Anglesey (Ynys Môn): Unterschied zwischen den Versionen

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Das flache Eiland vor der Nordwestküste von Wales war einst die „Insel der Druiden“. Es war ein heiliger Platz, an dem man sich zu bestimmten Anlässen traf. Vom Festland getrennt durch die Menai-Straße, ist die Insel bekannt für ihre historischen Burgen und eine lebendige walisischsprachige Gemeinschaft.
Das flache Eiland vor der Nordwestküste von Wales war einst die „Insel der Druiden“. Es war ein heiliger Platz, an dem man sich zu bestimmten Anlässen traf. Vom Festland getrennt durch die Menai-Straße, ist die Insel bekannt für ihre historischen Burgen und eine lebendige walisischsprachige Gemeinschaft.
{{Inselsteckbrief|offizieller Name=Anglesey (englisch), Ynys Môn (walisisch)|alternative Bezeichnungen=Mona (um 100), Ongulsey, Angelsoen (altnordisch), Maenige, Angleseġ, Angleseg (angelsächsisch), Mam Cymru (um 1200), Ynys Dywyll, Y fêl Ynys, Ynys y Cedairn (poetisch), Anglesea (englisch), Angels‘ Isle (volkstümlich)|Kategorie=Meeresinsel|Inseltyp=Brückeninsel (seit 1826)|Inselart=tektonische Insel|Gewässer=Irische See (Irish Sea / Môr Iwerddon) mit Menai-Straße (Menai Strait / Afon Menai)|Inselgruppe=Britische Inseln (British Isles / Ynysoedd Prydain)|politische Zugehörigkeit=Staat: Vereinigtes Königreich (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland / Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon)<br>Teilstaat: Wales (Cymru)<br>Bezirk: Einheitsgemeinde Anglesey (Unitary Authority Anglesey / Sir Ynys Môn)|Gliederung=6 hundreds / cantrefi (Hundertschaften)<br>14 wards / wardiau (Bezirke), davon 13 auf Anglesey<br>74 parishes / plwyfi (Gemeinden), davon 73 auf Anglesey|Status=Einheitsgemeinde (unitary authority / awdurdod unedig)|Koordinaten=53°16‘ 4°02‘ W|Entfernung zur nächsten Insel=60 m (Holy Island), 260 m (Bangor / Wales / Britannien)|Entfernung zum Festland=413 km (Cap de La Hague / Normandie / Frankreich)|Fläche=678,0 km² / 261,8 mi² (als Verwaltungseinheit 715,11 km² / 276,1 mi²)|geschütztes Gebiet=221 km² / 85,3 mi² (32,6 %)|maximale Länge=36,8 km (W-O)|maximale Breite=34,8 km (N-S)|Küstenlänge=148,4 km (Küstenlinie 201 km)|tiefste Stelle=0 m (Irische See)|höchste Stelle=177 m (Mynydd Eilian)|relative Höhe=177 m|mittlere Höhe=53 m|maximaler Tidenhub=4,9 bis 7,1 m (Llangefni 5,27 m)|Zeitzone=UTC (United Time Coordinated / Koordinierte Weltzeit)|Realzeit=UTC minus 16 bis 18 Minuten|Einwohnerzahl=57.270, Verwaltungseinheit 69.069 (2022)|Dichte=84,47, Verwaltungseinheit 96,56|Inselzentrum=Llangefni}}


== '''Name''' ==
== '''Name''' ==
Der römische Chronist Tacitus nannte die Insel um das Jahr 100 '''''Mona'''''. Der gleiche Name findet sich beim älteren Plinius und Dio Cassius. Giraldus Cambrensis bezeichnete das Eiland in der Irischen See um 1200 '''''Mam Cymru''''', was soviel bedeutet wie „Mutter von Wales“. Heute heißt sie im Walisischen offiziell '''''Ynys Môn''''', „Insel Mon“, wobei der letztere Bezeichnung möglicherweise mit dem Namen der benachbarten Insel Man zusammenhängt. Daraus ergäbe sich die Grundbedeutung "Berginsel". . Walisische Alternativbenennungen sind '''''Ynys Dywyll''''' „dunkle Insel“, '''''Y fêl Ynys''''' „Honiginsel“ und '''''Ynys y Cedairn''''', was soviel bedeutet wie „Insel der Tapferen“ - zu walisisch ''cedyrn'' „tapfer“.
Der römische Chronist Tacitus nannte die Insel um das Jahr 100 '''''Mona'''''. Der gleiche Name findet sich beim älteren Plinius und Dio Cassius. In frühmittelalterlichen Texten wurde daraus '''''Maenige'''''. Giraldus Cambrensis bezeichnete das Eiland in der Irischen See um 1200 als '''''Mam Cymru''''', was soviel bedeutet wie „Mutter von Wales“. Heute heißt sie im Walisischen offiziell '''''Ynys Môn''''', „Insel Mon“, wobei der letztere Bezeichnung möglicherweise mit dem Namen der benachbarten Insel Man zusammenhängt. Daraus ergäbe sich die Grundbedeutung "Berginsel". . Walisische Alternativbenennungen sind '''''Ynys Dywyll''''' „dunkle Insel“, '''''Y fêl Ynys''''' „Honiginsel“ und '''''Ynys y Cedairn''''', was soviel bedeutet wie „Insel der Tapferen“ - zu walisisch ''cedyrn'' „tapfer“.


Der offizielle englische Name '''''Anglesey''''', auch '''''Anglesea''''', geht zurück auf altenglisch '''''Angleseg''''' bzw. '''''Angleseġ''''', was sich wiederum herleitet aus normannisch '''''Ongulsey''''', übersetzt „Insel des Ongul“. ''Ongul'' ist der Name eines Wikingerführers. Die Volksbezeichnung '''''Angels‘ Isle''''' bezieht sich - etymologisch allerdings nicht nachvollziehbar - auf die ''Angeli'' „Angeln“, die Vorfahren der „Engländer“, also „Insel der Angeln“.
Der offizielle englische Name '''''Anglesey''''', auch '''''Anglesea''''', geht zurück auf altenglisch '''''Angleseg''''' bzw. '''''Angleseġ''''', was sich wiederum herleitet aus altnordisch '''''Angelsoen''''' bzw. '''''Ongulsey''''', übersetzt „Insel des Ongul“. ''Ongul'' ist der Name eines Wikingerführers. Die Volksbezeichnung '''''Angels‘ Isle''''' bezieht sich - etymologisch allerdings nicht nachvollziehbar - auf die ''Angeli'' „Angeln“, die Vorfahren der „Engländer“, also „Insel der Angeln“.
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* international:  Anglesey
* international:  Anglesey
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'''Offizieller Name''':  Ynys Môn
'''Offizieller Name''':  Ynys Môn


# Bezeichnung der Bewohner:  Angleseyans / Mônwyr (Angleseyer)
* Bezeichnung der Bewohner:  Angleseyans / Mônwyr (Angleseyer)
# adjektivisch: angleseyan / monaidd (angleseyisch)
* adjektivisch: angleseyan / monaidd (angleseyisch)




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=== '''Lage''' ===
=== '''Lage''' ===
Die Insel Anglesey liegt im Nordwesten von Wales auf durchschnttlich 53°16‘ n.B. und 4°18‘ w.L.. Sie befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie Liverpool und Sheffield in England. der Norden der Niederlande, Bremen in Deutschland, Bromberg und Bialystok in Polen, Babrujsk in Weißrussland, Brjansk, Pensa und Samara in Russland, der Norden Kasachstans, der Süden Sibiriens,Edmonton in Kanada, der Süden Labradors, sowie Galway und Dublin in Irland. Die Insel ist durch den zwischen 0,4 und 3 km breiten Menai-Kanal vom walisischen Festland entfernt. Nächster grnößerer Inselnachbar ist die 72 km entfernte Isle of Man.
Die Insel Anglesey liegt im Nordwesten von Wales auf durchschnttlich 53°16‘ n.B. und 4°18‘ w.L.. Sie befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie Liverpool und Sheffield in England. der Norden der Niederlande, Bremen in Deutschland, Bromberg und Bialystok in Polen, Babrujsk in Weißrussland, Brjansk, Pensa und Samara in Russland, der Norden Kasachstans, der Süden Sibiriens,Edmonton in Kanada, der Süden Labradors, sowie Galway und Dublin in Irland. Die Insel ist durch den zwischen 0,4 und 3 km breiten Menai-Kanal vom walisischen Festland entfernt. Nächster grnößerer Inselnachbar ist die 72 km entfernte Isle of Man.
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== '''Fläche''' ==
== '''Fläche''' ==
Anglesey ist insgesamt 715,11 km² bzw. 276,1 mi² oder 176.707 acres groß. Davon entfallen 678 km² bzw. 261,8 mi² auf die Hauptinsel Anglesey und 37,1 km² auf insgesamt 40 Nebeninseln. Mit Flutbereich ist Anglesey insgesamt 716 km² groß. Ihr Durchmesser beträgt von Westen nach Osten 36,8 km, mit Holy Island zwischen Priestholm und South Stack 45,9 km, die maximale Breite von Norden nach Süden zwischen Middle Mouse und Abermenai Point 34,8 km. Die Küstenlänge beträgt 148,4 km bei einer realen Küstenlinie von 201 km. Höchster Punkt des Inselbereichs ist der Holyhead Mountain auf Holyhead mit 219 m, auf der Hauptinsel der Mynydd Eilian mit 177 m in North Anglesey. Die mittlere Seehöhe liegt bei 42 m, der maximale Tidenhub bei 4,9 bis 7,1 m (Llangefni 5,27 m).
Anglesey ist insgesamt 715,11 km² bzw. 276,1 mi² oder 176.707 acres groß. Davon entfallen 678 km² bzw. 261,8 mi² auf die Hauptinsel Anglesey und 37,1 km² auf insgesamt 40 Nebeninseln. Mit Flutbereich ist Anglesey insgesamt 716 km² groß. Ihr Durchmesser beträgt von Westen nach Osten 36,8 km, mit Holy Island zwischen Priestholm und South Stack 45,9 km, die maximale Breite von Norden nach Süden zwischen Middle Mouse und Abermenai Point 34,8 km. Die Küstenlänge beträgt 148,4 km bei einer realen Küstenlinie von 201 km. Höchster Punkt des Inselbereichs ist der Holyhead Mountain auf Holyhead mit 219 m, auf der Hauptinsel der Mynydd Eilian mit 177 m in North Anglesey. Die mittlere Seehöhe liegt bei 42 m, der maximale Tidenhub bei 4,9 bis 7,1 m; bei Llangefni 5,27 m.




'''Flächenaufteilung''' um 2001:
'''Flächenaufteilung''' um 2001:


Agrarland                   102,60 km²                 14,34 %
* Agrarland  102,60 km² (14,34 %)
* Weideland  409,69 km² (57,29 %)
* Waldland  19,50 km² (2,73 %)
* Siedlungsland  12,20 km² 81,71 %)
* Gewässer  6,40 km² (0,89 %)
* sonstiges  164,72 km² (23,03 %)
== '''Geologie''' ==
Die Insel besteht hauptsächlich aus präkambrischen metamorphen Gesteinen und Phylliten, die vor rund 650 Millionen Jahren entstanden sind, und wird in vier geologische Regionen eingeteilt. Die Westregion umfasst Holyhead und Llanfaethlu, die Zentralregion liegt um Aberffraw und Trefdraeth, die Ostregion schließt Newborough, Gaerwen und Pentraeth ein, und die Küstenregion erstreckt sich von Glyn Garth zwischen Menai Bridge und Beaumaris. Diese Einteilung geht auf frühe Kartierungen zurück, insbesondere auf Edward Greenlys umfassendes Werk „The Geology of Anglesey“ aus dem Jahr 1919, das bis heute die Grundlage bildet.


Weideland                  409,69 km²                 57,29 %
Anglesey setzt sich aus mehreren geologischen Terranen zusammen, die durch tektonische Prozesse wie Subduktion, Kollision und Gebirgsbildung geformt wurden. Die ältesten Gesteine gehören zum Monian Composite Terrane, auch Mona Complex genannt, und umfassen präkambrische sowie möglicherweise frühe paläozoische Einheiten. Dazu zählen Gneise im Coedana Complex und den Central Anglesey Gneisses, Metasedimente wie Schiefer, Quarzite und Kalksteine, der Coedana Granite, Blueschist im Südosten als Hinweis auf Subduktion, die chaotische Mélange der Gwna Group mit Sedimenten, Vulkaniten und Ophiolith-Fragmenten sowie pillow lavas und basische Intrusiva. Die Monian Supergroup enthält sedimentäre Sequenzen mit Grünschiefern, Phylliten, Jasper, Konglomeraten und Kalken, die mehrfach deformiert sind, besonders intensiv auf Holy Island und entlang der Westküste. Diese Einheiten entstanden in einem aktiven tektonischen Umfeld mit Ozeanöffnung, Vulkanismus und späterer Akkretion an den Rand des Avalonia-Kratons.


Waldland                      19,50 km²                   2,73 %
Die Insel ist aus drei bis vier suspect terranes aufgebaut, darunter die Monian Supergroup mit geschichteten Einheiten, der Coedana Complex mit Granit und Gneis sowie der Gwna Group als Mélange. Spätere paläozoische Überlagerungen umfassen Ordovizische und Silurische Sedimente im Nordosten, Karbonatgesteine und Kalksteine im Südosten sowie devonische Old Red Sandstone-Reste. Tektonische Brüche wie die Berw Fault und die Llyn Alaw Fault trennen die Terrane und zeugen von intensiver Deformation während der Caledonischen Orogenese vor etwa 400 Millionen Jahren. Während der letzten Eiszeit war Anglesey vollständig von Gletschern bedeckt, die die Landschaft mit charakteristischen Formen wie Drumlins, glazialen Ablagerungen, U-förmigen Tälern und erratischen Blöcken prägten. Die eiszeitliche Überformung ist besonders in den drumlinisierten Hügeln um Gaerwen und Pentraeth sowie in den glazialen Till-Ablagerungen sichtbar.


Siedlungsland              12,20 km²                   1,71 %
Heute ist Anglesey Teil des UNESCO Global Geoparks GeoMôn, der 2009 anerkannt wurde und wegen seiner außergewöhnlichen geologischen Vielfalt internationale Bedeutung hat. Der Geopark umfasst die gesamte Insel und Teile des umliegenden Meeresbodens und präsentiert über 1,8 Milliarden Jahre Erdgeschichte an einem Ort. Zu den Highlights gehören die präkambrischen Blueschiste als Zeugen früher Subduktion, die chaotische Gwna Mélange als eines der ältesten Beispiele für Ozeanbodensedimente in Europa, die pillow lavas als Beleg für untermeerischen Vulkanismus, die Coedana Granite-Intrusionen sowie Karbonatplattformen mit Fossilien aus dem Paläozoikum. Der Geopark fördert Bildung, Tourismus und Schutz durch Geotrails, Besucherzentren wie das GeoMôn Centre in Amlwch und geführte Touren zu Orten wie South Stack, Parys Mountain, Trwyn y Parc oder Lligwy Beach.


Gewässer                        6,40 km²                   0,89 %
Die geologische Vielfalt spiegelt sich in der Landschaft wider. Die Westküste ist rau und felsig mit steilen Klippen aus Gneis und Schiefer, der Norden zeigt drumlinisierte Hügel und Moränen, der Osten weist flachere Karbonat- und Sandsteinlandschaften auf, und die Südküste ist von glazialen Ablagerungen und Ästuaren geprägt. Diese Vielfalt macht Anglesey zu einem einzigartigen Freilichtlabor für Geologen und zu einem attraktiven Ziel für Geotourismus, bei dem Besucher die Spuren von Superkontinenten, Ozeanöffnungen, Gebirgsbildung und Vereisungen direkt erleben können.
 
sonstiges                     164,72 km²                 23,03 %
 
== '''Geologie''' ==
Die hauptsächlich im Präkambrium vor rund 650 Millionen Jahren aus metamorphischen Felsen und Phylliten gebildete Insel wird in vier geologische Sektionen eingeteilt:
 
* die Westregion mit Holyhead und Llanfaethlu,
* die Zentralregion Aberffraw und Trefdraeth,
* die ostregion einschließlich Newborough, Gaerwen und Pentraeth sowie
* die küstenregion von Glyn Garth zwischen Menai Bridge und Beaumaris.


== '''Landschaft''' ==
Die Insel hat ein relativ niedriges Relief mit einer maximalen Höhe von etwa 181 Metern am Holyhead Mountain, doch die abwechslungsreiche Topografie schafft eine beeindruckende Bandbreite an Szenerien: raue Küsten mit dramatischen Klippen, weite Sandstrände und Dünen, drumlinisierte Hügel im Inland, Moore, Seen und flache Ästuare. Die Landschaft wirkt oft sanft und offen, mit einem nordost-südwestlich verlaufenden „Korn“ aus Rücken und Tälern, das sowohl die tektonische Struktur der präkambrischen und paläozoischen Gesteine widerspiegelt als auch die Richtung der eiszeitlichen Gletscherbewegungen während der letzten Vereisung.


Die Insel besteht aus mehreren geologischen Terranen mit Gesteinen aus dem späten Präkambrium und Paläozoikum, darunter Gneise, Metasedimente, Granit und Karbonatgesteine, die durch tektonische Brüche und geologische Prozesse wie Subduktion und Gebirgsbildung geprägt sind. Während der letzten Eiszeit wurde das Gebiet von Gletschern bedeckt, die die Landschaft mit charakteristischen Formen wie Drumlins und glazialen Ablagerungen geformt haben. Die Insel ist heute Teil des UNESCO Global Geoparks GeoMôn, der wegen seiner außergewöhnlichen geologischen Vielfalt international von Bedeutung ist.
Die '''Küste''' ist das markanteste Merkmal und umfasst etwa 200 Kilometer, größtenteils Teil des Anglesey Coastal Path, der fast die gesamte Insel umrundet. Die West- und Nordküste sind besonders rau und felsig: Steile Klippen aus Gneis, Schiefer und der chaotischen Gwna Mélange wechseln sich mit tiefen Buchten, vorgelagerten Inseln und dramatischen Formationen ab. Holyhead Mountain ragt als höchster Punkt der Westküste auf, mit zerklüfteten Felsen, Leuchtturm und atemberaubenden Ausblicken über die Irische See bis zur Isle of Man oder Irland. South Stack mit seinen Klippen, Seevogelkolonien und dem Leuchtturm ist ein ikonisches Beispiel für diese wilde, windgepeitschte Szenerie. Im Südwesten bei Rhosneigr und Aberffraw erstrecken sich breite Sandstrände mit Dünenfeldern, die flache Marschen und Lagunen umschließen – hier dominiert eine sandige, offene Küstenlandschaft mit Wellen und Gezeitenprägung. Die Ostküste ist sanfter, mit flacheren Buchten wie Red Wharf Bay (Traeth Coch), wo weite Sandflächen bei Ebbe entstehen, umgeben von Salzwiesen und niedrigen Klippen aus Karbonatgesteinen. Beaumaris und Penmon Point bieten ruhige Ausblicke über die Menai Strait auf das Snowdonia-Massiv, mit dramatischen Gezeiten und historischen Elementen wie dem Beaumaris Castle.
 
== '''Landschaft''' ==
Anglesey ist eine leichtgewellte Insel am Rand der Irish Sea (Irische See) mit der Caernaerfon Bay (Bucht von Caernarvon) und Abermenai Strait (Abermenai-Straße). Sie ist in mehrere Landschaften untergliedert: North Anglesey mit über 100 m hohen Hügeln, den ebenfalls hügeligen Westen mit der vorgelagerten Insel Holyhead, das flach gewellte Inselinnere und den Südosten zwischen Malldraeth Marsh und Menai Strait.


Im '''Inland''' ist Anglesey geprägt von einer welligen, drumlinisierten Hügellandschaft, die durch die Gletscher der letzten Eiszeit entstand. Drumlins – langgestreckte, elliptische Hügel aus Till – ziehen sich besonders im Osten und Zentrum hin, etwa um Gaerwen, Pentraeth und Llangefni, und erzeugen eine sanfte, wellenförmige Topografie mit abgerundeten Rücken und dazwischen liegenden Senken. Diese Senken sind oft mit Mooren, kleinen Seen oder Torfmooren gefüllt, wie dem Llyn Coron oder Cefni Reservoir. Die Böden sind fruchtbar, was Anglesey historisch zum „Kornkorb von Wales“ (Mam Cymru) machte – weite Felder, Hecken und kleine Wäldchen dominieren das Bild. Höhere Bereiche wie Mynydd Bodafon oder Parys Mountain heben sich ab: Parys Mountain ist ein surrealer, farbenfroher Hügel mit rot-orange-gelben Oxidationsfarben durch Kupferminen-Abraum, der seit der Bronzezeit abgebaut wurde und heute wie eine außerirdische Landschaft wirkt. Die zentralen und östlichen Teile sind flacher und landwirtschaftlich intensiv genutzt, mit offenen Weiden, Getreidefeldern und vereinzelten Wäldchen.


'''Erhebungen'''
'''Erhebungen'''
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* Parys Mountain 147 m
* Parys Mountain 147 m
* Carmel  116 m
* Carmel  116 m


'''Seen'''
'''Seen'''
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* Alaw Reservoir  2,35 km², Seehöhe 42 m, Tiefe 20 m  
* Alaw Reservoir  2,35 km², Seehöhe 42 m, Tiefe 20 m  
* Llyn Maelog  0,13 km², Seehöhe 6 m, Tiefe 8 m  
* Llyn Maelog  0,13 km², Seehöhe 6 m, Tiefe 8 m  


'''Flüsse'''
'''Flüsse'''
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* Afon Braint  24 km
* Afon Braint  24 km


'''Inseln'''


'''Inseln'''                                     Fläche             Ausmaße                     Seehöhe
* Ynys Môn (Anglesey)  678,00 km²
 
* Ynys Cybi (Holy Island) 36,50 km²
Ynys Môn (Anglesey)            678,00 km²     46,7 x 33,9 km            177 m
* Priestholm / Puffin Island  0,28 km²
 
* The Skerries  0,12 km²
Ynys Cybi (Holy Island)          36,50 km²     13,0 x  5,7 km            219 m
 
Priestholm / Puffin Island         0,28 km²       1,1 x  0,3 km              50 m
 
The Skerries                               0,12 km²       0,9 x  0,2 km              20 m


== '''Flora und Fauna''' ==
== '''Flora und Fauna''' ==
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=== '''Flora''' ===
=== '''Flora''' ===
Anglesey verfügt über eine reiche und vielfältige Flora mit 1.412 Arten von Gefäßpflanzen, von denen rund 940 als heimisch gelten. Typische Pflanzenarten sind unter anderem die Flecken-Felsenrose (Tuberaria guttata), die an trockenen, felsigen Küstengebieten wächst, sowie die endemische South Stack Fleawort (Tephroseris integrifolia ssp. maritima), die nur an den Klippen von Holy Island vorkommt. Die vielfältigen geologischen Untergründe und unterschiedlichen Lebensräume – von Küstenheiden über Dünen bis hin zu Feuchtgebieten – fördern eine große botanische Vielfalt auf der Insel. Außerdem sind zahlreiche Orchideenarten und weitere Wildblumen entlang der Straßenränder und in Naturschutzgebieten zu finden.
Die Insel beherbergt insgesamt 1.412 Arten von Gefäßpflanzen, von denen etwa 940 als heimisch (native) gelten. Diese hohe Artenzahl resultiert aus der Kombination unterschiedlicher Lebensräume, geologischer Vielfalt und der milden, maritimen Klimabedingungen, die eine breite Palette von Pflanzengesellschaften ermöglichen. Die Landschaft wechselt von rauen Küstenklippen über Dünen und Heiden bis zu Feuchtgebieten, Kalksteinwiesen und moorigen Senken, was zahlreiche seltene und spezialisierte Arten begünstigt.


=== '''Fauna''' ===
Zu den charakteristischen und botanisch bedeutsamen Pflanzen gehört die Flecken-Felsenrose (Tuberaria guttata), eine kleine, gelb blühende Zistrose, die auf trockenen, felsigen Küstengebieten und Heiden wächst. Sie ist in Großbritannien selten und auf Anglesey eine der wenigen stabilen Populationen. Noch exklusiver ist die South Stack Fleawort (Tephroseris integrifolia ssp. maritima), eine endemische Unterart des Alpen-Greiskrauts, die ausschließlich an den Klippen von Holy Island, insbesondere rund um South Stack, vorkommt. Diese gelb blühende Pflanze ist streng geschützt und ein Symbol für die einzigartige Flora der Insel. Weitere seltene Arten umfassen verschiedene Orchideen, darunter das Fransen-Enzian (Gentianella ciliata), Frühe Stendelwurz (Epipactis palustris), Grünliches Waldvöglein (Epipactis phyllanthes) und Bienennest (Neottia nidus-avis), die in kalkreichen Wiesen, Dünen und feuchten Wäldchen gedeihen.
Anglesey beheimatet eine vielfältige Tierwelt, darunter Meeressäuger wie den atlantischen Seehund sowie verschiedene Delfinarten wie den Großen Tümmler, Gewöhnlichen Delfin und gelegentlich den Risso-Delfin, die in den Küstengewässern häufig gesichtet werden. Die Insel ist auch bekannt für ihre Vogelwelt mit Brutkolonien von Papageientauchern, Trottellummen, Basstölpeln und seltenen Arten wie der Rotdrossel; außerdem leben dort Rothörnchen und verschiedene Watvogelarten, die von dem relativ predatorarmen Lebensraum profitieren. Die landwirtschaftliche Nutzung hat vor allem Schafe als häufigste Säugetiere hervorgebracht, während der Schutz von Lebensräumen vielfältige Insekten- und Amphibienarten unterstützt.


Die wichtigsten Vogelarten sind puffins (''fratercula arctica''), razorbills (''alca torda''), guillemots (''uria aalge'') und peregrine falcons (''falco peregrinus''). Darüber hinaus findet sich auf der Insel die größte Kolonie Roter Eichhörchen (''sciurus vulgaris'') in ganz Großbritannien.
Die Küstenheiden und Klippen sind Heimat für typische atlantische Arten wie Zwerg-Ginster (Genista anglica), Heide-Nelke (Dianthus deltoides), Tormentill (Potentilla erecta) und Besenheide (Calluna vulgaris), oft in Gesellschaft mit Moos- und Flechtenpolstern. Die Dünenlandschaften, besonders bei Newborough Warren und Aberffraw, beherbergen eine klassische Dünenflora mit Strand-Hafer (Ammophila arenaria), Dünen-Tragant (Ononis repens), Meeresstrand-Beifuß (Artemisia maritima), Dünen-Röschen (Rosa spinosissima) und seltenen Orchideen wie Pyramiden-Orchis (Anacamptis pyramidalis) und Gefleckte Orchis (Dactylorhiza fuchsii). In den Feuchtgebieten und Salzwiesen, etwa um Malltraeth Marsh oder Cefni Estuary, wachsen Strand-Beifuß (Artemisia maritima), Salz-Aster (Tripolium pannonicum), Salz-Schwingel (Puccinellia maritima) und Queller (Salicornia spp.), ergänzt durch seltene Arten wie Meeresstrand-Segge (Carex extensa).


== '''Naturschutz''' ==
Die kalkhaltigen Böden im Südosten und Osten fördern artenreiche Kalkmagerrasen mit Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Fransen-Enzian, Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) und zahlreichen Wildblumen wie Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis). Entlang von Straßenrändern, Hecken und in Naturschutzgebieten blühen im Frühling und Sommer Massen an Fingerhut (Digitalis purpurea), Wiesen-Schaumkraut, Wiesen-Knöterich (Persicaria bistorta) und Wiesen-Salbei, was die Insel besonders im Mai und Juni zu einem Farbenmeer macht. Moore und Senken beherbergen Torfmoos-Gesellschaften mit Sumpf-Veilchen (Viola palustris), Sumpf-Hornkraut (Parnassia palustris) und Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris).
Die Klippen entlang der Stadt Holyhead stehen auf 12,9 km Länge als Vogelreservat unter Naturschutz. Ebenfalls geschützt sind die Küstenabschnitte von North Anglesey (28,6 km) und Aberffraw Bay (7,7 km). Sie alle sind Teil der '''Anglesey Area of Outstanding Natural Beauty''' (AONB) mit einer Gesamtfläche von 221 km², was ungefähr einem Drittel der gesamten Inselfläche entspricht.


Das Anglesey AONB wurde 1966 eingerichtet und umfasst vor allem die Küstenzone der Insel sowie Regionen wie Holyhead Mountain und Mynydd Bodafon. Dieses Schutzgebiet dient dem Erhalt der landschaftlichen Schönheit, der Vielfalt der Küstenlandschaften und wichtiger Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Dazu kommen weitere streng geschützte Bereiche, vor allem die '''Sites of Special Scientific Interest''' (SSSI), zu denen Feuchtgebiete, Vogelreservate und andere ökologisch wertvolle Lebensräume gehören.
Als Teil des UNESCO Global Geoparks GeoMôn ist die Flora eng mit der Geologie verknüpft: Die präkambrischen Gneise und Schiefer schaffen saure, nährstoffarme Böden für Heiden, während Karbonatgesteine basische, kalkreiche Standorte für Orchideen und Magerrasen bieten. Die eiszeitlichen Drumlins und Till-Ablagerungen haben fruchtbare Böden geschaffen, die die Landwirtschaft unterstützen, aber auch artenreiche Wiesen erhalten. Viele Gebiete sind als Sites of Special Scientific Interest (SSSI) oder National Nature Reserves geschützt, darunter Newborough Warren, South Stack Cliffs, Cemlyn Bay und Cors Erddreiniog, wo botanische Vielfalt aktiv gepflegt wird.


== '''Klima''' ==
=== '''Fauna''' ===
Nach der Köppen-Klassifikation hat Anglesey das Klima des Typs Cfb, das als ozeanisch-gemäßigtes Klima (maritimes Klima mit gemäßigten Sommern) bezeichnet wird. Dieses Klima zeichnet sich durch milde Temperaturen im Winter, kühle Sommer und eine relativ gleichmäßige Niederschlagsverteilung über das ganze Jahr aus. Meist ist es mild und wegen der Lage im Atlantik sehr feucht. Es regnet oft, aber meist nicht ausdauernd, und oft auch nur als Niesel. Die Temperaturen steigen im Sommer kaum über 30°C, fallen aber auch kaum unter 10°C. Schnee gibt es fast nie. Auf Anglesey gibt es zwei  Klimastationen. Die folgenden Durchschnittsdaten stammen aus den Jahren nach 1960.
Die Insel profitiert von ihrer Lage in der Irischen See, dem relativ milden Klima und einem vergleichsweise niedrigen Prädatorendruck, was vielen Arten stabile Populationen ermöglicht. Besonders hervorzuheben sind die Meeressäuger, die Vogelwelt und die größte Kolonie roter Eichhörnchen in ganz Großbritannien.


Unter den Meeressäugern sind der atlantische Seehund (Phoca vitulina) und der Kegelrobbe (Halichoerus grypus) die häufigsten Arten. Seehunde ruhen regelmäßig auf den Sandbänken und Felsen der Küste, besonders in der Menai Strait, bei Cemlyn Bay und um die Skerries-Inseln. Delfinarten werden in den Küstengewässern häufig gesichtet: Der Große Tümmler (Tursiops truncatus) ist am häufigsten, oft in kleinen Gruppen vor Holyhead, Rhosneigr oder Red Wharf Bay. Der Gewöhnliche Delfin (Delphinus delphis) und gelegentlich der Risso-Delfin (Grampus griseus) tauchen ebenfalls auf, besonders in den Sommermonaten, wenn Schwärme von Beutefischen die See locken. Schweinswale (Phocoena phocoena) sind ebenfalls regelmäßig zu beobachten, vor allem in der Nähe der Menai Strait und der Nordküste.


'''Klimastationsdaten''':
Die Vogelwelt ist eines der herausragendsten Merkmale der Insel und zieht Ornithologen aus ganz Europa an. Anglesey beherbergt mehrere bedeutende Brutkolonien an den Klippen, insbesondere bei South Stack und South Stack Cliffs RSPB Reserve. Hier brüten Tausende von Papageientauchern (Fratercula arctica), Trottellummen (Uria aalge), Razorbills (Alca torda) und Basstölpeln (Morus bassanus). Die Papageientaucher-Kolonie ist eine der größten in Wales, mit Hunderten von Brutpaaren, die in den Sommermonaten spektakuläre Flug- und Fischfangshows bieten. Weitere Greifvögel wie der Wanderfalke (Falco peregrinus) nisten an den Klippen und jagen über der Küste, während Seeadler (Haliaeetus albicilla) in den letzten Jahren wieder regelmäßig gesichtet werden, oft auf Durchzug oder als Wintergäste. In den Feuchtgebieten und Salzwiesen, etwa bei Cemlyn Bay (RSPB) und Malltraeth Marsh, überwintern und brüten zahlreiche Watvögel wie Großer Brachvogel (Numenius arquata), Rotschenkel (Tringa totanus), Austernfischer (Haematopus ostralegus), Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica) und Sanderling (Calidris alba). Seltene Arten wie die Rotdrossel (Turdus iliacus) und Bergfink (Fringilla montifringilla) nutzen die Insel als Winterquartier. In den Dünen und Heiden bei Newborough Warren und Aberffraw brüten Strandläufer, Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons).


Amlwch  - 53°25‘ N, 4°20‘ W, 10 m
Auf dem Land ist die größte Kolonie roter Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) in ganz Großbritannien ein besonderer Schatz. Die Population auf Anglesey, besonders in den Wäldchen um Newborough Forest, Pentraeth Forest und Bodafon, zählt mehrere Tausend Tiere und gilt als stabil, da die Insel frei von Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) bleibt. Der Schutz durch strenge Kontrollen und Lebensraummanagement hat diese Population zur wichtigsten in Wales und England gemacht. Andere Säugetiere umfassen Feldhase (Lepus europaeus), Iltis (Mustela putorius), Fuchs (Vulpes vulpes), Dachs (Meles meles) und Fledermäuse wie die Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum). Die landwirtschaftliche Nutzung hat Schafe zur häufigsten Säugetierart gemacht – extensiv weidende Herden prägen das Landschaftsbild und halten Heiden und Wiesen offen.


Valley -  53°15’ N, 4°32’ W, 11 m
Die vielfältigen Lebensräume fördern auch eine reiche Insekten- und Amphibienwelt. Feuchtgebiete und Teiche beherbergen Teichmolch (Lissotriton vulgaris), Fadenmolch (Lissotriton helveticus) und Grasfrosch (Rana temporaria). Unter den Insekten finden sich seltene Schmetterlinge wie Schachbrettfalter (Melitaea cinxia), Dunkler Perlmuttfalter (Argynnis aglaja) und Großer Schillerfalter (Apatura iris) in den Wäldchen, während Küstenheiden und Dünen von Sandlaufkäfern, Wildbienen und Heuschrecken bevölkert sind.


Station            Jan  Feb   Mar  Apr Mai  Jun   Jul  Aug   Sep  Okt  Nov  Dez  Jahr
== '''Naturschutz''' ==
Die Insel beherbergt mehrere Schutzstufen, darunter das große '''Anglesey Area of Outstanding Natural Beauty''' (AONB), zahlreiche Sites of Special Scientific Interest (SSSI), National Nature Reserves, RSPB-Reserven und Ramsar-Gebiete. Diese Gebiete dienen dem Erhalt landschaftlicher Schönheit, Biodiversität, geologischer Besonderheiten und der Erholung der Bevölkerung.


Temperatur in °C:
Das '''Anglesey AONB''' wurde 1966 eingerichtet und umfasst eine Fläche von 221 km², was etwa einem Drittel der gesamten Inselfläche entspricht. Es erstreckt sich vor allem entlang der Küstenzone der Insel und schließt markante Binnenbereiche wie den Holyhead Mountain und Mynydd Bodafon ein. Das AONB dient dem Schutz der landschaftlichen Schönheit, der Vielfalt der Küstenlandschaften und wichtiger Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Es umfasst raue Klippen, Sanddünen, Heiden, Feuchtgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Klippen entlang der Stadt Holyhead stehen auf 12,9 km Länge als Vogelreservat unter Naturschutz und bilden einen der Kernbereiche des AONB. Ebenso geschützt sind die Küstenabschnitte von North Anglesey mit 28,6 km und Aberffraw Bay mit 7,7 km. Diese Küstenstreifen zeichnen sich durch dramatische Klippen, Seevogelkolonien, Dünen und Salzwiesen aus und sind Teil der umfassenden Landschaftsschutzzone.


Amlwch           5,7   5,2    6,9    8,2 11,0  13,9  15,9 15,8  14,0  12,0   8,3    6,5  10,3
Zu den wichtigsten streng geschützten Bereichen gehören die '''Sites of Special Scientific Interest''' (SSSI), von denen Anglesey über 50 hat. Diese decken Feuchtgebiete, Vogelreservate, geologische Formationen, Kalkmagerrasen, Dünen und Küstenheiden ab. Zu den prominentesten SSSI zählen South Stack Cliffs, Parys Mountain, Newborough Warren, Cemlyn Bay, Cors Erddreiniog, Malltraeth Marsh und Llyn Coron. Viele davon sind zusätzlich als National Nature Reserves oder RSPB-Reserven ausgewiesen.


Valley              5,6    5,2   6,6    8,3  10,9 13,5  15,2  15,4 14,1  11,5    8,4   6,7  10,1
Das '''South Stack Cliffs RSPB Reserve''' ist eines der bekanntesten und beherbergt eine der größten Seevogelkolonien in Wales mit Tausenden von Papageientauchern, Trottellummen, Razorbills und Basstölpeln. Die Klippen aus präkambrischen Gneisen und Schiefern bieten ideale Brutplätze und sind Teil des AONB sowie eines SSSI. '''Cemlyn Bay''' (RSPB) ist ein weiteres Highlight mit einer künstlich angelegten Lagune, die von einer Shingle-Bar geschützt wird. Hier brüten Zwergseeschwalben, Küstenseeschwalben und eine große Kolonie von Lachmöwen, während im Winter Tausende von Enten, Gänsen und Watvögeln überwintern. Das Gebiet ist auch Ramsar-Gebiet und SSSI.


Frosttage:
'''Newborough Warren National Nature Reserve''' umfasst eines der größten Dünensysteme in Großbritannien mit über 1.000 Hektar Sanddünen, Kiefernwald und Feuchtgebieten. Es ist bekannt für seine Orchideenvielfalt, seltene Insekten und die stabile Population roter Eichhörnchen. Das Reserve ist SSSI, SAC (Special Area of Conservation) und Teil des AONB. '''Cors Erddreiniog National Nature Reserve''' schützt das größte Kalkmoor in Wales mit artenreichen Feuchtwiesen, Orchideen und Schmetterlingen. '''Malltraeth Marsh''' und '''Cefni Estuary''' sind Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar) mit Brut- und Rastvögeln, darunter Großer Brachvogel, Rotschenkel und Pfuhlschnepfe.


Valley              5,7    6,5   2,8    0,8    0,0   0,0    0,0    0,0   0,0    0,1    1,4   4,2  21,6
Weitere Schutzgebiete umfassen '''Parys Mountain''' als geologisches SSSI mit seiner einzigartigen Kupferminen-Landschaft und spezialisierten Pflanzen, '''Llyn Alaw''' als Trinkwasserreservoir mit Vogelbeobachtung und '''Ynys Llanddwyn''' als Teil von Newborough mit Dünen, Küstenheiden und historischen Elementen. Viele dieser Gebiete sind auch als Special Protection Areas (SPA) oder Special Areas of Conservation (SAC) nach EU-Recht (jetzt UK-Recht) ausgewiesen, um Vögel, Habitate und Arten wie den Atlantischen Lachs oder Seehunde zu schützen.


Niederschlag in mm:
Die Naturschutzstrategie wird durch den Anglesey AONB Partnership, Natural Resources Wales, RSPB, Wildlife Trust und lokale Initiativen umgesetzt. Maßnahmen umfassen Habitatmanagement, Kontrolle invasiver Arten, Erhalt der roten Eichhörnchen durch Grauhörnchen-Freiheit, Küstenschutz gegen Erosion und Förderung von Geotourismus und nachhaltigem Tourismus. Der Coastal Path, Geotrails und Besucherzentren wie das GeoMôn Centre in Amlwch machen die Schutzgebiete zugänglich und vermitteln Wissen über Geologie, Flora und Fauna.


Amlwch           84     56     66    53     48     53    53     74     74    91     99     94  846
== '''Klima''' ==
Nach der Köppen-Klassifikation wird Anglesey dem Typ Cfb zugeordnet, der als ozeanisch-gemäßigtes Klima bezeichnet wird. Die Insel profitiert von der wärmenden Wirkung des Golfstroms und der Nähe zur Irischen See, was extreme Kälte oder Hitze verhindert und das Wetter oft wechselhaft, aber selten frostig macht. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei etwa 10 bis 11°C an der Küste, mit leichter Abkühlung im Inland aufgrund der geringen Höhe. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit Tageshöchstwerten um 16 bis 17°C (Durchschnittstemperatur 15 bis 16°C), während Januar und Februar die kältesten sind mit Durchschnittstemperaturen um 5 bis 8°C tagsüber und Nachttiefs um 2 bis 5°C. Extreme Frosttage sind rar; Luftfrost tritt im Winter durchschnittlich 40 bis 50 Tage auf, meist nur leicht, und Schnee ist unregelmäßig und meist kurzlebig.


Valley              90     59     57    48     53     53    57     70     79    92     99     94  852
Niederschlag verteilt sich gleichmäßig übers Jahr, mit einem leichten Maximum im Herbst und Winter (Oktober bis Januar), wo monatlich 80 bis 150 mm fallen können, und einem Minimum im Frühling und Frühsommer (April bis Juni) mit 50 bis 80 mm. Die jährliche Gesamtniederschlagsmenge beträgt etwa 800 bis 1100 mm, abhängig vom Standort – trockener an der Ostküste (nahe Menai Strait) und etwas feuchter im Westen und Norden durch orografische Effekte. Regentage (≥1 mm) gibt es durchschnittlich 14 bis 18 pro Monat, mit den meisten im Winter. Starkregen ist selten, aber anhaltende Nieselregen und Schauer dominieren, was die Landschaft oft grün und feucht hält.


Tage mit mehr als 0,1 mm Niederschlag:
Sonnenschein liegt bei etwa 1400 bis 1500 Stunden pro Jahr, was unter dem UK-Durchschnitt liegt, aber für eine westliche Küstenlage typisch ist. Die sonnigsten Monate sind Mai bis August mit 5 bis 7 Stunden pro Tag (bis zu 200 Stunden monatlich), während November bis Februar oft nur 1–2 Stunden bringen und der Himmel häufig bedeckt ist. Wind ist ein ständiger Begleiter: Die vorherrschende Richtung ist Südwest, mit durchschnittlichen Geschwindigkeiten von 15–25 km/h, stärker im Winter (bis zu 30–40 km/h an exponierten Küsten). Stürme sind häufig, besonders im Herbst und Winter, und tragen zu den oft wechselhaften Bedingungen bei.


Valley              24     21     25    20     20     19    19     21     22    25     25     25  266
'''Klimadaten für Valley''' (11 m, 1961 bis 1990)
{| class="wikitable"
|
|'''Jan'''
|'''Feb'''
|'''Mär'''
|'''Apr'''
|'''Mai'''
|'''Jun'''
|'''Jul'''
|'''Aug'''
|'''Sep'''
|'''Okt'''
|'''Nov'''
|'''Dez'''
|'''Jahr'''
|-
|'''Mitteltemperatur  (°C)'''
|5,6
|5,2
|6,6
|8,3
|10,9
|13,5
|15,2
|15,4
|14,1
|11,5
|8,4
|6,7
|'''10,1'''
|-
|'''Niederschlag (mm)'''
|90
|59
|57
|48
|53
|53
|57
|70
|79
|92
|99
|94
|'''852'''
|-
|'''Frosttage'''
|5,7
|6,5
|2,8
|0,8
|0,0
|0,0
|0,0
|0,0
|0,0
|0,1
|1,4
|4,2
|'''21,6'''
|-
|'''Gewittertage'''
|0,2
|0,2
|0,2
|0,1
|0,8
|0,8
|0,9
|0,8
|0,6
|0,7
|0,7
|0,5
|'''6,4'''
|-
|'''Luftfeuchtigkeit  (%)'''
|84
|84
|84
|80
|80
|82
|82
|83
|82
|79
|81
|82
|'''82'''
|-
|'''Nebel,tage'''
|5
|6
|7
|7
|8
|9
|10
|8
|7
|5
|4
|5
|'''81'''
|-
|'''Sonnenstunden pro Tag'''
|1,8
|3,0
|3,9
|5,9
|7,2
|7,0
|6,4
|6,0
|4,7
|3,3
|2,2
|1,6
|'''4,8'''
|-
|'''Mittlere  Windgeschwindigkeit (km/h)'''
|37
|33
|33
|26
|28
|26
|26
|28
|31
|35
|37
|38
|'''31'''
|-
|'''Wassertemperatur (°C)'''
|8,6
|7,7
|7,8
|9,1
|11,2
|13,4
|15,2
|16,1
|15,7
|14,2
|12,2
|10,0
|'''11,8'''
|}


Gewittertage:


Valley             0,2    0,2   0,2    0,1    0,8   0,8    0,9    0,8   0,6    0,7    0,6   0,5    6,4
'''Klimadaten für Amlwch''' (10 m, 1961 bis 1990)
{| class="wikitable"
|
|'''Jan'''
|'''Feb'''
|'''Mär'''
|'''Apr'''
|'''Mai'''
|'''Jun'''
|'''Jul'''
|'''Aug'''
|'''Sep'''
|'''Okt'''
|'''Nov'''
|'''Dez'''
|'''Jahr'''
|-
|'''Mitteltemperatur (°C)'''
|5,7
|5,2
|6,9
|8,2
|11,0
|13,9
|15,9
|15,8
|14,0
|12,0
|8,3
|6,5
|'''10,3'''
|-
|'''Niederschlag (mm)'''
|84
|56
|66
|53
|48
|53
|53
|74
|74
|91
|99
|94
|'''846'''
|}


Luftfeuchtigkeit in %:
== '''Mythologie''' ==
Die Mythen und Mythologie auf Anglesey spielen eine zentrale Rolle in der walisischen Identität und reichen von der prähistorischen Megalithkultur über die keltische Druidenzeit bis in die mittelalterlichen Sagen des Mabinogion. Die Insel gilt als eine der spirituell und mythologisch bedeutendsten Regionen in Wales und wird oft als „Mutter von Wales“ bezeichnet, weil sie Stammsitz des frühen Königreichs Gwynedd war und von dort aus die walisische Geschichte und Kultur maßgeblich geprägt wurde.


Valley              84     84     84    80     80     82    82     83     82    79     81     82    82
In der keltischen Zeit war Anglesey die „Insel der Druiden“ und eines der wichtigsten religiösen Zentren der britischen Inseln. Der römische Historiker Tacitus beschreibt in seinen Annalen (um 98) die römische Invasion unter Suetonius Paulinus im Jahr 61, bei der die Römer die Druiden auf Mona (Anglesey) angriffen und vernichteten. Die Druiden sollen hier ihre heiligen Haine, Opferrituale und Ausbildungsstätten gehabt haben. Ein zentrales Heiligtum war der See '''Llyn Cerrig Bach''' im Nordwesten der Insel, wo in den 1940er Jahren bei Bauarbeiten für einen Flugplatz eine außergewöhnliche Deponierung von über 150 Artefakten entdeckt wurde – darunter Schwerter, Speerspitzen, Schildbuckel, Ketten, Sklavenhalsringe und Kessel aus der Eisenzeit (um -300 bis 100). Diese Funde gelten als rituelle Opfergaben an eine Gottheit des Wassers oder der Unterwelt und unterstreichen die sakrale Bedeutung des Ortes. Nach dem Abzug der Römer wurde Anglesey zum Kern des walisischen Königreichs Gwynedd, das unter Herrschern wie Cadwallon ap Cadfan und Rhodri Mawr (Rhodri der Große) seine Blüte erlebte und als Ausgangspunkt für die Verteidigung gegen Angelsachsen und Normannen diente.


Nebeltage:
Schon lange vor den Kelten war Anglesey ein bedeutendes spirituelles Zentrum der neolithischen und bronzezeitlichen Kulturen. Die Insel beherbergt eine der höchsten Dichten an Megalithanlagen in Wales. Zu den herausragendsten gehören '''Barclodiad-y-Gawres''' bei Aberffraw, eine Passage Grave vom Typ Maes Howe oder Newgrange mit kunstvollen Spiral- und Zickzack-Gravierungen im Inneren, die auf astronomische Ausrichtungen hinweisen. '''Bryn Celli Ddu''' ist eine restaurierte und zugängliche Grabkammer mit einem langen Gang, einem kreisförmigen Hof und einem Menhir im Zentrum – sie wird oft als eines der beeindruckendsten neolithischen Denkmäler Britanniens betrachtet. '''Plas Newydd Burial Chamber''' und '''Trefignath''' sind weitere gut erhaltene Dolmen mit großen Decksteinen. Die beiden etwa 3 Meter hohen nadelartigen '''Menhire von Penrhos Feilw''' gehören zu insgesamt 39 bekannten Menhiren auf der Insel, die oft paarweise oder in Gruppen stehen und vermutlich rituelle oder markierende Funktionen hatten. Bei '''Aber Alaw''' liegt das Steingrab '''Bedd Branwen''', das laut der walisischen Sage im Mabinogion die Grabstätte der mythischen Königin Branwen sein soll. Branwen, Schwester von Bran dem Gesegneten, ist eine der zentralen Figuren der Zweiten Zweig des Mabinogion: Ihre tragische Geschichte von Verrat, Krieg und Erlösung endet mit ihrer Rückkehr nach Wales und ihrem Tod am Ufer des Alaw-Flusses, wo sie begraben wurde. Das Grab wird bis heute als Ort der Legende verehrt.


Valley                5       6       7      7       8      9    10       8       7      5       4       5    81
Das '''Mabinogion''', das „heilige Buch“ der Waliser, enthält mehrere Erzählungen, die mit Anglesey verbunden sind. Neben Branwen tauchen Figuren wie Manawydan fab Llŷr (ein Meeresgott, der mit der Isle of Man in Verbindung steht) und Math fab Mathonwy auf, dessen Geschichte teilweise in Gwynedd spielt. Die Insel selbst wird in den Sagen als heiliger, mystischer Ort dargestellt – ein Refugium der alten Götter und Magie, das nach der Christianisierung in die walisische Folklore überging. Spätere Legenden erzählen von verborgenen Schätzen in den Megalithgräbern, Geistern in den Menhiren und Feen (Tylwyth Teg), die in den Dünen von Newborough oder den Hainen von Bodafon hausen sollen.


Tägliche Sonnenstunden:
In der Moderne wird die mythologische Bedeutung Angleseys durch den UNESCO Global Geopark GeoMôn, den Anglesey AONB und zahlreiche kulturelle Initiativen gepflegt. Geführte Touren zu den Megalithanlagen, Druiden-Rekonstruktionen am Llyn Cerrig Bach und Veranstaltungen wie das jährliche Eisteddfod Genedlaethol (Nationales Eisteddfod) in verschiedenen Jahren auf der Insel halten die alten Geschichten lebendig. Viele Orte tragen walisische Namen, die auf mythische Ereignisse hinweisen, und die Landschaft selbst – mit ihren uralten Steinen, heiligen Seen und dramatischen Klippen – wirkt wie eine Kulisse für die Sagen.


Valley              1,8    3,0   3,9    5,9    7,2   7,0    6,4    6,0   4,7    3,3    2,2   1,6    4,4
== '''Geschichte''' ==
Am Ende der Vorzeit war Anglesey ein Zentrum der Druiden, weshalb sie „Insel der Druiden“ genannt wurde. Im Jahr 61 zerstörten die Römer unter Gaius Suetonius Paulinus das dortige Heiligtum, um den anhaltenden, durch die Priesterschaft geförderten Widerstand der keltischen Bevölkerung zu brechen. Sie nannten die Insel Mona, wie sie verrmutlich auch von den frühen Kelten genannt worden war. Im 13. Jahrhundert übernahmen die Engländer die Herrschaft über Anglesey und auch als Grafschaft des Teilstaats Wales blieben sie bis heute die bestimmende Kraft.


Mittlere Windgeschwindigkeit in kmh:
=== '''Mesolithikum''' ===
Nach dem Ende der letzten Eiszeit, die große Teile Großbritanniens und damit auch Anglesey unbewohnbar gemacht hatte, wurde die Region erst allmählich wieder zugänglich und lebensfähig. Um -10.000, also vor etwa 12.000 Jahren, als das Klima sich merklich erwärmte, die Gletscher zurückwichen und die Vegetation zurückkehrte, konnten die ersten Jäger- und Sammler-Gruppen in diese Gebiete vordringen. 


Valley              37     33     33    26     28     26    26     28     31    35     37     38    31
Anglesey gehörte zu den frühesten besiedelten Inseln in Wales, und die mesolithischen Spuren reichen bis um -7000 zurück. Zu den bedeutendsten und ältesten bekannten Fundstellen auf der Insel zählt Trwyn Du, walisisch für „Schwarze Nase“, in der Nähe von Aberffraw an der Westküste Angleseys. Diese Stätte liegt in der Aberffraw Bay, genauer im Bereich von Porth Terfyn, und gilt als eine der wichtigsten mesolithischen Lokalitäten in Gwynedd und Nordwales.


== '''Mythologie''' ==
Die mesolithische Besiedlung an Trwyn Du wurde erst entdeckt, als man darunter einen bronzezeitlichen Kerb Cairn freilegte – einen ringförmig eingefassten Grabhügel, der um etwa -2000 errichtet worden war. Dieser bronzezeitliche Cairns bedeckte und konservierte darunterliegende Schichten aus der frühen Mittelsteinzeit. Bei Ausgrabungen, die unter anderem 1956 und vor allem 1974 durchgeführt wurden, kamen zahlreiche mesolithische Artefakte zum Vorschein. Dazu gehören vor allem viele bearbeitete Feuersteine, darunter Microlithen – kleine, fein gearbeitete Klingen und Spitzen –, die typisch für die mesolithische Werkzeugproduktion sind. Weitere Funde umfassen Schaber, Kerne, Abschläge und Debitage-Material, das auf intensive Steinbearbeitung hinweist. Es handelt sich dabei weniger um ein dauerhaftes Basislager, sondern eher um einen temporären Arbeitsplatz oder eine Werkstattstätte, an der Steinwerkzeuge hergestellt wurden, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Jagd, Fischerei oder der Verarbeitung von Ressourcen in der Küstennähe.
Anglesey hat eine wichtige mytjhologische Bedeutung für Wales. Zur Zeit der Kelten war sie die „Insel der Druiden“, und bis ins hohe Mittelalter wurde sie als „Mutter von Wales“ gerühmt.  


Unter den erhaltenen ragen die Megalithanlagen von Barclodiad-y-Gawres (eine Anlage des Maes Howe bzw. Newgrange Typs bei Aberffraw), Plas Newydd, Trefignath und die restaurierte Anlage von Bryn Celli Ddu heraus. Die beiden etwa 3 m hohen nadelartigen Menhire von Penrhos Feilw sind zwei von 39 Menhiren auf der Insel. Bei Aber Alaw ist das Steingrab ''Bedd Branwen'' zu sehen, in dem die Königin Branwen aus dem Mabinogion begraben sein soll.
Radiokarbondatierungen und die stratigraphische Lage deuten darauf hin, dass die mesolithische Aktivität an Trwyn Du etwa um -7000 oder etwas früher stattfand. Zu dieser Zeit lag der Meeresspiegel noch deutlich niedriger als heute, sodass die Küstenlinie weiter draußen verlief und das Gebiet um Trwyn Du einige Kilometer landeinwärts lag. Die Menschen nutzten die damalige Landschaft vermutlich für die Jagd auf Wildtiere, das Sammeln von Pflanzen und möglicherweise auch für Küstenressourcen wie Muscheln oder Fisch.


== '''Geschichte''' ==
Der bronzezeitliche Kerb Cairn, der später über dieser mesolithischen Schicht errichtet wurde, zeigt, wie Orte über Jahrtausende hinweg eine besondere Bedeutung behalten konnten. Der Grabhügel selbst enthielt keine Körperbestattung, sondern diente wahrscheinlich rituellen oder memorialen Zwecken. Heute ist die Stätte durch Küstenerosion und wandernde Sanddünen bedroht, doch sie bleibt ein zentraler Beleg für die früheste menschliche Präsenz auf Anglesey.
Am Ende der Vorzeit war Anglesey ein Zentrum der Druiden, weshalb sie „Insel der Druiden“ genannt wurde. Im Jahre 61 zerstörten die Römer unter Gaius Suetonius Paulinus das dortige Heiligtum, um den anhaltenden, durch die Priesterschaft geförderten Widerstand der keltischen Bevölkerung zu brechen. Sie nannten die Insel Mona, wie sie auch früher genannt worden war. Die Engländer fügten Anglesey im 13. Jahrhundert ihrem Königreich hinzu.


=== '''Neolithikum''' ===
Die neolithische Periode (Jungsteinzeit) leitete auf Anglesey einen tiefgreifenden Wandel in der menschlichen Lebensweise ein. Nach Jahrtausenden der mobilen Jäger- und Sammlerkultur, die vor allem von temporären Lagern und Küstennutzung geprägt war, setzten ab etwa -4000 die ersten dauerhaften Siedlungen ein. Dieser Übergang zur sesshaften Lebensweise ging mit der Einführung von Ackerbau und Viehzucht einher, Technologien, die über den Seeweg aus Irland und dem europäischen Festland nach Wales gelangten. Die Menschen begannen, Getreide wie Weizen und Gerste anzubauen, Rinder, Schafe und Schweine zu halten, Nüsse, Früchte und Wildpflanzen zu sammeln sowie Keramik und polierte Steinwerkzeuge herzustellen und zu nutzen. Anglesey entwickelte sich zu einem der dichtesten neolithischen Zentren in Großbritannien, mit einer Vielzahl von Siedlungsspuren und monumentalen Megalithbauten.


'''Mesolithikum und Neolithikum'''
Ein herausragendes Beispiel für diese frühe dauerhafte Besiedlung ist die Siedlung in Llanfaethlu im Norden der Insel. Archäologische Ausgrabungen, die seit 2014 intensiv durchgeführt wurden, legten dort ein Cluster von vier großen neolithischen Häusern frei – eine der ältesten und bedeutendsten neolithischen Siedlungen in Wales. Diese Langhäuser gehören zu den größten freistehenden neolithischen Strukturen, die je in Britannien entdeckt wurden. Das größte Gebäude, House 1, maß über 21 Meter in der Länge und etwa 7 Meter in der Breite, während andere Häuser Dimensionen von bis zu 16 bis 20 Metern Länge und 9 bis 11 Metern Breite erreichten. Die rechteckigen bis leicht ovalen Bauten bestanden aus Pfostenkonstruktionen, teilweise mit Wandgräben, Steinverstärkungen und unterschiedlichen Bautechniken wie stone-lined postholes, beam slots und stakeholes. Sie dienten sowohl als Wohn- als auch als Wirtschaftsgebäude, in denen Haushaltsaktivitäten, Lagerung und möglicherweise handwerkliche Arbeiten stattfanden. Die Funde umfassen Irish Sea Ware-Keramik, bearbeitete Feuersteine, Flintwerkzeuge und andere Artefakte, die auf eine agrarische Wirtschaft hinweisen. Spätere Phasen brachten mittelneolithische Grubenkomplexe und Grooved Ware-Keramik zum Vorschein, was auf eine kontinuierliche Nutzung des Ortes über Jahrhunderte hinweist. Llanfaethlu gilt als erste bekannte Mehrhaus-Siedlung in Nordwestwales und zeigt enge Parallelen zu irischen Fundplätzen.


Die Geschichte der menschlichen Besiedlung Angleseys begann in der Mittelsteinzeit. Anglesey und Großbritannien waren bis nach der letzten Eiszeit unbewohnbar. Erst vor 12.000 Jahren wurde die Region bewohnbar. Zu den ältesten Ausgrabungsstätten auf Anglesey gehört Trwyn Du (walisisch „Schwarze Nase“) bei Aberffraw. Die mesolithische Stätte in der Aberffraw Bay (Porth Terfyn) wurde unter einem bronzezeitlichen „Kerb Cairn” begraben, der um -2000 errichtet wurde. Der Bowl Barrow (Kerb Cairn) bedeckte Material aus der frühen Mittelsteinzeit; der archäologische Fund stammt aus dem Jahr -7000. Nach Jahrtausenden der Jäger- und Sammlerkultur auf den Britischen Inseln wurden ab -4000 die ersten Dörfer errichtet. Neolithische Siedlungen wurden in Form von Langhäusern gebaut. Auf Anglesey befindet sich eines der ersten Dörfer in Wales, das in Llanfaethlu errichtet wurde.  
Ein besonderes Zeugnis für die rituelle und spirituelle Welt der neolithischen Bewohner ist Bryn Celli Ddu, der „Hügel im dunklen Hain“, nahe Llanddaniel Fab. Dieser rituell ausgestaltete Grabhügel entstand um etwa -3000 zunächst als Henge-Monument – eine kreisförmige Umfriedung mit Graben und innerem Steinkreis, die rituellen Zwecken diente. Im Laufe des folgenden Jahrtausends wurde der Ort mehrfach umgebaut: Später entstand darüber ein beeindruckendes Passage Grave, ein Ganggrab mit einem etwa 7 Meter langen Gang, der in eine polygonale Kammer führt. Der gesamte Bau ist von einem großen Erdhügel mit bis zu 26 Metern Durchmesser umgeben, ursprünglich von einem Kreis aus Kerbsteinen eingefasst. Im Inneren fand man menschliche Knochen, Pfeilspitzen, Quarz und gravierte Steine, darunter eine berühmte Spiralmuster-Steinplatte. Besonders auffällig ist die astronomische Ausrichtung: Am Mittsommertag fällt der aufgehende Sonne ein Lichtstrahl durch den Gang und beleuchtet die Kammer – ein Phänomen, das sicher rituelle Bedeutung hatte. Bryn Celli Ddu zählt zu den eindrucksvollsten Passage Graves in Wales und unterstreicht die kosmologische und ahnenbezogene Weltanschauung der damaligen Gesellschaft.


Ein weiteres Beispiel für eine dauerhafte Siedlung auf Anglesey ist ein im späten Neolithikum errichteter Grabhügel, Bryn Celli Ddu (Dark Grove Hill). Der Hügel entstand um -3000 als Henge-Umfriedung und wurde im Laufe des folgenden Jahrtausends mehrfach umgebaut.
Neben diesen Siedlungs- und Grabstätten prägen zahlreiche Megalithdenkmäler und Menhire die Insel. Typisch für Anglesey sind die sogenannten Cromlechs, prähistorische Megalithanlagen, bei denen große Steine meist in kreisförmiger oder halbkreisförmiger Anordnung aufgestellt sind, oft mit einem massiven Deckstein. Das walisische Wort „cromlech“ bedeutet etwa „gebogener oder flacher Stein“ und bezeichnet in Wales häufig Dolmen oder Kammergräber. Eine der beeindruckendsten Anlagen dieser Art steht auf einer Hochebene bei Plas Newydd mit spektakulärem Blick auf das Meer und die Menai Straits. Es handelt sich um einen doppelten Cromlech – zwei aneinandergrenzende Steinkammern eines neolithischen Grabhügels, die aus dunklen präkambrischen Erratika-Blöcken errichtet wurden. Der größte dieser Art auf der Insel liegt in den Gärten von Plas Newydd und war ursprünglich von einem Cairn bedeckt. Weitere bekannte Cromlechs und Kammergräber sind Lligwy Burial Chamber mit ihrem riesigen Deckstein, Trefignath mit mehrphasiger Struktur, Din Dryfol, Ty Newydd oder Barclodiad y Gawres mit seinen seltenen prähistorischen Gravuren. Insgesamt gibt es auf Anglesey Dutzende solcher Monumente, viele davon an der Küste oder in erhöhten Lagen platziert.


Auf Anglesey gibt es zahlreiche Megalithdenkmäler und Menhire. Plas Newydd liegt in der Nähe eines von 28 Cromlechs, die auf den Hochebenen mit Blick auf das Meer erhalten geblieben sind. Die walisischen Triaden behaupten, dass die Insel Anglesey einst Teil des Festlandes war.  
Diese Megalithbauten dienten nicht nur der kollektiven Bestattung, sondern auch der Ahnenverehrung, Gemeinschaftsritualen und möglicherweise der Markierung von Territorien. Sie spiegeln eine komplexe Gesellschaft wider, die über den Irischen See hinweg kulturelle Verbindungen pflegte. Gegen Ende des Neolithikums, um -2500 bis -2000, gingen diese Traditionen in die Bronzezeit über, wobei einige Orte weiter genutzt oder überbaut wurden.


=== '''Bronzezeit''' ===
=== '''Bronzezeit''' ===
Nach der Jungsteinzeit begann die Bronzezeit (um -2200 bis -800). Einige Stätten wurden über Jahrtausende hinweg kontinuierlich genutzt, zunächst als ursprüngliche Henge-Anlagen, dann während der Eisenzeit, und einige dieser Stätten wurden später von den Kelten zu Hügelfestungen umgebaut und schließlich während der Römerzeit (um 100) als Rundhäuser genutzt. Castell Bryn Gwyn („weiße Hügelburg“, auch Bryn Beddau oder „Hügel der Gräber” genannt) in der Nähe von Llanidan, Anglesey, ist ein Beispiel für eine neolithische Stätte, die zu einer Hügelfestung wurde, die bis zur Römerzeit von den Ordovices genutzt wurde, einem lokalen Stamm, der in einer Schlacht von einer römischen Legion besiegt wurde (um 78). Auch auf den Britischen Inseln wurden Monumente aus der Bronzezeit errichtet. Während dieser Zeit wurde der Mynydd Bach Cairn im Südwesten von Anglesey genutzt. Es handelt sich um ein prähistorisches Grabdenkmal aus der Becherkultur.
Die Bronzezeit auf Anglesey, die von etwa -2200 bis -800 dauerte, wurde maßgeblich von den sogenannten Beaker People – den Glockenbecher-Leuten – geprägt. Diese Gruppe brachte neue kulturelle Elemente mit, darunter charakteristische umgedrehte Glockenbecher-Keramik, individuelle Bestattungen in Cisten oder unter kleinen Hügeln, den Beginn der Metallverarbeitung und eine veränderte Gesellschaftsstruktur. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass um diese Zeit eine signifikante Bevölkerungsveränderung stattfand, möglicherweise durch Migration aus Nordwesteuropa, die die vorherigen neolithischen Traditionen weitgehend ablöste oder stark beeinflusste. Die Bronzezeit begann mit der Einführung von Arsenkupfer und später Zinnbronze, wobei Anglesey selbst Kupfervorkommen besaß – etwa in Mynydd Parys, wo bronzezeitliche Abbaustellen nachgewiesen sind. Die Insel profitierte von ihrer Lage im Irischen See und pflegte intensive Kontakte zu Irland und dem britischen Festland, was den Handel mit Metallen und anderen Gütern förderte.


=== '''Eisenzeit''' ===
Viele bereits im Neolithikum errichteten Grabstätten und Monumente wurden in der Bronzezeit weiter genutzt oder umgestaltet. Oft dienten neolithische Henge-Anlagen oder Kammergräber als rituelle Orte, die nun mit neuen Bestattungsformen überlagert wurden. Einige dieser Stätten behielten ihre Bedeutung über Jahrhunderte und wurden später sogar zu Hügelfestungen ausgebaut, die bis in die Eisenzeit und teilweise in die Römerzeit genutzt wurden. Ein klassisches Beispiel dafür ist Castell Bryn Gwyn (auch Castell Bryngwyn oder „weiße Hügelburg“, früher Bryn Beddau – „Hügel der Gräber“ genannt) in der Nähe von Llanidan im Südwesten der Insel. Der Ursprung dieses Monuments reicht in die späte Neolithik oder frühe Bronzezeit zurück: Es handelt sich um eine kreisförmige Umfriedung mit einem hohen Erdwall aus Lehm und Kies sowie einem äußeren Graben, ursprünglich vielleicht ein zeremonielles Henge oder eine Siedlungsumwallung. Unter dem Wall kamen neolithische Feuersteine und Keramik zum Vorschein, doch die Anlage wurde in der Bronzezeit und Eisenzeit verstärkt und umgebaut. In der Eisenzeit diente sie den Ordoviziern, einem lokalen keltischen Stamm, als befestigte Hügelsiedlung oder Verteidigungsanlage. Die Nutzung hielt bis in die Römerzeit an; um 78 wurden die Ordovizier in einer Schlacht von einer römischen Legion besiegt, was das Ende ihrer Unabhängigkeit markierte. Heute ist der gut erhaltene kreisförmige Wall mit etwa 17 Metern Innendurchmesser und steinernen Stützmauern sichtbar – ein eindrucksvolles Zeugnis kontinuierlicher menschlicher Präsenz über Jahrtausende.
Während der Eisenzeit bauten die Kelten sogenannte Rundhäuser als Behausungen. Diese wurden in der Nähe der früheren Siedlungen errichtet. Einige Rundhäuser mit ummauerten Einfriedungen wurden am Ufer des Flusses (walisisch ''afon'') Gwna in der Nähe entdeckt. Ein Beispiel für einen gut erhaltenen Rundhauskreis befindet sich über der Cymyran-Meerenge auf Holy Island. Die Holyhead Mountain Hut Circles (walisisch Tŷ Mawr / Cytiau'r Gwyddelod, „Großes Haus / Hütten der Iren”) wurden von alten Kelten bewohnt und waren erstmals vor der Eisenzeit, um -1000, besiedelt. Die Eisenzeit auf Anglesey begann nach -500. Archäologische Forschungen entdeckten Napfschneckenhäuser, die ab -200 an einer Mauer in Tŷ Mawr gefunden wurden, sowie Keramik aus der Römerzeit aus dem 3. bis 4. Jahrhundert. Einige dieser Hütten wurden noch bis ins 6. Jahrhundert hinein für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Die ersten Ausgrabungen in Ty Mawr wurden von William Owen Stanley aus Penrhos, Anglesey (Sohn von Baron Stanley of Alderley) durchgeführt.


=== '''Antike''' ===
Auch neue Monumente entstanden in der Bronzezeit. Typisch sind runde Cairns – Steinhügelgräber –, die oft individuelle oder kollektive Bestattungen enthielten, häufig als Kremationen in Urnen. Im Südwesten von Anglesey liegt der Mynydd Bach Cairn (auch Mynydd Bach Round Cairn bei Aberffraw), ein prähistorisches Grabdenkmal aus der Becherkultur. Dieser degradierte runde Hügel mit etwa 8 Metern Durchmesser und nur noch 0,5 Metern Höhe thront auf einer Anhöhe und datiert in die frühe bis mittlere Bronzezeit. Er wurde zeitgleich mit anderen Ausgrabungen in der Region untersucht und enthielt typische Beaker-Elemente oder spätere Urnenbestattungen. Solche Cairns dienten der Markierung von Landschaft und Ahnenkult, oft in erhöhten Lagen platziert, um Sichtbarkeit und rituelle Bedeutung zu gewährleisten.
Zur Zeit der Antike war Anglesey eine heilige Stätte der Druiden. Die römische Eroberung von Anglesey begann im Jahr 60, als der römische Feldherr Gaius Suetonius Paulinus, entschlossen, die Macht der Druiden zu brechen, die Insel mit seinem amphibischen batavischen Kontingent als überraschenden Vorstoß angriff und anschließend den Schrein und die Nemeta (heiligen Haine) zerstörte. Die Nachricht von Boudicas Aufstand erreichte ihn kurz nach seinem Sieg, woraufhin er seine Armee zurückzog, bevor er seine Eroberung konsolidieren konnte. Die Insel wurde schließlich 78 von Gnaeus Julius Agricola, dem römischen Statthalter Britanniens, in das Römische Reich eingegliedert. Während der römischen Besatzung war das Gebiet für den Kupferabbau bekannt. Die Fundamente von Caer Gybi, einer Festung in Holyhead, sind römischen Ursprungs, und die heutige Straße von Holyhead nach Llanfairpwllgwyngyll war ursprünglich eine Römerstraße.[11] Die Insel wurde von Ptolemäus eher mit Irland („Hibernia“) als mit Britannien („Albion“) in Verbindung gebracht.


=== '''Mittelalter''' ===
Weitere bronzezeitliche Spuren finden sich in Cist-Bestattungen, wie bei Parc Cybi in Holyhead, wo Gräber mit Beaker-Keramik und individuellen Beigaben aus der Zeit um -2000 freigelegt wurden. Auch in der Umgebung von Bryn Celli Ddu entstanden bronzezeitliche Cairns, darunter ein kürzlich entdeckter Ring Cairn mit doppeltem Kerb aus tonnenschweren Steinen, datiert um -1900. Manche neolithische Megalithgräber wie Trefignath oder Barclodiad y Gawres zeigen bronzezeitliche Nachnutzung durch Einbringung neuer Bestattungen oder Artefakte. Die Bronzezeit markierte zudem den Übergang zu komplexeren Gesellschaften mit Metallverarbeitung, Handel und möglicherweise sozialer Hierarchie, was sich in reichen Grabbeigaben wie Goldringen oder Kupferbarren widerspiegelt.
Nach dem Abzug der Römer aus Britannien im frühen 5. Jahrhundert kolonisierten Piraten aus Irland Anglesey und die nahe gelegene Halbinsel Llŷn. Als Reaktion darauf kam Cunedda ap Edern, ein Kriegsherr der Gododdin aus Schottland, in die Region und begann, die Iren zu vertreiben. Dies wurde von seinem Sohn Einion Yrth ap Cunedda und seinem Enkel Cadwallon Lawhir ap Einion fortgesetzt. Die letzten irischen Invasoren wurden schließlich 470 in einer Schlacht besiegt.


Im 9. Jahrhundert vereinte König Rhodri Mawr Wales und teilte das Land unter seinen Söhnen in mindestens drei Provinzen auf. Er gab Gwynedd seinem Sohn Anarawd ap Rhodri, der die mittelalterliche walisische Dynastie, das Haus von Aberffraw auf Anglesey, gründete. Die Insel hatte eine gute Verteidigungslage, und so wurde Aberffraw zum Sitz des Königshofs (walisisch: Llys) des Königreichs Gwynedd. Abgesehen von den verheerenden dänischen Überfällen in Aberffraw in den Jahren 853 und 968 blieb es bis zum 13. Jahrhundert die Hauptstadt, nachdem Rhodri Mawr seinen Familiensitz von Caernarfon verlegt und 873 in Aberffraw einen königlichen Palast erbaut hatte. Zu diesem Zeitpunkt machte die Verbesserung der englischen Marine den Standort unverteidigbar. Anglesey war auch kurzzeitig der südlichste Besitz des Norwegischen Reiches.
=== '''Eisenzeit''' ===
Die Eisenzeit auf Anglesey begann etwa im -5. Jahrhundert und erstreckte sich bis zur römischen Eroberung um 78. Diese Periode war geprägt von keltischen Stammesgesellschaften, die sich in Rundhäusern niederließen, Ackerbau und Viehzucht betrieben und zunehmend befestigte Siedlungen errichteten. Die Insel, strategisch im Irischen See gelegen, blieb ein Zentrum kultureller und ritueller Aktivitäten, mit intensiven Verbindungen zu Irland und dem britischen Festland. Archäologische Funde zeigen eine kontinuierliche Besiedlung, bei der ältere Monumente weiter genutzt und neue Siedlungsformen entwickelt wurden.


Nach den Iren wurde die Insel von Wikingern überfallen einige Überfälle wurden in berühmten Sagen wie der Jómsvíkinga erwähnt – sowie von Sachsen und Normannen, bevor sie im 13. Jahrhundert an Edward I. von England fiel. Die Verbindung zu den Wikingern lässt sich am Namen der Insel erkennen. In der Antike hieß sie „Maenige“ und erhielt den Namen „Ongulsey“ oder Angelsoen, von dem der heutige Name stammt.
Zu den markantesten Zeugnissen der Eisenzeit zählen die Rundhaussiedlungen, die typisch für keltische Gemeinschaften waren. Neu zugezogene oder etablierte keltische Gruppen – zunächst möglicherweise Deceangli und Gangani, später die Ordovizier bauten diese runden Behausungen oft in der Nähe früherer neolithischer oder bronzezeitlicher Plätze. Ein herausragendes Beispiel ist die Holyhead Mountain Hut Circles, auch Tŷ Mawr oder Cytiau'r Gwyddelod („Großes Haus / Hütten der Iren“) genannt, am Hang des Holyhead Mountain über der Cymyran-Meerenge auf Holy Island. Die Siedlung wurde bereits um -800 besiedelt, also am Übergang von der späten Bronze- zur frühen Eisenzeit, und blieb über Jahrhunderte in Nutzung. Ursprünglich gab es über 50 solcher kreisförmigen Hüttenfundamente aus Stein, von denen heute etwa 20 erhalten sind. Die Hütten messen meist 7 Meter im Durchmesser, mit dicken, niedrigen Wänden aus Trockenmauerwerk, die einst konische Dächer aus Stroh oder Schilf trugen. Einige enthielten Napfschneckenhäuser – kleine, schalenförmige Strukturen – aus der Zeit um -200, sowie Keramik aus dem 3. bis 4. Jahrhundert. Manche Hütten wurden sogar bis ins 6. Jahrhundert für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Die ersten systematischen Ausgrabungen führte in den 1860er Jahren William Owen Stanley durch, ein lokaler Antiquar, Politiker und Besitzer des Penrhos-Anwesens, Sohn von Baron Stanley of Alderley. Er fand zunächst römische Münzen und hielt die Siedlung zunächst für römisch, doch moderne Datierungen bestätigen eine lange eisenzeitliche Phase. Die verstreuten Hütten deuten auf eine offene, landwirtschaftlich geprägte Siedlung hin, mit Werkstätten für Metallverarbeitung und Viehhaltung.


Anglesey (mit Holy Island) ist eine der 13 historischen Grafschaften von Wales. Im Mittelalter, vor der Eroberung von Wales im Jahr 1283, hatte Môn oft Phasen vorübergehender Unabhängigkeit, in denen es häufig als Unterkönigreich von Gwynedd an die Erben der Könige vererbt wurde. Ein Beispiel dafür war Llywelyn ap Iorwerth (Llywelyn I., der Große, um 1200), der den Titel Prinz von Aberffraw trug. Nach der normannischen Invasion von Wales war dies eines der letzten Male, dass dies wenige Jahre nach 1171 geschah, nach dem Tod von Owain Gwynedd, als die Insel von Rhodri ab Owain Gwynedd geerbt wurde, und zwischen 1246 und etwa 1255, als sie Owain Goch als sein Anteil am Königreich zugesprochen wurde. Nach der Eroberung von Wales durch Edward I. wurde Anglesey gemäß den Bestimmungen des Statuts von Rhuddlan von 1284 zu einer Grafschaft. Bis dahin war es in die Kantone Aberffraw, Rhosyr und Cemaes unterteilt gewesen.
Weitere Rundhäuser und ummauerte Siedlungen wurden entlang des Flusses Afon Gwna (Gwna) ausgegraben, oft in Gruppen mit Einfriedungen. Solche unenclosed farmsteads oder hut groups sind typisch für Anglesey und unterscheiden sich von den großen Hillforts im walisischen Festland. Die Bevölkerung lebte in verstreuten Höfen, die von Trockenmauern umgeben waren, und nutzte die fruchtbare Landschaft für Ackerbau und Weidewirtschaft.


