Ummanz: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „Die Insel Ummanz liegt westlich vor Rügen in der Ostsee und gehört zum Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Landschaft ist durchweg flach, die höchste Erhebung erreicht nur etwa 6,7 Meter über dem Meeresspiegel. Umgeben von Boddengewässern wie dem Schaproder Bodden, der Udarser Wiek, dem Koselower See und dem Kubitzer Bodden liegt die Insel im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und ist seit 1901 über eine etwa 250 Mete…“ |
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Im 20. Jahrhundert veränderten Radio, Schallplatte, später Fernsehen und Tonbandgeräte die musikalischen Gewohnheiten grundlegend. Musik musste nun nicht mehr von örtlichen Musikern oder Chören aufgeführt werden, sondern konnte jederzeit aus externen Quellen gehört werden. Nach 1945 kamen zusätzlich Tanzmusik, Schlager, später Rock, Pop und andere moderne Musikrichtungen hinzu. Die traditionelle Volksmusik verlor dadurch ihre frühere Funktion als alltägliche Unterhaltung. | Im 20. Jahrhundert veränderten Radio, Schallplatte, später Fernsehen und Tonbandgeräte die musikalischen Gewohnheiten grundlegend. Musik musste nun nicht mehr von örtlichen Musikern oder Chören aufgeführt werden, sondern konnte jederzeit aus externen Quellen gehört werden. Nach 1945 kamen zusätzlich Tanzmusik, Schlager, später Rock, Pop und andere moderne Musikrichtungen hinzu. Die traditionelle Volksmusik verlor dadurch ihre frühere Funktion als alltägliche Unterhaltung. | ||
Bei Familien- und Dorffesten blieb | Bei Familien- und Dorffesten blieb die Volksmusik jedoch weiterhin wichtig. Hochzeiten, runde Geburtstage, Vereinsveranstaltungen und örtliche Feste wurden und werden durch Musik begleitet. Dabei stehen heute moderne Tanz- und Unterhaltungsmusik sowie Livebands, DJs oder aufgezeichnete Musik neben älteren regionalen Formen. Der gemeinschaftliche Charakter der Veranstaltungen ist dabei wichtiger als ein spezifisch ummanzerisches Musikrepertoire. Auch der Tourismus hat das heutige Musikleben beeinflusst. Veranstaltungen für Besucher können Musik, Tanz und regionale Kultur miteinander verbinden. Die musikalischen Angebote sind jedoch überwiegend Teil des allgemeinen Kultur- und Veranstaltungslebens Rügens und nicht Ausdruck einer eigenständigen professionellen Musikszene auf Ummanz. | ||
Auch der Tourismus hat das heutige Musikleben beeinflusst. Veranstaltungen für Besucher können Musik, Tanz und regionale Kultur miteinander verbinden. Die musikalischen Angebote sind jedoch überwiegend Teil des allgemeinen Kultur- und Veranstaltungslebens Rügens und nicht Ausdruck einer eigenständigen professionellen Musikszene auf Ummanz. | |||
Eine besondere Bedeutung besitzt weiterhin die Kirchenmusik in Waase. Die historische St.-Marien-Kirche mit ihrer Ausstattung stellt einen wichtigen kulturellen Ort dar. Das musikalische Erbe der Insel ist deshalb weniger durch eine eigenständige Instrumental- oder Tanztradition als durch die Verbindung von evangelischer Kirchenmusik, dörflichem Gesang, Festmusik und regionaler Tanzkultur geprägt. | Eine besondere Bedeutung besitzt weiterhin die Kirchenmusik in Waase. Die historische St.-Marien-Kirche mit ihrer Ausstattung stellt einen wichtigen kulturellen Ort dar. Das musikalische Erbe der Insel ist deshalb weniger durch eine eigenständige Instrumental- oder Tanztradition als durch die Verbindung von evangelischer Kirchenmusik, dörflichem Gesang, Festmusik und regionaler Tanzkultur geprägt. | ||
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* 31. Oktober - Reformationstag | * 31. Oktober - Reformationstag | ||
* 25./26. Dezember - Weihnachten | * 25./26. Dezember - Weihnachten | ||
Dazu kommen lokale Festlichkeiten: | Dazu kommen lokale Festlichkeiten: | ||
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== '''Reiseangebote''' == | == '''Reiseangebote''' == | ||
Rügeninsel Ummanz = https://ruegeninsel-ummanz.de/ | Rügeninsel Ummanz = https://ruegeninsel-ummanz.de/ | ||
Url,aub auf Rügen: Insel Ummanz = https://www.urlaub-auf-ruegen.de/ummanz/ | |||
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Aktuelle Version vom 19. September 2026, 08:28 Uhr
Die Insel Ummanz liegt westlich vor Rügen in der Ostsee und gehört zum Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Landschaft ist durchweg flach, die höchste Erhebung erreicht nur etwa 6,7 Meter über dem Meeresspiegel. Umgeben von Boddengewässern wie dem Schaproder Bodden, der Udarser Wiek, dem Koselower See und dem Kubitzer Bodden liegt die Insel im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und ist seit 1901 über eine etwa 250 Meter lange Brücke bei Waase mit Rügen verbunden.
Die historische Entwicklung der Insel war eng mit Landwirtschaft und Fischerei verbunden. Bis zum Bau der Brücke im Jahr 1901 war Ummanz nur per Fähre erreichbar. Die Elektrifizierung erfolgte erst 1953. Heute lebt die Bevölkerung der Insel und der umliegenden Ortsteile vor allem von einer zurückhaltenden Landwirtschaft und einem sanften Tourismus, der die Ruhe und die Natur der Boddenlandschaft in den Mittelpunkt stellt. Der Name Ummanz hat sich über die Jahrhunderte hinweg trotz wechselnder politischer Zugehörigkeiten – von der dänischen und pommerschen Zeit über die schwedische Herrschaft bis hin zu Preußen und den späteren deutschen Verwaltungsstrukturen – beständig gehalten und bezeichnet bis heute sowohl die Insel als auch die sie umfassende Gemeinde.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Ummanz |
| alternative Bezeichnungen | Vmanz (1240), Omanze (1314), Omanz (1322), Uumanz (14. Jahrhundert), Umanz, Vmmanz (16. Jahrhundert), Omaniec, Umaniec (polnisch) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | Brückeninsel (seit 1901) |
| Inselart | Grundmoräneninsel |
| Gewässer | Ostsee mit Boddengewässern (Schaproder Bodden, Udarser Wiek, Koselower See, Fockerstrom und Varbelvitzer Bodden) |
| Inselgruppe | Rügen-Archipel bzw. Rügener Inselwelt |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Deutschland (Bundesrepublik Deutschland) Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern Landkreis: Vorpommern-Rügen |
| Gliederung | 7 Ortsteile |
| Status | Gemeinde |
| Koordinaten | 54°28‘ N, 13°10’ O |
| Entfernung zur nächsten Insel | 140 m (Rügen) |
| Entfernung zum Festland | 5,7 km (Barhöft / Mecklenburg-Vorpommern) |
| Fläche | 19,7 km² / 7,6 mi² (Gemeinde 43,09 km² / 16,64 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 2,6 km² / 1,0 mi² (13,2 %) |
| maximale Länge | 8,3 km (NO-SW) |
| maximale Breite | 4,1 km (NW-SO) |
| Küstenlänge | 24 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Ostsee) |
| höchste Stelle | 6,7 m (Suhrendortf) |
| relative Höhe | 6,7 m |
| mittlere Höhe | 2 m |
| maximaler Tidenhub | 0,1 bis 0,2 m (Waase 0,14 m) |
| Zeitzone | MEZ (Mitteleuropäische Zeit, UTC+1) |
| Realzeit | UTC plus 53 bis 54 Minuten |
| Einwohnerzahl | 250, Gemeinde 563 (2025) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 12,69, Gemeinde 13,08 |
| Inselzentrum | Waase |
Name
Die genaue Herkunft des Namens Ummanz ist nicht eindeutig belegt. Da slawische Stämme ab dem 7. Jahrhundert die Region besiedelten und zahlreiche Ortsnamen aus dieser Zeit stammen, kann man davon ausgehen, dass dies auch für Ummanz gilt. Die Inselbezeichnung ist jedenfalls in verschiedenen Schreibweisen seit dem Hochmittelalter belegt.
Urkundlich erscheint der Name erstmals im Jahr 1240 in der Form Vmanz. Eine spätere Erwähnung aus dem Jahr 1314 lautet Omanze. 1322 wurde die Kirche im Hauptort Waase erstmals urkundlich als Ecclesia Omanz erwähnt. In einigen mittelalterlichen Abschriften und historischen Abhandlungen wird der Name mit einem Doppel-U geschrieben, also Uumanz, um die Dehnung oder den spezifischen slawischen Anlaut zu verdeutlichen. Diese frühen Belege zeigen bereits die Nähe zur heutigen Schreibweise und deuten darauf hin, dass der Name in jener Zeit bereits fest etabliert war.
Die Insel gehörte damals zum Fürstentum Rügen und ging nach dessen Ende 1325/26 an das Herzogtum Pommern über. Besitzmäßig lag sie lange in einer Hand. Im frühen 14. Jahrhundert wurde sie mehrfach verpfändet, unter anderem an Stralsunder Bürger und einen Ritter. Im Jahr 1341 gelangte sie mit Zustimmung der Herzöge in den Besitz des Heiliggeist-Hospitals zu Stralsund. Diese kirchliche Stiftung übte über Jahrhunderte die Herrschaft aus, und die Verbindung nach Stralsund blieb prägend. In frühneuzeitlichen Texten erscheint die Insel als Umanz, Vmanz und Vmmanz. Im Polnischen wird sie historisch-geografisch als Omaniec oder Umaniec bezeichnet.

- international: Ummanz
- amharisch: ኡማንዝ [Umanz]
- arabisch: أومانز [Umanz]
- armenisch: Ումանց [Umants]
- bengalisch: উমান্ৎস [Umants]
- birmanisch: ဥမန်ဇ် [Umanz]
- bulgarisch: Уманц [Umants]
- chinesisch: 乌曼茨 [Wūmàncí]
- georgisch: უმანცი [Umantsi]
- griechisch: Ούμαντς [Oúmantz]
- gudscheratisch: ઉમાન્ત્ઝ [Umantz]
- hebräisch: אומאנץ [Umanz]
- hindi: उमान्त्स [Umants]
- japanisch: ウーマンツ [Ūmantsu]
- kambodschanisch: អ៊ូម៉ាន់ស៍ [Umanz]
- kanaresisch: ಉಮಾನ್ಜ್ [Umanz]
- kasachisch: Уманц [Umants]
- koreanisch: 우만츠 [Umancheu]
- laotisch: ອູມານຊ໌ [Uman]
- makedonisch: Уманц [Umants]
- malayalam: ഉമാൻസ് [Umans]
- maldivisch: އުމަންޒް [Umanz]
- marathisch: उमान्त्स [Umants]
- nepalesisch: उमान्त्स [Umants]
- orissisch: ଉମାନ୍ତ୍ସ [Umants]
- pandschabisch: ਉਮਾਂਟਸ [Umants]
- paschtunisch: اومانڅ [Umants]
- persisch: اومانز [Umanz]
- polnisch: Omaniec, Umaniec
- russisch: Уманц [Umants]
- serbisch: Уманц [Umants]
- singhalesisch: උමාන්ට්ස් [Umants]
- tamilisch: உமான்ட்ஸ் [Umants]
- telugu: ఉమాంట్స్ [Umants]
- thai: อูมันซ์ [Uman]
- tibetisch: ཨུ་མན་ཙི [Umantsi]
- ukrainisch: Уманц [Umants]
- urdu: اومانز [Umanz]
- weißrussisch: Уманц [Umants]
Offizieller Name: Ummanz
- Bezeichnung der Bewohner: Ummanzer
- adjektivisch: ummanzer
Kürzel:
- Code: UM / UMZ
- Kfz: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
- Gemeindeschlüssel: 13 0 73 095
- ISO-Code: DE.MV.UM
Lage
Ummanz liegt südwestlich von Rügen im Norden Deutschlands auf durchschnittlich 54°28‘ n.B. und 13°10’ ö.L.. Der Abstand zu Rügen beträgt an der schmalsten Stelle 140 m.

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 54°29‘38“ n.B. (Wolkenitz)
- südlichster Punkt: 54°26‘31“ n.B. (Freesenort)
- östlichster Punkt: 13°13‘39“ ö.L. (Gahlitz)
- westlichster Punkt: 13°07‘13“ ö.L. (Freesenort)
Entfernungen:
- Rügen 140 m
- Hiddensee 3,7 km
- Barhöft / Mecklenburg-Vorpommern 5,7 km
- Stralsund 18 km
- Greifswald 43 km
- Rostock 78 km
- Berlin 217 km
- Hamburg 231 km
Zeitzone
Auf Ummanz gilt die Mitteleuropäische Zeit bzw. Central European Time, abgekürzt MEZ bzw. CET (UTC-1), mit sommerzeitlicher Vorstellung um eine Stunde. Die Realzeit liegt um 53 bis 54 Minuten vor der Koordinierten Weltzeit (UTC).
Fläche
Die Gemeinde Ummanz hat eine Fläche von 43,09 km² bzw. 16,64 mi². Die Insel ist 19,7 km² bzw. 7,6 mi² groß. Sie durchmisst von Nordosten nach Südwesten 8,3 km und von Nordwesten nach Südosten 4,1 km. Die Küstenlänge beträgt 24 km bei einem maximalen Tidenhub von 0,1 bis 0,2 m, in Waase 0,14 m. Die höchste Erhebung befindet sich in Suhrendorf auf 6,7 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 2 m.
Geologie
Die Insel Ummanz ist geologisch ein Produkt der letzten Eiszeit und der anschließenden nacheiszeitlichen Entwicklungen. Sie liegt in einer relativ ebenen Grundmoränenlandschaft, die im Pommerschen Stadium der Weichsel-Kaltzeit entstand. In diesem Abschnitt Vorpommerns war das skandinavische Inlandeis besonders aktiv, sodass die hinterlassenen Landschaftsformen insgesamt flach und wenig reliefiert ausgebildet sind. Die höchste Erhebung der Insel erreicht nur etwa 6,7 Meter über dem Meeresspiegel, die meisten Flächen liegen deutlich niedriger.
Die oberflächennahen Ablagerungen bestehen vor allem aus Geschiebesand und Geschiebemergel, die als typische Bildungen der Hochflächen die Insel und das umliegende Gemeindegebiet prägen. Im zentralen Bereich von Ummanz sowie im östlichen Teil der Gemeinde dominiert Geschiebesand, während im nordöstlichen Abschnitt um Dubkevitz und Lieschow eher Geschiebelehm vorherrscht. Diese Materialien stammen aus dem von den Gletschern transportierten und abgelagerten Gesteinsschutt. Ein sichtbares Zeugnis dieser eiszeitlichen Transporte ist der Möwenstein bei Tankow, ein großer Findling aus Syenogranit und Hammergranit, der während der letzten Vereisung aus dem Gebiet der heutigen Insel Bornholm hierher verfrachtet wurde. Solche Erratika sind im westlichen Rügengebiet seltener als weiter östlich.
Im Gegensatz zu den markanten Kreidekliffs auf der Halbinsel Jasmund im Osten Rügens treten auf Ummanz keine größeren Aufschlüsse der oberkreidezeitlichen Schreibkreide zutage. Die Insel gehört vielmehr zu den flachen Boddenlandschaften West-Rügens, deren heutige Gestalt sich erst nach dem Abschmelzen des Eises und der anschließenden Meeresspiegelanstiege herausbildete. Nach dem Rückzug der Gletscher war das Gebiet zunächst Festland. Mit der Litorina-Transgression vor rund 7 800 Jahren stieg der Meeresspiegel an und überflutete große Teile der Landschaft. Dabei entstanden die flachen Boddengewässer, die Ummanz heute umgeben – darunter der Schaproder Bodden, die Udarser Wiek, der Koselower See und der Kubitzer Bodden. Die Insel selbst blieb als flache, aus Grundmoränenmaterial bestehende Erhebung über dem Wasserspiegel erhalten.
Die nacheiszeitliche Bodenentwicklung wurde durch das Zusammenspiel von anstehenden Substraten, dem flachen Relief, den klimatischen Bedingungen und den Bodenwasserverhältnissen geprägt. In den tiefer gelegenen Küstenstreifen und Niederungen bildeten sich oft vernässte oder salzbeeinflusste Böden aus, während auf den etwas höheren Plateaubereichen um Markow herum trockenere Standorte entstanden. Die gesamte Landschaft bleibt durch ihre geringe Höhenlage anfällig für Überflutungen und ist eng mit den dynamischen Prozessen der Boddenküste verbunden.
Landschaft
Ummanz liegt etwa 4 km südwestlich von Gingst etwa 20 km westlich von Bergen auf Rügen. Die Gemeinde Ummanz liegt teils auf der gleichnamigen Insel und teils auf dem ihr auf der Insel Rügen gegenüberliegenden Gebiet. Auch die unbewohnten Inseln Heuwiese, Liebes, Mährens, Wührens und Urkevitz gehören zur Gemeinde. Begrenzt wird die Insel im Westen und Nordwesten durch den Schaproder Bodden, im Norden durch die Udarser Wiek, im Osten durch den Koselower See und im Süden durch Die Breite. Im Osten grenzt die Gemeinde Ummanz an Gingst, im Süden an Dreschvitz. Große Teile der Gemeinde liegen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Besonders charakteristisch ist die Lage Ummanz’ im Übergangsbereich zwischen der offenen Ostsee und den geschützten Boddengewässern. Im Norden und Osten wird die Insel durch den Schaproder Bodden beziehungsweise angrenzende Boddengewässer und die Rügensche Küstenlandschaft geprägt. Im Süden und Westen schließen weitere flache Wasserflächen und Küstenbereiche an. Dadurch entsteht ein enges Nebeneinander von Land und Wasser. Die Ufer sind überwiegend niedrig und besitzen vielerorts Schilfröhrichte, Feuchtwiesen und flache Uferbereiche. Steile Kliffs, wie sie an anderen Abschnitten Rügens vorkommen, fehlen auf Ummanz weitgehend.
Die Küstenlandschaft ist stark gegliedert. Kleine Buchten, flache Wasserarme, Uferzungen und vorgelagerte beziehungsweise angrenzende Insel- und Halbinselbereiche bestimmen das Erscheinungsbild. Die geringe Wassertiefe der Bodden begünstigt ausgedehnte Flachwasserzonen. Bei niedrigem Wasserstand treten teilweise Schlick-, Sand- und andere Sedimentflächen stärker hervor. Gleichzeitig können Wind und Wasserstandsschwankungen die Uferbereiche sichtbar verändern. Die Landschaft wirkt dadurch wesentlich dynamischer, als es das geringe Relief der Insel zunächst vermuten lässt.
Ein wichtiger Landschaftsbestandteil sind die ausgedehnten Feucht- und Grünlandflächen. Vor allem in den tiefer gelegenen Bereichen befinden sich Wiesen und Weiden, die teilweise durch Entwässerungsgräben gegliedert werden. Diese offenen Flächen besitzen eine hohe Bedeutung für die Küstenlandschaft, weil sie den Übergang zwischen den Siedlungen und landwirtschaftlich genutzten Flächen einerseits und den Gewässern und Röhrichten andererseits bilden. Während der Vegetationsperiode erscheinen große Teile der Insel als zusammenhängende Grünflächen, während im Winterhalbjahr die flache Topografie und die Nähe zum Wasser besonders deutlich hervortreten.
Neben den Grünlandflächen gibt es auf Ummanz Ackerflächen, die durch die landwirtschaftliche Nutzung entstanden sind. Das Landschaftsbild wird deshalb auch von großflächigen Feldern geprägt. Zwischen den landwirtschaftlichen Nutzflächen befinden sich Wege, Gräben, Hecken, Baumreihen und kleinere Gehölzbestände. Diese Strukturen unterbrechen die offenen Flächen und bilden typische Elemente der Kulturlandschaft. Besonders an den Siedlungsrändern und entlang älterer Wege finden sich Baumgruppen und Feldgehölze.
Wälder nehmen dagegen nur einen begrenzten Anteil der Insel ein. Es handelt sich überwiegend um kleinere Waldstücke und Gehölzbestände, die im ansonsten offenen Landschaftsraum deutlich hervortreten. Größere zusammenhängende Waldlandschaften, wie sie auf Teilen Rügens vorkommen, fehlen. Das Erscheinungsbild Ummanz’ wird daher stärker durch die offene Agrar- und Küstenlandschaft als durch Wald bestimmt.
Charakteristisch sind außerdem die zahlreichen Schilf- und Röhrichtflächen entlang der Ufer. Schilfgürtel bilden vielerorts eine deutliche Grenze zwischen den offenen Wasserflächen und dem Land. Sie wachsen bevorzugt in den flachen, nährstoffreichen und geschützten Uferbereichen. Zusammen mit Feuchtwiesen und Gräben bilden sie einen Übergangsraum, der für die Küstenlandschaft und ihre Tierwelt von großer Bedeutung ist. Von den offenen Flächen aus ergeben sich dadurch weite Sichtbeziehungen über die Boddengewässer und zu den benachbarten Küstenabschnitten Rügens.
Erhebung
- Suhrendorf 6,7 m
Flora und Fauna
Im Herbst kann man zahlreiche Kraniche, Gänse und andere Zugvögel beobachten, die auf ihrem Weg in den Süden auf Ummanz rasten. Man sollte sich den Vögeln jedoch äußerst vorsichtig nähern, da jede Störung an den Kraftreserven der Tiere zehrt. Am besten fährt man dazu in den Nordosten der Insel nach Tankow. Der großzügige, überdachte Vogelbeobachtungsstand ist im nordöstlichen Teil von Ummanz zu finden. Von hier aus kann man sehr gut die Kraniche beobachten, die zu Tausenden Ihre Schlaf- und Sammelplätze im nahen Udarser Wiek haben.
Flora
Die Flora der Insel Ummanz ist durch die Lage in der vorpommerschen Küstenlandschaft, das flache Relief, die Nähe zu den Boddengewässern und die intensive landwirtschaftliche Nutzung großer Teile der Insel geprägt. Natürlich bewaldete oder vollständig ungenutzte Flächen nehmen nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Insel ein. Das heutige Pflanzenbild ist daher eine Mischung aus ursprünglicher Küstenvegetation, Feucht- und Gewässervegetation sowie einer über Jahrhunderte entstandenen Kulturlandschaft aus Äckern, Wiesen, Weiden, Feldgehölzen und Siedlungsvegetation.
An den flachen Küsten stehen ausgedehnte Röhrichte, in denen vor allem das Schilfrohr (Phragmites australis) vorkommt. Es bildet stellenweise breite, geschlossene Bestände und ist eines der auffälligsten Pflanzenmerkmale der Uferlandschaft. In den etwas trockeneren Bereichen der Uferzone treten weitere hochwachsende Röhricht- und Uferpflanzen hinzu. Dazu gehören Rohrkolben (Typha), Binsen (Juncus) und verschiedene Seggen (Carex). In den feuchten Übergangszonen zwischen Wasser und Land entstehen dadurch Pflanzengesellschaften, die regelmäßig von wechselnden Wasserständen beeinflusst werden.
Auf den Feuchtwiesen und nassen Niederungsflächen wachsen zahlreiche typische Pflanzen der norddeutschen Küsten- und Feuchtlandschaften. Zu den häufigen Arten gehören Wiesengräser wie Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis), Wiesen-Rispengras (Poa pratensis), Gewöhnliches Knäuelgras (Dactylis glomerata) und Deutsches Weidelgras (Lolium perenne). Auf nässeren Standorten kommen verschiedene Seggenarten, Binsen und weitere Feuchtezeiger hinzu. Je nach Bewirtschaftung und Wasserhaushalt können auch Wiesen-Klee (Trifolium pratense), Weiß-Klee (Trifolium repens), Löwenzahn (Taraxacum officinale agg.), Schafgarbe (Achillea millefolium) und verschiedene Hahnenfußarten (Ranunculus) auftreten.
Eine besondere Rolle spielen die Salzwiesen und salzbeeinflussten Pflanzengesellschaften der unmittelbaren Küstenbereiche. Dort können Pflanzen wachsen, die gegenüber erhöhten Salzkonzentrationen im Boden tolerant sind. Typische Vertreter der Ostseeküste sind Strand-Aster (Tripolium pannonicum), Strand-Dreizack (Triglochin maritima), Strand-Milchkraut (Glaux maritima), Salz-Binse (Juncus gerardii) und verschiedene Strandwegerich-Arten (Plantago). Die tatsächliche Zusammensetzung solcher Bestände hängt stark von der Höhenlage, dem Salzgehalt und der Überflutungshäufigkeit ab. Auf den durch Süßwasser geprägten Flächen des Inselinneren überwiegen dagegen normale Wiesen- und Weidegesellschaften.
Die Gewässer selbst besitzen ebenfalls eine charakteristische Vegetation. In geschützten, flachen Wasserbereichen können Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzen vorkommen. Dazu zählen verschiedene Laichkrautarten (Potamogeton), Wasserhahnenfuß (Ranunculus subgen. Batrachium) und je nach Gewässertyp weitere Wasserpflanzen. In den flachen Randbereichen gehen die Wasserpflanzengesellschaften allmählich in Röhrichte und Seggenbestände über.
Die offene Kulturlandschaft nimmt einen großen Teil Ummanz’ ein. Auf den Ackerflächen wachsen neben den angebauten Kulturpflanzen zahlreiche Wildkräuter der Ackerbegleitflora. Durch moderne landwirtschaftliche Bewirtschaftung ist diese Flora allerdings deutlich verändert und vielerorts artenärmer als die historische Ackerwildkrautflora. Typische Begleitpflanzen landwirtschaftlicher Flächen sind beispielsweise Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense), Vogelmiere (Stellaria media), Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Gewöhnlicher Windhalm (Apera spica-venti), Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) und verschiedene Kamillenarten.
Zwischen den Feldern, entlang von Wegen und an Grundstücksgrenzen finden sich Hecken und Feldgehölze. Sie bestehen unter anderem aus Schlehe (Prunus spinosa), Weißdorn (Crataegus), Hundsrose (Rosa canina), Schwarzem Holunder (Sambucus nigra), Hasel (Corylus avellana) und verschiedenen Weidenarten (Salix). Solche Gehölzstrukturen besitzen für die ansonsten offene Landschaft eine wichtige ökologische Funktion und bilden zugleich charakteristische Elemente der traditionellen Kulturlandschaft.
An feuchten Gräben und Gewässerrändern treten verschiedene Weidenarten besonders deutlich hervor. Häufig sind beispielsweise Bruch-Weide (Salix fragilis), Silber-Weide (Salix alba) und Grau-Weide (Salix cinerea). Zusammen mit Erlen können sie feuchte Gehölzsäume bilden. Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) ist an dauerhaft feuchten Standorten eine wichtige Baumart und kommt insbesondere in feuchten Niederungen und an Gewässern vor.
Die Wälder und größeren Gehölzbestände Ummanz’ sind überwiegend kleinflächig. Je nach Standort können Stiel-Eiche (Quercus robur), Rot-Buche (Fagus sylvatica), Hänge-Birke (Betula pendula), Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Espe (Populus tremula) und verschiedene Weidenarten vorkommen. In der offenen Kulturlandschaft treten außerdem einzelne alte Laubbäume und Baumgruppen auf. Sie stellen wichtige Landschaftselemente dar und erhöhen die strukturelle Vielfalt der ansonsten großflächig offenen Flächen.
An trockeneren Standorten wachsen Arten der normalen Wiesen- und Ruderalvegetation. Dazu gehören Brennnessel (Urtica dioica), Beifuß (Artemisia vulgaris), Rainfarn (Tanacetum vulgare), Wilde Möhre (Daucus carota), Wegwarte (Cichorium intybus), Gemeiner Beifuß und verschiedene Distelarten. Entlang von Straßen, Wegen, Böschungen und unbewirtschafteten Grundstücksrändern entwickelt sich eine typische Ruderalflora, die von nährstoffreichen Böden und regelmäßigen Störungen profitiert.
Die Siedlungsbereiche besitzen eine eigene, stark vom Menschen beeinflusste Vegetation. In den Gärten finden sich Obstbäume wie Apfel (Malus domestica), Birne (Pyrus communis), Pflaume (Prunus domestica) und Süß- beziehungsweise Sauerkirsche (Prunus avium, Prunus cerasus). Dazu kommen Ziergehölze, Stauden und Nutzpflanzen. An alten Hofstellen können verwilderte oder eingebürgerte Pflanzenarten auftreten, die ursprünglich als Gartenpflanzen kultiviert wurden.
Die Vegetation Ummanz’ wird insgesamt stark durch den Wasserhaushalt bestimmt. Schon geringe Unterschiede in der Höhenlage können darüber entscheiden, ob eine Fläche als Acker, Wiese, Feuchtwiese, Röhricht oder Ufervegetation ausgeprägt ist. Besonders die niedrig gelegenen Küstenbereiche reagieren empfindlich auf Änderungen des Wasserstandes und auf Überflutungen. Dadurch entsteht auf engem Raum ein Mosaik unterschiedlicher Pflanzengesellschaften.
Für die Flora von besonderer Bedeutung sind die extensiver genutzten Grünlandflächen, Feuchtwiesen, Küstenbereiche und Röhrichte. Sie bilden im Gegensatz zu intensiv bewirtschafteten Äckern strukturreiche Lebensräume mit einer größeren Vielfalt an Pflanzenarten. Auch Feldränder, Gräben, Hecken und kleine Gehölze tragen wesentlich zur botanischen Struktur der Insel bei.
Fauna
Besonders charakteristisch für Ummanz sind die großen Bestände von Zugvögeln im Frühjahr und Herbst. Ummanz liegt in einem wichtigen Zugkorridor an der südlichen Ostseeküste. Die flachen Boddengewässer bieten den Vögeln sichere Rast- und Nahrungsplätze, während die offenen Äcker und Grünlandflächen als Nahrungsgebiete dienen. Besonders auffällig sind im Herbst die Kraniche (Grus grus). Sie sammeln sich in großer Zahl in der weiteren Umgebung der Insel und nutzen die flachen Gewässer und Feuchtgebiete als Schlafplätze. Von Ummanz aus ist insbesondere der abendliche Einflug der Kraniche zu beobachten; als Beobachtungsort wird unter anderem die Schutzhütte bei Tankow genannt.
Neben den Kranichen spielen Wildgänse eine wichtige Rolle. Im Herbst und Winter halten sich verschiedene Gänsearten auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen und den Feuchtgebieten der Region auf. Die offenen Äcker und Wiesen sind für die Tiere besonders wichtig, weil sie dort nach Nahrung suchen können. Auch andere Zugvögel nutzen die Insel und ihre Umgebung während der jahreszeitlichen Wanderungen. Die Kranichrast im Herbst und Frühjahr gehört zu den ausdrücklich hervorgehobenen Naturerscheinungen West-Rügens.
Die Küsten- und Boddengewässer besitzen eine eigenständige Fischfauna. Die nährstoffreichen Flachwasserbereiche sind produktive Lebensräume für zahlreiche Fischarten. Im weiteren Küstengewässerbereich West-Rügens sind unter anderem Brassen (Abramis brama), Rotaugen (Rutilus rutilus), Aale (Anguilla anguilla), Zander (Sander lucioperca) und Hechte (Esox lucius) vertreten. Insgesamt werden für die Boddengewässer der Region 48 Fischarten angegeben.
Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) gehört dabei zu den charakteristischen Fischen der Bodden- und Küstengewässer. Er nutzt unterschiedliche Lebensräume während seines Lebenszyklus und kann sowohl in den Brackwasserbereichen als auch in weiter landeinwärts gelegenen Gewässern vorkommen. Hecht und Zander sind typische Raubfische der flachen, teilweise brackigen Boddengewässer. Brassen und Rotaugen gehören zu den häufigeren Friedfischen der nährstoffreichen Gewässer.
Auch Wasservögel sind eng an die flachen Gewässer gebunden. In den offenen Wasserflächen, Schilfröhrichten und Uferzonen finden Enten, Gänse, Schwäne, Blässhühner, Rallen, Möwen und verschiedene Watvögel geeignete Nahrungs- und Rastplätze. Die Schilfgürtel bieten zugleich Deckung und Brutplätze. Die genaue Zusammensetzung der Vogelwelt verändert sich dabei im Jahresverlauf erheblich: Während der Brutzeit dominieren die heimischen Brutvögel, während im Herbst und Winter zahlreiche nord- und nordosteuropäische Zugvögel hinzukommen.
Die Schilfbestände sind für die Tierwelt besonders wichtig. Das dichte Schilf bietet kleinen Singvögeln, Rallen und verschiedenen Wasservögeln Deckung. In solchen Lebensräumen kommen beispielsweise Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus), Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) und Rohrammern (Emberiza schoeniclus) vor. Die Übergänge zwischen Schilf, offenen Wasserflächen und Feuchtwiesen schaffen unterschiedliche ökologische Nischen auf engem Raum.
Auf den Wiesen und Weiden leben zahlreiche Insektenarten, darunter Schmetterlinge, Wildbienen, Hummeln, Käfer, Heuschrecken und verschiedene Zweiflügler. Sie bilden wiederum die Nahrungsgrundlage für viele Vögel und kleinere Säugetiere. Besonders extensiv bewirtschaftete Wiesen können eine artenreiche Insektenfauna entwickeln. Auf intensiv genutzten Ackerflächen ist die Artenvielfalt dagegen in der Regel geringer.
Die landwirtschaftlichen Flächen werden von verschiedenen Säugetieren genutzt. Zu den typischen größeren Säugetieren der Region gehören Rehe (Capreolus capreolus) und Wildschweine (Sus scrofa). Für West-Rügen werden außerdem Rotwildvorkommen genannt. Auf Ummanz selbst prägen allerdings vor allem die kleineren landwirtschaftlich genutzten Flächen, Weiden und Feldgehölze das Lebensraummosaik. Feldhase (Lepus europaeus), verschiedene Mäusearten, Maulwurf (Talpa europaea), Igel (Erinaceus europaeus) und weitere Kleinsäuger finden in Wiesen, Feldrändern, Gärten und Gehölzen geeignete Lebensräume.
