Teneriffa (Tenerife): Unterschied zwischen den Versionen
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* japanisch: ネリフェ [Tenerife] | * japanisch: ネリフェ [Tenerife] | ||
* kambodschanisch: តេណេរីហ្វា [Tenerifa] | * kambodschanisch: តេណេរីហ្វា [Tenerifa] | ||
* kanaresisch: ಟೆನೆರಿಫೆ [Tenerife] | |||
* kasachisch: Тенерифе [Tenerife] | * kasachisch: Тенерифе [Tenerife] | ||
* koreanisch: 테네리페 [Teneripe] | * koreanisch: 테네리페 [Teneripe] | ||
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* malayalam: ടെനെരിഫ [Tenerifa] | * malayalam: ടെനെരിഫ [Tenerifa] | ||
* maldivisch: ޓެނެރީފެ [Tenerife] | * maldivisch: ޓެނެރީފެ [Tenerife] | ||
* marathisch: टेनेरिफे [Tenerife] | |||
* nepalesisch: टेनेरिफे [Tenerife] | |||
* mongolisch: Тенерифе [Tenerife] | * mongolisch: Тенерифе [Tenerife] | ||
* nepalesisch: टेनेरीफ़ [Tenerif] | * nepalesisch: टेनेरीफ़ [Tenerif] | ||
* pandschabisch: ਟੇਨੇਰੀਫ [Tenerif] | * pandschabisch: ਟੇਨੇਰੀਫ [Tenerif] | ||
* paschtunisch: ټینریف [Tenerif] | |||
* persisch: تنریف [Tenerifa] | * persisch: تنریف [Tenerifa] | ||
* russisch: Тенерифе [Tenerife] | * russisch: Тенерифе [Tenerife] | ||
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* tamilisch: டெனரீஃப் [Tenerīf] | * tamilisch: டெனரீஃப் [Tenerīf] | ||
* thai: เตเนรีเฟ [Dtay-nee-ree-fay] | * thai: เตเนรีเฟ [Dtay-nee-ree-fay] | ||
* tibetisch: ཏེ་ནེ་རི་ཕེ [Tenerife] | |||
* ukrainisch: Тенерифе [Tenerife] | * ukrainisch: Тенерифе [Tenerife] | ||
* urdu: ٹینریفا [Tenerifa] | * urdu: ٹینریفا [Tenerifa] | ||
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'''Flächenaufteilung''' 2015: | '''Flächenaufteilung''' 2015: | ||
Brach- und Ödland | * Brach- und Ödland 1.370,70 km² (67,38 %) | ||
* Waldland 407,20 km² (20,02 %) | |||
Waldland | * Agrarland 256,31 km² (12,60 %) | ||
* Gärten und Äcker 201,61 km² | |||
Agrarland | * Wiesen und Weiden 54,70 km² | ||
== '''Geologie''' == | == '''Geologie''' == | ||
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== '''Landschaft''' == | == '''Landschaft''' == | ||
Das landschaftliche Zentrum der Insel bildet der Teide-Nationalpark mit der Caldera de las Cañadas. Hier erhebt sich der Pico del Teide mit 3.718 Metern Höhe, der höchste Berg Spaniens und einer der höchsten Inselvulkane der Welt. Die Umgebung ist geprägt von einer weiten, kargen Hochgebirgslandschaft mit bizarren Felsformationen, erstarrten Lavaströmen und einer nahezu mondähnlichen Atmosphäre. Diese Zone ist nicht nur geologisch bedeutsam, sondern auch ein wichtiges UNESCO-Weltnaturerbe. | |||
Im Nordosten der Insel liegt das Anaga-Gebirge, eine der ältesten Landschaftsformationen Teneriffas. Diese Region ist bekannt für ihre steilen Berghänge, tief eingeschnittenen Schluchten und besonders dichten Lorbeerwälder. Durch die feuchten Passatwinde entsteht hier sogenannter horizontaler Regen, der die üppige Vegetation begünstigt. Das Anaga-Gebirge gilt als eines der ökologisch wertvollsten Gebiete der Kanarischen Inseln und beherbergt zahlreiche endemische Pflanzen- und Tierarten. | |||
Im Nordwesten befindet sich das Teno-Gebirge, das geologisch als einer der ältesten Teile der Insel gilt. Diese Region ist geprägt von schroffen Felslandschaften, steilen Küstenklippen und tiefen Schluchten wie der bekannten Masca-Schlucht. Von den Höhenlagen aus eröffnen sich weite Ausblicke über den Atlantik und die umliegenden Inseln. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit ist das Gebiet nur dünn besiedelt und weitgehend naturbelassen. | |||
Der Süden Teneriffas unterscheidet sich deutlich von den nördlichen Regionen. Er ist wärmer, trockener und deutlich stärker von Erosion und vulkanischen Ablagerungen geprägt. Charakteristisch sind hier schwarze Sandstrände vulkanischen Ursprungs, trockene Hügellandschaften und eine teilweise fast wüstenartige Vegetation. Diese klimatischen Bedingungen haben den Süden zu einem Zentrum des Tourismus gemacht. | |||
Die Küstenlinie Teneriffas erstreckt sich über etwa 354 Kilometer und ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Sie umfasst sowohl steinige und felsige Abschnitte als auch schwarze Lavastrände. Natürliche weiße Sandstrände sind selten und meist künstlich angelegt. Die Küste ist stark vom Atlantik geprägt, was sich in hoher Brandung und markanten Küstenformationen äußert. | |||
Weitere Naturräume sind die Goldmohnwiesen bei Arico, | Weitere bedeutende Naturräume sind die Cumbre Dorsal, ein zentraler Gebirgsrücken mit weiten Panoramablicken über die Insel, der Mercedeswald im Nordosten mit dichtem Lorbeerwald sowie die Goldmohnwiesen bei Arico, die saisonal durch ihre besondere Blütenpracht auffallen.[[Datei:Teide.png|rechts]] | ||
[[Datei:Teide.png|rechts]] | |||
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=== '''Flora''' === | === '''Flora''' === | ||
Die Insel | Die Vegetation Teneriffas gehört zu den vielfältigsten und ökologisch interessantesten in der gesamten Region des Atlantiks. Diese enorme pflanzliche Vielfalt ist das Ergebnis der vulkanischen Entstehung der Insel, der großen Höhenunterschiede, der unterschiedlichen Klimazonen sowie der isolierten Lage im Atlantischen Ozean. Dadurch konnten sich zahlreiche endemische Pflanzenarten entwickeln, die entweder nur auf den Kanarischen Inseln oder sogar ausschließlich auf Teneriffa vorkommen. | ||
Eine der wichtigsten natürlichen Vegetationsformen ist der kanarische Kiefernwald, der von der Pinus canariensis dominiert wird. Diese Kiefernwälder erstrecken sich vor allem in mittleren bis höheren Lagen und bilden ausgedehnte Waldgebiete. Die kanarische Kiefer ist besonders an trockene Bedingungen, starke Sonneneinstrahlung und sogar Waldbrände angepasst. Sie besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, nach Bränden aus dem Stamm erneut auszutreiben, was sie zu einer zentralen Art im Ökosystem der Insel macht. | |||
Im trockenen Süden Teneriffas dominiert eine ganz andere Vegetationsform. Dort finden sich vor allem sukkulente Pflanzen und trockenheitsresistente Arten, darunter insbesondere die kanarische Wolfsmilch Euphorbia canariensis. Diese Pflanzen bilden oft kaktusähnliche Strukturen und sind perfekt an die ariden Bedingungen des Südens angepasst. Sie speichern Wasser in ihren Geweben und kommen mit sehr geringen Niederschlägen aus, wodurch sie das Landschaftsbild der trockenen Zonen stark prägen. | |||
Eine der bekanntesten und symbolträchtigsten Pflanzen der Kanaren ist der Dracaena draco. Dieser langsam wachsende Baum besitzt eine charakteristische Schirmkrone und einen dicken Stamm. Besonders bekannt ist ein jahrhundertealtes Exemplar in Icod de los Vinos, das als eines der ältesten und beeindruckendsten seiner Art gilt. Der Drachenbaum hat nicht nur botanische Bedeutung, sondern ist auch kulturell stark mit der Identität der Insel verbunden. | |||
Neben den endemischen Arten spielt auch die eingeführte und verwilderte Vegetation eine wichtige Rolle im Landschaftsbild Teneriffas. Durch menschliche Besiedlung und Handel wurden zahlreiche Pflanzenarten aus anderen Kontinenten eingebracht. Aus Amerika stammen beispielsweise verschiedene Kakteenarten, die sich in trockenen Regionen teilweise stark verbreitet haben. Auch Zierpflanzen wie der Weihnachtsstern, der ursprünglich aus Mittelamerika stammt und in Europa als Adventspflanze bekannt ist, wachsen auf der Insel in größerer Form als Sträucher oder kleine Bäume. | |||
Ebenfalls häufig anzutreffen ist die Strelitzia reginae, deren auffällige Blütenstände ursprünglich aus Südafrika stammen. Diese Pflanzen werden häufig in Gärten, Parks und touristischen Anlagen kultiviert und tragen zur tropisch-exotischen Wirkung vieler Landschaften bei. Sie sind ein typisches Beispiel für die Mischung aus einheimischer und eingeführter Flora auf der Insel. | |||
Aufgrund der hohen ökologischen Bedeutung steht ein großer Teil der Vegetation unter strengem Schutz. Viele Pflanzenarten sind endemisch und daher besonders empfindlich gegenüber Umweltveränderungen. Aus diesem Grund ist die Ausfuhr von Pflanzen, Samen oder Pflanzenteilen gesetzlich verboten, um die einzigartige Biodiversität der Insel zu bewahren. | |||
=== '''Fauna''' === | === '''Fauna''' === | ||
Die Tierwelt | Die Tierwelt Teneriffas ist – wie auf vielen ozeanischen Inseln – relativ artenarm im Vergleich zu kontinentalen Regionen, zeichnet sich jedoch durch einen hohen Anteil endemischer Arten und eine große ökologische Besonderheit aus. Aufgrund der isolierten Lage der Insel im Atlantik haben sich über lange Zeit eigenständige Tierarten entwickelt, während andere Tiergruppen, insbesondere größere Säugetiere, nur in sehr begrenztem Umfang vorkommen. | ||
Bei den Säugetieren ist die Vielfalt gering. Ursprünglich gab es auf Teneriffa keine größeren wildlebenden Raubtiere. Heute finden sich vor allem eingeschleppte oder verwilderte Arten wie Kaninchen sowie kleinere Raubtiere wie die verwilderte Hauskatze. Eine besondere Rolle spielt die sogenannte Waldkatze, die in bewaldeten und bergigen Regionen vorkommt. Insgesamt ist die Säugetierfauna jedoch deutlich weniger ausgeprägt als in kontinentalen Lebensräumen. | |||
Sehr charakteristisch ist dagegen die Vogelwelt. Zu den bekannten endemischen oder regional typischen Arten gehören unter anderem der Kanarengirlitz, der als Vorfahre des domestizierten Kanarienvogels gilt, sowie der Teidefink, der in den Hochlagen rund um den Pico del Teide vorkommt. Diese Vogelarten sind gut an die unterschiedlichen Höhenstufen und klimatischen Bedingungen der Insel angepasst und stellen einen wichtigen Bestandteil des Ökosystems dar. | |||
Auch Reptilien spielen eine wichtige Rolle in der Fauna Teneriffas. Besonders auffällig sind die Kanareneidechsen, die in großer Zahl vorkommen und in vielen Regionen der Insel leicht zu beobachten sind. Diese Tiere sind häufig zutraulich und lassen sich in touristischen Gebieten sogar füttern. Sie tragen wesentlich zum typischen Erscheinungsbild der Insel in trockenen und sonnigen Regionen bei. | |||
Die Insektenwelt ist ebenfalls bemerkenswert vielfältig und umfasst mehrere endemische Schmetterlingsarten. Dazu gehören unter anderem der Kanaren-Weißling, der Kanarische Admiral sowie das Kanaren-Waldbrettspiel. Diese Arten sind eng an die spezifischen Pflanzen- und Klimabedingungen der Insel angepasst und kommen teilweise ausschließlich auf den Kanarischen Inseln vor. | |||
Eine besondere Bedeutung hat zudem die marine Tierwelt rund um Teneriffa. Zwischen Teneriffa und der Nachbarinsel La Gomera befindet sich eine tiefe Meerespassage, in der regelmäßig verschiedene Wal- und Delfinarten beobachtet werden können. Besonders bekannt ist das Vorkommen von Pilotwalen, die hier dauerhaft leben. Diese Region zählt weltweit zu den wenigen Orten, an denen Wale in unmittelbarer Küstennähe ganzjährig anzutreffen sind, was sie sowohl ökologisch als auch touristisch sehr bedeutend macht. | |||
'''Arten''': insgesamt endemisch | '''Arten''': insgesamt endemisch | ||
''' | '''Pfllanzen''' | ||
insgesamt 1400 140 | insgesamt 1400 140 | ||
'''Tiere''' | |||
Wirbellose 4000 350 | Wirbellose 4000 350 | ||
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== '''Naturschutz''' == | == '''Naturschutz''' == | ||
Teneriffa verfügt über ein sehr dichtes Netz an Naturschutzgebieten, das große Teile der Insel abdeckt und die außergewöhnliche biologische und geologische Vielfalt bewahren soll. Aufgrund der starken landschaftlichen Kontraste – von Hochgebirgen über Lorbeerwälder bis hin zu ariden Küstenzonen – wurden zahlreiche Schutzkategorien eingerichtet, die sowohl terrestrische als auch marine Ökosysteme umfassen. | |||
Das bedeutendste Schutzgebiet der Insel ist der Teide-Nationalpark, der sich im Zentrum Teneriffas erstreckt und die Hochgebirgslandschaft rund um den Pico del Teide sowie die Caldera de las Cañadas umfasst. Dieses Gebiet ist als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt und schützt eine einzigartige Vulkanlandschaft mit endemischen Pflanzenarten, Lavaströmen und geologischen Formationen. Der Park ist nicht nur ökologisch bedeutsam, sondern auch ein zentrales Forschungsgebiet für Vulkanologie und Biodiversität. | |||
Im Nordosten der Insel liegt das Anaga-Gebirge, das als Biosphärenreservat ausgewiesen ist. Diese Region ist bekannt für ihre alten Lorbeerwälder, tiefen Schluchten und hohe Artenvielfalt. Aufgrund der feuchten Passatwinde entstehen hier besondere Klimabedingungen, die eine üppige Vegetation ermöglichen. Das Gebiet ist stark geschützt, um die empfindlichen Ökosysteme und endemischen Arten zu erhalten. | |||
Ebenfalls geschützt ist das Teno-Gebirge im Nordwesten der Insel. Diese Region zeichnet sich durch steile Küstenklippen, zerklüftete Berge und abgelegene Täler aus. Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit hat sich hier eine weitgehend unberührte Natur erhalten, die zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergt. Auch dieses Gebiet steht unter besonderem Landschafts- und Naturschutz. | |||
Entlang der Küsten existieren mehrere maritime Schutzgebiete, insbesondere in den Gewässern zwischen Teneriffa und La Gomera. Diese Meeresregion ist besonders bekannt für ihre Population von Pilotwalen und Delfinen und steht unter Schutz, um Störungen durch Schifffahrt und Tourismus zu begrenzen. Hier werden Maßnahmen zum Schutz der marinen Biodiversität und zur nachhaltigen Nutzung der Gewässer umgesetzt. | |||
Zusätzlich gibt es zahlreiche kleinere Schutzgebiete, Naturparks und geschützte Landschaftsräume, die über die gesamte Insel verteilt sind. Dazu gehören Küstenzonen, Waldgebiete, Vulkanlandschaften und landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaften. Diese Schutzgebiete sind oft miteinander vernetzt und bilden ein ökologisches Gesamtsystem, das die biologische Vielfalt der Insel stabilisiert. | |||
Ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes ist die Regulierung menschlicher Aktivitäten. Dazu zählen Besucherlenkung in sensiblen Gebieten, Einschränkungen beim Bau von Infrastruktur, Schutzprogramme für endemische Arten sowie Umweltbildung für Einheimische und Touristen. Besonders im Teide-Nationalpark und in den Lorbeerwaldgebieten wird großer Wert auf nachhaltigen Tourismus gelegt. | |||
Die ganze Insel ist seit 1988 ein Lichtschutzgebiet (''Ley del Cielo'' 31/1988), insbesondere bezüglöich des ''Observatorio del Teide'' (Europäische Nordsternwarte). Seit 1996 bestehen insgesamt 32 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 971,8 km², was einem Anteil von 47,77 % an der Inselfläche enspricht. | Die ganze Insel ist seit 1988 ein Lichtschutzgebiet (''Ley del Cielo'' 31/1988), insbesondere bezüglöich des ''Observatorio del Teide'' (Europäische Nordsternwarte). Seit 1996 bestehen insgesamt 32 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 971,8 km², was einem Anteil von 47,77 % an der Inselfläche enspricht. | ||
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== '''Klima''' == | == '''Klima''' == | ||
Das Klima Teneriffas ist stark durch seine Lage im Atlantik, die Nähe zur Sahara und die ausgeprägte Reliefenergie der Insel geprägt. Insgesamt herrschen ganzjährig milde bis warme Temperaturen vor, jedoch zeigen sich deutliche regionale und höhenbedingte Unterschiede, die zu einer außergewöhnlichen klimatischen Vielfalt führen. | |||
In den tiefer gelegenen Küstenregionen, insbesondere im Süden und Südwesten der Insel, dominiert ein trockenes, semiarides Klima, das nach der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation häufig als Steppenklima (BSh) eingeordnet wird. Diese Gebiete zeichnen sich durch sehr geringe Niederschläge, viele Sonnenstunden und relativ hohe Durchschnittstemperaturen aus. Der Süden gilt daher als besonders stabiler und sonnensicherer Teil der Insel, was ihn auch zu einem Zentrum des Tourismus gemacht hat. | |||
Der Norden Teneriffas weist dagegen ein deutlich feuchteres und gemäßigteres Klima auf. Hier führen die Nordost-Passatwinde feuchte Luftmassen vom Atlantik heran, die an den Gebirgsmassiven der Insel aufsteigen. Dadurch kommt es zu orographischen Niederschlägen und einer deutlich höheren Luftfeuchtigkeit als im Süden. Diese klimatische Differenzierung ist ein typisches Merkmal der Kanarischen Inseln und besonders ausgeprägt auf Teneriffa. | |||
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Relief der Insel, insbesondere das Teidemassiv mit dem Pico del Teide. Wenn die feuchten Passatwinde auf die Insel treffen, steigen sie an den Hängen des Gebirges auf und kühlen dabei ab. In Höhenlagen zwischen etwa 1.000 und 1.500 Metern kondensiert die Feuchtigkeit häufig zu Wolken, die als sogenannter „horizontaler Regen“ oder Nebel auftreten. Dieses Phänomen ist besonders wichtig für die Vegetation der Lorbeer- und Kiefernwälder, da es auch in niederschlagsarmen Sommermonaten zusätzliche Feuchtigkeit liefert. | |||
Die Temperaturverhältnisse auf Teneriffa sind das ganze Jahr über relativ ausgeglichen. In den Küstenregionen liegen die Durchschnittswerte meist im milden bis warmen Bereich, während es in höheren Lagen deutlich kühler werden kann. In extremen Wetterlagen können im Sommer auch Hitzewellen auftreten, bei denen Temperaturen über 35 °C erreicht werden, insbesondere im Süden der Insel, wenn heiße Luftmassen aus der Sahara einströmen. | |||
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|Temperatur °C | |||
|Reina Sofia | |||
|17,2 | |||
|18,0 | |||
|18,9 | |||
|19,3 | |||
|20,6 | |||
|22,2 | |||
|23,5 | |||
|25,2 | |||
|24,4 | |||
|23,3 | |||
|21,7 | |||
|20,0 | |||
|'''21,5''' | |||
|- | |||
|Temperatur °C | |||
|Santa Cruz | |||
|17,4 | |||
|18,5 | |||
|18,3 | |||
|19,2 | |||
|20,4 | |||
|22,2 | |||
|24,3 | |||
|24,7 | |||
|24,1 | |||
|22,7 | |||
|20,5 | |||
|18,4 | |||
|'''20,8''' | |||
|- | |||
|Temperatur °C | |||
|P. de la Cruz | |||
|16,2 | |||
|16,6 | |||
|17,1 | |||
|17,8 | |||
|18,9 | |||
|20,7 | |||
|21,6 | |||
|22,4 | |||
|22,4 | |||
|21,5 | |||
|19,9 | |||
|17,3 | |||
|'''19,3''' | |||
|- | |||
|Temperatur °C | |||
|Güimar | |||
|15,8 | |||
|16,2 | |||
|17,1 | |||
|17,6 | |||
|18,3 | |||
|20,1 | |||
|22,1 | |||
|22,8 | |||
|22,1 | |||
|21,0 | |||
|19,3 | |||
|17,2 | |||
|'''19,1''' | |||
|- | |||
|Temperatur °C | |||
|Los Rodeos | |||
|12,2 | |||
|12,5 | |||
|13,2 | |||
|13,4 | |||
|14,6 | |||
|16,0 | |||
|18,5 | |||
|19,4 | |||
|19,1 | |||
|17,6 | |||
|15,4 | |||
|12,9 | |||
|'''15,4''' | |||
|- | |||
|Temperatur °C | |||
|Izaña | |||
|4,0 | |||
|4,3 | |||
|5,7 | |||
|6,7 | |||
|9,5 | |||
|13,4 | |||
|17,5 | |||
|17,5 | |||
|14,0 | |||
|10,1 | |||
|7,2 | |||
|4,3 | |||
|'''9,5''' | |||
|- | |||
|Niederschlag mm | |||
|Izaña | |||
|63 | |||
|92 | |||
|59 | |||
|26 | |||
|7 | |||
|2 | |||
|2 | |||
|2 | |||
|18 | |||
|31 | |||
|95 | |||
|47 | |||
|'''434''' | |||
|- | |||
|Niederschlag mm | |||
|Santa Cruz | |||
|36 | |||
|39 | |||
|28 | |||
|13 | |||
|6 | |||
|1 | |||
|0 | |||
|1 | |||
|3 | |||
|31 | |||
|45 | |||
|51 | |||
|'''252''' | |||
|- | |||
|Tage >0,1 mm | |||
|Los Rodeos | |||
|19 | |||
|8 | |||
|11 | |||
|12 | |||
|13 | |||
|8 | |||
|10 | |||
|4 | |||
|7 | |||
|11 | |||
|14 | |||
|15 | |||
|'''132''' | |||
|- | |||
|Tage >0,1 mm | |||
|Santa Cruz | |||
|7 | |||
|5 | |||
|4 | |||
|2 | |||
|1 | |||
|0 | |||
|0 | |||
|0 | |||
|0 | |||
|4 | |||
|5 | |||
|7 | |||
|'''35''' | |||
|- | |||
|Tage >0,25 mm | |||
|Reina Sofia | |||
|3 | |||
|3 | |||
|4 | |||
|3 | |||
|2 | |||
|1 | |||
|0 | |||
|1 | |||
|2 | |||
|2 | |||
|5 | |||
|4 | |||
|'''30''' | |||
|- | |||
|Nebeltage | |||
|Los Rodeos | |||
|2 | |||
|1 | |||
|0 | |||
|0 | |||
|1 | |||
|0 | |||
|0 | |||
|0 | |||
|0 | |||
|0 | |||
|1 | |||
|2 | |||
|'''7''' | |||
|- | |||
|Verdunstung mm | |||
|Santa Cruz | |||
|46 | |||
|45 | |||
|59 | |||
|67 | |||
|88 | |||
|104 | |||
|127 | |||
|129 | |||
|108 | |||
|94 | |||
|68 | |||
|54 | |||
|'''990''' | |||
|- | |||
|Luftfeuchte % | |||
|Reina Sofia | |||
|61 | |||
|65 | |||
|62 | |||
|64 | |||
|65 | |||
|67 | |||
|64 | |||
|65 | |||
|66 | |||
|64 | |||
|64 | |||
|63 | |||
|'''65''' | |||
|- | |||
|Luftfeuchte % | |||
|Los Rodeos | |||
|78 | |||
|66 | |||
|66 | |||
|72 | |||
|72 | |||
|73 | |||
|72 | |||
|68 | |||
|73 | |||
|73 | |||
|72 | |||
|78 | |||
|'''72''' | |||
|- | |||
|Luftfeuchte % | |||
|Santa Cruz | |||
|68 | |||
|67 | |||
|64 | |||
|61 | |||
|63 | |||
|63 | |||
|59 | |||
|62 | |||
|66 | |||
|67 | |||
|68 | |||
|66 | |||
|'''65''' | |||
|- | |||
|Luftfeuchte % | |||
|Izaña | |||
|55 | |||
|38 | |||
|37 | |||
|40 | |||
|41 | |||
|21 | |||
|23 | |||
|34 | |||
|46 | |||
|56 | |||
|62 | |||
|54 | |||
|'''48''' | |||
|- | |||
|Sonnenstunden | |||
|Santa Cruz | |||
|5,8 | |||
|6,6 | |||
|7,3 | |||
|8,4 | |||
|9,2 | |||
|10,2 | |||
|11,4 | |||
|10,5 | |||
|8,4 | |||
|7,1 | |||
|5,8 | |||
|5,5 | |||
|'''8,0''' | |||
|- | |||
|Wind km/h | |||
|Los Rodeos | |||
|26 | |||
|27 | |||
|29 | |||
|30 | |||
|28 | |||
|28 | |||
|29 | |||
|31 | |||
|28 | |||
|24 | |||
|23 | |||
|24 | |||
|'''28''' | |||
|- | |||
|Wassertemp. °C | |||
|Santa Cruz | |||
|19 | |||
|18 | |||
|18 | |||
|18 | |||
|19 | |||
|20 | |||
|21 | |||
|22 | |||
|23 | |||
|22 | |||
|21 | |||
|20 | |||
|'''20,1''' | |||
|} | |||
== '''Mythologie''' == | |||
Die Mythen und die Mythologie der Insel Teneriffa sind tief in den Überlieferungen der Guanchen, den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, verwurzelt und reichen bis in antike Vorstellungen von paradiesischen Gefilden und versunkenen Reichen zurück. Schon in der Antike galten die Kanarischen Inseln als mögliche Überreste von Atlantis oder als die Paradiesgärten, die Homer und andere Dichter in ihren Epen beschrieben hatten. Diese Vorstellungen von glückseligen, abgeschiedenen Inseln im Westen des Ozeans, den Inseln der Seligen oder Hesperiden, verbanden sich mit Berichten über fruchtbare Lande, milde Klimata und eine Welt jenseits der bekannten Horizonte. Viele Überlieferungen handeln zudem von einer Phantominsel namens San Borondón westlich der Kanaren, die immer wieder gesichtet wurde, aber nie gefunden werden konnte. Sie ist Thema zahlreicher Geschichten und sogar historischer Berichte von Seefahrern, die von einer schimmernden, paradiesischen Landmasse sprachen, die sich bei Annäherung auflöste, möglicherweise ein Spiegelbild optischer Phänomene oder ein Echo alter Mythen von unerreichbaren Inseln der Glückseligkeit. | |||
Im Zentrum der Verehrung der Guanchen stand die Muttergöttin Chaxiraxi, die als Trägerin oder Stütze des Himmels und der Erde verstanden wurde. Sie verkörperte das weibliche Prinzip des Kosmos, eine schützende und lebensspendende Kraft, die oft mit der Sonne und dem Erhalt der Welt in Verbindung gebracht wurde. Später wurde sie mit der christlichen Jungfrau von Candelaria gleichgesetzt, deren Bildnis nach der Überlieferung bereits vor der spanischen Eroberung an der Küste von Güímar gefunden wurde und die Guanchen tief beeindruckte. Chaxiraxi gilt bis heute als Schutzpatronin der Kanarischen Inseln. Mit ihr verbunden ist die Sage von La niña de las peras, dem Birnenmädchen. Einer Überlieferung aus dem Barranco de Badajoz zufolge soll ein Mädchen, das von seinen Eltern ausgesandt wurde, um Früchte zu sammeln, eines Tages verschwunden sein. Zwanzig Jahre später, unverändert jung, kehrte es zurück. Es erzählte, es sei unter einem Birnbaum eingeschlafen, von einem großen, in Weiß gekleideten Wesen geweckt und in eine Höhle geführt worden, wo es in einem wundersamen Garten Zeit mit freundlichen Gestalten verbracht habe. Für das Mädchen waren nur wenige Augenblicke vergangen, doch draußen war eine Generation gealtert. Diese Legende spiegelt Motive von Zeitverzerrung, Feenwelten oder unterirdischen Paradiesen wider, die in vielen Kulturen vorkommen, und macht den Barranco de Badajoz zu einem Ort anhaltender mystischer Faszination. | |||
Der wohl bekannteste Mythos dreht sich um Guayota und Achamán. Guayota, der böse Dämon oder Prinzip des Bösen, lebte im Inneren des Teide, des höchsten Berges der Insel, der von den Guanchen Echeyde genannt wurde und als Eingang zur Unterwelt galt. Guayota hatte den Sonnengott Magec gefangen genommen und in den Vulkan gesperrt, was die Welt in Dunkelheit hüllte. Die Guanchen, verzweifelt über den Verlust des Lichts, baten Achamán, den obersten Gott, den Schöpfer und Vater der Götter, um Hilfe. Achamán, dessen Name oft mit dem Himmel oder dem Erhaltenden assoziiert wird, besiegte Guayota in einem epischen Kampf, befreite Magec und verschloss den Krater des Teide mit dem sogenannten Pan de Azúcar, dem Zuckerbrot, jenem hellen Felsgipfel, der den Vulkan heute krönt. Dieser Mythos erklärt nicht nur die geologische Beschaffenheit des Teide, sondern auch das zyklische Spiel von Licht und Dunkelheit, Feuer und Fruchtbarkeit auf der Insel. Guayota wurde zudem mit weiteren dämonischen Wesen in Verbindung gebracht, wie schwarzen, wollenen Hunden oder Geistern, die nachts aus Höhlen kamen und Vieh oder Menschen bedrohten. | |||
Die Guanche-Mythologie war polytheistisch und eng mit der Natur verbunden. Achamán repräsentierte das höchste männliche Prinzip, den Schöpfer und Bewahrer des Universums, während Chaxiraxi das weibliche Gegenstück bildete. Weitere Gottheiten umfassten Achguayo als Mondgott oder Achuhucanac, der mit Regen und Fruchtbarkeit assoziiert wurde. Die Guanchen verehrten ihre Götter in Höhlen, auf heiligen Plätzen und durch Rituale, darunter das Trennen von Lämmern von ihren Müttern in Trockenzeiten, um durch das Klagen der Tiere das Mitleid der Gottheit zu wecken. Berge wie der Teide waren zentrale Achsen der Welt, Orte der Macht und des Übergangs zwischen Diesseits und Jenseits. Idole aus Ton oder Stein, oft in Höhlen gefunden, dienten als Gegenstände der Verehrung. Nach der Eroberung durch die Spanier im 15. Jahrhundert verschmolzen viele dieser Elemente mit dem Christentum, was zu einem reichen synkretistischen Erbe führte, das in Festen wie der der Virgen de Candelaria weiterlebt. | |||
== '''Geschichte''' == | |||
Teneriffa wurde vor etwa 3 Millionen Jahren durch Vulkanausbrüche geformt und ab dem -6. Jahrhundert von den Guanchen besiedelt, die bis zur spanischen Eroberung auf der Insel lebten. Nach erbittertem Widerstand der Ureinwohner wurde Teneriffa 1496 als letzte der Kanarischen Inseln von den Spaniern unterworfen und Teil des spanischen Königreichs. Seitdem entwickelte sich die Insel durch Landwirtschaft, Handel und später den Tourismus zu einem bedeutenden Zentrum der Kanaren, geprägt von spanischer Kultur und globalen Einflüssen. | |||
=== '''Zeit der Guanchen''' === | |||
Die früheste Besiedlung Teneriffas durch die Guanchen ist nicht exakt datierbar, wird jedoch archäologisch in die Zeit vor dem -5. Jahrhundert eingeordnet. Vermutlich gelangten die ersten Siedler aus dem nordafrikanischen Raum auf die Insel, wobei enge kulturelle Verbindungen zu Berberpopulationen angenommen werden. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahrtausenden entwickelten die Guanchen eine eigenständige Inselkultur, die sich an die isolierten und ressourcenarmen Bedingungen Teneriffas anpasste. Erst im Jahr 1496 wurde die Insel im Zuge der kastilischen Expansion endgültig unterworfen und in das spanische Herrschaftssystem integriert. | |||
Archäologische Funde, etwa aus der Cueva de los Guanches, liefern Hinweise auf eine sehr frühe Besiedlung und zählen zu den wichtigsten Quellen für die Rekonstruktion der guanchischen Kulturgeschichte. Die dort gefundenen Relikte werden teilweise auf das -6. Jahrhundert datiert und belegen eine frühe und kontinuierliche Nutzung der Insel durch menschliche Gruppen. | |||
Lange Zeit wurden die Guanchen als einfache „Steinzeitkultur“ beschrieben, jedoch zeigen neuere archäologische und ethnologische Erkenntnisse, dass ihre Gesellschaft komplexer war als ursprünglich angenommen. Sie verfügten über ausgeprägte soziale Strukturen, religiöse Vorstellungen und vielfältige Wirtschaftsformen. Aufgrund des Mangels an metallischen Rohstoffen blieb ihre Technologie jedoch auf Stein-, Holz- und Knochenwerkzeuge beschränkt. | |||
Die wirtschaftliche Grundlage der guanchischen Gesellschaft bildete vor allem die Viehzucht, insbesondere von Ziegen und Schafen. Ergänzt wurde diese durch Sammelwirtschaft, einfachen Ackerbau, Fischfang sowie die Nutzung von Meeresressourcen wie Muscheln. Auch handwerkliche Tätigkeiten, etwa die Herstellung von Keramik und Werkzeugen, waren bekannt, wenn auch technisch begrenzt. | |||
Die Religion der Guanchen war polytheistisch und stark von astralen und natürlichen Elementen geprägt. Zentrale Gottheiten waren unter anderem Achamán als höchstes göttliches Wesen, Magec sowie Guayota. Ergänzt wurde dieses Pantheon durch Muttergottheiten wie Chaxiraxi, die später in der christlichen Tradition teilweise synkretistisch mit der Jungfrau von Candelaria verbunden wurde. Die Religion umfasste zudem animistische Elemente, bei denen Berge, Felsen und Naturorte als heilig galten. | |||
Ein besonderes Merkmal der guanchischen Kultur war der ausgeprägte Totenkult, der auch Formen der Mumifizierung einschloss. Diese Praxis zeigt eine komplexe Vorstellung vom Leben nach dem Tod und weist auf differenzierte rituelle Traditionen hin. Zudem wurden zahlreiche kleine Figuren aus Stein und Ton gefunden, die vermutlich rituelle oder symbolische Funktionen hatten. Besonders bekannt ist das sogenannte Guatimac-Idol, dessen genaue Bedeutung bis heute nicht abschließend geklärt ist. | |||
Die Gesellschaft der Guanchen war hierarchisch organisiert und in soziale Schichten gegliedert. Eine Elite, bestehend aus Adeligen, stand der übrigen Bevölkerung gegenüber. Politisch war die Insel in mehrere Teilherrschaften (Menceyatos) unterteilt, die jeweils von einem Mencey regiert wurden. Diese lokalen Herrscher übten die politische und militärische Kontrolle über ihre Gebiete aus. | |||
Kurz vor der spanischen Eroberung spielte der Herrscher Tinerfe der Große eine zentrale Rolle in der Inselgeschichte. Nach seinem Tod wurde das Gebiet unter seinen neun Söhnen aufgeteilt, wodurch mehrere konkurrierende Menceyatos entstanden. Diese politische Fragmentierung erleichterte letztlich die spätere kastilische Eroberung im späten 15. Jahrhundert. | |||
=== '''Conquista''' === | |||
Teneriffa war die letzte Kanareninsel, die erobert wurde, und diejenige, die am längsten brauchte, um sich den kastilischen Truppen zu unterwerfen. Obwohl die traditionellen Daten für die Eroberung Teneriffas zwischen 1494 (Landung von Alonso Fernández de Lugo) und 1496 (Eroberung der Insel) angesetzt werden, ist zu berücksichtigen, dass die Versuche, die Insel Teneriffa der kastilischen Krone einzuverleiben, mindestens auf das Jahr 1464 zurückgehen. Zwischen dem ersten Versuch, die Insel zu erobern, im Jahr 1464 und der endgültigen Eroberung im Jahr 1496 vergingen 32 Jahre. | |||
1464 fand in der Schlucht Barranco del Bufadero die symbolische Übernahme der Insel durch den Herrscher der Kanarischen Inseln, Diego García de Herrera, statt. Er unterzeichnete einen Friedensvertrag mit den Menceys, und kurz darauf erlaubte ihm der Mencey von Anaga, auf seinem Land einen Turm zu errichten, in dem die Guanchen und Europäer verkehrten, bis er um 1472 von den Guanchen selbst abgerissen wurde. 1483 ergaben sich die Einwohner von Gran Canaria den Spaniern. Als letzte europäische Station vor der Atlantiküberquerung gewannen die Kanarischen Inseln Ende des 15. Jahrhunderts enorme strategische Bedeutung. Und damit geriet speziell Teneriffa nun ins Visier der Kolonialstrategen. | |||
1492 unterzeichnete der Gouverneur von Gran Canaria, der Gouverneur von Anaga, einen Friedensvertrag mit den Menceys. Im gleichen Jahr organisierte der Gouverneur von Gran Canaria, Francisco Maldonado, einen Raubzug, der für die Europäer in einer Katastrophe endete, da sie von den Guanchen von Anaga besiegt wurden. | |||
Im Dezember 1493 erhielt Alonso Fernández de Lugo von den Katholischen Königen die Bestätigung seiner Eroberungsrechte über die Insel Teneriffa. Im April 1494 landete der Eroberer von Gran Canaria kommend an der Küste des heutigen Santa Cruz de Tenerife mit einer Truppe aus Spaniern und Kanaren (hauptsächlich Gomeros und Gran Canarios), die etwa 2.000 Mann zu Fuß und 200 zu Pferd umfasste. Nachdem er eine Festung errichtet hatte, machte er sich auf den Weg ins Landesinnere. Am 25. Dezember 1495 unterlagen die Guanchen bei La Victoria de Acentejo endgültig den Spaniern. Der gesamte Archipel unterstand nun der spanischen Krone. Die überlebenden Guanchen vermischten sich mit den Eroberern vom Festland und verschwanden als eigene Ethnie. Hauptstadt wurde La Laguna. Von diesem Zeitpunkt an bildete Teneriffa einen wichtigen Stützpunkt des Schiffsverkehrs zwischen Spanien und seinen amerikanischen Kolonien. | |||
Die Menceys der Insel nahmen zur Zeit der Eroberung unterschiedliche Positionen ein. Es wurden eine Friedens- und eine Kriegsseite gebildet, wobei die erste aus den Menceys von Güímar, Abona und Adeje bestand und die zweite aus Anaga, Tegueste, Tacoronte, Taoro, Icoden und Daute. Die gegnerische Seite kämpfte hartnäckig gegen die Kastilier, so dass die Eroberung Teneriffas zwei Jahre dauerte. In der ersten Schlacht von Acentejo im Jahr 1494 erlitten die kastilischen Truppen eine Niederlage gegen die Guanchen. Doch die Guanchen, die von der Technik und neuen Krankheiten, gegen die sie nicht immun waren, überwältigt wurden, unterlagen den Truppen der kastilischen Krone in der Schlacht von Aguere und in der Zweiten Schlacht von Acentejo, die im September 1496 mit der Eroberung abgeschlossen wurde. | |||
=== '''Kolonialzeit''' === | |||
Wie auf den übrigen Inseln wurden viele der Ureinwohner versklavt, vor allem diejenigen, die der kriegführenden Seite angehörten, während ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung an eingeschleppten Krankheiten wie der Grippe und wahrscheinlich den Pocken starb, Infektionskrankheiten, gegen die die insulare Gesellschaft aufgrund ihrer Isolation kein Immunsystem entwickelt hatte. Nach der Eroberung und vor allem im darauf folgenden Jahrhundert wurde die Insel nach und nach von Einwanderern aus verschiedenen Gebieten des beginnenden spanischen Reiches (Portugal, Flandern, Italien, Deutschland) neu besiedelt und kolonisiert. | |||
Die Wälder der Insel wurden nach und nach durch das Bevölkerungswachstum und den daraus resultierenden Bedarf an gerodetem Land für die landwirtschaftliche Nutzung für den Eigenbedarf und den Export beeinträchtigt. Dies war der Fall bei der Einführung des Zuckerrohranbaus zu Beginn des 16. Jahrhunderts, während sich die Wirtschaft der Insel in den folgenden Jahrhunderten auf die Nutzung anderer Kulturen wie Wein, Cochenille zur Herstellung von Farbstoffen und Bananen konzentrierte. | |||
Santa Cruz | 1657 versuchte der englische Admiral Robert Blake erfolglos, mit einer Flotte aus 36 Kriegsschiffen Santa Cruz de Tenerife zu erobern. Unter Admiral John Jennings unternahmen die Engländer 1706 einen erneuten Versuch, den Hafen Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Der Angriff scheiterte jedoch und damit auch das Vorhaben, das fruchtbare und günstig an der Atlantikroute gelegene Teneriffa für Großbritannien zu erobern. | ||
In der Zwischenzeit entwickelte sich ab 1701 im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs auf den Kanarischen Inseln der sogenannte kanarisch-amerikanische Handel, der durch ein königliches Dekret von 1697 geregelt wurde. Dieses gestattete den Kanarischen Inseln den Handel mit Amerika für acht Jahre und beschränkte ihn auf 1.000 Tonnen. Teneriffa hatte Anspruch auf 600, La Palma auf 300 und Gran Canaria auf 100. Teneriffa war in diesem Sinne der Erbe der Kanarischen Inseln. | |||
Teneriffa war in dieser Hinsicht die hegemoniale Insel, denn auf sie entfielen mehr als 50 % der Anzahl der Schiffe und 60 % der Tonnage. Auf den Inseln La Palma und Gran Canaria lag der Prozentsatz bei etwa 19 % für erstere und 7 % für letztere. Der Umfang des Verkehrs zwischen den Indischen Inseln und den Kanarischen Inseln ist nicht bekannt, aber er muss sehr bedeutend gewesen sein und konzentrierte sich fast ausschließlich auf Teneriffa. Bei den auf die Kanarischen Inseln exportierten Produkten war ein Anstieg der Anzahl der Schiffe und der Tonnage auf den Kanarischen Inseln zu verzeichnen, der etwa 30 % betrug. | |||
Zu den exportierten Produkten gehörten Cochenille, Rum und Zuckerrohr, die hauptsächlich in den amerikanischen Häfen von La Guaira, Havanna, Campeche und Veracruz angelandet wurden. Die Bedeutung Teneriffas gab dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife einen entscheidenden Aufschwung, der zum einzigen Handelshafen der Insel wurde und die Häfen von Garachico und Puerto de la Cruz im Indianerhandel an Bedeutung übertraf.Viele Seeleute aus Teneriffa schlossen sich dem transkontinentalen Seehandel an, darunter der Korsar Amaro Rodríguez Felipe, besser bekannt als Amaro Pargo. Seine Teilnahme an der Indienfahrt begann in den Jahren 1703 bis 1705. Er war Kapitän der Fregatte El Ave María y las Ánimas, mit der er vom Hafen von Santa Cruz de Tenerife nach Havanna segelte. Andere wichtige Seeleute aus Teneriffa zu dieser Zeit waren Juan Pedro Dujardín und Bernardo de Espinosa, beide Gefährten von Amaro Pargo. Mit der allgemeinen Anwendung des Freihandels in den Indias begann die spanische Regierung 1703 den Freihandel in den Indias anzuwenden. | |||
Santa Cruz | 1778 erhielt Santa Cruz de Tenerife vom spanischen König Carlos III. das Vorrecht, freien Handel mit Amerika zu betreiben. Durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kam der Verkehr bis zum Frieden von 1783 jedoch völlig zum Erliegen. Von da an begann der Niedergang dieser Handelsroute. Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam der kanarisch-amerikanische Handel zum Erliegen, da es zu großen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Ländern kam, die den Handel für mehrere Jahre lähmten. Unterdessen wurde 1792 in La Laguna die erste und bis 1989 einzige Universität auf den Kanaren gegründet. Im Studienjahr 2011/12 hatte die ''Universidad de La Laguna'' (ULL) 22.491 Studierende. | ||
Der englische Admiral Horatio Nelson verlor am 25. Juli 1797 bei einem neuerlichen Angriff auf Santa Cruz de Tenerife seinen rechten Arm und musste zudem die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen. | |||
Am 25. Juli 1797 griff Admiral Horatio Nelson Santa Cruz de Tenerife, die Hauptstadt der Insel und Sitz der Generalkapitulation, an. Nach heftigen Kämplfen schlug die von General Gutiérrez organisierte Verteidigung die Briten zurück. Nelson verlor seinen rechten Arm durch eine Kanonenkugel (der Legende nach stammte sie aus der Kanone von Tigre), als er versuchte, am Ufer des Paso Alto zu landen. Nelson scheiterte und musste die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen. | |||
Am 5. September wurde ein weiterer Landungsversuch in der Gegend von Puerto Santiago von den Bewohnern des Valle de Santiago del Teide abgewehrt, die die Briten von der Spitze der Klippen von Los Gigantes mit Steinen bewarfen. | |||
=== '''Modernisierungszeit''' === | |||
Ein bedeutendes kulturelles Ereignis dieser Epoche war der Besuch von Alexander von Humboldt im Jahr 1799. Seine wissenschaftlichen Beobachtungen und Reiseberichte trugen wesentlich dazu bei, das internationale Interesse an den Kanarischen Inseln zu steigern. Gleichzeitig verbreiteten sich über Reisende und Intellektuelle zunehmend Ideen der Aufklärung auf der Insel, auch wenn diese nur langsam in die bestehende gesellschaftliche Ordnung eindrangen. | |||
Trotz dieser intellektuellen Impulse blieb die soziale Struktur lange Zeit von feudalen und hierarchischen Systemen geprägt. Politische und wirtschaftliche Macht konzentrierte sich weiterhin in den Händen weniger privilegierter Gruppen, während große Teile der Bevölkerung in einfachen Lebensverhältnissen lebten. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts setzten allmählich Reformprozesse ein, die zu einer schrittweisen Auflösung traditioneller Strukturen führten. | |||
Ein wichtiger institutioneller Schritt war die Bestätigung des Bistums Teneriffa im Jahr 1819 durch König Ferdinand VII., mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Diese kirchliche Neustrukturierung stärkte die regionale Bedeutung der Stadt und festigte ihre Rolle als religiöses Zentrum der Insel. | |||
Santa Cruz | Im Jahr 1822 wurde Santa Cruz de Tenerife offiziell zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels erklärt. Dieser Status markierte einen entscheidenden Macht- und Verwaltungswechsel von San Cristóbal de La Laguna hin zur stärker wirtschaftlich geprägten Hafenstadt Santa Cruz. Die Hauptstadtfunktion blieb bis 1927 bestehen und trug wesentlich zur politischen und administrativen Zentralisierung der Inselgruppe bei. | ||
Ein entscheidender wirtschaftlicher Einschnitt erfolgte 1852, als die spanische Regierung die Kanarischen Inseln zur Freihandelszone erklärte. Diese Maßnahme führte zu einer deutlichen wirtschaftlichen Belebung, insbesondere in den Hafenstädten. Der erleichterte Handel mit Europa und Amerika stärkte die maritime Wirtschaft und förderte den Ausbau der Infrastruktur. Gleichzeitig entstanden jedoch starke soziale Unterschiede, da nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten. | |||
Im | Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Export landwirtschaftlicher Produkte zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor. Besonders der Bananenanbau gewann zunehmend an Bedeutung, nachdem der traditionelle Weinanbau durch eine Reblausplage stark geschädigt worden war. Die landwirtschaftliche Produktion wurde stärker auf den internationalen Markt ausgerichtet, insbesondere auf den Handel mit Europa. | ||
Die Hafenstädte Santa Cruz de Tenerife und die Nachbarinsel Las Palmas de Gran Canaria entwickelten sich zu wichtigen Knotenpunkten im Atlantikhandel. Sie dienten als Zwischenstationen für Schifffahrtsrouten zwischen Europa, Afrika und Amerika. Die zunehmende Bedeutung der Häfen führte auch zu einer frühen technischen Modernisierung, etwa im Bereich der Kommunikation. Ein Beispiel dafür ist die Ankunft des ersten Telegramms im Jahr 1883, das eine direkte Verbindung zum spanischen Festland herstellte und die Informationswege erheblich beschleunigte. | |||
Gleichzeitig war das 19. Jahrhundert von wiederkehrenden Krisen geprägt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, Armut und Epidemien belasteten die Bevölkerung stark. Besonders die Choleraepidemie von 1893 führte zu zahlreichen Todesfällen und verdeutlichte die gesundheitlichen Herausforderungen der Zeit. Diese Faktoren trugen dazu bei, dass viele Einwohner Teneriffas aus wirtschaftlicher Not emigrierten, insbesondere nach Kuba, Venezuela sowie andere Regionen Mittel- und Südamerikas. | |||
=== ''' | === '''Weltkriegsära''' === | ||
Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer fortschreitenden politischen Radikalisierung. Diese Entwicklung ist im Kontext der politischen und sozialen Reformen des späten 19. Jahrhunderts zu sehen, die zwar Modernisierung brachten, aber auch soziale Spannungen und Unzufriedenheit verstärkten. Die Radikalisierung drückte sich vor allem in einer Polarisierung der politischen Lager aus, die zunehmend grundlegende Veränderungen der gesellschaftlichen Ordnung forderten. Im Unterschied zu Ländern wie Frankreich oder Spanien (wo der Radikalismus stark antiklerikal und republikanisch geprägt war), sind für Teneriffa um 1900 keine spezifischen radikalen Parteien oder Massenbewegungen belegt. Die Insel war weiterhin stark von der spanischen Politik geprägt, und die Radikalisierung manifestierte sich eher in lokalen Konflikten, sozialen Unruhen und einer wachsenden Unzufriedenheit mit den bestehenden Machtverhältnissen | |||
Da die Kanarischen Inseln strategisch im Atlantik liegen und wichtige Handelsrouten passierten, kam es zu einer verstärkten Präsenz ausländischer Schiffe und zu gelegentlichen Blockaden. Dies beeinflusste den Handel und die Versorgung der Insel, insbesondere mit Lebensmitteln und Rohstoffen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung, da Importe teurer und knapper wurden. | |||
Francisco Franco spielte eine zentrale Rolle für Teneriffa am Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Nachdem Franco als Generalstabschef im Februar 1936 von der neuen republikanischen Regierung abgesetzt worden war, wurde er als Militärgouverneur auf die Kanarischen Inseln – nach Santa Cruz de Tenerife – „verbannt“. Dort bereitete er den Militärputsch gegen die Zweite Spanische Republik vor. | |||
Am 18. Juli 1936 ließ Franco seine ihm unterstellten Soldaten im Wald von La Esperanza auf Teneriffa antreten, um einen Eid auf ihn abzulegen – ein symbolisch bedeutsamer Akt, der als Beginn seiner Revolte gilt und den Startschuss für den Bürgerkrieg markierte32. Noch am selben Tag übernahm er die Kontrolle über die Kanarischen Inseln für die Aufständischen und reiste anschließend nach Marokko, um dort den Oberbefehl über die Truppen zu übernehmen und den Krieg gegen die Republik zu führen. | |||
Während des Bürgerkriegs wurde Teneriffa schnell von den Franquisten kontrolliert. In den ersten Monaten kam es auf der Insel zu massiven Repressionen gegen Republikaner; es gibt Berichte über Massengräber in den Cañadas, in denen bis zu 2.000 Menschen allein im ersten halben Jahr des Bürgerkriegs in der Provinz Teneriffa von Franco-Anhängern ermordet worden sein sollen. Die Insel La Palma leistete als einzige der Kanaren noch eine Woche lang Widerstand gegen die Putschisten. Nach dem Sieg Francos wurde Teneriffa Teil der Diktatur, die bis zu Francos Tod 1975 andauerte. | |||
Teneriffa | |||
Aufgrund der strategischen Lage im Atlantik befürchtete Franco ab 1939 eine mögliche Invasion der Alliierten, insbesondere Großbritanniens, sollte Spanien offen auf Seiten Deutschlands in den Krieg eintreten. Dies führte zum Bau zahlreicher Bunker und Verteidigungsanlagen an der Küste Teneriffas, etwa bei San Andrés und Santa Úrsula. Deutschland bot Franco an, gemeinsam Gibraltar einzunehmen („Unternehmen Felix“). Franco lehnte jedoch ab, da er einen britischen Gegenangriff auf die Kanaren befürchtete. Dennoch gab es geheime Kontakte und eine gewisse Unterstützung, etwa durch die Lieferung von Wolfram an Deutschland. Es wurden betonierte Bunker, Geschützstellungen und Tunnelsysteme errichtet, um eine mögliche Landung abzuwehren. Die Ausrüstung war jedoch meist veraltet, und die Logistik war schwierig, da viele Anlagen in unzugänglichen Gebieten lagen und die schweren Geschütze teilweise mit Kamelen transportiert werden mussten. | |||
Der Krieg beeinträchtigte den Handel und die Versorgung der Insel. Importe wurden teurer und knapper, was zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen führte. Die Bevölkerung litt unter den wirtschaftlichen Problemen. Es gab jedoch keine direkten Kampfhandlungen oder Bombardements auf Teneriffa. | |||
=== '''Moderne Zeit''' === | |||
In der unmittelbaren Nachkriegszeit nach 1945 blieb die Landwirtschaft der dominierende Wirtschaftszweig. Allerdings war ihre Produktivität gering, da moderne Technik, ausreichende Investitionen und industrielle Strukturen weitgehend fehlten. Viele Teile der Bevölkerung lebten unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, was zu anhaltender Arbeitslosigkeit und sozialer Unsicherheit führte. | |||
Während der Franco-Diktatur blieb die politische Lage autoritär und stark zentralisiert. Politische Freiheiten waren eingeschränkt, oppositionelle Bewegungen wurden unterdrückt, und regionale Selbstverwaltung existierte nur in sehr begrenztem Umfang. Diese politische Situation verstärkte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusätzlich, da strukturelle Reformen nur langsam umgesetzt wurden. | |||
In den 1950er und 1960er Jahren setzte eine erneute Auswanderungswelle ein. Viele Einwohner verließen Teneriffa in Richtung spanisches Festland oder nach Lateinamerika, insbesondere nach Venezuela, Kuba und andere Länder mit bestehenden kanarischen Diasporagemeinschaften. Diese Migration hatte erhebliche Auswirkungen auf die demografische Entwicklung der Insel und führte zu einer zeitweisen Entlastung des Arbeitsmarktes, aber auch zu einem Verlust von Arbeitskräften und sozialen Strukturen. | |||
Die | Ab den 1960er Jahren begann sich ein langsamer wirtschaftlicher Wandel abzuzeichnen. Der Tourismus entwickelte sich zunehmend zu einem neuen zentralen Wirtschaftsfaktor. Die natürlichen Standortvorteile der Insel – mildes Klima, Küstenlandschaften und gute Erreichbarkeit – wurden gezielt genutzt, um internationale Besucher anzuziehen. Gleichzeitig begann ein schrittweiser Ausbau der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Straßenbau, Energieversorgung, Flughäfen und Hotellerie. Dieser Prozess markierte den Beginn der wirtschaftlichen Neuorientierung der Insel. | ||
Mit der schrittweisen Demokratisierung Spaniens ab Mitte der 1970er Jahre begann die sogenannte „Transición“, die auch auf Teneriffa tiefgreifende politische Veränderungen mit sich brachte. Die Kanarischen Inseln erhielten zunächst 1978 den Status einer Präautonomie und wurden 1982 offiziell zu einer autonomen Gemeinschaft innerhalb Spaniens erklärt. Damit wurde eine weitgehende Selbstverwaltung eingeführt, die es der Region ermöglichte, eigene politische und administrative Entscheidungen in vielen Bereichen zu treffen. In diesem Zusammenhang entwickelten sich die beiden Hauptstädte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria zu gemeinsam zentralen Verwaltungsstandorten der autonomen Region, wobei sich die Regierungseinrichtungen regelmäßig zwischen beiden Städten abwechseln. | |||
Ein tragisches Ereignis dieser Zeit war die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa am 27. März 1977 auf dem Flughafen Los Rodeos Airport. Dieses Unglück gilt bis heute als das schwerste Flugzeugunglück der zivilen Luftfahrtgeschichte. Auslöser der Ereignisse war unter anderem eine Bombenexplosion auf dem Flughafen Gran Canaria Airport, die zur Umleitung zahlreicher Flugzeuge nach Teneriffa führte. Dort herrschten zu diesem Zeitpunkt dichte Nebelbedingungen, die die Sicht stark einschränkten. | |||
In der Folge kam es zu einer Kollision zweier Großraumflugzeuge auf der Start- und Landebahn. Eine Boeing 747 der KLM sowie eine Boeing 747 der Pan American World Airways waren an dem Unglück beteiligt. Insgesamt befanden sich 644 Menschen an Bord der beiden Maschinen, von denen 583 ums Leben kamen. Dieses Ereignis hatte weltweit große Auswirkungen auf die Luftfahrtsicherheit und führte zu grundlegenden Änderungen in internationalen Flugverfahren, insbesondere im Bereich der Kommunikation zwischen Cockpit und Flugsicherung sowie in den standardisierten Funkprotokollen. | |||
Parallel zu diesen Entwicklungen setzte sich der wirtschaftliche Aufstieg durch den Tourismus in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren fort. Teneriffa entwickelte sich zu einem der wichtigsten Reiseziele Europas, insbesondere für Bade-, Natur- und Aktivtourismus. Große Hotelzonen im Süden der Insel wurden ausgebaut, während gleichzeitig auch die städtischen Zentren modernisiert wurden. | |||
Die zunehmende touristische Bedeutung brachte wirtschaftlichen Wohlstand, führte jedoch auch zu neuen Herausforderungen. Dazu gehörten Umweltbelastungen, steigende Immobilienpreise, infrastrukturelle Überlastungen in Spitzenzeiten sowie soziale Spannungen zwischen touristisch geprägten Regionen und weniger entwickelten Gebieten. | |||
Während der Coronazeit ab dem Frühjahr 2020 wurde Teneriffa, wie der Rest der Kanarischen Inseln, von verschiedenen Maßnahmen betroffen. In mehreren Phasen gab es nächtliche Ausgangssperren, die je nach Alarmstufe zwischen 22:00 und 6:00 Uhr galten. Diese wurden jedoch nach juristischen Entscheidungen teilweise wieder aufgehoben. Restaurants, Cafés und Bars durften zeitweise nur auf den Außenterrassen öffnen, Innenbereiche waren geschlossen. Die Kapazität war auf 40 bis 50 % begrenzt, abhängig von der Phase. Auch der Einzelhandel durfte nur mit reduzierter Kapazität öffnen. Treffen waren auf maximal 10 bis 15 Personen beschränkt, abhängig von der aktuellen Phase. Nur Personen aus demselben Haushalt durften gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten. In der Öffentlichkeit und in Geschäften bestand Maskenpflicht. In Supermärkten wurden Handschuhe verteilt und es gab Warteschlangen mit Sicherheitsabstand vor den Läden. Die Kapazität von Bussen und Straßenbahnen wurde auf 50 % reduziert. Schulen blieben bis September 2020 geschlossen. Kinos, Theater und Museen durften nur mit stark reduzierter Kapazität öffnen. Um Weihnachten und Neujahr sowie während der Osterwoche galten verschärfte Maßnahmen, darunter Ausgangssperren und weitere Einschränkungen für Gastronomie und Einzelhandel. Im Zuge der Impfkampagne erhielten rund zwei Drittel der Einwohner mit mRNA-Impfstoffe. Seit dem 26. März 2022 sind alle Corona-Maßnahmen auf Teneriffa, nachdem sie zuvor schon vom Obersten Gerichtshof großteils rückgängig gemacht worden waren, aufgehoben. Eine Aufarbeitung der Maßnahmenpolitik fand nicht statt. | |||
Ein schon seit Längerem anstehendes Problem eskalierte im Frühjahr 2025, als ruchbar wurde, dass Unmengen Abwässer ungefiltert ins Meer geleitet wurden. Diesmal wurde ein Defekt an der Abwasser-Aufbereitungsanlage EDAR Adeje-Arona als Ursache ausgemacht. Tatsächlich aber mussten auch früher schon mehrfach Strände wegen Abwasserverschmutzung geschlossen werden. Der beliebte Playa Jardin in Puerto de la Cruz zum Beispiel wurde bereits im August und September 2024 kurzfristig gesperrt. Es folgten Playa Teresitas (November 2024), die Strände von Los Guanches und Olegario im Februar 2025 sowie San Marcos, Troya, El Puertito und Jaquita im Mai 2025. "Die Verschmutzung des Meeres hat", wie 5. Mai 2025 berichtet wurde, "nicht nur ökologische, sondern zunehmend auch wirtschaftliche Konsequenzen." Die Costa Adeje ist immerhin "eines der beliebtesten Touristenziele Teneriffas. Das Vertrauen in die Wasserqualität spielt eine entscheidende Rolle für den Wirtschaftszweig." (https://www.teneriffa-news.com/news/teneriffa/abwasser-probleme-ploetzlich-ist-das-meer-vor-teneriffa-braun-und-stinkt_36301.html<nowiki/>( | |||
== '''Verwaltung''' == | |||
Teneriffa ist seit 1927 selbstverwaltete Isla (Insel) der Provincia Santa Cruz de Tenerife (Provinz Santa Cruz), die seit 1983 Teil der Region Autonoma de los Canares (Autonome Region der Kanarischen Inseln) des Königreichs Spanien (Reino de España) ist. | |||
'''Herrschaftsgeschichte''' | |||
1852 | * um -600 bis 25. Dezember 1495 eigenständige Häuptlingstümer („Königreiche“) der Guanchen | ||
* 25. Dezember 1495 bis 27. Juli 1496 Gouvernement Tenerife (''Gobernación de Tenerife'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'') | |||
* 27. Juli 1496 bis 27. Januar 1822 Tenerife als Teil der Kronolonie Kanarische Inseln (''Islas Canarias de Realengo'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'') | |||
* 27. Januar 1822 bis 17. März 1852 Provinz Kanarische Inseln (''Provincia de Canarias'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'') | |||
* 17. März 1852 bis 3. März 1854 Provinz Westliche Kanaren (''Provincia des Canarias Occidentales'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'') | |||
* 3. März 1854 bis 16. März 1913 Provinz Santa Cruz de Tenerife (''Provincia de Santa Cruz de Tenerife'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'') | |||
* 16. März 1913 bis 23. September 1927 Inselgemeinschaft Tenereiffa (''Comunidad Insular de Tenerife'') innerhalb der gesamtkanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife (''Provincia de Santa Cruz de Tenerife'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'') | |||
* 23. September 1927 bis 16. August 1982 Inselgemeinschaft Tenereiffa (''Comunidad Insular de Tenerife'') innerhalb der westkanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife (''Provincia de Santa Cruz de Tenerife'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'') | |||
* seit 16. August 1982 Inselgemeinschaft Tenereiffa (''Comunidad Insular de Tenerife'') innerhalb der Provinz Santa Cruz de Tenerife (''Provincia de Santa Cruz de Tenerife'') der Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln (''Comunidad Autónoma de Canarias'') des Königreichs Spanien (''Reino de España'') | |||
Die | === '''Legislative und Exekutive''' === | ||
Die politische und administrative Struktur Teneriffas ist in das spanische Staats- und Autonomiesystem eingebettet. Spanien ist ein parlamentarischer Zentralstaat mit weitreichender regionaler Selbstverwaltung, sodass die Kanarischen Inseln als autonome Gemeinschaft eigene gesetzgebende und exekutive Institutionen besitzen. Teneriffa selbst verfügt zusätzlich über eine inselbezogene Verwaltungsebene, die eine zentrale Rolle in der lokalen Politik spielt. | |||
Auf regionaler Ebene bildet das Parlament der Kanarischen Inseln die gesetzgebende Gewalt der Autonomen Gemeinschaft. Es beschließt Gesetze in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Umwelt, Raumplanung und wirtschaftlicher Entwicklung, soweit diese Kompetenzen nicht dem spanischen Zentralstaat vorbehalten sind. Die Exekutive auf dieser Ebene liegt bei der Regierung der Kanarischen Inseln, die von einem Präsidenten oder einer Präsidentin geleitet wird und die Umsetzung der Gesetze sowie die Verwaltung der autonomen Zuständigkeiten übernimmt. | |||
Unterhalb dieser regionalen Ebene kommt auf jeder Insel eine besondere Verwaltungsstruktur zum Tragen: das sogenannte Cabildo Insular. Diese Institution wurde im Zuge der spanischen Verwaltungsreformen des frühen 20. Jahrhunderts geschaffen (im Zusammenhang mit dem Ley de Cabildos) und stellt eine eigenständige Inselregierung dar. Für Teneriffa ist dies das Cabildo de Tenerife. Dieses Organ nimmt eine Zwischenstellung zwischen der regionalen Regierung und den Gemeinden (Municipios) ein und ist für zahlreiche Aufgaben der Inselverwaltung zuständig. | |||
Das Cabildo de Tenerife übernimmt insbesondere Kompetenzen in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr, Umwelt- und Naturschutz, Abfallwirtschaft, Wassermanagement, Kulturförderung sowie wirtschaftliche Entwicklung der Insel. Es ist damit eine zentrale Institution für die praktische Umsetzung politischer Entscheidungen auf Inselniveau. Das politische Organ besteht aus gewählten Abgeordneten (Consejeros), die in allgemeinen Wahlen bestimmt werden. An der Spitze steht ein Präsident oder eine Präsidentin des Cabildos, der bzw. die die Exekutive des Inselrates leitet und die Verwaltung koordiniert. | |||
Auf lokaler Ebene existieren die Gemeinden (Municipios), die für die unmittelbare kommunale Verwaltung zuständig sind. Dazu gehören Aufgaben wie Stadtplanung, lokale Infrastruktur, soziale Dienste, Kulturangebote sowie die Verwaltung öffentlicher Einrichtungen im Gemeindegebiet. Jede Gemeinde wird von einem Gemeinderat (Ayuntamiento) mit einem Bürgermeister oder einer Bürgermeisterin geführt. | |||
Die wichtigsten politischen und administrativen Zentren der Insel konzentrieren sich in Santa Cruz de Tenerife, das sowohl Sitz der Inselverwaltung als auch ein bedeutender Standort der regionalen Regierung ist. Gleichzeitig spielt auch San Cristóbal de La Laguna eine wichtige Rolle als historisches Verwaltungs- und Kulturzentrum. | |||
Die Exekutive auf regionaler Ebene arbeitet eng mit den Insel-Cabildos zusammen, da viele Kompetenzen gemeinsam ausgeübt oder abgestimmt werden müssen. Dieses mehrstufige System aus Staat, Autonomer Gemeinschaft, Inselregierung und Gemeinden führt zu einer relativ dezentralisierten Verwaltung, die auf die geografische Besonderheit der Inselarchitektur der Kanaren abgestimmt ist. | |||
=== '''Inseloberhaupt''' === | |||
Höchster Repräsentant der Insel ist der Präsident der Inselregierung (''Presidentne del Cabildo Insular de Tenerife'').. | |||
=== '''Inseloberhaupt''' === | |||
Höchster Repräsentant der Insel ist der Präsident der Inselregierung (''Presidentne del Cabildo Insular de Tenerife'').. | |||
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* '''Partido Popular (PP)''': Die christlich-konservative Volkspartei Spaniens, die auch auf Teneriffa eine wichtige Rolle spielt. | * '''Partido Popular (PP)''': Die christlich-konservative Volkspartei Spaniens, die auch auf Teneriffa eine wichtige Rolle spielt. | ||