Im Jahr 1294 griff Prinz Madog ap Llywelyn im Rahmen einer Rebellion des ehemaligen Hauses Aberffraw die Burgen von König Edward I. in Nordwales an. Als direkte Reaktion darauf wurde Beaumaris Castle erbaut, um Edwards Interessen in Anglesey zu kontrollieren, doch in den 1320er Jahren wurde der Bau aufgegeben und nie fertiggestellt. Die Burg wurde im frühen 15. Jahrhundert von Owain Glyndŵr belagert. Im Jahr 1609 war sie bereits eine Ruine, doch 1807 kaufte der 6. Viscount Bulkeley die Burg von der Krone, und seit 1925 ist sie unter der Obhut der Krone für die Öffentlichkeit zugänglich.
Ein zentraler ritueller Ort der Eisenzeit war der See Llyn Cerrig Bach nahe Llanfair-yn-Neubwll. Um die Mitte des -2. Jahrhunderts entwickelte sich dieser kleine, moorige See zu einer bedeutenden Kult- und Opferstätte keltischer Völker zwischen Irland und Wales. Bei der Entwässerung für einen RAF-Flugplatz im Zweiten Weltkrieg (1942/43) wurde ein außergewöhnlicher Hort von über 150 Bronze- und Eisenobjekten entdeckt: Schwerter, Schildfragmente, Speerspitzen, Wagen- und Pferdegeschirrteile, Sklavenketten, Trompeten, Kessel und kunstvoll verzierte Plaketten mit keltischer Kunst. Dazu kamen Tierknochen von Opfertieren wie Rindern, Pferden und Schafen. Die Funde deuten auf rituelle Versenkungen hin – Waffen und Prestigeobjekte wurden absichtlich in den See geworfen, wahrscheinlich von einer Klippe aus, als Votivgaben an Götter oder Ahnen. Der Hort umfasst auch romano-britische Stücke aus dem 1. bis 2. Jahrhundert, was zeigt, dass die rituelle Nutzung nach der römischen Eroberung weiterging. Llyn Cerrig Bach wurde zu einer Pilgerstätte für Kelten aus dem gesamten britischen Raum und gilt als einer der wichtigsten keltischen Ritualplätze in Britannien.


=== '''Neuzeit''' ===
Ältere Monumente wie Castell Bryn Gwyn wurden in der Eisenzeit befestigt und als Hügelfestung genutzt. Der kreisförmige Wall, ursprünglich neolithisch oder bronzezeitlich, diente den Ordoviziern als Verteidigungsanlage und blieb bis in die Römerzeit in Gebrauch. Die römische Invasion 78 unter Suetonius Paulinus und später Agricola beendete die unabhängige Eisenzeit, wobei Anglesey – Tacitus zufolge ein Druiden-Zentrum – hart umkämpft war.
Aufgrund seiner geografischen Nähe unterhielt Anglesey (und insbesondere Holyhead) während der späteren Phasen dieser Periode enge kulturelle Beziehungen zu Irland. Eine Studie des Historikers Adam N. Coward aus dem Jahr 2023 in der Fachzeitschrift „The Welsh History Review” beleuchtet die Verflechtungen zwischen den Landadeligen in Irland und Anglesey zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert, die von der geografischen Nähe und gemeinsamen Verkehrsnetzen bis hin zu Heirats- und Familienverbindungen reichten. Ein Beispiel dafür ist laut dem Artikel, dass der Herzog von Ormonde 1663 vom Dublin Castle aus an Lord Bulkley von Baron Hill, Anglesey, der 1644 zum Viscount Bulkeley von Cashel ernannt worden war, schrieb, um Rebhühner von Anglesey nach Irland für eine Jagd zu bringen.  


Die Shire Hall in Llangefni wurde 1899 fertiggestellt. Während des Ersten Weltkriegs bereiste der presbyterianische Pfarrer und berühmte Prediger John Williams die Insel, um junge Männer als Freiwillige zu rekrutieren. Die Lage der Insel war ideal für die Überwachung deutscher U-Boote in der Irischen See, wobei ein halbes Dutzend Luftschiffe in Mona stationiert waren. Deutsche Kriegsgefangene wurden auf der Insel festgehalten. Bis zum Ende des Krieges waren etwa 1.000 Männer der Insel im aktiven Dienst ums Leben gekommen.
=== '''Antike''' ===
Als die Römer im, späten 1. Jahrhundert ihre Herrschaft über die Provinz Britannia ausbauten, war Anglesey – damals Mona genannt – eine zentrale heilige Stätte der Druiden. Diese fungierten als Priester, geistige Elite und spirituelle Führer der keltischen Gesellschaft. Sie leiteten religiöse Zeremonien, dienten als Lehrer, Heiler, Richter und Berater der Stammesherrscher. Ihr umfangreiches Wissen – Philosophie, Astrologie, Medizin, Rechtswesen und Naturbeobachtung – wurde ausschließlich mündlich überliefert. Auf der Insel trafen sich die Druiden zu großen festlichen Zeremonien in heiligen Hainen (Nemeta), Kultstätten und an rituellen Orten wie Seen oder Megalithanlagen. Römischen Quellen, insbesondere Tacitus, zufolge gehörten zu ihren Ritualen auch Menschenopfer, was die Römer als barbarisch brandmarkten. Anglesey besaß damit nicht nur religiöse, sondern auch politische Bedeutung: Als Refugium und Sammelpunkt der Druiden konnte die Insel den römischen Einfluss in Britannien untergraben und als Symbol des Widerstands dienen.  


1936 eröffnete die NSPCC ihre erste Zweigstelle auf Anglesey. Während des Zweiten Weltkriegs wurden italienische Kriegsgefangene auf Anglesey untergebracht. Die Insel wurde zur Aufnahmezone erklärt und beherbergte evakuierte Kinder aus Liverpool und Manchester.
Um diesen Einfluss endgültig zu brechen, marschierte der römische Statthalter Gaius Suetonius Paulinus im Jahr 60 mit seiner Armee – darunter die Legio XIV Gemina und batavische Auxiliartruppen – gegen Mona vor. Die Römer bauten improvisierte flachbodige Schiffe, um die Menai Strait zu überqueren, und landeten an der Küste, vermutlich nahe der Halbinsel Penmon. Tacitus beschreibt eine dramatische Szene: Druiden in weißen Gewändern standen am Strand, hoben die Arme gen Himmel und riefen Flüche, während bewaffnete Krieger hinter ihnen Aufstellung nahmen. Die Römer griffen brutal an: Hunderte Druiden wurden niedergemetzelt, die heiligen Haine zerstört und die Insel vorübergehend unterworfen. Doch während Suetonius Paulinus und seine Truppen auf Mona gebunden waren, nutzte Boudicca, die Königin der Iceni, die Gelegenheit für ihren großen Aufstand. Der Aufstand der Iceni und Trinovanten brach vermutlich nach dem Tod von Boudiccas Ehemann Prasutagus aus, dessen Königreich unrechtmäßig annektiert worden war. Römische Garnisonen in ihrem Gebiet waren bereits zwei Jahre zuvor aufgegeben worden, was den Rebellen Handlungsspielraum gab. Boudiccas Armee zerstörte die römischen Kolonien Camulodunum (Colchester), Londinium (London) und Verulamium (St Albans) und richtete ein Massaker unter den Römern und ihren Verbündeten an. Die Nachricht erreichte Suetonius Paulinus kurz nach seinem Sieg auf Anglesey. Er musste seine Truppen hastig zurückziehen, bevor er die Eroberung der Insel konsolidieren konnte. In einer entscheidenden Schlacht – wahrscheinlich irgendwo in den Midlands – besiegten die disziplinierten, zahlenmäßig unterlegenen Römer die aufständischen Briten endgültig.


=== '''Moderne Zeit''' ===
Anglesey blieb jedoch nicht lange unabhängig. Um 77 oder 78 führte Gnaeus Julius Agricola, der spätere Statthalter Britanniens und ehemalige Untergebene von Suetonius Paulinus, eine zweite, gründliche Eroberung durch. Er unterwarf die Insel vollständig und gliederte sie dauerhaft in das Römische Reich ein. Die römische Besatzung dauerte bis ins frühe 5. Jahrhundert.
1971 wurde von Rio Tinto Zinc Corporation und British Insulated Callender's Cables eine Aluminiumhütte mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen eröffnet, an der Kaiser Aluminum and Chemical Corporation zu 30 Prozent beteiligt war.


1974 wurde Anglesey ein Bezirk der neuen Grafschaft Gwynedd, bekannt unter dem Namen „Anglesey-Ynys Môn”. Bis 1974 war Anglesey für die Zwecke der Kommunalverwaltung in Zivilgemeinden unterteilt, die weitgehend den kirchlichen Gemeinden entsprachen und von denen die meisten noch heute als Teil der Church in Wales bestehen.
Während der römischen Herrschaft diente Anglesey vor allem wirtschaftlichen und militärischen Zwecken. Die Insel war eine wichtige Kupferabbaustätte; Spuren römischer Bergbauaktivitäten finden sich auf Mynydd Parys (Parys Mountain), wo bereits in der Bronzezeit abgebaut worden war. Römische Kupferbarren („bun-shaped cakes“) mit Inschriften deuten auf organisierte Förderung hin, obwohl direkte Belege wie datierbare Keramik rar sind – vieles wurde durch spätere Abbauphasen zerstört. Der Kupferabbau war strategisch bedeutsam für die römische Wirtschaft und Armee.


Im Juni 2020 kam es zu einem bedeutenden Ausbruch in einer Hühnerverarbeitungsfabrik in Llangefni, Anglesey, wo mehr als 100 Arbeiter positiv getestet wurden. Bis zum 21. Juni 2020 stieg diese Zahl auf 158 bestätigte Fälle unter den Fabrikarbeitern. Diese Fabrik belieferte Krankenhäuser, Geschäfte und Restaurants, was sie zu einem kritischen Punkt der Besorgnis machte. Diese Ausbrüche führten zu Selbstisolierungsauflagen für die Arbeiter und verschärften lokalen Lockdown-Maßnahmen.
Im späten 3. Jahrhundert errichteten die Römer in Holyhead das Caer Gybi Roman Fortlet – eine kleine Küstenfestung und Marinebasis auf Klippen über dem Meer. Die Anlage, von Mauern an drei Seiten umgeben, diente wahrscheinlich dem Schutz vor irischen Piraten und der Sicherung des Seehandels sowie möglicherweise des Kupfertransports. Rund um das Fort entwickelte sich eine römische Siedlung mit zivilen Gebäuden. Auf dem Holyhead Mountain (Mynydd y Twr) wurde ein Wachturm (Caer y Twr) gebaut, der als Signalstation und Teil des Befestigungsnetzes fungierte und weitreichende Sicht über das Meer bot.


Ab Frühjahr 2020 blieb Anglesey im Rahmen der umfassenden Coronamaßnahmen der walisischen Regierung an bestimmten Punkten unter Lockdown, beispielsweise an Feiertagswochenenden. Insgesamt erreichte die Zahl der bestätigten Covid-Fälle in Anglesey über 15.000, mit einer aktuellen Inzidenzrate von etwa 11 neuen Fällen pro Woche pro 100.000 Einwohner. Der Gemeinderat und die Gesundheitsbehörden lieferten laufend aktuelle Informationen und Maßnahmen, darunter Impfkliniken und Maßnahmen zur öffentlichen Sicherheit.
Archäologische Funde belegen neben Militäranlagen einen Handelshafen an der Menai Strait, dörfliche Siedlungen mit Hütten auf Hügeln – oft defensiv zusammengelegt – sowie ein ausgedehntes Straßennetz. Die heutige Straße von Holyhead nach Llanfairpwllgwyngyll folgt teilweise einer antiken Römerstraße. Ptolemaios erwähnte die Insel Mitte des 2. Jahrhunderts in seiner Geographie, verband sie jedoch stärker mit Hibernia (Irland) als mit Albion (Britannien), was ihre periphere, aber strategische Lage unterstreicht.


=== '''Mittelalter''' ===
Nach dem Abzug der Römer aus Britannien ab Mitte des 4. Jahrhundert kolonisierten "Piraten" aus Irland Anglesey und die nahe gelegene Halbinsel Llŷn. Diese Piraten standen in loser Verbindung mit dem Königreich Dublin. Ihre Herrschaft war aber nur von kurzer Dauer. Um 410 wurde sie von Cunedda ap Edern beendet. Der um 386 geborene Feldherr stammte aus einer keltischen Familie aus dem Gebiet Manaw Gododdin im heutigen Südostschottland. Er führte seine Gefolgsleute nach Nordwales, um die Region vor irischen Eindringlingen zu verteidigen. Dabei eroberte er die Insel Anglesey und große Teile von Nordwales. Die Ankunft von Cunedda in Gwynedd markiert den Beginn einer stabilen walisischen Herrschaftsstruktur nach dem Abzug der Römer aus Britannien. Fortgeführt von seinem Sohn Einion Yrth ap Cunedda und seinem Enkel Cadwallon Lawhir ap Einion, entstand eine Dynastie, die über viele Generationen im Königreich Gwynedd regierte.


'''Chronologie''':
Im Jahr 814 marschierte König Cynan Tindaethwy of Gwynedd mit seinen Truppen in Anglesey ein und attackierte seinen dort mittlerweile zum Inselherrn avancierten Bruder Hywel, wurde von diesem jedoch vertrieben. Zu den internen Streitigkeiten kam in der Folgezeit eine neue Gefahr - diesmal aus dem Norden. 853 verwüsteten die „Dub Gint“ (schwarzen Menschen), dänische Wikinger, die Insel.


um -3300        Ackerbau treibende Stammesgemeinschaften siedeln sich auf der vom Wasser wieder freigegebenen Insel Anglesey an
Unterdessen übernahm ein neuer Herrscher die Macht: Rhodri Mawr ("Rodri der Große"). Er wurde 844 König von Gwynedd, durch Erbfolge und Heirat 855 König von Powys und 871 auch König von Seisyllwg (das Gebiet von Ceredigion und Ystrad Tywi). Damit hatte er zu seiner Zeit eine lockere Union von mindestens drei großen walisischen Provinzen unter seiner Kontrolle geschaffen. Diese Vereinigung war die erste ihrer Art in Wales. Rodri teilte das Land unter seinen Söhnen in drei Teilreiche auf. Gwynedd (mit Anglesey) gab er seinem Sohn Anarawd ap Rhodri, der die mittelalterliche walisische Dynastie, das Haus von Aberffraw auf Anglesey, begründete.


um -3000        Errichtung der Grabkammer von Trefignath
Die Insel hatte eine gute Verteidigungslage, und so wurde Aberffraw zum Sitz des Königshofs (walisisch ''Llys'') des Königreichs Gwynedd. Rhodri Mawr verlegte seinen Familiensitz von Caernarfon hierher und ließ 873 in Aberffraw einen königlichen Palast erbauen. In der Folgezeit wurden weitere Befestigungsanlagen auf der Insel errichtet, so etwa im 11. Jahrhundert das Kastell Aberlleiniog.


um -2000        Einwanderung der bronzezeitlichen „Beaker People“
Im 10. Jahrhundert wurde die Insel mehrfach von Wikingern überfallen – einige Überfälle wurden in berühmten Sagen wie der Jómsvíkinga erwähnt –, so etwa 968 von dänischen "Piraten". 988 verwüsteten Wikinger von der Isle of Man unter König Godfred I die Insel. Anglesey wurde damit kurzzeitig der südlichste Besitz des Königreichs Norwegen. Die Verbindung zu den Wikingern lässt sich nicht zuletzt am Namen der Insel erkennen. In der Antike hieß sie "Mona" bzw. "Maenige“,  von den "Nordmännern" wurde sie „Ongulsey“ oder „Angelsoen“ genannt, woraus sich der heutige Name entwickelte.


-6. Jh.              Beginn der Eisenzeit
Anglesey (mit Holy Island) war eine der 13 historischen Grafschaften von Wales. Vor der Eroberung des Landes durch die Engländer im Jahr 1283 hatte Môn oft Phasen vorübergehender Unabhängigkeit, in denen es häufig als Unterkönigreich von Gwynedd an die Erben der Könige vererbt wurde. Ein Beispiel dafür war Llywelyn ap Iorwerth (Llywelyn I. "der Große", um 1200), der den Titel "Prinz von Aberffraw" trug. Vermutlich geschah dies wenige Jahre nach 1171 , nach dem Tod von Owain Gwynedd, als die Insel von Rhodri ab Owain Gwynedd geerbt wurde. Eine kurzzeitige Unabhängigkeit bestand auch zwischen 1246 und 1255, als sie Owain Goch als sein Anteil am Königreich zugesprochen wurde. Nach der Eroberung von Wales durch Edward I. wurde Anglesey gemäß den Bestimmungen des Statuts von Rhuddlan von 1284 zu einer Grafschaft. Bis dahin war es in die Kantone Aberffraw, Rhosyr und Cemaes unterteilt gewesen.


-3. Jh.              Einwanderung keltischer Stammesgemeinschaften
Im Jahr 1294 griff Prinz Madog ap Llywelyn im Rahmen eines Aufstands des nun entmachteten Hauses Aberffraw die Burgen von König Edward I. in Nordwales an. Nach dessen Niederschlagung wurde als Reaktion darauf Beaumaris Castle erbaut, über das König Edward seine Interessen in Anglesey durchsetzen wollte. In den 1320er Jahren wurde der Bau jedoch aufgegeben und nie fertiggestellt. Die Burg wurde im frühen 15. Jahrhundert von Owain Glyndŵr belagert. Im Jahr 1609 war sie bereits eine Ruine. 1807 kaufte der 6. Viscount Bulkeley die Burg von der Krone, und seit 1925 ist sie unter der Obhut der Krone für die Öffentlichkeit zugänglich.


um -200          Die Insel gehört zum Territorium der Ordovizier
Anglesey war unterdessen mehrfach Hort rebellischer Umtriebe. Nch einem missglückten Aufstandsversuch unterwarf sich die Insel 1406 dem enlischen König Henry IV.. Eine besondere Rolle im englischen Herrscherhaus spielte Owain Tudor (auch Owen Tudor), der zweite Ehemann von Königin Katharina von Valois, Witwe von König Henry V.. Er wurde um 1400 auf Anglesey geboren und geriet im Zuge intriganter Umtriebe in englische Gefangenschaft. 1438 entkam er aus dem Newgate-Gefängnis, wurde aber wieder gefasst und in Windsor Castle festgehalten. Im Jahr darauf wurde Owain Tudor von König Henry VI. begnadig. erhielt seine früheren Ländereien sowie eine großzügige Pension zurück und wurde auch wieder in den königlichen Hof aufgenommen. Owain war der Großvater von Heinrich VII., dem Gründer der Tudor-Dynastie. Seine Söhne Edmund und Jasper wurden in den Adelstand erhoben und hatten bedeutende Rollen am Hof. Er selbst aber blieb auch weiterhin in Intrigen verstrickt, wurde erneut gefangengenommen und 1461 in Mortimer’s Cross enthauptet.


um -150          Der See von Llyn Cerrig Bach wird zu einer zentralen Kult- und Opferstätte
=== '''Frühe Neuzeit''' ===
Die frühe Neuzeit ab dem 16. Jahrhundert war eine Phase des Übergangs von mittelalterlichen Strukturen zu modernen Entwicklungen, geprägt von lokaler Adelsmacht, landwirtschaftlicher Dominanz, wachsendem Handel und engen Verbindungen zu Irland. Die Insel profitierte von ihrer strategischen Lage in der Irischen See, die sie zu einem Knotenpunkt für Schifffahrt, Kommunikation und kulturellen Austausch machte. Besonders Holyhead entwickelte sich ab dem späten Mittelalter zu einem wichtigen Hafen, der enge Beziehungen zu Irland pflegte – zunächst als Post- und Passagierroute, später als offizieller Paketboot-Hafen.


1. Jh.               Anglesey wird Teil des Königreichs von Venedotia
Aufgrund der geografischen Nähe unterhielt Anglesey, und insbesondere Holyhead, bereits ab dem späten Mittelalter intensive kulturelle, wirtschaftliche und familiäre Beziehungen zu Irland. Diese Verflechtungen reichten von gemeinsamen Verkehrsnetzen über Handel bis hin zu Heiratsallianzen und dualem Landbesitz unter Adelsfamilien. Eine detaillierte Studie des Historikers Adam N. Coward, veröffentlicht 2023 in der Fachzeitschrift „The Welsh History Review“ unter dem Titel „Connections Between Welsh And Irish Landed Estates, c.1650–c.1920: A Preliminary Overview“, beleuchtet diese engen Bande zwischen den Landadeligen in Irland und Anglesey vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Coward zeigt, wie geografische Nähe und maritime Verbindungen zu einem Netzwerk aus familiären, politischen und wirtschaftlichen Beziehungen führten. Ein konkretes Beispiel aus dem Artikel ist die Korrespondenz von 1663: Der Herzog von Ormonde bat vom Dublin Castle aus Lord Bulkeley von Baron Hill – der 1644 zum Viscount Bulkeley of Cashel ernannt worden war – um angleseyische Rebhühner für eine Jagd in Irland. Solche Anfragen unterstreichen die alltäglichen, aber symbolträchtigen Verbindungen zwischen den Eliten beider Seiten der Irischen See.


61                    Im Rahmen der Invasion der Insel durch römische Truppen unter der Führung von Suetonius Paulinus werden Hunderte Druiden niedergemetzelt
Im 17. Jahrhundert erlebte Wales, einschließlich Anglesey, tiefe Umbrüche durch die politischen Wirren in England, vor allem den Englischen Bürgerkrieg (1642 bis 1651) und die anschließenden Konflikte. Die Insel war nominell Teil der Güter von König Charles I. und stand größtenteils auf royalistischer Seite. Lokale Adelsfamilien wie die Bulkeleys von Baron Hill oder Beaumaris spielten eine prominente Rolle; sie stellten Truppen und Ressourcen für die Krone. Dennoch blieb Anglesey weitgehend von direkten Schlachten verschont, litt aber unter Plünderungen, Steuerlasten und wirtschaftlichen Störungen. Nach dem Sieg der Parliamentarier und der Hinrichtung Charles’ I. 1649 wurde die Insel unter das Commonwealth integriert, wobei puritanische Einflüsse in Kirchen und Verwaltung zunahmen. Die Macht lag vielfach in den Händen des lokalen Adels und großer Landbesitzer, die ihre Güter trotz politischer Wechsel behaupteten. Kirchen und ehemalige Klöster – wie St. Cybi in Holyhead – spielten weiterhin eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen und religiösen Leben, auch wenn die anglikanische Kirche unter Cromwell vorübergehend reformiert wurde.


78                    Römische Truppen unter Feldherr Agricola fallen neuerlich über Angleseyund seine druidischen Ausbildungsstätten her
Wirtschaftlich war Anglesey in der frühen Neuzeit überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die fruchtbaren Böden der Insel ermöglichten intensive Viehzucht – vor allem Rinder und Schafe – sowie Getreideanbau, der zur Nahrungsmittelversorgung Nordwales’ und darüber hinaus beitrug. Kleinere Höfe und Pachtsysteme dominierten, ergänzt durch Fischerei und Küstenhandel. Die Lage in der Irischen See machte Anglesey zudem für den Schifffahrts- und Handelsverkehr zwischen England, Wales und Irland bedeutsam. Holyhead gewann ab dem späten 16. Jahrhundert an Bedeutung als Hauptverbindungspunkt nach Dublin; ab etwa 1576 diente es als offizieller Post- und Paketboot-Hafen. Im 18. Jahrhundert intensivierte sich dieser Verkehr, obwohl der Hafen zunächst primitiv blieb – ein „straggling confused heap of thatched houses“, wie Zeitzeugen beschrieben. Dennoch florierte der Austausch von Gütern, Passagieren und Nachrichten, was lokale Kaufleute und Wirte bereicherte.


um 100            Die Römer errichten unter anderem in Aberffraw eine Festung
Adelsfamilien wie die Bulkeleys, Baylys (später Paget von Plas Newydd) oder die Owens prägten die soziale Hierarchie. Sie bauten Herrenhäuser aus, investierten in Landverbesserungen und pflegten Netzwerke, die über die Irische See reichten. Im 18. Jahrhundert begann eine Phase relativer Stabilität unter der hannoverschen Monarchie, mit wachsendem Interesse an Verbesserungen der Landwirtschaft und Infrastruktur – Vorläufer der späteren Entwicklungen im 19. Jahrhundert, als Eisenbahn und Dampfschiffe Holyhead zum modernen Fährhafen machten.


um 280            Errichtung eines römischen Schifffahrtsstützpunktes mitsamt Leuchtturm in Holyhead
=== '''Modernisierungsära''' ===
1768 begann der großflächige Abbau auf Mynydd Parys (Parys Mountain) bei Amlwch, der in den 1780er Jahren zu einem der weltweit größten Kupferbergwerke avancierte. 1778 wurde die Parys Mine Company gegründet, 1785 folgte die Mona Mine Company unter Henry Paget, Earl of Uxbridge (später 1. Marquess of Anglesey). Der Abbau boomte in den 1780er und 1790er Jahren; Anglesey lieferte zeitweise die Hälfte des britischen Kupfers, das für Münzen, Schiffsbau und Industrie benötigt wurde. Thomas Williams von Llanidan, ein einflussreicher Unternehmer, kontrollierte zeitweise beide Minen und dominierte den Markt. In Würdigung seiner militärischen Verdienste – insbesondere als Kavallerieoffizier an der Seite Wellingtons in Waterloo, wo er ein Bein verlor – wurde Henry Paget 1815 zum vererbbaren Marquess of Anglesey ernannt. Der Bergbau verlor jedoch im 19. Jahrhundert an Bedeutung durch Erschöpfung der leicht zugänglichen Vorkommen und Konkurrenz aus Cornwall und Übersee; bis Ende des Jahrhunderts wurde er weitgehend eingestellt, obwohl kleinere Aktivitäten bis ins 20. Jahrhundert andauerten. Die Landschaft um Amlwch trägt bis heute die Narben des intensiven Abbaus mit giftigen Abwässern und Abraumhalden. 


um 350            Abzug der Römer
Trotz des Rückgangs des Bergbaus entwickelten sich Pläne zur besseren verkehrstechnischen Erschließung der Insel. Die Überwindung der Menai Strait war zentral. 1819 begann der Bau der Menai Suspension Bridge unter Thomas Telford, einer der ersten großen Hängebrücken der Welt mit einer Spannweite von 176 Metern. Sie wurde 1826 fertiggestellt und revolutionierte die Verbindung von London nach Holyhead und weiter nach Irland, reduzierte die Reisezeit erheblich und förderte den Post- und Passagierverkehr. Die Brücke erwies sich jedoch als anfällig: Starke Stürme beschädigten das hölzerne Deck 1839 schwer, woraufhin es 1840 verstärkt und 1893 komplett durch eine Stahlkonstruktion ersetzt wurde (entworfen von Sir Benjamin Baker). Ein tragisches Unglück ereignete sich im Oktober 1859: Der Schiffbruch der Royal Charter vor Moelfre kostete über 450 Menschen das Leben – viele Passagiere aus Australien mit Gold an Bord –, was zu Verbesserungen in der Schifffahrtssicherheit führte.


4. Jh.               Anglesey gerät nach dem Abzug der Römer unter den Einfluss der Könige von Dublin
Parallel zum Straßenverkehr entstanden im 19. Jahrhundert Eisenbahnlinien. Die wichtigste war die Chester and Holyhead Railway, die ab 1844 gebaut wurde, um eine schnelle Verbindung von London über Chester nach Holyhead und per Fähre nach Dublin zu schaffen. Robert Stephenson, Sohn des berühmten George Stephenson, leitete den Bau. Die Strecke ging ab 1848 in Betrieb, wobei die Überquerung der Menai Strait die größte Herausforderung darstellte. Die Britannia Bridge, eine röhrenförmige Eisenbahnbrücke aus Gusseisen (tubular bridge), wurde von 1846 bis 1850 errichtet und galt als ingenieurtechnisches Meisterwerk mit der damals längsten kontinuierlichen Spannweite. Die Bahnlinie war von enormer Bedeutung: Sie beschleunigte Post, Passagiere und Güter, machte Holyhead zum zentralen Fährhafen und trug entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung Angleseys bei. Sie ebnete auch den Weg für den Tourismus in Nordwales, da Reisende nun leichter die Küstenorte, Strände und Landschaften erreichten.


um 400            Vertreibung der Dubliner mit Hilfe nordenglischer Kelten
Zur selben Zeit wurde die Menai Suspension Bridge – zeitgleich mit der Britannia Bridge – wieder aufgebaut und modernisiert; 1893 ersetzte man die Holzkonstruktion durch Stahl. Der Ausbau der Infrastruktur ging mit administrativen Veränderungen einher: 1890 wurde die Verwaltung der Insel umgestaltet, und 1899 wurde die Shire Hall in Llangefni fertiggestellt, die als neues County-Gebäude diente und die zentrale Rolle der Stadt als Verwaltungssitz unterstrich.


5. Jh.               Aberffraw auf Anglesey wird Sitz der Prinzen von Gwynedd
Bis 1914 wandelte sich Anglesey von einer peripheren, agrarisch geprägten Insel zu einem besser angebundenen Teil des Vereinigten Königreichs. Der Tourismus blühte auf, Holyhead wuchs als Hafen, und die Landwirtschaft profitierte von verbesserten Transportwegen. Die industrielle Phase war kurz, doch die Verkehrsrevolution – Brücken und Bahn – prägte die Insel nachhaltig und legte den Grundstein für das 20. Jahrhundert.


814                  König Cynan Tindaethwy of Gwynedd marschiert mit seinen Truppen in  Anglesey ein und attackiert seinen Bruder Hywel, wird von diesem jedoch vertrieben
=== Weltkriegsära ===
Während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) spielte Anglesey eine wichtige Rolle in der Heimatfront und im militärischen Überwachungssystem. Der presbyterianische Pfarrer und berühmte Prediger John Williams – oft als „Lloyd George’s chaplain“ bezeichnet – bereiste die Insel intensiv, um junge Männer als Freiwillige für die britische Armee zu rekrutieren. Als charismatischer calvinistisch-methodistischer Minister aus Brynsiencyn auf Anglesey nutzte er seine Predigten, um Tausende walisischsprachiger Männer zum Dienst zu motivieren, was ihm den Spitznamen „Chaplain General“ einbrachte. Die strategische Lage der Insel in der Irischen See machte sie ideal zur Überwachung deutscher U-Boote. Ab 1915 stationierte die Royal Naval Air Service (RNAS) ein halbes Dutzend SS-Klasse-Luftschiffe auf dem Flugfeld Mona (heute RAF Mona, damals RNAS Anglesey oder Llangefni), um Anti-U-Boot-Patrouillen durchzuführen. Deutsche Kriegsgefangene wurden auf der Insel festgehalten, unter anderem in einem Lager nahe Llangaffo, wo viele in der Landwirtschaft, etwa bei der Ernte, eingesetzt wurden. Bis Kriegsende kamen etwa 1.000 Männer von Anglesey im aktiven Dienst ums Leben – ein hoher Preis für eine kleine Inselbevölkerung. Zusätzliche Schäden und Todesopfer forderten orkanartige Stürme 1918, die über die Insel hinwegfegten; sie zerstörten unter anderem Teile der historischen Llynon Mill in Llanddeusant, deren Kappe schwer beschädigt wurde und nie vollständig repariert werden konnte.


853                  Die „Dub Gint“ (schwarzen Menschen), dänische Wikinger, verwüsten die Insel
Die 1920er und 1930er Jahre waren für Anglesey von wirtschaftlichen Problemen geprägt. Die globale Nachkriegsrezession und die Große Depression ab 1929 trafen die Insel hart. Die Arbeitslosigkeit stieg stark an, und die Landwirtschaft – der Hauptzweig – geriet unter enormen Druck durch fallende Preise, Überproduktion und sinkende Nachfrage. Viele Höfe kämpften ums Überleben, und Abwanderung in industrielle Zentren nahm zu. Dennoch gab es Fortschritte im sozialen Bereich: 1936 eröffnete die National Society for the Prevention of Cruelty to Children (NSPCC) ihre erste Zweigstelle auf Anglesey, um Kinderschutz und Wohlfahrt zu stärken.


988                  Wikinger von der Isle of Man unter König Godfred I verwüsten Anglesey
Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde Anglesey erneut in den Konflikt einbezogen. Die Insel diente als Aufnahmezone für Evakuierte: Tausende Kinder – oft mit Müttern – aus den bombengefährdeten Städten Liverpool und Manchester fanden hier Zuflucht. Viele wurden in privaten Haushalten untergebracht, wo sie die ländliche Lebensweise kennenlernten und vor Luftangriffen sicher waren. Italienische Kriegsgefangene wurden auf der Insel interniert und häufig in der Landwirtschaft eingesetzt, um Arbeitskräftemangel auszugleichen; einige bauten enge Beziehungen zu den Einheimischen auf. Das Flugfeld Mona wurde wieder aktiviert, zunächst als RAF Mona, und diente der Ausbildung und Küstenverteidigung. Holyhead blieb ein wichtiger Hafen für den Atlantik-Konvoi-Verkehr und die Verbindung nach Irland. Obwohl Anglesey keine direkten Bombenangriffe erlitt, war die Insel durch ihre Lage Teil des britischen Verteidigungsnetzes gegen U-Boote und Luftangriffe.


11. Jh.             Errichtung des Castell Aberlleiniog
=== '''Moderne Zeit''' ===
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Insel als Zufluchtsort für Evakuierte und als strategischer Punkt gedient hatte, begann eine Phase des Wiederaufbaus und der Modernisierung. In den 1950er und 1960er Jahren setzte Anglesey auf neue Industrien, um die traditionelle Landwirtschaft zu ergänzen. Ein Meilenstein war die Eröffnung des Aluminiumschmelzwerks bei Holyhead 1971 durch Rio Tinto Zinc und Partner, das bis in die 1990er Jahre Tausende Arbeitsplätze bot und die lokale Wirtschaft ankurbelte. Der entscheidende wirtschaftliche Faktor wurde jedoch die Kernenergie. Der Bau des Wylfa Nuclear Power Station westlich von Cemaes Bay begann 1963; die beiden Magnox-Reaktoren nahmen 1971 den Betrieb auf und lieferten bis 2015 über 232 Milliarden Kilowattstunden Strom. Wylfa war nach Trawsfynydd die zweite Kernkraftanlage in Wales und wurde nach deren Schließung 1991 zur einzigen in Betrieb. Der Standort bot geologische Stabilität und guten Zugang für den Materialtransport per See. Die Anlage schuf hochqualifizierte Jobs, zog Fachkräfte an und stärkte die regionale Wirtschaft erheblich, obwohl sie auch Debatten über Umweltrisiken und Abfall auslöste.


1283                Anglesey wird von England annektiert
Parallel dazu wurde die Verkehrsinfrastruktur massiv ausgebaut. Die A55, die Nordwales-Küstenstraße, wurde von den 1970er bis zu den 2000er Jahren schrittweise zur modernen Dual Carriageway erweitert. Ein Schlüsselprojekt war die Vollendung der A55 über Anglesey im Jahr 2001: Die Strecke von Bangor über die Britannia Bridge bis Holyhead wurde als dual carriageway ausgebaut, teilweise mit EU-Fördermitteln und unter einem 30-jährigen Shadow-Toll-Vertrag. Dies verbesserte die Anbindung enorm, reduzierte Staus und machte die Insel attraktiver für Pendler, Logistik und Tourismus. Holyhead blieb der wichtigste Fährhafen für Irland, wobei der Verkehr mit der Zeit durch Billigflieger und neue Routen etwas abnahm.


1406                Die Insel Asnglesey unterwirft sich dem englischen König Henry IV
Der Tourismus entwickelte sich ab den 1960er Jahren zu einem zentralen Wirtschaftszweig. Die natürliche Schönheit – Strände, Küstenpfade, Vogelreservate wie South Stack und historische Stätten wie Beaumaris Castle – zog Besucher an. Die verbesserte Erreichbarkeit durch Brücken, Bahn und A55 förderte den Boom; Küstenorte wie Rhosneigr, Benllech oder Moelfre profitierten von Ferienhäusern, Camping und Wassersport. Anglesey wurde als „verstecktes Juwel“ vermarktet, mit Fokus auf Natur, Vogelbeobachtung und walisische Kultur. Die walisische Sprache blieb stark; viele Orte tragen zweisprachige Schilder, und Initiativen zur Förderung des Cymraeg unterstützten die Identität.


1439                Owain Tudor kehrt nach Anglesey zurück
Politisch und administrativ veränderte sich Anglesey ebenfalls. 1996 wurde die Insel im Rahmen der Local Government (Wales) Act 1994 wieder zu einem eigenständigen County (Isle of Anglesey County Council), mit Llangefni als Verwaltungssitz. Die 2010er Jahre brachten Kontroversen: 2011 setzte die walisische Regierung Kommissare ein, da der Rat finanzielle und governance-Probleme hatte; normale Wahlen fanden erst 2013 wieder statt. Die Devolution in Wales seit 1999 stärkte regionale Entscheidungen, etwa in Bildung und Kultur.


1461                Owain Tudor wird in Mortimer’s Cross enthauptet
Wirtschaftlich kämpfte Anglesey in den 1980er und 1990er Jahren mit Deindustrialisierung: Das Aluminiumwerk schloss, der Bergbau war längst passé, und die Landwirtschaft litt unter EU-Subventionskürzungen und Globalisierung. Die Arbeitslosigkeit blieb höher als im britischen Durchschnitt, und Abwanderung junger Menschen war ein Problem. Dennoch halfen EU-Fördermittel (Objective 1-Status in den 2000er Jahren) bei Infrastruktur und Gemeindeprojekten. Der Tourismus und Dienstleistungen glichen viel aus; Holyhead profitierte vom Fährverkehr.


1768                Anlage der Kupfererzmine von Mynydd Parys
Ab Frühjahr 2020 stand Anglesey im Rahmen der umfassenden Coronapolitik der walisischen Regierung immer wieder unter Lockdowns, beispielsweise an Feiertagswochenenden. Der Gemeinderat und die Gesundheitsbehörden erließen Maßnahmen, darunter Impfkampagnen und Maskenpflichten, die auch in anderen Teilen des Landes verhängt wurden. Im Juni 2020 kam es zu einem Corona-Ausbruch in einer Hühnerverarbeitungsfabrik in Llangefni, Anglesey, wo mehr als 100 Arbeiter positiv getestet wurden. Bis zum 21. Juni 2020 stieg diese Zahl auf 158 bestätigte Fälle unter den Fabrikarbeitern. Diese Fabrik belieferte Krankenhäuser, Geschäfte und Restaurants, was sie zu einem kritischen Punkt der Besorgnis machte. Diese Ausbrüche führten zu Selbstisolierungsauflagen für die Arbeiter und verschärften lokalen Lockdown-Maßnahmen.


1778                Die Parys Mine Company wird gegründet
== '''Verwaltung''' ==
Anglesey ist eine der 13 traditionellen Grafschaften von Wales. Mit Jahresbeginn 1974 wurde Anglesey ein Bezirk der neuen Grafschaft Gwynedd, bekannt unter dem Namen „Anglesey-Ynys Môn”. Davor war Anglesey für die Zwecke der Kommunalverwaltung in Zivilgemeinden unterteilt gewesen, die weitgehend den kirchlichen Gemeinden entsprachen und von denen die meisten noch heute als Teil der Church in Wales bestehen. Seit 1996 ist Anglesey eine ''Unitary Authority'' mit dem Status eines ''County''.


1785                Gründung der Mona Mine Company unter Henry Paget, Earl of Uxbridge


1815                Henry Paget, Earl of Uxbridge, wird erster Marquess of Anglesey


1819                Beginn des Baus der Menai-Brücke
'''Herrschaftsgeschichte'''


1826                Errichtung der Menai Suspension Bridge unter Thomas Telford
* um -2000 bis um -800 Stammesgemeinschaften der „Beaker People“
* um -800 bis -200 Stammesgemeinschaften der Deceangli und Gangani
* um -200 bis 77 Stammesgebiet der Ordovizier (''Ordovices'')
* 77 bis nach 350 Provinz Britannien (''Provincia Britannia'') des Römischen Riechs (''Imperium Romanum'')
* nach 350 bis 410 Königreich Dublin (''Dyflin'')
* 410 bis 1283 Königreich Gwynedd (''Tywysogaeth Gwynedd''''')'''
* 1283 bis 1. Mai 1707 Grafschaft Isle of Anglesey (''Sir Fôn'') im Königreich England (''Kingdom of England'')
* 1.Mai 1707 bis 31. März 1974 Grafschaft Isle of Anglesey (''Sir Fôn'') im Teilstaat Wales (''Cymru'') des Vereinigten Königreichs (''United Kingdom of Great Britain'', ab 1. Januar 1801 ''United Kingdom of Great Britain and Ireland'', ab 12. April 1927 ''United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland'')
* 1. April 1974 bis 31. März 1996  County Gwynedd (''Sir Gwynedd'') im Teilstaat Wales (''Cymru'') des Vereinigten Königreichs (''United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland'')
* seit 1. April 1996 Einheitsgemeinde Anglesey (''Unitary Authority Anglesey'') des Teilstaats Wales (''Cymru'') im Vereinigten Königreich (''United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland'')


1839                Schwere Stürme zerstören u.a. die Menai Bridge
=== '''Legislative und Exekutive''' ===
 
Die legislative und exekutive Gewalt auf Anglesey liegt seit der Verwaltungsreform von 1996 beim Isle of '''Anglesey County Council''', walisisch '''Cyngor Sir Ynys Môn'''. Dieser Rat fungiert als das „Parlament“ der Insel und ist die gewählte lokale Selbstverwaltung für die gesamte Grafschaft Anglesey, eine principal area mit County-Status in Wales. Der Council ist verantwortlich für die meisten lokalen Dienstleistungen wie Bildung, Soziales, Straßenbau, Abfallentsorgung, Planung, Umweltschutz, Tourismusförderung und wirtschaftliche Entwicklung, soweit diese nicht zentral durch die walisische oder britische Regierung geregelt sind.
Okt. 1859        Beim Schiffbruch der Royal Charter in der Nähe von Moelfre kommen mehr als 450 Menschen ums Leben
 
1893                Die Holzkonstruktion der Menai-Brücke wird durch Stahl ersetzt


1918                Orkanartige Stürme richten schwere Verwüstungen an
Der Rat besteht derzeit aus 35 gewählten Räten (''councillors''), die die 14 Vertreter der Wahlbezirke (''electoral wards'') repräsentieren – eine Reduzierung und Neuziehung der Grenzen erfolgte 2022 im Rahmen der Boundary Review durch die Local Democracy and Boundary Commission for Wales. Früher, bis 2022, gab es 30 Räte; die Erhöhung auf 35 spiegelt Bevölkerungsentwicklung und faire Vertretung wider. Die Councillors werden alle fünf Jahre direkt von den Einwohnern gewählt, zuletzt bei den Kommunalwahlen 2022. Politisch ist der Rat oft von unabhängigen Kandidaten, Plaid Cymru und anderen Parteien dominiert, mit Koalitionen oder Minderheitsregierungen üblich.


1974                Anglesey wird Teil des Countys Gwynedd
Die legislative Funktion – also die Beschlussfassung über Politik, Budget und Satzungen – liegt beim Plenum des Vollständigen Rats (''Full Council''), das mehrmals im Jahr tagt. Hier werden der jährliche Haushalt verabschiedet, strategische Pläne genehmigt und Ausschüsse wie Planning and Orders Committee, Audit and Governance oder Scrutiny Committees eingesetzt, die beratend und kontrollierend wirken. Der Rat hat eine eigene Verfassung, die die Verteilung von Befugnissen, Verfahren und Ethikregeln festlegt und regelmäßig aktualisiert wird.


1989                Gründung des Anglesey Healing Centre
Die exekutive Gewalt – die Umsetzung der Beschlüsse und das Tagesgeschäft – liegt beim Executive (auch Cabinet oder Leadership Team genannt), das sich Anglesey Council’s Executive nennt. Der Executive besteht aus dem Leader of the Council (gewählt vom Plenum oder durch Koalition) und einer kleinen Gruppe von Portfolio Holders (Ressortverantwortlichen), die vom Leader ernannt werden. Sie treffen sich regelmäßig (meist monatlich), um Entscheidungen in Bereichen wie Bildung, Soziales, Umwelt, Finanzen oder Wirtschaft zu treffen. Der Chief Executive (derzeit Dylan J Williams) und das Management Team (Deputy Chief Executive, Direktoren für verschiedene Funktionen) unterstützen den Executive operativ und sorgen für die Verwaltungsumsetzung.


1996                Anglesey wird ein eigenständiges County innerhalb des Teilstaates Wales
Ein markantes Kapitel in der jüngeren Geschichte war die Interventionsphase ab 2011. Nach Jahren interner Streitigkeiten, Fraktionskämpfen und Governance-Problemen – oft als „Day of Shame“ bezeichnet – griff die walisische Regierung ein. Im März 2011 übernahm der damalige Minister für Social Justice and Local Government, Carl Sargeant, die direkte Kontrolle: Er setzte unabhängige Commissioners ein, die die Exekutivbefugnisse der Councillors vorübergehend übernahmen. Dies war ein historischer Präzedenzfall in Großbritannien – erstmals wurden gewählte Räte ihrer Macht entkleidet. Die Commissioners leiteten den Rat bis 2013, als nach Reformen und Neuwahlen die normale Selbstverwaltung wiederhergestellt wurde. Die Episode unterstrich die Herausforderungen kleiner, ländlich geprägter Councils mit starken lokalen Loyalitäten und führte zu Verbesserungen in Transparenz und Governance.


1999                Renovierung der Menai Bridge
=== '''Inseloberhaupt''' ===
 
Anglesey war über Jahrhunderte hinweg Zentrum des Königreichs Gwynedd.
== '''Verwaltung''' ==
Anglesey ist eine der 13 traditionellen Grafschaften von Wales. 1974 wurde Anglesey ein District der neugebildeten Grafschaft Gwynedd und seit 1996 ist Anglesey eine Unitary Authority mit dem Status eines ''County''.
 
 
'''Herrschaftsgeschichte'''
 
seit 1. April 1996 Einheitsgemeinde Anglesey (''Unitary Authority Anglesey'') des Teilstaats Wales (''Cymru'') im Vereinigten Königreich (''United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland'')
 
=== '''Legislative und Exekutive''' ===
Der seit 1996 bestehende ''Isle of Anglesey County Council'', walisisch '''Cyngor Sir Ynys Môn''', ist gleichsam das „Parlament“ der Insel. Dieser „Rat“ besteht aus 40 Räten (''councillors''), die die 40 Wahlbezirke (''electoral wards'') repräsentieren. Die „Regierung der Grafschaft nennt sich '''Anglesey Council‘s Executive'''. Nach Jahren der Streitereien übernahm 2011 der Welsh Government Minister, Carl Sargeant, deren Leitung.




'''Brenhinoedd''' (Könige von Gwynedd)
'''Brenhinoedd''' (Könige von Gwynedd)


* um 390 - um 445  Cunedda Wledig
* um 410 - um 445  Cunedda ap Edern (Cunedda Wledig)
* um 445  Afloyg ap Cunedag, Dynod ap Cunedag, Edeyrn ap Cunedag, Whfon ap Cunedag, Osfael ap Cunedag, Dogfael ap Cunedag & Meirchion ap Typaun ap Cunedag
* um 445  Afloyg ap Cunedag, Dynod ap Cunedag, Edeyrn ap Cunedag, Whfon ap Cunedag, Osfael ap Cunedag, Dogfael ap Cunedag & Meirchion ap Typaun ap Cunedag
* um 445 - um 470  Einion Yrth („der Ungestüme”)
* um 445 - um 470  Einion Yrth („der Ungestüme”)
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* 24 Aug 1942 - 21 Feb 1947  Charles Paget, 6th Marquess of Anglesey
* 24 Aug 1942 - 21 Feb 1947  Charles Paget, 6th Marquess of Anglesey
* 5 Aug 1947 - 31 Mar 1974  Sir Richard Harry David Williams-Bulkeley, 13th Baronet  
* 5 Aug 1947 - 31 Mar 1974  Sir Richard Harry David Williams-Bulkeley, 13th Baronet  
*
'''High Sheriffs of Anglesey'''
* '''High Sheriffs of Anglesey'''
* 20 Mar 1284: Sir Roger de Puleston of Emral
* 20 Mar 1284: Sir Roger de Puleston of Emral
* 16 Sep 1295: Thomas de Aunvers
* 16 Sep 1295: Thomas de Aunvers
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* 1396: Gwilym ap Griffydd of Penmynydd
* 1396: Gwilym ap Griffydd of Penmynydd
* 1504 - 1528: Owen Holland of Berw
* 1504 - 1528: Owen Holland of Berw
* 1541: Rowland Gruffydd of Plas Newydd  
* 1541: Rowland Gruffydd of Plas Newydd
* 1542: Sir Richard Bulkeley. Kt  
* 1542: Sir Richard Bulkeley. Kt
* 1543: John ap Rhys ap Llewelyn of Bodychen  
* 1543: John ap Rhys ap Llewelyn of Bodychen
* 1544: Richard Bulkeley of Porthamel  
* 1544: Richard Bulkeley of Porthamel
* 1545: Rhydderch ap David of Myfyrian  
* 1545: Rhydderch ap David of Myfyrian
* 1546: Richard Hampson of Henllys  
* 1546: Richard Hampson of Henllys
* 1547: Sir Richard Bulkeley I of Baron Hill
* 1547: Sir Richard Bulkeley I of Baron Hill
* 1548: Rowland Gruffydd of Plas Newydd  
* 1548: Rowland Gruffydd of Plas Newydd
* 1549: William Lewis of Presaddfed
* 1549: William Lewis of Presaddfed
* 1550: David ap Rhys ap David ap Gwilym of Llwydiarth
* 1550: David ap Rhys ap David ap Gwilym of Llwydiarth
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* 1564: Rice Thomas of Aber, Caernarfonshire
* 1564: Rice Thomas of Aber, Caernarfonshire
* 1565: Richard Owen of Pen Mynydd
* 1565: Richard Owen of Pen Mynydd
* 1566: John Lewis of Presaddfed  
* 1566: John Lewis of Presaddfed
* 1567: David ap Rhys ap David ap Gwilym of Llwydiarth [2]  
* 1567: David ap Rhys ap David ap Gwilym of Llwydiarth [2]
* 1568: Richard White of Monachlog
* 1568: Richard White of Monachlog
* 1569: Rowland Bulkeley of Porthamel
* 1569: Rowland Bulkeley of Porthamel
* 1570: Sir Richard Bulkeley (II) of Baron Hill
* 1570: Sir Richard Bulkeley (II) of Baron Hill
* 1571: Lewis Owen ap Meurick of Frondeg  
* 1571: Lewis Owen ap Meurick of Frondeg
* 1572: William Lewis of Presaddfed
* 1572: William Lewis of Presaddfed
* 1573: Richard Owen of Pen Mynydd
* 1573: Richard Owen of Pen Mynydd
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* 1576: Edward Conway of Bodtryddan, Flinthire
* 1576: Edward Conway of Bodtryddan, Flinthire
* 1577: Owen Wood of Rhosmor
* 1577: Owen Wood of Rhosmor
* 1578: Dr Ellis Price of Plas Iolyn  
* 1578: Dr Ellis Price of Plas Iolyn
* 1579: William Thomas of Aber, Caernarfonshire
* 1579: William Thomas of Aber, Caernarfonshire
* 1580: Owen ap Hugh of Bodeon
* 1580: Owen ap Hugh of Bodeon
* 1581: Hugh Hughes of Plas Coch
* 1581: Hugh Hughes of Plas Coch
* 1582: John Griffith of Trefarthin  
* 1582: John Griffith of Trefarthin
* 1583: Richard White of Monachlog
* 1583: Richard White of Monachlog
* 1584: Thomas Glyn of Glynllifon
* 1584: Thomas Glyn of Glynllifon
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* 1589: Richard White of Monachlog
* 1589: Richard White of Monachlog
* 1590: Sir Roger Mostyn of Mostyn Hall
* 1590: Sir Roger Mostyn of Mostyn Hall
* 1591: Owen Holland of Berw  
* 1591: Owen Holland of Berw
* 1592: Hugh Hughes of Plas Coch
* 1592: Hugh Hughes of Plas Coch
* 1593: John Griffith of Trefaerthin
* 1593: John Griffith of Trefaerthin
* 1594: Richard White of Monachlog  
* 1594: Richard White of Monachlog
* 1595: Pierce Lloyd of Gwaredeg
* 1595: Pierce Lloyd of Gwaredeg
* 1596: Arthur Bulkeley of Coyden
* 1596: Arthur Bulkeley of Coyden
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* 1691: Sir Thomas Mostyn of Mostyn Hall
* 1691: Sir Thomas Mostyn of Mostyn Hall
* 1725: John Owen of Presaddfed
* 1725: John Owen of Presaddfed
* 1737: Edmund Meyrick  
* 1737: Edmund Meyrick
* 1738: William Roberts of Bodear
* 1738: William Roberts of Bodear
* 1741: Rice Williams
* 1741: Rice Williams
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* 1808: John Jones, of Penrhos Bradwen
* 1808: John Jones, of Penrhos Bradwen
* 1816: John Price, of Plas Llanfallog
* 1816: John Price, of Plas Llanfallog
* 1820: Robert Lloyd, of Tregayan  
* 1820: Robert Lloyd, of Tregayan
* 1829: Henry Prichard, of Madyn
* 1829: Henry Prichard, of Madyn
* 1830: Thomas Williams, of Glanrafon
* 1830: Thomas Williams, of Glanrafon
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* 1878: Sir George Tapps-Gervis-Meyrick, 3rd Baronet of Bodorgan
* 1878: Sir George Tapps-Gervis-Meyrick, 3rd Baronet of Bodorgan
* 1882: Hugh Edwards of Rose Mount für Sir Chandos Stanhope Hoskyns Reade of Garreglwyd
* 1882: Hugh Edwards of Rose Mount für Sir Chandos Stanhope Hoskyns Reade of Garreglwyd
* 1886: David Hughes  
* 1886: David Hughes
* 1890: Charles Hughes Hunter, of Plas Coch
* 1890: Charles Hughes Hunter, of Plas Coch
* 1891: Henry Robert Poole, of Beaumaris
* 1891: Henry Robert Poole, of Beaumaris
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* 1913: The Hon. Arthur Lyulph Stanley, of Penrhos, Holyhead
* 1913: The Hon. Arthur Lyulph Stanley, of Penrhos, Holyhead
* 1917: Henry Grayson
* 1917: Henry Grayson
* 1950: Sir Charles Michael Robert Vivian Duff, Bt., of Vaynol Park, Bangor, Caernarvon and Trefarthen, Anglesey  
* 1950: Sir Charles Michael Robert Vivian Duff, Bt., of Vaynol Park, Bangor, Caernarvon and Trefarthen, Anglesey


=== '''Politische Gruppierungen und Wahlen''' ===
=== '''Politische Gruppierungen und Wahlen''' ===
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=== '''Justizwesen und Kriminalität''' ===
=== '''Justizwesen und Kriminalität''' ===
Das Justizwesen auf Anglesey wird von den lokalen Polizeikräften, insbesondere der North Wales Police, betreut. Die Insel hat unter anderem eine Polizeistation in Holyhead, die als zentrale Anlaufstelle für Sicherheit und Strafverfolgung dient. Das Justizsystem auf Anglesey arbeitet in engem Zusammenspiel mit der Polizei von North Wales, und die Strafverfolgung folgt den Gesetzen und Verfahren des Vereinigten Königreichs insgesamt.
Das Justizwesen auf Anglesey ist vollständig in das einheitliche Rechtssystem von England und Wales integriert. Es gibt keine separaten Inselgerichte oder eine eigene Justizbehörde; stattdessen gelten die Gesetze, Verfahren und Institutionen des Vereinigten Königreichs. Die Strafverfolgung und polizeiliche Arbeit werden von der North Wales Police (''Heddlu Gogledd Cymru'') übernommen, die für Anglesey sowie die angrenzenden Countys Gwynedd, Conwy, Denbighshire, Flintshire und Wrexham zuständig ist. Die Polizei betreut die Insel mit mehreren Stationen und Teams; eine zentrale Anlaufstelle ist die Polizeistation in Holyhead (Stanley Street), die als wichtiger Knotenpunkt für Meldungen, Ermittlungen und Präsenz vor Ort dient. Kleinere Vorfälle werden oft über die Non-Emergency-Nummer 101 oder Online-Portale gemeldet, während schwere Verbrechen an die zentrale Einsatzzentrale in Colwyn Bay weitergeleitet werden.
 
Schwere Fälle wie Morde oder komplexe Verbrechen landen vor dem Krongericht (''Crown Court''), meist in Mold (''Mold Crown Court'') oder Caernarfon, da Anglesey selbst kein eigenes Crown Court hat. Leichtere Delikte werden im Amtsgericht (''Magistrates' Court'') behandelt, oft in Llangefni oder Caernarfon. Die Staatsanwaltschaft (''Crown Prosecution Service'') entscheidet über Anklagen, und Berufungen gehen an höhere Instanzen in Cardiff oder London. Das System ist bilingual: Verfahren können auf Walisisch oder Englisch ablaufen, und viele Dokumente und Anhörungen bieten walisische Optionen, um die kulturelle Identität zu wahren.
 
Insgesamt gilt Anglesey als vergleichsweise ruhige und sichere Region mit einer niedrigen Kriminalitätsrate. Aktuelle Statistiken (Stand 2025/26) zeigen eine Gesamtkriminalitätsrate von etwa 56 bis 70 Straftaten pro 1.000 Einwohner – deutlich unter dem walisischen oder britischen Durchschnitt (75 bis 90). Die Insel rangiert regelmäßig unter den sichersten Gebieten in Nordwales und ganz Wales. Häufigste Delikte sind Gewalt- und Sexualdelikte (meist leichtere Fälle), Antisoziales Verhalten, Sachbeschädigung und kleinere Diebstähle. Schwere Gewaltverbrechen, Raub oder organisierte Kriminalität sind selten. Die ländliche, dünn besiedelte Struktur und die enge Gemeinschaft tragen zur niedrigen Rate bei, obwohl Touristenhochsaisons oder der Fährhafen in Holyhead gelegentlich zu kleineren Vorfällen führen.


Insgesamt ist Anglesey eine vergleichsweise ruhige Region mit einer überschaubaren Kriminalitätsrate, wobei größere und gewalttätige Verbrechen selten sind. Ein besonders auffälliger Fall war der Mord an Gerald Corrigan im Jahr 2019, bei dem der Täter mit einer Armbrust schoss. Dieser Fall war geprägt von Unklarheiten und ungelüfteten Fragen bezüglich der Beweislage und möglicher Hintermänner. Es gibt Berichte über noch bestehende Sicherheitsbedenken von Personen auf der Insel, die sich aufgrund des Mordfalls zurückziehen oder ins Ausland verziehen mussten.
Ein besonders auffälliger und bis heute nachwirkender Fall war der Mord an Gerald Corrigan im Jahr 2019. Der 74-jährige Mann wurde in den frühen Morgenstunden des Karfreitags (19. April 2019) vor seinem abgelegenen Haus nahe Holyhead mit einer Armbrust (crossbow) erschossen, während er an seiner Satellitenschüssel arbeitete. Der Bolzen durchbohrte seinen Körper und verursachte schwere innere Verletzungen; er starb drei Wochen später. Der Täter, Terence Whall (damals 39), ein Fitness-Trainer von der Insel, wurde 2020 am Mold Crown Court schuldig gesprochen und zu mindestens 31 Jahren Haft verurteilt. Die Beweise umfassten GPS-Daten aus seinem Auto, Amazon-Bestellungen für identische Bolzen und Pfeilspitzen sowie Handy-Tracking. Trotz der Verurteilung bleibt der Fall rätselhaft: Das Motiv ist bis heute unbekannt, und es gibt anhaltende Fragen zur Beweislage – etwa warum bestimmte Beweise in Prozessen zurückgehalten wurden. Neuere Berichte (2025) und eine S4C-Dokumentation haben diese Unklarheiten wieder aufgegriffen, einschließlich möglicher Verbindungen zu früheren Betrugsvorwürfen gegen Corrigan (er und seine Partnerin waren um über 200.000 Pfund betrogen worden). Einige Inselbewohner berichten von bleibenden Sicherheitsbedenken; Personen, die mit dem Fall in Verbindung standen oder Zeugen waren, zogen sich zurück oder verließen sogar das Land aus Angst vor Vergeltung oder ungelösten Fragen.


=== '''Flagge und Wappen''' ===
=== '''Flagge und Wappen''' ===
Die Flagge wurde im März 2014 offiziell vom Flag Institute registriert. Ihr Design basiert auf einem Banner mit dem Wappen von Hwfa ap Cynddelw, einem mittelalterlichen walisischen Lord und Verwalter von Prinz Owain Gwynedd. Die Flagge zeigt drei goldene Löwen und einen goldenen Chevron auf rotem Hintergrund. Dieses Design wird seit mindestens dem 15. Jahrhundert mit Anglesey in Verbindung gebracht und wurde vor der offiziellen Registrierung informell vom Anglesey County Council und der örtlichen Polizei verwendet.
Die Flagge von Anglesey wurde am 7. März 2014 offiziell vom Flag Institute in Großbritannien registriert. Sie entstand aus einer Initiative der Ymgyrch Baner Sir Fôn (Anglesey Flag Campaign), die das Design populär machte. Das Motiv ist ein Banner der historischen Arme, die mittelalterlichen Heraldikern zugeschrieben werden dem walisischen Lord Hwfa ap Cynddelw. Er war ein einflussreicher Verwalter und Gefolgsmann von Owain Gwynedd, Prinz von Gwynedd, und stammte aus dem Gut Presaddfed nahe Bodedern. Die Flagge zeigt auf rotem Grund (Gules) einen goldenen Chevron (ein umgekehrtes V) sowie drei goldene Löwen in rampant-Stellung (aufgerichtet, mit erhobener rechter Vorderpranke). Die Löwen sind zwei oben und einer unten platziert, das Verhältnis beträgt üblicherweise 3:5. Dieses Design wird seit mindestens dem 15. Jahrhundert mit Anglesey in Verbindung gebracht – die früheste Erwähnung findet sich in den Werken des Barden Lewys Glyn Cothi (um 1447 bis 1486), und es erscheint in einem Buntglasfenster der Kirche von Llangadwaladr aus dem späten 15. Jahrhundert. Vor der offiziellen Registrierung wurde es informell vom Anglesey County Council, der örtlichen Polizei (ehemals Anglesey Constabulary) und anderen Institutionen verwendet. Heute dient die Flagge als Symbol der Insel, wird bei Veranstaltungen gehisst und unterscheidet sich klar von den Nachbarregionen.
 
Das Wappen, das dem Anglesey County Council am 9. April 1954 verliehen wurde, zeigt einen roten Schild (gules) mit einem goldenen Chevron zwischen drei goldenen Löwen. Das Schild ist von einem Rand mit wellenförmigen blauen und weißen Streifen umgeben, die die maritime Lage der Insel symbolisieren. Das Wappen zeigt einen halben Drachen, der eine goldene Weizengarbe hält, die den reichen Boden der Insel symbolisiert. Die Schildhalter sind ein weißer Stier mit einem Seetangkranz (als Symbol für Landwirtschaft und Seefahrt) und ein heraldischer schwarzer Tiger mit einem Eichenlaubkranz (als Symbol für die druidische Geschichte der Insel und die heilige Eiche). Die Aufschrift auf dem Band unterhalb des Wappens lautet ''Mon Mam Cymru''.


=== '''Hauptstadt''' ===
Das Wappen des Isle of Anglesey County Council wurde am 9. April 1954 offiziell verliehen. Es integriert das historische Motiv von Hwfa ap Cynddelw in eine erweiterte heraldische Komposition. Das Schild (''arms'') ist rot (Gules) mit einem goldenen Chevron (Or) zwischen drei goldenen, aufgerichteten Löwen (Or). Umgeben wird das Schild von einem Rand mit acht wellenförmigen Streifen in Blau (Azure) und Silber bzw. Weiß (Argent), die die Insellage, die Menai Strait und die maritime Tradition symbolisieren.
Im Zuge der Verwaltungsreform 1890 wurde '''Llangefni''' Hauptort bzw. Verwaltungssitz der Insel. Die Stadt, ursprünglich ein kleines Marktstädtchen, entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Mittelpunkt der Verwaltung. Historisch war '''Beaumaris''' die bedeutendste Ortschaft und das administrative Zentrum von Anglesey.


=== '''Verwaltungsgliederung''' ===
Die Helmzier (''Crest'') zeigt aus einer antiken goldenen Krone (''Antique Crown Or'') einen halben roten Drachen (''Demi-Dragon Gules''), der eine goldene Weizengarbe hält – ein Hinweis auf den fruchtbaren Boden und die landwirtschaftliche Bedeutung Angleseys. Die Helmdecke (''Mantling'') ist rot mit goldenem Innenfutter (Umhang bzw. Helmdecke).
Anglesey war traditionell in 40 (früher 31) Bezirke (''wards'') und 81 Gemeinden (''parishes'') eingeteilt.


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Die Schildhalter sind besonders ausdrucksstark: Auf der rechten Seite ein silberner Stier (''Bull Argent''), um den Hals einen Kranz aus Seetang (''Wreath of Seaweed proper'') – Symbol für Landwirtschaft und Seefahrt. Auf der linken Seite ein heraldischer schwarzer Tiger (''Heraldic Tiger Sable''), mit einem Kranz aus Eichenlaub (''Wreath of Oak proper'', ''fructed Or'') – die Eiche steht für die druidische Geschichte der Insel, da Anglesey ein Zentrum der Druiden war und heilige Eichen verehrt wurden. Unter dem Schild verläuft ein Band mit der walisischen Inschrift „MON MAM CYMRU“ („Anglesey, Mutter von Wales“). Dieser Spitzname unterstreicht die historische Rolle der Insel als fruchtbares Zentrum und Wiege walisischer Kultur.
|'''Ward'''
|'''Communities (Parishes)'''
|-
|Aberffraw
|
* Aberffraw
* Llanfaelog (Maelog ward)
|-
|Amlwch Port
|Amlwch Town  (Port and Town wards)
|-
|Amlwch Rural
|Amlwch Town (Rural ward)
|-
|Beaumaris
|Beaumaris  Town
|-
|Bodffordd
|
* Bodffordd
* Llangristiolus (Cerrigceinwen      ward)
|-
|Bodorgan
|
* Bodorgan
* Llangristiolus (Llangristiolus      ward)
|-
|Braint
|Llanfair Pwllgwyngyll (Braint ward)
|-
|Bryngwran
|
* Bryngwran
* Trewalchmai
|-
|Brynteg
|Llanfair-Mathafarn-Eithaf  (Benllech and Brynteg wards)
|-
|Cadnant
|Menai Bridge  (Cadnant ward)
|-
|Cefni
|Llangefni  (Cefni ward)
|-
|Cwm Cadnant
|Cwm  Cadnant
|-
|Cyngar
|Llangefni  (Cyngar ward)
|-
|Gwyngyll
|Llanfair Pwllgwyngyll (Gwyngyll ward)
|-
|Holyhead Town
|Holyhead town  (Town ward)
|-
|Kingsland
|Holyhead  (Kingsland ward)
|-
|Llanbadrig
|Llanbadrig
|-
|Llanbedrgoch
|Llanfair-Mathafarn-Eithaf  (Benllech 'A' and Llanbedrgoch wards)
|-
|Llanddyfnan
|
* Llanddyfnan
* Llaneugrad
|-
|Llaneilian
|
* Llaneilian
* Rhosybol
|-
|Llanfaethlu
|
* Llanfachraeth
* Llanfaethlu
* Cylch-y-Garn (Llanrhuddlad ward)
|-
|Llanfair-yn-Neubwll
|
* Bodedern
* Llanfair-yn-Neubwll
|-
|Llanfihangel  Ysgeifiog
|
* Llanfihangel Ysgeifiog
* Penmynydd
|-
|Llangoed
|Llangoed and  Penmon
|-
|Llanidan
|
* Llanddaniel Fab
* Llanidan
|-
|Llannerch-y-medd
|
* Llannerch-y-medd
* Tref Alaw
|-
|London Road
|Holyhead town  (London Road ward)
|-
|Maeshyfryd
|Holyhead town  (Maeshyfryd ward)
|-
|Mechell
|
* Mechell
* Cylch-y-Garn (Llanfairynghornwy ward)
|-
|Moelfre
|Moelfre
|-
|Morawelon
|Holyhead town  (Morawelon ward)
|-
|Parc a'r  Mynydd
|Holyhead town (Parc  a'r Mynydd ward)
|-
|Pentraeth
|
* Llanddona
* Pentraeth
|-
|Porthyfelin
|Holyhead town  (Porthyfelin ward)
|-
|Rhosneigr
|Llanfaelog (Rhosneigr  ward)
|-
|Rhosyr
|Rhosyr
|-
|Trearddur
|
* Rhoscolyn
* Trearddur
|-
|Tudur
|Llangefni  Town (Tudur ward)
|-
|Tysilio
|Menai Bridge  (Tysilio ward)
|-
|Valley
|Valley
|}


=== '''Hauptort''' ===
Der Hauptort von Anglesey ist '''Llangefni''', das seit der Verwaltungsreform von 1890 das administrative Zentrum der Insel darstellt. Die Stadt liegt fast genau in der Mitte von Anglesey am Fluss Cefni (Afon Cefni), nach dem sie benannt ist – der Name bedeutet wörtlich „Kirche am Cefni“. Llangefni die zweitgrößte Siedlung der Insel nach Holyhead und das kulturelle sowie politische Herz Angleseys.


Heute besteht die Einheitsgemeinde (unitary authority) aus sechs Hundertschaften (hundreds) mit
Die Geschichte der Verwaltungszentren auf Anglesey reicht weit zurück. Das erste belegte Zentrum war '''Aberffraw''' an der Westküste, das ab etwa 873 als Hauptstadt des Königreichs Gwynedd diente, das im frühen 5. Jahrhundert gegründet worden war. Aberffraw war ein königlicher Hof (''Llys'') der walisischen Fürsten von Gwynedd, ein Zentrum walisischer Macht und Kultur im Mittelalter, mit archäologischen Spuren eines prächtigen Palastes. Vom 13. Jahrhundert an verschob sich die Bedeutung nach '''Beaumaris''' im Osten der Insel. Nach der englischen Eroberung durch Eduard I. wurde Beaumaris mit seiner beeindruckenden Burg (Beaumaris Castle, eine der „Eisernen Ringe“-Burgen) zum wichtigsten Ort und administrativen Zentrum. Die Burg und der umliegende Marktort dominierten die Inselverwaltung bis ins 19. Jahrhundert.


Im Zuge der Local Government Act von 1888/89 und der Verwaltungsreform von 1890 wurde Llangefni zum neuen Hauptort und Verwaltungssitz der neu geschaffenen Grafschaft Anglesey ernannt. Die zentrale Lage machte es ideal für die Koordination der gesamten Insel. Ursprünglich ein kleiner Marktort mit wöchentlichem Vieh- und Warenmarkt (einst der größte Rindermarkt Angleseys), entwickelte sich Llangefni rasch zum kulturellen und politischen Zentrum. Hier entstanden wichtige Gebäude wie die Shire Hall (1899 fertiggestellt, heute teilweise als Registeramt genutzt) und später die modernen Council Offices an der Mill Street (Lon-y-Felin), die seit den späten 1990er Jahren der Sitz des Isle of Anglesey County Council sind. Das Rathaus (Llangefni Town Hall) und andere Einrichtungen unterstreichen die Rolle als County Town.


Llyfon/Lyfon: Bodedern • Bodwrog • Ceirchiog • Caergybi/Holyhead • Llanbeulan (Tal-y-llyn) • Llandrygarn • Llanfaelog • Llanfair-yn-neubwll • Llanfihangel-yn-Nhowyn • Llantrisant (Llanllibio) • Llanynghenedl • Llechgynfarwy • Llechylched • Trewalchmai
Heute ist Llangefni das pulsierende Zentrum der Inselverwaltung: Der Isle of Anglesey County Council hat hier seinen Hauptsitz (Council Offices, Mill Street, LL77 7TW), wo Plenarsitzungen, Ausschüsse und die tägliche Verwaltungsarbeit stattfinden. Die Stadt beherbergt auch das Oriel Môn (ein renommiertes Kunstmuseum mit Werken walisischer Künstler wie Kyffin Williams), Theater, Bibliotheken, Schulen und das Gerichtsgebäude. Als kommerzielles Zentrum bietet sie Geschäfte, Märkte und Dienstleistungen für die gesamte Inselbevölkerung. Die walisische Sprache ist hier besonders stark vertreten – viele Schilder sind zweisprachig, und die Stadt gilt als Hort der Cymraeg-Kultur.


Malltraeth: Aberffraw • Cerrigceinwen • Heneglwys • Llangadwaladr • Llangristiolus • Llangwyfan • Trefdraeth
=== '''Verwaltungsgliederung''' ===
Anglesey war traditionell in 40 (ursprünglich 31) Bezirke (''wards'') und 81 Gemeinden (''parishes'') eingeteilt.


Menai: Gwredog1 • Llanddaniel Fab • Llanddwyn • Llanedwen • Llanffinan • Llanfihangel Ysgeifiog • Llangaffo • Llangefni • Llangeinwen • Llangwyllog • Llanidan (Llanfair-yn-y-Cwmwd) • Llannerch-y-medd • Newborough/Niwbwrch • Rhodogeidio • Rhoscolyn • Tregaian/Tregayan
* Aberffraw - Aberffraw, Llanfaelog (Maelog ward)
* Amlwch Port - Amlwch Town (Port and Town wards)
* Amlwch Rural - Amlwch Town (Rural ward)
* Beaumaris - Beaumaris Town
* Bodffordd - Bodffordd, Llangristiolus (Cerrigceinwen ward)
* Bodorgan - Bodorgan, Llangristiolus (Llangristiolus ward)
* Braint  Llanfair Pwllgwyngyll (Braint ward)
* Bryngwran - Bryngwran, Trewalchmai
* Brynteg - Llanfair-Mathafarn-Eithaf (Benllech and Brynteg wards)
* Cadnant - Menai Bridge (Cadnant ward)
* Cefni - Llangefni (Cefni ward)
* Cwm Cadnant - Cwm Cadnant,
* Cyngar - Llangefni (Cyngar ward)
* Gwyngyll - Llanfair Pwllgwyngyll (Gwyngyll ward)
* Holyhead Town - Holyhead town (Town ward)
* Kingsland - Holyhead (Kingsland ward)
* Llanbadrig - Llanbadrig
* Llanbedrgoch - Llanfair-Mathafarn-Eithaf (Benllech 'A' and Llanbedrgoch wards)
* Llanddyfnan - Llanddyfnan, Llaneugrad
* Llaneilian - Llaneilian, Rhosybol
* Llanfaethlu - Llanfachraeth, Llanfaethlu, Cylch-y-Garn (Llanrhuddlad ward)
* Llanfair-yn-Neubwll - Bodedern, Llanfair-yn-Neubwll
* Llanfihangel Ysgeifiog - Llanfihangel Ysgeifiog, Penmynydd
* Llangoed - Llangoed and Penmon
* Llanidan - Llanddaniel Fab, Llanidan
* Llannerch-y-medd - Llannerch-y-medd, Tref Alaw
* London Road - Holyhead town (London Road ward)
* Maeshyfryd - Holyhead town (Maeshyfryd ward)
* Mechell - Mechell, Cylch-y-Garn (Llanfairynghornwy ward)
* Moelfre - Moelfre
* Morawelon - Holyhead town (Morawelon ward)
* Parc a'r Mynydd - Holyhead town (Parc a'r Mynydd ward)
* Pentraeth - Llanddona, Pentraeth
* Porthyfelin - Holyhead town (Porthyfelin ward)
* Rhosneigr - Llanfaelog (Rhosneigr ward), Rhosyr   Rhosyr
* Trearddur - Rhoscolyn, Trearddur
* Tudur - Llangefni Town (Tudur ward)
* Tysilio - Menai Bridge (Tysilio ward)
* Valley - Valley


Tal-y-bolion: Llanbabo • Llanbadrig • Llanddeusant/Llandausaint • Llanfachraeth/Llanfachreth • Llanfaethlu (Llanfwrog) • Llanfair-yng-Nghornwy • Llanfechell • Llanfflewyn • Llanfugail • Llanrhwydrys • Llanrhyddlad


Twrcelyn: Amlwch • Coedana • Llanallgo • Llandyfrydog • Llaneilian (Bodewryd • Llaneuddog) • Llaneugrad • Llanfihangel Tre'r Beirdd • Llanwenllwyfo • Penrhoslligwy (Capel Lligwy) • Rhosbeirio
Heute besteht die Einheitsgemeinde 14 Wahlbezirken und 74 Gemeinden, wobei Holyhead einen eigenen Bezirk mit eigener Gemeinde bildet.


Tyndaethwy: Llanbedrgoch • Llanddona • Llanddyfnan • Llandegfan (Beaumaris/Biwmares) • Llandysilio • Llanfaes • Llanfair Betws Geraint • Llanfair Mathafarn Eithaf • Llanfair Pwllgwyngyll • Llanfihangel Din Sylwy • Llangoed • Llaniestyn • Llansadwrn • Penmon • Penmynydd
* Llyfon/Lyfon: Bodedern • Bodwrog • Ceirchiog • Caergybi/Holyhead • Llanbeulan (Tal-y-llyn) • Llandrygarn • Llanfaelog • Llanfair-yn-neubwll • Llanfihangel-yn-Nhowyn • Llantrisant (Llanllibio) • Llanynghenedl • Llechgynfarwy • Llechylched • Trewalchmai
* Malltraeth: Aberffraw • Cerrigceinwen • Heneglwys • Llangadwaladr • Llangristiolus • Llangwyfan • Trefdraeth
* Menai: Gwredog1 • Llanddaniel Fab • Llanddwyn • Llanedwen • Llanffinan • Llanfihangel Ysgeifiog • Llangaffo • Llangefni • Llangeinwen • Llangwyllog • Llanidan (Llanfair-yn-y-Cwmwd) • Llannerch-y-medd • Newborough/Niwbwrch • Rhodogeidio • Rhoscolyn • Tregaian/Tregayan
* Tal-y-bolion: Llanbabo • Llanbadrig • Llanddeusant/Llandausaint • Llanfachraeth/Llanfachreth • Llanfaethlu (Llanfwrog) • Llanfair-yng-Nghornwy • Llanfechell • Llanfflewyn • Llanfugail • Llanrhwydrys • Llanrhyddlad
* Twrcelyn: Amlwch • Coedana • Llanallgo • Llandyfrydog • Llaneilian (Bodewryd • Llaneuddog) • Llaneugrad • Llanfihangel Tre'r Beirdd • Llanwenllwyfo • Penrhoslligwy (Capel Lligwy) • Rhosbeirio
* Tyndaethwy: Llanbedrgoch • Llanddona • Llanddyfnan • Llandegfan (Beaumaris/Biwmares) • Llandysilio • Llanfaes • Llanfair Betws Geraint • Llanfair Mathafarn Eithaf • Llanfair Pwllgwyngyll • Llanfihangel Din Sylwy • Llangoed • Llaniestyn • Llansadwrn • Penmon • Penmynydd




           '''Verwaltungseinheiten''':
           '''Verwaltungseinheiten''':


           6 hundreds (Hundertschaften)
           6 hundreds / cantrefi (Hundertschaften)


                       40 wards (Bezirke)
                       14 wards / wardiau (Bezirke)


                                   81 parishes (Gemeinden)
                                   74 parishes / plwyfi (Gemeinden)


== '''Bevölkerung''' ==
== '''Bevölkerung''' ==
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'''Bevölkerungsaufteilung:'''
'''Bevölkerungsaufteilung:'''


Bevölkerungszahl 2001 insgesamt    66 828
* Bevölkerungszahl 2001 insgesamt  66.828
 
* weiblich  34.469 851,58 %)
           davon  weiblich                      34 469             51,58 %
* männlich  32.359 848,42 %)
 
* unter 15jährig  13.021 819,49 %)
                       männlich                     32 359             48,42 %
* 15 bis 64 Jahre alt 41.707 862,41 %)
 
* über 64jährig 12.100 818,10 %)
           davon  unter 15jährig             13 021             19,49 %
 
                       15 bis 64 Jahre alt       41 707             62,41 %
 
                       über 64jährig               12 100             18,10 %
 


Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 39 Jahren, die mittlere Lebenserwartung bei 77,5 Jahren (2001). Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt rund 30.000.
Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 39 Jahren, die mittlere Lebenserwartung bei 77,5 Jahren (2001). Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt rund 30.000.