Die Feldgehölze und Hecken besitzen für Kleinsäuger und Vögel eine besondere Bedeutung. Sie bieten Nahrung, Deckung und Nistmöglichkeiten und verbinden die einzelnen Lebensräume miteinander. In den Hecken finden beispielsweise verschiedene Drosseln, Finken, Meisen und Grasmücken geeignete Brutplätze. Für kleinere Säugetiere bilden sie Rückzugsräume zwischen den offenen Acker- und Grünlandflächen.
Auch Greifvögel nutzen die offene Landschaft. Die Kombination aus großflächigen Wiesen, Äckern und Feuchtgebieten ermöglicht ihnen eine gute Jagd auf Kleinsäuger und Vögel. Über den offenen Flächen können Greifvögel lange Strecken absuchen, während einzelne Baumgruppen und Gehölze als Sitzwarten dienen. In der weiteren Rügener Landschaft kommen unter anderem Mäusebussard (Buteo buteo), Turmfalke (Falco tinnunculus), Habicht (Accipiter gentilis) und Seeadler (Haliaeetus albicilla) vor. Der Seeadler ist aufgrund der großen Gewässerflächen und der reichen Wasservogelbestände der vorpommerschen Küstenlandschaft ein charakteristischer Großvogel der Region.
Die Boddengewässer sind außerdem Lebensraum beziehungsweise Nahrungsgebiet für größere Wasservögel und für verschiedene Fischjäger. Kormorane (Phalacrocorax carbo) nutzen die Küstengewässer zur Nahrungssuche, während Graureiher (Ardea cinerea) besonders an flachen Ufern, Gräben und Feuchtflächen jagen. Auch Höckerschwäne (Cygnus olor) sind an den geschützten Gewässern der Region regelmäßig anzutreffen.
Die flachen Küstengewässer besitzen zudem Bedeutung für größere Meerestiere. In den Boddengewässern und den angrenzenden Küstenbereichen können gelegentlich Robben beobachtet werden. Für die Küstenregion Rügens werden insbesondere Kegelrobben (Halichoerus grypus) und Seehunde (Phoca vitulina) genannt. Beobachtungen von Robben gehören zu den Naturbeobachtungen, die im Rügener Küstenraum möglich sind.
Die Amphibienfauna ist an die zahlreichen feuchten Lebensräume, Gräben und Kleingewässer gebunden. In geeigneten Bereichen kommen unter anderem Grasfrösche (Rana temporaria), Erdkröten (Bufo bufo), Teichfrösche (Pelophylax esculentus) und Teichmolche (Lissotriton vulgaris) vor. Die flachen Gewässer und feuchten Wiesen bieten insbesondere während der Fortpflanzungszeit geeignete Lebensbedingungen. Ihre Bestände hängen stark vom Zustand der Kleingewässer und von deren Wasserführung ab.
Bei den Reptilien sind insbesondere Arten der trockeneren Wegränder, Böschungen und Gehölzränder relevant. In der Region können beispielsweise Ringelnattern (Natrix natrix) vorkommen, die feuchte Lebensräume und Gewässerränder nutzen. Daneben sind Eidechsen an geeigneten trockenen und besonnten Standorten möglich. Die Verbreitung einzelner Arten ist jedoch kleinräumig und hängt stark von der jeweiligen Struktur des Lebensraums ab.
Die Insektenfauna ist außerordentlich vielfältig, wird aber im Landschaftsbild weniger auffällig als die Vogelwelt. Feuchtwiesen und Röhrichte beherbergen zahlreiche Libellenarten. Schmetterlinge und Wildbienen finden auf blütenreichen Wiesen, an Wegrändern und in Gärten Nahrung. In den Sommermonaten sind außerdem zahlreiche Heuschreckenarten auf Wiesen und trockeneren Grasflächen anzutreffen. Die Vielfalt nimmt dort zu, wo Flächen extensiv bewirtschaftet und unterschiedliche Vegetationsstrukturen erhalten werden.
Auch die Gewässerfauna der Gräben und Kleingewässer ist von Bedeutung. Neben Amphibien leben dort verschiedene Wasserinsekten, Schnecken, Muscheln und Kleinkrebse. Diese Tiere stellen wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für Fische und Wasservögel dar. Damit bestehen enge Nahrungsketten zwischen den aquatischen Lebensräumen und den angrenzenden Feuchtwiesen.
Naturschutz
Auf Ummanz befindet sich Naturschutzgebiet „Vogelinsel Heuwiese und Freesenort“. Es wurde bereits 1961 ausgewiesen und hatte ursprünglich eine Fläche von 250 ha. Die historische IUCN/UN-Liste führt für das Gebiet ebenfalls 250 ha. Das Naturschutzgebiet umfasst insbesondere die südlich von Ummanz gelegene Insel Heuwiese sowie den Bereich Freesenort. Die Heuwiese ist eine etwa 14 ha große, unbewohnte Vogelinsel, die aus sehr niedrig liegenden Anlandungsflächen entstanden ist. Sie besteht überwiegend aus Salzgrasland und wird bei höheren Wasserständen teilweise überflutet. Die Insel besitzt deshalb eine typische Vegetation der Boddenküste und ist insbesondere als Brutgebiet für Küstenvögel von Bedeutung. Auf der Heuwiese besteht unter anderem eine bedeutende Kormorankolonie.
Das Naturschutzgebiet „Heuwiese und Freesenort“ ist heute zugleich in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft integriert. Die Nationalparkplanung führt „Insel Heuwiese und Freesenort“ ausdrücklich unter den ehemaligen Naturschutzgebieten auf, deren Flächen vollständig in den Nationalpark eingegangen sind. Das bedeutet, dass die historische Bezeichnung und die ursprüngliche NSG-Fläche von 250 ha für die Schutzgebietsgeschichte relevant sind, während der heutige Schutzstatus vor allem durch die Nationalparkverordnung bestimmt wird.
Damit beträgt die historische Gesamtfläche des eigentlichen Naturschutzgebietes „Vogelinsel Heuwiese und Freesenort“ 250 ha beziehungsweise 2,5 km². Eine Addition weiterer Nationalpark- oder Natura-2000-Flächen zu dieser Zahl wäre nicht korrekt, weil es sich dabei um andere Schutzgebietskategorien handelt und sich deren Grenzen teilweise überschneiden.
Für Ummanz besonders wichtig ist darüber hinaus der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Insel selbst liegt innerhalb dieses Nationalparks beziehungsweise seines Schutzgebietszusammenhangs. Der Nationalpark umfasst große Teile der westlichen Rügener Boddenlandschaft und besteht zu einem sehr großen Anteil aus Wasserflächen. Das Nationalparkamt nennt für den gesamten Nationalpark einen Wasserflächenanteil von 84 %.
Zusätzlich liegt die Gemeinde Ummanz im Landschaftsschutzgebiet „West-Rügen“. Die Verordnung nennt für dieses Landschaftsschutzgebiet insgesamt 11.727 ha, also 117,27 km². Es erstreckt sich allerdings über mehrere Gemeinden und ist deshalb keineswegs mit der Fläche der Insel Ummanz gleichzusetzen. Die Gemeinde Ummanz ist somit Teil eines wesentlich größeren Landschaftsschutzgebietes.
Von großer Bedeutung ist außerdem das Europäische Vogelschutzgebiet „Vorpommersche Boddenlandschaft und nördlicher Strelasund“. Die Gemeinde Ummanz und ihre umgebenden Boddengewässer liegen in diesem europäischen Vogelschutzgebiet. Dadurch werden insbesondere die Lebensräume zahlreicher Brut-, Rast- und Zugvögel geschützt. Das für Ummanz typische Nebeneinander von Flachwasser, Schilf, Feuchtwiesen und offenen Landwirtschaftsflächen ist für diesen Schutz besonders relevant.
Klima
Das Klima der Insel Ummanz ist ein gemäßigtes, deutlich maritim beeinflusstes Küstenklima. Die Lage im westlichen Rügen-Raum zwischen Ostsee und Boddengewässern sorgt für geringere jahreszeitliche Temperaturschwankungen als im kontinentaleren Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns. Gleichzeitig wirken die offene Lage, die flachen Wasserflächen und die häufigen Winde stark auf die lokalen Wetterverhältnisse ein. Ummanz gehört klimatisch zum Übergangsbereich zwischen dem maritim geprägten nordwest- und dem stärker kontinental beeinflussten nordostdeutschen Klima.
Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation ist für Ummanz das Klima Cfb anzusetzen. Es handelt sich damit um ein warmgemäßigtes, immerfeuchtes Klima mit milden Sommern. Die mittlere Temperatur des wärmsten Monats bleibt unter 22 °C, während mindestens vier Monate eine mittlere Temperatur von mehr als 10 °C erreichen. Eine ausgeprägte Trockenzeit gibt es nicht; Niederschläge treten grundsätzlich während des gesamten Jahres auf.
Die unmittelbare Nähe zur Ostsee wirkt temperaturausgleichend. Das Meer erwärmt sich im Frühjahr und Sommer wesentlich langsamer als das Land und bleibt im Herbst und Winter länger warm. Dadurch beginnen die Erwärmung und die Vegetationsentwicklung im Frühjahr vergleichsweise langsam, während der Herbst häufig länger mild bleibt. Umgekehrt werden extreme Sommerhitze und extreme Winterkälte durch den maritimen Einfluss abgeschwächt. Die Wassertemperaturen der Ostsee reagieren allerdings mit deutlichen jahreszeitlichen Schwankungen, sodass der maritime Ausgleich weniger stark ist als an der offenen Nordseeküste.
Die Winter sind im Allgemeinen kühl, aber aufgrund der Meeresnähe nicht so streng wie in kontinentalen Regionen vergleichbarer geografischer Breite. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen in den Wintermonaten meist nur wenige Grad über oder unter dem Gefrierpunkt. Frostperioden und Schneefälle kommen regelmäßig vor, längere geschlossene Schneedecken sind jedoch nicht jedes Jahr zu erwarten. Besonders bei östlichen und nordöstlichen Wetterlagen kann kalte Kontinentalluft die Insel erreichen und zu deutlich niedrigeren Temperaturen führen.
Der Frühling ist häufig durch einen langsamen Temperaturanstieg gekennzeichnet. Im März und April kann die Ostsee noch sehr kalt sein und die Erwärmung der Landflächen bremsen. Gleichzeitig nimmt die Sonneneinstrahlung deutlich zu. Im Mai steigen die Temperaturen stärker an und die Vegetationsperiode setzt sich zunehmend durch. Die flachen Grünlandflächen, Äcker und Uferbereiche reagieren dann rasch auf die zunehmende Wärme und Feuchtigkeit.
Die Sommer sind relativ mild. Heiße Perioden mit Temperaturen deutlich über 30 °C sind möglich, gehören aber nicht zum dauerhaften Normalzustand. Häufiger sind wechselhafte Wetterlagen mit mäßig warmen Tagen, Sonnenschein, Bewölkung und einzelnen Niederschlagsereignissen. Bei länger anhaltenden Hochdrucklagen kann sich die Insel allerdings auch über mehrere Tage stark erwärmen. Die Nähe der Ostsee sorgt dann teilweise für kühlende Seewinde.
Der Herbst ist durch den verzögerten Temperaturverlauf der Ostsee häufig vergleichsweise mild. September kann noch sommerliche Temperaturen bringen, während Oktober und November zunehmend kühl und wechselhaft werden. Mit zunehmender Abkühlung des Festlandes wird der Temperaturunterschied zwischen Land und Wasser geringer. Gleichzeitig nehmen die stürmischen Wetterlagen zu. Für die Landschaft Ummanz ist der Herbst besonders durch die Zugvogelzeit geprägt; die offenen Felder, Wiesen und Boddengewässer werden dann von großen Mengen durchziehender Vögel genutzt.
Die Niederschläge verteilen sich grundsätzlich über das gesamte Jahr. Eine ausgeprägte sommerliche Trockenzeit wie im Mittelmeerraum existiert nicht. Dennoch können längere trockene Abschnitte auftreten, insbesondere bei stabilen Hochdruckwetterlagen. Ebenso sind im Sommer kräftige Schauer und Gewitter möglich. Die jährliche Niederschlagsmenge ist für norddeutsche Verhältnisse eher mäßig, wobei die genaue Menge von der jeweiligen Messstation und ihrer Entfernung zur Küste abhängt.
Ein wesentlicher Klimafaktor ist der Wind. Ummanz liegt in einer offenen Küstenlandschaft und besitzt nur geringe topografische Hindernisse. Westliche und südwestliche Winde treten häufig auf und transportieren relativ feuchte Meeresluft über die Insel. Im Herbst und Winter können kräftige Tiefdruckgebiete zu stürmischen Winden führen. Bei nordöstlichen und östlichen Wetterlagen gelangt dagegen kalte kontinentale Luft auf die Insel. Im Sommer können lokale Seewindeffekte auftreten, bei denen sich die Luft über dem Land stärker erwärmt als über dem Wasser und dadurch ein Wind vom Meer zum Land entsteht.
Mythologie
Die Ranen, ein westslawischer Stamm, der ab dem 7. Jahrhundert die Inseln Rügen und Ummanz besiedelte, verehrten Götter wie Svantevit, dessen Hauptheiligtum auf Arkona lag. Diese heidnische Tradition endete mit der dänischen Eroberung 1168/1169 und der anschließenden Christianisierung. Auf Ummanz selbst hinterließen diese Vorstellungen keine speziellen lokalen Tempel- oder Kultorte, doch der allgemeine Volksglaube an Naturgeister, Hausgeister und übernatürliche Wesen blieb in der mündlichen Überlieferung der Boddenlandschaft lebendig.
Die bekannteste und am klarsten auf Ummanz bezogene Sage ist die Geschichte von der Vertreibung der Ratten. Sie wurde bereits im 19. Jahrhundert von Jodocus Donatus Hubertus Temme in seiner Sammlung „Die Volkssagen von Pommern und Rügen“ festgehalten. Demnach wimmelte es einst auf der Insel von so vielen Ratten, dass die Bewohner ihrer kaum noch Herr wurden. Eines Tages erschien ein fremder Rattenfänger. Gegen gutes Entgelt lockte er alle Ratten zusammen und trieb sie bei dem Dorf Wusse (damals Wuß) durch das Wasser auf eine nahegelegene kleine Insel, die seither den Namen Rattenort trägt. Seit jener Zeit soll es auf Ummanz keine Ratten mehr geben – ebenso wie auf der Halbinsel Wittow angeblich keine Maulwürfe vorkommen. Die Sage spiegelt die typische norddeutsche Erzähltradition wider, in der unheimliche oder lästige Tiere durch magische oder listige Eingriffe gebannt werden, und erinnert entfernt an den Rattenfänger von Hameln, ohne jedoch dessen düsteren Ausgang zu teilen.
Darüber hinaus fließen in die regionale Überlieferung Elemente des allgemeinen pommerschen und rügischen Volksglaubens ein. Hausgeister wie der Puk, Unterirdische, die Wilde Jagd oder Frau Holle-ähnliche Gestalten kommen in den Sagensammlungen der Umgebung vor, ohne dass sie speziell an Orte auf Ummanz gebunden wären. Findlinge wie der Möwenstein bei Tankow, ein großer eiszeitlicher Granitblock, wurden gelegentlich in der Volksvorstellung mit übernatürlichen Kräften oder als Zeugen uralter Zeiten in Verbindung gebracht, doch konkrete Sagen dazu fehlen. Auch der kirchliche Einfluss, der seit dem 14. Jahrhundert durch das Heiliggeist-Hospital in Stralsund stark war, hat die älteren heidnischen oder volkstümlichen Erzählungen weitgehend überlagert.
Geschichte
Von 1341 an befand sich die Insel im Besitz des Heiliggeisthospitals zu Stralsund. Somit übten im Auftrag der kirchlichen Stiftung für Jahrhunderte die Stralsunder Bürger die Herrschaft auf der Insel aus. Die Insel war bis 1326 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde Rügen und somit auch das Gebiet von Ummanz ein Teil von Schwedisch-Pommern. Im Jahre 1815 kam Ummanz als Teil von Neuvorpommern zur preußischen Provinz Pommern. Seit 1818 gehörte Ummanz zum Kreis bzw. Landkreis Rügen, von 1952 bis 1955 zum Kreis Bergen, danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock, seit 1990 wieder zum Landkreis Rügen und seit 2011 aufgrund der Kreisgebietsreform zum Landkreis Vorpommern-Rügen. Die Insel ist seit 1901 durch eine 250 Meter lange Brücke an die Insel Rügen angebunden.
Steinzeit
Die früheste menschliche Präsenz im Raum der heutigen Insel Ummanz und des westlichen Rügen ist eng mit der nacheiszeitlichen Entwicklung der südlichen Ostseeküste verbunden. Nach dem Rückzug der Weichsel-Gletscher und dem allmählichen Anstieg des Meeresspiegels während der Litorina-Transgression entstand eine dynamische Küstenlandschaft mit flachen Buchten, Lagunen und Inseln. Direkte archäologische Befunde auf Ummanz selbst sind aufgrund der geringen Größe der Insel, der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung und der heutigen Naturschutzauflagen relativ rar. Ein 1956 in Haide gefundenes Feuersteinwerkzeug gilt als Hinweis auf eine frühe Besiedlung und befindet sich heute im Stralsund Museum. Die weiterreichenden Erkenntnisse stammen vor allem aus dem umliegenden Rügengebiet und den benachbarten Küstenabschnitten, die denselben kulturgeschichtlichen Zusammenhang bilden.
Im Mesolithikum, etwa ab dem -7. und besonders im -6. und -5. Jahrtausend, lebten hier mobile Jäger-, Sammler- und Fischergruppen der Ertebølle-Kultur, regional auch als Lietzow-Kultur bezeichnet. Wichtige Fundplätze liegen am Jasmunder Bodden und am Strelasund, darunter Ralswiek-Augustenhof, Lietzow-Buddelin und Drigge. Radiokarbondatierungen belegen Siedlungsaktivitäten von etwa 5200 bis 4100 cal. BC. Die Menschen nutzten geschützte Uferzonen und Flussmündungen, jagten Rotwild, Rehe und Wildschweine, fischten in den Boddengewässern und sammelten Muscheln sowie Pflanzen. Charakteristische Funde sind T-förmige Geweihäxte, Harpunen, Klingen und Querschneider aus Feuerstein. Einige Siedlungsreste liegen heute unter Wasser, da der Meeresspiegel seit dem Atlantikum weiter gestiegen ist. Auch im westlichen Boddengebiet, zu dem Ummanz gehört, ist von saisonalen Aufenthalten an den damaligen Küstenlinien auszugehen, auch wenn großflächige Ausgrabungen hier fehlen.
Der Übergang zum Neolithikum setzte im Rügenraum um 4100 cal. BC ein. Mit der Trichterbecherkultur hielten Ackerbau, Viehzucht und sesshaftere Lebensweisen Einzug. Die Menschen begannen, Wälder zu roden und leichtere Böden zu bewirtschaften. Ab etwa -3500 errichteten sie die ersten Großsteingräber (Megalithgräber, Hünengräber), die aus Findlingen gebaut und oft in Hünenbetten eingebettet wurden. Diese Monumente finden sich vor allem im östlichen und zentralen Rügen, doch die kulturelle Praxis war im gesamten Inselraum verbreitet. Keramik, geschliffene Steinbeile und die ersten dauerhaften Siedlungen kennzeichnen diese Phase. Auf Ummanz selbst sind bislang keine erhaltenen Megalithgräber bekannt, doch die flache, fruchtbare Landschaft bot günstige Voraussetzungen für eine Nutzung durch neolithische Gemeinschaften.
Bronzezeit
Die Bronzezeit auf der Insel Rügen und im Raum Ummanz umfasst den Zeitraum vom -18. bis zum -6. Jahrhundert stellt eine Phase des Übergangs und der kulturellen Verdichtung dar. Nach dem Ende der jungsteinzeitlichen Megalithkultur (Trichterbecherkultur und Folgeerscheinungen) setzte sich eine neue Bestattungssitte durch, die das Landschaftsbild nachhaltig prägte. Die Menschen der Bronzezeit lebten weiterhin von Ackerbau, Viehzucht und der Nutzung der Küsten- und Boddenressourcen. Zugleich nahmen überregionale Kontakte, insbesondere der Handel mit Bernstein, an Bedeutung zu. Die Insel war Teil eines größeren Austauschsystems, das die Ostseeküste mit Skandinavien, dem Oderraum und weiter südlich gelegenen Gebieten Mitteleuropas verband.
Charakteristisch für die ältere Bronzezeit (von etwa -1800 bis zum -13. Jahrhundert) sind die weithin sichtbaren Hügelgräber (Tumuli). Die Verstorbenen wurden unverbrannt in ausgehöhlten Baumstämmen (Baumsärgen) beigesetzt. Über dem Grab legte man oft eine Steinpackung oder ein Bodenpflaster an und errichtete darüber einen Erdhügel, der durch eine kreisförmige Steinsetzung eingefasst war. Diese Monumente erreichten zum Teil beträchtliche Ausmaße und dienten der Darstellung sozialer Hierarchien. Reiche Beigaben wie Bronzeschwerter, Nadeln, Armringe (darunter auch Goldfunde), Keramik und Steinartefakte deuten auf eine sich herausbildende Oberschicht hin. Eine der bedeutendsten Anlagen Rügens ist die Nekropole bei Woorke (zwischen Patzig und Ralswiek) mit dreizehn teils noch sechs Meter hohen Hügeln. Noch eindrucksvoller ist der Dobberworth bei Sagard: Mit einer erhaltenen Höhe von etwa 15 Metern, einem Umfang von rund 150 Metern und einem geschätzten Erdvolumen von 22.000 Kubikmetern zählt er zu den größten Hügelgräbern Norddeutschlands.
In der jüngeren Bronzezeit (ab dem -13. Jahrhundert) veränderte sich die Bestattungspraxis. An die Stelle der großen Körpergräber unter Hügeln traten zunehmend Brandbestattungen. Die Asche der Toten wurde in Urnen auf größeren Friedhöfen beigesetzt, die oberirdisch oft nur geringe Spuren hinterließen. Die Sitte der monumentalen Hügelgräber ging allmählich zurück. Gleichzeitig intensivierte sich die Metallverarbeitung: Bronzewaffen, Werkzeuge und Schmuck wurden lokal hergestellt oder importiert. Der Bernsteinhandel spielte eine wichtige Rolle; die Ostseeküste lieferte den begehrten Rohstoff, der über weite Strecken nach Süden gelangte.
Für den westlichen Teil Rügens und die Insel Ummanz selbst ist die Funddichte geringer. Während im Osten und Zentrum der Insel (Jasmund, Umgebung von Putbus, Ralswiek, Sagard) zahlreiche Hügelgräber und Siedlungsspuren erhalten sind, fehlen im Westen und auf Wittow weitgehend die großen Grabmonumente. Dies bedeutet nicht zwingend eine Siedlungsleere, sondern eher eine andere Landschaftsnutzung oder eine geringere monumentale Überprägung. Die flachen, fruchtbaren Böden und die Boddengewässer boten weiterhin günstige Bedingungen für Landwirtschaft und Fischfang. Direkte bronzezeitliche Funde von Ummanz sind rar; die Insel gehörte jedoch zum selben kulturellen Raum und profitierte von den gleichen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen wie die übrige Region.
Eisenzeit
In der vorrömischen Eisenzeit, die etwa ab dem -7. oder -6. Jahrhundert einsetzt und bis zur Zeitenwende reicht, ist die Region archäologisch der Jastorf-Kultur zuzuordnen. Diese gilt als frühe germanische Kulturgruppe, die sich von der Weser bis nach Mecklenburg-Vorpommern und auf die Insel Rügen erstreckte. Die Besiedlung blieb vergleichsweise dünn und orientierte sich weiterhin an den günstigen Küsten- und Boddenlagen sowie an leichten Böden. Typisch waren Brandbestattungen in Urnen und eine materielle Kultur mit eisenzeitlicher Keramik und einfachen Eisenwerkzeugen. Eine durchgängige Siedlungskontinuität von der späten Bronzezeit in die Eisenzeit ist an einzelnen Orten auf Rügen nachweisbar, etwa in Gustow, wo Gräber über einen sehr langen Zeitraum belegt sind.
Ab der Zeitenwende und besonders im 1. und 2. Jahrhundert verdichtet sich das Bild in der römischen Kaiserzeit. Auf Rügen entstand die sogenannte Gustower Kulturgruppe, benannt nach dem reichen Gräberfeld am Mühlenberg bei Gustow. Dort wurden sowohl Brand- als auch Körperbestattungen freigelegt, die mit silbernem und bronzenem Schmuck, Fibeln und anderen Beigaben ausgestattet waren. Die Funde zeigen Kontakte zum Römischen Reich, etwa durch Importgegenstände, und belegen eine relativ wohlhabende germanische Bevölkerung. Ähnliche Gräberfelder und Siedlungsspuren finden sich an mehreren Stellen der Insel und des benachbarten Festlands. Ob die in römischen Quellen (Tacitus, Ptolemäus) genannten Rugier (Rugii) tatsächlich auf Rügen siedelten oder nur namensmäßig mit der Insel in Verbindung gebracht werden, ist in der Forschung umstritten. Archäologisch lassen sich die Funde der Gustower Gruppe und verwandter Erscheinungen im Oder-Weichsel-Raum mit ostgermanischen Gruppen in Verbindung bringen, zu denen die Rugier gezählt werden.
Im Verlauf des 3. und 4. Jahrhunderts setzte die Völkerwanderung ein. Viele germanische Gruppen, darunter Teile der Rugier, zogen südwärts in Richtung Donau und mittleres Donaugebiet. Die Rugier gerieten unter hunnisches Einfluss, beteiligten sich an den Kriegen Attilas und gründeten nach dessen Tod 453 ein kurzlebiges Reich (Rugiland) im heutigen Niederösterreich. Für die Insel Rügen bedeutet dies eine deutliche Abwanderung. Die Besiedlung scheint in der späten Völkerwanderungszeit und im 5./6. Jahrhundert stark ausgedünnt oder zeitweise weitgehend erloschen zu sein. Schriftliche Quellen und archäologische Befunde deuten auf eine Siedlungslücke hin, bevor ab dem 6. und vor allem dem 7. Jahrhundert slawische Gruppen (die späteren Ranen/Rujanen) die Region neu besiedelten.
Mittelalter
Nach der Siedlungslücke der Völkerwanderungszeit begannen ab dem 6. und vor allem dem 7. Jahrhundert slawische Gruppen, die Region neu zu besiedeln. Die Ranen etablierten sich als eigenständiger Stamm auf der Insel Rügen und dem angrenzenden Festland. Sie bildeten eine der mächtigsten westslawischen Gemeinschaften an der südlichen Ostsee und blieben lange heidnisch.
Das religiöse und politische Zentrum der Ranen lag auf der Halbinsel Wittow. In der Tempelburg Arkona am Kap Arkona wurde der vierköpfige Gott Svantevit verehrt, dessen Kult weit über die Stammesgrenzen hinaus reichte. Weitere Heiligtümer bestanden in Charenza (vermutlich bei Garz oder Venz) für die Götter Rugievit, Porevit und Porenut sowie auf Jasmund. Die Ranen unterhielten eine starke Flotte, unternahmen Raubzüge und erhoben Tribut von Nachbarstämmen und sogar von skandinavischen Gebieten. Ihre Gesellschaft war hierarchisch organisiert, mit Fürsten und einer Priesterschaft, die erheblichen Einfluss besaß.
Im 12. Jahrhundert verstärkten sich die Auseinandersetzungen mit den christlichen Nachbarn, insbesondere mit Dänemark. Bereits 1136 und 1160 gab es dänische Angriffe. Den entscheidenden Schlag führten König Waldemar I. und Bischof Absalon von Roskilde im Jahr 1168. Nach einer Belagerung fiel die Tempelburg Arkona am 15. oder 16. Juni. Die Statue des Svantevit wurde zerstört, der Tempelschatz geplündert und die Heiligtümer vernichtet. Die Ranen kapitulierten, übergaben Charenza kampflos und nahmen das Christentum an. Die Fürsten Tezlaw und Jaromar I. wurden Vasallen des dänischen Königs. Damit endete die heidnische Unabhängigkeit Rügens, und die Insel wurde Teil des dänischen Einflussbereichs.
Es entstand das Fürstentum Rügen als dänisches Lehen. Die Fürsten der Wizlawiden-Dynastie – Jaromar I. (bis 1218), Wizlaw I., Jaromar II., Wizlaw II. und Wizlaw III. – regierten bis 1325. Sie behielten eine gewisse Eigenständigkeit, förderten die Christianisierung und die deutsche Ostsiedlung. Klöster wie Bergen, Neuenkamp und Eldena wurden gegründet, Städte wie Stralsund erhielten Stadtrechte (1234), und deutsche Siedler strömten in die Region. Die Insel und das Festland gehörten kirchlich zum Bistum Roskilde bzw. Schwerin. Mit dem Tod Wizlaws III. 1325 und dem Aussterben der männlichen Linie fiel das Fürstentum nach Erbstreitigkeiten an die Herzöge von Pommern.
Für die Insel Ummanz selbst setzt die urkundliche Überlieferung im 13. Jahrhundert ein. Die erste Erwähnung datiert auf 1240 als „Vmanz“. Die Kirche in Waase wird 1322 als „Ecclesia Omanz“ genannt und war zunächst von der Pfarrei Gingst abhängig. Im frühen 14. Jahrhundert gehörte die Insel zum landesherrlichen Besitz und wurde mehrfach verpfändet. 1341 verkauften die pommerschen Herzöge Bogislaw V., Barnim IV. und Wartislaw V. die gesamte Insel Ummanz inklusive der kleinen Nachbarinseln und dem Patronatsrecht an das Heiliggeist-Hospital (Heilgeistspital) in Stralsund. Seitdem übten die Stralsunder Bürger im Auftrag der kirchlichen Stiftung die Herrschaft aus. Die Insel blieb über Jahrhunderte in einer Hand und war eng an Stralsund gebunden. Die Bauernhöfe wurden verpachtet, und die Kirche in Waase entwickelte sich unter diesem Einfluss. Der spätgotische Antwerpener Schnitzaltar, der später nach Waase gelangte, unterstreicht die Verbindung zur Hansestadt.
Im weiteren Verlauf des Mittelalters und bis in die frühe Neuzeit blieb Ummanz eine landwirtschaftlich und fischereilich geprägte Insel unter der Verwaltung des Stralsunder Hospitals. Die slawische Bevölkerung wurde allmählich assimiliert, deutsche Siedler und Rechtsformen setzten sich durch, und die Insel teilte die Schicksale Pommerns – von der dänischen Lehnsherrschaft über die pommersche Herzogszeit bis hin zu den späteren schwedischen und preußischen Perioden. Die mittelalterliche Geschichte Ummanz’ ist somit weniger von eigenen politischen Zentren geprägt als von der Einbindung in die größeren Entwicklungen Rügens und der engen wirtschaftlichen und rechtlichen Abhängigkeit von Stralsund.
Frühe Neuzeit
Im 16. Jahrhundert blieb Ummanz eng mit der Hansestadt Stralsund verbunden. Die entscheidende Grundlage dafür bildete der Besitz des Heiliggeist-Hospitals, das bereits im Mittelalter Rechte und Besitzungen auf der Insel erworben hatte. Das Stralsunder Stadtarchiv überliefert zahlreiche Urkunden zu Besitz-, Pacht- und Rechtsverhältnissen auf Ummanz und nennt ausdrücklich auch das Patronat über die Kirche von Ummanz. Die Insel war damit nicht einfach ein gewöhnliches adliges Landgut, sondern stand in einer besonderen Beziehung zu einer städtischen Hospitalstiftung, deren Besitz- und Verwaltungsrechte über mehrere Jahrhunderte Bestand hatten.
Die Reformation veränderte im 16. Jahrhundert die kirchlichen Verhältnisse auf Rügen und damit auch auf Ummanz grundlegend. Aus dem katholisch geprägten mittelalterlichen Kirchenwesen entwickelte sich die evangelische Kirchenordnung. Die bestehenden Besitz- und Patronatsrechte des Stralsunder Heiliggeist-Hospitals verschwanden dadurch jedoch nicht. Das Hospital blieb als wirtschaftliche und soziale Institution bestehen. Das kirchliche Patronat über Ummanz ist auch für die Zeit nach der Reformation in den Beständen des Stadtarchivs Stralsund dokumentiert.
Eine zentrale Rolle für die Geschichte der Insel spielte weiterhin die Kirche in Waase. Der mittelalterliche Kirchenbau wurde im 15. und frühen 16. Jahrhundert erweitert und erhielt seine wesentliche Gestalt schrittweise. Besonders bedeutend ist der Antwerpener Schnitzaltar, der heute in der Kirche von Waase steht und auf das Jahr 1520 datiert wird. Der Altar gehört zu den bedeutenden spätmittelalterlichen Kunstwerken der Insel. Er gelangte allerdings erst später nach Waase; die Überlieferung setzt seine Überführung aus Stralsund in das frühe 18. Jahrhundert. Damit ist die Kirche ein sichtbares Zeugnis der jahrhundertelangen Verbindung zwischen Ummanz und Stralsund.
Die Bevölkerung lebte weiterhin überwiegend von der Landwirtschaft und der Nutzung der Gewässer. Die Siedlungsstruktur bestand aus einzelnen Dörfern und bäuerlichen Hofstellen. Ackerbau, Viehhaltung und Fischerei bildeten die wichtigsten Grundlagen des Lebens. Die landwirtschaftlichen Flächen wurden nicht ausschließlich von den Eigentümern selbst bewirtschaftet, sondern waren in unterschiedlichen Formen verpachtet. Für die ländliche Bevölkerung bedeuteten solche Verhältnisse regelmäßige Abgaben und Pachtleistungen an die jeweiligen Grundherren beziehungsweise Eigentümer.
Der Dreißigjährige Krieg brachte für Rügen und das angrenzende Vorpommern erhebliche Belastungen. Die strategisch wichtige Stadt Stralsund wurde 1628 von kaiserlichen Truppen unter Wallenstein belagert, konnte die Belagerung jedoch mit schwedischer Unterstützung abwehren. Die Kämpfe und militärischen Operationen dieser Zeit betrafen das gesamte pommersche Umfeld und führten zu Einquartierungen, Abgaben und wirtschaftlichen Belastungen. Für Ummanz sind für diesen Zeitraum keine eigenständigen, detaillierten Ereignisberichte überliefert, weshalb die allgemeinen Auswirkungen des Krieges auf die Insel nicht im Einzelnen quantifiziert werden können. Die Zugehörigkeit zur Stralsunder Besitz- und Verwaltungswelt blieb jedoch bestehen.
