alexander Patrick Drummond Telfer-Smollet (1884 - 1954)
  • 7 - 21 Jun 1940  John Randle Minshull-Ford (1881 - 1948)
  • 21 - 25 Jun 1940  Victor Gosselin Carey [amtierend] (1871 - 1957)

Presidents of the Controlling Committee of the States of Guernsey (Präsidenten des Kontrollkomitees des Parlamentns vokn Guernsey)

  • 25 Jun - 21 Okt 1940  Ambrose James Sherwill (1890 - 1968)
  • 21 Okt 1940 - 25 Aug 1945  John Leale [amtierend bis 30 Dez 1940] (1892 - 1969)

Inselkommandanten

  • 30 Jun - 1 Jul 1940 Friedrich Hessel
  • 1 Jul - 15 Sep 1940 Albrecht Lanz (1898 - 1942)
  • 15 Sep 1940 - 1 Apr 1941  Friedrich Eduard Hellmuth Bandelow
  • 28 Jun 1941 - 31 Aug 1943  Erich Reinhard Müller (1889 - 1960)
  • 1 Sep 1943 - 5 Mar 1944  Rudolf Graf von Schmettow (1891 - 1970)
  • 5 Mar - 9 Mai 1945  Rudolf Wulf (1905 - 1972)

Festungskommandanten

  • 9 Aug - 18 Sep 1940     Wilhelm Kratzer
  • 18 Sep 1940 - 5 Mar 1944  Fritz Bandelow
  • 13 Mar - 9 Mai 1945  Siegfried Ludwig August Friedrich Johann Paul Heine (1883 - 1975)

Platzkommandanten Guernsey

  • 1940 - 1945  Richard Brosch (1897? - 1949)
  • 1945 - 9 Mai 1945 Rudolf Reich

Head of the British Military Government of Guernsey (Oberhaupt der britischen Militärverwaltung von Guernsey)

  • 12 Mai - 25 Aug 1945  Charles Gage Stuart (1887 - 1970)

Lieutenant governors and Commanders-in-Chief of the Island of Guernsey and its Dependencies (Vize-Gouverneure)

  • 25 Aug 1945 - 1953  Philip Neame (1888 - 1978)
  • 16 Okt 1953 - 1958  Thomas Walker Elmhirst (1895 - 1982)
  • 11 Dez 1958 - 1964  Sir William Geoffrey Arthur Robson (1902 - 1989)
  • 16 Jan 1964 - 1969  Sir Cyril Frederick Charles Coleman (1903 - 1974)
  • 30 Mai 1969 - 1974  Sir Charles Piercy Mills (1914 - 2006)
  • 4 Okt 1974 - 1980  Sir John Edward Ludgate Martin (1918 - 2011)
  • 22 Apr 1980 - 1985  Sir Peter de Lacey Le Cheminant (1920 - 2018)
  • 2 Aug 1985 - 1990  Sir Alexander Crawford Simpson Boswell (* 1928)
  • 22 Okt 1990 - 25 Apr 1994  Sir Michael Compton Lockwood Wilkins (1933 - 1994)
  • 6 Sep 1994 - Apr 2000  Sir John Francis Coward (1937 - 2020)
  • 25 Apr 2000 - 28 Sep 2005  Sir John Paul Foley (* 1939)
  • 28 Sep - 18 Okt 2005 Geoffrey Robert Rowland [amtierend] (* 1948)
  • 18 Okt 2006 - 23 Feb 2011  Sir Fabian Malbon (* 1946)
  • 23 Feb - 15 Apr 2011 Geoffrey Robert Rowland [2, amtierend]
  • 15 Apr 2011 - 6 Sep 2015  Peter Brett Walker (1949 - 2015)
  • 6 Sep 2015 - 14 Mar 2016  Sir Richard John Collas [amtierend] (* 1953)
  • 14 Mr 2016 - 24 Nov 2021  Ian Fergus Corder (* 1960)
  • 24 Nov 2021 - 15 Feb 2022  Richard James McMahon [amtierend] (* 1962)
  • seit 15 Feb 2022  Richard John Cripwell (* 1962)

Bailiffs (Vögte)

  • 1264  Gautier de la Salle
  • 1270 - 1277  Hugh de Trubleville
  • 1278 - 1281  Guillaume de St. Remi († 1295)
  • 1282 - 1288/89 Renaut de Ashwell
  • 1288/89 - 1296 Guillaume de St. Remi [2]
  • 1297 - 1298  Sir Nicholas de Cheney
  • 1298 - 1299  Pierre Le Marchant
  • 1299 - 1300  Radulphus De Gand
  • 1300 - 1301  Robert Comberwell
  • 1301 - 1302  Radulph de Haverland
  • 1302 - 1303  John de Newent
  • 1303 - 1304  Radulphus Gaultier
  • 1304 - 1305  Pierre Le Marchant
  • 1305 - 1310  Massey de la Court
  • 1310 - 1311  James de Vinchelez
  • 1311 - 1313  Robert Le Gay
  • 1313 - 1315  Gaultier de la Hogue
  • 1315 - 1317  Massey de la Court [2]
  • 1317 - 1318  Pierre Le Marchant [2]
  • 1318 - 1319  Massey de la Court [3]
  • 1319 - 1320  Robert Le Gay [2]
  • 1320 - 1321  Radulphus Gaultier
  • 1321 - 1322  John Le Marchant
  • 1322 - 1323  James de Vinchelez [2]
  • 1323 - 1324  William Le Petit
  • 1324 - 1325  Guillaume de Souslemont
  • 1325 - 1325/26  William Le Petit [2]
  • 1325/26 - 1327  Pierre de Garis
  • 1327 - 1328  Henry de St. Martin
  • 1328 - 1329  Radulphus Le Gay
  • 1329 - 1330  Radulphus Cokerel
  • 1330 - 1331  Geoffrey de la Hogue
  • 1331 - 1331/32  Thomas d’Esterfield
  • 1331/32 - 1340  Radulphus Le Gay [2]
  • 1340 - 1356  Jean de la Lande
  • 1357 - 1383  John Le Marchant
  • 1384 - 1387  John Nicholas (Nicolle)
  • 1387 - 1411  Gervais de Clermont
  • 1412 - 1432  James Coquerel
  • 1433 - 1445  Thomas de la Court
  • 1446 - 1447  John Henry
  • 1447 - 1465  Guillaume Cartier
  • 1466 - 1470  Thomas de la Court [2]
  • 1470 - 1479  Pierre de Beauvoir
  • 1480 - 1481  Edmund de Cheney
  • 1481 - 1482  Nicholas Fouaschin (Fashion)
  • 1483 - 1498  John Blondel
  • 1499 - 1510  John Martin
  • 1511 - 1537  James Guille
  • 1538 - 1544  Thomas Compton
  • 1545 - 1549  John Haryvell
  • 1549 - Okt 1563  Helier Gosselin (1505 - 1580)
  • Okt 1563 - 1570  Thomas Compton [2]
  • 1571 - 1581  Guillaume de Beauvoir
  • 1581 - 1588  Thomas Wigmore
  • 1588 - 1601  Louis de Vic (um 1540 - 1607)
  • 1601 - 1631  Sir Amice de Carteret
  • 1631 - 1644  John de Quetteville (1643 als Royalist entmachtet; in Opposition Feb-Dez 1647, 1574 - um 1648)
  • 24 Dez 1644 - 1651  Pierre de Beauvoir, Seigneur des Granges (1599 - 1678)
  • 1652 - Okt 1653  Pierre de Beauvior, Seigneur des Granges [2]
  • Nov 1653 - 11 Feb 1656  Jurats (jeweils für einen Monat)
    • John (Jean) Faurtrart (Nov 1653, Sep 1654)
    • Peter (Pierre) Carey (Dez 1653, Nov 1654, Okt 1655)
    • John (Jean) Bonamy (Jan 1654, Dez 1654, Nov 1655)
    • James (Jacques) le Marchant (Feb 1654, Jan 1655)
    • James de Havilland (Mar 1654, Feb 1655, 1612 - 1674)
    • John (Jean) de Sausmarez (Apr 1654, Mar 1655, Dez 1655)
    • John (Jean) de Quetteville (Mai 1654, Apr 1655, Jan 1656)
    • Andrew (André) Monamy (Jun 1654, Mai 1655, Feb - 11 Feb 1656, 1612 - 1680)
    • John (Jean) le Mesurier (Jul 1654, Jun 1655)
    • James (Jacques) Guille (Aug 1654, Jul 1655)
    • Josué Gosselin (Okt 1654)
    • Philip Baudain (Aug 1655)
    • Pierre de Beauvoir (Sep 1655)
  • 11 Feb 1656 - 1660  Pierre de Beauvoir [3]
  • 1660 - 1661  Josué Gosselin [amtierend]
  • 1661 - 1674  Amias Andros (1610 - 1674)
  • 1674 - 24 Feb 1714  Sir Edmund Andros
  • 1714 - 1728  Jean de Sausmarez (1706 - 1773)
  • 1728 - 13 Sep 1751  Josué Le Marchant (um 1678 - 1751)
  • 1752 - Dez 1757  Eleazar Le Marchant (1680/87 - 1757)
  • 1758 - 1771  Samuel Bonamy († 1771)
  • 1771 - 19 Nov 1800 William Le Marchant (1721 - 1800)
  • Nov 1800 - 1810 Robert Porrett Le Marchant (um 1749 - 1840)
  • 7 Apr 1810 - 14 Apr 1821  Sir Peter de Havilland (1747 - 1821)
  • 27 Apr 1821 - 24 Sep 1842  Daniel de Lisle Brock (1762 - 1842)
  • 28 Nov 1842 - 3 Jun 1845  Jean Guille (1788 - 1845)
  • 28 Jun 1845 - Mai 1883  Sir Peter Stafford Carey (1803 - 1886)
  • 23 Jul 1883 -19 Jun 1884  John de Havilland Utermarck (1818 - 1884)
  • 19 Jun 1884 - 1895  Sir Edgar McCulloch [amtierend bis 26 Sep 1884] (ab 8 Mai 1886 Sir, 1808 - 1896)
  • 22 Jul 1895 - 1902 Thomas Godfrey Carey (ab 27 Jun 1900 Sir, 1832 - 1906)
  • 1 Feb 1902 - 1908 Sir Henry Alexander Giffard (1838 - 1927)
  • 23 Mai 1908 - 27 Jul 1915  William Carey (ab 1 Jan 1915 Sir, 1853 - 1915)
  • 25 Okt 1915 - 15 Dez 1922  Sir Edward Chepmell Ozanne (1852 - 1929)
  • 15 Dez 1922 - 1 Okt 1929  Sir Havilland Walter de Sausmarez (1861 - 1941)
  • 1 Okt 1929 - 12 Jul 1935  Arthur William Bell (1868 - 1935)
  • 12 Jul 1935 - 27 Feb 1946  Victor Gosselin Carey (ab 1945 Sir, Aug 1940 - Mai 1945 unter deutscher Okkupöationsverwaltung)
  • 27 Feb 1946 - 13 Feb 1959  Ambrose James Sherwill (ab 1949 Sir)
  • 13 Feb 1959 - 27 Jul 1973  William Henry Arnold (ab 1963 Sir, 1903 - 1973)
  • 27 Jul 1973 - 6 Aug 1982  John Henry Loveridge (ab 1975. Sir, 1912 - 1994)
  • 6 Aug 1982 - 18 Feb 1992  Charles Keith Frossard (ab 20 Jul 1983 Sir, 1922 - 2012)
  • 18 Feb 1992 - 28 Mar 1999  Graham Martyn Dorey (ab 28 Okt 1992 Sir, 1932 - 2015)
  • 28 Mar 1999 - 15 Jun 2005  de Vic Graham Carey (ab 1 Jan 2002 Sir, * 1940)
  • 16 Jun 2005 - 23 Mar 2012  Geoffrey Robert Rowland (ab 13 Jun 2009 Sir)
  • 23 Mar 2012 - 9 Mai 2020  Richard John Collas (ab 14 Jun 2014 Sir, * 1958)
  • seit 9 Mai 2020  Richard James McMahon [amtierend bis 11 Mai 2020] (* 1962)

Chief ministers (Oberste Minister)

  • 1 Mai 2004 - 5 Mar 2007  Laurence „Laurie“ Charles Morgan (1930 - 2018)
  • 5 Mar 2007 - 1 Mai 2008  Michael „Mike“ W. Torode (1941? - 2024)
  • 1 Mai 2008 - 1 Mai 2012  Lyndon Sean Trott (* 1964)
  • 1 Mai 2012 - 12 Mar 2014  Peter Harwood (* 1947)
  • 12 Mar 2014 - 4 Mai 2016  Jonathan Paul Kle Tocq (* 1964)

Presidents of the Policy and Resources Committee (seit 26 Mai 2016 Chief minister)

  • 4 Mai 2016 - 16 Okt 2020  Gavin St. Pier (* 1967)
  • 16 Okt 2020 - 13 Dez 2023  Peter Ferbrache (* 1951)
  • 13 Dez 2023 - 2 Jul 2025  Lyndon Sean Trott
  • seit 2 Jul 2025 Lindsay de Sausmarez [w] (* 1978?)

Politische Gruppierungen

Auf Guernsey existieren keine politischen Parteien; jeder Kandidat macht seine eigene Wahlpropaganda. Das Fehlen einer offiziellen Opposition ist von aussenstehenden Kritikern schon als Zeichen politischer Unreife ausgelegt worden. Die Inselbewohner schliessen sich aber dieser Meinung keineswegs an: Politik ohne Parteien hat Guernsey ungewöhnliche politische Stabilität beschert, denn so besteht keine Gefahr, dass eine Wahl einen Regierungsumschwung oder einen Wechsel von rechts nach links bringen könnte.

Alle vier Jahre werden die Mitglieder des Parlaments gewählt. Wahlberechtigt sind alle Bürger über 18 Jahrne. Die letzten Wahlen fanden am were held in 23. April 2008 statt. Angegeben wurden insgesamt 18.576 Stimmen, was eine Wahlbeteiligung von 40,58 % ergibt. Gültig waren 45.772 Stimmzettel. Insgesamt 26 von 28 Delegierten wurden wieder, 19 neu gewählt.

Das Wappen Guernseys ist ein rotes Schild mit drei englischen Löwen auf einem roten Schild, welches von einem kleinen Blätterzweig überragt wird. Das Wappen Guernseys ist denen der Normandie, Jerseys und Englands sehr ähnlich.

Justizwesen und Kriminalität

Guernsey besitzt die volle Gerichtshoheit. Die Justiz ist ein eigenständiges System mit Wurzeln im normannischen Gewohnheitsrecht, ergänzt durch Prinzipien aus dem englischen Common Law und französischem Recht. Es umfasst mehrere Gerichte, deren wichtigste der Royal Court of Guernsey ist, der sowohl Zivil- als auch Strafsachen oberster Instanz behandelt.

Der Bailiff ist der höchste Richter und Gerichtspräsident, zugleich auch Vorsitzender des Parlaments der Insel (States of Guernsey) und hat sowohl richterliche als auch repräsentative Aufgaben. Er wird von einem Deputy Bailiff unterstützt. Die Positionen sind vom britischen Kronbesitz ernannt.

Hauptgericht der Insel, zuständig für alle ernsten Strafsachen (Mord, Raub, schwere Vergehen) und wichtige Zivilfälle. Der Royal Court setzt sich zusammen aus dem Bailiff (bzw. dessen Stellvertreter) und 12 Jurats („Geschworene“). Letztere sind ehrenamtliche Laienrichter ohne spezifische juristische Ausbildung, gewählt von der States of Election. Sie agieren als Geschworene (richterliche Beurteiler von Tatsachen) und stellen auch das Strafmaß bei Strafsachen fest. Jurats entscheiden mit einfacher Mehrheit.

Das Magistrates' Court (Bezirksgericht) behandelt weniger schwere Straftaten. Es gibt spezielle Tribunale für Kinder-, Planungs-, Steuer-, Sozial- und Gesundheitsangelegenheiten. Die Guernsey Court of Appeal behandelt Rechtsmittel, danach ist noch die Judicial Committee of the Privy Council in London die letzte Instanz.

Die Crown Law Officers (H.M. Procureur, H.M. Comptroller) sind zuständig für Strafverfolgung und Rechtsberatung der Regierung. Der staatliche Rechtshilfedienst stellt in bestimmten Fällen kostenlosen oder vergünstigten Rechtsbeistand bereit.

Guernsey verzeichnet generell eine niedrige Kriminalitätsrate, die Polizei ist für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit zuständig und arbeitet eng mit den Gerichten zusammen. Das Strafvollzugssystem (Guernsey Prison) legt Wert auf Resozialisierung und Verhaltensänderung.

Internationale Beziehungen

Guernsey ist eng mit Großbritannien und Frankreich verbunden, aber nicht Mitglied der Europäischen Union. Es pflegt besondere Verbindungen zu Jersey und zur Isle of Man. Seit 1997 betreibt der Inselstaat eine Städtepartnerschaft mit Biberach an der Riß (Baden-Württemberg) in Deutschland.

Flagge und Wappen

Die Flagge und das Wappen des Bailiwick of Guernsey sind zentrale Symbole der Identität der Kanalinsel und spiegeln ihre einzigartige historische Position wider: als Überbleibsel des Herzogtums Normandie, loyal der englischen Krone seit 1204, und als autonome Crown Dependency. Beide Embleme verbinden normannisches Erbe mit der Bindung an England bzw. Großbritannien und wurden erst relativ spät offiziell festgelegt, um Verwechslungen (insbesondere mit England) zu vermeiden.