* '''Partido Socialista Obrero Español (PSOE)''': Die sozialdemokratische Partei Spaniens, die ebenfalls auf Teneriffa aktiv ist und regelmäßig Mandate gewinnt. | * '''Partido Socialista Obrero Español (PSOE)''': Die sozialdemokratische Partei Spaniens, die ebenfalls auf Teneriffa aktiv ist und regelmäßig Mandate gewinnt. | ||
Zusätzlich zu diesen Hauptparteien sind auf Teneriffa und den gesamten Kanaren weitere regionale und kleinere Parteien aktiv, darunter: | Zusätzlich zu diesen Hauptparteien sind auf Teneriffa und den gesamten Kanaren weitere regionale und kleinere Parteien aktiv, darunter: | ||
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* '''Agrupación Socialista Gomera (ASG)''': Eine Regionalpartei, die sich auf die Nachbarinsel La Gomera konzentriert, aber im Kanaren-Parlament vertreten ist und bei Koalitionsbildungen eine Rolle spielt. | * '''Agrupación Socialista Gomera (ASG)''': Eine Regionalpartei, die sich auf die Nachbarinsel La Gomera konzentriert, aber im Kanaren-Parlament vertreten ist und bei Koalitionsbildungen eine Rolle spielt. | ||
* '''VOX''': Die rechtspopulistische Partei ist seit den letzten Wahlen auch auf den Kanaren und damit auf Teneriffa mit Sitzen im Regionalparlament vertreten. | * '''VOX''': Die rechtspopulistische Partei ist seit den letzten Wahlen auch auf den Kanaren und damit auf Teneriffa mit Sitzen im Regionalparlament vertreten. | ||
Im spanischen Parlament sind die wichtigsten Parteien für Teneriffa weiterhin PSOE, PP und Coalición Canaria, wobei CC einen Sitz für Santa Cruz de Tenerife hält. | Im spanischen Parlament sind die wichtigsten Parteien für Teneriffa weiterhin PSOE, PP und Coalición Canaria, wobei CC einen Sitz für Santa Cruz de Tenerife hält. | ||
=== '''Justizwesen und Kriminalität''' === | === '''Justizwesen und Kriminalität''' === | ||
Das Justizwesen auf Teneriffa ist | Das Justizwesen auf Teneriffa ist vollständig in das spanische Staatssystem integriert und unterliegt damit dem einheitlichen Recht Spaniens. Es gibt keine eigenständige inselweite Gerichtsbarkeit, sondern eine hierarchisch aufgebaute Struktur, die von lokalen Gerichten bis zum obersten Gerichtshof in Madrid reicht. | ||
Auf der untersten Ebene stehen die erstinstanzlichen Gerichte (Juzgados de Primera Instancia und Juzgados de Instrucción), die auf Teneriffa für Zivil-, Straf- und Ermittlungsverfahren zuständig sind. Sie behandeln eine breite Palette von Fällen, darunter Familienrecht (Scheidungen, Sorgerecht), Vertrags- und Immobilienstreitigkeiten, Erbschaftsangelegenheiten sowie strafrechtliche Ermittlungen bei kleineren und mittleren Delikten. | |||
Die nächsthöhere Instanz auf Provinzebene ist die Audiencia Provincial de Santa Cruz de Tenerife. Dieses Gericht übernimmt Berufungsverfahren sowie schwerere Strafsachen und fungiert als wichtige Schaltstelle zwischen den lokalen Gerichten und den höheren Instanzen. | |||
Die höchste gerichtliche Instanz innerhalb der Kanarischen Inseln ist der Tribunal Superior de Justicia de Canarias. Dieser hat seinen Sitz in Santa Cruz de Tenerife sowie in Las Palmas de Gran Canaria und ist für die letzte gerichtliche Kontrolle auf regionaler Ebene zuständig. Revisionen und letztinstanzliche Entscheidungen in besonders bedeutenden Fällen können anschließend vor den spanischen Obersten Gerichtshof in Madrid gebracht werden. | |||
Das Justizsystem ist somit stark zentralisiert organisiert, gewährleistet jedoch durch regionale Gerichte eine funktionierende rechtliche Infrastruktur auf Insel- und Provinzebene. | |||
Die Kriminalitätslage auf Teneriffa zeigt ein differenziertes Bild. Insgesamt gilt die Insel im internationalen Vergleich weiterhin als relativ sicher, insbesondere im Bereich schwerer Gewaltkriminalität. Gleichzeitig haben sich jedoch bestimmte Deliktsformen in den letzten Jahren deutlich verändert und teilweise zugenommen. | |||
Besonders sichtbar ist der Anstieg von Eigentumsdelikten wie Diebstählen und Einbrüchen, die häufig in touristischen Zentren auftreten. Auch die Cyberkriminalität hat stark an Bedeutung gewonnen, da digitale Straftaten zunehmend sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen. Dieser Bereich gehört zu den am schnellsten wachsenden Kriminalitätsfeldern der Insel. | |||
Bei Sexualdelikten wird in offiziellen Statistiken teilweise ein Anstieg registriert, der jedoch auch mit einer erhöhten Anzeigebereitschaft und gesellschaftlichen Sensibilisierung in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig zeigen andere Kriminalitätsbereiche stabile oder leicht rückläufige Werte, was auf eine insgesamt komplexe Entwicklung der Kriminalitätsstruktur hinweist. | |||
Ein weiterer problematischer Bereich sind Hausbesetzungen („Okupas“), die in einigen urbanen Zonen vorkommen. Diese Fälle stellen die Justiz und Sicherheitsbehörden vor Herausforderungen, da zivilrechtliche Räumungsverfahren in Spanien häufig zeitaufwendig sind und rechtliche Schutzmechanismen genutzt werden können, um Räumungen zu verzögern. | |||
Die Sicherheitsbehörden auf Teneriffa bestehen aus der spanischen Nationalpolizei, der Guardia Civil sowie lokalen Polizeikräften, die jeweils unterschiedliche Zuständigkeiten haben. Während die Nationalpolizei vor allem in Städten und touristischen Zentren aktiv ist, übernimmt die Guardia Civil Aufgaben im ländlichen Raum und auf Verkehrsachsen. | |||
=== '''Flagge und Wappen''' === | === '''Flagge und Wappen''' === | ||
Das Wappen von Teneriffa wurde am 23. März 1510 durch Königin Juana | Das Wappen von Teneriffa wurde am 23. März 1510 durch Königin Juana I. von Kastilien offiziell bestätigt. In der frühen Kolonialzeit diente es zunächst als Siegel der Insel und wurde insbesondere mit der damaligen Hauptstadt San Cristóbal de La Laguna verbunden, die nach der Eroberung eine zentrale politische und administrative Rolle spielte. Mit der Einrichtung des Cabildo de Tenerife im Jahr 1912 wurde dieses historische Wappen erneut als offizielles Symbol der Inselverwaltung übernommen. | ||
Das Wappen zeigt auf goldenem Grund eine grüne Insel, die Teneriffa symbolisiert. Darauf befindet sich ein feuerspeiender Vulkan in natürlicher Darstellung, der auf die vulkanische Entstehung der Insel verweist. Unterhalb dieser Darstellung befinden sich blaue und silberne Wellen, die das Meer und die Insellage im Atlantik repräsentieren. | |||
Im oberen Bereich des Wappens sind zwei zentrale heraldische Figuren dargestellt: rechts eine rote Burg als Symbol für Kastilien, links ein roter Löwe als Zeichen für León. Diese beiden Elemente verweisen auf die historische Vereinigung der Königreiche Kastilien und León, unter deren Herrschaft die Kanarischen Inseln im 15. Jahrhundert erobert und in das spanische Reich integriert wurden. | |||
Ergänzt wird die Darstellung durch die Figur des Erzengels Michael, der über der Burg erscheint. Er ist mit Speer, Schild und rotem Banner dargestellt und symbolisiert den göttlichen Schutz sowie die religiöse Missionierung im Zuge der spanischen Eroberung. Die gesamte Komposition wird von einem roten Wappenrand umgeben, der die Inschrift „Tenerife Me Fecit. Cabildo Insular de Tenerife“ trägt. Diese lateinische Formel verweist auf die historische Selbstrepräsentation der Insel und ihre institutionelle Identität. | |||
Die | Die Flagge Teneriffas basiert auf einem schlichten, aber symbolisch aufgeladenen Design. Sie zeigt ein weißes Kreuz auf blauem Grund, das an die maritime Tradition der Insel sowie ihre christlich geprägte Geschichte erinnert. Das Blau steht für den Atlantik, während das Weiß Reinheit und die historische Verbundenheit mit der Seefahrt symbolisiert. | ||
=== '''Hymne''' === | === '''Hymne''' === | ||
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=== '''Hauptstadt''' === | === '''Hauptstadt''' === | ||
Die Hauptstadtfrage Teneriffas ist historisch eng mit der politischen und administrativen Entwicklung der gesamten Kanarischen Inseln verbunden und hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Ursprünglich war das wichtigste politische und administrative Zentrum der Insel die Stadt '''San Cristóbal de La Laguna''', die nach der kastilischen Eroberung im späten 15. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielte. Aufgrund ihrer früh geplanten Stadtstruktur und ihrer Funktion als Sitz kirchlicher und administrativer Institutionen entwickelte sie sich zunächst zum politischen Mittelpunkt der Insel. | |||
Im frühen 18. Jahrhundert begann jedoch ein schrittweiser Machttransfer an die Küste. Im Jahr 1723 wurde '''Santa Cruz de Tenerife''' offiziell zum Verwaltungssitz der Insel erklärt. Diese Entwicklung war vor allem durch die wachsende Bedeutung des Hafens und des Seehandels bedingt. Santa Cruz entwickelte sich rasch zu einem wirtschaftlichen Zentrum, während La Laguna ihre Rolle als kulturelles und religiöses Zentrum teilweise beibehielt. | |||
Ein entscheidender Schritt erfolgte im Jahr 1822, als Santa Cruz de Tenerife zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels erklärt wurde. Dieser Status bedeutete, dass die Stadt nicht nur die Insel Teneriffa, sondern die gesamte Inselgruppe administrativ repräsentierte. Diese Funktion behielt Santa Cruz bis zur administrativen Neuordnung Spaniens im Jahr 1927 bei, als die Kanarischen Inseln in zwei Provinzen geteilt wurden. | |||
Seit dieser Teilung fungiert Santa Cruz de Tenerife als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die die westlichen Kanarischen Inseln umfasst. Gleichzeitig besteht bis heute ein duales Hauptstadtsystem innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln, in dem sich Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria bestimmte Regierungsfunktionen teilen. | |||
=== '''Verwaltungsgliederung''' === | === '''Verwaltungsgliederung''' === | ||
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== '''Bevölkerung''' == | == '''Bevölkerung''' == | ||
Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 2.034,38 km². | |||
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2023 948 815 466,39 | 2023 948 815 466,39 | ||
2023 955 063 | 2023 958 834 469,46 | ||
2024 955 063 471,32 | |||
Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,677 % pro Jahr. | Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,677 % pro Jahr. | ||
'''Bevölkerungsaufteilung''' 1991: | |||
* Bevölkerungszahl insgesamt 623 823 | |||
* weiblich 317.023 (50,82 %) | |||
* männlich 306.800 (49,18 %) | |||
Bevölkerungszahl | * unter 15jährig 138.177 (22,15 %) | ||
* 15 bis 64 Jahre alt 424.763 (68,09 %) | |||
* über 64jährig 60.883 (9,76 %) | |||
* städtisch 380.401 (60,98 %) | |||
* ländlich 243.422 (39,02 %) | |||
* Tinerfenier 504.970 (80,95 %) | |||
* Kanaren 87.178 (13,97 %) | |||
* Ausländer 31.675 (5,08 %) | |||
'''Haushalte''': | '''Haushalte''': | ||
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Gebäude 1990: | Gebäude 1990: | ||
* Gesamtzahl der Gebäude 142.766 | |||
* davon Einfamilienhäuser 134 996 | |||
* Personen pro Gebäude 4,646 | |||
Wohnungen 1990: | Wohnungen 1990: | ||
* Gesamtzahl 260.204 | |||
* Personen pro Wohnung 2,549 | |||
Familien 1991: | Familien 1991: | ||
* Gesamtzahl der Familien 175.689 | |||
* Personen pro Familie 3,551 | |||
=== '''Volksgruppen''' === | === '''Volksgruppen''' === | ||
Die heutige Bevölkerung Teneriffas ist ethnisch und kulturell vielfältig, wobei sich im Laufe der Jahrhunderte eine überwiegend spanisch geprägte Inselgesellschaft herausgebildet hat. Eine eigenständige, klar abgrenzbare indigene Volksgruppe im Sinne einer fortbestehenden „Guanchen“-Ethnie existiert heute nicht mehr. | |||
Die Guanchen waren die ursprünglichen Bewohner Teneriffas und lebten bereits vor der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert auf der Insel, vermutlich seit spätestens dem ersten Jahrtausend v. Chr. Sie entwickelten eine eigenständige Kultur, die sich über mehrere Jahrhunderte hinweg in relativer Isolation formte. Ihre Gesellschaft war politisch in mehrere voneinander getrennte Herrschaftsgebiete gegliedert, die sogenannten Menceyatos, die jeweils von einem Mencey als Stammeshäuptling regiert wurden. | |||
Mit der kastilischen Eroberung am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die politische und gesellschaftliche Struktur der Guanchen schrittweise aufgelöst. Ein großer Teil der indigenen Bevölkerung wurde in die neue koloniale Gesellschaft integriert, während kulturelle Elemente teilweise verloren gingen oder mit spanischen Einflüssen verschmolzen. Dadurch entstand langfristig eine neue, gemischte Bevölkerung. | |||
Heute identifiziert sich die Bevölkerung Teneriffas überwiegend als Teil der spanischen Nation innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln. Historisch betrachtet besteht die Bevölkerung aus einer Mischung verschiedener Herkunftsgruppen, darunter Nachfahren der Guanchen, spanische Siedler aus verschiedenen Regionen der Iberischen Halbinsel, insbesondere Kastilien und Andalusien, sowie Einflüsse aus Portugal und Nordafrika. Zusätzlich kamen im Laufe der Neuzeit weitere Migrationsbewegungen hinzu, insbesondere aus Lateinamerika und anderen Teilen Europas. | |||
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==== '''Guanchen''' ==== | |||
Das Volk der '''Guanchen''' waren die Ureinwohner der Insel Teneriffa, ein berberisches Volk mit nordafrikanischen Wurzeln, das über Jahrhunderte hinweg eine einzigartige Kultur auf den Kanarischen Inseln entwickelte. Die Guanchen (auch Guanches oder Tinerfeños genannt) besiedelten Teneriffa wahrscheinlich ab dem 1. oder 2. Jahrhundert v. Chr., möglicherweise in mehreren Wellen aus dem nordwestafrikanischen Raum (heutiges Marokko und Algerien). Sie gehörten zur großen Familie der Berbervölker (Amazigh) und brachten eine Lebensweise mit, die perfekt an die vulkanische, gebirgige Insel angepasst war. | |||
Die Guanchen lebten in einer stark gegliederten Stammesgesellschaft. Teneriffa war in mehrere Königreiche („Menceyatos“) unterteilt, die jeweils von einem Mencey (König) regiert wurden. Der bekannteste war der Mencey von Taoro im Norden. Sie wohnten in Höhlen (wie in Chinamada oder den berühmten Höhlen von Anaga), betrieben Viehzucht (vor allem Ziegen und Schafe), Ackerbau (Gerste, Weizen) und sammelten Früchte und Kräuter. Ihre Kleidung bestand aus Ziegenfellen, sie kannten einfache Werkzeuge aus Stein, Holz und Knochen und pflegten eine reiche mündliche Überlieferung mit Mythen über Götter wie Achaman (Himmelsgott) und die heilige Bergwelt des Teide. | |||
Kulturell waren die Guanchen hoch entwickelt. Sie praktizierten Mumifizierung ihrer Toten, hatten ein eigenes Zahlensystem und eine reiche Folklore mit Tänzen, Gesängen und dem Silbo – einer pfeifenden Kommunikationsform, die in gefährlichem Gelände eingesetzt wurde. Ihre Sprache, das Guanche, war berberisch und bildete die Grundlage vieler heutiger Ortsnamen (Teide, Anaga, Teno, Güímar) und Lehnwörter im kanarischen Spanisch. Die Gesellschaft kannte strenge soziale Regeln, Gastfreundschaft und ein ausgeprägtes Ehrgefühl. Frauen genossen teilweise eine respektierte Stellung, und es gab spezielle Priesterinnen („Magos“ oder „Harimaguadas“). | |||
Die Ankunft der Kastilier unter Alonso Fernández de Lugo 1494–1496 markierte das Ende der unabhängigen Guanchen-Gesellschaft. Nach erbitterten Kämpfen (die Schlacht von Acentejo ist bis heute legendär) wurde Teneriffa 1496 erobert. Viele Guanchen fielen im Kampf, wurden versklavt, starben an eingeschleppten Krankheiten oder mischten sich mit den spanischen Siedlern. Die reine guanchische Kultur und Sprache verschwand innerhalb weniger Generationen, doch das Volk selbst lebte genetisch und kulturell weiter. | |||
Heutige Teneriffaner tragen in ihren Genen einen deutlichen guanchischen Anteil. Moderne DNA-Studien zeigen, dass viele Inselbewohner nordafrikanische Vorfahren haben. Kulturell lebt das Erbe der Guanchen in Festen (wie dem Romería), traditioneller Musik, Küche, Ortsnamen und dem Stolz auf die „insularidad“ fort. In Museen wie dem Museo de la Naturaleza y el Hombre in Santa Cruz oder in ethnographischen Stätten wird ihre Geschichte lebendig gehalten. | |||
=== '''Sprachen''' === | === '''Sprachen''' === | ||
Auf Teneriffa wird ein | Die offizielle und mit Abstand wichtigste Sprache ist das Spanische. Auf Teneriffa wird dabei nicht das neutrale Standardspanisch gesprochen, sondern eine regionale Varietät, das sogenannte kanarische Spanisch. Diese Sprachform gehört zum andalusisch-atlantischen Dialektkontinuum und weist typische phonologische, grammatische und lexikalische Besonderheiten auf. Dazu gehören unter anderem die Abschwächung oder das Wegfallen von Endkonsonanten, insbesondere des „s“, eine weichere Aussprache sowie eine geringere Unterscheidung zwischen bestimmten Lauten als im kastilischen Standardspanisch. Auch im Wortschatz finden sich zahlreiche regionaltypische Begriffe, die teilweise aus dem Portugiesischen, dem lateinamerikanischen Spanisch oder aus älteren historischen Sprachschichten stammen. | ||
Das kanarische Spanisch ist die Alltagssprache der gesamten Bevölkerung und wird in Verwaltung, Bildung, Medien und öffentlichem Leben verwendet. Es ist vollständig mit dem standardisierten Spanisch Spaniens kompatibel, weist jedoch eine starke regionale Identität auf und ist ein wichtiges kulturelles Merkmal der Insel. | |||
Neben dem Spanischen spielen weitere Sprachen eine zunehmende Rolle, vor allem durch Tourismus und Migration. In touristischen Zentren wie Küstenorten und städtischen Gebieten werden häufig Englisch und Deutsch verwendet, da viele Besucher aus dem europäischen Ausland stammen. Auch andere europäische Sprachen wie Italienisch oder Französisch sind im touristischen und wirtschaftlichen Kontext präsent. Diese Sprachen haben jedoch keinen offiziellen Status, sondern dienen ausschließlich der Kommunikation im internationalen Umfeld. | |||
Historisch gesehen wurde auf Teneriffa vor der spanischen Eroberung eine indigene Sprache gesprochen, die heute als Guanche language bezeichnet wird. Diese Sprache der Guanchen ist vollständig ausgestorben und nur fragmentarisch überliefert. Sie wurde nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert rasch vom Spanischen verdrängt, da die indigene Bevölkerung schrittweise in die koloniale Gesellschaft integriert wurde. Heute existieren lediglich einzelne überlieferte Wörter, Ortsnamen und mögliche sprachliche Spuren in der Toponymie der Insel. | |||
Die Spanish language ist somit die einzige lebendige und institutionell verankerte Sprache auf Teneriffa. Sie bildet die Grundlage für Bildung, Verwaltung, Rechtssystem und Medienlandschaft. Alle offiziellen Dokumente, Schulunterricht und staatlichen Institutionen verwenden ausschließlich Spanisch. | |||
==== '''Guanchisch''' ==== | |||
Die Sprache der Guanchen auf Teneriffa war die ursprüngliche Sprache der Ureinwohner der Insel, die Guanche (oder Tinerfeño-Guanche) genannt wird. Sie gehörte zum berberischen (amazighischen) Sprachzweig der afroasiatischen Sprachfamilie und stand damit in enger Verwandtschaft zu den Sprachen Nordafrikas, besonders den Berberdialekten der Kanarischen Inseln und des Atlas-Gebirges. | |||
Vor der kastilischen Eroberung Ende des 15. Jahrhunderts war das Guanche auf Teneriffa die alleinige Sprache der einheimischen Bevölkerung. Die Guanchen lebten als Hirten und Ackerbauern in einer stark gegliederten Gesellschaft mit Menceys (Königen) an der Spitze. Ihre Sprache diente nicht nur der Alltagskommunikation, sondern auch der Überlieferung von Mythen, Gesetzen und dem Wissen über die vulkanische Inselwelt. Ortsnamen wie ''Achinech'' oder ''Chenerife'' (alte Bezeichnungen für Teneriffa), ''Teide'', ''Anaga'' oder ''Teno'' stammen größtenteils aus dem Guanche und zeugen bis heute von dieser Epoche. | |||
Das Guanche war keine einheitliche Sprache, sondern wies regionale Varianten auf den verschiedenen Inseln auf. Auf Teneriffa war sie besonders gut dokumentiert durch spanische Chronisten wie fray Alonso de Espinosa oder Leonardo Torriani, die nach der Eroberung Wörterlisten und Beschreibungen anlegten. Typische Merkmale waren ein reicher Konsonantismus mit vielen Kehl- und Zischlauten, ein einfaches Vokalsystem und eine agglutinierende Struktur, bei der Präfixe und Suffixe Bedeutungen veränderten. Viele Wörter begannen mit „T“ oder „Ch“, und es gab spezielle Begriffe für die Bergwelt, Tiere (z. B. ''baifo'' für Zicklein) und Alltagsgegenstände wie ''tenique'' (die drei Herdsteine). | |||
Nach der Eroberung 1496 starb das Guanche als gesprochene Sprache relativ schnell aus. Die Überlebenden wurden hispanisiert, viele wurden versklavt oder flohen in unzugängliche Gebiete. Dennoch überlebten zahlreiche Wörter im heutigen kanarischen Spanisch Teneriffas: landwirtschaftliche und geographische Begriffe, Pflanzennamen und Ausdrücke des täglichen Lebens. Beispiele sind ''goro'' (Höhle oder Stall), ''chácara'' (ein Musikinstrument) oder ''sorullo'' (einfältig). Auch in der Toponymie (Ortsnamen) ist der guanchische Einfluss bis heute dominant. | |||
Heute gibt es keine Muttersprachler des Guanche mehr. Es handelt sich um eine ausgestorbene Sprache, die jedoch durch linguistische Forschung, Wörterbücher und kulturelle Revitalisierungsbestrebungen rekonstruiert wird. Auf Teneriffa und anderen Inseln wird das kulturelle Erbe in Museen, Festen und der lokalen Identität gepflegt. Moderne Initiativen versuchen, guanchische Wörter und Elemente in die kanarische Identität einzubinden, ohne jedoch die Sprache als lebendiges Idiom wiederzubeleben. | |||
==== '''Tinferfenisch''' ==== | |||
Der Dialekt der Insel Teneriffa, auch Tinerfeño oder Español tinerfeño genannt, ist eine lebendige Variante des kanarischen Spanisch (''español canario''). Er wird von den etwa 900.000 Einwohnern Teneriffas gesprochen und bildet zusammen mit den anderen Inselvarianten eine eigene atlantische Sprachgruppe, die dem Spanisch der Karibik sehr nahesteht. Diese Nähe entstand historisch, weil viele Kanarier im 15. bis 17. Jahrhundert nach Amerika auswanderten und dort die Grundlagen für das lateinamerikanische Spanisch mitprägten. | |||
Nach der kastilischen Eroberung Teneriffas Ende des 15. Jahrhunderts setzte sich das Spanische durch. Die alte Sprache der Guanchen verschwand weitgehend, hinterließ jedoch Spuren im Wortschatz, vor allem bei Bezeichnungen für Geländeformen, Pflanzen und traditionelle Gegenstände. Starke Einflüsse kamen zudem aus dem Portugiesischen durch Siedler von Madeira und den Azoren sowie aus dem Andalusischen. Heute unterscheidet sich das Tinerfeño je nach Region: Im Norden um La Laguna oder La Orotava und in abgelegenen Tälern wie Anaga, Teno oder Güímar sind traditionelle Merkmale stärker erhalten, während im touristischen Süden mehr Standardspanisch einfließt. | |||
Phonetisch zeichnet sich der Dialekt durch einen weichen, melodischen Klang aus. Typisch ist der Seseo, bei dem ''c'' (vor e/i) und ''z'' wie ''s'' ausgesprochen werden. Das /s/ am Silben- oder Wortende wird häufig aspiriert (zu einem leichten Hauch) oder ganz ausgelassen, was dem Sprechrhythmus eine fließende, karibisch anmutende Qualität verleiht. Die Intonation ist variabel und musikalisch, mit einer eher aufsteigenden oder sanften Kadenz. Grammatikalisch fällt auf, dass statt ''vosotros'' (ihr) fast immer ''ustedes'' verwendet wird, ähnlich wie in Lateinamerika. Das einfache Präteritum wird bevorzugt, und Diminutive sind sehr beliebt, oft in verkürzter Form. | |||
Der Wortschatz bereichert das Spanische mit lokalen Ausdrücken: Guanchismen wie ''baifo'' (Zicklein) oder ''tenique/chénique'' (die drei Herdsteine), portugiesische Lehnwörter wie ''rego'' (Furche) und typisch kanarische Begriffe wie ''guagua'' für Bus oder ''tenderete'' für ein Fest mit Essen und Folklore. Viele Wörter beziehen sich auf das Inselleben, die Landwirtschaft, das Meer oder die vulkanische Landschaft. | |||
Sprachliche Besonderheiten des Dialekts sind: | |||
* Seseo: Es gibt keinen Unterschied in der Aussprache zwischen „c“, „z“ und „s“ – alle werden wie ein „s“ ausgesprochen. | * Seseo: Es gibt keinen Unterschied in der Aussprache zwischen „c“, „z“ und „s“ – alle werden wie ein „s“ ausgesprochen. | ||
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=== '''Religion''' === | === '''Religion''' === | ||
Seit der kastilischen Eroberung Teneriffas im Jahr 1496 prägt die römisch-katholische Kirche das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Insel. Zahlreiche Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte entstanden in den folgenden Jahrhunderten und bilden bis heute einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes. Bedeutende religiöse Feste wie die Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau von Candelaria, der Schutzpatronin der Kanarischen Inseln, sowie die Osterprozessionen und zahlreiche Patronatsfeste der Gemeinden gehören zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres. Viele Traditionen, Bräuche und Feiertage haben ihren Ursprung im katholischen Glauben. | |||
Wie im übrigen Spanien ist jedoch auch auf Teneriffa der Anteil praktizierender Katholiken in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Nach aktuellen Erhebungen bezeichnen sich in Spanien noch rund 58 % der Bevölkerung als katholisch, während der Anteil konfessionsloser Menschen auf etwa 38 % gestiegen ist. Dieser gesellschaftliche Wandel zeigt sich auch auf Teneriffa, insbesondere in den größeren Städten und unter jüngeren Generationen. | |||
Durch Einwanderung, internationale Arbeitsmigration und den ganzjährigen Tourismus hat sich die religiöse Vielfalt der Insel deutlich erweitert. Der Islam stellt heute die größte nichtchristliche Religionsgemeinschaft dar. Muslimische Gemeinden bestehen insbesondere in den größeren Städten sowie in Regionen mit einem höheren Anteil nordafrikanischer und anderer internationaler Einwanderer. Mehrere Moscheen und islamische Kulturzentren dienen als religiöse und soziale Treffpunkte. | |||
Der Hinduismus besitzt auf Teneriffa ebenfalls eine sichtbare Präsenz. Vor allem durch die aus Indien stammende Händlergemeinschaft entstanden hinduistische Gemeinden, die eigene Tempel unterhalten und traditionelle religiöse Feste feiern. Die indischstämmige Bevölkerung trägt seit Jahrzehnten zum Wirtschafts- und Kulturleben der Insel bei. | |||
Auch verschiedene evangelische Kirchen sind vertreten. Hierzu gehören unter anderem lutherische, anglikanische, baptistische, pfingstkirchliche und freikirchliche Gemeinden. Viele dieser Gemeinden entstanden zunächst für ausländische Einwohner und Touristen, stehen heute jedoch allen Interessierten offen. | |||
Der Buddhismus ist durch verschiedene Zentren und Meditationsgemeinschaften vertreten. Neben tibetisch-buddhistischen Gruppen existieren auch Zen- und andere buddhistische Richtungen. Sie richten sich sowohl an Einheimische als auch an internationale Bewohner und Besucher der Insel. | |||
Das | Das Judentum besitzt auf Teneriffa eine kleine, aber historisch verwurzelte Gemeinde. Bereits seit der frühen Neuzeit lebten vereinzelt Juden auf der Insel; heute besteht eine organisierte jüdische Gemeinschaft, die vor allem im Raum Santa Cruz de Tenerife angesiedelt ist. | ||
Darüber hinaus existieren zahlreiche kleinere Religionsgemeinschaften. Dazu zählen die Bahá'í-Religion, chinesische Religionen, Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), verschiedene afrikanische und afroamerikanische Religionsformen sowie weitere christliche Freikirchen. | |||
Eine besondere Stellung nimmt die sogenannte Kirche des Volkes der Guanchen ein. Dabei handelt es sich um eine kleine neuheidnische Bewegung, die versucht, religiöse Elemente der vorspanischen Kultur der Guanchen symbolisch wiederzubeleben. Diese Gemeinschaft versteht sich nicht als direkte Fortsetzung der ursprünglichen Religion der Ureinwohner, sondern als moderne Rekonstruktion und kulturelle Wiederbelebung altkanarischer Glaubensvorstellungen. Ihre Anhängerschaft ist sehr klein, sie trägt jedoch zur religiösen Vielfalt Teneriffas bei. | |||
Neben den organisierten Religionsgemeinschaften gewinnen auch alternative spirituelle Richtungen zunehmend an Bedeutung. Esoterik, Yoga, Meditation, schamanische Praktiken sowie naturspirituelle und ganzheitliche Lebenskonzepte erfreuen sich insbesondere in touristischen Regionen wachsender Beliebtheit und ergänzen die religiöse Landschaft um weitere Ausdrucksformen individueller Spiritualität. | |||
* Pedro Jose Bencomo Rodríguez (1819 bis 1822), Kapitularvikar | ==== '''Traditionelle Religion''' ==== | ||
* José Hilario Martinón (1822 bis 1824), Kapitularvikar | Neben den etablierten Weltreligionen und der wachsenden Zahl konfessionsfreier Menschen existieren auf Teneriffa auch kleinere Strömungen im Bereich traditioneller Religionen, Rekonstruktionismus und Neuheidentum. Diese Gruppen sind zahlenmäßig sehr klein und organisatorisch meist lose strukturiert, stellen jedoch einen interessanten Teil der modernen spirituellen Vielfalt der Insel dar. | ||
Historisch betrachtet ist die vorchristliche Religion der Guanchen vollständig verschwunden. Sie war polytheistisch und stark natur- sowie astralbezogen, mit Gottheiten wie dem Himmelsgott und Sonnenverehrung sowie einem ausgeprägten Kult um Naturorte wie Berge und Höhlen. Diese ursprüngliche Religion wurde nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert durch das Christentum ersetzt und ist nur noch durch archäologische Funde und historische Berichte rekonstruierbar. | |||
Das heutige Neuheidentum auf Teneriffa steht in keinem direkten kontinuierlichen Zusammenhang mit dieser alten guanchischen Religion, sondern ist eine moderne Wiederaneignung oder Neudeutung vorspanischer kultureller Elemente. Dabei werden historische Motive, archäologische Stätten und symbolische Elemente der Inselgeschichte teilweise spirituell interpretiert und in neue Glaubens- oder Weltanschauungssysteme integriert. | |||
Ein Teil dieser Strömungen bezieht sich symbolisch auf die Guanchen und versucht, Elemente ihrer Kultur in ritueller oder spiritueller Form zu rekonstruieren. Diese Bewegungen sind jedoch wissenschaftlich nicht als direkte Fortsetzung der ursprünglichen Religion zu verstehen, sondern als moderne Konstruktionen, die aus kulturellem Interesse, Identitätssuche oder spiritueller Orientierung entstehen. | |||
Typische Formen des Neuheidentums auf Teneriffa umfassen naturspirituelle Rituale, Jahreskreisfeste, Meditation in der Natur sowie symbolische Bezugnahmen auf Elemente wie Berge, Vulkanlandschaften oder den Atlantik. Diese Praktiken überschneiden sich teilweise mit esoterischen und alternativen spirituellen Bewegungen, bleiben jedoch meist individuell oder in kleinen Gruppen organisiert. | |||
Die gesellschaftliche Bedeutung dieser Bewegungen ist insgesamt gering, da die Mehrheit der Bevölkerung Teneriffas entweder säkular oder christlich geprägt ist. Neuheidentum wird daher eher als kulturelles Randphänomen wahrgenommen, das vor allem im Kontext von Tourismus, alternativer Spiritualität und individueller Sinnsuche sichtbar wird. | |||
==== '''Römisch-Katholische Kirche''' ==== | |||
Das '''Bistum San Cristóbal de La Laguna''', auch ''Bistum Tenerife'' oder ''Bistum Nivariense'' genannt, (''Dioecesis Sancti Christophori de Laguna'' oder ''Dioecesis Nivariensis'') ist eine in Spanien gelegene römisch-katholische Diözese mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Es umfasst die westlichen Inseln des kanarischen Archipels. Schutzpatronin des Bistums ist Nuestra Señora de los Remedios. Die kleinen Schutzheiligen sind: Hl. Ferdinand von Kastilien und Hl. Elisabeth von Portugal. | |||
Das Bistum wurde am 1. Februar 1819 von Papst Pius VII. durch Teilung des Bistums Kanarische Inseln errichtet und dem Erzbistum Sevilla als Suffraganbistum unterstellt. Das unter dem alten Namen weiter bestehende Bistum Kanarische Inseln erstreckt sich auf die östlichen Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Das neue Bistum San Cristóbal de La Laguna besteht hingegen aus den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Die Teilung des Gebietes der Kanarischen Inseln in zwei Diözesen wurde zum 21. Dezember 1819 gültig. Die treibende Kraft bei der Gründung des Bistums war ein katholischer Bischof und Beichtvater König Ferdinands VII. von Spanien, Cristóbal Bencomo y Rodríguez. | |||
Aufgrund der politischen Wirren in Madrid konnte der erste Bischof von San Cristóbal de La Laguna, Luis Folgueras y Sion, sein Amt erst am 12. Juli 1825 antreten. Die Diözese wurde in der Zwischenzeit durch verschiedene Kapitularvikare geleitet. Nachdem Bischof Folgueras y Sion im Jahr 1848 zum Erzbischof von Granada ernannt worden war, blieb der Bischofsstuhl vakant. Das Konkordat von 1851 sah vor, dass für die Diözese der westlichen Kanarischen Inseln ein Weihbischof ernannt werden sollte, was jedoch nie geschah. Im August 1859 wurde der Bischof der (östlichen) Kanarischen Inseln mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria als Apostolischer Administrator bestellt. Es folgten weitere Administratoren. Als sich mit dem Regierungsbeginn des Königs Alfons XII. die Beziehungen zwischen Spanien und dem Heiligen Stuhl besserten, wurde eine Neubesetzung des Bischofsstuhls geplant. Am 18. März 1877 ernannte Pius IX. den Benediktinermönch Ildefonso Infante y Macias zum zweiten Bischof von San Cristóbal de la Laguna Der letzte Bischof, Bernardo Álvarez Afonso, wurde am 29. Juni 2005 von Benedikt XVI. in das Amt berufen. Seinen Rücktritt hat der Papst Franziskus am 16. September 2024 angenommen. | |||
'''Bischöfe von San Cristobal de La Laguna''' | |||
* Pedro Jose Bencomo Rodríguez (1819 bis 1822), Kapitularvikar | |||
* José Hilario Martinón (1822 bis 1824), Kapitularvikar | |||
* Pedro José Bencomo Rodríguez (1824 bis 1825), Kapitularvikar | * Pedro José Bencomo Rodríguez (1824 bis 1825), Kapitularvikar | ||
* Luis Folgueras y Sión (1825 bis 1848), auch Erzbischof von Granada | * Luis Folgueras y Sión (1825 bis 1848), auch Erzbischof von Granada | ||
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* Eloy Alberto Santiago Santiago (seit 2025) | * Eloy Alberto Santiago Santiago (seit 2025) | ||
== ''' | ==== '''Judentum''' ==== | ||
Jüdisches Leben auf den Kanarischen Inseln l#sst sich bis in die Zeit nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Viele Juden auf der Iberischen Halbinsel waren nach der Vertreibung und Zwangskonversion durch die spanische Krone gezwungen, ihre Religion im Verborgenen auszuüben oder auszuwandern. Teile dieser sefardischen Diaspora gelangten im Laufe der frühen Neuzeit auch auf die Kanarischen Inseln, darunter Teneriffa, wo sie sich teilweise in Handel und städtischem Leben integrierten. | |||
Im Laufe der folgenden Jahrhunderte blieb die jüdische Präsenz auf Teneriffa klein und stark schwankend, abhängig von wirtschaftlichen Bedingungen und politischen Entwicklungen. Erst in der Neuzeit, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert, kam es erneut zu einer sichtbaren jüdischen Gemeinde, vor allem durch Migration aus Europa, Nordafrika und später auch aus anderen Teilen der Welt. | |||
Heute konzentriert sich das jüdische Leben auf Teneriffa vor allem auf städtische Zentren, insbesondere auf Santa Cruz de Tenerife sowie touristisch geprägte Gebiete. Die Gemeinde ist klein, aber organisiert und umfasst sowohl dauerhaft ansässige Familien als auch zeitweise auf der Insel lebende Personen, etwa im Zusammenhang mit Tourismus oder beruflicher Migration. | |||
Religiöses Leben findet in Form kleiner Gemeinden, privater Treffen und gelegentlicher Gottesdienste statt. Aufgrund der begrenzten Größe gibt es keine große Anzahl an Synagogen oder religiösen Einrichtungen, jedoch bestehen Kontakte zu jüdischen Organisationen auf dem spanischen Festland. | |||
Die heutige jüdische Bevölkerung auf Teneriffa ist ethnisch und kulturell vielfältig und besteht überwiegend aus Menschen mit europäischem, nordafrikanischem oder lateinamerikanischem Hintergrund. Sie ist vollständig in die multikulturelle Gesellschaft der Insel eingebettet und nimmt am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil. | |||
==== '''Esoterik''' ==== | |||
''' | == '''Siedlungen''' == | ||
[[Datei:Tenerife Landschaft.png|rechts]] | |||
Die Einwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt: | |||
{| class="wikitable" | |||
!Municipio | |||
!1900 | |||
!1910 | |||
!1920 | |||
!1930 | |||
!1940 | |||
!1950 | |||
!1960 | |||
!1970 | |||
!1981 | |||
!1992 | |||
|- | |||
|Adeje | |||
|1.705 | |||
|2.263 | |||
|2.444 | |||
|2.951 | |||
|4.634 | |||
|3.907 | |||
|5.259 | |||
|6.688 | |||
|11.932 | |||
|11.047 | |||
|- | |||
|Arafo | |||
|1.604 | |||
|1.837 | |||
|1.790 | |||
|2.711 | |||
|2.830 | |||
|3.184 | |||
|3.176 | |||
|3.684 | |||
|3.609 | |||
|4.232 | |||
|- | |||
|Arico | |||
|3.724 | |||
|3.496 | |||
|3.576 | |||
|4.083 | |||
|4.433 | |||
|5.391 | |||
|5.336 | |||
|4.189 | |||
|4.228 | |||
|4.697 | |||
|- | |||
|Arona | |||
|1.971 | |||
|2.311 | |||
|2.523 | |||
|3.482 | |||
|3.611 | |||
|4.690 | |||
|6.469 | |||
|10.942 | |||
|17.739 | |||
|23.434 | |||
|- | |||
|Buenavista del Norte | |||
|2.113 | |||
|2.245 | |||
|2.341 | |||
|3.327 | |||
|3.504 | |||
|3.640 | |||
|4.464 | |||
|4.764 | |||
|4.538 | |||
|5.582 | |||
|- | |||
|Candelaria | |||
|2.345 | |||
|2.857 | |||
|2.596 | |||
|3.379 | |||
|3.889 | |||
|4.405 | |||
|4.795 | |||
|5.831 | |||
|7.307 | |||
|10.915 | |||
|- | |||
|Fasnia | |||
|1.796 | |||
|2.713 | |||
|2.929 | |||
|2.671 | |||
|3.274 | |||
|3.404 | |||
|3.197 | |||
|2.530 | |||
|2.230 | |||
|2.224 | |||
|- | |||
|Garachico | |||
|2.929 | |||
|3.464 | |||
|3.608 | |||
|4.098 | |||
|4.780 | |||
|4.617 | |||
|4.869 | |||
|4.487 | |||
|4.677 | |||
|5.983 | |||
|- | |||
|Granadilla de Abona | |||
|3.376 | |||
|3.513 | |||
|3.493 | |||
|4.174 | |||
|5.810 | |||
|6.053 | |||
|8.552 | |||
|10.118 | |||
|13.873 | |||
|17.019 | |||
|- | |||
|La Guancha | |||
|1.699 | |||
|1.949 | |||
|2.051 | |||
|2.375 | |||
|2.808 | |||
|3.462 | |||
|3.630 | |||
|4.249 | |||
|4.878 | |||
|5.230 | |||
|- | |||
|Guía de Isora | |||
|3.323 | |||
|4.329 | |||
|4.620 | |||
|4.794 | |||
|4.903 | |||
|4.618 | |||
|7.858 | |||
|9.678 | |||
|10.020 | |||
|12.020 | |||
|- | |||
|Güímar | |||
|5.120 | |||
|5.897 | |||
|6.305 | |||
|8.815 | |||
|10.374 | |||
|10.898 | |||
|10.972 | |||
|12.131 | |||
|13.485 | |||
|14.587 | |||
|- | |||
|Icod de los Vinos | |||
|6.706 | |||
|7.517 | |||
|9.028 | |||
|11.027 | |||
|13.263 | |||
|13.477 | |||
|15.042 | |||
|15.042 | |||
|18.612 | |||
|21.553 | |||
|- | |||
|La Laguna | |||
|13.074 | |||
|16.322 | |||
|16.871 | |||
|24.228 | |||
|33.042 | |||
|41.731 | |||
|57.344 | |||
|79.963 | |||
|112.635 | |||
|112.917 | |||
|- | |||
|La Matanza de Acentejo | |||
|2.030 | |||
|2.336 | |||
|2.199 | |||
|2.591 | |||
|2.979 | |||
|3.451 | |||
|3.686 | |||
|4.318 | |||
|5.323 | |||
|5.997 | |||
|- | |||
|La Orotava | |||
|9.182 | |||
|11.242 | |||
|12.208 | |||
|14.436 | |||
|17.682 | |||
|20.218 | |||
|22.371 | |||
|26.840 | |||
|31.394 | |||
|35.303 | |||
|- | |||
|Puerto de la Cruz | |||
|5.562 | |||
|6.553 | |||
|7.036 | |||
|8.818 | |||
|10.695 | |||
|12.109 | |||
|15.248 | |||
|45.970 | |||
|39.241 | |||
|25.769 | |||
|- | |||
|Los Realejos | |||
|7.035 | |||
|8.497 | |||
|9.601 | |||
|12.601 | |||
|13.917 | |||
|15.541 | |||
|17.777 | |||
|21.741 | |||
|25.721 | |||
|30.022 | |||
|- | |||
|El Rosario | |||
|2.767 | |||
|3.588 | |||
|3.509 | |||
|4.421 | |||
|5.602 | |||
|6.159 | |||
|8.118 | |||
|15.783 | |||
|5.570 | |||
|8.428 | |||
|- | |||
|San Juan de la Rambla | |||
|2.024 | |||
|2.277 | |||
|2.317 | |||
|2.757 | |||
|3.064 | |||
|3.786 | |||
|4.271 | |||
|4.765 | |||
|4.464 | |||
|4.525 | |||
|- | |||
|San Miguel | |||
|1.785 | |||
|1.943 | |||
|2.023 | |||
|2.047 | |||
|2.241 | |||
|2.383 | |||
|3.117 | |||
|4.939 | |||
|3.834 | |||
|5.325 | |||
|- | |||
|Santa Cruz de Tenerife | |||
|38.419 | |||
|63.004 | |||
|52.432 | |||
|62.087 | |||
|72.358 | |||
|103.446 | |||
|133.100 | |||
|151.361 | |||
|190.784 | |||
|200.172 | |||
|- | |||
|Santa Ursula | |||
|2.113 | |||
|2.372 | |||
|2.433 | |||
|3.217 | |||
|3.794 | |||
|4.448 | |||
|4.814 | |||
|6.223 | |||
|7.821 | |||
|8.766 | |||
|- | |||
|Santiago del Teide | |||
|1.432 | |||
|1.514 | |||
|1.753 | |||
|1.734 | |||
|1.895 | |||
|1.841 | |||
|2.253 | |||
|3.414 | |||
|3.969 | |||
|6.057 | |||
|- | |||
|El Sauzal | |||
|1.478 | |||
|1.645 | |||
|1.765 | |||
|2.284 | |||
|2.828 | |||
|3.220 | |||
|3.677 | |||
|4.795 | |||
|5.034 | |||
|6.349 | |||
|- | |||
|Los Silos | |||
|1.452 | |||
|1.736 | |||
|2.003 | |||
|3.475 | |||
|4.172 | |||
|4.404 | |||
|4.773 | |||
|4.994 | |||
|5.148 | |||
|5.377 | |||
|- | |||
|Tacoronte | |||
|4.204 | |||
|5.071 | |||
|5.258 | |||
|6.402 | |||
|7.911 | |||
|9.930 | |||
|10.282 | |||
|12.025 | |||
|15.640 | |||
|17.299 | |||
|- | |||
|El Tanque | |||
|1.189 | |||
|1.422 | |||
|1.618 | |||
|1.804 | |||
|1.804 | |||
|2.263 | |||
|2.240 | |||
|2.199 | |||
|2.273 | |||
|3.074 | |||
|- | |||
|Tegueste | |||
|1.859 | |||
|2.237 | |||
|2.368 | |||
|3.048 | |||
|3.048 | |||
|3.870 | |||
|4.217 | |||
|5.312 | |||
|6.504 | |||
|8.135 | |||
|- | |||
|La Victoria de Acentejo | |||
|2.787 | |||
|3.010 | |||
|2.930 | |||
|3.490 | |||
|3.490 | |||
|5.247 | |||
|5.169 | |||
|6.132 | |||
|7.030 | |||
|7.443 | |||
|- | |||
|Vilaflor | |||
|1.191 | |||
|1.147 | |||
|1.360 | |||
|1.550 | |||
|1.672 | |||
|1.934 | |||
|1.691 | |||
|1.429 | |||
|1.450 | |||
|1.554 | |||
|} | |||
Die Inselhauptstadt '''Santa Cruz de Tenerife''' liegt an der nordöstlichen Küste der Insel. Mit rund 211.000 Einwohnern (Stand: 2024) ist sie eine der größten Städte des Archipels und bildet gemeinsam mit den Nachbarstädten La Laguna, Tegueste und El Rosario einen bedeutenden Ballungsraum. Die Stadt hat sich von einem kleinen Fischerdorf, das 1494 gegründet wurde, zu einer modernen Hafen- und Wirtschaftsmetropole entwickelt. Ihr Hafen zählt zu den wichtigsten des Atlantiks und empfängt regelmäßig große Kreuzfahrtschiffe, was die internationale Bedeutung Santa Cruz’ unterstreicht. | |||
Das Stadtbild ist geprägt von einem Mix aus historischer Architektur und modernen Bauwerken. Im Zentrum befindet sich der historische Stadtkern, der von der Calle de La Noria, der Plaza de España und der Plaza de Candelaria eingerahmt wird. Hier finden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Kirche La Concepción, die Kirche San Francisco, der Markt Nuestra Señora de África und der García Sanabria-Park. Ein besonderes Wahrzeichen der Stadt ist das Auditorio de Tenerife, eine spektakuläre Konzert- und Kongresshalle, die vom Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde und mit ihrer markanten Dachkonstruktion das moderne Gesicht der Stadt symbolisiert. | |||
Historisch war Santa Cruz lange Zeit nur der Hafen der eigentlichen Hauptstadt '''La Laguna''', bis ein Vulkanausbruch im Jahr 1706 den Hafen von Garachico zerstörte und Santa Cruz zur wichtigsten Hafenstadt der Insel aufstieg. Ein weiteres Schlüsselereignis war die erfolgreiche Abwehr des Angriffs durch den britischen Admiral Horatio Nelson im Jahr 1797, der dem Ort hohes Ansehen verschaffte und dessen Verteidigungsleistung bis heute gefeiert wird. | |||
San Cristóbal de La Laguna, meist einfach La Laguna genannt, ist eine der bedeutendsten Städte auf Teneriffa und liegt im Norden der Insel, nur wenige Kilometer westlich von Santa Cruz de Tenerife. Die Stadt wurde 1496 gegründet und war bis 1822 die erste Hauptstadt Teneriffas sowie das geistige, politische und religiöse Zentrum der Insel. Mit rund 160.000 Einwohnern ist La Laguna heute die zweitgrößte Stadt Teneriffas und bildet gemeinsam mit Santa Cruz einen großen Ballungsraum. | |||
La Laguna ist berühmt für ihren historischen Stadtkern, der mit seinen schachbrettartig angelegten Straßen, den farbenfrohen Fassaden und zahlreichen prächtigen Herrenhäusern und Palästen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert beeindruckt. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gilt als eines der schönsten Beispiele für eine kolonial geprägte Stadtlandschaft in Spanien. Besonders sehenswert sind unter anderem die Kathedrale, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Museen und historische Plätze. | |||
Die Stadt liegt auf etwa 550 Metern über dem Meeresspiegel, was ihr ein für Teneriffa ungewöhnlich mildes und feuchtes Klima beschert – geprägt vom Nordostpassatwind, der für kühle Temperaturen und häufige Regenschauer sorgt. Diese Höhenlage machte La Laguna einst auch vor Piratenüberfällen sicher und begünstigte die Landwirtschaft in der fruchtbaren Senke von Aguere7. Bis heute gilt La Laguna als kulturelles und religiöses Zentrum der Kanaren, nicht zuletzt durch die renommierte Universität und den Bischofssitz. | |||
'''Güímar''' befindet sich im Nordosten Teneriffas mit etwa 21.700 Einwohnern (Stand 2024) und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 289 Metern über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das Valle de Güímar, eine fruchtbare Ebene, die durch vulkanische Aktivitäten und das Abrutschen von Material ins Meer entstanden ist. Die Gemeinde grenzt an Santa Cruz de Tenerife im Osten, Arafo im Norden, Fasnia im Süden und La Orotava im Westen und ist sowohl über die Südautobahn TF-1 als auch über die alte Küstenstraße mit Santa Cruz verbunden. | |||
Der historische Ortskern von Güímar besticht durch sehenswerte Gebäude wie die Kapelle San Pedro de Arriba, das Rathaus (ehemaliges Dominikanerkloster mit schönem Kreuzgang) und die Kirche San Pedro Apóstol, die unter Denkmalschutz steht. Die Architektur spiegelt die koloniale Vergangenheit wider, und zahlreiche Bürgerhäuser sowie Kirchen aus dem 17. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Besonders hervorzuheben ist die Marienfigur Virgen de las Aguas in der Kapelle San Pedro de Arriba sowie die barocke Kirche San Pedro Apóstol mit ihrem kunstvoll verzierten Portal und dem ziselierten Hochaltar. | |||
Neben dem historischen Zentrum ist Güímar vor allem für die weltbekannten Pyramiden von Güímar bekannt, sechs rechteckige Terrassenbauten aus Lavastein, deren genaue Herkunft und Funktion noch immer Rätsel aufgeben. Die Pyramiden sind heute Teil eines archäologischen Parks mit Museum, das die verschiedenen Theorien zur Entstehung präsentiert. In der Umgebung locken das Naturschutzgebiet Malpaís de Güímar mit beeindruckenden Lavalandschaften und die landschaftlich reizvolle Schlucht Barranco de Badajoz Besucher an. | |||
'''Puerto de la Cruz''' ist das wichtigste touristische Zentrum an der Nordküste Teneriffas und liegt im fruchtbaren Orotava-Tal, südwestlich der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Mit rund 30.500 Einwohnern ist sie zwar die achtgrößte Gemeinde der Insel, aber mit nur etwa 8,7 Quadratkilometern Fläche zugleich die am dichtesten besiedelte und kleinste Gemeinde Teneriffas. Das Klima ist ganzjährig mild und feucht, geprägt vom Nordostpassat, was für eine üppige Vegetation und eine abwechslungsreiche Landschaft aus Bananenplantagen, Weinbergen und subtropischen Gärten sorgt. | |||
Das Stadtbild von Puerto de la Cruz verbindet Tradition und Moderne: Die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, dem zentralen Plaza del Charco und den schattigen Plätzen lädt zum Flanieren ein und bewahrt den Charme des ehemaligen Fischerdorfes. Zu den Highlights zählen die Kirche La Peña de Francia, die alte Hafenmole, das Fischerviertel sowie die berühmten Meerwasserschwimmbecken Lago Martiánez, die von César Manrique entworfen wurden. Im Stadtteil Punta Brava befindet sich der bekannte Loro Parque, einer der meistbesuchten Tierparks Europas. | |||
Neben dem Strandleben und den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen wie dem Internationalen Straßenkunstfestival MUECA, der Semana Bávara oder dem Karneval bietet Puerto de la Cruz auch vielfältige Möglichkeiten für Aktivurlauber – von Wanderungen entlang der Küste oder zum Teide bis hin zu Wassersportarten wie Tauchen und Stand-Up-Paddling. Die Stadt bleibt dabei authentisch und lebendig, mit einem pulsierenden Nachtleben und einer großen Auswahl an Restaurants, Bars und Cafés. | |||
'''Los Realejos''' ist eine charmante Stadt etwa 12 Kilometer nördlich von Puerto de la Cruz gelegen, mit rund 37.000 Einwohnern. Sie breitet sich über das untere Orotava-Tal aus und ist bekannt für ihre fruchtbaren Landschaften, die von Bananenplantagen, Weinreben und subtropischen Gärten geprägt werden. Los Realejos besteht aus mehreren Ortsteilen, darunter Realejo Alto und Realejo Bajo, die sich entlang der alten Königsstraße „Camino Real“ erstrecken und von einer langen Geschichte als bedeutende Siedlungszentren zeugen. | |||
Historisch gesehen war Los Realejos Schauplatz eines wichtigen Kapitels der kanarischen Geschichte: Im Jahr 1496 fand hier die Unterwerfung der letzten Guanchen unter die spanischen Eroberer statt, was das Ende des Widerstands der Ureinwohner markierte. In der Altstadt finden sich zahlreiche historische Gebäude, darunter die Kirche Santiago Apóstol, eine der ältesten Kirchen Teneriffas, sowie das Kloster Santa Lucía und viele traditionelle kanarische Häuser mit Holzbalkonen. Die malerischen Gassen und Plätze laden zum Entdecken ein und bieten einen Einblick in die koloniale Vergangenheit der Gemeinde. | |||
Heute ist Los Realejos ein beliebtes Ziel für Besucher, die die Natur, die Geschichte und das authentische kanarische Leben schätzen. Die Gemeinde bietet zahlreiche Wanderwege, etwa durch das Naturschutzgebiet Rambla de Castro oder entlang der beeindruckenden Steilküste. Auch kulturell ist Los Realejos aktiv: Besonders hervorzuheben sind die traditionellen Feste wie die Fronleichnamsprozessionen und das Fest zu Ehren des Schutzpatrons Santiago Apóstol, die jedes Jahr zahlreiche Gäste anziehen. | |||
'''La Orotava''' ist eine malerische Stadt im Norden Teneriffas mit rund 42.500 Einwohnern und liegt etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das fruchtbare Orotava-Tal, das schon vor der spanischen Eroberung von den Guanchen besiedelt war und nach 1496 zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Insel wurde. Die Stadt ist bekannt für ihren historischen Stadtkern, der zahlreiche gut erhaltene Herrenhäuser, Paläste und Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufweist und als Ensemble unter Denkmalschutz steht. | |||
Das Herz der Altstadt bildet die Plaza de la Constitución, ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucher, umgeben von bedeutenden Bauwerken wie der Kirche San Augustín und dem Rathaus. Besonders sehenswert sind die barocke Kirche Nuestra Señora de la Concepción mit ihrem markanten Zwiebelturm, das Casa de los Balcones – ein typisches Beispiel für kanarische Architektur mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen – sowie die Jardines del Marquesado de la Quinta Roja, eine beeindruckende Gartenanlage mit Terrassen und Springbrunnen. Die Altstadt lädt zum Flanieren ein, denn an jeder Ecke finden sich historische Details und ein besonderes Flair. | |||
Heute ist La Orotava ein beliebtes Ziel für Touristen, die sowohl die reiche Geschichte als auch die landschaftliche Schönheit des Tals schätzen. Neben dem Tourismus spielen der Bananenanbau und der Weinbau (Valle de la Orotava) eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft. Die Stadt verbindet Tradition und Moderne und bietet ihren Besuchern ein authentisches kanarisches Erlebnis mit kulturellem Charme und landschaftlicher Vielfalt. | |||
'''Icod de los Vinos''' ist eine historische Stadt im Nordwesten Teneriffas mit rund 24.300 Einwohnern und liegt eingebettet in ein fruchtbares, schmales Tal direkt oberhalb der Nordküste, etwa 15 Kilometer von Puerto de la Cruz entfernt. Die Stadt ist von terrassierten Weinbergen und üppigen Pinienwäldern umgeben, was ihr ein mildes Klima und eine grüne, landschaftlich reizvolle Umgebung verleiht. Der Name „de los Vinos“ verweist auf die lange Tradition des Weinbaus, der seit dem 16. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der lokalen Wirtschaft spielt. | |||
San | Der historische Stadtkern von Icod de los Vinos ist besonders gut erhalten und lädt mit seinen verwinkelten Gassen, schattigen Plätzen und zahlreichen kanarischen Herrenhäusern mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen zum Flanieren ein. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche San Marcos aus dem 16. Jahrhundert, die Plaza de la Pila als lebendiger Treffpunkt der Einheimischen sowie das Kloster San Francisco. Die Stadt ist außerdem bekannt für ihre zahlreichen Souvenir- und Likörgeschäfte, in denen lokale Spezialitäten wie Honigrum, Mojo und Käse angeboten werden. | ||
Die größte Attraktion ist jedoch der berühmte „Drago Milenario“, ein beeindruckender Drachenbaum, dessen Alter auf über 800 Jahre geschätzt wird und der als Nationaldenkmal gilt. Rund um den Baum erstreckt sich ein schöner Park, der zum Spazierengehen und Entspannen einlädt. Für Naturliebhaber bietet zudem die nahegelegene Cueva del Viento, eine der längsten Lavahöhlen der Welt, ein spannendes Ausflugsziel. | |||
== '''Verkehr''' == | |||
Die Insel ist international vernetzt und verfügt über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz. | |||
=== '''Straßenverkehr''' === | |||
Das Straßen- und Bussystem Teneriffas ist gut ausgebaut und stellt die wichtigste Grundlage für Mobilität innerhalb der Insel dar. Aufgrund der geografischen Struktur mit Gebirgen, Tälern und Küstenregionen ist das Verkehrsnetz stark auf einige Hauptachsen konzentriert, die die wichtigsten Städte, touristischen Zentren und Flughäfen miteinander verbinden. | |||
Die zentrale Verkehrsachse im Norden ist die Autopista TF-5. Sie verbindet Santa Cruz de Tenerife mit dem nördlichen Ballungsraum, insbesondere Richtung La Laguna und Puerto de la Cruz. Die Autobahn endet im Bereich von Los Realejos und geht anschließend in das regionale Straßennetz über, das weiter in Richtung Icod de los Vinos führt. Diese Achse ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken der Insel und stark frequentiert. | |||
Im Süden verläuft die Autopista TF-1. Sie verbindet die Hauptstadt mit den touristisch stark entwickelten Regionen im Süden, darunter Los Cristianos, Playa de las Américas und Costa Adeje. Die TF-1 endet im Bereich von Adeje und bildet die zentrale Lebensader des südlichen Tourismusgebiets. Der Bau dieser Autobahn sowie die Entwicklung des Teneriffa Süd Flughafen haben die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region entscheidend beschleunigt. | |||
Eine besondere verkehrstechnische Lösung stellt auf der Nordautobahn ein separater Busfahrstreifen dar, der den öffentlichen Verkehr beschleunigt. Dieser führt teilweise zwischen Fahrbahntrennung und Leitplanke hindurch und ermöglicht eine direkte und schnelle Anbindung an den zentralen Verkehrsknotenpunkt in Santa Cruz de Tenerife, insbesondere zum großen Busbahnhof (Intercambiador de Transportes). Dadurch wird der öffentliche Verkehr gegenüber dem Individualverkehr deutlich bevorzugt. | |||
Der öffentliche Busverkehr wird auf der gesamten Insel von der Gesellschaft TITSA betrieben. Die Busse werden im Alltag als „guagua“ bezeichnet und bilden das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Das Streckennetz ist sehr dicht und verbindet nahezu alle Ortschaften der Insel miteinander. Besonders wichtig sind die Hauptlinien zwischen Nord und Süd, die sowohl die touristischen Zentren als auch die Wohngebiete effizient anbinden. | |||
Zwischen den beiden internationalen Flughäfen der Insel bestehen regelmäßige Busverbindungen. Der Teneriffa Nord Flughafen und der Teneriffa Süd Flughafen werden mindestens im Stundentakt durch öffentliche Buslinien verbunden. Diese Verbindungen sind besonders wichtig für Touristen und Pendler und tragen wesentlich zur Erreichbarkeit der Insel bei. | |||
'''Straßen''': | |||
* insgesamt 38.36 km | |||
* davon aspfaltiert 1.376 km (0,713 km/km²) | |||
Fahrzeugbestand 1991: | |||
* insgesamt 315.694 (0,506 pro Person) | |||
* Pkw 236.055 | |||
* Mopeds und Motorräder 59.017 | |||
* Lkw 15.844 | |||
* Autobusse 1.782 | |||
* Nutzfahrzeuge 548 | |||
* sonstige 2.448 | |||
=== '''Straßenbahn''' === | |||
Die Straßenbahn auf Teneriffa („Tranvía de Tenerife“) ist das einzige schienengebundene Nahverkehrssystem der Insel und spielt insbesondere im Großraum zwischen der Hauptstadt und der Universitätsstadt eine wichtige Rolle im öffentlichen Verkehr. Sie wurde im 21. Jahrhundert neu eingeführt, um die stark belasteten Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten urbanen Zentren zu entlasten und eine umweltfreundliche Alternative zum Autoverkehr zu schaffen. | |||
Die erste Linie wurde am 2. Juni 2007 in Betrieb genommen und verbindet Santa Cruz de Tenerife mit San Cristóbal de La Laguna. Diese Strecke verläuft durch stark besiedelte Stadtgebiete und ist besonders für Pendler, Studierende und Beschäftigte im öffentlichen Dienst von großer Bedeutung. Sie stellt eine schnelle Verbindung zwischen dem Verwaltungszentrum und dem Bildungs- und Wohnzentrum im Norden dar. | |||
Eine zweite Linie wurde 2009 eröffnet und erschließt zusätzliche Stadtteile im Großraum Santa Cruz–La Laguna. Dadurch wurde das Netz verdichtet und die Erreichbarkeit wichtiger Wohn- und Arbeitsgebiete weiter verbessert. Die Straßenbahn ist vollständig barrierefrei und wird in kurzen Taktzeiten betrieben, wodurch sie eine hohe Nutzerfreundlichkeit erreicht. | |||
Die Straßenbahn ist in das größere Verkehrsnetz der Insel integriert, das von der Busgesellschaft TITSA betrieben wird. Umsteigepunkte an zentralen Knoten wie dem Intercambiador in Santa Cruz ermöglichen eine Kombination aus Bus- und Bahnverkehr und verbessern die regionale Mobilität erheblich. | |||
Langfristig gab und gibt es Pläne zur Erweiterung des Schienennetzes, unter anderem in Richtung Teneriffa Nord Flughafen sowie mögliche Verbindungen in den Süden der Insel. Diese Projekte wurden jedoch bisher nur teilweise oder noch nicht umgesetzt, da sie hohe Investitionen und komplexe topografische Anpassungen erfordern würden. | |||
=== '''Seilbahn''' === | |||
Der '''Teleférico del Teide''' ist die höchste Luftseilbahn Spaniens. Sie führt von der Talstation auf 2356 Meter bis auf 3555 Meter über dem Meeresspiegel, 163 Höhenmeter unterhalb des Teide-Gipfels. Die Strecke von 2,482 Kilometern und 1199 Meter Höhenunterschied bewältigt die Seilbahn in acht Minuten. Die Kabinen haben eine Kapazität von bis zu 44 Personen. Die Seilbahn wurde 1971 von der italienischen Firma Ceretti&Tanfani erbaut und im Jahr 1999 von Doppelmayr modernisiert. Der Motor, der die Seilbahn auf eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 8 m/s antreibt, verfügt über eine Leistung von rund 880 kW. Aus Sicherheitsgründen wird die Bahn bei starkem Wind und bei Vereisung nicht betrieben. | |||
=== '''Schiffsverkehr''' === | |||
Der wichtigste Hafen der Insel ist der Hafen von Santa Cruz de Tenerife. Er gehört zu den bedeutendsten Häfen der Kanarischen Inseln und ist ein zentraler Knotenpunkt für Handelsschifffahrt, Containerumschlag, Kreuzfahrttourismus und Fährverkehr. Aufgrund seiner strategischen Lage im Atlantik dient er zudem als Zwischenstopp für Schiffe auf transatlantischen Routen zwischen Europa, Afrika und Amerika. | |||
La | Ein zweiter wichtiger Hafen befindet sich im Nordwesten der Insel in Puerto de la Cruz-Region sowie insbesondere im nahegelegenen Hafen von Los Cristianos im Süden, der eine zentrale Rolle im interinsularen Fährverkehr spielt. Von hier aus bestehen regelmäßige Verbindungen zu anderen Inseln des Archipels, insbesondere nach Gran Canaria, La Gomera, La Palma und El Hierro. Diese Fährverbindungen werden sowohl von Passagieren als auch für den Gütertransport genutzt und sind ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Mobilität. | ||