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 änderte sich die staatliche Zugehörigkeit der Insel. Rügen und das übrige Vorpommern nördlich der Peene kamen unter schwedische Herrschaft und wurden Bestandteil von Schwedisch-Pommern. Ummanz gehörte damit staatsrechtlich nicht mehr zum brandenburgisch beziehungsweise deutsch geprägten Territorialverband, sondern zum schwedischen Herrschaftsbereich in Norddeutschland. Die tatsächliche Grundbesitzstruktur der Insel änderte sich dadurch jedoch nicht automatisch. Die bestehenden Rechte des Stralsunder Heiliggeist-Hospitals bestanden neben der neuen schwedischen Landesherrschaft fort.
Schwedisch-Pommern wurde von der schwedischen Krone durch eigene Verwaltungs- und Rechtsstrukturen regiert. Stralsund besaß innerhalb des Gebietes eine herausragende Stellung und war ein wichtiges Verwaltungs-, Handels- und Militärzentrum. Die schwedische Herrschaft brachte daher eine neue staatliche Ebene über die bereits vorhandenen lokalen und grundherrschaftlichen Strukturen. Für die Bewohner Ummanz' bedeutete dies, dass sie weiterhin in den örtlichen Besitz- und Pachtverhältnissen lebten, während die übergeordnete Landeshoheit nun von Schweden ausgeübt wurde.
Im 17. Jahrhundert wurde die ländliche Gesellschaft Rügens zunehmend von größeren Gutshöfen und grundherrschaftlichen Strukturen geprägt. Auf Ummanz bestanden daneben die besonderen Besitzverhältnisse des Stralsunder Hospitals. Die Insel war deshalb weiterhin durch verpachtete Bauernstellen und landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichnet. Die Hospitalverwaltung beziehungsweise die von ihr eingesetzten Verantwortlichen mussten die wirtschaftlichen Interessen des Besitzes mit den örtlichen Verhältnissen verbinden. Die Bauern waren als Pächter von der Nutzung des Landes abhängig und hatten die vertraglich festgelegten Abgaben und Leistungen zu erbringen.
Die wirtschaftliche Grundlage blieb die Landwirtschaft. Angebaut wurden vor allem die für die norddeutsche Landwirtschaft der frühen Neuzeit typischen Getreidearten; daneben besaßen Viehhaltung und Grünlandwirtschaft eine wichtige Bedeutung. Die Gewässer rund um Ummanz wurden für die Fischerei genutzt. Wegen der zahlreichen flachen Boddenbereiche spielte die Nutzung der Küstengewässer eine unmittelbare Rolle für die Versorgung der Bevölkerung. Landwirtschaft und Fischerei ergänzten sich damit innerhalb der ländlichen Wirtschaftsweise.
Der Große Nordische Krieg von 1700 bis 1721 brachte für Schwedisch-Pommern erneut militärische Belastungen. Das schwedische Gebiet in Norddeutschland war mehrfach von militärischen Operationen betroffen. Ein besonders schwerer Einschnitt war die russische Besetzung großer Teile Schwedisch-Pommerns in den Jahren 1715 bis 1720. Auch die Bevölkerung der ländlichen Gebiete musste unter Einquartierungen, Lieferungen und den wirtschaftlichen Folgen der Kriegsführung leiden. Für Ummanz selbst fehlen jedoch ausreichende Quellen, um einzelne Truppendurchzüge oder konkrete Schäden zuverlässig zu rekonstruieren.
Nach dem Ende des Großen Nordischen Krieges blieb Ummanz weiterhin unter schwedischer Landesherrschaft. Die schwedische Herrschaft über Vorpommern wurde im 18. Jahrhundert fortgesetzt, auch wenn der Umfang des schwedischen Territoriums durch die Kriege des Jahrhunderts mehrfach verändert wurde. Stralsund blieb das wichtigste politische und wirtschaftliche Zentrum Schwedisch-Pommerns. Die Verbindung zwischen der Stadt und den Besitzungen des Heiliggeist-Hospitals blieb deshalb für Ummanz von Bedeutung.
Auch der Siebenjährige Krieg von 1756 bis 1763 erreichte Schwedisch-Pommern. Schweden beteiligte sich am Krieg gegen Preußen, wodurch erneut militärische Belastungen für die Bevölkerung entstanden. Einquartierungen und militärische Abgaben gehörten zu den Problemen dieser Zeit. Quellen zur allgemeinen Geschichte Schwedisch-Pommerns zeigen, dass solche Belastungen insbesondere in den ländlichen Gebieten spürbar waren. Eine detaillierte, ausschließlich auf Ummanz bezogene Rekonstruktion der Ereignisse ist für diesen Zeitraum jedoch nicht möglich.
Im 18. Jahrhundert blieb die soziale Struktur der Insel überwiegend ländlich. Es gab keine größere Stadt und kein bedeutendes Gewerbezentrum. Die Dörfer bestanden aus bäuerlichen Hofstellen, Wirtschaftsgebäuden und den dazugehörigen landwirtschaftlichen Flächen. Das Leben war vom Jahresrhythmus der Landwirtschaft abhängig. Die Fischerei ergänzte die landwirtschaftlichen Einkommen und lieferte einen wichtigen Teil der Nahrung.
Die Verbindung zwischen Ummanz und Stralsund blieb auch kulturell und kirchlich sichtbar. Die Kirche in Waase stand weiterhin unter dem historischen Patronat, das mit den Stralsunder Einrichtungen verbunden war. Der Transfer bedeutender kirchlicher Kunstwerke aus Stralsund nach Ummanz im frühen 18. Jahrhundert zeigt die enge Verbindung zwischen beiden Orten. Die Insel blieb damit trotz ihrer ländlichen und abgelegenen Lage in die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen des Stralsunder Raumes eingebunden.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war Ummanz weiterhin Bestandteil Schwedisch-Pommerns. Die schwedische Landeshoheit und die lokalen Besitzverhältnisse bestanden nebeneinander. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb von Landwirtschaft, Viehhaltung und Fischerei bestimmt. Eine Industrialisierung oder eine bedeutende städtische Entwicklung fand nicht statt. Die Bevölkerung lebte in kleinen Dörfern und auf verstreuten Höfen, während die übergeordneten Verwaltungs- und Handelsfunktionen weiterhin außerhalb der Insel, insbesondere in Stralsund, konzentriert waren.
Umbruchszeit
Die napoleonischen Kriege brachten für Rügen und damit auch für Ummanz einen tiefen politischen Einschnitt. Rügen wurde 1807 von französischen Truppen besetzt und blieb bis 1813/14 in das von Napoleon beherrschte politische System einbezogen. Nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft änderte sich die staatliche Zugehörigkeit des Gebietes erneut. Im Kieler Frieden von 1814 wurde Schwedisch-Pommern zunächst Dänemark zugesprochen. Auf dem Wiener Kongress und durch die anschließend ausgehandelten Verträge gelangten Rügen und Neuvorpommern 1815 an Preußen. Damit endete nach rund 180 Jahren die schwedische Herrschaft über das Gebiet.
Für Ummanz bedeutete der Übergang zu Preußen zunächst vor allem eine neue staatliche und verwaltungsmäßige Einordnung. 1818 wurde aus dem ehemaligen Schwedisch-Pommern der preußische Regierungsbezirk Stralsund gebildet; Ummanz gehörte nun innerhalb der preußischen Provinz Pommern zum Kreis Rügen. Diese Verwaltungszugehörigkeit blieb für das gesamte 19. Jahrhundert bestehen.
Von besonderer Bedeutung waren die Veränderungen in der Landwirtschaft. Auf Rügen wurden die traditionellen bäuerlichen Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse während des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts zunehmend verändert. Auf Ummanz wurde Grundbesitz, der zuvor in bäuerlichen Lassverhältnissen bewirtschaftet worden war, teilweise in zeitlich begrenzte Pachtverhältnisse überführt und öffentlich verpachtet. Eine agrarhistorische Untersuchung bezeichnet Ummanz ausdrücklich als Beispiel für diese Entwicklung. Die Veränderungen konnten die wirtschaftliche Belastung der Bauern durch traditionelle Dienste verringern, bedeuteten aber zugleich, dass bisherige Nutzungsrechte nicht automatisch in freies Eigentum übergingen. Aus bisherigen Besitzern konnten Pächter werden.
Die landwirtschaftliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts stand im Zusammenhang mit einem allgemeinen Modernisierungsprozess auf Rügen. Landwirtschaftliche Vereine entstanden seit den 1820er Jahren in verschiedenen Orten der Insel. Sie beschäftigten sich mit der Verbesserung der Bodenbearbeitung, der Verringerung der Brache, dem Einsatz leistungsfähigerer Pflüge, der Viehzucht und später auch mit Kunstdünger. Im späteren 19. Jahrhundert wurden außerdem neue Kulturpflanzen stärker genutzt und die Rinder- und Pferdezucht systematischer verbessert. Diese Entwicklung betraf vor allem größere landwirtschaftliche Betriebe und Gutshöfe; Ummanz blieb dennoch durch seine kleinräumige bäuerliche Struktur, Weideland und Fischerei geprägt.
Die einzelnen Siedlungen auf Ummanz besaßen dabei unterschiedliche wirtschaftliche Strukturen. Suhrendorf war eine geistliche Besitzung; für 1823 sind dort 39 Einwohner überliefert. Die Bauernhöfe I bis III standen unter der Verwaltung beziehungsweise Verpachtung des Heiliggeisthospitals Stralsund. Auch in anderen Orten bestanden mehrere einzelne Bauernstellen und größere landwirtschaftliche Betriebe nebeneinander. Diese Kombination aus Bauernhöfen, Pachtstellen und Gutswirtschaft prägte die Insel während des gesamten 19. Jahrhunderts.
Waase entwickelte sich dabei weiterhin zum wichtigsten Siedlungs- und Kirchenort der Insel. Die St.-Marien-Kirche blieb das religiöse Zentrum von Ummanz. Ihre mittelalterliche Bausubstanz und das Antwerpener Retabel von 1520 waren auch im 19. Jahrhundert zentrale Bestandteile des Ortes. Der historische Ortskern blieb durch bäuerliche und handwerkliche Gebäude geprägt. Waase besaß außerdem eine Verbindung zur Fischerei und zur Schifffahrt auf den angrenzenden Boddengewässern.
Auch die kleineren Siedlungen bewahrten ihre landwirtschaftliche beziehungsweise fischereiliche Funktion. Freesenort, bereits seit 1319 urkundlich belegt, besaß im 19. Jahrhundert weiterhin Bauern- und Fischerhäuser. Die Siedlungsform blieb kleinteilig. Anders als in den sich entwickelnden Städten Rügens entstanden auf Ummanz keine größeren gewerblichen oder industriellen Anlagen. Die wirtschaftliche Tätigkeit konzentrierte sich auf Landwirtschaft, Viehhaltung, Fischerei, kleinere Handwerke und den lokalen Austausch.
Die Fischerei blieb neben der Landwirtschaft eine wichtige Erwerbsgrundlage. Die flachen Boddengewässer um Ummanz boten günstige Voraussetzungen für den Fang von Fischen wie Hering und Aal. Der Fischfang war dabei nicht nur auf den Eigenbedarf ausgerichtet, sondern Bestandteil der regionalen Wirtschaft. Die wirtschaftliche Bedeutung der Fischerei lässt sich auch an den später überlieferten Marktpreisen für Rügener Fischereiprodukte erkennen. Um 1910 wurde Aal beispielsweise mit etwa 0,60 Mark je Pfund gehandelt; Hering wurde in größeren Mengen zu Preisen zwischen etwa 0,80 und 4 Mark je 80 Stück verkauft, wobei die Aufkaufpreise der Fischer unter den Marktpreisen lagen. Diese Angaben beziehen sich auf Rügen insgesamt und sind daher nicht als spezielle Ummanzer Preisstatistik zu verstehen.
Das soziale Gefüge blieb bis weit in das 19. Jahrhundert hinein von der Landwirtschaft bestimmt. Neben den Besitzern beziehungsweise Pächtern der Höfe gab es Landarbeiter, Knechte, Mägde und Handwerker. Die ländliche Gesellschaft war damit weiterhin hierarchisch organisiert. Eine besondere rechtliche Bedeutung hatte die Gesindeordnung, die in Preußen bis 1918 galt und den Gutsherren beziehungsweise Arbeitgebern gegenüber Landarbeitern weitreichende Befugnisse einräumte. Die soziale Stellung der Landarbeiter blieb daher deutlich von derjenigen der größeren Bauern und Gutsbesitzer unterschieden.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verstärkte sich gleichzeitig die Einbindung Rügens in die moderne Geld- und Marktwirtschaft. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Vieh, Eier, Butter und Fisch wurden zunehmend für regionale Märkte produziert. Verbesserungen der Landwirtschaft erhöhten die Produktivität, während die Einführung neuer Geräte und später von Kunstdünger die traditionelle Wirtschaftsweise ergänzte. Die Auswirkungen dieser Entwicklung waren auf Ummanz wegen der geringen Größe und der abgelegenen Lage weniger stark als in den größeren landwirtschaftlichen Zentren Rügens, sie erreichten aber auch die Insel.
Die verkehrliche Lage blieb lange Zeit ein wesentliches Problem. Ummanz war durch seine Boddenlage vom Hauptteil Rügens getrennt. Der Verkehr erfolgte über Wege, kleinere Boote und Fährverbindungen beziehungsweise Übergänge. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer entscheidenden Verbesserung. Nach längeren Planungen wurde die Verbindung zwischen Rügen und Ummanz als feste Brücke hergestellt. Die Ummanzer Brücke bei Waase wurde 1901 eröffnet und war zunächst eine etwa 250 Meter lange Holzkonstruktion. Damit wurde die Insel erstmals dauerhaft auf dem Landweg mit Rügen verbunden.
Der Brückenbau von 1901 war für die weitere Entwicklung der Insel von erheblicher Bedeutung. Er erleichterte den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse, den Personenverkehr und die Versorgung der Bevölkerung. Gleichzeitig wurde die Abhängigkeit von Wasserwegen für den Landverkehr verringert. Die Brücke stellte damit einen wichtigen Übergang von der traditionellen, stark wasserorientierten Verkehrsstruktur zu einer moderneren regionalen Verkehrsanbindung dar.
Während andere Teile Rügens im 19. Jahrhundert zunehmend vom Fremdenverkehr erfasst wurden, blieb Ummanz selbst wesentlich stärker landwirtschaftlich und fischereiwirtschaftlich geprägt. Auf Rügen entstanden seit dem frühen 19. Jahrhundert Seebäder; Putbus wurde bereits 1810 als erstes Seebad der Insel gegründet, später folgten unter anderem Binz, Baabe, Göhren, Sassnitz und Sellin. Die touristische Entwicklung konzentrierte sich jedoch vor allem auf die Ostküste und die unmittelbar zum offenen Meer ausgerichteten Küstenabschnitte. Die flachen Boddenlandschaften Ummanz’ entwickelten sich bis 1914 nicht zu einem vergleichbaren Seebad.
Auch die bauliche Entwicklung der Insel blieb entsprechend ländlich. Die Dörfer bestanden überwiegend aus Bauern- und Fischerhäusern, Wirtschaftsgebäuden, Ställen und kleineren Handwerksbetrieben. Reetgedeckte Gebäude waren charakteristisch. Größere städtische Gebäude, Industrieanlagen oder dicht bebaute Straßenzüge entstanden nicht. Ummanz bewahrte dadurch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts weitgehend die Struktur einer landwirtschaftlichen Inselgemeinde.
Für die Gutshöfe und größeren Besitzungen sind im 19. Jahrhundert mehrere Eigentümerwechsel innerhalb des pommerschen und brandenburgischen Landadels dokumentiert. In Dubkevitz war zunächst die Familie von der Osten mit dem Gut verbunden; durch Heirat gelangte es später an die Familie von Berg. Das Rittergut Unrow befand sich im 18. und 19. Jahrhundert im Besitz der Familie von Bagevitz und umfasste zusammen mit Hagen, Lüßvitz und Moordorf insgesamt 725 Hektar. Varbelvitz wurde nach der Mitte des 18. Jahrhunderts zunächst von der Familie von Platen und später von der Familie von Berg geprägt. Diese Gutswirtschaften bildeten einen wichtigen Bestandteil der regionalen Agrarstruktur.
Gleichzeitig bestanden auf Ummanz zahlreiche kleinere Bauernstellen. In Mursewiek beispielsweise war das Land auf mehrere Höfe verteilt. Für Wusse sind für die Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert drei größere Höfe überliefert: Hof I mit 78 Hektar, Hof II mit 71 Hektar und Hof III mit 50 Hektar. Die Eigentumsverhältnisse lagen dabei weiterhin teilweise beim Heiliggeisthospital beziehungsweise dessen Rechtsnachfolgern, während die Höfe von Pächtern bewirtschaftet wurden.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Ummanz somit wirtschaftlich weiterhin eine Agrar- und Fischerinsel. Die großen politischen Veränderungen des Jahrhunderts – das Ende der schwedischen Herrschaft, die Eingliederung in Preußen, die Verwaltungsreformen und die Modernisierung der Landwirtschaft – hatten die Insel zwar erreicht, führten aber nicht zu einer grundlegenden Industrialisierung. Die wichtigste Veränderung der unmittelbaren Lebensverhältnisse war die bessere Einbindung in das regionale Verkehrsnetz.
Um 1900 bestand die Insel weiterhin aus einer Reihe kleiner ländlicher Siedlungen und landwirtschaftlicher Betriebe. Das Gut Ummanz war noch keine selbstständige Ortschaft, sondern bildete einen nördlichen Teil von Waase. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde das Gut mit dem benachbarten Moordorf verbunden; auf den Wiesen am Kubitzer Bodden wurden große Schafbestände gehalten. Für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist damit weiterhin eine stark auf Weidewirtschaft und Landwirtschaft ausgerichtete Nutzung der Insel belegt.
Mit der Eröffnung der Brücke 1901 begann schließlich eine neue Phase. Ummanz war nun dauerhaft mit dem Straßennetz Rügens verbunden. Die Insel blieb bis 1914 zwar eindeutig ländlich geprägt, war aber nicht mehr in demselben Maße verkehrlich isoliert wie im 18. und frühen 19. Jahrhundert.
Weltkriegszeit
Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges im August 1914 trat Ummanz in eine Zeit ein, in der die bisherige ländliche Entwicklung zunehmend von den politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen des Deutschen Kaiserreiches überlagert wurde. Die Insel gehörte weiterhin zum preußischen Landkreis Rügen in der Provinz Pommern. Ihre Wirtschaftsstruktur unterschied sich zunächst kaum von derjenigen der vorangegangenen Jahrzehnte. Landwirtschaft, Viehhaltung und Fischerei bildeten die wichtigsten Erwerbsgrundlagen. Die seit 1901 bestehende feste Brückenverbindung bei Waase erleichterte den Verkehr zwischen Ummanz und dem übrigen Rügen. Die Insel blieb jedoch eine kleine, dünn besiedelte Agrarlandschaft ohne Industrie. Die Gemeinde Ummanz war damals in ihrer heutigen Form noch nicht entstanden; zahlreiche Dörfer und Gutsbezirke bestanden als eigenständige Verwaltungseinheiten beziehungsweise waren mit benachbarten Guts- und Gemeindestrukturen verbunden.
Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 wirkte sich auch auf die ländliche Bevölkerung Rügens aus. Männer wurden zum Militärdienst eingezogen, wodurch Arbeitskräfte in der Landwirtschaft fehlten. Gleichzeitig verschärften sich die Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Futtermitteln und landwirtschaftlichen Betriebsmitteln. Die Landwirtschaft musste unter Kriegsbedingungen einen größeren Teil ihrer Erzeugnisse für die Versorgung der Bevölkerung und des Militärs bereitstellen. Für Ummanz sind keine eigenständigen militärischen Kampfhandlungen überliefert. Die Bedeutung des Krieges lag für die Insel daher vor allem in seinen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 blieb Ummanz Teil des Freistaates Preußen und des weiterhin bestehenden Landkreises Rügen. Die politische Ordnung der Weimarer Republik änderte zunächst wenig an der grundlegenden Wirtschaftsstruktur der Insel. Die Bevölkerung lebte weiterhin überwiegend von Landwirtschaft, Viehhaltung und Fischerei. Die kleinen Dörfer, Bauernhöfe und Gutsbetriebe blieben das bestimmende Element der Kulturlandschaft.
In den 1920er Jahren kam es innerhalb der örtlichen Gutswirtschaft zu Veränderungen. Das Gut Ummanz war ursprünglich kein selbstständiger Ort, sondern bildete einen nördlichen Teil von Waase. In den 1920er Jahren wurde das Gut mit dem benachbarten Moordorf verbunden. Die Flächen am Kubitzer Bodden wurden intensiv als Weideland genutzt; dort wurden mehr als 800 Schafe gehalten. Die Schafhaltung war damit ein wichtiger Bestandteil der damaligen landwirtschaftlichen Nutzung.
Auch andere Güter blieben von größerer Bedeutung. Varbelvitz befand sich bis 1920 im Besitz der Familie von Platen und gelangte anschließend an die Familie von Berg. Damit blieb der traditionelle Gutsbesitz auf Ummanz bis in die Zeit der Weimarer Republik hinein erhalten. Unrow, Dubkevitz und weitere Güter beziehungsweise größere Bauernstellen bildeten weiterhin wirtschaftliche Schwerpunkte innerhalb der ländlichen Gesellschaft.
Die Landwirtschaft war weiterhin stark von der natürlichen Beschaffenheit der Insel abhängig. Das flache Gelände, die Boddengewässer und die feuchten Niederungsflächen boten gute Voraussetzungen für Weidewirtschaft und Viehhaltung, während der Ackerbau auf geeigneten trockeneren Flächen betrieben wurde. Die Nutzung der Wiesen und Weiden am Bodden war für die Viehwirtschaft besonders wichtig. Die Küstengewässer blieben zugleich für die Fischerei von Bedeutung. Eine grundlegende Umwandlung in eine industrielle oder stark gewerblich geprägte Landschaft fand nicht statt.
Die wirtschaftliche Entwicklung wurde allerdings durch die Weltwirtschaftskrise ab 1929 belastet. Landwirtschaftliche Betriebe litten unter sinkenden Preisen und Absatzproblemen. Gerade für ländliche Regionen bedeuteten die Preisverfälle bei Agrarprodukten eine erhebliche Belastung. Auf Rügen verstärkte sich dadurch die wirtschaftliche Unsicherheit der bäuerlichen Bevölkerung. Ummanz blieb dennoch eine überwiegend selbstversorgungs- und marktorientierte Agrarlandschaft mit kleinen Dörfern, Bauernhöfen und größeren Gutskomplexen.
Die politische Entwicklung der späten Weimarer Republik erreichte auch die ländlichen Gemeinden Rügens. Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann die nationalsozialistische Diktatur. Innerhalb weniger Monate wurden demokratische Institutionen beseitigt, politische Gegner verfolgt und Staat und Gesellschaft gleichgeschaltet. Die NSDAP wurde zur bestimmenden politischen Organisation.
Auch die Landwirtschaft wurde in das nationalsozialistische Herrschaftssystem eingegliedert. Mit dem Reichsnährstand entstand eine zentral organisierte Agrarorganisation, die Erzeugung, Vermarktung und landwirtschaftliche Berufsorganisation kontrollierte. Die nationalsozialistische Agrarpolitik stellte den Bauernhof ideologisch in den Mittelpunkt und propagierte die bäuerliche Erzeugung als Grundlage der deutschen Ernährung. Für die Bevölkerung Ummanz’ bedeutete dies eine stärkere staatliche Kontrolle des landwirtschaftlichen Wirtschaftslebens.
Die politische Gleichschaltung betraf auch das kommunale Leben. Selbstverwaltung und politische Tätigkeit waren nicht mehr nach demokratischen Grundsätzen organisiert. Vereine, Verbände und gesellschaftliche Organisationen wurden entweder aufgelöst, gleichgeschaltet oder in nationalsozialistische Organisationen überführt. Für die Bewohner einer kleinen ländlichen Insel bedeutete dies, dass das bisherige örtliche Vereins- und Gemeindeleben zunehmend unter staatliche und parteipolitische Kontrolle geriet.
Die nationalsozialistische Judenverfolgung hatte auch in Pommern Konsequenzen. Jüdische Einwohner wurden seit 1933 schrittweise entrechtet und aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen. Mit den Nürnberger Gesetzen von 1935 wurde die Diskriminierung gesetzlich verschärft. Nach der Reichspogromnacht vom November 1938 folgten weitere Enteignungen und Verfolgungsmaßnahmen. Für Ummanz selbst liegen keine belastbaren Belege für eine größere jüdische Gemeinde vor; daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass die nationalsozialistische Verfolgung für die Insel ohne Bedeutung gewesen sei. Die staatlichen Gesetze und Maßnahmen galten auch hier.
Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen. Deutschland wurde anschließend vollständig auf die Kriegswirtschaft ausgerichtet. Die Wehrmacht wurde massiv vergrößert; gleichzeitig wurden Millionen Männer zum Militärdienst eingezogen. Die Landwirtschaft verlor dadurch erneut Arbeitskräfte. Das Bundesarchiv weist für September 1939 rund 4,5 Millionen mobilisierte deutsche Soldaten aus; im weiteren Kriegsverlauf stieg die Zahl noch erheblich.
Für eine Agrarinsel wie Ummanz hatte der Krieg vor allem Folgen für die Arbeitsorganisation und Versorgung. Die landwirtschaftlichen Betriebe mussten trotz Einberufungen die Produktion aufrechterhalten. Der Arbeitskräftemangel wurde im Deutschen Reich zunehmend durch den Einsatz von Zwangsarbeitern ausgeglichen. Für Ummanz sind in den derzeit zugänglichen Quellen keine ausreichend gesicherten Angaben über einzelne Zwangsarbeiterlager oder konkrete Opferzahlen vorhanden. Solche Angaben sollten deshalb nicht ohne archivalischen Nachweis der Insel zugeschrieben werden.
Die Kriegslage machte sich zunehmend auch in der Versorgung bemerkbar. Lebensmittel und zahlreiche andere Güter wurden rationiert. Für die ländliche Bevölkerung besaßen eigene landwirtschaftliche Erzeugnisse und lokale Versorgungsstrukturen deshalb weiterhin eine große Bedeutung. Gleichzeitig wurden landwirtschaftliche Produkte staatlich erfasst und bewirtschaftet.
Eine grundlegende Veränderung der Siedlungsstruktur erfolgte während des Krieges nicht. Ummanz blieb eine Ansammlung kleiner Dörfer und landwirtschaftlicher Betriebe. Die Brücke bei Waase blieb die wichtigste feste Verbindung zwischen der Insel und Rügen. Der Verkehr auf den Boddengewässern hatte daneben weiterhin Bedeutung für Fischerei und lokale Transporte.
Im Verlauf des Krieges rückte die militärische Front von Osten her immer näher an Pommern heran. Anfang 1945 begann die sowjetische Großoffensive, und die deutschen Ostgebiete wurden zum Schauplatz von Flucht, Evakuierung und militärischem Zusammenbruch. Die Ostsee wurde gleichzeitig zu einem wichtigen Flucht- und Transportweg. Am 30. Januar 1945 wurde beispielsweise das Flüchtlingsschiff „Wilhelm Gustloff“ von einem sowjetischen U-Boot versenkt. Die Vorgänge betrafen den gesamten Ostseeraum und prägten auch die Situation der Bevölkerung im pommerschen Küstengebiet.
Für Rügen und Ummanz bedeutete das Frühjahr 1945 den Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft. Die Rote Armee erreichte Rügen Anfang Mai 1945. Mit der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa und zugleich die nationalsozialistische Herrschaft.
Moderne Zeit
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Ummanz Teil der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der Nachkriegszeit wirkten sich auf die Insel vor allem durch den grundlegenden Wandel der Landwirtschaft aus. Wie in den übrigen ländlichen Gebieten der DDR wurden die bisherigen Eigentums- und Betriebsstrukturen schrittweise verändert. Die Landwirtschaft wurde zunächst durch die Bodenreform und anschließend durch die Kollektivierung geprägt. Private landwirtschaftliche Betriebe wurden zunehmend in Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammengeführt. Damit veränderte sich auch die traditionelle Wirtschafts- und Sozialstruktur der Insel.
Die Nachkriegszeit war außerdem durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten geprägt. Auf Rügen und in den umliegenden ländlichen Gemeinden nahm die Bevölkerung dadurch zunächst erheblich zu. Für Ummanz bedeutete die Nachkriegszeit eine stärkere Nutzung der vorhandenen Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Gleichzeitig blieb die Landwirtschaft die wichtigste Grundlage des örtlichen Lebens.
In den 1950er und 1960er Jahren setzte sich die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft fort. Die landwirtschaftliche Produktion wurde zunehmend zentral organisiert und mechanisiert. Die früher kleinteilige Bewirtschaftung der Äcker und Wiesen verlor dadurch an Bedeutung. Größere zusammenhängende Nutzflächen entstanden, während die bäuerliche Einzelwirtschaft als eigenständige Wirtschaftsform zurückging. Diese Entwicklung prägte die Landschaft Ummanz' langfristig und ist teilweise noch an der großflächigen landwirtschaftlichen Nutzung erkennbar.
Die abgeschiedene Lage der Insel blieb auch während der DDR-Zeit ein bestimmendes Merkmal. Ummanz war kein industrieller Standort und entwickelte sich nicht zu einem größeren Siedlungszentrum. Die örtliche Bevölkerung lebte überwiegend von Landwirtschaft und mit der Landwirtschaft verbundenen Tätigkeiten. Daneben bestanden Handwerk, kleinere Gewerbebetriebe und die traditionelle Fischerei. Die Boddengewässer wurden weiterhin fischereiwirtschaftlich genutzt, wobei die Fischerei gegenüber der landwirtschaftlichen Produktion eine kleinere wirtschaftliche Bedeutung besaß.
Die Verkehrsanbindung blieb auf die Straße konzentriert. Eine grundlegende Voraussetzung war die bereits 1901 errichtete Brücke über den Focker Strom zwischen Rügen und Ummanz. Eine Eisenbahnverbindung erhielt die Insel nicht. Auch während der DDR-Zeit blieb Ummanz deshalb ein ländlicher Raum ohne eigenen Bahnanschluss und ohne größere überregionale Verkehrsinfrastruktur.
Mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der DDR veränderte sich auch das Verhältnis zur Landwirtschaft. Die LPG-Strukturen bestimmten Produktion, Arbeitsorganisation und einen wesentlichen Teil des dörflichen Lebens. Gleichzeitig wurden die landwirtschaftlichen Arbeiten zunehmend mechanisiert. Die traditionellen kleinen Wirtschaftsgebäude und Hofstrukturen blieben teilweise erhalten, verloren aber ihre ursprüngliche Funktion. Die Landschaft blieb dennoch stark von Ackerflächen, Wiesen, Weiden und den kleineren Siedlungen geprägt.
Der Tourismus spielte während der DDR-Zeit eine wesentlich geringere Rolle als nach 1990. Ummanz war zwar als Landschafts- und Erholungsgebiet bekannt, doch die touristische Entwicklung blieb durch die allgemeine Struktur des DDR-Reisewesens begrenzt. Größere private Ferienhausgebiete oder eine umfangreiche privatwirtschaftliche Beherbergungsstruktur konnten sich unter den damaligen wirtschaftlichen Bedingungen nicht entwickeln. Ferienaufenthalte erfolgten vor allem in kleineren Unterkünften, bei Privatvermietern oder im Rahmen organisierter Erholungsangebote.
Mit der politischen Wende von 1989 und der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 endete die DDR-Zeit. Für Ummanz bedeutete dies einen tiefgreifenden wirtschaftlichen und administrativen Wandel. Die staatlich organisierte Landwirtschaft wurde aufgelöst beziehungsweise umstrukturiert. Aus den bisherigen LPG-Strukturen gingen neue landwirtschaftliche Unternehmen und private beziehungsweise gemeinschaftliche Betriebe hervor. Gleichzeitig wurden Grundstücke, Gebäude und landwirtschaftliche Flächen neu geordnet und teilweise privatisiert.
Die 1990er Jahre waren von einem starken Strukturwandel geprägt. Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in den früheren staatlichen beziehungsweise genossenschaftlichen Strukturen gingen zurück. Wie in vielen ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns führten der wirtschaftliche Umbruch, die Abwanderung jüngerer Menschen und die Alterung der Bevölkerung zu erheblichen sozialen Veränderungen. Ummanz blieb jedoch eine eigenständige Gemeinde und behielt seine kleinräumige Siedlungsstruktur.
Gleichzeitig begann nach 1990 eine neue Entwicklung des Fremdenverkehrs. Die landschaftlichen Voraussetzungen, die geringe Siedlungsdichte, die Boddengewässer und die Nähe zu den touristisch stark entwickelten Teilen Rügens wurden zunehmend als Grundlage für den Land- und Naturtourismus genutzt. Landwirtschaftliche Betriebe begannen teilweise, Ferienwohnungen und andere touristische Angebote aufzubauen. Aus ehemaligen Wirtschaftsgebäuden entstanden teilweise touristisch genutzte Unterkünfte. Diese Entwicklung führte nicht zu einer vollständigen Umwandlung der Insel in einen Ferienort, sondern zu einer Ergänzung der Landwirtschaft durch touristische Dienstleistungen.
In den 1990er Jahren wurden außerdem die rechtlichen und administrativen Voraussetzungen für die heutige kommunale Struktur geschaffen. Die Gemeinde Ummanz wurde Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Landkreises Rügen. Seit dem 15. Januar 1996 trägt die Gemeinde wieder beziehungsweise offiziell die Bezeichnung Ummanz; zuvor wurde sie als „Ummanz (Insel)“ bezeichnet. Die Gemeinde gehört zum Amt West-Rügen, dessen Verwaltungssitz sich in Samtens befindet.
Die kommunale Entwicklung nach 1990 war eng mit dem Ausbau der örtlichen Infrastruktur verbunden. Straßen und Wege wurden erneuert, die technische Infrastruktur modernisiert und die Versorgung der einzelnen Dörfer an die neuen kommunalen und wirtschaftlichen Bedingungen angepasst. Bereits 2009 wurde bei einem Wettbewerb zur Entwicklung ländlicher Gemeinden darauf hingewiesen, dass in Ummanz erhebliche Investitionen in Straßen- und Wegebau erfolgt waren.