Die Flagge von Guernsey ist seit 1985 das offizielle nationale Symbol der Bailiwick. Sie wurde am 30. April 1985 durch einen Order in Council (mit Royal Warrant von Königin Elizabeth II.) angenommen und erstmals am 9. Mai 1985 – dem 40. Jahrestag der Befreiung von der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg – gehisst. Vor 1985 gab es keine eigenständige offizielle Flagge; stattdessen wurde der rote St.-Georgs-Kreuz (Cross of St George) auf weißem Grund verwendet, der identisch mit der Flagge Englands ist. Dies führte zu Verwechslungen, etwa bei internationalen Sportveranstaltungen wie den Commonwealth Games oder Island Games, wo England und Guernsey nebeneinander auftraten.

Das Design der heutigen Flagge besteht aus:

  • Einem weißen Grund (Argent),
  • einem durchgehenden roten St.-Georgs-Kreuz (Cross Gules), das die verfassungsrechtliche Bindung an die englische Krone symbolisiert (Guernsey ist seit 1204 dem englischen Monarchen als Herzog der Normandie unterstellt),
  • einem goldenen normannischen Kreuz (Guernsey Cross) darübergelegt, das die historische Verbindung zum Herzogtum Normandie darstellt. Dieses goldene Kreuz ist eine stilisierte Darstellung des Kreuzes auf dem Banner (Gonfanon) von Wilhelm dem Eroberer (William the Conqueror), wie es auf dem Bayeux-Teppich abgebildet ist – ein Artefakt, das die normannische Eroberung Englands 1066 dokumentiert.

Das goldene Kreuz hat typischerweise leicht ausgestellte (pattée-ähnliche) Enden und ist zentriert auf dem roten Kreuz platziert, ohne die Ränder zu berühren. Das Verhältnis der Flagge beträgt meist 2:3 oder 3:5 (je nach Quelle). Es gab Überlegungen, das Wappen der Bailiwick auf das St.-Georgs-Kreuz zu setzen, doch dies wurde verworfen, da das Wappen aus der Ferne nicht erkennbar gewesen wäre. Die Flagge wird stolz auf öffentlichen Gebäuden, bei offiziellen Anlässen und von Guernsey-registrierten Schiffen (als Zivilflagge oder Red Ensign-Variante mit dem goldenen Kreuz im Flugteil) geführt. Sie unterstreicht die doppelte Identität: normannisch und britisch.

Das Wappen (Coat of Arms) der Bailiwick of Guernsey ist ein offizielles Symbol, das noch älter ist und stark an die Wappen von England, Jersey und der Normandie angelehnt ist. Es zeigt:

  • Einen roten Schild (Gules),
  • drei goldene Leoparden (oder Löwen passant guardant, also schreitend und frontal blickend; Or, armed and langued Azure – mit blauen Zungen und Krallen),
  • darüber einen grünen Zweig (Sprig oder Rameau, oft als Ginster- oder Besenginsterzweig interpretiert).

Die drei Leoparden stammen ursprünglich aus den königlichen Armen Englands (seit Richard Löwenherz) und gehen auf normannische Wurzeln zurück (ursprünglich zwei Leoparden in der Normandie, später drei). Guernsey erhielt dieses Design bereits 1279 durch König Eduard I., der ein einheitliches Siegel für die Kanalinseln sandte, das die drei Löwen zeigte. Ab 1290/91 gibt es Belege für ein eigenes Siegel der Insel mit diesem Motiv, ergänzt um eine Umschrift „S'Ballivie Insule De Gernereye“ (Das Bailiwick der Insel Guernsey). Der grüne Zweig oben auf dem Schild unterscheidet es von den englischen und den Jersey-Wappen: Er diente ursprünglich als Trennzeichen (Stop) zwischen Anfang und Ende der Umschrift auf dem Siegel und wurde später als fester Bestandteil übernommen. König Eduard VII. genehmigte 1906 die Nutzung des Schildes ohne Umschrift als offizielle Arms der Bailiwick. Im Gegensatz zur Flagge ist das Wappen traditionell und wird auf offiziellen Dokumenten, Siegeln, Gebäuden (z. B. Royal Court) und in repräsentativen Kontexten verwendet. Es symbolisiert die Kontinuität seit der normannischen Zeit und die königliche Autorität.


Nationale Symbole:

  • Farbe:  rot
  • Pflanze:  Guernsey lily (Guernsey-Lilie, nerine sarniensis)
  • Tier:  lion (Löwe, panthera leo)
  • Motto:  Dieu et mon droit („Gott und mein Recht“)
  • Held:  -

Hymne

Die Hymne von Guernsey heißt Sarnia Cherie („Liebes Guernsey“ oder „Guernsey, meine Liebe“). „Sarnia“ ist der traditionelle lateinische Name der Insel Guernsey, der bereits in römischen Zeiten verwendet wurde und bis heute als poetische Bezeichnung für die Insel steht. Der Text wurde 1911 von George Deighton verfasst, einem Engländer, der als Theatermanager nach Guernsey gezogen war und die Worte als gefühlvollen Abschied schrieb, bevor er die Insel vorübergehend verließ. Im selben Jahr komponierte der italienische Musiker Domenico Santangelo die melancholisch-romantische Melodie im Walzertakt, die dem Lied seinen charakteristischen, sehnsuchtsvollen Klang verleiht. Das Stück wurde erstmals Ende 1911 im Theater aufgeführt und gewann schnell an Popularität.

Sarnia Cherie drückt eine tiefe emotionale Verbundenheit mit der Heimatinsel aus – die Schönheit der Landschaft, das Meer, die Kindheitserinnerungen und eine fast schmerzliche Sehnsucht, wenn man fern der Insel ist. Es handelt sich weniger um eine offizielle Nationalhymne im strengen Sinne (Guernsey als britische Kronbesitzung hat offiziell „God Save the King/Queen“ als Hymne), sondern um eine inoffizielle, aber stark emotional verankerte National- und Volksweise, die von der Bevölkerung als ihre wahre Hymne betrachtet wird.

Das Lied wird bei zahlreichen offiziellen und kulturellen Anlässen gesungen, darunter:

  • Liberation Day am 9. Mai (Jahrestag der Befreiung von der deutschen Besatzung 1945),
  • den Island Games,
  • lokalen Festen,
  • Sportveranstaltungen,
  • Schulfeiern und
  • vielen anderen Gelegenheiten, bei denen Guernsey-Identität gefeiert wird.

Besonders während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung (1940 bis 1945) gewann „Sarnia Cherie“ symbolische Bedeutung. Viele Inselbewohner, die evakuiert worden waren, sangen es in England als Ausdruck von Heimweh und Hoffnung. Auf der besetzten Insel selbst wurde es heimlich gesungen oder im Gedächtnis bewahrt – es stand für Widerstand, Zusammenhalt und die unzerbrechliche Bindung an die Heimat.

Der bekannteste und meistgesungene Teil ist der Refrain (Chorus), der in etwa so lautet:

  • Sarnia Cherie, Gem of the sea, Home of my childhood, my heart longs for thee. Thy voice calls me ever, forget thee I'll never, Island of beauty, Sarnia Cherie.

Die vollständigen englischen Strophen beschreiben unter anderem, wie der Autor die Insel zunächst unterschätzte, fortging, in der Ferne ihren wahren Wert erkannte und nun mit schmerzlichem Heimweh zurückkehrt.

Das Lied ist ursprünglich vollständig auf Englisch verfasst – der dominanten Sprache auf Guernsey. Erst deutlich später, nämlich 2012, entstand eine offizielle Version in Guernésiais (auch Dgèrnésiais geschrieben), dem traditionellen normannischen Dialekt der Insel, der vom Aussterben bedroht ist. Diese Guernésiais-Fassung wurde geschaffen, um das kulturelle Erbe und die lokale Sprache zu stärken und zu bewahren. Sie wird heute bei manchen Anlässen parallel oder alternativ gesungen, besonders wenn der Fokus auf der normannischen Identität liegt.

Eine Passage aus der Guernésiais-Version lautet beispielsweise sinngemäß ähnlich wie der Refrain

  • Sarnia Chérie, ma chière patrie, D’l’île dé ma nèissance, mon tcheur a envie. Ta vouaix m’appeule terjours, et j’pense à té chaque jour, Ile plloinne dé biautai, Sarnia Chérie.

Hauptstadt

Ursprünglich war Castel (heute die Pfarrei Castel im Nordwesten der Insel) der wichtigste administrative und wirtschaftliche Mittelpunkt der Insel. Dies hing mit der mittelalterlichen Struktur zusammen: Castel besaß eine zentrale Lage, eine große Pfarrkirche (Notre-Dame de la Délivrance / St Marie de Castel, geweiht 1203) und war vermutlich schon in früheren Zeiten ein zentraler Treffpunkt. Es wird vermutet, dass der Name „Castel“ auf ein römisches castellum oder eine frühmittelalterliche Befestigung hinweist – archäologische Funde römischer Ziegel und Keramik in der Gegend unterstützen diese These. In der Frühzeit der normannischen Herrschaft (nach 1066) diente Castel wahrscheinlich als Hauptort für Märkte, Versammlungen und lokale Verwaltung, da die Insel damals noch stark landwirtschaftlich und dezentral organisiert war.

Der entscheidende Wandel kam im Hochmittelalter, als der Handel – besonders der Weinhandel mit der Gascogne und England – zunahm. Guernsey lag strategisch günstig im Ärmelkanal, und der natürliche, geschützte Hafen an der Ostküste (die heutige Bucht von Saint Peter Port) wurde immer wichtiger. Bereits im 13. Jahrhundert begann man, den Hafen auszubauen: Ende des 13. Jahrhunderts entstand ein erster Kai (quay), und Castle Cornet – die mächtige Festung auf dem vorgelagerten Felsen – wurde ab 1204/06 errichtet, um den Hafen und den Handel zu schützen (zunächst gegen französische Angriffe nach dem Verlust der Normandie 1204).

Der Schlüsselzeitpunkt war 1309. In diesem Jahr wurde der Hauptmarkt der gesamten Insel offiziell von Castel nach Saint Peter Port verlegt. Diese Entscheidung markierte den endgültigen Übergang der wirtschaftlichen und administrativen Dominanz. Der Markt war damals das zentrale wirtschaftliche und soziale Herz der Insel – hier wurden Güter gehandelt, Steuern eingezogen und Gericht gehalten. Mit dem Markt kamen automatisch mehr Menschen, mehr Handel, mehr königliche Beamte und mehr Infrastruktur nach Saint Peter Port. Seit diesem Zeitpunkt – also seit über 700 Jahren – ist Saint Peter Port die unangefochtene Hauptstadt (Hauptort / chief town) der Bailiwick of Guernsey.

Es gab keine andere Hauptstadt, die Saint Peter Port je abgelöst hätte. Die Stadt wuchs kontinuierlich: Der Hafen wurde im 16., 18. und besonders im 19. Jahrhundert (1853–1874) massiv erweitert, became zur modernen Hafenanlage mit mehreren Becken. Politische Institutionen wie die Royal Court, das Royal Court House (1799) und andere Verwaltungsgebäude siedelten sich dort an. Castle Cornet diente jahrhundertelang als militärischer und administrativer Stützpunkt direkt vor den Toren der Stadt.

Verwaltungsgliederung

Das Bailiwick Guernsey besteht aus der Hauptinsel mit 10 parishes bzw. paroesses (Gemeinden) und drei Außengebieten: der tenancy (Pachtgebiet) Herm and Jethou, der seigneurie (Lehensherrschaft) Sark und dem governorate (Gouvernorat) Alderney. Die Verwaltungseinheiten Guernseys sind nach dem Zensus von 2001:

Name Kürzel Status Fläche (km²) Einwohner
Castel CAS Par 10,1 8 975
Forest FOR Par 4,1 1 549
St. Andrew AND Par 4,5 2 409
St. Martin MAR Par 7,3 6 267
St. Peter Port PRP Par 6,6 16 488
St. Pierre du Bois PDB Par 6,2 2 188
St. Sampson SAM Par 6,0 8 592
St. Saviour SAV Par 6,3 2 696
Torteval TOR Par 3,1 973
Vale VAL Par 8,8 9 573
Guernsey GGY Isl 63,0 59 710


Die Parishes auf Guernsey sind jeweils von einem gewählten Rat namens Douzaine verwaltet. In den meisten Parishes besteht die Douzaine aus 12 Mitgliedern (Douzeniers), was sich vom französischen Wort für zwölf ("douze") ableitet. Diese Douzeniers werden für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt, wobei jährlich jeweils ein Viertel der Sitze (also meist 3 Douzeniers) neu gewählt wird. Es gibt zwei Ausnahmen:

  • St Peter Port, die größte Pfarrei, hat 20 Douzeniers (jährlich werden 5 neu gewählt).
  • Vale, die ehemals aus zwei Parishes entstand, hat 16 Douzeniers (jährlich werden 4 neu gewählt).


Zusätzlich zur Douzaine gibt es in jedem Parish zwei gewählte Constables (Connétables), die als ausführende Organe die Entscheidungen der Douzaine umsetzen und für die tägliche Verwaltung zuständig sind. Die Douzaine trifft sich in der Regel einmal im Monat, um die Angelegenheiten der Gemeinde zu besprechen.

Zum Bailiwick Guernsey gehören zudem vier weitere „Islands“, nämlich

  • Guernsey  63,40 km²
  • Alderney  7,94 km²
  • Sark mit 36 Inseln  5,46 km²
  • Herm mit 15 Inseln  1,48 km²
  • Lihou und 20 Inseln  0,19 km²


           Verwaltungseinheiten:

           1 island (Insel)

                       10 paroesses / parishes (Gemeinden)

           1 tenancy (Pachtgebiet)

           1 governorate (Gouvernorat)

           1 seigneurie (Lehensherrschaft)

Bevölkerung

Im Bailiwick Guernsey leben mehr als 60.000 Menschen mit leicht wachsender Tendenz. Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die Gesamtfläche von 78,1 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner                  Dichte (E/km²)

           1800                21 000                        268,89

           1821                21 941                        280,93

           1831                26 128                        334,55

           1841                28 521                        365,19

           1851                33 720                        431,75

           1861                35 365                        452,82

           1871                33 969                        434,94

           1881                35 257                        451,43

           1891                37 716                        482,92

           1901                43 080                        551,60

           1911                44 998                        576,16

           1921                40 527                        518,91

           1931                42 741                        547,26

           1939                45 692                        585,04

           1945                45 000                        576,18

           1951                45 545                        583,16

           1952                45 800                        586,43

           1953                46 000                        588,99

           1954                46 100                        590,27

           1955                46 200                        591,55

           1956                46 300                        592,83

           1957                46 500                        595,39

           1958                46 600                        596,67

           1959                46 800                        599,23

           1960                47 000                        601,79

           1961                47 101                        603,09

           1962                47 800                        612,04

           1963                48 400                        619,72

           1964                49 000                        627,40

           1965                49 500                        633,80

           1966                49 900                        638,92

           1967                50 500                        646,61

           1968                51 000                        653,01

           1969                52 000                        665,81

           1970                53 000                        678,61

           1971                53 734                        688,02

           1972                54 000                        691,42

           1973                54 500                        697,82

           1974                55 000                        704,22

           1975                55 500                        710,62

           1976                56 041                        717,55

           1977                56 100                        718,31

           1978                56 000                        717,03

           1979                56 000                        717,03

           1980                56 000                        717,03

           1981                56 003                        717,07

           1982                56 500                        723,43

           1983                57 000                        729,83

           1984                57 500                        736,24

           1985                58 000                        742,64

           1986                58 212                        745,35

           1987                58 500                        749,04

           1988                59 000                        755,44

           1989                60 000                        768,25

           1990                61 000                        781,05

           1991                61 714                        790,19

           1992                61 800                        791,29

           1993                61 850                        791,93

           1994                61 850                        791,93

           1995                61 900                        792,57

           1996                61 928                        792,93

           1997                62 200                        796,41

           1998                62 500                        800,26

           1999                62 800                        804,10

           2000                63 000                        806,66

           2001                63 124                        808,25

           2002                63 000                        806,66

           2003                62 900                        805,38

           2004                62 800                        804,10

           2005                62 716                        803,02

           2006                62 832                        804,51

           2007                63 908                        818,28

           2008                64 131                        821,14

           2009                64 330                        823,69

           2010                64 565                        826,70

           2011                64 760                        829,19

           2012                64 978                        831,98

           2013                65 345                        836,68

           2014                65 849                        843,14

           2015                65 124                        833,85


Die Einwohnerzahlen der Insel Guernsey mit einer Fläche von 63,4 km² entwickelten sich wie folgt:


           2016                62 377                           983,86

           2017                62 350                          983,44

           2018                62 307                          982,76

           2019                62 500                          985,80

           2020                63 000                          993,69

           2021                63 500                        1001,58

           2022                63 711                        1004,91

           2023                64 008                        1009,59

           2024                64 781                        1021,78


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,61 % pro Jahr.


Bevölkerungsaufteilung:

Bevölkerungszahl 2001 insgesamt    59 807

           davon weiblich                      30 669             51,28 %

                       männlich                     29 138             48,72 %

           davon  unter 15jährig             10 300             17,22 %

                       15 bis 64 Jahre alt       40 141             67,12 %

                       über 64jährig                9 366             15,66 %

           davon städtisch                     49 895             83,43 %

                       ländlich                         9 912             16,57 %


Die Fruchtbarkeitsrate beträgt 1,37 Kinder pro gebärfähiger Frau (Stand 2006). Das Durchschnittsalter lag 2008 bei 40,2 Jahren. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa 80 Jahren.


