Korfu (Kerkyra)

Aus Insularium
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Korfu wird wegen seiner Vegetation auch „die grüne Insel“ genannt und zählt zu den wohlhabendsten Regionen Griechenlands. Seit der Antike ist sie ein wichtiger Brennpunkt der mediterranen Welt. Immer wieder wurde die Insel zerstört, immer wieder neu aufgebaut. Sie war ein sagenumwobener Hort mythischer Gestalten und stand im Zentrum militärstrategischer Konzepte. Nicht zuletzt aber ist Korfu der Geburtsort des modernen Griechenland.

Inselsteckbrief
offizieller Name Κέρκυρα [Kérkyra]
alternative Bezeichnungen Kuraijo (um -1300), Korkyra (ab -5. Jahrhundert), Drépano (-3. Jahrhundert), Koryphō (ab 9. Jahrhundert), Corfù (ab 13. Jahrhundert), Corcyre (1797), Kerkira (alternative Umschrift), Corfou (französisch), Corfu (englisch), Korfu (deutsch)
Kategorie Meeresinsel
Inseltyp echte Insel
Inselart tektonische Insel
Gewässer Ionisches Meer (Iónio Pélagos), Straße von Korfu (Porthmós tis Kérkyras)
Inselgruppe Ionische Inseln (Iónia Nisiá)
politische Zugehörigkeit Staat: Griechenland (Ellinikí Dimokratía)
Region: Ionische Inseln (Iónia Nisiá)
Regionalbezirk: Kerkyra (Perifereiakí Enótita Kérkyras)
Gliederung 3 δήμοι [dimoi] (Gemeinden)
10 αστικοί οικισμοί [astikoi oikismoi] (urbane Siedlungen)
180 αγροτικοί οικισμοί [agrotikoi oikismoi] (ländliche Siedlungen)
Status Regionalbezirk (perifereiakí enótita)
Koordinaten 39°36‘ N, 19°45‘ O
Entfernung zur nächsten Insel 1,2 km (Ptychia), 13,5 km (Paxos)
Entfernung zum Festland 2 km (Gjiri i Blistë / Albanien)
Fläche 585,312 km² / 225,99 mi² (mit Nebeninseln 592,9 km² / 228,92 mi², Regionalbezirk 613,63 km² / 237,3 mi²)
geschütztes Gebiet 23,32 km² / 9,0 mi² (4 %)
maximale Länge 61 km (NW-SO)
maximale Breite 26 km (NO-SW)
Küstenlänge 224 km (Küstenlinie 217 km)
tiefste Stelle 0 m (Ionisches Meer)
höchste Stelle 906 m (Pantokrator)
relative Höhe 906 m
mittlere Höhe 190 m
maximaler Tidenhub 0,2 bis 0,3 m (Korfu-Stadt 0,24 m)
Zeitzone OAE (Ôra tes Anatolikes Europes / Osteuropäische Zeit, UTC+2)
Realzeit UTC plus 1 Stunde 17 bis 21 Minuten
Einwohnerzahl 100.000, Regionalbezirk 100.854 (2023)
Dichte (Einwohner pro km²) 170,85 (Regionalbezirk 164,36)
Inselzentrum Korfu-Stadt (Kerkyra)


Name

Korfu, griechisch Κέρκυρα [Kérkyra], in alternativer Umschrift Kerkira, anglisiert Corfu, italienisch Corfù, wird wegen ihrer recht üppigen Vegetation auch „die grüne Insel“ genannt. Der griechische Name Kerkyra oder Korkyra bezieht sich auf zwei mächtige Wassergottheiten: Poseidon, Gott des Meeres, und Asopos, ein bedeutender griechischer Festlandfluss. Der Sage nach verliebte sich Poseidon in die schöne Nymphe Korkyra, Tochter des Asopos und der Flussnymphe Metope, und entführte sie. Poseidon brachte Korkyra auf die bis dahin unbenannte Insel und gab dem Ort im Eheglück ihren Namen: Korkyra, der sich allmählich zu dorisch Kerkyra entwickelte. Sie hatten ein Kind, Phaiax, nach dem die Bewohner der Insel Phaiakes (lateinisch Phaeaciani) genannt wurden. Korfu ist von daher auch als die „Insel der Phäaken“ bekannt. Apollonios von Rhodos (-3. Jahrhundert) nannte die Insel Δρέπανο [Drépano] nach dem griechischen Wort δρεπάνι [drepáni] für „Sense“ mit dem Hinweis, dass unter der Insel die Sense verborgen sei, mit der Kronos der Überlieferung zufolge die Genitalien seines Vaters Uranus, von dessen Blut die Phäaken abstammten, schnitt. Der römische Autor Strabon (-63 bis 23) wiederum setzte Korfu gleich mit der homerischen Insel Seria, deutsch auch Scheria, an der Opdysseus nach langen Irrfahrten landete, ehe er auf das nahegelegene Ithaka zurückkehrte.

Der früheste namentliche Hinweis auf Korfu ist das mykenisch-griechische Wort ko-ro-ku-ra-i-jo mit der Bedeutung „Mann aus Kerkyra“, niedergeschrieben um -1300 in Linear-B-Silbenschrift, woraus sich Kuraijo als mykische Inselbezeichnung ergibt. Etymologisch könnte die indogermanische Wurzel *kerk- für eine „Biegung“ oder „etwas sich Biegendes“ dahinter stecken. Eine andere Deutung verweist auf byzantinisch griechisch stous korfous, was soviel bedeutet wie „von den Zitzen“. Der Name Corfù ist eine italienische Version des byzantinischen Κορυφώ [Koryphō], was „Stadt der Gipfel“ bedeutet. Der Name leitet sich aus dem byzantinischen Griechisch Κορυφαί [Koryphai] ab und bezeichnet die beiden Gipfel des Palaio Frourio.

  • afrikaans: Korfu
  • albanisch:  Korfuzi
  • arabisch: كورفو  [Al-Kerkira]
  • armenisch:  Կերկիրա [Kerkira]
  • aserbaidschanisch: Korfu
  • baskisch:  Korfu
  • bengalisch: করফু [Korfu]
  • birmanisch: ကိုဖူး [Ko-phu]
  • bosnisch: Krf
  • bretonisch:  Korfou
  • bulgarisch:  Корфу [Korfu]
  • cebuano: Corfu
  • chinesisch: 科孚 [Kēfú]
  • dänisch:  Korfu
  • deutsch:  Korfu
  • englisch:  Corfu
  • esperanto:  Korfuo
  • estnisch:  Korfu
  • färöisch:  Korfu
  • finnisch:  Korfu
  • französisch:  Corfou. Corcyre
  • friesisch:  Korfû
  • galizisch:  Corfú, Cercira
  • gälisch:  Corfú
  • georgisch:  კერკირა [Kerkira]
  • griechisch:  Κέρκυρα [Kérkyra]
  • gudscheratisch: કોરફુ [Korfu]
  • hebräisch: קורפו  [Kerkira]
  • hindi: कोर्फू [Korfu]
  • imndonesisch: Korfu
  • irisch:  Corfú
  • isländisch:  Korfú
  • italienisch:  Corfù
  • japanisch: コルフ [Korufu]
  • kambodschanisch: កូរហ្វូ [Kōrphu]
  • kasachisch: Керкира [Kerkira]
  • katalanisch:  Corfú
  • kirgisisch: Корфу [Korfu]
  • koreanisch: 코르푸 [Koreupu]
  • kroatisch:  Krf
  • laotisch: ຄໍຟູ [Khɔ̄-fū]
  • lateinisch:  Corcyra
  • lettisch:  Kerkīra
  • litauisch:  Kerkyra
  • makedonisch:  Крф [Krf]
  • malaisch: Pulau Korfu
  • maldivisch: ކޯރފޫ [Kōrfū]
  • maltesisch:  Corfu
  • marathi: कॉर्फू [Korfu]
  • mongolisch: Корфу [Korfu]
  • nepalesisch: कॉर्फू [Korfu]
  • niederländisch:  Korfoe
  • norwegisch: Korfu
  • okzitanisch:  Corfú
  • pandschabisch: ਕੋਰਫੂ [Korfu]
  • paschtunisch: کورفو [Korfu]
  • polnisch:  Korfu
  • portugiesisch:  Corfu
  • rumänisch:  Corfu
  • russisch:  Керкира [Kerkira]
  • sardisch: Corfu
  • schwedisch:  Korfu
  • serbisch:  Крф [Krf]
  • singhalesisch: කොර්ෆු [Korfu]
  • sizilianisch: Corfu
  • slowakisch:  Korfu
  • slowenisch:  Krf
  • spanisch:  Corfú
  • tadschikisch: Керкира [Kerkira]
  • tagalog: Corfu
  • tamilisch: கோர்ஃபூ [Kōrfū]
  • thai: คอร์ฟู [Khɔ̄-fū]
  • tibetisch: ཀོར་ཕུ་ [Korfu]
  • tschechisch:  Korfu, Kerkyra
  • tuzrkmenisch: Korfu
  • türkisch:  Korfu
  • ukrainisch:  Керкіра [Kerkira]
  • ungarisch:  Korfu
  • usbekisch: Kerkira
  • venezianisch:  Corfù
  • vietnamesisch: Korfu
  • walisisch:  Corfu
  • weißrussisch:  Керкіра [Kerkira]

Offizieller Name:  Δήμος Κέρκυρας [Dimos Kerkyras]

  • Bezeichnung der Bewohner:  Κερκυραίος [Kerkyreos] (Korfioten)
  • adjektivisch:  kerkyreos (korfiotisch)

Kürzel:

  • Code:  KY / KKY
  • Kfz:  KY
  • Gemeindecode:  320101
  • ISO-Code:  GR.NI.KY

Lage

Korfu liegt im Norden des Ionischen Meeres, knapp vor der albanisch-griechischen Küste im ä#ußersten Nordwesten Griechenlands auf durchschnittlich 39°36‘ n.B. und 19°45‘ ö.L.. Die Insel ist 2 km von der albanischen, 7,5 km von der griechischen und 110 km von der italienischen Küste entfernt. Sie befindet sich auf der gleichen geografischen Breite wie der äußerste Süden Albaniens, Larisa in Thessalien, die Insel Lemnos, Eskisehir, Ankara und Erzurum in der Türkei, der Süden Armeniens und Aserbaidschans, das Zentrum der Wüste Karakum in Turkmenistan, Buchara in Usbekistan, die chinesische Hauoptstadt Peking, Hungnam in Nordkorea, Morioko in Japan, Eureka, Salt Lake City und New York in den USA, Salamanca und Tortosa in Spanien, Olbia im Norden Sardiniens und Neapel in  Italien.


Geografische Lage:

  • nördlichster Punkt:  39°53‘13“ n.B. (Ereikoussa)
  • südlichster Punkt:  39°21‘40“ n.B. (Akra Asprokavos)
  • östlichster Punkt:  20°07‘20“ ö.L. (Akra Kandouris)
  • westlichster Punkt:  19°22’01“ ö.L. (Othonoi)

Entfernungen:

  • Ksamil / Albanien  2 km
  • Grammos / Griechisches Festland 8,5 km
  • Akra Lakka / Paxos 13,5 km
  • Ioannina / Griechenland 80 km
  • Conrada Guardiola / Italien  107 km
  • Patras  219 km
  • Athen 376 km

Zeitzone

Auf Korfu gilt wie in ganz Griechenland die Osteuropäische Zeit, griechisch Ôra tes Anatolikes Europes (OAE), englisch Eastern European Time (EET), eine Stunde vor der Mitteleuropäischen Zeit und 2 Stunden vor der Koordinierten Weltzeit (UTC+2). Die Realzeit liegt um eine Stunde und 17 bis 21 Minuten vor der Koordinierten Weltzeit (UTC).

Fläche

Korfu hat eine Fläche von 592,9 km² bzw. 228,92 mi², wovon 585,312 km² bzw. 225,99 mi² auf die Hauptinsel entfallen, als Gemeinde mit Nebeninseln 613,63 km² bzw. 237,3 mi², nach älteren Angaben 641 km² groß. Davon entfallen nauf die Stadt Korfu 41,905 km² bzw. 16,18 sqm. Die Insel ist von Nordnordwesten nach Südsüdosten 61 km lang bei einer durchschnittlichen Breite von 9 km, einer minimalen Breite von 3,2 km und einer maximalen Breite von 26 km. Die Küste ist insgesamt 224 km, die Küstenlinie 217 km lang. Der Tidenhub beträgt 0,2 bis 0,3 m (im Hafen Korfu 0,24 m). Höchste Erhebung ist der Pantokrator mit 906 m. Die mittlere Seehöhe liegt bei 190 m. Die Stadt Korfu umfasst 41,905 km² bzw. 16,18 mi².

Landschaft

Korfu liegt, getrennt durch die Straße von Korfu, vor der nur 2 km entfernten albanischen Küste. Die Apenninenhalbinsel im Westen ist knapp hundert Kilometer entfernt. Auf Korfu gibt es zwei Seen, Korission und Antinioti, und vier kleine Flüsse, die im Sommer oft recht trocken sind in Potamos, Sidari, Messonghi und Lefkimmi.

Der nordöstliche Teil von Korfu liegt vor der Küste von Sarandë, Albanien, und ist durch Meerengen von 3 bis 23 km Breite getrennt. Die südöstliche Seite der Insel liegt vor der Küste von Thesprotia, Griechenland. Ihre Form ähnelt einer Sichel (drepanē, δρεπάνι), mit der sie von den Alten verglichen wurde: Die konkave Seite, mit der Stadt und dem Hafen von Korfu in der Mitte, liegt zur albanischen Küste hin.

Zwei hohe und klar abgegrenzte Gebirgszüge unterteilen die Insel in drei Bezirke, von denen der nördliche gebirgig, der mittlere hügelig und der südliche niedrig gelegen ist. Der bedeutendere der beiden Gebirgszüge, der Pantokrator (Παντοκράτωρ - der Allmächtige), erstreckt sich in östlicher und westlicher Richtung vom Kap Falacro bis zum Kap Psaromita und erreicht seine größte Höhe auf dem gleichnamigen Gipfel.

Der zweite Gebirgszug gipfelt in dem Berg Santi Jeca oder Santa Decca, wie er durch Fehlinterpretation der griechischen Bezeichnung Άγιοι Δέκα (Hagioi Deka) oder die Zehn Heiligen genannt wird. Die gesamte Insel, die aus verschiedenen Kalksteinformationen besteht, weist eine große Oberflächenvielfalt auf: Strände gibt es in Agios Gordis, der Lagune von Korission, Agios Georgios, Marathia, Kassiopi, Sidari, Palaiokastritsa und vielen anderen. Korfu liegt in der Nähe der geologischen Verwerfung von Kefalonia, und es kam schon zu Erdbeben.

Die Küstenlinie von Korfu erstreckt sich über 217 km (135 Meilen), einschließlich der Kaps; der höchste Punkt ist der Berg Pantokrator (906 m) und der zweite Stravoskiadi, mit 849 m (2.785 ft). Die gesamte Ausdehnung der Kaps und Landzungen umfasst Agia Aikaterini, Drastis im Norden, Lefkimmi und Asprokavos im Südosten und Megachoro im Süden. In der Mitte zwischen Gouvia und der Bucht von Korfu, die sich über einen großen Teil der Ostküste der Insel erstreckt, befinden sich zwei weitere Inseln, Lazareto und Ptychia (oder Vido).


Erhebungen

  • Pantokrator  906 m
  • Mikarakodes  852 m
  • Stavoskiadi  849 m
  • Tsouka  625 m
  • Agios Deka  576 m
  • Arakli  505 m
  • Agios Mattheos 463 m
  • Panteleimonas  462 m
  • Evangelistria  460 m
  • Stavros  425 m
  • Agios Georgios  392 m
  • Agios Dimitrios 330 m
  • Agia Kyriaki  288 m

Seen

  • Korission-Lagune   6,0 km², 5,5 x 1,8 km, Tiefe 3 m
  • Antinioti-See  0,4 km², 1,0 x 0,3 km, Tiefe 2 m


Flüsse

  • Sidari  17,5 km
  • Potamos  11,0 km
  • Messonghi  10,0 km
  • Lefkimi  7,5 k

Inseln

  • Korfu   585,312 km²
  • Othonoi  0,078 km²
  • Ereikoussa  3,7 km²
  • Mathraki  3,1 km²
  • Vido  0,538 km²
  • Diakopo  0,35 km²
  • Diaplo  0,31 km²
  • Lazaretio   0,071 km²
  • Gravia  0,05 km²

Geologie

Das nördliche Bergland nimmt den sogesamten „Kopf“ im Norden der Insel ein und seine südliche Abgrenzung erstreckt sich von der Bucht von Liapades über Skripero nach Pirgi am Nordende der Bucht von Ipsos. Der Ostteil wird durch das Kalkmassiv des Pantokrators (906 m) gebildet. Diese mesozoischen Kalke reichen nach Westen als ausgeprägter Rücken bis nach Trompeta, wo die Straße von Kerkyra zum Norden der Insel das Gebirge überquert. Während es sich bei den Ablagerungen im Nordosten um Flysch-Schichten handelt, wird der Nordwesten aus molassischen Kalken und Mergeln des Miozän und Pliozän gebildet.

An die Gebirgszone schließt sich nach Norden eine alluviale Küstenebene an, die von Agios Stefanos bis Roda reicht. In dem sich nach Westen anschließenden Küstenbereich erstrecken sich die pliozänen Mergel wieder bis ans Meer, werden dann bei Sidari, wo der Bach Fonissa mündet, durch ein breites, sehr fruchtbares Tal, welches sich rund 6 km in das Landesinnere erstreckt, unterbrochen. Von hier reichen sie dann bis zur Westküste, wo sie teilweise Kliffküsten bilden. Die Unterschiedlichkeit der Gesteine spiegelt sich auch in der Oberflächengestalt deutlich wider. So fällt das Pantokratormassiv steil zum Osten und Süden hin ab, während es nach Norden in den Molassehügeln sanft ausläuft.

Auf dem Massiv des Pantokrators befindet sich ein Plateau mit deutlichen Verkarstungserscheinungen, während der eigentliche Gipfel am Ostrand des Plateaus kegelförmig ca. 100 m herausragt.

Die pliozänen Gebiete des Nordwestens sind dem mergeligen Material entsprechend hügelig mit weichen Formen und Höhen zwischen 100 und 200 m. Im Gegensatz dazu stehen die Teile südlich davon, die hauptsächlich aus miozänen Kalkbrekzien gebildet sind, :schroffe Formen aufweisen und an der Küste steile, manchmal sogar überhängende Kliffs bilden.

Das mittelkorfiotische Hügelland wird zum größten Teil durch triassische Brekzien mit Gipseinlagerungen gebildet. Der südöstliche Teil weist wieder Kalke des Miozäns auf, wie sie im Nordwesten der Insel vorkommen. Im Westen bildet ein Gebirgszug, der zum mittelkorfiotischen Bergland gehört, die Grenze. Diesem schließt sich östlich das große Ropa-Tal an, welches auf einen Grabenbruch zurückzuführen ist. Das Ropa-Tal war ein See, wurde aber von den Venezianern bis zum 16. Jahrhundert mittels eines Durchbruchs bei Ermones zum Meer entwässert. Noch heute bilden sich im Winter zahllose Seen und Tümpel. Da die Malariagefahr erst vor einigen Jahrzehnten völlig gebannt werden konnte, ist das Gebiet nur sehr dünn besiedelt.

Zwischen Ropa-Tal und Ostküste erstreckt sich ein Gebiet mit verkarsteten Kalkhügeln, wo man zahlreiche Dolinen und auch kleinere Becken findet, welche ebenfalls im Winter aufgrund des hohen Niederschlags häufig versumpfen, bzw. zu Seen vollaufen. Während der trockenen Sommer verschwinden all diese Gewässer bis auf wenige Ausnahmen.

Am Rande des Ropa-Tals, welches in einer Höhe von 40 m über dem Meer liegt, erheben sich die Kalkrücken, die hier an ihrem Westrand Höhen von rund 950 m erreichen und dann langsam zur Ostküste hin abfallen. Die Küste ist in diesem Teil der Insel von wenigen Ausnahmen abgesehen sehr flach.

In den miozänen Gebieten nahe der Stadt Kerkyra fehlen die Verkarstungserscheinungen, doch ist das Gebiet von den Seitentälern des Potamos-Flusses zerschnitten und abgesehen von der Stadt selbst, die auf einem Felssporn liegt, findet man auch hier Flachküsten. Südlich der Stadt erstreckt sich eine Lagune in das Landesinnere, die jedoch starke Verlandungserscheinungen zeigt und an deren Rand sich der jetzige Flughafen befindet.

Das mittelkorfiotische Bergland besteht aus verschiedenen Gebirgszügen, die sich überwiegend von Norden nach Süden erstrecken. Der nördlichste Teil beginnt bei Liapades und wird bei Ermones durch den Abfluß des Ropa-Tals durchbrochen. In diesem Teil des Gebirges findet man vorwiegend Kreide- und Jurakalke sowie tertiäre Kalke und Konglomerate mit Gipseinlagerungen in der südlichen Hälfte. Südlich von Ermones erhebt sich der Berg Agios Georgios (392 m), der ebenfalls aus miozänen Konglomeraten aufgebaut ist, die sich an der Westküste bis südlich Sinarades verfolgen lassen.

Es schließen sich nach Süden an der Küste wieder tertiäre Kalke an, während die höheren Teile des Küstengebirges dem Jura zuzuordnen sind und die Gipfel der höchsten Berge, Agios Matthäos (436 m), Auflagen aus Kreidekalken haben. Den gleichen Aufbau hat der Berg Agios Deka (576 m), der 9 km südlich der Hauptstadt die ganze Breite der Insel sperrt.

An diesen Berg schließt sich auch an der Ostküste ein Kalkgebirge an, in dessen Aufbau aber die mesozoischen Schichten fehlen. Südlich des Berges Agios Deka, zwischen den beiden Küstengebirgen, befindet sich das breite Tal des Messonghi Flusses, der bei dem gleichnamigen Ort an der Ostküste mündet. Die Westküste ist im Bereich des mittelkorfiotischen Berglandes überwiegend unzugänglich, da das Gebirge steil zum Meer hin abfällt, und es an vielen Stellen zur Bildung von Kliffküsten kommt. Dazwischen liegen größere und kleinere Buchten mit Sandstränden. Die Berge, in erster Linie der Agios Deka, erschweren somit den Zugang zum Süden in diesem Teil der Insel. Die Hauptstraße verläuft demzufolge entlang der Ostküste. Die bei weitem nicht so steile Gebirgshänge aufweist, wie dies im Westen der Fall ist.

Das südliche Tertiärhügelland beginnt südlich Messonghi an der Ostküste mit einem zirka 90 km langen und 3 bis 4 km breiten Höhenrücken, an dessen Westrand triassische Brekzien auf die tertiären Mergel aufgeschoben sind. Bei Chlomos erreicht dieser Rücken eine Höhe von 380 m. Der Nordost-Hang fällt sanft zum Meer hin ab, doch ist die Küste hier nicht erschlossen. Die westliche Hälfte, vom Südhang des Berges Agios Matthäos bis zum Südende der Agios Georgios Bucht ist flach und steigt erst in der Mitte der Insel zu dem Höhenrücken hin an. Interessantestes Phänomen in diesem Gebiet ist der See Korission, ein Strandsee, der vom Meer durch einen Wall rezenter und fossiler Dünen getrennt ist, doch besteht ein kleiner Ausfluss zum Meer, da sonst im Winter die Randgebiete des Sees versumpfen würden.

Südlich des Sees schließt sich die fruchtbare Ebene von Agios Georgios an, die bis an das Meer reicht. Südlich Argirades finden sich überwiegend mergelige Kalke des Pliozäns, die an der Westküste bis auf Höhen um 150 m steigen und steile Kliffküsten bilden, während sie nach Osten auf Höhen bis zu 30 m fallen.

Diese Hügelketten sind stark durch zahllose Bäche zerschnitten, die überwiegend nach Osten entwässern. Nördlich Lefkimi erstreckt sich längs der Küste eine große Ebene, wo bis zum Beginn der 1970er Jahre Salinen aus venezianischer Zeit in Betrieb waren und gemäß dem Regionalentwicklungsplan von 1978 ein neuer Großflughafen geplant war. Am Südende der Insel ragt das zirka 100 m hohe Kap Asprokavos steil aus dem Meer heraus.

Die Eignung und Nutzung der einzelnen Küstentypen, bzw. Küstenabschnitte für den Fremdenverkehr ist natürlich stark von ihrer physischen Beschaffenheit abhängig, doch spielen auch Faktoren wie Lage, Erschließung undsoweiter eine entscheidende Rolle, auf die jedoch bei der Behandlung der einzelnen Fremdenverkehrsgebiete näher eingegangen werden soll. Generell lässt sich sagen, dass die Westküste mit vorwiegend Steilküsten bis auf den heutigen Tag nur sehr mangelhaft erschlossen ist, wenn man einmal von Palaiokastritsa absieht. (Dies hat sich seit 1977 stark geändert. Fast jeder Strand, der früher nur über einen schmalen Fußweg erreichbar war, kann heute mit einem Auto angefahren werden, etwa Pelekas)

Korfu hat im Westen kein einziges Dorf direkt am Meer, wie zum Beispiel Benitses oder Gouvia im Osten, denn die naturräumlichen Gegebenheiten, wie zum Beispiel das Küstengebirge oder der See Korission erschweren den Zugang zum Meer erheblich. Da keine Naturhäfen auf dieser, dem Ionischen Meer zugewandten Seite, existieren, bestand bei der Bevölkerung nie eine Neigung, direkt am Meer zu siedeln. Die Dörfer liegen hoch über dem Meer, wie etwa Pelekas. Ein Grund hierfür dürfte wohl auch die bessere Verteidigungsmöglichkeit in früheren Zeiten gewesen sein (Schutzlage), als die Küsten noch von Piraten und Eroberern heimgesucht wurden.

Die Ostküste ist wesentlich geschützter, da sie dem korfiotischen Binnenmeer zugewandt ist, wo es nur selten zu höherem Wellengang kommt, nämlich im Winter bei Ostwind. Von der Ostküste aus wird der Zugang ins Hinterland wesentlich erleichtert, weshalb sich hier auch viele Reeden und Ankerplätze finden. Im Nordosten existieren sogar einige sehr gute, kleine Naturhäfen; die Gründung der Stadt Kerkyra ist ebenfalls nur auf ihre gute topographische Lage und ihren Hafen zurückzuführen. Gerade heute werden Fragen nach den Küstenformen wieder aktuell, da sich eine relativ hohe Zunahme bei den Benutzern von Jachten und Sportbooten verzeichnen lässt, die natürlich auf eine Vielzahl von Ankermöglichkeiten angewiesen sind.

Flora und Fauna

Korfu gilt als die “grünste” der Inseln Griechenlands. Demgemäß reichhaltig ist ihre Pflanzen-und Tierwelt.

Flora

Aufgrund der hohen Niederschlagswerte und der günstigen Grundwasserverhältnisse verfügt Korfu über eine sehr artenreiche, üppige Vegetation. Der ursprünglich existierende Wald, gebildet durch Knoppereiche (Quercus aegilops), Erdbeerbäume, Eschen, wilde Olivenbäume, Pinien und Zypressen, wurde in venezianischer Zeit gefällt und ist heute rudimentär nur noch am Nordhang des Pantokrators und westlich von Messonghi erhalten.

Insgesamt ergibt sich durch den häufigen Wechsel der Vegetation, sowohl innerhalb der kultivierten als auch der „natürlichen“ Landschaftsteile, ein optisch sehr ansprechendes und nie langweilig wirkendes Landschaftsbild, wie es von vielen Autoren als eine Grundvoraussetzung für Erholungslandschaften erachtet wird, wobei diese optische Wirkung durch das Relief noch verstärkt wird.

Generell gilt, dass oberhalb der Olivenbäume die Macchie vorherrscht, da hier die Hänge zu steil sind oder wie im Falle des Pantokratormassivs wegen der Höhenlage kein Olivenanbau mehr betrieben werden kann.

Homer nennt sechs Pflanzen, die den Garten des Alkinoos schmücken: wilde Oliven, Birnen, Granatäpfel, Äpfel, Feigen und Weinreben. Von diesen sind der Apfel und die Birne auf Korfu sehr minderwertig; die anderen gedeihen, zusammen mit allen in Südeuropa bekannten Obstbäumen, zusätzlich zu Kumquat, Loquat und Kaktusfeige und an einigen Stellen auch Banane. Olivenbäume dominieren und bilden zusammen mit Zypressen die typische korfiotische Landschaft. Ungestört von der Landwirtschaft ist die hohe Macchia der wichtigste natürliche Vegetationstyp, gefolgt von Laubwäldern aus Eichen und in geringerem Maße von Pinienwäldern. Insgesamt wurden mehr als 1800 Pflanzenarten gezählt.


Wichtigste Pflanzenarten:

  • Acker-Witwenblume (Field Scabious, Knautia arvensis)
  • Afrikanische Tamariske (African Tamarisk, Tamarix africana)
  • Bastardmohn (Rough Poppy, Papaver hybridum)
  • Baumartige Aloe (Tree Aloe, Aloe arborescens)
  • Baum-Wolfsmilch (Tree Spurge, Euphorbia dendroides)?
  • Behaarter Backenklee (Hairy Canary Clover, Dorycnium hirsutum)
  • Bengalische Wicke (Purple Vetch, Vicia benghalensis)
  • Binsenartiger Weiderich (False Grass-poly, Lythrum junceum)
  • Blaue Färberdistel (Blue Safflower, Carduncellus caeruleus)
  • Blauer (blauroter) Steinsame (Purple Gromwell, Buglossoides purpuro-caerulea)
  • Bockshornklee (Hay Seed, Trigonella foenum-graecum)
  • Dorniger Akanthus (Spiny Bear's Breeches, Acanthus spinosus)
  • Eukalyptus-Baum (Eucalyptus, Eucalyptus sp.)
  • Feld-Klee (Field Clover, Trifolium campestre)
  • Gelber Hornmohn (Yellow Horned Poppy, Glaucium flavum)
  • Gemeine Braunelle (Common Selfeal, Prunella vulgaris)
  • Gewelltblättrige Königskerze (Wavyleaf Mullein, Verbascum sinuatum)
  • Graue Gliedermelde (Shrubby Glasswort, Arthrocnemum macrostachyum)
  • Große Wachsblume (Honeywort, Cerinthe major)
  • Großes Zittergras (Quaking Oats, Briza maxima)
  • Hundskamille (Mayweed, Anthemis sp.)
  • Illyrische Siegwurz (Wild Gladiolus, Gladiolus illyricus)
  • Italienischer Aronstab (Arum of Italy, Arum italicum)
  • Johanniskraut (St. John's Wort, Hypericum sp.)
  • Kardendistel (Common Teasel, Dipsacus sylvestris)
  • Klatschmohn (Corn Poppy, Papaver rhoeas)
  • Kleinfrüchtiger Affodill (Common Asphodel, Asphodelus aestivus)
  • Kretische Strauchpappel (Cornish Mallow, Lavatera cretica)
  • Lockerblütiges Knabenkraut (Lax-flowered Orchid, Orchis laxiflora)
  • Milchfleckdistel (Milk Thistle, Galactites tomentosa)
  • Mittleres Immergrün (Intermediate Periwinkle, Vinca difformis)
  • Montpellier-Kampferkraut (Spiny Golden Star, Camphorosma monspeliaca)
  • Ölbaum (Olive Tree, Olea europaea)
  • Pfriemenginster (Spanish Broom, Spartium junceum)
  • Pippau (Hawksbeard, Crepis sp.)
  • Portulak-Salzmelde (Sea Purslane, Atriplex portulacoides)
  • Purpur-Storchschnabel (Little Robin, Geranium purpureum)
  • Rankender Erdrauch (White Ramping-fumitory, Fumaria capreolata)
  • Riesenschilf (Little Robin, Arundo donax)
  • Rosen-Lauch (Rose Garlic, Allium roseum)
  • Rote Mittagsblume (Sour Fig, Carpobrotus acinaciformis)
  • Saat-Siegwurz (Field Gladiolus, Gladiolus italicus)
  • Saat-Wucherblume (Corn Marigold, Chrysanthemum segetum)
  • Safran-Rebendolde (Hemlock Water-dropwort, Oenanthe crocata)
  • Schnepfen-Ragwurz (Woodcock Orchid, Ophrys scolopax)
  • Schwarzkümmel (Love-in-a-Mist, Nigella damascena)
  • Sizilianischer Steinklee (Sicilian Melilot, Melilotus messanensis)
  • Stechende Binse (Spiny Rush, Juncus acutus)
  • Stechendes Sternauge (Pallenis spinosa)
  • Sternklee (Starry Clover, Trifolium stellatum)
  • Stranddistel (Sea Holly, Eryngium maritimum)
  • Strand-Levkoje (Sea Stock, Matthiola sinuata)
  • Strandwinde (Beach Morning Glory, Calystegia soldanella)
  • Strauchiges Brandkraut (Jerusalem Sage, Phlomis fruticosa)
  • Südfranzösischer Lein (Narbonne Flax, Linum narbonense)
  • Violetter Dingel (Violet Limodore, Limodorum abortivum)
  • Wegwarte (Chicory, Cichorium intybus)
  • Weichhaariger Lein (Pink Flax, Linum pubescens)
  • Windendes Geißblatt (Honeysuckle, Lonicera implexa)
  • Zistrose (Rock Rose, Cistus sp.)
  • Zylinderputzer (Bottlebrush, Callistemon sp.)

Fauna

Die Veränderung der Vegetation von der Antike bis heute hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Fauna Korfus. Die Rodung der Wälder (zum Beispiel soll es auf dem Pantokrator einmal Eichenwälder gegeben haben) ist einer der Gründe, warum es auf Korfu keine großen wildlebenden Säugetierarten mehr gibt.

In historischen Quellen ist Kerkyra als Paradies für Jäger beschrieben. So erzählt Plianos, dass Hirsche vom epirotischen Festland schwimmend die nördliche Meeresstraße bei Agios Stefanos überquerten. Heute kommen hauptsächlich kleine Säugetierarten (Kaninchen, Fuchs, Marder, Igel und andere) und viele Reptilienarten vor.

Die Feucht- und Lagunengebiete (Antinioti bei Agios Spiridon, Chalikopoulos beim Flughafen, Korrision im Südwesten) bieten eine reichhaltige Vogelwelt. Im Gebiet der Lagune Korrision wurden über 150 Arten gezählt.

Die Vogelwelt (Avifauna) ist sehr umfangreich: Seit dem 19. Jahrhundert wurden rund 300 Vogelarten gezählt. Die Arten variieren in ihrer Größe vom großen Flamingo bis zum Goldhähnchen. Einige Arten sind ausgestorben, wie das Felsenhuhn und das Rebhuhn, oder brüten nicht mehr auf der Insel, wie der Kaiseradler, der Seeadler, der Habichtsadler, der Gänsegeier und der Schmutzgeier.

Rund 40 Säugetierarten leben auf der Insel und im Meer um sie herum. Finnwale, Pottwale, Cuvier-Schnabelwale, Große Tümmler, Kurzschnauzendelfine, Streifendelfine und Risso-Delfine sind die regelmäßig anwesenden Wale und Delfine. Mönchsrobben tauchen von Zeit zu Zeit auf, ohne dort zu brüten. Fischotter überleben noch immer in den Lagunen und Flüssen von Korfu. Der Goldschakal war bis in die 1960er Jahre weit verbreitet, aber nach seiner Verfolgung ist er ausgestorben; die letzten Exemplare wurden in der ersten Hälfte der 1990er Jahre beobachtet. Jüngste Sichtungen deuten auf eine Wiederbesiedlung vom nahe gelegenen Festland hin. Wildschweine wurden nach dem Jahr 2000 ausgerottet, nachdem sich Landwirte über Ernteschäden beschwert hatten, aber im Moment besiedeln sie Korfu wieder, indem sie vom Festland aus schwimmen. Rotfüchse, Marder, Wiesel, Feldhasen und Igel sind weit verbreitet, ebenso wie einige kleinere Säugetiere wie der Siebenschläfer, der Haselmaus, die Hausmaus, die Gelbhalsmaus, die westliche Breitzahn-Feldmaus, die Waldmaus, die Zwergspitzmaus, die Etruskerspitzmaus sowie mehrere Fledermausarten. In jüngster Zeit wurden Nasenbären, Damhirsche, Rothirsche, indische Kammstachelschweine, sibirische Streifenhörnchen und Waschbären beobachtet, doch handelt es sich dabei um Ausreißer, und nur der Nasenbär und der Waschbär haben lebensfähige Populationen aufgebaut.

Acht Amphibienarten und 31 Reptilienarten leben auf und um Korfu oder wurden dort nachgewiesen. Der griechische Molch, der mazedonische Kammmolch, die Erdkröte, die Wechselkröte, der Laubfrosch, der Springfrosch, der Epirus-Wasserfrosch und der griechische Moorfrosch sind die Vertreter der Klasse Amphibia.

An den Sandstränden nisten Unechte Karettschildkröten. An Land ist die Hermannsschildkröte weit verbreitet, während der Status der Sumpfschildkröte unklar ist. In Süßwasserfeuchtgebieten sind die Europäische Sumpfschildkröte und die Balkan-Schmuckschildkröte weit verbreitet, aber in den letzten Jahren durch die eingeführte Sumpfschildkröte bedroht.

Zu den Eidechsenarten gehören typische Eidechsen und Geckos wie der Sternagama, der Mittelmeerhausgecko, der Moorgecko, der Dalmatinische Algyroide, die Gemeine Mauereidechse, die Balkanmauereidechse, die Balkan-Grünlibelle, die Europäische Grüneidechse und der Schlangenaugenskink sowie die beinlose Griechische Blindschleiche und die Europäische Glaseidechse.

Von den Schlangen auf Korfu ist nur die Nasenviper potenziell gefährlich. Zu den harmlosen Schlangen gehören die Europäische Würmernatter, die Speer-Sandboa, die Dahl-Peitschennatter, die Balkan-Peitschennatter, die Kaspische Peitschennatter, die Äskulapnatter, die Leopardennatter, die Ringelnatter, die Würfelnatter, die Europäische Katzennatter und die Östliche Montpellier-Natter.

Es gibt 75 (und mehr) bekannte Arten von Korfiotischen Schmetterlingen. Von besonderem Interesse sind der Südliche Schwalbenschwanz, der Südliche Feuerfalter, der Oberthür'sche Zitterspanner, der Lulworth-Skipper, der Östliche Orangenspanner, der Kleine Weiße Krüper, der Östliche Fledermausbläuling und der Ästige Baumspanner, von denen viele fast bedroht sind. Vor der Jahrtausendwende war nicht viel über die Schmetterlingsfauna von Korfu veröffentlicht worden, und es gab nur ein paar kurze und obskure wissenschaftliche Artikel. Das jüngste Interesse wuchs, als am 27. April 2014 eine Facebook-Diskussionsseite (jetzt Corfu Butterfly Conservation genannt) eingerichtet wurde. Seitdem ist eine Gruppe von verantwortungsbewussten Schmetterlingsliebhabern gewachsen Mitglieder zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels), die ihre Leidenschaft für die auf der Insel vorkommenden Schmetterlinge und Falter teilen. Durch diese Arbeit wird mehr über die Verbreitung und den Bestand der Schmetterlinge auf der Insel herausgefunden.