Der Hafen von Santa Cruz ist stark in den internationalen Kreuzfahrttourismus eingebunden. Jährlich laufen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe die Insel an, was einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor für den lokalen Tourismussektor darstellt. Passagiere nutzen die Insel häufig als Zwischenstopp für Ausflüge in die Hauptstadt oder in die Naturräume der Insel. | |||
Neben dem Passagierverkehr spielt der Frachtverkehr eine ebenso wichtige Rolle. Über den Hafen werden Lebensmittel, Baustoffe, Maschinen und Konsumgüter importiert, da Teneriffa stark von Importen abhängig ist. Gleichzeitig werden regionale Produkte wie Agrarwaren und verarbeitete Güter exportiert, allerdings in deutlich geringerem Umfang. | |||
Der Fährverkehr zwischen den Inseln wird von mehreren Reedereien betrieben und ist gut ausgebaut. Schnellfähren verbinden die wichtigsten Inseln in kurzen Zeitintervallen, wodurch sowohl Pendlerverkehr als auch Tourismus erleichtert werden. Besonders die Verbindung zwischen Teneriffa und Gran Canaria gehört zu den meistfrequentierten Seerouten der Kanaren. | |||
'''Leuchttürme:''' | |||
'''Faro de Abona''': | |||
* Standort: Punta de Abona, 28°25‘ N, 16°25‘ W | |||
* Inbetriebnahme: | |||
* Turmhöhe: 39 m | |||
* Feuerhöhe: 54 m | |||
* Befeuerung: | |||
* Tragweite: 31 km | |||
'''Faro de Anaga''': | |||
* Standort: Punta de Anaga, 28°34‘ N, 16°08‘ W | |||
* Inbetriebnahme: | |||
* Turmhöhe: 12 m | |||
* Feuerhöhe: 241 m | |||
* Befeuerung: | |||
* Tragweite: 51 km | |||
'''Faro de Buenavista''': | |||
* Standort: Buenavista, 28°23‘ N, 16°50‘ W | |||
* Inbetriebnahme: | |||
* Turmhöhe: 48 m | |||
* Feuerhöhe: 84 m | |||
* Befeuerung: | |||
* Tragweite: 37 km | |||
'''Faro de Puerto de la Cruz''': | |||
* Standort: Puerto de la Cruz, 28°25‘ N, 16°33‘ W | |||
* Inbetriebnahme: | |||
* Turmhöhe: 27 m | |||
* Feuerhöhe: 31 m | |||
* Befeuerung: | |||
* Tragweite: 30 km | |||
'''Faro de Punta de Hidalgo''': | |||
* Standort: Punta de Hidalgo, 28°34‘ N, 16°19‘ W | |||
* Inbetriebnahme: | |||
* Turmhöhe: 50 m | |||
* Feuerhöhe: 52 m | |||
* Befeuerung: | |||
* Tragweite: 30 km | |||
'''Faro de Punta de Rasca''': | |||
* Standort: Punta de Rasca, 28°00‘ N, 16°41‘ W | |||
* Inbetriebnahme: | |||
* Turmhöhe: 32 m | |||
* Feuerhöhe: 51 m | |||
* Befeuerung: | |||
* Tragweite: 31 km | |||
'''Faro de la Punta de Teno''': | |||
* Standort: Punta de Teno, 28°20‘ N, 16°55‘ W | |||
* Inbetriebnahme: | |||
* Turmhöhe: 20 m | |||
* Feuerhöhe: 60 m | |||
* Befeuerung: | |||
* Tragweite: 33 km | |||
=== '''Flugverkehr''' === | |||
Es gibt zwei Flughäfen – den älteren Flughafen Teneriffa Nord (Los Rodeos) bei La Laguna sowie den 1978 eröffneten Airport Reina Sofía (Teneriffa Süd). Dieser ist von den wichtigsten Badeorten aus schnell erreichbar. | |||
Der '''Flughafen Teneriffa Süd''' (''Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía'') ist ein internationaler Verkehrsflughafen auf der zu Spanien gehörenden Insel Teneriffa. Über den 1978 eröffneten Flughafen ''Reina Sofía'' werden etwa 70 Prozent (2006) des Passagierverkehrs und 30 Prozent des Frachtverkehrs der Kanareninsel abgewickelt. Der Flughafen liegt im Süden der Insel in den Gemeinden San Miguel de Abona und Granadilla de Abona. | |||
Der Name ''Reina Sofía'' verweist auf die spanische Königin Sophia, die den Flughafen 1978 eröffnet hat. Er ist der jüngere der beiden Insel-Flughäfen und wurde gezielt für den Urlauberverkehr gebaut, da der über 30 Jahre ältere Flughafen Teneriffa Nord häufig in den Passatwolken liegt. | |||
Ende der 1970er Jahre wurde durch den Flughafen und den Bau der Autopista del Sur de Tenerife (Südautobahn TF-1) die Entwicklung im Süden Teneriffas vorangetrieben und die Expansion vieler Orte an der Südostküste, wie Abades, erst ermöglicht. | |||
Im Charterverkehr werden hauptsächlich spanische, deutsche, britische und skandinavische Ziele bedient. Seit 2007 gibt es auch Direktverbindungen zu osteuropäischen Flugzielen. Im Linienverkehr wird das spanische Drehkreuz Madrid von Iberia bedient. | |||
Im Juli 2007 hat das spanische Förderungsministerium für den Flugverkehr rund eine Milliarde Euro für den Ausbau des Flughafens bis zum Jahr 2020 zugesagt. Um die geplanten 11 Millionen Passagiere jährlich abfertigen zu können und damit den Flugverkehr auf Teneriffa um 40 Prozent steigern zu können, ist neben einer Vorfelderweiterung eine neue Ankunftshalle für Passagiere und eine neue Wartungshalle für Flugzeuge geplant. | |||
Linienbusse verbinden den Flughafen mit dem Südosten der Insel, zur etwa 50 km entfernten Inselmetropole Santa Cruz de Tenerife im Norden besteht eine direkte Schnellverbindung über die Südautobahn. | |||
{| class="wikitable" | |||
|'''Airlines''' | |||
|'''Ziele''' | |||
|- | |||
|Aeroflot | |||
|Moskau–Scheremetjewo | |||
|- | |||
|Aer Lingus | |||
|Dublin, saisonal: Cork | |||
|- | |||
|Air Europa | |||
|Alicante, Asturias, Manchester, Paris–Orly, Santiago de Compostela, saisonal: Valencia, Bilbao | |||
|- | |||
|Austrian Airlines | |||
|Wien | |||
|- | |||
|Azur Air | |||
|saisonal (Charter): Moskau–Domodedowo | |||
|- | |||
|Belavia | |||
|saisonal (Charter): Minsk | |||
|- | |||
|Binter Canarias | |||
|Gran Canaria | |||
|- | |||
|British Airways | |||
|London–Gatwick, London–Heathrow | |||
|- | |||
|Brussels Airlines | |||
|Brüssel | |||
|- | |||
|Condor | |||
|Berlin–Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle, Manchester, München, Stuttgart, saisonal: Köln/Bonn | |||
|- | |||
|Corendon Dutch Airlines | |||
|Amsterdam, Fuerteventura | |||
|- | |||
|easyJet | |||
|Berlin–Schönefeld, Bristol, Edinburgh, London–Gatwick, London–Luton, Manchester, Mailand–Malpensa, Nantes, Nice, saisonal: Amsterdam, London–Southend, Neapel, Newcastle upon Tyne, Paris–Charles de Gaulle | |||
|- | |||
|easyJet Switzerland | |||
|Basel/Mulhouse, Genf | |||
|- | |||
|Edelweiss Air | |||
|Zürich | |||
|- | |||
|Enter Air | |||
|Katowice, Poznań, Warschau–Chopin | |||
|- | |||
|Eurowings | |||
|Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, saisonal: Hamburg, Hannover | |||
|- | |||
|Evelop Airlines | |||
|saisonal: Lissabon, Porto | |||
|- | |||
|Finnair | |||
|saisonal: Helsinki | |||
|- | |||
|Germania | |||
|Berlin–Tegel, Bremen, Dresden, Erfurt/Weimar, Friedrichshafen, Münster/Osnabrück, saisonal: Berlin–Schönefeld, Karlsruhe/Baden-Baden, Rostock | |||
|- | |||
|Germania Flug | |||
|saisonal: Zurich | |||
|- | |||
|Iberia | |||
|Madrid | |||
|- | |||
|Iberia Express | |||
|Madrid, saisonal: Lyon | |||
|- | |||
|Jet2.com | |||
|Belfast–International, Birmingham, East Midlands, Edinburgh, Glasgow, Leeds/Bradford, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne | |||
|- | |||
|Jet Time | |||
|saisonal: Växjö (Charter) | |||
|- | |||
|Laudamotion | |||
|saisonal: Düsseldorf | |||
|- | |||
|Lufthansa | |||
|saisonal: München | |||
| | |||
| | |||
|- | |- | ||
| | |Luxair | ||
| | |Luxemburg | ||
|- | |- | ||
| | |Neos | ||
| | |Bologna, Mailand–Malpensa, Rom-Fiumicino, Verona, saisonal: Catania, Neapel | ||
|- | |- | ||
|Air | |Norwegian Air Shuttle | ||
| | |Düsseldorf, Edinburgh, London–Gatwick, Málaga, Rom–Fiumicino, saisonal: Berlin–Schönefeld, Bilbao, Köln/Bonn, Kopenhagen, Göteborg, Helsinki, Oslo–Gardermoen, Oulu, Stockholm–Arlanda | ||
|- | |- | ||
| | |Privilege Style | ||
| | |Charter: Lissabon, Porto | ||
|- | |- | ||
| | |Ryanair | ||
|saisonal | |Barcelona, Beauvais, Belfast–International, Bergamo, Billund, Birmingham, Bologna, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Cork, Charleroi, Köln/Bonn, Dublin, East Midlands, Edinburgh, Eindhoven, Frankfurt, Hahn, Kraków, Leeds/Bradford, Liverpool, London–Luton, London–Stansted, Madrid, Manchester, Memmingen, Newcastle, Pisa, Prestwick, Santander, Santiago de Compostela, Sevilla, Sandefjord, Shannon, Valencia, Warschau–Modlin, Weeze, Wrocław, Treviso, saisonal: Kopenhagen, Knock, Stockholm–Skavsta, Porto | ||
|- | |- | ||
| | |S7 Airlines | ||
| | |Moskau–Domodedowo | ||
|- | |- | ||
| | |SmartWings | ||
| | |Prag, Tel Aviv–Ben Gurion, saisonal: Lille, Warschau–Chopin | ||
|- | |- | ||
| | |SkyUp | ||
| | |saisonal: Kiew–Zhuliany | ||
|- | |- | ||
| | |TAP Air Portugal | ||
| | |Lissabon | ||
|- | |- | ||
| | |TAROM | ||
| | |saisonal: Bukarest | ||
|- | |- | ||
| | |Thomas Cook Airlines | ||
| | |Belfast–International, Birmingham, Bristol, East Midlands, Glasgow, London–Gatwick, Manchester, Newcastle upon Tyne, saisonal: Cardiff, London–Stansted | ||
|- | |- | ||
| | |Thomas Cook Airlines Scandinavia | ||
| | |saional: Billund, Kopenhagen, Helsinki, Malmö, Örebro, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda (alle Charter) | ||
|- | |- | ||
| | |Transavia | ||
| | |Amsterdam, Eindhoven, Rotterdam, saisonal: Groningen | ||
|- | |- | ||
| | |Transavia France | ||
| | |Paris–Orly | ||
|- | |- | ||
| | |Travel Service | ||
| | |saisonal: Brno (Charter) | ||
|- | |- | ||
| | |TUI Airways | ||
| | |Aberdeen, Birmingham, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Doncaster/Sheffield, East Midlands, Edinburgh, Exeter, Glasgow, London–Gatwick, London–Luton, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne, Norwich, saisonal: Belfast–International, Dublin (Charter) | ||
|- | |- | ||
| | |TUI fly Belgium | ||
| | |Brüssel, Charleroi, Liège, Ostend/Bruges | ||
|- | |- | ||
| | |TUI fly Deutschland | ||
| | |Basel/Mulhouse, Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Saarbrücken, Stuttgart | ||
|- | |- | ||
| | |TUI fly Netherlands | ||
| | |Amsterdam, saisonal: Eindhoven, Rotterdam | ||
|- | |- | ||
| | |Ukraine International Airlines | ||
|saisonal: | |saisonal (Charter): Kiew–Boryspil | ||
|- | |- | ||
| | |Ural Airlines | ||
| | |saisonal: Sankt Petersburg | ||
|- | |- | ||
| | |Volotea | ||
| | |Bordeaux, Nantes, Toulouse | ||
|- | |- | ||
| | |Vueling | ||
| | |Barcelona, Lyon, Nantes, Paris–Orly, Rom–Fiumicino, saisonal: A Coruña, Alicante, Granada, Málaga, Sevilla, Valencia, Zaragoza | ||
|- | |- | ||
| | |Windrose Airlines | ||
|saisonal | |saisonal (Charter): Kiew–Boryspil | ||
|- | |- | ||
| | |Wizz Air | ||
| | |Bukarest, Budapest, Katowice, Wien | ||
|- | |- | ||
| | |WOW air | ||
|saisonal: | |saisonal: Reykjavík–Keflav | ||
| | |} | ||
'''Tenerife South Airport''' | |||
* spanischer Name: Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía | |||
* Code: TFS / GCTS | |||
* Lage: 28°02‘40“ N, 16°34‘21“ W | |||
* Seehöhe: 64 m (209 ft) | |||
* Entfernung: 15 km südöstlich von Playa de Las Americas, 57 km südwestlich von Santa Cruz | |||
* Inbetriebnahme: 6. November 1978 | |||
* Betreiber: Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (AENA) | |||
* Rollbahn: 1 | |||
* Länge der Rollbahn: 3200 m | |||
* Fluggesellschaften: 52 | |||
* Flugzeug-Standplätze: ca. 150 | |||
* jährliche Passagierkapazität: | |||
* jährliche Frachtkapazität: | |||
* Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere Fracht in t | |||
2000 62 096 8 849 129 12 020 | |||
2001 61 055 9 111 065 11 469 | |||
2002 63 527 8 980 465 10 770 | |||
2003 62 506 8 853 036 8 775 | |||
2004 62 824 8 632 178 9 218 | |||
2005 63 649 8 631 923 9 770 | |||
2006 65 774 8 845 668 9 415 | |||
2007 66 036 8 639 341 9 168 | |||
2008 60 779 8 251 989 8 567 | |||
2009 49 779 7 108 055 5 371 | |||
2010 51 858 7 358 986 4 294 | |||
2011 58 093 8 656 487 4 480 | |||
2012 56 210 8 530 729 3 906 | |||
2013 55 987 8 701 728 3 394 | |||
2014 60 290 9 176 235 3 378 | |||
2015 58 462 9 117 514 2 844 | |||
2016 65 882 10 472 713 2 809 | |||
2017 69 846 11 248 882 2 797 | |||
2018 69 910 11 042 412 2 483 | |||
2019 70 277 11 168 707 2 193 | |||
2020 29 925 3 392 527 806 | |||
2021 41 770 4 606 91 700 | |||
2022 75 606 10 821 476 894 | |||
2023 83 598 12 337 325 788 | |||
2024 90 508 13 740 411 776 | |||
Der Flughafen Los Rodeos, der auch als ''Tenerife Norte'' bezeichnet wird, liegt auf dem westlichen Stadtgebiet von La Laguna. Im März 1977 erlangte er durch die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa mit 583 Toten traurige Berühmtheit. Der Flughafen ist heute mit allen notwendigen Einrichtungen wie Bodenradar sowie Start- und Landehilfen ausgerüstet. Über diesen Flughafen wird in erster Linie der Flugverkehr mit den anderen Inseln und mit dem spanischen Festland abgewickelt. | |||
Der '''Flughafen Teneriffa Nord''' (spanisch ''Aeropuerto de Tenerife Norte'', früher auch ''Aeropuerto Internacional de los Rodeos'', englisch ''Tenerife North Airport'') ist nach dem Flughafen Teneriffa Süd der kleinere der beiden internationalen Verkehrsflughäfen der spanischen Insel Teneriffa. Das spanische Heer nutzt den Platz als '''Base de Los Rodeos''' als Stationierungsort des ''Batallón de Helicópteros de Canarias'' (BHELMA VI) seiner Heeresflieger Fuerzas Aeromóviles del Ejército de Tierra (FAMET). | |||
Der Flughafen wurde im Jahr 1946 eröffnet. Im Laufe seiner Geschichte kam es, nicht zuletzt bedingt durch seine Lage, die häufig Scherwinde und dichten Nebel bedingt, zu mehreren schweren Unfällen. Hervorzuheben ist hier die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa vom 27. März 1977, die den schwersten Unglücksfall in der Geschichte der Luftfahrt darstellt. Im Jahr 1978 wurde etwa 65 km entfernt bei El Médano der neue Flughafen Teneriffa Süd eröffnet, der seither einen größeren Teil des Flugverkehrs der Insel bewältigt. 2006 wurden noch etwa 30 Prozent des Passagierverkehrs und 70 Prozent des Frachtverkehrs der Insel in Teneriffa Nord abgewickelt. Er ist zwischenzeitlich auch mit Flugleittechnik auf aktuellem technischem Stand ausgerüstet.Der Airport liegt auf einem Hochplateau etwa 10 Kilometer westlich der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife im Gebiet der Gemeinde La Laguna. | |||
Teneriffa Nord wird aus deutschsprachigen Ländern nicht direkt bedient. Es gibt Umsteigeverbindungen mit Iberia via Madrid und mit Binter Canarias via Gran Canaria. Weitere Ziele sind Bilbao, León und Fuerteventura. Einzige Ziele außerhalb Spaniens sind Helsinki mit Finnair sowie die einzige Langstreckenverbindung mit Santa Barbara Airlines nach Caracas. | |||
Seit dem 7. Dezember 1965 (32 Opfer) kamen durch mehrere Unfälle über 900 Menschen ums Leben. Beim schwersten Unfall mit einer Convair CV 990 kamen am 3. Dezember 1972 alle 155 Insassen ums Leben. Der Unfall war zugleich auch der schwerste der Fluggesellschaft Spantax. Am 27. März 1977 forderte die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa 583 Menschenleben durch die Kollision einer startenden Boeing 747-200 der KLM mit einer Pan Am-Maschine desselben Typs, die sich noch auf der Startbahn befand. Mitverursacht wurde die bislang schwerste Katastrophe der zivilen Luftfahrt ohne terroristische Beteiligung unter anderem durch das damals fehlende Bodenradar und Störungen in der Funk-Kommunikation. Am 25. April 1980 starben alle 146 Menschen an Bord, als die Boeing 727-64 G-BDAN der britischen Dan-Air Services im Landeanflug in 1600 Metern Höhe gegen einen Berg prallte. | |||
{| class="wikitable" | |||
|'''Airlines''' | |||
|'''Ziele''' | |||
|- | |||
|Air Europa | |||
|Barcelona, Bilbao, Madrid, Málaga, Sevilla, saisonal: Alicante, Santiago de Compostela | |||
|- | |||
|Air Europa Express | |||
|Gran Canaria, La Palma | |||
|- | |||
|Alitalia | |||
|saisonal: Rom-Fiumicino | |||
|- | |||
|Binter Canarias | |||
|Dakar–Diass, El Hierro, Fuerteventura, Gran Canaria, La Gomera, La Palma, Lanzarote, Lissabon, Marrakesch, Palma de Mallorca, saisonal: Agadir, Funchal | |||
|- | |||
|Bulgaria Air | |||
|saisonal (Charter): Sofia | |||
|- | |||
|CanaryFly | |||
|El Hierro, Gran Canaria, La Palma, Lanzarote | |||
|- | |||
|Finnair | |||
|saisonal: Helsinki | |||
|- | |||
|Iberia Express | |||
|Asturias, Madrid, saisonal: Vigo | |||
|- | |||
|Iberia Regional | |||
|saisonal: Pamplona, Santiago de Compostela, Valencia | |||
|- | |||
|Norwegian Air Shuttle | |||
|Barcelona, Madrid, Alicante | |||
|- | |||
|Plus Ultra Líneas Aéreas | |||
|saisonal: Caracas | |||
|- | |||
|Royal Air Maroc | |||
|Casablanca | |||
|- | |||
|Ryanair | |||
|Barcelona, Madrid | |||
|- | |||
|Vueling | |||
|Alicante, Barcelona, Bilbao, Málaga, Paris-Orly, Santiago de Compostela, Sevilla, Zaragoza | |||
|} | |||
'''Tenerife North Airport''' | |||
* spanischer Name: Aeropuerto de Tenerife Norte | |||
* Code: TFN / GCXO | |||
* Lage: 28°28‘58“ N, 16°20‘30“ W | |||
* Seehöhe: 632,5 m (2.077 ft) | |||
* Entfernung: 2 km westlich von La Laguna, 10 km westlich von Santa Cruz | |||
* Inbetriebnahme: 3. Mai 1946 | |||
* Betreiber: Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (AENA) | |||
* Terminal: 1 | |||
* Rollbahn: 1 | |||
* Länge der Rollbahn: 3400 m (Asfalt) | |||
* Fluggesellschaften: 14 | |||
* Flugzeug-Standplätze: ca. 60 | |||
* jährliche Passagierkapazität: | |||
* jährliche Frachtkapazität: | |||
* Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere Fracht in t | |||
2000 48 902 2 411 100 22 463 | |||
2001 49 132 2 511 277 21 060 | |||
2002 48 785 2 486 227 21 148 | |||
2003 53 718 2 919 087 23 842 | |||
2004 56 592 3 368 988 23 647 | |||
2005 60 235 3 754 513 22 163 | |||
2006 65 297 4 025 601 23 194 | |||
2007 65 843 4 125 131 25 169 | |||
2008 67 800 4 236 615 20 782 | |||
2009 62 776 4 054 147 18 305 | |||
2010 61 605 4 051 356 15 938 | |||
2011 62 604 4 095 103 15 745 | |||
2012 55 789 3 717 944 14 778 | |||
2013 49 289 3 524 470 13 494 | |||
2014 52 694 3 633 030 13 991 | |||
2015 53 260 3 815 316 12 819 | |||
2016 55 669 4 219 191 20 724 | |||
2017 61 102 4 706 827 13 233 | |||
2018 73 236 5 492 324 12 689 | |||
2019 75 388 5 839 638 12 596 | |||
2020 46 103 2 796 788 9 648 | |||
2021 54 581 3 840 160 11 884 | |||
2022 68 988 5 566 245 13 166 | |||
2023 75 199 6 120 505 11 561 | |||
2024 82 063 6 762 702 12 862 | |||
== '''Wirtschaft''' == | |||
Teneriffa ist seit Jahrzehnten eine typische Urlaubsinsel; Wirtschaft und Infrastruktur sind dadurch geprägt. 1885 besuchten zum ersten Mal 350 Touristen aus England die Insel. Sechs Jahre später kamen schon 5000 Gäste im Jahr, und 2001 waren es 4,8 Millionen. Der Fremdenverkehr konzentriert sich vor allem auf die Nordküste um Puerto de la Cruz und den Süden bei Los Cristianos. In der Landwirtschaft werden Kartoffeln, Bananen, Tomaten und Wein angebaut. | |||
=== '''Landwirtschaft''' === | |||
Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist trotz der dominierenden Rolle von Tourismus und Dienstleistungen weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Inselwirtschaft und prägt vor allem die ländlichen Regionen sowie die Kulturlandschaft nachhaltig. Sie ist stark von den unterschiedlichen Klimazonen, Höhenstufen und der vulkanischen Bodenstruktur der Insel abhängig. | |||
Ein zentraler Schwerpunkt ist der Bananenanbau, der als wichtigste landwirtschaftliche Tätigkeit gilt. Teneriffa ist innerhalb des Kanarischen Archipels einer der größten Produzenten dieser Frucht. Die Produktion konzentriert sich vor allem auf die feuchteren und fruchtbaren Gebiete im Norden der Insel, insbesondere in den Tälern von La Orotava und Güímar sowie in weiteren Küstenzonen mit geeigneter Bewässerung. Der Großteil der Bananen wird auf den spanischen Binnenmarkt exportiert. Der Anbau ist stark arbeitsintensiv und erfordert intensive Bewässerung sowie Schutzmaßnahmen gegen Wind und Erosion. | |||
Im Süden der Insel dominiert der Gemüse- und Tomatenanbau. Diese Kulturen werden häufig unter Plastik- oder Gewächshausstrukturen angebaut, um die Pflanzen vor Trockenheit, Wind und unregelmäßigen Niederschlägen zu schützen. Diese Form der intensiven Landwirtschaft ist stark exportorientiert und war historisch besonders auf den europäischen Markt ausgerichtet. | |||
In den mittleren Höhenlagen Teneriffas spielt der Anbau von Kartoffeln eine wichtige Rolle. Diese haben sich gut an die klimatischen Bedingungen angepasst und sind ein traditionelles Grundnahrungsmittel der Inselbevölkerung. Ergänzt wird der landwirtschaftliche Sektor durch den Anbau einer Vielzahl weiterer Obst- und Gemüsesorten, darunter Zitrusfrüchte, Avocados, Mangos, Papayas, Ananas sowie verschiedene Hülsenfrüchte und lokale Gemüsesorten. | |||
Ein wachsender Bereich ist der Anbau von Zierpflanzen und Exportblumen. Dazu gehören insbesondere Strelitzien, Sukkulenten, Kakteen und Palmenarten, die aufgrund des milden Klimas und der vielfältigen Mikroklimata gut gedeihen und international vermarktet werden. | |||
Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist stark von Bewässerungssystemen abhängig, da die natürlichen Niederschläge regional sehr unterschiedlich verteilt sind. Besonders im Süden besteht ein struktureller Wassermangel, der durch Stauseen, Wasserleitungen und teilweise auch Entsalzungsanlagen ausgeglichen wird. Gleichzeitig führen intensive Nutzung und Bewässerung in einigen Gebieten zu Problemen wie Bodenerosion oder Versalzung. | |||
In den höher gelegenen Regionen zwischen etwa 400 und 1.200 Metern findet eine eher traditionelle und diversifizierte Landwirtschaft statt. Dort werden unter anderem Kastanien, Feigen, Weinreben, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte und verschiedene Getreidearten angebaut. Diese kleinstrukturierte Landwirtschaft ist oft stark mit lokalen Traditionen verbunden und weniger exportorientiert. | |||
Die Viehzucht spielt im Vergleich zum Pflanzenbau eine geringere wirtschaftliche Rolle, hat jedoch eine hohe kulturelle Bedeutung. Besonders die Ziegenhaltung ist traditionell tief in der ländlichen Lebensweise verwurzelt und liefert unter anderem Milchprodukte wie den bekannten kanarischen Käse. Auch Geflügelhaltung ist verbreitet, während größere Rinderbestände eher selten sind. | |||
'''Nutzfläche''' 1989 in ha: | |||
* Gemeingut 24.262 | |||
* Privatbesitz 20.482 | |||
* Pachtgrund 1.482 | |||
* Teilpachtgrund 1.034 | |||
* sonstiges 1.264 | |||
'''Agrarbetriebe''' 1989: | |||
* Betriebe insgesamt 28.060 | |||
* Parzellen 5.166 | |||
* Parzellen pro Betrieb 2,322 | |||
'''Viehbestand''': 1972 1986 1991 | |||
Geflügel 450 000 820 346 1 605 500 | |||
Kaninchen 10 000 26 942 148 400 | |||
Ziegen 29 428 32 285 32 290 | |||
Schweine 5 636 20 204 20 501 | |||
Rinder 11 439 5 610 5 312 | |||
Esel und Maultiere 4 500 2 200 1 765 | |||
Pferde 1 000 900 1 500 | |||
Schafe 12 872 1 199 1 026 | |||
=== '''Weinbau''' === | |||
Der Weinanbau hat eine lange Tradition auf der Insel. Heute werden über 8.000 Hektar in mehreren Bezirken, wie Tegueste, Tacoronte und El Sauzal, bewirtschaftet. Teneriffa ist bekannt für seine besonderen Weine, die auf fruchtbaren Lavaböden gedeihen. | |||
Das Weinmuseum Casa del Vino in einem historischen Gutshaus bietet nicht nur eine spannende Reise durch die Geschichte des Weinbaus auf Teneriffa, sondern auch Verkostungen regionaler Weine und eine hervorragende Gastronomie. Es ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Vielfalt und Tradition des lokalen Weinbaus kennenzulernen. | |||
Weine aus der D.O. Tacoronte-Acentejo | |||
Die D.O. Tacoronte-Acentejo war die erste geschützte Herkunftsbezeichnung auf Teneriffa und steht für Qualitätsweine, die auf mineralischen Vulkanböden und in Höhenlagen bis 1700 Meter angebaut werden. Diese Weine sind bekannt für ihren intensiven Charakter, ihre Frische und ihre aromatische Vielfalt. | |||
Die Malvasía-Traube ist ein historisches Aushängeschild des kanarischen Weinbaus und war bereits im 16. Jahrhundert international berühmt. Malvasía-Weine zeichnen sich durch ihre Eleganz, Süße und ausgeprägte Mineralität aus, die sie zu einer Besonderheit machen. | |||
Das familiengeführte Weingut Bodegasa Monje verbindet traditionelle Methoden mit moderner Innovation und bietet neben ausgezeichneten Weinen ein Restaurant sowie eine Terrasse mit spektakulärem Blick auf Meer und Berge. Es ist besonders für Besucher interessant, die Weinverkostungen mit einem kulinarischen Erlebnis verbinden möchten. | |||
Bodega Frontos steht für nachhaltigen Weinbau in höheren Lagen und bietet eine breite Palette an Weinen, die die Besonderheiten des Südens von Teneriffa widerspiegeln. Das Weingut ist für seine Authentizität und die Nähe zur Natur bekannt. | |||
=== '''Forstwirtschaft''' === | |||
Die Forstwirtschaft auf Teneriffa ist eng mit den natürlichen Waldökosystemen der Insel verbunden und spielt weniger eine klassische wirtschaftliche Rolle als vielmehr eine ökologische und landschaftsschützende Funktion. Aufgrund der vulkanischen Topografie, der starken Höhenunterschiede und der klimatischen Vielfalt besitzt Teneriffa mehrere deutlich voneinander abgegrenzte Waldzonen. | |||
Die wichtigste Baumart ist die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), die großflächige Waldgebiete im mittleren und höheren Inselbereich bildet. Diese Baumart ist besonders widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und sogar Feuer, da sie in der Lage ist, sich nach Bränden relativ schnell zu regenerieren. Diese Eigenschaft macht sie ökologisch besonders wertvoll und prägt große Teile der Landschaft, insbesondere im Inselinneren und an den Hängen des Teide-Massivs. | |||
Neben den Kiefernwäldern existieren im Norden Teneriffas bedeutende Lorbeerwaldreste, die sogenannten „Laurisilva“-Wälder. Diese Relikte eines subtropischen Urwaldtyps sind besonders in feuchten, wolkenreichen Höhenlagen des Anaga-Gebirges und teilweise im Teno-Gebirge zu finden. Sie stehen unter strengem Schutz, da sie eine hohe Biodiversität aufweisen und viele endemische Pflanzen- und Tierarten beherbergen. | |||
Die wirtschaftliche Nutzung der Wälder ist heute stark eingeschränkt. Holzgewinnung spielt nur noch eine untergeordnete Rolle und beschränkt sich meist auf lokale, kleine Nutzungen. Historisch wurden Holz und Waldressourcen jedoch stärker genutzt, etwa für Bauholz, Brennmaterial oder die Herstellung von Werkzeugen und Alltagsgegenständen. Diese Nutzung wurde im Laufe der Zeit aufgrund von Naturschutzmaßnahmen deutlich reduziert. | |||
Eine wichtige Funktion der Forstwirtschaft auf Teneriffa ist der Schutz vor Erosion und die Stabilisierung der Böden. Aufgrund der steilen Hänge und der teilweise intensiven Niederschläge im Norden sind die Wälder entscheidend für den Erhalt der Landschaft und die Regulierung des Wasserhaushalts. Sie tragen dazu bei, Regenwasser zu speichern und langsam in den Boden abzugeben, was wiederum die Landwirtschaft und die Wasserversorgung unterstützt. | |||
Teneriffa ist | |||
=== ''' | === '''Fischerei''' === | ||
Die | Die Fischerei auf Teneriffa blickt auf eine lange Tradition zurück und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig und Bestandteil der lokalen Kultur. Allerdings stehen Fischer vor großen Herausforderungen, insbesondere durch Überfischung, sinkende Bestände und einen Mangel an Nachwuchs. | ||
Die Ureinwohner Teneriffas, die Guanchen, fischten nicht auf dem Meer, sondern betäubten Fische an der Küste mit der Milch von Wolfsmilchgewächsen und sammelten sie ein. Nach der spanischen Eroberung entwickelte sich die professionelle Fischerei, die bis heute einen bedeutenden Teil der Wirtschaft ausmacht. | |||
Rund um Teneriffa gibt es etwa 150 Fisch- und Meeresfrüchtearten, darunter Küsten- und Hochseefische wie Echter Bonito und Roter Thunfisch. Die meisten Fischerboote sind klein und bleiben in Küstennähe. Die Fänge werden morgens in den Häfen angeliefert und schnell an Händler, Restaurants und Einheimische verteilt. Die Küstenpopulationen sind stark überfischt, insbesondere durch den Einsatz großer Schleppnetze und unzureichende Kontrollen. Der Rote Thun ist bereits vom Aussterben bedroht. Die Branche altert, da kaum junge Menschen in den Beruf einsteigen. Rund 72 % der Fischer sind über 40 Jahre alt, nur 9 % unter. | |||
Für das Angeln (Freizeitfischerei) ist eine Lizenz erforderlich, die für drei Jahre ausgestellt wird. Touristen benötigen ebenfalls eine Genehmigung. Die Sportfischerei macht einen erheblichen Teil der Fänge aus, trägt aber auch zu den Überfischungsproblemen bei. | |||
Aufgrund schrumpfender Wildfischbestände nimmt die Aquakultur an Bedeutung zu. Besonders Goldbrasse und Wolfsbarsch werden gezüchtet und exportiert. Die guten klimatischen Bedingungen und die Wasserqualität begünstigen die Fischzucht. | |||
Politiker fordern eine nachhaltige Modernisierung der Flotte und eine Förderung des Fischkonsums, um die Branche für junge Menschen attraktiver zu machen. Kritisiert wird die europäische Fischereipolitik, die eine Reduzierung der Flotten vorsieht, aber nicht ausreichend gegen industrielle Schleppnetzfischerei vorgeht. | |||
''' | '''Fischereiwirtschaft''' 1992: | ||
* Fischer 754 | |||
* Fischereiboote 410 | |||
* Fischerbetriebe 385 | |||
'''Anlandungen''' in t: | |||
1940 8 607 | |||
1973 25 100 | |||
1982 7 622 | |||
1990 5 539,6 | |||
=== '''Bergbau''' === | |||
Historisch gab es auf Teneriffa lediglich kleinräumige Gewinnung von Baumaterialien und mineralischen Rohstoffen. Dazu gehörten vor allem Basalt, Tuffstein und andere vulkanische Gesteine, die im lokalen Bauwesen verwendet wurden. Diese Materialien wurden traditionell für Häuser, Kirchen, Straßenpflaster und Mauern genutzt und prägten die charakteristische Architektur vieler Orte der Insel. | |||
Ein weiterer wichtiger Rohstoff war und ist bis heute der sogenannte „Picón“, ein vulkanisches Lapilli-Material, das als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Es speichert Feuchtigkeit und wird insbesondere im trockeneren Süden der Insel genutzt, um die Bewässerung effizienter zu gestalten. | |||
Größere Bergbauaktivitäten im Sinne von Erzabbau, Kohleförderung oder industrieller Rohstoffgewinnung haben auf Teneriffa nie eine bedeutende Rolle gespielt. Die Insel verfügt weder über große Metalllagerstätten noch über fossile Brennstoffe in wirtschaftlich relevanten Mengen. | |||
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden gelegentlich kleinere Steinbrüche betrieben, die Baumaterial für den lokalen Bedarf lieferten. Diese Aktivitäten waren jedoch stark lokal begrenzt und wurden im Laufe der Zeit zunehmend durch importierte Baustoffe und moderne Bauindustrie ersetzt. | |||
Heute beschränkt sich die Nutzung mineralischer Ressourcen fast ausschließlich auf den Abbau von Gestein für Bauzwecke sowie auf die Gewinnung von Materialien für Infrastrukturprojekte. Diese Tätigkeiten unterliegen strengen Umweltauflagen, da große Teile der Insel unter Naturschutz stehen oder landschaftlich besonders sensibel sind. | |||
=== '''Handwerk''' === | |||
Eine der ältesten Handwerksformen ist das Töpferhandwerk. Es wird in verschiedenen Orten der Insel weiterhin mit traditionellen Methoden ausgeübt, oft ohne Töpferscheibe und mit einfachen Werkzeugen. Historisch war dieses Handwerk besonders im Zusammenhang mit der guanchischen Kultur bedeutend und wurde vor allem von Frauen getragen, die sowohl Produktion als auch Handel organisierten. Regionen wie Arguayo im Süden Teneriffas sind bis heute für diese Tradition bekannt. | |||
Das Holzhandwerk gehört ebenfalls zu den wichtigsten traditionellen Gewerben. Tischler und Schreiner fertigen seit Jahrhunderten kunstvolle Bauelemente wie Balkone, Geländer, Türen, Treppen sowie Möbel und Alltagsgegenstände. Besonders im Norden der Insel sind diese Techniken stark verbreitet und prägen das architektonische Erscheinungsbild historischer Orte wie San Cristóbal de La Laguna. | |||
Die Korbflechterei ist eine weitere alte Handwerkskunst, die auf natürlichen Rohstoffen wie Palmblättern, Schilf, Stroh oder Weiden basiert. Sie war früher ein wichtiger Bestandteil der Alltagswirtschaft und wird heute vor allem in ländlichen Regionen und im Rahmen von Kulturinitiativen weitergeführt. | |||
Im Textilbereich besitzt Teneriffa ebenfalls eine ausgeprägte Tradition. Besonders bekannt sind Sticktechniken wie „calado“ (Lochstickerei) und „roseta“ (spitzenartige Handarbeit). Diese Techniken werden vor allem in Orten wie La Orotava und Vilaflor gepflegt und finden Anwendung in Kleidung, Heimtextilien und traditionellen Trachten. | |||
Auch Lederhandwerk hat historische Wurzeln auf der Insel. Daraus entstanden unter anderem Hirtentaschen, Weinschläuche und andere Gebrauchsgegenstände. Dieses Handwerk geht teilweise auf Techniken zurück, die bereits in der Zeit der Guanchen genutzt wurden. | |||
Das Metallhandwerk, insbesondere Schmiede- und Messerherstellung, ist ebenfalls ein traditioneller Bestandteil der Handwerkskultur. Kunstvoll gefertigte Messer gelten als typische regionale Produkte und werden bis heute hergestellt. | |||
Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Lebensmittelhandwerk. Dazu gehören traditionelle Backwaren, Süßspeisen, Marmeladen, Fleisch- und Wurstwaren sowie regionale Spezialitäten, die stark mit Festen und lokalen Traditionen verbunden sind. Dieses Handwerk verbindet kulinarische Kultur mit handwerklicher Produktion und ist eng in das soziale Leben der Insel eingebettet. | |||
Zur Förderung und Erhaltung dieser Traditionen gibt es auf Teneriffa zahlreiche Märkte, Messen und Zentren für Kunsthandwerk. Besonders bekannt sind Veranstaltungen wie die Feria de Pinolere in der Region La Orotava sowie regionale Märkte in Orten wie Tegueste, Garachico und El Sauzal. Dort werden handgefertigte Produkte präsentiert und verkauft, oft direkt von den Handwerkerinnen und Handwerkern selbst. | |||
=== '''Industrie''' === | |||
Teneriffa verfügt über einen vergleichsweise kleinen, aber modernisierungswilligen Industriesektor, der sich durch die Insellage und die Entfernung zum spanischen Festland besonderen Herausforderungen gegenübersieht. Der industrielle Sektor trägt aktuell nur rund 9,8% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Insel bei, während der Handel mit über 16,6% einen größeren Anteil ausmacht. Dennoch ist die Industrie für die wirtschaftliche Diversifizierung und die Schaffung qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze von wachsender Bedeutung. | |||
Nach dem Tourismus ist das Baugewerbe einer der wichtigsten Sektoren auf dem Arbeitsmarkt der Kanaren, auch auf Teneriffa. Die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wie Bananen, Tomaten, Wein und Kartoffeln spielt eine wichtige Rolle. | |||
Die | Die Regierung der Kanarischen Inseln investiert gezielt in die Modernisierung und Digitalisierung der Industrie. Ein aktuelles Förderprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro unterstützt kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen bei Investitionen in Infrastruktur, nachhaltige und digitale Geschäftsmodelle sowie die Schaffung moderner Produktionsräume. Die Strategie bis 2027 zielt darauf ab, eine Industrie zu fördern, die digitaler, nachhaltiger und innovativer ist und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze – insbesondere für junge Erwachsene – schafft. | ||
Die Industrie auf den Kanaren verzeichnete zuletzt ein Wachstum von 2,3 %, lag damit aber unter dem Dienstleistungssektor (3,2 %). Der Tourismus bleibt der wichtigste Wirtschaftsfaktor, beeinflusst aber auch die Entwicklung der Industrie, da viele Maßnahmen auf Nachhaltigkeit und die Verbindung mit Wissenschaft und Innovation abzielen. | |||
'''Industrie und Bauwesen''': | |||
* Gewerbebetriebe 1990: 66 822 | |||
* davon Industriebetriebe 390 | |||
=== '''Wasserwirtschaft''' === | |||
Teneriffa verfügt über ein rund 4.000 Kilometer langes Netz aus Kanälen und Rohren zur Wasserverteilung. Geklärte Abwässer werden im Süden der Insel für die Landwirtschaft genutzt, während im Norden traditionell mehr natürliche Wasserquellen verfügbar sind. Die Insel steht regelmäßig vor Wasserknappheit, insbesondere durch Trockenheit und Klimawandel. Bis zu 40 % des Trinkwassers gehen durch undichte Leitungen verloren, vor allem im öffentlichen Netz. | |||
Der Großteil des Wassers stammt aus Grundwasser (bis zu 75 %), das aus Stollen und Brunnen gefördert wird. Es enthält oft erhöhte Mineralstoffgehalte und muss aufbereitet werden. Zudem werden Entsalzungsanlagen eingesetzt, die jedoch energieintensiv sind und Abfallstoffe produzieren. Kläranlagen und Membrantechnologien werden ausgebaut, um die Wasserqualität zu verbessern und die Verfügbarkeit zu erhöhen. Nach Fertigstellung aktueller Projekte können pro Tag bis zu 20.000 Kubikmeter zusätzliches Wasser aufbereitet werden. Die Inselregierung investiert laufend in die Modernisierung der Wasserinfrastruktur, um Verluste zu minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten'''.''' | |||
Teneriffa hat seit Jahren massive Abwasserprobleme, die Umwelt, Gesundheit und Tourismus beeinträchtigen. Hauptursachen sind eine unzureichende und veraltete Abwasserinfrastruktur, überlastete oder fehlende Kläranlagen sowie zahlreiche nicht an die Kanalisation angeschlossene Gebäude. Täglich werden rund 50 Millionen Liter teils ungeklärtes Abwasser ins Meer geleitet, an über 351 Stellen – davon sind 240 nicht autorisiert. | |||
Zu den gravierendsten Problemen zählen: | |||
* von Abwasser ins Meer, oft durch „unbekannte Rohre“ und alte Senkgruben, die das verschmutzte Wasser direkt an die Küste bringen. | |||
* wie Rohrbrüche und eine heillos überforderte Kläranlage, die den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht. | |||
* mehrfacheSperrungen von Stränden wie Playa Jardín in Puerto de la Cruz, weil die Wasserwerte regelmäßig außerhalb des akzeptablen Bereichs liegen. | |||
* für Badegäste und Surfer, die über Magen-Darm-Erkrankungen, Hautausschläge und Augenentzündungen berichten. | |||
* Verstöße gegen EU-Richtlinien, die zu hohen Strafzahlungen führen – allein 2024 über 1,3 Millionen Euro. | |||
Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt, wurden aber von Behörden und Politik lange vernachlässigt, was zu wachsendem Protest der Bevölkerung führt. Erst in den letzten Jahren wurden größere Investitionen und der Bau neuer Kläranlagen angekündigt | |||
=== '''Energiewirtschaft''' === | |||
Die Stromerzeugung erfolgt durch einen Energiemix aus öl- und erdgasbefeuerten Gasturbinen, Dampfkesseln mit Dampfturbinen sowie Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Die thermischen Kraftwerke bilden nach wie vor das Rückgrat der Stromversorgung, da sie jederzeit regelbar sind und Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien ausgleichen können. Gleichzeitig wächst jedoch der Anteil regenerativer Energiequellen kontinuierlich. Bereits 2022 stammten rund 42 % des auf Teneriffa erzeugten Stroms aus Windenergie. Die bedeutendsten Windparks befinden sich vor allem im Südosten der Insel, insbesondere in der Industriezone C.T.C.C. Granadilla, wo die günstigen Windverhältnisse eine besonders effiziente Stromerzeugung ermöglichen. | |||
Neben der Windenergie gewinnt auch die Photovoltaik zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung bietet Teneriffa hervorragende Voraussetzungen für Solarenergie. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Photovoltaikanlagen auf privaten Gebäuden, öffentlichen Einrichtungen und Gewerbeflächen errichtet. Die Inselregierung fördert den Ausbau dezentraler Solaranlagen sowie Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch zu erhöhen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. | |||
Eine besondere Herausforderung für die Energieversorgung Teneriffas stellt die Meerwasserentsalzung dar. Da natürliche Süßwasserressourcen begrenzt sind, wird ein erheblicher Teil des Trink- und Brauchwassers in Entsalzungsanlagen gewonnen. Diese Anlagen gehören zu den größten Stromverbrauchern der Insel. Die Produktionskosten des entsalzten Wassers hängen deshalb unmittelbar von den Energiepreisen ab. Um die Wasserversorgung nachhaltiger zu gestalten, wird der Ausbau erneuerbarer Energien gezielt vorangetrieben. Langfristig ist vorgesehen, den gesamten Energiebedarf der Entsalzungsanlagen durch Wind- und Solarenergie zu decken und dadurch sowohl die Betriebskosten als auch die CO₂-Emissionen deutlich zu senken. | |||
Darüber hinaus investiert Teneriffa verstärkt in intelligente Stromnetze, Energiespeicher und moderne Netzsteuerungssysteme. Da erneuerbare Energien wetterabhängig sind, gewinnen Batteriespeicher und andere Speichertechnologien zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es, überschüssigen Strom zwischenzuspeichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen, wodurch die Versorgungssicherheit verbessert wird. | |||
Auch im Verkehrssektor soll der Energieverbrauch schrittweise nachhaltiger gestaltet werden. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs sind Bestandteile der langfristigen Energie- und Klimastrategie der Insel. Gleichzeitig werden Programme zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten und Unternehmen gefördert. | |||
'''Energiewirtschaft''': | |||
Kraftwerksbetrieb 1992: | |||
* Transformatoren 1989 70 | |||
* installierte Leistung 418,1 mwh | |||
* Energieproduktion 1.516 496 mwh | |||
Elektrische Anschlüsse 1992: | |||
* | * insgesamt 287.693 | ||
* Energieverbrauch 1.305.085 mwh | |||
* | |||
=== '''Abfallwirtschaft''' === | |||
Der überwiegende Teil der Abfälle entsteht in den Ballungsräumen rund um Santa Cruz de Tenerife, La Laguna sowie in den großen Tourismuszentren im Süden der Insel. Hotels, Restaurants, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen erzeugen erhebliche Mengen an Verpackungen, Lebensmittelabfällen und Restmüll. Hinzu kommen Bauabfälle, Grünabfälle sowie Sperrmüll aus privaten Haushalten und Unternehmen. | |||
Derzeit werden lediglich etwa 12 Prozent des gesamten Abfalls recycelt. Damit liegt Teneriffa deutlich hinter anderen Kanarischen Inseln wie Gran Canaria zurück, wo bereits Recyclingquoten von über 30 Prozent erreicht werden. Mehr als die Hälfte des gesamten Müllaufkommens besteht aus organischen Abfällen. Dennoch werden lediglich rund drei Prozent der Bioabfälle getrennt gesammelt und verwertet. Dies stellt den niedrigsten Wert innerhalb des Kanarischen Archipels dar und erschwert die Herstellung von Kompost sowie die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe erheblich. | |||
Nach dem spanischen Abfallgesetz und den Vorgaben der Europäischen Union müssen bis 2025 mindestens 55 Prozent aller Siedlungsabfälle recycelt werden. Bis zum Jahr 2035 soll die Recyclingquote sogar auf 65 Prozent steigen. Von diesen Zielwerten ist Teneriffa derzeit noch weit entfernt, weshalb umfangreiche Modernisierungsprogramme umgesetzt werden. | |||
Für die Mülltrennung stehen auf der Insel verschiedene Sammelbehälter zur Verfügung. Die blauen Container dienen der Sammlung von Papier und Karton, die gelben Container sind für Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen vorgesehen, während grüne Container Glas aufnehmen. Zusätzlich werden zunehmend braune Tonnen für organische Abfälle eingeführt. Allerdings verfügen bislang nur wenige Gemeinden über ein flächendeckendes Bioabfallsystem, wodurch ein großer Teil der organischen Abfälle weiterhin im Restmüll landet. | |||
Eine wichtige Rolle spielen die sogenannten Puntos Limpios, die Wertstoffhöfe der Insel. Dort können Bürger kostenlos Sperrmüll, Elektrogeräte, Batterien, Farben, Altöl, Reifen, Bauschutt, Gartenabfälle sowie andere Problemstoffe abgeben. In den vergangenen Jahren wurden mehrere neue Wertstoffhöfe eröffnet beziehungsweise bestehende Anlagen erweitert, um die Entsorgung zu erleichtern und die Recyclingquote zu erhöhen. | |||
Das Zentrum der Abfallwirtschaft bildet der Umweltkomplex von Teneriffa in Arico im Südosten der Insel. Dort werden täglich rund 100 Lastkraftwagen mit etwa 1.600 Tonnen Abfällen angeliefert. Die Anlage umfasst Sortier- und Recyclinganlagen, Kompostierungsbereiche sowie Deponien für nicht verwertbare Reststoffe. Moderne Maschinen trennen Wertstoffe voneinander, während organische Materialien teilweise biologisch behandelt werden. Dennoch gelangt nach wie vor ein erheblicher Anteil des Mülls auf Deponien, da die getrennte Sammlung vieler Wertstoffe unzureichend funktioniert. | |||
Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Haushalte ihren Müll nicht konsequent trennen. Vor allem Bioabfälle, Verpackungen und Restmüll werden häufig gemeinsam entsorgt, wodurch die nachträgliche Sortierung erschwert und die Qualität der wiedergewonnenen Rohstoffe vermindert wird. Die Inselregierung führt deshalb regelmäßig Informationskampagnen an Schulen, in Gemeinden und in den Medien durch, um das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu stärken und die Mülltrennung zu verbessern. | |||
Auch Bau- und Abbruchabfälle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der umfangreichen Bautätigkeit im Tourismus- und Wohnungssektor entstehen große Mengen an Beton, Asphalt, Holz und Metallschrott. Spezialisierte Recyclinganlagen bereiten diese Materialien auf, sodass sie im Straßenbau oder bei neuen Bauprojekten wiederverwendet werden können. | |||
''' | === '''Handel''' === | ||
Teneriffa bietet eine vielfältige Handelslandschaft mit modernen Einkaufszentren, die sowohl internationale Marken als auch lokale Besonderheiten für jeden Geschmack bereithalten. | |||
* | * '''Siam Mall Costa Adeje''' ist das beliebteste Einkaufszentrum im Süden Teneriffas und bietet über 70 Geschäfte, internationale Modemarken, Gastronomie und ein entspanntes Open-Air-Shopping-Erlebnis – ideal für Familien und Modebegeisterte. | ||
* | * Das '''Meridiano''' ist das größte Shoppingcenter der Hauptstadt, punktet mit über 100 Geschäften, einem Carrefour-Hypermarkt, Kino und exklusiven Marken – perfekt für ein umfassendes Einkaufserlebnis in Santa Cruz. | ||
* Als renommiertes spanisches Kaufhaus bietet '''El Corte Inglés Santa Cruz de Tenerife''' eine riesige Auswahl an Mode, Technik, Haushaltswaren und Gourmetprodukten – besonders attraktiv für anspruchsvolle Käufer und Markenliebhaber. | |||
* '''Plaza del Duque Costa Adeje''' ist ein luxuriöses Einkaufszentrum, das sich durch High-End-Boutiquen, exklusive Kosmetik und erstklassige Restaurants hervorhebt. | |||
* Das '''Centro Comercial''' '''El Mirador''' bietet eine elegante Mischung aus internationalen Marken, handverlesenen Boutiquen, einem großen Supermarkt und Restaurants mit Meerblick – ideal für entspanntes Shoppen direkt an der Strandpromenade. | |||
* '''The Duke Shops''' überzeugen mit einer Auswahl an gehobenen Boutiquen, internationalen Restaurants und einem Supermarkt – ein lebendiger Treffpunkt für stilbewusste Besucher in Costa Adeje. | |||
* Das '''Multicentro Comercial El Trompo''' ist ein familienfreundliches Zentrum im Norden mit vielfältigen Geschäften, Gastronomie und großem Kinderbereich – besonders geeignet für Familien und Besucher der Nordinsel. | |||
* Das '''Centro Comercial La Laguna''' nahe La Laguna bietet bekannte Marken, einen Supermarkt, Restaurants und ein Kino – ideal für einen Einkaufsbummel im Nordosten der Insel. | |||
Das '''Centro Comercial Añaza Carrefour''' bietet eine große Auswahl an Mode, Elektronik und Haushaltswaren sowie einem Carrefour-Hypermarkt – praktisch für den täglichen Bedarf und großeinkäufe. | |||
=== '''Finanzwesen''' === | |||
Das Finanzwesen auf Teneriffa entspricht grundsätzlich dem spanischen Bank- und Währungssystem, weist jedoch aufgrund des besonderen steuerlichen Status der Kanarischen Inseln einige Besonderheiten auf. Als Teil Spaniens und der Europäischen Union verwendet Teneriffa den Euro (€) als offizielles Zahlungsmittel. Sämtliche Euro-Banknoten und -Münzen sind uneingeschränkt gültig und werden im gesamten öffentlichen und privaten Zahlungsverkehr verwendet. | |||
Teneriffa | Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist auf Teneriffa weit verbreitet. Kreditkarten wie Visa und MasterCard sowie Debitkarten werden in Hotels, Restaurants, Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren und den meisten Geschäften problemlos akzeptiert. Kontaktloses Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch gewinnt ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Dennoch empfiehlt es sich, insbesondere in kleineren Ortschaften, auf Wochenmärkten oder in ländlichen Gebieten etwas Bargeld mitzuführen, da dort nicht überall Kartenzahlung möglich ist. | ||
Geldautomaten sind auf der gesamten Insel zahlreich vorhanden und befinden sich in Bankfilialen, Einkaufszentren, Flughäfen, Touristengebieten sowie größeren Ortschaften. Internationale Kredit- und Debitkarten werden in der Regel problemlos akzeptiert. Für Bargeldabhebungen können jedoch Gebühren anfallen, insbesondere wenn Karten ausländischer Banken verwendet werden. Die deutsche Girocard (EC-Karte) funktioniert in vielen Supermärkten und an zahlreichen Geldautomaten, allerdings nicht flächendeckend. Für Reisende empfiehlt sich daher die Nutzung einer internationalen Kredit- oder Debitkarte. | |||
Auf Teneriffa sind zahlreiche spanische und internationale Banken vertreten. Zu den größten Kreditinstituten gehören Banco Santander, CaixaBank, BBVA, Banco Sabadell, Unicaja Banco sowie Cajasiete, die besonders auf den Kanarischen Inseln stark vertreten ist. Darüber hinaus besitzen verschiedene internationale Banken und Finanzdienstleister Niederlassungen oder Kooperationspartner auf der Insel, um insbesondere die Bedürfnisse ausländischer Einwohner und Touristen zu bedienen. | |||
Die | Die Banken bieten sämtliche üblichen Finanzdienstleistungen an, darunter Giro- und Sparkonten, Hypotheken, Unternehmenskredite, Online-Banking, Vermögensverwaltung sowie internationale Überweisungen. Das elektronische Bankwesen ist weit entwickelt und ermöglicht nahezu alle Bankgeschäfte über Internet oder Smartphone. Viele Filialen verfügen zusätzlich über mehrsprachiges Personal, insbesondere in den touristisch geprägten Regionen. | ||
Auch Nicht-Residenten können auf Teneriffa ein Bankkonto eröffnen. Hierfür werden in der Regel ein gültiger Reisepass oder Personalausweis, eine spanische Steueridentifikationsnummer (NIE) beziehungsweise entsprechende Nachweise sowie Dokumente über Wohnsitz oder Einkommen verlangt. Nicht-Residentenkonten sind häufig mit höheren Kontoführungsgebühren verbunden als Konten spanischer Einwohner. Zudem verlangen die Banken regelmäßig einen Nachweis, dass der Kontoinhaber weiterhin den Status eines Nicht-Residenten besitzt. | |||
Ein wesentlicher Unterschied zum spanischen Festland besteht im Steuerrecht. Auf Teneriffa wird nicht die spanische Mehrwertsteuer (IVA), sondern die kanarische Verbrauchssteuer Impuesto General Indirecto Canario (IGIC) erhoben. Der allgemeine Steuersatz beträgt derzeit sieben Prozent und liegt damit deutlich unter der Mehrwertsteuer auf dem spanischen Festland. Daneben existieren verschiedene ermäßigte oder erhöhte Steuersätze für bestimmte Waren und Dienstleistungen. Durch den niedrigeren IGIC sind zahlreiche Produkte und Dienstleistungen auf Teneriffa günstiger als in anderen Regionen Spaniens. | |||
Da auf den Kanarischen Inseln keine spanische Mehrwertsteuer erhoben wird, besteht für Touristen auch kein Anspruch auf eine Mehrwertsteuererstattung beim Verlassen des Landes. Stattdessen profitieren Verbraucher bereits beim Kauf von den niedrigeren Steuersätzen. | |||
Für Unternehmen bietet Teneriffa attraktive steuerliche Rahmenbedingungen. Die Insel gehört zur Kanarischen Sonderwirtschaftszone (Zona Especial Canaria, ZEC), die Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen erhebliche Steuervergünstigungen gewährt. Dazu gehören ein deutlich reduzierter Körperschaftsteuersatz sowie Befreiungen oder Vergünstigungen bei bestimmten indirekten Steuern, der Grunderwerbsteuer und der Stempelsteuer. Ziel dieser Sonderregelungen ist es, Investitionen anzuziehen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft der Kanarischen Inseln zu diversifizieren. | |||
Der Finanzsektor spielt insbesondere für den Tourismus, den Immobilienmarkt sowie den internationalen Handel eine wichtige Rolle. Viele Ausländer erwerben Immobilien auf Teneriffa oder verbringen dort ihren Ruhestand, wodurch grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen, Währungsüberweisungen und internationale Vermögensverwaltung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig unterstützt das moderne Bankensystem die wirtschaftliche Entwicklung der Insel durch die Finanzierung von Unternehmen, Infrastrukturprojekten und Investitionen in erneuerbare Energien, Tourismus sowie den Dienstleistungssektor. | |||
== '''Soziales und Gesundheit''' == | |||
Die Grundlage es Sozialsystems Teneriffas bildet das spanische System der sozialen Sicherheit (Seguridad Social), das Leistungen in den Bereichen Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Mutterschaft, Invalidität sowie Pflege umfasst. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen hierfür Sozialversicherungsbeiträge, während Selbstständige eigene Beiträge entrichten. Personen mit geringem Einkommen oder ohne ausreichende Versicherungszeiten können unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Sozialleistungen erhalten. | |||
Eine wichtige Aufgabe übernehmen die kommunalen Sozialdienste (Servicios Sociales Municipales). Sie beraten Familien, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Arbeitslose, Obdachlose sowie Personen in sozialen Notlagen. Die Sozialarbeiter helfen unter anderem bei der Beantragung finanzieller Hilfen, der Vermittlung von Pflegeleistungen, der Wohnraumsuche sowie bei familiären oder psychischen Problemen. Auch Integrationsprogramme für Migranten und Flüchtlinge gehören zu ihren Aufgaben. | |||
Für einkommensschwache Haushalte stehen verschiedene finanzielle Unterstützungen zur Verfügung. Hierzu gehören unter anderem das staatliche Mindesteinkommen (Ingreso Mínimo Vital), regionale Sozialhilfen der Kanarischen Inseln sowie kommunale Beihilfen für Miete, Strom, Wasser oder Lebensmittel. Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen können zusätzliche Unterstützungsleistungen erhalten. | |||
Die Rentenversicherung umfasst Alters-, Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wächst auch auf Teneriffa der Anteil älterer Menschen kontinuierlich. Deshalb werden ambulante Pflegedienste, Tagespflegeeinrichtungen, Seniorenheime sowie Programme für ein möglichst langes selbstständiges Leben kontinuierlich ausgebaut. Das spanische Pflegegesetz gewährt pflegebedürftigen Menschen je nach Pflegegrad finanzielle Leistungen oder professionelle Unterstützung im Alltag. | |||
Menschen mit Behinderungen werden durch zahlreiche öffentliche Programme gefördert. Dazu gehören Frühförderung, Integrationsmaßnahmen, barrierefreie Infrastruktur, spezielle Bildungseinrichtungen sowie berufliche Qualifizierungsprogramme. Viele öffentliche Gebäude, Verkehrsmittel und touristische Einrichtungen wurden in den vergangenen Jahren barrierefrei gestaltet. | |||
Die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gehört zu den größten Herausforderungen der Insel. Trotz des wirtschaftlich bedeutenden Tourismus leben viele Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen mit niedrigen Einkommen oder saisonaler Arbeit. Besonders junge Erwachsene sowie Alleinerziehende sind häufiger von Arbeitslosigkeit und finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Gleichzeitig führen steigende Immobilienpreise und Wohnungsknappheit dazu, dass bezahlbarer Wohnraum insbesondere in den touristischen Regionen immer schwerer verfügbar ist. | |||
Zur Unterstützung wohnungsloser Menschen bestehen Notunterkünfte, Tageszentren sowie Einrichtungen karitativer Organisationen. Neben staatlichen Stellen engagieren sich zahlreiche kirchliche und gemeinnützige Organisationen bei der Versorgung Bedürftiger mit Lebensmitteln, Kleidung, medizinischer Hilfe und sozialer Beratung. Besonders die Caritas, das Rote Kreuz und verschiedene lokale Hilfsorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Unterstützung. | |||
Auch die Integration von Einwanderern besitzt auf Teneriffa eine große Bedeutung. Die Insel verzeichnet seit vielen Jahren Zuwanderung aus Lateinamerika, Afrika und anderen europäischen Ländern. Sprachkurse, Beratungsangebote, Integrationsprogramme und Hilfen beim Zugang zum Arbeitsmarkt sollen die gesellschaftliche Eingliederung erleichtern und soziale Benachteiligungen abbauen. | |||
Teneriffa | |||
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Kinder- und Jugendhilfe. Jugendämter und soziale Einrichtungen kümmern sich um den Schutz gefährdeter Kinder, unterstützen Familien in schwierigen Lebenssituationen und organisieren Freizeit-, Bildungs- und Präventionsprogramme. Gleichzeitig bestehen Angebote zur Bekämpfung von Schulabbrüchen, Jugendkriminalität und Drogenmissbrauch. | |||
=== '''Gesundheitswesen''' === | |||
Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird vom Servicio Canario de la Salud (Kanarischer Gesundheitsdienst) organisiert und finanziert. Einwohner mit Wohnsitz in Spanien erhalten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung eine weitgehend kostenfreie medizinische Versorgung. Für Besucher aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union besteht mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) Anspruch auf medizinisch notwendige Behandlungen in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zu denselben Bedingungen wie für spanische Versicherte. | |||
EU-Bürger können sich mit der EHIC in staatlichen Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Notaufnahmen kostenlos beziehungsweise gegen die in Spanien üblichen geringen Eigenbeteiligungen behandeln lassen. Ausgenommen sind in der Regel Zahnbehandlungen, sofern es sich nicht um einen akuten Notfall handelt. Für verschreibungspflichtige Medikamente ist häufig eine gesetzlich geregelte Zuzahlung zu leisten. Der europaweit gültige Notruf 112 ist rund um die Uhr erreichbar. Die Leitstellen verfügen über mehrsprachiges Personal und können unter anderem auch Hilfe in deutscher Sprache vermitteln. | |||
Zu den wichtigsten öffentlichen Krankenhäusern der Insel gehören das Universitätskrankenhaus Hospital Universitario de Canarias in San Cristóbal de La Laguna sowie das Hospital Universitario Nuestra Señora de Candelaria in Santa Cruz de Tenerife. Beide Kliniken verfügen über zahlreiche Fachabteilungen, moderne Diagnose- und Operationszentren, Intensivstationen sowie spezialisierte Einrichtungen für Herzmedizin, Onkologie, Neurologie, Unfallchirurgie und Organtransplantationen. Ergänzt werden sie durch kleinere Krankenhäuser sowie zahlreiche Gesundheitszentren (Centros de Salud), die die medizinische Grundversorgung in den Gemeinden sicherstellen. | |||
Neben dem öffentlichen Gesundheitswesen besitzt Teneriffa einen gut entwickelten privaten Gesundheitssektor. Private Krankenhäuser und Fachkliniken bieten häufig kürzere Wartezeiten, moderne Ausstattung und eine individuellere Betreuung. Gerade in den touristischen Regionen stehen mehrsprachige Ärzte und medizinisches Personal zur Verfügung, sodass sich internationale Patienten problemlos verständigen können. Private Kliniken werden sowohl von Einheimischen als auch von ausländischen Residenten und Urlaubern genutzt. | |||
Die Kosten für private Behandlungen müssen grundsätzlich selbst getragen oder über eine private Krankenversicherung abgerechnet werden. Je nach Alter, Leistungsumfang und Versicherungsunternehmen liegen die Beiträge für eine private Krankenversicherung meist zwischen etwa 50 und 100 Euro pro Monat. Zu den bekanntesten privaten Krankenversicherern gehören Sanitas, Adeslas und Cigna. Viele ausländische Residenten entscheiden sich zusätzlich zur gesetzlichen Absicherung für eine private Versicherung, um schnelleren Zugang zu Fachärzten und Diagnostik zu erhalten. | |||
Die Insel verfügt über zahlreiche Facharztpraxen nahezu aller medizinischen Fachrichtungen, darunter Kardiologie, Orthopädie, Dermatologie, Augenheilkunde, Gynäkologie, Zahnmedizin sowie Psychiatrie und Psychologie. Darüber hinaus existieren moderne Rehabilitationszentren, Dialysekliniken und Einrichtungen für die Behandlung chronischer Erkrankungen. | |||
Ein dichtes Netz von Apotheken gewährleistet die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Die Apotheken sind durch das grüne Kreuz leicht erkennbar und wechseln sich im Bereitschaftsdienst ab, sodass auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen jederzeit eine Notdienstapotheke erreichbar ist. Viele Medikamente sind rezeptfrei erhältlich, während verschreibungspflichtige Arzneimittel nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts abgegeben werden. | |||