Lebenserwartung in Jahren:

Jahr                 insgesamt        Männer           Frauen

1996                78,34               75,63               81,07

2001                79,90               76,91               83,01

2003                80,04               77,04               83,13

2023                83,50               82,00               86,00


Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt etwa 24.000.


Haushalte: Haushalte und Personen pro Haushalt:

1961                13 873             3,249

1971                16 446             3,129

1976                18 146             2,956

1981                18 719             2,848

1986                19 660             2,822

1991                21 647             2,719

1996                22 216             2,641

2001                23 068             2,593

Volksgruppen

Die Volksgruppen auf Guernsey sind historisch hauptsächlich keltischer Herkunft, da die Insel vor der römischen Eroberung von keltischen Völkern bewohnt wurde, die Kultur, Sprache und Technologie der Kelten hatten. Archäologische Funde wie Begräbnisstätten und Siedlungen belegen diese keltische Vergangenheit, beispielsweise am King's Road bei St. Peter Port. Es ist bekannt, dass die Kelten auf Guernsey bereits vor der römischen Eroberung im -1. Jahrhundert siedelten und Handel trieben, auch mit den Römern, wie römische Fundstücke zeigen.

Die heutige Bevölkerung von Guernsey besteht vor allem aus Englischsprachigen. Neben Englisch wird auch Französisch und ein normannisch-französischer Dialekt, vor allem in ländlichen Gegenden, gesprochen. Die Insel gehört politisch als Kronbesitz direkt der britischen Krone und ist keine Kronkolonie oder Teil des Vereinigten Königreichs, was auch einen gewissen Einfluss auf die ethnische Zusammensetzung hat.

Sprachen

Offizielle Amtssprachen sind Englisch und Französisch. Neben diesen wird auf der Insel auch eine regionale Variante der normannischen Sprache gesprochen, genannt Guernésiais (auch Dgèrnésiais), eine normannische Sprache mit französischen und englischen Einflüssen. Guernésiais wird heute nur noch von einem kleinen Teil der Bevölkerung, vor allem älteren Menschen, fließend gesprochen – zirka 2 % der Einwohner können die Sprache sprechen, etwa 3% verstehen sie vollständig. Unter der jüngeren Bevölkerung ist der Gebrauch sehr selten (0,1 % sprechen es perfekt). Die Sprache hat kulturelle Bedeutung und wird in Vereinen, Schulen und bei Wettbewerben gepflegt. Guernésiais ist eng verwandt mit dem Jèrriais auf der Nachbarinsel Jersey und gilt als regionale Sprache mit Wurzeln im Lateinischen und starken Einflüssen aus Altnordisch und Englischem. Auffallend sind vor allem einige lautliche Eigenschaften, die im Standardfranzösisch verloren gingen, zum Beispiel den stimmlosen glottalen Frikativ [h].0

Sprachen 2001:

  • channel-english (kanal-englisch)  58.100 (97,15 %)
  • français (französisch)  8.900 (14,88 %)
  • guerniais (guernsey-französisch)  1.327 (2,22 %)

Guerniais

Guernésiais, auch Dgèrnésiais oder Guernsey French genannt, ist eine Varietät der normannischen Sprache, die auf der Kanalinsel Guernsey gesprochen wird. Auf der Insel selbst bezeichnen Sprecher sie oft einfach als Patois. Als eine der langues d'oïl hat sie ihre Wurzeln im Vulgärlatein der römischen Provinz Gallia, wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte stark von Altnordisch und Englisch beeinflusst.

Guernsey gehörte bis zur normannischen Eroberung durch die französischen Könige zum Herzogtum Normandie, wo sich eine Form des Normannischen entwickelte, die auf den Kanalinseln überdauerte. Nach der Trennung von der Normandie flohen französische Protestanten vor Verfolgung auf die Insel und übernahmen einflussreiche Positionen in Bildung, Religion und Verwaltung, was zu einer Diglossie führte: Französisch galt als Prestigesprache, während Guernésiais den Alltag dominierte.

Ab den Napoleonischen Kriegen breitete sich Englisch aus, verstärkt durch Soldaten, Touristen und Einwanderer. Die deutsche Besatzung von 1940 bis 1945 beschleunigte den Niedergang, da viele Kinder evakuiert wurden und die Sprache nicht weitervermittelt wurde. Laut Zensus 2001 sprechen nur etwa 2 Prozent der Bevölkerung – 1.327 Personen, meist über 64 Jahre alt – fließend Guernésiais, weitere 3 Prozent verstehen es vollständig, und 14 Prozent haben rudimentäres Verständnis. Unter Jugendlichen ist die Fließendigkeit auf 0,1 Prozent gesunken, was den Status als stark gefährdete Sprache erklärt.

Die Sprache ist gegenseitig verständlich mit Jèrriais von Jersey und Cotentinais aus der Normandie, weist aber weniger französische und mehr englische Einflüsse auf, wie in Lehnwörtern für moderne Konzepte: le bike oder le gas-cooker. Phonetisch zeigt sie Metathese des r-Lauts (zum Beispiel kérouaïe für croix), ein komplexes Vokalsystem mit nasalisierten Vokalen und Konsonanten wie /tʃ/, /dʒ/ oder /ɲ/. Das Alphabet basiert auf dem Lateinischen mit Diakritika, Digraphen und Trigraphen.

Literarisch blühte Guernésiais im 19. Jahrhundert auf: George Métivier (1790 bis 1881), der „Burns von Guernsey“, schuf Rimes Guernesiaises (1831) und das erste Wörterbuch Dictionnaire Franco-Normand (1870), das eine Standardorthographie etablierte. Denys Corbet (1826 bis 1910), der „letzte Poet“, verfasste Epen wie L'Touar de Guernesy. Spätere Autoren wie Thomas Martin übersetzten Shakespeare und die Bibel, Thomas Henry Mahy schrieb Kolumnen, Marjorie Ozanne Geschichten. Marie de Garis' Dictiounnaire Angllais-Guernésiais (1967, rev. 1982) ist das aktuelle Standardwerk.​

Während der Besatzung erlebte die Sprache einen Mini-Revival, da sie vor den Deutschen schützte. Heute gibt es Revitalisierungsmaßnahmen: L’Assembllaïe d'Guernesiais und Les Ravigoteurs fördern Vereine, Eisteddfod-Festivals, Schulkurse und Medienbeiträge bei BBC Radio Guernsey. Die Guernsey Language Commission (seit 2013) koordiniert Erhaltungsbemühungen, inklusive Chöre wie La Guaine du Vouest. Trotz fehlendem offiziellem Status wird Guernésiais vom British-Irish Council als regionale Sprache anerkannt.

Religion

Die vorherrschende Religion auf Guernsey ist traditionell das Christentum, besonders in Form der Church of England (anglikanisch), die auch als etablierte Kirche fungiert. Neben der anglikanischen Kirche gibt es auf der Insel auch katholische Gemeinden sowie kleinere Gruppen anderer christlicher Konfessionen.

Die Geschichte von Religion auf den Kanalinseln ist von der Reformation geprägt, durch die sich starke calvinistische Einflüsse etablierten. Auch katholische Einflüsse kamen durch Einwanderung, etwa von Hugenotten, hinzu. Neben dem Christentum gibt es heute eine Vielfalt kleinerer Glaubensgemeinschaften, darunter Methodisten, Orthodoxe, Baptisten, Zeugen Jehovas und vereinzelte Angehörige von jüdischen, muslimischen und anderen Glaubensgemeinschaften.

Religionsbekenntnisse 2001:

  • Anglikaner  38.900 (65,0 %)
  • Katholiken  11.000 (18,4 %)
  • Protestanten  6.000 (10,0 %)
  • sonstige und Bekenntnislose  3.900 (6,6 %)

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Guernseys entwickelten sich wie folgt:

Parishes 1901 1911 1921 1931 1951 1961 1971
Castel 2 802         3 086 2 968        3 210 3 763 4 781 6 317
Forest     843           910 1 117 1 117 1 133 1 061 1 460
Saint Andrew 1 552         1 751 1 800 1 800 1 850 1 964 2 232
Saint Martin 3 202         3 437 3 678 3 678 4 587 5 223 6 161
Saint Peter Port 18 264       18 018 16 720 16 720 16 849 15 804 16 303
Saint Peter in the Wood 1 577         1 609 1 567        1 653 1 638 1 698 1 829
Saint Sampson 5 614         5 952 5 192        5 333 5 675 5 916 6 534
Saint Saviour 1 062         1 075 1 086            1 230 1 531 1 792 2 116
Torteval     448           499     568     634 634 716 841
Vale 5 082         5 486 4 792            5 279 5 943 6 113 7 558
Name Z 1976 Z 1981 Z 1986 Z 1991 Z 1996 Z 2001 S 2016 S 2019 S 2023
Castel 7 309 7 727 8 260 9 068 8 922 8 975 8.739 8.795 8.711
Forest 1 383 1 288 1 293 1 386 1 423 1 549 1.578 1.546 1.624
St. Andrew 2 295 2 230 2 281 2 357 2 342 2 409 2.348 2.295 2.328
St. Martin 6 072 5 842 5 876 6 082 6 082 6 267 6.581 6.593 6.648
St. Peter Port 16 279 15 587 16 085 16 648 16 194 16 488 18.798 18.958 19.676
St. Pierre du Bois 1 934 2 018 2 057 2 242 2 151 2 188 2.099 2.036 2.001
St. Sampson 6 802 6 947 7 475 8 045 8 540 8 592 8.948 8.966 9.118
St. Saviour 2 321 2 432 2 404 2 419 2 469 2 696 2.749 2.765 2.829
Torteval 914 881 926 976 954 973 1.013 1.017 1.026
Vale 8 251 8 316 8 764 9 530 9 504 9 573 9.524 9.514 9.646

Saint Peter Port ist die Hauptstadt und wichtigste Hafenstadt der Insel. Sie liegt an der Ostküste der Insel in einer schmalen Bucht, eingebettet zwischen mäßig hohen Klippen. Mit etwa 19.000 Einwohnern (Stand 2019) lebt rund ein Drittel der Bevölkerung Guernseys hier. Historisch war Saint Peter Port bereits vor der römischen Zeit ein Handelsplatz. Im 13. Jahrhundert wurde das Castle Cornet auf einer vorgelagerten Felseninsel errichtet, das gemeinsam mit La Tour Beauregard die Hafenbucht schützte. Der Hafen entwickelte sich im Mittelalter dank seiner geschützten Lage zu einem wichtigen Zufluchtsort und Umschlagplatz für den Handel, beispielsweise im Weinhandel mit der Region Gascony. Der Hafen wurde im Laufe der Jahrhunderte erweitert und umgebaut, zuletzt im 19. Jahrhundert.

Die Stadt gliedert sich in vier Wahlbezirke (Cantons) und ist Sitz verschiedener wichtiger Institutionen wie der Wertpapierbörse „The International Stock Exchange“, Behörden und kulturellen Einrichtungen. Der Hafen ist nicht nur Anlaufstelle für Fährverkehr, sondern auch ein lebendiger Yachthafen mit einem bunten maritime Flair. Es gibt zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte, insbesondere in den kleinen engen Straßen mit viktorianischer Architektur, die das Stadtbild prägen. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem Castle Cornet, die historische Festungsanlage auf der vorgelagerten Insel, das Guernsey Museum mit Informationen über die Geschichte der Insel, La Vallette Underground Military Museum und Hauteville House, das ehemalige Wohnhaus von Victor Hugo, das heute der Stadt Paris gehört.

Die Stadt ist auch ein kulturelles Zentrum mit Märkten, insbesondere einem Wochenmarkt am Donnerstag, und gewissen jährlichen Festen. Zudem bietet Saint Peter Port durch seine Lage und Ausstattung mit Geschäften, Büros, Banken und Fähranlegern eine Mischung aus Tradition, Geschichte und modernem Leben.

Castel im Norden Guernseys ist die flächenmäßig größte Gemeinde der Insel. Die Ortschaft bietet eine Mischung aus ländlichen und küstennahen Gebieten mit einem vielfältigen Landschaftsbild, das sowohl landwirtschaftlich genutzte Flächen als auch schöne Strände und Küstenabschnitte umfasst. Die Ortschaft ist bekannt für seine schönen Sandstrände, besonders die Bucht von Cobo und Vazon Bay, die bei Surfern beliebt sind. Die Küstenabschnitte sind malerisch mit Stränden, Dünen und Felsen, etwa an den Grandes Rocques (Saline Bay), wo pinkfarbener Granit und Grasflächen eine idyllische Atmosphäre schaffen.

Castel beherbergt die Pfarrkirche St Marie de Castel (Notre Dame de la Délivrance), geweiht 1203, die für ihre mittelalterlichen Fresken bekannt ist. Im Kirchenhof findet sich ein neolithischer Menhir, ein prähistorisches Steindenkmal, das als Fruchtbarkeitssymbol angesehen wird. Der Name Castel könnte vom lateinischen Castellum (militärisches Fort) stammen, was auf eine römische oder alte Befestigung hindeutet; darunter wurden auch römische Dachziegel und Keramiken gefunden.

Castel ist Gastgeber für traditionelle Veranstaltungen wie das Le Viaër Marchi und die North Show mit der jährlichen Battle of Flowers. Es gibt auch eine lokale Zeitschrift namens Castel Matters. Der Saumarez Park mit dem Guernsey Folk and Costume Museum bietet Einblicke in die Inselgeschichte und Kultur. Das historische Fort Hommet aus der viktorianischen Zeit, das auch während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg genutzt wurde, liegt ebenfalls in der Nähe.

Die Ortschaft Saint Sampson liegt ebenfalls an der Nordküste der Insel. Sie ist aufgeteilt in zwei Teile an der Nord-West- und Nord-Ostküste, getrennt durch das Gebiet Vale. Der Ort ist vor allem bekannt für seinen Hafen, der zweitgrößte von Guernsey, mit einer reichen maritimen Geschichte. St. Sampson wurde nach dem heiligen Samson von Dol benannt, einem walisischen Missionar aus dem 6. Jahrhundert, der hier eine christliche Gemeinschaft gründete. Die Pfarrkirche St. Sampson, vermutlich die älteste auf der Insel, steht nahe dem Landungsort des Heiligen und stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert; sie ist mit ihrer romanischen Architektur ein Wahrzeichen der Gemeinde.

Die Ortschaft besticht durch einen lebendigen Hafen, der traditionell ein Zentrum für Schiffbau, Fischerei und Handel war. Heute konzentriert sich der Hafen auf den Bau von Luxus-Motorbooten und bietet Dienste für Freizeit- und Berufsschiffe. Der Ort verbindet eine maritime Atmosphäre mit einem entspannten, charmanten Alltag und beherbergt Pubs, Restaurants sowie eine vielfältige kleine Einkaufsszene entlang der Straße „The Bridge“, die an eine historische Verbindung zwischen zwei einstigen Inselteilen erinnert.

Naturliebhaber schätzen in St. Sampson die nahegelegenen Küstenpfade mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und die Nachbarinseln Herm und Jethou. Die Landschaft bietet außerdem kleine Feuchtgebiete hinter der Kirche, wo man Wasservögel beobachten kann. Historisch war die Gegend auch ein Zentrum des Granitabbaus im 19. Jahrhundert, der die lokale Wirtschaft lange prägte. Die Spuren der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg sind an den Festungen und Bunkeranlagen in und um St. Sampson noch sichtbar

Die Ortschaft Saint Martin im Südosten der Insel ist landschaftlich geprägt durch hügelige Küstenabschnitte, dramatische Klippen, sandige Strände und idyllische Buchten. Mit etwa 6.600 Einwohnern vereint St. Martin sowohl naturnahe Ruhe als auch eine gewisse Nähe zu Stadt und Flughafen, da es zwischen dem Guernsey Airport und der Hauptstadt St. Peter Port liegt.

St. Martin ist die nach Höhe zweitgrößte Pfarrei Guernseys mit etwa 110 Metern bei Carmel, mit sanft abfallenden Hängen zur Küste. Die Küstenlinie umfasst schöne Strände wie Moulin Huet, Petit Bot Bay, Saint’s Bay sowie felsige Buchten und Klippen – ideal für Spaziergänge und Wassersport. Das Gebiet bietet auch spektakuläre Ausblicke vom Jerbourg Point, dem südöstlichsten Punkt Guernseys, mit Blicken auf umliegende Kanalinseln und sogar die französische Küste.

St. Martin ist reich an historischen Spuren, darunter neolithische Steinstatuen wie die berühmte La Gran’ Mère du Chimquière am Kirchhof der 1199 geweihten Pfarrkirche. Der Ort trägt eine lange Geschichte mit Relikten aus verschiedenen Epochen, darunter die Festungen der napoleonischen Kriege und deutsche Befestigungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Das German Occupation Museum nahe dem Flughafen erinnert ebenfalls an die Besatzungszeit. Zudem war die Gegend historisch Schauplatz von Piraterie – beispielsweise wurde am St. Martin’s Point 1566 ein Pirat hingerichtet.