'''Haushalte''':
'''Haushalte''':
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=== '''Volksgruppen''' ===
=== '''Volksgruppen''' ===
98,1 % der Einwohner waren im Jahr 2001 Engländer oder Waliser. Laut Volkszählungsdaten von 2021 zeigt sich folgendes Bild bezüglich der Volksgruppen und nationalen Identitäten: Die Mehrheit der Bevölkerung auf Anglesey identifiziert sich als „Welsh only“ (nur walisisch) mit etwa 55,6 %. Etwa 18,3 % der Bewohner sagen, sie seien „British only“ (nur britisch). 12,8 % identifizieren sich als „English only“ (nur englisch). Weitere Kombinationen von Identitäten aus Wales, England und Großbritannien machen zusammen einen kleinen Prozentanteil aus. Die ethnische Zusammensetzung ist hauptsächlich weiß mit einem sehr kleinen Anteil anderer Ethnien (unter 2 % gehören anderen ethnischen Gruppen an).
Die älteste historisch greifbare Volksgruppe auf Anglesey waren die '''Ordovizier''' (lateinisch Ordovices), ein keltischer Stamm der Eisenzeit. Ihr Kerngebiet lag im Norden und Mittleren Wales, einschließlich Teile des heutigen Gwynedd, Clwyd und möglicherweise auch Anglesey selbst, obwohl die genaue Abgrenzung umstritten ist – einige Quellen sehen Anglesey eher als Refugium der Druiden und verbunden mit den Deceangli im Nordosten. Die Ordovizier waren vorwiegend Bauern und Viehzüchter, die in befestigten Hillforts lebten, wie sie auf der Insel und im Festland häufig vorkommen. Sie besaßen eine starke militärische Tradition und widersetzten sich der römischen Invasion Britanniens (ab 43) hartnäckiger als viele andere Stämme. Tacitus berichtet, dass sie 51 gemeinsam mit Caratacus gegen die Römer kämpften und von Ostorius Scapula besiegt wurden. In den 70er Jahren rebellierten sie erneut, vernichteten eine römische Kavallerieeinheit (Ala) und lösten damit eine massive Gegenoffensive unter Gnaeus Julius Agricola aus. Um 77/78 unterwarf Agricola sie fast vollständig, eroberte Anglesey endgültig und zerstörte das letzte Zentrum der Druiden. Der Stamm wurde weitgehend ausgelöscht oder assimiliert, ihr Name lebt in Ortsbezeichnungen wie Dinorwig („Festung der Ordovizier“) fort. Im 19. Jahrhundert benannten Geologen die Periode des Ordoviziums nach ihnen, da typische Gesteine in ihrem ehemaligen Gebiet gefunden wurden.
 
Nach der römischen Eroberung und der folgenden Jahrhunderte vermischten sich die Überreste keltischer Bevölkerung mit römischen, angelsächsischen, normannischen und später walisischen Einflüssen. Anglesey blieb jedoch stark walisisch geprägt, mit einer kontinuierlichen keltisch-walisischen Bevölkerungstradition. Im Mittelalter und der Neuzeit dominierten walisischsprachige Gemeinschaften, ergänzt durch englische Siedler, insbesondere nach der Tudor-Zeit und der Union mit England.
 
In der Moderne ist Anglesey ethnisch sehr homogen. Laut der Volkszählung 2021 (Census 2021 des Office for National Statistics) identifizieren sich 98,1 % der Bevölkerung (ca. 68.000 Einwohner) als „White“ (weiß), was der höchste Anteil in ganz Wales ist (Wales-Durchschnitt: 93,8 %). Innerhalb dieser Gruppe dominieren britische und walisische Identitäten. Nur 0,9 % gehören zu „Mixed or Multiple ethnic groups“ (gemischt/mehrfach, leichter Anstieg seit 2011), 0,6 % zu „Asian, Asian British or Asian Welsh“, und weitere Kategorien wie „Black“, sonstige liegen unter 0,5 %. Nicht-weiße Ethnien machen zusammen unter 2 % aus – Anglesey ist damit eine der am wenigsten diversen Regionen Großbritanniens.
 
Bezüglich der nationalen Identität (national identity) zeigt die Zählung 2021 ein klares Bild: Die Mehrheit identifiziert sich als „Welsh only“ (nur walisisch) mit 55,6 % – ein leichter Anstieg um 0,9 Prozentpunkte seit 2011 (von 54,7 %). Dies ist einer der höchsten Werte in Nordwales und unterstreicht die starke walisische Identität. Etwa 18,3 % wählen „British only“ (nur britisch), 12,8 % „English only“ (nur englisch, Rückgang seit 2011 von 16,0 %). Kombinationen wie „Welsh and British only“ machen 5,6 % aus, weitere Mischungen (Welsh/English/British) sind gering. Insgesamt identifizieren sich 98,2 % mit mindestens einer UK-Identität (Wales, England, Schottland, Nordirland, British), was zu den höchsten Werten in Wales gehört.
 
Diese Zahlen spiegeln eine stabile, überwiegend walisisch-britische Bevölkerung wider, mit hohem Anteil an walisischsprachigen Menschen (55,8 % sprechen Walisisch, einer der höchsten Anteile in Wales). Die geringe Diversität resultiert aus der peripheren, ländlichen Lage, begrenzter Zuwanderung und starker lokaler Identifikation. Zuwanderung ist meist aus England oder anderen Teilen Großbritanniens, oft durch Tourismus, Ruhestand oder Arbeit (speziell in Holyhead oder Wylfa). Dennoch bleibt Anglesey ein Kerngebiet walisischer Kultur und Sprache, wo die walisische Identität in den letzten Jahrzehnten sogar leicht zugenommen hat – im Kontrast zu vielen anderen walisischen Regionen, in denen sie abnahm.


=== '''Sprachen''' ===
=== '''Sprachen''' ===
Englisch und Walisisch sind gleichberechtigte Inselsprachen. '''Walisisch''' ist auf Anglesey stark präsent und das Gebiet gilt als eine der Hochburgen der walisischen Sprache. Obwohl die Nutzung der Sprache im Laufe der Jahrzehnte etwas zurückgegangen ist (von über 90 % Anfang des 20. Jahrhunderts auf rund 55 % im Jahr 2021), bleibt Walisisch in vielen Gemeinden, besonders im Zentrum der Insel (zum Beispiel in Llangefni) und im südlichen Küstenbereich, die dominante Sprache. Viele Schulen auf der Insel bieten Bildung mit starkem walisischem sprachlichem Schwerpunkt an, und die Förderung der Sprache ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Kulturpolitik.
Die Sprachen auf Anglesey sind '''Englisch''' und '''Walisisch''' (Cymraeg), die als gleichberechtigte Inselsprachen gelten. Dies entspricht der offiziellen Politik in Wales, wo beide Sprachen seit dem Welsh Language Act 1993 und insbesondere dem Welsh Language (Wales) Measure 2011 volle Gleichstellung genießen. Auf Anglesey wird diese Gleichberechtigung konsequent umgesetzt: Alle offiziellen Dokumente des Isle of Anglesey County Council, Schilder, Websites und öffentliche Dienstleistungen sind zweisprachig (oft Walisisch zuerst), Gerichtsverfahren können in Cymraeg ablaufen, und die walisische Sprache hat Vorrang in vielen kulturellen und bildungspolitischen Bereichen.


Walisisch ist auf Anglesey besonders stark präsent und gilt als eine der wichtigsten Hochburgen der Sprache in Wales. Die Insel zählt neben Gwynedd zu den wenigen Gebieten, in denen mehr als die Hälfte der Bevölkerung Walisisch sprechen kann. Laut der Volkszählung 2021 (Census 2021) gaben 55,8 % der Einwohner ab drei Jahren an, Walisisch sprechen zu können – ein Rückgang von 57,2 % im Jahr 2011 um 1,4 Prozentpunkte. Damit liegt Anglesey (Ynys Môn) landesweit auf Platz zwei hinter Gwynedd (64,4 %). Im Vergleich zum walisischen Durchschnitt von 17,8 % ist dies ein sehr hoher Wert. Neuere Schätzungen aus der Annual Population Survey (Oktober 2024 bis September 2025) deuten sogar auf 61,8 % Walisischsprecher hin, was zeigt, dass der tatsächliche Gebrauch in manchen Kontexten höher sein könnte als die Census-Zahlen.


'''Sprachen''' 2001:
Obwohl die Nutzung der Sprache im Laufe der Jahrzehnte etwas zurückgegangen ist – Anfang des 20. Jahrhunderts lagen die Werte in manchen Teilen der Insel noch über 90 %, und der langfristige Trend seit den 1980er Jahren ist ein langsamer, aber stetiger Rückgang –, bleibt Walisisch in vielen Gemeinden dominant. Besonders im Zentrum der Insel (zum Beispiel in Llangefni, wo der Anteil über 70 % liegt) und im südlichen Küstenbereich (wie um Newborough, Rhosneigr oder Aberffraw) ist Cymraeg die Alltagssprache in Haushalten, Geschäften, Kirchen und sozialen Kreisen. In manchen Dörfern und ländlichen Gebieten wird Walisisch fast ausschließlich gesprochen, und der Gebrauch in der Öffentlichkeit ist hoch. Neuere Studien und Pilotprojekte zur Sprachnutzung zeigen jedoch, dass der tatsächliche tägliche Gebrauch manchmal niedriger ist als die Fähigkeit: In Llangefni sprechen 75 % Walisisch, aber der hörbare Anteil liegt bei etwa 54 %.


english (englisch)        62 500             90,40 %
Viele Schulen auf der Insel bieten Bildung mit starkem walisischem Schwerpunkt an. Es gibt zahlreiche walisischsprachige Grund- und Sekundarschulen (Ysgolion Cymraeg), in denen der Unterricht größtenteils oder vollständig auf Walisisch stattfindet. Das Welsh-medium-Bildungssystem ist hier besonders gut ausgebaut und trägt entscheidend zur Erhaltung der Sprache bei – viele Kinder lernen Walisisch als Erstsprache oder werden früh zweisprachig. Die Förderung der walisischen Sprache ist ein zentraler Bestandteil der lokalen Kultur- und Bildungspolitik des County Council. Es gibt eine dedizierte Welsh Language Promotion Strategy, die Maßnahmen zur Stärkung des Gebrauchs in Alltag, Wirtschaft und Gemeinschaft umfasst. Initiativen wie Menter Môn (eine Organisation zur Sprachförderung) organisieren Veranstaltungen, Kurse und Community-Projekte, um junge Menschen und Zuzügler einzubinden.


kymru (walisisch)       45 534             68,14 %
'''Sprachen''' 2001:


* english (englisch)  62.500 (90,40 %)
* kymru (walisisch)  45.534 (68,14 %)


'''Anteil der Walisch-Sprecher''':
'''Anteil der Walisch-Sprecher''':
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=== '''Religion''' ===
=== '''Religion''' ===
Auf Anglesey ist das Christentum die mit Abstand größte Religionsgemeinschaft, obwohl der Anteil der Christen in Wales insgesamt zurückgeht (mehr als 20 % sind konfessionslos). Laut den Ergebnissen des Zensus 2021 in Wales gibt es folgende Verteilung der Religionszugehörigkeiten, die auch für Anglesey repräsentativ sind, da es sich um eine Region mit überwiegend christlicher Bevölkerung handelt.
Laut den Ergebnissen des Zensus 2021 (Census 2021 des Office for National Statistics) identifizieren sich auf Anglesey (Isle of Anglesey / Ynys Môn) '''51,5 %''' der Bevölkerung (35.485 Personen) als '''christlich''' – ein signifikanter Rückgang von 65,1 % im Jahr 2011. Dies ist der höchste Wert in Wales zusammen mit Flintshire (ebenfalls 51,5 %) und deutlich über dem walisischen Durchschnitt von 43,6 %. Anglesey zählt damit zu den wenigen Lokalitäten in Wales, in denen die Christen noch eine knappe Mehrheit bilden. Der Anteil der Menschen ohne Religionszugehörigkeit (No religion) liegt bei 40,7 % (28.066 Personen), ein starker Anstieg von 25,5 % im Jahr 2011 um 15,2 Prozentpunkte. Dieser Wert ist niedriger als der walisische Durchschnitt von 46,5 %, aber höher als der für England und Wales insgesamt (37,2 %). Etwa 6,5 % der Befragten machten keine Angabe zur Religion (keine Antwort). Kleinere Religionsgemeinschaften sind auf Anglesey sehr gering vertreten und machen zusammen nur etwa 1,3 % der Bevölkerung aus (882 Personen). Dazu gehören:


Etwa über 50 % der Bevölkerung auf Anglesey geben an, christlich zu sein, was Anglesey zu einer der wenigen Lokalitäten in Wales macht, in denen dies noch über der Hälfte liegt. Die Zahl der Menschen ohne Religionszugehörigkeit liegt bei ungefähr 46,5 % in ganz Wales, und auf Anglesey ist der Anteil ebenfalls steigend, aber noch etwas niedriger als im walisischen Durchschnitt. Kleinere Religionsgemeinschaften wie Muslime, Hindus, Buddhisten und Sikhs machen zusammengenommen nur einen sehr kleinen Prozentsatz der Bevölkerung aus. Die christlichen Konfessionen umfassen überwiegend die Church in Wales (anglikanisch), die presbyterianische Church of Wales, Baptisten, Methodisten sowie römisch-katholische Gemeinden.
* Muslime: 0,5 % (328 Personen, zweitgrößte nicht-christliche Gruppe, leichter Anstieg seit 2011)
* Buddhisten: 154 Personen
* andere Religionen: 278 Personen
* Hindus: 62 Personen
* Sikhs: 30 Personen
* Juden: 30 Personen


Die christlichen Konfessionen auf der Insel umfassen vor allem die ang likanische Church in Wales (die etablierte Kirche in Wales), die presbyterianische Church of Wales (Presbyterian Church of Wales), Methodisten, Baptisten sowie kleinere römisch-katholische Gemeinden. Historisch ist Anglesey stark von nonkonformistischen (freikirchlichen) Traditionen geprägt, insbesondere dem Calvinistischen Methodismus und dem Presbyterianismus, die im 18. und 19. Jahrhundert durch Erweckungsbewegungen dominierten. Viele Kapellen und Kirchen – wie St. Cybi in Holyhead oder St. Dona in Llanddona – zeugen davon und dienen bis heute als Zentren des Gemeindelebens, oft bilingual (walisisch und englisch).
Der Rückgang des Christentums und der Anstieg der Konfessionslosen spiegeln den allgemeinen Trend in Wales wider: Säkularisierung, Abkehr von institutioneller Religion und ein wachsender Anteil junger Menschen, die sich als „No religion“ bezeichnen. Dennoch bleibt die christliche Präsenz auf Anglesey spürbar – in ländlichen und walisischsprachigen Gebieten ist der Kirchgang und die Teilnahme an Gottesdiensten oft höher als im urbanen Südwales. Die Insel hat zahlreiche historische Kirchen und Kapellen, die Teil des kulturellen Erbes sind, und die Religion ist eng mit der walisischen Identität verknüpft (z. B. durch Hymnen und Eisteddfod-Traditionen).


'''Religionsbekenntnisse''' 2001:
'''Religionsbekenntnisse''' 2001:


Anglikaner                  31 346             46,91 %
* Anglikaner  31.346 (46,91 %)
* Katholiken  1.600 (2,39 %)
* sonstige Christen  21.100 (31,57 %)
* Buddhisten  89 (0,13 %)
* Moslems  84 (0,12 %)
* Hindus  24 (0,04 %)
* Juden  19 (0,03 %)
* Sikhs  12 (0,02 %)
* sonstige  182 (0,27 %)
* Bekenntnislose  13.373 (20,01 %)
 
==== '''Anglikanische Kirche''' ====
Die anglikanische Kirche auf Anglesey ist die dominierende christliche Konfession der Insel und gehört zur Church in Wales (Eglwys yng Nghymru), der unabhängigen walisischen Provinz der anglikanischen Gemeinschaft. Seit der Disestablishment 1920 ist sie von der Church of England getrennt, besitzt eigene Gesetze, Liturgie und Führung, bleibt aber in voller Gemeinschaft mit Canterbury. Anglesey liegt im Diocese of Bangor (Esgobaeth Bangor), dessen Bischofssitz in Bangor ist, und bildet den Archdeaconry of Anglesey (Meirionnydd und Anglesey teilen sich teilweise Strukturen). Die Kirche ist tief in der walisischen Identität verwurzelt, und viele Gottesdienste – besonders in ländlichen Gemeinden – finden auf Walisisch statt.


Katholiken                    1 600               2,39 %
Es gibt auf der Insel etwa 30 anglikanische Kirchen und Kapellen, die meisten davon historische Gebäude aus dem Mittelalter oder dem 19. Jahrhundert. Zu den bedeutendsten zählen:


sonstige Christen        21 100             31,57 %
* St Cybi’s Church in Holyhead: Eine der ältesten und wichtigsten Kirchen Angleseys, gegründet im 6. Jahrhundert von St. Cybi (ein walisischer Heiliger), mit einem normannischen Turm und einem ummauerten Kirchhof, der wie eine kleine Festung wirkt. Sie ist ein zentraler Ort für Gottesdienste und Hochzeiten und hat eine lebendige Gemeinde.
* St Mary and St Nicholas in Beaumaris: Eine schöne gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit beeindruckenden Glasfenstern, Grabdenkmälern und einer ruhigen Atmosphäre. Sie liegt direkt neben der Burg und ist bei Touristen beliebt.
* St Dona in Llanddona und St Dwynwen in Llanddwyn: Beide sind kleine, malerische Küstenkirchen mit starker lokaler Bedeutung. St Dwynwen ist der walisischen Schutzheiligen der Liebenden gewidmet und ein Wallfahrtsort, besonders am 25. Januar (St Dwynwen’s Day).
* St Tysilio in Llantysilio und St Michael in Llanfairpwll: Historische Dorfkirchen mit walisischen Inschriften und oft bilingualen Gottesdiensten.


Buddhisten                        89               0,13 %
Die anglikanische Kirche auf Anglesey ist vergleichsweise lebendig, besonders in den walisischsprachigen Gemeinden. Viele Pfarrer sind bilingual, und die Liturgie wechselt je nach Gemeinde zwischen Walisisch und Englisch oder ist bilingual. Sonntagsgottesdienste (oft Holy Communion nach dem Book of Common Prayer oder Common Worship) finden in den meisten Kirchen statt, ergänzt durch Messen unter der Woche, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Die Kirche engagiert sich stark in der Gemeindearbeit: Sie betreibt Suppenküchen, Carers-Gruppen, Jugendclubs und arbeitet mit Foodbanks zusammen. Viele Gebäude dienen auch als kulturelle Treffpunkte für Konzerte, Ausstellungen oder Eisteddfod-Veranstaltungen.


Moslems                            84               0,12 %
Die Zahl der regelmäßigen Kirchgänger ist wie im Rest von Wales rückläufig – viele Kirchen haben nur noch eine Handvoll Besucher pro Sonntag –, doch die anglikanische Kirche bleibt kulturell und sozial relevant. Sie pflegt die walisische Tradition (z. B. durch Gesangbücher wie Llyfr Emynau’r Eglwys yng Nghymru) und ist oft der Ort, an dem Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen stattfinden, selbst bei nominell nicht sehr religiösen Familien. Die Diözese Bangor setzt auf ländliche Mission, digitale Gottesdienste (seit der Pandemie verstärkt) und Partnerschaften mit anderen Konfessionen.


Hindus                               24               0,04 %
==== '''Judentum''' ====
Das Judentum auf Anglesey ist eine sehr kleine und dezentrale Gemeinschaft, die in der Geschichte und Gegenwart der Insel nur eine marginale Rolle spielt. Die Insel hat keine eigene Synagoge, keinen Rabbi und keine organisierte jüdische Gemeinde. Es gibt keine jüdischen Friedhöfe, koscheren Läden oder regelmäßigen Gottesdienste vor Ort. Die jüdische Präsenz ist daher extrem gering und besteht hauptsächlich aus einzelnen Familien oder Personen, die privat ihren Glauben leben.


Juden                                 19               0,03 %
Historisch gibt es kaum Spuren einer jüdischen Gemeinde auf Anglesey. Wales insgesamt hatte nie eine große jüdische Bevölkerung wie London, Manchester oder Cardiff. Im Mittelalter waren Juden in Wales fast nicht präsent, und nach der Vertreibung aus England 1290 blieb die Region jahrhundertelang judenfrei. Erst im 19. Jahrhundert kamen mit der Industrialisierung und Immigration aus Osteuropa vereinzelt jüdische Familien nach Nordwales, vor allem in die Hafenstädte wie Holyhead oder Bangor. Auf Anglesey selbst sind jedoch keine nennenswerten jüdischen Siedlungen oder Gemeinden dokumentiert. Es gab keine jüdischen Geschäfte, Rabbiner oder Friedhöfe, und die Insel blieb weitgehend ohne jüdische Infrastruktur.


Sikhs                                  12               0,02 %
In der Moderne ist die jüdische Bevölkerung auf Anglesey verschwindend gering. Laut der Volkszählung 2021 identifizierten sich nur 30 Personen auf der gesamten Insel als jüdisch (0,04 % der Bevölkerung), was statistisch fast vernachlässigbar ist. Die meisten jüdischen Familien in Nordwales leben in Bangor, Colwyn Bay oder Llandudno, wo es kleine informelle Gruppen und gelegentliche Treffen gibt. Für religiöse Bedürfnisse wie Schabbat-Gottesdienste, Feiertage oder koschere Lebensmittel pendeln jüdische Bewohner von Anglesey meist nach Bangor oder weiter nach Liverpool, Manchester oder Cardiff, wo es etablierte Synagogen und Gemeinden gibt.


sonstige                            182               0,27 %
Es gibt keine aktiven jüdischen Organisationen, Chabad-Häuser oder kulturelle Einrichtungen auf Anglesey. Die Insel hat auch keine historischen jüdischen Stätten wie alte Grabsteine oder Gedenktafeln. In den letzten Jahrzehnten sind vereinzelt jüdische Familien zugezogen, oft durch Arbeit (in der Kernenergie bei Wylfa oder im Tourismus) oder als Ruheständler, doch sie bilden keine Gemeinde. Antisemitismus ist auf Anglesey extrem selten und wird in der walisischen Gesellschaft als Ganzes stark abgelehnt, doch es gibt keine spezifischen jüdischen Initiativen zur Bekämpfung von Vorurteilen.


Bekenntnislose           13 373             20,01 %
Die walisische Regierung und der County Council fördern Inklusion und Vielfalt, aber das Judentum ist auf Anglesey kein sichtbarer Teil des kulturellen Lebens. Es gibt keine koscheren Restaurants, jüdischen Feiertagsveranstaltungen oder Bildungsangebote zur jüdischen Geschichte. Wer jüdisch lebt, tut dies privat und nutzt die Infrastruktur des Festlands.


== '''Siedlungen''' ==
==== '''Esoterische Bewegungen''' ====
'''Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch''' ist der Ort mit dem längsten Namen Europas. Die Inselbewohner nennen das Dorf meist nur Llanfairpwll und sagen den Namen nur Gästen zur Freude vollständig auf – eine Gelegenheit, die keltischen Zisch- und Sprühlaute kennenzulernen und zu üben, die die Ortsnamen für Nicht-Waliser fast unaussprechlich machen. Den seltsamen Namen dachte sich im 19. Jahrhundert ein Schuster aus, um den Bahnhof attraktiver zu machen. Was insofern funktionierte, als der Andenkenladen ganz gut von Touristen lebt, die allerdings meist im Bus anreisen und sofort wieder fahren, sobald sie ihr Beweisfoto haben.
Anglesey hat aufgrund seiner prähistorischen Megalithanlagen (speziell Barclodiad y Gawres, Bryn Celli Ddu und Lligwy Burial Chamber) und der historischen Rolle als Druiden-Zentrum in der Antike (Tacitus erwähnt Mona als letzten Zufluchtsort der Druiden) eine starke Anziehungskraft für moderne Neopaganen, Druiden, Wicca-Anhänger und New-Age-Spiritualisten. Viele dieser Menschen kommen als Besucher oder ziehen sich vorübergehend zurück, um an Kraftorten zu meditieren, Rituale abzuhalten oder Energiearbeit zu betreiben. Besonders die Sommersonnenwende (Alban Hefin) und die Wintersonnenwende (Alban Arthan) ziehen kleine Gruppen an, die an diesen Orten feiern – meist ohne große Öffentlichkeit und in Absprache mit Cadw (der walisischen Denkmalpflege), die solche Treffen toleriert, solange sie respektvoll und nicht kommerziell sind.


'''Beaumaris''' ist vor allem bekannt für das beeindruckende Beaumaris Castle, eine unvollendete Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, die von König Edward I. als Teil seiner Befestigungsreihe in Wales erbaut wurde. Die Burg gilt als eines der schönsten mittelalterlichen Bauwerke in Wales und ist heute eine UNESCO-Welterbestätte. Neben der Burg bietet Beaumaris eine hübsche Altstadt mit einer historischen Kirche, einem alten Gerichtsgebäude und einem ehemaligen Gefängnis. Die malerische Uferpromenade und der Pier laden zu Spaziergängen ein, und von hier starten auch Bootsfahrten zu nahegelegenen Vogelkolonien. Die Stadt ist tief in der walisischen Kultur verwurzelt, und viele Bewohner sprechen noch Walisisch als Erstsprache.
Es gibt keine offizielle Druidengemeinschaft oder OBOD (Order of Bards, Ovates & Druids)-Lodge mit festem Sitz auf Anglesey, aber einzelne Mitglieder leben hier oder nutzen die Insel für Retreats. Ähnlich verhält es sich mit Wicca und Hexenkunst: Es existieren lose Zirkel oder Solitär-Praktizierende, die sich in privaten Häusern treffen, doch keine öffentlichen Coven oder Pagan Moots. Der Tourismus verstärkt das Interesse: Viele New-Age-Reisende besuchen die Megalithgräber als „Power Spots“ und kaufen in kleinen Läden in Beaumaris oder Menai Bridge Kristalle, Räucherwerk, Tarotkarten oder Pendel.


'''Llangefni''' ist die Verwaltungs- und Wirtschaftszentrale von Anglesey und liegt zentral auf der Insel. Die Stadt fungiert als Hauptort für Handel, Dienstleistungen und Verwaltung. Hier befinden sich wichtige Einrichtungen wie das Rathaus und das Anglesey Museum, das Einblicke in die Geschichte und Kultur der Insel gibt. Llangefni ist auch ein Zentrum für Bildung mit mehreren Schulen und bietet eine lebendige Gemeinde, die sowohl Tradition als auch moderne Entwicklungen verbindet.
In Holyhead und Llangefni gibt es vereinzelt kleine Esoterikläden oder alternative Heilpraktiker, die Reiki, Kristallheilung, Aromatherapie oder Engelkarten anbieten. Manche Yoga- und Meditationsgruppen (oft in Gemeindehallen oder online) haben einen spirituellen Touch, ohne explizit esoterisch zu sein. Der Einfluss der Theosophie, Anthroposophie oder moderner Channeling-Bewegungen ist minimal; es gibt keine festen Zentren oder bekannten Lehrer.


'''Amlwch''', im Nordosten der Insel gelegen, hat eine Geschichte, die stark vom Bergbau geprägt ist. Die Stadt war einst ein wichtiges Zentrum für den Kupferabbau und beherbergte das nahegelegene Parys Mountain, eine der größten Kupferlagerstätten Europas. Der Bergbau prägte das Wirtschaftsleben und die Identität der Region für mehrere Jahrhunderte. Heute ist Amlwch eine lebendige Stadt mit einer maritimen Atmosphäre, die vom Hafen und den Küstenwegen profitiert. Es gibt Museen und kulturelle Veranstaltungen, die an die reiche industrielle Vergangenheit erinnern, während gleichzeitig die natürliche Schönheit der nordöstlichen Küste Angleseys Besucher anzieht.
Die walisische Kultur selbst hat esoterische Elemente: Die walisische Mythologie (Mabinogion), die Bardentradition, die Eisteddfod-Kultur und die Verehrung alter Kraftorte (wie heilige Quellen oder Menhire) werden von manchen als esoterisch interpretiert. Gruppen wie die Welsh Mysteries oder lokale Bardenschulen pflegen diese Traditionen, ohne sie explizit als „esoterisch“ zu labeln.


== '''Siedlungen''' ==
Die Einwohnerzahlen der größeren Ortschaften entwickelten sich wie folgt:
{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
|'''Ortschaft'''
|'''Ortschaft'''
Zeile 1.165: Zeile 1.281:
|2.005
|2.005
|}
|}
'''Beaumaris''' (walisisch: Biwmares) ist eine der malerischsten und historisch reichsten Städte auf Anglesey. Die kleine Küstenstadt am östlichen Ende der Menai Strait bietet einen Blick auf Snowdonia und die Menai Suspension Bridge. Beaumaris ist vor allem bekannt für das beeindruckende Beaumaris Castle, eine unvollendete Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. König Eduard I. ließ sie ab 1284 als letzte und ambitionierteste seiner „Iron Ring“-Burgen errichten, um Wales zu kontrollieren. Entworfen vom genialen Architekten James of St George, sollte sie eine perfekte konzentrische Festung mit doppelten Mauern, einem Wassergraben mit eigenem Dock und symmetrischen Türmen werden. Aufgrund finanzieller Engpässe und Eduards Ablenkung durch Schottland blieb der Bau unvollendet – die inneren Gebäude wurden nie fertiggestellt, was ihr den Beinamen „greatest castle never built“ einbrachte. Dennoch gilt sie als eines der schönsten mittelalterlichen Bauwerke in Wales und ist seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes „Castles and Town Walls of King Edward in Gwynedd“. Die Burg ist heute ein Highlight für Besucher, mit geführten Touren, Ausstellungen und Events.
Neben der Burg bietet Beaumaris eine hübsche Altstadt mit einer Mischung aus mittelalterlicher, georgianischer, viktorianischer und edwardianischer Architektur – oft pastellfarbene Häuserzeilen, enge Gassen und charmante Cottages. Sehenswert sind die historische St. Mary and St. Nicholas Church (mit walisischen Inschriften und Grabdenkmälern), das alte Courthouse (Gerichtsgebäude aus dem 17. Jahrhundert, heute Museum mit originalem Gerichtssaal und Zellen) und das ehemalige Beaumaris Gaol (Gefängnis von 1829, ein viktorianisches Modellgefängnis mit Ausstellungen zur Strafjustiz). Die malerische Uferpromenade und der 1826 erbaute Beaumaris Pier (einer der ältesten erhaltenen Piers in Wales) laden zu Spaziergängen ein; von hier starten Bootsfahrten zu den nahegelegenen Puffin Island (Seabird-Kolonien mit Seevögeln, Robben und manchmal Delfinen) oder entlang der Küste. Die Stadt ist tief in der walisischen Kultur verwurzelt – viele Bewohner sprechen Walisisch als Erstsprache, und es gibt regelmäßige Veranstaltungen wie das Beaumaris Food Festival, Konzerte und kulturelle Events. Beaumaris gilt als eines der charmantesten Küstenstädtchen Europas und zieht Ruhe suchende Besucher, Familien und Geschichtsinteressierte an.
'''Llangefni''' ist die Verwaltungs- und Wirtschaftszentrale von Anglesey und liegt fast genau in der geografischen Mitte der Insel am Fluss Cefni. Es ist die zweitgrößte Siedlung nach Holyhead und fungiert als Hauptort für Handel, Dienstleistungen und Verwaltung. Hier sitzt der Isle of Anglesey County Council mit seinen Council Offices, die Shire Hall (von 1899, heute teilweise Registeramt) und andere Behörden. Llangefni entwickelte sich aus einem kleinen Marktort zu einem lebendigen Zentrum, das Tradition und Moderne verbindet. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Oriel Môn (Ynys Môn Art Gallery and Museum), ein preisgekröntes, zweckgebautes Museum und Kunstmuseum. Es präsentiert die Geschichte Angleseys über Tausende Jahre hinweg – von prähistorischen Funden über Megalithgräber bis zur Industrie – mit interaktiven Ausstellungen, Artefakten, Rekonstruktionen und Werken walisischer Künstler wie Charles Tunnicliffe (bekannt für seine Vogel- und Naturillustrationen). Das Museum wechselt regelmäßig temporäre Ausstellungen und organisiert Workshops, Familienveranstaltungen und Vorträge. Llangefni ist auch ein Bildungszentrum mit mehreren walisischsprachigen Schulen (Ysgolion Cymraeg) und weiterführenden Einrichtungen. Die Stadt bietet eine lebendige Gemeinde mit wöchentlichem Markt, Geschäften, Cafés, dem Nant y Pandy Nature Reserve (The Dingle, ein bewaldetes Tal mit Wanderwegen) und kulturellen Events. Als zentraler Knotenpunkt ist sie gut angebunden und dient als Einkaufs- und Dienstleistungs-Hub für die gesamte Insel.
'''Amlwch''' im Nordosten der Insel war einst ein boomendes Zentrum des Kupferbergbaus und beherbergte das nahegelegene Parys Mountain (Mynydd Parys), eine der größten Kupferlagerstätten Europas im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Ab 1768 entdeckt, wurde sie unter Thomas Williams zum weltgrößten Kupferproduzenten; Amlwch wuchs von einer kleinen Bucht zu einem Hafen, der Kupfer exportierte und sogar eigene Münzen prägte. Der Bergbau dominierte die Wirtschaft und Identität für Jahrhunderte, bis die Vorkommen erschöpft waren und der Abbau Ende des 19. Jahrhunderts endete. Die surreale, farbenfrohe Landschaft von Parys Mountain mit giftigen Abwässern, Abraumhalden und dramatischen Kratern ist heute ein geologisches und industrielles Erbe. Heute ist Amlwch eine lebendige Stadt mit maritimer Atmosphäre, die vom Hafen und den Küstenwegen profitiert. Das Copper Kingdom Centre (ehemals Amlwch Copper Kingdom) im Hafen erzählt die Geschichte des Bergbaus mit Ausstellungen, Modellen und interaktiven Elementen – obwohl es zeitweise geschlossen war, bleibt es ein Schlüsselattraktion. Weitere Highlights sind der Hafen mit Bootstouren, der Porth Wen Brickworks (verlassene viktorianische Ziegelwerke an der Küste), Wanderwege um Parys Mountain und der nahegelegene Point Lynas Lighthouse.


'''Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch''', verkürzt '''Llanfair Pwllgwyngyll''', im Südosten der Insel ist der Ort mit dem längsten Namen Europas. Die Inselbewohner nennen das Dorf meist nur Llanfairpwll und sagen den Namen nur Gästen zur Freude vollständig auf – eine Gelegenheit, die keltischen Zisch- und Sprühlaute kennenzulernen und zu üben, die die Ortsnamen für Nicht-Waliser fast unaussprechlich machen. Der Name bedeutet im Walisischen in etwa „Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe des schnellen Wirbels und der Tysiliokirche bei der roten Höhle“. Der ursprüngliche Name war schlicht Llanfair Pwllgwyngyll. Mitte des 19. Jahrhunderts erfand ein lokaler Schuhmacher den langen Namen als Werbeidee, um den Ort für den Handel und den Eisenbahnverkehr attraktiver zu machen. Die Eisenbahngesellschaft errichtete daraufhin an der Hauptlinie London-Manchester-Holyhead einen Bahnhof in Llanfair Pwllgwyngyll, was den Ort als Touristenziel bekannt machte. Heute ist der Ort wegen seines langen Namens und des historischen viktorianischen Bahnhofs ein beliebtes Reiseziel mit jährlich etwa 200.000 Besuchern. Der Ortsname steht im Guinness-Buch der Rekorde als längste Einwort-Domain der Welt. Llanfair Pwllgwyngyll verbindet historische walisische Tradition mit moderner Bekanntheit durch seinen einzigartigen Namen und ist symbolisch für die Vermischung von Kultur und Tourismus in Wales.
Die Ortschaft '''Menai Bridge''' heißt auf Walisisch Porthaethwy. Bekannt ist sie vor allem durch die Menai Suspension Bridge, eine 1826 von Thomas Telford fertiggestellte Hängebrücke, die das Festland mit der Insel verbindet und damit maßgeblich zum Wachstum des Ortes beigetragen hat. Die Menai Suspension Bridge, die auch Namensgeber des Ortes ist, war die erste bedeutende moderne Eisen-Hängebrücke der Welt. Sie überspannt die Menai-Straße mit einer Spannweite von 176 Metern auf einer Höhe von etwa 30 Metern, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Sie besteht aus schmiedeeisernen Ketten und wurde mehrfach verstärkt und modernisiert, um den wachsenden Verkehrsanforderungen gerecht zu werden.
In Menai Bridge selbst findet man interessante kleine Geschäfte, darunter Antiquitäten und Buchläden, sowie eine gute Auswahl an Pubs und Restaurants, die auch lokale Meeresfrüchte anbieten. Die belgische Promenade, errichtet von belgischen Flüchtlingen im Ersten Weltkrieg, und die nahegelegene Church Island mit der historischen St. Tysilio Kirche sind beliebte Ausflugsziele. Der Ort dient auch als Kulisse für die walisische Fernsehserie "Rownd a Rownd". Zusätzlich gibt es in Menai Bridge die renommierte School of Ocean Sciences, die Teil der Universität Bangor ist. Der Anglesey Coastal Path, ein Teil des Wales Coast Path, führt durch den Ort. Menai Bridge verbindet historische Bedeutung, touristische Attraktionen und eine lebendige Gemeinde in malerischer Lage an der Menai-Straße. Ein moderner Steinkreis, der Menai Bridge Gorsedd Circle, erinnert an die Bauzeit der Brücke und wurde 1965 zum Anglesey Eisteddfod, einem traditionellen Literatur- und Musikfestival, angelegt.
== '''Verkehr''' ==
== '''Verkehr''' ==
Die Insel besitzt ein  gutes Straßennetz, dazu einige Häfen und eine Bahnlinie.
Der Verkehr auf Anglesey ist insgesamt eher gering, da die Insel ländlich geprägt ist und nur wenige größere Straßen hat. Hauptverkehrsachse ist die A55, die die Insel über zwei Brücken mit dem walisischen Festland verbindet.  


=== '''Straßenverkehr''' ===
=== '''Straßenverkehr''' ===
Das Straßennetz umfasst insgesamt 1144 km. Dazu kommen 1061 km Feld- und Wanderwege. Holy Island (vormals Holyhead Island) ist Anglesey nordwestlich vorgelagert und mit Anglesey über zwei Brücken verbunden.  
Das Straßennetz auf Anglesey umfasst insgesamt etwa 1.144 km befestigte Straßen (Stand aktueller walisischer Statistiken, wobei der genaue Wert je nach Quelle und Jahr leicht variiert, inklusive A-, B- und C-Straßen sowie unklassifizierter Wege). Dazu kommen rund 1.081 km öffentliche Rechte des Weges (public rights of way), darunter etwa 1.069 km Fußwege (footpaths) und nur etwa 12 km für Reiter, Radfahrer und teilweise motorisierten Verkehr geeignete Wege (bridleways, restricted byways und byways open to all traffic). Diese Zahlen machen Anglesey zu einer der Regionen mit einem dichten Netz an Wander- und Feldwegen, das vor allem für Freizeit und Tourismus genutzt wird – ergänzt durch den 200–225 km langen Anglesey Coastal Path, einen der längsten Küstenwanderwege in Großbritannien.  
 
Holy Island (walisisch Ynys Gybi), früher Holyhead Island genannt, ist Anglesey nordwestlich vorgelagert und mit der Hauptinsel über zwei Brücken verbunden. Die wichtigste ist die '''Four Mile Bridge''' (Pontrhydybont), eine historische Steinbrücke über die Cymyran Strait, die seit Jahrhunderten die Verbindung herstellt und heute Teil des lokalen Straßennetzes ist. Daneben führt die moderne A55 über eine weitere Brücke (Teil der Britannia Bridge-Verbindung), die Holy Island nahtlos an das Hauptstraßennetz anbindet.
 
Die entscheidende Brückenverbindung zum walisischen Festland besteht seit dem 30. Januar 1826 durch die '''Menai Suspension Bridge''' (Pont y Borth). Diese ikonische Hängebrücke überspannt die Menai Strait und verbindet Anglesey mit dem Festland bei Bangor. Entworfen und gebaut vom schottischen Ingenieur Thomas Telford, war sie mit einer Hauptspannweite von 176 Metern (insgesamt 580 Meter Länge) zur Bauzeit eine der längsten und technisch fortschrittlichsten Hängebrücken der Welt – eine der ersten modernen ihrer Art. Vor ihrem Bau gab es nur wetterabhängige und oft gefährliche Fährverbindungen über die Meerenge, die den Transport von Gütern, Post und Passagieren behinderten. Die Brücke verkürzte die Reisezeit dramatisch, insbesondere auf der Fernroute von London nach Holyhead (und weiter per Fähre nach Dublin), und machte Anglesey erstmals zuverlässig erreichbar. Sie trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Insel bei, indem sie Handel, Post und Tourismus erleichterte.


Anglesey hat seit dem 30. Januar 1826 eine Brückenverbindung zum Festland durch die '''Menai Suspension Bridge'''. Diese Hängebrücke überspannt die Menaistraße und verbindet die Insel Anglesey mit dem walisischen Festland bei Bangor. Sie wurde von dem berühmten Ingenieur Thomas Telford entworfen und gebaut. Mit einer Spannweite von 176 Metern war sie zur Bauzeit eine der größten Hängebrücken der Welt und ist heute eine der ersten modernen Hängebrücken weltweit. Vor dem Bau gab es nur Fährverbindungen, die gefährlich und wetterabhängig waren. Mit der Brücke konnte die Reisezeit entscheidend verkürzt werden, insbesondere im Fernverkehr von London nach Holyhead.
Heute ist die Menai Suspension Bridge Teil der A5 (Telford's Holyhead Road) und trägt hauptsächlich lokalen und touristischen Verkehr. Sie wurde mehrfach modernisiert: Nach Sturmschäden 1839 wurde das hölzerne Deck 1840 verstärkt und 1893 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Aktuell (Stand März 2026) laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten der Phase 2 (Permanent Works), die seit 2025/2026 andauern und voraussichtlich bis Frühjahr 2027 abgeschlossen sein sollen. Diese betreffen vor allem kritische Querträger (crossbeams), mit zeitweiligen Verkehrsbeschränkungen wie Tidal-Flow-Systemen (abwechselnde Fahrtrichtungen) und Gewichtsbeschränkungen (z. B. unter 7,5 Tonnen oder 40 Tonnen temporär). Die Brücke bleibt für Pkw und leichte Fahrzeuge nutzbar, aber Lkw und Busse werden oft über die parallele Britannia Bridge umgeleitet.
 
Die Britannia Bridge (Pont Britannia), eröffnet 1850 von Robert Stephenson, trägt heute die A55 (North Wales Expressway) und die Eisenbahn. Diese doppelte Brücke (ursprünglich röhrenförmig für Züge, später umgebaut) ist die Hauptverkehrsachse für den Fernverkehr nach Holyhead. Die A55 selbst ist seit 2001 durchgehend als dual carriageway (zweispurige Schnellstraße) über Anglesey ausgebaut – von der Britannia Bridge bis Holyhead etwa 32 km lang –, und bildet zusammen mit der A5 das Rückgrat des Straßennetzes.
 
Der Busverkehr auf Anglesey ist ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs und dient vor allem der lokalen Mobilität, dem Pendeln zwischen Dörfern und Städten sowie dem Tourismus entlang der Küste. Das Netz ist dezentral und ländlich geprägt, mit stündlichen bis zweistündlichen Verbindungen auf den Hauptstrecken und selteneren Fahrten in den Randgebieten. Die Fahrpläne können sich durch Wetterbedingungen, Baustellen oder saisonale Anpassungen ändern, weshalb aktuelle Informationen über Traveline Cymru oder die Website des County Council empfehlenswert sind.
 
Der Busverkehr wird von mehreren Unternehmen betrieben, darunter Arriva Wales als Hauptbetreiber in Nordwales, Eifion's Coaches als lokaler Anbieter für viele Inselrouten sowie kleinere Firmen wie O.R. Jones. Die walisische Regierung und Transport for Wales fördern das Netz durch Programme wie TrawsCymru für Fernverbindungen und lokale Initiativen.
 
Die wichtigste Linie ist die 62, eine Ringlinie, die die gesamte Küste umrundet und Orte wie Holyhead, Valley, Rhosneigr, Aberffraw, Newborough, Llanfairpwll, Menai Bridge, Beaumaris, Benllech, Moelfre, Amlwch und Cemaes verbindet. Sie fährt in der Regel stündlich und eignet sich hervorragend für Touristen, die die Küste erkunden möchten. Weitere zentrale Linien sind die 42 von Bangor über Menai Bridge, Llanfairpwll und Newborough nach Llangefni, die 4 und 4X von Holyhead über Valley und Bryngwran nach Llangefni sowie lokale Dienste wie die 50 und 58 rund um Beaumaris und Penmon. In ländlichen Gebieten ergänzen Demand-Response-Busse und Minibusse das Angebot. Die A55 als North Wales Expressway und die A5 über die Menai Suspension Bridge dienen als Hauptachsen für den Fernverkehr. Viele Busse kreuzen diese Brücken und verbinden Anglesey nahtlos mit Bangor, Caernarfon und dem Rest Nordwales.
 
Die Tickets sind günstig und flexibel. Das 1bws-Ticket erlaubt unbegrenzte Fahrten einen Tag lang in Nordwales für etwa sieben bis acht Pfund. TrawsCymru-Day-Tickets gelten für ausgewählte Linien, und für Jugendliche zwischen fünf und einundzwanzig Jahren gibt es stark reduzierte oder kostenlose Optionen über mytravelpass. Einzeltickets kosten je nach Strecke zwei bis fünf Pfund.


=== '''Bahnverkehr''' ===
=== '''Bahnverkehr''' ===
Das Bahnnetz der Inselgrafschaft umfasst insgesamt 69 km. Davon werden 41 km elektrisch und 28 km mit Dampf betrieben. Von 1908 bis 1910 waren die Bahnlinien der Insel noch insgesamt 84 km lang. Von den 19 ursprünglich Haltestellen sind heute noch 13 vorhanden und 6 in Betrieb.
Der Bahnverkehr auf Anglesey ist heute auf die '''North Wales Coast Line''' beschränkt, die die Insel mit dem walisischen Festland und dem Rest Großbritanniens verbindet. Das aktive Bahnnetz der Inselgrafschaft umfasst insgesamt etwa 69 Kilometer Strecke, wobei die Hauptlinie von der Britannia Bridge bei Menai Bridge über Llanfairpwll, Valley bis Holyhead führt. Davon werden rund 41 Kilometer elektrisch betrieben und 28 Kilometer mit Dieselzügen, da die Elektrifizierung auf der Strecke nach Holyhead noch nicht vollständig ist – die Züge wechseln in Crewe oder Llandudno Junction oft die Traktion, und die Versorgung mit Oberleitung endet derzeit vor Anglesey. Von 1908 bis 1910 waren die Bahnlinien der Insel noch insgesamt 84 Kilometer lang, einschließlich der inzwischen stillgelegten Zweigstrecken wie der Anglesey Central Railway von Gaerwen nach Amlwch. Von den 19 ursprünglich vorhandenen Haltestellen sind heute noch 13 vorhanden, aber nur 6 in Betrieb: Holyhead, Valley, Rhosneigr, Ty Croes, Bodorgan und Llanfairpwll (mit seinem berühmten langen walisischen Namen Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch).
 
Die Hauptstrecke ist die Chester and Holyhead Railway, die 1848 bis 1850 eröffnet wurde und Holyhead als Endpunkt und Fährhafen nach Irland etablierte. Sie wird von Transport for Wales (TfW) betrieben, ergänzt durch Avanti West Coast für Fernverbindungen aus London Euston. Die Züge fahren regelmäßig, etwa stündlich oder alle zwei Stunden, mit direkten Verbindungen nach Chester, Crewe, Manchester, Birmingham und London. Holyhead ist der westliche Endbahnhof, etwa 170 Kilometer von Crewe entfernt, und dient als Knotenpunkt für Fähren nach Dublin. Die Britannia Bridge, ursprünglich 1850 als röhrenförmige Eisenbahnbrücke eröffnet und später umgebaut, trägt heute sowohl die Bahn als auch die A55-Schnellstraße und ist die einzige Schienenverbindung zum Festland.
 
Die ehemalige Anglesey Central Railway, eine 28 Kilometer lange Zweigstrecke von Gaerwen nach Amlwch, wurde 1864 bis 1867 eröffnet und verband das Kupferbergbaugebiet um Parys Mountain mit dem Hauptnetz. Sie wurde 1964 für den Personenverkehr stillgelegt (Beeching Axe) und bis 1993 für Fracht genutzt, danach außer Betrieb genommen. Die Gleise sind größtenteils noch vorhanden, und es gibt seit Jahren Bestrebungen einer Heritage-Railway-Gruppe (Anglesey Central Railway Ltd.), die Strecke als Museumsbahn wiederzubeleben – bisher jedoch ohne regelmäßigen Betrieb, nur gelegentliche Testfahrten oder Freiwilligenarbeit zur Gleispflege. Derzeit dient der Korridor teilweise als Wander- und Radweg-Projekt (Lôn Las Môn), mit Plänen für eine kombinierte Nutzung als Fuß- und Radweg sowie potenzieller Wiedereröffnung für leichte Schienenverbindungen.
 




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== '''Schiffsverkehr''' ==
== '''Schiffsverkehr''' ==
Größter Hafen und zugleich Fährhafen nach Irland und auf die Isle of Man ist das auf einer separaten Insel gelegene Holyhead. Auf Anglesey gibt es insgesamt 5 Fischerhäfen, 4 Leuchttürme und 5 Leuchtfeuer.
Der Schiffsverkehr auf Anglesey konzentriert sich fast ausschließlich auf den Hafen von Holyheadm auf der vorgelagerten Holy Island, der als wichtigster Passagier- und Frachthafen von Wales und einer der zentralen Knotenpunkte im Irischen Meer gilt. Holyhead dient seit dem 19. Jahrhundert als Tor nach Irland und verbindet Wales mit Dublin. Der Hafen wird von Stena Line Ports Ltd. betrieben und ist für den Großteil des maritimen Verkehrs verantwortlich, einschließlich Fähren, Fracht und gelegentlicher Kreuzfahrtschiffe.
 
Der Passagierverkehr dominiert mit der Route Holyhead–Dublin, die ganzjährig betrieben wird und eine der belebtesten Fährverbindungen im Irischen Meer darstellt. Zwei große Reedereien teilen sich den Betrieb: Stena Line und Irish Ferries. Stena Line setzt moderne Superferries wie die Stena Adventurer und Stena Estrid ein, die die Überfahrt in etwa 3 Stunden 15 Minuten schaffen und bis zu acht Abfahrten pro Tag anbieten. Irish Ferries betreibt konventionelle Fähren sowie den schnellen Katamaran Dublin Swift, der die Strecke in nur 2 Stunden 15 Minuten zurücklegt, und Schiffe wie Ulysses oder James Joyce für längere, komfortablere Überfahrten von etwa 3 Stunden 25 Minuten. Insgesamt gibt es bis zu acht tägliche Überfahrten in jede Richtung, mit mehr Frequenzen in der Hochsaison. Die Route transportiert Millionen Passagiere, Autos und Fracht jährlich und ist essenziell für den Tourismus, den Warenaustausch und den Pendelverkehr zwischen Großbritannien und Irland.
 
Neben dem Passagierverkehr spielt Fracht eine große Rolle. Holyhead ist ein wichtiger Ro-Ro-Hafen (Roll-on/Roll-off) für Lkw und Container, mit dedizierten Terminals für Frachtschiffe. Der Hafen hat in den letzten Jahren Investitionen in Infrastruktur erhalten, um den wachsenden Verkehr zu bewältigen, und profitiert von seiner strategischen Lage am Ende der A55 und der Bahnlinie. Gelegentlich legen Kreuzfahrtschiffe an, wobei Holyhead in den letzten Jahren einen Boom erlebt hat – 2025 war es der größte Kreuzfahrt-Hafen in Wales mit über der Hälfte aller walisischen Anläufe. Für 2026 wird ein weiterer Zuwachs erwartet, unter anderem durch einen Betreiber mit geplanten 40 Prozent mehr Anläufen.
 
Kleinere Häfen und Anlegestellen auf Anglesey dienen hauptsächlich lokalen Zwecken. Beaumaris Pier ist ein historischer Anleger für Ausflugsboote zu Puffin Island und Seevogelkolonien, während Amlwch Harbour und Rhoscolyn kleine Fischerei- und Freizeithäfen sind. Bootsfahrten von Beaumaris oder Holyhead starten regelmäßig zu Robben- und Vogelbeobachtungen oder Küstentouren. Der kommerzielle Schiffsverkehr abseits von Holyhead ist minimal, mit gelegentlichen Versorgungsschiffen für Offshore-Windparks oder kleinen Frachtbooten.
 




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* jährliche Passagierkapazität:   
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* jährliche Frachtkapazität:   
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RAF Mona, auch als Relief Landing Ground bekannt, liegt nahe Bodffordd im Zentrum der Insel und dient seit Jahrzehnten als Ausweich- und Übungsplatz für RAF Valley. Die Geschichte reicht bis 1915 zurück, als die Royal Naval Air Service (RNAS) Anglesey als Luftschiffbasis eröffnete, um U-Boot-Patrouillen über dem Irischen Meer zu fliegen. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie als Luftgunnery School mit Avro Ansons genutzt, und nach 1942 entstanden Betonbahnen und Hangars. Nach dem Krieg lag sie in Care and Maintenance, bis sie 1951 als Relief Landing Ground für RAF Valley wiedereröffnet wurde, zunächst für De Havilland Vampire. Heute ist Mona primär ein Übungsplatz für die Hawk T2 von 4 FTS, wo Piloten Kreisbahnen (circuits), Touch-and-Go und Notlandemanöver üben. Die Mona Flying Club nutzt den Platz zivil an Abenden und Wochenenden für Leichtflugzeuge. Mona bleibt ein aktiver Militärflugplatz mit permanenter FRZ und wird regelmäßig für Training der Red Arrows oder andere Übungen genutzt, wie im Februar 2026 für Synchro-Pair-Sorties.




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* Fluggesellschaften:  -
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* Flugzeugstandplätze:  -
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RAF Valley, offiziell Royal Air Force Valley (walisisch Llu Awyr Brenhinol Y Fali), liegt nahe dem Dorf Valley im Westen der Insel und ist der Hauptstützpunkt für die schnelle Jet-Ausbildung in Großbritannien. Die Basis wurde Ende 1940 gebaut und am 1. Februar 1941 als Fighter Sector Station eröffnet, zunächst unter dem Namen RAF Rhosneigr. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie der Verteidigung von Merseyside, dem Nordwesten Englands und dem Irischen Meer gegen deutsche Luftangriffe und U-Boote. Nach dem Krieg wandelte sie sich zu einer reinen Trainingsbasis und ist seit den 1950er Jahren Heimat der No. 4 Flying Training School (4 FTS). Heute betreibt sie die BAE Systems Hawk T2 für die fortgeschrittene Jet-Ausbildung (Phase 3 und 4 des Fast Jet Trainings), den Textron T-6C Texan T1 für die grundlegende Propeller-Ausbildung und den Juno HT1-Helikopter für Maritime und Mountain Flying Training. Die Station ist auch Basis für die Red Arrows, die ihre Hawk T1 bis 2030 hier warten lassen, obwohl die Flugzeuge selbst in Waddington stationiert sind. RAF Valley ist ein aktiver Militärflugplatz mit ständigen Flugbeschränkungszonen (FRZ) rund um die Uhr, und es finden regelmäßig Übungen statt, wie Exercise Freedom Hawk oder Synchro-Pair-Training der Red Arrows, das oft RAF Mona als Ausweichplatz nutzt. Die Basis ist auch als Anglesey Airport für zivile Flüge zugelassen, vor allem für Charter und Rettungsdienste, obwohl der militärische Betrieb dominiert.
 
* '''RAF Valley Airfield''':
* '''RAF Valley Airfield''':
* Code:  VLY / EGOV (1944 bis 1956 VY)
* Code:  VLY / EGOV (1944 bis 1956 VY)
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* jährliche Passagierkapazität:  ca. 20.000
* jährliche Passagierkapazität:  ca. 20.000
* jährliche Frachtkapazität:  ca. 200 t
* jährliche Frachtkapazität:  ca. 200 t
Beide Stationen sind unter No. 22 Group (Training) und No. 2 Group organisiert und bilden einen der wichtigsten Ausbildungsverbünde für schnelle Jets in Europa. RAF Valley ist der Hauptstandort mit umfangreichen Einrichtungen, Simulatoren und Personal, während Mona als kostengünstiger Ergänzungsplatz dient, um den Verkehr am Hauptfeld zu entlasten. Die Präsenz der RAF schafft Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse, birgt aber auch Lärmbelastung für die Anwohner, besonders bei Nachtflügen oder Übungen. Beide Flugplätze sind militärisch geschützt, und ziviler Verkehr ist streng reguliert.


== '''Wirtschaft''' ==
== '''Wirtschaft''' ==
Anglesey lebt vor allem vom Tourismus, der Schafwirtschaft und dem Transportwesen.
Die Wirtschaft auf Anglesey basiert vor allem auf Landwirtschaft, Tourismus und einigen Industrie- und Energieprojekten. Wichtige Arbeitgeber sind der Hafen und Industrieanlagen rund um Holyhead sowie frühere und geplante Energieprojekte wie das Kernkraftwerk Wylfa Nuclear Power Station.


=== '''Landwirtschaft''' ===
=== '''Landwirtschaft''' ===
Anglesey ist Teil der Anglesey Freeport Initiative, deren Ziel es ist, die lokale Wirtschaft durch die Nutzung der maritimen Infrastruktur, qualifizierter Arbeitskräfte und Möglichkeiten im Bereich erneuerbare Energien anzukurbeln. Diese Initiative soll zu einem erheblichen Wirtschaftswachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen führen, mit dem Ziel einer integrativen und ökologisch nachhaltigen Entwicklung. Der Freihafen hat sich Finanzmittel gesichert und bietet Steuererleichterungen, um Unternehmen anzulocken und gleichzeitig faire Arbeits- und Umweltstandards zu fördern.
Die Insel ist Teil der Anglesey Freeport Initiative, die seit ihrer Konzeption und Genehmigung des Full Business Case im Jahr 2025 darauf abzielt, die Wirtschaft durch maritime Infrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte und Chancen im Bereich erneuerbare Energien anzukurbeln. Diese Initiative soll zu erheblichem Wachstum und Tausenden neuer Arbeitsplätze führen, mit Fokus auf integrative und ökologisch nachhaltige Entwicklung. Der Freihafen hat sich Finanzmittel gesichert und bietet Steuererleichterungen, um Unternehmen anzulocken, während faire Arbeits- und Umweltstandards gefördert werden. Obwohl der Schwerpunkt auf Energie, Fertigung, Tourismus und Gesundheit liegt, profitiert die Landwirtschaft indirekt durch verbesserte Infrastruktur und wirtschaftliche Impulse, die auch agrarische Betriebe stabilisieren können. Viele Einwohner suchen dennoch nach größeren Chancen in technologieorientierten Sektoren und nachhaltiger Energie, was zu einer Abwanderung junger Menschen aus der traditionellen Landwirtschaft führt.


Die Landwirtschaft bleibt neben anderen Schlüsselbranchen wie Energie, Fertigung, Tourismus und Gesundheit ein wichtiger Teil der lokalen Wirtschaft in Anglesey. Die Einwohner suchen nach größeren Chancen, insbesondere in technologieorientierten Branchen und im Bereich der nachhaltigen Energie.
Die Landwirtschaft auf Anglesey ist typisch für Nordwales: überwiegend Viehzucht (Rinder und Schafe), mit einem Schwerpunkt auf Milchproduktion, Lamm- und Rindfleisch sowie etwas Ackerbau auf fruchtbareren Böden. Die Insel profitiert von mildem Klima und guten Weiden, doch ein Großteil des Landes fällt in Less Favoured Areas (LFA), wo die Produktion durch hügeliges Gelände und begrenzte Erträge erschwert ist. Die walisische Landwirtschaft insgesamt nutzt über 80 Prozent der Landesfläche, und Anglesey trägt dazu bei, mit Schwerpunkt auf extensiver Weidehaltung und kleineren Familienbetrieben. Der County Council unterhält eine eigene Smallholdings Estate, die als Vermieter von Land und Gebäuden an lokale Farmer dient und die ländliche Wirtschaft sowie die walisische Sprache stärkt. Ein strategischer Plan für diese Estate betont langfristige Viabilität, Förderung von Farming-Chancen und Diversifikation in ländliche Wirtschaftszweige.


Ein bedeutendes Zehnjahres-Entwicklungsprogramm (2014 bis 2024) schuf 44 moderne, energieeffiziente Geschäftseinheiten in Orten wie Llangefni und Holyhead und förderte das Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen, darunter auch solche, die wahrscheinlich mit der Landwirtschaft verbunden sind. Dieses Programm schuf bis zu 248 Arbeitsplätze und wurde mit erheblichen Mitteln der walisischen Regierung und aus europäischen Quellen finanziert.
Ein bedeutendes Zehnjahres-Entwicklungsprogramm von 2014 bis 2024, das Sites and Premises Programme unter Leitung des Economic Development Teams des County Council, hat 44 moderne, energieeffiziente Geschäftseinheiten in Orten wie Llangefni und Holyhead geschaffen. Dieses Programm, finanziert durch erhebliche Mittel der walisischen Regierung und europäische Quellen, förderte das Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen, darunter solche mit Bezug zur Landwirtschaft wie landwirtschaftliche Dienstleister, Verarbeitung oder Zulieferer. Es schuf bis zu 248 Arbeitsplätze und stärkte die lokale Wirtschaft insgesamt, was indirekt die Landwirtschaft unterstützt, indem es Diversifikation und bessere Vermarktung ermöglicht.
 
Die Landwirtschaft steht vor Herausforderungen: Klimawandel, sinkende Subventionen nach dem Brexit, Konkurrenz durch Freihandelsabkommen und zunehmender Druck durch erneuerbare Energien wie Solarfarmen, gegen die der Council 2025 juristisch vorgeht, um landwirtschaftliche Flächen zu schützen. Dennoch gibt es positive Entwicklungen, wie Projekte für klimaresiliente Landwirtschaft (z. B. auf Castellior Farm) und Initiativen des Ynys Môn Food Partnership, das seit 2020 nachhaltige Lebensmittelpraktiken fördert und mit einem Fond lokale Projekte unterstützt. Der Anglesey Agricultural Show, ein jährliches Highlight im August, feiert die Landwirtschaft mit Viehschauen, lokalen Produkten und Eisteddfod-Elementen und unterstreicht die kulturelle Bedeutung.
 
=== '''Forstwirtschaft''' ===
Die Insel hat eine relativ niedrige Walddeckung im Vergleich zum walisischen Durchschnitt. Wales insgesamt weist etwa 15 Prozent Waldfläche auf, während Anglesey nur rund 0,37 Prozent natürlichen Waldes hat, was etwa 260 Hektar entspricht, ergänzt durch Plantagen und bewaldete Flächen. Die Gesamtwaldfläche der Insel liegt bei etwa 2.500 bis 3.000 Hektar, einschließlich privater Gärten, Hecken und bewaldeter Gebiete, wobei der Großteil aus Nadelholzplantagen und Mischwäldern besteht. Die Forstwirtschaft wird hauptsächlich von Natural Resources Wales (NRW) verwaltet, das den Welsh Government Woodland Estate betreut, und durch private Eigentümer sowie Community-Gruppen ergänzt.
 
Das prominenteste Forstgebiet ist Newborough Forest (Coedwig Niwbwrch), ein 952 Hektar großer Küstenwald zwischen Newborough Warren, Malltraeth Estuary und dem Dorf Newborough. Dieser Wald, der größte auf der Insel, wurde in den 1940er und 1950er Jahren als Küstenschutzpflanzung mit Corsican-Kiefern angelegt, um Dünen zu stabilisieren. Der aktuelle Forest Resource Plan, genehmigt am 17. Januar 2025, legt die Bewirtschaftung für die nächsten Jahrzehnte fest: Er zielt auf eine Balance zwischen Naturschutz (insbesondere Dünenhabitate und Shore Dock), Rotwild- und Eichhörnchen-Schutz, Erholung und nachhaltiger Holznutzung ab. Der Plan sieht eine schrittweise Reduzierung des geschlossenen Kronendachs um etwa 60 Hektar vor, um Dünen zu verbessern, mit einer Verringerung der Nadelbäume um 170 Hektar und einer Zunahme von breiten Laubwäldern und offenen Flächen. Dies dient der Anpassung an Klimawandel, Artenvielfalt und Küstenerosion. Der Wald ist ein beliebtes Erholungsgebiet mit Wanderwegen, Radwegen und dem Llyn Parc Mawr Community Woodland, einem 60-Acre-Abschnitt, der von einer lokalen Gruppe gemeinnützig bewirtschaftet wird.
 
Weitere kleinere Wälder und bewaldete Bereiche finden sich entlang der Küste, in Tälern wie dem Dingle (Nant y Pandy) bei Llangefni oder in privaten Plantagen. Die Forstwirtschaft auf Anglesey ist nachhaltig ausgerichtet und zertifiziert, mit Fokus auf UK Woodland Assurance Standard. Sie produziert hauptsächlich Weichholz für Bau- und Brennholz, wobei der Großteil exportiert oder lokal verarbeitet wird. Wirtschaftlich ist der Sektor klein, trägt aber zur Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung und Tourismus bei – Wälder wie Newborough sind Hotspots für Spaziergänge, Vogelbeobachtung und Mountainbiking.
 
Community-Initiativen spielen eine wachsende Rolle: Gruppen wie Coedwig Môn organisieren Workshops, Events und Bildung in zugänglichen Wäldern, um Menschen mit der Natur zu verbinden. Projekte wie Actif Woods Wales fördern Gesundheit durch Waldarbeit, Bushcraft und soziale Forstwirtschaft. Die walisische Regierung unterstützt dies durch Programme wie den National Forest for Wales und den Llwybr Coedwig Cymru Trail, der Waldgebiete verbindet und Erholung fördert – Anglesey profitiert indirekt durch regionale Ziele für mehr Baumdeckung und Widerstandsfähigkeit.


=== '''Fischerei''' ===
=== '''Fischerei''' ===
Die Küstengewässer von Anglesey gelten als Hotspots für den Fischfang, insbesondere für Arten wie Seebarsch, die sowohl für die kommerzielle Fischerei als auch für Sportfischer attraktiv sind.
Die Küstengewässer der Insel gelten als "Hotspots" für den Fischfang, insbesondere für Arten wie Seebarsch, der sowohl für die kommerzielle Fischerei als auch für Sportfischer attraktiv ist. Die Gewässer um Anglesey profitieren von der Lage im Irischen Meer, starken Gezeitenströmungen und vielfältigen Habitaten wie Kelpwäldern, Sandbänken und Riffen, die eine reiche Biodiversität fördern. Neben Seebarsch werden regelmäßig Makrele, Pollack, Kabeljau, Leng, Plattfische und verschiedene Haiarten gefangen, während die Schalentierfischerei – vor allem auf Hummer, Krabben, Jakobsmuscheln und Wellhornschnecken – eine wichtige Rolle spielt.
 
Die walisische Fischereiindustrie insgesamt steht vor erheblichen Herausforderungen. In den letzten zehn Jahren ist die Flottengröße zurückgegangen, die Anlandungen und der wirtschaftliche Wert der Fänge sind gesunken, und Exportschwierigkeiten haben die Branche belastet. Diese Entwicklungen sind zum Teil auf den Brexit zurückzuführen, der den Zugang zu EU-Märkten erschwert hat, sowie auf die Auswirkungen von COVID-19, die Lieferketten und den Tourismus beeinträchtigten. Wales ist hauptsächlich auf Schalentiere spezialisiert, wobei Jakobsmuscheln, Hummer und Wellhornschnecken die wichtigsten Produkte darstellen. Die walisische Regierung versucht mit Programmen wie dem Fishing for the Future Fonds und nachhaltigen Managementplänen gegenzusteuern, doch viele kleine Fischerboote kämpfen um Rentabilität.


Die walisische Fischereiindustrie insgesamt steht vor Herausforderungen, darunter ein Rückgang der Flottengröße, sinkende Fangwerte und Exportschwierigkeiten, die zum Teil auf den Brexit und COVID zurückzuführen sind. Wales ist hauptsächlich auf Schalentiere wie Wellhornschnecken, Hummer und Jakobsmuscheln spezialisiert, und die Branche hat in den letzten zehn Jahren einen erheblichen Rückgang der Anlandungen und des wirtschaftlichen Wertes verzeichnet.
Auf Anglesey selbst ist die kommerzielle Fischerei kleinräumig und familienbetrieben, mit Holyhead als wichtigstem Anlandehafen. Der Hafen dient nicht nur dem Fährverkehr, sondern auch als Basis für lokale Fischerboote, die vor allem auf Tages- und Küstenfischerei setzen. Ein bedeutendes Unternehmen in der Region ist Anglesey Aquaculture, das unter der Marke Anglesey Sea Bass hochwertigen Seebarsch in nachhaltiger Aquakultur produziert. Das Unternehmen, das in den letzten Jahren sein Jubiläum feierte, hat sich durch Investitionen in moderne, umweltfreundliche Anlagen und Zertifizierungen wie ASC (Aquaculture Stewardship Council) profiliert. Es reflektiert kontinuierliche Wachstums- und Nachhaltigkeitsbemühungen und plant eine Ausweitung der Produktion sowie der Verarbeitung, um lokale Arbeitsplätze zu sichern und den Export zu stärken. Anglesey Sea Bass gilt als Premiumprodukt und wird in Restaurants in Wales und darüber hinaus geschätzt.


Anglesey Aquaculture ist ein bedeutendes Unternehmen in der Region, das unter der Marke Anglesey Sea Bass Seebarsch produziert. Es feierte sein Jubiläum und reflektierte dabei seine Wachstums- und Nachhaltigkeitsbemühungen in der Fischzucht mit Aussichten auf eine Ausweitung der Produktion und Verarbeitung.
Neben der kommerziellen Fischerei boomt der Freizeit- und Angeltourismus. Anglesey Fishing and Boat Trips, ein Unternehmen mit Sitz in Holyhead, hat seine Flotte in den letzten Jahren erheblich erweitert. Das 2023 gegründete Unternehmen begann mit maßgeschneiderten Angelausflügen für Seebarsch, Pollack und Makrele und bietet inzwischen auch Sightseeing-Touren, Robben- und Vogelbeobachtungen sowie private Charter an. Die steigende Nachfrage im Tourismusbereich, insbesondere durch Besucher, die die Küste und das klare Wasser der Insel nutzen wollen, hat zu diesem Wachstum geführt. Ähnliche Anbieter starten von Beaumaris, Rhoscolyn oder Moelfre aus und kombinieren Angeln mit Naturführungen.


Anglesey Fishing and Boat Trips, ein Unternehmen mit Sitz in Holyhead, hat seine Flotte aufgrund der steigenden Nachfrage im Tourismusbereich erweitert. Das 2023 gegründete Unternehmen begann mit maßgeschneiderten Angelausflügen, bietet nun aber auch Sightseeing-Touren und private Charter an, was auf ein Wachstum des Freizeitangeltourismus auf der Insel hindeutet.
Die Fischerei auf Anglesey ist eng mit dem Naturschutz verknüpft. Viele Gebiete fallen unter Schutz wie das Anglesey Heritage Coast, das Menai Strait Marine Conservation Zone und das Ynys Llanddwyn National Nature Reserve, wo Fangbeschränkungen und Schonzeiten gelten, um Bestände zu erhalten. Die walisische Regierung und lokale Initiativen wie der Ynys Môn Food Partnership fördern nachhaltige Praktiken und lokale Vermarktung, etwa durch Fischmärkte und Direktverkäufe.


=== '''Bergbau''' ===
=== '''Bergbau''' ===
Der Bergbau am Parys Mountain reicht fast 4.000 Jahre zurück, wobei der groß angelegte Kupferabbau im 18. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte. In den 1780er Jahren wurde die Mine am Parys Mountain zur größten Kupfermine weltweit und produzierte Kupfer, das auf dem Weltmarkt in großem Umfang verwendet wurde. Das Kupfer wurde größtenteils im Tagebau und später teilweise auch im Untertagebau abgebaut. Dieser Bergbauboom beflügelte das Wachstum und die Entwicklung in Anglesey, insbesondere in der Stadt Amlwch.
Der Bergbau auf Anglesey hat eine lange Tradition, die fast 4.000 Jahre zurückreicht und vor allem durch den Kupferabbau am Parys Mountain geprägt ist. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass bereits in der Bronzezeit vor etwa 3.800 bis 4.000 Jahren Kupfererz in kleinen Mengen abgebaut wurde, um Bronze herzustellen. Der groß angelegte industrielle Bergbau begann jedoch erst im 18. Jahrhundert und erreichte in den 1780er Jahren seinen absoluten Höhepunkt. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Mine am Parys Mountain zur größten Kupfermine der Welt. Sie produzierte enorme Mengen an Kupfer, das auf dem Weltmarkt in großem Umfang für Münzen, Schiffsbau, Kanonen, Rohre und industrielle Anwendungen verwendet wurde. Der Abbau erfolgte zunächst hauptsächlich im Tagebau in riesigen offenen Gruben, später teilweise auch im Untertagebau mit Schächten und Stollen. Der Bergbauboom löste ein rapides Wachstum in Anglesey aus, insbesondere in der Stadt Amlwch, die sich von einem kleinen Fischerdorf zu einem prosperierenden Hafen- und Industriestandort entwickelte. Tausende Arbeiter strömten herbei, darunter qualifizierte Bergleute aus Cornwall und Devon, und die lokale Wirtschaft profitierte enorm von Investitionen, Löhnen und Infrastruktur.
 
Die Kupferindustrie in Anglesey sorgte im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert für ein bedeutendes Wirtschaftswachstum. Unternehmer wie Thomas Williams von Llanidan kontrollierten zeitweise den Großteil des britischen Kupfermarkts und bauten ein Netz aus Minen, Schmelzöfen, Häfen und Transportwegen auf. Parys Mountain und die benachbarte Mona Mine produzierten in ihrer Blütezeit bis zu zwei Drittel des britischen Kupfers. Der Reichtum floss in prächtige Herrenhäuser, Kirchen und öffentliche Gebäude, während Amlwch eigene Schulen, Kapellen und eine eigene Währung (Parys Mountain Tokens) entwickelte. Der Boom endete jedoch in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die leicht zugänglichen Erzvorkommen erschöpft waren und die Konkurrenz aus Cornwall, Devon und Übersee zunahm. Der Abbau ging stark zurück und wurde Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend eingestellt, mit nur sporadischen Nachnutzungen bis ins 20. Jahrhundert.


Die Kupferindustrie in Anglesey sorgte im 18. Jahrhundert für ein bedeutendes Wirtschaftswachstum und zog Investitionen und qualifizierte Arbeitskräfte an. Trotz der späteren Schließung der Mine bleibt der Standort ein wichtiger Ort des industriellen Erbes.
Trotz der Schließung der Mine bleibt Parys Mountain ein wichtiger Ort des industriellen Erbes. Der Standort ist als bedeutende historische Stätte anerkannt und zieht heute Besucher an, die die dramatische, surreale Landschaft erkunden wollen. Die riesigen, farbenfrohen Abraumhalden, giftigen Abwässerseen in Orange-, Rot- und Grüntönen sowie die Ruinen von Maschinenhäusern, Schornsteinen und Schächten sind noch immer sichtbar und bilden eine einzigartige postindustrielle Kulisse. Das Copper Kingdom Centre in Amlwch erzählt die Geschichte des Bergbaus mit Ausstellungen, Modellen und interaktiven Elementen, während geführte Touren über das Gelände führen und die technischen und sozialen Aspekte beleuchten.


Das industrielle Erbe des Kupferbergbaus und der damit verbundenen Aktivitäten trägt zum reichen Kulturerbe der Region bei. Parys Mountain ist als bedeutende historische Stätte anerkannt, an der noch heute sichtbare Überreste des Bergbaus zu finden sind.
Das industrielle Erbe des Kupferbergbaus und der damit verbundenen Aktivitäten trägt wesentlich zum reichen Kulturerbe der Region bei. Es hat nicht nur die Landschaft dauerhaft verändert, sondern auch die Identität von Amlwch und Umgebung geformt. Die surreale Ästhetik von Parys Mountain inspiriert Künstler, Fotografen und Filmemacher, und der Standort dient als Mahnmal für industrielle Revolution und Ressourcenausbeutung. Gleichzeitig wird er zunehmend als Chance für nachhaltige Entwicklung gesehen: In den letzten Jahren gab es Untersuchungen zu Geothermie, seltener Erden und sogar Goldvorkommen, obwohl keine großflächige Wiederaufnahme des Abbaus stattfindet. Die walisische Regierung und lokale Initiativen fördern den Erhalt als Industriedenkmal und integrieren ihn in Tourismuskonzepte, etwa durch Wanderwege und Geopark-Pläne.


=== '''Handwerk''' ===
=== '''Handwerk''' ===
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=== '''Wasserwirtschaft''' ===
=== '''Wasserwirtschaft''' ===
Der Isle of Anglesey County Council ist für die Wasserwirtschaft im Zusammenhang mit gewöhnlichen Wasserläufen auf der Insel zuständig. Dazu gehört die Regulierung von Änderungen an diesen Wasserläufen, die den Wasserfluss beeinträchtigen oder Überschwemmungen verursachen könnten. Der Council erteilt Genehmigungen für solche Änderungen und ergreift Maßnahmen, um unbefugte oder schädliche Eingriffe in Wasserläufe zu beseitigen. Diese Zuständigkeit lag zuvor bei Natural Resources Wales, wurde jedoch an die lokale Behörde übertragen, um die lokalen Hochwasserrisiken besser zu bewältigen.
Der Isle of Anglesey County Council ist für die Wasserwirtschaft im Zusammenhang mit gewöhnlichen Wasserläufen auf der Insel zuständig. Dazu gehört die Regulierung von Änderungen an diesen Wasserläufen, die den Wasserfluss beeinträchtigen oder Überschwemmungen verursachen könnten. Der Council erteilt Genehmigungen für solche Änderungen und ergreift Maßnahmen, um unbefugte oder schädliche Eingriffe in Wasserläufe zu beseitigen. Diese Zuständigkeit lag zuvor bei Natural Resources Wales, wurde jedoch an die lokale Behörde übertragen, um die lokalen Hochwasserrisiken besser zu bewältigen und schnellere, ortsnahe Entscheidungen zu ermöglichen. Ufergrundstückseigentümer, die Wasserläufe unterirdisch verlegen (einschließen oder abdecken) oder Hindernisse einbauen möchten, müssen die Genehmigung des Rates einholen. Der Rat rät aufgrund der negativen Auswirkungen auf Überschwemmungen von einer Untertunnelung ab und genehmigt diese nur, wenn keine praktikable Alternative besteht und geeignete Maßnahmen zur Schadensminderung geplant sind.