Eine wichtige neue Entwicklung war die stärkere Berücksichtigung des Natur- und Landschaftsschutzes. Ummanz liegt in einer großräumig geschützten Bodden- und Küstenlandschaft; Teile des Gemeindegebietes gehören zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Dadurch entstand nach 1990 ein Spannungsfeld zwischen landwirtschaftlicher Nutzung, touristischer Entwicklung, Siedlungsentwicklung und Naturschutz. Heute wird die Landschaft zugleich als Lebens- und Wirtschaftsraum sowie als touristischer Naturraum genutzt.
Die Gemeinde entwickelte nach der Wiedervereinigung schrittweise eine eigene touristische Infrastruktur. Dazu gehören Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Ferienhöfe, Campingangebote, gastronomische Betriebe und Informationsangebote. Die historische Bausubstanz wurde teilweise für neue Nutzungen hergerichtet. In Waase entstand eine Nationalpark-Information mit der Ausstellung „Westrügen“, die über die Entstehung, Entwicklung und Besonderheiten der Region informiert und dabei auch die Natur- und Landschaftsgeschichte Ummanz' behandelt.
Auch die kommunale Bauplanung zeigt den Wandel seit 1990. Bereits 1995 wurde ein Vorhaben- und Erschließungsplan für einen „Wohnpark Ummanz in Unrow“ aufgestellt. Es folgten unter anderem der vorhabenbezogene Bebauungsplan „Kubitzer Wohnpark“ von 2000 und der „Kubitzer Reit- und Freizeitpark“ von 1999. Der Flächennutzungsplan der Gemeinde wurde 2005 aufgestellt. Diese Planungen dokumentieren die zunehmende Bedeutung von Wohnentwicklung, Freizeitangeboten und Tourismus nach der Wiedervereinigung.
Die Gemeinde blieb dennoch überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die Landwirtschaft wurde nach 1990 nicht aufgegeben, sondern unter veränderten Eigentums- und Betriebsformen fortgeführt. Ackerbau, Grünlandwirtschaft und Tierhaltung blieben Bestandteile der örtlichen Wirtschaft. Gleichzeitig nahm die Bedeutung des Tourismus als zusätzliche Einkommensquelle zu. Heute bestehen auf Ummanz mehrere Ferienhöfe, bei denen Landwirtschaft und Fremdenverkehr miteinander verbunden sind.
Auch die Fischerei blieb als traditioneller Bestandteil der Insel erhalten, verlor jedoch ihre frühere wirtschaftliche Bedeutung. Die historische Boddenfischerei wird inzwischen zusätzlich als Bestandteil des kulturellen Erbes vermittelt. In Waase gibt es Einrichtungen und Veranstaltungen, die sich mit der Geschichte der Fischerei auf Ummanz beschäftigen. Damit ist die Fischerei heute nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein kulturhistorischer Bestandteil der Gemeinde.
Die Entwicklung seit 1990 führte außerdem zu einer stärkeren kommunalen Eigenständigkeit bei der Gestaltung der örtlichen Infrastruktur. Die Gemeinde verfügt über eigene Satzungen und Haushalte und regelt kommunale Aufgaben unter anderem in den Bereichen Bauplanung, Feuerwehr, Abwasser, Zweitwohnungssteuer und öffentliche Einrichtungen. Die heutige Haushaltssatzung und weitere kommunale Regelungen werden über das Amt West-Rügen veröffentlicht.
Im 21. Jahrhundert verstärkte sich die touristische Ausrichtung weiter. Ummanz wird heute insbesondere wegen der Boddenlandschaft, des Rad- und Wandertourismus, des Wassersports und der Naturbeobachtung besucht. Suhrendorf entwickelte sich zu einem bekannten Standort für Wind- und Kitesurfen, während Waase mit der St.-Marien-Kirche, der Nationalpark-Information und dem Hafen einen weiteren touristischen Schwerpunkt bildet.
Die Gemeinde ist dabei weiterhin durch eine geringe Bevölkerungsdichte und kleine Dörfer gekennzeichnet. Eine Verstädterung fand nicht statt. Die Siedlungsstruktur mit kleinen Orten, landwirtschaftlichen Flächen und einzelnen Hofanlagen blieb erhalten. Gleichzeitig entstanden neue Ferienunterkünfte und Wohngebäude, sodass sich die Nutzung zahlreicher Grundstücke gegenüber der DDR-Zeit verändert hat.
Ein weiterer langfristiger Wandel betrifft die demografische Entwicklung. Wie in vielen ländlichen Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns gingen nach 1990 Bevölkerungszahlen und Beschäftigungsmöglichkeiten zurück, während der Anteil älterer Einwohner zunahm. Gleichzeitig besitzt die Gemeinde durch den Tourismus eine saisonal deutlich höhere Zahl von Besuchern als die ständige Einwohnerzahl. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Infrastruktur, Verkehr, Abfallentsorgung, Wasserwirtschaft und kommunale Dienstleistungen.
In den 2020er Jahren standen neben Tourismus und Landwirtschaft zunehmend auch Fragen der Energie- und Raumplanung auf der kommunalen Tagesordnung. Die Gemeinde befasst sich unter anderem mit regionalen Planungen zur Windenergienutzung. Gleichzeitig werden Natur- und Landschaftsschutz weiterhin durch die Lage im Nationalpark und in europäischen Schutzgebieten bestimmt. Die heutige Entwicklung Ummanz' ist deshalb durch das gleichzeitige Nebeneinander von Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz, Siedlungsentwicklung und kommunaler Infrastruktur gekennzeichnet.
Verwaltung
Ummanz ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern der Bundesrepublik Deutschland.
Herrschaftsgeschichte
- um -600 bis 1. Jahrhundert ostgermanische Stammesgemeinschaften
- 1. bis 4. Jahrhundert Stammesgemeinschaft der Rugier
- 4. bis 7. Jahrhundert slawische Stammesgemeinschaften
- 7. Jahrhundert bis 1168 Reich der Ranen (Rana Rice)
- 1168 bis 1325 Fürstentum Rügen (Ducatus Rugiae bzw. Principatus Rugiae) als Teil des Königreichs Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 1325 bis 1478 Herzogtum Pommern-Wolgast
- 1478 bis 24. Oktober 1648 Herzogtum Pommer-Stettin
- 24. Oktober 1648 bis 15. Dezember 1678 Königreich Schweden (Konungariket Sverige)
- 15. Dezember 1678 bis 9. Juni 1679 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 9. Juni 1679 bis 22. Dezember 1715 Königreich Schweden (Konungariket Sverige)
- 22. Dezember 1715 bis 21. Juli 1720 Königreich Preußen
- 21. Juli 1720 bis 7. September 1807 Königreich Schweden (Konungariket Sverige)
- 7. September 1807 bis März 1813 Kaiserreich Frankreich (Empire française)
- März 1813 bis 14. Januar 1814 Königreich Schweden (Konungariket Sverige)
- 14. Januar 1814 bis 23. Mai 1815 Königreich Dänemark (Kongeriget Danmark)
- 23. Mai 1815 bis 1818 Königreich Preußen
- 1818 bis 1. Juli 1867 Landkreis Bergen, ab 1842 Landkreis Rügen, Regierungsbezirk Stralsund, Provinz Pommern, Königreich Preußen
- 1.Juli 1867 - 31. Dezember 1870 Kresi Rüögen im Norddeutschen Bund
- 1.Januar 1871 bis 31. Dezember 1930 Kreis Rügen in der Provinz Pommern des Deutschen Reiches
- 1.Januar 1939 bis 8. Mai 1945 Landkreis Rügen in der Provinz Pommern des Deutschen Reiches
- 8. Mai 1945 bis 1. März 1947 Kreis Rügen im Land Mecklenburg-Vorpommern der Sowjetischen Besatzungszone
- 1. März 1947 - 7. Oktober 1949 Kreis Rügen in Mecklenburg innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone
- 7. Oktober 1949 bis 25. Juli 1952 Kreis Rügen im Land Mecklenburg der Deutschen Demokratischen Reopublik
- 25. Juli 1952 bis 3. Oktober 1990 Kreis Rügen im Bezirk Rostock der Deutschen Demokratischen Republik
- 3. Oktober 1990 bis 4. September 2011 Landkreis Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern der Bundesrepublik Deutschland
- seit 4. September 2011 Landkreis Vorpommern-Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern der Bundesrepublik Deutschland
Legislative und Exekutive
Die Gemeinde Ummanz gehört zum Landkreis Vorpommern-Rügen und wird vom Amt West-Rügen mit Sitz in der Gemeinde Samtens verwaltet. Bis zum 15. Januar 1996 hieß die Gemeinde Ummanz (Insel). Der Gemeinderat besteht (inklusive Bürgermeister) aus acht Mitgliedern.
Die legislative Gewalt auf Gemeindeebene liegt bei der Gemeindevertretung, die in Mecklenburg-Vorpommern auch als Gemeinderat bezeichnet wird. Sie beschließt über alle Angelegenheiten der Gemeinde, soweit nicht der Bürgermeister kraft Gesetzes zuständig ist, und übt die Kontrolle über die Verwaltung aus. Die Sitzungen finden in der Regel öffentlich statt, unter anderem im Versammlungsraum der Freiwilligen Feuerwehr in Waase. Die Gemeindevertretung entscheidet über Haushalt, Bauleitplanung, Satzungen und weitere kommunale Angelegenheiten. Aktuell gehören dem Gremium neben dem Bürgermeister unter anderem die stellvertretenden Bürgermeister sowie weitere Gemeindevertreterinnen und -vertreter an.
Die exekutive Gewalt wird vom ehrenamtlichen Bürgermeister wahrgenommen. Derzeit ist dies Holger Kliewe (CDU), der mit rund 70 Prozent der Stimmen gewählt wurde. Er vertritt die Gemeinde nach außen, leitet die Sitzungen der Gemeindevertretung und führt die laufenden Geschäfte. Bei seiner Arbeit wird er von der Amtsverwaltung des Amtes West-Rügen unterstützt. Das Amt übernimmt für die amtsangehörigen Gemeinden, zu denen auch Ummanz gehört, die Verwaltungsgeschäfte, die Rechtsaufsicht und die fachliche Begleitung. Der Amtsvorsteher und die Amtsverwaltung haben ihren Sitz in Samtens.
Inseloberhaupt
Bürgermeister der Gemeinde ist seit Januar 2012 Holger Kliewe (CDU). Er wurde mit 69,89 % der Stimmen gewählt.
Politische Gruppierungen
Bei den politischen Gruppierungen in Ummanz sind neben der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) insbesondere örtliche Wählergruppen von Bedeutung. Eine wichtige kommunalpolitische Organisation ist die Wählergruppe Region Ummanz (WRU). Sie entstand 2014 aus dem bereits seit 2012 bestehenden „Ummanzer Stammtisch“. Nach eigener Darstellung versteht sich die WRU als partei- und religionsunabhängig, bürgernah, sachbezogen und ortsverbunden. Zu ihren Themen gehören unter anderem die Tourismus-, Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung, Kommunikation, Kultur, Bildung und soziale Strukturen der Gemeinde. Bei der Kommunalwahl 2014 kandidierten sechs Mitglieder der WRU, von denen drei in die Gemeindevertretung einzogen. 2019 kandidierten 13 Personen für die WRU; zwei erhielten ein Mandat. Für die Kommunalwahl 2024 kündigte die Wählergruppe zwölf Kandidaturen an.
Eine weitere örtliche Gruppierung ist die Wählergruppe „Gemeinsam für Ummanz“ (GfU). Sie trat bei der Kommunalwahl 2024 mit eigenen Kandidaten auf und veranstaltete im Vorfeld der Wahl öffentliche Zusammenkünfte. Das Informationsblatt der Gemeinde nennt sowohl Veranstaltungen der GfU als auch der CDU im Zusammenhang mit der Kommunalwahl vom 9. Juni 2024.
Die CDU ist ebenfalls dauerhaft in der kommunalen Politik vertreten. Bei der Kommunalwahl 2019 erhielt sie in Ummanz 59,72 Prozent der Stimmen und fünf Sitze. Die WRU erhielt 31,01 Prozent und zwei Sitze, die FDP 6,42 Prozent und einen Sitz. Diese Ergebnisse beziehen sich auf die damalige Wahlperiode und sind nicht mit der Zusammensetzung der Gemeindevertretung nach der Wahl 2024 gleichzusetzen.
Nach der Kommunalwahl 2024 besteht die Gemeindevertretung aus dem Bürgermeister und sieben weiteren Gemeindevertretern. Im Informationsblatt der Gemeinde zur konstituierenden Sitzung werden Bürgermeister Holger Kliewe (CDU) sowie Jan Hoder, Thomas Lange, André Möller, André Stoye und Markus Wichert als CDU-Vertreter genannt. Außerdem werden Arne Stephan für die Wählergruppe „Gemeinsam für Ummanz“ und Simone Freese sowie Dani Neubeck für die Wählergruppe Region Ummanz aufgeführt. Jan Hoder wurde zum ersten stellvertretenden Bürgermeister gewählt, André Stoye zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister.
Damit sind in der seit 2024 bestehenden Gemeindevertretung neben der CDU zwei örtliche Wählergruppen vertreten: „Gemeinsam für Ummanz“ und die „Wählergruppe Region Ummanz“. Die Gemeindevertretung ist mit insgesamt acht Personen einschließlich des Bürgermeisters vergleichsweise klein. Die kommunale politische Arbeit konzentriert sich deshalb auf konkrete Angelegenheiten der Gemeinde und ihrer Ortsteile.
Justizwesen und Kriminalität
Für die ordentliche Gerichtsbarkeit ist heute das Amtsgericht Stralsund zuständig. Das frühere Amtsgericht Bergen auf Rügen wurde im Zuge der Gerichtsstrukturreform Mecklenburg-Vorpommerns zum 23. November 2015 aufgehoben und in eine Zweigstelle des Amtsgerichts Stralsund umgewandelt. Ummanz gehört seit dieser Reform zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Stralsund. Die Zweigstelle Bergen auf Rügen übernimmt weiterhin bestimmte Aufgaben vor Ort, sodass nicht für jede gerichtliche Angelegenheit eine Fahrt zur Hauptstelle in Stralsund erforderlich ist.
Das Amtsgericht ist unter anderem für erstinstanzliche Zivil- und Strafsachen im Rahmen seiner gesetzlichen Zuständigkeit zuständig. Hinzu kommen Aufgaben der freiwilligen Gerichtsbarkeit, insbesondere Nachlass-, Betreuungs-, Familien- und Grundbuchangelegenheiten, soweit diese nach der Gerichtsorganisation dem Amtsgericht zugewiesen sind. Die Zweigstelle Bergen auf Rügen verfügt weiterhin über gerichtliche Funktionen. Das Amtsgericht Stralsund weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zweigstelle Bergen auf Rügen Bestandteil des Gerichts ist und bestimmte Zuständigkeiten nach der Zweigstellenverordnung Mecklenburg-Vorpommerns wahrnimmt.
Die übergeordnete ordentliche Gerichtsbarkeit liegt beim Landgericht Stralsund. Strafverfahren, die wegen ihrer gesetzlichen Zuständigkeit nicht beim Amtsgericht verbleiben, werden entsprechend vor dem Landgericht beziehungsweise den jeweils zuständigen Gerichten geführt. Die Staatsanwaltschaft Stralsund ist für den gesamten Landgerichtsbezirk Stralsund zuständig und verfolgt dort Straftaten. Zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören unter anderem die Amtsgerichte Stralsund einschließlich der Zweigstelle Bergen auf Rügen.
Die Polizei für Ummanz ist in die Polizeiinspektion Stralsund eingebunden. Die Polizeiinspektion ist für den gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen zuständig und verfügt unter anderem über das Polizeihauptrevier Bergen auf Rügen. Die Polizeiinspektion Stralsund hat nach eigenen Angaben rund 510 Mitarbeiter und ist in mehrere Polizeireviere, das Autobahn- und Verkehrspolizeirevier sowie das Kriminalkommissariat Stralsund gegliedert. Damit erfolgt die polizeiliche Betreuung Ummanz’ nicht durch eine eigene Inselpolizei, sondern durch die regulären Polizeistrukturen des Landkreises.
Die geringe Einwohnerzahl und die ländliche Struktur Ummanz’ führen dazu, dass für die Insel keine eigenständige öffentlich ausgewiesene Kriminalstatistik geführt wird, die mit den Statistiken größerer Städte vergleichbar wäre. Die amtlichen Kriminalitätszahlen werden auf Ebene des Landkreises beziehungsweise des Zuständigkeitsbereichs der Polizeiinspektion Stralsund veröffentlicht. Deshalb lassen sich konkrete Straftatenzahlen für die Insel Ummanz aus der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landkreises nicht seriös herausrechnen.
Für den gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen wurden 2025 insgesamt 14.978 Straftaten registriert. Gegenüber 2024 mit 15.519 Fällen bedeutete dies einen Rückgang um 541 Fälle beziehungsweise rund 3,5 %. Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 66,2 %. Diese Zahlen beziehen sich ausdrücklich auf den gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Stralsund und nicht speziell auf Ummanz.
Bei den einzelnen Deliktsgruppen entfielen im Landkreis Vorpommern-Rügen 2025 unter anderem 3.344 Fälle auf Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Dazu zählen beispielsweise Körperverletzung, Raub, Bedrohung und Nachstellung. Körperverletzungsdelikte bildeten innerhalb dieser Gruppe mit 1.959 Fällen den größten Anteil. 772 Fälle wurden als Ladendiebstahl registriert, 1.115 als Betrugsdelikte und 107 als Wohnungseinbruchsdiebstähle. Auch diese Zahlen sind Landkreiswerte und dürfen nicht als Zahlen für die Insel Ummanz interpretiert werden.
Die Entwicklung der Kriminalität im Landkreis zeigt zugleich, dass die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in den vergangenen Jahren Schwankungen unterlag. 2023 wurden 14.973 Straftaten registriert, gegenüber 15.323 im Jahr 2022. Die Polizeiinspektion Stralsund meldete für 2023 eine Aufklärungsquote von knapp 67 %. 2025 lag die Zahl mit 14.978 Fällen nahezu auf dem Niveau von 2023, während die Aufklärungsquote mit 66,2 % weiterhin auf einem hohen Niveau lag.
Flagge und Wappen
Die Gemeinde Ummanz führt ein eigenes Wappen und eine eigene Flagge. Beide Hoheitszeichen beziehen sich auf die geografische Lage, die Gewässer und die traditionelle Erwerbsstruktur der Gemeinde. Das Wappen wurde von dem Rügener Designer Jürgen Frenkel gestaltet. Die Gemeinde gehört zum Amt West-Rügen im Landkreis Vorpommern-Rügen.
Das Wappen zeigt auf silbernem Grund einen schräglinken Wellenbalken. Oberhalb dieses Wellenbalkens befinden sich drei schwarze Hufeisen, die in der Anordnung 2:1 gestellt sind. Unterhalb des Wellenbalkens sind zwei schwarze, schräglinks liegende und miteinander verschlungene Angelhaken dargestellt. Die heraldische Blasonierung lautet: „In Silber ein schräglinker Wellenbalken begleitet: oben drei, (2:1) gestellte schwarze Hufeisen, unten zwei schräglinks liegende verschlungene schwarze Angelhaken.“
Der Wellenbalken stellt in heraldischer Form die Gewässerlandschaft der Gemeinde dar. Er verweist insbesondere auf die Lage Ummanz' zwischen Boddengewässern und den zur Gemeinde gehörenden Küsten- und Inselbereichen. Die Hufeisen nehmen Bezug auf die Bedeutung des Pferdes beziehungsweise der Pferdehaltung für die historische Landwirtschaft der Insel. Die beiden Angelhaken stehen für die Fischerei und damit für einen weiteren traditionellen Erwerbszweig der Bevölkerung. Die drei Hufeisen und die zwei Angelhaken bilden zusammen mit dem Wellenbalken ein auf die Landschaft und die traditionelle Wirtschaftsstruktur der Gemeinde bezogenes Wappenbild.
Die Flagge der Gemeinde Ummanz ist längsgestreift und besteht aus den Farben Blau und Weiß. Das Flaggentuch weist fünf Streifen auf: außen und zwischen den weißen Streifen befinden sich blaue Streifen. Die beiden schmalen äußeren blauen Streifen nehmen jeweils zwei Achtzehntel der Flaggenhöhe ein, die beiden weißen Streifen jeweils ein Achtzehntel. Der breite mittlere blaue Streifen nimmt zwölf Achtzehntel der Höhe ein. Dadurch dominiert Blau deutlich gegenüber Weiß. In der Mitte des Flaggentuches ist das Gemeindewappen aufgelegt. Das Wappen nimmt die Hälfte der Höhe des Flaggentuches ein. Das Verhältnis von Höhe zu Länge der Flagge beträgt 3:5. Auch die Flagge wurde von Jürgen Frenkel gestaltet.
Die Farbgestaltung der Flagge steht zugleich im Zusammenhang mit der wassergeprägten Landschaft Ummanz'. Blau und Weiß bestimmen das Erscheinungsbild des Flaggentuches, während das Wappen die für die Gemeinde charakteristischen Motive Gewässer, Pferdehaltung und Fischerei ergänzt. Damit unterscheiden sich Flagge und Wappen funktional: Das Wappen konzentriert die kommunale Symbolik in einem Schild, während die Flagge diese Symbolik mit einer eigenständigen Farbgestaltung auf ein längliches Tuch überträgt.
Rechtlich gehören Wappen und Flagge zu den kommunalen Hoheitszeichen. Nach der Kommunalverfassung Mecklenburg-Vorpommerns dürfen Gemeinden eigene Wappen und Flaggen führen, sofern diese mit ihrer Geschichte und den demokratischen Grundsätzen vereinbar sind. Die Annahme oder Änderung solcher Hoheitszeichen bedarf der Genehmigung des zuständigen Ministeriums. Genehmigte kommunale Wappen werden außerdem in die Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen.
Hauptort
Waase ist der Hauptort und das historische Zentrum der Gemeinde Ummanz. Der Ort liegt am östlichen Rand der Insel Ummanz unmittelbar am Focker Strom und damit an der schmalen Wasserverbindung zwischen Rügen und Ummanz. Über die seit 1901 bestehende, rund 250 Meter lange Brücke ist die Insel mit Rügen verbunden. Waase bildet dadurch den wichtigsten Verkehrszugang zur Insel und ist zugleich der zentrale Bezugspunkt für die Orientierung innerhalb der Gemeinde.
Das Ortsbild wird wesentlich durch die historische Dorfstruktur und die Lage an den Boddengewässern bestimmt. Zu den bedeutendsten Bauwerken gehört die St.-Marien-Kirche, ein spätgotischer Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert. Besonders bekannt ist der Antwerpener Schnitzaltar von 1520, der zu den kunsthistorisch bedeutenden Ausstattungsstücken der Kirche gehört. Die Kirche ist damit nicht nur das wichtigste historische Bauwerk von Waase, sondern auch ein wesentliches Zeugnis der mittelalterlichen Geschichte der Insel.
Waase besitzt zugleich Funktionen als örtlicher Versorgungs- und Informationspunkt. In dem Ort befindet sich die Ummanz Information, die insbesondere für den Tourismus und die Besucherinformation zuständig ist. Dort werden unter anderem Informationen über die Insel, den Nationalpark und örtliche Angebote vermittelt. Im Jahr 2026 war außerdem eine Ausstellung über die Kraniche im Obergeschoss der Ummanz Information eingerichtet. Die Nationalpark-Ausstellung „Insel Schatz Ummanz – Vielfalt im Nationalpark“ informiert über die Natur und Landschaft des Gebietes. Waase erfüllt daher vor allem die Funktion eines kommunalen und touristischen Mittelpunktes der Insel. Hier treffen die historische Kirche, der wichtigste Inselzugang, die touristische Information, gastronomische Angebote und weitere Einrichtungen zusammen. Die Verbindung von historischer Bausubstanz, Wasserlage und Brückenübergang prägt die besondere Stellung des Ortes innerhalb der Gemeinde Ummanz.
Verwaltungsgliederung
Die Gemeinde besteht aus 15 Ortsteilen, 7 davon auf der Insel Ummanz, 9 auf Rügen:
- Dubkevitz
- Freesenort
- Groß Kubitz
- Klein Kubitz
- Haide
- Lieschow
- Lüßvitz
- Moordorf
- Mursewiek
- Suhrendorf
- Tankow
- Unrow
- Varbelvitz
- Waase
- Wusse
Verwaltungsgliederung:
15 Ortsteile
Bevölkerung
Die Einwohnerzahlen von Ummanz entwickelten sich samt Dichte, bezogen auf die Fläche von 43,09 km², wie folgt.
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Insel Gemeinde Dichte (E/km²)
1900 400 1 000 23,21
1950 400 1 100 25,53
1980 400 850 19,73
1987 380 800 18,57
1990 370 774 17,96
2000 345 725 16,83
2001 340 717 16,64
2002 330 700 16,25
2003 320 680 15,78
2004 310 660 15,30
2005 300 645 14,96
2006 295 630 14,62
2007 290 620 14,38
2008 285 610 14,15
2009 280 600 13,92
2010 275 585 13,58
2011 274 581 13,48
2012 270 575 13,34
2013 265 565 13,11
2014 260 556 12,90
2015 255 550 12,76
2016 250 540 12,53
2017 250 536 12,44
2018 250 531 12,32
2019 245 557 12,92
2020 240 556 12,90
2021 245 565 13,11
2022 250 574 13,32
2023 245 556 12,90
2024 245 554 12,87
2025 250 563 13,08
Volksgruppen
Die Bevölkerung Ummanz’ gehört historisch zum Siedlungsraum Rügens, der in der frühen und hohen mittelalterlichen Zeit von westslawischen Bevölkerungsgruppen geprägt war. Rügen war das Kerngebiet der Ranen beziehungsweise Rujanen, eines westslawischen Stammesverbandes, dessen politisches und religiöses Zentrum sich auf der Insel Rügen befand. Auch die westlichen und nordwestlichen Inselbereiche einschließlich des späteren Ummanz gehörten zu diesem slawischen Siedlungsraum. Die slawische Besiedlung Rügens ist archäologisch und historisch gut belegt; die regionale Tourismusgeschichte bezeichnet die slawische Zeit ausdrücklich als eine wichtige frühe Epoche der Inselgeschichte.
Die slawische Bevölkerung lebte überwiegend in kleinen ländlichen Siedlungen und betrieb Ackerbau, Viehzucht, Fischfang und Handel. Die Boddenlandschaft um Ummanz bot hierfür besonders günstige Voraussetzungen. Die flachen Gewässer dienten der Fischerei und dem Transport, während die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen für Getreideanbau und Viehhaltung verwendet wurden. Ummanz war damit bereits in der slawischen Siedlungsphase Teil einer größeren, wirtschaftlich miteinander verbundenen Kulturlandschaft Rügens.
Mit der Christianisierung und der politischen Eingliederung Rügens in das pommersche Herrschaftsgebiet veränderte sich die ethnische und sprachliche Zusammensetzung der Insel. Das Fürstentum Rügen bestand bis zum Tod des letzten rügischen Fürsten Wizlaw III. im Jahr 1325. Danach fiel Rügen an das Herzogtum Pommern-Wolgast. Parallel zur politischen Veränderung setzte sich die deutsche Besiedlung und Germanisierung des ursprünglich slawischen Siedlungsraumes fort.
Die Germanisierung bedeutete keinen plötzlichen Austausch der gesamten Bevölkerung. Slawische und deutsche Bevölkerungsteile lebten zunächst nebeneinander, während sich die deutsche Sprache und die deutsche Rechts-, Kirchen- und Verwaltungsorganisation zunehmend durchsetzten. Deutsche Siedler kamen insbesondere im Zusammenhang mit der kirchlichen Organisation, der Entwicklung von Grundherrschaften und der mittelalterlichen Agrarsiedlung nach Rügen. Die slawische Sprache verlor im Laufe des Mittelalters ihre Bedeutung und verschwand schließlich vollständig aus dem Alltagsleben der Insel.
Für Ummanz ist keine eigenständige, bis in die Neuzeit fortbestehende slawische Volksgruppe überliefert. Auch eine besondere Gruppe von Wenden beziehungsweise Sorben, die sich dort als ethnisch eigenständige Gemeinschaft erhalten hätte, ist nicht nachgewiesen. Die Bezeichnung „slawisch“ beschreibt deshalb vor allem die historische Herkunft eines Teils der mittelalterlichen Bevölkerung und nicht eine heute auf Ummanz bestehende Volksgruppe.
Die mittelalterliche deutsche Besiedlung veränderte auch die Orts- und Wirtschaftsstruktur. Die Entstehung beziehungsweise Weiterentwicklung von Dörfern, Bauernhöfen und kirchlichen Einrichtungen erfolgte innerhalb der neuen deutschsprachigen Herrschafts- und Grundbesitzordnung. Die Kirche von Waase und die mit Stralsund verbundenen kirchlichen Besitzungen gehören zu diesem langfristigen Prozess. Die Insel wurde zunehmend in die deutsche beziehungsweise niederdeutsche Kulturlandschaft Pommerns eingebunden.
Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit war die Bevölkerung Ummanz daher bereits überwiegend niederdeutsch geprägt. Niederdeutsche Dialekte gehörten zum sprachlichen Umfeld Rügens und Pommerns. Die Bevölkerung war sozial nicht einheitlich: Neben Bauern und Kossäten gab es Landarbeiter, Fischer, Handwerker, Geistliche, Pächter und Angehörige der grundbesitzenden beziehungsweise verwaltenden Schichten. Diese sozialen Unterschiede waren jedoch keine unterschiedlichen Volksgruppen.
Auch nach dem Übergang Rügens an Schweden 1648 änderte sich die ethnische Zusammensetzung Ummanz’ nicht grundlegend. Schweden stellte die staatliche Obrigkeit, die ländliche Bevölkerung der Insel blieb jedoch überwiegend deutschsprachig. Eine schwedische Siedlerbevölkerung entstand auf Ummanz nicht. Die schwedische Herrschaft war daher in erster Linie eine politische und administrative Zugehörigkeit und keine ethnische Veränderung der Bevölkerung.
Mit dem Übergang Rügens und Vorpommerns an Preußen im Jahr 1815 setzte sich diese Entwicklung fort. Die Bevölkerung Ummanz’ war weiterhin deutschsprachig und Teil der pommerschen Landbevölkerung. Im 19. Jahrhundert wurden die Verwaltungs-, Kirchen- und Bildungsstrukturen zunehmend stärker vereinheitlicht. Dadurch verlor auch der regionale niederdeutsche Dialekt langfristig gegenüber dem Standarddeutschen an Bedeutung. Im 19. und 20. Jahrhundert gab es auf Ummanz keine nachweisbare größere Ansiedlung von Polen, Dänen, Schweden, Juden oder anderen ethnischen Minderheiten.
In der Gemeinde lebten 2022 insgesamt 211 Ausländer, was einem Anteil von 3,66 % entspricht.
| Staatsangehörigkeit 2022 | |
| Deutschland | 553 |
| Polen | 5 |
| Ukraine | 12 |
| übrige Länder | 4 |
| Geburtsland 2022 | |
| Deutschland | 537 |
| Polen | 13 |
| Kasachstan | 3 |
| Ukraine | 12 |
| übrige Länder | 9 |
Sprachen
Auf der Insel Ummanz wird heute überwiegend Deutsch gesprochen. Die Alltagssprache der Bevölkerung ist Standarddeutsch, wobei im privaten und lokalen Umfeld auch regionale niederdeutsche beziehungsweise plattdeutsche Sprachformen eine Rolle spielen. Ummanz gehört sprachgeschichtlich zum niederdeutschen Sprachraum Mecklenburg-Vorpommerns. Das Niederdeutsche war über viele Jahrhunderte die wichtigste gesprochene Volkssprache der ländlichen Bevölkerung, während Hochdeutsch zunächst vor allem in kirchlichen, administrativen und schriftlichen Zusammenhängen verwendet wurde.
Historisch war die sprachliche Situation auf Ummanz eng mit derjenigen Rügens und des westlichen Vorpommerns verbunden. Nach der deutschen Besiedlung Rügens im Mittelalter setzte sich neben den älteren slawischen Sprachformen das Niederdeutsche durch. Die ursprünglich von den Ranen beziehungsweise Rüganern gesprochene westslawische Sprache verschwand im Laufe des Mittelalters aus dem alltäglichen Gebrauch. Auch auf Ummanz hinterließ die slawische Besiedlung jedoch zahlreiche Orts-, Flur- und Gewässernamen. Die heutige sprachliche Landschaft der Insel ist deshalb deutschsprachig, besitzt aber ein deutlich erkennbares slawisches Namenssubstrat.
Das Niederdeutsche entwickelte sich insbesondere durch die bäuerliche Bevölkerung und die enge Verbindung Ummanz’ mit den ländlichen Gebieten Rügens. Es gehörte zum ostniederdeutschen beziehungsweise mecklenburgisch-vorpommerschen Sprachraum. Die örtlichen Mundarten unterschieden sich dabei in Aussprache, Wortschatz und einzelnen grammatischen Formen vom Hochdeutschen. Da Ummanz über Jahrhunderte eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte und relativ kleine Inselgemeinschaft bildete, konnten lokale Sprachgewohnheiten lange erhalten bleiben. Die Insellage führte jedoch nicht zur Herausbildung einer völlig eigenständigen Sprache; die Mundart stand vielmehr in enger Verbindung mit den niederdeutschen Dialekten des westlichen und mittleren Rügens.
Mit der zunehmenden Verwendung des Hochdeutschen in Schule, Kirche, Verwaltung und später in den Massenmedien veränderte sich die sprachliche Situation seit dem 19. Jahrhundert. Besonders im 20. Jahrhundert nahm die Bedeutung des Niederdeutschen als Alltagssprache deutlich ab. Die allgemeine Schulbildung, die stärkere Mobilität der Bevölkerung, der Zuzug von Menschen aus anderen Teilen Deutschlands sowie Rundfunk und Fernsehen förderten die Verbreitung des Standarddeutschen. Heute ist Hochdeutsch deshalb die allgemeine Verkehrssprache der Insel.