Zu den Hauptattraktionen gehört Sausmarez Manor mit seinen weitläufigen Gärten und einem Skulpturenpark sowie der malerische Küstenweg, der zahlreiche Buchten verbindet. Die Strände Petit Bot und Moulin Huet sind beliebt bei Familien und Sonnenanbetern. Die Landschaft und das maritime Flair bieten vielfältige Freizeitmöglichkeiten, etwa Wandern, Schwimmen oder Tauchen. St. Martin hat eine lebendige Dorfgemeinschaft mit eigenen Geschäften, Supermärkten, guten Schulen (zum Beispiel Les Beaucamps High School) und einer Kirche. Die Gemeinde gilt als einer der begehrtesten Wohnorte auf Guernsey, da sie ländliche Idylle mit guter Erreichbarkeit verbindet.

Verkehr

Guernsey ist mit einem dichten Straßen- und Wegenetz versehen. Internationalen Anschluss bieten der Hafen von Saint Peter Port und der Flughafen in Forest.

Straßenverkehr

Auf Guernsey gibt es rund 120 km Straßen. Der Autoverkehr auf der Insel - man fä#hrt hier auf der linken Seite - ist zeitweise infernalisch. Die Straßen sind sehr eng und es gibt kaum Bürgersteige. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist 56 kmh, im Ortsgebiet 40 kmh, allerdings halten sich Einheimische nicht wirklich daran. Kreuzungen sind hier durch „Filter in turn“ in etwa nach dem Kreisverkehrssystem geregelt. Der Frühling und Sommer sind üblicherweise eine Zeit verstärkter Straßenwartung und Bauarbeiten auf Guernsey, um die Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern. Hier wird es dann besonders eng.

An einigen Küstenstraßen der Insel gelten im Sommer zeitlich begrenzte Geschwindigkeitsbeschränkungen. So wurden etliche Küstenstraßen von 35 mph auf 25 mph reduziert, und dies bleibt bis zum 30. September 2025 gültig. Straßenabschnitte wie entlang der Bucht von Vazon und im Bereich Petit Bot Road sind davon betroffen. Zudem sind einige Straßen tagsüber als Einbahnstraßen eingerichtet, um den Verkehrsfluss zu regeln und den Küstenverkehr zu entlasten.


Fahrzeugbestand 1999:

  • insgesamt  45.915
  • private Pkw & Lkw  34.460
  • öffentlichte Pkw & Lkw  7.247
  • Mopeds und Motorräder  4.208

Schiffsverkahr

Saint Peter Port ist der Haupt- und Handelshafen der Insel mit einem lebendigen Yachthafen und Fährterminal. Der Hafen dient sowohl dem Personentransport als auch dem Güterverkehr. Daneben gibt es noch einen zweiten bedeutenden Hafen in St. Sampson, spezialisiert auf Boots- und Schiffsbau sowie Fischerei.

Ab Sommer 2025 wird Brittany Ferries täglich Verbindungen zwischen Guernsey und Großbritannien (Poole, Southampton, Portsmouth) sowie Frankreich (St. Malo) anbieten. Condor Ferries, nun mehrheitlich unter Brittany Ferries, betreibt ganzjährig sechs Tage pro Woche Verbindungen zwischen Guernsey und Portsmouth sowie saisonale Fahrten nach St. Malo und Poole. Diese Verbindungen sind entscheidend für Personenverkehr, Handel und Tourismus. Das neue 15-Jahres-Betriebsabkommen mit Brittany Ferries signalisiert eine stabile Zukunft für den Fährverkehr der Insel.

Entscheidungen zur Schiffsverbindung zwischen Kanalinseln (zum Beispiel Guernsey und Jersey) sind für Anfang 2025 vorgesehen. Es gibt Verhandlungen zwischen unterschiedlichen Fähranbietern (zum Beispiel Brittany Ferries/Condor und DFDS Seaways), wobei die Zusammenarbeit noch nicht endgültig geregelt ist. Interinsuläre Fährfahrten mit Fahrzeugtransport sind dabei ein wichtiger Aspekt für Insulaner und den Handel.

Guernsey, vor allem der Hafen von St. Peter Port, wird regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Für 2025 und 2026 gibt es gut gepflegte Kreuzfahrtrouten, die St. Peter Port als Ziel und Ausgangspunkt beinhalten. Die Stadt als Hafen bietet touristisch attraktive Landausflüge und ist ein wichtiger Knotenpunkt für Kreuzfahrtreisende.


Saint Peter Port

  • Lage:  49°27‘ N, 2°32‘ W
  • maximaler Tidenhub:  9,7 m
  • Hafenerrichtung:
  • Funktionen: Fähr-, Fischer-, Handels-, Jachthafen
  • Hafenfläche: 50 ha
  • Zahl der Piers:  4
  • Kai- und Pierlänge:  1100 m
  • Anlegestellen:
  • maximaler Tiefgang:  ca. 2,2 m
  • Leuchtfeuer: 3


Rund um die Insel befinden sich zwei Leuchttürme und fünf Leuchtfeuer.


Les Hanois Lighthouse:

  • Standort:  Les Hanois, 49°26‘06“ N, 2°42‘1“ W
  • Listeneinträge:  GUE-001 (ARLHS), A1560 (IHUK), 8180 (NGA)
  • Bauzeit: 1860 bis 1862
  • Inbetriebnahme:  1863
  • Betreiber:
  • Seehöhe: 0,5 m
  • Turmhöhe: 36 m
  • Feuerhöhe: 34,1 m
  • Befeuerung:
  • Betriebsart: elektrisch, seit 1996 automatisiert
  • Funktion: Seefeuer
  • Kennung: Fl(2.W.13s)
  • Tragweite: 37 km


Platte Fougere Lighthouse:

  • Standort:  Platte Fougère, Saint Sampüson, 49°30‘51“ N, 2°29‘07“ W
  • Listeneinträge:  A1548 (IHUK)
  • Bauzeit: 1910
  • Inbetriebnahme:  1910
  • Betreiber:
  • Seehöhe: 0,5 m
  • Turmhöhe: 25 m
  • Feuerhöhe: 25 m
  • Befeuerung:
  • Betriebsart:
  • Funktion:
  • Kennung:
  • Tragweite:


Leuchtfeuer:

Saint Martin’s Point                           49°25‘ N, 2°32‘ W

Saint Peter Port - Castle Pier             49°27‘ N, 2°31‘ W

Saint Peter Port - Victoria Marina     49°27‘ N, 2°32‘ W

Saint Peter Port - White Rock Pier    49°27‘ N, 2°32‘ W

Saint Sampson                                   49°29‘ N, 2°31‘ W

Luftverkehr

Der Flughafen von Guernsey wurde ursprünglich am 5. Mai 1939 als Flugplatz mit einfachen Graspisten eröffnet und wurde erst ab Oktober 1946 regelmäßig von Zivilflügen genutzt. 1960 nahm der Flughafen eine befestigte Piste in Betrieb, die noch heute als Hauptbahn fungiert. 2004 nahm man ein neues Terminal in Betrieb. Der Flughafen wird durch die Lokalregierung unterhalten und betrieben.

Von 2002 bis 2004 wurde der Flughafen samt Terminal umgebaut und erweitert. Er wird heute ausschließlich zivil genutzt und hat wegen der Bedeutung der Kanalinseln für britische Touristen zahlreiche Linienflugverbindungen zu diversen Zielen in Großbritannien. Derzeit wird der Flughafen von den auf den Kanalinseln heimischen Fluggesellschaften Aurigny Air Services, Blue Islands und flybe sowie den Fluggesellschaften Eurowings, flyVLM und Eastern Airways angeflogen, die den Airport mit vielen Zielen im Vereinigten Königreich und anderen Kanalinseln sowie in Festlandeuropa mit Genf, Zürich, Düsseldorf und Rotterdam regelmäßig verbinden. Zudem bilden auch Privatmaschinen einen wesentlichen Anteil der Flugbewegungen am Flughafen.

Am 1. November 1961 geriet eine vom Flughafen Cherbourg-Maupertus kommende Bristol 170 Mk.32 der Silver City Airways (Luftfahrzeugkennzeichen G-ANWL) beim Durchstartversuch am Flughafen Guernsey außer Kontrolle, berührte den Boden mit der rechten Tragfläche und überschlug sich. Der Kontrollverlust war durch ein Versagen der Propellerverstellung des rechten Triebwerks bedingt. Von den 10 Insassen kamen 2 Besatzungsmitglieder um, alle anderen überlebten.

Am 24. September 1963 kam es mit einer Bristol 170 Mk.32 der British United Air Ferries (G-AMWA) beim Start vom Flughafen Guernsey zu einer Triebwerksstörung. Die Maschine sollte nach Bournemouth fliegen und beförderte überwiegend Fracht und einen Pkw. Der Start wurde bei einer Geschwindigkeit von etwa 80 Knoten abgebrochen. Als die Piloten erkannten, dass die verbleibende Startbahnlänge nicht mehr ausreichen und es zu einer Kollision mit Hindernissen kommen würde, steuerten sie das Flugzeug nach links, woraufhin die Maschine kurz abhob, dann durch einen Zaun und über eine Straße rollte und schließlich 200 bis 400 Meter hinter dem Startbahnende zum Stehen kam. Alle drei Besatzungsmitglieder und der einzige Passagier überlebten, das Flugzeug war jedoch schrottreif.

Am 18. September 1981 fielen bei einer Britten-Norman BN-2 Islander der Jersey European Airways (G-BDNP) aufgrund einer Fehlbedienung der Treibstoffzufuhr beim Anflug auf den Flughafen Guernsey beide Triebwerke aus. Bei der nachfolgenden Bruchlandung auf einem Feld nahe dem Flughafen erlitt der Pilot schwere Verletzungen, während die acht Passagiere den Unfall mit leichten Verletzungen überstanden. Das Flugzeug wurde dabei irreparabel beschädigt. Anlässlich der Untersuchung dieses Vorfalls wurden gravierende Mängel in der technischen Ausrüstung zur Kommunikation der Rettungskräfte aufgedeckt und in der Folge behoben.

Am 7. Dezember 1997 überrollte eine Fokker F-27-500F der Air UK (G-BNCY) bei einer Landung unter böigem Seitenwind das Ende der Landebahn und kam erst in einem angrenzenden Feld zum Stehen. Dabei wurden vier der 54 Flugzeuginsassen leicht verletzt; das Flugzeug musste als wirtschaftlicher Totalschaden abgeschrieben werden.

Am 12. Januar 1999 kamen beim Absturz einer als Frachtflugzeug genutzten Fokker F-27-600 der Fluggesellschaft Channel Express (G-CHNL) beide Piloten ums Leben. Die unsachgemäß verstaute Ladung hatte dazu geführt, dass das Flugzeug beim Landeanflug auf den Flughafen Guernsey unkontrollierbar wurde, wodurch es auf ein nahegelegenes Haus stürzte und in Flammen aufging.

Am 17. Juni 2014 stürzte eine private Socata TB 10 (G-POPI) kurz nach dem Start wegen eines technischen Defekts in ein Gewächshaus. Das Flugzeug wurde dabei komplett zerstört; die beiden Insassen überlebten mit leichten Verletzungen.

Airlines Ziele
Aurigny Alderney, Bristol, Dinard, East Midlands, London–Gatwick, London–Stansted, Manchester, saisonal: Grenoble, Leeds/Bradford, Norwich
Eurowings saisonal: Düsseldorf
Flybe Birmingham, Exeter, Jersey, Southampton, saisonal: Cardiff, Zürich
Loganair saisonal: Glasgow 


Guernsey Airport

  • Code: GCI / EGJB
  • Lage:  49°26’06“ N, 2°36’07“ W
  • Seehöhe:  102 m (336 ft)
  • Entfernung:  Forest, 4,6 km westsüdwestlich von Saint Peter Port
  • Inbetriebnahme:  5. Mai 1939, zivil Oktober 1946
  • Betreiber: States of Guernsey
  • Rollbahnen: 2
  • Länge der Rollbahnen:  1463 m (Asfalt) und 914 m (Gras)
  • Fluggesellschaften:  4
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 30
  • jährliche Passagierkapazität:  1,25 mio.
  • jährliche Frachtkapazität:  ca. 10.000 t
  • Flughafen-Statistik: Jahr   Flugbewegungen Passagiere                   Fracht in t

                       1995                        .               807 959                       7 381

                       2000                        .               884 284                             .

                       2001                56 812             918 629                       7 339

                       2008                59 494             945 441                            .

                       2011                55 987             933 721                            .

                       2016                39 717             874 118                       4 813

                       2021                18 253             250 526                          812

                       2022                16 127             654 446                             .

Wirtschaft

Etwa 32 % des Bruttosozialprodukts werden durch Finanzdienstleister (Banken, Versicherungen, Fondsmanagement) erwirtschaftet. Traditionelle Einnahmequellen wie Tourismus, Maschinenbau und Gartenbau, hauptsächlich Tomaten und Schnittblumen, hier insbesondere Freesien, sind eher im Rückgang begriffen. Niedrige Steuern haben Guernsey als Steueroase für Private Equity Fonds populär werden lassen. Obwohl Guernsey kein EU-Mitglied ist, wird es von dieser jedoch gezwungen, sich ihren Regularien zu unterwerfen. Wie auch andere Offshore-Finanzzentren, gerät Guernsey immer mehr unter Druck durch größere Nationen, seine Gesetze an deren Wünsche, insbesondere was die Transparenz von Finanzströmen anbetrifft, anzupassen. Derzeit wird das Steuerrecht reformiert, um die Regularien der EU und der OECD zu erfüllen. Seit dem 1. Januar 2008 gilt ein neues Null-Zehn Körperschaftsteuergesetz, nach dem die meisten Körperschaften keine Körperschaftsteuer zahlen, das Anbieten bestimmter Bankdienstleistungen aber mit 10 % besteuert wird. Aufgrund dieses Umstandes entsteht ein Fehlbetrag von zirka 45 Millionen Pfund, der durch wirtschaftliches Wachstum und indirekte Besteuerung ausgeglichen werden soll.

Landwirtschaft

Traditionsgemäss versorgt Guernsey England mit seinen erstklassigen landwirtschaftlichen Produkten, seien es nun Erdbeeren, Kartoffeln, Lilien oder Sahne. Bei weitem wichtigstes Ausfuhrgut waren bis in jüngster Zeit die begehrten Guernsey-Tomaten, welche auf der Insel in Treibhäusern gezogen werden. Letztere bedecken etwa 18 Prozent der Inselfläche; an einem sonnigen Tag lassen ihre spiegelnden Scheiben Guernsey vom Flugzeug aus wie einen einzigen Kristallpalast erscheinen.

1865 hatten Fischer die ersten Tomatenpflanzen aus Spanien auf die Insel gebracht. Aber die Hausfrauen auf Guernsey wollten zunächst nichts mit dem fremden Gemüse zu tun haben. Sie befürchteten, dass Tomaten giftig sein könnten. Zudem vermuteten sie hinter dem damals gängigem Namen «Liebesapfel» geheime Kräfte, die ihnen nicht geheuer waren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten aber kaufmännischer Erwerbssinn und nicht zuletzt die traditionelle Konkurrenz mit Jersey jeglichen Zweifel zerstreut. Die meisten Treibhäuser, die man ab 1805 vor allem für die Traubenzucht gebaut hatte, waren für die Tomatenzucht umgerüstet, und viele weitere kamen im Laufe der Zeit hinzu. Die Tomatenzucht entwickelte sich mehr und mehr zum bedeutendsten Wirtschaftszweig, aus dem zeitweise 75 % des Einkommens der Bevölkerung stammten. In den siebziger Jahren betrug der jährliche Ernteertrag von «Guernsey Toms» bis 60 Millionen Kilogramm, und der englische Marktbedarf an Tomaten wurde im wesentlichen durch Guernsey gedeckt.

Ende der 1970er Jahre begann der Niedergang der Tomatenzucht: Anfänglich konnten die Bauern auf Guernsey mit ihren niederländischen Konkurrenten nicht mehr mithalten. Dann traten Spanien und Portugal der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EG) bei, und damit waren die Tage der Guernsey Toms endgültig gezählt. 1986 exportierte Guernsey bereits nur noch 7,5 Millionen Kilogramm Tomaten, und die Tendenz ist weiterhin rückläufig. Noch immer spiegeln die vielen hundert Treibhäuser auf Guernsey das Sonnenlicht, doch drinnen sind die Tomaten von allerlei „Exoten“ wie Kiwifrüchten oder farbenprächtigen Orchideen verdrängt worden, die auf dem englischen Markt eine bessere Absatzchance haben. Dass man fast jedes Objekt zum Gegenstand eines Museums machen kann, beweist im übrigen das Guernsey Tomato Centre in der Gemeinde Castel, das eine ständige Ausstellung über die Geschichte der Tomatenzucht auf Guernsey enthält.

Eine andere „Berühmtheit“ Guernseys ist die Guernsey-Kuh, die man in Fachkreisen als „Goldene Guernsey“ kennt und die ausser durch ihr goldbraunes Fell durch ihren kleinen Wuchs, nach innen gebogene Hörner, einen schmalen Kopf und eine schlanke Schnauze mit rosa Nasenspiegel gekennzeichnet ist.

Die Guernsey-Kuh ist aus einer Kreuzung zwischen der Froment de Leon aus der Bretagne und der Isigny aus der Normandie hervorgegangen, die bereits im 6. Jahrhundert von Mönchen auf die Insel gebracht worden waren. Durch sorgfältige Zucht entwickelte sie sich im Laufe der Zeit zu einer der besten Rassen der Welt. Sie zeichnet sich aus durch ein sanftes und gutmütiges Wesen, ist leicht mästbar und gibt überdurchschnittlich viel Milch mit hohem Fettgehalt. Ausserdem gewöhnt sie sich leicht an ein anderes Klima und fremde Lebensbedingungen, seien es nun die strengen Winter in Kanada oder die Hitze und Krankheiten in Indien. Aus diesem Grund wurde die Guernsey-Kuh ursprünglich vor allem für den Export gezüchtet; die Viehschauen auf Guernsey, an denen die begehrten Tiere zum Verkauf gelangten, wurden zu einem Magnet für Züchter aus aller Welt.