Ufergrundstückseigentümer, die Wasserläufe unterirdisch verlegen (einschließen oder abdecken) oder Hindernisse einbauen möchten, müssen die Genehmigung des Rates einholen. Der Rat rät aufgrund der negativen Auswirkungen auf Überschwemmungen von einer Untertunnelung ab und genehmigt diese nur, wenn keine praktikable Alternative besteht und geeignete Maßnahmen zur Schadensminderung geplant sind.
Die wichtigsten Wasserläufe auf Anglesey sind der Afon Cefni, der durch Llangefni fließt und in die Malltraeth Marshes mündet, der Afon Alaw im Norden sowie kleinere Bäche wie der Afon Wygyr oder der Afon Cadnant. Viele dieser Gewässer sind Teil von Hochwasserrisikogebieten, besonders in flachen Küstenregionen wie Malltraeth, Newborough und entlang der Menai Strait. Der Council betreibt ein Flood Risk Management Plan, das regelmäßig aktualisiert wird und Maßnahmen wie Deichunterhalt, Reinigung von Abflüssen, Warnsysteme und naturnahe Retentionsflächen umfasst. In den letzten Jahren wurden Projekte wie die Verbesserung des Malltraeth Cob (eines historischen Deichs) und die Renaturierung von Feuchtgebieten durchgeführt, um Hochwasserrisiken zu reduzieren und gleichzeitig Biodiversität zu fördern.
 
Die Trinkwasserversorgung liegt in den Händen von Dŵr Cymru Welsh Water, dem öffentlichen Wasserversorger für Wales. Anglesey wird hauptsächlich aus dem Llyn Alaw Reservoir im Norden gespeist, einem künstlichen Stausee aus den 1960er Jahren mit einer Kapazität von etwa 5,5 Millionen Kubikmetern. Ergänzt wird dies durch kleinere Quellen und Verbindungen zum Festland. Die Qualität des Trinkwassers ist hoch, und Welsh Water investiert kontinuierlich in Leitungsnetze, um Lecks zu minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Abwasser wird größtenteils über Kläranlagen in Holyhead, Amlwch, Llangefni und Menai Bridge behandelt, bevor es in die See oder Flüsse eingeleitet wird. Die Anlagen entsprechen EU- und walisischen Standards, obwohl es in manchen Jahren Kritik an Überläufen bei Starkregen gab.
 
Anglesey hat mehrere Flood Warning Areas, vor allem entlang der Küste und in Tieflagen. Der Council arbeitet eng mit Natural Resources Wales zusammen, das für Hauptflüsse und Küstenschutz zuständig bleibt. Nach schweren Stürmen wie Storm Ciara 2020 oder Storm Eunice 2022 wurden zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen, darunter verbesserte Deiche, Pumpstationen und Warnapps.


=== '''Energiewirtschaft''' ===
=== '''Energiewirtschaft''' ===
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=== '''Handel''' ===
=== '''Handel''' ===
Das Handelsleben auf Anglesey ist geprägt von lokalen Läden, Supermärkten und Einzelhandelsketten, insbesondere in Städten wie Holyhead. Die Insel bietet zahlreiche Boutiquen, Kunstgalerien, Antiquitätengeschäfte und Geschenkbasare, die typisch walisisches Kunsthandwerk sowie individuelle Produkte anbieten. Ein Beispiel dafür ist die Holyhead High Street, die für ihre lokalen Einzelhändler bekannt ist.
Das Handelsleben auf Anglesey ist vielfältig, aber klar ländlich und dezentral geprägt. Es dreht sich um lokale Läden, Supermärkte, unabhängige Fachgeschäfte und touristisch orientierte Boutiquen, die typisch walisisches Kunsthandwerk, regionale Produkte und individuelle Waren anbieten. Große klassische Shopping-Malls, wie man sie aus Städten wie Cardiff oder Manchester kennt, gibt es auf der Insel nicht. Stattdessen konzentriert sich der Einzelhandel auf die größeren Orte, allen voran Holyhead, das als eigentliches Handelszentrum des Countys gilt, sowie auf Llangefni als zentralen Knotenpunkt und kleinere Orte wie Beaumaris oder Amlwch.
 
In Holyhead auf der vorgelagerten Holy Island finden sich mehrere große Supermärkte: Tesco Extra am Penrhos Retail Park, Morrisons in der Nähe des Hafens, Asda am Kingsland und Farmfoods für günstige Lebensmittel. Daneben gibt es Drogerie- und Apothekenketten wie Boots und Superdrug, die Kosmetik, Gesundheitsprodukte und Alltagsbedarf anbieten. Bekleidungsgeschäfte wie New Look, Peacocks, The Works und kleinere Filialen von Primark-ähnlichen Anbietern sind in den Retail Parks und entlang der High Street vertreten. Der Holyhead Retail Park und kleinere Einkaufspassagen wie „The Mini Mall“ (eine überdachte Passage mit verschiedenen Geschäften) bieten ein breites Highstreet-Angebot, darunter Elektronik, Schuhe, Sportartikel und Haushaltswaren. Die Holyhead High Street selbst ist bekannt für ihre lokalen Einzelhändler: unabhängige Cafés, Bäckereien, Fischläden, Metzger, Floristen und kleine Geschenkläden, die oft walisische Produkte wie Schieferhandwerk, Honig, Wollwaren oder lokale Kunst verkaufen.
 
Llangefni als zentraler Verwaltungsort und geografischer Mittelpunkt der Insel hat sich zu einem zweiten starken Einkaufsort entwickelt. Hier gibt es einen großen Tesco-Supermarkt, einen Aldi, einen Lidl und mehrere kleinere Lebensmittelgeschäfte. Die Bulkeley Square und die umliegenden Straßen beherbergen unabhängige Boutiquen, Buchläden, Juweliere, Friseure und Cafés. Besonders hervorzuheben ist das Oriel Môn mit angeschlossenem Café und Shop, das walisische Kunst, Bücher und Souvenirs verkauft. Llangefni ist auch Standort für Wochenmärkte, auf denen regionale Produkte wie Käse, Fleisch, Gemüse und Kunsthandwerk angeboten werden.


Das eigentliche Handelszentrum des Countys ist Holy Island. In Holyhead gibt es mehrere große Supermärkte (Tesco Extra, Morrisons, Asda, Farmfoods) sowie Filialen bekannter Drogerieketten (Boots, Superdrug). Bekleidungsfilialen wie New Look und Peacocks befinden sich in den Einzelhandelsparks. Holyhead Retail Park und kleinere Einkaufspassagen/Indoor-Malls wie „The Mini Mall“ decken den Bedarf an Highstreet-Angeboten. Große, klassische Shopping Malls wie man sie aus Großstädten kennt, sind auf Anglesey selbst jedoch nicht vorhanden.
In den kleineren Orten wie Beaumaris, Amlwch, Menai Bridge oder Rhosneigr dominiert der unabhängige Einzelhandel. Beaumaris ist bekannt für seine malerische High Street mit Antiquitätengeschäften, Kunstgalerien, Geschenkläden und Boutiquen, die oft hochwertiges walisisches Kunsthandwerk, Keramik, Schmuck und Textilien führen. Viele dieser Läden sind saisonal auf Touristen ausgerichtet und bieten Produkte wie Welsh Blankets, Lovespoons (traditionelle walisische Liebeslöffel) oder lokale Honig- und Marmeladenspezialitäten. Amlwch hat eine Mischung aus traditionellen Geschäften und solchen, die vom industriellen Erbe profitieren, etwa mit Souvenirs zum Kupferbergbau. Rhosneigr und Benllech sind stark touristisch geprägt und bieten Surfshops, Strandläden, Cafés und kleine Galerien.
 
Der Einzelhandel auf Anglesey ist stark von Tourismus und lokaler Identität abhängig. Viele Geschäfte verkaufen walisischsprachige Produkte, regionale Lebensmittel (Anglesey Sea Salt, Lammfleisch und Käse) und Kunsthandwerk, das von der walisischen Kultur inspiriert ist. Der Online-Handel und große Ketten auf dem Festland, etwa in Bangor, haben den Druck auf lokale Läden erhöht, doch die Kombination aus guter Erreichbarkeit über A55 und Bahn, dem Charme der kleinen Orte und dem wachsenden Interesse an regionalen Produkten hält den unabhängigen Handel lebendig. Der Anglesey Freeport und Investitionen in Holyhead sollen den Einzelhandel weiter stärken, indem sie mehr Besucher und Arbeitsplätze bringen.


=== '''Finanzwesen''' ===
=== '''Finanzwesen''' ===
Die genehmigte Freihafeninitiative zielt darauf ab, Handel, Innovation und Investitionen auf der Insel zu fördern. Sie umfasst Steuererleichterungen, um neue Unternehmen in Sektoren wie kohlenstoffarme Energie, Logistik und fortschrittliche Fertigung anzulocken, die Nordwales voraussichtlich erhebliches Wachstum und Beschäftigungsmöglichkeiten bringen werden.
Die traditionelle Bankenlandschaft hat sich seit den 2010er Jahren dramatisch verändert: Die letzte verbliebene traditionelle Bankfiliale – NatWest in Llangefni – schloss am 4. September 2025. Damit haben alle großen Banken ihre physischen Filialen auf der gesamten Insel eingestellt. Dies folgt auf frühere Schließungen in Holyhead, Menai Bridge und Amlwch. Kunden müssen nun für klassische Filialdienste wie Beratung, Ein- und Auszahlungen oder komplexe Transaktionen nach Bangor auf dem Festland ausweichen oder auf alternative Lösungen zurückgreifen.


Die Bankenlandschaft auf Anglesey befindet sich im starken Wandel. Die letzte traditionelle Bankfiliale – NatWest in Llangefni – schloss am 4. September 2025. Damit haben alle großen Banken ihre Filialen auf der Insel eingestellt. Dies folgt auf frühere Filialschließungen in Holyhead, Menai Bridge und Amlwch. Kunden müssen nun für klassische Filialdienste nach Bangor auf dem Festland ausweichen.
Die Schließungswelle ist Teil eines landesweiten Trends in Großbritannien, bei dem Banken aufgrund sinkender Besucherzahlen in Filialen, steigender Digitalnutzung und Kostendrucks ihre Präsenz reduzieren. Auf Anglesey, einer ländlichen und peripheren Region, hat dies besonders spürbare Auswirkungen: Viele ältere Bewohner und kleine Unternehmen sind auf Bargeld und persönliche Beratung angewiesen. Als Reaktion darauf wurde ein Banking Hub in Holyhead angekündigt, der im März 2026 eröffnet werden soll. Dieser Hub, betrieben von Cash Access UK nach einer LINK-Überprüfung, ermöglicht Kunden aller Banken Bargeldabhebungen und -einzahlungen, Scheckeinreichungen, Rechnungszahlungen und grundlegende Transaktionen. Er ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet und soll die Lücke schließen, die durch die Filialschließungen entstanden ist. Ähnliche Hubs oder Community-Banker-Modelle werden in anderen Teilen Wales diskutiert, doch Anglesey bleibt eine der am stärksten betroffenen Regionen.
 
Digitale Alternativen haben sich stark etabliert: Die meisten Banken bieten Apps, Online-Banking und Telefonberatung an, und Postämter (Post Office) in Orten wie Llangefni, Holyhead oder Beaumaris dienen als Bargeld- und Basisservicepunkte für viele Institute (Personal Counter Services). Supermärkte wie Tesco oder Morrisons in Holyhead bieten Cashback und Bargeldabhebungen, und Geldautomaten (ATMs) sind in den meisten Orten vorhanden, oft von LINK-Netzwerken koordiniert, um Gebührenfreiheit zu gewährleisten.
 
Die genehmigte Freihafeninitiative (Anglesey Freeport) zielt darauf ab, Handel, Innovation und Investitionen auf der Insel massiv zu fördern. Sie umfasst Steuererleichterungen, vereinfachte Zollverfahren und andere Anreize, um neue Unternehmen in Sektoren wie sogenannt "erneuerbare Energie" (Offshore-Windparks und Kernkraftfolgeprojekte), Logistik und fortschrittliche Fertigung anzulocken. Der Full Business Case wurde von den walisischen und britischen Regierungen genehmigt, was £25 Millionen Seed-Kapital freisetzt und den Übergang in die Umsetzungsphase ermöglicht. Projekte wie das £19,1 Millionen Freeport Gateway in Llangefni sollen 72.000 Quadratfuß neue Gewerbefläche schaffen und über 200 Jobs bringen. Die Initiative verspricht erhebliches Wachstum und Beschäftigungsmöglichkeiten für Nordwales, mit Schätzungen von bis zu 11.500 Jobs und Milliarden an Investitionen langfristig. Sie positioniert Anglesey als Gateway zum Irischen Meer und zu europäischen Märkten und soll faire Arbeits- und Umweltstandards sichern.


== '''Soziales und Gesundheit''' ==
== '''Soziales und Gesundheit''' ==
Die Nutzung von Gesundheitsdiensten (Hausarzt, Klinik, Apotheke, Zahnarzt) liegt auf Anglesey ähnlich wie im walisischen Durchschnitt. Die gesundheitliche Versorgung wird über Hausärzte mit einer durchschnittlichen Patientenzahl von knapp 1.433 pro Arzt organisiert. Notaufnahmespitäler gibt es auf Anglesey nicht. Für Notfälle oder schwere Erkrankungen müssen Patienten auf das Festland ins nächstgelegene große Krankenhaus - Ysbyty Gwynedd Hospital in Bangor - fahren.
Der Inselrat betreibt ein eigenes '''Social Services Departmen'''t mit Sitz in Llangefni, das in Teams für Erwachsene (Adults Services), Kinder und Familien (Children and Families Services) sowie Prävention und Frühe Intervention unterteilt ist. Es bietet Leistungen wie häusliche Pflege, Tageszentren, Respite-Care, Unterstützung für Pflegende (Carers) und Bewertungen nach dem Well-being-Prinzip, das den Fokus auf Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Prävention legt. Für ältere Menschen – Anglesey hat einen der höchsten Anteile über 65-Jähriger in Wales (25 bis 28 %) – gibt es mehrere Residential Homes, Nursing Homes und Extra-Care-Housing-Projekte wie Ty Gobaith in Llangefni oder Cartref Annwyl Fan in Holyhead. Die Council arbeitet eng mit Dritten zusammen, darunter private Pflegeanbieter, freiwillige Organisationen wie Age Cymru und lokale Carers Groups.
 
Kinder- und Jugendschutz ist ein weiterer Schwerpunkt. Der Council betreibt ein Multi-Agency Safeguarding Hub (MASH) und Teams für Looked-After Children, Adoption, Fostering und Jugendhilfe. Es gibt mehrere Children’s Homes und Supported Accommodation für Jugendliche, ergänzt durch Präventionsprogramme gegen Armut, häusliche Gewalt und Schulabbruch. Die walisische Regierung fördert hier starke Early-Help-Ansätze, und Anglesey profitiert von Initiativen wie dem Families First-Programm, das Familien in schwierigen Lebenslagen unterstützt.
 
Armut und soziale Ungleichheit sind auf der Insel spürbar: Anglesey zählt zu den ärmeren Regionen Wales’, mit höheren Raten an kinderarmut und niedrigerem Durchschnittseinkommen als im walisischen Mittel. Der Council bietet Unterstützung über Housing Benefits, Council Tax Reduction, Discretionary Housing Payments und Foodbank-Partnerschaften. Organisationen wie Citizens Advice Anglesey (mit Büros in Llangefni und Holyhead) beraten zu Schulden, Wohngeld, Energiehilfen und Rechten. Die Trussell Trust betreibt mehrere Foodbanks, und lokale Initiativen wie das Anglesey Community Food Project verteilen Lebensmittel und fördern Gemeinschaftsgärten.
 
Psychische Gesundheit und Suchthilfe werden durch den Council und Partner wie Betsi Cadwaladr University Health Board abgedeckt. Es gibt Community Mental Health Teams, Crisis Resolution Services und spezialisierte Unterstützung für Kinder und Jugendliche. Die walisische Regierung hat mit dem More than just words-Ansatz die Sprachsensibilität in der Pflege gestärkt, da viele Dienste walisischsprachig angeboten werden müssen.
 
Freiwillige und Community-Sektor spielen eine große Rolle: Gruppen wie Menter Môn, Age Cymru Gwynedd a Môn und lokale Carers Centres bieten Beratung, Aktivitäten und Peer-Support. Die Anglesey Carers Strategy und der Carers Charter fördern die Rechte pflegender Angehöriger. In den letzten Jahren wurden Investitionen in Extra-Care-Housing und integrierte Gesundheits- und Sozialdienste (Integrated Care) getätigt, um ältere Menschen länger zu Hause zu halten.
 
=== '''Gesundheitswesen''' ===
Das Gesundheitswesen auf Anglesey ist vollständig in das walisische NHS-System (National Health Service Wales) integriert und wird vom '''Betsi Cadwaladr University Health Board''' (BCUHB) organisiert, dem größten Health Board in Wales, das Nordwales abdeckt. Die Insel hat keine eigene große Akutkrankenhausstruktur, sondern ist auf primäre Versorgung vor Ort und spezialisierte Behandlung auf dem Festland angewiesen. Die Nutzung von Gesundheitsdiensten Hausarzt, Klinik, Apotheke, Zahnarzt liegt auf Anglesey ähnlich wie im walisischen Durchschnitt, mit einer stabilen, aber teils herausfordernden Zugänglichkeit aufgrund der ländlichen und peripheren Lage.
 
Die primäre Versorgung erfolgt über Hausarztpraxen (General Practices). Es gibt derzeit etwa 8 bis 10 Praxen auf der Insel, darunter in Holyhead (Penrhos Surgery, Parc Newydd Surgery), Llangefni (Cefni Surgery), Amlwch (Amlwch Surgery), Beaumaris (Canolfan Iechyd Bro Seiriol) und anderen Orten. Die durchschnittliche Patientenzahl pro Arzt liegt bei knapp 1.433 – ein Wert, der dem walisischen Durchschnitt entspricht und zeigt, dass die Versorgungsdichte relativ gut ist, obwohl viele Ärzte und Praxen mit Personalmangel und hohem Altersdurchschnitt der Patienten kämpfen. Viele Praxen bieten walisischsprachige Dienste an, was auf Anglesey wichtig ist, da ein hoher Anteil der Bevölkerung Walisisch als Erstsprache spricht.
 
Notaufnahmespitäler gibt es auf Anglesey nicht. Für Notfälle, schwere Erkrankungen, Operationen oder stationäre Behandlung müssen Patienten auf das Festland fahren, meist ins Ysbyty Gwynedd Hospital in Bangor, das etwa 20 bis 40 Minuten entfernt liegt (je nach Standort auf der Insel). Dieses große Universitätskrankenhaus bietet eine vollständige Palette an Akutmedizin, Intensivstation, Chirurgie, Onkologie, Kardiologie und Notaufnahme. Für sehr spezialisierte Behandlungen (z. B. Neurochirurgie, Herztransplantation) werden Patienten weiter nach Wrexham Maelor oder sogar nach England (Liverpool, Manchester) verlegt. Der Rettungsdienst (Welsh Ambulance Service) ist auf Anglesey stationiert, mit Basen in Holyhead, Llangefni und Amlwch, und nutzt Hubschrauber für schnelle Transporte bei schweren Notfällen.
 
Es gibt mehrere Community Hospitals und Kliniken auf der Insel: Das Eryri Hospital (früher Llangefni Cottage Hospital) in Llangefni bietet Rehabilitation, geriatrische Pflege, Tageskliniken und ambulante Dienste. In Holyhead gibt es das Penrhos Stanley Hospital (früher Holyhead Hospital), das sich auf ambulante Pflege, Physiotherapie, Podiatrie und kleinere Eingriffe konzentriert. Kleinere Einrichtungen in Amlwch und anderen Orten decken Grundversorgung und Spezialambulanzen ab. Apotheken sind flächendeckend vorhanden, oft in Verbindung mit Praxen oder Supermärkten (z. B. Boots, Rowlands Pharmacy), und bieten auch erweiterte Dienstleistungen wie Impfungen, Medikamentenberatung und Minor Ailment Services.
 
Zahnärzte sind auf Anglesey knapp, besonders für NHS-Behandlungen; viele Patienten warten lange auf Termine oder weichen auf Privatpraxen aus. Die walisische Regierung hat in den letzten Jahren mit dem Designed to Smile-Programm und zusätzlichen Zahnarztförderungen reagiert, doch der Mangel bleibt spürbar. Für Kinder und vulnerable Gruppen gibt es priorisierte Zugänge.
 
Psychische Gesundheit wird durch Community Mental Health Teams, Crisis Resolution Services und das Ysbyty Gwynedd abgedeckt, ergänzt durch lokale Beratungsstellen wie Mind Anglesey oder Hafal. Die alternde Bevölkerung (über 25 % über 65) macht geriatrische und palliative Versorgung zu einem Schwerpunkt, mit Unterstützung durch District Nurses, Macmillan Nurses und Hospizdienste.


=== '''Krankheiten''' ===
=== '''Krankheiten''' ===
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== '''Bildung''' ==
== '''Bildung''' ==
Auf Anglesey gibt es insgesamt 50 ''primary schools'' sowie fünf ''secondary schools'', nämlich:
Die allgemeine Bildung auf Anglesey ist eng in das walisische Schulsystem integriert und folgt den Vorgaben der walisischen Regierung (Welsh Government). Das Bildungswesen ist bilingual und legt großen Wert auf die walisische Sprache (Cymraeg), die auf der Insel eine der höchsten Sprecherquoten in Wales hat. Der Isle of Anglesey County Council ist für die Planung, Finanzierung und Qualitätssicherung der Schulen zuständig, während die Umsetzung vor Ort durch die Schulleitungen und das Regionales Konsortium (GwE – Gwella Addysg) erfolgt.
 
Das Schulsystem auf Anglesey umfasst Grundschulen (Primary Schools, Alter 3 bis 11 Jahre), weiterführende Schulen (Secondary Schools, Alter 11 bis 16/18 Jahre) und einige Spezial- oder Alternativschulen. Es gibt derzeit etwa 50 Schulen auf der Insel: rund 40 Grundschulen und 5 weiterführende Schulen. Die meisten sind walisischsprachig oder bilingual, was bedeutet, dass der Unterricht größtenteils oder vollständig auf Walisisch stattfindet, besonders in den Grundschulen. Englisch wird als Zweitsprache oder in gemischten Modellen unterrichtet. Dies spiegelt die starke walisische Identität wider: Über 55 % der Bevölkerung sprechen Walisisch, und viele Familien legen Wert darauf, dass Kinder die Sprache als Erstsprache erwerben.


* Ysgol David Hughes, Menai Bridge
Zu den wichtigsten weiterführenden Schulen gehören:
* Ysgol Gyfun Llangefni, Llangefni
* Ysgol Syr Thomas Jones, Amlwch
* Ysgol Uwchradd Bodedern, Bodedern
* Ysgol Uwchradd Caergybi, Holyhead


* Ysgol Gyfun Llangefni (walisischsprachig, zentral in Llangefni)
* Ysgol David Hughes in Menai Bridge (bilingual mit starkem walisischen Anteil)
* Ysgol Uwchradd Caergybi (Holyhead High School, bilingual)
* Ysgol Gyfun Llanfairpwll (walisischsprachig)
* Ysgol Bodedern (walisischsprachig im Westen)


'''Schulen''', Lehrer und Schüler 1996:
Die Grundschulen sind meist kleiner und ortsnah, oft mit walisischsprachigem Charakter, wie Ysgol Santes Dwynwen in Llanddwyn oder Ysgol Gynradd Beaumaris. Viele Schulen bieten Frühförderung (Nursery und Foundation Phase) ab 3 Jahren an, mit Fokus auf Spiel, walisischer Sprache und sozialer Entwicklung. Das Curriculum for Wales (seit 2022 schrittweise eingeführt) betont sechs Bereiche des Lernens (Expressive Arts, Health and Well-being, Humanities, Languages, Literacy and Communication, Mathematics and Numeracy, Science and Technology) und fördert Kompetenzen wie Kreativität, kritisches Denken und digitale Fähigkeiten.


primary                       37                    .                       5 844
Die Bildungsqualität auf Anglesey ist solide, aber nicht immer überdurchschnittlich. In Estyn-Inspektionen (walisische Schulaufsicht) erhalten viele Schulen „Good“ oder „Adequate“-Bewertungen, mit Stärken in walisischer Sprache, Gemeinschaftsbindung und Inklusion, aber Herausforderungen bei Mathematik, Lesen und der Unterstützung benachteiligter Schüler. Die Insel hat einen höheren Anteil an Schülern mit Free School Meals (ca. 20–25 %, je nach Schule) als der walisische Durchschnitt, was auf Armut hinweist und zusätzliche Förderung erfordert.


secondary                   40                    .                       4 822
Spezielle Bedürfnisse (Additional Learning Needs, ALN) werden durch das Additional Learning Needs Code unterstützt: Jede Schule hat einen ALNCo (Koordinator), und es gibt spezialisierte Ressourcen wie das Canolfan Addysg Y Bont in Menai Bridge für Schüler mit Lernbehinderungen. Inklusion ist ein zentrales Prinzip, und viele Schulen bieten Unterstützung für Autismus, Dyslexie oder Verhaltensauffälligkeiten.


special                         40                    .                          115
Frühkindliche Bildung und Betreuung (Childcare) ist gut ausgebaut, mit Flying Start-Programmen für Familien in benachteiligten Gebieten und kostenloser Betreuung ab 3 Jahren (30 Stunden pro Woche). Die walisische Regierung fördert die walisische Sprache durch Immersionsprogramme und das Welsh Language Charter in Schulen.


further education          2                    .                          444
 
'''Schulen''' (Schüler) 1996:
 
* primary  37 (5.844)
* secondary  40 (4.822)
* special  40 (115)
* further education  2 (444)


=== '''Höhere Bildung''' ===
=== '''Höhere Bildung''' ===
Auf Anglesey selbst gibt es keine eigenständige Universität oder Hochschule, die höhere Bildung im universitären Sinne anbietet. Die nächstgelegene bedeutende Universität ist die '''Bangor University''' in der nahegelegenen Stadt Bangor, nur etwa 20 km von Anglesey entfernt. Es ist dies eine angesehene öffentliche Forschungsuniversität mit etwa 10.000 Studenten. Sie bietet ein breites Spektrum an Studiengängen in den Bereichen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Medizin und Gesundheitswissenschaften an. Die Universität betreibt auch das M-Sparc Science Park auf Anglesey, das Innovationen insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Technologien unterstützt.
Auf Anglesey gibt es keine eigene Hochschule. Die nächstgelegene und bedeutendste Universität ist die Bangor University (Prifysgol Bangor) in Bangor, Gwynedd, nur etwa 20 Kilometer entfernt über die Menai Suspension Bridge oder die Britannia Bridge. Diese öffentliche Forschungsuniversität, gegründet 1884, zählt zu den ältesten und renommiertesten in Wales und hat derzeit rund 9.935 bis 10.000 Studierende (Stand 2024/25). Sie bietet ein breites Spektrum an Studiengängen in den Bereichen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Medizin, Gesundheitswissenschaften, Umweltwissenschaften, Psychologie, Business und mehr. Bangor ist bekannt für ihre starke Forschung, insbesondere in Meeresbiologie, Umweltwissenschaften, Psychologie und erneuerbaren Energien, und rangiert regelmäßig unter den Top-Universitäten in Wales (oft Platz 1 oder 2) sowie im oberen Mittelfeld des UK-Rankings (Platz 40 in Großbritannien und 360 weltweit in jüngeren Bewertungen). Viele Studierende von Anglesey pendeln täglich oder wöchentlich nach Bangor, da die Anbindung über A55 und Bahn sehr gut ist.
 
Ein direkter Link zwischen Anglesey und Bangor University ist der '''M-SParc''' (Menai Science Park), Wales’ erster Science Park, der von der Bangor University betrieben wird und sich in Gaerwen auf Anglesey befindet. M-SParc dient als Innovations- und Technologietransferzentrum, das Akademie, Wirtschaft und Industrie verbindet. Es beherbergt Start-ups, etablierte Unternehmen und Forschungsprojekte, insbesondere in kohlenstoffarmer Energie, erneuerbaren Technologien, nachhaltiger Entwicklung und fortschrittlicher Fertigung. Der Park bietet Büros, Labore, Workshops und Veranstaltungsräume und hat in den letzten Jahren stark expandiert – ein zweites Gebäude wurde 2026 in Bau gegeben, um die Kapazität zu erweitern. M-SParc fördert Praktika, Abschlussarbeiten und Karrierechancen für Bangor-Studierende und schafft Brücken zwischen Hochschulbildung und lokaler Wirtschaft auf Anglesey. Viele Absolventen finden hier Einstiegsjobs oder gründen eigene Unternehmen.
 
Für weiterführende Bildung (Further Education), die oft als Brücke zur Hochschulbildung dient, ist Grŵp Llandrillo Menai (ehemals Coleg Menai) die zentrale Anlaufstelle. Dieser große Further-Education-Verbund hat einen Campus in Llangefni auf Anglesey und bietet eine breite Palette an Kursen: A-Levels, berufliche Qualifikationen (BTEC, NVQ), Access to Higher Education-Programme, Apprenticeships und teilweise höhere Bildung (Higher Education) wie Foundation Degrees oder HNC/HND in Kooperation mit Universitäten. Der Llangefni-Campus liegt am Rande der Stadt und ist gut angebunden; er deckt Bereiche wie Gesundheit & Soziales, Business, IT, Ingenieurwesen, Kunst & Design, Hospitality und mehr ab. Viele Kurse sind walisischsprachig oder bilingual, was für die Inselbevölkerung wichtig ist. Grŵp Llandrillo Menai insgesamt betreut Tausende Studierende in Nordwales, darunter über 1.000 in Higher Education, und dient als Einstieg für viele, die später an Universitäten wie Bangor wechseln.
 
Für spezialisierte oder berufliche Weiterbildung gibt es auf Anglesey auch kleinere Angebote, zum Beispiel über lokale Training Provider oder in Kooperation mit dem Anglesey Freeport, der Qualifizierungen in erneuerbaren Energien, Logistik und Fertigung fördert. Die walisische Regierung unterstützt mit Programmen wie dem Flexible Skills Programme oder Degree Apprenticeships den Zugang zur höheren Bildung, insbesondere für Inselbewohner.


=== '''Bibliotheken und Archive''' ===
=== '''Bibliotheken und Archive''' ===
Auf Anglesey gibt es ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Bibliotheken, die den Bewohnern der Insel eine breite Auswahl an Büchern, digitalen Medien und weiteren Dienstleistungen bieten. Zu den wichtigsten örtlichen Bibliotheken zählen die Einrichtungen in Llangefni, Holyhead, Amlwch, Menai Bridge, Benllech, Beaumaris, Rhosneigr und Newborough. Diese Bibliotheken sind nicht nur Orte der Buchausleihe, sondern auch wichtige Community-Zentren mit Computerarbeitsplätzen, WLAN-Zugang und regelmäßigen Veranstaltungen für alle Altersgruppen.
Die Bibliotheken werden vom Isle of Anglesey County Council betrieben und sind Teil des walisischen Bibliothekssystems, das stark auf Zweisprachigkeit setzt – die meisten Angebote sind auf Walisisch und Englisch verfügbar. Sie dienen nicht nur der Buchausleihe, sondern sind wichtige Community-Zentren mit Computerarbeitsplätzen, kostenlosem WLAN, Druck- und Scanmöglichkeiten, Leseecken und regelmäßigen Veranstaltungen für alle Altersgruppen.
 
Zu den wichtigsten örtlichen Bibliotheken zählen die Einrichtungen in Llangefni, Holyhead, Amlwch, Menai Bridge, Benllech, Beaumaris, Rhosneigr und Newborough. Die größte und zentralste ist die Llangefni Library in der Shire Hall, die als Hauptbibliothek der Insel gilt und eine umfangreiche Sammlung an walisischsprachiger Literatur, Kinderbüchern, Sachbüchern, Romanen, Zeitschriften und lokalen Materialien führt. Sie bietet zudem spezielle Bereiche für Jugendliche, Erwachsenenbildung und Computerhilfe. Die Holyhead Library in der Nähe des Hafens ist besonders stark frequentiert und dient als Treffpunkt für Pendler und Touristen, mit Fokus auf internationale Literatur und maritimen Themen. Kleinere Bibliotheken wie die in Amlwch oder Beaumaris sind oft in historischen Gebäuden untergebracht und kombinieren Bücher mit lokalen Ausstellungen oder Kunstwerken. Viele Bibliotheken organisieren regelmäßig Veranstaltungen wie Vorlesestunden für Kinder, Buchclubs, Autorenlesungen, Sprachkurse, Computerworkshops und Familiennachmittage. Digitale Dienste wie e-Books, e-Audiobooks, Zeitungen und Magazine sind über die Libby-App oder die walisische Plattform BorrowBox zugänglich, und Mitglieder können kostenlos auf Ancestry Library Edition und andere genealogische Datenbanken zugreifen.
 
Für spezialisierte Archivmaterialien zur Geschichte und Kultur Angleseys sowie zur genealogischen Forschung werden die meisten Ressourcen außerhalb der Insel bereitgestellt. Die National Library of Wales in Aberystwyth ist hierbei die zentrale Institution. Sie beherbergt umfangreiche Sammlungen zu Anglesey, darunter historische Karten, Manuskripte, Fotos, Zeitungen, Kirchenbücher, Volkszählungsdaten und walisische Genealogie. Viele Dokumente sind digitalisiert und über den Online-Katalog frei zugänglich, einschließlich der Welsh Newspapers Online-Sammlung mit alten walisischen Zeitungen und der People’s Collection Wales-Plattform mit Fotos und Artefakten. Auch das Open Library-Projekt und Archive.org stellen zahlreiche frei zugängliche Werke und Dokumente zur Verfügung, die für die historische und genealogische Recherche über Anglesey genutzt werden können, etwa alte Reiseführer, Ortsgeschichten oder genealogische Quellen.


Für spezialisierte Archivmaterialien zur Geschichte und Kultur Angleseys sowie zur genealogischen Forschung werden die meisten Ressourcen außerhalb der Insel bereitgestellt. Die National Library of Wales in Aberystwyth ist hierbei eine zentrale Institution, die umfangreiche Sammlungen, Digitalisate und Online-Kataloge zum Thema Anglesey bietet. Auch das Open Library-Projekt stellt zahlreiche frei zugängliche Werke und Dokumente zur Verfügung, die für die historische und genealogische Recherche über Anglesey genutzt werden können.
Lokale Archive auf der Insel sind begrenzt, aber es gibt einige wichtige Sammlungen. Das Oriel Môn Museum in Llangefni beherbergt ein kleines Archiv mit Fotos, Dokumenten und Artefakten zur Inselgeschichte, das für Forscher zugänglich ist. Das Anglesey Archives (ehemals Anglesey Record Office) wurde 2019 geschlossen und die Bestände an die National Library of Wales und andere walisische Archive übertragen, darunter Gwynedd Archives in Caernarfon, das viele Anglesey-Dokumente verwahrt. Für Kirchenbücher, Grundbücher und lokale Urkunden ist oft eine Anfrage bei der National Library oder Gwynedd Archives erforderlich. Viele Kirchen und Gemeinden halten eigene kleine Archive, die für genealogische Recherchen nützlich sind.


== '''Kultur''' ==
== '''Kultur''' ==
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=== '''Museen''' ===
=== '''Museen''' ===
Das wohl bedeutendste Museen dr Insel ist das '''Transport Museum Anglesey''' (Tacla Taid) in der Nähe von Llangefni. Es beherbergt die größte Sammlung klassischer Fahrzeuge in Wales und erzählt die Geschichte der Automobilindustrie, darunter die Geburt des Land Rover auf der Insel.
Das wohl bedeutendste Museum der Insel ist das '''Transport Museum Anglesey''', bekannt als Tacla Taid, in der Nähe von Llangefni. Es beherbergt die größte Sammlung klassischer Fahrzeuge in Wales, mit über 150 Exponaten, darunter Oldtimer-Autos, Motorräder, Fahrräder, Traktoren und kommerzielle Fahrzeuge aus mehr als einem Jahrhundert. Besonders hervorzuheben ist die Geschichte der Automobilindustrie auf Anglesey, einschließlich der Geburt des Land Rover – der Prototyp des ersten Land Rover wurde 1947 in Newborough auf der Insel getestet. Das Museum erzählt diese Geschichte detailliert und bietet zusätzlich eine Sammlung von Modellautos, Werkzeugen, Tankstellen-Nachbauten und einer alten Garage. Es ist ein Paradies für Autofans und Familien, mit interaktiven Bereichen, einem Café und regelmäßigen Veranstaltungen wie Oldtimer-Treffen.
 
Das '''Stone Science Museum''' in Llanddeusant im Norden der Insel ist besonders familienfreundlich und widmet sich der Erdgeschichte und der Entwicklung der Dinosaurier. Es verfügt über eine umfangreiche Fossiliensammlung, darunter echte Dinosaurierknochen, Ammoniten, Trilobiten und versteinerte Pflanzen. Zahlreiche interaktive Ausstellungen, Modelle, Touchscreens und ein Fossilienlabor machen es lehrreich und unterhaltsam zugleich. Besucher können selbst Fossilien präparieren oder an Workshops teilnehmen. Das Museum liegt malerisch in der Nähe des Holyhead Mountain und kombiniert Naturkunde mit Spaß für Kinder.


Das '''Stone Science Museum''' ist besonders familienfreundlich und beschäftigt sich mit der Erdgeschichte und der Entwicklung der Dinosaurier anhand einer umfangreichen Fossiliensammlung. Zahlreiche interaktive Ausstellungen machen es lehrreich und unterhaltsam zugleich.
Das '''Anglesey Maritime Museum''' in Holyhead ist in einer ehemaligen Rettungsbootstation aus dem 19. Jahrhundert untergebracht und widmet sich der reichen maritimen Geschichte der Insel. Es zeigt Ausstellungen zu Seefahrt, Schiffbrüchen, Rettungseinsätzen und maritimen Artefakten aus den Weltkriegen, darunter Teile von Wracks, Navigationsinstrumente, Uniformen und Modelle berühmter Schiffe. Ein Highlight ist die Geschichte der Holyhead Lifeboat Station und der dramatische Schiffbruch der Royal Charter 1859. Das Museum ist klein, aber atmosphärisch und liegt direkt am Hafen, was es zu einem idealen Stopp für Besucher macht.


Das '''Anglesey Maritime Museum''' in Holyhead, in einer ehemaligen Rettungsbootstation aus dem 19. Jahrhundert gelegen, widmet sich der reichen maritimen Geschichte der Insel mit Ausstellungen zu Seefahrt, Schiffbrüchen, Rettungseinsätzen und maritimen Artefakten aus den Weltkriegen.
Das '''Swtan Heritage Museum''' in Church Bay (Porth Swtan) ist ein authentisches, restauriertes Cottage aus dem 19. Jahrhundert, das das traditionelle Leben auf Anglesey zeigt. Es ist eines der letzten strohgedeckten Häuser der Insel und präsentiert Alltagsgegenstände, Möbel, Werkzeuge und Fotos aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das '''RNLI Moelfre Lifeboat Station Museum''' in Moelfre erzählt die Geschichte der Seenotrettung an der rauen Ostküste, mit Exponaten zu berühmten Rettungseinsätzen, Booten und der Rolle der Freiwilligen. Das Menai Heritage Museum in Menai Bridge widmet sich der Geschichte der Menai Strait und der Brücken (Menai Suspension Bridge und Britannia Bridge), mit Modellen, Fotos und Artefakten. Das '''Anglesey Salt Museum''' (Anglesey Sea Salt Company) in Brynsiencyn präsentiert die Produktion von Anglesey Sea Salt, einem der ersten walisischen Meersalzprodukte mit geschützter Herkunftsbezeichnung, und bietet Führungen durch die Saline.


Weitere wichtige Museen sind das '''Swtan Heritage Museum''' mit seinem Fokus auf lokale Geschichte, das '''RNLI Moelfre Lifeboat Station Museum''' zur Geschichte der Seenotrettung, sowie das '''Menai Heritage Museum''' und das '''Anglesey Salt Museum'''.
Zusätzlich gibt es kleinere, oft ehrenamtlich betriebene Museen oder Ausstellungen, wie das '''Copper Kingdom Centre''' in Amlwch, das die Geschichte des Kupferbergbaus am Parys Mountain erzählt, und das '''Oriel Môn''' in Llangefni, das neben Kunstausstellungen auch historische Sammlungen zur Inselgeschichte zeigt. Viele Museen sind saisonal geöffnet, oft von Frühling bis Herbst, und bieten Eintritt zu günstigen Preisen oder sogar kostenlos.


=== '''Architektur''' ===
=== '''Architektur''' ===
'''Bryn Celli Ddu''' (walisisch für "der Grabhügel im dunklen Wald") ist ein beeindruckendes neolithisches Ganggrab, das als eines der schönsten Ganggräber in Wales gilt. Es wurde um 3000 v. Chr. gebaut und später archäologisch zwischen 1928 und 1929 untersucht. Das Monument besteht aus einer langen, etwa 8,4 Meter langen Eingangspassage, die zu einer polygonalen Steinkammer führt. Die ersten 3,4 Meter des Gangs sind unüberdacht und beginnen mit einem Paar Portalsteine. Die Wände des Gangs bestehen aus senkrecht stehenden Steinplatten, die von horizontalen Decksteinen abgedeckt sind. Die Grabkammer liegt unter einem Erdhügel, der nach der Ausgrabung wieder aufgeschüttet wurde, heute allerdings kleiner ist als ursprünglich, sodass die Rückwand zum Teil offen ist und natürliches Licht hineinfällt.
Besonderheit von Bryn Celli Ddu ist die Ausrichtung: Zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende, dem längsten Tag des Jahres, fällt das Sonnenlicht entlang des Eingangs bis in die Grabkammer und erleuchtet sie. Dies deutet auf eine rituelle oder symbolische Bedeutung des Lichts und der Sonne hin. Im Inneren der Grabkammer steht ein freistehender, rundlicher Pfeiler aus Blauschiefer, etwa zwei Meter hoch. Es wurden menschliche Knochen, Pfeilspitzen, Quarze, Muschelschalen und ein dekorierter Stein mit wellenförmigen Mustern gefunden. Ursprünglich war der Standort ein Henge mit einem Steinkreis, von dem heute einige Steine noch sichtbar sind. Bryn Celli Ddu ist eines der bemerkenswertesten prähistorischen Monumente auf Anglesey und wird von der walisischen Denkmalschutzbehörde Cadw betreut.
Die Grabkammer '''Trefignath''' ist eine neolithische Megalithanlage in der Nähe von Trearddur südlich von Holyhead auf Holy Island. Sie umfasst drei aufeinanderfolgende Steingräber, die in mehreren Bauphasen errichtet wurde. Ursprünglich war die Anlage von einem großen Cairn (Steinhügel) bedeckt. Die westliche Kammer ist die älteste und wurde etwa -3750 bis -3500 errichtet. Es handelt sich um einen sogenannten Cotswold Severn Tomb-Typ mit einer keilförmigen Form, einem Zugangsvorhof und axialen Kammern. Die letzte und östliche Kammer ist noch nahezu vollständig erhalten mit zwei großen Portalsteinen am Eingang. Die Grabstätte wurde zwischen 1977 und 1979 ausgegraben und ist heute ein geschützt erhaltenes kulturhistorisches Monument, das von Cadw betreut wird. Die Anlage zeigt, dass der Ort bereits über viele Jahrhunderte bedeutsam war, da Spuren der Nutzung über 1.500 Jahre nachgewiesen wurden.Trefignath ist ein eindrucksvolles Beispiel neolithischer Bestattungsarchitektur auf Anglesey aus der Jungsteinzeit mit großer Bedeutung für die archäologische Forschung der Region.
Das '''Beaumaris Castle''' ist ein Beispiel für die englische Festungsarchitektur im 13. Jahrhundert. Es besitzt eine aufwändige Zwingeranlage, welche die gesamte Kernburg umschließt. Kernburg und Zwinger haben einen quadratischen Grundriss. Das Torhaus der Kernburg ist mit einem flankierenden Turm auf jeder Seite stark befestigt und hat daher die Funktion eines Keeps. Beaumaris Castle wurde wie auch Harlech Castle und Caernarfon Castle unter Eduard I. von England zum Zweck des Machterhalts über Wales erbaut. Sie war die letzte für ihn von James of St. George konstruierte Burg. Als einzige unter den Burgen Eduards ist Beaumaris eine Wasserburg, mit einem Wassergraben rund um die äußere Ringmauer.
Das '''Beaumaris Castle''' ist ein Beispiel für die englische Festungsarchitektur im 13. Jahrhundert. Es besitzt eine aufwändige Zwingeranlage, welche die gesamte Kernburg umschließt. Kernburg und Zwinger haben einen quadratischen Grundriss. Das Torhaus der Kernburg ist mit einem flankierenden Turm auf jeder Seite stark befestigt und hat daher die Funktion eines Keeps. Beaumaris Castle wurde wie auch Harlech Castle und Caernarfon Castle unter Eduard I. von England zum Zweck des Machterhalts über Wales erbaut. Sie war die letzte für ihn von James of St. George konstruierte Burg. Als einzige unter den Burgen Eduards ist Beaumaris eine Wasserburg, mit einem Wassergraben rund um die äußere Ringmauer.


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Ein weiteres prägendes Bauwerk ist '''Plas Newydd''', ein Herrenhaus, das als National Trust Objekt verwaltet wird. Das Design von Plas Newydd ist vom Mittelalter inspiriert, kombiniert aber weichere Bögen und runde Dekorationen, was ihm eine sowohl monumentale als auch einladende Erscheinung verleiht. Berühmt sind auch die kunstvollen Innenräume, die im frühen 20. Jahrhundert mit Texturen und Farben gestaltet wurden.
Ein weiteres prägendes Bauwerk ist '''Plas Newydd''', ein Herrenhaus, das als National Trust Objekt verwaltet wird. Das Design von Plas Newydd ist vom Mittelalter inspiriert, kombiniert aber weichere Bögen und runde Dekorationen, was ihm eine sowohl monumentale als auch einladende Erscheinung verleiht. Berühmt sind auch die kunstvollen Innenräume, die im frühen 20. Jahrhundert mit Texturen und Farben gestaltet wurden.


Historische Brücken über den Menai Strait, die Anglesey mit dem Festland verbinden, sind ebenfalls wichtige architektonische Zeugnisse. Diese Brücken sind beliebte Fotomotive und zeigen technische Meisterleistungen ihrer Zeit.
Historische Brücken über die Menai Strait, die Anglesey mit dem Festland verbinden, sind ebenfalls wichtige architektonische Zeugnisse. Diese Brücken sind beliebte Fotomotive und zeigen technische Meisterleistungen ihrer Zeit.


=== '''Bildende Kunst''' ===
=== '''Bildende Kunst''' ===
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=== '''Literatur''' ===
=== '''Literatur''' ===
Die Insel Anglesey hat eine lange literarische Tradition und einige bekannte Autoren stammen direkt von dort oder wurden von der Region und ihrer Kultur inspiriert. Ein bedeutender walisischer Dichter aus der Region war Lewis Morris (1701 bis 1765), der nicht nur als Dichter, sondern auch als Hydrograph, Altertumsforscher und Lexikograph von Bedeutung ist. Er gehörte zu den Morris-Brüdern von Anglesey, die eine wichtige Rolle für die walisische Literatur und Kultur spielten.
Anglesey hat eine lange literarische Tradition, und einige bekannte Autoren stammen direkt von dort oder wurden von der Region und ihrer Kultur inspiriert. Die walisische Sprache (Cymraeg) spielt eine zentrale Rolle, da sie auf der Insel besonders lebendig ist und viele Werke in ihr entstanden sind. Ein bedeutender walisischer Dichter aus der Region war Lewis Morris (1701 bis 1765), der nicht nur als Dichter, sondern auch als Hydrograph, Altertumsforscher und Lexikograph von Bedeutung ist. Er gehörte zu den Morris-Brüdern von Anglesey, einer einflussreichen Familie aus Llanfihangel yn Nhywyn, die eine wichtige Rolle für die walisische Literatur und Kultur spielte. Lewis Morris, oft als „Lewis Morris o Fôn“ bezeichnet, schrieb Gedichte, Briefe und Abhandlungen auf Walisisch und Englisch, darunter Werke zur walisischen Mythologie, Naturbeschreibungen und patriotische Texte. Zusammen mit seinen Brüdern Richard, William und John gründete er die „Cymdeithas y Morrisiaid“ (Morris Society), die die walisische Sprache und Literatur im 18. Jahrhundert revitalisierte. Sie sammelten Manuskripte, förderten Dichter und trugen zur Erhaltung der walisischen Kultur bei, als diese durch Anglisierung bedroht war. Lewis’ Gedichte wie „Diddanwch Teuluaidd“ und seine Korrespondenz gelten als Meilensteine der walisischen Aufklärungsliteratur.


Zudem hat die malerische Landschaft Nordwales, einschließlich Anglesey, immer wieder Dichter und Schriftsteller inspiriert, die dort gelebt oder ihren Sommer verbracht haben. Die Insel bietet vielfältige historische und kulturelle Themen, die in Werken regionaler Autoren oft aufgegriffen werden.
Die malerische Landschaft Nordwales, einschließlich Anglesey, hat immer wieder Dichter und Schriftsteller inspiriert, die dort gelebt oder ihren Sommer verbracht haben. Die Menai Strait, die Küsten, Megalithgräber und die druidische Geschichte der Insel tauchen in vielen Werken auf. Der walisische Nationaldichter Hedd Wyn (Ellis Humphrey Evans, 1887 bis 1917) hatte familiäre Verbindungen nach Anglesey, und die Insel wird in seiner Lyrik und in der walisischen Kriegsdichtung indirekt thematisiert. Moderne Autoren wie Kate Roberts (aus der Region inspiriert) oder John Cowper Powys, der in Corwen lebte und Nordwales bereiste, ließen sich von der Atmosphäre der Insel beeinflussen. Auch zeitgenössische walisische Schriftsteller wie Angharad Price oder Manon Steffan Ros greifen oft Themen aus der ländlichen walisischen Welt auf, die auf Anglesey stark präsent sind.


Obwohl Anglesey selbst heute keine große literarische Szene wie etwa in größeren Städten hat, ist die Nähe zu walisischen Literaturzentren und Universitäten ein Anreiz für angehende Schriftsteller. Zudem existiert auf Anglesey eine Reihe von Veranstaltungen und kleinen literarischen Kreisen, die die regionale Literatur fördern.
Obwohl Anglesey selbst heute keine große literarische Szene wie etwa in Cardiff oder Aberystwyth hat, ist die Nähe zu walisischen Literaturzentren und Universitäten ein Anreiz für angehende Schriftsteller. Die Bangor University, nur eine Brückenfahrt entfernt, bietet Kurse in Kreativem Schreiben und Walisischer Literatur, und viele Absolventen kommen von oder ziehen nach Anglesey. Auf der Insel existiert eine Reihe von Veranstaltungen und kleinen literarischen Kreisen, die die regionale Literatur fördern. Dazu gehören Lesungen in Bibliotheken wie die Llangefni Library, Poetry Nights in Pubs oder Cafés, das jährliche Eisteddfod Genedlaethol (National Eisteddfod), das oft in Nordwales stattfindet und Anglesey regelmäßig besucht, sowie lokale Gruppen wie Menter Môn oder Cymdeithas yr Iaith Gymraeg, die Literaturveranstaltungen organisieren. Das Oriel Môn in Llangefni zeigt oft Ausstellungen zu walisischen Autoren und Büchern, und der Anglesey Literature Festival (oder ähnliche kleinere Events) bringt Autoren zusammen.
 
Die walisische Literatur ist auf Anglesey besonders lebendig in Form von Lyrik, Kurzgeschichten und lokalen Geschichtsbüchern. Viele Autoren schreiben über die Inselgeschichte – von den Druiden über den Kupferbergbau bis zur modernen Identität – und veröffentlichen in walisischen Verlagen wie Y Lolfa oder Gwasg Carreg Gwalch. Die Nähe zur Natur und die starke walisische Sprachgemeinschaft fördern eine introspektive, ortsverbundene Literatur, die oft Themen wie Heimat, Verlust und kulturelle Kontinuität behandelt.


=== '''Theater''' ===
=== '''Theater''' ===
Im County gibt es mit dem '''Ucheldre Centre''' in Holyhead ein bedeutendes Kultur- und Theaterzentrum, das zu den führenden Kunstzentren in Wales zählt. Das Ucheldre bietet ein vielfältiges Programm mit Theaterstücken, Konzerten, Tanz, Kunstausstellungen, Filmvorführungen, Workshops und lokalen Theaterproduktionen. Es verfügt über einen 200 Sitzplätze großen Theatersaal sowie ein Amphitheater im Freien, das besonders in den Sommermonaten genutzt wird.
Im County gibt es mit dem Ucheldre Centre in Holyhead ein bedeutendes Kultur- und Theaterzentrum, das zu den führenden Kunstzentren in Wales zählt. Das Ucheldre, 1990 eröffnet und seitdem kontinuierlich erweitert, liegt zentral in Holyhead und bietet ein vielfältiges Programm mit Theaterstücken, Konzerten, Tanz, Kunstausstellungen, Filmvorführungen, Workshops und lokalen Theaterproduktionen. Es verfügt über einen 200 Sitzplätze großen Theatersaal mit moderner Technik sowie ein Amphitheater im Freien, das besonders in den Sommermonaten für Open-Air-Aufführungen, Festivals und Community-Events genutzt wird. Das Programm umfasst professionelle Tourneeproduktionen walisischer und britischer Theatergruppen, darunter oft walisischsprachige Stücke oder bilinguales Theater, aber auch internationale Gastspiele aus England, Schottland und Irland.


Neben professionellen Tourneeproduktionen gibt es dort auch regelmäßige Community-Veranstaltungen und lokale Amateurtheatergruppen, die das kulturelle Leben der Insel bereichern. Das Zentrum versteht sich als Treffpunkt für Künstler und Kulturinteressierte und fördert sowohl internationale Künstler als auch die lokale Kreativität. Daneben gibt es auf Anglesey mehrere kleinere Gemeinde- und Dorfhallen, die gelegentlich für Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen oder kulturelle Treffen genutzt werden.
Neben den großen Produktionen gibt es regelmäßige Community-Veranstaltungen und Auftritte lokaler Amateurtheatergruppen, die das kulturelle Leben der Insel bereichern. Gruppen wie die Holyhead Amateur Dramatic Society oder kleinere Ensembles aus Llangefni und Amlwch proben und spielen im Ucheldre und bringen pantomimes, Komödien, Dramen und musikalische Revuen auf die Bühne. Das Zentrum versteht sich als Treffpunkt für Künstler und Kulturinteressierte und fördert sowohl internationale Künstler als auch die lokale Kreativität durch Workshops für Jugendliche, Erwachsene und Schulklassen, Schreibkurse, Schauspieltrainings und Kooperationen mit Schulen. Es ist ein Ort der Inklusion, mit barrierefreiem Zugang und oft walisischsprachigen Veranstaltungen, die die starke Cymraeg-Tradition der Insel unterstützen.
 
Daneben gibt es auf Anglesey mehrere kleinere Gemeinde- und Dorfhallen, die gelegentlich für Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen oder kulturelle Treffen genutzt werden. Die Neuadd y Pentre in Llangefni, die Neuadd y Fali in Valley oder die Memorial Hall in Menai Bridge dienen als Bühnen für lokale Produktionen, Pantomimes, Eisteddfod-Wettbewerbe, Konzerte und Amateurtheater. Viele Dörfer haben eigene kleine Hallen oder Community Centres, in denen Gruppen wie die Anglesey Drama League oder Schulen Aufführungen organisieren. Das jährliche Eisteddfod, das oft in Nordwales stattfindet, bringt Theaterwettbewerbe (Drama, One-Act-Plays) nach Anglesey, und lokale Gruppen nehmen regelmäßig teil.
 
Das Theater auf Anglesey ist weniger kommerziell und großstädtisch, dafür stark gemeinwohlorientiert und von Freiwilligen getragen. Es lebt von der walisischen Leidenschaft für das gesprochene Wort, Poesie und Gemeinschaftserlebnisse. Das Ucheldre Centre ist das klare Zentrum und ein Magnet für Besucher von der Insel und dem Festland, während die kleineren Hallen das kulturelle Leben in den Dörfern am Leben halten. Die walisische Regierung und der County Council fördern das Theater durch Zuschüsse, und Programme wie Arts Council Wales unterstützen lokale Gruppen und Jugendtheater. Insgesamt bereichert das Theater auf Anglesey die Inselkultur, stärkt die walisische Sprache und schafft Orte der Begegnung, Kreativität und Unterhaltung in einer oft ländlich ruhigen Umgebung.


=== '''Film''' ===
=== '''Film''' ===
Auf Anglesey gibt es einige kleine Kinos, die ein vielfältiges Filmangebot für die Einheimischen und Besucher bereitstellen. Das bekannteste Kino auf der Insel ist das '''Holyhead Empire Cinema''', das eine moderne Ausstattung mit mehreren Leinwänden bietet und aktuelle Filmvorführungen zeigt. Neben Kinofilmen werden dort gelegentlich auch kulturelle Filme oder Events veranstaltet.
Auf Anglesey gibt es einige kleine Kinos, die ein breites Spektrum an Filmen für Einheimische und Besucher bereitstellen und oft eine Mischung aus Mainstream, Arthouse und walisischen Produktionen zeigen. Das bekannteste Kino auf der Insel ist das Holyhead Empire Cinema in Holyhead. Dieses traditionsreiche, aber modernisierte Kino verfügt über mehrere Leinwände und bietet aktuelle Blockbuster, Familienfilme, Independent-Produktionen und gelegentlich walisischsprachige oder britische Filme. Es ist mit bequemen Sitzen und guter Ton- und Bildtechnik ausgestattet und zeigt neben Kinofilmen auch kulturelle Events, Live-Übertragungen aus Theatern wie National Theatre Live oder Spezialvorführungen wie Klassiker-Reihen. Das Empire ist ein beliebter Treffpunkt, besonders am Wochenende, und bietet oft günstige Familien- oder Seniorentickets.
 
Neben dem Empire organisiert das Ucheldre Centre in Holyhead regelmäßige Filmvorführungen, oft im Zusammenhang mit künstlerischen und kulturellen Programmen. Das Zentrum, das als führendes Kulturhaus in Nordwales gilt, zeigt Arthouse-Filme, Dokumentationen, walisische Independent-Produktionen, Kurzfilmabende und thematische Reihen, etwa zu walisischer Geschichte, Umweltthemen oder internationalen Regisseuren. Die Vorführungen finden meist im Theatersaal oder im Café-Bereich statt und werden durch Diskussionen, Einführungen oder Q&A-Runden mit Gästen ergänzt. Das Ucheldre versteht sich als Ort der kulturellen Reflexion und fördert dadurch eine anspruchsvollere Filmkultur auf der Insel.


Das '''Ucheldre Centre''' in Holyhead, bekannt als Kultur- und Theaterzentrum, organisiert ebenfalls regelmäßige Filmvorführungen, oft im Zusammenhang mit künstlerischen und kulturellen Programmen. Für größere Kinoerlebnisse oder spezielle Filmfestivals fahren viele Inselbewohner zur nahegelegenen Stadt Bangor auf dem Festland, wo es ein breiteres Angebot an Kinos und kulturellen Filmveranstaltungen gibt.
Für ein breiteres Angebot, spezielle Filmfestivals oder IMAX-ähnliche Erlebnisse fahren viele Inselbewohner in die nahegelegene Stadt Bangor auf dem Festland. Dort gibt es das Reel Cinema Bangor (früher Plaza Cinema) mit mehreren Sälen und ein umfangreiches Programm, sowie das Pontio Arts and Innovation Centre, das regelmäßig Filmreihen, Festivals und Live-Übertragungen zeigt. Bangor ist nur eine kurze Fahrt über die Menai Suspension Bridge entfernt und dient als Ergänzung zum lokalen Angebot.


Außerdem hat Anglesey als malerischer Drehort immer wieder Anziehungskraft für Filmproduktionen, weshalb die Insel in verschiedenen TV-Serien und Filmen zu sehen ist. Dadurch gewinnt auch die lokale Filmkultur weitere Impulse.
Anglesey hat als malerischer Drehort immer wieder Anziehungskraft für Filmproduktionen. Die dramatische Küstenlandschaft, die Menai Strait, historische Stätten wie Beaumaris Castle und die surreale Industrieästhetik von Parys Mountain tauchen in verschiedenen TV-Serien und Filmen auf. Beispiele sind Szenen aus walisischen Produktionen wie „Hinterland“ (Y Gwyll), Teile von BBC-Dramen oder Dokumentationen über die walisische Geschichte. Auch internationale Produktionen nutzen die Insel gelegentlich für Außenaufnahmen, etwa für Natur- oder Küstenmotive. Diese Präsenz in Film und Fernsehen gewinnt der lokalen Filmkultur weitere Impulse und inspiriert Einheimische, sich mit dem Medium auseinanderzusetzen – sei es durch Filmclubs, Workshops im Ucheldre oder Schulprojekte.


=== '''Musik und Tanz''' ===
=== '''Musik und Tanz''' ===
Die Musiktradition auf Anglesey umfasst auch die walisischen Volkslieder (Folk Songs), die oft in der walisischen Sprache gesungen werden und Themen wie Natur, Liebe, Heimat und Geschichte behandeln. Diese Lieder werden bei lokalen Festen, Konzerten und Gemeinschaftsveranstaltungen immer noch lebendig gepflegt.
Die Musik- und Tanztradition auf Anglesey ist tief in der walisischen Kultur verwurzelt und verbindet traditionelle Elemente mit modernen Einflüssen. Die walisischen Volkslieder (Folk Songs) spielen eine zentrale Rolle und werden oft in der walisischen Sprache gesungen. Diese Lieder behandeln Themen wie Natur, Liebe, Heimat und Geschichte und werden bei lokalen Festen, Konzerten und Gemeinschaftsveranstaltungen immer noch lebendig gepflegt. Viele stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, wurden aber durch die Morris-Brüder und spätere Sammler wie Mair Tomos Evans bewahrt und weitergegeben. Heute erklingen sie bei Eisteddfod-Wettbewerben, in Pubs oder bei Familienfeiern, oft begleitet von Harfe, Fiedel oder Gitarre.


Bekannte Persönlichkeiten aus Anglesey in der traditionellen walisischen Musik sind unter anderem die Sängerin Sian James, die mit ihrer warmen, ausdrucksstarken Stimme einen wichtigen Beitrag zur Folk-Musik leistet. Ebenso bekannt sind das Duo Tony & Aloma, das mit emotionalen Liedern und Harfenbegleitung in ganz Wales erfolgreich ist. Diese Künstler zeigen die Verbindung von Musik und Heimat sehr eindrucksvoll.
Bekannte Persönlichkeiten aus Anglesey in der traditionellen walisischen Musik sind unter anderem die Sängerin Sian James, die mit ihrer warmen, ausdrucksstarken Stimme einen wichtigen Beitrag zur Folk-Musik leistet. Sie hat mehrere Alben veröffentlicht und tritt regelmäßig auf Festivals auf. Ebenso bekannt sind das Duo Tony & Aloma, das mit emotionalen Liedern und Harfenbegleitung in ganz Wales erfolgreich ist. Diese Künstler zeigen die Verbindung von Musik und Heimat sehr eindrucksvoll und tragen dazu bei, dass die walisische Sprache und Melodien lebendig bleiben.


Ein zentraler Veranstaltungsort ist das '''Ucheldre Centre''' in Holyhead, das sich durch seine hervorragende Akustik und sein breitgefächertes Musikprogramm auszeichnet. Hier finden Konzerte aus den Bereichen klassische Musik, Jazz, Pop, Oper, Kammermusik, Chor- und Soloauftritte statt. Auch Tanzveranstaltungen, wie Flamenco-Shows, gehören zum Programm. Das Ucheldre ist ein kultureller Treffpunkt, der lokale wie internationale Künstler zusammenbringt. Mehrere große Musikfestivals beleben die Insel vor allem in den Sommermonaten:
Ein zentraler Veranstaltungsort ist das Ucheldre Centre in Holyhead, das sich durch seine hervorragende Akustik und sein breitgefächertes Musikprogramm auszeichnet. Hier finden Konzerte aus den Bereichen klassische Musik, Jazz, Pop, Oper, Kammermusik, Chor- und Soloauftritte statt. Auch Tanzveranstaltungen, wie Flamenco-Shows, gehören zum Programm. Das Ucheldre ist ein kultureller Treffpunkt, der lokale wie internationale Künstler zusammenbringt und regelmäßig walisischsprachige Acts, Folk-Abende und Tanzworkshops anbietet.


* Das '''Gottwood Festival''' ist eines der bekanntesten Festivals für elektronische Musik in Wales, auf einem Waldgelände nahe Holyhead mit internationalen DJs und Live-Acts.
Mehrere große Musikfestivals beleben die Insel vor allem in den Sommermonaten. Das Gottwood Festival ist eines der bekanntesten Festivals für elektronische Musik in Wales. Es findet auf einem Waldgelände nahe Holyhead statt und zieht internationale DJs und Live-Acts an, die in einer naturnahen, familienfreundlichen Atmosphäre auftreten. Das Beaumaris Festival bietet ein abwechslungsreiches Programm aus klassischer, Jazz- und Instrumentalmusik, verbunden mit lokalen und internationalen Künstlern, und nutzt oft die malerische Kulisse der Burg und der Menai Strait. Das Folk on the Farm Festival setzt den Fokus auf Folk, Blues, Weltmusik und Rock, eingebettet in die idyllische Natur Angleseys, und verbindet Musik mit Camping, Workshops und lokalen Produkten.
* Das '''Beaumaris Festival''' bietet ein abwechslungsreiches Programm aus klassischer, Jazz- und Instrumentalmusik, verbunden mit lokalen und internationalen Künstlern.
* Das '''Folk on the Farm Festival''' setzt den Fokus auf Folk, Blues, Weltmusik und Rock, eingebettet in die idyllische Natur Angleseys.


 
Darüber hinaus gibt es regelmäßig kleinere Konzerte, Tanzveranstaltungen und Musikaktivitäten in Gemeindezentren, Theatern und Kirchen auf der Insel. Viele Dörfer haben eigene Chöre (Côr), die in der walisischen Tradition singen, und Tanzgruppen, die traditionelle walisische Tänze (Dawnsio Gwerin) oder moderne Stile pflegen. Spezielle Bildungsprogramme und Live-Konzertreihen fördern musikalische Talente von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen, etwa durch Workshops im Ucheldre, Schulprojekte oder die Arbeit von Menter Môn, die musikalische und kulturelle Aktivitäten unterstützt.
Darüber hinaus gibt es regelmäßig kleinere Konzerte, Tanzveranstaltungen und Musikaktivitäten in Gemeindezentren, Theatern und Kirchen auf der Insel. Spezielle Bildungsprogramme und Live-Konzertreihen fördern musikalische Talente von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen.


=== '''Kleidung''' ===
=== '''Kleidung''' ===
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=== '''Kulinarik und Gastronomie''' ===
=== '''Kulinarik und Gastronomie''' ===
Die Insel ist bekannt für ihre frischen lokalen Zutaten, darunter vor allem Lammfleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie Gemüse wie den walisischen Lauch, der als Nationalgemüse gilt. Typische Gerichte aus der walisischen Küche, die auch auf Anglesey häufig serviert werden, sind:
Die Inselküche ist bodenständig, saisonal und stark regional geprägt, wobei lokale Produkte wie Meeresfrüchte, Lammfleisch, Käse, Gemüse und Meersalz im Mittelpunkt stehen. Die walisische Sprache und Kultur spielen eine große Rolle – viele Menüs und Schilder sind bilingual, und traditionelle Gerichte werden oft bei Festen und in Familien gepflegt. Ein Markenzeichen der Insel ist das Anglesey Sea Salt (Halen Môn), das seit 1997 in Brynsiencyn von Hand geerntet wird und als erstes walisisches Produkt mit geschützter geografischer Angabe (PGI) gilt. Es wird in vielen Restaurants und Geschäften verwendet und verleiht Fisch, Fleisch und Gemüse eine besondere Note. Anglesey-Lamm (Ynys Môn Lamb) ist für seine Qualität bekannt – die Schafe weiden auf salzhaltigen Weiden, was dem Fleisch einen einzigartigen Geschmack verleiht. Es wird oft als Roast Loin oder in Eintöpfen serviert. Frischer Fisch und Schalentiere dominieren die Küstenküche: Seebarsch (Anglesey Sea Bass aus lokaler Aquakultur), Hummer, Krabben, Jakobsmuscheln, Muscheln und Austern aus der Menai Strait oder dem Irischen Meer. Holyhead und Beaumaris sind besonders stark auf Meeresfrüchte ausgerichtet.
 
Klassische walisische Gerichte finden sich überall: Welsh Rarebit (geröstetes Brot mit Käse-Sauce), Cawl (herzhafter Eintopf mit Lamm, Lauch, Kartoffeln und Karotten), Bara Brith (fruchtiger Teegebäck-Kuchen), Welsh Cakes (kleine, auf der Platte gebackene Fladen mit Rosinen) und laverbread (eine Paste aus Seetang, oft mit Hafer und Speck). Lokale Käsesorten wie Perl Wen oder Teifi ergänzen das Angebot, und viele Höfe verkaufen direkt Honig, Marmeladen, Chutneys und Craft-Biere.
 
Typische Gerichte aus der walisischen Küche, die auch auf Anglesey häufig serviert werden, sind:


* '''Cawl''': Ein traditioneller walisischer Eintopf mit Lammfleisch, Lauch, Kartoffeln und anderen frischen Gemüsearten. Früher aß man ihn täglich, heute ist Cawl ein Symbol der walisischen Küche.
* '''Cawl''': Ein traditioneller walisischer Eintopf mit Lammfleisch, Lauch, Kartoffeln und anderen frischen Gemüsearten. Früher aß man ihn täglich, heute ist Cawl ein Symbol der walisischen Küche.
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* '''Welsh Cakes''': Kleine, würzige Teekuchen, traditionell auf einem Bakestone gebacken.
* '''Welsh Cakes''': Kleine, würzige Teekuchen, traditionell auf einem Bakestone gebacken.


Eine weitere Spezialität von Anglesey ist das '''Anglesey Salt''', ein Meersalz, das aus dem Wasser rund um die Insel gewonnen wird und in der regionalen Küche eingesetzt wird. Die Gastronomie auf Anglesey bietet durch eine Mischung aus traditionellen Gasthäusern, modernen Restaurants und ländlichen Pubs eine breite Palette, die sowohl lokale Spezialitäten als auch internationale Küche serviert. Lokale Produkte und saisonale Angebote prägen die Speisekarte vieler Betriebe, wodurch Besucher authentische walisische Genussmomente erleben können.


Eine weitere Spezialität von Anglesey ist das '''Anglesey Salt''', ein Meersalz, das aus dem Wasser rund um die Insel gewonnen wird und in der regionalen Küche eingesetzt wird. Die Gastronomie auf Anglesey bietet durch eine Mischung aus traditionellen Gasthäusern, modernen Restaurants und ländlichen Pubs eine breite Palette, die sowohl lokale Spezialitäten als auch internationale Küche serviert. Lokale Produkte und saisonale Angebote prägen die Speisekarte vieler Betriebe, wodurch Besucher authentische walisische Genussmomente erleben können.
Die Gastronomieszene ist eine Mischung aus Pubs, Cafés, Restaurants und Farm-to-Table-Betrieben. In Holyhead gibt es mehrere Fischrestaurants und Pubs am Hafen, die frische Fänge servieren, wie das George Hotel oder das Eating Inn. Beaumaris ist für gehobene Küche bekannt – das White Eagle oder das Lobster Pot bieten saisonale Menüs mit lokalen Zutaten. In Llangefni finden sich gemütliche Cafés und Bistros wie das Green Olive oder das Tafarn y Porth, die walisische Klassiker mit modernen Twists kombinieren. Amlwch und Rhosneigr haben Strandcafés und Restaurants mit Meerblick, die oft Fisch & Chips, Crab Sandwiches oder lokale Burger anbieten. Viele Betriebe setzen auf „Anglesey Produce“ und präsentieren regionale Spezialitäten. Das jährliche Anglesey Food Festival (meist im Sommer) bringt Streetfood-Stände, Kochdemonstrationen, Bauernmärkte und Verkostungen zusammen. Der Ynys Môn Food Partnership fördert lokale Produzenten, und der Anglesey Freeport soll die Gastronomie durch mehr Besucher und Investitionen weiter stärken.
 
Pubs spielen eine große Rolle: Viele wie das Outbuildings in Llanfairpwll oder das Black Lion in Penmon servieren Real Ale, Craft-Bier (z. B. von Anglesey Brewing Co.) und klassische Pub-Gerichte wie Steak & Ale Pie oder Fish & Chips. Traditionelle Pub-Sessions mit Live-Musik und walisischen Liedern sind häufig, besonders in den Sommermonaten.


=== '''Festkultur''' ===
=== '''Festkultur''' ===
Auf Anglesey gelten die walisischen Feiertage:
Auf Anglesey gelten die walisischen Feiertage:


* 1. Januar  - Neujahr
* Neujahr (New Year’s Day) – 1. Januar
* Ende März / Anfang April  - Ostern
* Karfreitag (Good Friday) – beweglich im März/April
* erster Montag im Mai  - Early May bank Holiday
* Ostermontag (Easter Monday) – beweglich im März/April
* letzter Montag im Mai -  Spring Bank Holiday
* Early May Bank Holiday – erster Montag im Mai
* letzter Montag im August  - August Bank Holiday
* Spring Bank Holiday – letzter Montag im Mai
* 25./26. Dezember  -  Christmas & Boxing Day
* Summer Bank Holiday letzter Montag im August
* Weihnachtstag (Christmas Day) – 25. Dezember
* Boxing Day – 26. Dezember


Dazu kommt eine Vielzahl von Festen und Festivals, die sowohl die kulturelle Vielfalt als auch die lokale Tradition der Insel spiegeln. Eines der bekanntesten Festivals ist das Gottwood Festival, ein angesehenes Underground-Elektronikmusikfestival, das jährlich im Juni auf dem Carreglwyd Estate nahe Holyhead stattfindet. Das Festival bietet bunte Bühnen, Kunstinstallationen und zieht rund 5.000 Besucher an, die ein intensives Erlebnis von Musik und Natur suchen.
Dazu kommt eine Vielzahl von Festen und Festivals, die sowohl die kulturelle Vielfalt als auch die lokale Tradition der Insel spiegeln. Eines der bekanntesten Festivals ist das Gottwood Festival, ein angesehenes Underground-Elektronikmusikfestival, das jährlich im Juni auf dem Carreglwyd Estate nahe Holyhead stattfindet. Das Festival bietet bunte Bühnen, Kunstinstallationen und zieht rund 5.000 Besucher an, die ein intensives Erlebnis von Musik und Natur suchen.
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== '''Medien''' ==
== '''Medien''' ==
Neben lokalen Internet-Plattformen und Zeitungen gibt es seit 4. Februar 2007 auf Anglesey auch einen Fernsehsender, das Time Team (series 14) des Channel 4. Abseits dessen gibt es lokale Zeitungen und Wochenblätter, die vor allem Nachrichten, Veranstaltungen und Themen rund um Anglesey und Nordwales abdecken. Diese Printmedien sind wichtig für die Gemeinschaft und informieren über lokale Politik, Kultur, Wirtschaft und gesellschaftliche Ereignisse.
Die Medienlandschaft auf Anglesey ist geprägt von einer Mischung aus lokalen, walisischen und digitalen Angeboten, die die starke walisische Identität, die walisische Sprache und die regionale Verbundenheit widerspiegeln. Neben lokalen Internet-Plattformen und Zeitungen gibt es seit dem 4. Februar 2007 auf Anglesey auch einen Fernsehsender, das Time Team (series 14) des Channel 4. Abseits dessen gibt es lokale Zeitungen und Wochenblätter, die vor allem Nachrichten, Veranstaltungen und Themen rund um Anglesey und Nordwales abdecken. Diese Printmedien sind wichtig für die Gemeinschaft und informieren über lokale Politik, Kultur, Wirtschaft und gesellschaftliche Ereignisse.
 
Zu den wichtigsten Printmedien zählen der Anglesey Mail, der Holyhead & Anglesey Mail sowie der North Wales Chronicle (mit regionalem Fokus auf Anglesey), die wöchentlich oder zweiwöchentlich erscheinen. Diese Blätter berichten über Ratssitzungen, Schulen, Vereine, Sport, Todesanzeigen, Kleinanzeigen und Veranstaltungen wie Eisteddfod oder lokale Feste. Sie sind oft bilingual oder enthalten walisische Beiträge und dienen als Bindeglied in einer Inselgemeinschaft, in der persönliche Kontakte und lokale Themen eine große Rolle spielen. Die walisische Tageszeitung Y Cymro und die Wochenzeitung Y Fan a’r Lle bieten ergänzend walisischsprachige Berichterstattung, die auch Anglesey abdeckt.


Lokale Radiosender bieten Programme in Englisch und Walisisch an, die Musik, Nachrichten, kulturelle Berichte und Talkshows umfassen. Diese Sender spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung der walisischen Sprache und Kultur.  
Lokale Radiosender bieten Programme in Englisch und Walisisch an, die Musik, Nachrichten, kulturelle Berichte und Talkshows umfassen. Diese Sender spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung der walisischen Sprache und Kultur. Radio Ceredigion und BBC Radio Cymru senden walisischsprachige Programme, die auf Anglesey gut empfangen werden, während lokale Sender wie Môn FM (ehemals ein Community-Sender) oder BBC Radio Wales regionale Inhalte liefern. Die Sender berichten über Inselthemen, spielen walisische Musik (Folk, Pop, Klassik) und laden oft lokale Gäste ein, um über Politik, Kultur oder Alltag zu sprechen.


Websites und Social-Media-Kanäle wie Visit Anglesey bieten aktuelle Informationen, Veranstaltungsankündigungen und touristische Highlights, ergänzt durch multimediale Inhalte wie Videos und Bilder. Digitale Nachrichtenportale informieren tagesaktuell über Geschehnisse auf der Insel und in der weiteren Region.
Websites und Social-Media-Kanäle wie Visit Anglesey bieten aktuelle Informationen, Veranstaltungsankündigungen und touristische Highlights, ergänzt durch multimediale Inhalte wie Videos und Bilder. Digitale Nachrichtenportale informieren tagesaktuell über Geschehnisse auf der Insel und in der weiteren Region. Kulturelle und touristische Medienangebote sind stark vernetzt. VisitWales und VisitAnglesey fungieren als zentrale Plattformen, die mit Bilddatenbanken, Videos und PR-Material umfassende Einblicke in die Insel und ihre Besonderheiten bieten. Die offizielle Website des Isle of Anglesey County Council (anglesey.gov.wales) und Social-Media-Kanäle des Councils liefern Nachrichten zu Verwaltung, Veranstaltungen und Diensten. Lokale Facebook-Gruppen, Instagram-Accounts von Cafés, Museen und Festivals sowie YouTube-Kanäle walisischer Künstler ergänzen das Angebot.