Aufgrund der Bedeutung des Tourismus ist Teneriffa gut auf die Behandlung ausländischer Patienten vorbereitet. In vielen Krankenhäusern, Privatkliniken und Arztpraxen wird neben Spanisch auch Englisch gesprochen; in den touristischen Zentren stehen häufig deutschsprachige Ärzte oder Dolmetscherdienste zur Verfügung. Reiseversicherungen arbeiten mit zahlreichen medizinischen Einrichtungen der Insel zusammen, wodurch die Behandlung internationaler Gäste erleichtert wird. | |||
Teneriffa | |||
Trotz des hohen medizinischen Standards steht das öffentliche Gesundheitswesen vor Herausforderungen. Die wachsende Bevölkerung, der zunehmende Anteil älterer Menschen sowie der starke Tourismus führen in einigen Regionen zu einer hohen Auslastung der Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Insbesondere bei Facharztterminen und nicht dringenden Operationen können längere Wartezeiten auftreten. Die kanarische Regierung investiert deshalb kontinuierlich in neue medizinische Einrichtungen, zusätzliche Fachkräfte sowie den Ausbau der digitalen Gesundheitsversorgung. | |||
=== '''Krankheiten''' === | === '''Krankheiten''' === | ||
Aufgrund des milden subtropischen Klimas, der guten medizinischen Versorgung und des hohen Hygienestandards bestehen für Einwohner und Besucher nur wenige außergewöhnliche Gesundheitsrisiken. Tropische Infektionskrankheiten spielen auf der Insel praktisch keine Rolle, dennoch gibt es einige Erkrankungen und gesundheitliche Probleme, die aufgrund der klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen häufiger auftreten. | |||
Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Atemwegsinfektionen wie Erkältungen, Grippe und COVID-19, die insbesondere in den Wintermonaten auftreten. Obwohl das Klima ganzjährig mild ist, können sich Viruserkrankungen durch den internationalen Tourismus und die hohe Bevölkerungsdichte rasch verbreiten. Die Gesundheitsbehörden empfehlen deshalb insbesondere älteren Menschen sowie chronisch Kranken die jährliche Grippeschutzimpfung und gegebenenfalls Auffrischungsimpfungen gegen COVID-19. | |||
Während der heißen Sommermonate treten regelmäßig hitzebedingte Gesundheitsprobleme auf. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können unter Hitzeschlag, Kreislaufproblemen oder Flüssigkeitsmangel leiden. Bei Saharastaubereignissen, die auf den Kanaren als Calima bezeichnet werden, steigen Temperaturen und Feinstaubbelastung häufig deutlich an. Während solcher Wetterlagen wird empfindlichen Personen empfohlen, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden und ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. | |||
Die intensive Sonneneinstrahlung stellt eines der größten Gesundheitsrisiken auf Teneriffa dar. Aufgrund der südlichen Lage und der hohen UV-Belastung kommt es regelmäßig zu Sonnenbrand, Hautschäden und langfristig zu einem erhöhten Risiko für Hautkrebs. Besonders in den Höhenlagen des Teide-Nationalparks ist die UV-Strahlung erheblich stärker als an den Küsten. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckungen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr werden daher ganzjährig empfohlen. | |||
Allergische Erkrankungen treten ebenfalls relativ häufig auf. Blütenpollen, Gräser sowie bestimmte Zierpflanzen können saisonale Allergien auslösen. Hinzu kommen allergische Reaktionen auf Hausstaubmilben, die sich aufgrund des ganzjährig milden Klimas dauerhaft vermehren können. Während der Calima gelangen zusätzlich große Mengen mineralischer Staubpartikel aus der Sahara auf die Insel, wodurch sich Beschwerden bei Menschen mit Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder anderen Atemwegserkrankungen verschlechtern können. | |||
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören wie in ganz Spanien zu den häufigsten Todesursachen. Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall treten insbesondere bei älteren Menschen auf. Daneben nehmen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Übergewicht und erhöhte Cholesterinwerte aufgrund veränderter Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu. Die Gesundheitsbehörden fördern daher Programme zur Prävention, gesunden Ernährung und regelmäßigen Bewegung. | |||
Auch Krebserkrankungen spielen eine bedeutende Rolle im Gesundheitswesen Teneriffas. Zu den häufigsten Krebsarten zählen Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs sowie Lungenkrebs. Durch Vorsorgeprogramme und moderne Diagnoseverfahren konnten die Heilungschancen vieler Erkrankungen in den vergangenen Jahren verbessert werden. | |||
Infektionskrankheiten wie Denguefieber, Malaria oder Gelbfieber kommen auf Teneriffa nicht dauerhaft vor. Gelegentlich werden einzelne eingeschleppte Fälle registriert, eine lokale Übertragung findet jedoch praktisch nicht statt. Das Leitungswasser erfüllt hohe hygienische Standards und ist grundsätzlich trinkbar, weist jedoch aufgrund der Meerwasserentsalzung und Mineralisierung häufig einen erhöhten Chlor- und Mineralstoffgehalt auf. Viele Einheimische und Touristen bevorzugen deshalb abgefülltes Mineralwasser. | |||
Höhere Schulen 44 1 756 26 812 | Giftige Tiere oder gefährliche Krankheitserreger sind auf Teneriffa kaum vorhanden. Es gibt keine giftigen Schlangen oder Skorpione von medizinischer Bedeutung. Mücken können zwar lästig sein, übertragen jedoch normalerweise keine tropischen Krankheiten. Auch Tollwut kommt auf der Insel nicht vor. | ||
Psychische Erkrankungen gewinnen wie in anderen europäischen Regionen zunehmend an Bedeutung. Depressionen, Angststörungen und Stressbelastungen werden häufiger diagnostiziert, weshalb das öffentliche Gesundheitswesen seine psychologischen und psychiatrischen Angebote kontinuierlich ausbaut. | |||
== '''Bildung''' == | |||
Das Bildungswesen auf Teneriffa ist vollständig in das spanische Bildungssystem integriert und zählt zu den am besten ausgebauten im Kanarischen Archipel. Die Zuständigkeit liegt überwiegend bei der Regierung der Kanarischen Inseln, während der spanische Staat die grundlegenden gesetzlichen Rahmenbedingungen festlegt. Das Bildungssystem umfasst Vorschulerziehung, Grundschule, Sekundarstufe, berufliche Ausbildung, Hochschulbildung sowie Angebote der Erwachsenenbildung und des lebenslangen Lernens. Aufgrund der hohen Einwohnerzahl verfügt Teneriffa über eine große Zahl öffentlicher, privater und halbprivater Bildungseinrichtungen. | |||
Die frühkindliche Bildung beginnt mit der Educación Infantil und gliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste umfasst Kinder bis zum Alter von drei Jahren und ist freiwillig. Der zweite Abschnitt für Kinder zwischen drei und sechs Jahren wird nahezu flächendeckend angeboten und bereitet auf den Eintritt in die Grundschule vor. Neben öffentlichen Kindergärten bestehen zahlreiche private Einrichtungen. | |||
Mit sechs Jahren beginnt die sechsjährige Grundschule (Educación Primaria). Hier erwerben die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kenntnisse in den Fächern Spanisch, Mathematik, Natur- und Sozialwissenschaften, Fremdsprachen, Kunst, Musik sowie Sport. Englisch wird bereits in den unteren Klassen unterrichtet und gewinnt durch die internationale Ausrichtung der Insel zunehmend an Bedeutung. | |||
An die Grundschule schließt sich die vierjährige obligatorische Sekundarstufe (Educación Secundaria Obligatoria – ESO) an, die bis zum Alter von 16 Jahren besucht wird. Nach erfolgreichem Abschluss können die Jugendlichen entweder das zweijährige Bachillerato absolvieren, das auf ein Hochschulstudium vorbereitet, oder eine berufliche Ausbildung (Formación Profesional) beginnen. | |||
Die berufliche Bildung besitzt auf Teneriffa einen hohen Stellenwert. Die Berufsschulen bieten eine große Zahl praxisnaher Ausbildungsgänge in Bereichen wie Tourismus, Hotellerie, Gastronomie, Informatik, Gesundheitswesen, Verwaltung, Handel, Elektrotechnik, Bauwesen, Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Industrie an. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus existieren zahlreiche spezialisierte Ausbildungsprogramme für Hotelmanagement, Fremdsprachen, Reiseverkehr und Gastronomie. Viele Bildungseinrichtungen arbeiten eng mit Unternehmen zusammen und ermöglichen betriebliche Praktika. | |||
Teneriffa verfügt über ein dichtes Netz öffentlicher und privater Schulen. Neben staatlichen Schulen bestehen zahlreiche kirchliche sowie internationale Bildungseinrichtungen. Besonders in den touristischen Regionen gibt es internationale Schulen mit Unterricht in englischer, deutscher oder französischer Sprache. Diese werden sowohl von ausländischen Familien als auch von Einheimischen genutzt, die ihren Kindern eine internationale Ausbildung ermöglichen möchten. | |||
Ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems ist die Erwachsenenbildung. Zahlreiche Einrichtungen bieten Abendkurse, Fernunterricht sowie Programme zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen an. Sprachschulen vermitteln Spanisch für Ausländer sowie Fremdsprachen wie Englisch, Deutsch und Französisch. Darüber hinaus existieren zahlreiche Fortbildungsangebote für Berufstätige. | |||
Auch die Digitalisierung des Bildungswesens wurde in den vergangenen Jahren deutlich vorangetrieben. Schulen und Hochschulen verfügen zunehmend über digitale Lernplattformen, moderne Computerausstattung und interaktive Unterrichtsmethoden. Während der COVID-19-Pandemie wurden Online-Unterricht und digitale Lehrformen erheblich ausgebaut und anschließend dauerhaft in den Unterricht integriert. | |||
Die Inselregierung investiert kontinuierlich in die Modernisierung von Schulgebäuden, die Verbesserung der digitalen Infrastruktur, die Förderung naturwissenschaftlicher Fächer sowie Programme gegen Schulabbrüche. Gleichzeitig gewinnen Umweltbildung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz aufgrund der besonderen Natur- und Vulkanlandschaft Teneriffas zunehmend an Bedeutung im Unterricht. | |||
'''Schulen''', Lehrer und Schüler 1992: | |||
insgesamt 429 8 351 151 072 | |||
Vorschulen 39 687 17 351 | |||
Grundschulen 316 4 497 89 159 | |||
Höhere Schulen 44 1 756 26 812 | |||
Hochschulen 30 1 411 21 455 | Hochschulen 30 1 411 21 455 | ||
=== '''Höhere Bildung''' === | === '''Höhere Bildung''' === | ||
Den Mittelpunkt der Hochschulbildung bildet die Universidad de La Laguna (ULL), die im Jahr 1792 gegründet wurde und zu den ältesten Universitäten Spaniens zählt. Sie befindet sich überwiegend in San Cristóbal de La Laguna und gilt als wichtigste wissenschaftliche Einrichtung der Kanarischen Inseln. An ihren Fakultäten werden Studiengänge unter anderem in Medizin, Pharmazie, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Rechtswissenschaften, Geisteswissenschaften, Sprachwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie, Informatik sowie Sozialwissenschaften angeboten. Die Universität betreibt zahlreiche Forschungszentren und arbeitet eng mit internationalen Hochschulen zusammen. | |||
Die '''Universität La Laguna''' (spanisch: Universidad de La Laguna, ULL) ist eine staatliche Universität in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa. Sie wurde offiziell 1922 gegründet, baut aber auf einer langen akademischen Tradition auf, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Heute studieren an der ULL rund 24.000 Studierende an 16 Fakultäten und 64 Instituten. | Die '''Universität La Laguna''' (spanisch: Universidad de La Laguna, ULL) ist eine staatliche Universität in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa. Sie wurde offiziell 1922 gegründet, baut aber auf einer langen akademischen Tradition auf, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Heute studieren an der ULL rund 24.000 Studierende an 16 Fakultäten und 64 Instituten. | ||
Der Hauptsitz und die meisten Campusse befinden sich in San Cristóbal de La Laguna, darunter der Campus Central (südöstlich der Altstadt), der Campus de Anchieta (naturwissenschaftliche Fakultäten), der Campus de Guajara (größter Campus, geisteswissenschaftliche Fakultäten) und der Campus de Ofra (Universitätskliniken). Weitere Standorte gibt es in Santa Cruz de Tenerife (z.B. Kunsthochschule, Nautikschule) und im Süden der Insel (Campus del Sur in Adeje). Die Universität ist international vernetzt und bietet zahlreiche Studienprogramme, darunter viele auf Spanisch, aber auch englischsprachige Kurse im Rahmen von Austauschprogrammen. Die Semesterzeiten sind: Wintersemester Mitte September bis Ende Januar, Sommersemester Ende Januar bis Ende Juli. | Der Hauptsitz und die meisten Campusse befinden sich in San Cristóbal de La Laguna, darunter der Campus Central (südöstlich der Altstadt), der Campus de Anchieta (naturwissenschaftliche Fakultäten), der Campus de Guajara (größter Campus, geisteswissenschaftliche Fakultäten) und der Campus de Ofra (Universitätskliniken). Weitere Standorte gibt es in Santa Cruz de Tenerife (z.B. Kunsthochschule, Nautikschule) und im Süden der Insel (Campus del Sur in Adeje). Die Universität ist international vernetzt und bietet zahlreiche Studienprogramme, darunter viele auf Spanisch, aber auch englischsprachige Kurse im Rahmen von Austauschprogrammen. Die Semesterzeiten sind: Wintersemester Mitte September bis Ende Januar, Sommersemester Ende Januar bis Ende Juli. | ||
Ergänzt wird das Hochschulangebot durch verschiedene Fachhochschulen, Kunsthochschulen, Musikschulen sowie Forschungsinstitute. Besonders bedeutend sind Forschungseinrichtungen in den Bereichen Vulkanologie, Meereswissenschaften, Astrophysik, Klimaforschung, Umweltwissenschaften und erneuerbare Energien. Durch die Nähe zum Teide und die hervorragenden astronomischen Beobachtungsbedingungen besitzt Teneriffa internationale Bedeutung für die Astrophysik. | |||
Internationale Austauschprogramme wie Erasmus+ ermöglichen Studierenden und Lehrkräften den Austausch mit Bildungseinrichtungen in ganz Europa. Aufgrund der attraktiven Lebensbedingungen und des milden Klimas entscheiden sich zudem viele ausländische Studierende für ein Studium oder einen Forschungsaufenthalt auf Teneriffa. | |||
=== '''Archive und Bibliotheken''' === | === '''Archive und Bibliotheken''' === | ||
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=== '''Architektur''' === | === '''Architektur''' === | ||
Die wichtigsten | Die Architektur Teneriffas spiegelt die wechselvolle Geschichte der Insel wider und vereint Einflüsse der Ureinwohner, der spanischen Kolonialzeit sowie moderner internationaler Architektur. Historische Stadtkerne mit prächtigen Bürgerhäusern, Klöstern und Kirchen stehen ebenso für das architektonische Erbe der Insel wie avantgardistische Bauwerke des 20. und 21. Jahrhunderts. Vulkanischer Basalt, Tuffstein und kanarisches Kiefernholz zählen seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Baumaterialien. Charakteristisch für die traditionelle kanarische Architektur sind weiß getünchte Häuser, Innenhöfe (Patios), kunstvoll geschnitzte Holzbalkone, massive Holztüren sowie Dächer mit roten Ziegeln. Die Bauweise wurde den klimatischen Bedingungen angepasst und sorgt für natürliche Belüftung sowie Schutz vor Sonne und Feuchtigkeit. | ||
Als bedeutendstes architektonisches Ensemble der Insel gilt die Altstadt von San Cristóbal de La Laguna. Sie wurde im Jahr 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gehört zu den am besten erhaltenen Kolonialstädten Spaniens. Die im späten 15. Jahrhundert gegründete Stadt war die erste nicht befestigte Kolonialstadt nach einem geometrischen Straßenraster und diente später zahlreichen Städten in Lateinamerika als Vorbild. Breite rechtwinklige Straßen, großzügige Plätze sowie zahlreiche Adelspaläste, Klöster und Kirchen prägen das historische Stadtbild. Besonders sehenswert sind die Casa de los Capitanes Generales, das ehemalige Kloster Santo Domingo, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Herrenhäuser mit ihren typischen hölzernen Balkonen und Innenhöfen. | |||
Auch die historische Altstadt von La Orotava zählt zu den schönsten Beispielen kanarischer Kolonialarchitektur. Die wohlhabende Stadt entwickelte sich während der Blüte des Zuckerrohr- und später des Weinhandels zu einem bedeutenden Zentrum des Nordens. Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster führen vorbei an prachtvollen Bürgerhäusern, reich verzierten Holzbalkonen und kunstvollen Innenhöfen. Besonders bekannt ist die Casa de los Balcones aus dem 17. Jahrhundert, deren aufwendig geschnitzte Holzbalkone als Meisterwerke kanarischer Holzarchitektur gelten. Zahlreiche Kirchen, Klöster und öffentliche Gebäude aus der Renaissance und dem Barock ergänzen das historische Stadtbild. | |||
Eine besondere Stellung nimmt der Jardín de Aclimatación de La Orotava, besser bekannt als Botanischer Garten von Puerto de la Cruz, ein. Er wurde bereits 1788 im Auftrag von König Karl III. angelegt, um tropische Pflanzen aus Amerika, Afrika und Asien an das europäische Klima zu gewöhnen. Neben seiner botanischen Bedeutung besitzt der Garten auch einen hohen architektonischen Wert. Historische Gewächshäuser, Brunnen, Natursteinmauern, Treppenanlagen und Gartenpavillons bilden gemeinsam mit der exotischen Vegetation ein harmonisches Gesamtkunstwerk der Gartenarchitektur. | |||
Zu den rätselhaftesten Bauwerken Teneriffas gehören die Pyramiden von Güímar. Dabei handelt es sich um sechs stufenförmige Steinbauten aus Lavagestein, deren Ursprung lange Zeit umstritten war. Heute geht man überwiegend davon aus, dass sie im 19. Jahrhundert beim Anlegen landwirtschaftlicher Terrassen entstanden. Dennoch weisen ihre präzise Ausrichtung nach astronomischen Gesichtspunkten und ihre ungewöhnliche Bauweise interessante architektonische Besonderheiten auf. Der norwegische Forscher Thor Heyerdahl machte die Anlage international bekannt. Heute gehört sie zu einem archäologischen Freilichtmuseum mit umfangreichen Ausstellungen. | |||
Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife verbindet historische Architektur mit moderner Stadtentwicklung. Rund um den Hafen entstanden seit dem 18. Jahrhundert repräsentative Verwaltungsgebäude, Handelshäuser und Plätze. Zu den bedeutendsten Bauwerken zählen die Plaza de España, die Iglesia de la Concepción, das Teatro Guimerá sowie zahlreiche Jugendstil- und Kolonialbauten entlang der Einkaufsstraßen. Moderne Bürogebäude, Hotels und Einkaufszentren ergänzen heute das historische Stadtbild. Auch das Gebäude des kanarischen Parlaments gehört zu den markanten öffentlichen Bauwerken der Hauptstadt. | |||
Das bekannteste moderne Bauwerk Teneriffas ist das Auditorio de Tenerife in Santa Cruz. Die futuristische Konzerthalle wurde nach Plänen des spanischen Architekten Santiago Calatrava errichtet und 2003 eröffnet. Das Gebäude gilt als Wahrzeichen der Insel und zählt zu den bedeutendsten Beispielen zeitgenössischer Architektur Spaniens. Charakteristisch ist das riesige geschwungene Dach aus Stahlbeton, das wie eine Welle oder ein Segel über dem Gebäude schwebt. Das Auditorio beherbergt einen großen Konzertsaal mit hervorragender Akustik und dient als Spielstätte des Sinfonieorchesters von Teneriffa sowie zahlreicher internationaler Musik- und Kulturveranstaltungen. | |||
Der Loro Parque in Puerto de la Cruz ist zwar vor allem als zoologischer Garten bekannt, besitzt jedoch ebenfalls bemerkenswerte architektonische Anlagen. Orientalisch gestaltete Tempel, großzügige Gartenanlagen, Wasserfälle und kunstvoll gestaltete Gebäude bilden eine außergewöhnliche Kombination aus Landschafts- und Themenarchitektur. Besonders beeindruckend sind die im Thai-Stil errichteten Eingangsgebäude sowie die aufwendig gestalteten Tierhäuser. | |||
Eine architektonische Besonderheit stellt die Modellanlage Pueblo Chico im Valle de La Orotava dar. Auf einer großen Freifläche wurden zahlreiche historische Gebäude, Kirchen, Plätze und Landschaften der Kanarischen Inseln detailgetreu im Maßstab nachgebildet. Die Anlage vermittelt einen umfassenden Überblick über die Architektur und Stadtentwicklung des Archipels. | |||
Zu den bedeutendsten Museumsgebäuden gehört das Museo de la Naturaleza y Arqueología in Santa Cruz de Tenerife. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Zivilhospital des 18. Jahrhunderts, das später umfassend restauriert wurde. Es beherbergt bedeutende archäologische Sammlungen zur Geschichte der Guanchen, darunter zahlreiche Mumien, Grabbeigaben sowie naturkundliche Ausstellungen über die Entstehung der Kanarischen Inseln. | |||
Die Basilika Nuestra Señora de Candelaria zählt zu den wichtigsten Sakralbauten der Kanarischen Inseln. Sie wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts im neoklassizistischen Stil errichtet und ist der Schutzpatronin der Kanaren, der Virgen de Candelaria, geweiht. Der monumentale Glockenturm, die weitläufige Platzanlage mit den Bronzestatuen der Guanchenfürsten sowie die schlichte, helle Innenarchitektur machen die Basilika zu einem bedeutenden Wallfahrtsort und einem Wahrzeichen der Insel. | |||
Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Kathedrale von San Cristóbal de La Laguna. Sie entstand auf den Fundamenten einer älteren Kirche und erhielt Anfang des 20. Jahrhunderts ihre heutige Gestalt im neogotischen Stil. Die imposante Kuppel, die hohen Gewölbe, kunstvollen Glasfenster sowie zahlreiche Gemälde und Altäre verleihen dem Bauwerk große architektonische Eleganz. Als Sitz des Bischofs der Diözese San Cristóbal de La Laguna ist sie das wichtigste katholische Gotteshaus der Insel. | |||
Neben diesen berühmten Bauwerken prägen zahlreiche kleinere Dorfkirchen, historische Klöster, Gutshäuser, Windmühlen, Herrenhäuser sowie traditionelle Bauernhöfe das Landschaftsbild Teneriffas. Besonders in den Bergdörfern sind viele historische Gebäude aus Naturstein und kanarischem Kiefernholz erhalten geblieben. Moderne Architektur findet sich vor allem in den Tourismuszentren im Süden, wo Hotels, Apartmentanlagen und Freizeiteinrichtungen nach internationalen Standards errichtet wurden und häufig Elemente der kanarischen Bauweise mit zeitgenössischem Design verbinden. | |||
=== '''Bildende Kunst''' === | === '''Bildende Kunst''' === | ||
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=== '''Literatur''' === | === '''Literatur''' === | ||
Die Literatur | Die Literatur Teneriffas ist eng mit der Geschichte, Landschaft und kulturellen Entwicklung der Insel verbunden und reicht von den ersten Chroniken nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert bis in die internationale Gegenwartsliteratur. Früheste Texte wurden von Geistlichen und Chronisten verfasst, die die Eroberung der Insel, das Leben der Guanchen und die Christianisierung dokumentierten. Werke von Autoren wie Alonso de Espinosa und Juan de Abreu Galindo sind dabei zentrale historische Quellen, da sie frühe Überlieferungen mit religiösen und ethnografischen Beobachtungen verbinden. | ||
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich auf Teneriffa eine stärker eigenständige literarische Kultur, die von den Ideen der Aufklärung, aber auch von Romantik und Realismus geprägt war. Natur und Landschaft rückten zunehmend in den Mittelpunkt literarischer Darstellungen, ebenso wie soziale Fragen, Armut und die Auswanderung vieler Inselbewohner nach Amerika. | |||
Im 20. Jahrhundert entstand eine moderne kanarische Literatur, die stark von Identitätssuche, politischer Erfahrung und der Inselsituation geprägt ist. Bedeutende Autoren wie Pedro García Cabrera, Agustín Espinosa und Isaac de Vega entwickelten unterschiedliche literarische Formen zwischen Lyrik, Surrealismus und existenzialistischer Prosa. Besonders prägend war auch Rafael Arozarena, dessen Roman „Mararía“ zu den wichtigsten Werken der kanarischen Literatur zählt und das Leben, die Einsamkeit und die sozialen Spannungen der Inselgesellschaft beschreibt. | |||
Die Gegenwartsliteratur ist vielfältig und international vernetzt. Autorinnen wie Elsa López oder Alicia Llarena beschäftigen sich mit Erinnerung, Identität und kultureller Zugehörigkeit, während jüngere Stimmen wie Andrea Abreu mit Werken wie „Panza de burro“ (deutsch: „So forsch, so furchtlos“) große internationale Aufmerksamkeit erlangt haben. Auch der deutsche Roman „Archipel“ von Inger-Maria Mahlke verarbeitet die Geschichte der Insel literarisch und verbindet verschiedene Zeitebenen und Perspektiven. | |||
Neben der kanarischen Literatur haben zahlreiche internationale Schriftsteller Teneriffa als Inspirationsort genutzt. Alexander von Humboldt beschrieb die Natur des Teide und machte die Insel europaweit bekannt, während Autoren wie Jules Verne oder Agatha Christie die exotische Atmosphäre literarisch aufgriffen. | |||
=== '''Theater''' === | === '''Theater''' === | ||
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Teneriffa ist ein beliebter Drehort für internationale Produktionen wie 'Fast & Furious 6', 'Doctor Who', 'The Witcher' und 'Jason Bourne'. Die spektakulären Landschaften bieten Filmtouristen und Fans die Möglichkeit, berühmte Kulissen zu entdecken und die Insel aus einer neuen Perspektive zu erleben. | Teneriffa ist ein beliebter Drehort für internationale Produktionen wie 'Fast & Furious 6', 'Doctor Who', 'The Witcher' und 'Jason Bourne'. Die spektakulären Landschaften bieten Filmtouristen und Fans die Möglichkeit, berühmte Kulissen zu entdecken und die Insel aus einer neuen Perspektive zu erleben. | ||
=== '''Musik''' === | === '''Musik und Tanz''' === | ||
Die | Die frühesten musikalischen Wurzeln reichen in die Zeit der Guanchen zurück, der vorkolonialen Bevölkerung der Insel. Auch wenn ihre Musik nicht schriftlich überliefert ist, gelten rhythmische Gesänge, Trommeln und einfache Tanzformen als Teil einer archaischen Kultur, die stark mit Ritualen, Naturverehrung und gemeinschaftlichen Zeremonien verbunden war. Diese Elemente wirken in einigen heutigen Tanzformen wie dem '''Tajaraste''' nach, der als einer der ältesten überlieferten kanarischen Tänze gilt und durch Trommelrhythmen, einfache Schritte und rituelle Bewegungen geprägt ist. | ||
Mit der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert kamen neue musikalische Formen auf die Insel, insbesondere aus Andalusien. Daraus entwickelten sich typische kanarische Volksmusikstile wie '''Isas''', '''Folías''', '''Malagueñas''' und '''Seguidillas'''. Diese Lieder- und Tanzformen sind bis heute ein Kernbestandteil der Folklore. Sie werden häufig bei Volksfesten, religiösen Prozessionen und Dorffeiern aufgeführt und zeichnen sich durch Gesang, Gitarrenbegleitung und rhythmische Struktur aus. Die Texte handeln oft von Liebe, Alltag, Sehnsucht, Natur und dem Leben auf der Insel. | |||
Ein zentrales Instrument der kanarischen Musik ist die '''Timple''', ein kleines, fünfsaitiges Zupfinstrument, das als Symbol der Inselmusik gilt. Sie wird sowohl solistisch als auch in Ensembles eingesetzt und prägt den typischen Klang der traditionellen Musik. Ergänzt wird sie durch klassische Gitarren, Trommeln (wie Bombo oder Tambor), Kastagnetten (Chácaras) sowie gelegentlich Flöten oder andere traditionelle Instrumente. | |||
Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich eine stärker organisierte Musikszene. Komponisten wie '''Teobaldo Power y Lugo Viña''' aus Santa Cruz de Tenerife trugen zur Verbindung von klassischer Musik und kanarischer Folklore bei. Seine Werke sind bis heute Teil des musikalischen Kulturerbes der Insel. | |||
Besonders bedeutend für die Bewahrung und Popularisierung der traditionellen Musik ist die Gruppe '''Los Sabandeños''', die 1966 gegründet wurde. Sie gilt als eine der wichtigsten Folkloregruppen der Kanarischen Inseln und verbindet traditionelle Lieder mit modernen Arrangements. Daneben existieren zahlreiche weitere Gruppen und „parrandas“, also musikalische Volksensembles, die regional sehr aktiv sind und das musikalische Erbe lebendig halten. | |||
Neben | Neben der traditionellen Musik ist Teneriffa heute auch in moderne Musikrichtungen eingebunden. Pop, Rock, Jazz und klassische Musik sind fest in der Kulturszene verankert. Internationale Bedeutung hat das '''Festival Internacional de Música de Canarias''', bei dem auf Teneriffa regelmäßig hochkarätige klassische Konzerte stattfinden und internationale Orchester auftreten. | ||
=== '''Kleidung''' === | === '''Kleidung''' === | ||
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=== '''Kulinarik und Gastronomie''' === | === '''Kulinarik und Gastronomie''' === | ||
Die | Die tinerfenische Küche ist vergleichsweise einfach, aber sehr aromatisch und basiert stark auf regionalen Zutaten wie Kartoffeln, Mais, Fisch, Ziegenfleisch, Hülsenfrüchten und verschiedenen lokalen Soßen und Gewürzen. Ein Grundnahrungsmittel ist die kanarische Kartoffel, die besonders als „Papas arrugadas“ (Runzelkartoffeln) berühmt ist. Sie werden in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis sich eine typische Salzkruste bildet, und traditionell mit „Mojo“ serviert – einer typischen Sauce, die es in grüner (Koriander- oder Petersilienbasis) und roter Variante (Paprika, Knoblauch, Chili) gibt. Diese Kombination gilt als eines der bekanntesten Gerichte der gesamten Kanarischen Inseln. | ||
Eine weitere traditionelle Spezialität ist „Gofio“, ein geröstetes Getreidemehl, das bereits von den Guanchen verwendet wurde. Es wird sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten genutzt, etwa als Beilage, in Suppen oder als „Gofio escaldado“, bei dem es mit Fischbrühe zu einer dicken Masse verarbeitet wird. Gofio gilt bis heute als Symbol der kanarischen Ernährungsgeschichte. | |||
Die Inselküche ist stark von Fisch und Meeresfrüchten geprägt, da Teneriffa eine lange Küstenlinie besitzt und der Atlantik eine wichtige Nahrungsquelle darstellt. Typische Fischarten sind Thunfisch, Sardinen, Sama oder Vieja (Papageifisch). Fisch wird häufig gegrillt, gebraten oder in Salzteig gegart und meist sehr schlicht mit Kartoffeln oder Mojo serviert, um den Eigengeschmack zu erhalten. | |||
Auch Fleischgerichte spielen eine wichtige Rolle, insbesondere Ziegenfleisch (Cabrito) und Schweinefleisch. Beliebt sind Gerichte wie „Ropa vieja“, ein Eintopf aus Fleischresten, Kichererbsen und Gemüse, sowie „Carne de fiesta“, mariniertes und gebratenes Schweinefleisch. In ländlichen Regionen ist die traditionelle Küche besonders stark erhalten geblieben und wird oft noch in großen Familienportionen zubereitet. | |||
Ein charakteristisches Element der Gastronomie ist die Verwendung lokaler Käsesorten, insbesondere Ziegenkäse, der oft geräuchert oder leicht gereift angeboten wird. Er ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaft und wird sowohl pur als auch in Gerichten oder als Tapas serviert. | |||
Auch Süßspeisen haben eine lange Tradition. Typische Desserts sind „Bienmesabe“ (eine süße Creme aus Mandeln, Honig und Eigelb), „Frangollo“ (ein Pudding aus Maismehl, Milch und Zitrusnoten) oder „Truchas de Navidad“, gefüllte Teigtaschen, die besonders zur Weihnachtszeit beliebt sind. | |||
Die Gastronomie Teneriffas ist stark von der Tapas-Kultur geprägt. In Bars und kleinen Restaurants werden viele kleine Gerichte serviert, die gemeinsam gegessen werden und eine große Vielfalt der Inselküche zeigen. Wein spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Teneriffa besitzt mehrere kleine, aber qualitativ hochwertige Weinregionen, die vor allem autochthone Rebsorten wie Listán Negro oder Malvasía kultivieren. | |||
Typische Gerichte und Spezialitäten sind: | |||
* '''Papas Arrugadas mit Mojo''': Kleine, in Salzwasser gekochte Kartoffeln mit runzeliger Schale, serviert mit Mojo verde (grün, mit Koriander) oder Mojo rojo (rot, mit Paprika und Chili).. | * '''Papas Arrugadas mit Mojo''': Kleine, in Salzwasser gekochte Kartoffeln mit runzeliger Schale, serviert mit Mojo verde (grün, mit Koriander) oder Mojo rojo (rot, mit Paprika und Chili).. | ||
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* '''Gebackener Käse mit Mojo''': Geräucherter kanarischer Käse, gebacken und mit Mojo-Sauce serviert. | * '''Gebackener Käse mit Mojo''': Geräucherter kanarischer Käse, gebacken und mit Mojo-Sauce serviert. | ||
* '''Pulpo a la Gallega''': Zubereitet nach galicischer Art, aber auch auf Teneriffa weit verbreitet: gegarter Tintenfisch mit Paprika und Olivenöl. | * '''Pulpo a la Gallega''': Zubereitet nach galicischer Art, aber auch auf Teneriffa weit verbreitet: gegarter Tintenfisch mit Paprika und Olivenöl. | ||
Lokale Getränke sind: | Lokale Getränke sind: | ||
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* '''Ron Miel''': Honigrum, ein aromatischer Likör, der gerne als Digestif serviert wird. | * '''Ron Miel''': Honigrum, ein aromatischer Likör, der gerne als Digestif serviert wird. | ||
* '''Barraquito''': Typischer kanarischer Kaffee mit Kondensmilch, Likör und Zimt. | * '''Barraquito''': Typischer kanarischer Kaffee mit Kondensmilch, Likör und Zimt. | ||
Die Gastronomie auf Teneriffa reicht von gemütlichen Guachinches (traditionelle Lokale mit lokalem Wein und Hausmannskost) bis hin zu gehobenen Restaurants mit moderner Küche. Besonders in Santa Cruz, La Laguna und Puerto de la Cruz findet man eine große Auswahl an authentischen und internationalen Restaurants. Teneriffa bietet somit eine reiche und abwechslungsreiche Küche, die sowohl traditionelle als auch moderne Einflüsse vereint und bei jedem Besuch kulinarische Entdeckungen ermöglicht. | Die Gastronomie auf Teneriffa reicht von gemütlichen Guachinches (traditionelle Lokale mit lokalem Wein und Hausmannskost) bis hin zu gehobenen Restaurants mit moderner Küche. Besonders in Santa Cruz, La Laguna und Puerto de la Cruz findet man eine große Auswahl an authentischen und internationalen Restaurants. Teneriffa bietet somit eine reiche und abwechslungsreiche Küche, die sowohl traditionelle als auch moderne Einflüsse vereint und bei jedem Besuch kulinarische Entdeckungen ermöglicht. | ||
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* 25. Dezember - Navidad (Weihnachten) | * 25. Dezember - Navidad (Weihnachten) | ||
* 31. Dezember - Noche del Año Viejo (Altjahrstag) | * 31. Dezember - Noche del Año Viejo (Altjahrstag) | ||
Teneriffa ist bekannt für seine lebendige Festkultur mit zahlreichen traditionellen und modernen Festen, die das ganze Jahr über stattfinden. Hier sind die wichtigsten und beliebtesten Feste auf der Insel: | Teneriffa ist bekannt für seine lebendige Festkultur mit zahlreichen traditionellen und modernen Festen, die das ganze Jahr über stattfinden. Hier sind die wichtigsten und beliebtesten Feste auf der Insel: | ||
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* '''Feste zu Ehren der Virgen de Candelaria''' sind religiöse Feierlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin der Kanaren im August. Pilger aus ganz Teneriffa besuchen die Basilika in Candelaria. | * '''Feste zu Ehren der Virgen de Candelaria''' sind religiöse Feierlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin der Kanaren im August. Pilger aus ganz Teneriffa besuchen die Basilika in Candelaria. | ||
* '''Feste zu Ehren lokaler Schutzheiliger''': Fast jede Gemeinde feiert jährlich ihr Patronatsfest mit Prozessionen, Musik und regionalen Spezialitäten. | * '''Feste zu Ehren lokaler Schutzheiliger''': Fast jede Gemeinde feiert jährlich ihr Patronatsfest mit Prozessionen, Musik und regionalen Spezialitäten. | ||
* ''' | |||
* '''Festiv'''bis '''al Internacional de Música de Canarias''' ist ein int bis rnationales Musikfestival im Januar '''bis''' und Februar mit Konzerten auf Teneriffa und Gran Can bis ria. | |||
== '''Medien''' == | == '''Medien''' == | ||
Die wichtigsten Printmedien auf Teneriffa sind bis egionale Zeitungen, die sowohl lokale als auch überregionale bis chrichten abdecken. Besonders bedeutend ist „El Día bis , eine traditionsreiche Tageszeitung mit Sitz in Santa Cruz de Ten bis rife, die lange Zeit als wichtigste Stimme der Insel g bis lt und stark auf lokale Politik, Gesellschaft und Wirtschaf bis fokussiert ist. Daneben spielen auch bis kanarienweite Medien wie „Diario de Avisos“ eine bis ichtige Rolle, das als eine der ältesten Zeitungen Spaniens gilt und sowohl kulturelle als auch politische Themen behandelt. Ergänzt wird b is ie Printlandschaft durch kostenlose Wochenzeitungen und Stadtmagazine, die sich häufig auf Touri bis mus, Veranstaltungen und lokale Kultur konzentrieren. | |||
Im Bereich Radio ist Teneriffa durch ein dichtes Netz öffentlich-rechtlicher und privater Sender geprägt. Wichtige nationale Sender wie RNE (Radio Nacional de España) und große private Ketten wie Cadena SER, COPE oder Onda Cero betreiben regionale Studios auf der Insel. Diese liefern tägliche Nachrichten aus Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur mit starkem Bezug zu den Kanaren. Ergänzt wird das Angebot durch lokale Radiosender, die oft Musik, lokale Ereignisse und Gemeindeinformationen in den Mittelpunkt stellen. | |||
Das Fernsehen wird sowohl durch nationale spanische Sender als auch durch regionale Kanäle geprägt. Besonders wichtig ist der öffentlich-rechtliche Regionalsender Telspeziell für die Kanarischen Inseln produziert. Er berichtet über lokale Politik, Kultur, Wirtschaft und gesellschaftliche Themen und spielt eine zentrale Rolle bei der regionalen Identitätsbildung. Daneben sind auch die großen spanischen Sendergruppen wie RTVE, Antena 3 und Telecinco präsent und werden auf der Insel umfassend empfangen. | |||
Auf Teneriffa erscheinen folgende Zeitungen: | Auf Teneriffa erscheinen folgende Zeitungen: | ||
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* '''Teneriffa News:''' Online-Portal mit aktuellen Nachrichten, Urlaubstipps, Wetter und mehr für Teneriffa und die Kanaren. | * '''Teneriffa News:''' Online-Portal mit aktuellen Nachrichten, Urlaubstipps, Wetter und mehr für Teneriffa und die Kanaren. | ||
* '''Kanarenmarkt:''' Führendes Online-Nachrichtenportal in deutscher Sprache mit täglichen Updates von allen Kanarischen Inseln. | * '''Kanarenmarkt:''' Führendes Online-Nachrichtenportal in deutscher Sprache mit täglichen Updates von allen Kanarischen Inseln. | ||
Radiosender auf Tenerife sind unter anderem: | Radiosender auf Tenerife sind unter anderem: | ||
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* '''Sunshine Radio:''' 101.5 MHz in Adeje. | * '''Sunshine Radio:''' 101.5 MHz in Adeje. | ||
* '''Power FM Tenerife:''' 91.1–91.9 MHz in Los Gigantes. | * '''Power FM Tenerife:''' 91.1–91.9 MHz in Los Gigantes. | ||
Dazu kommen zahlreiche lokale spanischsprachige Radiostationen auf der Insel. Deutsche Fernsehsender können über Satellit empfangen werden, was in vielen Ferienwohnungen und -häusern Standard ist. Die wichtigsten spanischen Sender (RTVE, Antena 3, Telecinco, Canal Sur, etc.) sind ebenfalls über Kabel oder Satellit verfügbar. | Dazu kommen zahlreiche lokale spanischsprachige Radiostationen auf der Insel. Deutsche Fernsehsender können über Satellit empfangen werden, was in vielen Ferienwohnungen und -häusern Standard ist. Die wichtigsten spanischen Sender (RTVE, Antena 3, Telecinco, Canal Sur, etc.) sind ebenfalls über Kabel oder Satellit verfügbar. | ||
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* '''Tauchen und Schnorcheln:''' Klare Sicht, artenreiche Meereswelt und zahlreiche Tauchschulen machen Teneriffa ideal für Unterwassersport. | * '''Tauchen und Schnorcheln:''' Klare Sicht, artenreiche Meereswelt und zahlreiche Tauchschulen machen Teneriffa ideal für Unterwassersport. | ||
* '''Segeln, Kajakfahren, Hochseeangeln:''' Viele Möglichkeiten für Segeltörns, Kajaktouren und Angelausflüge. | * '''Segeln, Kajakfahren, Hochseeangeln:''' Viele Möglichkeiten für Segeltörns, Kajaktouren und Angelausflüge. | ||
* '''Wandern:''' Zahlreiche Wanderwege durch Nationalparks ( | * '''Wandern:''' Zahlreiche Wanderwege durch Nationalparks (zum Beispiel Teide, Anaga), Schluchten und Küsten. | ||
* '''Mountainbiken und Radfahren:''' Herausfordernde Strecken durch Berge und Täler, auch mit E-Bikes möglich. | * '''Mountainbiken und Radfahren:''' Herausfordernde Strecken durch Berge und Täler, auch mit E-Bikes möglich. | ||
* '''Klettern, Canyoning, Gleitschirmfliegen:''' Vielfältige Angebote für Kletterer, Abenteurer und Paraglider. | * '''Klettern, Canyoning, Gleitschirmfliegen:''' Vielfältige Angebote für Kletterer, Abenteurer und Paraglider. | ||
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Die Federación de Lucha Canaria de Tenerife organisiert die Wettkämpfe und Meisterschaften. Die Geschäftsstelle befindet sich in La Laguna (C/ Adán Martín, 15, 38208). Es gibt das ganze Jahr über regelmäßige Wettkämpfe in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen, oft im Rahmen von Dorffesten oder bei speziellen Events. Besonders bekannte Veranstaltungen sind „La Luchada del Año“ (zum Beispiel in Puerto de la Cruz) und die Finals der Liga CaixaBank in Santa Úrsula. Lucha Canaria ist fest in der kanarischen Kultur verankert und bietet ein einzigartiges Erlebnis für Zuschauer und Teilnehmer. | Die Federación de Lucha Canaria de Tenerife organisiert die Wettkämpfe und Meisterschaften. Die Geschäftsstelle befindet sich in La Laguna (C/ Adán Martín, 15, 38208). Es gibt das ganze Jahr über regelmäßige Wettkämpfe in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen, oft im Rahmen von Dorffesten oder bei speziellen Events. Besonders bekannte Veranstaltungen sind „La Luchada del Año“ (zum Beispiel in Puerto de la Cruz) und die Finals der Liga CaixaBank in Santa Úrsula. Lucha Canaria ist fest in der kanarischen Kultur verankert und bietet ein einzigartiges Erlebnis für Zuschauer und Teilnehmer. | ||
Neben Lucha Canaria gibt es auf Teneriffa weitere traditionelle Sportarten wie das Spiel des Stocks (Juego del Palo), das Heben von Steinen und das kanarische Kegeln. | Neben Lucha Canaria gibt es auf Teneriffa weitere traditionelle Sportarten wie das Spiel des Stocks (Juego del Palo), das Heben von Steinen und das kanarische Kegeln. | ||
== '''Persönlichkeiten''' == | == '''Persönlichkeiten''' == | ||
Die wichtigsten mit Teneriffa verbundenen Persönlichkeiten sind: | Die wichtigsten mit Teneriffa verbundenen Persönlichkeiten sind: | ||
* José de Anchieta (1534 bis 1597), Missionar, Jesuit, Heiliger und Sprachforscher | |||
* Antonio de Viana (1578 bis 1650), Dichter und Historiker | |||
* Juan Núñez de la Peña (1641 bis 1721), Historiker | |||
* Amaro Pargo (1678 bis 1747), Kaperfahrer und Händler | |||
* Juan de Iriarte (1702 bis 1771), Bibliothekar und Gelehrter | |||
* José de Viera y Clavijo (1731 bis 1813), Historiker und Naturforscher | |||
* Bernardo de Iriarte (1735 bis 814), Diplomat und Politiker | |||
* Tomás de Iriarte (1750 bis 1791), Fabeldichter und Schriftsteller | |||
* Agustín de Betancourt (1758 bis 1824), Ingenieur und Erfinder | |||
* Domingo Monteverde (1773 bis 1832), Militär und Kolonialverwalter | |||
* Fernando Estévez (1788 bis 1854), Bildhauer | |||
* José de Anchieta | * Teobaldo Power (1848 bis 1884), Komponist und Pianist | ||
* | * Mercedes Pinto (1883 bis 1976), Schriftstellerin und Frauenrechtlerin | ||
* Juan | * Óscar Domínguez, Maler (Surrealismus) | ||
* Pedro García Cabrera, Dichter | |||
* Domingo Pérez Minik (1903 b is 1989), Literaturkritiker und Essayist | |||
* Luis Molowny, Fußballspieler und Trainer | |||
* Adán Martín (1943 bis 2010), Politiker und Präsident der Kanaren | |||
* | * Cristina García Ramos, Journalistin und Fernsehmoderatorin | ||
* Caco Senante, Sänger und Liedermacher | |||
== '''Fremdenverkehr''' == | |||
Der Fremdenverkehr ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel und prägt sowohl das Landschaftsbild als auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Teneriffa in hohem Maße. Die Insel gehört zu den bedeutendsten Reisezielen im Atlantikraum und zieht jährlich mehrere Millionen Besucher aus ganz Europa und zunehmend auch aus Übersee an. Besonders stark vertreten sind Gäste aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den nordischen Ländern, die das ganzjährig milde Klima, die Strände, die Vulkanlandschaften und die gut ausgebaute touristische Infrastruktur nutzen. | |||
Der Tourismus ist eng mit der regionalen Wirtschaft verflochten und schafft einen großen Teil der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, insbesondere in Hotellerie, Gastronomie, Transport und Freizeitindustrie. Gleichzeitig führt die starke touristische Entwicklung zu erheblichen strukturellen Herausforderungen. Dazu gehören steigende Immobilien- und Mietpreise, eine wachsende Belastung der Verkehrs- und Wasserversorgungssysteme sowie ökologische Probleme in besonders stark frequentierten Regionen. Diese Entwicklungen haben in den letzten Jahren zu gesellschaftlichen Debatten und Protestbewegungen geführt, die eine stärkere Regulierung des Tourismus und einen besseren Schutz der natürlichen Ressourcen fordern. | |||
* Juan | |||
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Die wichtigsten touristischen Regionen liegen im Süden und Norden der Insel. Im Süden dominieren sonnensichere Bade- und Feriengebiete wie Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos, die durch große Hotelanlagen, Apartmentkomplexe und ein breites Freizeitangebot geprägt sind. Diese Region ist besonders auf Pauschal- und Strandtourismus ausgerichtet. | |||
Der Norden, insbesondere rund um Puerto de la Cruz, bietet hingegen einen stärker kulturell und landschaftlich geprägten Tourismus mit historischer Architektur, botanischen Gärten und Nähe zum grünen Orotava-Tal. Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife spielt zusätzlich eine wichtige Rolle im Kreuzfahrt- und Städtetourismus. | |||
Die Insel verfügt über eine sehr breite Palette an Unterkunftsformen, die verschiedene Zielgruppen bedienen: | |||
* | * Luxushotels und Resorts: Vor allem im Süden angesiedelt, häufig mit All-Inclusive-Angeboten, großen Poolanlagen, Wellnessbereichen und direkter Strandlage. | ||
* | * Mittelklassehotels: In nahezu allen touristischen Zentren verbreitet, oft mit Halbpension oder Frühstücksangeboten. | ||
* Apartmentanlagen und Ferienwohnungen: Eine der wichtigsten Unterkunftsformen, besonders für Individualtouristen und Langzeiturlauber. | |||
* Landhäuser (Casas rurales): Vor allem im Inselinneren und in ländlichen Gebieten verbreitet, oft in restaurierten traditionellen Gebäuden mit Fokus auf Natur- und Aktivurlaub. | |||
* Campingplätze und ökologische Unterkünfte: Zwar weniger zahlreich, aber zunehmend beliebt im Rahmen nachhaltiger Tourismusformen. | |||
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Die touristische Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Zwei internationale Flughäfen – Teneriffa Süd (Reina Sofía) und Teneriffa Nord (Los Rodeos) – verbinden die Insel mit vielen europäischen Städten. Ein dichtes Straßennetz sowie Busverbindungen (Guaguas) ermöglichen eine gute Erreichbarkeit der touristischen Regionen. | |||
In den letzten Jahren wurde zunehmend versucht, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehören Maßnahmen wie die Regulierung von Besucherströmen in Naturschutzgebieten, Umweltabgaben in sensiblen Regionen sowie Programme zur Förderung von umweltfreundlicher Mobilität und energieeffizienten Hotels. | |||
== '''Literatur''' == | == '''Literatur''' == | ||
Aktuelle Version vom 30. Juni 2026, 13:51 Uhr
Teneriffa, die größte und bevölkerungsreichste der Kanarischen Inseln, bietet eine landschaftliche Vielfalt: von den schroffen Vulkanlandschaften rund um den Pico del Teide – Spaniens höchsten Berg – bis zu subtropischen Wäldern im Norden und sonnigen Stränden im Süden. Die Insel verfügt über ein ganzjährig mildes Klima, über 40 Naturschutzgebiete und ist ein Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Strandurlauber. Überall spürbar ist zudem das Erbe der Guanchen, der ursprünglichen Bewohner Teneriffas.
| Inselsteckbrief | |
|---|---|
| offizieller Name | Tenerife |
| alternative Bezeichnungen | Achinech, Achineche, Achinet, Aninechi, Chenech, Chinech, Chinechi, Chinet (guanchisch), Nivaria, Ninguaria (um 77), Insula del’Inmferno (14. Jahrhundert), Tenerfix, Tonerfiz, Tenerfe, Thenerfe, Theneref (16./17. Jahrhundert), Isla Fascinante, Isla Amable (poetisch), Tīnīrīfī (arabisch), Teneriffa (deutsch) |
| Kategorie | Meeresinsel |
| Inseltyp | echte Insel |
| Inselart | vulkanische Insel (Hot Spot) |
| Gewässer | Atlantischer Ozean (Oceano Atlantico) |
| Inselgruppe | Kanarische Inseln (Islas Canarias) |
| politische Zugehörigkeit | Staat: Spanien (Reino de España) Region: Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias) Provinz: Santa Cruz de Tenerife |
| Gliederung | 31 ayuntamientos (Gemeinden) 307 barrios (Stadtteile), lugares (Dörfer) und caseríos (Weiler) |
| Status | Inselgemeinschaft (comunidad insular) |
| Koordinaten | 28°18' N, 16°30' W |
| Entfernung zur nächsten Insel | 250 m (Roque de Anaga), 26 km (Gomera) |
| Entfernung zum Festland | 288 km (Cap Bojador / Westsahara) |
| Fläche | 2.034,17 km² / 785,41 mi² (mit Nebeninseln 2.034,38 km² / 785,47 mi²) |
| geschütztes Gebiet | 941,8 km² / 363,6 mi² (47,8 %) |
| maximale Länge | 84,9 km (NO-SW) |
| maximale Breite | 49,1 km (NW-SO) |
| Küstenlänge | 354,1 km |
| tiefste Stelle | 0 m (Atlantischer Ozean) |
| höchste Stelle | 3715 m (Piso de Teide) |
| relative Höhe | 3715 m |
| mittlere Höhe | 650 m |
| maximaler Tidenhub | 2,4 bis 2,6 m ( Los Cristianos 2,47 m, Santa Cruz 2,46 m) |
| Zeitzone | HCE (Hora Central Europea / Mitteleuropäische Zeit, UTC+1) |
| Realzeit | UTC minus 1 Stunde 4 bis 8 Minuten |
| Einwohnerzahl | 955.063 (2024) |
| Dichte (Einwohner pro km²) | 469,46 |
| Inselzentrum | Santa Cruz de Tenerife |
Name
Die Insel Teneriffa hat im Laufe der Geschichte eine Vielzahl von Namen erhalten. Die ursprünglich hier heimischen Guanchen nannten sie Achinech, was von verschiedenen Autoren in unterschiedlichsten Vasrianten wiedergegeben wurde - als Achineche, Achinet, Aninechi, Chenech, Chinech, Chinechi oder Chinet. Dem Philologen Ignacio Reyes geht diese Bezeichnung zurück auf den guanchischen Ausdruck (w)a-zenzen mit der Bedeutung „Resonanz, Summen, Rumpeln“, während für Juan Álvarez Delgado der dem Namen zugrunde liegende Ausdruck -at-ti-ney- „ein liebevoller oder affektiver Ausdruck“ ist, der sich mit „hier ist mein“ oder „mein“ im Sinn von „mein Land“ übersetzen lässt.
In den Beschreibungen der Insulae Fortunatae, wie sie bei Plinius dem Älteren in seinem Werk Naturalis Historia (verfasst um 77) zu finden ist, wird eine der Inseln Nivaria oder Ninguaria - von lateinisch nix bzw. nivis für „Schnee“ -, was mit Hinweis auf den Schnee, der oft den Vulkan Teide bedeckt, auf Teneriffa bezogen wird. Aprositos, griechisch für „unerreichbar“, ist ebenfalls eine antike Bezeichnung, die auf eine schwer zugängliche Insel hinweist. Sie taucht in verschiedenen historischen Beschreibungen auf, wird aber nicht spezifisch mit Teneriffa in Verbindung gebracht.
Auf portugiesischen Karten aus dem 14. und 15. Jahrhundert wird die Insel häufig als Insula del‘inferno, übersetzt „Insel des Infernos“ oder auch „Hölleninsel“, bezeichnet, was wahrscheinlich vermutlich auf Ausbrüche des Teide hindeutet. Laut Fray Alonso de Espinosa, Leonardo Torriani und anderen Historikern der frühen Kolonialzeitz wurde das Wort Tenerife bzw. Teneriffa, in divergierender Schreibweise Tenerfix, Tonerfiz, Tenerfe, Thenerfe und Theneref, von den kastilischen Siedlern aus dem Namen übernommen, den die Eingeborenen von La Palma für die Insel verwendeten. Der Name leitet sich von den Begriffen tener „Schnee“ und fe „Berg“, nach alternativer Auslegung duna „Berg“ und er-efez „weiß“. ab. Der sich wiederum auf den Teide beziehende Name kann demnach als „Schneeberg“ oder „Schneeberg“ übersetzt werden. Heute nennen die Einheimischen Teneriffa auch liebevoll Isla Fascinante „faszinierende Insel“ oder Isla Amable „liebenswerte Insel“.

- international: Tenerife
- arabisch: تينيريفي [Tīnīrīfī]
- armenisch: Տեներիֆա [Tenerifa]
- bengalisch: টেনেরিফ [Tenerif]
- birmanisch: တန်နရီဖ [Tannarif]
- bulgarisch: Тенерифе [Tenerife]
- chinesisch: 特内里费 [Tènèilǐfèi]
- deutsch: Teneriffa
- esperanto: Tenerifo
- finnisch: Teneriffa
- friesisch: Teneryf
- georgisch: ტენერიფე [T‘enerife]
- griechisch: Τενερίφη [Tenerífi]
- gudscheratisch: ટેનેરિફ [Tenerif]
- hawaiianisch: Heūeke
- hebräisch: טנריף [Tenerif]
- hindi: टेनेरीफ़ [Tenerif]
- japanisch: ネリフェ [Tenerife]
- kambodschanisch: តេណេរីហ្វា [Tenerifa]
- kanaresisch: ಟೆನೆರಿಫೆ [Tenerife]
- kasachisch: Тенерифе [Tenerife]
- koreanisch: 테네리페 [Teneripe]
- laotisch: ເຕເນຣິຟ [Tēnērif]
- lateinisch: Nivaria, Ninguaria
- makedonisch: Тенерифе [Tenerife]
- malayalam: ടെനെരിഫ [Tenerifa]
- maldivisch: ޓެނެރީފެ [Tenerife]
- marathisch: टेनेरिफे [Tenerife]
- nepalesisch: टेनेरिफे [Tenerife]
- mongolisch: Тенерифе [Tenerife]
- nepalesisch: टेनेरीफ़ [Tenerif]
- pandschabisch: ਟੇਨੇਰੀਫ [Tenerif]
- paschtunisch: ټینریف [Tenerif]
- persisch: تنریف [Tenerifa]
- russisch: Тенерифе [Tenerife]
- schwedisch: Teneriffa
- serbisch: Тенерифе [Tenerife]
- tamilisch: டெனரீஃப் [Tenerīf]
- thai: เตเนรีเฟ [Dtay-nee-ree-fay]
- tibetisch: ཏེ་ནེ་རི་ཕེ [Tenerife]
- ukrainisch: Тенерифе [Tenerife]
- urdu: ٹینریفا [Tenerifa]
- weißrussisch: Тэнэрыфэ [Tënëryfë]
Offizieller Name: Tenerife
- Bezeichnung der Bewohner: Tinerfeños (Tinerfenier)
- adjektivisch: tinerfeño (tinerfenisch)
Kürzel:
- Code: TN / TEN
- Kfz: -
- ISO-Code: ES.IC.TN
Lage
Tenerife liegt im westlichen Zentrum der Kanarischen Inseln, 285 km vor der sahrauischen bzw. marokkanischen Küste und fast 1300 km südwestlich der Iberischen Halbinsel auf durchschnittlich 28°18‘ n.B. und 16°30‘ w.L..

Geografische Lage:
- nördlichster Punkt: 28°36’10“ n.B. (Roque de Fuera)
- südlichster Punkt: 27°59’58“ n.B. (Punta Salerna)
- östlichster Punkt: 16°05’27“ w.L. (Punta de Anaga)
- westlichster Punkt: 16°55’04“ w.L. (Punta de Teno)
Entfernungen:
- Gomera / Kanaren (Punta Llana) 26 km
- Gran Canaria / Kanaren (Punta de Sardina) 61,7 km
- La Palma / Kanaren (Punta El Lajio) 85 km
- Hierro / Kanaren (Punta Caleta) 125 km
- Fuerteventura / Kanaren (Punta Cotillo) 166 km
- Lanzarote / Kanaren (Punta Gines) 220 km
- Westsahara / Marokko (Cap Bojador) 288 km
- Madeira (Ponta da Cruz) 430 km
- Santa Maria / Azoren (Punta do Castelo) 1210 km
- Algarve / Portugal (Cabo de São Vicente) 1270 km
- Spanien (Cap Trafalgar) 1365 km
- Santo Antão / Kapverden (Ponta do Sol) 1425 km
- Bermuda (Great Head) 4600 km
Zeitzone
In Tenerife gilt die Hora Central Europea bzw. Central European Time (Mitteleuropäische Zeit), abgekürzt HCE bzw. CET (MEZ), eine Stunde vor der Koordinierten Weltzzeit (UTC+1). Die Realzeit liegt um eine Stunde und 4 bis 8 Minuten hinter der Koordinierten Weltzeit.
Fläche
Tenerife hat eine Fläche von 2.034,38 km² bzw. 785,47 mi², nach alternativen Angaben 2.034,21 km², wobei 0,21 km² auf rund 200 kleine Felsinseln entfallen. Inklusive Flutbereich ergeben sich 2.036 km². Von Nordosten nach Südwesten durchmisst die Insel zwischen Roque Bermejo und Cala Mimar 84,9 km, von Nordwesten nach Südosten zwischen Punta de Teno und Punta Roja 49,1 km. Die Küste ist insgesamt 354,1 km lang, wovon 256 km auf Felsküste, 35 km auf Steilküste, 25 km auf Sandstrand, 23 km auf Kiesstrand und 13 km auf Hafenanlagen entfallen. Der maximale Tidenhub beträgt 2,4 bis 2,6 m (Santa Cruz 2,46 m, in Los Cristianos 2,47 m). Höchster Punkt ist der Pico de Teide mit 3715 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 650 m.
Flächenaufteilung 2015:
- Brach- und Ödland 1.370,70 km² (67,38 %)
- Waldland 407,20 km² (20,02 %)
- Agrarland 256,31 km² (12,60 %)
- Gärten und Äcker 201,61 km²
- Wiesen und Weiden 54,70 km²
Geologie
Die Insel Teneriffa entstand vor etwa 12 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Diese ist auf einen Hot Spot im Erdmantel zurückzuführen, der durch seine Aktivität eine Inselkette aufwölbt, während die Afrikanische Platte über diesen Punkt im Erdinneren nach Osten driftet. Die geologisch ältesten Teile der Insel sind das Anaga-Gebirge im äußersten Nordosten, das Teno-Gebirge im Nordwesten sowie kleine Gebiete (Bandas del Sur) im äußersten Süden. Jünger ist das Vulkanmassiv im Zentrum der Insel, das in der Mitte von einer 12 mal 17 Kilometer großen Caldera namens Las Cañadas eingenommen wird. Aus ihr erhebt sich der höchste Berg Spaniens, der 3718 Meter hohe Pico del Teide. Von oben betrachtet haben diese Gebirgszonen zusammen die Form des Buchstabens „Y“. Dass die Insel vulkanisch noch sehr aktiv ist, zeigen die nachgewiesenen Vulkanausbrüche zwischen dem Teide-Massiv und dem Teno-Gebirge in den Jahren 1706, 1798 und 1909.
Nach einer der derzeit in der Wissenschaft am weitesten verbreiteten Theorien (Theorie der angehobenen Blöcke) erfolgte der Aufstieg von Magma aus dem Erdmantel in Zeiten tektonischer Aktivität aus Verwerfungen oder Brüchen, die im Meeresboden vorhanden sind. Diese folgen den strukturellen Achsen der Insel und entstanden während der alpinen Orogenese im Tertiär durch die Bewegung der afrikanischen Platte. Bei diesen unterseeischen Eruptionen entstehen die so genannten Pillow Lavas oder Kissenlaven, die durch die schnelle Abkühlung des Magmas beim Kontakt mit dem Wasser entstehen und dadurch eine sehr charakteristische Form erhalten. Diese Materialien sammelten sich an und bildeten das Inselgebäude unter dem Meer. Als sich das Meer der Oberfläche näherte, wurden aufgrund der Abnahme des Umgebungsdrucks Gase aus dem Magma freigesetzt, und die vulkanologischen Episoden gingen von einem ruhigen zu einem ausgesprochen explosiven Charakter über, wobei sich bruchstückhaftes Material bildete. Nach einer langen Zeit der Materialansammlung war der Vulkanausbruch im Meer ein sehr wichtiges Ereignis in der Entwicklung des Inselvulkans.
Nach einer langen Zeit der Materialanhäufung fand die Entstehung der Insel am Ende des Miozäns (Tertiär) statt. Vor sieben Millionen Jahren entstanden die Gebiete von Teno, Anaga und Macizo de Adeje in der so genannten Alten Basaltserie oder Serie I. Auf diese Weise entstanden drei chronologisch und stratigraphisch getrennte Inseln am westlichen, östlichen und südlichen Ende des heutigen Teneriffa.
Ein zweiter vulkanischer Zyklus (postmiozäne Formationen oder rezente Serien II, III und IV) begann vor etwa 3 Millionen Jahren, der viel intensiver war und Elemente im zentralen Bereich der Insel, vor allem das Adeje-Massiv, mit einbezog, die ebenfalls entstanden und die drei oben beschriebenen Gebäude zu einem einzigen vereinten. Die zu dieser Zeit entstandene Struktur ist als Vor-Cañadas-Gebäude bekannt, auf dessen Überresten später das Cañadas-I-Gebäude errichtet wurde. Letzteres stürzte mehrmals ein und setzte eine Vielzahl explosiver Materialien frei, aus denen die so genannten Bandas del sur (der heutige Süd-Südosten) entstanden. Später kam es auf den Ruinen des Gebäudes Cañadas I zu einem explosiven Ausbruch des Gebäudes Cañadas I.
Später entstand auf den Ruinen dieses Komplexes das Gebäude Cañadas II, oberhalb von 2500 Metern, ebenfalls mit intensiven explosiven Prozessen. Vor etwa einer Million Jahren begann der Aufbau der Cordillera Dorsal mit einem spaltförmigen Vulkanismus aus den Überresten der bereits teilweise abgebauten Gebäude der Serie I. Die Cordillera Dorsal ist mit einer Höhe von 1600 Metern und einer Länge von 25 km das am weitesten entwickelte Höhen- und Längsgebirge des kanarischen Archipels. Im gleichen Zeitraum (vor 800.000 Jahren) kam es zu zwei gravitativen Erdrutschen, die zur Entstehung der Täler von La Orotava und Güímar führten. In jüngerer Zeit (vor 800.000 Jahren) bildeten sich schließlich die Täler von La Orotava und Güímar. Die Cordillera Dorsal ist das am weitesten entwickelte Gebirge der Kanarischen Inseln. In jüngerer Zeit (vor 200.000 Jahren) schließlich begannen die Eruptionen, die den Pico Viejo-Teide im Zentrum der Insel über der Caldera de Las Cañadas anheben sollten.
Landschaft
Das landschaftliche Zentrum der Insel bildet der Teide-Nationalpark mit der Caldera de las Cañadas. Hier erhebt sich der Pico del Teide mit 3.718 Metern Höhe, der höchste Berg Spaniens und einer der höchsten Inselvulkane der Welt. Die Umgebung ist geprägt von einer weiten, kargen Hochgebirgslandschaft mit bizarren Felsformationen, erstarrten Lavaströmen und einer nahezu mondähnlichen Atmosphäre. Diese Zone ist nicht nur geologisch bedeutsam, sondern auch ein wichtiges UNESCO-Weltnaturerbe.