Heute werden die Guernsey-Kühe - es leben ungefähr 4000 Tiere auf der Insel - hauptsächlich für die Milchproduktion gezüchtet, kaum mehr für den Export. Denn infolge der Ausweitung des Tourismus in den letzten Jahrzehnten ist der Milchbedarf auf Guernsey enorm angestiegen. Butter, Sahne, Yoghurt und natürlich Milch in verschiedenen Fettstufen werden in den leistungsfähigen Molkereien Guernseys in grossen Mengen hergestellt. So oder so hat die „Goldene Guernsey“ über viele Jahrzehnte hinweg einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Inselwohlstands geleistet.


Holdings (Höfe):

1981                134

1986                116

1992                 98

1996                 88

2000                 63


Agrarfläche 1993 in ha:

  • Wiesen und Weiden   1411,32
  • Ackerland   246,65
  • Gärten  242,82


Viehbestand: 1981   1995   2000

Rinder             3 903   3 868   2 922

Weinbau

Im späten 18. Jahrhundert begann der systematische Anbau von Tafeltrauben (table grapes) als Exportkultur, lange vor dem Tomatenboom. Lokale Zimmerleute bauten „lean-tos“ – sonnenbeschienene Glashäuser an Hauswänden (30 bis 100 ft lang, Granitbasis, Holzrahmen), zunächst unbeheizt, später mit Gusseisen-Heizrohren (Hot-Water-System). Reben (Vitis vinifera-Tafeltrauben wie Black Hamburg, Muscat of Alexandria) wurden draußen gepflanzt und durch Löcher in der Mauer hereingewachsen. Dies ermöglichte ganzjährige Produktion trotz kühler Schultermonate.

Forstwirtschaft

Guernsey war in der Steinzeit bewaldet, doch intensive landwirtschaftliche Nutzung (Felder, Weiden) führte zur fast vollständigen Entwaldung bis zum Mittelalter. Normannische Könige jagten in Restwäldern wie dem „Forest of Guernsey“ (heute 109 ha in St. Martin), das als nationales Erbe geschützt ist. Mittelalterliche Holznutzung für Schiffbau und Befestigungen führte zu Regulierungen, doch Übernutzung und Invasive Arten bedrohten die Bestände.

Heute bedecken Bäume 7,9% der Landfläche (ohne Gezeitenbereich), verteilt auf private und öffentliche kleine Wälder. Es existiert keine nationale Forstinventur; der Phase-1-Habitat-Survey 2018 (Guernsey + Herm) dokumentiert Gehölze, Plantagen (meist Obstgärten) und minimale Bioenergieflächen (3 ha Pappel für Biokraftstoff). Keine nennenswerte Holzindustrie: Holzimporte decken Bedarf; lokale Produktion dient Erhaltung.​

Dominante Baumarten sind Sycamore (Berg-Ahorn), Eiche (Oak) und Esche (Ash) in naturnahen Bereichen; ergänzt durch Monterey Pine, Sweet Chestnut, Holly (Stechpalme), Linde (Lime), Erle (Alder) und Steineiche. Plantagen enthalten Pappeln. Diese Mischbestände dienen der CO₂-Speicherung, dem Erosions- und Wildschutz (Rotsquirrel, Guernsey Bank Vole, Vögel wie Buzzards).

Forstmanagement fällt unter Agriculture, Countryside & Land Management Services (ACLMS). Ziele: Naturschutz, Klimaschutz, Freizeitnutzung (Wanderwege, Birdwatching). Mittelalterliche Vorschriften evolvierten zu modernen Schutzmaßnahmen (19./20. Jahrhundert): Designated protected areas, Invasive-Arten-Kontrolle. Keine kommerzielle Holzwirtschaft, sondern nachhaltige Pflege durch Gemeinden und Trusts wie Alderney Wildlife Trust.​

Kulturell ist „Guernsey’s Forest“ ein Symbol: Neolithische Spuren, mittelalterliche Jagdgründe, Folklore (zum Beispiel „Tchian d’Bouôlées“-Sprite). Feste wie „Lé Viaer Marchi“ feiern Waldprodukte; Kunst und Literatur romantisieren es. Herausforderungen: Klimawandel, Urbanisierung, Krankheiten (z.B. Ash Dieback). Zukunft: Erweiterte Schutzinitiativen, Bildung für nachhaltige Nutzung.

Fischerei

Die Fischerei ist ein traditioneller, aber heute weniger dominanter Wirtschaftsbereich auf Guernsey und den Kanalinseln insgesamt. Die Region ist historisch stark mit dem Fischfang verbunden, doch der Wirtschaftszweig hat im Vergleich zu anderen Sektoren, wie dem Finanzsektor, nur einen kleinen Anteil.

Mit der Nachbarinsel Jersey und Frankreich gibt es immer wieder Streitigkeiten um Fischereirechte. Nach dem Brexit wurde die Vergabe von Fischereilizenzen in den Gewässern um die Kanalinseln stark reguliert, was zu Konflikten führte. So müssen Fischer neuerdings nachweisen, wie lange sie in den letzten Jahren in den Gewässern der Inseln aktiv fischten, um Lizenzen zu erhalten. Diese Verwaltung der Fischereirechte ist detailliert und eng an Fangmethoden, Fangtage und Schutzgebiete gebunden. Das hat zu Unzufriedenheit bei vielen Fischern geführt, auch in der Kanalinsel-Region.

Speziell zu Guernsey selbst ist die Fischerei traditionell ein Teil der Geschichte der Insel, die zudem schon seit Jahrtausenden Spuren von Jäger- und Sammlerkulturen zeigt, zu denen Fischerei gehörte. Heute ist Guernsey kein Teil des Vereinigten Königreichs oder der EU, sondern ein Kronbesitz mit eigener Verwaltung, was sich auch auf die Regulierung der Fischerei auswirkt.

Wirtschaftlich spielt die Fischerei auf Guernsey heute nur eine geringe Rolle im Vergleich zum Finanzsektor, der den Löwenanteil der wirtschaftlichen Aktivität ausmacht. Die Fischerei ist zwar nach wie vor aktiv, aber mit wenigen Personen beschäftigt, die vom Fang leben, und steht vor Herausforderungen durch neue Lizenzbestimmungen und den internationalen Fischereistreit.


Anlandungen in t insgesamt

1981                1 899

1991                1 958

1995                2 472

2000                3 357

Handwerk

Das Handwerk auf Guernsey ist geprägt von traditionellen und hochwertigen handwerklichen Tätigkeiten, die teils seit Jahrhunderten auf der Insel gepflegt werden. Besonders bekannt ist der Kupferschmied Trevor Rogers-Davis, der als letzter bekannter Kupferschmied der Welt die berühmten Guernsey-Milchkannen in alter Tradition herstellt. Diese Kannen werden seit über 1000 Jahren auf der Insel gefertigt und sind ein Symbol für das handwerkliche Erbe Guernseys.

Neben Kupferarbeiten gibt es auf Guernsey auch andere handwerkliche Produkte wie Wollpullover, die auf traditionellen Strickmaschinen hergestellt werden. Die einzelnen Pulloverteile werden von einheimischen Frauen per Hand zusammengenäht, wobei oft auch traditionellfamilienbezogene Muster eingearbeitet wurden, um die Herkunft zu kennzeichnen.

Handwerkliche Kunst und Produkte sind auf Veranstaltungen wie dem Seafront Sunday in St. Peter Port präsent, wo lokale Künstler und Handwerker ihre Erzeugnisse wie Kupferarbeiten, Holzarbeiten oder Textilien anbieten. Auch der Farmers Market am Sausmarez Manor ist eine wichtige Plattform für handwerklich hergestellte Lebensmittel und Kunsthandwerk.

Das handwerkliche Angebot umfasst außerdem traditionelle Tätigkeiten aus dem Bau- und Instandhaltungsbereich wie Elektriker, Zimmerleute, Installateure und Schweißer, die für den Betrieb und die Infrastruktur der Insel wichtig sind.

Industrie

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur, einschließlich eines flächendeckenden Glasfasernetzes, wird vorangetrieben, um eine der bestvernetzten Jurisdiktionen weltweit zu werden. Initiativen wie das Guernsey Enterprise Investment Scheme fördern Investitionen in wachstumsstarke und innovative Start-ups auf der Insel. Die Sustainable Business Initiative fördert nachhaltige Geschäftspraktiken und die Energiewende auf der Insel mit mehreren Workshops, Netzwerken und Erfolgsgeschichten aus der lokalen Wirtschaft.

Neben Finanzen sind auch Tourismus, Bauwesen und Immobilien bedeutend, wobei der Budgetplan 2025 Maßnahmen enthält, die diese Sektoren betreffen (z.B. Steueranpassungen und Infrastrukturinvestitionen).


Beschäftigtenzahlen 2001:

aktive Bevölkerung insgesamt                       32 631             54,56 %

davon vollzeitbeschäftigt                              26 038             79,80 %

           teilzeitbeschäftigt                                 2 101               6,44 %

           selbständig                                           4 154             12,73 %

           arbeitslos                                                 338               1,03 %

Erwerbstätige nach Geschlecht:

           Männer                                               17 670             54,15 %

           Frauen                                                14 623             45,85 %

Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen:

           Fischerei, Land- und Forstwirtschaft 1 476                 4,52 %                     

           Handwerk und Industrie                    1 798                 5,51 %

           Bauwesen                                           2 932                8,99 %

           Verkehr und Kommunikation            1 228                 3,76 %

           Fremdenverkehr                                 2 455                7,52 %

           Finanz- und Versicherungswesen      7 200               22,06 %

           Handel & private Dienstleistungen    9 121               27,95 %

           Öffentliche Dienstleistungenm          5 769               17,68 %

           sonstige                                                 212                 0,65 %

inaktive Bevölkerung insgesamt                    27 065             45,44 %

           in Ausbildung                                     10 118             16,92 %

           pensioniert                                            8 453             14,13 %

           im Haushalt                                          7 655             12,80 %

           krank oder behindert                               839               1,40 %

           sonstige                                                   104               0,17 %

Wasserwirtschaft

Guernseys Wasserwirtschaft, die von Guernsey Water verwaltet wird, konzentriert sich auf die Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser, die sichere Abwasseraufbereitung und die Aufrechterhaltung einer widerstandsfähigen Infrastruktur, um den zukünftigen Anforderungen und ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden.

Guernsey Water investiert aktiv in seine Infrastruktur, um die Wasserqualität und das Dienstleistungsniveau zu erhalten. In jüngster Zeit wurden fast 6 Millionen Pfund für die Erneuerung und Verbesserung der Wasserinfrastruktur ausgegeben, einschließlich der Modernisierung von Wasseraufbereitungsanlagen und Verteilungsrohren, insbesondere um die steigende Nachfrage durch neue Wohngebiete zu decken.

Das Versorgungsunternehmen steht vor finanziellen Herausforderungen, da die Kapitalinvestitionen die laufenden Einnahmen übersteigen. Eine nachhaltige Finanzierung durch eine Mischung aus erhöhten Kundengebühren und Schulden ist geplant, um laufende und zukünftige Kapitalprojekte zu unterstützen.

Zu den wichtigen Infrastrukturinvestitionen gehören große Abwasseraufbereitungsanlagen und Programme zur Neuverlegung von Abwasserkanälen, um sicherzustellen, dass das Abwasser sicher und mit minimalen Umweltauswirkungen ins Meer zurückgeführt wird.

Im Rahmen des Guernsey Water Resources and Drought Management Plan 2025 bis 2080, der die Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel und das Bevölkerungswachstum betont, wird derzeit eine strategische Planung für künftige Wasserressourcen durchgeführt. So ist beispielsweise ein neuer Süßwasserspeicher im Steinbruch Les Vardes geplant, und zur Unterstützung der laufenden Bau- und Infrastrukturarbeiten sind Inertabfalldeponien wie Black Rock vorgesehen.

Zu den operativen Tätigkeiten gehört auch die Bewirtschaftung der Oberflächenwasserinfrastruktur, um den Abfluss von Bächen, Grundstücken und Straßen sicher ins Meer zu leiten und so das Hochwasserrisiko zu verringern.

Energiewirtschaft

Die Energiebranche Guernseys ist aktuell stark geprägt durch den Import von Strom aus nachhaltigen, kohlenstoffarmen Quellen via Seekabel (Interconnector) aus Europa, vor allem aus Frankreich. Über 90% des Stroms stammen so aus erneuerbaren Quellen wie Solar-, Wind- und Wasserkraft. Dieses Seekabel ermöglicht eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen der Insel im Vergleich zu 1990 (minus 37,5% seit der Installation um 2000).

Guernsey betreibt auch ein eigenes thermisches Kraftwerk als Sicherheit und zur Spitzenabdeckung, das Diesel nutzt, aber dieses ist weniger umweltfreundlich. Die tägliche Stromnachfrage liegt zwischen 30MW und 90MW, mit einem Spitzenverbrauch von 94,2MW im Januar 2024.

Eine offizielle Stromstrategie bis 2050, beschlossen 2023, sieht vor, die Energieversorgung weiter zu diversifizieren und auszubauen. Es sind zusätzliche Interkonnektoren (zum Beispiel ein zweites Seekabel direkt nach Frankreich), mehr lokale Solarstromerzeugung sowie Offshore-Windparks mit etwa 65MW Leistung geplant. Ziel ist ein gesicherter, bezahlbarer und umweltfreundlicher Strommix mit klarer Ausrichtung auf Klimaneutralität und Versorgungssicherheit. Guernsey Electricity bleibt dabei weiterhin der alleinige Stromlieferant für alle Haushalte und Unternehmen, aber der Markt wird so gestaltet, dass auch andere Anbieter für Erzeugung und Versorgung zugelassen werden.

Die Preise für Strom sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, unter anderem bedingt durch das Auslaufen von langfristigen Importverträgen und die Anpassung an Marktpreise. Von 2022 bis 2025 gab es jährliche Erhöhungen von bis zu 13%. Im Juli 2025 wurde eine erneute Erhöhung um 8% genehmigt, was viele Haushalte finanziell belastet und zu Protesten geführt hat.

Parallel dazu fördert Guernsey vermehrt die Nutzung von Solarstrom durch Installationen lokaler Solarparks (seit 2019 über 600 kWp) und den Ausbau der Infrastruktur, um mehr erneuerbaren Strom zu integrieren.


Energieproduktion 2000

  • Elektrische Anschlüsse:  27 397
  • Produktion und Verbrauch:  374,5 mio. kWh
  • Elektrizität:  240 Volt WS/GS, 50 Hertz

Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft auf Guernsey, insbesondere im Bereich des sogenannten „Inertabfalls“ (Bau- und Abbruchabfälle), basiert auf einer strategischen Herangehensweise, die sich stark auf die Küstenaufschüttung zur Entsorgung stützt. Seit den 1990er Jahren wird inertem Abfall vor allem am Longue Hougue Reclamationsgelände an der Ostküste von Guernsey entsorgt. Dieses Gelände war bis etwa 2022/23 in Betrieb, wird nun allerdings voraussichtlich voll sein, sodass neue Strategien und Anlagen benötigt werden.

Die „Inert Waste Strategy“ der Regierung von Guernsey ergänzt die allgemeine Abfallstrategie auf der Insel und zielt auf eine nachhaltige Balance zwischen Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Recycling und der Minimierung von Restabfall zur Entsorgung ab. Dabei wird insbesondere der Wert von Landaufspülungen und der Nutzung von Altabfall als Ressource für zukünftige Entwicklungsprojekte betont. Die Strategie berücksichtigt die spezifischen Bedingungen auf Guernsey und passt die klassische Abfallhierarchie entsprechend an.

Ein wichtiger Punkt ist, dass der Export von inertem Abfall von der Insel nicht als praktikabel oder kosteneffizient angesehen wird, ebenso wenig wie die Entsorgung im Meer, da dies regulatorisch und ökologisch nicht akzeptabel ist.

Handel

Hauptexportgüter Guernseys sind Blumen, Obst und Gemüse, vor allem Tomaten. Importiert werden vor allem Kohle, Öl und Maschinen. Haupthandelspartnber sind Großbritannien und Frankreich.

Der zentrale Guernsey Market Place bildet das Herz der Einkaufsmöglichkeiten in St. Peter Port mit einer Mischung aus lokalen Läden, Boutiquen und kleinen Marktständen. SaintPeter Port ist das eigentliche Shoppingzentrum der Insel mit einer Fußgängerzone voller Boutiquen, Juweliere, britischer Ketten und einzigartiger lokaler Geschäfte.

Le Friquet Garden Centre ist ein beliebtes Ziel, das über den klassischen Gartenbedarf hinaus ein abwechslungsreiches Einkaufserlebnis mit Café, Geschenkartikeln und Spielplatz bietet. Oatlands Village kombiniert diverse Einzelhandelsgeschäfte, ein Café und Kunsthandwerksbetriebe mit Sehenswürdigkeiten wie einer Miniaturgolfanlage und lockt mit einem familienfreundlichen Einkaufsambiente abseits der Küstenstadt. Marks & Spencer bietet ein bewährtes britisches Einkaufsgefühl mit Mode, Lebensmitteln, Haushaltswaren .