Kulturelle und touristische Medienangebote sind stark vernetzt. VisitWales und VisitAnglesey fungieren als zentrale Plattformen, die mit Bilddatenbanken, Videos und PR-Material umfassende Einblicke in die Insel und ihre Besonderheiten bieten.
Fernsehen auf Anglesey ist weitgehend auf die walisischen und britischen Sender ausgerichtet. S4C, der walisischsprachige Sender, ist besonders wichtig und sendet Nachrichten, Dokumentationen, Dramen und Kinderprogramme auf Walisisch, die auf der Insel stark genutzt werden. BBC Cymru Wales produziert regionale Inhalte, darunter Wales Today und walisische Serien. Das Ucheldre Centre in Holyhead zeigt gelegentlich Film- und Medienveranstaltungen, und es gibt kleine Community-Medienprojekte, die lokale Geschichten dokumentieren.


=== '''Kommunikation''' ===
=== '''Kommunikation''' ===
Die Telefonvorwahl von Anglesey ist wie für Bangor 0(044)2891.
Die Telefonvorwahl von Anglesey ist wie für Bangor 0(044)2891. Die Postleitzahlen auf Anglesey gehören alle zum Postcode-Gebiet LL (Llandudno) und liegen hauptsächlich im Bereich LL58–LL78.
 
Einige Beispiele:
 
* LL58 – Beaumaris
* LL59 – Menai Bridge
* LL60–LL65 – zentrale und westliche Teile der Insel
* LL65 – Holyhead
* LL66–LL69 – Norden und Nordosten
* LL70–LL78 – Osten und Südosten der Insel


== '''Sport''' ==
== '''Sport''' ==
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* '''Klettern und Abseilen''': Anglesey ist beliebt für seine Kletterrouten an Klippen und Felsformationen, auch für Anfänger mit geführten Touren.
* '''Klettern und Abseilen''': Anglesey ist beliebt für seine Kletterrouten an Klippen und Felsformationen, auch für Anfänger mit geführten Touren.
* '''Windsurfing und Surfen''': Besonders der Strand von Rhosneigr ist ein Hotspot für Surfer und Windsurfer mit beständigen Winden.
* '''Windsurfing und Surfen''': Besonders der Strand von Rhosneigr ist ein Hotspot für Surfer und Windsurfer mit beständigen Winden.
* '''Zip-Lining''': Auf dem Festland nahe Anglesey bietet Zip World verschiedene Zip-Line-Parcours mit spektakulären Aussichten und Adrenalinkicks.'''Wandern und Radfahren''': Der Anglesey Coastal Path lädt zu Wanderungen mit beeindruckenden Küstenblicken ein, während gut ausgebaute Radwege das Erkunden per Fahrrad ermöglichen.
* '''Zip-Lining''': Auf dem Festland nahe Anglesey bietet Zip World verschiedene Zip-Line-Parcours mit spektakulären Aussichten und Adrenalinkicks.
* '''Wandern und Radfahren''': Der Anglesey Coastal Path lädt zu Wanderungen mit beeindruckenden Küstenblicken ein, während gut ausgebaute Radwege das Erkunden per Fahrrad ermöglichen.
* '''Golf''': Auf der Insel gibt es mehrere Golfplätze, die sowohl von Einheimischen als auch von Touristen geschätzt werden.
* '''Golf''': Auf der Insel gibt es mehrere Golfplätze, die sowohl von Einheimischen als auch von Touristen geschätzt werden.
In Anglesey waren mehrere Vorläufer der modernen Fußballregeln beliebt. Sie hatten nur wenige Regeln und waren ziemlich gewalttätig. Rhys Cox beschrieb um die Wende zum 18. Jahrhundert ein Spiel in Llandrygan, das damit endete, dass „zahlreiche Spieler ... hier und da auf der Straße liegen blieben, einige mit gebrochenen Gliedmaßen, andere schwer verletzt, und einige auf Bahren zum Begräbnis auf den Friedhof gebracht wurden, der dem Ort am nächsten lag, an dem sie tödlich verletzt worden waren“. William Bulkeley berichtet in seinem Tagebuch vom April 1734, dass die Gewalt solcher Spiele keine negativen Gefühle hinterließ, da sich beide Seiten „als gute Freunde trennten, wie sie gekommen waren, nachdem sie eine halbe Stunde lang gemeinsam bei einem Becher Bier ihre Stimmung aufgemuntert hatten ... und die Osterfeiertage unschuldig und fröhlich beendet hatten“.


 
In Anglesey waren mehrere Vorläufer der modernen Fußballregeln beliebt. Sie hatten nur wenige Regeln und waren ziemlich gewalttätig. Rhys Cox beschrieb um die Wende zum 18. Jahrhundert ein Spiel in Llandrygan, das damit endete, dass „zahlreiche Spieler ... hier und da auf der Straße liegen blieben, einige mit gebrochenen Gliedmaßen, andere schwer verletzt, und einige auf Bahren zum Begräbnis auf den Friedhof gebracht wurden, der dem Ort am nächsten lag, an dem sie tödlich verletzt worden waren“. William Bulkeley berichtet in seinem Tagebuch vom April 1734, dass die Gewalt solcher Spiele keine negativen Gefühle hinterließ, da sich beide Seiten „als gute Freunde trennten, wie sie gekommen waren, nachdem sie eine halbe Stunde lang gemeinsam bei einem Becher Bier ihre Stimmung aufgemuntert hatten ... und die Osterfeiertage unschuldig und fröhlich beendet hatten“.
In Anglesey waren mehrere Vorläufer der modernen Fußballregeln beliebt. Sie hatten nur wenige Regeln und waren ziemlich gewalttätig. Rhys Cox beschrieb um die Wende zum 18. Jahrhundert ein Spiel in Llandrygan, das damit endete, dass „zahlreiche Spieler ... hier und da auf der Straße liegen blieben, einige mit gebrochenen Gliedmaßen, andere schwer verletzt, und einige auf Bahren zum Begräbnis auf den Friedhof gebracht wurden, der dem Ort am nächsten lag, an dem sie tödlich verletzt worden waren“. William Bulkeley berichtet in seinem Tagebuch vom April 1734, dass die Gewalt solcher Spiele keine negativen Gefühle hinterließ, da sich beide Seiten „als gute Freunde trennten, wie sie gekommen waren, nachdem sie eine halbe Stunde lang gemeinsam bei einem Becher Bier ihre Stimmung aufgemuntert hatten ... und die Osterfeiertage unschuldig und fröhlich beendet hatten“.[112]


Der 1757 gegründete Anglesey Hunt war nach dem Tivyside Hunt in Cardiganshire der zweitälteste Fuchsjagdverein in Wales.
Der 1757 gegründete Anglesey Hunt war nach dem Tivyside Hunt in Cardiganshire der zweitälteste Fuchsjagdverein in Wales.


== '''Fußball''' ==
=== '''Fußball''' ===
Das Fußballspiel kam in den 1870er Jahren auf und stieß aufgrund seiner vermeintlichen Verbindung mit Trunkenheit, Rowdytum und den unteren Klassen auf lokalen Widerstand. Ein Kritiker bezeichnete ihn als „unchristliche Praxis“. In der Saison 1895/96 wurde eine Anglesey-Liga mit Mannschaften aus Amlwch, Beaumaris, Holyhead, Menai Bridge, Llandegfan und Llangefni gegründet. Diese wurde 2020 durch die North Wales Coast West Football League abgelöst.
Das Fußballspiel kam in den 1870er Jahren auf und stieß aufgrund seiner vermeintlichen Verbindung mit Trunkenheit, Rowdytum und den unteren Klassen auf lokalen Widerstand. Ein Kritiker bezeichnete ihn als „unchristliche Praxis“. In der Saison 1895/96 wurde eine Anglesey-Liga mit Mannschaften aus Amlwch, Beaumaris, Holyhead, Menai Bridge, Llandegfan und Llangefni gegründet. Diese wurde 2020 durch die North Wales Coast West Football League abgelöst.


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=== '''Motorsport''' ===
=== '''Motorsport''' ===
Der Anglesey Circuit (walisisch: Trac Môn) ist eine lizenzierte MSA- und ACU-Meisterschaftsrennstrecke, die 1997 eröffnet wurde. Sie ist Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen das ganze Jahr über und eine beliebte Rennstrecke.
Der Anglesey Circuit, walisisch Trac Môn, ist eine lizenzierte MSA- und ACU-Meisterschaftsrennstrecke, die 1997 eröffnet wurde. Sie liegt in der Nähe von Ty Croes im Westen der Insel und gilt als eine der modernsten und anspruchsvollsten Rennstrecken Großbritanniens. Mit einer Länge von 2,1 Kilometern (1,3 Meilen) in der International-Konfiguration und bis zu 3,1 Kilometern in der Coastal-Konfiguration bietet sie eine Mischung aus schnellen Geraden, technisch anspruchsvollen Kurven und Höhenunterschieden, die sie für Fahrer und Zuschauer gleichermaßen attraktiv macht.
 
Der Circuit ist Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen das ganze Jahr über und eine beliebte Rennstrecke. Er beherbergt nationale und regionale Meisterschaften in den Bereichen Autos, Motorräder und Karts. Dazu gehören die British Touring Car Championship (BTCC)-Test- und Support-Events, die Welsh Sports & Saloon Car Championship, die British Superbike Championship (BSB)-Trainings, die Classic Motorcycle Racing Series, die Caterham Academy, die Mazda MX-5 Cup und verschiedene Trackday- und Club-Events. Im Winter finden oft Drift- und Rallycross-Veranstaltungen statt, und die Strecke wird regelmäßig für Fahrertrainings, Corporate Days, Film- und Fotoproduktionen sowie für die Ausbildung von Polizei- und Rettungsdiensten genutzt.
 
Der Anglesey Circuit ist besonders für seine Vielseitigkeit bekannt. Er verfügt über drei unterschiedliche Layouts (International, Coastal und National), eine moderne Boxenanlage, Tribünen mit Platz für mehrere Tausend Zuschauer, ein Fahrerlager und eine Pitlane mit direkter Streckeneinsicht. Die Strecke ist vollständig asphaltiert, gut beleuchtet und bietet hervorragende Sicherheitsstandards mit Kiesbetten, Reifenbarrieren und medizinischer Versorgung. Viele Fahrer schätzen die Kombination aus technischen Abschnitten wie der „Corkscrew“-Kurve und der langen Geraden, die hohe Geschwindigkeiten erlaubt.
 
Neben professionellen Rennen ist der Circuit ein Magnet für Amateurfahrer und Trackday-Enthusiasten. Anbieter wie No Limits, MSV Trackdays oder lokale Clubs organisieren regelmäßig offene Trackdays für Autos und Motorräder, bei denen Hobbyfahrer ihre Fahrzeuge auf der Strecke testen können. Es gibt auch Driving Experiences mit Sportwagen, Formel-Rennwagen oder Drift-Autos, die bei Touristen und Einheimischen beliebt sind. Die Strecke ist zudem Austragungsort des jährlichen Anglesey Motor Show und anderer Auto- und Motorradtreffen.
 
Der Motorsport trägt wesentlich zur Wirtschaft Angleseys bei. Er schafft Arbeitsplätze in der Streckenverwaltung, Gastronomie, Unterkünften und lokalen Dienstleistungen, zieht Besucher aus ganz Großbritannien an und generiert Übernachtungen, besonders bei mehrtägigen Events. Der Anglesey Circuit ist ganzjährig geöffnet und profitiert von der guten Erreichbarkeit über die A55 und die Bahnverbindung nach Holyhead. Die walisische Regierung und der County Council unterstützen den Betrieb als Teil der Freizeit- und Sportinfrastruktur, und die Nähe zur Bangor University und dem M-SParc fördert technische Kooperationen im Motorsportbereich.


== '''Persönlichkeiten''' ==
== '''Persönlichkeiten''' ==
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* Alex Jones (1988 bis 2019), Automobilrennfahrer und Radsportler
* Alex Jones (1988 bis 2019), Automobilrennfahrer und Radsportler


== '''Fremdenverkehr''' ==
Der Fremdenverkehr auf Anglesey ist geprägt von Ruhe, Naturnähe und der Abwesenheit von Massentourismus. Anglesey an der Nordwestküste von Wales hat keine spektakulären Gebirge, nur wenige Burgen und fast keine Superlative aufzuweisen. Urlaub machen hier nur Eingeweihte. Zum Beispiel Charles Mountbatten-Windsor, Prince of Wales und britischer Thronfolger, der auf der Insel einige Cottages besitzt, die er angeblich auch vermietet. Ein berühmter Fußballer hat hier neuerdings ein Haus. Aber Anglesey, oder auch Ynys Môn, wie es auf Walisisch heißt, hat keine spektakulären Gebirge, weniger Burgen und Superlative als das restliche Wales, von dem es nur einen Silberstreif entfernt liegt: Hinter der Meerenge Menai Strait beginnt eine andere, langsamere Welt. Die freihängende Menai Suspension Bridge trägt uns dorthin, sie erzählt noch vom Stolz, mit dem einst die Industrialisierung das ländliche Wales in eine Landschaft mit Löchern und Schloten verwandelte. Die Braunkohle- und Schieferminen sind bis heute sichtbar, ebenso wie der Bergarbeiterstolz noch spürbar ist. Anglesey hat eine Aluminiumfabrik, ansonsten aber vorwiegend blumenübersäte Hügel und grüne Dünen, schafgesprenkelte Weiden und wunderschöne, alte Gärten.


'''Fremdenverkehr'''
Der Tourismus auf der Insel ist ruhig und authentisch. Viele Besucher kommen wegen der langen, oft menschenleeren Strände, der dramatischen Küstenpfade und der reichen Vogelwelt. Der Anglesey Coastal Path, ein 200 Kilometer langer Rundweg, führt durch Dünen, Klippen und kleine Buchten und ist einer der schönsten Küstenwanderwege Großbritanniens. Orte wie Rhosneigr, Benllech, Moelfre oder Newborough sind bei Surfern, Familien und Naturliebhabern beliebt. Beaumaris lockt mit seiner vollendeten Burg und der malerischen Altstadt, während Holyhead als Fährhafen Durchreisende aus Irland anzieht. Parys Mountain mit seiner postindustriellen, fast surrealen Landschaft zieht Fotografen und Abenteuerlustige an, und Llyn Alaw sowie die Feuchtgebiete sind Paradiese für Vogelbeobachter.


Anglesey an der Nordwestküste von Wales hat keine spektakulären Gebirge, nur wenige Burgen und fast keine Superlative aufzuweisen. Urlaub machen hier nur Eingeweihte. Zum Beispiel Charles Mountbatten-Windsor, Prince of Wales und britischer Thronfolger, der auf der Insel einige Cottages besitzt, die er angeblich auch vermietet. Ein berühmter Fußballer hat hier neuerdings ein Haus. Aber Anglesey, oder auch Ynys Môn, wie es auf Walisisch heißt, hat keine spektakulären Gebirge, weniger Burgen und Superlative als das restliche Wales, von dem es nur einen Silberstreif entfernt liegt: Hinter der Meerenge Menai Strait beginnt eine andere, langsamere Welt. Die freihängende Menai Suspension Bridge trägt uns dorthin, sie erzählt noch vom Stolz, mit dem einst die Industrialisierung das ländliche Wales in eine Landschaft mit Löchern und Schloten verwandelte. Die Braunkohle- und Schieferminen sind bis heute sichtbar, ebenso wie der Bergarbeiterstolz noch spürbar ist. Anglesey hat eine Aluminiumfabrik, ansonsten aber vorwiegend blumenübersäte Hügel und grüne Dünen, schafgesprenkelte Weiden und wunderschöne, alte Gärten.
Die Unterbringungsmöglichkeiten sind vielfältig und passen zur entspannten Atmosphäre der Insel. Es gibt zahlreiche Ferienhäuser und Cottages, die oft über Plattformen wie Airbnb, Sykes Cottages oder National Trust vermietet werden. Viele sind traditionelle walisische Steinhäuser mit Kamin, Garten und Meerblick, ideal für Familien oder Gruppen. Besonders gefragt sind Cottages in Beaumaris, Rhosneigr oder an der Westküste. Campingplätze und Glamping-Anlagen – von einfachen Zeltwiesen bis zu Luxus-Lodges mit Hot Tub – finden sich vor allem an Stränden wie Silver Bay oder Porth Trecastell. Bed & Breakfasts und kleine Gästehäuser sind in fast jedem Dorf vertreten, oft familiengeführt und mit walisischem Frühstück (mit laverbread, Welsh Cakes und lokalem Speck). Hotels gibt es vor allem in Holyhead (z. B. Travelodge, Premier Inn) und Beaumaris (The Bulkeley Hotel, romantisch und historisch). Luxusunterkünfte sind rar, aber Orte wie Bodorgan Hall oder Plas Newydd bieten gelegentlich exklusive Aufenthalte.
 
Der Tourismus ist saisonal: Im Sommer füllen sich Strände und Wanderwege, im Frühling und Herbst kommen Vogelbeobachter und Ruhesuchende. Viele Unterkünfte sind ganzjährig geöffnet, und der Winter bietet ruhige Spaziergänge und günstigere Preise. Die walisische Regierung und Visit Anglesey fördern nachhaltigen Tourismus, etwa durch den Coastal Path, Radwege und lokale Produkte. Der Anglesey Freeport soll künftig mehr Besucher bringen, bleibt aber bisher auf Wirtschaft fokussiert.


== '''Literatur''' ==
== '''Literatur''' ==
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* wikivoyage = https://en.wikivoyage.org/wiki/Anglesey
* wikivoyage = https://en.wikivoyage.org/wiki/Anglesey


=== '''Reiseberichte''' ===  
=== '''Reiseberichte''' ===
 
* Isle of Anglesey - Unser persönlicher Insidertipp für Wales = https://meinweltbuch.com/2025/03/03/isle-of-anglesey-unser-personlicher-insidertipp-fur-wales/
* Die Insel Anglesey und das Haus am Meer = https://takeanadvanture.com/anglesey-wales-cottage-und-wandern/


=== '''Videos''' ===
=== '''Videos''' ===
Anglesey via drone =  
 
* Anglesey via drone = https://www.youtube.com/watch?v=kGvwLgpM67w
* Anglesey Aerial = https://www.youtube.com/watch?v=kGvwLgpM67w
* Anglesey - Exploring  Beaumaris = https://www.youtube.com/watch?v=_CSg5t5r-Sk
* Abenteuer auf Anglesey = https://www.youtube.com/watch?v=VPSQ2aDBock


=== '''Atlas''' ===
=== '''Atlas''' ===


* Anglesey, openstreetmap =  
* Anglesey, openstreetmap =https://www.openstreetmap.org/#map=11/53.2784/-4.4344
* Anglesey, DAC =  
* Anglesey, DAC = https://maps.adac.de/poi/isle-of-anglesey-holyhead
* Anglesey, Satellit =  
* Anglesey, Satellit = http://www.maplandia.com/united-kingdom/wales/wales/isle-of-anglesey-sir-ynis-mon/


== '''Reiseangebote''' ==
== '''Reiseangebote''' ==


Visit Anglesey = https://www.visitanglesey.co.uk/en-gb
Visit Wales -Anglesey = https://www.visitwales.com/destinations/north-wales/isle-anglesey/ten-things-do-anglesey


Anglesey Tourist Information = https://www.gonorthwales.co.uk/explore/regions/anglesey
== '''Forum''' ==
== '''Forum''' ==
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Aktuelle Version vom 8. März 2026, 19:16 Uhr

Das flache Eiland vor der Nordwestküste von Wales war einst die „Insel der Druiden“. Es war ein heiliger Platz, an dem man sich zu bestimmten Anlässen traf. Vom Festland getrennt durch die Menai-Straße, ist die Insel bekannt für ihre historischen Burgen und eine lebendige walisischsprachige Gemeinschaft.

Inselsteckbrief
offizieller Name Anglesey (englisch), Ynys Môn (walisisch)
alternative Bezeichnungen Mona (um 100), Ongulsey, Angelsoen (altnordisch), Maenige, Angleseġ, Angleseg (angelsächsisch), Mam Cymru (um 1200), Ynys Dywyll, Y fêl Ynys, Ynys y Cedairn (poetisch), Anglesea (englisch), Angels‘ Isle (volkstümlich)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp Brückeninsel (seit 1826)
Inselart tektonische Insel
Gewässer Irische See (Irish Sea / Môr Iwerddon) mit Menai-Straße (Menai Strait / Afon Menai)
Inselgruppe Britische Inseln (British Isles / Ynysoedd Prydain)
politische Zugehörigkeit Staat: Vereinigtes Königreich (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland / Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon)
Teilstaat: Wales (Cymru)
Bezirk: Einheitsgemeinde Anglesey (Unitary Authority Anglesey / Sir Ynys Môn)
Gliederung 6 hundreds / cantrefi (Hundertschaften)
14 wards / wardiau (Bezirke), davon 13 auf Anglesey
74 parishes / plwyfi (Gemeinden), davon 73 auf Anglesey
Status Einheitsgemeinde (unitary authority / awdurdod unedig)
Koordinaten 53°16‘ 4°02‘ W
Entfernung zur nächsten Insel 60 m (Holy Island), 260 m (Bangor / Wales / Britannien)
Entfernung zum Festland 413 km (Cap de La Hague / Normandie / Frankreich)
Fläche 678,0 km² / 261,8 mi² (als Verwaltungseinheit 715,11 km² / 276,1 mi²)
geschütztes Gebiet 221 km² / 85,3 mi² (32,6 %)
maximale Länge 36,8 km (W-O)
maximale Breite 34,8 km (N-S)
Küstenlänge 148,4 km (Küstenlinie 201 km)
tiefste Stelle 0 m (Irische See)
höchste Stelle 177 m (Mynydd Eilian)
relative Höhe 177 m
mittlere Höhe 53 m
maximaler Tidenhub 4,9 bis 7,1 m (Llangefni 5,27 m)
Zeitzone UTC (United Time Coordinated / Koordinierte Weltzeit)
Realzeit UTC minus 16 bis 18 Minuten
Einwohnerzahl 57.270, Verwaltungseinheit 69.069 (2022)
Dichte (Einwohner pro km²) 84,47, Verwaltungseinheit 96,56
Inselzentrum Llangefni


Name

Der römische Chronist Tacitus nannte die Insel um das Jahr 100 Mona. Der gleiche Name findet sich beim älteren Plinius und Dio Cassius. In frühmittelalterlichen Texten wurde daraus Maenige. Giraldus Cambrensis bezeichnete das Eiland in der Irischen See um 1200 als Mam Cymru, was soviel bedeutet wie „Mutter von Wales“. Heute heißt sie im Walisischen offiziell Ynys Môn, „Insel Mon“, wobei der letztere Bezeichnung möglicherweise mit dem Namen der benachbarten Insel Man zusammenhängt. Daraus ergäbe sich die Grundbedeutung "Berginsel". . Walisische Alternativbenennungen sind Ynys Dywyll „dunkle Insel“, Y fêl Ynys „Honiginsel“ und Ynys y Cedairn, was soviel bedeutet wie „Insel der Tapferen“ - zu walisisch cedyrn „tapfer“.

Der offizielle englische Name Anglesey, auch Anglesea, geht zurück auf altenglisch Angleseg bzw. Angleseġ, was sich wiederum herleitet aus altnordisch Angelsoen bzw. Ongulsey, übersetzt „Insel des Ongul“. Ongul ist der Name eines Wikingerführers. Die Volksbezeichnung Angels‘ Isle bezieht sich - etymologisch allerdings nicht nachvollziehbar - auf die Angeli „Angeln“, die Vorfahren der „Engländer“, also „Insel der Angeln“.

  • international:  Anglesey
  • angelsächsisch:  Angleseġ
  • arabisch:  ينيس مون [Yinis Mūn]
  • armenisch:  Անգլեսի [Anglesi}
  • bengalisch:  ইন্স মো [Insa Mo]
  • birmanisch:  အန်ဂလ်စီ [Anglasi]
  • bulgarisch:  Англси [Anglsi]
  • chinesisch:  安格尔西 [Āngéěrxī]
  • esperanto:  Môn
  • georgisch:  ანგლესი [Anglesi]
  • griechisch:  Άνγκλεσι [Angklesi]
  • gudscheratisch:  ઐન્ગ્લીસી [Anglisi]
  • hebräisch:  אנגלסי [Anglesi]
  • hindi:  एंगल्सी [Angelsee]
  • irisch:  Inis Món
  • japanisch:  アングルシー [Angurushī]
  • kambodschanisch:  អង់ហ្គោលស៊ី [Āng-gao-si]
  • kasachisch:  Англси [Anglsi]
  • koreanisch:  앵글시 [Aenggeulsi]
  • laotisch:  ແອງໂກລຊີ [Aengkosi]
  • lateinisch:  Mona
  • lettisch:  Englsi
  • litauisch:  Anglesis
  • makedonisch:  Англси [Anglsi]
  • malayalam:  ആംഗില്സി [Âṅgilsi]
  • maldivisch:  އެންގަލްސީ [Engalsī]
  • manx:  Moan
  • orissisch:  ଏଂଗ୍ଲେସି [Eṅglēsi]
  • persisch:  آنگلسی [Ânglesi]
  • russisch:  Англси [Anglsi]
  • serbisch:  Англси [Anglsi]
  • singalesisch:  ඇන්ග්ලිසි [Ænglisi]
  • tamilisch:  அங்கல்சி [Angalksi]
  • thai:  แองเกิลซี [Aeng-ken-si]
  • ukrainisch:  Англсi [Anglsi]
  • urdu:  آنگلسی [Ânglesi]
  • walisisch:  Ynys Môn
  • weißrussisch:  Англсi [Anglsi]


Offizieller Name:  Ynys Môn

  • Bezeichnung der Bewohner:  Angleseyans / Mônwyr (Angleseyer)
  • adjektivisch: angleseyan / monaidd (angleseyisch)


Kürzel:

  • Code:  AG / AGY
  • Kfz:  -
  • Geocode:  00NA bzw. W06000001
  • ISO-Code:  GB-AGY

Lage

Die Insel Anglesey liegt im Nordwesten von Wales auf durchschnttlich 53°16‘ n.B. und 4°18‘ w.L.. Sie befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie Liverpool und Sheffield in England. der Norden der Niederlande, Bremen in Deutschland, Bromberg und Bialystok in Polen, Babrujsk in Weißrussland, Brjansk, Pensa und Samara in Russland, der Norden Kasachstans, der Süden Sibiriens,Edmonton in Kanada, der Süden Labradors, sowie Galway und Dublin in Irland. Die Insel ist durch den zwischen 0,4 und 3 km breiten Menai-Kanal vom walisischen Festland entfernt. Nächster grnößerer Inselnachbar ist die 72 km entfernte Isle of Man.


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  53°25'48" n.B. (Dinas Gynfor) bzw. 53°26’12“ n.B. (Middle Mouse / Ynys Badrig)
  • südlichster Punkt:  53°07’37“ n.B. (Abermenai Point)
  • östlichster Punkt:  4° 01’11“ w.L. (Priestholm / Ynys Seiriol)
  • westlichster Punkt:  4°35’18“ w.L. (Ynbys Leurad) bzw. 4°42'01" w.L. (South Stack)


Entfernungen:

  • Caernarfon / Wales (Britannia Bridge)  0,4 km
  • Liverpool / England (Hoylake)  55 km
  • Isle of Man (Chicken Rock)  72 km
  • Irland (Howth) 90 km
  • Cumbria / England (Walney Island)    97 km
  • Schottland (Mull of Galloway)  138 km
  • London / England (City)  335 km
  • Normandie / Frankreich (Cap de la Hague) 413 km

Zeitzone

Auf Anglesey gilt die Universal Time Coordinated (Koordinierte Weltzeit, bekannt auch als Westeuropäische Zeit), abgekürzt UTC, ehemals Greenwich Mean Time (Westeuropäische Zeit), kurz GMT (WEZ), eine Stunde hinter der MEZ. Die Realzeit liegt um 16 bis 18 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Anglesey ist insgesamt 715,11 km² bzw. 276,1 mi² oder 176.707 acres groß. Davon entfallen 678 km² bzw. 261,8 mi² auf die Hauptinsel Anglesey und 37,1 km² auf insgesamt 40 Nebeninseln. Mit Flutbereich ist Anglesey insgesamt 716 km² groß. Ihr Durchmesser beträgt von Westen nach Osten 36,8 km, mit Holy Island zwischen Priestholm und South Stack 45,9 km, die maximale Breite von Norden nach Süden zwischen Middle Mouse und Abermenai Point 34,8 km. Die Küstenlänge beträgt 148,4 km bei einer realen Küstenlinie von 201 km. Höchster Punkt des Inselbereichs ist der Holyhead Mountain auf Holyhead mit 219 m, auf der Hauptinsel der Mynydd Eilian mit 177 m in North Anglesey. Die mittlere Seehöhe liegt bei 42 m, der maximale Tidenhub bei 4,9 bis 7,1 m; bei Llangefni 5,27 m.


Flächenaufteilung um 2001:

  • Agrarland  102,60 km² (14,34 %)
  • Weideland  409,69 km² (57,29 %)
  • Waldland  19,50 km² (2,73 %)
  • Siedlungsland  12,20 km² 81,71 %)
  • Gewässer  6,40 km² (0,89 %)
  • sonstiges  164,72 km² (23,03 %)

Geologie

Die Insel besteht hauptsächlich aus präkambrischen metamorphen Gesteinen und Phylliten, die vor rund 650 Millionen Jahren entstanden sind, und wird in vier geologische Regionen eingeteilt. Die Westregion umfasst Holyhead und Llanfaethlu, die Zentralregion liegt um Aberffraw und Trefdraeth, die Ostregion schließt Newborough, Gaerwen und Pentraeth ein, und die Küstenregion erstreckt sich von Glyn Garth zwischen Menai Bridge und Beaumaris. Diese Einteilung geht auf frühe Kartierungen zurück, insbesondere auf Edward Greenlys umfassendes Werk „The Geology of Anglesey“ aus dem Jahr 1919, das bis heute die Grundlage bildet.

Anglesey setzt sich aus mehreren geologischen Terranen zusammen, die durch tektonische Prozesse wie Subduktion, Kollision und Gebirgsbildung geformt wurden. Die ältesten Gesteine gehören zum Monian Composite Terrane, auch Mona Complex genannt, und umfassen präkambrische sowie möglicherweise frühe paläozoische Einheiten. Dazu zählen Gneise im Coedana Complex und den Central Anglesey Gneisses, Metasedimente wie Schiefer, Quarzite und Kalksteine, der Coedana Granite, Blueschist im Südosten als Hinweis auf Subduktion, die chaotische Mélange der Gwna Group mit Sedimenten, Vulkaniten und Ophiolith-Fragmenten sowie pillow lavas und basische Intrusiva. Die Monian Supergroup enthält sedimentäre Sequenzen mit Grünschiefern, Phylliten, Jasper, Konglomeraten und Kalken, die mehrfach deformiert sind, besonders intensiv auf Holy Island und entlang der Westküste. Diese Einheiten entstanden in einem aktiven tektonischen Umfeld mit Ozeanöffnung, Vulkanismus und späterer Akkretion an den Rand des Avalonia-Kratons.

Die Insel ist aus drei bis vier suspect terranes aufgebaut, darunter die Monian Supergroup mit geschichteten Einheiten, der Coedana Complex mit Granit und Gneis sowie der Gwna Group als Mélange. Spätere paläozoische Überlagerungen umfassen Ordovizische und Silurische Sedimente im Nordosten, Karbonatgesteine und Kalksteine im Südosten sowie devonische Old Red Sandstone-Reste. Tektonische Brüche wie die Berw Fault und die Llyn Alaw Fault trennen die Terrane und zeugen von intensiver Deformation während der Caledonischen Orogenese vor etwa 400 Millionen Jahren. Während der letzten Eiszeit war Anglesey vollständig von Gletschern bedeckt, die die Landschaft mit charakteristischen Formen wie Drumlins, glazialen Ablagerungen, U-förmigen Tälern und erratischen Blöcken prägten. Die eiszeitliche Überformung ist besonders in den drumlinisierten Hügeln um Gaerwen und Pentraeth sowie in den glazialen Till-Ablagerungen sichtbar.

Heute ist Anglesey Teil des UNESCO Global Geoparks GeoMôn, der 2009 anerkannt wurde und wegen seiner außergewöhnlichen geologischen Vielfalt internationale Bedeutung hat. Der Geopark umfasst die gesamte Insel und Teile des umliegenden Meeresbodens und präsentiert über 1,8 Milliarden Jahre Erdgeschichte an einem Ort. Zu den Highlights gehören die präkambrischen Blueschiste als Zeugen früher Subduktion, die chaotische Gwna Mélange als eines der ältesten Beispiele für Ozeanbodensedimente in Europa, die pillow lavas als Beleg für untermeerischen Vulkanismus, die Coedana Granite-Intrusionen sowie Karbonatplattformen mit Fossilien aus dem Paläozoikum. Der Geopark fördert Bildung, Tourismus und Schutz durch Geotrails, Besucherzentren wie das GeoMôn Centre in Amlwch und geführte Touren zu Orten wie South Stack, Parys Mountain, Trwyn y Parc oder Lligwy Beach.

Die geologische Vielfalt spiegelt sich in der Landschaft wider. Die Westküste ist rau und felsig mit steilen Klippen aus Gneis und Schiefer, der Norden zeigt drumlinisierte Hügel und Moränen, der Osten weist flachere Karbonat- und Sandsteinlandschaften auf, und die Südküste ist von glazialen Ablagerungen und Ästuaren geprägt. Diese Vielfalt macht Anglesey zu einem einzigartigen Freilichtlabor für Geologen und zu einem attraktiven Ziel für Geotourismus, bei dem Besucher die Spuren von Superkontinenten, Ozeanöffnungen, Gebirgsbildung und Vereisungen direkt erleben können.

Landschaft

Die Insel hat ein relativ niedriges Relief mit einer maximalen Höhe von etwa 181 Metern am Holyhead Mountain, doch die abwechslungsreiche Topografie schafft eine beeindruckende Bandbreite an Szenerien: raue Küsten mit dramatischen Klippen, weite Sandstrände und Dünen, drumlinisierte Hügel im Inland, Moore, Seen und flache Ästuare. Die Landschaft wirkt oft sanft und offen, mit einem nordost-südwestlich verlaufenden „Korn“ aus Rücken und Tälern, das sowohl die tektonische Struktur der präkambrischen und paläozoischen Gesteine widerspiegelt als auch die Richtung der eiszeitlichen Gletscherbewegungen während der letzten Vereisung.

Die Küste ist das markanteste Merkmal und umfasst etwa 200 Kilometer, größtenteils Teil des Anglesey Coastal Path, der fast die gesamte Insel umrundet. Die West- und Nordküste sind besonders rau und felsig: Steile Klippen aus Gneis, Schiefer und der chaotischen Gwna Mélange wechseln sich mit tiefen Buchten, vorgelagerten Inseln und dramatischen Formationen ab. Holyhead Mountain ragt als höchster Punkt der Westküste auf, mit zerklüfteten Felsen, Leuchtturm und atemberaubenden Ausblicken über die Irische See bis zur Isle of Man oder Irland. South Stack mit seinen Klippen, Seevogelkolonien und dem Leuchtturm ist ein ikonisches Beispiel für diese wilde, windgepeitschte Szenerie. Im Südwesten bei Rhosneigr und Aberffraw erstrecken sich breite Sandstrände mit Dünenfeldern, die flache Marschen und Lagunen umschließen – hier dominiert eine sandige, offene Küstenlandschaft mit Wellen und Gezeitenprägung. Die Ostküste ist sanfter, mit flacheren Buchten wie Red Wharf Bay (Traeth Coch), wo weite Sandflächen bei Ebbe entstehen, umgeben von Salzwiesen und niedrigen Klippen aus Karbonatgesteinen. Beaumaris und Penmon Point bieten ruhige Ausblicke über die Menai Strait auf das Snowdonia-Massiv, mit dramatischen Gezeiten und historischen Elementen wie dem Beaumaris Castle.

Im Inland ist Anglesey geprägt von einer welligen, drumlinisierten Hügellandschaft, die durch die Gletscher der letzten Eiszeit entstand. Drumlins – langgestreckte, elliptische Hügel aus Till – ziehen sich besonders im Osten und Zentrum hin, etwa um Gaerwen, Pentraeth und Llangefni, und erzeugen eine sanfte, wellenförmige Topografie mit abgerundeten Rücken und dazwischen liegenden Senken. Diese Senken sind oft mit Mooren, kleinen Seen oder Torfmooren gefüllt, wie dem Llyn Coron oder Cefni Reservoir. Die Böden sind fruchtbar, was Anglesey historisch zum „Kornkorb von Wales“ (Mam Cymru) machte – weite Felder, Hecken und kleine Wäldchen dominieren das Bild. Höhere Bereiche wie Mynydd Bodafon oder Parys Mountain heben sich ab: Parys Mountain ist ein surrealer, farbenfroher Hügel mit rot-orange-gelben Oxidationsfarben durch Kupferminen-Abraum, der seit der Bronzezeit abgebaut wurde und heute wie eine außerirdische Landschaft wirkt. Die zentralen und östlichen Teile sind flacher und landwirtschaftlich intensiv genutzt, mit offenen Weiden, Getreidefeldern und vereinzelten Wäldchen.

Erhebungen

  • Mynydd Eilian 177 m
  • Parys Mountain 147 m
  • Carmel  116 m

Seen

  • Alaw Reservoir  2,35 km², Seehöhe 42 m, Tiefe 20 m
  • Llyn Maelog  0,13 km², Seehöhe 6 m, Tiefe 8 m

Flüsse

  • Afon Cefni  29 km
  • Afon Braint  24 km

Inseln

  • Ynys Môn (Anglesey)  678,00 km²
  • Ynys Cybi (Holy Island) 36,50 km²
  • Priestholm / Puffin Island  0,28 km²
  • The Skerries  0,12 km²

Flora und Fauna

Anglesey gilt als Insel der Gärten, Schafe und Vögel. Man findet hier vor allem Heide- und Weideland, etliche Moorgebiete und kleinere Laubwälder.

Flora

Die Insel beherbergt insgesamt 1.412 Arten von Gefäßpflanzen, von denen etwa 940 als heimisch (native) gelten. Diese hohe Artenzahl resultiert aus der Kombination unterschiedlicher Lebensräume, geologischer Vielfalt und der milden, maritimen Klimabedingungen, die eine breite Palette von Pflanzengesellschaften ermöglichen. Die Landschaft wechselt von rauen Küstenklippen über Dünen und Heiden bis zu Feuchtgebieten, Kalksteinwiesen und moorigen Senken, was zahlreiche seltene und spezialisierte Arten begünstigt.

Zu den charakteristischen und botanisch bedeutsamen Pflanzen gehört die Flecken-Felsenrose (Tuberaria guttata), eine kleine, gelb blühende Zistrose, die auf trockenen, felsigen Küstengebieten und Heiden wächst. Sie ist in Großbritannien selten und auf Anglesey eine der wenigen stabilen Populationen. Noch exklusiver ist die South Stack Fleawort (Tephroseris integrifolia ssp. maritima), eine endemische Unterart des Alpen-Greiskrauts, die ausschließlich an den Klippen von Holy Island, insbesondere rund um South Stack, vorkommt. Diese gelb blühende Pflanze ist streng geschützt und ein Symbol für die einzigartige Flora der Insel. Weitere seltene Arten umfassen verschiedene Orchideen, darunter das Fransen-Enzian (Gentianella ciliata), Frühe Stendelwurz (Epipactis palustris), Grünliches Waldvöglein (Epipactis phyllanthes) und Bienennest (Neottia nidus-avis), die in kalkreichen Wiesen, Dünen und feuchten Wäldchen gedeihen.

Die Küstenheiden und Klippen sind Heimat für typische atlantische Arten wie Zwerg-Ginster (Genista anglica), Heide-Nelke (Dianthus deltoides), Tormentill (Potentilla erecta) und Besenheide (Calluna vulgaris), oft in Gesellschaft mit Moos- und Flechtenpolstern. Die Dünenlandschaften, besonders bei Newborough Warren und Aberffraw, beherbergen eine klassische Dünenflora mit Strand-Hafer (Ammophila arenaria), Dünen-Tragant (Ononis repens), Meeresstrand-Beifuß (Artemisia maritima), Dünen-Röschen (Rosa spinosissima) und seltenen Orchideen wie Pyramiden-Orchis (Anacamptis pyramidalis) und Gefleckte Orchis (Dactylorhiza fuchsii). In den Feuchtgebieten und Salzwiesen, etwa um Malltraeth Marsh oder Cefni Estuary, wachsen Strand-Beifuß (Artemisia maritima), Salz-Aster (Tripolium pannonicum), Salz-Schwingel (Puccinellia maritima) und Queller (Salicornia spp.), ergänzt durch seltene Arten wie Meeresstrand-Segge (Carex extensa).

Die kalkhaltigen Böden im Südosten und Osten fördern artenreiche Kalkmagerrasen mit Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Fransen-Enzian, Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) und zahlreichen Wildblumen wie Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis). Entlang von Straßenrändern, Hecken und in Naturschutzgebieten blühen im Frühling und Sommer Massen an Fingerhut (Digitalis purpurea), Wiesen-Schaumkraut, Wiesen-Knöterich (Persicaria bistorta) und Wiesen-Salbei, was die Insel besonders im Mai und Juni zu einem Farbenmeer macht. Moore und Senken beherbergen Torfmoos-Gesellschaften mit Sumpf-Veilchen (Viola palustris), Sumpf-Hornkraut (Parnassia palustris) und Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris).

Als Teil des UNESCO Global Geoparks GeoMôn ist die Flora eng mit der Geologie verknüpft: Die präkambrischen Gneise und Schiefer schaffen saure, nährstoffarme Böden für Heiden, während Karbonatgesteine basische, kalkreiche Standorte für Orchideen und Magerrasen bieten. Die eiszeitlichen Drumlins und Till-Ablagerungen haben fruchtbare Böden geschaffen, die die Landwirtschaft unterstützen, aber auch artenreiche Wiesen erhalten. Viele Gebiete sind als Sites of Special Scientific Interest (SSSI) oder National Nature Reserves geschützt, darunter Newborough Warren, South Stack Cliffs, Cemlyn Bay und Cors Erddreiniog, wo botanische Vielfalt aktiv gepflegt wird.

Fauna

Die Insel profitiert von ihrer Lage in der Irischen See, dem relativ milden Klima und einem vergleichsweise niedrigen Prädatorendruck, was vielen Arten stabile Populationen ermöglicht. Besonders hervorzuheben sind die Meeressäuger, die Vogelwelt und die größte Kolonie roter Eichhörnchen in ganz Großbritannien.

Unter den Meeressäugern sind der atlantische Seehund (Phoca vitulina) und der Kegelrobbe (Halichoerus grypus) die häufigsten Arten. Seehunde ruhen regelmäßig auf den Sandbänken und Felsen der Küste, besonders in der Menai Strait, bei Cemlyn Bay und um die Skerries-Inseln. Delfinarten werden in den Küstengewässern häufig gesichtet: Der Große Tümmler (Tursiops truncatus) ist am häufigsten, oft in kleinen Gruppen vor Holyhead, Rhosneigr oder Red Wharf Bay. Der Gewöhnliche Delfin (Delphinus delphis) und gelegentlich der Risso-Delfin (Grampus griseus) tauchen ebenfalls auf, besonders in den Sommermonaten, wenn Schwärme von Beutefischen die See locken. Schweinswale (Phocoena phocoena) sind ebenfalls regelmäßig zu beobachten, vor allem in der Nähe der Menai Strait und der Nordküste.

Die Vogelwelt ist eines der herausragendsten Merkmale der Insel und zieht Ornithologen aus ganz Europa an. Anglesey beherbergt mehrere bedeutende Brutkolonien an den Klippen, insbesondere bei South Stack und South Stack Cliffs RSPB Reserve. Hier brüten Tausende von Papageientauchern (Fratercula arctica), Trottellummen (Uria aalge), Razorbills (Alca torda) und Basstölpeln (Morus bassanus). Die Papageientaucher-Kolonie ist eine der größten in Wales, mit Hunderten von Brutpaaren, die in den Sommermonaten spektakuläre Flug- und Fischfangshows bieten. Weitere Greifvögel wie der Wanderfalke (Falco peregrinus) nisten an den Klippen und jagen über der Küste, während Seeadler (Haliaeetus albicilla) in den letzten Jahren wieder regelmäßig gesichtet werden, oft auf Durchzug oder als Wintergäste. In den Feuchtgebieten und Salzwiesen, etwa bei Cemlyn Bay (RSPB) und Malltraeth Marsh, überwintern und brüten zahlreiche Watvögel wie Großer Brachvogel (Numenius arquata), Rotschenkel (Tringa totanus), Austernfischer (Haematopus ostralegus), Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica) und Sanderling (Calidris alba). Seltene Arten wie die Rotdrossel (Turdus iliacus) und Bergfink (Fringilla montifringilla) nutzen die Insel als Winterquartier. In den Dünen und Heiden bei Newborough Warren und Aberffraw brüten Strandläufer, Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons).

Auf dem Land ist die größte Kolonie roter Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) in ganz Großbritannien ein besonderer Schatz. Die Population auf Anglesey, besonders in den Wäldchen um Newborough Forest, Pentraeth Forest und Bodafon, zählt mehrere Tausend Tiere und gilt als stabil, da die Insel frei von Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) bleibt. Der Schutz durch strenge Kontrollen und Lebensraummanagement hat diese Population zur wichtigsten in Wales und England gemacht. Andere Säugetiere umfassen Feldhase (Lepus europaeus), Iltis (Mustela putorius), Fuchs (Vulpes vulpes), Dachs (Meles meles) und Fledermäuse wie die Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum). Die landwirtschaftliche Nutzung hat Schafe zur häufigsten Säugetierart gemacht – extensiv weidende Herden prägen das Landschaftsbild und halten Heiden und Wiesen offen.

Die vielfältigen Lebensräume fördern auch eine reiche Insekten- und Amphibienwelt. Feuchtgebiete und Teiche beherbergen Teichmolch (Lissotriton vulgaris), Fadenmolch (Lissotriton helveticus) und Grasfrosch (Rana temporaria). Unter den Insekten finden sich seltene Schmetterlinge wie Schachbrettfalter (Melitaea cinxia), Dunkler Perlmuttfalter (Argynnis aglaja) und Großer Schillerfalter (Apatura iris) in den Wäldchen, während Küstenheiden und Dünen von Sandlaufkäfern, Wildbienen und Heuschrecken bevölkert sind.

Naturschutz

Die Insel beherbergt mehrere Schutzstufen, darunter das große Anglesey Area of Outstanding Natural Beauty (AONB), zahlreiche Sites of Special Scientific Interest (SSSI), National Nature Reserves, RSPB-Reserven und Ramsar-Gebiete. Diese Gebiete dienen dem Erhalt landschaftlicher Schönheit, Biodiversität, geologischer Besonderheiten und der Erholung der Bevölkerung.

Das Anglesey AONB wurde 1966 eingerichtet und umfasst eine Fläche von 221 km², was etwa einem Drittel der gesamten Inselfläche entspricht. Es erstreckt sich vor allem entlang der Küstenzone der Insel und schließt markante Binnenbereiche wie den Holyhead Mountain und Mynydd Bodafon ein. Das AONB dient dem Schutz der landschaftlichen Schönheit, der Vielfalt der Küstenlandschaften und wichtiger Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Es umfasst raue Klippen, Sanddünen, Heiden, Feuchtgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Klippen entlang der Stadt Holyhead stehen auf 12,9 km Länge als Vogelreservat unter Naturschutz und bilden einen der Kernbereiche des AONB. Ebenso geschützt sind die Küstenabschnitte von North Anglesey mit 28,6 km und Aberffraw Bay mit 7,7 km. Diese Küstenstreifen zeichnen sich durch dramatische Klippen, Seevogelkolonien, Dünen und Salzwiesen aus und sind Teil der umfassenden Landschaftsschutzzone.

Zu den wichtigsten streng geschützten Bereichen gehören die Sites of Special Scientific Interest (SSSI), von denen Anglesey über 50 hat. Diese decken Feuchtgebiete, Vogelreservate, geologische Formationen, Kalkmagerrasen, Dünen und Küstenheiden ab. Zu den prominentesten SSSI zählen South Stack Cliffs, Parys Mountain, Newborough Warren, Cemlyn Bay, Cors Erddreiniog, Malltraeth Marsh und Llyn Coron. Viele davon sind zusätzlich als National Nature Reserves oder RSPB-Reserven ausgewiesen.

Das South Stack Cliffs RSPB Reserve ist eines der bekanntesten und beherbergt eine der größten Seevogelkolonien in Wales mit Tausenden von Papageientauchern, Trottellummen, Razorbills und Basstölpeln. Die Klippen aus präkambrischen Gneisen und Schiefern bieten ideale Brutplätze und sind Teil des AONB sowie eines SSSI. Cemlyn Bay (RSPB) ist ein weiteres Highlight mit einer künstlich angelegten Lagune, die von einer Shingle-Bar geschützt wird. Hier brüten Zwergseeschwalben, Küstenseeschwalben und eine große Kolonie von Lachmöwen, während im Winter Tausende von Enten, Gänsen und Watvögeln überwintern. Das Gebiet ist auch Ramsar-Gebiet und SSSI.

Newborough Warren National Nature Reserve umfasst eines der größten Dünensysteme in Großbritannien mit über 1.000 Hektar Sanddünen, Kiefernwald und Feuchtgebieten. Es ist bekannt für seine Orchideenvielfalt, seltene Insekten und die stabile Population roter Eichhörnchen. Das Reserve ist SSSI, SAC (Special Area of Conservation) und Teil des AONB. Cors Erddreiniog National Nature Reserve schützt das größte Kalkmoor in Wales mit artenreichen Feuchtwiesen, Orchideen und Schmetterlingen. Malltraeth Marsh und Cefni Estuary sind Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar) mit Brut- und Rastvögeln, darunter Großer Brachvogel, Rotschenkel und Pfuhlschnepfe.

Weitere Schutzgebiete umfassen Parys Mountain als geologisches SSSI mit seiner einzigartigen Kupferminen-Landschaft und spezialisierten Pflanzen, Llyn Alaw als Trinkwasserreservoir mit Vogelbeobachtung und Ynys Llanddwyn als Teil von Newborough mit Dünen, Küstenheiden und historischen Elementen. Viele dieser Gebiete sind auch als Special Protection Areas (SPA) oder Special Areas of Conservation (SAC) nach EU-Recht (jetzt UK-Recht) ausgewiesen, um Vögel, Habitate und Arten wie den Atlantischen Lachs oder Seehunde zu schützen.

Die Naturschutzstrategie wird durch den Anglesey AONB Partnership, Natural Resources Wales, RSPB, Wildlife Trust und lokale Initiativen umgesetzt. Maßnahmen umfassen Habitatmanagement, Kontrolle invasiver Arten, Erhalt der roten Eichhörnchen durch Grauhörnchen-Freiheit, Küstenschutz gegen Erosion und Förderung von Geotourismus und nachhaltigem Tourismus. Der Coastal Path, Geotrails und Besucherzentren wie das GeoMôn Centre in Amlwch machen die Schutzgebiete zugänglich und vermitteln Wissen über Geologie, Flora und Fauna.

Klima

Nach der Köppen-Klassifikation wird Anglesey dem Typ Cfb zugeordnet, der als ozeanisch-gemäßigtes Klima bezeichnet wird. Die Insel profitiert von der wärmenden Wirkung des Golfstroms und der Nähe zur Irischen See, was extreme Kälte oder Hitze verhindert und das Wetter oft wechselhaft, aber selten frostig macht. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei etwa 10 bis 11°C an der Küste, mit leichter Abkühlung im Inland aufgrund der geringen Höhe. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit Tageshöchstwerten um 16 bis 17°C (Durchschnittstemperatur 15 bis 16°C), während Januar und Februar die kältesten sind mit Durchschnittstemperaturen um 5 bis 8°C tagsüber und Nachttiefs um 2 bis 5°C. Extreme Frosttage sind rar; Luftfrost tritt im Winter durchschnittlich 40 bis 50 Tage auf, meist nur leicht, und Schnee ist unregelmäßig und meist kurzlebig.

Niederschlag verteilt sich gleichmäßig übers Jahr, mit einem leichten Maximum im Herbst und Winter (Oktober bis Januar), wo monatlich 80 bis 150 mm fallen können, und einem Minimum im Frühling und Frühsommer (April bis Juni) mit 50 bis 80 mm. Die jährliche Gesamtniederschlagsmenge beträgt etwa 800 bis 1100 mm, abhängig vom Standort – trockener an der Ostküste (nahe Menai Strait) und etwas feuchter im Westen und Norden durch orografische Effekte. Regentage (≥1 mm) gibt es durchschnittlich 14 bis 18 pro Monat, mit den meisten im Winter. Starkregen ist selten, aber anhaltende Nieselregen und Schauer dominieren, was die Landschaft oft grün und feucht hält.

Sonnenschein liegt bei etwa 1400 bis 1500 Stunden pro Jahr, was unter dem UK-Durchschnitt liegt, aber für eine westliche Küstenlage typisch ist. Die sonnigsten Monate sind Mai bis August mit 5 bis 7 Stunden pro Tag (bis zu 200 Stunden monatlich), während November bis Februar oft nur 1–2 Stunden bringen und der Himmel häufig bedeckt ist. Wind ist ein ständiger Begleiter: Die vorherrschende Richtung ist Südwest, mit durchschnittlichen Geschwindigkeiten von 15–25 km/h, stärker im Winter (bis zu 30–40 km/h an exponierten Küsten). Stürme sind häufig, besonders im Herbst und Winter, und tragen zu den oft wechselhaften Bedingungen bei.

Klimadaten für Valley (11 m, 1961 bis 1990)

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mitteltemperatur (°C) 5,6 5,2 6,6 8,3 10,9 13,5 15,2 15,4 14,1 11,5 8,4 6,7 10,1
Niederschlag (mm) 90 59 57 48 53 53 57 70 79 92 99 94 852
Frosttage 5,7 6,5 2,8 0,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 1,4 4,2 21,6
Gewittertage 0,2 0,2 0,2 0,1 0,8 0,8 0,9 0,8 0,6 0,7 0,7 0,5 6,4
Luftfeuchtigkeit (%) 84 84 84 80 80 82 82 83 82 79 81 82 82
Nebel,tage 5 6 7 7 8 9 10 8 7 5 4 5 81
Sonnenstunden pro Tag 1,8 3,0 3,9 5,9 7,2 7,0 6,4 6,0 4,7 3,3 2,2 1,6 4,8
Mittlere Windgeschwindigkeit (km/h) 37 33 33 26 28 26 26 28 31 35 37 38 31
Wassertemperatur (°C) 8,6 7,7 7,8 9,1 11,2 13,4 15,2 16,1 15,7 14,2 12,2 10,0 11,8


Klimadaten für Amlwch (10 m, 1961 bis 1990)

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mitteltemperatur (°C) 5,7 5,2 6,9 8,2 11,0 13,9 15,9 15,8 14,0 12,0 8,3 6,5 10,3
Niederschlag (mm) 84 56 66 53 48 53 53 74 74 91 99 94 846

Mythologie

Die Mythen und Mythologie auf Anglesey spielen eine zentrale Rolle in der walisischen Identität und reichen von der prähistorischen Megalithkultur über die keltische Druidenzeit bis in die mittelalterlichen Sagen des Mabinogion. Die Insel gilt als eine der spirituell und mythologisch bedeutendsten Regionen in Wales und wird oft als „Mutter von Wales“ bezeichnet, weil sie Stammsitz des frühen Königreichs Gwynedd war und von dort aus die walisische Geschichte und Kultur maßgeblich geprägt wurde.

In der keltischen Zeit war Anglesey die „Insel der Druiden“ und eines der wichtigsten religiösen Zentren der britischen Inseln. Der römische Historiker Tacitus beschreibt in seinen Annalen (um 98) die römische Invasion unter Suetonius Paulinus im Jahr 61, bei der die Römer die Druiden auf Mona (Anglesey) angriffen und vernichteten. Die Druiden sollen hier ihre heiligen Haine, Opferrituale und Ausbildungsstätten gehabt haben. Ein zentrales Heiligtum war der See Llyn Cerrig Bach im Nordwesten der Insel, wo in den 1940er Jahren bei Bauarbeiten für einen Flugplatz eine außergewöhnliche Deponierung von über 150 Artefakten entdeckt wurde – darunter Schwerter, Speerspitzen, Schildbuckel, Ketten, Sklavenhalsringe und Kessel aus der Eisenzeit (um -300 bis 100). Diese Funde gelten als rituelle Opfergaben an eine Gottheit des Wassers oder der Unterwelt und unterstreichen die sakrale Bedeutung des Ortes. Nach dem Abzug der Römer wurde Anglesey zum Kern des walisischen Königreichs Gwynedd, das unter Herrschern wie Cadwallon ap Cadfan und Rhodri Mawr (Rhodri der Große) seine Blüte erlebte und als Ausgangspunkt für die Verteidigung gegen Angelsachsen und Normannen diente.

Schon lange vor den Kelten war Anglesey ein bedeutendes spirituelles Zentrum der neolithischen und bronzezeitlichen Kulturen. Die Insel beherbergt eine der höchsten Dichten an Megalithanlagen in Wales. Zu den herausragendsten gehören Barclodiad-y-Gawres bei Aberffraw, eine Passage Grave vom Typ Maes Howe oder Newgrange mit kunstvollen Spiral- und Zickzack-Gravierungen im Inneren, die auf astronomische Ausrichtungen hinweisen. Bryn Celli Ddu ist eine restaurierte und zugängliche Grabkammer mit einem langen Gang, einem kreisförmigen Hof und einem Menhir im Zentrum – sie wird oft als eines der beeindruckendsten neolithischen Denkmäler Britanniens betrachtet. Plas Newydd Burial Chamber und Trefignath sind weitere gut erhaltene Dolmen mit großen Decksteinen. Die beiden etwa 3 Meter hohen nadelartigen Menhire von Penrhos Feilw gehören zu insgesamt 39 bekannten Menhiren auf der Insel, die oft paarweise oder in Gruppen stehen und vermutlich rituelle oder markierende Funktionen hatten. Bei Aber Alaw liegt das Steingrab Bedd Branwen, das laut der walisischen Sage im Mabinogion die Grabstätte der mythischen Königin Branwen sein soll. Branwen, Schwester von Bran dem Gesegneten, ist eine der zentralen Figuren der Zweiten Zweig des Mabinogion: Ihre tragische Geschichte von Verrat, Krieg und Erlösung endet mit ihrer Rückkehr nach Wales und ihrem Tod am Ufer des Alaw-Flusses, wo sie begraben wurde. Das Grab wird bis heute als Ort der Legende verehrt.

Das Mabinogion, das „heilige Buch“ der Waliser, enthält mehrere Erzählungen, die mit Anglesey verbunden sind. Neben Branwen tauchen Figuren wie Manawydan fab Llŷr (ein Meeresgott, der mit der Isle of Man in Verbindung steht) und Math fab Mathonwy auf, dessen Geschichte teilweise in Gwynedd spielt. Die Insel selbst wird in den Sagen als heiliger, mystischer Ort dargestellt – ein Refugium der alten Götter und Magie, das nach der Christianisierung in die walisische Folklore überging. Spätere Legenden erzählen von verborgenen Schätzen in den Megalithgräbern, Geistern in den Menhiren und Feen (Tylwyth Teg), die in den Dünen von Newborough oder den Hainen von Bodafon hausen sollen.

In der Moderne wird die mythologische Bedeutung Angleseys durch den UNESCO Global Geopark GeoMôn, den Anglesey AONB und zahlreiche kulturelle Initiativen gepflegt. Geführte Touren zu den Megalithanlagen, Druiden-Rekonstruktionen am Llyn Cerrig Bach und Veranstaltungen wie das jährliche Eisteddfod Genedlaethol (Nationales Eisteddfod) in verschiedenen Jahren auf der Insel halten die alten Geschichten lebendig. Viele Orte tragen walisische Namen, die auf mythische Ereignisse hinweisen, und die Landschaft selbst – mit ihren uralten Steinen, heiligen Seen und dramatischen Klippen – wirkt wie eine Kulisse für die Sagen.

Geschichte

Am Ende der Vorzeit war Anglesey ein Zentrum der Druiden, weshalb sie „Insel der Druiden“ genannt wurde. Im Jahr 61 zerstörten die Römer unter Gaius Suetonius Paulinus das dortige Heiligtum, um den anhaltenden, durch die Priesterschaft geförderten Widerstand der keltischen Bevölkerung zu brechen. Sie nannten die Insel Mona, wie sie verrmutlich auch von den frühen Kelten genannt worden war. Im 13. Jahrhundert übernahmen die Engländer die Herrschaft über Anglesey und auch als Grafschaft des Teilstaats Wales blieben sie bis heute die bestimmende Kraft.

Mesolithikum

Nach dem Ende der letzten Eiszeit, die große Teile Großbritanniens und damit auch Anglesey unbewohnbar gemacht hatte, wurde die Region erst allmählich wieder zugänglich und lebensfähig. Um -10.000, also vor etwa 12.000 Jahren, als das Klima sich merklich erwärmte, die Gletscher zurückwichen und die Vegetation zurückkehrte, konnten die ersten Jäger- und Sammler-Gruppen in diese Gebiete vordringen.

Anglesey gehörte zu den frühesten besiedelten Inseln in Wales, und die mesolithischen Spuren reichen bis um -7000 zurück. Zu den bedeutendsten und ältesten bekannten Fundstellen auf der Insel zählt Trwyn Du, walisisch für „Schwarze Nase“, in der Nähe von Aberffraw an der Westküste Angleseys. Diese Stätte liegt in der Aberffraw Bay, genauer im Bereich von Porth Terfyn, und gilt als eine der wichtigsten mesolithischen Lokalitäten in Gwynedd und Nordwales.

Die mesolithische Besiedlung an Trwyn Du wurde erst entdeckt, als man darunter einen bronzezeitlichen Kerb Cairn freilegte – einen ringförmig eingefassten Grabhügel, der um etwa -2000 errichtet worden war. Dieser bronzezeitliche Cairns bedeckte und konservierte darunterliegende Schichten aus der frühen Mittelsteinzeit. Bei Ausgrabungen, die unter anderem 1956 und vor allem 1974 durchgeführt wurden, kamen zahlreiche mesolithische Artefakte zum Vorschein. Dazu gehören vor allem viele bearbeitete Feuersteine, darunter Microlithen – kleine, fein gearbeitete Klingen und Spitzen –, die typisch für die mesolithische Werkzeugproduktion sind. Weitere Funde umfassen Schaber, Kerne, Abschläge und Debitage-Material, das auf intensive Steinbearbeitung hinweist. Es handelt sich dabei weniger um ein dauerhaftes Basislager, sondern eher um einen temporären Arbeitsplatz oder eine Werkstattstätte, an der Steinwerkzeuge hergestellt wurden, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Jagd, Fischerei oder der Verarbeitung von Ressourcen in der Küstennähe.

Radiokarbondatierungen und die stratigraphische Lage deuten darauf hin, dass die mesolithische Aktivität an Trwyn Du etwa um -7000 oder etwas früher stattfand. Zu dieser Zeit lag der Meeresspiegel noch deutlich niedriger als heute, sodass die Küstenlinie weiter draußen verlief und das Gebiet um Trwyn Du einige Kilometer landeinwärts lag. Die Menschen nutzten die damalige Landschaft vermutlich für die Jagd auf Wildtiere, das Sammeln von Pflanzen und möglicherweise auch für Küstenressourcen wie Muscheln oder Fisch.

Der bronzezeitliche Kerb Cairn, der später über dieser mesolithischen Schicht errichtet wurde, zeigt, wie Orte über Jahrtausende hinweg eine besondere Bedeutung behalten konnten. Der Grabhügel selbst enthielt keine Körperbestattung, sondern diente wahrscheinlich rituellen oder memorialen Zwecken. Heute ist die Stätte durch Küstenerosion und wandernde Sanddünen bedroht, doch sie bleibt ein zentraler Beleg für die früheste menschliche Präsenz auf Anglesey.

Neolithikum

Die neolithische Periode (Jungsteinzeit) leitete auf Anglesey einen tiefgreifenden Wandel in der menschlichen Lebensweise ein. Nach Jahrtausenden der mobilen Jäger- und Sammlerkultur, die vor allem von temporären Lagern und Küstennutzung geprägt war, setzten ab etwa -4000 die ersten dauerhaften Siedlungen ein. Dieser Übergang zur sesshaften Lebensweise ging mit der Einführung von Ackerbau und Viehzucht einher, Technologien, die über den Seeweg aus Irland und dem europäischen Festland nach Wales gelangten. Die Menschen begannen, Getreide wie Weizen und Gerste anzubauen, Rinder, Schafe und Schweine zu halten, Nüsse, Früchte und Wildpflanzen zu sammeln sowie Keramik und polierte Steinwerkzeuge herzustellen und zu nutzen. Anglesey entwickelte sich zu einem der dichtesten neolithischen Zentren in Großbritannien, mit einer Vielzahl von Siedlungsspuren und monumentalen Megalithbauten.

Ein herausragendes Beispiel für diese frühe dauerhafte Besiedlung ist die Siedlung in Llanfaethlu im Norden der Insel. Archäologische Ausgrabungen, die seit 2014 intensiv durchgeführt wurden, legten dort ein Cluster von vier großen neolithischen Häusern frei – eine der ältesten und bedeutendsten neolithischen Siedlungen in Wales. Diese Langhäuser gehören zu den größten freistehenden neolithischen Strukturen, die je in Britannien entdeckt wurden. Das größte Gebäude, House 1, maß über 21 Meter in der Länge und etwa 7 Meter in der Breite, während andere Häuser Dimensionen von bis zu 16 bis 20 Metern Länge und 9 bis 11 Metern Breite erreichten. Die rechteckigen bis leicht ovalen Bauten bestanden aus Pfostenkonstruktionen, teilweise mit Wandgräben, Steinverstärkungen und unterschiedlichen Bautechniken wie stone-lined postholes, beam slots und stakeholes. Sie dienten sowohl als Wohn- als auch als Wirtschaftsgebäude, in denen Haushaltsaktivitäten, Lagerung und möglicherweise handwerkliche Arbeiten stattfanden. Die Funde umfassen Irish Sea Ware-Keramik, bearbeitete Feuersteine, Flintwerkzeuge und andere Artefakte, die auf eine agrarische Wirtschaft hinweisen. Spätere Phasen brachten mittelneolithische Grubenkomplexe und Grooved Ware-Keramik zum Vorschein, was auf eine kontinuierliche Nutzung des Ortes über Jahrhunderte hinweist. Llanfaethlu gilt als erste bekannte Mehrhaus-Siedlung in Nordwestwales und zeigt enge Parallelen zu irischen Fundplätzen.

Ein besonderes Zeugnis für die rituelle und spirituelle Welt der neolithischen Bewohner ist Bryn Celli Ddu, der „Hügel im dunklen Hain“, nahe Llanddaniel Fab. Dieser rituell ausgestaltete Grabhügel entstand um etwa -3000 zunächst als Henge-Monument – eine kreisförmige Umfriedung mit Graben und innerem Steinkreis, die rituellen Zwecken diente. Im Laufe des folgenden Jahrtausends wurde der Ort mehrfach umgebaut: Später entstand darüber ein beeindruckendes Passage Grave, ein Ganggrab mit einem etwa 7 Meter langen Gang, der in eine polygonale Kammer führt. Der gesamte Bau ist von einem großen Erdhügel mit bis zu 26 Metern Durchmesser umgeben, ursprünglich von einem Kreis aus Kerbsteinen eingefasst. Im Inneren fand man menschliche Knochen, Pfeilspitzen, Quarz und gravierte Steine, darunter eine berühmte Spiralmuster-Steinplatte. Besonders auffällig ist die astronomische Ausrichtung: Am Mittsommertag fällt der aufgehende Sonne ein Lichtstrahl durch den Gang und beleuchtet die Kammer – ein Phänomen, das sicher rituelle Bedeutung hatte. Bryn Celli Ddu zählt zu den eindrucksvollsten Passage Graves in Wales und unterstreicht die kosmologische und ahnenbezogene Weltanschauung der damaligen Gesellschaft.

Neben diesen Siedlungs- und Grabstätten prägen zahlreiche Megalithdenkmäler und Menhire die Insel. Typisch für Anglesey sind die sogenannten Cromlechs, prähistorische Megalithanlagen, bei denen große Steine meist in kreisförmiger oder halbkreisförmiger Anordnung aufgestellt sind, oft mit einem massiven Deckstein. Das walisische Wort „cromlech“ bedeutet etwa „gebogener oder flacher Stein“ und bezeichnet in Wales häufig Dolmen oder Kammergräber. Eine der beeindruckendsten Anlagen dieser Art steht auf einer Hochebene bei Plas Newydd mit spektakulärem Blick auf das Meer und die Menai Straits. Es handelt sich um einen doppelten Cromlech – zwei aneinandergrenzende Steinkammern eines neolithischen Grabhügels, die aus dunklen präkambrischen Erratika-Blöcken errichtet wurden. Der größte dieser Art auf der Insel liegt in den Gärten von Plas Newydd und war ursprünglich von einem Cairn bedeckt. Weitere bekannte Cromlechs und Kammergräber sind Lligwy Burial Chamber mit ihrem riesigen Deckstein, Trefignath mit mehrphasiger Struktur, Din Dryfol, Ty Newydd oder Barclodiad y Gawres mit seinen seltenen prähistorischen Gravuren. Insgesamt gibt es auf Anglesey Dutzende solcher Monumente, viele davon an der Küste oder in erhöhten Lagen platziert.

Diese Megalithbauten dienten nicht nur der kollektiven Bestattung, sondern auch der Ahnenverehrung, Gemeinschaftsritualen und möglicherweise der Markierung von Territorien. Sie spiegeln eine komplexe Gesellschaft wider, die über den Irischen See hinweg kulturelle Verbindungen pflegte. Gegen Ende des Neolithikums, um -2500 bis -2000, gingen diese Traditionen in die Bronzezeit über, wobei einige Orte weiter genutzt oder überbaut wurden.

Bronzezeit

Die Bronzezeit auf Anglesey, die von etwa -2200 bis -800 dauerte, wurde maßgeblich von den sogenannten Beaker People – den Glockenbecher-Leuten – geprägt. Diese Gruppe brachte neue kulturelle Elemente mit, darunter charakteristische umgedrehte Glockenbecher-Keramik, individuelle Bestattungen in Cisten oder unter kleinen Hügeln, den Beginn der Metallverarbeitung und eine veränderte Gesellschaftsstruktur. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass um diese Zeit eine signifikante Bevölkerungsveränderung stattfand, möglicherweise durch Migration aus Nordwesteuropa, die die vorherigen neolithischen Traditionen weitgehend ablöste oder stark beeinflusste. Die Bronzezeit begann mit der Einführung von Arsenkupfer und später Zinnbronze, wobei Anglesey selbst Kupfervorkommen besaß – etwa in Mynydd Parys, wo bronzezeitliche Abbaustellen nachgewiesen sind. Die Insel profitierte von ihrer Lage im Irischen See und pflegte intensive Kontakte zu Irland und dem britischen Festland, was den Handel mit Metallen und anderen Gütern förderte.

Viele bereits im Neolithikum errichteten Grabstätten und Monumente wurden in der Bronzezeit weiter genutzt oder umgestaltet. Oft dienten neolithische Henge-Anlagen oder Kammergräber als rituelle Orte, die nun mit neuen Bestattungsformen überlagert wurden. Einige dieser Stätten behielten ihre Bedeutung über Jahrhunderte und wurden später sogar zu Hügelfestungen ausgebaut, die bis in die Eisenzeit und teilweise in die Römerzeit genutzt wurden. Ein klassisches Beispiel dafür ist Castell Bryn Gwyn (auch Castell Bryngwyn oder „weiße Hügelburg“, früher Bryn Beddau – „Hügel der Gräber“ genannt) in der Nähe von Llanidan im Südwesten der Insel. Der Ursprung dieses Monuments reicht in die späte Neolithik oder frühe Bronzezeit zurück: Es handelt sich um eine kreisförmige Umfriedung mit einem hohen Erdwall aus Lehm und Kies sowie einem äußeren Graben, ursprünglich vielleicht ein zeremonielles Henge oder eine Siedlungsumwallung. Unter dem Wall kamen neolithische Feuersteine und Keramik zum Vorschein, doch die Anlage wurde in der Bronzezeit und Eisenzeit verstärkt und umgebaut. In der Eisenzeit diente sie den Ordoviziern, einem lokalen keltischen Stamm, als befestigte Hügelsiedlung oder Verteidigungsanlage. Die Nutzung hielt bis in die Römerzeit an; um 78 wurden die Ordovizier in einer Schlacht von einer römischen Legion besiegt, was das Ende ihrer Unabhängigkeit markierte. Heute ist der gut erhaltene kreisförmige Wall mit etwa 17 Metern Innendurchmesser und steinernen Stützmauern sichtbar – ein eindrucksvolles Zeugnis kontinuierlicher menschlicher Präsenz über Jahrtausende.

Auch neue Monumente entstanden in der Bronzezeit. Typisch sind runde Cairns – Steinhügelgräber –, die oft individuelle oder kollektive Bestattungen enthielten, häufig als Kremationen in Urnen. Im Südwesten von Anglesey liegt der Mynydd Bach Cairn (auch Mynydd Bach Round Cairn bei Aberffraw), ein prähistorisches Grabdenkmal aus der Becherkultur. Dieser degradierte runde Hügel mit etwa 8 Metern Durchmesser und nur noch 0,5 Metern Höhe thront auf einer Anhöhe und datiert in die frühe bis mittlere Bronzezeit. Er wurde zeitgleich mit anderen Ausgrabungen in der Region untersucht und enthielt typische Beaker-Elemente oder spätere Urnenbestattungen. Solche Cairns dienten der Markierung von Landschaft und Ahnenkult, oft in erhöhten Lagen platziert, um Sichtbarkeit und rituelle Bedeutung zu gewährleisten.

Weitere bronzezeitliche Spuren finden sich in Cist-Bestattungen, wie bei Parc Cybi in Holyhead, wo Gräber mit Beaker-Keramik und individuellen Beigaben aus der Zeit um -2000 freigelegt wurden. Auch in der Umgebung von Bryn Celli Ddu entstanden bronzezeitliche Cairns, darunter ein kürzlich entdeckter Ring Cairn mit doppeltem Kerb aus tonnenschweren Steinen, datiert um -1900. Manche neolithische Megalithgräber wie Trefignath oder Barclodiad y Gawres zeigen bronzezeitliche Nachnutzung durch Einbringung neuer Bestattungen oder Artefakte. Die Bronzezeit markierte zudem den Übergang zu komplexeren Gesellschaften mit Metallverarbeitung, Handel und möglicherweise sozialer Hierarchie, was sich in reichen Grabbeigaben wie Goldringen oder Kupferbarren widerspiegelt.

Eisenzeit

Die Eisenzeit auf Anglesey begann etwa im -5. Jahrhundert und erstreckte sich bis zur römischen Eroberung um 78. Diese Periode war geprägt von keltischen Stammesgesellschaften, die sich in Rundhäusern niederließen, Ackerbau und Viehzucht betrieben und zunehmend befestigte Siedlungen errichteten. Die Insel, strategisch im Irischen See gelegen, blieb ein Zentrum kultureller und ritueller Aktivitäten, mit intensiven Verbindungen zu Irland und dem britischen Festland. Archäologische Funde zeigen eine kontinuierliche Besiedlung, bei der ältere Monumente weiter genutzt und neue Siedlungsformen entwickelt wurden.

Zu den markantesten Zeugnissen der Eisenzeit zählen die Rundhaussiedlungen, die typisch für keltische Gemeinschaften waren. Neu zugezogene oder etablierte keltische Gruppen – zunächst möglicherweise Deceangli und Gangani, später die Ordovizier – bauten diese runden Behausungen oft in der Nähe früherer neolithischer oder bronzezeitlicher Plätze. Ein herausragendes Beispiel ist die Holyhead Mountain Hut Circles, auch Tŷ Mawr oder Cytiau'r Gwyddelod („Großes Haus / Hütten der Iren“) genannt, am Hang des Holyhead Mountain über der Cymyran-Meerenge auf Holy Island. Die Siedlung wurde bereits um -800 besiedelt, also am Übergang von der späten Bronze- zur frühen Eisenzeit, und blieb über Jahrhunderte in Nutzung. Ursprünglich gab es über 50 solcher kreisförmigen Hüttenfundamente aus Stein, von denen heute etwa 20 erhalten sind. Die Hütten messen meist 7 Meter im Durchmesser, mit dicken, niedrigen Wänden aus Trockenmauerwerk, die einst konische Dächer aus Stroh oder Schilf trugen. Einige enthielten Napfschneckenhäuser – kleine, schalenförmige Strukturen – aus der Zeit um -200, sowie Keramik aus dem 3. bis 4. Jahrhundert. Manche Hütten wurden sogar bis ins 6. Jahrhundert für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Die ersten systematischen Ausgrabungen führte in den 1860er Jahren William Owen Stanley durch, ein lokaler Antiquar, Politiker und Besitzer des Penrhos-Anwesens, Sohn von Baron Stanley of Alderley. Er fand zunächst römische Münzen und hielt die Siedlung zunächst für römisch, doch moderne Datierungen bestätigen eine lange eisenzeitliche Phase. Die verstreuten Hütten deuten auf eine offene, landwirtschaftlich geprägte Siedlung hin, mit Werkstätten für Metallverarbeitung und Viehhaltung.

Weitere Rundhäuser und ummauerte Siedlungen wurden entlang des Flusses Afon Gwna (Gwna) ausgegraben, oft in Gruppen mit Einfriedungen. Solche unenclosed farmsteads oder hut groups sind typisch für Anglesey und unterscheiden sich von den großen Hillforts im walisischen Festland. Die Bevölkerung lebte in verstreuten Höfen, die von Trockenmauern umgeben waren, und nutzte die fruchtbare Landschaft für Ackerbau und Weidewirtschaft.

Ein zentraler ritueller Ort der Eisenzeit war der See Llyn Cerrig Bach nahe Llanfair-yn-Neubwll. Um die Mitte des -2. Jahrhunderts entwickelte sich dieser kleine, moorige See zu einer bedeutenden Kult- und Opferstätte keltischer Völker zwischen Irland und Wales. Bei der Entwässerung für einen RAF-Flugplatz im Zweiten Weltkrieg (1942/43) wurde ein außergewöhnlicher Hort von über 150 Bronze- und Eisenobjekten entdeckt: Schwerter, Schildfragmente, Speerspitzen, Wagen- und Pferdegeschirrteile, Sklavenketten, Trompeten, Kessel und kunstvoll verzierte Plaketten mit keltischer Kunst. Dazu kamen Tierknochen von Opfertieren wie Rindern, Pferden und Schafen. Die Funde deuten auf rituelle Versenkungen hin – Waffen und Prestigeobjekte wurden absichtlich in den See geworfen, wahrscheinlich von einer Klippe aus, als Votivgaben an Götter oder Ahnen. Der Hort umfasst auch romano-britische Stücke aus dem 1. bis 2. Jahrhundert, was zeigt, dass die rituelle Nutzung nach der römischen Eroberung weiterging. Llyn Cerrig Bach wurde zu einer Pilgerstätte für Kelten aus dem gesamten britischen Raum und gilt als einer der wichtigsten keltischen Ritualplätze in Britannien.