Pflanzen-und Tierarten:

Flora

  • Blütenpflanzen  1500   

Fauna

  • Vögel  150
  • Säugetiere  35   
  • Reptilien  23
  • Amfibien  12

Naturschutz

Auf Korfu existieren folgende Naturschutzgebiete:

  • Psilos Pantokrator: Dieses Naturschutzgebiet erstreckt sich vom Gipfel des Pantokrator bis zur Hochfläche im Süden und hat eine Fläche von 6,06 km². Es wurde 1979 ausgewiesen und gehört zur IUCN-Kategorie IV.
  • Korission-Lagune und Hilikounas-Dünen: Dieses rund 11 km² umfassende Naturschutzgebiet um die 4,25 km² große Korission-Lagune liegt im Südwesten der Insel. Es ist ein wichtiger Lebensraum für verschiedene Vogel- und seltene Pflanzenarten.
  • Antinioti-Lagune: Dieses 4 km² große Feuchtbiotop steht unter Naturschutz und ist Lebensraum für Fische, Säugetiere, Amphibien, Reptilien und viele seltene Vogelarten.#
  • Arkoudilas: Dieser Strand liegt im Südwesten von Korfu. Hier befindet sich die sogenannte „Turtle Lake“, ein Sumpfgebiet, das Lebensraum für verschiedene Wasservögel und Schildkrötenarten bietet. Ein Gebiet mit einer einzigartigen Landschaft.

Das UNESCO-Weltkulturerbe Altstadt Korfu umfasst 0,7 km² mit einer 1,62 km² großen Bufferzone.

Die Corfu Butterfly Conservation (CBC) wurde im April 2019 ins Leben gerufen. Die Gruppe setzt sich aus besorgten Einwohnern, Inselbesuchern und Wissenschaftlern aus ganz Europa zusammen. Ihr Ziel ist es, solide wissenschaftliche Daten zu erstellen, die genutzt werden können, um die Politik zu beeinflussen und den Lebensraum zum Wohle der Schmetterlinge auf Korfu und der natürlichen Umwelt im Allgemeinen zu schützen, sowie das öffentliche Interesse am Schmetterlingsschutz zu wecken.

Klima

Das Klima ist mild, die Niederschläge fallen vorwiegend im Winterhalbjahr von Oktober bis April, aber auch in den Sommermonaten ist die Luftfeuchtigkeit höher als in der Ägäis. Extrem heiße Tage sind selten, ebenso die in der Ägäis so häufigen Winde. Hier ist es im Sommer oft tagelang windstill, das Meer ist dann spiegelglatt. Der feuchtheiße Schirokko weht vorwiegend im Frühjahr und im Herbst, der Gregale (Bora) im Winter. Die Wassertemperatur liegt im Sommer bei 25°C und bleibt bis in den Oktober angenehm zum Baden.

Auf Korfu ist nicht nur die geografische Lage, sondern auch die Topografie entscheidend für das Klima. So können sich vor allem im Herbst und im Winter auf Korfu typische Staulagen bilden, die zu heftigen Niederschlägen führen. Die Wolken können nicht über das auf dem griechischen Festland und zu Teilen in Albanien liegende hohe Pindosgebirge steigen und hängen auch im Norden an Korfus gut 900 Meter höchstem Berg, dem Pantokrator fest. Dies ist die Ursache für die recht hohen durchschnittlichen Niederschlagsmengen von 1300 mm im Jahr auf Korfu. Davon fällt der größte Teil von Oktober bis Februar. Dann liegen die durchschnittlichen monatlichen Niederschlagsmengen zwischen 55 und 80 mm. Dagegen regnet es im Sommer äußerst selten, zwischen Juni und September wird selten mehr als ein Tag mit Regen gezählt.

Die Temperaturen auf Korfu steigen am höchsten von Juni bis September auf durchschnittliche Werte von 28 bis 32°C. Aber auch ab Mitte April, im Mai und Oktober werden Tageshöchsttemperaturen von über zwanzig Grad C erreicht. Nachts liegen die Temperaturen auch im Hochsommer unter zwanzig Grad, in der Übergangszeit kann es unter 10°C werden. Vergleichsweise geringe Tagestemperaturen sind in den Wintermonaten, von Dezember bis Februar, zu erwarten. Dann steigt das Thermometer maximal auf 15 bis 16°C. Nachts wird es kalt mit 5 bis 7°C. Heftige Kaltlufteinbrüche kommen jedoch nicht oft vor, Schnee gibt es in den Höhenlagen auch eher selten.


Klimadaten für Korfu-Stadt

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Maximaltemperatur °C 13,9 14,2 16,4 19,2 24,3 28,8 31,7 32 27,1 23,4 18,6 14,8 21,6
Mitteltemperatur °C 9,2 9,7 9,7 11,8 19,2 23,3 25,9 26,2 22,1 18,7 14,3 10,7 17,6
Minimaltemperatur °C 4,5 5,1 7,1 9,8 14 17,8 20 20,4 17,1 13,9 10 6,6 11,4
Tage mit Niederschlag 13 12 12 12 8 4 3 4 9 11 16 18 122
Regentage 13 11 9 7 5 2 1 1 5 9 12 15 90
Niederschlag (mm) 99 97 84 70 33 15 12 37 88 106 161 202 1004
Sonnenstunden (h/d) 4,1 4,6 5,7 7,8 9,6 11,0 12,5 11,2 9,1 6,7 4,5 3,2 7,8
Luftfeuchtigkeit (%) 71 73 72 72 69 67 63 62 64 68 69 72 70

Mythologie

In der griechischen Mythologie ist Korfu die Insel Scheria. Den griechischen Namen Kerkyra erhielt die Insel der Sage nach von der Nymphe Gorgyra (auch Kerkyra), die vom Meeresgott Poseidon auf die Insel gebracht wurde. Phaiax, das Kind dieser Verbindung, war demnach der Ahnherr der Phaiaken. Die Phaiaken gelten als gastfreundlich. Unter König Alkinoos und Prinzessin Nausikaa nahmen sie beispielsweise einen zunächst unbekannten Fremdling auf, der sich im Laufe des Gastmahls als Odysseus zu erkennen gibt und die Geschichte seiner Irrfahrten erzählt. Auch Medea und Iason finden auf ihrer Flucht aus Kolchis auf Scheria Unterschlupf. Sie heirateten dort der Sage nach der Grotte der Makris, deren Namen die Insel auch trug. Auch Apollonios von Rhodios erzählt im Werk „Argonauten”, dass die Insel Korfu einen Rastort für Jason und die Argonauten in ihren Unternehmen darstellte, um das Goldene Vlies zu erobern.

Nach dem legendären Homer, widersetzte sich der Meeresgott Poseidon Odysseus, nachdem er Kalypso entgegangen war und endlich in Richtung Haus war. Poseidon verwandelte sein Schiff in eine Felse und mit der Gewalt der Wellen zwang den armen Odysseus, Unterschlupf auf den Küsten von Scheria zu suchen, das damals von den Phaiaken regiert war. Nausikaa, Tochter des Königs der Phaiaken Alkinoos, traf und brache Hilfe Odysseus, indem sie die Wäsche auf dem Strand mit einigen Sklavinnen wusch. Bevor Odysseus wieder in die Heimat abreiste, wollte er die Schönheiten der Insel der Phaiaken sehen und bewundern. Man findet viele Legenden über Korfu, vor allem die im Bezug auf den Ursprung des Namens Kerkyra, mit dem die Griechen diese Insel heutzutage nennen.

Man erzählt, dass die Insel in der Antike mit veschiedenen Namen genannt wurde, unter denen Makris (lang) wegen seiner verlängerten Form, Drepanon (Sichel) wegen der Ähnlichkeit mit dem landwirtschaftlichen Werkzeug, und Scheria, weil Gott Poseidon auf Bitte der Göttin Demetra die schin (Anladungen) aufhielt, so dass die Insel mit dem Festland nicht verbunden war.

Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mit anderen Namen genannt und heute heißt sie Kerkyra, das aus der antiken Legende über die Nymphe Kerkyra stammt. Kerkyra war eine Nymphe, die vom Fluss Asopò geboren und vom Gott Poseidon geliebt wurde. Der Gott brachte die Nymphe in diese Insel, die ihren Namen gab, und aus dieser Liebe wurde Phaiax, Stammvater der Phaiaken, geboren.

Aus zahlreichen Studien geht hervor, dass der Mythos der Nymphe Kerkyra etymologisch mit dem byzantinischen Wort Koryfò verbunden ist, das aus der Akropolis der heutigen Stadt gegenüber stammt.

Die Insel der Phäaken war auch der Ort der Hochzeit von Jason und Medea in der heiligen Höhle von Makri. Die Höhle wird noch heute „die heilige Grotte der Medea“ genannt. Apollonios von Rhodos nannte die Insel „Drepano“ nach dem Wort „Sense“, mit dem Hinweis, dass unter der Insel die Sense verborgen sei, mit der Kronos der Überlieferung zufolge die Genitalien seines Vaters Uranus, von dessen Blut die Phäaken abstammten, schnitt. In einem anderen Absatz identifiziert er die unter der Insel vergrabene Sense und weist darauf hin, dass sie der Göttin Demeter gehört, dank derer die Insel entstanden ist. Ein anderer Historiker beruft sich auf eine Erwähnung in den Argonauten, wonach die Insel früher Makris hieß, weil die Amme des Dionysos aus Euböa dorthin geflohen war.

Geschichte

Durch das Ansteigen des Meeresspiegels wurde Korfu vor rund 10.000 Jahren endgültig vom Festland getrennt. Als Insel am Rand der griechischen Welt spielte die Insel im Lauf der Zeit eine wichtige Rolle von frühantiker Zeit bis zur Staatswerdung des modernen Griechenland.

Paläolithikum und Mesolithikum

Jäger und Sammler besiedelten die Insel erstmals vor rund 75.000, spätestens aber vor 50.000 Jahren. Bei Ghardiki im Südwesten nahe der Korission-Lagune wurde ein auf diese Zeit datiertes Steingerät, ein sogenanter Chopper, entdeckt. Ursprünglich waren es Neandertaler, die die zu dieser Zeit nur maximal 12 km vom Festland entfernte Insel aufsuchten.

Am Fuß des Agios Matthaios nahe Ghardiki wurden 1966 unter einem etwa 18 m tiefen Felsüberhang 870 Feuersteinartefakte entdeckt, die dem Jungpaläolithiokum zugeordnet werden. Sie weisen Ähnlichkeiten mit der etwa gleich alten Fundstätte Kastritsa in Epiros auf. Dabei waren schon in den späten 1960er Jahren elf Fundstätten aus dem Levallois-Moustérien bekannt, doch ist ihre Datierung umstritten. Die Artefakte auf der kleinen Insel Diaplo, die 1965 am Strand entdeckt wurden, weisen auf Kontakte zu den Fundstätten am Gargano in Italien hin.

Auch für das Mesolithikum lässt sich die Anwesenheit von Jägern, Fischern und Sammlern nachweisen. An der Fundstätte Sidari fand ein Team unter Leitung von Augustos Sordinas zwar keine Klingen, aber Abschläge davon. Die technologischen Eigenheiten weisen keinen Unterschied zu den Fundstätten auf dem Festland auf. Auf Korfu finden sich Siedlungsspuren unter anderem an der Südküste beim verlassenen Kloster Arkudhilas, an den Südausläufern des Pantokrator bei Spartylas, an der Westküste bei Ghardiki, Ermones, Afionas und Kefali, an der Ostküste Medongi, Agios Ioannis, Korfu und Ghuwia sowie an der Nordküste bei Kassiopi und Sidhari (Gallas 1989:18).

Neolithikum

Durch den postglazialen Meeresspiegelanstieg wurde Korfu zwischen etwa -10.000 und -8000 erneut vom griechischen Festland getrennt und entwickelte sich damit zu einer Insel im heutigen Sinn. Diese geographische Umgestaltung hatte tiefgreifende Folgen für Mobilität, Ressourcennutzung und spätere Besiedlungsmuster. Während der ausgehenden Mittelsteinzeit (Mesolithikum) ist eine Nutzung des Küsten- und Inselraums durch mobile Gruppen zwar wahrscheinlich, archäologisch jedoch nur punktuell fassbar.

Im eigentlichen Neolithikum setzt die dauerhafte Besiedlung der Insel ein. Ab etwa -6400 bis -6300 (nach anderen Autoren bereits um -6500) lassen sich erste sesshafte bäuerliche Gemeinschaften nachweisen (Barker 2006:349). Diese Phase markiert den Übergang von mobilen Jäger- und Sammlergruppen zu produzierenden Wirtschaftsformen mit Ackerbau und Viehzucht. Die frühesten C14-Datierungen von Siedlungskontexten liegen um -5820 und belegen eine relativ frühe Integration der Insel in neolithische Besiedlungsprozesse des westlichen Griechenlands.

Insgesamt sind inzwischen mehr als 20 neolithische Fund- und Siedlungsplätze auf Korfu bekannt, die eine vergleichsweise dichte, aber kleinräumig organisierte Besiedlung anzeigen. Die Siedlungen lagen bevorzugt in günstigen topographischen Lagen, etwa in Küstennähe, auf Terrassen oder in geschützten Talbereichen mit Zugang zu Wasserquellen und fruchtbaren Böden. Die Siedlungsstruktur weist eher auf kleine, wahrscheinlich familienbasierte Gemeinschaften hin, ohne Hinweise auf größere hierarchische Zentren.

Die materielle Kultur zeigt im Verlauf des Neolithikums eine deutliche Entwicklung. Frühformen der Keramikproduktion sind zunächst einfach und funktional geprägt. Im Laufe der Zeit lassen sich jedoch technologische Verbesserungen erkennen, insbesondere im Bereich der Brenntechnik. Die Bewohner verwendeten offenbar bereits spezialisierte Brennöfen, die höhere und kontrolliertere Temperaturen ermöglichten. Dadurch wurde die Herstellung von sogenannter monochromer Keramik möglich, also unbemalter, aber technisch relativ gleichmäßiger und hochwertiger Gefäße (Galles 1989:19). Diese Entwicklung deutet auf zunehmende handwerkliche Spezialisierung und Wissenstransfer innerhalb der Gemeinschaften hin.

Neben der Keramikproduktion spielte die Viehzucht eine zentrale Rolle. Archäozoologische Hinweise deuten auf die Haltung von Schafen, Ziegen und möglicherweise Rindern hin. Ergänzt wurde die Ernährung durch Ackerbau, wobei Getreidearten wie Emmer und Einkorn sowie Hülsenfrüchte wahrscheinlich angebaut wurden. Die Kombination aus Landwirtschaft, Viehzucht und ergänzender Nutzung natürlicher Ressourcen (zum Beispiel Fischerei und Sammelwirtschaft) bildet das wirtschaftliche Fundament der neolithischen Gesellschaften auf der Insel.

Die große Zahl an Fundstellen lässt zudem auf eine kontinuierliche kulturelle Entwicklung über mehrere Jahrtausende schließen, wobei technologische Innovationen schrittweise eingeführt wurden. Gleichzeitig zeigen die Funde, dass Korfu trotz seiner Insellage in überregionale Austauschsysteme eingebunden war. Dies betrifft insbesondere den Transfer von Rohmaterialien, technologischen Kenntnissen und möglicherweise auch kulturellen Praktiken innerhalb des ionisch-adriatischen Raumes.

Bronzezeit

Für das frühe -3. und -2. Jahrtausend sind auf Korfu nur wenige eindeutig zuweisbare Siedlungsspuren bekannt. Dies deutet entweder auf eine geringere Siedlungsdichte oder auf eine noch nicht vollständig erfasste archäologische Überlieferung hin. Wahrscheinlich bestanden kleine, küstennahe Siedlungen, deren Wirtschaft weiterhin stark auf Landwirtschaft, Viehzucht und mariner Ressourcennutzung beruhte. Im Vergleich zur vorangehenden Jungsteinzeit lassen sich zunächst keine tiefgreifenden Brüche erkennen, sondern eher graduelle Entwicklungen in Technik und Materialkultur.

Mit dem Mittel- und insbesondere dem Spätbronzezeitalter nimmt die Bedeutung der Insel im regionalen Austausch deutlich zu. Korfu lag strategisch günstig zwischen der Adria, dem westgriechischen Festland und den südlicheren ägäischen Zentren. Diese Lage begünstigte Kontakte sowohl in Richtung der Balkanräume als auch zur mykenischen Kulturwelt. Keramische Funde zeigen entsprechende Einflüsse, insbesondere im Stil und in der Technik, die Parallelen zur mykenischen Keramikproduktion aufweisen.

Ab dem -14. bis -12. Jahrhundert (Spätbronzezeit) verstärken sich diese Verbindungen. Es ist wahrscheinlich, dass Korfu in ein Netz maritimer Handelsrouten eingebunden war, über das Waren wie Keramik, Metalle, Rohstoffe und möglicherweise auch Luxusgüter zirkulierten. Metallfunde sind zwar selten, deuten aber auf die Kenntnis bronzetechnologischer Verfahren hin, insbesondere im Umgang mit Kupfer- und Zinnlegierungen, die für Werkzeuge, Waffen und Schmuck verwendet wurden.

Siedlungsarchäologisch bleibt das Bild weiterhin fragmentarisch, doch sprechen die Fundstreuungen dafür, dass es keine großen urbanen Zentren gab, sondern eher kleinere, locker organisierte Gemeinschaften. Diese dürften sich an Küstenlagen oder leicht erhöhten, gut zu verteidigenden Punkten konzentriert haben. Gleichzeitig ist anzunehmen, dass einige Plätze saisonal oder funktional unterschiedlich genutzt wurden, etwa für Landwirtschaft, Fischfang oder Handel.

Die materielle Kultur der Bronzezeit zeigt eine allmähliche Differenzierung. Neben lokaler Produktion treten zunehmend importierte oder stilistisch beeinflusste Keramiken auf, was auf intensivere kulturelle Kontakte hinweist. Auch Bestattungssitten und möglicherweise religiöse Praktiken könnten von überregionalen Traditionen beeinflusst worden sein, wobei die Beleglage hierfür auf Korfu selbst begrenzt ist.

Der wichtigste diesbezügliche Fundort ist Afiona. Die aufgefundenen Reliklte verweisen auf eine enge Verwandtschaft zu zeitgenössischen Artefakten aus Makedonien und Epiros. Neben Afiona ließen sich auch an den Fundstätten Stalakto, Ermones, Kefali und Sidari Kontakte zum Festland nachweisen. Um -1200 wurde Korfu erstmals namentglich auf einem Linear-B-Täfelchen aus dem Palast des Nestor bei Pylos erwähnt, auf dem von einem „Mann aus Korkyra“ (ko-ro-ku-ra-i-jo) die Rede ist.

Dennoch weist die bronzezeitliche Kultur Korfus einen ausgeprägt lokalen Charakter auf. Kunst und Gebrauchsgegenstände belegen, dass die Insel nicht zum mykenischen Kulturkreis gehörte. Nichtsdestotrotz gab es während der späten Bronzezeit, wie Funde mykenischer Keramik an verschiedenen Orten der Insel bezeugen, Handelsbeziehungen zum griechischen Kernland.

Archaische Zeit

Der früheste Hinweis auf Korfu ist das mykenische griechische Wort ko-ro-ku-ra-i-jo („Mann aus Kerkyra“), geschrieben in Linear-B-Silbenschrift, um -1300. Nach Strabo war Kerkyra (Κόρκυρα) die homerische Insel Scheria (Σχερία), und ihre frühesten Bewohner waren die Phäaken (Φαίακες). Einige Gelehrte haben die Insel tatsächlich mit Scheria, der in Homers Odyssee beschriebenen Insel der Phäaken, identifiziert, obwohl schlüssige und unwiderlegbare Beweise für diese Theorie noch nicht gefunden wurden. Apollonius von Rhodos beschreibt die Insel in der Argonautica als einen Ort, der von den Argonauten besucht wurde. Jason und Medea wurden dort in der „Höhle der Medea“ getraut. Apollonius nannte die Insel Drepane, griechisch für „Sichel“, da man glaubte, dass sich dort die Sichel befand, mit der Kronos seinen Vater Uranus kastrierte, von dessen Blut die Phäaken abstammten. In einer alternativen Darstellung identifiziert Apollonius die vergrabene Sichel als eine Sense, die Demeter gehörte, doch der Name Drepane geht wahrscheinlich auf die Sichelform der Insel zurück. Einem Scholastiker zufolge, der die Stelle in der Argonautika kommentiert, wurde die Insel zunächst Macris genannt, nach der Amme des Dionysos, die aus Euböa dorthin geflohen war. Einige Gelehrte haben behauptet, Korfu sei Taphos, die Insel der lelegischen Taphier.

Durch ihre vorteilhafte Lage an der Straße von Otranto kontrollierte Kerkyra den Zugang in den Westen und zu den Küsten des Adriatischen Meeres. Nach Strabo (VI, 269) waren die Liburner bis zum -8. Jahrhundert eine Zeit lang Herren der Insel. Sie sollen von den Korinthern vertrieben worden und nach längerer Odyssee hier gelandet sein. Die Insel wurde zweifellos schon vor der Gründung von Syrakus von Siedlern aus Korinth besiedelt, doch scheint Korfu zuvor einen Strom von Auswanderern aus Eretria aufgenommen zu haben. Im Jahr -734 vertrieb der Oikist Chersikrates, der aus Korinth stammte und die Stadt aufgrund innerer Unruhen verließ, mit einer Streitmacht die eretrischen Kolonisten, die sich daraufhin in Thrakien niederließen und die Stadt Methone gründeten.

Die wirtschaftlich vorteilhafte Lage Korfus auf dem Weg zwischen Griechenland und der Magna Grecia und das fruchtbare Flachland im Süden der Insel begünstigten das Wachstum der Stadt, und, vielleicht beeinflusst durch die Anwesenheit nichtkorinthischer Siedler, verhielt sich die Bevölkerung entgegen der üblichen Praxis korinthischer Kolonien unabhängig und sogar feindselig gegenüber der Mutterstadt.

Griechische Antike

Kerkyra stieg sehr rasch zu einer Seemacht auf und die Feindseligkeiten spitzten sich zu. Im Jahr -664 (nach alternativen Angaben -665) besiegte Kerkyra die Mutterstadt Korinth in der laut Thukydides ersten Seeschlacht in Griechenland und löste sich damit von dessen Vorherrschaft. Die Zwistigkeiten gingen allerdings weiter und endeten um -600 mit der Eroberung Korkyras durch den korinthischen Tyrannen Periander, griechisch Περίανδρος [Periandros], der seine neuen Untertanen dazu brachte, sich an der Kolonisierung von Apollonia und Anactorium zu beteiligen.

Die Insel erlangte bald ihre Unabhängigkeit zurück und widmete sich fortan einer rein merkantilen Politik. Während der persischen Invasion von -480 stellte sie mit 60 Schiffen die zweitgrößte griechische Flotte, nahm aber nicht aktiv am Krieg teil. Im Jahr -435 wurde es erneut in einen Streit mit Korinth um die Kontrolle von Epidamnus verwickelt und bat Athen um Unterstützung.

Dieses neue Bündnis war laut dem Historiker Thukydides eine der wichtigsten unmittelbaren Ursachen des Peloponnesischen Krieges, in dem Korkyra den Athenern als Seestation von großem Nutzen war, aber mit seiner Flotte keine große Hilfe leistete. Bei zwei Versuchen der oligarchischen Fraktion, eine Revolution durchzuführen, ging die Insel beinahe an Athen verloren; jedes Mal gewann die Volkspartei schließlich den Sieg und nahm blutige Rache an ihren Gegnern (-427 und -425).

Während der sizilianischen Feldzüge Athens diente Kerkyra als Nachschubbasis; nach einem dritten gescheiterten Aufstand der Oligarchen -410 zog es sich praktisch aus dem Krieg zurück. -375 schloss es sich erneut dem athenischen Bündnis an; zwei Jahre später wurde es von einer spartanischen Streitmacht belagert, hielt aber trotz der Verwüstung seiner blühenden Landschaft bis zu seiner Befreiung erfolgreich stand. In der Folgezeit dehnten die Korfioten ihren Einfluss auf das Festland aus. Zeitweise besetzten sie Butrint, eine wichtige Polis der Chaonier.

In der hellenistischen Zeit ab -300 war die Insel Angriffen von mehreren Seiten ausgesetzt und ihre Unabhängigkeit Korfus bedroht. Korfu wurde von Abenteurern aus Syrakus überfallen, und makedonische Könige, gefolgt von illyrischen Piraten, nutzten die Insel für Beutezüge gegen römische Handelsschiffe.

Im Jahr -303 wurde die Insel nach einer vergeblichen Belagerung durch Kassander für kurze Zeit von dem lakedämonischen General Kleonymus von Sparta besetzt, erlangte dann ihre Unabhängigkeit zurück und wurde später von Agathokles von Syrakus angegriffen und erobert. Er bot Korfu als Mitgift für seine Tochter Lanassa bei ihrer Heirat mit Pyrrhus, dem König von Epirus. Die Insel wurde daraufhin Mitglied des epirotischen Bündnisses. Vielleicht wurde damals die Siedlung Kassiope gegründet, die als Stützpunkt für die Expeditionen des Königs von Epirus diente. Die Insel blieb bis -255 im epirotischen Bündnis, bis sie nach dem Tod von Alexander, dem letzten König von Epirus, unabhängig wurde.

Römische Antike

Im Jahr -229 wurde Korfu nach der Seeschlacht von Paxos von den Illyrern unter Königin Teuta erobert, aber bereits -228 von einer römischen Flotte zurückerobert. Die blieb bis mindestens -189 eine römische Marinestation und damit die erste römische Provinz in Griechenland Zu dieser Zeit wurde sie von einem (vermutlich von den Konsuln ernannten) Präfekten regiert, aber -148 wurde sie der Provinz Macedonia angegliedert. Im Jahr -31 diente sie Octavian (Augustus) als Stützpunkt gegen Mark Anton. Kurz danach wurde die Insel der Provinz Epiros zugeschlagen.

Das Christentum kam schon früh nach Korfu. Zwei Jünger des Heiligen Paulus, Jason von Tarsus und Sosipatrus von Patras, veerbreiteten hier im 3. Jahrhundert das Evangelium, und der Überlieferung nach traten die Stadt Korfu und ein Großteil der Insel damals zum Christentum über. Ihre Reliquien wurden in der alten Kathedrale (an der Stelle der heutigen Alten Festung) aufbewahrt, bevor um 100 eine eigene Kirche für sie gebaut wurde.

In der Spätantike (spätrömische bzw. frühbyzantinische Zeit) gehörte die Insel zur Provinz Epirus Vetus in der Prätorianerpräfektur Illyricum. An 395 gehörte sie zum Oströmischen, später Byzantinischen Reich.

Im Jahr 551, während des Gotenkriegs, überfielen die Ostgoten die Insel und zerstörten die Stadt Korfu, die damals wegen ihrer Lage zwischen der Garitsa-Bucht und Kanoni als Chersoupolis (Χερσούπολις, „Stadt auf dem Vorgebirge“) bekannt war. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurde die Hauptsiedlung nach Norden verlegt, an den Standort der heutigen Alten Festung, wo die felsigen Hügel einen natürlichen Schutz vor Überfällen boten. Nach den Zwillingsgipfeln des neuen Standorts erhielt die mittelalterliche Stadt ihren neuen Namen Korypho (Κορυφώ, „Stadt auf dem Gipfel“) oder Korphoi (Κορφοί, „Gipfel“), woraus der moderne westliche Name „Korfu“ entstand. Der frühere Standort der Stadt, der heute als Palaiopolis (Παλαιόπολις, „alte Stadt“) bekannt ist, war jedoch noch mehrere Jahrhunderte lang bewohnt.

Mittelalter

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches blieb Korfu ein wichtiger Bestandteil des Byzantinischen Reiches. Aufgrund seiner strategischen Lage am Eingang zur Adria nahm die Insel während des gesamten Mittelalters eine Schlüsselrolle für die Kontrolle der Seewege zwischen dem östlichen Mittelmeer, Italien und dem Balkan ein. Gleichzeitig machte diese Lage Korfu jedoch zu einem begehrten Ziel für Eroberer, Piraten und rivalisierende Mächte.

Bereits im frühen Mittelalter wurde die Insel wiederholt von Seeräubern und feindlichen Flotten angegriffen. Besonders ab dem 8. Jahrhundert bedrohten sarazenische Piraten und muslimische Flotten aus Nordafrika und dem östlichen Mittelmeer die Küstenregionen des Byzantinischen Reiches. Korfu war aufgrund seiner Lage häufig Ziel solcher Überfälle. Die Angriffe dienten meist der Plünderung von Siedlungen, der Erbeutung von Handelsgütern und der Verschleppung von Bewohnern in die Sklaverei.

Spätestens seit dem frühen 9. Jahrhundert gehörte Korfu gemeinsam mit den übrigen Ionischen Inseln zum byzantinischen Thema Kephallenia, einer militärisch-administrativen Provinz, die der Verteidigung der westlichen Reichsgrenze diente. Das Thema bildete einen wichtigen Schutzschild gegen Bedrohungen aus Italien und dem Adriaraum und sicherte zugleich die lebenswichtigen Seeverbindungen zu den byzantinischen Besitzungen in Süditalien, insbesondere nach Kalabrien und Apulien. Die dort stationierte Flotte überwachte Handelsrouten und bekämpfte Piraterie.

Zahlreiche Reiseberichte aus dem 8. bis 12. Jahrhundert belegen die Bedeutung Korfus als Zwischenstation für Reisende, Händler, Pilger und Diplomaten. Wer von Westeuropa nach Konstantinopel oder in die Levante reiste, legte häufig auf der Insel einen Zwischenstopp ein. Korfu entwickelte sich dadurch zu einem bedeutenden kulturellen und wirtschaftlichen Kontaktpunkt zwischen der griechisch-byzantinischen und der lateinisch-westlichen Welt. Der mittelalterliche Name „Korfu“ erscheint erstmals in einer schriftlichen Quelle des Jahres 968, als der lombardische Diplomat Liutprand von Cremona in seinem Bericht über eine Gesandtschaft an den byzantinischen Hof die Insel als „Coryphus“ bezeichnete. Der Name leitet sich wahrscheinlich von den beiden markanten Gipfeln der späteren Festung ab (griechisch koryphai = Gipfel).

Unter der makedonischen Dynastie (867–1056) erlebte das Byzantinische Reich eine Phase politischer Stabilität und wirtschaftlicher Blüte, von der auch Korfu profitierte. Die Insel wurde zu einem regionalen Verwaltungs- und Handelszentrum ausgebaut. In dieser Zeit entstanden bedeutende kirchliche Bauwerke, darunter die bis heute erhaltene Kirche der Heiligen Iason und Sosipatros, die im 11. Jahrhundert außerhalb der antiken Stadtmauern von Palaiopolis errichtet wurde und als eines der ältesten christlichen Bauwerke Korfus gilt.

Trotz dieser vergleichsweise friedlichen Epoche blieb die Gefahr von Überfällen bestehen. Im Jahr 933 konnte die Insel unter der Führung des Erzbischofs Arsenios einen Angriff sarazenischer Piraten erfolgreich abwehren. Arsenios wurde später heiliggesprochen und entwickelte sich zum Schutzpatron Korfus. Sein Kult spielte über Jahrhunderte eine wichtige Rolle im religiösen Leben der Inselbevölkerung.

Der Wohlstand der makedonischen Zeit endete jedoch im 11. Jahrhundert. Nach einem weiteren Sarazeneneinfall im Jahr 1033 entstand eine wesentlich größere Bedrohung: die Normannen Süditaliens. Nachdem die Normannen große Teile Süditaliens und Siziliens erobert hatten, richteten sie ihren Blick auf die byzantinischen Besitzungen im Osten. Aufgrund seiner Lage wurde Korfu zum bevorzugten Ausgangspunkt für Angriffe auf das Byzantinische Reich.

Im Jahr 1081 landete der normannische Herzog Robert Guiscard mit seiner Flotte auf Korfu und besetzte die Insel. Kaiser Alexios I. Komnenos konnte die Normannen erst nach mehreren Jahren vertreiben. Entscheidend war dabei die Unterstützung der Republik Venedig, die im Gegenzug umfangreiche Handelsprivilegien erhielt. Diese Vereinbarungen begründeten den langfristigen venezianischen Einfluss im östlichen Mittelmeer.

Eine zweite normannische Besetzung erfolgte 1147 unter dem Admiral Georg von Antiochien. Erst nach einer etwa zehnmonatigen Belagerung gelang Kaiser Manuel I. Komnenos 1149 die Rückeroberung der Insel. Die dritte große normannische Invasion ereignete sich 1185 unter Wilhelm II. von Sizilien. Zwar fiel Korfu erneut in normannische Hände, wurde jedoch kurz darauf von Kaiser Isaak II. Angelos zurückgewonnen.

Mit dem allmählichen Zerfall der byzantinischen Macht im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert begann eine Phase politischer Instabilität. Zwischen 1197 und 1207 wurde die Insel zeitweise von genuesischen Freibeutern kontrolliert. Anschließend gelangte sie unter die Herrschaft des griechischen Despotats Epirus, eines der Nachfolgestaaten des Byzantinischen Reiches nach dem Vierten Kreuzzug. Im Jahr 1259 wurde Korfu von den epirotischen Herrschern als Mitgift an Manfred von Sizilien übergeben. Nach dessen Tod fiel die Insel 1267 an das französischstämmige Haus Anjou, das bereits in Süditalien herrschte.

Die Herrschaft der Anjou war von wiederkehrenden Machtkämpfen und Überfällen geprägt. Die Insel wurde häufig zum Schauplatz rivalisierender Interessen zwischen Byzantinern, Italienern und lokalen Machthabern. Gleichzeitig entwickelte sich Korfu zu einem wichtigen Knotenpunkt des Handels zwischen der Adria und dem östlichen Mittelmeer.

Eine bemerkenswerte Besonderheit dieser Zeit war die frühe Ansiedlung von Roma-Gruppen. Korfu gehört zu den ersten Orten Europas, an denen sich Roma dauerhaft niederließen. Um 1360 entstand das sogenannte Feudum Acinganorum, ein Lehen mit überwiegend roma-stämmiger Bevölkerung. Die Bezeichnung „Acingani“ oder „Atsinganoi“ war eine mittelalterliche Bezeichnung für Roma und findet sich in zahlreichen zeitgenössischen Quellen.

Venezianische Zeit

Im Jahr 1386 begann schließlich eine neue Epoche der Inselgeschichte. Die Republik Venedig übernahm die Kontrolle über Korfu und sicherte sich 1401 auch formell die volle Souveränität. Damit wurde die Insel Teil des venezianischen Überseereichs (Stato da Mar). Die venezianische Herrschaft sollte mehr als vier Jahrhunderte andauern und erst mit der französischen Besetzung durch die Truppen Napoleons im Jahr 1797 enden.

Vom Mittelalter und bis ins 17. Jahrhundert hinein galt die Insel als Bollwerk der europäischen Staaten gegen das Osmanische Reich und wurde zu einem der am stärksten befestigten Orte in Europa. Die Befestigungen der Insel wurden von den Venezianern zur Verteidigung gegen das Eindringen der Osmanen in die Adria genutzt. Korfu wehrte mehrere osmanische Belagerungen ab, bevor es nach den Napoleonischen Kriegen unter britische Herrschaft kam.

Kerkyra, das „Tor Venedigs“ in den Jahrhunderten, in denen die gesamte Adria der Golf von Venedig war, blieb von 1401 bis 1797 in venezianischer Hand, obwohl es mehrmals von osmanischen See- und Landstreitkräften angegriffen wurde und vier bemerkenswerten Belagerungen in den Jahren 1537, 1571, 1573 und 1716 ausgesetzt war, bei denen sich die Stärke der Stadtverteidigung immer wieder bestätigte. Die Wirksamkeit der mächtigen venezianischen Befestigungen sowie die Stärke einiger alter byzantinischer Burgen in Angelokastro, Kassiopi Castle, Gardiki und anderswo waren zusätzliche Faktoren, die es Korfu ermöglichten, frei zu bleiben. Will Durant behauptete, dass Korfu der Republik Venedig zu verdanken habe, dass es einer der wenigen Teile Griechenlands war, der nie von den Osmanen erobert wurde.

Eine Reihe von Versuchen der Osmanen, die Insel zu erobern, begann im Jahr 1431, als osmanische Truppen unter Ali Bey auf der Insel landeten. Die Osmanen versuchten, die Stadtburg einzunehmen und plünderten die Umgebung, wurden aber zurückgeschlagen.

Die Belagerung von Korfu (1537) war die erste große Belagerung durch die Osmanen. Sie begann am 29. August 1537 mit der Landung von 25.000 Soldaten der osmanischen Flotte, die die Insel plünderten und 20.000 Geiseln als Sklaven nahmen. Trotz der Zerstörung der Landschaft hielt die Stadtburg trotz wiederholter Einnahmeversuche zwölf Tage lang stand, und die Türken verließen die Insel erfolglos aufgrund schlechter Logistik und einer Epidemie, die ihre Reihen dezimierte.

Vierunddreißig Jahre später, im August 1571, kehrten die osmanischen Truppen zurück, um einen weiteren Versuch zu unternehmen, die Insel zu erobern. Nachdem sie Parga und Mourtos auf der griechischen Festlandsseite erobert hatten, griffen sie die Paxi-Inseln an. Anschließend landeten sie an der Südostküste Korfus und errichteten einen großen Brückenkopf, der sich von der Südspitze der Insel bei Lefkimi bis nach Ipsos in der östlichen Mitte Korfus erstreckte. Diese Gebiete wurden wie bei früheren Begegnungen gründlich geplündert. Dennoch stand die Stadtburg wieder fest, ein Beweis für die korfiotisch-venezianische Standhaftigkeit und die venezianische Ingenieurskunst im Burgenbau. Eine weitere Burg, Angelokastro, an der Nordwestküste in der Nähe von Palaiokastritsa (griechisch Παλαιοκαστρίτσα, das heißt Alter Burgplatz) auf besonders steilem und felsigem Gelände gelegen, hielt ebenfalls stand. Die Burg ist heute eine Touristenattraktion.

Diese Niederlagen im Osten und Westen der Insel erwiesen sich als entscheidend, so dass die Osmanen ihre Belagerung aufgaben und abzogen. Zwei Jahre später wiederholten sie ihren Versuch. Nach einem siegreichen Feldzug aus Afrika kommend, landeten sie in Korfu und richteten in den ländlichen Gebieten verheerende Schäden an. Nach einem Gegenangriff der venezianisch-korfiotischen Streitkräfte waren die osmanischen Truppen gezwungen, die Stadt zu verlassen und davonzusegeln.

Die zweite große Belagerung von Korfu fand 1716, während des letzten Osmanisch-Venetischen Krieges (1714 bis 1718), statt. Nach der Eroberung des Peloponnes im Jahr 1715 erschien die osmanische Flotte in Buthrotum gegenüber von Korfu. Am 8. Juli segelte die osmanische Flotte mit 33.000 Mann an Bord von Buthrotum nach Korfu und errichtete bei Ipsos einen Brückenkopf. Am selben Tag traf die venezianische Flotte vor dem Kanal von Korfu auf die osmanische Flotte und besiegte sie in der darauf folgenden Seeschlacht. Am 19. Juli erreichte das osmanische Heer nach der Einnahme einiger abgelegener Festungen die Hügel um die Stadt Korfu und belagerte sie. Trotz wiederholter Angriffe und schwerer Kämpfe gelang es den Osmanen nicht, die Verteidigungsanlagen zu durchbrechen, und sie waren gezwungen, die Belagerung nach 22 Tagen aufzugeben. Die 5.000 Venezianer und ausländischen Söldner sowie 3.000 Korfioten unter der Führung des Grafen von der Schulenburg, der die Verteidigung der Insel befehligte, waren erneut siegreich. Der Erfolg war nicht zuletzt den ausgedehnten Befestigungsanlagen zu verdanken, in denen sich die venezianische Festungsbaukunst einmal mehr bestens bewährt hatte. Die Zurückdrängung der Osmanen wurde in Europa weithin gefeiert, und Korfu galt als Bastion der westlichen Zivilisation gegen die osmanische Flut. Heute ist diese Rolle jedoch oft relativ unbekannt oder wird ignoriert, wurde aber in Juditha triumphans von dem venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi gefeiert.