Finanzwesen

Mit etwa 1,3 Milliarden Pfund trägt die Finanzdienstleistungsbranche zum lokalen Bruttoinlandsprodukt bei - mehr als die nächsten zehn Branchen zusammen. Diese Branche umfasst unter anderem Trusts, Fondsstrukturen, Investmentmanager, Banken und Finanzdienstleistungsplattformen, die stetig wachsen und neue Lizenzen erhalten. Der demit verbundene wirtschaftliche Aufschwung setzte in den 1980er Jahren ein und hat der Insel in mancher Hinsicht „paradiesischen“ Steuergesetze beschert. Die Insel gilt heute neben Jersey als Zentrum für britische „Offshore-Investitionen“ - Investitionen, die ausserhalb des Landes getätigt werden und daher steuerfrei sind.

Es begann damit, dass die neue konservative Regierung unter Margaret Thatcher in London die Devisenausfuhrbestimmungen lockerte. Die Briten konnten daraufhin ohne Genehmigung der «Bank of England» Geld auf die Kanalinseln transferieren und von dort aus ihre Geldgeschäfte auf dem Weltmarkt tätigen, ohne der britischen Steuerbehörde dafür Rechenschaft ablegen zu müssen. Ausländische Firmen schossen auf Guernsey wie Pilze aus dem Boden, und Banken- sowie Kapitalgesellschaften verbuchen seither Milliardenumsätze. Guernsey jongliert derweil weltmännisch gekonnt mit den beiden unabdingbaren Voraussetzungen, die ein Steuerparadies in sich vereinigen muss, obschon sie sich manchmal widersprechen: Diskretion und Reputation.

Die Finanzgeschäfte, die über Guernsey abgewickelt werden, übertreffen heute als Quelle für Staatseinnahmen die traditionellen Wirtschaftszweige Gartenbau und Tourismus und decken zu einem überwiegenden Teil die Ausgaben für Erziehung, Gesundheitsvorsorge und andere soziale Einrichtungen der Guernseyer.

Das Guernsey-Pfund (Guernsey Pound, Guernsey £) ist die Währung der Kanalinsel Guernsey. Das Guernsey-Pfund ist eine Binnenwährung und entspricht in seinem Wert exakt dem britischen Pfund. Es wird vom Treasury and Resources Department der States of Guernsey herausgegeben. Es ist das übliche Zahlungsmittel der Inselbewohner, mit dem Pfund Sterling kann jedoch ebenfalls überall auf Guernsey bezahlt werden. Die Bindung an das britische Pfund besteht seit 1921. Vorher waren die lokalen Zahlungsmittel wie doubles, shilling und pound an den französischen Franc gebunden. 1971 wurde das Münzsystem dezimalisiert. 1 Pfund entspricht heute 100 pence. Außerhalb von Guernsey wird das Guernsey-Pfund nur auf den benachbarten Kanalinseln (Jersey, Sark und Alderney) als gültiges Zahlungsmittel anerkannt. Auch die Kanalinsel Jersey hat ihre eigene Währung, das Jersey-Pfund, das gleichfalls mit dem Pfund Sterling wertmäßig verbunden und nur auf den Kanalinseln als Zahlungsmittel anerkannt ist. Eine Bezeichnung nach ISO 4217 existiert nicht, die übliche Abkürzung ist GGP.

Finanzwesen:

Währung:  1 Guernsey Pound = 100 Pence

Wechselkurs:

           25.5.2009        1 EUR = 0,8803 GGP            1 GGP = 1,13598 EUR

           24.5.2012        1 EUR = 0,80095 GGP          1 GGP = 1,2485 EUR

           6.5.2016          1 EUR = 0,7885 GGP            1 GGP = 1,2682 EUR

           14.3.2018        1 EUR = 0,8863 GGP            1 GGP = 1,1283 EUR

           6.6.2019          1 EUR = 0,88558 GGP          1 GGP = 1,1292 EUR

           15.1.2021        1 EUR = 0,88998 GGP          1 GGP = 1,1236 EUR

           13.4.2024        1 EUR = 0,85451 GGP          1 GGP = 1,1703 EUR

           25.7.2025        1 EUR = 0,8715 GGP            1 GGP = 1,1474 EUR

Soziales und Gesundheit

Die medizinische Versorgung auf Guernsey erfolgt vor allem privat, mit einem Netz von Hausärzten und dem Princess Elizabeth Hospital. Allgemeine medizinische Dienste und Notfallversorgung sind nicht kostenlos, und Patienten müssen selbst für Arztbesuche und Notfallbehandlungen aufkommen. Viele spezialisierte Gesundheitsdienste sind für Einheimische mit Sozialversicherungsbeiträgen oft kostenfrei zugänglich.

Das Princess Elizabeth Hospital (PEH) in Le Vauquiedor, Saint Martins, ist das einzige Akutkrankenhaus auf Guernsey. Es wurde 1949 offiziell von Prinzessin (später Königin) Elizabeth eröffnet und bietet seitdem umfassende medizinische Versorgung mit 12 Stationen und 104 Betten. Es umfasst sämtliche diagnostischen Einrichtungen sowie spezialisierte akute medizinische Stationen der Insel. Das Krankenhaus verfügt über ein breites Spektrum an medizinischen Fachrichtungen, darunter Innere Medizin, Chirurgie, Augenheilkunde, Anästhesie, Pädiatrie, Geburtshilfe und Gynäkologie. Die meisten medizinischen Dienstleistungen werden von Konsiliarärzten des Medical Specialist Group (MSG) erbracht. Die Patientenversorgung im Krankenhaus erfolgt durch ein Team von Krankenschwestern, wobei ein Hauptpflegefachkraft die individuelle Versorgung koordiniert.

Der Zugang erfolgt in der Regel über Überweisungen durch Hausärzte, und es gibt Optionen für Privatpatienten, die zusätzliche Vorteile oder nicht von der staatlichen Deckung abgedeckte Behandlungen wünschen. Für Notfälle gibt es eine eigene Notaufnahme, die außerhalb der regulären Sprechzeiten medizinische Versorgung sicherstellt.

Es gibt aktuell Modernisierungsmaßnahmen am Krankenhaus, die unter anderem den Bau einer neuen Intensivstation und eines Aufwachraums beinhalten. Diese Modernisierung verzögert sich jedoch aufgrund baulicher Herausforderungen..

Krankheiten

Es gibt keine spezifischen Krankheitsrisiken auf Guernsey.

Bildung

Das staatliche Bildungssystem Guernseys umfasst Grundschulen, weiterführende Schulen, spezielle Fördereinrichtungen und eine separate Sekundarstufe II mit Sixth Form Centre und Guernsey Institute. Die Struktur orientiert sich an britischen Standards und bereitet auf anerkannte Abschlüsse wie GCSEs und A-Levels vor. Ein Vorteil ist das kostenfreie Bildungsangebot bis zum Alter von 18 Jahren und die starke Anbindung an das britische System, wobei laufende Reformen für Modernisierung und mehr Chancengleichheit sorgen.

Les Voies School spezialisiert sich auf Kinder und Jugendliche mit sozialen, emotionalen oder Verhaltensschwierigkeiten und bietet gezielte Betreuung sowie Programme für die gesamte Insel. Sie ist damit ein wichtiger Baustein im sonderpädagogischen Netzwerk von Guernsey.

Die Castel Primary School ist beispielhaft für die freundlichen, staatlichen Grundschulen auf Guernsey, die Kindern ab vier Jahren einen soliden, ganzheitlichen Bildungsstart bieten – mit guter Betreuung und familiärer Atmosphäre.

Le Murier School ist eine der beiden zentralen Sonderschulen, die besonders Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf eine spezialisierte, integrative Ausbildung ermöglicht – ein großes Plus für Inklusion und individuelle Förderung auf Guernsey.


Schulen:                    

Schulen, Lehrer und Schüler 1999:

primary schools                                  11                    252                  4 959

secondary schools                              11                    284                  3 752

Höhere Bildung

Als eine der zentralen weiterführenden Schulen beherbergt Les Varendes sowohl die High School als auch das Sixth Form Centre (bis zum geplanten Umzug). Die Schule bietet akademisch ausgerichtete Programme und einen modernen Campus. Ihre zentrale Rolle bei der aktuellen Bildungsreform macht sie zu einer Schlüsseladresse für Schüler ab 11 Jahren.

Das traditionsreiche Ladies‘ College ist eine private Mädchenschule, die eine durchgehende Ausbildung von der Vorschule bis zum Abitur bietet. Die Schule genießt einen exzellenten Ruf für ihre individuelle Förderung, gezielte Mädchenbildung und leistungsstarke Abschlüsse mit britischer Anerkennung.

Das Blanchelande College ist die einzige vollständig koedukative unabhängige Schule auf Guernsey und bietet einen kontinuierlichen Bildungsweg von 2 bis 18 Jahren. Das College verbindet akademische Exzellenz mit einem breiten Freizeit- und Förderangebot in familiärer Atmosphäre.

Das traditionsreiche Elizabeth College gilt als hervorragende unabhängige Jungenschule mit vielfältigen Programmen und starkem Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung, außerschulische Aktivitäten und akademische Spitzenleistungen. Besonderheiten sind das reiche kulturelle Schulleben und die gute Universitätsvorbereitung.

Les Beaucamps High School ist ein modernes, staatliches 11-16 College, das Schülern aller Fähigkeitsstufen offensteht. Sie setzt auf innovative Lehrmethoden, vielfältige Aktivitäten und wird im Zuge der Bildungsreform weiter gestärkt.

Bibliotheken und Archive

Die Guille-Alles Library ist die größte öffentliche Bibliothek Guernseys, ein zentraler Treffpunkt zum Lernen, Forschen und für Veranstaltungen. Sie bietet einen barrierefreien Zugang und gilt als das Herzstück für allgemeine Bibliotheksdienste auf der Insel. Es bietet den Nutzern ein breites Angebot an Medien.

Die Priaulx Library ist auf lokale Geschichte, Ahnenforschung, Guernsey-Zeitungen, Fotografien und detaillierte Dokumentationen zur guernseyer Identität spezialisiert. Für Besucher mit genealogischem und historischem Interesse ist sie eine exzellente Anlaufstelle, der Charakter als Forschungsbibliothek bietet allerdings weniger allgemeine Unterhaltungsliteratur.

Das Island Archives beherbergt umfangreiche Bestände öffentlicher und privater Dokumente von der frühen Neuzeit bis heute, darunter Amtsakten, Kirchen- und Familienpapiere, Karten, Fotografien und Ton-/Filmaufnahmen. Als Forschungsarchiv für tiefgehende historische, rechtliche und genealogische Arbeiten ist es unverzichtbar. Der Zugang erfolgt nach Vereinbarung und richtet sich primär an Forscher.

Kultur

Die Kultur Guernseys ist englisch geprägt mit deutlichen franko-normannischen Einflüssen.

Museen

Auf Guernsey gibt es folögende Museen:

  • Fort Grey Shipwreck Museum  Rocquaine Coast Road, St Peters
  • La Valette German Underground Museum
  • Guernsey Folk Museum  Saumarez Park, Castel
  • German Occupation Museum  Le Houards, Forest (eröffnet 1966)
  • Guernsey Museum and Art Gallery   Candie Gardens, St Peter Port (eröffnet 1976)
  • Brooklands Farm Implement Museum   Kings Mill, Castel
  • The Doll's House Collection  Sausmarez Manor, St Martins
  • Telephone Museum  Hermes, La Planque, Cobo Road, Castel

Architektur

Das Hügelgrab von Les Fouillages ist möglicherweise das älteste, von Menschenhand errichtete Steinmonument in Europa. Während des Mittelalters wurden etliche Festungen gebaut. Die Architektur der Insel ist britisch geprägt.

Die Architektur auf Guernsey, besonders in der Inselhauptstadt St Peter Port, zeichnet sich durch eine Mischung aus mittelalterlichen, normannischen und georgianischen Einflüssen aus. Historisch entwickelte sich St Peter Port ab dem frühen Mittelalter als kompakte Hafenstadt mit engen, verwinkelten Gassen und steilen Straßen, deren Layout noch heute die mittelalterliche Struktur widerspiegelt. Die Stadt wurde um die Kirche „ecclesia Sancti Petri de Portu“ herum gegründet, und viele der alten Straßen und Gebäude stammen aus dieser Zeit oder sind davon stark geprägt. Ein Beispiel ist das im späten 16. Jahrhundert erbaute „Maison Briard“, das einen Eindruck von den damaligen Bauweisen mit Stein und Holz vermittelt, engen Gassen und zum Teil vorspringenden Gebäuden am Straßenrand.

Fortifikationen spielten auch architektonisch eine Rolle, etwa die Überreste von Festungen wie Castle Cornet und die mittelalterlichen Verteidigungen entlang der Zufahrtswege. Zwar gab es keine durchgehende mittelalterliche Stadtmauer, aber die Verteidigungsanlagen waren zahlreich und prägend für das Stadtbild.

Im 18. und 19. Jahrhundert veränderte der Wohlstand durch Handel das Stadtbild weiter: Breitere Straßen wurden angelegt, mehr städtische und durchaus repräsentative georgianische Häuser und Villen entstanden, teilweise auf Gelände, das durch Felsabbau und Landgewinnung am Meer neu gestaltet wurde. Ein historisches Bauwerke ist der Victoria Tower (gebaut 1848), der an den Besuch von Königin Victoria erinnert.

Bildende Kunst

Guernsey bietet eine lebendige Szene bildender Kunst, die hauptsächlich im Guernsey Museum and Art Gallery in St Peter Port präsentiert wird. Das Museum befindet sich in den historischen Candie Gardens und beherbergt eine umfangreiche Sammlung von über 500 Kunstwerken, darunter viele Küstenlandschaften und Werke, die die Seefahrtradition der Insel widerspiegeln. Besonders hervorzuheben ist die Rona Cole Art Gallery im Museum, welche etwa 200 Schlüsselkünstlerwerke zeigt, darunter auch ein Auguste Rodin-Büste von Victor Hugo und bedeutende Aquarelle des 19. Jahrhunderts. Diese Sammlung umfasst sowohl berühmte lokale als auch internationale Künstler, wobei ein Schwerpunkt auf Werken aus dem 17. bis 19. Jahrhundert liegt.

Neben dem Guernsey Museum gibt es auch mehrere Kunstgalerien auf der Insel, darunter die Quay Gallery, Art for Guernsey, The Gallery und Wink at One, die lokale und zeitgenössische Kunst ausstellen.

Darüber hinaus organisiert das Guernsey Museum & Art Gallery ein ständig wechselndes Programm von temporären Ausstellungen und Veranstaltungen, die das breite Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen abdecken. Besucher können auch eine Reihe von historischen und nautisch inspirierten Kunstwerken sowie Porträts lokaler Persönlichkeiten bewundern. Zudem gibt es einen öffentlichen Kunstraum mit in Rotation präsentierter Lokalkunst.

Literatur

Auf der Insel lebte im 19. Jahrhundert der französische Dichter Victor Hugo, dessen Haus ein faszinierendes Zeugnis seines 15 Jahre währenden Exils ist. Sein schöpferischer Geist lebt heute in einem Dauerprogramm von Ausstellungen und Aufführungen fort. Daneben gibt es auch eine kleine lokale Literatur- und Theaterszene. In letzter Zeit wird auch in der lokalen Sprachen Guerniais geschrieben.

Die bekannteste literarische Verbindung zu Guernsey ist der Briefroman The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows aus dem Jahr 2008. Dieses Buch, das auch unter dem deutschen Titel Deine Juliet veröffentlicht wurde, spielt unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und erzählt die Geschichte eines literaturbegeisterten Buchclubs auf Guernsey. Die Mitglieder des Clubs gründen diesen in der schwierigen Zeit der deutschen Besetzung, um durch Literatur Mut und Hoffnung zu bewahren. Die Geschichte wird überwiegend in Briefen erzählt und zeigt eindrucksvoll die engen Verbindungen zwischen den Inselbewohnern und der Kraft der Literatur in schweren Zeiten.

Die Autorin Mary Ann Shaffer wurde inspiriert, das Thema während eines Aufenthalts auf Guernsey zu erforschen, nachdem sie aufgrund des Wetters am Flughafen festsaß und dort Bücher über die deutsche Besetzung der Insel las. Das Buch war ein großer Erfolg und wurde 2018 auch verfilmt, wodurch die literarische Bedeutung Guernseys weltweit bekannt wurde.

Literarisch gesehen hat Guernsey damit eine besondere Geschichte, die vor allem durch diesen Briefroman geprägt ist. Es gibt keine weit verbreiteten Hinweise auf eine eigenständige „Guernsey-Literaturszene“ ähnlich wie bei größeren Städten, dennoch kann man in den Buchklubgeschichten und in der historischen literarischen Verarbeitung der deutschen Besatzung eine intensive Auseinandersetzung mit der Inselkultur und -geschichte finden.

Theater

Das Princess Royal Centre of the Performing Arts (PRCPA) ist Guernseys erstes multifunktionales Theater- und Ausbildungszentrum mit einem flexibel nutzbaren Auditorium (bis zu 300 Sitzplätze), Black Box-Studio und Tanzraum. Herausragend ist die Mischung aus lokalen Produktionen, internationalen Live-Übertragungen (zum Beispiel Royal Opera House, National Theatre) und Workshops.

Das historische Kulturzentrum Saint James Guernsey hat eine zweihundertjährige Geschichte und bietet das breite Spektrum an Live-Performances, darunter Theater, klassische Konzerte und Community-Events. Die besondere Atmosphäre in der ehemaligen Kirche macht St James zu einem ikonischen Ort für unterschiedlichste Aufführungen.