Im Nordosten der Insel liegt das Anaga-Gebirge, eine der ältesten Landschaftsformationen Teneriffas. Diese Region ist bekannt für ihre steilen Berghänge, tief eingeschnittenen Schluchten und besonders dichten Lorbeerwälder. Durch die feuchten Passatwinde entsteht hier sogenannter horizontaler Regen, der die üppige Vegetation begünstigt. Das Anaga-Gebirge gilt als eines der ökologisch wertvollsten Gebiete der Kanarischen Inseln und beherbergt zahlreiche endemische Pflanzen- und Tierarten.
Im Nordwesten befindet sich das Teno-Gebirge, das geologisch als einer der ältesten Teile der Insel gilt. Diese Region ist geprägt von schroffen Felslandschaften, steilen Küstenklippen und tiefen Schluchten wie der bekannten Masca-Schlucht. Von den Höhenlagen aus eröffnen sich weite Ausblicke über den Atlantik und die umliegenden Inseln. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit ist das Gebiet nur dünn besiedelt und weitgehend naturbelassen.
Der Süden Teneriffas unterscheidet sich deutlich von den nördlichen Regionen. Er ist wärmer, trockener und deutlich stärker von Erosion und vulkanischen Ablagerungen geprägt. Charakteristisch sind hier schwarze Sandstrände vulkanischen Ursprungs, trockene Hügellandschaften und eine teilweise fast wüstenartige Vegetation. Diese klimatischen Bedingungen haben den Süden zu einem Zentrum des Tourismus gemacht.
Die Küstenlinie Teneriffas erstreckt sich über etwa 354 Kilometer und ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Sie umfasst sowohl steinige und felsige Abschnitte als auch schwarze Lavastrände. Natürliche weiße Sandstrände sind selten und meist künstlich angelegt. Die Küste ist stark vom Atlantik geprägt, was sich in hoher Brandung und markanten Küstenformationen äußert.
Weitere bedeutende Naturräume sind die Cumbre Dorsal, ein zentraler Gebirgsrücken mit weiten Panoramablicken über die Insel, der Mercedeswald im Nordosten mit dichtem Lorbeerwald sowie die Goldmohnwiesen bei Arico, die saisonal durch ihre besondere Blütenpracht auffallen.

Erhebungen
- Pico de Teide 3715 m
- Teleferico (Teide) 3555 m
- Pico Viejo (Teide) 3134 m
- Pico Sur (Teide) 3100 m
- Montaña Blanca 2748 m
- Guajara 2718 m
- El Sombrero 2532 m
- Montaña Colorada 2422 m
- Montaña Abreu 2406 m
- Izaña 2383 m
- Montaña de Maja 2365 m
- Montaña de las Arenas 2364 m
- Echicere 2362 m
- Montaña de Emmedio 2362 m
- Montaña de los Maliorquines 2316 m
- Montaña de las Lajas 2296 m
- Morro las Brujas 2289 m
- Montaña Yegua Blanca 2251 m
- Montaña Negra o de Volcán 2251 m
- Montaña de las Cuevas 2061 m
- Pico de las Flores 1313 m
- Cruz de Taborno 1024 m
- Baracán 1002 m
Seen
- Embalse de los Campitos 7,5 ha, Seehöhe 270 m, Tiefe 10 m
Fluss
- Barranco de los Erales 28 km
Flora und Fauna
Teneriffa hat eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Rund 140 Pflanzen- und über 350 Tierarten sind hier endemisch.
Flora
Die Vegetation Teneriffas gehört zu den vielfältigsten und ökologisch interessantesten in der gesamten Region des Atlantiks. Diese enorme pflanzliche Vielfalt ist das Ergebnis der vulkanischen Entstehung der Insel, der großen Höhenunterschiede, der unterschiedlichen Klimazonen sowie der isolierten Lage im Atlantischen Ozean. Dadurch konnten sich zahlreiche endemische Pflanzenarten entwickeln, die entweder nur auf den Kanarischen Inseln oder sogar ausschließlich auf Teneriffa vorkommen.
Eine der wichtigsten natürlichen Vegetationsformen ist der kanarische Kiefernwald, der von der Pinus canariensis dominiert wird. Diese Kiefernwälder erstrecken sich vor allem in mittleren bis höheren Lagen und bilden ausgedehnte Waldgebiete. Die kanarische Kiefer ist besonders an trockene Bedingungen, starke Sonneneinstrahlung und sogar Waldbrände angepasst. Sie besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, nach Bränden aus dem Stamm erneut auszutreiben, was sie zu einer zentralen Art im Ökosystem der Insel macht.
Im trockenen Süden Teneriffas dominiert eine ganz andere Vegetationsform. Dort finden sich vor allem sukkulente Pflanzen und trockenheitsresistente Arten, darunter insbesondere die kanarische Wolfsmilch Euphorbia canariensis. Diese Pflanzen bilden oft kaktusähnliche Strukturen und sind perfekt an die ariden Bedingungen des Südens angepasst. Sie speichern Wasser in ihren Geweben und kommen mit sehr geringen Niederschlägen aus, wodurch sie das Landschaftsbild der trockenen Zonen stark prägen.
Eine der bekanntesten und symbolträchtigsten Pflanzen der Kanaren ist der Dracaena draco. Dieser langsam wachsende Baum besitzt eine charakteristische Schirmkrone und einen dicken Stamm. Besonders bekannt ist ein jahrhundertealtes Exemplar in Icod de los Vinos, das als eines der ältesten und beeindruckendsten seiner Art gilt. Der Drachenbaum hat nicht nur botanische Bedeutung, sondern ist auch kulturell stark mit der Identität der Insel verbunden.
Neben den endemischen Arten spielt auch die eingeführte und verwilderte Vegetation eine wichtige Rolle im Landschaftsbild Teneriffas. Durch menschliche Besiedlung und Handel wurden zahlreiche Pflanzenarten aus anderen Kontinenten eingebracht. Aus Amerika stammen beispielsweise verschiedene Kakteenarten, die sich in trockenen Regionen teilweise stark verbreitet haben. Auch Zierpflanzen wie der Weihnachtsstern, der ursprünglich aus Mittelamerika stammt und in Europa als Adventspflanze bekannt ist, wachsen auf der Insel in größerer Form als Sträucher oder kleine Bäume.
Ebenfalls häufig anzutreffen ist die Strelitzia reginae, deren auffällige Blütenstände ursprünglich aus Südafrika stammen. Diese Pflanzen werden häufig in Gärten, Parks und touristischen Anlagen kultiviert und tragen zur tropisch-exotischen Wirkung vieler Landschaften bei. Sie sind ein typisches Beispiel für die Mischung aus einheimischer und eingeführter Flora auf der Insel.
Aufgrund der hohen ökologischen Bedeutung steht ein großer Teil der Vegetation unter strengem Schutz. Viele Pflanzenarten sind endemisch und daher besonders empfindlich gegenüber Umweltveränderungen. Aus diesem Grund ist die Ausfuhr von Pflanzen, Samen oder Pflanzenteilen gesetzlich verboten, um die einzigartige Biodiversität der Insel zu bewahren.
Fauna
Die Tierwelt Teneriffas ist – wie auf vielen ozeanischen Inseln – relativ artenarm im Vergleich zu kontinentalen Regionen, zeichnet sich jedoch durch einen hohen Anteil endemischer Arten und eine große ökologische Besonderheit aus. Aufgrund der isolierten Lage der Insel im Atlantik haben sich über lange Zeit eigenständige Tierarten entwickelt, während andere Tiergruppen, insbesondere größere Säugetiere, nur in sehr begrenztem Umfang vorkommen.
Bei den Säugetieren ist die Vielfalt gering. Ursprünglich gab es auf Teneriffa keine größeren wildlebenden Raubtiere. Heute finden sich vor allem eingeschleppte oder verwilderte Arten wie Kaninchen sowie kleinere Raubtiere wie die verwilderte Hauskatze. Eine besondere Rolle spielt die sogenannte Waldkatze, die in bewaldeten und bergigen Regionen vorkommt. Insgesamt ist die Säugetierfauna jedoch deutlich weniger ausgeprägt als in kontinentalen Lebensräumen.
Sehr charakteristisch ist dagegen die Vogelwelt. Zu den bekannten endemischen oder regional typischen Arten gehören unter anderem der Kanarengirlitz, der als Vorfahre des domestizierten Kanarienvogels gilt, sowie der Teidefink, der in den Hochlagen rund um den Pico del Teide vorkommt. Diese Vogelarten sind gut an die unterschiedlichen Höhenstufen und klimatischen Bedingungen der Insel angepasst und stellen einen wichtigen Bestandteil des Ökosystems dar.
Auch Reptilien spielen eine wichtige Rolle in der Fauna Teneriffas. Besonders auffällig sind die Kanareneidechsen, die in großer Zahl vorkommen und in vielen Regionen der Insel leicht zu beobachten sind. Diese Tiere sind häufig zutraulich und lassen sich in touristischen Gebieten sogar füttern. Sie tragen wesentlich zum typischen Erscheinungsbild der Insel in trockenen und sonnigen Regionen bei.
Die Insektenwelt ist ebenfalls bemerkenswert vielfältig und umfasst mehrere endemische Schmetterlingsarten. Dazu gehören unter anderem der Kanaren-Weißling, der Kanarische Admiral sowie das Kanaren-Waldbrettspiel. Diese Arten sind eng an die spezifischen Pflanzen- und Klimabedingungen der Insel angepasst und kommen teilweise ausschließlich auf den Kanarischen Inseln vor.
Eine besondere Bedeutung hat zudem die marine Tierwelt rund um Teneriffa. Zwischen Teneriffa und der Nachbarinsel La Gomera befindet sich eine tiefe Meerespassage, in der regelmäßig verschiedene Wal- und Delfinarten beobachtet werden können. Besonders bekannt ist das Vorkommen von Pilotwalen, die hier dauerhaft leben. Diese Region zählt weltweit zu den wenigen Orten, an denen Wale in unmittelbarer Küstennähe ganzjährig anzutreffen sind, was sie sowohl ökologisch als auch touristisch sehr bedeutend macht.
Arten: insgesamt endemisch
Pfllanzen
insgesamt 1400 140
Tiere
Wirbellose 4000 350
Fische 400 0
Vögel 56 3
Meeressäuger 29 0
Landsäugetiere 13 2
Reptilien 6 1
Amfibien 2 0
Naturschutz
Teneriffa verfügt über ein sehr dichtes Netz an Naturschutzgebieten, das große Teile der Insel abdeckt und die außergewöhnliche biologische und geologische Vielfalt bewahren soll. Aufgrund der starken landschaftlichen Kontraste – von Hochgebirgen über Lorbeerwälder bis hin zu ariden Küstenzonen – wurden zahlreiche Schutzkategorien eingerichtet, die sowohl terrestrische als auch marine Ökosysteme umfassen.
Das bedeutendste Schutzgebiet der Insel ist der Teide-Nationalpark, der sich im Zentrum Teneriffas erstreckt und die Hochgebirgslandschaft rund um den Pico del Teide sowie die Caldera de las Cañadas umfasst. Dieses Gebiet ist als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt und schützt eine einzigartige Vulkanlandschaft mit endemischen Pflanzenarten, Lavaströmen und geologischen Formationen. Der Park ist nicht nur ökologisch bedeutsam, sondern auch ein zentrales Forschungsgebiet für Vulkanologie und Biodiversität.
Im Nordosten der Insel liegt das Anaga-Gebirge, das als Biosphärenreservat ausgewiesen ist. Diese Region ist bekannt für ihre alten Lorbeerwälder, tiefen Schluchten und hohe Artenvielfalt. Aufgrund der feuchten Passatwinde entstehen hier besondere Klimabedingungen, die eine üppige Vegetation ermöglichen. Das Gebiet ist stark geschützt, um die empfindlichen Ökosysteme und endemischen Arten zu erhalten.
Ebenfalls geschützt ist das Teno-Gebirge im Nordwesten der Insel. Diese Region zeichnet sich durch steile Küstenklippen, zerklüftete Berge und abgelegene Täler aus. Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit hat sich hier eine weitgehend unberührte Natur erhalten, die zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergt. Auch dieses Gebiet steht unter besonderem Landschafts- und Naturschutz.
Entlang der Küsten existieren mehrere maritime Schutzgebiete, insbesondere in den Gewässern zwischen Teneriffa und La Gomera. Diese Meeresregion ist besonders bekannt für ihre Population von Pilotwalen und Delfinen und steht unter Schutz, um Störungen durch Schifffahrt und Tourismus zu begrenzen. Hier werden Maßnahmen zum Schutz der marinen Biodiversität und zur nachhaltigen Nutzung der Gewässer umgesetzt.
Zusätzlich gibt es zahlreiche kleinere Schutzgebiete, Naturparks und geschützte Landschaftsräume, die über die gesamte Insel verteilt sind. Dazu gehören Küstenzonen, Waldgebiete, Vulkanlandschaften und landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaften. Diese Schutzgebiete sind oft miteinander vernetzt und bilden ein ökologisches Gesamtsystem, das die biologische Vielfalt der Insel stabilisiert.
Ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes ist die Regulierung menschlicher Aktivitäten. Dazu zählen Besucherlenkung in sensiblen Gebieten, Einschränkungen beim Bau von Infrastruktur, Schutzprogramme für endemische Arten sowie Umweltbildung für Einheimische und Touristen. Besonders im Teide-Nationalpark und in den Lorbeerwaldgebieten wird großer Wert auf nachhaltigen Tourismus gelegt.
Die ganze Insel ist seit 1988 ein Lichtschutzgebiet (Ley del Cielo 31/1988), insbesondere bezüglöich des Observatorio del Teide (Europäische Nordsternwarte). Seit 1996 bestehen insgesamt 32 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 971,8 km², was einem Anteil von 47,77 % an der Inselfläche enspricht.
- Corona Forestal 371,7 km²
- Anaga 141,2 km²
- Cañadas del Teide 137,8 km²
- Santa Ursula y Güimar 121,1 km²
- Teno 76,5 km²
- Macizo de Adeje y Barranco del Infierno 20,6 km²
- Salto de las Hiedras 17,8 km²
- Tigaiga 17,4 km²
- Barranco del Rio 7,7 km²
- Montaña de Guaza 7,6 km²
- Barranco de Erques y Acantilado 7,2 km²
- Acantilado de los Silos, El Tanque, Garachico e Icod 5,8 km²
- Barranco de Herques 5,7 km²
- Montaña de las Coloradas 5,2 km²
- Acantilados del Sauzal y Tacoronte 4,7 km²
- Malpaís de la Rasca 3,2 km²
- Malpaís de Güimar 2,9 km²
- Montaña de Ifara y Montaña de los Riscos 2,5 km²
- Los Derriscaderos 2,4 km²
- Caldera del Rey 2,2 km²
- Montaña Tejina 2,0 km²
- Montaña Pelada 1,6 km²
- Montaña Roja 1,6 km²
- Montaña de la Centinela 1,5 km²
- Roque de Jama 1,0 km²
- sonstige 3,0 km²
Klima
Das Klima Teneriffas ist stark durch seine Lage im Atlantik, die Nähe zur Sahara und die ausgeprägte Reliefenergie der Insel geprägt. Insgesamt herrschen ganzjährig milde bis warme Temperaturen vor, jedoch zeigen sich deutliche regionale und höhenbedingte Unterschiede, die zu einer außergewöhnlichen klimatischen Vielfalt führen.
In den tiefer gelegenen Küstenregionen, insbesondere im Süden und Südwesten der Insel, dominiert ein trockenes, semiarides Klima, das nach der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation häufig als Steppenklima (BSh) eingeordnet wird. Diese Gebiete zeichnen sich durch sehr geringe Niederschläge, viele Sonnenstunden und relativ hohe Durchschnittstemperaturen aus. Der Süden gilt daher als besonders stabiler und sonnensicherer Teil der Insel, was ihn auch zu einem Zentrum des Tourismus gemacht hat.
Der Norden Teneriffas weist dagegen ein deutlich feuchteres und gemäßigteres Klima auf. Hier führen die Nordost-Passatwinde feuchte Luftmassen vom Atlantik heran, die an den Gebirgsmassiven der Insel aufsteigen. Dadurch kommt es zu orographischen Niederschlägen und einer deutlich höheren Luftfeuchtigkeit als im Süden. Diese klimatische Differenzierung ist ein typisches Merkmal der Kanarischen Inseln und besonders ausgeprägt auf Teneriffa.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Relief der Insel, insbesondere das Teidemassiv mit dem Pico del Teide. Wenn die feuchten Passatwinde auf die Insel treffen, steigen sie an den Hängen des Gebirges auf und kühlen dabei ab. In Höhenlagen zwischen etwa 1.000 und 1.500 Metern kondensiert die Feuchtigkeit häufig zu Wolken, die als sogenannter „horizontaler Regen“ oder Nebel auftreten. Dieses Phänomen ist besonders wichtig für die Vegetation der Lorbeer- und Kiefernwälder, da es auch in niederschlagsarmen Sommermonaten zusätzliche Feuchtigkeit liefert.
Die Temperaturverhältnisse auf Teneriffa sind das ganze Jahr über relativ ausgeglichen. In den Küstenregionen liegen die Durchschnittswerte meist im milden bis warmen Bereich, während es in höheren Lagen deutlich kühler werden kann. In extremen Wetterlagen können im Sommer auch Hitzewellen auftreten, bei denen Temperaturen über 35 °C erreicht werden, insbesondere im Süden der Insel, wenn heiße Luftmassen aus der Sahara einströmen.
| Station | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Temperatur °C | Reina Sofia | 17,2 | 18,0 | 18,9 | 19,3 | 20,6 | 22,2 | 23,5 | 25,2 | 24,4 | 23,3 | 21,7 | 20,0 | 21,5 |
| Temperatur °C | Santa Cruz | 17,4 | 18,5 | 18,3 | 19,2 | 20,4 | 22,2 | 24,3 | 24,7 | 24,1 | 22,7 | 20,5 | 18,4 | 20,8 |
| Temperatur °C | P. de la Cruz | 16,2 | 16,6 | 17,1 | 17,8 | 18,9 | 20,7 | 21,6 | 22,4 | 22,4 | 21,5 | 19,9 | 17,3 | 19,3 |
| Temperatur °C | Güimar | 15,8 | 16,2 | 17,1 | 17,6 | 18,3 | 20,1 | 22,1 | 22,8 | 22,1 | 21,0 | 19,3 | 17,2 | 19,1 |
| Temperatur °C | Los Rodeos | 12,2 | 12,5 | 13,2 | 13,4 | 14,6 | 16,0 | 18,5 | 19,4 | 19,1 | 17,6 | 15,4 | 12,9 | 15,4 |
| Temperatur °C | Izaña | 4,0 | 4,3 | 5,7 | 6,7 | 9,5 | 13,4 | 17,5 | 17,5 | 14,0 | 10,1 | 7,2 | 4,3 | 9,5 |
| Niederschlag mm | Izaña | 63 | 92 | 59 | 26 | 7 | 2 | 2 | 2 | 18 | 31 | 95 | 47 | 434 |
| Niederschlag mm | Santa Cruz | 36 | 39 | 28 | 13 | 6 | 1 | 0 | 1 | 3 | 31 | 45 | 51 | 252 |
| Tage >0,1 mm | Los Rodeos | 19 | 8 | 11 | 12 | 13 | 8 | 10 | 4 | 7 | 11 | 14 | 15 | 132 |
| Tage >0,1 mm | Santa Cruz | 7 | 5 | 4 | 2 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 4 | 5 | 7 | 35 |
| Tage >0,25 mm | Reina Sofia | 3 | 3 | 4 | 3 | 2 | 1 | 0 | 1 | 2 | 2 | 5 | 4 | 30 |
| Nebeltage | Los Rodeos | 2 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 2 | 7 |
| Verdunstung mm | Santa Cruz | 46 | 45 | 59 | 67 | 88 | 104 | 127 | 129 | 108 | 94 | 68 | 54 | 990 |
| Luftfeuchte % | Reina Sofia | 61 | 65 | 62 | 64 | 65 | 67 | 64 | 65 | 66 | 64 | 64 | 63 | 65 |
| Luftfeuchte % | Los Rodeos | 78 | 66 | 66 | 72 | 72 | 73 | 72 | 68 | 73 | 73 | 72 | 78 | 72 |
| Luftfeuchte % | Santa Cruz | 68 | 67 | 64 | 61 | 63 | 63 | 59 | 62 | 66 | 67 | 68 | 66 | 65 |
| Luftfeuchte % | Izaña | 55 | 38 | 37 | 40 | 41 | 21 | 23 | 34 | 46 | 56 | 62 | 54 | 48 |
| Sonnenstunden | Santa Cruz | 5,8 | 6,6 | 7,3 | 8,4 | 9,2 | 10,2 | 11,4 | 10,5 | 8,4 | 7,1 | 5,8 | 5,5 | 8,0 |
| Wind km/h | Los Rodeos | 26 | 27 | 29 | 30 | 28 | 28 | 29 | 31 | 28 | 24 | 23 | 24 | 28 |
| Wassertemp. °C | Santa Cruz | 19 | 18 | 18 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 22 | 21 | 20 | 20,1 |
Mythologie
Die Mythen und die Mythologie der Insel Teneriffa sind tief in den Überlieferungen der Guanchen, den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, verwurzelt und reichen bis in antike Vorstellungen von paradiesischen Gefilden und versunkenen Reichen zurück. Schon in der Antike galten die Kanarischen Inseln als mögliche Überreste von Atlantis oder als die Paradiesgärten, die Homer und andere Dichter in ihren Epen beschrieben hatten. Diese Vorstellungen von glückseligen, abgeschiedenen Inseln im Westen des Ozeans, den Inseln der Seligen oder Hesperiden, verbanden sich mit Berichten über fruchtbare Lande, milde Klimata und eine Welt jenseits der bekannten Horizonte. Viele Überlieferungen handeln zudem von einer Phantominsel namens San Borondón westlich der Kanaren, die immer wieder gesichtet wurde, aber nie gefunden werden konnte. Sie ist Thema zahlreicher Geschichten und sogar historischer Berichte von Seefahrern, die von einer schimmernden, paradiesischen Landmasse sprachen, die sich bei Annäherung auflöste, möglicherweise ein Spiegelbild optischer Phänomene oder ein Echo alter Mythen von unerreichbaren Inseln der Glückseligkeit.
Im Zentrum der Verehrung der Guanchen stand die Muttergöttin Chaxiraxi, die als Trägerin oder Stütze des Himmels und der Erde verstanden wurde. Sie verkörperte das weibliche Prinzip des Kosmos, eine schützende und lebensspendende Kraft, die oft mit der Sonne und dem Erhalt der Welt in Verbindung gebracht wurde. Später wurde sie mit der christlichen Jungfrau von Candelaria gleichgesetzt, deren Bildnis nach der Überlieferung bereits vor der spanischen Eroberung an der Küste von Güímar gefunden wurde und die Guanchen tief beeindruckte. Chaxiraxi gilt bis heute als Schutzpatronin der Kanarischen Inseln. Mit ihr verbunden ist die Sage von La niña de las peras, dem Birnenmädchen. Einer Überlieferung aus dem Barranco de Badajoz zufolge soll ein Mädchen, das von seinen Eltern ausgesandt wurde, um Früchte zu sammeln, eines Tages verschwunden sein. Zwanzig Jahre später, unverändert jung, kehrte es zurück. Es erzählte, es sei unter einem Birnbaum eingeschlafen, von einem großen, in Weiß gekleideten Wesen geweckt und in eine Höhle geführt worden, wo es in einem wundersamen Garten Zeit mit freundlichen Gestalten verbracht habe. Für das Mädchen waren nur wenige Augenblicke vergangen, doch draußen war eine Generation gealtert. Diese Legende spiegelt Motive von Zeitverzerrung, Feenwelten oder unterirdischen Paradiesen wider, die in vielen Kulturen vorkommen, und macht den Barranco de Badajoz zu einem Ort anhaltender mystischer Faszination.
Der wohl bekannteste Mythos dreht sich um Guayota und Achamán. Guayota, der böse Dämon oder Prinzip des Bösen, lebte im Inneren des Teide, des höchsten Berges der Insel, der von den Guanchen Echeyde genannt wurde und als Eingang zur Unterwelt galt. Guayota hatte den Sonnengott Magec gefangen genommen und in den Vulkan gesperrt, was die Welt in Dunkelheit hüllte. Die Guanchen, verzweifelt über den Verlust des Lichts, baten Achamán, den obersten Gott, den Schöpfer und Vater der Götter, um Hilfe. Achamán, dessen Name oft mit dem Himmel oder dem Erhaltenden assoziiert wird, besiegte Guayota in einem epischen Kampf, befreite Magec und verschloss den Krater des Teide mit dem sogenannten Pan de Azúcar, dem Zuckerbrot, jenem hellen Felsgipfel, der den Vulkan heute krönt. Dieser Mythos erklärt nicht nur die geologische Beschaffenheit des Teide, sondern auch das zyklische Spiel von Licht und Dunkelheit, Feuer und Fruchtbarkeit auf der Insel. Guayota wurde zudem mit weiteren dämonischen Wesen in Verbindung gebracht, wie schwarzen, wollenen Hunden oder Geistern, die nachts aus Höhlen kamen und Vieh oder Menschen bedrohten.
Die Guanche-Mythologie war polytheistisch und eng mit der Natur verbunden. Achamán repräsentierte das höchste männliche Prinzip, den Schöpfer und Bewahrer des Universums, während Chaxiraxi das weibliche Gegenstück bildete. Weitere Gottheiten umfassten Achguayo als Mondgott oder Achuhucanac, der mit Regen und Fruchtbarkeit assoziiert wurde. Die Guanchen verehrten ihre Götter in Höhlen, auf heiligen Plätzen und durch Rituale, darunter das Trennen von Lämmern von ihren Müttern in Trockenzeiten, um durch das Klagen der Tiere das Mitleid der Gottheit zu wecken. Berge wie der Teide waren zentrale Achsen der Welt, Orte der Macht und des Übergangs zwischen Diesseits und Jenseits. Idole aus Ton oder Stein, oft in Höhlen gefunden, dienten als Gegenstände der Verehrung. Nach der Eroberung durch die Spanier im 15. Jahrhundert verschmolzen viele dieser Elemente mit dem Christentum, was zu einem reichen synkretistischen Erbe führte, das in Festen wie der der Virgen de Candelaria weiterlebt.
Geschichte
Teneriffa wurde vor etwa 3 Millionen Jahren durch Vulkanausbrüche geformt und ab dem -6. Jahrhundert von den Guanchen besiedelt, die bis zur spanischen Eroberung auf der Insel lebten. Nach erbittertem Widerstand der Ureinwohner wurde Teneriffa 1496 als letzte der Kanarischen Inseln von den Spaniern unterworfen und Teil des spanischen Königreichs. Seitdem entwickelte sich die Insel durch Landwirtschaft, Handel und später den Tourismus zu einem bedeutenden Zentrum der Kanaren, geprägt von spanischer Kultur und globalen Einflüssen.
Zeit der Guanchen
Die früheste Besiedlung Teneriffas durch die Guanchen ist nicht exakt datierbar, wird jedoch archäologisch in die Zeit vor dem -5. Jahrhundert eingeordnet. Vermutlich gelangten die ersten Siedler aus dem nordafrikanischen Raum auf die Insel, wobei enge kulturelle Verbindungen zu Berberpopulationen angenommen werden. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahrtausenden entwickelten die Guanchen eine eigenständige Inselkultur, die sich an die isolierten und ressourcenarmen Bedingungen Teneriffas anpasste. Erst im Jahr 1496 wurde die Insel im Zuge der kastilischen Expansion endgültig unterworfen und in das spanische Herrschaftssystem integriert.
Archäologische Funde, etwa aus der Cueva de los Guanches, liefern Hinweise auf eine sehr frühe Besiedlung und zählen zu den wichtigsten Quellen für die Rekonstruktion der guanchischen Kulturgeschichte. Die dort gefundenen Relikte werden teilweise auf das -6. Jahrhundert datiert und belegen eine frühe und kontinuierliche Nutzung der Insel durch menschliche Gruppen.
Lange Zeit wurden die Guanchen als einfache „Steinzeitkultur“ beschrieben, jedoch zeigen neuere archäologische und ethnologische Erkenntnisse, dass ihre Gesellschaft komplexer war als ursprünglich angenommen. Sie verfügten über ausgeprägte soziale Strukturen, religiöse Vorstellungen und vielfältige Wirtschaftsformen. Aufgrund des Mangels an metallischen Rohstoffen blieb ihre Technologie jedoch auf Stein-, Holz- und Knochenwerkzeuge beschränkt.
Die wirtschaftliche Grundlage der guanchischen Gesellschaft bildete vor allem die Viehzucht, insbesondere von Ziegen und Schafen. Ergänzt wurde diese durch Sammelwirtschaft, einfachen Ackerbau, Fischfang sowie die Nutzung von Meeresressourcen wie Muscheln. Auch handwerkliche Tätigkeiten, etwa die Herstellung von Keramik und Werkzeugen, waren bekannt, wenn auch technisch begrenzt.
Die Religion der Guanchen war polytheistisch und stark von astralen und natürlichen Elementen geprägt. Zentrale Gottheiten waren unter anderem Achamán als höchstes göttliches Wesen, Magec sowie Guayota. Ergänzt wurde dieses Pantheon durch Muttergottheiten wie Chaxiraxi, die später in der christlichen Tradition teilweise synkretistisch mit der Jungfrau von Candelaria verbunden wurde. Die Religion umfasste zudem animistische Elemente, bei denen Berge, Felsen und Naturorte als heilig galten.
Ein besonderes Merkmal der guanchischen Kultur war der ausgeprägte Totenkult, der auch Formen der Mumifizierung einschloss. Diese Praxis zeigt eine komplexe Vorstellung vom Leben nach dem Tod und weist auf differenzierte rituelle Traditionen hin. Zudem wurden zahlreiche kleine Figuren aus Stein und Ton gefunden, die vermutlich rituelle oder symbolische Funktionen hatten. Besonders bekannt ist das sogenannte Guatimac-Idol, dessen genaue Bedeutung bis heute nicht abschließend geklärt ist.
Die Gesellschaft der Guanchen war hierarchisch organisiert und in soziale Schichten gegliedert. Eine Elite, bestehend aus Adeligen, stand der übrigen Bevölkerung gegenüber. Politisch war die Insel in mehrere Teilherrschaften (Menceyatos) unterteilt, die jeweils von einem Mencey regiert wurden. Diese lokalen Herrscher übten die politische und militärische Kontrolle über ihre Gebiete aus.
Kurz vor der spanischen Eroberung spielte der Herrscher Tinerfe der Große eine zentrale Rolle in der Inselgeschichte. Nach seinem Tod wurde das Gebiet unter seinen neun Söhnen aufgeteilt, wodurch mehrere konkurrierende Menceyatos entstanden. Diese politische Fragmentierung erleichterte letztlich die spätere kastilische Eroberung im späten 15. Jahrhundert.
Conquista
Teneriffa war die letzte Kanareninsel, die erobert wurde, und diejenige, die am längsten brauchte, um sich den kastilischen Truppen zu unterwerfen. Obwohl die traditionellen Daten für die Eroberung Teneriffas zwischen 1494 (Landung von Alonso Fernández de Lugo) und 1496 (Eroberung der Insel) angesetzt werden, ist zu berücksichtigen, dass die Versuche, die Insel Teneriffa der kastilischen Krone einzuverleiben, mindestens auf das Jahr 1464 zurückgehen. Zwischen dem ersten Versuch, die Insel zu erobern, im Jahr 1464 und der endgültigen Eroberung im Jahr 1496 vergingen 32 Jahre.
1464 fand in der Schlucht Barranco del Bufadero die symbolische Übernahme der Insel durch den Herrscher der Kanarischen Inseln, Diego García de Herrera, statt. Er unterzeichnete einen Friedensvertrag mit den Menceys, und kurz darauf erlaubte ihm der Mencey von Anaga, auf seinem Land einen Turm zu errichten, in dem die Guanchen und Europäer verkehrten, bis er um 1472 von den Guanchen selbst abgerissen wurde. 1483 ergaben sich die Einwohner von Gran Canaria den Spaniern. Als letzte europäische Station vor der Atlantiküberquerung gewannen die Kanarischen Inseln Ende des 15. Jahrhunderts enorme strategische Bedeutung. Und damit geriet speziell Teneriffa nun ins Visier der Kolonialstrategen.
1492 unterzeichnete der Gouverneur von Gran Canaria, der Gouverneur von Anaga, einen Friedensvertrag mit den Menceys. Im gleichen Jahr organisierte der Gouverneur von Gran Canaria, Francisco Maldonado, einen Raubzug, der für die Europäer in einer Katastrophe endete, da sie von den Guanchen von Anaga besiegt wurden.
Im Dezember 1493 erhielt Alonso Fernández de Lugo von den Katholischen Königen die Bestätigung seiner Eroberungsrechte über die Insel Teneriffa. Im April 1494 landete der Eroberer von Gran Canaria kommend an der Küste des heutigen Santa Cruz de Tenerife mit einer Truppe aus Spaniern und Kanaren (hauptsächlich Gomeros und Gran Canarios), die etwa 2.000 Mann zu Fuß und 200 zu Pferd umfasste. Nachdem er eine Festung errichtet hatte, machte er sich auf den Weg ins Landesinnere. Am 25. Dezember 1495 unterlagen die Guanchen bei La Victoria de Acentejo endgültig den Spaniern. Der gesamte Archipel unterstand nun der spanischen Krone. Die überlebenden Guanchen vermischten sich mit den Eroberern vom Festland und verschwanden als eigene Ethnie. Hauptstadt wurde La Laguna. Von diesem Zeitpunkt an bildete Teneriffa einen wichtigen Stützpunkt des Schiffsverkehrs zwischen Spanien und seinen amerikanischen Kolonien.
Die Menceys der Insel nahmen zur Zeit der Eroberung unterschiedliche Positionen ein. Es wurden eine Friedens- und eine Kriegsseite gebildet, wobei die erste aus den Menceys von Güímar, Abona und Adeje bestand und die zweite aus Anaga, Tegueste, Tacoronte, Taoro, Icoden und Daute. Die gegnerische Seite kämpfte hartnäckig gegen die Kastilier, so dass die Eroberung Teneriffas zwei Jahre dauerte. In der ersten Schlacht von Acentejo im Jahr 1494 erlitten die kastilischen Truppen eine Niederlage gegen die Guanchen. Doch die Guanchen, die von der Technik und neuen Krankheiten, gegen die sie nicht immun waren, überwältigt wurden, unterlagen den Truppen der kastilischen Krone in der Schlacht von Aguere und in der Zweiten Schlacht von Acentejo, die im September 1496 mit der Eroberung abgeschlossen wurde.
Kolonialzeit
Wie auf den übrigen Inseln wurden viele der Ureinwohner versklavt, vor allem diejenigen, die der kriegführenden Seite angehörten, während ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung an eingeschleppten Krankheiten wie der Grippe und wahrscheinlich den Pocken starb, Infektionskrankheiten, gegen die die insulare Gesellschaft aufgrund ihrer Isolation kein Immunsystem entwickelt hatte. Nach der Eroberung und vor allem im darauf folgenden Jahrhundert wurde die Insel nach und nach von Einwanderern aus verschiedenen Gebieten des beginnenden spanischen Reiches (Portugal, Flandern, Italien, Deutschland) neu besiedelt und kolonisiert.
Die Wälder der Insel wurden nach und nach durch das Bevölkerungswachstum und den daraus resultierenden Bedarf an gerodetem Land für die landwirtschaftliche Nutzung für den Eigenbedarf und den Export beeinträchtigt. Dies war der Fall bei der Einführung des Zuckerrohranbaus zu Beginn des 16. Jahrhunderts, während sich die Wirtschaft der Insel in den folgenden Jahrhunderten auf die Nutzung anderer Kulturen wie Wein, Cochenille zur Herstellung von Farbstoffen und Bananen konzentrierte.
1657 versuchte der englische Admiral Robert Blake erfolglos, mit einer Flotte aus 36 Kriegsschiffen Santa Cruz de Tenerife zu erobern. Unter Admiral John Jennings unternahmen die Engländer 1706 einen erneuten Versuch, den Hafen Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Der Angriff scheiterte jedoch und damit auch das Vorhaben, das fruchtbare und günstig an der Atlantikroute gelegene Teneriffa für Großbritannien zu erobern.
In der Zwischenzeit entwickelte sich ab 1701 im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs auf den Kanarischen Inseln der sogenannte kanarisch-amerikanische Handel, der durch ein königliches Dekret von 1697 geregelt wurde. Dieses gestattete den Kanarischen Inseln den Handel mit Amerika für acht Jahre und beschränkte ihn auf 1.000 Tonnen. Teneriffa hatte Anspruch auf 600, La Palma auf 300 und Gran Canaria auf 100. Teneriffa war in diesem Sinne der Erbe der Kanarischen Inseln.
Teneriffa war in dieser Hinsicht die hegemoniale Insel, denn auf sie entfielen mehr als 50 % der Anzahl der Schiffe und 60 % der Tonnage. Auf den Inseln La Palma und Gran Canaria lag der Prozentsatz bei etwa 19 % für erstere und 7 % für letztere. Der Umfang des Verkehrs zwischen den Indischen Inseln und den Kanarischen Inseln ist nicht bekannt, aber er muss sehr bedeutend gewesen sein und konzentrierte sich fast ausschließlich auf Teneriffa. Bei den auf die Kanarischen Inseln exportierten Produkten war ein Anstieg der Anzahl der Schiffe und der Tonnage auf den Kanarischen Inseln zu verzeichnen, der etwa 30 % betrug.
Zu den exportierten Produkten gehörten Cochenille, Rum und Zuckerrohr, die hauptsächlich in den amerikanischen Häfen von La Guaira, Havanna, Campeche und Veracruz angelandet wurden. Die Bedeutung Teneriffas gab dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife einen entscheidenden Aufschwung, der zum einzigen Handelshafen der Insel wurde und die Häfen von Garachico und Puerto de la Cruz im Indianerhandel an Bedeutung übertraf.Viele Seeleute aus Teneriffa schlossen sich dem transkontinentalen Seehandel an, darunter der Korsar Amaro Rodríguez Felipe, besser bekannt als Amaro Pargo. Seine Teilnahme an der Indienfahrt begann in den Jahren 1703 bis 1705. Er war Kapitän der Fregatte El Ave María y las Ánimas, mit der er vom Hafen von Santa Cruz de Tenerife nach Havanna segelte. Andere wichtige Seeleute aus Teneriffa zu dieser Zeit waren Juan Pedro Dujardín und Bernardo de Espinosa, beide Gefährten von Amaro Pargo. Mit der allgemeinen Anwendung des Freihandels in den Indias begann die spanische Regierung 1703 den Freihandel in den Indias anzuwenden.
1778 erhielt Santa Cruz de Tenerife vom spanischen König Carlos III. das Vorrecht, freien Handel mit Amerika zu betreiben. Durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kam der Verkehr bis zum Frieden von 1783 jedoch völlig zum Erliegen. Von da an begann der Niedergang dieser Handelsroute. Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam der kanarisch-amerikanische Handel zum Erliegen, da es zu großen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Ländern kam, die den Handel für mehrere Jahre lähmten. Unterdessen wurde 1792 in La Laguna die erste und bis 1989 einzige Universität auf den Kanaren gegründet. Im Studienjahr 2011/12 hatte die Universidad de La Laguna (ULL) 22.491 Studierende.
Der englische Admiral Horatio Nelson verlor am 25. Juli 1797 bei einem neuerlichen Angriff auf Santa Cruz de Tenerife seinen rechten Arm und musste zudem die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.
Am 25. Juli 1797 griff Admiral Horatio Nelson Santa Cruz de Tenerife, die Hauptstadt der Insel und Sitz der Generalkapitulation, an. Nach heftigen Kämplfen schlug die von General Gutiérrez organisierte Verteidigung die Briten zurück. Nelson verlor seinen rechten Arm durch eine Kanonenkugel (der Legende nach stammte sie aus der Kanone von Tigre), als er versuchte, am Ufer des Paso Alto zu landen. Nelson scheiterte und musste die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.
Am 5. September wurde ein weiterer Landungsversuch in der Gegend von Puerto Santiago von den Bewohnern des Valle de Santiago del Teide abgewehrt, die die Briten von der Spitze der Klippen von Los Gigantes mit Steinen bewarfen.
Modernisierungszeit
Ein bedeutendes kulturelles Ereignis dieser Epoche war der Besuch von Alexander von Humboldt im Jahr 1799. Seine wissenschaftlichen Beobachtungen und Reiseberichte trugen wesentlich dazu bei, das internationale Interesse an den Kanarischen Inseln zu steigern. Gleichzeitig verbreiteten sich über Reisende und Intellektuelle zunehmend Ideen der Aufklärung auf der Insel, auch wenn diese nur langsam in die bestehende gesellschaftliche Ordnung eindrangen.
Trotz dieser intellektuellen Impulse blieb die soziale Struktur lange Zeit von feudalen und hierarchischen Systemen geprägt. Politische und wirtschaftliche Macht konzentrierte sich weiterhin in den Händen weniger privilegierter Gruppen, während große Teile der Bevölkerung in einfachen Lebensverhältnissen lebten. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts setzten allmählich Reformprozesse ein, die zu einer schrittweisen Auflösung traditioneller Strukturen führten.
Ein wichtiger institutioneller Schritt war die Bestätigung des Bistums Teneriffa im Jahr 1819 durch König Ferdinand VII., mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Diese kirchliche Neustrukturierung stärkte die regionale Bedeutung der Stadt und festigte ihre Rolle als religiöses Zentrum der Insel.
Im Jahr 1822 wurde Santa Cruz de Tenerife offiziell zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels erklärt. Dieser Status markierte einen entscheidenden Macht- und Verwaltungswechsel von San Cristóbal de La Laguna hin zur stärker wirtschaftlich geprägten Hafenstadt Santa Cruz. Die Hauptstadtfunktion blieb bis 1927 bestehen und trug wesentlich zur politischen und administrativen Zentralisierung der Inselgruppe bei.
Ein entscheidender wirtschaftlicher Einschnitt erfolgte 1852, als die spanische Regierung die Kanarischen Inseln zur Freihandelszone erklärte. Diese Maßnahme führte zu einer deutlichen wirtschaftlichen Belebung, insbesondere in den Hafenstädten. Der erleichterte Handel mit Europa und Amerika stärkte die maritime Wirtschaft und förderte den Ausbau der Infrastruktur. Gleichzeitig entstanden jedoch starke soziale Unterschiede, da nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Export landwirtschaftlicher Produkte zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor. Besonders der Bananenanbau gewann zunehmend an Bedeutung, nachdem der traditionelle Weinanbau durch eine Reblausplage stark geschädigt worden war. Die landwirtschaftliche Produktion wurde stärker auf den internationalen Markt ausgerichtet, insbesondere auf den Handel mit Europa.
Die Hafenstädte Santa Cruz de Tenerife und die Nachbarinsel Las Palmas de Gran Canaria entwickelten sich zu wichtigen Knotenpunkten im Atlantikhandel. Sie dienten als Zwischenstationen für Schifffahrtsrouten zwischen Europa, Afrika und Amerika. Die zunehmende Bedeutung der Häfen führte auch zu einer frühen technischen Modernisierung, etwa im Bereich der Kommunikation. Ein Beispiel dafür ist die Ankunft des ersten Telegramms im Jahr 1883, das eine direkte Verbindung zum spanischen Festland herstellte und die Informationswege erheblich beschleunigte.
Gleichzeitig war das 19. Jahrhundert von wiederkehrenden Krisen geprägt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, Armut und Epidemien belasteten die Bevölkerung stark. Besonders die Choleraepidemie von 1893 führte zu zahlreichen Todesfällen und verdeutlichte die gesundheitlichen Herausforderungen der Zeit. Diese Faktoren trugen dazu bei, dass viele Einwohner Teneriffas aus wirtschaftlicher Not emigrierten, insbesondere nach Kuba, Venezuela sowie andere Regionen Mittel- und Südamerikas.
Weltkriegsära
Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer fortschreitenden politischen Radikalisierung. Diese Entwicklung ist im Kontext der politischen und sozialen Reformen des späten 19. Jahrhunderts zu sehen, die zwar Modernisierung brachten, aber auch soziale Spannungen und Unzufriedenheit verstärkten. Die Radikalisierung drückte sich vor allem in einer Polarisierung der politischen Lager aus, die zunehmend grundlegende Veränderungen der gesellschaftlichen Ordnung forderten. Im Unterschied zu Ländern wie Frankreich oder Spanien (wo der Radikalismus stark antiklerikal und republikanisch geprägt war), sind für Teneriffa um 1900 keine spezifischen radikalen Parteien oder Massenbewegungen belegt. Die Insel war weiterhin stark von der spanischen Politik geprägt, und die Radikalisierung manifestierte sich eher in lokalen Konflikten, sozialen Unruhen und einer wachsenden Unzufriedenheit mit den bestehenden Machtverhältnissen
Da die Kanarischen Inseln strategisch im Atlantik liegen und wichtige Handelsrouten passierten, kam es zu einer verstärkten Präsenz ausländischer Schiffe und zu gelegentlichen Blockaden. Dies beeinflusste den Handel und die Versorgung der Insel, insbesondere mit Lebensmitteln und Rohstoffen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung, da Importe teurer und knapper wurden.
Francisco Franco spielte eine zentrale Rolle für Teneriffa am Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Nachdem Franco als Generalstabschef im Februar 1936 von der neuen republikanischen Regierung abgesetzt worden war, wurde er als Militärgouverneur auf die Kanarischen Inseln – nach Santa Cruz de Tenerife – „verbannt“. Dort bereitete er den Militärputsch gegen die Zweite Spanische Republik vor.
Am 18. Juli 1936 ließ Franco seine ihm unterstellten Soldaten im Wald von La Esperanza auf Teneriffa antreten, um einen Eid auf ihn abzulegen – ein symbolisch bedeutsamer Akt, der als Beginn seiner Revolte gilt und den Startschuss für den Bürgerkrieg markierte32. Noch am selben Tag übernahm er die Kontrolle über die Kanarischen Inseln für die Aufständischen und reiste anschließend nach Marokko, um dort den Oberbefehl über die Truppen zu übernehmen und den Krieg gegen die Republik zu führen.
Während des Bürgerkriegs wurde Teneriffa schnell von den Franquisten kontrolliert. In den ersten Monaten kam es auf der Insel zu massiven Repressionen gegen Republikaner; es gibt Berichte über Massengräber in den Cañadas, in denen bis zu 2.000 Menschen allein im ersten halben Jahr des Bürgerkriegs in der Provinz Teneriffa von Franco-Anhängern ermordet worden sein sollen. Die Insel La Palma leistete als einzige der Kanaren noch eine Woche lang Widerstand gegen die Putschisten. Nach dem Sieg Francos wurde Teneriffa Teil der Diktatur, die bis zu Francos Tod 1975 andauerte.
Aufgrund der strategischen Lage im Atlantik befürchtete Franco ab 1939 eine mögliche Invasion der Alliierten, insbesondere Großbritanniens, sollte Spanien offen auf Seiten Deutschlands in den Krieg eintreten. Dies führte zum Bau zahlreicher Bunker und Verteidigungsanlagen an der Küste Teneriffas, etwa bei San Andrés und Santa Úrsula. Deutschland bot Franco an, gemeinsam Gibraltar einzunehmen („Unternehmen Felix“). Franco lehnte jedoch ab, da er einen britischen Gegenangriff auf die Kanaren befürchtete. Dennoch gab es geheime Kontakte und eine gewisse Unterstützung, etwa durch die Lieferung von Wolfram an Deutschland. Es wurden betonierte Bunker, Geschützstellungen und Tunnelsysteme errichtet, um eine mögliche Landung abzuwehren. Die Ausrüstung war jedoch meist veraltet, und die Logistik war schwierig, da viele Anlagen in unzugänglichen Gebieten lagen und die schweren Geschütze teilweise mit Kamelen transportiert werden mussten.
Der Krieg beeinträchtigte den Handel und die Versorgung der Insel. Importe wurden teurer und knapper, was zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen führte. Die Bevölkerung litt unter den wirtschaftlichen Problemen. Es gab jedoch keine direkten Kampfhandlungen oder Bombardements auf Teneriffa.
Moderne Zeit
In der unmittelbaren Nachkriegszeit nach 1945 blieb die Landwirtschaft der dominierende Wirtschaftszweig. Allerdings war ihre Produktivität gering, da moderne Technik, ausreichende Investitionen und industrielle Strukturen weitgehend fehlten. Viele Teile der Bevölkerung lebten unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, was zu anhaltender Arbeitslosigkeit und sozialer Unsicherheit führte.
Während der Franco-Diktatur blieb die politische Lage autoritär und stark zentralisiert. Politische Freiheiten waren eingeschränkt, oppositionelle Bewegungen wurden unterdrückt, und regionale Selbstverwaltung existierte nur in sehr begrenztem Umfang. Diese politische Situation verstärkte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusätzlich, da strukturelle Reformen nur langsam umgesetzt wurden.
In den 1950er und 1960er Jahren setzte eine erneute Auswanderungswelle ein. Viele Einwohner verließen Teneriffa in Richtung spanisches Festland oder nach Lateinamerika, insbesondere nach Venezuela, Kuba und andere Länder mit bestehenden kanarischen Diasporagemeinschaften. Diese Migration hatte erhebliche Auswirkungen auf die demografische Entwicklung der Insel und führte zu einer zeitweisen Entlastung des Arbeitsmarktes, aber auch zu einem Verlust von Arbeitskräften und sozialen Strukturen.
Ab den 1960er Jahren begann sich ein langsamer wirtschaftlicher Wandel abzuzeichnen. Der Tourismus entwickelte sich zunehmend zu einem neuen zentralen Wirtschaftsfaktor. Die natürlichen Standortvorteile der Insel – mildes Klima, Küstenlandschaften und gute Erreichbarkeit – wurden gezielt genutzt, um internationale Besucher anzuziehen. Gleichzeitig begann ein schrittweiser Ausbau der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Straßenbau, Energieversorgung, Flughäfen und Hotellerie. Dieser Prozess markierte den Beginn der wirtschaftlichen Neuorientierung der Insel.
Mit der schrittweisen Demokratisierung Spaniens ab Mitte der 1970er Jahre begann die sogenannte „Transición“, die auch auf Teneriffa tiefgreifende politische Veränderungen mit sich brachte. Die Kanarischen Inseln erhielten zunächst 1978 den Status einer Präautonomie und wurden 1982 offiziell zu einer autonomen Gemeinschaft innerhalb Spaniens erklärt. Damit wurde eine weitgehende Selbstverwaltung eingeführt, die es der Region ermöglichte, eigene politische und administrative Entscheidungen in vielen Bereichen zu treffen. In diesem Zusammenhang entwickelten sich die beiden Hauptstädte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria zu gemeinsam zentralen Verwaltungsstandorten der autonomen Region, wobei sich die Regierungseinrichtungen regelmäßig zwischen beiden Städten abwechseln.
Ein tragisches Ereignis dieser Zeit war die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa am 27. März 1977 auf dem Flughafen Los Rodeos Airport. Dieses Unglück gilt bis heute als das schwerste Flugzeugunglück der zivilen Luftfahrtgeschichte. Auslöser der Ereignisse war unter anderem eine Bombenexplosion auf dem Flughafen Gran Canaria Airport, die zur Umleitung zahlreicher Flugzeuge nach Teneriffa führte. Dort herrschten zu diesem Zeitpunkt dichte Nebelbedingungen, die die Sicht stark einschränkten.
In der Folge kam es zu einer Kollision zweier Großraumflugzeuge auf der Start- und Landebahn. Eine Boeing 747 der KLM sowie eine Boeing 747 der Pan American World Airways waren an dem Unglück beteiligt. Insgesamt befanden sich 644 Menschen an Bord der beiden Maschinen, von denen 583 ums Leben kamen. Dieses Ereignis hatte weltweit große Auswirkungen auf die Luftfahrtsicherheit und führte zu grundlegenden Änderungen in internationalen Flugverfahren, insbesondere im Bereich der Kommunikation zwischen Cockpit und Flugsicherung sowie in den standardisierten Funkprotokollen.
Parallel zu diesen Entwicklungen setzte sich der wirtschaftliche Aufstieg durch den Tourismus in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren fort. Teneriffa entwickelte sich zu einem der wichtigsten Reiseziele Europas, insbesondere für Bade-, Natur- und Aktivtourismus. Große Hotelzonen im Süden der Insel wurden ausgebaut, während gleichzeitig auch die städtischen Zentren modernisiert wurden.
Die zunehmende touristische Bedeutung brachte wirtschaftlichen Wohlstand, führte jedoch auch zu neuen Herausforderungen. Dazu gehörten Umweltbelastungen, steigende Immobilienpreise, infrastrukturelle Überlastungen in Spitzenzeiten sowie soziale Spannungen zwischen touristisch geprägten Regionen und weniger entwickelten Gebieten.
Während der Coronazeit ab dem Frühjahr 2020 wurde Teneriffa, wie der Rest der Kanarischen Inseln, von verschiedenen Maßnahmen betroffen. In mehreren Phasen gab es nächtliche Ausgangssperren, die je nach Alarmstufe zwischen 22:00 und 6:00 Uhr galten. Diese wurden jedoch nach juristischen Entscheidungen teilweise wieder aufgehoben. Restaurants, Cafés und Bars durften zeitweise nur auf den Außenterrassen öffnen, Innenbereiche waren geschlossen. Die Kapazität war auf 40 bis 50 % begrenzt, abhängig von der Phase. Auch der Einzelhandel durfte nur mit reduzierter Kapazität öffnen. Treffen waren auf maximal 10 bis 15 Personen beschränkt, abhängig von der aktuellen Phase. Nur Personen aus demselben Haushalt durften gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten. In der Öffentlichkeit und in Geschäften bestand Maskenpflicht. In Supermärkten wurden Handschuhe verteilt und es gab Warteschlangen mit Sicherheitsabstand vor den Läden. Die Kapazität von Bussen und Straßenbahnen wurde auf 50 % reduziert. Schulen blieben bis September 2020 geschlossen. Kinos, Theater und Museen durften nur mit stark reduzierter Kapazität öffnen. Um Weihnachten und Neujahr sowie während der Osterwoche galten verschärfte Maßnahmen, darunter Ausgangssperren und weitere Einschränkungen für Gastronomie und Einzelhandel. Im Zuge der Impfkampagne erhielten rund zwei Drittel der Einwohner mit mRNA-Impfstoffe. Seit dem 26. März 2022 sind alle Corona-Maßnahmen auf Teneriffa, nachdem sie zuvor schon vom Obersten Gerichtshof großteils rückgängig gemacht worden waren, aufgehoben. Eine Aufarbeitung der Maßnahmenpolitik fand nicht statt.
Ein schon seit Längerem anstehendes Problem eskalierte im Frühjahr 2025, als ruchbar wurde, dass Unmengen Abwässer ungefiltert ins Meer geleitet wurden. Diesmal wurde ein Defekt an der Abwasser-Aufbereitungsanlage EDAR Adeje-Arona als Ursache ausgemacht. Tatsächlich aber mussten auch früher schon mehrfach Strände wegen Abwasserverschmutzung geschlossen werden. Der beliebte Playa Jardin in Puerto de la Cruz zum Beispiel wurde bereits im August und September 2024 kurzfristig gesperrt. Es folgten Playa Teresitas (November 2024), die Strände von Los Guanches und Olegario im Februar 2025 sowie San Marcos, Troya, El Puertito und Jaquita im Mai 2025. "Die Verschmutzung des Meeres hat", wie 5. Mai 2025 berichtet wurde, "nicht nur ökologische, sondern zunehmend auch wirtschaftliche Konsequenzen." Die Costa Adeje ist immerhin "eines der beliebtesten Touristenziele Teneriffas. Das Vertrauen in die Wasserqualität spielt eine entscheidende Rolle für den Wirtschaftszweig." (https://www.teneriffa-news.com/news/teneriffa/abwasser-probleme-ploetzlich-ist-das-meer-vor-teneriffa-braun-und-stinkt_36301.html(
Verwaltung
Teneriffa ist seit 1927 selbstverwaltete Isla (Insel) der Provincia Santa Cruz de Tenerife (Provinz Santa Cruz), die seit 1983 Teil der Region Autonoma de los Canares (Autonome Region der Kanarischen Inseln) des Königreichs Spanien (Reino de España) ist.
Herrschaftsgeschichte
- um -600 bis 25. Dezember 1495 eigenständige Häuptlingstümer („Königreiche“) der Guanchen
- 25. Dezember 1495 bis 27. Juli 1496 Gouvernement Tenerife (Gobernación de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
- 27. Juli 1496 bis 27. Januar 1822 Tenerife als Teil der Kronolonie Kanarische Inseln (Islas Canarias de Realengo) des Königreichs Spanien (Reino de España)
- 27. Januar 1822 bis 17. März 1852 Provinz Kanarische Inseln (Provincia de Canarias) des Königreichs Spanien (Reino de España)
- 17. März 1852 bis 3. März 1854 Provinz Westliche Kanaren (Provincia des Canarias Occidentales) des Königreichs Spanien (Reino de España)
- 3. März 1854 bis 16. März 1913 Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
- 16. März 1913 bis 23. September 1927 Inselgemeinschaft Tenereiffa (Comunidad Insular de Tenerife) innerhalb der gesamtkanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
- 23. September 1927 bis 16. August 1982 Inselgemeinschaft Tenereiffa (Comunidad Insular de Tenerife) innerhalb der westkanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) des Königreichs Spanien (Reino de España)
- seit 16. August 1982 Inselgemeinschaft Tenereiffa (Comunidad Insular de Tenerife) innerhalb der Provinz Santa Cruz de Tenerife (Provincia de Santa Cruz de Tenerife) der Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln (Comunidad Autónoma de Canarias) des Königreichs Spanien (Reino de España)
Legislative und Exekutive
Die politische und administrative Struktur Teneriffas ist in das spanische Staats- und Autonomiesystem eingebettet. Spanien ist ein parlamentarischer Zentralstaat mit weitreichender regionaler Selbstverwaltung, sodass die Kanarischen Inseln als autonome Gemeinschaft eigene gesetzgebende und exekutive Institutionen besitzen. Teneriffa selbst verfügt zusätzlich über eine inselbezogene Verwaltungsebene, die eine zentrale Rolle in der lokalen Politik spielt.
Auf regionaler Ebene bildet das Parlament der Kanarischen Inseln die gesetzgebende Gewalt der Autonomen Gemeinschaft. Es beschließt Gesetze in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Umwelt, Raumplanung und wirtschaftlicher Entwicklung, soweit diese Kompetenzen nicht dem spanischen Zentralstaat vorbehalten sind. Die Exekutive auf dieser Ebene liegt bei der Regierung der Kanarischen Inseln, die von einem Präsidenten oder einer Präsidentin geleitet wird und die Umsetzung der Gesetze sowie die Verwaltung der autonomen Zuständigkeiten übernimmt.
Unterhalb dieser regionalen Ebene kommt auf jeder Insel eine besondere Verwaltungsstruktur zum Tragen: das sogenannte Cabildo Insular. Diese Institution wurde im Zuge der spanischen Verwaltungsreformen des frühen 20. Jahrhunderts geschaffen (im Zusammenhang mit dem Ley de Cabildos) und stellt eine eigenständige Inselregierung dar. Für Teneriffa ist dies das Cabildo de Tenerife. Dieses Organ nimmt eine Zwischenstellung zwischen der regionalen Regierung und den Gemeinden (Municipios) ein und ist für zahlreiche Aufgaben der Inselverwaltung zuständig.
Das Cabildo de Tenerife übernimmt insbesondere Kompetenzen in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr, Umwelt- und Naturschutz, Abfallwirtschaft, Wassermanagement, Kulturförderung sowie wirtschaftliche Entwicklung der Insel. Es ist damit eine zentrale Institution für die praktische Umsetzung politischer Entscheidungen auf Inselniveau. Das politische Organ besteht aus gewählten Abgeordneten (Consejeros), die in allgemeinen Wahlen bestimmt werden. An der Spitze steht ein Präsident oder eine Präsidentin des Cabildos, der bzw. die die Exekutive des Inselrates leitet und die Verwaltung koordiniert.
Auf lokaler Ebene existieren die Gemeinden (Municipios), die für die unmittelbare kommunale Verwaltung zuständig sind. Dazu gehören Aufgaben wie Stadtplanung, lokale Infrastruktur, soziale Dienste, Kulturangebote sowie die Verwaltung öffentlicher Einrichtungen im Gemeindegebiet. Jede Gemeinde wird von einem Gemeinderat (Ayuntamiento) mit einem Bürgermeister oder einer Bürgermeisterin geführt.
Die wichtigsten politischen und administrativen Zentren der Insel konzentrieren sich in Santa Cruz de Tenerife, das sowohl Sitz der Inselverwaltung als auch ein bedeutender Standort der regionalen Regierung ist. Gleichzeitig spielt auch San Cristóbal de La Laguna eine wichtige Rolle als historisches Verwaltungs- und Kulturzentrum.
Die Exekutive auf regionaler Ebene arbeitet eng mit den Insel-Cabildos zusammen, da viele Kompetenzen gemeinsam ausgeübt oder abgestimmt werden müssen. Dieses mehrstufige System aus Staat, Autonomer Gemeinschaft, Inselregierung und Gemeinden führt zu einer relativ dezentralisierten Verwaltung, die auf die geografische Besonderheit der Inselarchitektur der Kanaren abgestimmt ist.
Inseloberhaupt
Höchster Repräsentant der Insel ist der Präsident der Inselregierung (Presidentne del Cabildo Insular de Tenerife)..
Gobernadores (Gouverneure)
- 1495 - 1525 Alonso Fernández de Lugo
- 1525 - 1538 Pedro Fernández de Lugo
- 1538 - 1540 Alfonso Yáñez Dávila
- 1540 - 1543 Juan Verdugo
- 1543 - 1546 Jerónimo Álvarez de Sotomayor, Señor de Arenalejo
- 1546 - 1548 Diego de Figueroa
- 1548 - 1550 Juan Bautista de Ayora
- 1550 - 1551 Hernán, duque de Estrada
- 1551 - 1554 Juan Ruíz de Miranda
- 1554 - 1557 Juan López de Cepeda
- 1557 - 1558 Bartolomé de Fonseca [amtierend]
- 1558 - Jun 1559 Hernando de Cañizares
- 1559 Alonso de Llerena [amtierend]
- 1559 - Okt 1561 Plaza
- 1561 - 1562 Alonso de Llarena [2, amtierend]
- 1562 Pedro de Ponte, Señor de Adexe
- 1562 - 1565 Armenteros de Paz
- 1565 - 1567 Juan Vélez de Guevara
- 1567 - 1570 Eugenio de Salázar
- 1570 - 1573 Juan Gante del Campo
- 1573 - 1577 Juan Álvarez de Fonseca
- 1577 - 1579 Juan de Leiva
- 1579 - 1582 Juan Álvarez de Fonseca [2]
- 1582 - 1584 Lázanro Moreno de León
- 1584 - 1589 Juan Núñez de la Fuente
- 1589 - 1597 Tomás de Cangas
- 1597 - 1601 Pedro Lasso de la Vega
- 1601 - 1603 Luis Manuel Gudiel y Ortiz
- 1603 - 1608 Francisco de Benavides
- 1608 - 1615 Juan de Espinosa
- 1615 - 1618 Melchor Ruíz de Pereda
- 1618 - 1621 Diego de Vega Bazán
- 1621 - 1624 Rodrigo Álvarez de Bohorques
- 1624 - 1625 Diego de Álvarado Bracamonte
Subgobernado de Tenerife (Zivilgouverneur des Westlichen Kanaren)
- 1852 - 1854 José Joaquín de Monteverde y Bethenbcourt (1803 - 1873)
Gobernadores de Santa Cruz de Tenerife (Gouverneure von Santa Cruz)
- 26 Okt 1927 - 12 Feb 1930 Buenaventura Benito Quintero (1878 - nach 1930)
- 6 Mar 1930 - 14 Jan 1931 Ángel Guinea León
- 21 Jan 1931 - 14 Apr 1931 Gustavo Morales de las Pozas (1852 - 1940)
- 14 Apr 1931 - 15 Apr 1931 José Ramón Fernández Díaz Valcarce y Herbón [amtierend] (1886 - 1935)
- 15 Apr 1931 - 22 Apr 1931 Antonio Lara Zárate (1881 - 1956) PRR
- 29 Apr 1931 - 18 Jul 1931 Enrique Izquierdo Jiménez PRR
- 29 Jul 1931 - 7 Jan 1933 Rafael Rubio Carrión (1882 - 1941) AR
- 10 Jan 1933 - 7 Aug 1933 Vidal Facundo Gil Tirado (1879 - 1939) PRRS
- 29 Aug 1933 - 13 Sep 1933 Juan C. González Quesada (1897 - 1961) PRRS
- 14 Sep 1933 - 1933 Rufino Blanco Fombona (1874 - 1944) PRR
- 27 Sep 1933 - 1 Nov 1935 Rafael de Pina Milán (1888 - 1966) PRR
- 1 Nov 1935 - Nov 1935 Enrique Malboison Ponce PRR-PURA
- 27 Nov 1935 - 20 Dez 1935 José Nofre Jesús (1894 - 1945) LC
- 21 Dez 1935 - 4 Mar 1936 Tomás Salgado Pérez PRR
- 14 Mar 1936 - 18 Jul 1936 Manuel Vázquez Moro (1901 - 1936) IR
- 18 Jul 1936 - 3 Aug 1937 Julio Fuentes Serrano
- 3 Aug 1937 - 7 Okt 1937 Daniel Arraiza Goñi (1880 - 1952)
- 7 Okt 1937 - 11 Dez 1937 Juan Sánchez Real
- 11 Dez 1937 - 7 Mar 1938 Antonio Espejo Hinojosa
- 7 Mar 1938 - 17 Apr 1940 Vicente Sergio Orbaneja y Castro (1902 - nach 1946)Mil
- 17 Apr 1940 - 11 Dez 1942 Javier Saldaña Sanmartín
- 21 Jan 1943 - 6 Okt 1943 José Clavero Núñez (1915 - 2006)
- 9 Okt 1943 - 5 Nov 1946 Julio Pérez Pérez (1895 - nach 1950)
- 5 Nov 1946 - 22 Feb 1950 Emilio de Aspe y Vaamonde (1883 - 1964) Mil
- 9 Mar 1950 - 24 Okt 1951 Luis Rosón Pérez (1918 - 1995) Mil
- 11 Nov 1951- 23 Nov 1954 Carlos Arias Navarro (1908 - 1989)
- 23 Nov 1954 - 20 Mai 1958 Andrés Marín Martín
- 26 Mai 1958 - 14 Mar 1960 Santiago Galindo Herrero (1920 - 1977)
- 25 Apr 1960 - 15 Mar 1963 Manuel Balleretos Gaibrois (1911 - 2002)
- 16 Mar 1963 - 18 Feb 1964 José María Quiroga de Abarca (1920 - 1999)
- 16 Mar 1964 - 23 Apr 1966 Juan Pablos Abril (1918 - 1991)
- 6 Mai 1966 - 11 Nov 1969 Mariano Nicolás García (1932 - 2001)
- 5 Dez 1969 - 17 Mai 1971 Gabriel Elorriaga Fernández (1930 - 2025)
- 4 Jun 1971 - 23 Jul 1973 Antonio del Valle Menéndez (1923 - 2016)
- 17 Aug 1973 - 8 Nov 1974 Rafael González Echegaray (1923 - 1985)
- 30 Nov 1974 - 24 Jul 1976 Modesto Fraile Poujade (1935 - 1994)
- 18 Aug 1976 - 4 Mar 1977 Rafael Mombiedro de la Torre (1920 - 1992)
- 4 Mar 1977 - 23 Jul 1977 Antonio de Oyarzábal y Marchesi (1935)
- 29 Jul 1977 - 28 Apr 1979 Luis Mardones Sevilla (1938 - 2018)
- 23 Jun 1979 - 17 Dez 1982 Jesús Javier Rebollo y Álvarez-Amandi († 2007)
Presidentes del Cabildo Insular de Tenerife (Präsidenten des Inselrats von Teneriffa)
- 16 Mar 1913 - 1 Jan 1916 Eduardo Domínguez Alfonso
- 1 Jan 1916 - 3 Jan 1918 Antonio José Melo y Novo
- 3 Jan 1918 - 3 Apr 1920 Eladio Alfonso y González
- 3 Apr 1920 - 29 Jan 1924 Domingo Salazar y Cólogan
- 29 Jan 1924 - 1 Dez 1927 Estanislao Brotons y Poveda
- 1 Dez 1927 - 9 Apr 1930 Francisco La-Roche Aguilar
- 9 Apr - 12 Mai 1930 Ignacio Llarena Monteverde
- 12 Mai 1930 bis 27 Apr 1931 Américo López Méndez
- 27 Apr 1931 - 9 Jan 1936 Maximino Acea Perdomo
- 9 Jan - 2 Mar 1936 José Peña Hernández
- 2 Mar - 23 Jul 1936 Fernando Arozena Quintero
- 23 Jul - 3 Sep 1936 Joaquín García Pallasar
- 3 Sep - 5 Nov 1936 Anatolio de Fuentes García
- 5 - 23 Nov 1936 Casiano García Feo
- 23 Nov 1936 - 16 Nov 1937 José Maldonado Dugour
- 16 Nov 1937 - 25 Mai 1930 Américo López Méndez [2]
- 25 Mai 1939 - 3 Apr 1943 Francisco La-Roche Aguilar [2]
- 24 Apr - 28 Nov 1943 Fernando Beautell Meléndez
- 28 Nov 1943 - 24 Sep 1955 Antonio Lecuona Hardisson
- 24 Sep 1955 - 27 Nov 1958 Heliodoro Rodríguez González
- 27 Nov 1958 - 15 Nov 1962 Juan Ravina Méndez
- 15 Nov 1962 - 30 Jul 1964 Isidoro Luz Carpenter
- 30 Jul 1964 - 31 Mar 1971 José Miguel Galván Bello
- 1 Apr 1971 - 8 Jan 1974 Andrés Miranda Hernández
- 2 Feb 1974 - 20 Apr 1979 Rafael Clavijo García (1924 - 1999) UCD
- 20 Apr 1979 - 24 Mai 1983 José Miguel Galván Bello [2] (1913 - 1990) AIC
- 24 Mai 1983 - 30 Jun 1987 José Segura Clavell (* 1944) PSOE
- 30 Jun 1987 - 9 Jul 1999 Adán Martín Menis (1943 - 2010) CC
- 9 Jul 1999 - 16 Sep 2013 Ricardo Melchior Navarro (* 1947) CC
- 16 Sep 2013 - 24 Jul 2019 Carlos Enrique Alonso Rodríguez (* 1970) CC
- 24 Jul 2019 - 3 Jul 2023 Pedro Manuel Martín Domínguez (* 1965) PSOE
- seit 3 Jul 2023 Rosa Elena Dávila Mamely [w] (* 1970) CC
Politische Gruppierungen und Wahlen
Auf Teneriffa sind mehrere politische Parteien aktiv, die sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene eine Rolle spielen. Die wichtigsten Parteien auf der Insel sind:
- Coalición Canaria (CC): Eine konservativ-liberale Regionalpartei, die sich für die Interessen der Kanarischen Inseln einsetzt und auf Teneriffa stark vertreten ist.