Niederdeutsche Formen sind dennoch Bestandteil der regionalen Sprachtradition. Sie werden vor allem von älteren Einwohnern verstanden oder gesprochen und können bei traditionellen Veranstaltungen, im familiären Gespräch und in der regionalen Kulturpflege auftreten. Die niederdeutsche Sprache besitzt damit auf Ummanz heute vor allem eine kulturgeschichtliche und regionale Bedeutung. Eine geschlossene niederdeutsche Alltagssprachgemeinschaft wie in manchen anderen Teilen Norddeutschlands besteht auf der Insel nicht mehr in gleicher Weise.
Neben Deutsch spielen durch den modernen Tourismus weitere Sprachen eine Rolle. Da Ummanz Teil der Tourismusregion Rügen ist, begegnen Einwohner und Beschäftigte insbesondere Besuchern aus anderen Teilen Deutschlands sowie aus dem deutschsprachigen Ausland. In touristischen Betrieben werden daher teilweise Englisch und in geringerem Umfang weitere Fremdsprachen verwendet. Englisch hat dabei die größte Bedeutung als internationale Fremdsprache, insbesondere bei der Kommunikation mit ausländischen Gästen. Die Kenntnis weiterer Sprachen hängt vor allem von den jeweiligen Personen und Betrieben ab und stellt keine eigenständige Sprachgemeinschaft der Insel dar.
Religion
Vor der Christianisierung gehörte die Insel zum Siedlungsgebiet der slawischen Ranen, deren religiöses Leben von der vorchristlichen slawischen Religion geprägt war. Wie auf Rügen insgesamt spielten Naturheiligtümer, lokale Kultplätze und die Verehrung verschiedener slawischer Gottheiten eine Rolle. Schriftliche Quellen über konkrete religiöse Vorstellungen der damaligen Bevölkerung von Ummanz sind allerdings nur sehr begrenzt vorhanden. Die bedeutendsten Nachrichten über die Religion der Ranen stammen aus anderen Teilen Rügens, insbesondere vom bedeutenden Heiligtum des Gottes Svantovit in Arkona. Für Ummanz selbst lassen sich daraus keine Einzelheiten über einen bestimmten Kultplatz ableiten.
Mit der Christianisierung Rügens im 12. Jahrhundert änderte sich die religiöse Ordnung grundlegend. Nach der Eroberung Rügens durch den dänischen König Waldemar I. und der Christianisierung unter maßgeblicher Beteiligung des Bischofs Absalon wurde das Christentum zur bestimmenden Religion. Ummanz wurde in die kirchlichen Strukturen der Insel Rügen eingegliedert. Die Bevölkerung nahm den christlichen Glauben an, und die zuvor bestehenden religiösen Traditionen verloren ihre öffentliche und institutionelle Bedeutung. Ältere Bräuche und Vorstellungen konnten jedoch teilweise in veränderter Form im ländlichen Volksglauben weiterleben.
Im Mittelalter war Ummanz überwiegend römisch-katholisch. Die kirchliche Organisation bestimmte einen wesentlichen Teil des gesellschaftlichen Lebens. Die Kirche regelte nicht nur Gottesdienst und religiöse Feste, sondern prägte auch das Kalenderjahr, Familienereignisse wie Taufe, Eheschließung und Beerdigung sowie die moralischen und sozialen Vorstellungen der Bevölkerung. Besonders wichtig war die Kirche für die bäuerliche Bevölkerung, die über Jahrhunderte den überwiegenden Teil der Einwohner stellte.
Mit der Reformation im 16. Jahrhundert kam es auch auf Rügen und damit auf Ummanz zu einem grundlegenden konfessionellen Wandel. Die Reformation setzte sich im Herzogtum Pommern durch und führte dazu, dass die Bevölkerung überwiegend zum lutherischen Protestantismus überging. Die römisch-katholische Kirchenorganisation verlor ihre bisherige Stellung. Gottesdienste wurden zunehmend in deutscher Sprache gehalten, die lutherische Lehre bestimmte den kirchlichen Unterricht, und die Pfarrorganisation wurde entsprechend neu geordnet.
Ummanz wurde damit Teil der evangelisch-lutherisch geprägten religiösen Landschaft Rügens. Die evangelische Kirche blieb über mehrere Jahrhunderte die wichtigste religiöse Institution der Insel. Das kirchliche Leben war eng mit den Dörfern verbunden und besaß insbesondere in der bäuerlichen Gesellschaft eine wichtige soziale Funktion. Kirchliche Feste, Gottesdienste, Konfirmation, Trauungen und Beerdigungen gehörten zum regelmäßigen Lebensablauf.
Eine besondere Bedeutung hatte die Kirche auch deshalb, weil die Bevölkerung Ummanz’ über Jahrhunderte in kleinen landwirtschaftlichen Gemeinschaften lebte. Das religiöse Leben war nicht auf den eigentlichen Gottesdienst beschränkt, sondern beeinflusste den Jahresrhythmus. Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Erntedank waren wichtige Bestandteile des dörflichen Jahres. Auch der Sonntag besaß traditionell eine besondere Stellung. Mit dem Rückgang der landwirtschaftlich geprägten Lebensweise und der zunehmenden Säkularisierung nahm die unmittelbare Bedeutung dieser religiösen Ordnung im 20. und 21. Jahrhundert ab.
Während des 19. Jahrhunderts blieb die Bevölkerung überwiegend evangelisch. Das galt auch für die umliegenden Regionen Rügens und Vorpommerns. Katholische Einwohner waren nur in geringer Zahl vorhanden. Eine größere konfessionelle Vielfalt entstand erst im 20. Jahrhundert durch zunehmende Mobilität, Binnenwanderung und später durch den Tourismus. Eine dauerhaft bedeutende katholische Bevölkerungsgruppe entwickelte sich auf Ummanz jedoch nicht.
Im 20. Jahrhundert setzte ein langfristiger Säkularisierungsprozess ein. Besonders während der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik nahm die institutionelle Bindung an die Kirchen weiter ab. Die staatliche Gesellschaftspolitik war grundsätzlich weltlich ausgerichtet, und kirchliche Bindungen verloren insbesondere bei jüngeren Generationen an Bedeutung. Gleichzeitig blieb die evangelische Kirche als kulturelle und gesellschaftliche Institution bestehen. Kirchliche Gebäude, Friedhöfe und traditionelle Feste blieben Bestandteile des örtlichen kulturellen Erbes.
Seit der deutschen Wiedervereinigung besteht weiterhin eine evangelische Tradition, gleichzeitig ist die Bevölkerung zunehmend säkular geprägt. Wie in vielen ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns gehört ein erheblicher Teil der Bevölkerung heute keiner Religionsgemeinschaft an. Die evangelisch-lutherische Tradition ist dennoch durch Kirchengebäude, Friedhöfe, kirchliche Feiertage und regionale Bräuche weiterhin sichtbar.
| Religion 2022 | |
| römisch-katholisch | 19 |
| evangelisch | 78 |
| übrige/keine/unbekannt | 477 |
Siedlungen
Der größte Ort der Insel ist das Kirchdorf Waase, außerdem liegen auf Ummanz die kleinen Ortschaften Haide, Markow, Suhrendorf, Freesenort, Tankow und Wusse. Sie bilden mit einigen auf Rügen gelegenen Dörfern die Gemeinde Ummanz. Deren Ortsteile sind:
- Dubkevitz: Die Ortschaft wurde mehrere Jahrhunderte durch das Rittergut geprägt. Gutseigentümer war die Familie von der Osten. Der schwedische Rittmeister Alexander von der Osten auf Martensdorf war vormals Gutsbesitzer in Dubkevitz. Sophie von der Osten auf Dubkevitz heiratete dann Heinrich von Berg-Neuenkirchen (1785 bis 1863), und so stellte die letzten Eigentümer dann die brandenburgische Familie von Berg. Erbe wurde im Minorat der jüngste Sohn Friedrich von Berg (1817 bis 1879). Ernst von Berg (1856 bis 1923), verheiratet mit der Gutsbesitzerin Magda von Kahlden-Varbelvitz, war Gutsherr auf Dubkevitz und Rechtsritter des Johanniterordens. Ihr Sohn Friedrich-Carl von Berg (1889 bis 1954), Dr. jur., Major d. R. und ebenfalls Johanniterritter, führte dann den Gutsbetrieb bis zur Bodenreform.
- Groß Kubitz: Auf der Gemarkung von Groß Kubitz weist das Landwirtschaftliche Adressbuch von Pommern mehrere größere Bauernhöfe von 60 ha, 38 ha und bis 28 ha aus, letztgenanntes der Witwe Ziehlstorf. Ein vierter Bauernhof mit 32 ha gehörte der Gemeinde Groß Kubitz.
- Haide: Die Bodendenkmalpflege fand 1956 ein Werkzeug aus Feuerstein, was auf eine frühe Besiedlung hinweist. Das Fundstück befindet sich im Stralsund Museum.
- Lieschow: Paul Peplow war der Landwirt des Hofes Lieschow-Moor mit 58 ha.
- Lüßvitz: Eine gerodete Fläche in Lüßvitz erhielt einst den Flurnamen Amerika.
- Moordorf: Teilflächen von Moordorf gehörten zum vormals bestehenden Rittergut Unrow. Andere Teile von Moordorf gehörten dem jeweiligen Besitzer vom Rittergut Bußvitz. Nach vorliegenden Matrikeln war dies 1854 H. Ewert auf Klucksevitz (später Haidhof), nach 1910 der Gesandte Oskar von der Lancken-Wakenitz, der nachfolgend als Buchautor in Erscheinung trat.
- Mursewiek: Die Flächenaufteilung in Mursewiek war in mehrere Bauernhöfe gegliedert. Hof I besaß die Familie A. Klüfs. Hof II und III gehörte August Gräning. Hof IV und V, Besitzer P. Risch, Carl Hoge war der Besitzer von Hof VI.
- Suhrendorf: 1823 lebten in Suhrendorf 39 Einwohner. Das Dorf selbst galt als geistliche Besitzung. Das Heilgeisthospital Stralsund war Besitzer der unterverpachteten Bauernhöfe I bis III Suhrendorf.
- Tankow: In Tankow bestanden vor 1939 drei Höfe zwischen 85 und 102 ha.
- Ummanz: war zunächst keine eigene Ortschaft. Das Gut Ummanz war ein nördlicher Teil von Waase. Das Gut war in den 1920er Jahren mit dem dazugehörigen Nachbarort Moordorf verbunden. Hier weideten über 800 Schafe auf den Wiesen am Kubitzer Bodden.
- Unrow: Das einstige Rittergut Unrow besaß im 18. und 19. Jahrhundert die Briefadelsfamilie von Bagevitz. Das Gut, mit Hagen, Lüßvitz und Moordorf, hatte eine Gesamtfläche von 725 ha. Es stand nach 1900 im Eigentum vom Oberleutnant d. R. Wilhelm Heidborn. Das zweigeschossige, elfachsige Gutshaus Unrow brannte 1981 ab. Seit den 1990er Jahren steht dort ein Neubau.
- Varbelvitz: Gutsbesitzer waren unter anderem bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts die Fürsten von Rügen, danach die Familien von Platen (bis 1920) und von Berg (bis 1945), vertreten durch die Gutsfrau Magda von Berg-Dubkevitz, geborene von Kahlden (1865 bis 1952). Das Gutshaus wurde um 1920 umgebaut und verfällt zurzeit nach einem Sanierungsversuch zu Beginn der 2000er Jahre.
- Waase: Die St.-Marien-Kirche wurde erstmals 1322 als Ecclesia Omanz erwähnt. 1341 wurde sie dem Heilgeisthospital Stralsund unterstellt. Aus dem 15. Jahrhundert stammen die Ostwand des Kirchenschiffes, die Sakristei und der Chor. Das Antwerpener Retabel, ein spätgotischer Schnitzaltar, stammt aus dem Jahr 1520 und ist seit 1702 in dieser Kirche.
- Wusse: In Wusse bestanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Hof I mit 78 ha und in Pacht bei F. Bischoff, Hof II mit 71 ha und Hof III mit 50 ha, beide in Pacht bei H. Luchterhand. Eigentümerin war das Kloster zum Heiligen Geist zu Stralsund.
Der Hauptortr Waase liegt im Osten der Insel Ummanz unmittelbar am Focker Strom, der die Insel von den östlich anschließenden Teilen Rügens trennt. Waase bildet damit den wichtigsten Übergang zwischen Rügen und Ummanz. Seit 1901 besteht hier eine Brückenverbindung; die heutige Ummanzer Brücke ist rund 250 m lang. Über sie führt die Straßenverbindung von Rügen auf die Insel.
Die Lage am Focker Strom bestimmt das Erscheinungsbild des Ortes. Waase ist eine kleine, ländlich geprägte Siedlung, deren Umgebung durch flache Wiesen, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Boddengewässer und Uferbereiche geprägt ist. Anders als größere Orte Rügens besitzt Waase keine geschlossene städtische Bebauung. Die Bebauung besteht überwiegend aus einzelnen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie historischen ländlichen Gebäuden. Reetgedeckte Häuser gehören zum überlieferten Ortsbild der Region.
Das bedeutendste historische Bauwerk von Waase ist die St.-Marien-Kirche. Es handelt sich um eine Backsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert. Besonders bedeutend ist der Antwerpener Schnitzaltar von 1520, der sich in der Kirche befindet. Die Kirche gehört damit zu den wichtigsten kunst- und bauhistorischen Zeugnissen der Insel Ummanz. Ihre Entstehung steht im Zusammenhang mit der mittelalterlichen Besiedlungs- und Kirchengeschichte der Region.
Die unmittelbare Lage am Focker Strom hat Waase außerdem zu einem Ort mit maritimer Funktion gemacht. Am Wasser befindet sich ein kleiner Hafen beziehungsweise Liegeplatzbereich. Für Waase werden 20 Gastliegeplätze und eine Wassertiefe von etwa 1,6 m angegeben. Damit dient der Hafen vor allem kleineren Sport- und Freizeitbooten; er ist kein größerer Seehafen und besitzt keine Funktion für den überregionalen Fährverkehr.
Die Verbindung zum Wasser ist auch mit der Geschichte der örtlichen Fischerei verbunden. Im Dorfgemeinschaftshaus Waase fanden Veranstaltungen zur Geschichte und Gegenwart der Fischerei auf Ummanz statt. Dabei wurde unter anderem über die traditionelle Boddenfischerei, deren wirtschaftliche Bedeutung und ihren Wandel gesprochen. Der 2023 vorgestellte Verein „Ummanzer Holzfischerboote“ befasst sich mit der Bewahrung der historischen Fischereifahrzeuge und der Erinnerung an die traditionelle Fischerei.
Neben der historischen Funktion besitzt Waase heute eine wichtige touristische Funktion innerhalb der Gemeinde. In der Neuen Straße 63 a befindet sich die Ummanz Information. Dort werden Besucher über die Insel und ihre Angebote informiert. Die Einrichtung ist zugleich ein Ausgangspunkt für die Erschließung der Insel durch Radfahrer, Wanderer und andere Besucher. Der aktuelle Gastgeberkatalog für Rügen führt die Ummanz Information ausdrücklich als touristische Informationsstelle für Waase/Ummanz.
Zum örtlichen Angebot gehören außerdem gastronomische Einrichtungen. Die touristische Infrastruktur konzentriert sich damit nicht ausschließlich auf Übernachtungsbetriebe, sondern umfasst auch Gastronomie, Informationen und Angebote für Besucher des Boddenraumes. Die wirtschaftliche Struktur von Waase bleibt dennoch kleinräumig und unterscheidet sich deutlich von den größeren Seebädern Rügens.
Die Umgebung von Waase ist durch die besondere Natur- und Kulturlandschaft West-Rügens gekennzeichnet. Die Gemeinde Ummanz liegt teilweise auf der Insel Rügen und teilweise auf der Insel Ummanz; außerdem gehört die unbewohnte Insel Heuwiese zur Gemeinde. Große Teile des Gemeindegebietes liegen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die flachen Boddenufer, Schilfbestände, Feuchtgebiete und landwirtschaftlich genutzten Flächen bilden deshalb einen wesentlichen Bestandteil der Umgebung des Ortes.
Waase ist zugleich ein Veranstaltungsort innerhalb der Gemeinde. Im Juli 2026 fand beispielsweise ein Sommerfest in Waase statt. Außerdem werden Veranstaltungen des Amtes und der Gemeinde im Ort durchgeführt. Das Dorfgemeinschaftshaus dient dabei als örtlicher Veranstaltungsort und besitzt damit auch eine soziale Funktion für die Bevölkerung.
Verkehr
Ummanz ist über eine etwa 250 Meter lange Brücke mit Rügen verbunden und daher mit dem Auto, Fahrrad und Bus erreichbar. Auf der Insel verkehren nur wenige Busse, weshalb Fahrrad und Auto die wichtigsten Verkehrsmittel sind.
Straßenverkehr
Die wichtigste überörtliche Verbindung führt von der Insel in Richtung Gingst und weiter nach Bergen auf Rügen. Damit ist Ummanz an das zentrale Verkehrsnetz der Insel Rügen angeschlossen. Über Gingst bestehen Verbindungen in Richtung Bergen, Samtens und zu weiteren Orten Rügens. Die Straßen auf Ummanz selbst sind überwiegend zweispurig ausgebaut und haben einen ländlichen Charakter. Sie führen durch Felder, Wiesen und kleinere Waldflächen und verbinden insbesondere die Orte Waase, Haide, Dubnitz, Tankow, Suhrendorf, Wusse, Lüßvitz und weitere kleinere Siedlungen.
Der motorisierte Individualverkehr wird überwiegend durch Pkw bestimmt. Landwirtschaftliche Fahrzeuge haben aufgrund der weiterhin vorhandenen landwirtschaftlichen Nutzung ebenfalls eine erhebliche Bedeutung. Hinzu kommen Lieferfahrzeuge, Handwerkerfahrzeuge und während der Tourismussaison eine größere Zahl von Fahrzeugen von Feriengästen. Ein großer Teil des Verkehrsaufkommens entsteht damit nicht durch den Durchgangsverkehr, sondern durch Bewohner, landwirtschaftliche Betriebe, Versorgungseinrichtungen und den Tourismus.
Der öffentliche Personennahverkehr wird durch Busse gewährleistet. Eine wichtige Verbindung bildet die Buslinie 38 des Verkehrsverbundes Vorpommern-Rügen (VVR). Sie verkehrt von Bergen über Gingst und führt anschließend entlang der nördlichen Gemeindegrenze von Ummanz zur Brücke und weiter auf die Insel. Auf Ummanz wird die Strecke als Ringverkehr im Uhrzeigersinn bedient. Dadurch werden mehrere Siedlungen und Ortsteile miteinander verbunden.
Von Gingst aus verkehrt die Linie 38 zeitweise im Stundentakt bis Waase. Auf dem eigentlichen Inselabschnitt ist das Angebot jedoch deutlich geringer. Dort gibt es lediglich vier Fahrten pro Tag. Damit besteht zwar eine regelmäßige öffentliche Verkehrsverbindung, das Angebot auf Ummanz ist jedoch stark auf die Bedürfnisse einer dünn besiedelten ländlichen Region ausgerichtet. Für regelmäßige Fahrten außerhalb der wenigen Busverbindungen sind Bewohner daher weitgehend auf den eigenen Pkw oder andere individuelle Verkehrsmittel angewiesen.
Für den Tourismus ist das begrenzte Busangebot ebenfalls von Bedeutung. Besucher ohne eigenes Fahrzeug können die Insel grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, müssen ihre Ausflüge innerhalb der Insel jedoch an den Fahrplan anpassen. Gerade außerhalb der Hauptverkehrszeiten und der touristischen Saison ist die Zahl der Verbindungen gering. Ein dichter innerörtlicher Nahverkehr besteht nicht.
Der Fahrradverkehr besitzt dagegen eine vergleichsweise hohe Bedeutung. Die überwiegend flache Landschaft und die geringe Verkehrsdichte begünstigen das Radfahren. Ummanz ist Bestandteil des Radwegenetzes auf Rügen und wird von Fahrradtouristen sowie von Urlaubern genutzt, die von den größeren Orten Rügens aus Ausflüge auf die Insel unternehmen. Neben ausgewiesenen beziehungsweise befestigten Wegen werden teilweise auch Nebenstraßen mit geringem Verkehrsaufkommen genutzt. In den Sommermonaten steigt der Fahrradverkehr deutlich an.
Auch der Fußverkehr spielt vor allem innerhalb der einzelnen Siedlungen und im touristischen Bereich eine Rolle. Aufgrund der weit auseinanderliegenden Dörfer und der teilweise längeren Entfernungen zwischen den Ortsteilen ist die Insel allerdings nicht vollständig zu Fuß erschließbar. Für längere Strecken zwischen den Siedlungen sind Fahrrad, Pkw oder Bus zweckmäßiger.
Die Straßenverhältnisse sind insgesamt durch die ländliche Struktur geprägt. Die Hauptverbindungen sind für den normalen Pkw- und landwirtschaftlichen Verkehr ausgebaut, während kleinere Verbindungsstraßen und Wege teilweise schmaler sind. Insbesondere bei landwirtschaftlichem Verkehr kann es auf den schmaleren Straßen zu Begegnungsproblemen kommen. Eine besondere Rolle spielen außerdem die saisonalen Verkehrsspitzen. Während der Ferienzeiten nimmt der Verkehr durch Tagesgäste, Feriengäste und Fahrradtouristen zu.
Schiffsverkehr
Der wichtigste Hafen der Insel befindet sich in Waase. Der kleine Hafen liegt an der Küste des Kubitzer Boddens und verfügt über einige wenige Liegeplätze für Sportboote. Wegen der begrenzten Kapazität ist der Hafen nicht mit größeren Yachthäfen auf Rügen vergleichbar. Die vorhandenen Plätze sind insbesondere für kleinere Segel- und Motorboote geeignet. Aufgrund der geringen Zahl der Liegeplätze sollte die Verfügbarkeit vor einer Anfahrt beziehungsweise Übernachtung mit dem für die Liegeplätze zuständigen Bootsverleih und Angelshop Bednarski in Gingst abgestimmt werden. Die Verwaltung der Liegeplätze erfolgt über diesen Betrieb.
Ein weiterer Hafen befindet sich in Klein Kubitz. Auch dort stehen Liegeplätze für kleinere Boote zur Verfügung. Klein Kubitz ergänzt damit den Hafen von Waase, besitzt jedoch ebenfalls keine umfangreichen Hafenanlagen. Beide Häfen haben somit vor allem lokale und touristische Bedeutung und sind nicht als öffentliche Verkehrshäfen mit regelmäßigem Linienverkehr ausgelegt.
Der Schiffsverkehr in den Gewässern um Ummanz wird wesentlich durch die natürlichen Bedingungen bestimmt. Die angrenzenden Boddengewässer sind flach und weisen zahlreiche Untiefen, flache Uferbereiche und teilweise enge Fahrwasser auf. Für größere Schiffe sind diese Gewässer daher nur eingeschränkt geeignet. Sportboote müssen die gekennzeichneten Fahrwasser beachten und sich nach den örtlichen Bedingungen richten. Die Wassertiefen können insbesondere außerhalb der Fahrrinnen gering sein.
Eine regelmäßige Fährverbindung zwischen Ummanz und anderen Inseln oder dem Festland besteht nicht. Auch ein öffentlicher Linienverkehr mit Fahrgastschiffen wie er in anderen Teilen Rügens, beispielsweise zwischen den größeren Seebädern und Ausflugszielen, vorkommt, ist für Ummanz nicht prägend. Die Insel ist daher verkehrstechnisch nicht auf den Schiffsverkehr angewiesen, sondern wird über die Straßenverbindung und die Brücke mit Rügen erschlossen.
Für den Freizeitverkehr besitzen die umliegenden Boddengewässer dagegen eine größere Bedeutung. Segler, Motorbootfahrer und Angler nutzen die Gewässer rund um Ummanz. Die geschützte Lage der Bodden bietet insbesondere für kleinere Boote geeignete Bedingungen. Gleichzeitig erfordert die Navigation aufgrund der geringen Wassertiefen und der zahlreichen Flachwasserbereiche besondere Aufmerksamkeit.
Auch der Kanusport und andere Formen des muskelbetriebenen Wassersports sind in der Region möglich. Die ruhiger liegenden Boddengewässer unterscheiden sich dabei deutlich von der offenen Ostsee. Für kleinere Boote bestehen zahlreiche Möglichkeiten, die Küstenbereiche und die angrenzenden Gewässer zu erkunden. Der Wassersport bleibt jedoch stark von Wind, Wasserstand und den jeweiligen Schutzbestimmungen abhängig.
Der Fischfang hat historisch eine größere Bedeutung für die Bevölkerung der Region besessen als heute. Die Boddengewässer rund um Ummanz wurden traditionell von örtlichen Fischern genutzt. Gefangen wurden unter anderem Hering, Zander, Hecht, Barsch und andere für die Bodden typische Fischarten. Die Fischerei ist heute gegenüber früher wirtschaftlich wesentlich weniger bedeutend, gehört aber weiterhin zur regionalen Küstenkultur.
Eine besondere Bedeutung besitzt außerdem der Angelsport. Die Gewässer um Ummanz werden von Freizeitanglern genutzt, wobei die jeweiligen gesetzlichen Schonzeiten, Mindestmaße, Fangbegrenzungen und örtlichen Bestimmungen einzuhalten sind. Für Besucher bestehen Möglichkeiten, Boote für Angel- und Freizeitfahrten zu mieten.
Der Hafen in Waase besitzt darüber hinaus eine gewisse Bedeutung für die touristische Wahrnehmung des Ortes. Er liegt unmittelbar an einem Bereich, der auch für Spaziergänge und den Aufenthalt am Wasser genutzt wird. Die maritime Nutzung bleibt jedoch kleinräumig. Es handelt sich nicht um einen Hafen mit umfangreicher Infrastruktur, Werftbetrieb oder regelmäßiger Personenbeförderung. Die beiden kleinen Häfen Waase und Klein Kubitz sind damit vor allem Anlaufstellen für kleinere Sport- und Freizeitboote. Die geringe Zahl der Liegeplätze bedeutet, dass eine spontane Verfügbarkeit nicht vorausgesetzt werden sollte. Eine vorherige Abstimmung mit dem Betreiber beziehungsweise der zuständigen Verwaltung ist deshalb zweckmäßig.
Wirtschaft
Die Wirtschaft auf Ummanz ist vor allem von Landwirtschaft, Fischerei und zunehmend vom sanften Tourismus geprägt. Ferienunterkünfte, Radfahren, Naturbeobachtung sowie Wind- und Kitesurfen ergänzen die traditionellen Erwerbszweige.
Landwirtschaft
In der Vergangenheit bildeten Landwirtschaft und Fischerei die beiden wichtigsten Erwerbsgrundlagen der Bevölkerung. Noch heute gehören Bauernhöfe, Felder, Weiden und landwirtschaftlich genutzte Flächen zum charakteristischen Landschaftsbild der Insel. In einer Übersicht zur Gemeinde wird festgehalten, dass die Bevölkerung traditionell von Fischerei und Landwirtschaft lebte; für die jüngere Zeit werden drei aktive Bauern und ein Fischer in der Gemeinde genannt.
Die natürlichen Voraussetzungen für die Landwirtschaft sind durch die sehr geringe Höhenlage Ummanz' bestimmt. Die Insel erreicht lediglich 6,7 m über dem Meeresspiegel. Große Teile der landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen in der flachen, von Boddengewässern umgebenen Landschaft und werden durch Deiche vor Überflutungen geschützt. Das Landschaftsbild besteht deshalb aus weitläufigen Ackerflächen, Wiesen und Weiden, durchsetzt von kleineren Gehölzen, Siedlungen und Gewässern.
Der Ackerbau bildet einen wesentlichen Teil der landwirtschaftlichen Nutzung. Angebaut werden insbesondere Getreide und verschiedene Feldfrüchte. Eine besondere Bedeutung für die Direktvermarktung besitzen Kartoffeln und saisonales Gemüse. In der Informationsbroschüre der Gemeinde werden unter anderem Spargel, Kartoffeln und Salat als Erzeugnisse genannt, die auf dem Hof von Bauer Lange direkt verkauft werden. Daneben gehören weitere für die norddeutsche Landwirtschaft typische Kulturen zur Nutzung der Ackerflächen.
Neben dem Ackerbau spielt die Viehhaltung eine wichtige Rolle. Die landwirtschaftlichen Betriebe halten unter anderem Geflügel, Schafe und Pferde. Die Tierhaltung reicht dabei von klassischer landwirtschaftlicher Produktion bis zu Betrieben, die ihre Tiere unmittelbar in touristische Angebote einbeziehen. Auf dem Erlebnis-Bauernhof Kliewe in Mursewiek werden beispielsweise Geflügel sowie Zwergziegen und Schafe gehalten. Der Betrieb verarbeitet einen Teil seiner Geflügelproduktion selbst und verkauft Geflügel und Geflügelprodukte über den eigenen Hofladen.
Auch die Schweinehaltung ist mit der Direktvermarktung verbunden. Auf dem Hof von Bauer Lange werden unter anderem Salami, Schinken, Wurst und Schmalz angeboten. Damit werden landwirtschaftliche Erzeugung und Verarbeitung teilweise auf dem Hof miteinander verbunden. Zum Angebot gehören außerdem selbst gebackenes Brot und Brötchen sowie saisonales Gemüse.
Eine besondere Form der Tierhaltung ist die Haflingerzucht auf Ummanz. Pferdehaltung und Reitangebote haben sich neben der eigentlichen landwirtschaftlichen Produktion zu einem zusätzlichen Erwerbsbereich entwickelt. Die örtliche Haflingerzucht ist zugleich mit der Herstellung beziehungsweise Vermarktung von Produkten aus Stutenmilch verbunden. In der regionalen Broschüre werden tiefgekühlte Stutenmilch und daraus hergestellte Produkte als Erzeugnisse der Haflingerzucht Ummanz genannt.
Das Grünland besitzt aufgrund der Landschaftsstruktur eine besondere Bedeutung. Wiesen und Weiden liegen vielfach in unmittelbarer Nähe zu den Boddengewässern. Ein historisches Beispiel für die Nutzung des Grünlandes ist die kleine Insel Heuwiese südwestlich von Freesenort. Sie besteht überwiegend aus Salzgrasland, liegt nur wenige Zentimeter über dem Meeresspiegel und wird regelmäßig von Hochwasser erreicht. Ihr Name verweist auf die frühere Nutzung als Viehweide. Seit 1939 steht Heuwiese als Brutgebiet für Küstenvögel unter Schutz, wodurch die landwirtschaftliche Nutzung dort gegenüber dem Naturschutz zurückgetreten ist.
Die Landwirtschaft steht auf Ummanz deshalb in einem unmittelbaren Verhältnis zwischen Nutzung und Naturschutz. Große Teile der Insel liegen im Umfeld des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Landwirtschaftlich genutzte Flächen grenzen an Schilfgürtel, Feuchtgebiete, Boddenufer und andere geschützte Lebensräume. Die Bewirtschaftung muss daher die gesetzlichen Vorgaben des Natur- und Gewässerschutzes berücksichtigen. Die extensive Nutzung bestimmter Grünlandflächen trägt zugleich zur Erhaltung der offenen Kulturlandschaft bei.
Eine wichtige Entwicklung der jüngeren Zeit ist die stärkere Direktvermarktung. Landwirtschaftliche Produkte werden nicht ausschließlich über den allgemeinen Lebensmittelhandel abgesetzt, sondern teilweise direkt auf den Höfen angeboten. Beim Erlebnis-Bauernhof Kliewe werden Geflügel und Geflügelprodukte im Hofladen verkauft; bei Bauer Lange gibt es Gemüse sowie Schweinefleischprodukte und Backwaren. Damit erhalten landwirtschaftliche Betriebe einen zusätzlichen Absatzweg unmittelbar am Produktionsort.
Die Verbindung von Landwirtschaft und Tourismus ist auf Ummanz besonders ausgeprägt. Mehrere Höfe bieten Ferienwohnungen, gastronomische Angebote, Reitmöglichkeiten oder weitere Aktivitäten an. Der Erlebnis-Bauernhof Kliewe verbindet landwirtschaftliche Tierhaltung mit Hofrestaurant, Hofladen, Ferienwohnungen, Reitangeboten und weiteren Angeboten für Besucher. Auch der Rügen-Ferienhof in Lieschow verbindet die Nutzung eines etwa 150 Hektar großen landwirtschaftlich geprägten Areals mit Ferienwohnungen und Reitmöglichkeiten.
Dadurch ist der heutige landwirtschaftliche Betrieb auf Ummanz teilweise breiter aufgestellt als die traditionelle reine Erzeugung von Agrarprodukten. Landwirtschaftliche Produktion, Direktverkauf, Verarbeitung, Gastronomie, Reiten und Urlaub auf dem Bauernhof können innerhalb eines Betriebes miteinander verbunden sein. Diese Entwicklung verändert die wirtschaftliche Funktion der Höfe, ohne dass die landwirtschaftliche Flächennutzung dadurch ihre grundlegende Bedeutung verliert.
Auch Spezialprodukte aus der Landwirtschaft beziehungsweise aus dem ländlichen Umfeld werden auf Ummanz und in der Gemeinde hergestellt. Dazu gehören unter anderem Kräuterprodukte und regionale Lebensmittel. In Moordorf besteht mit „Kraut & Mehr“ ein Angebot, das Kräuterwanderungen, Workshops und Seminare mit der Nutzung regionaler Pflanzen verbindet. In Lieschow befindet sich außerdem eine Edeldestillerie, die Obstbrände herstellt. Die regionale Vermarktung solcher Erzeugnisse erweitert das landwirtschaftliche und ländliche Wirtschaftsangebot der Gemeinde.
Forstwirtschaft
Eine besondere Rolle in der Landnutzung auf Ummanz spielte die Alte Försterei in Haide. Die örtliche Überlieferung und die heutige forstliche Bildungsarbeit erinnern an Förster Rudolph beziehungsweise Rudolf, der als erster Förster der Insel bezeichnet wird. Sein Name wurde für den Walderlebnispfad „Des Försters Wald“ übernommen. Der etwa zwei Kilometer lange Lehrpfad vermittelt anhand von neun Stationen Kenntnisse über Bäume, Waldaufbau und die im Wald lebenden Tiere.