Die Stadtarchitektur von Korfu unterscheidet sich von der anderer griechischer Großstädte, was auf die einzigartige Geschichte Korfus zurückzuführen ist. Von 1386 bis 1797 wurde Korfu von venezianischem Adel regiert; ein Großteil der Stadt spiegelt diese Zeit wider, als die Insel zur Republik Venedig gehörte, mit mehrstöckigen Gebäuden in engen Gassen. Die Altstadt von Korfu ist eindeutig venezianisch geprägt und gehört zum Weltkulturerbe in Griechenland. In der venezianischen Zeit wurde in der Stadt das erste Opernhaus (Nobile Teatro di San Giacomo di Corfù) in Griechenland errichtet.

In diesen Jahrhunderten ließen sich viele venezianischsprachige Familien auf Korfu nieder; sie wurden korfiotische Italiener genannt, und bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit nahm die lokale griechische Sprache zahlreiche italienische und venezianische Wörter auf, von denen viele noch heute gebräuchlich sind. Der in Venedig geborene international bekannte britische Fotograf Felice Beato (1832 bis 1909) soll einen Großteil seiner Kindheit auf Korfu verbracht haben. Auch viele italienische Juden fanden während der venezianischen Jahrhunderte Zuflucht in Korfu und sprachen ihre eigene Sprache (Italkisch), eine Mischung aus Hebräisch und Italienisch in einem venezianischen oder apulischen Dialekt mit einigen griechischen Wörtern.

Die Venezianer förderten die katholische Kirche während ihrer vier Jahrhunderte währenden Herrschaft auf Korfu. Heute ist die Mehrheit der Korfioten griechisch-orthodox, aber die kleine katholische Minderheit (5 %), die harmonisch mit der orthodoxen Gemeinde zusammenlebt, verdankt ihren Glauben diesen Ursprüngen. Bei diesen heutigen Katholiken handelt es sich zumeist um Familien, die aus Malta, aber auch aus Italien stammten, und heute zählt die katholische Gemeinde etwa 4.000 Personen (zwei Drittel davon maltesischer Abstammung), die fast ausschließlich in der venezianischen „Zitadelle“ von Korfu-Stadt leben. Wie andere einheimische griechische Katholiken feiern sie das Osterfest nach demselben Kalender wie die griechisch-orthodoxe Kirche. Die Kathedrale des Heiligen Jakobus und des Heiligen Christophorus in Korfu-Stadt ist der Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese von Korfu, Zakynthos und Kefalonia.

Die Insel diente auch als Zufluchtsort für griechische Gelehrte und wurde 1732 zum Sitz der ersten Akademie des modernen Griechenlands. Nikephoros Theotokis (1732 bis 1800), ein Geistlicher und Gelehrter aus Korfu, wurde in Griechenland als Pädagoge und in Russland (wohin er später zog) als orthodoxer Erzbischof bekannt.

Die Kultur der Insel nahm den venezianischen Einfluss in vielfältiger Weise auf; wie andere Ionische Inseln (siehe Küche der Ionischen Inseln) nahm auch die lokale Küche solche Elemente auf, und die heutige korfiotische Küche enthält venezianische Köstlichkeiten und Rezepte: „Pastitsada“, abgeleitet von der venezianischen „Pastissada“ (italienisch „Spezzatino“) und das beliebteste Gericht auf der Insel Korfu, „Sofrito“, „Strapatsada“, „Savoro“, „Bianco“ und „Mandolato“.

Französische Zeit

Als die Truppen der Französischen Revolution 1797 die Republik Venedig besiegten, wurde deren Staatsgebiet durch den Vertrag von Campo Formio zwischen Frankreich und Österreich aufgeteilt. Die Ionischen Inseln, darunter Korfu, fielen an Frankreich. Damit endete die venezianische Herrschaft nach über vier Jahrhunderten.

Die französische Besetzung wurde von vielen Einwohnern zunächst mit Begeisterung aufgenommen. Die Ideale der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit und Volkssouveränität – fanden insbesondere bei gebildeten Bürgern und Teilen der städtischen Bevölkerung Anklang. Französische Beamte beseitigten zahlreiche Symbole der venezianischen Aristokratie, verbrannten öffentliche Adelsregister und führten neue Verwaltungsstrukturen ein. Die Insel wurde als Département de Corcyre direkt in den französischen Staat eingegliedert. Erstmals sollten alle Bürger unabhängig von ihrer sozialen Herkunft rechtlich gleichgestellt werden.

Die neue Herrschaft brachte jedoch nicht nur Reformen, sondern auch hohe Steuern, wirtschaftliche Belastungen und politische Spannungen mit sich. Gleichzeitig betrachteten sowohl das Russische Reich als auch das Osmanische Reich die französische Präsenz im östlichen Mittelmeer mit Sorge. Die Ionischen Inseln besaßen eine erhebliche strategische Bedeutung, da sie den Zugang zur Adria kontrollierten und als wichtige Marinestützpunkte dienten.

Im Jahr 1798 begann eine gemeinsame russisch-osmanische Militärkampagne gegen die französischen Garnisonen auf den Ionischen Inseln. Die Operation wurde vom russischen Admiral Fjodor Uschakow geleitet, einem der erfolgreichsten Flottenkommandanten seiner Zeit. Nach der Einnahme der übrigen Inseln konzentrierten sich die Verbündeten auf Korfu, das als stärkste französische Festung im östlichen Mittelmeer galt.

Die Belagerung von Korfu (1798/99) entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Marineoperationen der Epoche. Die mächtigen venezianischen Festungsanlagen, die von den Franzosen übernommen worden waren, erwiesen sich als außerordentlich widerstandsfähig. Erst nach monatelangen Kämpfen und intensiven Bombardierungen gelang den russisch-osmanischen Streitkräften im März 1799 die Einnahme der Insel. Der Sieg machte Admiral Uschakow in Russland zu einem Nationalhelden; später wurde er sogar von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen.

Britische Zeit

Durch den Vertrag von Paris vom 5. November 1815 entstand der Staat der Vereinigten Staaten der Ionischen Inseln (United States of the Ionian Islands), ein föderativer Inselstaat unter dem Schutz des Vereinigten Königreichs. Formal handelte es sich um einen autonomen Staat mit eigener Verfassung, eigenem Parlament und eigener Verwaltung. Tatsächlich lag die politische Macht jedoch weitgehend in den Händen des britischen Hochkommissars, der als Vertreter der Krone umfangreiche Befugnisse besaß. Korfu wurde zur Hauptstadt des neuen Staates und Sitz der britischen Verwaltung im Ionischen Meer. Die britische Herrschaft unterschied sich deutlich von den vorangegangenen venezianischen und französischen Epochen. Während die Venezianer vor allem militärische und handelsstrategische Interessen verfolgt hatten, legten die Briten großen Wert auf Verwaltungsmodernisierung, Infrastrukturentwicklung und institutionellen Ausbau. Zugleich blieb die Herrschaft paternalistisch und ließ den Inselbewohnern nur begrenzten politischen Einfluss, was im Laufe des 19. Jahrhunderts zu wachsenden Spannungen führte.

Eine der sichtbarsten Hinterlassenschaften der britischen Periode war die Modernisierung der Infrastruktur. Unter britischer Verwaltung entstand ein für die damalige Zeit außergewöhnlich dichtes Straßennetz. Insgesamt wurden rund 700 Kilometer Straßen angelegt oder ausgebaut, die selbst abgelegene Dörfer mit den regionalen Zentren verbanden. Noch heute gilt das Straßennetz Korfus als eines der dichtesten Griechenlands. Besonders bekannt wurde die sogenannte „North Road“, die den Norden der Insel erschloss und den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse erleichterte. Die neuen Verkehrswege verbesserten den Handel erheblich und stärkten die wirtschaftliche Integration der Insel. Parallel dazu investierten die Briten in die Wasserversorgung. Neue Zisternen, Aquädukte und Brunnenanlagen sollten die Versorgung der Bevölkerung sichern und die hygienischen Verhältnisse verbessern. Diese Maßnahmen trugen wesentlich zur Verringerung von Krankheiten und zur Verbesserung der Lebensbedingungen bei. Auch die Hafenanlagen wurden modernisiert. Korfu entwickelte sich zunehmend zu einem wichtigen Stützpunkt der britischen Marine im östlichen Mittelmeer. Die geschützte Lage des Hafens machte die Insel zu einer bedeutenden Versorgungsstation für britische Schiffe auf dem Weg zwischen Gibraltar, Malta und dem Nahen Osten.

Unter britischer Herrschaft erhielt Korfu-Stadt zahlreiche neue öffentliche Gebäude. Die Briten nutzten bestehende venezianische und französische Bauten, errichteten jedoch auch eigene Verwaltungs- und Militäranlagen. Besonders prägend war die Bautätigkeit innerhalb der Alten Festung. Mehrere Gebäude wurden für militärische und administrative Zwecke errichtet. Einige dieser Bauwerke werden heute von Bildungseinrichtungen genutzt und gehören zum historischen Erbe der Insel. Aus dieser Zeit stammen zudem zahlreiche klassizistische Gebäude, die sich deutlich von der venezianischen Architektur unterscheiden. Die Verbindung venezianischer, französischer und britischer Einflüsse verlieh Korfu-Stadt ihr bis heute einzigartiges architektonisches Erscheinungsbild.

Das bedeutendste kulturelle Projekt der britischen Zeit war die Gründung der Ionischen Akademie im Jahr 1824. Sie gilt als die erste moderne Universität Griechenlands und spielte eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des neugriechischen Bildungswesens. Ihre Vorgeschichte reicht bis in die zweite französische Herrschaft zurück. Bereits 1808 hatten die Franzosen eine erste höhere Bildungseinrichtung gegründet. Diese wurde jedoch nach dem Übergang an die Briten zunächst wieder geschlossen. Die eigentliche Neugründung erfolgte auf Initiative des britischen Philhellenen Frederick North, 5. Earl of Guilford, besser bekannt als Lord Guilford. Er war überzeugt, dass die Wiedergeburt Griechenlands nur durch Bildung und wissenschaftlichen Fortschritt möglich sei. Sein Ziel war die Schaffung einer Universität nach dem Vorbild von Oxford, Cambridge und den großen europäischen Hochschulen. Ursprünglich plante Guilford die Gründung der Universität auf Ithaka, das wegen seiner Verbindung zur Odyssee als symbolisch besonders geeignet erschien. Der Ausbruch des Griechischen Unabhängigkeitskriegs machte dieses Vorhaben jedoch unmöglich, weshalb Korfu als sicherer und besser ausgestatteter Standort gewählt wurde. Am 29. Mai 1824 wurde die Akademie feierlich eröffnet. Sie verfügte zunächst über vier Fakultäten: Theologie, Rechtswissenschaften, Medizin und Philosophie. Eine Besonderheit war die Unterrichtssprache. Anders als viele europäische Universitäten jener Zeit lehrte die Ionische Akademie überwiegend auf Neugriechisch. Damit leistete sie einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer modernen griechischen Wissenschaftssprache.

Lord Guilford investierte einen Großteil seines privaten Vermögens in die Akademie. Er finanzierte Gebäude, Bibliotheken, wissenschaftliche Sammlungen und Stipendien. Besonders innovativ war sein Plan, junge Griechen zunächst an Universitäten in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien auszubilden und sie anschließend als Professoren nach Korfu zurückzuholen. Dadurch entstand ein akademisches Netzwerk, das die neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen Europas auf die Ionischen Inseln brachte. Guilford selbst beteiligte sich aktiv am Lehrbetrieb und hielt Vorlesungen an der Akademie. Neben klassischen Fächern wurden Naturwissenschaften, moderne Sprachen, Geschichte und Philosophie gefördert. Die Akademie entwickelte sich rasch zu einem Zentrum der griechischen Aufklärung und zog Studenten aus den Ionischen Inseln, dem griechischen Festland, Kleinasien und der griechischen Diaspora an.

Trotz ihres Erfolgs blieb die Akademie mit erheblichen Problemen konfrontiert. Viele Angehörige der alten korfiotischen Aristokratie standen der Institution zunächst skeptisch gegenüber. Sie befürchteten den Verlust ihrer traditionellen gesellschaftlichen Stellung durch die Ausbildung neuer bürgerlicher Eliten. Noch schwerer wog der Tod Lord Guilfords im Jahr 1827. Da große Teile der Finanzierung aus seinem Privatvermögen stammten, geriet die Akademie danach in finanzielle Schwierigkeiten. Die britische Verwaltung war zwar bereit, die Universität weiterzuführen, investierte jedoch deutlich weniger Mittel als ihr Gründer. Dennoch blieb die Akademie mehrere Jahrzehnte lang das wichtigste Zentrum höherer Bildung in der griechischen Welt außerhalb des unabhängigen Griechenlands. Zahlreiche Gelehrte, Juristen, Mediziner und Politiker erhielten hier ihre Ausbildung.

Während die Briten wirtschaftliche und institutionelle Reformen durchführten, wuchs unter den Inselbewohnern zunehmend der Wunsch nach politischer Selbstbestimmung. Nach der Gründung des unabhängigen griechischen Staates 1830 gewann die Idee der Enosis – der Vereinigung der Ionischen Inseln mit Griechenland – immer mehr Anhänger. Insbesondere Studenten, Intellektuelle und liberale Politiker sahen Korfu nicht als britisches Protektorat, sondern als Teil der griechischen Nation. Wiederholt kam es zu Protesten gegen die britische Verwaltung. In den 1840er- und 1850er-Jahren verschärften sich die Konflikte zwischen den britischen Behörden und den radikalen Unionisten. Letztlich erkannte die britische Regierung, dass die Aufrechterhaltung des Protektorats langfristig weder politisch noch wirtschaftlich sinnvoll war. Als 1863 der dänische Prinz Georg I. zum König Griechenlands gewählt wurde, beschlossen die europäischen Großmächte, die Ionischen Inseln als Geste des guten Willens an Griechenland abzutreten.

Umbruchszeit

Nach der Absetzung König Ottos im Jahr 1862 suchte Griechenland einen neuen Monarchen, der sowohl von der griechischen Bevölkerung als auch von den europäischen Großmächten akzeptiert werden konnte. Die Wahl fiel auf den jungen dänischen Prinzen Georg I., der als Prinz Wilhelm von Dänemark geboren worden war. Am 18. März 1863 (julianischer Kalender) beziehungsweise am 30. März 1863 (gregorianischer Kalender) wurde er von der Zweiten Nationalversammlung in Athen zum „König der Hellenen“ gewählt. Dieser Titel war bewusst gewählt worden: Anders als seine Vorgänger sollte Georg nicht lediglich über das bestehende Staatsgebiet herrschen, sondern als König aller Griechen gelten – auch jener, die noch außerhalb der Grenzen des Königreichs lebten.

Georg I. trat sein Amt offiziell am 6. Juni 1863 an und zog am 30. Oktober desselben Jahres feierlich in Athen ein. Seine Wahl wurde von den europäischen Großmächten unterstützt, insbesondere von Großbritannien, das sich dadurch eine engere Bindung Griechenlands an den Westen erhoffte. In diesem Zusammenhang entschieden die Großmächte, die Ionischen Inseln an Griechenland abzutreten. Die Übertragung wurde oft als symbolisches „Krönungsgeschenk“ Großbritanniens an den neuen König bezeichnet. Tatsächlich war sie Teil einer umfassenderen politischen Vereinbarung, mit der die Stabilität des jungen griechischen Staates gestärkt werden sollte. Am 29. März 1864 unterzeichneten das Vereinigte Königreich, Griechenland, Frankreich und Russland den Vertrag von London, der die Übergabe der Ionischen Inseln regelte. Wenige Wochen später, am 21. Mai 1864, wurde Korfu offiziell in das Königreich Griechenland eingegliedert.

Die Vereinigung wurde von vielen Einwohnern begeistert gefeiert. Dennoch brachte sie nicht nur Vorteile. Während der britischen Herrschaft war Korfu Hauptstadt der Vereinigten Staaten der Ionischen Inseln gewesen und Sitz zahlreicher Verwaltungsbehörden. Mit der Eingliederung in Griechenland verlor die Insel diese Sonderstellung. Die politische Macht verlagerte sich nun endgültig nach Athen. Viele Verwaltungsstellen wurden aufgelöst oder in die griechische Zentralverwaltung integriert. Dadurch verlor Korfu einen Teil seiner bisherigen wirtschaftlichen Bedeutung als regionales Regierungszentrum. Gleichzeitig eröffnete die Vereinigung neue Perspektiven. Die Insel wurde nun Teil eines Nationalstaates, dessen Grenzen sich in den folgenden Jahrzehnten stetig erweitern sollten.

Zu den einschneidendsten Folgen der Vereinigung gehörte die Schließung der Ionischen Akademie. Die 1824 gegründete Hochschule hatte als erste moderne Universität Griechenlands eine herausragende Rolle in der griechischen Geistesgeschichte gespielt. Die griechische Regierung stand jedoch vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Da bereits die Nationale und Kapodistrias-Universität Athen bestand, erschien die Finanzierung einer zweiten Universität für den jungen Staat nicht tragbar. Die Ionische Akademie wurde daher kurz nach der Vereinigung geschlossen. Dieser Schritt wurde auf Korfu vielfach bedauert. Die Akademie hatte über Jahrzehnte hinweg Wissenschaftler, Juristen, Lehrer, Ärzte und Politiker ausgebildet und wesentlich zur Entwicklung der neugriechischen Bildung beigetragen. Zahlreiche Professoren und Absolventen wechselten nach Athen und prägten dort die akademische Entwicklung des Landes. Obwohl die Institution verschwand, blieb ihr geistiges Erbe erhalten. Viele ihrer Bibliotheken, wissenschaftlichen Sammlungen und Lehrtraditionen gingen in andere griechische Bildungseinrichtungen über.

In den Jahrzehnten nach der Vereinigung blieb die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel. Bereits während der venezianischen Herrschaft war der Anbau von Oliven massiv gefördert worden, und noch immer dominierten ausgedehnte Olivenhaine große Teile der Landschaft. Olivenöl bildete das wichtigste Exportprodukt. Daneben wurden Wein, Zitrusfrüchte, Feigen und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse produziert. Viele Familien lebten weiterhin von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Gleichzeitig entwickelte sich Korfu zu einem bedeutenden Handelsplatz im Ionischen Meer. Die Häfen der Insel profitierten vom zunehmenden Schiffsverkehr zwischen Griechenland, Italien und dem übrigen Mittelmeerraum. Dampfschiffe verkürzten die Reisezeiten erheblich und stärkten die wirtschaftlichen Verbindungen mit dem europäischen Festland.

Die korfiotische Gesellschaft unterschied sich in vieler Hinsicht vom übrigen Griechenland. Jahrhunderte venezianischer und später britischer Herrschaft hatten eine eigene kulturelle Identität hervorgebracht. Besonders sichtbar war dies in der Architektur von Korfu-Stadt. Venezianische Paläste, britische Verwaltungsgebäude und französisch beeinflusste Plätze verliehen der Stadt ein Erscheinungsbild, das sich deutlich von Athen oder den Städten des Peloponnes unterschied. Auch musikalisch nahm Korfu eine Sonderstellung ein. Die Insel entwickelte eine starke Tradition von Blasorchestern und Philharmonischen Gesellschaften. Bereits im 19. Jahrhundert entstanden mehrere Musikvereine, die bis heute das kulturelle Leben prägen. Diese Ensembles spielten eine wichtige Rolle bei öffentlichen Feierlichkeiten, religiösen Prozessionen und nationalen Festtagen.Die hohe Alphabetisierungsrate und die lange akademische Tradition sorgten zudem dafür, dass Korfu weiterhin als eines der bedeutendsten kulturellen Zentren Griechenlands galt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann sich Korfu zunehmend zu einem internationalen Reiseziel zu entwickeln. Die landschaftliche Schönheit, das milde Klima und die gute Erreichbarkeit machten die Insel besonders für wohlhabende europäische Reisende attraktiv. Eine entscheidende Rolle spielte die österreichische Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als „Sisi“. Sie besuchte Korfu mehrfach und ließ zwischen 1889 und 1891 das berühmte Achilleion errichten. Der prachtvolle Palast wurde dem Helden Achilles gewidmet und entwickelte sich rasch zu einem Symbol der Insel. Durch die Aufenthalte europäischer Monarchen, Diplomaten und Aristokraten gewann Korfu internationales Ansehen. Luxuriöse Hotels, neue Hafenanlagen und moderne Verkehrseinrichtungen entstanden, um die wachsende Zahl von Besuchern aufzunehmen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Korfu fest in den griechischen Staat integriert. Die Insel profitierte von ihrer Lage zwischen Griechenland und Westeuropa und blieb ein bedeutendes Handels- und Kulturzentrum. Die Balkankriege von 1912 und 1913, in deren Folge Griechenland große Gebiete in Makedonien, Epirus und auf den Ägäischen Inseln gewann, stärkten das nationale Selbstbewusstsein auch auf Korfu. Viele Inselbewohner beteiligten sich am Militärdienst oder unterstützten die griechischen Kriegsanstrengungen.

Weltkriegsära

Während des Ersten Weltkriegs diente die Insel als Zufluchtsort für die serbische Armee, die sich mit Schiffen der alliierten Streitkräfte aus ihrer von Österreichern, Deutschen und Bulgaren besetzten Heimat dorthin zurückzog. Während ihres Aufenthalts starb ein großer Teil der serbischen Soldaten an Erschöpfung, Nahrungsmangel und verschiedenen Krankheiten. Die meisten ihrer sterblichen Überreste wurden in der Nähe der Insel Vido, einer kleinen Insel an der Mündung des Hafens von Korfu, im Meer begraben. Die dankbaren Serben errichteten auf Vido ein Denkmal zum Dank an die griechische Nation; daher sind die Gewässer um die Insel Vido bei den Serben als Blaues Grab (auf Serbisch Плава Гробница, Plava Grobnica) bekannt, nach einem Gedicht, das Milutin Bojić nach dem Ersten Weltkrieg schrieb.

Am 31. August 1923 von italienischen Truppen besetzt. Es war dies eine der ersten Machtdemonstrationen des faschistischen Regimes von Benito Mussolini gegenüber den internationalen Mächten und markierte den Beginn des italienischen Einflusses in der Region, der mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs endete. Auslöser für die Militärintervention war die Ermordung des italienischen Generals Enrico Tellini an der griechisch-albanischen Grenze in Kakkavia.

Die italienische Regierung unter Benito Mussolini forderte am 29. August eine Entschädigung von 50 Millionen Lire und die Hinrichtung der Attentäter, die die griechische Regierung nicht ermitteln konnte. Daraufhin bombardierten die Italiener am 31. August die militärischen Festungen von Korfu, wobei fünfzehn kleinasiatische Flüchtlinge (zumeist armenische Minderjährige) getötet wurden, und schifften anschließend ihre Streitkräfte ein.

Griechenland wendete sich an den Völkerbund, der die italienische Besatzung verurteilte. Die Angelegenheit wurde der Botschafterkonferenz vorgelegt, einer 1919 gegründeten Organisation, die sich mit Problemen im Zusammenhang mit den Friedensverträgen nach dem Ersten Weltkrieg befassen sollte, und Italien und Griechenland verpflichteten sich, deren Entscheidung zu befolgen. Die Konferenz entsprach schließlich den italienischen Forderungen und forderte Griechenland auf, sich zu entschuldigen und Reparationen zu zahlen, was von Griechenland akzeptiert wurde. Die Italiener verließen Korfu am 27. September 1923.

Die Krise war die erst e große Bewährungsprobe für den Völkerbund, die nicht bestanden wurde.Sie zeigte, dass der Völkerbund schwach war und Streitigkeiten nicht schlichten konnte, wenn eine große Macht einer kleinen gegenüberstand, da die Autorität des Völkerbundes von Italien, einem Gründungsmitglied und ständigen Mitglied des Rates, offen missachtet wurde. Das faschistische Regime Italiens hatte sich in seiner ersten großen internationalen Konfrontation durchsetzen können.

Die Krise war auch ein Misserfolg für die Politik Großbritanniens, das sich während der Krise als größte Macht des Völkerbundes erwiesen hatte. Da sich die Griechen darauf konzentrierten, die Rückgabe von Korfu zu sichern, trat die Dodekanes-Frage in den Hintergrund, und die griechische Regierung hörte auf, sich über die fortgesetzte italienische Besetzung der Inseln zu beschweren, die Mussolini 1925 formell an Italien angliederte. Die italienische Invasion auf Korfu war der aggressivste Schritt Mussolinis in den 1920er Jahren, der das Ansehen Mussolinis in Italien stärkte. Die italienische Invasion auf Korfu war der aggressivste Schritt in den 1920er Jahren, der das Ansehen Mussolinis in Italien stärkte.

In der Folgezeit zog Korfu Persönlichkeiten wie den Schriftsteller Lawrence Durrell an, der sich 1935 auf der Insel niederließ und bis 1941 hier lebte. In seinem Buch Meine Familie und andere Tiere beschrieb er das Leben auf Korfu und trug damit ganz wesentlich  zur literarischen Rezeption der Insel bei.

Während des Griechisch-Italienischen Krieges wurde Korfu im April 1941 von den Italienern besetzt. Sie verwalteten Korfu und die Ionischen Inseln bis September 1943 als eine von Griechenland getrennte Einheit und folgten damit Benito Mussolinis Anweisung, den italienischen Irredentismus zu verwirklichen und Korfu in das Königreich Italien einzugliedern. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das 10. Infanterieregiment der griechischen Armee, das hauptsächlich aus korfiotischen Soldaten bestand, mit der Verteidigung von Korfu beauftragt. Das Regiment nahm an der Operation Latzides teil, einem heldenhaften, aber letztlich erfolglosen Versuch, die italienischen Streitkräfte aufzuhalten. Nach der Kapitulation Griechenlands vor den Achsenmächten kam die Insel unter italienische Kontrolle und Besetzung. Am ersten Sonntag im November 1941 nahmen Schüler aus ganz Korfu an Studentenprotesten gegen die italienische Besatzungsarmee teil; diese Studentenproteste auf der Insel gehörten zu den ersten offenen Widerstandsaktionen des Volkes im besetzten Griechenland und waren selbst für europäische Verhältnisse in Kriegszeiten ein seltenes Phänomen. In der Folgezeit floh eine beträchtliche Anzahl von Korfioten nach Epirus auf dem griechischen Festland und meldete sich als Partisanen bei ELAS und EDES, um sich der auf dem Festland entstehenden Widerstandsbewegung anzuschließen.

Nach dem Sturz des italienischen Faschismus im Jahr 1943 übernahmen die Nazis die Kontrolle über die Insel. Am 14. September 1943 wurde Korfu von der Luftwaffe bombardiert. Die Bombenangriffe der Nazis zerstörten die meisten Gebäude der Stadt, darunter Kirchen, Wohnhäuser und ganze Stadtteile, vor allem im jüdischen Viertel Evraiki. Zu den weiteren Verlusten gehörten der Markt der Stadt (αγορά) und das Hotel Bella Venezia. Die schlimmsten Verluste erlitten die historischen Gebäude der Ionischen Akademie (Ιόνιος Ακαδημία), das Stadttheater (das 1901 das Nobile Teatro di San Giacomo di Corfù ersetzt hatte), die Stadtbibliothek und das Ionische Parlament.

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht kapitulierten die Italiener, und die Insel kam unter deutsche Besatzung. Der damalige Bürgermeister von Korfu, Kollas, war als Kollaborateur bekannt, und die nationalsozialistische Besatzungsregierung der Insel erließ verschiedene antisemitische Gesetze. Anfang Juni 1944, als die Alliierten Korfu zur Ablenkung von der Landung in der Normandie bombardierten, trieb die Gestapo die Juden der Stadt zusammen, sperrte sie vorübergehend in der alten Festung (Palaio Frourio) ein und schickte sie am 10. Juni nach Auschwitz II. Etwa 200 von insgesamt 1.900 Juden konnten entkommen. Viele der damaligen Einwohner boten ihnen Unterschlupf. Von den am 11. und 15. Juni 1944 unter deutscher Kontrolle nach  Auschwitz deportierten 1.700 korfiotischen Juden überlebten nur 122 das Vernichtungslager. In Evraiki (Εβραική, das heißt jüdisches Viertel) gibt es derzeit eine Synagoge mit etwa 65 Mitgliedern, die noch ihre ursprüngliche italienische Sprache sprechen.

Auf der Insel stationiert war zuletzt die deutsche Festungs-Brigade Korfu. Sie wurde am 13. Juni 1944 auf Korfu in Griechenland aus dem Stab des dem XXII. Gebirgs-Armeekorps unterstellte Festungs-Infanterie-Regiment 1017, das ab Mai 1944 den Inselkommandanten Korfu benannte, gebildet. Am 4. Juli 1944 wurde die Einheit in Festungs-Brigade 1017 umbenannt. Nach der Räumung von Korfu im Herbst 1944 wurde die Einheit aufgelöst und die restlichen Truppenteile in Albanien und Kroatien eingesetzt. Kommandeur war der Oberst Emil Jäger, ehemaliger SA-Brigadeführer. Er versuchte die Deportation der Juden von Korfu zu verhindern, sogar gegen den hinzugezogenen Judenreferenten Anton Burger. Bekannte Person der Brigade war der kommunistische Widerstandskämpfer und spätere Schriftsteller Hasso Grabner, der als Funker eingesetzt war.

Korfu wurde von britischen Truppen befreit, insbesondere vom 40th Royal Marine Commando, das am 14. Oktober 1944 in Korfu landete, als die Deutschen Griechenland evakuierten. Ein letzter Befehl des SS-Kommandanten, die Insel dem Erdboden gleichzumachen, wurde der Überlieferung nach von den (österreichischen) Untergebenen missachtet. Die Royal Navy suchte den Korfu-Kanal 1944 und 1945 nach Minen ab und stellte fest, dass er frei von Minen war. Kurz darauf legte das neue kommunistische Albanien dort ein großes Minenfeld an, was zum Korfu-Kanal-Zwischenfall führte. Dieser Zwischenfall führte zum Korfu-Kanal-Fall, bei dem das Vereinigte Königreich ein Verfahren gegen die Volksrepublik Albanien vor dem Internationalen Gerichtshof einleitete.

Moderne Zeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 stand Korfu wie ganz Griechenland vor gewaltigen Herausforderungen. Die deutsche und italienische Besatzung hatte erhebliche Schäden hinterlassen, insbesondere in Korfu-Stadt, deren historisches Zentrum durch Bombardierungen und militärische Nutzung in Mitleidenschaft gezogen worden war. Hinzu kamen die Folgen des Griechischen Bürgerkriegs (1946–1949), der das Land wirtschaftlich erschöpfte und gesellschaftlich tief spaltete.

Im Rahmen des staatlichen Wiederaufbauprogramms (Anikodomisis – „Wiederaufbau“) wurden Straßen, öffentliche Gebäude, Häfen und Versorgungseinrichtungen erneuert. Anders als in vielen anderen europäischen Städten blieb auf Korfu jedoch ein großer Teil der historischen Bausubstanz erhalten. Die venezianisch geprägte Altstadt, die britischen Verwaltungsgebäude und zahlreiche Kirchen konnten restauriert oder weiter genutzt werden. Dadurch bewahrte die Insel ihr charakteristisches architektonisches Erscheinungsbild. Viele Gebäude aus der Zeit der italienischen Besatzung wurden nach dem Krieg ziviler Nutzung zugeführt. Schulen, Verwaltungsgebäude und andere öffentliche Einrichtungen dienten nun dem Ausbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. Gleichzeitig verließen zahlreiche Einwohner die Insel, um in Athen, Patras oder ins Ausland auszuwandern. Diese Binnen- und Auslandsmigration entsprach einem allgemeinen Trend in Griechenland während der Nachkriegsjahrzehnte.

In den 1950er- und 1960er-Jahren begann eine Phase grundlegender Modernisierung. Die Elektrifizierung erreichte nach und nach auch die abgelegenen Dörfer, wodurch sich die Lebensbedingungen vieler Menschen deutlich verbesserten. Neue Straßenverbindungen erleichterten den Verkehr zwischen den Küstenregionen und dem Inselinneren. 1956 wurde Maria Desylla Kapodistria zur Bürgermeisterin von Korfu-Stadt gewählt. Als Verwandte von Ioannis Kapodistrias ging sie als erste Frau Griechenlands in ein Bürgermeisteramt ein und wurde zu einer Symbolfigur der politischen Modernisierung des Landes. Ein weiterer Meilenstein war der Ausbau des Gesundheitswesens. Das Allgemeine Krankenhaus von Korfu wurde errichtet und verbesserte die medizinische Versorgung erheblich. Gleichzeitig entstanden neue Schulen und öffentliche Einrichtungen.

Im März 1957 nahm die Rundfunkstation des griechischen Staatsrundfunks auf Korfu ihren Betrieb auf. In den 1960er-Jahren wurde das Fernsehen eingeführt, wodurch die Insel stärker in die nationale Öffentlichkeit eingebunden wurde. Die Digitalisierung begann wesentlich später: Erst Mitte der 1990er-Jahre verbreiteten sich Internetanschlüsse auf breiterer Basis. Ein bedeutendes Ereignis für das Bildungswesen war die Gründung der Ionische Universität im Jahr 1984. Sie knüpfte symbolisch an die Tradition der Ionischen Akademie an und machte Korfu erneut zu einem wichtigen Hochschulstandort Griechenlands. Heute umfasst die Universität mehrere Fakultäten und zieht Studierende aus dem ganzen Land an.

Die wohl wichtigste wirtschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit war der Aufstieg des Tourismus. Während die Insel jahrhundertelang vor allem von Landwirtschaft, Handel und Dienstleistungen gelebt hatte, wurde der Fremdenverkehr ab den 1960er-Jahren zunehmend zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Das milde Klima, die abwechslungsreiche Landschaft, die venezianisch geprägte Altstadt und die zahlreichen Strände machten Korfu zu einem der beliebtesten Reiseziele Griechenlands. Der Ausbau des Flughafens und verbesserte Fährverbindungen erleichterten die Anreise erheblich.

Besonders in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren entwickelte sich Korfu zu einem beliebten Ziel für Individualreisende aus ganz Europa. Viele junge Reisende erreichten die Insel mit Interrail-Tickets über Italien und die Fährhäfen der Adria. Diese Form des Tourismus prägte das internationale Image der Insel über Jahrzehnte hinweg. Der Fremdenverkehr trug maßgeblich dazu bei, den wirtschaftlichen Niedergang vieler ländlicher Regionen aufzuhalten. Zahlreiche Familien eröffneten Hotels, Pensionen, Tavernen oder andere touristische Betriebe. Gleichzeitig führte die starke Abhängigkeit vom Tourismus zu neuen Herausforderungen, etwa bei der Flächennutzung, Infrastrukturplanung und Umweltbelastung.

Korfu gewann auch durch internationale Veranstaltungen und Filmproduktionen an Bekanntheit. 1980 wurden Teile des James-Bond-Films In tödlicher Mission auf der Insel gedreht. Zu den Drehorten gehörten die Altstadt von Korfu, die Esplanade, die Alte Festung, das Kloster Vlacherna, das Achilleion und die Bucht von Kalami. Die spektakulären Landschaftsaufnahmen machten die Insel einem Millionenpublikum bekannt. Ein weiteres bedeutendes Ereignis war der Gipfel der Europäischen Union im Jahr 1994. Bei diesem Treffen auf Korfu wurden unter anderem die Beitrittsverträge für Österreich, Schweden und Finnland unterzeichnet. Damit wurde die Insel zeitweise zum Mittelpunkt europäischer Diplomatie.

Die griechische Staatsschuldenkrise ab 2010 traf auch Korfu. Wie in vielen Regionen Griechenlands führten Sparmaßnahmen zu erheblichen Einschränkungen bei öffentlichen Investitionen und Dienstleistungen. Probleme bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie bei der Müllentsorgung sorgten wiederholt für öffentliche Diskussionen. 2017 übernahm das deutsche Unternehmen Fraport AG im Rahmen einer langfristigen Konzession den Betrieb des Flughafens von Korfu sowie weiterer griechischer Regionalflughäfen. Die Maßnahme wurde von Teilen der Bevölkerung als notwendige Modernisierung begrüßt, von anderen jedoch kritisch gesehen. Insbesondere die Privatisierung staatlicher Infrastruktur war im Kontext der Finanzkrise politisch umstritten.

In den letzten Jahrzehnten rückten Umweltfragen zunehmend in den Mittelpunkt. Die starke touristische Nutzung belastet Wasserressourcen, Verkehrswege und Abfallmanagement. Wiederholt kam es zu Diskussionen über illegale Bebauung, Bodenspekulation und die nachhaltige Nutzung von Küsten- und Waldflächen. Mehrfach wurde die Insel von größeren Waldbränden betroffen. Besonders die Brände des Sommers 2023 führten zu Evakuierungen von Dörfern, Hotels und Ferienanlagen. Die Ursachen solcher Brände sind komplex und umfassen natürliche Faktoren, menschliche Fahrlässigkeit, Brandstiftung, mangelhafte Forstwirtschaft sowie die Auswirkungen zunehmender Hitze- und Dürreperioden. In der wissenschaftlichen Forschung werden dabei sowohl lokale Landnutzungsprobleme als auch klimatische Veränderungen als Einflussfaktoren diskutiert.

Wie viele Tourismusregionen litt Korfu erheblich unter den Auswirkungen der Corona-Maßnahmenpolitik. Zwischen 2020 und 2022 führten Reisebeschränkungen, Lockdowns und Gesundheitsauflagen zu einem drastischen Rückgang der Besucherzahlen. Zahlreiche Unternehmen im Gastgewerbe mussten ihre Tätigkeit zeitweise einstellen oder einschränken. Mit der schrittweisen Aufhebung der Maßnahmen ab dem Frühjahr 2022 setzte jedoch eine deutliche Erholung ein. Bereits im Sommer desselben Jahres erreichte die Insel wieder hohe Besucherzahlen und konnte einen großen Teil der pandemiebedingten Verluste ausgleichen.

Verwaltung

Zusammen mit einigen kleineren Inseln bildete Korfu bis Ende 2010 die gleichnamige Präfektur, seit Umsetzung des Kallikratis-Programms seit Januar 2011 die Gemeinde Korfu. Die Präfektur bestand bestand aus der Insel Korfu mit einigen umgebenden Eilanden, der Inselgruppe der Diapontischen Inseln nördlich und den südlich Korfus gelegenen Inseln Paxos und Andipaxos. wurde mit dem Anschluss der Ionischen Inseln an Griechenland 1864 geschaffen. Mit der Verwaltungsreform von 2010 wurde die Präfektur aufgelöst und ihre Kompetenzen an die Region Ionische Inseln und die neu zugeteilten Gemeinden übergeben. Seither besteht das Gebiet aus den beiden Gemeinden Korfu und Paxi und bildet gleichzeitig den Regionalbezirk Korfu (griechisch Periferiaki Enotita Kerkyras), der abgesehen von der Sitzzuteilung für den Regionalrat jedoch keine politische Bedeutung mehr hat.