- Partido Popular (PP): Die christlich-konservative Volkspartei Spaniens, die auch auf Teneriffa eine wichtige Rolle spielt.
- Partido Socialista Obrero Español (PSOE): Die sozialdemokratische Partei Spaniens, die ebenfalls auf Teneriffa aktiv ist und regelmäßig Mandate gewinnt.
Zusätzlich zu diesen Hauptparteien sind auf Teneriffa und den gesamten Kanaren weitere regionale und kleinere Parteien aktiv, darunter:
- Nueva Canarias (NC): Eine Mitte-links-Regionalpartei, die 2005 aus der Coalición Canaria hervorging und auf den Kanaren aktiv ist.
- Podemos: Eine linksgerichtete Partei, die auf den Kanaren vertreten ist, aber nach den letzten Wahlen an Bedeutung verloren hat.
- Ciudadanos: Eine liberale Partei, die auf den Kanaren und damit auch auf Teneriffa aktiv ist, aber momentan weniger Sitze hat.
- Agrupación Socialista Gomera (ASG): Eine Regionalpartei, die sich auf die Nachbarinsel La Gomera konzentriert, aber im Kanaren-Parlament vertreten ist und bei Koalitionsbildungen eine Rolle spielt.
- VOX: Die rechtspopulistische Partei ist seit den letzten Wahlen auch auf den Kanaren und damit auf Teneriffa mit Sitzen im Regionalparlament vertreten.
Im spanischen Parlament sind die wichtigsten Parteien für Teneriffa weiterhin PSOE, PP und Coalición Canaria, wobei CC einen Sitz für Santa Cruz de Tenerife hält.
Justizwesen und Kriminalität
Das Justizwesen auf Teneriffa ist vollständig in das spanische Staatssystem integriert und unterliegt damit dem einheitlichen Recht Spaniens. Es gibt keine eigenständige inselweite Gerichtsbarkeit, sondern eine hierarchisch aufgebaute Struktur, die von lokalen Gerichten bis zum obersten Gerichtshof in Madrid reicht.
Auf der untersten Ebene stehen die erstinstanzlichen Gerichte (Juzgados de Primera Instancia und Juzgados de Instrucción), die auf Teneriffa für Zivil-, Straf- und Ermittlungsverfahren zuständig sind. Sie behandeln eine breite Palette von Fällen, darunter Familienrecht (Scheidungen, Sorgerecht), Vertrags- und Immobilienstreitigkeiten, Erbschaftsangelegenheiten sowie strafrechtliche Ermittlungen bei kleineren und mittleren Delikten.
Die nächsthöhere Instanz auf Provinzebene ist die Audiencia Provincial de Santa Cruz de Tenerife. Dieses Gericht übernimmt Berufungsverfahren sowie schwerere Strafsachen und fungiert als wichtige Schaltstelle zwischen den lokalen Gerichten und den höheren Instanzen.
Die höchste gerichtliche Instanz innerhalb der Kanarischen Inseln ist der Tribunal Superior de Justicia de Canarias. Dieser hat seinen Sitz in Santa Cruz de Tenerife sowie in Las Palmas de Gran Canaria und ist für die letzte gerichtliche Kontrolle auf regionaler Ebene zuständig. Revisionen und letztinstanzliche Entscheidungen in besonders bedeutenden Fällen können anschließend vor den spanischen Obersten Gerichtshof in Madrid gebracht werden.
Das Justizsystem ist somit stark zentralisiert organisiert, gewährleistet jedoch durch regionale Gerichte eine funktionierende rechtliche Infrastruktur auf Insel- und Provinzebene.
Die Kriminalitätslage auf Teneriffa zeigt ein differenziertes Bild. Insgesamt gilt die Insel im internationalen Vergleich weiterhin als relativ sicher, insbesondere im Bereich schwerer Gewaltkriminalität. Gleichzeitig haben sich jedoch bestimmte Deliktsformen in den letzten Jahren deutlich verändert und teilweise zugenommen.
Besonders sichtbar ist der Anstieg von Eigentumsdelikten wie Diebstählen und Einbrüchen, die häufig in touristischen Zentren auftreten. Auch die Cyberkriminalität hat stark an Bedeutung gewonnen, da digitale Straftaten zunehmend sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen. Dieser Bereich gehört zu den am schnellsten wachsenden Kriminalitätsfeldern der Insel.
Bei Sexualdelikten wird in offiziellen Statistiken teilweise ein Anstieg registriert, der jedoch auch mit einer erhöhten Anzeigebereitschaft und gesellschaftlichen Sensibilisierung in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig zeigen andere Kriminalitätsbereiche stabile oder leicht rückläufige Werte, was auf eine insgesamt komplexe Entwicklung der Kriminalitätsstruktur hinweist.
Ein weiterer problematischer Bereich sind Hausbesetzungen („Okupas“), die in einigen urbanen Zonen vorkommen. Diese Fälle stellen die Justiz und Sicherheitsbehörden vor Herausforderungen, da zivilrechtliche Räumungsverfahren in Spanien häufig zeitaufwendig sind und rechtliche Schutzmechanismen genutzt werden können, um Räumungen zu verzögern.
Die Sicherheitsbehörden auf Teneriffa bestehen aus der spanischen Nationalpolizei, der Guardia Civil sowie lokalen Polizeikräften, die jeweils unterschiedliche Zuständigkeiten haben. Während die Nationalpolizei vor allem in Städten und touristischen Zentren aktiv ist, übernimmt die Guardia Civil Aufgaben im ländlichen Raum und auf Verkehrsachsen.
Flagge und Wappen
Das Wappen von Teneriffa wurde am 23. März 1510 durch Königin Juana I. von Kastilien offiziell bestätigt. In der frühen Kolonialzeit diente es zunächst als Siegel der Insel und wurde insbesondere mit der damaligen Hauptstadt San Cristóbal de La Laguna verbunden, die nach der Eroberung eine zentrale politische und administrative Rolle spielte. Mit der Einrichtung des Cabildo de Tenerife im Jahr 1912 wurde dieses historische Wappen erneut als offizielles Symbol der Inselverwaltung übernommen.
Das Wappen zeigt auf goldenem Grund eine grüne Insel, die Teneriffa symbolisiert. Darauf befindet sich ein feuerspeiender Vulkan in natürlicher Darstellung, der auf die vulkanische Entstehung der Insel verweist. Unterhalb dieser Darstellung befinden sich blaue und silberne Wellen, die das Meer und die Insellage im Atlantik repräsentieren.
Im oberen Bereich des Wappens sind zwei zentrale heraldische Figuren dargestellt: rechts eine rote Burg als Symbol für Kastilien, links ein roter Löwe als Zeichen für León. Diese beiden Elemente verweisen auf die historische Vereinigung der Königreiche Kastilien und León, unter deren Herrschaft die Kanarischen Inseln im 15. Jahrhundert erobert und in das spanische Reich integriert wurden.
Ergänzt wird die Darstellung durch die Figur des Erzengels Michael, der über der Burg erscheint. Er ist mit Speer, Schild und rotem Banner dargestellt und symbolisiert den göttlichen Schutz sowie die religiöse Missionierung im Zuge der spanischen Eroberung. Die gesamte Komposition wird von einem roten Wappenrand umgeben, der die Inschrift „Tenerife Me Fecit. Cabildo Insular de Tenerife“ trägt. Diese lateinische Formel verweist auf die historische Selbstrepräsentation der Insel und ihre institutionelle Identität.
Die Flagge Teneriffas basiert auf einem schlichten, aber symbolisch aufgeladenen Design. Sie zeigt ein weißes Kreuz auf blauem Grund, das an die maritime Tradition der Insel sowie ihre christlich geprägte Geschichte erinnert. Das Blau steht für den Atlantik, während das Weiß Reinheit und die historische Verbundenheit mit der Seefahrt symbolisiert.
Hymne
Teneriffa hat keine eigene, offizielle Inselhymne. Die gesamte Inselgruppe der Kanaren besitzt jedoch eine offizielle Hymne, den sogenannten „Himno de Canarias“ oder „Arrorró“, der 2003 offiziell angenommen wurde. Die Melodie stammt von Teobaldo Power, der Text von Benito Cabrera.
Es gibt zwar Werke wie das „Himno a Canarias“ mit Text von Fernando García Ramos und Musik von Juan José Falcón Sanabria, doch dieses ist nicht die offizielle Hymne, sondern ein weiteres künstlerisches Werk. Für Teneriffa selbst sind bekannte Volkslieder wie „La Farola del Mar“ sehr beliebt, doch handelt es sich dabei nicht um eine offizielle Hymne, sondern um ein traditionelles Lied der Insel.
Hauptstadt
Die Hauptstadtfrage Teneriffas ist historisch eng mit der politischen und administrativen Entwicklung der gesamten Kanarischen Inseln verbunden und hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Ursprünglich war das wichtigste politische und administrative Zentrum der Insel die Stadt San Cristóbal de La Laguna, die nach der kastilischen Eroberung im späten 15. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielte. Aufgrund ihrer früh geplanten Stadtstruktur und ihrer Funktion als Sitz kirchlicher und administrativer Institutionen entwickelte sie sich zunächst zum politischen Mittelpunkt der Insel.
Im frühen 18. Jahrhundert begann jedoch ein schrittweiser Machttransfer an die Küste. Im Jahr 1723 wurde Santa Cruz de Tenerife offiziell zum Verwaltungssitz der Insel erklärt. Diese Entwicklung war vor allem durch die wachsende Bedeutung des Hafens und des Seehandels bedingt. Santa Cruz entwickelte sich rasch zu einem wirtschaftlichen Zentrum, während La Laguna ihre Rolle als kulturelles und religiöses Zentrum teilweise beibehielt.
Ein entscheidender Schritt erfolgte im Jahr 1822, als Santa Cruz de Tenerife zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels erklärt wurde. Dieser Status bedeutete, dass die Stadt nicht nur die Insel Teneriffa, sondern die gesamte Inselgruppe administrativ repräsentierte. Diese Funktion behielt Santa Cruz bis zur administrativen Neuordnung Spaniens im Jahr 1927 bei, als die Kanarischen Inseln in zwei Provinzen geteilt wurden.
Seit dieser Teilung fungiert Santa Cruz de Tenerife als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die die westlichen Kanarischen Inseln umfasst. Gleichzeitig besteht bis heute ein duales Hauptstadtsystem innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln, in dem sich Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria bestimmte Regierungsfunktionen teilen.
Verwaltungsgliederung
Teneriffa ist in 31 Gemeinden unterteilt.
| Name | Fläche (km²) | Z 2001 | Z 2011 | Z 2021 | S 2023 |
| Adeje | 105,95 | 20.255 | 42.886 | 48.822 | 50.523 |
| Arafo | 33,92 | 4.995 | 5.509 | 5.593 | 5.760 |
| Arico | 178,76 | 5.824 | 7.688 | 8.343 | 9.049 |
| Arona | 81,79 | 40.826 | 75.484 | 83.097 | 86.497 |
| Buenavista del Norte | 67,42 | 4.972 | 4.827 | 4.765 | 4.720 |
| Candelaria | 49,18 | 14.247 | 25.928 | 28.614 | 28.876 |
| Fasnia | 45,11 | 2.407 | 2.961 | 2.821 | 2.991 |
| Garachico | 29,28 | 5.307 | 5.035 | 4.921 | 4.975 |
| Granadilla de Abona | 162,40 | 21.135 | 41.209 | 52.401 | 55.505 |
| La Guancha | 23,77 | 5.193 | 5.422 | 5.528 | 5.562 |
| Guía de Isora | 143,40 | 14.982 | 19.734 | 21.871 | 22.478 |
| Güímar | 102,90 | 15.271 | 18.244 | 21.001 | 21.558 |
| Icod de los Vinos | 95,90 | 21.748 | 23.314 | 23.492 | 24.117 |
| La Matanza de Acentejo | 14,11 | 7.053 | 8.677 | 9.134 | 9.114 |
| La Orotava | 207,31 | 37.738 | 41.552 | 42.546 | 42.667 |
| Puerto de la Cruz | 8,73 | 26.441 | 31.349 | 30.326 | 31.396 |
| Los Realejos | 57,08 | 33.438 | 37.517 | 37.256 | 37.543 |
| El Rosario | 39,43 | 13.462 | 17.247 | 17.559 | 17.905 |
| San Cristóbal de La Laguna | 102,60 | 128.822 | 152.025 | 158.117 | 159.576 |
| San Juan de la Rambla | 20,67 | 4.782 | 5.042 | 4.892 | 4.939 |
| San Miguel de Abona | 42,04 | 8.398 | 16.465 | 22.057 | 23.007 |
| Santa Cruz de Tenerife | 150,56 | 188.477 | 204.476 | 208.103 | 208.906 |
| Santa Úrsula | 22,59 | 10.803 | 14.079 | 15.043 | 15.282 |
| Santiago del Teide | 52,21 | 9.303 | 10.689 | 11.101 | 12.072 |
| El Sauzal | 18,31 | 7.689 | 8.988 | 8.938 | 9.161 |
| Los Silos | 24,23 | 5.150 | 4.909 | 4.694 | 4.677 |
| Tacoronte | 30,09 | 20.295 | 23.623 | 24.365 | 24.701 |
| El Tanque | 23,65 | 2.966 | 2.814 | 2.862 | 2.810 |
| Tegueste | 26,41 | 9.417 | 10.908 | 11.346 | 11.375 |
| La Victoria de Acentejo | 18,36 | 7.920 | 8.947 | 9.172 | 9.223 |
| Vilaflor de Chasna | 56,26 | 1.718 | 1.785 | 1.790 | 1.850 |
| Tenerife | 2.034,42 | 701.034 | 879.303 | 930.570 | 948.815 |
Verwaltungseinheiten:
altkanarisch 4 Viertel mit 10 Herrschaftsbezirken
31 ayuntamientos (Gemeinden)
307 barrios (Stadtteile), lugares (Dörfer) und caseríos (Weiler)
Bevölkerung
Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte, bezogen auf die offizielle Fläche von 2.034,38 km².
Bevölkerungsentwicklung:
Jahr Einwohner Dichte (E/km²)
1000 25 000 12,29
1150 30 000 14,74
1300 40 000 19,66
1490 45 000 22,12
1510 15 000 7,37
1552 13 600 6,69
1561 17 600 8,65
1587 4 070 2,00
1650 11 000 5,41
1725 15 529 7,63
1787 63 451 31,19
1824 72 131 35,46
1850 90 000 44,24
1900 138 008 67,84
1910 180 307 88,64
1920 189 931 93,37
1930 218 877 107,60
1940 261 817 128,71
1950 317 727 156,19
1960 387 767 190,62
1965 457 335 224,82
1970 500 381 245,98
1975 589 887 289,98
1979 602 984 296,42
1981 557 191 273,91
1982 572 951 281,66
1983 581 643 286,21
1984 587 836 288,98
1985 590 495 290,28
1986 610 047 299,89
1987 614 807 302,23
1988 632 406 310,89
1989 647 647 318,38
1990 663 306 326,08
1991 623 823 306,67
1992 631 035 310,21
1993 646 361 317,75
1994 669 271 329,01
1995 680 190 334,38
1996 665 611 327,21
1997 671 000 329,86
1998 677 485 333,05
1999 692 366 340,36
2000 709 365 348,72
2001 744 076 365,78
2002 770 000 378,49
2003 795 000 390,78
2004 820 000 403,07
2005 838 677 412,25
2006 850 000 417,82
2007 865 000 425,19
2008 880 000 432,56
2009 895 000 439,94
2010 906 854 445,76
2011 908 555 446,60
2012 898 680 441,75
2013 897 582 441,21
2014 889 936 437,45
2015 888 184 436,59
2016 891 111 438,03
2017 894 636 439,76
2018 904 713 444,71
2019 917 841 451,16
2020 928 604 456,46
2021 927 993 456,16
2022 931 646 457,95
2023 948 815 466,39
2023 958 834 469,46
2024 955 063 471,32
Die Bevölkerung wuchs von 1981 bis 2001 um durchschnittlich 1,677 % pro Jahr.
Bevölkerungsaufteilung 1991:
- Bevölkerungszahl insgesamt 623 823
- weiblich 317.023 (50,82 %)
- männlich 306.800 (49,18 %)
- unter 15jährig 138.177 (22,15 %)
- 15 bis 64 Jahre alt 424.763 (68,09 %)
- über 64jährig 60.883 (9,76 %)
- städtisch 380.401 (60,98 %)
- ländlich 243.422 (39,02 %)
- Tinerfenier 504.970 (80,95 %)
- Kanaren 87.178 (13,97 %)
- Ausländer 31.675 (5,08 %)
Haushalte:
Gebäude 1990:
- Gesamtzahl der Gebäude 142.766
- davon Einfamilienhäuser 134 996
- Personen pro Gebäude 4,646
Wohnungen 1990:
- Gesamtzahl 260.204
- Personen pro Wohnung 2,549
Familien 1991:
- Gesamtzahl der Familien 175.689
- Personen pro Familie 3,551
Volksgruppen
Die heutige Bevölkerung Teneriffas ist ethnisch und kulturell vielfältig, wobei sich im Laufe der Jahrhunderte eine überwiegend spanisch geprägte Inselgesellschaft herausgebildet hat. Eine eigenständige, klar abgrenzbare indigene Volksgruppe im Sinne einer fortbestehenden „Guanchen“-Ethnie existiert heute nicht mehr.
Die Guanchen waren die ursprünglichen Bewohner Teneriffas und lebten bereits vor der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert auf der Insel, vermutlich seit spätestens dem ersten Jahrtausend v. Chr. Sie entwickelten eine eigenständige Kultur, die sich über mehrere Jahrhunderte hinweg in relativer Isolation formte. Ihre Gesellschaft war politisch in mehrere voneinander getrennte Herrschaftsgebiete gegliedert, die sogenannten Menceyatos, die jeweils von einem Mencey als Stammeshäuptling regiert wurden.
Mit der kastilischen Eroberung am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die politische und gesellschaftliche Struktur der Guanchen schrittweise aufgelöst. Ein großer Teil der indigenen Bevölkerung wurde in die neue koloniale Gesellschaft integriert, während kulturelle Elemente teilweise verloren gingen oder mit spanischen Einflüssen verschmolzen. Dadurch entstand langfristig eine neue, gemischte Bevölkerung.
Heute identifiziert sich die Bevölkerung Teneriffas überwiegend als Teil der spanischen Nation innerhalb der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln. Historisch betrachtet besteht die Bevölkerung aus einer Mischung verschiedener Herkunftsgruppen, darunter Nachfahren der Guanchen, spanische Siedler aus verschiedenen Regionen der Iberischen Halbinsel, insbesondere Kastilien und Andalusien, sowie Einflüsse aus Portugal und Nordafrika. Zusätzlich kamen im Laufe der Neuzeit weitere Migrationsbewegungen hinzu, insbesondere aus Lateinamerika und anderen Teilen Europas.
Ausländer 2011:
| Nacionalidad | Anzahl |
| Venezuela | 35.161 |
| Großbritannien | 23.829 |
| Deutschland | 18.551 |
| Cuba | 11.540 |
| Italien | 11.214 |
| Argentinien | 9.488 |
| Kolumbien | 7.279 |
| Uruguay | 5.529 |
| Marokko | 4.947 |
| Frankreich | 4.881 |
| Belgien | 3.349 |
| Rumänien | 3.005 |
| China | 2.987 |
Guanchen
Das Volk der Guanchen waren die Ureinwohner der Insel Teneriffa, ein berberisches Volk mit nordafrikanischen Wurzeln, das über Jahrhunderte hinweg eine einzigartige Kultur auf den Kanarischen Inseln entwickelte. Die Guanchen (auch Guanches oder Tinerfeños genannt) besiedelten Teneriffa wahrscheinlich ab dem 1. oder 2. Jahrhundert v. Chr., möglicherweise in mehreren Wellen aus dem nordwestafrikanischen Raum (heutiges Marokko und Algerien). Sie gehörten zur großen Familie der Berbervölker (Amazigh) und brachten eine Lebensweise mit, die perfekt an die vulkanische, gebirgige Insel angepasst war.
Die Guanchen lebten in einer stark gegliederten Stammesgesellschaft. Teneriffa war in mehrere Königreiche („Menceyatos“) unterteilt, die jeweils von einem Mencey (König) regiert wurden. Der bekannteste war der Mencey von Taoro im Norden. Sie wohnten in Höhlen (wie in Chinamada oder den berühmten Höhlen von Anaga), betrieben Viehzucht (vor allem Ziegen und Schafe), Ackerbau (Gerste, Weizen) und sammelten Früchte und Kräuter. Ihre Kleidung bestand aus Ziegenfellen, sie kannten einfache Werkzeuge aus Stein, Holz und Knochen und pflegten eine reiche mündliche Überlieferung mit Mythen über Götter wie Achaman (Himmelsgott) und die heilige Bergwelt des Teide.
Kulturell waren die Guanchen hoch entwickelt. Sie praktizierten Mumifizierung ihrer Toten, hatten ein eigenes Zahlensystem und eine reiche Folklore mit Tänzen, Gesängen und dem Silbo – einer pfeifenden Kommunikationsform, die in gefährlichem Gelände eingesetzt wurde. Ihre Sprache, das Guanche, war berberisch und bildete die Grundlage vieler heutiger Ortsnamen (Teide, Anaga, Teno, Güímar) und Lehnwörter im kanarischen Spanisch. Die Gesellschaft kannte strenge soziale Regeln, Gastfreundschaft und ein ausgeprägtes Ehrgefühl. Frauen genossen teilweise eine respektierte Stellung, und es gab spezielle Priesterinnen („Magos“ oder „Harimaguadas“).
Die Ankunft der Kastilier unter Alonso Fernández de Lugo 1494–1496 markierte das Ende der unabhängigen Guanchen-Gesellschaft. Nach erbitterten Kämpfen (die Schlacht von Acentejo ist bis heute legendär) wurde Teneriffa 1496 erobert. Viele Guanchen fielen im Kampf, wurden versklavt, starben an eingeschleppten Krankheiten oder mischten sich mit den spanischen Siedlern. Die reine guanchische Kultur und Sprache verschwand innerhalb weniger Generationen, doch das Volk selbst lebte genetisch und kulturell weiter.
Heutige Teneriffaner tragen in ihren Genen einen deutlichen guanchischen Anteil. Moderne DNA-Studien zeigen, dass viele Inselbewohner nordafrikanische Vorfahren haben. Kulturell lebt das Erbe der Guanchen in Festen (wie dem Romería), traditioneller Musik, Küche, Ortsnamen und dem Stolz auf die „insularidad“ fort. In Museen wie dem Museo de la Naturaleza y el Hombre in Santa Cruz oder in ethnographischen Stätten wird ihre Geschichte lebendig gehalten.
Sprachen
Die offizielle und mit Abstand wichtigste Sprache ist das Spanische. Auf Teneriffa wird dabei nicht das neutrale Standardspanisch gesprochen, sondern eine regionale Varietät, das sogenannte kanarische Spanisch. Diese Sprachform gehört zum andalusisch-atlantischen Dialektkontinuum und weist typische phonologische, grammatische und lexikalische Besonderheiten auf. Dazu gehören unter anderem die Abschwächung oder das Wegfallen von Endkonsonanten, insbesondere des „s“, eine weichere Aussprache sowie eine geringere Unterscheidung zwischen bestimmten Lauten als im kastilischen Standardspanisch. Auch im Wortschatz finden sich zahlreiche regionaltypische Begriffe, die teilweise aus dem Portugiesischen, dem lateinamerikanischen Spanisch oder aus älteren historischen Sprachschichten stammen.
Das kanarische Spanisch ist die Alltagssprache der gesamten Bevölkerung und wird in Verwaltung, Bildung, Medien und öffentlichem Leben verwendet. Es ist vollständig mit dem standardisierten Spanisch Spaniens kompatibel, weist jedoch eine starke regionale Identität auf und ist ein wichtiges kulturelles Merkmal der Insel.
Neben dem Spanischen spielen weitere Sprachen eine zunehmende Rolle, vor allem durch Tourismus und Migration. In touristischen Zentren wie Küstenorten und städtischen Gebieten werden häufig Englisch und Deutsch verwendet, da viele Besucher aus dem europäischen Ausland stammen. Auch andere europäische Sprachen wie Italienisch oder Französisch sind im touristischen und wirtschaftlichen Kontext präsent. Diese Sprachen haben jedoch keinen offiziellen Status, sondern dienen ausschließlich der Kommunikation im internationalen Umfeld.
Historisch gesehen wurde auf Teneriffa vor der spanischen Eroberung eine indigene Sprache gesprochen, die heute als Guanche language bezeichnet wird. Diese Sprache der Guanchen ist vollständig ausgestorben und nur fragmentarisch überliefert. Sie wurde nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert rasch vom Spanischen verdrängt, da die indigene Bevölkerung schrittweise in die koloniale Gesellschaft integriert wurde. Heute existieren lediglich einzelne überlieferte Wörter, Ortsnamen und mögliche sprachliche Spuren in der Toponymie der Insel.
Die Spanish language ist somit die einzige lebendige und institutionell verankerte Sprache auf Teneriffa. Sie bildet die Grundlage für Bildung, Verwaltung, Rechtssystem und Medienlandschaft. Alle offiziellen Dokumente, Schulunterricht und staatlichen Institutionen verwenden ausschließlich Spanisch.
Guanchisch
Die Sprache der Guanchen auf Teneriffa war die ursprüngliche Sprache der Ureinwohner der Insel, die Guanche (oder Tinerfeño-Guanche) genannt wird. Sie gehörte zum berberischen (amazighischen) Sprachzweig der afroasiatischen Sprachfamilie und stand damit in enger Verwandtschaft zu den Sprachen Nordafrikas, besonders den Berberdialekten der Kanarischen Inseln und des Atlas-Gebirges.
Vor der kastilischen Eroberung Ende des 15. Jahrhunderts war das Guanche auf Teneriffa die alleinige Sprache der einheimischen Bevölkerung. Die Guanchen lebten als Hirten und Ackerbauern in einer stark gegliederten Gesellschaft mit Menceys (Königen) an der Spitze. Ihre Sprache diente nicht nur der Alltagskommunikation, sondern auch der Überlieferung von Mythen, Gesetzen und dem Wissen über die vulkanische Inselwelt. Ortsnamen wie Achinech oder Chenerife (alte Bezeichnungen für Teneriffa), Teide, Anaga oder Teno stammen größtenteils aus dem Guanche und zeugen bis heute von dieser Epoche.
Das Guanche war keine einheitliche Sprache, sondern wies regionale Varianten auf den verschiedenen Inseln auf. Auf Teneriffa war sie besonders gut dokumentiert durch spanische Chronisten wie fray Alonso de Espinosa oder Leonardo Torriani, die nach der Eroberung Wörterlisten und Beschreibungen anlegten. Typische Merkmale waren ein reicher Konsonantismus mit vielen Kehl- und Zischlauten, ein einfaches Vokalsystem und eine agglutinierende Struktur, bei der Präfixe und Suffixe Bedeutungen veränderten. Viele Wörter begannen mit „T“ oder „Ch“, und es gab spezielle Begriffe für die Bergwelt, Tiere (z. B. baifo für Zicklein) und Alltagsgegenstände wie tenique (die drei Herdsteine).
Nach der Eroberung 1496 starb das Guanche als gesprochene Sprache relativ schnell aus. Die Überlebenden wurden hispanisiert, viele wurden versklavt oder flohen in unzugängliche Gebiete. Dennoch überlebten zahlreiche Wörter im heutigen kanarischen Spanisch Teneriffas: landwirtschaftliche und geographische Begriffe, Pflanzennamen und Ausdrücke des täglichen Lebens. Beispiele sind goro (Höhle oder Stall), chácara (ein Musikinstrument) oder sorullo (einfältig). Auch in der Toponymie (Ortsnamen) ist der guanchische Einfluss bis heute dominant.
Heute gibt es keine Muttersprachler des Guanche mehr. Es handelt sich um eine ausgestorbene Sprache, die jedoch durch linguistische Forschung, Wörterbücher und kulturelle Revitalisierungsbestrebungen rekonstruiert wird. Auf Teneriffa und anderen Inseln wird das kulturelle Erbe in Museen, Festen und der lokalen Identität gepflegt. Moderne Initiativen versuchen, guanchische Wörter und Elemente in die kanarische Identität einzubinden, ohne jedoch die Sprache als lebendiges Idiom wiederzubeleben.
Tinferfenisch
Der Dialekt der Insel Teneriffa, auch Tinerfeño oder Español tinerfeño genannt, ist eine lebendige Variante des kanarischen Spanisch (español canario). Er wird von den etwa 900.000 Einwohnern Teneriffas gesprochen und bildet zusammen mit den anderen Inselvarianten eine eigene atlantische Sprachgruppe, die dem Spanisch der Karibik sehr nahesteht. Diese Nähe entstand historisch, weil viele Kanarier im 15. bis 17. Jahrhundert nach Amerika auswanderten und dort die Grundlagen für das lateinamerikanische Spanisch mitprägten.
Nach der kastilischen Eroberung Teneriffas Ende des 15. Jahrhunderts setzte sich das Spanische durch. Die alte Sprache der Guanchen verschwand weitgehend, hinterließ jedoch Spuren im Wortschatz, vor allem bei Bezeichnungen für Geländeformen, Pflanzen und traditionelle Gegenstände. Starke Einflüsse kamen zudem aus dem Portugiesischen durch Siedler von Madeira und den Azoren sowie aus dem Andalusischen. Heute unterscheidet sich das Tinerfeño je nach Region: Im Norden um La Laguna oder La Orotava und in abgelegenen Tälern wie Anaga, Teno oder Güímar sind traditionelle Merkmale stärker erhalten, während im touristischen Süden mehr Standardspanisch einfließt.
Phonetisch zeichnet sich der Dialekt durch einen weichen, melodischen Klang aus. Typisch ist der Seseo, bei dem c (vor e/i) und z wie s ausgesprochen werden. Das /s/ am Silben- oder Wortende wird häufig aspiriert (zu einem leichten Hauch) oder ganz ausgelassen, was dem Sprechrhythmus eine fließende, karibisch anmutende Qualität verleiht. Die Intonation ist variabel und musikalisch, mit einer eher aufsteigenden oder sanften Kadenz. Grammatikalisch fällt auf, dass statt vosotros (ihr) fast immer ustedes verwendet wird, ähnlich wie in Lateinamerika. Das einfache Präteritum wird bevorzugt, und Diminutive sind sehr beliebt, oft in verkürzter Form.
Der Wortschatz bereichert das Spanische mit lokalen Ausdrücken: Guanchismen wie baifo (Zicklein) oder tenique/chénique (die drei Herdsteine), portugiesische Lehnwörter wie rego (Furche) und typisch kanarische Begriffe wie guagua für Bus oder tenderete für ein Fest mit Essen und Folklore. Viele Wörter beziehen sich auf das Inselleben, die Landwirtschaft, das Meer oder die vulkanische Landschaft.
Sprachliche Besonderheiten des Dialekts sind:
- Seseo: Es gibt keinen Unterschied in der Aussprache zwischen „c“, „z“ und „s“ – alle werden wie ein „s“ ausgesprochen.
- Yeísmo: Die Laute „ll“ und „y“ werden gleich ausgesprochen, meist wie ein „y“.
- Schwächung oder Aspiration des „s“: Am Wortende oder vor Konsonanten wird das „s“ oft abgeschwächt oder wie ein „h“ ausgesprochen.
- Vokabular: Es gibt viele Wörter, die nur auf den Kanaren verwendet werden, darunter Lehnwörter aus dem Guanchischen (z.B. „baifo“ für Zicklein) und dem Portugiesischen (z.B. „gavete“ für Schublade).
- Betonung und Melodie: Der Akzent ist weicher und melodischer als auf dem spanischen Festland und ähnelt eher dem lateinamerikanischen Spanisch, insbesondere dem aus Kuba oder Venezuela.
- Ustedes statt vosotros: Für die Anrede der zweiten Person Plural wird „ustedes“ verwendet, nicht „vosotros“.
Religion
Seit der kastilischen Eroberung Teneriffas im Jahr 1496 prägt die römisch-katholische Kirche das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Insel. Zahlreiche Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte entstanden in den folgenden Jahrhunderten und bilden bis heute einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes. Bedeutende religiöse Feste wie die Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau von Candelaria, der Schutzpatronin der Kanarischen Inseln, sowie die Osterprozessionen und zahlreiche Patronatsfeste der Gemeinden gehören zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres. Viele Traditionen, Bräuche und Feiertage haben ihren Ursprung im katholischen Glauben.
Wie im übrigen Spanien ist jedoch auch auf Teneriffa der Anteil praktizierender Katholiken in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Nach aktuellen Erhebungen bezeichnen sich in Spanien noch rund 58 % der Bevölkerung als katholisch, während der Anteil konfessionsloser Menschen auf etwa 38 % gestiegen ist. Dieser gesellschaftliche Wandel zeigt sich auch auf Teneriffa, insbesondere in den größeren Städten und unter jüngeren Generationen.
Durch Einwanderung, internationale Arbeitsmigration und den ganzjährigen Tourismus hat sich die religiöse Vielfalt der Insel deutlich erweitert. Der Islam stellt heute die größte nichtchristliche Religionsgemeinschaft dar. Muslimische Gemeinden bestehen insbesondere in den größeren Städten sowie in Regionen mit einem höheren Anteil nordafrikanischer und anderer internationaler Einwanderer. Mehrere Moscheen und islamische Kulturzentren dienen als religiöse und soziale Treffpunkte.
Der Hinduismus besitzt auf Teneriffa ebenfalls eine sichtbare Präsenz. Vor allem durch die aus Indien stammende Händlergemeinschaft entstanden hinduistische Gemeinden, die eigene Tempel unterhalten und traditionelle religiöse Feste feiern. Die indischstämmige Bevölkerung trägt seit Jahrzehnten zum Wirtschafts- und Kulturleben der Insel bei.
Auch verschiedene evangelische Kirchen sind vertreten. Hierzu gehören unter anderem lutherische, anglikanische, baptistische, pfingstkirchliche und freikirchliche Gemeinden. Viele dieser Gemeinden entstanden zunächst für ausländische Einwohner und Touristen, stehen heute jedoch allen Interessierten offen.
Der Buddhismus ist durch verschiedene Zentren und Meditationsgemeinschaften vertreten. Neben tibetisch-buddhistischen Gruppen existieren auch Zen- und andere buddhistische Richtungen. Sie richten sich sowohl an Einheimische als auch an internationale Bewohner und Besucher der Insel.
Das Judentum besitzt auf Teneriffa eine kleine, aber historisch verwurzelte Gemeinde. Bereits seit der frühen Neuzeit lebten vereinzelt Juden auf der Insel; heute besteht eine organisierte jüdische Gemeinschaft, die vor allem im Raum Santa Cruz de Tenerife angesiedelt ist.
Darüber hinaus existieren zahlreiche kleinere Religionsgemeinschaften. Dazu zählen die Bahá'í-Religion, chinesische Religionen, Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), verschiedene afrikanische und afroamerikanische Religionsformen sowie weitere christliche Freikirchen.
Eine besondere Stellung nimmt die sogenannte Kirche des Volkes der Guanchen ein. Dabei handelt es sich um eine kleine neuheidnische Bewegung, die versucht, religiöse Elemente der vorspanischen Kultur der Guanchen symbolisch wiederzubeleben. Diese Gemeinschaft versteht sich nicht als direkte Fortsetzung der ursprünglichen Religion der Ureinwohner, sondern als moderne Rekonstruktion und kulturelle Wiederbelebung altkanarischer Glaubensvorstellungen. Ihre Anhängerschaft ist sehr klein, sie trägt jedoch zur religiösen Vielfalt Teneriffas bei.
Neben den organisierten Religionsgemeinschaften gewinnen auch alternative spirituelle Richtungen zunehmend an Bedeutung. Esoterik, Yoga, Meditation, schamanische Praktiken sowie naturspirituelle und ganzheitliche Lebenskonzepte erfreuen sich insbesondere in touristischen Regionen wachsender Beliebtheit und ergänzen die religiöse Landschaft um weitere Ausdrucksformen individueller Spiritualität.
Traditionelle Religion
Neben den etablierten Weltreligionen und der wachsenden Zahl konfessionsfreier Menschen existieren auf Teneriffa auch kleinere Strömungen im Bereich traditioneller Religionen, Rekonstruktionismus und Neuheidentum. Diese Gruppen sind zahlenmäßig sehr klein und organisatorisch meist lose strukturiert, stellen jedoch einen interessanten Teil der modernen spirituellen Vielfalt der Insel dar.
Historisch betrachtet ist die vorchristliche Religion der Guanchen vollständig verschwunden. Sie war polytheistisch und stark natur- sowie astralbezogen, mit Gottheiten wie dem Himmelsgott und Sonnenverehrung sowie einem ausgeprägten Kult um Naturorte wie Berge und Höhlen. Diese ursprüngliche Religion wurde nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert durch das Christentum ersetzt und ist nur noch durch archäologische Funde und historische Berichte rekonstruierbar.
Das heutige Neuheidentum auf Teneriffa steht in keinem direkten kontinuierlichen Zusammenhang mit dieser alten guanchischen Religion, sondern ist eine moderne Wiederaneignung oder Neudeutung vorspanischer kultureller Elemente. Dabei werden historische Motive, archäologische Stätten und symbolische Elemente der Inselgeschichte teilweise spirituell interpretiert und in neue Glaubens- oder Weltanschauungssysteme integriert.
Ein Teil dieser Strömungen bezieht sich symbolisch auf die Guanchen und versucht, Elemente ihrer Kultur in ritueller oder spiritueller Form zu rekonstruieren. Diese Bewegungen sind jedoch wissenschaftlich nicht als direkte Fortsetzung der ursprünglichen Religion zu verstehen, sondern als moderne Konstruktionen, die aus kulturellem Interesse, Identitätssuche oder spiritueller Orientierung entstehen.
Typische Formen des Neuheidentums auf Teneriffa umfassen naturspirituelle Rituale, Jahreskreisfeste, Meditation in der Natur sowie symbolische Bezugnahmen auf Elemente wie Berge, Vulkanlandschaften oder den Atlantik. Diese Praktiken überschneiden sich teilweise mit esoterischen und alternativen spirituellen Bewegungen, bleiben jedoch meist individuell oder in kleinen Gruppen organisiert.
Die gesellschaftliche Bedeutung dieser Bewegungen ist insgesamt gering, da die Mehrheit der Bevölkerung Teneriffas entweder säkular oder christlich geprägt ist. Neuheidentum wird daher eher als kulturelles Randphänomen wahrgenommen, das vor allem im Kontext von Tourismus, alternativer Spiritualität und individueller Sinnsuche sichtbar wird.
Römisch-Katholische Kirche
Das Bistum San Cristóbal de La Laguna, auch Bistum Tenerife oder Bistum Nivariense genannt, (Dioecesis Sancti Christophori de Laguna oder Dioecesis Nivariensis) ist eine in Spanien gelegene römisch-katholische Diözese mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna. Es umfasst die westlichen Inseln des kanarischen Archipels. Schutzpatronin des Bistums ist Nuestra Señora de los Remedios. Die kleinen Schutzheiligen sind: Hl. Ferdinand von Kastilien und Hl. Elisabeth von Portugal.
Das Bistum wurde am 1. Februar 1819 von Papst Pius VII. durch Teilung des Bistums Kanarische Inseln errichtet und dem Erzbistum Sevilla als Suffraganbistum unterstellt. Das unter dem alten Namen weiter bestehende Bistum Kanarische Inseln erstreckt sich auf die östlichen Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Das neue Bistum San Cristóbal de La Laguna besteht hingegen aus den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Die Teilung des Gebietes der Kanarischen Inseln in zwei Diözesen wurde zum 21. Dezember 1819 gültig. Die treibende Kraft bei der Gründung des Bistums war ein katholischer Bischof und Beichtvater König Ferdinands VII. von Spanien, Cristóbal Bencomo y Rodríguez.
Aufgrund der politischen Wirren in Madrid konnte der erste Bischof von San Cristóbal de La Laguna, Luis Folgueras y Sion, sein Amt erst am 12. Juli 1825 antreten. Die Diözese wurde in der Zwischenzeit durch verschiedene Kapitularvikare geleitet. Nachdem Bischof Folgueras y Sion im Jahr 1848 zum Erzbischof von Granada ernannt worden war, blieb der Bischofsstuhl vakant. Das Konkordat von 1851 sah vor, dass für die Diözese der westlichen Kanarischen Inseln ein Weihbischof ernannt werden sollte, was jedoch nie geschah. Im August 1859 wurde der Bischof der (östlichen) Kanarischen Inseln mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria als Apostolischer Administrator bestellt. Es folgten weitere Administratoren. Als sich mit dem Regierungsbeginn des Königs Alfons XII. die Beziehungen zwischen Spanien und dem Heiligen Stuhl besserten, wurde eine Neubesetzung des Bischofsstuhls geplant. Am 18. März 1877 ernannte Pius IX. den Benediktinermönch Ildefonso Infante y Macias zum zweiten Bischof von San Cristóbal de la Laguna Der letzte Bischof, Bernardo Álvarez Afonso, wurde am 29. Juni 2005 von Benedikt XVI. in das Amt berufen. Seinen Rücktritt hat der Papst Franziskus am 16. September 2024 angenommen.
Bischöfe von San Cristobal de La Laguna
- Pedro Jose Bencomo Rodríguez (1819 bis 1822), Kapitularvikar
- José Hilario Martinón (1822 bis 1824), Kapitularvikar
- Pedro José Bencomo Rodríguez (1824 bis 1825), Kapitularvikar
- Luis Folgueras y Sión (1825 bis 1848), auch Erzbischof von Granada
- Domingo Morales Guedes (1848 bis 1853), Kapitularvikar
- Andrés Gutiérrez Dávila (1853 bis 1859), Kapitularvikar
- Joaquín Lluch y Garriga (1859 bis 1868), Apostolischer Administrator, auch Bischof von Salamanca
- Vicente Santamaría y López (1868 bis 1869), Kapitularvikar und Apostolischer Administrator
- José María Urquinaona y Bidot (1869 bis 1877), Apostolischer Administrator
- Ildefonso Infante y Macias, OSB (1877 bis 1882)
- Silverio Alonso del Castillo (1882), Kapitularvikar
- Jacinto María Cervera y Cervera (1882 bis 1885)
- Silverio Alonso del Castillo (1885 bis 1888), Kapitularvikar
- Ramón Torrijos y Gómez (1888 bis 1894)
- Nicolás Rey Redondo (1894 bis 1917)
- Santiago Beyro Martín (1917 bis 1918), Kapitularvikar
- Gabriel Llompart y Jaume (1918 bis 1922)
- Santiago Beyro Martín (1922 bis 1925), Kapitularvikar
- Albino González y Menéndez-Reigada (1925 bis 1947)
- Domingo Pérez Cáceres (1946 bis 1947)
- Ricardo Pereira Díaz (1961 bis 1962), Kapitularvikar
- Fray Luis Franco Cascón, C. Ss.R. (1962 bis 1983)
- Damián Iguacén Borau (1984 bis 1991)
- Felipe Fernández García (1991 bis 2004)
- Bernardo Álvarez Afonso (2005 bis 2024)
- Antonio Manuel Pérez (2024 bis 2025), Diözesanadministrator
- Eloy Alberto Santiago Santiago (seit 2025)
Judentum
Jüdisches Leben auf den Kanarischen Inseln l#sst sich bis in die Zeit nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Viele Juden auf der Iberischen Halbinsel waren nach der Vertreibung und Zwangskonversion durch die spanische Krone gezwungen, ihre Religion im Verborgenen auszuüben oder auszuwandern. Teile dieser sefardischen Diaspora gelangten im Laufe der frühen Neuzeit auch auf die Kanarischen Inseln, darunter Teneriffa, wo sie sich teilweise in Handel und städtischem Leben integrierten.
Im Laufe der folgenden Jahrhunderte blieb die jüdische Präsenz auf Teneriffa klein und stark schwankend, abhängig von wirtschaftlichen Bedingungen und politischen Entwicklungen. Erst in der Neuzeit, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert, kam es erneut zu einer sichtbaren jüdischen Gemeinde, vor allem durch Migration aus Europa, Nordafrika und später auch aus anderen Teilen der Welt.
Heute konzentriert sich das jüdische Leben auf Teneriffa vor allem auf städtische Zentren, insbesondere auf Santa Cruz de Tenerife sowie touristisch geprägte Gebiete. Die Gemeinde ist klein, aber organisiert und umfasst sowohl dauerhaft ansässige Familien als auch zeitweise auf der Insel lebende Personen, etwa im Zusammenhang mit Tourismus oder beruflicher Migration.
Religiöses Leben findet in Form kleiner Gemeinden, privater Treffen und gelegentlicher Gottesdienste statt. Aufgrund der begrenzten Größe gibt es keine große Anzahl an Synagogen oder religiösen Einrichtungen, jedoch bestehen Kontakte zu jüdischen Organisationen auf dem spanischen Festland.
Die heutige jüdische Bevölkerung auf Teneriffa ist ethnisch und kulturell vielfältig und besteht überwiegend aus Menschen mit europäischem, nordafrikanischem oder lateinamerikanischem Hintergrund. Sie ist vollständig in die multikulturelle Gesellschaft der Insel eingebettet und nimmt am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil.
Esoterik
Siedlungen

Die Einwohnerzahlen der Gemeinden entwickelten sich wie folgt:
| Municipio | 1900 | 1910 | 1920 | 1930 | 1940 | 1950 | 1960 | 1970 | 1981 | 1992 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Adeje | 1.705 | 2.263 | 2.444 | 2.951 | 4.634 | 3.907 | 5.259 | 6.688 | 11.932 | 11.047 |
| Arafo | 1.604 | 1.837 | 1.790 | 2.711 | 2.830 | 3.184 | 3.176 | 3.684 | 3.609 | 4.232 |
| Arico | 3.724 | 3.496 | 3.576 | 4.083 | 4.433 | 5.391 | 5.336 | 4.189 | 4.228 | 4.697 |
| Arona | 1.971 | 2.311 | 2.523 | 3.482 | 3.611 | 4.690 | 6.469 | 10.942 | 17.739 | 23.434 |
| Buenavista del Norte | 2.113 | 2.245 | 2.341 | 3.327 | 3.504 | 3.640 | 4.464 | 4.764 | 4.538 | 5.582 |
| Candelaria | 2.345 | 2.857 | 2.596 | 3.379 | 3.889 | 4.405 | 4.795 | 5.831 | 7.307 | 10.915 |
| Fasnia | 1.796 | 2.713 | 2.929 | 2.671 | 3.274 | 3.404 | 3.197 | 2.530 | 2.230 | 2.224 |
| Garachico | 2.929 | 3.464 | 3.608 | 4.098 | 4.780 | 4.617 | 4.869 | 4.487 | 4.677 | 5.983 |
| Granadilla de Abona | 3.376 | 3.513 | 3.493 | 4.174 | 5.810 | 6.053 | 8.552 | 10.118 | 13.873 | 17.019 |
| La Guancha | 1.699 | 1.949 | 2.051 | 2.375 | 2.808 | 3.462 | 3.630 | 4.249 | 4.878 | 5.230 |
| Guía de Isora | 3.323 | 4.329 | 4.620 | 4.794 | 4.903 | 4.618 | 7.858 | 9.678 | 10.020 | 12.020 |
| Güímar | 5.120 | 5.897 | 6.305 | 8.815 | 10.374 | 10.898 | 10.972 | 12.131 | 13.485 | 14.587 |
| Icod de los Vinos | 6.706 | 7.517 | 9.028 | 11.027 | 13.263 | 13.477 | 15.042 | 15.042 | 18.612 | 21.553 |
| La Laguna | 13.074 | 16.322 | 16.871 | 24.228 | 33.042 | 41.731 | 57.344 | 79.963 | 112.635 | 112.917 |
| La Matanza de Acentejo | 2.030 | 2.336 | 2.199 | 2.591 | 2.979 | 3.451 | 3.686 | 4.318 | 5.323 | 5.997 |
| La Orotava | 9.182 | 11.242 | 12.208 | 14.436 | 17.682 | 20.218 | 22.371 | 26.840 | 31.394 | 35.303 |
| Puerto de la Cruz | 5.562 | 6.553 | 7.036 | 8.818 | 10.695 | 12.109 | 15.248 | 45.970 | 39.241 | 25.769 |
| Los Realejos | 7.035 | 8.497 | 9.601 | 12.601 | 13.917 | 15.541 | 17.777 | 21.741 | 25.721 | 30.022 |
| El Rosario | 2.767 | 3.588 | 3.509 | 4.421 | 5.602 | 6.159 | 8.118 | 15.783 | 5.570 | 8.428 |
| San Juan de la Rambla | 2.024 | 2.277 | 2.317 | 2.757 | 3.064 | 3.786 | 4.271 | 4.765 | 4.464 | 4.525 |
| San Miguel | 1.785 | 1.943 | 2.023 | 2.047 | 2.241 | 2.383 | 3.117 | 4.939 | 3.834 | 5.325 |
| Santa Cruz de Tenerife | 38.419 | 63.004 | 52.432 | 62.087 | 72.358 | 103.446 | 133.100 | 151.361 | 190.784 | 200.172 |
| Santa Ursula | 2.113 | 2.372 | 2.433 | 3.217 | 3.794 | 4.448 | 4.814 | 6.223 | 7.821 | 8.766 |
| Santiago del Teide | 1.432 | 1.514 | 1.753 | 1.734 | 1.895 | 1.841 | 2.253 | 3.414 | 3.969 | 6.057 |
| El Sauzal | 1.478 | 1.645 | 1.765 | 2.284 | 2.828 | 3.220 | 3.677 | 4.795 | 5.034 | 6.349 |
| Los Silos | 1.452 | 1.736 | 2.003 | 3.475 | 4.172 | 4.404 | 4.773 | 4.994 | 5.148 | 5.377 |
| Tacoronte | 4.204 | 5.071 | 5.258 | 6.402 | 7.911 | 9.930 | 10.282 | 12.025 | 15.640 | 17.299 |
| El Tanque | 1.189 | 1.422 | 1.618 | 1.804 | 1.804 | 2.263 | 2.240 | 2.199 | 2.273 | 3.074 |
| Tegueste | 1.859 | 2.237 | 2.368 | 3.048 | 3.048 | 3.870 | 4.217 | 5.312 | 6.504 | 8.135 |
| La Victoria de Acentejo | 2.787 | 3.010 | 2.930 | 3.490 | 3.490 | 5.247 | 5.169 | 6.132 | 7.030 | 7.443 |
| Vilaflor | 1.191 | 1.147 | 1.360 | 1.550 | 1.672 | 1.934 | 1.691 | 1.429 | 1.450 | 1.554 |
Die Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife liegt an der nordöstlichen Küste der Insel. Mit rund 211.000 Einwohnern (Stand: 2024) ist sie eine der größten Städte des Archipels und bildet gemeinsam mit den Nachbarstädten La Laguna, Tegueste und El Rosario einen bedeutenden Ballungsraum. Die Stadt hat sich von einem kleinen Fischerdorf, das 1494 gegründet wurde, zu einer modernen Hafen- und Wirtschaftsmetropole entwickelt. Ihr Hafen zählt zu den wichtigsten des Atlantiks und empfängt regelmäßig große Kreuzfahrtschiffe, was die internationale Bedeutung Santa Cruz’ unterstreicht.
Das Stadtbild ist geprägt von einem Mix aus historischer Architektur und modernen Bauwerken. Im Zentrum befindet sich der historische Stadtkern, der von der Calle de La Noria, der Plaza de España und der Plaza de Candelaria eingerahmt wird. Hier finden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Kirche La Concepción, die Kirche San Francisco, der Markt Nuestra Señora de África und der García Sanabria-Park. Ein besonderes Wahrzeichen der Stadt ist das Auditorio de Tenerife, eine spektakuläre Konzert- und Kongresshalle, die vom Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde und mit ihrer markanten Dachkonstruktion das moderne Gesicht der Stadt symbolisiert.
Historisch war Santa Cruz lange Zeit nur der Hafen der eigentlichen Hauptstadt La Laguna, bis ein Vulkanausbruch im Jahr 1706 den Hafen von Garachico zerstörte und Santa Cruz zur wichtigsten Hafenstadt der Insel aufstieg. Ein weiteres Schlüsselereignis war die erfolgreiche Abwehr des Angriffs durch den britischen Admiral Horatio Nelson im Jahr 1797, der dem Ort hohes Ansehen verschaffte und dessen Verteidigungsleistung bis heute gefeiert wird.
San Cristóbal de La Laguna, meist einfach La Laguna genannt, ist eine der bedeutendsten Städte auf Teneriffa und liegt im Norden der Insel, nur wenige Kilometer westlich von Santa Cruz de Tenerife. Die Stadt wurde 1496 gegründet und war bis 1822 die erste Hauptstadt Teneriffas sowie das geistige, politische und religiöse Zentrum der Insel. Mit rund 160.000 Einwohnern ist La Laguna heute die zweitgrößte Stadt Teneriffas und bildet gemeinsam mit Santa Cruz einen großen Ballungsraum.
La Laguna ist berühmt für ihren historischen Stadtkern, der mit seinen schachbrettartig angelegten Straßen, den farbenfrohen Fassaden und zahlreichen prächtigen Herrenhäusern und Palästen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert beeindruckt. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gilt als eines der schönsten Beispiele für eine kolonial geprägte Stadtlandschaft in Spanien. Besonders sehenswert sind unter anderem die Kathedrale, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Museen und historische Plätze.
Die Stadt liegt auf etwa 550 Metern über dem Meeresspiegel, was ihr ein für Teneriffa ungewöhnlich mildes und feuchtes Klima beschert – geprägt vom Nordostpassatwind, der für kühle Temperaturen und häufige Regenschauer sorgt. Diese Höhenlage machte La Laguna einst auch vor Piratenüberfällen sicher und begünstigte die Landwirtschaft in der fruchtbaren Senke von Aguere7. Bis heute gilt La Laguna als kulturelles und religiöses Zentrum der Kanaren, nicht zuletzt durch die renommierte Universität und den Bischofssitz.
Güímar befindet sich im Nordosten Teneriffas mit etwa 21.700 Einwohnern (Stand 2024) und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 289 Metern über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das Valle de Güímar, eine fruchtbare Ebene, die durch vulkanische Aktivitäten und das Abrutschen von Material ins Meer entstanden ist. Die Gemeinde grenzt an Santa Cruz de Tenerife im Osten, Arafo im Norden, Fasnia im Süden und La Orotava im Westen und ist sowohl über die Südautobahn TF-1 als auch über die alte Küstenstraße mit Santa Cruz verbunden.
Der historische Ortskern von Güímar besticht durch sehenswerte Gebäude wie die Kapelle San Pedro de Arriba, das Rathaus (ehemaliges Dominikanerkloster mit schönem Kreuzgang) und die Kirche San Pedro Apóstol, die unter Denkmalschutz steht. Die Architektur spiegelt die koloniale Vergangenheit wider, und zahlreiche Bürgerhäuser sowie Kirchen aus dem 17. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Besonders hervorzuheben ist die Marienfigur Virgen de las Aguas in der Kapelle San Pedro de Arriba sowie die barocke Kirche San Pedro Apóstol mit ihrem kunstvoll verzierten Portal und dem ziselierten Hochaltar.
Neben dem historischen Zentrum ist Güímar vor allem für die weltbekannten Pyramiden von Güímar bekannt, sechs rechteckige Terrassenbauten aus Lavastein, deren genaue Herkunft und Funktion noch immer Rätsel aufgeben. Die Pyramiden sind heute Teil eines archäologischen Parks mit Museum, das die verschiedenen Theorien zur Entstehung präsentiert. In der Umgebung locken das Naturschutzgebiet Malpaís de Güímar mit beeindruckenden Lavalandschaften und die landschaftlich reizvolle Schlucht Barranco de Badajoz Besucher an.
Puerto de la Cruz ist das wichtigste touristische Zentrum an der Nordküste Teneriffas und liegt im fruchtbaren Orotava-Tal, südwestlich der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Mit rund 30.500 Einwohnern ist sie zwar die achtgrößte Gemeinde der Insel, aber mit nur etwa 8,7 Quadratkilometern Fläche zugleich die am dichtesten besiedelte und kleinste Gemeinde Teneriffas. Das Klima ist ganzjährig mild und feucht, geprägt vom Nordostpassat, was für eine üppige Vegetation und eine abwechslungsreiche Landschaft aus Bananenplantagen, Weinbergen und subtropischen Gärten sorgt.
Das Stadtbild von Puerto de la Cruz verbindet Tradition und Moderne: Die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, dem zentralen Plaza del Charco und den schattigen Plätzen lädt zum Flanieren ein und bewahrt den Charme des ehemaligen Fischerdorfes. Zu den Highlights zählen die Kirche La Peña de Francia, die alte Hafenmole, das Fischerviertel sowie die berühmten Meerwasserschwimmbecken Lago Martiánez, die von César Manrique entworfen wurden. Im Stadtteil Punta Brava befindet sich der bekannte Loro Parque, einer der meistbesuchten Tierparks Europas.
Neben dem Strandleben und den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen wie dem Internationalen Straßenkunstfestival MUECA, der Semana Bávara oder dem Karneval bietet Puerto de la Cruz auch vielfältige Möglichkeiten für Aktivurlauber – von Wanderungen entlang der Küste oder zum Teide bis hin zu Wassersportarten wie Tauchen und Stand-Up-Paddling. Die Stadt bleibt dabei authentisch und lebendig, mit einem pulsierenden Nachtleben und einer großen Auswahl an Restaurants, Bars und Cafés.
Los Realejos ist eine charmante Stadt etwa 12 Kilometer nördlich von Puerto de la Cruz gelegen, mit rund 37.000 Einwohnern. Sie breitet sich über das untere Orotava-Tal aus und ist bekannt für ihre fruchtbaren Landschaften, die von Bananenplantagen, Weinreben und subtropischen Gärten geprägt werden. Los Realejos besteht aus mehreren Ortsteilen, darunter Realejo Alto und Realejo Bajo, die sich entlang der alten Königsstraße „Camino Real“ erstrecken und von einer langen Geschichte als bedeutende Siedlungszentren zeugen.
Historisch gesehen war Los Realejos Schauplatz eines wichtigen Kapitels der kanarischen Geschichte: Im Jahr 1496 fand hier die Unterwerfung der letzten Guanchen unter die spanischen Eroberer statt, was das Ende des Widerstands der Ureinwohner markierte. In der Altstadt finden sich zahlreiche historische Gebäude, darunter die Kirche Santiago Apóstol, eine der ältesten Kirchen Teneriffas, sowie das Kloster Santa Lucía und viele traditionelle kanarische Häuser mit Holzbalkonen. Die malerischen Gassen und Plätze laden zum Entdecken ein und bieten einen Einblick in die koloniale Vergangenheit der Gemeinde.
Heute ist Los Realejos ein beliebtes Ziel für Besucher, die die Natur, die Geschichte und das authentische kanarische Leben schätzen. Die Gemeinde bietet zahlreiche Wanderwege, etwa durch das Naturschutzgebiet Rambla de Castro oder entlang der beeindruckenden Steilküste. Auch kulturell ist Los Realejos aktiv: Besonders hervorzuheben sind die traditionellen Feste wie die Fronleichnamsprozessionen und das Fest zu Ehren des Schutzpatrons Santiago Apóstol, die jedes Jahr zahlreiche Gäste anziehen.
La Orotava ist eine malerische Stadt im Norden Teneriffas mit rund 42.500 Einwohnern und liegt etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich über das fruchtbare Orotava-Tal, das schon vor der spanischen Eroberung von den Guanchen besiedelt war und nach 1496 zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Insel wurde. Die Stadt ist bekannt für ihren historischen Stadtkern, der zahlreiche gut erhaltene Herrenhäuser, Paläste und Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufweist und als Ensemble unter Denkmalschutz steht.
Das Herz der Altstadt bildet die Plaza de la Constitución, ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucher, umgeben von bedeutenden Bauwerken wie der Kirche San Augustín und dem Rathaus. Besonders sehenswert sind die barocke Kirche Nuestra Señora de la Concepción mit ihrem markanten Zwiebelturm, das Casa de los Balcones – ein typisches Beispiel für kanarische Architektur mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen – sowie die Jardines del Marquesado de la Quinta Roja, eine beeindruckende Gartenanlage mit Terrassen und Springbrunnen. Die Altstadt lädt zum Flanieren ein, denn an jeder Ecke finden sich historische Details und ein besonderes Flair.
Heute ist La Orotava ein beliebtes Ziel für Touristen, die sowohl die reiche Geschichte als auch die landschaftliche Schönheit des Tals schätzen. Neben dem Tourismus spielen der Bananenanbau und der Weinbau (Valle de la Orotava) eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft. Die Stadt verbindet Tradition und Moderne und bietet ihren Besuchern ein authentisches kanarisches Erlebnis mit kulturellem Charme und landschaftlicher Vielfalt.
Icod de los Vinos ist eine historische Stadt im Nordwesten Teneriffas mit rund 24.300 Einwohnern und liegt eingebettet in ein fruchtbares, schmales Tal direkt oberhalb der Nordküste, etwa 15 Kilometer von Puerto de la Cruz entfernt. Die Stadt ist von terrassierten Weinbergen und üppigen Pinienwäldern umgeben, was ihr ein mildes Klima und eine grüne, landschaftlich reizvolle Umgebung verleiht. Der Name „de los Vinos“ verweist auf die lange Tradition des Weinbaus, der seit dem 16. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der lokalen Wirtschaft spielt.
Der historische Stadtkern von Icod de los Vinos ist besonders gut erhalten und lädt mit seinen verwinkelten Gassen, schattigen Plätzen und zahlreichen kanarischen Herrenhäusern mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen zum Flanieren ein. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche San Marcos aus dem 16. Jahrhundert, die Plaza de la Pila als lebendiger Treffpunkt der Einheimischen sowie das Kloster San Francisco. Die Stadt ist außerdem bekannt für ihre zahlreichen Souvenir- und Likörgeschäfte, in denen lokale Spezialitäten wie Honigrum, Mojo und Käse angeboten werden.
Die größte Attraktion ist jedoch der berühmte „Drago Milenario“, ein beeindruckender Drachenbaum, dessen Alter auf über 800 Jahre geschätzt wird und der als Nationaldenkmal gilt. Rund um den Baum erstreckt sich ein schöner Park, der zum Spazierengehen und Entspannen einlädt. Für Naturliebhaber bietet zudem die nahegelegene Cueva del Viento, eine der längsten Lavahöhlen der Welt, ein spannendes Ausflugsziel.
Verkehr
Die Insel ist international vernetzt und verfügt über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz.
Straßenverkehr
Das Straßen- und Bussystem Teneriffas ist gut ausgebaut und stellt die wichtigste Grundlage für Mobilität innerhalb der Insel dar. Aufgrund der geografischen Struktur mit Gebirgen, Tälern und Küstenregionen ist das Verkehrsnetz stark auf einige Hauptachsen konzentriert, die die wichtigsten Städte, touristischen Zentren und Flughäfen miteinander verbinden.
Die zentrale Verkehrsachse im Norden ist die Autopista TF-5. Sie verbindet Santa Cruz de Tenerife mit dem nördlichen Ballungsraum, insbesondere Richtung La Laguna und Puerto de la Cruz. Die Autobahn endet im Bereich von Los Realejos und geht anschließend in das regionale Straßennetz über, das weiter in Richtung Icod de los Vinos führt. Diese Achse ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken der Insel und stark frequentiert.