Ältere Monumente wie Castell Bryn Gwyn wurden in der Eisenzeit befestigt und als Hügelfestung genutzt. Der kreisförmige Wall, ursprünglich neolithisch oder bronzezeitlich, diente den Ordoviziern als Verteidigungsanlage und blieb bis in die Römerzeit in Gebrauch. Die römische Invasion 78 unter Suetonius Paulinus und später Agricola beendete die unabhängige Eisenzeit, wobei Anglesey – Tacitus zufolge ein Druiden-Zentrum – hart umkämpft war.

Antike

Als die Römer im, späten 1. Jahrhundert ihre Herrschaft über die Provinz Britannia ausbauten, war Anglesey – damals Mona genannt – eine zentrale heilige Stätte der Druiden. Diese fungierten als Priester, geistige Elite und spirituelle Führer der keltischen Gesellschaft. Sie leiteten religiöse Zeremonien, dienten als Lehrer, Heiler, Richter und Berater der Stammesherrscher. Ihr umfangreiches Wissen – Philosophie, Astrologie, Medizin, Rechtswesen und Naturbeobachtung – wurde ausschließlich mündlich überliefert. Auf der Insel trafen sich die Druiden zu großen festlichen Zeremonien in heiligen Hainen (Nemeta), Kultstätten und an rituellen Orten wie Seen oder Megalithanlagen. Römischen Quellen, insbesondere Tacitus, zufolge gehörten zu ihren Ritualen auch Menschenopfer, was die Römer als barbarisch brandmarkten. Anglesey besaß damit nicht nur religiöse, sondern auch politische Bedeutung: Als Refugium und Sammelpunkt der Druiden konnte die Insel den römischen Einfluss in Britannien untergraben und als Symbol des Widerstands dienen.

Um diesen Einfluss endgültig zu brechen, marschierte der römische Statthalter Gaius Suetonius Paulinus im Jahr 60 mit seiner Armee – darunter die Legio XIV Gemina und batavische Auxiliartruppen – gegen Mona vor. Die Römer bauten improvisierte flachbodige Schiffe, um die Menai Strait zu überqueren, und landeten an der Küste, vermutlich nahe der Halbinsel Penmon. Tacitus beschreibt eine dramatische Szene: Druiden in weißen Gewändern standen am Strand, hoben die Arme gen Himmel und riefen Flüche, während bewaffnete Krieger hinter ihnen Aufstellung nahmen. Die Römer griffen brutal an: Hunderte Druiden wurden niedergemetzelt, die heiligen Haine zerstört und die Insel vorübergehend unterworfen. Doch während Suetonius Paulinus und seine Truppen auf Mona gebunden waren, nutzte Boudicca, die Königin der Iceni, die Gelegenheit für ihren großen Aufstand. Der Aufstand der Iceni und Trinovanten brach vermutlich nach dem Tod von Boudiccas Ehemann Prasutagus aus, dessen Königreich unrechtmäßig annektiert worden war. Römische Garnisonen in ihrem Gebiet waren bereits zwei Jahre zuvor aufgegeben worden, was den Rebellen Handlungsspielraum gab. Boudiccas Armee zerstörte die römischen Kolonien Camulodunum (Colchester), Londinium (London) und Verulamium (St Albans) und richtete ein Massaker unter den Römern und ihren Verbündeten an. Die Nachricht erreichte Suetonius Paulinus kurz nach seinem Sieg auf Anglesey. Er musste seine Truppen hastig zurückziehen, bevor er die Eroberung der Insel konsolidieren konnte. In einer entscheidenden Schlacht – wahrscheinlich irgendwo in den Midlands – besiegten die disziplinierten, zahlenmäßig unterlegenen Römer die aufständischen Briten endgültig.

Anglesey blieb jedoch nicht lange unabhängig. Um 77 oder 78 führte Gnaeus Julius Agricola, der spätere Statthalter Britanniens und ehemalige Untergebene von Suetonius Paulinus, eine zweite, gründliche Eroberung durch. Er unterwarf die Insel vollständig und gliederte sie dauerhaft in das Römische Reich ein. Die römische Besatzung dauerte bis ins frühe 5. Jahrhundert.

Während der römischen Herrschaft diente Anglesey vor allem wirtschaftlichen und militärischen Zwecken. Die Insel war eine wichtige Kupferabbaustätte; Spuren römischer Bergbauaktivitäten finden sich auf Mynydd Parys (Parys Mountain), wo bereits in der Bronzezeit abgebaut worden war. Römische Kupferbarren („bun-shaped cakes“) mit Inschriften deuten auf organisierte Förderung hin, obwohl direkte Belege wie datierbare Keramik rar sind – vieles wurde durch spätere Abbauphasen zerstört. Der Kupferabbau war strategisch bedeutsam für die römische Wirtschaft und Armee.

Im späten 3. Jahrhundert errichteten die Römer in Holyhead das Caer Gybi Roman Fortlet – eine kleine Küstenfestung und Marinebasis auf Klippen über dem Meer. Die Anlage, von Mauern an drei Seiten umgeben, diente wahrscheinlich dem Schutz vor irischen Piraten und der Sicherung des Seehandels sowie möglicherweise des Kupfertransports. Rund um das Fort entwickelte sich eine römische Siedlung mit zivilen Gebäuden. Auf dem Holyhead Mountain (Mynydd y Twr) wurde ein Wachturm (Caer y Twr) gebaut, der als Signalstation und Teil des Befestigungsnetzes fungierte und weitreichende Sicht über das Meer bot.

Archäologische Funde belegen neben Militäranlagen einen Handelshafen an der Menai Strait, dörfliche Siedlungen mit Hütten auf Hügeln – oft defensiv zusammengelegt – sowie ein ausgedehntes Straßennetz. Die heutige Straße von Holyhead nach Llanfairpwllgwyngyll folgt teilweise einer antiken Römerstraße. Ptolemaios erwähnte die Insel Mitte des 2. Jahrhunderts in seiner Geographie, verband sie jedoch stärker mit Hibernia (Irland) als mit Albion (Britannien), was ihre periphere, aber strategische Lage unterstreicht.

Mittelalter

Nach dem Abzug der Römer aus Britannien ab Mitte des 4. Jahrhundert kolonisierten "Piraten" aus Irland Anglesey und die nahe gelegene Halbinsel Llŷn. Diese Piraten standen in loser Verbindung mit dem Königreich Dublin. Ihre Herrschaft war aber nur von kurzer Dauer. Um 410 wurde sie von Cunedda ap Edern beendet. Der um 386 geborene Feldherr stammte aus einer keltischen Familie aus dem Gebiet Manaw Gododdin im heutigen Südostschottland. Er führte seine Gefolgsleute nach Nordwales, um die Region vor irischen Eindringlingen zu verteidigen. Dabei eroberte er die Insel Anglesey und große Teile von Nordwales. Die Ankunft von Cunedda in Gwynedd markiert den Beginn einer stabilen walisischen Herrschaftsstruktur nach dem Abzug der Römer aus Britannien. Fortgeführt von seinem Sohn Einion Yrth ap Cunedda und seinem Enkel Cadwallon Lawhir ap Einion, entstand eine Dynastie, die über viele Generationen im Königreich Gwynedd regierte.

Im Jahr 814 marschierte König Cynan Tindaethwy of Gwynedd mit seinen Truppen in Anglesey ein und attackierte seinen dort mittlerweile zum Inselherrn avancierten Bruder Hywel, wurde von diesem jedoch vertrieben. Zu den internen Streitigkeiten kam in der Folgezeit eine neue Gefahr - diesmal aus dem Norden. 853 verwüsteten die „Dub Gint“ (schwarzen Menschen), dänische Wikinger, die Insel.

Unterdessen übernahm ein neuer Herrscher die Macht: Rhodri Mawr ("Rodri der Große"). Er wurde 844 König von Gwynedd, durch Erbfolge und Heirat 855 König von Powys und 871 auch König von Seisyllwg (das Gebiet von Ceredigion und Ystrad Tywi). Damit hatte er zu seiner Zeit eine lockere Union von mindestens drei großen walisischen Provinzen unter seiner Kontrolle geschaffen. Diese Vereinigung war die erste ihrer Art in Wales. Rodri teilte das Land unter seinen Söhnen in drei Teilreiche auf. Gwynedd (mit Anglesey) gab er seinem Sohn Anarawd ap Rhodri, der die mittelalterliche walisische Dynastie, das Haus von Aberffraw auf Anglesey, begründete.

Die Insel hatte eine gute Verteidigungslage, und so wurde Aberffraw zum Sitz des Königshofs (walisisch Llys) des Königreichs Gwynedd. Rhodri Mawr verlegte seinen Familiensitz von Caernarfon hierher und ließ 873 in Aberffraw einen königlichen Palast erbauen. In der Folgezeit wurden weitere Befestigungsanlagen auf der Insel errichtet, so etwa im 11. Jahrhundert das Kastell Aberlleiniog.

Im 10. Jahrhundert wurde die Insel mehrfach von Wikingern überfallen – einige Überfälle wurden in berühmten Sagen wie der Jómsvíkinga erwähnt –, so etwa 968 von dänischen "Piraten". 988 verwüsteten Wikinger von der Isle of Man unter König Godfred I die Insel. Anglesey wurde damit kurzzeitig der südlichste Besitz des Königreichs Norwegen. Die Verbindung zu den Wikingern lässt sich nicht zuletzt am Namen der Insel erkennen. In der Antike hieß sie "Mona" bzw. "Maenige“, von den "Nordmännern" wurde sie „Ongulsey“ oder „Angelsoen“ genannt, woraus sich der heutige Name entwickelte.

Anglesey (mit Holy Island) war eine der 13 historischen Grafschaften von Wales. Vor der Eroberung des Landes durch die Engländer im Jahr 1283 hatte Môn oft Phasen vorübergehender Unabhängigkeit, in denen es häufig als Unterkönigreich von Gwynedd an die Erben der Könige vererbt wurde. Ein Beispiel dafür war Llywelyn ap Iorwerth (Llywelyn I. "der Große", um 1200), der den Titel "Prinz von Aberffraw" trug. Vermutlich geschah dies wenige Jahre nach 1171 , nach dem Tod von Owain Gwynedd, als die Insel von Rhodri ab Owain Gwynedd geerbt wurde. Eine kurzzeitige Unabhängigkeit bestand auch zwischen 1246 und 1255, als sie Owain Goch als sein Anteil am Königreich zugesprochen wurde. Nach der Eroberung von Wales durch Edward I. wurde Anglesey gemäß den Bestimmungen des Statuts von Rhuddlan von 1284 zu einer Grafschaft. Bis dahin war es in die Kantone Aberffraw, Rhosyr und Cemaes unterteilt gewesen.

Im Jahr 1294 griff Prinz Madog ap Llywelyn im Rahmen eines Aufstands des nun entmachteten Hauses Aberffraw die Burgen von König Edward I. in Nordwales an. Nach dessen Niederschlagung wurde als Reaktion darauf Beaumaris Castle erbaut, über das König Edward seine Interessen in Anglesey durchsetzen wollte. In den 1320er Jahren wurde der Bau jedoch aufgegeben und nie fertiggestellt. Die Burg wurde im frühen 15. Jahrhundert von Owain Glyndŵr belagert. Im Jahr 1609 war sie bereits eine Ruine. 1807 kaufte der 6. Viscount Bulkeley die Burg von der Krone, und seit 1925 ist sie unter der Obhut der Krone für die Öffentlichkeit zugänglich.

Anglesey war unterdessen mehrfach Hort rebellischer Umtriebe. Nch einem missglückten Aufstandsversuch unterwarf sich die Insel 1406 dem enlischen König Henry IV.. Eine besondere Rolle im englischen Herrscherhaus spielte Owain Tudor (auch Owen Tudor), der zweite Ehemann von Königin Katharina von Valois, Witwe von König Henry V.. Er wurde um 1400 auf Anglesey geboren und geriet im Zuge intriganter Umtriebe in englische Gefangenschaft. 1438 entkam er aus dem Newgate-Gefängnis, wurde aber wieder gefasst und in Windsor Castle festgehalten. Im Jahr darauf wurde Owain Tudor von König Henry VI. begnadig. erhielt seine früheren Ländereien sowie eine großzügige Pension zurück und wurde auch wieder in den königlichen Hof aufgenommen. Owain war der Großvater von Heinrich VII., dem Gründer der Tudor-Dynastie. Seine Söhne Edmund und Jasper wurden in den Adelstand erhoben und hatten bedeutende Rollen am Hof. Er selbst aber blieb auch weiterhin in Intrigen verstrickt, wurde erneut gefangengenommen und 1461 in Mortimer’s Cross enthauptet.

Frühe Neuzeit

Die frühe Neuzeit ab dem 16. Jahrhundert war eine Phase des Übergangs von mittelalterlichen Strukturen zu modernen Entwicklungen, geprägt von lokaler Adelsmacht, landwirtschaftlicher Dominanz, wachsendem Handel und engen Verbindungen zu Irland. Die Insel profitierte von ihrer strategischen Lage in der Irischen See, die sie zu einem Knotenpunkt für Schifffahrt, Kommunikation und kulturellen Austausch machte. Besonders Holyhead entwickelte sich ab dem späten Mittelalter zu einem wichtigen Hafen, der enge Beziehungen zu Irland pflegte – zunächst als Post- und Passagierroute, später als offizieller Paketboot-Hafen.

Aufgrund der geografischen Nähe unterhielt Anglesey, und insbesondere Holyhead, bereits ab dem späten Mittelalter intensive kulturelle, wirtschaftliche und familiäre Beziehungen zu Irland. Diese Verflechtungen reichten von gemeinsamen Verkehrsnetzen über Handel bis hin zu Heiratsallianzen und dualem Landbesitz unter Adelsfamilien. Eine detaillierte Studie des Historikers Adam N. Coward, veröffentlicht 2023 in der Fachzeitschrift „The Welsh History Review“ unter dem Titel „Connections Between Welsh And Irish Landed Estates, c.1650–c.1920: A Preliminary Overview“, beleuchtet diese engen Bande zwischen den Landadeligen in Irland und Anglesey vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Coward zeigt, wie geografische Nähe und maritime Verbindungen zu einem Netzwerk aus familiären, politischen und wirtschaftlichen Beziehungen führten. Ein konkretes Beispiel aus dem Artikel ist die Korrespondenz von 1663: Der Herzog von Ormonde bat vom Dublin Castle aus Lord Bulkeley von Baron Hill – der 1644 zum Viscount Bulkeley of Cashel ernannt worden war – um angleseyische Rebhühner für eine Jagd in Irland. Solche Anfragen unterstreichen die alltäglichen, aber symbolträchtigen Verbindungen zwischen den Eliten beider Seiten der Irischen See.

Im 17. Jahrhundert erlebte Wales, einschließlich Anglesey, tiefe Umbrüche durch die politischen Wirren in England, vor allem den Englischen Bürgerkrieg (1642 bis 1651) und die anschließenden Konflikte. Die Insel war nominell Teil der Güter von König Charles I. und stand größtenteils auf royalistischer Seite. Lokale Adelsfamilien wie die Bulkeleys von Baron Hill oder Beaumaris spielten eine prominente Rolle; sie stellten Truppen und Ressourcen für die Krone. Dennoch blieb Anglesey weitgehend von direkten Schlachten verschont, litt aber unter Plünderungen, Steuerlasten und wirtschaftlichen Störungen. Nach dem Sieg der Parliamentarier und der Hinrichtung Charles’ I. 1649 wurde die Insel unter das Commonwealth integriert, wobei puritanische Einflüsse in Kirchen und Verwaltung zunahmen. Die Macht lag vielfach in den Händen des lokalen Adels und großer Landbesitzer, die ihre Güter trotz politischer Wechsel behaupteten. Kirchen und ehemalige Klöster – wie St. Cybi in Holyhead – spielten weiterhin eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen und religiösen Leben, auch wenn die anglikanische Kirche unter Cromwell vorübergehend reformiert wurde.

Wirtschaftlich war Anglesey in der frühen Neuzeit überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die fruchtbaren Böden der Insel ermöglichten intensive Viehzucht – vor allem Rinder und Schafe – sowie Getreideanbau, der zur Nahrungsmittelversorgung Nordwales’ und darüber hinaus beitrug. Kleinere Höfe und Pachtsysteme dominierten, ergänzt durch Fischerei und Küstenhandel. Die Lage in der Irischen See machte Anglesey zudem für den Schifffahrts- und Handelsverkehr zwischen England, Wales und Irland bedeutsam. Holyhead gewann ab dem späten 16. Jahrhundert an Bedeutung als Hauptverbindungspunkt nach Dublin; ab etwa 1576 diente es als offizieller Post- und Paketboot-Hafen. Im 18. Jahrhundert intensivierte sich dieser Verkehr, obwohl der Hafen zunächst primitiv blieb – ein „straggling confused heap of thatched houses“, wie Zeitzeugen beschrieben. Dennoch florierte der Austausch von Gütern, Passagieren und Nachrichten, was lokale Kaufleute und Wirte bereicherte.

Adelsfamilien wie die Bulkeleys, Baylys (später Paget von Plas Newydd) oder die Owens prägten die soziale Hierarchie. Sie bauten Herrenhäuser aus, investierten in Landverbesserungen und pflegten Netzwerke, die über die Irische See reichten. Im 18. Jahrhundert begann eine Phase relativer Stabilität unter der hannoverschen Monarchie, mit wachsendem Interesse an Verbesserungen der Landwirtschaft und Infrastruktur – Vorläufer der späteren Entwicklungen im 19. Jahrhundert, als Eisenbahn und Dampfschiffe Holyhead zum modernen Fährhafen machten.

Modernisierungsära

1768 begann der großflächige Abbau auf Mynydd Parys (Parys Mountain) bei Amlwch, der in den 1780er Jahren zu einem der weltweit größten Kupferbergwerke avancierte. 1778 wurde die Parys Mine Company gegründet, 1785 folgte die Mona Mine Company unter Henry Paget, Earl of Uxbridge (später 1. Marquess of Anglesey). Der Abbau boomte in den 1780er und 1790er Jahren; Anglesey lieferte zeitweise die Hälfte des britischen Kupfers, das für Münzen, Schiffsbau und Industrie benötigt wurde. Thomas Williams von Llanidan, ein einflussreicher Unternehmer, kontrollierte zeitweise beide Minen und dominierte den Markt. In Würdigung seiner militärischen Verdienste – insbesondere als Kavallerieoffizier an der Seite Wellingtons in Waterloo, wo er ein Bein verlor – wurde Henry Paget 1815 zum vererbbaren Marquess of Anglesey ernannt. Der Bergbau verlor jedoch im 19. Jahrhundert an Bedeutung durch Erschöpfung der leicht zugänglichen Vorkommen und Konkurrenz aus Cornwall und Übersee; bis Ende des Jahrhunderts wurde er weitgehend eingestellt, obwohl kleinere Aktivitäten bis ins 20. Jahrhundert andauerten. Die Landschaft um Amlwch trägt bis heute die Narben des intensiven Abbaus mit giftigen Abwässern und Abraumhalden.

Trotz des Rückgangs des Bergbaus entwickelten sich Pläne zur besseren verkehrstechnischen Erschließung der Insel. Die Überwindung der Menai Strait war zentral. 1819 begann der Bau der Menai Suspension Bridge unter Thomas Telford, einer der ersten großen Hängebrücken der Welt mit einer Spannweite von 176 Metern. Sie wurde 1826 fertiggestellt und revolutionierte die Verbindung von London nach Holyhead und weiter nach Irland, reduzierte die Reisezeit erheblich und förderte den Post- und Passagierverkehr. Die Brücke erwies sich jedoch als anfällig: Starke Stürme beschädigten das hölzerne Deck 1839 schwer, woraufhin es 1840 verstärkt und 1893 komplett durch eine Stahlkonstruktion ersetzt wurde (entworfen von Sir Benjamin Baker). Ein tragisches Unglück ereignete sich im Oktober 1859: Der Schiffbruch der Royal Charter vor Moelfre kostete über 450 Menschen das Leben – viele Passagiere aus Australien mit Gold an Bord –, was zu Verbesserungen in der Schifffahrtssicherheit führte.

Parallel zum Straßenverkehr entstanden im 19. Jahrhundert Eisenbahnlinien. Die wichtigste war die Chester and Holyhead Railway, die ab 1844 gebaut wurde, um eine schnelle Verbindung von London über Chester nach Holyhead und per Fähre nach Dublin zu schaffen. Robert Stephenson, Sohn des berühmten George Stephenson, leitete den Bau. Die Strecke ging ab 1848 in Betrieb, wobei die Überquerung der Menai Strait die größte Herausforderung darstellte. Die Britannia Bridge, eine röhrenförmige Eisenbahnbrücke aus Gusseisen (tubular bridge), wurde von 1846 bis 1850 errichtet und galt als ingenieurtechnisches Meisterwerk mit der damals längsten kontinuierlichen Spannweite. Die Bahnlinie war von enormer Bedeutung: Sie beschleunigte Post, Passagiere und Güter, machte Holyhead zum zentralen Fährhafen und trug entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung Angleseys bei. Sie ebnete auch den Weg für den Tourismus in Nordwales, da Reisende nun leichter die Küstenorte, Strände und Landschaften erreichten.

Zur selben Zeit wurde die Menai Suspension Bridge – zeitgleich mit der Britannia Bridge – wieder aufgebaut und modernisiert; 1893 ersetzte man die Holzkonstruktion durch Stahl. Der Ausbau der Infrastruktur ging mit administrativen Veränderungen einher: 1890 wurde die Verwaltung der Insel umgestaltet, und 1899 wurde die Shire Hall in Llangefni fertiggestellt, die als neues County-Gebäude diente und die zentrale Rolle der Stadt als Verwaltungssitz unterstrich.

Bis 1914 wandelte sich Anglesey von einer peripheren, agrarisch geprägten Insel zu einem besser angebundenen Teil des Vereinigten Königreichs. Der Tourismus blühte auf, Holyhead wuchs als Hafen, und die Landwirtschaft profitierte von verbesserten Transportwegen. Die industrielle Phase war kurz, doch die Verkehrsrevolution – Brücken und Bahn – prägte die Insel nachhaltig und legte den Grundstein für das 20. Jahrhundert.

Weltkriegsära

Während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) spielte Anglesey eine wichtige Rolle in der Heimatfront und im militärischen Überwachungssystem. Der presbyterianische Pfarrer und berühmte Prediger John Williams – oft als „Lloyd George’s chaplain“ bezeichnet – bereiste die Insel intensiv, um junge Männer als Freiwillige für die britische Armee zu rekrutieren. Als charismatischer calvinistisch-methodistischer Minister aus Brynsiencyn auf Anglesey nutzte er seine Predigten, um Tausende walisischsprachiger Männer zum Dienst zu motivieren, was ihm den Spitznamen „Chaplain General“ einbrachte. Die strategische Lage der Insel in der Irischen See machte sie ideal zur Überwachung deutscher U-Boote. Ab 1915 stationierte die Royal Naval Air Service (RNAS) ein halbes Dutzend SS-Klasse-Luftschiffe auf dem Flugfeld Mona (heute RAF Mona, damals RNAS Anglesey oder Llangefni), um Anti-U-Boot-Patrouillen durchzuführen. Deutsche Kriegsgefangene wurden auf der Insel festgehalten, unter anderem in einem Lager nahe Llangaffo, wo viele in der Landwirtschaft, etwa bei der Ernte, eingesetzt wurden. Bis Kriegsende kamen etwa 1.000 Männer von Anglesey im aktiven Dienst ums Leben – ein hoher Preis für eine kleine Inselbevölkerung. Zusätzliche Schäden und Todesopfer forderten orkanartige Stürme 1918, die über die Insel hinwegfegten; sie zerstörten unter anderem Teile der historischen Llynon Mill in Llanddeusant, deren Kappe schwer beschädigt wurde und nie vollständig repariert werden konnte.

Die 1920er und 1930er Jahre waren für Anglesey von wirtschaftlichen Problemen geprägt. Die globale Nachkriegsrezession und die Große Depression ab 1929 trafen die Insel hart. Die Arbeitslosigkeit stieg stark an, und die Landwirtschaft – der Hauptzweig – geriet unter enormen Druck durch fallende Preise, Überproduktion und sinkende Nachfrage. Viele Höfe kämpften ums Überleben, und Abwanderung in industrielle Zentren nahm zu. Dennoch gab es Fortschritte im sozialen Bereich: 1936 eröffnete die National Society for the Prevention of Cruelty to Children (NSPCC) ihre erste Zweigstelle auf Anglesey, um Kinderschutz und Wohlfahrt zu stärken.

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde Anglesey erneut in den Konflikt einbezogen. Die Insel diente als Aufnahmezone für Evakuierte: Tausende Kinder – oft mit Müttern – aus den bombengefährdeten Städten Liverpool und Manchester fanden hier Zuflucht. Viele wurden in privaten Haushalten untergebracht, wo sie die ländliche Lebensweise kennenlernten und vor Luftangriffen sicher waren. Italienische Kriegsgefangene wurden auf der Insel interniert und häufig in der Landwirtschaft eingesetzt, um Arbeitskräftemangel auszugleichen; einige bauten enge Beziehungen zu den Einheimischen auf. Das Flugfeld Mona wurde wieder aktiviert, zunächst als RAF Mona, und diente der Ausbildung und Küstenverteidigung. Holyhead blieb ein wichtiger Hafen für den Atlantik-Konvoi-Verkehr und die Verbindung nach Irland. Obwohl Anglesey keine direkten Bombenangriffe erlitt, war die Insel durch ihre Lage Teil des britischen Verteidigungsnetzes gegen U-Boote und Luftangriffe.

Moderne Zeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Insel als Zufluchtsort für Evakuierte und als strategischer Punkt gedient hatte, begann eine Phase des Wiederaufbaus und der Modernisierung. In den 1950er und 1960er Jahren setzte Anglesey auf neue Industrien, um die traditionelle Landwirtschaft zu ergänzen. Ein Meilenstein war die Eröffnung des Aluminiumschmelzwerks bei Holyhead 1971 durch Rio Tinto Zinc und Partner, das bis in die 1990er Jahre Tausende Arbeitsplätze bot und die lokale Wirtschaft ankurbelte. Der entscheidende wirtschaftliche Faktor wurde jedoch die Kernenergie. Der Bau des Wylfa Nuclear Power Station westlich von Cemaes Bay begann 1963; die beiden Magnox-Reaktoren nahmen 1971 den Betrieb auf und lieferten bis 2015 über 232 Milliarden Kilowattstunden Strom. Wylfa war nach Trawsfynydd die zweite Kernkraftanlage in Wales und wurde nach deren Schließung 1991 zur einzigen in Betrieb. Der Standort bot geologische Stabilität und guten Zugang für den Materialtransport per See. Die Anlage schuf hochqualifizierte Jobs, zog Fachkräfte an und stärkte die regionale Wirtschaft erheblich, obwohl sie auch Debatten über Umweltrisiken und Abfall auslöste.

Parallel dazu wurde die Verkehrsinfrastruktur massiv ausgebaut. Die A55, die Nordwales-Küstenstraße, wurde von den 1970er bis zu den 2000er Jahren schrittweise zur modernen Dual Carriageway erweitert. Ein Schlüsselprojekt war die Vollendung der A55 über Anglesey im Jahr 2001: Die Strecke von Bangor über die Britannia Bridge bis Holyhead wurde als dual carriageway ausgebaut, teilweise mit EU-Fördermitteln und unter einem 30-jährigen Shadow-Toll-Vertrag. Dies verbesserte die Anbindung enorm, reduzierte Staus und machte die Insel attraktiver für Pendler, Logistik und Tourismus. Holyhead blieb der wichtigste Fährhafen für Irland, wobei der Verkehr mit der Zeit durch Billigflieger und neue Routen etwas abnahm.

Der Tourismus entwickelte sich ab den 1960er Jahren zu einem zentralen Wirtschaftszweig. Die natürliche Schönheit – Strände, Küstenpfade, Vogelreservate wie South Stack und historische Stätten wie Beaumaris Castle – zog Besucher an. Die verbesserte Erreichbarkeit durch Brücken, Bahn und A55 förderte den Boom; Küstenorte wie Rhosneigr, Benllech oder Moelfre profitierten von Ferienhäusern, Camping und Wassersport. Anglesey wurde als „verstecktes Juwel“ vermarktet, mit Fokus auf Natur, Vogelbeobachtung und walisische Kultur. Die walisische Sprache blieb stark; viele Orte tragen zweisprachige Schilder, und Initiativen zur Förderung des Cymraeg unterstützten die Identität.

Politisch und administrativ veränderte sich Anglesey ebenfalls. 1996 wurde die Insel im Rahmen der Local Government (Wales) Act 1994 wieder zu einem eigenständigen County (Isle of Anglesey County Council), mit Llangefni als Verwaltungssitz. Die 2010er Jahre brachten Kontroversen: 2011 setzte die walisische Regierung Kommissare ein, da der Rat finanzielle und governance-Probleme hatte; normale Wahlen fanden erst 2013 wieder statt. Die Devolution in Wales seit 1999 stärkte regionale Entscheidungen, etwa in Bildung und Kultur.

Wirtschaftlich kämpfte Anglesey in den 1980er und 1990er Jahren mit Deindustrialisierung: Das Aluminiumwerk schloss, der Bergbau war längst passé, und die Landwirtschaft litt unter EU-Subventionskürzungen und Globalisierung. Die Arbeitslosigkeit blieb höher als im britischen Durchschnitt, und Abwanderung junger Menschen war ein Problem. Dennoch halfen EU-Fördermittel (Objective 1-Status in den 2000er Jahren) bei Infrastruktur und Gemeindeprojekten. Der Tourismus und Dienstleistungen glichen viel aus; Holyhead profitierte vom Fährverkehr.

Ab Frühjahr 2020 stand Anglesey im Rahmen der umfassenden Coronapolitik der walisischen Regierung immer wieder unter Lockdowns, beispielsweise an Feiertagswochenenden. Der Gemeinderat und die Gesundheitsbehörden erließen Maßnahmen, darunter Impfkampagnen und Maskenpflichten, die auch in anderen Teilen des Landes verhängt wurden. Im Juni 2020 kam es zu einem Corona-Ausbruch in einer Hühnerverarbeitungsfabrik in Llangefni, Anglesey, wo mehr als 100 Arbeiter positiv getestet wurden. Bis zum 21. Juni 2020 stieg diese Zahl auf 158 bestätigte Fälle unter den Fabrikarbeitern. Diese Fabrik belieferte Krankenhäuser, Geschäfte und Restaurants, was sie zu einem kritischen Punkt der Besorgnis machte. Diese Ausbrüche führten zu Selbstisolierungsauflagen für die Arbeiter und verschärften lokalen Lockdown-Maßnahmen.

Verwaltung

Anglesey ist eine der 13 traditionellen Grafschaften von Wales. Mit Jahresbeginn 1974 wurde Anglesey ein Bezirk der neuen Grafschaft Gwynedd, bekannt unter dem Namen „Anglesey-Ynys Môn”. Davor war Anglesey für die Zwecke der Kommunalverwaltung in Zivilgemeinden unterteilt gewesen, die weitgehend den kirchlichen Gemeinden entsprachen und von denen die meisten noch heute als Teil der Church in Wales bestehen. Seit 1996 ist Anglesey eine Unitary Authority mit dem Status eines County.


Herrschaftsgeschichte

  • um -2000 bis um -800 Stammesgemeinschaften der „Beaker People“
  • um -800 bis -200 Stammesgemeinschaften der Deceangli und Gangani
  • um -200 bis 77 Stammesgebiet der Ordovizier (Ordovices)
  • 77 bis nach 350 Provinz Britannien (Provincia Britannia) des Römischen Riechs (Imperium Romanum)
  • nach 350 bis 410 Königreich Dublin (Dyflin)
  • 410 bis 1283 Königreich Gwynedd (Tywysogaeth Gwynedd)
  • 1283 bis 1. Mai 1707 Grafschaft Isle of Anglesey (Sir Fôn) im Königreich England (Kingdom of England)
  • 1.Mai 1707 bis 31. März 1974 Grafschaft Isle of Anglesey (Sir Fôn) im Teilstaat Wales (Cymru) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain, ab 1. Januar 1801 United Kingdom of Great Britain and Ireland, ab 12. April 1927 United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • 1. April 1974 bis 31. März 1996  County Gwynedd (Sir Gwynedd) im Teilstaat Wales (Cymru) des Vereinigten Königreichs (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)
  • seit 1. April 1996 Einheitsgemeinde Anglesey (Unitary Authority Anglesey) des Teilstaats Wales (Cymru) im Vereinigten Königreich (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)

Legislative und Exekutive

Die legislative und exekutive Gewalt auf Anglesey liegt seit der Verwaltungsreform von 1996 beim Isle of Anglesey County Council, walisisch Cyngor Sir Ynys Môn. Dieser Rat fungiert als das „Parlament“ der Insel und ist die gewählte lokale Selbstverwaltung für die gesamte Grafschaft Anglesey, eine principal area mit County-Status in Wales. Der Council ist verantwortlich für die meisten lokalen Dienstleistungen wie Bildung, Soziales, Straßenbau, Abfallentsorgung, Planung, Umweltschutz, Tourismusförderung und wirtschaftliche Entwicklung, soweit diese nicht zentral durch die walisische oder britische Regierung geregelt sind.

Der Rat besteht derzeit aus 35 gewählten Räten (councillors), die die 14 Vertreter der Wahlbezirke (electoral wards) repräsentieren – eine Reduzierung und Neuziehung der Grenzen erfolgte 2022 im Rahmen der Boundary Review durch die Local Democracy and Boundary Commission for Wales. Früher, bis 2022, gab es 30 Räte; die Erhöhung auf 35 spiegelt Bevölkerungsentwicklung und faire Vertretung wider. Die Councillors werden alle fünf Jahre direkt von den Einwohnern gewählt, zuletzt bei den Kommunalwahlen 2022. Politisch ist der Rat oft von unabhängigen Kandidaten, Plaid Cymru und anderen Parteien dominiert, mit Koalitionen oder Minderheitsregierungen üblich.

Die legislative Funktion – also die Beschlussfassung über Politik, Budget und Satzungen – liegt beim Plenum des Vollständigen Rats (Full Council), das mehrmals im Jahr tagt. Hier werden der jährliche Haushalt verabschiedet, strategische Pläne genehmigt und Ausschüsse wie Planning and Orders Committee, Audit and Governance oder Scrutiny Committees eingesetzt, die beratend und kontrollierend wirken. Der Rat hat eine eigene Verfassung, die die Verteilung von Befugnissen, Verfahren und Ethikregeln festlegt und regelmäßig aktualisiert wird.

Die exekutive Gewalt – die Umsetzung der Beschlüsse und das Tagesgeschäft – liegt beim Executive (auch Cabinet oder Leadership Team genannt), das sich Anglesey Council’s Executive nennt. Der Executive besteht aus dem Leader of the Council (gewählt vom Plenum oder durch Koalition) und einer kleinen Gruppe von Portfolio Holders (Ressortverantwortlichen), die vom Leader ernannt werden. Sie treffen sich regelmäßig (meist monatlich), um Entscheidungen in Bereichen wie Bildung, Soziales, Umwelt, Finanzen oder Wirtschaft zu treffen. Der Chief Executive (derzeit Dylan J Williams) und das Management Team (Deputy Chief Executive, Direktoren für verschiedene Funktionen) unterstützen den Executive operativ und sorgen für die Verwaltungsumsetzung.

Ein markantes Kapitel in der jüngeren Geschichte war die Interventionsphase ab 2011. Nach Jahren interner Streitigkeiten, Fraktionskämpfen und Governance-Problemen – oft als „Day of Shame“ bezeichnet – griff die walisische Regierung ein. Im März 2011 übernahm der damalige Minister für Social Justice and Local Government, Carl Sargeant, die direkte Kontrolle: Er setzte unabhängige Commissioners ein, die die Exekutivbefugnisse der Councillors vorübergehend übernahmen. Dies war ein historischer Präzedenzfall in Großbritannien – erstmals wurden gewählte Räte ihrer Macht entkleidet. Die Commissioners leiteten den Rat bis 2013, als nach Reformen und Neuwahlen die normale Selbstverwaltung wiederhergestellt wurde. Die Episode unterstrich die Herausforderungen kleiner, ländlich geprägter Councils mit starken lokalen Loyalitäten und führte zu Verbesserungen in Transparenz und Governance.

Inseloberhaupt

Anglesey war über Jahrhunderte hinweg Zentrum des Königreichs Gwynedd.


Brenhinoedd (Könige von Gwynedd)

  • um 410 - um 445  Cunedda ap Edern (Cunedda Wledig)
  • um 445  Afloyg ap Cunedag, Dynod ap Cunedag, Edeyrn ap Cunedag, Whfon ap Cunedag, Osfael ap Cunedag, Dogfael ap Cunedag & Meirchion ap Typaun ap Cunedag
  • um 445 - um 470  Einion Yrth („der Ungestüme”)
  • um 470 - 517  Cadwallon I Lawhir („Langhand”)
  • 517 - 549 Maelgwyn I Gwynedd Maglocunus Hir („der Lange”)
  • 549 - 586  Rhun Hir („der Lange”)
  • 586  Cangan, Cadwal & Idgwyn
  • 586 - 599  Beli ap Rhun
  • 599 - 613  Iago ap Beli
  • 613 - 625  Cadfan ap Iago (Catamanus)
  • 625 - 634  Cadwallon II ap Cadfan
  • 634 - 664  Cadwaladr Fendigaid („der Gesegnete”)
  • 664 - um 684  Ifwr ap Cadwaladr
  • um 684 - 712  Idwal I Iwrch (Idwallon „Rehbock”)
  • 712 - 754 Rhodri I Molwynog („der Kahle und Graue”)
  • 754 - 798  Caradog ap Meirchion (Caradoc)
  • 798 - 816  Cynan Tyndaethwy ap Rhodri (Conan)
  • 816 - 825  Gwriad ap Elidyr (oder Howel I)
  • 825 - 844  Mervyn Vrych („der Sommersprossige”)
  • 844 - 878 Rhodri II Mawr („der Große”)
  • 878 - 916  Anarawd ap Rhodri
  • 916 - 942 Idwal II Foel ap Anarawd („der Kahle”)
  • 950 - 979 Iago I ap Idwal Foel - zusammen mit -
  • 950 - 969 Ieuaf ap Idwal Foel
  • 979 - 985 Hywel II Foel ap Ieuaf („Howel II der Kahle”)
  • 985 - 986  Cadwallon II ap Ieuaf
  • 999 - 1005  Cynan II ap Hywel (Conan MacHowel)
  • 1005 - 1023  Llewelyn I ap Seisyll
  • 1023 - 1039  Iago III ap Idwal ap Meurig ap Idwal Foel
  • 1039 - 1063  Gruffydd ap Llewelyn (Griffith)
  • 1063 - 1075  Bleddyn ap Cynfyn - zusammen mit -
  • 1063 - 1070  Rhiwallon
  • 1075  Trahaern ap Caradog († 1081)
  • 1075  Gruffydd II ap Cynan ap Iago († 1137)
  • 1075 - 1081 Trahaearn ap Caradog [wieder eingesetzt]
  • 1081 - 1137 Gruffydd II ap Cynan ap Iago [wieder eingesetzt]
  • 1137 - 1169 Owain I Mawr Gwynedd (Owen „der Große”)
  • 1170  Hywel ap Owain Gwynedd
  • 1170 - 1172  Cadwalladr III
  • 1170 - 1173/74 Iorwerth, Cynan & Maelgwyn II (in opposition) - zusammen mit -
  • 1170 - 1195 Dafydd I (David) & Rhodri III (in Anglesey 1193, † 1195)
  • 1173 - 1200 Gruffydd III - zusammen mit -
  • 1173 - 1212  Meredith II - jointly with -
  • 1195 - 1240  Llewelyn II Fawr ap Iorworth ap Owain („der Große”)
  • 1240 - 1246  Dafydd II ap Llewelyn Fawr
  • 1246 - 1255  Owain II ap Llewelyn Fawr - zusammen mit -
  • 1246 - 1282 Llewelyn III ap Gruffydd ap Llewelyn („der Letzte”)
  • 1400 - 1406  Owain Glyndwr (Owen Glendower, † 1416)


Marquesses of Anglesey (Markgrafen von Anglesey)

  • 1815 - 1854  Henry Paget, 1st Marquess of Anglesey, 2nd Earl of Uxbridge, 11th Baron Paget (1768 - 1854)
  • 1854 - 1869  Henry Paget, 2nd Marquess of Anglesey, 3rd Earl of Uxbridge, 12th Baron Paget (1797 - 1869)
  • 1869 - 1880  Henry William George Paget, 3rd Marquess of Anglesey, 4th Earl of Uxbridge, 13th Baron Paget (1821 - 1880)
  • 1880 - 1898  Henry Paget, 4th Marquess of Anglesey, 5th Earl of Uxbridge, 14th Baron Paget (1835 - 1898)
  • 1898 - 1905  Henry Cyril Paget, 5th Marquess of Anglesey, 6th Earl of Uxbridge, 15th Baron Paget (1875 - 1905)
  • 1905 - 1947  Charles Henry Alexander Paget, 6th Marquess of Anglesey, 7th Earl of Uxbridge, 16th Baron Paget (1885 - 1947)
  • 1947 - 2013  George Charles Henry Victor Paget, 7th Marquess of Anglesey, 8th Earl of Uxbridge, 17th Baron Paget (1922 - 2013)
  • seit 2013  Charles Alexander Vaughan Paget, 8th Marquess of Anglesey (* 1950)


Lord Lieutenants of Anglesey

  • 31 Mai 1694 - 10 Mar 1696  Charles Talbot, 1st Duke of Shrewsbury
  • 10 Mar 1696 - 5 Nov 1701  Charles Gerard, 2nd Earl of Macclesfield
  • 18 Jun - 5 Nov 1702 William Stanley, 9th Earl of Derby
  • 2 Dez 1702 - 4 Sep 1713  Hugh Cholmondeley, 1st Earl of Cholmondeley
  • 4 Sep 1713 - 21 Okt 1714  Windsor, 2nd Earl of Plymouth
  • 21 Okt 1714 - 18 Jan 1725  Hugh Cholmondeley, 1st Earl of Cholmondeley
  • 7 Apr 1725 - 7 Mai 1733  George Cholmondeley, 2nd Earl of Cholmondeley
  • 14 Jun 1733 - 25 Okt 1760  George Cholmondeley, 3rd Earl of Cholmondeley
  • 25 Nov 1761 - 1 Aug 1782  Sir Nicholas Bayly, 2nd Baronet
  • 1 Aug 1782 - 13 Mar 1812  Henry Bayly Paget, 1st Earl of Uxbridge
  • 28 Apr 1782 - 13 Mar 1812  Henry Paget, 1st Marquess of Anglesey
  • 18 Mai 1854 - 7 Feb 1869  Henry Paget, 2nd Marquess of Anglesey
  • 2 Mar 1869 - 24 Feb 1884  William Owen Stanley
  • 1 Apr 1884 - 27 Okt 1896  Richard Davies
  • 30 Nov 1896 - 7 Jul 1942  Sir Richard Henry Williams-Bulkeley, 12th Baronet
  • 24 Aug 1942 - 21 Feb 1947  Charles Paget, 6th Marquess of Anglesey
  • 5 Aug 1947 - 31 Mar 1974  Sir Richard Harry David Williams-Bulkeley, 13th Baronet

High Sheriffs of Anglesey

  • 20 Mar 1284: Sir Roger de Puleston of Emral
  • 16 Sep 1295: Thomas de Aunvers
  • 1 Apr 1300: John de Havering
  • Michaelmas 1301: Walter de Wynton
  • Michaelmas 1302: Henry de Dynynton
  • Michaelmas 1305: Griffin ap Oweyn
  • Michaelmas 1308: Madoc Thloyt
  • 4 Mar 1312: John de Sapy
  • 8 Aug 1316: Eman ap Jevan
  • 1396: Gwilym ap Griffydd of Penmynydd
  • 1504 - 1528: Owen Holland of Berw
  • 1541: Rowland Gruffydd of Plas Newydd
  • 1542: Sir Richard Bulkeley. Kt
  • 1543: John ap Rhys ap Llewelyn of Bodychen
  • 1544: Richard Bulkeley of Porthamel
  • 1545: Rhydderch ap David of Myfyrian
  • 1546: Richard Hampson of Henllys
  • 1547: Sir Richard Bulkeley I of Baron Hill
  • 1548: Rowland Gruffydd of Plas Newydd
  • 1549: William Lewis of Presaddfed
  • 1550: David ap Rhys ap David ap Gwilym of Llwydiarth
  • 1551: Hugh Peake of Caernarfon
  • 1552: Sir Richard Bulkeley (I) of Baron Hill
  • 1553: Rowland Gruffydd (died) then Rhys Thomas
  • 1554: Thomas Mostyn of Mostyn, Flint
  • 1555: John ap Rhys ap Llewelyn of Bodychen [2]
  • 1556: Thomas ap William of Faenol, Caernarvonshire
  • 1557: Robert Bulkeley of Gronant
  • 1558: William Lewis of Presaddfed [2]
  • 1559: Lewis ap Owen ap Meurig of Frondeg
  • 1560: Sir Nicholas Bagnal of Ireland
  • 1561: Sir Richard Bulkeley (I) of Baron Hill
  • 1562: Maurice Gruffydd of Plas Newydd
  • 1563: Owen ap Hugh of Bodeon
  • 1564: Rice Thomas of Aber, Caernarfonshire
  • 1565: Richard Owen of Pen Mynydd
  • 1566: John Lewis of Presaddfed
  • 1567: David ap Rhys ap David ap Gwilym of Llwydiarth [2]
  • 1568: Richard White of Monachlog
  • 1569: Rowland Bulkeley of Porthamel
  • 1570: Sir Richard Bulkeley (II) of Baron Hill
  • 1571: Lewis Owen ap Meurick of Frondeg
  • 1572: William Lewis of Presaddfed
  • 1573: Richard Owen of Pen Mynydd
  • 1574: John Wynne ap Jenkin ap John of Hirdrefaig
  • 1575: Thomas Mostyn of Mostyn
  • 1576: Edward Conway of Bodtryddan, Flinthire
  • 1577: Owen Wood of Rhosmor
  • 1578: Dr Ellis Price of Plas Iolyn
  • 1579: William Thomas of Aber, Caernarfonshire
  • 1580: Owen ap Hugh of Bodeon
  • 1581: Hugh Hughes of Plas Coch
  • 1582: John Griffith of Trefarthin
  • 1583: Richard White of Monachlog
  • 1584: Thomas Glyn of Glynllifon
  • 1585: Maurice Kyffin of Maenon
  • 1586: Dr Ellis Price of Plas Iolyn [2]
  • 1587: John Griffith of Trefarthin [2]
  • 1588: Thomas Mostyn of Mostyn
  • 1589: Richard White of Monachlog
  • 1590: Sir Roger Mostyn of Mostyn Hall
  • 1591: Owen Holland of Berw
  • 1592: Hugh Hughes of Plas Coch
  • 1593: John Griffith of Trefaerthin
  • 1594: Richard White of Monachlog
  • 1595: Pierce Lloyd of Gwaredeg
  • 1596: Arthur Bulkeley of Coyden
  • 1596: Sir Richard Bulkeley of Baron Hill
  • 1599: Owen Holland of Berw [2]
  • 1617: Richard Williams of Rhosygeido
  • 1648: William Bulkeley of Coeden
  • 1654: Hugh Owens
  • 1656: Richard Bulkeley
  • 1657: Richard Wood
  • 1666: Rowland Bulkeley
  • 1670: Richard Gwynne of Penmannech
  • 1675: Hugh Williams
  • 1677: Thomas Wynne of Rhydcrosse
  • 1678: Thomas Michell
  • 1681: Thomas Holland of Plas Berw
  • 1683: Owen Hughes of Beaumaris
  • 1691: Sir Thomas Mostyn of Mostyn Hall
  • 1725: John Owen of Presaddfed
  • 1737: Edmund Meyrick
  • 1738: William Roberts of Bodear
  • 1741: Rice Williams
  • 1758: Edward Owen, of Pen Rhose
  • 1789: William Williams, of Nantannog
  • 1807: Robert Bulkeley of Gronant
  • 1808: John Jones, of Penrhos Bradwen
  • 1816: John Price, of Plas Llanfallog
  • 1820: Robert Lloyd, of Tregayan
  • 1829: Henry Prichard, of Madyn
  • 1830: Thomas Williams, of Glanrafon
  • 1831: Owen Owen, of Llanfigael
  • 1832: Sir John Hay Williams, 2nd Baronet, of Bodelwyddan Castle
  • 1833: Charles Henry Evans, of Henblas
  • 1834: James King, of Presaddfed
  • 1835: William Hughes, of Plas Llandyfrydog
  • 1836: Richard Lloyd Edwards, of Monachdu
  • 1837: Hugh Beaver, of Glyn Garth
  • 1838: William Barton Panton, of Garreglywd
  • 1839: James Greenfield, of Rhyddgaer
  • 1840: Sir Love Parry Jones-Parry, of Madryn
  • 1841: Richard Trygarn Griffith, of Garreglwyd
  • 1842: John Sanderson, of Aberbraint
  • 1843: Owen Roberts, of Tynewydd
  • 1844: Edmund Edward Meyrick, of Cefncoch
  • 1845: Robert Jones Hughes, of Plas Llangoed
  • 1846: John Lewis Hampton Lewis, of Henllys
  • 1847: Rt. Hon. Spencer Wynne, 3rd Baron Newborough, of Treiddon
  • 1848: Sir Harry Goring, 8th Baronet, of Trysglwyn
  • 1849: Stephen Roose, of Tan y lan
  • 1850: Richard Griffith, of Bodowyr Isaf
  • 1851: Thomas Owen, of Tyddyn Glan-y-Mor
  • 1852: Evan Lloyd, of Maes-y-Porth, nach seinem Tod Rice Roberts, of Tal-y-Lyn
  • 1853: Richard Williams Prichard, of Erianell
  • 1854: Robert Brisco Owen, of Haulfre, near Beaumaris
  • 1855: Hugh Robert Hughes, of Bodrwyn
  • 1856: John Jacob, of Llanfawr
  • 1857: John Thomas Roberts, of Ucheldre
  • 1858: Richard Davies, of Bwlch-y-fen
  • 1859: Henry Owen Williams, of Trearddur
  • 1860: George Richard Griffith, of Pencraig
  • 1861: William Bulkeley Hughes, of Plas Coch
  • 1862: Robert Davies, of Bwlch-y-fen
  • 1863: Robert Lloyd Jones Parry, of Tregaian
  • 1864: William Massey, of Cornelyn
  • 1865: George Higgins, of Red Hill
  • 1878: Sir George Tapps-Gervis-Meyrick, 3rd Baronet of Bodorgan
  • 1882: Hugh Edwards of Rose Mount für Sir Chandos Stanhope Hoskyns Reade of Garreglwyd
  • 1886: David Hughes
  • 1890: Charles Hughes Hunter, of Plas Coch
  • 1891: Henry Robert Poole, of Beaumaris
  • 1900: Richard Bennett, of Beaumaris
  • 1901: William Jones, of Llwydiarth Fawr, Llanerchymedd
  • 1902: Russell Allen, of Beaumaris
  • 1903: Robert Williams Roberts, of Craig Owen, Menai Bridge
  • 1904: William Glynne Massey, of Cornelyn, Beaumaris
  • 1905: John Prichard-Jones, of Bron Menai, Dwyrau
  • 1913: The Hon. Arthur Lyulph Stanley, of Penrhos, Holyhead
  • 1917: Henry Grayson
  • 1950: Sir Charles Michael Robert Vivian Duff, Bt., of Vaynol Park, Bangor, Caernarvon and Trefarthen, Anglesey

Politische Gruppierungen und Wahlen

Wahlen zum Inselrat finden alle vier Jahre statt, zuletzt am 1. Mai 2008. Die stärkste Fraktion wurden damals die Original Independents (walisisch Annibynol Gwreiddiol) mit 14, inklusive der unaffiliated 22 Räten.  Derzeit sind folgende Parteien auf der Insel aktiv:

  • Con = Welsh Conservative Party (Walisische Konservative Partei, walisischer Zweig der Conservative Party)
  • Lab = Welsh Labour Party (Walisische Arbeiterpartei, sozialdemokratisch, aktiv seit Ende des 19. Jahrhunderts)
  • Lib = Welsh Liberal Party (Walisische Liberale Partei, gegründet 1966, nach 1990 in WLD umbenannt)
  • PC = Plaid Cymru (Partei für Wales, regionalistisch, autonomistisch, gegründet 1925)
  • PP = Partners for Progress (Partner für Fortschritt, progressistisch)
  • WLD = Welsh Liberal Democrats (Walisische Liberaldemokraten, Nachfolger der Lib)

Justizwesen und Kriminalität

Das Justizwesen auf Anglesey ist vollständig in das einheitliche Rechtssystem von England und Wales integriert. Es gibt keine separaten Inselgerichte oder eine eigene Justizbehörde; stattdessen gelten die Gesetze, Verfahren und Institutionen des Vereinigten Königreichs. Die Strafverfolgung und polizeiliche Arbeit werden von der North Wales Police (Heddlu Gogledd Cymru) übernommen, die für Anglesey sowie die angrenzenden Countys Gwynedd, Conwy, Denbighshire, Flintshire und Wrexham zuständig ist. Die Polizei betreut die Insel mit mehreren Stationen und Teams; eine zentrale Anlaufstelle ist die Polizeistation in Holyhead (Stanley Street), die als wichtiger Knotenpunkt für Meldungen, Ermittlungen und Präsenz vor Ort dient. Kleinere Vorfälle werden oft über die Non-Emergency-Nummer 101 oder Online-Portale gemeldet, während schwere Verbrechen an die zentrale Einsatzzentrale in Colwyn Bay weitergeleitet werden.

Schwere Fälle wie Morde oder komplexe Verbrechen landen vor dem Krongericht (Crown Court), meist in Mold (Mold Crown Court) oder Caernarfon, da Anglesey selbst kein eigenes Crown Court hat. Leichtere Delikte werden im Amtsgericht (Magistrates' Court) behandelt, oft in Llangefni oder Caernarfon. Die Staatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service) entscheidet über Anklagen, und Berufungen gehen an höhere Instanzen in Cardiff oder London. Das System ist bilingual: Verfahren können auf Walisisch oder Englisch ablaufen, und viele Dokumente und Anhörungen bieten walisische Optionen, um die kulturelle Identität zu wahren.

Insgesamt gilt Anglesey als vergleichsweise ruhige und sichere Region mit einer niedrigen Kriminalitätsrate. Aktuelle Statistiken (Stand 2025/26) zeigen eine Gesamtkriminalitätsrate von etwa 56 bis 70 Straftaten pro 1.000 Einwohner – deutlich unter dem walisischen oder britischen Durchschnitt (75 bis 90). Die Insel rangiert regelmäßig unter den sichersten Gebieten in Nordwales und ganz Wales. Häufigste Delikte sind Gewalt- und Sexualdelikte (meist leichtere Fälle), Antisoziales Verhalten, Sachbeschädigung und kleinere Diebstähle. Schwere Gewaltverbrechen, Raub oder organisierte Kriminalität sind selten. Die ländliche, dünn besiedelte Struktur und die enge Gemeinschaft tragen zur niedrigen Rate bei, obwohl Touristenhochsaisons oder der Fährhafen in Holyhead gelegentlich zu kleineren Vorfällen führen.

Ein besonders auffälliger und bis heute nachwirkender Fall war der Mord an Gerald Corrigan im Jahr 2019. Der 74-jährige Mann wurde in den frühen Morgenstunden des Karfreitags (19. April 2019) vor seinem abgelegenen Haus nahe Holyhead mit einer Armbrust (crossbow) erschossen, während er an seiner Satellitenschüssel arbeitete. Der Bolzen durchbohrte seinen Körper und verursachte schwere innere Verletzungen; er starb drei Wochen später. Der Täter, Terence Whall (damals 39), ein Fitness-Trainer von der Insel, wurde 2020 am Mold Crown Court schuldig gesprochen und zu mindestens 31 Jahren Haft verurteilt. Die Beweise umfassten GPS-Daten aus seinem Auto, Amazon-Bestellungen für identische Bolzen und Pfeilspitzen sowie Handy-Tracking. Trotz der Verurteilung bleibt der Fall rätselhaft: Das Motiv ist bis heute unbekannt, und es gibt anhaltende Fragen zur Beweislage – etwa warum bestimmte Beweise in Prozessen zurückgehalten wurden. Neuere Berichte (2025) und eine S4C-Dokumentation haben diese Unklarheiten wieder aufgegriffen, einschließlich möglicher Verbindungen zu früheren Betrugsvorwürfen gegen Corrigan (er und seine Partnerin waren um über 200.000 Pfund betrogen worden). Einige Inselbewohner berichten von bleibenden Sicherheitsbedenken; Personen, die mit dem Fall in Verbindung standen oder Zeugen waren, zogen sich zurück oder verließen sogar das Land aus Angst vor Vergeltung oder ungelösten Fragen.

Flagge und Wappen

Die Flagge von Anglesey wurde am 7. März 2014 offiziell vom Flag Institute in Großbritannien registriert. Sie entstand aus einer Initiative der Ymgyrch Baner Sir Fôn (Anglesey Flag Campaign), die das Design populär machte. Das Motiv ist ein Banner der historischen Arme, die mittelalterlichen Heraldikern zugeschrieben werden dem walisischen Lord Hwfa ap Cynddelw. Er war ein einflussreicher Verwalter und Gefolgsmann von Owain Gwynedd, Prinz von Gwynedd, und stammte aus dem Gut Presaddfed nahe Bodedern. Die Flagge zeigt auf rotem Grund (Gules) einen goldenen Chevron (ein umgekehrtes V) sowie drei goldene Löwen in rampant-Stellung (aufgerichtet, mit erhobener rechter Vorderpranke). Die Löwen sind zwei oben und einer unten platziert, das Verhältnis beträgt üblicherweise 3:5. Dieses Design wird seit mindestens dem 15. Jahrhundert mit Anglesey in Verbindung gebracht – die früheste Erwähnung findet sich in den Werken des Barden Lewys Glyn Cothi (um 1447 bis 1486), und es erscheint in einem Buntglasfenster der Kirche von Llangadwaladr aus dem späten 15. Jahrhundert. Vor der offiziellen Registrierung wurde es informell vom Anglesey County Council, der örtlichen Polizei (ehemals Anglesey Constabulary) und anderen Institutionen verwendet. Heute dient die Flagge als Symbol der Insel, wird bei Veranstaltungen gehisst und unterscheidet sich klar von den Nachbarregionen.

Das Wappen des Isle of Anglesey County Council wurde am 9. April 1954 offiziell verliehen. Es integriert das historische Motiv von Hwfa ap Cynddelw in eine erweiterte heraldische Komposition. Das Schild (arms) ist rot (Gules) mit einem goldenen Chevron (Or) zwischen drei goldenen, aufgerichteten Löwen (Or). Umgeben wird das Schild von einem Rand mit acht wellenförmigen Streifen in Blau (Azure) und Silber bzw. Weiß (Argent), die die Insellage, die Menai Strait und die maritime Tradition symbolisieren.

Die Helmzier (Crest) zeigt aus einer antiken goldenen Krone (Antique Crown Or) einen halben roten Drachen (Demi-Dragon Gules), der eine goldene Weizengarbe hält – ein Hinweis auf den fruchtbaren Boden und die landwirtschaftliche Bedeutung Angleseys. Die Helmdecke (Mantling) ist rot mit goldenem Innenfutter (Umhang bzw. Helmdecke).

Die Schildhalter sind besonders ausdrucksstark: Auf der rechten Seite ein silberner Stier (Bull Argent), um den Hals einen Kranz aus Seetang (Wreath of Seaweed proper) – Symbol für Landwirtschaft und Seefahrt. Auf der linken Seite ein heraldischer schwarzer Tiger (Heraldic Tiger Sable), mit einem Kranz aus Eichenlaub (Wreath of Oak proper, fructed Or) – die Eiche steht für die druidische Geschichte der Insel, da Anglesey ein Zentrum der Druiden war und heilige Eichen verehrt wurden. Unter dem Schild verläuft ein Band mit der walisischen Inschrift „MON MAM CYMRU“ („Anglesey, Mutter von Wales“). Dieser Spitzname unterstreicht die historische Rolle der Insel als fruchtbares Zentrum und Wiege walisischer Kultur.

Hauptort

Der Hauptort von Anglesey ist Llangefni, das seit der Verwaltungsreform von 1890 das administrative Zentrum der Insel darstellt. Die Stadt liegt fast genau in der Mitte von Anglesey am Fluss Cefni (Afon Cefni), nach dem sie benannt ist – der Name bedeutet wörtlich „Kirche am Cefni“. Llangefni die zweitgrößte Siedlung der Insel nach Holyhead und das kulturelle sowie politische Herz Angleseys.

Die Geschichte der Verwaltungszentren auf Anglesey reicht weit zurück. Das erste belegte Zentrum war Aberffraw an der Westküste, das ab etwa 873 als Hauptstadt des Königreichs Gwynedd diente, das im frühen 5. Jahrhundert gegründet worden war. Aberffraw war ein königlicher Hof (Llys) der walisischen Fürsten von Gwynedd, ein Zentrum walisischer Macht und Kultur im Mittelalter, mit archäologischen Spuren eines prächtigen Palastes. Vom 13. Jahrhundert an verschob sich die Bedeutung nach Beaumaris im Osten der Insel. Nach der englischen Eroberung durch Eduard I. wurde Beaumaris mit seiner beeindruckenden Burg (Beaumaris Castle, eine der „Eisernen Ringe“-Burgen) zum wichtigsten Ort und administrativen Zentrum. Die Burg und der umliegende Marktort dominierten die Inselverwaltung bis ins 19. Jahrhundert.

Im Zuge der Local Government Act von 1888/89 und der Verwaltungsreform von 1890 wurde Llangefni zum neuen Hauptort und Verwaltungssitz der neu geschaffenen Grafschaft Anglesey ernannt. Die zentrale Lage machte es ideal für die Koordination der gesamten Insel. Ursprünglich ein kleiner Marktort mit wöchentlichem Vieh- und Warenmarkt (einst der größte Rindermarkt Angleseys), entwickelte sich Llangefni rasch zum kulturellen und politischen Zentrum. Hier entstanden wichtige Gebäude wie die Shire Hall (1899 fertiggestellt, heute teilweise als Registeramt genutzt) und später die modernen Council Offices an der Mill Street (Lon-y-Felin), die seit den späten 1990er Jahren der Sitz des Isle of Anglesey County Council sind. Das Rathaus (Llangefni Town Hall) und andere Einrichtungen unterstreichen die Rolle als County Town.

Heute ist Llangefni das pulsierende Zentrum der Inselverwaltung: Der Isle of Anglesey County Council hat hier seinen Hauptsitz (Council Offices, Mill Street, LL77 7TW), wo Plenarsitzungen, Ausschüsse und die tägliche Verwaltungsarbeit stattfinden. Die Stadt beherbergt auch das Oriel Môn (ein renommiertes Kunstmuseum mit Werken walisischer Künstler wie Kyffin Williams), Theater, Bibliotheken, Schulen und das Gerichtsgebäude. Als kommerzielles Zentrum bietet sie Geschäfte, Märkte und Dienstleistungen für die gesamte Inselbevölkerung. Die walisische Sprache ist hier besonders stark vertreten – viele Schilder sind zweisprachig, und die Stadt gilt als Hort der Cymraeg-Kultur.

Verwaltungsgliederung

Anglesey war traditionell in 40 (ursprünglich 31) Bezirke (wards) und 81 Gemeinden (parishes) eingeteilt.

  • Aberffraw - Aberffraw, Llanfaelog (Maelog ward)
  • Amlwch Port - Amlwch Town (Port and Town wards)
  • Amlwch Rural - Amlwch Town (Rural ward)
  • Beaumaris - Beaumaris Town
  • Bodffordd - Bodffordd, Llangristiolus (Cerrigceinwen ward)
  • Bodorgan - Bodorgan, Llangristiolus (Llangristiolus ward)
  • Braint  Llanfair Pwllgwyngyll (Braint ward)
  • Bryngwran - Bryngwran, Trewalchmai
  • Brynteg - Llanfair-Mathafarn-Eithaf (Benllech and Brynteg wards)
  • Cadnant - Menai Bridge (Cadnant ward)
  • Cefni - Llangefni (Cefni ward)
  • Cwm Cadnant - Cwm Cadnant,
  • Cyngar - Llangefni (Cyngar ward)
  • Gwyngyll - Llanfair Pwllgwyngyll (Gwyngyll ward)
  • Holyhead Town - Holyhead town (Town ward)
  • Kingsland - Holyhead (Kingsland ward)
  • Llanbadrig - Llanbadrig
  • Llanbedrgoch - Llanfair-Mathafarn-Eithaf (Benllech 'A' and Llanbedrgoch wards)
  • Llanddyfnan - Llanddyfnan, Llaneugrad
  • Llaneilian - Llaneilian, Rhosybol
  • Llanfaethlu - Llanfachraeth, Llanfaethlu, Cylch-y-Garn (Llanrhuddlad ward)
  • Llanfair-yn-Neubwll - Bodedern, Llanfair-yn-Neubwll
  • Llanfihangel Ysgeifiog - Llanfihangel Ysgeifiog, Penmynydd
  • Llangoed - Llangoed and Penmon
  • Llanidan - Llanddaniel Fab, Llanidan
  • Llannerch-y-medd - Llannerch-y-medd, Tref Alaw
  • London Road - Holyhead town (London Road ward)
  • Maeshyfryd - Holyhead town (Maeshyfryd ward)
  • Mechell - Mechell, Cylch-y-Garn (Llanfairynghornwy ward)
  • Moelfre - Moelfre
  • Morawelon - Holyhead town (Morawelon ward)
  • Parc a'r Mynydd - Holyhead town (Parc a'r Mynydd ward)
  • Pentraeth - Llanddona, Pentraeth
  • Porthyfelin - Holyhead town (Porthyfelin ward)
  • Rhosneigr - Llanfaelog (Rhosneigr ward), Rhosyr   Rhosyr
  • Trearddur - Rhoscolyn, Trearddur
  • Tudur - Llangefni Town (Tudur ward)
  • Tysilio - Menai Bridge (Tysilio ward)
  • Valley - Valley


Heute besteht die Einheitsgemeinde 14 Wahlbezirken und 74 Gemeinden, wobei Holyhead einen eigenen Bezirk mit eigener Gemeinde bildet.

  • Llyfon/Lyfon: Bodedern • Bodwrog • Ceirchiog • Caergybi/Holyhead • Llanbeulan (Tal-y-llyn) • Llandrygarn • Llanfaelog • Llanfair-yn-neubwll • Llanfihangel-yn-Nhowyn • Llantrisant (Llanllibio) • Llanynghenedl • Llechgynfarwy • Llechylched • Trewalchmai
  • Malltraeth: Aberffraw • Cerrigceinwen • Heneglwys • Llangadwaladr • Llangristiolus • Llangwyfan • Trefdraeth
  • Menai: Gwredog1 • Llanddaniel Fab • Llanddwyn • Llanedwen • Llanffinan • Llanfihangel Ysgeifiog • Llangaffo • Llangefni • Llangeinwen • Llangwyllog • Llanidan (Llanfair-yn-y-Cwmwd) • Llannerch-y-medd • Newborough/Niwbwrch • Rhodogeidio • Rhoscolyn • Tregaian/Tregayan
  • Tal-y-bolion: Llanbabo • Llanbadrig • Llanddeusant/Llandausaint • Llanfachraeth/Llanfachreth • Llanfaethlu (Llanfwrog) • Llanfair-yng-Nghornwy • Llanfechell • Llanfflewyn • Llanfugail • Llanrhwydrys • Llanrhyddlad
  • Twrcelyn: Amlwch • Coedana • Llanallgo • Llandyfrydog • Llaneilian (Bodewryd • Llaneuddog) • Llaneugrad • Llanfihangel Tre'r Beirdd • Llanwenllwyfo • Penrhoslligwy (Capel Lligwy) • Rhosbeirio
  • Tyndaethwy: Llanbedrgoch • Llanddona • Llanddyfnan • Llandegfan (Beaumaris/Biwmares) • Llandysilio • Llanfaes • Llanfair Betws Geraint • Llanfair Mathafarn Eithaf • Llanfair Pwllgwyngyll • Llanfihangel Din Sylwy • Llangoed • Llaniestyn • Llansadwrn • Penmon • Penmynydd


           Verwaltungseinheiten:

           6 hundreds / cantrefi (Hundertschaften)

                       14 wards / wardiau (Bezirke)

                                   74 parishes / plwyfi (Gemeinden)

Bevölkerung

Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 715,11 km².


           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Einwohner      Dichte (E/km²)

           1801                33 155             46,36

           1821                33 806             47,27

           1850                44 000             61,53

           1881                51 416             71,90

           1891                51 000             71,32

           1901                50 606             70,77

           1911                50 928             71,22

           1921                51 744             72,36

           1927                52 060             72,80

           1931                49 029             68,56

           1934                49 025             68,87

           1941                50 000             69,92

           1951                50 660             70,84

           1958                51 430             71,92

           1961                51 705             72,30

           1966                55 500             77,61

           1971                59 760             83,57

           1976                63 900             89,36

           1981                66 496             92,99

           1982                67 000             93,69

           1983                67 500             94,39

           1984                68 000             95,09

           1985                68 500             95,79

           1986                69 500             97,19

           1987                69 400             97,05

           1988                69 300             96,91

           1989                69 250             96,84

           1990                69 150             96,70

           1991                69 149             96,70

           1992                69 200             96,77

           1993                69 300             96,91

           1994                68 400             95,65

           1995                67 212             93,99

           1996                66 829             93,45

           1997                66 400             92,85

           1998                66 000             92,29

           1999                65 354             91,39

           2000                66 200             92,57

           2001                66 828             93,45

           2002                67 864             94,90

           2003                68 100             95,23

           2004                68 500             95,79

           2005                68 700             96,07

           2006                68 884             96,33

           2007                68 850             96,28

           2008                68 900             96,35

           2009                69 000             96,49

           2010                69 300             96,91

           2011                69 751             97,54

           2012                69 900             97,75

           2013                70 000             97,89

           2014                69 900             97,75

           2015                69 800             97,61

           2016                69 900             97,75

           2017                69 961             97,83

           2018                69 800             97,61

           2019                69 500             97,19

           2020                69 200             96,77

           2021                68 878             96,32

           2022                69 049             96,56

           2023                69 250             96,84


Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 0,23 % pro Jahr.


Bevölkerungsaufteilung:

  • Bevölkerungszahl 2001 insgesamt  66.828
  • weiblich  34.469 851,58 %)
  • männlich  32.359 848,42 %)
  • unter 15jährig  13.021 819,49 %)
  • 15 bis 64 Jahre alt 41.707 862,41 %)
  • über 64jährig 12.100 818,10 %)

Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 39 Jahren, die mittlere Lebenserwartung bei 77,5 Jahren (2001). Die Zahl der Haushalte beträgt insgesamt rund 30.000.

Haushalte:

Gesamtzahl und Personen pro Haushalt:

1991                27 020             2,559

2001                28 356             2,357

Volksgruppen

Die älteste historisch greifbare Volksgruppe auf Anglesey waren die Ordovizier (lateinisch Ordovices), ein keltischer Stamm der Eisenzeit. Ihr Kerngebiet lag im Norden und Mittleren Wales, einschließlich Teile des heutigen Gwynedd, Clwyd und möglicherweise auch Anglesey selbst, obwohl die genaue Abgrenzung umstritten ist – einige Quellen sehen Anglesey eher als Refugium der Druiden und verbunden mit den Deceangli im Nordosten. Die Ordovizier waren vorwiegend Bauern und Viehzüchter, die in befestigten Hillforts lebten, wie sie auf der Insel und im Festland häufig vorkommen. Sie besaßen eine starke militärische Tradition und widersetzten sich der römischen Invasion Britanniens (ab 43) hartnäckiger als viele andere Stämme. Tacitus berichtet, dass sie 51 gemeinsam mit Caratacus gegen die Römer kämpften und von Ostorius Scapula besiegt wurden. In den 70er Jahren rebellierten sie erneut, vernichteten eine römische Kavallerieeinheit (Ala) und lösten damit eine massive Gegenoffensive unter Gnaeus Julius Agricola aus. Um 77/78 unterwarf Agricola sie fast vollständig, eroberte Anglesey endgültig und zerstörte das letzte Zentrum der Druiden. Der Stamm wurde weitgehend ausgelöscht oder assimiliert, ihr Name lebt in Ortsbezeichnungen wie Dinorwig („Festung der Ordovizier“) fort. Im 19. Jahrhundert benannten Geologen die Periode des Ordoviziums nach ihnen, da typische Gesteine in ihrem ehemaligen Gebiet gefunden wurden.

Nach der römischen Eroberung und der folgenden Jahrhunderte vermischten sich die Überreste keltischer Bevölkerung mit römischen, angelsächsischen, normannischen und später walisischen Einflüssen. Anglesey blieb jedoch stark walisisch geprägt, mit einer kontinuierlichen keltisch-walisischen Bevölkerungstradition. Im Mittelalter und der Neuzeit dominierten walisischsprachige Gemeinschaften, ergänzt durch englische Siedler, insbesondere nach der Tudor-Zeit und der Union mit England.

In der Moderne ist Anglesey ethnisch sehr homogen. Laut der Volkszählung 2021 (Census 2021 des Office for National Statistics) identifizieren sich 98,1 % der Bevölkerung (ca. 68.000 Einwohner) als „White“ (weiß), was der höchste Anteil in ganz Wales ist (Wales-Durchschnitt: 93,8 %). Innerhalb dieser Gruppe dominieren britische und walisische Identitäten. Nur 0,9 % gehören zu „Mixed or Multiple ethnic groups“ (gemischt/mehrfach, leichter Anstieg seit 2011), 0,6 % zu „Asian, Asian British or Asian Welsh“, und weitere Kategorien wie „Black“, sonstige liegen unter 0,5 %. Nicht-weiße Ethnien machen zusammen unter 2 % aus – Anglesey ist damit eine der am wenigsten diversen Regionen Großbritanniens.

Bezüglich der nationalen Identität (national identity) zeigt die Zählung 2021 ein klares Bild: Die Mehrheit identifiziert sich als „Welsh only“ (nur walisisch) mit 55,6 % – ein leichter Anstieg um 0,9 Prozentpunkte seit 2011 (von 54,7 %). Dies ist einer der höchsten Werte in Nordwales und unterstreicht die starke walisische Identität. Etwa 18,3 % wählen „British only“ (nur britisch), 12,8 % „English only“ (nur englisch, Rückgang seit 2011 von 16,0 %). Kombinationen wie „Welsh and British only“ machen 5,6 % aus, weitere Mischungen (Welsh/English/British) sind gering. Insgesamt identifizieren sich 98,2 % mit mindestens einer UK-Identität (Wales, England, Schottland, Nordirland, British), was zu den höchsten Werten in Wales gehört.

Diese Zahlen spiegeln eine stabile, überwiegend walisisch-britische Bevölkerung wider, mit hohem Anteil an walisischsprachigen Menschen (55,8 % sprechen Walisisch, einer der höchsten Anteile in Wales). Die geringe Diversität resultiert aus der peripheren, ländlichen Lage, begrenzter Zuwanderung und starker lokaler Identifikation. Zuwanderung ist meist aus England oder anderen Teilen Großbritanniens, oft durch Tourismus, Ruhestand oder Arbeit (speziell in Holyhead oder Wylfa). Dennoch bleibt Anglesey ein Kerngebiet walisischer Kultur und Sprache, wo die walisische Identität in den letzten Jahrzehnten sogar leicht zugenommen hat – im Kontrast zu vielen anderen walisischen Regionen, in denen sie abnahm.

Sprachen

Die Sprachen auf Anglesey sind Englisch und Walisisch (Cymraeg), die als gleichberechtigte Inselsprachen gelten. Dies entspricht der offiziellen Politik in Wales, wo beide Sprachen seit dem Welsh Language Act 1993 und insbesondere dem Welsh Language (Wales) Measure 2011 volle Gleichstellung genießen. Auf Anglesey wird diese Gleichberechtigung konsequent umgesetzt: Alle offiziellen Dokumente des Isle of Anglesey County Council, Schilder, Websites und öffentliche Dienstleistungen sind zweisprachig (oft Walisisch zuerst), Gerichtsverfahren können in Cymraeg ablaufen, und die walisische Sprache hat Vorrang in vielen kulturellen und bildungspolitischen Bereichen.

Walisisch ist auf Anglesey besonders stark präsent und gilt als eine der wichtigsten Hochburgen der Sprache in Wales. Die Insel zählt neben Gwynedd zu den wenigen Gebieten, in denen mehr als die Hälfte der Bevölkerung Walisisch sprechen kann. Laut der Volkszählung 2021 (Census 2021) gaben 55,8 % der Einwohner ab drei Jahren an, Walisisch sprechen zu können – ein Rückgang von 57,2 % im Jahr 2011 um 1,4 Prozentpunkte. Damit liegt Anglesey (Ynys Môn) landesweit auf Platz zwei hinter Gwynedd (64,4 %). Im Vergleich zum walisischen Durchschnitt von 17,8 % ist dies ein sehr hoher Wert. Neuere Schätzungen aus der Annual Population Survey (Oktober 2024 bis September 2025) deuten sogar auf 61,8 % Walisischsprecher hin, was zeigt, dass der tatsächliche Gebrauch in manchen Kontexten höher sein könnte als die Census-Zahlen.

Obwohl die Nutzung der Sprache im Laufe der Jahrzehnte etwas zurückgegangen ist – Anfang des 20. Jahrhunderts lagen die Werte in manchen Teilen der Insel noch über 90 %, und der langfristige Trend seit den 1980er Jahren ist ein langsamer, aber stetiger Rückgang –, bleibt Walisisch in vielen Gemeinden dominant. Besonders im Zentrum der Insel (zum Beispiel in Llangefni, wo der Anteil über 70 % liegt) und im südlichen Küstenbereich (wie um Newborough, Rhosneigr oder Aberffraw) ist Cymraeg die Alltagssprache in Haushalten, Geschäften, Kirchen und sozialen Kreisen. In manchen Dörfern und ländlichen Gebieten wird Walisisch fast ausschließlich gesprochen, und der Gebrauch in der Öffentlichkeit ist hoch. Neuere Studien und Pilotprojekte zur Sprachnutzung zeigen jedoch, dass der tatsächliche tägliche Gebrauch manchmal niedriger ist als die Fähigkeit: In Llangefni sprechen 75 % Walisisch, aber der hörbare Anteil liegt bei etwa 54 %.

Viele Schulen auf der Insel bieten Bildung mit starkem walisischem Schwerpunkt an. Es gibt zahlreiche walisischsprachige Grund- und Sekundarschulen (Ysgolion Cymraeg), in denen der Unterricht größtenteils oder vollständig auf Walisisch stattfindet. Das Welsh-medium-Bildungssystem ist hier besonders gut ausgebaut und trägt entscheidend zur Erhaltung der Sprache bei – viele Kinder lernen Walisisch als Erstsprache oder werden früh zweisprachig. Die Förderung der walisischen Sprache ist ein zentraler Bestandteil der lokalen Kultur- und Bildungspolitik des County Council. Es gibt eine dedizierte Welsh Language Promotion Strategy, die Maßnahmen zur Stärkung des Gebrauchs in Alltag, Wirtschaft und Gemeinschaft umfasst. Initiativen wie Menter Môn (eine Organisation zur Sprachförderung) organisieren Veranstaltungen, Kurse und Community-Projekte, um junge Menschen und Zuzügler einzubinden.