Herrschaftsgeschichte

  • -734 bis -228 Stadtstaat Korfu (Kórkyra)
  • -228 bis -27 Provinz Mazedonien (Provincia Macedonia) der Römischen Republik (Res publica)
  • -27 bis 395 Provinz Epirus (Provincia Epirus) im Römischen Reich (Imperium Romanum)
  • 18. Januar 395 bis 1081 Oströmisches, später Byzantinisches Reich (Basileia tōn Rhōmaiōn)
  • 1081 bis 1085 Königreich Sizilien (Regnum Siciliae)
  • 1085 bis 1147 Byzantinisches Reich (Basileia tōn Rhōmaiōn)
  • 1147 bis 1149  Königreich Sizilien (Regnum Siciliae)
  • 1149 bis 1185 Byzantinisches Reich (Basileia tōn Rhōmaiōn)
  • 1185 bis 1194 Königreich Sizilien (Regnum Siciliae) unter Margaritone
  • 1194 bis 1204 Byzantinisches Reich (Basileia tōn Rhōmaiōn)
  • 1204 bis 1206 Republik Genua (Serenissima Repubblica di Genova) unter Leone Vetrano
  • 1206 bis 1214 Republik Venedig (La Serenissima Repubblica di San Marco)
  • 1214 bis 1258 Despotat Epirus (Despotaton tēs Ēpeirou)
  • 1258 bis 1265 Königreich Sizilien (Regnum Siciliae)
  • 1265 bis 1267 Despotat Epirus (Despotaton tēs Ēpeirou), im Bereich der Festung bis April 1272
  • 1267 bis 1272 Königreich Sizilien (Regnum Siciliae)
  • 21 Feb 1272 bis 9. Oktober 1304 Königreich Albanien (Regnum Albaniae bzw. Mbretëria e Arbërisë)
  • 9. Oktober 1304 bis 1386  Königreich Neapel (Regno di Napoli)
  • 1386 Republik Genua (Serenissima Repubblica di Genova)
  • 1386 bis 1401 Republik Venedig (La Serenissima Repubblica di San Marco)
  • 24. August 1401 bis 1402 Königreich Neapel (Regno di Napoli)
  • 1402 bis 1797 Republik Venedig (La Serenissima Repubblica di San Marco)
  • 10. Juli bis 7. November 1797 Republik Frankreich (République française)
  • 7. November 1797 bis 2. April 1800 Department Korkyra (Département Corcyre) der der Republik Frankreich (République française)
  • 3. März 1799 bis 2. April 1800  Okkupation durch russisch-türkische Truppen
  • 2. April 1800 bis 20. Juli 1807 Republik der Sieben Inseln (Heptánēsos Politeía)
  • 20. Juli 1807 bis 26. Juni 1814 Kaiserreich Frankreich (Empire français), 13. September 1807 offizielle Annexion durch Frankreich
  • 26. Juni 1814 bis 5. November 1815 Königreich Großbritannien (United Kingdom of Great Britain and Ireland)
  • 5. November 1815 bis 31. Mai 1864  Vereinigte Staaten der Ionischen Inseln (Inoménon Krátos ton Ioníon Nison) unter dem Protektorat des Britischen Hochkommissariats
  • 1. Juni 1864 bis 11 Januar 1916  Königreich Griechenland (Vasíleion tis Elládos)
  • 11. Januar 1916 bis November 1918  Republik Frankreich (République française)
  • November 1918 bis 31. August 1923 Region Ionische Inseln (Ionia Nysia) des Königreichs Griechenland (Vasíleion tis Elládos)
  • 31. August bis 27. September 1923 Königreich Italien (Regno d'Italia)
  • 27. September 1923 bis 25. Februar 1924 Region Ionische Inseln (Ionia Nysia) des Königreichs Griechenland (Vasíleion tis Elládos)
  • 24. Februar 1924 bis 10. Oktober 1935 Region Ionische Inseln (Ionia Nysia) in der Republik Griechenland (Elliniki Demokratía)
  • 10. Oktober 1935 bis April 1941 Region Ionische Inseln (Ionia Nysia) des Königreichs Griechenland (Vasíleion tis Elládos)
  • April 1941 bis September 1943 Königreich Italien (Regno d'Italia)
  • 8. September 1943 bis 10. Oktober 1944 Deutsches Reich
  • 10. Oktober 1944 bis 9. Juni 1975  Region Ionische Inseln (Ionia Nysia) des Königreichs Griechenland (Vasíleion tis Elládos)
  • 9. Juni 1975 bis 31. Dezember 2010 Region Ionische Inseln (Ionia Nysia) der Republik Griechenland (Ellinikí Dimokratía)
  • seit 1. Januaqr 2011 Regionalbezirk Korfu (Perifereiakí Enótita Kérkyras) der Republik Griechenland (Ellinikí Dimokratía)

Legislative und Exekutive

Die heutige Verwaltungsstruktur von Korfu ist das Ergebnis eines vergleichsweise jungen Dezentralisierungsprozesses innerhalb des griechischen Staates. Anders als in vielen mitteleuropäischen Ländern war Griechenland bis weit in das 20. Jahrhundert hinein stark zentralistisch organisiert. Die meisten politischen Entscheidungen wurden in Athen getroffen, während die Gemeinden nur über begrenzte Kompetenzen verfügten. Zwar existierten lokale Verwaltungen bereits seit der Gründung des modernen griechischen Staates im 19. Jahrhundert, doch fungierten sie lange Zeit hauptsächlich als verlängerter Arm der Zentralregierung.

Erst nach der Wiederherstellung der Demokratie im Jahr 1974 und insbesondere mit den Verwaltungsreformen der frühen 1980er-Jahre begann eine umfassende Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung. Seit 1982 verfügen die Gemeinden über deutlich größere Zuständigkeiten und tragen Verantwortung für zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens. Dazu gehören unter anderem die Wasserversorgung, die Müllentsorgung, die Instandhaltung lokaler Infrastruktur, die Verwaltung von Kindergärten und kulturellen Einrichtungen sowie Aufgaben des Umwelt- und Küstenschutzes. Für viele Kommunen bedeutete dies einen tiefgreifenden Wandel, da sie erstmals eigenständig Aufgaben übernehmen mussten, die zuvor von Ministerien oder regionalen Behörden in Athen wahrgenommen worden waren. Insbesondere auf Inseln wie Korfu stellte die Übertragung dieser Kompetenzen eine organisatorische und finanzielle Herausforderung dar.

Im Rahmen mehrerer Verwaltungsreformen wurden die kommunalen Strukturen Griechenlands weiter modernisiert. Der sogenannte Kapodistrias-Plan von 1997 und der Kallikratis-Plan von 2011 führten zu einer Zusammenlegung zahlreicher kleiner Gemeinden, um leistungsfähigere Verwaltungseinheiten zu schaffen. Heute ist Korfu Teil der Region Ionische Inseln und gliedert sich in die Gemeinden Zentral-Korfu und Diapontische Inseln, Nord-Korfu und Süd-Korfu. Diese Gemeinden verfügen über eigene gewählte Organe und bilden die Grundlage der lokalen Selbstverwaltung.

Die legislative Gewalt auf kommunaler Ebene wird durch die Gemeinderäte ausgeübt. Deren Mitglieder werden in regelmäßigen Wahlen direkt von den Bürgern gewählt. Die Gemeinderäte beschließen den Haushalt, entscheiden über kommunale Investitionen und Infrastrukturprojekte, legen Gebühren fest und bestimmen die langfristige Entwicklung ihrer Gemeinde. Damit erfüllen sie ähnliche Funktionen wie Stadt- oder Gemeinderäte in anderen europäischen Staaten. Die kommunale Exekutive liegt beim Bürgermeister (Dímarchos) und den ihm unterstellten Verwaltungsbehörden. Der Bürgermeister vertritt die Gemeinde nach außen, setzt die Beschlüsse des Gemeinderates um und leitet die tägliche Verwaltung. Zu seinen Aufgaben gehören außerdem die Aufsicht über kommunale Dienstleistungen, die Koordination von Infrastrukturmaßnahmen sowie die Bewältigung von Krisensituationen, etwa bei Naturkatastrophen oder Waldbränden.

Über den Gemeinden steht die regionale Verwaltungsebene. Korfu gehört zur Region der Ionischen Inseln, deren Institutionen Aufgaben wahrnehmen, die den Rahmen einzelner Gemeinden überschreiten. Dazu zählen größere Verkehrsprojekte, die regionale Gesundheitsversorgung, Katastrophenschutz, Wirtschaftsförderung und die Verwaltung europäischer Förderprogramme. An der Spitze der Region steht ein direkt gewählter Regionalgouverneur, der gemeinsam mit dem Regionalrat die regionale Politik gestaltet.

Seit dem Beitritt Griechenlands zur Europäischen Gemeinschaft im Jahr 1981 sind die lokalen Verwaltungen zunehmend in europäische Verwaltungs- und Rechtsstrukturen eingebunden. Viele Bereiche kommunaler Politik werden heute durch europäische Richtlinien beeinflusst oder direkt geregelt. Dies betrifft insbesondere den Umwelt- und Gewässerschutz, die Abfallwirtschaft, öffentliche Ausschreibungen, den Naturschutz sowie zahlreiche Fragen der Infrastrukturplanung. Auch auf Korfu wurden zahlreiche Projekte mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union verwirklicht, darunter Straßenbauvorhaben, Hafenmodernisierungen, Kläranlagen und Maßnahmen zum Schutz historischer Denkmäler.

Ein lange bestehendes Problem der griechischen Verwaltung war das Fehlen eines flächendeckenden Katastersystems. Historisch gewachsene Eigentumsverhältnisse führten häufig zu Unklarheiten bei Grundstücksgrenzen und Besitzrechten. Seit den 1990er-Jahren wird deshalb schrittweise das nationale Kataster aufgebaut. Korfu gehört zu den Regionen, in denen die Katastererfassung vergleichsweise früh umgesetzt wurde. Das moderne Grundbuchsystem erleichtert heute Grundstücksgeschäfte, Bauvorhaben, Erbschaftsangelegenheiten und die Raumplanung erheblich.

Eine Besonderheit der griechischen Verwaltung bilden die staatlichen Finanzämter (Dimosia Oikonomiki Ypiresia, Δ.Ο.Υ.). Auf Korfu übernehmen sie Aufgaben, die in Deutschland teilweise zwischen Finanzämtern und kommunalen Behörden aufgeteilt sind. Zu ihren Zuständigkeiten gehören die Vergabe der Steueridentifikationsnummer (AFM), die Registrierung von Unternehmen und Gewerbebetrieben, die Bearbeitung steuerlicher Angelegenheiten sowie die Ausstellung wichtiger Bescheinigungen. Von besonderer Bedeutung ist die sogenannte Steuerunbedenklichkeitsbescheinigung (Forologiki Enimerotita), die bestätigt, dass keine offenen Steuerschulden gegenüber dem Staat bestehen. Dieses Dokument ist Voraussetzung für zahlreiche Rechtsgeschäfte, darunter Immobilienkäufe und -verkäufe, Unternehmensgründungen und verschiedene Verwaltungsverfahren.

Inseloberhaupt

Korfu besitzt seit 1866 einen eigenen Bürgermeister. Zur venezianischen Zeit residierten hier sogenannte baili, die in etwa den Vögten entsprachen.

Baili di Corfù (Vögte von Korfu)

  • 1699 - 1701  Antonio Foscarini
  • 1701 - 1703  Bernardino Semitecolo
  • 1703 - 1706  Marcantonio Trevisano
  • 1706 - 1707  Giovanni Foscarini
  • 1707 - 1709  Benetto Bollani
  • 1709 - 1711  Pietro Loredano
  • 1711 - 1713  Pietro Donato
  • 1713 - 1716  Iseppo Barbaro
  • 1716 - 1720  Nicolò Foscari
  • 1720 - 1722  Zaccaria Bembo
  • 1722 - 1724  Francesco Badoer
  • 1724 - 1726  Francesco Semitecolo
  • 1726 - 1728  Giovannadrea Pasqualigo
  • 1728 - 1730  Alberto Donato
  • 1730 - 1732  Marino Minio
  • 1732 - 1733  Pietro Balbi
  • 1733 - 1734  Giulio Balbi
  • 1734 - 1736  Daniele-Lodovico Balbi
  • 1736 - 1741  Girolamo Bonlini
  • 1741 - 1743  Nicolò Venier
  • 1743 - 1745  Gianfrancesco Sagredo
  • 1745 - 1747  Lucio-Antono Balbi
  • 1747 - 1749  Franceso Soranzo
  • 1749 - 1751  Marco Marin
  • 1751 - 1753  Vincenzo Longo
  • 1753 - 1755  Giambattista Lippomano
  • 1755 - 1758  Franceso-Antonio Barbo
  • 1758 - 1760  Alessandro Simitecolo
  • 1760 - 1762  Francesco Diedo
  • 1762 - 1764  Gianluigi-Maria Donato
  • 1764 - 1766  Giorgio Loredano
  • 1766 - 1768  Nicolò Soranzo
  • 1768 - 1770  Alessandro Bollani
  • 1770 - 1772  Francesco Soranzo
  • 1772 - 1775  Angelo Maria Giorgio
  • 1775 - 1777  Alessandro Morosini
  • 1777 - 1779  Luigi-Antonio Condulmer
  • 1779 - 1781  Andrea Bono
  • 1781 - 1782  Giorgio Marin
  • 1782 - 1784  Carlo Giorgio
  • 1784 - 1786  Barbarigo Riva
  • 1786 - 1788  Paolo-Antonio Condulmer
  • 1788 - 1790  Giorgio Barozzi
  • 1790 - 1792  Jacopo Soranzo
  • 1792 - 1794  Carlo Balbi
  • 1794 - 1796  Gionvan-Carlo-Maria Girogio
  • 1796 - Jul 1797  Domenico Zeno

Commissaires du Directoire du Département Corcyre

  • 1797 - Mai 1798 Louis Chicoilet de Corbigny (1771 - 1811)
  • Mai 1798 - 3 Mar 1799 Jean André Jean Elisabeth Briche (1766 - 1816)

Civil and Military Commandant of Curfu

  • 1797 - 3 Mar 1799 Roch Godart (1761 - 1834) bzw. Nicholas Michielazato Loverdo (1773 - 1837)

Russischer Gouverneur

  • 4 Mar 1799 - 21 Mar 1800 Skipor

Commisaire Impérial de Corcyre

  • 1807 - 1810 Gérard Pierre Julie

Presidente della deputazione

  • Okt 1801 - Mar 1802  Károlos Manésis

Pritani / Prýtanis (Rektoren)

  • um 1803 Conte Giovanni Sicuro
  • um 1803 - um 1804  Conte Metaxa Liceo
  • um 1804/05  Ioánnis Miniátis (Giovanni Mignati)

Reggente / Ýparchoi (Regenten)

  • 18 Feb 1818 - 1823?  Antónios Levkóloilou (Antonio Tommaso Lefcochilo um 1750 - um 1830)
  • 11 Jan 1823 -  1 Feb 1823  Antonio Conte Lando [amtierend]
  • 1 Feb 1823 - 1823?  Iakovos Halikiopoulos Mantzaros (1768 - 1843)
  • 10 Mar 1823 - Jun 1834  Stámos Chalikiópoulos (Stamo Calichiopulo)
  • 9 Mar 1833 - 1834?  Stamo Gangadi
  • 28 Jun 1834 - 1839?  Vincenzo Dondi
  • um 1838  Doúsmanis Levkóloilou (Dusmani Lefcochilo)
  • 5 Jan 1839 - 1839  Angelos Halikiopoulos [interimistisch]
  • Jul 1839 - Dez 1839  Geórgios Markóras (Giorgio Marcoran, um 1793 - 1863)
  • 30 Mai 1840 - Mar 1843?  Geórgios Markóras [2]
  • um 1844  Stámos Gangádis Mántzaros (Stamo Gangadi Manzaro)
  • 29 Mar 1845 - um 1851  Nicolò (Nikólaos) Callonà
  • um 1851 - 1852?  Dimítrios (Demetrio) Curcumelli
  • 15 Nov 1852 - 1857?  Spyrídon Végias (Véïas) Voúlgaris
  • 5 Sep 1857 - 1862?  Ilías Vasilákis (Elia Vassilachi)
  • 2 Aug 1862 - 1863?  Dimitrios Kourkoumellis

Italienischer Militärkommandant

  • 31 Aug - 27 Sep 1923 Emilio Solari (1864 - 1954) bzw. Antonio Foschini (1872 - 1965)

Italienischer Gouverneur

  • 31 Aug - 27 Sep 1923 Diego Simonetti (1865 - 1926)

Lord High Commissioners (britische Hochkommissare der Vereinigten Staaten der Ionischen Inseln):

  • 1814 - 1816  Sir James Campbell
  • 1815 - 1823  Sir Thomas Maitland (1759 - 1824)
  • 1823 - 1832  Sir Frederick Adam (1781 - 1853)
  • 1832 Sir Alexander Woodford (1782 - 1870)
  • 1832 - 1835 George Nugent-Grenville, 2nd Baron Nugent (“Lord Nugent”, 1788 - 1850)
  • 1835 - 1840  Howard Douglas (1776 - 1861)
  • 1840 - 1843  James Alexander Stewart-Mackenzie (1784 - 1843)
  • 1843 - 1849  John Colborne, 1st Baron Seaton (“Lord Seaton“, 1778 - 1863)
  • 1849 - 1855  Sir Henry George Ward (1797 - 1860)
  • 1855 - 1859  Sir John Young (1807 - 1876)
  • 1859 - 1863  Sir Henry Knight Storks (1811 - 1874)

Proedros Ioniou Voulis (Präsident des Ionischen Parlaments)

  • 1863 - 1864  Graf Dimitrios Nikolaou Karousos (1799 - 1873)

Demarchoi Kerkyras (Bürgermeister von Korfu)

  • 1866 - 1870 Nikolaos V. Manesis
  • 1870 - 1879  Christodoulos M. Kiriakis
  • 1879 - 1885  Georgios Theotokis
  • 1885 - 1887  Ioannis Padovas
  • 1887 - 1895  Michael Theotokis
  • 1895 - 1899  Angelos Psoroulas
  • 1899 - 1911  Dimitrios Kollas
  • 1914 - 1925  Ioannis Mavrogiannis
  • 1925 - 1951  Spiridon Kollas
  • 1951 - 1955  Stamatios Desyllas
  • 1956 - 1959  Maria Desylla-Kapodistria [w] (erste Bürgermeisterin Griechenlands)
  • 1959 - 1964  Panagiotis Zafiropoulos
  • 1964 - 1967  Spyros Rath
  • 1974 - 1975  Konstantinos Alexopoulos
  • 1975 - 1978  Spyros Rath
  • 1979 - 1990  Ioannis Kourkoulos
  • 1991 - 2001  Chrisanthos Sarlis
  • 2003 - 2006  Alexandros Mastoras
  • 2007 - 2010  Sotirios Micallef
  • 2011 - 2014  Ioannis Trepeklis
  • 2014 - 2019 Kostas Nikolouzos
  • seit 2019 Merope Ydraiou (Hydraiou) [w]

Politische Gruppierungen und Wahlen

Die Wahlen am 25. Juni 2023 brachten für den Regionalbezirk Korfu folgendes Ergebnis (Stimmenanteil, in Klammern der Vergleich zur Wahl vom 21. Mai 2023):

  • Nea Dimokratia (ND, Neue Demokratie, konservativ): 36,74 % (-0,34 %), 2019: 34,14 %
  • SYRIZA (Radikale Linke): 18,56 % (-1,43 %), 2019: 34,41 %
  • PASOK (Sozialdemokratische Partei): 12,06 % (-0,26 %), 2019: 7,50 %
  • KKE (Kommunistische Partei): 8,74 % (+0,08 %), 2019: 6,99 %
  • PE (Plefsi Eleftherias, Kurs der Freiheit, links-nationalistisch): 6,39 % (+1,3 %)
  • Spartiates (Spartans, rechtsaußen): 5,36 % (neu)
  • EL (Ellinikí Lýsi, Griechische Lösung, nationalistisch): 3,34 % (-0,03 %), 2019: 2,40 %
  • MERA25 (paneuropäisch): 2,98 % (-0,17 %); 2019: 4,84 %
  • NIKI (Dimokratikó Patriotikó Laikó Kínima “Níki”, Demlkratisch Patriotische Volksbewegung "Niki", streng konservativ): 2,38 % (+0,62 %)

Justizwesen und Kriminalität

Die größeren griechischen Inseln, darunter auch Korfu, verfügen über lokale Gerichte als Teil des griechischen Justizsystems. Diese Gerichte sind in der Regel Teil der regionalen Gerichtsorganisation, die für die Rechtsprechung vor Ort zuständig ist. Die Situation auf Korfu spiegelt zum Teil die Herausforderungen wider, die im gesamten griechischen Rechtssystem bestehen. Griechenland kämpft mit einer ineffizienten Justiz, die durch langwierige Verfahren und Korruptionsvorwürfe belastet ist. So können Zivilverfahren sich über Jahrzehnte hinziehen, und es gibt Berichte über Vorteilsannahme, die die Rechtsdurchsetzung erschweren.

Die Kriminalitätsrate auf Korfu wird als sehr niedrig eingestuft, mit einem Wert von 14,77, wobei die Kriminalität in den letzten Jahren moderat zugenommen hat. Dennoch gibt es Fälle schwerer Kriminalität, die auch Korfu betreffen. So wurde 2020 eine Anklage gegen mehrere Personen wegen Morden auf Korfu und in Athen erhoben, was auf organisierte Kriminalität und mafiöse Strukturen hinweist.

Internationale Politik

Partnerstädte von Korfu sind:

  • Kruševac, Serbien (1985)
  • Paphos, Zypern (1992)
  • Famagusta, Zypern (1994)
  • Meissen, Deutschland (1996)
  • Troisdorf, Deutschland (1996)
  • Asha, Zypern (1998)
  • Brindisi, Italien (1998)
  • Vathy, Griechenland (1998)
  • Carovigno, Italien (2000)
  • Koper, Slowenien (2000)
  • Sarandë, Albanien (2001)
  • Tremetousia, Zypern (2001)
  • Ioannina, Griechenland (2002)
  • Bethlehem, USA (2013)
  • Bar, Montenegro (2017)
  • Bari, Italien
  • Zemun (Belgrad), Serbien
  • Mytilene, Griechenland

Flagge und Wappen

Im Laufe der Geschichte wurde die Insel von vielen Völkern bewohnt, zum Beispiel von illyrischen und hellenischen Stämmen. Im Mittelalter gab es eine bedeutende Präsenz der albanischen Gemeinschaft aus Çamëria auf Korfu. Es gab viele verschiedene Flaggen für die verschiedenen Gemeinschaften, die auf der Insel lebten.

Die Flagge der Stadt Korfu ist dunkelblau mit einer großen äußeren Umrandung in Dunkelrot / Kastanienbraun / Lila, einer dünnen inneren Umrandung in Dunkelgold und dem Stadtsiegel in der Mitte in Dunkelgold.

Das Wappen von Korfu zeigt als zentrales Symbol ein versteinertes phäakisches Schiff aus der griechischen Mythologie. Dieses Schiff befindet sich an der Südwand des Rathauses von Korfu Stadt und ist das offizielle Symbol der Stadt Korfu. Es repräsentiert die Verbindung der Insel mit ihrer mythologischen und historischen Vergangenheit.

Das Stadtsiegel zeigt ein antikes griechisches Segelschiff. ΔΗΜΟΣ (Gemeinde) steht oberhalb des Siegels, ΚΕΡΚΥΡΑΣ (von Korfu) unterhalb des Siegels.

Hauptstadt

Die um die Mitte des -8. Jahrhunderts gegründete Stadt Korfu, griechisch Κέρκυρα [Kérkyra], ist seit der Antike das politische, wirtschaftlichen und kulturelle der Insel. Von 1815 bis 1864 war sie Hauptstadt der unabhängigen Ionischen Inselrepublik. Sie war bis 1997 Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz und ist heute Sitz des Verwaltungsbezirks und der Gemeinde Korfu. 2003 wurde die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Das Stadtbild ist geprägt von engen Gassen, aristokratischen Gebäuden, venezianischen Festungen und zahlreichen Kirchen, darunter die Hauptkirche Agios Spiridon mit den Reliquien des Schutzpatrons der Insel.

Verwaltungsgliederung

Der Regionalbezirk Korfu (griechisch Periferiaki Eonotita Kerkyras) ist der größte der fünf Regionalbezirke der griechischen Region Ionische Inseln. Er besteht aus der Insel Korfu mit umliegenden Eilanden, den Diapontischen Inseln sowie der Inselgruppe Paxi. Verwaltungssitz ist die Regionshauptstadt Korfu.

Das Gebiet wurde als Präfektur nach dem Anschluss der Ionischen Inseln an Griechenland 1864 gebildet. Mit der Verwaltungsreform von 2010 wurde die Präfektur aufgelöst und ihre Kompetenzen an die Region Ionische Inseln und die neu zugeteilten Gemeinden übergeben. Seither besteht das Gebiet aus den beiden Gemeinden Korfu und Paxi. Der Regionalbezirk Korfu stellt mit 22 von 41 Abgeordneten im Regionalrat der Ionischen Inseln eine Mehrheit der Mandate, hat darüber hinaus jedoch keine politische Bedeutung als Gebietskörperschaft.

Die griechische Gemeinde Korfu (griechisch Dimos Kerkyras, in griechischer Schrift Δήμος Κέρκυρας) besteht aus der Insel Korfu mit einigen umliegenden unbewohnten Eilanden und den Diapontischen Inseln. Sie wurde mit der Umsetzung der Verwaltungsreform von 2010 zum 1. Januar 2011 aus bis dahin 15 Gemeinden gebildet, die 1997 aus 103 zuvor bestehenden, überwiegend kleinen Landgemeinden zusammengeschlossen worden waren. Bis 1997 bildeten diese 103 Gemeinden die Provinz Korfu. Die bis 2010 bestehende Gemeinde Korfu (griechisch Dimos Kerkyreon Δήμος Κερκυραίων) beherbergt mit der Stadt Korfu den Sitz der Gemeinde wie auch der Region Ionische Inseln.

Von 1997 bis 2010 bestanden folgende Gemeinden der Präfektur Korfu:

Gemeinde Einwohner 2001 YPES-nummer Sitz Postleitzahl Vorwahl
Stadtgemeinden (dími)
Achillio (Δήμος Αχιλλείων) 10.319 2602 Vrioni 490 84 26610–39
Agios Georgios (Δήμος Αγίου Γεωργίου) 4.958 2601 Agros 490 83 26630–7
Korfu (Κέρκυρα/Δήμος Κερκυραίων) 39.387 2607 Korfu 491 00 26610
Esperies (Δήμος Εσπερίων) 8.136 2604 Velonades 490 81 26630–7
Feakes (Δήμος Φαιάκων) 6.488 2616 Ypsos 490 83 26610–97
Kassiopi (Δήμος Κασσωπαίων) 2.787 2606 Kassiopi 491 00 26630–91
Korissia (Δήμος Κορισσίων) 5.206 2608 Argyrades 490 80 26620–5
Lefkimmi (Δήμος Λευκιμμαίων) 6.704 2609 Lefkimmi 490 80 26620–2
Melitia (Δήμος Μελιτειέων) 6.690 2611 Moraitika 490 81 26610–7
Paleokastritsa (Δήμος Παλαιοκαστριτών) 4.395 2613 Paleokastritsa Lakonon 490 83 26630–4
Parelii (Δήμος Παρελίων) 7.197 2615 Kokkini 491 00 26610–9
Paxi (Δήμος Παξών) 2.438 2614 Gaios 490 82 26620–3
Thinali (Δήμος Θιναλίων) 5.512 2605 Acharavi (Αχαράβη) 491 00 26630–63
Landgemeinden (kinótites)
Erikoussa (Ερεικούσα/Κοινότητα Ερεικούσσης) 698 2603 Erikoussa 491 00 26630–7
Mathraki (Μαθράκι/Κοινότητα Μαθρακίου) 297 2610 Mathraki 491 00 26630–71
Othoni (Οθωνοί/Κοινότητα Οθωνών) 663 2612 Othoni 491 00 26630–71
Gesamt 111.975

Die Gemeinden aus der Zeit vor 1997 haben je nach Einwohnerzahl den Status von Stadtbezirken (dimotiki kinotita) oder Ortsgemeinschaften (topiki kinotita). Von diesem Status hing die Zahl der Vertreter ab, die diese lokalen Einheiten wählten. Die Einwohnerzahlen stammen aus dem Ergebnis der Volkszählung 2011.