Mit 400 Sitzplätzen ist Beau Sejour das größte Theater auf Guernsey und bietet beste technische Ausstattung für aufwendige Produktionen – von Pantomime über Musicals bis zu Comedy- und Musik-Events. Die moderne Infrastruktur mit separaten Umkleiden, Orchestergraben und umfangreichem AV-Equipment spricht besonders große Ensembles und anspruchsvolle Inszenierungen an.

Die traditionsreiche Amateurtheatergruppe St. Stephens Players bietet familienfreundliche Theateraufführungen mit Fokus auf lokale Talente und generationenübergreifende Stücke in einer zugänglichen, einladenden Umgebung. Die Spielstätte besticht durch besondere Nähe zwischen Publikum und Schauspielern und richtet sich vor allem an Freunde des klassischen Amateurtheaters und Familien.

Film

Der bekannteste Film, der sich mit Guernsey beschäftigt, ist The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society aus dem Jahr 2018. Dieser historische romantische Drama-Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows und erzählt die Geschichte eines literaturbegeisterten Buchclubs auf Guernsey, der während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Der Film zeigt sowohl die Nachkriegszeit als auch das Leben auf der Insel und ihre kulturelle und historische Bedeutung. Hauptdarstellerin ist Lily James, und der Film wurde international positiv aufgenommen.

Auf Guernsey gibt es mehrere Kinos, wobei das größte und bekannteste das Beau Cinema ist, das im Beau Sejour Leisure Centre in St Peter Port untergebracht ist. Dort gibt es den größten Kinosaal der Insel mit aktuellen Filmvorführungen, Klassikern sowie Kinderfilmen. Zusätzlich gibt es das The Mallard Cinema, ein kleines, unabhängiges Vier-Saal-Kino auf der Insel, das ebenfalls aktuelle Filme zeigt. Im German Occupation Museum gibt es ein kleines Kino, das die Besatzungszeit anschaulich darstellt. Zudem findet jährlich im August das Twilight Cinema im Castle Cornet statt, ein Open-Air-Kino-Event mit mehreren Filmen, das für einen besonderen Filmgenuss unter freiem Himmel sorgt.

Musik und Tanz

Guernsey hat zahlreiche aktive Bands, Singer-Songwriter sowie lokale und internationale Acts. Zu den populären Veranstaltungsorten gehören das St James Concert Hall, The Vault und The Fermain Tavern, wo regelmäßig Live-Konzerte verschiedener Genres stattfinden.

Die Insel veranstaltet bedeutende Musikfestivals wie das „Vale Earth Fair“ (ältestes Festival der Kanalinseln, im Vale Castle), das „Chaos Festival“ (Rock, Metal, Independent) am Pleinmont Point, die „Cobo Bay Balcony Gigs“ (Open-Air-Konzerte am Meer) und das „Guernsey Together Festival“, das mit Musik, Tanz und Essen als größte lokale Party des Jahres gilt. Besonders im September zieht das „Day & Night“-Festival im Vale Castle internationale DJs und Fans von House und Drum & Bass an.

„Guernsey Gigs“ fördert heimische Musiker und organisiert Unplugged-Sessions für Nachwuchstalente. Außerdem haben DJs wie Josh Le Tissier beachtlichen Erfolg über die Insel hinaus.

Historisch ist „Ah! mon beau laurier!“ der berühmteste Volkstanz Guernseys, ein Kreis- und Paartanz, der bei Festen und Dorffeiern begangen wurde. Begleitet vom Akkordeon oder der traditionellen Drehleier (chifournie) lebt dieser Tanz als wichtige kulturelle Referenz weiter. Die Insel pflegt auch lebendige Scottish Country Dancing Gruppen, offen für alle Erfahrungsstufen. Diese treffen sich regelmäßig und sind international vernetzt.

Es gibt mehrere Tanzschulen und -vereine, darunter die „Guernsey Ballroom Dance Club“ sowie „LeT’s Dance“ und die „Starlight Dance Academy“, mit Kursen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Ballroom, Latin und modernen Richtungen. Das St James Dance Festival bietet Workshops und Veranstaltungen von Bachata bis Lindy Hop und fördert den Austausch verschiedenster Tanzstile.

Der „Lambeth Walk“, eigentlich ein englischer Gassenhauer, ist auf Guernsey ein beliebter Straßentanz bei Festen in St Peter Port geworden – als Ausdruck von Gemeinschaft und ausgelassener Stimmung. Beim jährlichen „Guernsey Street Festival“ werden Musik- und Tanzakts unterschiedlichster Genres bei freiem Eintritt zelebriert.

Kleidung

Ein Guernsey-Pullover (auch Gansey genannt) ist ein traditioneller gestrickter Wollpullover, der ursprünglich für die Fischer auf der Insel Guernsey im Ärmelkanal hergestellt wurde. Das Kleidungsstück stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde dafür geschätzt, dass es warm, haltbar, flexibel und einigermaßen wasserabweisend ist, was es ideal für die Seefahrt macht. Hergestellt ist er zu 100 % aus Wolle, oft Kammgarn, das von Natur aus feuchtigkeitsabweisend ist. Zudem ist er dicht gestrickt, um wind- und wasserabweisende Eigenschaften zu erzielen. Das Design umfasst eine verstärkte und oft aufwendig gemusterte obere Brust und Schultern, die den Oberkörper der Fischer vor Wind und Gischt schützten, ohne die Armbewegung einzuschränken. Einige Modelle verfügen über eine Knopfleiste an der Schulter, die für mehr Komfort sorgt. Die Muster auf der Guernsey konnten auch dazu dienen, auf See verschollene Fischer zu identifizieren.

Heute ist das maschinelle Stricken zwar üblich, aber einige Handwerker und Marken stellen Guernseys immer noch mit traditionellen Techniken her. Der Pullover ist nach wie vor eine Ikone der maritimen und traditionellen Mode. Der Guernsey-Pullover hat auch verwandte Kleidungsstücke wie den indischen „Ganji“ beeinflusst, wobei er strukturelle Merkmale beibehalten hat, die an verschiedene Klimazonen und Verwendungszwecke angepasst wurden, aber die ursprüngliche Robustheit und Symbolik des Pullovers beibehalten haben.

Gastronomie und Kulinarik

Aufgrund der Fülle an natürlichen Zutaten, die das Meer und das Land bieten, dürfte es wohl kaum überraschen, dass sich die Inseln so vieler qualitativ hochwertiger Restaurants rühmen können. Der Besucher hat die Qual der Wahl: herzhafte Kneipenmahlzeit, schickes Abendessen im Bistro oder moderne Kochkunst – auf jeden Fall freut sich der Koch, wenn der Gast einen gesunden Appetit mitbringt. Hinzu kommt eine Vielzahl kulinarischer Angebote aus der ganzen Welt, denn neben den traditionellen Restaurants ist auch die indische, türkische, spanische und italienische Küche vertreten. Da die Qualität so gut ist, werden Sie bestimmt eine zweite Portion verlangen. Saint Peter Port bietet zudem eine gute Auswahl an Pubs und Bars, in denen man nicht nur die Atmosphäre, sondern auch ein paar Cocktails oder die örtlichen Biersorten genießen kann.Während des ganzen Jahres finden gastronomische Veranstaltungen statt. Mit Hilfe der unten aufgeführten Liste können Sie den Zeitpunkt Ihres Besuches bei uns mit einem der vielen kulinarischen Feste abstimmen dann brauchen Sie nur noch zuzugreifen.

Festkultur

Nationalfeiertag Guernsey ist der Liberation am 9. Mai zur Erinnerung an die Befreiung von der deutschen Besatzung im Jahr 1945.


Feiertage:

  • 1. Januar  -  New Year’s Day (Neujahrstag)
  • Ende März / Anfang April  - Easter (Ostern)
  • 2. Mai  -  May Day (Tag der Arbeit)
  • Ende Mai  -  Spring Day (Frühlingsfeiertag)
  • 9. Mai  -  Liberation Day (Befreiungstag)
  • 1. November  -  Halloween (Allerheiligen)
  • 25./26. Dezember  -  Christmas (Weihnachten)


Lokale Feste sind:

  • Guernsey Together Festival (14. Juni 2025): Das prominenteste Sommerfestival der Insel, das Musik, Tanz, Essen und Trinken in einer ausgelassenen, familiären Atmosphäre bietet. Lokale Talente und UK-Tributbands treten auf, und es gilt als eines der größten Feste Guernseys.
  • Day & Night Dance Music Festival (13. September 2025): Guernseys größtes Tanzmusikfestival im historischen Vale Castle mit internationalen DJs und elektronischer Musik. Ein Highlight für Fans von House und Drum & Bass.
  • St James Dance Festival (19.–21. April): Ein Wochenende voller Tanzworkshops, Sozialtänzen und Rock’n’Roll-Partys, das klassische und moderne Tanzformen verbindet.
  • Guernsey Street Festival (26. Juli – 9. August): Ein zweiwöchiger Event in St Peter Port mit Musik, Theater, Tanz, Puppenspiel, Kunst und weiteren Straßenkünstlern. Ein großes Fest für die gesamte Gemeinde.
  • Vale Earth Fair (24. August): Das älteste Musikfestival der Kanalinseln, veranstaltet in Vale Castle. Ein ganztägiges Ereignis mit über 50 lokalen und internationalen Musikact-Auftritten auf mehreren Bühnen.
  • Tennerfest (Oktober 2025): Ein kulinarisches Festival in Restaurants und Gaststätten der Insel, die spezielle Menüs zu festen Preisen mit lokalen und internationalen Spezialitäten anbieten.


Weitere Feste sind das moderne La Beltane-Maifest auf Sark, der Guernsey Literary Festival (April/Mai) und das Chaos Festival (Juni) mit Rockmusik.

Medien

Die einzige Tageszeitung der Insel ist The Guernsey Press. Seit 1999 erscheint sie in handlichem Format von Montag bis Samstag in einer Auflage von 16.000 Stück. Im Internet vertreten ist sie auf guernsey.com. Einmal pro Woche erscheint daneben The Globe mit einer Auflage von 18.000 Stück. Asuf Guernsey finden sich zudem eine FM-, eine AM-Radio- und eine Fernsehstation.


Zeitungen

  • The Globe
  • The Guernsey Press


Radiostationen

  • AM RADIO
  • BBC Radio Guernsey|on FM - Guernsey (Channel Islands) CH
  • FM RADIO
  • BBC Radio Guernsey - Guernsey (Channel Islands) CH
  • Island FM|rep - Alderney (Channel Islands) CH
  • 104.7 Island FM - Guernsey (Channel Islands) CH CHR

Kommunikation

Das Main Post Office befindet sich in der Smith Street iun Saint Peter Port. Daneben gibt es noch 16 weitere Postämter. Mobil telefoniert wird über GSM 900 und 1800. Hauptnetzbetreiber ist Cable & Wireless Guerney (Internet: www.cw.com/guernsey). Roaming-Abkommen bestehen. Mobiltelefone können auf der Insel gemietet werden.


Postdaten:

  • Postanschrift:  Guernsey GY1, Channel Islands
  • Telefon-Vorwahl:  00441481

Sport

In Guernsey werden praktisch alle gängigenm Sommersportarten praktiziert, Die Insel besitzt eigene Nationalmannschaften im Kricket und Fußball.

Kricket

Kricket auf der Insel Guernsey ist eine etablierte und beliebte Sportart mit einer langen Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Der Guernsey Cricket Board (GCB) ist die offizielle Organisation, die den Cricket-Sport in der gesamten Bailiwick (einschließlich Guernsey, Alderney, Herm und Sark) kontrolliert. Guernsey wurde 2008 Associate Member des International Cricket Council (ICC) und hat seitdem an internationalen Wettbewerben teilgenommen.

In Guernsey spielen aktuell etwa 28 Teams an Wochentagen von April bis September, mit über 250 Spielen in kürzeren Formaten (16 bis 20 Overs). An den Wochenenden spielen 12 Teams längere Spiele mit 40 bis 50 Overs. Es gibt mehrere Cricket-Clubs auf der Insel, darunter Cobo, Griffins, Wanderers, Rovers und weitere. Auch Schulen fördern aktiv den Cricket-Sport mit zahlreichen Schülerturnieren und Programmen für Junioren.

Ein wichtiges Ereignis im guernseyischen Cricket ist das jährliche Inter-Insular-Match gegen die Nachbarinsel Jersey, das seit 1950 ausgetragen wird. Dieses Duell zieht oft über 1.000 Zuschauer an und wurde seit 2019 auch im Twenty20-Format mit internationalem Status gespielt. Die Guernsey-Mannschaft hat sich auch bei europäischen und Weltturnieren wie der ICC World Cricket League und T20-World-Cup-Qualifikationen engagiert und ist in der Weltrangliste aktiv vertreten.

Zusätzlich wächst das Cricket bei Frauen und Mädchen auf Guernsey stetig, mit eigenen Ligen und internationalen Spielen seit 2019. Die Förderung von inklusivem Cricket, beispielsweise für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ist ebenfalls Teil der Aktivitäten auf der Insel.

Fußball

Die von der Guernsey Football Association organisierte Fußballauswahl von Guernsey ist eine Auswahl der besten Fußballspieler der Kanalinsel Guernsey. Sie wird weder von der UEFA noch von der FIFA als offizielles Mitglied anerkannt. Die Gegner der Mannschaft beschränken sich in der Regel auf andere Mannschaften der Kanalinseln und teilnehmende Vereine bei den Island Games. Heimstadion ist das The Corbet Field auf der Inselhauptstadt St. Peter Port. Die größten Erfolge der Mannschaft waren:

  • 2001 Gewinner des Fußballturniers der Island Games (3:1 n. E. gegen Anglesey)
  • 2003 Gewinner des Fußballturniers der Island Games (3:1 gegen Isle of Man)


Die bisherigen Spiele erbrachten bis 2013 folgenden Gesamtstand:

Gegner Sp S U N T+ T- Pk
Åland Islands 2 0 1 1 2 4 1
Alderney 52 51 0 1 246 22 153
Ynys Môn 6 3 2 1 10 4 11
Cornwall 3 1 1 1 4 8 4
Falkland Islands 1 1 0 0 3 0 3
Frøya 3 3 0 0 15 2 9
Gibraltar 2 1 1 0 2 1 4
Greenland 2 1 1 0 6 0 4
Isle of Man 3 3 0 0 11 3 9
Isle of Wight 5 2 2 1 9 8 8
Jersey 107 45 12 52 183 207 147
Orkney 2 2 0 0 13 0 6
Rhodes 2 1 1 0 2 1 4
Shetland 3 1 0 2 7 9 3
Western Isles 1 1 0 0 2 1 3


Der Klubfußball Guernseys ist in drei Spielklassen organisiert, deren oberste die Sure Mobile Senior County League Division 1 ist.

Motorsport

Ein bedeutendes Motorsportereignis für den Straßenverkehr war die Guernsey Rally Ende Februar/Anfang März 2025. Es handelt sich um eine Rallye mit mehreren Sonderprüfungen auf Landstraßen rund um die Insel, die temporär für den Normalverkehr gesperrt wurden. Der Rallye-Event zieht Fahrer vom Festland sowie von den Kanalinseln an und bietet eine spannende Motorsport-Atmosphäre, jedoch mit kurzfristigen Verkehrsbeeinträchtigungen während der Veranstaltungen.