Im Süden verläuft die Autopista TF-1. Sie verbindet die Hauptstadt mit den touristisch stark entwickelten Regionen im Süden, darunter Los Cristianos, Playa de las Américas und Costa Adeje. Die TF-1 endet im Bereich von Adeje und bildet die zentrale Lebensader des südlichen Tourismusgebiets. Der Bau dieser Autobahn sowie die Entwicklung des Teneriffa Süd Flughafen haben die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region entscheidend beschleunigt.
Eine besondere verkehrstechnische Lösung stellt auf der Nordautobahn ein separater Busfahrstreifen dar, der den öffentlichen Verkehr beschleunigt. Dieser führt teilweise zwischen Fahrbahntrennung und Leitplanke hindurch und ermöglicht eine direkte und schnelle Anbindung an den zentralen Verkehrsknotenpunkt in Santa Cruz de Tenerife, insbesondere zum großen Busbahnhof (Intercambiador de Transportes). Dadurch wird der öffentliche Verkehr gegenüber dem Individualverkehr deutlich bevorzugt.
Der öffentliche Busverkehr wird auf der gesamten Insel von der Gesellschaft TITSA betrieben. Die Busse werden im Alltag als „guagua“ bezeichnet und bilden das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Das Streckennetz ist sehr dicht und verbindet nahezu alle Ortschaften der Insel miteinander. Besonders wichtig sind die Hauptlinien zwischen Nord und Süd, die sowohl die touristischen Zentren als auch die Wohngebiete effizient anbinden.
Zwischen den beiden internationalen Flughäfen der Insel bestehen regelmäßige Busverbindungen. Der Teneriffa Nord Flughafen und der Teneriffa Süd Flughafen werden mindestens im Stundentakt durch öffentliche Buslinien verbunden. Diese Verbindungen sind besonders wichtig für Touristen und Pendler und tragen wesentlich zur Erreichbarkeit der Insel bei.
Straßen:
- insgesamt 38.36 km
- davon aspfaltiert 1.376 km (0,713 km/km²)
Fahrzeugbestand 1991:
- insgesamt 315.694 (0,506 pro Person)
- Pkw 236.055
- Mopeds und Motorräder 59.017
- Lkw 15.844
- Autobusse 1.782
- Nutzfahrzeuge 548
- sonstige 2.448
Straßenbahn
Die Straßenbahn auf Teneriffa („Tranvía de Tenerife“) ist das einzige schienengebundene Nahverkehrssystem der Insel und spielt insbesondere im Großraum zwischen der Hauptstadt und der Universitätsstadt eine wichtige Rolle im öffentlichen Verkehr. Sie wurde im 21. Jahrhundert neu eingeführt, um die stark belasteten Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten urbanen Zentren zu entlasten und eine umweltfreundliche Alternative zum Autoverkehr zu schaffen.
Die erste Linie wurde am 2. Juni 2007 in Betrieb genommen und verbindet Santa Cruz de Tenerife mit San Cristóbal de La Laguna. Diese Strecke verläuft durch stark besiedelte Stadtgebiete und ist besonders für Pendler, Studierende und Beschäftigte im öffentlichen Dienst von großer Bedeutung. Sie stellt eine schnelle Verbindung zwischen dem Verwaltungszentrum und dem Bildungs- und Wohnzentrum im Norden dar.
Eine zweite Linie wurde 2009 eröffnet und erschließt zusätzliche Stadtteile im Großraum Santa Cruz–La Laguna. Dadurch wurde das Netz verdichtet und die Erreichbarkeit wichtiger Wohn- und Arbeitsgebiete weiter verbessert. Die Straßenbahn ist vollständig barrierefrei und wird in kurzen Taktzeiten betrieben, wodurch sie eine hohe Nutzerfreundlichkeit erreicht.
Die Straßenbahn ist in das größere Verkehrsnetz der Insel integriert, das von der Busgesellschaft TITSA betrieben wird. Umsteigepunkte an zentralen Knoten wie dem Intercambiador in Santa Cruz ermöglichen eine Kombination aus Bus- und Bahnverkehr und verbessern die regionale Mobilität erheblich.
Langfristig gab und gibt es Pläne zur Erweiterung des Schienennetzes, unter anderem in Richtung Teneriffa Nord Flughafen sowie mögliche Verbindungen in den Süden der Insel. Diese Projekte wurden jedoch bisher nur teilweise oder noch nicht umgesetzt, da sie hohe Investitionen und komplexe topografische Anpassungen erfordern würden.
Seilbahn
Der Teleférico del Teide ist die höchste Luftseilbahn Spaniens. Sie führt von der Talstation auf 2356 Meter bis auf 3555 Meter über dem Meeresspiegel, 163 Höhenmeter unterhalb des Teide-Gipfels. Die Strecke von 2,482 Kilometern und 1199 Meter Höhenunterschied bewältigt die Seilbahn in acht Minuten. Die Kabinen haben eine Kapazität von bis zu 44 Personen. Die Seilbahn wurde 1971 von der italienischen Firma Ceretti&Tanfani erbaut und im Jahr 1999 von Doppelmayr modernisiert. Der Motor, der die Seilbahn auf eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 8 m/s antreibt, verfügt über eine Leistung von rund 880 kW. Aus Sicherheitsgründen wird die Bahn bei starkem Wind und bei Vereisung nicht betrieben.
Schiffsverkehr
Der wichtigste Hafen der Insel ist der Hafen von Santa Cruz de Tenerife. Er gehört zu den bedeutendsten Häfen der Kanarischen Inseln und ist ein zentraler Knotenpunkt für Handelsschifffahrt, Containerumschlag, Kreuzfahrttourismus und Fährverkehr. Aufgrund seiner strategischen Lage im Atlantik dient er zudem als Zwischenstopp für Schiffe auf transatlantischen Routen zwischen Europa, Afrika und Amerika.
Ein zweiter wichtiger Hafen befindet sich im Nordwesten der Insel in Puerto de la Cruz-Region sowie insbesondere im nahegelegenen Hafen von Los Cristianos im Süden, der eine zentrale Rolle im interinsularen Fährverkehr spielt. Von hier aus bestehen regelmäßige Verbindungen zu anderen Inseln des Archipels, insbesondere nach Gran Canaria, La Gomera, La Palma und El Hierro. Diese Fährverbindungen werden sowohl von Passagieren als auch für den Gütertransport genutzt und sind ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Mobilität.
Der Hafen von Santa Cruz ist stark in den internationalen Kreuzfahrttourismus eingebunden. Jährlich laufen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe die Insel an, was einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor für den lokalen Tourismussektor darstellt. Passagiere nutzen die Insel häufig als Zwischenstopp für Ausflüge in die Hauptstadt oder in die Naturräume der Insel.
Neben dem Passagierverkehr spielt der Frachtverkehr eine ebenso wichtige Rolle. Über den Hafen werden Lebensmittel, Baustoffe, Maschinen und Konsumgüter importiert, da Teneriffa stark von Importen abhängig ist. Gleichzeitig werden regionale Produkte wie Agrarwaren und verarbeitete Güter exportiert, allerdings in deutlich geringerem Umfang.
Der Fährverkehr zwischen den Inseln wird von mehreren Reedereien betrieben und ist gut ausgebaut. Schnellfähren verbinden die wichtigsten Inseln in kurzen Zeitintervallen, wodurch sowohl Pendlerverkehr als auch Tourismus erleichtert werden. Besonders die Verbindung zwischen Teneriffa und Gran Canaria gehört zu den meistfrequentierten Seerouten der Kanaren.
Leuchttürme:
Faro de Abona:
- Standort: Punta de Abona, 28°25‘ N, 16°25‘ W
- Inbetriebnahme:
- Turmhöhe: 39 m
- Feuerhöhe: 54 m
- Befeuerung:
- Tragweite: 31 km
Faro de Anaga:
- Standort: Punta de Anaga, 28°34‘ N, 16°08‘ W
- Inbetriebnahme:
- Turmhöhe: 12 m
- Feuerhöhe: 241 m
- Befeuerung:
- Tragweite: 51 km
Faro de Buenavista:
- Standort: Buenavista, 28°23‘ N, 16°50‘ W
- Inbetriebnahme:
- Turmhöhe: 48 m
- Feuerhöhe: 84 m
- Befeuerung:
- Tragweite: 37 km
Faro de Puerto de la Cruz:
- Standort: Puerto de la Cruz, 28°25‘ N, 16°33‘ W
- Inbetriebnahme:
- Turmhöhe: 27 m
- Feuerhöhe: 31 m
- Befeuerung:
- Tragweite: 30 km
Faro de Punta de Hidalgo:
- Standort: Punta de Hidalgo, 28°34‘ N, 16°19‘ W
- Inbetriebnahme:
- Turmhöhe: 50 m
- Feuerhöhe: 52 m
- Befeuerung:
- Tragweite: 30 km
Faro de Punta de Rasca:
- Standort: Punta de Rasca, 28°00‘ N, 16°41‘ W
- Inbetriebnahme:
- Turmhöhe: 32 m
- Feuerhöhe: 51 m
- Befeuerung:
- Tragweite: 31 km
Faro de la Punta de Teno:
- Standort: Punta de Teno, 28°20‘ N, 16°55‘ W
- Inbetriebnahme:
- Turmhöhe: 20 m
- Feuerhöhe: 60 m
- Befeuerung:
- Tragweite: 33 km
Flugverkehr
Es gibt zwei Flughäfen – den älteren Flughafen Teneriffa Nord (Los Rodeos) bei La Laguna sowie den 1978 eröffneten Airport Reina Sofía (Teneriffa Süd). Dieser ist von den wichtigsten Badeorten aus schnell erreichbar.
Der Flughafen Teneriffa Süd (Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía) ist ein internationaler Verkehrsflughafen auf der zu Spanien gehörenden Insel Teneriffa. Über den 1978 eröffneten Flughafen Reina Sofía werden etwa 70 Prozent (2006) des Passagierverkehrs und 30 Prozent des Frachtverkehrs der Kanareninsel abgewickelt. Der Flughafen liegt im Süden der Insel in den Gemeinden San Miguel de Abona und Granadilla de Abona.
Der Name Reina Sofía verweist auf die spanische Königin Sophia, die den Flughafen 1978 eröffnet hat. Er ist der jüngere der beiden Insel-Flughäfen und wurde gezielt für den Urlauberverkehr gebaut, da der über 30 Jahre ältere Flughafen Teneriffa Nord häufig in den Passatwolken liegt.
Ende der 1970er Jahre wurde durch den Flughafen und den Bau der Autopista del Sur de Tenerife (Südautobahn TF-1) die Entwicklung im Süden Teneriffas vorangetrieben und die Expansion vieler Orte an der Südostküste, wie Abades, erst ermöglicht.
Im Charterverkehr werden hauptsächlich spanische, deutsche, britische und skandinavische Ziele bedient. Seit 2007 gibt es auch Direktverbindungen zu osteuropäischen Flugzielen. Im Linienverkehr wird das spanische Drehkreuz Madrid von Iberia bedient.
Im Juli 2007 hat das spanische Förderungsministerium für den Flugverkehr rund eine Milliarde Euro für den Ausbau des Flughafens bis zum Jahr 2020 zugesagt. Um die geplanten 11 Millionen Passagiere jährlich abfertigen zu können und damit den Flugverkehr auf Teneriffa um 40 Prozent steigern zu können, ist neben einer Vorfelderweiterung eine neue Ankunftshalle für Passagiere und eine neue Wartungshalle für Flugzeuge geplant.
Linienbusse verbinden den Flughafen mit dem Südosten der Insel, zur etwa 50 km entfernten Inselmetropole Santa Cruz de Tenerife im Norden besteht eine direkte Schnellverbindung über die Südautobahn.
| Airlines | Ziele |
| Aeroflot | Moskau–Scheremetjewo |
| Aer Lingus | Dublin, saisonal: Cork |
| Air Europa | Alicante, Asturias, Manchester, Paris–Orly, Santiago de Compostela, saisonal: Valencia, Bilbao |
| Austrian Airlines | Wien |
| Azur Air | saisonal (Charter): Moskau–Domodedowo |
| Belavia | saisonal (Charter): Minsk |
| Binter Canarias | Gran Canaria |
| British Airways | London–Gatwick, London–Heathrow |
| Brussels Airlines | Brüssel |
| Condor | Berlin–Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle, Manchester, München, Stuttgart, saisonal: Köln/Bonn |
| Corendon Dutch Airlines | Amsterdam, Fuerteventura |
| easyJet | Berlin–Schönefeld, Bristol, Edinburgh, London–Gatwick, London–Luton, Manchester, Mailand–Malpensa, Nantes, Nice, saisonal: Amsterdam, London–Southend, Neapel, Newcastle upon Tyne, Paris–Charles de Gaulle |
| easyJet Switzerland | Basel/Mulhouse, Genf |
| Edelweiss Air | Zürich |
| Enter Air | Katowice, Poznań, Warschau–Chopin |
| Eurowings | Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, saisonal: Hamburg, Hannover |
| Evelop Airlines | saisonal: Lissabon, Porto |
| Finnair | saisonal: Helsinki |
| Germania | Berlin–Tegel, Bremen, Dresden, Erfurt/Weimar, Friedrichshafen, Münster/Osnabrück, saisonal: Berlin–Schönefeld, Karlsruhe/Baden-Baden, Rostock |
| Germania Flug | saisonal: Zurich |
| Iberia | Madrid |
| Iberia Express | Madrid, saisonal: Lyon |
| Jet2.com | Belfast–International, Birmingham, East Midlands, Edinburgh, Glasgow, Leeds/Bradford, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne |
| Jet Time | saisonal: Växjö (Charter) |
| Laudamotion | saisonal: Düsseldorf |
| Lufthansa | saisonal: München |
| Luxair | Luxemburg |
| Neos | Bologna, Mailand–Malpensa, Rom-Fiumicino, Verona, saisonal: Catania, Neapel |
| Norwegian Air Shuttle | Düsseldorf, Edinburgh, London–Gatwick, Málaga, Rom–Fiumicino, saisonal: Berlin–Schönefeld, Bilbao, Köln/Bonn, Kopenhagen, Göteborg, Helsinki, Oslo–Gardermoen, Oulu, Stockholm–Arlanda |
| Privilege Style | Charter: Lissabon, Porto |
| Ryanair | Barcelona, Beauvais, Belfast–International, Bergamo, Billund, Birmingham, Bologna, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Cork, Charleroi, Köln/Bonn, Dublin, East Midlands, Edinburgh, Eindhoven, Frankfurt, Hahn, Kraków, Leeds/Bradford, Liverpool, London–Luton, London–Stansted, Madrid, Manchester, Memmingen, Newcastle, Pisa, Prestwick, Santander, Santiago de Compostela, Sevilla, Sandefjord, Shannon, Valencia, Warschau–Modlin, Weeze, Wrocław, Treviso, saisonal: Kopenhagen, Knock, Stockholm–Skavsta, Porto |
| S7 Airlines | Moskau–Domodedowo |
| SmartWings | Prag, Tel Aviv–Ben Gurion, saisonal: Lille, Warschau–Chopin |
| SkyUp | saisonal: Kiew–Zhuliany |
| TAP Air Portugal | Lissabon |
| TAROM | saisonal: Bukarest |
| Thomas Cook Airlines | Belfast–International, Birmingham, Bristol, East Midlands, Glasgow, London–Gatwick, Manchester, Newcastle upon Tyne, saisonal: Cardiff, London–Stansted |
| Thomas Cook Airlines Scandinavia | saional: Billund, Kopenhagen, Helsinki, Malmö, Örebro, Oslo–Gardermoen, Stockholm–Arlanda (alle Charter) |
| Transavia | Amsterdam, Eindhoven, Rotterdam, saisonal: Groningen |
| Transavia France | Paris–Orly |
| Travel Service | saisonal: Brno (Charter) |
| TUI Airways | Aberdeen, Birmingham, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Doncaster/Sheffield, East Midlands, Edinburgh, Exeter, Glasgow, London–Gatwick, London–Luton, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne, Norwich, saisonal: Belfast–International, Dublin (Charter) |
| TUI fly Belgium | Brüssel, Charleroi, Liège, Ostend/Bruges |
| TUI fly Deutschland | Basel/Mulhouse, Berlin–Tegel, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Saarbrücken, Stuttgart |
| TUI fly Netherlands | Amsterdam, saisonal: Eindhoven, Rotterdam |
| Ukraine International Airlines | saisonal (Charter): Kiew–Boryspil |
| Ural Airlines | saisonal: Sankt Petersburg |
| Volotea | Bordeaux, Nantes, Toulouse |
| Vueling | Barcelona, Lyon, Nantes, Paris–Orly, Rom–Fiumicino, saisonal: A Coruña, Alicante, Granada, Málaga, Sevilla, Valencia, Zaragoza |
| Windrose Airlines | saisonal (Charter): Kiew–Boryspil |
| Wizz Air | Bukarest, Budapest, Katowice, Wien |
| WOW air | saisonal: Reykjavík–Keflav |
Tenerife South Airport
- spanischer Name: Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía
- Code: TFS / GCTS
- Lage: 28°02‘40“ N, 16°34‘21“ W
- Seehöhe: 64 m (209 ft)
- Entfernung: 15 km südöstlich von Playa de Las Americas, 57 km südwestlich von Santa Cruz
- Inbetriebnahme: 6. November 1978
- Betreiber: Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (AENA)
- Rollbahn: 1
- Länge der Rollbahn: 3200 m
- Fluggesellschaften: 52
- Flugzeug-Standplätze: ca. 150
- jährliche Passagierkapazität:
- jährliche Frachtkapazität:
- Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere Fracht in t
2000 62 096 8 849 129 12 020
2001 61 055 9 111 065 11 469
2002 63 527 8 980 465 10 770
2003 62 506 8 853 036 8 775
2004 62 824 8 632 178 9 218
2005 63 649 8 631 923 9 770
2006 65 774 8 845 668 9 415
2007 66 036 8 639 341 9 168
2008 60 779 8 251 989 8 567
2009 49 779 7 108 055 5 371
2010 51 858 7 358 986 4 294
2011 58 093 8 656 487 4 480
2012 56 210 8 530 729 3 906
2013 55 987 8 701 728 3 394
2014 60 290 9 176 235 3 378
2015 58 462 9 117 514 2 844
2016 65 882 10 472 713 2 809
2017 69 846 11 248 882 2 797
2018 69 910 11 042 412 2 483
2019 70 277 11 168 707 2 193
2020 29 925 3 392 527 806
2021 41 770 4 606 91 700
2022 75 606 10 821 476 894
2023 83 598 12 337 325 788
2024 90 508 13 740 411 776
Der Flughafen Los Rodeos, der auch als Tenerife Norte bezeichnet wird, liegt auf dem westlichen Stadtgebiet von La Laguna. Im März 1977 erlangte er durch die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa mit 583 Toten traurige Berühmtheit. Der Flughafen ist heute mit allen notwendigen Einrichtungen wie Bodenradar sowie Start- und Landehilfen ausgerüstet. Über diesen Flughafen wird in erster Linie der Flugverkehr mit den anderen Inseln und mit dem spanischen Festland abgewickelt.
Der Flughafen Teneriffa Nord (spanisch Aeropuerto de Tenerife Norte, früher auch Aeropuerto Internacional de los Rodeos, englisch Tenerife North Airport) ist nach dem Flughafen Teneriffa Süd der kleinere der beiden internationalen Verkehrsflughäfen der spanischen Insel Teneriffa. Das spanische Heer nutzt den Platz als Base de Los Rodeos als Stationierungsort des Batallón de Helicópteros de Canarias (BHELMA VI) seiner Heeresflieger Fuerzas Aeromóviles del Ejército de Tierra (FAMET).
Der Flughafen wurde im Jahr 1946 eröffnet. Im Laufe seiner Geschichte kam es, nicht zuletzt bedingt durch seine Lage, die häufig Scherwinde und dichten Nebel bedingt, zu mehreren schweren Unfällen. Hervorzuheben ist hier die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa vom 27. März 1977, die den schwersten Unglücksfall in der Geschichte der Luftfahrt darstellt. Im Jahr 1978 wurde etwa 65 km entfernt bei El Médano der neue Flughafen Teneriffa Süd eröffnet, der seither einen größeren Teil des Flugverkehrs der Insel bewältigt. 2006 wurden noch etwa 30 Prozent des Passagierverkehrs und 70 Prozent des Frachtverkehrs der Insel in Teneriffa Nord abgewickelt. Er ist zwischenzeitlich auch mit Flugleittechnik auf aktuellem technischem Stand ausgerüstet.Der Airport liegt auf einem Hochplateau etwa 10 Kilometer westlich der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife im Gebiet der Gemeinde La Laguna.
Teneriffa Nord wird aus deutschsprachigen Ländern nicht direkt bedient. Es gibt Umsteigeverbindungen mit Iberia via Madrid und mit Binter Canarias via Gran Canaria. Weitere Ziele sind Bilbao, León und Fuerteventura. Einzige Ziele außerhalb Spaniens sind Helsinki mit Finnair sowie die einzige Langstreckenverbindung mit Santa Barbara Airlines nach Caracas.
Seit dem 7. Dezember 1965 (32 Opfer) kamen durch mehrere Unfälle über 900 Menschen ums Leben. Beim schwersten Unfall mit einer Convair CV 990 kamen am 3. Dezember 1972 alle 155 Insassen ums Leben. Der Unfall war zugleich auch der schwerste der Fluggesellschaft Spantax. Am 27. März 1977 forderte die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa 583 Menschenleben durch die Kollision einer startenden Boeing 747-200 der KLM mit einer Pan Am-Maschine desselben Typs, die sich noch auf der Startbahn befand. Mitverursacht wurde die bislang schwerste Katastrophe der zivilen Luftfahrt ohne terroristische Beteiligung unter anderem durch das damals fehlende Bodenradar und Störungen in der Funk-Kommunikation. Am 25. April 1980 starben alle 146 Menschen an Bord, als die Boeing 727-64 G-BDAN der britischen Dan-Air Services im Landeanflug in 1600 Metern Höhe gegen einen Berg prallte.
| Airlines | Ziele |
| Air Europa | Barcelona, Bilbao, Madrid, Málaga, Sevilla, saisonal: Alicante, Santiago de Compostela |
| Air Europa Express | Gran Canaria, La Palma |
| Alitalia | saisonal: Rom-Fiumicino |
| Binter Canarias | Dakar–Diass, El Hierro, Fuerteventura, Gran Canaria, La Gomera, La Palma, Lanzarote, Lissabon, Marrakesch, Palma de Mallorca, saisonal: Agadir, Funchal |
| Bulgaria Air | saisonal (Charter): Sofia |
| CanaryFly | El Hierro, Gran Canaria, La Palma, Lanzarote |
| Finnair | saisonal: Helsinki |
| Iberia Express | Asturias, Madrid, saisonal: Vigo |
| Iberia Regional | saisonal: Pamplona, Santiago de Compostela, Valencia |
| Norwegian Air Shuttle | Barcelona, Madrid, Alicante |
| Plus Ultra Líneas Aéreas | saisonal: Caracas |
| Royal Air Maroc | Casablanca |
| Ryanair | Barcelona, Madrid |
| Vueling | Alicante, Barcelona, Bilbao, Málaga, Paris-Orly, Santiago de Compostela, Sevilla, Zaragoza |
Tenerife North Airport
- spanischer Name: Aeropuerto de Tenerife Norte
- Code: TFN / GCXO
- Lage: 28°28‘58“ N, 16°20‘30“ W
- Seehöhe: 632,5 m (2.077 ft)
- Entfernung: 2 km westlich von La Laguna, 10 km westlich von Santa Cruz
- Inbetriebnahme: 3. Mai 1946
- Betreiber: Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (AENA)
- Terminal: 1
- Rollbahn: 1
- Länge der Rollbahn: 3400 m (Asfalt)
- Fluggesellschaften: 14
- Flugzeug-Standplätze: ca. 60
- jährliche Passagierkapazität:
- jährliche Frachtkapazität:
- Flughafen-Statistik: Jahr Flugbewegungen Passagiere Fracht in t
2000 48 902 2 411 100 22 463
2001 49 132 2 511 277 21 060
2002 48 785 2 486 227 21 148
2003 53 718 2 919 087 23 842
2004 56 592 3 368 988 23 647
2005 60 235 3 754 513 22 163
2006 65 297 4 025 601 23 194
2007 65 843 4 125 131 25 169
2008 67 800 4 236 615 20 782
2009 62 776 4 054 147 18 305
2010 61 605 4 051 356 15 938
2011 62 604 4 095 103 15 745
2012 55 789 3 717 944 14 778
2013 49 289 3 524 470 13 494
2014 52 694 3 633 030 13 991
2015 53 260 3 815 316 12 819
2016 55 669 4 219 191 20 724
2017 61 102 4 706 827 13 233
2018 73 236 5 492 324 12 689
2019 75 388 5 839 638 12 596
2020 46 103 2 796 788 9 648
2021 54 581 3 840 160 11 884
2022 68 988 5 566 245 13 166
2023 75 199 6 120 505 11 561
2024 82 063 6 762 702 12 862
Wirtschaft
Teneriffa ist seit Jahrzehnten eine typische Urlaubsinsel; Wirtschaft und Infrastruktur sind dadurch geprägt. 1885 besuchten zum ersten Mal 350 Touristen aus England die Insel. Sechs Jahre später kamen schon 5000 Gäste im Jahr, und 2001 waren es 4,8 Millionen. Der Fremdenverkehr konzentriert sich vor allem auf die Nordküste um Puerto de la Cruz und den Süden bei Los Cristianos. In der Landwirtschaft werden Kartoffeln, Bananen, Tomaten und Wein angebaut.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist trotz der dominierenden Rolle von Tourismus und Dienstleistungen weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Inselwirtschaft und prägt vor allem die ländlichen Regionen sowie die Kulturlandschaft nachhaltig. Sie ist stark von den unterschiedlichen Klimazonen, Höhenstufen und der vulkanischen Bodenstruktur der Insel abhängig.
Ein zentraler Schwerpunkt ist der Bananenanbau, der als wichtigste landwirtschaftliche Tätigkeit gilt. Teneriffa ist innerhalb des Kanarischen Archipels einer der größten Produzenten dieser Frucht. Die Produktion konzentriert sich vor allem auf die feuchteren und fruchtbaren Gebiete im Norden der Insel, insbesondere in den Tälern von La Orotava und Güímar sowie in weiteren Küstenzonen mit geeigneter Bewässerung. Der Großteil der Bananen wird auf den spanischen Binnenmarkt exportiert. Der Anbau ist stark arbeitsintensiv und erfordert intensive Bewässerung sowie Schutzmaßnahmen gegen Wind und Erosion.
Im Süden der Insel dominiert der Gemüse- und Tomatenanbau. Diese Kulturen werden häufig unter Plastik- oder Gewächshausstrukturen angebaut, um die Pflanzen vor Trockenheit, Wind und unregelmäßigen Niederschlägen zu schützen. Diese Form der intensiven Landwirtschaft ist stark exportorientiert und war historisch besonders auf den europäischen Markt ausgerichtet.
In den mittleren Höhenlagen Teneriffas spielt der Anbau von Kartoffeln eine wichtige Rolle. Diese haben sich gut an die klimatischen Bedingungen angepasst und sind ein traditionelles Grundnahrungsmittel der Inselbevölkerung. Ergänzt wird der landwirtschaftliche Sektor durch den Anbau einer Vielzahl weiterer Obst- und Gemüsesorten, darunter Zitrusfrüchte, Avocados, Mangos, Papayas, Ananas sowie verschiedene Hülsenfrüchte und lokale Gemüsesorten.
Ein wachsender Bereich ist der Anbau von Zierpflanzen und Exportblumen. Dazu gehören insbesondere Strelitzien, Sukkulenten, Kakteen und Palmenarten, die aufgrund des milden Klimas und der vielfältigen Mikroklimata gut gedeihen und international vermarktet werden.
Die Landwirtschaft auf Teneriffa ist stark von Bewässerungssystemen abhängig, da die natürlichen Niederschläge regional sehr unterschiedlich verteilt sind. Besonders im Süden besteht ein struktureller Wassermangel, der durch Stauseen, Wasserleitungen und teilweise auch Entsalzungsanlagen ausgeglichen wird. Gleichzeitig führen intensive Nutzung und Bewässerung in einigen Gebieten zu Problemen wie Bodenerosion oder Versalzung.
In den höher gelegenen Regionen zwischen etwa 400 und 1.200 Metern findet eine eher traditionelle und diversifizierte Landwirtschaft statt. Dort werden unter anderem Kastanien, Feigen, Weinreben, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte und verschiedene Getreidearten angebaut. Diese kleinstrukturierte Landwirtschaft ist oft stark mit lokalen Traditionen verbunden und weniger exportorientiert.
Die Viehzucht spielt im Vergleich zum Pflanzenbau eine geringere wirtschaftliche Rolle, hat jedoch eine hohe kulturelle Bedeutung. Besonders die Ziegenhaltung ist traditionell tief in der ländlichen Lebensweise verwurzelt und liefert unter anderem Milchprodukte wie den bekannten kanarischen Käse. Auch Geflügelhaltung ist verbreitet, während größere Rinderbestände eher selten sind.
Nutzfläche 1989 in ha:
- Gemeingut 24.262
- Privatbesitz 20.482
- Pachtgrund 1.482
- Teilpachtgrund 1.034
- sonstiges 1.264
Agrarbetriebe 1989:
- Betriebe insgesamt 28.060
- Parzellen 5.166
- Parzellen pro Betrieb 2,322
Viehbestand: 1972 1986 1991
Geflügel 450 000 820 346 1 605 500
Kaninchen 10 000 26 942 148 400
Ziegen 29 428 32 285 32 290
Schweine 5 636 20 204 20 501
Rinder 11 439 5 610 5 312
Esel und Maultiere 4 500 2 200 1 765
Pferde 1 000 900 1 500
Schafe 12 872 1 199 1 026
Weinbau
Der Weinanbau hat eine lange Tradition auf der Insel. Heute werden über 8.000 Hektar in mehreren Bezirken, wie Tegueste, Tacoronte und El Sauzal, bewirtschaftet. Teneriffa ist bekannt für seine besonderen Weine, die auf fruchtbaren Lavaböden gedeihen.
Das Weinmuseum Casa del Vino in einem historischen Gutshaus bietet nicht nur eine spannende Reise durch die Geschichte des Weinbaus auf Teneriffa, sondern auch Verkostungen regionaler Weine und eine hervorragende Gastronomie. Es ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Vielfalt und Tradition des lokalen Weinbaus kennenzulernen.
Weine aus der D.O. Tacoronte-Acentejo
Die D.O. Tacoronte-Acentejo war die erste geschützte Herkunftsbezeichnung auf Teneriffa und steht für Qualitätsweine, die auf mineralischen Vulkanböden und in Höhenlagen bis 1700 Meter angebaut werden. Diese Weine sind bekannt für ihren intensiven Charakter, ihre Frische und ihre aromatische Vielfalt.
Die Malvasía-Traube ist ein historisches Aushängeschild des kanarischen Weinbaus und war bereits im 16. Jahrhundert international berühmt. Malvasía-Weine zeichnen sich durch ihre Eleganz, Süße und ausgeprägte Mineralität aus, die sie zu einer Besonderheit machen.
Das familiengeführte Weingut Bodegasa Monje verbindet traditionelle Methoden mit moderner Innovation und bietet neben ausgezeichneten Weinen ein Restaurant sowie eine Terrasse mit spektakulärem Blick auf Meer und Berge. Es ist besonders für Besucher interessant, die Weinverkostungen mit einem kulinarischen Erlebnis verbinden möchten.
Bodega Frontos steht für nachhaltigen Weinbau in höheren Lagen und bietet eine breite Palette an Weinen, die die Besonderheiten des Südens von Teneriffa widerspiegeln. Das Weingut ist für seine Authentizität und die Nähe zur Natur bekannt.
Forstwirtschaft
Die Forstwirtschaft auf Teneriffa ist eng mit den natürlichen Waldökosystemen der Insel verbunden und spielt weniger eine klassische wirtschaftliche Rolle als vielmehr eine ökologische und landschaftsschützende Funktion. Aufgrund der vulkanischen Topografie, der starken Höhenunterschiede und der klimatischen Vielfalt besitzt Teneriffa mehrere deutlich voneinander abgegrenzte Waldzonen.
Die wichtigste Baumart ist die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), die großflächige Waldgebiete im mittleren und höheren Inselbereich bildet. Diese Baumart ist besonders widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und sogar Feuer, da sie in der Lage ist, sich nach Bränden relativ schnell zu regenerieren. Diese Eigenschaft macht sie ökologisch besonders wertvoll und prägt große Teile der Landschaft, insbesondere im Inselinneren und an den Hängen des Teide-Massivs.
Neben den Kiefernwäldern existieren im Norden Teneriffas bedeutende Lorbeerwaldreste, die sogenannten „Laurisilva“-Wälder. Diese Relikte eines subtropischen Urwaldtyps sind besonders in feuchten, wolkenreichen Höhenlagen des Anaga-Gebirges und teilweise im Teno-Gebirge zu finden. Sie stehen unter strengem Schutz, da sie eine hohe Biodiversität aufweisen und viele endemische Pflanzen- und Tierarten beherbergen.
Die wirtschaftliche Nutzung der Wälder ist heute stark eingeschränkt. Holzgewinnung spielt nur noch eine untergeordnete Rolle und beschränkt sich meist auf lokale, kleine Nutzungen. Historisch wurden Holz und Waldressourcen jedoch stärker genutzt, etwa für Bauholz, Brennmaterial oder die Herstellung von Werkzeugen und Alltagsgegenständen. Diese Nutzung wurde im Laufe der Zeit aufgrund von Naturschutzmaßnahmen deutlich reduziert.
Eine wichtige Funktion der Forstwirtschaft auf Teneriffa ist der Schutz vor Erosion und die Stabilisierung der Böden. Aufgrund der steilen Hänge und der teilweise intensiven Niederschläge im Norden sind die Wälder entscheidend für den Erhalt der Landschaft und die Regulierung des Wasserhaushalts. Sie tragen dazu bei, Regenwasser zu speichern und langsam in den Boden abzugeben, was wiederum die Landwirtschaft und die Wasserversorgung unterstützt.
Fischerei
Die Fischerei auf Teneriffa blickt auf eine lange Tradition zurück und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig und Bestandteil der lokalen Kultur. Allerdings stehen Fischer vor großen Herausforderungen, insbesondere durch Überfischung, sinkende Bestände und einen Mangel an Nachwuchs.
Die Ureinwohner Teneriffas, die Guanchen, fischten nicht auf dem Meer, sondern betäubten Fische an der Küste mit der Milch von Wolfsmilchgewächsen und sammelten sie ein. Nach der spanischen Eroberung entwickelte sich die professionelle Fischerei, die bis heute einen bedeutenden Teil der Wirtschaft ausmacht.
Rund um Teneriffa gibt es etwa 150 Fisch- und Meeresfrüchtearten, darunter Küsten- und Hochseefische wie Echter Bonito und Roter Thunfisch. Die meisten Fischerboote sind klein und bleiben in Küstennähe. Die Fänge werden morgens in den Häfen angeliefert und schnell an Händler, Restaurants und Einheimische verteilt. Die Küstenpopulationen sind stark überfischt, insbesondere durch den Einsatz großer Schleppnetze und unzureichende Kontrollen. Der Rote Thun ist bereits vom Aussterben bedroht. Die Branche altert, da kaum junge Menschen in den Beruf einsteigen. Rund 72 % der Fischer sind über 40 Jahre alt, nur 9 % unter.
Für das Angeln (Freizeitfischerei) ist eine Lizenz erforderlich, die für drei Jahre ausgestellt wird. Touristen benötigen ebenfalls eine Genehmigung. Die Sportfischerei macht einen erheblichen Teil der Fänge aus, trägt aber auch zu den Überfischungsproblemen bei.
Aufgrund schrumpfender Wildfischbestände nimmt die Aquakultur an Bedeutung zu. Besonders Goldbrasse und Wolfsbarsch werden gezüchtet und exportiert. Die guten klimatischen Bedingungen und die Wasserqualität begünstigen die Fischzucht.
Politiker fordern eine nachhaltige Modernisierung der Flotte und eine Förderung des Fischkonsums, um die Branche für junge Menschen attraktiver zu machen. Kritisiert wird die europäische Fischereipolitik, die eine Reduzierung der Flotten vorsieht, aber nicht ausreichend gegen industrielle Schleppnetzfischerei vorgeht.
Fischereiwirtschaft 1992:
- Fischer 754
- Fischereiboote 410
- Fischerbetriebe 385
Anlandungen in t:
1940 8 607
1973 25 100
1982 7 622
1990 5 539,6
Bergbau
Historisch gab es auf Teneriffa lediglich kleinräumige Gewinnung von Baumaterialien und mineralischen Rohstoffen. Dazu gehörten vor allem Basalt, Tuffstein und andere vulkanische Gesteine, die im lokalen Bauwesen verwendet wurden. Diese Materialien wurden traditionell für Häuser, Kirchen, Straßenpflaster und Mauern genutzt und prägten die charakteristische Architektur vieler Orte der Insel.
Ein weiterer wichtiger Rohstoff war und ist bis heute der sogenannte „Picón“, ein vulkanisches Lapilli-Material, das als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Es speichert Feuchtigkeit und wird insbesondere im trockeneren Süden der Insel genutzt, um die Bewässerung effizienter zu gestalten.
Größere Bergbauaktivitäten im Sinne von Erzabbau, Kohleförderung oder industrieller Rohstoffgewinnung haben auf Teneriffa nie eine bedeutende Rolle gespielt. Die Insel verfügt weder über große Metalllagerstätten noch über fossile Brennstoffe in wirtschaftlich relevanten Mengen.
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden gelegentlich kleinere Steinbrüche betrieben, die Baumaterial für den lokalen Bedarf lieferten. Diese Aktivitäten waren jedoch stark lokal begrenzt und wurden im Laufe der Zeit zunehmend durch importierte Baustoffe und moderne Bauindustrie ersetzt.
Heute beschränkt sich die Nutzung mineralischer Ressourcen fast ausschließlich auf den Abbau von Gestein für Bauzwecke sowie auf die Gewinnung von Materialien für Infrastrukturprojekte. Diese Tätigkeiten unterliegen strengen Umweltauflagen, da große Teile der Insel unter Naturschutz stehen oder landschaftlich besonders sensibel sind.
Handwerk
Eine der ältesten Handwerksformen ist das Töpferhandwerk. Es wird in verschiedenen Orten der Insel weiterhin mit traditionellen Methoden ausgeübt, oft ohne Töpferscheibe und mit einfachen Werkzeugen. Historisch war dieses Handwerk besonders im Zusammenhang mit der guanchischen Kultur bedeutend und wurde vor allem von Frauen getragen, die sowohl Produktion als auch Handel organisierten. Regionen wie Arguayo im Süden Teneriffas sind bis heute für diese Tradition bekannt.
Das Holzhandwerk gehört ebenfalls zu den wichtigsten traditionellen Gewerben. Tischler und Schreiner fertigen seit Jahrhunderten kunstvolle Bauelemente wie Balkone, Geländer, Türen, Treppen sowie Möbel und Alltagsgegenstände. Besonders im Norden der Insel sind diese Techniken stark verbreitet und prägen das architektonische Erscheinungsbild historischer Orte wie San Cristóbal de La Laguna.
Die Korbflechterei ist eine weitere alte Handwerkskunst, die auf natürlichen Rohstoffen wie Palmblättern, Schilf, Stroh oder Weiden basiert. Sie war früher ein wichtiger Bestandteil der Alltagswirtschaft und wird heute vor allem in ländlichen Regionen und im Rahmen von Kulturinitiativen weitergeführt.
Im Textilbereich besitzt Teneriffa ebenfalls eine ausgeprägte Tradition. Besonders bekannt sind Sticktechniken wie „calado“ (Lochstickerei) und „roseta“ (spitzenartige Handarbeit). Diese Techniken werden vor allem in Orten wie La Orotava und Vilaflor gepflegt und finden Anwendung in Kleidung, Heimtextilien und traditionellen Trachten.
Auch Lederhandwerk hat historische Wurzeln auf der Insel. Daraus entstanden unter anderem Hirtentaschen, Weinschläuche und andere Gebrauchsgegenstände. Dieses Handwerk geht teilweise auf Techniken zurück, die bereits in der Zeit der Guanchen genutzt wurden.
Das Metallhandwerk, insbesondere Schmiede- und Messerherstellung, ist ebenfalls ein traditioneller Bestandteil der Handwerkskultur. Kunstvoll gefertigte Messer gelten als typische regionale Produkte und werden bis heute hergestellt.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Lebensmittelhandwerk. Dazu gehören traditionelle Backwaren, Süßspeisen, Marmeladen, Fleisch- und Wurstwaren sowie regionale Spezialitäten, die stark mit Festen und lokalen Traditionen verbunden sind. Dieses Handwerk verbindet kulinarische Kultur mit handwerklicher Produktion und ist eng in das soziale Leben der Insel eingebettet.
Zur Förderung und Erhaltung dieser Traditionen gibt es auf Teneriffa zahlreiche Märkte, Messen und Zentren für Kunsthandwerk. Besonders bekannt sind Veranstaltungen wie die Feria de Pinolere in der Region La Orotava sowie regionale Märkte in Orten wie Tegueste, Garachico und El Sauzal. Dort werden handgefertigte Produkte präsentiert und verkauft, oft direkt von den Handwerkerinnen und Handwerkern selbst.
Industrie
Teneriffa verfügt über einen vergleichsweise kleinen, aber modernisierungswilligen Industriesektor, der sich durch die Insellage und die Entfernung zum spanischen Festland besonderen Herausforderungen gegenübersieht. Der industrielle Sektor trägt aktuell nur rund 9,8% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Insel bei, während der Handel mit über 16,6% einen größeren Anteil ausmacht. Dennoch ist die Industrie für die wirtschaftliche Diversifizierung und die Schaffung qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze von wachsender Bedeutung.
Nach dem Tourismus ist das Baugewerbe einer der wichtigsten Sektoren auf dem Arbeitsmarkt der Kanaren, auch auf Teneriffa. Die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wie Bananen, Tomaten, Wein und Kartoffeln spielt eine wichtige Rolle.
Die Regierung der Kanarischen Inseln investiert gezielt in die Modernisierung und Digitalisierung der Industrie. Ein aktuelles Förderprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro unterstützt kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen bei Investitionen in Infrastruktur, nachhaltige und digitale Geschäftsmodelle sowie die Schaffung moderner Produktionsräume. Die Strategie bis 2027 zielt darauf ab, eine Industrie zu fördern, die digitaler, nachhaltiger und innovativer ist und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze – insbesondere für junge Erwachsene – schafft.
Die Industrie auf den Kanaren verzeichnete zuletzt ein Wachstum von 2,3 %, lag damit aber unter dem Dienstleistungssektor (3,2 %). Der Tourismus bleibt der wichtigste Wirtschaftsfaktor, beeinflusst aber auch die Entwicklung der Industrie, da viele Maßnahmen auf Nachhaltigkeit und die Verbindung mit Wissenschaft und Innovation abzielen.
Industrie und Bauwesen:
- Gewerbebetriebe 1990: 66 822
- davon Industriebetriebe 390
Wasserwirtschaft
Teneriffa verfügt über ein rund 4.000 Kilometer langes Netz aus Kanälen und Rohren zur Wasserverteilung. Geklärte Abwässer werden im Süden der Insel für die Landwirtschaft genutzt, während im Norden traditionell mehr natürliche Wasserquellen verfügbar sind. Die Insel steht regelmäßig vor Wasserknappheit, insbesondere durch Trockenheit und Klimawandel. Bis zu 40 % des Trinkwassers gehen durch undichte Leitungen verloren, vor allem im öffentlichen Netz.
Der Großteil des Wassers stammt aus Grundwasser (bis zu 75 %), das aus Stollen und Brunnen gefördert wird. Es enthält oft erhöhte Mineralstoffgehalte und muss aufbereitet werden. Zudem werden Entsalzungsanlagen eingesetzt, die jedoch energieintensiv sind und Abfallstoffe produzieren. Kläranlagen und Membrantechnologien werden ausgebaut, um die Wasserqualität zu verbessern und die Verfügbarkeit zu erhöhen. Nach Fertigstellung aktueller Projekte können pro Tag bis zu 20.000 Kubikmeter zusätzliches Wasser aufbereitet werden. Die Inselregierung investiert laufend in die Modernisierung der Wasserinfrastruktur, um Verluste zu minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Teneriffa hat seit Jahren massive Abwasserprobleme, die Umwelt, Gesundheit und Tourismus beeinträchtigen. Hauptursachen sind eine unzureichende und veraltete Abwasserinfrastruktur, überlastete oder fehlende Kläranlagen sowie zahlreiche nicht an die Kanalisation angeschlossene Gebäude. Täglich werden rund 50 Millionen Liter teils ungeklärtes Abwasser ins Meer geleitet, an über 351 Stellen – davon sind 240 nicht autorisiert.
Zu den gravierendsten Problemen zählen:
- von Abwasser ins Meer, oft durch „unbekannte Rohre“ und alte Senkgruben, die das verschmutzte Wasser direkt an die Küste bringen.
- wie Rohrbrüche und eine heillos überforderte Kläranlage, die den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht.
- mehrfacheSperrungen von Stränden wie Playa Jardín in Puerto de la Cruz, weil die Wasserwerte regelmäßig außerhalb des akzeptablen Bereichs liegen.
- für Badegäste und Surfer, die über Magen-Darm-Erkrankungen, Hautausschläge und Augenentzündungen berichten.
- Verstöße gegen EU-Richtlinien, die zu hohen Strafzahlungen führen – allein 2024 über 1,3 Millionen Euro.
Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt, wurden aber von Behörden und Politik lange vernachlässigt, was zu wachsendem Protest der Bevölkerung führt. Erst in den letzten Jahren wurden größere Investitionen und der Bau neuer Kläranlagen angekündigt
Energiewirtschaft
Die Stromerzeugung erfolgt durch einen Energiemix aus öl- und erdgasbefeuerten Gasturbinen, Dampfkesseln mit Dampfturbinen sowie Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Die thermischen Kraftwerke bilden nach wie vor das Rückgrat der Stromversorgung, da sie jederzeit regelbar sind und Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien ausgleichen können. Gleichzeitig wächst jedoch der Anteil regenerativer Energiequellen kontinuierlich. Bereits 2022 stammten rund 42 % des auf Teneriffa erzeugten Stroms aus Windenergie. Die bedeutendsten Windparks befinden sich vor allem im Südosten der Insel, insbesondere in der Industriezone C.T.C.C. Granadilla, wo die günstigen Windverhältnisse eine besonders effiziente Stromerzeugung ermöglichen.
Neben der Windenergie gewinnt auch die Photovoltaik zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung bietet Teneriffa hervorragende Voraussetzungen für Solarenergie. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Photovoltaikanlagen auf privaten Gebäuden, öffentlichen Einrichtungen und Gewerbeflächen errichtet. Die Inselregierung fördert den Ausbau dezentraler Solaranlagen sowie Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch zu erhöhen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren.
Eine besondere Herausforderung für die Energieversorgung Teneriffas stellt die Meerwasserentsalzung dar. Da natürliche Süßwasserressourcen begrenzt sind, wird ein erheblicher Teil des Trink- und Brauchwassers in Entsalzungsanlagen gewonnen. Diese Anlagen gehören zu den größten Stromverbrauchern der Insel. Die Produktionskosten des entsalzten Wassers hängen deshalb unmittelbar von den Energiepreisen ab. Um die Wasserversorgung nachhaltiger zu gestalten, wird der Ausbau erneuerbarer Energien gezielt vorangetrieben. Langfristig ist vorgesehen, den gesamten Energiebedarf der Entsalzungsanlagen durch Wind- und Solarenergie zu decken und dadurch sowohl die Betriebskosten als auch die CO₂-Emissionen deutlich zu senken.
Darüber hinaus investiert Teneriffa verstärkt in intelligente Stromnetze, Energiespeicher und moderne Netzsteuerungssysteme. Da erneuerbare Energien wetterabhängig sind, gewinnen Batteriespeicher und andere Speichertechnologien zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es, überschüssigen Strom zwischenzuspeichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen, wodurch die Versorgungssicherheit verbessert wird.
Auch im Verkehrssektor soll der Energieverbrauch schrittweise nachhaltiger gestaltet werden. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs sind Bestandteile der langfristigen Energie- und Klimastrategie der Insel. Gleichzeitig werden Programme zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten und Unternehmen gefördert.
Energiewirtschaft:
Kraftwerksbetrieb 1992:
- Transformatoren 1989 70
- installierte Leistung 418,1 mwh
- Energieproduktion 1.516 496 mwh
Elektrische Anschlüsse 1992:
- insgesamt 287.693
- Energieverbrauch 1.305.085 mwh
Abfallwirtschaft
Der überwiegende Teil der Abfälle entsteht in den Ballungsräumen rund um Santa Cruz de Tenerife, La Laguna sowie in den großen Tourismuszentren im Süden der Insel. Hotels, Restaurants, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen erzeugen erhebliche Mengen an Verpackungen, Lebensmittelabfällen und Restmüll. Hinzu kommen Bauabfälle, Grünabfälle sowie Sperrmüll aus privaten Haushalten und Unternehmen.
Derzeit werden lediglich etwa 12 Prozent des gesamten Abfalls recycelt. Damit liegt Teneriffa deutlich hinter anderen Kanarischen Inseln wie Gran Canaria zurück, wo bereits Recyclingquoten von über 30 Prozent erreicht werden. Mehr als die Hälfte des gesamten Müllaufkommens besteht aus organischen Abfällen. Dennoch werden lediglich rund drei Prozent der Bioabfälle getrennt gesammelt und verwertet. Dies stellt den niedrigsten Wert innerhalb des Kanarischen Archipels dar und erschwert die Herstellung von Kompost sowie die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe erheblich.
Nach dem spanischen Abfallgesetz und den Vorgaben der Europäischen Union müssen bis 2025 mindestens 55 Prozent aller Siedlungsabfälle recycelt werden. Bis zum Jahr 2035 soll die Recyclingquote sogar auf 65 Prozent steigen. Von diesen Zielwerten ist Teneriffa derzeit noch weit entfernt, weshalb umfangreiche Modernisierungsprogramme umgesetzt werden.
Für die Mülltrennung stehen auf der Insel verschiedene Sammelbehälter zur Verfügung. Die blauen Container dienen der Sammlung von Papier und Karton, die gelben Container sind für Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen vorgesehen, während grüne Container Glas aufnehmen. Zusätzlich werden zunehmend braune Tonnen für organische Abfälle eingeführt. Allerdings verfügen bislang nur wenige Gemeinden über ein flächendeckendes Bioabfallsystem, wodurch ein großer Teil der organischen Abfälle weiterhin im Restmüll landet.
Eine wichtige Rolle spielen die sogenannten Puntos Limpios, die Wertstoffhöfe der Insel. Dort können Bürger kostenlos Sperrmüll, Elektrogeräte, Batterien, Farben, Altöl, Reifen, Bauschutt, Gartenabfälle sowie andere Problemstoffe abgeben. In den vergangenen Jahren wurden mehrere neue Wertstoffhöfe eröffnet beziehungsweise bestehende Anlagen erweitert, um die Entsorgung zu erleichtern und die Recyclingquote zu erhöhen.
Das Zentrum der Abfallwirtschaft bildet der Umweltkomplex von Teneriffa in Arico im Südosten der Insel. Dort werden täglich rund 100 Lastkraftwagen mit etwa 1.600 Tonnen Abfällen angeliefert. Die Anlage umfasst Sortier- und Recyclinganlagen, Kompostierungsbereiche sowie Deponien für nicht verwertbare Reststoffe. Moderne Maschinen trennen Wertstoffe voneinander, während organische Materialien teilweise biologisch behandelt werden. Dennoch gelangt nach wie vor ein erheblicher Anteil des Mülls auf Deponien, da die getrennte Sammlung vieler Wertstoffe unzureichend funktioniert.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Haushalte ihren Müll nicht konsequent trennen. Vor allem Bioabfälle, Verpackungen und Restmüll werden häufig gemeinsam entsorgt, wodurch die nachträgliche Sortierung erschwert und die Qualität der wiedergewonnenen Rohstoffe vermindert wird. Die Inselregierung führt deshalb regelmäßig Informationskampagnen an Schulen, in Gemeinden und in den Medien durch, um das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu stärken und die Mülltrennung zu verbessern.
Auch Bau- und Abbruchabfälle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der umfangreichen Bautätigkeit im Tourismus- und Wohnungssektor entstehen große Mengen an Beton, Asphalt, Holz und Metallschrott. Spezialisierte Recyclinganlagen bereiten diese Materialien auf, sodass sie im Straßenbau oder bei neuen Bauprojekten wiederverwendet werden können.
Handel
Teneriffa bietet eine vielfältige Handelslandschaft mit modernen Einkaufszentren, die sowohl internationale Marken als auch lokale Besonderheiten für jeden Geschmack bereithalten.
- Siam Mall Costa Adeje ist das beliebteste Einkaufszentrum im Süden Teneriffas und bietet über 70 Geschäfte, internationale Modemarken, Gastronomie und ein entspanntes Open-Air-Shopping-Erlebnis – ideal für Familien und Modebegeisterte.
- Das Meridiano ist das größte Shoppingcenter der Hauptstadt, punktet mit über 100 Geschäften, einem Carrefour-Hypermarkt, Kino und exklusiven Marken – perfekt für ein umfassendes Einkaufserlebnis in Santa Cruz.
- Als renommiertes spanisches Kaufhaus bietet El Corte Inglés Santa Cruz de Tenerife eine riesige Auswahl an Mode, Technik, Haushaltswaren und Gourmetprodukten – besonders attraktiv für anspruchsvolle Käufer und Markenliebhaber.
- Plaza del Duque Costa Adeje ist ein luxuriöses Einkaufszentrum, das sich durch High-End-Boutiquen, exklusive Kosmetik und erstklassige Restaurants hervorhebt.
- Das Centro Comercial El Mirador bietet eine elegante Mischung aus internationalen Marken, handverlesenen Boutiquen, einem großen Supermarkt und Restaurants mit Meerblick – ideal für entspanntes Shoppen direkt an der Strandpromenade.
- The Duke Shops überzeugen mit einer Auswahl an gehobenen Boutiquen, internationalen Restaurants und einem Supermarkt – ein lebendiger Treffpunkt für stilbewusste Besucher in Costa Adeje.
- Das Multicentro Comercial El Trompo ist ein familienfreundliches Zentrum im Norden mit vielfältigen Geschäften, Gastronomie und großem Kinderbereich – besonders geeignet für Familien und Besucher der Nordinsel.
- Das Centro Comercial La Laguna nahe La Laguna bietet bekannte Marken, einen Supermarkt, Restaurants und ein Kino – ideal für einen Einkaufsbummel im Nordosten der Insel.
Das Centro Comercial Añaza Carrefour bietet eine große Auswahl an Mode, Elektronik und Haushaltswaren sowie einem Carrefour-Hypermarkt – praktisch für den täglichen Bedarf und großeinkäufe.
Finanzwesen
Das Finanzwesen auf Teneriffa entspricht grundsätzlich dem spanischen Bank- und Währungssystem, weist jedoch aufgrund des besonderen steuerlichen Status der Kanarischen Inseln einige Besonderheiten auf. Als Teil Spaniens und der Europäischen Union verwendet Teneriffa den Euro (€) als offizielles Zahlungsmittel. Sämtliche Euro-Banknoten und -Münzen sind uneingeschränkt gültig und werden im gesamten öffentlichen und privaten Zahlungsverkehr verwendet.
Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist auf Teneriffa weit verbreitet. Kreditkarten wie Visa und MasterCard sowie Debitkarten werden in Hotels, Restaurants, Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren und den meisten Geschäften problemlos akzeptiert. Kontaktloses Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch gewinnt ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Dennoch empfiehlt es sich, insbesondere in kleineren Ortschaften, auf Wochenmärkten oder in ländlichen Gebieten etwas Bargeld mitzuführen, da dort nicht überall Kartenzahlung möglich ist.
Geldautomaten sind auf der gesamten Insel zahlreich vorhanden und befinden sich in Bankfilialen, Einkaufszentren, Flughäfen, Touristengebieten sowie größeren Ortschaften. Internationale Kredit- und Debitkarten werden in der Regel problemlos akzeptiert. Für Bargeldabhebungen können jedoch Gebühren anfallen, insbesondere wenn Karten ausländischer Banken verwendet werden. Die deutsche Girocard (EC-Karte) funktioniert in vielen Supermärkten und an zahlreichen Geldautomaten, allerdings nicht flächendeckend. Für Reisende empfiehlt sich daher die Nutzung einer internationalen Kredit- oder Debitkarte.
Auf Teneriffa sind zahlreiche spanische und internationale Banken vertreten. Zu den größten Kreditinstituten gehören Banco Santander, CaixaBank, BBVA, Banco Sabadell, Unicaja Banco sowie Cajasiete, die besonders auf den Kanarischen Inseln stark vertreten ist. Darüber hinaus besitzen verschiedene internationale Banken und Finanzdienstleister Niederlassungen oder Kooperationspartner auf der Insel, um insbesondere die Bedürfnisse ausländischer Einwohner und Touristen zu bedienen.
Die Banken bieten sämtliche üblichen Finanzdienstleistungen an, darunter Giro- und Sparkonten, Hypotheken, Unternehmenskredite, Online-Banking, Vermögensverwaltung sowie internationale Überweisungen. Das elektronische Bankwesen ist weit entwickelt und ermöglicht nahezu alle Bankgeschäfte über Internet oder Smartphone. Viele Filialen verfügen zusätzlich über mehrsprachiges Personal, insbesondere in den touristisch geprägten Regionen.
Auch Nicht-Residenten können auf Teneriffa ein Bankkonto eröffnen. Hierfür werden in der Regel ein gültiger Reisepass oder Personalausweis, eine spanische Steueridentifikationsnummer (NIE) beziehungsweise entsprechende Nachweise sowie Dokumente über Wohnsitz oder Einkommen verlangt. Nicht-Residentenkonten sind häufig mit höheren Kontoführungsgebühren verbunden als Konten spanischer Einwohner. Zudem verlangen die Banken regelmäßig einen Nachweis, dass der Kontoinhaber weiterhin den Status eines Nicht-Residenten besitzt.
Ein wesentlicher Unterschied zum spanischen Festland besteht im Steuerrecht. Auf Teneriffa wird nicht die spanische Mehrwertsteuer (IVA), sondern die kanarische Verbrauchssteuer Impuesto General Indirecto Canario (IGIC) erhoben. Der allgemeine Steuersatz beträgt derzeit sieben Prozent und liegt damit deutlich unter der Mehrwertsteuer auf dem spanischen Festland. Daneben existieren verschiedene ermäßigte oder erhöhte Steuersätze für bestimmte Waren und Dienstleistungen. Durch den niedrigeren IGIC sind zahlreiche Produkte und Dienstleistungen auf Teneriffa günstiger als in anderen Regionen Spaniens.
Da auf den Kanarischen Inseln keine spanische Mehrwertsteuer erhoben wird, besteht für Touristen auch kein Anspruch auf eine Mehrwertsteuererstattung beim Verlassen des Landes. Stattdessen profitieren Verbraucher bereits beim Kauf von den niedrigeren Steuersätzen.
Für Unternehmen bietet Teneriffa attraktive steuerliche Rahmenbedingungen. Die Insel gehört zur Kanarischen Sonderwirtschaftszone (Zona Especial Canaria, ZEC), die Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen erhebliche Steuervergünstigungen gewährt. Dazu gehören ein deutlich reduzierter Körperschaftsteuersatz sowie Befreiungen oder Vergünstigungen bei bestimmten indirekten Steuern, der Grunderwerbsteuer und der Stempelsteuer. Ziel dieser Sonderregelungen ist es, Investitionen anzuziehen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft der Kanarischen Inseln zu diversifizieren.
Der Finanzsektor spielt insbesondere für den Tourismus, den Immobilienmarkt sowie den internationalen Handel eine wichtige Rolle. Viele Ausländer erwerben Immobilien auf Teneriffa oder verbringen dort ihren Ruhestand, wodurch grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen, Währungsüberweisungen und internationale Vermögensverwaltung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig unterstützt das moderne Bankensystem die wirtschaftliche Entwicklung der Insel durch die Finanzierung von Unternehmen, Infrastrukturprojekten und Investitionen in erneuerbare Energien, Tourismus sowie den Dienstleistungssektor.
Soziales und Gesundheit
Die Grundlage es Sozialsystems Teneriffas bildet das spanische System der sozialen Sicherheit (Seguridad Social), das Leistungen in den Bereichen Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Mutterschaft, Invalidität sowie Pflege umfasst. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen hierfür Sozialversicherungsbeiträge, während Selbstständige eigene Beiträge entrichten. Personen mit geringem Einkommen oder ohne ausreichende Versicherungszeiten können unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Sozialleistungen erhalten.
Eine wichtige Aufgabe übernehmen die kommunalen Sozialdienste (Servicios Sociales Municipales). Sie beraten Familien, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Arbeitslose, Obdachlose sowie Personen in sozialen Notlagen. Die Sozialarbeiter helfen unter anderem bei der Beantragung finanzieller Hilfen, der Vermittlung von Pflegeleistungen, der Wohnraumsuche sowie bei familiären oder psychischen Problemen. Auch Integrationsprogramme für Migranten und Flüchtlinge gehören zu ihren Aufgaben.
Für einkommensschwache Haushalte stehen verschiedene finanzielle Unterstützungen zur Verfügung. Hierzu gehören unter anderem das staatliche Mindesteinkommen (Ingreso Mínimo Vital), regionale Sozialhilfen der Kanarischen Inseln sowie kommunale Beihilfen für Miete, Strom, Wasser oder Lebensmittel. Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen können zusätzliche Unterstützungsleistungen erhalten.
Die Rentenversicherung umfasst Alters-, Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wächst auch auf Teneriffa der Anteil älterer Menschen kontinuierlich. Deshalb werden ambulante Pflegedienste, Tagespflegeeinrichtungen, Seniorenheime sowie Programme für ein möglichst langes selbstständiges Leben kontinuierlich ausgebaut. Das spanische Pflegegesetz gewährt pflegebedürftigen Menschen je nach Pflegegrad finanzielle Leistungen oder professionelle Unterstützung im Alltag.
Menschen mit Behinderungen werden durch zahlreiche öffentliche Programme gefördert. Dazu gehören Frühförderung, Integrationsmaßnahmen, barrierefreie Infrastruktur, spezielle Bildungseinrichtungen sowie berufliche Qualifizierungsprogramme. Viele öffentliche Gebäude, Verkehrsmittel und touristische Einrichtungen wurden in den vergangenen Jahren barrierefrei gestaltet.
Die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gehört zu den größten Herausforderungen der Insel. Trotz des wirtschaftlich bedeutenden Tourismus leben viele Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen mit niedrigen Einkommen oder saisonaler Arbeit. Besonders junge Erwachsene sowie Alleinerziehende sind häufiger von Arbeitslosigkeit und finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Gleichzeitig führen steigende Immobilienpreise und Wohnungsknappheit dazu, dass bezahlbarer Wohnraum insbesondere in den touristischen Regionen immer schwerer verfügbar ist.
Zur Unterstützung wohnungsloser Menschen bestehen Notunterkünfte, Tageszentren sowie Einrichtungen karitativer Organisationen. Neben staatlichen Stellen engagieren sich zahlreiche kirchliche und gemeinnützige Organisationen bei der Versorgung Bedürftiger mit Lebensmitteln, Kleidung, medizinischer Hilfe und sozialer Beratung. Besonders die Caritas, das Rote Kreuz und verschiedene lokale Hilfsorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Unterstützung.
Auch die Integration von Einwanderern besitzt auf Teneriffa eine große Bedeutung. Die Insel verzeichnet seit vielen Jahren Zuwanderung aus Lateinamerika, Afrika und anderen europäischen Ländern. Sprachkurse, Beratungsangebote, Integrationsprogramme und Hilfen beim Zugang zum Arbeitsmarkt sollen die gesellschaftliche Eingliederung erleichtern und soziale Benachteiligungen abbauen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Kinder- und Jugendhilfe. Jugendämter und soziale Einrichtungen kümmern sich um den Schutz gefährdeter Kinder, unterstützen Familien in schwierigen Lebenssituationen und organisieren Freizeit-, Bildungs- und Präventionsprogramme. Gleichzeitig bestehen Angebote zur Bekämpfung von Schulabbrüchen, Jugendkriminalität und Drogenmissbrauch.
Gesundheitswesen
Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird vom Servicio Canario de la Salud (Kanarischer Gesundheitsdienst) organisiert und finanziert. Einwohner mit Wohnsitz in Spanien erhalten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung eine weitgehend kostenfreie medizinische Versorgung. Für Besucher aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union besteht mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) Anspruch auf medizinisch notwendige Behandlungen in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zu denselben Bedingungen wie für spanische Versicherte.
EU-Bürger können sich mit der EHIC in staatlichen Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Notaufnahmen kostenlos beziehungsweise gegen die in Spanien üblichen geringen Eigenbeteiligungen behandeln lassen. Ausgenommen sind in der Regel Zahnbehandlungen, sofern es sich nicht um einen akuten Notfall handelt. Für verschreibungspflichtige Medikamente ist häufig eine gesetzlich geregelte Zuzahlung zu leisten. Der europaweit gültige Notruf 112 ist rund um die Uhr erreichbar. Die Leitstellen verfügen über mehrsprachiges Personal und können unter anderem auch Hilfe in deutscher Sprache vermitteln.
Zu den wichtigsten öffentlichen Krankenhäusern der Insel gehören das Universitätskrankenhaus Hospital Universitario de Canarias in San Cristóbal de La Laguna sowie das Hospital Universitario Nuestra Señora de Candelaria in Santa Cruz de Tenerife. Beide Kliniken verfügen über zahlreiche Fachabteilungen, moderne Diagnose- und Operationszentren, Intensivstationen sowie spezialisierte Einrichtungen für Herzmedizin, Onkologie, Neurologie, Unfallchirurgie und Organtransplantationen. Ergänzt werden sie durch kleinere Krankenhäuser sowie zahlreiche Gesundheitszentren (Centros de Salud), die die medizinische Grundversorgung in den Gemeinden sicherstellen.
Neben dem öffentlichen Gesundheitswesen besitzt Teneriffa einen gut entwickelten privaten Gesundheitssektor. Private Krankenhäuser und Fachkliniken bieten häufig kürzere Wartezeiten, moderne Ausstattung und eine individuellere Betreuung. Gerade in den touristischen Regionen stehen mehrsprachige Ärzte und medizinisches Personal zur Verfügung, sodass sich internationale Patienten problemlos verständigen können. Private Kliniken werden sowohl von Einheimischen als auch von ausländischen Residenten und Urlaubern genutzt.
Die Kosten für private Behandlungen müssen grundsätzlich selbst getragen oder über eine private Krankenversicherung abgerechnet werden. Je nach Alter, Leistungsumfang und Versicherungsunternehmen liegen die Beiträge für eine private Krankenversicherung meist zwischen etwa 50 und 100 Euro pro Monat. Zu den bekanntesten privaten Krankenversicherern gehören Sanitas, Adeslas und Cigna. Viele ausländische Residenten entscheiden sich zusätzlich zur gesetzlichen Absicherung für eine private Versicherung, um schnelleren Zugang zu Fachärzten und Diagnostik zu erhalten.