Die Wälder Ummanz' bestehen nicht ausschließlich aus einer Baumart. Im Walderlebnispfad werden insbesondere Buchen und Kiefern behandelt. Die forstliche Situation auf Rügen insgesamt ist durch unterschiedliche Waldtypen geprägt, darunter Kiefernwälder, Buchenwälder und Erlenbruchwälder. Für Ummanz sind wegen der flachen, teilweise feuchten Standorte neben trockeneren Waldgesellschaften auch feuchtere Gehölzbestände von Bedeutung. Die geringe Höhe der Insel und die Nähe zu den Boddengewässern begrenzen allerdings die Ausdehnung geschlossener Wälder.
Die Nutzung des Waldes beschränkt sich heute nicht auf die Gewinnung von Holz. Angesichts der kleinen Waldflächen haben Schutz-, Landschafts- und Erholungsfunktionen eine große Bedeutung. Der Walderlebnispfad „Des Försters Wald“ wurde als Bildungsangebot eingerichtet und wird auch für Führungen mit Schulklassen genutzt. Damit ist der Wald auf Ummanz zugleich Gegenstand forstlicher Umweltbildung.
Auch die Erhaltung der vorhandenen Bestände ist Bestandteil der heutigen Forstwirtschaft. Auf Ummanz traten in den vergangenen Jahren Schäden an Buchenbeständen auf. Auf einer rund zwei Hektar großen Fläche wurden etwa 500 Bäume gefällt; anschließend war eine Wiederaufforstung vorgesehen. Die Maßnahmen zeigen, dass auch die relativ kleinen Waldflächen der Insel forstlich bewirtschaftet und bei Bestandsverlusten erneuert werden.
Die Holzproduktion bleibt dagegen mengenmäßig begrenzt. Ummanz besitzt nicht die ausgedehnten Waldgebiete, die auf Rügen in größeren Forstrevieren vorhanden sind. Das Forstamt Rügen gibt für die gesamte Insel Rügen einen Waldanteil von 17 Prozent an, gegenüber rund 32 Prozent im Bundesdurchschnitt. Die Waldflächen Rügens befinden sich zudem in zahlreichen unterschiedlichen Eigentumsformen; das Landesforstamt besitzt nur einen kleineren Teil der gesamten Waldfläche.
Forstwirtschaftliche Arbeiten umfassen auf Ummanz insbesondere die Pflege und Erneuerung von Waldbeständen, die Holzernte auf geeigneten Flächen, Verkehrssicherung sowie Maßnahmen zur Anpassung der Bestände an die örtlichen Standortbedingungen. Daneben bestehen Aufgaben des Naturschutzes und der Besucherlenkung. Die Forstwirtschaft steht damit in einem engen Verhältnis zur übrigen Landnutzung: Waldflächen sind klein und voneinander getrennt, während Äcker, Grünland, Gewässer und Siedlungen einen wesentlich größeren Teil der Landschaft einnehmen.
Fischerei
Die traditionelle Berufsfischerei wurde überwiegend mit kleineren Booten und Stellnetzen betrieben. Eine besondere historische Bedeutung hatten die Zeesboote, also flachgehende Segelkutter, die für die Fischerei in den Bodden geeignet waren. Im Hafen Waase lagen nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem die Kleinkutter UMM-6 und UMM-55. Beide Boote waren ursprünglich als Zeesboote in der Fischereigenossenschaft Ummanz eingesetzt worden und wurden in den 1960er Jahren wegen des Niedergangs der Zeesenfischerei zu Kleinkuttern umgebaut. Die UMM-55 wurde 1930 gebaut. 2024 wurden beide Boote zur Instandsetzung in eine Werft gebracht. Die Gemeinde Ummanz verfolgt dabei das Ziel, den traditionellen Fischereiplatz am Hafen Waase zu erhalten; die UMM-55 soll künftig unter anderem für Gästeausfahrten und zur Demonstration historischer Fischereimethoden eingesetzt werden.
Noch im 20. Jahrhundert gab es auf Ummanz deutlich mehr Berufsfischer. Nach Angaben der Ostsee-Zeitung waren es früher etwa 15 Fischer; mit dem Rückgang der Erwerbsfischerei verringerte sich ihre Zahl stark. Für die jüngere Vergangenheit wird Henry Diedrich als letzter Fischer im Haupterwerb auf Ummanz genannt. Sein Betrieb ist heute unter der Bezeichnung Inselfisch Rügen in Mursewiek ansässig und verkauft frisch gefangenen Fisch direkt vom Kutter.
Die heutige Fischerei auf Ummanz ist damit wesentlich kleiner als die historische Fischereiwirtschaft. Sie konzentriert sich auf die regionale Boddenfischerei mit kleinen Fahrzeugen und passiven Fanggeräten. Für die Boddengewässer gelten festgelegte Fanggeräte, Schonbestimmungen und Fangbeschränkungen. Ein Fischer aus dem Rügener Boddengebiet beschreibt für sein Fanggebiet, das unter anderem bis Ummanz reicht, den Einsatz von Stellnetzen; in den Boddengewässern ist dabei die passive Fischerei zugelassen, während aktive Fangmethoden wie die Schleppnetzfischerei dort nicht eingesetzt werden.
Der Fischfang ist außerdem unmittelbar mit dem Hafen Waase verbunden. Der dortige 45 Meter lange Kai wird vorrangig von Fischern genutzt. Der Hafen ist flach und nur für entsprechend geeignete Boote erreichbar; die Angaben zur Wassertiefe liegen je nach Bereich zwischen etwa 0,8 und 2,5 Metern. Für die Berufsfischerei bleibt der Anleger ein Arbeitsort, während Gastlieger nur in begrenzter Zahl und nach Abstimmung mit den Eigentümern aufgenommen werden.
Neben der Berufsfischerei hat die Angelfischerei eine erhebliche Bedeutung für den heutigen Umgang mit den Gewässern. Ummanz liegt am Übergang zu den größeren westlichen Rügener Boddengewässern. Zu den regelmäßig genannten Zielfischen gehören Hecht, Barsch und Aal; im Frühjahr kommen Hering und Hornhecht hinzu. Die flachen, teilweise von Schilf gesäumten Gewässer sind für die Freizeitfischerei gut zugänglich, wobei die jeweils geltenden Schutz- und Angelregelungen des Nationalparks und der Fischereiverwaltung zu beachten sind.
Auch die Verarbeitung und Vermarktung des Fangs findet teilweise unmittelbar auf der Insel statt. In Mursewiek besteht mit Inselfisch Rügen ein Fischereibetrieb mit Verkauf von frisch gefangenem Fisch. In Waase ist die Fischerei darüber hinaus Bestandteil des örtlichen gastronomischen Angebots. Die Fischwirtschaft steht damit nicht mehr allein für einen eigenständigen Haupterwerbszweig, sondern ist heute zugleich mit regionaler Direktvermarktung, Gastronomie und dem touristischen Angebot verbunden.
Bergbau
Die geologischen Verhältnisse der Insel sind durch die eiszeitliche Entstehung der Landschaft geprägt. Während der Weichsel-Kaltzeit wurden durch die skandinavischen Gletscher große Mengen an Geschiebematerial, Sand, Kies, Lehm und Geschiebemergel in das Gebiet transportiert. Die heutige Oberfläche besteht daher überwiegend aus quartären Ablagerungen. Diese Materialien besitzen zwar grundsätzlich eine Bedeutung als Bau- und Rohstoffe, bilden auf Ummanz jedoch keine Grundlage für einen bedeutenden Bergbau.
Historisch wurden mineralische Materialien vor allem in kleinem Umfang für den örtlichen Bedarf genutzt. Sand, Kies, Lehm oder Steine konnten für Wege, Gebäude und andere Bauarbeiten verwendet werden. Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen industriellen Bergbau, sondern um lokale Entnahmen beziehungsweise kleinere Gewinnungsstellen. Umfangreiche Steinbrüche oder Tiefbaugruben sind für Ummanz nicht charakteristisch. Auch Torf spielte in der traditionellen ländlichen Wirtschaft der Region eine gewisse Rolle. In feuchten Niederungsgebieten konnte Torf grundsätzlich als Brennmaterial gewonnen werden. Die Gewinnung war jedoch keine für Ummanz prägende Industrie und erreichte nicht die Bedeutung, die der Torfabbau in manchen Moorlandschaften Norddeutschlands besaß.
Eine wirtschaftliche Nutzung der Rohstoffvorkommen wurde außerdem durch die Landschaftsstruktur eingeschränkt. Große Teile der Insel bestehen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen, Feuchtgebieten und Küstenbereichen. Die Nähe zu den Boddengewässern und die ökologische Bedeutung der Landschaft sprechen gegen großflächige Rohstoffgewinnung. Heute unterliegen zahlreiche Flächen zudem naturschutzrechtlichen Anforderungen. Für die heutige Wirtschaft spielt daher lediglich die Gewinnung beziehungsweise Nutzung von natürlichen Baustoffen im Rahmen kleinerer Bauvorhaben eine Rolle. Kies, Sand und andere mineralische Baustoffe werden für Straßenbau, Gebäude und Infrastruktur benötigt, stammen jedoch nicht aus einem bedeutenden eigenen Bergbaubetrieb der Insel. Größere Mengen werden über das regionale Verkehrsnetz von außerhalb angeliefert.
Handwerk
Historisch gehörten insbesondere landwirtschaftsbezogene Handwerke zum Wirtschaftsleben der Insel. Schmiede, Stellmacher, Tischler, Zimmerleute und Maurer waren für die Unterhaltung der bäuerlichen Betriebe und Wohnhäuser notwendig. Die Schmiede fertigten und reparierten landwirtschaftliche Geräte, Werkzeuge, Beschläge und Hufeisen. Stellmacher stellten Wagen, Karren und andere hölzerne Transportgeräte her. Zimmerleute waren für den Bau und die Instandhaltung der Bauernhäuser, Scheunen und Wirtschaftsgebäude zuständig.
Die traditionelle Bauweise Ummanz’ war stark vom regional verfügbaren Material und von den klimatischen Bedingungen geprägt. Zimmerer und Dachdecker hatten daher eine wichtige Funktion bei der Errichtung und Erhaltung der ländlichen Gebäude. Reetdächer waren in der historischen Kulturlandschaft Rügens weit verbreitet. Das Reetdachdeckerhandwerk gehört deshalb zu den Handwerksbereichen, die auch für die Erhaltung historischer Gebäude auf Ummanz von Bedeutung sind.
Auch das Maurer- und Bauhandwerk besitzt weiterhin Bedeutung. Alte Wohnhäuser, Scheunen und Nebengebäude müssen regelmäßig instand gesetzt werden. Gleichzeitig entstehen Ferienwohnungen, touristische Einrichtungen und moderne Wohngebäude, wodurch Bau- und Ausbauhandwerke benötigt werden. Aufgrund der geringen Zahl örtlicher Betriebe werden größere oder spezialisierte Arbeiten häufig von Unternehmen aus anderen Teilen Rügens übernommen.
Das Tischler- und Holzhandwerk hat ebenfalls eine lange Tradition. Holz wurde früher für Gebäude, Türen, Fenster, Möbel, landwirtschaftliche Geräte und Boote verwendet. Heute liegt der Schwerpunkt stärker auf Reparaturen, Innenausbau, Fenster- und Türenbau sowie individuellen Arbeiten. Gerade bei der Sanierung älterer Gebäude können handwerkliche Kenntnisse über traditionelle Materialien und Bauformen erforderlich sein.
Ein besonders sichtbarer Bereich des heutigen Kunsthandwerks ist die Keramik. In Waase befindet sich Ummanz Keramik, die eigene keramische Erzeugnisse herstellt und verkauft. Damit besteht auf der Insel ein Handwerksbetrieb, der zugleich eine touristische und kulturelle Funktion besitzt. Neben Gebrauchskeramik werden auch dekorative Stücke und weitere regionale Produkte angeboten. Das Keramikhandwerk gehört damit zu den Bereichen, in denen traditionelles Handwerk und heutiger Tourismus unmittelbar miteinander verbunden sind.
Auch das Kunsthandwerk ist durch den Fremdenverkehr begünstigt. Auf der Insel und in der näheren Umgebung werden regionale Produkte, Schmuck, dekorative Arbeiten, Bilder und andere handgefertigte Gegenstände angeboten. Diese Erzeugnisse werden teilweise direkt in Werkstätten, Hofläden oder touristischen Verkaufsstellen verkauft. Das Angebot ist allerdings klein und überwiegend saisonal ausgerichtet.
Die Küstenlage hat außerdem traditionelle Verbindungen zum Boots- und Fischereihandwerk geschaffen. Boote und Fanggeräte mussten früher regelmäßig repariert und instand gehalten werden. Mit dem Rückgang der Berufsfischerei und der zunehmenden Bedeutung des Sportbootverkehrs hat sich dieser Bereich verändert. Heute stehen Reparatur- und Wartungsarbeiten an kleineren Booten, Motoren und Ausrüstungsgegenständen stärker im Vordergrund.
Landwirtschaftliche Betriebe benötigen weiterhin verschiedene handwerkliche Dienstleistungen. Dazu gehören Metallarbeiten, Reparaturen an Maschinen und Geräten, Bau- und Instandhaltungsarbeiten sowie Arbeiten an Stallungen und Wirtschaftsgebäuden. Ein Teil dieser Leistungen wird von spezialisierten Betrieben außerhalb der Insel erbracht, weil die geringe Zahl landwirtschaftlicher Betriebe keinen umfangreichen örtlichen Spezialhandwerkssektor trägt.
Das Elektrohandwerk und die Sanitär- und Heizungstechnik haben mit der Modernisierung der Gebäude an Bedeutung gewonnen. Strominstallationen, Heizungsanlagen, Wasserleitungen, Abwasseranlagen und moderne Haustechnik müssen regelmäßig installiert, gewartet und repariert werden. Diese Dienstleistungen werden teilweise von regionalen Handwerksbetrieben erbracht, die von Rügen aus nach Ummanz kommen.
Daneben existieren die für eine ländliche Gemeinde typischen Dienstleistungen des Maler-, Bodenleger-, Dachdecker-, Garten- und Landschaftsbauhandwerks. Wegen der geringen Einwohnerzahl und der verstreuten Siedlungen ist das örtliche Angebot jedoch begrenzt. Für größere Aufträge greifen Einwohner, Landwirtschaftsbetriebe und touristische Unternehmen regelmäßig auf Handwerker aus anderen Gemeinden Rügens zurück.
Wasserwirtschaft
Die Trinkwasserversorgung erfolgt über das öffentliche Versorgungsnetz. Das für Ummanz und die übrigen Inseln des Verbandsgebietes genutzte Rohwasser stammt aus Grundwasservorkommen. Der ZWAR fördert das Grundwasser aus Tiefen von etwa 30 bis 80 m. Nach Angaben des Verbandes wird das Grundwasser durch die geologischen Schichten aus Mergel und Ton auf natürliche Weise geschützt und gefiltert. In den Wasserwerken werden insbesondere Eisen und Mangan entfernt; eine Chlorung des Trinkwassers findet nach Angaben des ZWAR nicht statt. Die Trinkwasserqualität wird regelmäßig kontrolliert.
Neben der Trinkwasserversorgung besitzt die Entwässerung der tief liegenden und teilweise von Gewässern umgebenen Landschaft eine besondere Bedeutung. Ummanz gehört zum Verbandsgebiet des Wasser- und Bodenverbandes Rügen. Zu dessen Aufgaben gehören unter anderem die Unterhaltung von Gewässern und wasserwirtschaftlichen Anlagen. Auf dem Gemeindegebiet von Ummanz befinden sich mehrere Schöpfwerke, darunter Anlagen bei Lüßvitz sowie Lieschow I, Lieschow II und Lieschow IV. Diese Anlagen dienen der Entwässerung der landwirtschaftlich genutzten Niederungsbereiche.
Bei der Abwasserentsorgung besteht auf Ummanz eine Mischung aus zentralen und dezentralen Lösungen. Der ZWAR weist für sein gesamtes Verbandsgebiet 34 Kläranlagenstandorte mit vollbiologischer Reinigung aus. Aufgrund der besonderen Bedingungen der Inseln kann nicht sämtliches Abwasser über eine einzige zentrale Kläranlage abgeleitet werden. Lange Transportwege wären technisch und energetisch aufwendig, außerdem befinden sich die Inselgewässer und Boddenbereiche in einer ökologisch empfindlichen Umgebung.
Auf Ummanz bestehen daher je nach Siedlungsbereich unterschiedliche Formen der Abwasserentsorgung. Für größere zusammenhängende Ortslagen ist die öffentliche Abwasserentsorgung maßgeblich. In dünner besiedelten Bereichen kommen dagegen dezentrale Kläranlagen oder Sammelgruben zum Einsatz. Der ZWAR übernimmt auch die Abfuhr aus Kleinkläranlagen und abflusslosen Sammelgruben.
Auch das Niederschlagswasser wird nicht überall über ein einheitliches Kanalnetz abgeführt. Bei neuen Bauvorhaben auf Ummanz wird grundsätzlich eine möglichst ortsnahe Versickerung beziehungsweise eine gedrosselte Ableitung angestrebt. In einem aktuellen Bebauungsplan der Gemeinde wird beispielsweise vorgesehen, gering verschmutztes Niederschlagswasser auf den Grundstücken zu versickern, sofern die Bodenverhältnisse dies zulassen. Damit soll verhindert werden, dass unnötig große Mengen Niederschlagswasser in die Kanalisation gelangen.
Energiewirtschaft
Die Energiewirtschaft Ummanz’ ist durch die geringe Einwohnerzahl und die ländliche Struktur geprägt. Die Stromversorgung der Insel erfolgt über das öffentliche Stromnetz; eine eigenständige Stromversorgung der Gemeinde durch ein Inselkraftwerk besteht nicht. Für Haushalte, Landwirtschaft, Gewerbe und touristische Einrichtungen wird damit die Energieversorgung über das übergeordnete Versorgungsnetz sichergestellt. Auch größere touristische Anlagen wie Campingplätze verfügen über reguläre Stromanschlüsse.
Eine zentrale Rolle spielt daneben die individuelle Wärmeerzeugung. In den ländlichen Siedlungen bestehen unterschiedliche Heizsysteme. Neben leitungsgebundenen Energieträgern werden insbesondere individuelle Heizsysteme eingesetzt. Aufgrund der Siedlungsstruktur ist eine flächendeckende zentrale Wärmeversorgung beziehungsweise ein großes Fernwärmenetz auf Ummanz nicht vorhanden.
Erneuerbare Energien werden vereinzelt auf landwirtschaftlichen und privaten Gebäuden genutzt. Photovoltaikanlagen auf Dachflächen ermöglichen die dezentrale Stromerzeugung und Eigenversorgung beziehungsweise die Einspeisung überschüssiger Elektrizität in das öffentliche Netz. Eine großflächige Energieerzeugungsinfrastruktur, wie staatlicherseits verlangt, wie große Windparks ist dagegen nicht Bestandteil der bestehenden örtlichen Energieversorgung.
Bei einem länger andauernden Stromausfall wären auch Teile der Wasser- und Abwasserwirtschaft betroffen, weil Pumpen, Wasserwerke, Druckstationen und Kläranlagen auf elektrische Energie angewiesen sind. Der ZWAR betreibt deshalb für einen Teil seiner Anlagen stationäre Notstromaggregate und hält zusätzlich mobile Aggregate vor. Nach Angaben des Verbandes wird damit die Notwasserversorgung bei Stromausfällen abgesichert.
Abfallwirtschaft
Die Abfallwirtschaft liegt dagegen nicht beim ZWAR, sondern beim Landkreis Vorpommern-Rügen beziehungsweise dessen Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und den beauftragten Entsorgungsunternehmen. Für Ummanz gelten die Abfallsatzungen des Landkreises. Restabfall und Biomüll werden regulär abgeholt. Papier, Glas, Verkaufsverpackungen und weitere Wertstoffe werden über die jeweils vorgesehenen Sammel- und Entsorgungssysteme erfasst.
Aufgrund der geringen Einwohnerzahl gibt es auf Ummanz keine eigene umfangreiche Abfallbehandlungsanlage. Die gesammelten Abfälle werden vielmehr über das regionale Entsorgungssystem abgeführt. Für Haushalte und Betriebe bedeutet dies eine Organisation der Abfallentsorgung über Abfuhrtermine und Sammelsysteme. Während der Tourismussaison steigt das Abfallaufkommen durch Feriengäste und Tagesbesucher, sodass die Entsorgungsinfrastruktur neben der ständigen Bevölkerung auch auf saisonale Schwankungen reagieren muss.
Eine besondere Bedeutung hat außerdem die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Landwirtschaft, Gewerbe und Bauwirtschaft. Bodenaushub, Baustellenabfälle und andere nicht zum normalen Haushaltsabfall gehörende Stoffe müssen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben getrennt erfasst und einer geeigneten Verwertung oder Entsorgung zugeführt werden. In den Bauleitplanungen der Gemeinde wird ausdrücklich eine geordnete Abfallentsorgung sowohl während der Bauarbeiten als auch nach Fertigstellung der jeweiligen Vorhaben verlangt.
Handel
Auf Ummanz besteht ein kleinteiliger, auf die örtliche Bevölkerung und den Tourismus ausgerichteter Handel. Für den täglichen Grundbedarf gibt es beispielsweise einen kleinen Shop auf dem Campingplatz beziehungsweise bei touristischen Einrichtungen. Dieser ersetzt keinen vollwertigen Lebensmittelsupermarkt. Die Versorgung mit größeren Mengen an Lebensmitteln und Haushaltswaren erfolgt daher überwiegend außerhalb der Insel.
Eine besondere Bedeutung haben die Hofläden und Direktvermarkter. Auf Ummanz werden landwirtschaftliche Erzeugnisse unmittelbar von den Produzenten angeboten. Dazu gehören unter anderem Geflügel und Geflügelprodukte vom Erlebnis-Bauernhof Kliewe in Mursewiek sowie saisonales Gemüse und Fleisch- und Wurstwaren vom Hofladen Bauer Lange in Lieschow. Hinzu kommen regionale Spezialitäten wie Edelobstbrände aus Lieschow und weitere landwirtschaftliche Produkte. Der Direktverkauf verbindet damit Landwirtschaft und örtlichen Einzelhandel unmittelbar.
Ein charakteristisches Fachgeschäft der Insel ist der Laden von Ummanz Keramik in Waase. Dort werden die auf der Insel hergestellten Keramikwaren verkauft. Zum Sortiment gehören außerdem weitere regionale Produkte, darunter Schmuck, Malereien, Sanddornerzeugnisse sowie Postkarten und Kalender. Damit besitzt das Geschäft sowohl für die örtliche Wirtschaft als auch für den touristischen Einkauf Bedeutung.
Der Handel auf Ummanz ist insgesamt stark mit dem Fremdenverkehr verbunden. Neben regionalen Lebensmitteln werden insbesondere Kunsthandwerk, Keramik, landwirtschaftliche Erzeugnisse und andere regionale Produkte angeboten. Die Betriebe haben teilweise saisonale Öffnungszeiten und richten einen Teil ihres Angebots auf die zahlreichen Feriengäste und Tagesbesucher aus. Die örtliche Wirtschaftsstruktur unterscheidet sich dadurch deutlich von der eines größeren Ortes mit dauerhaft umfangreichem Einzelhandel.
Für den täglichen Einkauf ist Gingst der wichtigste nahegelegene Versorgungsort. Dort gibt es einen EDEKA-Markt, eine Apotheke, verschiedene kleinere Geschäfte und weitere Dienstleistungen. Auch eine Postfiliale befindet sich im EDEKA-Markt in Gingst. Die Entfernung von den Siedlungen Ummanz’ ist relativ gering, sodass ein erheblicher Teil der alltäglichen Versorgung dort erfolgt.
Finanzwesen
Im Finanzwesen besteht auf Ummanz selbst keine eigenständige Bankfiliale. Die nächstgelegene Bankversorgung befindet sich in Gingst. Dort unterhält die Volksbank Vorpommern beziehungsweise die heutige Volksbank Vorpommern eG eine Filiale mit Geldautomat in der Karl-Marx-Straße 18. Für weitere Bankgeschäfte stehen Banken und Sparkassen in größeren Orten Rügens, insbesondere in Bergen und Samtens, zur Verfügung.
Die fehlende Bankfiliale auf Ummanz bedeutet, dass Bargeldversorgung und persönliche Bankgeschäfte außerhalb der Insel erledigt werden müssen. Ein Geldautomat befindet sich nach den verfügbaren Verzeichnissen ebenfalls nicht auf Ummanz; der nächstgelegene entsprechende Standort ist unter anderem die Volksbank in Gingst.
Der Zahlungsverkehr in den Geschäften und touristischen Betrieben wird zunehmend elektronisch abgewickelt. Dennoch besitzt Bargeld im ländlichen und touristischen Bereich weiterhin praktische Bedeutung, weshalb die Entfernung zum nächsten Geldautomaten für Besucher und Einwohner relevant ist. Für größere finanzielle Dienstleistungen, Kredite, Versicherungen, Anlageberatung oder andere Bankgeschäfte sind die Bankstandorte auf Rügen zuständig.
Soziales und Gesundheit
Seit dem Erwerb der Insel durch das Heiliggeist-Hospital im Jahr 1341 diente der Besitz vor allem der Finanzierung der wohltätigen Aufgaben der Stralsunder Stiftung. Das Hospital kümmerte sich um Arme, Kranke, Alte und Bedürftige in der Stadt und nutzte die Einkünfte aus den verpachteten Höfen auf Ummanz zur Erfüllung dieser Aufgaben. Die Bauern auf der Insel lebten in Pachtverhältnissen; sie zahlten Abgaben in Form von Getreide, Vieh oder Geld und waren in die gutsherrlichen Strukturen eingebunden. Eine eigenständige kommunale Armenfürsorge entwickelte sich auf der kleinen Insel nur in bescheidenem Maße. In Notzeiten griffen die Hospitalverwaltung und die kirchliche Gemeinde in Waase ein.
Im 17. und 18. Jahrhundert, unter schwedischer Herrschaft, blieb diese Struktur weitgehend erhalten. Die schwedische Verwaltung bestätigte die Privilegien des Hospitals, während die ländliche Bevölkerung auf Ummanz von den allgemeinen Entwicklungen der Gutsherrschaft und der zunehmenden Unfreiheit der Bauern in Vorpommern betroffen war. Erst im 19. Jahrhundert, nach dem Übergang an Preußen 1815, setzten modernere Formen der öffentlichen Armenpflege und der kommunalen Sozialfürsorge ein.
Gesundheitswesen
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gab es auf Ummanz und dem westlichen Rügen keine eigenen Krankenhäuser oder festen Arztpraxen. Medizinische Versorgung erfolgte durch Heilkundige, Hebammen, Bader und vereinzelt durch reisende Ärzte oder Chirurgen. Das Heiliggeist-Hospital in Stralsund unterhielt selbst Einrichtungen zur Aufnahme von Kranken und Bedürftigen und diente indirekt auch den Bewohnern der Inselgüter. Auf Rügen existierten seit dem Mittelalter Spitäler, darunter das St.-Jürgen-Hospital in Bergen für Aussätzige und Pestkranke. Ein erster nachweisbarer Arzt auf der Insel Rügen wird 1624 erwähnt; nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges war die ärztliche Versorgung erneut dünn. Erst 1683 stellte die schwedische Regierung auf Bitten der Ritterschaft wieder einen Arzt an. Im 18. Jahrhundert entstanden kleinere Lazarette und Ritterschaftliche Spitäler, etwa das 1779/80 gegründete Ritterschaftliche Lazarett. Ein eigenständiges Krankenhaus auf Rügen wurde erst 1860 b is 1862 in Bergen errichtet. Für die Bewohner Ummanz’ bedeutete dies lange Wege und eine weitgehend häusliche oder nachbarschaftliche Versorgung bei Krankheiten. Die Kirche in Waase spielte neben der seelsorgerischen auch eine unterstützende Rolle bei der Betreuung Bedürftiger.
Heute müssen die Inselbewohner für die hausärztliche und allgemeinmedizinische Versorgung in der Regel auf die umliegenden Gemeinden auf Rügen ausweichen. Eine wichtige Funktion besitzt dabei Gingst, das als nächstgelegener größerer Versorgungsort auf West-Rügen auch für Ummanz von Bedeutung ist. Weitere medizinische Einrichtungen befinden sich in Bergen auf Rügen und in anderen größeren Orten der Insel. Für Untersuchungen und Behandlungen, die auf Ummanz selbst nicht angeboten werden, müssen entsprechend Fahrten über die Brücke auf die Insel Rügen eingeplant werden.
Die wichtigste stationäre medizinische Versorgung der Region befindet sich in Bergen auf Rügen. Dort steht mit dem Sana-Krankenhaus Rügen ein Krankenhaus für die stationäre Behandlung und die medizinische Versorgung der Bevölkerung der Insel zur Verfügung. Für die Bewohner Ummanz’ ist Bergen damit ein wichtiger medizinischer Versorgungsstandort. Bei speziellen Erkrankungen oder komplexeren Eingriffen kommen darüber hinaus Krankenhäuser und Fachkliniken auf dem Festland in Mecklenburg-Vorpommern infrage.
Eine besondere Bedeutung besitzt der Rettungsdienst. Bei akuten Notfällen wird über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 Hilfe angefordert. Aufgrund der Insellage müssen Rettungskräfte Ummanz über das Straßennetz erreichen. Die Verbindung über die Brücke nach Rügen ist deshalb nicht nur für den Alltagsverkehr, sondern auch für die medizinische Notfallversorgung von zentraler Bedeutung. Bei schweren Notfällen kann nach der Erstversorgung ein Transport in ein geeignetes Krankenhaus auf Rügen oder, abhängig von der Erkrankung und der erforderlichen Behandlung, in eine weiter entfernte Spezialklinik erforderlich sein.
Die geringe Bevölkerungszahl und die verstreute Siedlungsstruktur stellen besondere Anforderungen an die medizinische Versorgung. Eine eigene umfassende Infrastruktur auf der Insel wäre angesichts der kleinen Einwohnerzahl wirtschaftlich und organisatorisch kaum darstellbar. Die Versorgung wird deshalb über das regionale Gesundheitssystem organisiert. Die Bewohner müssen für Arztbesuche, Facharzttermine, Untersuchungen, Apotheken und stationäre Behandlungen teilweise relativ weite Wege zurücklegen.
Auch die Altersstruktur der ländlichen Bevölkerung beeinflusst den medizinischen Bedarf. Wie in vielen ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns spielt die Versorgung älterer Menschen eine wichtige Rolle. Neben der ärztlichen Behandlung sind deshalb Pflege, häusliche Unterstützung und ambulante Pflegedienste von Bedeutung. Die Versorgung pflegebedürftiger Menschen kann teilweise durch ambulante Dienste erfolgen, die von Rügen aus nach Ummanz kommen.
Eine eigene Apotheke befindet sich nicht auf Ummanz. Arzneimittel müssen daher über Apotheken in den umliegenden Orten Rügens bezogen werden. Für chronisch kranke Menschen und ältere Einwohner bedeutet dies eine zusätzliche Abhängigkeit von der Erreichbarkeit der Versorgungsorte. Bestellungen und Lieferdienste können diese Wege teilweise reduzieren.
Die gesundheitliche Versorgung wird außerdem durch die touristische Nutzung der Insel beeinflusst. Während der Hauptsaison halten sich erheblich mehr Menschen auf Ummanz auf als dauerhaft dort wohnen. Dadurch können insbesondere bei Verletzungen, Unfällen, akuten Erkrankungen und sport- beziehungsweise wasserbezogenen Notfällen zusätzliche Anforderungen an den Rettungsdienst entstehen. Eine eigenständige touristische medizinische Infrastruktur besteht deshalb nicht; Besucher werden ebenfalls über das regionale Rettungs- und Gesundheitssystem versorgt.
Krankheiten
Wie überall in Norddeutschland und im Ostseeraum prägten Seuchen und Infektionskrankheiten die Bevölkerungsgeschichte. Die Pest wütete in mehreren Wellen, besonders im 14. Jahrhundert und erneut im 17. und frühen 18. Jahrhundert. Ganze Dörfer konnten entvölkert werden; die Auswirkungen auf die dünn besiedelte Insel Ummanz sind zwar nicht im Detail überliefert, doch die Region blieb nicht verschont. Im 19. Jahrhundert stellte die asiatische Cholera eine große Bedrohung dar. 1831 wurden auf Rügen Quarantänestationen eingerichtet, unter anderem am Reddevitzer Höft, auf Hiddensee und auf dem Ruden, um die Einschleppung zu verhindern. Die Cholera forderte in Pommern zahlreiche Opfer und führte zu strengen Absperrmaßnahmen. Weitere wiederkehrende Krankheiten waren Pocken, Ruhr, Typhus und Grippeepidemien, die besonders in den engen und hygienisch oft unzureichenden Wohnverhältnissen der ländlichen Bevölkerung rasch um sich greifen konnten. Die Isolation der Insel bot zeitweise einen gewissen Schutz, erschwerte jedoch zugleich die Versorgung mit Medikamenten und ärztlicher Hilfe.
Wie in Deutschland insgesamt gehören auch in der Region chronische nichtübertragbare Erkrankungen zu den wichtigsten gesundheitlichen Belastungen. Dazu zählen insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus sowie verschiedene Krebserkrankungen. Ihre Häufigkeit steht unter anderem mit dem höheren Anteil älterer Menschen in ländlichen Gemeinden in Zusammenhang.
Bei älteren Einwohnern spielen außerdem Erkrankungen eine größere Rolle, die mit zunehmendem Lebensalter häufiger auftreten. Dazu gehören beispielsweise Arthrose, Osteoporose, Einschränkungen der Mobilität, Herzinsuffizienz und neurologische Erkrankungen. Auch Demenzerkrankungen gewinnen mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Für die Versorgung dieser Erkrankungen sind neben Haus- und Fachärzten insbesondere ambulante Pflege, Physiotherapie, Hilfsmittelversorgung und gegebenenfalls stationäre Einrichtungen auf Rügen erforderlich.
Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gehören auch in Mecklenburg-Vorpommern zu den wesentlichen Ursachen von Erkrankungen und Todesfällen. Dazu zählen unter anderem koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei akuten Ereignissen ist deshalb die schnelle Alarmierung des Rettungsdienstes über 112 besonders wichtig. Die medizinische Weiterbehandlung erfolgt außerhalb Ummanz’, da die Insel selbst keine stationäre medizinische Einrichtung besitzt.