  • Gemeindebezirk Agios Georgios – Δημοτική Ενότητα Αγίου Γεωργίου (3.431)
    • Ortsgemeinschaft Agios Athanasios – Τοπική Κοινότητα Αγίου Αθανασίου – Άγιος Αθανάσιος (192)
    • Ortsgemeinschaft Agros – Τοπική Κοινότητα Αγρού (365)
      • Agros – Αγρός (271)
      • Aspiotades – Ασπιωτάδες (59)
      • Manatades – Μανατάδες (27)
      • Rafalades – Ραφαλάδες (8)
    • Ortsgemeinschaft Arkadades – Τοπική Κοινότητα Αρκαδάδων – Αρκαδάδες (90)
    • Ortsgemeinschaft Armenades – Τοπική Κοινότητα Αρμενάδων (177)
      • Agios Georgios – Άγιος Γεώργιος (60)
      • Armenades – Αρμενάδες (94)
      • Termenades – Τερμενάδες (23)
    • Ortsgemeinschaft Afionas – Τοπική Κοινότητα Αφιώνος (297)
      • Afionas – Αφιώνας (294)
      • Afionitika – Αφιωνίτικα (3)
    • Ortsgemeinschaft Chorespiskopi – Τοπική Κοινότητα Χωρεπισκόπων – Χωρεπίσκοποι (203)
    • Ortsgemeinschaft Dafni – Τοπική Κοινότητα Δάφνης (290)
      • Dafni – Δάφνη (225)
      • Gavrades – Γαβράδες (65)
    • Ortsgemeinschaft Drosato – Τοπική Κοινότητα Δροσάτου – (146)
    • Ortsgemeinschaft Kavvadades – Τοπική Κοινότητα Καββαδάδων (651)
      • Arillas – Αρίλλας (96)
      • Kavvadades – Καββαδάδες (517)
      • Saoluatika – Σαουλάτικα (38)
    • Ortsgemeinschaft Kastellani Gyrou – Τοπική Κοινότητα Καστελλάνων Γύρου (106)
      • Kastellani – Καστελλάνοι (86)
      • Troumbettas – Τρουμπέττας (20)
    • Ortsgemeinschaft Mesaria – Τοπική Κοινότητα Μεσαριάς (224)
      • Kopsochilades – Κοψοχειλάδες (110)
      • Mesaria – Μεσαριά (114)
    • Ortsgemeinschaft Pagi – Τοπική Κοινότητα Πάγων (511)
      • Agios Georgios – Άγιος Γεώργιος (68)
      • Pagi – Πάγοι (304)
      • Prinylas – Πρινύλας (70)
      • Vatonies – Βατωνιές (69)
    • Ortsgemeinschaft Rachtades – Τοπική Κοινότητα Ραχτάδων – Ραχτάδες (179)
  • Gemeindebezirk Achillii – Δημοτική Ενότητα Αχιλλείων – Αχίλλειοι– (10.651)
    • Stadtbezirk Gastouri – Δημοτική Κοινότητα Γαστουρίου (1.700)
      • Gastouri – Γαστούρι (679)
      • Perama – Πέραμα (1.021)
    • Stadtbezirk Kynopiastes – Δημοτική Κοινότητα Κυνοπιαστών (2.290)
      • Chrysiida – Χρυσηίδα (898)
      • Kynopiastes – Κυνοπιάστες (1.054)
      • Pikoulatika – Πικουλάτικα (142)
      • Souleika – Σουλαίικα (196)
    • Stadtbezirk Viros – Δημοτική Κοινότητα Βιρού (2.140)
      • Agios Georgios – Άγιος Γεώργιος (89)
      • Bastouni – Μπαστούνι (63)
      • Kastanιa – Καστανιά (787)
      • Viros – Βιρός (1.201)
    • Ortsgemeinschaft Agii Deka – Τοπική Κοινότητα Αγίων Δέκα – Άγιοι Δέκα (370)
    • Ortsgemeinschaft Agios Prokopios – Τοπική Κοινότητα Αγίου Προκοπίου – Άγιος Προκόπιος (378)
    • Ortsgemeinschaft Ano Garouna – Τοπική Κοινότητα Άνω Γαρούνας – Άνω Γαρούνα (227)
    • Ortsgemeinschaft Benitses – Τοπική Κοινότητα Μπενιτσών – Μπενίτσες (843)
    • Ortsgemeinschaft Kalafationes – Τοπική Κοινότητα Καλαφατιώνων – Καλαφατιώνες (457)
    • Ortsgemeinschaft Kamara – Τοπική Κοινότητα Καμάρας (159)
      • Alepochori – Αλεποχώρι (38)
      • Kamara – Καμάρα (112)
      • Kardamatika – Καρδαμάτικα (9)
    • Ortsgemeinschaft Kastellani Mesis – Τοπική Κοινότητα Καστελλάνων Μέσης (535)
      • Estavromenos – Εσταυρωμένος (39)
      • Kastellani – Καστελλάνοι (496)
    • Ortsgemeinschaft Kato Garouna – Τοπική Κοινότητα Κάτω Γαρούνας (633)
      • Agios Gordios – Άγιος Γόρδιος (54)
      • Kato Garouna – Κάτω Γαρούνα (579)
    • Ortsgemeinschaft Kouramades – Κουραμάδες – Τοπική Κοινότητα Κουραμάδων (255)
    • Ortsgemeinschaft Stavros – Τοπική Κοινότητα Σταυρού – Σταυρός (312)
      • Dafnata – Δαφνάτα (34)
      • Kominata – Κομιανάτα (30)
      • Kornata – Κορνάτα (101)
      • Loukata – Λουκάτα (75)
      • Makrata – Μακράτα (49)
      • Chalidiata – Χαλιδιάτα (23)
    • Ortsgemeinschaft Varypatades – Τοπική Κοινότητα Βαρυπατάδων – Βαρυπατάδες (352)
  • Gemeindebezirk Erikoussa – Δημοτική Ενότητα Ερεικούσσης (496)
    • Stadtbezirk Erikoussa – Δημοτική Κοινότητα Ερεικούσσης – Ερεικούσσα
  • Gemeindebezirk Esperies – Δημοτική Ενότητα Εσπερίων – Εσπερίες (6.990)
    • Stadtbezirk Avliotes – Δημοτική Κοινότητα Αυλιωτών (1.276)
      • Agia Pelagia – Αγία Πελαγία (113)
      • Agios Stefanos – Άγιος Στέφανος (176)
      • Avliotes – Αυλιώτες (830)
      • Garnades – Γαρνάδες (45)
      • Kouknikades – Κουκνικάδες (56)
      • Staousa – Στάουσα (56)
    • Stadtbezirk Karousades – Δημοτική Κοινότητα Καρουσάδων (1.419)
      • Agios Ioannis – Άγιος Ιωάννης (213)
      • Astrakeri – Αστρακερή (126)
      • Karousades – Καρουσάδες (991)
      • Roda – Ρόδα (89)
    • Stadtbezirk Magoulades – Δημοτική Κοινότητα Μαγουλάδων (1.118)
      • Arillas – Αρίλλας (354)
      • Gousades – Γουσάδες (218)
      • Magoulades – Μαγουλάδες (365)
      • Poulimates – Πουλημάτες (118)
      • Tsoukalio – Τσουκαλιό (63)
    • Ortsgemeinschaft Agii Douli – Τοπική Κοινότητα Αγίων Δούλων – Άγιοι Δούλοι (185)
    • Ortsgemeinschaft Agrafi – Τοπική Κοινότητα Αγραφών (274)
      • Agia Paraskevi – Αγία Παρασκευή (94)
      • Agrafi – Αγραφοί (180)
    • Ortsgemeinschaft Andiperni – Τοπική Κοινότητα Αντιπερνών – Αντιπερνοί (202)
    • Ortsgemeinschaft Kavallouri Τοπική Κοινότητα Καβαλλουρίου – Καβαλλούρι (318)
    • Ortsgemeinschaft Peroulades – Τοπική Κοινότητα Περουλάδων (725)
      • Mega Ydri – Μέγα Υδρί (52)
      • Peroulades – Περουλάδες (673)
    • Ortsgemeinschaft Sidari – Τοπική Κοινότητα Σιδαρίου – Σιδάρι (386)
    • Ortsgemeinschaft Valanio – Τοπική Κοινότητα Βαλανείου – Βαλανείον (224)
    • Ortsgemeinschaft Velonades – Τοπική Κοινότητα Βελονάδων (863)
      • Kounavades – Κουναβάδες (48)
      • Livadi – Λιβάδι (351)
      • Psathylas – Ψαθύλας (72)
      • Velonades – Βελονάδες (392)
  • Gemeindebezirk Feakes – ΔημοτικήΕνότητα Φαιάκων (6.545)
    • Stadtbezirk Ano Korakiana – Δημοτική Κοινότητα Άνω Κορακιάνας (1.411)
      • Ano Korakiana – Άνω Κορακιάνα (946)
      • Poulades – Πουλάδες (465)
    • Stadtbezirk Kato Korakiana – Δημοτική Κοινότητα Κάτω Κορακιάνας (2.775)
      • Agios Vasilios – Άγιος Βασίλειος (219)
      • Analipsi Ανάληψη (141)
      • Gazatika – Γαζάτικα (133)
      • Kato Korakiana – Κάτω Κορακιάναv (967)
      • Limni – Λίμνη (725)
      • Ypsos – Ύψος (590)
    • Ortsgemeinschaft Agios Markos – Τοπική Κοινότητα Αγίου Μάρκου (937)
      • Agios Markos – Άγιος Μάρκος (70)
      • Kato Agios Markos – Κάτω Άγιος Μάρκος (867)
    • Ortsgemeinschaft Sgourades – Τοπική Κοινότητα Σγουράδων (228)
      • Omali – Ομαλή (39)
      • Sgourades – Σγουράδες (189)
    • Ortsgemeinschaft Sokraki – Τοπική Κοινότητα Σωκρακίου (266)
      • Pilida – Πηλίδα (12)
      • Sokraki – Σωκράκιον (254)
    • Ortsgemeinschaft Spartylas – Τοπική Κοινότητα Σπαρτύλα (721)
      • Barbato – Μπαρμπάτι (116)
      • Pyrgi – Πυργί (88)
      • Spartylas – Σπαρτύλας (517)
    • Ortsgemeinschaft Zygos – Τοπική Κοινότητα Ζυγού – Ζυγός (207)
  • Gemeindebezirk Kassiopi – Δημοτική Ενότητα Κασσιοπαίων (2.185)
    • Stadtbezirk Kassiopi – Δημοτική Κοινότητα Κασσιόπης (977)
      • Agios Georgios – Άγιος Γεώργιος (1)
      • Imerolia – Ημερολιά (125)
      • Kassiopi – Κασσιόπη (812)
      • Kellia – Κελλία (14)
      • Lithiamenos – Λιθιασμένος (11)
      • Peristeres – Περιστερές (unbewohnte Insel)
      • Pigi – Πηγή (13)
      • Podolakkos – Ποδολάκκο (unbewohnt)
      • Psyllos 2 – Ψύλλος δύο (unbewohnte Insel)
    • Ortsgemeinschaft Gimari – Τοπική Κοινότητα Γιμαρίου (218)
      • Gimari – Γιμάρι (23)
      • Kalami – Καλάμι (29)
      • Kavallerena – Καβαλλέραινα (19)
      • Kendroma – Κέντρωμα (68)
      • Plagia – Πλαγιά (14)
      • Rachi – Ράχη (34)
      • Vlachatika – Βλαχάτικα (31)
    • Ortsgemeinschaft Nisaki – Τοπική Κοινότητα Νησακίου (370)
      • Apolysi – Απολυσοί (21)
      • Katavolos – Κατάβολος (19)
      • Nisaki – Νησάκι (278)
      • Vinglatouri – Βιγγλατούρι (52)
    • Ortsgemeinschaft Sinies – Τοπική Κοινότητα Σινιών – Σινιές(620)
      • Agios Stefanos – Άγιος Στέφανος (87)
      • Agnitsini – Αγνίτσινη (119)
      • Karyotiko – Καρυώτικο (74)
      • Kokkini – Κόκκινη (53)
      • Kokkoulas – Κοκκοκύλας (14)
      • Kremithas – Κρέμιθας (35)
      • Mengoulas – Μέγγουλας (6)
      • Porta – Πόρτα (92)
      • Rou – Ρού (unbewohnt)
      • Sanda – Σάντα (31)
      • Sarakinatika – Σαρακηνάτικα (31)
      • Tritsi — Τριτσί (24)
      • Vingla – Βίγγλα (54)
  • Gemeindebezirk Korfu – Δημοτική Ενότητα Κερκυραίων (39.674)
    • Stadtbezirk Alepou – Δημοτική Κοινότητα Αλεπούς – Αλεπού (3.149)
    • Stadtbezirk Kanali – Δημοτική Κοινότητα Καναλίου – Κανάλι (4.086)
    • Stadtbezirk Korfu – Δημοτική Κοινότητα Κερκυραίων (32.095)
      • Gouvia – Γουβιά (838)
      • Kondokali – Κοντοκάλι (1.660)
      • Korfu – Κέρκυρα (24.838)
      • Kyra Chrysikou – Κυρά Χρυσικού (563)
      • Lazareto – Λαζαρέτο (unbewohnte Insel)
      • Pondikonisi – Ποντικονήσι (unbewohnte Insel)
      • Potamos – Ποταμός (3.840)
      • Ptychia – Πτυχία (unbewohnte Insel)
      • Tembloni – Τεμπλόνι (356)
    • Ortsgemeinschaft Evropouli – Τοπική Κοινότητα Εβροπούλων – Εβροπούλοι (344)
  • Gemeindebezirk Korissia – Δημοτική Ενότητα Κορισσίων (4.775)
    • Stadtbezirk Argyrades – Δημοτική Κοινότητα Αργυράδων (1.719)
      • Agios Georgios – Άγιος Γεώργιος (503)
      • Argyrades – Αργυράδες (660)
      • Marathias – Μαραθιάς (331)
      • Neochoraki – Νεοχωράκι (225)
    • Stadtbezirk Perivoli – Δημοτική Κοινότητα Περιβολίου (1.427)
      • Perivoli – Περιβόλι (1.378)
      • Potamia – Ποτάμια (49)
    • Ortsgemeinschaft Agios Nikolaos – Τοπική Κοινότητα Αγίου Νικολάου (440)
      • Agios Nikolaos – Άγιος Νικόλαος (315)
      • Notos – Νότος (93)
      • Roumanades – Ρουμανάδες (32)
    • Ortsgemeinschaft Kouspades – Τοπική Κοινότητα Κουσπάδων (349)
      • Boukaris – Μπούκαρης (54)
      • Kouspades – Κουσπάδες (295)
    • Ortsgemeinschaft Petriti – Τοπική Κοινότητα Πετριτής (693)
      • Korakades – Κορακάδες (30)
      • Petriti – Πετριτή (663)
    • Ortsgemeinschaft Vasilatika – Τοπική Κοινότητα Βασιλατίκων – Βασιλάτικα (147)
  • Gemeindebezirk Lefkimmi – Δημοτική Ενότητα Λευκιμμαίων (5.800)
    • Stadtbezirk Lefkimmi – Δημοτική Κοινότητα Λευκίμμης (3.620)
      • Kavos – Κάβος (685)
      • Lefkimmi – Λευκίμμη (2.935)
    • Stadtbezirk Neochori – Δημοτική Κοινότητα Νεοχωρίου (1.443)
      • Dragotina – Δραγωτινά (249)
      • Kritika – Κρητικά (453)
      • Neochori – Νεοχώρι (182)
      • Paleochori – Παλαιοχώρι (459)
      • Spartera – Σπαρτερά (100)
    • Ortsgemeinschaft Ano Lefkimmi – Τοπική Κοινότητα Άνω Λευκίμμης – Molos – Μώλος (213)
    • Ortsgemeinschaft Vitalades – Τοπική Κοινότητα Βιταλάδων (524)
      • Vitalades – Βιταλάδες (442)
      • Gardenos – Γαρδένος (82)
  • Gemeindebezirk Mathraki – Δημοτική Ενότητα Μαθρακίου (329)
    • Stadtbezirk Mathraki – Δημοτική Κοινότητα Μαθρακίου
      • Diakopo – Διάκοπο (unbewohnte Insel)
      • Diaplo – Διάπλο (unbewohnte Insel)
      • Mathraki – Μαθράκιον (329)
      • Platia – Πλατειά (unbewohnte Insel)
      • Psyllos 1 – Ψύλλος ένα (unbewohnte Insel)
      • Trachia – Τραχειά (unbewohnte nsel)
  • Gemeindebezirk Melitiei – Δημοτική Ενότητα Μελιτειέων – Μελιτειέοι (5.106)
    • Stadtbezirk Agios Mattheos – Δημοτική Κοινότητα Αγίου Ματθαίου (1.190)
      • Agios Mattheos – Άγιος Ματθαίος (1.088)
      • Chalikounas – Χαλικούνας (81)
      • Skala – Σκάλα (21)
    • Stadtbezirk Chlomos – Δημοτική Κοινότητα Χλομού (870)
      • Agios Dimitrios – Άγιος Δημήτριος (88)
      • Chlomos – Χλομός (357)
      • Linia – Λίνια (273)
      • Psaras – Ψαράς (152)
    • Ortsgemeinschaft Ano Pavliana – Τοπική Κοινότητα Άνω Παυλιάνας (478)
      • Ano Pavliana – Άνω Παυλιάνα (442)
      • Paramonas – Παραμόνας (36)
    • Ortsgemeinschaft Chlomatiana – Τοπική Κοινότητα Χλοματιανών (684)
      • Chlomatiana – Χλοματιανά (347)
      • Kato Spileo – Κάτω Σπήλαιο (51)
      • Mesongi – Μεσογγή (104)
      • Vranganiotika – Βραγκανιώτικα (182)
    • Ortsgemeinschaft Kato Pavliana – Τοπική Κοινότητα Κάτω Παυλιάνας – Κάτω Παυλιάνα (125)
    • Ortsgemeinschaft Moraitika – Τοπική Κοινότητα Μοραΐτικων (814)
      • Episkopiana – Επισκοπιανά (261)
      • Moraitika – Μοραΐτικα (553)
    • Ortsgemeinschaft Pendati Τοπική Κοινότητα Πεντατίου – Πεντάτι (262)
    • Ortsgemeinschaft Strongyli – Τοπική Κοινότητα Στρογγυλής (475)
      • Agios Ioannis Peristeron – Άγιος Ιωάννης Περιστερών (27)
      • Strongyli – Στρογγυλή (448)
    • Ortsgemeinschaft Vouniatades – Τοπική Κοινότητα Βουνιατάδων – Βουνιατάδες (208)
  • Gemeindebezirk Othoni – Δημοτική Ενότητα Οθωνών (392)
    • Stadtbezirk Othoni – Δημοτική Κοινότητα Οθωνών – Οθωνοί (392)
  • Gemeindebezirk Paleokastritsa – Δημοτική Ενότητα Παλαιοκαστριτών (4.068)
    • Stadtbezirk Liapades – Δημοτική Κοινότητα Λιαπάδων (931)
      • Gefyra – Γέφυρα (52)
      • Liapades – Λιαπάδες (879)
    • Ortsgemeinschaft Alimmatades – Τοπική Κοινότητα Αλειμματάδων (199)
      • Agia Anna Αγία Άννα (79)
      • Alimmatades – Αλειμματάδες (120)
    • Ortsgemeinschaft Doukades – Τοπική Κοινότητα Δουκάδων (721)
      • Doukades – Δουκάδες, (627)
      • Papathanatika – Παπαθανάτικα (94)
    • Ortsgemeinschaft Gardelades – Τοπική Κοινότητα Γαρδελάδων – Γαρδελάδες (371)
    • Ortsgemeinschaft Krini –Τοπική Κοινότητα Κρήνης – Κρήνη (292)
    • Ortsgemeinschaft Lakones – Τοπική Κοινότητα Λακώνων (624)
      • Lakones – Λάκωνες (384)
      • Paleokastritsa – Παλαιοκαστρίτσα (240)
    • Ortsgemeinschaft Makrades – Τοπική Κοινότητα Μακράδων (31)
      • Makrades – Μακράδες (244)
      • Vistonas – Βίστωνας (87)
    • Ortsgemeinschaft Skripero – Τοπική Κοινότητα Σκριπερού (599)
      • Felekas – Φέλεκας (99)
      • Skripero – Σκριπερό (500)
  • Gemeindebezirk Parelii – Δημοτική Ενότητα Παρελίων (6.403)
    • Stadtbezirk Sinarades – Δημοτική Κοινότητα Σιναράδων (920)
      • Aspai – Ασπάι (38)
      • Kondogialos – Κοντογιαλός (28)
      • Sinarades – Σιναράδες (854)
    • Ortsgemeinschaft Agios Ioannis – Τοπική Κοινότητα Αγίου Ιωάννου (1.140)
      • Agia Triada – Αγία Τριάδα (192)
      • Agios Ioannis – Άγιος Ιωάννης (598)
      • Kouramaditika – Κουραμαδίτικα (72)
      • Vasilika – Βασιλικά (278)
    • Ortsgemeinschaft Afra – Τοπική Κοινότητα Άφρας (1.098)
      • Afra – Άφρα (839)
      • Agios Vlasios – Άγιος Βλάσιος (210)
      • Kourkouleika – Κουρκουλαίικα (49)
    • Ortsgemeinschaft Giannades – Τοπική Κοινότητα Γιαννάδων (597)
      • Ermones – Έρμονες (32)
      • Giannades – Γιαννάδες (565)
    • Ortsgemeinschaft Kanakades – Τοπική Κοινότητα Κανακάδων – Κανακάδες (204)
    • Ortsgemeinschaft Kokkini – Τοπική Κοινότητα Κοκκινίου – Κοκκίνι (580)
    • Ortsgemeinschaft Kombitsi – Τοπική Κοινότητα Κομπιτσίου – Κομπίτσι (733)
    • Ortsgemeinschaft Marmaro – Τοπική Κοινότητα Μαρμάρου – Μάρμαρο (174)
    • Ortsgemeinschaft Pelekas – Τοπική Κοινότητα Πέλεκα (612)
      • Avramis – Αβράμης (4)
      • Agios Onoufrios – Άγιος Ονούφριος (38)
      • Glyfada – Γλυφάδα (10)
      • Kloster Yperagias Theotokou Myrtidion – Μονή Υπεραγίας Θεοτόκου Μυρτιδίων (22)
      • Kokkinogia – Κοκκινόγεια (83)
      • Pelekas – Πέλεκας (405)
      • Plakoto – Πλακωτό (50)
    • Ortsgemeinschaft Vatos – Τοπική Κοινότητα Βάτου – Βάτος (345)
  • Gemeindebezirk Thinali – Δημοτική Ενότητα Θιναλίου – Θινάλι (5.226)
    • Stadtbezirk Nymfes – Δημοτική Κοινότητα Νυμφών (995)
      • Nymfes – Νύμφες (642)
      • Platonas – Πλάτωνας (353)
    • Ortsgemeinschaft Agios Pandeleimon – Τοπική Κοινότητα Αγίου Παντελεήμονα (1.207)
      • Acharavi – Αχαράβη (1.013)
      • Agios Pandeleimon – Άγιος Παντελεήμων (26)
      • Fourni – Φουρνί (2)
      • Lazaratika – Λαζαράτικα (47)
      • Priftiatika – Πριφτιάτικα (36)
      • Strongyli – Στρογγυλή (64)
      • Vrachleri – Βραχλερή (19)
    • Ortsgemeinschaft Episkepsi – Τοπική Κοινότητα Επισκέψεως (537)
      • Agios Stefanos – Άγιος Στέφανος (205)
      • Episkepsi – Επίσκεψη (332)
    • Ortsgemeinschaft Klimatia – Τοπική Κοινότητα Κληματιάς (289)
      • Episkopi – Επισκοπή (8)
      • Klimatia – Κληματιά (229)
      • Kyprianades – Κυπριανάδες (52)
    • Ortsgemeinschaft Lafki – Τοπική Κοινότητα Λαυκίου (229)
      • Agios Martinos – Άγιος Μαρτίνος (110)
      • Lafki – Λαύκι (59)
      • Psachnia – Ψαχνιά (43)
      • Trimodi – Τριμόδι (17)
    • Ortsgemeinschaft Loutses – Τοπική Κοινότητα Λουτσών (223)
      • Anapaftiria – Αναπαυτήρια (46)
      • Apraos – Απραός (5)
      • Loutses – Λούτσες (146)
      • Magarika – Μαγάρικα (26)
    • Ortsgemeinschaft Perithia – Τοπική Κοινότητα Περιθείας (560)
      • Agios Ilias – Άγιος Ηλίας (232)
      • Karniaris – Κάρνιαρης (12)
      • Krinias – Κρινιάς (16)
      • Pelekito – Πελεκητόν (126)
      • Perithia – Περίθεια (3)
      • Perouli – Περούλι (39)
      • Pithos – Πίθος (26)
      • Riliatika – Ριλιάτικα (32)
      • Vathy – Βαθύ (17)
      • Vasilika – Βασιλικά (20)
      • Vouni – Βουνί (37)
    • Ortsgemeinschaft Petalia – Τοπική Κοινότητα Πεταλείας (209)
      • Droseri – Δροσερή (24)
      • Eriva – Ερίβα (26)
      • Perama – Πέραμα (0)
      • Petalia – Πετάλεια (121)
      • Strinylas – Στρινύλας (38)
    • Ortsgemeinschaft Sfakera – Τοπική Κοινότητα Σφακερών (788)
      • Roda – Ρόδα (561)
      • Sfakera – Σφακερά (227)
    • Ortsgemeinschaft Xanthates – Τοπική Κοινότητα Ξανθάτων – Ξανθάτες (189)


           Verwaltungseinheiten:

           3 kinótites (Gemeinden)

                       10 dimotike (urbane Siedlungen)

                       190 topike kinotite (ländliche Siedlungen)

Bevölkerung

Auf der Insel lebten miot Stand 2023 rund 100.000 Menschen, auf den zum Regionalbezirk gehörigen Nebeninseln rund 850. Im Folgenden die Entwicklung der Bevölkerungszahl samt Dichte der Inselgemeinde Korfu, bezogen auf die offizielle Fläche des Regionalbezirks (613,63 km²).

           Bevölkerungsentwicklung:

           Jahr                 Stadt               Insel                            Dichte (E/km²)

           1856                15 900               67 930                       110,70

           1861                15 000               70 000                       114,08

           1871                15 500               75 000                       122,22

           1880                16 500               80 000                       130,37

           1890                19 000               87 000                       141,78

           1896                17 900               90 872                       148,09

           1900                27 400               92 000                       149,93

           1913                26 900               95 450                       155,55

           1920                27 175             100 000                       162,96

           1928                34 200             104 000                       169,47

           1940                20 000             111 548                       181,78

           1951                27 400             105 414                       171,79

           1961                27 000               99 092                       161,48

           1971                28 600               85 664                       139,60

           1981                33 600               96 761                       157,72

           1991                39 766             104 737                       170,68

           2000                41 000             108 300                       176,49

           2001                41 100             107 879                       175,80

           2002                40 600             107 000                       174,37

           2003                40 300             106 500                       173,56

           2004                40 000             106 000                       172,75

           2005                39 800             105 500                       171,94

           2006                39 487             105 043                       171,18

           2007                39 400             104 000                       169,47

           2008                39 300             103 500                       168,66

           2009                39 200             103 000                       167,85

           2010                39 300             102 500                       167,04

           2011                39 339             102 071                       166,34

           2012                39 674             101 113                       164,78

           2013                39 300             100 853                       164,35

           2014                39 100             100 300                       163,45

           2015                39 000             100 000                       162,96

           2016                39 100              99 800                       162,64

           2017                39 200              99 600                       161,33

           2018                39 300              99 500                       162,16

           2019                39 400              99 400                       161,99

           2020                39 500              99 300                       161,82

           2021                39 575              99 134                       161,55

           2022                39 330               99 847                       162,72

           2023                39 500             100 854                       164,36

Volksgruppen

Korfu hat eine vielfältigen Bevölkerung, die sich aus verschiedenen Volksgruppen und Einwanderern zusammensetzt. Die wichtigsten Bevölkerungsbestandteile von Korfu sind:

  • Griechische Korfioten (Κερκυραίοι [Kerkyraioi]): Die Mehrheit der Bevölkerung auf Korfu gehört der griechisch-orthodoxen Kirche an und spricht einen griechischen Dialekt, der durch Einflüsse verschiedener Einwanderer geprägt ist.
  • Einwanderer aus verschiedenen griechischen Regionen: Nach schweren türkischen Überfällen im 16. Jahrhundert wurde Korfu fast entvölkert. Daraufhin kamen viele Flüchtlinge und Migranten aus Peloponnes, Epirus, Kreta und den Ägäischen Inseln auf die Insel. Besonders die kretischen Einwanderer hatten großen Einfluss auf die Kultur und Sprache Korfus. Auch Flüchtlinge aus Souli (Epirus) ließen sich später auf Korfu nieder. Die Gruppen bezeichnen sich in der Regel nach ihrer Herkunftsregion, etwa als Kreter (Κρητικοί [Kritikí]), Epiroten (Ηπειρώτες [Ipeirótes]) oder einfach als Griechen (Έλληνες [Ellines]).
  • Illyrische und epirotische Stammesangehörige: Vor der griechischen Kolonisation lebten auf Korfu vermutlich illyrische und epirotische Stämme, wie die Liburnier, die zur Urbevölkerung gehörten.
  • Arvaniten (Αρβανίτες [Arvanítes]): Zwar sind die Arvaniten vor allem in Südgriechenland verbreitet, doch die albanischsprachigen Gruppen haben auch in der weiteren Region eine Rolle gespielt. Auf Korfu selbst sind sie nicht als eigenständige Volksgruppe hervorgehoben, jedoch gibt es in Griechenland insgesamt eine bedeutende arvanitische Minderheit, die historisch eingewandert ist.
  • Venezianer (Βενετσιάνοι [Venetsiáni]) und Maltesen (Μαλτέζοι [Maltezoi]): Während der venezianischen und britischen Herrschaft kamen auch römisch-katholische Einwanderer, unter anderem aus Malta, auf die Insel, was bis heute eine kleine katholische Minderheit auf Korfu erklärt.
  • Roma (Τσιγγάνοι [Tsingánoi]): Wie in ganz Griechenland gibt es auch auf Korfu kleinere Gruppen von Roma, die eine eigene kulturelle Identität pflegen.

Sprachen

Auf der Insel hat sich ein besonderer Dialekt entwickelt, der als korfiotischer Dialekt, Eigenbezeichnhunng Κερκυραϊκά [Kerkyraïká], bekannt ist. Dieser Dialekt entstand durch im Zuge der venezianischen Herrschaft und ist eine Mischung aus Griechisch und Italienisch. Er folgt der griechischen Grammatik und Syntax, enthält jedoch viele italienische Wörter, die an die griechische Sprache angepasst wurden. Der korfiotische Dialekt hat einen melodischen Akzent, der durch die Nähe zur italienischen Sprache ausgeprägt wurde. Während früher viele italienische Wörter im Alltag verwendet wurden, sind diese heute größtenteils verschwunden oder werden kaum noch genutzt.

Religion

Ein Großteil der Bevölkerung gehört dem griechisch-orthodoxen Glauben an. Das zeigen die an die 600 größeren und kleineren Kirchen auf der Insel. Auch einige kleinere Klöster existieren. Das bedeutendste ist bei Paleokastritsa zu besichtigen. Der Anteil anderer Glaubensgemeinschaften ist gering, jedoch existiert seit dem 14. Jahrhundert ein katholisches Erzbistum auf der Insel. Die katholische Kirche St. Francis in der Altstadt nahe dem Hafen stammt aus dieser Zeit (Messingplakette am Eingang). In der Stadt Korfu besteht auch ein britischer Friedhof, auf dem in der Kolonialzeit Briten begraben wurden. Heutzutage nutzen die Protestanten den Friedhof als Grabstätte.

Auf Korfu befinden sich die Gebeine von Spyridon, dem Schutzpatrons der Insel. Seine Reliquien werden in der ihm geweihten Kirche Agios Spyridonas in der Hauptstadt Kerkyra aufbewahrt. Viele Männer auf der Insel wurden auf den Namen Spyros getauft, was die männliche Kurzform von Spyridon ist. Zu Ehren Spyridons werden jährlich mehrere Prozessionen abgehalten, eine besonders prachtvolle findet am Karsamstag-Morgen statt. Danach werden die Reliquien noch wenige Tage zur Anbetung in der Kirche ausgestellt, bevor sie wieder in einen Silbersarg gebettet werden.

Römisch-Katholische Kirche

Das Erzbistum Korfu, Zakynthos und Kefalonia (lateinisch Archidioecesis Corcyrensis, Zacynthiensis et Cephaloniensis) ist eine Erzdiözese der römisch-katholischen Kirche. Der Bischofssitz ist in Korfu-Stadt. Es umfasst die Inseln Korfu, Kefalonia und Zakynthos und den Südepirus. Im Jahr 2019 bestand das Erzbistum aus 3 Pfarreien, die von 3 Diözesanpriestern, dazu 3Ordensbrüdern und 7 Ordensschwestern betreut wurden bei einem Gläubigenanteil von 2,9 %.

Die Diözese wurde 1310 durch Karl von Anjou begründet. Die Diözesen Kefalonia und Zakinthos waren einst die Suffragane von Korfu. Das Bistum Kefalonia und Zakinthos wurden mit dem Breve Cum ex Apostolico aber 1919 in die Erzdiözese inkorporiert, so dass Korfu heute ohne Suffragansitze ist. Mit dem Breve Quae rei sacrae wurde am 10. März 1926 der griechisch besiedelte Nordepirus vom Erzbistum Durazzo erworben.

Die Katholiken auf Korfu und den anderen Ionischen Inseln stammen zum einen von den Venezianern ab, die hier jahrhundertelang geherrscht haben. Zum anderen sind es Nachkommen von maltesischen Arbeitern, die die englische Kolonialmacht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Korfu geholt hat. Heute kommen noch einige Einwanderer aus diversen europäischen Ländern hinzu.

Die Kathedrale St. Jakobus und Christophorus befindet sich an der Platia Dimarchiou (Rathausplatz) in Korfu-Stadt. Sie wurde im 17. Jahrhundert von den Venezianern erbaut, 1943 durch Luftangriffe teilweise zerstört, erst in den 1960er Jahren wiederaufgebaut und 1970 erneut geweiht. Patron des Erzbistums ist der heilige Spyridon.

Das Erzbistum umfasst heute die Region Epirus und die Region der Ionischen Inseln mit Korfu, Lefkada, Kefalonia, Ithaka und Zakynthos. Im Erzbistum haben folgende katholische Ordensgemeinschaften ihren Sitz:

  • Kapuziner (OFMCap, Korfu)
  • Franziskanerinnen vom Heiligsten Herzen Jesu (Korfu)
  • Josefschwestern von Lyon (Korfu)
  • Folgende römisch-katholische Kirchengebäude sind im Erzbistum verzeichnet:
  • Kathedrale St. Jakobus und Christopherus
  • Kirche des Heiligen Herzens Jesu (Korfu)
  • St.-Nikolaus-Kirche (Kefalonia)
  • Markuskirche (Zakynthos)
  • Andreaskirche (Preveza)
  • Heilige-Familie-Kirche (Ioannina)


Erzbischöfe von Korfu:

  • Antonius (1283–1284)
  • Stephanus (1289–1296)
  • Demetrius (1299)
  • Marcus Contarini (1310)
  • Christophorus (1318)
  • Johannes I. (1320–1330)
  • Johannes II. (1330)
  • Salvianus (1340)
  • Gaddus Pisanus (1341–1347)
  • Johannes de Porta (1348)
  • Franciscus de Aptis (1348)
  • Nikolaus (1348–1350)
  • Castellinus Romanopullus (1350–1376)
  • Ioannes de Amelia (1376–1378)
  • Petrus Budana (1379–1386)
  • Nikolaus (1385–1386)
  • Pinus Ordelaffi (1390)
  • Marcus Iustinian (1390–1392)
  • Albanus Michiel (1392–1406)
  • Hillarius (1406–1413)
  • Georgius de Cadolfino (1413–1428)
  • Eustachius de Leonardis (1428–1430)
  • Martinus Bernardini (1430–1452)
  • Franciscus Gritti (1452–1458)
  • Petrus Iustinian (1458)
  • Isidorus Rutheniensis (1458–1459)
  • Petrus Frigerio (1459–1481)
  • Sanctus Venier (1418–1514)
  • Christophorus Marcello (1514–1527)
  • Iacobus Cocco (1528–1560)
  • Antonius Cocco (1565–1577)
  • Bernardinus Suriano (1577–1583)
  • Maffeus Venier (1583–1586)
  • Ioannes Balbi (1587–1597)
  • Vincentius Querini (1597–1618)
  • Benedictus Bragadin (1618–1658)
  • Carolus Labia (1659–1677)
  • Marcus Antonius Barbarigo (1678–1687, auch Bischof von Montefiascone)
  • Georgius Emo (1688–1705)
  • Augustus Antonio Zacco (1706–1723)
  • Angelo Maria Quirini OSBCas (1723–1727, auch Bischof von Brescia)
  • Vincentius Maria Mazzoleni (1727–1731)
  • Ioannes Antonius Foscarini (1732–1739)
  • Antonius Nani (1742–1765)
  • Paulus da Ponte (1765–1773)
  • Andrea Benedictus Ganassoni (1773–1779)
  • Francesco Maria Fenzi (1779–1816, auch Lateinischer (Titular-)Patriarch von Jerusalem)
  • Daulo Augusto Foscolo (1816–1830, auch Lateinischer (Titular-)Patriarch von Jerusalem)
  • Petrus Antonius Nostrano (1830–1850)
  • Nicholson (1850–1855)
  • Carolus Rivelli (1856–1858)
  • Spiridione Maddalena (1860–1884)
  • Evangelista Boni (1885–1897)
  • Antonios Ioannes Baptist Delendas (Αντώνιος Ιωάννης Βαπτιστής Δελένδας, 1898–1900)
  • Theodoros Antonios Polito (Θεόδωρος Αντώνιος Πόλιτο, 1901–1911)
  • Domenikos Darmanin (Δομήνικος Δαρμανίν, 1912–1919)
  • Leonard Brindisi (Λεονάρδος Πρίντεζης, 1919–1940, auch Erzbischof von Naxos)
  • Antonio Gregorio Vuccino (Αντώνιος Γρηγόριος Βουτσίνος), A.A. (1947–1952)
  • Antonios Varthalitis (Αντώνιος Βαρθαλίτης), A.A. (1962–2003)
  • Ioánnis Spitéris (Ιωάννης Σπιτέρης), O.F.M. Cap. (2003–2020)
  • Georgios Altouvas (seit 2020)

Siedlungen

Die Gemeinde Korfu-Stadt hat eine Gesamtbevölkerung von 39.674 Einwohnern (Stand 2011). Neben ihr sind die größten Ortschaften Kanáli (4.086 Einwohner), Potamós (3.840), Kontokáli (1.660), Alepoú (3.149) und Gouviá (838).

Die Stadt Korfu liegt auf dem breiten Teil einer Halbinsel, die in der venezianischen Zitadelle (griechisch Παλαιό Φρούριο) endet und von dieser durch einen künstlichen Graben getrennt ist, der sich in einer natürlichen Rinne gebildet hat, mit einem Salzwassergraben am Grund, der auch als eine Art Yachthafen dient, der Contra-Fossa genannt wird. Die alte Stadt, die innerhalb von Befestigungsanlagen entstanden ist, in denen jeder Meter Boden kostbar war, ist ein Labyrinth aus engen, mit Kopfsteinen gepflasterten Straßen, die manchmal verwinkelt, aber meistens angenehm, farbenfroh und blitzsauber sind. Diese Straßen werden καντούνια [kantounia] genannt, und die älteren folgen manchmal den sanften Unregelmäßigkeiten des Bodens, während viele von ihnen zu eng für den Autoverkehr sind. Es gibt eine Strandpromenade in Richtung der Bucht von Garitsa (Γαρίτσα) und eine Esplanade zwischen der Stadt und der Zitadelle namens Liston (Λιστόν), wo es viele gehobene Restaurants und Bistros im europäischen Stil gibt. Für die Herkunft des Namens Liston gibt es mehrere Erklärungen: In vielen ehemaligen venezianischen Städten gibt es einen Platz dieses Namens, der von einem venezianischen Wort für Abendpromenade abgeleitet ist, aber er kann sich auch auf den geschlossenen Aspekt eines gehobenen Viertels beziehen, das dem im Libro d'Oro eingetragenen Adel vorbehalten war.

Lefkimmi (Lefkimi), im Südosten der Insel gelegen, ist der zweitgrößte Ort auf Korfu. Er war ursprünglich ein Fischerdorf und ist auch heute noch in einem relativ unverfälschten Zustand - abseits der typischen Touristengegenden. Die engen Gassen, alten Häuser und kleinen Läden vermitteln einen authentischen Eindruck vom Alltag der Einheimischen. Typisch sind Szenen wie Frauen auf Eseln, Senioren in den Cafés und Menschen bei der Feldarbeit. Ein zentrales Merkmal von Lefkimmi ist der Kanal, der den Ort durchquert. Entlang dieses Kanals gibt es zahlreiche Tavernen und Cafés, die besonders bei Einheimischen und wenigen Touristen beliebt sind. Die renovierte Brücke ist das meistfotografierte Motiv des Ortes. Folgt man dem Kanal Richtung Meer, gelangt man zum Bouka-Strand, der vor allem von Einheimischen besucht wird. In der Nähe befindet sich auch der Fährhafen, von dem aus Fähren zum Festland (Igoumenitsa) und zu den Nachbarinseln verkehren. Die Umgebung ist geprägt von landwirtschaftlicher Nutzung, Salinen und Naturschutzgebieten.

Potamos ist ein Ortsteil von Lefkimmi, der sich entlang des Flusses (Potamos bedeutet im Griechischen „Fluss“) erstreckt. Hier findet man eine charakteristische Brücke, die den Fluss überspannt und den Zugang zu den wichtigsten Tavernen und Cafés am Wasser bietet. Potamos ist bekannt für seine malerische Flusslandschaft mit Fischerbooten und bietet zahlreiche Fotomotive.

Auf der Insel gibt es insgesamt 190 Siedlungen in drei Gemeinden:


Nord-Korfu

Name Original Status Z 1991 Z 2001 Z 2011 Z 2021
Acharávi Αχαράβη Siedlung 477 654 1.013 1.100
Afión [Afionas] Αφιών Siedlung 207 298 294 209
Afionítika Αφιωνίτικα Siedlung 24 0 3 65
Agía Paraskeví Αγία Παρασκευή Siedlung 77 79 94 88
Agía Pelagía [Agia Pelaghia] Αγία Πελαγία Siedlung 84 92 113 69
Ágioi Doúloi [Agii Douli] Άγιοι Δούλοι Siedlung 255 230 185 159
Ágios Athanásios [Agios Athanassios] Άγιος Αθανάσιος Siedlung 234 267 192 158
Ágios Geórgios Άγιος Γεώργιος Siedlung 4 74 68 64
Ágios Ilías Άγιος Ηλίας Siedlung 182 189 232 200
Ágios Ioánnis Άγιος Ιωάννης Siedlung 40 232 213 187
Ágios Martínos Άγιος Μαρτίνος Siedlung 152 185 110 129
Ágios Stéfanos Άγιος Στέφανος Siedlung 40 84 205 241
Ágios Stéfanos Άγιος Στέφανος Siedlung 107 222 176 257
Ágios Stéfanos Άγιος Στέφανος Siedlung 51 80 87 77
Agnítsini Αγνίτσινη Siedlung 123 138 119 123
Agrafoí [Agrafi] Αγραφοί Siedlung 350 280 180 271
Agrós Αγρός Siedlung 298 445 271 192
Antipernoí [Antiperni] Αντιπερνοί Siedlung 263 269 202 200
Aríllas Αρίλλας Siedlung 278 328 354 374
Arkadádes Αρκαδάδες Siedlung 118 123 90 97
Armenádes Αρμενάδες Siedlung 180 161 94 94
Astrakerí Αστρακερή Siedlung 54 168 126 243
Athinioí Αθινιοί Siedlung ... ... ... 57
Avliótai [Avliotes] Αυλιώται Siedlung 836 859 830 798
Chorepískopoi [Chorepiskopi] Χωρεπίσκοποι Siedlung 308 288 203 173
Dáfni Δάφνη Siedlung 226 210 225 183
Drosáton [Drossato] Δροσάτον Siedlung 249 232 146 126
Epískepsis [Episkepsi] Επίσκεψις Siedlung 560 470 332 284
Gousádes [Goussades] Γουσάδες Siedlung 195 184 218 176
Imeroliá Ημερολιά Siedlung 67 73 125 63
Kárniaris Κάρνιαρης Siedlung 1 0 12 109
Karousádes [Karoussades] Καρουσάδες Siedlung 1.131 958 991 769
Karyótikon Καρυώτικον Siedlung 49 61 74 76
Kassiópi Κασσιόπη Siedlung 848 1.059 812 987
Kastellánoi Καστελλάνοι Siedlung ... ... ... 77
Katávolos Κατάβολος Siedlung 174 36 19 61
Kavalloúrion [Kavallouri] Καβαλλούριον Siedlung 387 357 318 375
Kavvadádes [Kavadades] Καββαδάδες Siedlung 597 607 517 549
Kéntroma Κέντρωμα Siedlung 71 91 68 55
Klimatiá Κληματιά Siedlung 359 311 229 235
Kókkini Κόκκινη Siedlung 66 61 53 68
Kopsocheiládes [Kopsochilades] Κοψοχειλάδες Siedlung 96 101 110 94
Kouknikádes Κουκνικάδες Siedlung 65 70 56 80
Lithiasménos Λιθιασμένος Siedlung 28 0 11 53
Livádi Λιβάδι Siedlung 333 329 351 388
Loútsai [Loutses] Λούτσαι Siedlung 240 258 146 106
Magouládes Μαγουλάδες Siedlung 427 342 365 258
Méga Ydrí Μέγα Υδρί Siedlung 0 55 52 62
Mesariá [Messaria] Μεσαριά Siedlung 125 123 114 99
Nisákion [Nissaki] Νησάκιον Siedlung 141 343 278 221
Nýmfai [Nymfes] Νύμφαι Siedlung 778 766 642 612
Págoi [Pagi] Πάγοι Siedlung 417 394 304 131
Perouládes Περουλάδες Siedlung 644 690 673 624
Petáleia [Petalia] Πετάλεια Siedlung 139 93 121 84
Plátonas Πλάτωνας Siedlung 282 345 353 423
Pórta Πόρτα Siedlung 104 92 92 80
Poulimátes Πουλημάτες Siedlung 128 125 118 70
Prinýlas Πρινύλας Siedlung 107 71 70 57
Psathýlas Ψαθύλας Siedlung 54 60 72 68
Rachtádes Ραχτάδες Siedlung 257 261 179 121
Róda Ρόδα Siedlung 244 362 561 484
Róda Ρόδα Siedlung 35 124 89 59
Roumpatátika Ρουμπατάτικα Siedlung ... ... ... 91
Sfakerá Σφακερά Siedlung 189 215 227 221
Sidárion [Sidari] Σιδάριον Siedlung 267 348 386 505
Stáousa [Staoussa] Στάουσα Siedlung 35 65 56 60
Tsoukalió Τσουκαλιό Siedlung 57 53 63 78
Valaneíon [Valanio] Βαλανείον Siedlung 350 305 224 207
Vatoniaí [Vatonie] Βατωνιαί Siedlung 83 75 69 51
Velonádes Βελονάδες Siedlung 390 483 392 398
Víngla [Vighla] Βίγγλα Siedlung 67 73 54 58
Xanthátai [Xanthates] Ξανθάται Siedlung 273 312 189 199