Sprachen 2001:

  • english (englisch)  62.500 (90,40 %)
  • kymru (walisisch) 45.534 (68,14 %)

Anteil der Walisch-Sprecher:

  • 1901: 90,7 %
  • 1911: 88,7 %
  • 1921: 87,8 %
  • 1931: 87,4 %
  • 1951: 80 %
  • 1961: 75 %
  • 1971: 66 %
  • 1981: 61 %
  • 1991: 62 %
  • 2001: 60 %
  • 2011: 57 %
  • 2021: 55 %

Religion

Laut den Ergebnissen des Zensus 2021 (Census 2021 des Office for National Statistics) identifizieren sich auf Anglesey (Isle of Anglesey / Ynys Môn) 51,5 % der Bevölkerung (35.485 Personen) als christlich – ein signifikanter Rückgang von 65,1 % im Jahr 2011. Dies ist der höchste Wert in Wales zusammen mit Flintshire (ebenfalls 51,5 %) und deutlich über dem walisischen Durchschnitt von 43,6 %. Anglesey zählt damit zu den wenigen Lokalitäten in Wales, in denen die Christen noch eine knappe Mehrheit bilden. Der Anteil der Menschen ohne Religionszugehörigkeit (No religion) liegt bei 40,7 % (28.066 Personen), ein starker Anstieg von 25,5 % im Jahr 2011 um 15,2 Prozentpunkte. Dieser Wert ist niedriger als der walisische Durchschnitt von 46,5 %, aber höher als der für England und Wales insgesamt (37,2 %). Etwa 6,5 % der Befragten machten keine Angabe zur Religion (keine Antwort). Kleinere Religionsgemeinschaften sind auf Anglesey sehr gering vertreten und machen zusammen nur etwa 1,3 % der Bevölkerung aus (882 Personen). Dazu gehören:

  • Muslime: 0,5 % (328 Personen, zweitgrößte nicht-christliche Gruppe, leichter Anstieg seit 2011)
  • Buddhisten: 154 Personen
  • andere Religionen: 278 Personen
  • Hindus: 62 Personen
  • Sikhs: 30 Personen
  • Juden: 30 Personen

Die christlichen Konfessionen auf der Insel umfassen vor allem die ang likanische Church in Wales (die etablierte Kirche in Wales), die presbyterianische Church of Wales (Presbyterian Church of Wales), Methodisten, Baptisten sowie kleinere römisch-katholische Gemeinden. Historisch ist Anglesey stark von nonkonformistischen (freikirchlichen) Traditionen geprägt, insbesondere dem Calvinistischen Methodismus und dem Presbyterianismus, die im 18. und 19. Jahrhundert durch Erweckungsbewegungen dominierten. Viele Kapellen und Kirchen – wie St. Cybi in Holyhead oder St. Dona in Llanddona – zeugen davon und dienen bis heute als Zentren des Gemeindelebens, oft bilingual (walisisch und englisch).

Der Rückgang des Christentums und der Anstieg der Konfessionslosen spiegeln den allgemeinen Trend in Wales wider: Säkularisierung, Abkehr von institutioneller Religion und ein wachsender Anteil junger Menschen, die sich als „No religion“ bezeichnen. Dennoch bleibt die christliche Präsenz auf Anglesey spürbar – in ländlichen und walisischsprachigen Gebieten ist der Kirchgang und die Teilnahme an Gottesdiensten oft höher als im urbanen Südwales. Die Insel hat zahlreiche historische Kirchen und Kapellen, die Teil des kulturellen Erbes sind, und die Religion ist eng mit der walisischen Identität verknüpft (z. B. durch Hymnen und Eisteddfod-Traditionen).

Religionsbekenntnisse 2001:

  • Anglikaner  31.346 (46,91 %)
  • Katholiken  1.600 (2,39 %)
  • sonstige Christen 21.100 (31,57 %)
  • Buddhisten  89 (0,13 %)
  • Moslems  84 (0,12 %)
  • Hindus 24 (0,04 %)
  • Juden 19 (0,03 %)
  • Sikhs  12 (0,02 %)
  • sonstige  182 (0,27 %)
  • Bekenntnislose 13.373 (20,01 %)

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche auf Anglesey ist die dominierende christliche Konfession der Insel und gehört zur Church in Wales (Eglwys yng Nghymru), der unabhängigen walisischen Provinz der anglikanischen Gemeinschaft. Seit der Disestablishment 1920 ist sie von der Church of England getrennt, besitzt eigene Gesetze, Liturgie und Führung, bleibt aber in voller Gemeinschaft mit Canterbury. Anglesey liegt im Diocese of Bangor (Esgobaeth Bangor), dessen Bischofssitz in Bangor ist, und bildet den Archdeaconry of Anglesey (Meirionnydd und Anglesey teilen sich teilweise Strukturen). Die Kirche ist tief in der walisischen Identität verwurzelt, und viele Gottesdienste – besonders in ländlichen Gemeinden – finden auf Walisisch statt.

Es gibt auf der Insel etwa 30 anglikanische Kirchen und Kapellen, die meisten davon historische Gebäude aus dem Mittelalter oder dem 19. Jahrhundert. Zu den bedeutendsten zählen:

  • St Cybi’s Church in Holyhead: Eine der ältesten und wichtigsten Kirchen Angleseys, gegründet im 6. Jahrhundert von St. Cybi (ein walisischer Heiliger), mit einem normannischen Turm und einem ummauerten Kirchhof, der wie eine kleine Festung wirkt. Sie ist ein zentraler Ort für Gottesdienste und Hochzeiten und hat eine lebendige Gemeinde.
  • St Mary and St Nicholas in Beaumaris: Eine schöne gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit beeindruckenden Glasfenstern, Grabdenkmälern und einer ruhigen Atmosphäre. Sie liegt direkt neben der Burg und ist bei Touristen beliebt.
  • St Dona in Llanddona und St Dwynwen in Llanddwyn: Beide sind kleine, malerische Küstenkirchen mit starker lokaler Bedeutung. St Dwynwen ist der walisischen Schutzheiligen der Liebenden gewidmet und ein Wallfahrtsort, besonders am 25. Januar (St Dwynwen’s Day).
  • St Tysilio in Llantysilio und St Michael in Llanfairpwll: Historische Dorfkirchen mit walisischen Inschriften und oft bilingualen Gottesdiensten.

Die anglikanische Kirche auf Anglesey ist vergleichsweise lebendig, besonders in den walisischsprachigen Gemeinden. Viele Pfarrer sind bilingual, und die Liturgie wechselt je nach Gemeinde zwischen Walisisch und Englisch oder ist bilingual. Sonntagsgottesdienste (oft Holy Communion nach dem Book of Common Prayer oder Common Worship) finden in den meisten Kirchen statt, ergänzt durch Messen unter der Woche, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Die Kirche engagiert sich stark in der Gemeindearbeit: Sie betreibt Suppenküchen, Carers-Gruppen, Jugendclubs und arbeitet mit Foodbanks zusammen. Viele Gebäude dienen auch als kulturelle Treffpunkte für Konzerte, Ausstellungen oder Eisteddfod-Veranstaltungen.

Die Zahl der regelmäßigen Kirchgänger ist wie im Rest von Wales rückläufig – viele Kirchen haben nur noch eine Handvoll Besucher pro Sonntag –, doch die anglikanische Kirche bleibt kulturell und sozial relevant. Sie pflegt die walisische Tradition (z. B. durch Gesangbücher wie Llyfr Emynau’r Eglwys yng Nghymru) und ist oft der Ort, an dem Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen stattfinden, selbst bei nominell nicht sehr religiösen Familien. Die Diözese Bangor setzt auf ländliche Mission, digitale Gottesdienste (seit der Pandemie verstärkt) und Partnerschaften mit anderen Konfessionen.

Judentum

Das Judentum auf Anglesey ist eine sehr kleine und dezentrale Gemeinschaft, die in der Geschichte und Gegenwart der Insel nur eine marginale Rolle spielt. Die Insel hat keine eigene Synagoge, keinen Rabbi und keine organisierte jüdische Gemeinde. Es gibt keine jüdischen Friedhöfe, koscheren Läden oder regelmäßigen Gottesdienste vor Ort. Die jüdische Präsenz ist daher extrem gering und besteht hauptsächlich aus einzelnen Familien oder Personen, die privat ihren Glauben leben.

Historisch gibt es kaum Spuren einer jüdischen Gemeinde auf Anglesey. Wales insgesamt hatte nie eine große jüdische Bevölkerung wie London, Manchester oder Cardiff. Im Mittelalter waren Juden in Wales fast nicht präsent, und nach der Vertreibung aus England 1290 blieb die Region jahrhundertelang judenfrei. Erst im 19. Jahrhundert kamen mit der Industrialisierung und Immigration aus Osteuropa vereinzelt jüdische Familien nach Nordwales, vor allem in die Hafenstädte wie Holyhead oder Bangor. Auf Anglesey selbst sind jedoch keine nennenswerten jüdischen Siedlungen oder Gemeinden dokumentiert. Es gab keine jüdischen Geschäfte, Rabbiner oder Friedhöfe, und die Insel blieb weitgehend ohne jüdische Infrastruktur.

In der Moderne ist die jüdische Bevölkerung auf Anglesey verschwindend gering. Laut der Volkszählung 2021 identifizierten sich nur 30 Personen auf der gesamten Insel als jüdisch (0,04 % der Bevölkerung), was statistisch fast vernachlässigbar ist. Die meisten jüdischen Familien in Nordwales leben in Bangor, Colwyn Bay oder Llandudno, wo es kleine informelle Gruppen und gelegentliche Treffen gibt. Für religiöse Bedürfnisse wie Schabbat-Gottesdienste, Feiertage oder koschere Lebensmittel pendeln jüdische Bewohner von Anglesey meist nach Bangor oder weiter nach Liverpool, Manchester oder Cardiff, wo es etablierte Synagogen und Gemeinden gibt.

Es gibt keine aktiven jüdischen Organisationen, Chabad-Häuser oder kulturelle Einrichtungen auf Anglesey. Die Insel hat auch keine historischen jüdischen Stätten wie alte Grabsteine oder Gedenktafeln. In den letzten Jahrzehnten sind vereinzelt jüdische Familien zugezogen, oft durch Arbeit (in der Kernenergie bei Wylfa oder im Tourismus) oder als Ruheständler, doch sie bilden keine Gemeinde. Antisemitismus ist auf Anglesey extrem selten und wird in der walisischen Gesellschaft als Ganzes stark abgelehnt, doch es gibt keine spezifischen jüdischen Initiativen zur Bekämpfung von Vorurteilen.

Die walisische Regierung und der County Council fördern Inklusion und Vielfalt, aber das Judentum ist auf Anglesey kein sichtbarer Teil des kulturellen Lebens. Es gibt keine koscheren Restaurants, jüdischen Feiertagsveranstaltungen oder Bildungsangebote zur jüdischen Geschichte. Wer jüdisch lebt, tut dies privat und nutzt die Infrastruktur des Festlands.

Esoterische Bewegungen

Anglesey hat aufgrund seiner prähistorischen Megalithanlagen (speziell Barclodiad y Gawres, Bryn Celli Ddu und Lligwy Burial Chamber) und der historischen Rolle als Druiden-Zentrum in der Antike (Tacitus erwähnt Mona als letzten Zufluchtsort der Druiden) eine starke Anziehungskraft für moderne Neopaganen, Druiden, Wicca-Anhänger und New-Age-Spiritualisten. Viele dieser Menschen kommen als Besucher oder ziehen sich vorübergehend zurück, um an Kraftorten zu meditieren, Rituale abzuhalten oder Energiearbeit zu betreiben. Besonders die Sommersonnenwende (Alban Hefin) und die Wintersonnenwende (Alban Arthan) ziehen kleine Gruppen an, die an diesen Orten feiern – meist ohne große Öffentlichkeit und in Absprache mit Cadw (der walisischen Denkmalpflege), die solche Treffen toleriert, solange sie respektvoll und nicht kommerziell sind.

Es gibt keine offizielle Druidengemeinschaft oder OBOD (Order of Bards, Ovates & Druids)-Lodge mit festem Sitz auf Anglesey, aber einzelne Mitglieder leben hier oder nutzen die Insel für Retreats. Ähnlich verhält es sich mit Wicca und Hexenkunst: Es existieren lose Zirkel oder Solitär-Praktizierende, die sich in privaten Häusern treffen, doch keine öffentlichen Coven oder Pagan Moots. Der Tourismus verstärkt das Interesse: Viele New-Age-Reisende besuchen die Megalithgräber als „Power Spots“ und kaufen in kleinen Läden in Beaumaris oder Menai Bridge Kristalle, Räucherwerk, Tarotkarten oder Pendel.

In Holyhead und Llangefni gibt es vereinzelt kleine Esoterikläden oder alternative Heilpraktiker, die Reiki, Kristallheilung, Aromatherapie oder Engelkarten anbieten. Manche Yoga- und Meditationsgruppen (oft in Gemeindehallen oder online) haben einen spirituellen Touch, ohne explizit esoterisch zu sein. Der Einfluss der Theosophie, Anthroposophie oder moderner Channeling-Bewegungen ist minimal; es gibt keine festen Zentren oder bekannten Lehrer.

Die walisische Kultur selbst hat esoterische Elemente: Die walisische Mythologie (Mabinogion), die Bardentradition, die Eisteddfod-Kultur und die Verehrung alter Kraftorte (wie heilige Quellen oder Menhire) werden von manchen als esoterisch interpretiert. Gruppen wie die Welsh Mysteries oder lokale Bardenschulen pflegen diese Traditionen, ohne sie explizit als „esoterisch“ zu labeln.

Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der größeren Ortschaften entwickelten sich wie folgt:

Ortschaft Z 2001 Z 2011 Z 2021
Amlwch 2.091 3.211 3.147
Beaumaris 1.513 1.370 1.121
Benllech 2.306 2.236 2.072
Bodedern 1.074 1.051 1.193
Bryn Du 685 750 711
Brynsiencyn 612 697 655
Brynteg 481 509 506
Cemaes 1.241 1.187 1.024
Dwyran 634 603 700
Gaerwen 1.259 1.160 1.279
Holyhead (auf Holy Island) 10.940 11.088 11.760
Llanddaniel Fab 699 776 840
Llanddona 639 691 641
Llandegfan 979 1.025 1.000
Llanerchymedd 1.018 1.133 1.155
Llanfair Pwllgwyngyll 3.040 3.107 2.907
Llanfechell 612 589 614
Llangefni 4.404 4.864 5.261
Llangoed 593 557 572
Menai Bridge 3.146 3.376 3.046
Moelfre 772 710 607
Newborough (Niwbwrch) 833 892 839
Pentraeth 520 557 525
Penysarn 596 595 596
Rhosneigr 994 1.008 787
Rhostrehwfa 575 574 549
Trearddur 1.155 1.019 932
Valley 2.086 2.058 2.005

Beaumaris (walisisch: Biwmares) ist eine der malerischsten und historisch reichsten Städte auf Anglesey. Die kleine Küstenstadt am östlichen Ende der Menai Strait bietet einen Blick auf Snowdonia und die Menai Suspension Bridge. Beaumaris ist vor allem bekannt für das beeindruckende Beaumaris Castle, eine unvollendete Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. König Eduard I. ließ sie ab 1284 als letzte und ambitionierteste seiner „Iron Ring“-Burgen errichten, um Wales zu kontrollieren. Entworfen vom genialen Architekten James of St George, sollte sie eine perfekte konzentrische Festung mit doppelten Mauern, einem Wassergraben mit eigenem Dock und symmetrischen Türmen werden. Aufgrund finanzieller Engpässe und Eduards Ablenkung durch Schottland blieb der Bau unvollendet – die inneren Gebäude wurden nie fertiggestellt, was ihr den Beinamen „greatest castle never built“ einbrachte. Dennoch gilt sie als eines der schönsten mittelalterlichen Bauwerke in Wales und ist seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes „Castles and Town Walls of King Edward in Gwynedd“. Die Burg ist heute ein Highlight für Besucher, mit geführten Touren, Ausstellungen und Events.

Neben der Burg bietet Beaumaris eine hübsche Altstadt mit einer Mischung aus mittelalterlicher, georgianischer, viktorianischer und edwardianischer Architektur – oft pastellfarbene Häuserzeilen, enge Gassen und charmante Cottages. Sehenswert sind die historische St. Mary and St. Nicholas Church (mit walisischen Inschriften und Grabdenkmälern), das alte Courthouse (Gerichtsgebäude aus dem 17. Jahrhundert, heute Museum mit originalem Gerichtssaal und Zellen) und das ehemalige Beaumaris Gaol (Gefängnis von 1829, ein viktorianisches Modellgefängnis mit Ausstellungen zur Strafjustiz). Die malerische Uferpromenade und der 1826 erbaute Beaumaris Pier (einer der ältesten erhaltenen Piers in Wales) laden zu Spaziergängen ein; von hier starten Bootsfahrten zu den nahegelegenen Puffin Island (Seabird-Kolonien mit Seevögeln, Robben und manchmal Delfinen) oder entlang der Küste. Die Stadt ist tief in der walisischen Kultur verwurzelt – viele Bewohner sprechen Walisisch als Erstsprache, und es gibt regelmäßige Veranstaltungen wie das Beaumaris Food Festival, Konzerte und kulturelle Events. Beaumaris gilt als eines der charmantesten Küstenstädtchen Europas und zieht Ruhe suchende Besucher, Familien und Geschichtsinteressierte an.

Llangefni ist die Verwaltungs- und Wirtschaftszentrale von Anglesey und liegt fast genau in der geografischen Mitte der Insel am Fluss Cefni. Es ist die zweitgrößte Siedlung nach Holyhead und fungiert als Hauptort für Handel, Dienstleistungen und Verwaltung. Hier sitzt der Isle of Anglesey County Council mit seinen Council Offices, die Shire Hall (von 1899, heute teilweise Registeramt) und andere Behörden. Llangefni entwickelte sich aus einem kleinen Marktort zu einem lebendigen Zentrum, das Tradition und Moderne verbindet. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Oriel Môn (Ynys Môn Art Gallery and Museum), ein preisgekröntes, zweckgebautes Museum und Kunstmuseum. Es präsentiert die Geschichte Angleseys über Tausende Jahre hinweg – von prähistorischen Funden über Megalithgräber bis zur Industrie – mit interaktiven Ausstellungen, Artefakten, Rekonstruktionen und Werken walisischer Künstler wie Charles Tunnicliffe (bekannt für seine Vogel- und Naturillustrationen). Das Museum wechselt regelmäßig temporäre Ausstellungen und organisiert Workshops, Familienveranstaltungen und Vorträge. Llangefni ist auch ein Bildungszentrum mit mehreren walisischsprachigen Schulen (Ysgolion Cymraeg) und weiterführenden Einrichtungen. Die Stadt bietet eine lebendige Gemeinde mit wöchentlichem Markt, Geschäften, Cafés, dem Nant y Pandy Nature Reserve (The Dingle, ein bewaldetes Tal mit Wanderwegen) und kulturellen Events. Als zentraler Knotenpunkt ist sie gut angebunden und dient als Einkaufs- und Dienstleistungs-Hub für die gesamte Insel.

Amlwch im Nordosten der Insel war einst ein boomendes Zentrum des Kupferbergbaus und beherbergte das nahegelegene Parys Mountain (Mynydd Parys), eine der größten Kupferlagerstätten Europas im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Ab 1768 entdeckt, wurde sie unter Thomas Williams zum weltgrößten Kupferproduzenten; Amlwch wuchs von einer kleinen Bucht zu einem Hafen, der Kupfer exportierte und sogar eigene Münzen prägte. Der Bergbau dominierte die Wirtschaft und Identität für Jahrhunderte, bis die Vorkommen erschöpft waren und der Abbau Ende des 19. Jahrhunderts endete. Die surreale, farbenfrohe Landschaft von Parys Mountain mit giftigen Abwässern, Abraumhalden und dramatischen Kratern ist heute ein geologisches und industrielles Erbe. Heute ist Amlwch eine lebendige Stadt mit maritimer Atmosphäre, die vom Hafen und den Küstenwegen profitiert. Das Copper Kingdom Centre (ehemals Amlwch Copper Kingdom) im Hafen erzählt die Geschichte des Bergbaus mit Ausstellungen, Modellen und interaktiven Elementen – obwohl es zeitweise geschlossen war, bleibt es ein Schlüsselattraktion. Weitere Highlights sind der Hafen mit Bootstouren, der Porth Wen Brickworks (verlassene viktorianische Ziegelwerke an der Küste), Wanderwege um Parys Mountain und der nahegelegene Point Lynas Lighthouse.

Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch, verkürzt Llanfair Pwllgwyngyll, im Südosten der Insel ist der Ort mit dem längsten Namen Europas. Die Inselbewohner nennen das Dorf meist nur Llanfairpwll und sagen den Namen nur Gästen zur Freude vollständig auf – eine Gelegenheit, die keltischen Zisch- und Sprühlaute kennenzulernen und zu üben, die die Ortsnamen für Nicht-Waliser fast unaussprechlich machen. Der Name bedeutet im Walisischen in etwa „Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe des schnellen Wirbels und der Tysiliokirche bei der roten Höhle“. Der ursprüngliche Name war schlicht Llanfair Pwllgwyngyll. Mitte des 19. Jahrhunderts erfand ein lokaler Schuhmacher den langen Namen als Werbeidee, um den Ort für den Handel und den Eisenbahnverkehr attraktiver zu machen. Die Eisenbahngesellschaft errichtete daraufhin an der Hauptlinie London-Manchester-Holyhead einen Bahnhof in Llanfair Pwllgwyngyll, was den Ort als Touristenziel bekannt machte. Heute ist der Ort wegen seines langen Namens und des historischen viktorianischen Bahnhofs ein beliebtes Reiseziel mit jährlich etwa 200.000 Besuchern. Der Ortsname steht im Guinness-Buch der Rekorde als längste Einwort-Domain der Welt. Llanfair Pwllgwyngyll verbindet historische walisische Tradition mit moderner Bekanntheit durch seinen einzigartigen Namen und ist symbolisch für die Vermischung von Kultur und Tourismus in Wales.

Die Ortschaft Menai Bridge heißt auf Walisisch Porthaethwy. Bekannt ist sie vor allem durch die Menai Suspension Bridge, eine 1826 von Thomas Telford fertiggestellte Hängebrücke, die das Festland mit der Insel verbindet und damit maßgeblich zum Wachstum des Ortes beigetragen hat. Die Menai Suspension Bridge, die auch Namensgeber des Ortes ist, war die erste bedeutende moderne Eisen-Hängebrücke der Welt. Sie überspannt die Menai-Straße mit einer Spannweite von 176 Metern auf einer Höhe von etwa 30 Metern, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Sie besteht aus schmiedeeisernen Ketten und wurde mehrfach verstärkt und modernisiert, um den wachsenden Verkehrsanforderungen gerecht zu werden.

In Menai Bridge selbst findet man interessante kleine Geschäfte, darunter Antiquitäten und Buchläden, sowie eine gute Auswahl an Pubs und Restaurants, die auch lokale Meeresfrüchte anbieten. Die belgische Promenade, errichtet von belgischen Flüchtlingen im Ersten Weltkrieg, und die nahegelegene Church Island mit der historischen St. Tysilio Kirche sind beliebte Ausflugsziele. Der Ort dient auch als Kulisse für die walisische Fernsehserie "Rownd a Rownd". Zusätzlich gibt es in Menai Bridge die renommierte School of Ocean Sciences, die Teil der Universität Bangor ist. Der Anglesey Coastal Path, ein Teil des Wales Coast Path, führt durch den Ort. Menai Bridge verbindet historische Bedeutung, touristische Attraktionen und eine lebendige Gemeinde in malerischer Lage an der Menai-Straße. Ein moderner Steinkreis, der Menai Bridge Gorsedd Circle, erinnert an die Bauzeit der Brücke und wurde 1965 zum Anglesey Eisteddfod, einem traditionellen Literatur- und Musikfestival, angelegt.

Verkehr

Der Verkehr auf Anglesey ist insgesamt eher gering, da die Insel ländlich geprägt ist und nur wenige größere Straßen hat. Hauptverkehrsachse ist die A55, die die Insel über zwei Brücken mit dem walisischen Festland verbindet.

Straßenverkehr

Das Straßennetz auf Anglesey umfasst insgesamt etwa 1.144 km befestigte Straßen (Stand aktueller walisischer Statistiken, wobei der genaue Wert je nach Quelle und Jahr leicht variiert, inklusive A-, B- und C-Straßen sowie unklassifizierter Wege). Dazu kommen rund 1.081 km öffentliche Rechte des Weges (public rights of way), darunter etwa 1.069 km Fußwege (footpaths) und nur etwa 12 km für Reiter, Radfahrer und teilweise motorisierten Verkehr geeignete Wege (bridleways, restricted byways und byways open to all traffic). Diese Zahlen machen Anglesey zu einer der Regionen mit einem dichten Netz an Wander- und Feldwegen, das vor allem für Freizeit und Tourismus genutzt wird – ergänzt durch den 200–225 km langen Anglesey Coastal Path, einen der längsten Küstenwanderwege in Großbritannien.

Holy Island (walisisch Ynys Gybi), früher Holyhead Island genannt, ist Anglesey nordwestlich vorgelagert und mit der Hauptinsel über zwei Brücken verbunden. Die wichtigste ist die Four Mile Bridge (Pontrhydybont), eine historische Steinbrücke über die Cymyran Strait, die seit Jahrhunderten die Verbindung herstellt und heute Teil des lokalen Straßennetzes ist. Daneben führt die moderne A55 über eine weitere Brücke (Teil der Britannia Bridge-Verbindung), die Holy Island nahtlos an das Hauptstraßennetz anbindet.

Die entscheidende Brückenverbindung zum walisischen Festland besteht seit dem 30. Januar 1826 durch die Menai Suspension Bridge (Pont y Borth). Diese ikonische Hängebrücke überspannt die Menai Strait und verbindet Anglesey mit dem Festland bei Bangor. Entworfen und gebaut vom schottischen Ingenieur Thomas Telford, war sie mit einer Hauptspannweite von 176 Metern (insgesamt 580 Meter Länge) zur Bauzeit eine der längsten und technisch fortschrittlichsten Hängebrücken der Welt – eine der ersten modernen ihrer Art. Vor ihrem Bau gab es nur wetterabhängige und oft gefährliche Fährverbindungen über die Meerenge, die den Transport von Gütern, Post und Passagieren behinderten. Die Brücke verkürzte die Reisezeit dramatisch, insbesondere auf der Fernroute von London nach Holyhead (und weiter per Fähre nach Dublin), und machte Anglesey erstmals zuverlässig erreichbar. Sie trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Insel bei, indem sie Handel, Post und Tourismus erleichterte.

Heute ist die Menai Suspension Bridge Teil der A5 (Telford's Holyhead Road) und trägt hauptsächlich lokalen und touristischen Verkehr. Sie wurde mehrfach modernisiert: Nach Sturmschäden 1839 wurde das hölzerne Deck 1840 verstärkt und 1893 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Aktuell (Stand März 2026) laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten der Phase 2 (Permanent Works), die seit 2025/2026 andauern und voraussichtlich bis Frühjahr 2027 abgeschlossen sein sollen. Diese betreffen vor allem kritische Querträger (crossbeams), mit zeitweiligen Verkehrsbeschränkungen wie Tidal-Flow-Systemen (abwechselnde Fahrtrichtungen) und Gewichtsbeschränkungen (z. B. unter 7,5 Tonnen oder 40 Tonnen temporär). Die Brücke bleibt für Pkw und leichte Fahrzeuge nutzbar, aber Lkw und Busse werden oft über die parallele Britannia Bridge umgeleitet.

Die Britannia Bridge (Pont Britannia), eröffnet 1850 von Robert Stephenson, trägt heute die A55 (North Wales Expressway) und die Eisenbahn. Diese doppelte Brücke (ursprünglich röhrenförmig für Züge, später umgebaut) ist die Hauptverkehrsachse für den Fernverkehr nach Holyhead. Die A55 selbst ist seit 2001 durchgehend als dual carriageway (zweispurige Schnellstraße) über Anglesey ausgebaut – von der Britannia Bridge bis Holyhead etwa 32 km lang –, und bildet zusammen mit der A5 das Rückgrat des Straßennetzes.

Der Busverkehr auf Anglesey ist ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs und dient vor allem der lokalen Mobilität, dem Pendeln zwischen Dörfern und Städten sowie dem Tourismus entlang der Küste. Das Netz ist dezentral und ländlich geprägt, mit stündlichen bis zweistündlichen Verbindungen auf den Hauptstrecken und selteneren Fahrten in den Randgebieten. Die Fahrpläne können sich durch Wetterbedingungen, Baustellen oder saisonale Anpassungen ändern, weshalb aktuelle Informationen über Traveline Cymru oder die Website des County Council empfehlenswert sind.

Der Busverkehr wird von mehreren Unternehmen betrieben, darunter Arriva Wales als Hauptbetreiber in Nordwales, Eifion's Coaches als lokaler Anbieter für viele Inselrouten sowie kleinere Firmen wie O.R. Jones. Die walisische Regierung und Transport for Wales fördern das Netz durch Programme wie TrawsCymru für Fernverbindungen und lokale Initiativen.

Die wichtigste Linie ist die 62, eine Ringlinie, die die gesamte Küste umrundet und Orte wie Holyhead, Valley, Rhosneigr, Aberffraw, Newborough, Llanfairpwll, Menai Bridge, Beaumaris, Benllech, Moelfre, Amlwch und Cemaes verbindet. Sie fährt in der Regel stündlich und eignet sich hervorragend für Touristen, die die Küste erkunden möchten. Weitere zentrale Linien sind die 42 von Bangor über Menai Bridge, Llanfairpwll und Newborough nach Llangefni, die 4 und 4X von Holyhead über Valley und Bryngwran nach Llangefni sowie lokale Dienste wie die 50 und 58 rund um Beaumaris und Penmon. In ländlichen Gebieten ergänzen Demand-Response-Busse und Minibusse das Angebot. Die A55 als North Wales Expressway und die A5 über die Menai Suspension Bridge dienen als Hauptachsen für den Fernverkehr. Viele Busse kreuzen diese Brücken und verbinden Anglesey nahtlos mit Bangor, Caernarfon und dem Rest Nordwales.

Die Tickets sind günstig und flexibel. Das 1bws-Ticket erlaubt unbegrenzte Fahrten einen Tag lang in Nordwales für etwa sieben bis acht Pfund. TrawsCymru-Day-Tickets gelten für ausgewählte Linien, und für Jugendliche zwischen fünf und einundzwanzig Jahren gibt es stark reduzierte oder kostenlose Optionen über mytravelpass. Einzeltickets kosten je nach Strecke zwei bis fünf Pfund.

Bahnverkehr

Der Bahnverkehr auf Anglesey ist heute auf die North Wales Coast Line beschränkt, die die Insel mit dem walisischen Festland und dem Rest Großbritanniens verbindet. Das aktive Bahnnetz der Inselgrafschaft umfasst insgesamt etwa 69 Kilometer Strecke, wobei die Hauptlinie von der Britannia Bridge bei Menai Bridge über Llanfairpwll, Valley bis Holyhead führt. Davon werden rund 41 Kilometer elektrisch betrieben und 28 Kilometer mit Dieselzügen, da die Elektrifizierung auf der Strecke nach Holyhead noch nicht vollständig ist – die Züge wechseln in Crewe oder Llandudno Junction oft die Traktion, und die Versorgung mit Oberleitung endet derzeit vor Anglesey. Von 1908 bis 1910 waren die Bahnlinien der Insel noch insgesamt 84 Kilometer lang, einschließlich der inzwischen stillgelegten Zweigstrecken wie der Anglesey Central Railway von Gaerwen nach Amlwch. Von den 19 ursprünglich vorhandenen Haltestellen sind heute noch 13 vorhanden, aber nur 6 in Betrieb: Holyhead, Valley, Rhosneigr, Ty Croes, Bodorgan und Llanfairpwll (mit seinem berühmten langen walisischen Namen Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch).

Die Hauptstrecke ist die Chester and Holyhead Railway, die 1848 bis 1850 eröffnet wurde und Holyhead als Endpunkt und Fährhafen nach Irland etablierte. Sie wird von Transport for Wales (TfW) betrieben, ergänzt durch Avanti West Coast für Fernverbindungen aus London Euston. Die Züge fahren regelmäßig, etwa stündlich oder alle zwei Stunden, mit direkten Verbindungen nach Chester, Crewe, Manchester, Birmingham und London. Holyhead ist der westliche Endbahnhof, etwa 170 Kilometer von Crewe entfernt, und dient als Knotenpunkt für Fähren nach Dublin. Die Britannia Bridge, ursprünglich 1850 als röhrenförmige Eisenbahnbrücke eröffnet und später umgebaut, trägt heute sowohl die Bahn als auch die A55-Schnellstraße und ist die einzige Schienenverbindung zum Festland.

Die ehemalige Anglesey Central Railway, eine 28 Kilometer lange Zweigstrecke von Gaerwen nach Amlwch, wurde 1864 bis 1867 eröffnet und verband das Kupferbergbaugebiet um Parys Mountain mit dem Hauptnetz. Sie wurde 1964 für den Personenverkehr stillgelegt (Beeching Axe) und bis 1993 für Fracht genutzt, danach außer Betrieb genommen. Die Gleise sind größtenteils noch vorhanden, und es gibt seit Jahren Bestrebungen einer Heritage-Railway-Gruppe (Anglesey Central Railway Ltd.), die Strecke als Museumsbahn wiederzubeleben – bisher jedoch ohne regelmäßigen Betrieb, nur gelegentliche Testfahrten oder Freiwilligenarbeit zur Gleispflege. Derzeit dient der Korridor teilweise als Wander- und Radweg-Projekt (Lôn Las Môn), mit Plänen für eine kombinierte Nutzung als Fuß- und Radweg sowie potenzieller Wiedereröffnung für leichte Schienenverbindungen.


Central Anglesey Railway:

  • Kürzel:  CAR
  • Betriebszeit:  seit 1864
  • Strecke:  Gaerwen - Amlwch
  • Länge:  28 km
  • Betriebsart:  dampf
  • Zahl der Haltestellen:  7


Holyhead Railway:

  • Kürzel:  HR
  • Betriebszeit:  seit 1850
  • Strecke:  Bangor - Holyhead
  • Länge:  41 km
  • Betriebsart:  elektrisch
  • Zahl der Haltestellen:  7


Pentraeth Railway:

  • Kürzel:  PR
  • Betriebszeit:  1908 - 1950
  • Strecke:  Holland Arms - Pentraeth - Benllech
  • Länge:  15 km
  • Betriebsart:  dampf
  • Zahl der Haltestellen:  (7)

Schiffsverkehr

Der Schiffsverkehr auf Anglesey konzentriert sich fast ausschließlich auf den Hafen von Holyheadm auf der vorgelagerten Holy Island, der als wichtigster Passagier- und Frachthafen von Wales und einer der zentralen Knotenpunkte im Irischen Meer gilt. Holyhead dient seit dem 19. Jahrhundert als Tor nach Irland und verbindet Wales mit Dublin. Der Hafen wird von Stena Line Ports Ltd. betrieben und ist für den Großteil des maritimen Verkehrs verantwortlich, einschließlich Fähren, Fracht und gelegentlicher Kreuzfahrtschiffe.

Der Passagierverkehr dominiert mit der Route Holyhead–Dublin, die ganzjährig betrieben wird und eine der belebtesten Fährverbindungen im Irischen Meer darstellt. Zwei große Reedereien teilen sich den Betrieb: Stena Line und Irish Ferries. Stena Line setzt moderne Superferries wie die Stena Adventurer und Stena Estrid ein, die die Überfahrt in etwa 3 Stunden 15 Minuten schaffen und bis zu acht Abfahrten pro Tag anbieten. Irish Ferries betreibt konventionelle Fähren sowie den schnellen Katamaran Dublin Swift, der die Strecke in nur 2 Stunden 15 Minuten zurücklegt, und Schiffe wie Ulysses oder James Joyce für längere, komfortablere Überfahrten von etwa 3 Stunden 25 Minuten. Insgesamt gibt es bis zu acht tägliche Überfahrten in jede Richtung, mit mehr Frequenzen in der Hochsaison. Die Route transportiert Millionen Passagiere, Autos und Fracht jährlich und ist essenziell für den Tourismus, den Warenaustausch und den Pendelverkehr zwischen Großbritannien und Irland.

Neben dem Passagierverkehr spielt Fracht eine große Rolle. Holyhead ist ein wichtiger Ro-Ro-Hafen (Roll-on/Roll-off) für Lkw und Container, mit dedizierten Terminals für Frachtschiffe. Der Hafen hat in den letzten Jahren Investitionen in Infrastruktur erhalten, um den wachsenden Verkehr zu bewältigen, und profitiert von seiner strategischen Lage am Ende der A55 und der Bahnlinie. Gelegentlich legen Kreuzfahrtschiffe an, wobei Holyhead in den letzten Jahren einen Boom erlebt hat – 2025 war es der größte Kreuzfahrt-Hafen in Wales mit über der Hälfte aller walisischen Anläufe. Für 2026 wird ein weiterer Zuwachs erwartet, unter anderem durch einen Betreiber mit geplanten 40 Prozent mehr Anläufen.

Kleinere Häfen und Anlegestellen auf Anglesey dienen hauptsächlich lokalen Zwecken. Beaumaris Pier ist ein historischer Anleger für Ausflugsboote zu Puffin Island und Seevogelkolonien, während Amlwch Harbour und Rhoscolyn kleine Fischerei- und Freizeithäfen sind. Bootsfahrten von Beaumaris oder Holyhead starten regelmäßig zu Robben- und Vogelbeobachtungen oder Küstentouren. Der kommerzielle Schiffsverkehr abseits von Holyhead ist minimal, mit gelegentlichen Versorgungsschiffen für Offshore-Windparks oder kleinen Frachtbooten.


Holyhead:

  • Lage:  53°19‘ N, 4°37‘ W
  • maximaler Tidenhub:  5,69 m
  • Hafenerrichtung: 
  • Funktionen: Fähr-, Fischer-, Handels-, Jachthafen
  • Hafenfläche: ca. 20 ha
  • Zahl der Piers:  4
  • Kai- und Pierlänge:  1450 m
  • Anlegestellen: ca. 300
  • maximaler Tiefgang:  ca. 2,3 m
  • Leuchtfeuer: 2


Leuchttürme:

  • Amlwch Port Light (1816 bis 1853) 53°25‘ N, 4°20‘ W
  • Moelfre Point Lighthouse 53°22‘ N, 4°13‘ W
  • Point Lynas Lighthouse 53°25‘ N, 4°17‘ W
  • Skerries Lighthouse 53°25‘ N, 4°37‘ W
  • South Stack Lighthouse 53°18‘ N, 4°42‘ W
  • Trwyn-du Lighthouse 53°19‘ N, 4°02‘ W


Leuchtfeuer:

  • Holyhead - East Pier  53°19‘ N, 4°37‘ W
  • Holyhead - New Harbour  53°19‘ N, 4°38‘ W
  • Llandwyn Island 53°08‘ N, 4°25‘ W
  • Perch Rock 53°19‘ N, 4°02‘ W
  • West Mouse 53°25‘ N, 4°33‘ W

Flugverkehr

Der Anglesey Airport ist ein Verkehrsflughafen bei Llanfair yn Neubwll. Der zivile Bereich des hauptsächlich militärisch genutzten Flugplatzes ist von den britischen Streitkräften geleast. Die Royal Air Force nutzt die Einrichtung parallel als Royal Air Force Station Valley, kurz RAF Valley. Prince William war hier zwischen Januar 2010 und September 2013 als Pilot von SAR-Hubschraubern stationiert.

Die Station wurde am 13. Februar 1941 zunächst als Royal Air Force Rhosneigr eröffnet, erhielt ihren heutigen Namen RAF Valley jedoch bereits am 5. April des gleichen Jahres. Sie unterstand der 9. Gruppe des Fighter Command und die mit Hurricanes ausgerüstete 312. (Czech) Squadron war zwischen März und Mai 1941 der erste Nutzer. Nach deren Verlegung wurde der Platz weiterhin von Hurricane-Staffeln genutzt, hinzu kamen Beaufighters, die 1943 durch Mosquitos ersetzt wurden und unter anderem von der 456. (Australian) Squadron geflogen wurde.

Im Jahr 1941 wurden die ursprünglichen drei Start- und Landebahnen ausgebaut. Im Oktober des gleichen Jahres wurde mit der 275. Squadron hier auch erstmals eine Luft- und Seerettungsstaffel aufgestellt, die als Erstausrüstung Walrus and Lysander IIIA Flugzeuge betrieb. Mit der 350 (Belgian) Squadron, ausgerüstet mit Spitfire, lag hier im Winter 1941/1942 eine weitere "nicht-britische" Staffel, die heute als F-16 Staffel in Florennes liegt.

Mit der Wende in der Schlacht im Atlantik im Frühjahr 1943 verringerte sich die Bedeutung von RAF Valley, wie allgemein aller Flugplätze an der Westküste Großbritanniens. Die United States Army Air Forces nutzten die Basis in den letzten beiden Kriegsjahren als Zwischenstation von Luftfahrzeugen, die aus den USA auf den europäischen Kriegsschauplatz überführt wurden und nach dem VE-Day in den Pazifik.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Valley für einige Jahre lediglich als Ausweichplatz für Flugzeuge anderer Flugplätze genutzt. Die Einrichtung sollte jedoch weiterverwendet werden und die ruhige Zeit wurde für den Ausbau der Unterkünfte genutzt. Mittlerweile der 12. Gruppe unterstellt, verlegte im Jahre 1949 mit der 20. Squadron wieder eine fliegende Staffel nach Valley, zu deren Ausrüstung auch Vampires gehörten, womit der Jet-Flugbetrieb begann.

Im Jahre 1951 kam die Station zur 25. Gruppe innerhalb des Training Command und die Ära als Schulungszentrum begann. RAF Valley wurde bis 1960 Basis der 202. Advanced Flying School (ab 1954 7. Flying Training School), die mit diversen jetgetriebenen Flugzeugen zur Schulung von Jetpiloten der Royal Navy ausgerüstet war. 1960 wurde der Flugplatz Heimat der noch heute hier stationierten 4. Flying Training School (FTS). In den nächsten 15 Jahren war die Gnat T1 der vorwiegend genutzte Trainer, der Mitte der 1970er Jahre durch die noch heute genutzte Hawk T1 ersetzt wurde. Die Auflösung der in RAF Chivenor beheimateten 7. Flying Training School führte 1994 zu einer Umbenennung der unterstellten Hawk-Staffeln. Zur 4. FTS gehörten für die folgenden sieben Jahre die 19., 74. und 208. Squadron, bevor die 74. Squadron im Rahmen einer Truppenreduzierung im Jahr 2000 aufgelöst wurde. Die verbliebenen Hawk T1 wurden ab 2011 bei der 19. Squadron durch Hawk T2 abgelöst, die noch im selben Jahr in 4. Squadron umbenannt wurde.

Parallel beherbergte Valley über mehrere Jahrzehnte verschiedene Rettungsflugstaffeln, die mit verschiedenen Hubschraubertypen ausgerüstet waren; auch entsprechende Schulelemente der Rettungsflieger nutzten die Basis seit 1962. Die geflogenen Hubschrauber waren die Whirlwind HAR10, Wessex HAR2 und die Sea King HAR3. Zuletzt war Valley Hauptquartier der SAR-Force der RAF und Heimat der Stäbe der beiden Einsatzstaffeln, der 22. und 202. Squadron. Hinzu kam ein Schwarm der ersteren, die C-Flight und die Sea King-Umschuleinheit 203. Squadron. In Folge der Privatisierung der britischen Luftrettung wurde der letzte Einsatz der 'C' Flight der 22. Squadron Anfang Juli 2015 geflogen und die gesamte SAR-Streitmacht am 18. Februar 2016 im Beisein von Prinz William außer Dienst gestellt.

Anfang 2006 forcierte die National Assembly for Wales Pläne für eine subventionierte Flugverbindung in die walisische Hauptstadt Cardiff, wozu für 1.5 Millionen Pfund ein ziviles Terminal entstand. Zweck war die bessere Anbindung des nordwestlichen Wales und die Verbesserung der wirtschaftlichen Standortbedingungen. Zwei tägliche Verbindungen wurden 2007 von Highland Airways mit Jetstream 31 aufgenommen. Seit 2010 fliegt Manx2 die Route mit Dornier 228. Daneben gibt es gelegentliche Flüge auf die Isle of Man.


Anglesey Airport:

  • walisischer Name:  Maes Awyr Môn
  • Code:  HLY / EGOV
  • Lage:  53°14‘53“ N, 4°32‘07“ W
  • Seehöhe: 11 m (36 ft)
  • Entfernung: bei Llanfair yn Neubwll, 8 km südöstlich von Holyhead
  • Inbetriebnahme:  13. Februare 1941
  • Betreiber: Royal Air Force
  • Rollbahnen: 2
  • Länge der Rollbahnen:  2290 m und 1640 m (beide Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  0
  • Flugzeug-Standplätze:  ca. 20
  • jährliche Passagierkapazität: 
  • jährliche Frachtkapazität: 

RAF Mona, auch als Relief Landing Ground bekannt, liegt nahe Bodffordd im Zentrum der Insel und dient seit Jahrzehnten als Ausweich- und Übungsplatz für RAF Valley. Die Geschichte reicht bis 1915 zurück, als die Royal Naval Air Service (RNAS) Anglesey als Luftschiffbasis eröffnete, um U-Boot-Patrouillen über dem Irischen Meer zu fliegen. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie als Luftgunnery School mit Avro Ansons genutzt, und nach 1942 entstanden Betonbahnen und Hangars. Nach dem Krieg lag sie in Care and Maintenance, bis sie 1951 als Relief Landing Ground für RAF Valley wiedereröffnet wurde, zunächst für De Havilland Vampire. Heute ist Mona primär ein Übungsplatz für die Hawk T2 von 4 FTS, wo Piloten Kreisbahnen (circuits), Touch-and-Go und Notlandemanöver üben. Die Mona Flying Club nutzt den Platz zivil an Abenden und Wochenenden für Leichtflugzeuge. Mona bleibt ein aktiver Militärflugplatz mit permanenter FRZ und wird regelmäßig für Training der Red Arrows oder andere Übungen genutzt, wie im Februar 2026 für Synchro-Pair-Sorties.


RAF Mona:

  • Code:  - / EGOQ
  • Lage: 53°15‘31“ N, 4°22‘25“ W
  • Seehöhe: 62 m (203)
  • Entfernung: nahe Bodffordd
  • Inbetriebnahme:  26. September 1915
  • Betreiber: Royal Air Force
  • Rollbahnen: 2
  • Länge der Rollbahnen:  1579 m und 630 m (beide Asfalt)
  • Fluggesellschaften:  -
  • Flugzeugstandplätze:  -


RAF Valley, offiziell Royal Air Force Valley (walisisch Llu Awyr Brenhinol Y Fali), liegt nahe dem Dorf Valley im Westen der Insel und ist der Hauptstützpunkt für die schnelle Jet-Ausbildung in Großbritannien. Die Basis wurde Ende 1940 gebaut und am 1. Februar 1941 als Fighter Sector Station eröffnet, zunächst unter dem Namen RAF Rhosneigr. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie der Verteidigung von Merseyside, dem Nordwesten Englands und dem Irischen Meer gegen deutsche Luftangriffe und U-Boote. Nach dem Krieg wandelte sie sich zu einer reinen Trainingsbasis und ist seit den 1950er Jahren Heimat der No. 4 Flying Training School (4 FTS). Heute betreibt sie die BAE Systems Hawk T2 für die fortgeschrittene Jet-Ausbildung (Phase 3 und 4 des Fast Jet Trainings), den Textron T-6C Texan T1 für die grundlegende Propeller-Ausbildung und den Juno HT1-Helikopter für Maritime und Mountain Flying Training. Die Station ist auch Basis für die Red Arrows, die ihre Hawk T1 bis 2030 hier warten lassen, obwohl die Flugzeuge selbst in Waddington stationiert sind. RAF Valley ist ein aktiver Militärflugplatz mit ständigen Flugbeschränkungszonen (FRZ) rund um die Uhr, und es finden regelmäßig Übungen statt, wie Exercise Freedom Hawk oder Synchro-Pair-Training der Red Arrows, das oft RAF Mona als Ausweichplatz nutzt. Die Basis ist auch als Anglesey Airport für zivile Flüge zugelassen, vor allem für Charter und Rettungsdienste, obwohl der militärische Betrieb dominiert.

  • RAF Valley Airfield:
  • Code:  VLY / EGOV (1944 bis 1956 VY)
  • Lage: 53°14‘53“ N, 4°32‘07“ W
  • Seehöhe: 11 m (36 ft)
  • Entfernung: nahe Dyffryn / Valley
  • Inbetriebnahme:  1941
  • Betreiber: Royal Air Force
  • Rollbahnen: 2
  • Länge der Rollbahnen:  2290 m und 1639 m (beide Asfalt)
  • Fluggesellschaften: (1)
  • Flugzeugstandplätze:  8
  • jährliche Passagierkapazität:  ca. 20.000
  • jährliche Frachtkapazität:  ca. 200 t


Beide Stationen sind unter No. 22 Group (Training) und No. 2 Group organisiert und bilden einen der wichtigsten Ausbildungsverbünde für schnelle Jets in Europa. RAF Valley ist der Hauptstandort mit umfangreichen Einrichtungen, Simulatoren und Personal, während Mona als kostengünstiger Ergänzungsplatz dient, um den Verkehr am Hauptfeld zu entlasten. Die Präsenz der RAF schafft Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse, birgt aber auch Lärmbelastung für die Anwohner, besonders bei Nachtflügen oder Übungen. Beide Flugplätze sind militärisch geschützt, und ziviler Verkehr ist streng reguliert.

Wirtschaft

Die Wirtschaft auf Anglesey basiert vor allem auf Landwirtschaft, Tourismus und einigen Industrie- und Energieprojekten. Wichtige Arbeitgeber sind der Hafen und Industrieanlagen rund um Holyhead sowie frühere und geplante Energieprojekte wie das Kernkraftwerk Wylfa Nuclear Power Station.

Landwirtschaft

Die Insel ist Teil der Anglesey Freeport Initiative, die seit ihrer Konzeption und Genehmigung des Full Business Case im Jahr 2025 darauf abzielt, die Wirtschaft durch maritime Infrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte und Chancen im Bereich erneuerbare Energien anzukurbeln. Diese Initiative soll zu erheblichem Wachstum und Tausenden neuer Arbeitsplätze führen, mit Fokus auf integrative und ökologisch nachhaltige Entwicklung. Der Freihafen hat sich Finanzmittel gesichert und bietet Steuererleichterungen, um Unternehmen anzulocken, während faire Arbeits- und Umweltstandards gefördert werden. Obwohl der Schwerpunkt auf Energie, Fertigung, Tourismus und Gesundheit liegt, profitiert die Landwirtschaft indirekt durch verbesserte Infrastruktur und wirtschaftliche Impulse, die auch agrarische Betriebe stabilisieren können. Viele Einwohner suchen dennoch nach größeren Chancen in technologieorientierten Sektoren und nachhaltiger Energie, was zu einer Abwanderung junger Menschen aus der traditionellen Landwirtschaft führt.

Die Landwirtschaft auf Anglesey ist typisch für Nordwales: überwiegend Viehzucht (Rinder und Schafe), mit einem Schwerpunkt auf Milchproduktion, Lamm- und Rindfleisch sowie etwas Ackerbau auf fruchtbareren Böden. Die Insel profitiert von mildem Klima und guten Weiden, doch ein Großteil des Landes fällt in Less Favoured Areas (LFA), wo die Produktion durch hügeliges Gelände und begrenzte Erträge erschwert ist. Die walisische Landwirtschaft insgesamt nutzt über 80 Prozent der Landesfläche, und Anglesey trägt dazu bei, mit Schwerpunkt auf extensiver Weidehaltung und kleineren Familienbetrieben. Der County Council unterhält eine eigene Smallholdings Estate, die als Vermieter von Land und Gebäuden an lokale Farmer dient und die ländliche Wirtschaft sowie die walisische Sprache stärkt. Ein strategischer Plan für diese Estate betont langfristige Viabilität, Förderung von Farming-Chancen und Diversifikation in ländliche Wirtschaftszweige.

Ein bedeutendes Zehnjahres-Entwicklungsprogramm von 2014 bis 2024, das Sites and Premises Programme unter Leitung des Economic Development Teams des County Council, hat 44 moderne, energieeffiziente Geschäftseinheiten in Orten wie Llangefni und Holyhead geschaffen. Dieses Programm, finanziert durch erhebliche Mittel der walisischen Regierung und europäische Quellen, förderte das Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen, darunter solche mit Bezug zur Landwirtschaft wie landwirtschaftliche Dienstleister, Verarbeitung oder Zulieferer. Es schuf bis zu 248 Arbeitsplätze und stärkte die lokale Wirtschaft insgesamt, was indirekt die Landwirtschaft unterstützt, indem es Diversifikation und bessere Vermarktung ermöglicht.

Die Landwirtschaft steht vor Herausforderungen: Klimawandel, sinkende Subventionen nach dem Brexit, Konkurrenz durch Freihandelsabkommen und zunehmender Druck durch erneuerbare Energien wie Solarfarmen, gegen die der Council 2025 juristisch vorgeht, um landwirtschaftliche Flächen zu schützen. Dennoch gibt es positive Entwicklungen, wie Projekte für klimaresiliente Landwirtschaft (z. B. auf Castellior Farm) und Initiativen des Ynys Môn Food Partnership, das seit 2020 nachhaltige Lebensmittelpraktiken fördert und mit einem Fond lokale Projekte unterstützt. Der Anglesey Agricultural Show, ein jährliches Highlight im August, feiert die Landwirtschaft mit Viehschauen, lokalen Produkten und Eisteddfod-Elementen und unterstreicht die kulturelle Bedeutung.

Forstwirtschaft

Die Insel hat eine relativ niedrige Walddeckung im Vergleich zum walisischen Durchschnitt. Wales insgesamt weist etwa 15 Prozent Waldfläche auf, während Anglesey nur rund 0,37 Prozent natürlichen Waldes hat, was etwa 260 Hektar entspricht, ergänzt durch Plantagen und bewaldete Flächen. Die Gesamtwaldfläche der Insel liegt bei etwa 2.500 bis 3.000 Hektar, einschließlich privater Gärten, Hecken und bewaldeter Gebiete, wobei der Großteil aus Nadelholzplantagen und Mischwäldern besteht. Die Forstwirtschaft wird hauptsächlich von Natural Resources Wales (NRW) verwaltet, das den Welsh Government Woodland Estate betreut, und durch private Eigentümer sowie Community-Gruppen ergänzt.

Das prominenteste Forstgebiet ist Newborough Forest (Coedwig Niwbwrch), ein 952 Hektar großer Küstenwald zwischen Newborough Warren, Malltraeth Estuary und dem Dorf Newborough. Dieser Wald, der größte auf der Insel, wurde in den 1940er und 1950er Jahren als Küstenschutzpflanzung mit Corsican-Kiefern angelegt, um Dünen zu stabilisieren. Der aktuelle Forest Resource Plan, genehmigt am 17. Januar 2025, legt die Bewirtschaftung für die nächsten Jahrzehnte fest: Er zielt auf eine Balance zwischen Naturschutz (insbesondere Dünenhabitate und Shore Dock), Rotwild- und Eichhörnchen-Schutz, Erholung und nachhaltiger Holznutzung ab. Der Plan sieht eine schrittweise Reduzierung des geschlossenen Kronendachs um etwa 60 Hektar vor, um Dünen zu verbessern, mit einer Verringerung der Nadelbäume um 170 Hektar und einer Zunahme von breiten Laubwäldern und offenen Flächen. Dies dient der Anpassung an Klimawandel, Artenvielfalt und Küstenerosion. Der Wald ist ein beliebtes Erholungsgebiet mit Wanderwegen, Radwegen und dem Llyn Parc Mawr Community Woodland, einem 60-Acre-Abschnitt, der von einer lokalen Gruppe gemeinnützig bewirtschaftet wird.

Weitere kleinere Wälder und bewaldete Bereiche finden sich entlang der Küste, in Tälern wie dem Dingle (Nant y Pandy) bei Llangefni oder in privaten Plantagen. Die Forstwirtschaft auf Anglesey ist nachhaltig ausgerichtet und zertifiziert, mit Fokus auf UK Woodland Assurance Standard. Sie produziert hauptsächlich Weichholz für Bau- und Brennholz, wobei der Großteil exportiert oder lokal verarbeitet wird. Wirtschaftlich ist der Sektor klein, trägt aber zur Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung und Tourismus bei – Wälder wie Newborough sind Hotspots für Spaziergänge, Vogelbeobachtung und Mountainbiking.

Community-Initiativen spielen eine wachsende Rolle: Gruppen wie Coedwig Môn organisieren Workshops, Events und Bildung in zugänglichen Wäldern, um Menschen mit der Natur zu verbinden. Projekte wie Actif Woods Wales fördern Gesundheit durch Waldarbeit, Bushcraft und soziale Forstwirtschaft. Die walisische Regierung unterstützt dies durch Programme wie den National Forest for Wales und den Llwybr Coedwig Cymru Trail, der Waldgebiete verbindet und Erholung fördert – Anglesey profitiert indirekt durch regionale Ziele für mehr Baumdeckung und Widerstandsfähigkeit.

Fischerei

Die Küstengewässer der Insel gelten als "Hotspots" für den Fischfang, insbesondere für Arten wie Seebarsch, der sowohl für die kommerzielle Fischerei als auch für Sportfischer attraktiv ist. Die Gewässer um Anglesey profitieren von der Lage im Irischen Meer, starken Gezeitenströmungen und vielfältigen Habitaten wie Kelpwäldern, Sandbänken und Riffen, die eine reiche Biodiversität fördern. Neben Seebarsch werden regelmäßig Makrele, Pollack, Kabeljau, Leng, Plattfische und verschiedene Haiarten gefangen, während die Schalentierfischerei – vor allem auf Hummer, Krabben, Jakobsmuscheln und Wellhornschnecken – eine wichtige Rolle spielt.

Die walisische Fischereiindustrie insgesamt steht vor erheblichen Herausforderungen. In den letzten zehn Jahren ist die Flottengröße zurückgegangen, die Anlandungen und der wirtschaftliche Wert der Fänge sind gesunken, und Exportschwierigkeiten haben die Branche belastet. Diese Entwicklungen sind zum Teil auf den Brexit zurückzuführen, der den Zugang zu EU-Märkten erschwert hat, sowie auf die Auswirkungen von COVID-19, die Lieferketten und den Tourismus beeinträchtigten. Wales ist hauptsächlich auf Schalentiere spezialisiert, wobei Jakobsmuscheln, Hummer und Wellhornschnecken die wichtigsten Produkte darstellen. Die walisische Regierung versucht mit Programmen wie dem Fishing for the Future Fonds und nachhaltigen Managementplänen gegenzusteuern, doch viele kleine Fischerboote kämpfen um Rentabilität.

Auf Anglesey selbst ist die kommerzielle Fischerei kleinräumig und familienbetrieben, mit Holyhead als wichtigstem Anlandehafen. Der Hafen dient nicht nur dem Fährverkehr, sondern auch als Basis für lokale Fischerboote, die vor allem auf Tages- und Küstenfischerei setzen. Ein bedeutendes Unternehmen in der Region ist Anglesey Aquaculture, das unter der Marke Anglesey Sea Bass hochwertigen Seebarsch in nachhaltiger Aquakultur produziert. Das Unternehmen, das in den letzten Jahren sein Jubiläum feierte, hat sich durch Investitionen in moderne, umweltfreundliche Anlagen und Zertifizierungen wie ASC (Aquaculture Stewardship Council) profiliert. Es reflektiert kontinuierliche Wachstums- und Nachhaltigkeitsbemühungen und plant eine Ausweitung der Produktion sowie der Verarbeitung, um lokale Arbeitsplätze zu sichern und den Export zu stärken. Anglesey Sea Bass gilt als Premiumprodukt und wird in Restaurants in Wales und darüber hinaus geschätzt.

Neben der kommerziellen Fischerei boomt der Freizeit- und Angeltourismus. Anglesey Fishing and Boat Trips, ein Unternehmen mit Sitz in Holyhead, hat seine Flotte in den letzten Jahren erheblich erweitert. Das 2023 gegründete Unternehmen begann mit maßgeschneiderten Angelausflügen für Seebarsch, Pollack und Makrele und bietet inzwischen auch Sightseeing-Touren, Robben- und Vogelbeobachtungen sowie private Charter an. Die steigende Nachfrage im Tourismusbereich, insbesondere durch Besucher, die die Küste und das klare Wasser der Insel nutzen wollen, hat zu diesem Wachstum geführt. Ähnliche Anbieter starten von Beaumaris, Rhoscolyn oder Moelfre aus und kombinieren Angeln mit Naturführungen.

Die Fischerei auf Anglesey ist eng mit dem Naturschutz verknüpft. Viele Gebiete fallen unter Schutz wie das Anglesey Heritage Coast, das Menai Strait Marine Conservation Zone und das Ynys Llanddwyn National Nature Reserve, wo Fangbeschränkungen und Schonzeiten gelten, um Bestände zu erhalten. Die walisische Regierung und lokale Initiativen wie der Ynys Môn Food Partnership fördern nachhaltige Praktiken und lokale Vermarktung, etwa durch Fischmärkte und Direktverkäufe.

Bergbau

Der Bergbau auf Anglesey hat eine lange Tradition, die fast 4.000 Jahre zurückreicht und vor allem durch den Kupferabbau am Parys Mountain geprägt ist. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass bereits in der Bronzezeit vor etwa 3.800 bis 4.000 Jahren Kupfererz in kleinen Mengen abgebaut wurde, um Bronze herzustellen. Der groß angelegte industrielle Bergbau begann jedoch erst im 18. Jahrhundert und erreichte in den 1780er Jahren seinen absoluten Höhepunkt. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Mine am Parys Mountain zur größten Kupfermine der Welt. Sie produzierte enorme Mengen an Kupfer, das auf dem Weltmarkt in großem Umfang für Münzen, Schiffsbau, Kanonen, Rohre und industrielle Anwendungen verwendet wurde. Der Abbau erfolgte zunächst hauptsächlich im Tagebau in riesigen offenen Gruben, später teilweise auch im Untertagebau mit Schächten und Stollen. Der Bergbauboom löste ein rapides Wachstum in Anglesey aus, insbesondere in der Stadt Amlwch, die sich von einem kleinen Fischerdorf zu einem prosperierenden Hafen- und Industriestandort entwickelte. Tausende Arbeiter strömten herbei, darunter qualifizierte Bergleute aus Cornwall und Devon, und die lokale Wirtschaft profitierte enorm von Investitionen, Löhnen und Infrastruktur.

Die Kupferindustrie in Anglesey sorgte im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert für ein bedeutendes Wirtschaftswachstum. Unternehmer wie Thomas Williams von Llanidan kontrollierten zeitweise den Großteil des britischen Kupfermarkts und bauten ein Netz aus Minen, Schmelzöfen, Häfen und Transportwegen auf. Parys Mountain und die benachbarte Mona Mine produzierten in ihrer Blütezeit bis zu zwei Drittel des britischen Kupfers. Der Reichtum floss in prächtige Herrenhäuser, Kirchen und öffentliche Gebäude, während Amlwch eigene Schulen, Kapellen und eine eigene Währung (Parys Mountain Tokens) entwickelte. Der Boom endete jedoch in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die leicht zugänglichen Erzvorkommen erschöpft waren und die Konkurrenz aus Cornwall, Devon und Übersee zunahm. Der Abbau ging stark zurück und wurde Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend eingestellt, mit nur sporadischen Nachnutzungen bis ins 20. Jahrhundert.

Trotz der Schließung der Mine bleibt Parys Mountain ein wichtiger Ort des industriellen Erbes. Der Standort ist als bedeutende historische Stätte anerkannt und zieht heute Besucher an, die die dramatische, surreale Landschaft erkunden wollen. Die riesigen, farbenfrohen Abraumhalden, giftigen Abwässerseen in Orange-, Rot- und Grüntönen sowie die Ruinen von Maschinenhäusern, Schornsteinen und Schächten sind noch immer sichtbar und bilden eine einzigartige postindustrielle Kulisse. Das Copper Kingdom Centre in Amlwch erzählt die Geschichte des Bergbaus mit Ausstellungen, Modellen und interaktiven Elementen, während geführte Touren über das Gelände führen und die technischen und sozialen Aspekte beleuchten.

Das industrielle Erbe des Kupferbergbaus und der damit verbundenen Aktivitäten trägt wesentlich zum reichen Kulturerbe der Region bei. Es hat nicht nur die Landschaft dauerhaft verändert, sondern auch die Identität von Amlwch und Umgebung geformt. Die surreale Ästhetik von Parys Mountain inspiriert Künstler, Fotografen und Filmemacher, und der Standort dient als Mahnmal für industrielle Revolution und Ressourcenausbeutung. Gleichzeitig wird er zunehmend als Chance für nachhaltige Entwicklung gesehen: In den letzten Jahren gab es Untersuchungen zu Geothermie, seltener Erden und sogar Goldvorkommen, obwohl keine großflächige Wiederaufnahme des Abbaus stattfindet. Die walisische Regierung und lokale Initiativen fördern den Erhalt als Industriedenkmal und integrieren ihn in Tourismuskonzepte, etwa durch Wanderwege und Geopark-Pläne.

Handwerk

Historisch gesehen war die Insel seit der Jungsteinzeit bis zur keltischen Zeit ein Zentrum alter Kulturen, was sich in den Zeugnissen geschickter Holz-, Stein- und Metallbearbeitung widerspiegelt. Es wurden Werkzeuge wie Äxte und fein gearbeitete Feuersteinartefakte gefunden, die von frühem Handwerk und Handel zeugen.

Während der keltischen und der Eisenzeit war Anglesey als Hochburg der Druiden bekannt, und zum kulturellen Erbe der Insel gehören aufwendige Metallarbeiten und Ritualgegenstände, die mit diesen alten Gemeinschaften in Verbindung stehen.

Zu den traditionellen Handwerkskünsten auf Anglesey gehörten über Jahrhunderte hinweg Holzverarbeitung, Wollproduktion und Weberei, Töpferei und Steinbau. Die Wollindustrie war besonders wichtig und wurde historisch durch Mühlen und geschickte Textilarbeiter unterstützt.

In den letzten Jahrhunderten ist das handwerkliche Erbe von Anglesey auch mit dem ländlichen und maritimen Lebensunterhalt verbunden, wobei Bootsbau, die Herstellung von Fischereiausrüstung und landwirtschaftliche Werkzeuge wichtige traditionelle Gewerbe sind.

Heute werden viele handwerkliche Fertigkeiten entweder durch lokale Handwerker, die das walisische Kulturerbe pflegen, oder durch Denkmalschutz und touristische Aktivitäten, die die kulturellen Artefakte und traditionellen Fertigkeiten von Anglesey würdigen, weitergeführt.

Industrie

Die ehemalige Aluminiumhütte von Anglesey, einst ein wichtiger Arbeitgeber mit einer Jahresproduktion von bis zu 142.000 Tonnen Aluminium, wurde 2013 geschlossen. Der Standort wurde seitdem geräumt und teilweise im Rahmen des Freihafenplans umgenutzt. Angrenzende industrielle Aktivitäten wie die Herstellung von Aluminiumpulver werden fortgesetzt.

Anglesey Land Holdings, im Besitz von Stena Line, verwandelt das ehemalige Gelände der Penrhos Aluminium Works in Holyhead in einen bedeutenden Technologie-Hub namens Prosperity Parc. Dieses 1-Milliarde-Pfund-Projekt umfasst Pläne für ein 2,5 Millionen Quadratfuß großes Rechenzentrum, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Büros und Batterie-Energiespeicher. Die Entwicklung soll über 1.100 neue Arbeitsplätze schaffen und die lokale Wirtschaft mit einer prognostizierten Jahresproduktion von 408 Millionen Pfund erheblich ankurbeln.

Auf der Insel gibt es zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten in Bauberufen wie Maurer, Bodenleger, Glaser (Fenster, Türen) und vielseitig einsetzbare Handwerker. Dies spiegelt die anhaltenden Bau- und Renovierungsaktivitäten auf der Insel wider. Unternehmen und Bauunternehmer konzentrieren sich auf hochwertige Verglasungsprodukte, energieeffiziente Gebäudelösungen und moderne Bautechniken, was eine Mischung aus traditioneller Handwerkskunst und fortschrittlicher Technologie widerspiegelt.

Vor Ort werden Ausbildungsplätze und Qualifizierungsprogramme angeboten, die Neueinsteigern den Einstieg in das Handwerk erleichtern und dazu beitragen, qualifizierte Arbeitskräfte in Branchen wie dem Bauwesen und dem Ingenieurwesen zu halten. Die Stellen reichen von Bauleiter- und stellvertretenden Bauleiter-Positionen bis hin zu operativen und Auftragnehmer-Positionen, wobei verschiedene Ebenen der Handwerkskunst, des Managements und der praktischen Arbeit zum Tragen kommen.

Einige Unternehmen bieten flexible, hybride Arbeitsmodelle mit Vorteilen wie Altersvorsorge, Weiterbildungen und Prämien an, was einen modernen Ansatz für die Arbeit in handwerklichen Berufen widerspiegelt.

Anglesey ist darüber hinaus ein Zentrum für innovative Industriezweige wie Gezeitenturbinen, Windenergie und Kerntechnik, insbesondere im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerksprojekt Wylfa Newydd. Dies unterstützt eine industrielle Renaissance auf der Insel, schafft qualifizierte Arbeitsplätze und fördert Hightech-Industrien.

Wasserwirtschaft

Der Isle of Anglesey County Council ist für die Wasserwirtschaft im Zusammenhang mit gewöhnlichen Wasserläufen auf der Insel zuständig. Dazu gehört die Regulierung von Änderungen an diesen Wasserläufen, die den Wasserfluss beeinträchtigen oder Überschwemmungen verursachen könnten. Der Council erteilt Genehmigungen für solche Änderungen und ergreift Maßnahmen, um unbefugte oder schädliche Eingriffe in Wasserläufe zu beseitigen. Diese Zuständigkeit lag zuvor bei Natural Resources Wales, wurde jedoch an die lokale Behörde übertragen, um die lokalen Hochwasserrisiken besser zu bewältigen und schnellere, ortsnahe Entscheidungen zu ermöglichen. Ufergrundstückseigentümer, die Wasserläufe unterirdisch verlegen (einschließen oder abdecken) oder Hindernisse einbauen möchten, müssen die Genehmigung des Rates einholen. Der Rat rät aufgrund der negativen Auswirkungen auf Überschwemmungen von einer Untertunnelung ab und genehmigt diese nur, wenn keine praktikable Alternative besteht und geeignete Maßnahmen zur Schadensminderung geplant sind.

Die wichtigsten Wasserläufe auf Anglesey sind der Afon Cefni, der durch Llangefni fließt und in die Malltraeth Marshes mündet, der Afon Alaw im Norden sowie kleinere Bäche wie der Afon Wygyr oder der Afon Cadnant. Viele dieser Gewässer sind Teil von Hochwasserrisikogebieten, besonders in flachen Küstenregionen wie Malltraeth, Newborough und entlang der Menai Strait. Der Council betreibt ein Flood Risk Management Plan, das regelmäßig aktualisiert wird und Maßnahmen wie Deichunterhalt, Reinigung von Abflüssen, Warnsysteme und naturnahe Retentionsflächen umfasst. In den letzten Jahren wurden Projekte wie die Verbesserung des Malltraeth Cob (eines historischen Deichs) und die Renaturierung von Feuchtgebieten durchgeführt, um Hochwasserrisiken zu reduzieren und gleichzeitig Biodiversität zu fördern.

Die Trinkwasserversorgung liegt in den Händen von Dŵr Cymru Welsh Water, dem öffentlichen Wasserversorger für Wales. Anglesey wird hauptsächlich aus dem Llyn Alaw Reservoir im Norden gespeist, einem künstlichen Stausee aus den 1960er Jahren mit einer Kapazität von etwa 5,5 Millionen Kubikmetern. Ergänzt wird dies durch kleinere Quellen und Verbindungen zum Festland. Die Qualität des Trinkwassers ist hoch, und Welsh Water investiert kontinuierlich in Leitungsnetze, um Lecks zu minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Abwasser wird größtenteils über Kläranlagen in Holyhead, Amlwch, Llangefni und Menai Bridge behandelt, bevor es in die See oder Flüsse eingeleitet wird. Die Anlagen entsprechen EU- und walisischen Standards, obwohl es in manchen Jahren Kritik an Überläufen bei Starkregen gab.

Anglesey hat mehrere Flood Warning Areas, vor allem entlang der Küste und in Tieflagen. Der Council arbeitet eng mit Natural Resources Wales zusammen, das für Hauptflüsse und Küstenschutz zuständig bleibt. Nach schweren Stürmen wie Storm Ciara 2020 oder Storm Eunice 2022 wurden zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen, darunter verbesserte Deiche, Pumpstationen und Warnapps.

Energiewirtschaft

Das Stromnetz auf Anglesey wird von SP Energy Networks betrieben, die für die Verteilung und Übertragung von Elektrizität verantwortlich sind. Ein bedeutendes Projekt war der Ausbau und die Verstärkung der Stromversorgung auf der Insel, unter anderem zur Unterstützung von Unternehmensansiedlungen und Infrastrukturentwicklung (zum Beispiel Parc Cybi). Diese Erweiterungen wurden von ScottishPower und Morrison Utility Services durchgeführt.

Zudem gibt es das Projekt „Wylfa Newydd“, ein geplantes Kernkraftwerk, bei dem SP Energy Networks die elektrische Infrastruktur anpassen und ausbauen musste, um die Versorgungskapazitäten zu erhöhen. Die Gasversorgung und das Gasnetz werden durch Wales & West Utilities betreut, die überregional für die Gasleitungen und die Wartung des Gasnetzes verantwortlich sind.

Auf Anglesey gibt es lokale Unternehmen wie Eco Power Anglesey, die Energielösungen zur Senkung von Heizkosten und CO2-Emissionen anbieten. Dazu zählen Installation von Luft-Wärmepumpen (Air Source Heat Pumps), Heizungssteuerungen, Solaranlagen (Photovoltaik), Batteriespeicher, Dämmmaßnahmen wie Dachboden- oder Wandisolierung und die Förderung von Elektromobilität mit Ladestationen. Diese Initiativen zielen auf Energieeinsparungen und nachhaltige Versorgung ab, teils auch mit Unterstützung staatlicher Förderprogramme.

Auf Anglesey können Bewohner und Firmen unter verschiedenen deutschen und britischen Versorgern für Strom und Gas wählen, darunter größere Anbieter wie EDF Energy, Octopus Energy und andere.

Abfallwirtschaft

Der Isle of Anglesey County Council (IoACC) bietet einen umfassenden Service für die Sammlung von Hausmüll und Recyclingabfällen. Er sorgt für die wöchentliche Abholung von Lebensmittelabfällen, trockenen Wertstoffen (Glas, Pappe, Metalle, Kunststoffe, Papier, Textilien), Haushaltsbatterien, Tintenpatronen und Mobiltelefonen am Straßenrand. Alle drei Wochen werden auch Gartenabfälle (kostenpflichtiger Service), Windeln (kostenloser Service) und nicht recycelbare Abfälle abgeholt. Es gibt zwei Recyclingzentren für Haushaltsabfälle, die von den Einwohnern genutzt werden können.

Der Rat hat die Sammlung von Rest- und Recyclingabfällen sowie die Straßenreinigung an die Verdant Group Plc ausgelagert, deren Leistung und Sicherheit regelmäßig überwacht werden. Für die gewerbliche Abfallentsorgung bietet ein lokales Unternehmen namens Gaskells Waste Services maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen in Anglesey an. Zu den Dienstleistungen gehören die Sammlung von allgemeinen Abfällen, Karton- und Papierrecycling, Lebensmittelabfällen, gefährlichen Abfällen, Altmetall, Glas und mehr. Das Unternehmen betreibt eigene Behandlungsanlagen und bietet flexible Abholpläne für verschiedene Branchen wie Einzelhandel, Fertigung, Gesundheitswesen, Bildung und Gastgewerbe.

Handel

Das Handelsleben auf Anglesey ist vielfältig, aber klar ländlich und dezentral geprägt. Es dreht sich um lokale Läden, Supermärkte, unabhängige Fachgeschäfte und touristisch orientierte Boutiquen, die typisch walisisches Kunsthandwerk, regionale Produkte und individuelle Waren anbieten. Große klassische Shopping-Malls, wie man sie aus Städten wie Cardiff oder Manchester kennt, gibt es auf der Insel nicht. Stattdessen konzentriert sich der Einzelhandel auf die größeren Orte, allen voran Holyhead, das als eigentliches Handelszentrum des Countys gilt, sowie auf Llangefni als zentralen Knotenpunkt und kleinere Orte wie Beaumaris oder Amlwch.

In Holyhead auf der vorgelagerten Holy Island finden sich mehrere große Supermärkte: Tesco Extra am Penrhos Retail Park, Morrisons in der Nähe des Hafens, Asda am Kingsland und Farmfoods für günstige Lebensmittel. Daneben gibt es Drogerie- und Apothekenketten wie Boots und Superdrug, die Kosmetik, Gesundheitsprodukte und Alltagsbedarf anbieten. Bekleidungsgeschäfte wie New Look, Peacocks, The Works und kleinere Filialen von Primark-ähnlichen Anbietern sind in den Retail Parks und entlang der High Street vertreten. Der Holyhead Retail Park und kleinere Einkaufspassagen wie „The Mini Mall“ (eine überdachte Passage mit verschiedenen Geschäften) bieten ein breites Highstreet-Angebot, darunter Elektronik, Schuhe, Sportartikel und Haushaltswaren. Die Holyhead High Street selbst ist bekannt für ihre lokalen Einzelhändler: unabhängige Cafés, Bäckereien, Fischläden, Metzger, Floristen und kleine Geschenkläden, die oft walisische Produkte wie Schieferhandwerk, Honig, Wollwaren oder lokale Kunst verkaufen.

Llangefni als zentraler Verwaltungsort und geografischer Mittelpunkt der Insel hat sich zu einem zweiten starken Einkaufsort entwickelt. Hier gibt es einen großen Tesco-Supermarkt, einen Aldi, einen Lidl und mehrere kleinere Lebensmittelgeschäfte. Die Bulkeley Square und die umliegenden Straßen beherbergen unabhängige Boutiquen, Buchläden, Juweliere, Friseure und Cafés. Besonders hervorzuheben ist das Oriel Môn mit angeschlossenem Café und Shop, das walisische Kunst, Bücher und Souvenirs verkauft. Llangefni ist auch Standort für Wochenmärkte, auf denen regionale Produkte wie Käse, Fleisch, Gemüse und Kunsthandwerk angeboten werden.

In den kleineren Orten wie Beaumaris, Amlwch, Menai Bridge oder Rhosneigr dominiert der unabhängige Einzelhandel. Beaumaris ist bekannt für seine malerische High Street mit Antiquitätengeschäften, Kunstgalerien, Geschenkläden und Boutiquen, die oft hochwertiges walisisches Kunsthandwerk, Keramik, Schmuck und Textilien führen. Viele dieser Läden sind saisonal auf Touristen ausgerichtet und bieten Produkte wie Welsh Blankets, Lovespoons (traditionelle walisische Liebeslöffel) oder lokale Honig- und Marmeladenspezialitäten. Amlwch hat eine Mischung aus traditionellen Geschäften und solchen, die vom industriellen Erbe profitieren, etwa mit Souvenirs zum Kupferbergbau. Rhosneigr und Benllech sind stark touristisch geprägt und bieten Surfshops, Strandläden, Cafés und kleine Galerien.