Die Insel verfügt über zahlreiche Facharztpraxen nahezu aller medizinischen Fachrichtungen, darunter Kardiologie, Orthopädie, Dermatologie, Augenheilkunde, Gynäkologie, Zahnmedizin sowie Psychiatrie und Psychologie. Darüber hinaus existieren moderne Rehabilitationszentren, Dialysekliniken und Einrichtungen für die Behandlung chronischer Erkrankungen.
Ein dichtes Netz von Apotheken gewährleistet die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Die Apotheken sind durch das grüne Kreuz leicht erkennbar und wechseln sich im Bereitschaftsdienst ab, sodass auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen jederzeit eine Notdienstapotheke erreichbar ist. Viele Medikamente sind rezeptfrei erhältlich, während verschreibungspflichtige Arzneimittel nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts abgegeben werden.
Aufgrund der Bedeutung des Tourismus ist Teneriffa gut auf die Behandlung ausländischer Patienten vorbereitet. In vielen Krankenhäusern, Privatkliniken und Arztpraxen wird neben Spanisch auch Englisch gesprochen; in den touristischen Zentren stehen häufig deutschsprachige Ärzte oder Dolmetscherdienste zur Verfügung. Reiseversicherungen arbeiten mit zahlreichen medizinischen Einrichtungen der Insel zusammen, wodurch die Behandlung internationaler Gäste erleichtert wird.
Trotz des hohen medizinischen Standards steht das öffentliche Gesundheitswesen vor Herausforderungen. Die wachsende Bevölkerung, der zunehmende Anteil älterer Menschen sowie der starke Tourismus führen in einigen Regionen zu einer hohen Auslastung der Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Insbesondere bei Facharztterminen und nicht dringenden Operationen können längere Wartezeiten auftreten. Die kanarische Regierung investiert deshalb kontinuierlich in neue medizinische Einrichtungen, zusätzliche Fachkräfte sowie den Ausbau der digitalen Gesundheitsversorgung.
Krankheiten
Aufgrund des milden subtropischen Klimas, der guten medizinischen Versorgung und des hohen Hygienestandards bestehen für Einwohner und Besucher nur wenige außergewöhnliche Gesundheitsrisiken. Tropische Infektionskrankheiten spielen auf der Insel praktisch keine Rolle, dennoch gibt es einige Erkrankungen und gesundheitliche Probleme, die aufgrund der klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen häufiger auftreten.
Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Atemwegsinfektionen wie Erkältungen, Grippe und COVID-19, die insbesondere in den Wintermonaten auftreten. Obwohl das Klima ganzjährig mild ist, können sich Viruserkrankungen durch den internationalen Tourismus und die hohe Bevölkerungsdichte rasch verbreiten. Die Gesundheitsbehörden empfehlen deshalb insbesondere älteren Menschen sowie chronisch Kranken die jährliche Grippeschutzimpfung und gegebenenfalls Auffrischungsimpfungen gegen COVID-19.
Während der heißen Sommermonate treten regelmäßig hitzebedingte Gesundheitsprobleme auf. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können unter Hitzeschlag, Kreislaufproblemen oder Flüssigkeitsmangel leiden. Bei Saharastaubereignissen, die auf den Kanaren als Calima bezeichnet werden, steigen Temperaturen und Feinstaubbelastung häufig deutlich an. Während solcher Wetterlagen wird empfindlichen Personen empfohlen, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden und ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
Die intensive Sonneneinstrahlung stellt eines der größten Gesundheitsrisiken auf Teneriffa dar. Aufgrund der südlichen Lage und der hohen UV-Belastung kommt es regelmäßig zu Sonnenbrand, Hautschäden und langfristig zu einem erhöhten Risiko für Hautkrebs. Besonders in den Höhenlagen des Teide-Nationalparks ist die UV-Strahlung erheblich stärker als an den Küsten. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckungen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr werden daher ganzjährig empfohlen.
Allergische Erkrankungen treten ebenfalls relativ häufig auf. Blütenpollen, Gräser sowie bestimmte Zierpflanzen können saisonale Allergien auslösen. Hinzu kommen allergische Reaktionen auf Hausstaubmilben, die sich aufgrund des ganzjährig milden Klimas dauerhaft vermehren können. Während der Calima gelangen zusätzlich große Mengen mineralischer Staubpartikel aus der Sahara auf die Insel, wodurch sich Beschwerden bei Menschen mit Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder anderen Atemwegserkrankungen verschlechtern können.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören wie in ganz Spanien zu den häufigsten Todesursachen. Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall treten insbesondere bei älteren Menschen auf. Daneben nehmen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Übergewicht und erhöhte Cholesterinwerte aufgrund veränderter Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu. Die Gesundheitsbehörden fördern daher Programme zur Prävention, gesunden Ernährung und regelmäßigen Bewegung.
Auch Krebserkrankungen spielen eine bedeutende Rolle im Gesundheitswesen Teneriffas. Zu den häufigsten Krebsarten zählen Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs sowie Lungenkrebs. Durch Vorsorgeprogramme und moderne Diagnoseverfahren konnten die Heilungschancen vieler Erkrankungen in den vergangenen Jahren verbessert werden.
Infektionskrankheiten wie Denguefieber, Malaria oder Gelbfieber kommen auf Teneriffa nicht dauerhaft vor. Gelegentlich werden einzelne eingeschleppte Fälle registriert, eine lokale Übertragung findet jedoch praktisch nicht statt. Das Leitungswasser erfüllt hohe hygienische Standards und ist grundsätzlich trinkbar, weist jedoch aufgrund der Meerwasserentsalzung und Mineralisierung häufig einen erhöhten Chlor- und Mineralstoffgehalt auf. Viele Einheimische und Touristen bevorzugen deshalb abgefülltes Mineralwasser.
Giftige Tiere oder gefährliche Krankheitserreger sind auf Teneriffa kaum vorhanden. Es gibt keine giftigen Schlangen oder Skorpione von medizinischer Bedeutung. Mücken können zwar lästig sein, übertragen jedoch normalerweise keine tropischen Krankheiten. Auch Tollwut kommt auf der Insel nicht vor.
Psychische Erkrankungen gewinnen wie in anderen europäischen Regionen zunehmend an Bedeutung. Depressionen, Angststörungen und Stressbelastungen werden häufiger diagnostiziert, weshalb das öffentliche Gesundheitswesen seine psychologischen und psychiatrischen Angebote kontinuierlich ausbaut.
Bildung
Das Bildungswesen auf Teneriffa ist vollständig in das spanische Bildungssystem integriert und zählt zu den am besten ausgebauten im Kanarischen Archipel. Die Zuständigkeit liegt überwiegend bei der Regierung der Kanarischen Inseln, während der spanische Staat die grundlegenden gesetzlichen Rahmenbedingungen festlegt. Das Bildungssystem umfasst Vorschulerziehung, Grundschule, Sekundarstufe, berufliche Ausbildung, Hochschulbildung sowie Angebote der Erwachsenenbildung und des lebenslangen Lernens. Aufgrund der hohen Einwohnerzahl verfügt Teneriffa über eine große Zahl öffentlicher, privater und halbprivater Bildungseinrichtungen.
Die frühkindliche Bildung beginnt mit der Educación Infantil und gliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste umfasst Kinder bis zum Alter von drei Jahren und ist freiwillig. Der zweite Abschnitt für Kinder zwischen drei und sechs Jahren wird nahezu flächendeckend angeboten und bereitet auf den Eintritt in die Grundschule vor. Neben öffentlichen Kindergärten bestehen zahlreiche private Einrichtungen.
Mit sechs Jahren beginnt die sechsjährige Grundschule (Educación Primaria). Hier erwerben die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kenntnisse in den Fächern Spanisch, Mathematik, Natur- und Sozialwissenschaften, Fremdsprachen, Kunst, Musik sowie Sport. Englisch wird bereits in den unteren Klassen unterrichtet und gewinnt durch die internationale Ausrichtung der Insel zunehmend an Bedeutung.
An die Grundschule schließt sich die vierjährige obligatorische Sekundarstufe (Educación Secundaria Obligatoria – ESO) an, die bis zum Alter von 16 Jahren besucht wird. Nach erfolgreichem Abschluss können die Jugendlichen entweder das zweijährige Bachillerato absolvieren, das auf ein Hochschulstudium vorbereitet, oder eine berufliche Ausbildung (Formación Profesional) beginnen.
Die berufliche Bildung besitzt auf Teneriffa einen hohen Stellenwert. Die Berufsschulen bieten eine große Zahl praxisnaher Ausbildungsgänge in Bereichen wie Tourismus, Hotellerie, Gastronomie, Informatik, Gesundheitswesen, Verwaltung, Handel, Elektrotechnik, Bauwesen, Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Industrie an. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus existieren zahlreiche spezialisierte Ausbildungsprogramme für Hotelmanagement, Fremdsprachen, Reiseverkehr und Gastronomie. Viele Bildungseinrichtungen arbeiten eng mit Unternehmen zusammen und ermöglichen betriebliche Praktika.
Teneriffa verfügt über ein dichtes Netz öffentlicher und privater Schulen. Neben staatlichen Schulen bestehen zahlreiche kirchliche sowie internationale Bildungseinrichtungen. Besonders in den touristischen Regionen gibt es internationale Schulen mit Unterricht in englischer, deutscher oder französischer Sprache. Diese werden sowohl von ausländischen Familien als auch von Einheimischen genutzt, die ihren Kindern eine internationale Ausbildung ermöglichen möchten.
Ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems ist die Erwachsenenbildung. Zahlreiche Einrichtungen bieten Abendkurse, Fernunterricht sowie Programme zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen an. Sprachschulen vermitteln Spanisch für Ausländer sowie Fremdsprachen wie Englisch, Deutsch und Französisch. Darüber hinaus existieren zahlreiche Fortbildungsangebote für Berufstätige.
Auch die Digitalisierung des Bildungswesens wurde in den vergangenen Jahren deutlich vorangetrieben. Schulen und Hochschulen verfügen zunehmend über digitale Lernplattformen, moderne Computerausstattung und interaktive Unterrichtsmethoden. Während der COVID-19-Pandemie wurden Online-Unterricht und digitale Lehrformen erheblich ausgebaut und anschließend dauerhaft in den Unterricht integriert.
Die Inselregierung investiert kontinuierlich in die Modernisierung von Schulgebäuden, die Verbesserung der digitalen Infrastruktur, die Förderung naturwissenschaftlicher Fächer sowie Programme gegen Schulabbrüche. Gleichzeitig gewinnen Umweltbildung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz aufgrund der besonderen Natur- und Vulkanlandschaft Teneriffas zunehmend an Bedeutung im Unterricht.
Schulen, Lehrer und Schüler 1992:
insgesamt 429 8 351 151 072
Vorschulen 39 687 17 351
Grundschulen 316 4 497 89 159
Höhere Schulen 44 1 756 26 812
Hochschulen 30 1 411 21 455
Höhere Bildung
Den Mittelpunkt der Hochschulbildung bildet die Universidad de La Laguna (ULL), die im Jahr 1792 gegründet wurde und zu den ältesten Universitäten Spaniens zählt. Sie befindet sich überwiegend in San Cristóbal de La Laguna und gilt als wichtigste wissenschaftliche Einrichtung der Kanarischen Inseln. An ihren Fakultäten werden Studiengänge unter anderem in Medizin, Pharmazie, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Rechtswissenschaften, Geisteswissenschaften, Sprachwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie, Informatik sowie Sozialwissenschaften angeboten. Die Universität betreibt zahlreiche Forschungszentren und arbeitet eng mit internationalen Hochschulen zusammen.
Die Universität La Laguna (spanisch: Universidad de La Laguna, ULL) ist eine staatliche Universität in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa. Sie wurde offiziell 1922 gegründet, baut aber auf einer langen akademischen Tradition auf, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Heute studieren an der ULL rund 24.000 Studierende an 16 Fakultäten und 64 Instituten.
Der Hauptsitz und die meisten Campusse befinden sich in San Cristóbal de La Laguna, darunter der Campus Central (südöstlich der Altstadt), der Campus de Anchieta (naturwissenschaftliche Fakultäten), der Campus de Guajara (größter Campus, geisteswissenschaftliche Fakultäten) und der Campus de Ofra (Universitätskliniken). Weitere Standorte gibt es in Santa Cruz de Tenerife (z.B. Kunsthochschule, Nautikschule) und im Süden der Insel (Campus del Sur in Adeje). Die Universität ist international vernetzt und bietet zahlreiche Studienprogramme, darunter viele auf Spanisch, aber auch englischsprachige Kurse im Rahmen von Austauschprogrammen. Die Semesterzeiten sind: Wintersemester Mitte September bis Ende Januar, Sommersemester Ende Januar bis Ende Juli.
Ergänzt wird das Hochschulangebot durch verschiedene Fachhochschulen, Kunsthochschulen, Musikschulen sowie Forschungsinstitute. Besonders bedeutend sind Forschungseinrichtungen in den Bereichen Vulkanologie, Meereswissenschaften, Astrophysik, Klimaforschung, Umweltwissenschaften und erneuerbare Energien. Durch die Nähe zum Teide und die hervorragenden astronomischen Beobachtungsbedingungen besitzt Teneriffa internationale Bedeutung für die Astrophysik.
Internationale Austauschprogramme wie Erasmus+ ermöglichen Studierenden und Lehrkräften den Austausch mit Bildungseinrichtungen in ganz Europa. Aufgrund der attraktiven Lebensbedingungen und des milden Klimas entscheiden sich zudem viele ausländische Studierende für ein Studium oder einen Forschungsaufenthalt auf Teneriffa.
Archive und Bibliotheken
Die Biblioteca Municipal de Santa Cruz de Tenerife im Tenerife Espacio de las Artes (TEA) richtet sich besonders an wissenschaftlich Interessierte, bietet aber auch eine große Auswahl an Medien, moderne Arbeitsplätze, 24/7-Zugang und spezielle Bereiche für Kinder und Jugendliche. Sie ist Teil des kanarischen Bibliotheksnetzwerks und überzeugt durch ihre umfassenden Bestände und barrierefreien Zugangsmöglichkeiten.
Das historische Provinzarchiv Archivo Histórico Provincial de Santa Cruz de Tenerife ist die erste Adresse für alle, die sich für die Geschichte Teneriffas interessieren. Es bietet umfangreiche Sammlungen an Originaldokumenten, ist LGBTQ+ freundlich, barrierefrei und verfügt über vielfältige Parkmöglichkeiten – ideal für Forschende und Geschichtsinteressierte.
Die Public Library der Hauptstadt bietet ein familienfreundliches Angebot, inklusive Kinderbereich und Aktivitäten, sowie einen barrierefreien Zugang. Sie eignet sich besonders für Freizeitlesende und Familien mit Kindern.
Die Biblioteca de Arte im TEA ist spezialisiert auf Kunst und Design und spricht damit vor allem Kunst- und Kulturinteressierte an. Sie bietet ein inspirierendes Umfeld in einem modernen Museumsgebäude.
Die Biblioteca Publica Municipal de La Orotava m Norden der Insel ist besonders für ihre Sprachunterstützung, barrierefreie Ausstattung und ihr kinderfreundliches Angebot bekannt. Sie eignet sich gut für Familien und Menschen, die Unterstützung beim Zugang zu Medien benötigen.
Die English Library in Puerto de la Cruz ist eine kleine, sehr gut bewertete Bibliothek mit englischsprachigem Bestand – ein Geheimtipp für englischsprachige Leser und Expats auf Teneriffa.
Die Bibliothek der Deutschen Schule (Colegio Alemán) bietet ein vielfältiges Medienangebot auf Deutsch und ist ein wichtiger Treffpunkt für die deutschsprachige Community, insbesondere für Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter.
Kultur
Teneriffa vereint eine lebendige Mischung aus altkanarischen Traditionen, spanischen Einflüssen und moderner Kultur: Das kulturelle Leben auf der Insel ist geprägt von farbenfrohen Festen wie dem weltberühmten Karneval in Santa Cruz, traditionellen Romerías (Wallfahrten mit Volksfestcharakter), Musikfestivals und künstlerischen Veranstaltungen in Museen, Galerien und Theatern. In fast jedem Ort gibt es aktive Folkloregruppen, die Tänze und Musik pflegen, während Städte wie Santa Cruz de Tenerife und La Laguna mit ihrem reichen historischen Erbe, zahlreichen Museen und einer pulsierenden Kulturszene als kulturelle Zentren fungieren. Die Kultur Teneriffas ist tief in den Traditionen der Guanchen verwurzelt, wird jedoch auch von südamerikanischen Einflüssen und internationalen Trends bereichert, was sie besonders vielfältig und offen macht.
Museen
Organismo Autónomo de Museos y Centros de Tenerife (OAMC), seit 2011 Museos de Tenerife genannt, ist eine lokale autonome Einrichtung, die zum Cabildo Insular de Tenerife gehört. Sie koordiniert sieben Ausstellungseinrichtungen und ist das umfassendste Museumsnetz der Kanarischen Inseln. Ihr Sitz befindet sich derzeit im Museum für Natur und Archäologie von Santa Cruz de Tenerife.
Im Jahr 1990 gründete das Cabildo von Teneriffa die Autonome Körperschaft für Museen und Zentren, die als lokale autonome Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit und voller Handlungsfähigkeit strukturiert ist. Zu ihren Zielen gehören die Erforschung, die Katalogisierung, der Schutz und die Erhaltung des kulturellen Erbes der Insel und im weiteren Sinne des kanarischen und makaronesischen Raums sowie anderer geografischer Gebiete von Interesse, sowie die Verbreitung und Förderung von Kultur, Wissenschaft und Bildung. Zum Verband gehören:
- Museo de la Naturaleza y la Arqueología (Santa Cruz de Tenerife), bestehend aus El Museo Arqueológico de Tenerife, El Museo de Ciencias Naturales de Tenerife und El Instituto Canario de Bioantropología
- Museo de Historia y Antropología de Tenerife (San Cristóbal de La Laguna), mit El Museo de Historia de Tenerife (Casa Lercaro) (San Cristóbal de La Laguna) und El Museo de Antropología de Tenerife (Casa de Carta)
- Museo de la Ciencia y el Cosmos (San Cristóbal de La Laguna)
- Centro de Documentación Canarias y América (San Cristóbal de La Laguna)
- Centro de Interpretación Castillo de San Cristóbal (Santa Cruz de Tenerife)
- Centro de Interpretación Cueva del Viento (Icod de los Vinos)
Architektur
Die Architektur Teneriffas spiegelt die wechselvolle Geschichte der Insel wider und vereint Einflüsse der Ureinwohner, der spanischen Kolonialzeit sowie moderner internationaler Architektur. Historische Stadtkerne mit prächtigen Bürgerhäusern, Klöstern und Kirchen stehen ebenso für das architektonische Erbe der Insel wie avantgardistische Bauwerke des 20. und 21. Jahrhunderts. Vulkanischer Basalt, Tuffstein und kanarisches Kiefernholz zählen seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Baumaterialien. Charakteristisch für die traditionelle kanarische Architektur sind weiß getünchte Häuser, Innenhöfe (Patios), kunstvoll geschnitzte Holzbalkone, massive Holztüren sowie Dächer mit roten Ziegeln. Die Bauweise wurde den klimatischen Bedingungen angepasst und sorgt für natürliche Belüftung sowie Schutz vor Sonne und Feuchtigkeit.
Als bedeutendstes architektonisches Ensemble der Insel gilt die Altstadt von San Cristóbal de La Laguna. Sie wurde im Jahr 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gehört zu den am besten erhaltenen Kolonialstädten Spaniens. Die im späten 15. Jahrhundert gegründete Stadt war die erste nicht befestigte Kolonialstadt nach einem geometrischen Straßenraster und diente später zahlreichen Städten in Lateinamerika als Vorbild. Breite rechtwinklige Straßen, großzügige Plätze sowie zahlreiche Adelspaläste, Klöster und Kirchen prägen das historische Stadtbild. Besonders sehenswert sind die Casa de los Capitanes Generales, das ehemalige Kloster Santo Domingo, die Kirche Nuestra Señora de la Concepción sowie zahlreiche Herrenhäuser mit ihren typischen hölzernen Balkonen und Innenhöfen.
Auch die historische Altstadt von La Orotava zählt zu den schönsten Beispielen kanarischer Kolonialarchitektur. Die wohlhabende Stadt entwickelte sich während der Blüte des Zuckerrohr- und später des Weinhandels zu einem bedeutenden Zentrum des Nordens. Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster führen vorbei an prachtvollen Bürgerhäusern, reich verzierten Holzbalkonen und kunstvollen Innenhöfen. Besonders bekannt ist die Casa de los Balcones aus dem 17. Jahrhundert, deren aufwendig geschnitzte Holzbalkone als Meisterwerke kanarischer Holzarchitektur gelten. Zahlreiche Kirchen, Klöster und öffentliche Gebäude aus der Renaissance und dem Barock ergänzen das historische Stadtbild.
Eine besondere Stellung nimmt der Jardín de Aclimatación de La Orotava, besser bekannt als Botanischer Garten von Puerto de la Cruz, ein. Er wurde bereits 1788 im Auftrag von König Karl III. angelegt, um tropische Pflanzen aus Amerika, Afrika und Asien an das europäische Klima zu gewöhnen. Neben seiner botanischen Bedeutung besitzt der Garten auch einen hohen architektonischen Wert. Historische Gewächshäuser, Brunnen, Natursteinmauern, Treppenanlagen und Gartenpavillons bilden gemeinsam mit der exotischen Vegetation ein harmonisches Gesamtkunstwerk der Gartenarchitektur.
Zu den rätselhaftesten Bauwerken Teneriffas gehören die Pyramiden von Güímar. Dabei handelt es sich um sechs stufenförmige Steinbauten aus Lavagestein, deren Ursprung lange Zeit umstritten war. Heute geht man überwiegend davon aus, dass sie im 19. Jahrhundert beim Anlegen landwirtschaftlicher Terrassen entstanden. Dennoch weisen ihre präzise Ausrichtung nach astronomischen Gesichtspunkten und ihre ungewöhnliche Bauweise interessante architektonische Besonderheiten auf. Der norwegische Forscher Thor Heyerdahl machte die Anlage international bekannt. Heute gehört sie zu einem archäologischen Freilichtmuseum mit umfangreichen Ausstellungen.
Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife verbindet historische Architektur mit moderner Stadtentwicklung. Rund um den Hafen entstanden seit dem 18. Jahrhundert repräsentative Verwaltungsgebäude, Handelshäuser und Plätze. Zu den bedeutendsten Bauwerken zählen die Plaza de España, die Iglesia de la Concepción, das Teatro Guimerá sowie zahlreiche Jugendstil- und Kolonialbauten entlang der Einkaufsstraßen. Moderne Bürogebäude, Hotels und Einkaufszentren ergänzen heute das historische Stadtbild. Auch das Gebäude des kanarischen Parlaments gehört zu den markanten öffentlichen Bauwerken der Hauptstadt.
Das bekannteste moderne Bauwerk Teneriffas ist das Auditorio de Tenerife in Santa Cruz. Die futuristische Konzerthalle wurde nach Plänen des spanischen Architekten Santiago Calatrava errichtet und 2003 eröffnet. Das Gebäude gilt als Wahrzeichen der Insel und zählt zu den bedeutendsten Beispielen zeitgenössischer Architektur Spaniens. Charakteristisch ist das riesige geschwungene Dach aus Stahlbeton, das wie eine Welle oder ein Segel über dem Gebäude schwebt. Das Auditorio beherbergt einen großen Konzertsaal mit hervorragender Akustik und dient als Spielstätte des Sinfonieorchesters von Teneriffa sowie zahlreicher internationaler Musik- und Kulturveranstaltungen.
Der Loro Parque in Puerto de la Cruz ist zwar vor allem als zoologischer Garten bekannt, besitzt jedoch ebenfalls bemerkenswerte architektonische Anlagen. Orientalisch gestaltete Tempel, großzügige Gartenanlagen, Wasserfälle und kunstvoll gestaltete Gebäude bilden eine außergewöhnliche Kombination aus Landschafts- und Themenarchitektur. Besonders beeindruckend sind die im Thai-Stil errichteten Eingangsgebäude sowie die aufwendig gestalteten Tierhäuser.
Eine architektonische Besonderheit stellt die Modellanlage Pueblo Chico im Valle de La Orotava dar. Auf einer großen Freifläche wurden zahlreiche historische Gebäude, Kirchen, Plätze und Landschaften der Kanarischen Inseln detailgetreu im Maßstab nachgebildet. Die Anlage vermittelt einen umfassenden Überblick über die Architektur und Stadtentwicklung des Archipels.
Zu den bedeutendsten Museumsgebäuden gehört das Museo de la Naturaleza y Arqueología in Santa Cruz de Tenerife. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Zivilhospital des 18. Jahrhunderts, das später umfassend restauriert wurde. Es beherbergt bedeutende archäologische Sammlungen zur Geschichte der Guanchen, darunter zahlreiche Mumien, Grabbeigaben sowie naturkundliche Ausstellungen über die Entstehung der Kanarischen Inseln.
Die Basilika Nuestra Señora de Candelaria zählt zu den wichtigsten Sakralbauten der Kanarischen Inseln. Sie wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts im neoklassizistischen Stil errichtet und ist der Schutzpatronin der Kanaren, der Virgen de Candelaria, geweiht. Der monumentale Glockenturm, die weitläufige Platzanlage mit den Bronzestatuen der Guanchenfürsten sowie die schlichte, helle Innenarchitektur machen die Basilika zu einem bedeutenden Wallfahrtsort und einem Wahrzeichen der Insel.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Kathedrale von San Cristóbal de La Laguna. Sie entstand auf den Fundamenten einer älteren Kirche und erhielt Anfang des 20. Jahrhunderts ihre heutige Gestalt im neogotischen Stil. Die imposante Kuppel, die hohen Gewölbe, kunstvollen Glasfenster sowie zahlreiche Gemälde und Altäre verleihen dem Bauwerk große architektonische Eleganz. Als Sitz des Bischofs der Diözese San Cristóbal de La Laguna ist sie das wichtigste katholische Gotteshaus der Insel.
Neben diesen berühmten Bauwerken prägen zahlreiche kleinere Dorfkirchen, historische Klöster, Gutshäuser, Windmühlen, Herrenhäuser sowie traditionelle Bauernhöfe das Landschaftsbild Teneriffas. Besonders in den Bergdörfern sind viele historische Gebäude aus Naturstein und kanarischem Kiefernholz erhalten geblieben. Moderne Architektur findet sich vor allem in den Tourismuszentren im Süden, wo Hotels, Apartmentanlagen und Freizeiteinrichtungen nach internationalen Standards errichtet wurden und häufig Elemente der kanarischen Bauweise mit zeitgenössischem Design verbinden.
Bildende Kunst
Teneriffa ist ein lebendiges Zentrum für bildende Kunst, das sowohl die lokale als auch die internationale Kunstszene fördert und präsentiert. Tenerife Espacio de las Artes (TEA), ein modernes Kunst- und Kulturzentrum im Herzen von Santa Cruz de Tenerife, präsentiert zeitgenössische Kunst, Fotografie, Film und neue Medien und beherbergt die Inselbibliothek, Ausstellungsräume, ein Kino und ein Café.
Das Städtische Museum der Schönen Künste (Museo de Bellas Artes) liegt in einem klassizistischen Gebäude in Santa Cruz de Tenerife. Es bietet eine Ausstellung von Gemälden, Skulpturen und Kleinkunst vom 16. bis 20. Jahrhundert. Bedeutende Werke sind Triptychon „Anbetung der Könige“ (Pieter Coecke), „San Andrés“ (José de Ribera), „Orfeo“ (Brueghel), Porträt der Königin Isabel II. (Federico de Madrazo), Werke von Joaquín Sorolla und kanarischen Künstlern wie Gaspar de Quevedo, Cristóbal Hernández de Quintana und González Méndez.
Das Museum für zeitgenössische Kunst Eduardo Westerdahl in Puerto de la Cruz präsentioert Dauer- und Wechselausstellungen mit nationaler und internationaler Kunst des 20. Jahrhunderts mit Werken unter anderem von Óscar Domínguez (Surrealismus), Manolo Millares, Lola Massieu (Avantgarde), Wolfgang Paalen, Luc Peire, Eduardo Úrculo und Angel Ferrant.
Die Fundación Cristino de Vera-Espacio Cultural CajaCanarias in La Laguna widmet sich dem Werk des kanarischen Malers Cristino de Vera und zeigt Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler.
Die wichtigsten Stilrichtungen sind Landschaftsmalerei, religiöse Motive, Porträts im Stile des Surrealismus, Avantgarde und Pop-Art samt experimenteller Medien. Die bekanntesten Künstlere sind Óscar Domínguez (Surrealist), Manolo Millares, Lola Massieu, Cristino de Vera, Eduardo Úrculo (Pop-Art).
Weitere kulturelle Institutionen sind
- MAIT – Museum für Iberoamerikanisches Kunsthandwerk (Santa Cruz)
- Casa Tafuriaste – Keramikmuseum (La Orotava)
- Centro Alfarero – Töpfermuseum (Arguayo)
Literatur
Die Literatur Teneriffas ist eng mit der Geschichte, Landschaft und kulturellen Entwicklung der Insel verbunden und reicht von den ersten Chroniken nach der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert bis in die internationale Gegenwartsliteratur. Früheste Texte wurden von Geistlichen und Chronisten verfasst, die die Eroberung der Insel, das Leben der Guanchen und die Christianisierung dokumentierten. Werke von Autoren wie Alonso de Espinosa und Juan de Abreu Galindo sind dabei zentrale historische Quellen, da sie frühe Überlieferungen mit religiösen und ethnografischen Beobachtungen verbinden.
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich auf Teneriffa eine stärker eigenständige literarische Kultur, die von den Ideen der Aufklärung, aber auch von Romantik und Realismus geprägt war. Natur und Landschaft rückten zunehmend in den Mittelpunkt literarischer Darstellungen, ebenso wie soziale Fragen, Armut und die Auswanderung vieler Inselbewohner nach Amerika.
Im 20. Jahrhundert entstand eine moderne kanarische Literatur, die stark von Identitätssuche, politischer Erfahrung und der Inselsituation geprägt ist. Bedeutende Autoren wie Pedro García Cabrera, Agustín Espinosa und Isaac de Vega entwickelten unterschiedliche literarische Formen zwischen Lyrik, Surrealismus und existenzialistischer Prosa. Besonders prägend war auch Rafael Arozarena, dessen Roman „Mararía“ zu den wichtigsten Werken der kanarischen Literatur zählt und das Leben, die Einsamkeit und die sozialen Spannungen der Inselgesellschaft beschreibt.
Die Gegenwartsliteratur ist vielfältig und international vernetzt. Autorinnen wie Elsa López oder Alicia Llarena beschäftigen sich mit Erinnerung, Identität und kultureller Zugehörigkeit, während jüngere Stimmen wie Andrea Abreu mit Werken wie „Panza de burro“ (deutsch: „So forsch, so furchtlos“) große internationale Aufmerksamkeit erlangt haben. Auch der deutsche Roman „Archipel“ von Inger-Maria Mahlke verarbeitet die Geschichte der Insel literarisch und verbindet verschiedene Zeitebenen und Perspektiven.
Neben der kanarischen Literatur haben zahlreiche internationale Schriftsteller Teneriffa als Inspirationsort genutzt. Alexander von Humboldt beschrieb die Natur des Teide und machte die Insel europaweit bekannt, während Autoren wie Jules Verne oder Agatha Christie die exotische Atmosphäre literarisch aufgriffen.
Theater
Teneriffa bietet eine lebendige Theaterszene mit historischen Häusern, modernen Bühnen und vielfältigen Aufführungen für jeden Geschmack.
Das Teatro Leal San Criustóbal de La Laguna ist eines der architektonisch beeindruckendsten und traditionsreichsten Theater der Insel, bekannt für seine prachtvolle Fassade, aufwendige Innenmalereien und ein vielseitiges Programm von Musik, Theater und Film bis hin zu Festivals. Die zentrale Lage in La Laguna und die moderne Bühnentechnik machen es zu einem kulturellen Hotspot auf Teneriffa.
Teatro Guimerá, das älteste Theater der Kanarischen Inseln, bietet ein breites Spektrum an hochwertigen Aufführungen – von klassischen Stücken über Oper bis zu modernen Inszenierungen – und ist für seine gute Akustik und das vielfältige Programm bekannt.
Das Teatro Victoria ist ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance, das besonders für innovative Produktionen, Workshops und Festivals geschätzt wird und eine wichtige Rolle in der Förderung junger Künstler spielt.
Timaginas Teatro ist eine engagierte Theatergruppe und Spielstätte, die sich auf klassische und moderne Stücke spezialisiert hat und durch ihre Nähe zum Publikum und familiäre Atmosphäre hervorsticht.
Das trendige Dinner-Theater El Desleal Teatro Cuerpo Imagen bietet neben klassischen Aufführungen auch Live-Musik, Karaoke und ein geselliges Ambiente – ideal für einen unterhaltsamen Abend mit Freunden oder Familie.
Zalatta Teatro S.L. ist für seine kreativen Inszenierungen und Theaterpädagogik bekannt und richtet sich mit einem abwechslungsreichen Programm auch an Kinder und Familien.
Film
Teneriffa bietet eine lebendige Kinolandschaft mit modernen Multiplexen, charmanten Stadtkinos und regelmäßigen Filmreihen – ergänzt durch zahlreiche internationale Filmproduktionen, die auf der Insel gedreht wurden.
Das moderne Multiplex-Kino Yelmo Cines im Einkaufszentrum La Villa in La Orotava ist für seine große Auswahl an aktuellen internationalen und spanischen Filmen, komfortable Ausstattung und barrierefreien Zugang bekannt. Es hebt sich durch 3D-Vorführungen und familienfreundliche Atmosphäre hervor.
Das beliebte Cines Price Prime im Zentrum von Santa Cruz bietet eine hochwertige Filmauswahl, moderne Technik und ist besonders bei Filmliebhabern für sein gepflegtes Ambiente und die gute Filmauswahl geschätzt.
Das X-Sur Cine (Muilticines Gran Sur) im Einkaufszentrum X-Sur in Costa Adeje punktet mit großzügigen, barrierefreien Räumen, familienfreundlicher Atmosphäre und einer breiten Auswahl an internationalen Blockbustern, oft auch in Originalsprache.
Das Kino iMulticines Tenerife m Einkaufszentrum Alcampo in La Laguna ist für Live-Events, Opernübertragungen und ein abwechslungsreiches Filmprogramm bekannt und eignet sich besonders für Familien und Kulturinteressierte.
Das Kino im Zentral Center ist ideal für Urlauber im Süden der Insel, bietet mehrere Säle, Snacks und ein familienfreundliches Umfeld – perfekt für einen entspannten Kinoabend nach dem Strand.
Das Deutsche Kino in der Stiftung Cristino de Vera (La Laguna) veranstaltet regelmäßig Filmreihen mit beliebten deutschen Filmen, was besonders für deutschsprachige Besucher und Cineasten mit Interesse an europäischem Kino attraktiv ist.
Teneriffa ist ein beliebter Drehort für internationale Produktionen wie 'Fast & Furious 6', 'Doctor Who', 'The Witcher' und 'Jason Bourne'. Die spektakulären Landschaften bieten Filmtouristen und Fans die Möglichkeit, berühmte Kulissen zu entdecken und die Insel aus einer neuen Perspektive zu erleben.
Musik und Tanz
Die frühesten musikalischen Wurzeln reichen in die Zeit der Guanchen zurück, der vorkolonialen Bevölkerung der Insel. Auch wenn ihre Musik nicht schriftlich überliefert ist, gelten rhythmische Gesänge, Trommeln und einfache Tanzformen als Teil einer archaischen Kultur, die stark mit Ritualen, Naturverehrung und gemeinschaftlichen Zeremonien verbunden war. Diese Elemente wirken in einigen heutigen Tanzformen wie dem Tajaraste nach, der als einer der ältesten überlieferten kanarischen Tänze gilt und durch Trommelrhythmen, einfache Schritte und rituelle Bewegungen geprägt ist.
Mit der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert kamen neue musikalische Formen auf die Insel, insbesondere aus Andalusien. Daraus entwickelten sich typische kanarische Volksmusikstile wie Isas, Folías, Malagueñas und Seguidillas. Diese Lieder- und Tanzformen sind bis heute ein Kernbestandteil der Folklore. Sie werden häufig bei Volksfesten, religiösen Prozessionen und Dorffeiern aufgeführt und zeichnen sich durch Gesang, Gitarrenbegleitung und rhythmische Struktur aus. Die Texte handeln oft von Liebe, Alltag, Sehnsucht, Natur und dem Leben auf der Insel.
Ein zentrales Instrument der kanarischen Musik ist die Timple, ein kleines, fünfsaitiges Zupfinstrument, das als Symbol der Inselmusik gilt. Sie wird sowohl solistisch als auch in Ensembles eingesetzt und prägt den typischen Klang der traditionellen Musik. Ergänzt wird sie durch klassische Gitarren, Trommeln (wie Bombo oder Tambor), Kastagnetten (Chácaras) sowie gelegentlich Flöten oder andere traditionelle Instrumente.
Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich eine stärker organisierte Musikszene. Komponisten wie Teobaldo Power y Lugo Viña aus Santa Cruz de Tenerife trugen zur Verbindung von klassischer Musik und kanarischer Folklore bei. Seine Werke sind bis heute Teil des musikalischen Kulturerbes der Insel.
Besonders bedeutend für die Bewahrung und Popularisierung der traditionellen Musik ist die Gruppe Los Sabandeños, die 1966 gegründet wurde. Sie gilt als eine der wichtigsten Folkloregruppen der Kanarischen Inseln und verbindet traditionelle Lieder mit modernen Arrangements. Daneben existieren zahlreiche weitere Gruppen und „parrandas“, also musikalische Volksensembles, die regional sehr aktiv sind und das musikalische Erbe lebendig halten.
Neben der traditionellen Musik ist Teneriffa heute auch in moderne Musikrichtungen eingebunden. Pop, Rock, Jazz und klassische Musik sind fest in der Kulturszene verankert. Internationale Bedeutung hat das Festival Internacional de Música de Canarias, bei dem auf Teneriffa regelmäßig hochkarätige klassische Konzerte stattfinden und internationale Orchester auftreten.
Kleidung
Die traditionelle Kleidung und Tracht auf Teneriffa ist ein lebendiger Ausdruck der Inselkultur und spielt bei Festen, Romerías, Bailes de Magos und anderen traditionellen Anlässen eine zentrale Rolle. Zur Frauenkleidung gehört ein auf dem Webstuhl gefertigter Wollrock, meist mit roter oder schwarzer Basis und bunten Längsstreifen. Darüber wird eine bestickte Schürze getragen. Unter dem Rock befindet sich ein bestickter Unterrock. Das Hemd ist aus Baumwolle oder Leinen, oft mit einem bestickten Mieder. Ein Hut mit Schal ist typisch. Schmuck, filigrane Haarnadeln und farbenfrohe Schärpen ergänzen das Outfit.
Die Männerkleidung besteht aus einer schwarzen Wollhose, bestickten Leinengamaschen, einer roten Schärpe um die Taille, einem weißen, mit Baumwolle oder Leinen bestickten Hemd und einer aus Wolle gefertigten, manchmal mit einem typischen „Esperancera“-Umhang versehenen Weste.
Die Tracht von La Orotava ist besonders elegant und detailreich – langer, farbenfroher Rock, weiße Bluse mit aufwendiger Stickerei, kunstvolle Schärpe, oft mit handgefertigtem Schmuck und filigranen Haarnadeln. Die Tracht von El Rosario ist einfacher und ländlicher – knielanger Rock, weiße Bluse, bunter Schal, traditionelle Kopfbedeckungen mit Blumen oder Schleifen. Santa Cruz de Tenerife bietet eine Mischung aus urbanem Chic und traditionellen Elementen – elegante Kleider mit modernen Schnitten und traditionellen Stickereien, Männer tragen traditionelle Jacken mit handgewebten Gürteln.
Trajes tradicionales sind historisch gewachsene, traditionelle Trachten mit regionalen Unterschieden, oft über Generationen weitergegeben. Trajes típicos sind standardisierte Modelle, die als Symbol für die Insel oder das Fest dienen, wie die bekannte Tracht von La Orotava.
Die Trachten werden üblicherweise mit großem Stolz getragen und sind Ausdruck der Verbundenheit mit der Heimat und der Pflege alter Traditionen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Inselidentität und werden besonders bei Festen und Feierlichkeiten sichtbar
Kulinarik und Gastronomie
Die tinerfenische Küche ist vergleichsweise einfach, aber sehr aromatisch und basiert stark auf regionalen Zutaten wie Kartoffeln, Mais, Fisch, Ziegenfleisch, Hülsenfrüchten und verschiedenen lokalen Soßen und Gewürzen. Ein Grundnahrungsmittel ist die kanarische Kartoffel, die besonders als „Papas arrugadas“ (Runzelkartoffeln) berühmt ist. Sie werden in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis sich eine typische Salzkruste bildet, und traditionell mit „Mojo“ serviert – einer typischen Sauce, die es in grüner (Koriander- oder Petersilienbasis) und roter Variante (Paprika, Knoblauch, Chili) gibt. Diese Kombination gilt als eines der bekanntesten Gerichte der gesamten Kanarischen Inseln.
Eine weitere traditionelle Spezialität ist „Gofio“, ein geröstetes Getreidemehl, das bereits von den Guanchen verwendet wurde. Es wird sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten genutzt, etwa als Beilage, in Suppen oder als „Gofio escaldado“, bei dem es mit Fischbrühe zu einer dicken Masse verarbeitet wird. Gofio gilt bis heute als Symbol der kanarischen Ernährungsgeschichte.
Die Inselküche ist stark von Fisch und Meeresfrüchten geprägt, da Teneriffa eine lange Küstenlinie besitzt und der Atlantik eine wichtige Nahrungsquelle darstellt. Typische Fischarten sind Thunfisch, Sardinen, Sama oder Vieja (Papageifisch). Fisch wird häufig gegrillt, gebraten oder in Salzteig gegart und meist sehr schlicht mit Kartoffeln oder Mojo serviert, um den Eigengeschmack zu erhalten.
Auch Fleischgerichte spielen eine wichtige Rolle, insbesondere Ziegenfleisch (Cabrito) und Schweinefleisch. Beliebt sind Gerichte wie „Ropa vieja“, ein Eintopf aus Fleischresten, Kichererbsen und Gemüse, sowie „Carne de fiesta“, mariniertes und gebratenes Schweinefleisch. In ländlichen Regionen ist die traditionelle Küche besonders stark erhalten geblieben und wird oft noch in großen Familienportionen zubereitet.
Ein charakteristisches Element der Gastronomie ist die Verwendung lokaler Käsesorten, insbesondere Ziegenkäse, der oft geräuchert oder leicht gereift angeboten wird. Er ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaft und wird sowohl pur als auch in Gerichten oder als Tapas serviert.
Auch Süßspeisen haben eine lange Tradition. Typische Desserts sind „Bienmesabe“ (eine süße Creme aus Mandeln, Honig und Eigelb), „Frangollo“ (ein Pudding aus Maismehl, Milch und Zitrusnoten) oder „Truchas de Navidad“, gefüllte Teigtaschen, die besonders zur Weihnachtszeit beliebt sind.
Die Gastronomie Teneriffas ist stark von der Tapas-Kultur geprägt. In Bars und kleinen Restaurants werden viele kleine Gerichte serviert, die gemeinsam gegessen werden und eine große Vielfalt der Inselküche zeigen. Wein spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Teneriffa besitzt mehrere kleine, aber qualitativ hochwertige Weinregionen, die vor allem autochthone Rebsorten wie Listán Negro oder Malvasía kultivieren.
Typische Gerichte und Spezialitäten sind:
- Papas Arrugadas mit Mojo: Kleine, in Salzwasser gekochte Kartoffeln mit runzeliger Schale, serviert mit Mojo verde (grün, mit Koriander) oder Mojo rojo (rot, mit Paprika und Chili)..
- Gofio: Geröstetes Mehl aus Mais oder Weizen, das als Grundlage für viele Gerichte dient, zum Beispiel als Beilage, in Suppen oder als Dessert.
- Conejo en Salmorejo: Mariniertes Kaninchenfleisch, gebraten und mit Papas Arrugadas serviert, typisch für den Norden der Insel.
- Ropa Vieja: Eintopf aus zerrissenem Fleisch, Kichererbsen und Gemüse, der ursprünglich aus Resten zubereitet wurde.
- Puchero Canario: Herzhafter Eintopf mit Kichererbsen, Gemüse und verschiedenen Fleischsorten.
- Carne de Fiesta: Mariniertes und gebratenes Schweinefleisch, serviert mit Bratkartoffeln, oft bei Festen angeboten.
- Sancocho: Gesalzener Fisch, meist mit Kartoffeln und Süßkartoffeln gekocht, serviert mit Mojo und Gofio.
- Escaldón de Gofio: Gofio mit Brühe vermengt, bis eine breiige Konsistenz entsteht, oft mit Zwiebeln und Käse serviert.
- Frangollo: Süßer Maisgrießpudding mit Zitronenschale, Zimt und Mandeln, ein traditionelles Dessert.
- Arepas: Kleine Fladen aus Maismehl, gefüllt mit Käse, Fleisch oder Gemüse, ursprünglich aus Venezuela, aber auf Teneriffa sehr beliebt.
- Gebackener Käse mit Mojo: Geräucherter kanarischer Käse, gebacken und mit Mojo-Sauce serviert.
- Pulpo a la Gallega: Zubereitet nach galicischer Art, aber auch auf Teneriffa weit verbreitet: gegarter Tintenfisch mit Paprika und Olivenöl.
Lokale Getränke sind:
- Weine aus Teneriffa: Die Insel ist bekannt für ihre eigenen Weine, besonders aus dem Anbaugebiet Tacoronte-Acentejo und dem Valle de Güímar.
- Ron Miel: Honigrum, ein aromatischer Likör, der gerne als Digestif serviert wird.
- Barraquito: Typischer kanarischer Kaffee mit Kondensmilch, Likör und Zimt.
Die Gastronomie auf Teneriffa reicht von gemütlichen Guachinches (traditionelle Lokale mit lokalem Wein und Hausmannskost) bis hin zu gehobenen Restaurants mit moderner Küche. Besonders in Santa Cruz, La Laguna und Puerto de la Cruz findet man eine große Auswahl an authentischen und internationalen Restaurants. Teneriffa bietet somit eine reiche und abwechslungsreiche Küche, die sowohl traditionelle als auch moderne Einflüsse vereint und bei jedem Besuch kulinarische Entdeckungen ermöglicht.
Festkultur
Offizielle Feiertage sind:
- 1. Januar - Año Nuevo (Neujahr)
- 6. Januar - Los Reyes (Heilige Drei Könige)
- 2. Februar - La Candelaria (Lichtmess)
- April - Semana Santa (Karwoche) und Pascua (Ostern)
- 1. Mai - Día del Trabajo (Tag der Arbeit)
- 1. Maisonntag - Día de la Madre (Muttertag)
- Ende Mai - Corpus Christi (Fronleichnam)
- 30. Mai - Día del Canarios (Tag der Kanaren): Regionalfeiertag
- Anfang Juni - Pentecostés (Pfingsten)
- 24. Juni - Fiesta San Juan Bautista (Johannistag): Sonnwendfeiern
- 29. Juni - Pedro y Paulo (Peter und Paul)
- 25. Juli - Santiago (Jakobstag): Fest des Schutzpatrons Spaniens
- 15. August - Asunción (Mariae Himmelfahrt)
- 12. Oktober - Día de la Hispanidad (Spanischer Nationalfeiertag) zur Erinnerung an die „Entdeckung Amerikas“ durch Kolumbus
- 1. November - Todos los Santos (Allerheiligen)
- 6. Dezember - Día de la Constitución (Tag der spanischen Verfassung)
- 8. Dezember - Inmaculada Concepción (Unbefleckte Empfängnis Marias)
- 25. Dezember - Navidad (Weihnachten)
- 31. Dezember - Noche del Año Viejo (Altjahrstag)
Teneriffa ist bekannt für seine lebendige Festkultur mit zahlreichen traditionellen und modernen Festen, die das ganze Jahr über stattfinden. Hier sind die wichtigsten und beliebtesten Feste auf der Insel:
- Karneval von Santa Cruz de Tenerife: Das größte und bekannteste Fest der Insel, das international als einer der wichtigsten Karnevals weltweit gilt. Es findet im Februar statt und zieht Besucher aus aller Welt an. Highlights sind große Umzüge (Cabalgata Anunciadora), Wahl der Karnevalskönigin, Musikwettbewerbe und bunte Kostüme.
- Romerías (Wallfahrten): Dabei handelt es sich um religiöse Prozessionen mit Volksfestcharakter, bei denen Einheimische in traditionellen Trachten teilnehmen. Besonders bekannt sind die Romería de San Benito in La Laguna und die Romería de la Cruz in Santa Cruz. Beginn ist meist im März in Candelaria, weitere Romerías folgen im Jahresverlauf in verschiedenen Orten.
- Semana Santa (Karwoche): Im Mittelpunkt stehen religiöse Feierlichkeiten mit beeindruckenden Prozessionen, besonders in La Laguna und La Orotava. Die Veranstaltungen sind eine Kombination aus Spiritualität, Musik, regionaler Küche und Freizeitaktivitäten.
- Fronleichnam wird auf Teneriffa sogar zweimal gefeiert. Besonders in La Orotava werden kunstvolle Sand- und Blumenteppiche angefertigt, die als Weg für die Prozession dienen. Die Tradition der Teppichkunst geht bis ins Jahr 1847 zurück.
- Maifeste in Santa Cruz sind Feiern zum Stadtgründungsjubiläum mit Prozessionen, Musik, Tanz, Wettbewerben und kulinarischen Angeboten. Die Romería de la Cruz ist ein zentrales Ereignis.
- Noche de San Juan (Johannisfeuer) sind Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende am 23./24. Juni. Im Nordwesten entzündet man Feuer, in Puerto de la Cruz wird das traditionelle Ziegenbad am Strand durchgeführt.
- Fiestas de San Andrés finden am 29. November in Icod de los Vinos statt. Es ist eijn einzigartiges Spektakel: Teilnehmer rutschen auf Holzbrettern die steilen Straßen hinunter.
- Fiestas del Cacharros in Puerto de la Cruz. Einheimische ziehen alte Küchenutensilien durch die Straßen – Erinnerung an die Reinigung der Weinfässer.
- Corazones de Tejina um den 24. August. Es ist ein einzigartiges Fest mit riesigen, kunstvoll gestalteten Herzen aus Papier, die durch das Dorf getragen werden.
- Feste zu Ehren der Virgen de Candelaria sind religiöse Feierlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin der Kanaren im August. Pilger aus ganz Teneriffa besuchen die Basilika in Candelaria.
- Feste zu Ehren lokaler Schutzheiliger: Fast jede Gemeinde feiert jährlich ihr Patronatsfest mit Prozessionen, Musik und regionalen Spezialitäten.
- Festivbis al Internacional de Música de Canarias ist ein int bis rnationales Musikfestival im Januar bis und Februar mit Konzerten auf Teneriffa und Gran Can bis ria.
Medien
Die wichtigsten Printmedien auf Teneriffa sind bis egionale Zeitungen, die sowohl lokale als auch überregionale bis chrichten abdecken. Besonders bedeutend ist „El Día bis , eine traditionsreiche Tageszeitung mit Sitz in Santa Cruz de Ten bis rife, die lange Zeit als wichtigste Stimme der Insel g bis lt und stark auf lokale Politik, Gesellschaft und Wirtschaf bis fokussiert ist. Daneben spielen auch bis kanarienweite Medien wie „Diario de Avisos“ eine bis ichtige Rolle, das als eine der ältesten Zeitungen Spaniens gilt und sowohl kulturelle als auch politische Themen behandelt. Ergänzt wird b is ie Printlandschaft durch kostenlose Wochenzeitungen und Stadtmagazine, die sich häufig auf Touri bis mus, Veranstaltungen und lokale Kultur konzentrieren.
Im Bereich Radio ist Teneriffa durch ein dichtes Netz öffentlich-rechtlicher und privater Sender geprägt. Wichtige nationale Sender wie RNE (Radio Nacional de España) und große private Ketten wie Cadena SER, COPE oder Onda Cero betreiben regionale Studios auf der Insel. Diese liefern tägliche Nachrichten aus Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur mit starkem Bezug zu den Kanaren. Ergänzt wird das Angebot durch lokale Radiosender, die oft Musik, lokale Ereignisse und Gemeindeinformationen in den Mittelpunkt stellen.
Das Fernsehen wird sowohl durch nationale spanische Sender als auch durch regionale Kanäle geprägt. Besonders wichtig ist der öffentlich-rechtliche Regionalsender Telspeziell für die Kanarischen Inseln produziert. Er berichtet über lokale Politik, Kultur, Wirtschaft und gesellschaftliche Themen und spielt eine zentrale Rolle bei der regionalen Identitätsbildung. Daneben sind auch die großen spanischen Sendergruppen wie RTVE, Antena 3 und Telecinco präsent und werden auf der Insel umfassend empfangen.
Auf Teneriffa erscheinen folgende Zeitungen:
- Diario de Avisos: Die älteste Zeitung der Kanarischen Inseln, erscheint täglich und ist eine der wichtigsten lokalen Tageszeitungen auf Teneriffa.
- El Día: Weitere bedeutende Tageszeitung mit Fokus auf lokale und regionale Nachrichten.
- Wochenblatt: Zeitung der Kanarischen Inseln, erscheint regelmäßig online und als Printausgabe, mit Fokus auf aktuelle Nachrichten, Kultur und Veranstaltungen.
- Inselmagazin: Monatsmagazin komplett auf Deutsch, mit Nachrichten, Hintergrundwissen und Tipps zu Teneriffa und den Kanaren. Kostenlos an vielen Standorten und als E-Paper verfügbar.
- Teneriffa News: Online-Portal mit aktuellen Nachrichten, Urlaubstipps, Wetter und mehr für Teneriffa und die Kanaren.
- Kanarenmarkt: Führendes Online-Nachrichtenportal in deutscher Sprache mit täglichen Updates von allen Kanarischen Inseln.
Radiosender auf Tenerife sind unter anderem:
- Radio Europa FM: Tägliche Nachrichten und Musik auf Deutsch. Im Norden auf 102.3 & 98.7 FM, im Süden auf 106.8 & 88.5 FM.
- Schlager Welle (Radio Europa): Musik und Nachrichten auf Deutsch. Im Norden auf 89.6 FM, im Süden auf 87.9 FM.
- Ofm Jazz Radio: 94.3 MHz im Süden von Teneriffa.
- Sunshine Radio: 101.5 MHz in Adeje.
- Power FM Tenerife: 91.1–91.9 MHz in Los Gigantes.
Dazu kommen zahlreiche lokale spanischsprachige Radiostationen auf der Insel. Deutsche Fernsehsender können über Satellit empfangen werden, was in vielen Ferienwohnungen und -häusern Standard ist. Die wichtigsten spanischen Sender (RTVE, Antena 3, Telecinco, Canal Sur, etc.) sind ebenfalls über Kabel oder Satellit verfügbar.
Kommunikation
Teneriffa hat die Telefonvorwahl 0(039)922. Die fünfstelligen Postleitzahlen beginnen mit 38.
Sport
Teneriffa bietet eine außergewöhnliche Vielfalt an Sportmöglichkeiten, die von Wassersport über Outdoor-Abenteuer bis hin zu klassischen Ballsportarten reichen. Dank des ganzjährig milden Klimas ist die Insel ein Paradies für Sportbegeisterte. Beliebte Sportarten auf Teneriffa sind:
- Surfen, Wellenreiten, Bodyboarden: Über 32 Surfgebiete mit unterschiedlichen Wellen für Anfänger und Fortgeschrittene.
- Windsurfen und Kitesurfen: Besonders beliebt an Stränden wie El Médano, Playa de las Américas und Los Cristianos.
- Tauchen und Schnorcheln: Klare Sicht, artenreiche Meereswelt und zahlreiche Tauchschulen machen Teneriffa ideal für Unterwassersport.
- Segeln, Kajakfahren, Hochseeangeln: Viele Möglichkeiten für Segeltörns, Kajaktouren und Angelausflüge.
- Wandern: Zahlreiche Wanderwege durch Nationalparks (zum Beispiel Teide, Anaga), Schluchten und Küsten.
- Mountainbiken und Radfahren: Herausfordernde Strecken durch Berge und Täler, auch mit E-Bikes möglich.
- Klettern, Canyoning, Gleitschirmfliegen: Vielfältige Angebote für Kletterer, Abenteurer und Paraglider.
- Gokartfahren: Besonders an der Südküste gibt es Rennstrecken für Kinder und Erwachsene.
- Golf: Viele erstklassige Golfplätze mit Blick auf Meer und Teide.
- Tennis: Zahlreiche Tennisplätze, vor allem an der Costa Adeje und in Hotels.
- Schwimmen: Trainingscamps und Wettkämpfe, zum Beispiel im Tenerife Top Training in Adeje.
- Reiten: Reitställe und Ausritte durch die Natur.
- Caving: Höhlenforschung in vulkanischen Höhlensystemen.
Fußball
Fußball ist auf Teneriffa sehr beliebt und wird vor allem durch den Club Deportivo Tenerife (CD Teneriffa) repräsentiert. Der Verein wurde 1922 gegründet und spielt aktuell in der Segunda División, der zweithöchsten spanischen Liga. Die Heimspiele finden im Estadio Heliodoro Rodríguez López in Santa Cruz de Tenerife statt, das rund 24.000 Zuschauer fasst.
CD Teneriffa hat in seiner Geschichte insgesamt 13 Spielzeiten in der Primera División (der ersten spanischen Liga) absolviert. Besonders erfolgreich waren die 1990er-Jahre, als der Verein unter anderem das Halbfinale im UEFA-Pokal erreichte und dabei gegen europäische Spitzenklubs wie Lazio Rom, Feyenoord Rotterdam und Brøndby IF gewann. Seit dem Abstieg 1999 konnte der Verein nicht mehr in die erste Liga zurückkehren, gehört aber weiterhin zu den wichtigsten Fußballvereinen der Kanaren.
Neben dem Profifußball gibt es auf Teneriffa zahlreiche Amateurvereine und auch einen Damenfußballverein. Fußball ist fester Bestandteil der Sportlandschaft der Insel und zieht regelmäßig viele Zuschauer an.
Lucha Canaria
Lucha Canaria ist der traditionelle kanarische Ringkampf und auf Teneriffa eine der beliebtesten und authentischsten Sportarten mit einer großen Fangemeinde und breiter Vereinslandschaft. Die Ursprünge gehen auf die Guanchen, die Ureinwohner der Kanaren, zurück. Zwei Mannschaften mit je zwölf Ringern treten gegeneinander an. Ziel ist es, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, sodass er mit einem anderen Körperteil als den Füßen den Sand berührt. Es gibt etwa 40 erlaubte Griffe, Schläge und Tritte sind verboten. Die Kämpfe finden auf runden Sandflächen, den sogenannten „Terreros“, statt. Ein Kampf besteht aus maximal drei Runden à drei Minuten. Inzwischen nehmen auch Frauen offiziell teil.
Die Federación de Lucha Canaria de Tenerife organisiert die Wettkämpfe und Meisterschaften. Die Geschäftsstelle befindet sich in La Laguna (C/ Adán Martín, 15, 38208). Es gibt das ganze Jahr über regelmäßige Wettkämpfe in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen, oft im Rahmen von Dorffesten oder bei speziellen Events. Besonders bekannte Veranstaltungen sind „La Luchada del Año“ (zum Beispiel in Puerto de la Cruz) und die Finals der Liga CaixaBank in Santa Úrsula. Lucha Canaria ist fest in der kanarischen Kultur verankert und bietet ein einzigartiges Erlebnis für Zuschauer und Teilnehmer.
Neben Lucha Canaria gibt es auf Teneriffa weitere traditionelle Sportarten wie das Spiel des Stocks (Juego del Palo), das Heben von Steinen und das kanarische Kegeln.
Persönlichkeiten
Die wichtigsten mit Teneriffa verbundenen Persönlichkeiten sind:
- José de Anchieta (1534 bis 1597), Missionar, Jesuit, Heiliger und Sprachforscher
- Antonio de Viana (1578 bis 1650), Dichter und Historiker
- Juan Núñez de la Peña (1641 bis 1721), Historiker
- Amaro Pargo (1678 bis 1747), Kaperfahrer und Händler
- Juan de Iriarte (1702 bis 1771), Bibliothekar und Gelehrter
- José de Viera y Clavijo (1731 bis 1813), Historiker und Naturforscher
- Bernardo de Iriarte (1735 bis 814), Diplomat und Politiker
- Tomás de Iriarte (1750 bis 1791), Fabeldichter und Schriftsteller
- Agustín de Betancourt (1758 bis 1824), Ingenieur und Erfinder
- Domingo Monteverde (1773 bis 1832), Militär und Kolonialverwalter
- Fernando Estévez (1788 bis 1854), Bildhauer
- Teobaldo Power (1848 bis 1884), Komponist und Pianist
- Mercedes Pinto (1883 bis 1976), Schriftstellerin und Frauenrechtlerin
- Óscar Domínguez, Maler (Surrealismus)
- Pedro García Cabrera, Dichter
- Domingo Pérez Minik (1903 b is 1989), Literaturkritiker und Essayist
- Luis Molowny, Fußballspieler und Trainer
- Adán Martín (1943 bis 2010), Politiker und Präsident der Kanaren
- Cristina García Ramos, Journalistin und Fernsehmoderatorin
- Caco Senante, Sänger und Liedermacher
Fremdenverkehr
Der Fremdenverkehr ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel und prägt sowohl das Landschaftsbild als auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Teneriffa in hohem Maße. Die Insel gehört zu den bedeutendsten Reisezielen im Atlantikraum und zieht jährlich mehrere Millionen Besucher aus ganz Europa und zunehmend auch aus Übersee an. Besonders stark vertreten sind Gäste aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den nordischen Ländern, die das ganzjährig milde Klima, die Strände, die Vulkanlandschaften und die gut ausgebaute touristische Infrastruktur nutzen. Der Tourismus ist eng mit der regionalen Wirtschaft verflochten und schafft einen großen Teil der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, insbesondere in Hotellerie, Gastronomie, Transport und Freizeitindustrie. Gleichzeitig führt die starke touristische Entwicklung zu erheblichen strukturellen Herausforderungen. Dazu gehören steigende Immobilien- und Mietpreise, eine wachsende Belastung der Verkehrs- und Wasserversorgungssysteme sowie ökologische Probleme in besonders stark frequentierten Regionen. Diese Entwicklungen haben in den letzten Jahren zu gesellschaftlichen Debatten und Protestbewegungen geführt, die eine stärkere Regulierung des Tourismus und einen besseren Schutz der natürlichen Ressourcen fordern.
Die wichtigsten touristischen Regionen liegen im Süden und Norden der Insel. Im Süden dominieren sonnensichere Bade- und Feriengebiete wie Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos, die durch große Hotelanlagen, Apartmentkomplexe und ein breites Freizeitangebot geprägt sind. Diese Region ist besonders auf Pauschal- und Strandtourismus ausgerichtet.
Der Norden, insbesondere rund um Puerto de la Cruz, bietet hingegen einen stärker kulturell und landschaftlich geprägten Tourismus mit historischer Architektur, botanischen Gärten und Nähe zum grünen Orotava-Tal. Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife spielt zusätzlich eine wichtige Rolle im Kreuzfahrt- und Städtetourismus.
Die Insel verfügt über eine sehr breite Palette an Unterkunftsformen, die verschiedene Zielgruppen bedienen:
- Luxushotels und Resorts: Vor allem im Süden angesiedelt, häufig mit All-Inclusive-Angeboten, großen Poolanlagen, Wellnessbereichen und direkter Strandlage.
- Mittelklassehotels: In nahezu allen touristischen Zentren verbreitet, oft mit Halbpension oder Frühstücksangeboten.
- Apartmentanlagen und Ferienwohnungen: Eine der wichtigsten Unterkunftsformen, besonders für Individualtouristen und Langzeiturlauber.
- Landhäuser (Casas rurales): Vor allem im Inselinneren und in ländlichen Gebieten verbreitet, oft in restaurierten traditionellen Gebäuden mit Fokus auf Natur- und Aktivurlaub.
- Campingplätze und ökologische Unterkünfte: Zwar weniger zahlreich, aber zunehmend beliebt im Rahmen nachhaltiger Tourismusformen.
Die touristische Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Zwei internationale Flughäfen – Teneriffa Süd (Reina Sofía) und Teneriffa Nord (Los Rodeos) – verbinden die Insel mit vielen europäischen Städten. Ein dichtes Straßennetz sowie Busverbindungen (Guaguas) ermöglichen eine gute Erreichbarkeit der touristischen Regionen.
In den letzten Jahren wurde zunehmend versucht, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehören Maßnahmen wie die Regulierung von Besucherströmen in Naturschutzgebieten, Umweltabgaben in sensiblen Regionen sowie Programme zur Förderung von umweltfreundlicher Mobilität und energieeffizienten Hotels.
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Zeitungen und Zeitschriften
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Reiseberichte
- Marcel Hüneken: Teneriffa - eine Insel mit zwei Gesichtern, 8.2.2023 = https://www.derpart.com/marcelhueneken/experten-blog/teneriffa-eine-insel-mit-zwei-gesichtern
- Bettinas Reisetipps: Teneriffa-Urlaub = https://www.bettinas-reisetipps.de/reiseziele-in-europa-urlaub-kanarische-inseln-tipps-teneriffa/
- 1000 miles: Teneriffa ist eine langweilige Touristeninsel. Oder? https://www.1000miles.at/places/teneriffa/
- Part-Time Travel: Teneriffa Reiseblog = https://parttimetravel.ch/teneriffa-reiseblog/
Videos
- Tenerife. 4 hour drone aerial = https://www.youtube.com/watch?v=xrFvGrTyHcA&list=RDxrFvGrTyHcA&start_radio
- Flying over Tenerife = https://www.youtube.com/watch?v=kaeekBKhecE&list=RDkaeekBKhecE&start_radio
- Teneriffa - Im Reich des Feuers (arte) = https://www.youtube.com/watch?v=DJsUKLoRIMA
- Grenzenlos - Die Welt entdecken in Tenerife = https://www.youtube.com/watch?v=2Hoeb39vgwg
- Kanaren: Inseln der Arbeitslosen = https://www.youtube.com/watch?v=sSjkKeO1FHQ&t
- Teneriffa hautnah und nachhaltig = https://www.youtube.com/watch?v=zY7NQsFHY6k
Atlas
- Teneriffa, openstreetmap = https://www.openstreetmap.org/search?query=Tenerife&zoom=14&minlon=-16.165094375610355&minlat=28.583165068981423&maxlon=-16.030340194702152&maxlat=28.65022292178903#map=10/28.3020/-16.5221
- Teneriffa, ADAC = https://maps.adac.de/show/teneriffa-kanaren
- Teneriffa, Satellit = https://satellites.pro/Santa_Cruz_de_Tenerife_map
- Teneriffa, interaktiv = https://www.tenerifeon.es/en/interactive-map
Reiseangebote
Studiosus-Reisen Teneriffa = https://www.studiosus.com/reisefinder?searchValue=Teneriffa
Teneriffa und Gomera, multiaktiv reisen = https://www.frosch-sportreisen.de/wanderreisen/teneriffa-multiaktiv
Wikinger-Reisen: Das ist Teneriffa = https://www.wikinger-reisen.de/wanderreisen/spanien/kanaren/teneriffa/62262.php
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