Im Januar 2025 fand ebenfalls die Liberation Day Cavalcade statt, bei der hunderte historische und militärische Fahrzeuge durch Straßen fahren. Solche Events führen zu vorübergehenden Verkehrseinschränkungen und besonderen Verkehrsführungen.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten aus Guernsey stammenden Persönlichkeiten sind:

  • Catherine Cauchés, Guillemine Gilbert und Perotine Massey (gestorben 1556), wegen Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt; Perotine Massey gebar auf dem Scheiterhaufen
  • Sir Henry de Vic (1599 bis 1671), Gründungsmitglied der Royal Society, Kanzler des Hosenbandordens
  • Edmund Andros (1637 bis 1714), Kolonialverwalter, Gouverneur des Dominion von Neuengland in Amerika
  • Vizeadmiral James Saumarez war der Befehlshaber der Royal Navy in der Ostseekampagne von 1808 bis 1814, die den britischen Handel mit dieser Region sicherte
  • Peter Perchard (1729 bis 1806), Freibeuter, Goldschmied und Kaufmann, diente 1806 als Oberbürgermeister von London
  • Paul Le Mesurier (1755 bis 1805), Kaufmann, Oberbürgermeister von London 1793/94
  • James Saumarez (1757 bis 1836), Vizeadmiral der Blauen und erster Baron de Saumarez
  • Generalmajor Sir Thomas Saumarez (1760 bis 1845), Kommandant in Halifax, Oberbefehlshaber von New Brunswick während des Krieges von 1812
  • Daniel de Lisle Brock (1762 bis 1842), Oberbürgermeister von Guernsey und Bruder von
  • Richard Saumarez (1764 bis 1835), britischer Chirurg und medizinischer Autor
  • Generalmajor John Gaspard Le Marchant (1766 bis 1812), Gründer der ersten britischen Militärakademie
  • Sir Isaac Brock (1769 bis 1812), Generalmajor und Leutnant bis Gouverneur von Oberkanada, Held von Oberkanada
  • John MacCulloch (1773 bis 1835), Geologe auf den Kanalinseln, in England und Schottland
  • John Le Mesurier (1781 bis 1843), Generalmajor und Gouverneur von Alderney
  • Peter Paul Dobree (1782 bis 1825), englischer Altphilologe und Kritiker
  • Frederick Corbin Lukis (1788 bis 1871), Antiquar und Naturhistoriker mit Schwerpunkt Botanik, Geologie, Muschelkunde und Naturwissenschaften
  • George Métivier (1790 bis 1881), der Nationaldichter der Insel
  • Margaret Ann Neve (1792 bis 1903), erste nachgewiesene weibliche Supercentenarian und älteste auf Guernsey geborene Person, 110 Jahre und 321 Tage
  • Thomas de la Rue (1793 bis 1866), Drucker und Schreibwarenhändler
  • John Jeremie (1795 bis 1841), britischer Richter, Diplomat und Abolitionist
  • Ferdinand Brock Tupper (1795 bis 1874), Historiker
  • Peter Broun (1797 bis 1846), erster Kolonialsekretär von Westaustralien und Mitglied des ersten Legislativrats von Westaustralien
  • Samuel Elliott Hoskins (1799 bis 1888), Arzt
  • Sampson Avard (1800 bis 1869), Anführer einer mormonischen Bürgerwehr namens Danites
  • William Le Lacheur (1802 bis 1863), Seekapitän und Entwickler des Kaffeegeschäfts in Costa Rica.
  • James Jeremie (1802 bis 1872), Dekan von Lincoln
  • Bonamy Price (1807 bis 1888), politischer Wirtschaftswissenschaftler
  • Warren De la Rue (1815 bis 1889), Astronom und Chemiker
  • Francis Colborne (1817 bis 1895), Kommandeur der britischen Truppen in China, Hongkong und den Straits Settlements
  • Paul Jacob Naftel (1817 bis 1891), Künstler
  • Edmund Kennedy (1818 bis 1848), Entdecker
  • Jasper Hume Nicolls (1818 bis 1877), kanadischer anglikanischer Priester und erster Rektor des Bishop's College
  • Maria Rosetti (1819 bis 1893) geboren Grant, politische Aktivistin und Journalistin
  • Effingham Grant (1820 bis 1892), Diplomat und Geschäftsmann, Bruder von Maria Rosetti
  • Robert Carey (1821 bis 1883), Generalmajor in der britischen Armee
  • John Elias Collings (1821 bis 1886), General in der britischen Armee
  • George Jackson Carey (1822 bis 1872), Generalmajor in der britischen Armee
  • Peter le Page Renouf (1822 bis 1897), Ägyptologe
  • Denys Corbet (1826 bis 1909), guernesischer Dichter
  • Duncan Charles Home (1828 bis 1857), Träger des Victoria bis Kreuzes
  • Terence O'Brien (1830 bis 1903), Landvermesser, Ingenieur und Kolonialgouverneur von Neufundland
  • Walter Wren (1833 bis 1898), Mitglied des Parlaments
  • John Richard Magrath (1839 bis 1930), britischer Wissenschaftler
  • Frederick Moynihan (1843 bis 1910), Bildhauer
  • Mrs. Bartle Teeling (1851 bis 1906), Schriftstellerin
  • Mabel Collins (1851 bis 1927), Theosophin und Schriftstellerin
  • John Frederick McCrea (1854 bis 1894), Träger des Victoria Cross
  • Theodore Fink (1855 bis 1942), Abgeordneter in der Gesetzgebenden Versammlung von Victoria, Australien
  • Uchter Knox, 5. Earl of Ranfurly (1856 bis 1933), Uchter Knox, Gouverneur von Neuseeland
  • Samuel Mauger (1857 bis 1936), australischer Sozialreformer und Politiker
  • Victor Herbert (1859 bis 1924), Musiker
  • James Arnold (1859 bis 1929), neuseeländischer Abgeordneter
  • Fanny Davies (1861 bis 1934), Pianistin
  • Havilland de Sausmarez (1861 bis 1941), Richter an verschiedenen britischen Gerichten in Afrika und Asien, im Osmanischen Reich und in China
  • Martha Sarah Bidmead (1862 bis 1940), australische Krankenschwester während des Burenkriegs
  • Sir Henry Beauvoir De Lisle (1864 bis 1955), General der britischen Armee
  • Ernest Roberts (1868 bis 1913), Mitglied des australischen Repräsentantenhauses (Labor)
  • Lewis Stratford Tollemache Halliday (1870 bis 1966), Träger des Victoria Cross
  • George Edward Nurse (1873 bis 1945), Träger des Victoria bis Kreuzes
  • Herbert John Fleure (1877 bis 1969), Zoologe und Geograph
  • Ernest Martin Jehan (1878 bis 1929), Kommandant eines Q bis Schiffs, das 1915 das deutsche U bis Boot UB bis 4 versenkte
  • Arthur Maurice Hocart (1883 bis 1939), Anthropologe
  • Percy Hodge (1890 bis 1967), olympischer Goldmedaillengewinner im 3.000 bis Meter bis Hürdenlauf
  • Ambrose Sherwill (1890 bis 1968), Präsident des Kontrollausschusses während der deutschen Besetzung der Kanalinseln, bis zu seiner Deportation
  • Generalmajor Sir Thomas MacDonald „Donald“ Banks KCB DSO MC TD (1891 bis 1975), Generaldirektor des Petroleum Warfare Department 1940 bis 1945
  • Barry Jones (1893 bis 1981), Schauspieler
  • Herbert Jolly (1895 bis 1983), Profigolfer
  • James Parkes (1896 bis 1981), Geistlicher, Historiker und Sozialaktivist
  • Marjorie Ozanne (1897 bis 1973), Schriftstellerin aus Guernsey
  • Michael Davidson (1897 bis 1976), Journalist
  • Gerald Basil Edwards (1899 bis 1976), Autor von Das Buch von Ebenezer Le Page
  • Beatrice Collenette (1899 bis 2001), Tänzerin
  • Ethel Wood (1901 bis 2011), Supercentenarian
  • John Louis "Bonnie" Newton (1903 bis 1962) DSC, Croix De Guerre (étoile en argent), geboren in Alderney, Mitarbeiter der Special Operations Executive 1940 bis 1945
  • John Harold Henry Coombes (1906 bis 1978), Rektor des Cadet College Petaro, einer der ersten öffentlichen Schulen in Pakistan
  • Marie Ozanne (1906 bis 1943), Demonstrantin gegen die deutsche Behandlung von Sklavenarbeitern während des Zweiten Weltkriegs
  • Robert Morley (1908 bis 1992), Schauspieler
  • John Le Patourel (1909 bis 1981), Historiker
  • Philip Maitland Hubbard (1910 bis 1980), Krimiautor
  • William "Billy" Spurdle (1911 bis 2011), Fußballspieler, spielte für Manchester City F.C.
  • Mary Eily de Putron (1914 bis 1982), Glasmalerin und Archäologin
  • Wallace Le Patourel (1916 bis 1979), Brigadier, Träger des Viktoriakreuzes
  • John Marr (1918 bis 2009), Schriftsteller
  • George Clarence Bassett Smith (1919 bis 2001), Fußballspieler; spielte für den Southampton F.C.
  • Hubert Nicolle (1919 bis 1998), gilt als das erste Kommando des Zweiten Weltkriegs und landete im September 1940 auf der besetzten Insel Guernsey
  • Peter Brock (1920 bis 2006), Historiker
  • Peter Le Cheminant (geboren 1920), Oberstleutnant der Luftwaffe und Gouverneurleutnant von Guernsey
  • Frank Griffiths Caldwell (1921 bis 2014), Generalmajor OBE MC und Bar
  • Roy Dotrice (1923 bis 2017), Schauspieler, Gewinner von Tony und BAFTA Awards
  • Sylvester Houédard (1924 bis 1992), bekannt als dsh, Dichter, Literaturredakteur und Benediktinermönch
  • Len Duquemin (1924 bis 2003), Fußballspieler, spielte für Tottenham Hotspur F.C.
  • William "Billy" Whare (1925 bis 1995), Fußballspieler, spielte für den Nottingham Forest F.C.
  • Frederick Charles Hurrell (1928 bis 2008), Vize bis Marschall der Luftwaffe und Generaldirektor des medizinischen Dienstes der RAF von 1986 bis 1988
  • Tony Fox (1928 bis 2010), Arzt und Ruderer, vertrat Großbritannien bei den Olympischen Sommerspielen 1952 und 1956
  • Charles Wood (geboren 1932), Dramatiker und Drehbuchautor
  • John Savident (geboren 1938), Schauspieler, spielt in vielen Fernsehserien mit, unter anderem in Coronation Street
  • Peter Le Vasseur (geboren 1938), Künstler
  • Nicholas Edward Day (geboren 1939), Statistiker und Krebsepidemiologe
  • Bruce Parker (geboren 1941), BBC bis Fernsehmoderator, erster Moderator der Antiques Roadshow
  • Dick Le Flem (geboren 1942), Fußballspieler, spielte für den Nottingham Forest F.C. und die englische U23
  • Noel Duquemin (geboren 1944), Schütze, Commonwealth und Island Games
  • Chris Foss (geboren 1946), britischer Künstler und Science bis Fiction bis Illustrator
  • George Torode (1946 bis 2010), Schriftsteller und Radiomoderator
  • Malcolm Wicks (1947 bis 2012), Mitglied des Parlaments von Westminster
  • Richard Doyle (1948 bis 2017), britischer Autor von Thriller bis Romanen
  • Michele Dotrice (geboren 1948), Schauspielerin, Tochter von Roy Dotrice
  • Simon Kay (geboren 1952?), plastischer Chirurg
  • Adrian Fulford (geboren 1953), Richter; früher Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag
  • Karen Dotrice (geboren 1955), Schauspielerin
  • Linda Martel (1956 bis 1961) Heilerin
  • Aden Gillett (geboren 1959), Schauspieler
  • Andrew Lawrence bis King (geboren 1959), Barockharfenist, Leiter von The Harp Consort
  • Craig Allen (geboren 1959), Fußballspieler in der North American Soccer League und der Major Indoor Soccer League
  • Adrian Breton (1962 bis 2007), Goldmedaille bei den Commonwealth Games 1990 in der Disziplin Schnellfeuerpistole der Männer
  • Martine Le Moignan (geboren 1962), Squash bis Spielerin
  • Lisa Opie (geboren 1963), Squashspielerin
  • Ashley Highfield (geboren 1965), Medienmagnat
  • Sarah Montague (geboren 1966), BBC bis Journalistin und Nachrichtenmoderatorin
  • Carl Hester (geboren 1967), Dressurreiter, Olympiateilnehmer des Teams GB und Goldmedaillengewinner der Olympischen Sommerspiele 2012
  • Jenny Kendall bis Tobias (geboren 1967), Radiomoderatorin bei BBC Radio Guernsey; lokal bekannt und beliebt als JKT
  • Matthew Le Tissier (geboren 1968), ehemaliger Fußballspieler beim Southampton FC und in England
  • Martin Brady (geboren 1969), Weltrekordhalter für das langsamste Herz, das jemals bei einem gesunden Menschen gemessen wurde
  • Lee Luscombe (geboren 1971), Fußballspieler; spielte für den Brentford FC
  • Alison Merrien (geboren 1971), Hallenboccia bis Spielerin
  • Andrew Singleton (geboren 1972), Humangenetiker
  • Andy Priaulx (geboren 1973), vierfacher Meister im Tourenwagenrennen
  • Lee Savident (geboren 1976), Kricketspieler; spielte für den Hampshire County Cricket Club
  • Chris Tardif (geboren 1979), Fußballspieler; spielte für den Portsmouth F.C.
  • Dawn Porter (geboren 1979), BBC bis Fernsehmoderatorin (geboren in Schottland, aufgewachsen in Guernsey)
  • Lee Merrien (geboren 1979), Leichtathlet und Olympiateilnehmer für das Team GB
  • Dale Garland (geboren 1980), Leichtathlet
  • Paul Le Tocq (geboren 1981), Badmintonspieler
  • Tom Druce (geboren 1986), Leichtathlet
  • Chris Simpson (geboren 1987), Squash bis Spieler
  • Tobyn Horton (geboren 1989), erster Profi bis Radrennfahrer der Kanalinseln
  • Tim Ravenscroft (geboren 1992), Kricketspieler; spielte für den Hampshire County Cricket Club
  • Heather Watson (geboren 1992), Tennisspielerin, 2009 US bis Open bis Siegerin im Einzel der Mädchen, Olympiateilnehmerin für das Team GB und Wimbledon bis Siegerin
  • Harry Lewis (geboren 1996), besser bekannt als W2S, YouTube bis Persönlichkeit und Mitglied der Sidemen
  • Alex Crossan (geboren 1996), besser bekannt als Mura Masa, Produzent elektronischer Musik und DJ
  • Cameron Chalmers (geboren 1997), britischer Leichtathletik bis Sprinter
  • Maya Le Tissier (geboren 2002), Fußballspielerin; spielt für Manchester United und England
  • Alex Scott (geboren 2003), Fußballspieler; spielt für den AFC Bournemouth

Fremdenverkehr

Als wichtiger Erwerbszweig blüht heute auf Guernsey die Fremdenindustrie, denn die Insel kann - im Gegensatz zu vielen anderen Urlaubszielen - wesentlich mehr bieten als nur Meer und Sonnenschein. Zwar gibt es eine herrliche Küstenlinie mit weiten Sandstränden, bizarren Felsformationen und verschwiegenen Buchten für die Sonnenanbeter und Wasserratten. Es gibt aber auch für den Wanderer und den Reiter ein ländliches Inselinneres, das von einer Vielzahl kleiner Felder und verstreuten Ansiedlungen geprägt ist und wo die Bauernhäuser ihren traditionellen normannischen Charme erhalten haben. Dann findet man über die ganze Insel verstreut eine Vielzahl von Festungen, Kirchen, Schlössern und anderen historischen Zeugnissen aus allen Epochen, die für den Kulturfreund sehr sehens- und erkundenswert sind. Und nicht zuletzt lockt St. Peter Port, die malerische Hauptstadt der Insel, mit ihren hübschen Häuserzeilen im viktorianischen Stil, ihren schmalen Gassen und ihren steilen Treppen Jung und Alt zu ausgedehnten Erkundungsgängen. Den ganz besonderen Reiz der Insel macht aber wohl aus, dass, obschon Umgangssprache und Lebensstil heute überwiegend englisch sind, über der ganzen Insel und ihren Bewohnern ein deutlich spürbarer Hauch französischer Nonchalance liegt - jener liebenswürdigen Formlosigkeit und Ungezwungenheit, die den Franzosen eigen ist. Besonders ausgeprägt entfaltet sich die französische Atmosphäre natürlich in den vielen Restaurants, welche die französische Küche mit ihren delikaten Fisch-, Meeresfrüchte- und Gemüsespezialitäten pflegen.

Mit ihrem milden ozeanischen Klima gelten die Kanalinseln seit jeher als „Sonnenecke“ Englands, und so stehen heute die britischen Besucher mit einem Anteil von rund 80 % an der Spitze der Tourismus-Statistiken. Glücklicherweise wird aber der Massentourismus Guernsey nie erreichen, da die Bettenzahl von der Regierung schon frühzeitig auf maximal 12.000 limitiert worden ist. Man begegnet also jederzeit mindestens fünfmal mehr Einheimischen als Touristen - ein sehr gesundes Mischverhältnis.

Ein wichtiger Zweig der Fremdenverkehrswirtschaft ist der Konferenztourismus. Jährlich werden etwa 100 Tagungen auf Guernsey abgehalten. Es stehen Kapazitäten für bis zu 1800 Teilnehmer zur Verfügung.


Ein- und Ausreise:

  • Reisedokumente: Wenn man direkt aus dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland oder aus der Republik Irland auf den Kanalinseln ankommen, benötigt man keinen Pass. Jedoch verlangen alle Beförderungsunternehmen irgendeine Art von Ausweis.
  • Impfungen: Impfungen werden keine verlangt.
  • Zollbestimmungen: Es gibt Obergrenzen für Alkohol und Nikotin sowie Waren des persönlichen Bedarfs.
  • Reisen mit Kfz: Für das Lenken von Kfzs ist ein nationaler Führerschein erforderlich.
  • Umgangsformen: Guernsey ist britisch mit französischem Touch.
  • Trinkgeld: Es ist üblich 10 % Trinkgeld in Cafes, Restaurants und Pubs zu geben.
  • Reisezeit: Die beliebteste Reisezeit ist von Ostern bis Oktober (Durchschnittstemperaturen um 20°C).

Literatur

  • Glynis Cooper: Foul deeds & suspicious deaths in Guernsey, Barnsley 2006
  • Johann Baptist Keune: Sarmia, in: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Band II A,1, Stuttgart 1921, Sp. 25
  • Ian Kinnes, Jenny A. Grant: Les Fouaillages and the megalithic monuments of Guernsey (Alderney). Ampersand Press in association with the States of Guernsey Ancient Monuments Committee, Alderney 1983
  • Mark Patton: Neolithic communities of the Channel Islands (British Archaeological Reports, vol. 240), Oxford 1995 (= diss., London 1990)
  • John Nettles: Hitlers Inselwahn. Die britischen Kanalinseln unter deutscher Besatzung 1940–1945. Osburg Verlag, Hamburg 2015
  • Heather Sebire: The Archaeology & Early History of the Channel Islands, Stroud 2005

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Studiosus - Guernsey = https://www.studiosus.com/reisefinder?searchValue=Guernsey

Eberhardt - Guernsey (7 Reisen) = https://www.eberhardt-travel.de/reisen/land/guernsey?anzahl=alle

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