Der Einzelhandel auf Anglesey ist stark von Tourismus und lokaler Identität abhängig. Viele Geschäfte verkaufen walisischsprachige Produkte, regionale Lebensmittel (Anglesey Sea Salt, Lammfleisch und Käse) und Kunsthandwerk, das von der walisischen Kultur inspiriert ist. Der Online-Handel und große Ketten auf dem Festland, etwa in Bangor, haben den Druck auf lokale Läden erhöht, doch die Kombination aus guter Erreichbarkeit über A55 und Bahn, dem Charme der kleinen Orte und dem wachsenden Interesse an regionalen Produkten hält den unabhängigen Handel lebendig. Der Anglesey Freeport und Investitionen in Holyhead sollen den Einzelhandel weiter stärken, indem sie mehr Besucher und Arbeitsplätze bringen.

Finanzwesen

Die traditionelle Bankenlandschaft hat sich seit den 2010er Jahren dramatisch verändert: Die letzte verbliebene traditionelle Bankfiliale – NatWest in Llangefni – schloss am 4. September 2025. Damit haben alle großen Banken ihre physischen Filialen auf der gesamten Insel eingestellt. Dies folgt auf frühere Schließungen in Holyhead, Menai Bridge und Amlwch. Kunden müssen nun für klassische Filialdienste wie Beratung, Ein- und Auszahlungen oder komplexe Transaktionen nach Bangor auf dem Festland ausweichen oder auf alternative Lösungen zurückgreifen.

Die Schließungswelle ist Teil eines landesweiten Trends in Großbritannien, bei dem Banken aufgrund sinkender Besucherzahlen in Filialen, steigender Digitalnutzung und Kostendrucks ihre Präsenz reduzieren. Auf Anglesey, einer ländlichen und peripheren Region, hat dies besonders spürbare Auswirkungen: Viele ältere Bewohner und kleine Unternehmen sind auf Bargeld und persönliche Beratung angewiesen. Als Reaktion darauf wurde ein Banking Hub in Holyhead angekündigt, der im März 2026 eröffnet werden soll. Dieser Hub, betrieben von Cash Access UK nach einer LINK-Überprüfung, ermöglicht Kunden aller Banken Bargeldabhebungen und -einzahlungen, Scheckeinreichungen, Rechnungszahlungen und grundlegende Transaktionen. Er ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet und soll die Lücke schließen, die durch die Filialschließungen entstanden ist. Ähnliche Hubs oder Community-Banker-Modelle werden in anderen Teilen Wales diskutiert, doch Anglesey bleibt eine der am stärksten betroffenen Regionen.

Digitale Alternativen haben sich stark etabliert: Die meisten Banken bieten Apps, Online-Banking und Telefonberatung an, und Postämter (Post Office) in Orten wie Llangefni, Holyhead oder Beaumaris dienen als Bargeld- und Basisservicepunkte für viele Institute (Personal Counter Services). Supermärkte wie Tesco oder Morrisons in Holyhead bieten Cashback und Bargeldabhebungen, und Geldautomaten (ATMs) sind in den meisten Orten vorhanden, oft von LINK-Netzwerken koordiniert, um Gebührenfreiheit zu gewährleisten.

Die genehmigte Freihafeninitiative (Anglesey Freeport) zielt darauf ab, Handel, Innovation und Investitionen auf der Insel massiv zu fördern. Sie umfasst Steuererleichterungen, vereinfachte Zollverfahren und andere Anreize, um neue Unternehmen in Sektoren wie sogenannt "erneuerbare Energie" (Offshore-Windparks und Kernkraftfolgeprojekte), Logistik und fortschrittliche Fertigung anzulocken. Der Full Business Case wurde von den walisischen und britischen Regierungen genehmigt, was £25 Millionen Seed-Kapital freisetzt und den Übergang in die Umsetzungsphase ermöglicht. Projekte wie das £19,1 Millionen Freeport Gateway in Llangefni sollen 72.000 Quadratfuß neue Gewerbefläche schaffen und über 200 Jobs bringen. Die Initiative verspricht erhebliches Wachstum und Beschäftigungsmöglichkeiten für Nordwales, mit Schätzungen von bis zu 11.500 Jobs und Milliarden an Investitionen langfristig. Sie positioniert Anglesey als Gateway zum Irischen Meer und zu europäischen Märkten und soll faire Arbeits- und Umweltstandards sichern.

Soziales und Gesundheit

Der Inselrat betreibt ein eigenes Social Services Department mit Sitz in Llangefni, das in Teams für Erwachsene (Adults Services), Kinder und Familien (Children and Families Services) sowie Prävention und Frühe Intervention unterteilt ist. Es bietet Leistungen wie häusliche Pflege, Tageszentren, Respite-Care, Unterstützung für Pflegende (Carers) und Bewertungen nach dem Well-being-Prinzip, das den Fokus auf Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Prävention legt. Für ältere Menschen – Anglesey hat einen der höchsten Anteile über 65-Jähriger in Wales (25 bis 28 %) – gibt es mehrere Residential Homes, Nursing Homes und Extra-Care-Housing-Projekte wie Ty Gobaith in Llangefni oder Cartref Annwyl Fan in Holyhead. Die Council arbeitet eng mit Dritten zusammen, darunter private Pflegeanbieter, freiwillige Organisationen wie Age Cymru und lokale Carers Groups.

Kinder- und Jugendschutz ist ein weiterer Schwerpunkt. Der Council betreibt ein Multi-Agency Safeguarding Hub (MASH) und Teams für Looked-After Children, Adoption, Fostering und Jugendhilfe. Es gibt mehrere Children’s Homes und Supported Accommodation für Jugendliche, ergänzt durch Präventionsprogramme gegen Armut, häusliche Gewalt und Schulabbruch. Die walisische Regierung fördert hier starke Early-Help-Ansätze, und Anglesey profitiert von Initiativen wie dem Families First-Programm, das Familien in schwierigen Lebenslagen unterstützt.

Armut und soziale Ungleichheit sind auf der Insel spürbar: Anglesey zählt zu den ärmeren Regionen Wales’, mit höheren Raten an kinderarmut und niedrigerem Durchschnittseinkommen als im walisischen Mittel. Der Council bietet Unterstützung über Housing Benefits, Council Tax Reduction, Discretionary Housing Payments und Foodbank-Partnerschaften. Organisationen wie Citizens Advice Anglesey (mit Büros in Llangefni und Holyhead) beraten zu Schulden, Wohngeld, Energiehilfen und Rechten. Die Trussell Trust betreibt mehrere Foodbanks, und lokale Initiativen wie das Anglesey Community Food Project verteilen Lebensmittel und fördern Gemeinschaftsgärten.

Psychische Gesundheit und Suchthilfe werden durch den Council und Partner wie Betsi Cadwaladr University Health Board abgedeckt. Es gibt Community Mental Health Teams, Crisis Resolution Services und spezialisierte Unterstützung für Kinder und Jugendliche. Die walisische Regierung hat mit dem More than just words-Ansatz die Sprachsensibilität in der Pflege gestärkt, da viele Dienste walisischsprachig angeboten werden müssen.

Freiwillige und Community-Sektor spielen eine große Rolle: Gruppen wie Menter Môn, Age Cymru Gwynedd a Môn und lokale Carers Centres bieten Beratung, Aktivitäten und Peer-Support. Die Anglesey Carers Strategy und der Carers Charter fördern die Rechte pflegender Angehöriger. In den letzten Jahren wurden Investitionen in Extra-Care-Housing und integrierte Gesundheits- und Sozialdienste (Integrated Care) getätigt, um ältere Menschen länger zu Hause zu halten.

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen auf Anglesey ist vollständig in das walisische NHS-System (National Health Service Wales) integriert und wird vom Betsi Cadwaladr University Health Board (BCUHB) organisiert, dem größten Health Board in Wales, das Nordwales abdeckt. Die Insel hat keine eigene große Akutkrankenhausstruktur, sondern ist auf primäre Versorgung vor Ort und spezialisierte Behandlung auf dem Festland angewiesen. Die Nutzung von Gesundheitsdiensten – Hausarzt, Klinik, Apotheke, Zahnarzt – liegt auf Anglesey ähnlich wie im walisischen Durchschnitt, mit einer stabilen, aber teils herausfordernden Zugänglichkeit aufgrund der ländlichen und peripheren Lage.

Die primäre Versorgung erfolgt über Hausarztpraxen (General Practices). Es gibt derzeit etwa 8 bis 10 Praxen auf der Insel, darunter in Holyhead (Penrhos Surgery, Parc Newydd Surgery), Llangefni (Cefni Surgery), Amlwch (Amlwch Surgery), Beaumaris (Canolfan Iechyd Bro Seiriol) und anderen Orten. Die durchschnittliche Patientenzahl pro Arzt liegt bei knapp 1.433 – ein Wert, der dem walisischen Durchschnitt entspricht und zeigt, dass die Versorgungsdichte relativ gut ist, obwohl viele Ärzte und Praxen mit Personalmangel und hohem Altersdurchschnitt der Patienten kämpfen. Viele Praxen bieten walisischsprachige Dienste an, was auf Anglesey wichtig ist, da ein hoher Anteil der Bevölkerung Walisisch als Erstsprache spricht.

Notaufnahmespitäler gibt es auf Anglesey nicht. Für Notfälle, schwere Erkrankungen, Operationen oder stationäre Behandlung müssen Patienten auf das Festland fahren, meist ins Ysbyty Gwynedd Hospital in Bangor, das etwa 20 bis 40 Minuten entfernt liegt (je nach Standort auf der Insel). Dieses große Universitätskrankenhaus bietet eine vollständige Palette an Akutmedizin, Intensivstation, Chirurgie, Onkologie, Kardiologie und Notaufnahme. Für sehr spezialisierte Behandlungen (z. B. Neurochirurgie, Herztransplantation) werden Patienten weiter nach Wrexham Maelor oder sogar nach England (Liverpool, Manchester) verlegt. Der Rettungsdienst (Welsh Ambulance Service) ist auf Anglesey stationiert, mit Basen in Holyhead, Llangefni und Amlwch, und nutzt Hubschrauber für schnelle Transporte bei schweren Notfällen.

Es gibt mehrere Community Hospitals und Kliniken auf der Insel: Das Eryri Hospital (früher Llangefni Cottage Hospital) in Llangefni bietet Rehabilitation, geriatrische Pflege, Tageskliniken und ambulante Dienste. In Holyhead gibt es das Penrhos Stanley Hospital (früher Holyhead Hospital), das sich auf ambulante Pflege, Physiotherapie, Podiatrie und kleinere Eingriffe konzentriert. Kleinere Einrichtungen in Amlwch und anderen Orten decken Grundversorgung und Spezialambulanzen ab. Apotheken sind flächendeckend vorhanden, oft in Verbindung mit Praxen oder Supermärkten (z. B. Boots, Rowlands Pharmacy), und bieten auch erweiterte Dienstleistungen wie Impfungen, Medikamentenberatung und Minor Ailment Services.

Zahnärzte sind auf Anglesey knapp, besonders für NHS-Behandlungen; viele Patienten warten lange auf Termine oder weichen auf Privatpraxen aus. Die walisische Regierung hat in den letzten Jahren mit dem Designed to Smile-Programm und zusätzlichen Zahnarztförderungen reagiert, doch der Mangel bleibt spürbar. Für Kinder und vulnerable Gruppen gibt es priorisierte Zugänge.

Psychische Gesundheit wird durch Community Mental Health Teams, Crisis Resolution Services und das Ysbyty Gwynedd abgedeckt, ergänzt durch lokale Beratungsstellen wie Mind Anglesey oder Hafal. Die alternde Bevölkerung (über 25 % über 65) macht geriatrische und palliative Versorgung zu einem Schwerpunkt, mit Unterstützung durch District Nurses, Macmillan Nurses und Hospizdienste.

Krankheiten

Auf der Insel Anglesey spiegeln die häufigsten Krankheiten weitgehend die gesundheitlichen Trends in ganz Wales wider, jedoch mit einigen leicht abweichenden Werten: Etwa 22,4 % der Bevölkerung Angleseys leiden an langfristigen Erkrankungen (in Wales insgesamt 23,3 %). Ein hoher Blutdruck betrifft rund 17 % der Erwachsenen (etwas niedriger als der walisische Durchschnitt von 19 %). Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ausgenommen Bluthochdruck) liegen bei etwa 9 % (entspricht dem walisischen Durchschnitt). Atemwegserkrankungen betreffen etwa 12 % der Erwachsenen (gegenüber 14 % in Wales). Etwa 7 % der Erwachsenen leiden an psychischen Erkrankungen (in Wales sind es 9 %). Arthritis tritt bei etwa 12 % der Bevölkerung auf (in ganz Wales 14 %). Diabetes liegt mit etwa 4% etwas unter dem walisischen Durchschnitt von 6 %.

Bildung

Die allgemeine Bildung auf Anglesey ist eng in das walisische Schulsystem integriert und folgt den Vorgaben der walisischen Regierung (Welsh Government). Das Bildungswesen ist bilingual und legt großen Wert auf die walisische Sprache (Cymraeg), die auf der Insel eine der höchsten Sprecherquoten in Wales hat. Der Isle of Anglesey County Council ist für die Planung, Finanzierung und Qualitätssicherung der Schulen zuständig, während die Umsetzung vor Ort durch die Schulleitungen und das Regionales Konsortium (GwE – Gwella Addysg) erfolgt.

Das Schulsystem auf Anglesey umfasst Grundschulen (Primary Schools, Alter 3 bis 11 Jahre), weiterführende Schulen (Secondary Schools, Alter 11 bis 16/18 Jahre) und einige Spezial- oder Alternativschulen. Es gibt derzeit etwa 50 Schulen auf der Insel: rund 40 Grundschulen und 5 weiterführende Schulen. Die meisten sind walisischsprachig oder bilingual, was bedeutet, dass der Unterricht größtenteils oder vollständig auf Walisisch stattfindet, besonders in den Grundschulen. Englisch wird als Zweitsprache oder in gemischten Modellen unterrichtet. Dies spiegelt die starke walisische Identität wider: Über 55 % der Bevölkerung sprechen Walisisch, und viele Familien legen Wert darauf, dass Kinder die Sprache als Erstsprache erwerben.

Zu den wichtigsten weiterführenden Schulen gehören:

  • Ysgol Gyfun Llangefni (walisischsprachig, zentral in Llangefni)
  • Ysgol David Hughes in Menai Bridge (bilingual mit starkem walisischen Anteil)
  • Ysgol Uwchradd Caergybi (Holyhead High School, bilingual)
  • Ysgol Gyfun Llanfairpwll (walisischsprachig)
  • Ysgol Bodedern (walisischsprachig im Westen)

Die Grundschulen sind meist kleiner und ortsnah, oft mit walisischsprachigem Charakter, wie Ysgol Santes Dwynwen in Llanddwyn oder Ysgol Gynradd Beaumaris. Viele Schulen bieten Frühförderung (Nursery und Foundation Phase) ab 3 Jahren an, mit Fokus auf Spiel, walisischer Sprache und sozialer Entwicklung. Das Curriculum for Wales (seit 2022 schrittweise eingeführt) betont sechs Bereiche des Lernens (Expressive Arts, Health and Well-being, Humanities, Languages, Literacy and Communication, Mathematics and Numeracy, Science and Technology) und fördert Kompetenzen wie Kreativität, kritisches Denken und digitale Fähigkeiten.

Die Bildungsqualität auf Anglesey ist solide, aber nicht immer überdurchschnittlich. In Estyn-Inspektionen (walisische Schulaufsicht) erhalten viele Schulen „Good“ oder „Adequate“-Bewertungen, mit Stärken in walisischer Sprache, Gemeinschaftsbindung und Inklusion, aber Herausforderungen bei Mathematik, Lesen und der Unterstützung benachteiligter Schüler. Die Insel hat einen höheren Anteil an Schülern mit Free School Meals (ca. 20–25 %, je nach Schule) als der walisische Durchschnitt, was auf Armut hinweist und zusätzliche Förderung erfordert.

Spezielle Bedürfnisse (Additional Learning Needs, ALN) werden durch das Additional Learning Needs Code unterstützt: Jede Schule hat einen ALNCo (Koordinator), und es gibt spezialisierte Ressourcen wie das Canolfan Addysg Y Bont in Menai Bridge für Schüler mit Lernbehinderungen. Inklusion ist ein zentrales Prinzip, und viele Schulen bieten Unterstützung für Autismus, Dyslexie oder Verhaltensauffälligkeiten.

Frühkindliche Bildung und Betreuung (Childcare) ist gut ausgebaut, mit Flying Start-Programmen für Familien in benachteiligten Gebieten und kostenloser Betreuung ab 3 Jahren (30 Stunden pro Woche). Die walisische Regierung fördert die walisische Sprache durch Immersionsprogramme und das Welsh Language Charter in Schulen.


Schulen (Schüler) 1996:

  • primary 37 (5.844)
  • secondary  40 (4.822)
  • special  40 (115)
  • further education  2 (444)

Höhere Bildung

Auf Anglesey gibt es keine eigene Hochschule. Die nächstgelegene und bedeutendste Universität ist die Bangor University (Prifysgol Bangor) in Bangor, Gwynedd, nur etwa 20 Kilometer entfernt über die Menai Suspension Bridge oder die Britannia Bridge. Diese öffentliche Forschungsuniversität, gegründet 1884, zählt zu den ältesten und renommiertesten in Wales und hat derzeit rund 9.935 bis 10.000 Studierende (Stand 2024/25). Sie bietet ein breites Spektrum an Studiengängen in den Bereichen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Medizin, Gesundheitswissenschaften, Umweltwissenschaften, Psychologie, Business und mehr. Bangor ist bekannt für ihre starke Forschung, insbesondere in Meeresbiologie, Umweltwissenschaften, Psychologie und erneuerbaren Energien, und rangiert regelmäßig unter den Top-Universitäten in Wales (oft Platz 1 oder 2) sowie im oberen Mittelfeld des UK-Rankings (Platz 40 in Großbritannien und 360 weltweit in jüngeren Bewertungen). Viele Studierende von Anglesey pendeln täglich oder wöchentlich nach Bangor, da die Anbindung über A55 und Bahn sehr gut ist.

Ein direkter Link zwischen Anglesey und Bangor University ist der M-SParc (Menai Science Park), Wales’ erster Science Park, der von der Bangor University betrieben wird und sich in Gaerwen auf Anglesey befindet. M-SParc dient als Innovations- und Technologietransferzentrum, das Akademie, Wirtschaft und Industrie verbindet. Es beherbergt Start-ups, etablierte Unternehmen und Forschungsprojekte, insbesondere in kohlenstoffarmer Energie, erneuerbaren Technologien, nachhaltiger Entwicklung und fortschrittlicher Fertigung. Der Park bietet Büros, Labore, Workshops und Veranstaltungsräume und hat in den letzten Jahren stark expandiert – ein zweites Gebäude wurde 2026 in Bau gegeben, um die Kapazität zu erweitern. M-SParc fördert Praktika, Abschlussarbeiten und Karrierechancen für Bangor-Studierende und schafft Brücken zwischen Hochschulbildung und lokaler Wirtschaft auf Anglesey. Viele Absolventen finden hier Einstiegsjobs oder gründen eigene Unternehmen.

Für weiterführende Bildung (Further Education), die oft als Brücke zur Hochschulbildung dient, ist Grŵp Llandrillo Menai (ehemals Coleg Menai) die zentrale Anlaufstelle. Dieser große Further-Education-Verbund hat einen Campus in Llangefni auf Anglesey und bietet eine breite Palette an Kursen: A-Levels, berufliche Qualifikationen (BTEC, NVQ), Access to Higher Education-Programme, Apprenticeships und teilweise höhere Bildung (Higher Education) wie Foundation Degrees oder HNC/HND in Kooperation mit Universitäten. Der Llangefni-Campus liegt am Rande der Stadt und ist gut angebunden; er deckt Bereiche wie Gesundheit & Soziales, Business, IT, Ingenieurwesen, Kunst & Design, Hospitality und mehr ab. Viele Kurse sind walisischsprachig oder bilingual, was für die Inselbevölkerung wichtig ist. Grŵp Llandrillo Menai insgesamt betreut Tausende Studierende in Nordwales, darunter über 1.000 in Higher Education, und dient als Einstieg für viele, die später an Universitäten wie Bangor wechseln.

Für spezialisierte oder berufliche Weiterbildung gibt es auf Anglesey auch kleinere Angebote, zum Beispiel über lokale Training Provider oder in Kooperation mit dem Anglesey Freeport, der Qualifizierungen in erneuerbaren Energien, Logistik und Fertigung fördert. Die walisische Regierung unterstützt mit Programmen wie dem Flexible Skills Programme oder Degree Apprenticeships den Zugang zur höheren Bildung, insbesondere für Inselbewohner.

Bibliotheken und Archive

Die Bibliotheken werden vom Isle of Anglesey County Council betrieben und sind Teil des walisischen Bibliothekssystems, das stark auf Zweisprachigkeit setzt – die meisten Angebote sind auf Walisisch und Englisch verfügbar. Sie dienen nicht nur der Buchausleihe, sondern sind wichtige Community-Zentren mit Computerarbeitsplätzen, kostenlosem WLAN, Druck- und Scanmöglichkeiten, Leseecken und regelmäßigen Veranstaltungen für alle Altersgruppen.

Zu den wichtigsten örtlichen Bibliotheken zählen die Einrichtungen in Llangefni, Holyhead, Amlwch, Menai Bridge, Benllech, Beaumaris, Rhosneigr und Newborough. Die größte und zentralste ist die Llangefni Library in der Shire Hall, die als Hauptbibliothek der Insel gilt und eine umfangreiche Sammlung an walisischsprachiger Literatur, Kinderbüchern, Sachbüchern, Romanen, Zeitschriften und lokalen Materialien führt. Sie bietet zudem spezielle Bereiche für Jugendliche, Erwachsenenbildung und Computerhilfe. Die Holyhead Library in der Nähe des Hafens ist besonders stark frequentiert und dient als Treffpunkt für Pendler und Touristen, mit Fokus auf internationale Literatur und maritimen Themen. Kleinere Bibliotheken wie die in Amlwch oder Beaumaris sind oft in historischen Gebäuden untergebracht und kombinieren Bücher mit lokalen Ausstellungen oder Kunstwerken. Viele Bibliotheken organisieren regelmäßig Veranstaltungen wie Vorlesestunden für Kinder, Buchclubs, Autorenlesungen, Sprachkurse, Computerworkshops und Familiennachmittage. Digitale Dienste wie e-Books, e-Audiobooks, Zeitungen und Magazine sind über die Libby-App oder die walisische Plattform BorrowBox zugänglich, und Mitglieder können kostenlos auf Ancestry Library Edition und andere genealogische Datenbanken zugreifen.

Für spezialisierte Archivmaterialien zur Geschichte und Kultur Angleseys sowie zur genealogischen Forschung werden die meisten Ressourcen außerhalb der Insel bereitgestellt. Die National Library of Wales in Aberystwyth ist hierbei die zentrale Institution. Sie beherbergt umfangreiche Sammlungen zu Anglesey, darunter historische Karten, Manuskripte, Fotos, Zeitungen, Kirchenbücher, Volkszählungsdaten und walisische Genealogie. Viele Dokumente sind digitalisiert und über den Online-Katalog frei zugänglich, einschließlich der Welsh Newspapers Online-Sammlung mit alten walisischen Zeitungen und der People’s Collection Wales-Plattform mit Fotos und Artefakten. Auch das Open Library-Projekt und Archive.org stellen zahlreiche frei zugängliche Werke und Dokumente zur Verfügung, die für die historische und genealogische Recherche über Anglesey genutzt werden können, etwa alte Reiseführer, Ortsgeschichten oder genealogische Quellen.

Lokale Archive auf der Insel sind begrenzt, aber es gibt einige wichtige Sammlungen. Das Oriel Môn Museum in Llangefni beherbergt ein kleines Archiv mit Fotos, Dokumenten und Artefakten zur Inselgeschichte, das für Forscher zugänglich ist. Das Anglesey Archives (ehemals Anglesey Record Office) wurde 2019 geschlossen und die Bestände an die National Library of Wales und andere walisische Archive übertragen, darunter Gwynedd Archives in Caernarfon, das viele Anglesey-Dokumente verwahrt. Für Kirchenbücher, Grundbücher und lokale Urkunden ist oft eine Anfrage bei der National Library oder Gwynedd Archives erforderlich. Viele Kirchen und Gemeinden halten eigene kleine Archive, die für genealogische Recherchen nützlich sind.

Kultur

Eine Insel voller Männerchöre. Ein Bahnhof im Nirgendwo, der den längsten Ortsnamen Europas trägt – den kaum einer aussprechen kann. Eine fast unerreichbare Liebesinsel, echte Ritterburgen, dazu eine Sprache, die im Wortsinn fremd klingt: „welsh“ nämlich, walisisch. Die Insel Anglesey an der Nordwestküste von Wales mit ihren langen Stränden ist ein Ort mit Schätzen in vielerlei Hinsicht, die noch darauf warten, entdeckt zu werden.

Denn noch erzählt kein berühmter Roman von dem stillen Eiland, das die meisten Briten nur nutzen, um über die Autobahn zur Fähre nach Irland zu fahren. Kein berühmter Liebesfilm wurde auf Angleseys einsamen Klippen gedreht, keine Fernsehserie schildert das beschauliche Leben in den winzigen Städtchen, die aussehen, als sei das britische Seebad gerade erfunden worden und der Supermarkt eine Idee von übermorgen. Niemand hat die Druiden wieder zu Leben erweckt, die die Kelten vor 2500 Jahren mitbrachten.

Das wichtigste walisische Wort finden wir vielerorts auf die Landstraße gepinselt: „Araf!“ steht in großen Buchstaben auf dem Teer: „Langsam!“ Dann empfängt uns die Vergangenheit in einem sehr grünen Park. „Plas Newydd“, ein elegantes, neogotisches Herrenhaus aus dem 15. Jahrhundert, liegt in Llanfairpwll, direkt an der Menai Strait. Touristen schwärmen durch den weitläufigen Park und die ehemaligen Wohnräume seiner Lordschaft of Anglesey. Jener, ein angesehener Militärhistoriker, hat sein altes „Wohnhaus“ in den 1970er Jahren zum Museum gemacht und ist praktischerweise selbst dageblieben. Das erfährt man in den plüschigen ehemaligen Schlafgemächern zwischen Antiquitäten, einem chinesischen Himmelbett und einem historischen Plumpsklo mit moderner Wasserspülung.

Berühmt ist Anglesey für seine Männerchöre. Die Sprache ist das gutturale Welsh, die Gesichter der Männer werden friedlich, sobald das Klavier den ersten Akkord anstimmt. Viele Chöre erlauben Gästen, bei ihren Proben zuzuhören, das Singen ist Teil des Lebens hier. Ob jemand Bäcker ist, Bauer, Arzt oder Polizist – beim Singen wird das egal. Der Solist dieses Chores ist von Beruf Metzger. Als er sich für den schönsten Part des Abends aus den Stuhlreihen erhebt, haben die Ältesten Tränen in den Augen. Nicht umsonst hat der gesellschaftliche Höhepunkt von Wales, das internationale Sängerfestival „Eisteddfod“, seine Wurzeln in der Romantik des 18. Jahrhunderts.

Museen

Das wohl bedeutendste Museum der Insel ist das Transport Museum Anglesey, bekannt als Tacla Taid, in der Nähe von Llangefni. Es beherbergt die größte Sammlung klassischer Fahrzeuge in Wales, mit über 150 Exponaten, darunter Oldtimer-Autos, Motorräder, Fahrräder, Traktoren und kommerzielle Fahrzeuge aus mehr als einem Jahrhundert. Besonders hervorzuheben ist die Geschichte der Automobilindustrie auf Anglesey, einschließlich der Geburt des Land Rover – der Prototyp des ersten Land Rover wurde 1947 in Newborough auf der Insel getestet. Das Museum erzählt diese Geschichte detailliert und bietet zusätzlich eine Sammlung von Modellautos, Werkzeugen, Tankstellen-Nachbauten und einer alten Garage. Es ist ein Paradies für Autofans und Familien, mit interaktiven Bereichen, einem Café und regelmäßigen Veranstaltungen wie Oldtimer-Treffen.

Das Stone Science Museum in Llanddeusant im Norden der Insel ist besonders familienfreundlich und widmet sich der Erdgeschichte und der Entwicklung der Dinosaurier. Es verfügt über eine umfangreiche Fossiliensammlung, darunter echte Dinosaurierknochen, Ammoniten, Trilobiten und versteinerte Pflanzen. Zahlreiche interaktive Ausstellungen, Modelle, Touchscreens und ein Fossilienlabor machen es lehrreich und unterhaltsam zugleich. Besucher können selbst Fossilien präparieren oder an Workshops teilnehmen. Das Museum liegt malerisch in der Nähe des Holyhead Mountain und kombiniert Naturkunde mit Spaß für Kinder.

Das Anglesey Maritime Museum in Holyhead ist in einer ehemaligen Rettungsbootstation aus dem 19. Jahrhundert untergebracht und widmet sich der reichen maritimen Geschichte der Insel. Es zeigt Ausstellungen zu Seefahrt, Schiffbrüchen, Rettungseinsätzen und maritimen Artefakten aus den Weltkriegen, darunter Teile von Wracks, Navigationsinstrumente, Uniformen und Modelle berühmter Schiffe. Ein Highlight ist die Geschichte der Holyhead Lifeboat Station und der dramatische Schiffbruch der Royal Charter 1859. Das Museum ist klein, aber atmosphärisch und liegt direkt am Hafen, was es zu einem idealen Stopp für Besucher macht.

Das Swtan Heritage Museum in Church Bay (Porth Swtan) ist ein authentisches, restauriertes Cottage aus dem 19. Jahrhundert, das das traditionelle Leben auf Anglesey zeigt. Es ist eines der letzten strohgedeckten Häuser der Insel und präsentiert Alltagsgegenstände, Möbel, Werkzeuge und Fotos aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das RNLI Moelfre Lifeboat Station Museum in Moelfre erzählt die Geschichte der Seenotrettung an der rauen Ostküste, mit Exponaten zu berühmten Rettungseinsätzen, Booten und der Rolle der Freiwilligen. Das Menai Heritage Museum in Menai Bridge widmet sich der Geschichte der Menai Strait und der Brücken (Menai Suspension Bridge und Britannia Bridge), mit Modellen, Fotos und Artefakten. Das Anglesey Salt Museum (Anglesey Sea Salt Company) in Brynsiencyn präsentiert die Produktion von Anglesey Sea Salt, einem der ersten walisischen Meersalzprodukte mit geschützter Herkunftsbezeichnung, und bietet Führungen durch die Saline.

Zusätzlich gibt es kleinere, oft ehrenamtlich betriebene Museen oder Ausstellungen, wie das Copper Kingdom Centre in Amlwch, das die Geschichte des Kupferbergbaus am Parys Mountain erzählt, und das Oriel Môn in Llangefni, das neben Kunstausstellungen auch historische Sammlungen zur Inselgeschichte zeigt. Viele Museen sind saisonal geöffnet, oft von Frühling bis Herbst, und bieten Eintritt zu günstigen Preisen oder sogar kostenlos.

Architektur

Bryn Celli Ddu (walisisch für "der Grabhügel im dunklen Wald") ist ein beeindruckendes neolithisches Ganggrab, das als eines der schönsten Ganggräber in Wales gilt. Es wurde um 3000 v. Chr. gebaut und später archäologisch zwischen 1928 und 1929 untersucht. Das Monument besteht aus einer langen, etwa 8,4 Meter langen Eingangspassage, die zu einer polygonalen Steinkammer führt. Die ersten 3,4 Meter des Gangs sind unüberdacht und beginnen mit einem Paar Portalsteine. Die Wände des Gangs bestehen aus senkrecht stehenden Steinplatten, die von horizontalen Decksteinen abgedeckt sind. Die Grabkammer liegt unter einem Erdhügel, der nach der Ausgrabung wieder aufgeschüttet wurde, heute allerdings kleiner ist als ursprünglich, sodass die Rückwand zum Teil offen ist und natürliches Licht hineinfällt.

Besonderheit von Bryn Celli Ddu ist die Ausrichtung: Zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende, dem längsten Tag des Jahres, fällt das Sonnenlicht entlang des Eingangs bis in die Grabkammer und erleuchtet sie. Dies deutet auf eine rituelle oder symbolische Bedeutung des Lichts und der Sonne hin. Im Inneren der Grabkammer steht ein freistehender, rundlicher Pfeiler aus Blauschiefer, etwa zwei Meter hoch. Es wurden menschliche Knochen, Pfeilspitzen, Quarze, Muschelschalen und ein dekorierter Stein mit wellenförmigen Mustern gefunden. Ursprünglich war der Standort ein Henge mit einem Steinkreis, von dem heute einige Steine noch sichtbar sind. Bryn Celli Ddu ist eines der bemerkenswertesten prähistorischen Monumente auf Anglesey und wird von der walisischen Denkmalschutzbehörde Cadw betreut.

Die Grabkammer Trefignath ist eine neolithische Megalithanlage in der Nähe von Trearddur südlich von Holyhead auf Holy Island. Sie umfasst drei aufeinanderfolgende Steingräber, die in mehreren Bauphasen errichtet wurde. Ursprünglich war die Anlage von einem großen Cairn (Steinhügel) bedeckt. Die westliche Kammer ist die älteste und wurde etwa -3750 bis -3500 errichtet. Es handelt sich um einen sogenannten Cotswold Severn Tomb-Typ mit einer keilförmigen Form, einem Zugangsvorhof und axialen Kammern. Die letzte und östliche Kammer ist noch nahezu vollständig erhalten mit zwei großen Portalsteinen am Eingang. Die Grabstätte wurde zwischen 1977 und 1979 ausgegraben und ist heute ein geschützt erhaltenes kulturhistorisches Monument, das von Cadw betreut wird. Die Anlage zeigt, dass der Ort bereits über viele Jahrhunderte bedeutsam war, da Spuren der Nutzung über 1.500 Jahre nachgewiesen wurden.Trefignath ist ein eindrucksvolles Beispiel neolithischer Bestattungsarchitektur auf Anglesey aus der Jungsteinzeit mit großer Bedeutung für die archäologische Forschung der Region.

Das Beaumaris Castle ist ein Beispiel für die englische Festungsarchitektur im 13. Jahrhundert. Es besitzt eine aufwändige Zwingeranlage, welche die gesamte Kernburg umschließt. Kernburg und Zwinger haben einen quadratischen Grundriss. Das Torhaus der Kernburg ist mit einem flankierenden Turm auf jeder Seite stark befestigt und hat daher die Funktion eines Keeps. Beaumaris Castle wurde wie auch Harlech Castle und Caernarfon Castle unter Eduard I. von England zum Zweck des Machterhalts über Wales erbaut. Sie war die letzte für ihn von James of St. George konstruierte Burg. Als einzige unter den Burgen Eduards ist Beaumaris eine Wasserburg, mit einem Wassergraben rund um die äußere Ringmauer.

Im Bereich der Herrenhäuser finden sich Beispiele neoklassizistischer Architektur, vor allem beeinflusst durch Architekten wie Samuel Wyatt, der unter anderem das Anwesen Baron Hill in Beaumaris gestaltete. Seine Entwürfe zeichneten sich durch elegante, zurückhaltende Formen mit klassischen Elementen wie großen, gewölbten Fenstern und symmetrischen Fassaden aus.

Ein weiteres prägendes Bauwerk ist Plas Newydd, ein Herrenhaus, das als National Trust Objekt verwaltet wird. Das Design von Plas Newydd ist vom Mittelalter inspiriert, kombiniert aber weichere Bögen und runde Dekorationen, was ihm eine sowohl monumentale als auch einladende Erscheinung verleiht. Berühmt sind auch die kunstvollen Innenräume, die im frühen 20. Jahrhundert mit Texturen und Farben gestaltet wurden.

Historische Brücken über die Menai Strait, die Anglesey mit dem Festland verbinden, sind ebenfalls wichtige architektonische Zeugnisse. Diese Brücken sind beliebte Fotomotive und zeigen technische Meisterleistungen ihrer Zeit.

Bildende Kunst

Die Insel beherbergt mehrere namhafte Kunstgalerien, die ein breites Spektrum an zeitgenössischer und traditioneller Kunst präsentieren. Das herausragende Kunstzentrum ist Oriel Môn in Llangefni, ein modernes, speziell errichtetes Museum und Galeriegebäude, das 1991 eröffnet wurde. Es zeigt Kunstwerke, die sich mit der Geschichte und Kultur Angleseys auseinandersetzen, und beherbergt bedeutende Sammlungen von Werkensir Kyffin Williams, einem der bekanntesten walisischen Landschaftsmaler des 20. Jahrhunderts, ebenso wie die Arbeiten von Charles Tunnicliffe, einem weiteren berühmten Künstler, der auf der Insel lebte. Die Galerie bietet regelmäßig wechselnde Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen an.

Neben Oriel Môn gibt es weitere Galerien wie die Janet Bell Gallery, H'artworks Gallery und Oriel Beaumaris, die sowohl lokale als auch überregionale Künstler präsentieren. Diese Galerien fördern die Kreativszene der Insel und bieten Raum für Vernissagen, Workshops und kulturellen Austausch.

Die bildende Kunst auf Anglesey umfasst Malerei, Skulptur, Grafik und Kunsthandwerk und spiegelt die natürliche Schönheit sowie das kulturelle Erbe der Insel wider. Viele Künstler auf Anglesey lassen sich von der Landschaft, dem Meer und der Geschichte der Insel inspirieren, was sich in den oft imposanten, farbintensiven und atmosphärischen Werken zeigt.

Literatur

Anglesey hat eine lange literarische Tradition, und einige bekannte Autoren stammen direkt von dort oder wurden von der Region und ihrer Kultur inspiriert. Die walisische Sprache (Cymraeg) spielt eine zentrale Rolle, da sie auf der Insel besonders lebendig ist und viele Werke in ihr entstanden sind. Ein bedeutender walisischer Dichter aus der Region war Lewis Morris (1701 bis 1765), der nicht nur als Dichter, sondern auch als Hydrograph, Altertumsforscher und Lexikograph von Bedeutung ist. Er gehörte zu den Morris-Brüdern von Anglesey, einer einflussreichen Familie aus Llanfihangel yn Nhywyn, die eine wichtige Rolle für die walisische Literatur und Kultur spielte. Lewis Morris, oft als „Lewis Morris o Fôn“ bezeichnet, schrieb Gedichte, Briefe und Abhandlungen auf Walisisch und Englisch, darunter Werke zur walisischen Mythologie, Naturbeschreibungen und patriotische Texte. Zusammen mit seinen Brüdern Richard, William und John gründete er die „Cymdeithas y Morrisiaid“ (Morris Society), die die walisische Sprache und Literatur im 18. Jahrhundert revitalisierte. Sie sammelten Manuskripte, förderten Dichter und trugen zur Erhaltung der walisischen Kultur bei, als diese durch Anglisierung bedroht war. Lewis’ Gedichte wie „Diddanwch Teuluaidd“ und seine Korrespondenz gelten als Meilensteine der walisischen Aufklärungsliteratur.

Die malerische Landschaft Nordwales, einschließlich Anglesey, hat immer wieder Dichter und Schriftsteller inspiriert, die dort gelebt oder ihren Sommer verbracht haben. Die Menai Strait, die Küsten, Megalithgräber und die druidische Geschichte der Insel tauchen in vielen Werken auf. Der walisische Nationaldichter Hedd Wyn (Ellis Humphrey Evans, 1887 bis 1917) hatte familiäre Verbindungen nach Anglesey, und die Insel wird in seiner Lyrik und in der walisischen Kriegsdichtung indirekt thematisiert. Moderne Autoren wie Kate Roberts (aus der Region inspiriert) oder John Cowper Powys, der in Corwen lebte und Nordwales bereiste, ließen sich von der Atmosphäre der Insel beeinflussen. Auch zeitgenössische walisische Schriftsteller wie Angharad Price oder Manon Steffan Ros greifen oft Themen aus der ländlichen walisischen Welt auf, die auf Anglesey stark präsent sind.

Obwohl Anglesey selbst heute keine große literarische Szene wie etwa in Cardiff oder Aberystwyth hat, ist die Nähe zu walisischen Literaturzentren und Universitäten ein Anreiz für angehende Schriftsteller. Die Bangor University, nur eine Brückenfahrt entfernt, bietet Kurse in Kreativem Schreiben und Walisischer Literatur, und viele Absolventen kommen von oder ziehen nach Anglesey. Auf der Insel existiert eine Reihe von Veranstaltungen und kleinen literarischen Kreisen, die die regionale Literatur fördern. Dazu gehören Lesungen in Bibliotheken wie die Llangefni Library, Poetry Nights in Pubs oder Cafés, das jährliche Eisteddfod Genedlaethol (National Eisteddfod), das oft in Nordwales stattfindet und Anglesey regelmäßig besucht, sowie lokale Gruppen wie Menter Môn oder Cymdeithas yr Iaith Gymraeg, die Literaturveranstaltungen organisieren. Das Oriel Môn in Llangefni zeigt oft Ausstellungen zu walisischen Autoren und Büchern, und der Anglesey Literature Festival (oder ähnliche kleinere Events) bringt Autoren zusammen.

Die walisische Literatur ist auf Anglesey besonders lebendig in Form von Lyrik, Kurzgeschichten und lokalen Geschichtsbüchern. Viele Autoren schreiben über die Inselgeschichte – von den Druiden über den Kupferbergbau bis zur modernen Identität – und veröffentlichen in walisischen Verlagen wie Y Lolfa oder Gwasg Carreg Gwalch. Die Nähe zur Natur und die starke walisische Sprachgemeinschaft fördern eine introspektive, ortsverbundene Literatur, die oft Themen wie Heimat, Verlust und kulturelle Kontinuität behandelt.

Theater

Im County gibt es mit dem Ucheldre Centre in Holyhead ein bedeutendes Kultur- und Theaterzentrum, das zu den führenden Kunstzentren in Wales zählt. Das Ucheldre, 1990 eröffnet und seitdem kontinuierlich erweitert, liegt zentral in Holyhead und bietet ein vielfältiges Programm mit Theaterstücken, Konzerten, Tanz, Kunstausstellungen, Filmvorführungen, Workshops und lokalen Theaterproduktionen. Es verfügt über einen 200 Sitzplätze großen Theatersaal mit moderner Technik sowie ein Amphitheater im Freien, das besonders in den Sommermonaten für Open-Air-Aufführungen, Festivals und Community-Events genutzt wird. Das Programm umfasst professionelle Tourneeproduktionen walisischer und britischer Theatergruppen, darunter oft walisischsprachige Stücke oder bilinguales Theater, aber auch internationale Gastspiele aus England, Schottland und Irland.

Neben den großen Produktionen gibt es regelmäßige Community-Veranstaltungen und Auftritte lokaler Amateurtheatergruppen, die das kulturelle Leben der Insel bereichern. Gruppen wie die Holyhead Amateur Dramatic Society oder kleinere Ensembles aus Llangefni und Amlwch proben und spielen im Ucheldre und bringen pantomimes, Komödien, Dramen und musikalische Revuen auf die Bühne. Das Zentrum versteht sich als Treffpunkt für Künstler und Kulturinteressierte und fördert sowohl internationale Künstler als auch die lokale Kreativität durch Workshops für Jugendliche, Erwachsene und Schulklassen, Schreibkurse, Schauspieltrainings und Kooperationen mit Schulen. Es ist ein Ort der Inklusion, mit barrierefreiem Zugang und oft walisischsprachigen Veranstaltungen, die die starke Cymraeg-Tradition der Insel unterstützen.

Daneben gibt es auf Anglesey mehrere kleinere Gemeinde- und Dorfhallen, die gelegentlich für Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen oder kulturelle Treffen genutzt werden. Die Neuadd y Pentre in Llangefni, die Neuadd y Fali in Valley oder die Memorial Hall in Menai Bridge dienen als Bühnen für lokale Produktionen, Pantomimes, Eisteddfod-Wettbewerbe, Konzerte und Amateurtheater. Viele Dörfer haben eigene kleine Hallen oder Community Centres, in denen Gruppen wie die Anglesey Drama League oder Schulen Aufführungen organisieren. Das jährliche Eisteddfod, das oft in Nordwales stattfindet, bringt Theaterwettbewerbe (Drama, One-Act-Plays) nach Anglesey, und lokale Gruppen nehmen regelmäßig teil.

Das Theater auf Anglesey ist weniger kommerziell und großstädtisch, dafür stark gemeinwohlorientiert und von Freiwilligen getragen. Es lebt von der walisischen Leidenschaft für das gesprochene Wort, Poesie und Gemeinschaftserlebnisse. Das Ucheldre Centre ist das klare Zentrum und ein Magnet für Besucher von der Insel und dem Festland, während die kleineren Hallen das kulturelle Leben in den Dörfern am Leben halten. Die walisische Regierung und der County Council fördern das Theater durch Zuschüsse, und Programme wie Arts Council Wales unterstützen lokale Gruppen und Jugendtheater. Insgesamt bereichert das Theater auf Anglesey die Inselkultur, stärkt die walisische Sprache und schafft Orte der Begegnung, Kreativität und Unterhaltung in einer oft ländlich ruhigen Umgebung.

Film

Auf Anglesey gibt es einige kleine Kinos, die ein breites Spektrum an Filmen für Einheimische und Besucher bereitstellen und oft eine Mischung aus Mainstream, Arthouse und walisischen Produktionen zeigen. Das bekannteste Kino auf der Insel ist das Holyhead Empire Cinema in Holyhead. Dieses traditionsreiche, aber modernisierte Kino verfügt über mehrere Leinwände und bietet aktuelle Blockbuster, Familienfilme, Independent-Produktionen und gelegentlich walisischsprachige oder britische Filme. Es ist mit bequemen Sitzen und guter Ton- und Bildtechnik ausgestattet und zeigt neben Kinofilmen auch kulturelle Events, Live-Übertragungen aus Theatern wie National Theatre Live oder Spezialvorführungen wie Klassiker-Reihen. Das Empire ist ein beliebter Treffpunkt, besonders am Wochenende, und bietet oft günstige Familien- oder Seniorentickets.

Neben dem Empire organisiert das Ucheldre Centre in Holyhead regelmäßige Filmvorführungen, oft im Zusammenhang mit künstlerischen und kulturellen Programmen. Das Zentrum, das als führendes Kulturhaus in Nordwales gilt, zeigt Arthouse-Filme, Dokumentationen, walisische Independent-Produktionen, Kurzfilmabende und thematische Reihen, etwa zu walisischer Geschichte, Umweltthemen oder internationalen Regisseuren. Die Vorführungen finden meist im Theatersaal oder im Café-Bereich statt und werden durch Diskussionen, Einführungen oder Q&A-Runden mit Gästen ergänzt. Das Ucheldre versteht sich als Ort der kulturellen Reflexion und fördert dadurch eine anspruchsvollere Filmkultur auf der Insel.

Für ein breiteres Angebot, spezielle Filmfestivals oder IMAX-ähnliche Erlebnisse fahren viele Inselbewohner in die nahegelegene Stadt Bangor auf dem Festland. Dort gibt es das Reel Cinema Bangor (früher Plaza Cinema) mit mehreren Sälen und ein umfangreiches Programm, sowie das Pontio Arts and Innovation Centre, das regelmäßig Filmreihen, Festivals und Live-Übertragungen zeigt. Bangor ist nur eine kurze Fahrt über die Menai Suspension Bridge entfernt und dient als Ergänzung zum lokalen Angebot.

Anglesey hat als malerischer Drehort immer wieder Anziehungskraft für Filmproduktionen. Die dramatische Küstenlandschaft, die Menai Strait, historische Stätten wie Beaumaris Castle und die surreale Industrieästhetik von Parys Mountain tauchen in verschiedenen TV-Serien und Filmen auf. Beispiele sind Szenen aus walisischen Produktionen wie „Hinterland“ (Y Gwyll), Teile von BBC-Dramen oder Dokumentationen über die walisische Geschichte. Auch internationale Produktionen nutzen die Insel gelegentlich für Außenaufnahmen, etwa für Natur- oder Küstenmotive. Diese Präsenz in Film und Fernsehen gewinnt der lokalen Filmkultur weitere Impulse und inspiriert Einheimische, sich mit dem Medium auseinanderzusetzen – sei es durch Filmclubs, Workshops im Ucheldre oder Schulprojekte.

Musik und Tanz

Die Musik- und Tanztradition auf Anglesey ist tief in der walisischen Kultur verwurzelt und verbindet traditionelle Elemente mit modernen Einflüssen. Die walisischen Volkslieder (Folk Songs) spielen eine zentrale Rolle und werden oft in der walisischen Sprache gesungen. Diese Lieder behandeln Themen wie Natur, Liebe, Heimat und Geschichte und werden bei lokalen Festen, Konzerten und Gemeinschaftsveranstaltungen immer noch lebendig gepflegt. Viele stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, wurden aber durch die Morris-Brüder und spätere Sammler wie Mair Tomos Evans bewahrt und weitergegeben. Heute erklingen sie bei Eisteddfod-Wettbewerben, in Pubs oder bei Familienfeiern, oft begleitet von Harfe, Fiedel oder Gitarre.

Bekannte Persönlichkeiten aus Anglesey in der traditionellen walisischen Musik sind unter anderem die Sängerin Sian James, die mit ihrer warmen, ausdrucksstarken Stimme einen wichtigen Beitrag zur Folk-Musik leistet. Sie hat mehrere Alben veröffentlicht und tritt regelmäßig auf Festivals auf. Ebenso bekannt sind das Duo Tony & Aloma, das mit emotionalen Liedern und Harfenbegleitung in ganz Wales erfolgreich ist. Diese Künstler zeigen die Verbindung von Musik und Heimat sehr eindrucksvoll und tragen dazu bei, dass die walisische Sprache und Melodien lebendig bleiben.

Ein zentraler Veranstaltungsort ist das Ucheldre Centre in Holyhead, das sich durch seine hervorragende Akustik und sein breitgefächertes Musikprogramm auszeichnet. Hier finden Konzerte aus den Bereichen klassische Musik, Jazz, Pop, Oper, Kammermusik, Chor- und Soloauftritte statt. Auch Tanzveranstaltungen, wie Flamenco-Shows, gehören zum Programm. Das Ucheldre ist ein kultureller Treffpunkt, der lokale wie internationale Künstler zusammenbringt und regelmäßig walisischsprachige Acts, Folk-Abende und Tanzworkshops anbietet.

Mehrere große Musikfestivals beleben die Insel vor allem in den Sommermonaten. Das Gottwood Festival ist eines der bekanntesten Festivals für elektronische Musik in Wales. Es findet auf einem Waldgelände nahe Holyhead statt und zieht internationale DJs und Live-Acts an, die in einer naturnahen, familienfreundlichen Atmosphäre auftreten. Das Beaumaris Festival bietet ein abwechslungsreiches Programm aus klassischer, Jazz- und Instrumentalmusik, verbunden mit lokalen und internationalen Künstlern, und nutzt oft die malerische Kulisse der Burg und der Menai Strait. Das Folk on the Farm Festival setzt den Fokus auf Folk, Blues, Weltmusik und Rock, eingebettet in die idyllische Natur Angleseys, und verbindet Musik mit Camping, Workshops und lokalen Produkten.

Darüber hinaus gibt es regelmäßig kleinere Konzerte, Tanzveranstaltungen und Musikaktivitäten in Gemeindezentren, Theatern und Kirchen auf der Insel. Viele Dörfer haben eigene Chöre (Côr), die in der walisischen Tradition singen, und Tanzgruppen, die traditionelle walisische Tänze (Dawnsio Gwerin) oder moderne Stile pflegen. Spezielle Bildungsprogramme und Live-Konzertreihen fördern musikalische Talente von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen, etwa durch Workshops im Ucheldre, Schulprojekte oder die Arbeit von Menter Môn, die musikalische und kulturelle Aktivitäten unterstützt.

Kleidung

Die traditionelle Kleidung auf Anglesey ist Teil der walisischen Tracht, die sich vor allem im 19. Jahrhundert entwickelt hat und heute als symbolische nationale Kostümierung gilt. Sie spiegelt die ländliche Arbeitskleidung jener Zeit wider und zeichnet sich durch einige typische Merkmale aus.

Für Frauen gehören zu der Tracht der Insel meist ein bauschiger Rock (genannt Pais a Betgwn), oft in gelblichen oder gedeckten Farben, und eine Schürze. Der Rock ist vorne kürzer als hinten, damit er bei der Arbeit nicht stört. Darüber wird ein Baumwoll- oder Wollkleid getragen, das mit einem großen, runden oder manchmal eckigen Kragen versehen ist. Dazu gehört eine Haube aus Baumwolle oder Leinen, die oft unter einem Wollschal um die Schultern getragen wird. Ein traditionelles Stück ist auch der walisische Hut, eine hohe schwarze Kopfbedeckung, die für Wales charakteristisch ist.

Die Kleidung aus Linsey-Woolsey, einem Mix aus Leinen und Wolle, war typisch, ebenso wie mehrlagige Petticoats (Unterröcke), die häufig auch aus rotem Flanell gefertigt wurden, um rheumatischen Beschwerden vorzubeugen. Die Schürzen waren meist gestreift oder kariert.

Für Männer war die traditionelle Kleidung weniger einheitlich, oft auf praktische und robuste Arbeitskleidung beschränkt, die dem rauen Klima und den landwirtschaftlichen Tätigkeiten angepasst war.

Heutzutage wird die traditionelle Tracht vor allem zu festlichen Anlässen, kulturellen Feiern und bei folkloristischen Events getragen. Sie hat vor allem symbolischen Charakter und steht für walisische Identität, Heimatverbundenheit und kulturelles Erbe.

Kulinarik und Gastronomie

Die Inselküche ist bodenständig, saisonal und stark regional geprägt, wobei lokale Produkte wie Meeresfrüchte, Lammfleisch, Käse, Gemüse und Meersalz im Mittelpunkt stehen. Die walisische Sprache und Kultur spielen eine große Rolle – viele Menüs und Schilder sind bilingual, und traditionelle Gerichte werden oft bei Festen und in Familien gepflegt. Ein Markenzeichen der Insel ist das Anglesey Sea Salt (Halen Môn), das seit 1997 in Brynsiencyn von Hand geerntet wird und als erstes walisisches Produkt mit geschützter geografischer Angabe (PGI) gilt. Es wird in vielen Restaurants und Geschäften verwendet und verleiht Fisch, Fleisch und Gemüse eine besondere Note. Anglesey-Lamm (Ynys Môn Lamb) ist für seine Qualität bekannt – die Schafe weiden auf salzhaltigen Weiden, was dem Fleisch einen einzigartigen Geschmack verleiht. Es wird oft als Roast Loin oder in Eintöpfen serviert. Frischer Fisch und Schalentiere dominieren die Küstenküche: Seebarsch (Anglesey Sea Bass aus lokaler Aquakultur), Hummer, Krabben, Jakobsmuscheln, Muscheln und Austern aus der Menai Strait oder dem Irischen Meer. Holyhead und Beaumaris sind besonders stark auf Meeresfrüchte ausgerichtet.

Klassische walisische Gerichte finden sich überall: Welsh Rarebit (geröstetes Brot mit Käse-Sauce), Cawl (herzhafter Eintopf mit Lamm, Lauch, Kartoffeln und Karotten), Bara Brith (fruchtiger Teegebäck-Kuchen), Welsh Cakes (kleine, auf der Platte gebackene Fladen mit Rosinen) und laverbread (eine Paste aus Seetang, oft mit Hafer und Speck). Lokale Käsesorten wie Perl Wen oder Teifi ergänzen das Angebot, und viele Höfe verkaufen direkt Honig, Marmeladen, Chutneys und Craft-Biere.

Typische Gerichte aus der walisischen Küche, die auch auf Anglesey häufig serviert werden, sind:

  • Cawl: Ein traditioneller walisischer Eintopf mit Lammfleisch, Lauch, Kartoffeln und anderen frischen Gemüsearten. Früher aß man ihn täglich, heute ist Cawl ein Symbol der walisischen Küche.
  • Laverbread (Bara Lawr): Ein Brei aus gekocht und püriertem Seetang, der oft zusammen mit Speck und Herzmuscheln zum Frühstück serviert wird und auf Anglesey eine besondere Rolle spielt.
  • Welsh Rarebit: Überbackener Käse auf Toast, gewürzt mit Senf und Worcestersauce, ein klassisches Walisisches Gericht.
  • Glamorgan Sausages: Vegetarische Würstchen aus Käse (oft Caerphilly), Lauch und Brotkrumen.
  • Bara Brith: Ein süßes, gewürztes Früchtebrot, das häufig zum Tee gereicht wird.
  • Welsh Cakes: Kleine, würzige Teekuchen, traditionell auf einem Bakestone gebacken.

Eine weitere Spezialität von Anglesey ist das Anglesey Salt, ein Meersalz, das aus dem Wasser rund um die Insel gewonnen wird und in der regionalen Küche eingesetzt wird. Die Gastronomie auf Anglesey bietet durch eine Mischung aus traditionellen Gasthäusern, modernen Restaurants und ländlichen Pubs eine breite Palette, die sowohl lokale Spezialitäten als auch internationale Küche serviert. Lokale Produkte und saisonale Angebote prägen die Speisekarte vieler Betriebe, wodurch Besucher authentische walisische Genussmomente erleben können.

Die Gastronomieszene ist eine Mischung aus Pubs, Cafés, Restaurants und Farm-to-Table-Betrieben. In Holyhead gibt es mehrere Fischrestaurants und Pubs am Hafen, die frische Fänge servieren, wie das George Hotel oder das Eating Inn. Beaumaris ist für gehobene Küche bekannt – das White Eagle oder das Lobster Pot bieten saisonale Menüs mit lokalen Zutaten. In Llangefni finden sich gemütliche Cafés und Bistros wie das Green Olive oder das Tafarn y Porth, die walisische Klassiker mit modernen Twists kombinieren. Amlwch und Rhosneigr haben Strandcafés und Restaurants mit Meerblick, die oft Fisch & Chips, Crab Sandwiches oder lokale Burger anbieten. Viele Betriebe setzen auf „Anglesey Produce“ und präsentieren regionale Spezialitäten. Das jährliche Anglesey Food Festival (meist im Sommer) bringt Streetfood-Stände, Kochdemonstrationen, Bauernmärkte und Verkostungen zusammen. Der Ynys Môn Food Partnership fördert lokale Produzenten, und der Anglesey Freeport soll die Gastronomie durch mehr Besucher und Investitionen weiter stärken.

Pubs spielen eine große Rolle: Viele wie das Outbuildings in Llanfairpwll oder das Black Lion in Penmon servieren Real Ale, Craft-Bier (z. B. von Anglesey Brewing Co.) und klassische Pub-Gerichte wie Steak & Ale Pie oder Fish & Chips. Traditionelle Pub-Sessions mit Live-Musik und walisischen Liedern sind häufig, besonders in den Sommermonaten.

Festkultur

Auf Anglesey gelten die walisischen Feiertage:

  • Neujahr (New Year’s Day) – 1. Januar
  • Karfreitag (Good Friday) – beweglich im März/April
  • Ostermontag (Easter Monday) – beweglich im März/April
  • Early May Bank Holiday – erster Montag im Mai
  • Spring Bank Holiday – letzter Montag im Mai
  • Summer Bank Holiday – letzter Montag im August
  • Weihnachtstag (Christmas Day) – 25. Dezember
  • Boxing Day – 26. Dezember

Dazu kommt eine Vielzahl von Festen und Festivals, die sowohl die kulturelle Vielfalt als auch die lokale Tradition der Insel spiegeln. Eines der bekanntesten Festivals ist das Gottwood Festival, ein angesehenes Underground-Elektronikmusikfestival, das jährlich im Juni auf dem Carreglwyd Estate nahe Holyhead stattfindet. Das Festival bietet bunte Bühnen, Kunstinstallationen und zieht rund 5.000 Besucher an, die ein intensives Erlebnis von Musik und Natur suchen.

Ein weiteres wichtiges Ereignis ist das Amlwch Viking Festival, das eine historische Wikinger-Nachstellung mit authentischen Kostümen, Schlachten und Handwerksdarbietungen bietet. Dieses zweitägige Festival zieht jährlich etwa 15.000 Besucher in den Hafenort Amlwch, wo die Geschichte der Wikinger auf der Insel lebendig wird.

Darüber hinaus finden regelmäßig Veranstaltungen wie das Anglesey Agricultural Show statt, ein großes landwirtschaftliches Fest mit über 50.000 Teilnehmern, das Familien einen unterhaltsamen Einblick in die regionale Landwirtschaft bietet.

Medien

Die Medienlandschaft auf Anglesey ist geprägt von einer Mischung aus lokalen, walisischen und digitalen Angeboten, die die starke walisische Identität, die walisische Sprache und die regionale Verbundenheit widerspiegeln. Neben lokalen Internet-Plattformen und Zeitungen gibt es seit dem 4. Februar 2007 auf Anglesey auch einen Fernsehsender, das Time Team (series 14) des Channel 4. Abseits dessen gibt es lokale Zeitungen und Wochenblätter, die vor allem Nachrichten, Veranstaltungen und Themen rund um Anglesey und Nordwales abdecken. Diese Printmedien sind wichtig für die Gemeinschaft und informieren über lokale Politik, Kultur, Wirtschaft und gesellschaftliche Ereignisse.

Zu den wichtigsten Printmedien zählen der Anglesey Mail, der Holyhead & Anglesey Mail sowie der North Wales Chronicle (mit regionalem Fokus auf Anglesey), die wöchentlich oder zweiwöchentlich erscheinen. Diese Blätter berichten über Ratssitzungen, Schulen, Vereine, Sport, Todesanzeigen, Kleinanzeigen und Veranstaltungen wie Eisteddfod oder lokale Feste. Sie sind oft bilingual oder enthalten walisische Beiträge und dienen als Bindeglied in einer Inselgemeinschaft, in der persönliche Kontakte und lokale Themen eine große Rolle spielen. Die walisische Tageszeitung Y Cymro und die Wochenzeitung Y Fan a’r Lle bieten ergänzend walisischsprachige Berichterstattung, die auch Anglesey abdeckt.

Lokale Radiosender bieten Programme in Englisch und Walisisch an, die Musik, Nachrichten, kulturelle Berichte und Talkshows umfassen. Diese Sender spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung der walisischen Sprache und Kultur. Radio Ceredigion und BBC Radio Cymru senden walisischsprachige Programme, die auf Anglesey gut empfangen werden, während lokale Sender wie Môn FM (ehemals ein Community-Sender) oder BBC Radio Wales regionale Inhalte liefern. Die Sender berichten über Inselthemen, spielen walisische Musik (Folk, Pop, Klassik) und laden oft lokale Gäste ein, um über Politik, Kultur oder Alltag zu sprechen.

Websites und Social-Media-Kanäle wie Visit Anglesey bieten aktuelle Informationen, Veranstaltungsankündigungen und touristische Highlights, ergänzt durch multimediale Inhalte wie Videos und Bilder. Digitale Nachrichtenportale informieren tagesaktuell über Geschehnisse auf der Insel und in der weiteren Region. Kulturelle und touristische Medienangebote sind stark vernetzt. VisitWales und VisitAnglesey fungieren als zentrale Plattformen, die mit Bilddatenbanken, Videos und PR-Material umfassende Einblicke in die Insel und ihre Besonderheiten bieten. Die offizielle Website des Isle of Anglesey County Council (anglesey.gov.wales) und Social-Media-Kanäle des Councils liefern Nachrichten zu Verwaltung, Veranstaltungen und Diensten. Lokale Facebook-Gruppen, Instagram-Accounts von Cafés, Museen und Festivals sowie YouTube-Kanäle walisischer Künstler ergänzen das Angebot.

Fernsehen auf Anglesey ist weitgehend auf die walisischen und britischen Sender ausgerichtet. S4C, der walisischsprachige Sender, ist besonders wichtig und sendet Nachrichten, Dokumentationen, Dramen und Kinderprogramme auf Walisisch, die auf der Insel stark genutzt werden. BBC Cymru Wales produziert regionale Inhalte, darunter Wales Today und walisische Serien. Das Ucheldre Centre in Holyhead zeigt gelegentlich Film- und Medienveranstaltungen, und es gibt kleine Community-Medienprojekte, die lokale Geschichten dokumentieren.

Kommunikation

Die Telefonvorwahl von Anglesey ist wie für Bangor 0(044)2891. Die Postleitzahlen auf Anglesey gehören alle zum Postcode-Gebiet LL (Llandudno) und liegen hauptsächlich im Bereich LL58–LL78.

Einige Beispiele:

  • LL58 – Beaumaris
  • LL59 – Menai Bridge
  • LL60–LL65 – zentrale und westliche Teile der Insel
  • LL65 – Holyhead
  • LL66–LL69 – Norden und Nordosten
  • LL70–LL78 – Osten und Südosten der Insel

Sport

Anglesey/Ynys Môn ist Mitglied der International Island Games Association. 2009 Games erreichte die Insel zusammen mit den Western Isles in Aaland den 17. Rang mit 1 Gold-, 2 Silber- und 2 Bronze-Medaillen. 2007 erreichte sie auf Rhodos den 15. Rang mit 3 Gold-, 1 Silber- und 1 Bronze-Medaille. 2005 gab es auf den Shetland-Inseln den 11. Rang mit 4 Gold-, 2 Silbe- und 2 Bronze- Medaillen. Die Isle of Anglesey/Ynys Môn Island Games Association möchte die Spiele im Jahr 2015 auf der eigenen Insel abhalten.

Beliebte Sportarten auf Anglesey sind:

  • Coasteering: Eine Mischung aus Klettern, Schwimmen und Springen entlang der Küste, besonders an Spots wie Porth Dafarch beliebt.
  • Kajakfahren und Paddeln: Die ruhigen Buchten und Strände wie Beaumaris und Newborough sind ideal für Kajak- und Stand-up-Paddle-Boarding.
  • Klettern und Abseilen: Anglesey ist beliebt für seine Kletterrouten an Klippen und Felsformationen, auch für Anfänger mit geführten Touren.
  • Windsurfing und Surfen: Besonders der Strand von Rhosneigr ist ein Hotspot für Surfer und Windsurfer mit beständigen Winden.
  • Zip-Lining: Auf dem Festland nahe Anglesey bietet Zip World verschiedene Zip-Line-Parcours mit spektakulären Aussichten und Adrenalinkicks.
  • Wandern und Radfahren: Der Anglesey Coastal Path lädt zu Wanderungen mit beeindruckenden Küstenblicken ein, während gut ausgebaute Radwege das Erkunden per Fahrrad ermöglichen.
  • Golf: Auf der Insel gibt es mehrere Golfplätze, die sowohl von Einheimischen als auch von Touristen geschätzt werden.

In Anglesey waren mehrere Vorläufer der modernen Fußballregeln beliebt. Sie hatten nur wenige Regeln und waren ziemlich gewalttätig. Rhys Cox beschrieb um die Wende zum 18. Jahrhundert ein Spiel in Llandrygan, das damit endete, dass „zahlreiche Spieler ... hier und da auf der Straße liegen blieben, einige mit gebrochenen Gliedmaßen, andere schwer verletzt, und einige auf Bahren zum Begräbnis auf den Friedhof gebracht wurden, der dem Ort am nächsten lag, an dem sie tödlich verletzt worden waren“. William Bulkeley berichtet in seinem Tagebuch vom April 1734, dass die Gewalt solcher Spiele keine negativen Gefühle hinterließ, da sich beide Seiten „als gute Freunde trennten, wie sie gekommen waren, nachdem sie eine halbe Stunde lang gemeinsam bei einem Becher Bier ihre Stimmung aufgemuntert hatten ... und die Osterfeiertage unschuldig und fröhlich beendet hatten“.

In Anglesey waren mehrere Vorläufer der modernen Fußballregeln beliebt. Sie hatten nur wenige Regeln und waren ziemlich gewalttätig. Rhys Cox beschrieb um die Wende zum 18. Jahrhundert ein Spiel in Llandrygan, das damit endete, dass „zahlreiche Spieler ... hier und da auf der Straße liegen blieben, einige mit gebrochenen Gliedmaßen, andere schwer verletzt, und einige auf Bahren zum Begräbnis auf den Friedhof gebracht wurden, der dem Ort am nächsten lag, an dem sie tödlich verletzt worden waren“. William Bulkeley berichtet in seinem Tagebuch vom April 1734, dass die Gewalt solcher Spiele keine negativen Gefühle hinterließ, da sich beide Seiten „als gute Freunde trennten, wie sie gekommen waren, nachdem sie eine halbe Stunde lang gemeinsam bei einem Becher Bier ihre Stimmung aufgemuntert hatten ... und die Osterfeiertage unschuldig und fröhlich beendet hatten“.

Der 1757 gegründete Anglesey Hunt war nach dem Tivyside Hunt in Cardiganshire der zweitälteste Fuchsjagdverein in Wales.

Fußball

Das Fußballspiel kam in den 1870er Jahren auf und stieß aufgrund seiner vermeintlichen Verbindung mit Trunkenheit, Rowdytum und den unteren Klassen auf lokalen Widerstand. Ein Kritiker bezeichnete ihn als „unchristliche Praxis“. In der Saison 1895/96 wurde eine Anglesey-Liga mit Mannschaften aus Amlwch, Beaumaris, Holyhead, Menai Bridge, Llandegfan und Llangefni gegründet. Diese wurde 2020 durch die North Wales Coast West Football League abgelöst.

Die Fußballmannschaft von Ynys Môn vertritt Anglesey bei den alle zwei Jahre stattfindenden Island Games und gewann 1999 die Goldmedaille. Im Jahr 2018 wurde die Insel als Austragungsort für das Inter Games Football Tournament 2019 ausgewählt, bei dem die Herrenmannschaft Gold und die Damenmannschaft Silber gewann.

Für die abgebrochene Saison 2020/21 sollten Llangefni Town und Holyhead Hotspur in der Cymru North League, der zweiten Liga des walisischen Fußballligasystems, spielen, nachdem sie zwei Jahre zuvor die Welsh Alliance League gewonnen hatten. In der vierten Liga, der North Wales Coast West Football League Premier Division, sollten in derselben Saison neun Mannschaften aus Anglesey spielen: Aberffraw, Amlwch Town, Bodedern Athletic, Bro Goronwy, Gaerwen, Gwalchmai, Menai Bridge Tigers, Pentraeth und Trearddur Bay Bulls. In der Division One gibt es weitere neun Mannschaften.

Rugby

Der Llangefni RFC ist die höchste Mannschaft der Insel in der WRU Division One North. Llangoed ist Gastgeber eines jährlichen Rugby-Siebener-Wettbewerbs. Zu den Gastmannschaften gehörte unter anderem der Manhattan RFC.

Leichtathletik

Jedes Jahr im September findet das Anglesey Festival of Running statt, das einen Marathon, einen Halbmarathon, 10-km- und 5-km-Läufe sowie Wettbewerbe für Kinder umfasst. Sein Slogan lautet „Run the Island” (Lauf die Insel). Derzeit gibt es auf der Insel keine 400-Meter-Allwetter-Kunststoffbahn, die nächstgelegene befindet sich zwischen Bangor und der Britannia Bridge auf dem Festland.

Motorsport

Der Anglesey Circuit, walisisch Trac Môn, ist eine lizenzierte MSA- und ACU-Meisterschaftsrennstrecke, die 1997 eröffnet wurde. Sie liegt in der Nähe von Ty Croes im Westen der Insel und gilt als eine der modernsten und anspruchsvollsten Rennstrecken Großbritanniens. Mit einer Länge von 2,1 Kilometern (1,3 Meilen) in der International-Konfiguration und bis zu 3,1 Kilometern in der Coastal-Konfiguration bietet sie eine Mischung aus schnellen Geraden, technisch anspruchsvollen Kurven und Höhenunterschieden, die sie für Fahrer und Zuschauer gleichermaßen attraktiv macht.

Der Circuit ist Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen das ganze Jahr über und eine beliebte Rennstrecke. Er beherbergt nationale und regionale Meisterschaften in den Bereichen Autos, Motorräder und Karts. Dazu gehören die British Touring Car Championship (BTCC)-Test- und Support-Events, die Welsh Sports & Saloon Car Championship, die British Superbike Championship (BSB)-Trainings, die Classic Motorcycle Racing Series, die Caterham Academy, die Mazda MX-5 Cup und verschiedene Trackday- und Club-Events. Im Winter finden oft Drift- und Rallycross-Veranstaltungen statt, und die Strecke wird regelmäßig für Fahrertrainings, Corporate Days, Film- und Fotoproduktionen sowie für die Ausbildung von Polizei- und Rettungsdiensten genutzt.

Der Anglesey Circuit ist besonders für seine Vielseitigkeit bekannt. Er verfügt über drei unterschiedliche Layouts (International, Coastal und National), eine moderne Boxenanlage, Tribünen mit Platz für mehrere Tausend Zuschauer, ein Fahrerlager und eine Pitlane mit direkter Streckeneinsicht. Die Strecke ist vollständig asphaltiert, gut beleuchtet und bietet hervorragende Sicherheitsstandards mit Kiesbetten, Reifenbarrieren und medizinischer Versorgung. Viele Fahrer schätzen die Kombination aus technischen Abschnitten wie der „Corkscrew“-Kurve und der langen Geraden, die hohe Geschwindigkeiten erlaubt.

Neben professionellen Rennen ist der Circuit ein Magnet für Amateurfahrer und Trackday-Enthusiasten. Anbieter wie No Limits, MSV Trackdays oder lokale Clubs organisieren regelmäßig offene Trackdays für Autos und Motorräder, bei denen Hobbyfahrer ihre Fahrzeuge auf der Strecke testen können. Es gibt auch Driving Experiences mit Sportwagen, Formel-Rennwagen oder Drift-Autos, die bei Touristen und Einheimischen beliebt sind. Die Strecke ist zudem Austragungsort des jährlichen Anglesey Motor Show und anderer Auto- und Motorradtreffen.

Der Motorsport trägt wesentlich zur Wirtschaft Angleseys bei. Er schafft Arbeitsplätze in der Streckenverwaltung, Gastronomie, Unterkünften und lokalen Dienstleistungen, zieht Besucher aus ganz Großbritannien an und generiert Übernachtungen, besonders bei mehrtägigen Events. Der Anglesey Circuit ist ganzjährig geöffnet und profitiert von der guten Erreichbarkeit über die A55 und die Bahnverbindung nach Holyhead. Die walisische Regierung und der County Council unterstützen den Betrieb als Teil der Freizeit- und Sportinfrastruktur, und die Nähe zur Bangor University und dem M-SParc fördert technische Kooperationen im Motorsportbereich.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten Persönlichkeiten der Insel sind:

  • Henry Rowlands (1655 bis 1723), Geistlicher und Lokalhistoriker
  • Stuart Andrew (* 1971), Politiker
  • Andy Whitfield (1971–2011), Schauspieler
  • Wayne Hennessey (* 1987), Fußballspieler
  • Alex Jones (1988 bis 2019), Automobilrennfahrer und Radsportler

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr auf Anglesey ist geprägt von Ruhe, Naturnähe und der Abwesenheit von Massentourismus. Anglesey an der Nordwestküste von Wales hat keine spektakulären Gebirge, nur wenige Burgen und fast keine Superlative aufzuweisen. Urlaub machen hier nur Eingeweihte. Zum Beispiel Charles Mountbatten-Windsor, Prince of Wales und britischer Thronfolger, der auf der Insel einige Cottages besitzt, die er angeblich auch vermietet. Ein berühmter Fußballer hat hier neuerdings ein Haus. Aber Anglesey, oder auch Ynys Môn, wie es auf Walisisch heißt, hat keine spektakulären Gebirge, weniger Burgen und Superlative als das restliche Wales, von dem es nur einen Silberstreif entfernt liegt: Hinter der Meerenge Menai Strait beginnt eine andere, langsamere Welt. Die freihängende Menai Suspension Bridge trägt uns dorthin, sie erzählt noch vom Stolz, mit dem einst die Industrialisierung das ländliche Wales in eine Landschaft mit Löchern und Schloten verwandelte. Die Braunkohle- und Schieferminen sind bis heute sichtbar, ebenso wie der Bergarbeiterstolz noch spürbar ist. Anglesey hat eine Aluminiumfabrik, ansonsten aber vorwiegend blumenübersäte Hügel und grüne Dünen, schafgesprenkelte Weiden und wunderschöne, alte Gärten.

Der Tourismus auf der Insel ist ruhig und authentisch. Viele Besucher kommen wegen der langen, oft menschenleeren Strände, der dramatischen Küstenpfade und der reichen Vogelwelt. Der Anglesey Coastal Path, ein 200 Kilometer langer Rundweg, führt durch Dünen, Klippen und kleine Buchten und ist einer der schönsten Küstenwanderwege Großbritanniens. Orte wie Rhosneigr, Benllech, Moelfre oder Newborough sind bei Surfern, Familien und Naturliebhabern beliebt. Beaumaris lockt mit seiner vollendeten Burg und der malerischen Altstadt, während Holyhead als Fährhafen Durchreisende aus Irland anzieht. Parys Mountain mit seiner postindustriellen, fast surrealen Landschaft zieht Fotografen und Abenteuerlustige an, und Llyn Alaw sowie die Feuchtgebiete sind Paradiese für Vogelbeobachter.

Die Unterbringungsmöglichkeiten sind vielfältig und passen zur entspannten Atmosphäre der Insel. Es gibt zahlreiche Ferienhäuser und Cottages, die oft über Plattformen wie Airbnb, Sykes Cottages oder National Trust vermietet werden. Viele sind traditionelle walisische Steinhäuser mit Kamin, Garten und Meerblick, ideal für Familien oder Gruppen. Besonders gefragt sind Cottages in Beaumaris, Rhosneigr oder an der Westküste. Campingplätze und Glamping-Anlagen – von einfachen Zeltwiesen bis zu Luxus-Lodges mit Hot Tub – finden sich vor allem an Stränden wie Silver Bay oder Porth Trecastell. Bed & Breakfasts und kleine Gästehäuser sind in fast jedem Dorf vertreten, oft familiengeführt und mit walisischem Frühstück (mit laverbread, Welsh Cakes und lokalem Speck). Hotels gibt es vor allem in Holyhead (z. B. Travelodge, Premier Inn) und Beaumaris (The Bulkeley Hotel, romantisch und historisch). Luxusunterkünfte sind rar, aber Orte wie Bodorgan Hall oder Plas Newydd bieten gelegentlich exklusive Aufenthalte.

Der Tourismus ist saisonal: Im Sommer füllen sich Strände und Wanderwege, im Frühling und Herbst kommen Vogelbeobachter und Ruhesuchende. Viele Unterkünfte sind ganzjährig geöffnet, und der Winter bietet ruhige Spaziergänge und günstigere Preise. Die walisische Regierung und Visit Anglesey fördern nachhaltigen Tourismus, etwa durch den Coastal Path, Radwege und lokale Produkte. Der Anglesey Freeport soll künftig mehr Besucher bringen, bleibt aber bisher auf Wirtschaft fokussiert.

Literatur

Reiseberichte

Videos

Atlas

Reiseangebote

Visit Anglesey = https://www.visitanglesey.co.uk/en-gb

Visit Wales -Anglesey = https://www.visitwales.com/destinations/north-wales/isle-anglesey/ten-things-do-anglesey

Anglesey Tourist Information = https://www.gonorthwales.co.uk/explore/regions/anglesey

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