Zentral-Korfu und Diapontische Ionseln

Name Original Status Z 1991 Z 2001 Z 2011 Z 2021
Áfra Άφρα Siedlung 736 849 839 828
Agía Ánna Αγία Άννα Siedlung 35 68 79 84
Agía Triás [Agia Triada] Αγία Τριάς Siedlung 112 225 192 168
Ágioi Déka [Agii Deka] Άγιοι Δέκα Siedlung 607 480 370 390
Ágios Geórgios Άγιος Γεώργιος Siedlung 43 80 89 98
Ágios Ioánnis Άγιος Ιωάννης Siedlung 328 454 598 951
Ágios Márkos Άγιος Μάρκος Siedlung 261 98 70 108
Ágios Onoúfrios Άγιος Ονούφριος Siedlung 31 32 38 88
Ágios Prokópios Άγιος Προκόπιος Siedlung 353 378 378 410
Ágios Vasíleios [Agios Vassilios] Άγιος Βασίλειος Siedlung 164 208 219 157
Ágios Vlásios [Agios Vlassios] Άγιος Βλάσιος Siedlung 57 87 210 423
Alepoú Αλεπού Urbane Siedlung 1.507 1.656 3.149 4.169
Análipsis [Analipsi] Ανάληψις Siedlung 118 171 141 109
Áno Garoúna Άνω Γαρούνα Siedlung 285 280 227 147
Áno Korakiána Άνω Κορακιάνα Siedlung 1.099 867 946 706
Barmpáti [Barbati] Μπαρμπάτι Siedlung 98 161 116 116
Bastoúnion Μπαστούνιον Siedlung 76 69 63 147
Benítsai [Benitses] Μπενίτσαι Siedlung 697 802 843 629
Chrysiís [Chryssiis] Χρυσηίς Siedlung 456 481 898 1.097
Déntra Δέντρα Siedlung ... ... ... 70
Doukádes Δουκάδες Siedlung 470 658 627 406
Ereikoússa [Errikousa] Ερεικούσσα Siedlung 330 612 496 303
Evropoúloi [Evropouli] Εβροπούλοι Siedlung 455 432 344 370
Félekas Φέλεκας Siedlung 0 100 99 61
Gardeládes Γαρδελάδες Siedlung 338 331 371 316
Gastoúri Γαστούρι Siedlung 550 1.013 679 575
Gazátika Γαζάτικα Siedlung 125 140 133 226
Giannádes [Yannades] Γιαννάδες Siedlung 745 733 565 487
Gouviá Γουβιά Urbane Siedlung 599 883 838 596
Kalafatiónes Καλαφατιώνες Siedlung 511 471 457 451
Kamára Καμάρα Siedlung 133 143 112 98
Kanakádes Κανακάδες Siedlung 260 331 204 182
Kanálion [Kanali] Κανάλιον Urbane Siedlung 2.684 3.593 4.086 4.770
Kasimátika Κασιμάτικα Siedlung ... ... ... 61
Kastanéa [Kastania] Καστανέα Siedlung 341 476 787 1.093
Kastellánoi [Kastellani] Καστελλάνοι Siedlung 509 543 496 471
Káto Ágios Márkos Κάτω Άγιος Μάρκος Siedlung 297 696 867 787
Káto Garoúna Κάτω Γαρούνα Siedlung 715 647 579 554
Káto Korakiána Κάτω Κορακιάνα Siedlung 734 959 967 1.310
Kérkyra [Korfu-Stadt] Κέρκυρα Urbane Siedlung 31.474 30.140 24.838 23.537
Kokkínion [Kokkini] Κοκκίνιον Siedlung 371 742 580 739
Kokkinógeia [Kokkinogia] Κοκκινόγεια Siedlung 81 83 83 81
Kompítsion [Kobitsi] Κομπίτσιον Siedlung 646 595 733 706
Kontokálion Κοντοκάλιον Urbane Siedlung 1.168 1.630 1.660 2.108
Kornáta Κορνάτα Siedlung 154 144 101 96
Kouramádes Κουραμάδες Siedlung 246 272 255 251
Kouramadítika Κουραμαδίτικα Siedlung 75 40 72 65
Kríni Κρήνη Siedlung 267 256 292 275
Kynopiástai [Kynopiastes] Κυνοπιάσται Siedlung 924 1.214 1.054 980
Kyrá Chrysikoú [Kyra Chryssikou] Κυρά Χρυσικού Urbane Siedlung 221 484 563 573
Lákones Λάκωνες Siedlung 522 500 384 343
Liapádes Λιαπάδες Siedlung 1.059 960 879 918
Límni Λίμνη Siedlung 257 316 725 129
Loukáta Λουκάτα Siedlung 102 107 75 71
Makrádes Μακράδες Siedlung 241 287 244 124
Mármaron [Marmaro] Μάρμαρον Siedlung 230 307 174 184
Mathrákion [Mathraki] Μαθράκιον Siedlung 143 186 329 135
Nikolátika Νικολάτικα Siedlung ... ... ... 51
Othonoí [Othoni] Οθωνοί Siedlung 124 340 392 206
Palaiokastrítsa [Paleokastritsa] Παλαιοκαστρίτσα Siedlung 180 259 240 220
Papathanátika Παπαθανάτικα Siedlung 56 11 94 78
Pélekas Πέλεκας Siedlung 499 569 405 375
Pérama Πέραμα Siedlung 598 722 1.021 728
Pikoulátika Πικουλάτικα Siedlung 76 97 142 197
Potamós Ποταμός Urbane Siedlung 1.912 2.423 3.840 3.597
Pouládes Πουλάδες Siedlung 171 264 465 456
Pyrgí [Pirgi] Πυργί Siedlung 25 79 88 74
Sgourádes Σγουράδες Siedlung 230 253 189 138
Sinarádes Σιναράδες Siedlung 1.075 1.144 854 649
Skriperón [Skripero] Σκριπερόν Siedlung 576 576 500 431
Sokrákion [Sokraki] Σωκράκιον Siedlung 478 342 254 161
Soulaíika [Souleika] Σουλαίικα Siedlung 67 91 196 229
Spartýlas Σπαρτύλας Siedlung 652 567 517 572
Templónion [Teblonion] Τεμπλόνιον Urbane Siedlung 201 291 356 323
Varypatádes Βαρυπατάδες Siedlung 268 266 352 278
Vasiliká [Vassilika] Βασιλικά Siedlung 228 213 278 198
Vátos Βάτος Siedlung 449 435 345 407
Virós Βιρός Siedlung 927 1.021 1.201 930
Vístonas Βίστωνας Siedlung 104 89 87 75
Ýpsos Ύψος Siedlung 594 733 590 576
Zygós Ζυγός Siedlung 281 294 207 136


Süd-Korfu

Name Original Status Z 1991 Z 2001 Z 2011 Z 2021
Ágios Dimítrios Άγιος Δημήτριος Siedlung 135 169 88 71
Ágios Geórgios Άγιος Γεώργιος Siedlung 401 471 503 509
Ágios Matthaíos [Agios Mattheos] Άγιος Ματθαίος Siedlung 1.418 1.575 1.088 1.194
Ágios Nikólaos Άγιος Νικόλαος Siedlung 367 353 315 294
Áno Pavliána Άνω Παυλιάνα Siedlung 448 470 442 379
Argyrádes Αργυράδες Siedlung 827 988 660 599
Boúkaris Μπούκαρης Siedlung 32 51 54 64
Chalikoúnas Χαλικούνας Siedlung 0 85 81 76
Chlomatianá Χλοματιανά Siedlung 246 225 347 207
Chlomós Χλομός Siedlung 478 447 357 166
Dragotiná Δραγωτινά Siedlung 289 266 249 250
Episkopianá Επισκοπιανά Siedlung 256 277 261 255
Káto Pavliána Κάτω Παυλιάνα Siedlung 178 321 125 115
Káto Spílaion [Kato Spileon] Κάτω Σπήλαιον Siedlung 92 82 51 74
Kávos Κάβος Urbane Siedlung 626 827 685 643
Kouspádes Κουσπάδες Siedlung 384 332 295 250
Kritiká Κρητικά Siedlung 391 427 453 407
Lefkímmi Λευκίμμη Urbane Siedlung 3.487 3.570 2.935 2.681
Línia Λίνια Siedlung 209 291 273 226
Marathiás Μαραθιάς Siedlung 348 326 331 296
Mesongí [Messoghi] Μεσογγή Siedlung 229 296 104 268
Mólos Μώλος Siedlung 95 133 213 422
Moraḯtika Μοραΐτικα Siedlung 433 603 553 544
Neochorákion [Neochoraki] Νεοχωράκιον Siedlung 206 194 225 149
Neochórion [Neochori] Νεοχώριον Siedlung 257 224 182 255
Nótos Νότος Siedlung 91 88 93 117
Palaiochórion [Paleochori] Παλαιοχώριον Siedlung 660 605 459 428
Pentátion [Pentati] Πεντάτιον Siedlung 320 380 262 235
Perivólion [Perivoli] Περιβόλιον Siedlung 1.362 1.406 1.378 1.282
Petrití Πετριτή Siedlung 672 666 663 611
Psarás Ψαράς Siedlung 128 163 152 73
Sparterá Σπαρτερά Siedlung 90 114 100 79
Strongylí [Strogyli] Στρογγυλή Siedlung 479 556 448 383
Vasilátika [Vassilatika] Βασιλάτικα Siedlung 170 152 147 131
Vitaládes Βιταλάδες Siedlung 533 466 442 467
Vouniatádes Βουνιατάδες Siedlung 240 325 208 195
Vragkaniótika [Vraganiotika] Βραγκανιώτικα Siedlung 252 229 182 214

Verkehr

Die Insel besitzt eins der besten Straßennetze Griechenlands und mehrere Fährverbindungen zum Festland.

Straßenverkehr

Die Insel ist durch zwei Haupltstraßen erschlossen:

  • Griechische Nationalstraße 24 im Norden, Korfu-Stadt - Palaiokastritsa
  • Griechische Nationalstraße 25 im Süden, Korfu-Stadt - Lefkimi

Diese beiden Routen sind gut ausgebaut. Viele Nebenstraßen sind allerrdings eng, kurvenreich und oft schlecht befestigt. Korfu hat viele steile Straßen, insbesondere in der Inselmitte und entlang der nördlichen Steilküste. Die Straßen können besonders bei Nässe sehr rutschig werden, da die Asphaltqualität nicht immer den deutschen Standards entspricht. Abseits der Hauptstraßen fehlen oft Straßenmarkierungen, was das Fahren nachts erschwert.

Die Busse zu den wichtigsten Orten der Insel verkehren etwa sechsmal täglich zwischen der Stadt und Glyfada, Sidari, Paleokastritsa, Roda und Acharavi, Lefkimmi, Lefkimmi und Piri. Andere Busse fahren bis zu zweimal am Tag nach Athen und Thessaloniki. Stadtbusse fahren durch die Stadt zum Flughafen, nach Achilleion, Gouvia, Afra, Pelekas und zu einigen anderen interessanten Orten.

Bahnverkehr

Korfu verfügt über keine direkte Bahnverbindung, da die Insel keinen Bahnhof besitzt. Reisende können mit dem Zug bis Igoumenitsa fahren, dem nächstgelegenen Hafen auf dem Festland, und von dort eine Fähre nach Korfu nehmen. Es gibt Routen aus Städten wie Wien, die über Thessaloniki oder Patras führen. Von dort ist eine Weiterreise per Fähre nach Korfu möglich.

Schiffsverkehr

Das griechische Festland (Igoumenitsa) erreicht man mit Fähren von Korfu-Stadt sowie von Lefkimmi aus. Korfu verfügt des weiteren über Fährverbindungen sowohl mit traditionellen Fähren nach Gaios auf der Insel Paxos und bis nach Patras als auch mit traditionellen Fähren und modernen Hochgeschwindigkeitsfähren mit einziehbaren Tragflächen und hydrodynamischer Strömung, genannt „Flying Dolphins“, nach Igoumenitsa und Sarandë im benachbarten Albanien. An der Südspitze der Insel, am Kap Kavos, befindet sich der kleine Hafen von Lefkimmi, von dem aus Fähren zum Festland verkehren.

Die Diapontia-Inseln sind mit dem Schiff erreichbar, das regelmäßig vom Hafen von Korfu und Agios Stefanos Avliotes aus verkehrt, und mit der Fähre vom Hafen der Stadt Korfu.

Ein Jachthafen befindet sich in Gouvia, etwa sieben Kilometer nördlich von Korfu-Stadt entfernt. Dort können an Schwimm- und festen Stegen bis zu 1000 Boote mit bis zu 80 m Länge und 6 m Tiefgang anlegen. Die Liegeplätze nehmen Boote auf.

Der Sideros-Leuchtturm, griechisch Φάρος Σίδερο [Fáros Sídero], steht auf der im 16. Jahrhundert von den Venezianern errichteten Alten Festung in Korfu-Stadt. Der älteste noch in Betrieb befindliche denkmalgeschützter griechische Leuchtturm. Der acht Meter hohe Leuchtturm wurde nach historischen Quellen 1822 von den Briten auf dem Landturm der Alten Festung errichtet, um die Einfahrt in den wichtigsten Hafen ihres Protektorats der Republik der Ionischen Inseln zu sichern. Er entstand als erster von insgesamt 13 Leuchttürmen, die schließlich 1863 mit den Ionischen Inseln an Griechenland übergeben wurden. Der aus Natursteinen gebaute runde Turm ist unverputzt. Die Laterne befindet sich über einer Galerie und unter einem grün gestrichenen Dach. An die Turmbasis schmiegt sich das frühere Haus des Leuchtturmwärters, das in seiner Geschichte mehrfach umgebaut wurde.

Das einfache feste Licht von 1822 wurde bald durch eine Fresnellinse vierter Ordnung der in Paris ansässigen Firma Sautter, Lemonier et Cie. ersetzt. Heute besitzt der Turm ein modernes Leuchtfeuer mit einer Trommellinse. 1992 wurde der Betrieb von Acetylen auf elektrischen Strom umgestellt. Der Griechische Leuchtturmdienst (Y.Faron), 1887 gegründet und mit Sitz seit 1929 in Piräus, hat die ausschließliche Zuständigkeit für Bau und Betrieb der Leuchtfeuer des griechischen Leuchtturmnetzes zur Gewährleistung der Navigationssicherheit.

Die Alte Festung mit dem Leuchtturm ist Teil des erweiterten archäologischen und historischen Gebiets der Altstadt von Korfu und seit 2007 auch UNESCO-Weltkulturerbe. Der Sideros-Leuchtturm ist außerdem durch Gesetz Zum Schutz von Altertümern ein besonderes Baudenkmal. Der Sideros-Leuchtturm ist auch dadurch bekannt, dass er von 1983 bis zur Euro-Umstellung 2002 auf dem 500-Drachmen-Geldschein zusammen mit der Alten Festung Akra Sidhero abgebildet war.

Φάρος Σίδερο [Fáros Sídero]

  • Standort: Akra Sidero, 39°37‘24“ N, 19°55‘45“ O
  • Listeneinträge:  GRE117 (ARLHS), N3756 (IHUK), 14430 (NGA)
  • Bauzeit: 1822
  • Inbetriebnahme:  1822
  • Betreiber:
  • Seehöhe: 70 m
  • Turmhöhe: 8 m
  • Feuerhöhe: 78 m
  • Befeuerung: elektrifiziert seit 1963
  • Betriebsart: Halogenlampe, Fresnel-Linse
  • Funktion: Orientierungsfeuer
  • Kennung: Fl.(2)W.6s
  • Tragweite: 24,1 km

Flugverkehr

Der Flughafen Korfu (auch Flughafen Ioannis Kapodistrias, Kerkyra International Airport oder Ioannis Kapodistrias International Airport, griechisch Κρατικός Αερολιμένας Κέρκυρας „Ιωάννης Καποδίστριας“) ist ein internationaler Verkehrsflughafen, drei Kilometer südlich des Stadtzentrums der Inselhauptstadt Kerkyra (Korfu).

Die Besonderheit des Flughafens liegt in der ungewöhnlichen Lage der Start- und Landebahn, die fast gänzlich von Wasser umgeben ist und zwischen zwei Hügeln liegt. Sie beginnt im Meer mit einem großen runden Wendeplatz, westlich liegt die Meeresbucht und östlich der See Halikiopoulou. Der Verkehr auf der landseitig beinahe unmittelbar hinter der Piste gelegenen Hauptstraße EO25 muss bei jedem Flugzeugstart und jeder Landung aus Sicherheitsgründen mittels Ampeln angehalten werden, da der Sicherheitsbereich jenseits der Straße liegt. Der Flughafen ist aufgrund seiner Lage auch bei Flugzeugfotografen sehr beliebt.

Der Flughafen besteht aus nur einem Terminal, für das Hauptflugaufkommen sorgen Charterflüge. Des Weiteren werden aber auch innergriechische Linienflüge zum Beispiel nach Athen und Thessaloniki mit Olympic Air, Aegean Airlines oder Astra Airlines angeboten. Von Deutschland führt zum Beispiel Germanwings Linienflüge nach Korfu durch. Zur Hauptsaison im Sommer startet ungefähr alle halbe Stunde ein Flugzeug. Für die Abfertigung der Passagiere stehen nur 16 Schalter zur Verfügung.

Der Flughafen wurde im Jahr 1937 gegründet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er von den deutschen und italienischen Streitkräften als Basis für Transport- und Kampfflugzeuge genutzt. Während des Krieges betrug die Länge der Start- und Landebahn 600 m. Ende April 1949 hatte sie eine Länge von 800 m erreicht. Ende 1951 erfolgte eine weitere Verlängerung auf 1.260 m, um dem damaligen Bedarf an größeren Flugzeugen gerecht zu werden. Die nächste und letzte Verlängerung der Start- und Landebahn begann 1957 und wurde 1959 mit einer Länge von 2.373 m abgeschlossen. Der erste kommerzielle Flug fand am 19. April 1949 von Athen aus statt, durchgeführt von TAE Greek National Airlines. Am 2. September 1950 nahm die HELLAS auch Flüge nach Korfu auf. Im Jahr 1962 wurde ein kleines Passagierterminal gebaut, in dem heute der Corfu Aeroclub untergebracht ist. Im April 1965 wurde der Flughafen zu einem internationalen Flughafen, wobei der erste Überseeflug von Olympic Airlines durchgeführt wurde. Der Bau des neuen Passagierterminals begann 1968 und wurde 1972 abgeschlossen.

Im Dezember 2015 wurde die Privatisierung des Internationalen Flughafens Korfu und 13 weiterer griechischer Regionalflughäfen mit der Unterzeichnung der Vereinbarung (als Joint Venture) zwischen der Fraport AG/Copelouzos Group und dem staatlichen Privatisierungsfonds Hellenic Republic Asset Development Fund abgeschlossen. „Wir haben den Vertrag heute unterzeichnet“, sagte der Leiter der griechischen Privatisierungsagentur HRADF, Stergios Pitsiorlas, gegenüber Reuters. Gemäß der Vereinbarung wird das Joint Venture die 14 Flughäfen (einschließlich des Internationalen Flughafens Korfu) ab dem 11. April 2017 für 40 Jahre betreiben.

Am 22. März 2017 stellte Fraport Griechenland seinen Masterplan für die 14 Regionalflughäfen, darunter auch den internationalen Flughafen Korfu, vor. Zu den Sofortmaßnahmen, die unmittelbar nach der Übernahme des Betriebs durch Fraport-Greece umgesetzt wurden, gehörten eine allgemeine Sanierung des Flughafens, die Verbesserung der Beleuchtung, der sanitären Anlagen und der Markierung der luftseitigen Bereiche sowie das Angebot von kostenlosem WLAN und die Gewährleistung der Einhaltung von Brandschutzstandards auf dem gesamten Flughafen und dem umliegenden Gelände.

Der Masterplan enthielt auch Änderungen, die im Rahmen des Investitionsplans von Fraport-Greece bis 2021 umgesetzt werden sollen. Dazu gehören der Umbau und die Erweiterung des derzeitigen Terminals sowie der Bau eines neuen Terminals. Ein Inline-Screening-System für aufgegebenes Gepäck (HBS) wird die Sicherheit und Effizienz verbessern, ebenso wie die Modernisierung der Flughafenfeuerwehr, die von der Neugestaltung des Flughafenvorfelds einschließlich der Erneuerung der Pflasterung in diesem Bereich profitieren wird. Außerdem ist geplant, die Zahl der Check-in-Schalter von 22 auf 28 und die Zahl der Abfluggates auf 12 zu erhöhen sowie die Sicherheitskontrollspuren im Terminal neu zu organisieren.

Airlines Ziele
Aegean Airlines saisonal: Athen, Moskau-Domodedovo
Aer Lingus saisonal: Dublin
Alitalia saisonal: Mailand-Linate, Rom–Fiumicino
Armenia Aircompany saisonal: Eriwan (Charter)
ASL Airlines France saisonal: Manchester (Charter)
Astra Airlines Thessaloniki
Austrian Airlines saisonal: Wien
Aviolet saisonal: Belgrad (Charter)
Blue Air saisonal: Larnaka (Charter)
Blu-express saisonal: Bologna, Rom–Fiumicino
British Airways saisonal: London–Heathrow
Brussels Airlines saisonal: Brüssel
Bulgaria Air saisonal: Sofia (Charter)
Condor saisonal: Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover Leipzig/Halle, München, Stuttgart
Corendon Dutch Airlines saisonal: Maastricht/Aachen
easyJet saisonal: Amsterdam, Berlin–Schönefeld, Berlin-Tegel, Bristol, London–Gatwick, London–Luton, Lyon, Manchester, Mailand–Malpensa, Neapel, Newcastle upon Tyne, Paris–Charles de Gaulle
Edelweiss Air saisonal: Zürich
Ellinair saisonal: Bari, Kiew–Boryspil, Krasnodar, Moskau–Scheremetjewo, Nischni Nowgorod (ab 1. Juni 2018), Riga, Rostow-am-Don-Platow, Sankt Petersburg, Tallinn, Vilnius, Woronesch
Enter Air saisonal: London-Gatwick (Charter)
Eurowings saisonal: Köln/Bonn, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Linz, München, Salzburg, Stuttgart
Finnair saisonal: Helsinki
Germania saisonal: Berlin-Tegel, Bremen, Erfurt/Weimar
Germania Flug saisonal Zurich
Israir saisonal: Tel Aviv
Jet Time saisonal: Kopenhagen, Oslo–Gardermoen (beide Charter)
Jet2.com saisonal: Birmingham, East Midlands, Edinburgh, Glasgow, Leeds/Bradford, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne
Laudamotion saisonal: Düsseldorf
Lufthansa saisonal: München
Mistral Air saisonal: Bari, Neapel (Charter)
Norwegian Air Shuttle saisonal: London–Gatwick, Helsinki
Olympic Air Athen
Ryanair saisonal: Bergamo, Birmingham, Bratislava, Budapest, Charleroi, Köln/Bonn, East Midlands, Edinburgh, Eindhoven, Katowice, Leeds/Bradford, London–Stansted, Manchester, Poznań, Pisa, Prestwick, Rom–Ciampino, Rom–Fiumicino, Rzeszów, Treviso, Warschau–Modlin, Weeze
Sky Express Athen, Preveza, Thessaloniki
Small Planet Airlines saisonal: London–Gatwick (Charter)
SmartWings saisonal: Bratislava, Budapest, Brno, Ostrava, Prag
Sun D'Or saisonal: Tel Aviv–Ben Gurion (Charter)
Swiss International Air Lines saisonal: Genf
Thomas Cook Airlines saisonal: Birmingham, Bristol, East Midlands, Glasgow, London–Gatwick, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne
Transavia saisonal: Amsterdam, Paris–Orly
Travel Service Hungary saisonal: Budapest, Debrecen
Travel Service Polska saisonal: Budapest
Travel Service Slovakia saisonal: Košice (Charter)
TUI Airways saisonal: Aberdeen, Belfast–International, Birmingham, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Doncaster/Sheffield, East Midlands, Edinburgh, Exeter, Glasgow, Leeds/Bradford, London–Gatwick, London–Luton, London–Stansted, Manchester, Newcastle upon Tyne, Norwich, Dublin (Charter)
TUI fly Belgium saisonal: Brüssel, Oostende/Brügge, Brest (Charter), Dole (Charter)
TUI fly Deutschland saisonal: Basel/Mulhouse, Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, München, Nürnberg, Stuttgart
TUI fly Nordic saisonal: Kopenhagen, Helsinki, Stockholm-Arlanda (Charter)
Volotea saisonal: Bordeaux, Marseille, Nantes, Palermo, Turin, Venedig
Vueling saisonal: Barcelona, Rom–Fiumicino
Wizz Air saisonal: Budapest, Warschau–Chopin


Corfu Airport:

  • deutscher Name: Flughafen Ioannis Kapodistrias
  • griechischer Name: Αερολιμένας Ιωάννης Καποδίστριας [Aeroliménas Ioánnes Kalodístrias]
  • Code:  CFU / LGKR
  • Lage:  39°36‘07“ N, 19°54‘44“ O
  • Entfernung:  3 km südlich des Ortszentrum der Stadt Korfu
  • Seehöhe:  2 m (6 ft)
  • Inbetriebnahme:  1937 bzw. 1949
  • Betreiber:  Fraport
  • Terminal:  1
  • Rollbahn:  1
  • Länge der Rollbahn: 2383,4 m (Asfalt)
  • Fluggesellschaften: 49
  • Flugzeug-Standplätze: ca. 80
  • jährliche Passagierkapazität:  ca. 3 mio.
  • jährliche Frachtkapazität:  ca. 200 t
  • Flughafen-Statistik: Jahr  Flugbewegungen Passagiere                   Fracht in t

                       2011                11 022             1 579 835                   

                       2014                                       2 383 353                    128

                       2017                22 481             2 917 950                      41

                       2018                26 303             3 364 115                   

                       2019                25 312             3 275 697                    178

                       2020                10 889               961 037                   

                       2022                29 488             3 748 106                   

Wirtschaft

Korfu ist größtenteils mit Olivenhainen und Weinbergen bepflanzt und produziert schon seit der Antike Olivenöl und Wein. Die wichtigsten Rebsorten, die auf Korfu angebaut werden, sind der einheimische weiße Kakotrýgēs und der rote Petrokóritho, der weiße Robóla aus Kefalonia, der ägäische Moscháto (weißer Muskateller), der achäische Mavrodáphnē und andere.

Landwirtschaft

Das wichtigste landwirtschaftliche Produkt ist die Olive. Die Insel ist von etwa 3,5 Millionen Olivenbäumen bedeckt, die das Landschaftsbild entscheidend prägen. Besonders in den Winter- und Frühjahrsmonaten sowie während der Erntezeit zeigt sich das charakteristische silbrig-grüne Erscheinungsbild der Olivenhaine, das Korfu deutlich von anderen griechischen Regionen unterscheidet. Der Olivenanbau konzentriert sich vor allem auf Hügel- und Bergregionen, wo die Hänge traditionell terrassiert wurden, um die Bewirtschaftung zu ermöglichen und Bodenerosion zu verhindern. Diese jahrhundertealten Terrassenstrukturen sind ein wesentliches Element der Kulturlandschaft.

Die fruchtbaren alluvialen Ebenen und Küstenbereiche werden überwiegend für Ackerbau, Gemüseanbau und Weinbau genutzt. Hier finden sich kleinere Felder mit Getreide, Hülsenfrüchten und Gartenkulturen. Der Weinbau hat zwar keine großindustrielle Bedeutung, spielt aber eine wichtige Rolle für den lokalen Konsum und die Herstellung regionaler Produkte.

Im bergigen Norden der Insel, insbesondere im Bereich des Pantokrator-Massivs, dominiert eine extensive Nutzung der Landschaft. Neben kleineren terrassierten Ackerflächen wird das Gebiet vor allem für die Schaf- und Ziegenhaltung genutzt. Die Tiere weiden auf natürlichen Flächen, in Schluchten und auf Hängen, die für intensiveren Ackerbau ungeeignet sind. Diese Form der extensiven Viehwirtschaft ist eng mit traditionellen Lebensweisen verbunden und trägt zur Selbstversorgung vieler ländlicher Gemeinden bei.

In der Neuzeit wurden zudem mehrere spezialisierte Kulturen eingeführt, die vom milden Klima der Insel profitieren. Besonders bedeutend sind die Kumquat- und Bergamotten-Orange. Die Kumquat wurde im 19. Jahrhundert eingeführt und hat sich seither zu einem charakteristischen Agrarprodukt entwickelt. Sie wird vor allem zur Herstellung von Löffelfrüchten, Marmeladen und Likören verwendet. Diese Produkte sind heute ein wichtiger Bestandteil der regionalen Identität und spielen auch im Tourismus eine große Rolle.

Neben pflanzlichen Erzeugnissen verfügt Korfu über eine ausgeprägte Tradition der Verarbeitung tierischer Produkte. Dazu gehört der „Graviéra“ in einer lokalen Variante, die auf Korfu hergestellt wird und an Gruyère erinnert. Ebenso existieren regionale Käsetypen, die unter der Bezeichnung „Korfu-Käse“ oder ähnliche lokale Namen bekannt sind und meist aus Schafs- oder Ziegenmilch produziert werden. Ein weiteres charakteristisches Produkt ist die sogenannte Korfu-Butter (Boútyro Kerkýras), eine intensiv gewürzte Koch- und Backbutter aus Schafsmilch, die in der lokalen Küche verwendet wird.

Besonders markant ist auch die traditionelle Wurstproduktion. Die „Noumboulo“ ist eine typische Salami aus Schweinefleisch und Schmalz, die mit aromatischen Kräutern wie Oregano und Thymian sowie häufig auch mit Orangenschalen gewürzt wird. Sie wird traditionell geräuchert und zählt zu den bekanntesten Fleischspezialitäten der Insel.

Weinbau

Fischerei

Das Zentrum des Fischhandels auf Korfu ist der Fischmarkt in Korfu-Stadt. Dort bringen lokale Fischer täglich ihren Fang direkt vom Meer auf den Markt, wo er frisch verkauft wird. Das Angebot umfasst eine große Vielfalt an Mittelmeerfischen und Meeresfrüchten, darunter Dorade, Wolfsbarsch, Tintenfisch, Sardinen und Garnelen. Der Markt erfüllt dabei nicht nur eine Versorgungsfunktion für die lokale Bevölkerung, sondern bietet auch einen authentischen Einblick in die traditionelle Fischereikultur der Insel. Die Atmosphäre ist stark von direktem Handel, persönlichen Beziehungen zwischen Fischern und Käufern sowie saisonaler Verfügbarkeit geprägt.

Ein besonders bekanntes Fischerdorf ist Petriti an der Südostküste der Insel. Der kleine Hafen gilt als eines der wichtigsten Zentren der traditionellen Fischerei auf Korfu. Hier liegen die typischen Fischerboote, von denen aus täglich Fisch gefangen und direkt am Kai verkauft wird. In den umliegenden Tavernen wird der Fang oft noch am selben Tag zubereitet, was Petriti zu einem beliebten Ziel für Besucher macht, die die lokale Küche in unmittelbarer Verbindung zur Fischerei erleben möchten.

Neben der beruflichen Fischerei hat auch die Freizeitfischerei auf Korfu eine gewisse Bedeutung. Sowohl Einheimische als auch Touristen nutzen die vielfältigen Küstenabschnitte der Insel zum Angeln. Besonders geeignete Orte sind ruhigere Buchten, Felsenabschnitte und Hafenmolen, etwa im Norden bei Kassiopi oder entlang abgelegener Strände. Dort werden mit einfacher Ausrüstung häufig typische Mittelmeerarten wie Doraden, Wolfsbarsche oder kleinere Küstenfische gefangen. Auch organisierte Angeltouren haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und bieten Besuchern die Möglichkeit, die Fischereitradition der Insel aktiv kennenzulernen.

Bergbau

Die geologische Struktur der Insel bietet keine größeren Vorkommen wirtschaftlich bedeutender Rohstoffe wie Metalle oder Kohle, wie sie für klassische Bergbauregionen typisch wären. Daher entwickelte sich auf Korfu nie eine eigenständige Bergbauindustrie, und die Insel zählt bis heute zu den rohstoffarmen Regionen Griechenlands.

Die wichtigsten nutzbaren mineralischen Ressourcen bestehen vor allem aus Baumaterialien. Dazu gehören Kalkstein, Sand, Kies und lokal vorkommende Gesteinsarten, die seit der Antike für den Haus- und Festungsbau verwendet wurden. Besonders während der venezianischen Herrschaft wurden diese Materialien intensiv genutzt, etwa für den Bau der Festungsanlagen von Korfu-Stadt sowie für zahlreiche öffentliche Gebäude und Infrastrukturprojekte. Der Abbau erfolgte jedoch stets in kleinem Maßstab in lokalen Steinbrüchen und hatte keinen industriellen Charakter.

Kalksteinvorkommen wurden vor allem für die Herstellung von Mörtel und für Bauarbeiten genutzt. Auch Tonerde spielte eine gewisse Rolle, insbesondere für die Ziegel- und Keramikproduktion, die eng mit dem traditionellen Handwerk der Insel verbunden war. Diese Rohstoffe wurden in kleinen Gruben oder offenen Abbauflächen gewonnen, meist in unmittelbarer Nähe der Siedlungen.

Im Gegensatz zu vielen Regionen des Balkans oder Italiens fehlen auf Korfu metallische Rohstoffe wie Eisen, Kupfer oder Blei nahezu vollständig. Ebenso gibt es keine nennenswerten Vorkommen fossiler Energieträger. Diese geologischen Bedingungen verhinderten die Entstehung größerer Bergbauaktivitäten und trugen dazu bei, dass sich die Wirtschaft der Insel früh auf Landwirtschaft, Handel und später Tourismus konzentrierte.

Während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts blieb die Gewinnung von Baumaterialien die einzige Form von „Bergbau“ im weiteren Sinne. Steinbrüche lieferten Material für den Straßenbau, für öffentliche Gebäude und für die Erweiterung der städtischen Infrastruktur, insbesondere unter britischer Verwaltung. Diese Tätigkeiten waren jedoch handwerklich organisiert und lokal begrenzt.

Handwerk

Das bedeutendste auf Korfu praktizierte Handwerk ist die Verarbeitung von Olivenholz. Aus dem Holz der zahlreichen Olivenbäume der Insel entstehen in kleinen Werkstätten kunstvoll gefertigte Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände. Dazu gehören Schalen, Küchenutensilien, Schneidebretter, Schmuckstücke und kleinere Skulpturen. Die Produkte zeichnen sich durch ihre natürliche Maserung, hohe Haltbarkeit und funktionale Einfachheit aus. Olivenholzarbeiten sind heute eines der bekanntesten Souvenirs der Insel und verbinden traditionelle Handarbeit mit moderner Gestaltung.

Ebenfalls weit verbreitet ist die Textilherstellung in handwerklicher Form. In kleinen Werkstätten und Familienbetrieben werden Stoffe noch heute teilweise auf traditionellen Webstühlen gefertigt. Dabei entstehen Tischdecken, Teppiche, Wandbehänge und Kleidungsstücke mit typischen Mustern und farblichen Akzenten der Region. Die Motive spiegeln häufig florale oder geometrische Formen wider und sind Ausdruck einer langen lokalen Gestaltungstradition. Diese Textilien sind nicht nur Alltagsgegenstände, sondern auch kulturelle Träger regionaler Identität.

Ein weiteres traditionelles Handwerk ist die Korbflechterei. Aus natürlichen Materialien wie Weidenruten, Schilf oder Stroh werden Körbe, Behälter und einfache Alltagsgegenstände hergestellt. Diese Produkte dienten ursprünglich landwirtschaftlichen Zwecken, etwa zum Transport von Oliven, Weintrauben oder anderen Erzeugnissen. Auch wenn ihre praktische Bedeutung heute zurückgegangen ist, wird die Korbflechterei weiterhin als Teil des kulturellen Erbes gepflegt und vor allem für den touristischen Markt produziert.

Neben diesen Hauptbereichen existieren auf Korfu weitere kleinere Handwerkszweige, darunter Töpferei, Holzschnitzerei, Schmuckherstellung und traditionelle Bauhandwerke, die insbesondere bei der Restaurierung historischer Gebäude eine Rolle spielen. Viele dieser Tätigkeiten sind eng mit dem Tourismus verbunden, der die Nachfrage nach handgefertigten Produkten aufrechterhält.

Industrie

Die industrielle Entwicklung von Korfu blieb im Vergleich zu vielen Regionen Europas und auch zu einigen Gebieten des griechischen Festlands stets begrenzt. Die Wirtschaft der Insel basierte traditionell auf Landwirtschaft, Handel, Schifffahrt und später vor allem auf dem Tourismus. Aufgrund ihrer Insellage, der begrenzten Rohstoffvorkommen und der relativ kleinen Binnenmärkte entstanden auf Korfu keine größeren Schwerindustrien oder bedeutenden Industriezentren. Stattdessen entwickelte sich eine kleinräumige Verarbeitungsindustrie, die eng mit den landwirtschaftlichen Erzeugnissen der Insel verbunden war.

Die Grundlage vieler industrieller Aktivitäten bildete der Olivenanbau, der insbesondere während der venezianischen Herrschaft stark gefördert wurde. Die Millionen von Olivenbäumen, die damals angepflanzt wurden, lieferten nicht nur Speiseöl, sondern auch den Rohstoff für verschiedene verarbeitende Betriebe. Zahlreiche Ölmühlen entstanden auf der gesamten Insel und verarbeiteten die Ernten der umliegenden Dörfer. Diese Mühlen gehörten bis weit ins 20. Jahrhundert zu den wichtigsten gewerblichen Einrichtungen Korfus.

Aus der Olivenölproduktion entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine kleine, aber bedeutende Seifenindustrie. Die bekannteste Einrichtung ist die Patounis Soap Factory, die 1850 gegründet wurde und als eine der ältesten noch produzierenden Seifenfabriken Europas gilt. Die Fabrik verarbeitet bis heute Olivenöl nach traditionellen Verfahren zu Naturseifen. Anders als moderne industrielle Großbetriebe hat sie viele historische Produktionsmethoden bewahrt und stellt damit zugleich ein bedeutendes Industriedenkmal dar. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert existierten auf Korfu mehrere Seifenhersteller, die ihre Produkte sowohl auf der Insel als auch in anderen Regionen Griechenlands und des Mittelmeerraums vermarkteten.

Neben der Seifenherstellung entwickelte sich eine Reihe kleiner Lebensmittel- und Verarbeitungsbetriebe. Dazu gehörten Mühlen zur Getreideverarbeitung, Weinpressen, Brennereien und Fabriken zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. Besonders bekannt wurde die industrielle Nutzung der Kumquat-Frucht, die im 19. Jahrhundert auf Korfu eingeführt wurde. Mehrere Betriebe spezialisierten sich auf die Herstellung von Likören, Süßwaren und Konfitüren aus Kumquats, die bis heute zu den bekanntesten Produkten der Insel gehören.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden darüber hinaus kleinere Werkstätten zur Herstellung von Baumaterialien, Möbeln und Metallwaren. Diese Betriebe dienten vor allem dem lokalen Bedarf. Eine großflächige Industrialisierung blieb jedoch aus, da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Konkurrenz größerer Produktionszentren auf dem Festland eine entsprechende Entwicklung verhinderten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die industrielle Produktion zunehmend an Bedeutung. Der rasch wachsende Tourismussektor bot höhere Einnahmen und bessere Beschäftigungsmöglichkeiten als die traditionelle Industrie. Viele kleinere Produktionsbetriebe wurden geschlossen oder auf handwerkliche Fertigung umgestellt. Die industrielle Struktur Korfus verlagerte sich damit von einer klassischen Produktion hin zu kleineren Verarbeitungs- und Familienbetrieben.

Heute konzentriert sich die Industrie der Insel vor allem auf die Verarbeitung regionaler Agrarprodukte. Dazu gehören die Produktion von Olivenöl, Wein, Likören, insbesondere Kumquat-Likör, sowie die Herstellung traditioneller Seifen und anderer lokaler Erzeugnisse. Die meisten Unternehmen sind klein oder mittelständisch organisiert und arbeiten häufig mit traditionellen Herstellungsverfahren.

Die bekannteste Industrieanlage Korfus ist die Patounis Soap Factory in Korfu-Stadt. Das 1850 gegründete Familienunternehmen zählt zu den ältesten noch produzierenden Seifenfabriken Europas und stellt bis heute traditionelle Olivenölseifen nach historischen Verfahren her. Die Produktion erfolgt weitgehend mit Maschinen und Techniken des 19. Jahrhunderts, wodurch die Fabrik zugleich ein bedeutendes Industriedenkmal darstellt. Die hochwertigen Naturseifen werden aus reinem Olivenöl und natürlichen Rohstoffen hergestellt und genießen einen ausgezeichneten Ruf weit über Griechenland hinaus. Besucher können die Fabrik besichtigen, den Herstellungsprozess verfolgen und dabei einen Einblick in eine Handwerkstradition gewinnen, die auf Korfu seit Generationen gepflegt wird.

Wasserwirtschaft

Korfu bezieht sein Trinkwasser hauptsächlich aus lokalen Quellen und Brunnensystemen. Historisch stammt das Wasser aus verschiedenen natürlichen Quellen wie der Kardaki-Quelle und weiteren Quellen in der Region Benitses, von wo aus es über Aquädukte und Wasserleitungen in die Stadt Korfu transportiert wurde. Im 19. Jahrhundert wurde unter britischer Verwaltung ein zentrales Wasserwerk in Benitses errichtet, das Wasser aus den umliegenden Quellen in die Stadt leitete. Diese Infrastruktur wurde mehrfach erweitert und verbessert, um den steigenden Bedarf zu decken. Die Wasserversorgung auf Korfu ist jedoch weiterhin von Problemen wie veralteter Infrastruktur, Leckagen und gelegentlichen Qualitätsproblemen betroffen.

Das Leitungswasser auf Korfu ist größtenteils nicht zum Trinken geeignet, da es oft stark gechlort ist und aus Brunnensystemen stammt, die nicht immer die beste Wasserqualität bieten. Es wird daher empfohlen, abgefülltes Wasser aus dem Supermarkt zu trinke. In manchen Vierteln, besonders in Korfu-Stadt, sind die Wasserleitungen sehr alt und können das Wasser zusätzlich verunreinigen

Energiewirtschaft

Die auf der Insel benötigte Energie wird hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Zunehmend werden aber auch erneuerbare Energien genutzt, insbesondere Solarenergie, während Windkraftprojekte auf der Insel umstritten sind.

Ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Energie ist die Villa KaliMeera im Süden Korfus. Hier wurde eine 12 kWp Photovoltaikanlage installiert, die den Hotelbetrieb vollständig mit Solarstrom versorgt. Die Anlage kombiniert Energieproduktion mit Gemüseanbau und dient auch als Schattenspender für Gäste.

Nicht direkt verbrauchte Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist (Net-Metering-System) und kann später wieder abgerufen werden. Dies ermöglicht eine ganzjährige Nutzung der nachhaltig erzeugten Energie. Mit bis zu 1500 kWh/kWp/a ist das Solarpotential auf Korfu etwa 50 % höher als in Deutschland. Die Anlage nutzt wassersparende Bewässerungssysteme und unterstützt den Anbau lokaler Pflanzen.

Von auslkändischen Firmen vorangetriebene größere Windkraftprojekte konnten auf Korfu bislang nicht umgesetzt werden. Bürgerproteste verhinderten beispielsweise den Bau der größten Windanlage im Mittelmeer.

Abfallwirtschaft

Korfu hat seit Jahren ein gravierendes Müllproblem, das durch überfüllte Deponien und mangelhafte Abfallwirtschaft verschärft wurde. Die Deponie in Temploni wurde aufgrund von EU-Richtlinien geschlossen, während geplante Lösungen wie die Deponie in Lefkimi durch Proteste blockiert wurden. Freiwillige Gruppen haben Recyclinghöfe eingerichtet, um die Müllproblematik zu bekämpfen. Derzeit gibt es 19 solcher Höfe auf der Insel, die von engagierten Bürgern betrieben werden.

Handel

Die Insel ist wieder zu einer wichtigen Drehscheibe geworden und betreibt einen beträchtlichen Handel mit Olivenöl. In früheren Zeiten wurde viel Zitrone exportiert, die hier angebaut wurde, auch für den rituellen Gebrauch in der jüdischen Gemeinde während des Sukkot-Festes.

Inselintern bietet Korfu eine Vielzahl an Einkaufszentren und Märkten, die sowohl lokale Produkte als auch internationale Waren anbieten:

  • Megamart ist ein vielseitiges Einkaufszentrum in Alepou, das sowohl als Supermarkt als auch als allgemeines Einkaufsziel dient. Es bietet eine breite Palette von Produkten und ist barrierefrei zugänglich, was es zu einer praktischen Wahl für den täglichen Bedarf macht.
  • The Land of Curfu in Korfu-Stadt ist spezialisiert auf Naturprodukte wie Olivenöl, Seifen und Cremes. Es ist besonders für diejenigen interessant, die authentische korfiotische Souvenirs suchen oder Wert auf natürliche Kosmetik legen.
  • Corfu Leather Market in der Altstadt von Korfu bietet hochwertige Lederwaren wie Kleidung und Taschen. Mit einem Fokus auf handgefertigte Stücke eignet es sich hervorragend für Mode- und Accessoire-Liebhaber.
  • Stamatis Shoppin Center im Süden von Korfu bietet eine große Auswahl an lokalen Produkten wie Kumquats, Olivenöl und Honig.
  • Handmade bei Armeni Antonia  kombiniert künstlerisches Handwerk mit einer Galerie und bietet einzigartige, handgefertigte Produkte. Es ist ideal für Kunstliebhaber oder Besucher, die etwas Einzigartiges aus Korfu mitnehmen möchten.

Finanzwesen

Auf Korfu wird mit Euro zu 100 Cent gezahlt. Es gibt hier rund zehn Banken. In Korfu-Stadt finden sich große griechische Banken wie die Alpha Bank, die auch das Banknotenmuseum im historischen Gebäude der ehemaligen Ionischen Bank betreib. Zudem sind hier Bankfilialen und zahlreiche Geldautomaten vorhanden, sodass die Versorgung mit Bankdienstleistungen für Einwohner und Touristen gewährleistet ist. Die Öffnungszeiten der Banken sind in der Regel Montag bis Freitag von 08:00 bis 14:00 Uhr.

Soziales und Gesundheit

Korfu ist in das Sozial- und Gesundheitssystem Griechenlands integriert. Zwei Krankenhäuser befinden sich auf der Insel:

  • General Hospital Corfu „Agia Eirini“, das staatliche Krankenhaus in Korfu-Stadt. Es hat allerdings einen schlechten Ruf aufgrund von hygienischen Mängeln, Personalmangel und unfreundlichem Personal.
  • Alexander Mastoras Clinic, eine private Institution in Gouvia südlich von Korfu-Stadt. Auch hier gibt es Hygienemängel und bürokratische Hürden bei der Kostenübernahme durch Versicherungen.

Bildung

Alle traditioonellen Gemeinden besitzen eigene Grundschulen. Dazu kommen weiterführende Schulen in der Hauptstadt und die renommierte Sprachschule Andrioti School im Stadtteil Garitsa.

Höhere Bildung

Die 1824 gegründete Ionische Universität, griechisch Ιόνιο Πανεπιστήμιο [Ionio Panepistimio], ist die älteste der neuzeitlichen griechischen Universitäten. Es war dies eine Einrichtung, die die Tradition des griechischen Bildungswesens aufrechterhielt, während das übrige Griechenland noch unter osmanischer Herrschaft stand. Die Akademie wurde von den Franzosen während ihrer Verwaltung der Insel als Departement Corcyre gegründet, und wurde während der britischen Verwaltung zu einer Universität, durch die Maßnahmen von Frederick North, 5. Sie verfügte über eine philologische, eine juristische und eine medizinische Fakultät.

Die Ionische Universität wurde 1984 von der Regierung von Andreas Papandreou in Anerkennung des Beitrags von Korfu zur Bildung in Griechenland als Sitz der ersten griechischen Universität der Neuzeit, der Ionischen Akademie, gegründet. Die Universität öffnete 1985 ihre Pforten für Studenten und umfasst heute drei Schulen und sechs Abteilungen, die Studiengänge für Grund- und Aufbaustudiengänge sowie Sommerschulen anbieten.

In der Neuzeit haben die Studenten in Korfu, angefangen bei den massiven Studentenprotesten während des Zweiten Weltkriegs gegen die faschistische Besatzung bis hin zum Kampf gegen die Diktatur von Georgios Papadopoulos (1967 bis 1974), eine Vorreiterrolle bei den Protesten für Freiheit und Demokratie in Griechenland gespielt, und zwar sowohl gegen interne als auch externe Unterdrückung. Für die Korfioten ist das jüngste Beispiel eines solchen Heldentums das des Geologiestudenten Kostas Georgakis, der sich am 19. September 1970 in Genua (Italien) aus Protest gegen die griechische Militärjunta von 1967 bis 1974 selbst in Brand setzte.

Bibliotheken und Archive

Die öffentliche Bibliothek von Korfu befindet sich in der alten englischen Kaserne im Palaio Frourio. Die in der Alten Festung untergebrachte Lesegesellschaft von Korfu verfügt über eine umfangreiche Bibliothek mit alten korfiotischen Manuskripten und seltenen Büchern.

Die Zentralbibliothek der Ionischen Universität ist eine moderne wissenschaftliche Bibliothek mit Schwerpunkt auf den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie bietet Zugang zu aktuellen Forschungsmaterialien und digitalen Ressourcen. Das Kapodistrias-Museum beherbergt neben seiner Ausstellung auch ein umfangreiches Archiv mit Dokumenten, Büchern und persönlichen Gegenständen des ersten griechischen Staatsoberhaupts Ioannis Kapodistrias.

Kultur

Korfu hat eine lange Musik-, Theater- und Operntradition. Die in Korfu aufgeführten Opern waren ihren europäischen Vorbildern ebenbürtig. Der Ausdruck „applaudito in Corfu“ (in Korfu applaudiert) war ein Maßstab für die hohe Anerkennung einer auf der Insel aufgeführten Oper. Das Nobile Teatro di San Giacomo di Corfù war das erste Theater und Opernhaus des modernen Griechenlands und der Ort, an dem die erste griechische Oper, Spyridon Xyndas' Der Parlamentskandidat (nach einem ausschließlich griechischen Libretto) aufgeführt wurde.

Die Insel verfügt über zahlreiche kulturell bedeutsame Stätten:

  • Das Achilleion, ein Palast im pompejischen Stil, den sich die Kaiserin Elisabeth von Österreich („Sisi“) auf ihrer „Lieblingsinsel“ Korfu erbauen ließ und der im Jahr 1907 vom deutschen Kaiser Wilhelm II. gekauft wurde.
  • Das Kloster Pondikonisi („Mäuseinsel“) und die Klosterinsel Vlacherna, auf der Val Lewton den Film Die Toteninsel drehte, der durch das gleichnamige Gemälde von Arnold Böcklin inspiriert wurde.
  • Die Bucht mit dem Kloster von Paleokastritsa.
  • Der Aussichtspunkt „Bella Vista“ bei Paleokastritsa.
  • Die Burgruine Angelokastro an der Nordwestküste mit Blick auf das Ionische Meer; der benachbarte Ort Lakones wird auch „Balkon des Ionischen Meeres“ genannt.
  • Die Wanderwege zum Pantokrator mit traditioneller Taverne drei Kilometer vor dem Gipfel.
  • Der Gipfel des Pantokrator mit Kloster, Taverne und Aussicht über die gesamte Insel und nach Albanien.
  • Der Strand von Glyfada.
  • Die Nordküste mit den Sandsteinklippen bei Sidari und Peroulades.
  • Die Halbinsel Koméno nahe Gouvia und Dassia mit der kleinen Kirche Ypapandi.
  • Palia Perithia, das älteste Dorf der Insel.
  • Das serbische Kriegsmausoleum aus dem Ersten Weltkrieg auf der Insel Vido, in dem 3.000 Soldaten bestattet wurden; weitere 20.000 serbische Soldaten ruhen im Meer um die Insel.
  • Die Westküste mit dem Kloster Panagia Mirtiotissa (Moni Myrtidion).
  • Der kleine Hafen Kouloura im Nordosten Korfus und der benachbarte Ort Kalami, in dem Lawrence Durrell einst seinen Wohnsitz hatte.
  • Die kleine Hafenstadt Kassiopi im Nordosten, die zur Zeit der römischen Besetzung nach -230 neben Kerkyra die wichtigste Stadt der Insel war.
  • Die Altstadt von Korfu-Stadt.
  • Das in der Nähe der Altstadt auf der Halbinsel Kanoni gelegene das Schloss Mon Repos, in dem Philip Mountbatten, Duke of Edinburgh 1921 geboren wurde.

Museen

Die wichtigsten Museen und Bibliotheken von Korfu befinden sich in der Stadt, darunter:

  • Das 1967 eröffnete Archäologische Museum wurde errichtet, um den riesigen Gorgonengiebel des Artemis-Tempels in der antiken Stadt Korkyra auszustellen, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Palaiopolis ausgegraben wurde. Jahrhunderts in Palaiopolis ausgegraben wurde. Die New York Times bezeichnete den Giebel als „das schönste Beispiel archaischer Tempelskulptur, das es gibt“. Kaiser Wilhelm II. hatte eine „lebenslange Besessenheit" von der Gorgonskulptur entwickelt, die auf Seminare über griechische Archäologie zurückging, die der Kaiser während seines Studiums an der Universität Bonn besuchte. Die Seminare wurden von dem Archäologen Reinhard Kekulé von Stradonitz gehalten, der später Berater des Kaisers wurde. 1994 wurde das Museum um zwei weitere Säle erweitert, in denen neue Funde aus den Ausgrabungen der antiken Stadt und des Friedhofs von Garitsa ausgestellt werden.
  • Das Museum für asiatische Kunst von Korfu befindet sich im Palast von St. Michael und St. George (hauptsächlich chinesische und japanische Kunst); seine einzigartige Sammlung ist in 15 Sälen untergebracht und umfasst mehr als 12.000 Artefakte, darunter eine Sammlung griechisch-buddhistischer Kunst, die den Einfluss Alexanders des Großen auf die buddhistische Kultur bis nach Pakistan zeigt (siehe griechisch-buddhistische Kunst).
  • Das Banknotenmuseum auf dem Aghios-Spyridon-Platz zeigt eine vollständige Sammlung griechischer Banknoten von der Unabhängigkeit bis zur Einführung des Euro im Jahr 2002.
  • Das Byzantinische Museum von Antivouniotissa, eine Kirche, die in ein Museum umgewandelt wurde, in dem seltene byzantinische Kunst ausgestellt wird.
  • Kapodistrias-Museum. Das Sommerhaus von Ioannis Kapodistrias in Koukourisa, seinem Geburtsort auf Korfu, wurde in ein Museum umgewandelt, das an sein Leben und seine Leistungen erinnert und ihm zu Ehren benannt wurde. Gestiftet wurde es von Maria Desylla Kapodistria, der Großnichte von Ioannis Kapodistrias, dem ehemaligen Bürgermeister von Korfu und der ersten Bürgermeisterin von Griechenland.
  • Das Musikmuseum der Philharmonischen Gesellschaft von Korfu befindet sich im Gebäude der Philharmonischen Gesellschaft und zeigt Partituren, Instrumente, Gemälde und Dokumente zur Musikgeschichte von Korfu und den Ionischen Inseln im 19. Jahrhundert.
  • Das Serbische Museum von Korfu (serbisch Српска кућа, Serbisches Haus) beherbergt seltene Exponate über das tragische Schicksal der serbischen Soldaten während des Ersten Weltkriegs. Die Überreste der serbischen Armee von etwa 150.000 Soldaten fanden zusammen mit ihrer Exilregierung nach dem Zusammenbruch der serbischen Front infolge des österreichisch-ungarischen Angriffs vom 6. Oktober 1915 auf Korfu Zuflucht und Schutz. Zu den Ausstellungsstücken gehören Fotos von dem dreijährigen Aufenthalt der Serben auf Korfu sowie weitere Exponate wie Uniformen, Waffen und Munition der serbischen Armee, serbische Regimentsfahnen, religiöse Artefakte, chirurgische Instrumente und andere Auszeichnungen des Königreichs Serbien.
  • Solomos-Museum und die Gesellschaft für Korfiotische Studien.

Architektur

In der Stadt Korfu befinden sich in den Ruinen der antiken Stadt Korkyra, die auch als Palaiopolis bekannt ist, antike Tempel, die an der Stelle des Palastes von Mon Repos, der auf den Ruinen der Palaiopolis errichtet wurde, ausgegraben wurden. Die Tempel sind: Kardaki-Tempel, Artemis-Tempel und der Hera-Tempel. Der Hera-Tempel befindet sich am westlichen Rand von Mon Repos, in der Nähe des Kardaki-Tempels und im Nordwesten. Er liegt etwa 700 m südöstlich des Artemis-Tempels auf Korfu. Der Hera-Tempel wurde auf dem Gipfel des Analipsis-Hügels erbaut und war aufgrund seiner prominenten Lage für Schiffe, die in der Nähe des Hafens des antiken Korkyra vorbeifuhren, gut sichtbar.

Der Kardaki-Tempel ist ein archaischer dorischer Tempel in Korfu, Griechenland, der um -500 in der antiken Stadt Korkyra (oder Korkyra) erbaut wurde, und zwar an dem Ort, der heute als Kardaki auf dem Analipsi-Hügel in Korfu bekannt ist. Der Tempel weist mehrere architektonische Besonderheiten auf, die auf einen dorischen Ursprung hindeuten. Der Tempel in Kardaki ist ungewöhnlich, da er keinen Fries hat, was vielleicht auf architektonische Tendenzen sizilianischer Tempel zurückzuführen ist.

Er gilt als der einzige griechische Tempel der dorischen Architektur, der keinen Fries aufweist. Der Abstand der Tempelsäulen wurde als „ungewöhnlich breit“ beschrieben. Dem Tempel fehlten außerdem sowohl Vorhalle als auch Adyton, und das Fehlen eines Triglyphen- und Metopenfrieses könnte auf einen ionischen Einfluss hindeuten. Der Tempel von Kardaki gilt als ein wichtiges und bis zu einem gewissen Grad rätselhaftes Thema der frühantiken griechischen Architektur. Sein Zusammenhang mit der Verehrung von Apollo oder Poseidon ist nicht erwiesen.

Der Artemis-Tempel ist ein archaischer griechischer Tempel auf Korfu, der um -580 in der antiken Stadt Korkyra (oder Corcyra), dem heutigen Vorort Garitsa, erbaut wurde. Der Tempel war der Artemis gewidmet. Er gilt als der erste ausschließlich aus Stein errichtete dorische Tempel und als das erste Bauwerk, das alle Elemente des dorischen Baustils in sich vereinte. Aus der archaischen Zeit sind nur sehr wenige griechische Tempelreliefs erhalten, und die großen Fragmente der Giebelgruppe sind die frühesten bedeutenden Überreste.

Der Tempel war ein Gebäude im Peripteralstil mit einer pseudodipteralen Konfiguration. Sein Umfang war rechteckig, mit einer Breite von 23,46 m und einer Länge von 49 m, wobei er nach Osten ausgerichtet war, damit das Licht bei Sonnenaufgang in das Innere des Tempels gelangen konnte. Er war einer der größten Tempel seiner Zeit.

Die Metope des Tempels war wahrscheinlich verziert, da in den antiken Ruinen Reste von Reliefs gefunden wurden, die Achilles und Memnon darstellen. Der Tempel wurde als Meilenstein der antiken griechischen Architektur und als eines von 150 Meisterwerken der westlichen Architektur bezeichnet. Die Architektur des Tempels von Korfu könnte die Gestaltung eines archaischen Heiligtums in St. Omobono in Italien in der Nähe des Tibers zur Zeit der Etrusker beeinflusst haben. Omobono in Italien, in der Nähe des Tibers im antiken Rom, zur Zeit der Etrusker gefunden wurde, das ähnliche Gestaltungselemente aufweist. Wenn der Tempel im 4. Jahrhundert noch in Gebrauch war, wurde er während der Verfolgung der Heiden im späten Römischen Reich geschlossen, als die christlichen Kaiser Edikte erließen, die die nichtchristliche Verehrung verboten. Kaiser Wilhelm II. beteiligte sich während seines Urlaubs in seinem Sommerpalast Achilleion auf Korfu und während sich Europa auf den Krieg vorbereitete, an Ausgrabungen an der Stelle des antiken Tempels.

Der Hera-Tempel oder Heraion ist ein archaischer Tempel auf Korfu, der um -610 in der antiken Stadt Korkyra (oder Korkyra) im heutigen Palaiopolis erbaut wurde und auf dem Gelände des Landguts Mon Repos liegt. Das Heiligtum der Hera auf Mon Repos gilt als bedeutender Tempel und als eines der frühesten Beispiele archaischer griechischer Architektur.

Große Terrakottafiguren wie Löwen, Gorgoneions und Daidala-Jungfrauen, die von Handwerkern, die sich von den Mythentraditionen im Mittelmeerraum inspirieren ließen, geschaffen und in leuchtenden Farben bemalt wurden, schmückten das Dach des Tempels, was ihn zu einem der am aufwendigsten verzierten Tempel des archaischen Griechenlands und zum ehrgeizigsten Dachbauprojekt seiner Zeit machte. Das Heiligtum der Hera wurde auf der Spitze des Analipsis-Hügels erbaut und war für Schiffe, die sich dem Hafen der antiken Stadt Korkyra näherten, gut sichtbar.

Das Digital Archaic Heraion Project in Mon Repos hat es sich zur Aufgabe gemacht, die architektonischen Fragmente, die im Heraion von Korfu gefunden wurden, zu digitalisieren, um den Tempel von Palaiopolis in 3D im virtuellen Raum zu rekonstruieren.

Das Grab des Menekrates oder Monument des Menekrates ist ein archaischer Kenotaph auf Korfu, der um -600 in der antiken Stadt Korkyra (oder Korkyra) errichtet wurde. Das Grab und die Löwenskulptur wurden 1843 bei Abbrucharbeiten der britischen Armee entdeckt, die eine venezianische Festung auf dem Garitsa-Hügel auf Korfu zerstörte. Das Grab wird auf das 6.

Der Löwe wird auf das Ende des -7. Jahrhunderts datiert und ist einer der frühesten Grablöwen, die je gefunden wurden. Das Grab und der Löwe wurden in einem Gebiet gefunden, das Teil der Nekropole des antiken Korkyra war, die damals von der britischen Armee entdeckt wurde. Einer altgriechischen Inschrift zufolge, die auf dem Grab gefunden wurde, war das Grab ein Denkmal, das von den alten Korkyrern zu Ehren ihres Proxenos (Botschafters) Menekrates, Sohn des Tlasios, aus Oeiantheia errichtet wurde. Menekrates war der Botschafter des antiken Korkyra in Oeiantheia, dem heutigen Galaxidi oder Ozolian Locris, und er ging auf See verloren. In der Inschrift wird auch erwähnt, dass der Bruder des Menekrates, Praximenes, aus Oeiantheia gekommen war, um den Bewohnern von Korkyra beim Bau des Denkmals für seinen Bruder zu helfen.

In Kassiope, der einzigen anderen Stadt von antiker Bedeutung, ist ihr Name noch durch das Dorf Kassiopi erhalten, und es gibt einige grobe Gebäudereste auf dem Gelände, der Tempel des Zeus Kassius, für den sie berühmt war, ist jedoch völlig verschwunden.

Die Burgen von Korfu, die sich an strategisch wichtigen Punkten der Insel befinden, trugen dazu bei, die Insel gegen zahlreiche Eindringlinge zu verteidigen, und sie trugen dazu bei, die wiederholten türkischen Invasionen abzuwehren, so dass Korfu einer der wenigen Orte in Griechenland war, der nie von den Osmanen erobert wurde.

Die alte Zitadelle (griechisch Παλαιό Φρούριο [Palaio Frourio]) ist eine alte venezianische Festung auf einer künstlichen Insel mit Befestigungsanlagen, die den gesamten Umfang der Festung umgeben, obwohl einige Abschnitte, insbesondere auf der Ostseite, langsam erodieren und ins Meer fallen. Das Innere wurde jedoch restauriert und wird für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte (συναυλίες) und Ton- und Lichtinszenierungen (Ηχος και Φως) genutzt, bei denen historische Ereignisse mit Ton- und Lichteffekten nachgestellt werden. Diese Ereignisse finden inmitten der antiken Festungsanlagen statt, mit dem Ionischen Meer im Hintergrund. Der zentrale Punkt der Zitadelle erhebt sich wie ein riesiger natürlicher Obelisk mit einem militärischen Beobachtungsposten an der Spitze und einem riesigen Kreuz an der Spitze; am Fuße des Observatoriums befindet sich die St.-Georgs-Kirche im klassischen Stil mit sechs dorischen Säulen, im Gegensatz zum byzantinischen Baustil der meisten griechisch-orthodoxen Kirchen.

Die neue Zitadelle oder Neo Frourio (Νέο Φρούριο, „Neue Festung“) ist ein riesiger Festungskomplex, der von den Briten während ihrer Herrschaft über die Insel (1815 bis 1863) errichtet wurde und den nordöstlichen Teil der Stadt beherrscht. Die riesigen Mauern der Festung erheben sich über die Landschaft, wenn man von Neo Limani (Νέο Λιμάνι, "Neuer Hafen") über die Straße, die am Fischmarkt (ψαραγορά) vorbeiführt, in die Stadt fährt. Die neue Zitadelle war bis vor kurzem aufgrund einer Marinegarnison ein Sperrgebiet, aber die alten Beschränkungen wurden aufgehoben und sie ist nun für die Öffentlichkeit zugänglich, wobei Führungen durch das Labyrinth der mittelalterlichen Gänge und Befestigungen möglich sind. Der geflügelte Markuslöwe, das Symbol Venedigs, ist in regelmäßigen Abständen an den Festungsanlagen zu sehen.

Angelokastro (griechisch Αγγελόκαστρο (Burg des Angelos oder Burg des Engels); venezianisch: Castel Sant'Angelo) ist eine byzantinische Burg auf der Insel Korfu, Griechenland. Sie befindet sich auf dem höchsten Gipfel der Inselküste an der Nordwestküste in der Nähe von Palaiokastritsa und wurde auf besonders steilem und felsigem Gelände errichtet. Er steht 305 m hoch auf einer steilen Klippe über dem Meer und überblickt die Stadt Korfu und die Berge des griechischen Festlandes im Südosten sowie ein weites Gebiet von Korfu im Nordosten und Nordwesten.

Angelokastro ist eine der wichtigsten Festungsanlagen von Korfu. Sie war eine Akropolis, von der aus man die Region bis zur südlichen Adria überblicken konnte, und bot den Bewohnern der Burg einen hervorragenden strategischen Aussichtspunkt.

Angelokastro bildete mit den Burgen von Gardiki und Kassiopi ein Verteidigungsdreieck, das die Verteidigungslinien von Korfu im Süden, Nordwesten und Nordosten abdeckte. Die Burg wurde trotz zahlreicher Belagerungen und Eroberungsversuche im Laufe der Jahrhunderte nie eingenommen und spielte eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Insel gegen Piratenüberfälle und während dreier Belagerungen von Korfu durch die Osmanen, wobei sie maßgeblich zu deren Niederlage beitrug. Während der Invasionen bot sie der örtlichen bäuerlichen Bevölkerung Schutz. Die Dorfbewohner kämpften auch gegen die Eindringlinge und spielten eine aktive Rolle bei der Verteidigung der Burg. Angelokastro, an der Westgrenze des Reiches gelegen, trug dazu bei, die Osmanen bei der ersten großen Belagerung von Korfu 1537, bei der Belagerung von 1571 und bei der zweiten großen Belagerung von Korfu 1716 zurückzuschlagen, so dass es den Osmanen nicht gelang, die Verteidigungsanlagen von Korfu im Norden zu durchdringen. Infolgedessen waren die Türken nie in der Lage, einen Brückenkopf zu errichten und die Insel zu besetzen.

Die Burg Gardiki (griechisch Κάστρο Γαρδικίου) ist eine byzantinische Burg aus dem 13. Jahrhundert an der Südwestküste von Korfu und die einzige erhaltene mittelalterliche Festung im Süden der Insel. Sie wurde von einem Herrscher des Despotats von Epirus erbaut und war eine von drei Burgen, die die Insel vor der venezianischen Ära (1401 bis 1797) verteidigten.

Die Lage von Gardiki an der schmalen Südwestflanke von Korfu bot den Feldern und der südlichen Tiefebene von Korfu Schutz und bildete zusammen mit der Burg Kassiopi an der Nordostküste der Insel und dem byzantinischen Angelokastro, das die Nordwestküste von Korfu schützte, eine dreieckige Verteidigungslinie, die Korfu in der vorvenezianischen Zeit schützte.

Die Burg Kassiopi (griechisch Κάστρο Κασσιώπης) ist eine Burg an der Nordostküste von Korfu, die das Fischerdorf Kassiopi überragt. Sie war eine von drei Burgen aus byzantinischer Zeit, die die Insel vor der venezianischen Ära (1386 bis 1797) verteidigten. Die Burgen bildeten ein Verteidigungsdreieck, wobei Gardiki den Süden der Insel, Kassiopi den Nordosten und Angelokastro den Nordwesten bewachte. Ihre Lage an der Nordostküste von Korfu mit Blick auf den Korfu-Kanal, der die Insel vom Festland trennt, verlieh der Burg einen wichtigen Aussichtspunkt und eine hohe strategische Bedeutung.

Die Burg von Kassiopi gilt zusammen mit Angelokastro, der Burg von Gardiki und den beiden venezianischen Festungen von Korfu-Stadt, der Zitadelle und der Neuen Festung, als eines der imposantesten architektonischen Bauwerke der Ionischen Inseln.

Da die Burg lange Zeit verlassen war, befindet sich ihre Struktur in einem ruinösen Zustand. Die Ostseite der Festung ist verschwunden, und es gibt nur noch wenige Spuren davon. Es gibt Hinweise darauf, dass die Steine der Burg als Baumaterial für Häuser in der Umgebung verwendet wurden. Der Zugang zur Festung erfolgt hauptsächlich von Südosten über einen schmalen Weg, der auch den Durchgang von Häusern und Hinterhöfen einschließt, da die Burg inmitten des dicht bebauten Gebiets des kleinen Dorfes Kassiopi liegt.

Die Altstadt von Korfu-Stadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. In mehreren Teilen der Altstadt sind noch Gebäude aus der venezianischen Zeit zu finden. Der architektonische Charakter wurde von Venedig beeinflusst, da die Insel von 1386 bis 1797 von den Venezianern regiert wurde. Die Architektur der Altstadt von Korfu mit ihren engen Gassen, den kantounia, ist eindeutig venezianisch geprägt und gehört zum Weltkulturerbe in Griechenland. Weitere bemerkenswerte Gebäude aus der venezianischen Zeit sind das Nobile Teatro di San Giacomo di Corfù, das erste griechische Opernhaus, und Liston, ein mehrstöckiges Geschäfts- und Wohngebäude mit einer bogenförmigen Kolonnade im Erdgeschoss, das auf der Ostseite von Cafés und Restaurants und auf der Westseite von Restaurants und anderen Geschäften gesäumt wird. Die Hauptstraße von Liston ist häufig Schauplatz von Paraden und anderen Massenversammlungen. Liston liegt am Rande der Spianada (Esplanade), des großen Hauptplatzes und Parks mit einem Cricketfeld, einem Pavillon und dem Maitland-Denkmal. Ebenfalls sehenswert sind die Alte und die Neue Festung, der kürzlich restaurierte St.-Michael-und-Georgs-Palast, die ehemalige Residenz des britischen Kolonialgouverneurs und Sitz des Ionischen Senats, sowie der Sommerpalast von Mon Repos, der früher der griechischen Königsfamilie gehörte und in dem Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, geboren wurde. Der Park von Mon Repos wurde auf einem Teil der Palaiopolis von Kerkyra errichtet, wo der griechische archäologische Dienst in Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlern und Universitäten Ausgrabungen durchführte. Beispiele für die Funde sind im Museum des Palastes von Mon Repos und im Archäologischen Museum zu sehen.

Die Stadt Korfu liegt auf dem breiten Teil einer Halbinsel, die von der venezianischen Zitadelle (griechisch Παλαιό Φρούριο) durch einen künstlichen Graben getrennt ist, der sich in einer natürlichen Schlucht gebildet hat, mit einem Graben aus Meerwasser auf dem Grund, der heute als Jachthafen dient und Contrafossa genannt wird. In der Altstadt gibt es viele enge, mit Kopfsteinpflaster gepflasterte Gassen. Diese Straßen werden als kantoúnia (griechisch: καντούνια) bezeichnet, und die älteren unter ihnen folgen manchmal den sanften Unebenheiten des Bodens; viele sind jedoch zu schmal für den Fahrzeugverkehr. Eine Promenade führt am Meer entlang zur Bucht von Garitsa (Γαρίτσα), und zwischen der Stadt und der Zitadelle gibt es eine Esplanade, die als Spianada bekannt ist und an deren Westseite sich die Liston-Arkaden (griechisch: Λιστόν) befinden, in denen es viele Restaurants und Bistros gibt.

In der Nähe der alten venezianischen Zitadelle befindet sich auch ein großer Platz namens Spianada, der durch eine Straße in zwei Teile geteilt wird: Ano Plateia (wörtlich „Oberer Platz“) und Kato Plateia (wörtlich „Unterer Platz“, Aνω Πλατεία und Κάτω Πλατεία in griechischer Schrift). Es handelt sich um den größten Platz in Südosteuropa und einen der größten in Europa, mit vielen Grünflächen und interessanten Bauwerken wie einer Rotunde im römischen Stil aus der Zeit der britischen Verwaltung, dem sogenannten Maitland-Denkmal, das zum Gedenken an Sir Thomas Maitland errichtet wurde. Auch ein kunstvoller Musikpavillon ist vorhanden, in dem die örtlichen „Philharmoniker“ (Φιλαρμονικές) klassische Aufführungen in der künstlerischen und musikalischen Tradition veranstalten, für die die Insel bekannt ist. Kato Plateia dient auch als Veranstaltungsort, an dem von Zeit zu Zeit Kricketspiele ausgetragen werden. In Griechenland ist Kricket eine Besonderheit, denn Korfu war einst britisches Protektorat.

Nördlich von Kato Plateia liegen die Palaia Anaktora (Παλαιά Ανάκτορα, wörtlich „Alte Paläste“): ein großer Gebäudekomplex im römischen Baustil, in dem früher die griechischen Könige und davor die britischen Gouverneure der Insel residierten. Er wurde damals „Palast der Heiligen Michael und Georg“ genannt. Der Orden der Heiligen Michael und Georg wurde hier 1818 unter dem Motto auspicium melioris aevi gegründet und wird noch immer vom Vereinigten Königreich verliehen. Heute ist der Palast für die Öffentlichkeit zugänglich und bildet einen Komplex von Sälen und Gebäuden, in denen Kunstausstellungen untergebracht sind, darunter ein Museum für asiatische Kunst, das in seinem Umfang und in der Reichhaltigkeit seiner chinesischen und asiatischen Exponate einzigartig in Südeuropa ist. Die Gärten der Paläste mit ihren alten venezianischen Steinaquarien, exotischen Bäumen und Blumen überblicken die Bucht durch alte venezianische Befestigungen und Türme, und die örtlichen Seebäder (Μπάνια τ' Αλέκου) befinden sich am Fuße der die Gärten umgebenden Befestigungen. Ein Café auf dem Gelände beherbergt eine eigene Kunstgalerie mit Ausstellungen lokaler und internationaler Künstler, die als Art Café bekannt ist.

Von der gleichen Stelle aus kann der Betrachter Schiffe beobachten, die durch den engen Kanal der historischen Insel Vido (Νησί Βίδου) im Norden auf dem Weg zum Hafen von Korfu (Νέο Λιμάνι) fahren, wobei auch die Hochgeschwindigkeitsfähren mit einziehbaren Tragflächen von Igoumenitsa das Panorama durchschneiden. Von den Gärten führt eine schmiedeeiserne Freitreppe, die für Besucher gesperrt ist, hinunter zum Meer; die griechische Königsfamilie nutzte sie als Abkürzung zu den Bädern. Die Einheimischen bezeichnen die alten königlichen Gärten heute als „Garten des Volkes“ (Ο Κήπος του Λαού) und schreiben damit Geschichte neu.

In der Stadt gibt es siebenunddreißig griechische Kirchen, von denen die wichtigsten die Kathedrale der Stadt, die der Muttergottes der Höhle (η Παναγία Σπηλιώτισσα [hē Panagia Spēliōtissa]) geweihte Kirche; die Kirche des Heiligen Spyridon, in der der konservierte Leichnam des Schutzpatrons der Insel liegt; und schließlich die Vorstadtkirche der Heiligen Jason und Sosipater (Αγιοι Ιάσων και Σωσίπατρος), die angeblich die älteste der Insel ist und nach den beiden Heiligen benannt ist, die den Korfioten wahrscheinlich als erste das Christentum verkündeten.

Die Kathedrale St. Jakobus und Christopherus, auch Katholische Kathedrale von Korfu, (griechisch Καθεδρικός Ναός Αγίου Χριστοφόρου και Ιακώβου Κέρκυρας) ist eine römisch-katholische Kirche in Korfu-Stadt. Sie ist die Kathedrale des Erzbistums Korfu, Zakynthos und Kefalonia.

Die katholische Kirche, die den Heiligen Jakobus und Christopherus gewidmet ist, wurde am 31. Dezember 1553 von Giacomo Cauco (Cocco), Erzbischof von Korfu, geweiht. Nach einer Renovierung wurde sie am 23. Oktober 1709 von Erzbischof Augusto Antonio Zacco als Zentrum der Katholiken der Insel wieder geweiht. Bei der Sanierung 1905 erhielt sie ihre heutige Form; ihr Innenraum wurde in der Nacht des 13. September 1943 von der deutschen Luftwaffe vollständig zerstört.

Heute dient sie als katholische Metropolitankirche des Erzbistums Korfu, Zakynthos und Kefalonia. Dem einschiffigen Hauptteil sind sechs Kapellen angegliedert. Auf einer Seite befindet sich eine Christuskapelle, eine Kapelle Unserer Lieben Frau von der Gesundheit und der heiligen Therese von Lisieux; auf der anderen Seite die Kapellen der Heiligen Spyridon und Arsenios, der Aufnahme Marias in den Himmel und des Allerheiligsten. In der Kirche sind einige bemerkenswerte Gemälde und Grabsteine erhalten. Der Wiederaufbau der Kirche nach den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde 1970 durch den katholischen Erzbischof Antonios Varthalitis abgeschlossen.

Die nahegelegene Insel Pontikonisi (griechisch für „Mäuseinsel“) ist zwar klein, aber sehr grün und baumreich, und auf ihrer höchsten natürlichen Erhebung (ohne Bäume oder von Menschenhand geschaffene Bauwerke wie das Kloster) ist sie etwa 2 m hoch. Auf Pontikonisi befindet sich das Pantokrator-Kloster (Μοναστήρι του Παντοκράτορος); die weiße Steintreppe des Klosters erweckt aus der Ferne betrachtet den Eindruck eines (Mäuse-)Schwanzes, was der Insel ihren Namen gegeben hat.

1889 ließ Kaiserin Elisabeth von Österreich in der Region Gastouri (Γαστούρι) südlich der Stadt einen Sommerpalast errichten, den sie nach dem homerischen Helden Achilles Achílleion (Αχίλλειον) benannte. Das Bauwerk ist sowohl im Hauptsaal als auch in den Gärten mit Gemälden und Statuen von Achilles ausgestattet, die Szenen aus dem Trojanischen Krieg darstellen. Der Palast mit den ihn umgebenden neoklassizistischen griechischen Statuen ist ein Denkmal der platonischen Romantik und des Eskapismus. Er diente als Zufluchtsort für die trauernde Kaiserin nach dem tragischen Tod ihres einzigen Sohnes und Kronprinzen Rudolf. Achilles als Wächter des Palastes in den Gärten des Achilleion. Er blickt nach Norden, auf die Stadt zu. Die Inschrift auf Griechisch lautet: ΑΧΙΛΛΕΥΣ ds heißt Achilles. Sie wurde von Kaiser Wilhelm II. in Auftrag gegeben.

Die kaiserlichen Gärten auf dem Hügel bieten einen Blick auf die umliegenden grünen Hügel und Täler sowie auf das Ionische Meer. Das Herzstück der Gärten ist eine Marmorstatue auf einem hohen Sockel, die den tödlich verwundeten Achilles (griechisch: Αχιλλεύς Θνήσκων, Achilleús Thnēskōn, Achilles im Sterben) ohne Hybris und nur mit einem einfachen Tuch und einem altgriechischen Hoplitenhelm bekleidet darstellt. Diese Statue wurde von dem deutschen Bildhauer Ernst Gustav Herter geschaffen.

Der Held wird ohne Rang und Status dargestellt und wirkt ausgesprochen menschlich, wenn auch heldenhaft, da er ständig versucht, den Pfeil von Paris aus seiner Ferse zu ziehen. Sein klassisch dargestelltes Gesicht ist voller Schmerz. Er blickt zum Himmel, als wolle er den Olymp um Hilfe bitten. Nach der griechischen Mythologie war seine Mutter Thetis eine Göttin.

Im Gegensatz dazu befindet sich an der großen Treppe in der Haupthalle ein riesiges Gemälde, das den triumphierenden Achilles voller Stolz zeigt. In vollem königlichem Ornat und aufrecht auf seinem Streitwagen zieht er den leblosen Körper des Hektor von Troja vor die fassungslose Menge, die hilflos von den Mauern der trojanischen Zitadelle aus zusieht.