Auch Erkrankungen des Bewegungsapparates besitzen im höheren Lebensalter eine erhebliche Bedeutung. Rückenschmerzen, Arthrosen und andere degenerative Erkrankungen können insbesondere bei Menschen mit körperlich belastender beruflicher Vergangenheit auftreten. Die Behandlung erfolgt durch Haus- und Fachärzte sowie durch physiotherapeutische und rehabilitative Angebote, die überwiegend außerhalb der Insel wahrgenommen werden müssen.
Bei Kindern und Jugendlichen treten dagegen überwiegend die auch andernorts häufigen Infektionskrankheiten sowie Verletzungen und verschiedene chronische Erkrankungen auf. Eine besondere inselspezifische Kinderkrankheit ist nicht bekannt. Die kinderärztliche Versorgung erfolgt über die entsprechenden medizinischen Einrichtungen auf Rügen.
Infektionskrankheiten können selbstverständlich auch auf Ummanz auftreten. Wegen der geringen Einwohnerzahl und der ländlichen Siedlungsstruktur gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass bestimmte Infektionskrankheiten dauerhaft eine besondere epidemiologische Bedeutung besitzen. Saisonale Atemwegsinfektionen, Influenza und COVID-19 gehören grundsätzlich zum allgemeinen Krankheitsgeschehen. Bei Ausbrüchen gelten die jeweils bundesweit beziehungsweise landesweit geltenden Regelungen des Infektionsschutzes.
Durch die Lage an der Ostseeküste und die touristische Nutzung können außerdem typische saisonale gesundheitliche Probleme auftreten. Dazu gehören beispielsweise Sonnenbrand, hitzebedingte Beschwerden, Verletzungen beim Radfahren und Wassersport sowie kleinere Unfälle. Diese Erscheinungen sind jedoch keine spezifischen Krankheiten der Inselbevölkerung und lassen sich nicht mit einer besonderen epidemiologischen Belastung Ummanz’ gleichsetzen.
Für die Landwirtschaft können außerdem Verletzungen durch Maschinen, Fahrzeuge und andere Arbeitsgeräte auftreten. Auch hierbei handelt es sich nicht um eine für Ummanz spezifische Krankheit, sondern um gesundheitliche Risiken, die mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten verbunden sind. Aufgrund der weiterhin vorhandenen landwirtschaftlichen Nutzung gehören solche Unfälle grundsätzlich zum möglichen lokalen Notfallgeschehen.
Eine weitere gesundheitliche Bedeutung besitzen psychische Erkrankungen. Depressionen, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen kommen wie in der Gesamtbevölkerung auch in ländlichen Regionen vor. Für Ummanz liegen jedoch keine belastbaren eigenständigen Daten vor, anhand derer sich eine besondere Häufigkeit gegenüber anderen Gemeinden feststellen ließe. Die Behandlung erfolgt über Hausärzte, Psychotherapeuten, Fachärzte und spezialisierte Einrichtungen außerhalb der Insel.
Bildung
Die Grundschule beziehungsweise die schulische Versorgung der jüngeren Kinder ist historisch eng mit den einzelnen Dörfern der Insel verbunden gewesen. Wie in vielen ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns wurden kleinere Dorfschulen im Laufe des 20. Jahrhunderts aufgrund sinkender Schülerzahlen zusammengelegt oder geschlossen. Heute ist Ummanz nicht mehr durch ein umfassendes eigenes Schulangebot für alle Altersstufen gekennzeichnet. Kinder und Jugendliche besuchen Schulen auf der Insel Rügen und müssen dafür täglich entsprechende Wege zurücklegen.
Für die weitere schulische Ausbildung sind insbesondere Schulen in Gingst und anderen Orten West-Rügens von Bedeutung. Dort befinden sich Einrichtungen, die von Kindern aus Ummanz mit dem öffentlichen Linienverkehr oder durch private Fahrten erreicht werden können. Mit zunehmendem Alter verlagert sich der Schulbesuch stärker auf größere Orte wie Bergen auf Rügen, wo ein breiteres Angebot an weiterführenden Schulen vorhanden ist.
Das Schulwesen umfasst damit neben der Grundbildung auch die weiterführenden Bildungswege. Je nach angestrebtem Schulabschluss stehen auf Rügen unterschiedliche Schulformen zur Verfügung. Dazu gehören Regionale Schulen, Gymnasien und berufliche Schulen. Die konkrete Schulwahl richtet sich nach Schulform, Wohnort, Schulbezirk und den jeweiligen Aufnahmebedingungen.
Für die berufliche Bildung spielt ebenfalls das Festland beziehungsweise die größere Zentren Rügens eine wichtige Rolle. Eine Berufsschule oder ein größeres Ausbildungszentrum befindet sich nicht auf Ummanz. Jugendliche, die eine duale Berufsausbildung aufnehmen, besuchen den schulischen Teil ihrer Ausbildung daher außerhalb der Insel. Die praktische Ausbildung erfolgt bei Ausbildungsbetrieben, die ebenfalls überwiegend außerhalb Ummanz’ liegen können.
Höhere Bildung
Auf Ummanz gibt es weder eine Hochschule noch eine Universität oder eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung. Studenten aus Ummanz sind auf Hochschulen außerhalb der Insel angewiesen. Naheliegende Hochschulstandorte liegen auf dem Festland Mecklenburg-Vorpommerns, insbesondere in Stralsund und Greifswald. Weitere Möglichkeiten bestehen in Rostock und anderen deutschen Hochschulstandorten. Für ein Studium ist damit in der Regel ein tägliches Pendeln über größere Entfernungen oder ein Umzug erforderlich.
Die Hochschulbildung ist somit vollständig vom regionalen und überregionalen Bildungssystem abhängig. Dies entspricht der Situation vieler kleiner ländlicher Gemeinden. Die geringe Einwohnerzahl Ummanz’ bietet keine ausreichende Grundlage für eigene Einrichtungen der höheren Bildung.
Neben dem regulären Schul- und Hochschulwesen spielt die außerschulische Bildung eine ergänzende Rolle. Dazu gehören Angebote der Erwachsenenbildung, kulturelle Veranstaltungen sowie naturkundliche und heimatkundliche Vermittlung. Aufgrund der besonderen Landschaft der Insel können insbesondere Themen wie Landwirtschaft, Boddenlandschaft, Küstenschutz, Naturschutz und regionale Geschichte Gegenstand von Bildungsangeboten sein.
Bibliotheken und Archive
Bibliotheken sind auf Ummanz nur in sehr begrenztem Umfang vorhanden. Eine eigenständige wissenschaftliche oder öffentliche Zentralbibliothek besitzt die Insel nicht. Die Versorgung mit umfangreicher Literatur erfolgt über Bibliotheken auf Rügen. Eine besondere Bedeutung besitzt dabei das Bibliothekswesen in Bergen auf Rügen, das ein wesentlich größeres Medienangebot bereitstellt.
Für Schülerinnen und Schüler sind außerdem die Schulbibliotheken beziehungsweise kleinere Bestände in Bildungseinrichtungen von Bedeutung. Für wissenschaftliche Literatur, Fachliteratur und größere Medienbestände müssen dagegen die Bibliotheken größerer Orte oder Hochschulen genutzt werden. Durch moderne digitale Angebote können Bücher, Zeitschriften und wissenschaftliche Veröffentlichungen zunehmend auch unabhängig vom Wohnort genutzt werden.
Für die historische Erforschung von Ummanz besitzen Archive eine besondere Bedeutung. Ein eigenes großes Kommunalarchiv mit umfangreichen historischen Beständen befindet sich nicht auf der Insel. Die Geschichte Ummanz’ ist vielmehr in verschiedenen Archiven Rügens, Vorpommerns und der Hansestadt Stralsund dokumentiert. Eine wichtige Rolle spielen dabei kommunale und kirchliche Archive sowie staatliche Archive.
Besonders relevant sind die historischen Bestände des Stadtarchivs Stralsund und des Landeshauptarchivs Mecklenburg-Vorpommern. Da Ummanz über Jahrhunderte eng mit Stralsund und den dortigen kirchlichen beziehungsweise städtischen Institutionen verbunden war, befinden sich wichtige Unterlagen zur Besitz-, Verwaltungs- und Wirtschaftsgeschichte der Insel außerhalb Ummanz’. Dazu gehören beispielsweise Verwaltungsakten, Steuerunterlagen, Besitz- und Pachtverzeichnisse sowie weitere Dokumente zur ländlichen Bevölkerung.
Kultur
In Waase befindet sich ein kleines Museum. Sehenswert sind vor allem die alten Reetdachhäuser. Bei dem Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wurde Ummanz 2023 mit Bronze ausgezeichnet.
Museen
Die wichtigste museale Einrichtung auf der Insel ist das Heimatmuseum in Waase, das sich mit der Geschichte und dem traditionellen Leben auf Ummanz beschäftigt. Im Mittelpunkt stehen die bäuerliche Vergangenheit, das frühere Leben der Inselbewohner, die Landwirtschaft und die Entwicklung der Siedlungen. Solche heimatkundlichen Sammlungen dokumentieren insbesondere Gegenstände aus dem früheren Alltag, landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge sowie Zeugnisse des dörflichen Lebens.
Von besonderer kulturhistorischer Bedeutung ist die St.-Marien-Kirche in Waase. Sie ist zwar kein Museum, stellt aber selbst ein bedeutendes historisches Zeugnis dar. Die mittelalterliche beziehungsweise frühneuzeitliche Ausstattung und die historische Bausubstanz vermitteln einen Eindruck von der religiösen und gesellschaftlichen Geschichte der Insel. Besonders bekannt ist die Kirche für ihren spätmittelalterlichen beziehungsweise frühneuzeitlichen Schnitzaltar. Historische Kirchen auf Ummanz übernehmen damit teilweise eine museumsähnliche Funktion, obwohl sie weiterhin religiöse Gebäude sind.
Die historischen Zeugnisse Ummanz’ beschränken sich nicht auf einzelne Museumsobjekte. Die Landschaft selbst besitzt einen hohen dokumentarischen Wert. Die traditionellen Dörfer, Bauernhäuser, Kirchen, Feldstrukturen, Wege und Küstenbereiche vermitteln die Entwicklung einer über Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägten Insel. Für die Kulturgeschichte sind insbesondere Waase und die kleineren Siedlungen von Bedeutung.
Für größere kulturgeschichtliche, archäologische und kunsthistorische Sammlungen müssen Besucher nach Rügen oder auf das Festland fahren. Eine zentrale Rolle besitzt das Kulturhistorische Museum Stralsund. Seine Sammlungen behandeln die Geschichte der Stadt und der Region Vorpommern und reichen von archäologischen Funden bis zu kulturhistorischen Objekten der Neuzeit. Damit bietet es auch einen wichtigen regionalen Kontext für die Geschichte Ummanz’.
Auf Rügen selbst besitzt das Stadtmuseum Bergen auf Rügen Bedeutung für die regionale Geschichte. Es dokumentiert die Entwicklung Bergens und der Insel Rügen und vermittelt damit ebenfalls historische Zusammenhänge, die für Ummanz relevant sind. Weitere Museen und historische Einrichtungen befinden sich in verschiedenen Orten Rügens.
Für die Archäologie und Naturgeschichte der Region sind insbesondere die größeren Museen Rügens von Bedeutung. Sie bewahren Funde und Objekte aus der slawischen und mittelalterlichen Vergangenheit der Insel sowie aus der späteren Regionalgeschichte. Dadurch lassen sich auch die historischen Entwicklungen nachvollziehen, die Ummanz als Teil der Insel Rügen geprägt haben.
Architektur
Das architektornische Erscheinungsbild der Insel wird vor allem durch niederdeutsche Hallenhäuser, reetgedeckte Wohn- und Wirtschaftsgebäude, Backsteinbauten sowie einzelne kirchliche und technische Bauwerke bestimmt. Größere städtische oder repräsentative Baukomplexe fehlen; charakteristisch ist vielmehr eine kleinteilige Dorfbebauung mit einzeln stehenden Höfen und kleinen Fischersiedlungen.
Das bedeutendste Bauwerk der Insel ist die evangelische St.-Marien-Kirche in Waase, die zugleich die einzige Kirche auf Ummanz ist. Sie wurde erstmals 1322 als „Ecclesia Omanz“ urkundlich erwähnt und 1341 dem Heiliggeist-Hospital in Stralsund unterstellt. Der heutige Bau vereinigt Bauteile verschiedener mittelalterlicher Bauphasen.
Architektonisch handelt es sich um eine Basilika mit schmalen, ursprünglich fensterlosen Seitenschiffen. Das Langhaus erhält sein Licht hauptsächlich durch die bandartigen Fenster des Obergadens. Besonders ungewöhnlich ist die Konstruktion der Arkaden und Hochschiffswände: Sie bestehen aus Eichenholz-Fachwerk mit Ziegelausfachungen. Die verwendeten Hölzer konnten dendrochronologisch auf das Jahr 1381 datiert werden. Die Außenwände der Seitenschiffe bestehen dagegen massiv aus Backstein.
Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche baulich erweitert und umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen insbesondere Chor und Sakristei sowie weitere Teile des östlichen Kirchenbaus. Die Gestaltung der Chorfenster orientiert sich an Formen der Stralsunder Marienkirche. Der um 1500 errichtete Westgiebel ist mit Backsteinblenden geschmückt und besitzt damit ein für die norddeutsche Backsteingotik typisches Gestaltungselement. Über dem Westgiebel befindet sich ein hölzerner Giebelreiter mit Zwiebelhaube. Südwestlich der Kirche steht der separate Glockenstuhl mit Zeltdach.
Die Ausstattung der Kirche besitzt ebenfalls eine außergewöhnliche kunst- und architekturgeschichtliche Bedeutung. Besonders bekannt ist das Antwerpener Retabel von etwa 1520, ein spätgotischer Wandel- beziehungsweise Schnitzaltar. Es zeigt unter anderem Szenen aus der Passionsgeschichte sowie Darstellungen aus dem Leben des heiligen Thomas Becket. Das Retabel befand sich ursprünglich in der Stralsunder St.-Nikolai-Kirche und gelangte 1702 nach Waase.
Neben dem Retabel gehören ein spätgotisches Kruzifix von etwa 1500 und eine Renaissancekanzel von 1572 zur historischen Ausstattung. Die Kirche ist damit nicht nur ein mittelalterlicher Sakralbau, sondern zugleich ein Ensemble, an dem sich mehrere Jahrhunderte norddeutscher Kirchen- und Kunstgeschichte ablesen lassen.
Eine zweite wichtige Gruppe historischer Bauwerke bilden die niederdeutschen Bauern- und Fischerhäuser. Besonders eindrucksvoll erhalten ist das kleine Dorf Freesenort im Südwesten der Insel. Die Siedlung wurde bereits 1319 als „Vreesenort“ erwähnt. Heute besteht der historische Ortskern aus nur vier Wohnhäusern, die sämtlich unter Denkmalschutz stehen.
Das bekannteste Gebäude von Freesenort ist die sogenannte Hasenburg. Es handelt sich um ein niederdeutsches Hallenhaus mit einem charakteristischen, tief herabgezogenen Reetdach in der sogenannten Zuckerhutform. Das Gebäude stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und gilt als ältestes Haus des Ortes sowie als eines der ältesten erhaltenen Wohnhäuser im Bereich Rügens. Der Name „Hasenburg“ geht auf die Familie Haase zurück, die dort über längere Zeit ansässig war.
Die übrigen historischen Häuser von Freesenort stammen überwiegend aus dem 19. Jahrhundert und besitzen ebenfalls traditionelle Reetdächer. Ihre Bauweise ist Ausdruck der bäuerlichen und fischereilichen Wirtschaftsweise der Insel. Wohn- und Wirtschaftsfunktionen waren bei den älteren Hallenhäusern eng miteinander verbunden. Das große Dach bot Platz für Wohnbereich, Stallungen und landwirtschaftliche Nutzung innerhalb eines Gebäudes. Dadurch entstand eine Architektur, die unmittelbar auf die Anforderungen eines landwirtschaftlichen Haushalts zugeschnitten war.
Reet war wegen seiner Verfügbarkeit in der feuchten Küstenlandschaft ein wichtiger traditioneller Baustoff. Die Dächer der historischen Häuser wurden mit Schilf gedeckt, das in den Bodden- und Feuchtgebieten der Region vorkam. Die steilen und weit heruntergezogenen Dachflächen boten Schutz vor Niederschlag und Wind. Zusammen mit den Backsteinwänden und den Fachwerkkonstruktionen entstand dadurch die typische ländliche Architektur der westlichen Rügener Boddenlandschaft.
Neben Freesenort sind auch in anderen Ortsteilen historische Bauernhäuser und Nebengebäude erhalten. Die Denkmalliste der Gemeinde umfasst Baudenkmale unter anderem in Dubkevitz, Freesenort, Groß Kubitz, Haide, Lieschow, Mursewiek, Suhrendorf, Unrow, Varbelvitz, Waase und Wusse. Damit beschränkt sich die historische Bausubstanz nicht auf einen einzigen Ort, sondern ist über die Gemeinde verteilt.
Die moderne Architektur Ummanz' ist dagegen überwiegend durch Wohnhäuser, landwirtschaftliche Gebäude, Ferienunterkünfte und funktionale Bauten geprägt. Neubauten orientieren sich teilweise an regionalen Formen, insbesondere bei Dachgestaltung und Materialwahl. Gleichzeitig finden sich Gebäude in zeitgenössischer Bauweise, die sich hinsichtlich Grundriss, Fensterflächen und Baumaterial deutlich von den historischen Hallenhäusern unterscheiden.
Eine wichtige Rolle spielen auch die Gebäude der landwirtschaftlichen Betriebe. Ställe, Scheunen, Lagergebäude und Wirtschaftsgebäude ergänzen die historischen Hofanlagen. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert wurden größere funktionale Gebäude erforderlich, die nicht mehr der traditionellen Kombination von Wohn- und Wirtschaftsfunktion entsprechen. Die Architektur der Landwirtschaft wurde dadurch zunehmend von Zweckbauten bestimmt.
Die Fischerei hinterließ ebenfalls bauliche Spuren. Besonders der kleine Fischerhafen von Waase mit seinen Kaianlagen, Booten und ehemaligen beziehungsweise weiterhin genutzten Wirtschaftsgebäuden gehört zum baulichen Erscheinungsbild der Insel. Der Hafen ist klein und flach und besitzt keine großmaßstäbliche Hafenarchitektur. Seine Gestaltung entspricht vielmehr den Anforderungen der traditionellen Boddenfischerei. Auch die historischen Fischerhäuser von Freesenort stehen in diesem Zusammenhang.
Ein ungewöhnliches jüngeres Bauwerk ist der sieben Meter hohe sogenannte Leuchtturm von Waase. Er wurde 1997 als Landmarke errichtet und diente ursprünglich gleichzeitig als Kiosk. Er ist kein nautischer Leuchtturm und besitzt keine reguläre Funktion als Schifffahrtszeichen. Die Beleuchtung wurde zum Schutz der Wasservögel abgeschaltet. Der Bau steht unmittelbar am Focker Strom und ist heute ein charakteristisches modernes Element des Ortsbildes von Waase.
Auch die Brücke über den Focker Strom besitzt eine wichtige Bedeutung für die heutige Bau- und Verkehrsgeschichte der Insel. Sie verbindet Ummanz mit Rügen und wurde 1901 errichtet. Damit erhielt die Insel eine dauerhafte feste Landverbindung. Die Brücke veränderte die Erreichbarkeit und langfristig auch die bauliche und wirtschaftliche Entwicklung der Insel.
Bildende Kunst
Die wichtigste historische Kunststätte der Insel ist die St.-Marien-Kirche in Waase. Der mittelalterliche Kirchenbau und seine Ausstattung gehören zu den bedeutendsten erhaltenen Kunstzeugnissen Ummanz'. Besonders hervorzuheben ist das spätgotische beziehungsweise frühneuzeitliche Antwerpener Retabel, das sich in der Kirche befindet. Der aufwendig geschnitzte und bemalte Flügelaltar gehört zu den kunsthistorisch wertvollen Ausstattungsstücken der Insel und macht Waase zu einem wichtigen kunstgeschichtlichen Ort innerhalb der Kulturlandschaft Rügens.
Das Retabel entstand im Umfeld der Antwerpener Schnitzkunst und gehört damit zu einer weit über die Insel hinausreichenden Kunsttradition. Solche Flügelaltäre wurden im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit in den Niederlanden hergestellt und in verschiedene Regionen Europas exportiert. Die Ausstattung der Waaser Kirche zeigt deshalb, dass auch eine kleine ländliche Kirchengemeinde über ein hochwertiges Kunstwerk verfügen konnte. Der Altar wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach verändert und restauriert.
Mit der Reformation änderte sich die Funktion sakraler Kunst. Die lutherische Kirche beseitigte auf Ummanz nicht grundsätzlich alle mittelalterlichen Kunstwerke. Teile der älteren Ausstattung blieben erhalten, während sich die religiöse Bildsprache und die Nutzung des Kirchenraumes veränderten. Die Kirche in Waase bewahrt dadurch unterschiedliche kunstgeschichtliche Schichten, die von der spätmittelalterlichen Sakralkunst bis zur protestantischen Ausstattung reichen.
Neben der kirchlichen Kunst gehörten Holzarbeiten, Schnitzereien, Möbel, Keramik und Textilien zur traditionellen materiellen Kultur der Insel. Diese Arbeiten wurden überwiegend von Handwerkern hergestellt und waren zunächst Gebrauchsgegenstände. Einzelne Stücke besitzen jedoch auch volkskundlichen und kunsthandwerklichen Wert. Besonders Holz war als regional verfügbarer Werkstoff von Bedeutung. Aus ihm entstanden Möbel, landwirtschaftliche Geräte, Bauteile, Boote und Gegenstände des täglichen Lebens.
Die bäuerliche Hauskultur bildete einen weiteren Bereich der traditionellen Gestaltung. Wohnhäuser und Nebengebäude wurden mit regionaltypischen Bauelementen ausgestattet. Bemalte Möbel, textile Arbeiten und handgefertigte Gebrauchsgegenstände gehörten zur ländlichen Sachkultur Rügens. Eine spezifische „Ummanzer Volkskunst“ mit eindeutig festgelegten Formen, Ornamenten oder Farben ist allerdings nicht überliefert.
Im 19. Jahrhundert wurde die Insel zunehmend auch von Künstlern und Reisenden wahrgenommen, die die Landschaft Rügens als Motiv nutzten. Die Entwicklung der Landschaftsmalerei auf Rügen stand insbesondere mit der romantischen Kunst des frühen 19. Jahrhunderts in Verbindung. Berühmte Künstler wie Caspar David Friedrich machten Rügen mit seinen Kreidefelsen, Boddenlandschaften und Küstenmotiven zu einem wichtigen Gegenstand der deutschen Romantik. Ummanz selbst spielte dabei jedoch keine vergleichbare Rolle wie die Kreideküste, Stubbenkammer oder andere Landschaftsräume Rügens.
Die Landschaft Ummanz' besitzt dennoch besondere Voraussetzungen für die bildende Kunst. Die flachen Felder, Weiden, Schilfflächen, Boddengewässer, Alleen und kleinen Dörfer ergeben eine Landschaft, die sich deutlich von der spektakulären Steilküste Rügens unterscheidet. Seit dem 19. und insbesondere seit dem 20. Jahrhundert wurde diese Kulturlandschaft von Malern, Zeichnern und Fotografen als Motiv aufgenommen. Im Vordergrund stehen dabei Landschaftsdarstellungen, Dorfansichten, historische Gebäude und die Beziehung zwischen Landwirtschaft und Boddenlandschaft.
Literatur
Eine Ummanzer Literatur gibt es nicht. Die Insel erscheint vielmehr innerhalb der Literatur über Rügen und Vorpommern sowie in regionalgeschichtlichen, volkskundlichen und plattdeutschen Veröffentlichungen. Bereits ältere Darstellungen behandelten Ummanz vor allem beschreibend. So verzeichnet Meyers Konversations-Lexikon 1888 die Insel als eigene geographische Einheit und nennt ihre Größe, Siedlungen und Einwohnerzahl. Solche lexikalischen Darstellungen gehören zu den frühesten systematischen schriftlichen Beschreibungen Ummanz'.
Theater
Ummanz besitzt nur wenige größere Siedlungen. Eine eigene professionelle Theaterinfrastruktur entwickelte sich hier nicht. Für größere Bühnenveranstaltungen orientieren sich die Einwohner und Besucher an den Kulturangeboten der benachbarten Insel Rügen und des vorpommerschen Festlandes.
Von besonderer Bedeutung ist dabei das Theater Putbus. Das klassizistische Theater in Putbus ist das wichtigste traditionelle Theatergebäude Rügens und bietet Schauspiel, Musiktheater, Kabarett, Comedy und weitere Bühnenveranstaltungen. Auch das Theater Vorpommern mit seinen Spielstätten in Stralsund und Greifswald erweitert das für die Bevölkerung und die Gäste Ummanz' erreichbare professionelle Theaterangebot. Im aktuellen Veranstaltungskalender für die Region werden regelmäßig Aufführungen des Theaters Putbus und des Theaters Stralsund geführt.
Für Ummanz selbst sind dagegen eher kleinere und zeitlich begrenzte Kulturveranstaltungen charakteristisch. Sommerfeste und andere örtliche Veranstaltungen finden insbesondere in Waase und den umliegenden Ortsteilen statt. Ein Beispiel ist das Sommerfest in Waase am 18. Juli 2026.
Film
Für die Filmgeschichte Ummanz' ist vor allem ein Dokumentarfilm der DEFA von Bedeutung. Eine eigene Kino- oder Filmproduktion hat sich auf der kleinen Insel nicht entwickelt; Ummanz wurde vielmehr als Landschaft und als Schauplatz dokumentarischer Beobachtung filmisch festgehalten. Besonders wichtig ist der 1977 entstandene Kurz-Dokumentarfilm „Heimweh nach Rügen oder Gestern noch war ich Köchin“ von Róża Berger-Fiedler. Der 35-minütige Farbfilm entstand beim DEFA-Studio für Dokumentarfilme in Berlin. Regie und Konzeption lagen bei Róża Berger-Fiedler, das Konzept entstand gemeinsam mit Harry Hornig; die Kamera führte Klaus Schulze, die Musik komponierte Peter Gotthardt. Der Film wurde auf 35-mm-Film in Orwocolor mit Ton hergestellt und am 9. Dezember 1977 in der DDR uraufgeführt. Als weiterer Titel ist „Ummanz“ überliefert.
Im Mittelpunkt steht Hannelore Abendroth, die Bürgermeisterin der Gemeinde Ummanz. Der Film begleitet ihren Arbeitsalltag und ihre Begegnungen mit Einwohnern, die mit Anliegen und Problemen an die Bürgermeisterin herantreten. Abendroth war vor ihrer politischen Tätigkeit Köchin. Róża Berger-Fiedler stellte damit nicht die Landschaft allein in den Mittelpunkt, sondern porträtierte eine Frau in einer kommunalen Leitungsfunktion und verband ihr persönliches Arbeitsleben mit der Darstellung des politischen und gesellschaftlichen Alltags einer kleinen Gemeinde der DDR. Der Film thematisiert dabei ausdrücklich das damalige Verständnis von „sozialistischer Demokratie“.
Der Film gehört zum dokumentarischen DEFA-Film der 1970er Jahre, in dem häufig Menschen aus ihrem Arbeits- und Lebensumfeld porträtiert wurden. Die Deutsche Kinemathek nahm „Heimweh nach Rügen oder Gestern noch war ich Köchin“ in die Filmreihe „Selbstbestimmt – Perspektiven von Filmemacherinnen“ auf. Dort wird der Film als Porträt der Bürgermeisterin von Ummanz geführt. Eine erneute öffentliche Aufmerksamkeit erhielt der Film 2019. Er wurde in der Retrospektive der 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin gezeigt. Im Retrospektivprogramm „Kurzfilme 1: Arbeit und Alltag“ stand er zusammen mit weiteren Kurzfilmen über Arbeit, Alltag und gesellschaftliche Rollen. Damit wurde eine 42 Jahre zuvor entstandene filmische Dokumentation des Lebens auf Ummanz erneut einem internationalen Festivalpublikum zugänglich gemacht. Auch danach wurde der Film wieder öffentlich gezeigt. Am 28. November 2023 präsentierte das Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums in Berlin „Heimweh nach Rügen oder Gestern noch war ich Köchin“ gemeinsam mit dem Film „Dialog“; Róża Berger-Fiedler war als Gast anwesend. Die Vorführung erfolgte auf 35-mm-Film.
Musik und Tanz
Eine zentrale Rolle im Musikleben der Insel spielte über Jahrhunderte die Kirchenmusik. Die St.-Marien-Kirche in Waase war als Dorfkirche nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch ein Ort musikalischer Praxis. Gottesdienste wurden durch Gemeindegesang und Orgelmusik begleitet. Kirchenlieder bildeten einen wichtigen Bestandteil des dörflichen Musiklebens. Besonders an hohen kirchlichen Feiertagen, bei Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen hatte die Kirchenmusik eine gesellschaftliche Funktion, die über den eigentlichen Gottesdienst hinausging.
Mit der Reformation im 16. Jahrhundert wurde der evangelische Gemeindegesang zu einem wesentlichen Bestandteil des religiösen Lebens. Lieder Martin Luthers und anderer evangelischer Liederdichter verbreiteten sich auch in den ländlichen Gemeinden Norddeutschlands. Auf Ummanz wurden diese Lieder über Generationen hinweg in der Kirche und teilweise auch im häuslichen Umfeld gesungen. Der gemeinsame Gesang gehörte damit zu den dauerhaftesten Formen musikalischer Überlieferung der Insel.
Neben der Kirchenmusik existierte die weltliche Volksmusik. Auf den Dörfern wurde bei Hochzeiten, Erntefesten, Jahrmärkten und anderen geselligen Veranstaltungen getanzt und musiziert. Zum Repertoire gehörten regionale Volkslieder, Tanzmusik und allgemein verbreitete deutsche Volksweisen. Gespielt wurde je nach Zeit und Verfügbarkeit mit Geige, Akkordeon, Mundharmonika, Blasinstrumenten und später mit modernen Instrumenten.
Tanzveranstaltungen waren besonders für die dörfliche Gemeinschaft von Bedeutung. Getanzt wurde vor allem bei Hochzeiten und Dorffesten sowie bei Veranstaltungen in Gastwirtschaften. Zum traditionellen europäischen beziehungsweise norddeutschen Repertoire gehörten Walzer, Polka, Märsche, Mazurken und verschiedene Rund- und Paartänze. Mit der zunehmenden Verbreitung von Tanzkapellen und später Schallplatten, Rundfunk und Tonträgern änderte sich das Repertoire im 20. Jahrhundert erheblich.
Die Musik war dabei eng mit dem Jahreslauf verbunden. Kirchliche Feiertage bildeten ebenso wie Ernte und Familienfeste wichtige Anlässe für gemeinsames Singen und Tanzen. Insbesondere die Erntezeit hatte in der bäuerlichen Gesellschaft eine herausgehobene Bedeutung. Nach Abschluss der landwirtschaftlichen Arbeiten boten Erntefeste Gelegenheit zu gemeinsamer Bewirtung, Musik und Tanz.
Auch Seefahrt und Fischerei beeinflussten das kulturelle Umfeld der Insel. Ummanz war über Jahrhunderte eine ländliche und zugleich von den Boddengewässern geprägte Gemeinschaft. Lieder und Erzählungen aus der Küstenregion thematisierten Arbeit, Natur, Fischerei und das Leben am Wasser. Ein eigenständiges, eindeutig Ummanz zugeordnetes Liedgut ist jedoch nicht in vergleichbarer Weise dokumentiert wie etwa bestimmte regionale Volksliedtraditionen anderer Gebiete.
Im 19. Jahrhundert wurde die organisierte Musikpflege wichtiger. Gesangvereine und örtliche Chöre entstanden in zahlreichen Dörfern Mecklenburgs und Pommerns. Auch auf Rügen bildeten Kirchenchöre, Männergesangvereine und andere örtliche Musikgruppen einen wichtigen Teil des gesellschaftlichen Lebens. Für Ummanz ist dabei vor allem die Verbindung zur Kirche und zu den benachbarten Gemeinden auf Rügen von Bedeutung. Das musikalische Leben der kleinen Insel war nicht von großen eigenständigen Orchestern oder professionellen Ensembles geprägt.
Im 20. Jahrhundert veränderten Radio, Schallplatte, später Fernsehen und Tonbandgeräte die musikalischen Gewohnheiten grundlegend. Musik musste nun nicht mehr von örtlichen Musikern oder Chören aufgeführt werden, sondern konnte jederzeit aus externen Quellen gehört werden. Nach 1945 kamen zusätzlich Tanzmusik, Schlager, später Rock, Pop und andere moderne Musikrichtungen hinzu. Die traditionelle Volksmusik verlor dadurch ihre frühere Funktion als alltägliche Unterhaltung.
Bei Familien- und Dorffesten blieb die Volksmusik jedoch weiterhin wichtig. Hochzeiten, runde Geburtstage, Vereinsveranstaltungen und örtliche Feste wurden und werden durch Musik begleitet. Dabei stehen heute moderne Tanz- und Unterhaltungsmusik sowie Livebands, DJs oder aufgezeichnete Musik neben älteren regionalen Formen. Der gemeinschaftliche Charakter der Veranstaltungen ist dabei wichtiger als ein spezifisch ummanzerisches Musikrepertoire. Auch der Tourismus hat das heutige Musikleben beeinflusst. Veranstaltungen für Besucher können Musik, Tanz und regionale Kultur miteinander verbinden. Die musikalischen Angebote sind jedoch überwiegend Teil des allgemeinen Kultur- und Veranstaltungslebens Rügens und nicht Ausdruck einer eigenständigen professionellen Musikszene auf Ummanz.
Eine besondere Bedeutung besitzt weiterhin die Kirchenmusik in Waase. Die historische St.-Marien-Kirche mit ihrer Ausstattung stellt einen wichtigen kulturellen Ort dar. Das musikalische Erbe der Insel ist deshalb weniger durch eine eigenständige Instrumental- oder Tanztradition als durch die Verbindung von evangelischer Kirchenmusik, dörflichem Gesang, Festmusik und regionaler Tanzkultur geprägt.
Kleidung
Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde Kleidung auf dem Land vielfach aus Leinen, Wolle und Hanf hergestellt. Leinen spielte wegen seiner regionalen Verfügbarkeit eine wichtige Rolle. Aus dem Flachs der bäuerlichen Landwirtschaft wurden Fasern gewonnen, versponnen und zu Stoff verarbeitet. Wollstoffe wurden vor allem für wärmere Oberbekleidung verwendet. Die Herstellung, Ausbesserung und Weiterverwendung von Kleidung gehörte teilweise zur häuslichen Arbeit und war besonders in bäuerlichen Haushalten Bestandteil der traditionellen Selbstversorgung.
Die Kleidung der Männer bestand im Alltag aus Hemd, Weste, Hose und Jacke beziehungsweise Kittel. Bei der Arbeit wurden robuste Kleidungsstücke getragen, die Bewegungsfreiheit boten und gegen Wind, Regen und Kälte schützten. Für die Arbeit auf Feldern und Weiden waren einfache Leinen- oder Wollkleidung sowie feste Schuhe beziehungsweise Stiefel geeignet. Kopfbedeckungen waren ebenfalls üblich, wobei Mützen und Hüte je nach Jahreszeit und Anlass verwendet wurden.
Die Frauen trugen traditionell lange Röcke oder Kleider, Blusen beziehungsweise Hemden, Schürzen und Westen oder Jacken. Die Schürze war zugleich praktisches Arbeitskleidungsstück und Bestandteil der besseren Kleidung. Bei kühler Witterung wurden Wolltücher, Schultertücher oder andere wärmende Kleidungsstücke verwendet. Kopftücher gehörten insbesondere bei verheirateten Frauen und bei der Arbeit zum ländlichen Erscheinungsbild, wobei sich Form und Bindungsweise regional unterschieden.
Für Sonntage, kirchliche Feiertage und besondere Familienereignisse wurde bessere Kleidung getragen. Sie unterschied sich von der Arbeitskleidung durch hochwertigere Stoffe, sorgfältigere Verarbeitung und teilweise dunklere oder farblich abgestimmte Stoffe. Zur festlichen Kleidung gehörten bei Frauen insbesondere feinere Röcke und Schürzen, Blusen, Tücher und Schmuck. Männer trugen zu solchen Anlässen bessere Jacken, Westen, Hemden und Hüte.
Eine besondere Bedeutung hatte die Kleidung bei kirchlichen Festen und Familienfeiern. Da Ummanz bis in die Neuzeit stark durch die evangelisch-lutherische Dorf- und Bauernkultur geprägt war, gehörten Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu den wichtigsten Anlässen, bei denen die bessere Kleidung getragen wurde. Schwarz und andere dunkle Farben spielten insbesondere bei Trauerkleidung eine wichtige Rolle.
Im 19. Jahrhundert veränderte sich die Kleidung durch die zunehmende industrielle Herstellung von Textilien. Stoffe konnten günstiger gekauft werden, während die aufwendige häusliche Herstellung von Garn und Gewebe zurückging. Gleichzeitig verbreiteten sich städtische Moden auch auf dem Land. Die traditionelle ländliche Kleidung wurde dadurch schrittweise von moderner Konfektionskleidung verdrängt.
Im frühen 20. Jahrhundert war die alltägliche Kleidung auf Ummanz bereits weitgehend an die allgemeine deutsche Landbevölkerung angeglichen. Arbeitskleidung wurde zunehmend aus industriell hergestellten Baumwollstoffen gefertigt. Männer trugen Hosen, Hemden, Westen, Jacken und Mützen, Frauen Kleider, Röcke, Blusen, Schürzen und Strick- oder Wollbekleidung. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land wurden insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg zunehmend geringer.
Nach 1945 setzte sich dieser Wandel fort. Die Kleidung der Ummanzer Bevölkerung unterschied sich nun grundsätzlich nicht mehr von derjenigen anderer ländlicher Regionen Mecklenburgs und Vorpommerns. Arbeitskleidung wurde durch moderne Berufs- und Freizeitkleidung ersetzt. Auch die traditionelle tägliche Kopfbedeckung der Frauen verschwand weitgehend. Tracht blieb damit vor allem ein Bestandteil historischer Erinnerung und regionaler Brauchtumspflege.
Kulinarik und Gastronomie
Die traditionelle Ernährung der Bevölkerung beruhte auf den Erzeugnissen der eigenen Landwirtschaft, dem Fischfang und den verfügbaren Produkten der Region. Heute wird diese Grundlage vor allem durch Hofläden, Direktvermarktung, Gastronomiebetriebe und touristische Angebote weitergeführt.
Eine wichtige Grundlage bildet der Fisch aus den Boddengewässern. Zu den traditionellen Speisefischen gehören insbesondere Hering, Aal, Hecht, Barsch, Flunder und Hornhecht. Fisch wurde historisch unmittelbar nach dem Fang verarbeitet und haltbar gemacht, unter anderem durch Räuchern, Salzen und Einlegen. Diese Formen der Fischverarbeitung gehören zum kulinarischen Erbe der Küstenregion und finden sich auch heute noch in der regionalen Gastronomie und Direktvermarktung.
Die Landwirtschaft liefert weitere wichtige Bestandteile der örtlichen Ernährung. Kartoffeln, Gemüse, Getreide, Fleisch und Geflügel gehören zu den Produkten, die auf Ummanz erzeugt oder direkt vermarktet werden. Beim Hof von Bauer Lange werden beispielsweise Kartoffeln, Spargel und Salat sowie Fleisch- und Wurstwaren angeboten. Zu den dort hergestellten Produkten gehören unter anderem Salami, Schinken, Wurst und Schmalz. Dadurch besteht weiterhin eine unmittelbare Verbindung zwischen landwirtschaftlicher Erzeugung und Lebensmittelversorgung.
Auch Geflügel wird auf Ummanz verarbeitet und vermarktet. Der Erlebnis-Bauernhof Kliewe in Mursewiek betreibt einen Hofladen und bietet dort Geflügel und daraus hergestellte Produkte an. Die Verarbeitung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb verkürzt dabei die Verbindung zwischen Erzeugung und Verkauf. Der Hof verfügt außerdem über ein gastronomisches Angebot, sodass landwirtschaftliche Produktion, Lebensmittelverarbeitung und Bewirtung miteinander verbunden sind.
Brot und Backwaren gehören ebenfalls zum Angebot der örtlichen Direktvermarktung. Auf landwirtschaftlichen Betrieben werden Brot und Brötchen hergestellt und zusammen mit anderen regionalen Erzeugnissen verkauft. Die Verwendung von Getreide aus der regionalen Landwirtschaft entspricht dabei einer traditionellen Verbindung zwischen Ackerbau und Ernährung, auch wenn heute ein Teil der benötigten Rohstoffe über den regionalen Lebensmittelhandel bezogen wird.
Eine Besonderheit stellt die Haflingerzucht auf Ummanz dar. Neben der Pferdezucht und dem Reitbetrieb werden Produkte aus Stutenmilch angeboten. Damit existiert auf der Insel eine landwirtschaftliche Spezialproduktion, die sich deutlich von den gewöhnlichen Produkten der Ackerbau- und Viehwirtschaft unterscheidet.
Zur regionalen Genusskultur gehören außerdem Produkte aus Obst und Kräutern. In Lieschow befindet sich eine Edeldestillerie, die Obstbrände herstellt. In Moordorf werden unter dem Namen „Kraut & Mehr“ Kräuterwanderungen und Veranstaltungen zur Verwendung regionaler Pflanzen angeboten. Solche Angebote verbinden die Nutzung landwirtschaftlicher und wildwachsender Pflanzen mit regionaler Lebensmittelkultur.
Die Gastronomie auf Ummanz ist heute stark vom Tourismus geprägt. Restaurants, Hofgastronomie, Cafés und gastronomische Angebote auf Ferienhöfen richten sich neben der einheimischen Bevölkerung insbesondere an Urlauber und Tagesgäste. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Verbindung von Essen und Aufenthalt auf landwirtschaftlichen Betrieben. Der Erlebnis-Bauernhof Kliewe verfügt über ein Hofrestaurant und verbindet dieses mit Hofladen, Tierhaltung und Ferienangeboten.
Die gastronomische Versorgung konzentriert sich auf die größeren Siedlungen und touristisch stärker genutzten Bereiche der Gemeinde. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei Waase als historisches Zentrum der Insel. Hinzu kommen gastronomische Angebote in Mursewiek, Lieschow und weiteren Ortsteilen beziehungsweise auf einzelnen landwirtschaftlichen Höfen. Die Gastronomie ist saisonal stark vom Fremdenverkehr abhängig und erreicht während der Sommermonate deutlich mehr Gäste als außerhalb der Hauptsaison.
Neben Restaurants spielen kleinere Cafés, Imbisse, Hofläden und Verkaufsstellen eine Rolle. Sie ergänzen die klassische Gastronomie und ermöglichen den Verkauf regionaler Produkte unmittelbar an Besucher. Für die touristische Wirtschaft ist diese Kombination aus Unterkunft, Gastronomie und Direktvermarktung von Bedeutung, weil Lebensmittel nicht ausschließlich über den allgemeinen Einzelhandel auf die Insel gelangen, sondern teilweise direkt vom Erzeuger angeboten werden.
Die Küche auf Ummanz entspricht insgesamt weitgehend der nordostdeutschen und mecklenburgisch-vorpommerschen Küstentradition. Fischgerichte haben dabei eine besondere Bedeutung. Ergänzt werden sie durch Kartoffelgerichte, Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren sowie saisonale Produkte. Typisch für die regionale Esskultur sind außerdem Räucherfisch und andere haltbar gemachte Fischprodukte. Die Küche ist damit stärker durch die Landschaft und die regionale Wirtschaftsweise geprägt als durch eine eigenständige Sammlung exklusiver Inselgerichte.
Auch saisonale Unterschiede spielen eine Rolle. Während der Sommermonate bestimmen frischer Fisch, Gemüse, Salate, Kartoffeln, Grillspezialitäten und touristische Gastronomie einen großen Teil des Angebots. Im Herbst kommen Obst, Wild und andere saisonale Erzeugnisse der Region hinzu. In der kalten Jahreszeit ist die Gastronomie auf Ummanz deutlich eingeschränkter, weil viele Angebote auf die touristische Hauptsaison ausgerichtet sind.
Festkultur
Auf bzw. in Ummanz gelten die deutschen Feiertage.
- 1. Januar - Neujahr
- 6. Januar - Dreikönigstag
- 8. März - Internationaler Frauentag
- Ende März / Anfang April - Ostern
- 1. Mai - Tag der Arbeit
- Mai - Christi Himnmelfahrt
- Ende Mai / Anfang Juni - Pfingsten
- Juni - Fronleichnam
- 15. August - Mariä Himmelfahrt
- 3. Oktober - Tag der deutschen Einheit
- 31. Oktober - Reformationstag
- 25./26. Dezember - Weihnachten
Dazu kommen lokale Festlichkeiten:
- Jährlich wiederkehrend wird in der Silvesternacht in Waase an der Brücke ein großes Höhenfeuerwerk veranstaltet.
- Immer am Neujahrstag - schon seit 2015 - erfolgt das Anbaden im Fokker Strom.
- Das jährliche Osterfeuer wird immer am Ostersonntag auf der Festwiese hinter dem Feuerwehrgebäude entzündet.
- Am 30. April wird der Tanz in den Mai mit Maifeuer und Fackelumzug gefeiert.
- Die Inselläufer treffen sich von April bis September bei trockenem Wetter immer freitags an der Ummanz Information in Waase.
Medien
Wichtigstes Medium der lokalen Berichterstattung ist das Informationsblatt der Gemeinde Ummanz. Es informiert über kommunale Angelegenheiten, Veranstaltungen, Termine, örtliche Betriebe und Einrichtungen sowie über Entwicklungen innerhalb der Gemeinde. Die Ausgaben werden über die Internetseite der Rügeninsel Ummanz als PDF veröffentlicht. Damit erfüllt das Informationsblatt teilweise die Funktion eines lokalen Gemeindeblattes, das in einer kleinen Gemeinde mit mehreren verstreuten Ortsteilen der öffentlichen Information dient. In den Ausgaben werden beispielsweise Veranstaltungen, kommunale Entscheidungen, Angebote örtlicher Betriebe und Hinweise für Einwohner und Gäste veröffentlicht.
Die Gemeinde nutzt daneben die Internetseite des Amtes West-Rügen für amtliche Informationen. Dort werden öffentliche Bekanntmachungen, Satzungen, Wahlbekanntmachungen, Planungsverfahren und weitere rechtlich relevante Mitteilungen veröffentlicht. Für Ummanz waren beispielsweise im September 2026 eine Wahlbekanntmachung zur Landtagswahl, eine Bekanntmachung zur Feuerwehrgebührensatzung und weitere öffentliche Bekanntmachungen abrufbar. Diese Veröffentlichungen stellen die formale kommunale Informationsquelle für die Einwohner dar.
Für die kommunalpolitische Information besitzt außerdem das Ratsinformationssystem des Amtes Bedeutung. Über die Internetseite des Amtes West-Rügen sind sowohl ein Bürgerinformationssystem als auch ein Ratsinformationssystem erreichbar. Dadurch können kommunalpolitische Vorgänge, Sitzungen und Beschlüsse auf elektronischem Weg zugänglich gemacht werden. Die Verwaltungsgeschäfte der Gemeinde Ummanz werden vom Amt West-Rügen mit Sitz in Samtens wahrgenommen.
Eine eigenständige lokale Tageszeitung gibt es auf Ummanz nicht. Die überregionale beziehungsweise regionale Berichterstattung über die Gemeinde erfolgt hauptsächlich über Medien aus Rügen und Vorpommern. Dazu gehören insbesondere die regionalen Ausgaben und Onlineangebote der Ostsee-Zeitung sowie weitere regionale Nachrichtenangebote. Berichte über Ummanz erscheinen dabei vor allem dann, wenn kommunalpolitische Entscheidungen, Natur- und Umweltthemen, Tourismus, besondere Veranstaltungen oder Ereignisse von überörtlichem Interesse betroffen sind.
Eine besondere Rolle für die Außendarstellung der Gemeinde spielt die Internetseite „Rügeninsel Ummanz“. Sie wird vom Netzwerk „Die Rügeninsel Ummanz e. V.“ getragen und dient vor allem der touristischen Information. Die Seite enthält Informationen über Unterkünfte, Gastronomie, Freizeitangebote, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten. Außerdem werden dort die Ummanz Information, die Nationalpark-Ausstellung und die Kranichausstellung vorgestellt.
Das Netzwerk „Die Rügeninsel Ummanz e. V.“ gibt außerdem eine eigene Informationsbroschüre heraus. Die Broschüre „Die Rügeninsel Ummanz“ enthält Informationen über die Gemeinde, Unterkünfte, Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, regionale Produkte, Reiten und weitere Freizeitangebote. Die 6. Auflage erschien im August 2022 mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Herausgeber war das Netzwerk „Die Rügeninsel Ummanz e. V.“ mit Sitz in Waase.
Neben den touristischen Medien besitzen örtliche Informationsstellen eine wichtige Funktion. Die Ummanz Information in Waase informiert Besucher über die Insel und ihre Angebote und ist zugleich mit Ausstellungen zur Natur und Landschaft verbunden. Auf der Internetseite der Gemeinde werden unter anderem eine Nationalpark-Ausstellung und eine Kranichausstellung angekündigt. Damit überschneiden sich Tourismusinformation, Umweltbildung und lokale Öffentlichkeitsarbeit.
Auch soziale Medien werden für die Außendarstellung genutzt. Das Netzwerk „Die Rügeninsel Ummanz“ verweist auf eigene Social-Media-Aktivitäten und nutzt insbesondere digitale Kanäle zur Ankündigung von Veranstaltungen, touristischen Angeboten und aktuellen Informationen. Die Bedeutung dieser Medien liegt vor allem in der direkten Kommunikation mit Gästen und potenziellen Besuchern.
Kommunikation
Ummanz hat die Postleitzahl 18569 und die Telefonvorwahl 0(049)38305. Eine Postfiliale befindet sich in Gingst beim EDEKA-Markt. Damit konzentrieren sich mehrere grundlegende Dienstleistungen – Lebensmittelversorgung, Post, Apotheke, Bank und weitere Geschäfte – in dem unmittelbar außerhalb der Insel gelegenen Versorgungszentrum.
Sport
Zu den wichtigsten sportlichen Aktivitäten gehören Wassersport, Radfahren, Reiten, Wandern und Baden. Einen besonderen Stellenwert besitzt der Wassersport an der Westküste bei Suhrendorf. Der Ort liegt gegenüber der Insel Hiddensee und verfügt über ein großflächiges, sehr flaches Stehrevier, das insbesondere für Windsurfen und Kitesurfen genutzt wird. Die touristische Information der Insel bezeichnet Suhrendorf als beliebtes Revier für Surfer und Kiter.
Das Surfgebiet vor Suhrendorf gehört zu den bekanntesten Flachwasserrevieren Deutschlands. Das Wasser ist in Ufernähe so flach, dass Anfänger bei ihren ersten Übungen teilweise im Stehen auf dem Grund bleiben können. Die geringe Wassertiefe erleichtert insbesondere das Erlernen des Windsurfens und Kitesurfens. Die örtliche UMMAII Wassersportstation bietet entsprechende Kurse an und richtet sich auch an Kinder. Nach Angaben der Wassersportstation können Kinder ab einem Körpergewicht von etwa 25 kg an den Surfkursen teilnehmen.
Die UMMAII Wassersportstation befindet sich auf dem Gelände der Regenbogen Ferienanlage in Suhrendorf. Angeboten werden Wind-, Wing- und Kitesurfkurse sowie der Verleih von Kanus und Stand-up-Paddle-Boards. Bei geeigneten Windverhältnissen steht das Windsurfen und Kitesurfen im Mittelpunkt; bei schwächerem Wind können Kanus und SUP-Boards genutzt werden. Außerdem gehören ein Surfshop und eine Kaffeebar zur Station. Der reguläre Saisonbetrieb reicht nach den veröffentlichten Angaben von Mai bis Oktober.
Das flache Boddenwasser macht Suhrendorf vor allem für den Anfänger- und Ausbildungssport geeignet. Gleichzeitig nutzen erfahrene Surfer das Revier. Die Wassersportangebote umfassen verschiedene Ausbildungsstufen, vom Schnupperkurs bis zu weiterführenden Techniken. Die Gemeinde veröffentlicht außerdem regelmäßig Termine für Wind-, Kite- und Wingsurfkurse sowie für den Kanuverleih.
Neben dem Surfsport besitzt das Kanufahren auf den Boddengewässern eine wichtige Bedeutung. Durch die geschützten und vergleichsweise flachen Gewässer bestehen Möglichkeiten für Ausflüge mit Kanus und anderen kleinen Wasserfahrzeugen. Auch Stand-up-Paddling wird betrieben. Die Regenbogen Ferienanlage in Suhrendorf nennt neben Surfern und Kitern ausdrücklich Stand-up-Paddler, Kanufahrer und Badende als Nutzer des dortigen Naturbadestrandes.
Das Baden ist auf Ummanz an Naturbadestellen möglich. Zwei besonders bekannte Badestellen liegen in Waase und Suhrendorf. Die Badestelle in Waase befindet sich gegenüber der ehemaligen Pfarrscheune am Focker Strom. Eine weitere Badestelle liegt auf dem Gelände der Regenbogen Ferienanlage in Suhrendorf. Beide Anlagen unterscheiden sich von großen Ostseestränden dadurch, dass sie an den flachen Boddengewässern liegen und keine großflächigen, touristisch intensiv ausgebauten Seebäder darstellen.
Die Badestelle in Suhrendorf ist unmittelbar mit dem dortigen Camping- und Wassersportangebot verbunden. Die Regenbogen Ferienanlage verfügt über einen Naturbadestrand, an dem neben Badenden auch Wassersportler ihre Aktivitäten ausüben. Zur Anlage gehören außerdem acht Bootsliegeplätze, eine Minigolfanlage, ein Spielplatz und weitere Freizeitangebote. Der Campingplatz ist saisonal von April bis Ende Oktober geöffnet.
Auch in Lieschow gibt es eine kleinere Naturbadestelle hinter dem Deich. Sie befindet sich in der Nähe des Rügen-Ferienhofes und liegt an einem flachen Gewässerabschnitt. Der Ferienhof verbindet die Badestelle mit weiteren Freizeitangeboten wie Reiten, Kettcars, einem Spielplatz, Wassersportmöglichkeiten und einem Bolzplatz.
Eine weitere Sportart mit langer Tradition auf Ummanz ist das Reiten. In der Gemeinde bestehen mehrere Möglichkeiten, Reiten zu lernen, an Ausritten teilzunehmen oder mit Pferden zu arbeiten. Die touristische Übersicht der Gemeinde nennt unter anderem die Haflingerzucht Rügen-Ummanz und den Erlebnis-Bauernhof Kliewe als Einrichtungen im Bereich Reiten und Kutsch- beziehungsweise Kremserfahrten.
Der Rügen-Ferienhof in Lieschow bietet Reitunterricht und Ausritte an. Erwachsene können an Ausritten durch die Landschaft West-Rügens teilnehmen; für Kinder gibt es Ponyreiten und Reitkurse, teilweise mit Prüfung. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei einer Schnupperstunde erste Erfahrungen mit Pferden zu sammeln. Damit ist der Reitsport auf Ummanz sowohl für erfahrene Reiter als auch für Anfänger und Kinder zugänglich.
Reiten besitzt auf der Insel auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil es mit der landwirtschaftlichen Tradition der Gemeinde verbunden ist. Pferdehaltung und Landwirtschaft gehören seit langem zur ländlichen Wirtschaftsstruktur. Heute wird die Pferdehaltung zusätzlich für Freizeit- und Tourismusangebote genutzt. Neben Reitunterricht und Ausritten werden auch Kutsch- und Kremserfahrten angeboten.
Für Radfahrer ist Ummanz aufgrund der sehr flachen Topografie besonders geeignet. Die Insel besitzt keine größeren Steigungen; die höchste Erhebung beträgt lediglich 6,7 m über dem Meeresspiegel. Straßen, Feldwege und Deichwege ermöglichen Radtouren zwischen den einzelnen Dörfern und entlang der Boddenlandschaft. Zahlreiche Deiche sind begehbar und dürfen teilweise auch mit dem Fahrrad befahren werden.
Das Radfahren lässt sich mit Naturbeobachtung und Landschaftserkundung verbinden. Die Wege führen durch landwirtschaftlich genutzte Flächen, entlang von Schilfgürteln, über beziehungsweise an Deichen und durch die kleinen Dörfer der Insel. Damit ist Radfahren nicht nur eine Sportart, sondern auch eine wichtige Form der touristischen Erschließung Ummanz'.
Auch das Wandern gehört zu den regelmäßigen Freizeitaktivitäten. Aufgrund der geringen Höhenunterschiede sind längere Spaziergänge und Wanderungen ohne größere Steigungen möglich. Der Walderlebnispfad zwischen Wusse und Suhrendorf ergänzt das Wegenetz um ein naturkundlich ausgerichtetes Angebot. Die Gemeinde nannte diesen Bereich außerdem als möglichen Standort für einen geplanten Fitnessparcours.
Persönlichkeiten
Die wichtigsten mit Ummanz verbundenen Persönlichkeiten sind:
- Erna Blaschke (* 1920), Ehrenbürgerin. Als langjährige älteste Einwohnerin der Insel wurde sie anlässlich ihres 100. Geburtstags im Jahr 2020 für ihr Lebenswerk und ihre tiefe Verwurzelung in der Inselgemeinschaft zur Ehrenbürgerin von Ummanz ernannt.
- Norbert Briesemeister (* 1939), Landwirt und Zuchtleiter („Pferdevater“). Geboren in Berlin, kam er 1970 als Leiter der Tierproduktion auf das Volkseigene Gut (VEG) Ummanz. Er baute dort die heute überregional bekannte Haflingerzucht auf und gilt als prägendes Inseloriginal.
- Rita Hoff (* 1945), Lehrerin, Ortschronistin und Autorin. Sie wurde in Bergen geboren, verbrachte aber ihr Arbeitsleben auf Ummanz. Als offizielle Ortschronistin verfasste sie die Chroniken der Insel und bewahrt die regionale Kultur durch zweisprachige Erzählungen (Plattdeutsch/Hochdeutsch). Für ihr Engagement wurde sie zur Ehrenbürgerin ernannt.
- Holger Kliewe (* 1963), Bauer, Politiker und Bürgermeister. Ein einheimischer Landwirt (Betreiber eines großen Erlebnis-Bauernhofs in Mursewijk), der seit 2013 als Bürgermeister der Gemeinde Ummanz aktiv ist und von 2016 bis 2021 für die Region im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern saß. Er treibt maßgeblich die touristische und historische Erhaltung der Gemeinde (wie die Sanierung des historischen Ummanzer Kutters Minna Elisabeth) voran.
Fremdenverkehr
Der Tourismus konzentriert sich nicht auf einen einzelnen Badeort mit dichter Hotelbebauung, sondern verteilt sich auf die kleinen Dörfer und die ländlich geprägte Landschaft der Gemeinde. Eine besondere Rolle spielen die ruhige Boddenlandschaft, die flachen Küsten, die landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft, die Möglichkeiten zum Radfahren und Wandern sowie der Wassersport. Das touristische Angebot ist daher überwiegend auf Natur-, Aktiv-, Familien- und Landurlaub ausgerichtet. Das offizielle Gastgeberverzeichnis der Gemeinde führt Privatvermieter, Pensionen, Hotels, Campingplätze, Hostels und Ferienhöfe auf.
Ein wichtiges Merkmal des Fremdenverkehrs ist die geringe Größe der einzelnen Beherbergungsbetriebe. Einen Schwerpunkt bilden Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Das Gastgeberverzeichnis der Gemeinde enthält zahlreiche private Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe. Angeboten werden beispielsweise Wohnungen für zwei bis vier Personen, größere Ferienhäuser für Familien und Gruppen sowie restaurierte historische Gebäude. Mehrere Häuser werden nach den Kriterien des Deutschen Tourismusverbandes mit vier oder fünf Sternen klassifiziert. Zu den genannten Angeboten gehören unter anderem Ferienwohnungen in Waase, Mursewiek, Klein Kubitz und anderen Ortsteilen sowie größere Ferienhäuser am Focker Strom und am Bodden.
Besonders stark ist der Fremdenverkehr in Waase konzentriert. Dort befinden sich mehrere Ferienwohnungen und Ferienhäuser, unter anderem am Focker Strom und in der Neuen Straße. Die Lage am Focker Strom ermöglicht den unmittelbaren Zugang zur Boddenlandschaft. Neben Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Waase touristische Information und gastronomische Angebote. Der Ort bildet damit einen der wichtigsten touristischen Bezugspunkte der Insel.
Eine weitere charakteristische Form des Tourismus ist der Urlaub auf landwirtschaftlichen Betrieben. Mehrere Bauernhöfe haben ihre landwirtschaftliche Nutzung mit Ferienunterkünften verbunden. Der Rügen Ferienhof in Lieschow beispielsweise bietet 29 Ferienwohnungen mit Größen von etwa 50 bis 81 m² für jeweils zwei bis fünf Personen an. Zum Angebot gehören auch Reitmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene. Damit wird die traditionelle landwirtschaftliche Prägung der Insel unmittelbar in das touristische Angebot einbezogen. Auch der Erlebnis-Bauernhof Kliewe in Mursewiek und der Familienbauernhof Lange in Lieschow bieten Ferienwohnungen auf landwirtschaftlichen Betrieben an.
Neben den Ferienwohnungen und Ferienhäusern gibt es klassische kleinere Beherbergungsbetriebe. Dazu gehören die Pension Haide-Hof in Haide und die Pension Windrose, die zugleich als Herberge geführt wird. Hotels im klassischen Sinn spielen gegenüber Ferienwohnungen, Pensionen und Ferienhöfen eine deutlich geringere Rolle. Die aktuelle touristische Übersicht für Ummanz unterscheidet deshalb auch zwischen Pensionen, Ferienwohnungen, Urlaub auf dem Lande, Bauernhöfen, Reiterhöfen und Ferienhöfen.
Eine besondere Bedeutung besitzt der Campingtourismus. In Suhrendorf befindet sich die Anlage Regenbogen Suhrendorf. Dort werden Stellplätze für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte sowie Ferienhäuser und Mietwohnwagen angeboten. Der Campingplatz verbindet die Übernachtungsmöglichkeiten mit der Lage am Bodden und den Wassersportmöglichkeiten der Umgebung. Suhrendorf gehört insbesondere wegen seiner Lage am Kubitzer beziehungsweise Schaproder Bodden zu den für den Wassersport geeigneten Bereichen der Insel.
Auch spezielle Gruppenunterkünfte gehören zum Angebot. In Haide befindet sich das UMMAII Surfhostel mit Einzel-, Doppel- sowie Mehrbettzimmern. In Markow besteht außerdem das Jugendtours-Feriendorf Ummanz, das insbesondere für Ferienlager und Klassenfahrten genutzt wird. Dadurch reicht das Spektrum der Unterkünfte von einzelnen Ferienwohnungen für Paare bis zu größeren Einrichtungen für Familien, Gruppen und Schulklassen.
Der Wassersport ist ein wichtiger Bestandteil des Fremdenverkehrs auf Ummanz. Die Boddengewässer bieten aufgrund ihrer geschützten und flachen Wasserflächen Bedingungen für Windsurfen, Kitesurfen und weitere Wassersportarten. Besonders der Bereich um Suhrendorf hat sich auf diese Formen des Tourismus spezialisiert. Die touristischen Unterkunftsangebote werden deshalb teilweise ausdrücklich mit Freizeit- und Wassersportmöglichkeiten verbunden.
Radfahren ist eine weitere wichtige touristische Aktivität. Die flache Topografie der Insel erleichtert Fahrradtouren und verbindet die einzelnen Dörfer, Küstenbereiche und landwirtschaftlichen Landschaften miteinander. Das touristische Angebot ist daher weniger auf einen längeren Aufenthalt an einem einzigen Strand ausgerichtet als auf die Erkundung der gesamten Insel und ihrer Umgebung. Auch Wanderungen, Naturbeobachtung und Ausflüge in die Boddenlandschaft gehören zu den typischen Aktivitäten.
Die Natur spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Insel liegt in einer durch Boddengewässer, Feuchtgebiete, Wiesen, Schilfbestände und landwirtschaftliche Flächen geprägten Landschaft. Besonders während der Zugzeiten der Kraniche und anderer Wasservögel besitzt die Region Bedeutung für Naturbeobachtung. Der Fremdenverkehr ist deshalb eng mit dem Schutz der Landschaft verbunden. Für die touristische Nutzung gelten die jeweiligen Naturschutzbestimmungen des Nationalparks und der europäischen Schutzgebiete.
Das Angebot wird außerdem durch barrierefreie und familienfreundliche Unterkünfte ergänzt. Im touristischen Unterkunftsverzeichnis werden unter anderem barrierefreie Ferienwohnungen sowie familienfreundliche Ferienwohnungen und Ferienhäuser aufgeführt. Auch hundefreundliche Unterkünfte sind vorhanden. Dadurch richtet sich das Beherbergungsangebot an unterschiedliche Besuchergruppen.
Die Unterbringungskapazitäten sind über die gesamte Gemeinde verteilt. Neben Waase gehören unter anderem Haide, Suhrendorf, Lieschow, Mursewiek, Klein Kubitz, Varbelvitz und weitere kleine Siedlungen zu den Standorten touristischer Betriebe. Diese dezentrale Struktur entspricht dem ländlichen Siedlungscharakter der Gemeinde. Große Hotelkomplexe und dicht bebaute Ferienanlagen prägen das Landschaftsbild nicht in dem Maße wie in den großen Ostseebädern Rügens.
Die Gemeinde berücksichtigt den Fremdenverkehr auch in ihrer Bauleitplanung. Beim Bebauungsplan Nr. 6 „Alter Gutshof Waase“ ist ein Sondergebiet für Fremdenverkehr und Fremdenbeherbergung vorgesehen. Dort sollen Ferienwohnungen und Ferienhäuser mit dauerhaftem Wohnen kombiniert werden. Vorgesehen ist eine kleinteilige Bebauung mit insgesamt zwölf Grundstücken. Die Planung zeigt, dass die touristische Nutzung auch bei der zukünftigen Ortsentwicklung von Waase eine Rolle spielt.
Der Fremdenverkehr ist allerdings saisonal geprägt. Die stärkste Nachfrage konzentriert sich auf die Sommermonate, während die Auslastung außerhalb der Hauptsaison geringer ist. Gleichzeitig bestehen Angebote für die Nebensaison, insbesondere für Naturbeobachtung, Radfahren, Wandern und ruhigen Landurlaub. Einzelne Vermieter unterscheiden ausdrücklich zwischen Mittel- und Hauptsaison; beispielsweise werden für die Ferienwohnung „Inseloase Ummanz“ unterschiedliche Preise für Frühjahr, Sommer und Herbst 2026 angegeben.
Literatur
- wikipedia = https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Ummanz_(Gemeinde)
- wikivoyage = https://de.wikivoyage.org/wiki/Ummanz
Reiseberichte
- SZ: Nach Ummanz der Ruhe wegen = https://www.sueddeutsche.de/reise/nachbarinsel-von-ruegen-nach-ummanz-der-ruhe-wegen-1.1369967
- Um die Welt: Ummanz = https://www.umdiewelt.de/t9662_3
Videos
- Ummanz aus der Vogelperspektive = https://www.youtube.com/watch?v=LTVMyDsQZEg
- Insel Ummanz und WQestrügen = https://www.youtube.com/watch?v=-p8hl-6f2zw
Atlas
- Ummanz, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/#map=12/54.4485/13.1348
- Ummanz, googlemaps = https://www.google.com/maps/@54.4681083,13.1328128,10195m/data=!3m1!1e3?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDkxNi4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D
Reiseangebote
Rügeninsel Ummanz = https://ruegeninsel-ummanz.de/
Url,aub auf Rügen: Insel Ummanz = https://www.urlaub-auf-ruegen.de/ummanz/
Forum
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