1898 wurde Kaiserin Sissi im Alter von 60 Jahren von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni in Genf (Schweiz) ermordet. Nach ihrem Tod wurde der Palast an den deutschen Kaiser Wilhelm II. verkauft. Nachdem der Kaiser das Achilleion erworben hatte, lud er den Archäologen Reinhard Kekulé von Stradonitz, einen Freund und Berater, nach Korfu ein, um ihn bei der Aufstellung der von ihm in Auftrag gegebenen riesigen Achilles-Statue zu beraten. Der berühmte Gruß des Kaisers an Achilles, der am Sockel der Statue eingraviert war, wurde ebenfalls von Kekulé geschaffen. Die Inschrift lautete: „Dem Größten Griechen vom Größten Deutschen“. Die Inschrift wurde nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt. Das Achilleion wurde schließlich vom griechischen Staat erworben und ist heute ein Museum.

Auch der deutsche Kaiser Wilhelm II. machte gerne Urlaub auf Korfu. Nachdem er 1907 nach dem Tod von Sissi das Achilleion gekauft hatte, ernannte er Carl Ludwig Sprenger zum botanischen Architekten des Palastes und baute eine Brücke, die später von den Einheimischen nach ihm benannt wurde - die Kaiserbrücke (griechisch η γέφυρα του Κάιζερ) -, um den Strand zu erreichen, ohne die Straße zu überqueren, die die Hauptverkehrsader der Insel im Süden bildet. Die Brücke, die sich in einem Bogen über die Straße spannte, überbrückte die Strecke zwischen den unteren Gärten von Achilleion und dem nahe gelegenen Strand; ihre Überreste, ein Denkmal kaiserlicher Eitelkeit, sind ein wichtiges Wahrzeichen an der Landstraße. Der mittlere Teil der Brücke wurde 1944, während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg, von der Wehrmacht gesprengt, um den Weg für eine riesige Kanone freizumachen, die zu den Verteidigungsanlagen der Nazis an der Südostküste von Korfu gehörte.

Literatur

Die Insel Korfu spielt sowohl in der antiken als auch in der modernen Literatur als Schauplatz eine bedeutende Rolle. In der griechischen Mythologie wird Kerkyra mit Scheria, dem Land der Phaiaken aus Homers Odyssee, gleichgesetzt. Dieses war die letzte Station des Odysseus vor seiner Heimkehr nach Ithaka. Die Phaiaken halfen ihm, seine Reise zu vollenden, was die Insel in einen literarischen Kontext von Gastfreundschaft und Abenteuer stellt.

Laut der Argonautika von Apollonios von Rhodos fanden Medea und Iason auf ihrer Flucht aus Kolchis bei den Phaiaken Zuflucht. Sie heirateten dort angeblich in einer Grotte, was die Insel als Schauplatz bedeutender mythologischer Ereignisse etabliert.

Der römische Elegiker Tibull erwähnt Kerkyra indirekt in seinen Werken. Während eines Feldzugs mit seinem Patron Messalla erkrankte Tibull auf Kerkyra und musste dort zurückbleiben. Diese Episode zeigt, wie persönliche Erlebnisse oft in die antike Dichtung eingeflossen sind. Tibulls Werke gehören zur augusteischen Liebeselegie, einer literarischen Gattung, die sich durch persönliche Themen wie Liebe und Verlust auszeichnet. Sein Aufenthalt auf Kerkyra könnte symbolisch für Trennung und Sehnsucht stehen, Motive, die zentral für seine Poesie sind. Kerkyra wird in antiken Texten oft als Ort des Übergangs dargestellt—sei es im mythologischen oder persönlichen Sinne.

In moderner Zeit war und ist Korfu die Heimat mehrerer bedeutender griechischer Dichter und Schriftsteller. Die bekanntesten Persönlichkeiten von der Insel sind:

  • Dionysios Solomos (1798 bis 1857): Geboren auf Zakynthos, lebte später auf Korfu. Er schrieb die Hymne an die Freiheit, die zur griechischen Nationalhymne wurde. Solomos war ein Vertreter der demotischen Volkssprache und prägte die griechische Literatur durch seine romantischen und nationalistischen Werke.
  • Lorentzos Mavilis (1860 bis 1912): Ein Dichter, der für seine Sonette bekannt ist. Mavilis übersetzte Werke von Byron, Shelley und Schiller ins Griechische und war ein Verfechter der modernen griechischen Sprache.
  • Andreas Kalvos (1792 bis 1869): Ein weiterer bedeutender Dichter aus Korfu, bekannt für seine patriotischen Gedichte, die den griechischen Freiheitskampf thematisierten.
  • Ioannis Romanos und Andreas Moustoxydis: Historiker und Literaten, die sich intensiv mit der Geschichte und Kultur der Insel beschäftigten.


Diese Persönlichkeiten haben maßgeblich zur Entwicklung der griechischen Literatur und Kultur beigetragen. Abseits dessen haben auch auswärtrige Autoren Korfu als Handlungsort ihrer Geschichten erwählt.

  • Der britische Schriftsteller Lawrence Durrell lebte von 1935 bis 1941 auf Korfu und verarbeitete seine Erlebnisse in literarischen Werken. Sein Aufenthalt auf der Insel wird als prägend für seine Karriere angesehen, und ihm wurde sogar ein Denkmal in der Inselhauptstadt gesetzt.
  • Lawrence Durrells jüngerer Bruder Gerald, ein Naturforscher und Autor, hat ebenfalls über Korfu geschrieben. Seine Werke, wie Meine Familie und andere Tiere, schildern humorvoll das Leben der Familie Durrell auf der Insel und haben Korfu einem breiteren Publikum bekannt gemacht.
  • Edward Lear: Der britische Landschaftskünstler und Humorist Edward Lear lebte während des britischen Protektorats auf Korfu und schuf beeindruckende Aquarelle der Insel. Seine Werke spiegeln die Schönheit Korfus wider.
  • Der deutsche Kaiser Wilhelm II., der zeitweise auf Korfu residierte, schrieb ein Buch über seine Zeit auf der Insel: Erinnerungen an Korfu. Darin beschreibt er nicht nur seine Eindrücke, sondern auch seine archäologischen Aktivitäten.
  • Der deutsche Autor Robert Bäuerle lebte ab 2000 in einem Bergdorf auf Korfu und schrieb unter dem Pseudonym Roberto Bardez Krimis, die die Insel als Schauplatz nutzen. Seine Werke sind für ihre detaillierten Beschreibungen der Landschaft und Kultur bekannt. Besonders hervorzuheben ist Harko und das tote Mädchen am Strand, ein fesselnder Roman mit detaillierten Beschreibungen der Insel und ihrer Bewohner.
  • Ronnith Neumanns Werke Tod auf Korfu und Das Orakel von Korfu bieten spannende Kriminalgeschichten mit Gegenwartsbezügen. Die Protagonisten, Hauptkommissar Alexandros Kasantzakis und Polizeifotografin Kristina Tzavrou, lösen komplexe Fälle, die auch historische und politische Themen berühren.
  • Demian Balv ins Ionische Nacht ist ein weiterer empfehlenswerter Titel, der auf Korfu spielt.
  • Yvette Manessis Corporons Bücher Das Flüstern der Zypressen und Das Wunder von Errikousa erzählen bewegende Geschichten von Familiengeschichte und Widerstand während der deutschen Besatzungszeit.
  • Spyros Plaskovitis verfasste einen Roman über Politik, Liebe und Korruption in Korfu-Stadt in den Jahren 1944 bis 1980. Er bietet eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Geschichte der Insel.
  • Klaus Biedermanns Liebesroman Wie vor Jahr und Tag verbindet emotionale Geschichten mit dem Setting der Insel.


Alles in allem bietet die korfiotische Literatur ein vielfältiges Bild, das zum Teil in mythischer Vorzeit wurzelt und bei den Verwerfungen des modernen Alltags endet.

Theater

Das Stadttheater von Korfu (griechisch Δημοτικό Θέατρο Κέρκυρας) war das wichtigste Theater und Opernhaus von Korfu. Das 1902 eröffnete Theater war der Nachfolger des Nobile Teatro di San Giacomo di Corfù, das zum Rathaus von Korfu wurde. Es wurde 1943 bei einem Bombardement der Luftwaffe zerstört.

Während seiner 41-jährigen Geschichte war es eines der wichtigsten Theater und Opernhäuser Griechenlands, und als erstes Theater in Südosteuropa trug es zur Kunst und zur Geschichte des Balkans und Europas bei. Die Archive des Theaters, einschließlich des historischen Archivs von San Giacomo, alle Wertgegenstände und Kunstwerke wurden bei der Bombardierung durch die Luftwaffe zerstört, mit der einzigen Ausnahme des Bühnenvorhangs, der sich in der Bombennacht nicht in den Räumlichkeiten befand und somit unversehrt blieb; unter den Verlusten sollen sich auch zahlreiche Manuskripte des Werks von Spyridon Xyndas, dem Komponisten der ersten Oper in griechischer Sprache, befunden haben.

Musik

Während ein Großteil des heutigen Griechenlands unter osmanischer Herrschaft stand, erlebten die Ionischen Inseln ein goldenes Zeitalter der Musik und der Oper. Korfu war die Hauptstadt eines venezianischen Protektorats und verfügte über ein einzigartiges musikalisches und theatralisches Erbe. Im 19. Jahrhundert, als britisches Protektorat, entwickelte Korfu ein eigenes musikalisches Erbe, das den Kern der modernen griechischen Musikgeschichte bildet. Bis zum frühen 18. Jahrhundert fand das musikalische Leben auf den Plätzen der Städte und Dörfer statt, mit Aufführungen von einfachen oder musikalischen Komödien - bekannt als Momaries oder Bobaries. Ab 1720 verfügte Korfu über das erste Theater in Griechenland nach 1945. Es war das Teatro San Giacomo (das heutige Rathaus), benannt nach der nahe gelegenen römisch-katholischen Kathedrale (1691 fertiggestellt).

Die Insel war auch das Zentrum der Ionischen Musikschule, der Musikproduktion einer Gruppe heptanischer Komponisten, deren Blütezeit vom frühen 19. Sie war die erste Schule der klassischen Musik in Griechenland und hatte großen Einfluss auf die spätere griechische Musikszene nach der Unabhängigkeit.

Die Philharmonischen Gesellschaften von Korfu bieten kostenlosen Musikunterricht an und ziehen immer wieder junge Rekruten an. Auf der ganzen Insel gibt es neunzehn solcher Blaskapellen.

In Korfu-Stadt sind die drei renommiertesten Kapellen beheimatet - in der Reihenfolge ihres Dienstalters:

  • Die Philharmonische Gesellschaft von Korfu trägt dunkelblaue Uniformen mit dunkelroten Akzenten und blauen und roten Helmfedern. Sie wird gewöhnlich die Alte Philharmonie oder einfach Paliá („Alt“) genannt. Gegründet am 12. September 1840.
  • Die Mantzaros Philharmonische Gesellschaft trägt blaue Uniformen mit blauen und weißen Helmfedern. Sie wird gemeinhin als Néa („Neu“) bezeichnet. Gegründet am 25. Oktober 1890.
  • Die Capodistria Philharmonic Union trägt leuchtend rote und schwarze Uniformen und Federn. Sie wird gemeinhin als Cónte Capodístria oder einfach als Cónte („Graf“) bezeichnet. Sie ist die jüngste der drei Vereinigungen (gegründet am 18. April 1980).


Alle drei unterhalten jeweils zwei große Kapellen, die Hauptmarschkapellen, die bei großen Anlässen bis zu 200 Musiker aufbieten können, und die sechzigköpfigen Schülerbandinas, die für leichtere Kost und die Ausbildung im Beruf gedacht sind. Die Kapellen geben regelmäßig an den Sommerwochenenden Promenadenkonzerte auf der Spianada Green „pálko“ und spielen eine wichtige Rolle bei den jährlichen Zeremonien der Karwoche.

Seit den frühen 1990er Jahren gibt es an der Ionischen Universität eine Musikabteilung. Neben seinen akademischen Aktivitäten, Konzerten in Korfu und im Ausland und musikwissenschaftlichen Forschungen im Bereich der neugriechischen Musik organisiert der Fachbereich jeden Sommer eine internationale Musikakademie, an der sowohl internationale Studenten als auch Professoren mit Spezialisierung auf Blechbläser, Streicher, Gesang, Jazz und Musikwissenschaft teilnehmen.

Unter der venezianischen Herrschaft entwickelten die Korfioten eine große Vorliebe für die italienische Oper, die der eigentliche Grund für die außergewöhnliche musikalische Entwicklung der Insel in dieser Zeit war (für die Verhältnisse auf dem griechischen Festland). Das Opernhaus von Korfu im 18. und 19. Jahrhundert war das Nobile Teatro di San Giacomo, benannt nach der benachbarten katholischen Kathedrale; es wurde später in das Rathaus umgewandelt. Es war sowohl das erste Theater als auch das erste Opernhaus Griechenlands in der Neuzeit und der Ort, an dem die erste griechische Oper (auf der Grundlage eines ausschließlich griechischen Librettos), Spyridon Xyndas' Der Parlamentskandidat, aufgeführt wurde. [Eine lange Reihe lokaler Komponisten wie Nikolaos Mantzaros, Spyridon Xyndas, Antonio Liberali, Domenico Padovani, der Zakynthianer Pavlos Carrer, die Familie Lambelet, Spyridon Samaras und andere entwickelten eine mit dem Theater verflochtene Karriere. 1902 wurde der Platz von San Giacomo durch das Stadttheater eingenommen, das die Operntradition bis zu seiner Zerstörung während eines deutschen Luftangriffs im Jahr 1943 lebendig hielt.

Die erste Oper, die im San Giacomo aufgeführt wurde, war 1733 („Gerone, tiranno di Siracusa“), und fast zweihundert Jahre lang, zwischen 1771 und 1943, wurden auf der Bühne des San Giacomo fast alle großen Opern der italienischen Tradition sowie viele andere von griechischen und französischen Komponisten aufgeführt; diese Tradition spiegelt sich weiterhin in der korfiotischen Operngeschichte wider und ist ein fester Bestandteil der Reiserouten berühmter Opernsänger.

Kleidung

Die traditionelle Tracht der Insel Korfu (auch Kerkira genannt) ist ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität und wird besonders bei religiösen Prozessionen, folkloristischen Festen und anderen besonderen Anlässen getragen. Diese Trachten zeigen deutliche Einflüsse aus der venezianischen Zeit sowie von anderen Kulturen des Mittelmeerraums. Dies spiegelt sich in den Stoffen, Mustern und Schnitten wider.

Die Frauentracht auf Korfu ist oft reich verziert und besteht aus mehreren Schichten. Typisch sind lange, farbenfrohe Röcke, weiße Blusen mit Spitzenbesatz und eine bestickte Schürze. Dazu gehört oft ein Kopftuch oder eine Haube, die je nach Anlass unterschiedlich gestaltet sein kann. Schmuckstücke wie Halsketten oder Broschen ergänzen das Outfit.

Die Männer tragen meist einfache, aber elegante Kleidung, wie weiße Hemden, Westen und dunkle Hosen. Auch Kopfbedeckungen wie Hüte können Teil der Tracht sein.

Die Trachten werden vor allem bei traditionellen Festen und religiösen Prozessionen getragen, wie beispielsweise während der Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Spiridon, des Schutzpatrons von Korfu. Sie symbolisieren nicht nur Stolz auf die lokale Kultur, sondern auch den Respekt vor den Traditionen und der Geschichte der Insel.

Kulinarik und Gastronomie

Zu den lokalen kulinarischen Spezialitäten gehören Sofrito (ein Kalbshüftbraten venezianischen Ursprungs), Pastitsáda (Bucatini-Nudeln mit Kalbswürfeln in Tomatensoße), Bourdétto (Kabeljau in Pfeffersoße), Mándoles (karamellisierte Mandeln), Pastéli (Honigriegel mit Sesam, Mandeln oder Pistazien), Mandoláto (ein "Pastéli" aus gemahlenen Mandeln, Zucker, Honig und Vanille) und Tzitzibíra, das lokale Ingwerbier, ein Überbleibsel aus der britischen Zeit. Auf Korfu gibt es drei Brauereien und eine Bettenlegerfabrik.

Traditionell griechische Menüs der Insel sind Sofrido und Stiffado. Hinter der Bezeichnung Sofrido verbirgt sich Kalbfleisch, das mit viel Knoblauch zubereitet wird. Stiffado, eine Art Gulasch, kann genauso gut Kalbfleisch wie Fleisch vom Kaninchen sein. Hier werden scharfe Zwiebeln als Alternative zum Knoblauch eingesetzt.

Keftedes kennt man von den griechischen Lokalen in Deutschland. Die Fleischbouletten finden sich hier jedoch meist unter der Bezeichnung Bifteki auf der Speisekarte. Sie werden gern mit Tzatziki gereicht. Darin findet sich ebenfalls reichlich Knoblauch.

Ein weiteres traditionelles Gericht der Insel Korfu ist Pastitsada. Was der Namensbestandteil Pasti verspricht hält das Menü auch. Zu Nudeln kommen Gewürze, Rindfleisch und reichlich Tomaten und Zwiebeln. Auf diese Köstlichkeiten aus der griechischen Küche muss man selbst zu Hause nicht verzichten.

Allgemein gesagt trifft man auf Korfu auf die zahlreiche mediterrane Einflüsse in den Kochtöpfen, die die Speisen bekömmlich machen und der Gesundheit dienlich sind. In vielen Speisen ist reichlich Knoblauch enthalten, deshalb sollte die Devise immer lauten „Alle oder Keiner“, wenn man sich nicht mit den stark riechenden Ausdünstungen des Knoblauchs belasten möchte.

Festkultur

Auf Korfu gelten die griechischen Feiertage.Dazu kommen zahlreiche insulare Festlichkeiten. Speziell die Osterwoche ist hier zu nennen. Am Karfreitag begleiten die Musikkapellen der drei philharmonischen Gesellschaften, aufgeteilt in Gruppen, ab dem frühen Nachmittag die Epitaph-Prozession in den Kirchen der Stadt. Am späten Nachmittag schließen sich die Gruppen zu einer einzigen Kapelle zusammen, um die Epitaph-Prozession in der Kathedrale zu begleiten, wobei die von den Kapellen gespielten Trauermärsche je nach Kapelle unterschiedlich sind; die Alte Philharmonie spielt Albinonis Adagio, die Mantzaros spielen Verdis Marcia Funebre aus Don Carlo, und die Capodistria spielt Chopins Trauermarsch und Marianis Sventura.

Am Karsamstagmorgen nehmen die drei Stadtkapellen wieder an den Epitaph-Prozessionen in der Kathedrale St. Spyridon teil, bei denen die Reliquien des Heiligen mitgeführt werden. Dabei spielen die Kapellen verschiedene Trauermärsche, wobei die Mantzaros den Calde Lacrime von Miccheli, die Palia die Marcia Funebre aus Faccios Amleto und die Capodistria den Trauermarsch aus Beethovens Eroica spielen. Dieser Brauch stammt aus dem 19. Jahrhundert, als die Kolonialverwaltung die Teilnahme der britischen Garnisonskapelle am traditionellen Karfreitags-Trauerzug verbot. Die widerspenstigen Korfioten hielten am nächsten Morgen die Litanei und führten auch die Reliquien des Heiligen Spyridon vor, damit die Verwaltung nicht einzugreifen wagte.

Auf die Litanei folgt die Feier der „Frühen Auferstehung“. Die Balkone in der Altstadt werden mit leuchtend roten Tüchern geschmückt, und die Korfioten werfen große, mit Wasser gefüllte Tongefäße (die bótides, μπότηδες) auf das Straßenpflaster, vor allem in den weiteren Bereichen von Liston und auf organisierte Weise. Dies geschieht in Erwartung der Auferstehung Jesu, die in derselben Nacht gefeiert werden soll, und zur Erinnerung an König Davids Satz: "Du wirst sie zerschmettern wie ein Töpfergefäß" (Psalm 2,9).

Nach dem Ende der Bótides ziehen die drei Musikkapellen durch die lehmverschmierten Straßen und spielen den berühmten Festmarsch „Graikoí“, der als Hymne der Insel fungiert und während der venezianischen Herrschaft komponiert wurde und dessen Text lautet „Griechen, fürchtet euch nicht, wir sind alle versklavt: ihr von den Türken, wir von den Venezianern, aber eines Tages werden wir alle frei sein“.

Eine weitere ehrwürdige Tradition auf Korfu ist der Karneval oder Ta Karnavalia. Zu den Feierlichkeiten gehört ein Umzug, dessen Hauptattraktion der Karnavalos ist, eine eher groteske Figur mit großem Kopf und lächelndem Gesicht, die einen bunten Umzug anführt. Junge und alte Korfioten verkleiden sich in farbenfrohe Kostüme und folgen dem Umzug, der sich in den engen Gassen (kantounia) des Viertels ausbreitet und die Feierlichkeiten über die ganze Stadt verteilt, tanzend und in geselliger Runde. Nachts finden traditionell Tanz- und Kostümfeste statt.


Offizielle Feiertage

  • 1. Januar - Neujahr
  • 6. Januar - Fest der Epiphanie oder Theophanie. Es finden traditionelle Segnungszeremonien der Gewässer statt, bei denen ein Kreuz ins Wasser geworfen wird und junge Männer danach tauchen, um es zurückzubringen.
  • Februar/März - Karneval
  • 25. März - Griechischer Unabhängigkeitstag
  • 1 Mai - Tag der Arbeit
  • 21. Mai - Nationalfeiertag der Ionischen Inseln
  • Mai / Juni - Pfingsten. 50 Tage nach Ostern werden die Gräber der Verstorbenen besucht.
  • 15. August - Mariä Entschlafung ist einer der wichtigsten Feste der ortodoxen Kirche und in Griechenland. Dieser bedeutende religiöse Feiertag wird mit Gottesdiensten und Prozessionen gefeiert. Viele Korfioten nehmen an den Feierlichkeiten in den Kirchen teil, und es finden oft traditionelle Dorffeste statt.
  • 28. Oktober - Griechischer Nationalfeiertag, auch Ochi-Tag genannt.
  • 12. Dezember - Fest des Heiligen Spyridon, dem Schutzpatron von Korfu.
  • 25/26. Dezember - Weihnachten

Medien und Kommunikation

Korfu hat keine inseleigene Zeitung. Erhältlich sind neben griechischen Zeitungen und Zeitschriften auch internationale Publikationen. Beispielsweise wird die deutsche Bild in Athen gedruckt und ist jeweils aktuell auf Korfu verfügbar. Zudem erscheint das englische Monatsmagazin The Corfiot, das auch praktische Informationen wie Busfahrpläne bietet.

Kommunikation

Korfu hat die Postleitzahlen 49100 (Stadt) sowie 29080 bis 49084. Die Telefonvorwahlen lauten 0(030)26610 für Zentral-Korfu, +26630 für Nord-Korfu und +26620 für Süd-Korfu.

Sport

Auf Korfu gibt es Möglichkeiten zur Ausübung zahlreicher Sommersportarten.

  • Schwimmen mit zahlreichen Stränden und Pools rund um die Insel
  • Windsurfen und Segeln, speziell in Agios Georgios Pagon und der Lagune Korission im Südwesten der Insel
  • Kitesurfen, vor allem im Bereich von Chalikounas
  • Stand-up-Paddling (SUP), speziell am Strand von Dassia und Paleokastritsa
  • Wasserschi und Wakeboarding, ebenfalls in Dassia
  • Tauchen und Schnorcheln, speziell im Raum Paleokastritsa
  • Radfahren mit Quad-Touren rund um die Insel
  • Mountainbiken mit geführten Touren, etwa zum Erklimmen des Pantokrator
  • Tennis: Der Corfu Tennis Club mit Sitz in Korfu-Stadt betreibt zahlreiche hochwertige Tennisplätze und bietet auch Kurse an.
  • Golf: Der einzige Golfplatz (18-Loch par 72-Parcours) der Insel befindet sich im Ropa-Valley 17 km westlich der Hauptstadt.


Korfu-Stadt ist Sitz folgender Sportvereine:

Club Gründung Sportarten Erfolge
Kerkyraikos G.S. 1893 Basketball, Cricket, Leichathletik Panhellenische Titel im Cricket, ehemals Beta Ethniki Basketball
GSK Byron 1925 Cricket Panhellenische Titel im Cricket,
Olympos Kerkyras 1934 Football derzeit in der Gamma Ethniki
NAO Kerkyra (NAOK) 1935 Wasserpolo, Schwimmen ehemals in der A1 Ethniki Water Polo
AOK Kerkyra 1969 Fußball derzeit in A Ethniki
AO Phaeax 1976 Basketball, Cricket, Handball Panhellenische Titel im Cricket

Fußball

Athlitikos Omilos Kerkyra ist ein Fußballverein, der in der zweiten griechischen Liga, der Football League, spielt. Die in den 1920er Jahren auf Korfu gegründeten Vereine Helespontos (gegründet 1923), Aris Kerkyras (1924) und Asteras Kerkyras (1926) dominierten die Fußballmeisterschaft der Insel, konnten jedoch keine größeren Erfolge auf gesamtgriechischem Gebiet feiern. Daher beschlossen die Verantwortlichen in den 1960er Jahren, sich zusammenzutun und einen großen Verein auf der Insel zu etablieren. Daher wurde 1967 der Verein als Zusammenschluss gegründet.

Zunächst spielte der Verein nur in unterklassigen Ligen, aber seit der Klub 1999 von Spyros Kalogiannis übernommen wurde, gab es einen rasanten Aufstieg, indem man innerhalb von vier Jahren drei Mal aufstieg. 2004 gelang dann erstmals der Aufstieg in die Alpha Ethniki, allerdings folgte der sofortige Wiederabstieg. Zwar gelang 2006 der Wiederaufstieg ins griechische Oberhaus, nach dem Ende der Saison stieg Kerkyra jedoch wieder in die zweite griechische Liga ab. Zwischen 2010 und 2013 spielte AO Kerkyra drei Jahre in der obersten griechischen Liga, doch wurde im Anschluss wieder zur Fahrstuhlmannschaft.

In der Saison 2014/15 wurde der Verein wegen Transferverstößen zum Zwangsabsteiger deklariert, konnte aber den direkten Wiederaufstieg schaffen und gehört seit der Saison 2016/17 wieder zum griechischen Oberhaus. Nach dem Abstieg 2018 spielt der Verein in der Saison 2018/19 wieder in der zweiten Liga.

Cricket

Cricket kam während der britischen Herrschaft auf die Insel (1815 bis 1864). Nach deren Abzug wurden die ersten Teams gegründet, darunter der Kerkyraikos G.S., der älteste noch existierende Cricket-Club, gegründet 1893. Die Hellenic Cricket Federation wurde 1996 gegründet und ist die einzige Sportföderation in Griechenland mit Sitz außerhalb Athens, nämlich in Korfu. Die Insel ist bis heute das Zentrum des griechischen Cricket-Sports mit den meisten Clubs und Veranstaltungen. Es gibt Meisterschaften für Männer, Frauen und Jugendliche, sowohl indoor als auch outdoor.

Das Hauptspielfeld von Korfu befindet sich am Liston in der Nähe der alten Festung. Hier fand 1823 das erste Cricket-Spiel auf der Insel statt. Im Jahr 2024 reiste der deutsche Cricket-Verein Heligoland Pilgrims nach Korfu. Sie spielten auf dem historischen Spielfeld und erlebten sowohl sportliche Herausforderungen als auch kulturelle Highlights.

Persönlichkeiten

Die wichtigsten von der Insel Korfu stammenden oder mit ihr verbundenen Persönlichkeiten sind:

  • Nausikaa (Sagengestalt), Tochter des Königs Alkinous
  • Peithias († -427), Anführer während des Peleponnesischen Krieges
  • Philiskos (Philiscus, -3. Jahrhundert), tragischer Dichter, geboren in Korfu
  • Ptolichus (-5. Jahrhundert), Bildhauer
  • Philomena (291 bis 304), heilig gesprochene Jungfrau und Märtyrerin
  • Arsenius († 956), Heiliger
  • Tommaso Diplovataccio (1468 bis 1541), griechisch-italienischer Jurist, Verleger und Politiker, geboren in Korfu
  • Nikolaos Sophianos (um 1500 bis 1551), Humanist und Kartograph, geboren in Korfu
  • Francesco Lismanini (um 1504 bis 1566), calvinistischer Reformator in Polen
  • Petros Lantzas (1533 bis 1613), Rebell, Spion und Freibeuter
  • Mathew Devaris (16. Jahrhundert), Gelehrter, geboren in Korfu
  • Matthias Johann von der Schulenburg (1661 bis 1747), Generalfeldmarschall im Dienste der Republik Venedig
  • Panagiotis Doxaras (1662 bis 1729), Maler, Pionier der heptanischen Schule der Malerei, arbeitete und starb in Korfu
  • Antonio Vivaldi (1678 bis 1741), Komponist. schuf 1716 im Auftrag der Republik Venedig das Oratorium Juditha triumphans zum Gedenken an den Sieg über die Türken während der großen Belagerung von 1716
  • Eugenios Voulgaris (1716 bis 1806), Gelehrter, geboren in Korfu
  • Markos Antonios Katsaitis (1717 bis 1787), griechischer Gelehrter, Geograf und Jurist, geboren in Korfu
  • Giacomo Casanova (1725 bis 1798), lebte als Offizier der venezianischen Armee auf der Insel
  • Nikephoros Theotokis (1732 bis 1800), griechischer Pädagoge und russischer Erzbischof, geboren in Korfu
  • Graf Ioannis Kapodistrias (1776 bis 1831), erstes Staatsoberhaupt, Gouverneur des unabhängigen Griechenlands, Gründer des modernen griechischen Staates und bedeutender europäischer Diplomat
  • Augustinos Kapodistrias (1778 bis 1857), jüngerer Bruder von Ioannis Kapodistrias, Soldat und Politiker, in Korfu geboren
  • Andreas Moustoxydis (1785 bis 1860), Historiker und Philologe, geboren in Korfu
  • Nikolaos Mantzaros (1795 bis 1872), griechischer Komponist und Musikpädagoge
  • Dionysios Solomos (1798 bis 1857), griechischer Adliger und Dichter
  • Petros Brailas Armenis (1812 bis 1884), Philosoph, Politiker, Diplomat und ehemaliger Besitzer des Vorgängerbaus des Achilleion-Palastes, geboren in Korfu
  • Spyridon Xyndas (1812 bis 1896), Komponist und Musiker, geboren in Korfu
  • Margarita Miniati (1821 bis 1897), griechische Wissenschaftlerin und Schriftstellerin, geboren in Korfu
  • Generalmajor Sir Henry Ponsonby (1825 bis 1895), Privatsekretär Ihrer Britischen Majestät Königin Victoria, Kaiserin von Indien
  • Iakovos Polylas (1825 bis 1896), erster Verleger von Dionysios Solomos, geboren in Korfu
  • Felice Beato (1832 bis 1909), Fotograf, geboren in Korfu
  • Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach („Sissi“, 1837 bis 1898), Kaiserin von Österreich, baute Achilleion als Sommerpalast
  • Alexander Rossi (1840 bis 1916), Künstler, geboren in Korfu
  • Georgios Theotokis (1844 bis 1916), Politiker, Premierminister Griechenlands, geboren in Korfu
  • Carl Ludwig Sprenger (1846 bis 1917), deutscher Botaniker, lebte in Korfu
  • Spyridon Lambros (1851 bis 1919), Geschichtsprofessor und Premierminister Griechenlands, geboren in Korfu
  • Ian Hamilton (1853 bis 1947), Militäroffizier, leitete die Landung in Gallipoli 1915, geboren in Korfu
  • Sotirios Voulgaris (1857 bis 1932), Kosmetologe, Gründer des Schmuckgeschäfts Bulgari, aus dem später das berühmte Unternehmen Bulgari hervorging
  • Spyros Samaras (1861 bis 1917), griechischer Komponist und Schöpfer der Olympischen Hymne
  • Napoleon Lambelet (1864 bis 1932), griechisch-britischer Komponist
  • Ioannis Theotokis (1880 bis 1961), Politiker, geboren in Korfu
  • Panos Aravantinos (1884 bis 1930), Künstler, geboren in Korfu
  • Albert Cohen (1895 bis 1981), französisch-schweizerischer Schriftsteller
  • Theodore Stephanides (1896 bis 1983), Dichter, Schriftsteller, Arzt und Naturforscher, geboren in Korfu
  • Maria Desylla-Kapodistria (1898 bis 1980), Verwandte von Ioannis Kapodistrias, Bürgermeisterin von Korfu und erste Bürgermeisterin von Griechenland
  • Maria-Aspasia „Marie“ Aspioti, M.B.E. (1909 bis 2000), bedeutende korfiotische Zeitschriftenherausgeberin und Kulturschaffende, die das literarische und kulturelle Leben Korfus in der Nachkriegszeit geprägt hat
  • Lawrence Durrell (1912 bis 1990), anglo-irischer Schriftsteller, lebte von 1935 bis 1941 auf Korfu und schrieb neben mehreren anderen Büchern über Griechenland Prospero's Cell: A Guide to the Landscape and Manches of the Island of Corcyra
  • Sophie von Griechenland (1914 bis 2001), Schwester von Philip, Duke of Edinburgh
  • Spiro Çomora (1918 bis 1973), berühmter albanischer Dramatiker
  • Georgios Rallis (1918 bis 2006), Premierminister, Sohn von Ioannis Rallis und Zaira, Tochter von George Theotoki
  • Gaetano Giuffrè (1918 bis 2018), Komponist, Maestro, geboren in Korfu
  • Haim Corfu (1921 bis 2015), israelischer Politiker, wurde in Jerusalem geboren, sein Familienname zeugt von der Herkunft seiner Familie
  • S.K.H. Prinz Philip, Herzog von Edinburgh (1921 bis 2021), geboren als Prinz Philippos von Griechenland und Dänemark, in Korfu
  • Alfredo Ragona (1922 bis 2025), griechischer Fußballspieler
  • Rena Vlahopoulou (1923 bis 2004), Schauspielerin und Sängerin, geboren in Korfu
  • Georgios Metallinos (1940 bis 2019), orthodoxer Theologe, Priester, Historiker, Autor und Universitätsprofessor
  • Ioannis Spiteris (* 1940), römisch-katholischer Erzbischof von Korfu
  • Aristidis Baltas (* 1943), Wissenschaftler und Politiker
  • Kostas Georgakis (1948 bis 1970), Student, Märtyrer des Widerstands gegen die griechische Militärjunta von 1967 bis 1974, geboren in Korfu
  • Ronnith Neumann (* 1948), deutsch-israelische Schriftstellerin und Fotografin
  • Andreas Mandelis (* 1952), Experte für Photonik, Mitglied der Canadian Academy of Engineering. Ausgezeichnet mit dem Killam-Preis 2014
  • Vicky Leandros (* 23. August 1952), deutsch-griechische Sängerin und Politikerin
  • Angelos Grammenos (* 1958), Schauspieler
  • Angela Gerekou (* 1959), Schauspielerin, Sängerin und Politikerin, geboren in Korfu, Ehefrau von Tolis Voskopoulos
  • Vangelis Petsalis (* 1965), klassischer Musiker und Komponist, geboren in Korfu
  • Mario Frangoulis (* 18 Dezember 1966), griechischer Tenor
  • Sakis Rouvas (* 5. Januar 1972), griechischer Sänger und Moderator
  • Spyros Gogolos (* 1978), Fußballspieler, geboren in Korfu
  • Konstantinos Tsilimparis (* 1979), Handballtorwart
  • Spyridon Gianniotis (* 1980), olympischer Silbermedaillengewinner im Schwimmen, aufgewachsen in Korfu, Vater aus Korfu
  • Gaios Skordilis (* 1987), Basketballspieler
  • Eleni Doika (* 1995), rhythmische Sportgymnastin

Fremdenverkehr

Korfu ist ein beliebtes Urlaubsziel für Pauschal- und Individualtouristen, bietet aber auch kulturell interessante Möglichkeiten. Die meisten Besucher kommen aus Großbritannien, gefolgt von Touristen aus Deutschland. Die Hauptsaison umfasst die Sommermonate bis Anfang Oktober.

Die Korfioten haben eine lange Tradition der Gastfreundschaft gegenüber ausländischen Einwohnern und Besuchern, die im 20. Jahrhundert durch Gerald Durrells Kindheitserinnerung My Family and Other Animals verkörpert wurde. Die Nordostküste wurde größtenteils von einigen britischen Ferienunternehmen mit großen, teuren Ferienvillen erschlossen. An der Nord-, Ost- und Südwestküste gibt es Pauschalurlaubsanlagen. Am anderen Ende der Insel bietet der südliche Ferienort Kavos ebenfalls touristische Einrichtungen.

St. George South im Westen bietet den größten Sandstrand der Insel sowie eine Auswahl an All-inclusive-Pauschalhotels und traditionellen korfiotischen Villen und Wohnungen. Das Naturschutzgebiet des Korission-Sees ist auch ein Zwischenstopp für europäische Zugvögel auf ihrem Weg nach Süden.

Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde die Insel hauptsächlich von den europäischen Königen und Eliten besucht, darunter Kaiser Wilhelm II. von Deutschland und Kaiserin Elisabeth von Österreich; heute wird sie auch von Familien der Mittelschicht (vor allem aus dem Vereinigten Königreich, Skandinavien und Deutschland) besucht. Mit dem Aufkommen des Düsenflugzeugs, das diesen Gruppen relativ erschwingliche „Pauschalreisen“ ermöglichte, war Korfu eines der Hauptziele für diese neue Form des Massentourismus  Die Insel ist jedoch nach wie vor bei den Superreichen beliebt, und im Nordosten der Insel gehören Mitglieder der Rothschild-Familie und russische Oligarchen zu den Hausbesitzern.

Literatur

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  • wikitravel: https://wikitravel.org/de/Korfu
  • wikivoyage: https://de.wikivoyage.org/wiki/Korfu
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  • Klaus Böting: Korfu, Lefkas, Kefallonia, Ithaki, Zakinthos, 3. Auflage, Köln 2005
  • ders.: Korfu, Ostfildern 2023
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  • A. Darlas / P. Karkanas / O. Palli / A. Papadea: Paleolithic excavation in the Korissia lagoon, in G. Arvanitou-Metallinou (hg.): Prehistoric Corfu and its adjacent areas: Problems-perspectives. Proceedings of the conference dedicated to A. Sordinas, 17 December 2004, Corfu 2007, S. 77 - 84
  • Lawrence Durrell: Schwarze Oliven. Korfu, Insel der Phäaken, Reinbek bei Hamburg 2005 ( Originaltitel: Prospero’s cell)
  • Klaus Gallas: Korfu. Das antike Kerkyra im Ionischen Meer. Geschichte, Kultur, Landschaft, Köln 1989
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  • Selene E. Psoma: Corcyra, a city at the edge of two Greek worlds (= Meletemata, 83). 2 vols.. Brepols 2022
  • Hans-Peter Siebenhaar: Korfu. Individuell reisen, 4. Auflage, Wien 2013
  • Diana Siebert: Aller Herren Außenposten. Korfu von 1797 bis 1944. Köln 2016
  • Augustus Sordinas: Investigations of the Prehistory of Corfu during 1964–1966, in: Balkan Studies 10,2 / 1969, S. 393 - 424
  • Noudas Stamatopoulos: Old Corfu. History and Culture, 3rd, rev. and enl. ed., Corfu 1993
  • Marie Stille / Ioannis Gasteratos / Bo Stille: Larger mammals of Corfu, Ionian Islands, Greece - status and potential threats, in: Russian Journal of Theriology 20 / 2021, S. 204 - 214
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  • Nadia Zeldes: Jewish settlement in Corfu in the aftermath of the expulsions from Spain and southern Italy, 1492 - 1541, in: Mediterranean Historical Review 27 / 2012, S. 175 - 188

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